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HANDBUCH 



DER 



GRIECHISCHEN ETYMOLOGIE 



VON 



LEO MEYER. 



ZWEITBB BAND 

"Wörter mit dem Anlaut (, ai, et, oi» v» aVf 6v> ov, 

X (auch §)» n (auch ^)f t. 



LEIPZIG 

VERLAG VON a HIRZEL 

1901. 



Das Becht der UeberBetzung ist vorbehalten. 



MEINEM LIEBEN 



ALEXANDEK CONZE 



ZT7M 



SIEBENZIGSTEN GEBURTSTAGE. 



|. : ifievai (IL 1, 227; 2, 94; 348; ifiev IL 1, 170; 18, 14; 21, 297; Uvai 
Theog. 352; Ar. Vögel 188) ,gehen*, sehr häufig mit Bedeutung der Zukunft 
(wie elfii ,ich werde gehen' IL 1, 169; 420; 426; 3, 305; 410), was wohl 
auf einer besondem Bedeutungsmodification (etwa ,sich zum Gfehen wenden, 
eine Richtung zum Gehen einschlagen^ beruht; begegnet activ nur in 
prasentischen Formen, wie ifiev ,wir gehen, wir werden gehen' (IL 17, 
155; Od 2, 127; 10, 431), i»i ,geh' (IL 1, 32; 2, 8; 163), tofiev ,lasst uns 
gehen' (IL 2, 440; 6, 526; 9, 625), ijie ,er ging* (IL 1, 47; 307; 609; ohne 
Augmöit ie IL 2, 872; 3, 383), elai ,er geht' (H. 11, 415; 13, 796). Die 
homerische Sprache hat ausserdem noch eine Anzahl medialer Futur- und 
Aoristformen, die aber ausser an zwei Stellen (IL 24, 462 : dlX ' ^ tot fiiv 
iyto TtaXtv eXaofjiau Od. 15,213: dkV criixog xaliwv devg* etaerai. — 
IL 13, 90 und 17,285 kann ßgä fiBta-eiadfievog statt des überlieferten 
^ela ftereiaafievog gelesen werden) überall, wo der Vers entscheiden lässt, 
auf consonantischen Anlaut hinweisen (IL 14, 8: iydv ikd-dv rdxa eiaoftai, 
IL 11, 367; 20, 454 und Od. 15, 504: iiti-elaof^ai. IL 4, 138 und 5, 538 
«B 17, 518 s» Od. 24, 524: diaftQo di etaato. IL 11, 358: xara-elactto. 
IL 15, 415 und Od. 22, 89: ielaaro. IL 15, 544: keioda^riv. IL 21, 424: 
im-eiaafiivrj) , so dass sie kaum wirklich hierher gehören, möglicher 
Weise nur auf Vermengung mit Ifelaaro ,es schien' (Od. 2, 320; 5, 398; 
442; ohne Augment IL 2, 791; 20, 81; 24, 319) und zugehörigen Formen 
beruhen werden. (Neuerdings hat man die Formen mit altind. vi ,hin- 
streben, verlangend kommen' in Verbindung gebracht, darnach müsste also 
Zusammenhang mit tea&ai, alt ßtea&at ,streben, begehren' bestehen; siehe 
Seite 9). 

IL 1, 169: vvv d' elfic O&irjvöe, IL 1, 47: o d' ijie vvxri feßoixüig. 
11.2,160: aW t&i vvv xcra XaFov 'AxaiFwv. Od. 2, 332: avtog Iwr 
Ttoßilrjg inl rrjßog, IL 17, 756: otb TtQoßlduiaiy Uvra xIqxov. IL 3, 61: 
Tciiexvg ßfjig . . . og t' elaiv dia doqßog in aviQog. 11.4,278: viq>og 
. . . fiekdvreQoy rjvre niaoa q>alvB% lov xavd novtov. — Dazu: Iräo-v 
,man muss gehen' (eigentlich ,Pflicht zu gehen isf); Thuk. 8, 2: i&elovrl 
ixiov Ircl Tovg Idd-rivaLovg, — IrrjTiO'V ,man muss gehen'; Ar. Wolken 
131: hfjria-v. Thuk. 1, 72: edo^ev avTolg TcagHTtiTia kg tovg Aar^e- 
daifiovlovg dvai. — ol^o-g ,Weg, (Sang' (siehe besonders). — 

Leo Meyer« Orieohisohe Etymologie. II. 1 



2 Griechische Etymologie. 

Lat i- : ire ,gehen', hat keine Yerbalform mit alter Vocalkürze bewahrt^ 
nur hier nnd da durch jüngere Verkürzung das ^ wiedergewonnen, wie 
in trans'it ,8ie überholt^ (Verg. Aen. 11, 719; dafür it Enn. ann. 419), tit 
,e8 ging* (Verg. Aen. 1, 376; daneben itt Att. trag. 292); Verg. Aen. 11, 
389: imtLS in adversös? 4, 424: t, sorar; 6, 179: Uur in antiqvam silvam. 

— Dazu: itiSn' ,6ehen' (Ter. Phorm. 1012); — iturs yOang* (Lucr. 3, 388); 

— iter- ,Gang, Weg* (Enn. teag. 247; 310). — 

[6oth. iddja ,er ging* (Matth. 9, 9; 19) gehört nur scheinbar hierher]. 

lit eiü ,gehen*, einü (jüngere Form eimü) ,ich gehe*. 

Altslav. iti ,gehen', idq ,ich gehe*. 

Altind. i ,gehen': diti ,er geht* (BV. 1, 71, 9: jds ddhvanas sadjds diti 
,wer Wege an öinem Tage geht*); imdsi ,wir gehen* (RV. 1, 80, 15: j'at 
adhirimdsi ,80 weit wir wissen*); -^ dazu i^ä' ,6ang, Bahn* (ndbhasas 
nd itjd' ,wie der Weg des Gewölkes'). 

Altostpers. i ,gehen*: aeiti ,er geht*. 

Aus hrjtio'V, das sich mit ^rjTTjväov ,man muss suchen* (Ar. Wolken 
760; zu ^rjtieiv ,auf suchen* B. 14, 258) unmittelbar yergleicht, wird man 
zunächst ein abgeleitetes Htieiv ,gehen* entnehmen dürfen, das sich zum 
einfachen l- ,gehen* verhält, wie durieiv ,laut rufen* (II. 12, 160; 20, 50) 
zu dv-€iv JiSLUi rufen* (1, Seite 25). 
f- oder f-, demonstrativer Pronominalstamm, der den Nominativ ohne aus- 
lautenden Zischlaut bildete (Apoll. Dysk. ed. Bich. Schneider, S. 55), 
übrigens nur in wenigen unsicher überlieferten Casusformen begegnet 

Hes. Bruchst 204: Jy <J' aik(p ^avdtov zafilfjg. Pind. Pyth. 4, 36: ovd 
iftlxhjai Iv. Soph. Bruchst 430 : rj fihv wg t %^aaaova^ ri ö* dg i veroxe 
7Caida. Hesych führt auf: iv' aiJriJ* aikijv' avtov' Kingioi. — Dazu: 
-i, das bei Homer schon in ovx't ,nicht* (IL 2, 238; 300; 349) enthalten 
zu sein scheint, bei den Attikem aber gern im Gespräch zu nachdrück- 
licherem Hinweis an verschiedene pronominelle Formen angehängt wird; 
Ar. Wolken 141: iya^ yag ovtoa-i rjxoß fAadijrqg. Ar. Wölk. 255: Tovtoy-i 
tolvvv Xaßk %6v aT€q>avov. Ai, Wölk. 55 : iyw d ' av avxfj ^oifjia%iov 
daixvvg %oö-i, PlatPhaed. 115, C: 6 wvi diaXeyofievog, 

Lat is ,er, der* (Enn. ann. 31; 143; dazu der alte Accusativ im Zwölf 
Taf. 8, 11; 10, 9, und der alte Plural-Dativ und -Ablativ ibus Plaut Truc. 
110; Pompon. com. 104; Titin. com. 59; Lucr. 2, 88); i-d ,es, das* (Enn. trag. 
185; 264). — Dazu; ita ,auf diese Weise, so* (Enn. ann. 41; 132); — item 
,ebenso* (Plaut Capt 55; 82; 491); iüdem ,ebenso* (Plaut Truc. 40; 738); 

— iterum ,zum zweiten Male* (Plaut Capt 891 ; Epid. 354). — Dazu auch 
das suffixale -i (oder -i?) in qvt (aus ^^qvo-i) ,welcher*, qvae (aus "^qvd-i) 
,welche* und dem ungeschlechtigen qvae (aus *gt;ö-i) ,welche*. 

Goth. is ,er* (Mk. 2, 25; 3, 13) und i-te ,es* (Mth. 5, 29; 27, 59). — Nhd. 
er und es; dazu die Casusformen ihnj ihm] ihnen; ihr. 

Altslav. i- in den Casusformen j-e-go ,des selben*, j-e-mu ,ihm*, j-i-ehü 
jderselben, eoruw*. 



* *> 



Griechische Etymologie. 3 

Altind. t- im ungeschlechtigen id-dm ,diese8, es* (RV. l, 13, 7; 2, 3, 8) 
und weiblichgeschlechtigen ij-dm ,diese, sie* (RV. 1, 48, 7; 1, 57, 5) und im 
mSnnlichgeschlechtigen irn-dm ,diesen, ihn* (RV. 1^ 5, 9; 1, 10, 9; dazu der 
Nominativ aj-dm ,dieser, er* RV. 1, 16, 7; 1, 20, 1). — Dazu: itds ,von 
hier* (RV. 1,6, 10; 1, 98, 1), ihd ,hier, hierher* (RV. 1, 24, 11; 1, 28, 5; 1, 
1, 2), iti ,so* (RV. 1, 109, 3; 1, 117, 18), itaror ,der andere* (RV. 6, 16, 16; 
10, 16, 9 und 10). 

Altostpers. i- im weiblichgeschlechtigen Nominativ im ,diese*, im unge- 
schlechtigen Dual t ,diese beiden*, im männlichgeschlechtigen Pluralaccusativ 
is ,diese*. — Dazu: itha ,so*; ithra piun*; idha ,hier*; auch die Verstärkungs- 
partikel I, tt und im (Justi). 

Der starke Hauch in V entwickelte sich wie auch in manchen andern 
Wörtern mit anlautendem i (zum Beispiel irtTtog H. 8, 81, «» altind. dgvas 
,Pferd* RV. 1, 36, 8) und wie namenüich mit weitgreifender Regelmässig- 
keit bei den Wörtern mit anlautendem v (wie vdußQ H. 3, 270, neben alt- 
ind. uddn- jWasser* RV. 1, 104, 3). 
c-s, homerisch ßl-g, ,Kraff. 

IL 11, 668: ov yag hfiol F\q tad'^ oIltj nagog ^auev ivl yvafifCToiai fii- 
keaaiv. Od, 18, 3: ovdi fot rjv ßlg ovdh ßirj. Od. 11, 393: ov ycQ Fot hv 
Fig efinedog ovd^ ert xlxvg. 11.23, 720: xQoreQrj 6* §xb ßlg ^Odvafjßog. 
Od. 2,409: roloi dk xal fierißeig)' legi] ßlg Trjkeftdxoio. Od. 9,71: 
TQixi^a Tfi xal vetQax^a diiaxioe ßlg avifÄOio. Od. 12, 175: iyd . . . 
rtleCfiV alipa ä^ lalveto wrjgog, ifcelTcikero fAcych] ßlg. 11.5,245: avÖQ* 
6q6(o KQaxBQw ini aol fiefiawre fAoxea^ai, ßiv dftile&Qov ^ovre. 11.7, 
269 "=s Od. 9, 538: iitigeiae dh ßiv drtike&gov. — Dazu: lg>i, alt ßlipi 
,mit Kraft*; II. 1, 151: dvägdai, ßl(pt fzdxea&au IL 6, 478: FiXlov lg>i ßa- 
vdaaeiv. IL 3^ 375: ßg^^ev Ifidvta ßoßog ßlg>t %%aixivoio. IL 19, 416: 
aoi avT(p fioQOifiov iari d'Si^ re aal avigi ßiq>i da^rjvai. 

LaiL iA'S jKraft*; Enn. ann. 280: Vesttna virwm vis. Enn. ann. 109: vi 
depttgnäre sues. Lucr. 3 , 265 : qvasi multae vis ünii^ corporis extant 

Dazu wohl altind. väjas- ,Lebenskraft, Kraft*; RV. 1, 136^ 2: dadhätai 
brhdt uhthiam vdjas upastuijam brhdt vdjas ,(Mitras und Varunas) schaffen 
hohe rühmliche Kraft, hohe preiswerthe Kraft'. 

Das alte anlautende / ist bei Homer noch sehr deuüich erhalten, wird 
weiter auch noch erwiesen durch Hesychs Anführung ylg . . . . xal laxvg 
und die inschriftliche Form des zugehörigen Namens Fttpirog (Savelsb. 
S. 53). Nächstvergleichbare Bildungen sind Xt-g^ homerisch, wie es scheint, 
ßli-g (J\. 11, 239; 17, 109; 18, 318; ll-v IL 11, 480. — Hes. Schild 172; 
Theokr. 13, 61) und xf-g ,Komwurm* (Find. Bruchst 222, 2; Theophr. c. 
pl. 4, 15, 4). — Die gewöhnlichen Pluralformen zu lat vi-s enthalten noch 
ein suffixales r (aus s?), wie vi-r-es (Enn. ann. 39 ; 481). 
ra ,eine*. 

IL 4, 437: ov ydg Tcdvtiov r^ev o/iog d-goog ovd' la yiJQvg. IL 13, 354: 

^ fi^v dfiq>OTiQOiaiv ofiov yivog rjd^ la Ttargr]. IL 21, 569: iv dk ia 

1* 



4 Griechische Etymologie. 

tlfvxi^. Od. 14, 435: Tr}y fikv lav (nämlich ^olgav, wie aus Vers 434: die- 
fioiQato zu entnehmen) vvfiq>jjai xai ^Eqiijj Maiadog vh diJKev inev^a- 
fievog. II. 9, 319: h dk ijj Tipifj rjfAhv naxog rßk aal ia&log. IL 11, 174: 
t;J de t' ly avatpalverai alnvg oXe&Qog. IL 18, 251 : t^ d' iv wxtI yi- 
vov%o. n. 22 1 477: i^ aga yiyv6^B&* atatj dfiq>6%€goi. IL 16, 173: vijg 
fjihv l'^g avixog rjQxe Mevia&iog. IL 24, 496: hviFa xal dixa fiiv fioi If^g 
bfL rrjdvog rjOav. 

Der Bildung nach zunächst zu vergleichen ist fila ^eine' (IL 3, 238; 12, 
456; fiiav IL 2, 379; fÄi^g IL 15, 416; fii^ Find OL 7, 94). Da darin na 
offenbar Femininzeiohen ist, wie zum Beispiel in TtoTvia ,Herrinn^ (IL 1, 
357; 551; «» altind. pdtni KV. 3, 61, 4; 7, 75, 4), so scheint %a, das doch 
schwerlich mit dem Femininzeichen selbst im Grunde übereinstimmen wird, 
irgendwie verstümmelt zu sein und etwa zum demonstrativen Pronominal- 
stamm i'- (Seite 2) zu gehören. Es würde darnach zunächst wohl ,die 
selbe^ bedeuten. Dieselbe Bedeutung erkennt man auch* noch in dem ver- 
einzelten und sehr auffalligen ungeschlechtigen Dativ i(f (nur IL 6, 422: 
o2 fiiv Ttavreg iip xlov Ti(iaxL''AFiäog eXaw^ wo etwa Ijj nlov fi^iqji zu 
lesen ist), der sich unmittelbar an ia anzuschliessen scheint, aber kaum 
richtig überliefert ist Er ist allerdings auch in der Inschrift von Gortyn 
(7, 23) aufgefunden. Nach Fick 1^, 136 ist la aus ^s-ia hervorgegangen 
und die Femininform zu einem alten I- <» *5e- ,ein', das Fick (1* 557) auch 
in l-xoToy ycinhundert' (II 2, 448; 510) erkennt 
ideö9'ai ,heilen^ 

IL 5, 899: ilatifov' dvtiyeiv lijaaa&ai. IL 5, 904: xagicall^wg It^acevo 
^ovQOv'uigrja. Od. 9, 525: (og ovx 6g>&alfi6v y^ li^cerat ovd^ ivoalx^(ov. 
Find. Fyth. 3, 46: Tcdge KevravQq) diöa^ai nokvTvijfiayag av&QciTtounv 
iaa&ai voaovg. — Dazu: trjTQo-g ,Arzt^; IL 11, 514: ItjrQog yaq avriQ 
TtoXhiv dvra^iog aklwv. 

Schliesst sich wahrscheinlich eng an altind. ish- ,Labung, Stärkung, 
Förderung' (RV. 1,46, 6: tä'm asmdi räsäihäm tsham ,solche Stärkung 
verleiht uns'; RV. 1, 92, 3: tsham vdhanüs suhrtai ,Starkung bringend dem 
Frommen'; dazu ish-hrti- ,Heilung', eigentlich ,LAbung-machung' RV. 10, 
97,9: ishhrtis nama vas mata ,H^lung genannt ist eure MutterO und 
ishdjati oder isJu^atai ,er labt, stärkt, f örderf (RV. 8, 26, 3 : pünns ishäs 
ishöjantäu ,viele Stärkungen fördernd'; RV. 7, 87, 3: präcaitasas jdi i- 
shdjanta mdnma ,die des Einsichtigen Lieder fördern'), so würde also 
zwischen dem anlautenden i und dem ihm folgenden Vocal ein Zischlaut 
ausgefallen sein, ganz wie zum Beispiel in kitjv ,gar sehr, sehr' (IL 1, 553; 
2, 800; 5, 361; aus *ktariVy neben altslav. lichU ,übermäBsig'). Damit ist 
freilich noch nicht die — erst bei Späteren, wie Eurip. Hippel. 597 : Tijvd' 
iw^ivri vcaov, öfter aufgegebene — Dehnung des anlautenden i erklärt 
Ob man da etwa ein altes HaFa-ead-aL mit suffixalem innerem / ver- 
muthen darf? 
iänya ,ein duftiger Kranz' (in Sikyon gebrauchtes Wort). 



Griechische Etymologie. 5 

Athen« 15^ 678^ A: dkXa fir)v xal iäxxov fiva yiakovfievov olöa avitpavov 
v7to 2i%vwvlcjv, WQ g)T}ai TifioxHctg iv Talg rkiiaaaig' OilrjTäg d^ ov- 
Twg yqaq^Bu ^ iaxxa, iv zf^ 2ixv(üvlif ateq>avwiaa evwdeg, ^arrjx' dfiq)! x6- 
fiag €vwdiag dyxod't nargog xalov iaxxalov d'tjxafiivi] ariqfavov^. 

Dunkler Herkunft Ob möglicher Weise mit dem Folgenden in Zu- 
sammenhang stehend? 
ictxTfA ,Geschrei, Klagegeschrei', ,Festjubel' (Aesch. Pers. 939; Eur. Or. 1473; 
EL 143; Phoen. 1302; Iph. Aul. 1039; Tro. 337. Nauck giebt bei Euripides 
die .Form überall ohne x); siehe Idx-eiv (siehe unten). 
idjtxBiv ^senden, werfend 

IL 1,3: TtokXag ä* IqyS'lfAOvg \pvxag ^AFidt Ttgo-iaxpev. ILO, 487: ov 
yaQ %lg f^' vnMg alaay dv^g Idfidt ngo-idipet. Od. 2, 376: wg av (lii 
xXalovaa xawä XQ^^ xaXdv idnTf} (,niederwerfe' wohl — ,verderbeO. 
Aesch. Ag. 510: to^oig iamtav firjxh' eig '^fiSg ßikrj. Aesch. Sieben 299: 
rol ä ' i7v' afiq)iß6Xoiaiv liniovoL noXLxaig x^Qf^oö ' oxgioeaaav, Aesch. 
Sieben 525: ninoi^a jov Zrjvog dvTlxvnov ^ovza . . . ngoa&e TtvXdv xe- 
q>aXav idipeiv, Schutzfl. 95: idmei d' iknidwv dq>* vtfjiftvgywv navdkeig 
ßgozovg. Agam. 1549: vlg ö^ ircvsv^ßiog alvog in^ avdgl -S-eltfi avv ddx- 
gvaiv laTtTwv. Schutzfl. 547 : jTcü • . . iannei (,8türzt sich, eilt') 8^ Haldog 
öl' aHag, Soph. Aias 501: xal %ig nixgov ftgoaq^&eyfia deanordSv ig€i 
koyoig la/trwv (,werfend, treffend, beleidigend'). Aias 700: omog . . . 
bg%fifLcn' avtodaij ^vvdtv Idipjjg (,Tänze werfen, schwingen, ausführen'). 

Ihitstand wohl aus ^ian-jeivj ein bestimmter Beweis für die Stufe des 
Lippenlauts (ob nicht etwa auch % oder ß7) liegt aber nicht vor. Die 
öfters behauptete üebereinstimmung mit lat jacere ,werf en' (Enn. ann. 438 : 
tela manu jacientesjj wonach also tt und lat. c einander gegenüberstehen 
würden, wie zum Beispiel in ott-, alt /o/r- und lat. vöc- ,Stimme' (1, Seite 
505), ist sehr unwahrscheinlich, da laTt- mit seinem vocalischen Anlaut 
eben so wenig aus einem älterem jai hervorgegangen sein, als in seiner 
Mehrsilbigkeit selbst für wurzelhaft gelten kann. Möglicher Weise fiel 
zwischen i und a ein Zischlaut aus und es besteht Zusammenhang mit 
altind. ish ,in Bewegung setzen, senden' (ishjati rdtham ,er setzt den Wagen 
in Bewegung' RV. 1, 34, 10; ishjati vä'cam ,er erhebt die Stimme' RV. 9, 
30, l^püras ishnä'si ,Städte triffst — d. L ,stürzest' — du' RV. 1, 63, 2: 
vägram ishndnn ,den Donnerkeil schleudernd' RV. 4, 17,3; ishajanta 
mdnma ,Lieder setzen sie in Bewegung' RV. 7, 87, 3). Dann würde der 
Lippenlaut wohl derselbe sein mit dem p altindischer Causativformen, wie 
in a sthdpajanti ,sie lassen emporsteigen' (RV. 10, 102, 10; daneben sthas 
. . . ürdhvds ,stehe aufrecht' RV. 6 , 24 , 9) , kshaipajat ,er lasse wohnen' 
(BV. 5, 9, 7; daneben hshijdnt- , wohnend' RV. 1, 117, 5; 3, 39, 5), üd . . . 
arpaja »bringe empor, lass gedeihen' (RV. 2, 33, 4 ; daneben arta ,er be- 
wegte sich' RV. 5, 25, 8), dtkshäpaja ,weihe' (Mbh. 2, 1224; daneben dik" 
shatai ,er weihet sich zur Begehung einer Feier* AiL Br.). 
l^iyr^etVy alt ßtdx^iv oder wohl FiFax^iv ,schreien', ,erklingen, brausen'. 



6 Griechische Etymologie. 

Begegnet nur in präsentischen Formen und in der vereinzelten Perfect- 
participform dfiq>iaxvlav (II. 2, 316). 

11.6,468: a\f) d' o naFig tcqoq xohtov iv^civoio Tidn^vr^g hcklvxhj ßi- 
ßaxfov. IL 4, 506 = 17, 317: ^Ägyiioi dh fiiya FUaxov. IL 20, 285: txvxaQ 
^Axti'i'evg ififxefiawg inoQOvOB . • • afie^daXia FiFaxunf. IL 2, 316: T^y (näm- 
lich fÄrjTiga) dk ßeh^d/^evog Ttrigvyog Xaßev (nämlich ÖQaxcjv) afiq>iaxvlav. 
IL 18, 219: 0T€ ßLFaxB aalrciy^. IL 1, 482: afifl dh xvfia arel^ TtoQtpv- 
QBov /xiya flFax^ vr]ßdg lovaf]g. IL 4, 125: kly^e ßiog, vevQq dk fiiy* 
Xax^^' II- 21, 10: ox&ai d* a^q>l neQl fiiya FlFa%ov, — Dazu: ia^ij, aJt 
Fiojii oder Filaxiq ,6e8chrei'; IL 4, 456: äg nSv fiiayofiivtov yivero Fi- 
Faxij T€ Ttovog tb. 

Das alte anlautende / ist im homerischen Verse in weitem Umfang er- 
kennbar und wird ausserdem auch durch das zusammengesetzte avLaxo-g 
(aus ^d'ßlaxog) ,mit Geschrei, schreiend' (siehe später) erwiesen. Nicht so 
sicher ist das alte innere /, aber doch sehr wahrscheinlich, da in Idx-etv 
ebenso wie zum Beispiel in öidaxt} ,Lehre' (Hdt 3, 134; 5, 58; didaaxi- 
fievat ,lehren' II. 9, 442), malveiv ,8pannen, ausstrecken, ausbreiten' (IL 2, 
390; 13, 534), Tt&aao-g ,zahm* (Aesch. Eum. 356; Soph. Brachst. 782), ri- 
d-iqvri ,Amme' (IL 6, 132; 389) und anderen ähnlichen Formen eine alte 
Beduplication (fi-Fax-eiv) enthalten sein wird. Des dabei wahrscheinlichen 
Zusammenhanges mit rixij, alt ßrjxri ,Schall, Getöse' (1, Seite 6 17) wurde schon 
früher gedacht An einen etwaigen Zusammenhang mit Ifj ,Iaute Stimme, 
Klang' (1, Seite 671), womach das x ©twa wie in avevdx'eiv ,seufzen, stöh- 
nen' (IL 8, 334 — 13, 423; dazu özovaxri ,daß Seufzen' IL 2, 356) zu be- 
urtheilen sein würde, wird dagegen schwerlich gedacht werden können. 
— In dfxtpiaxvlav (IL 2, 316) ist der Mangel des alten / eben so auffällig, 
wie der der Perfectreduplicationssilbe und liegt daher der Gedanke an un- 
richtige üeberlieferang nah. — Die Form Icncxi (Seite 5), die neben 
laxrj in dramatischen Ghorgesängen mehrfach begegnet, vergleicht sich be- 
züglich ihres xx mit dem dorischen oxxo-g ,Wagen' (1, Seite 527). 

iaoiibvri ,Zaunwinde', deren Wurzel abführend und dadurch heilend wirkt 

Theophr. c. pl. 2, 18, 2: aozi dh oaa nQoadevdqa xal neqiaXhoxavhx 
tvyxdvei' xavta ydg to ngbg ktiqifi diüixei xa^dneQ o re xlzTog . . . xal 
T(Sv ilavTOvcJv egTivkkogj iaaidvi]. 

Gehört wohl zu ideox^ai ,heilen' (Seite 4 ; dazu läai-g ,Heilung' Soph. 
El. 876). Der Bildung nach scheinen verglichen werden zu können : elge- 
aiwvTj ,ein mit Wolle und allerlei Früchten behangener Oelzweig, der an 
bestimmten Festen getragen wurde' (Ar. Ritter 728; Wespen 399; Plut 1054), 
und der Eigenname WxQiaiwvri (,Tochter des Akrisios' IL 14, 319). 

laöstiö" (iaanig)y eine Eieselsteinart , Jaspis'. 

Plat Phaed. 110, D: luv xal tä iv&däe ki&ldia elvai %av%a Ter aya- 
7t(afieva /aogia, adgdid re xal idanidag xal Ofiagdyöovg . . • Theophr. 
Steine 35: xal iv KvrcQip ij ts Ofidgaydog xal fj laOTttg, 



Griechische Etymologie. 7 

Ungriecbiscfa. Die hebräische Form ist jäshpheh (Au^. Müller bei Bezz. 
1, 276). 

i'aiißo'q ySchmähverBy Spottvers'; darnach benannter Versfuss (^ -). 

Ar. Frösche 661 : ia^ßov ^Infttivaxrog ay€fiifÄvr]ax6^riv. Strabo 8, 354 : 
aviygaxpav di riveg ra iiirga %ov ^oavov, xal KaXXlfictxog iv idfiß^i^ 
Tivl i^elTte. Plat Ion. 534, G: tovto (xovov olog tc ^Koarog noulv xaküg^ 
i€p^ o ij Movaa avrov äffirjaev, 6 fihv di&vQa^ßovg . . . o 6^ lafjtßovg. 
Anth. 7, 352, 7: JIuQldeg, rl noQrjOiv iq>' vßQiar^Qag la^ßovg krgaTtete; 
Plat. Staat 3, 400, B : ta^ißov %al tiv' allov rqoxalov wvouoCbj firjxrj dh 
xat ßgoxv^rirag TtQoa^nre. 

Da in iamBiv (Seite 5) aus ,senden, werfen' sich auch die Bedeutung 
^treffen, yerletzen, quälen' (Theokr. 2, 82: &g ^oi nvgl &vfi6g fagp^jj. 3, 17: 
rov lEgwia . . .og ^e xaraofivxfjt^v xai ig oariov oxgig lamei, Mosch. 4, 
39 : TzoXXolaiv dvarrivog lanrofiai alyeaiv rjtog) entwickelt hat, so ist die 
alte Ansicht, dass Hafißo-g dazu gehöre, wahrscheinlich die richtige, und 
darf man bezüglich der Einfügung des Nasals, also der Entwicklung der 
Lautgruppe ftßj Formen vergleichen wie: atgofAßo-g ,Kreisel' (IL 14, 413; zu 
argiq>ei ,er dreht, er wendet* IL 23, 323), ^gofißo-g ,geronnene Blutmaass' 
(Aesch. Ch. 533 ; Eum. 1 84 ; neben ^giipäg ,gerinnen lassend' Od. 9, 246). 
^afißog- ,Staunen' (IL 3, 342; neben rdq^og- ,Staunen' Od. 21,122), xiJ- 
QVfißa ,die obersten Theile' (IL 9, 241; daneben xogvq>Tj ,6ipfel' IL 1,499). 

iaiißixri, ein musicalisches Instrument 

Phillis (bei Athen. 14, 636, B) : aa^ßvxai lOfißvxai rglytova xXeiplafißoi 
OKLivdaxpol ivveaxogda. 

Gehört vielleicht zum Vorausgehenden. Der Bildung nach vergleicht 
sich das so eben neben ihm genannte aaf4ßuxi], das auch ein musicalisches 
Instrument bezeichnet und scheinbar auch xagvxrjj eine fein zugerichtete 
Brühe (Athen. 12, 516, C: ngaiTOi dk Avdol xai Tfjv xagvxrjv i^€vgov)j das 
aber offenbar ungriechisch ist 

TaiAVO-q ,Niederung'. 

Nik. ther. 30: tva nolrj ngwta xvlaxofjiivri axidei x^^^^'*^^S iafivovg, 
Ther. 200: Alyv^xoto nagd d-gvoevrag Idfivovg. Ther. 901: 17 xal nov- 
Xvyovov laaliav vndfxrjaov Idfivwv* Ther. 538 : iX^lvrjv . . . vöaai regfto- 
^iiv7]v xal del d-dXXovaav Id/ivoig, 

Ciehört wohl unmittelbar zu elafÄCvi^ ,f euchte Niederung' (IL 4, 483 ; 1 5, 
631). Der Suffixform [ävo geschah unter ogofÄvo-g ,Zweig' (1, Seite 559) 
Erwähnung. 

iäJL'Xeiv (aus ^^laX-jeiv) ,senden'. 

IL 8, 300: iiXXov oiarov dno vBvgfiq>iv iaXXuv. IL 9, 91 «> 221: oi ö* 
ifv* ovijfa&' ktol(xa Ttgoxelfisva x^^Q^S taXXov. IL 15, 19: negl x^Q^^ ^^ 
deafAOv itiXa xQ^^^ov ußgrjxrov. Od. 2, 316: neigrjaw äg x* vfifii xcgxdg 
iftl xrjgag IriXu. Od. 13,142: ^o^^or di xev etr] ngsaßvraxov xai agi- 
arov aTifilfjoiv idXXeiv (wohl ,treffen, verletzen', wie idnrBiv Seite 5). 



8 Griechische Etymologie. 

— Mit der intransitiven Bedentang ^egen, schweben' begegnet es verein- 
zelt bei Hesiod (theog. 269): ^gicviag , , , al ^' dvifitov Ttvoifjai xai 
olwyolg SfÄ ' %7tovxai wxBljig ^'^^Q^Y^oac fievaxQoviai yoQ HaXXov. 

Knhn (5, 193-^206) snoht zn erweisen, dafis Idlleiv sich nnmittelbar 
anschliesse an altind ijarti (ans H-arti) ,er setzt in Bewegung^ (BV. 2, 42, 
1 : ijarti vä'cam arita' iva navam ,er setzt die Stimme in Bewegung wie 
der Buderer das Schifft; BV. 9;88y5: ijarti säumas . . . ürmim ,Sömas 
setzt die Welle in Bewegung'), die rednpUcirte Präsensform zu ar ,sich 
bewegen^ (arta ,er bewegte sich' BV. 5, 25, 8; augmentirt ärta BV. 4, 1, 12, 
sa tigto ,er machte sich auf, setzte sich in Bewegung' IL 5, 590; 7, 162; 
163), aber das griechische Verb beschränkt sich gar nicht auf die Präsens- 
bildung; dazu ist eine ähnliche Beduplication von vocalischanlautender 
Grundlage im Griechischen ausser vielleicht in Uqvblv ,schlafen', das aber 
doch wahrscheinlich gar nicht von einer vocalischanlautenden Grundlage 
ausging, (siehe Seite 19) nirgend mit Sicherheit nachgewiesen und weiter 
auch der angenommene Zusammenhang mit w^o (zu oq- ,sich erheben' 
1, Seite 557) im höchsten Grade unwahrscheinlich. Zunächst zu Grunde liegt 
vielleicht wie auch bei anderen Verben auf -aileiv (so araod'aXlBiv ,über- 
mfithig sein, freveln' zu dxaa^aXo-g ,übermüthig, frevelhaff 1, Seite 84) eine 
Nominalform auf -aXo (Halo-?) und diese könnte auf dieselbe Verbal- 
grundform (altind ish ,in Bewegung setzen, senden') zurückführen, wie 
wir es schon für lafcreiv ,senden, werfen' (Seite 5) vermutheten. So 
würde sich auch für den anlautenden starken Hauch, wie er einige Male 
entgegentritt (Ar. Wespen 1348: iq>'iaX€lg. Friede 432: €Qyqt^q>'ia)iov(4€v), 
ein bestimmterer Grund {Idkkw zunächst für *laU.a)j wie zum Beispiel 
ih]iiev ,er sandte' IL 1, 48, für *^xev, aus ^iatpfLev. Zu k- : lifievai ,senden, 
werfen' 1, Seite 327) ergeben. — Gegen die Vermuthung (bei Fick 1^, 140), 
dass idlXeiv zu al-kead^ai, lat salire ,springen' (1, Seite 290), altbulg. sülati 
,absenden, senden' gehöre, womach es aus einem reduplicirten *aL-aaXleiv 
entstanden sein würde, und weiterhin zu altind. sar : säraii ,er fliesst, er 
strömt, er eilf (BV. 4, 17, 3: sdrann apas gävasä ,es strömten die Wasser 
in Eile% auch mit der reduplicirten Präsensform stsarti ,er eilf, ,er macht 
eilen, er setzt in Bewegung' (BV. 3, 32, 5 : apds dmä sisarshi ,die Wasser, 
die Fluthen bringst du in Bewegung' ; BV. 2, 38, 2 : prä bdhdvä pfthür 
pänis sisarti ,die beiden Arme streckt der Breithändige aus^, spricht unter 
anderem, dass die vermeintliche Beduplication von Idlkeiv sich durchaus 
nicht auf die präsentischen Formen beschränkt und dann, dass das ange- 
führte altind. sar schon in oQfii] ,das Vordringen, Angriff' (1, Seite 581) ent- 
gegentrat 
icXBiLO-q {lijXefiO'g) ,Klagelied' 

Aesch. Schutzfl. 116: li] Irj, Itjkifioiaiv i^nQBitij ^diaa yooig fxe %i/xd'. 
Eur. Phoen. 1033 und 1034: laXeiioi di fiaviQwv, Idkcfxoi dk naQ&ivwv 
iarivaCjov dtxoig. Eur. Tro. 1304: iakifi(fi %ovg ^avovxag dnvsig. Theokr. 
15,98: avig xal niqvtiv %6v idkefiov dQlarevae, 



Griechische Etymologie. 9 

Als suffixaler Theil löst sich deutlich kefio ab, wie es sonst nur noch 
in xoalefAo-g Dummkopf (Ar. Bitter 198; 22t; Aeschin. bei Athen. 5, 
220, B) vorzukommen scheint Weiter ab liegt schon das adjectivische 
kifio in den homerischen xagnahfio-g ^rasch^ (II. 16, 342; 809), TtvddXifio-g 
,rahmvoll' (H. 4, 100; 177), eidalifio-g ,8chön' (Od. 24, 279) und TtemaXi- 
fio-g ,verständig* (II. 8, 366; 14, 165). Zu Grunde liegt möglicher Weise 
l^ flaute Stimme, (,Elagelaut'?), Klangt (Seite 15), an das sich weiter auch 
"wohl iriio-g ,kläglich, jammervoll' (Soph. Eon. Oed. 174; Bruchst 375; Eur. 
Phoen. 1036 und 1037), das Nauck (zu Soph. Eon. Oed. 154) als aus den 
Ausruf swörtchen ii] Iri (Aesch. Schutzfl. 114) gebildet ansieht, anschliesst 
i^EOd^ai^ alt Fisa^ai^ ,streben, begehrend Nur in präsentischen Formen ge- 
braucht 

IL 2, 154: ävrri d' ovqovov Ixev ßolxaöe Fu^ivoiv, II. 12, 274: aXXa 
TSQoata ßiea^e. 11.23,718: ot dk fiaV alßel vUrig fida&rjv. 11.2,589: 
ftaXiava 6k flero &v/Äip tlaaa^ai. II. 8, 301: ßakieiv di fe ßlBxo dvfiog, 
n. 15, 450: To ßoi ov rig igvxaxe ßiefiiviov neg. Od. 2, 327: ijtel vi tzcq 
Verai alvwg. IL 21, 70: iyx^^V • • • ^^i y^i]] ^orrj, ßie/nivi] XQOog apievai. 
IL 12, 68: TQioeaai dh ßler" agi^yeiv. II. 13,501 — 16, 761: ßUvr' aUif- 
xceiy rafiieiv XQoa vriXh x^Xxip. 

Lat dazu in-vito-s ,nicht begehrend, nicht wollend' ; Plaut Epid. 730 : 
invttus dd kanc veniam tibi] Plaut Stich. 140: hostis est u^or invUa qvae 
virö nuptum datur. 

Altind. vi ,hinstreben^ verlangend kommen'; BV. 10, 61, 4: mtam mal 
iagnäm a gatam mai dnnam ,eilet ihr beiden zu meinem Opfer, kommt 
herbei zu meiner Speise^; BV. 1, 151, 7: üpa dha tarn gdchathas mthds 
adhvardm ,zu dem kommt ihr beiden, eilet zu seinem Opfer'; BV. 5,30,4: 
vdishi id äiJcas jvdhdja bhüjasas cid ,du stürmst allein auf mehrere zum 
Kampf; BV. 1, 105, 7: tarn mä vianti ädhias vrJcas nd tfshndgam mtgdm 
,anf mich dringen die Sorgen ein, wie der Wolf auf ein durstiges Beh'. 

Fast fiberall ist bei Homer das alte anlautende / noch erkennbar, wie 
schon früher (bei Bezzenb. 1, 306) genauer angegeben worden. Bezüglich 
der Form ist übrigens dlea&ai ,fliehen, laufen' (dazu ölevrai ,sie fliehen, 
laufen' II. 23, 475 und Nik. ther. 755; causativ h-dUaav ,sie jagten hinein, 
hetzten darauf' H. 18, 584) zunächst zu vergleichen; als erste Personen 
lassen sich dUfiat und Ye^aij alt ßie^aij ansetzen. 

iäQÜX' (liga^ ,Habicht' (Alkm. Bruchst 28; Eur. Andr. 1141; Ar. Bitter 
1052; Arist Thierk. 1, 28; 2, 64; 69). 

Da Homer (IL 13, 62; 819; 15,237; 16,582; 18,616; 21,494; Od. 5, 
66; 13, 86), Hesiod (Werke 203; 212) und Herodot (2, 65 und 67) nur die 
zweisilbige Form i^i}x- (siehe später) gebrauchen, darf man dieselbe wohl 
als die lUtere ansehen und vielleicht vermuthen, dass aus ihr ^^^öx- erst 
in Anlehnung an lego-g ,heilig' (siehe Seite 10) durch Umbildung entstan- 
den ist 



10 Griechische Etymologie. 

hQö'^ (schon bei Homer mehrfach zu igo-g zusammengedrängt, wie II. 2, 
420; 4, 416; 9, 357; 16, 658) ,kräftig, rÜ8tig^(?), ,heüig*. 

IL 16, 407: ekae . , . wg ote zig qxxig . . . legov ix^v Ix novroio. Od. 
24,81: tvpißov xevafJLBv ^Agyetiav legog aigonog. 11.10,56: iX&iiiev kg 
q>vkax(ov legov rilog. 11.24,681: ka&wv legovg nvkawgovg. Od. 2, 409: 
Tolai dk xol fierißeiq)' leg^ ßig T^kefiaxoco, Od. 8, 2 : wgvvr' ag^ l§ 
evvTJg legov juivog ^Ahnvooio, IL 11, 631: naga ö^ aXq>lzov legov cncn/jv. 
IL 5,499: ave^og axvag q>ogiei legag xar' akwag, IL 17,464: olfov 
iovd-' legtp hl ditpgtf, H. 8, 66: aßi^ero legov rjfiag. IL 11, 194 ■■209: 
eig o xe . . , inl %vi(pag legov ik&j]. IL 11, 726: lx6fiea& legov ^oßov 
^uiXtpeioio. Od. 10, 351: ylyvovrai . . . Ix i9^ legwv notafiüv. Od. 10, 275: 
ioiv legag ava ß^aaag. Od. 1,2: Tgiptjg legov nrokle&gov tttegaev. IL 
16, 100: o(pg^ olFot Tgt^rjg lega ngrjöe^va Xiioptev. IL 7, 20: /J17 ^a . . . 
Fikiov eig legi^v. Od. 11, 323: ig yovvov L4d7}vaü)v legdwv tjye. Od. 21, 
108: ovx Mati yvvi] ... ovre Tlvkov legijg. Od. 9, 165: Kixovojv legov 
mokle^gov kkovteg, IL 4, 378: largazoovd^ lega ngog relxea Qrjßrjg. 
II. 4, 103: voOTT^aag leg^g ig ßdazv Zekeltig. Od. 3, 278: dkV ote Sov- 
viov Igov a(pix6fie&a. IL 2, 535: Aoxgwv, ot valovai Ttigrjv legrjg ^Ev- 
ßolrjg, n. 2, 625: o? d* ix JovXixioio ^Exivdwv ^' legdcav njawv. IL 2, 
606: "Oyxrjarov 1^* legov, Jloaidrjiov aykaßov aXaog. IL 5, 446: Alvelav 
. . . ^xev Itinokkwv Uegyafiq) eiv legfj, IL 15, 36: ßlatw , . , arj (d. L des 
Zeus) ^' legrj xetpahq. IL 1, 99: ayetv ^^ legrjv exatofißriv, IL 2, 305: 
7cegi xgijvrjv legoifg xatd ßwftovg ßigdofiev . . . exazo/Aßag. Od. 13, 372: 
z(ü öi xa&eKofiivw legfg naga nv&iiiv^ ikaLFrjg. IL 18, 504: ol dk yigov- 
zeg ijaz* inl ^eazoiac kl&oia^ leg(^ ivl xvxhp. Od. 10,426: legola* iv 
dvipLaai Klgxrjg. IL 6, 89 : oc^aaa xkrjßidi &vgag legoio öoftoio (d. L vrj- 
ßov ^A&Tjvalrjg). IL 16, 658: yv(S yag JiFog Igd zakavza. Od. 6, 322: 
xkvzov akaog Yxovzo Igov l/i&rjvalrjg. 

Altind. ishird- ,rasch, rüstig, kräftig*; RV. 1, 129, 1: indra . . . ishira 
,0 rascher Indras*; ßV. 5, 75, 5: ishird' ,die beiden raschen' (ÄQyine); RV. 
7, 35, 4 : ishirds abhi vätu vd'tas ,kräftig wehe herzu der Wind'; RV. 3, 
2, 14: jä'mann ishirdm . . . agnim ,dem auf seinem Wege raschen Agnis'; 
RV. 5, 37, 3: grä'vänas jdsja ishirdm vddanti . . . adhvarjüs ,dessen Steine 
kräftig erklingen, der Priester*; RV. 6, 62, 3: dqväis . . . ishira is ,mit raschen 
Rossen' ; RV. 9, 84, 4 : hinvänäs vä'cam ishira m ,erhebend eine kräftige 
Stimme'; RV. 8, 48, 7 : ishirdina tai mdnasä sutds/a bhahshimdhi ,mit regem 
Geist möchten wir von deinem Somas geniessen' ; RV. 3, 30, 9 : ishird' m . . 
hhü'mim ,die kräftige (?) Erde'. 

In den Verbindungen von lego-g mit substantivischen Wörtern und Eigen- 
namen, die wir, so weit die homerische Sprache deren bietet, vollständig 
aufgeführt, ist uns schwer möglich, für jeden einzelnen Fall bestimmt ab- 
zugränzen , wie weit schon die Bedeutung ,heilig' (d. i. auf eine Gottheit 
bezüglich) oder noch irgend eine andere gedacht worden ist, dabei aber 
doch hervorzuheben, dass für alle von lego-g ausgegangenen Ableitungen 



Griechische Etjnuologic. 11 

die Bedeutang ,heilig' offenbar die Grundlage bildete, so für iegev-g ,Priester^ 
(d. i. ,der mit isga^ den heiligen Dingen, Opfer^, Uga — IL 1, 147; 10, 46 — 
zu thun hat') IL 1, 23 »» 377, legevev ,Bich als Priester bethätigen, opfern' 
H. 2, 402; 6, 174; leQijßio-v jOpferthier* IL 22, 159; Od. 11, 23. Die Zu- 
gehörigkeit von altind ishirä- hat zuerst Kuhn (2,274) ausgesprochen; 
sie führt auf altind. ish ,in Bewegung setzen, senden' (Seite 5) als ety- 
mologische Grundlage, womach als ursprüngliche Bedeutung wohl ,sich 
in Bewegung setzend' gedacht worden ist Von der Entwicklung des an- 
lautenden starken Hauchs wurde schon unter idkksiv ,senden' (Seite 7) 
gesprochen. Weitere Bildungen mit suffixalem ego wurden unter ikev- 
^e^o-g ,frei' (1, Seite 484) aufgeführt 

fd-s ,einer, derselbe'. 

II. 6,422: Ol fihv navreg l(p nlov f,fiaTc^Aßiöog eXaw, 
Wurde schon unter la ,eine' (Seite 3) besprochen. 

To-r, alt Flo-v ,Veilchen' (jiilav Theophr. h. pl. 1, 13, 2; 6, 6, 3, oder fiog- 
qfvgovv Diosk. 4, 120) ,wohlriechendes Veilchen'; (kevxov Theophr. h. pL 3, 
18,13;6,6,3;7) ,Schneeglöckchen'; {aygiov) ,Hundeveilchen' ; (x^oxcov) 
^Goldlack'. 

Od. 5, 72: a^qpl dk kei^uiveg fiakaycoi FLov riöe aeklvov d"qX€ov, Hom. 
hymn. Dein. 6: Sv&ea t' atwfiivrjVj ^odaxai xgoxov i;<J' la xoAa. Pind. 
OL 6, 55: xixgvmo . . . iwv ^avS-aiai %ai nafiTtogcpvgoig axTlai ßeßgey- 
fiivog aßgov aojfia. Pind. Bruchst 75, 18: tot' in af^ßgoTav x&ov' 
Igcnal Xtov (poßai ^65a t€ xofÄatai filyvvrai. Theophr. Pflanz. 6^ 6, 7: xo 
de iov %6 fiikav tov Xevxov diaq>igBi xaxa tb akka xai xaT* avTriv ttjv 
luivlav OTi nkaTvq)vkk6g t€ xai iyxBi6q)vkkog mi aagxofvkkog ioTi, nok- 
kfiv %xovaa ^l^av. — Dazu: iwvia ,Veilchenbeef ; Ar. Friede 577: ava- 
ILivrjax^ivTeg .... Ttjg iwviag tb TTJg ngog T(p q>giaTi, 

hat viola ,Veilchen'; Verg. ecl. 2, 47: pallentis violäs . . . carpens] ecl. 
10, 39: et nigrae violae sunt] Plin. 21, 27: vioUs honos proxumus^ edrum- 
qve plüra genera purpureae, luteae, albae. Plin. 21, 64: flörum prima 
ver mmtiantium viola alba. 

Das alte anlautende -F tritt im angeführten homerischen Verse noch 
deutlich heraus, wie auch IL 11, 298 : ij tb xad'akkofAivr] fiofBiöia (,da8 
Aeussere von Veilchen habend') tvovtov ogLvBi, Od. 4, 135: i^kcmaTt] tb- 
TawOTO FiodvBtpig (, veilchenfarbig') Blgog ixovaa und Od. 9,426: %akoL 
T€ /ÄByakoi TB, FioövBcphg Blgog l'/ovre^. Dazu wird es auch durch die 
Zusammensetzungen kBvxo'iov ,weisses Veilchen, Levkoie' (Theophr. Pflanz. 
6, 8, 1: Tüiv d' avx^cSv to fihv TcgoßTOv IxqialvBrat ro kBviioiov) und Hesychs 
Anführung yla' ävdif] noch erwiesen. Der Ursprung des Wortes ist 
dunkel; als sehr ansprechend aber darf Ficks (2, 238) Vermuthung an- 
geführt werden , dass es zu lat viere ,f lechten' (Enn. Sota 1 : viere Vene- 
riam corollam)^ lit viti ,drehen, winden*, altsl^^v. viti ,winden, flechten 
gehöre, da das Veilchen „die Hauptkranzblume der Alten" gewesen (Theophr. 



12 Griechische Etymologie. 

Pflanz. 6, 8, 1 : S/na de T(p Xq) rj fiixQov %i voteqov %al %d tpXoyivov naXov^ 
(xevov %6 äyQiov* zavra yoQ cSy ol aT€g>avrinX67U>i xQwvtai nokv hnqixet 
rwv aXkiov). Bildungen wie öqIo'V ^Dickicht, Geränsch' (Hes. Werke 530 ; 
Soph. Traeh. 1012; Eur. Hei. 1326) und ßglo-v ,Berghöhe, Vorgebirge' (II. 
8, 25; 14, 154; 225; aus *ßQlaov, zu altmd. varshmän- ,Höhe' ßV. 5, 47, 4) 
sind nur scheinbar unmittelbar zu yergleichen. — Das abgeleitete Icoviay 
das sich mit dv^gcncii^ ,Eohlenhaufen^ (Seite 216) und andern ähnlichen 
Bildungen vergleicht, ist wie aus einer Nebenform *lwv- gebildet — Die 
Zugehörigkeit von Io-Fevt oder Fi6F&f%- (nur IL 23, 850: crrTap o vo^ev- 
Tjjoi tI^tj fioßerra aldrjgov, und Nik. al. 171: Ttal t€ av y* dykevxriv 
ßaipaig loevza ^aXaoaav) ist sehr fraglich, da diß so sich ergebende Be- 
deutung ,mit Veilchen versehen' ganz unzutreffend sein würde und man 
dafür doch nicht ohne Weiteres ein ,mit Veilchenfarbe versehen' annehmen 
könnte, -r In Bezug auf die Form lat viola vergleicht Fick (2, 238) das 
erst spät auftauchende lat sdolus ,wissend' (Hieron. epist 48, 18; 125, 16) 
neben sdus ,wissend, kundig' (Pacuv. trag. 316). 

"d-s oder vereinzelt auch lo-v (so IL 20, 68: ta nregoßerra) J^eil'. 

IL 1, 48: ^djcoXkwv .... f^eta ö* iov erinev. H. 3, 80: iolalv %€ TiTva- 
TLOfÄBvoi kaßeaal t* %ßaXXov. H. 8, 514: ßXxiixevog fj ii^ f} iyx^^' U- 16? 
773: lol %B TcreQoßevreg anb vevQrj^i ^ogovreg, IL 11, 507: l(^ TQiyXoi- 
Xivt ßahav. Od. 22, 3 : ^wy ßiov i}<Ji q)aQiTQr]v iwv ifinlelrjv. — Dazu 
^o-xißcciQa ,die Pfeilschiesserinn'; IL 5, 53: ^'AQze/Äig loxißaiQa. 

Altind. ishiirs ,Pf eil' ; EV. 8, 65, 7 : gatdbradhnas ishtis tdva sahdsraparnas 
dikas id ,mit hundert Spitzen, tausend Federn ist dein Pfeil einzig; BV. 
2,24, 8: tdsja sädhvts ishavas jä'bhis äßjati ,seine Pfeile sind gut, mit 
denen er schiesst'. 

Altostpers. ishur^ m. ,Pfeil'; — altwestpers. im- J^feU'. 

Dass to-g aus einem älteren *ia6'g hervorgegangen, erweist die ange- 
fahrte altmdische Form, deren Zugehörigkeit nicht zu bezweifeln ist Mög- 
licher Weise hatte sie noch ein altes *ishva zur Seite, wie zum Beispiel 
altind. dhanü- ,Bogen' (Trik.) und dhdnva- ,Bogen' (Mbh.) neben einander 
liegen, dann würde sich die Dehnung des anlautenden t (io-g aus Haßo-gT) 
noch bestimmter erklären. Zu Grunde liegt altind. ish ,in Bewegung setzen, 
senden' (Seite 5 ;BV. 4, 17, 3: vag tarn ishndnn ,den Donnerkeil schleudernd'; 
RV. 1, 61, 13: ishnänas ajudhäni ,schleudemd die Waffen'). — Dem zu- 
sammengesetzten io-x^ßaiga liegt eine Wendung zu Grunde {Iov x^^^'''^)j 
wie sie ganz ähnlich noch in ßiXea atovoßevTa x^ovxo (IL 8, 159 ■= 15, 
590) und hi-x^ax' Statovg (Od. 22, 3 und 24, 178) zu Tage tritt 

tö-q, alt wahrscheinlich ßlo-g^ ,Gift'. 

Pind. OL 6, 47 : airrov • . . e&Qäipawo dgdxovreg dfÄBfiq>€l l(f fiekiaaav. 
Aesch. Agam. 834 : dvag>Qwv ydq log xagdlav ngoarjfievog ax^og dmXol- 
^et. Aesch. £um. 478: Ug h, q)QOvrjfid%wv Ttidoi TtBOav aq>€grog alayrjg 
voaog. 730 : av . . . ifiel tov iov ovdiv ix^Q^^^^'^ ßagvv. Soph. Trach. 



Griechische Etymologie. 13 



717: Ix dk Tovd* ode aqtaywv diek&wv log aYfiarog fxilag ndg oi% okel 
xai Tovdej 771 : q>oivlag ix^Q^S h^ldvtjg log äg idalvvro. 

Lat ^ro- ßaStj Schleim', ,6ift', mit dem Nominativ virus trotz seiner 
Ungeschlechtigkeit^ also wohl ursprünglich männlichgeschlechtig; Plin. 28, 
175: virus verrimtm S scrofä exceptum . . . contra dolores; 19, 89: virtis 
intractäbile ilÜ (d. i pastinäcae) est. — Lucr. 2, 853: mixtös in corpore 
odores concoctosqve suo contractans perdere vir6\ Verg. G. 1, 129: ille ma- 
Ittim virus serpentibtds addidit atris. 

Attir. fi (Rck 2^, 266). 

Altind vishd-m ,6ift'; ßV. 1, 191, 16; arasdm vrgciha tat vishdm ,wir- 
knngslos, o Skorpion, ist dein 6ift^ 

Altostpers. visha m. und vis n. jGift'. 

Innerhalb des Griechischen fehlt der Beweis für das alte anlautende /; 
die altindische Form aber ergiebt deutlich die Entstehung aus älterem 
*Fio6-g. Der Grund der verschiedenen Quantität des t ist dabei noch nicht 
aufgeklärt Die angenommene Herleitung aus altind. vish ,wirken, aus- 
richten, besorgen' (ßV. 10, 117, 9: samä'u cid hästäu nä samdm vivishtas 
^gleiche Hände wirken nicht gleiches'; ßV. 4, 19, 10: jätM-jafhä . . . dpänsi 
rdgan närid avivaishis ,wie du mannhafte Thaten ausführtest, o Eönig^) 
ist bezüglich der Bedeutung zu wenig begründet; dass jenes vish aber 
auch ,rinnen, strömen' bedeute, wie man für zwei vedische Stellen (ßV. 
1, 178, 2 und 1, 181, 6) angenommen hat, ist sehr wenig wahrscheinlich. 
id-q jBjosi, Grünspan'. 

Theogn. 451: vov XQOttjg ^advTiegx^e fxiXag ovx ajctexai log oid evQcig. 
Theokr. 16; 17: ovdi %sv Ibv OTtorglipag tivI dolrj. Plat Staat 10, 609, A: 
xcMOv IxaOTip Ti xal aya&bv Xiyeig; ...x^^V ^^ ^^^ aidilJQqi lov] Plat 
Tim. 59, C: to d* hc yrjg avvi^ (d. i. ^aAsei^J) fiix^^Vy dvav Ttalaiov^iivio 
duxxiJ^Qi^rjO&ov Ttakiv an aAAijActiy, ixq>avhg xa&* avTo yiyvofisvov log 
Xiyerau Theophr. Steine 57 : nagaTthrialtag 5h %al 6 log yLvetai* x^^^^ 
yccQ ifv^gog vnhQ iqvybg rl^erai xal aTto^verai %6 imytvo^Bvov aixt^' 
€7ti(palveTai yag 6 log. 

lÜck (2, 242) nimmt Uebereinstimmung mit dem vorausgehenden an, die 
in Bezug auf die Bedeutung doch erst genauer begründet werden müsste. 
idnjT- (lovfjg) , Wille, Veranlassung'. 

II. 19, 9: ircel di) Ttgwza d^ewv lorrjTi dauaad'rj. II. 15^ 41 : fiij ät' kfii/jv 
loTTixa üoaeidcwv . . . Ttrjfialvei Tgdiag. Od. 11, 384: iv voavqf d' ano" 
lorro TcaKrjg loTfjTi yvvaixdg. Od. 18, 234: fzulog hvx^rj ^vrjaTi/JQWv 
I6rri%i. 

Gehört zu einer Gruppe weiblichgeschlechtiger Bildungen auf Trj%, die 
von Nominalformen ausgingen, wie vefoTrjT- ,Jugend' (II. 14, 86; 23, 445; 
von viFo-g Jung* 11.14,108), gfikoTtir- ,Liebe' (11.3,453; (pllo-g ,lieb' 
IL 1, 381), ßi6Trf[' jLeben' (Hom. hymn. 8, 10; ßLo-g ,Leben' Od. 15, 491), 
oaioTrft" ,Gottesfurcht' (Plat Prot 329, ; oaio-g ,göttlichem ßecht ent- 
sprechend, heilig' 1, Seite 534). So lässt sich ein zu Grunde liegendes lo- 



14 Griechische Etyihologie. 

,wollend*(?) muthmaassen, das wohl ans altem *lao- hervorging und viel- 
leicht ganz übereinstimmt mit altind. -ishd- ,suchend, verlangend' (nnr in 
gavAshd" ,Kühe suchend, nach Kühen verlangend' ßV. 4, 13, 2; 4, 40, 2), das 
selbst ausging von altind. ish ^suchen, verlangen' (RV. 9, 1 1 2, 4 : var id 
mondiiTcas ichaü — aus ^ish-fcati — ,da8 Wasser sucht der Frosch'; RV. 
10, 129, 4: hrdi prati-iskja ,im Herzen suchend'). Fick 1^ 543 nimmt altes 
ßioTTjV' an, das bei Homer möglich sein würde, und Zugehörigkeit zu 
ha&ai, alt ßtea&ai ,streben, begehren' (Seite 665), ohne genauere Erläute- 
rung zu geben. 
iov&dö" (lov&ag), hopierisch wahrscheinlich /iov^od-, ,haarig, zottig* (?). 

Nur Od. 14, 50: iotogeaev d' irrl öiQfia Fiov^adoq ayQiov alyog. 

Gehört wohl zum Folgenden, wie ganz ähnlich zum Beispiel Toxdö- 
,geboren habend' (Od. 14, 16) ausging von toxo-q ,6eburt', ,6eborene8, Nach- 
kommenschaft' (IL 17, 5; 19, 119; — IL 15, 141). 
tovO-o-q Junges Barthaar'; ,kleine blatterartige Hautschwellungen im Gesicht'. 

Suidas führt auf: tov&og' ^ nqmtri hifpvoig %wv vQixdv. Bekker an. 
44, 23: Xovd'og' tj inl zov ngoadnov dfia tjj %wy tqixwv hig>vo€i %üv 
TtQWTwv yevofiivTi oidrjaig. Hipp. 3, 413: e^av&t^fiara fiera Idgiirog 
igvd'Qa, üTQoyyvXa, Ofiixga olov iov&ot noQifievev. Arist Thierk. 5, 138: 
ylvovTat . . . o2 de tp^eigeg ix nov aagxwv. ylvovrai d' orav ftiXXiaaiv 
olov Xov&oi ^ixgol, ovx %%ovxBg tcvov. Arist probl. 36, 3 : did xl h t(p 
ngoawTtfp fidktata ol Xov^ot; rj öiori fiavog 6 xonog xaivygoTrjTa ^ei'^ 
orjfieiov d' irj re twv rgixüv hLq)vaig xal fj luiv aio^rjaewv dvvafiig. 6 d' 
lovd'og wOfceg i^dvdTjfia vygoTTjTog Tivog animov. 

Dunkeln Ursprungs. Im Vorausgehenden gemuthmaasster Zusammen- 
hang würde altes anlautendes / wahrscheinlich machen. Ein vergleich- 
bares etwa suffixales ov&o scheint sonst nicht vorzukommen. Weiterhin 
vergleichen sich wohl axav^o-g ,Bärenklau' (1, Seite 32) und neben ihm 
genannte Formen, vielleicht auch o/ua^o-g , Sand' (1, Seite 220) und neben 
ihm aufgeführte Bildungen. 
cd-fxco^o-g oder homerisch wahrscheinlich ßio-fioßgo-g (IL 4,242 und 14, 

479) siehe später unter fjuago-g. 
toqxo-q^ ein hirschartiges Thier, wohl ,Damhirsch'. 

Opp. Jagd 2, 296: %ovg d' aga xtxhfiaxovoiv kvl ^vXoxoiatv iogxovg' 
xdxelvoig iXdtpoio difiag, ^ivov ö Itti vcJt«;;/ gtixtov anavxa (pigovai 
TvavaloXov, olc re ^rigdv nogöaXlwv oipgayiÖBg iTti xQot fiag^talgovai. 
3, 3 : xegadiv Tjelaafiev Md'vea ^gwv . . . dogxovg ogvydg re xal alykijevrag 
Iogxovg. 

Ohne Zweifel aus ungriechischem Sprachgebiet entlehnt, und ebenso 
werden es die nahanklingenden Cogxdd- (Hdt 4, 192) und ^dgx- (Kallim. 
Artem. 97; Brachst. 239; Nik. ther. 42 und 142; Strabo 12, 3, 19) und auch 
öogxdö-, wahrscheinlich ,Gazelle' (HdL 7, 69 ; Eur. Bakch. 699 ; Xen. Kyr. 
1, 4, 7; Arist Thierk. 2, 14; AeL h. an. 14, 14) sein, die sämmtlich hirsch- 
oder gazellenartige Thiere bezeichnen, bei welchem letzteren der Grieche 



Griechische Etymologie. 15 

wohl an Zusammenhang mit digxea&ai ,sehen^ (IL 17, 675) gedacht haben 
mag. Bezzenberger (4, 317) denkt bei wqxo-q an keltischen Ursprung und 
weist zunächst auf das komische yorch ,wilde Ziege^ (Zeu8s.-Eb. 127 und 
1075), mit dem es schon von Stokes (Kuhn Beitr. 8, 437) zusammengestellt 
worden war. 
t^ ,Iaute Stimme, Klangt 

Orakel bei Hdt 1, 85: ftrj ßovXev TtohüevuLtov i^v ava dw^ar^ axoveiv 
naidbg q>^eyyofiivov. Aesch. Pers. 936 : xaKOpiiXexov iav Magiavdvvov 
x^QJivTjT^Qog niftipüi nolvdaxqvv iaxxav. Eur. Bhes. 553: vvxxißqo^ov 
avQiyyoQ iav xaranovw. 

Kck 1^, 552 vermuthet, vielleicht nicht mit Unrecht, Zugehörigkeit zu 
iaxeiv (Seite 5), das alt wahrscheinlich ^ßißaxeiv lautet Damach würde 
ein altes *ßißi^ anzunehmen sein. 
ci^, Ausraf des Schmerzes und auch der Freude. 

Aesch. Fers. 1074 und 1075: Iq Iri rgiaxdl^oiaiv, l^ iii, ßagiaiv oko/ae- 
voi. Schutzfl. 114: lij irjy IrjXifioiaiv kfÄ/cQeTtij ^waa yooig fie %t^ii. Aesch. 
Brachst 132: dvdqodai%%ov dxovwv Irj xonov. — Ar. Friede 454 und 455: 
Qtpele t6 naUiv, akX' l^ fiovov leye. l^ Iri rolvvv^ iij f^ovov kiyn} 'Egfifj, 
Xdgioiv . . » 453: i^ Ttaiaiv, lij, Ar. Lys. 1291: alakalal l^ naidv. 
Eallim. Ap. 97 : lij lij Ttairjov dxovofisv, ovvsxa tovto JeXqiog rot ngti- 
TiOTOv i^vfiviov evgeto Xaog, 

Wurde schon unter ialsfio-g miefdo-g) ,Elagelied' (Seite 8) erwähnt, 
das möglicher Weise dazu gehört Aus dem Ausruf ti} naiciv (Ar. Friede 
453; Lys. 1291) wurde if]7tai(jjv4^€iv yiij Ttaiwv rufen' (Ar. Bitter 408 : 
Toy *Iovi.Lov T* av oiofiai, yigovra nvgofelnrjVy riad'ivT^ irjTtaicjvloat xal 
Bontxißaxxov (jtaai) gebildet, in ganz ähnlicher Weise wie ztm Beispiel 
liUA/^f^v ,Klaggeschrei erheben' (Eur. Phoen. 1514) aus dem Klageruf lAc- 
Xev (Aesch. Prom. 877). Möglicher Weise gehört zu /i} auch ii^io-g ,kläg- 
lich, jammervoll' (siehe etwas später). 
f-^-fit ,ich sende, werfe' {fie&'lrj^i ^ch lasse los' Soph. Phil. 818) gehört zu 

i-: i-i-fievai ,senden, werfen' (1, Seite 327). 
liqiO'q ,kläglich, jammervoll'; als Beiwort Apollons (Soph. Kön. Oed. 1 54 : 
iijie Jdkie Ilaidv und 1096: ii^ie Ooiße) aber wohl anders (aber wie?) 
gedacht 

Soph. Kön. Oed. 174: ovre Toxoiaiv li^lwv xafdCTwv avixovai yvvalxeg, 
Soph. Troil. (Brachst. 575): iifiiog (aus Hesych: tijeog ... xal ^g^vov ari- 
fiaivei, (ig 2oq>oxkfjg TgwlX(p). Eur. El. 1210: ii^iov xkvwv yoov fxargog, 
Eur. Phoen. 1036 und 1037: i'fiiov ßoav ßodv, It^iov fxikog fiikog äXlog 
akk' Inunonv^B diadoxctig dva TttoXiv. 

Wird eng zusammenhängen mit iakefio-g (Irilefio'g) ,Klagelied' (Seite 
8), mit dem es sich möglicher Weise an Irj ,laute Stimme, (,K1agelaut'), 
Klang' (siehe oben) anschliesst, oder etwa auch unmittelbar an das Ausruf- 
wörtchen iij (siehe oben). Der Bildung nach vergleichen sich Wörter wie 
noifin^io-g ,zur Heerde {nol^vri Od. 9, 122) gehörig' (II. 2, 470) und ira- 



16 Griechische Etymologie. 

91} £0-^ ^um BegräbnisB (raqpi} Aesch. Sieben 818; Hdt 1, 24 und 112) ge- 
hörig' (Od. 2, 99 — 19, 144). 
ii&j Ausrufwort der Freude oder auch des Schmerzes. 

Aesch. Sieben 110: Ivj iw &€ol noXioxoi x^ovog^ X%^ %%e fcavreg wde. 
Aesch. Agam. 1107: uo väkatva. Soph. Trach. 221 : iw iw Ilaiav. Soph. 
Ant850: iw dvaravog. 
iiOT^j alt ft,(ai] jGebrause, Getose, lauter Klang, Stimmet 

Bei Homer 5 mal. IL 4, 276: viq)og . . . igxofieyov xara norcov vno 
Z€q>vQOio fitarjg. 11.11,308: axvtl ouldvaTai 1$ avif^oio TCoXvnXayxxoio 
ßiiü-^g. IL 16, 127: kevaacj d^ naga vr^val nvQog df^oio /iwijv. IL 10, 
139: Xfdvaijßa - . . dviyeige . . . NiarwQ q)d'ey^afÄ€vog' tov d' alxpa tvbqi 
q)Qivag ^X&e /iwi} (die Ueberlieferung lautet ijkv^^ iwi}). Od. 17, 261 : negl 
di aq>Bag fiXd-e Flui^ (wie eben) q)6gfiiyyog ylaq)VQTJg, Hes. theog. 682: 
^vooig d' Yxave ßageia Tagragov rjegoevTa nodwv, alTteia %* ia^ aani- 
%ov Iwxf^oio ßoXawv ve ugategauiv. Soph. Phil. 216: ^ nov TtTaltav V7t^ 
dvayxag ßo^ ti^Xwjcov iwdv. Ap. Rh. 3, 708 : ikeeivog • . . &iöav yoov* wgxo 
ö* lü)^ XenfaXiv] did öcifioT odvgofxivwv dx^soaiv, Paul. Silent (in Anth. 
5, 241, 2): jGüi^eo^ api (xiXXiav ivineiv naXlvogaov la^v aip dvaaeigdCüß, 

Dunkeln Ursprungs. Das alte anlautende ß ist im homerischen Verse 
unverkennbar deutlich. Ob etwa ein altes ßifan^ anzunehmen ist und 
darin eine Bildung durch Seduplication wie idxciv ,schreien^| ,erklingen, 
brausen^ (Seite 5), das alt wahrscheinlich ßifdx^iv lautete? Auch zwischen 
w und 7} ist der Ausfall eines alten Consonanten nicht zu bezweifeln. Kaum 
wird aXwTj ,Glarten, Dreschplatz' (1, Seite 301) seiner Bildung nach verglichen 
werden dürfen. Dass die ursprüngliche Bedeutung nur ,Wehen' gewesen 
sei und Hächster Zusammenhang bestehe mit ai^/u^, alt aßrjfii ,ich wehe', 
altind. vä'-ti ,er weht' (1, Seite 15), ist sehr unwahrscheinlich. Auch etwaiger 
Zusammenhang mit dveiv ,laut rufen' (1, Seite 25) ist schwer zu denken. 
iiaxiq, alt wahrscheinlich ßiwxi^ ,Schlachtgetümmel'(?) oder ähnliches. 

11.5,521: ovre ßlag Tgciwv vrcedädßiaav ovts ßiofxdg» 11.5,740: ev 
(d. L alyldi) d* ^gig, Iv d* aXifiTfiy Iv dh ngvoßeaaa ßiwxi^. — Daneben in 
wahrscheinlich der selben Bedeutung: ZcJx-, nur im vereinzelten Accusativ 
idSxa: IL 11,601: elaogoiov novov ainvv idhui ve daxgvoßeaaav — und 
t oixt^o-g nur: IL 8, 89: "^lEiiLTogog dxißeg Xtctzoc ißd'ov av* Itaxfiov, 11. 8, 
158: grüyad^ Ihgane fiüivvxag %7t7tovg avttg av' iwxfiovm Hes. theog. 683: 
alneic t ioßij dajtirov l^xfiolo, 

Dunklen Ursprungs. Ob etwa auch wie bei Zwi} (aus ßißwij? Siehe 
oben) an eine alte reduplicirte Form (/t/cüxi}?) gedacht werden darf? Das 
alte anlautende / der beiden erstangeführten Stellen tritt so deutlich her- 
aus, dass dagegen der Widerspruch der übrigen gar nicht ins Gewicht 
fallen kann. — Mit dem vereinzelten Accusativ Icjxa vergleichen sich solche 
wie xgoxa (Hes. Werke 538) neben Ttgoxt] ,EinBchlagsfaden' (Hdt 2, 35 und 
Plat Polit 283, A) und vdgxa (Opp. Jagd. 3, 55) neben vdgxri ,Erstarren, 
Krampf (Ar. Wespen 713; Hipp. 1, 313) und der vereinzelte Dativ aXxi 



i 



1 



Griechifiche Etymologie, 17 

neben dXx^ ,Abwehr, Schutz, Hülfe', ,Wehrkraft, Tapferkeit^ (1, Seite317).— 
Mit der Form tcDXf^o-g, deren gedehntes anlautendes l übrigens sehr auf- 
fällig ist und das Wort fast ganz selbstständig zu stellen nöthigt, vergleicht 
sich nkoxf^o-g ,Haarflechte' (D. 17, 52) neben gleichbedeutendem Ttloy^a- 
^O'Q (IL 14, 176) und auch J^gwxf^o-g ,Biss, Spalt, Kluft' (IL 23, 420) neben 
ßgwyalio-g ,zerrissen' (Od. 17, 198). 
1(0^' (jt(oxl/)j ein unbekannter Fisch. 

Nikander (bei Athen. 7, 329, A): dg d* o/roV cr/uqt)' ayihjai veriyevieoaiv 
liimav fj q)dyQOi fj axwneg dgeloveg ijk xal ÖQq)6g» Dorion (bei Athen. 7, 
300, F): iiprjTOvg elvai fihv del iyxQaaixolovg ij iiarcag ij a&eQlvag. Eidlim. 
(bei Athen. 7, 329, A) : ctJTveg, iglriiiOL lAdTjvaloi. 

Dunkler Herkunft 
IcoyYi ,Schutz' (gegen Wind), ursprünglich vielleicht ,Bedeckung'. 

Nur Od. 14, 533: ß^ d' tfxevai xsluv . . . ßogiia in Imy^. — Dazu kn- 
'tiayii ,gegen den Wind geschützte Stelle'; Od. 5, 404: aXkvzo dh Ttdvd'^ 
aXog a%vri* ov ydg iaav kifiivsg vrjfciv oxoij ovö^ ircuayaL Ap. Sh. 4, 
1638: ^ixTalrjv oQfioio xaregxofiivovg iTtiwyi^v. Opp.Fischf. 2, 550: kifiiveg 
T€ xal ^lovtov ifcicjyal Tcdvrod'ev eiko/iivotv. 

Etymologisch dunkel. Zwischen i und oi wird ein alter Gonsonant er- 
loschen sein. 
itaviä ,Veilchen'; ,kriechender Günsel', eine lippenblüthige Pflanze. 

Theophr. Pflanz. 6, 6, 11 : vd d' äXla av^f] rd nQoeiQrjfiiva ndvxa CTcel- 
gerat olov itovloy dioaavd'og ... 6, 6, 2: iwvLag vijg fiekalvrjg' cnjTri ydg 
axktav okmg dlXd ftgoagL^6q>vlXog xal delg>vXkog, 6, 6, 5: ßlog dk iwvlag 
fihv rijg kevxijg ^ttj fidkiata vgla. Apollodor (bei Athen. 15, 681, D): ^a- 
liaiTiixvVj ot dh oköxvgov, ol ä^ ^A&i^vriaiv itavlavy ol di xar' Evßoiav 
aiöriglTiv. 

Gehört wohl zum Eigennamen "Iwv-eg (Hdt 1, 147; ihr Land heisst 
'Iwvlr} Hdt 1, 169); kaum zu l'o-v ,Veilchen' (Seite 11). 
iiavivti^q ,gemeine Eapper'. 

Diosk. 2, 204: xdrtTtagig^ ol dh xvvoaßatog , . . ol dh 6k6q>vTOVy ol öh 
Iwvlrtjv. 

Hat wohl denselben Ursprung, den wir für das vorausgehende Wort 
vermutheten. Aehnlich gebildet ist der Pflanzenname TtetaaiTtj-g (Diosk. 
4, 106; zu Ttitaao-g ,breitkrämpiger Huf Athen. 12, 537, F). 
ccjovcaxo-^, Name eines Fisches, ,Dorade' (nach Aubert und Wimmer). 

Archestrat (bei Athen. 7, 328, B): xQ^^oq>gvv k% *E(piaov vov nlova fifj 
nagdk€i7i€j ov xeivot xakiovoiv Itavlaxov. 

Vermuthlich des selben Ursprungs, wie das vorhergehende Wort Die 
Suffixform laxo ist gewöhnlich deminutiv, wie in fcaidlaxo-g ,Enäbchen' 
(Xen. HelL 5, 4, 32), aTeq)avlaxo-g ,Ejränzchen' (Anakr. 40, 5; 42, 15), xka- 
ölaxo-g ,Zweiglein' (Anakr. 17, 13). 
iai, Ausruf der Freude. 

Ar. Lys. 1292 und 1293: aXgea»' avcj, ial^ wg kTtl vlxrj, lal. Ar. Ekkl. 

LeoMejer, Qrieohisehe Etymologie. II. 2 



18 Griechische Etymologie. 

1179: aigead^^ avu, ial, lal. — Dazn: laißol, AuBrof der Verwunderung; 
Ar. Wespen 1338: iatßoi, alßoL 
iaiveiv (aus ^iav-jeiv) ,erwärmen^; dann ,erfreuen^ 

Od. 8 j 426 : dfi(pl di Fol nvQi x^^ov li^vate , &iQfi€T€ d ' id(OQ, Od. 
10,359: TtvQ avinLaiBv tcoXIov vno tglftodi (leyah^' ialvewo d' vdwg. 
Od. 12, 175: altpa d' ialvero TtriQog, iTtel xiketo fieyaktj ßig ^HFeXlov %* 
avyri, — 11.24,321: näaiv hl q>Q€ai &vfi6g laydr]. 11.24,119: ddSga 
d* ^A%iXkT{Fi q>eQifji€v, %a ne &vpibv ii^vr]» II. 15, 103 : fj dk yikaaoev xel- 
leaiVj ovdk fjiinjnov irt* 6q)Qvai xvavirjaiv Idv&r]. 

Von einem Nominalstamm auf v (? *iav' oder *lov- jheiss, wann') ab- 
geleitete Verbalform, wie fieXalveiv ,schwarz oder dunkel machen' (passiv 
fielalveio ,8ie wurde dunkeP IL 5, 354; von fiilav ,dunkel' IL 2, 825; 
834), TtlalvBLv ,fett machen' (Aesch. Sieben 587 ; Eur. Eykl. 333 ; von njfov- 
,fetf IL 1, 40; 2, 403), diaivetv ,anfeuchten' (II. 13, 30; von einem muth- 
maasslichen *dlav- oder *ölov- ,feuchf), altind. ishanrjati ,er treibt an' 
(RV. 8, 22, 4), welches letztere mit laLvet formell genau übereinstimmen 
könnte, der Bedeutung nach aber fem steht In ialveiv fiel nach dem 
anlautenden i vor dem folgenden a ohne Zweifel ein Consonant aus. Da 
sich ,heiss oder warm machen' deutlich als die zu Grunde liegende Be- 
deutung ergiebt, ist der öfter angenommene Zusammenhang mit iaea^ai 
,heilen' und altind. ish- ,L<abung, Stärkung, Förderung* (Seite 4) un- 
wahrscheinlich. Das anlautende i ist kurz, erscheint aber bei Homer 
ausser in dem augmentirten tav&rj (II.- 15, 13) auch in tav^fj (Od. 22, 59) 
und talvero (Od. 10, 359) gedehnt 
i'Ogeiv (aus Hvy-juv) ,laute Töne hervorbringen, schreien'. 

IL 17,66: d^(pl di %6v (d.i. Xiovza) ye xvveg t' avögeg %€ voja^ßeg 
TtoXka iiaV iv^ovaiv dnoTtQO^BV oid^ id'iXovaiv avrlov ik^ifievai. Od. 
15, 162: ot ö^ iv^ovreg inovto avegeg fjdh yvvaiKeg. Find. Pyth. 4, 237: 
iv^ev d* dq>wvi^T(p tvbq t^nag axei. Aesch. Pers. 280: Iv^' anoriiov ßoav 
ävaaiav^ IHqüatg, 1042: iv^e fiiXog ofiov ri^elg, Schutzfl. 808: %vt,B 
ofiq>av ovQovia fiiXi] htava &€oiai. 872: Xv^e xal kdxa^e xal xdlei 
^eovg. — Dazu: /vyij ,Geschrei'; Orakel bei Hdt 9, 43: rrjv ök . . .*BA- 
Irjvijv avvoöov xal ßaQßaq6q>iJi)vov ivyi^v. — tvyfio-g ,6eschrei, Jauchzen'; 
IL 18, 572: %ol dk . . . f^oXnfj t^ ivy/4(^ ve Ttoalv axalgovreg %7tovxo. 

Vergleicht sich mit Bildungen wie oXoXv^blv ,laut aufschreien' (1, Seite 
589) und ßm^eiv ,laut schreien, rufen' (Aesch. Pers. 13 ; Agam. 449) und 
beruht wohl auf einem alten Ausrufswort 
Ivyy (Ivy^ ,Wendehals', der als Liebeszaubermittel galt 

Arist Thierk. 2, 46 und 47: oXlyoi di nveg ovo fikv %(i7tQoa&ev ovo 
d' OTtia^Bv (nämlich daxvvXovg exovaiv)^ olov 17 xaXovfiirrj IvyS' ccStt} 
ä' iorl fiixQ(p likv fiel^wv onl^rjg, to d* eldog TtoixlXov . . . ert dh ne- 
QiaTQiq>Bi %6v TQaxtiXov elg Toinlaui %ov XoiTtov owficcrog T^gefioüvrog, 
xa&dnBQ ol otpeig . • • t^; Sh (pwvfj tgLtei. Ael. nat an. 6, 19 : rov nXayiov 
7j ivy^ avXov (nämlich vrcoxQlveTat ,ahmt nach'). — Xen. Mem. 3, 11, 17 



Griechische Etymologie. 19 

und 18: €^ ta&i, ort raira (von besonderer Anhänglichkeit war die Rede) 
ainc avev noXhJiv q)lkTQ(ov %b xal iftq)ä(üv xal IvyytJv iazi' xQ^<Jov rolvvv 
fzoi, Mqnjj T^y tv/ya^ Yva Inl aol nqijhov cAxw aln^v, Theokr. 2, 17 — 
22 — 27: IvyS, eixe vv ttjvov if^ov no%l ddfia tov avöga. — Find. Pyth. 
4, 214: notxLXav Xvyya TezQdnvafiov OvlvfXTtod^ev iv dkvrqß ^ev^aiaa xv- 
xixp fiaivdd ' oQviv Kvnqoyiveia q>iQev nQohov dv&Qcinoiai. Nem. 4^ 35 : 
ivyyi d' ehiof^ai tjroQ v€o^ijvl<f &iyifi€v, 

Grehört wohl zum Vorausgehenden, so dass der Wendehals nach seinem 
Geschrei benamit sein würde. Der innere Nasal steht wie in dem suf- 
fixalen Theile von q)dQvyy- ^Schlund, Kehle' (Eur. Kykl. 356; Ar. Frösche 
259; daneben (pdgvy Od. 9, 373; 19, 480), JLdQvyy- ,Kehle, Schlund' (Eur. 
KykL 158; Ar. Frösche 575), atoQ^yy- ,Spitze, Zacke' (Soph. Bruchst 86), 
OTerjXvyy- ,Höhle' (Ap. ßh. 2, 570), und vergleicht sich weiterhin auch wohl 
mit dem von lafißo-g ,Schmähvers, Spottvers' (Seite 7). 
ial^, ein Ausruf. 

Ar. Frösche 271 : nov Savd-lag; ^ Sctvd'la] worauf Xanthias ruft: lav. 
— Dazu lav Ol, ein Ausruf des Schmerzes; Ar. Frösche 1029: 6 xoQog 
d* evSvg tci) x^^Q* ^^^ avyxQovaag elnev iavoL 
iaV'Biv ,8chlafen, die Nacht zubringen'. 

D. 9, 325: wg xal iyoß nokkdg fikv dinvovg vvxrag Xavov. Od. 5, 154: 
dXX* 7j TOI yvxrag fihv iaveaxev xal dvdyxjj . • • nag ' ovx i^^ikwv i&e- 
lovaj], n. 19, 71: ei x* i&ikcjo* ItcI vtjvalv iavifiev. IL 18, 259: x^^~ 
geexav yaQ lyw ye ^oFfja^ inl vtjvalv iav(ov. Od. 11, 261: i] dij xal 
JiFog evx^' iv ayxolvrjaiv iavaai. Od. 9, 184: f^rjX\ oFiig te xal alyeg 
iaveaxov. Od. 14,21: TtaQ dk xvveg d-ijgeaai ßeßoixoTeg aißhv Xavov. 

Das diphthongische av scheint sich ebenso entwickelt zu haben, wie 
zum Beispiel im nachhomerischen av^erai ,er wächsf (Mimnerm. 2, 2) 
neben altem dßi^erai ,er wächsf (IL 18, HO; siehe 1, Seite 7), und so 
sich i-aisLv unmittelbar an das alte aFeaa (aus ^a-ßea-aa) ,ich brachte 
die Nacht zu' (zu altind. vas : vasati ,er verweilt, er übernachtet'; 1, Seite 
9) anzuschliesssen, also zunächst aus *l-ava-eiv hervorgegangen zu sein. 
Das anlautende i- scheint sich darnach als Reduplicationsvocal zu ergeben, 
also mit dem von lax^iv (wahrscheinlich aus *ßi'fcx€iv) ,schreien', ,erklingen, 
brausen' (Seite 5) verglichen werden zu können; als nur präsentisches 
i (wie in tI-^tjoi ,er legt, er machf IL 11, 392; 17, 750) kann es jeden- 
falls nicht mehr gelten, da es auch in aoristischen Formen, wie Lavaai 
(Od. 11, 261), iaiarig (Hom. hymn. Herm. 289), Xavaev (Hom. hymn. Dem, 
264), begegnet 
ce€^^ Ausruf des Spottes. 

Ar. Wespen. 1335: tij iev^ xalovftBvoi. 
i&ß oder iov, Ausruf des Schmerzes, seltener auch der Freude oder des 
Staunens. 

Aesch. Ag. 1214: iov lov, al oJ xaxd. Ch. 881: iov iov' xuxpolg avrcJ 

xal xad'evöovaiv fidrrjv axQavra ßd^w. Ag. 25: lov iov' Ayapiifxvovog 

2* 



20 Griechische Etymologie. 

yvvaixi arjfiavci toqwq . . - oXoXvyixov . . . iTtoQd-iaC^BLv. — Hat Gorg. 499, 
B: iov iovj w KaXkUkeiQj dg navovgyog elj %al fioi waneg Ttaiäl XQJ}' 

lovXo-q Junges Borthaar^; ,haarähnliche Büschelchen an Pflanzen'; ^ehren> 
bündel' (und darnach anch ^Hymnus an DemeterO. 

Od. 11, 319: nglv atpioiv vrcb %Qo%6(poLOLv iovlovg av^ijoai Tcvndaav %e 
yiwg kvav^ii Xa%riß. Aesch. Sieben 534 : arelxei d' iovlog aQti dia TvaQ- 
rftdcjVy ägag qyvovarjg, raQtpvg dvTikXovaa &qI^. Xen. Symp. 4, 23 : ovx 
OQ^g Sri Tovtffi likv Ttaga td ura agrc lovkog xad-igrcei. Ap. Bh. 2, 43 : 
/Jiog vlog^ Ire xvocroyirag lovkovg dvriXXwv. — Theophr. Pflanz. 3; 3, 8: tov 
iovlov rov iv Talg xaQvaig xal lo ßqvov %6 öqvlvov aal %bv xvTTagov 
%6v TtiTvlvov ofxoiov xal dvdXoyov slvai xolg 7tQoa7t07ttfa%oig igtrolg. 3, 
18, 11 : 17 dk Ofjtlla^ .... nagd dh tov xavkov to yovana xal naqd %dg 
diaXel^eig rdg g)vXXixdg ix rwv avrciv filaxofv %olg q>vXXoig Ttagani- 
(pvxev iovXog XcTtrog xal iXixrog. — Sfimos (bei Athen. 14, 618, D und E): 
rd ÖQdyf^ara rdiv XQid-wv avvd xa^' avzd TtQoarjyogevov dfidXagy awa- 
d'QOia&ivza ök xal Ix tvoXXwv fiiav yevofieva dia/iriv ovXovg xal lovXovg 
. . . dfco T<Sv ovv Tfjg ^fjfzrjTQog evgrjfidrwv zovg ts xdqTtovg xal xovg üjU- 
vovg xovg eig xfjv &€dv ovXovg xaXovac xal lovXovg, 

Da nach der letztangefiihrten Stelle, wenigstens in bestimmter Bedeutung, 
neben tovXo-g auch ovXo-g gebraucht wurde, so wird man auch ovXo-g 
,kraus' (IL 10, 134: xXalvav . . . ovXrj d' knBviqvod'e Xdxvrj. Od. 6, 231 »= 
23, 158: xad de xdQrjxog ovXag ^xe xofiag. Hdt 7,70: ol di ix x^g Ai- 
ßvrjg — nämlich Ald^LoTceg — ovijoxaxov xglx(Ofxa ^x^^^^ Ttdvxwv dvd^Qw- 
TTciiy. — Hdt 2, 104: ovXo-^qix'^S »kraushaarige'; Od. 19, 246: ovXo-xd- 
grjvo'g ykrausköpfig') als nahzugehörig ansehen dürfen und in dem an- 
lautenden i einen alten Beduplicationsvocal annehmen, ganz wie in l-aveir 
,schlafen' (Seite 19). Nächster etymologischer Zusammenhang aber wird 
bestehen mit ^Xtx-, alt ßiXix- ,gewunden' (1, Seite 478), zu dem es sich be- 
züglich der Entwicklung des anlautenden Vocales ganz wie zum Beispiel 
ovXafio-g ,Gedrange, Gewühl' (II. 4, 251; 273) zu iX-, alt ßeX- ,drangen, 
zusammendrängen' (1, Seite 465) verhält 

TovXo-q ,Tausendfuss'; ,Regenwurm'. 

Arist Thierk. 4, 2: eaxi d' Mvxofia xal anxega, olov tovXog xal axo- 
XoTtevdga, xal rcxegwxd. Theophr. tempest 19: xal lovXoi tcoXXoI ngog 
xolxov egnovxeg vdaxixov. — Numenios (bei Athen. 7, 305, A) : xal de av 
ye fivfjaaio deXelaxog, oxxi rcag^ dxga di]€ig aiyiaXoio yedXotpa* dt fihv 
iovXoL xixXrjvxai, fiiXaveg, yairjtpdyoi, ivxega yaitjg. 

Etymologisch wahrscheinlich von dem Vorausgehenden gar nicht ver- 
schieden, wobei weiterhin auch noch auf den muthmaasslichen Zusammen- 
hang mit eXfiiv^, alt FiXfjLLvd-- ,Eingeweidewurm' (1, Seite 490) und auch 
mit evXri ,Made' (IL 19, 26; 22, 509; 24, 414) hingewiesen werden mag, in 
welch letzterer Form wieder die diphthongische Entwicklung des Anlauts 
{evXri aus VeAiy, wie zum Beispiel evxrjXo-g ,behaglich, ruhig, ungestört^ 



Griechischo Etymologie. 21 

H. 1, 554; 17, 371, ans gleichbedeutendem ßixrjko-gj 1, Seite 344) beachtens- 
werth ist 
iovXi&' (lovklg)j Name eines Fisches; daneben die Form iovlo-g (Era- 
tosthen. bei Athen. 7, 284, D). 

Arist Thierk. 9, 26: okwg d* dyeXald iart ta Toiade^ ^vwldeg, fiaivlöeg 
• . • T£t;^o/, lovkLöeg, Ael. n. an. 2, 44: al lovXldeg ix^vg eiai Ttirgaig 
ivTQotpoi, xal ^ovaiv iov t6 ato^a ifinXemv, Numen. (bei Athen. 7, 304, 
F): xBivo dk ärj oxiTtroio, %6 xev mal iovXlda fidgyov noXXdv dfcorgo- 
rtofpto. 

Gehort wohl zu den vorausgehenden Formen. 
fx- ,erreichen, wohin gelangen, kommen', in der Regel medial flectirt, wie 
im Aorist Ixia&ai (IL 1, 19; 2, 115 — 9, 22; ixero IL 1^ 362; 8, 149), im 
Futur i'^crat (IL 1, 240; 23, 47), in Perfectformen wie lyiie&a ,wir sind 
gekommen' (Soph. Trach. 229), in den Präsensformen Ixviea^ac {iTcvel- 
xai (Simonid. 38; bei Homer so nur Uvevuea^a Od. 24, 339 und Uvei" 
fievai Od 9, 128) oder alt auch luLavea&at (Ixäverai IL 10, 118; 11, 
609). Mit activer Flexion erscheinen — vorwiegend in älterer Zeit — 
die Präsensf ormen : Ixävet (IL 1, 254; 3, 97; 4, 321) oder ixet (IL 8, 192; 
10, 142; 14, 60), und daneben aoristische wie l^ov ,sie kamen' (H. 5, 773; 
10, 470; 14, 433 = 21, 1) und ganz vereinzelt auch futurische wie l^elze 
(Ar. Acham. 742). 

11.5,773: öAA* ove ä^ TQt^tjv l^ov noTafiti tb ^iFovxe. IL 1,317: 
xvlaüf} d' ovQavov Ixe. IL 1, 139: o öi xev xexohiaerai ov xev Yxwfiai. 
IL 22, 214: IlriXeflwva d' "Ixave &ed yXavxw fcig "A^vri. IL 8, ATi^'ldrjv 
ä* %xavBv Ttokvftldcexa. 11.6,242: aXX^ oxe di} IlQidfioio dofiov fcegi- 
xaXXi' Yxavev. IL 24, 728: ovdi fiiv otw TJßrjv %^ea^ai. IL 18, 457: zov- 
vexa viv td ad y6vfa&* Ixdvofjiai. 11.1,240: iy nor^ ^AxtXXiiFog nod-fi 
Y^erai vlag lAxaiFdv. IL 8, 147: %66^ alvov dxog xgadlriv xal dvfiov 
ixdvBi. — IL 1, 328: MvQfiiöovwv d' irtl %b xXialag xal v^fag Ixia&rjv. 
IL 1, 431: VdvaOBvg ig Xqvotjv Yxovbv. IL 15, 58: FBlnriat IIoaBiddwvi 
. . . Tci /a TtQog öoifia^^ Ixia^ai, — II. 2, 138: öbvq* IxofiBa^^a, IL 18, 
532: ^BTBxlad'OV , ahjja 6* ixoyto. IL 1, 166: ijv tvotb daofidg iLxrjrai. 
IL 9, 197: 71 (pLXoi avÖQBg IxdvBrov, 

Altind. ag-.agnäuti ,er erreicht, erlangt' (RV. 1, 94, 2; 3, 59, 2); RV. 5, 
54, 10: sacifäs asja ädhvanas pärdm agnutha ,sogleich erreicht ihr das 
Ende des Weges'; RV. 5, 47, 7: a^tmahi gädhdm uta pratishthä'm ,m8gen 
wir eine Fürth erreichen und festen Boden'; RV. 1, 116, 25: agnuvdn dhtr- 
ghdm ä'jus ,erreichend langes Leben'; RV. 7, 65, 2: agjä'ma mitrdvarund 
vajdm vdm ,mögen wir auch erreichen. Mitras und Varunas'. 

Die lautliche Entwicklung des Anlauts ist ganz dieselbe wie in %7t7tog 
(H. 8, 81) = altind. dgvas ,Pferd' (RV. 1, 36, 8). — Die Präsensbildung von 
ixviBod'ai, — die, wie man nach dem altindischen agnäuti ,er erreicht, 
erlangt' (siehe oben) wohl geneigt sein möchte zu vermuthen, möglicher 
Weise auf einem alten *lxviFBa^ai beruht — vergleicht sich mit der von 



22 Griechische Etymologie. 

vTtiaxvieo&ai ,versprechen' (Thuk. 1, 129; Plat Phaedr. 235, D) und xi;- 
viBiv (aus *yLvaveeiv) ,küs8en' (Od. 4, 522; 17, 35), auch wohl der von 
oixvieiv ,kommen, gehen' (Od. 3, 322); die von Ixaveiv mit der von xixa- 
veiv ,erreichen' (H. 17, 478 = 672; 19, 165). Die Dehnung des e in Ixety 
(Xxüifii IL 9, 414 wird auf unrichtiger üeberlieferung beruhen) ist in ihrem 
Grunde noch nicht verständlich; möglicher Weise wird sie auf alter Be- 
duplication (? aus *l'lx€iv) beruhen. Fick 1 4, 359 identificirt exc^v, das er 
übrigens eXxeiv schreiben will, mit lat icere ,schlagen, erreichen, treffen' 
(Lucr. 3, 160: animam . . . qvae . . . corpus pr&peUit et icit] Lucr. 4, 1050: 
illam emicat in partem sangvis^ imde teimu/r ietü)j ohne weiteren Zu- 
sammenhang ausser dem mit Ixia&ai anzugeben. 
ex-, alt /tx- ,ähnlich werden (?), gleich werden (?)', verbal lebendig nur im 
Perfect ^eoiTca, sitfißoixa ,ich bin ähnlich, gleiche' (zunächst wohl ,ich 
bin ähnlich geworden, bin gleich gewordenO ; ,ich bin angemessen, gezieme' ; 
,ich habe das Ansehen, scheine', von dem auch einige alte Formen mit 
einfachem innerem i erhalten sind : FiFvmov ,8ie gleichen' (Od. 4, ^7), /£- 
//xTijv ,sie glichen' (IL 1, 104 — Od. 4, 662; IL 21, 285; 23, 379; Hes. 
Schild 390), medial lFiFip/L%o ,es glich' (II. 23, 107; Od. 4, 796; 13, 288; 
16, 157; 20, 31), Tcgoa-i^i^ai ,du gleichsf (Eur. Alk. 1063), und die active 
weiblichgeschlechtige Participf omi ßaFtxvla ^gleichend' (IL 3, 386 ; 6, 389 ; 
8,305; 9,399 und öfter). Zum Perfectstamm gehören auch ei^äai ,sie 
gleichen', ,8ie scheinen' (Eur. HeL 497; Ar. Wolken 341; 343; Vögel 96; 
383; gebildet wie iaäai, alt FLaaai ,sie wissen' IL 6, 151 ; Od. 14, 89; Hes. 
Werke 814; Soph. Aias 965, aus *ßld'aäui) und das futurische eX^eig ,du 
wirst gleichen' (Ar. Wolken 1001), die dieselbe Vocalentwicklung zeigen, 
wie zum Beispiel die Infinitivform eixivai ,gleichen' (Eur. Bakch. 1283; 
Bruchst. 167; Ar. Wolken 185) und das participielle eixor'ieliojJg) ,gleichend' 
(Aesch. Ag. 760; Ch. 560; Schutzfl. 283). — Sehr auffällig ist das verein- 
zelt stehende scheinbar präsentische ßelxe ,es war passend' oder (?) ,es schien 
gut, es gefiel' (II. 18, 520: oi d' Ste drj ^" %%avov o&i atpLai FeUe — etwa 
zu lesen : o^l ofi FiFoiTte — Xoxrjaai\ das kaum echthomerisch sein wird, 
n. 1, 47: o d' rju vvxrl FeFoixwg. IL 2, 58: fiaXiOTa dh NiaroQC dtV 
FeldoQ ve fifye^og re g)vrjv t* ayx^ora FeFohiei, IL 3, 158: alv(3g d&a- 
voTTjai &eija^ elg uiTta FiFoiMv. IL 7, 59 : ^^&ifjval7] t€ xai . . . l^TCokkwv 
i^ia^riVj oQviai FeFoixoreg alyvrciolaiv. — IL 1, 119: oq>Qa ju^ olFog 
IdQyetwv ayigaotog ?w, krtel ovöh FiFoixev. IL 2, 190: ov ae FiFoixe xa- 
xov Fwg decölaaea^au IL 9, 70 : öalvv dalxa yiQOvai' FiFoixi toi, ov toi 
aFeixig. IL 9, 399 : yrjftarfi fivfjaT^v aXoxov, FeFuvlav axaiviv. — Püid. 
OL 13, 102: ra d'^OlvfircLtf ovtwv 'doixev ijörj TtaQoid-e UXix^at. Aesch. 
Prom. 984: igelv %oixag ovöhv tig x^n^ct natriQ. — Dazu: l'xfiAo-g, alt 
FUeXo-g ,ähnlich, gleich' (siehe besonders); — «Jxßio-g, alt FeUelo-g 
jähnlich, gleich' (siehe besonders); — eixov- {einwv), alt Fbixov- ,Bild, 
Ebenbild' (siehe besonders); — elxa^eiv ,ähnlich machen, nachbilden, 
vergleichen' (siehe besonders); — iLa-KBtVy dlt FeFLaxBiv (aus *FeFU- 



Griechische Etymologie. 23 

axeiv) jähnlich machen' (siehe 1, Seite 336); — a-txcJg, alt d-fixtSg ^sohimpf- 
lieh, BchmachyoII' ; nnr IL 22, 336: ak fxlv xvveg ijd' olwvol iha^Gova' 
aßi7u5g. — d'€ixig-j alt a-fsixig- ,imziemlichy schmählich' (siehe weiter- 
hin *rfxog-, alt *ßelxog-). 

Das alte anlautende / tritt in der homerischen Sprache in weitem Um- 
fang sehr deutlich entgegen, insbesondere auch in den zugehörigen Zu- 
sammensetzungen, wie ifti-felxeXo-g ^ähnlich' (11.1,265; 4,394; 11,60), 
&€0'f€U€lo-g ,gottähnlich' (IL 131 = 19, 155; Od. 3, 416), d-feixig- ,un- 
ziemHch, schmählich' (IL 1,97; 341; 456), imi-feixig- ,angemessen, ge- 
ziemend' (IL 1, 547; 8, 431), fievo-f einig- ,dem Verlangen angemessen, 
herzeifreuend' (IL 9,90; 227; 19,144), d-ßeixikio-g ,unziemlioh, schmäh- 
lich' (IL 14, 84; Od« 4, 244; 6, 242), ist ausserdem aber auch inschriftlich 
bezeugt durch das zugehörige feiKov- ,Bild' (Hoffmann 6r. DialL 1, 81 : 
kyprisch dvi^xe rdv ßeixova)^ und weiter auch noch erwiesen durch die 
von MSchmidt (Philolog. 14, 205) aus dem ,P7rillus Bremensis' beige- 
brachte Glosse ßeUikov ofioiov. — Weiterer etymologischer Zusammen- 
hang ist noch nicht nachgewiesen; Fick (bei Bezzenb. 4, 184) behauptet 
einen solchen mit Ut. mhä ,eintreffen, zutreffen, wahr werden', bringt aber 
gar nichts bei, das die von ihm angenommene Bedeutungsentwicklung 
irgend wie wahrscheinlich machen könnte. 

IX- {i^j ein kleines den Weinstock schädigendes Thier. 

Alkman 43 : xai Ttoixlkov Ixa, tov dfiniXwv otp&aX^iav Sler^qa. Hesych 
führt auf: i^' &riQldi6v ri, dfjtniXovg ia&lov. 

Gehört möglicher Weise zu lat teere ,treffen, verwunden' (Enn. Sota 5 : 
iUe ictus retrö reecidit] Plaut Cure. 394: eatapultd höe ietumst mihi (,das 
Auge ausgeschlagen'); Naev. trag. 11: qvamne qvondam f ulmine tcit 
luppiter). 

Ixavö-q ,hinreichend, tüchtig'. 

Soph. Eon. Oed. 377 : Uavdg IAtvoXIwv, (p %dd^ inLnqa^ai iiikeu Hdt 
3,4: Odyrjg , . . yviifitjv Ixavog, Hdt 3, 45: et neq avvol Ixavol tjoav 
nokvxQarea naqaotr^aaa&ai. Eur. Phoen. 554: knel xa y* df^ovvd^ Ixava 
toig ye aia(pQoaiv. 

(Gebildet wie oggfavo-g ,yerwaist, elternlos', ,beraubt, ermangelnd' (1, Seite 
575), dyav6-g ,freundlich, sanff (1, Seite 108). Zu Grunde liegt !x- : Ixviea&ai 
,erreichen, wohm gelangen' (Seite 21). Bezüglich der Bedeutungsentwick- 
lung sind zu vergleichen Hdt 6, 84: ofnkäovta dk fidXXov %ov hwevfiivov 
(,hinreichend, passend'); Hdt 6, 86: avveveix^vai di ol h xQ6v(f Uvev- 
[ihq) (jpassend, gehörig') rdde liyofiev. Thuk. 1,99: xQVf^ora hd^avto 
avTi xäv veuiv xo Ixvovfievov (,zukommend, gebührend') dvdkwfAa q>iQ€iv, 
Hippokr. 3, 134: vdQSrjxag nQoaTcegißdkkeiv iv x(ß IxvBOfxivfp (,passend') 

ix^-$ ,Schutzflehender*. 

IL 21, 75: dvxl xol dii IxixaOj difoxgecpig, aldototo. Od. 7, 165 : /Jifl . . . 



24 Griechische Etymologie. 

dg &* IxitTjaiv a/z ' aidotoiaiv OTttjöeL Od. 9, 270 : Zeug d ' krcixiiirjTCDQ 

Gehört auch zn h- : Uviea&at ,erreichen, wohin gelangen, kommen^ 
(Seite 21). Bezüglich des inneren €, das in den unmittelbar zugehörigen 
ixro^- ,Schutzflehender* (Aesch. Schutzfl. 652) und IxtiJQ' ^Schutzflehender, 
(Soph, Kön. Oed. 185; 143; Eur. Herakl. 101; 764; ,Beschützer der Schutz- 
flehenden' Aesch. Schutzfl. 479) nicht erscheint, sind zu vergleichen xvv- 
'T]yHr]-g ,Hundeführer, Jäger' (Od. 9, 120), Tcav-egyirri-g ,Alle8 bewirkend' 
(Aesch. Ag. 1485), ei-cQyiviö' ,Wohlthäterinn' (Eur. Alk. 1058), d^hrj-g 
,Führer, Herrscher' (Eur. El. 1149), ^x^a ,heU tönend' (Hes. Werke 582), 
ÖQä7ciTf]-g ,Ausreisser' (Find. Bruchst 134; Soph. Aias 1285) und andere 
Bildungen. Was aber die Bedeutungsentwicklung anbetrifft, so sind Stellen 
beachtenswerth wie Od. 5, 449 und 450 : aov re ^oFov aa %e y6vßa& ' 
Ixdvo) TtoXXa fioyrioag. aXX^ llAaiqe, ßdva^' Ixirtjg de toi evxofiai elvat. 
Od. 6, 191 — 193 : vvv d* iTcei ^fierigrjv re noliv xal yalav Ixdveig, ovx ' 
ovv fead-^Tog äevrjaeai ovve xev aXXov wv ze FiFoi% lucirrjv TaXarcelgiov 
dvTidaavTa, Od. 9, 267 und 269: '^fj.eig d avte xixavof^evoi rd ad yovßa 
lx6fie&\ eX XL TCOQOtg ^eimjiov •» . hdxai äi xol eifiev, II. 14, 260: Nv^ 
. . . ladiaae . . . xriv Ixofnqv q>evy(av. Weiter darf auch darauf hingewiesen 
sein, dass zum Beispiel im lat Tpetere die Bedeutung des Bittens (Ter. 
heaut 978 : v/nde peterem mihi cibum) aus ,sich rasch bewegen, zu je- 
mandem hineilen' (siehe später unter Tcer- ,fallen') sich entwickelt hat und 
dass im Deutschen jemanden angehen' für jemanden bitten' gebraucht wird. 
txeXo-gj alt FlxeXo-g ,gleich, ähnlich'. 

IL 2, 478: ofifiara xal x€q>ai.^v FUeXog ^lFI. H. 4, 86: rj (J* ävögl Fi- 
xiXrj Tgiitav xaTedvae^' ofiikov. IL 11, 467: ^Oövaaijßog . . . Yxer^ dvxri, 
TijJ ßixiXrj, (ig eX ße ßu^ato fiovvov hovra Tgweg, 

Gehört zu U-, alt fix-: Perfect eocxa^ alt FiFoixa ,ich bin ähnlich, 
gleiche' (Seite 22). An adjectivischen Formen auf eXo hat die homerische 
Sprache sonst noch felxeXo-g ,ähnlich, gleich' (II. 4, 253; 13, 53), äieXo-g 
,deutlich' (ILIO, 466), öeleXo-g ,abendlich' (IL 21, 232; Od. 17, 606), kv- 
'äeleXo-g ,sehr deutlich, weithin sichtbar' (Od. 2, 167, 9, 21), dva'7cifiq>€Xo-g 
,8chwer zu befahren' (?) (IL 16, 748), iTct-^ctpeXo-g ,heftig' (IL 9, 525; 516; 
Od. 6, 330), »iaxeXo-g ,gewaltig, gros8'(?) (IL 3, 130; 23, 107; Od. 11, 374; 
610). 
ixrap-, Name eines Fisches. 

Kallimach. (bei Athen. 7, 329, A) : rgixlSict, xaAx/g, Xxxoq, dd'eQlvt]. 

Dunkler Herkunft 
ixraQ ,nahe'. 

Ein selteneres Wort Hes. theog. 691 : ol äh xegavvol Xxvag (,nah hinter 
einander') af4,a ßgovTjj ze xal daxegoTtf'j Ttoxiovxo . . . xagq>ieg. Aesch. 
Agam. 116: q)avivxBg Xxxag fieXdd-gwv. Eum. 997: x^''9^^ daxixog Xeoig^ 
Xxxag rjjLBvoL Jiog. Plat Staat 9, 575, C : xal xavxa dtj ndvxa ngog xv- 
gavvov novrjglff xe xal d&Xioxtjxi TtoXewg, xo XeyofiBvov, ovo Xxxag ßdX- 



Griechische Etymologie. 25 

Xei (jtrifft nicht nahO. Aelian n. an. 15, 29: Tfjv 'Aq)QodiTr]v oidh Xxtoq 
ekeye ßakXeiv uqoq %6 avrijg xdXkog. 

Ob etwa anch zu Ix- : Uviea^at ,erreichen' (Seite 21) gehörend, dessen 
ajilantender starker Hauch sich als jünger entwickelt ergab? Von Adver- 
bien auf oQj die wenig zahlreich sind, wurden schon aq>aQ ,schnell, sofort* 
(1, Seite 154) und djag jaber* (1, Seite 85) genannt In letzterem und auch 
in aizüQ ,aber' (IL 1, 51; 118) gehört, wie ohne Zweifel auch in IWa^, das 
T mit zum Suffix, ohne dass sich deshalb diese Formen unmittelbar ver- 
gleichen Hessen. 
TxxBQO'q ,Gelbsucht'. 

Hippokr. 1, 154: ixregog di iariv o^g xal raxiiog ctTCoxrelvwv. ij XQoifj 
de oXrj aidioeidi^g, aq>68Qa di kari x^^QOV^Q^f xa&d xal ol aavQoi ol 
xhaQOTBQOi* TtaQo^owg di ol 6 XQ^Sf ^^^ ^^ ^^ ovQ(fi vq>loi:cnai olov 
oQoßiov nvQQov. 2, 246: %x%€Qog' 17 XQ^^V h^^cciva yiveraij xal to Ttgoa- 
WTtiyy. (LiaXiCTa di %d iaxiaa/niva xal ol 6q)'^akfÄol x^^oqoI . . . xal ov- 
giei Tcaxv xoXwdeg. 2, 247 : h^egog XxrcQog . . . avtog di ylverai x^^Qog 
oi xe 6(p^aX(JLol fidXiara , . . xal ovgiei 7ca%v xal x^^QOv. 2,490 — 496: 
ixTSQOt riaaageg ... 1, 552: ol Oaairivol . , . njr re xQoifjv wxQfjv ix^v- 
aiVj waneq vrtb ixrigov ix^^^'^^^* 

Dunkler Herkunft. Als Suffix scheint sich tcqo abzulösen, das mit dem 
T€Qo in Comparativformen wie ßiXxego-g ,erwünsehter, besser* (II. 14, 81 ; 
15, 511) und (piQTBQo-g ,mächtiger* (IL 1, 186; 281; 3, 431) aber kaum das 
selbe sein wird. 
ixTid- {Ixvlg) ,Steinmarder'. 

Arist. Thierk. 9, 50: 17 d' ixrlg iaxi fiiv x6 ^iye&og ^Xlxov MeXiralov 
xvvidiov Twv fiiXQüivy Tijy di daavxrjta xal Tijy oipiv xal ro Xevxov to 
vTcoxaxtj} xal toi rjd'ovg xrjv xaxovQylav opiotov yaXij (,WieselO. 

Dunkler Herkunft Wenn der gewöhnlich angenommene Zusammenhang 
mit dem adjectivischen xTläeo-g ,au8 Marderfell (?) bestehend' (IL 10, 335 
458: xTidir^v xvvirjv) wirklich besteht, wird man das anlautende i ebenso 
wie wohl auch in ixTlvo-g (siehe sogleich) als jünger entwickelt ansehen 
dürfen. Hesych führt unter xridia ^yivog jteQix€q)aXalag' eine consonan- 
tisch anlautende (xrlg di ian ^wov of4oiov yccXijj ov %b dig/ia ev'&eTOv 
dg ftBgixetpaXalag) Substantivform als ihm zu Grunde liegend auf. Mög- 
licher Weise könnte es sich anschliessen an altind. Tcshi- ,vemichten, zer- 
stören* (RV. 6, 75, 7 : dQvds . . . Jcshindnti gätrünr ,die Rosse vernichten die 

Feinde^. 
Ixrlvo-q ,Gabelweihe'. 

Theogn. 1261: txxlvov ydg ixBig dyxiorgocpov iv (pgealv rj^og. 1302: 
ov di ixagyoy ex(ov xal dyi^voga xH^jidv q)€vy€igj ixxlvov ox^tXcov rjd'og 
^(jjv. Soph.BruchBtl07: yigavot^ x^^^^h yXavxegj Ixxivoiy XayoL Bruchst 
700: ixxivog äg exXay^e nagaavgag xgiag. Hdt 2, 22: ixxivot di xal 
xeXidoveg dt* 'exeog iovxeg oix d^oXelnovot. Ar. Vögel 499 : Ixxlvog d' 
ovv xiSv ^EXXrjvwv rjgxsv xoxs xdßaalXevev. 



26 Griechische Etymologie. 

Armen, thsin ,Gabelweihe' (Hübschm. Ann. St 53). 

Altind. Qjainä-8 ,Falke^; BV. 1^ 33, 2: güshtäm nd gjainds vasatim pa- 
tämi ,wie zum geliebten Nest der Falke fliege ich^. 

Das anlautende l entwickelte sieb wie in ix^vg ,Fisch' (siehe Seite 45). 
Die Entwicklung des inneren Dentals auf Grund eines alten j vergleicht 
sich mit der in x^^S ,gestem' (Hom. hymn. Herm. 273) neben altind. hiäs 
(RV. 8, 55, 7; 8, 87, 1; 10, 55, 5). Der gedehnte Vocal steht dem alt- 
indischen Diphthong gegenüber wie zum Beispiel in den durch die Silbe 
vv gekennzeichneten Präsensformen, wie on^vv-fii ,ich schwöre^ (Find. 
Pyth. 4, 166) und altind. tornavrmi ,ich spanne' (BV. 10, 125, 6). — Einige 
Male begegnet auch eine des o beraubte Grundform 2x7 ty-, wie im Ac- 
cusaÜY t%xtva (Plat Rom. und Aristophan. im Etym. M. 470, 35 und 36) 
und im Pluralnominatiy i^rlveg (Paus. 5, 14, 1). 
cxtTi?o-s, eine Wolfsart 

Opp. Jagd 3 , 331 : anfioveg (eine Art Wölfe) al doiol .... tcJv 6 fiev 
agyvq>ioig vtazoig xal yßOTiqt Xevnfj Ttafiq>a£v€i, dvoq)BQog de (lovwv axga 
vBlara Tagaiiuv' ov xiveg ixtlvov tzoXlotqlx^^ gxSteg ^ke^av. 

Wird nach dem vorausgehenden benannt sein. 
i^aXo'Q, Beiwort der wilden Ziege, von ungewisser Bedeutung. 

IL 4, 105: iaihx %6^ov iv^oov l^aXov alyog ay^lov, ov ^a nox* avxog 
VTtb axBQVoio xvxfioag nixg-qg hcßalvovxa, Agath. (in Anth. 6, 32) : t^ahyy 
evonctQd'infi .... xovd^ avidTjxe xgayov. Simmias (in Anth. 6,113): a- 
YQfxvXoio daavxQixog i^alov alyog doibv onXov . . iax€q>6fiav. Leonid. (in 
AnthoL 9, 99) : t^akog evnoiywv alyog noaig . . . otvrjg . . . ^daifße nkaäovg. 

Dunklen Ursprungs. Gehört wohl zu Adjectiven wie anaXo-g ,zart, 
weich' (1, Seite 64), das aber im Accent abweicht, und axdad'aJiO'g ,über- 
müthig, frevelhaft' (1, Seite 84). Oder sollte in seinem Schlusstheil die Ver- 
balgrundform äk- : alkead'ai ,springen' (1, Seite 290) enthalten sein? 
cgd-$, alt muthmaasslich Fi^o-g ,Mistel'; daraus bereiteter ,Elebestoff, 
Vogelleim'; ,schmutziger Mensch'. 

Theophr. c. pl. 2, 17, 8: neQiaiQe&ivxog äh xov l^ov xal TiaxeQyaa&iv- 
xog kv xalg xoiXiaig orteg iaxl tpuxQoxaxov avv x(ß nBQixxoifjiaxi xaxa- 
nlTCXov xo OTcigfia na&aQov mal xov öivdqov kafißavovxog xiva fiexa- 
ßokriv vno xrjg xotvqov diaßXaaxdvei xal (pvexai, — Hipp. 2, 711: xtdv- 
^akov xov OTtov ^layeiv xal avaniveZv xal xov l^ov aq>aiQi€iv ycal öidovai 
oaov oQoßov, Eur. Eykl. 433 : wotcsq Ttgog l^(p xfj xvkixi kekrififiivog 
TcxiQvyag aXvBi. — Ar. Bruchst 718 (Eock): l^ol, ^v^oxovdvXoij wozu 
der alte Erklärer (Bekk. an. 44, 3) bemerkt: oneg arj^alvei xal avxo xovg 
yXlaxQOvg xal dia xrjv q)€id(üllav ^rjxe Xovofiivovg fiijxe vc^ofiivovg, — 
Dazu l^lä ,Mastixdistel'; Athen. 9, 394, E: kiyexai ök oxi ^ olvag idv 
q>ayovaa xo x^g l^lag artigfia inl xivog aqfoöevaj] divÖQOv, Idlav l^lav 
(pvead-au Dioskorides (3 , 8) führt l^la als anderen Namen für x^(^<x^' 
ki(üv an. Koch eine andere nennt Theophr. Pflanz. 9, 1, 3: ^et de öixgvov 
xal ij l^la ri Iv Kgi^xt). — Dazu auch I^ivt]^ Name einer Pflanze, 



Griechische Etymologie. 27 

jAcama gummifera' (WillA); Theophr. Pflanz. 6, 4, 3: t^v ye qniaiv a- 
xav&ojdf] ixBL . • . ovonv^og, i^ivr], xafiatXiuiv. 6, 4, 9 : ij l^lvri 8k (pvetat 
fzkv ov ftoXXaxov, ^i^6<pvXXov di iaxtv. ano 8i Ttjg ^I^tjq fiiatjg 6 aitSQ- 
fiOTixog äxttvog i7ii7tiq>vx€v wOTceg firjlov ev ixaXa iTtixeKQVfZfiBvov vno 
TcJy qnjkXiav* ovTog dk Inl xov axQOv q)iQ€i %6 da-KQvov evarofjiovy xal 
%ov%6 loTtv ri awxv&ixri ^aarlxt]. — 

Lat visco- (viseum; dafür viscus Plaut Poen. 479; Bacch. 50) ^Mistel'; 
,Vogelleim*; Verg. Aen. 6, 205: qväle solet silvis hrümält frigore viscum 
fremde virere novä^ qvod non ma sSmiTiat arbös, et croceö fetü teretis 
drcumdare truncos. — Plaut Poen. 479 : ad fundäs viseus ne adhaeres- 
ceret, Bacch. 50 : viseus merus vostrast blanditia. 

An der Uebereinstimmung der angeführten Wörter ist nicht zu zweifeln, 
obwohl das Verhältniss von ? zu lat sc ein ungewöhnlicheres ist Kck 
(23, 8) vergleicht das Nebeneinanderliegen von lat aseia ,Zimmeraxt* und 
aStvfj ,Streitaxt^ (siehe 1, Seite 51) und nimmt (1*, 554) auch Zusammen- 
hang an mit unserm Wachs, ahd. wahs, lit vdszTcas und altslav. voshü 
,Wachs^ 
i^iri yKrampfader'. 

Hippokr. 3, 705 : 6 negl ra 2§ fhea 'inTtovqlv xb xai ßovßwya xai i|/ijv 
(so wohl zu lesen statt t^iv) xa2 xidfACtra. Arist Thierk. 3, 95: vevoat]- 
xoTog Ä* ai^axog alfxOQQotg ij t* iv vaig ^lal xai rj tzbqI Trjv idgay, 
xal i^la. 3,76: ol ö^ l^lav ^oyT€^ tJttov q}ai,axQovvTai, Plut mor. 
202, B: Fatog Magcog . .. i^lag öi ^wv kv afitpoTiQoig Toig aciXeoiy 
ftagiaxev aderog ixTe^elv %(ß liXTQ(p. PoUux 4, 196: xiQodg ij xQi^dg oi- 
dfjfia q>l€ßwv negl xvtjfiag, noöog nedlov, iTCiyaaTQtov, fitiQovgy oaxBov' 
xaXBlzai di xal l^la dno züv Iv Talg ftlrvai rijg fclvnjg Ofioluv ovo- 
rQoq>äv, aq> ' oiv xal 6 l^og. 

Die von PoUux a. a. 0. ausgesprochene Zugehörigkeit zu i^o-g ,Mistel; 
Vogelleim' (Seite 26), das auch für ,Harz' gebraucht wurde (Athen. 10, 
451,D: 'jfctfv dh ev Oolvixi fj Kaivei ÖQvog lägduta eiQrjxe tov l^ov), darf 
wohl als wahrscheinlich gelten. 
«§I5-S ,die Weichen^ (Gegend über den Hüften). 

Od. 5, 231 «" 10, 544: vvfKpr] . . . negl de Ktivi^v ßdlev' l^vL Hipp. 2, 
585: oövvai taxovai x'qv re oatpvv xal ttiv velaiqav yaoriga xal vag 
l^vag. 3,99: ngoOftegißdlXeiv di XQV ^^fy^ '^^^ ox^ovlwv xvxX(p aixq>l 
%6 iaxlov xal tag i^ag. Arat 143: q)iQevat xaXog %e (liyag elg (näm- 
hch do%riQ) fiiv vnto/Äalwv, elg d^ l^vod'ev xatiovrwv. Opp. Jagd. 2, 6: 
aygia gwXa ^rjgofny^, (xegontav fiiv In^ i^vag, l^vod-ev di YnTicav fjfÄi- 
ßgoTtor. 

Dunkler Herkunft Das anlautende l darf vielleicht ebenso wie das 
von ixtlvo-g ,Gabelweihe* (Seite 25) für ein jünger entwickeltes gelten. 
ixiideiv ,mit der Wurfschaufel (Getraide) reinigend 

Hesych: tx^dv' hxfjiccv, alrov xad-algeiv. — Plat Tim. 52,E: waneg 
Tff ino TcSv TtXoxavwv (,Getraideschwingen*) %e xal dgyavtov tcSv negi 



28 Griechische Etymologie. 

zr^v Tov alrov xc-d-agoiv aeioficva xal dv-ixfiwfxeva rä fikv nvnvc xal 
ßagia akhjj ta de ^ava )uxl xov^a elg itigav i^ei tpego/ieva edgav. — 
Theophr. c. pl. 4, 16, 2: T(p äi ahtp xoTtivri (,von Würmern angegriffen^ 
ßo'q&eia %o%lo%ri rb eig rrjv aXu) q>iQOVTag an-ixfirjaai. 

Dunkler Herkunft Das Wort klingt auffällig an das gleichbedeutende 
kixfxdeLv (II. 5, 550; Xen. Oek. 18, 2; 6; 8; Plut mor. 701, C) an, aus dem 
es aber doch unmöglich durch Verstümmlung entstanden sein wird. 
fXfiad- (/xjuog) ,Feuchtigkeif. 

IL 17, 392: ßoßog (xeyaXoio ßoßelrjv . . . iiedvovaav akoiq)^ . . . zavvovaiv 
'AVTcloa^ aq>aQ dk re ixfiag Mßrj, ävvei di v* dkoiq>ri TCoXhov kht6v%iov, 
Aesch. Bruchst 229 : xai ^avovzojv ialv ovx. hear^ ixfiag. Hdt3, 125: 
iXQlezo 6h vno tov ^llovy avulg av%6g hi tov adfictiog iTCfidda. Ar. 
Wolken 233 : ij yv ß^V ^'^^c^e Tcqbg av%riv %r^v Ix^dda rijg (pQovtLöog. — 
Als zugehörige Verbalform findet sich bei Hesych das aoristische l^ar 
äir]d"!jaai (,durchseihenO. 

Gehört zu altind. sie- ,ausgiessen^ (RV. 8, 61, 10: sincdnti . . avdtdm ,sie 
giessen den Brunnen aus^; BV. 1, 130, 2: pibä sdumam indra . . . kätL- 
gaina siJctdm ,trinke den Sömas, Indras, den mit dem Schöpf gefäss aus- 
gegossenen^, altostpers. hie ,ausgiessen, benetzen': hincaiti ,er giesst aus', 
altslav. sicati ,hamen', ahd. Man ,durch ein Sieb laufen lassen, tröpfeln', 
nhd. seihen. Der anlautende Zischlaut erlosch wie in orco-g ,Saff (1, Seite 
507), oQo-g jMolken' (1, Seite 561) und sonst Die Suffixform ist dieselbe 
wie in alfidö- ,Blutstrom' (Soph. Phil. 697; daneben alpLor- ,Blut' 11.4, 
146; 5, 113), x^Qt^dd- ,Kiesel' (Find. Pyth. 3, 49; Aesch. Sieben 300), Sk- 
(xdd- ,mit Salz Eingemachtes' (Ar. bei Athen. 2, 56, B und 4, 133, 8), xv/idä- 
,8ch wanger' (Hesych: xvfidäag' iyxvovg). 
liTciAevo-q ,erreichend, wirksam, günstig'. 

Bei Homer fünfmal in der Verbindung ixfiavov ovqov ,günstigen Fahr- 
wind', nämlich II. 1, 479: Tolatv d' hcfzevov ovqov %i] ß&idFeQyog ^^noXXwv, 
Od. 2, 420 ■= 15, 292: xolaiv ä^ ixfievov ovqov %ri ykavxwTtig liddrjvri. Od. 
11, 7 — 12, 149: ixfißvov ovqov Iltj TtkrjalOTioVy ia&kov halQov, KiQxrj. 

Zu ix- : ixviea&ai ,erreichen, wohin gelangen, kommen' (Seite 21). Parti- 
cipielle Form, die aber, wie aQfievo-g ,8ich anfügend, passend, günstig, 
(1, Seite 288) und andere, ohne jedes Tempuskennzeichen gebildet wurde. 
rxfii]? Name einer an feuchten Orten wachsenden Pflanze. 

Theophr. Pflanz. 4, 10, 1: iv ö ovv %f} kl/ivrj rij tcbqI ^OQXoficvov rdö^ 
iati Ta q)vcfi6va divÖQa xal vh^fiora' hea, kXalayvog . . • Ix/ui} xal t6 
xaXovfievov Xtzvov. 

Schliesst sich offenbar unmittelbar an Ufidö- ,Feuchtigkeit' (siehe oben). 
Möglicher Weise ist aus diesem zunächst ein adjectivisches *lxiio-g ,feucht' 
zu entnehmen, wie zum Beispiel ßovdd- ,Einheit' (Plat Phaed. 101, C) zu- 
nächst aus (xovo-g ,nur einer' (Pind. Ol. 9, 72; Pyth. 3, 100; fÄovvo-g II. 10, 
225; 317) hervorging, und dazu würde hf^ri die weiblichgeschlechtige Form 
sein, also zuerst ,die Feuchte' bedeuten. 



Griechische Etymologie. 29 

Txpco- {ixgiov Hegesand, bei Athen. 4, 167, F); meist in der Mehzahl ixgia 
gebraucht ^rett, Deckbrett' (?). 

Bei Homer elf mal. 11 15, 676: dkX^ o ye vfjßwv Xxgt' inipx^o f^anQa 
ßißaa&üiv. II. 5, 685 : ^iFaq inl noXXa &oßa(ov XxQia vrißwv cpolxa 
ficoLQa ßißag. Od. 3, 353: X)dvaa^fog tplXog vlog vtqFog in^ IxQLOfptv xara- 
Xi^erai. Od. 12, 229: eig ixQia vtjßog %ßaiyov nqffiQrig. Od. 12, 414: o 
d' ag^ ägvevtrJQi, feßointug %ann€a^ an* lxQi6q>iv. Od. 15, 283: x^^^^^^ 
iyxog, xal %6 y* In hjgvoffiy tavvaev veFog a^q)ifeklaar]g. Od. 5, 163: 
agfio^eo • . . ox€Ölrjv' dtaq ixQia n^^ai in* avtrjg v\pov, äg ae (piQrjaiv 
in* ijßeQoJ^eidia novrov» Od. 5 , 252 : ix^ia dk arijaag, dgagcav ^afiiai 
ojafilveaoiv nolei, Hdt 5, 16: Xxgia inl aravgtiv vtprjkwv i^evyfiiva ir 
fiiaj) eaTTjxe rij Xlfxrjß. Ar. Thesm. 395: cjW ev&vg elaiövteg and vwv 
Ingltav inoßXinova ' rßag. 

Dunkler Herkunft Als Suffix löst sich zunächst lo ab ganz wie zum 
Beispiel in oangio-v ,Hülsenfrucht' (1, Seite 537) und fjrgio-v ,6ewebe' (1, 
Seite 611), aber auch das g wird noch suffixal sein. 
ijr- ,8chädigen, verderben' mit dem muthmaasslichen Präsens tmea^ai 
(aus ^tn-jead'ac Actives imo} ,ßXan%ia* wird im Etym. M. 279, 56; 463, 
49 und 481,3 aufgeführt), begegnet nur in wenigen medialen Futur- und 
Aoristformen. Active Aoristformen {Ixpaf (p&elgai. ßXaxpat. — l^ag' 
üHvvt^aag. xai %a ofiota. — l^ag* ißXatpag) finden sich bei Hesych an- 
geführt 

IL 1, 454 «a 16, 237: rlf4t}aag fikv i^i, /tiya d* txpao XaFbv ^Axcttfuiv, 
IL 2, 193: vvv (ikv neigäxai, vdxa d* ixljetai vlag lAxcLißwv (im gleichen 
Zusammenhang heisst es Vers 195: iiri %i,xoXiaadiJLevog ßgi^ xaxdv vlag 
IdxaiFüv). Theokr. 30, 18: av Tovde firjgdv iiptD. Strabo 8, 6, 7: to yag 
itpaa&ai q>d'ogdv riva Tcal ßXdßijv ori^alvet. — Dazu: Inog ,der Schä- 
digende, Bedruckende'; ,Stellholz in der Mausefalle, Mausefalle'; Archil. 
Bruchst 169: xiatat d* iv tW^ (,Eleiderpresse'; PoUux 10, 135 erklärt: 
Inog %b niitßv rag iad'rjrag iv %(p yvaq>el(^). Pind. OL 4, 7 : AXxvav 
. . • Inov cvB^oeaaav ixatoyxeqxiXa Tvqxijvog o^ßgifiov, Hesych führt 
auf: Inog* to ifinlntov xolg ixvol ^vXov. PoUux 10, 155: ^giaroq>dvr}g 
. . . |y dh nXovTiif Inov rijv fivdygav xaXeL Eallim. Bruchst. 233: Indv 
t' dvölxTrjv %e fidX' elöoTa f^axgdv aXia&au — Dazu inoeiv ,schädigen, 
bedrücken'; Aesch. Prom. 365 : xeitai (nämlich TvgxSv) Inovfievog ^l^ai- 
aiv Ahvalatg vno. Kratin. (bei PoUux 7, 41): inovfiev. Ar. Bitter 924: 
ddaeig ifiol xaX^v älxriv, Inovfievog vaig €iaq>ogaig. 

Möglicher Weise besteht Verwandtschaft mit lat teere ,treffen, verwun- 
den' (siehe Seite 23), das aber doch zunächst nur ,treffen, stossen, schlagen' 
(Plaut truc. 601: dentibiis frenditj leit femur] Persa 846: colaphö me 
icit'y Lucr. 3, 160: ,(ßnima) corptis propellit et iciif) bedeutet, ohne dass 
dabei zugleich an eine wirkliche ,Verletzung' gedacht würde. Weiterer 
etymologischer Znsammenhang ist noch nicht gefunden. 
''n- (ixp) ,Holzwurm'. 



30 Griechische Et3anoIogie. 

Od. 21, 395: to^ov kvtu/Lia . . . Tceigcifievog IVi^a xal evd'a, fi^ xiqa Itcbq 
edoiev. Theophr. Pflanz. 8, 10,5: navra dk iSovaltLOavta vag %Qoq>ag 
anoXkvrai xal Iv toig xXiaQOig xal kv rolg S^QOig xaQTColgj olov o% t6 
Xn^g. Theophr. c. pl. 3, 22, 5 : Iv ravTfj (d. i. dfi7t€i,((}) Toig vo%loig ol Ineg 
ylvovrai. 

Gehört zum Vorausgehenden. Aehnlich einsilbige Gebilde sind: &Qtn- 
,HolzwTirm' (Theophr. Pflanz. 5, 4, 4 und 5), axviTt- ,Holzwurm, Holzkkf er^ 
(Arist Thierk. 8, 43; 9, 67), xvtn- ,Holzwunn, Holzkafer* (Ar. Vögel 590; 
Arist Thierk. 4, 95), ^iTt- ,Fleehtwerk' (Od. 5, 256; Hdt. 4, 71), a^^r-, eine 
giftige Schlangenart (Arist mirab. 164; Theophr. 9, 11, 1; Diosk. 9, 70), 
yirt' ,Geier' (IL 4, 237; 11, 162), xAci^^r- ,Dieb' (Hdt 1, 41 ; Eur. Bhes. 645), 
und andere. 
InjtäQiao'V ,gemeine8 Eisenkraut^. 

Diosk. 4, 61: neQiOTeQewv vmiog, ol ök legav ßoravrjv , . . ol dk Itc- 
TcaQiaov, 

Gehört seinem ersten Theil nach wohl zum Folgenden ; der Schlusstheil 
ist dunkel. 
iütjio'q ,Pferd'; auch Name eines Fisches. 

üeberaus häufig. IL 1, 154: ov yag nw nox^ ifiag ßovg tjlaaav ovde 
fikv %nnovg. IL 2, 383: bv 8i rig Xnnoiaiv delTtvov iorta tixvnodeaaiv. 
n. 8, 88: ^TciOQog (oTiißeg Xtctiol i^X&ov dv' iwxfiov, II. 22, 464: vaxi^eg 
di fxiv XnnoL %hLov axfjdioTwg. — Numen. (bei Athen. 7, 304, E): rj and- 
Qov . . . ij lÄvag Tj %7tTC0vg rjk yi,avxr]v xogvdaliv. 

Lat e^O'S; Bul 160: gübemätor mdgnä contorsit eqvos vi. 

Altir. ecA, kymr. ep (Zeuss-Eb. 66). 

Goth. wohl in der Zusammensetzung aihva-tunäjä- ,Domstrauch^ (Mark. 
12, 26; Luk. 6, 44; 20, 37), dessen Schlusstheil aber noch dunkel ist — 
Alt8.eÄw- ,Pferd' in der Zusammensetzung ehu-skalTc ,Pferdeknecht, Pferde- 
hüter* (Hei. 388: thea thär ehuskalkös Uta wärun), 

lit aszva ,Stute^ 

Altind. dgva'S; RV. 1, 36, 8: krdndat dgvas gdvishtishu ,es wieherte das 
Ross in den Kämpfen*; RV. 10, 119, 3: üd mä pitas ajamsata rdtham 
dgväs iva ägdvas ,empor haben die Tränke mich gebracht, wie schnelle 
Rosse den Wagen*; — dgvär ,Stute*; RV. 4, 52, 2: dgvd iva dtra drushl 
. . . dbhüt . . . ushas .wie eine glänzende rothe Stute wurde die Morgen- 
röthe*. 

Altostpers. a^a-^ — neupers. agp ; — afgh. äg. 

Der anlautende starke Hauch entwickelte sich spät; in allen zusammen- 
gesetzten Eigennamen wie ^eix-inno-g (Hom. hymn. Ap. 212), 'AqLat- 
-iTCTto-g (Xen. mem. 2, 1, 1), ^AhtrLTtrtri (Od. 4, 124) und anderen zeigt er 
sich noch nicht Der Vocal l entwickelte sich aus älterem c, wie zum 
Beispiel in wgiyvwvto ,sie streckten sich* (Hes. Schild 190; daneben oQiytov 
^ausstreckend' IL 15, 371), rtitvc ,sie breitete aus* (IL 21, 7; Tcevdaa&g ,aus- 
breitend* H. 4, 523 = 13, 549), axldvaro ,es breitete sich aus' (IL 16, 376; 



Griechische Etymologie. 31 

axidaaev ,er zerstreute' IL 1 7, 649) und sonst Neben 'inno-g liegt mit 
altem Guttural noch dialektisches XTcxo-g (Etym. M. 474, 12; TtKKog, arjfjialvei 
Tov %7tnoy. Als Eigenname: ^/xxog ... o TaQavrlvog Plat Prot 316, D. 
^IxMp • . . avdQi ^E/tidavQlfp Paus. 6, 9, 6), ganz ähnlich wie zum Beispiel 
oxtog ,wie' (Hdt 1, 75; 3, 116) neben orcTcwg (II. 10, 545; 16, 112; 17, 144; 
o7t(og H. 2, 252; 4, 37). — Etymologischer Zusammenhang besteht wahr- 
scheinlich mit wTtv-g ^=» altmd. ägü- ,schnell' (1, Seite 642). 

istxaoQ'ai, ,fliegen^, siehe unten nst-ead-ai. 

i^^o-q ,Korkeiche* (?). 

Theophr. Pflanz. 3, 4, 2: fxtjXda <J' oxplßXaatog' SipißXaaToraTov dk axedov 
iipog^ agla, Tergaywvla, &veia, fillog. — Hesych führt auf: Itpov tov 
xiaaov (,EpheuO. Qovqioi. 

Dunkler Herkunft 
i5rrd-s jOfen, Backofen, Küchenheerd*; ,Lateme'; ,Mistgrube'. 

Hdt 5, 92, 7: inl tpvxQov tov irtviv JleQiavÖQog zovg agrovg inißake. 
Hipp. 2, 257 : %7teiTa kfißaXleiv %7tvov oargcnux dtaq)r}vag, tovto ikxirw 
diä TOV avkov q>vXaaa6fi€vog onwg ^fj xataxalrjrai, Diphil. (bei Athen. 
2, 54, A): Tff xagva ... tot ö* iv xoig Ijcvoig (pQvyofieva oXiyoxQOtpa. 
Archestrat (bei Athen. 7, 319, E): Tcgoxodeikov av omov daiaaifxrjv an* 
Invoi Teqnvbv naLdeaaiv ^Ituvwv. Ar. Wespen 139: o yag narriQ elg %dv 
inrov eiaskrjlv'^ev xal fivafCoXei zi xccradedvxüjg, Ar. Vögel 437 : ttjv 
navonXlav . . . xQefxaaazov rvxayadij elg tov Ijcvov eXaca, Ar. Wespen 
837: 6 xvwv TtaQ^^ag elg tov Invbv dvagnaoag TQoq>aklda tvqov JSixe- 
liXTjv xaT€di]doxev. — Ar. Friede 841 : arto öelnvov Ttvhg t(Sv nkovaltav 
ovToi ßadi^ova aariQwv, iTtvovg ixovreg iv di Tolg Involai ftvQ, Ar. Plut 
815: o d' Ijtvog yiyov' '^fiiv i^oTtlvrig kkecpavTivog. Ael. n. an. 2, 8: xoikag 
Tivag iSaQTtSaLv ioxctgldag nvQog ivaxfxctpvTog' xal elai öiaq)aveig, dg 
xal OTiyeiv to rtVQ xal fii] xqvtctuv to q>wg. invovg xakovaiv avTOQ, 
— Pollux 5, 91 : TOV di xoftQtSva xal Invbv i^QiaTog)dvr]g xakei. 

Goth. auhnor (oder auhnir? Nom. auhns); nur Matth. 6, 30: iJuita havi 
haithjos ,.An auhn galagith. — Ahd, ovan] nhd. Ofen] — schwed. icgn. 

AltpreuBS. umpni-s ,Backofen' (JSchmidt bei Kuhn 22, 192). 

Das Suffix vo wie in xanvo-g ,Bauch' (II. 1, 317; 8, 183), neqxvo-g^ eine 
Adlerart (IL 24, 316), xQi]fiv6-g ,steiler Abhang* (II. 12, 54; 21, 26) und, von 
der Betonung abgesehen, zum Beispiel auch in den schon früher bespro- 
chenen ayvo-g ,Keuschlamm, (1, Seite 121) imd oxvo-g ,Zaudem, Bedenklich- 
keit^ (1, Seite 502). Die ursprüngliche verbale Grundlage ist nicht ganz deut- 
lich. Das anlautende i ist offenbar erst aus einem andern Vocal entwickelt, 
doch kaum wie in 'inno-g ,Pferd' (Seite 30). Die Annahme eines etwaigen 
Zurückführens auf v aber, wie zum Beispiel in den angeblich äolischen 
Xtpog- ,H5he* (für St/zog- Aesch. Ag. 1 376) und Inig ,über' (für vniQ IL 1, 
444; 2, 20), ist auch nicht ohne Bedenken und das selbe gilt daher auch 
von der versuchten Zusammenstellung mit uhhä'- ,Kochtopf, Pfanne' (RV. 



32 Griechische Etymologie. 



1, 162; 15: mä' uJcM bhraganti abhi vikta ,nicht soll der glühende Topf 
wackeln'). 

tjtvo'Vj eine Wasserpflanze. 

Theophr. Pflanz. 4, 10, 1: Iv d' ovv %ij Xlßvr] rfj ncQl ^Gox^l^^ov raö^ 
kofl Ta (pvofxeva öivÖQa xal vXijfiaTQ' itia, ikalayyog, ai&ri . . .xal ro 
nakovfievov Xrcvov, 

Dunkeln Ursprungs. Das selbe Suffix wie in iövo-v, alt Fidvo-v ,Braut- 
gäbe* (1, Seite 382). 
tütvrij ein Vogel, vielleicht jBaumhacker*. 

Antonin. Liberal. 21 : Trjv di d'eqanatvav avruJv kTtolrjoav Xtcvtjv . . . 
y.al eCTiv dya^og ovtog 6 ogvlg i^cl &7JQav iovri xai daira. 

Möglicher Weise zu itc ,schädigen, verderben* (Seite 29) gehörig. Das 
Suffix wie in oyx^t] ,Bime* (1, Seite 549) und axvrj ,Spreu*, ,Schaum' (1, 
Seite 151). 
iraiiö^q ,dreist, keck, unverschämt'. 

Ar. Frösche 1292: nvgeiv naqaax^^ hafialg xvalv degoffoitoig. Plat 
legg. 6, 773, B : ylyveo&ai xtjdeaTrjv tov avTqi ^vveidora iTafKOTegov afia 
aal ^arxov tov diovrog ngog Ttaoag Tag TtQa^ug (pBQoiievov. Euphron 
(bei Athen. 9, 380, A): eQ((i\pag eig Tcy laxxov Ixa^wg tov veqfQov, Dem. 
25,24: hcapLov yag fj noyrjQla xal TolfirjQov xal Ttkeov&iTixov, xal tov- 
vavxlov ri Y.akoxaya&la riaixiov xal oxvtjqov xal ßgadv xal öeivov ii»aT- 
Tcadijvai. Plut Born. 7: Ivoqwy öh T(p TcgoatiTttp to &aQQakiov xal 
iTafiov TTJg tfJvxr/g. Plut. Galba 25 : iTapidg lov ngbg tol öeiva xal a- 

TQBTtTOg, 

Die alte Erklärung, dass ,grade darauf losgehend* die ursprüngliche Be- 
deutung sei und l- : tf^evai ,gehen* (Seite 1; 11.17,340: td-ug Javaüv 
lof^ev) ebenso wie auch zu hrj-g ,keck , frech , unverschämt* (siehe Seite 
33) die verbale Grundlage bilde, wird wohl das Richtige treffen. Die 
Suffixform Tafio scheint ganz vereinzelt zu stehen, oder ist sie etwa auch 
anzunehmen in oQTafio-g ,Schlächter, Koch*, ,Mörder*, das aber doch an- 
dere Betonung hat? Bildungen wie xrigapio-g ,Kluft, Höhle* (II. 21 , 495) 
und q)U}QLafi6'g ,Kasten* (11.24,228; Od. 15, 104) lassen sich erst ent- 
fernter vergleichen; noch femer stehen solche wie noxaiio-g ,Fluss* (IL 

2, 659; 839) oder oQxafio-g ,Anführer, Gebieter* (1, Seite 573). 
cT^ij, alt ß'iTirj ,Weide*. 

11.21,350: o d' ig noxaiibv Tgixpev (ploya 7tafiq>av6(aaav. xalovTO 
TtTskäai xal fiTiai fjdi fiVQixai. Od. 10, 510: äkoea n€QG€q)Ovelrigj fia- 
xgal T atyeiQoi xal ßniat, wXealxaQnoi. Hdt 1, 194: ineav yag iv 
Toiai ^Aq^BvLoiOL toIol xaTvneQ&e "Aaavglcjv oixrjfihoioi vofiiag (,Schiffs- 
rippen*) iTirig Tofiofievoi noirjatavTai. Eur. Herakl. 376: ov aol fi6v(^ 
%yxog ovd' tria (,aus Weidengeflecht gefertigter Schild*) xaraxothfLog ia- 
TLv. Theophr. Pflanz. 3, 1, 1 : Ta dkacodr] xal q)ikvdga, Xiyo) d' ohv TtXa- 
Tavovy hiav, kevxr^v aiyeigoVj uTeXiav. 3, 13, 7: nagvdgov de xal ^ iTia 
xal nokveidig' fj /akv fiiXaiva xalovfxivrj T(fi tov q)Xoi6v ^eiv fiiXava 



Griechifiche Etymologie. 33 

xal q>oivi7covv, ^ 8i kevKrj rtp kevKov. 5, 7, 7 : iritf dk (nämlich xqwvrai) 
fTQog T€ Tag danldag %al Tag xlarag Y,ai tot Y,ava xal TaXka. 

Lat iMee- (vUex) ,Eeu8chlamm' (ein weidenaxtiger Strauch) ; Vitruv. 2j 
9, 9 : Salix tilia mtex ignis et äeris hahendö soHetätem . . . egregiam hor 
bere videniur in üsü rigiditätem. 

Kymr. gtvden ,Weide' (Wmd.-OiirL 389). 

Ahd. uMOj nhd. Weide. 

lit vftis ,Weidengerte', zil-vitis ,graue Weide, Korbweide, Uferweide'. 

Altind. vielleicht dazu vaitasd-s fiobi^ (BV. 4, 58, 5). 

Altostpers. vaeti ,Weide' (Justi). 

Das alte anlautende / ist bei Homer (IL 21, 350 hat die Ueberlieferung 
vor xal ein ungehöriges t€ eingefttgt) noch deutlich und ausserdem er- 
wiesen durch Hesych (yiTia' iTia). — Der Bildung nach stellt sich ^irj 
zu einer Anzahl abgeleiteter Baum- und Strauchnamen auf irjj wie be- 
reits in axTiä ,HoIunder' (1, Seite 45) einer aufgeführt wurde. Zunächst 
zu Grunde liegt wohl ein *flTo-j für das sich die Bedeutung ,Gedrehetes, 
Gewickeltes', insbesondere ,strickartig gewundene Weidenruthe' vennuthen 
lässt Sehr wahrscheinlich ist die schon früher gemuthmaasste Zugehörig- 
keit zu lat viere ,winden, drehen, flechten' (Enn. Sota 1: ibant maladi 
viere Veneriam corollam) nebst vimen- ,zum Binden oder Flechten ge- 
brauchte Weidenruthe' (Varro L. L. 5, 140: qvod ex vhninibtis vi&ur. Caes. 
GalL 2, 33, 2: scütts ex cortice facUs aut vtminilms intextts) und wohl 
auch vUi'8 »Weinrebe, Weinranke' (Oic. senect 15, 52: vitis . . .ut se erigat 
clävicuUs SUIS gp)asi manibus qvidqvid est nacta complectitur) j litt vt'ti 
,drehen', altslav. viti ,Â¥n[nden, wickeln' nebst viti ,stielartig Gedrehetes', 
altind. vjä] vjäjati ,er wickelt ein, er hüllt ein' (RV. 9, 101, 14: ä' gämis 
dtkai avjata ,der lYeund hat sich in das Gewand eingehüllf ; RV. 2 , 29, 
6: ä' vas hdWdi bhdjamänas 'i^ajayam ,in euer Herz möchte ich zitternd 
mich einhüUen'; — Particip mtd' ,eingehüllt'; RV. 4, 7, 6: vdrmi a vitdm 
,den im Holze eingehüllten' — Agnis — ). 
trij-s ,keck, frech, unverschämf . 

Ar. Wolken 445: Tolg t* av&QWTtoig elvai do^o) d'Qaovg, cCyAwTTog, 
ToXfiTjQog, tTTig. Fiat Symp. 203, D: xaTa dl av tov TtaTiga InlßovUg 
ioTi Tolg xakolg xal TOlg dya&olg, avÖQelog wv xal hrjg xal oivTovog. 
Fiat Prot 349, E: noTeqov Tovg avÖQBlovg S-agQakiovq Xiyeig tj Silo ti] 
xal hag ySj %q>r]y iq>^ a ol noXXol q>oßovvTat iivai. 

Gebildet wie Ttaga-xklTtj-g ,Lagergenos8' (Xen. Kyr. 2, 2, 28), negi- 
-xTlTTj-g ,der Umwohner' (Od. 11, 288), xQiTrrg ,Richter' (Aesch. Schutzfl. 
397; Soph. Aias 1243; tüjv Ivvrcvltüv xQiTi^-g ,Ausleger der Träume' 
Aesch. Fers. 226; dazu Svei^o-xQlTri'-g ,Traumausleger' Theokr. 21, 33). 
Ueber die Herkunft des Wortes wurde schon unter iTOfio-g ,drei8t, keck, 
unverschämt' (Seite 32) gesprochen. 
Tv^Xo-q ,dauerhaft'. 

Wird einzig aus einer Stelle des Aeschylos (Bruchst 42) angeführt 

Leo Meyer, Orieohisohe Etymologie. IL 3 



34 Griechische Etymologie. 

(Hesych: ttrjlov to %^(iovov xai orx i^lTtjlov. uilaxvXog rkavx(fi üot- 
viei)^ aber ohne Zweifel mit Unrecht Nanck vermuthet ,oi;x e^irrjlov* 
als Aeschyleische Lesart Eine wohlbegründete Form ist nur: k^-lrrj- 
ko-g ,verschwindend, vergänglich^ 

Aesch. Brachst 162: d^ewv .... xovnw a<piv i^ltrjkov alfia öaifxovwv, 
Hdt 5, 39: fiixlv tovto ka%i ov neQiortrioVj yivog vo EvQva&ivBog ye- 
väa&ai i^ltriXov, Hipp. 1,84: rjv d' av yivrjvai ri i^iTi^lov iovrogynei- 
Qaa&ai i^ofxoiovv tfj vnoxei/iivri, Xen. Oek. 10, 3: noQq>vQldag i^ivi^kovg 
(palrjv aXtfid-Lvag elvai. Plat Erit 121, A: inel d^ ^ tov ^eov fiiv fiolga 
i^lTTjkog eylyvero, 

Zn Grande liegt /- : Uvai ,gehen^ (Seite 1) in Verbindung mit dem 
Präfix i^ ,aus* Gausgehen' Od. 2, 139: I'?-it«. — ,Vorübergehen, zn Ikide 
gehen, aufhören' Hdt 2, 139: 6 xqovog ovxog i^-i^ie. Lys. 114,40: i^- 
'lovarjg dk t^g agxvs)' Eine Suffixform trjXoj an die man zunächst denken 
möchte, scheint gar nicht weiter zu begegnen, ausser etwa in aiaxvvrrj- 
Xo-g ,6chamhaff (Plat Charm. 158, C; Arist Eth. Nik. 4, 9, 3), das aber doch 
anders betont ist So darf man zunächst wohl Bildungen auf tj-Io- ver- 
gleichen, wie iQvyixT^Xo-g ,briillend* (1, Seite 453), ScijAo-g ,behaglich, rahig, 
ungestört' (1, Seite 344), aavqrrjXo'g ,unfreundlich, schnöde' (? — 1, Seite 168) 
oder, mit anderer Betonung, dnaTrjXo-g .trügerisch' (II. 1, 526; zu aTtartj 
,Betrag, Täuschimg'), ^lyrjXo-g ,Schauder erregend' (Hes. Schild 131), ai- 
yr]k6-g ,schweigsam' (Pind. Pyth. 9, 92; Soph. Phil. 141), und als nächst 
zu Grunde liegende VerbaJform das schon oben (Seite 2) aufgestellte ab- 
geleitete *M€iv ,gehen* ansehen, von dem zum Beispiel auch i^-iTrjtiov 
,man muss hinausgehen' (Xen. mem. 1, 1, 14) ausging. 
frü-s, alt FlTvg Rundung, Badkranz', ,Schildrand'. 

n. 4, 486: aXyeiQog . . . tijv fiiv ^' aQfitnoTtrjyog avfjQ at&wvi aidiJQq} 
i^i%aß\ otpQa Flxvv Tidfiipt] jtBQixaXXil dlq)Q(p. IL 5, 724:TEf/Sij d^ afiq)* 
ox^eaoi &oFwg ßaXe xaixrtvXa KvxXa . . . Tc5y ^ toi XQ^^V fi'^S ctq>&iTog. 
— Hes. Schild. 314: apiq)l d^ Xxvv ^iev ^£i%eavdg nX'q&om ioixwg' nav 
81 avvBlxB aaxog. Hdt 7, 89: aonidag dk txvg ov% hovaag dxov. Xen. 
an. 4, 7, 12: ifciXa^ßdverai ovtov Trjg irvog, Eur. Ion 210: Xevaaeig ovv 
kTt *Eyx€Xdd(p yoQytuTtiv ftaXXovaav tivv (für ,Schild'); 

Lat vitvrs ,Badkranz' (Von JSchmidt bei Kuhn 22, 315 aus alten 
Grammatikern nachgewiesen). 

Das alte anlautende / ist bei Homer ganz deutlich und wird auch durch 
das Aeolische (Ahr.- Meist 1, 105) noch erwiesen. — Das Suffix scheint 
dafi selbe wie in nlrv-g ,Fichte' (II. 13, 390 = 16, 483) und, trotz der 
verschiedenen Betonung, auch in TcXIri-g (,Neigung' =) ^Abhang, Hügel' 
(II. 16, 390; Od. 5, 470), daixv-g ,Mahl' (IL 22, 496), yQOTtrv-g ,dafi Bitzen* 
(Od. 24 , 229) und anderen ähnlichen Bildungen. So wird ein verbales 
einfaches vi ,umschliessen, umfassen' zu Grande liegen, daB wohl mit den 
unter tritjj alt FiTirj ,Weide' genannten Formen unmittelbar zusammen- 
gehört 



Griechische Etymologie» 35 

IrQio^, ein trocknes leicht zerbrechliches Gebäck. Athen. 14, 646, D er- 
klärt y7tef4fjiaTiov leTtTOv dia atjaafiov xai fiihrog yivofievov^. 

Selon Brachst 45, 1 : nlvovai xa2 TQwyovaiv, ol f^iv ttgiay ol d' Sqtov 
ccvvüivj ol di av/Lifiefiiyfiivovg yovQovg q>axolai, Soph. Brachst 189: lyw 
6i Tteivwa^ av ngog hgia ßiAnu). Ar. Ach. 1092: %a S" akXa ndvT^ 
icrlv TtaQeaxevaofiiya • . . a^vloi, TcloKoineg, arjoafiovvTegj irgia, Anakr. 
Brachst 17, 1: TjQlOTrjaa piiv ttglov XsTtxov fiiKQov areoxkag, Athen. 3, 
125, F: ineiaevix^ nXaxovg ix ydkaxtog i%Qlwv tb xal fiilirog, oV'Pcu- 
fxaioi Xlßov xaXovai, 

Der Soffixbildang nach anmittelbar mit ijrQiO'-y ,6ewebe' (1, Seite 611) 
vergleichbar. So würde sich als za Grande liegendes verbales Element 
blosses /- ergeben, das möglicher Weise das selbe ist mit dem l- von l- 
fiakid ,feinstes Mehr (Hesych: Ifialia' t6 inl߀%Qov twv akevqtov* im- 
yirvrjfia akergldog' nal 6 and %(Zv dxvgwv %vot;$), das anmittelbar za 
lat simila ,feinstes Waizenmehl' (Mart 13, 10: nee dötes simiU^ possis 
numeräre nee üsüs^ pistoft totiens cum sit et apta eocö) gehört Es würde 
dann also ein alter anlaatender Zischlaat ganz eingebüsst sein, wie znm 
Beispiel in Ufidd- ,Feachtigkeit' (Seite 28). 
fyrfij ,M örser*. 

Hippokr. 2, 755: ^lav xaraaxevdaag, zglße iv työrj. — Daneben: iy- 
di-g ,Mörser'; ein Tanz (den man wohl dem Stampfen mit der Mörser- 
keule verglich); Solon Brachst 39: arcevdovai d' ol fibv tydiv, ol öhalX- 
q>iovy ol 6' o^og. Athen. 9, 406, A: goda vd eioofioxata iv iydei tgltpag, 
Agath. (in Anth. 9, 642, 3): a% ^' vnig Xydiv tghfßieg . • . ylverai iv^dde 
xongog, — Antiphan. (bei Poll. 10, 103): yvvai^ Ttgog avXov ijX&eg' Sgxt^- 
OBi TcdXiv Ti}y tydiv. Athen. 14, 629, F: xal yeXolai d' elalv ogxfjoeig 
tydtg TLoi fiaxigia^cg anoxivog re xai aoßdg. 

Dankler Herkanft Die Lantverbindnng yd ist eine angewöhnlichere, 
findet sich aber znm Beispiel noch in iiiyda ,gemischf (II. 8, 437 ; Od. 
24, 77), Xlydriv ,streifend, ritzend' (Od. 22, 278), iXlySrjv ,sich drehend, 
rollend' (Aesch. Prom. 882), alydriv ^anstürmend' (Ap. Rh. 2, 828), iglydov 
ito-g ,dessen Getöse gross ist* (1, Seite 444), Xvydo-g ^weisser Marmor' (Diod. 
Sik. 2, 52,9; Xvydiyo-g ,aas weissem Marmor' Anakr. 15,27), aiivyiaXo'V 
,Mandel' (1, Seite 234), oydoo-g ,der achte' (1, Seite 516), dgvfÄayöo-g ,Ge- 
töse' (1, Seite 566). 
fyvijT- {tyvTjg) ,eingeboren'. Von Grammatikern als rhodisch angeführt 

ApoUon. Dysk. de pronom. (ed. Bich. Schneider , S. 56) : xaXovrrai dk 
xal ol av^iyeveig nagd *Podloig Xyvrjreg, T^g daaelag IAtt ixwg ngoaeX- 
^ovarjg. Bekker an. 1188: yrfjreg di Xiyorrai ol 'Poöioi xal tyvriTeg ol 
ym^aioi 'Podioi. 

Als Schlasstheil des offenbar zasammengesetzten Wortes ergiebt sich 

ein -yvijT- ,geboren', das ebenso neben mathmaasslichem *yvrit6'g (â– = lat 

gnäto-s Plaat Truc. 499 ; Capt 577; gnäta Enn. ann. 46) liegt, wie znm 

Beispiel axfi^^T" ,anermüdef (IL 11, 802; 15, 697) neben a%iÄ7}%0'g (Hom. 

3* 



36 Griechische Etjrmologie. 

hymn. Ap. 520), ad/z^T- ^nngebändigt, unangespannt', ,imyermählt^ (Od. 4^ 
637; — Od. 6, 109; 228) neben adf^tjTo-g (IL 10, 293; 23, 655; — Aesch. 
Schutzfl. 149); aßXrJT- ,noch nicht geschlenderf (IL 4, 117) neben aßkrivo-g 
,ungetroffen' (IL 4, 540). Mit *yyi;TO-ff aber steht yvi^aio-g ,zum Geschlecht 
gehörig, ehelich erzeugt^, ,echt, unverfälscht' (IL 11, 102; Od. 14, 202; Eor. 
Andr. 638; Ar. Vögel 1665; — Find. OL 2, 11) in nächstem Zosammen- 
hang, das selbst wahrscheinlich zunächst von einem weiblichgeschlechligen 
*yvijai'g ,(7e8chlechf (=- goth. hnodi- ,0e8chlecht. Stamm'; nur Phil. 3, 
5: iLS knödai Israelis) ausging. Dieses aber würde sich zu yev-ia&ai 
,geboren sein, sein' (IL 4, 375; 6, 98; 206) verhalten, wie zum Beispiel 
TfATJai-g ,Schnitf (Plat 6astm. 190, E; fSQQ-Tfirjai-g ,Nabelgegend' II. 11, 
424) zu Ti/Ä-veiv ,schneiden' (Aesch. Brachst 196; Schutzfl. 807; Soph. PhiL 
619; Aiaß 1179) oder ßg^ai-g ,Gespräch, Erzählung' (Od. 21, 291; ^f,ai-g 
Pind. OL 7, 55; Nem. 1, 59) zu ßeg-iw ,ich werde sagen* (IL 1, 76; 297). 
— Als erster Theil des Wortes wird wohl der Demonstrativstamm t- oder 
%' (Seite 2) gelten dürfen, so dass als Grandbedeutung sich ,in diesem 
geboren' ergeben würde. Lobeck (ParaL S. 308) vermuthet in dem l- die 
Präposition h ,in' (1, Seite 401) und vergleicht iy-yevig' ,eingeboren, ein- 
heimisch' (Hdt 2, 47 ; Soph. Eon. Oed. 452). 
lyv^ ,Eniekehle'. 

4 13, 212: rjl»e xor ' iyvvtjv ßeßXfjfiivog o^ißi xalKtp. Arist Thierk. 3, 
50: iiifyiora di ^iQtj rwv vevQcav %6 re negl %6 fioQiov t6 Tfjg aXaewg 
%vQtov (xaleltai dk tovto lyvva). Theokr. 25, 242: ^q Sf^orog^ fiaKgrjv 
dh neg* lyvvjio^v %Xi^B Ttignov. — Daneben liegt gleichbedeutendes lyvv-g. 
Hom. hymn. Herm. 152) h nakafifjai Tteg lyvva i Xaig)og advgiov. Arist 
Thierk. 1, 59: yaOTgoxvrifila . . . volg fikv dvBanaOfJLivri av(o Ttgbg xriv 
iyvvv, oaoi fieyaXa ra iaxlct ^ovai. 

Nächster Zusammenhang mit yow ,Enie' (IL 7, 118; 11, 547) ist unver- 
kennbar. Es begegnen auch sonst noch manche zu ihm gehörige Formen, in 
denen der Nasal unmittelbar zu dem anlautendem / oder seinem lautlichen 
Vertreter gerückt ist, wie yvv^ ,auf den Enieen' (IL 5, 68; 309; 357), yvv- 
-Ttero-g ,in die Knie sinkend' (Hesych: yvinetoi' ixzerafiivor dei?.oi* 
akXoi dk narrjqteig, — yvvrtevi^oec' elg yow Tcerrjaei. Daneben yown$%ig- 
ifussfällig' Eur. Phoen. 293. 6 Xrcnog TtLnvBc eig yövara Xen. Eyr. 1, 4, 8), 
Tcgo-xyv ,mit vorgebeugten Knieen' (IL 9, 570; 21, 460; Od. 14, 69), goth. 
iniu ,Enie' (Mk. 1, 40; 15, 19), knusßjan ,knieen' (Mk. 1, 40; 10, 17), altind. 
gnurbä'dh' ,die Knie drückend, beugend' (RV. 6, 1, 6; — yarm- ,Knie' RV. 
10, 15, 6), abhi-gnü' ,bis ans Knie, ganz nah' (BV. 1, 37, 10; 1, 72, 5; 3, 
39, 5; 7, 2, 4; 8, 81, 3), mitd-gnur ,mit gebogenem (?) Knie' (RV. 3, 59,3; 6, 32, 
3; 7, 82, 4; 7, 95, 4), asita-gnü- ,mit dunkeln Knieen' (AV-), pra-gnu- ,de8sen 
Knie auseinander gehen, säbelbeinig' (Lex.), altostpers. zhnvr- ,Ejiie' (Acc 
ghnün)j fra-shutdr ,mit vorgebeugtem Knie'. — Der Bildung nach vergleichen 
sich Wörter, wie otpgvr} ,Anhöhe, Hügel' (Hdt 4, 181; 182; 185. — Zu 
6g>gv'g , Augenbraue'', ,Ajihöhe, Hügel' 1, Seite 532) und o^vt} ,Rothbuche' 



Griechische Etymologe. 37 

(ly Seite 501). Das anlautende l ist wohl zu beurtheilen wie in ix^-g ^isch' 
(siehe Seite 45) nnd Ixzlvo-g ^Gabelweihe* (Seite 25). 

ißdvTi ^chöpfgefäss'. 

Hesych führt auf: Ißavt]' xddog' dvrXrjTi^Qiov und daneben: ißavov 
xadovj atafzvlov, xaX%lovy femer noch ißav^* avrkei und ißavazQlg* 
axoivlov IfiriTTiQiov. 

Grehört yermuthlich zu eUß^eiv ,ausgie8sen, yergiessen' (H. 16, 11 ; 19, 323), 
Abs nur in präsentischen Bildungen begegnet und daher gar keine Verbal- 
fonn mit einfachem / aufweist — Das Suffix wie in oQxdyrj ,Umzäunung, 
Einschliessung^ (1, Seite 568). 

7^«-$ ,Ibi8', ein in Aegypten lebender storchartiger Stelzvogel. 

Hdt 2, 75: loyog di iari apia j(p ^qqi Ttregwrovg oq)ig ix Tfjg [tigaßtr^g 
ni%Bü&at ijt^ ^lyvmov, rag d* i'ßctg rag OQvi&ag anavreovaag , , , ov 
nagiivai vovg otptg dkkd xavanTelveiv' xai rijv Ißiv did lovro %6 %Qyov 
T€Ti(ÄTJa&ai XiyovailAqdßiOL fieydXtag nQog Alyvmliav. 76: eldog di r-^g fikv 
Ißiog toöe* fiilaiva deivwg ndaa, aniXea de (poQiei yegdvov, nqoaoynov 
de kg zd [ÄcXiata iTclyQVTCov, fifya&og oaov xgi^ . . . %(Sv d ' iv noal (idX- 
Xov elXevfieviwv rolai oivd^^iinotai {dv^al ydg d^ eial Xßieg) xpiXii (näm- 
lich fi idhj) Tfjv xeg>aX'l]v xal vijv deiQ^v naaav^ Xevx^ n%eqoiai tcX'^v 
xeq>aXrjg %al %ov avxivog xa2 mQitov tdiv nreQvywv xal %ov nvyalov 

OTLQOV. 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
ißiaxo-q ,Eibisch*, eine Art wilder Malven. 

Diosk. 3, 153: IdX&ala, %vioi di Ißlaxov xaXovai, ol di dX&loxov, Ma- 
Xaxrig ia%\v dyqlag eldog (Verg. Ecl. 10, 70: dum sedet et gradlt ßscellam 
texit hibisco). 

Dunkler Herkunft Eine Nebenform ißlaxo-g wurde schon früher (1, Seite 
379) aufgeführt Das Schwanken in Bezug auf den anlautenden Vocal 
deutet wohl auf fremden Ursprung. Die Suffixform laxo ist gewöhnlich 
deminutiv, wie in naidlaxo-g ,Enäbchen^ (Xen. Hell. 5, 4, 32), aTeq)avl' 
axo-g ,Eränzchen' (Anakr. 40, 5 ; 42, 15), aXadlaxo-g ,Zweiglein' (Ajiakr. 
17,13). 
cd-, alt fid' ,sehen', verbal lebendig fast nur im Aorist ßidäeiv (II. 3, 236; 
5, 475; idelv Aesch. Ch. 425; Pers. 419; eßidev II. 4, 149; 151; 275; fldev 
II. 4, 217; 5, 770; eldov ,ich sah' Aesch. Ag. 247; Eum. 50; medial ßidi- 
a&ai H. 3, 194; 4, 476) und in dem früh mehr selbstständig entwickelten 
Perfect ßolda (,ich habe gesehen'—) ,ich weiss' (H. 4, 163; 360; olda 
Aesch. Prom. 504; 915; ßldfxev ,wir wissen' H. 1, 124; 2, 301; 486; Xa/iev 
Soph. Aias 23 ; Fldfievat ,wissen' IL 13, 273 ; Od. 4, 200 ; 493 ; eldivai Aesch. 
Ag. 1196; 1371; Flad^i ,wisse' Od. 2, 356; 11, 224; Conjunctiv ßetdü II. 1, 
515; 14, 235; Od. 1, 174; ßeldofÄSv IL 1, 363 = 16, 19; 13, 327; Futur ßei- 
di^aeiv IL 1, 546). Daneben begegnen aber dann auch noch präsentische 
und aoristische Medio-passivformen, wie Felden ai ,es (,wird gesehen' =) 
erscheint, es scheint, es gleichf (IL 1, 228; 8, 559; 13, 98) und iFelaaro ,es 



88 Griechische Etymologie. 

erschien* (Od. 2, 320; 5, 398; 442; ßeiaafiBvo-g ,gleichend* IL 2, 22; 13, 
45; 216; 16, 716). 

IL 3, 169: KuxJidv d' ovrcj iydv ov tcw FLdov o(p^akfioiaiv. IL 5, 475: 
%(Sv vvv ov %LV^ iyd) Fidieiv dvvafi* ovök vo^rjoai, 11.2,271: (ode di 
Tig ßelfceaxe fidav ig nXrjalov äklov. IL 24, 484: d^apißnioav 61 xal 
alXoij lg aXhrjlovg 8h Fläovto. 11.1,148: tov 8' olq' VTtodqa Fidotv 
TtQoaiqyq nodag wxvg ^AxiXXevg. 11.21,61: og>Qa ßldwfiai kvi q>QBalv r^dk 
daelw. — IL 2, 301: ev yag di] %6de flöfjiev ivl g)Q€alv. IL 1, 365: Fol- 
a&a' tI rj roi Tavra Fidvlrj 7tav%^ ayogevta; TL 2, 485: vfieZg yccQ -S-eal 
ka%e nageOTi r« Flare ts Ttdvra. IL 1, 363: e^avda^ iii] xev&e v6(p, %va 
FeLdofiev afiqxa. IL 20, 201: kmei aaq>a Folda xal avrdg rjfikv xeQTOfjiiag 
Tjd^ atavka iivdnqaaad'ai. — IL 8, 559: narsa dh Feiderat aoxga, IL 13, 
98: vvv 8ri Feiderat rifiaq vrtd Tgtoeaai dafirjvai. IL 24, 319: {alFerog) 
FelaccTO di aq>iv de^iog aFl^ag dia FacreFog. IL 14, 472: ov fiiv fioi 
xmLog eXderai. II. 1, 228: to di voi xrjQ Feldezai elvai. II. 5, 462: Fei86- 
fievog l^TiofiavTL. D. 2,22: zip fitv Feiaafievog nQoaeg)tuvee. IL 2, 791: 
Felaaro di (p&oyyrjv vh Ugiafioio IJoXItj]. 

Lat vid- ,8ehen', mit dem Perfect vidit (EmL ami. 228) und dem Paxttcip 
vt8t4^ (Eon. amL 6; 40), daneben der abgeleiteten Präsensform videre (Plaut 
Mil. 630). Das passive videri gewöhnlich in der Bedentang ,erscheinen, 
scheinen', wie Enn. ann, 45 : compelläre pater m^ voce videtur. 

Altir. fid- ,wissen*, mit Präsensformen aus finn (■= ßnd), wie ni ßntar 
,es wird nicht gewusst* (Zeuss-Eb. 501; 502); ni ßtir ,er weiss nicht*, ro- 
'fitir ,er wusste' (Zeuss-Eb. 458) ; altir. fiadu ,Zeuge' (Fick 2^ 264). 

Goth. in-veitan ,anbeten' (eigentlich wohl ,ansehen' ; — Matth. 8, 2 ; Luk. 
4,8); fair-veitl ,Schauspiel, ^iarqov^ (Kor. 1, 4, 9), fair-veiijan ,worauf 
blicken* (Luk. 4, 20; Kor. 2, 4, 18); vitan (Präteritum vitaida Mark« 6, 20; 
Kor. 2, 11, 32) ,beobachten, bewachen' (Mth. 27, 54; 64); — vait ,ich weiss* 
(Mth. 26, 70; Mk. 14, 68), vitan ,wissen^ — Nhd. weiss, wissen] dazu auch 
weissagen (von ahd. wtzago ,ProphetO. 

Lit vSizdmi ,ich sehe' ; ü-mdau ,ich werde gewahr'. Dazu veidas ,An- 
gesiebt*. — Altpreuss. waidimai ,wir wissen' (OurL 242). 

Altslav. vidSti ,sehen'; vedeü ,wissen'. 

Armen, gitel ,wissen' (Hübschm. Arm. St 25). 

Altind. vid" ,wahmehmen, erkennen, kennen, wissen': reduplicationslose 
Perfectform viida ,er weiss, er kennf ; BY. 1, 164, 39: jäs tdd nd vdida 
,wer das nicht kennt' ; BV. 5, 85, 8 ; jäd nd vidmd ,was wir nicht wissen' ; 
BV. 2, 20, 1 : viddhi sü nas ,beachte uns wohl'. 

Altostpers. vid ,wissen, kennen': vaedd ,ich weiss, ich kenne'. 

Das alte anlautende F ist im homerischen Verse in weitem Umfange 
erkennbar, dazu auch in dialektischen Formen, wie lakon. ßcäijv ,sehen' 
(Ahrens 2, 47), und auch inschriftlich bezeugt, wie im zugehörigen böoti- 
sehen Flattaq ,Zeuge' (Collitz 1, 184 viermal) und in der epirotischen Nar 
mensform Feldvg (Collitz 2, 6). 



Griechische Etymologie. 39 

iöavö'q ,aii8ehnlich, schönt 

Eallim. Bruchst 535: ras aag idavag x^Q^'^f^S» 

Gehört zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in Uavo-g ^hinreichend, 
tüchtig' (Seite 23). 
iöi, alt wahrscheinlich ßidij ,undS 

IL 2, 697: ot d' elxov . . . ayxlakov t' 'AvTQcSva Jrtdh UteXeov XexeTtolriv. 
n. 4, 147: fiiav&ev aifiati (jnqQol evtpvieg K^fial tb Ftök atpvqa, II. 18, 
589: TtoLFrjae . . . xlialag te ycaTTjgeyiag fidh ötjxovg. IL 14; 348: x^cüv 
dia qwev . . . XtJtov &' igai^^ivra ßidh xqokov. II. 4, 382: oS d' ifcel ovv 
^XOv%o Fidh TtQO odov iyävovro. IL 5, 3: 2v^ UxörjXog fieva naaiv ^Aq- 
yetoiai yivoixo ßide xXißog ia&lov aQOtto. IL 14, 175: T(p ^* ^ ye XQ^^ 
xaXov akeiipafiivr], fidk x^f''^^Q ne^afjiivr]. Od. 11, 337= 18, 249: ßeiöog 
ve fAiyed-og xs fidi tpQivag %vdov iFlaag, 

Das anlautende alte J^ ist in der homerischen Sprache nicht zu verken- 
nen; nur wenige Stellen (11.2,511: valov iök... IL 5, 171: To^oy Idi. 
IL 6, 4: 2i^6FBvtog 16L IL 24, 166: dva 8iji^a%^ Idi) scheinen Widerspruch 
dagegen zu erheben. — Was die Bildung des Wortes anbetrifft, so stimmt 
sein Schlusstheil offenbar mit dem von rjöi ,und' (1, Seite 615) überein, von 
dem am angeführten Ort bereits weiter gesprochen wurde. Fick (2, 29) über- 
setzt das -öi mit ,zu', hält es also für das selbe mit dem — doch unbe- 
tonten de in aka-de ,zum Meere, ins Meer* (IL 1, 308; 2, 165), ßdarvöe 

,zur Stadt* (IL 18, 255; 24, 778), TroTa^udv-d« ,zum Fluss* (IL 21, 13; 120) und 
anderen Verbindungen. Der erste Theii des Wortes kann der Demonstra- 
tiYStamm i-, an den hier öfter gedacht ist, nicht sein. Etwaige Zugehörig- 
keit aber zu altind. vi- ,auseinander* (BV. 1, 32, 10: vi caranti ä'pas ,die 
Wasser gehen auseinander, breiten sich aus*) und goth. vithra ,wider, gegen^ 
(Mth. 27, 14; Mk. 10, 5) ist der Bedeutong wegen wenig wahrscheinlich. 
iöiri^ aus altem fiöirjj , Aussehen, Aeusseres*, ,Beschaffenheit, Art und Weise*. 
^Meinung, Vorstellung, Urbild, Idee*. 

Theogn. 128: ftokXmi yag yvcipirjv i^aTtazwa^ idiai. Find. OL 11, 103: 
aXvrjaa • . . iöiif te xalov äqtf tb xBKQafiivov. Hdt 2, 76 : %(Sv fihv ärj 
fisXaiviwv TÜv (JLoxofJLBvimv nqbg Tovg o(pig i]8' rj idii}. — Hdt 6, 119: 
%ov (pQioTogtb naqix^^^ %Qiq)aalag idiag. Thuk. 1, 109: avToig nolkal 
iöiai Ttokificjv nariaTtjOav, — Hdt 6, 100: lq>Q6vBov öi öitpaalag idiag. 
Plat Staat 6, 505, A : ort ys fj %ov aya&ov löia fiiyiarov fxad^jfjia. Plat 
Sophist 253, D : o ys tovvo dvvaTog öqSv filav iöiav dia nokküv^ kvog 
k%aa%ov xBifiivov X^Q^y Ttavrri diarerafiivrjv Ixavwg diaia&dvBrai, 

Gebildet wie dkiäy homerisch fakhj ,Wärme* (1, Seite 296). Zu Grunde 
liegt Id'y alt ßid- : ßidieiv ,8ehen* (Seite 37). 
töri ,Wald*. 

Hdt 1, 110: 'favTTj fikv ydq 17 Mrjdixrj x^QV ^Qog SaOTtelQCJv oQBivr] 

latL xaq%a xal vipri^ re xal idrjai avvijQegyqg, Hdt 4, 109 : 17 dk x^QV 

affiiov Ttäaa latt daaia idrjai TtavToltjai. Hdt 4, 175: 6 dk l6q)og oixog 

Xaglztay daavg löjial kari. Hdt 5, 23: iv QqriUji, %va tdrj tb vavfct]- 



40 Griechische Etymologie. 

/qoifiog %(JTL aq>9oyog, Hdt 7, 11t: oixeovol Te yaq ovgea ixljrika, Xdfjal 
%e navrolrjai xal x^^^ avvrjQeq>ia, Paus. 10, 12, 7: tcJv di xiaglcnv %a 
daaia vno twv dv&Qwmav idag tote ovo/jtd^eo&ai. — Als Eigenname schon 
bei Homer (H. 2, 821; 8, 47; 75). 

Dunklen Ursprungs. 

Jöo^y aus altem ^ßldog- (noch älterem aFldog-) ,Schweis8^ 

Hes. Schild. 397 : Tirvi^ . . . Ttavrniiqiog re xai ij^og xiei, avdijv töei 
(für ,HitzeO h alvordrip, oxe rexQoa SelQiog a^eu Hipp. 1, 247: ol Ikiy- 
ycSdeeg nvQetol xal cvev idiwv xal fieta idiwv oXi^Qiov. Diog. Perieg 
966: dfiq}l d^ aga aq>iv idet d'aXno^ivoiai ^leXalvecai ctvaXiog XQ^Q* 
Dazu: idteiv oder töieiv (Od. 20, 204) ^Schwitzen'; Od. 20, 204: ßldiov 
wg hofriaa. Hipp. 2, 665 : xgiaaov dk diovQieiv xal Idleiv. Ar. Friede 84 
ev'difg an dgxrjg ^(afifj nlavvog, tvqIv av idljjg. Ar. Frösche 237 : ^cJ 
ngunctog lölei ndXai. Arist Thierk. 3, 94 : algxa • . . öioqqovtoi ovTiag 
üiare ijör] Tivig Xdiaav alfxavuidrj lögtÜTa. — fdpo?- {lÖQwg) ,Schweiss^; 
n. 5, 796: Idfütg ydg ^iv ^etgev vno nlarifog TsXa^divog. II. 10, 574: 
avTag Inel aq)iv xvfxa '^aXdaarjg lÖgoa noXXbv vixpev dno XQ^'^^S» H. 
17, 385: xafidrq) dk xal Idgdi vwXefiig alßel yovFoxa . • . naXdaaeto» 

Lat südöS' (südor) ,Schweiss^; Enn. ann.399: tum timidd manät ex 
omni corpore südor. — Dazu : süddre ,schwitzen^ ; Plaut Rud. 582 : tu vel 
südä vel pert algü. 

Kambr. chtoys ,Schweiss' (Zeuss-Eb. 124). 

Ags. 8vät ,Schweiss, Blut', — nhd. Schweiss. — Dazu nhd. schwitgen^ 
ahd. swizzen. 

Lett. sweedri (Plural) ,Schweiss^ 

Armen. Tchirtn ,Schweiss' (Hübschm. Arm. St 55; Bugge Beitr. 28). 

Altind. sväida-8 ,Sch weiss'; KV. 1, 86, 8: ga^amändsja . . . svdidasja . . 
vidä' ,um den Schweiss des sich Mühenden wisst ihr'; BV. 10, 134, 5: 
dva sväidäs iva abhttds vishvak patantu didjdvas ,wie Schweisstropfen 
sollen rings herum nach allen Seiten die Geschosse fliegen'. — Zu svid 
,8chwitzen'; svidjati ,er schwitzf (Mbh.); RV. 10, 106, 10: hlrUird iva 
sväidam ä-sishvidänd' ,gleichwie zwei Schweiss ausschwitzende Pflfiger'. 

Das alte anlautende / scheint früh erloschen zu sein; bei Homer tritt 
es nur an einer einzigen Stelle (IL 4, 27 : ßidgoa ^' ov ßldgwaa fioytf) 
noch deutlicher entgegen, während es ziemlich häufig (II. 8, 543 =» Od. 4, 
39; n. 10, 572; 11, 119; 621; 13, 705; 15, 241; 16, 109; 18, 372; 21, 51; 23, 
688; Od. 11, 599 und in dv-idguixi ,ohne Schweiss' II. 15, 228) entschieden 
abgelehnt wird. Das Schwanken zwischen dem Eintreten des harten Hauchs 
für altes aß in Idgog- und seinem völligen Erlöschen in Idog- und tdteiv 
beruht wohl auf ursprünglich dialektischer Verschiedenheit — Das ab- 
geleitete iSiuv (iduiv) beruht auf einem muthmaasslichen Hdi-g ,Schweiss'^ 
wie zum Beispiel fxrivuiv (firjvuiv) ,zümen, grollen' (jiijviev 11.2,769; 
if^i^vte II. 1, 247; fii^vie IL 1, 488; 12, 10; 18, 257; /irjviei Od. 17, 14; Im- 



Griechische Etymologie. 41 

peratiy fii^yie IL 1; 422) auf dem Nomen firjvi-g ^om, Groll' (IL 1, 1 ; 75) 

— In IdQOQ'' begegnet eine yereinzelte Snffrsform Qog^ deren Schlnsstheil 
sich nnmittelbar mit den Suffixen Yon'i//o-^ ,Morgenröthe' (Nom. rjßiig 
IL 1, 477; 493; Accus, rjßoa IL 5, 267; 8, 565; 9,240; Dat Tjß6'£ IL 7. 331; 
9, 618; 682), aidog- ,Scham' (aldwg IL 5, 787 = 8, 228; aldoa IL 2,262; 
13,122; 15,561; aldoi ILIO, 238; Od. 8, 172) und auch xQog- ,Haut, 
Körper*, ,Farbe" (xQoig IL 4, 510; 17, 733; XQoa IL 4, 139; 237; 5,354; 
XQot IL 7, 207 ; 8, 43 ; 298) vergleicht Wie neben dem letzteren noch die 
Form XQ^' (x^cJra Od. 18, 172 und 178; Hes. Werke 556; Pind. Isthm. 
3, 41; Aesch. Fers. 317) begegnet, so hat auch Idgog- eine Form IdQCjr- 

— die später allein gebräuchliche — (IdgwTa Hes. Werke 287 ; Eur. Bakch. 
620; lÖQWTi Soph. Aias 10) zur Seite, die sich weiter auch mit yiXuT- 
jGelächter* (Aesch. Ch. 447; Hdt. 9, 82) und ipcjr- ,Liebe, Verlangen* (siehe 
unter 'igo-g) vergleicht Wie nun wieder diese letzteren auch die Formen 
igthg (1, Seite 440) und yiko-g (IL 1, 599 — Od. 8, 326; Od. 18, 100) zur 
Seite haben, so begegnet neben lögog- und IdgÜT' auch noch ein Idgo-g 
(lÖQfp IL 17, 745, falls hier wirklich die üeberlieferung richtig ist). Un- 
mittelbar aus diesem aber ging Idgoeiv ,schwitzen* (IL 2, 390; 388; 5, 
598; 8, 543 = Od. 4, 39; fiögwaa IL 4, 27) hervor. — Im lat südös- 
(wahrscheinlich aus altem *sveidd8-) entwickelte sich das gedehnte ü ähn- 
lich wie in eüjtd^ ^wessen* (Hör. carm. 1, 12, 3; 2, 4, 23) aus altem qvo-tus 
(Corssen 1, 706), und in secuta ,folgend* (Enn. ann. 299) neben seqvitur ,er 
folgt (Enn. ann. 406) oder auch im goth. sütjor ,süss, sanft* (Tim. 1, 2, 2; 
1, 3, 3), aus einem älteren "^svötja-j neben altind. svädü- ,sttss, angenehm* 
(EV. 6, 44, 21; 10,136,6). 

löiO'Q, alt Fldio-g .den Einzelnen betreffend, eigenthümlich, eigen*. 

Od. 4, 314: t/ttt« di oe x^e^cj devg^ W^y^j Si^fiiov ij fldiov] Od. 3, 
82: TtQtj^ig d^ ijd^ Idlrj^ ov di^fiiog^ rjv ayogevoi. Pind. OL 13, 49: iyw 
dh tdiog h xoivc^ araXelg , . . ov x^evoofM ' äfiq>l Koglv&fp, Pind. Nem. 
6, 36 : Ttakalqxxvog yevea, idia vavatoXiovTeg iTtixwfiia, Aesch. Prom. 402 : 
ttfiiyagta yag jade Zeig idloig vofioig HQaTvvcüv . . . hdelxvvoiv, Hdt 
8, 109: avöga . • . o^ ra re Iget aal za idia iv o^olq) inoiiBTo. 

Das alte anlautende F ist mehrfach auf Inschriften erhalten, so nament- 
lich auf böotischen (Collitz 1, Seite 149—153; 192— 194; 389—395), weiter 
zum Beispiel auch auf einer elischen (Collitz 1, 319) und einer lokrischen 
(Collitz 2, 54). — Zu Grunde liegt das pronominelle ?, alt Fi (aus *aFi)^ 
als Accusativ ,ihn, sie, es* und rückbezüglich ,8ich* (1, Seite 326). Die Suffix- 
gestalt ist dieselbe wie in hti-vBfpgldio-g ,an den Nieren {veipgol Ar. 
Frosche 475; 1280) befindlich* (IL 21, 204), xovgldio-g^ wohl , jugendlich 
vermählt* (IL 1, 114; 5, 414; zu yLOvgo-g ,Jüngling* IL 1, 473; 5, 807), Fgril- 
dio-g ,leicht, mühelos* (IL 4, 390; 12, 54), alöio-g ,immerwährend, ewig* 
(1, Seite 22) und anderen, zum Theil neben dem letzteren schon aufgeführten, 
Bildungen, unter deren Einfluss sich auch der I-Vocal der ersten Silbe 
entwickelt haben wird. Ein Vergleich mit x^^^^'S ^gestrig* (IL 1, 424; 2, 



42 Giiechiflche Etymologe. 

303) neben x^^S ,gestem^ (Hom. hymn. Herrn. 273; Hdt 2, 50) bezüglich 
der Entwicklung des inneren i liegt schon ferner. 
iövlo-q oder auch idvo-g ^euge^ Alterthümliches Wort 

Ar. Bruchst (bei Eock 1, Seite 448): 6 fikv ovv aog, ifiog d' ovtog c- 
d€lq>dg q>Qaaa%w, %L xakovoiv idvlovg, — Hesych führtauf: iäviot' fiaQ- 
Tvgeg* tj ol vag q)Oivixag ölxag xQlvovreg' ol dh avvLaxoQag. Photios: 
lövovg' vovg iiaQtvqag' ovrcj 26X(üv. 

Die lakonische Form ßlävoi oder ßldeoi (Ahrens 2, 47), die als Benen- 
nung gewisser Staatsbeamten offenbar unmittelbar zugehört, erweist altes 
anlautendes f und stellt damit die Zugehörigkeit zu Id-, alt ßiöifidieiv 
jsehen' (Seite 37 , ßldfievai ,wissenO ausser Zweifel. Der Bildung nach 
vergleicht sich unmittelbar das weibliche ßidvla (aus *ßidva-ia) = altind. 
vidüshi ,wissend^ (RV. 10,95, 11; aus einem alten *vidüs-iä)j so lässt 
sich wohl idvlo-g als mittels des Suffixes to aus dem Ferfectparticipstamm 
"^Ldvg-y ßidvg- (aus dem präsentischen Participstamm Ixow- ,wollend', alt 
ßeaovT' IL 3, 66 ; 4, 43, wurde mit dem selben Suffix iKovaco-g ,freiwillig^ 
Soph. Phil. 617; 1318 gebildet) gebildet ansehen. Dazu gehört auch goth. 
veitvdd'8 ,Zeuge, fiaorv-g' (Mih. 26, 65; Mk. 14, 63; Kor. 1, 15, 15), das dem 
participiellen ßeidoig ,wissend' (II. 1, 385; 3, 202; Acc. feidora IL 15, 527; 
Od. 9, 215) ganz genau entspricht 
idvöeö'd'ai ,sich krümmend 

Bei Homer fünfmal. IL 2, 266 : axi^7ttQ(p dh iie%aq>Qevov iidh xal äfno 
nXrj^ev* o d' Idvoid'riy d'aleQov öi Foi enTteoe äaxgv. IL 12, 205: xoipe 
yccQ avTov exovra (d. L dgoKCJv aifewov) xaza avijd'og Ttaga deQßtjv tö- 
void-eig oftlaw. IL 13, 618: ijXaaev • . . o di TtQoacovTa . . . Ldviidr^ de 
Tteoiiv. Od. 8, 375: Trjv (d. L aq>alQav) Ikeqog ßQLnxaane novl viq>€a 
OTUofevTa idvcjd^elg ort law. Od. 22, 85: TceQißQtjö^g öi zgaTtiKf] xaTtne- 
asv Idvwd'elg. Hipp. 2,610: i/v^v oiv yvvatid d%6%(fi iovajj %qvq>df] xa 
kTttfirjvia . . . TOVTO dk ^vfißaLvBL^ rjv xdv firjZQiwv xo axofia /jtefAVKfj rj 
Idvw&fj, 2, 628:*^!» fzkv ovv ipfj avxUa artUvai öxav evvaadij, xo axo- 
fia ov% bqd'ov laxv xijg fiT^XQrjg, dlk ' Idvovxat xal ov Xa^vxai xrjv yovrjv. 

Zunächst zu Grunde liegen wird, wie zum Beispiel dem abgeleiteten 
^txyoead^ai ,sich krümmen, zusammenschrumpfen' (Arist Thierk. 5, 110) 
das adjectiyische ^iKvo-g ,krumm' (Hom. hymn. Ap. 317), ein adjectivisches 
*idv6-g ,gekrümmt', das seinem Suffix nach ausser mit dem eben ge- 
nannten giKvo-g sich zum Beispiel auch mit 6Qq>v6'g ,dunkeP (1, Seite 576) 
und ayvo-g ,verehrt, heilig*, ,rein, unbefleckt* (1, Seite 120) unmittelbar ver- 
gleicht Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht deutlich. 
Wpc-Sy alt ßlÖQc-g ,kundig*. 

Od. 6, 233 «= 23, 160: wg d' oxe xcg xQvaov Ttegixevexai. oQyvgqi avfjQ 
ßldgig, ov ^q)ataxog äiöaev xai Ilaklag ^/t&i^vr] xixvrjv navxoLiqv. Od. 
7, 108: ooaov OalrjKeg ^egl Ttavxuv Fligieg dvägdv v^ßa d-oFrjv kfcl 
novxi^ iXavvifiev. Pind. OL 1, 104: niTtoi&a öh ^ivov fii^ xiv^ d(xq>6xeQa 
y,ahSv xa ßldgiv aXXa xal dvvaf^iv xvQcoixeQov. 



Griechische Etymologie. 43 

Das alte F ist deutlich in dem zusammengesetzten a-ßiögi-g ,unkundig^ 
(IL 3 y 219; Od. 10, 282) und der homerische Vers erweist es ausserdem 
in dem abgeleiteten idgelrj ,Kunde' (IL 7, 198: ovöi ri fidgelrj. IL 16, 359: 
c dk ßiögelf]). Zu Omnde liegt iä-, alt ßcd- : Fidisiv ,sehen', Perfect Fid- 
fievai ,wissen^ (Seite 37). Die Suffixform ql scheint in Adjectiven sonst 
nicht vorzukommen. An altindischen Formen aber vergleichen sich bhü'ri- 
,viel^ (KV. 1, 10, 2; 4, 16, 8; 5, 3, 10), gubkri- ,schmuck, schön' (KV. 1, 29, 
1; 5, 34, 8) und wohl auch givH- ,gebrechlich, alt, greis* (RV. 1, 70, 10; 
1, 180, 5). 
lÖQ'ösO&'ai und vereinzelt auch IdQvvea&ai (IL 3, 78 = 7,56: lögvv- 
i^fjoav) ,sich setzen, sitzen'; causativ lägveiv ,sich setzen lassen, setzen, 
gründen'. 

11.3, 78 «»7, 56: Tgtiiov aviFegye q)akayyag, ^iaaov doqFog ihav 
%o\ d' Idgvv^aav arcavxeg. Aesch. Schutzfl. 413: iv &Buiv edgaiaiv wd* 
Idgvfiivag . . vficg. — IL 2, 191 : avrog t€ xdxhiao xal aXkovg XÖQve Xa- 
Fovg. n. 15, 142: tag FsiTtova^ lögvce ^govq) %vi ^ovQOv^^Qrja, Od. 20, 
257: Tfjlifiaxos <J' ^OdvaijFa nad'-ldQve. HdL2, 59- idgvTai (,ist ge- 
grOndet, liegf) dk rj noXig avzrj v^g uityvfctov iv fiiaq) %(fi JiXxa. 

Nächster Zusammenhang mit Id- : ^eo&ai ,sich setzen' (1, Seite 379) ist 
nicht zu bezweifeln, da erklärt sich das i wohl wie in irtmo-g ,Pferd' 
(Seite 30) und anderen Bildungen. Als zunächst zu Grunde liegend ist 
wohl ein adjectivisches Hdgv-g ,sitzend' (ein altindisches sadru- ,sitzend' 
belegt Böhtlingk aus dem Bhattikävjam) zu vermuthen, das etwa ursprüng- 
lich ,mit Sitz (^dQTj 1, Seite 380. Aesch. Schutzfl. 413: sögaiatv dd^ lögvfii- 
vag) versehen' bedeutete, also dann als eigentliches Schlusssuffix nur v 
enthält So war ^Ar-g ,weiblich' (IL 10, 216; 19, 97) wohl zunächst, mit 
Brüsten (^Aij Eur. KykL 56. — Piaton Erat 414, A sagt: to dk ^Iv 
and rijg &rjX7}g ti q)aivBtaL iTtwvoiiaa-^ai) versehen*. 
t^Hv ,setzen', ,sich setzen' (IL 24, 553; — 11.18,422), das in der älteren 
Sprache ausschliesslich in präsentischen Formen auftritt 

Wurde schon unter kö- .'^^ea&ai ,sich setzen' (1, Seite 379) aufgeführt, und 
zwar als aus *aiadj€iv, *aiaiöj€iv entstanden, wornach es also als durch 
Seduplication und zugleich zugefügtes ; gebildetes Präsens anzusehen sein 
würde. Solche zweifache Präsensbildung aber ist ungewöhnlich ; sie scheint 
nur noch in kilalead^ac ,begehren' (IL 3, 399; 13, 253; aus ^h-kdajea^aij 
zu altind. Idsh-ati ,er begehrf Mbh.) vorzuliegen. So stimmt %^€tv mög- 
licher Weise mit dem bloss reduplicirten lat stdere ,sich setzen' (Verg. Aen. 

6, 203; aus ^sisdere, wie zum Beispiel didücere ,ausdehnen' Hör. sat 1, 10, 

7, aus *di$dücere) und altind. sfdati ,er setzt sich' (aus ^sisdati 1, Seite 
380 ; die regelmässige Wandlung des s neben iinsh und dann des d in cere- 
brales d unterblieb, weil offenbar der Zusammenhang mit sad- ,sich setzen' 
auch lautlich deutlicher festgehalten wurde) ganz überein. Dann würde 
sein f aus ad entstanden sein (Theokr. 5, 97 bietet dorisches Iq^-ladei ,es 
sitzt drauf') und die früher als bedenklich abgewiesenen Deutungen von 



44 Griechische Etymologie. 

a^ea^at ,verdorren' (1, Seite 144) aus "^aadea&ai^ und von o^o-g ,Zweig^, 
ySprosSy (1, Seite 524) aus *oado-g würden von lautlicher Seite eine be- 
stimmtere Stütze finden. 
iXavdBiv jverlangen^ 

Nur Homer hat das Wort, und zwar an drei Stellen, an denen die 
Ueberlieferung fast nur die Form lax- bietet II. 17, 572: fivlrjgj ij t€ xai 
iQyofiivri (laka tzbq XQOog dvdgofiioio Ixavatf doTcieiv. IL 23, 300: T/jv 
(d. i ^t&Tjv) S y VTCO ^vyov rjyej fiiya ÖQOfiov Ixcivowaav, Od. 8, 288: 
ßrj d' TfievaL ngog düfia Ttegiulvrov ^H(pala%oio ixavotov q>iX6%rf€og iv- 
OTBfpavov Kv&€Qilr^g. — Hesych führt auf: Ixavav' ini&vfieiVj yXixBa&ai^ 
d'iXeiv, T^dea&ai, und noch andere zugehörige Formen. EtyuL M. erwähnt 
ein zugehöriges Ixctlveiv, o laxiv inidvfieiv. 

Lit. igiti ,etwas erstreben, sich um etwas bemühen^ (Nesselmann). 

Altind. ih (aus *igh) : thatai ,er strebt wonach, verlangt wonach^ (Mbh.). 
Dazu aihdr ,begierig, verlangend' (AV); an-aihäs- ,unerreichbar, unver- 
gleichlich' (RV. 1, 40, 6; 3, 9, 1), ,unbedroht, sicher* (RV. 1, 129, 9; 8, 
18, 21). 

Lässt zunächst ein *txdv7] , Verlangen' erschliessen , das gebildet wurde 
wie zum Beispiel oQxdvri ,ümzäunung, Einschliessung' (1, Seite 568) und 
öanavri ,Ausgabe, Aufwand' (Hes. Werke 723). Das letztere hat das ab- 
geleitete öanavaeiv , Ausgaben machen, ausgeben' (Thuk. 7, 29; 47) zur 
Seite. — Wahrscheinlich gehört hieher auch lat aemulos ,nachstrebend, 
nacheifernd' (Plaut Rud. 240; Ter. Eun. 623), das wohl aus einem alten 
*aigmolo- hervorging, wie zum Beispiel jümento-m (,Angespanntes' ■=) 
,Zugthier, Lastthier' (Plaut. Epid. 209) aus ^ju^mento-m. 
txaQ' jVerlangen' (?). 

Begegnet nur an einer einzigen nicht ganz deutlichen Stelle bei Aeschy- 
los; Schutzfl. 850: xeXevw ßl<f fie&ia&ai Xx^Q (pQBvL t' atavy zu der die 
alte Erklärung lautet: xiiv iTti&vfilav ixoq eine ttjv aTrjv Ttjg q)Q€v6g. 

Bei dem so offenbar angenommenen Zusammenhang mit dem voraus- 
gehenden txavaeiv ,verlangen' würde IxctQ zu erwarten sein. Das Suffix 
wie in ^tioq- ,Leber' (1, Seite 608), ovag- ,Traumbild' (1, Seite 541), eaQ- 
,Frühling' (1, Seite 331). 
ixd^Q" (ix^Q) ,Grötterbluf, ,wasserähnliche Flüssigkeit in thierischen Körpern 
oder auch Pflanzen'. 

IL 5, 340: ^ißei d' äf^ßQorov alfxa d'eoiOj ix^Qf oUg niq t€ ^ifei fia- 
xageaai d'eoiaiv. II, 5, 416: afjiqxni^aiv an* ix^Q (andere Lesart ix(il) 
X^t'Qog (nämlich der Aphrodite) dfiogyvv. — Hipp. 2, 65: xavaog di yl- 
vetai, oxoTav dva^tjQaV'd-ivTa rä (pXißta iv S'cgi.vfj ägj] lni07taari%ai 
dQifjiiag xal xoi'ddeag Ix^gag lg Iwwa. Plat. Tim. 82, E : oxav yaq rrjao' 
fiivT] odg^ dvanaXiv elg zag (pXißag ttjv Tr^xedova i^ifjj %6%B fiezd nvev- 
fiOTog alfia Ttokv . . . x^^^S xol ix^Qotg xa2 q>i.iyfiaTa Ttavroia Xox^i, 
83, C: ixdfQ de, 6 fikv al/fiaTog oQog ngäog, 6 de fielalvrig x^^^iS o^eiag 
T£ ayQiog, Archestr. bei Athen. 9, 399, E : fif] kvnel%(a 6i a* oQiSvTa ixdiqa 



Griechische Etymologie. 45 

CTaCfivra TiQBviv^ aXX ' %ü&te Xaßqtaq» Arist Thierk. 3, 19 : yLOivoxatov fiiv 
ka%i %6 alfia fcaai volg halfiois ^voig . . . Mneira ök to avchyyov tov- 
roiQy ix^Q xal Iveg. 3,95: ylverai dk TteTTOgxivtav i^ Ix^Qog fihv alfiOy 
l§ aificnog di nifieXi^. 3, 100: nav di ydla ^€i ixtSga vöccrcidTj, o xa- 
XeiTai o^Qog, 7, 56: av fiiv ovv aqgevoxoyfjjy nQoiqxov^cti ol ix^H^g vöa- 
^eZg vftupxQou 9, 228 : ix %(Sv ihuHv (in Folge des Bisses eines Löwen) 
hc^Q^S ^^ovaiv (ixQol oq>6dQa, Qu. Sm. 2, 566 : q>alf]g xev i& ' ^Jixeog 
ovlofiivoio nvd-OfjLivovg Ix^Qcig dnOTtveleiv dXeyeivov, Diosk. 1, 172: 
ingavla . . • o dh ttav x^oi^cuv ^X(ov Xx^Q xaio/^ivwv aQfio^ei JtQog ieix^- 
vag %a%axQt6fiBvog, 

Die Soffixform taq ist in männlichgeschleehtigen Wörtern sehr unge- 
wöhnlich*^ findet sich aber so noch in yLiliaq- ßohn^ (Eur. Andr. 1033; 
Lykophr. 495), ausserdem in mehreren ungeschlechtigen Wörtern, deren 
Elrwahnung zu thun sich schon unter axiOQ- ,6rind, Kopf ausschlagt (1 , Seite 
148) Grelegenheit bot Die vermuthete Zugehörigkeit zu hiiad- ,Feuchtig- 
keitf (Seite 28) ist durchaus unwahrscheinlich. 

fXM-s ,Fisch'. 

IL 19, 268 : orofiaxov xdngov . . . aXog ig fiiya laiz/Aa ßglip* iTtiötvi^- 
aag, ßoaiv Ix^oiv. IL 21, 203: tov fikv ag' iyxiXvig re xal ix^veg a^tpe- 
nivovTO. IL 23, 692: dg d* od-' vno q)gi7idg ßogiw dvandXXevai ix^'g 
d'lv* iv q)vxt6Fevti. 

Lit iwvi'8 jFisch'; — altpreuss. iukans ,Ksche' (Pluralacc.) (Fick bei 
Kuhn 2, 384). 

Armen, dzuhn ,Fi8ch' (Hübschm. Arm. St 40. — Bugge Beitr. 24). 

Den angegebenen Zusammenhang hat Fick zuerst erkannt Das anlau- 
tende i entwickelte sich wie in htxlvog ,Gabelweihe' (Seite 25) oder wie 
zum Beispiel das 6 in 6q>gv'g ,Augenbraue' (1, Seite 532). In Bezug auf das 
innere ^ darf man ix^^ig ,gestem' (1, Seite 388) vergleichen, dem altind. hjds 
,gestem' (hida BV. 8, 55, 7; 8, 88, 1; 10, 55, 5) zur Seite steht So darf man 
als alte Grundlage wohl ein ^ghjü- vermuthen. 

fx^os- jFussspur*. 

Od. 17, 317: xvcuy . . . xai ixv€aL ydg negißeldt], Hes. Werke 680: oaov 
r' ijtißäaa xogtirrj ix^og irtolrjaev, Pind. Pyth. 10, 12: z6 de avyyevig 
ifißißaxev ^xveoiv nargog. Pind. Nem. 6, 17: txveoiv iv Ilga^iödfiavrog 
iov Ttoda viiJLiav. 

Die Suffixform wie in l'^yog-, alt Fi&vog- ,Schaar, Volk' (1, Seite 392). 
Die zu Grunde liegende Verbalform, die etwa ,treten' bedeutet haben wird, 
ist nicht klar. 

l^iy alt Fl(pL ,mit Kraft'. 

Bei Homer ausser in zusammengesetzten Eigennamen wie Fig>i'ddfiavT-' 
(H. U, 221) 17 mal. IL 1, 151: dvögdai ßKpi fidxea&ai. IL 6, 478: nald' 
ifAOv . . . aide ßlr]v t* aya&bv xal FiXLov Itpt ßavdaaeiv, H. 1, 38 = 452: 
agyvg6%o^\ og . , . Tevidoio ve ßlg>c ßavdaaeig, II. 3, 375: i] Fol Fgrj^ev 



46 Griechische Etymologie. 

Ifiavra ßofdg Hq>i utafiivoio, H. 21, 208 : X^Q^^ ^^^ Ilrjkeßldao aal aOQt 

Eine alte durch suffixales q)i gebildete Instrumentalform zu i-g^ alt Fi-q 
jKraft' (Seite 3), die sich ßlri(pi ,mit Gewalt* (IL 16, 826; 21, 501; 23, 315), 
dmQv6g)vy ,mit Thränen' (IL 17, 696; 23, 397), oxeatptv ,mit Wagen* (IL 8, 
290; 11, 699) und anderen ähnlichen (LM. VergL DecL 54—59) zur Seite 
stellt Das alte anlautende F ist hinreichend deutlich und trotz des schein- 
baren Widerspruchs von sechs homerischen Stellen (II. 2, 720 : ßeidoreg 
lq>i. IL 4, 287 : dvciyerov Itpi. IL 5, 606 : f^eveaivifiev lg)i, IL 6, 478 : Fi- 
Xlov lq)i, IL 12, 367: otqvvbtov lq>i. Od. 11, 284: Miwr]l(p lg>i\ die sich 
zum Theil indess sehr leicht würden ändern lassen, nicht zu bezweifeln. 
c9)co-$, alt ßig)io-g ,kräftig* (?). 

Bei Homer 13 mal, stets in Verbindung mit fi'^Xa ,Schafe^ 11.5,556: 
T(ü (nämlich kiovte) fthv Sq^ agna^ovre ßoFag tloI Fiq>ia /ätjIo, IL 9, 466: 
TtoXXc dk Flq)ta fi^Xa xal elXlTtoSag FiXixag ßovg iaq>a^ov. 

Das alte anlautende / tritt überall deutlich heraus. Man hat gewohn- 
lich an nächsten Zusammenhang mit dem vorausgehenden lq)i, alt flyi 
,mit Kraft' gedacht, unmöglich aber konnte doch ein Adjectiv aus einer 
Instrumentalform gebildet werden. Was sonst noch an Adjectiven auf q)io 
begegnet, hat durchaus wurzelhaftes q>, wie vvfiq>io'g ,neuvermählt' (IL 
23, 223 ; Od. 7, 65), v7c-wQ6(pio-g ,unter dem Dache befindlich' (IL 9, 640), 
xQvg)iO'g ,heimlich' (Hes. Werke 789; Soph. PhiL 1328; Trach. 360). Mög- 
licher Weise darf man auch an eine Grundform *ßiq>i' denken, die sich 
mit tQocpi' ,umfangreich, gross* (IL 11, 307) würde vergleichen lassen. 
tfpvo'V eine knoUige Pflanze, vielleicht eine Narcissen- oder auch eine 
Lavendelart. 

Ar. Thesm. 910: iycj dk Meyelaq) (nämlich ofiolov eldov) yi a Ix %(av 
lipvwv. Theophr. Pflanz. 6, 6, 11: to d* äkXa av&rj tu nQoeiqrnxeva nana 
OTteiQerat olov Iwvla, öioaav&ogy tcpvov, q)X6^. 7, 13, 7: mgog di va 
TtQoav^ovvra ttiv (pvXXcjv xal zwv xavXaiv, o tcbq doTLCl noielv %6 t' 
Xq>vov, 

Dunklen Ursprungs. Der Bildung nach lassen sich etwa %aQvo-v ,Nus8' 
(Theophr. Pflanz. 3, 9, 5; 3, 15, 2), yi^dvo-v ,Lauch* (Phrynich. bei Athen. 9, 
371, F; Aristoph. bei Athen. 9, 372, A), xQOfzvo-v ,Zwiebel' (IL 11, 630; Od. 
19, 233) vergleichen. 
tfpß'lHO'^ ykräftig' oder ähnlich. 

Bei Homer 44 mal; vorwiegend von Persönlichkeiten, so vom Menelaos 
(IL 17, 554), Melanippos (IL 15, 547), Pelagon (IL 5, 695), Sthenelos (IL 23, 
511), Agastrophos (IL 11, 373), Proteus (Od. 4, 365), Saxpedon (H. 5, 675: 
up&if^ov JiFbg viov)^ Hades (Od. 10, 534 = 11, 47: icp&LiK^ %''AHdji), 
von den Lykiem (IL 12, 417; 16, 659), Danaem (IL 11, 290; Od. 23, 313), 
Lästrygonen (Od. 10, 119). Ausserdem sind anzuführen IL 12, 410 «> 20, 
356: aQyaXiov di fiol koTi, aal i(p&lii(p neq iovTi. IL 8, 144: dr^g di 
X6V ov Ti ^ifog voFov elQvaaairo, ovdk ficX* ig>d'ifxog. IL 16, 620: Ai- 



GriechiBche Etymologie. 47 

veia, xaX^nov ae xal Xq)^ifi6v neq I6v%a 7tav%wv av&QW7twv oßiaaat 
fzivog. II. 4; 534 «= 5, 625: ot fe iiiyav neg iovra xal X(p&iiJiov %al ayavov 
wactv and aq)€lwv. Od. 16,89: n^^at ö^ agyakiov ti fiera nksoveaaiv 
iovra avdqa %al iq)d'ifiov. Od. 16, 244: ovdi x€v eirj avdqe dvoß noXXolat 
%ai iq>&lfioiai fiixBO&au Od. 19, 110: ßaail^ßog . . dg re , . dvögaaiv 
|y ftoXlolai Tcal iq)^lfioioi Faviaatav, Od. 24, 26 : naXkolalv %b %ai Ifd-i- 
fioiai ßdvaaaeg. IL 12, 376: iq)d'ifioi ^vxlwv ^yiJTogeg ijdi fiidovreg. 
Od. 20, 20: iq>^liiovg ßeragovg, IL 8, 114: ^BQctnovtB . . • Xq>^ifJLot. H. 1, 
3: ifp^liAOvg tpvxag^ßidi TtQOiarpev fJQciwv. 11.11,55: ifieXlev nolkäg 
lg>^lfiovg x€g>aldg (yon Kriegern) ^'AJrtdi ngolaipeiv. IL 11, 287: ig)^l/4Tjv 
ÜTjQW. Od. 16, 332: Itp&lfiri ßaalXeia. IL 5, 415: Itp^lf^rj äkoxog. IL 19, 
116: iq>&lfiriv aXoxov. Od. 12,452: lq>^lf^r] aXoxv. Od. 23, 92: lq)&lfir] 
Ttagmoirig. Od. 10, 106 und 15,364: ^ya%iQ" lq)»lfi7]. — IL 17,749: 
ngdv . , . og tb xal lq>d'lfiü}v TtOTOfuSv alByBivc ^ißB^^Qo Xgxbi, IL 23, 
260: rrjßüiv cJ' htq^BQ^ afB&Xa . . . ßoFüv x' Xq^&t^a xdqrjva. IL 18, 204: 
äfioia" lg>^lfioiai. IL 3, 336 — 15, 480 = 16, 137 = Od. 22, 123: tcqotI 
d^ In* iqhd'lfitp xvvhjv kvrvxtov i&rpiBV. 

Dunkler Herkunft. Zusammenhang mit Itpi^ alt Fltpt ,mit Kraft' (Seite 
3), den man früher gewöhnlich angenommen, kann nicht bestehen. Viel- 
leicht ist das anlautende i zu beurtheilen, wie in Ix^-g ,FiBch' (Seite 45), 
dann könnten etwa Bildungen verglichen werden wie al^o-g ,stumpfmä8sig' 
(Hdt 4, 23 ; Ar. EkkL 705), igl-rifio-g ,von grossem Werth, von grosser 
Ehre' (1, Seite 444), Xifio-g ,Hunger' (IL 19, 166; 354), q>lfi6-g ,Maulkorb* 
(Aesch. Sieben. 463 ; Brückst 326). 

l^affö^q ,rein, klar'. 

Simmias (in AnthoL 15, 22): dXX^ and xQavwv l&aQiSv väfia xo/äi^b 
dvaxXi^g, 

Das Suffix wie in Xmago-g ,glänzend' (IL 2, 44; Od. 15, 332), arißago-g 
jtesij stark' (II. 3, 335; 5, 400), ^nago-g ,schmutzig^ (Polyb. 37, 3, 12), xa- 
»ago-g ,rein' (IL 8, 491; Od. 4, 750), 'x^^Xago-g ,schlaff' (Thuk. 2, 76; Ar. 
Thesm. 263), yBgago-g ,ehrwürdig' (IL 3, 170; 211). — Zu Orunde liegende 
Yerbalform ist altind. idh ,entzünden, entflammen', (BV. 3, 13, 5: rkvänas 
agnim indhatai ,die Sänger entzünden den Agnis' ; 8, 6, 30 ; gjäutis . . . 
paräs jdd idhjätai diva ,das Licht, das jenseits des Himmels entflammt 
wird') und ai^Bod-ai ,brennen, flammen' (IL 13, 320; 16, 293), an die auch 
al&ig- ,der heitere höchste Theil des Himmels' (IL 2, 412; 16, 365) sich 
anschliesst 

id'aiyBviq' oder später gewöhnlich l^cyBvig- ,echt, rechtmässig'. 

Od. 14, 203: i^l 6' wvfirfj rixB /^i]rrig naXXaxlg, aXXa fiB Flaov l^ai- 
yBviBOüiv (mehrfach bietet die Ueberlieferung auch l^ayBviBaaiv) hlfia 
Kdatcjg. Alex. Aitol. (bei Parthenios 14, 3, ed. Fr. Passow): nalg 'Inno- 
xXf^og Ooßiog NrjXXtadao larat l&aiyBviwv ynjaiog ht narigwv. Aesch. 
Pers. 306 : TBvaywv %* dgiatBifg BaxTglüiv l&ayBvi^g (,eingeboren') ^aXaaao" 
nXrpiTov rijaov AXavrog noXsL Hdt 6, 53 : dno dk Javdrig rfjg ^Axgialov 



48 GrieduBche Etymologie. 

xatakiyovTi tovq avw alel nariQag ovtcjv (paivolato av iovreg ol %(av 
JwQiiwv fiYBfxovBg AlyvTtxioi id'ctyevieg. Hdt2, 17: ro de BoXßlxivov 
OTOfia TLai to BavxoXiKov ovx Id-ayevia atofiara ioxi aXX * oQVKva. Hipp. 
2j 703 (und ebenso 3, 30): nsQl dh fivkrjg xw/joiog rode aitiov Ith^v Tcokla 
ra iftififjvia iovrtx yovrjv oklyrjv xal voawÖBa ^vkkaßwaiVj ovtc xvrjfia 
l&ayevkg ylvevai. Arist Meteor. 2, 6 : vorog d' o ze id'ayevrig 6 arco fiea- 
rifxßqlag nal kitj) . . . ^itpvQog d' o re Id'ayevrig xal 6 aQyiaTrjg yuxkov- 
fievog. Strabo 7, 7, 8 : ovtoi fikv ovv ovx vno Id-aysydSv rQXovro. 

Gehört zu einer grösseren Gruppe von Zusammensetzungen mit dem 
Schlusstheil yivog- Abstammung, Ursprung^ (li. 4, 58 ; 5^ 544), von denen 
beispielsweise noch genannt sein mögen: dio-yevig- ,yon edler Abstam- 
mung* (IL 1, 337; Od. 2, 352; zu vergleichen IL 9, 538: dlov yivog loxi- 
Faiqa logaev %7ti xkoiw^v avv ayQiov), nQeaßvyevig- ^älterer Abstammung, 
früher geboren' (11. 11, 249; zu vergleichen IL 3, 215: yivet vazeQog ijcy), 
veffj'yevig- ,von jungem Ursprung, jung* (Od. 4, 336 — 17, 127), Ttgo- 
-^evig- ,früher geboren, bejahrt' (II. 2, 555; 9, 161), nakai-yevig- ,in früherer 
Zeit geboren, alf (IL 3, 386; 17, 561), üvkoi-^evig- ,in Pylos geboren' (IL 
2, 54; 23, 303), fioiQri-yevig- ,dessen Abstammung von günstigem Gfeschick 
(jioiQa IL 7, 52; 17,421) ist'. — Der erste Theil der Zusammensetzung 
begegnet noch in dem Eigennamen l^al-fieveg- (IL 16, 586; sein Schluss- 
theil wie in Uvkal-fieveg- IL 2, 851; 5, 576; Takal'/ieveg" II. 2, 865: dva- 
-fieyig- ,üblen Sinnes, feindselig' II. 3, 51 ; 10, 100; vrreQ-fieveg- ,von höherer 
Gewalf IL 2, 116; 350), ist aber nicht ganz deutlich. Man wird ihn für eine 
adverbielle Bildung, also eine alte Casus-form, wie zum Beispiel nakai 
,in früherer Zeit, vormals' (IL 9, 105; 527; 23, 871), das schon im oben ge- 
nanntem nakai-yevig' entgegentrat, halten dürfen und möchte als seine 
ursprüngliche Bedeutung etwa ,in gerader Richtung, geradeaus' vermuthen, 
etwaiger unmittelbarer Zusammenhang mit dem sogleich zu nennenden tdv-g 
aber kann wegen der verschiedenen Quantität der anlautenden / nicht 
bestehen. 
id^-S ,geradeaus gerichtef ; ,gerecht'. 

Hdt 2, 17: fi de dij l&ea rwv oödjv T(p Nelk(^ IotI rjde. — D. 23, 580: 
el d* ay^ iywv airog dixaaw, xal fi^ ov %tv(t (pripil akkov irtinkrj^ecv 
Javaoiv' Id'ela yaq earai (nämlich dlxrjj aus dixdaw zu entnehmen). — 
Die Form t^vg (dafür die ungeschlechtige Form t-^v IL 20, 99: xal ö* 
akktjg Toi y" l&v ßikog Ttirerai und IL 14,430: AXFarfXog dl Ttgütog 
axovitoe (paLdifxog "Exxwq eyxei, ircel xixQaTCxo ngog idv Fol — für i&v 
ThQOTtro TtQog Foi) begegnet häufiger in adverbieller Bedeutung ,gerade 
aus, gerade drauf los', wie H. 12, 330: toj ö' i&vg ßrjTtiv. IL 12, 137: 
Ol d' t&vg Ttqog zelxog , . • eniov. IL 5, 849: avTctg o ßfj ^' ISvg ^Jifo- 
(iTideog. IL 21, 540: oi d* l&vg Tcokiog xal reixeog itpr^kolo . . . q>evyov. 
— Dazu 'd'v-g ,das grade drauf Losgehen', ,Streben, Verlangen'; H. 21, 
303: Tov d^ vtpoae yovFax^ kTtrjda Ttgcg ^oFov aFlaaovTog av* &vv. 
Od. 8, 377: irtel dfj aq)alQ7] dv* id'vv TteiQtioavxo. Od. 4, 434: kralqovg 



Griechische Etymologie. 49 

vgeig ayovy olai fiakiara nBTtold'ea ndaav iit' l&vv GüntemehmenO- 
n. 6, 79 : aQiavoi naaav in^ tdvv Iotb fiaxeo^al %e cpQOvieiv tb, — Od. 
16,304: olFoi av r* iyui tb yvvaixwv yvdo/iBv Id^vv. Hom. hymn. Ap. 
539: 5iÖB%^B dh (pvJL* av&QWTKov, ivd'ad^ dysiQOfiivwv %ai kfi^v l&vv tb 
ftakiaia. — ^^vblv ,grade drauf losgehen, andringen, sieh ansehicken'; 
IL 4, 507: t&vaav dh nokv nQOTiQw, 11.6,2: 7toki,a d^ äg^ %v&a xal 
%v^^ i&voB fidxV ^^iioto. IL 15, 693: "Etltwq idvoB vBßog xvavoTtQipgoio. 
Od. 22,408: t&vaiv ^' oXolv^au — t&vvBiv ,grade machen, richten, 
lenken'; Od. 5, 245: ^iaoB 5' imazafiivfag xal inl OTa&iiriv XSvvbv. II. 
23, 317: (iri%t d' ovtb xvßBQvrJTrjg ivl Folvont novTq) v^ßa d^oßrjv Ld^vBt 
BQex^Ofiivriv avifxotaiy. IL 5, 290: ßilog ö' t&vvBV uäth^vtj ^Iva nag^ 

Ältind. sädhü- ,grade, gradeausgehend^ , yrecht'; BV. 2, 27, 6: sicgas hi 

vas arjaman mitra pänihds aädhüs dsti ,denn gangbar ist euer Weg, 

Arjamä Mitras, grade ist er'; EV. 10, 14, 10: dti drava . . . sadhünd 
patha ,entlanf auf gradem Wege' ; KV. 8 , 66 , 1 1 : tat , . . sädhüs bundds 
hiranjdjas ,dein goldener Pfeil geht grade (aufs Ziel)'; BV. 2, 24, 8: tdsja 
sddhvi's ishavas jä'hhis dßjati ,grade aufs Ziel gehend sind seine Pfeile, 
mit denen er schiesst'; BV. 6, 16, 43: jukshvd' hi jdi tdva dgväsas daiva 
sädhdvas ,schirre deine Bosse an, o Gott, welche gradeaus rennende sind' ; 
BV. 5, 80, 4 : daiiH' . . . rtäßja pdnthäm dnu aiti sädhü ,die Göttinn geht 
dem Wege des Bechts nach gradeaus'. — BV. 2, 27, 3: antdr pagjanti 
vrgind' utd sädhü ,sie durchschauen das Verkehrte und das Bechte'. — 
— Gehört zu sddh : sadhati ,er geht gerade aufs Ziel los', ,er hat Erfolg' ; 
BV. 3, 1, 17: dnu daivä'n rathirds jäsi sd'dhan ,zu den Göttern gehst du 
als Wagenführer gradeaus'; BV. 6, 66, 7: vi raudast patMäs jäti sadhan 
,durch beide Welten geht er die Pfade gradeaus'; BV. 1, 94, 2: jdsmäi 
tvdm äjägasai sd sä'dhati ,wem du das Opfer gelingen lässt, der hat 
Erfolg'. 

Budolf Both (bei Kuhn 19, 217) hat die Zusammengehörigkeit zuerst 
ausgesprochen. Der alte anlautende Zischlaut wäre darnach zunächst als 
in den starken Hauch übergegangen zu denken, dieser dann aber ganz 
wie zum Beispiel in ^-biv (aus *a«%-) ,hervorragen, Stand halten, halten' 
(1, Seite 382) vor dem nachfolgenden gehauchten Laut erloschen. Als un- 
gewöhnlicher aber erscheint dabei die Entwicklung des gedehnten L Ver- 
gleichen lässt sich etwa nJrVB ,trinke' (IL 14, 5; Od. 14, 168) neben dem 
Perfect /r^-TTw-x^y ,es hat getrunken' (Aesch. Sieben 821; Soph. Trach. 
1056) und altind. pd'-tavai ,trinken' (BV. 1, 28, 6; 1, 116, 22). Dann ist aber 
auch zu beachten, dass schon im Altindischen neben dem oben genannten 
sädh ein unmittelbar zugehöriges sidh ,Erfolg haben' (BV. 1, 18, 7: jdsmät 
fidi nd sidhjati jagnäs ,ohne welchen das Opfer nicht Erfolg haf ; — 
dazu sicOimd' ,grade aufs Ziel losgehend'; BV. 1, 33, 13: abhi sidhmds 
agigät asja gatrün ,grade ging er auf seine Feinde los') mit innerem I- 
Vocal besteht Unbedenklich ist die Zusammenstellung aber keineswegs, 

Leo Meyer, Orieohlflohe EtTmologie. U. 4 



50 GriechiBche Etymologie. 

da t^-g von evM-g ,grade', aufrichtig, gerecht*, (Pind. OL 7, 33; Nem. 
1, 25; Aesch. Brachst. 195, 1) im Grande gar nicht verschieden za sein 
scheint, dieses aber sich schwerlich mit sdtind. sädhü- znsammenstellen 
lässt — Ungewöhnlich ist auch das Nebeneinanderliegen des weiblich- 
geschlechtigen Substantivs t^-g, das an und für sich mit Bildungen wie 
TtktjM-g ,Menge' (IL 2, 278; 15, 305) und ähnlichen sich würde vergleichen 
lassen, und des ebenso lautenden Adjectivs t&v-g. — Das adverbiell ge- 
brauchte t'^g vergleicht sich wohl eher mit adverbiellen Formen wie 
iyyvg ,nah*, ,bald* (1, Seite 421), als dass man daran wird denken dürfen^ 
dass es etwa von Sätzen mit männlichgeschlechtigem Subject, wie D. 20^ 
172: kicjv .... ykavxiowv d^ ^&vg tpigetai piivBi und IL 22, 143: c^^ aq* 
y^ ifi/A€fia(x)g t^g nirezo^ ausgegangen sei, was man zum Beispiel vom 
adverbiellen lat adversiis ,gegen' (Plaut Cas. 208 : nam tu qvidem advor- 
SU8 tuam istaee rem loqvere im Munde einer Frau) wird vermuthen dürfen. 
t9^'3triiav ,gradeaus fliegend, grade aufs Ziel zu fliegend'. 

Nur IL 21, 169: devregog avr' ^A^iketg fieXlrjv tdv7c%ltava^^o%BQ07tai(^ 
itprjxe. 

Neben dem soeben besprochenen tdv-g als erstem Theil ist im Schluss- 
theil des zusammengesetzten Wortes die Verbalgrundform net- ,fliegen^ 
(IL 20, 99: rov y i&v ßikog Ttirerai. IL 22, 143: c5g a^* o y' — näm- 
lich IJrikeßlärjg — ififiefiacig idig Ttiteto) nicht zu verkennen, die auch 
sonst ihren inneren Vocal mehrfach einbüsste, wie in ^entttTo ,er flog^ 
(IL 13, 592; 16, 469), maf^ivrj ,fliegend' (IL 5, 282; 16, 856), ini-icxia^ai 
,hinzufliegen' (IL 4, 126), d-nrrjv- ,noch nicht flügge' (IL 9, 323), Ttrefo-v 
,Feder, Flügel' (IL 11, 454; 19, 386). Die Suffixform luv ist ganz un- 
gewöhnlich, und Ttlov' ,fetf (H. 1, 40; 2, 403) — altind. ptvan- (EV. 10^ 
27, 17: pivänam maishdm apacanta ,den fetten Widder kochten sie') zum 
Beispiel lässt ach in Bezug auf sein Suffix nicht unmittelbar vei^leichen. 
rö-fiöT- (t^fia) ,Gang'. 

IL 5, 778: to) (Here und Athene) öh ßaTrjv TgtJQwai neXeiaaiv i&fÄa-d'' 
öfAolai. Hom. hymn. Ap. 114: ßav (Iris und EUeithyia) 6h noai tQtjQwat 
Tcekeiaaiv td'fia^* ofioiai. E^allim. Dem. 59 : yelvero d^ av -^eog' td'fiara 
fiiv xigao), %eq>aka di ol atpoT^ ^Okvfinu). Kallim. Bruchst 468: dtode- 
xaxig negl vvfxßov iTtrjyayev t&fiara dlq>QOv. 

Gehört zu i- : livat ,gehen' (Seite 1). Der Bildung nach mag /ii;- 

vi&fio-g ,das Grollen' (IL 16, 62; 202; zu firjvieiv ,zümen, grollen' II 1, 
488; 2, 769) verglichen sein. Die Suffixform ^fiar- ist selten, aber wohl 
in dem schon besprochenen aa&fior- ,schweres Athemholen' (1, Seite 1 84) 
enthalten. 
T^-Qi^q, alt wahrscheinlich ßl&Qi-g ,entmannt'. 

Antipatr. (in Anthol. 6, 219, 5): d'i^kvxlToiVy daxrjrdg Ivanelqoiöi xogt/^" 
ßoig, oßQip t€ GrQ€7tTwv SfdfittTi x€XQvq)dko3v td'Qig (die üeberlieferung 
giebt tdgig) avrjQ^ yLoihüniv dgeidda dvaccro nitgav. Hesych führt auf: 
t&gig' onddtDv, tofilag, evvovxog» 



Griechische Etymologie. 51 

Altind. vädhri' ,entmannt^; RV. 1, 32, 7: vfshnas vadhris pratimä'nam 
bübhüshan purutrd' vrtrds agajat viastas ,der Entmannte, der dem Stiere 
gleich Bein wollte, vielfach zerstückt lag Vritras da'; EV. 1, 33, 6: vrsM- 
'jüdhas na vddhrajds nirashtäs ,wie mit Stieren kämpfende Entmannte 
wurden sie zerschlagen' (?). 

Die üebereinstimmung wurde von Benfey (0. 0. 1, 187 — 190) erkannt 
Das anlautende i entwickelte sich wie in %7tn(hg ,Pferd' (Seite 30) aus 
älterem e. Die Form i&qlg begegnet auch noch bei Hesych {k&Qlg- %o- 
filag xgwg). Das Suffix qi trat schon in tögi-g ,kundig' (Seite 42) ent- 
gegen« Zu Grunde liegende Verbalform ist offenbar lütind. vadh ,er- 
schlagen, zerschlagen' (BV. 1, 51, 4: vrtrdmjäd indra gdvasä ävadhis dhim 
,als du Indras den Drachen Vritras kräftig erschlugst; BV. 8, 68, 8: mä' 
nas härdi tvishff vadhis ,zerschlage nicht unser Herz mit Ungestüm'). 
iöätiö' (laciTig) ,Färberwaid, deutscher Indigo', eine zum Blaufärben 
dienende Pflanze; ladrig äygla ,portagiesischer Waid'. 

Hippokr. 3, 314: oxov dk iQvalnekag xlvdvvog iq>* eixeai yBvia^^ai, 
xrig laoTidog %a q>vkla tqlßuiv dfia xaraTtlaaaeiv avv %(fi Xlvffi, Theophr. 
Sens. 77 : rriv d* laaxtv Ix fiikavog aq>6dQa xal xkwgov • . . . ro 6h xva- 
vovv 1$ ladridog xal ftvqtidovg, Diosk. 2, 215: iadrig • . • ^ ^^ ßaq>€ig 
XQiSvrai gwklov ix^i ctQvoyhiaafp ifxg>€Qig ... 216: Laa%ig aygla . . . 
Ttagankrjola ovaa tfj ngo avrfjgy g>vXla ^ei jiel^ova nqog Tot T^g &qI' 
iaxog, xavkovg di keTttoriQOvg. 

Diinkler Herkunft 
löO'q, alt und wahrscheinlich noch homerisch flaßo-g ,gleich'. 

H. 5,438: ote dij %o thagrov inioavxo dalfiovi ßlaßog. 11.1,163: 
ov fikv aol nore ßlaßov ^w yiQag. 11.9,318: -Fte/ij fiolga (xivovxt, 
xai ei fioka rig moUfil^oi. II. 20, 101 : cl öh ^eog neq Flofoy relveiev 
moUfiov vilog, II. 13, 176 = 15, 551: vaU äi nag ngidfi({)'^ o di fiiv 
%U FlaFa rixeaaiv. IL 12, 436: wg ^iv %wv Irtl FLaFa fidxrj ri%a%o nto- 
lefiog T€. 

Altind. vishu' ,nach beiden Seiten, nach verschiedenen Seiten', das nur 
in Zusammensetzungen und Ableitungen erhalten ist, wie vühurHlpa- ,ver- 
schiedengestaltig' (BV. 1, 123, 7: vishurüpai dhani sdm caraitai ,die ver- 
schiedengestaltigen Tageshälften — d. i. Tag und Nacht — wandern zu- 
sammen'), vishU-vft' ,ilach beiden Seiten gehend', d.i. ,Gleichgewicht 
haltend' (BV. 2, 40, 3 vom Wagen), vishuvdnt- oder vtsMvdnt- ,an beiden 
Seiten gleichmässig theilnehmend' , d. i. ,in der Mitte befindlich' (BV. 1, 
84, 10: sväddus itthä' vishüvdtas mddhvas pibanti gäuHas ,von dem Süss- 
trank hier dem in der Mitte befindlichen trinken die Büffelkühe'), vishu- 
vors ,Tag- und Nachtgleiche' (Mbh). 

Das alte anlautende / ist in weitem Umfang bei Homer deutlich; 
widersprechende Stellen, die aber grossen Theiles sich leicht bessern lassen, 
smd nur II. 6, 101 (jiivog laotpagiCßiv), 9, 142 (r/aw di tiiv laov)y 11, 
705 (xlot tarig) ^ 21, 194 ÜAxeXwiog laotpagl^et), 23, 736 {ci&ha d' laa\ 



52 Griechische Etymologie. 



Od. 2, 203 {ovdi tcot' loa), Od. 9, 42 = 549 (xlot iarjg), 10, 378 (xot' Sq ' 
^el^eai laog dvctvd(p)y 11,484 {ixiofiBv loa ^eolaiv)) 18,373 (ijkixeg iao- 
q)6Qoi), Das innere / ergiebt sich aus der Inschrift von Gortyn (B, 2: 
%6 FiaFov xaTaoTaaeJ) und Hesychs Anführung yiayov %aov. Das als 
äolisch angeführte taaog (Ahrens-M. 1, 134) macht deutlich, dass auch 
Hesychs laaog' yah^vrj hierher gehört, und damit bestätigt sich Ficks (1, 
787) Vermuthung, dass auch goth. visa- n. ,Meer6Sstille (Matth. 8, 26 ; Mk. 
4, 39; Luk. 8, 24) auf dem selben Boden ruhe. 
tööjtvQO'V, Name einer Pflanze, eine Erdrauchart 

Diosk.4, 119: LoonvQOVy ol dh ^aalokov xaXovaiv, dfco %ov ioiicivai 
q}aai6k(p, t(p xax' oxqov to ftiralov eXma q>iQßiV' %7teiai 6h xBq>aXai 
Itc axQOv Tov xavlov XemaL' ansQ^icttliav nhqQBig^ jcagaTtkrjaltov fie- 
kccv&ltp tfjv yevoiv' to dk (pvXXov avlaq). 

Wohl nach irgend einer Aehnlichkeit mit Waizen benannt, da es neben 
lao-g ,gleich' (siehe so eben) als erstem Theil als Schlusstheil nifQo-g 
, Waizen* (H. 8, 188; 10, 569) zu enthalten, also zunächst ,dem Waizen gleich 
ist' zu bedeuten scheint Andere vermuthen darin das Wort tcvq- ,Feuer* 
(IL 2, 340 ; 780), da der Same der Pflanze brennend scharf schmecke. 
tcog>aQlieiVj alt ßiaßoq>aQl^€ tv ,sich gleichstellen, gleichkommend 

IL 6, 101: dkX^ ode Xltjv iiaLvexaij ovdi %lg Foi divatai fiivog lao- 
g>aQl^eiv (Bekker und Nauck setzen: dvtiq>€Ql^eiv), 11.9,390: ovd^ el 
...Fiqya S* ^/idTjvalf] yXavTUOTtidt FLaFoq>aQLtßi (Nauck: av%iq)BqLt,oi). 
IL 21, 194: ow %a%iJiFl Kgovlwvt fidxea&aij T(f oväk xqeLcnv WxeXdiog 
iao(paQl^€i (Bekker und Nauck: dyTig>€Ql^€i). 11.21,411: ovdi vv mi 
TCBQ k7C€q>Qda(o oaaov ageiwv äxo^i iywv Mfievai, oti fioi fiivog looq>a- 
Ql^eig (andre Lesart: ävriq>eQi^€ig). Hes. Werke 490: ovro) x' oipaQotrjg 
TtgwTrjQovf] laoq>aQl^oi. Simonid. Bruchst 146: fÄVijfirjv d' ovziva g>r}fii 
SifiwvLdji iaog)aQl^€iv. Theokr. 7,30: xal tol xot' kfiov voov lootpaQi- 
^€iv eXuofiau 

Neben lao-g ,gleich' (Seite 51) als deutlichem erstem Theile ist der, wie 
es scheint, in weiteren Verbindungen nicht begegnende Schlusstheil -^a- 
gl^eiv des zweifellos auf einer alten nominalen Zusammensetzung beruhen- 
den Verbs nicht ganz durchsichtig. Vielleicht lässt sich das abgeleitete 
uvTi-ipegl^eiv ,sich gleichstellen, sich vergleichen* (IL 21, 357; 488 und vid- 
leicht 411), das allerdings in seinem innem Vocal wesentlich abweicht, 
zunächst vergleichen. Ihm liegt wahrscheinlich ein adjectivisches *dwi'- 
(fBQig- ,gleichgestellt, gleich^ zu Grunde, das sich seinerseits wieder würde 
vergleichen lassen mit TCQoa-ipeQi-g ,nahe kommend, ähnlich^ (Aesch. Ag. 
1218; Ch. 176; Hdt 2, 105; 4, 33; zu nQoa-qiiQBO^ai ,sich jemandem nä- 
hern^ Hdt 5, 34; 111; 7, 6), l^-fpegig- ,ähnlich' (Aesch. Ch. 206; Schutzfl. 
279; Eum. 412; Hdt 2, 92; 105), ngo-ipBQig-' ,vorzüglich* (IL 10, 352; Od. 
8, 128; 221), xata-ipeQig- ,8ich abwärts neigend^ (Hdt 2, 63; Xen. Jagd 
10, 9) und noch einigen andern zusammengesetzten Bildungen, als deren 
Schlusstheil sich ein ungeschlechtiges *q>iQog' , etwa ,das sich Bewegen^, 



Griechische Etjnnologie. 53 

ansetzen lässt, das sich zu {p€Q- {q)iQ€a3at ,8ich bewegen' II. 15, 743; 20, 
172) stellt Hingewiesen sein mag hier auch noch auf das zusammen- 
gesetzte tao-tpoQo-g ^gleich tragend, gleich stark' (Od. 18, 373). 
Xaaaf ein Ausmfwörtchen der Freude und des Hohnes. 

Piaton (bei Kock 1, 618, nr. 66) nach Bekk. an. 100, 26: taaa' ro Ini- 
Xa^ixov inigHüvrjfia' fiifig)€%ai nkartav ^at(p, — Menander (bei Kock 
3, 14, nr. 66) nach Photios: taaa, k7tlq>^€y^a int tiuv dTcolaxovrtJv xal 
okwg dvanqayovvxiav. %ari %al Iv Meaarjvi^ Mevavdgov xal iTiguß&i. 
TöX'CiVj alt ßlax-etv ,gleich machen, ähnlich machen', ,ähnlich finden, 
gleich achten'. 

Od. 4, 279: ix d* ovofiaxki^drjy Javawv ovofia^eg aQlOTovg, navxiov 
^u^Oyetüiv qxavriv FLaxova dX6%oiaiv. Od. 19,203: Flaxe tpevdea noXla 
liywif hvfioiaiv o/nola. — IL 11, 799: al' xi ae x(f ßlaxovreg a7t6oxo)vjaL 
ftroXifioio TQweg, IL 16, 41 : ai x kiik aol ßloxovreg o/roo^cuvrort /tto- 
lifioio TQtjeg. Od. 22, 31 : ßlaxe (,achtete gleich, glaubte') fhtaarog avi^g, 
inel 1] q>daav oix id'ikona avdga xaroxrelyai, Simonid. 130: 17 aev xal 
g>&i^4vag X^vx ooxia r(pd * ivl rvfiß(p %oxw %ti f^ofiieiv ^f^Qag, ayqwaaa 
Avxag, 

Das aJte anlautende F ist im homerischen Verse noch zu erkennen, ^- 
giebt sich aber namentlich auch aus dem nicht zu bezweifelnden Zusam- 
menhange mit UoTceiVj alt FeFLaxeiv ,gleich machen, für gleich halten' (1, Seite 
336), aus dem ßlaxeiv möglicher Weise mit Aufgeben der Beduplications- 
silbe unmittelbar hervorging, und also der Zugehörigkeit zu ix-, alt ßlx-i 
Perfect Moixoj alt FiFoixa ^ch bin ähnlich, gleiche', ,ich habe das Ansehen, 
scheine' (Seite 22). Wie FeFLaxeiv aus älterem *feßlxax€iv hervorging, so 
wird flaxeiv aus älterem *flxax€iv hervorgegangen sein. 
laxccv ,sprechen': Xaxe ,er sprach'; Haxov ,ich sprach' (Theokr. 22, 167); 
iax€ov ,sprechend' (Lyk. 574). 

Ap. Bh. 1, 834 : Xaxevj a^aXdvvovaa q)6vov xiXog, olov itvx^ dvÖQaaiv, 
2,240: %axBv ^AyrjvoQldrjg, 2,1199: Xaxe naQrjyoQiwv. 3,396: Xoxev 
vnoaaalvojv dyavfj önL 3, 439 : XaxBv dTcrjleyiwg, 3, 937 : Xaxev drefi- 
ßofiivrj. 4,92: laxer axrjXBfiiyrj. 4,410: Xoxev vnoaaalvwv. Theokr. 22, 
167: taxov Toidöe noXXd. Lyk. 574: tqotpiiv d* dfA€fig>^ naai tqinrvxovg 
xoQag iaxtov nagi^eiv. 

Da das Wort erst bei so späten Dichtem entgegen tritt und doch kein 
näherer etymologischer Zusammenhang erkennbar ist, so darf die schon 
früher ausgesprochene Vermuthung als wahrscheinlich bezeichnet werden, 
dass sein Gebrauch einzig auf dem Missverständniss einer unter dem eben 
besprochenen laxuvj alt flaxeiv, aufgeführten homerischen Stelle (Od. 19, 
203: Xaxe xfjevdBa noXkd, wo man ,er sprach viele Lügen' glaubte ver- 
stehen zu müssen) sich ausgebildet hat. 
Icrdvat ,stellen' (Ken, mem. 2, 9, 7), medial Xataa^ai ,sich stellen, stehen* 
(Od. 19, 201), reduplicirte Präsensformen, die von der VerbaJgrundform 
ara- ,sich stellen, stehen' (siehe später) ausgingen. 



64 Griechische Etymologie. 

larö-q fMastbaum'; ^Webebaum', auch das ,6ewebe' am Webebaum selbst; 

— ^ellenscheibe der BieneU; Wabe^; ^Schienbeine 

IL 1, 480: Ol d* larov azi^aavT* ava ^' IotIo kevxa nivaaaav. H. 23, 
852: laxov d^ ^OTtjaev vrjßog xvavortQ(^QOLO Trjkov irtl jpafiad'oiai. Od« 
2,424"» 15,289: Iotov d' eikdtivov xoßllrjg ^vroa&e iieaoäfirig OTtjaav 
dßelQavreg^ Od. 9, 77: laroig arrjoccfievoi ava &* larla levx* l^iaameg 
i^fie&a. — Od. 10,222: KlQxrjg d* hdov axovov aFeiöovatig FotiI ycakf^, 
lavov inoixofiivr^g fiiyav afißgotov. Od. 13, 107: kv d' la%oi XL&Bot ttB- 
Qifirjxeeg, MvS'a %b vvfi(pai g>aQ€^ vq>aLvovaiv aXi7t6Qq>vQa, Hes. Werke 
779: T^ d' la%bv atrioaiTO yvvij. IL 3, 125: i^ dk fiiyav larov v^aivev, 
ößlTtlayca 7tOQg>vQiriv. Od. 2, 94 «» 24, 129: aTticafiivri fiiyav lojov Ivl 
fieyaQOiaiv vqtaivBv, Xenxov %al neglfiergov. Od. 2, 104: Svd'a xal fjfiarlf] 
fihv vq>alvsaxev fiiyav laxov ^ vvxTag <J' dlkveoKev. — Arist Thierk. 9, 168 : 
oQxovrai (n&mlich fiihttai) de xäv lardiv avtad-Bv dno vijg oQog>rjg %ov 
Ofifjvovgj xai xarcti avvvcpBlg noiovaiv ^wg %ov iddq>ovg laxovg Ttoklovg. 

— Opp. Jagd. 1, 408: OQ&otBVBig xdlwv vavaol dokixijQBBg laroL 
Bedeutet offenbar zunächst ,der Stehende, der Aufgerichtete': in sehr 

bezeichnender Weise verbindet es sich noch gern mit ata- ,sich stellen, 
stehen', causativ ,st6llen' (so IL 1, 480; 23, 852; Od. 2, 424 — 15, 289; 9, 
77; Od. 2, 94 — 24, 129; Hes. Werke 779), aus welcher Verbalgrundform 
es ohne Zweifel hervorging und zwar mit derselben Beduplication (zu- 
nächst für *ai'Ox6-g^ weiter für volles *art-<jro-g), wie sie in dem unmittel- 
bar vorher aufgeführten präsentischen laxavai ,8tellen' vorliegt Als nächst- 
vergleichbare Nominalbildung lässt sich Ti-T&O'g ,Brustwarze' (Ar. Thesm. 
640; zu &f]'ax^ai ,8augen, melken' Od. 4, 89) anführen, vielleicht auch 
xl-^lt] ,Drossel* (Od. 22, 468). 
laroQ' (iaTWQ), alt FLotoq- (ßlaztog) ,der Wissende, Kundige, 
Zeuge*. 

IL 18,501: fikv bvxbto fcdvx^ dTtodovvai^ iijf^ffi Ttixpavaxcav , o ö* 
avalvBTO fiTjdhv kXiad'ai' afiq>io d* Ua&r^v irtl fiarogi TtBlgag iXia&ai, 
IL 23, 486: ßlaroQa d* It^xQBFldrjv idyafiifivova &ijofiBv afigxo. Hom. hymn. 
32, 2 : fii^vrjv bvblö^ lavvainTBQOv SoTtBVBy Movaai . . . XaroQBg fpdijg. Hes. 
Werke 792: Bixddi d' iv fiBydkfjy nUt^ ijfiaTi, tavoga q>iji%a yBlvaa&ai* 
fidXa ydg %b voov TCBitv%aafiivog iatlv. — Dazu lazoglf] ,Eirforsohung, 
Wissenschaft^; Herodot beginnt sein Werk: 'Hgodovov 'Akixagvfjaaiwg 
laroglrjg dftodB^ig ijÖB. Hdt2,99: fiixgt f*^y tovtov oxpig %b ifi^ xal 
yvcifirj xal laroglrj %avra kiyovad iazi, %d dk ano tovÖB AiyvTtzLovg 
%g%OfiaL koyovg igiwv xavd ijxovov, Plat Phaed. 96, A: iTtBd-vfirjaa ravzrjg 
rfjg aoq)Lag, ijv d^ xakovac nBgl (pvOBwg lazoglav. 

Aus einen altem *ßld'Zog', wie zum Beispiel xzla-zog- ,Gründer^ (Pind. 
Bruchst 105, 2; Eur. Ion 74) aus *xzld'Zog' (zu xziö- ,gründen, mit Be- 
wohnern versehen': xzlaoB IL 20,216; xzICblv Hdt 1, 170), und zu 16-, 
alt Ftd' ,sehen' mit dem Perfect ßldfievai ,wissen' (Seite 37) gehörig. 
Die verschiedene Behandlung des Anlauts in Bezug auf den Hauch findet 



Griechische Etymologie. 56 

sich ebenso bei löog- (aus altem ßldog-) ^Schweiss' und dem gleichbedeu- 
tenden lÖQog" (aus altem ßiögog-) (Seite 40). 
l(fxlo^ jSegel'; ,Vorhang*. 

IL 1, 433: loTla fikv OTelkavzo, ^iaav d' Iv vrjFl fiekalvfij latov d^ 
lavodoxf] nilaaav. IL 1, 480 und 481: ot d* laxov artjoavT* dvd ^' lazla 
levxa Ttiraoaav' iv d* avef^og ngijaev fiiaaov lavlov. Hom. hymn» 7, 32: 
wg einwv loxov ve aal lavlov ^laevo vrjog. — Mos. 2, 27, 9 : aal fcoifjaeig 
avl^v rfj axtjv^' elg ro xUrog t6 rtgog Ußa laxla v^g avkrjg, fi^Kog 
ixarov nijxwy t<^ ivl xA/rci. 

Das Haaptsegel wird immer am Mast {lato-g Seite 54) befestigt und 
wurde darnach auch benannt Der Bildung nach vergleicht sich latlo-v 
mit fifjQlo'V ySchenkelstück' (IL 1, 40; 15, 373; zu fiijQO'g ,Schenkel^ II. 1, 
190; 5, 305), tvlo-y, alt rivlo-v ,Nacken' (11.5,73; 14,495; zu iv-, alt 
ßty jSehne' Seite 58), rj^lo-Vj alt /jj^to-y ,Grabhügel' (1, Seite 630), 
fivlo'V ,Zügel' (1, Seite 623), neben welchen beiden letzteren Wörtern die 
ihnen zunächst zu Grunde liegenden Formen nicht erhalten blieben. 
l&Kiriy alt Fiarti} ,Heerd^, auch für ,Hau8, Wohnung^ 

Od. 14, 159 — 17, 156 — 19, 304 = 20, 231 : /torcu vvv Zevg uQÜta . . . 
ßiarlrj t' *Odvafjßog ifivfiovog i]v aq>ixavü}. HdL 1, 176: vciv dk vvv 
^vtUwv g>afxivcjv 3av&l(av elvai ol TiokXol, TtXfiv oydwxovra Icjiiwv, 
eiai inijkvdeg. 

Dialektische Nebenform zu iavla, alt Feaxlci (1, Seite 398), das die home- 
Tische üeberlieferung nur in den Zusammensetzungen dv-iario-g {a-Fi- 
öTio-gT) ,ohne Heerd, heimathlos (H. 9, 63) und kip-ioTto-g (iTti'fioriO'g?)j 
,am eignen Heerde befindlich, ansässig' (IL 2, 125; Od. 3, 204; 7, 248; 23, 
55) aufweist Bezüglich des Vocalyerhältnisses vergleichen sich tfidrio-Vy 
alt FifjLavio-v (zunächst aus *fiafjiaTu>'v) ,Oberkleid, Mantel' (Hdtl, 9; 
Ar. Wolken 179; Wespen 408) und el/iar-j alt Fel^a%- (aus *fiafiaT) ,S[leid' 
(1, Seite 394). Das alte anlautende / ist in der inschriftlichen arkadischen 
Namensform Fiatlav (bei Hoffm. Gr. Diall. 1, 18 und 192) erhalten, die 
unmittelbar zugehören wird« 
tcjn^^eiv ,halten, zurückhalten'. 

IL 23, 762 : xaviiv, ov t6 . . . dyxod'L d ' caxci ati^d^eog. IL 8, 347 : naai 
&€oiaiv x^^^S dr'iaxovteg. IL 20, 139: ei di xe , . . Hxi^F' iöxoiai xai 
ovx Ißouai /ÄdxBa&ai. — Dazu: vrc-laxead'ai ,versprechen' (eigentlich 
,sich unterhalten, auf sich nehmen'); IL 23, 209: v/tlaxerat leget xakd. 
Od. 8, 347: iyuf 6i toi otvzbv VTtloxo^aij dg öv xekeveig, zvaipiev aiaifta 
ndvra fie%^ a&avQroiai ^eoloiv. Das präsentische vTciaxviea&ai (Hdt 
2, 152; 8, 106; 9, 109; Thuk. 1, 129; 3, 73), gebildet wie Ixviea^ai ,erreichen, 
wohin gelangen, kommen' (Seite 21), findet sich nicht vor Herodot — 
ioxdd' (lax dg) , Anker'; Soph. Bruchst 694 (aus Athenäos 3, 99, D, der 
angiebt, dass Sophokles Trjv cyxvgav Icxdda xixlrjxev did %6 xarixeiv Trjv 
vavv): vavrai ä* ifzrjQvOavro vrjog laxdäa. 

Aus einem alten *alaxeiv, das durch Beduplication aus ix-eiv (aus *aex-) 



66 Griechische Etymologie. 

^zurückhalten, halten, haben' (1, Seite 382) gebildet wurde, ganz wie zum 
Beispiel fiLfxvuv ,bleiben' (H. 2, 331; 6, 69; zu iiivBiv ,bleiben' J\. 3, 291; 
14, 119), nlfCTBiv ,fallen' (IL 1, 243; 5, 370; zu Ttiaev — aus *ni%aev — 
,er fiel' II. 4, 482; 13, 181), zhiLzeiv (für *%L%%eiv) ,zeugen, gebären' (II. 2, 
628; 11, 224; zu r^e ,er zeugte, sie gebar' II. 1, 36; 2, 313 — 327). 
iöfdö" {laxag) ,Eppich'; ,Eppichwolfsmilch'. 

Theophr. Pflanz. 9, 9, 6 : r} d^ iaxog rj amog (pvkXov fikv Hxei ntjyavwdegy 
ßQctxv, xavkovg d^ imyelovg TQeig rj rivtagagj ^l^av 6i oXovubq 6 daq>6' 
äekog 7ckr}v kenvQicidri' q)vkel dl oQeiva xwqLa nuxl nox^onuidtj, Diosk. 
4, 174: aniog, ol di iaxoiSa, ol ök x^f^^^'ß^^^^^^ • • - ^Iwvla dvo rj rgia 
and y^g avlrjaiy axoivcidtj, keuTa, iQV&ga, fiixQov inkg r^g yffi aigovta. 

Ob zum Folgenden gehörig? 
laxdö' ,getrocknete Feige', ,Feigwarze am Hintern'. 

Ar. Bitter 755 : x^i^yey äansq i/modl^wv iaxaöag. Hermipp. (bei Athen« 
1, 27, F): naQ^x^t . • . ^ ^Podog da%aq>Löag re xai laxddag '^ävovelgovg. — 
Philipp, (in Anth. Planud. 240, 1 und 8) : dgalag y' kaoQiZ vag laxdäag . . . 
ta/dd xatiad'üßv avua, Sog evdvfAiag loxdda t^v oniaw. 

Gehört ohne Zweifel zum Folgenden, 
icxak^o^q ,eingetrocknet, mager, dünn'. 

Ein seltenes Wort Od. 19, 233: tov dk x^'^^^' horjoa . . . olov re xqo- 
fivoio Xonbv xdra iaxoti»ioio» Hippokr. (nach Galens Gloss): laxolAat' 
iaxvai' xai laxakioV %6 iaxvov. Man. 6, 434: iaxccXiaig ßekovrjaiv ^(oya- 
kiovg TtinXovg aaxtj&iag hcjeliovrag. — Dazu: lax^o-g ,mager, dünn'; 
Ar. Plut 561: fcag' kfiol d* iaxvol xai agftjynideig. Plat legg. 2, 665, £: 
ei . . . iaxvol re xal aauoi avayxd^oiwo ^deiv. Plat Staat 4, 422, D : 
oXei Tivdg dxovaavrag Tavxa aigi^oead'at xval noXefielv ategeoig ze xal 
iaxvolg fiaklov rj fxerd xvvuiv ngoßdroig Jtloal re xal anakolg] Hipp. 1, 
168: g>dQvy^ ijtwövvog iaxvri fierd dvaq>0QLrig. Hipp. 3, 99: iaxvalveie ö' 
av, ei incvw ig %ovg vdg&rpiag d'd-ovLotatv iaxvolaiv enidiotg zd oidr^- 
flava. Hipp. 3, 529 : ixxaiöexdrj] iaxvbv kyiveto xal nvevfia nvxvov. Hipp. 
3, 744: yvvaixl iv yaargl ixovofjf rjv 6 evegog fiaad'dg iox^bg yiyri%ai, 
dldvfia ixovaj], ^dtegov ixtiTQolaxei, PoUux. 4, 143: 6 (ikv ngthog Tcdn-- 
nog 7t%eaßvTa%og . . . iaxvbg rag nageidg. 6, 48 : Tvgog x^fj^fgog * tov dk 
^gov iaxvov Mleyov. — iaxvalyetv ,trocken machen, mager machen'; 
Hdt 3, 24 ; iTtedv tov vexgov iaxvrjvcjoi, eire ä^ xard neg jiiyiftTioi eXte 
allü)g xwg. Aesch. Prom. 380: idv rig . . * fifj ag>vdwvTa &vfi6v iaxvaLvji 
ßl(f. Aesch. Eum. 267: xal ^wvrd a lax^dvaa* änd^ofiaL xqtcii. 

Altir. sesCj kymr. hpsp ,trocken, unfruchtbar' (WStokes in Beitr. 8, 351). 

Altostpers. hishu ^trocken'. 

Ein alter anlautender Zischlaut erlosch ebenso wie zum Beispiel in Xaxeiv 
(aus *alaxeiv) ,halten, zurückhalten' (Seite 55). Fick(2,256) nimmt als 
Grundlage ein sish an, so dass also das innere x sich etwa entwickelt 
haben würde wie zum Beispiel in filoxo-g ,Blatt- oder Fruchtstiel (Theophr. 
Pflanz. 1, 2, 1 ; 1, 10, 7; 1, 10, 9; daneben fiitjxo-g bei Poll. 6, 94), und stellt 



GriechiBche Etymologie. 57 

dieses als durch alte Rednplication entstanden zu lat. sicco-s ^trocken' (Her. 
sat 2, 4, 15: siccis . . An agrts] Plaut Pseud. 184: ed vös vostrosqve pan- 
tices adeö madefactätis, qvom ego sim hic siccus), altind. siJcatä ,Sand, Kies' 
(Mbh.), altostpers. hihu und hiJcväo ,trocken^, haecanh ^Trockenheit^ hae- 
eaja- ^trocknen'. Dass lat sicco-s selbst erst aus *sisco'S entstanden sei, 
wie WStokes (bei Bezzenb. 11 , 100) annimmt, ist durch nichts wahrschein- 
lich gemacht Allem Angeführten gegenüber mag immerhin noch heryor- 
gehoben sein, dass iaxakio-g bei Homer (Od. 19, 233) anlautendes ß zu 
haben scheint, und auch, dass iaxvö-g sowohl als iaxaUo-g gar kein ein- 
faches ,trocken^ bedeuten. Dem Suffix nach vergleicht sich iaxalio-g mit 
aQnaXio-g ,gierig, hastig' (1, Seite 269) und aQyaXio-g ,beschwerlich (1, Seite 
275). Die ungewöhnliche Lautverbindung von iaxvo-g -axv- begegnet noch 
in dem prasentischen vrt-iaxviea&ai ,versprechen' (Seite 55), das Suffix 
v6 trat schon in äyv6-g ,verehrt, heilig', ,rein, unbefleckt' (1, Seite 120) ent- 
gegen imd findet sich auch sonst oft, wie beispielsweise in aTteQx^o-g 
,schnell, eilig' (Hes. Schild 454 ; Aesch. Sieben 285). 

iöxio'V ,Hüfte'. 

IL 5, 305 und 306: t<^ (d. i. x^Qh^^^^l") ßoi<€v Alvelao xar' iaxlov, ^v&a 
Tfi lATiqbg loxl(p ivaTQiq>€tai, xotvkrjv di ri fiiv yiaXiovaiv. Od. 17, 234: 
-roQiwv la^ %v&OQBy acpQadlrjaiv ioxl^» H* 8, 340: c^^ d' ore tig re xvcjv 
avog ayQlov ijßh kiovrog dmrjtai xaroma^e • • . laxlcc re ykovrovg re. 
IL 20, 170: Xi(üv . . . ovq^ dk TtXevQag te xal iaxlcc diaptytiQuy^Bv fiaatU- 
xai, Arist Thierk. 1, 62: (ji&sa öe trjv x€q>ai.rjv iariv 6 oivxr]v^ A%a ajij' 
^og xal vfÜTov . . . %aX 1x6 ^Bva tovfwv yaözi^Q tloI 6aq>vg (Aubert und 
Wimmer übersetzen ,Becken') xai alöolov xal laxiov (A. und W. ,6esiiss'). 
Etymologisch noch unaufgeklärt. Dem Suffix nach vergleicht sich latlo-v 
ßegeV (Seite 55). Hesych führt ein ia^r 6aq>tg auf, das vielleicht die 
zunächst zu Grunde liegende Bildung ist 

la/v-s, alt wahrscheinlich ßiaxv-g ,Stärke'. 

Hes, th. 146: ioxvg t' ijd« ßlrj xai /iTjxavai rjoav In* iqyotg (in Bezug 
auf die Kyklopen). Hes. th. 823 : ol (d. L des Typhoeus) xei^e^ iaIv ocr/r- 
%oi krc* iaxvt ^Qy/iar^ ^ovaai. Pind. OL 1, 96: tav 'OkvfAniadwv iv dQo- 
fioig . . . iVa joxvrdg noddiv igl^erai ax^al t' iöyvog ^qaavnovoi. Pind. 
Isthm. 3, 86: yLal devregov afioQ ireliov %iq(.i* ai&Xwv ylyyetai, laxvog 
%Qyov. Aesch. Sieben 226: ^bov d' i%^ Ioxvg yta^vniQzeqa. Aesch. Ch. 
721: jote drj ojofiatwv dei^o^ev laxvv hc 'OgiavT]. — Dazu: iaxvgo-g 
,8tark'; Aesch. Schutzfl. 302: tI drjja ngog Tavr* akoxog laxvgd /tiog] 
Hdt 7, 102: aQE%ri de ^naxiog iati, ano re aoq)lr}g xaTegyaOfÄivrj xal 
vofiov iaxvQOv. 

Auf das anlautende / weisen deutlich Hesych's Anführungen ßioxvv 
laxvv' Oipodga oXLyov ^axwveg und yiaxvv laxvv* Es ist mehrfach an 
Zusammenhang mit ig, alt Fig ,Eraft' (Seite 3) gedacht, dabei aber das ax 
ganz unerklärt gelassen. — Das adjectivische laxvQo-g vergleicht sich mit 
oil^qo-g jammervoll, elend' (1, Seite 498). 



58 Griechische Etymologie. 

löß'iiö'q ,Hals, Eehle^y ^Landenge', insbesondere ,die Landenge von Eorinth^ 
Plat Tim. 69, E: xaToixll^ovoiv elg alkriv zov atiftarog oXurjOLv to Syr}-- 
Tov, ia&pibv aal oqov dioixodofii^aavTeg r^g ve K€q>aXTJg xai tov OTijd'ovg, 
avxiva fjieta^v rt&ivTeg, iva eXt] %(aQlg, Soph. Brachst 145: a äk fivaarig 
dyatolg evicoTfiordra fieliwv, dvixovaa ßlov ßgaxvv ia&ixov (Nauck yermn- 
thet olfiov). — Aesch. Prom. 729: lad-fiöv J' btc aizatg arevorcogoig Ufivrjg 
TtvXaig KiiiixBQLTMv ri^Big. Hdt 1,174: ry ydq ij Kvidlrj x^QV ^^ ^^•' 
fjjteigov TeXevT^, zavTji 6 la&fjiog iati tov ÜQvaaov. Find. OL 7, 81: 
yiXBtvq t' Iv *Ia^fi(p TeTQccKcg evTvxi(ov. Isthm. 1, 9: x^Q^^^^ - • • '^^^ 
aheQxia ^lad'fioi öeigaäa. Ol. 13, 98: Molaaig . . . %ßav iTtUovgog ^lö&fioi 
%o %' Iv NefÄiif. — Dazu: tod-^to-v ^Halsband'; ,Halsgegend, Schlund'; 
Od. 18,300; ix 5' aga Jletaavdgoco . . . ia^fiiov ijveiiiev &egan:(ov, Tcegi- 
ycaXlkg äyakfia. — Hippokr. 1, 483 : yclvdvvog TtaXiv yevia&ai ehcea tri 
TcakivdgofiijaavTa iv iad'filotg. Nik. al. 191: xaxo^ d^ inb veiara Ttvixiibg 
ia&fiia Tcal q>agvyog OTeivfjv ifKpgaaaerat olfiov. 

Die gewöhnliche Herleitung von i- ,gehen' (Seite 1) hat keinen Werth, 
gewinnt auch kaum etwas durch die Heranziehung des altnordischen eii 
,Landenge zwischen zwei Seeen, Versenkung wo man von dem einen Thale 
zum anderen leicht hinübergehen kann' durch Bugge (bei Bezzenb. 3, 101), 
da die Consonantenverbindung -a&fi-, die schon in ao&piax' ,schweres 
Athemholen' (1, Seite 184) entgegentrat, dabei keine Erklärung findet Von 
jenem l- ,gehen' gingen ela-id'firi ,Eingang' (Od. 6, 264) und i^fiar- yOang' 
(Seite 50) aus ; an vorausgehenden Consonanten aber wie eben in ia&fio-g 
schliesst sich suffixales d'fxo noch in ag&fio-g ,Verbindung, Freundschaff 
(1, Seite 283), jtog&fjLo-g ,Durchfahrt, Meerenge' (Od. 4, 671), axag&fjto-g 
jSprung', ,das Springen' (Ap. ßh. 3, 1259; Arat 280; Nik. ther. 139). 

toiiat' (iLOfia) ,das Gesetzte, Errichtete'. 

Lykophr. 731 : lovaec de aijfxa ßovxegcjg vaoftolg agrjg dgvi&OTcaidog 
%afxa q>oißdt,iov noToig. 

Wird in Anschluss an %t,eiv ,setzen' (Seite 43) gebildet sein, wie ganz 
ähnlich zum Beispiel xtIg^ot' ,6nlndung' (Strabo 7, 315) neben xtI^biv 
,griinden' (Hdt 1, 170) oder axlof^aj- ,Spaltung' (Arist Thierk. 2, 15) neben 
axl^eiv ,spalten, zertheilen' (PindL Pyth. 4, 228) liegt 

(Lv- (Nom. tg Arist Thierk. 1, 21; Theophr. Pflanz. 1, 2,1), alt ßtv- (ßtg) 
,Sehne'; ,Faser' (im thierischen Körper, in Pflanzen, in Gestein). 

II. 17,522: (ig d' St' av o^vv Ux^ifv Ttilexw ai^'qiog avrig wipag i^6~ 
Ttid-ev Tiegatav ßoFbg aygavloio Fiva tdfiri did Ttäaav. II. 23, 191 : /ui) 
Ttglv f^ivog tjfeXloto axi^ket dfjLtpl Ttegl x^oa flveaiv ^ök (liXeoatv. Od. 
11,219: avxri öUrj icTi ßgoTciv, otb Tlg kb &dvrjaiv' oh ydg IVi adgxag 
TB %ai öaiia ßlvsg l^ovaiy. — Arist Thierk. 3, 53: al ök Ivig bIgi fXBTa^ 
vsvgov xai q>XBß6g, 'dviai ö* avTwv ßx^vaiv vygoTtjTa TtjV tov ix^gog, 
xal diixovaLv ano tb tüv vBvgwv Ttgbg Tag q)Xißag xai oTt' inelviov ngbg 
Ta vBvga. ioTi 6k %al aXko yivog ivojv, o ylvBxai likv iv aYfiaTij ovx iv 
ajtavTog dk tjc^ov aXfiani ' wv i^avgovfiivcjv ix tov aUfiarog ov ftijyvvTai 



Griechische Etymologie. 69 

Tö alfia. — Theophr. Pflanz. 1, 2, 5 : bxovol (nämlicli ,Pflanzen'j yaq wg tcsq 
Ivag, o lari ovvexhg xai axtorov xai inlf^rjxeg, dnaQaßXao'cov de xa2 
aßlaarov. Plut mor. 434, B: vvv ö' ^(paviOTat (es ißt die Rede von eigen- 
thümlichen Gesteinbildungen), xal fjLoXtg olov Iveg ij Tglxeg dgaial dia- 
TQixovaiv iv Toig fieraXkoig. 

Lat vina ^Ader'; ,Faser in Pflanzen, Metallader'; Att com. fragm. 552: 
e vtperinö morsü venae viscerum veneno imbütae taetrös cruciätüs dent 
Lacr. 3, 442: corpus . . . rare factum dStracto sangvine vents. — Plin. 16, 
184: in qvdrundam arborum camibus pulpae venaeqve sunt Plin. 37, 
90: Indicam onychem . . . igneantj nigram, comeam, cing&nübus Candi- 
das venis ocvli modöj intervenientibus qvärundam et obliqvts vents. 

lit gisla ^der, Sehne, Blattrippe^ 

Altind. ushnihd (aus *vasnihä) ,Genick'; ßV. 10, 163, 2: grtvä'bhjas tai 
ushnihäbhjas . . .jdkshmam . . ,vi vrhämi tai ,yom Hals und Genick schleu- 
dere ich die Schwindsucht dir fort'. 

Die gegebene Zusammenstellung wird Fick (2, 238) verdankt — Das 
alte anlautende / ist bei Homer noch deutlich. Das gedehnte i entwickelte 
sich wie zum Beispiel in i^aviov ,Oberkleid, Mantel' (Hdt. 1, 9; Ar. Wol- 
ken 179), das aus ^feafiario-v hervorging; das suffixale v vergleicht sich 
mit dem von ägv, alt ßagv- ,Lamm' (1, Seite 285). Lat vena beruht auf 
einem alten *vesndj wie ganz ähnlich v&no- ,yerkauf (Seite 651) auf einem 
alten ^vesno-. 
Iva ,wo'; jdamit'. 

n. 2, 558: arijae d* Sywv Yv* 'A&rivalwv %atavto gxxXayyeg, IL 5, 860: 
oq>Q^ kg^OXvfiTtov iTiwfiai, iV* ad^avatiav %dog ioxiv» — IL 1, 203: tim 
avte . . . eiki^JLov&ag'j rj %va vßqiv iörj !dyafiifivovog ; IL 1, 302: el d* aye 
fifjv TrelQrjaai, %va yvtiovai %ai o%de. IL 5,2: /Jtßoinijöel Ilakkag Id&rjvri 
dcJxe (livog %al ^agoog, IV hidr]Xog tcctcc naaiv l^Qyetoai yivoiTo. 

Etymologisch dunkel. Unmittelbar vergleichbare Bildungen bieten sich 
gar nicht, da dva ,in die Höhe, auf, an' (Imperativisch ava ,auf ' ! 1 , Seite 
187) offenbar weiter abliegt. Ein Pronominalstamm Y- scheint zu Grunde 
zu liegen, wie zum Beispiel auch in rlva ,wen'? (IL 8, 273; 16, 692) der 
einfache Pronominalstamm nur tl- lautet; ist das derselbe mit dem demon- 
strativen i- -= i- (Seite 2)? 
ivieiv oder ivdeiv ,ausleeren'. 

EUppokr. 2, 132 (nach der Lesung von Ermerins): ov yag IvwvTai ei 
fi^ OfÄixQov, oiare ^vvoidiovrog tov awfiarog' infjv dk laxvbg jj, tvitvI- 
aneiv aal Ivrjaerai, Galen, lex. Hipp.: hier xevoV xal Ivrj&fidg' utivioaig, 
xal Ivelxar nevovTai. PoUux 4, 179 giebtan: %d ök nevcSaai diä xad'dQ- 
aewg xai i^ivwaat Xiyovaiv, xal l^ivwfiivov ri xfafitpdla rov tcexad-ag- 
liivov g>rjalv tig hc rwv Ivuiv (pegofiivrig trjg x^^V^' ^^y d' airov aal 
VTteqivwfiivov tpaol xal vniQtvov. Hesych führt auf: Iväa^ai' hxevov' 
a&ar ycal ftQolea&ai und ivTjd-elaa' nad'oqd'elaa ^ ycevcj&eiaa. — Dazu: 
ivfjGi'g ,Ausleerung' ; Hipp. 2, 127 (nach Ermerins' Lesung): onorav de 



60 Griechische Etymologie. 

dia Tov oiaocpayov is '^^iV noiklrjv ^evarj, ivrjoig ylyverai xcrrw, iW^ d* 
St€ xal OVO) . . . TOV avTov dk zqonov %a\ iTtijv nolkag fifiiqag tvTjOig 

Die als nächste Grundlage zu muthmaassende Nominalform scheint in 
dem Schlusstheil von vrcig-tvo-g ^übermässig geleert, durch Entleerung 
entkräftet' (Hipp. 3, 610: vTtigivov ^riQalvei xal vnvog novhig, Arist gen. 
anim. 3, 1 : vniqivot yaq ylvovtac xal ol oQvi&eg xal ra q^vra. Theophr. 
Pflanz. 9; 14, 2: ipaol ök fxovov rj fiäkiata vniQivov avo) nouiv twv q>aQ- 
(laxtov) erhalten zu sein, der selbst etymologisch dunkel ist Ob hieher 
etwa auch lat. inäni-s ^eer' (Plat. Stich. 231 : vendo . . . para^tum inänem) 
gehört, das sich seiner Bildung nach vielleicht mit inmäni-s ,unerme8slich^ 
(Lucr. 4, 1163: magna atqve inmänis catapleans pUnaqve honoris) ver- 
gleichen liesse? 
?!?£-§ ,Sohn'; ,Tochter*. 

Aesch. Eum. 323: 6 ^avovg yaq Ivig fi attfiov rid^ai. Schutzfl. 42: 
InixexXoiAiva . . . IvLv t' avd'ovofzovaag nQoyovov ßobg l^ kninvolag Zri- 
vog itpaxpiv. Schutzfl. 251 : tov yriyevovg yaq eifi^ iyw Tlakalx^ovog Ivig 
TleXaoyog. Eur. Tro. 571 : l4a%vava£y ^xJOQog Ivig. Eas. Her. 354: naif 
€iT€ ^log viv eXfiu} eiV * ^^iKpizQvtDvog Iviv. Lykophr. 570 : ovd' 6 ^Poioig 
Ivig evvd^wv fiivog axrjoei. — Eur. Iph. Aul. 119: fii} azikkeiv rav aav 
Iviv TtQog xav xoXjttidr] Tträgvy^ Evßolag ^vXiv, 

Als Suffix löst sich deutlich vi ab, wie es beispielsweise noch vorkömmt 
in ykdvi-g ,Wels' (Arist. Thierk. 1, 27; 2, 56; 6, 81) und in den weiblich- 
geschlechtigen xkovi-g ,Eückgraf (Antimach. bei PoU. 2, 178), fi^vi-g ,Groll* 
(IL 1, 1 ; 75), GTcavi-g ,Manger (Soph. Kön. Oed. 1461 ; Oed. Kol. 506). Dabei 
bleibt aber das i noch dunkel. Ein Vergleich von tpltv-g ,Erzeuger' (Ly- 
kophr. 462; 486; dazu qTirvBiv ,erzeugen' Aesch. Prom. 233; Schutzfl. 312), 
das von (pi-ei ,er erzeugt* (IL 6, 148; Od. 7, 119) ausging, möchte ver- 
muthen lassen, dass Ivi-g unmittelbar zu altind. simü-s ,Sohn* (BV. 1, 62, 
9; 1, 66, 1) gehöre, in (pUv-g aber stand die Entwicklung des l offenbar 
unter dem dissimilirenden Einfluss des suffixalen v, wie es in Ivi-g sich 
nicht findet Ob Hesychs Anführung Iwovg ' naldag hier noch Erwähnung 
verdient? 
tvio'nPy alt FwLo'V ,der hintere Theil des Schädels, Genickt 

IL 5, 73: TOV ^Iv OvXeßldr^g . . . ßeßXrjxet x€q)aXi;g xaTa Fiviov o^iFi 
ÖoqFi. IL 14, 495: cJo^i; 6' oipd-aXfiolo diango xal dta FivLov f^Xd-ev. 
Arist Thierk. 1, 39: xeq>aXflg ^iv ovv fiiQrj to fikv xgcxotrov xqavlov xa- 
Xeixai, tovtov dk fiiQTj to ^iv nqood'iov ßqiy^a . . . to d' otciox^Iov Ivlov, 
(jiiaov d^ ivLov xal ßqiyfxaTog xogvqfr^. Theokr. 25, 264 : avxivog aggr^x- 
Toio n€Q^ iviov fix(^iaaa (?) ngocpd'ag. 

Offenbar aus «v-, alt ftv- ,Sehne* (Seite 58) weitergebildet Das Suffix 
wie in IotIo-v ,Segel' (Seite 55). 
frro-s, eine Art Maulthier (?). 

Arist Thierk. 1 , 35 : ineoTi d' bv ti ovofxa Irtl joig XotpovQOig xaXov- 



Griechische Etymologie. 61 

fiivoig, olov mTcqf xai ov(p xal ogel aal ylvvtfi xal taig iv 2vQl<f nakov- 
fiivaig ^fiiovotg. Hesych fuhrt auf: ivvog' 6 TtcSkog, 6 1$ Xftrcov ftavgog 
xal luixQog rjfÄiovov, akkoi de ovov, 

Dunkler Herkunft Auffällig ist der Anklang an ylvvo-g ,Zwergmaul- 
esel* (Ariflt Thierk. 1, 35 — siehe oben — ; 6, 163: ol 6h xakovfievoi yiv- 
voL ylvovzai IS ^rtfcov, otav voarjaj] iv Tjj xvqaei. Arist gen. anim. 8, 
8: Ix toi %JV7tov nal rov ovov ylvovrai ylvvoi, oxav voatjarj ro xvrjfia iv 
vfj variQ(f). Ob etwa beiden eine ungriechische Form zu Grunde liegt? 
lÄL hinno-^ {hinnus) jMauIthier* (Varro r. r. 2, 8 : nam müli et item hinni 
Jngenert atqve insiticii, nön stiöpte genere ab rädidhus. ex eqvä enim 
et asinö fit mülvs, contra ex eqvö et cmnä hinnus) wird zunächst dem 
Griechischen entlehnt sein. 
ivödXXBö9ai, BltßivdakXea^ai (zunächst aus *FivdaXjeod-ai) ^erscheinend 

IL 23; 460: oiXXoi. (lot doxiovat TtaQolxeqoL ifipLBvai iTtTtoi^ allog 3* 
^vloxog ßivdaXlerai. IL 17, 213: ß^ ^a ßiya Fiaxuiv* ßivdcXlero di aq^tat 
Ttaaiv Tevx^ai lafiTtofievog fieyad-vfiov üijXeßlwvog. Od. 3, 246: c3^ vi 
fÄOi dd'avoTog ßivödXlerai eiaoQaaad'ai, Od. 19, 224: avraQ rot feqiw 
äg fioi FivdaXXstat tjtoq. 

Weist zunächst auf ein nominales *FLvdaXo'g ,erschienen, gesehen' (?), 
ganz wie zum Beispiel axao&aXXBLv ,übermüthig sein, freveln' (1, Seite 
84) auf atacd-aXo-g ,übermüthig, frevelhaft (a. a. 0.) zurückführt. Zu 
Grunde aber liegt ihm ohne Zweifel Id-^ alt Fid- ,sehen' (Seite 37). Diesem 
zur Seite scheint allerdings sonst kein *Flv8- mit innerem Nasal zu be- 
gegnen, während zum Beispiel das gleichlautende altind. vid- ,finden' 
(BV. 1, 67, 4: viddnti ,sie finden') ganz gewöhnlich seine Präsensformen 
mit innerem Nasal bildet, wie vindanti ,sie finden' (BV. 1, 105, 1), vin- 
dämi ,ich finde' (BV. 8, 46, 11). 
iHdtio-v, alt wahrscheinlich Flfiaxio-v ,Oberkleid, Mantel'. 

Soph. (bei PoUux 7, 68; von Nauck — Bruchst 318 — dem Sophokles 
abgesprochen): ^xovxag evtfxvovg %a%aoav Ifxaxlfav iTttC/üiaxQag. Hdt 1, 
9 : ifcl xovxov (d. L ^qovov) xdSv IfxaxlvDv xor * iv hiaaxov iycdvvovaa ^- 
oei. Hdt 4, 23: xoiko (von einer Baumfrucht ist die Bede) ifceav yivijxai 
ninovj acatKiovac (,durchseihen') Ifiaxloiai, Ar. Wölk. 54: iyd d' av aixfj 
9oiiiaxLOv deixvvg xoöl 7tQ6q>aaiv %(paayLov. 179: inL xrjg TtaXalaxqag 
^oifiaxiov vq)€iX€xo. Ar. Wesp. 408: &aifiaxia ßaXovxeg wg xdxioxoj 
Teaidloj ^Blxe aal ßoaxe. Plat Gastm. 219,B: dfxtpiiaag x6 If^dxtov xb 
ificnjxov xovxov . . . xaxexelfirjv xijv vvxxa SXrjv. 

lieber die Entwicklung des gedehnten l wurde schon unter tv- ,Sehne' 
(Seite 58) gehandelt Zu Grunde liegt Ig-, alt Feg- ,bekleiden': hvvui 
,ich bekleide' (1, Seite 393), von dem auch elfiax-, alt Felfiax- ,Kleid' (1, 
Seite 394) ausging. Von letzterem ist /ftcnr- ,Kleid', wie es von Hesych (i- 
Hccxa' Ifidxia) noch angeführt wird, ursprünglich wohl nur dialektisch 
verschieden; aus ihm aber ging tf4dxiO'V zunächst hervor, ganz wie zum 
Beispiel dwfidxio-v ,Zimmer, Schlaf gemach' (Ar. Lys. 160; Plat Staats, 



62 Griechische Etymologie. 

390, C) aus dcS/uoT- ,Hau8* (IL 1,533; 607) oder Qr^fiario-v ,Wörtchen' (Ar. 
Ach. 444; 447; Wolken 943) aus ^r>aT- ,Woif (Find. Pyth. 4, 278; Nem. 
4, 6; 94). 

iliüööBiv ,mit der Peitsche schlagend 

IL 11, 531: (ig aga q)iüvr]aag ifiaaev xai.i.lTQixcig %fC7tovg fiaaxiyi ki- 
yvQfj. IL 15, 17: ov fir/v ßold' et avze xcmoQQatplrig dkeyeiv^g nqwxri 
inavqrioL xal ae TtXrjy^oiv Ifidaaw, — Dazu: Ifida&Xr] ,Peit8che^; H. 
8, 43 = 13, 25: yivro d* Ifidad-krjv xQvaeiriv Utvxtov, Od. 13, 82: iW- 
Ttoi, TtavTsg afjL* oQfAVj&ivreg vno nlrjyfjaiv IfAaa&Xtjg. 

Aus *ifidrr''J€iVy mit der selben Entwicklung der aa wie zum Beispiel 
in alixonoFeaaa ,blutige' (IL 2, 267 ; 5, 82) aus ^alfioroßerr-ja. Ging aus 
von dem sogleich zu nennenden IfidvT" ,Biemen, Peitschenriemen' (IL 23, 
363: 0% d* cfjia jtdvreg iq> %7tnouv fidatiyag äßeigav, TtifcXrjyov ^* l- 
lidaiv). — Die Suffixform ^Ai; findet sich ausser in ifidad-krj noch in 
yevi^Xri ,Geschlecht, Abstammung* (IL 2, 857; 5, 270; 19, 111). 

tiiävr- (H. 8, 544: ö^aav d' IfidvTsaai. IL 10, 475: TcvfidTtjg ifiaai dedevro» 
IL 23, 363: nircXriyov -3'^ l^aaiv. Od. 21, 46: avrix' «V V y' Ifidna. 
Od. 23, 201: h ö' hdwaa^ Ifidvta. Ap. Eh. 2, 67: ot d' inel ovv Ifidaiy 
und sonst) oder gewöhnlich IfiavT- (If^dg) ,Iliemen, Gürteh 

IL 22, 397: afiqxnigwv /neroTtiaS'e nodtSv TirQrjve xivovte ig aqwQov 
ix miQrrjg^ ßofiovg ö' i^mev Ifidvrag. IL 5, 727 : dlg>Qog di %(p)aolct 
xal dqyvQioiotv If^aaiv iv%i%a%ai. Od. 22, 186: ^aq)ai d^ ikiXvvTO IfLidv' 
Tcjv (am Schilde). IL 23, 324 : ovdi fe kilj&ei onnmg %6 ftQmzov tavvari 
ßoßioiaiv Ifiäaiv, IL 23, 363: iq>^ %7t7touv fidariyag Sfeigav nirtXfffov 
&* Ifidaiv. IL 3, 371: ayxe di fiiv Tcolvxearog l^dg (am Helm) aTtaXrjv 
vno degfi^v. IL 3, 375: ij Fot ß^rj^ev Ifidvza ßoFbg flq>i xxafiivoio. Od. 
1 , 442 : &iQr]v d ' iniQvaae xogoivr] ägyvQifj , Inl di xlrjßid * irdwaaev 
IfLidvri, IL 14, 214: rj, xal ano avrid'€aq>iv ikiaaro xsöxbv Ifidvta noi- 
xLlov. — Dazu: If^deiv ,an Biemen in die Höhe ziehen, hervorziehen* ; 
Xen. an. 4, 2, 8: dvaßdweg dg iövvavto dvlfiwv dkXi^kovg %olg dogaoi, 
Athen. 8, 352, A: BinovrvDv di %viv lixuivriav (,die aus dem Brunnen 
schöpfenden*), fiiJt^lg y^ tovto nlvo^ev. Arist Thierk. 3, 105: dia(piQei di 
ro nXiov Ifiaad'ai (,melken*) ycXa rj iXavTov, 

Altn. shni ,Seil, Binde*; ags. sima ,Strick* (Genes. 765: lag shnan ge- 
saeled)y alts. simo ,Strick* (Hei. 5356: an Simon haftan] 5587: slöpi thi 
fan them simon] 5661: swalt an them ^mon). 

Altmd. stmdn- ,Gränze* (Man; Bhftg. P.; Gft), ,Haarscheide, ScheiteP 
(AV.); smd- ,Gränze* (Man.). 

Eine Suffixform /äuvt erscheint sonst nicht; sie wird aber eng zusammen- 
hängen mit ficcT (in el^av- ,Kleid* 1, Seite 394, ^ly^ar- ,Wort* Pind. Pyth. 
4 , 278 , und sonst oft) und inov (in axfiov ,Amboss', 1 , Seite 52, dalfiov- 
^Gottheit, Gott*, IL 1,222; 3, 420; yvw^ov ,Kenner*, Aesch. Ag. 1130) und 
weiterhin zum Beispiel auch ^r] (in axiir^ ,Schärfe, Schneide, Spitze, 



Griechische Etymologie. 63 

1 , Seite 53 y und sonst). Ein mit letzterem gebildetes *ifii] ^Seil, Brunnen- 
seil^ ergiebt sich noch aus dem abgeleiteten l^aeiv (bei Photios l^av und 
iliriv) ^ Seilen emporziehen, schöpfen' (Athen. 8, 352, A: eiTtovTwv de 
%iuy l^wvTwv. Arist Thierk. 3, 105: SiacpiQEt dk to TtXiov iftaa&ai — 
,melken' — ydka rj ^Xccttov). — Zu Grunde liegende Verbalform ist altind. 
si- : si-fut-ti ,er bindet, umschlingt, fesselt* (ßV. 7, 84, 2: jd'u saitfbhis 
aragffubhis sinithds ,die ihr — Indras und Varunas — mit Fesseln ohne 
Stricke bindet' ; BV. 8, 56, 8 : ma nas sditu^ sishait ajdm ,nicht möge dieses 
Band uns binden'), an die sich zahlreiche Nominalbildungen anschliessen, 
wie altind. sditu-s ,Band, Fessel' (KV. 8, 56, 8), ,Brücke* (RV. 9, 41, 2: Mbh.), 
altostpers. hita- ,gebunden, gezäumt', nhd, Seil, goth. insail^'an ,in Seile 
binden' (Mk. 2,4), ahd. silo ,Riemenwerke des Zugviehes'; nhd. Saite^ 
ahd« seita'y altslav. silo ,Strick', seti ,Schlinge'. — 

lliaXia ,Mehlstaub, feinstes Mehl'. 

Hesych: l/iakid' %b hcl^etqov zwv akevQwv. iTCiyivvTjfÄa dketgldog, 
xal 6 dno züv dxvgtjv xvovg, — Dazu: Ifiaklö- (l/iaXlg) ,Mehlstaub, 
feinstes Mehl*; bei Dörfern ein Beiname der Demeter; Tryphon bei Athen. 
14, 618, D: Ifiaiog rj inifivkiog f,Müllerlied') xakov/nivri , ijv naget %ovg 
dlirovg Tjdov, Yawg dno %f^g i^akldog, Ifxaklg d* ioTi naget ^ugievaiv 
6 voarog xal vct inifievga ziSv ukhwv, Hesych führt auf: IfiakLg' vo- 
OTog' övva/Aig' kjcixagnla' '^öovi], ctnagxi] tiLv ycvofzivwv. — Athen. 3, 
109, A: TcJy evgrjfiivwv vnb rrjg 2i%ovg xakovfiivrfi Jri^ri%gog xal Sifia' 
kldog' ovvwg yag rj ^edg naget JSvgaxoaloig rifiatai, wg 6 avvog Iloki- 
fiu)v laiogeL] 

Lat simila ,feinstes Waizenmehl, Semmelmehl'; Gelsus2, 18: siqvidem 
plus alimenU est in päne, qvam in ullö aliö : firmius est trtticwm, qvam 
milium] id ipsum, qvam hordeum, et ex trUicö firmissima siltgOj deinde 
simila. Mart 13, 10: nee dotes similae possis numeräre nee usus, pistM 
totiens cum sit et apta coco, — Entlehnt: ahd. semala oder simila ,f eines 
Waizenmehl, feines Waizenbrof , nhd. Semmel. 

Armen, magh ,Sieb' (aus einer Urform ^simali-; nach Bugge Beitr. 25). 

Gemeinsame Grundlage für die griechische und lateinische Form war 
wohl ein *simaläy in dem ebensowohl das lä als das ma für suffixale 
Elemente werden gelten dürfen, die in der selben Vereinigung im Grie- 
chischen und Lateinischen allerdings sonst nicht yorzukommen scheinen. 
So ergiebt sich weiter ein zu Grunde liegendes verbales *si', in Bezug 
auf das wohl Ficks (2, 256) Muthmaassung das Richtige trifft, dass es zu 
adeiv (aus *ajd€iv) ,sieben' (Hdt 1, 200 : tx^g . - - avi^veoai . . . iaßdkkovai 
ig okfÄoy xal kerjvavreg vnigoiai awai öid aivdovog) gehöre, von dem 
schon früher die Bede war. 

ifieifO'q ,yerlangen'. 

IL 3, 446: ov ydg ma nori fi code igog g>givai dfiq)€xdkvtp€v . . • log 
aco rvv tga^at xal ptB ykvxvg 'ifiegog algel. II. 14, 198: dog vvv ^oi q>i- 



64 Griechische Etymologie. 

loTrjza aal Yf^egov, (^ te av icavTag ödfivaaat a&avdtovg. IL 11, 89: 
üItov t€ ylvY.EQOlo tcbqI q>Qivag Y^egog aigsL II. 23, 14: fievd de aq>i 
Qitig yoov %iibqov wQoev. — Dazu: ifielgeiv (aus *£/dig-J€iv) ,wor- 
nach yerlangen'; Od. 10, 555: xjjvxeog l/xeiQwv xareXi^aTo. IL 14, 163: et 
Tttjg Ifulgairo TcaQadQa&ieiv (pcXoTi^Ti ßy XQ^'^fj' S^« Schild. 31: wqto . . . 
ifielQiüv (pilotrjTog ivl^uivoio yvvainog. Aesch. Ag. 940: ovtol yvvaixog 
iartv ijueigetv fidxrjg^ 

Die Suffixform fiego ist eine ungewöhnlichere. Vergleichen lasst sich 
wohl x«*-/i^^-to-5 ywinterlich' (IL 12,279; Od. 5, 485; daneben x^^l^^' 
^Winter* Od. 7, 118; 11, 190), weiterhin aber auch das weiblichgeschlech- 
tige fi^iqri ,Tag' (1, Seite 625). Der anlautende gedehnte Vocal entwickelte 
sich ganz wie zum Beispiel in rifiag neben altind. asman ,uns' (1, Seite 
624). Zu Grunde liegt ein verbales la- «=» altind. ish ,suchen, verlangen^, 
dessen schon unter Uvriv- ,Wille, Veranlassung* (Seite 13) Erwähnung ge- 
schah. Es stimmt überein mit altostpers. ish : ishaiti ,er wünscht, begehrt* 
und zu ihm gehört altind. ishmä-s oder ishmä-s ,Liebesgott^ (Gramm.) und 
weiterhin zum Beispiel noch ahd. eiskdn ,fragen^, nhd. heischeUj lit ßshöti 
,suchen, trachten*, altslav. ishati ,suchen*. 
Ifiovia ,Brunnenseil*. 

ApoUod. (bei Athen. 3, 125, A): ayuivUSaa %6v %b rov iAyocov xddov 
Xvaaaa xai rov rov (pQiaxog evTQSTvelg xag Ifiovidg rteTtolrjxag. Alexis 
(bei Athen. 4, 170, C): ovx Ifiovidv, oh Xaxxov eldov, ov (pgiaQ. Ar. Ekkl. 
351 : äkkd av fihv ifioviav %iv dTcoTcazelQ, 

Das Schlusssuffix ist das selbe wie in Ifialia ,Mehlstaub, feinstes Mehl* 
(Seite 63), alfiaair; ,Domgesträuch* (Od. 18, 359; 24, 224), av»Qonuri ,Kohlen- 
haufen* (1, Seite 216) und anderen Bildungen. Das weiter noch suffixale 
-jMoy- wurde zuletzt unter Ifiivr- ,Biemen, Gürtel* (Seite 62) erwähnt, das 
mit Ifiovta des selben Ursprungs ist 
cp^v- {tgriv) , junger unverheiratheter Mann* (HdL9, 85), siehe unter dem 

gleichbedeutenden dgev- (eXgrjv). 
ifftiTC' {igr]^, alt wahrscheinlich ßtgijx- (^tgtj^ ,Habicht*. 

IL 13, 62: aifTog 6\ aig r' Xgr]^ wxvTtvegog tagro Tceriad-aiy dg ^d t' 
OLTt* aiylXiTtog fcirgtjg Ttegifiijxeog dg&elg ogfJLtiarj ftedloio diwxifiev og- 
veov akXo, IL 13, 819: OTtTcove rpevywy cgrjari . . . -S^daaovag Igrjxiav I- 
fievat xalllvgixag Yrtrtovg. IL 15, 237: ^AitoXXtav ß^ dk xat^ Idaluiv 
cgiiov, ßlgijxi ß&Foixwg (oxißc q>aaaoq)6v(p, Sg t' wxiarog TceTerjvaiy. IL 
18,616: j) (d.i. Qitig) d* tgrj^ ßwg alro xav^ OvkvfiTvov. 11.21,493: 
i^ca (pvyev äg re Ttileia, rj ^d d"' vn^ tgrjxog xoFllrjv BtaiTtxaxo fcHgrjv, 
IL 16, 582: i&vaev dk äid Ttgofidxoiv Figrixi ßeßoixiog tixiFij og t* ig>6' 
ßrjae xoXoiovg tb xpijgdg xb. Od. 5, 66: iv&a . , . Bvvd^ovTO axcÜTtig t' 
tgrixig tb. Od. 13, 86: rj (d. L vrjvg) dk fidV day>aXiü)g d'ißBv B^TtBÖov 
ovöi XB flgrj^ xlgxog ofiagrrjaBiBVj iXatpgotaiog TtBTBrjvüv, Hes. Werke 
203: cJd' Xgri^ TtgoaißBiTCBv dßrjdova und 212: wg Mtpccv* tixvTcirrjg tgrj^ 
TavvalTttBgog ogvig, Hdt 2,65: og ö* av Ißiv fj Xgrjxa aTtoxTBlvji • . . 



Griechische Etymolqgie. 65 

re&vdvai, avdyKtj, Hdt. % 67 : rag dk fxvyaliag aal Tovg tQtjxag ajtayovai 
ig Bovrovv Ttohv. 

Altes anlautendes / ist wegen Hesychs ^ßelgaxeg' iigaxeg' durchaus 
wahrscheinlich, der homerische Vers aber verlangt es nirgends und lehnt 
€8 einige Male (II. 13, 62; 819; 18, 616; 21, 494; Od. 5, 66) bestimmt ab. 
Die später geläufige Form Uqox- (Seite 9) ist, wie schon früher bemerkt 
wurde, wohl erst durch Umbildung und zwar in Anlehnung an lego-g 
^heilig' (Seite 10) entstanden, das übrigens bei Homer an nahezu fünfzig 
Stellen (tgov II. 10, 571; Od, 3, 278; 6, 322; 13, 104 = 348; iqu IL 2, 420 
9, 357; 11, 707; 16, 658; Od. 1, 66; 3, 159; 16, 184; tg^ IL 4, 46; 164 — 
6, 448; 8, 551; 20, 216; 24, 27; ig^v IL 4, 416; 5, 648; 7, 82; 413; 429; 11, 
196; 13, 657; 15, 169; 17, 193; 18, 270; 21, 515; 24, 143; 383; Od, 11, 86; 
17, 293; tgijg D. 6, 96; 277; 21, 128; tgviv IL 5, 178; 23, 207; Od. 9, 553 
— igevg IL 5, 10; 16, 604; Od, 9, 198; tgevovai Od. 14, 94; igevov Od. 17, 
181 ^ 20, 251; igeveoTcov Od. 20, 3; igevaaa&at Od. 19, 198) auch mit 
gedehntem I an Stelle you le gebraucht wird. — Was übrigens die Bildung 
des Wortes anbetriffi, so vergleichen sich Formen wie ogn:rjX' ,Zweig, 
Stengel', , Abkömmling, Sohn' (1, Seite 568) und neben ihm genannte, 
weiter zum Beispiel auch noch kaßgäx- ,Seebarsch' (Ar. Bitter 36 1 ; Arist 
Thierk. 1, 26; 4, 89; Opp. hal. 2, 130). Wie aber in diesem letzteren ausser 
dem X auch das g mit zu den suffixalen Elementen gehört, so wird es 
wohl auch bei ffgriK- der Fall sein. Als seine verbale Grundlage wird 
man deshalb möglicher Weise h-a^ai, alt ßt-ea^ai ,streben, begehren' 
(Seite 9) ansehen dürfen. 
IqiÖ' (Igig), sdt ßlgiä- (flgig) ,Regenbogen^; mythisch als Botinn der 
Götter gedacht; Name verschiedener Pflanzen (,8tinkende V eilchenwurzel' ; 
,echte Veilchenwurzel' und noch andre). 

IL 11, 27: nvaveoi de dganovreg ogtagixctro ngotl öegßijv tgeig fcKa- 
xsgd'^ tgiaai fefoinoTeg^ ag %b Kgovlwv h viq)et aTfjgt^ej rigag (legonojv 
av&gtiftoiv, IL 17, 547: ijiJtc 7togq>vgiriv Hgiv ^vri%oloi ravvaafj Zeig i^ 
ougavod'Bv . . . cug ^ (d. L Athene) nogqtvgiji vecpiXj] nvaaaaaa Fe avrfjv 
övaer^ ^A%aifüiv ßedyog, Arist meteor. 3 , 2, 3 : zijg d ' tgidog ovdi7to%e 
ylvevai nvxkog ovdk fiei^ov rj^ixvxklov Tfiijfia .... ovde dvolv Ttkelovg 
tgideg ylvovrai S/na. — IL 15, 144: "Hgrj d^ ^AnokXiava xaHaaaro dtu- 
ptaxog IxTog Flglv ^', ^' %e d-eoloi fierdyyekog ad'avaTOiaiv. IL 2, 786: 
Tgtaaiv d' ayyeXog rjX&e nodrivefiog ojxißa Flgig nag /liFog. II. 8, 398 
und 399: Zeig , , . Flgiv d* ürgwey xQ^^OTtxegov dyyeliovoav ßdm 
?*/, Flgi xaxela. IL 8, 409 =» 24, 77 — 159: cJg i'qpor', wgro Sk Flgig 
aßekXoTtog dyyeXiovaa. IL 23, 201: d-iFovaa dk Figig kftiartj ßqX(p irtl 
Xi&i(fi. — Theophr. Pflanz. 4, 5, 2: rciv dk ev(odwv ovdkv h tavTaig 
nXiiv Igig h rfj 'Ikkvgldi xal ftegl rov ^Adglav, 7, 13, 1: 17 de Igig xa- 
kafiüßdiaregov (nämlich ^ei ro q>vlXov), 

Dunklen Ursprungs. Das alte anlautende / tritt an den vierzig Stellen 
der Ilias (die Odyssee hat das Wort nicht), die das Wort enthalten und 

Leo Meyer, Oiieohiflohe Etymologie. II. 5 



66 Griechische Etymologie. 

von denen nur vier (II. 5, 353: Trjv fxkv aQ* ^iQiS» H. 5, 365: tcoq 6i Fot 
^iQig. II. 11, 27: ßeytdreQ'^'j tgiaai. IL 23, 198: (inäßa d' ^Igig) wider- 
streben, hinreichend deutlich entgegen. Dem Suffix nach vergleichen sich 
oxqIö- ,Heuschrecke* (1, Seite 59) und weiter ä-Kgi-g ,Spitze, Berggipfel' 
(1, Seite 58), vßQcg ,Ueberhebung, Frevel, Gewaltthaf (II. 1, 203; 214) 
und wohl auch dijgi'g ,Streit' (IL 17, 158; Od. 24, 515). 
IXäBiifa ,mild leuchtend' (?). 

EmpedokL 149 (aus Plut mor. 920,0): ^Xiog oSvßeXrig rjd^ [av] Uaeiga 
aelrvTj, EmpedokL 152: 17 ök g)Xd^ IXaeiQa fiivvvöadlrjg xvx^v avy^g. — 
Als Eigenname bei Apollod. 3, 1 0, 3, 5 : ^evxlrcTtov de ^vyariQsg iyivovxo 
^iXaeiga xa2 Ooißt]' ravTag agnaoarreg iytjfiav /JioanovQoi. und Paus. 
3, 16, 1: Tckrjolov dh ^Ikaelgag xal Wolßrjg iaviv Uqov' 6 dk 7toir\aag za 
%nri %a Kvngia &vyaTiQag avxag ^AnoXXwvog q)7jaiv elvai, — 

Ganz deutlich ist die Bildung nicht, wenn auch ein naher Zusammen- 
hang mit IXago-g (siehe sogleich) wohl als wahrscheinlich gelten darf 
und dem Suffix nach wohl das weiblichgeschlechtige nieiga, alt nißBiga 
(Od. 19, 173) = altind. pivari ,fett' (ßV.8, 5, 20; 8, 22, 9) eine nächst- 
vergleichbare Form ist. Ob ein darnach zu muüimaassendes altes IXa- 
ßeiga etwa ein weibliches */Aa- ,Heiterkeif (?) als ersten Theil enthält? 
IXaQö'^ ,heiter, fröhlich^ 

Ar. Frösche 455 : fiovoig yaq rj/Ltlv rjkiog aal q>iyyog Ikagov iariv, Xen. 
mem. 2, 7, 12: Igya^ofievai fihv T^glOTWVy igyaaafxevai ök idelnvovv, i- 
kagal dk avri axv&gwTCwv rioav. Xen. Ages. 8, 2 : dia dk ro &iBX7Cigxal 
evdvfiog xal ael Ikagog elvat. Antiphan. (bei Athen. 6, 238, B): -naaTlv 
.... igunoLogy yeloiog, Ikagog Tqi xgonf^. Athen. 15, 697, D: 2ikevKov 
%6v Twv IXagwv aoficaiav 7Coi7iTr;v. Meleagr. (in Anth. 12, 159, 6): ijv d* 
IXagov ßXixI^jg^ rjäv Tidijlev ^ag. 

Aehnliche Bildungen sind zahlreich, wie nivago-g ,schmutzig^ (Eur. £1. 
184), OTißago-g ,fest, stark' (IL 5, 400; 18, 415), ktnago-g ,fett, glänzend' 
(IL 2, 44; 22, 406; Od. 15, 332), ^vnago-g ,8chmutzig' (Polyb. 37, 3, 12), 
fxvüago-g ,abscheulich' (Eur. LT. 1224; Tro. 282; Or. 1624), a&evago-g 
,kräftig' (IL 9, 505). Gleichwohl ist schwierig, die zu Grunde liegende 
Yerbalform bestimmt zu bezeichnen. Zusammenhang mit clao-g ,gnädig, 
wohlwollend' (Seite 67) ist durchaus unwahrscheinlich. Lat hilaro- (Nom. 
hilarus Plaut. Amph. 961 ; Pompon. com. 124; Caec. com. 108) ,heiter, fröh- 
lich' verräth sich schon durch sein inneres a als entlehntes Wort. 
iXri' ,gnädig sein', verbal lebendig nur in einigen präsentischen Imperativ- 
formen, wie 'Xrjd^i ,sei gnädig' (Od. 3, 380; 16, 184; Hom. hymn. 20, 8 ; 
23,4; Ap. B.h. 2 , 695) und in ein paar Perfectformen wie der conjuncti- 
vischen iXr^xrjat ,er sei gnädig' (Od. 21, 365). 

Od. 3, 380: aXXa ßavaaa' Ur]3i, diöw&i di fioi xXißog ia&Xov. Od. 
16, 184: tj fxaXa rig ^edg iaol . . . dXX* %Xri&\ iVa %ol xexagiafiiva dtio- 
pLBv Iga. Hom. hymn. 20 , 8 : aXX' 'iXrjd^', "Hq)aiar€. Simonid. Bruchst 
49: xai av uiv, eXycoai Ttaldcav ftäreg, ^iXa&i. Eallim. Dem. 139: YXo^l 



Griechische Etymologie. 67 

lioi TQikXiate fjLsya xgeloiaa d'ediov. Theokr. 15, 143: ika^^c vvv q)lX' 
Z4dwyu Ap. Rh. 4,982: YXctre Movaai, oix i&ilwv lvin;vj TtqtniQuiv 
STtog, — Od. 21, 365: ei' xev ^AnoXXwv fifilv Iki^xrjac xal a&dvaroi d-eol 
aXXoi. Hom. hymn. Ap. 165: aXX^ ayed-" IItjxol (ihv ^AnoXXiov l^QTiftidi' 
^vv. Ap. Rh. 2, 710: IXtjxoig (o Apollon). — Dazu: ikäo-g (dafür ilao-g 
IL 9, 639; 19, 178; Hom. hymn. 29, 9; Find. Ol. 3, 34; Pyth. 12, 4; Theogn. 
782; Archil. Brachst. 75; Soph. Oed. Kol. 1480), äolisch Ukao-g (M.-Ahrens 
1, 143), attisch ikeut-g (Soph. El. 655; Aias 1009; Tr. 763; Oed. Kol. 44; 
Eur. Hei. 1008) ,gnädig, wohlwollend'; 11.1,583: avzix' inet^' Uaog 
'Okv^niog laoBtai rifilv. 11.9,639: ai ö' iXaov h^eo ^(liov. 11.19, 
178: xal de aol avrtß dvfibg Ivl q)Q€alv Vkaog laxco. Hom. hymn. Dem. 
204: ^ei&fjaai yekdaai %e xaJ %Xaov oxelv &vfi6v. Hes. Werke 340: wg 
xi TOI Ykaov xQadlfjv xal &vfidv ^waiv. Aesch. Eum. 1040: ikaoi öh xal 
€vdv<pQOv€g y^ deäg' %%e. — IXaea&ai (Ap. Rh. 2, 849; 4, 479; IXdovtai. 
II. 2, 550: %Xaad'aL (iXafiaL Hom. hymn. 21, 5) oder gewöhnlicher tXaa- 
xea^ae (II. 1, 386; Hes. Werke 338; '^Xdaxojuai Find. Ol. 7, 9; iXdaxovTat 
H. 6, 380 = 385; Hes. th. 91 ; tXdaxovro IL 1, 472; Hom. hymn. Dem. 292; 
IXdaxoia'd^e Hom. hymn. Dem. 274; iXdaxwvTat Hom. hymn. Dem. 368; t- 
Xaaxrjtai Hes. th. 417) ,8ich gnädig machen, sich geneigt machen'; IL 2, 
550 : Mv-d-a öi fitv (d. L Athene) tovqoioi xal oQvewia ' IXdovxai xovqol 
"A&rivalwv, IL 1, 386: airlx* iyw ngtÜTog xeXofirjv ^eov IXdoxea^ai. IL 
1, 100: t6%€ xiv fiiv (d. L Apollon) IXaaadfievot TtBnl^oifxev. IL 1, 472: 
oe de TtavrjfiiQioi fioXnij ^ebv IXdaxovzo. Hom. hymn. Dem. 274 : wg av 
hceira evaySwg igdovreg ifiov voov IXdaxoia&e. Hom. hymn. 21, 5: xai 
av (iky ovru) xalQBy Fdva^j iXa/Aoi di a^ doidf^. 

Noch nicht in überzeugender Weise etymologisch erklärt Mck (2, 1876, 
S. 254) vermuthet Zugehörigkeit zu lat solurs ,heil, ganz', söläri ,begütigen' 
= ,trösten' (Flaut Epid. 112: nihil agit qvt diffidentem verbfs solätur 
SUIS] Flaut Mil. 5: nam ego hanc machaeram mihi cdn-söläri volo), goth. 
sSlja ,tauglich, gut' (Luk. 8, 15; Kor. 1, 13, 4; Ephes. 4, 32), altslav. sulei 
,be8ser'. Sein Vergleich aber mit nivw ,ich trinke' (11.2,825; 4,262; 
346; „aus ncivo)"') bezüglich des gedehnten 7 trifft, wie das äolische 
iXXaog erweist, fehl. FFroehde (bei Bezz. 9, 1885, S. 119) vermuthet die- 
selbe etymologische Verwandtschaft wie Fick, will aber tXrjf^i aus *al- 
-aXrj-fjii deuten ; die scheinbar widersprechenden äolischen Formen 'eXXa^i 
für iXti-S^i und ^XXaze für iXate (Ahrens-M. 1, 143; 144) erklärt er für 
Ferfectformen wie ri^va&i ,sei todf (IL 22, 365) und ri^Xa^i ,halt aus' 
(IL 1, 586; 5, 382). Also das Adjectiv iXao-g soll auf einer reduplicirten 
Fräsenaform beruhen? Und womit soll die angenommene Verbalgrundform 
noch weiter begründet werden, da doch jenes lat söläH nur ein abgeleitetes 
Verb ist? — Dass in tXäo-g ein altes / (iXäßo-g) enthalten war, wie wahr- 
scheinlich auch in dyXao-g (dyXaßo-g) ,glänzend' (1 , Seite 126) und an- 
deren ähnlichen Bildungen, wird durch eine alte Inschrift aus Olympia 
erwiesen, auf der Ahrens (im Fhilol. 38, 1 93) die betreffende Form glaubt 

5* 



68 Griechische Etymologie. 



ilr]ß(jj[g] lesen zu dürfen. — Aorißtisclie Formen wie iXaaaoixat (Od. 3, 
419), tXaao^Bü&a (II. 1, 444), iHaüeac (II. 1, 147), Ikaaaaf^evoc (IL l, 100) 
und spätere wie k^-ikaa&iv (Plat legg. 9, 862, C) und Ikaa&rjTi ,8ei gnädig' 
(Luk. 18, 13) weisen offenbar zunächst auf einen Yerbalstamm ikag- und 
mit Verkürzung des anlautenden Yocals Uag-^ so dass man auch für ^- 
Xdea&ac (Ap. Rh. 2, 849 ; 4, 479) Entstehung aus *ikaajea^ai und für Ua- 
^ai (Hom. hymn. 21 , 5) eine solche aus ^ilaofiai vermuthen kann, wie 
ganz ähnliches schon früher (1, Seite 433) in Bezug auf iQaea&ai ,lieben, 
womach verlangen^ und kga^at ,ich liebe' ausgesprochen wurde. 
cüi], alt FiXri ySchaar'. 

Find. Nem. 5, 38: la&fÄOv JwQlav* iv&a fiiv evtpgoveg Ikai avv xothi" 
fiOio ßoq d-eov dinovrai. Soph. Ai. 1407: fila d' hi xlialag dvdqwv tkrj 
Tov VTcaOTtLdiov xoofiov (pegiro). Eur. Alk. 581 : ißa di Xinovo^ ^Od^Qvog 
vctfttjv leovrwv a datpoivog Xla. Xen. Eyr. 6, 2, 36 : XQ^ • * • rov%ovg . . . 
Yxxto XXag ftoQevea^ai, — Dazu ikadov, slt Flkadov ,schaarenweise' ; 
IL 2, 93; dg rwv fi&vea rcokka . . . iarixoovro FiXadov eig dyogi^v. Hes. 
Werke 287 : rrjv fiiv toi xaxortjTa xal Ikadov %ü%iv iHa&aL ^tjiölwg. 

Das alte anlautende / ergiebt sich deutlich - aus Hesychs Anführungen 
vih)' ofirikog (wofür optiXog zu lesen sein wird) und ßeikagfiooTag ßeildgx^S 
[elkdgxij'S ,Führer eines Beitergeschwaders' findet sich Plut TimoL 31, 3 ; 
dafür UagxV'S Polyb. 6, 25, 1] TagavTlvoi. Damit aber wird die unmittelbare 
Zugehörigkeit zu aligy alt ßdkig ,gedrängt, in Menge', ,genug' (1, Seite 305) 
und lA-, alt ßelieXkeiVj Bit FeUeiv oder wohl richtiger fikkeiv (aus 
*ßiij€iv) ^drängen, zusammendrängen' (1, Seite 464) im höchsten Grade wahr- 
scheinlich. Es handelt sich dabei nur noch um die Frage, wie auf der 
angegebenen Grundlage sich das gedehnte I entwickeln konnte. Da darf 
man wohl vermuthen, dass fikrj in ganz ähnlicher Weise, wie zum Beispiel 
ovAif, alt ßovkf (Od. 19, 391; 393; 507), äolisch wahrscheinlich */oiAa, ,zu- 
geheilte Wunde, Narbe' aus älterem *ßolv7J (neben lat volnus- ,Wunde' 
Enn. trag. 140; altind. vrand-s 'Wunde' Mbh.) hervorging, aus einem alten 
*ßikv7] entsprang, dessen e sich wie in ^nno-g ,Pferd' (Seite 30) zu i ent- 
wickelte und dessen Xv zunächst zu XI wurde, wie zum Beispiel in oXXv- 
aiv ,es richtet zu Grunde' (1, Seite 532 aus *oX'Vvaiv\ also im Grunde 
das selbe Suffix vt] enthält wie Sxvri ,Spreu', ,Schaum' (1, Seite 151). In 
der Nebenform bUt] (Hdt 1, 73 ; 202 ; dXadov ,schaarenweise' (Hdt 1,172) 
entwickelte sich der Diphthong aus positionslangem e. 
tXiyyO'q (dafür iXiyy- Diod. 17, 97, 1), alt wahrscheinlich ßtXiyyo-g ,Wir- 
bel, Strudel', ,Schwindel'. 

Plut mor. 763, A: avafinqoov fifiäg, Iv olg fi naXri 2a7cq)af Xfyeij rijg 
iQtü^ivrjg irciqfavelarig, vqv t€ qxavfjv XaxBO&ai, ifLoi q>Xiy€a^ai t6 adifjia 
xal xaraXafjißaveiV (oxQOTtjTa xal nXcvov avrtjv xal iXiyyov, Plat Staat 
3, 407, C: x€q>aX^g rivag aiel diaTdaetg xal iXlyyovg VTtOTtzevovaa xal 
aiTiwfxevtj ix q)iXoaoq>lag kyylyvea&ai. Plat legg. 10, 892, E : ^uij drj axo- 
Todivlav XXiyyov te vfiiv ifiTtoi'qaf] 7taQaq>eQ6nBv6g re xal igaitüiv cif;&€ig 



Griechische Etymologie. 69 

ovrag anonQlaeiov. Theophrast sagt: negl Wyytjv 1 : ol XXiyyoi ylvovrai 
oTov 7; nvev^a akXoTQiov neql vrjv xeq^aXijv, rj vyQOTrjg neQitTw/nazixr] 
ano TQoqr^g kvlag, olov rj toi oXvov rj xal äXkov vivog x^^^j V '^Q^'^ov 
o%av xivff vig xvnkq) %rjv xeg^aXi^v. Diodor 17, 97, 1 : fieyakcjv de ^el&Qonf 
€ig eva %6nov avQQaiJOvtaiy Xkiyyeg nokXai xal q>o߀Qal avvlaxavxo. — 
Dazu: tXiyytaetv fiXL Schwindel leiden^; Ar. Ach. 581: vno %ov diovg 
yaQ Twv ojtXuiv iXiyynH, Ar. Ach. 1218: IXiyyit!) xaga ki&t^ neTthjyfiivog^ 
xai OTioTodivicS, Plat Erat 411, B: äarteg xal tvSv vvv ol nokkol twv 
aoq>wv, VTto %ov nvuva Ttegiargigfead-ai ^fjzovvTegj otcji i^ti %a ovra, ael 
iXiyyidiai, Plat Phaed. 79, G: y ^pvx^ - - • nlavaTai xal TaQatTerai aal 
ikiyyi^ äoTteg f^e&vovaa. 

Bedeutet zuo&chst hSchstwahrscheinlich ,das Drehen^ und schliesst sich 
an das ans feUaaeiv ^umdrehen, wenden^, med. ,sich wenden, sich drehen' 
(1, Seite 478) zu entnehmende fei,- ,sich drehend Wegen der Entwicklung 
des l ist tXfj ,Schaar' (Seite 68) zu vergleichen ; wie dieses ein eXkij zur 
Seite hat, so begegnet auch neben tXiyyo-g ein gleichbedeutendes eXkiyyo-g 
(Ap. Kh. 4, 142; Nik. ther. 247; al. 597). Dem Suffix nach vergleichen sich 
^riQiyyo-g ,ein Fluss der nicht immer fliessf (Hesych: ^riqiyyoi' noxa^ol 
[orx] ael ^iovreg), femer: nXaaxiyy- , Wagschale' (Ar. Frösche 1378; Plat 
Staat 8, 550, E), fifiviyy- ,Haut, Hirnhaut* (Emped. 322; Arist Thierk. 1, 67; 
3, 38), ^wfiiyy- ,Schnur, Faden' (Aesch. Pers. 461; Eum. 182; Hdt 1, 199) 
OTQocpiyy ,Wirbel, Thürangel' (Eur. Phoen. 1126; Ar. Frösche 892), aal- 
niyy- ,Trompete* (II. 18, 219; Aesch. Eum. 568), ar^Qiyy- ,Stütze' (Xen. 
Eeitk. 1, 5), avQiyy- ,Eöhre, Flöte' (II. 10, 13; 18, 526; Hes. Schild 278). 

tXv'g ,Schlamm, Bodensatz'. 

IL 21, 318: TOT revxea xakd, ta Ttov fiaXa veio&i lli^VTig xelGe&* in* 
IXvog x&LaXv^^iva. Hdt 2, 7 : A%yvnxog^ lovaa näaa vnTltj %e xa2 
fwÖQog xal IXvg, Hipp. 2, 695 : xXv^eiv ovv XQ'^ idageoTigj] %fj IXvl %al 
oivif fiiXavi, Plut mor. 602, D: 6 d' ^AXxixalwv IXvv veonayfj toi Idxe- 
Xiüov nQoax^yvvvTog iTct^xrjaev. Arist gen. an. 3, 37 : äaneq yaq xal ol 
olyoi Iv %alg dXiaig o^vvonai avoTQefcOfiivrjg tf^g IXvog, 

Dunkler Herkunft Dem Suffix nach vergleicht sich iaxv-gy alt wahr- 
scheinlich ßiaxvg ,Stärke' (Seite 57). 

iXv&'q ,Schlupfwinkel' (Kallim. Zeus 25 ; ein Dichter bei Suidas : igneza d ' 
iXvolatv hi'AQvq>ev\ Nebenform zu eiXv6~g (siehe später). 

tXvajrüBö^ai ,sich schlangenähnlich windend sich bewegen'. 

Plat Tim. 92, A : %olg d ' cupqoveojdtoig aviüv jovraiv xal navtanaat 
TCQog y^v ndv tb awfjia xaraTeivofiivoig dg ovdiv ^i nodtSv XQ^^^S 
ovofjgj cTtoda av%d xal IXvanw^eva Inl yijg iyivvrjaav. Jos. jüd. Kr. 3, 
7, 21 : IXvanw/iievog vno twv TQav/natwv fierd tov xgiov xarineaev. Jos. 
Ant 1, 1,4: nodaiv re avtdv (d. i. tov oq>iv) anoOTegrjoag avQea&ai xara 
trjg y^g iXvanwfievov knolrjaev (nämlich 6 &e6g). Plut mor. 576, B: iXv- 
anujfiivovg nagd qyvaiv xal a^ia xa^nrofdivovg , oianeg al ^aXarxiai 
axoXonevägai xaraniovaai %6 ayxia%gov Ixtginovaiv iavrag, Ael. n. a. 



70 Griechische Etymologie. 

9, 32: TO dk (nämlich tvttjvov) ikvOTtoifxevov elta fiivzoi dvaart^ avrrjv 
(d. L ftoav). 

Nächster Zasammenhang besteht wohl mit eUveaS^ac ,Bich winden, fort- 
kriechen* (Soph. Phil. 291 und 701 ; Orph. Steine 134: etlvzo — nämlich 
6 ögoMüßv — ök nvKvtjg, yvifimtov eincvxkwg ravafjv Qct%iy)y möglicher 
Weise auch mit IXvg- ,sich andrücken^ sich anschmiegen, (? 1, Seite 483). 
Das wahrscheinlich gedehnte l ist wohl zu beurtheilen wie in IXtyyo-g 
,Wirbel, Strudel', ,Schwindel' (Seite 68) und ilij ,Schaar* (Seite 68), wie 
denn auch die Schreibweise eikvaTtaa^ai (Etym. M. 299 , 55) begegnet 
Im Uebrigen ist die Bildung nicht ganz verständlich. Ob man etwa For- 
men wie ayoTtav ,liebevoll empfangen, bewillkommnen', ,lieben' (1, Seite 
104) vergleichen darf? Anklang an Ofcaa- : andeiv ,ziehen, herausziehen' 
{aftaa-adfievog Od. 10, 439 = 11, 230) wird auf Zufall beruhen. 

IXk^eiv, alt wahrscheinlich FlXXeiv ,drehen, wickeln, umwickeln'. 

Soph. Ant 340 : Fäv ag>d-LTOv Qxafxczav dnoiQverai (nämlich avd-Qia- 
Ttog) IXXofxivwv agotgiav irog eig €Tog. Arist cael. 2, 13, 4: ivioi dk xai 
xeifiivTjv irtl tov nivrgov (paalv avTrjv [d. i. y^v] ckkeaS-ai Ttegl tov did 
najTog Terafiivov noXov, 2, 14, 1 : ol pikv avrrjv [d. i. yf/v] tv twv aargtjv 
Ttoiovaiv, ol ö' inl TOV fiiaov d'ivxeg ikkead-ai xai xiveiad-at q>aat Ttegl 
tov noXov fxiaov, Leonid. Tarant (in Anth. 9, 25, 4): aavigag . . . olaiv 
ivagyfjg iklofievog xvxkoig ovgavog ivdiderac. Nik. ther. 478 : q>BvyB d' 
ael axoXii^v %e xa\ ov ixlav drganog tXhav. Ap.Bh. 1,329: avzov d 
Ikkofiivocg iftl XaLcpBatv . . . idgiowvTo, 1, 129: tov (d.i. ^(aov aygiov) 
lihv . . . äeapiolg IXXofievov f^eydXwv dTte^rjxaTO vwTfav, 2, 1252 : yvla ttegl 
OTvq>eXoZai ndyoiaiv IXXofiBvog xahiijiaiv dXvxroTcidrjac Tlgo/^rj&evg, 2, 
27 : liwv . . . iXXofievog (,umringt') Tceg ofilXip tcSv fihv iV* ovx dXiyeu 

Gehört ohne Zweifel zu dem aus iXlaaeiv ,umdrehen, wenden', med. 
,sich wenden, sich drehen' (l, Seite 478) zu entnehmenden ßeX ,sich drehen'. 
Die Entwicklung des I-Vocales vergleicht sich mit der von tXr] ,Schaar' 
(Seite 68) und mehreren andern im nah Vorausgehenden genannten For- 
men. Ganz ähnliche Verbalformen sind selten ; am nächsten zum Veigleich 
steht TlXXeiv ,rupfen, ausraufen' (II. 22, 78; 406; 24, 711). 

iXXdö' {iXXdg\ alt wahrscheinlich ßtXXdd- ,Strick'. 

II. 13, 572: ßovg, tov t* ovgeat ßovxoXot cvögeg ßiXXdatv ovx k&iXovTa 
ßLjj örjOavTeg ayovoiv. 

Gehört zum vorausgenannten iXX-eiv ,drehen', wie ganz ähnlich zum 
Beispiel unser Strick eng zusammenhängt mit OTgoyyvXo-g (,gedreht' =) 
,rund' (Ar. Wölk. 751 ; 1127; Plat PhaeA 97, D). Das Suffix wie in Laxdd- 
,getrocknete Feige' (Seite 56) und sonst oft. 

iXXdö' (iXXdg), eine Drosselart 

Aristoteles nach Athen. 2, 64 und 65 : Tgla äk yivrj xixXaiv IdgtaTOTiXrig 
elvai latogei . . . rfjv ök Tgitriv iXaxlOTrjv Tixiv 7t()0BigT]fxiv(av ovaav iX- 
Xdda [Arist. Thierk. 9, 96 aber ist überliefert: äXXrj d' rjv xaXoval Tiveg 



Griechische Etymologie. 71 

iXiada ilaxlorrj t€ vovtwv xal fjTTov TtoiKikrj] ovofid^eod-ai ' oi di xv~ 
Xdda kiyovaiVy wg 'Ali^avdgog IoxoqbI 6 Mvvdiog, 

Etymologisch nicht verständlich. 
iXXö-q, alt ßillo-g ^schielend'. 

Ar. Thesm. 846: llXog yeyivrjfxai »ngoadonviv. — Dazu: iXXa Lv b lv 
^chielen'; Hipp. 1, 267: -Acmov di tloI tklalvtav of^alfiog. Hipp. 3, 471: 
Se^itp ilXaive. 

Gehört ohne Zweifel zu IXk-eiv ,drehen' (Seite 70) und wird zunächst 
^dreht, verdreht' (insbesondere von den Augen) bezeichnen. Das alte 
anlautende / ergiebt sich noch deutlich aus Hesych's Anführung: ytlog' 
IreQotp^akfÄog. 



AI. 

al ,wenn'; ,ob'; ,wenn doch'; dialektische Form. Bei Homer nur in Ver- 
bindung mit unmittelbar folgendem xiv (xi) oder yag, letzteres bei Aus- 
druck eines Wunsches, in welchem Fall ai betont wird. 

Theokr. 5, 64: al Ijjg, xov ägwofiov ßmaxQriaoixeg, — IL 1, 128: cno- 
vlaofiBv, al xi rcod-i Zeig dcTai ftohv TQipTjv ivvelxeov i^akaTtd^ai. H. 
4, 170: ckkd [10 L alvov axog oi&ev Saaezaiy oi MsviXaFe^ a% xe &dvf]g. 
IL 4, 353: Sxfjeai, ijv i&iki]a^a xal ai xiv roi rd fÄe/Ärjkf], IL 7, 387: 
rivtiyei üqlapiog . . . Femi^iev, a% xi TtBQ vfifÄi q>lkov xal 'qdv yivoiro, — 
IL Aj 249 : o^Qa ßldrjT ^ aX x ' vfAfiiv VTtiqaxj] ^ßt^a KqovLwv. IL 5, 279 : 
vvv avT^ iyx^ifl TCBiQTiaoiiaL^ a% xb Tvx(OfÄi. — H. 2, 371: ai ydg, Zbv %b 
TcdrBQ . . . TOioitot dhia fxoi ^vptcpQdöpiovBg bIbv *AxaiFmv. IL 4, 189: at 
ydg dri ovrcog sir]. 

Etymologisch noch nicht aufgeklärt Die oft ausgesprochene Ansicht^ dass 
al nur eine Nebenform von bI sei, ist durch nichts erwiesen. Der Gleichstellung 
mit oskischem svai, gewöhnlich suae ,wenn' widerspricht, dass über 50 
Stauen (IL 1, 128; 207; 420; 2, 72 = 83; 4, 249; 353; 9, 359; 5, 279 u. a.) 
anlautendes / für al entschieden ablehnen, nur sehr wenige (IL 11, 791; 18, 
180; Od. 2, 133; 22, 167) es zu fordern scheinen. Der Gedanke, dass in al 
ein altes Ausruf wörtchen enthalten sei, ist ganz missrathen. Fick 1^, 521 
hält al und bI für Locative des Belativstammes o- (1, Seite 492) , das 
erstere der weiblichgeschlechtigen, bI aber der ungeschiechtigen Form. — 
Einsilbige Formen auf aij die etwa zu vergleichen wären, sind val ,wahr- 
lich' (IL 1, 234; 286), dal ,denn' in Fragen (IL 10, 408; Od. 1, 225 und 24, 
299 nach Aristarch's Lesart; Eur. EL244; wo aber Nauck mit Seidler 
d\ ai schreibt, und 1116) und xal ,und, auch' (IL 1, 9; 15; 17). 
al ,ach', Ausrufwörtchen der Klage oder des Erstaunens. Gewöhnlich ver- 
doppelt zu alal, 

Al. Plut 706: al rdkav. — Theogn. 1341 : alalj Tvaiöog igtS d/vakoxgoog. 
Aesch. Prom. 66 : alal, Jlgof^rj&Bv, acSv vrtBgarivw tcovwv. Pers. 258 : alal, 
dialyBO&B, nigaaiy Tod' axog xkvovtBg, Soph. Ai. 430 ruft Aias aus: alaV 



72 Griechische Etymologie. 

%lg av noT ' ^e-S" ' dd ' kmivvpLOv rovfidv ^volaeiv ovo/ia toig igioig xo- 
xolg. Antig. 1267: Iw jtal, viog vi(p ^vv fioQip, atal aial, U&aveg, dne- 
kv^rjg. 
dla ;Erde, Land^ 

II. 3, 243 : xovg 6 ' rßri naTex^f g>valKoog ala iv ^axedalfiovi av&i, 
(plXrj kv nargldi yctljj. IL 8, 1 : ^ßwg fiiv ngoxonenXog iuldvato naaav 
in^ alav. 11.13^4: Zevg ... naXiv rginev ooae q^aßeivvi, v6oq>iy ig)* 
iTtnonoXüiv OQrjxdiv xad^OQWf^evog alav Mvawv t' dyxBfjLaxiav, II. 2; 162 s» 
178: Iv Tgoifj dnoXovxOy q>lkr^g and nargldog aHr^g. IL 23, 327: eatrpiev 
^vlov, avovj oaov %^ ogyvt\ v/cig cri'ijg. 

Dunkler Herkunft. Nächstvergleichbare Bildungen scheinen yala ^Erde, 
Land^ (IL 1, 245; 254; 270), ygala ,Alte* (Od. 1, 438; Soph. Trach. 870; 
Herakl. 584) und fiala ,Amme, Mütterchen' (Od. 2, 349; 372; 19, 482; 500; 
20, 129), letzteres auch als Eigenname Mala (Mutter des Hermes Hom. 
hymn. Herm. 3; 89; 550; Tochter des Atlas, Hom. hymn. 18, 4). 
aid^Biv ,wehklagen'; ,beklagen^ 

Soph. Aias 432: aiai' %lg av nor* ^€&^ cJd' iTtdvvfÄOv voifiov ^vvolaeiv 
oyofia toig ifiolg xaxolg; vvv yag ndgeaiL xal 8lg aid^eiv Ifiol mal Tglg. 
904: wg wde roid* ^ovrog ald^eiv ndga. — Aesch. Pers. 922 : ya d* al- 
d^€c %dv iyyalav rißav Sig^<f xaTOfiivav ^'AiSov adxrogi Ilegaav. 

Wurde in unmittelbarem Anschluss an ai-al ,ach' (Seite 71) gebildet, 
wie zum Beispiel dkakd^eiv ,Erieg8geschrei erheben, laut schreien, laut 
ertönen' (1, Seite 294) sich unmittelbar an den Ausruf aXaXal anschliesst 
aiäviq- ,schmerzlich, leidig*. 

Archil. Bruchst 38 : ngov-STixe naial öeiTcvov airjvig tpigiov. Find. Pyth. 
1,83: and ydg nogog dfißXivei alavf^g taxelag Ihtldag. Isthm. 3, 2: b% 
xig . . . xoT^ft q>gaalv aiavrj xogov. Pyth. 4, 236 : ifißdXXwv t* iginkevgqß 
(pv^ nivrgov aiavig. Isthm. 1, 49 : yaaxgl dh nag vig aiivvwv Xifiov aiavrj 
rirarai. Aesch. Pers. 635 : fiov . . . livTog vd navaioX^ alavij üO'&goa 
ßdyfiora, Pers. 940 : Yez ' aiavrj ndvdvgrov diad'goov avödv. Eum. 479 : . 
X^gV ^^^ccv&ig log Ix g>govriindTwv nidoi neativ atpegrog aiaviig voaog» 
Eum. 943: firjd^ axagnog aiavr^g iq>€gniTü) voaog. Eum. 416: fjfielg ydg 
iofjiev wxTog aiavrj Tixva. Soph. Aias 672 : i^latarai dk wxrog aiavijg 
xvxXog Tj X€vxon(üX(p qfiyyog ripiigff q^Xiyeiv, El. 506: wg ^fÄoXeg alavr^g 
t^8e y^. 

Etymologisch nicht verständlich; an unmittelbaren Zusammenhang mit 
dem Ausruf dl ist schwerlich zu denken. Die Suffixform ist ungewöhn- 
lich, begegnet aber noch in dem gleichlautenden aidvig^ ,immerwahrend^ 
(Aesch. Eum, 572; 672) und in caiprivig- ,deutlich' (Pind. OL 11, 55: aa-- 
(pdvig. Aesch. Pers. 634; 738). 
aierö-q, alt aiFero-g ,Adler^; dann auch wegen der Aehnlichkeit mit 
einem fliegenden Adler ,6iebel*; jüngere Form aero-g (Aesch. Prom. 
1022; Pers. 205; Agam. 138; Ch. 247 und 258, falls hier wirklich schon 
so zu schreiben ist; Arist. Thierk. 1, 28; 3, 65; 6, 37). 



Griechische Etymologie. 78 

IL 21, 252: IlrjkeFldrjg . . . aißerov oXfiaT^ ^wy fiikavog zov Äj^ryT^- 
QOQj og ^' afia xagtiatog %b xai wxiatog Ttererjvwv. 11.24,315: Zsvgy 
ceirUa d ' aiferov ^x€, Tekeiovatov neterjvwv, fi6Qq)vov ^^QrjTrJQ^, ov xal 
TtBQxydv xakiovaiv. II. 8, 247: aizUa d^ alFerov rjKe . . . vißqov ^ovr* 
ovvxBoaiy ThLog lXaq)Oio xaxelrig. 11.17,674: Ttdnoae nan%aLvu}v wg 
r* aißerog, ov ^a re (paalv o^tatov öiQuea&ai inovQavluiv Ttererjvduv. 
IL 22, 308: oi/ttjoev di faXelg äg z^ alßercg ixpiTtsn^ßeig, og t' elaiv 
nedlovde dia vB(piu}y iQcßevvwv agna^tov r; ßagv* dfxaXr^v t] rcrdixa Xa- 
ywfov. IL 12, 201: ogvig ydg ocpiv kjcrjl&e . . . aifetög hpcnhrjg Itt* 
aQiOTBQct Xafov ißigywv. — Pind. Brachst 53: XQvaeai d* k^vn^qd'* ale- 
Tov deidov KrjXrjdoveg. Ar. Vögel 1110: vag yoQ vfiwv oixlag Iqitpo^ev 
nqog aejov. 

Dunkeln Ursprungs. Die Suffixform wie in aq>vay€v6-g ,Schlamm (1, 
Seite 158), 6%et6-g ,Graben, Wasserleitung^ (1, Seite 526) und noch manchen 
andern Bildungen. Auffällig ist die Nebenform airjTo-g, die einige 
Male (Pind. Pyth. 4, 4: xQvaiwv Jtog alriT(Sv ftageögog, Arat521: ov 
fiijv alrjTov d^cofielgetai) begegnet Das alte innere / ergiebt sich aus 
Hesychs Anführung aißetog' derog' IleQyalai. — Das jüngere äero-g 
entwickelte sich aus aLFero-g in ganz der selben Weise wie zum Beispiel 
dciiQ- ,Bruder des Ehemanns^ (Arkad. accent 20 , 1 1 : zd elg rjg d^vrova 
. - . dar^Q . . .) aus älterem daißig- (— altind. daivdr- ,Bruder des Ehe- 
manns' ßV. 10, 40, 2 und 10, 85, 46), welches letztere ohne Zweifel auch 
noch die echte homerische Form (IL 3, 180; 6,344; 355; 14,156) ist 
unter tXaio-v ,Oel' (1, Seite 481) kam schon ein ganz ähnliches Lautver- 
hältniss zur Sprache. 
aliv ,immer' (IL 1, 290; 494; 520; 3, 272; 5, 605; 701 ; 876), Nebenform zu 

aUL (siehe Seite 77). 
aiiXio-q jSchwager dessen Frau die Schwester der eigenen Frau ist^ 

Etym. M. 31, 23: aliXioi, ol ddekydg yvvatxag ^exovteg' ol dij avyye- 
veig xaXovaiv atrag xai aeXlovg. 

Dunkeln Ursprungs. Die Nebenform diXio-g (1, Seite 12) wird daraus 
hervorgegangen sein, in der selben Weise wie zum Beispiel deL (1, Seite 
23) aus aUl ,immer' (siehe Seite 77). Völlig dunkel ist auch eine an- 
klingende Form mit anlautendem et bei Pollux 3, 32 : ol dk ddeXtpag yi^- 
fjiavreg of^oyafißQoi fj oiyyaiAßqot tj fidXXov avyxrjdeatai (nämlich xaXovv" 
tat), xal naqd %olg noirp:alg elXloveg. 
aiiXovQO'^ ,Eatze', jüngere Form aiXovQo-g (Arist Thierk. 5, 10; 6, 184; 
9,50; Kallim. Dem. 111). 

Hdt 2, 66: noXXwv de iovtcov %wv ofxotQoq^uiv rolai av^QWTtotoi ^- 
qIwv noXXi^ av btl rcXio) iylvero, ei ^t] naveXdfißave xovg aUXovQOvg 
TOidde .... dn:dyovTai de ol aliXovgot dnod'avovtBg kg Igdg atiyag, ^vd-a 
^dTCTOvrai tagixev&ivfeg, Ar. Ach. 879: xai pidv q>igia . . . ixly(J^g, eile- 
Xovgwg, Ttixtldag. Anaxandrid. (bei Athen. 7, 300, F): tov aliXovgov xa- 
xor %xovx^ idv ^idrjg xXaUig, (ydt <J* rjöiar' dnoxrelvag öigu). 



74 Griechische Etymologie. 

Enthält als Schlusstheil offenbar ovqi^ ,Schwanz' (II. 20, 170; Od. 10, 
205; altind. vä'rors ßchwanzhaax' RY. 1, 32, 12; 1, 195, 4; dazu puru- 
'Vä'ra- ,mit vielem Schweifhaar* ßV. 1, 119, 10), wie es zum Beispiel auch 
enthalten ist in dem Fischnamen fxekav-ovQo-g ,Schwarzschwanz' (Arist 
Thierk. 8, 28), in xol-ovQo-g ,mit verstümmeltem {x6lo-g IL 16, 1 17) Schwanz' 
(Plut Flamin. 21: oqvcv vTtb yiJQutg dmfiva %ai xokovQov) und in dem 
weiblichen %7t7t'0VQi-g ,mit einem Rossschweif versehen' (IL 3, 337 «=11, 
42; 6, 495). Der erste Theil des Wortes aber ist nicht so deutlich und 
die Annahme, dass darin eine Nebenform zu alclo-g ,beweglich' (siehe 
weiterhin) enthalten sei, das Ganze also eigentlich ,mit beweglichem Schwanz 
versehen' bedeute, erscheint all zu kühn. 
"^aiövri ,das Begiessen, Anfeuchten'. 

Wird entnommen werden dürfen aus a/ovocey ,begiessen. anfeuchten'; 
Hipp. 2, 152: -^eQfKp väavc aioväv mal q)aqfxaiiOLavv &€QfxalvovGi XQ^" 
a&ai TtQoa&evoiaL, Hipp. 2, 576 : r^v ftYJkrjv nad'iivai xal avaazofiovvj xal 
%ov öaKTvXov (aaavTfjjg aal aiovrjv (so Kühn und Ermer.); 2, 580: Tolg 
aTQvq>volaiv aiovrjv (so Ermer.); 3,342: eußaXwv vi^v eÖQrjv dg (laXiata 
aioväv (so auch Ermer.) vöuti -^cQfxcp. — Dazu: atovripLaT- , Anfeuch- 
tung'; Eass. Dio 55, 17: ovx og^g oti xal ol iaxqol rag fikv xopLag mal 
Tag xavaeig onaviiuiaza riac TtQoatpiQovaiv ^ %va fxfj k^aygLalvwaiv av- 
T(JSv Tci voarifiara, roig de aiovi^fiaoi xal xoig rjrcloig (pagfiaxoig ta Ttlelw 
fiaXd-daaovreg d^eganeiovai ; 

Vergleicht sich seiner Bildung nach mit ayLüvrj ,Wetzstein' (1, Seite 36) 
und neben ihm schon genannten Bildungen. Die zu Grunde liegende 
Verbalform aber ist etymologisch noch nicht deutlich. 
aiöXo-q ,beweglich'; ,bunt, mannichfaltig'. Die Bedeutung ist nicht überall 
sicher abzugränzen. 

IL 12, 167: oq)7Jyc€g ^liaov aioloi. IL 19, 404: Ttgoaiq)!] nodag aLolog 
irtTtog. IL 22, 509: vvv de ak . . . aioXai evkai eöovrai. Od. 22, 300: 
ßoßeg . . . zag (niv %* alolog olatgog iq)OQ^ri&elg kdovrjaev. H. 12, 208: 
ßldov atoXov o(pcv xeifxevov iv fiiaaoiau II. 5^ 295: agaßrioe dk zevx^^ 
in avT(p aiola 7tafiq>av6ovTa. IL 7, 222: og Foi iTtoLFrjaev aaxog aiokov 
iTtzaßoßeiov. IL 16, 107: 'efxnedov aikv ^e^fj^v aanog aioXov. Aesch. Sieben 
494: liyvvv fiikavvav , alolrjv nvqbg ycaOLv, Soph. Trach. 11: ev zqloIv 
lioQq>alaiv . . . aXXoz^ aloXog ägayccav ilinzog. Trach. 834: lov, ov $zexe 
&avazo(;, izQeq>e d' atoXog dgaxaiv. Aias 1025: 7t (og a^ CTtoafcaaw tci- 
xgov zovö' aloXov xvcidovzog. — Hom. hymn. Herm. 33: no&ev zode xa- 
Xbv a&vgfia, aloXov oatgaxov] Soph. Trach. 94 : ov atoXa vv^ ivagt^o- 
fiiva zLxzet . . ,"AXiov. 132: (xivei ydg ovz^ aioXa vv^ ßgozolaiv. Phil. 
1157: xogiaai ozofia ngog xagiv i^ag aagxog aioXag. Pind. Nem. 8, 52: 
fiiycazov d' al6X(p xfjevöec yigag dvzixazai. Aesch. Schutzfl. 327 : atoX^ 
av&gmTtüiv xaxa. — Dazu: aloXXeiv ,hin und her bewegen, drehen'; 
,bunt machen'; Od. 20, 25: dg ö* oze yaazig* dvrjg TtoXißog Ttvgog al&o- 
fiivoLO, ifXTtXelrjv xviaarjg ze xal difiazog, Uv&a xai ev&a aioXX/]. — Hes. 



Griechische Etymologie. 76 



Schild. 399: ^iget . . ot' ofiq)ayc€g alollovtai (,bunt werdenO. Nik. ther. 
155: akk(p d* lyx^oLOvaa korclg rtegifArjuea xvxlov Ttoixllov alokkei. 

Steht mit seinem snffixalen -oAo, wie es scheint, ganz vereinzelt Viel- 
leicht trifft die Yennnthung das Rechte, dass nächster Zusammenhang be- 
stehe mit altind. diva- ,rasch' (KV. 7, 62 , 2 : sürja . . ,üd gas . . . aitagdi- 
bhis diväis ,o Sonne, dn gingest auf mit den raschen Rossen'; dazu ai- 
vorjä'- ,rasch gehend', RV. 5, 41, 16, von den Maruten; aiva-jävanr ,rasch 
gehend', RV. 2,34, 11, auch von den Maruten gebraucht), Lauf, Gang' 
(RV. 1, 158, 3: (ü'ras na dgma patdjadbhis diväis ,wie ein Held mit 
fliegendem Gange zur Bahn [eilt]'). Dann würde altes *alF6ko-g zu ver- 
mnüien sein. 

atrito-g, dunkles Beiwort des Hephaistos. 

Nur n. 18, 410: rj, xai a/r' mpLoS'itoio niXwQ aitjrov dviatt] x^^^^^» 
Wurde schon im Anschluss an das auch dunkle ar^o-g (1 , Seite 16), 
mit dem es nicht identisch sein kann, erwähnt 

occor-, alt aißiiv- ,Lebenszeit, Leben'; ,Rückenmark' (wohl als Sitz des 
Lebens gedacht); ,lange, unbegränzte Zeit^. 

IL 4, 478 = 17, 302: pLtwv&adiog öi Fol aiFmv %7tU&" in" AlFavrog 
/ueyadiifÄOO dogßi dafxivri, 11.9,415: el . . , inl ößrjQov di (jlol alFuiv 
iaaerai. Od. 5, 152: narBlßero dk ykvxvg alfwv voatov oövQOfÄävip. Od. 
18, 204: iVa ^ijx^r' odvQOfiivr^ %ata dvfidv alFdva (pd'ivvd'W, H. 5, 685: 
tnetra jU£ nal Xlnot alFaiv iv TtoXet vfietiQjj, IL 16, 453: avxaQ inel 
drj Tov ye Utvi] ipvxt] tc xai alfwv. IL 19,27: ix, d* alßdv niq)a%ai, 
IL 22, 58: fitiSl . . . avzog di (piXrig alFcSvog dfieg&ijg, IL 24, 725: a/r' 
alFmvog viFog uikeo. Hes. Bruchst 172, 4: og yi fie (xanqby s^xag ^eiv 
aiwva ßloio. Aesch. Ag. 554: %lg öi tcItjv &eufv anavT* ani^fiiüv rov öi 
alcüvog xQovov; — Hom. hjmn. Herm. 119: ßovg . . . xaiial ßake q>vaiooi' 
aag' ... de* aliovdg t€ TOQi^aag tgyfff i^ igyov o/ca^e, Pind. Bruchst. 
111: altav di dt' ootiuiv iQgala&rj. — Plat. Tim. 37, D: eincu d* BTtivoel 
xivr^tov TLva aldivog noirjaat, %al diaKoafjKov afia ovgavov Ttoiel fiivov- 
Tog atiSvog kv ivl xcrr' agiS-^ibv lovaav altav tov elxova, tovtov ov di} 
Xgovov wvofioma/Ltev. Diod. Sic. 1, 6: ol fiiv . . . aTce^rjvavTO xal t6 yivog 
Twv dv&gwTtiav i^ altSvog vTtdgx^tv, — Dazu: alwvto-g ,immerwährend, 
ewig*; Plat Tim. 37, D (siehe so eben); Plat Legg. 10, 904,A: iTtetdi] 
xareidev . . . avwle&gov di ov to yevofievovj dXX' ovx alwviov, ipvx^v xal 
adfia, — 

Lat aevo-m (dafür aevo-s Plaut Poen. 1187; Lucr. 2, 561; 3, 605) ,Lebens- 
zeit, Lebensalter^; Enn. ann. 308: qvt tum vivebant homines atqve aevom 
agitäbant — Dazu aetät- (alte Form aevität- Zwölftaf. 1 , 3) ,Zeitalter, 
Alter'; Plaut Trin. 305: ab ineunte aetäte; — aeterno- (alte Form aevi- 
temo- Varro L. L. 6, 11) ,immerwährend, ewig'; Plaut Capt 780: speröqve 
mS ob hune nuntium aeternum adeptürum dbum, 

Altir. äis (aus *aivestu] — jüngere Formen des und öis), (xenet disso 



76 Griechische Etymologie. 

»Zeitalter, Zeif (Zeuss-Eb. 30; 787); — kom, oys und huis ^Zeitalter^ (Zeuss- 
Eb. 101). 

Goth. aiva- oder aivi- (Nom. aivs) ,Zeit, Zeitalter, unbegränzte Zeit* ; 
Luk. 16, 8: thai svmjus this aivis; Luk, 1, 70: fram anastödeinai aivis 
,d7c^ altjvog^] Joh. 9, 32: fram aiva ni gahatisith vas; Kol. 1, 26: rüna 
sei gafulgina vas fram aivam jah fram aldim ^dno %wv aiwvcjv xal anb 
Tüjv yeveojv'. Math. 6, 13: in aivins ,€lg rovg aiolvag^ — Dazu: aiveina- 
jewig'; Joh. 17, 3: so aiveino libains] — äjukdäthi' ,Ewigkeit'; Luk. 1, 
33; Joh. 6,51 und 58: in äjuMüth. — Nhd. emg so wie auch ;e, ahd. 
ioj CO, eig. ,eine Zeif , und w-ie. 

Altind. ä'j'iis- »Lebenskraft, Lebensdauer'; ßV. 1, 24, 11: m4' nas ajus 
prd matishis ,raube uns nicht das Leben'; RV. 1, 34, 11 : prd ajus tttrish- 
tam jdehnt aus die Lebensdauer'; RV. 1, 37, 15: vigvam cid A'jus givdsai 
,zu leben unsre ganze Lebensdauer'. — Dazu: djü- ,lebendig'; RV. 5, 60, 
8: ägnai marüdbhfs . . . sdumampil)a . . . äjubhis ,Agnis, mit den Maruten 
trinke den Somas, mit den lebendigen'. RV. 9, 67, 8: indt4^ indräja . . 
Ajus pavatai äjdvai ,Indus leuchtet dem Indras, der lebendige dem 
lebendigen'. 

Das alte innere / ergiebt sich aus den Formen der verwandten Sprachen, 
vom griechischen Boden aus aber durch den engen Zusammenhang mit 
alel, alt alfel ,immer' (siehe Seite 77). — An Stelle des altind. ä'jtiS' 
darf man ein älteres *Ai'VaS' muthmaassen, dessen va dort zu u verkfirzt 
wurde, wie ganz ähnlich zum Beispiel auch dhdmtS' (RV. 6, 75, 2 ; 8, 66, 
11) und dhdnvan- (RV. 2, 24, 8; 6, 75, 2) ,Bogen', rbhvr ,thatkräftig, rüstig' 
(RV. 3, 36, 2) und die gleichbedeutenden f^hva- (RV. 6, 49, 9) und rlhvas- 
(RV. 5, 52, 8), vidüS' ,kundig' (RV. 1, 71, 10; 7, 18, 2) und die Participial- 
casus vidv&'n ,wissend' (RV. 7 , 1,24) imd vidvä'nsas ,wissende' (RV. 4, 
36, 8; 10, 53, 10) neben einander liegen. 
alib^ä ,Einrichtung um Körper in der Schwebe zu erhalten'. 

Plat Phaed. 111, E: %av%a dh Ttdvra mvelv avta xal xaroi warceg alti- 
gav Tiva ivovaav iv zfj yfj' eati ök aga avTtj ij aiciga dia q>vaiv toi- 
dvÖ€ Ttvd, Legg. 7, 789, D : ndvtwv, oaa te vno iavTcSv rj xal kv aldgaig 
rj xal xard &dXa%%av t] xal i(p ' %7t7CU)v oxovfißva . . . xiveixai. — Dazu : 
aluiQBiüd'ai ,schweben'; Hdt7,92: aiyog öig^axa negl Tovg uifiovg 
alwQevfUva. Hdt 8, 100: wg . . . ol xQiaoov eirj . . .rj avTov xaXaig ze- 
kevT^aai %bv ßlov vtc€q fieydXcjv alwQfj^ivra. Thuk. 7, 77: vvv kv T(ß 
av%(^ %ivdiv(fi Tolg q)avXoTd%oig aloiQoviiai. Plat Menex. 248, A : xal /ui) 
IV aXkoig avd-gcifcoig alcjQelraij i^ cjv rj evTj xoTuiSg nga^dvrtjv TtXavdad-ai 
fjvdyxaGjat xal tot ixelvov. — aiiogieiv ,schweben lassen, erheben'; 
Pind. Pyth. 1, 8 : alerog . . . . o di xvwaawv vygov vtüvov alwgel. 

Nächster Zusammenhang mit deg-, alt wahrscheinlich dßeg-: äelgeiv 
[dßeigeiv) ,aufheben', zunächst wohl ,schweben machen' (1, Seite 10), scheint 
unzweifelhaft imd doch ist dabei das Verhältniss der Vocale schwer ver- 
ständlich. Das ü) mochte sich etwa entwickelt haben wie in avagro ,es 



Griechische Etymologie. 77 

hing* (IL 3, 272), falls es in dieser Form wirklich richtig überliefert ist, 
oder in tgwxccy ^laufen' (H. 22, 163; Od. 6, 318; neben rgixei ,er läuft' II. 
23; 520), TQüßfcäv fWenden, verändern' (Od. 19,521; neben rgine ,wende' 
IL 8, 399), aTQO}q>äv ,drehen' (Od. 6, 53; 17, 97; neben axQicpei ,er wendet* 
n. 23, 323). Wie aber kam das i in die erste Silbe? Doch kaum durch 
Uebertragung aus dem nachhomerischen Präsens aXqBiv ,aufheben' (IL 17, 
724 schwerlich richtig überliefert; Aesch. Pers. 547; Ch. 496; Eum. 709)? 
4zUi, alt aifel, oder aiiv, alt alFiv yimmer*, jüngere Form aeL (1, Seite 
23), lakonisch aiig (Ar. Lys. 1267; — Ahrens 2, § 45). 

IL 1 , 290 und 494 : ^bo\ alFiv iovreg, IL 2,46: eYXero dh OK^ntgov 
TrccTQiüiov, a(p&iTOv atßel. IL 14,269: ^g alßkv ißilöeai rjfictTa narra. 
IL 1,541: alFel rot q>Lh)v la%lv iftev ditov6ag>iv iovra TiQVTttadia q>Qo~ 
viovra dimC,i(xev. IL 13, 517: dri yag Fol %xbv xotov ifif^evig alßeL IL 
5, 434: ßlevo d' aLFei AIvbLov xtelvai, IL 16, 107: o ö^ agiategov (Ofiov 
haxfirev, ifinedov atßiv ^cuv amtog aiolov. IL 1, 52: atßei dh nvgal 
v€KV€av xalßovTO ^afielai. IL 8, 342: ^'Et^twq wTtate . . . ^AxaiFoig^ aißkv 
aTCOXTelvwv %6v dnlaTarov. IL 3, 408 : akX^ alßei Ttegi xeivov dl^ve xal 
fe qwlaaae. D. 19, 33: alFel r(f y^ iarai XQ^S %fi7tedog. 

Das alte innere / ist inschriftlich (kyprisch allel Collitz 1, 30; phokisch 
alFH Collitz 2, 74) bezeugt; nächster Zusammenhang mit aktiv- ,Lebens- 
zeit, lange unbegränzte Zeit' (Seite 75) nicht zu bezweifeln. Doch aber 
sind die Formen nicht nach allen Seiten deutlich. In atel liegt wohl der 
Locatiy eines alten *alog- ,lange unbegränzte Zeit' (?) oder auch eines ad- 
jectiyischen "^aiig" ,unbegränzt lange während' (?) vor , welches letzteren 
ungeschlechtige Form dann noch in alig vorliegen könnte. Am wenigsten 
verständlich bleibt die Form ativ^ das man kaum mit einem adjectivischen 
aqaev- ,männlich, (1, Seite 284) wird vergleichen dürfen. Adverbielle For- 
men auf -cy sind abgesehen von denen auf ^£r, wie Tto&ev ,woher' (IL 
21, 150; Od. 1, 170) überhaupt ungewöhnlich. Es kann dabei noch her- 
vorgehoben werden^ dass die Form aliv metrisch gar nicht gesichert ist: 
sie kann überall durch aUl ersetzt werden. 
nXnaXo'q ,Schmeichler^. 

Hesych: aiyLaXog' y^Xa^. — Dazu: at%aXXeiv ,schmeicheln' ; Eur. Andr. 
630 : hißaXwv ^lq>og q)£krjf4, ' löi^o), ngodÖTiv alxakkwv xvva. Ar. Ritter 
48: VTtOTtBOwv %bv deGrtoTrjv fjiiaXk\ kd-wrcev^ htokcmev^, k^rjTcara HLoauvk- 
fiotloig axQOiai, 211: ra fikv Ijoyi aUakXei pte, Thesm. 869: aXk^ waiceg 
aUaXlei ti xagölav ifii^v. 

Das Suffix wie in anako-g ,zart, weich, (1, Seite 64), doch in der Be- 
tonung abweichend. Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht 
gefunden. 
€E(x^$- ,unziemlich, schmählich'. 

Aesch. Prom. 472 : Ttinov&ag aixkg Tt^f^a. Soph. EL206: tovg Ifiovg 
Xde ftarfjQ d-avätovg alxelg didvfiaiv x^^QolV" 

Durch Yocalvereinigung aus älterem dixig- hervorgegangen, wie es 



78 Griechische Etymologie. 

noch bei Homer (II. 22, 336: ae (xlv xvveg ijd* oiwvol khufiaova^ aßiyuSg) 
in der zugehörigen adverbiellen Form erscheint Daneben begegnet in 
der selben Bedentang häufiger aeixig-, alt aßeixig- (IL 1, 341; 398; 456 
und sonst; — Aesch. Prom. 97 ; 525; 1042). Zu Grunde liegt ihm U-j alt 
/£x-: Perfect loixa, alt FiFoixa ^ch bin ähnlich, gleiche', ,ich bin ange- 
messen, gezieme' (Seite 22). 
aWXo'Vf Benennung einer Mahlzeit bei den Lakonen (Epichaxm. bei Athen. 
4, 139, B). 

Ging mit der selben Vocalvereinigung, wie sie so eben noch in a^x4'- ent- 
gegentrat, aus älterem Sixko-v (1, Seite 20) hervor. 
aistöko-q ,Ziegenhirf. 

IL 2, 474: wg r' ainoXta 7tXa%iF* aiywv airtoXot avdgeg ßgela dientet' 
viüoiv. Od. 17,247: tov ö^ ovtb rtQoaißeiTte MeXavd'iog alrcoXog aiyojv. 

Als erster Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes ist schon von 
den Alten aiy- ,Ziege' (siehe Seite 81) erkannt Da das Griechische die 
Lautverbindung x^r, ausser nach Ausdrängung des Zischlauts wie zum 
Beispiel in hLTtsas ,es fiel heraus* (IL 2,266; 3, 363; aus *€xa-7teo€)j nicht 
leidet und noch weniger yrt, so konnte aus einem muthmaasslichen alten 
*aiy-n6Xo-g nicht wohl etwas anderes werden als alrtoXo-g, mit völligem 
Verlust des y^ wie er sich ganz entsprechend im Griechischen allerdings 
sonst nicht zu finden scheint — Der Schlusstheil des Wortes ist offenbar 
der selbe wie in oto-noXo-g ,Schafe hütend* (Hom. hymn. Herm. 314: ^Eq- 
firjg T^ olonoXog) und in dem homerischen: hcTto-noXo-g ,mit Pferden sich 
beschäftigend, Pferde pflegend' (IL 13, 4; 14, 227), oLmvo-noXo-g ,mit Vö- 
geln (d. i. mit der Deutung ihres Fluges) sich beschäftigend* (IL 1, 69; 6, 
76), oveiQo-TtoXo-g ,mit Träumen (d. L ihrer Deutung) sich beschäftigend* 
(IL 1, 63; 5, 149), dixac-noXo-g ,mit dem Rechtsprechen sich beschäftigend* 
(IL 1, 238; Od. 11, 186), ^aXaiAYi-noXo-g ,mit dem Gemach (IL 3, 142; 14, 
188; 17, 36) sich beschäftigend, das Gemach besorgend* (Od. 7, 8; 23, 293), 
axQo-TtoXo^g ,in der Höhe sich befindend, hochragend* (IL 5, 523 und Od. 
19,205 von Bergen), olßo-rcoXo-g ,einsam gelegen* (IL 13, 473; 19, 377; 
24, 614) und den in der Betonung abweichenden äfAtpl-noXo-g ,um (je- 
manden) sich aufhaltend und beschäftigend, Dienerinn* (H. 3, 143; 422; 6, 
286) und tgl-noXo-g ,dreimal gepflügt* (IL 18, 542; Od. 5, 127), und dieses 
-TtoXo-g schliesst sich ohne Zweifel unmittelbar an niX-etv oder niX-ea&ai 
,sich bewegen, sich aufhalten, sein* (IL 3, 3: ijvre tvsq xXayyrj yeqavuiv 
TtiXei üvgavo&i ngo. Od. 13, 60: yfigag . . . xai d^avatog^ za t* in^ dv- 
d'Qwnoiat ftiXovTai). Dass in ihm aber das anlautende n sich aus guttu- 
raler Grundlage entwickelte, macht das sieher auch hierher gehörige ßov- 
'XoXo-g ,Rinderhirt* (IL 13, 571 ; 15, 587; 23, 845) ganz deutlich, da in ihm 
der innere Guttural in ganz ähnlicher Weise durch den dissimilirenden 
Einfluss des anlautenden ß vor dem Uebergang in den Labial geschützt 
sein wird, wie zum Beispiel das anlautende x von xoTtvo-g ,Bauch, Dampf 
(IL 1, 317; 9, 243; aus *Aßa7tv6-gj wie litt Jcvä^pa-s ,Hauch, Athem, Duft, 



Griechische Etymologie. 79 

Ansdünstnng^ zeigt) durch das hier inlautende n. So ergiebt sich un- 
mittelbarer Zusammenhang mit lat colere ,bewohnen, bebauen, pflegen^ 
(aus *qvelere, wie noch das unmittelbar zugehörige in-qviUno-s ,Bewoh- 
ner^ Cic. Phil. 2, 105; Plin. 21, 73, zeigt), wie er bezüglich der Bedeutung 
im Griechischen deutlicher fast nur noch in Ableitungen oder Zusammen- 
setzungen entgegentritt, wie Hes. Werke 462 : iaQi noXelv (arva colentes 
Ovid. amor. 1, 13, 15), Aesch. Pers. 307: vrjoov ^iavrog noXel QiominiJms 
. . . qvi häs noMscum terräs colunt Cic. nat d. 2, 164), Od. 24, 257 : zev 
d* oQx^^ov afiq)inoi.€V€ig'j {coluit hortös Ovid. met 14, 624). 
aiütC'q ,steil, jäh abstürzend, plötzlich', ,schwierig'. 

n. 2, 603: OL d^ ^ov '^Qxadlrjv vno KvkX'qvtjg oQog alnv. IL 2, 811 : 
la%i de Tig nQonaqoi&e itoXiog alnBla nolvivrj. Od. 3, 293: eart 6i ng 
kiau'^ ainela re eig aXa TtitQTj, IL 2, 538: ot d\ . . ^ov . . . z/iot; t' at/iv 
TttoXled-Qov. Od. 11, 278: axpafiivrj ßgoxov atnvv aq>^ vipriXolo f^ekd&QOv. 
H. 11, 174: TT] di t' i^ avaq>aiv€Tai ainig oXe&Qog. IL 17, 365: f^if^- 
vtjyro yaq alßel dXhrjXoia* dv^ oixiXov dXe^ifievai q>6vov alnvv» IL 15, 
223: dXevdfÄBvog xoXov alnvv fi(xi%BQOv. — IL 13,317: aLnv Foi iaaeirai 
. , . rijßag hinQrjaai. IL 11,601: eiooQowv novov alnvv iwxd %e dax- 
QvoFeaaav. 

Dunkler Herkunft Das Suffix ist das selbe wie in w-Av-g ,schnell (1, 
Seite 642) und zahlreichen anderen adjectivischen Formen. 
al^a ,schnell, sogleich^ 

IL 5, 242 : alxjja ök Tvöeßlörjv finea nzBQoFevta TtQoarjida. IL 2, 664 : 
altpa (Se r^fag enTj^e. IL 4, 70: alipa (idX^ ig azQatov iX&i. IL 19, 317: 
itvrdg hl xXialj] Xagov noQct delnvov Mx^tjuag alipa xal orqaXiwg. IL 1^ 
303: alrpd toi alfta TteXaivov igtoßriOei negl dcgfi. IL 23, 155: el fii] 
^AxiXXivg alxf/ ^Ayaixifivova Feine nagaatag. 

Wird gemeiniglich als unmittelbar zum vorausgehenden gehörig ange- 
sehen; damit aber ist die Form durchaus noch nicht erklärt. Adverbielle 
Formen auf aa scheinen sonst nicht vorzukommen. Handelt sichs etwa 
um die ungeschlechtige Pluralform eines Adjectives, das sich vergleichen 
lassen könnte mit ya^xjjo-g ,gekrümmt' (Ar. Wolken 337 ; Arist Thierk. 9,^ 
232. — Bei Homer in ya/np-üiyvx' ,niit gekrümmten Krallen* IL 14, 428 
= 22, 302; Od. 16, 217) und xofixpo-g ,ge8chmückt', ,fem, witzig, schlau* 
(Ar. Wesp. 1317; — Eur. Schutzfl. 426; Rhes. 625; Ar. Wolken 649; Vögel 
195)? — Das unmittelbar zugehörige alxptiQo-g ,eilig* (IL 19, 276 — Od. 
2, 257 ; 4, 103) hat ein auffällig ähnliches Abbild in Xatif/r]g6-g ,schnell^ 
(IL 10, 358; 14, 17; 21, 264; 278), das die Etymologie aber auch nicht weiter 
aufhellt 
airieiv ,bitten*. 

Od. 9, 354 : ßrjaaTO d ' alvwg ßrjdv norov nlvwv, xal fi rJTee devregov 
atrig. Od. 17, 365: ßf^ d' ifiev aln^awv ivdi^ia q>wTa Finaarov. IL 5, 
358 : noXXd Xiaoofiivt] xQ^^^d^nvxag jj^eev innovg. IL 22, 295 : rjxei fiiv 
doQV fxanQOv, IL 6, 176: xai toxe fitv igieive xal fjtee aijfia ßidia^ai. 



80 Griecbische Etymologie. 

Od. 3, 173: ijtiofiev ök &kov q)rjvai rigag. Od. 18, 49: ovdi tiv^ alkov 
mwxov ^aw ^layead'ai ißaao^ev alnjaovra. 

Die zunächst zu Grunde liegende Nominalform scheint erhalten zu sein in 
dem offenbarparticipiellenl'^-atTo-g^auserwählty vorzüglich^ (IL 12, 320: 
JFolvov 6^ ^^aiTov fieXtfridia. Od. 2, 307: vij^a nai k^alTovg sgiraQ. Od. 
5, 102 und 19, 366: i^airovg exaTOfxßag^ wobei allerdings die Verschieden- 
heit der Bedeutungen ,W&hlen' (,NehmenO und ,bitten' doch auffällig bleibt 
Weiterhin hat man Zusammenhang angenommen mit ai-wrai ,er nimmt, 
er fassf (Od. 14, 144; ai-vvTo ,er nahm, ergriff IL 11, 580; 13, 550; 15, 
459) und mit al-gei ,er nimmt, er erfassf (H. 3, 446 — 14, 328; 11, 89; 
17,67; dazu i^-algero-g ,au8erwählf IL 2, 227 ; Od. 4, 643) und lat ae- 
-niscärej betteln (Gell. 9, 2, 8 ; Fest. : aeniscäre . . .id est pecüniäs colligere), 
der formell wohl möglich sein würde, im Einzelnen aber doch noch genauer 
begründet werden müsste. Der Zusammenstellung (bei Fick 1^, 345) mit 
altind. jäc ,bitten' (RV. 9, 78, 3: jacantai sumndm pdvamänam ,8ie bitten 
um Gunst den hell strömenden' — Sömas — ) fehlt der bestimmtere Nach- 
weis, dass anlautendes a/- altem ja entsprechen kann. 
«trrco-$ ,schuldig'. 

IL 3, 164: ov xL fioi altlt] iaal, &boL vv fioc aXtiol elaiv. IL 19, 410: 
ovdi TOI rjfieig qXtioi, akka S'cog t€ (liyag mal fiolga mgatanq. Od. 22, 
155: avxog iyw rode y' ^f^ßgorov, ovdi rig aklog airiog. — Dazu: a«- 
rla ,Schuld, Grund'; Find. OL 1,35; larc 6' avdgi (pafzev ioiiadg dfiq)l 
datfiovtov xorAa* fxelwv ycg ahia, Nem. 10, 11: el di Tvxf] vcg igdofv, 
fxellipgov^ alvlav ^oalai Moiaav ivißalev, Aesch. Eum. 579 : atrlav d* 
^0) fijg Tovde firjrgdg tov q>6vov. 99: %x^ (leyLaTtiv aivlav xelvwv vrto. 

Da vor dem t des Ableitungssuffixes lo (und la) der harte Dental in der 
Hegel in den Zischlaut übergegangen ist, wie in hiavaio-g ,jährig, ein Jahr 
alt' (Od. 16, 454; zu iviavTo-g jJahr* 1, Seite 411), nXovaio-g ,reich' (Hes. 
Werke 22; Soph. Kön. Oed. 455; zu nkovro-g ,Reichthum' IL 1, 172; 2, 
670), oyvmaia ,Unbekanntschaft' (Thuk. 8, 66, 3; Eur. Med. 1204; zu 5- 
yvuno-g ^unbekannf Soph. Eon. Oed. 58), daneben in manchen Fällen aber 
auch das % sich unversehrt erhalten hat, wie in axoTio-g ,dunkel, heim- 
lich' (IL 6, 24; zu axoro-g ,Dunkelheit' IL 4, 461 ; 503), v6tio-g ,na8S, feucht* 
(IL 11, 811; 23, 715; zu voro-g ,Süd Westwind', eigentlich Feuchtigkeif IL 
2, 145; 3, 10), fiazlrj ,vergebliches Bemühen' (Od. 10, 79; zu ^arrjv ,ver- 
geblich' Hom. hjmn. dem. 308), so würde zunächst der Grund solcher ver- 
schiedenen Behandlung zu untersuchen sein, also auch zu prüfen, warum 
aiTio-g und aiTla ihr inneres t unversehrt bewahrten. Lag der Grund 
etwa nur darin, dass man eine Verwechslung mit ataio-g ,zum Glück ge- 
sandt, günstig* (IL 24, 376; Find. Pyth. 4, 23; 197 und Nem. 9, 18; zu alaa 
,Geschick' IL 3, 59; 15, 209) zu verhüten suchte? Besteht möglicher Weise 
naher Zusammenhang mit goth. aithor ,Eid' (eigentlich , Verpflichtung' ? 
Math. 5, 33; 26, 72; Mk. 6, 26; Luk. 1, 73; dazu uf-aithja- ,durch Eid ver- 
pflichtet' Nehem. 6, 18), nhd. IM? Weiterhin wird Zusammenhang be- 



Griechische Etymologie. 81 

«tehen mit altind. dirias- ,Frevel, Sünde, Schuld' (ßV. 1, 189, 1; l, 203, 10; 
7, 58, 5; 10^ 132, 5), in dem das nas ebenso suffixal ist, wie zum Beispiel 
in dpnas' ,Werk' (RV. 1, 113, 9 und 20). 
«fy- (al'D ,Ziege, Ziegenbock*; Name eines Schwimmvogels. 

IL 3, 24: evQ(bv rj ikaq>ov xcQaßov rj ayqiov alya. 11.2,474: äg t' 
atnoXia rcXaxif alycSv atnoXoi avögeg ßgela diaxgivwaiv. 11.9,207: ev 
d' aqa vunov Hd-rjx^ oßiog xal nlFovog aiyog, IL 10, 486: wg dk Xiwv 
fiijloiOiy darjfiavToiaiv in^Xd-dv^ aXyBatv rj öFLeaai, IL 4, 105: iaiXa to^ov 
iv^oov l^dlov alybg dyqiov, ov ^a uox* avrog . . . nirQ'qg ixßalvowa . . . 
ßeßXrpiLei, Od. 9, 118: iv d' alyeg dnetQiotaL yeyaaaiv ayQiai, Od. 9, 124: 
rijaog , . . ßooxei di re firjxadag alyag. Od. 14, 106: rwv aLFel aq)i /«- 
xaaxog in^ fifiati (jltjXov dyivel, tatQBq)iu}v aiyaiv dg Tig q>alv7jtai agi- 
o%og. Od. 14,50: iavogeaev d^ iTtl diqiia Fiov^döog ayglov aiyog. Od. 
14, 530: dv dk vdxrjv iXer^ aiyog ivxQBcpiog fieycXoio, Od. 17, 295: xvwv 
. . . *'AQyog . , . Tov öi ndqoid'ev dylveaxov vißoi avögeg alyag in * aygo- 
tigag, — Arist Thierk. 8, 49: twv dk areyavoTtodwv Ta fxkv ßagvtega 
jtegl ftorafiovg xal Xtpivag iavlv, olov xvxvog . . . %ti x^)v, xal 6 juix- 
gog xriv 6 äyeXalog, xal xrivaXwTtri^ xal a%^ xal fcrjviXotp, 

Armen, aits ,Ziege' (Hübschm. Arm. St 18). 

Ungewisser Herkunft Vielleicht im Grunde dasselbe mit dem folgen- 
den. Aus Zusammensetzungen wie atyl-ßoro-g ,ziegenemährend' (Od. 4, 
606 von Ithake; damit zu vergleichen Od^ 9, 124: vrjaog . . . ßoaxei di te 
fiijxadag alyag), aiyi-ßdrrj'g ,ziegenbespringend* (Find. Brachst 201 : ai- 
yißatai . . . rgdyoi), aiyl-Ttod- ,ziegenfüssig* (Hdt 4, 25) und anderen scheint 
sich als ältere Grundform ein *aiyi- zu ergeben. 
«Fy- (ai'f) ,WeUe'. 

Artemidor Oneirokrit 2, 12: xal ydg rd fieydXa xvfiata alyag iv xfj 
avnjd^elif Xiyofiev. Hesych: alyeg' rd xvfiata' dugulg (MSchmidt be- 
zweifelt die Richtigkeit dieser Namensform). 

Gehört möglicher Weise zu altind. aig : digati ,er bewegt sich* (RV, 5, 
78, 8 : jdfhd vatas jdthä vänam jdthä samudrds digati ,wie der Wind, wie 
der Wald, wie das Meer sich bewegt'; RV. 8, 6, 29: samudrdm . . . äva 
pagati jdtas vipänds digati ,auf das Meer blickt er herab, von wo es 
sich zitternd bewegt* ; RV. 4, 19, 6: dramajas . . . digat drnas ,du brachtest 
zu Ruhe die sich bewegende Fluth*; RV. 5, 78, 7: jdthä vd'tas pusUkari- 
ntm sam-ingdjati sarvdtas aivä' tai gdrbhas aigatu ,wie der Wind den 
Lotosteich von allen Seiten bewegt, so bewege sich der Embryo in 
dir*; RV. 1, 10, 2: jüthdina vrshnis aigati ,mit der Herde bewegt sich der 
Widder'). Ausser diesen und dem gleichlautenden vorausgenannten Wort 
findet sich im Griechischen kein einsilbiges Nomen auf aiy-. 
aiyavirij Wurfspiess*. 

Bei Homer 5 mal. IL 2, 774 — Od. 4, 626 = 17, 168: Xaßol dk nagd 
ßgrjyfiivt d-aXdaarig dlaxoiaiv xignovro xal aiyavhjaiv livreg to^oialv t€. 
IL 16, 589: daari d^ aiyavirjg Fgintj zavaßoio xitvxtai, rfv gd t^ dvfjg 

Leo Meyer, Grieohisohe Etymologie. U. 6 



82 Griechische Etymologie. 

dqiif] fceigcifievog rj iv dFid^hp rjßk xal h moUfiip djjiay vno &viiOQai- 
G%wv^ Toaoov ixciQTjaav TQweg. Od. 9, 156: avtUa xafinvXa %6^a yLoi 
aiyaviag dokixctvXovg ell6fi€& ' Ix rqfciv, dia dh tqIxo xoafitj&ivreg ßcl- 
kofiev' alxffa ö^ ^öunie d'eog f^evoßeixea &i^Qrjv. 

Dunkler Herkunft Die Suffixgestalt ist ungewöhnlich; als ihr Schluss- 
theil löst sich ijj ab, wie es schon in rjvoQir] ^Mannhaftigkeit, Tapferkeit^ 
(1, Seite 622) entgegentrat Vielleicht lag zunächst ein ^atyavo- (Schleu- 
dern? Werfen ?0 zu Grunde, das sich seiner Bildung nach mit ogyavo-v 
jWerkzeug, Werk' (1, Seite 571) würde vergleichen lassen. 

aiyc6i>vxo-r, Name einer Pflanze. 

Diosk. 3, 148: ki&6afC€Qfiov (,SteinasmG\ ein gemeines Unkraut), ol 
öh atydvvxoVf ol dk i^tivvxov, ol di keovTiov . . . <pvXka ^€i ofioia eXatag^ 
ficcxQOTEQa di xal TtkarvTega, xai rd negi rov nv&fiiva kftl yrjg xei- 
fieva . . . 

Wurde offenbar aus aiy- ,Ziege' (Seite 81) und owx" ,Klaue* (1 , Seite 
546) gebildet, so dass es zunächst ,ziegenklauig, ziegenfüssig' bedeutet 
Adjectivisches atywvvx- ,ziegenfüssig^ gebraucht Leonidas (in Anth. 6, 35, 
1) als Beiwort des Pan. 

aiyibXio-q ,Waldkauz'. 

Arist Thierk. 6, 38: 6 d^ aiywXiog (Andere Lesart: aiztükiog ,womit viel- 
leicht noch ein anderer Vogel bezeichnet ist) xaXov^evog taxiv otb xal 
TiTTagag (nämlich i^dyei veoTTOvg). 8, 39: zw wxTegivtSv %viot yafitpw- 
wx€g eiaiv, olov . . . kXeog xal aiywXiog xal öxdxp, lovzwv 6* 6 (niv iXeog 
fiell^tov dXexxgvovog^ 6 d^ alytiliog nagank'qaiog, dfi(p6tegoi dh &r]gevovai 
zag xizzag. 9, 92 : atywhog d* itrzl wxzivofjiog xal fjfiigag oXiydxig (pal- 
yezaij xal oix€i xal ovzog Ttizgag xal am^Xvyyag' ^ozi ydg di&aXXog {?\ 
ZTjv ök didvotav ßiwzLxog xal evfxrjxavog. 

Etymologisch dunkel. Wurde seiner Bildung nach schon mit dem Vogel- 
namen idüiXio-g (1, Seite 381) verglichen. 

acycailö-s ,6estade^ 

Bei Homer viermal. IL 2, 210: dg oze xvfia 7toXvq)Xolaßoto &aXdaarjg 
aiyiaXf^ fxeydXqj ßgifiezai. 11.4,422: wg ö^ oz* h aiyiaXip noXvFrixit 
xvfxa d-aXdaorig ogvvz^ inaaavzegov ^€q>vgov vnb xivrjoavzog. II. 14, 34r 
ov8h ydg ovo' evgvg neg k(ov idvvrjaazo ndaag aiyiaXdg vr/ag xaöieiv. 
Od. 22, 385: üg z* Ix^ag, ovg d-' dXiijFBg xolXov ig alyiaXov TtoXirjg 
hizood-e &aXdaor]g dixzvip IxFigvaav. Hdt 7, 59 : b 8h JogLoxog iazi 
zrjg QgrjUtjg aiyiaXog ze xal neölov piiya. Thuk. 1, 7 : zwv 8h noXewv 
oaac . . . i/r' avzoig zolg aiyiaXolg zelxBOiv exzlKovzo, 

Etymologisch nicht deutlich, wie nah auch der Schlusstheil des Wortea 
an dX-g ,Meer' (1, Seite 289) anzuklingen scheint und der erste Theil an 
ol'y- ,Welle' (Seite 81). Ein etwaiger Vergleich mit tJTtlaXo-g ,Fieberfrosf 
(1, Seite 609) fördert auch das Verständniss nicht 

alyiö' (aiylg) ,Schild des Zeus^ der dann aber auch von anderen Göttern 



Griechische Etymologie. 83 

gebraucht wird; urspriinglich wahrscheinlich Bezeichnung der ,Stunn- und 
Wetterwolke*. 

Bei Homer 12 mal. 11.17,593: xo/ tor" aqa KQovldi^g Uer' aiylda 
dvaatxvoßeaaav fzaQfjtaghjVj ^'idrjv dk xctzd vsq>i€aai xakvxfjev, aotQaipag 
dk fiaXa iieyaV havnBj %i]v dk vlva^ev, H. 4, 167: %aae%at rjfiaQ ot' Sv 
. . . Zeig di aq>iv KQovldtjg vtpl^vyog, aid-iQi valcav, aivog iTtiaaelrjOiv 
igefivijv aiylda naaiv. II. 2, 447 : ^A^vri alyld^ %xova ' kgLtifiov, dyrJQaov 
a&avdrtjv t€' ti^^ ixarov dvoactvoi nayxQvaeoi rjFBQi&ov%o^ navreg iv- 
TtXeKieg^ hunofißoiog öh ßhcaarog' avv xfj natq>aaaovaa diiaavro laßov 
*A%aiFiiv dxQvvova^ tivai. IL 4, 738: !/id7jvalrj . . . afiq>l d' aq^ wfioiaiv 
ßaket* aiylda OvaoavoFBöOav dßeivijv, fjv nigi fikv navTiq q>6ßog laire- 
g>6vünaij Iv d ' egig^ iv d' dkxi^, iv di XQvoßeoca ßiwxr, kv di tb roq- 
yslr] xBq>aXri dßeivoio nehiQOv dßeivrj te OfAcgdri^ ve, Aißog zigag ai- 
yioxoio. IL 21, 400: wg Feinwv (Ares) oirrjoe %a%' aiylda dvaaavoßBoaav 
OfjiegdaiJriv (die von Athene gehalten wurde) ^ iljv ovdk JiJbg ddfÄvrjai 
TUQOWog. Od. 22, 297 : di] tox i^&i]valrj (p&iolfißQorov aiyld* aviaxBv 
vfpo&ev ig 6Qog>rjg' tcJv dk q>QivBg htrolrj'S'Bv, II. 15, 229: dlXa av y' 
(o Apollon) Iv ;(6/^£aat kdß ' aiylda &vaaav6ßBaaav, Tfjv ^laX^ IniaoBluiv 
ipoßiBiy r^Qwag i/^x^^^^^S' 11.15,308: Oolßog^Anokkwv ßBif^ivog äpiouv 
vBfpilrjy, l^£ d* aiylda d'ovqtv dßBivTjv dfiq>tddoBiav agm^BTti', i]V aqa 
Xaixevg "Hq>aiaTog Aifl dcJx£ q>OQrifiBvai lg (poßov avdQwv. 11.24,20: 
IdTtokXüJv . . . nBQl d^ alyldi ndvra xdXvnxBv XQvaBlji, %va firj fj.iv dno- 
dQvg>oi ihtvardl^wy. Aesch. Ch. 594: avBfjioivxwg alyldiov (,StttrmeO q)Qdaai 
xoxav. Aesch. Eum. 404: iqXd'ov . . . TtzBQuiv Stbq ^oißdovaa %6knov ai- 
yldog. — Dazu: aiyl-oxo-g ,die Aegis haltend* (zu vergleichen II. 2, 447: 
A^vf] aiyld" %xovaa. H. 15, 308: IdnoXXiav ...^sd" aiylda. II. 15, 318: 
oq>Qa fikv aiylda xBQolv 1^' drgifia Oolßog l^noXXwv. IL 15, 361 : udftoXXwv 
aiyld' ix^^)i häufiges Beiwort des Zeus; IL 2, 375: dXXd fioi aiyloxog Kgo- 
V lirig Zeig aXyB^ %dw%ev. IL 5^ 815: ^«or dvyarBQ Jißog a^/tox^eo (Athene) IL 
15, 379: TgwBg d^ tag iTCv&orro Aißog xTvnov aiyioxoio, — xaT-acyld- 
,pldtzlich hereinbrechender Sturm*; Aristmund. 4: twv yB fiijv ßialiov 
nvBVfidrwv xaraiyig piiv iati nvevfia avw&Bv tvtctov i^alq>vr]g. L^onid. 
(in Anth. 7, 273, 1): bvqov (ib tgrjXBla xai aijtiJBaaa xaraiylg . . . ißXatpB. 
Perses (in Anth. 7, 501, 1): evgov x^if^^Qf'O^ ^^ naraiyldBg i^eavXiaav. Plut 
Fab. Max. 12 : TtgovXByov vfjiiv noXXdxig vqv l/ri xdSv dxQoiv TavTrjv na- 
^fiivTiv vBq>iXriv, ort fiBxa ^dXrig ntnk %al xaraiyldwv ofißgov ixQrj^Bi 
Eajss. Dio. 74, 12, 5: ol fxkv nXelovg l^inXBvaav, rrjgi^aavTBg ^dXrjv xal 
xataiylda. — xazaiyl^Biv ,daherstiirmen, stttrmisch daherfahren*; Aesch. 
Sieben 63: (paq^ai noXiOfiay nglv xaraiylaai nvodg ^AgBiag. Aesch. 
Bruchst 195: ngdriara fikv ßoqBodag rj^Big rcQog nvodg y iV* BvXaßov 
axQOfißov xaraiyl^ovTa , ftrj o dvagrcacj]. Alexis (bei Athen. 8, 338, E) : 
inav ydq htyBq>lag Äaratylaag tvxj] ig Tfjv dyogdv. — kn-atyl^Biv 
.heranstBrmen, herandringen* (siehe besonders, 1, Seite 365). 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit 

6* 



84 Griediische Etymologie. 

festgestellt Denkbar wäre ein solcher mit dem nnter aty- ,Welle* (Seite 
81) angezogenen altind. aig : ixgaix ,er bewegt sich' (BV. 5, 78, 8; 8,6, 
29), ebensowohl als mit altind. %ng : ingaü ,er bewegt sich' (Mbh.) ; Cans. 
ingdjdti ,er setzt in Bewegung, er schüttelt (RV. 5, 78, 7; jdthä vä'tas 
piishkarinim sam-ingäjati sarvdtas ,wie der Wind den Lotosteich von 
allen Seiten bewegf ; BV. 4, 57, 4: gundm äshträm üd ingaja ,zum Gie- 
deihen schwinge den Stachelstock*). — In aiyl-oxo-g hat der Mangel des 
suffixalen d etwas auffälliges; er scheint auf eine alte vocalisch auslau- 
tende Nebenform *alyi'' hinzuweisen; in ähnlicher Weise fehlt der Dental 
in xagilen:- ,anmuthig' (II. 5, 905; 8, 204; 9, 599), das doch vom xaQix- 
,Anmuth, Göttinn der Anmuth' (IL 5, 338; 17, 51) ausging. 
alylö' (qiylg) ,Eemholz der Fichte'. 

Theophr. Pflanz. 3, 9, 3 : irtel xa\ t^v aiylda vfiv xai.ov(4evrjv ^ di^leia 
vijg Ttevxfjg %x^i' tovto d^ kavl %b iyxagdiov avzrjg. 3,9,7: ^et de, 
wanBQ ri Ttevxrj rijv aiylda, xal ij kkart] %6 kevuov kovaaov xaXovfievov, 
olov cvrtaxQoq>ov %fj aiyldij ttA^v to fihv kevKov 17 d* aiylg ^^oig dia 
ro ivöqdov. 

Dunkeln Ursprungs. Für etwaige üebereinstimmung mit dem voraus- 
gehenden bietet die Bedeutung des Wortes keinen Anhalt 
aiyi'd'aX6'q{oA%r aLyL9'aXo-gj auch aiytd'aXXo'-g oder aiyl&aXlo-g 
geschrieben) ,Meise'. 

Arist. Thierk. 8, 40: ra di axwXrjxoq>aya, olov anl^a . . . alyi&aXog' ia%i 
dk TcSv alyi&aXwv eXöt] tqIo, 6 fihv Ofti^lzrig (,Eohlmeise') fiiyiarog — Man 
ycQ oaov anl^a — . ^CQog 6' ogeivog (,Schwanzmeise') dia t6 diarglßeiv 
h Tolg oQBOiv, ovgalov fioKQov ^(ov* 6 dk Tglrog (,Sumpfmeise') ofioiog 
fxhv vovxoig^ dtaq^igei, 61 xara to fjtiye&og' Mazi yag iXaxiOTog. 9, 88: 
6 d' atyid'aXog rixTei (ikv (po 7tXela%a, wg g>aalv. AJkaos Eom. Bruchst 3 
(Eock): ioLuev alyl&aXXog dioKüiXveiv to ngayfia. Plut mor. 537, C: fiL- 
aovai J' cXXrjXa xal otTtex^cvovxai nal noXefiovaiv waneg aOTtelOTovg 
Tivag TtoXifiovg . . . alyi&aXXol xal axavdvXXldeg, 

Etymologisch dunkel. Ob etwa mit dem folgenden zusammenhängend? 
atyi^'O-^ Name eines nicht genauer zu bestimmenden Vogels. Daneben be- 
gegnet die Form aiyiv&o-g. 

Arist Thierk. 9, 14: alyl&ip di xal ovw noXe^iog die %6 nagiovra xov 
ovov xvrjd'ead'ai eig Tag axav&ag xa ^Xxr]' dia xe ovv xorko^ xav öyxij' 
orjxaiy ixßdXXei x^ i^a xal xovg veoxxovg. 9, 89: 6 d' aXyi&og evßloxog 
xal noXvxexvog, xbv dk noda x^^og iaxiv. — Opp. ixeut 1, 10: fiiaovai 
xovg ovovg ol aXyiv^oi, xav ijtl q>vxov xaXiag ovarjg alylv&ov xqiqxavxai 
veoxxol, x(p divdgip nXrjauaag ovog dvaigel navxag avxoifg xal dyxrjcd- 
/Äsvog x^v xvovaav aXyiv&ov dfißXdaai rcouL 

Dunkler Herkunft Der Bildung nach schemt X4xi&og JBidotter^ (Hipp. 
2, 870; Arist Thierk. 6, 29) vergleichbar, bezüglich des suffixalen iv&o 
aber igißivd'O'g ,Eichererbse' (1, Seite 438) und neben ihm Genanntes, so 
wie weiterhin auch 7telgiv&- ,WagenkorV (IL 24, 190; 267; Od. 15, 131). 



Griechische Etymologie. 85 

aiyiXo-g, Name eines Erantes. 

Theokr. 5^ 128 : Tal (xkv ifxal xvtigov %b %a\ aXyikov alyeg Mdowi. 

Offenbar in nahem Znsammenhang mit aty- ^iege' (Seite 81) gedacht 
Dem Snffix nach vergleichen sich, von der Betonung abgesehen, die Yogel- 
namen ogxli'O-g, vielleicht ^Zaunkönig' (1, Seite 575) und rgoxl^o-gj eine 
Art Eibitz (Hdt2, 68; Ar. Vögel 79; 80), ausserdem zum Beispiel noch 
vavTlko'Q ,Schiffer* (Aesch. Prom. 468; Ag. 631; 899). 
aiyiXo>üt' {alyLXu}\p) ,eine Grasart, Hartgras^. Daneben vereinzelt aiyLXon- 
(Nik. iher. 857). 

Theophr. Pflanz. 8, 7, 1: ^ yaQ daavrrig aal rolg (d.i. g>vkXoLg) %ov 
aiylXionog VTtaQX^iy olk* iiig)avrjg ylvetat iTtl %olg tov alyli.(anog %ov 
f^fog, 8, 8, 3: 6 alylkw^ doxel fiakXov iv Taig TiQi&aig, 8, 9, 2: tcJv de 
o^oiOTtvQWV xal ofioioxgld'üfv^ olov ^eiäg, Tlg>rjg, okvgag, ßgofiov, alyL- 
katnog, iaxvQorctrov xal f^aXlara xoQTtc^ofievov i^ ^eid . . . . o d' alylkwxp 
xal 6 ßgofiog äaiceg oyQt' arra xal dvrjfieQa. Diosk.4, 137: alyllu^p 
. . . ßoraviov lari q>vkXa TtvQtfj fyov ofJiot,aj fiakaxwreQa di, in axQag 
öi %rig ii€<pakTJg xagnoig %xov Iv ß! ri y iXvTQOig, iq>^ (Sv a&igsg olovel 
TQlX^g hineqwTiaai, Nik. Iher. 857 : Xa^eo • . . afifjiiya d* aiyiXortog %b 
XbXiöovIov TS nixrjXa, 

Etymologisch nicht verständlich. Vielleicht steckt im ersten Theil aly- 
(alyi-) jZiege* (?); der Schlusstheil aber könnte möglicher Weise Xcinfj 
,Hü]le, Gewand' (Od. 13, 224; Hesych führt auch ein einsilbiges Xwxp' 
xi^f^vg auf) enthalten oder etwa auch zu Xin-eiv ,abschälen', ,essen' (II. 
1, 226; — Antiphan. bei Athen. 4, 161, A) gehören. In letzterem Fall liesse 
sich mhin" ,Dieb' (Hdt 1, 41 ; Eur. Bhes. 645; 709) neben yLU7t'%eiv ,stehlen* 
(IL 5, 390 ; 24, 24) vergleichen. 
aiyiXiojt' (atylXwxp) ,eine Eichenart, an der oft ziegenbartähnliche Flechten 
herabhängen'. 

Theophr. Pflanz. 3, 8, 2: ÖQvog &n . . . . yivrj fjikv ovv ol (jilv TSTTOQa 
jcoiovoiv Ol öi TtivTB . ... (ig d* ovv ol negl %7]v *'lörjv äiaigovai vad' 
ko%l Ta eXdri' '^fÄcglg, alylXwxp, 7cXaTvq>vU.og ^ q>r]y6gy aXlg>Xoiog . . . ndg- 
ftifia (ikv Tcavta ' yXvxvTora ök rd Trjg q)rjyov . . • eaxcerov di aal niHQO' 
Tojov ^ aiylXtJip. 

Etymologisch von dem vorausgehenden wohl nicht verschieden. Ficks 
{1\ 482) Annahme, dass der erste Theil des Wortes mit unserer Mchej ahd. 
eihj übereinstimme, ist sehr bedenklich. 
alylXio^' (aiylXw\p\ eine Augenkrankheit, ,Augenfisteh 

Diosk. 1, 178: %wv de naXaiciv xagvfov %c ivrog yayygalvag xal av 
d'Qaxag nal aiyiXtanag xal aXunexlag . . . iarai. 4, 71: azQvxvog . . . . 
%d q>vXXa • . . xa^' iavrd dh kTtiti&ifjieva Xeia aiylXtjna d^eganevei xal 
xeq)aXaXylay. Celsus med. 7, 7, 7 : etiamnum in angulo qm näribtis pro- 
prior estj ex äliqvö vitio qvasi parva fistula aperitur, per qvam pttuita 
assidui distillat: aiyLXwna Ghraeci vocant 

Gehört wohl unmittelbar zu alyUcjic-, eine Grasart ,Hartgras' (siehe oben), 



86 Griechische Etymologie. 

von dem Dioskorides (4^ 137) unter anderem lehrt: S-egarctveL dk fj noa 
fiera alevQOv xaranXaa&elaa alythinia (d. L alylkwTtag). 
alylXut' (alyikltp)j dunkles Beiwort von Felsen, etwa schwer zugänglich^ 
oder ähnlich. 

Bei Homer dreimal. IL 9^ 15 «= 16, 4: x^ifvi; fieXavvdqog^ ij tb xot* 
aiylXinog ni^Qr^g dvofegov x^/€£ vdwg. IL 13, 63: wg %* XQr]^,..og 
^d t' dft* alylXmog rcirgi^g Tcegifii^xeog agd^elg oQfiyaj} ftedloio dnaxi- 
fiev oQveov äXlo. Aesch. Schutzfl. 795 : Tto&er di fioi yivoix' av al&iQog 
^Qovog ... 17 kiaodg alylkitp ccTtQoadeiKTog ol6g)Q(av Tcge/^ag yvnidg ni- 
%Qa. AntiphiL (in Anth. 7, 622, 1): Boqxog 6 ßovnoifitjy or* irtl ykvxv 
xrjglov elQTtev, alylkiTta axolv(p nixQov ine^ofievog. — Als Eigenname 
IL 2, 633: oi ^a . . . xai KQOxvkei^ kvifiovxo xal ^lylXma tQrjxeiav, 

Dunkler Herkunft. Da das Wort zusammengesetzt zu sein scheint, hat 
man an aiy- {alyi") ,Ziege' (Seite 81) als ersten Theil gedacht, aber die 
Erklärung ,yon Ziegen verlassen^ {kiTt-'^ IL 2, 396: oxo7ciii(p' t6v d' ov 
nore xvfjtara Xelnet» IL 5, 20 : änoQOvae kinwv rceQixakkia öLrpQOv), was 
dann ,auch den Ziegen unzugänglich^ bedeuten soll, war sehr ungeschickt 
und ist auch von niemandem genauer begrtlndet 
oXyBiQo-q ,SchwarzpappeP oder irgend ein ähnlicher Baum. 

IL 4, 482 : xaiial niaevy aXyeigog /cJg, f ^a %^ kv elafiev^ ^keog fieya- 
koLO 7f eqwxj] keLFrj, dzaQ vi Foi ot,oi in* äxQoxavji TtetpvaaiV rrjv fiiv 
i9' aQfioTOTcriydg avi^Q ai&oivi aidiJQfp i^itaii\ og>Qa FLtvv ycdfitpfj jtBqi- 
xaXkii dlq)Q(p. Od. 6,239: rqaov in iaxori^gj 8&1 divÖQea ficatQa ne- 
(pvxu, xkT^&Qtj T* aiyeiQÖg re. Od. 7, 106: GTQwqxjSaiv ijfievai, ola xb 
q>vkka ficmedrljg alyelQoio, Od. 9, 141 : x^r/yi} ino anifeog' negl d* aX- 
yeiQoi 7teq>vaaiv, Od« 10, 510: IWa . . . akaea nßQaeg>ov€lijgy ficacQai r ' 
aiyeiQOu Od. 17,208: dfiq>l d* ag* alyelgtov vöaTOTQ€g>io}v Sev akaog» 

Dunklen Ursprungs. Den Lauten nach wäre Zusammenhang mit nhd. 
Eiche möglich. Bezüglich der Suffixform vergleicht sich oveigog ,Traum- 
bild' (1, Seite 546) und anderes neben ihm (zenanntes, insbesondere das 
weiblichgeschlechtige fJTteiQo-g ,Fe8tland' (IL 1, 485; 2, 635; Od. 14, 97: 
rjTtelQOio fiekalvrjg). 
aiyvjtiö-q, ein nicht genau zu bestimmender krummklauiger RaubvogeL 

IL 7, 59: ^Ad^valri %e xai . . ^Anokkiav i^io^v, ogviai ßeßoinoTeg al- 
. yvTtioiaiVy q>rjy(fi iq)* v^kfj. IL 13, 531: inakf^evog, aiyvniog Fwg. H. 
16, 428: oJ d\ wg %" alyvmol yafixpwvvx^g dynvkoxeikat nizqrj iq>* v^Tjkfj 
(jLsydka %kat,ovTe fxaxoivtai. IL 17, 460: Xnnoia* aßlaawv wg r' alyv^ 
niog jUOTo ^f^vog. Aesch. Ag. 49 : ^iyav ix &vfiov xkd^ovreg "^gti tqo- 
nov alyvTtujv, o%%* exnaTioig akyeai naldwv vnaToi kexiwv atgoipodi- 
vovvrai. Soph. Ai. 169: Jtarayovaiv aneg mrjvüiv dyikai (nämlich dno- 
dgäaai) fiiyav aiyvniov. 

Dunkeln Ursprungs. Die Betonung wie in igwdio-g yBeiher' (1, S. 444). 
afykri ,Glanz^ 

IL 2, 658 : tcSv igxofiivuiv and xaixoo d-eansaloio aiykrj nafjiq>av6(oaa 



Griechifiche Etymologie. 87 

di' ai&iQog ovgavbv Ixbv. Od. 4, 45 «= 7, 84: log %e yag fißellov aiykrj 
nikev ^fk aeXijvrjg öwf^a xa^' v\pBQ€(pig. Od. 6, 45: Acvxi) d^ inididfo- 
fi€v aiyXri (in Bezug auf den Olympos). Find. Ol. 13, 36: Ttatgog dh Qea- 
aa)LoV ift^ ^Ahp€Ov ^ei&Qoiaiv aiyka (,BuhmO nodfLv avaxeiTai, 

ünge?nsser Herkunft Des Suffixes kri wurde schon unter ofilxkti 
yNebel' (1, Seite 555) gedacht 
aißol, Ausruf des Staunens oder ähnlicher Empfindung. 

Ar. Fried. 1066: alßol ßoV — tL yel^g; — fja&rjv x^QOJtolat Tti&tjuoig, 
Welk. 829: alßol, rl ki^QsZg; Friede 544: alßol rdkag. 

Der erste {al ,ach^ Seite 71) und zweite Theil (ßol siehe so eben) be- 
gegnen auch einzehi. 
afö-ec&ai ^sich schämen, sich scheuen'; ^scheuen, Achtung haben voi^, be- 
gegnet nur in einigen präsentischen Formen. 

IL 21, 468: atdero yoQ ^a jcavQOnaaiyvqToio fiiyi^fievai iv Ttahi^rjaiv. 
Od. 6| 66: aidero yaq ^akegov yafiov i^ovofjirjvaL IL 5, 531 »» 15, 563: 
aldo^Uvwv d^ avögiSv niAoveg aooi riFh 7tiq>av%ai. II. 10, 237: /ui}(5^ ov 
y" aldofieyog afjaiv q>g€al %6v fihv agelw xakkelneiv. — H. 1,331: ra> 
fikv ragßi^aavTe xal aldofiivia ßaaikrjßa atrjrtjv, 11.21,74: ai di ii 
aid€o xal /i' IXir^acv. Od. 3, 96 "» 4, 326: piridi xL [i aldofjievog fiei- 
XlaoBO fiTjd^ iXealQiav. Od. 8,86: aXdeto yaq Oaltjxag in dq>Qiai da- 
xgva kelßwv. — Dazu: alöog- (aldcig) ,Scham, sittliche Scheu'; ,Ach- 
tung, Ehrfurcht; ,Scham, Schamglied'; IL 15, 657: ovd' Ixidaa^ev dva 
argarov XaxB ydg aldatg xal öFiog. IL 10, 238: uriöh . , , av di xüqov* 
OTtaaaeai aldoi ßelxwv. IL 13, 122: alV h q^gsal -S'ia&e ßixaarog al- 
doa xal vifieaiv. Od. 8, 324: -dnfjXvteQai dk &€al f^hov aldoi folxoi ^- 
xaaTi}. IL 13, 95: alöcig (,6rund zur Scham isf d. L ,Bchämt euch'), 
Idgyiioi. — n. 24, 44: !Axiksvg %Xbov fiev ändXeOBVj ovdi ßoi aldoig, II. 
24,111: aldoa xal q>iX6%riza reß^v (letoma&e (pvXaaowv, Od. 8, 480: 
naai yaq av&QciTtoiaiv iftlx^ovloiaiv afoiöol vifjirjg ififiOQol elai xal 
alöoog, — IL 2, 262: x^^^'^dv t' rjök ;^ercJya, vd t' aldoa aiÄq>ixakvm€L 
— av-aidig- ,schamIos, unverschämt'; IL 1, 158: dlld aol, d fiiy* d- 
vaidig, aii ianofied'a. 11.13,139: ftoxaiiog x^^xdQQoFog . , Fgti^ag da- 
nitffi ofißgtp cvaidiog ^/uora nitQrjg, — aldieo^ai (aus ^aldia^je- 
cd'ai) ,sich schämen, sich scheuen'^ ,scheuen, Achtung haben vor'; IL 1, 
93: aUdea&ev fikv dvi^vaa&aij dßelaav d* vrtodix^'ai. IL 17, 95: bI di 
xev ISxxoQi fiovvog iwv xal Tgtoal iidxoifiai aldeaS-elg^ fjii] nwg fie negi- 
axYiova* %va ftoXkoL — IL 1, 23 =-> 377: i7tevg)r]fir]aav ^AxaiFol aldel- 
a»ai y IsQijßa. IL 9, 640: aXdsaaai dk fiika&Qov. 11.24,208: ov a 
ikerjaei ovdi vi a^ aldiaerai. Od. 14, 388: oif ydg tovvbx^ lyio a' al- 
diaaofiai ovdk g>ikrja(jj. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit 
festgestellt Vielleicht trifft die Vermuthung (bei Fick 1^, 346), dass ald- 
aus *alad' hervorgegangen sei und zu goth. aistan ,scheuen, ehren' (Luk. 
48, 2; 4; 20, 13; ga-aistan ,scheuen, ehren' Mk. 12, 6) gehöre das Richtige. 



88 Griechische Etymologie. 

— Das Suffix von aidog- begegnete schon in ijog, alt r]ß6-g ^orgenrSthe* 
(1, Seite 600). 
ai^i^ö'q, alt wohl al^rjßo-Qf von nicht genau zu bestimmender Bedeutung, 
etwa ^stiger Mann'. 

Bei Homer 18 mal. 11.2,660: niqaag FaajeFa noXXa diIüTQeq>iwv 
al^TjßcSv. II. 5 , 92 : 7toli,d ö* vtt^ ovtov ßigya xan^Quce xaA' ai^ri^wv. 
IL 8, 298: Ttavxeg (nämlich oiotoI) d' h x?oi' nvfix&ev aQrji&oßwv ai^r]^ 
Fdv. II. 10, 259: %a%al%v% . . ^verai dk xagtj ^akeQWv ai^tißaiv. IL 16, 
716: ^uiTtoXXwv, avigi ßeiadficvog aV^riF(^ ze xQar€Q(p t€, !Aal(p, og fii^- 
rgwg ^ev lExroQog. IL 21, 146: x^xoAoiiro äaßiXTafiivtJv al^rjßtov. II. 23, 
432: ölaxov • . . oV t' al^rjßog dq>'^x€v dvijQ neigoifievog ijßrjg. Od. 12, 
440: rjfiog d' inl dognov' dvfjg dyog'^^ev dvioTTj xglvwv veixea nokXc 
ÖLxa^ofiivcjv al^rjßwv. — Dazu al^rjlo-g, alt wohl al^i^ßio-gj etwa 
,iüstig'; n. 17, 520: wg d' oV av o^vv ^wv nilexvv al^i^Fiog avrjg xo- 
ifßag . . . ßiva zdf^f]. Od. 12, 83: ovöi xev ix rtjßbg yhzqwgijg ai^i^ßiog d- 
vrjg To^tp oiarevaag xofilov CTtifog eiaaq>lxoiTo. Hes. Schild 408 : kkd- 
q}Oio . . rjv v* iddfiaaae ßaXwv al^i^iog avrjg, 

Dunklen Ursprungs. Ob hier etwa das selbe Suffix fo wie zum Bei- 
spiel in xegaßo-g ,gehömf (IL 3, 24; 11, 475) vorliegt, so dass ein altes 
**al^a zu Grunde liegen könnte? Ein unmittelbarer Vergleich des auch 
in der Betonung abweichenden fiivC^rjo-g ,kurzlebig' (Hesych: fiivv^Tjov 
oUyoßiov) fördert nichts, da dabei doch das anlautende ai völlig dunkel 
bleibt Eher scheint das von Hesych angeführte ai^dev' €VTgaq>ig ßkd- 
avrjfia (,wohlgenährter Spross') hier weiterer Erwägung werth. Die Ver- 
muthung (Hoffin. Gr. DialL 1, 306), dass altostpers. avijäo ,selbstständig, er- 
wachsen', eigentlich ,zu Thätigkeit gekommen' (?) genau entspreche, bleibt 
noch recht unsicher, so lange das angezogene altostpersische Wort nicht 
sicherer erklärt ist 
aixiii/l ,Lanzenspitze', ,Lanze'. 

11.16,505: Toio d* a^a tpvxrjv ve xal fyx^^S ixßigva^ alxfirjv. 11.6, 
320: ndgoix^e de kdfin€%o dogfog aixf^V X^^^^V' ^^* ^9 SiS: ovd^ tFgrj^ev 
Xctkxog, dveyvdfjiq)&Ti di Foi oXx[iy\ danld^ kvl xgareg^. — IL 12, 45: 6i 
di , . . äxovri^ovai d'Ofielag alxfidg ix x^^^cJv. IL 4, 324: alxf^dg <}' o^- 
Xfidaoovat ve/wregoi. II. 13, 504: aixfi^ d^ Alvelao xgadaivofiiyn] xazd 
yaltjg ^x^o. — Dazu aixii-dXtDxo-g ,im Kriege gefangen'; Aesch. Ag. 
1440: ri t' aixfidkanog ijde xal Tegaaxonog, 334: iv atxf^cclwTOig Tgwi" 
xolg olxTjf^aaiv valovaiv. i^drj, 

lit ieszmas ,hökemer Bratspiess'; altpreuss. a^^mis ,Spiess'. 

Das Suffix trat schon in axfiri ,Schärf e. Schneide , Spitze' (1 , Seite 53) 
entgegen. Die zu Grunde liegende Yerbalform ist noch nicht weiter nach- 
gewiesen. — Mit ö/xA*-aAwTo-ff, dessen Schlusstheil zu dXw- : Aorist aküvat 
,in Gefangenschaft gerathen' (1, Seite 301) gehört, vergleichen sich un- 
mittelbar dogL'dXuno-g ,im Speerkampf gefangen' (Hdt 8, 74; 9, 4; Eur. 
Tr. 518; dovgi-dXwzO'g Soph. AL211), dogL-krimo-g ,im Kampf genom- 



Griechische Etymologie. 89 

men' (Soph. Aias 146; dov^t-alcDvo-s Soph. Ai. 894), dogi-uxr^o-g ,im Kampf 
erworben' (Eur. Andr. 155; Hek. 478). Es ist dabei zu bemerken, dass auch 
das einfache alxfii] mehrfach geradezu für ,Eampf gebraucht wird, wie 
Find. Pyth. 8, 40: naq^ivovxag aix^^ und Hdt. 5, 94: eile . . . aixf^fj. 

attpvTiq ,plötzlich'. 

Eur. Iph. Aul. 1581: &avfia d* ^y aXqfvrjg oqov, — Daneben: i^-al- 
q>vrig ,plötzlich'; 11.17,738: f^tre niQ, %6 r* ineoavfxivov nokiv itvdqwv 
OQfievov €^alq)vr]g ffXeyid'Bi, 11.21, 14: to dh q>kiy€i dxafiazov tcvq oq- 
fievov i^aiq>yT)g. Find. Ol. 9, 52: Xiyovxi . . . Zrjvog T^x^aig dvanuniv 
i^alg>vag avrkov ikelv. Aesch. Prom. 1077: eidviat yag xovx i^alq>vrig 
oidh Xa'9'Qalwg elg afcigavrov dlxrvov arrjg ifinXtrx&riöBa^' ' vn ' dvolag, 

— Dazu: alg>vldio-g ,plötzlich'; Thuk. 2, 61: äovkol yoQ q>Qwri^ia tc 
aitpvldiov xa£ OTtQoadoxrjTOv Tcal rb nkslcTq) TCagaXdyffi ^vfAßalvov, 

Dunklen Ursprungs. Der Bildung nach vergleicht sich i^-anlvrig ,un- 
yermuthet, plötzlich' (1, Seite 349). Ob etwa an Zusammenhang mit alxlja 
,8chnell, sogleich' (Seite 79) gedacht werden kann? 

aX9"Bad'ai ^brennen, in Flammen stehen', begegnet nur in prSsentischen 
Formen und zwar bei Homer, Hesiod (Werke 755; th. 867; Schild 60; 275) 
und, wie es scheint, auch Findar (Ol. 1, 1; Bruchst. 79, 5) überhaupt nur 
im Farticip; Causativ: aX^-eiv ,entzünden, entbrennen' (ausnahmsweise 
intransitiv bei Soph. Aias 286: rivlx 'ianegoi kafin%TJQ€g cixir' ^^ov\ auch 
nur in präsentischen Formen begegnend. 

IL 16, 293: xora d' eaßeaev al^ofievov nvg. II. 13, 320: ot€ fir avxog 
yt KqovIwv ifjißdXoi ai&ofjievov dalov vr]Feaai, Od. 1, 428: al^ofiivag 
da/löag (piqe . . , EvgvxXi/eia, Od. 18, 343: aizag o nag Xafxjttf^gai, 
ifoFelvwv ald'Ofiivoiaiv ianljxeiv. II. 11, 775: anivöiav atd^ona Folvov 
In al&ofiivoia' Ugolaiv. II. 21, 523: c^^ d' ore nanvog Iwv elg ovgavov 
etgvv Ixdvei ßdazeFog ai^ofiivoio, Hdt 4, 61: inoxalovai ra oarea' to 
öh ai^etai xdXXiata. Eur. Iph. Aul. 1471: al^ia&cj dh nvg ngoxvvaig 
xa^agaloiai. Eur. Bakch. 624 : dcJ/iav ' ai^ea^ai äoxwv. Xen. an. 6, 3, 20 : 
ndaa 17 X^Q^ aX&ea'dai Idoxei. Xen. Eyr. 5, 1, 16: ai^ea^ai rtp egwn, 

— Aesch. Ag. 1435: ^wg av aX&rj nig itp' karlag ifir^g AXyia^og. Soph. 
Fhil. 1033: nwg x^eolg i'^ecXT*, if40v nXevaavvog, ai^eiv Ugd, Hdt. 4, 145: 
eigwreov rl i^iXovteg r^xoiiv je ig jr^v x^^QV^ ^^^ ^^Q aXd-oiev, Eur. 
Shes. 95: aXdovai ndoav vvx%a Xafinddag nvgog. Xen. anab. 4, 7, 20: 
nagexeXevexo aX&eiv xai (p^eiguv ttjv x«^'^ofv. — Dazu: al&o-g ,Feuer- 
brand'; Eur. Bhes. 990: vavalv al&ov ifißaXelv. 

Dazu lat. aest-tti-s (aus ^aid-tvr) ,Hitze, Gluth, Wallung'; Naev. trag. 51 : 
jam solis aestü candor cum liqvesceret] Flaut epid. 674: prope sistj aestü 
calefacit] Facuv. trag. 416: fervit aestü pelagus] Lucr. 5, 1435: belli mag- 
no8 commövit funditus aestüs. — aestät- (wohl aus *aesütät-j wie zum 
Beispiel consvetüdon- ,6ewohnheit, Umgang' Flaut Cist 94, aus "^con- 
sveiitüdon-) ,Hitze, Sommer*; Hör. carm. 1, 17, 3: Fauntis . . . igneam de- 



90 Griechische Etymologie. 

fendit aestätem capellts usqve meils] Enn. ann. 406: aestätem autwmnus 
seqvitur. 

Altir. aedj nenir. aodh ^Feuer^ (Zeuss-Eb. 30). 

Ags. adj ahd. eit ^Feuer, Scheiterhaufen'; mhd. eiten ^brennen' (tranBit 
und intransit). 

Altind. idh' ^entzünden' und intransitiY ^brennen, flammen'; BV. 6, 16, 
48 : agnim daivä'sas . . . indhdtai ,Agnis (^Fener') entzünden die Götter' ; 
ßV. 7, 8, 1 : indhdi (für *inddhdij aus *indA-Wi) ragd . . . agnis ,eB ent- 
flammt der König Agnis'; RV, 1, 79, 5: sd idhänds . . . agnis ,der flam- 
mende Agnis'; — Dazu: iähmä-s ,Brennholz', EV. 1, 94, 4; 3, 18, 3; di- 
dha-s ,Brennholz', EV. 1, 158, 4; 10, 86, 18; didhas- (— al&og- ,Feuer, 
Brand' Ap. Eh. 3, 1303) ,Brennholz', AV. 

Altostpers. aSgma' (aus *aedh''mar) ^i^^i^olz'. 
aid'oXo'q ,Eus8'. 

Eur. Hek. 911 : co Tttn^lg ^iXiag . . . xara d* al&aXov xrjlld ' olxTQordzav 
%iXQO}aau — Dazu: al^ako/evr- ,mit Euss versehen, russig'; IL 2, 415: 
TtQlv fie xccrä Ttgtjvkg ßaXieiv IlQidfioio fiiXa&qov aid'aloßev. Od. 22, 
239: avt'^ d^ ai^aloßewog ävd fieydgoio fiiXad'QOV e^ero. IL 18, 23 «=» 
Od. 24, 316: diitpotigfiat ök X£^a2v iXwv xovtv ald'aXcFeaaav xevaxo xax 
xBtpaXfig, 

Wird zu aid"€a&ai ,brennen' (Seite 89) gehören und eigentlich „Ge- 
branntes, Verbranntes" bedeuten. Das Suffix wie in aarQdyaXo-g , Wirbel- 
knochen, Würfelbein, Sprungbein' (1, Seite 180). 
aid'aXCoV'j dunkles Beiwort der Cicade. 

Nur Theokr. 7, 138: toI de Ttovl axiOQalg oQodafivlaiv al&aXlcjveg rir- 
Tiyeg XaXayevvreg ^ov Ttovov. 

Scheint zu aXS'aXo'g ,Euss' (siehe oben) zu gehören. Das Suffix aav 
hat Theokrit sonst nur noch in etwa zehn in das Gebiet der Eigennamen 
gehörigen Formen, wie 'Evdvfilwv (3,50; 20,37), 'laalcjv- (3,50), ^Itc- 
tvotIwV' (10, 16), ZiüTvvQlüiV' (15, 13), JevyutXlmv- (15, 141). 
at9'B ,wenn doch', einen Wunsch bezeichnend. 

IL 1, 415: aXd-^ oq>eX€g naqd vtivaiv dödxQVTog xal ccTcrjfiwv rjad'ai. 
IL 4, 178: al'^' ovrwg inl Ttdai xoXov reXiaei^ l4yafiifxv(ov. II. 16, 722: 
aXd'\ oaov jjaawv el/41, %6aov aio q>iQT€Qog eXrjv. 

Enthält als ersten Theil offenbar die Partikel al ,wenn, wenn doch, 
(Seite 71). Wie dieses der Conjunction el ,wenn' (IL 1, 39; 40) zur 
Seite steht, so begegnet neben ai^e auch die Form eX&e (IL 7, 157: €%&* 
wg fjßcioi^i, ßlr] di fxoi Mf^Ttedog e^irj. Od. 2, 33: eX&e ßoc avxog Zeig 
dya&bv reXiaeiev, o ri (pqeal ffjoi fievoiv^). Der Schlusstheil an und für 
sich ist nicht deutlich, begegnet auch in keinen weiteren unmittelbar zu yer- 
gleichenden Bildungen. Ob er etwa mit der Partikel Srjv ,doch wohl' (II. 
13,620: Xeliperi &rjv ovrai ye viFag JavaFiüv. IL 2, 276: ov d-iqv fiiv 
ndXiv avTig dvrjaei Sviibg dyi^vtoQ veixeieiv. IL 11,365: i; d'iqv a^ i^a- 
vvü) ye xal vaxeqov dvTißoXi^aag) zusammen hängt? 



Griechische Etymologie. 91 

aid-iQ (ai^ijß) ,die obere wolkenlose Luftschicht, Aether, Himmelsheitre'. 

n. 14, 288: HaTrjv . . . »J Tot^^ldji (lomgotatri nBq>vvla di^ riFiqog al- 
d'iQ' llxavev. II. 13, 837: ^Jj%i) d* afjtqxyvigtov i'x^r* aid^iqa xai JiFog av- 
yag. IL 2, 458: aiyXtj 7ca^q>av6iaaa di aid^iqog ovgavov Ixev, IL 16, 365: 
iig d' or ctTr' Ovlvfiftov viq>og iQXB%at ovgavdv eiao) ai&igog 6x dlrjg. 
IL 17, 425: dQVf^ayddg x^^^^^^ ovqavbv Ixe dt' al&igog dzQvyiroio. II. 
15, 192: Zeig d' l'Aa^* ovgavov evgvv ev al&igi xal veq>iXrjatv. IL 4, 166: 
Zevg . . • al&igi valwv. II. 16, 300: ovqavoS-ev d' aq^ vrce/qdyr] aartevog 
al^g. — Dazu: aXd'qrj ,reine Lirft, Heitre*; IL 17, 646: Zev Ttareg, aXXa 
av ^üai V7t* ijßigog vlag ^AxaiFäv, noLFmov d* ai&grjv. — al&go'g 
,reine Luft;, Kälte'; nur Od. 14, 318: aX&gcp xal xafiaTq) dedf^rjfxivov rjyev 
ig olxov. 

Des Suffixes wurde schon unter a^ig- ,Aehrenspitze, Hachel' (1, Seite 
162) gedacht Als zu Grrunde liegendes Verb wird wohl ai&ea^ai ,brennen' 
(Seite 89) gelten dürfen, obwohl dieses in lebendigen Yerbalformen kaum 
irgendwo einfaches ,61änzen', sondern überall nur wirkliches ,Brennen' zu 
bedeuten scheint Das selbe hätte auch schon in Bezug auf das sicher auch 
zugehörige l&ago-g ,rein, klar* (Seite 47) hervorgehoben werden sollen. 
dd-ost' {al^oxp), vermuthlich ,brennend, funkelnd'. 

Bei Homer 36 mal, am Gewöhnlichsten vom Wein, ausserdem auch von 
Bronze und vereinzelt (Od. 10, 152) vom Rauch gebraucht II. 4, 259: iv 
dat&^y ore nig %e yegovaiov ald'ona ßoivov u4gyetwv ol aqiatoi Ivl xfij- 
T^gi xegcSwai, IL 1, 462 «» Od. 3, 459: 6 yigwv, irtl d* aid'OTca Folvov 
kelße. — Od. 12, 19: d(iq>Lnoh>i tpigov . . . ai&OTta Folvov igv&gov. II. 
4, 495 «> 5, 562 "» 681 : ßrj de öia ngofidxo)v xeKogv&^ivog aXd'om xcihtcp. 
Od. 10, 152: inel Fldov al&ofta xoTtvdv. Hes. Werke 363: 6g d' ift' iovzi 
(piqei, o d' dlv^erai aX&OTta kifiov. 

Die Suffixform ist über das Griechische hinaus noch nicht mit Sicher- 
heit nachgewiesen: Erwähnung geschah ihrer schon unter ^votc-, alt /17- 
vo7V'(\j Seite 622), einem Adjectiv von ungewisser Bedeutung. Die zu Grunde 
liegende Verbalform wird dieselbe sein, wie bei ai&ig- , Aether' (siehe oben). 
aiS'öXiX'' {ald'oXi^ ,Brandblase'. 

Erotian. voc. Hippokr.: al^okixeg' al negl tijv iTticpaveiav tov aoif^azog 
yivoftevai (pkuTtraivai, eXze vrcb nvgbg t] akkrjg airlag, dno tov aX'S-etv 
wvofxaa^ivai. 

Ging offenbar von aXd-ea&ai ,brennen' (Seite 89) aus. Zunächst zu 
Grunde lag vielleicht eine mit aioko-g ,beweglich' (Seite 74) vergleich- 
bare adjectivische Form auf oAo, der dann noch ein gutturales Suffix sich 
anfügte, wie es zum Beispiel auch in dv&igix- ,Halmspitze, Halm' (1, Seite 
214) enthalten ist 
at9'iov' (vereinzelt al&ov-j wie Soph. Aias 222 : dvigog aX^ovog und nach 
Nauck auch Hes. Werke 363 : aX&ova lifiov, wo aber die gewöhnliche 
Lesart aX^ona ist), von nicht ganz sicher zu bestimmender Bedeutung, 
etwa jglänzend, bräunlich glänzend' oder auch ,feurig'? 



92 Griechische Etymologie. 

11.4,485: dvTjQ ai&wvi aiö'^Qqt k^itaf^e. 11.9,123 = 265: öd q^ ovo* 
lir]v(xi . . . ai^wvag dk kdßijTag eßelnoai. H. 24, 233: €q)€Qev ... Ix dk dv 
ai^wvag tQinodag, II. 2, 839 : ov l^Qlaßrj'S'ey q)iQov %7t7tOi aid'Oiveg fie- 
ydkoi. Od. 18, 372: ßoßeg . . . aid-wveg iieyaXoi. H. 16, 488: ravQov . . . 
ai&wva fieya&vfiov. II. 10, 24 = 178 : diQfxa Xiovrog ai&cuvog (xeyaXoio 
nodfjvezig. IL 15,690: wg v^ oqvI&(ov Tcererjvwv alFenog aXd'wv Fi&vog 
e(poQ(xaetai. Find. Pyth. 3 , 58 : aX&cav dk xegawog hiaiufixpev fioQov. 
Pind. Nem. 7, 73: al&tovi nqiv aXl(p yviov ifineaeiv. Pyth. 1,22: Ttoxa- 
fioi (des Aetna) d' afiigaiaiv fihv ngoxiovri ^oov xajcvov at&wva, Ol. 
10, 20: t6 yaQ ifitpvkg ovt^ aXd'Wv dlwnrj^ orr' iglßgofioi iJovreg äiak- 
kc^aivTO rj^-og. Aesch. Sieben 448 : avijQ d* In av%t^ . . . aX&tav rircaiTac 
k'^fia. Soph. Aias 1088: ngoa&ev ovrog tjv aX&wv vßQiarrjg. 

Die Zugehörigkeit zu aXd^ead^ai ,brennen' (Seite 89) ist wohl nicht zu 
bezweifeln. Adjectivische Formen auf wv sind übrigens selten, es lassen 
sich noch nennen TQlßwv- ,kundig, geübt' (Hdt4,74; Eur. Bakch. 717; 
Eykl. 520; Bruchst 282, 12) und x^Q^^j Beiwort des Löwen und auch 
des Adlers (Euphorie bei Plut mor. 677, A; Lykophr. 455; — 260). 
at'dn)ia ,Möve'. 

Od. 5, 337 : ald'vLji ö^ hxvla TtoTjj dvedvaero llfÄvrjg. Od. 5, 353 : avr^ 
ö^ atp ig TtovTov edvaero xvfÄalvovra aid'vlrj ßeßixvla. Arist Thierk. 5, 
dO: fj d^ aXdvia xai ol kdgoi zUrovac (ikv h valg negi d'dXavrav nit- 
gaig, to fxkv Tck^S-og ovo i] rgla, 

Ungewisser Herkunft Das Suffix wie in ogyvia ,Klafter' (1, Seite 573). 
ald^Oöeiv ,in zitternde Bewegung setzen, schütteln' oder ähnlich ; bei Spate- 
ren (wie Arat. 1033: g)k6y€g aiS-vaawai. Maneth. 2, 5: aazga . . . aekaeaaiv 
aq)avgoig aidvaaovrai) auch intransitiv ,sich bewegen, zittern, flimmern'. 

Pind. Ol. 7, 95: iv di fii^ fiolgff ^fßoyoi; akkor* dkkoiai di'ai&vaaoiaiv 
avgai. 01.11,73: avfifAaxLa d-ogvßov nag-al^v^e fiiyav, Pyth. 4,83: 
xo^dv nkoxa/Liot . . . anav vcütov nccT-ald-vaaov. Pyth. 5, 1 1 : Kdarogog ' 
evdiav dg fieid xBi^igiov ofißgov tboiv nar-aidvaaei fiaxatgav iavlav. 
Pyth. 1,87: et ti nal q>kavgov nag-acdvaaei (nämlich ykdjaoa), fxiya 
voi (pigerai nag aid^ev. Sappho 4: aldvaoofiivwv dl q)vkkwv xcJ/ua 
xazaggsL Bakchyl. Bruchst 27, 3: iknlg ydg aidvaoei fpgivag dfifiiyw- 
fiiva ^Jiovvaloiai daigoig. Soph. Bruchst 499 : al&vaaetv (aus Hesych: 
al&vaaeiv dvaaeUiV 2lvwvi 2oq>oxkijg). Eur. Tr. 344: kvygdv ye ti^vö^ 
dvaL&vaaeig tpkoya I'^cj tb fieydkwv IknLdwv. Opp. Jagd. 2, 162: (pgi- 
nakirjv xaLtriv (ikv knwfiaöov al&vaaovaiv (nämlich ßlawveg) avxiat ni- 
akioiat xal dfig>* cuakoiai yeveioig. 

Wird aus ^ai^xjeiv hervorgegangen sein, wie zum Beispiel xrigvooeiv 
,rufen* (IL 2, 51; 443) aus ^wrigvyij^iv (zu xijptx- ,Bufer, Herold' (II. 1, 321; 
391 ; 2, 50), und zunächst auf ein nominales *ai&v7C' zurückführen. Et- 
waiger Zusammenhang mit aiv^eo^ai ,brennen^ (Seite 89) ergiebt sich aus 
dem älteren Gebrauch des Wortes gar nicht, wenn es auch vielleicht von 
Späteren in einem solchen gedacht ist 



Griechische Etymologie. 93 

at'd'ovöa ,Vorhalle*. 

Bei Homer 19 mal. 11.6,243: IlQidfÄOLo do^iov negiytalki' ixavev, $e- 
arija^ al&ovafjai %€Tvyfiivov, II. 20, 11: ii.d'ovTBg 6^ ig dwfia dilog ve- 
q)€krjy€QiTao ^ear^a^ ald'ovarjaiv ivl^avov. 11.9,472: ovöi n(n iaßr] 
ftvQy %teQOv ^iv vn al-d-ovatj ivegxiog aüA^g, akko d' ivl 7VQod6fi(p. IL 
24,238: o dk TQwag fikv anayxag al&ovarjg aTtißegye. 11.24,644: 
!/4xikBvg d^ iragoiaiv Idi dfAfo^ai nilevaey öipivi in* ald'ovar] ^ifievai. 
IL 24, 323: ix d' tkaaev tcqo^qoio xal ai^ovorjg igidovnov. Od. 3, 399 
=« 7, 345: Tov d* avtov xolfirjae . .. TgrjTola^ iv kexieaaiv vtz* ald'ovarj 
igidoinq}. Od. 8, 57 : ßav ^ ' Xfiev ^uikxivoßoio dattpgovog ig fiiya dwfia ' 
nkrjno d' Sq' aid'ovaal %b xai SQxea xal äofiot dvdgotv. Od. 18, 102: 
ekxe dikx ngo^goio kaßtjv Ttodog, oq>g' %xb%* avkrjv al&ovarjg t€ &vgag. 
Od. 20, 176: xal rag (nämlich alyag) i^lv xaridfiaev in* al&ovari igiöov- 
7t(p. Od. 21, 390: xelvo d^ in ai&ovar} onkov veßog afjiq)i߀klaarjg ßvß- 
kivov. Od. 22, 449: vixvag q^ogeov . . xad* d* ag* in ai&ovaj] Tl&eaav 
ivBgixiog avkrjg, 

Wohl eine eben solche weiblichgeschlechtige Participform wie zum Bei- 
spiel ayxovaa ,0ch8enziinge' (1 , Seite 213). So scheint es unmittelbar zu 
al^'€iy ,entz1inden, entbrennen' (Seite 89) zu gehören. Ein verstäudlicher 
Bedeutnngszusammenhang aber ergiebt sich damit nicht Ebenso wenig 
ist deutlich, ob lat aedi-s (aus *aidhi-8 ?) ,Wohnzimmer' (Plaut asin. 220 : 
aedis nöbts äreast] Plaut Pseud. 161: tü)i hoc praecipioj ut niteant ae- 
des'j — ,Tempel', Plaut Bacch. 312: in eäpse aede Diänät) wirklich mit 
Becht hierhergezogen werden kann; dass es ursprünglich ,den Heerd' 
bezeichne, ist eine ganz unerwiesene Behauptung. % 

alöa ,Zugetheiltes, Bestimmung, Geschick'; ,Gebiihr'. 

Bei Homer gegen 40 mal. IL 1 8 , 327 : kaxovra t€ krjßldog alaav. IL 
15,209: onnoT* av laöfiogov xal ofjiij nengwfiivov aXaji veixeleiv i&i- 
kijou n. 22, 477: i^ aga yiyv6/Ä€&^ aiarj afiq>6%€goi. IL 20, 127: vCTe- 
Qov avre ra nelaerai aaaa Fol alaa yiyvo(iiv(fi inivrjae kivtp, oti /äiv 
rhce fiijvrjg. Od. 7, 197: ineira neiaetai aaaa Foi alaa xara xkw&ig t€ 
ßageiai yiyvofiivip vijaavro klv(p. IL 1, 416: inel vv toi alaa fxlvvv&d 
neg, ov Tt fiaka dfrjv. IL 1, 418: t(p ae xaxfj aHaj] rixov iv fieydgoiaiv. 
B. 24, 224: ei 6i fioi alaa teSydiJLBvai. Od. 19, 84: Iki ydg xal ßeknldog 
alaa (,noch ist Hoffnung beschieden'). Od. 14, 359: hi ydg vv fxoi alaa 
ßuavai. H. 6, 487: av ydg tlg /u^ inkg alaav avfjg *!Aßiöc ngoidipei. IL 
17,321: ^Agyiloi 6i re xvdog %kov xal inhg Jißog alaav. 11.9,608: 
q>goviia dl reTifji'qa&ai Jilog aXarj. Od. 9, 52: rote dij ^a xaxrj Jilog 
alaa nagiarq i^filv ahofiogoiaiv, IV akyea nokkd nd&oifiBV, Od. 9, 61 : 
aai fie dalfiovog alaa xaxrj. IL 24, 750 : ot ö' aga aev xi^dovzo xal iv 
d-avaroio neg atarj. TL 16, 441 : avöga S'vrjTOV iovra, ndkai nengwfiivov 
aiarjj atf/ i&ikeig d'avdzoio . . i^avakvaai] IL 9, 378: rlcj di fiiv iv xa- 
gog aiaf], — IL 3, 59 «s 6, 333: "Exrog, inet fi€ xar' alaav ivelxeaag 
ovo* inkg alaav. IL 10, 445: oq)ga xev . . . n€igr]&fjrov ifiBlo^ r/i xar' 



94 Griechifiche Etymologie. 

alaav iFunov iv vfilv rjßh xal ovxL — Dazn: aXat^o-g ^gebührend, 
angemessen'; II. 6, 62: ^gexf^ev ddekq>€6o q>qivag riqtag, aXaifia Tcagßec- 
ntiv. Od. 14, 84: &€0i . . . dlxrjv rlovoi xaJ aXaifza figy* av&Qtirciov. — 
Dazu: av-aiai/Äoeiv ,wozu verwenden, gebrauchen'; Hdt 1, 179: iVa 
ze Ix r'^g zcc(pqov ri y^ dvaiaifÄui&rj, Hdt 3, 150: aTtinvL^av de avzdgj 
%va firi aq>€wv %6v gItov avaioi^ciatoai (,yerzehrenO. 

Eine unmittelbar vergleichbare Bildung findet sich im Griechischen nicht, 
weiterhin aber sind hier doch Formen belehrend, die mit ihrem auslauten- 
den nominativischen kurzen a auf das alte Suffix ja hinweisen, durch 
dessen Einfluss sich sowohl aus altem Dental, als auch aus altem Guttural 
innerer Zischlaut entwickeln konnte, wie neiaa ,Folgsamkeit, Gehorsam' 
(nur Od. 20, 23: Iv rcelatj xQadltj fxive. Aus *7t€ldja ?) qptJaa, ,Blasebalg', 
,Hauch, Luftzug' (IL 18, 372; 409; Hom. hymn. Herm. 114; aus *(pv%ja ?), 
diiaoa ,Lohnarbeiterinn' (Lykophr. 997; Eur. Alk. 2: &fjaaav tQaTte^av. 
Aus *d'^TJay zu &rjz' ,Lohnarbeiter' (Od. 4, 644; Hes. Werke 602), ß^aaa 
,Schluchf (Od. 19, 435; aus *ßijdja, zu ßa&v ,tief' H. 2, 147; 11, 560), oaaay 
alt ßoaaa ,Stimme' (aus "^PoxFja^ \, Seite 535) und andre. So darf man als 
alte Grundlage von alaa vielleicht ein "^ahja vermuthen. Dabei würde 
ein Zusammenhang mit osk. aeto- (Genetiv aeteis) ,Theil' möglich sein. 
(So urtheilt auch Fick 1^, 345). 
aiöaxo'q ^Lorbeerzweig, der beim Singen von Hymnen in den Händen ge- 
halten wurde'. 

Hesych: aiaonnog' 6 rfjg ödq>vrig xXddog, ov xtxrixovreg vfJLVOvv %ovg 
d^Bovg. 

Dunklen Ursprungs. Ob aQaxo-g ,Vogelwicke' (1 , Seite 254) seinem 
Suffix nach verglichen werden darf? Oder auch, von seiner abweichenden 
Betonung abgesehen, coTmi-g ,Hummer' (1, Seite 176)? 
aiOäXiov-, eine Habichtart. 

Arist Thierk. 9, 128: twv d^ U^axcav %Qa%ia%og ^iv 6 TQio^ijg, dev- 
zegog d' 6 aiadktov, TQltog o nlQxog. 9,20: xal aiachav aXdTcexi no- 
kifiiog' TVTvtei yotq xal rlkkei avn^v, xal %c tixva oTtoxrelvei' yafxtfjw- 
vvxog yaQ iariv. Ael. n. a. 2, 51: 6 xoqa^* fidxevai di xal oQVt&i loxvQtß, 
T(^ xaXovfiiv(p aiadkwvi, 

Dunklen Ursprungs. 
aiövnväBiv ,herrschen'. 

Eur. Med. 19: yrjfxag Kgiovrog 7tald\ og aiavfiv^ xd'ovog, Hesych 
führt auf: aiav^v^* ßaaiXevei, aQx^i' EvQiTcldrjg Mrjöeltf. — Dazu: al- 
avfivuJTrj'g ,Eampfrichter, Aufseher, auf bestimmte Zeit gewählter Herr- 
scher'; Od. 8, 258: aiavfivrJTai dh xqitoI ivvifa ndvteg dvia%av di^fiioi, 
Ol xöt' dydivag iv Ttg-qaaeaxov exacia, lelßrjvav dh xoqovy xakov <J' ev- 
Qvvav dywva» Theokr. 25, 48: d/iiiwv diy %iva jcgiaßv av fioi fpqdaov 
fjyefioyevaagj oarig In * dy gontSv yeqaQVJTBQog aiovfivi^tfjg, Arist Pol. 3, 
9, 5: eregov 6^ (nämlich eldog (lovaqxLag) ofteg r]v iv xoig dQxaloig lEi.-- 
krjoiv, ovg xakovaiv aiovpivrirag. "Eatt dh tov&^ dg dnhLg bItcbIv alg&n] 



Griechische Etymologie. 95 

tvgavyig. Dionys. Hai. 5 ^ 73 : doxoval äi fioi xal xovro naq^ ^"ElXiiviav 
Ol ^Piofiaioi TO 7€okiTevfia (d.i. die neue Monarchie) laßelv' ol yag ai- 
aviivri%ai nakovfievoi naq '^kkrjai vo aQxalov, dg iv roig negl ßaailelag 
ia%OQ€l @Eoq>Qaa%og, algerol Tiveg rjoav tvqovvou — aiavfAyrjTiJQ- 
herrschend, fürstlich'; nur II. 24, 347: (Hermeias) ßfj d^ iivai xovgqt aU 
av^vqviJQL ßefoiKiigj TtQWxov vTttjvijTf], zov nsQ %aQUO%atri fjßf]» 

Als nächste Grundlage ergiebt sich ein *aiavf4V0' — oder auch weib- 
lichgeschlechtig "^alavfivt] — mit einer Suffixform juyo, wie sie schon, wenn 
auch vielleicht nicht unmittelbar vergleichbar, in ariga^vo-g ,unerweicht, 
hart* (1, Seite 90) und dnaXa^vo-g ,hülflos, rathlos, werthlos* (1, Seite 63) 
entgegentrat Weiter aber ist wohl unmittelbare Zugehörigkeit zu alaa 
yZugetheiltes , Bestimmung, Geschick' (Seite 93) wahrscheinlich. Der 
innere A-Vocal wird durch Einfluss des nachbarlichen Nasals in das dunk- 
lere V umgewandelt sein, ganz wie zum Beispiel in ovvx- ,Elaue, Eralle', 
,Fingemagel' (1 , Seite 546) neben altind. nakhä-s ,Fingemagel', ,Vogel- 
kraUe'. 
afövXo'-g ,frevelhaff . 

Bei Homer sechsmal. IL 5, 403 : axi^Xiogj oßQi^ofegyogy og ovx, o&ex * 
aiavXa ^i^cjv, og vo^oiaiv htride ^eovg. II. 21, 214: w ^Axi^ev, Ttegi fikv 
XQOTäeig, negl d' aiavla ^i^eig avdgwv. Od. 2, 232 ■=» 5^ 10: f^irj Tig . . . 
^arcti . . . fÄTjök qtgeaiv aXaifia ^eidoig, dlk^ alFel xaXenog % ' bXti xai ai- 
ovXa gi^oi. IL 20, 202 ^^ 433: adq)a folda Kai ovrog r]fi€v xegvofilag 
ijd* aiavXa fivdijaaad'ai. 

Vergleichbare Bildungen sind das etymologisch dunkle cnjavko'g oder 
alt wohl dßfjavko-g ,frevelhaft' (1 , Seite 17) und solche wie äyxvXo-g 
Jkmmm' (1, Seite 203), die aber in der Betonung abweichen. Vielleicht 
lag zunächst ein einfaches *aiav- ,Freyel' (?) zu Grunde. Dürfte man darin 
das Hervorgehen des Zischlauts aus älterem Dental annehmen, wie es zum 
Beispiel in oiovr] ,ein weidenartiger Strauch' (PoUux 7, 176; dazu olamvo-g 
,weiden' Od. 5, 256) vorliegt, das mit nhd. TTeide, preuss. vntwan (Acc. sg.) 
,Weidenbaum' , nah zusammenhängt, so läge der Gedanke an eine Zuge- 
hörigkeit zu Abstracten auf rv wie dgri-g , Verbindung, Freundschaft' 
(1, Seite 275), damv-g ,Mahl' (IL 22, 496) und anderen nicht sehr fem und 
die Möglichkeit eines etymologischen Zusammenhangs mit dem unter ai- 
Tio-g ,schuldig' (Seite 80) angeführten altind. di-nas- ,Frevel, Sünde, 
Schuld' würde vorliegen. 
alaxo-g ,Schändliches, Schande, Beschimpfung'; ,körperliche HässUchkeif. 

Od. 1, 229: vefieaarjoaiTo nsv avtjg aiax^a nokX' ogowv. IL 6, 524: to 
d* i^ov ycijg axwTai iv &vfi(pf o^* inkg ai&ev ala^fi* dxovoi ngbg Tgaiwv. 
IL 6, 351 ; dvdgog . . . aiieivovog . , .og ßeldrj vifiealv re xal aiaxea tcoIX' 
dy&gwTtiJv, IL 3, 242: aXux^a dedßioteg aal oveldea tzoXX' a (äoi iariv. 
IL 13,622: äXXrjg (jlIv Xwßrig %b xai aXox^og ovx imdevelg, ijv if^ik X(o- 
ßriaaad-e. Od. 11, 433: rj d' %^oxoi kvygd ßidvia Fol ze xor' alaxog 
exeve. Od. 18, 225: aol x* alaxog Xuißrj ve ^e% dvd'gioTtoiat TteXoiTO. 



96 Griechische Etymologie. 

Od. 19, 373: racov vvv liißrjv re xal aXaxBa itolX aXeßelvwv oJx efd^g 
vl^eiv, — Xen. Kyr. 2, 2, 29 : wg de eldov %b TtgoacoTtov tov avÖQog vtcsq- 
ßaXkov aiaxBL, iyiXaaav fcavxeg, Plat Symp. 201, Ä: ei vovro ovrwg exet, 
akko ri 6 lEgiog xaXXovg av eXt] ^Q(üg^ aiaxovg d* ov; — Dazu: al- 
oxQo-g ^schimpflich, schändlich'; ,körperlich hässlich*; IL 2, 119: aiaxQov 
yaQ rode y^ iarl xai iaao^ivoiai fuvd-iad-ai. II. 2, 298: dkla xal ^firtrig 
ataxQov TOI dFrjQov re fiäveiv xeveov ie viead^ai. II. 3, 38 : tov d' ^xtwq 
veUeaae ßidiov aloxQoiai ßineaatv. — IL 2, 216: a%axio%og de dvfjg vrco 
Flkiov rjk&ev. — aiaxvveiv ,hässlich machen', entstellen; ,beschimpfen, 
beschämen'; alaxivead-at ,8ich schämen, sich scheuen'; II. 18, 24: x^' 
glßev d' ^axvve TtgooiOTtov, IL 18, 180: aol kdßt], alxiv xt viycvg Jioxvpi- 
l^ivog %kdji, — IL 6, 209: /xijcJc yivog Ttarigwv alaxvvifiev. 11.23,571: 
"^axvvag f^ev ifi^v agenjv. — Od. 7, 305: iyu) ovx %&ekov (nämlich %7tea&ai) 
ößelaag aiaxvvofievig re, firj nwg xal aol ^f^og kfCiaxvaaaiTO ßiddvTi. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit 
nachgewiesen. Fick 1^, 345 vermuthet in ansprechender Weise Entstehung 
aus *aI;c(yxog- und Zugehörigkeit zu goth. aiviskja- ,Schande' (Kor. 1, 15, 
34 ; 2, 4, 2) , das er aus *aighvish' deutet — Das abgeleitete aiaxvveiv 
beruht zunächst auf einem adjectivischen *aiaxv-gy das neben alaxgo-g 
gelegen haben wird, wie ganz ähnlich zum Beispiel ykvKv^g ,süss' (IL 1, 
610; 2, 71) neben dem gleichbedeutenden ykvxego-g (IL 10, 4; 11, 89) oder 
xQarv-g ,kräftig' (IL 16, 181; 24, 345) neben dem gleichbedeutenden xga- 
rego-g (IL 1, 25; 2, 622). 
aia^^ic^ai (Aorist; Soph. El. 79; Thuk. 5, 26; 7, 75) ,wahmehmen' (sinn- 
lich und geistig), mit der präsentischen Form aiad-dverai (Thuk. 1, 33; 
Plat Theaet 192, C; aia»dvei Soph. El. 1477; aia&dvofiat Ar. Frösche 285) 
und auch sonst nur das Gepräge der Ableitung tragenden Tempusformen, 
wie dem Futur aia&rjaerai (Soph. Phil. 75; Ar. Frösche 634). 

Findet sich weder bei Homer noch Hesiod noch Pindar. Aesch. Prom. 
957: doxelre d^ valetv dTtevd^fj nigyafi^' ovx Ix %(avd* eydj dtaaovg vv^ 
gdvvovg hcTceaovrag fja&ofirjv; Aesch. Ag. 85: tI viov] xL d* iTt-aiad^oiiivri^ 
xlvog dyyeklag nev&ol rteglTte^TCxa dvoaxelg; Soph. Phil. 75: et fie xo^tav 
kyxgaxfjg aiadTJaexai. Soph. EL 1477: ov yag alad'dvei ndkai, ^wvxag 
^avovaiv ovvex dvxavd^g lacr; Soph. Phil. 252: ovd* ovoii ag' oidk xwv 
ifÄWv xoxcüv xkiog ijad'ov tzox ' ovdiv ; Plat Phaed. 75, B : ngo xov cga 
ag^aa&ai ^fidg bgdv xai dnoveiv xal xdkka aiad^dvea&at. Plat Theaet 
192, D : aal axovio i] xiva akkrjv aia&Tjaiv aiad'dvo^ai. 

liat audire ,hören'; Enn. ann. 454: audire est operae pretium. 

Die gegebene Zusammenstellung beruht auf der sehr wahrscheinlichen 
Vermuthung, dass alad" aus älterem *a£a^, ^aßiaS'-y wie zum Beispiel 
Tcalg ,Sohn' (IL 14, 346; 21, 216) aus altem ndfig (II. 2, 609; 3, 314; 5, 
704), hervorgegangen sei und sich unmittelbar anschliesse an dletVj alt 
dßleiv (aus ^^dßla-jeiv) ,wahrnehmen, hören, (1, Seite 18). Das & darin 
vergleicht sich am Nächsten mit dem von cla&eiv, alt wahrscheinlich 



Griechische Etymologie. 97 

aßla^ciVj ^nshauchen' (1, Seite 23) und weiter dann auch mit dem von 
Formen wie ßoQv&ei ,e8 ist beschwert, belastet' (II. 16, 519), piivv^uv 
,vermindem* (II. 15,492; 493), (paFi&wv ,Ieuchtend* (D. 11, 735; Od. 5, 479), 
^ßegi&eaä'ai ,8chweben, flattern' (1, Seite 598) und anderen. Dass aber 
audire ans einem alten *av1dire, noch älterem *avi8dire, wie ganz ähnlich 
zum Beispiel gavdeo ,ich frene mich' ans einem alten *gävided^ was durch 
das participielle gävtso-s (Ov. fast 1, 349) noch deutlich gemacht wird, 
entstanden ist, wird durch das zusammengesetzte oh-oedüre ,gehorchen' (Plaut 
Cure. 556 ; Poen. 448) im höchsten Grade wahrscheinlich gemacht, da dieses 
aus "Omd^re (wie ähnlich wahrscheinlich foetere ,stinken' — Plaut as. 894 : 
foetet anima uxSris — aus altem *foviUre entstanden sein wird: das o 
darin vergleicht sich mit dem von ad-oleseere ,heranwachsen' (Ov. met 4, 
376; Lucr. 3, 449), das dem unzusammengesetzten alescere ,heranwachsen' 
(Lucr. 2, 1130; Laber. com. 85) zur Seite steht — In Bezug auf die Be- 
deutung darf noch hervorgehoben werden, dass auch aia^avea&ai be- 
sonders häufig vom „Hören'' gebraucht wird, wie Soph. EL79: &vg(Sv 
ido^a TtQoonohay rivog vftoatevovai^g %vdov ala&ia&ai. 683: ^a^er' 
avdQog oq&Iwv KrjQvyfittTtav» Aias 1318: vrilo&sy yag jjad'Ofitjv ßoi]v 
*A%QBidwv. Thuk. 6, 17: ^f ccV iy(a diwfj ala^dvofiai %oiav%a. Eur. Or. 
1311: fjO&ofifjv xTVfvov Ttvog xiXev&ov elaneaowog afig>l ddfiata, Ar. 
Wölk. 292: fja&ov g)Ufvijg Sfia xa2 ßgovzijg fivxriaafiivrig ^eoainrov; Ar. 
Plut 670: fjy vgg ato&ijTai tp6g>ov, Xen. Hell. 4, 4, 4: (bg dh rijg kqov- 
yijg jjod'ovxo, — 
olvQ'q ,IiOb'; ,Thierfabel' (eigentlich wohl ,das Lob der Thiere'); ,Sprich- 
worf (eigenäich ,das Gutgeheissene'?). 

Bei Homer 4 mal Od. 21, 110: %L fie XQ^ fÄtjTiQog ahov; II. 23, 652: 
Ilfjleßidrjg . . . ^x^\ ^^^^ navt* ahov (,Zu8timmung^: Nestor hatte Vers 
626 gesagt: val drj vaird ye navta, xhtog^ xatd fiolQav ißeirteg) krci- 
idve Nfjkeßldao. IL 23, 795: ov (liv toi fiileog ßeigi^aetai alvog (eben 
vorher hiess es Vers 793: xvdrjvev dk ftodtoTcea Ilfjleflcjva). Od. 14, 508: 
cJ yiQov, civog lUv voi diiipuov (Odysseus hatte Vers 463 seine Erzählung 
mit den Worten begonnen: ed^afievog n Fiftog feQiw), ov xctrikeSagj ovdi 
%i not fcoQa fjiolQav Mnog mjiUQdkg ifemeg. Pind. Ol. 2, 95: dXV alvov 
inißa xoQog oi dbuf avvccvrofievog. 6, 12: tIv d' alvog holfiog. 10^7: 
i^d^vrjzog d* alvog X)lvf47tiovixaig ovvog cyxeixau Nem. 1,6: v(jLVog 
OQfiavai d-i^iev alvov aeXXottodwv fjiiyav %7tnu}v. Aesch. Schutzfl. 1024: 
alvog dk noXiv tavde üelaaywv ixirw. Agam. 1547: vlg ö' iniTVfißiog 
alvog in* ovöqI &el(fi avv doKQvaiv iaTtxtav ; — Hes. Werke 202 : vvv d ' 
alvov ßaoiXevaiv Iqiia q>Qoviovai xal aivolg' eJd' igri^ TtQoaißemev d- 
ßijdova . . . ArchiL Bruchst 86: alvog xig dvd^QiaTttav ode, log aQ* aliJTcri^ 
xaterog ^(avlfjv ifii^ctv. — Theokr. 14, 43: alvog dnriv Hysrai to ße- 
ßaxei tavQog av* ilav. German. (in AnthoL 9, 17, 5): Ix TtvQog, d,g aU 
vog, niaeg ig q>X6ycu — Dazu: noki-aivo-g ,reich an Lob, viel ge- 
priesen'; IL 9, 673 — 10, 544: Fein' aye fi , d molvaiv' 'Odvoev. — 

L«o Msyer, OriMlütdie Etymologie, n. 7 



98 Griechische Etymologie. 

alvieiv ^loben, gutheisBen'; H. 10,249: i^ijr^ ag fie iiaX* ahee, /irrere 
v$Uei. IL 23, 552 : rcJy ßoi Mneiv^ aveXtov d6/d€vai xal fiel^ov aße&kov, 
rjfi xal avrUa viv, iva a' alrrjauaiv ^AxaiFoL Od. 16, 403: al (xiv x' 
aivrjaioai JiFog fieyaloio ^ifiiareg, avTog tb xrevio). 

Dunklen Ursprungs. Als Suffix löst sich vo ab, wie zum Beispiel auch 
in oho-Qy alt foivo-g ,Wein' (IL 3, 269 ; 295), axolyo-g ,Binse* (Od. 5, 463 ; 
Pind. OL 6, 54), dlvo-g fiiekungj Umschwung' (Ar. Wolken 380), 7CQivo-g 
,Steineiche* (Hes. Werke 436 ; Ar. Frösche 859). — Verbalform wie alviaw 
(Find. OL 7, 16; Nem. 7, 63; Aesch. Ch. 192; Eum. 469), alviaei (Simon. 
Amorg. 7, 112), f/veaav (Aesch. Bruchst 313), aiviaai (Aesch. Ch. 80), al- 
viaäg (Aesch. Schutzfl. 902) und ähnliche weisen noch auf eine alte Grund- 
form alvog- {alviw aus *aiviajw), 
alvö-q ,furchtbar, grässlich^ 

Bei Homer fiber hundertmal. IL 4, 82: ij ^' avrig nroi^fiog ts xaxog 
xal qwXomg aivij faaerai, IL 7, 119: at xe tpvyriaiv drißlov ix ntoXi- 
fioio xal alr^g drjJriOT^tog. IL 4, 169: ctlld fioi aivov a%og ai&ev 
%aa€tai. IL 5,886: m^fia%* %7taa%ov h alv^oiv vexadeaaiv. IL 7, 215 
s» 20, 44: TqBag dk rgo/dog alvog VTtrjkv&e yvla ßixaatov. IL 8, 449: 
xolaiv x6%ov aivov i&ea&e. IL 18, 465: ote fiiv fiogog alvog Ixavoi, H. 
22, 94: l'di; di %i fiiv xolog alvog. IL 10, 312 «b 399: 7cafiaT(p adrpuoxBg 
alvtp. IL 17, 565: "Exi^wq TtvQog aivov ^ei fiivog. Od. 15, 342: ov%i §1 
BTcavaag akrig xal oi^iog alvijg. Od. 19, 568: ifiol oix iv%evd'€v oflofiai 
aivov ovetQOv kkd'ifiev. Od. 10,219: toI d^ Mdfeiaav, inel fldov alva 
TtikwQa. IL 14, 389: alvotarfjv ^Qida n%oXifioio tavvaaav. Od. 12, 275: 
IV^a yag alvorarov xaxov ^fifievai Sfif^iv %q>aaxov. Od. 4, 441 : ivd'a xev 
alvotarog i>6xog Mmlezo. H. 1, 552 i-» 4, 25: alvorare Kgovldtj, nolov %ov 
liv&ov ißemeg; IL 1, 414: vi vi a* %tgeq>ov alva vexovaa; 

Zu altind. dinas- ,Freyel, Sfinde'; ,Unglfick'; RV. 2, 12, 10: jds gägvoias 
mdhi dinas dddhänän dmanjamänän gdrvd gaghä'na ,der alle, die grosse 
Sünde gethan, ehe sie es dachten, mit dem Pfeil tödtete'; RV. 5, 3, 7: ^ds 
ncts ä'gas ahhi dinas hhdr&ü ddhi id aghdm agJidgansai dadhäta ,der 
über uns Frevel bringen wird und Sünde, auf den Böses sinnenden bringe 
er Böses^; — RV. 1, 125, 7: md' prndntas düritam dinas d' aran ,nicht 
sollen die Freigebigen in Missgeschick, in Unglück geraihen'; RV. 10, 128, 
4: dinas md' ni gdm Jcatamdd cand ,nicht möge ich kommen in irgend 
welches Unglück^ ; RV. 7, 20, 1 : trdtd' nas indras dinasas mahds cid ,Er- 
retter ist uns Indras auch aus grossem Unglück^; RV. 8, 47, 8 : jüjdm md- 
hds nas dinasas jüjdm drhhät u/rushjata ,ihr (o Götter) rettet uns aus 
grossem, ihr aus kleinem Unglück'. 

Die zu Grunde liegende Verbalform ist nicht deutlich. Nächst vergleich- 
bare Bildungen scheinen xaivo-g ,neu' (Aesch. Gh. 659 ; Soph. Phil. 52 ; 
Oed. KoL 379), deivo-g^ alt ößeivo-g ,furchtbar' (H. 1, 49; 5, 739; 741; 8, 
133), xleivo-g ,berühmf (Pind. OL 6, 6; 9, 14; Aesch. Prom. 872), xoivo-g 
,gemein8chaftiich* (Hes, Werke 723; Pind. OL 10, 11 ; 7, 92), (poivo-g ,blutig, 



Griechische Etymologie. 99 

mörderisch^ (IL 16, 159; Hom. hymn. Ap. 362), die aber zum Theil doch 
wohl anders sich entwickelten. Wie weit etwa auch inatvo-g ,fnrchtbar^ 
(?; 1, Seite 366) hierher gehört, ist nicht klar. 
alvlcaea&'ai ,dnnkel, räthselhaft sprechen^; ,woraüf anspielen, andeutend 

Find. Pyth. 8, 40: loyov . . tov ovTteg nox^ ^Olxkiog nalg h iTtrafCt- 
loig löüty vlovg Oi^ßatg aivl^ato. Theogn. 681 : tctvva fioi jjvlx^w ne-- 
Tcgvfifiiva rolg ayaS-oiaiv. Hdt 5, 56 : idoxee 6 ^'innaQxog avöga ol Int- 
azarra fiiyav %e xal eiSeidia aivlaaead'ai jade %a Unea' tX^^'i Ximv 
oThjva fta&tüv . • . Fiat apol. 21, B: et nove Uyet 6 S'^og^ xal %L ntna 
alvlvverai; Fiat Staat 332, C: j]v1^ccto Sqo • • . o 2ifiwvldf}g feoiTjvixtSg 
%6 dUaiov o ett], — Ar. Bitter 1085: %f)v Kvlkijprjv yiQ » Oolßog ig Trjv 
X^l^' oQ&üig j]vlSo%o tijv JioneLd^avg. Ar. Vögel 970: jvl^ad'^ 6 Baxig 
tovTo TtQog %6v oÜQa. Ar. Bitter 196: ev v^ zovg &eovg xal noixLhag 
mag xal aoq>fag i^viyfiivog. Soph. Eon. Oed. 439: (Sg nav%^ ayav aivix%a 
Cräthselhaff) xaaaqyfi Xiysig. — Dazu: atviyiiax'- ,dnnkle Bede, BSthsel^; 
Find. Brachst 177 : ahiyfÄO naQ&ivov i^ ayQiav yva&wv. Aesch. From. 
610: Xi^ui tOQwg aot nav Sneq x^^ßl^Big fia^elv, ovx ifinXixtov alvlyfiata. 
Aesch. Ag. 1113: ovno} ^vrijxa' vvv yaQ k§ aiviyf4d%(av inaQyifioiai 
&€aq>azoig dfAtjxavw, 1183: q>Qevwow d* ovxir^ i^ alviyfiavwv. Ch. 
887: ^wf^xa %ovnog i^ aiviyfiaj(av, Soph. Eon. Oed. 393: xahoi %6 y* 
aXviyix ' ovxl Tovmovtog tjv dvd^dg duiTcelv^ dkXd ftarrelag idei. Aeschin. 
3, 121 : ov yaQ di ' aivi,y^d%iav dXl^ hagywg yiyQamai, 

Wird ans *alvixjeod^ai entstanden, also von einem nominalen *alvix- 
(oder *alviX0' ?) ausgegangen sein, das aber etymologisch ganz unver- 
stSndlich ist 
alwa&'ai ,nehmen^, begegnet nur in einigen präsentischen Formen. 

IL 15, 458: Tevxgog d' aXkov Siarov iq>* ^x%oqi x^^^^^Q^^'^fi f^^y^ro. 
IL 11,580: EvQvnvXog 6' inogovae xal aivvvo jevxs* dft' äfiary. Od. 
9,232: TVQviv aivvfievoi q>dyofxev. Od. 22, 500: i^and^on* ^Odvarjfa . . . 
X^Ufdg r' alvvfievai. IL 21, 502: ^i^ro) di avvalwto xafiTtiXa %6^a 
neTneoT^ akkvdig akka. IL 15,595: '9'ikye dk ^(jlov Hgyetußv xal xv- 
dog dnalrvjo, IL 5, 155: q>lkov d' i^ahvro ^fiov afiq)oriQ(o, 

Da das w offenbar, das präsensbildende ist, ganz wie zum Beispiel 
auch in daiwa&ai ,sich bewirthen lassen, essen' (H. 1 , 468 *= 602 ; 5^ 
805; 23,201) nnd ixalvvro ,er flbertraP (Od. 3, 282; 8, 127; 219; Hes. 
Schild 4)^ so ergiebt sich als wnrzelhaft nur ai- , wie ein solches auch 
schon aus alrieiv ,bitten' (Seite 79) erschlossen wurde. Beachtenswerth 
ist, dass das Verb an einigen Stellen (IL 13, 262: ano-alvvfiai. Od. 17, 
322: ano-alyvtau Od. 12, 419 «= 14, 309: ano-alwto) anlautendes / zu 
haben scheint, dem eine grössere Anzahl von Stellen (wie IL 11, 582 und 
17,85: dn-aLvviABvov. IL 15, 595: dTt-aivvjo) aber doch entschieden 
widerspricht 
affiar- (alfia) yBlutf. 

IL 4, 149: eßiäev fjiikav alfia xatagQißov IJ dteik^g. IL 4, 146: fiidv" 

7* 






100 Griechische Etymologie. 

^v aifioTi firjQoi. IL 11, 164: %xTO^a d* ix ßekewv vnayBv Zevg ht t€ 
TCOvlrjQ Sx r' dvÖQOXTaalrig Sx ^' aifiorog. IL 6, 211 «» 20, 241: ravvtjg 
TOI yeve^g ve aal aifiowog evxofiai elvai. 

Ahd. seifHj nhd. Seim ^dickflüssiger Salf, Honigseim. 

Nach Fick 2 , 256. Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht 
deutlich. Bildongen anf -ai-f^ar- scheinen sonst nicht zu begegnen. 
aliuzan^ ^Steine, Steinwall^ 

Bei Homer zweimal. Od. 18 , 359: ^ o^ x' id'iXotg ^revifiev, eX a* 
dveJLolfujVj dyQOv in laxavirjg . • . alfiaauig ve Uywv aal divÖQea ficatgc 
q)v%ev(üv; Od. 24, 224: ovd* evQev Jollov, fiäyon^ o^arov ioKaraßolviav, 
ovdi Tiva dfuiwv oid^ vidiv' akl* aQa %ol ye alfzaoiag ki^oweg alor^g 
ififievai ^xog ^xov%o, Hdt 1,180: t6 dh dito %ov%ov al inixafÄTcal 
Ttaqd XBlXog hiOTegov %ov ftorafiov alfiaai^ fcUv&iav oftziwv ftafctrelvei 
.... xora d^ wy hLdaTfjv odov Iv %fj aifiaaifj %jj Ttaqd %bv norafiov Ttv- 
Xldeg in'qaav. Hdt 1, 191 : avtol irtl rag alfiaaiag avaßdvreg rag naqd 
%d x^ikea rov norafiov ikfjlafiivag, Hdt 2, 69: xQoxodelkovg dh^Iioveg 
ovvofiaaavj elxd^oweg ovrcov to eXdea %oiai naQct aq>lai ytrofiivoiac 
xQOKo3elkoi4ii (,Eidech6enO rolüi iv %fjoi alfiaaifjai. Hdt 2, 138: negi- 
&iei d' av%6 (d. L to Iqov) alfiaaiij iyyeykvfifAivtj xvnoiau Hdt 6, 74: 
vdwQ oklyov q>aiv6fie¥0v Ix Tvirfrjg ard^ei ig Synogf %6 dh ayuog alfza- 
ot^g Tig ft€Qi&e€i ncvTikog. Hdt 6, 134: xava&QdiaxovTa 6k t^v alfiaai^v 
%dv fiVfQov anaO'Sijvau Hdt 7, 60: alfiaaifjv TtegUßakov xora rov xmlov, 
v^og a>ijxovaav dvdgl ig %6v oiiq>ah6v. Thnk. 4, 43: ol dl vftoxoi^ijaavveg 
TCQog alfiaoidv {fjv yag %6 %iOQlov nQoaaneg nSni) ßdkkovteg volg kLd'oig 
wxdvTtBqd'ev ovreg . . . i7t]j€aav avS'ig. Theokr. 1 , 47 : cktod, %dv iklyog 
%ig xdigog iq>* alfiadalai q>vkdaa€i tjfievog. Theokr. 5, 93: ^oda, %tiv 
avdrjQa* %d 6^ alfiaaiaiai 7t€q>vii€u 

Gebildet wie axvQfiirj ,Spreahaüfen^ (1, Seite 150), av&QaKu^ ,Kohlen- 
häufen^ (IL 9, 213; zu avd-Qox- ,Eoh]e^ 1, Sdte 216), anodiri ,Asch^anfen^ 
(Od. 5, 488 ; zn arcodo-g ,Asche^ Od. 9, 375), Ttqaavq ,Laachbeet, Gemüse- 
beet^ (Od. 7, 127; 24, 247; zn nqcao-v ,Lauch' Ar. Frösche 621). So darf 
man als nächste Grandlage etwa ein "^al^aao-g p^eldstein^ mnihmaassen, 
das aber selbst etymologisch noch dnnkel bleibt 
€x2fid-$ ,Waldang^. 

Aesch. Brachst 9 : aliiol (ans Hesych: alpiol' ÖQvfiol' Alaxvkog Ah- 
valaig). 

Dankler H^kanft Als nächstyergleichbare Bildung bietet sich kaifi6-g 
,EehIe' (IL 13, 388; 542; 18, 34). 
alfiov- {a%fiwv)j etwa ,kandig^ oder ,eifrig^. 

Bei Homer nnr IL 5, 49: SKaptcvdQiov, aifiova ^^grig^ l^tgeßidrjg Mc- 
vikafog U ' Myxe'C o^vofemj ia&Uv dr^QrjTiJQa. Vielleicht gehören Ueher 
anch Aesch. Schatzfl. 847 (verderbte Stelle): difioy' S^w a' l/r* a/ilda ijav- 
dovnla xaTtiva and Ear. Hek. 90: üdov yag ßakiav ikaq>ov kvxov alfiov t 
X^kq atpa^ofidvav. Hesych erklärt aXfiova' ifciCTtifiova, llfinciQov. 



Griechische Etymologie. 101 

Scheint gebildet wie daifxov- ^Gottheit' (11.1,222; 3,420; 5,438). An 
Znfiammenhaog mit altind. saiv : sdivatai fit yerkehrt mit, pflegt, übt' (im 
Bgv^das nnr 10, 95, 8 : sdcä jdd äsu . . . ni-sdivai ,alB ich mit diesen der 
Liebe pflegte' nnd 10, 117, 2: jds sthiräm mänas kpiutdi sdivatai ptirä' 
Uta u cid ,wer einen festen Sinn sich macht nnd anch frtlher übte'), so 
dass ein altes **aalF-fiov zn Qnmde liegen würde, ist schwerlich zu 
denken. 
alii'AXo-q ,schmeichlerisch, verfiihrerisch, listig'. 

Hes. Werke 374: firjdk yvvri ae vöov Tcvyoatokog k^anctrartOj alfivka 
TuarlXlovaa. Find. Nem. 8, 33 : hc^Q^ ^' ^9^ rtaQq)aoig ^v %al Ttakai, 
alfivXfov livd'iov 6fi6q>oiTog. Aesch. Prom. 206: alfivlag dk fzrjxavag int" 
^aaameg xa^eQOlg q>Qorrif4aaiv ^ovr^ dfiox^l nqhg ßlav %e deoftoaeiv, 
Soph. AL 388: nwg av %bv alfAvltaratoVy ix&gov aXrjfia, %ovg re diaad^ag 
oiAaaag ßaaikffi, Tilog d-avoifii xavtdg. Enr. Rhes. 498: lart ö^ alfiv- 
hataxov y^otrifi ^Odvaaevg. Ar. Lys. 1269: vav alfivkav dkfaTtixuv nav- 
aaliied-a. Plat legg. 7, 823, E: fitjd* av nttjywv -^i^^ag alfivkog M^fog ov 
ofpodqa Hevd-igiog iftiX&oi %ivl vitov. — Dazu alfivXto-g ,schmeich- 
lerisch, yerführerisch'; Od. 1, 56: ''ATlavxog 9vya%riQ . . • alFel dk ixahx- 
xoiai xal alfivXloiai loyoioiv &ikyei. Hes. theog. 890: Zevg . . . d6k(fi 
qtfiyag iSaTtati^aag alfivJUouJt Xoyoiaiv. Hes. Werke 78: iv d' aqa Fot 
ati^eaai . . . tdQyeiq>6vT7jg tpevSed ^ ' al/ivXlovg %b Xoyovg xal inlxkoTtov 
fjd'og Tev^e. Hes. Werka 789: q>iXiBL di re xi^ofia ßd^eiv, xißevdea ^^^ 
alfivXiovg %e Xoyovg xQvq>lovg t' oaQiOfiovg, 

Dunkler Herkunft Ob etwa mit dem nächstvorausgehenden alfiov- 
irgend welcher Zusammenhang besteht ? dem Suffix nach scheint sichs zu 
Bildungen wie dyxvlo-g ,krumm' (1, Seite 203), fdirvXo-g ,y6rBtümmelt, un- 
gehömt' (Theokr. 8, 86}, aiavlo-g (freyelhaff (Seite 95) und ähnlichen 
zu stellen, dabei ist aber zu betonen, dass auch das innere fi nur suffixal 
sein kann. 
atQ^Biv ,aufheben', ,wegnehmen'^ siehe unter o^- : aXQeiv (1, Seite 252). 
alQa ,Hammer'. 

Eallim. Bruchst 129: ka^grjdov dk naq ^Htfaloxoto xafilvoig Ikqafpov^ 
aifdüiv i^a öiäaaxof^evoi. Aus Etym. Magn. 38, 36, wo erklärt wird: 
alga, ^ aq)vQa. Hesych führt auf : alqa' acpvQa* a^ivrj. 

Aus *aiijaj wie zum Beispiel aq>alQa ,Ball' (Od. 6, 115; 8,372) aus 
*a<pdQJa. Uebrigens etymologisch dunkel. Schwerlich zu a^iQBiv ,aufheben' 
(1, Seite 252). 
alffa ,Taumellolch' (der schwindelerregend wirkt). 

Ar. Bruchst 412: dfdxovg, jtvQovg, Ttriadvrjv, ^dy^^oy, ^eidg^ atgag^ 
aefildakiv. Pherekr. Bruchst 188: xvdfiovg, aq>dxriv, ^eidg, aigag, axedv^ 
vovg. Theophr. Pflanz. 1, 5, 2: zdiv dk iiovoXoftog (nämlich 6 q)Xoi6g), olov 
avxrig, xakdfiov, aXgag. 4, 4, 10: ogv^ov . . . ri)y ox[^iv 7C€g>vxdg o^aoiov 
%alg aigaig, 8, 7, 1 : tcJv fikv ovv akkiav a7t€qfAd%mv ovdkv eig akko ni- 
(pvxe fÄeraßdkkeiv q>d'eiQ6fievov, tcvqov dk xal xQi&r^v eig algdv q>aai xal 



102 Griecfaische Etymologie. 

f^alkov tov TtvQov , ylvea^ai dk zovr kv %aig iftofißglaig Kai fialiOTa 
iv Toig BvvÖQoig xal ofißqiideai xmqloig. 8, 4, 6: 6 de atxeloQ töiov l^ce 
TO fielafiTtvQov xalovfzevov o Iütiv dßXaßhg xal ovx wartBQ ?/ alga ßaqv 
xal x€g>akakyig. 

Dunklen Ursprungs. Ob im Grunde mit dem vorausgehenden das selbe? 
Das gleichbedeutende lat aera (Plin. 18, 155 und 156) kann nur entlehnt 
sein. Das altindische airäkäj eine knotenlose sehr harte Grasart (Bhftyapr.), 
aber kann nicht hieher gehören. 
alQieiv ,nehmen, ergreifend 

IL 24, 268: xad d^ dno 7taaaaX6q>i ^vyov fjgeov 'qf^ioveiov, IL 21, 555: 
el fiiv x€v VTto xQa%EQov Idxii'ij^og ipevyia ... . alQrjaei fie tuxI oig, IL 10, 
235: tov fikv d^ Fitaqov */ algi^aeai, ov x' k&ikrjod'a. IL 2^ 37: q>rj yag 
o y* algijaeiv ügiafiov ftoXiv. IL 3, 446 ■■ 14, 328: wg.aeo vvv iga/xai 
xal fi€ ykvxitg Yf^CQog algeu IL 17, 67: fiaka ydg x^^Q^^ dfiog algei, 
n. 1, 182: (ig ifi^ ag>aiQieTai X^arjlda Oolßog ^AftoXXiov, Aesch. Ag. 
267: ügcafiov yaq ^Qrjxaaivl/igyeioi noXiv. Aesch. Ag. 1209: rjörj xi^vair- 
aiv kvd'ioig ^Qrjfiivri. 

Beruht als; . abgeleitetes Verbum zunächst wohl auf einem nominalen 
*alQO'g, das etymologisch aber nicht weiter verständlich ist Etwaiger Zn- 
sammenhang mit aXvvad'ai , nehmen^ (Seite 99) oder atzieiv ,bitten' 
(Seite 97) ist wegen des hier fehlenden harten Hauchs unwahrschein- 
lich. Auffällig ist, dass zwei vereinzelte Formen {dTto-aiQela&ai IL 1, 230 ; 
ctTfo-aigeo U. 1, 275) auf altes anlautendes ß zu deuten scheinen. Weiter 
aber ist als beachtenswerth noch hervorzuheben, dass in passivischen Aorist- 
formen wie ^gi^ (Aesch. Sieben 505; Soph. Oed. EoL 1148; Ant 406) 
und auch in dem participiellen algero-g ,der genommen werden kann' 
(Hdt 4, 201; i^-algevo-g ,ausgenommen, auserwählt' IL 2, 227; Od. 4, 643) 
innerer kurzer Vocal entgegentritt 
atXivo^q ,kläglich', ,Elagegesang'. 

Find. Bruchst 139, 5: a fiiv axirav Alvov aXhvov vfivevvj a J* ^f^i- 
vaiov, Aesch. Ag. 121 «» 139 => 159: aXhvov aXkivov elnl, %o 8^ ev vi- 
xarw. Soph. Aias 627 : f^arrjg . . . aXXivov aXlivoVj ovo ' olKtgäg yoov og- 
vi&og aTfdovg tjaei dvcfiogog^ äXk* o^vrovovg fikv t^dag d'gTjvijaei. Eur. 
HeLl71: aXlivoVj xaxoig roig ifJLoiat oivo^a öaxgvaj Tta&eai na^ea, 
fiikeai fiiXea. Eur. Or. 1395: aXkivov aXkivov ägxav d^avazov ßagßagot 
kiyovaiv, aiai^ Idaiadi qxav^. Eur. ras. Her. 348: aXkivov pikv in^ evzvxsl 
fiokrc^ Oolßog laxeL Kall. Ap. 20 : oväk Qitig ^Axikria xivvgeTai aXkiva 
f^V^VQj onnot^ irj Ttairjov, i^ jtairjov axovaj]} 

Scheint zusammengesetzt zu sein aus dem Ausrufwortchen al ,ach' 
(Seite 71) und dem auch in engster Beziehung zum Gesang stehenden 
klvo-g^ dessen schon Homer (Ilias 18, 570: Ttd/ig . . . klvov ä* vnb xaUv 
aßeidev), so wie das oben angezogene Pindarische Bruchstück (139, 5) 
gedenken, das seiner Bedeutung nach aber durchaus nicht ganz klar ist 
Gewöhnlich wird es für den Namen einer Persönlichkeit gehalten, und so 



GriechiBche Etymologie. 103 

berichtet zum Beispiel Herodot (2, 79) : voloi (d. i. den Aegyptem) Skka 
%€ ina^ia iazi vofzifia, %al 8^ xal aeujfia tv fcti, ^Ivog . . . avfiq>iQe%ai 
8i iovvdg elvai zov ol "ElXijveg Alvov ovvofia^ovreg asldovai . . . iari dk 
AiyvTtviatl 6 ^Ivog xaXevfievog Mavigtog' iq>aaav di (juv AlyürctiOL %ov 
nQchov ßaaiXßiaavxog Alyvntov nalda fiovvayevia yevia&ai, afto&a- 
varra d' cnirov aviOQOv '^Qi^voiai V7t^ AlyvftTltov TifiTj&fjvai, xal aoidrjv 



EL 

d jwenn*; ,ob*. 

IL ly 116: alle xal tSg i&iJLo} dofievai ftaXiVj ei %6 /' afASivov (näm- 
lich iatlv). IL 1, 173: q>evye fiai»% et %oi ^fiog kftiaav%ai. IL 2, 156: 
iv&a xev IdQyetoiaiv vniQfioga voaxog irvx^, et firj l/i&fjvairiv ^gt} 
rtgog f^v&ov tFeifcev. IL 1, 324: ei di xe fi'q dwijaiyj kyta di xev avrog 
iXtafiau IL 18, 273: ei d* av ifiolai ßifteaai Tti&diied'a naiöo^evoL neg, 
rvxra ßiip eiv ayoQjj a&ivog i^ofiev. H. 10, 111: oXk' eX Tig xal tovade 
fiezoixofievog xaHaeiev, H. 1, 257 : TgtSeg fiiya xev xexaQolaro ^fitp, ei 
aq>wiv Tade Ttavra Jtv&olccTO [AaQvafjUvouv. — II. 8, 111: oq)Qa xal %x- 
%u}Q Felaetai ei xal iiwv doQv f^alverat Iv maXcfijjai, IL 5, 183: aaq>a 
ö^ oi ßold ' el &e6g iativ. 

Etymologisch noch nicht genügend aufgeklärt Fick 1«, 521 hält es für 
identisch mit liL j^ ,wenn^ und sieht darin eine Locatiyform des Belatiy- 
stammes o- (1, Seite 492). Beachtenswerth ist, dass sich ei zu dem demon- 
strativen eha ,dann' (Aesch. Prom. 777 ; oft bei Sophokles wie PhiL 84 ; 
295; Eon. Oed. 452: Oed. EoL 1597; Trach. 770) ebenso verhält, wie das 
relative iueL ,nachdem, seitdem, da' (1, Seite 366) zn %7tei%a ,darauf, dar- 
nach (1, Seite 366). Weiter ist hervorzuheben, dass ei in manchen Ver- 
bindungen viel weniger eine Bedingung ausdrückt, als eine thatsächliche 
Begründung, wie IL 1, 39 und 40: el' noti toi xaqlFeirt inl vrjFov igetpa 
fj ei dfj noni %oi xara TtlFova (iriqC hcrjfa . . . Toie jäol XQijßfjvov ißiX" 
diüQ ,^ülle mir diesen Wunsch, da ich dir doch einen Tempel erbaut 
und fette Opfer dargebracht'; IL 1,61: vvv Sfifie naliv nlayxd'iwag 
oFlia ctp aTtovoarijaeiv , . . ei dq ofiov TtxoXeiiog ve öafi^ xal loif^og 
^Axatßovg ,da ja doch der Erieg und die Seuche die Achäer aufreiben 
wird'. Auch die Verbindung ei 8* eye ,wohlan' verdient noch besondere 
Beachtung, da in ihr schwer eine Bedingung zu erkennen ist, wie ei 6' 
aye fxi^Vy Ttelgriaai ,wohlan, Versuchs'; IL 1,524: ei d* aye %oi xeq>aXy 
xavavevaofiai ,wohlan, ich werde zunicken'; IL 6,376: ei d^ aye (jloi^ 
dfiipal, vrjfiegTia fiv&rjaaa&e. 
äoj ein Ausruf der Ermunterung. 

Aesch. Ag. 1650 und 1651: ela 8^, q)lXoi loxlvat, rovgyov ovx ^^S 
ToSe, — ela 8fiy ^iipog nQoxwjtov nag %i^ evxQerti^iroi. Eur. Med. 820 : 
alk^ ela xf^Qei xal xofii^' 'Idaova, Eur. ras. Her. 622: dXX' eV, 6(iaq%el%\ 



104 GrieduBche Etymologie. 

0/ %bfiv ^ eig dofiovg natgL Eur. Iph. T. 1423 : ovx ela TCtiXoig ifißalov' 
reg rjvlag nagcmcwioi ÖQafjielad'e xaxßokag yewg 'Elltjvldog di^ea^e; — 
Dazn eia^eiv ^ermnntemd anraf en' ; Enr. Brachst 844 : eia^wv (ans Hesych : 
eid^wv' ela ircixekevwv. Eigmlärig XQvalnntf). 

Das abgeleitete ela^eiv wurde ganz ähnlich gebildet, wie das ans al 
^h' (Seite 71) hervorgegangene ala^eiv ^ach mfen', ^beklagen^ (Soph. 
Aias 432: vvv yag nageati xai älg ala^eiv ifiol xal rglg. 904: tode rovd* 
^Xortog ald^eiv naqa. — Aesch. Fers. 922: ya d' ald^ei %dv iyyalav i]ßosv 
SigSf uTafiivav). 

üavö'gy alt feiavo-g ^Gewand' (IL 16^ 9), siehe iavog^ alt ßeavo-g 
(1, Seite 330). 

eiaficm} ^enchte Niedemng'. 

IL4y483: aXyeigog foig^ fj ^c t^ iv elafievfj ikeog /isydloto Tcegfvxjj 
lelßfi. IL 15, 631 : ßovalv . . ., aY ^d t* h elaiievjj il^og fieydXoio vifiov- 
%ai fivglai. Eallim. Art 193 : ry d' otk fzkv Xaalfjaiv vno dgval xQVTetero 
rvfifpti, allote d' elafiev^aiv. Theokr. 25, 16: fieXiridia noltjv keifuSveg 
S'aU^ovoiv vnoÖQOooi ela^eval te eig aXig* 

DnnUer Herkunft. Der Snffixform nach ISsst sich wohl de^afuvij 
^Wasserbehälter, Cisteme' (Hdt 3, 9: Uyerai %6v ßaaiUa . . . (leydXag 
de^aixevdg ogv^aa&ai, Yva dexofieyai to vdwQ aw^wai, 6, 119: lyxiei ig 
de^a^evrjv) vergleichen, so wie weiterhin die gewöhnlichen, aUerdüigs an- 
ders betonten, Participformen, wie oikofÄivtj ,yerderblich^ (IL 1, 2), toiöo- 
lAivri ,sorgend' (IL 1, 196). 

fXuL^BiVf Blißelx-eiv ,weichen, nachstehen, nachgeben^; ,nachlassen, schiessen 
lassen' (IL 23, 337). 

n. 5, 606: TtQog Tgwag Tergafifiiyoi alFhv önlaato FeUete. IL 12, 48: 
07t7tfi t' Idvafj, Tfi feinovaiv atlxeg dvögwv. H. 24, 100: fj d' aga nag 
JiFl nargl xa&i^ero, fel^e d ' l^^i^vt], IL 4, 509 : ogwa&*y Iftnodafioi 
Tgwegf firj feUere xdgf^fjg "Agyetoiai. 11.24,718: ol dh dUarricav xal 
fel^av dittivfi* IL 22, 459: noXv ftgo&äfeOKe, to Fbv fiivog ovdevl febuoy» 
Od. 14, 221 : fyx^'' ^keaxov dvdgwv dvcfieviwv o %i fxoi fei^eu nodeaaiv. 
IL 10, 122: ov%* oxvqß feUtav avr* dqfgaSijjai vooio. — H. 23, 337: %bv 
de^iov %7tnov xivaai ofioxXraag, fel^al vi foi rivla %egalv, — Dazn: 
iTti-emro-gy alt ijti'feixTo-g ,den man aushalten oder ertragen 
kann'; IL 5, 892: fifjrgog roi fiivog iaviv adaxerov, olx inileiytxov. IL 
8, 32: fldficv 8 toi ad'ivog oint, iTttfeixTÖv. IL 16, 549: Tgwag dk xor' 
&Kqrf&ev Xdße niv^og daxcvov, o^x imfetXTov. Od. 19, 493: Folad^a (ilv 
olov ifiov fiivog ifinedov ovS* irtLFeixzov. Od. 8,307: devd'\ %va Figy 
dyihaaza %al ovx inißeixTa Fldrjad'e, 

Das alte anlautende F ist bei Homer in weitestem Umfang erkennbar, 
ergiebt sich weiter auch noch aus Hesychs Anftthrung yi^ai' x^Q'i^^^ 
Die nahzugehorigen griechischen Formen haben übrigens sämmüich diph- 
thongisches ei: in verwandten Gfebieten aber begegnen auch zugehörige 
Formen mit ungesteigertem I-Vocal, wie namentlich wohl lat. vic- ,Ab- 



Gheohische Etymologie. 105 

weehsliing, SteDvertretong^ (eigentlich wohl ^das Weichen ^ Platzmachen^. 
— Plaut Capt 397: tä eum redimat et remittat nostrum küc ambirum 
vicem ^ unsere StelleO nebst vieimm gegenseitig^ wiederum^ (Plaut trnc. 
147 : nume vicissim volo habSre orätitmculam pro copia Mc apud vÖ8)j 
und nhd. Wechselj ahd. wehsal. Bezüglich der Entwicklung der Bedeutung 
des Abwechseins aus der des ZurQckweichens ist beachtenswerth Od.5y 
332: aXXori d' atr^ evQog ^eqnigfp fei^aaxe duinBLV (^machte Plaiz zur 
Verfolgung, wechselte ab im VerfolgenO« 
üxä^^iVf alt feixa^eiv ^ähnlich machen, nachbilden^; ^vergleichen^; ,yer- 
muthen^ 

Hdt 2, 182: avi&tjue • . . b^A^aaig . . . eixova iowvov ygag^ elxacfiivtiv. 
Hdt 3, 28: ixet 6i 6 fioaxog ovrog 6 Amg . • • ItiI 6k %ov vw%ov aietov 
slxaCfiivov. Eur. Alk« 349: ooq>i} dk x^^^< rexTovwv difjiag to adv eixa- 
a^kv iv XhnQOiaiy hra^aerai. — Aesch. Eum. 49 : ovd^ cn/re rogyeloi- 
aiv elxacta tinoig, Aesch. Oh. 632: jjxaOBv di %ig %6 deivdv av Atjfivl- 
oiai mjfÄaoi. Hdt 9, 34: ovrog ifiifiieTO MelafiTtodoj wg eUaoai ßaai- 
Itlhiv %B nLoi noXirrilriv alzeofiivovg. — Aesch. Sieben 356: tIv^ Ix rahd* 
dxooai Xoyog tto^o; Aesch. Schutzfl. 288: lAfia^ovag, el TO^otevxelg rjre, 
xa(j%' av fjxaaa vfiag, Soph. Eon. Oed. 404 : ^(ilv fikv elxa^ovai xal ja 
tovd* imj OQyfj lekix^oi, Soph. Oed. Eol. 1504: narra yaQ S'eov rot" 
avta xBiiiat^ovxog elxdaai na^a. 

Gehört zu ix-j alt Ftx-y mit dem Perfect locxa, alt fiFoixa ,ich bin 
ähnlich, ich gleiche' (Seite 22) und aus diesem Zusammenhange ergiebt 
sich auch das alte anlautende /. Der Bildung nach vergleichen sich lad- 
^€iv ,gleich machen^ (IL 12, 435), hoifiatßiv ,bereit machen, herbei schaffen' 
(IL 1, 118; 19, 197), doxi/za^eiv ,billigen, prOfen' (Xen. mem. 1, 2, 4; an. 3, 
3, 20) und andere Verben. 
BtxBXo-q, alt felxelo-g ^ähnlich, gleich'. 

Q. 13, 330: 'Idofiev^ßa Fldov q>loyl felxeXov ahajv. IL 4, 253: ^Idofie- 
9€vg...vl felxekog alxijy. IL 22, 134: dfiq>l ök x^^S ikafirtero fei- 
feXog avyf}. — Dazu: d-eo-felxeko-g ,got^leich'; IL 1, 131 : d'eofelxeV 
^Axüikev. — ^eixelo-g (siehe besonders). — ini-felxeko-g ,ähnlich, 
gleich'; IL 4, 394: Malwv Alfiovldtig imßeUeXog ad'ctvdroiaiv. 

Stimmt seinem Suffix und auch seinem Ursprung nach mit dem gleich- 
bedeutenden txBko-gy alt fUeko-g (Seite 24) überein, das sich also nur in 
seinem inneren Vocal von ihm unterscheidet 
ilxoai, alt felxoaij bei Homer oft ißelxoai (IL 1, 309; 6, 217; 9, 123 — > 
265; 9, 139; 11,34 und sonst) ,zwanzig'; böotisch Fixati (OoUitz 1, 150; 
161; 188; 194; 207), ebenso elisch (CoUitz 1, 331), kretisch (Oortyn 4, 13; 
11,48), dorisch Fixati und Felxaxi (Savelsb. 55), lakonisch ßeixaxi 
(Ahrens 2, 45). 

IL 2, 510: iv dh Fsxaaxji (nämlich vriFl) xovqoi Boionwv kxardv xai 
Feixoai ßalvov. 11.1,309: ig 6^ igitag txQivev iFeUoaiv, Od. 2, 355: 
F^Uoai d' iojw fiitfa ^vkr^^atov dkq>l%ov aKirjg. — Dazu: iFeixoai" 



106 Griechische Etymologie. 

'vrjQtro'g (nur II. 22, 349), siehe später nnter vriQitO'g. — elxoafo-g, 
alt ßeiKooTo-g ,der zwanzigste'; Od. 5, 34: dlV o ye . , . tjfiaTc Fei- 
xoaT(p SxBQlrjv iglßwXov Imoito. 

Lat viginül] Plaut as. 752 : linae dedit dSno argenti vtgintt minäs. — 
Dazu: f^tcSsimo-s {lAv. 10, 47), alt vicensumo-s ,der zwanzigste'; Plaut capt 
980: htc annus incipit vtcensumus] — mciensKÜBxt 12,77, 10) oder 
vtcies (Oaes. Oall. 5, 13) ,zwanzigmal'. ' 

Altir. fiche. Gen. flehet (Zeuss-Eb. 305) ; — kambr. ticeint (Zeuss-Eb. 319). 

Im Deutschen, Littauischen und Slavischen erloschen. 

Armen, hhsan (scheint aus *gsanj *gisan entstanden zu sein. Hübschm. 
Arm. St 55). 

Altind. vingatl'S', BV. 1, 164, 11: d' puirä's . . . saptd gatd'ni vinfatis 
ca tasthtM ,hinauf gestiegen sind siebenhundert und zwanzig Söhne'; BV. 
6, 27, 8 : vingattm gas . . . nuffijain . . . dadäti ,zwanzig Kühe giebt er mir'. 

Altostpers. v^aiü] — beiutsch. g/igt (Just). 

Es liegt nah im ersten Theil des Wortes eine uralte Verstclmmlung von 
dvi" ,zwei' (altind. dvi-pdd ,zweifüssiges' BV. 1, 49, 3; 1, 94, 5) zu vermuthen; 
der Schlusstheil aber gehört ohne Zweifel unmittelbar zu dem von rQifj'Xovra 
(D. 2, 516 — 680) =» lat. tri-ginta (Verg. Aen. 1, 269; Mart 7, 81), altind. 
trin-gdt ,dreissig' (BV. 3, 9, 9; 6, 59, 6) und den übrigen Zehnem. Wie 
nun aber in Formen wie xQLTj-yLovxa höchstwahrscheinlich eine alte Ver- 
einigung Yon zwei ungeschlechtigen Pluralformen enthalten ist, so hat 
man (Benf ey : das Zahlwort Zwei, S. 35) in sehr ansprechender Weise für 
die alte indogermanische Form der zwanzigsten Zahl (etwa ^m-TcanU) 
die Vereinigung von zwei ungeschlechtigen Dualformen (altind. vdcasi 
,zwei Beden' BV. 7, 104, 12) vermuthet 
a^xdv- (jBl%(jiy), alt Feixov- ,Bild, Ebenbild', ,Vergleichung, Gleichniss', 
, Vorstellung'; kyprisch Fbixov- (OoUitz 1, 35: dvi&rjxe rav ßeixova). 

Aesch. Sieben. 559: dTjQog ^j^^torot; daxovg eUw q>iQov%a ftolefilag 
Itc* aanldog. Hdt 2, 143: d^i^evg yaf ^xaavog aixo&i laxq Irtl Trjg 
iwvTov Korjg eltuiva iüfvxov, Hdt 7, 69: t^v fzaliaxa OTiQ^^g tüjv yv- 
vaiMiiv jJaQelog etxdt XQ^^^^^ agw^i^Xatov iTCOUjoaro. — Plat Staat 6, 
487, E: iqttix^g, rjv d' iyciy iQwxfiixa deofiBvov artoKQlaeofg dt' ebuivog 
keyofiivTjg' ai) di ye, l^ij, olfiaij ovx etwd'ag dt' eixovwv liyeiv, Gorg. 
493, D: alkrip aoi eixova kiyca Ix xov avrov yvfivaalov TJj vvv. — Plat 
Tim. 92, B: ode 6 xoafiog . . . elxwv %ov vorjTOv d'eog ala9rj[%6g. 

Buht auf dem selben Grunde wie sixat^eiv^ alt FeixaC^eiv ,ähnlich machen, 
nachbilden'; ,yergleichen', ,yermuthen' (Seite 105). Das Suffix wie in 
ariSov- ,]Srachtigall' (1, Seite 16), xeXtdov ,Schwalbe' (Od. 21, 411; 22, 
240), nvyov ,Ellbogen, Elle' (Hdt 2, 175; Archest bei Ath. 7, 321, A), 
Xayov- ,die Weichen' (Eur. Hek. 559 ; Iph. T. 298) und andern Formen. 
*£cxjj[ ,unüberlegt, planlos'. 

Aesch. Prom. 450 : SvBiQaxiav dUyxioc fiOQcpalai rov fiaxQov ßlov I- 
fpvQor (nämlich ol av&Qianoi) elxfj navta. 885: d'oXeQoi dh Xoyoi Ttal- 



Griechische Etymologie. 107 

ova* €ixj} OTvyvijg ngog xvfiaaiv aTrjg. Soph. Kon. Oed. 979 : elxj] xQa- 
Tiarov S^y, oTvwg dvvat%6 xig, — Dazu eixalo-g ^imttberlegt, planlos' 
^handelnd' oder auch ^geschehendO ; Soph. Brachst 287 : tUtei yag oidh 
ia&lov eixala a%oXrj. Polyb. 15^25,14: Ttaqeiaayayiav kx T^g dioKovlag 
xal T'^g alXrjg VTtrjQealag %ovg elxaiOTarovg xal d'QaavraTOvg. 

Locatiyform eines alten weiblichgeschlechtigen ^eUi^, von dem auch 
das adjectivische elxalo-g wie zum Beispiel OTtovöalo-g ^eifrig^ ernst, 
wichtig* (Hdt 8, 69 ; Hom. hymn. Herm. 333) von OTtovdri ,Eif er, Anstren- 
gung, Ernst' (Od. 21, 409; IL 12, 233) unmittelbar ausging. Der Herkunft 
nach dunkel. 

üütBlVj alt /e£/rety (IL 1, 543; 4, 404; 7, 394 Aoristform) ,sagen', siehe l/r- 
alt ßBTC' ,sagen' (1, Seite 353). 

dxa ,dann'. 

Aesch. Prom. 777 : fi-q fioi TtgotelvcDv xigdog eh^ aTtooTigei. Häufig 
bei Sophokles, wie: Phil. 295: et t' ^dei %i mal ftojov kaßelv .... eha 
nvQ av ov jtaQtjr. PhiL 1352: all' elxdd'ü} d^T^ ] eha ntig 6 dvafio- 
Qog elg qxSg %ad' %Q^ag elfii; Eon. Oed. 452: ovrog iaviv h&ade, ^ivog 
Xoyfi) fiizoixog^ elxa d' lyy^^ q>avrjaeTai Oijßalog. EL 262: fj TtQiJha 
ixh %a fitjjQogy ij fi^ iyelvato, ^^lara avfißißr^xev' elra dtif^aaiv iv 
%olg ifiawrjg toig (povevaL %ov natqog ^veifii .... %nBi%a nolag ^fzigag 
doxeig ^i ayeiv . . . 

Wurde schon unter ei ,wenn' (Seite 103) als wahrscheinlich unmittelbar 
zu ihm gehörig erwähnt, vergleicht sich übrigens seiner Bildung nach am 
Nächsten mit inetra ,darauf, darnach' (1, Seite 366), weiterhin aber auch 
wohl mit dfi%a ,gewiss, in der Thaf (Aesch. Prom. 347; 770; Sieben 
670; 813). 

iXß-'BGd'ai ,herabfliessen' ; causativ eXß^eiv ,vergiessen'. Findet sich nur 
in präsentischen Formen. 

H. 15, 37: FLaxü) viv . . . xal ro xax-eißofievov 2%vydg vdwg. IL 21, 
261: TO (nämlich vdwQ) di %* wxa xoT'eißofievov xelagvCet x^QV ^^^ 
TtQoalelj q>&dvei di tb xal %6v ayovra. IL 24, 794: 9'aXeqov dk xccr-el- 
ßevo daxQv Ttageiaiv. Od. 5, 152: xcet-elßero ök ykvxvg aLFdv vootov 
SdvQo§iävtp. Hes. th. 910: ttSv xal änb ßXeq)aQUiv %Qog eXßexo deqxofie- 
vamv kvaifieXrg. — IL 16,11: rigev xara ddxgvov etßeig. Od. 21, 86: 
vi rv ddxQv xaT-elßerov] Od. 4, 153: avToiQ o nixQov V7t* oq^gvai ddx- 
Qvov elßev. Soph. Ant 527: ^lafirjvr] q)iXdöeXq>a xaru) ddxQv* elßofiivr] 
Overgiessend'). 

Was weiteren etymologischen Zusammenhang anbetrifft, so darf ange- 
führt werden, dass ißdvv ,Schöpfgefäs8' (Seite 37) offenbar hierher ge- 
hört Aeusserlich ähnliche Verbalformen wurden schon unter afÄelß-eiv 
,umtauschen, eintauschen' (1, Seite 232) aufgeführt. 
Btö'sa^ai^ alt ßeld-ea&ai ,erscheinen, scheinen, gleichen' und eldevai 
,wissen' siehe unter i tf - , alt Fid- ,sehen' (Seite 37). 



108 Griechische Etymologie. 

äöax' (Nominativ eldaqjj alt wahrscheinlich idfar- (idfag) Speise' 
(auch für Thiere). 

Od 1, 140 — 4y 56: ra^ltj • . . Ußma TtolV ini^elaa. Od 9, 84: Au»- 
toq>aywv, di r* av&iyoy idfoQ idovaiv. Od. 11, 123 >— 23, 270: dvägeg 
oväi ^* aJieaai fzefdiyfiivoy %dFaQ idovaiv. H. 5, 369: Xnnovq Sartjae 
. . . naga d' dfAßgooiov ßdkev idfag. Od. 12, 252: akievg . . • ixdvai 
%olo SXlyoiai dokov xara tdßona ßaXhav. 

Gehört zu tö-eiv ,essen^ (1 , Seite 379) und wird das selbe alte Suffix 
Fa% (ßag) enthalten, das früher schon für oveiav- (oveiag), alt wahrschein- 
lich ovTjßaT' (SvrjßaQ) ,Beistand, Hülfe', ^Speise' (1 , Seite 545) vermuthet 
vrurde. 
BiödXifiO'q, alt wahrscheinlich ßeiödlifio-g ,ansehnlich, schön'; später 
^ähnlich'. 

Od. 24, 279: dcJxa di ßoi . . ^x^Q^S ^' ^^"^^ yvvalxag afivfiova Fiqyot 
Fidvlag, Ticaagag eldakiptag. — Mnasalk. (in Anth. 7, 491, 4): xaddi a' 
afiv^dfievai negidaxQveg aid^ iul rvfxßtp kaeg 2eigT^v(ov eoTafieg el- 
ddXißioi. 

Gehört zu eXd-ead^at, alt ßeldead^ai ,erscheinen, scheinen, gleichen (Seite 
107). Das Suffix wie in den auch homerischen xagnaXifio-g ,hurtig' (IL 
16, 342; 809), xidaXifio-g ,ruhmyoll' (IL 4, 403; 6, 184) und nevxdkifio-g 
,yerstandig' (IL 8, 366; 14, 165; 15, 81). 
etömXo'V, alt feldwXo'V ,Bild, Nachbildung'. 

11.5,449: avvag o ffldtokov tcv^* dgyvQÖvo^og ^AnoXkuiv rnttf v' 
jilv€l(f ßlxeXov xal veixeai toIov. Od. 4, 796: ßeldwloy TtoLFtjaej difiag 
d' ißiftxvo yvvaixl, *Iq>'9'lfif]. H. 23, 72: t^U ^' iFigyovaiv ipvxal, ßel- 
dwka xafiovTUfv, 11.23,104: ly ^d Tig Moti xal elv "Aßldao dofioiaiv 
tpvx^ xal feidwXoVf et dg (pgiveg ovx ivi ndfjinav. Od. 11, 83: ßeldtakoy 
d' iTägtü&ey halgoo noXV ayogevev, HdL 1,51: dTtiTtsfiipe 6 Kgoloog 
. . . xal yvyatxog etöwXoy xqvaeov Tglnrjxv , to Jehpol %fig dgtoxonov 
%rjg Kgolaov eixoya Xiyovai elvai. 

Schliesst sich auch an cidea&ai, alt ßeldea&ai ,erscheinen, scheinen, 
gleichen' (Seite 107). Die Suffixform ist ungewöhnlich, begegnet aber 
zum Beispiel noch in xvßwXo^y ,EIlbogen' (Pollux 2, 141). 
el^-aQ ,soforf . 

Bei Homer 9 mal, nur in der Hias. IL 5, 337 : axgriy (wraae x^^^ • • • 
eld-ag di dogv XQ^^S ayterogrjaev afißgoalov did ninXov, IL 11, 579 »=» 
>» 17, 349: ßdXe . . ^Aniadova • . . ^Trap . . . el&ag d' vno yiyßax* tXvaey. 
IL 12, 353: orrj dh nag* Alßdyreaai xuuy^ el&ag dk ngoarjvda, 

Dunkler Herkunft Und auch das ist unklar, wie weit es etwa in seinem 
Schlusstheil mit aq)ag ,schnell, soforf (1, Seite 154) oder Xxrag ,nahe^ 
(Seite 24) übereinstimmt Etwaige Zugehörigkeit zu evdvg ,sogleich' (Pind. 
OL 8, 41; 13, 82; 83; Pyth. 4, 34; Aesch. Pers. 397) ist nicht genügend 
wahrscheinlich gemacht 
eC&B ,wenn doch', einen Wunsch bezeichnend. 



Griechische Etymologie. 109 

114^313: ui yiQOv, eX^\ dg &vfi6g hl OTi^d-ßaai q>lkoiaiv, <ag toi 
yoyßar' %7tOi%o, ßlj] di toi ^/medog etr]. IL 7, 157: €i^' äg ^ßwoiiii^ 
ßlrj di [AOL %iin€dog eXrj. Od. 2, 33: eX&e ßoi avTog Zevg aya&bv Teki- 
aeiev, o ti q>Qeal Ffjai ficvoiv^. 

Enthält als ersten Theil offenbar die Conjnnction ei ,wenn^ (Seite 103) 
und stimmt in seinem Schlusstheil, der an nnd für sich nicht yerständ- 
lich ist, mit dem von ai&e ywerm doch' (Seite 90) iiberein. In ihrem 
Gebrauch stehen et&e und aid^e einander sehr nah und es mag angeführt 
sein, dass Bekker in seiner Homerausgabe auch an Stelle des sonst über- 
lieferten aX&e, wie D, 1, 415; 3, 40; 4, 178; 14, 84; 16, 722; 18, 86; 22, 41 
und sonst, überall nur eld'B giebt 
tlq ^^ (bei Bewegung). 

IL 1, 141: vvv d' aye vijfa fiilaivav iQvaaofiev elg aka diotv* IL 1, 
435: Tfiv (nämlich y^/a) d* eig oQfiov TtgoiQeaaav kgetfiolg. IL 1,490: 
ovre TtoT* elg dyo^y ntoHoxero, — Dazu: etaw (oder %aw) ,hinein' 
und im präpositionalem Gebrauch ,in'; IL 7, 270: eiaw d* aoTtlö* Ißa^e 
ßahav (ivhoFeuih nitQif. IL 1,71: vi^ßeao' ^yi^aar* l^xaifwv FlXiov 
eioio. Od. 7, 50 : av d^ Haw xle. 

Die Nebenform ig wurde schon früher (1 , Seite 394) aufgeführt und 
dort auch angegeben, dass beide auf altem *kvg (elg ging daraus hervor, 
wie zum Beispiel elg ,einer^ aus *ivg. Siehe sogleich) beruhen, das ohne 
Zweifel unmittelbar zu h ,in' (1, Seite 401) gehört. Bezüglich des suf- 
fixalen 8 vergleicht sich axfj zurück, wieder^ (1, Seite 97) und weiter 
auch wohl iS ,aus^ (1 , Seite 347). Mit eiao) aber vergleichen sich U(o 
,hinaus^, ,aussen' , ,ausgenommen' (1 , Seite 347) und weiter auch Svw ,in 
die Höhe, empor^ (1, Seite 187) und xotw ,niederwarts' (IL 17, 136; Od. 
23, 91). Nach Bezzenberger (bei Fick 1«, 363) ging eiaw aus *ivTJ(a her- 
vor und gehört unmittelbar zu letL thscha (aus *entfo) ,das Innere, In- 
wendige^ 

stq fimer^ (II. 1, 144; 2, 204; 205) ging hervor aus *hg (siehe &- 1, Seite 
402). 

siv£ ,in' (IL 8, 199: aelaoTO d' elvi &q6vip, IL 15, 150: S^cro 8* elvi d'Qovtf. 
Od. 9, 417; 10, 310 und 12, 256: elvi ^Qfjai) entwickelte sich, unter me- 
trischem Einfluss, aus ivl, der filteren Nebenform von iv ,in' (1, Seite 401), 
ganz wie zum Beispiel üeigl-d-oßo-g (IL 1, 263 ; 2, 741 ; 742) aus ^negL- 
-d'oFo-g. 

dvdtCQ^eg ,Schwägerinnen' (IL 22, 473) siehe unter evaTeg- (1, Seite 403). 

Bliiax" (elfiojj alt FelfiaT- (aus ^FiofiaT-) ,Kleid' (IL 5, 905; Od. 11, 191; 
19, 72) siehe unter 1^-, alt Feg- ,bekleiden, anlegen^ (1, Seite 393). 

«>/ (ans ♦ia/u/) ,ich bin* (II. 1, 186; 516), siehe unter ig- sein': ioTi ,es isf 

(1, Seite 392). 
äpu ,ich gehe, ich werde gehen* (IL 1, 169; 426; 3, 305), siehe unter i- 

gehen* (Seite 1). 



110 Griechische Etymologie. 

etif-Biv, sltfelQ-eiv (ans ^^Hq-jeiv) sagen' (Od. 2, 162; 11; 137), siehe unter 
1^-, alt Fbq' jSagen, (1, Seite 432). 

htff'hiVf alt ßelQ-eiv (ans *ßiQ-jeiv) ^aneinanderreilien; zusammenknüpfen' 
(Find. Nem. 7, 77), siehe unter ig-, alt ßeg- (aus *c߀Q) ^aneinanderreihen' 
(1; Seite 433). 

etff'ea&'ai (aus HQ-jea^ai) ^fragen' (H. 1^ 553; Od. 16 , 402), siehe unter 1^ 
^fragen' (1, Seite 431). 

slifa, von ungewisser Bedeutung; man vermuthet, schwerlich mit Recht, 
yVersammlungsplatz'. Hesych erklärt elqawv' kxxkrjaiaiy, noQa t6 eXgeiv 
iv airalg xal kfyeiVj das Etymologicum M. 483, 4: to etga, o arifialvei 
Trjv kxxkrjalav xal vrjv fiav%eiav und 303, 38: xal yag rag hcxkrjalag et- 
Qag TtgoctjyoQevov. 

Nur IL 18, 531: ot d* wg ovv Ini^orfo nokvv xiladov naqä ßovaiv 
eigatav (oder ßeigatov ?) ngonaQotd'B xa&t^fievoi, wo aber mehrere Hand- 
schriften igdtov bieten. 

Nächstvergleichbare Bildungen sind atelga ,Eielbaiken' (IL 1 , 482 » Od. 
2, 428 im Datiy o%el^)j atelga ,die unfruchtbare' (Od. 10, 522 — 11, 30 
und 20, 186 im Accusatiy axslqav mit ßovv verbunden), nelga ,Versuch' 
(Find. Nem. 3, 70; 4, 76; 9, 28; Aesch. Sieben 499; Pers. 719), anelga ,(}e- 
wundenes, Windung' (Soph. Ant 347; Bruchsi 492; Eur. Med. 481). 

^iq^CiibvKi ,ein mit Frtlchten geschmückter wollumwundener Oel- oder Lor- 
beerzweig, der bei bestimmten Festlichkeiten gebraucht wurde'; damit im 
Zusammenhang stehender ,Bettelge6ang'; ,Gedenkkranz für Verstorbene'. 
EupoL Rom. 119, 1 : ava&wfiev vvv x^fi€lg Tovroig vaadl rag eigeauivag 
xal fcgoaayijkwfiey inek&ovvBg. Ar. Bitter 729 : T^y eigeauivrjv fiov xor- 
eoftaga^are. Ar. Wespen 399 : raiaiv q>vkXaai jtale, rjv Ttiog ngvfivrjv 
avaxgovarjrai nXfjyelg lalg eigeauivaig. Ar. Flui 1054: iav yag avr^v 
elg fiovog aniv^g Xdßt], äoneg naXaiav elgeauuvrjv xavaevai. TimokL 
Eom. 36, 2: avx\ SXaioVj laxadag, fiiki, — ov fikv elgeaiiivrjv^ ov yewg- 
ylav kiyeig. — Flut Thes. 22, 9: ttjv di eigeaicivtiv ixq>igovai, xXadov 
iXalag Igltfi fikv avearefifiivovy waneg rote Ttjv Ixertjglav, ftavtodanuiv 
dl avanXewv xaragyfÄorwvy dia to lij^ai riqv cq>oglaVj in^dovreg' eige- 
aiLJVf] avxa q)igei xal nlovag ägxovg xal f^iki iv xoTvkr] xal MXaiov a- 
vatpi^aaa&ai xal xvkix' ^^wgovj dg €v iie&vovaa xa^ivdjf, — In der 
zweiten Bedeutung ist das Wort Ueberschrift des 15ten Homerischen Epi- 
gramms. — Alkiphr. 3, 37: eigeöuivrjv i^ ay&wy nXi^aaa ijeiv kg ^Egfia- 
^goöltov T(p ^AXwftexfj&ev vavTtjy avadijaovaa. 

Wurde bezüglich seiner Suffixgestalt schon unter dem Fflanzennamen 
laaiiivrj (Seite 6) vergleichend angezogen, ist übrigens seiner Herkunft 
nach dunkel; der öfter angenommene Zusammenhang mit elgo^- ,WolIe' 
(siehe Seite 111) und ^gio-v ,Wolle' (1, Seite 445) mehr als zweifelhaft 
äffBV' (eLgrjv) , junger unverheirathet^ Mann' im Alter der zwanziger 
Jahre, insbesondere bei den Lakedämoniem ; bei Herodot (9, 85): tgiv- 

(tgriv). 



Griechische Etymologie. 111 

Hdt9, 85: ^axedaifioviov ftiv rgi^ag inon^aavto ^rpnag' tvd^a fiiv 
foig iQivag e^capav, tüv mal Iloaeidviviog mal !t4fxof^q>aQeTog rjoav xai 
Oiloxvwv re aal KakXiiiQaTrig ' iv fiiv dij ivl %(JSv tCLtptav tjOav ol iQiveg. 
EaUim. Brachst 473: alk* avrl ßQ€q>iü)v noXiov viovy eXgeva, fziacov. 
Ealliin. DeL 299 : naldeg di '^ägog to nqw%ov iavXwv etgeveg (nach Yer- 
mnthung für agaeveg) '^fiid'ioiaiv drca^oficvoi (poQiovaiv. Plut Lyk. 17, 
2 und 3: xor' dyikag avrol nQolarctvto twv Xeyofiivwv elQivwv del tov 
Oiaq>QOvia%onov aal fioxifuiTarov' etgevag dk xaloiai rovg ivog rjdrj det;- 
tegov ix naidwv yeyovoragj fielkelgevag di twv naldiav rovg ftQeaßv- 
TaTovg' ovTog ovv 6 etgrjv eixoai ivr] yeyovuig oqx^^ '^^ ^^^^ vnoTeray" 
lAtviov iv Talg fidxaig %al xar ' olxov vftrjgitaig XQV'^^^ frqog t6 delTcvov. 

Dunklen Ursprungs. Dem Snffix nach vergleichen sich aQuev- ,männ- 
lich' (1, Seite 284) und rigev- ,zart' (IL 3, 142); oder sollte sichs hier etwa 
um eine alte Suffixform fev oder iev {elgev-- aus ^igfey oder *iQj€v- ?) 
handeln? 
ttqeQO-q, alt vielleicht ßeigego-g ^Knechtschaft^ 

Nur Od. 8, 529 : 61 di t* oniad'ev xonrovTeg öogfeaai fieraq^geyov '^dk 
xal diftovg etgegov (? ßelgegov) eiaavayovai (nämlich yvvaixa^ die ihren 
Mann im Kampf verloren). 

Es liegt die Yermuthung nah, dass 1^-, alt ßeg (aus *aFeg) : eXgeiv, alt 
Feigtiv ^ einander reihen , zusammenknüpfen' (1, Seite 433) zu Grunde 
liegt,, an das vielleicht auch lat servo-s ,Diener, Sclav' (Plaut TrixL 1120; 
Stich. 58; 59) sich anschliesst Was das Suffix anbetrifft, so lassen sich 
etwa ^anego-gy alt FianBgo'g ^bend' (1, Seite 396), vnego-g ^Mörserkeule' 
(Hes. Werke 423; Hdt 1,200) und, das allerdings anders betonte, nev- 
^ego-g ySchwiegervater' (11.6,170; Od. 8, 582) vergleichen. Oder sollte 
em Suffix ßego (^igßegog? ^FigFego-gT) anzunehmen sein, wie ganz ähn- 
lich in ifiego-g ,yerlangen' (Seite 63) ein suffixales ftego enthalten ist? 
fJffO'q, alt vermuthlich ^Felgog- ,Wolle*. 

Nur zweimal bei Homer. Od. 4, 135: Itt' avv(^ (d. i. %aXdgi^) i^laxartj 
TBTawaro Fiodvefpig elgog ^x^vaa. Od. 9, 426 : oFieg . . . xalol re fieydXoi 
xe, Fiodv€q>hg elgog ^ovreg. •— Dazu: eXgio-Vj slt Felgio-v ,Wolle*; 
IL 3, 388: ygrjFi . . . Feigox6f4(p, ^ Foi ^axeöalfiovi vaieratiafi ijaxee 
Felgia xald. IL 12, 434: yvrfj . . . ^' te ata-S'fidv ^ovaa xal eXgiov afi- 
q>lg ofilxu FiaFd^ovaa. Od. 18, 316: tigfteie d^ ert^v ijfievai h fie- 
ydgifif 7] Feigta neUete %€galv» Od. 22, 423 : dfKpal, vag iiiv %* egya di- 
dd^afxev igyd^ead'ai, Felgid %b Solveiv. Hdt 3, 47: &(jigrjxa . . . xexoa- 
fxrj(4iyov di xgva(^ xal elgloioi dno ^kov. Hdt 3, 106: ro di divdgea 
%d aygia avrod'i (in Indien) q>igBL xagitov eXgia xaklovfj t€ ngoq>igovTa 
xai agetfj %wv ani rwv olcav. Theokr. 5, 50: rj (idv agvaxldag re xal 
eigia teide Tcarrjaelg. 

Wurde schon unter -igo-g ,Wolle* (1, Seite 441) als nah zu ihm gehörig 
aufgeführt, und aus solchem Zusammenhang wird auch das alte anlau- 
tende / wahrscheinlich, trotz des Widerstrebens der angeführten homerischen 



112 Griechische Etymologie. 

Stellen. Der Bildung nach sind etwa TSlgo-g ^Himmelszeichen, Gestirn^ 
(nur n. 18, 485 in der Mehrzahl veLgea) und das aus evanetgig" ,8ch5n 
gewunden' (Antipatr. in Anth. 6, 206, 7) wohl zu entnehmende ^anelQog- 
yWindung' zunächst zu vergleichen. — Neben bIqio-v begegnet auch das 
oben (1, Seite 445) bereits aufgeführte gleichbedeutende Mgio-Vj alt ßigto-v. 

ei(fiivri ^Friede'; dorisch elgavä (Find. OL 13, 7; Pyth. 9, 23; Nem. 1, 69). 
IL 2, 797: aLFel toi fiid'Oi (plloi SxqitoI elaiv, wg nox* ift eigtjvtjg. 
IL 9, 403 »■ 22, 156: ov yag ifiol tfwx^g avra^iov ovd^ ooa q>aalv Fl- 
hov hmja&ai . • . to ftglv in* elQ^rrjg, ngly ik&ifiev vlag ^A%aiFäf¥. Od. 
24,486: xoi d' aJLkiqlovg q>iXe6v%iav wg %6 nagog^ nJuovrog dk xal el- 
Qfivr] ßaXig iarw, Hes. Werke 228 : elgijvr] d' dva yijv xovQovgoipogj 
oidi ftoT* avToig agyaiJov nolefiov reKfialgerai evgvona Zeig, 

Dunkler Herkunft Da die homerischen Stellen anlautendes / ent- 
schieden ablehnen, es auch auf keiner einzigen der Inschriften, die doch 
sonst das / aufweisen, angetroffen wird (äolisch elgi^vag OoUitz 1, 117; 
bSotisch etgava Coli. 1, 168: elgavag OolL 1, 289; elisch dgavag OolL 1, 
333), so dass auch Priscians (Inst 1 , 22) Angabe yDigamma Äeolts est 
qvando in metria pro nihiU accipi&>antj ut afiig d' ßugr^vav rb 8h yag 
d'Ho Mtiaa Xfyeia ^est enim hexdmetrum Mrdicwm* gar keinen Werth 
beanspruchen kann, so ist die mehrfach yermuthete Zugehörigkeit zu 1^-, 
alt FBg- : BigBiVj alt Feigeiv ,sagen^ (1 , Seite 432) oder zu ^^, alt feg-- 
(aus *G߀g-) : etgeiv, alt ßelgeiv ,aneinanderreihen, zusammenknüpfen^ (1, 
Seite 433) und damit weiterhin auch zu goth. gorvair-thjar ,Friede^ (Mth. 
10, 34; Luk. 1, 79; 10, 6) durchaus unwahrscheinlich. — Das Suffix rivr] 
begegnete schon in dfti^vrj ,Lastwagen, bespannter Lastwagen, Gespann' 
(1, Seite 70) und mehreren anderen neben ihm genannten Bildungen. 

dQioräBiv ,fragen^ (Od. 4, 251; 4, 347 — 17, 138; 5, 97; 9, 364; 15, 423; 
Hdt 1, 88; 3, 22; 119; 5, 13; 87), Nebenform zu igarfaeiv (siehe 1, Seite 
443), deren anlautender Diphthong noch genauerer Erklärung bedarf. 
Möglicher Weise trifft Fick (2, 210) das Richtige mit dem Gedanken an 
ein altes *igfwtdeiv. 

clifiav" ,sich verstellend^ « 

Ar. Wölk. 449: Tolg %* dvd'gwTtoig elvai do^tü , . . , fida&lfig , etgoiy, 
yloiog, ala^wv. Philem. Rom. 89 (Kock 2, 504): ovx lar' dJLtarvfi^^ fikv 
eigwy rfj q>vaei ^ d* av^inaatog. Arist Eth. 4, 7, 2 und 3: 6o%bI öii 6 
fihv dka^wv ftgoarcoiriTiKtog %wv ivio^wv dvai xai f^ij vftagxovxmv xal 
fiei^ovwv 7] vndgxBL. *0 ök eigwv avdfcakiv ägvelad-ai to vrtdgxovta i] 
iXdt%(o noulv. Luk. Anach. 18 : %ovto ixelvo rjv cga, o iyw negl vfiwv 
rJKOvov Twv l^dTjvaiwvy cü g eitjre eigwveg kv tolg Uyoig. — Dazu letgoivev- 
ead-ai ,sich verstellen'; Ar. Vögel 1211: ijxovoag avTtjg olov elgünfeve- 
%ai; Plat apoL 38, A: idv re ydg kfytü 8%i vffi ^€(p aitBi&Biv %ov%* iavl 
xal dtd tovT* advvarov iqavxlav ayeiv, ov nelaea&i fAOt wg elgtovevo- 

Dunklen Ursprungs. Ob etwa an Zusammenhang mit altind. var ,be- 



Griechische Etymologie. 113 

decken, yerhüllen' (BV. 4, 6, 6: nd jdd tat gaucis tdmasä vdranta ,iiicht 
werden sie mit Finstemiss yerhüllen, was dein LichtO gedacht werden 
darf? Das Suffix wie in at&iov- glänzend* (?). 

d(f^ca&ai (elQvoiiea&a 11.21,588) nnd etgvad^ai (Od. 3, 268; 23,82; 
151; dQvarat II. 1, 239; Od. 16, 463; eigvoGovroL II. 18, 276; eiQvaaaa- 
^ai IL 1, 216: eigvouairo IL 8, 143; Od. 16, 459; elQvaaaia&e IL 17, 327) 
,schützen, bewahren', sind Nebenformen zu iQvea&ai und eQva&ai (1, 
Seite 451), deren anlautender Diphthong bestimmterer Erklärung noch be- 
darf. — In der nachhomerischen Sprache begegnet eine Anzahl ähnlicher 
Formen mit anlautendem et auch neben igveiv, alt ßegveiv ,ziehen, reissen' 
(1, Seite 451), wie elgif^evai ,ziehen* (Hes. Werke 818), e'iQvaov (Soph. 
Trach. 1032), elqvaavT- (Hdt 4, 10), k^-eiQvaai (Hdt 1, 141) und andere. 

cr^y-ecv ,drängen', ,wehren, absperren', ,einsperren, einschliessen' {bXqybl 
Theogn. 1180; Find. Nem. 7, 6; Aesch. Schutzfl. 38; Ag. 1333; bXq^bl Aesch. 
SchutzfL 503; elQ^ai Soph. Aias 753) oder auch el'^^-aiy, was einige selt- 
samer Weise für die Bedeutung ,einschliessen' bevorzugen wollen (wie 
iiq^Bi Eur. El. 1255; elq^ag Eur. Bakch. 443; eXq^ag Ar. Ach. 330), ist die 
in der nachhomerischen Sprache gewöhnliche, frtlher (1, Seite 459) bereits 
erwähnte Nebenform von i^y-^ 2M Fbqy'i homerisch gewöhnlich i- 
Fb^Y^ (ißigyBi IL 2, 617; 845; 9, 404; siehe a. a. 0.). 

üXaTtivr^ ,Festschmaus'. 

Bei Homer 5maL U. 10, 217: uUbI d^ iv öalTfjai xal BlXa/dvrjai tcciq- 
iarai. IL 18,491: h vfj (nämlich fcoXBi) fiiv ^a yafioi t* iaav stka- 
ftlvai TB. IL 23, 201: oS fikv aqa ^Bq>vQOio ävaaßiog d&Qooi %v6ov bI- 
Xanlvrjv dalvvvvo. Od. 1, 226: rlg dalQj %lg di ofAikog od' iftlBvo; xlmB 
di OB XQV9 dXdjtLv^ TjH ycfU}g; Od. 11, 415: aisg . . . o7 ^a t' iv atp- 
vBiov avägog fiiya dvva/Aivoio t] yafi(p vj FBqavifi rj BLXaTclvji rsd'ai.vlf]. 

Dunklen Ursprungs. Fick (2, 248) vermuthet Entstehung aus H-Flarc- 
' ivrj und nächsten Zusammenhang mit lat volup- ,yergnüglich, behaglich' 
(Plaut Amph. 994 ; truc. 704 ; rud. 892) und weiter mit iXTtBcd-ai, alt ßiX- 
TtBo^ai ,hoffen, erwarten' (1, Seite 488); eine höchst unwahrscheinliche 
Gombination. — Substantivische Formen auf ivt] sind sonst ungewöhnlich, 
und zum Beispiel oarlvrj ,Lastwagen^ (Hom. hymn. Aphrod. 13) ist hier 
auch nicht wohl unmittelbar zu vergleichen. 

dXaff (cZilaT-?), alt ßBlXag- (ßBlXat-?) jSchutzwehr'. 

IL 7, 338 o» 437: tcotI d' aitov (d.i. rvf^ßov) dBlfio/nBv loxa Ttiqyovg 
vtjjfjXavgj FbIXoq vrjßvSv %b %al avTvSv. IL 14, 56 — 68: rBlxog . . . aßgrix- 
%ov rqßüiv TB xai cevTuSv PbIXoq toBOd-au Od. 5, 257: q>Qa^B di fiiv ^l- 
nBoai dtafifCBQhg oiavtvfjaiv xvf^aTog bIXuq BfXBv. 

Altes anlautendes ß ergiebt sich aus dem homerischen Verse nicht, da 
sogar Od. 5, 257 widerspricht, ist aber höchstwahrscheinlich bei der nicht 
zu bezweif dnden Zugehörigkeit zu iX-y alt FbX- ,drängen, zusammendrängen' 
<1, Seite 464\ Suffix ist vielleicht das selbe /ar, im Nominativ Fag (/iX' 

Leo Meyer» OrleohiBche Etymologie. II. 8 



114 Griechiscfae Etymologie. 

/a^?), das oben (Seite 108) schon in eldav- {eldaQ, alt wohl ^dßaQ) 
vermuthet wurde. 
BiXi-Biv ^drängen, zusammendr&ngen' oder auch elli-eiv (elkelv Fiat Erat 
409, A; n€Qi'€ikelv Xen. an. 4, 5, 36; aw-eiXiovai Hdt 4, 67; art-eikt^' 
»in- Hdt 1, 24; 8, 109; dv-eikrj^ivT- Thuk. 7, 81) ist in der nachhome- 
rischen Sprache die gewöhnliche Nebenform von ik-, alt J^ek- ,drangen, 
^sammendrängen' (1, Seite 464) mit der homerischen Präsensform ßelkeiv 
oder wohl richtiger fikkeiv. 
elXiaxQO'q ,der zur königlichen Tafel Einladende^ 

Athen. 4, 171,6: elkiaxQOi de xakovvraiy a;g qfrjOi üafitpikog, ol kni 
rrjv ßaaiktK^v xakovvreg TgoTte^av naga to ikeov. 

Vergleicht sich seiner Bildung nach am Nächsten mit idioTQo-g ^Yor- 
koster, Anordner der Mahlzeit' (1, Seite 381). Im Uebrigen trifft wohl 
Diphilos das Hechte mit der Angabe, dass der elkiargo-g nach dem ikeo-g 
,Küchenbrett, Eüchentisch' (1, Seite 471) benannt sei 
dke^-q ,Darmyerschlingung'. 

Hippokr. 2, 506 (Kühn): eikeol de rdde ra vovar]fiaxa nakierai. 2, 
509: akkog eikedg UreQwdijg. 2, 509: eikedg alfiarlTfjg. Hippokr. 1, 48 
(Ermerins): ol kvyytideig nvQeToi %ai avev elkiwv xal fiera eikitov oki- 
»Qioi. Kühn (1 , 247) liest Ikitav . . . Ikiwv und auch Hesych ffihrt die 
Form mit anlautendem i {Ikeo-g' . . . o tcJv ivrigatv anagayfiog) auf. 

Gehört ohne Zweifel zu dem schon aus ^kix-, alt ßikix- ,gewunden^ 
(1, Seite 478) entnommenen alten ßek- ,sich drehen'. Das Suffix wie in 
ikeo-g ,Eüchenbrett, Efichentisch' (1, Seite 471) und, doch mit abweichen- 
der Betonung, ikeo-g Jtfitleid' (1, Seite 470). 
dksö-q, eine Weinstockart 

Athen. 1 , 31 , B : ^'innvg d ' 6 'Pqylvog t^v eikedv xakovfiivrjv afiitekor 
ßißklav g>i]al xakeiad-ai, tjv Hokkiv %dv ^Agyelov, dg ißaalkevae Svga- 
xovalwv, TtQWtov eig Svgaxovaag xofilaai i^ 'Iraklag. 

Möglicher Weise im Grunde mit dem yorausgehenden das selba 
dXetlä'q, ein rohrartiges Gewächs. 

Theophr. Pflanz. 4, 11, 13: yivog di ti xaka^ov (pvezai xal knlyeiov 
ovx elg oq&ov akk* inl yqg dg)lfiai %ov xavkov waneg fj ay^cJCTig, 
xal ovTwg noielTai vrjv av^rjoiv. iari dk 6 fikv oQQrjv aregeog, xakelvai 
ök vTto Tivwv eiketlag .... q)vovrai de ovtot neql rov l^xeaivrjv no- 
tafiov. 

Wohl ungriechischen Ursprungs. 
bIXÖ'^böO'V siehe unter eikrj ^Sonnenlicht^ und auch noch später unter 

»eikoTtedo-v. 
etXri ySchaar' (Hdt 1, 73; 202) wurde als dialektische Nebenform von Ikij 

(Seite 68) bereits unter diesem aufgeführt 
bIXti, alt wahrscheinlich Felkri ,Sonnenlicht'. Hesych erklärt: elkri' iq tov 
f^klov avy^i» 

Ein nicht sehr häufiges Wort Ar. Wespen 771 : iqv i^xf] ^^^9 xor* 



GrieduBche Etymologie. 115 

oQ&ov i]kiaaei nqoq ^kiov iav dk viqyfiy ngog %d niq xa&ijfÄevogy vov- 
TOS, ^"ioBi. Ar. Brachst 627 : xai tüv nQog eYkriv (Eock schreibt etkrjv) 
ix^iov wfmjfiivfay. Alkiphr. 1, 12, 3: ^filv dk . . . OTcovda^erai ioTiv ov 
dwafiivoig tfj eilfj &iQ€a&ai. Dazu: elkrj'&eQig- ,was dnrch das 
Sonnenlicht Wärme (^igog- Soph. Phil. 18; wird nnzusammengesetzt aber 
fast nur für ,Sommer' gebraucht, wie Od. 7, 118; 11, 192; 12, 76) hat oder 
erwärmt ist* (Hippokr. 2 , 242 : dvayaQyaQi^eiv T(p otco tcSv q>vl3Lußv et- 
Ifl-d^egit. Galen. 11, 389 bei Kühn: t6 firjie xlwxQov i7rig>avwg fi^re ^sq- 
fAoVy aXX^ olov To liaXoviievov eHrj&egig) nebst elXti-^egisiv ,sich 
sonnen^; Hippokr. 2,284: infjv XoirjTaij eUrj^egelv. XenarcL Kom. 
Brachst 4, 5: ^^ea^ ' ogav elhj&egovaag, axigv^ ärc7i(i(piBOfAivag, — tcgoa- 
-eiko-g ,dem Sonnenlicht ausgesetzt^; Aesch. Prom. 451 : ovte nkiv&V'- 
q>elg dofiovg nQoaeikovg f^aay (nämlich ol ßgorol), Theophr. Pflanz. 4, 
1,1: nevT^ fiiv yag iv %olg ngoaeLXoig xakkloTr^ xal fieylazi]. — o- 
-eiko-g ,ohne Sonnenlicht^; Aesch. Brachst 334: SeiXa nedla. — e^irj- 
ai-g ,Sonnenbrand'; Plat Staat 3, 404, B: ovaponj (dass die Krieger) . . . 
noklag fieraßokag iv vaig atgcnelaig fievaßäkJLorrag vdortov ts xal xiiv 
akkufy alttav xal elktjoewv xai xeiiiiuvwv iiri ttxgoaq>ak€lg elvai ngog vyleiav. 
2, 380, E: olov adfia vno attliav %e %a\ tvotwv utal novwv, xal nav q>v%6v 
VTtb elkrjOedv %b %a\ avifiwv xal vwv %oiov%wv na-^fiavwv . . . akkoiotTai. 
Nächster Zusammenhang wird bestehen mit ikdvrj ,Fackel' (1, Seite 469) 
und weiterer dann wohl auch mit dkia , homer. ßakirj ,Wärme^ (1, Seite 
296). Das so gewonnene alte ß aber wird ausser durch die angeführte 
Zusammensetzung ä-eiko-g, das deutlich auf ein altes ^a-ßeiko-g zurück- 
weist, durch ein paar von Hesychios angefahrte Formen mit anlautendem 
ß (ßäka* Tjkiog, xai aiyr]^ vno ^cauavwv) und y (yikav avyijv ^klov)y 
deren unmittelbare Zugehörigkeit nicht zu bezweifeln ist, bestätigt Da- 
mit aber wird der Vermuthung ein Theil ihrer Wahrscheinlichkeit ent* 
zogen, dass auch eine Form elkonedo-v ,sonniger Platz^ noch hierher ge- 
höre, die nur aus Od. 7, 123 (oilcii^ ißgl^wrai, trjg hegov fiiv ^^ elko- 
nedov kevQtp ivl x^QV '^^Qoe^ai tjßeklifi nach Bekkers und Naucks Lesart), 
entnommen ist, an deren Stelle die alte Ueberlieferung fast ausnahmslos 
^eikoneöov bietet, eine Form, die sonst zum Beispiel auch noch in der 
Anthologie (6, 169, 2 und 9, 586, 6) und bei Dioskorides (1, 38, wo offen- 
bar eine Hürde zum Trocknen damit gemeint ist) begegnet — Unmittel- 
bar yergleichbare Bildungen scheinen sich ausser dem eben vorher auf- 
geftlhrten eiktj ,Schaar^ nicht zu finden, da delkrj ,Abend' (11.21,111: 
iaaerai ij tjßtig rj delkrj i] fiiaov rj/Aag) an der angeführten Stelle, der 
einzigen homerischen , d^e es enthält, in Uebereinstimmung mit dem ad- 
jectivischen deUko-g ,abendlich^ (II. 21, 232; Od. 17, 606) wohl deiikrj zu 
lesen sein wird, und dneiki^ ,Drohung' (1, Seite 74) und wteiki^ ,Wunde^ 
(1, Seite 644) schon weiter abliegen. Und so ist auch nicht deutlich, was 
för eine Form (kaum **߀ijrj oder **ßikvrj) dem eYkrj zunächst zu Grande 
gelegen haben wird. 

8* 



116 Griechiflche Etymologie. 

cfiloT- {eikijg) ^Leibeigener^, bei den LAkedämonienL 

Hdt 9y 10: vvxTos in hiftifiTtovai nevraxig x^^tovg SfcaQTirjviwv %al 
iftza Ttegl %Kaa%ov Ta^avreg rdSv elhurcjv, Theopomp, (bei Athen. 6, 
272, A): To dk twv eliMTwv i&vog navTanaaiv cifiwg didxeitai xal m- 
XQwg' elal yitq ovroi xavadedovlwfjiivoi noXvv rjdrj xqovov vno rtüv 
SftaQTiaTwv j 61 /ikv avTciv kx Meaai^vrig ovreg, ol ö^ ikeazai xaroi- 
xovrteg nqoteQOv t6 xalovfievov "Elog r^g ^cocwvixijg. 

Dnnklen Urspmngs. Dem Suffix nach scheinen igwr- ,Liebe' (1, Seite 
443) und yUan- ,6elichtei^ (Aesch. Ch. 447; Hdt 9, 82) oder, von der Be- 
tonung abgesehen, auch M^cJt- ,Schwei8S^ (Seite 41) und evQWT- ,Schimmel, 
Moder' (Theogn. 452; Eur. Ion. 1393; Fiat Tim. 84, B) sich zunächst zum 
Vergleich zu bieten, dabei ist aber zu bemerken, dass Herodot als Plural- 
genetiy ausser elixoTaiv (9, 10) mehrfach auch die Form elkaniwy (6, 58; 
75 ; 80 ; 9, 28 ; 80) verwendet, die auf ein singularisches elloitfj'g hinweist, 
wie zum Beispiel der Pluralgenetiv SrtaQttriTiwv (Hdt. 6, 58) neben SnaQ- 
TirixTig (Hdt 6, 77) liegt. 

ühMQiviq- (auch eilixQivig- geschrieben) ,deutlich unterschieden, rein^ 
Xen. Kyr. 8, 5, 14: xal dia %6 ellixQiv^ (es hiess im Vorausgehenden: 
elxov di xal arjf^ela rtaneg ol a^orfsg iftl ralg axrjvaig) ^aava elvai 
noXv ficklov r]v drjla, xal 6rt6%B %ig edrccKTolrj Tcal et Tig fi^ TtQortoi t6 
frQoarcmofievov. Xen. mem. 2, 2, 3: ei ye ovrcjg ^ee vovto, elktxQivijg 
Tig av etfj ddaUa ^ axagiatla; Fiat Gastm. 211, E: et T(p yivoixo av%6 
z6 xaXov Idelv elXixQivig^ xa&aqov, Sficxrov, akXc /u^ avanXewv aaqxiZv 
te av&QWftlvwv xal xQ(aiia%(av . . . Fiat Fhileb. 52, D : %L noxe XQ^ g>dvai 
ftQog dXtid-eiotv elvai; zo xad'aqov %e xal elkiXQivigj rj vo aq>6dqa %e xal 
To noki) xal %6 (liya xal %o Ixavov; Fhaed. 81, C: ourw drj Sx^vaav (d. i. 
r(fi acifiari del ^vovaar) otei iffvxV^ avvfjv xa&^ avTfjv elkiXQivij anah- 
ka^ea&ai; Ovd' OTttooTiovVj %q>ri' aXXa dieiXkrjfiivriv ye, olfiai, vrcb %oi 
awfiaroeidovg. Theophr. Fflanz. 5, 3, 3: ovd' ^egov ö^ ellixQivig ovxe 
TO (xiXav ovte %6 Xei/xov fx^i di' o xal Ivlote t€üv ßovQvuv kxeqoxQool 
riveg, ol fikv elg t6 kevxov, ol d' elg %d fiilav iiäXXov anoxHvovxeg. 

Der Schlusstheil gehört zu xqlv- : xQiveiv ,sondem, scheiden, unter- 
scheiden* (IL 2, 362: xqIv' avdqag xa%a qwXa. IL 5, 501: ore %e %av&ti 
^r]fii^Trf(i xqIvji ifceiyofiivwv avifiwv xoQTtov %e xal axvag, Fiat Theaet 
150, B: TO xqLveiv %b aXri^ig %e xal (xri) und ist gebildet wie aus einem 
ungeschlechtigen *xQLvog- ,Scheidung, Unterscheidung^. Er findet sich noch 
in e^-x^ty^s- ,dessen Scheidung gut ist, gut eingetheilt, wohlgeordnet^ 
(Hdt 9, 42 ; — Hes. Werke 670 : xriiiog d ' evxqivieg % ' mqai xal novxog 
d/n}/ticiiv), dva-xQtvig- ,8chwer zu unterscheiden' (Flut mor. 922, A: aehq' 
yriv • . . ovx ^ot;aav t^a\piv ovdi avy^v olxelav, diJia dvaxQivig %i acSf^a 
Tvq>6(ievov del xal TtvQlxavaxov) und iieao-xQivig- ,wodurch in der Mitte 
geschieden wird' (Flut mor. 843, D: ixQive de xal Jlg>ikov, ix xdiv ag- 
yvglwv fiexakkcjv xovg fieaoxQiveig, ot ißoaxaCjov xa vrceQxelf^eva ßoQijj 
vq>el6vxa). — Weniger deutlich aber ist der erste Theil des Wortes. Man 



Griechische Etymologie. 117 

hat ihn meistens aus eikij ^Sonnenlicht' (Seite 114; also etwa ^ Sonnen- 
licht nnteischieden') geglaubt erklären zu dürfen, obwohl das gar nicht 
in ähnlichen Verbindungen yorzukommen scheint Auch die Form wäre 
bei solcher Grundlage sehr auffällig. Man musste etwa eine Nebenform 
zu eltkrj vermuthen, wie zum Beispiel im Dativ (Locativ) dixl neben aixi^ 
^bwehr, Widerstandskraft' (1, Seite 117) eine vorliegt 
BiXütoö' ißlllnog)^ Beiwort der Binder, das ihre Füsse {nod-) kenn- 
zeichnet, in seinem ersten Theil aber völlig dunkel ist 

Bei Homer 10 mal, im Hermeshymnos zweimal (216 und 370), bei 
Hesiod viermal (Werke 795; th. 290; 983; Bruchst 80, 2). II. 6, 424: 
nanag yag TMninefpve noda^rjg dlog ^AxilXevg ßovalv in elkiTCodeaat. 
IL 9, 466 K» 23, 166: nolka dh ßL(pia firjka ycal elXlnodag fiXixag ßoig 
iaq>a^ov. D. 15, 547: o %6q>Qa fihv elXlTtodag ßovg ßoax* iv JlBQxdtfj. 
IL 16, 488; 171^^ tovqov %nBq>ve Hwv . • . at&wva fieya&vfuovy iv eikiTto- 
deaai ßoßeaaiv, IL 21, 448: av ö^ eiUnodag fiXixag ßovg ßovxoXieaxeg. 

Der Schlusstheil /rod- ,Fuss' (IL 5, 885: dXXa fi' vnr,v€Oiav taxiFeg 
Ttodeg) findet sich auch noch in vielen anderen homerischen Zusammen- 
setzungen, wie (inv'ftod' ,schnellfussig^ (IL 2,383; 5,296 von Pferden), 
aßeXXo-nod- ,sturmftissig' (IL 8, 409 — 24, 77 von der Iris; hymn. Aphrod. 
217 von Pferden), ravai-nod- ,schlankfii8sig* (Od. 9, 464 von Schafen; 
fOr ravaßo'j wie in olwvwv ravaodelQwv ,schlankhalsiger Vogel' (Ar. 
Vögel 254 -» 1394), aßegal-nod- ,die Füsse hebend' (IL 3, 327; 18, 532 
von Pferden)^ agyl-nod^ ,schnellfü8sig' (IL 24, 211 von Hunden). — Da 
an allen homerischen und auch den übrigen oben angeführten Stellen 
slXl-noö- deutlich ohne anlautendes ß auftritt, so kann sein erster Theil 
elXi' weder mit iX-, alt ßeX- ,drängen, zusammendrängen' (1, Seite 464), 
noch mit iXlaaeiV", alt ßeXlaaeiv ,umdrehen, wenden' (1, Seite 481) in Zu- 
sammenhang stehen.| 
dXixBviq-, dunkles Beiwort der Grasart oyQwafig (vielleicht ,Quecke'; siehe 
1, Seite 124). 

Nur Theokr. 13, 42: Ttegl dk 9'Qva noXXa neyfvurj . . . xal â– 9'aXXov%a 
aiXiya xal elXiteviig ayQcjarig. 

Der erste Theil des Wortes ist unklar, der zweite aber wird überein- 
stimmen mit dem von ajevig ,angespannt, festhaltend, unverwandf (1, 
Seite 87) und dem schon neben diesem genannten ivtevig ,stracks^ so- 
gleich, rasch' (Ap. Bh. 2, 935), also als einfaches "^tdvog" ,Ausdehnung, 
ununterbrochener Fortgang' zu denken sein. Er erscheint auch noch in 
mehreren anderen Zusammensetzungen, die aber gar nicht nach allen 
Richtungen ganz verständlich sind, wie ix-r^y^g- ,angespannt, diensteifrig', 
^ichlich' (Aesch. Schutzfl. 983; Machon bei Athen. 13, 579, E; Polyb. 22, 
5, 4; Pollux 3, 118), axotvo-revig- ,schnurgerade gestreckt' (Hdt. 1, 189; 
199; 7,23), ßvQao-xevig ,mit Leder überspannf (Eur. Hes. 1347; dafür 
ßvQüO'Tovo-g Eur. Bakch. 124), aXt-tevig- ,ins Meer oder am Meere hin 
sich erstreckend', ,flach, seicht' (Diod. 3, 44: aXvtevovg yag Ttirgag vov 



118 Griechische Etymologie. 

etoTtXovv öialafißavovarjg. Polyb. 4^ 39, 3; App. b. civ. 2, 84; Plat Them. 
14: vavg alirevelg ovaag xal xajtBivoxiQag), 

elXiaaeiv ^umdrehen, wenden^ (eiUaaovai Aesch. Prom. 1085; elklaatov Aesch. 
Prom. 1092 nnd Hdt 2, 38; elU^avteg Hdt 4, 34; elhx^elaav Eur. Or. 
358), Nebenform zn iklaaeiv, alt ßeXlaaeiv (1, Seite 481), deren anlauten- 
des el sich ganz so entwickelt haben wird, wie zum Beispiel in elkieiv 
,drangen, zusammendrängen^ neben il-, alt ßek- (1, Seite 464). 

erXiyyo-q ,Wirbel, Strudel^ ,Schwindel' (Ap. Eh. 4, 142; Nik. ther. 247; aL 
597), Nebenform zu iXiyyo-g (Seite 68). 

ElXclß^uz, Name der Göttinnen des Gebarens; bei Pindar (OL 6, 42; Pyih. 
3, 9; Nem. 7, 1) 'EXel&via. 

Bei Homer 5 mal. IL 11, 270: wg i" ot* av wdlvovaav ixf) ß^Xog 6§v 
yvvalxa ÖQißv, %6 tb ngoUlai fioyoatoKOi Ellel&viaij 'tigrig dvyccriQeg 
niTHQag tuölvag ^ovaai. TL 19, 119: tlQrj . . /AkKfirjvfjg d* ctftiTtavae 
tOTMVy üxi^B d* ElXei^vlag. IL 16, 187: avTccQ iftel dri vov ye f^oyo- 
atoxog ElXeldvia i^ayayev nqo q>dßoad€. IL 19, 103: ai^fneQov avdqa 
q>aßoade fioyoüTomog ElXeldvia hupaveL Od« 19, 188: iv ^Afiviaip, o&t 
re artißog ElXeidvlr^g, 

Etymologisch noch unaufgeklärt Dem Suffix nach yergleicht sich 
at^ia ,Möve' (Seite 92). 

eiX'ö'Siv, alt ßeiXv-eiv ,bedecken, verhüllen', begegnet nur inw^iigenac- 
tivischen Formen, wie ßeiXiacj (II. 21, 319), eiXvoi (Arat 431), nar-eilv- 
aavre (Ap. Bh. 3, 206), zumeist in passivischen Perf ectformen. 

Bei Homer zehnmal IL 21, 319: xad 8i fiiv aikov (den Achilleus) 
ßeiXvaw xpafid&ouri, fdXig xiQadog nsQixevag fivglov. IL 12, 286: aXXa 
te 7tdv%a ßelXvrai xa&vn:eQd'\ ov* imßQlaj] Jilbg ofißQog (,Schnee- 
gestöber'). Od. 20, 351 : vvKfl filv i/iwv ßeiXvaTai iuq)aXal re nfjoatand 
TB vig&B TB yovßa, IL 16, 640: ßBXiBoat %al atf^art xal xavlrjaiv ix x«- 
g)aXrjg FbIXvxo diafi/tB^kg ig nodag dxQovg, Od. 5, 403: ^x^^^ Y^Q f^fy<* 
xvfia Ttorl ^BQov ijfCBlQoio öFbivov iQBvyofiBvov , FbIXvto dh fcdv&^ aXog 
Sxyrj. IL 18, 522: IV^' Sqo toI y' it^y ßBiXvfiivoi (so liest Bekker statt 
l'foyr' BlXvfJtivoi) aXd'orci x^^V' Od. 14, 136: oaria d' ctvrov xBlrai 
in^ iqTtBlQov ipafxdd-qf ßBiXvfiäva noXX^. II. 5, 186: dXXd reg ayxi ^üTtjX ' 
dd-ardxwvj vB(päXri FBiXvfiivog wfiovg. IL 17,492: tw 8^ l&vg ßi^xfjv ßo- 
ßir^g ßBiXvfiivüi fSfiovg. Od. 14, 479: bvSov d' BvxrjXoi, adxBaiv FBtXv- 
fiivoi (Sfiovg. Hom. hymn. Herm. 151 : 'Egfi^g^ aTtdgyavov d/Ag>* ä/Aoig 
BiXvfiivog, 7]vtb zhcvov, 245 : Ttald * oXlyov, doXlrjg BlXvfiivov ivxQonLjjai. 
Arat 432 : bI de xbv . . . oXlyrj 8b fiiv (d. L Kbvtovqov (ofxov) bIXvoi dx" 
Xvg avzov. Ap.Bh. 3,206: iv a8BipijT0iai xcrr-et Avaavre (nämlich, die 
verbrannten Todten') ßoBlaig 8Bv8qiiav i^aTtvBiv ixdg daxBog. — Dazu: 
bXXv (lax-, alt FBLXv^ax" ,Umhüllung^; Od. 6, 179: 6t xi nov BtXvfia 
anBlQtav ix^g iv^d8^ loiaa. Ap. Bh. 2, 1131: vinag yovva^OfiBd'a .. . 
Sovvai oaov ^' B%Xviia tibqi xQ^^S' — BiXvo-g, alt ßBiXvo-g ,Schlupf- 
winkel'; Xen. Jagd 5, 16: (die Haaen) xaxa8vovxai Big q>dQayyag xal Big 



Grieohiache Etymologie. 119 

ellvovg. Ap. Bh. 1, 1144: ^fJQeg d* ellvovg %b xara ^loxovg tb Xinov- 
reg , . . ifttji.vd'ov. Nik« ther. 143: ^gueg' dvixvevovat dh rtavrrj vgox- 
fiaka ^' alfiaaidg te xal elXvovg (OSchneider schreibt IXvovg) igi^orrsg. 

Lat velo-m yVorhang'; Lacr. 4, 75: lutea russaqve vSla (gegen die 
Sonnenstrahlen schützende Teppiche) et ferrügina . . magnis intenta theä- 
tris; Plin. ep. 4, 19: eadem, si qvando redto, in proximo discrtta velo 
sedet'j Svet daud. 10: prorq^t ad sölärium proximum interqve praetenta 
foribus vela se dbdidit — Dazu: vSläre , verhüllen'; Plaut Amph. 257 : 
velä^ manihus orant] Verg. Aen. 3, 545: capita ante äräs Phrygio v$- 
lämur amidü. — valva ,Thürflügel, Doppelthür* ; Pacuv. trag. 360 : pan- 
dite välväs'j Pompon. com. 91: in primä valvä est — vofca ,HüUe*, ,6e- 
bärmutter^; Plin. 22, 93: bolStös . . . ; volvam enim terra ob hdeprius gig- 
nitj ipsum posteä in volvä, ceu in ovo est luteum ; Gels. 4, 1 : vSstca .... 
ab ipsä vulvä sustinMur. 

Altind. var ,bedecken, verhüllen' mit den Präsensformen vdratai (BV. 
6, 22, 11), vrv4uti (BV. 7, 82, 6) oder ürnduti (BV. 10, 88, 12) ,er bedeckt^ 
verhüllt; BV. 4,6,6: nä jdd tai Qauds tdmasä vdranta ,nicht werden 
sie mit Finstemiss verhüllen, was dein Licht' ; BV. 8 , 39, 6 : agnis dvä'rä 
vi ürnutai ,Agnis öffnet die beiden Thüren'. — Dazu varütra-m ,Ueber- 
wurf, Mantel' (Gramm), varaha-s ,Mantel' (Gramm), värna-s ,Ueberwurf, 
Decke, Erleid' (Gramm); valajorm , Armband' (Mbh.), vaU-s ,Höhle' (BV. 
2, 11, 20; 2, 14, 3), ülba-m (? aus *t;aZ-t?a- ,Eihaut^ Hülle des Embryo (BV. 
10, 51, 1). 

Altostpers. var ,bedecken, beschützen'; pairi-var ,bedecken, verhüllen'. 

Steht dem oben (1, Seite 483) aufgeführten IXvblv^ alt wahrscheinlich 
ßekveiv ,umhüllen' unmittelbar zur Seite. Das alte anlautende ß ist im 
homerischen Verse noch hinreichend deutlich, ergiebt sich weiter aber 
auch aus der oben bereits angezogenen Hesychischen Anführung yilov 
tQov MlvtQovy ijyovv XircvQov. Bezüglich des anlautenden bI wird man 
BlXiaaBiv ,umdrehen, wenden' (Seite 118) und bIUbiv ,drängen, zusammen- 
drängen' (Seite 114) vergleichen dürfen, für die Perfectformen aber wohl 
das reduplicirte aoristische bItcbZv, alt FbitvbIv (aus ^FbFbjvbIv ,sagen' 
(Seite 107). In dem v von bIXvbiv wird ein altes Nominalsuffix enthalten 
sein. — Die Vocaldehnung in lat veläre vergleicht sich wohl mit der 
von ciläre ,verbergen' (Caecil. com. 95) neben oe-culit ,es verhüllt, ver- 
birgt' (Enn. trag. 141), sedäre ,zu Buhe bringen' (Plaut Merc. 962) neben 
sedet ,es sitzf (Laber. com. 30) und anderen ähnlichen Formen. 

BlXv-ei59'ai, alt wahrscheinlich FBikvBa^at ,sich winden, kriechen'. 

Soph. Phil. 291 : Ttqog di %ovd'\ 8 fioi, ßdkoi vBVQOOfcaöijg argcmtog, 
avtog av rdlag BlkvofzrjVf dvarrjvov k^iixwv noda. 701: BlqrtB ö* akkor' 
akkoy^ Tor' av BlkvofXBvogy . . . oS'Bv BVfidgBi vndgxoi, noQOV. Metagen. 
Eom. Bruchst 6 (Eock 1, 706): 6 d' ^Bgog (nämlich notafiog) cj&Blxvf^a 
vaaviSy aal xQBcüy ig>&(üv tb ßatldtov Bikvof^ivwv avxotSB. Orph. Steine 



120 Griechifiche Etymologie. 

134: (dQoxwv) eYXvto dk nvxvwg yvafiTtTwv evxvxXwg tavctqv Qoxiv. Ap. 
Bh. 4, 35 : oVij S* aq^veiolo dL-BiXva&Blaa (^entBchlüpfendO iofioto kriiag. 

Lat volvere ^wälzen'; Ov. Ibis 173: Sisyphus est ülic saomm volvens- 
qve petensqve; Verg. Aen. 10, 590: excussus eurrü moribtmdus volvitwr 
arms. 

Goth. -välvjan , wälzen^; Mk.15,46: at-valvida stain du daura this 
hlaivis] — valvisön ^sich wälzen'; Mk. 9, 20: driitsands <ma airtha val- 
visdda (hvXlevo) hvathjands, — Mhd. wellen ^wälzen, rollen*; wel ymnd' ; 
— Ahd, w^lOj nhd. Welle. 

lit vdti ywalken, verschlingen, verwirren'; — vilnts ,Weüe'. 

Altslav. valiti ,wälzen', valjati ,wälzen'; — vlajati ,wogen, Wdlen 
schlagen'; t;Zuna , Welle'. 

Alban. vid ,speien', ahd. wullön oder anUm ,Erbrechen haben' [eigent- 
lich wohl ,8ich winden']. Nach GMeyer bei Bezzenb. 8, 191; 192. 

Dazn: altind. ürmt-s (ans ^varmi-s) ,Welle'; EV. 1,44, 12: sindfums 
iva prdsvanitasas ürmdjas agnäis bhrägantai arcajas ,wie des Sindhus 
brausende Wellen glänzen die Flammen des Feuers'. 

Das ursprünglich anlautende / ergiebt sich aus den weiteren etymolo- 
gischen Zusammenhängen mit grossester Wahrscheinlichkeit — üebrigens 
scheint ein altes nominales ^ßeikv- zunächst zu Grunde zu liegen oder 
vielleicht auch em^ßeikvg- {feiXvea&ai aus *߀iXvoJ€a&at?)y dessen Zisch- 
laut mit dem des gothischen valvisön möglicher Weise ganz der selbe 
sein könnte. Lat volvere wird aus altem *voluere hervorgegangen sein; 
es darf vorläufig aber auch die anderweitig schon ausgesprochene Mög- 
lichkeit zugegeben werden, dass darin eine verstümmelte Beduplications- 
form (? aus ^vol-vol- oder ^vel-vel) enthalten ist — Naher Zusammen- 
hang besteht offenbar mit lllaaeiv, alt ßeXiaaeiv ,umdrehen, wenden' (1, 
Seite 481). 
slXvg>deiv, alt wahrscheinlich feiXvgxxeiv ,drehend bewegen, wirbeln'. 

11.11,156: (ig d* one nvQ afidrjXov h a^Xtp llfindaj] iXfj' jcavTt] v* 
elXvq>6wv avBfiog q>€Q€i. Hes. th. 692: ol dh xegawol httag afia ßQorsjj 
%s %al daxBQonfj noriovto x^'^Q^S ^^^ arißagf^g^ leQijv q>X6ya siXvq>6wv^ 
%Bg TaQq>ifeg. — Dazu: elXvqfa^eiVy alt feiXvq>d^€iv ,sich drehend 
bewegen, aufwirbeln' und causativ ,drehend bewegen'; Hes. Schild 275 : 
TTJXe d' an' ai^ofiivwv datdwv aiXag €iXig)a^€ ;^e^a2v ivi dfAtLufv. — 
II. 20, 492 : ilg 6* dva^aifiasi ßa&iF* ayxea d-eanidaßhg tivq . . . Ttdvvrj 
%€ üXoviwv uvBfiog (pliya ßeiXvqfd^ei. 

Nächster Zusammenhang mit eiXveo&aiy alt wahrscheinlich ßeiXvea&ai 
,sioh winden' (Seite 119), wird sich nicht wohl bezweifeln lassen, wenn 
auch ein TheU der angeführten Stellen (II. 11, 156; Hes. Schild 275) altem 
anlautendem / zu widersprechen scheint Verbindungen wie ignis edäx 
summa ad fast^a vento volvitwr (Verg. Aen. 2, 759), fiammam volvens 
öre chimaera fero (Tib. 3,4,86) und andere ähnliche lassen sich hier 
unmittelbar vergleichen. — Das Bildungselement 9 ist ein ungewöhn- 



Griechische Etymologie. 121 

licheree nnd so ist auch nicht klar, wie weit man etwa die Verben (plrj- 
vaq>auv ^schwätzen' (Ar. Bitter 664; Wolken 1475) nnd iptiJiaqtaeiv ^tasten' 
(Od. 9, 416; Ar. Ekkl. 315) hier unmittelbar vergleichen kann. 



OL 

off Ausrnf des Schmerzes, ,ach^ 

Aesch. Pers. 1003: ßeßaaiVj ol', vwvvfÄOu Sieben 808: ol ^yu» Takaiva, 
/Aovtig eifil jiSv xaxtSv. Pers. 954: oloiol ßoa aal Ttdvt' bircev^ov. 
Soph. Aias 803 : ol iytij g>lkoi, nQoatrjT^ dvayxalas '^rjg. — Wird be- 
sonders häufig mit dem dativischen fiol ,mir^ (wie dies auch gern an tu 
sich anschliesst: ä fioi II. 1, 149; 414; 4,370; 7, 96) eng verbnnden zn 
otfioij wie Theogn. 891: ot fiot avaiMelrjg. Aesch. Ag. 1225: oUovqov, 
oXfioi, T(p fjLoXovxi dsanotjj k^f^. Soph. PhiL 363 : ol d' elnovj oifioi, 
%hiiJioviü%a%ov Xoyov, El. 788: oXfioi xakaiva, 1179: oXfiot TaXalvfjg 
oQa rijaöe av/Aq>oi(äg. 
Oi ,wohin^. 

Soph. Ant 892: uß xaTaaxagyfjg ohofjaig aelq>QovQog, ol noQSvofiau 228: 
t/ xu}Q€ig ol fioXwv dtiaeig dUrjv; El. 1035: dkV ovv iTtlaxw y ^ ol fi' 
arifilag ayeig» Enr, HippoL 371 : aarjiia d* ovxiv^ iarlv ol q>'9'lv€i rvxa 
KvTCQidog. 

Locatives Adverb, das vom Belativstamm o- ,welch' (1, Seite 492) aus- 
ging und sich seiner Bildung nach dem fragenden nol ,wohin' (Theogn. 
nur 586, wo aber von Bergk ny geschrieben wird; Aesch. Prom. 576; 
Ag. 1087; Ch. 732) unmittelbar zur Seite stellt und weiter zum Beispiel 
auch noch den Formen ivtav^ol jhieher' (IL 21, 122; Od. 18,105; 20, 
262), fiTjdafiol pürgend hin' (Xen. Lak. 3,4), navtaxoi ,überall hin' (Ar. 
Wespen 1004, wo aber Bergk narraxov schreibt). 
oi* (aus altem *ßoi-) ,tragen, bringen', verbal lebendig nur in futurischen 
Formen (ptow IL 7, 82; Od. 15, 448; 22, 101; Soph. Trach. 123; oiaei II. 
2, 229; 21, 125; Od. 19,24; oicofiev IL 3, 104; olaifievat IL 3, 120; 23, 
564; Od. 8, 399; oXobiv Pind. Pyth. 4,102; Soph. El. 360; — oXaofiaL 
Soph. Bruchst 822; oXoetai 11.23,663; 667; 858; olaofied^a 11.8,400; 
Theogn. 518; oÜaea&ai 11.22, 217; Aesch. Prom. 638) und in den Im- 
perativformen eines mit dem Zischlaut gebildeten activen Aorists (olae 
Od. 22, 106; 481; Ar. Frösche 482; olahw II. 19, 173; Od. 8, 255; otaere 
IL 3, 103; 15, 718; Od. 20, 154). 

IL 2, 229: xQvaoi . ,, ov xi ng oioei Tqwwv Innodapnov Ix FiXlov. IL 
1, 89: ov tig kfiev tfircog . . . aoi noßlkrjg Ttaga vrjvai ßaQslag x^^^S 
in^olaeu H. 13, 820: Xnnovg^ o% ae noXivd* oXaovai. IL 23, 663: 6 vi- 
lojd'elg diftag oXaerai afiq^ixvTgekXov, Od. 22, 481: olae &i߀i0Vy yQr^v, 
TuxiuSv axog, olae 6i iioi jcvq. IL 3, 103: oXaere Fqqv , %%eQov kevKov^ 
kriQTjV dk fiikaivav. 

Altind. i4 ; vditi oder vdjati ,er strebt hin, kommt verlangend' (siehe 



122 Griechische Etymologie. 

unter ha&aij alt ßtea&at ^streben, begehren' Seite 9); dann aber auch 
,er bringt y schafft herbei'; BV. 1, 35, 9: savitä' . . . vditi sü'Ham ^Savitä 
bringt herbei (Ludwig übersetzt ,ladet ein') die Sonne'; BV. 7,16,5: 
agnai . . ,jdkshi vdishi ca vi'riam ,A.gni3, opfre und bringe Out herbei' 
(Ludwig ,geniesse'); BV. 6, 12, 6: agnai . . . vdishi räjds vi jäsi dugcünäs 
,Agnis, schaffe herbei (Ludwig ,du geniessestO Beichthum, entferne Un- 
glück'; BV. 7, 19, ö: hart . . . vidntu brdhmäni . . vä'gam ,die beiden falben 
Bosse sollen bringen (L. ,kommen zu . . .'j Gebetslieder und Nahrung' ; 
BV. 1, 63, 2: a jdd hdri indra vivratä viis ,al8 du die beiden falben 
Bosse, die auseinander strebenden, herbei brachtesf; BV. 8, 21, 10: d' fu 
nas 8d vajati gdvjam dgviam stauirbJ^'as maghdvä gatäm ,Maghayft schafft 
uns den Sängern hundertfachen Besitz an Bindern und Bossen'; BV. 10, 
1 07, 5 : jds praihamds ddkshinäm ä-vivä'ja ,der zuerst Opferlohn herbei- 
geschafft haf . 

Von Benfej (Or. u. Occ 1, 54 und 427) erkannter Zusammenhang. Das 
alte anlautende f ist vor dem ihm unmittelbar folgenden o schon in der 
Zeit vor Homer erloschen (LM. bei Kuhn 23 , 64). Aus den zugehörigen 
Verbaladjectiyen oiato-g ,erträglich' (Thuk. 1, 122, 2; 7, 76, 7; dva- 
'Oiaro-g ,schwer zu ertragen' Aesch. Prom. 690; Oh. 745; Eum. 790 «= 
820) und olario-v ,da8 getragen werden muss*^ (Soph. Oed. Eol. 1360; 
Ant 310) scheint sich eine Verbalgrundform olg- zu ergeben, die aber 
wohl nur gedacht wurde, weil von oi- ,tragen' überhaupt nur Verbal- 
formen vorkommen, die den Zischlaut enthalten. 

oi- ,glauben' scheint sich als Verbalgrundform zu ergeben aus olfiai ,ich 
glaube' (Aesch. Prom. 968; Ag. 321; 1521; Soph. Phil. 339; 536; 1058; 
Kön. Oed. 1051; 1227; dazu noch (pfirjv ,ich glaubte' Ar. Wolken 373; 
Plut 834), da es sich Bildungen wie Tiel/iat ,ich liege' (Od. 19, 516; Pind. 
Bruchst 237) und ^fiat ,ich sitze' (IL 18, 104; 24, 542; zu r;^- : ^a^ai 
,sitzen' 1, Seite 619) scheinbar unmittelbar zur Seite stellt Ohne Zweifel 
aber ist olfiai nur durch Vocalzusammendrängung aus otofiat (Aesch. Ch. 
758 ; Soph. Oed. Eol. 28) hervorgegangen und gehört unmittelbar zu ol- 
BO&ai ,glauben' (siehe unten). 

ol-q jSchaf' (Accusativ oh Eur. El. 513; Ar. Friede 1077; Theokr. 5, 99; schon 
früh in Casusformen wie olog IL 12, 451; 13, 599; 716; oldv II. 11, 678; 
696; 15, 323; 18, 588; oXeai Od. 15, 386). 

Aus altem oig, noch älterem oFig (siehe 1, Seite 495), ganz wie zum 
Beispiel nollo-g ,hohl' (Od. 22, 385; Pind. OL 6, 10; 9, 34; Isthm. 3, 11) 
aus altem yLollo-g, wahrscheinlich noch älterem KofiXo-g (IL 1, 26; 89 ; 2, 
581; 4,454). 

ot'sa9'ai ,glauben'; tritt nur in präsentischen Formen auf, oiea&ai Xen 
Hell. 7, 4, 35; Plat Phaed. 68, B; oiofxai Od. 10, 193; Aesch. Ch. 758; Soph 
Oed. EoL 28; oierai Aesch. Eum. 470; oXoito Od. 17, 580; 22, 12; Soph 
PhiL 617), neben denen futurische (wie oli^aet Platlegg. 10, 891, D: ol 
Tjaerai Plat Staat 3, 397, A) und aoristische (wie (^rjd-rjaav Thuk. 4, 130; 



Griechische Etymologie. 123 

Xen. an. 4, 7, 22; olrj&elaa Eur. Iph. AnL 986) sich ans einem erst abge- 
leiteten oliead-ai bildeten. Von der unmittelbar znr Seite stehenden gleich- 
bedeutenden activischen Form findet sich nur die erste Person oini ^ich 
glaube' (schon IL 5, 252 ; 9, 315; 10, 105; 15, 298; 17, 709; Hes. Schild 111). 

Aus altem otead-ai, wohl älterem oßtead'ai, beziehungsweise Stw, wohl 
älterem 3ßiw (siehe Seite 496), mit einer vocalischen Zusammenziehung, 
die der von olg ,Schaf (Seite 122) aus älterem oig ganz ähnlich ist 
oTete^', alt oifereg- oder wohl eher oßereg- ,yon denselben Jahren, 
gleich alt'. 

Kur IL 2, 765 : IW/roi . . . vag ^Ev/iriXog MXavve . . . otqixag olFireag, 
atacpvJif] ifcl vunov ißiaag. 

Wurde schon unter o- ^das selbe, eins' (1, Seite 491) als seinem ersten 
Theile aufgeführt Der Schlusstheil^ hog-y alt ßärog- ,Jahr, (1, Seite 372) 
begegnet auch noch in manchen anderen Zusammensetzungen, wie ^'§- 
ereg-, alt fix-ßereg- ,sechsjährig' (IL 23, 266 ; 655), irtTa-Fereg ,sieben- 
jährig* (Od. 3, 305; 7, 259; 14, 285), avtS-ßereg- ,im selben Jahre' (Od. 3, 
322). Sehr aufifällig ist der I-Vocal, und so schreibt an der angeführten 
Stelle Fick vielleicht mit vollem Recht ovireag, eine Form, die sich be- 
züglich der Entwicklung ihres Diphthonges unmittelbar mit evaöev ,eB 
gefiel (IL 1 4, 340 ; 1 7, 647 ; Od. 1 6, 28 ; aus iFadev) würde vergleichen lassen. 
olo^qf alt olFo-g ^lein'. 

IL % 745: TcJv avd- ' '^ycfioveve . . üolvftoltfig . . . ovx olFog, Sfia %(^ 
ye Aeovtevg, II. 22, 39 : (iri fioi filfive, q>iXov rixog, aviga %ovtov oiFog 
avevd" ' aXktJV. IL 5, 304 : o di fiiv (d. L x^Qf^o^^ov) Fqia naXle xai olfog. 
IL 7, 39 : ijv Tiva nov Javauiv nQoxaUaaeTai olFo^ev otFog dvtißiov fia- 
Xioaa-d'ai, U. 4, 397 : navrag Mneg>v'j ^va 6 * olFov Yrj ßolxovde visa&au 
IL 18, 565: fila d^ otfr] dragTtivog rjev ig avtT^v. IL 24, 473: tw di öv* 
olFcj . . . Ttolnvvov naQBOvte. II. 11, 693: tcJv olßog kinofirjv, ol <5' aX'hoi 
Ttavreg oXovro. 

Altostpers. aJeva- ,ein8' (als männlicher Accusativ begegnen öjum^ öim 
und oimf als ungeschlechtige Form ovum. Justi) ; altwestpers. aiva- ,eins'. 
(Inschr. von Alvend 8 und 10 : Därajavavm . . . aivam, parunäm Tchshaja- 
thijam aivam par*tmdm framätäram ,den Darajavus, den einzigen König 
von vielen, den einzigen Gebieter von vielen'). 

Das alte inlautende / ist als kryprisch (Collitz 1, 29) inschriftlich belegt 
oto'g jwie beschaffen'. 

IL 1, 263 : oi yaq nto Tolovg Fldov aviqag ovdk Fldw^ai olov üeigl- 
&oß6v jQvarto t€. IL 2, 192: oi yiq 7C(o aaq>a Fola^^ olog voog^AxQBr 
ßltavog, IL 2, 194: h ßovkfj ^ ov TcavTeg cncovaafxev olov ^eircev. II. 5, 
340: ^iFe d' afxßQOvov alf^a d-eolo, Ix^Qj olog nkq re ^iFei f^axageaai 
xkeolaiv, IL 5, 601: cJ q>lloi, olov dfj d'avfid^ofiev^ExToga dlov alxfiritT^v 
%* tfjLBvai xal d^agaaXiov TtToXefjiiaTijv. fl. 13, 275: Foiö' agerfjv olog 
iaaL IL 18, 591: x^^ov . . . t(^ ßlxeXov olov tvot* hl Kviooi^ evQeij] Jal- 
dakog ijaxrjaev. 



124 Griechische Etymologie. 

Gehört zum bezüglichen Pronominalstamm o- (1, Seite 492), vergleicht 
sich seiner Bildung nach zunächst mit tolo-g fio beschaffen' (IL 1, 262; 

2, 482; 3, 46) und dem Fragenden ^olo-s ,wie beschaffen* (IL 1, 552; 4, 25; 
350). Da die hier zu Grande liegenden Pronominalstämme o-, %6- und 
no- ihr o vor dem suffixalen lo nicht wohl einbüssen konnten, so bildete 
sich eine wie ganz neue Suffixform, die nun auch auf andere ihrer Be- 
deutung nach ähnliche Formen fiberging wie dXlolo-^, ^anders beschaffen' 
(IL 4, 258; 5, 638; Od. 16, 181), ofxolo-g ,gleichaitig' ijl 1, 278; 2, 553; 
5, 441 ; 9, 305), navxoio-g ,yon allerlei Art, mannichfach' (IL 2, 397; 3, 202; 
15, 642; 18, 471). 

oiojtiöri, Yon unsicherer Bedeutung, etwa ,die Sehnen der Beine'. 

Nur Erinagoras (in AnthoL 7,401, 4): zi^v d' vtco dvaßwlov &Xlßu 
X^ova qfCJTog äkivgov oavia • . fvfißog . . . arigvo t' iTtoxQioevraj xal 
ovK BvoöfjLOv odovTCjy nglova, xal xtiktov dovliov olortidrjv* 

Der Schlusstheil ist offenbar der selbe wie in äkvxTo^nidrj ,unaufl5s- 
liehe Bande' (1^ Seite 311) und mehreren anderen neben diesem bereits 
aufgeführten Zusammensetzungen, der erste Theil aber bedarf noch der 
Erklärung. 
olri ,Dorf. 

Nur Ap.Bh. 2,139: niqS'orto yag fjfihv akwal jjd^ olai Trj/Aog d^tp 
VTCO dovQi jivTioio. — Dazu: olT^rrj-g ,Dorfbewohner^; Soph. Bruohst 
130: olrjtag, Hesych ffihrt auf: oicnäv* %wfiri%iav. olai yäg al xvifiai. 

Dunkler Herkunft Hesychs Anfuhrungen wyrj' xü/^tj und oval' qwlai 
deuten auf ein altes inneres ß (? oi/jy). 
oPi2 ,Sperberbaum' (Theophr. Pflanz. 3, 11, 3; 3, 12, 6; 3, 12, 9; 3, 15, 4; c pL 

3, 1, 4), wurde bereits unter oo-v , Ariesbeere', Frucht des Sperberbaums', 
(1, Seite 495) aufgeführt 

otn^io-v, alt wahrscheinlich ßoirjio-v ,Steuerruder'. 

IL 19, 43: oi' %€ nvßeQvrjrai xal ^of foirjia vrjßwv. Od. 12, 218: xt;- 
ßeQV^ta ... ^1 S'Vfiqi ßakkev, inel vrißdg ylaq>vQfjg foii^ia vwfiag. Od. 9, 
540 SS 483 : Xaßav dßelgag ^x ' kmdivi^aag . . . idevrjaev ö* oli^iov okqov 
Ixia&ai. Alter Dichter bei Flut mor. 807, C : ev fiiv hl ngvfivf] olr)ioy, 
€v dh ueQaii^v eldözag hTelvaa&ai inoQWfiivov dvi^oio. Ap. Bh. 1, 401 : 
BTtl d' itQercov aivrjaavreg Tlq>vv ivoTelQrjg oli^ia vfjog igvod-at. Qu. 
Sm. 8, 417: wg d' oze . . • vaitrig . . . vi^a nafargitpf] . . . x^i^i TcagcmlL 
vag oiriiov, 14, 503: In&iXoviovTo dvellai' oidk nvßeQvrjvjfjOi nikev iii- 
vog eioiri vrjüiv x^Q^^^^ kniaTafiivriai &otig oirjia vwfÄ^v. — 

Anlautendes altes / ergiebt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit aus 
Homer, wenn auch Od. 9, 540 ^» 483 zu widersprechen scheint So trifft 
vielleicht Ficks (2, 239) Yermuthung das Bechte, nach der nächster Zu- 
sammenhang besteht mit lit vaira-s ,Buder^ und altind. pra-vaitar- ,Wagen- 
lenker' (Gramm.) und pra^vojana-m ,Stachelstock zum Antreiben des Viehes^ 
(Gramm), neben denen auch altind. pra-vSjdkar ,antreibend' (Gramm.) noch 
genannt sein mag. Die letzteren Formen gehören unmittelbar zu den schon 



Griechische Etymologie. 125 

nnter ol (aus altem ßoi) ,tragen, bringen' (Seite 121) genannten altind. 
vi : vditi oder väjati ,er bringt, schafft herbei', das mit dem Präfix prd 
,vor* mehrfach in der Bedeutung ,forttreiben, vortreiben, begeistern^ vor- 
kommt, wie RV. 7, 6, 3 : prd pra tä'n ddyH/ns agnis vivöja ,fort, fort hat 
Agnis die bösen Dämonen getrieben'; RV. 2, 26, 2: prd vihi mandjatds 
ybegeistem die Wohlgesinnten' (Ludwig übersetzt jag hinweg die üeber- 
mfithigen'); RV. 10,49, 11: daivä'n indras vivj'ai nrn prd ,6ötter und 
Menschen hat Indras begeisterf. — Vor dem suffixalen lo bestand mög- 
licher Weise ein altes ß (? ßoirjßio-), dann würden sich zunächst Formen 
wie xoXarjßiO' ,den Kupferschmied (xobLev-g IL 12, 295; 15, 309) betreffend' 
(Od. 3, 433; 18, 328; x^^^o-v ,Schmiede' Hdt 1, 68) vergleichen lassen 
und es könnte ein altes ^ßoiev-g die nächste Grundlage bilden. 
otriX' (otr]S)f alt wahrscheinlich folrix- (ßolriS), attisch oiax- (Aesch. 
Schutzfl. 717; Agam. 663; 802; Sieben 3; Soph. Brachst 785; Eur. Or. 795; 
Iph. T. 1357), Vorrichtung am Pferdegeschirr zum Einfügen der Zügel 
.Jochring' (so nur II. 24, 269. Hesych erklärt oicnceg * . . . xoi Tiglxoi, öi' 
&v ol if^avteg dietQovxai); ,Griff am Steuerrader, Steuerrader'. PoUux 
1, 89 : fd dk axgov xov Tcrjdakiov oXa^, xal %o nav di oia§ re xal nfj" 
iaXiov %alsi%ai). 

IL 24^ 269: xad d' ano naaaaXoqn ^vyov ^qbov ripuoveiov ^ nv^ivov 
6fiq)al6feVj iv ßon^xeaaiv dQtjgog. — Plat Polit 272, K: 6 fikv xvßeQvrj- 
%f)g, olov fcrjöaXlwv oXaxog ag>ifjievogj elg %rv avzov 7teQi(ortr}v cTtiajr^. 
Aesch. Ag. 663: ^f^äg ye fxkv dtj vaov . . • fizoi %ig iSiydeipev . . . otoKog 
^lyciv. Sieben 3: oa^rig q)vkaaa€i Ttgäyog iv ngvfAVfj noXewg oXaxa vm- 
fiwv. Soph. Brachst 785: fcoXXtiv xa^tya> tqyov olanwv &^ Sfia. Eur. 
Hei. 1591: av dk argig)^ oXama. Or. 795: igna vvv oXa^ nodog fioi. 

Steht offenbar mit dem Vorausgehenden im nächsten Zusammenhange. 
Dem Suffix nach vergleicht sich tgrpc', alt wahrscheinlich ßtgrix.- ,Habicht, 
(Seite 64). 
oifovö-q (IL 1, 5; 2, 859; 11, 395; 12, 237; 13, 823; 22, 354; 24, 292; 310; 
Od. 1, 202; 3, 259; 271; 11, 605; 24, 292), alt 6 lojvo-g (IL 2, 393; 8, 379, 
11,453 und sonst) oder wahrscheinlich oFitavo-g ,groBser Raubvogel', 
,Wei8sagevogel', dann auch für ,Vogelzeichen, Vorzeichen'. 

IL 1, 5: iiiiviv . . . */ixii-'^ßog . . ^ . . . avvovg di ßeltigia vevx^ ntvveaaiv 
oifovolül %B näai. IL 8, 379: ij rig xal Tgtiwv xogiei xvvag '^d* oßim- 
vovg drjfiip xal aagxeaoi. Od. 16, 216: xlaiov de Xiyißwg adiviazagov, 
fj T* oßiwvol, g>rjvai ij aiyvrtiol yafixffwwxcg. — Od. 15, 532: ov toi avev 
d-BOv iftroTO de^iog ogvig' fyv<ov ydg fiiv iadvra ßidtiv dßtwvbv iovza. 
IL 12, 237: xvvri d' oiiavolai rawfcregvyBaat xekeveig nel&ea&aiy %wv 
ov VI fierargiftofi^ oid' akeyl^cj. IL 24, 292: atvee d' oitavov xaxvv 
ayyekovj og %i ßoi avrfp q>lX%avog oiwvcuv . . . öe^lov, cg)ga fiiv avtog 
iv oq>&akfjiolai voßtjaag rtp nlavvog irtl vfjßag Xrjg. — II. 12, 243: elg 
oßiiovog agtOTog, afivvead'ai negl fcdtgrig. IL 2, 859 : oix olwvolaiv igia- 
caro Kijga fiilaivav. — Aristoteles in seiner Thierkunde gebraucht das 



126 Griechische Etymologie. 

Wort gar nicht, hat es (1, 48) nur noch in einer Ableitung (arifielov oliavi- 
UTixov ^Vorbedeutung', in Bezug auf TtzaQfiog ^NiesenO. 

Ungewisser Herkunft Da die Form diwvo-Q (wahrscheinlich: oßiwvo-i;) 
als ä^lisch (Ahrens 1, 106) überliefert ist, so hat die Vermuthung, dass das 
Wort den ^allein (olog Seite 123) fliegenden' Vogel bezeichne, gar keinen 
Boden, aber auch die, dass es unmittelbar zu lat avi-s ,Vogel' (Enn. ann. 
83; 95) gehöre, kann nur als recht unsicher bezeichnet werden. Dem 
Suffix nach vergleichen sich am Nächsten wohl vlwvo-g ,Enkel' (IL 2, 666; 
5, 631; 13, 207; zu vlog ßoW II. 1, 9; 505) und xoivtovo-g ,Theihiehmer, 
(Aesch. Ag. 1037; 1352; Schutzfl. 343; Soph. Aias 284), weiter aber auch 
/Liskeäwvo'g ,Besorger, Aufseher* (Hdt 3, 61 ; 63, 7, 38) und xokuvo-g ,Hügel* 
(Hom. hymn. Dem. 272; 298; Hdt 7, 225). 
oItco'^, alt ßolxo-g ,Haus, Wohnraum'; ,Hausstand'. 

n. 1, 30 : TtQlv (Aiv %qI yrjgag tneiaiv 'qfieriQq) ivl ßolwp. H. 6, 490 
= Od. 1, 356: dkl' elg FoUov iovaa %eF^ avr^g fiQya xof^i^e. IL 15, 498: 
dkl * aXoxog te aar] xal naläag onloaw xal ßoixog xal xX'^Qog cne^Qazog. 
IL 24, 471: yigußv d' li^vg xle ßoUov, xfj ^" "Axtkevg V^boxb. Od. 24, 417: 
Ix 61 vixvg Fobuav (poQBov. — Od. 1, 250: tol dk q>dvvv^ovatv idovr^g 
ßoJxov kfxov. Od. 4, 318: ia^Ural fioi Folxog. Od. 2, 48: o dij %ax^ 
Folxov anavxa nayX'^ d'iaQQalaeiy ßlotov ö* arto napinav oliaaeu — 
Daneben begegnet ein verkürztes olx-y alt /olx-, in der accusativischen 
Verbindung olxa-ÖB, alt ßolxc-öe ,zum Hause hin, nach Haus' (da- 
neben bei Homer häufig ßolxüv-de, wie U. 1, 606; 2, 158; 174; 290); II. 1, 
170: TtoXi q>4QT€Q6v iariv ßoixad' X/i€v, IL 2, 154: awt] d' ovqovov Ixev 
ßolxdde ßuiiivwv. — Dazu: olxieiv, alt ßoixieiv ,wohnen*; ,bewohnen'; 
IL 14, 116: ßoUeov d* iv Ilkevgwvi, OdL 9,200: ßolxei ydg kv äkoel 
öevÖQvißBVTL Oolßov ^Anolkfavog. II. 2, 668: %Qi%^a di ßoUtj&ev (,waren 
angesiedelt^ xa%aq>vXaö6v. IL 20, 218: dkl* 1^' vnwgelag ßoLxevv nolv- 
nlöaxog ^Idrjg, IL 4, 18: y; toi fikv ßoixoixo nokig ügidfioio, 

Lat vico' (vicurs) ,Dorf, Gehöft, Stadttheil'; Plaut Merc 665: 6räbo ut 
conqvaestöräs det m% in mc^ omnihis; Hör. ep. 2, 1, 269: dSferar in vicum 
vendentem tüs et odöres. 

Altir. fich ,Wohnort^; kom. gwic ,Dorf' (Mck 1*, 544; 2*, 279). 

Qoth, veiJiS' ,Dorf, Flecken' ; Mk. 6, 6 : jah hitauh veihsa (jTag xtafiag") 
bisimjane laisjands; Mk. 6, 56 : ihishvaduh thadei iddja in haimos (^xtifiag^) 
aithihau lawrgs aiththau in veihsa (^dygoig*) ; Joh. 7, 42 : us BWdaihaim 
veihsa. — Ahd. v)ich ,Ort, Kecken' (Otfr. 2,7,48; 4,5,38); — nhd. 
Weich'BiUL 

lit vesz'pat-s flen^ (nur von Gott und regirenden Herren gebraucht)^ 
eigentlich ,Herr des Ortes'; — altpr. vais-pattin ,Hausfrau'. 

Altslav. visi jLandgut'; — nslov. veSj vas ,DorP (Mikl.). 

Alban. vise (Mehrzahl) ,Orte, Plätze' (G. Meyer Wb., 473). 

Altind. vaigd'S ,Hau8, Familie'; EV. 5, 85, 7: vaigdm vä nitjam vanma 
drariam vä jdd sfm ä'gas cakrmd ,welches unrecht wir an eigenem oder 



Griechische Etymologie. 127 

fremdem Hanse gethan^ — Dazu: väigman- ,HauB'; KV. 10, 146, 3: väigma 
iva dfofatai ,wie ein Hans sieht es aus'; — vig- ,Haus'; ,Familie, Oe- 
schleeht, Stamm'; in der Mehrzahl oft für ^Menschen'; BV. 7, 73> 4: üpa 
ija vdhni gamatas vigam nas ,zu unserm Hause kommen die beiden 
Priester*; EV. 1, 39,5: prd-u arata marutas . . . ddiväsas sdrvajä vigä' 
,Tor stfirmet ihr Mamte, ihr Götter, mit dem ganzen Geschlecht; BV. 1, 
35, 5: gdgvat vigas saviiür dä'ividsja wpdsthai vigvä bhüvanäni tasthus 
,immerfort stehen die Menschen und alle Geschöpfe in des göttlichen 
Sayitä Schoosse'; vig-pdti-s ,Hausherr, Stammherr, Herrscher'; BV. 1, 27, 
12: sd raivd'n iva vigpdtis . . . grnautu nas ,wie ein reicher Stammesherr 
möge er uns hören'; BV. 3, 40, 3: indra prd nas . . . jagndm . . . tirds 
stavdna vigpatai ,Indras, fördere unser Opfer, gepriesener Herrscher^. 

Altostpers. vig- ,Haus, Familie, Dorf, Stamm'; mg-paiti- ,Herr eines 
StammesS 

Das alte anlautende ß ist bei Homer in weitem umfang (Enös 134—137) 
erkennbar und dazu auch mehrfach inschriftlich bezeugt, wie durch ky- 
prisches ßoUowi (CoUitz 1, 29), lokrisches ßoiiUovjog (Collitz 2, 52), böoti- 
Bches ßoixlag (C. 1, 283) und ßvxlag (C. 1, 148; 189; 190; 245 und sonst) 
und noch andere Formen. — Zu Grunde liegt vig- : vigäti ,er geht heinein^ 
(antar-pu^ai ,in das Frauengemach' Mbh.; mandirdi ,in die Wohnung' 
Kathfis.; väsa-vaigmani ,in das Schlafgemach' Eathfts.; gfhdm ,in das Haus' 
Eathäs.; väigmäni ,in die Wohnungen' BAm.; ni-vdiganam ,in die Woh- 
nung' Bftm.; purim ,in die Stadt' Bagh.), das im Bgvaidas nur in Ver- 
bindung mit Präfixen, am Gewöhnlichsten ä' ,zu ... hin', auftritt, wie 5, 
1 9, 2 : a dfdMm püram vivigtM ,in eine feste Stadt sind sie hineingegangen' ; 
3, 46, 4: indram säumäsas pradivi sutä'sas samvdrdm nd sravdtas a vi- 
ganti ,in den Indras dringen fortwährend die gepressten Somamengen wie die 
Flüsse ins Meer'; 1, 103, 4: pari . . . säumas pu/nänds camüaus vigat ,rings 
um ging der Somas geläutert in die beiden Schalen'; 8, 48, 12: jds . . . 
indas . . . märtiän ä vivdiga ,welcher Tropfen in die Sterblichen eindrang'. 
olxro-q ,Mitleid'; ,das Jammern'. 

Od. 2, 81: olxTog d'l'JU kafov anavra. Od. 24, 438: wg q)a%o daxQv 
%iFiav' olxrog d' iXe Ttavrag *Axaißovg. — Aesch. Ch. 410: ni7taX%at d' 
av%i fioi xioQ rovds xkvovaav olxrov. Soph. Trach. 864: xlvw rivog otx- 
%ov di* oUxwv dQTloig oQfivofiivov; — Dazu: olxvdo-g ,Mitleid erweckend, 
kläglich'; IL 11,242: c^^ o fikv av^i Tceacuv noifirjaajo xaAx^oy vrtvov 
oiicfQog. Od. 4, 719: dlX* Sq* in* ovdov l^e . . . otuTQ* 3koq>VQOf^iyri, Od. 
11, 421 : ohfXQOTaxriv d' f^xovaa Fona . . . KaaaavÖQtig. — oixTiaTo-g ,der 
BemiÜeidensweriheste' ; II. 22, 76 : tovto dtj otxriarov niXerai dßeiXoloi 
ßqfnolüiv. Od. 11, 412: tag &dvov ohttarip S'avdztf. — oIxtsIqsiv 
^bemitleiden'; IL 23, 548: el di fiiv oUvelgeig xal toi qflXog ^ftXero &vfji(^, 
IL 11, 814: rov di Fidwv ^naeiQB Mevoivlov aXnifiog vlog. 

Nächster Zusammenhang besteht wohl mit lat aegro- ,krank', häufig in 
geistiger Beziehung ,leidend, yerdriesslich, bekümmert' (Cic Cat 1,31: ho- 



128 Griechische Etymologie. 

minis (zegrt morbö grav% ; Enn. ann. 52 : vix aegro cum corde med me 
somnus reUqvit] Enn. trag. 260 : animus aeger semper errat neqve poti 
neqve perpeti potis esf; Plaut Trin. 1086: credidi aegr6 tibi id^ ubi au- 
dissSs, fore'j TurpiL com. 183: mihi vidire . . . aegre id paff; Pacuv. trag. 
129; norme . . . aegr^ male factum feram?). Fick (2, 32) zieht hierher, 
und gewiss mit Recht, noch das lettische igt ^innerlichen Schmerz haben^, 
.yerdriessUch, mürrisch sein', ^winseln, klagen'. - Dem Suffix nach ver- 
gleichen sich aQTO'Q jBroif (1, Seite 273) und andere neben ihm genannte 
Formen. In oXuriaxo-g schloss sich das superlativische laro an ein nomi- 
nalsuffixales T, ganz wie zum Beispiel in ßHnaro-g ,der beste' (Aesch. 
Ag. 379; Xen. Athen. 1, 5; 3, 10) oder auch in nqtiria%o-q ,der erste' (Hom. 
2, 228 ; 702). Neben oIxxbLqblv (aus ^obtxiQJeiv, wie zum Beispiel tfielgeiv 
,womach verlangen' zunächst aus HiiiqJBiv hervorging und sich eng an- 
schliesst an ifiego-g ^Verlangen', Seite 63) ist die ihm zunächst zu Grunde 
liegende Nominalform nicht erhalten, als solche aber wohl neben oUtgo-g 
noch ein *oiycr€Q6-g zu vermuthen. 

o?To-$ ^unglückliches Geschick'. 

n. 9, 563: Tijy de . , . ^Alxvovriv xalisaxov ifttiwfjiov, ovvex* aq avvrjg 
f^fjrrjQ aixvovog noXvTtev&iog oItov ^ovaa Kkaie. IL 24, 388 : Sg fioi 
xala %bv olzov drcoxfjiov Ttaidog ^vcarceg. Od. 8, 578 : oti xlaletg . . . ^^g- 
yetwv Javawv ijd* lllov ohov axovwv. II. 8, 34 »■ 354: oi xev d^ xoxoy 
oItov avanhfiaarteg oXwvrai. Od. 1, 350: TOVTtp <5' ov vifieaig Javatav 
xoKoy ohov oFbLöbiv. 

Ungewisser Herkunft Das Suffix wie in xoUo-g ,das sich Schlafen- 
legen, Schlafen' (Od. 2, 358; 3, 334; 19, 515; 22, 470), Ttkovro-g ,Reichthum' 
(IL 1, 171; 2, 670; 16, 596), ohvo-g ,Mitleid' (siehe oben) und anderen For- 
men. Fick 1^, 345 nimmt Zugehörigkeit zu lat ütt ,gebrauchen' (Plaut 
Poen. 1088; Rud. 1241 ; Merc. 145; alt oetier Corssen 1, 703) an, ohne weitere 
Erläuterung zuzufügen. 

oirö'Vy ein Erdschwamm. 

Theophr. (bei Athen. 2, 62, A) : doxel d' '^dv aq)6dQa tovt' elvai xal 
TTJy oafÄfjv ^eiv TCQewdrj, xai %6 Iv zf Qqoxjj ök yevofievov ohov. 

Dunkler Herkunft Dem Suffix nach scheinen Bildungen wie q>v%6''V 
,Gtewächs' (IL 14, 123; 18, 57 — 438), noxo-v ,(3etränk' (IL 1, 470; Od. 2, 
341; 9, 354), ßoz6-v ,Weidevieh' (II. 18, 521; Aesch. Ag. 1415; Eum. 450) 
und ähnliche vergleichbar. 

oXy-uv ,öffnen' (Aesch. Prom. 611; Bruchst87; Hdt 3, 117; olye ,Sffne' 
Hes. Werke 819; av-oiyev ,er öffnete' IL 14, 168. Daneben Formen wie 
dt'olyvvte ,8ffnef Ar. Ekkl. 852 ; otyvvfiev ,wir öffnen' Leonid. in Anth. 9, 
356) ging aus älterem oty- (siehe 1, Seite 497) hervor, ganz wie zum Bei- 
spiel ol-g ,SchaP (1, Seite 122) aus älterem oi-g. 

olßo'qy ein Stück Fleisch vom Hintertheil des Halses eines Ochsen. 

Luk. Lexiphan. 3 : etg xaigov ovroal aizog ifiTtoki^aag ye, wg oqw, ttv- 



Griechische Etymologie. 129 

Qicvrjv %i %iva xal iyKQvq>lag xal yi^veia xal givaxag xal olßov tovtovI 
%ai Xuyyaviov. 

Dunklen Ursprungs. Die formelle Möglichkeit eines Zusammenhangs 
mit eXßea&ai ^herabfliessen^ (Seite 107) giebt durchaus noch keine Ge- 
währ der wirklichen Zugehörigkeit 

olö- ySchwellen^ (oft in bildlicher Bedeutung), verbal lebendig nur in prä- 
sentischen Formen, wie oldavei (11.9,554; Ap. Bh. 1,478; an diesen 
beiden Stellen causativ gebraucht), oldavovra (Ar. Fried 1166) oder medial 
oldcyetai (H. 9, 646 ; Opp. hal 5, 608), und in abgeleiteten Formen, wie 
^dee (Od 5, 455), av-oidäei (Hdt 7, 39), oidel (Plat Gk)rg. 518,E), 
^dijae (Fiat Phaedr. 251, B), avoid^oav (Eur. Hipp. 1210) oder auch ol- 
iaivovaa (Arat 908) und oiäalvemov (Ap. Bh. 3, 383). 

Od. 5, 455: (pdee dk xQoa nana. IL 9, 646: dXka fioi oUayerai TiQa- 
ilfj x^^V* ^^ ^7 ^^^- XoXoq^ og ve nal akktov oldavei iv atij&eaai voov 
ftvxa TtBQ g>Qove6vT(ov. Hdt 7, 39: 6 ^vfiog, og . , . VTtevavrla dk vov^ 
soiai (d. i. x^ijaTOIac) dxovaag av-oidici. Hdt 3, 76: ol fikv . . . xekevov- 
-reg • . . fiijök oiöedrroiv %üiv n^rffiiatiav Inixld-Bad-au Eur. Hippol. 1210: 
xv^a . • . av^oidrjaav . • . x^Q^^ ftQog dx,Tag. Ar. Friede 1166: top ve qyfi" 
h[x oQüiv oldavovta, Ar. Frösche 940 : Ttjv tixrrjv . . . oidovaav vno iMfi' 
ftaa/ÄOTtav xal ^rjfjiatoiy ifta%dtiv. 1192: fig üolvßor iJQ^aey oldtiv %w 
jtode. Plat Gorg. 518, E: o%i dk oidel (nämlich 17 ndkig) xal vnovXog 
ioTi dl* hielvovg %ovg naXaiovg^ ovx aiad'avovxai. — Dazu: oldog^ ,Ge- 
schwulst'; Hippokr. 3, 103: ovcr/xij yaQ zip ovtmg inideofiivtp to oldog 
l^aelqead'ai ig avro to Shtog, 3, 104 ayayud^ovtai di dia %6 oldog 
intKotaTtkaooeiv, Nik. ther. 188: aa^l yaQ ovt* inl ddxfia ipaelvetai, 
ovte dvaakd'ig oldog i7tig)kiyetai. 237: ^ d' inl ol aaQS noXlmi fikv 
xi^aovaa ßaqel avadidgofiev oXdei. 426: tov d' i]toi negl tif^fia fiikav 
xoQ^evai oldog. — oldfioT- (oldfia), siehe besonders (Seite 130). 

Dazu aldat aemido-s (wahrscheinlich aus *aidmido-) ,gesohwollen^ (Paul, 
ex. Fest: aemidum jtumidumf). 

Ahd. eiz ,Eiterbeule, Geschwür*; — altn. eitill ,Drfise* (nach Fick 2, 33). 
— Kaum dazu auch altn« eiiTj ahd. eitarj nhd. Mter. 

Armen, ait-num ,ich schwelle', ai^i^mn, Geschwulst', ait ,Wange' (Hubschm. 
Arm. St 19). 

olöaj alt ßolda ,ich weiss' (IL 4, 163 — 6, 447; 4, 360; 7, 240; 241), alte 
der Beduplication ermangelnde Perfectform zu Id-j alt ßid ,sehen' (siehe 
Seite 37). 

-oTöäx" (oXdaS) ,unreife Feige'. 

PoUux 6, 81: ta dh ovtcw Ttineiqa züv aimtov oXdameg naXovvzai naQo 
Ammai mal q)t]Xfpieg naq uidTjvaloig. 

Wird zu old'i oldaveiv ,sch wellen' (siehe oben) gehören, wie noch ins- 
besondere durch Aristophanes' Frieden 1166: %6v %e yijAijx' oQtiv olda- 
yov%a wahrscheinlich gemacht wird. Das Suffix wie im oben genannten 

Leo Meyer, OrieohiMhe Etymologie. IL 9 



130 Griechische Etymologie. 

yijAjjx- ,unreife Feige', in ol'ijx-, o?5x- ^Jochring*, ,Steuerruder', (Seite 124) 
und sonst 

olöiiax' (oldfio) ,Wasserschwall'. 

1121,234: o (d. L noxafiog) d" iniaavxo' otöfiari &vwv. 11.23,230: 
xcrra novroV o d^ iatsvev oidfOXTi -d-vwv, Hom. hymn. Ap. 417: rj elg 
oldfi ' Skiov noXvtx&vov av&ig oQovaet (nämlicb niXwgov), Hymn. Dem. 
14: iyiXaaae %al aXftvgdv cld/ja 'd-aXaacrjg. Hes. th. 109: novrog dftel- 
Qirogy otdfiari &vwv, 131: TciXayog . . . otdfiazi ^ov. Find. Brachst 221 
(Bergk): TiQTcerai dh xal tig M/vi {(pQaalv) oldfi* haXtov vat d'og aalg 
öcaaTelßwv. 

Gehört zu old-: oldaveiv ,BchweIIen' (Seite 129), wie noch besonders 
deutlich wird durch Verbindungen wie xvfia . . . av-otäijaav (Eur. Hipp. 
1210), oldalvovaa d-aXaaaa (Arat 909), dv-oidijval re &aXaaaav (Q. Sm. 
14, 470), &aXaTTrig dvotdovarjg (Alkiphr. 1, 10). 

ol^V'g ,Jan]mer, Elend' (Aesch. Schutzfl. 875; Agam. 756; Eum. 893), ent- 
stand aus älterem oi^v-g (1, Seite 498) mit der selben Vocalzusammen- 
Ziehung, die in ofyeiv (aus *oly€tv) ,öffnen' (Seite 128) und in noch 
manchen anderen Formen vorliegt — Dazu: dva-ol^eiv oder dva- 
-ol^ea&ai ,sich in elendem Zustande befinden, sich fürchten'; Aesch. Ag. 
1316: ovTOi dvaol^ü) &dfAvov wg OQvig q>6ß(p. Eur. Bhes. 724: ^'Extwg yaq 
f;fiiv Toig g>vXa^t f^ifiiperat, — tI Acraxaiv; — dvaoi^fov. 805: firjdhv 
dvaoi^^ ov noXefilovg dqaaat tdde, 

otx'Bö9-ai ,fortgehen', häufig ,fortgegangen sein', das aber wohl eher in der 
präsentischen Bedeutung ,sich in der Feme bewegen' gedacht sein wird; 
begegnet nur in präsentischen Formen. Einige zugehörige ausserpräsen- 
tische Formen gingen von einem abgeleiteten cixisad-ac aus, wie dfol- 
Xr^rtai (Hdt 4, 136), 7taQ~€pxW^^^ (Plut Camill. 14), olx^aerai (Ar. Wesp. 
51 ; Plat Theaet 303, D), oixi^aofiai (Plat Phaed. 91, C) und andere, neben 
denen vereinzelt (Leonid. in Anth. 7, 273, 6, wo aber FDübner gegen die 
Handschrift olxi;/iat schreibt) auch ein prasentisches olxevfAai begegnet 
Unmittelbar dazu gehört ein actives 2^1^ ^£iy ,f ortgehen, gehen', das auch 
nur in präsentischen Formen auftritt, dem aber ein paar Perfectformen 
nahe zur Seite stehen, die von einem abgeleiteten *olx6eiv oder seltener 
auch *oixieiy ausgingen, wie naQ-olxomev (II. 10, 252), ^x^^^ (Aesch. Pers. 
13; Soph. Brachst 220; oIxojko Soph. Aias 896), olxc^xdteg (Hdt 9, 98; 
olxtoxvlag (Hdt 8, 108), olxfixee (Hdt 1, 189; 4, 128; 165; 8, 126; fcag- 
-oix(jix€€ Hdt 8, 72), — TtaQ'iffx^^^^ (Dion. Hai. 1 1, 5), Ttag-qtxv^^'' (Polyb. 
8, 29). 

11.1,380: x^o/M€VOg 6^6 yiQwv naXiv i^x^ro. 11.5,511: InBi ßide 
HaXXdd^ lid-ijvrjv oixofiivrjv. 11.11,288: ol/er' avrjQ 6 aqia%og. H. 15, 
223: f^^rl fiiv yaq toi yair^oxog hoalyaiog otx^ot^ sig ciXa diav. II. 1,53: 
evvrjiaaQ fihv dva atqatov (^x^^o xfjXa d-eolo. II. 13, 504: aixfiij d' Aivelao 
xQadaivofiivrj xcrra yalrjg ^Jjfero. IL 6, 346 : wg (i oyeA' rifdati t(p otc fjie 
TtQWTov %h(.e (Jtrj^riQ oix^a&ai TCQOcpiQovaa xax/} dvif40to S-veXXa elg ogog 



Griechische Etymologie. 131 

y; ig xvfia nokvipXolaßoio ^alaaarjg. IL 5, 472 : ^'ßxroQj nf örj toi fxivog 
oixeraij o n:Qiv ^ecxeg] Od. 1, 281: l'^ao nevaofievog natgog dßijv olxo- 
fiivoio. Od. 4, 393: oixofiivoio ai^Bv dokixrjv odov ccQyakiriv te. Od. 19, 
192: T(p d' fjdr] öexaTtj rj hdexartj nikev rjßdg olxof^iivq) ^vv vrivai tlo- 
Qiavlai Fihov claw. — Od. 3, 322 : ig niXayog ^iya rolov, o&€v %i neq 
ovö^ oiwvol ovroßereg olxvsvaiv. II. 5, 790: ovdiicote TgtSeg tcqo nvXawv 
Ja^daviatov otxveaxov. II. 15,640: vlovy og Evgva&^ßog aPi&liov ayyB- 
Hir\g oixveaxe ßlr] 'HQaxkefeeirj. II. 9, 384 : äiriTioaioi di ßexaOTag (näm- 
lich nvkag) avigeg i^-oixvBvoi. 

Da in den verwandten Sprachen sich offenbar keine frappant entspre- 
chende Form findet, so bleibt Benfeys Vermnthnng (Or. und Occ. 1, 427 ; 
732) erwägenswerth, nach der das x ^^ g&i^z ähnlicher Weise wie in 
i^ea&ai ,kommen, gehn' (1, Seite 460) sich ans älterem präsentischem si 
entwickelte nnd das selbe alte altind. vi zu Grunde liegt, das mit der Be- 
deutung ,bringen, herbeischaffen' schon unter oi- ,tragen, bringen' (Seite 
121) aufgeführt wurde, mehrfach aber auch in der Bedeutung ,gehen, kom- 
men' auftritt, wie RV. 8, 61, 5: vditi stdutavai amhiam ,er geht die Mutter 
zu preisen'; ßV. 1, 189, 7: tuäm tan agnai . . . vdishi prapitvdi mdnushcLS 
,du gehst, Agnis, in der Frühe zu den Menschen'; BV. 10, 6, 2: a jds 
Viva ja sdkhia sähhibhjas ,der mit Freundschaft kam zu den Freunden'. 
— Das präsentische olxvieiv vergleicht sich seiner Bildung nach mit ßi- 
vieiv ,voll stopfen' (Ar. Friede 645; daneben ßeßvü'fiivo-g ,vollgestopft' 
Od. 4, 134), ixvieo^at ,erreichen, wohin gelangen, kommen' (Seite 21) 
ofg>'Biv oder auch in abgeleiteter Form: oitpietv ,besGhlafen'. 

Plut Fyrrh. 28: %wv dh nQeaßvtiQOiv xivhg ifttjxokov&ovv ßocüvteg ,olx€, 
Id'AQotottej xai 6lq>B tav Xilwvlda' fiovov Ttaldag aya&ovg to STcaQTff 
^o/et'.— Makar.2,40 (Leutsch Paroem. 2, 147): agiata x^^S olq)el. Athen. 
13, 568, E: ovrwg yaQ aqiara twXog olq^elg. Gortyn. Inschr. 2, 3: a% xa 
. . . Tay iXev^iqav xagtei olqijj. 2, 17: a% y,a tav iXev&igav iniq^igtixai 
oi(pfiv axevovtog xadeata, — Dazu: olq)6Xrj-g ,geil'; Hesych. führt auf: 
oiqiokrjg' 6 fdi) iyxgaTrjg, aXla x,aTaq>€grig ngog yvvaixa. 

Fick (1^, 522) nimmt Uebereinstimmung mit altind. jdbh ijdbhati ,er be- 
Bchläff (AV.), also auch neuslov. jebati, serb. jebsti ,beschlafen', an und 
wohl mit Becht; es wäre aber dabei noch ein bestimmterer Nachweis 
wünschenswerth, dass oi- wirklich aus altem ja- hervorgehen konnte. Das 
Griechische bietet kein weiteres Verb mit -oty-. 
ota-eiv (Futurform) ,tragen' (Find. Pyth. 4, 102; Soph. El. 360), siehe unter 

oi' (aus altem ßoi-) ,tragen, bringen' (Seite 121). 
olco-gj alt wahrscheinlich Jrolao-g ,Dotterweide'. 

Theophr. Pflanz. 3, 18, 2: tov re oiaov to ^liv kevudv %6 öh fiikav xai 
To av^og ixarigov xai 6 nagTtog Tiata koyov 6 fdkv kevxog 6 ök ^ikag. 
6, 2, 2: yklaxgov de aqiodga^ 6t^ o xai ;^^Cfiyrat ngog to Tcaradelv xai 7C€gi- 
kaußavBtv üaneg rcp oXatp. — Dazu: olao-v ,zum Binden gedrehte Wei- 
denruthe, Strick'; Hesych führt an: oloov . . . i^ axotvlov. 

9* 



132 Griechieche Etymologie. 

Wird unmittelbar zu olava ,Weide^ (siehe weiterhin) gehören. 
oiöog>äyO'q ,Speiseröhre^ 

Hippokr. 2y 106: 17 dh xollfj q>ü\p neQalverai fihv wg 6 olaoq)ayog, 
nifpvKB dh fieva^ rov %€ ßQoyxov tuxI to£ olaofpayov. Arist Thierk. 1, 
69: kmog di rov aixivog o re olcoq>ayog xaXovfievog iaziv, ^wv t^v 
iTtwwf^lav dno %ov firpiavg aal Ttjg otevorrpcog^ xal ^ aQrrjQla» nqovsQOv 
ih Tfj &ia€i ij aQTfjQla xBl%ai %ov oiaoq)ayov iv naai %olg %%ovatv av- 
rqv. 4, 10: fiera 6i %o atofia %%ovaiv (u&mlioh die Weichthiere zev'd'ldeg 
und rev'S'Oi) olaoq)dyov (icckqov xal avirov, ixoiievov dh tovtov ngokoßov 
fiiyttv xal 7C€Qiq>€Qij OQvi&wöf]. 

Als Schlusstheil löst sich deutlich -(payo- ^essend' (zu q>ayifi€v ^essen^ 
Od. 10, 386; 15, 378) ab, wie es schon in mehreren homerischen Zusam- 
mensetzungen sich findet: kano'q>aYO'g ,Lotos essend' (Od. 9, 84; 91; zu 
yei^leichen Od. 9,84: o2 av&ivov eldaq MdovaiVj und 94: og %ig ItaToio 
g>ayoi), ykcn(ta-g>ayo~g ,Milch essend' (II. 13, 6), airo'-qxiyo'g ,Brot essend' 
(Od. 9, 191), dvdQO-fpayo^ ,Menschen fressend' (Od. 10, 200), vifio-q>iyo^ 
,Bohe8 fressend' (II. 5, 782; 7, 256; 11, 478). Der erste Theil des Wortes, 
olao-j ist noch unerklärt 
oi(P6ri, alt wahrscheinlich ßoiavfjy eine Weidenart 

Pollux 7, 176 erklärt: olavnloxog 61 6 rag oiavag Ttkixwv' olavai di 
al XvyoLy xal oiaviva axevri xal oiavivai doftldeg' tov di olavonkoxov 
olaovQyov xalel EvnoXig. — Dazu: oiaiivo-g ,weiden'; Od. 5,256: 
q>Qd^e di fiiv (d. i. oxsdlrjv) ^Irceaai dia^nBqig olavtvfjaiv xv/xarog ellag 
Mfiev, Thuk. 4, 9: Tovg vavvag l| avtwv änkiaev danloi r« q>avhxig xal 
olavtvaig Talg noXhxlg. Xen. Hell. 2, 4, 25 : orcXa inoiovwo, ol fiiv $t;- 
kivay Ol di oiaviva xal %av%a iXevxovvro, 

Altpreuss. mtwan (Acc. sg.) ,Weidenbaum'; ape-witwo ,Wass«rweide, 
Uferweide'. 

Altslay. vStfA ,Zweig'. 

Fick (2^, 239) erschliesst, ohne Zweifel richtig, ein gräcoitalisches *voituäy 
dessen Dental im Griechischen vor dem t; in den Zischlaut überging, ganz 
wie zum Beispiel in av ,du' (IL 1, 76; 83) neben lat tu (Enn. ann. 66, 79). 
Nächster Zusammenhang besteht offenbar mit tririy alt fiThj , Weide' 
(Seite 32). Die Suffixform at)ij, aus altem *tiiäj scheint im Griechischen 
sonst nicht vorzukommen. Das Vocalverhältniss 01 :l ist das selbe wie in 
Tcoitn^ ,Busse, Genugthuung' (IL 3, 290; 5, 266; 18, 498) und vlfii] ,Busse, 
Genugthuung' (H. 1, 159; 5^ 552) und, falls diese wirklich zusammenge- 
hören, in koifio-g ,Seuche' (IL 1, 61) und klfi6-g ,Hunger' (IL 19, 166; 348 ; 
Od. 4, 369). 
oiatjtri ^Schmutz der ungewaschenen Schafwolle' (von Hippokrates 2, 860 
in Bezug auf Ziegen gebraucht). 

Hdt4, 187: vuiv natdliav rav aq>eTiQ(ov, ineav TerQairea yiviitaij 
oiawtji TtQoßttTüiv xalovai tag iv %i}üi xoQvq)fjai q>kißag, (Ae%B%itBQOi di 
avrwv rag iv toIoi xQOtafpoiat, Tovde eYvexev tag (irj aq>eag ig tov navTa 



Griechische Etsonologie. 133 

XQovov yLQ%aQqiov q>Xiy^a Ix Ttjg x€g>alijg dfjlitjtai, Hippokr. 2, 860: tj to 
Xeyofdevov oiavrcri aiyog ^ij^o niotpai xal q>£^ai avv Tigi&iwv iglyfictri iJialfp 
q>vQijaaaa ^fii^v (Erotian. lex. Hipp, bemerkt zn olavTcrj aiyog' oiavftri 
xvqliag Xfyerai to diaxojQtjfia xov fCQoßdrov xal yäg oig %b ftgoßarov . . .)• 
— Daneben in der selben Bedeutung: oXavno-g. Diosk. 2, 84: olavnog 
di liyeTai to hc %wv oiavmjgdiv igltov Xlnog . . . tov fiivioi avrjgijfii- 
vov oXavfCOv %fl X^^Q^^ fiaXa^agf TtaqaxQriixa avaiqov, bX riva ^ec oma&aQClav. 
AretäoBy S. 194 (Efihn): i^v 3i to ^fcag %riv nelatv xoi rrfv i^üvriv Xüxj], 
flgia fikv ^at(o olaintp Tcivaga ano %fig oiog. — Dazu: olavnfjgog ^t 
Schweissschmutz versehen^; Ar. Ach. 1177: S^ovia, ntjgan^v nagaanev- 
a^ere, ^gi' oiavTtrjga. Dioskr. 2, 84 (siehe so eben). 

In dem ersten Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes scheint 
ol-g ^chaP (Seite 122) enthalten zu sein; im zweiten vermuthet Fick 
(2, 257) eine unmittelbar zu lat süco-s ,Safty Schleim^ (Plaut Oapt 81; 83) 
gehörige Form, und diese wird dadurch wesentlich gestützt, dafis das zu- 
gehörige' sücido^ ySaftig^ gerade häufig von ungereinigter Wolle gebraucht 
wird, wie Varro r. r. 2, 11, 6: tonsürae tempus inter aeqyinoctium vemum 
et sölstitiumj cum südäre incSpenmt ovSsj ä qvö südäre recens läna tonsa 
sücida appdlMa est] Gelsus media 8, 3: su/präqve impmenda (nämlich 
vulneri) läna süciäUj oleö atqve acetö madens; Plin. 29, 29: praetergve 
euttiim et tütelam contra frigora sücidae (nämlich länae) plüruma prae- 
stant remedia ex oleo vinöqve aut acetö . . . lux&tis membris dolentübusqve 
nervte inpöaitae et crebrö subfüsae. 

olojti&TTi (auch olaTcwTi^ geschrieben) ,Schmutz der ungewaschenen Schaf- 
wolle'; ,Schafmist^ 

Eratin. Eom. Bruchst 39 (Eock 2, 24): oix dXla ßolira x^cü^a xi^OTtia- 
%riv nonelv. Ar. Lys. 575 : ngwrov iihv k%gfiVy warceg noiMV kv ßakavelq), 
hiftXvvavTag rfjv oianwTrjVf Ix vijg noXewg knl xXlvtjg ixgaßdl^eiv Tovg 
(lox^govg. CafiS. Dio 46, 5, 1 : %al otonwxag aal varceXi&ovg xal ana- 
rlXag avlXiyiovj iioXfirjaag, cu fiiagdrare^ TcgwTov fihv Trjv vov Idvnovlov 
ägav diaßaXeiv» 

Scheint unmittelbar zum vorausgehenden zu gehören. Es würde sich 
dann wohl zunächst an das aus oXavfto-g geleitete olavTtoeiv ,mit schweissi- 
gem Schmutz versehen sein' (Hipp. 3, 327: eigia otavnovvta) anschliessen. 
Fraglich ist aber doch, ob der Ausfall des innem t; so leicht hätte ein- 
treten können. Oder liesse sich in Bezug darauf iX^elv ,kommen^ (1, Seite 
490) neben iXvd^- vergleichen? Möglicher Weise steht der Schlussiheil des 
Wortes in unmittelbarem Zusammenhang mit aTtavlXrj ,dünner Stuhlgang, 
Excremente, Eoth* (ffipp. 2, 41; Ar. Friede 48; Cass. Dio 46, 5, 1; Pollux 
5, 91). 

oi&rö'g ,Pfeil' (Eur. ras. Her. 196; Med. 637), bildete sich aus älterem oioxo-g 
(1, Seite 498) mit der selben Vocalzusammenziehung, wie sie in ol-^ ,Schaf 
(Seite 122) und zahlreichen anderen Formen vorliegt 

olaxqo'q ,Bremse'; dann oft bildlich für , Wuthanf all, heftige Leidenschaff; 



134 Griechische Etymologie. 

bei Aristoteles 8, 41 auch als Name eines wunnfiressenden Vogels an- 
geführt 

Od. 22, 300: ot d' iq>ißov%o xaza iiiyaqov ßdßeg wg ayelaiai' rag fiiy 
t' atfoXog olavQog kqiOQfirj&elg idovrjaev wqjj ßsiaQiv^. Ap. Rh. 1, 1269: 
(ig d* 8t€ Tlg T€ fivwTU revvfifiivog %aav%o ravgog . . . Siyaev fivxrifia, 
xcnuf ßeßoktjfiivog otarQqß. Aesch. Schntzfl. 308 : zl ovv h^ev^ev aXlo dvo- 
TtoTfiip ßot; — ßorjhxTfjv ßvwjta mvrixriQiov. — oIgtqov xakovciv cnkov 
ol NeUov niXag. 541: keifiiSva ßovxilov, ^v-S-ev *I(o oioTgq) kqeaaofiiva 
q>evyei. dfia^lvoog. — Soph.Trach. 1254: dg tcqIv kfATteaelv OTtagayfiov 
ij %iv^ olozQOVy ig Ttvgav fie &fjg. Ant 1002: q)&6yyov oqvL&wv, xcnup 
xld^ovTog oXoTQtp Tuzl ßeßagßaQtafjiivtp. Eur. Or. 791: fifj &€al fi* oXa%Qip 
xardoxioai. 

unmittelbare Zugehörigkeit zu olaro-g ,Pfeil' (siehe Seite 133), wie 
man sie oft angenommen hat^ ist unwahrscheinlich, da das letztere bei 
Homer noch gar kein diphthongisches oi aufweist — Das Suffix wird 
das selbe sein, wie in trjTQo-g ,Arzt^ (H. 11, 514; 833) und daLTQÖ-g ,Zer- 
leger, Vorleger^ (Od. 1, 141 = 4, 57; 17, 331J, die allerdings in der Beto- 
nung abweichen. Als ursprungliche Bedeutung wird man ,der Stechende^ 
vermuthen dürfen. 

oivdö' (oivcg) ,Holztaube^ 

Arist Thierk. 8, 45 : olvdg dh tov q>d'ivo7tiiQov xai (paLvevat gidJuava 
xal akloTcetai ' %axt öh t6 fiiyeS-og 17 olvdg fiel^atv fiiv negiaregagj ikdr- 
Twv di q)aß6g' 17 ö* Sktoaig cnlT'^g ylverai fidkiaza xafcrovatjg zo vdwQ' 
d(pixvovvzaL d' elg zovg zonovg zovzovg Hx^'^^^f^ veozzovg. 

Ging vielleicht ebenso wie das gleichlautende oivdd- ,WeinBtock' (Ion 
bei Athen. 10, 447, D) von olvo-g ,Wein* (siehe Seite 135) aus. Dass die 
Alten an diesen Zusammenhang wirklich dachten, zeigt Athenäos (9, 394, A), 
der in Bezug auf die olvdg aus Aristoteles anfährt ^x^cJ/ia 8' ^ei olvay- 
Ttov^ (,weinfarbig*). 

oivdv^j Name eines nicht näher zu bestimmenden Vogels. 

Arist Thierk. 9, 258: dq>avi^€zai dk xal fjv xaXoval ziveg olvdv&r^v 
avlcxovzog zov aeiglov, dvofiivov äk qialvezai' q>evyBt ydg ozi likv zd 
ilwxfj ozi de T^y dXiav. 

Ist wohl im Grunde gar nicht verschieden von olvdvdri ,Trageknospe 
des Weinstocks, Bebenblüthe' (Eur. Phoen. 231 ; Ar. Vögel 588), das neben 
olvo-g ,Wein^ (siehe Seite 135) als SchlusstheU eine unmittelbar zu av&og- 
,Pflanzenspitze, Blume, Blüthe^ (1, Seite 215) gehörige Form enthält Viel- 
leicht wurde der Vogel nach seiner Farbe benannt 

olvö-q oder auch in weiblicher Form olvij ,die Eins' (auf dem Würfel). 

PolL 7, 204 : ßoXmv dk ovofiaza zuiv fiiv qxxvXwv ze xal dvaßoXwvj iq> ' 

olg zo dvaxvßelv, Mldag, Mdvrjg, ndzqiXog . . . xlog^ xal xiov ixdkovv 

xal olvov xai olnjv ($azi de olv^ nagd zoig "Icjui fiovdg). Hesych : olVij • 

. . . xal xvßevziTdog Xiyezai ßolog^ 6 xevog xal dvzixelf^evog z(p i^lzfj * 



Griechische Etymologie. 135 

^JlX^^og. — Dazu: olvaeiv ^allein sein'; Hesych: olvwvra* fiovi^Qfj. — 
olvl^eiv ,allem sein'; Hesych: olviCeiv ro fiovoZeiv xoeto; ykiHaaav. 

Lat üno' (ünus) jeiner*; Enn. ann. 297: multa dies in bellö cönficit ürms; 
alüat aino'8 (Gorssen 1, 702). 

Altir. oin und den (Zeuss-Eb. 300); — kambr.^ kom. und armor. un 
<Zeuss-Eb. 315). 

Goth. aina- (ains) jeiner'; Mk. 12, 32: ains ist ,c& ktniv^; — nhd. ein. 

Altpreuss. ain-s ,einer'; — litt viena-s. 

Altslay. inü ^einer". 

Der lautlich übereinstimmende altindische Demonstrativstamm aina-, von 
dem übrigens nur wenige Casusformen belegt sind (KV. 1, 32, 3: dhann 
ainam prcUhamagä'm dhtnäm ,er tödtete diesen ersigebomen der Schlan- 
gen'; KV. ly 136, 5: arjamä . . . ukÜitiis jäs ainaus paribhü'shati vraMm 
^Arjamfi, der mit Liedern ihrer beider heiliges Werk schmücktO und der 
nur ganz ausnahmsweise (RV. 8, 6, 19: im&'s . . . pfgnajas . . . duhatai ägi- 
ram ainä'm rtäßja ,diese Kühe geben diesen Trank des Opfers') am An 
fang emer Verszeile und dann betont auftritt, ist im Grunde wohl wirklich 
derselbe, so dass erst das Zahlwort sich ebenso aus einem Pronominal- 
stamm entwickelt haben würde, wie zum Beispiel auch h- ,ein' (1, Seite 402). 
ülvo'^ alt Folvo'-g ,Wein'. 

Od. 2, 350 : aye drj fioi ßolvov h afig)iq)OQ€vaiv aq^vaaov ßrjdvv. IL 4, 
346: xvTceXla Folvov mvifÄevai (Aßkißrjdiog. 11.8,506: Folvov Sk fiell- 
q>Qova ßoivl^ea&e. Od. 5, 165: lyd oltov xal vdwQ xai ßolvov iqvd-Qov 
iv&rjaoi fievofsixäa. Od. 5, 265: iv di Fol aaxov l't^xc S-ec (xiXavog ßoi- 
voio, IL 1, 462: Ini d* aid-OTta Folvov kelße, II. 4, 259: h dal&\ ore Ttiq 
%B ycQovaiov aXd'ona Folvov l/iQyetojv ol ägtatoi ivl xqrjT^Qi xeQcSvTai. 
Od. 9, 110: SfifceXotj a% xe (piQOvaiv Folvov iQiaTaq>vkov. 

Lat vino' (vintm)] Plaut Men. 915: album an ätrum mnum pötäs? 

Altir. fin, finn (Zeuss-Eb. 53); — kom. win oder guin (Zeuss-Eb. 1079). 

Goth. vein] Matth. 9, 17: giutand vein jiiggata in bcUgins ninjans. 

lit vina-s, 

Altslay. vino. 

Armen, gini ,Wein' (Hübschm. Arm. St 25). 

Das alte anlautende / ist bei Homer in weitestem umfang deutlich, 
dazu durch Hesychs Anführungen >^olvog' olvog und daneben yoivagwig' 
oivoxori erwiesen und auch inschriftlich erhalten, wie im kjprischen Folvtj 
(Gollitz 1, 34) und in den böotischen Eigennamen Foivlag und Folvwv 
(Gollitz 1, 401). Der Ursprung des Wortes scheint ausserhalb des indoger- 
manischen Gebietes zu liegen, da sichs im Semitischen, insbesondere als 
hebr. jain (Mos. 1, 9, 21; 24) und äthiop. wain (AMüller bei Bezzenb. 1, 
278), wiederfindet Der formelle Anklang an axolvo-g ,Bin8e' (Od. 5, 463 ; 
Pind. OL 6, 54) und die auch in der Betonung abweichenden adjektivischen 
xoivo-g ,gemeinschaftlich' (Hes. Werke 723; Pind. OL 2, 50; 7, 92; 11, 11) 
und (poivo-g ,blutroth', ,tödtlich' (H. 16, 159; Paul. Silent in Anth. 6, 57, 2; 



136 Griechische Etymologie. 

Hom. hymn. Ap. 362; — Nik. aJ. 187; ther. 146; 675) wird deshalb auf Zu- 
fall bernhen. Auch in den einzelnen indogermanischen Sprachen wird das 
Wort weiter und weiter entlehnt sein. 
olvost" {olvoip)j alt FolvoTt' (folvoxl/)j etwa jweinfarbig*; bei Homer 
18 mal Beiwort des Meeres (TtSvrog) und zweimal Beiwort von Bindern. 

II. ij 350: ^ero . • • OQOtav inl Folvorta novrov. IL 1, 613: Mdome . . . 
v^fag ivaaikfiovQ neqaav inl FoLvona novrov. Od. 2, 421 : txficvov ov- 
yov • . . xeXadorr* inl FoLvona ndrsov. Od. 6, 170: x^il^og ißeiTcoattp q>v- 
yov tjfictwi FoLvona n6v%ov, IL 13, 703: äg %^ iv veup ßoFe Folvone Tttj- 
XToy agoTQoy . . . viralvetov. Od. 13, 32: crfjQ . . . ^ re navfifiaq vBthv 
ay' %hcri%ov ßoFs Folvone nrpivov aqotqov. 

Gehört wohl unmittelbar zum Vorausgehenden. Das anlautende alte F 
ergiebt sich deutlich aus allen homerischen Stellen. Der Suffixform on 
geschah zuletzt unter al&on'j wohl ^brennend, funkelnd' (Seite 91) Er- 
wähnung. 
olnax- (olfia) stürmischer Angriff. 

IL 16, 751 : tjg Femwv inl Keßglovj] ^qwi ߀ßi]%€iv olfia Xiortog txiav, 
IL 21, 252: IlrileFldfjg d^ dnoQovaev . . . alFetov oXfiax^ %%(av. IL 8, 349: 
^xToi^ d' afifpin€QiatQ(6q>a naXklTQixctg Xnnovg, Fogyoog otfior^ ^oiy 
^öi ßQorokoiyov^^Qfiog. Opp. hal I, 312: volg dh fie^' iQnvüriJQaiv taov 
kaxev olfia doX6q>Q(av ar^nhj. Qu. Sm. 6, 201 : iv fiiv Maav . . . doui xivv- 
fiivoiaiv ioixoTeg olfia dQoxovreg. — Dazu: olfiaeiv ^angreifend los- 
stürzen'; n. 22, 140: riv%e xlguog . . . FQrjidlwg otfÄTjae fxeta TQTJQwva ni- 
Xeiav. IL 22, 308 (-» Od. 24, 538) und 311 : ot^i^aev di FaXelg &g %* al- 
Fetog vxjJineTfjFeig . . . fog 'lExrwQ otfirjoe. Hdt 1, 62 (in einem Orakel- 
spruch): To di dbcivov iKneniraCTaij &vvvoi 6* olfiijoovai aeXtivalrjg dia 
vvTcrog. 

Altin. diman- ,Gang, Bahn'; BV. 1, 58, 4: trshü jäd agnai varUnas 
vrshäjdsai krshndm tax äima ,wenn du gierig auf die Bäume dich stOrzest, 
ist deine Bahn schwarz'; BV. 4, 7, 9: Tcfshudm tai dima ,schwarz ist deine 
Bahn (Agnis)' ; BV. 6, 3, 4 : tigmdm cid dima ,scharf ist sein (d. L des 
Agnis) Oang'; BV. 5, 59, 2: düraidfqas jdi citdjantai dimdbhis ,(die Ma- 
rute), die weithin sichtbar sich zeigen auf ihren Gängen'. 

Gehort zu l- : tfievai ,gehen' (Seite 1). Unmittelbar vergleichbare Bil- 
dungen auf -olfiOT scheinen sonst nicht vorzukommen. Das abgeleitete 
olfideiv wurde wie zunächst aus dem weiblichgeschlechtigen oXfitj (siehe 
weiterhin) gebildet, das aber in der Bedeutung etwas abweicht Fick 1^, 
359 vermuthet Entstehung aus *olö(jLat- und nahen Zusammenhang mit 
olatQo-g ,Wuth' (Seite 133) und altostpers. aMvmor ,Zom'. 
oliio'q ,Weg, Bahn'; mehrfach in Bezug auf Gfesang gebraucht 

IL 11, 24: Toi (d. i. d'wgijxog) d' ^ toi dixa ol/aoi (,Streifen') Haav fii- 
lavog xvavoio. Hes. Werke 290: fiangog dh xal og&iog olfiog in ccvr^v 
(d. L agertiv) xal tqtixvg t6 ngditov. Find. Pyth. 2, 96: norl xivrqov di 
%ot kancri^ifiev xekid'U oXia&riQog olfiog. OL 8, 69: dned-rjxaro . . . inl-- 



Griechische Etymologie. 137 

7Lfvq>ov olfiov. Find. Brachst t07, 8: dnrifiov^ elg olfiov tiva T^anoio 
Qi^ßaig, u. noTviOj nayxoivov rigag. Aesch. Prom. 2: ijxofiev . . 2xv9fiv 
ig olfiov. 394: levQov yag ol^ov aid^igog tpalgei Tttegolg TergaOTcel^g 
olwvog. Aesch. Bruchst 239: anlrj yag ol/iog elg'uiidov q)ig€i. — Hom. 
hymiL Herrn. 451 : rfjai xogol %e fiilovai xal ayXaog olfiog aoidijg. Pind. 
Ol. 9y72: iyeig^ initav Ofiv ol^ov Xiyvv. Pyth. 4, 248: xal tiva ol^ov 
taa^i ßgaxvy * noXlolai 6 * aytj/Äai aoq>lag higoig. Kall. Zeus 78 : vdela- 
^€v , , . Oolßov dh Xvgtjg ev eldoTag oXfiovg. — Dazu: fcgo-olfiio-v 
^ngang, Vorspiel*; ,Vorrede^; Pind. Nem. 2, 3: S^evneg xai 'Ofirjgldai 
^QTC^uv ijtiwy %an6XV itoi6oi agxovrai, Jtog ix ftgooifilov.- Pyth. 7, 
2: xoXXiatoy al fieyaXomoXieg ^&avai ngoolfiiov. 1, 4: q>6gfity^ . . . . 
äyfjaixogt^ onotav Ttgooifilwv d^ßoXag revxfjg- Bruchst 78: xXv-d-^ 
IdXaXa IloXifiov 'S-vyaregy iyxiwv ngoolfiiov. Aesch. Prom. 741: ovg yag 
vvy ttxi^xoag Xoyovgj elvai doxei aoi firjdiTcw 'v ngooifiloig> — nag- 
Olli La ySprichworf, eigentlich wohl ,da8 am Wege Befindliche' (zur Er- 
klärung können dienen: Eur. Alk. 835: og^ nag* ol^ov . . . rvfißov 
xatdxpBt und auch Ar. Frösche 162: iyyiTa%a nag* avnjv njy odov . . . 
oixovoiy); Aesch. Ag. 264: evayyeXog fihvj waneg 17 nagoifiloy iltag yhoixo 
fitjTgdg evq>g6vrjg naga. Soph. Aias 664: lar' dXrid'qg 17 ßgorwv nagoi- 
fila, ix^gäv aduga öwga xovx on^aifia. Bruchst 260: lad'i d\ waneg 
17 nagoifila, Ix xagva ßaiwv yvunbg av yhovi avT^g. 

Altind. äima-s ,6angj Weg, Bahn*; Vägas. : drthas ca mai dimas ca 
mal ,mein Zweck und mein Weg*. 

Gehört unmittelbar zum vorausgehenden. Formen auf ^0 und auf fiav 
liegen auch sonst öfter neben einander, wie deofio-g ,Bande, Fessel* (IL 5, 
391; 6, 507; Od. 12, 54) und ^^a/iar- ,Band, Fessel' (IL 22, 468; Od. 1, 204), 
dacfio-g ,Theilung* (IL 1, 166; Hom. hymn. Dem. 86; Hes. th. 425) und 
daa^av' ,Antheil* (Hesych: ddofiara' dia^eglofiara), xev&fiö-g (IL 13, 28; 
Kall. Zeus 34) und xev&fiaT- ,SchlupfwinkeP (Theogn. 243 als Lesart), 
vXayfw-g (IL 21, 575; Xen. Jagd 4, 5) und {fiay^oT- ,Gebell* (Aesch. Ag. 
1631 ; 1672 ; Eur. I. T. 293), ödvgfio-g ,Klagen* (Aesch. Prom. 33 ; Eur. Phoen. 
1071) und odvgfdoT' ,Klage* (Aesch. Ch. 508; Soph. Trach. 50), xara- 
-xXvafAO-g ,Ueberschwemmung* (Plat legg. 3, 677, A und 679, D) und xard- 
-xXvofiax- ,Darmausspfilung* (Hippokr. 1, 620), fiegiafio-g ,Theilung* (Plat 
legg. 9, 903, B) fiigiafiar- ,Theil* (Orph. hymn. Pan. 16), agnayfid-g ,das 
Sauben* (Plut mor. 11, F; Philipp. 2, 6) und agnay^ar- ,Baub* (Aeschin. 
85, 27 ; Plut mor. 330, D). — Als nächstvergleichbare griechische Bildung 
wird man Xaifio-g ,Seuche* (IL 1, 61 und 97, als Lesart; Hes. Werke 243) 
nennen dflrfen. 
offii] ,Oesang*. 

Od* 8, 74: fiovc* ag* aßoiddv avqxev afeiäifievai xXiße^ dvdgcSv, oXfiTjg 
T'^g %6%* aga xXißog ovgavov evgvv Xxavev. Od. 8, 481: a<piag (d. L dFoi- 
doig) olfiag fiova * idlda^e. Od. 22, 347 sagt der Sänger Phemios : airro- 
dldaxTog d^ eifil, &edg di fioi iv q>g€alv oXiiag navtolag ivitpvae. Anakr. 



138 Griechische Etymologie. 

32, 14: (piHei dk Oolßog avrog (nämlich aij rim^, kiyvgr^v d' ?dwx€> 
oXfirjv. Ap. Eh. 4, 150: ^ovgri, ^'Ytcvov . . . xaUovoa 'qdelrj ivortfj, ^ik^ai 
zigag . . . airag oy ' ijdrj oXfiji ^ekyoftevog. Lykophr. 1 1 : diolxvst dvatpa-' 
Tovg aiviyfiOTwv ocfiag rvXlaawv, 

Wird zunächst den ,Gang' bezeichnen, was dann insbesondere auf vor- 
getragenen Gesang bezogen wurde, und unmittelbar zu den beiden voraus- 
gehenden Wörtern gehören. Dieser Zusammenhang wird insbesondere 
wahrscheinlich gemacht durch den oben bereits angeführten Gebrauch von 
olfxo-g^ nach dem dieses auch öfter auf Gesang bezogen worden ist 
Bildungen auf jui; und auf ixo liegen auch sonst mehrfach neben einander, 
wie öeafxri ,Bündel, Bund' (Alexis bei Athen. 14, 652, C; ava-diofirj ,Band' 
IL 22, 469) und öeofdo-g ,Bande, Fessel' (siehe unter olfio-q), ccvxf^V (Q- 
Sm. 9, 372) und avxf^o-g ,Trockenheif (Hdt 2, 13; 4, 198), Tiala/it] ,Halm« 
(IL 19, 222; Od. 14, 214; Xen. an. 5, 4, 27) und xdlafio-g .Bohr* (Hdt 1, 
179;3, 98;5, 101). 
oilKb^stv (aus *olfiwyj€iv) ,wehklagen'; ,beklagen'. 

IL 10, 522: ^inw^iv t ag* %7tei%a (plXov r' ovofirivev halgov. IL 12, 162: 
dl] ^a TOT* f^fiui^ev xai l/ci nB7tXii]ye%o firjgd "daiog. IL 18, 35: afieg- 
daXiov d* ^^(o^ev, IL 16, 290: S d' vTtTiog h xovlfjaiv xaTtfteaev oifiaf- 
^ag. — Aesch. Ch. 8 : oi yag ftagwv ^fiw^a adv, nazBgj (logov, Soph. 
Oed. KoL 820: ray^ i^eig (lalXov olfKo^eiv rade. Eur. EL 248: (^fiio^' 
d6eXq)6v c6v. 

Ging ganz ähnlich, wie zum Beispiel alaCeiv ,wehklagen', ,beklagen' 
(Seite 71) von alal ,ach' (Seite 72), wahrscheinlich von dem Ausruf 
oXfÄOL ,ach' (Theogn. 891; Aesch. Ag. 1225; Ch. 434; 875; 876; Soph. PhiL 
363) aus, mit dem es auch mehrfach in nächste Beziehung gebracht wird, 
wie Soph. Oed. KoL 820 : oXixou — xax * e^ug ^äXXov olfiti^eiv vdöe, und 
Soph. EL 788 : otf4oi Talaiva ' vvv yag olfiw^ai Ttaga. Abgeleitete Verba 
auf w^eiv sind übrigens selten; genannt werden können noch aoiCeiv 
,retten, erhalten' (Hes. Werke 376; Aesch. Prom. 374; 392; 524) und XQ^' 
Cetv ,beruhren' (Eur. Phoen. 1625; Med. 497). Das ganz vereinzelt stehende 
d^goi^eiv ,versammeln* (Aesch. Pers. 414; Soph. Kön. Oed. 144; Eur. Or. 
648; 873; zu a&goo-g ,geschaart, versammelt* 1, Seite 166), in Vergleich mit 
dem man ja etwa neben oiftoi ein **oifiol^€iv hätte erwarten mögen, wird 
aus einem älteren *dx^gotl^€iv hervorgegangen sein. 



y. 

•ß a, mehrere Male wiederholt, verwendet Aristophanes, um die Töne beim 
Einziehen des Duftes von Speisen auszudrücken, im Plutos, Vers 895: 
^vdov latLv, fit fiiagüJTaTtJy rtoXv XQ^ll^^ rejuax^^ ^^^ ngecSv wTtTrjfiiycov. 
vvvvvvvvvv vi. — xanodaifiov, ooq>galvei ti; 

v-eiv ,Eegen ergiessen', ,mit Begen übergiessen'. 

IL 12, 25: v€ d' aga Zeig avvexk- Od. 14, 457: ve 6" aga Zevg rcdv- 



Griechische Etymologie. 139 

rvxog. Hdt 2, 13: ei piri i&eXnjaei aq)i veiv 6 'd-eog dkk^ avxu(f dicexQaa- 

'S-au Hes. Werke 552: är^Q , , . vipov inlq yalrjg dQ&eig ali^re fiiv 

& ' v€t no%\ ioTteQov, akkoz^ atjou Hdt 4, 28 : 6 xeifidkv . . . kv T(fi t^v 
fikv wQalijv ovK v€i Xoyov a^iov ovdiv, t6 dk S-äQog vwv ovx avUu Find. 
Ol. 7j 50 : xelvoig 6 fikv (d. i Zens) ^av^-av dyayfiv veq>iXav noXvv vae 
XQvaov. — Od. 6, 131: ßri d^ ifiev wg %e Xioiv . . . og r' elg* iofievog %al 
oFrifievog. Hdt 2, 13: nv&ofievoi yag wg vevai naaa f\ x^QV ^^^ ^Ellri- 
viov. Hdt 4, 151: ircra dk hä(ov fietd ravta om ve ttjv QqQtjv. — 

Dazu (nach Fick % 257): lit sim-s ,Saft^. 

Alban. H ,Eegeii^ (G. Meyer, Wh. 405). 

Altind. SU : sunduti ,er presst aus', besonders vom Somasaft, wie BV. 

4, 24, 6: jds indräja säumam ugatdi stmduti ,wer dem Indras dem ver- 
langenden den Somas auspresst', und BV. 4, 35, 6: jds vas sunduti . . . 
sdvanam mddäja ,wer euch Somatrank auspresst zum Bauschet — Dazu 
wohl auch: 8u : sü'tai ,er erzeugt' (Manu.), gewöhnlich ,8ie gebierf; BV. 
1, 164, 17: gaiLS . . . küa svid sütai ,die Kuh ... wo gebiert sie?'; sutds 
,der Erzeugte, Sohn' (Mbh.; Bagh.). 

Altostpers. hu ,erzeugen, bereiten' (hu/nami ,ich gebäre); ,auskochen, 
auspressen' (den Haoma = altind. Saumas). 

Eine völlig überzeugende Vermittlung der Bedeutungen der griechischen 
und der altindischen Wörter vermisst man. — Passivformen wie vadTjoav 
(yag G^ßai al uilyvTVTiai Hdt 3, 10) und i(p-vafiivog (Xen. Jagd. 9, 5) 
sind solchen wie zum Beispiel ßeßvofiivog ,voll gestopf f (Od. 4, 1 34) neben 
ßveiv ,vollstopfen' (Arist Thierk. 9, 249), i^-rivva&ri (Hes. Schild. 311) neben 
avvtiv ,vollenden' (IL 4, 56; Eur. Phoen* 453), xaT-elgvoToi (Od. 8, 151) 
und iQva&elg (Hippokr. 3, 567) neben igveiv, alt fegveiv ,ziehen' (II. 22, 
493; 12, 258) nachgebildet und nöthigen nicht etwa zur Ansetzung einer 
Verbalgrundform vg-. 
Ä-§ jSchwein'. 

IL 10, 264: hcToa&e (aussen am Helm) dk i^vnol odovreg agyiodowog 
vog d'afiiFeg ^ov. Od. 13, 405: avß(üTr}v . . og toi vwv kjclovQog. Od. 
14,419: o? ö' vv elaijyov (lahx nlFova TtevTaßäTrjQOv. — Dazu:vijyo-g 
Schweinisch'; Plat legg. 7, 819, D: eäo^i iioi tovto ovx avd'wmvov dXla 
vrjvwv zivwv elvai fiakXov ^gefifidrwv. — v'qvla (dorisch vävlä Epicharm. 
bei Athen. 2, 36, D) ,schweinische Art, schweinische Dummheif ; Ar. Friede 
928: vtTtctxelfjc xai fieyakrj; — firj fiij. — titj; — Yva fif] yirijrai Qeayi- 
vovg vrjvia. — 

Lat sürs; Plaut Truc. 268: qvasi süs catulds pedihus proteram; Lucr. 

5, 969 : saetigerisqve parSs sübus. 

. Eambr. hu^c oder huch (Zeuss-Eb. 91; 295); — komisch hoch (295; 
1075). 

Ahd. sü] nhd. Sau. — Dazu: goth. sveina- ,Schwein' (Mk. 5, 11: vasuh 
ihan jainar hairda sveine haldana) «« lat sutno- (sutnus) ,vom Schweine 
herrührend' (von Priscian 2, 59 angeführt); nhd. Schwetn. 



140 Griechische Etymologie. 

Dazu altslav. svinija ^Schwein^ 

Dazu altind. : süiard-s ^Schwein' ; RV. 7, 55, 4 : tvdm sükard^'a dardrhi 
tdva dardartu sükards ^mm dich in Acht vor dem Schwein, das Schwein 
nahm sich vor dir in Acht' (nach A. Ludwig). 

Alban. ^ ,Schwein^ 

Altostpers. hu] — osset khuy. 

Das altindische sü-TcarärS wird den selben Schlusstheil enthalten, wie 
zum Beispiel ahhajam-hirdr ^Sicherheit schaffend' (BV. 10, 152, 2), hkagam-' 
"Tcarä" ,Schlachtgewühl machend' (RV. 1, 102, 6), jatam-hardr ,Bändignng 
bewirkend, bändigend' (RV. 5, 34, 4), also von har ,machen' (Jcdrtd ,machet^ 
RV. 1, 90, 5) ausgegangen sein; sein erster TheU aber ist wahrscheinlich 
nichts anderes als ein altes substantivisches sü- ,6ebären', wie es zum 
Beispiel auch aus a-sü'- ,die kein Gebären hat, unfruchtbar' (RV. 1, lt2^ 
3; 10, 61, 17) oder su-shü'- (für Hursü-) ,deren Gebären ein gifickliches ist^ 
glücklich gebärend' (RV. 5, 7, 8) entnommen werden kann und das sich 
unmittelbar zu su- : sü'tai ,sie gebierf (Seite 139) stellt So scheint daa 
Schwein nach seiner grossen Fruchtbarkeit (Arist Thierk. 6, 127 : ^fiegoi 
veg xvovai rirtagag fi'^vag, tUrovai dk %a Ttlelara etxoaiv) als daa 
,Gebären machende, das (in vorzüglicher Weise) Grebärende' benannt zu 
sein imd dieses letztere ist wohl auch die ursprüngliche Bedeutung des 
einfachen v- (aus altem ^^sü-). — Mit dem abgeleiteten irivo-g scheinen be- 
züglich des Suffixes df^evrjvo-g ,kraftlos, schwach' (1, Seite 224) und neben 
diesem bereits genannte Formen sich zunächst vergleichen zu lassen. 
idxivd-O'q ,Hyacinthe'. Nach Dioskor. (4, 73) »Schwertlilie' oder ,Gartenritter- 
spom', nach Wittstein ,Siegwurz, rother Schwertel'. 

IL 14,348: rolai ö' vnb x^mv dia q>v€v veßo^iJa noirjVy kunov ^^ 
igai^ßerra ßidh xqoxov rjd* vaniv&ov. Hom. hymn. Dem. 7: ov&ed t' 
alvv^ivfjVj ^oda xal xqoxov . . • xal ayaXXidag ijd' vdxiV'9'Ov vaQxiaaov 
T€. 426: äv&ea dginofiev . . . fiLyda xqoxov % ayavbv xal dyakJUdag 
Tjd* vmivd'ov, Hom. hymn. 19,25: h [lakcniup leifiwvij to&i xQoxogfjö* 
vdxivd'og eidudrig -d-alid'CJv xcna^layeTai axQita nolrj. Theokr. 10, 28: 
xa) To tov fiiXav la%l xal a ygauTc vdxiv^og. — Dazu: vaxlv&ivo-g 
,hyaqrnthen'; Od. 6, 231 «- 23, 158: ovXag fpu xofjiag, vaxiv&lvfp Sv&ei 
ofiolag. 

Ungewisser Herkunft Ob man der Bildung nach iQißivd'o-g ,Eicher- 
erbse' (1, Seite 438) vergleichen darf? 
^aXo-q ,durchsichtiger glasartiger Stein'; später ,Glas'; dialektisch velo-g 
(Hdt 3, 24). 

Hdt 3, 24: rekevtalag i&7ji^aav%o tag '9'fjxag (,Sarkophage') avxwvy ott 
Xiyovtai axevd^ea&ai 1^ viXov rgoTOp toupöe. ifteäv tov vbxqov laxvi^- 
vtaai . . • MrteiTev di ol TtSQuataai cri^Xriv i^ viXov neTCOirjfAivriv xolkijv * 
^ di aq>L noXkri xal evegyog OQvaaevaC iv fiiojj dk vfj arfjXf] ivewv dia- 
q>alveTai 6 vixvg, Ar. Wölk. 768: fjötj naqa lolai q>aQfiaxon(jilaig rrjv 
XI&OV Tavrrjv iogoxag^ ttjv xaXi^v, Trjv diaq>ttvrj, dtp* rjg to nvg artrovaij 



Griechisdie Etymologie. 141 



— T^y vakov iJyeig; — ^ywye. q>iQ€, tI dfjz* ay, ei ravTrjv laßuiVy 
onoxB yQaq>oito t^v dbctiv 6 yQafjifia%evg, aTtiaxiQtn atag wde rcgog %6v 
rjXmv %a YQafAiia%^ hcfi^^aifii tfjg kfirjg dUtjg] Plat Tim. 61,6: Tvyxdvei 
dk ravra ovta, vä /ihv ^Iottov ^ovra vdatog ij yfjg %6 re Ttegi rrjv 
vaijov yivog arcav oaa %e Xl&wv xv%a etdri xakeiTai, Antiphil. (in Anth. 
6j 250): dix^v ... vaqdovy vno ykavxijg xXeiofAivtjv vaXov. — Dazu: 
vaXivo-g ^gläsern'; Ar. Ach« 74: ^evi^ofievoi dk Ttgog ßlav iTtlvofiBv 1$ 
vaklvuiv iurtüifiaTiav xal %^aldiav ancgarov olvov -^div, 

Dunklen Ursprungs. Denkbar wäre ein Zusammenhang mit lat. vitro- 
{vihrum) ,6W (PubliL Syr. com. 14)^ wie zum Beispiel vyUg- ^gesund, 
heilsam^ (II. 8, 524; Soph. PhiL 1006) in Zusammenhang steht mit lat 
vig^e lebenskräftig sein' (Plaut Cure. 299). Das Suffix ist das selbe wie 
in at&alo'g ^Buss^ (Seite 90). 

ioax'6atiO''q ^Bilsenkraut^. 

Xen. Oek. 1, 13: ei fii/j niq ye %ai %6v voaxvafjiov xaXovfievov XQVf^ccva 
dvai q>riao(iev, vg>* ov ol (patyovxeg aitov TtaQartXrjyeg ylyvovrai, Diosk. 
Aj69ivoa7Cvafiog ^dfivog iarl xavXovg avielg ftaxelg, g)vXXa TiXavia^ im- 
fiTjxi}, iaxiOfiiva^ fiiXava, daaia . • . tan dk ccvtov diaq>OQa XQiaar^, 6 
^hv yoQ av&f] v7tOTt6gq>VQa q)iQei • . • o di Ttg av^Tj firjXivoeid^ . • • äfi- 
(potBQOi dh ovtoi fiavuideig vftaQxovai xal xagantxol, dvaxQfiOToi. 

Das von Dioskorides (a. a. 0.) als gleichbedeutend angeführte dioaxva- 
fiogj mit dem Genetiv Jiog ,des Zeus' {Jilog II. j , 5 ; 9) als erstem Theile, 
und namentlich die Nebenform avoaxvaiio-g (Nik. alex. 415: /u^ dh avooxv- 
ifiip %ig didQTjevva xogioxot vrjdvv^ old re noXXd 7CaQaaq>aXiBg tbvxov- 
tai) machen ganz deutlich, dass in dem Worte eine Vereinigung von 
xvafAo-g ßohne' (IL 13, 589; Plat Staat 2, 372, C: Hdt 6, 109) mit dem 
Gienetiy vog (IL 10, 264; Od. 8, 476; zu v-g ,Schwein' Seite 139) enthal- 
ten ist; der Qrund der so gewonnenen Bedeutung ,Schwein8bohne' aber 
ist nicht so verständlich. 

vlö-q ßoW (IL 1, 9; 2, 552; 564). Gasusformen wie via (IL 1, 21; 15, 419,; 
427), vh Ol 2, 20; 791; 13, 216), vlog (11. 2, 230; 5, 266; 13, 522), vhg (IL 
1, 162; 237; 276), vlag (II. 1, 240; 2, 72; 83), vlaai (IL 5, 463; 15, 197), vh 
(II. 2, 679; 822; 831) weisen auf eine verkürzte Grundform vi-; noch 
andre wie vlvg (Inschr. Gort 9, 40; 12, 15), vlvv (Inschr. Gort 10, 15) oder 
vlia (IL 13, 350), vliog (ü. 24, 122; Od. 3, 489; 4, 4; Inschr. Gort 6, 3), 
vlh (IL3, 174; 15, 455; 20, 81), vUeg (IL 2, 518; 641; 666; Inschr. Gort 
7, 22; 25), vlvvg (Inschr. Gort 4, 40) oder vliag (IL 2, 693; 5, 149; 11, 123) 
auf eine Grundform vlv-. 

ILl;9: Tlg t' of^ oqxoe ^ecjv igidi ^vhixe fxdxea&ai"^ ^ijTovg xal 
JiFbg vUg. IL 1, 489 : av%aQ o (irjvie . • . dißoyevrjg nfjXijfog vlog, nodag 
wfxvg ^AxiXXevg, IL 6, 154: o d' aqa FXavxov %ixB9^ vlov. Od. 16, 118: 
fiovvov ^aßi^Tjv IdQXBloiog vlov ftixTBv. — Dazu: vliovo-g ,Enkel^; 
IL 2, 666: dftBlXrjaav ydq ol aXXoi vliFBg vlwvol tb ßlrjg ^HQoxXBßBBltjg. 



142 Griechische Etymologie. 

II. 5, 631: 0? d* ot€ dfj ax^dov tjoav In^ dkli^loioiv iovregj vlog ^' vloivog 

Zu Grunde liegt ohne Zweifel altind. su : sü'tai ,er erzeugt,' ,8ie gebiert^ 
(Seite 139 unter veiv ,Regen ergiessen'), an das sich auch anschliessen 
goth. sunu'8 ,Sohn' (Mth. 27, 43 : gudis im su/nics j&eov eifii vlog)^ lit 
sünüs, altslay. synüj altind. sünü-s ,Sohn' (KV. 3, 25, 1 : dgnai divds sünüs 
asi ,Agnis, du bist der Sohn des Himmels^i altostpers. hunu- ,Sohn' und 
altir. suth oder soth ,Nachkommenschaft' (Zeuss-Eb. 239; 1002), so dass sich 
als erste Bedeutung ,der Gezeugte' oder ,der Gebome' ergiebt Was aber 
die Bildung des Wortes anbetrifft, so lassen sich etwa vergleichen yvlo-v 
jGlied' (IL 3, 34; 4, 230), &vlO'V (in der Mehrzahl gebraucht) jDionysosfesf^ 
(Paus. 6, 26, 1), &vlä ,Bakchantinn' (Strabo 10, 3, 10; als Eigenname Paus. 
10, 6, 4 und 29, 5) und &vläy ein Baum (Theophr. Pflanz. 1, 9, 3; 4, 1, 3), 
so wie weiterhin auch wohl ßai6-g ,klein gering* (Pind, Pyth. 9, 77 ; Aesch. 
Ag. 1574; Pers. 448), q^aio-g ,dämmerig, grau' (Plat Tim. 68,0; Anthol. 
6, 284), ^Blo-g ,Oheim' (Xen. Kyr. 1, 4, 9; Plat Charm. 154, B; Gorg. 471, B), 
7tlBlo-g ,voll' (IL 2, 226; 8, 162; 10, 579), xQelo-g ,bedürftig' (Aesch. Schutzfl. 
202; Eur. ras. Her. 1337), q^loto-g ,Baumrinde' (IL 1,237; HdL4, 67; 8,. 
115), yhito-g ,schmutzige klebrige Feuchtigkeit' (Hdt 3, 112; Simon, bei 
Athen. 7, 299, C), xAoto-g ,Hal8band' (Xen. Hell. 2, 4, 41 ; 3, 3, 11) als Bil- 
dungen, in denen allen suffixales lo an eine vocalisch auslautende Verbal- 
grundform angetreten zu sein scheint. — Bezüglich des Nebeneinander- 
liegens von vU-g und vlv-g darf man wohl vergleichen : Ttgäv-g (Pind. OL 
13, 85; Pyih. 3, 71; 4, 136) und rrgio-g ,sanft' (Plat. Phaedr. 243,0; Staat. 
1, 354, A; 8, 566, E); Ttolv-g (IL 2, 810 — 8, 59 ; 4, 449 = 8, 63) und nok- 
l6-g ,viel' (IL 7, 156; 13, 804; 18, 603). 
iiaiva ,Hyäne'. 

Hdt 4, 192: xara rovg vo^iadag (in Libyen) di kati toirwv ovöiv, a}X 
ä).ka TOLoäe . . . xal ßaaaaqia Y.ai vaivai y,al vOTQixeg. Arist. Thierk. 6,. 
180: 3^ äh vaiva T(p f.tkv XQtS^azt kvxwdrjg iatl, öaovriqa dij ymi hocpiav 
?X£i Öl* oXrjg Tfjg ^ax^cag, 8, §4: ov dk na/^ovoiv ol ^kv ykdvov oi d* 
vacvavj ioTi fiiv ro ftiye^og ovx Dmttwv Ivkov^ x^^'^V^ <^' ^X^^ oiaTteg 
mTtog, xal ixt axXrjQOTiQag xal ßa&vrigag rag rglxog xol xa&^ olrjg T^g 
^ax€0}g . . . xai Tv^ßwgvxei dk Icpii^evov %i]g aaQxoq)aylag zijg roiavtfjg. 

Wurde offenbar aus i-g ,Schwein' (Seite 139) gebildet, das Suffix aber 
Formen wie /nilaiva ,die dunkle' (IL 2, 699; 14, 439; aus *fu)MV'ia), dga- 
'/MLva jSchlange' (Hom. hymn, Apoll. 300 ; Aesch. Eum. 128), liaiva ,Lo- 
winn' (Aesch. Ag. 1258; Soph. Aias 987), »iaiva ,Göttinn' (IL 8, 5 = 19, 
101 ; 8, 20) und ähnlichen entnommen. 
'Baiva, Name eines grossen Seefisches. 

Numenios (bei Athen. 7, 326, F) : xavi^aglda Ttgotpaveloav vatvdv re 
TQiy?^vjv TB. AeL nat. an. 13, 27: vaiva Ix^vg ofituw/iog rfj x^Q^<^tq vaLvr^ 
iarl. 9,49: xaJ 6 xgiog öeivov l(pov xal xlvdvvov (p(gov,,.xai vaiva^ 
oiy. aiaiov Sgafia rolg vavtikkofjiivoig aurrj ye. 



Griechische Etymologie. 143 

Wird mit dem Yorausgehenden formell das selbe sein und der Fisch 
nach irgend welcher Aehnlichkeit mit der Hyäne benannt sein. 
VKri^qj ein Seefisch. 

Antimach. (bei Athen. 7, 304, £) : tj vxrjv ij Xiznov ^ ov xlxJir^v xaliovaiv. 
Athen. 7, 327, A: tov vxqv KaXXlfiox^S iv iniyQcififiaoiv Uqov ix^vv xaiiei 
äia toCtwv ^€dg di ol Uqoq vxi^g. Philßtas (bei Athen. 7, 327, C): ovd' 
vxr^g Ixd'ig iaxcttog i^ig>vy€. Athen. 7, 327, B: Zrivodotog di (prjai KvQrj" 
valovg TOV vxriv igv&Qlvov xaXely. 

Dnnklen Ursprungs. 
iistaro^q ,der oberste*. 

IL 5, 756: Zr^v vnazov Kgovldijv l^slgeto, IL 19, 25S: ßLaxta viv Zeig 
nguhaj ^ewv vnctrog xal aqiatog. IL 23, 165: Iv dl fcvQrj ina%rj vexQov 
x^iauv. 

Dazu lat stjimmo-s (aus *$upmo-^) ,der oberste' ; Plaut Gas. 385 : me-- 
tuOj t^ in aqvä summa natet] Truc. 79: mi fuisse huic fateor summum 
atqve iniumum. 

Dazu altind. upamd-s ,der oberste'; RY. 5, 3, 3: paddm jäd vishnaus 
upamdm nidhä'ji ,was als Yishnus* oberster Ort begründet wurde'; BY. 
1, 145, 5: üpa tvaci upamdsjäm ni dhäji ,auf die oberste Fläche wurde 
er gelegf . 

Enthält das selbe superlativische Suffix azo wie zum Beispiel laxa%o-g 
,der äusserste, der letzte' (1, Seite 398). Zu Grunde aber liegt die selbe 
Form wie in vniQ ,über' (siehe .Seite 144). — Ganz ähnlich wie vnaxo-gy 
lat mmmo-s und altind. upamd-s liegen dixaro-g (IL 2, 329; 6, 175), lat 
decumo'8 (Plaut truc. 402; 497) und altind. dagamds ,der zehnte' (BY. 1, 
117, 12; 158, 6) neben einander. 
ijtavrd^ ,entgegen'. 

Ar. Bruchst 616: %q>€vye, xdyw ir^g inavta^ elxofifjv. 

Yergleicht sich dem Suffix nach mit eiga^ ,seitwärts' (IL 11,251; 15, 
541), fiovva^ ,einzeln' (Od. 8, 371; 11,417), diafina^ ,durch und durch, 
Aesch. Prom. 65 ; Schutzfl. 548;945), vielleicht auch dni^ ,von . . . weg, 
aus' (1, Seite 65), schliesst sich übrigens an avta ,entgegen, gegenüber' 
(1, Seite 203j und enthält als ersten Theil das Präfix vno ,unter' (siehe 
Seite 146), wie es auch in den nahzugehörigen vn-avTäv ,begegnen^ 
(Pind. Pytii. 8, 59; Soph. Phil. 719) enthalten ist 
fnaQ ,wirkliche Erscheinung, Wirklichkeif (im Gegensatz zum ,Traumbild'). 

Od. 19,547: ovx ovoQj dkk* Znag lox^kovj o tot teteksofiivov iatai. 
Od. 20, 90: avtaq ifioy xfjQ X^^^ ^^^^ ^^^ iq^a^riv ovoq ififievatj akV 
tnaq t^äq, Pind. OL 13, 67: i^ ovbIqov ö* auzlxa r^v vnaQ, Aesch. Prom. 
486: xcxQLva nqvhog 1$ oveigdttay a XQ^i ^^ciq yevia^ai. Plat Staat 9, 
576, B: laTt di novy olov ovag öifjXd^ofteVy og av vjcag toiovtog fj. 

Altind. vdptis- ,schönes Aussehen, schöne Erscheinung' (BY.); ,Aussehen, 
Gestalf (Kathfls.; Megh.); ,Leib, Körper' (Mbh.; Bagh.) ; adjectivisch ,8chön'; 
BY. 7, 66, 14: ud u tjdd dargatdm väpvLS divds aiti pratihvardi ,empor 



"t > 



144 Griechische Etymologie. 

steigt diese sehenswerthe schöne Gestalt an des Himmels Wölbung'; — 
SV. 6, 49, 5: sa mai vdpus chadajat ofuinatis jds rdthas ^mir gefSllt der 
Bchöne Wagen der A^vine^ 

Das anlautende v- steht altindischem va- gegenüber, wie in vnvo-^ (IL 

1, 610; % 2) neben altind. svdpnors ,SchlaP (KV. 1, 120, 12; 2, 15, 9). Dem 

Suffix nach vergleicht sich ovag ,Traumbild' (1, Seite 541); das Suffix der 

altindischen Form weicht ab. 

ÜJtBax' ,Schusterahle, Pfrieme' (Hdt 4, 70) dialektische Form für oneat- 

(1, Seite 506). 
i)3ti%^ vor Consonanten in ix, »weg', ,yon, aus'. 

Od. 3, 175: oq>Qa Toxiaxa vfthx xaxdrijTa q>vyoifJi€v. U. 4, 465: ^kxe d' 
iftix ßeXiiJv. IL 17,581: vexQov VTtkx Tqwwv ^Qvaev. Od. 11, 37: aS 
d' dyiqovto tpvxal vfcl^ igißevg vexvojv. II. 8, 504: xakllTQtxccQ irtnovg 
kvaad-^ VTti^ oxitav. IL 1*5, 628: %v%d'6v yag vnhx ^avaroio g>iQOVTai, 
IL 13,89: ov yaq %q>av (pev^ea&ai inhc xaxov. IL 17,461: q>evy€ax€v 
VTtkx TQtiwv oQvfiaydov, 

Oing von vno yUnter' (siehe Seite 146) aus und stimmt in seinem 
Schlusstheil mit afti^ ,yon . . . weg, aus' (1, Seite 65) überein. 
i>ütivBQ9'B (vTiiveQ&ey) ,unten'; ,unter'. 

IL 4, 147 : fiiav&ev aificcri fÄijgoi evq)vieg xrfjfiaL %e ßidi ag>VQa xaX 
vniveQdev. IL 13, 30: oid* vftivBgd'e dialveto %cr>lx€0^ a^oiy. II. 3, 278: 
ol vTtivBQ&e (,in der Unterwelt*) xafiovrag av&Qtinovg xlwod'ov. IL 20, 
61: Mfeiaev d' vjtiveQ&e Fava^ iviqwv ^AfidtJvevg. Od. 10, 353: Ij fikv 
MßaXke d-QOvoio* %vt ^tjyBaxaXa, ftOQq>vQ€a xadvft€Q&^ j vftivegd'e di iZ^* 
vTtißaXkev. — IL 2, 150: noötSv d' vfciveQd'e xovltj %a%ax^ aßeigofiivf]. 
Od. 3, 172: Ttloßov og^alvovrag, iq xa&ineQd'e Xloio veolfied^a . . . i^ 
V7tiveg%^e Xloto. 

Entstand durch Vereinigung von evegd^e ,unten', ,unter' (1, Seite 406) mit 
vTco ,unter' (siehe später). 
li^jrefiv^fAÜfxe ,er hat die Augen niedergeschlagen' (?). 

Nur n. 22,491: rifiag d* dgg>avixdv 7cavaq>i]kixa naida vl&tjaiv Ttawa 
ö* vneiJLvrifivxB^ dedaxgvvrai de nageiaL 

Eine vereinzelt stehende Perfectform, aus der ein einfaches *fjiyfjfiv€iv 
scheint entnommen werden zu dürfen. Zusammenhang mit tj/iveiv ,sich 
neigen, sinken, zusammenstürzen' (1, Seite 627), wie er gewöhnlich an- 
genommen wird, kann unmöglich bestehen. Das vorgefügte vfto ,unter' 
(siehe weiterhin) ist hier offenbar ebenso gebraucht, wie das zugehörige 
VTtaL n. 3,217: vmal (,nach unten') ök fläeaxe xara %d'ovdg ofifiona 
TCi^^ag. 
tütBQ ^über'; ^für'; bei Nachsetzung vneg (IL 7,449 und 12, 5: veFwv vneg) 
betont 

IL 5, 16: Tvöeßldto d* vnkg offiov agiategov f]kv&* äxomri. IL 15, 382: 
äg %B fiiya xvfia . . . vrjßog vnhg zolxfov xaxaßrjoefai. H. 2, 20: atrj d' 
ag^ vTthg x€q>aX'^g. IL 23, 327: eorrpiev ^lov avoVj oaov r' ogyvi\ vnkg 



Griechische Etymologie. 145 

airjg. 11.23,73: rrjH ^^ iFiqyovaiv tpvxal ... ovdi fii ma filayea&at 
vnkQ noraiioio iFtiaiv. IL 4, 67: Tteigav d* äg luv Tqweg iftegicüdayrag 
jixaiPovg Sg^waiv nQOveQoi vTthg (,über hinans^ cL i. ,gegenO oQxia dri- 
kqaaad'ai. IL 20, 336: /i^ xoi vichg fiolQav 66fjLov*!AFidog elaayUijai. — 
IL 1, 444 : Oolßtfi &' UQfjv ixaTOfAßrjv ßgi^ai VTchq Javawv, IL 7, 449 : 
xBlxog k(Bi%laaargo vefcSv vfceg, IL 15, 660: NiOTWQ ... Xlaaed'^ inkg 
(,am . . • willenO Toxißwv yovvov/Äevog avdga FinaOTOv. 

Lat mper ,oben'; ,übei^; Verg. Aen. 9, 166: haee mper e vallo prSspec- 
tant TrSis. — Hör. cann. 3, 1, 17 : ensia cm super inpiä cervke pendet. 

Altir. for ,über* (ans *Mpor Zenss-Eb. 80); kTinr. guor jüber* (Ebel in 
Beitr. 1, 309). 

GoÜL ufar; Math. 27, 45: varth riqvis ufar aUai airthai^j — nhd. über. 

Dazn Armen, i ver ,hinanf, oben, über^ (ver ans * liar, *uver; Bngge 
Bdtr. 24). 

AltincL updH ,oben^; jüber'; RY. 5, 61, 12: vührä'gantai rdthaishu a 
divi ruhmds iva updri ,sie strahlen anf den Wagen gleichwie Gold am 
Himmel oben'; BV.9,54, 3: ajdm vigväni tishpiati punänäs hhüvand 
updri ,er steht über allen Wesen leuchtend'. 

Altostpers. upairi ,oben', ,übei'; altwestpers. wparij ,über'; neupers. hat 
— afghan. par-^ — osset fwr ,iiber' (Jnsti). 

Ging offenbar ans älterem "^vjtiqi hervor, wie zxun Beispiel rcqog (zu- 
nächst für ^nq6%) ,zn . . . hin' (H. 1, 420; 494; 533) aus älterem nqtnL (so 
noch H. 3, 116 ; 305; 313 und sonst) — altind. prdi/i ,zu . . . hin' (BY. 2, 24, 
11: davo&npr&ii ,zu den Göttern hin'). Das alte auslautende i aber wird 
das selbe locative Suffix sein, wie zum Beispiel in aiAifl ,auf beiden Seiten', 
^ringsum, xun' (1, Seite 243). Zunächst zu Grunde liegt das comparativische 
vftBqo-g^ eigentlich ,der obere' (siehe weiterhin). — Im lat s-wper wurde 
noch ein — wie nicht zu bezweifeln ist, pronominelles — Element vorge- 
fügt, dessen Ursprung noch nicht mit Sicherheit ermittelt ist. 
iisthifO'^ ,Mörserkeule', daneben begegnet auch ungeschlechtiges vn^qo-v 
(Polyb. 1, 22, 7). 

Hes. Werke 423: o'kpiov fihv TQiitodrjv za^vBiv, vrtegov dk TQljttjxvy. 
Hdt 1, 200 : iaßakXovai (nämlich ,die getrockneten Fische') ig oXfiov xal 
lerjvarreg vTcigoiai adat dia atvdovog, Plat Theaet 209, D: xal oSrwg 
tj fikv axvrdkfjg r] inigov tj 6%ov di) kiyevai TceQiTQOTcfj nqbg TovTfjv 
T^y Inlxa^iv ovdkv av Xiyoi. 

Scheint zu Bildungen wie neyd^eqo-g ,Schwiegervater' (H. 6, 170; Od. 
8, 582), xvneqa-gj eine gewürzige Pflanze (Hdt 4, 71), ri(iBQo-g ,gezähmt, 
veredelt, milde, sanft' (1, Seite 625) zu gehören, ist aber doch wohl nichts 
anderes als eine mit dem comparatiyischen ivBQo- (nur in der Mehrzahl 
gebraucht) ,die Unteren, Unterirdischen' (1, Seite 406) zu vergleichende und 
mit lat 8uper(h8 ,der obere' (Plaut Merc. 830 : Kwen stdperumqve inferum- 
qve salve) und dem in der Bedeutung eigenthümlich abweichenden altind. 
üparor ,der untere' (BY. 1,62,5: divds rdgas üparam asfhabhdjas ,des 

Leo Meyer, Orieohieohe Etymologie, n. 10 



146 Griechische Etymologie. 

Himmels imteren Sanm befestigtest duO völlig übereinstimmende Form, 
die dann also znnächst nur ^^n oberen (Theiiy eines viel gebrauchten Ge- 
räthes bezeichnete. Als Grundlage wird vmo ,unter^ (siehe Seite 149) gelten 
dürfen, wobei allerdings das Nebeneinanderliegen der Bedeutungen des 
,Oben^ und des ,ünten^ etwas sehr auffälliges hat, das man aber aus einem 
,Ton unten nach oben^ als Grundlage gemeint hat erklären zu dürfen. 
"BsteQO'-v ,der Spanner' (ein Insect). 

Arist Thierk. 5, 97 : ylvovrai di aal va vftega xai ra nrivla &e %ivwv 
foioittav xafiTtdiv, a! xvfJtaLvovat TJj noqelxf xa£ ngoßaüai Ttß hiqt^ 
xafixpaaai iTtißalvovaiv, 

Dunklen Ursprungs. Daif dem Suffix nach wohl mit Formen, wie sie 
im Nächstvorausgehenden angeführt wurden, yerglichen werden. 
istäQOJtXo-q ,sich überhebend, übermachtig'. 

IL 15, 185: rj ^' aya&og neq iwv vnigonkov tFemev, IL 17, 170: W t; 
dk av Tolog iwv vniqonXov Mfemeg. Hes. th. 516: Mevoiviov . . . Zevg 
eig igeßog naxineii^B . . • €&ex' ataad-aklrig %e %ai rjvoQhjg vneqonijov, 
619: 'qvoQiijv vniQOftXov aywfievog. 670: ßlrjv iniQonXov ^oyreg. Find. 
OL 1, 57: %6q(^ d* Mlev arav vniqoTtXov, Find. Fyth. 6, 48: adixov ov&^ 
vniQOTtlov ijßav dgifctav. 9, 14: ^anid^av vnBQdnXwv rovraxig rjv ßa- 
aiXevg, 

Als erster Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes löst sich deut- 
lich vTtiQ ,über' (Seite 144) ab, das auch sonst oft in Zusammensetzungen 
in der Bedeutung ,übermä8sig' gebraucht ist, wie in vTtig-dvfÄO-g ,des8en 
Muth i^vfio-g IL 1,228; 5, 670; 10, 232) ein übermässiger oder sehr 
grosser isf (IL 2, 746; 4, 365). Der Schlusstheil aber ist nicht deutlich, 
da man doch an onXo-v ,Geräth, Handwerkszeug' (H. 18, 409; 412), ,Erieg8- 
geräth, Büstung' (IL 10, 254; 18, 614) der abliegenden Bedeutung wegen 
nicht wohl denken kann. 
ijtiQti" ,Tau am Ende der Segelstangen, mit dem die Segel gerichtet wurden'. 

Od. 5, 260 : iv d' iniqag %e xakovg %e nodag % ' hiörjaev h avtjj (d. L 
axedtfi). Harpokration (42, 11, Bekker) führt aus Hyperides an: äq>elg r^v 
vniQav %6v noda dioixei und fügt hinzu : fcagoifila knl %ijiiv naqUvtoiv %a 
aitovdaioTBQa aal negl %c (pavXa diatQißovrwv. inigai ö ' elal vavtixal 
axoivoij alg fterayetai vo nigag. 

Vielleicht die weibliche Form zu vTcego-gj für das oben (Seite 146) als 
erste Bedeutung ,der obere' gemuthmaasst wurde, so dass es also zunächst 
,die obere' bezeichnen würde. Bildungen auf if^i; sind sonst ungewöhn- 
lich: in ^fiiQT] ,Tag' (1, Seite 625) scheint das fi auch suffixal zu sdn. 
'bstB(fi^g>avo''q ,übermüthig', ,grossartig' ; dorisch vneQaq)avo'g (Find. Fyttu 
2, 28). 

Hes. th. 149: Falfjg ve xal Ovgavoi k^eyivovxo rgelg Ttaldeg fieyakoi 
T€ xal oßgifioi, ovx SvofiaaTol, Kottog %e Bgiagetig te rvtjg ^', ine- 
qriq)ava rhcva. Find. Fyth. 2, 28 : akXa viv (den Ixion) vßgig elg avarav 
V7tBgaq>avov wgaev. Aesch. From.404: Zeig Idloig vofioig xgavvvwv vneg- 



Griechische Etymologie. 147 

tifpavov &€olg roig naQog häeUwaiv alxfidv. Plato Menon 90, A: %a 
Skia ovx V7teQj]g>avog doxwv elvai noXltijg oidi Syxcidrjg re xal kn:ax^6f 
alla xoafiiog xal evata^g arrjQ, Gorg. 511, D: 17 qrjftoqixri . . .ov acfi^ 
vvverai koxrif^ctTia^ivTj wg v7tBQrjq)avov %i dianQOTTOfiivr], Phaed. 96, A: 
vn€^g>avog yag (jiot idoxei elvaiy eidivai rag aixlag bnaatov. — Dazn 
vfseQrjffavieiv ,übennüthig sein'; IL 11, 694: Tttv&' vn€Qrjg>aviovTeg 
'Efteiol x^^^i'^^^v^gy '^f^^og vßgl^ovzegj d%aa&ala firjxavoovro. Polyb. 6, 
10, 8: rijg fihv ßaailelag xiakvofiivtjg vn€Qrjq>av€lv, diä %dy dno %ov dr^ 
fiov tpoßov. 

Neben inig yüber' (Seite 144), das hier offenbar ebenso gebraucht wnrde 
wie zum Beispiel in inio^onlo-g ,sich überhebend' (Seite 146), ist der Schluss- 
theil *i}9>ayo-, für den man etwa die Bedeutung ,6ewalf vermuthen möchte, 
etymologisch nicht verständlich. Ob möglicher Weise Zusammenhang mit 
altind. öbhva'm ,Macht, Gewalt, Grauen, Schrecken' (BV. 1, 24, 6; 1, 92, 5; 
1, 140, 5) besteht, das schon unter oßgi^o-g ,stark, gewaltig' (1, Seite 518) 
aufgeführt wurde? 
^bn^ifi^ri (aus älterem *vfteQwlri) ,Gaxmien'. 

11.22,495: xellea fiiw t* kdlrjv\ vfccQipTjv d^ ovx idlrjvey. Plut Cat 
maj. 9, 8: I9717 firj üvaa^ai ^r^v fier^ avv^Q(07tov rrjg xaqdlag t^v v/re- 
Q^av evaia^fjroTägav ^ovrog. 

Gehört wohl unmittelbar zum Folgenden, so dass also etymologisch nur 
,die oben befindliche' (nämlich ,Partie des Mundes') damit bezeichnet sein 
würde. Es kann damit verglichen werden, dass auch oigavo-g ,Himmel' 
(IL 15, 36 B» Od. 5, 184: ovQovog evgvg vneQ^ev) als Benennung des Gau- 
mens' (Arist. pari an. 2, 17 : vno de %6v ovgavov iv rtp atofiaxi ij ylunra 
xolq ^(poig iarl) begegnet 
ixeQibiO'q und mit Vocalzusammenziehung ineQtpo-g ,ob6n befindlich'; 
Plut Pelopid. 35, 5: 6 dh d-ahzfjLog, h (^ xad^etideiv eki&eaavy inegipog 
^v. — Dazu: vrteQtiiO'V (v7t€Q(pov) ,oben (d.i. ,im oberen Theile des 
Hauses') befindliches Gemach'; IL 2, 514: vleg ZdQtjogy ovg %ixB ^Aavvoxri 
• . • TtaQ^ivog aidotr}, vmQtiioy eiaavaßaaa, ^Aqtji xQOtBQi^. IL 16, 184 
ovrlxa d* ßlg v7C€Q(fi* dvaßag Ttagekä^aTO Xad-qri 'J^Qf^elag. Od. 2, 358 
onftoxe xcv ärj fir^TfiQ elg ineqif dvaßij xoItov %€ fiidrjxai. Od. 15, 517 
ano %üv (nämlich ^vtjottjqwv) vnegwlip latov vq>alvei. 

An Zusammensetzung ist schwerlich zu denken; die Entwicklung der 
Suffixform ist aber auch nicht ganz deutlich. Man mag Bildungen ver- 
gleichen wie dloq>mo'g ,verderblich' (1, Seite 586) und andere neben diesem 
genannte. Zu Grunde liegt ynego-g (Seite 145), für das als erste Bedeu- 
tung ,der obere' vermuthet werden konnte. 
'bsteQiTiraivBa&'ai, vielleicht ,sich überhasten'. 

Nur Od. 23, 3: rgrjvg d* elg vneqi^^ aveßi^aero . . . yovßara d^ iggd- 
oavto, Ttodeg ä' vitegiXTaLvovto. 

Eine mit vnig- ,über' (Seite 144) verbundene Yerbalform, aus der man 
ein nominales *bctoLv irixxalveüd^ai aus *'txtaifjea&ai) herauslösen kann, 

10* 



148 Griechische Etymologie. 

das aber etymologisch nicht weiter verständlich ist Zusammenhaiig mit 
^xra^ ^nahe' (Seite 24) ist kaum wahrscheinlich. 
i>üti^ßiO'q ^dessen Gewalt oder GewaUthätigkeit übermässig ist, gewaltig, 
gewaltthätig^. 

IL 18,262: ohg ixelvov (des Achilleus) d-vfiog vniqßiog, om i&eki^oei 
fiifAvifiev iv nedliff. Od« 1, 368 : firirgog ifiijv fivtjaTrJQeg tmig^iov vfigir 
^ovreg. Od. 12, 379: o% fiev ßovg ^KTeivav VTtiqßtov. Find. OL 11, 15: 
TQOfte dh KvKveia fiaxa mal VTii^ßiov 'HQomXia, OL 11, 29: niq>vB d* 
Ev^vtov, wg Avytav JLotqiov ahLOv-d"^ hcwv /^la&ov vftiQßtov ftqaaaoito, 

Bezfigliche Zusammensetzung aus iniq ,fiber, übermässig^ (siehe unter 
vftidonXo-g ,sich überhebend^ Seite 146) und ßlri ,G[ewalt^ (3ewaltthätig- 
keit' (IL 1, 430; 5, 521 ; 12, 341 ; Od. 15, 329; 23, 31), welche letztere Form 
auch noch in avrl-ßio-g ,dessen Gewalt entgegen (aVr/ 1, Seite 205) ge- 
richtet ist, feindselig^ (IL 1, 304; Od. 18, 415) enthalten ist Bezüglich der 
Form können dd-axio-g ,sehr schattig' (IL 15, 273; Od. 5, 470) und öolixo- 
-axio-g ,langschattig^ (D. 3, 346; 355; 5, 15) mit aKii^ ,Schatten' (Od. 10, 
495; 11, 207; Hom. hjmn. Dem. 100) als Schlusstheil verglichen werden« 
'bjtBifq>laXo'q ,dessen (Gewalt übermässig ist, übermässig' oder ähnlich. 

IL 3, 106: a^ere dk IlQiafiOiO ßltjv, oq>Q^ oQxia Taf^vf] avxog^ inel Fot 
Ttaldes vft€Qq>laloi xal aftiarou IL 5, 881 : Tvdifog vlov vnBQtplaXov 
jJißofifjdrj fiagyalvetv dvir[KB¥ (Athene) in^ d&avdtoiai ^eolaiv, IL 13, 
621: TQW€g vfceQq>laXoi, dßeiv^g axoQTjtoi avz'^g. TL 15, 94: olog ixelvov 
'dvfAog^ vftBQfpLaXog xal dfcrjn^g. Od. 2, 310: liv%lvoF\ ov TCiog McTiv 
V7t€gq>idloiai ^ed^^ vfilv dalwa&au Od. 4, 503 : xal vv xev hupvye xiJQa 
. . . ei fji'q V7teQq>laXov ßiftog hcßaXe. Od. 9,104: KvxldTtwv d' ig yalav 
V7t€Qq>idiAov dd-efilafiav lnofied-a. Od. 21, 289: ovx ayan^g o fixr]Xog 
vnBQtpidXoiOi fie&* ^filv (Antinoos spricht) öalwaai] 

Als erster Theil löst sich deutlich vftiQ ,über' (Seite 144) ab, das ebenso 
gebraucht erscheint wie im unmittelbar Vorausgehenden; der Schlusstheil 
q>ialo- aber ist dunkeL Dem Suffix nach lassen sich alako-g ,Mast- 
Schwein' (II. 9,208; 21, 363), dat^dyalo-g ,Wirbelknochen', ,Wüif elbein, 
Sprungbein' (1, Seite 180) und zahlreiche andere Bildungen mit ihm ver- 
gleichen. 
i)ni(fq>ev ,übermässig' oder ähnlich. 

Aesch. Pers. 820: ovx vftiQtpev dyrjzdv ovta x9V VQ^^^^^- Aesch. Ag 
377: q>Xe6v%(oy dtofidrcDV vTtiqtpev VTtBQ %b ßiXxiatov. Eur. ras. Her. 1321 : 
xalToi rl qnjaeig, ei av fihv dyfjtdg yeyatg q>iqBig v7ciQq>Bv %dg vvxag, 
'^Boi dk fiT^] Eur. Fhoen. 550: vi rrjv rvQavvld\ cöixlav Bvdalfiovaf vift^g 
V7tiQq>Bv xal fiiy* TJytiaai xoöb. 

Wie in den nächstvorausgehenden Formen, löst sich vftiQ ,über' (Seite 
144) deutlich als erster Theil ab, der Schlusstheil -(pBv aber bedarf noch 
der Erklärung. An das Ausmfswörtchen q)ev ^h' (Aesch. Prom. 124; 
687; Sieben 1054) wird man unmöglich dabei denken dürfen. Adverbielle 
Wörter auf bv sind sonst sehr ungewöhnlich und avBv ,ohne' (1, Seite 200), 



GriechiBche Etymologie. 149 

das sich yereinzelt als solches bietet^ wird hier auch nicht wohl verglichen 
werden können. Ebenso wenig finden sich vergleichbare einsilbige Sub- 
stantiva anf ev, abgesehen von dem Gk>ttesnam6n Zev-g (IL 1, 128; 279). 
ijtö yUnter'; bei Nachsetznng vTto betont (IL 13^ 408: %f/ vno. TL 14, 285: 
nodiiv VTto, Od. 9y 66: Kixovwv v7Co\ 

IL 4,279: ino re aniFog ijXaae firjla. IL 2,216: aiaxia%og öh avriQ 
vnb Flkiov fji^ev. II. 2, 307: ßigdofiev htarofißag xak^ vno Tthnavtaxtfi. 
IL 17, 371: et^Aot TtxoXifiiCfiv in al&iQu IL 11, 151: vno aq>lai d* 
wffto xovlrj hi nedlov. IL 21, 277 : i] ii %(pa%o Tgciaiv vno relxei . . . 
oliea^ai. IL 8,344: noXXol dk ddfiev Tqtitav vno x^il^tv. IL 13, 177: 
%6v ^' vlog Tekafjifdvog vn ovcnog %yx^^ ficMQtp vv^e» IL 11,635: dvw 
d^ vno (unter dem dinag) nv^fiiveg fjaav. 

Lat 8ub yunter'; Plaut Aul. 628: lumbrke gpt stib terra Srqpsisü mod6; 
Plaut MiL 1143: negdtitmi omne jam sticeedit suib manüs. 

Altir. fo ,unter' (aus *upo Zeuss-Eb. 80). 

Goth. uf ,unter^; Luk. 17, 24: svasvS raihtis lawmöni lavhaijandei us 
ihamma ufhimina in thata ufhimina sheinith] Math. 8, 8: ni im vairths 
ei uf hröt mein inngaggais. 

Lit po (aus *upo) ,unter^ (po stalü ,unter dem Tische^ oder ,unter den 
TischO. 

Altslav. po fiBßbf (wohl aus *iipo). 

Altind. üpa ,zu^, ,bei, auf; KV. 1, 12, 10: daivä'n iM a vaha üpa 
jagndm havü ea nas ,die Götter bringe hieher zu unserm Opfer und 
Opferguss'; BY. 1, 87, 2: gedutanti hditgäs iipa vas rdthaishu ,es triefen 
die Behälter auf euren Wagen' ; BY . 8, 43, 4 : iipa djdvi jdtantai vrthäk 
agndjas ,zum Himmel auf streben lustig die Feuer'. 

Altostpers. wpa ,zu, bei', ,über'. 

Erinnert seiner Bildung nach zunächst an dno ,ab, weg', ,von' (1, Seite 
66). Das anlautende 8 von lat sub ist ohne Zweifel das selbe wie in 
lat svper^=»vniQ ,über'] (Seite 144), das zu vno in Gomparatiwerhält- 
niss steht Ueber das Bedeutungsverhältniss beider Formen wurde schon 
unter dem wahrscheinlich zugehörigen vnego^ (Seite 145), das zuerst ,der 
obere' bedeutet haben wird, gesprochen. 
ijiööQa ,von unten (blickend)'. 

Bei Homer 26 mal, stets vor unmittelbar folgendem ßidtivj meistens in 
der Yerbindung tov ö^ qq' vnodga ßidciv nQoaiq>r]j wie H. 1, 148 — 22, 
260 — 344 ^ 24, 559: .. . nodag wxvg Axdleig oder IL 4, 349 — 14, 
82 B» Od. 8, 165: . . . noXvfArjvig ^Oivoaevg, II. 17, 141: %xto^' vnoÖQa 
fidwv x^^^V 'fjvi^^^s fiv&(fj. Hom. hymn. 7, 48 : ov d' iari] . . • XicDv 
d' inl aiXficnog axQOv deivbv vnodqa ßiddv. Hes. Schild. 445: lA&rivalri 
. . • deiva d' inodga löova^ Mnea nregoevra nQoarjvda* 

Eine frühere Yermuthung (bei Kuhn 1 4, 84 und 85), dass die Bedeutong 
,von unten' durch Anfügung eines das Woher bezeichnenden Suffixes -öga 
an vno junter* (siehe oben) ausgedrückt worden sei, hat, so wahrschein- 



150 GrieduBche Etymologie. 

lieh sie an und für sieh erseheinen mag, ihr sehr Bedenkliches darin, dass 
jenes Snffix sich sonst nicht nachweisen lässt So bleibt zn erwägen, ob 
nicht doch die ältere Annahme einea Znsammenhangs jenes -öga mit 
di^ea&ai ,sehen' (IL 17,675; Aorist Mdgcatov ,ich sah' Od. 10, 197) als 
möglich oder anch wahrscheinlich gelten darf. Eme Stutze findet sie in 
dem allerdings erst spät auftretenden, scheinbar unmittelbar zugehörigen, 
vnoÖQa^ (Nik. ther. 457: ho^ov vnoÖQa^ ofifjiaai keiaawv. 765: tov xai 
aiieqdahiov vsvei xagti aiif inodga^ loxAijxo^), neben dem in späterer 
Zeit anch ein vjto-diQxea&ai ,yon unten aufblicken' (Qu. Sm. 3, 252: tov 
ö' VTtodeQxofievoQ TCQoaiqnj ^iBvedriiog ui%ag. Hesych führt auf: inodga- 
xelt' vTcomevaag) begegnet „Von unten blicken'' mochte sich etwa aus 
„unter blicken" entwickelt haben, wie ganz ähnlich auch in vrco-ßlirtuv 
,scheel ansehen, misstrauisch ansehen', eigentlich ,Yon unten ansehen' (Eur. 
ras. Her. 1287 ; Ar. Lys. 519 und Thesm. 396 ; Plat (3astm. 220, B und Phaed. 
117, B), und in V7t'07t%evuv ,argwöhnen', ,beargwöhnen' (Soph. EL 43; Hdt 
3, 44; 77; 6, 129; 8, 100; 9, 90; zu ÖTt- ,sehen' 1, Sdite 504, wozu auch 
vn-orpio-g ,Yerächtlich angesehen' IL 3, 42), welches letztere sich unmittel- 
bar mit lat 8u{8)'Spieari ,argwöhnen', eigentlich ,yon unten in die Höhe 
blicken' (Plaut Cas. 85; Men. 1081), yergleicht Es wäre darnach vrtodga 
als zunächst aus einem alten ^ifnodgaK (wie zum Beispiel yaXa ,Hilch' 
Od. 4, 89 ; 434, zunächst aus *yalcnc hervorging) entstanden anzusehen und 
dürfte als alte ungeschlechtige Form eines Adjectivs gelten. 
i&^oxi] ,ein rundes Fischemetz'. 

Opp. Fischf. 3, 81: d Larva d* avr' ailoiot (liXei nkiov ivrvvead-ai . . : 
yayyafjia %" iiif vnoxal Tcegirjyieg. 4, 251 : Tovg fikv Slotg vnox^g Ttegif]- 
yil xvxk(p. 

Eigentlich wohl die ,Unterhaltung', dann ,da8 Untergehaltene', da es 
offenbar ausging von vn-ixuv ,unterhalten' ixelga H. 7, 188; tpialriv Hdt 
2, 151 und Ar. Fried. 431; &vlaxov Ar. EkkL 820) und gebildet wurde wie 
^y-oxt; ,daB Zusammentreffen' (H. 23, 330), fiet-orri ,Theilnahme' (Hdt 1, 
144), xcn-oxn )dafi Zurückhalten' (Hdt 5, 35). 
tütoxoiQüf' (vTtoxoiQlg), Name einer Pflanze aus dem Gichoriengeschlecht 

Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : hixava fikv dii xal %a Toiavra xaleizai xixoQtiy 
anaftrj, x^Vd^vilAa, vnoxoiQlg. 7,11,4: ^ dk vftoxoiQig ketoriga xal 
^fieguniga %f} ngoaotpei xal ykvxvtiga xal ovx ^OTteg iy x^'^^Q^^^' 

Als erster Theil löst sich deutlich vnb yunter' (Seite 149) ab, der Schluss- 

theil aber wird wohl zu xolgo-g Junges Schwein' (Od. 14, 73; Ar. Ach. 

764; 767) gehören, da die Pflanze von den Schweben gern gefressen 

werden solL 

i)jta9vii£ö' {vTtox^vfilg), Name eines nicht näher zu bestimmenden Vogels. 

Nur Ar. Vögel 302: xogvöog, ileäg, vTtodvfilg, fcegiatega. 

Vielleicht im Grunde das selbe mit vTtaSviild' ,ein Kranz aus duften- 
den Blumen, der um den Hals getragen wurde' (Sapph. Bruchst 46 ; Alk. 
Brückst 36; Anakr. Bruchst 39), das als ersten Theil vjto yuntei^ (Seite 149) 



GriechlBcha Etymologie. 151 

entbSIty in seinem Schlosstheil aber sich offenbar eng an &vfiiav ^u- 
chem^ Banchwerk anzünden^ (Find. Brachst 122, 4; Hdt 3, 112; 4, 75) 
anschliesst 

inoXätö'^ {vnoXätg. Die Dehnung des innem a wird durch Hesychs An- 
fohrong v7toi,i]ts' eldog ogvi&og wahrscheinlich), Name eines nicht ge- 
nauer zu bestimmenden Vogels. 

Arist Thierk. 6, 44 : lv%l%%u (nSmlich 6 xdxxi;^ 6h %al %fj r^g vno- 
katiog veoTTi^' 17 d' ixTvirrei utal iiiTQiq>€i • • . veorrevei dk yivog vi 
avtiov ftOQQio %ai Iv dfcotofioig n&cqaig. 9, 105: 6 dl xoxxt;|, wOTteg 
eigTitai iv irigoig, ov noiel veorrlav, all * iv dkXoTglaig tIxtu vbo%- 
vialg, fAaXia%a ^Iv iv Talg väv q>aßd}v xal iv VTtolatdog xal xogv- 
iov x^fiaL Theophr. c. pL 2, 17, 9: ovd' ^ vov xoxKvyog (nämlich q>vaig) 
el firj Tjv fj vnoXatg fj eig vfig veortlcev va da xldnriaiv. 

Als erster Theil wird vno ,unter^ (Seite 149) gelten dfirfen, der Schluss- 
thdl aber stimmt vielleicht mit dem von l/riAatd-, dem Namen eines wür- 
merfressenden Vogels (1, Seite 365), überein. 

isvqxoo'V ^gestreckte Lappenblume^ eine zur Olasse der Erdrauchgewächse 
gehSrige Pflanze. 

Diosk. 4, 68 : vmi%oov^ ol dk vn6(pBwv xalovau (pvexai, fiiv iv zip altip 
xal talg aqovQaig' qn)iXa dh ^€t 7triyav(p SfioiOj xliSvag fiixgovg, 

Ist wohl nichts anderes als die ungescUechtige Form zu vnnjxoo-g ,ge- 
horsam, unterihan' (Aesch. Pers. 234; 242; Ch. 384; Hdt 1, 102; 4, 167; zu 
vTc-axovsiv ,worauf hören^, ,gehorchen^ Od. 14, 485; Hdt 3, 148; 4, 119, 
aus vno yunter', Seite 149, und dxoveiv ,horen', 1, Seite 44), wenn auch 
der Grund der Benennung nicht deutlich ist 

ijtj^vri ,Bart^. 

Aesch. Bruchst 27: dccvlog d' vnrivri xal yeveiadog Ttv^^r^v. Ar. Lys. 
1072: ano vrjg Srtagrrig oldl ngicßeig tlxovteg vnrivag x^QOvai. Wespen 
476: q>OQ(Sv xQaaneSa axBiifiattavj n^v ^* vrri^vrjv axovgov xgiqxav. — 
Dazu inriv^Tti-g ,mit einem Bart versehen^; IL 24, 348 — Od. 10, 279: 
ß^ J* Uvai xovQtp aiavfirqr'^gi ßeßoixwgj tcqwtov VTcrjVT^Tfj, vov TtBq %«- 
QUOTovri rßrj. 

Scheint seiner Bildung nach zunächst mit oTtijvrj ,LA8twagen, bespannter 
Lastwagen, Oespann' (1, Seite 70) und anderen schon neben diesem auf- 
geführten Bildungen verglichen werden zu können; ist übrigens etymolo- 
gisch dunkel. 

inal ,unter', jdarunter'. 

11.2,824: ol ök Zileiav haiov vnal Ttoda velarov "idrig, IL 11, 417 
und 12, 149: vTtal di %e xofinog oöovtcjv ylyvetau IL 3, 217: vnal 3i 
ßlÖBOxe xara x^ovog. Aesch. Ag. 892 : iv d* ovelgaai keitralg vftal xto- 
viOTtog iSrjyeiQOfiTjv ^irtalai d-wvaaovtog. Eum. 417: Ugal ö* iv otxoig 
T^g vTcal xexXi^fie^a. — Dazu: vTtaid'a ,darunter weg, daran Yorbei'; 
IL 15, 520: ö* vnaid'a Xiaa&r^ IlovXvdafiag, IL 21, 493: daxgvoHaaa 



152 Griechische Etymologie. 



ö* vnaid^a d-ea qnyyev wg %e nii^ia. II. 18,421: €U ftkv vnai&a ßavaxr 
Tog inolTtvvov. TL 21, 255 : vnatd'a 81 %olo haod'Sig q>€vy€. 

Nebenform za ino ^nnter^ (Seite 149), die sich ihrem Suffix nach mit 
anal ^ab, foif (1, Seite 73) vergleicht — Mit vnaid'a wird man, da weitere 
Formen auf aid^a gar nicht vorzukonmien scheinen, seinem Suffix nach 
wohl ivrav&a ,hier', ,hieher^ (1, Seite 419) vergleichen dürfen, 
j^jmo-g ,znriickgebogen, r&ckwärts'; ,flach, eben^ 

H. 4, 108: d* vnttog ififtBoe ni%Qji. II. 4, 522: o 8^ VTtriog iv tlovIjj- 
aiv xantteaev. IL 11, 144: o d* vftriog avdei igeladri. IL 24, 11: xcrrc 
ddxQvov elßev, aXXar^ inl nXevQag najaxelfievogy aXXove d' avxe vfctiogj 
cXXore dh jcQtjmjg. — Hdt 2, 7: Aiyvfctog^ iovaa näoa vn%bq %e %ai 
twÖQog. Theophr. c. pL 5, 12, 7: %a%a 8h %ovg vTCtlovg (nämlich ronovg) 
ov8k ylvetai n^^ig okaig äofceq fj %ov v8arog rj nvevfiarog. Flut mor. 
193, E: T1JV xwQov vft%lav ovaav %al dvajtenTafiivfjv, noXifiov OQX^a- 
TQav nQocrjyogevev. 

Schliesst sich an vno yUnter' (Seite 149), wie lat sufino-s ,rückwärts 
gebogen^ (Plant Cist 622 : qvid nv/nc stdpina süsum in cadum con- 
spicis?) an das unmittelbar zugehörige lat siib ,unter^ (Seite 149), und 
wird zunächst ,von unten nach oben gerichtet^ bedeuten, wie die ähnliche 
Bedeutungsentwicklung schon unter iniQ ,über' (Seite 144) und vita%o^ 
,der oberste^ (Seite 143) erwähnt wurde. Die Suffixform, bei der die Be- 
wahrung des Dentals vor dem i beachtenswerth bleibt, wie in atvio-g 
,schuldig^ (Seite 80), agzio-g ,angemessen, passend', ,bereit' (1, Seite 275), 
dvzlo-g ,entgegen gerichtet, gegenüber befindlich' (1, Seite 205), vaxmio-g 
,der letzte' (IL 8, 353; Od. 9, 14), oaadTio-g ,wie viel' (IL 5, 758) und sonst 
Als zunächst zu Grunde liegend wird ein *vn%o- zu denken sein, an das 
sich dann suffixales lo angefugt haben wird. 
a^i > der Höhe'; ,in die Höhe'. 

IL 20, 155: Zeig 8^ ijfievog vipi lUXevev. IL 23, 874: vt/fi 8* ino yeq>iwv 
Mfi8ev TQriQOJva ftikeiavy IL 13, 140: vtffi 8* ava^Qwaxoßv niretai (näm- 
lich SXooltQoxog). IL 16,374: vipi 8* afeXXa axl8va&* vno vBtpiwv. IL 
17, 723: oJ d* aqa v&lqov dnb xd'ovog ayxd^ovro vtpi fidXa fieyakatg. — 
Dazu: vxffo^i ,in der Höhe'; II. 10,16: ehieto %aL%ag vip6&* UvziJiIL 
n. 17, 676: alFerog . .,dv %€ xal vxpod'* Uvxa n68ag taxvg ovx fXad'ev 
7tT(i^. IL 19, 376: nvgdg' to 8i xalerai v\l)6^' 0Q€aq>iv. — vtpo&ev ,Von 
der Höhe, hoch her*; IL 11, 53: KQovl8r]g, xard 8' v%p6^Bv r[xev ifigaag. 
IL 20, 57: 8feivdv 8' ißgovrijae noTfjQ av8Qi!iv te &eüiv te itf^ev. — 
ütpiato-g ,der höchste'; Pind. Nem. 1, 60 ; yß/Toya 8* hcxdXeoev Jiog 
'tjßiaTov nqo(pd%av U^oyipr, Isthm. 1, 51 : euayogtid^eig xiQ8og vtpiatov 8i- 
xerai, Aesch. Prom. 720: nQlv av nqog av%bv Kavxaaov f^oXjjg, ogwv vtpi- 
OTOv. SchutzfL 479: thpiatog yotg iv ßgovolg q>6ßog. — v\pog- ,Höhe'; 
Aesch. Ag. 1376: nvig ydq ng . . . aQxvaTar' av q>dQ^eiev, v%f>og xqbUsoov 
6X7Cfj8rifjiaTog] Hdt 1, 50: fjtunUv&ia . . . i^hxvve . . . tnpog 8h naXai-- 
OTiala. 



GriechiBche Etymologie. 153 

Lat SU8 (znnfichst ans *8tibs) ^ die Höhe, empor'; Laber. com. fragm. 
29 : nu/nc tu lentu\ nwnc tu susqye degve fers (dazu bemerkt Oellins 16, 
9, 3 : siffnificat atUem ^suegve diqve ferre* animö aeqvö esse et qvod ac- 
eidit nön magni pendere) ; Plant Amph. 886 : id me susqve diqve esse 
habitüram putat Hänfiger als Verbalpräfix gebrancht, wie in sus-cipere 
,anfnehmen, empfangen' (Plaut Amph. 1139), stds-citäre ,anfregen, aufwecken' 
(Plant Most 372), sus-pendere ,anfhängen' (Plant Cas. 424; 599), ms-tol- 
lere ,anfheben' (Plant Poen. 349). 

Altir. 6s ,oberhalb' (Kck 1*, 360). 

Gehört ohne Zweifel zn vncno-g ,der oberste' (Seite 143) nnd mit ihm 
zn vTto ,nnter' (Seite 149), ans welchem letzteren sich die Bedeutung des 
Oben durch Vermittlung eines ,yon unten nach oben' entwickelt zu haben 
scheint Als nächst vergleichbare Bildung kann wohl o^i gelten, das als 
äolische Nebenform von oiffi ,lange nachher, späf (1, Seite 511) angeführt 
wird (Ahrens-M. 1, 46), aber auch sonst in Zusammensetzungen vorkommt, 
wie in otpi-rileaTo-g ,spät erfüllt' (H 2, 325), dtpl-yovo^ ,spätgeboren, 
nachgeboren' (IL 3, 353 ; 7, 87), diffl-xotro-g ,spät schlafend' (Aesch. Ag. 
889). Vielleicht lässt sich auch alipa ,schnell, sogleich' (Seite 73) bezüg- 
lich seines inneren Zischlauts hier vergleichen. — Im lat. sus fiel der 
innere Labial aus, ganz wie zum Beispiel auch in os-tendere (aus *ohs') 
^entgegenhalten, zeigen' (Plaut As. 868; Most 1070) und as-portäre (aus 
^ahs') ,wegschaffen, rauben' (Plaut Amph. 207 ; Bud. pr. 67 ; Merc 354). 
invo^g (zunächst aus ^ainvog^ daher a-vftvo-q ,schlaflos' IL 9, 325; Od. 
9, 404, aus ^a-cvnvo^g) ,Schlaf'. 

IL 2, 41: tygeTo d' 1^ vnvov* B. 10, 26: vnvog inl ßXeq)aQoiaiv iq>l' 
^oyfi. IL 10, 96: ov6h ai y vitvog Ixavei. IL 14, 353: a%Qifxag evde nof 
%fiqm.. vnvif xal q>iX6vri%i dafislg. 11.24,445: Tolai d' ig>^ vnvov 
%XevB öittxzoQog dQy€lq>6vTi]g. IL 10,4: noifxiva kafdSv vnvog ^ev yXv^ 
TLBQog. IL 14, 164: €t nwg ... vtp d^ Snvov arci^fiovc %s XiaQov ve %evji 
ijtl ßXegxxQOiaiy. IL 1, 610: ote fiiv ykvxvg vTVvog lnavoi, IL 2, 34: €v%* 
Sv OB f4eXlg>ga)v vnvog dvrjjj. II. 24, 4: ovdi fiiv vnvog flqee navdafia- 
viüQ. n. 11, 241: dg o fihv ai&i neöwv xoifiijaaTO x^^^ov vnvov. 

Lat somno-s (aus einem alten ^svapno-s) ; Plaut Bud. 594 : di.. . mi- 
risque exemplfs somnia in somnts danurd] Enn. ann. 37: exterrita somno. 

— Dazu: sopir- ,Schlaf'; Plant Amph. 306: qoattuor virös sopöri sS de- 
disse hte autumat] — söpire ,einschläf em' ; Enn. trag. 314 (Vahlen): dra- 
c&nis saevi s&pivi impetum. 

Altir. siMfi (Wind, bei Kuhn Beitr. 8, 14); kambr. hun (Zeuss-Eb. 123). 

— Dazu: foad und foaid ,er schlief' (Wind, bei Kuhn Beitr. 8, 14). 
Altn. svefn ,Schlaf'; ,Traum'. — Dazu: sofa ,schlafen'; Hftvam. 58: 

mart um dvdr thann er um morgin svefr ,manches versäumt dann, wer 
am Morgen schiäff; Ailam. 78: svaf eh miök sialdan ,ich schlief sehr 
selten'; — ahd. in-swebian ,einschläfem', mhd. ent-sweben] Nib. 1773, 4: 
do eniswebete er an den betten vil manegen sorgenden man* 



154 Griechische Etymologie. 

lit sdpnas ,Traum^ 

Altslay. 8ünü (aus *säpnä) ^Schlaf. — Dazu: süpati ^scUafen^ 
Alban. gumSy aus *gumnif, *gupn^j weiter *supnO' ^Schlaf. (GMeyer, 
Wb. 142). 

Armen, khtm ^Schlaf (Hübschm. Arm. St 55; Barth, bei Bezz. 10, 293). 

Altind. sväpna-s ^Schlaf; ,Traiim'; BY. 2,15,9: sväpnaina abhi-üpjä 
cümurim ,mit Schlaf bedeckend den Tschnmnris^ — BV. 2, 28, 10: jds 
. . . svapnai bhajdm bhirdvai mdhjam aha ,wer im Traume mir dem 
Furchtsamen Erschreckendes sagtet 

Altostpers. qafna ,Schlaf^ — Afghan. üdehy vüdih ,schlafend^ (<« ^svaptory 
Hübschm. bei Kuhn. 23, 43). 

Das Suffix wie in oxvo-g ,Zaudem, Bedenklichkeit^ (1, Seite 502), wvo-g 
(aus einem alten *ß6avo-g) ,Eaufpreis' (t, Seite 651) und sonst — Zu 
Grunde liegt altind. svap- ,schlafen^: si;apifi ,er schläft' (Man.; Hit); BV. 
7, 55, 2 und 3 : nt sü svapa ,schlaf ein' ; supta- (aus ^svaptd-) ,schlaf end' 
(AV.; Mbh.); Causatiy sväpi^jaü ,er schläfert ein'; BV. 7, 55, 8: strijasjä's 
pünjagandhäs tä's sdrväs sväpajdmasi ,die Frauen, welche rein duftend, 
die alle schläfern wir ein^; — altostpers. qap ,schlafen', qapta- ,schlafend'. 
(lusti). 

iyyiig' ,heil8am, gesund, unversehrt, Yemflnftig'. 

IL 8, 524: ^vd^og d\ og fiiv vvv vyirjg, feßgri^ivog ioTw, Simon. 
Bruchst 5, 3 : elöcig y SvaalTtoliv dUav vytiig ainqQ. Soph. PhiL 1006 : 
CO fiTjdhv tfyiig ^rjd ' Hev&eqov q)Qovwv. Hdt 1, 8 : tlva kiyeig loyov ovx 
vyiia, xeJiBviüv fie dianoivav t^v ifirjv S^ij^aaa&ai yvinvijv; Hdt 6, 100: 
TiSv dh ^QeTQciußv r^v aga avöev vyihg ßovlevfia, Hdt. 3, 130: 'Eklrjvi- 
xoiai li^fiaai xQBOfiBvog . . . Iv XQ^^V ollyffi vyiia fitv iovra aTtide^e. 3, 
133: 6 dk g)ag vyiia noiriaeiv (yorher war gesagt: yvvatxl iniTov iiaa- 
%ov iq>v q)Vfia). 3, 134: (ig di äga ficv fiera %ai%a Uofievog vyiia 
oTtiöe^e, Thuk. 3, 34: Ttakiv av%6v xaraarriaeiv ig ro reixog acSv xal 
vyia, Thuk. 4, 22: et ti vyiig diavoovvraiy kiyeiv ixikevaev anaaiv, 
Thuk. 8, 107: tcJv aq>e%iQwv vetav xtSv aixfiahitiov oaai xioav vyuZg ixo- 
filaano. Eur. Bakch. 948: Tag de nqlv q>Qivag ovx elxeg vyielg, Eur. 
Phoen. 201: fiöovri öi %ig yvvai^i fxrjdev vyikg dkkrjkaig kiyBiv. Xen« 
apol. 7: vyikg öh to awfia ^oiv. Plat legg. 1, 630, B: n tat dg fikv yaQ 
xai vyifjg iv OTaaeaiv ovx av no%e yivotxo avev ^firtaatjg agerijg. — 
Dazu: iyUia ,6esundheit'; Pind. Pyth. 3, 73: ei xareßav iyletav aywv 
X^aiay. Aesch. Ag. 1002: ixaka yaq toi rag Tcokkäg vyielag äx6qea%ov 
Tigfia. Eum. 535: Ix d* vyieiag (pgeviov 6 naoiv q>lkog xai nokveuxtog 
okßog. 

Steht als Bildung auf -leg im Griechischen völlig vereinzelt Da nun 
die meisten griechischen Adjective auf ig zusammengesetzt sind — bei- 
spielsweise von mehr als 180 homerischen nur etwa sechs nicht ^ so 
liesse sich etwa auch hier an ein solches denken und man möchte ver- 



Griechische Etymologie. 155 

muthen, dass darin v- nichts anderes sei als altind. sur jgaif in Zusammen- 
setzungen wie sifrirdiur ,yon guter oder tüchtiger Kraft' (BV. 1, 5, 6; 1, 
25, 10 und 12; Icrd^u- ,Kraft' RV. 1, 2, 8; 1, 19, 2), surddkshor ,von guter 
oder grosser Tüchtigkeif (BV. 1,91,2; 1,101,9; däksha- ,Tüchtigkeit, 
Kräfte BY. 1, 2, 9; 1, 91, 7), sur^mdnas' ,yon gutem Sinn, wohlgesinnt' (BV. 
1, 36, 2; 1, 53, 4; mänaa ,Geist, Sinn' BV. 1, 25, 3; 1, 48, 4) und anderen 
ähnlich. Es bleibt dabei aber das -^lig ganz dunkel, da sich durchaus 
kein etwaiges **yloQ', für das man etwa die Bedeutung ,Beschaffenheif, 
,Zustand' (v-^i4*- wäre dann ,yon gutem Zustande') oder ähnlich hätte 
vermuthen mögen, findet, wie denn ungeschlechtige Wörter auf -log über- 
haupt nicht vorzukommen scheinen, während zum Beispiel solcher auf 
"vog mehrere sich finden, wie -^vog-- ,Bäucherwerk, Opfer' (IL 6, 270; 9, 
499), xQvog- ,Kälte' (Hes. Werke 494; Aesch, Sieben 834; Eum. 161), *(pvog' 
,Wuchs' (in €v-q>vig' ,von gutem Wuchs' II. 4, 147; 21, 243, und eigv-gwig- 
von breitem Wuchs Od. 4, 604). — Nach der geläufigen Anschauung (bei 
Fick 2, 244; Gurt 187), ^e aber weder in Bezug auf die Form noch die 
Bedeutung von irgend Jemandem ausreichend begründet ist, gehört vyiig^ 
zu lat vegetchs ,munter, belebf (Hör. Sat 2, 2, 81 : vegetus praescripta ad 
münia mrgit)j vegere ,erregen, in Bewegung setzen' (Enn. ann. 477: cum 
magno strepitü Volcänwm ventus vegSbat; Enn. fragm. com. 2: aeqvora 
saüa veg^s ingentibus ventis), vigere kräftig sein, in Blüthe stehen' (Plaut 
Cure. 299: ita nu/nc mos viget\ altind. v&'ga-s ,Eraff (BV. 1, 27, 8 und 11 ; 
1, HO, 6). 
'byqö^q ,feucht, flüssig'; ,biegsam, geschmeidig^ 

IL 5, 903: cüg d* 8t* onog ydla kevKOv ineiyofievog avviTtri^ey vyqov 
kovm II. 23, 281 : o aq)a)iv (d. i. den Pferden) fiaka nokkaxig lygov Mlaiov 
Xairawv xcct^ixeve. II. 1, 312: ininXeFov vygd xilev&a. Od. 4, 458: (Pro- 
teus) ylyvero d* vygov vöwq. II. 14, 308: %7t7toi ... o% (jl* otaovaiv ircl 
TQaq>€Qijv TB xal vyQi^v (d. i. d-dkaatjav). IL 24, 341 : xaXd nidiXa • . • ra 
liiv q>igov rjfihv iq>* vygfjv rjd* Itt' anelgova yalav. Pind. OL 7, 69: 
ßkaOTe fikv 1$ akog vygag väaog. Nem. 8, 41 : av^ezai ö^ dgerd . . , h 
aoq)olg avdgwv aegd-eia' h dixaloig t«, rcgog vygov ai&iga. Hom. hymn. 
19, 33: Idd'e ydg nod-og vygog inekd'wv vvfiqir] ivTtXoxd^f^ Jgionog q>i'' 
JboTrjTi fiiyijvai. — Pind. Pyth. 1, 9 : evdei . . . aierög . . . o dh xvdaawv 
vygov vwTOv alcagsL Soph. Ant 1236: ig d' vygov dyxüv iT Mfiq>gu)v 
Ttag&ivip TtgoaTtTvaaerai. Plat Theaet 162, B: olfiai vfidg nelaeiv ifik 
. , . firj ^hceiv ngbg t6 yv^vdoiov axXrjgdv ijdr] ovto^ Ti^ äi di) veonigfp 
TB %al vygorigtfi ovtl ftgoarcakaUiv, 

Dazu: lat ümör- (wahrscheinlich aus *ugmör-) ,Feuchtigkeit, Flüssig- 
keif; Plaut Bud. 1009: w^ htd/nc ämittis, exurgebo qvidqvid ümdris tibist; — 
uveseere (aus ^tigvescere) ,feucht werden' ; Lucr. 1 , 306 : flicctifragd suspen- 
sae in Utore vestes üvescunt; — üvor- ,Feuchtigkeif ; Varro L. L. 5, 104: 
üvae ah üvore; — üvidos ,feucht'; Plaut. Bud. 251: ^cine hte cum iividä 
veste grassäbimur? 



156 Griechifiche Etymologie. 

Dazu: altn. vöir feucht*; vöiva ^befeuchten, bewässern^; vöhna |feucht 
werden*. 

Das Suffix wie in aiaxQo-g ,schimpflich, ^schändlich*, ^hässlich* (Seite 96), 
ihxqfQo-g gleicht, schnell' (1, Seite 469), iQv^Qo-g ,roth* (1, Seite 453), ix- 
^Qo-g yverhasst* (1, Seite 388) und sonst Die altnordischen Fonnen zeigen^ 
dass das zu Grunde liegende vy- ,nass sein, flüssig sein* (?) aus älterem 
*vag- hervorging, sein anlautendes v- sich also ebenso entwickelte, wie 
zum Beispiel in vdwQ (II. 3, 270; 6, 457) neben nhd. Wasser und goth. 
vatan- (Mth. 10. 42; Mk. 1, 8). — In lat ümSr- erlosch ein inneres g vor 
m ganz wie zum Beispiel in jümentthm ,Zugyieh, Lastthier^ (Plaut Epid. 
209) und in sümen .Saugwarze* (Plaut Gapt 904; Cure. 323; 366; Pseud. 
166), und ganz ähnlich vor dem v in üvescere. 
üßo-q ,bucklig*; ,Buckel, Höcker*. 

Hippokr. 3, 755 : otcogoi vßoi (Kühn schreibt vßoi) i^ aa&fiarog ij ßtj- 
Xog ylvovraij itqc rijg rißrig aTtolXvvtai, Theokr. 5, 43: ju^ ßa^iov vfl[¥ia 
nvylafiatog vße (Ahrens erklärt zu dieser Stelle : vßog i. e. Xayvog ab vg, 
ut ßovßog ,magnus* 14, 17, a ßovg^ was unmöglich als richtig gelten kann). 
Taq)elrjg. — Arist Thierk. 2, 15: al dk nafiri^i tdiov %xovai na^ä %aXhx 
vergonoda vov Kakovfievov vßov inl t(p v(OT(p. diaq>iQovai d* al Bax- 
TQiai TiLV [AgaßLuiV al ^hv yag ovo ^ovaiv dßovg, al d' &a fiorov, 
aXkov d' ^ovaty vßov roiovvov olov avw Iv volg xarw, iq>* ov^ orap 
xarcmkid^ elg yovara^ iattiqutai %6 aXXo adSfia, 

Dunkler Herkunft 
üßgi-q ,GewaltÜiätigkeit, Frevelmuth*. 

IL 1, 203: f] %va vßgtv tdji Hyafiifivovog] II. 1, 214: %al noxi %ot xqlg 
xooaa TtaQiaaerai ayXafa diSga vßqiog eivema rrjade. Od. 14, 262: oi 
d' vßQi ßel^avreg, Inionofievot fiivet aq>iß . . • AlyvTtxlwv ... ayQovg 
Tcogd-eov. Od. 1, 368 »> 4, 321: fiijrgdg ifirjg fjivriaTrJQeg vniqßiov ißgiv 
1l%ov%eg. Od. 15, 329: fivtjOTTJQwv • • • twv vßgig %e ßlrj te aidrjQeov ovQa- 
vov %Mi. Od. 17, 487: d-eol . • • i7tiO%Q0iq>wai noXfjag, av&Qwrttav vßqiv 
T€ Hat evyofilrjv iq)OQüivt€g. Pind. Nem. 1, 50: xal yag adra . • • Sfnag 
Sfivvev vßgiv xvwdrjXwv, Aesch. Eum. 534: dvaaeßlag fikv vßqig rixog, 
Eur. Hippel. 474: X^^ov d' vßgl^ova* ' oi yag aXXo nX^v vßgig rcfd' laW 
xQslaaia dai^ovwv elvai ^iXsiv, 

Eine fiberzeugende Erklärung des Wortes ist noch nicht gegeben. Bezzen- 
berger (2, 1 55) stellt es zu altind. ugrä- ,mächtig, gewaltig*, das sehr hfiufig 
von Göttern gebraucht wird, wie BVedas 1, 33, 5; 1, 129, 5; 3, 46, 2; 4, 20, 
7 und sonst von Indras, und dazu in manchen Verbindungen, die von der 
vßgtg recht weit abliegen, wie RY. 3, 26, 5 : ugräm dvas imahai ,mächtige 
Hülfe erflehen wir*; 6,51,8: ndmas id ugrdm , Anbetung ist 'gewaltig*; 
9, 61, 10: ttgrdm gdrma ,gewaltigen Schutz*, und das unmittelbar zu alt- 
ind. diigishtha-s ,der gewaltigste, der mächtigste* (BV. 1, 129, 10; 8, 82, 8; 
8, 86, 10 und 10, 73, 1 von Indras) und altind. dugas ,Eraf(^ Macht* (BV. 
1, 33, 12; 1, 39, 10; 1, 103, 3; 1, 121, 10) gehört, also auch eng mit lat 



Griechische Etymologie. 167 

augustO'S yinachtbegabt, majestätisch, heilig' (EniL ann. 494 : augiAstd augwrid 
• . indita condita Borna est; augustam favenüam bei Att trag, fragnu 
510; augusta loca bei einem mibekaonten alten Tragödiendichter, Bibbeck 
S. 268) zusammenhängt 
ißiftö* ivß(}lg)j Name eines nicht näher zn bestimmenden Vogels. 

Arist Thierk. 9, 80: i; d' ißglg, tpaol di tiveg zov avrov tovtov ofvi&a 
%ff fcvvyyl (ein Vogel, der auch nicht genauer zu bestimmen ist), ovzog 
^fiifag likv ov g>alvevai dia to (lif ßkirjceiv o^y Tag dk vvxrag -^Qevei 
äaTceg ol äerol' xal fidxovrai dk fCQog %bv aevov ovtü) aq>63Qa, wa% 
aiiq>to kafißavea&ai ftokXaiug ^fivtag vnb TcJy vofiiwv. vlxrei fikv ovv 
dvo (pa, veatrevei de xal oitog iv Ttirqaig %ot\ aftrjXaloig, 

Dunkler Herkunft 
Mat- (mit dem Nom.-Acc. vdwQj IL 3, 270; 6, 457; 7, 99; 9, 171; 174; da- 
neben auch oft mit gedehntem v : vd<aQ, wie II. 2, 307; 752; 4, 453; 9, 15 
a» 16, 4; 12, 33; 14, 271; 435; 15, 37 und sonst, fast ausschliesslich im 
Versschluss) yWasser'. 

IL 2, 307: vfto nlaravlattp, od-ev ^iFey dykaßov vdtoQ. IL 2, 752: Ti- 

ttt^Oiov , . , og ^* ig Ihjveidv TtQoUl naiXlQQofov vdwQ. IL 2, 850: 

^Ä^lov, ov iialXi.a%ov vöcjq irciKldvarai alav. IL 2, 825: Ttlvovreg vdofQ 

fiiXav uiiaijnoM* IL 3, 270: naJQvueg . . . ßaaikevaiv vdwQ iftl x^^Q^S 

ix^ov. IL 7, 425: vöari vl^ovreg atto ßgorov alfittToßevra. H. 24, 303: 

tafilfjv wTQvv^ 6 yeqaiog xeqalv vdcag kmxevai axijQctvov. — Dazu: ifda- 

Qig- verwässert'; Aesch. Ag. 798 : ovx toxi Xa&elv ofifiava qxürlg, va 

ÖOKOVVT* €vq>Qovog hc diavolag vdaQei Oalveiv (ptkovtjTu Antiphaa» (bei 

AÜien. 10, 441, CO : ov^^ vöaqhg ovx^ äxQovov old* iyw tvotc niovoa. 

Ephipp. (bei Athen 10, 430, F): olvov nloig av daq)akiar€Qov nokv idag-ij» 

Xen. lAk. 1, 3 : o^yot; ye (ä^v ij nafiTcav dnexo^ivag rj vdaqBl xQ^f^^^S 

diayovaiv. — vöalio-g ^wassersüchtig^; Hippokr. 1, 188: kg yag to tag 

xaxagQctyrjvai to alfia noXlal iXnldeg, wate axQOovg te xal vdaHovg 

Vfto t'qv ^egelriv rovtovg dvau — vögo-- ,Wasser^ (siehe besonders, Seite 

159). — vögo-g ,Wafi8erBchlange^ (siehe Seite 160 besonders). 

Lat wnda ,Wasser, Woge^; Enn. ann. 303: Ewröpam Libyamqve rapäx 
vbi dividit tmda ; ann. 379 : volat super impetus wndäs. 

Altir. visce ,Wasser' (Zeuss-Eb. 231; 273; Grundform tmcio- Z.-K 230), 
Mehrzahl uisci (Z.-£b. 232); Deminutiv uscedn ,Wä8serchen' (Zeuss-Eb. 273). 

€h>th. vatan- ^Wasser^; Mk. 9, 22: aivarp jäh in vatö; Mk. 1, 8: ih 
daupja isfvis in vatin; Mih. 8, 32: gadauthnödSdtm in vatnam; — ahd. 
wazzar, nhd. Wasser. 

Lit vandu , Wasser*; — allpreuss. tmds, Acc imdan. 

Altslav« voda ,Wasser^. 

Alban. uj^ (für *u/njM aus *udnio-) t uj^-ti , Wasser*, ujdnj, nordalb. 
uis ^ch bewässere* (GMeyer, Wb. 456). 

Armen, j^ et (aus *ved') ,Flus8* (Hübschm. Arm. St 24); daneben vtak 
(aus ^vetaik^) ,Flüsschen* (Hübschm. bei Kuhn 23, 18 und 32). 



158 Griechische Etymologie. 

Altind. vddn- ^Wasser, Wasserwoge' ; BV. 10, 68, 8: mat^am . . . uddni 
ishijäntam ,deii Fisch, der im Wasser wohnt^; BV. 5, 45, 10: tidnä' nd 
navam anajanta ,wie im Wasser das Schiff führten sie (ihn)^; — dazn: 
itdanjdti ,er strömt dahin'; BV. 10,99,8: abhrijas nd jdvasai vdaiydn 
,wie ein Begenguss, der auf das Gras strömt'; — udakd-m , Wasser^; BV. 
1, 161, 8: idam udahäm pibata ,dieses Wasser trinkt; — üd- ,Was8ei^; 
BV. 5, 41, 14: udä' vardhantäm abhisätäs dmäs ,an Wasser mögen zu- 
nehmen die gewonnenen Ströme'. 

Dass das anlautende v sich ebenso wie zum Beispiel in vygo-g ,feuchty 
flüssig' (1, Seite 155) aus altem va- entwickelte, zeigen die Formen der 
deutschen und anderer verwandter Sprachen. — Das Verhältniss der 
Suffixe aller angeführten Formen unter einander ist noch nicht genügend 
aufgeklärt Wie vdmQ neben t/dar-, so liegt ayuSq ,Eodi' (Ar. Frösche 146; 
Plut 305) neben axa%- (Sophron bei Athen. 8, 362, 0: ßakU^orzeg %bv 
^akctfioy anatog iviTtXrjoav. Auch in axaro-qfayo-g ,Dreck fressend' Ar. 
Plut 706; Alexis bei Athen. 3, 107, F. Pollux 5, 91 lehrt: to oTcoaxeva^- 
ficvov moTCQog av&goiTcov, oxcJ^* aqf* ov Tag nkaylag ov Xiyovoiv, akXa 
%ov axatog xal t(^ axarl, wv t^v 6vof4aa%ixrjv ovx hupiQovoiv). Bildungen 
auf 01^ wurden übrigens schon aufgeführt unter ikoig-^ alt ßikwQ- ,Baub, 
Beute' (1, Seite 477), solche auf ar in ^^uar- ,Tag' (1, Seite 624) und tjnca^" 
,Leber^ (1, Seite 608) und unter iyiun-a ,Eingeweide' (1, Seite 415). Aus dem 
Dative vdei (Hes. Werke 61 ; Theogn. 901, wo aber Bergk nach Ahrens' 
Vermudiung Ikvl schreibt) scheint sich zu vöcjq und vdat- auch noch 
eine Nebenform vdog- zu ergeben. — Als zu Grunde liegende Verbalform 
ist ein altindisches ud ,quellen, überströmen' (BV. 5, 85, 4 : undtH [aus *ur 
-nd-d-ti] hhü'mim prthivt'm utd djä'm . . . vdrtmas ,Varunafi überströmt 
den Erdboden, die Erde und den Himmel'; BV. 10, 149, 2: jdträ sanrnd- 
ras skabhitds vi aunat ,wo das Meer fest hingestellt überquoll'; BV. 9, 
61, 4: pavamänoßja tax vajdm pavitram abhi-umdatäs sdkhvtvdm &' t^nt- 
mahai ,deiner des klar strömenden, das Läutemngssieb überfludienden, 
Freundschaft wünschen wir') lebendig geblieben. 
töisiv ,be6ingen, nennen'. 

Eallim. Zeus 76: avtlxa xokK^og (xhv vdelofiev ^Htpalatoio. Fragm. anon. 
62 : ^S'Qtjv T^v evT&ivov hnayQOfiivrjg vdioifii. Arat 256 : Ilkrjlddeg . . • 
iTvranOQOi dri tat ye fier^ av^gwTCOvg vöiovrau Ap. Bhod« 2, 530: xal 
ra fikv wg vdiovrai. 4, 264 : IdQxddeg, dt aal ngoud-e aekijvalrig vdiov' 
rat Z(jü€iv, Nik. aL 47 : x^oc^ov ngaaloio, %6 ^ fieklqwkkov iievci. 525 : 
Ttelvo xaxov ^vfivjf^a, t6 di^ ^' vdiovüi fivxriTag na^ifctjdfjr. 

Dazu: altir. faed ,Schrei'; kymr. gwaedd ^(jfeschrei, Buf, ,laute Weh- 
klage' ; altir. fmn (aus *f(Ht'd) ,Ton, Lauf, ,(j[esang' (W. Stokes in Kuhn 
Beitr. 8, 330 und bei Bezzenb. 11, 78). 

Alts, far-wätan ,verfluchen' (Gloss. Lips.); ahd. far-wäzan »verweigern^ 
zurückweisen'; ,verfluchen'. 

lit vad-inü ,ich nenne' ,ich rufe'. 



Griechische Etymologie. 159 

Altslay. vaditi ^anklagen'. 

Altind. vad' : vädati ,er redet, spricht , lobsingt, lässt die Stimme er- 
schallen'; BV. 1, 87, 5: pitür prainäßja gdnmanä vadämasi pmch des alten 
Vaters Weise singen wir*; RV. 10, 117, 7: vddan brahmd' dvadatas vdnU 
jän ,ein betender Priester erlangt mehr als ein nicht-betender*; vand- 
ypieisen , rühmen' ; BV. 5, 28, 4 : ägnai vändai tdva grijam , Agnis , ich 
preise deine Herrlichkeif. 

Das anlautende v entwickelte sich wie in väaz- jWasser* (1, Seite 157)^ 
also ans altem va-. So aber ergiebt sich nächster Zusammenhang mit 
aeld-eiy, alt dFeld^eiv ,singen' (1, Seite 23). 
Mvo^ ,Trü{fel, Erdschwamm'. 

Matron (bei Athen. 2, 62, C): ooTQea %" rjveucevj Qitidog NrjQrjldog vdva. 
Athen. 2, 62, G: JltptXog 81 övanertra qyrjaiv elvai ra vdva, evxvla dh 
naQaXeavTixa^ nQoaiti di diaxtoQrivixd, nal Ivia ctvvcSv ofiolwg %olg fjiv- 
naig Ttviywdri elvai. Theophr. Pflanz. 1, 1, 11: ov%e yaq ^l^av navT* ^ei 
ov%B xavXov ovre axQBf^ova ovre nkadov ovte q>vkXov ovtb av&og ovre 
maQTtov ovt' av q)Xoibv ij fiTJfQav ^ Ivag tj (pXißag olov f^vxtjg vdvov. 
Diosk. 2, 74 : vävov ^iCja ia%l 7t€Qiq>eQi^gj aq>vXlog, anavlog, VTto^avd-og, 
toQog oQVTTOfiivrj' idddifiog di iöJiv wfii^ ze xal iq>&ii ka&iofAivri. 

Dunkler Herkunft Das Suffix ist offenbar das selbe wie in ^eävo-v, alt 
fidva-y ,6rautgabe' (1, Seite 382). Man hat Zugehörigkeit zu oid-aveiv 
,achwellen^ (Seite 129) vermuthet, die aber nicht für wahrscheinlich 
gelten kann. 
iöffO' (yermuihlich ungeschlechtig) ,Wa8ser', begegnet nur in einigen 
Zusammensetzungen und Abtheilungen, wie: 

äv'VÖQo-g ,wasserlos'; Hdt 2, 149: vo dk vöwq %b iv %ij llfAVj] avri- 
yevig jucr ovx ^oti (avvÖQog yaq drj deivwg iati — nämlich ^iyvrtTog — 
tavtfj). Hdt 4, 185: iQtjfiog tuxI awdqog xal adTjQog xal avofißgog xal 
a^Xog ioxi r\ X^QV* ^^* ^^^ ^^ ' OfiVQvrjg ö^ avvÖQov xaitvog elg 3q6- 
q)ovg Oolßov nirerai. Troad. 1084: cv fiiv q)&lfX€vog dlalveig a&antog 
äwÖQog. — ev-vögo-g ,wa8serreich'; ,im Wasser lebend'; Aesch. Ag. 
1128: TtlTvei d' iv ivvÖQifi veixei. Soph. Phil. 1454: NvfAq>ai %^ ^wögoi 
leifiioviadeg. — vd^-tan- (jSÖQwtp) ,wassersttchtig'; ,Was8ersucht'; 
^Fruchtwasser'; Hippokr. 2, 511: ovgiei jeaxv oxolov neg vögumeg. Hipp. 
3, 461: vdQwtp ijv oXdrjfia ^wv iv tolai oxiXeai ßriocj}. — Hipp. 1, 529: 
%olg dh Jtaidloiaiv vÖQtorteg iyylvovrai iv tolaiv oQX^aiv* Hipp. 2, 93: 
vdqwftiav ovo g>vaiBg, wv 6 g^iv VTeoaagxldiog iyx^iQiwv ylvea&ai aq)vx- 
%ogf 6 ii fiBff* iixq>vori^a%(jDv noXXrjg eihvxlrig deofievog. Nik. al. 341: 
rtaoa di ol rqdvg diaTtlfiTCQarai, tog bno^^ vdQWXff TVfinavöeig dva fjtia- 
oov agwayevog dfig>aJL6v l'^ec — Arisi Thierk. 7, 57: ftQuitov f^kv ovv vögtotp 
i^iq%e%ai xivovfiivov %ov ifißQvov. — vögalveo^ai ,sich benetzen, sich 
baden'; Od. 4, 759: 17 d' vÖQtjvafiivrij xa&aQcc xQot Fel^ad^" iXovaa, eig 
VTtegip' avißaive. 

Altind« tidra-m jWasser*, nur enthalten in an-tddrä' («= av-vÖQo-g)^ 



160 GriechiBdie Etymologie. 

jWasBerlos' (RV. 10, 115, 6) und im abgeleiteten ledn-n- ,wafi8erreich* (RV. 
2, 24, 4; 8, 7, 10; 9, 74, 7; 10, 101, 5 und 6). 

Gehört unmittelbar zu vdaz- (mit dem Nominativ vdwQ) ,Wassei^ 
(Seite 157), schliesst sich seinem Suffix nach aber an Bildungen wie afi- 
TtQO'V ,Zug8eil^ (1, Seite 240), aJLevQo-v ,Mehl, Waizenmehl^ (1, Seite 295), 
axQO'V ,Spitze' (IL 14, 292; axgchg ,8pitz auslaufend, höchst, äusserst', 1, 
Seite 56) und andre. Der Schlusstheil yon vögoPTt- ist nicht ganz ver- 
ständlich, da man dabei doch kaum an wjC' ,6esichf (1, Seite 643) wird 
denken dürfen. 

üöQo-q ,Wa8serschlange^ 

n. 2, 723: l'Axel* fxoxd'Ltiovra (d. L OikoTm^Trjv) xaxtfi oXoF6q>qovog vöqov. 
Alist Thierk. 1, 6: tu likv evvÖQa,... noXXa d* iarl roiaika . . . xal 
anoda, olov vÖQog, 2, 83 : ol fikv yag vdqoi knl t<^ fjTcaTi ^ovaiv (näm- 
lich xo^^)' — Dazu: väQrj , Wasserschlange'; Hes. th. 313: *lExiSva .... 
%d tqItov vdQrjv avrig iyelvcevo^ Ivygc ßidviav, ^eQvaltiv. Soph. Trach. 
574 : ißatpßv lovg d-qi^iia ^eQvalag vÖQag. Eur. HerakL 950 : vöqag li- 
4>vTag t' k^arcoXkvvai Xiyatv ineiineg. 

Ags. otoT] ahd. oüar] nhd. Otter yFischotter'. 

lit vdra ,Fischotter'. 

Altslav. vydra ,Fischotter'. 

Altmd. udrA-Sj ein bestimmtes Wasserthier^ vielleicht ,Fischotter^ (V. S.). 

Altostpers. udra^ ein Wasserthier. 

Gehört unmittelbar zum Vorausgehenden. Dem Suffix nach aber ver- 
gleichen sich noch Bildungen wie ofißQo-g ,Begenguss' (1, Seite 556) und 
al^QO-g ,reine Luft, Kälte' (Seite 91), mit vdfri aber ai&Qti ,reine Luft, 
Heitre' (Seite 91), Ugri ,Sitz, Sessel' (1, Seite 380) und andere ähnliche. 

ifp' ,weben', verbal lebendig nur in den abgeleiteten vq^aeiv (Od. 7, 105) und 
vfpalveiv (n. 3, 125; 6, 187; 456; 7 324; 9,93; aoristisch vqyrjvov Od. 13, 
386; vtprjvag Od. 4, 739). 

Dazu: iyij ,Gewebe'; Aesch. Ag. 949 : q)&elQOVTa nhoitov agyvQiavi^' 
Tovg &^ vqfag. Eur. Iph. T. 312; ninXtav %e nQovxaXvrctev evTtrjvovg vq>ag. 
814: tovt' ovv vq>i^vao* ola&ag evfci^voig vq>aig; Ion 1146: ly^v 6^ ixpav- 
%ai ygafifiaaiv voiald' vq>aL — vg)og-' ,Gewebe'; Pherekr. Kom, Bruchst 
243: vg>og. Strabo 10, 1, 6: wate ra vq)rj x^^Qo/naxtQa ylvea&ai, Sokrat 
Bhod. (bei Athen. 4, 147, F): rjaav de xal ol toIxoi akovgyiai aal diaxQv- 
aoig ififceneraof^ävoi vfpsau Diosk. 2, 68 vom Spinngewebe: xb dk Sq>og 
avTqg (d. L aQaxvtjg) iTtiti&ifievov alfia Yarrjau — vq>c.€iv ,weben'; Od. 
7,105: al (d. L dfitpal) ö^ latovg vq>6wai, — vq>aLveiv ,weben'; 11.3, 
125: fi äi fiiyav larcv vq)aivev. Od. 13, 108: vvfxq)ai q)aQe vtpalvovoiv 
^tltnoQifVQa, IL 6, 187: nvxivov dolov aklov vq>aivev (,stiftete an'). IL 7, 
324: xoia 6 yigtav TtäfiTCQWTog vq>aivifi€v iJQx^^ f^tjtiv NioTWQ, 

Ahd. weban] nhd. weben. 

Dazu : altind. ürna-vä'hhi-s ,Spinne' (Qat Br.), eigentlich ,der Wollen- 



Griechische Etymologie. 161 

weber* {ü'rnä ,Wolle* RV. 4, 22, 2; 5, 52, 9). Davon abgeleitet: äumav&hhär 
,yoii einer Spinne entsprossen^ (BV. 2, 11, 18; 8, 32, 26; 8, 66, 2). 

Das anlautende v entwickelte sich wie in vöcn- jWBaaei' (Seite 157), 
vftvo-g ,SchlaP (Seite 153) nnd anderen Formen. Das abgeleitete vg>aeiv 
scUiesst sich unmittelbar an v^ry. Aus vq)aiveiv (aus *vq>avjeiv) darf man 
wohl ein altes '^vq>av- ,6ewebe' (Suidas fflhrt ein vq>a' t6 vq>aafia auf) 
entnehmen oder auch ein *vg>av' ,Weber'. 
€^€aQ- ,Mi8teP, eine Schmarotzerpflanze auf Tannen und Fichten, bei den 
Arkadiem. 

Theophr. Pflanz. 3, 16, 1 : 6 di nqlvog • . . taxei dl mal l^lav xal vq>eaQ* 
wü%e ivlore avfjißalvei titxaqag Sfia xaQTtovg ^eiv ovrovy ovo fikv %ovg 
iavTOv dvo d' ailovg tov re T^g l^lag xol xov %ov vg>iaQog* xal v^v fikv 
i^lav q>iQ€i Ix twv nqog ßoQQav x6 di vg>eaQ Ix xwv ftqhg fiecrifißglav. 
Theophr. c. pL 2, 17, 1 : d-avßaauaxaTOv d' av do^eie . . . elvat xo Mvia 
fiij dvvaa^ai ßXaaxaveiv iv xfj yfj xal aftigfiaxa mal q>vxa xa&aneQ 
fl l^La xal Tj üxeXig xal xb v(peaQ, dv r^r ^hv xalovaiv Evßoelg xo 
öi vqfeag Idqxodeg • • . to yaq vipeaq iv xalg kkdxaig xal Tcevxaig yl- 
vexai. 

Dunkler Herkunft Der Bildung nach wohl mit oveiag ,Beistand, Hülfe', 
,Speise' (1, Seite 545) und akeiaQ ,Mehl, Waizenmehl' (1, Seite 295) zu ver- 
gleichen. 
i^üo-g ,unnfitze8 Geschwätzt 

Plat Theaet 176, B: xccvxa yoQ iaxiv 6 leyof^evog y^atSv v&kog, wg 
ifiol q>a£v€xai. Lysis221, D: aq^ ovv • . . o dk xo ngoxegov iXiyof^ev 
tplXov elvai, vd'kog xig ^v^ äoTteg Tcoltjfia fiaxQov avyxelfievovj Staat 1, 
336, D: (ig iyio ovx aicodi^ofiat^ iav v&Xovg xoiovxovg i'iyfjg* — Dazu: 
v^^^££y ,unnützes Zeug schwatzen'; Ar. Wolken 783 : v&Ulg' aft€QQ\ 
ovx av dida^alfirjv a Ihi. Ephipp. (bei Athen. 8, 347, G) : xoiav&^ v&hZv 
öeiTtveu 

Zur Beurtheilung des Wortes wird Hesychs AnftLhrung va&log ' aalogy 
(pXvaQog (er giebt auch: vd'Xog' q)lvaQla, (noQla, ki]Q6xrjg, (phqvaq^la) mit 
in Erwägung zu ziehen sein, die dieselbe ungewöhnlichere innere Laut- 
verbindung -a&X- enthält, die schon in la&Xo-g ,gut, tüchtig' (1, Seite 399) 
entgegentrat Als suffixaler Theil löst sich offenbar d'Xo ab, wie es auch 
in oLB&Xo-g ,Eampf, Wettkampf, Anstrengung, Arbeif (1, Seite 8) enthalten 
zu sein scheint Zu Grunde liegt möglicher Weise das schon unter vdax- 
,Wa8eer' (Seite 157) angeführte altindische ud- ,queUen überströmen' (Seite 
158), so dass etwa in vd-Xo-g (? aus "^vd-d'Xo-g) ein innerer Dental ausge- 
fallen, in va&Xo-g vor folgendem & in den Zischlaut übergegangen sein 
würde. Bezüglich der Bedeutungsentwicklung würde man q>XväQ0'g 
,Schwätzer' (Plut Axioch. 369, B), ,unnützes (Seschwätz' (Ar. Wölk. 365; 
Plat Axioch. 365, E; dazu q>Xväqla ,unnützes Geschwätz' Ar. Lys. 159) ver- 
gleichen können, das von q>Xv-siv ,übersprudeln, aufwaUen' (11.21,361: 
ava d* Mq)Xv€ xaXä ^iße&Qa)y dann ,schwatzen' (Aesch. Prom. 504: fifj 

Leo Meyer, Oiieohisohe Etymologie. 11. 11 



162 Griechisdie Etymologie. 

f^arrjv (pXvaai ^ikwv)^ auBgifig. Bei Demosthenes (35, 25) sind v&Xov xal 
tplvaglav verbunden. 
€aaax-' {vaaa^ ^weibliche Scham'. 

Ar. Lys. 1001: Mneixa d* ällai %al xora 2naQ%av Sfia yvvalx€g ^neq 
and fiiag vOTtkaylSog dni^laov vwg avÖQag äno %wv vaaaxwv. 

Dnnklen UrspnmgB. Das Suffix wie in opupox- ^nnreife Weinbeere^ 
(1, Seite 556). Vielleicht ist das Wort nnr dorisch. 
^006"^ ^Wnrfspiess^ 

Polyb. 1, 40, 12: avyaxoni^o^ivwv i' ivegyolg xai nvnvoig %olg vaaolg 
xal %olg yQoaipoig. 2, 23, 8 : %a%i d ' ^ 'Pcc^jual'x^ navoTtUa . . . ngcg dk 
tavtoig vaool dvo. Plnt Pomp. 7, 4 : nQlv kv ifißokalg voadSv yevia&ai 
rag q>ahryyag» 

Dnnklen Urspmngs. An änsserlich ähnlichen Formen würde zunächst 
ßvaao-g ,Tiefe' (IL 24, 80; Hdt 2, 96; 3, 23) zu nennen sein, das, da ßv&o-g 
,Ti6fe' (Aesch. Prom. 432; Schutzfi. 408; Ch. 507) unmittelbar daneben liegt, 
aus *ßv^6'g hervorgegangen sein wird. Das sonst noch ähnliche ^vaco-g 
,zusammengeschrumpft, runzlich' gilt für eine weniger gut beglaubigte 
Nebenform von ^ac-g (U. 9, 503: ßQvaal. Eur. El. 490; Schutzfi. 50; Ar. 
Plui 266). 
'ßaciono'^ Name einer mit dem Isop in die selbe Glasse der Lippenblüdier 
gehörigen Pflanze. 

Mos. 2, 12,22: Xri^xpead-e dk diOf^Tjv vaocifrov. Nikand. ther. 872 : rrj- 
dvv dk xal i/iißQl&ovaav dvlrjg ijfiwev . . . aUiote d' vaawnog. Parme- 
niskos (bei Athen. 4, 156, E): nQortiwv 6* vatinov tijv äqav Inayuye iftl 
TTjv ka%iaaiv. Diosk. 3, 27 : vuotaTcog [Pwfialoi vaadnovfi, ol dk la%€Qt 
ol dk xaooiakay AiyvnxiOi TtBOaXi^ noa yvw^ifiog, dioai^, fj fikv yag 
%lg ioTiv ogeivr^, ^ dk xrjnevtij' aQlavrj di lativ fi iv Kilixlf yervu- 
fiivTf. Diosk. 3, 30 : 17 dk ov^ig • • . fAakkov iotxvla iaawftqp. 

Aus dem Semitischen entlehnt (AMüller bei Bezz. 1 , 279) , hebräisch 
esobh (Mos. 2, 12, 22; 3, 14, 4; 6). 
^ajikriy {vanXrj^\ daneben voTtktjyy^ (Lykophr. 22; Luk. Eataplus 4 und 
Tim. 20; Opp. Vogelf. 3, 18; dorisch vcnkäyy- Theokr. 8, 58; mit den 
Nominativen vankrjy^ und dor. voTtkäy^ ,das Seil, das als Schranke 
vor den Wettrennem gezogen war xmd unmittelbar vor dem WetÜauf 
niedergelassen wurde'; ,Stellholz in der Vogelfalle'; ,Anker'. 

Plat Phaedr. 254, E: o d^ 'qrloxog hi fiäkkov tavvdv na&og na&iiy, 
wancQ ano vankrjyog avaneowy. Philipp, (in Athen. 6, 259, 1): %tg tov 
axvow ^EQfir^v ae TtaQ^ vaftkrjyeGaiv ^xhjxev] Anth. 11,86: 6 tp6g>og rjv 
vafcktjyog iv ovaai. Antipatr. (in Anth. 9, 557, 5) : ry ^er^ iq>' vaTtkrjytav 
7] TiQfiovog eldi ng oxqov ijtd'eoy. Paus. 6, 20, 13: ngwzai fikv d^ Ixo- 
TiQW&ey al nqbg %fj atoq tfj ^Ayvanvov x^ktioiv voukrjycgy xalol xotce 
Tixvrag iavtjxoTeg ix&iovaiv %7tnov nqwtoi. — Theokr. 8, 58 : divd^eai 
f.tkv xBiiAunß ipoßeqov xaxov . . . ogviatv d' va/ckay^ Opp. Vogelfang 3, 18: 
gaßdov iftl %ff yfj dei n^^ai fiaxQav, ix fjirjQlv-d'Ov dk ccvti^ ngoad^ai 



Griechische Etymologie. 163 

ßgoxov, fiiatfi di vOTtXriyya, rovg kKariQW-d'ev kvyovg «»* 7tBQiü%Qog)y xa* 
Xvictovra . • • fov ßgoxov , ov bI inixpavaovaiv ol xoloiolj tj likv vanhfff^ 
xcnolic&ävei. — Lykophr. 22: vavtai Xla^ov %anb yrjg iaxo^oaav 
vartXfjyyag. — Dazu: vaTikaylä- (vanXäylg), dorische Form, ,das 
vor den Wettrennem als Schranke auBgespaimte Seil'; Ar. Lys. 1000: 
yvvaixeg qneg and fiiag vonXayLdog afCT^kaov twg Svdgag ifcd %iSv 
vaaoauav. 

Der Schlnsstheil des Wortes wird der selbe sein wie in ßov-nhfiY- 
^Rinderstecken zum Antreiben der Binder' (II. 6, 1 35 ; Timon bei Athen. 
10, 445, £; eigentlich ,Binder schlagend', womit zn vergleichen IL 16, 728: 
%n7tovg ig nroXefiOv nenlrjyifiev, 11.2,104 und 4, 327: Tt^^-mno-g 
,Bo8se schlagend, antreibend' und auch Od. 10,238: fgaßdqf TtBuXr^yvla 
%€na avq>eolOiv ißäQyvv), Ttaga-^Xriy- ,hingeschlagen, flach' (Od. 5, 418 
= 440 vom Meeresgestade), ,wahnsinnig, verrückt' (Hdt 5, 92, 6; Ar. Plut 
242; Xen. Oek. 1, 13; zu vergleichen II. 13, 394: TtXrjyii qxfhag^ xvf^ato- 
-nlriy- ,von Wogen geschlagen' (Soph. Oed. Kol. 1241), avTi-TcXriY- ,ange- 
schlagen' (Soph. Ant 592, vom Gestade), gehört also zu uXriaaeiv ,8chlar 
gen' (Od. 18, 231; dazu: nXrffirt- ,ge8chlagen, getroffen' 11.8,12; 455; 
nXriYYi ,Schlag' II. 2, 264; 11, 532). Minder deutlich aber ist der erste Theil. 
Die Vermuthung, dass altind. üd ,empor, auf' (RV. 5, 84, 8 : Jcdugam üd 
aeä ,den Eimer hebe empor'; RY. 1, 164, 51: vdakdm tid ca aiü dva ca 
,da8 Wasser geht auf und nieder'; BV. 2, 43, 3: gakunai . . .j'ad ud^ätan 
vadasi ,o Vogel Qakunis, wenn auffliegend du singsf ; BV. 3, 33, 13: üd 
vas ürmis gdmjäs hantu ,eure Woge schlage die Zapfen empor') darin 
enthalten sei, so dass das Ganze zunächst ,die Emporschlagende, Empor- 
schnellende' bedeute, hat zu wenig sicheren Boden. 
üaxBQO''g ,der spätere'. 

IL 5, 17: d' vozegog wqvvto %oAx(^ Tvdefldijg. IL 18, 333: aev voze- 
Qog dlpL^ vno yaiav, IL 1, 27: fiij ae » . , xi^^oi rj vvv dßrjdvvovr^ tj vate- 
Qov avTig iovra. IL 7,291: vvv fihv Ttavawfzea&a . . . ai^fiegov' vategov 
avte ^axBoad^ed-a, Od. 16, 319: i^iXoifÄi . , . varega zaira nivea&au 
— Dazu: voxaxo-g ,der späteste, der letzte'; IL 2, 281: dtg Sfia foi 
Ttgdhol TB Kai vöxa%OL vUg Idxaißwv fiid-ov axovoBiav. IL 5, 703: xlva 
TtgtStov, tlva d^ vatarav i^Bvogi^av; Od. 20, 116: fj.vrjüT'qgBg Ttvfiarov 
%B KOI vazazov . . . iXolaro daita, IL 1, 232: vvv varata Xcjßi^aaio. 

Altind. üttara-s ,der obere, höhere' ,der spätere' ; BV. 4, 26, 6 : sdtMnam 

bharat . . . diväs amushmät üttarät ,den Somas brachte er von jenem oberen 

Himmel'; BV. 10, 67, 10: jadä' , . . drdkshat üüardni sddma ,als er stieg 

zu den oberen Sitzen'; — BV. 1, 113, 13: mMs ..-vi uch&t üüarän dnu 

djün ,die Morgenröthe wird an späteren Tagen leuchten'; BV. 10, 85, 40: 

sdumas prathamds vividai gandharvds vividai üttaras ,Saumas hat sie 

als der erste erhalten, Gandharvas hat sie als der spätere erhalten'. — 

Dazu : tUtamd-s ,der oberste, der höchste' ; ,der äusserste, der letzte' (Bäm. ; 

Mbh.) ; BV. 5, 60, 6 : jdd uttamdi marutas madhjamdi vä jdd vä avamdi 

11* 



164 GriechiBche Etymologie. 

. . . divi sthd ,ob ihr Manite im obersten oder mittelsten oder untersten 
Himmel seid^ 

Der Zischlaut entwickelte sich wie in 7tohü-%Xvaxo-g (aus *-xAvd-To-, 
neben xXidwv jWeUenschlag' Od. 12, 421), ,yielwogend' (Od. 4, 354; 6, 204; 
19, 277) und in ipivaTtj-g (zu xfßeid-ead'ai ,lügen^ Od. 14, 365) yLfigner' 
(IL 19, 107; 24, 261). Zu Grunde liegt altind. ud ,empor, auf, dessen schon 
im Nächstvorausgehenden Erwähnung geschah. Das comparativische Suffix 
wie in IhtBuo-v ,das Innere' (1, Seite 417), ngovego-g ,der vordere, frühere' 
(Od. 19, 228; IL 4, 308; 15, 166; 23, 790; zu ngo ,vorwärtB, vom*, ,früher' 
IL 1, 195; 442; 15, 360; 1, 70), VTtiQveQo-g ,h()her gelegen, höher'; ,vorzüg- 
licher' (Od. 3, 65 — 470; IL 11, 290; 786; zu vftig ,über' (Seite 144). 
iöräQri ,6ebärmuttei^. 

Hdt 4, 109: xaatoQeg xal oXla ^gla zeiQoymvoTtQoamTta, . . . xal oi 
o^ug avTOlal elat xQV^^f^^^ ^9 voTegitov caceaiv. Hipp. 1, 324: kvy^inl 
rovToiai q>XavQOv %al ftvvaig vaveQwVj yLoi avvrelvei. Plat Tim. 91, C: al 
d* iv Talg yvvai^v av fjirJTQal re xal va%iqat Xeyofievai . . . elg anoQlag 
tag iaxarag kfißakkei xal vooovg Ttavrodanag akXag Ttagix^u Arist 
Thierk. 1, 55: rov dk ^keog Xdiov iiigog variga . . . xal ovgij&Qa M^ca %(Sv 
voregäv. 1,86: Talg vaviqatg ... 17 d^ d-ioig iazlv iftl rolg ivrigoig' 
ircl dk T^g iazigag fj xvOTig. 7, 26: orav di avXXaßtj t] variga %6 
anigf^a, evdvg avfifivei ralg noXXalg. 

Ist oft für die substantivisch selbstständig gewordene weiblichgeschlech- 
tige Form des vorausgehenden vazego-g ,der spätere' gehalten, dabei aber 
die Entwicklung der Bedeutung von solcher Grundlage aus doch nirgend 
in überzeugender Weise erwiesen. Die Suffixform %egri ist in unabgeleiteten 
Wörtern sehr ungewöhnlich, aber wahrscheinlich noch enthalten in lat 
littera ,Buchstabe' (Plaut Aul. 325 : irivAn litterämm homo) und möglicher 
Weise auch in ötg)&ägä ,abgezogene und zubereitete Thierhauf (Thuk. 2, 
75 ; Plat Enten 53, D), falls dieses letztere nämlich, wie man vermuthet hat, 
von ditp-eiv ^rben' (Hdt 4, 64; deipijaag Od. 12, 48) ausgegangen und 
ähnlich, wie iq>^6-g ,gekochf (1, Seite 389) aus Hnaxo-g^ aus einem alten 
^denarigc entstanden ist Die Wurzelform ist nicht sogleich mit Sicher- 
heit zu bestimmen, da zum Beispiel der Zischlaut auch aus einem Dental 
hervorgegangen sein könnte. Wahrscheinlich aber entwickelte sich das an- 
lautende V wie in vdaT- ,Wasser' (Seite 157) und es besteht naher Zu- 
sammenhang mit altind. vastt-8 ^Blase, Harnblase' ( AV ; VS ; QsiL Br.), lat 
vS^tca (daneben das Deminutiv vensücula Lucr. 6, 130) ,Hamblase' (Plaut 
Gas. 458; Hör. sat 1, 8, 46); ,weibliches Glied' (Juv. 1, 39; 6, 64); ,Schwulst 
der Bede' (Mart 4, 49, 7: at nostrfs procul est omnis vesica libdlis) und 
nhd. Wansty so dass man als Grundbedeutung wohl ,die Schwellende' oder 
,die Geschwollene' vermuthen kann. Im Griechischen wird noch vargo-g 
,Bauch' (Hesych: vargog' yaarrig) eine nahzugehörige Form sein. 
tcxf^ifia-v (nur in der Mehrzahl belegt), ein argivisches Fest, bei dem der 
Aphrodite ein Schwein geopfert wurde. 



Griechische Etymologie. 165 

Eallimachos (bei Athen. 3, 96, A, wo es aber heisst, fia^vgel KakU- 
f^ax^S ^ ZTjvodoTog iv laroginolQ inofin^fiaai yqa^wv): uiQyeioi l^q>Qo- 

So scheint bei dem Wort an v-g ,Schw^^ (Seite 139) gedacht zu sein. 
Damit wird seine Bildung aber durchaus noch nicht klar. Aeusserlich 
ähnliche Bildungen sind: fivan^Qio-v ,6eheimnis% religiöse Geheimlehre^ 
(Soph. Bruchst 736; Hdt 2, 51; Thuk. 6, 28; Eur. Schutzfl. 173), xluat^- 
Qio-v ,Elystierspritze'| ,Dannausspülung' (Zonaias: xkvanjQiav' laTQixov 
i^aXelov xal xkvoTat)^ &vajfJQiO'y ^Operationsbasis^ (Suidas: dvatijQiov' 

%6 OQflfjTTJQlOV). 

i&tiaxö'^, ein Trinkgefäss. 

Bhinthon Herakl. (bei Athen. 11, 500, F): h vaTicnup ts xa&aQov kka- 
T^ga ai xa^aqüiv %* dXri%(av xahpixfov a7tBQq6(pBig. 

Dunkler Herkunft Weist zunächst auf ein Hotio- zurück, wie zum 
Beispiel TtXovaiaxo-g ,dem Reichen geziemend' (Alexis bei Athen. 13, 565, B) 
auf ftkovaio-g ,reich^ (Hes. Werke 22; Soph. KSn. Oed. 455) zurück führt 
Möglicher Weise besteht Zusammenhang mit dem Vorausgehenden. 
^OtQix- (daneben vavQiyy- Opp. Jagd 3, 391. Nominativ Sar^i^ Arist 
Thierk. 6, 177) ,Stachelschwein^ 

Hdt 4, 192: xora Tovg vofiadag (in Libyen) öi io%i %oiv(av ovdiv, älk* 
akXa toiade, nvyagyoi . . . vaivai xal vazQixeg xal xgiol ayQioi. EalL 
Artem. 96: xvvooovgldag (Jagdhunde), a% ^a dm^ai wTuarai . • . xal xol" 
Trjv iXaq>oio xal va%Qi%og %vd'a xaXial ar^fi'^vai, Arist Thierk. 1, 34: oaa 
fiivTOi ^H '^Ql%ag nayza ^(fioxofxeV tqixwv yag ti eldog ^eviov xal %ag 
axay&wÖBig rglxag, oXag ol x^QOaloi ixovaiv ixlvoi xal ol vatQixeg* rgixog 
yagxQ^^ nagixovaiv. 6, 177: xal fj vatgi^ ök qxokevei. 9, 162: dvvavtat 
d' dq>iivai ol agaxvai to icgaxviov • • . dfto vov otifiarog olov g^koiov, ij 
ra ßdXlovra ralg ^gi^lv, olov al vargixeg, — Dazu: voTQixld- {vCTgi- 
xlg) ,Stacfaelpeii8che'; Ar. Frösche 619: voTgixldi fiaaTiywv. Ar. Friede 
746: vojgixls sLaißaXiv ooi elg zag TtXevgag. 

Offenbar wurde das Thier darnach benannt, dass es haarartige Stacheln 
oder Stachelhaare (%ag äxav&ddeig tglxag Arist Thierk. 1, 34 ; %olg yovv 
iniovaiv inl Xvfijj %ag avud'ev rglxag olovel ßikrj ixTcifiTcei Ael. n. a. 1, 31 
vom Stachelschwein; vOTglyyatv . . . dfig>l di ^ivbg tgrixBlaig laalaiai 
nigiS niqfgixev i&elgaig Opp. Jagd 3, 395) hat, das Wort ist also bezüg- 
liche Zusammensetzung mit dem Schlusstheil rgix- ,Haar'. Die beiden 
Casusformen des einfachen Wortes mit anlautenden & {^gl^ Aesch. Sieben 
535; &gi^l IL 23, 135) sprechen nicht dagegen^ da Sotgix- doch nicht 
mehr als lebendige Zusammensetzung gefühlt wurde und sein inneres 
T auch an dem nachbarlichen Zischlaut einen gewissen Schutz hatte. Min- 
der deutlich aber ist sein erster Theil. An v-g ,Schwein' (Seite 139), mit 
dem das Wort öfter in Zusammenhang gebracht worden, wie zum Beispiel 
vom Komiker Piaton (Bruchst 28,4: xovdiv dq>'vdg ylyverai nXiiv vaTgi- 
xlg xal fcrjldg fj/Älv xal ßori), kann man nicht wohl denken, da sich dabei 



166 Griechische Etymologie. 

der innere Zischlaut nicht erklären würde. Möglicher Weise aber stimmt 
va- mit dem schon anter vanlriy- ,Schrankenseil' (Seite 162) erwähnten 
altind. üd ,empor, auf überein, wie es zum Beispiel enthalten ist in un- 
-rnükha- (ans *t^d[-m.) ^dessen Gesicht emporgerichtet ist^ (Mbh.; H^h.; 
mühha-m ,Gesichf B V. 4, 39, 6) , ifd-grtva- ,mit emporgerichtetem Halse^ 
(Spr.; grivä'- ^Hals^ RV. 4, 40, 4), tie-chiras- (aus *tid-firflw-) ,mit empor- 
gerichtetem Haupte^ (Eumäras.; giras- ,Haupt' BV. 1, 52, 10; 1, 84, 14), so 
dass dann als die Grundbedeutung sich ergeben würde ,dessen Haare em- 
porgerichtet sind^ 

'Böyii, eine Pflanze, der die Scharlachfarbe {vaylvov) entnommen wurde. 
Suidas: tJayij* ßoravt]' xal iaytvoßaq>riq xitotv^ ßeßafifiivog. Dazu: 
vayivov ,Scharlachfarbe^; Nik.ther.511 : aQiüToloxeta . . . av&ea d* vaylvt^ 
heQei^etai. Myrin. (in Anth. 6, 254, 3) : Ix tlokkov ßafp&ivra xai tfayl- 
voio d-iqiatQa (jSommerkleider*). — vayTvo-ßaq>ig' ,scharlachroth ge- 
färbt' (zu vergleichen Hdt 7, 67 : Sagayyai dh dfiata fih ßeßafifiiva 
f^XOVTeg iviTtQBTtov)] Xen. Kyr. 8, 3, 13 : 7tQOvq>aLv€to 6 Kiqog . . . ^oiv 
. . . Ttegl Tolg axileaiv ava^vgldag (,BeinkleiderO vaytvoßatpelg. 

Wahrscheinlich ungriechisch; vielleicht galatisch, da bei Pausanias (10, 
36, 1 : Ti}y 8b d-ifxvov tovtijv *'liüveg f^kv xal z6 Silo ^Ellrjvixov xoxkov, 
raldrai ök ol vnkg Ogvylag qxov^ rfj inixo)Ql(p ag>laiv ovopLatqvaiv ig) 
ein galatisches ig ,Scharlachbeere' (xoxxo^) angeführt wird, das wohl kaum 
weit abliegt — Mit vayivo-v vergleicht sich bezüglich des Suffixes etwa 
TCQovi'ivo-g ,vom Komelkirschbaum' (Hom. hymn. Herm. 460; zu xQaveia 
,Eomelkirschbaum^ II. 16, 767 ; Od. 10, 242), neben dem die sonst ähnlichen 
Bildungen, wie ^wQUivo-g ,von der Tamariske' (IL 6, 39; zu fÄVQlxrj ,Ta- 
maiiske^ IL 10, 466; 467; 21, 18), oiavivo-g ,weiden' (Od. 5, 256; zu olavr;, 
eine Weidenart, Seite 132), ellartvo-g j^chievf (IL 14,289; 24,454; zu 
elatrj ,Fichte^, 1, Seite 468) nur kurzes inneres t zeigen. 

töpthri ,Eampf . 

Bei Homer etwa 50 mal. IL 2, 477: wg zovg fjyefjioveg öi&fLoafXBov iv&a xai 
^v&a ioftlvr^vä* livai. 11.4,462: riQiTtB (J\ cig oxe itvQyog^ hl HQOTeQfj 
va^lvt], n. 11, 72: ßloFag 8* vafÄlvj] x€q)alag ^ov. II. 15, 303: 6t fikv . . . 
iafilvTjv ij^vvov. IL 15, 328 "= 16, 306: tvd'a 8' av^g ^lev av8Qa X€8a' 
ad-elOTjg icfilvrig, IL 20, 245: ia%aF6%^ h fiiaaj] vafilvj] 8fjßiOT^vog. Od. 
11, 612: 'd-ioxela Fiqya tHvxto . . . ia/xival tb /ticf)fcrt hb cpovoi t* avd^o- 
Tcraalai vb, — Die kürzere Form vafilv- begegnet nur im localen Dativ 
vafilvi IL 2, 863 und 8, 56 : (li^aaav 8 ' vcfxlvi fiaxBod-ai. 

Die Suffixform fiivrj scheint ganz vereinzelt zu stehen, während die 
kürzere füv schon in igfiZv- ,Stütze, Bettpfosten' (1, Seite 463j entgegentrat 
und zum Beispiel auch noch in ^tiyfitv-, alt ßgrjyfuv ,Brandung,Wogenschlag' 
(IL 1, 437; 2, 773; 8, 501) enthalten ist Bezüglich des Ausgangs Ivi; an sich 
dürfen auch Bildungen wie ä^tvri ,Streitaxt' (1, Seite 51) verglichen wer- 
den. Die zu Grunde liegende Yerbalform ist noch lebendig im altindischen 
j^Ldhr ijudhjatai ,er kämpft' (BV. 10, 154, 3: jdi jtidhjantai pradMrumhu 



Griechische Etymologie. 167 

Q&'räsas ,die Helden , die in den Schlachten kämpf enO ; altostpers. jvbdh' : 
jüicffijSiti ,er kämpft'. Dazu gehört altind. judkmä-s ^Kämpfer^ (RY. 1, 55, 
2: indras . . . sanä't sd judhmäs dugasä panayatai Jndras, der Kämpfer, 
zeigt sich von jeher durch seine Kraft bewundemswerth')^ und kelt itid- 
,Kampf in zahhreichen Eigennamen, wie altkymr. lud-^erth (darin : nerth 
,Kraff ; Wind.-Onrt 397). — Die innere Consonantenyerbindung Ofi ging 
aus älterem ^/i hervor, wie in ^eofio-g ^Satzung, Brauch' (Od. 23, 296 ; 
Hom. hymn. 8, 16) neben dorischem r€»fi6-s (Find. Ol. 6, 69; 7, 88; 8, 25; 
13, 29; 40; aus *&e»fi6's\ ftelofiaT- ,Seil, Strick' (Od. 6, 269; 9, 136; 10, 
96; aus *7tiv&fiaT-, zu altind bandhd-s ,Band, Fessel' BV. 8, 40, 8; 8, 56, 
IS)» oQxrjofio-g ,da8 Tanzen' (Aesch. Eum. 376) neben oQXfj^fio^S (11.13, 
637 ; Od. 8, 263) und sonst 
ihi^q ^Pflugschar'. 

Plut Bom. 10, 5: 6 d* oixiaTfjg ifißahav aQorqifi xakuiiv vvi,v . . . 7: 
onov de nvXriv ifißakelv öiavoovvraij rf^v vviv i^eXqvTsg xal %b aqoTQOv 
vneQ&iweg dialeifÄfia noiovoiv. Babr. 37, 2: %afivovTi xai avQOvvi trjv 
vviv TctvQtp. Philipp, (in Anth. 6, 104, 4): arteQpLOfpoQov 7tt]Qrjv . . . xal 
q>il6yaiov vviv . . . h^äfiaaev Ji]oL AntiphiL (in Anth. 7, 176, 4): pvv d' 
dfOTfJQog x^Q^^ OidfjQelq /u* iSexvhaev vvig. Derselbe (in Anth. 7, 175, 3): 
^ d ' vvig h v&iveaai. Isidor (in Anth. 7, 280, 2) : td ßoe ircLox^g ov%og, 



%av vviv % dvaCTtaaov, 



Dunkler Herkunft Das Suffix wie in Ivi-g ,Sohn', ,Tochter' (Seite 60) 
und den neben diesem genannten Bildungen. 
vfii'j Pronominalstamm des Plurals der zweiten Person: vjLielg ,ihr^ (IL 2, 
75; 485) mit den Casusformen ifiiag ,euch' (Od. 2, 75; dafür vficg II. 2. 
210; 12, 163; 21, 198), v/utr ,euch' (IL 1, 18; 260), vfiBltov fiuei^ (IL 4, 
348; 7, 195; 19, 153; dafür vfiüv IL 7, 159; Od. 13, 7). Dialektische For- 
men: vfif^eg ,ihr^ (IL 1, 274; 335; 14, 481), vfifie ,euch' (D. 23, 412; Od. 
13, 357; 18,407; Pind. OL 8, 15), vfifti ,euch' (IL 6, 77; 7, 387; Pind. 
Pyth. 4, 259). 

IL 2, 485: vfieig yag &6ai iove TtotQeati tb flate ts 7tav%a. IL 1, 18, 
viiiv fikv ^eol doiev . , . ix/tigaai ngidfioio noXtv. — Dazu: vfiö-g 
,euer'; IL 2, 489: oi di Tax kxrtiQaua* iv vaiofiiv-qv noXiv vfii^y. Od. 2, 
140: Hiri fioi fieydgwv • . . vfid xvrjfiav* Hdovreg. — vfxireQo^g ,euer^; 
IL 5, 686: irceivd fAS xal XItcol alßdv iv noXei vfieriQ]]. 

Dazu : goth. jus ,ihr' ; Mth. 6, 8 : vait auk atta 'izvar thizei jus thaur- 
biUhj faurthizei jus hidjaith ina: — alts. gi; — ahd. ir, nhd. ihr. 

Dazu: lit jus ,ihr', Accusativ ßis ,euch'; Dativ jüms, alt jümus ,euch'; 
DuaL jüdu ,ihr beiden', weiblichgeschlechtig jüdvi. 

Alban. ju ,ihr' (GMeyer, Wb. 163). 

Altind. jushmä- (für *jiismd-) in den Oasusf ormen : Acc. jushm&'n ,euch 
(BV. 1, 161, 14; 8, 7, 6. BV. 4, 2, 3: jushmäns-ea), DbL jushmdbhiam (BV. 
1, 88, 3), Loc. jushmdi ,in euch' (BV. 6, 18, 5; 8, 47, 8; 8, 57, 19), AbL 
jiishmdd ,von euch' (BV. 7, 60, 10; 7, 95, 5), GeneLjushmä'kam jCuer* (BV. 



168 Giiechische Etymologie. 

1, 39, 2; 1, 39, 4; 1, HO, 7). — Daneben: jö/rfw ,üir' (RV, 1, 15, 2; 1, 38, 4); 
jmdm ,ihr beiden' (EV. 1, 15, 6; 1, 34, 3; 1, 34, 4; 1, 47, 5). 

Altostpers. Dat jüshmaibjä^ ,ench', Abi. jüshmat ,Yon euch, Genetiv jüsh- 
mähern ,ener*. — Daneben als Nominatiy jüzhem ,ihr'. 

Als nächstvergleichbare Form bietet sich ruii- : ti^bIq ,wir' (1, Seite 624). 
^fi#r- {vfiriv) ,dflnne Hanl^ zarte Hüllet 

Kall. Brachst 295: iddxtvov %algwg4* vfiiveaoiv ofiolov, ^tjXiaöwv ixhv 
vq>ao(jia, Nik. ther. 184 : fÄVxarog dk x^'^^^ v^iveoai nakvTcrei. Nik. ther. 
193: ixveiiiiüv . . . oq>iog xriQiTQ6q>ov wea . , . i^ vfiivuv ixlva^B dagdoTt- 
%(üv. Nik. al. 358: oYrj v i^ vfiivwv veakijg vno ov&ara fioaxog ßgacaei 
avoKLQovovaa %i;a£y /levoeixia ^X'^g. Arist Thierk. 3, 80 : eial di xal 
ifiiveg h %olg tf^oig anaai %olg halfioig. ofjioiog d' iarh 6 vfirjv dif- 
fiari nvxv(p xal Xertji^, %üxl de %d yivog %%bqov, ovtb ydg iori axioroy 
ovTe %a%6v. neql &iaatov dk %wv datwv xal negl hLoatoy twv ankay- 
Xvfov vfiiqv ioti • • . (AiyiatOi di twv vfiivwv elolr o% %b nBQl rdr iyxi-- 
g>alov ovo . . . tnBtd'^ 6 nBQl rijv xaqdlav vfii^v. Theophr. Pflanz. 1, 11, 1: 
^axtttov 6 ' kv anaat %6 aniQfia .... ^la ök xal h koß(p %a d* tv 
vfiivi, va d^ h dyyBltp %d dk xal yvfivoanBQ^a rBlBlwg. Athen. 6, 230 D : 
i^kawov yag xivBg %6v agyvgov xal %6%b Big vpiivog Idiav. 

Lat omentO' {Omentum) ,nmhüllende Hant', ,Eingeweide'; Plin. 11, 204: 
ventriculus atqve intestina pvngui ac tenui dtnentd integn/ntur praeter- 
qvam ova gignentibtis; Jnven. 13, 118: cur in carböne tuö . . . ponimus 
et sectrnn vituU jecur albaqve pord Omenta? — Dazu: ind-ümento- (ind- 
'ümentum) ,HüUe, Kleidung'; Oavios Bassus (bei Gell. 5, 7) sagt yon der 
Maske (persona) : indümentum illud tris clärescere et resanäre vöcem facit 

Das Snffix ^bv begegnet noch in noif^iy ßirif (II. 4, 455; 296; 5, 137), 
nv&fÄiv ,Boden, Fnssgestell* (II. 11, 635; 18, 375; Hes. th. 932), XifÄiv 
,Halen, Bucht' (II. 1,'432; 12, 284) und in dem sogleich zu nennenden 
vfiiv" ,Hochzeitsgotf . Die zu Grunde liegende Verbalform ist noch lebendig 
in altind. vä- : v^fati er webt, er flicht, er fügt kfinstlich in einander' (RV. 
6, 9, 2: nä ahdm tantwm na vi gdnämi autum nd jam väjanti samarai 
dta-mänäs ,nicht verstehe ich zu spinnen, nicht zu weben, nicht den [Plan?] 
welchen sie weben in den Kampf gehend' ; RV. 5, 47, 6 : västrä puträ'ja 
mätdras vajanti ,KIeider weben dem Sohne die Mütter') mit dem Partidp 
u<a- (aus *vatd'y wie supta- ,schlafend' aus *svaptd', Seite 154) ,gewebt, 
{vi-uta- ,gewebt' RV. 1, 122, 2), dem Infinitivstamm autur ,weben' (RV. 1, 
164, 5; 6. 9, 2 und 3; 10, 130, 2) und dem Nomen vancHn ,GefIecht, Matte' 
(Gramm.). Im Lateinischen entspricht ind-i^ere ,umhüllen, umthun' (Plaut 
Gas. 695: löticam induam\ Plaut Epid. 223: qvid erat indüta?) und ex- 
-Ufere ,enthfillen, abthun' (Plaut Men. 199: si nm saltäs, exue igitur, näm- 
lich pallam). Das Verhältniss der Vocale von ömento und indrümento- 
ist das selbe wie in dOo- (aus *auiio-) finhe von Geschäften, Müsse' 
(Plaut Truc. 871 ; Cas. 544) und ind-iktiae ,Ruhe von Kriegsgeschäften, 
Waffenstillstand' (Plaut Amph. 389 ; Gapt 342), die ihrerseits wieder in 



Griechische Etymologie. 169 

nächstem Zusammenhang mit lat vd-cäre jleer sein, frei sein, Musse haben^ 
(Plaut Cas. 521; Enn. sat 13: arhores ventö vacanf) stehen werden. Be- 
züglich der verschiedenen Suffixformen von vfiev- und lat ömento- ist 
daran zu erinnern, dass innerhalb des Lateinischen gar nicht selten un- 
geschlechtige Formen auf men und mento neben einander liegen, wie 
fragmen- ,Bruchstuck' (Verg. Aen. 10, 306; Ov. met 11,561) und frag- 
mento- (Cic. nat d, 2, 32; Plin. 9, 25; Verg. 6. 4, 304), documen- ,Beweis, 
warnendes Beispiel' (Lucr. 6, 392) und doctmento- (Caes. b. Gall. 7, 4, 10) 
und andre. 
vniv {tfii^v, auch die Form des Vocativs, wie Eur. Tro. 310; 314; 331), 
Name des Hochzeitsgottes. 

Eur. Tro. 310 und 314: Yfiijy, w 'Y/Äivai aval 331: xata oov h daq>- 
vaig dvaxtoqoy ^vrjnoXüi, ^iwify, w "Yfiivat.^ ^fiijv. Ar. Yögd 1736-= 
1742 — 1754: *r^^y w, 'Yfiivai' w. Theokr. 18, 58:*y/u^v w "Yfiivaie^ yafKp 
im Ttßde xoQelrjg. — Dazu: vfiivaio-g ,die Hochzeit betreffend' (an den 
so eben angefahrten Stellen); yHochzeitsgesang' ; ,Hochzeit'; IL 18,493: 
yvfiq>ag d ix S'aXafxwv daFldwv iico XafiTCOfievatjy ijyiveov ava fcOTv, 
noXvg d^ vfiivaiog oQwqeu Hes. Schild 274: %ol fikv yoQ ivaaürgov in 
afcrvTjQ fjyovT^ dvÖQi yvvaixoj nokvg d * v(jiivaiog oqvjqbu Find. P^th. 3, 
17: oid %(xuv* iXd-elv zQafte^av wfig)laVf ovök na^q)wvwv ioxav ifAe- 
vaifoy, SkiKeg ohx nag^ivoi q>ikioiaiv halQai ioTteglaig vnoxovQl^a&* 
doidalg, — Soph. Eon. Oed. 422 : Srav naralo^ %bv v^ivaiov^ ov dofxoig 
avoQfiov elaiTckevaag, evnlolag Tvxuiv; Ant 814: aXXa /i' 6 TtayTcohag 
^!Aidag tfiaav ayei rav ^A^igovrog axrav, ov&* v/^evalwv MyxkrjQOv. 

Dunkler Herkunft. Das Suffix wie in vfiiv ,dünne Haut' (Seite 168). 
Auffällig ist, dass neben vfiiv- das abgeleitete viAivaio^g anlautenden kurzen 
Vocal hat Uebrigens wurde das letztere gebildet, als habe ihm zunächst 
ein weiblichgeschlechtiges *vfiivri zu Grunde gelegen, wie zum Beispiel 
dUaio-g ,gerecht' (IL 11, 832; 13, 6) von dixi] ,Bechf (IL 16, 388; 18, 508) 
und ßlaio-g ,gewaltthätig' (Od. 2, 236; 237) von ßlri ,6ewalt7 Gfewalt- 
thätigkeit' (IL 5, 521; Od. 3, 216) ausgingen. 
6fAvo-s ,6e8ang, Festgesang, Lobgesang'. 

Od. 8, 429 : oq>Qa . • . dai%L %e tiQftrjTQi %ai aßoid^g vfAvov (Nauck 
ändert in olfiov) axovojv, Hom. hymn. Ap. 161 : xovgai ^Jfjhddeg . . . 
fiyrjaa/4€vai dvÖQÜv %b naXaiüiv i^ök yvvaixwv vfivov aßßldovaiv. Hom. 
hymn. 9, 9: oev d* iyw ag^dfievog fietaßr^ao^ai aXXov ig vfivov. Hes. 
Werke 657: iv&a fii q)r}fii vfiV(fi viKijaavta q^igeiv TQlmod* ovatoFevra. 
662: Movaat ydq ix idlöa^av d&iagxnov vfivov afelöeiv. Hes. Brückst 
227, 2: (xiXjtofjLBVj iv veagolg vfivoig ^d\pav%eg aßoidi^v. Bei Pindar gegen 
50 mal, wie OL 3^ 3: QqQavog ^OXvfiniovUav vfivov oQ&afOaig. 2, 1: dva- 
^itpoQfiiyyeg vidvoij vlva d-Bov^ %Lv^ tJQwa, xlva d^ avdga xeXadi^ao/iev ; 

Dunklen Ursprungs. Nächstvergleichbare Bildungen sind: axvf^vo-g 
,Thierjunges' (IL 18, 319; Soph. Aias. 987; Eur. Bakch. 699j, ,Kind' (Eur. 
Andr. 1170; Or. 1213; 1388; Ehes. 382) und die in der Betonung ab- 



170 Griechische Etymologie. 

weichenden adjectivischen yvfivo-g ^nackt' (IL 22, 510; Od. 6, 136), iQviivo-g 
^geschützt, befestigt' (1, Seite 455) und nqvfxvo-g ,der äusserste, letzte' (IL 
7, 383; 13, 532; 17, 618), in denen allen sich (xvo als suffixales Element 
ablöst 
iqayt,' (vQa^ ,Spitzmaus'. 

Nik. aL 37: t^v (d. L axoviTov) ixkv te xleiovai fivonTOvov^ tj yoQ ävi- 
ygovg nafifcrjdtjv vQcmag Xixfirniovag i^Qijfiwaev. Der alte Erklärer sagt 
zu der Stelle: t;^orxa^ Toig fivag xcrr' Al%o}Xovg. 

LaL 8&reC' [s&rex] Ter. Eun. 1024: egomet med indidö miser ^asi sörex 
hodie perii'^ Seren. Sammon. 57: st praegnans artüs capthA sorids Sdit; 
dazu Plaut Bacch. 889: soricinä nSniä. Daneben sörec- in der AnthoL 
yeter. latin. epigr. 233, 62 : et grillus griUat, desticat inde sarex) ^Spitz- 
maus'; Varro r. r. 2, 4, 12: scio me tsse spectätum stiem ... ut in Sjtis 
corpore sörex exesä came nidum ßcisset et pqperisset müres] (Tolum. arb. 
15: i>ites, qvae secundum aedificia swnti ä söricibus aut müribtis infestan- 
tur. — Italien, sorcis'j franz. souris ,Maus^ 

Suffixales ox trat schon in ofJLfpax" ,unreife Weinbeere' (1 , Seite 556) 
entgegen. Der Anlaut des Wortes entwickelte sich offenbar wie in vnvo-g 
ySchlaf (1, Seite 153) neben lat somno-j so wird zu Grunde liegen altind. 
svar- ,erklingen, rauschen' (BV. 5, 54, 2 : svdranti ä'pas ,es rauschen die 
Wasser'; das zugehörige lat sursurräre ,rauschen, flüstern' gebraucht Verg. 
— CuL 105 : st4,surrantis . . . lymphae — auch vom Wasser), nhd. schtoirrenj 
altslav. sviriti ,pfeifen', svirati ,pfeifen'. Vom Pfeifen (lat occefitus) der 
Spitzmäuse sprechen die Lateiner öfters, wie Val. Max. 1, 1, 5: abstiditj 
occentusqve sorids auditus Fabid Maximö dictätüram ; Plin. 8, 223 : so- 
ricum occentä dirirrä atispida annälis refertös habemus] Amm. 16, 8, 2 : 
st qvis super occentü sorids . . . consuluisset qvemqvam peritum, 
üifXri ,irdenes Gtefäss'. 

Ar. Wespen 676: voiroiai dk dtjQoq>OQOvaiv vqx^Sj olvovy doTvidag, 
TVQov ... Ar. Bruchst 423: vgxag otvov, aus Pollux (6, 14) entnommen, 
wo hinzugefügt wird: eoti dh Alokixov Tovvo^a. 

Lat urceo' {wreeus)^ irdenes Gefäss; Cn. Martins (bei (xelL 10,24,10): 
aqvärium urceum ünicum domt f regit] Plaut Mil. 831: neqve eqvidem 
hSmtnäs octö exprompst in u/rceum; Hör. a.p. 22: amphora coq^it in- 
stitut : currente rotä cur urceus exit? 

Dunklen Ursprungs. Das abgeleitete urceo- liegt neben, v^rj ebenso 
wie zum Beispiel aräneo- {aräneus) ,Spinne' (Lucr. 3, 383) neben gleich- 
bedeutendem aQaxvrj (1, Seite 254). Zugehörigkeit zu altind. uhM ,Eoch- 
topf (BV. 1, 162, 13 und 15; 3, 53, 22j ist nicht wahrscheinlich, da der 
Ausfall eines r darin kaum wird angenommen werden dürfen. 
i^Biv oder auch ilaea&ai ,bellen'. 

Od. 16, 9 : xvveg ovx vXaovaiv. Od. 20, 15 : dg dh xvwv . . . avÖQ ' dy- 
voii^aaa* vXaei. Od. 16, 5: Tijkäfiaxov äh Tceglaaaivov xvveg vkcncofKOQOiy 
olfö^ vkaov (,bellten an') Tcgoaiovza, Od. 16, 162: cXV ^Odvaevg %b xvveg 



Griechische Etymologie. 171 

T£ Fldovy xal ^' ovx iXdovro. — Dazu: vkaxrj ,das Bellen; Plat legg. 
12, 967, D : luxi Xoidogi^oeig ye krtijk&ov TtoirjTaig, jovg (ptkoooq>ovv%ag 
xval fiaralaig oTteixa^ovrag XQwixivaioiv ikcmaig aXXa re dvotjTa elfiBiv. 
Ap. Rh. o^ de xvviiv vlanrj IV' äva nxoXiv, — vkaxTieiv ^bellen^; IL 
18, 586: %iveg . . . öanieiv fikv ajtevQiandivxo keovrtovy larafiBvoi äi jidk* 
kyyvg vkdxteov. Od. 20, 13: xQadlt] di Fol evdov vkaxTSi. SopL.El. 299: 
roiavs* vlaiiTel (von der EUytairnntetra). — Dazu wahrscheinlich aach: 
Skokv^eiv (aus *6kokvyJ€iVj für *uX'vi,vy-j€iv?) ,kut aufschreien^ (1, 
Seite 589). 

Lat uJruläre ,heulen, kläglich schreien^; Enn. ann. 346: venätica . . . 
eanis . . . voce suA nictit alulatqve ibi acute. — Dazu ulula ,Eäuzlein^ ; 
Verg. Ecl. 8, 54 : certent cycnfs ululae. 

lit ulöü ,halloh rufend 

Altind. uluU- ,kläglich heulend^ oder ,6eheuP (AY.). — Dazu ülüka-s 
,Enle, Eäuzlein'; BV. 10, 165,4: jdd ülükas vddati maughdm ,was die 
Eule schreit, ist erfolglos^ 

Aus vkoKij ergiebt sich zunächst ein vAcnc- ,Beller^ (bei Verg. ecl. 8, 
107 als Hundename: Hylax in limine latrat] ein t^Aa^wird von Drako, 
Seite 51, angeführt), das im Suffix mit 9)1; Aax- ,Wächter' (II. 10, 58; 
127; 180; auch in vqax- ,Spitzmaus', Seite 170 trat es entgegen) über- 
einstimmt, von dem wieder tpvkaxq ,Wache' (IL 7, 371 ; 9, 1 ; 471) ausging. 
Wie nun aber (jovilax- in g)vXdcaetv ,wachen', bewachen* (IL 10, 192; 5, 
809; 10, 309; 417; aus *(pvXdx'j€iv) auch als abgeleiteter Verbalstamm 
lebendig wurde, so ist auch neben vkax- ein abgeleitetes Verbum zu 
denken, von dem weiter wieder vkaxtieiv ,bellen* ausging. Seiner Bildung 
nach stellt sich das letztere unmittelbar zu nvgaxTietv ,glühend machen* 
(Od. 9, 328), ofioQTieiv ,zusammentreff en , begleiten' (1, Seite 550), qitc- 
Tieiv, alt FQiTvtieiv ,werfen* (Od. 13, 78: dveFglftTow. Hdt 4, 188: ^m" 
Tiovai. Hdt 8, 53: igglureov), afeXnxieiv ,nicht hoffen* (IL 7, 310), diti- 
arieiv ,nicht glauben* (Od. 1 3, 339). 
vXri ,Wald*; ,gefäUtes Holz*; ,Stoff*. 

IL 5, 52: aygia ftdvray rd %e rgicpei ovqboiv vXrj. IL 11, 118: xagTta- 
klfiuig d* ijßi^e (nämlich iXatpog) did ÖQVfid Ttvxvd xai vXrjv. . Od. 5, 63: 
vir] di OTtiog a^rpi nefpvxei vtjke&ouaa. — IL 7, 418: rol d* dmXlt^ovro 
fidV wxa, dfig>6T€Qoy, vixvdg t' ayi/4€Vj 'iregoi dk fie^d-' vlrjv, IL 23, 11: 
ovqfFdg t' ärqvve xal dvigag d^ifAev vhjv ndv%o&€v ix xkioimv. Od. 5, 
257: noXXfjv d' irtexsvato t;Ai}v. Od. 9, 234: (pige d^ o^ßgifiov ax^'og 
vJirig d^aXirjg. — PluL mor. 802,B: dg q)rjal 2oq>oxXfjg (siehe Nauck 
fragm. 760), ol nag* äxfiovi tvtvqÖi ßagelif xal Ttktjyaig vnaxovovaav 
aiffvxov vXrjv aipvxov drjfiiovgyovvTeg. Tim. Locr. (Plat) 97, E: dgxai fihv 
wv TcJy yewtJfiivwv wg (xlv ircoxelfievov d vXa, dg dk Xoyog fiogq>ag zo 
ddog. Etwas früher heisst es: nvg re %grifiov vygtS xal vkag ag i^aTtxot 
ot xa diafiivoL Polyb. 2, 16, 14: niaav dfj rry rgayix^v xal ravrij 
ftgoaeoixviav vktjv, inl fiiv %ov ftagovTog VTceg&rjaö^e&a, 



172 Griechische Etymologie. 

Dunklen Ursprungs. Vergleichbare Bildungen sind : vvkr] ,WuIst^ Schwiele 
an der Schulter^ (Ar. Ach. 860; 954), ^Polster, Kissen' (Lukill. in Anth. 11, 
315, 1 und 2; Ammian. in Anth. 11, 14, 2 und 6), avXr} ,das Belegen der 
Schiffe eines verschuldeten Kaufmanns mit Beschlag' (Dem. 927, 4; 931, 
23; 1232, 4) und das in der Betonung abweichende q>vXi^ ,yolksabtheilung', 
,HeerQsabtheilung', ,Gattung, Ordnung' (Hdt 5, 68 ; 69; 6, 181; — Thuk. 6, 
98; Plat legg. 6, 755, E; — Xen. Oek. 9, 6), in denen allen sich Xt] als 
suffixales Element ablöst — An Zusammenhang mit lat silva ,Wald' (Enn. 
ann. 75; 197; 557. Dafür siltui bei Horaz carm. 1, 23, 4 und epod. 13,2) 
ist nicht zu denken. 
iXia ,Schuhsohle'. 

Hesych führt auf: vXlag' vovg xaQTcarlfiovg (wohl für KoQnarlvovg) 
TOfiovg (,abgeschnittene Lederstücke'). Arkad. 31, 1 : ßaQvvetai . . . xal 
vXig ^ vXla. 

Lat solea ,Schnürsohle'; Plaut Truc. 867: deme soleäs; cedo bibam; 
631 : datin soleäs atqve mS intrö aelAtum düdüs'i — Dazu: solo- (solum) 
,Boden' (Enn. ann. 443: sed sola terrärum poslyvam pertnema parumper; 
Caes. b. Gall. 7, 72, 1 : fossae soltim); ,Fusssohle; Schuhsohle' (Lucr. 1, 926: 
ävia Pieridvm peragrö loca ntdlitis ante trita solo] Plaut Bacch. 332: 
qi;in habeat aurö socds subpactum solvml) 

Goth. sulja ,Schnürsohle' ; Mk. 6, 9 : gasköhai suljdm ; — ahd sola, nhd 
Sohle^j — dazu: ga-suljan ,gründen'; Math. 7, 25: razn . . . gasuMh vas 
ana staina. — Hieher wahrscheinlich auch: nhd. Schwelle, provin- 
ciell Süll. 

Die Entwicklung des Anlauts wie in vtcvo-g >= somnu-s ,SchlaP (Seite 
153), also aus altem sve-. — In den gothischen Formen trat dieselbe Yoca- 
lisation des alten v ein wie in goth. süija- (aus ^svötja-) ,angenehm, sanff 
neben fiöi-g, alt Friöv-g (aus ^afrjöv-g) ,süss' (1, Seite 615). 
'dXl^Btv ,reinigen, durchseihend 

Kratin. (bei Pollux 2, 78): vXi^e rag ^Ivag. Plut mor. 897, A: %o ditj&tj' 
aav (nämlich &dXaoaav) diä %'qg y^g f4ev€iXrjg>ivai %ov negl avHjv /ro- 
Xovg, xa&ansQ ra dia v^g %iq>Qag vXi^ofieva. Diosk. 3, 7: x^^^^^^^ ^^ 
^ noa . . • bIto eiperai • . . iXl^erai 6i o&oviov. 

Gehört yielleicht zu v-eiv ,Begen ergiessen', ,mit Begen übergiessen' 
(Seite 138), wie schon Benfey (1, 408) vermuthet Als nächste Grundlage 
lässt sich ein *vXo^ ,Erguss'(?) muthmaassen. 



AY, 



Seite 451: av^^qv^iv ,zurückziehen') ; ,wiederum'; ,dagegen'. 

IL 1, 459 B» 2, 422 : avFiqvoav fiiv nQÜita xal %aqfa^av xal ideigav. 
IL 8, 325 : fov d' av xoQvd-aloXog ^xtcjq avßegvoyra naq (Ofiov • . . ßd- 
Xev. IL 12, 261: tag (nämlich avriXag) o% y avFiqvov. Pind. OL 13, 81: 



Griechische Etymologie. 173 

oTccv ö* evQva^evei xagralTtod^ (d. L den Süer) aiegvr] reaoxif, — IL 1, 
540: %Iq d' av toi, dokofiTjTi, ^edSy ^viiq>Qaaaa%o ßovXag; H. 3, 323: dbg 
. • • riiilv d* av q)il6TrjTa xai S^ia nia%a yBvia&ai, IL 11, 362: 1$ av 
yvv iq>vyeg d'avatov. IL 21^ 82: vvv av fie raPfjO^ iv ;f6^aiv tdrixBv ^lolQ* 
oloßf]» — 11.2^671: Nigevg av Svfirj'S'ev ayev rgelg v^ßag, IL 2, 681 
und 685: vvv av xovg ooaoi to IlelaayiTtdv ^gyog IVacov . . . tcSv av 
nevrrpüovxa vtFtav %ev ag^og ^AxtXkBvg» IL 2^ 493: agxovg av vfjFwv Fe- 
giw, IL 11, 104: o iilv vo^og f^viox^^y ^Av%iq)og av Ttagißaaxe. IL 3, 
332: Sevregov av ^grjKa negl anj'&eaaiv %övv€v. IL 5, 1 : Mv&' av Tv- 
öeßldj] AifofiTJdet Ilakkäg l^&tjvrj duixB iiivog. — Dazu: aJxe ^wiederum', 
^dagegen, aber' (siehe besondere); — av%ag ^ber' (siehe besonders); — 
avxig und attisch avd^ig ^wiederum' (siehe besonders); — avxo^g 
ßäb^ (siehe besonders). 

Dazn: lat autem ,dagegen, aber^; Plaut Cas. 273: tu ewm drätöj ego 
atUem öräbö vtlieum; — aut fidet; aut-aut ^entweder-oder'; Enn. trag. 
239: qyi patentem aut hospitem necässet: Plaut Oapt 981 : aut ego aut tu. 

Goth. au^ ydenn'; Matth. 5, 20: qvitha auk izvis ,liy(o yag vfilv^. — 
Nhd. atMh. 

Identität mit altind. dva ,ab herab' (BV. 1, 161, 10: graunä'm äihas 
udakdm gä'm dva agaü ,der eine treibt die lahme Kuh zum Wasser 
herabO ist von einigen angenommen, aber nicht überzeugend begründet 
Auch wäre der Abfall des auslautenden a im Griechischen sehr auffällig. 
Ein entfernterer Zusammenhang aber mit jenem altind. dva mag wohl 
bestehen und so auch mit dem altostpersischen Pronomen ava- Jener' 
(Acc. m. aom jenen'). 
aJT-ecv ,anzünden'; nach Herodian (ed. Lentz, 1, 546: to on)eiv inl %ov q>W' 
velv tfjtkovvai, o%av ii ircl %ov ^galveiv rj arttetv Taaarjrai, %6%e da- 
avrtiov iati) mit starkem Hauch, also aveiv. 

Od. 5, 490 : c^^ d' o%e xug dalov Oftodifj ivixgvipe fielalvj] . . . anigfia 
Ttvgog adwv, Eva fit] fto-S^ev ailo&ev avfj. Soph. Ant 619: kXnlg • . . 
eldoTi d' ovdhv ^gTteij nglv Tcvgl -d-egf^i^ Ttoöa %ig ngoa-avarj. Hdt 7, 
231: naax^v ök voiade iJTlftono. ovre ol nvg oiöeig Mv-ave JSTiagrir]' 
riwv ov%B duXiyeto. Eratin. Eom. Bruchst 409 : iv-avea&au Ar. Eom. 
Bmchst 750 : avofievog. DiphiL Eom. Bruchst 62 : o t^ iarlv, eX rig fxri 
q>gdaei bgd'fjig 636v, t] Ttvg iv-avaeie, Xen. mem. 2, 2, 12: ovxovv . . . 
aal T(fi yeltovi, ßovXet av cgioxBiv^ iVa aoi xal Ttvg sv-avt]. Arat 1035 : 
fitjä ' ore . . • Ttvg cnjtjrai OTtovdfj . . . TtiatevBtv xetf^cSvi, Plut Phok. 37, 
2: ^do^B xal to acSfjia %ov Oonclwvog l^oglaai xal firidk Ttvg iv-avaat 
fAtjdiva Ttgog tiJv raqnjv l/4-9rival(ov. — Dazu: Ttvg'avoTrj-g ,Licht- 
motte'; Aesch. Bruchst 288: didoixa fuigov xagra Ttvgavazov (xogov. 
Arist Thierk. 8, 154: taig ob fiBklrraig iyyivBzai iv rolg Ofii^vBai . . to 
TB ayccjkijxiov to agaxviovv xaJ XvfiaivofJLBvov Ta xrjgla — nalBlTat dh 
Tilijgog^ ol ök TtvgavOTtjv xalovoiv, AeLn.a.12, 8: t/[^6v ioTiv 6 Ttv- 
gavaTTjg, OTtBg ovv xalgei ^hv Tij XafiTtrjöovi tov Ttvgog xal TtgoOTtitBrai 



174 Griechische Etymologie. 

zoig kvxvoig ivanfid^ovaiv , i^neowv de vno ^vfifjg elva fiivjoi xara- 

Lat ürere (aus *üsere) ,breimen, verbrennen*; Zwölftaf. 10, 1: ho- 
minem mortuom in urhe ne sepelitö n&ve üritö (wohl ^cnisitöd); Hör, 
epod. 10, 13: Pallas usto vertit tram Bio in inpiam Ajdds rotem. 

Dazu altn. usli ^Feuer'; — mhd. üseU ^glühende Asche, sprühende 
runken*. 

Altind. ush ,brennen*; BV. 1, 175, 3: ddsjum avratdm dushas ,den gott- 
losen Dasjus brenne'; — dazu: dur-äusha- ,schwer zu verbrennen, un- 
verletzlich'; BV. 9, 101, 3: durdusham äbhf ndras saumam . . . hinvanü 
,den unverletzlichen Sömas senden die Männer heran'. 

Altostpers. ush ,brennen, braten'; ustor ,gebrannt'. 

Aus *ava€iv, wie TtvQ-avaTrj-g, eigentlich ,der Feueranzünder', noch deut- 
lich macht Nahe zur Seite steht eveiv (aus ^svaeiv) ,anbrennen' absengen' 
(IL 9, 468 » 23, 33), wobei das Nebeneinanderliegen der Diphthonge ev 
und av etwas auffalliges hat Es kann nicht wohl auf bloss dialektischer 
Verschiedenheit beruhen, da auch die Bedeutung beider Verbalformen eine 
verschiedene ist Mit aveiv stimmen bezüglich des av mehrere sogleich 
noch zu nennende Verbalformen überein, so wie ausserdem noch: naveiv 
,zu Buhe bringen' (IL 1, 192; 207; 7, 29; dazu TtavoTi^Q- ,der Beruhiger' 
Soph. Phil. 1438; EL 304), drco-laveiv ,genie8sen' (Hdt6, 86; Thuk. 1, 
70; Ar. Wolken 1231; dazu dno-Xavaro-g ,zu gemessen' Plut Aristid. et 
Cato 4), xQavuv ,ritzen, leicht verwunden' (IL 5, 138), xpaveiv ,berühren' 
(IL 13, 132 — 16, 216; 23, 519; dazu ipava^eioa ,berühre Diosk. 2, 16), 
&Qat€iv ,zerbrechen' (Aesch. Fers. 196; 416; Soph. Phil. 294; dazu ^^ot;- 
Ofo-g ,zerbrechlich' Tim. Lokr. 99, C), xvaiuv ,abschaben, abnagen' (Eur. 
Kykl. 358; Ephipp. bei Athen. 2, 58, A und 8, 370, D; Eubul. bei Athen. 
2, 65, D ; dazu %vavatix6-g ,Leckermaul , Näscher' Poseidipp. bei Athen. 
14, 662, A). 
aüf'^iv (anlautenden harten Hauch bezeugt Herodian, ed. Lentz, 1, 546: t6 
av(o inl Tov q)iavelv ipikovrai, oxav dk int zov ^rjQalveiv rj Snteiv tq(7- 
OTfrai, rore öaavvriov iari) ,trocknen, ausdörren', begegnet nur in Ver- 
bindung mit and- ,ab, von' (1, Seite 66), und zwar, wie es scheint, nur 

Ar. Bitter 394: vvv di rovg ardxvg hcelvovg, ovg ixei^ev ijyayev, iv 
^vkip öijaag dq)-avei. — Dazu: avo-g oder at;o-g ,trocken'; H. 12, 137: 
ßoßag cnjag v%p6a* dvaaxoixevoi. 11.23,327: ioTrpiev ^vh>v aiov, Saov 
t' OQyvi\ vnhq airjg. Od. 5, 240: S&i divögea pia^i^a ne^tnei,., ava 
TtdXaiy TtsqUrihxy %d Foi nXwFoiev kkaq>gwg. IL 12, 160: KOQV&eg d^ dfi(p^ 
avov (,dumpf'?) avvevv ßaXlofÄevai fivldxeaai. — avalveiv ,trocken 
machen'; Od. 9, 321: KvxXwnog yoQ h^eiro ixiya ßgortakov... x^^Q^^ 
ilaiflveov. ro fikv exToficr, og>Qa q>oQoiri avavd'iv. Aesch. Gh. 260: 
ovt' a^x^xog aoL nag oi* aiav-d'elg tcv^/ä^v ßiufioig aQij^ei, Hdt 4, 172: 
rovg dk axrelißovg Ineav ^Qevawai, avi^vavTcg ngog tov fjkiov xata- 
kiavau 



Griechieche Etymologie. 176 

Ags. sear (goth. ^sausa- zn rnnthmaassen) ^trocken'; — ahd. ar-sören 
,trocken werden'; — nhd. aus-sohren ,aii8trocknen'; der Ostwind hat das 
Land ausgesohrt\ nnd. sdr und sor ausgetrocknete 

lit siusors jtrocken^ 

Altslav. sibchü jtrocken^ 

Alban. ^anj (für ^^saus-iyd) ,ich trockne, dörre, wische ab, mache steif. 
Dazn ^rif ,trocken' ^atli ,trocken' (GMeyer Wb. 88). 

Altind. gush (für *sushj wie zum Beispiel altind. (vdgurorS für *svd' 
furors — hvQo-g ,Schwiegervater*, 1, Seite 345) ,trocken werden'; RV. 7, 
104, 1 1 : prdti gushjatu jäQos a^a ,e8 verdorre seine Herrlichkeif; — dazu: 
^hrka- ,trocken'; BV. 7, 103, 2: drüfn nd güshkam sara^ gäjänam ,ihn< 
der wie ein trockner Schlauch im See liegt'; KV. 6, 18, 10: agnü nd 
güsKkam vdnam indra . . rdishas ni dhaJcski ,wie Agnis den trocknen 
Wald, Indras, brenne den Unhold nieder'. 

Altostpers. hvish ,trocknen': haoshemna ,yertrocknend' ; — Dazu: husla- 
,trocken' ; — osset .khys und khusk ,trocken'. 

Ging, wie die verwandten Sprachen zeigen, aus einem alten *aava'€iv 
hervor. Ein altes avalveiv (an Stelle von avalveiv) zeigt sich noch in 
xa^-avalveiv (bei Lukian amor. 12). 
aC-siv ,hervorheben, schöpfen', nur in Verbindung mit i^ ,au8' (1, Seite 347) 
angeführt 

Plat Eom. Bruchst 98: 6 di rdv iyxiq>ai.6v rig i^avaag xataTtlvei. 
Hesych führt auf: i^avaai' i^ekelv. — Dazu: avarriQ', ein Maass, eigent- 
lich wohl ,SchöpfgefaB8'; Hesych: avartiQ' fiirgov ovofia. — i^-avan^g- 
,Fld8chgabel'; Aesch. Bruchst. 2: x^^oia^v iSavaTtjgeg x^^Qovftevoi. Poll. 
6, 88 : Ta di ixayeLifov axevTj x^tgag . . • xgeaygav^ rjv xai agnayrjv ixa- 
Xovy xal Xv%ov kloI i^avarfjga, Tcal %d i^ekelv i^avaai. Hesych führt auf: 
iSavOTtjg' xgeayga und früher: agnayr]' i^avati^g' Matt to oxevog ixov 
oyxlvovg, ^ rovg xadovg avaOTcwaiv and rdv q)gedT(ov. Etym. M. 346^ 
56: i^avOTi^gj arifialvei axevög Tt* naga t6 mu), moo), avaTrjg, xai 
i^avatTjg, AlaxvXog, 

Liat hauS' (für *atw-, wie zum Beispiel humer o- Hör. sat 1, 1, 48; Ov. 
met 12, 281 ; Fast 5, 565, für umerth'^ äfio-g jSchulter*, 1, Seite 651), mit 
dem Perfect hausit (Verg. Aen. 1, 738; 10, 899; aus *hauS'Sit)j dem Parti- 
cip havstO' (Gic. div. 50, 112; Ov. fast 2, 294), aber der abgeleiteten Prä- 
sensform hawnre (aus *hausrre)] Cic. Arch. 6, 13: ex qvo fönte hauriam 
sentio'y Ov. met 7, 333: veteremgve haurite cruörem 

Altn. atisa ,schöpfen, ausschöpfen, begiessen'; — schwed. ösa ,schöpfen, 
füllen, ausgiessen'. 

Aus einem alten ^avaetv hervorgegangen, wie die zugehörigen Formen 
mit dem Zischlaut erweisen. 
aC-Hv ,laut rufen' (Aesch. Sieben 186; aie ,er rief laut' IL 11, 461; 13, 477; 
20, 48 und 51 ; Ap. Eh. 2, 568) ging aus älterem oveiv (l, Seite 25) her- 
vor in Folge Zusammendrängens der Vocale a und f, wie es auch sonst 



176 Griechische Etymologie. 

noch, wenn anch nicht häufig, eingetreten ist, zum Beispiel in rnTtj ^diese^ 
(aus *a + V 4- T1J ; siehe weiterhin). 
ai)CaxO'q ,mit Geschrei^ schreiend', 

IL 13, 41: Tgweg . . ."EicroQi IlQiafilöj] Sfiorov fiCfiawreg iftowo, Sßgo- 
fioi avla%oi. Qu. Sm. 13, 70: äg diy' avlaxoi Tqd^av Ttorl aarv viovro 
(vorher hiess es Vers 68 : ig ^IXiov iaaevovto aßgofioi, rjvve firjXa navl 
ataO'fiov dlooovra. 

Wurde als aus ^a-ßlaxo-g entstanden schon unter iaxeiv, alt ßidxeiv 
,schreien', ,erklingen, brausen' (Seite 5) und noch früher unter o- ,ein8, 
das selbe', ,mif (1, Seite 2) angeführt 
ai5§'Ba9'ai ,wachsen, zunehmen, schwellen' {av^erai Mimnerm. 2, 2 ; Find. 
Pyth. 4, 279; 8, 93; 10, 10; rjv^ero Hes. theog. 493) und causativ av^eiv 
,yergrössem, mehren, gedeihen machen' (Soph.E5n.Oed. 1092; avSei'Em- 
pedokl. 274 [Mullach]; av^w Soph. Antl91; av^e Theogn. 823; ov^cuv 
Find. OL 5, 4 ; Pyth. 8, 38 ; Nem. 3, 58), neben denen schon früh auch die 
präsentischen ai^avea^ai (av^dverai Empedokl. 373. Hdt 5, 91 ; av^dve- 
a&e Eur. Med. 918; av^avofieva Ar. Vögel 1065) und av^dveiv (Aesch. Pers. 
756; av^cyoiPind.Bruch8tl53; av^avavtrrig Hdt. 7, 16, 1) auftreten, gingen 
aus älteren äßi^ea-d^ai und dßi^eiv (1, Seite 7) henror, mit derselben Ent- 
wicklung des anlautenden av-, wie sie zum Beispiel Statt fand in mki-g 
, Aufenthaltsorf, besonders zum üebemachten (IL 9, 232; Od. 22, 470; Hom. 
hymn. Herm. 71; zu aßeaa ,ich brachte [die Nacht] zu', 1, Seite 9). 

Dazu: lat atAxilio- (aiucilum) ,Mehrung, Förderung, Unterstützung'; 
Plaut Bud. 68 : tetult ei auxüiwm et Unöni exitium simul. Zunfichst 
zu Grunde liegen wird ihm wohl ein adjectivisches ^atuculo- (atixulus) 
,yergrössemd, mehrend, fördernd'. 
ai^M- (av^lg) oder av^id- (av^ig)j eine Art Thunfisch. 

Phryn. Eom. Bruchst 56 : xai xifAaxog av^idog (aus Bekk. an. 464, 5, 
wo erklart wird: av^ig' elöog &vwldogj r^v riveg Tcogdvkrjv iJyovai). 
Nik. aL469: onotav JLonlg av^lda %Qalvr}. Arist Thierk. 6, 106: ^ d* 
cnj^fjolg ioTi twv dwvldwv raxela. 6%av ydg Thtwaiv ol tx^cg iv T(p 
IIovTipy ylyvovrai ix tov (fiov ag xaXovaiv ol fikv axogdvlag, ol dk Bv- 
t^dmiOL av^Ldag did %b iv dXLyaig av^dvead'ai tfiigaig. 

Der Zusammenhang mit m^ea&ai ,wachsen, zunehmen' (siehe oben), 
wie ihn Aristoteles a. a. 0. annimmt, wird wohl als möglich gelten dürfen. 
oiyrdQ ,aber', einen Oegensatz, oft auch üebergang oder Fortgang be- 
zeichnend. 

Bei Homer gegen 800,mal. IL 1, 51 : ovg^ßag fihv Ttqwrov im^xeto . . . 
avTciQ inBL%' ovrolOL ßih>g ixenevxkg ktpuig ßdkke. IL 1, 118: alka xal 
(og i&ikw dofievai niXiv . . . ovrag iixol yigag ainix kTOifidaate, II. 1, 
127: akla ov ixhv viv T'qvde d'etfj ngoeg' avrag t^x^^^^ rgiftk^ vevga^ 
nkfj t' anotLaofiBv, IL 1, 133: 17 i&ikeig cq>g* avvov ^xf]Q 7^Q^9y avrcg 
%li cttkiog f^ad'ai devofievov. H. 1, 282: ^/irgeßlör], av dh TtaieTcßov fii- 
vog' avTctg iyw ye Xloaofi Idxti'i'^ßi' fÄe&dfiev xoJ^y> 11.1,348: rj <J* 



Griechische Etymologie. 177 

axiovü^ Sfia toIol yvrfj x/ev. ovraQ 'Ax^^^S daxQvaag ßeragtav atpaQ 
ItcTo. IL 1, 458: oAtaq inel ^^ ev^arro. IL 2, 103: ^q>aiaTog fihv ^dtaxe 
JiFl . . • avtoiQ aga Zevg öwkc dia^oQif. 

Enthält als Schlusstheil wohl das Wörtchen aga ,iinn, dann, also^ (1, 
Seite 252), das auch vor Consonanten mehrfach (wie IL 1, 8: 1, 115; 2, 
425; 761; 7, 400) sein auslautendes a einbüsst und so auch in ydQ ,nfim- 
lieh, denn' (IL 1, 9; 12, 55) und wohl auch in dtag ,aber' (1, Seite 85) 
enthalten ist Der erste Theil des Wortes aber wird das sogleich zu 
nennende anne sein. 
aix^ ,wiederum'; ,dagegen, abei^. 

Bei Homer über 350 mal. IL 1, 340: d note d* avre xQ^^^ ifiBlo yi- 
rqrai. H. 1,378: oq)ga (iri avre teixeltjOi ncnriq. IL 2, 225: 'ArQefldrjy 
%io d* avs* l7tini^q>Bai iqdl x^^^^^^^Sy H- 2, 370: rj fiijv aw* dyo^ ^^x^ff, 
yiqovy vlag IdxotiFviv. IL 18, 243; TgtÜBg d* ai&* higta^ev and ugare- 
g^g iofibnig x^Q^^oncg iXvaav vq>^ oQfxaaiv (onißag Xnjtovg, — IL 1, 
202: t/ttt^ ovr', alyioxoio JiFbg rixog, eili^JLov&ag; IL 1,206: tov d' 
avre ngoolFeirce S'eä ykawuSmig !/i^vf], IL 1, 237 : vvv avxi piiv vleg 
"AxaiFfav iv naXa^ijig g>0Qiavai dixaaftoloi, IL 1, 404: o yag avre ßljj 
Fov nctvQog afielvtay. IL 4, 321 : el %6xe xovQog ia, vvv av%i fiB y^qag 
ortd^ei. 11.2,105: avtdg o avve TliXoxf) dcS%^ t^tgifi. 

Schliesst sich seiner Bildung nach offenbar an ore ,als, da, zu der Zeit 
wenn' (1, Seite 513) und die neben diesem genannten Bildungen; zu Orunde 
aber liegt ihm av ^zurück', ,wiederum', ,dagegen' (Seite 172). 
abtö-q ,selbst, er selbsf . 

IL 1, 137: bI di %B firi öwovaiv, kyti di ihbv avrdg ^Itofiau IL 5, 459: 
etifTtp fioi irciaavTo dalfiovi ßlaßog. IL 21, 245 : yBgwQiaoBv di fiiv av- 
Toy. IL 1, 4: TtoXkag d' lq>&litiovg tpvxdg^idßidi TtgotatpBv tigatoiv^ avrovg 
de ßBlcigia tbvxb xvvBoaiv. H. 2, 317: kfCBl xarä rixv' %(payB axqov^olo 
mal avti^v. n. 6, 18: a^qxa &vfi6v aTtTjvgay avrbv xcri -d-Bgartovra. — 
Dazu: avTfjjg ,eben so, so', ,umsonsf (siehe besonders); — a^%l%a ,so- 
gleich' (siehe besonders). 

Dazu: lat autem ,dagegen, aber'; Plaut Cas. 273: tu ewm orätöy ego 
autem öräho vüicum] — aut ,oder'; aut — aut ^entweder — oder'; Enn. trag. 
239: quft par entern aut hospitem necässet; Plaut Capt 981: aut ego aut iü. 

Eine alte zusammengesetzte Pronominalform mit dem demonstrativen to- 
(t6v ,den' II. 1, 11 ; 36; rd ,das' H. 1, 41; 106) als Schlusstheil, wie er sich 
zum Beispiel auch findet in ovvo-g ,dieser' (IL 2, 326 ; 3, 1 78) und avrr] 
,diese' (siehe Seite 1 78) und im lateinischen isto- ,der da' {istös Plaut Capt 
110; istäs 113). Den ersten Theil bildet av ,zurück', ,wiederum', ,da- 
gegen' (Seite 172), dessen ursprüngliche Bedeutung vielfach als sehr ab- 
geschwächt erscheint 
4tbr6'iiaro'Q ,aus eignem Antrieb, von selbsf ; ,zufällig'. 

Bei Homer 4 mal: IL 2, 408: aiS%6(ia%og di Fot f^l&B ßoFijv dyad'og 
MBviXaFog. H. 5, 749 =» g^ 393 : airofiarat dk nvhxi fivxov ovgavov. 

Leo Me7 er, Qrieohiflohe Etymologie. II. 12 



178 Griechische Etymologie. 

IL 18; 376: oq>Qa foi atSzofiotot (nämlich vQinodeg) &iiov dvoalar* aywva 
T^d' avTig nqbg dwfjia veoltno. Hes. Werke 118: xoQndv ö* iq>eQe ^eldio- 
Qog aQOVQa avTOfiattj. 102: vovaoi S* av^qiarcoioiv ig>* r^fii^ ^d* krrl 
yvxTi avTOfjiatoi q>oiTüiai, — Plat Prot 320^ A: idv nov av%6iia%oi nre- 
Qi%vx(ooi %jj cQCTfj. Thuk. 2| 77: ijötj yaq h ogeoiv vkrj vqKp&Blaa vn 
dvifiwv TtQog avtriv dno rovrofiarov tcvq xal g>l6ya dn^ avxov dvijxe. 

Znaammengesetzt ans dem so eben besprochenen airo-g gelbst' und 
einem participieUen (ganz ähnlich wie in avro-dldcncro-g ^durch sich selbst 
belehrt' Od. 22^ 347) -fiazo" ^bestrebt, strebend', das in nächstem Zusam- 
menhang steht mit Perfectformen wie fti-fia-fiev ,wir streben, wir wollen' 
(IL 9, 641; 15,105), fii-fia-tov ,ihr strebt, ihr wollf (IL 8, 413; 15,433) 
und also singolarischen wie fii-fiov-a ,ich strebe, ich will' (IL 5, 482) und 
lii'lAov-B ,er strebt, er will' (IL 12, 304; 16, 435) und zum Beispiel auch 
mit goth. mvmcm ,gedenken, beabsichtigen' (Lnk. 10, 1 : ihadd mvmaida 
is gaggan^ ov ijfieXXev avrdg iox^a&ai). — Der selbe Schlusstheil scheint 
enthalten zu sein in i^lifiato-g ,th5richt, eitel', eigentlich ^thöricht be- 
strebf (?), das sich zu ^Xeo-g ,thdrichf (1, Seite 632) stellt; Theokr. 15, 4: 
w vag akefiaTw (Vermuthung für adafiaTw) il^vxdg. Agath. (in Anth. 11| 
350, 6) : Qifiiv ö^ ovx oldev aiiBltftai %^g arjg i^JL^fidrov nalyyia <pav- 
raalrig. 
a^tri ,diese' mit dem pluralen airai ,diese', weiblichgeschlechtige Nominativ 
formen zu den männlichgeschlechtigen o^to-^ ,dieser' (IL 2, 326 ; 3, 200) 
und ovTOi ,diese' (IL 2, 760; 9, 617). 

Hom. hymn. Ap. 280 : cnkrj fiiv ye dlnaj niXei dvÖQwv aJLqnjardußr, 
Hes. theog. 263 : avrai likv NtjQijßog dfivfiovog i^eyivovro xovgai ftev- 
Trjxovta. 

Alte pronominale Zusammensetzung mit dem weiblichgeschlechtigen ij 
,die' (1, Seite 597) als erstem Theile und dem Demonstrativstamm to-, wie 
er auch in avro-g ,selbst, er selbst' (Seite 177) enthalten ist, als Schluss- 
theil und dem ausserdem zwischen beide eingeffigtem pronominalem Ele- 
ment V. Das letztere aber stimmt offenbar mit dem altindischen u über- 
ein, das zum Beispiel oft im BgySdas in der Bedeutung ,und, auch, schon' 
oder auch wie nur verstärkend auftritt und so unter anderem auch in den 
Verbindungen sa-u ,der' (BY. 1, 103, 5; 1, 191, 10; 3, 8, 4; 5, 44, 8; 10, 50, 2) 
und sä'-u ,die- (BV. 10, 63, 15) begegnet 
aikioq ,eben so, so'; ,umsonst, ohne Grund'. 

n. 1, 133: ij id'ikeig oq>Q* aitog ^jjg yigag avraQ l/i' avttüg rjad'ai 
devofievov. IL 3, 339: cSg d' {wrwg MeviXaßog aQijiog Svre^idvvep. IL 15, 
513: ßikregov ^ dnokio^ai ivaxQOvov ^fk ßiwvai rj dij-d'd aTQevyea&ai 
. . . cid' avTwg. — IL 2, 342: av'rwg yaQ fenieaa^ igidaivofiev. IL 11. 
388: vvv di fi iniyQatpag ragadv nodog evxeai avTwg. IL 13, 810: tl tj 
deidlaoeai cnkwg l^gyetovg; IL 15, 128: tj vv %oi avrwg ovav' dnovifiep 
IqzL IL 16, 117: to ixkv Tekafniviog AXFag TtrjX* mtcjg iv X^^^ Ttolov 
dogv. n. 17, 633: ßilea . . ,fjfilv d' avTiag ndai ßerwaia tcLtcxbi iga^e. 



Griechiflohe Etymologie. 179 

Adverbialbildong zu avro-g gelbst, er selbst^ (Seite 177), wobei aller- 
dings die Znrückziehung dee Accents auffällig ist, die aber wohl im äoli* 
sehen Dialekt ihren Grund hat Als nächstvergleichbare Form kann ovtwg 
ßo^ (IL 1, 131; 4, 189; 307) genannt werden, das von oiro-g ^dieser^ (II. 2, 
326 ; 3, 200) ausging. 
ainixa ,zur selben Zeit, sogleich^ 

IL 2, 322: KaXx<»S d' ctvrix' inena ^eoTtgoniwv ayogevcr, IL 9, 519: 
n;y d* afia t' av%bia noXXa didol^ va d* omad'ev vnioTrj. IL 23, 593: 
ag>aQ xi toi avrlxa dovvai ßovkolfirjv. 

Gehört zu av%6-g ,selbst, er selbst' (Seite 177) und veigleieht sich seiner 
Bildung nach mit fivUa ,wann' (1, Seite 623) und neben ihm schon ge- 
nannten Bildungen, die aber auch noch ein suffixales v enthalten. 
€tixiq ,zurfick'; ,wiederum^ 

IL 1,425: dudeKOTf] di toi avrig ilevaeTai OvXvfiTtovde. IL 8, 271: 
avraQ o avrig Uiv, naßig äg vno (iT^Tifa, dvaxev elg AXßavTa. — IL 1, 
140: äXX^ f] TOI ^iv Tavra fi€Tag>Qaa6fiea&a xal ctvTig. II. 4, 15: ij ^^ 
avTig TCToXe^dv tb xcmov xal (pvXojtiv alvtjv oQao]iev. Find. Nem. 4, 70: 
dftoTQBftB avTig EvQWTtav tvotI xiQOOv tvTea vaog. — Dazu: i^^avTig 
,yon Neuem' ; IL 1 9 223 : nrjlefldrig d ' i^avTig QTaQTtjQolai ßineaaiv 
'^TQeßiÖTjv ngoaißeiTte. 

Scheint sich unmittelbar an avTo-g ,selb8t, er selbst (Seite 177) anzu- 
Bchliessen und bezüglich seines suffixalen ig sich mit Bildungen wie Qf4(plg 
,auf beiden Seiten', ,um, ringsum'; ,aus einander', ,getrennt von' (1, Seite 
247), das allerdings andere Betonung hat, axQig 7yöUig', ,bis' (1, Seite 152), 
Shg ,gedrangt, in Menge', ,genug' (1, Seite 305) vei^leichen zu lassen. So 
bedeutete es also zunächst wohl ,yon der selben Stelle aus', wie es auch 
das mit i^ ,aus' (1, Seite 347) zusammengesetzte iS'CtvTig noch wahrschein- 
lich macht Dabei wird freilich das Verhältniss zum attischen avd'ig ,wie- 
derum', ,kfinftig einmal' (Aesch. Ag. 340; 569; 1345; — Ag. 317), das doch 
gewiss nicht weit ab liegt, noch nicht deutlich. 
a*yjj ,Glanz'. 

IL 22, 134: afiq>l di x^^^S iXafjmero FeUekog avyfj tj nvgog ai&o- 
liivov i] TJßeXlov aviovrog» IL 2, 456: rivTe tcvq aßldTjkov iniq>XiyBi 
aaneroy vXtjv ovQBog iv nio^q^fjai^ fsnag di tb q>alvBTai avyrj. IL 13, 
341: oaoB d* afiBQÖBv ccvyr\ x<'^^i''J ncoQv&iav dno XafircofiBvawv. IL 17, 
371: TciTtTOTO ö^ avy^ j^fsklov o^Bla, IL 13,837: ßtix^ ö^ afjig>OTigwy 
%%B%* al^iqa xai Jifog avyag. — Dazu: i^-av^ig- ,sehr glänzend'; 
Eur. Bhes. 304 : ntiXtav . . . x'^'^og i^avyBOTiQwv» 

Dunklen Ursprungs. Ganz ähnliche Form hat xQavyrj ,Geschrei' (Eur. 
Or. 1510; 1529; Xen. Kyr. 3, 1, 4). Aus i^avyig^ und anderen ähnlichen 
Zusammensetzungen ist ein altes ungeschlechtiges *avyog' ,Glanz' zu ent- 
nehmen. Das l$- darin wurde gebraucht wie in h%'q>avig- ,hervorschei- 
nend, deuthch sichtbar' (Aesch. Fers. 398 ; Eum. 244), ^-/r^e^^g- ,heryor- 

leuchtend, ausgezeichnef (IL 2, 483; Find. Fyth. 7, 14), kn-XagÄfCBiv ,heryor- 

12* 



180 Griechische Etymologie. 

leuchten' (Aesch. Prom. 1083: Xen. Eyr. 7^ 1, 2). Zusammenhang mit lat 
augusUhs ^machtbegabt, majestätisch, heiligt (Enn. ann. 494 ; Att trag. Bmchst 
510) und altind. iugas- ,KrBii, Machf (BV. 1, 33, 12; 1, 39, 10; 103, 3), wie 
er öfter angenommen worden, ist wegen ihrer weit auseinander liegenden 
Bedeutungen sehr unwahrscheinlich. 

aiö'^ ,Stimme, Laut'; ,Gerächf. 

IL 1, 249 : Tov xal dno yhjLaatig fiikiTog yXvalwv ^ißev avöi^. IL 19, 
418: (Sg aga qxovijaavTog (nämlich des Bosses Xanthos, von dem Vers 407 
sagte: avdrjßevra d^ S^xe '9'ea XevxtjiXevog^'Hfrj) iQivveg Mox^^ov twdrjv. 
Od. 21, 411: vevQ^g* § d* vno xalov aßeiae, x^^ovi ßeixilt] avdijv. — 
Soph. Oed. EoL 240 : i^wv dxontov alovreg avday. — Dazu: avdaeiv 
,sprechen'; IL 1,92: xol rote drj &aQariGe xal rivdae fidnig dfivfiwv. 
IL 5, 170: Finog te fiiv dvxlov tjvda. II. 14, 195 "= 18, 426: cnida o ti 
g)QOvi€ig. 

Buht auf dem selben Grunde mit deideiv, alt aßeldeiv ,8ingen' (1, Seite 
23) und gehört mit ihm zu altmd. vad : vadati ,er redet, er spricht (BV. 
6, 47, 10: jdd Mm ca ahäm tvajus idam vddämi ^was irgend ich hier dir 
anhänglich spreche^ so dass also bezüglich der Entwicklung des anlau- 
tenden av sich cä^ea&ai ^ wachsen, zunehmen, schwellen' (Seite 176, aus 
älterem dßi^ea^ai) unmittelbar yergleichen lässt Dabei bleibt allerdings 
beachtenswerth, dass die Form av^-ea&ai der homerischen Sprache noch 
fremd ist, während zu avdi^ gehörige Formen ungefähr 250 bei Homer 
vorkommen. 

a^^6cv ,sich rühmen, prahlen', ,fest glauben'. 

Bei Aeschylos 9 mal; Prom. 338: o^cJ yaQ avxfS ri^vde dugedv Ifiol 
ddiaeiv ^la. 688: (wnor^ ovtcot^ 7]vxow ^ivovg fioXeia&ai loyovg elg axodv 
if^dv. Agam. 1497: avxelg elvai %6de xovqyov if^cv. Schutzfl. 329 : rlg 
Tjvxei n^vd^ aväXftiarov qwyrjv Tcikaeiv ig^A^yog Tc^dog iyyevkg t6 tvqIp; 
Soph. PhiL 869: ov ydq ttot', w nalj jovt* av H-^vxfjO^ fycw Tkijval a* 
ikecviig wde rdfid Tttjfictra f^elvai TtaQovxa, Eur. Her. 353: el av fiiy^ 
avxelg, erigoi aov 7cXiov ov fiikovrai. Iph. Aul. 412: oxi^ntQtp wv avxeu 
Andr. 463: fiTjöh rod' avxBi. — Dazu: xeve-avxig- (mit leeren oder 
nichtigen Dingen prahlend'; IL 8, 230: evx(olal .. . Sg otcot^ iv ^rjfÄVfp 
xeveavxi^g rjyoQdaa&e . . . Tqwwv avd'* ixaröv %e öirjxoaliov re ßixaavog 
an^aea^* iv moXifAff. — «tJ^ij ,Prahlerei'; Pind. Nem. 11, 29: ßQovuiv 
TOV fikv xeve6q>Q0v€g avxat t^ dya&wv %ßah>v. 

Möglicher Weise besteht Zusammenhang mit altind. väghat- ,betend, 
opfern' (BV. 3, 2, 1 : hdutäram mdnushas ca väghdtas ,den Opferpriester 
die betenden Menschen' schaffen herbei; BV. 1, 31, 14: uriJtgansäja väghdtai 
,dem lautrufenden Beter'), dann würde die Entwicklung des anlautenden 
av- dieselbe gewesen sein, wie in avdi^ ,Stimme, Laut' (siehe oben). Inner- 
halb des Griechischen wird wohl &jxea^ai ,rühmen, prahlen* (IL 1,91; 
2, 597; 11, 388) unmittelbar zugehören, so dass also dann ein Nebenander- 
liegen der Diphthonge av und ev Statt haben würde, wie es in ganz der 



Griechische Etymologie. 181 

selben Weise schon in aveiv ^anzünden^ (Seite 173) nnd ^jeiv ^bren- 
n^ absengen^ (U. 9, 468 «- 23, 33) entgegentrat 
a^iv" ^als'; übertr^en ^eine schmale Verbindnngsstrasse, wie Landenge, 
Meerenge, enges Thal^ 

IL 13, 289: ovx av iv aixiv* OTtio&e niaot ßiXog ovd^ ivl ytirtp. IL 
14,465: Tov 4^ Mßakev x€q>alfJQ %e %al av^ivog kv ^veoxf^Vf velarov 
aarQayaXoVj arto d^ afigxa liifae %ivovre. Od. 19, 539: alFerog dyKvlo- 
X^ii^tjS naai (den GSnsen) xor^ avxiv eßa^e xal hciavev. Arist Thierk. 
1,52: avx^v dk %o fieta^ ngoadnov xal ^wQcniJog..,v6 d* orcla^iov 
<xvxivog fiiQog inwfilg (,NackenO. — Hdt 6, 37 : aftareixloag wv tov crv- 
X^a Trjv XBQOonqaov 6 Mikviddfjg. Aesch. Fers. 71: 7tolvyofig>ov odia^a 
Qüyov aidq>ißaliov avxivt novrov, Hdt 4, 85 : fii;xog de rov aro/iarog^ 6 
avxfiVy %6 örj BoanoQog xixlriTai, xav* o d'q ^^evxroy inl avadlovg eXxoai 
xoi hcarov iari. Hdt 7, 223: ifce^j^ioav ig %b €vqvt€qov tov avxhog 
(Thermopylen). 

Das Snffix gehört zn den selteneren, trat aber znm Beispiel schon ent- 
gegen in aöiih- ,Drüse^ (1, Seite 137) nnd t^iv- jnnger unverheiratheter 
Mann^ (Seite 64). Die zn Grunde liegende Verbalform ist nicht dentUch. 
Zn ihrer Ermittlung wird das äolische äfiq>€v- (Theokr. 30, 28 : xal vvv 
elr^ i&iXw, XQV f^^ fidxQov axovra %dv afiq>eva Mkxrjv %bv ^vyov. Hesych. 
fahrt auf: aftq>rjv' aixu^v, tqoxtiIov) mit in Erwägung zu ziehen sein, da 
es im Grunde mit avxiv- tibereinzustimmen scheint Wenn sich in letzterem 
das anlautende av etwa wie in aidi^ ,Stimme^ (Seite 180) entwickelte, 
so liesse sich an Zusammenhang mit altmd. vakra- ,krumm, gebogen^ 
(Qat Br. ; Mbh.) denken, wobei allerdings der besondere Grund der Aspi- 
ration des Gutturals noch zu untersuchen sein würde ; afiipsv- aber könnte 
sich näher an die auch zugehörigen altind. vankja- ,biegsam' (Paninis) und 
vdnkri' ,die (gebogene) Sippe^ (BV. 1, 162, 18), anschliessen. Es mag 
übrigens bezüglich des lautlichen Verhältnisses von afAcpev- {avq>riv bei 
Ahrens 2, 42, aus loann. Gramm, ist wohl unrichtig überliefert) zu avx^v- 
noch darauf aufmerksam gemacht sein, dass die Lautfolgen avq>j avß 
{ßavßäv ,schlafen' Eur. Brachst 694) und avn (^gavTtig Name eines distel- 
fressenden Vogels bei Arist Thierk. 8, 42) in einfachen Wörtern dem Grie- 
chischen fast ganz abgehen. 
ai^xiiö-g yTrockenheit'; ,Schmutz^ 

Hdt 2, 13: et fÄtj i&el'qaei aq>i veiv 6 d'cog alX^ avxf^tß diaxQaa&au 
4, 198: ^ /^ • • • ovTE avxfiov (pqovviCflvaa ovdiv, ovre ofißgov TtXio} 
Ttiovaa ded^XfjTai, Thuk. 1,23: avxiJioL te iaxi tcoq* olg fieyaXoi xal 
äft^ avTciv xal kifioL Ar. Wölk. 1120: töv xaqnov %e xal tag afiftiXovg 
qfvka^ofievj (Sare /njd^ avxf^ov mii^eiv ^rjft ayav iTCOfißglav. Plat Menon 
71, A: äoTteg avxf^og (jUnfrachtbarkeit^) rig zrjg aoq>lag yfyove. — Ar, 
Plut 839: avx^og yaq wv rdSv axevaQlcav fi cnwXeaev. Plat Staat 10, 
614, D : rag ilwxdg . . . dvtivat kx T^g y^g fieOTag avxf^ov re xal xovi(og. 
~ Dazu: a^xA^^^^y y^ocken sein^; ,schmutzig sein'; Plat Phaedr. 251, D: 



182 Griecfaiflcfae Etymologie. 

oTov di x^Q^S yivritai xal avxfujoj] (nämlich 17 VV^C'?)^ ^a Tciiy du^odoBv 
CTOf^ttTa, f] To TttBQov OQfi^, cwctvaivofjieva fivaavra aTtoxlelei rfjv ßka- 
OTqv rov Ttzegov. — Od. 24, 250: afia y^gag Xvyqbv %xbi a* ccvxfielg re 
xmcäg xal dßeixia Fioaai. Ar. Wölk. 920 : av^fJ^elg aiaxQtSg. 

Gilt vielfach als unmittelbar zugehörig zu ctvo-g ,trocken^ (aus altem 
*aavao'g (Seite 174); dabei aber bleibt das x ganz nnerkl&rt Möglicher 
Weise hangt nun aber mit jenem avo^ das dialektische aavx6-g ,trocken^ 
(Hesych: actvxov ^q6v. 2vQ€exovaioi) eng zusammen (etwa aus ^aav- 
mo-g und nah zu altind. ft/sÄia- ,trocken*, KV. 2, 13, 6: 4, 4, 4; 6, 18, 10, 
gehörig?) und so könnte sich oAxfio-g in nahem Anschluss daran erklfi- 
ren, mit derselben Entwicklung der Aspiration des Gutturales wie in 
itaxf^'S ,Schlachtgetammel^ (oder ähnliches) neben gleichbedeutendem lunaq 
(Seite 16) oder in nloxf^o-g ,Haarflechte^ (II. 17, 52) neben gleichbedeuten- 
dem fcUxafio-g (IL 14, 176). 
a*d-Änj-s (dafür avro-ivrrj-g Soph.Kon.Oed. 107) ,Mörder '(Aesch. 
Ag. 1573 mit ^avarog verbunden, Aesch. Eum. 212 und Eur. ras. Her. 839 
mit q>6vog, also ,von Mörderhand ausgeffthrtO; ,Gewalthaber^; yürheber'. 

Aesch. Ag. 1573: low* Ix Twvde öofiwv aXXrjv yeveav zglßeiv &ava%oig 
av'9'irEaiai. Eum. 212: otx av yivoiS'* Ofjiaifiog ai^ivtrjg q>6pog. Soph. 
Eon. Oed. 107: %ov%qv &av6v%og vvv imaxikheL aaq>wg Tovg av%oiv%ag 
X^i^i TifiwQelv vivag. Hdi 1, 117: fiijre dvyoeiQl %^ ofj (xt^%b airtifi aol 
etriv ccv^ivTrjg. Thuk. 3, 58 : vfielg dk el xrevelre ^fiäg . . .%l alXo ij h 
7tok€fil(f T€ xal naqo toig av&ivtaig narigag rovg vfierigovg , • • xcrrcr- 
keltpere; Eur. Bhes. 873: xal Ttwg fie xrjdevaovaiv aß-^evTWv x^Q^Si '^• 
Her. 839 : c^^ av nogeioag di ' ^AxBQOvatov noqov %bv xakklrcaida ariq>a- 
vov avd'ivTTj q>6vq) yvtfi fikv %tvlE[Qag olog la%* avx(p x^^S* — Schutzfl. 
442: 07C0V ye dtj/dog av&ivrrig x^ovog, iftovatv aazolg rjöerai vearlaig. 
— Polyb. 23, 14, 2 : tov fiiv Kaaaavdgov iq>rj ftifiipeiv, %bv a^d-ivnjv 
yeyovoTa r^g nQa^ewg. Diod. 16, 61 : ov fiovov rolg avd'iviaig rijg lego- 
avllag . , . ^x tov daifAovlov kftrpiolovdifjae vifAWQla. 17,5: q>av€Qov 
xad'eoTWTog ort Tif^wgi^aeTaL tov av&ivrijv tcSv avofirifxaroiv. 

Als erster Theil löst sich deutlich avTo-g ,selbBt, er selbst' (Seite 177) 
ab, der Schlusstheil aber, der weder selbstständig vorkömmt^ noch unmittel- 
bar zugehörige Bildungen zur Seite hat, vergleicht sich offenbar mit For- 
men wie olvTrj-g ,räuberisch' (IL 11, 481 ; 16, 353; 20, 165), ^avrri-g ,Wolle- 
krempler' (Plat Polit 281, A), avxo-g)avTr]g ,Feigenanzeiger, falscher An- 
kläger' (Ar. Ach. 559; 725; Vögel 1423), avdQ€t'g>6vTrig ,männermordend^ (?) 
(IL 2, 651 ; 7, 166 — 8, 264; dafür avÖQO'tpovrri-g Aesch. Sieben 572), würde 
darnach also auf eine Verbalgrundform kv zurückführen. Ob das etwa 
zusammenhängt mit dvveiv ,vollenden, ausführen, zu Ende bringen^ (1, Seite 
199, aus *aavveiv und zu altind. san : sanäuii ,er hat Erfolg, er erreicht^)? 
Dann würden sich Wendungen vergleichen lassen wie Find. Pyth. 12, 11 : 
üegaevg bnoxB tqItov avvoaev xaaiyvrjräv ^igog ,als er die dritte der 
Schwestern getödtef ; IL 11, 365 = 20, 452: a' i^'avvw ,ich werde dich 



Griechische Etymologie. 183 

todten^; Eur. ras. Her. 1273: nolovg not* ij Xiovras ^ TQiaotfiarovg rtj- 
gvovag iq Flyarrag . . . ovx i^-^waa ^tödtete ich nicht?' und als erste Be- 
deatong des zusammengesetzten Wortes würde sich ergeben ^bst mor- 
dend, aus eignem Antrieb oder eigner Machtvollkommenheit mordend, 
ansfOhrend, wirkend'. Vergleichen lassen sich Znsammensetzungen wie 
avT'Oftnj-g ^selbst sehend, Augenzeuge' (Hdt 3, 115; 4, 116; 8, 79; 80) und 
auch avtO'XQaTOQ- ,selbst herrschend, selbstständig herrschend' (Thuk« 3 
62, 4; Xen. mem. 2, 1, 21 ; Plat legg. 10, 875, B). 

aid-t, ,auf der Stelle, hier, dorf ; ,sogleich^ 

Bei Homer etwa 60 mal, bei Hesiod 3 mal (Werke 35; 440; Schild 280), 
bei Pindar nur OL 8, 39, bei den Tragikern nur Soph. Bruchst 479, bei 
Aristophanes gar nicht IL 1, 492: q>&iyv&€a7Le q>ÜLov xrjg avd-i f^ävwv. IL 2, 
328: äg fjfielg roaaavra firea TtTolefil^ofiev av^i. IL 3,244: voifg d' 
fjdrj Tuxrexev q>val^oog ala iv AoMÖaliiovi av&i. — IL 5, 296 ■» 8, 123: 
Tov i* av&i kv&rj V^^ ^^ f^ivog t6. Od. 18, 339: IVa a* av9i dia fie- 
lelarl rdfitjaiv. 

Gehört zu zahlreichen localen Adverbien auf ^i, die meist von Grund- 
formen auf o ausgingen und so den Ausgang -o&i zeigen, wie o^i ,wo' 
(1, Seite 492), aXko&i ,anderswo' (Od. 2, 131; 14, 130), oder bei mehreren 
nachbarlichen kurzen Vocalen auch -to^i, wie iriqio^i ,auf der andern 
Seite (IL 5, 351 ; 15, 348) und kxatiqto^i ,auf jeder von beiden Seiten 
(Pind. OL 2, 69), und unter denen in Bezug auf die Form etwas eigen- 
thümlich stehen nur i%Bl»t ,dorf (Seite 345; dafür xel^i H. 3, 402; 12, 
348; Od. 3, 116), iyYv9i ,nahe, bald' (1, Seite 421) und eben av»i. Dass 
es aus avx6»i ,auf der selben Stelle, hier, dorf (IL 3, 428; 9, 617; 21, 201) 
verkürzt sei, ist eine öfter ausgesprochene, doch völlig willktlrliche An- 
nahme, wenn es auch ohne Zweifel in nahem Zusammenhang mit aivo-g 
,8elbst, er selbsf (Seite 177) steht Zu Grunde liegen kann ihm nur cev 
,zur&ck', ,wiederum, dagegen' (Seite 172) oder em mit diesem Adverb 
äusserlich übereinstimmender Pronominalstamm. 

€[i&iq ,wiederum'; ,kfinftig einmal'. 

Nicht bei Homer, Hesiod, Herodot und Pindar; bei Aeschylos 12 mal, 
bei Soph. über 40 maL Aesch. Ag. 340 : ov tot ikovteg av&ig av^akoiev 
av, Ag. 1345: äf^ioi [lat* av&ig, devtiqav Ttenkrjyf^ivog, Ch.767: läy^ 
cev^igj utg fiad-ta aaq>iaT€Qov. — Aesch. Ag. 317: &eolg fikv txv&ig, cj yv- 
vaiy TtQoaev^ofiai. 

Gilt für eine Nebenform von avtig (Seite 179), da es von ihm nur 
dialektisch verschieden zu sein scheint Damit ist aber noch nicht erklärt, 
aus welcher gemeinsamen Grundform sowohl av&ig als ovrig hatten her- 
voi^hen können. Verglichen werden darf hier wohl das Nebeneinander- 
liegen von ivTov&a (vermuthlich aus *h&'av&a) ,hier', ,hieher', ,da, nun, 
jetzf (1, Seite 419) und dialektischem lv»av%a (Hdt 1, 48; 61 ; 62; 5, 72), und 
das von ivrev^ev ,von hier aus, von da', ,von da an, darauf, ,dah6r, 
deshalb' (1, Seite 420) und dialektischem h^evtev (Hdt 1, 2, 9; 17; 56). 



184 Griechiflche Etymologie. 

ai^CiO'Q ^vergebliche 

Ibyk. Brachst 12 (aus Etym. M. 171, 7): ov yag avaiov nalg Tviiiog. 

Ging vielleicht ebenso wie zum Beispiel hutvaia-g (für * hcavrio-g) 
Jährig' (Od. 16, 454) von iviavro-g ^ahr^ (1, Seite 411) von airo-g ^selbst, 
er selbst' (1, Seite 1 77) ans, so dass sich seine Bedentong in ganz ähn- 
licher Weise entwickdt haben würde, wie in dem der selben Quelle ent- 
staitamenden Adverb otTois ^ebenso, so'; ^rnnsonst, ohne Grund' (Seite 178). 
itöaraX^O'Q (dafür avoTaXeo-g Od. 19, 327, und ävOTakirj Hes. Schild 
265, ohne Zweifel nur in Folge unrichtiger Ueberlieferung) ,trocken'; 
schmutzig'. 

Opp. Jagd. 4, 129: o{ d' akXoi (nämlich dTjgrjriJQeg) . • . g>Qvimovg avara- 
Xiovg nvQiXafiTtiag dfjiq>lg ^oyr^^. Hes. Schild 265: nag 6* IdxXvg 
elarriKei,., X^^QVi ovaralifj, Xi^tf xaraTteTtrrivla, Kall. Dem. 17: 
maraXia (,durstig') antnog %b^ %al ov (payBg ovdi Xoioaw, Julian 4 (in 
Anth. App. Plan. 13): devQ* ide xogarjg xalvriv %Qfi%aXioig xQwiiaaiv 
avarakirjv (,starrend'). — Od. 19, 327: et xev avCTakiog, xoxor ßeifiävog 
h fÄeyaQOiaiv daiyvjj. Ap. Rh. 2, 200 : nlvffi ri ol avaraXäog XQ(ig ia- 
xXijpui. 3, 830: oAataXiag d^ Httnjae nagrjldag. 1, 1175 und 4, 336: 
ttvataXiog xovljjOi. Anth. App. Plan. 72, 4 : xelgag Ix %€q>aXijg ßoargvxov 
ttvataXitig. 

Der Suffiiiorm nach vergleichen sich zunächst ontceXio-g ,gebraten' 
(H. 4, 345; Od. 12, 396), XenraXio-g ,dünn, zarf (D. 18, 571; Ap. M. 4, 
169), ^evavaXio-g ,flüssig' (Hesych: ^evcraXiov* ^iov)y weiterhin aber 
auch noch zahlreiche andre Bildungen auf Uo wie agnaXio-g ,gierig, 
hastig' (1, Seite 269), ivgoXio-g ,hurtig, schnell' (1, Seite 514), xagg>aXio-g 
,trocken', ,dumpf (Od. 5, 369; II. 13, 409), cdaXio-g ,trocken' (Hes. Werke 
588; Kall. Dem. 6, wo OSchneider schreibt avaXioni). Zu Grunde liegt 
aveiv (aus ^aavaeiv) ,trocknen, ausdörren' (^ite 174) mit dem unmittelbar 
zugehörigen avo-g oder avo-g ,trocken', an das sich auch das so eben 
genaonte avaXio-g ,trocken' eng anschliesst. — Die Bedeutungen ,trocken' 
und ,schmutzig' (,von Schmutz starrend') fanden sich schon in avxfto-g 
(Seite 181) vereinigt 
ai>cvn(f6'q ,herbe'; mehrfach in übertragener Bedeutung ,streng, unfreundlich'. 

Theopomp, (bei Athen. 1, 26, C) : 6 OaXaglvog olvog .... eXdri 6^ avrov 
Ho, avorrigog xal 6 yXvxa^uv. Hipp. 1, 684: TcJy dk oivwv ol fiiXaveg 
xal avüTfigol ^tigoTcgoL xal ov diaxtjgBvvxai ov%b ovgiowai ovxe 7C%v- 
ovai .... ol di Xevxoi xal avaTtjgol ^sgfAalvovaiv. 1, 688 : oxoaa ii 
ioTi xal <ngvq>va xal avavfjga, azaaifia. 1, 727: toiai dk aUoiai XQ^' 
Bod^at ToZoi dgifxiai xal ^TjQolai xal avatfjgoUn xal cifiideai xal ovgifgi- 
xolai. Plut mor. 525, C: d-eaaafievog avrov r^y rgoTce^av avaTijgav xal 
XiTT^v. — Plat Staat 3, 398, A: avrol d^ av %(fi avoxrigovigtfi xal dtjde- 
arigfp noirjr^ xQVf^^^^ ^^' fivS'oXoyq) iiq>eXeLag hfexa. Polyb. 4, 20, 7 : 
raXXa tolg ßloig ovzag avatrjgoratovg. 9, 1 : ovx ayvodi . . .ttjv ngayfia" 
%elav fifAÜv %x^iv avattjgov tu 



GriecbiBcbe Etymologie. 185 

Stellt sich zu Adjectiven wie avitjQog ^beschwerlich* (Od, 17, 220; 377; 
zn dvtrj ^Plage, Beschwerde', 1, Seite 198), kvnriQo-g ,betriibend* (Soph. 
Oed. KoL 1176; El. 553; 557; zu kvnij ,Betrubnis8* Aesch. Ag. 791; 
Schutzfl. 442), ÖTQTjQo-g ,hurtig, schnell' (1? Seite 514), insbesondere aber 
solchen, die auch noch ein suffixales inneres r enthalten, wie (deXerriQO'g 
,8ich gern übend' (Xen. an. 1, 9, 5 ; zu fieUrr] ,FQrsorge, üebung^, Thuk. 
2, 85, 2 ; 5, 69, 2), xa^arrigo-g ,beschwerlich^, ,schwach' (Hom. hjmn. Aphr. 
246; Ap. Eh. 2, 87; Hdt 4, 135), alaxvvrriQo-g ,verschfimt, bescheiden* 
(Plat Gorg. 487, B), ataqvriQO'-g ,unheilvoll (?), frech (?)' (1, Seite 86). Als 
zu Grunde liegende Verbalform ist gewöhnlich aig- oder avg- {meiv) 
,trocknen, ausdörren' (Seite 174) angenommen, dabei aber der Bedeutungs- 
zusammenhang keineswegs ausreichend klar gemacht. 
-€W98- ,berühren'(?), Yerbalstamm, der nur in Verbindung mit dem Präfix 
Inl ,auf, bei, an', ,gegen' (1, Seite 358) vorkömmt Siehe kit-avQei kn- 
-avqiuv oder In-avQLaxaiv oder medial iTt-avQlaxea&ai (1, Seite 367). 
aüifri ,bewegte Luft, Hauch'. 

Od. 5, 469: avgrj <J' ix Ttotanov tjJvxQfi nviFei rjßoo&i Ttqo. Hom. 
hymn. Herm. 147: 'EQfxfjg doxf^fo&eig fXBydqoio dia xkijfi&Qov edvvevj 
avQi] omaQivfj ivaklyxiog, ijvt ' ofilxlrj- Hes. Werke 670 : TrjfAog d^ eix^i- 
vieg t' ovqoi xal norsog afojfiwv. Hes. theog. 872: al akkai fiaxp 
avqai (Schoemann liest ol d* äXXoi fiaipavQai) iniTtveiovai ^dkaaaav, 
Pind. Pyth. 4, 203 : ovv Norov d ' avqaig in ' Id^Blvov arofia ne^nofievot 
flXv&oy. Hdt 2, 27 : tijg ctvQtjg dh niQi ort ovx dnonviei^ n^vde ^co 
yvwfiTjVj (Hg xaQta dno S'^Q^iwv xwgiwv ovx oixog iari ovdkv arcortvieiVj 
(WQTj dk and tfwxQov Tivog g>iXiei nvieiv. 

Zu Grunde liegt 5ij-/u^, alt aßrj'fii ^ch wehe' (1, Seite 15, dazu aivt-, 
alt äfivT- ,wehend', IL 5, 526), so dass sich also das diphthongische av 
ganz ebenso entwickelte wie zum Beispiel in avli^-g ,Aufenthaltsort', be- 
sonders zum üebemachten (IL 9, 232; Od. 22, 470) neben aßeoa ^ch 
brachte (die Nacht) zu' (1, Seite 9). Das Suffix ist das selbe wie in 
XavQTi ,Gasse' (Od. 22, 128; 137; Pind. Pyth. 8, 86; Hdt 1, 180), aaverj 
,Eidechse' (Aesch. bei Athen. 11, 503, C; Nauck 146 schreibt avQag. — 
Hdt 4, 183; 192), vevQij ,Bogensehne' (IL 4, 118; 125; 8,324), nlevQi] 
,Körperseite' IL 11, 437; 20, 170; 24, 10), ^Qt) ,Sitz, Sessel' (1, Seite 380), 
at^QT] ,reine Luft, Heitre' (Seite 91). 
aßgiO'q ,morgendlich'; meist in der ungeschlechtigen Form avgiov für 
,morgen' gebraucht 

Eur. Hippel. 1116: ^^dia d* ^d^ea %6v avQiov fieraßakkofiiva xQOvov 
alei ßlov avy€v%vxolr]v. — IL 9, 357: chjqiov iga Jill Fqi^ag, D. 18, 
269: avQiov OQfitjd'elg ^vv Tevxeaiv. Od. 11, 351: ^elvog dh rXiJTOß , . . 
i^nvfi ovv inifielvat ig avQiov. Od. 7, 318: nofinijv 6^ ig %6ö^ iyd 
rexfialQOfiai, otpQ* iv ßeidjjg, avQiov %g. 

Durch suffixales lo (LM. Gramm. 2, 444 — 447) aus einem einfacheren 
Nomen gebildet, das in dem zusammengesetzten [ayx-ovQo-g ,dem der 



186 Griechische Etymologie. 

Morgen nahe ist, dem Morgen nah' (1, Seite 213) erhalten^ seinem Ge- 
schlecht nach aber nicht sicher zu bestimmen ist, vielleicht als weiblich- 
geschlechtiges *avQrj ^Morgen' angesetzt werden darf. So würde es genau 
mit lit auszrä ^Morgenröthe, Tagesanbmch' übereinstimmen nnd sich 
seinem Suffix nach unmittelbar zu avgri ^bewegte Luft^ Hauch^ (siehe Seite 
185) stellen. Als möglicher Weise männlichgeschlechtiges *avQo-g würde es 
sich zunächst mit tavQo-g jStier* (IL 1, 41 ; 2, 550; 7, 223), aTovQo-g ,Pfahl' 
(IL 24, 453, Od. 14, 11), oflßgo-g ^egenguss' (1, Seite 556), 0Q»Q<hg ,der 
frühe Morgen' (1, Seite 577) und andren ähnlichen Bildungen vergleichen 
lassen. Es schliesst sich ,aber ohne Zweifel eng an ijog-, alt ^ßog- 
,Morgenröthe' (1, Seite 600), das aus einem alten *avO'6g- hervorging, 
unmittelbar vor dem inneren q wurde also ein Zischlaut eingebüsst, wie 
ja auch anlautender Zischlaut vor folgendem q im Griechischen niemals 
bewahrt wurde, und so zum Beispiel ^iFovoi ,8ie fliessen' (Od. 10, 513) 
dem gleichbedeutenden altind. srävanü (BV. 7, 49, 2) gegenüber steht 
itbQi'ßdtä'g ,der Schnellschreitende'. 

Aesch. Bruchst 280 : aigißdiag. 

Enthält den selben Schlusstheil wie zum Beispiel naQui-ßarq-g ,d^ 
zur Seite schreitende Gefährte' (IL 23, 132), der Eigenname Eigv-ßarrj-g 
(IL 1, 320; 2, 184; ,der weithin Schreitende'), vaxv-ßarrpg ,der schnell 
Schreitende' (Eur. Rhes. 134). Der erste Theil, avei-j aber wird von 
Hesych (unter aigißarag) und bei Bekker (Anekd. 464, 9) mit %axiiag 
,schnell' erklärt Seiner Herkunft nach ist es dunkel und wird schwerlich 
zum vorausgehenden crüQLo-g ,morgendlich' gehören. Der Bildung nach 
kann zunächst riQi ,in der Frühe, früh' (1, Seite 630) verglichen werden. 
crSilax- {avXa^ ,Furche'. 

Nicht bei Homer, der statt dessen die Form /cJÄx (IL 13, 707; Od. 18, 
375) gebraucht, nicht bei Aeschylos und Sophokles, die die Form ailox- 
(Agam. 1016; Sieben 593; Ch. 25; — Kön. Oed. 1212) verwenden. Hes. 
Werke 439: ovx av reo /' (nämlich ßoe) iqiaayt iv avlaia xafi fikv 
Sqotqov ä^eiav. 443 : og x ' ^qyov fdelerdSv l&eiav mkm kXavvou Pind. 
Pyth. 4, 405: OQ^^ag d' avhxKag ivravvaaig ijXavve. Ar. Vögel 1400: 
ßaifjv , . . dllfievov ai&iQog aSkccxa Tifivwv. (Vers 234 ist die Form akoK- 
gebraucht). Thesm. 782: öi^aa&e Ofillrig ohLovg .... rovrl to ^üj fiox^" 
Qov .... TtoLav crvAaxa; 

Wurde schon in den Nebenformen uthi-y alt /cJAx (1, Seite 656), und 
aAox-, alt ßdlox' (1, Seite 299) besprochen. Das anlautende av- ent- 
wickelte sich offenbar ganz ähnlich wie in cnj^ ,bewegte Luft, Hauch' 
(Seite 185), dem arifiiy alt afrifn ,ich wehe' (1, Seite 15) und altind. vä'-ti 
,ei: weht, er bläst (BV. 4, 7, 10; 10, 142, 4) zur Seite stehen. 
aikö-q ,Köhre'; insbesondere ,Flote'. 

Od. 19, 227: ovrag foi (d.Lxia/yjj) Ttegovtj xQvaolo tivvxto ctvXolaiv 
öiövfioiOL. Arist Thierk. 2, 71: 6 d^ (nämlich noqog) kn* axgag tijg Ttag- 
dlag Toig fjteyaXoig cnhdiv (d. L ix^(ov) atpodqa Ttaxig avlog kari %al 



Griechische Etymologie. 187 

levxog. 1, 23: tovtwv (d. i. ttSv ivvdQtav) de va fikv avlov (^ßöhre zum 
WasserausspritzenO ix^i, ßgayxia d' ovx, ^eij olov dekq>lg xal q>aXaiva, 
fx^i d' 6 fikv d€Xg>lg %6v avlov dia tov vtirovy ij ök q>aXaiva iv %ff 
fiev(07t(p. ly A: 6 TcaQ&iviog aiXdg (^LuftröhreO TOt; naidtxov S^vregog. 
Od. 22, 18: avrlxa d* avXog (^röhrenartiger Strömt dva ^Ivag naxvg f]l- 
d^ey aifiarog avÖQO^ioio. IL 17, 297: iyxiq)aJiog dk naq^ avXbv (,Blut- 
BtromO avidgafiev 1^ areik'^g alfdaroßeig. PoIIox 5, 20 erklärt: t^^ dh 
loyxJig %o fikv Jtegl xq §vkip xakelrai avlog. — IL 10, 13: ^aif^a^ev . . . 
avhSv ovQtyycav t' hortijv. II. 18, 495: adXol q>6Qfiiyyig ve ßoßfjv ^ov. 
Hom. hymn. Herrn. 452: rjjai %o^o/ ve ßikovai . . . xal Ifiegoßeig ßgofiog 
avlfSv. Hes. Schild 281 : väoi yuäfia^ov in ' avJuov. Bei Pindar 1 1 mal, 
wie OL 3, 8 : q>6gfuyya ve TtoixMyctgvv xal ßoäv avltibv iniwv %b &iaiy 
... avfifxl^ai TtgenovTtog» — Dazu: ail-tSnid' {aikdürcig) ,BOhren 
oder L5cher als Augen {in- ,GeBichf, 1, Seite 643) habend, mit Augen- 
löchem yersehen' viermal bei Homer Beiwort des Helms {tgvq>alBia\ wie 
n. 5, 182: danldi yiyvaiaxwv avXwniöl ve Tgvq>akelf]. Hesych führt 
avltSniv auf mit der Erklärung avkovg ^ovaav ,mit Röhren versehen^ 
und f&gt hinzu 2og>oxlqg (bei Nauck Brachst 923) di r^v Xoyxfjv Tfjv 
(jtcatgay avXüntv elnev. — ^y-avXo-g (,mit einer Bohre versehen', dann 
wohJ ^röhrenförmig' ««) ,Wassergraben, Giessbach', ,enges Thal'; II. 16, 
71: tdxa xev q>€vyovT€g Ivcnikovg nkrjaeiav vexvtov. IL 21, 283: nalda 
üvq>ogß6vy ov ^a t' tvavXog dnofigaj] %ELiJLÜvi negdivra. IL 21, 312: 
ifinlfÄnXrj&L ^iße&ga vdatog Ix nfjywv, navrag Ö^ ogodvvov havXovg. 
— Hom. hymn. Aphrod. 74 : ol d * Sfia navreg avvövo xoififjGayTo xara 
oxioßerfag ivavXovg. 124: ^ijgeg wfAotpdyoi q>oiT(Sai xata axioßeyrag 
havXovg. — dl-avXo-g (,mit zwei Bohren oder Bahnen versehen' — 
Athen. 5, 189, C erklärt: nav %b ÖLatBxa^ivov eig ev^rrita oxijfici avXov 
xaXovfiev äaneg ro aradiov — «:) ,Doppelrennbahn, Doppellauf; ^Eng- 
pass, Meerenge'; Paus. 5, 8, 3: oXvfintadi di varegov tevdgvfi xal dexarj] 
ngoaeri&rj aq>lai dlavXog. Pind. OL 13, 37: Ilvd-ol t' ^ei azaölov %ifiav 
diavXov ^' aXl({} dfiq}* ivL Aesch. Ag. 344: det yag ngbg oXxovg vo<nl- 
fAOv Oünrjglag xdfiiffai diavXov d^dvegov xüjXov ndXiv, Soph. EL 691: 
do(ov yag elaex^gv^av ßgaßrjg dgoficjv diavXtov nifta&X^ a voiiiC,e%ai 
%ovTiov heyxüv ndvra vdntvlxia (JXßl^ero. Eur. EL 825: dgof^evg dia- 
aovg diavXovg %nmog diijwae. — Eur. Tro 435: ov drj arevov dlavXov 
(pxiOTai nirgag deivfi Xdgvßdig. — avXtov" {aiXciv) ,Böhrey Canal'; 
,Meerenge'; ,Thal'; Hdt 2, 127: di* olxodofiriftivov di avXdHvog Macj vrjaov 
negiggiei (nämlich 6 NeZXog). Ar. Vögel 244: oY &^ iXelag nag^ avXiS- 
vag d^arofAOvg iftnldag xdntere, Xen. an. 2, 3, 10: xal ivervyxavov 
%aq>goig xal avXtSaiv vdarog nXtjgeaiv wg fi^ dvvaad'ai diaßalveiv avev 
yeqn^gäv. — Aesch. Prom. 731 : ai XQV • • avXtSv* kxnegav Maiiüxtxov. 
Soph. Trach. 100: nod^i /äoi valei . . . 17 nonlag avXivvag fj diaaaiaiv 
anelgoig xXtd'Blg. — Hom. hymn. Herm. 95: noXXc d' ogrj axioßevta 
xal avhSvag xeXadeivovg . . . iirjXaaB xvöifAog ^Egfiijg. Hdt 7, 128 : dia 



188 GriechiBche Etymologie. 

Iiioov %B av%d.v (des Olympos und der Ossa) avhxva axetvbv Ttw&ocvo- 
fi€9og elvai dt ov ^iei 6 Ilrjveiog. 

Als Suffix löst sich Ao ab, ganz wie zum Beispiel auch in ycmlo-g 
iEimes^ (Od. 9, 223; Hdt 6, 119; Theokr. 5, 58), xavl6-g ,Schaftloch< (IL 
13, 162; 608; 16, 115), ,Stengel, Stiel' (Ar. Bitter 895; Alexis bei Athen. 
4, 170, A), arvka-g ,Pf eiler, Säule' (Aesch. Ag. 898; Eur. I. T. 50), ox^S 
,SchwaII, bewegte Volksmenge' (1, Seite 529). Die zu Grunde liegende 
Yerbalform aber wird dieselbe sein, wie in avQtj ,bewegte Luft, Hauch^ 
(Seite 185), nämlich aijfiiy alt aßrjfn ,ich wehe' (1, Seite 15), so dass also 
als erste Bedeutung sich wohl ,Bläser, Blaswerkzeug' ergeben würde. 
Eben darauf deuten auch Athenäos' (5, 189, B) Worte ,lrt dk ailog fikv 

ctbX'j^ ,Wohnsitz', insbesondere ,einge&iedigter Hof neben dem Hause'. 

Bei Homer 44mal. Od. 4, 74: Zrivog tcov loiride /' VXvfirtiav hdo&ev 
avlfj • . Find. Nem. 4, 24 : ^iviov aatv naziögafAev ^Hgcntüdog okßlttv rtQog 
avlar. Aesch. Prom. 122: näai &60lg . • • vijv Jibg avXriv elüoixvsvciv. 
Soph. PhiL 153: ailag noiag tvedqog valei. Ant lSb:*'EQwg .... tpoixqg 
d* vneQTtovTiog IV x* aygovofioig ctvhxlg. Trach. 202: aix* etota atfyrjg 
a% t' hnog avlijg, IL 6, 316: xhcxoveg avÖQeg, o% Foi inolfiqaav ^äla- 
fiop xal dwfia xal aiki^v, IL 4, 433: TQoieg d\ äg %^ ofug noXvna" 
fiovog dvdgbg iv avkfj fivQiat iaxi^xaaiv. IL 5, 138: wg ve käorra^ 8v 
^d te noifxfiv . . • XQ^^V f^^ ^' avXrjg vtcbq aXficvov ovdk dafiaaajj. 
142: avxag 6 ifi/Ae/iawg ßa&iijg l| aXkexai avXrjg, 11.6,247: xovQcttoy 
d* irigw'^ev harrloi %vdo^ev avXrjg diüd&C %aav xiyeoi ^dXafioi. H. 9, 
472: ovdi mn^ ^aßtj rtig, ^t€qov fiiv V7t* al&oiajj ivegpiiog cnSX^g, aXXo 
d' iv\ ftQodofifpy TtQoa&ev &aXafioio dvQaiav. IL 9, 476: vniQ&oQov 1^- 
xlov avXijg, IL 24, 452: dfiq>l di Fol fieydXfjv avXrv nolFriaav avaxvi 
axavQOlaiv nvnivolau IL 24, 640: avXiig h xogroiai xvXiifdofievog xard 
xoTtQov. IL 11, 774: IlfjXevg TcUrova f^rjQi* Ihcaie ßoFbg Jifl T€Q7tiX€gavvf(f 
ttiX^g iv x^Q^V' ^^ ^7 ^^^ • ^^^^ ^^ noXXd ^ijX \ oFiig %e xai alysgj 
laveaxov * negl <5' civXii vxfjfjX^ did^rp[o xatwQvxieaai Xl&oiaiv piaxQijaly 
%e Ttiivaai ßiök ÖQvalv vipiTLOfioiaiv. Od. 14, 5: tbv d^ ag* ivl ngoöbfufi 
evQ^ flfievov, %v&a Fol aiXii vxpriXri didfifjro .... fcegldQOfiog' rv ^a ov- 
ßtjitTjg avrbg delfiad' ' veaaiv . • • ^v%olaiv XdFeaai tuxI i^giyKwaev axigdtp. 
Od. 9, 462: iX&ovreg 6* vßaibv dnb arcäFedg %b xal avX^g ngwrog vre* 
agveiov XvofArjv. Od. 22, 494 : €v du&elwaev iiiyagoy xal ddifia xai avXtjv. 
Od. 21, 389: xXtjFioev 6^ ag* ejceixa Mgag ivsgxiog avXrjg. — Dazu: 
ayg-avXo-g ,dessen Wohnsitz oder Aufenthaltsort auf dem Felde {aygo-^ 
1, Seite 122) isf ; IL 10, 155: vttb d' eOTguno Fgivbv ßoFbg dygctvXoio. IL 
18, 162: ov Ti XiovT^ ai&wva dvyavrai rcoifiivBg aygavXoio . , . iUa&au 
— avXi-g , Aufenthaltsort, Nachtlager'; ILO, 232: iyyvg yag yrjFdiv xal 
relxiog avXiv Js&evto Tgaieg. Od. 22, 470: wg d' oz' av i^ xlxXai rcnnj- 
alTtzegoi rjFh niXeiai ^gxei hiTtXrj^ußOi . . . avXiv iaiifieyai. Hom. hymn. 
Herm. 71: iSv&a d'ediv ftaxagtav ßoFeg Sfißgoroi avXiv Mx^axov. 



Griechische Etymologie. 189 

Gehört zu ueoa, alt aFeaa ^ich brachte (die Nacht) zu' (1, Seite 9), 
goth. vts-an ^bleiben'i altind. vas- ^verweilen, übernachten' (BY. 10, 95, 16: 

jdd märtiaishu avasam rä'tris garddas cdtasras ,als unter den Menschen 

ich die Nächte zubrachte vier Herbste'; BV. 10, 146, 4: vdsann ara/njän- 
jä'm ,weilend bei der Aranjftnf. Dazu vasra-m ,HauB, Wohnung', bei 
Gramm.), sein anlautendes av entwickelte sich also ganz wie zum Bei- 
spiel in av^ ,bewegte, Luft, Hauch' (Seite 185, neben atjfAiy alt ußrjfii 
,ich wehe', altind. vä'ti ,er wehf). Das Suffix wie in qniki] ,yolks- 
abtheilung, Heeresabtheilung' (Hdt 5, 68; 69; Thuk. 6, 98), ^kij ,6rust- 
warze, Mutterbrusf (Eur. Eykl. 56; Plat Erat 414, A) und noch ein paar 
anderen Formen, neben denen auch reavka ,das Aufhören' (Soph. Trach. 
1255; PhiL 1329; Oed. KoL 88) trotz seiner etwas abweichenden Bildung 
noch genannt werden mag. — Die Yermuthung (Ahrens Festschrift 
Hannover 1874) einer genauen Uebereinstimmung von aiXrj, das bei 
Späteren (wie Dionys. Hai. 6, 50) auch in der Bedeutung ,Landgut' be. 
gegnet, mit lat villa ,Landgut' (Korn. Bruchst bei Bibbeck, S. 124 und 
274) würde sehr ansprechen, wenn das Hervorgehen des lateinischen 
Wortes aus einem älteren *ve8ld sich etwas wahrscheinlicher machen liesse. 

aCXriQo^ (nur in der Mehrzahl gebraucht) ,Zflgel'. 

Epicharm (bei Etym. M. 393, 4) : avhjQa. 

Dorische Form für evktjQO'V (IL 23, 481; Qu. Sm. 4, 508; 9, 156). Siehe 
dieses Seite 201. 

ir£ilc£>^d-$, ein nicht genau zu bestimmender Fisch, vielleicht eine Art 
Thunfisch. 

Opp. Fischf. 1, 256 : xioaaQa d^ aV'S^Uiav ^eyaurjXBa qnika vifiovrai . . . 
akXovg d' evwTCOvg re xal avXianovg xakiovaiVj ovvexa rolg xa&viteg&ey 
ikiaaofAimfj xccra xvxkov dq>Qvg TJegoeaaa neqldqoiAog iöXBfpivwtat. — 
Daneben: aiktaTclä-g, der selben Bedeutung; Arist Thierk. 6, lOlirUrei 
dh Tcal 6 otvkiaTclagy ov xakoval riveg dv&lav, %ov &iqovg» Henioch. (bei 
Athen. 6, 271, A): oqw yag &avß anioxov^ ix^wv yin/] Ttegl v^v äxgav 
fcait^ovraj xwßiovg . • . aTjnlagj avhanlagy vglykag • . • Ael. nat an. 13, 17 : 
Tiegl Tag xokovfiivag vriaovg Tvggrjvixag ^r^gwaiv ol xara xijv aXulav 
ixovxeg %bv hiel&i xrjxüidri ixdvvy xal xalovaiv avtbv avXwnlav. Er wird 
dann genauer beschrieben: xovg fth Sq>&akfiovg ^mv dvefpyotag xal negi- 
q>€Q€ig xal iieyaXovg. 

Wird im Grunde das selbe sein wie avhantd- ,Böhren oder Löcher als 
Augen habend, mit Augenlöchem versehen' (Seite 187), stellt sich seiner 
Suffixbildung nach aber zunächst zu Zusammensetzungen wie axv&g-wno-g 
,m&rrisch aussehend' (Aesch. Gh. 738) , wie sie schon unter av^giorta-g 
Mensch' (1, Seite 216) aufgeführt wurden. — Mit dem Suffix lä nennt 
Aristoteles in seiner Thierkunde an Fischen noch ^npläg ,Schwertfisch' 
(2, 56; 68; 8, 128), xokia-g ,Makrele' (5, 32; 8, 89; 93; 9, 26) und den nicht 
genauer zu bestimmenden %Qi%lä-g (5, 32; 6, 93; 8, 92). 



190 Griechische Etymologie. 

EY. 

e0 ,gat^ (II. 1, 385: ev Feidwg. 2, 301 : ev yag di rode Flöfiev. II. 2, 382: ev 
ßiv %ig dÖQv ^^ca&u}), eine sehr beliebte adverbiell verwandte ongeBchlech- 
tige Adjectivf orm , die namentlich auch in Znsammensetzungen sehr ge- 
wöhnlich ist, wie in ^-nwinlo-g ^it guten Beifen oder Bingen versehen^ 
(n. 5, 453 ; 797 von Schilden), ev-fievirrj-g ,gut gesinnt, wohlwollend^ (Od. 
6, 185), ev'ßoTO-g ,mit guten Weiden versehen* (Od. 15, 406), €i;-/xijAo-g 
,dessen Schafe gut sind' (Od. 15, 406). — Ging in Folge der Zusammen- 
ziehung von € + Vy die übrigens in keiner anderen griechischen Form 
gleich deutlich vorliegt, aus älterem Iv hervor (siehe iv-g ,gut^ edel' 
1, Seite 337). 

eü-eiv- oder auch ev-cir ,anbrennen, absengen'. 

Ein selteneres Yerbum ; bei Homer 6 mal IL 9, 468 -== 23, 33 : noklol 
dh aveg &aXi&ovTeg aXotq^y eifOfievoi xavvono dia q>Xoy6g *Hg)ala%oio, 
Od. 2, 300 : evge d ' aga fjtvrjOTiJQag • . . oialovg &^ äovzag iv avXfj. Od. 
9, 389: Ttavra de Fol ßXiq>aQ^ a(ji(pi mal o(pQvag evaev avTfirj yXijvfjg 
xaiofiävfjg. Hes. Werke 705: yvvaixig .. . deircvoloxifjg , fjr aväga xal 
tq>&ifi6v neQ iovra evei areg dai^v, Aesch. Bruchst 310: nalaig i)q>€v^ 
fxivog 6 x^^Q^S' Ar. EkkLl3: (ÄrjQwv eig anoQqri%ovg fivxovg kaftneig, 
dq>-evwv t^v Inav&oiaav vglxa, Ar. Friede 1144: aq^eve (,rosteO *^^v 
qaarjJuov, oß yvvai^ rgelg xoLvi%ag, Nikand. (bei Athen 2, 61, A): %aL ve 
fivxriTag afiavlrag %6%* ig>'€va€ig (,wir8t rösten'). — Dazu: evoTgä oder 
evGTQä ,Ort wo die geschlachteten Schweine abgesengt wurden'; Ar. 
Bitter 1236: iv raloiv &üa%gaig xovävkoig ^Qfiorrofirjv. Pollux 6, 91 er- 
klärt: evargai di ol ßo&qoi ixaXovwOf iv olg eSerai vc xo^Q^ta. 

Ging aus einem alten *eva€Lv hervor, wie noch durch &ia%Qä deutlich 
gemacht wird, xmd gehört unmittelbar zu aveiv oder meiv (aus ^moeiv) 
,anzünden' (Seite 173), und dem neben diesem schon genannten lat ürere 
(aus *üsere) ,brennen, verbrennen', altind. tish ,brennen' (BV. 1, 130,8: 
vigvam tätrshänam atishati ni argasändm aushati Jeden Dürstenden 
brennt er, jeden Schädigenden brennt er nieder^ und altostpers. u^h ,bren- 
nen, braten'. Dazu alban. e&e ,Fieber' (GMeyer Wb. 93). 
düa, ein bei Bakchosfesten und bei Mysterien gebrauchter Ausruf. 

Hesych erklärt: eva' iniq^rifiiofiog i.i]vaixdg xal fjLva%vx6g, — Dazu: 
Bva^eiv ,6va rufen, bakchischjubehi'; Soph. Ant 1135: dfißgoratv ifcicav 
€va^6v%(ov &rjßatag . . . ayviag. Eur. Bakch. 1034: eid^ta ^iva fidleai 
ßagßagoig. Sopatr. (bei Athen. 4, 175, D): iyghov Ö4 vig %dv ^dovrjg 
lieiqiMv evat^wv (,jubehid feiernd') xo^<5v. — €.va2:und svoly bakchische 
Jubehrufe'; Ar. Lys. 1294: ^ol eiol^ eval evah Soph. Trach. 219: ayara- 
gaaaei evoi fi* b xioodg ag%i ßaxxlav vftootgigxav afitXkav. — eviv, 
Jubelruf der Bakchantinnen ; Eur. Tro. 325 : ndXke Ttod ' al&igiovj avexe 
xogov, evdv evoL 



Griechische £tymologie. 191 

Vielleicht gehört lat oväre Jubeln, frohlocken' (Plaut Bacch. 1069: nunc 
mihi evenit, ut ovans praedä onustus cederem) unmittelbar dazu. 
tßxfiXt^q ^behaglich, ruhig, ungestört'. 

IL 1, 554: fidk* evxtikog va q>Qa^€ai Soa* i^ikrjO&a, IL 17, 371: ol 
d' alXoi TQüieg xal hxvrjfxideg ^AxaiFoi &LKfjkoi fcroUfMi^ov vn^ ai^igi. 
Od. 3, 263: o d* ^jxrjkog fivxv '^oy^og Innoßoxoio nolX ^AyafjieiAvovhjv 
aXoxov ^ikyeaxe ßineaaiv. Od. 14, 479: evdov ö' ^tjXoi. Hom. hymn. 
Herrn. 480: evxrjkog fikv ifteira fpiQBiv Big dalva &aleiav (nämlich x/- 
-S^aQiv). Heß. Werke 671 : evxrjXog %6%b vijfa d'oFfiv arifzoiai TCi^aag 

IhJiiev ig jtortov. Soph. £1.241: /ui^t', bX xif TCQoaxBifiai XQ^^'^V^ ^^" 
valoifi BvxTjXog. 

Eine Nebenform zu hcriko-g, alt ßixrjko-g (1, Seite 344), deren an- 
lautendes Bv sich ebenso aus altem /e- entwickelt haben wird, wie zum 
Bdspiel in BvXij ,Wurm, Made' (IL 19, 26; 22, 509; 24, 414) neben ^Jifiiv&-, 
alt wahrscheinlich fik^iv^- ,Eingeweidewurm' (1, Seite 490). 
e^TC ,als, zu der Zeit wenn'; ,wie'. 

IL 6, 392: bvtb mlag Kxoye. IL 11, 735: bv%b yaq i^ßikiog q>aßi^wv 
vnBQia%Bd'B yaltjg, ^v^qfBQoptBod'a fiaxj]* II. 6, 515: aly^a d* %7tBi%a^Ex- 
%OQa dlov BtBVfiBv aÖBhpBov, BVT* aQ* MiäbIILbv OTQiyjBod'* Ix x^Q^S* IL 
1, 242 : TOTB d* ov vi dvm^aBai a%vvfiBv6g ubq XQ^t^^f^^i^f ^ ' ov nolXol 
. . . ^n^axowBg nberwai. — IL 3, 10: bvt' oQBog xoQvtpfjai votog Tuni- 
XBvBv OfxlxXrjv . . . (ig aga %iav vno fcooal xovlaakog wqvv% ' aßBlXiig kg- 
XOfiivwv. IL 19, 386: %(p d' bvtb mBqa ylyvBto (nämlich MyrBa). Q. 
Sm. 1, 586: vloBig di xaxov fiogov^ evr* iv OQBoai xBfifiag ofxaQTijaaoa 
ßoodfitjt^Qi liovTi, 

Der Schlusstheil des Wortes wird der selbe sein wie in Htb ,als, da» 
zu der 2Seit wenn' (1, Seite 513) und wohl auch in 'qvtB ,gleich wie' (1, 
Seite 605), im üebrigen aber ist es noch nicht mit Sicherheit erklärt 
unmittelbare Zugehörigkeit zum eben genannten ijvtb^ das übrigens selbst 
noch nicht ganz aufgeklärt ist, hat man mehrfach angenommen, aber 
nicht erwiesen; als möglich wird man sie immerhin bezeichnen können. 
efid*6cv ,schlafen, ruhen'; nur in präsentischen Formen gebraucht Zu- 
gehörige Futur- und Aoristformen tragen das Zeichen der Ableitung, wie 
Btdrjaovai (Aesch. Ag. 337), na&^Bvdi^aovtag (Ar. Ekkl. 419), xai^evdijaevc 
(Xen. Eyr. 6, 2, 30), xa&-€vdrjoai (Hipp. 2, 451). 

D. 2, 19: vov 6i xlxavBv «Sdow' h xkialfj, nBQl d* ifißgoatog x^i>* 
Sftyog. IL 2, 23 — 60: BvÖBig, "Atqißog vii. Od. 2, 397: ot d' «Jdcty 
wgrvrto Xttva moXiv. Od. 14, 533: ßij d' XfXBvai xbIwv o^i tcbq avBg 
agyiodovTBg nitgfj vno yXaq>vg^ Bvdov. Od. 8, 445: ortnoT^ av avtB 
Bvdrja&a yXvxiv vnvov. IL 14, 482: ügofjiaxog dBifirniivog bvöbi fyx^i 
IjU^. IL 5, 524: oq>Q^ üiriat fiivog Bogiao xal aXXwv ^ox^ßtcSv dvifiwv. 
IL 1, 611: iv^a xa^-Bvö' avaßag. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. Als äusser- 
hch ähnliche Yerba bieten sich anevö-Biv ,beschleunigen' (IL 13, 236) und 



192 GriechiBche Etymologe. 

tpevd-etv ,Lügen strafen' (Soph. Ant 389). Mck (2, 259) nimmt Ursprung 
ans "^aevä-eiv an, setzt als Grundbedeutung ,ruhen' und stellt dazu auch 
südum „Meeresstille". Das letztere {südo-) aber heisst vielmehr als Ad- 
jectiv jwolkenlos, heiter* (Ludl. 673, Baehr.: nee ventörum fläminaflando 
süda secundet] Verg. Georg. 4, 77: t?lr . . südum) und in substantivischer 
Selbstständigkeit ,heiterer Himmel' (Plaut Mil. 2: qvom südumstj Rud. 
123: dum südumst] Verg. Aen. 8, 529: per südum). 
^üdio-q jguten' oder ^freundlichen Himmels^ dann überhaupt ,heiter, milde' ; 
mehrfach in übertragener Bedeutung. 

Theokr. 22, 22: ovwv t' dva fiiaaov ifiavQri g>atvrj (als Sternbild) crj-- 
fialvovoa va nqbg nloov evdia nawa. Aiat 990: evdiog x eifjg, xal 
dt€ nhniog naga tcovtov q>alvrftai xd'a^aXt] v€q)iXrj. Arat 822: ot 
evdlov xexQtifjiivog ijfiorog eXtjg. Anth. 12, 156, 4: xal notk fikv q>alv€ig 
nolvv verovj akkore d' avTe &jdiog. Xen. HelL 1, 6, 38: 6 avefiog evdial-- 
vegog rjv. Strabo 3, 2, 5: dia yaq evölov xklfdccrog oi öqo^oi avrtelavv' 
Tai %al fjLaXicva %(p nelayl^ovTi. Agath. (in Anth. 10, 14, 1): evdia (ad* 
verbiell) /u^y novtog feogtpvgevai. Hipp. 1, 543: i]v fiiv . , . 6 xBififav 
fiiiQiog, xal firJTe klrjv ojdiog fjiifjte vneQßaXhav %6v xaiQov %<fi tpixBi. 
Opp. Jagd, 1,44: evdiov afjßQoaljjaiv in dq>^at afjai yeyrj'^wg. Opp. 
Fischf. 4, 29 : ^A(pgodL%rij • . Tcgrjvg %b xal evdiog Sfifiiv Ixdvoig. — Dazu : 
evölä ,heiteres Wetter', dann überhaupt ,Heiterkeit, Glück'; Find. Isthm. 
6, 38: vvv fioi Faiaoxog eidlav OTtaoaev ix xeifidvog, OL 1, 98: 6 vixxHv 
di XoiTtov dfig>i ßlorov ^ei fieliToeaaav evdlav. Pyth. 5, 11: Kdarogog' 
evdlav og fierd xBi^iigiov ofißgov %edv xarai&vaaei fioxaigav iarlav. 
Aesch. Sieben 795: nokig ö' iv evdltf. Plat G^. 12, 961, E: 6 negl ri 
vovg fi€t' aia&ijOewv xga&eig awrrjgia nkolwv ^v ye xeif^^i xo^ iv ei- 
ölaig yLyvoix* av; Arist Thierk. 8,83: oi d' ogrvyeg otav ifirtiatnaiv, 
idv fihv evdla /y ßogeiov fj, awöva^ovrau 

Enthält als zusammengesetztes Adjectiv neben £v ,gutf (Seite 190) das 
Substantiv Jl-, alt Jlß-, das im Griechischen zum Namen des Him- 
melsgottes geworden, im entsprechenden altindischen div- aber in der 
Regel noch einfach den ,Himmel' (so RV. 1, 6, 9; 1, 52, 12; 1, 62, 8; 1, 68, 
1 und sonst oft) bezeichnet Die Dehnung des T in einem Orphischen 
Hymnos (38, 24) und mehrfach bei Aratos (783; 822; 849; 915; 993; 1073) 
ist schwerlich das ürsprtLngliche. 
eMiaXo^q, unverständliches Beiwort eines Fisches. 

Sophron (bei Athen. 8, 324, F) : zgiyölav zov evSialov. 

Führt zunächst wohl auf ein weiblichgeschlechtiges *evdia zurück, wie 
zum Beispiel dyeXaio-g ,zur Heerde gehörig' (II. 1 1 , 729 ; 23 , 846) auf 
dyiXri ,Heerde' (1, Seite 112) und ähnlich zahlreiche andere Bildungen auf 
-alo (LM. Gramm. 2, 456 und 457). 
eböialO'C oder evd Laio-g ,Oeffnung im Schiff zum Auslassen des 
Wassers'. 

Plut mor. 699, F: £^ ydg 6 OTOfzaxog afia rtf aixltf %6 notbv ava- 



Griechische EtTmologie. 193 

lafißdveij Hai rfj KOillf nagadldwaiv , ov'&hv Idlov noqov delrai ro 
fceQlvTO)fia rijg vyQag tQoq>ijg, dXXa elg aQxel xal xoivogy waneq evdialog 
a^q>otiQOig elg ravTd öia Tavrov elaxofii^ofiivoig, PoUux 1, 92 erklärt: 
17 6* dvoiyofii>ri dvgig elg htgoiqv rov vdazog eidlaiog xaXelrai. Suidas 
erklärt: evdialog' xei^aQQOvg^ xa2 TQrjfia Ttjg viwg, 6t ovvi ävrkla iTtgel. 

EtTmologisch dunkel. Auch etwaige Zugehörigkeit zum Vorausgehen- 
den ist nicht klar. 
eBx-ea&ai ,beten, flehen'; ^wünschen'; ,geloben, versprechen'; ,8ich rühmen, 
yersichem'. 

IL 1, 43: (ig l'^xrr' evxofxevog (Vers 35 hiess es: ij^a^' yeQaiog^AnoX- 
X(avi), n. 1, S7: ^AnoXkuiva öiflq>iXov, (^ re av, KdXxav^ ev^oiievog , . . 
avag>alveig, II. 1, 450: rolaiv di Xgvarjg fteydX* evxero x^tQog dvaa%(av. 
n. 2, 401: aXXog d^ aXXtp Mge^e d'ewv . . . evxo^evog d'dvaxov %e q>vyelv. 
II. 6, 304: evxofiivf] d' r^Qaro Jifog xovQfj. — IL 14, 484: T(p mal xi %ig 
tvx^oi' dv^Q yvanov ivl fieydQoiatv agfjg aXKr^ga Xiftia&ai. Od. 21, 211 : 
twv 8* aXXwv ov rev axovaa ev^afiivov ifii av%ig inorgonov oSxod' 
Ixio&ai. Od. 14, 463: ev^d^evog %i Finog Fegita (Vers 503 heisst es: wg 
yvy ^ßwoifÄi), — n. 4, 101 : evxeo 3^ ^AnoXXtavi . . . ßagväv ngonoyovfov 
Jrgi^eir xXeiTfjv huewofißriv FoUaöe voarrjoag. Od. 17, 59: ^ero rcaüi 
Ceolat TeXrjfiaoag ixaroiißag fge^ifiev, IL 18, 499: o fihv evx^o ndvr^ 
dnodovvau IL 1,91: 8g vvv noXXov agiarog AxaißiSv evxerai elvau IL 
2, 397 : arevTO ydg evxofievog viHrjaiiievj eX neg av av%al fiovoai dPel- 
doiev. n. 6, 211: vavxrig roi yeveijg re xal aifAarog evxofiai elvau H. 11, 
388: vvv di ju' iniygdrpag tagabv nodog evxeai avtwg. IL 14, 366: dXX' 
fihv ovTü) qyrial aal eiSxerai (nämlich ,die Schiffe zu nehmen^. 

Lat vovere ,f eierlich versprechen, geloben' ; ,wfinschen' ; Plaut Cure. 72 : 
mS inferre Venen vdvt jam jentäculum; — Ov. mei 14, 35 : ut tua sim, 
vaveö ; Hör. sat 2, 6, 1 : hdc erat in voüs : modus agri nön ita magnus. 

Das anlautende ev wird sich entwickelt haben, wie in ^jariXo-g (aus 
fixTiXo-g) ,behaglich, ruhig, ungestörf (Seite 191). Ganz ähnlich geformte 
Verben sind sonst selten; vielleicht ist als solches nur T£i;x-£ey ,bereiten' 
(H. 1, 110; 5,61) zu nennen. Die Zusammenstellung mit lat vovSre be- 
ruht auf der Vermuthung, dass vor seinem inneren v ein altes gh er- 
losch, ganz wie zum Beispiel in hrevi-s (Nov. com. Bruchst 46 ; aus *&re- 
ghvi'8) neben ßgaxv-g ,kurz' (Pind, Isthm. 3, 71) oder in levis, leicht, be- 
hende, leichtsinnig' neben iXaxv-g ,klein, gering^ (1, Seite 468), oder auch 
in niv-es ,Schnee' (Enn. ine. lib. 13), neben vlq>a ,den Schnee' (Hes. Werke 535). 
ebx^Q^^' ,leicht zu behandeln', siehe weiterhin unter öva^x^Q^S'* 
eiyd^BviBiv und B'ö&rivisiv ,sich in gutem Zustande befinden, gedeihen'. 

Bei Aeschylos 3 mal im Schlusstheil der Eumeniden: 895: c^^ jui; tiv* 
olxov evd-eveiv avev ai^ev, 908: xagnov re yalag xal ßordSv iniggvrov 
daxolaiv ev&evovvra fifj xdfivetv . XQ^^V' ^^^ • W^^ t ev&evovvra yd 
^v dinXolaiv ifißgvoig rgicpoi XQ^'^V '^^oy^ivq). — Hom. hymn. 30, 1 : 
ßgld^ei fjiiv aq>tv agovga g>egiaßiogj rjdi xor' dygovg xrrjveatv ev&rjveu 

Leo Meyer, GrleohiBche Etymologie. II. IS 



194 Griechische Etymologie. 

Hdtl, 66: dvd re tÖQapiov aizUa xai ev&rjvtj&riaav, 2,91: eiSTjväeiv 
aftaoav AXyvfttov. XeiL Athen. 2, 6: ov yaQ Sfia naaa yij voael' äare 
kx T^g €v&r]vovarig ag)ixv€izai Toig Trjg &aXaTvrig aqxovatv. Arist Thierk. 
6, 64: tv^v€l d' avrijg (d. L ^Ivfjg^ einer Bocbenart) fidXiara fikv 6 yovog 
6 voregog. 

Führt zimfichst anf ein a^jectivisches ev^rivo-g (evä-rjvo-g wird aus 
Herodians Epimerismen angeführt) ^dessen Zustand ein guter ist, sich in 
einem guten Zustand befindend'. Darin aber ist neben €v ^guf (Seite 
190) sehr wahrscheinlich ein altes substantivisches *&tjvo' ,Zustand(?)' 
enthalten, ganz wie zum Beispiel in dva%rivo-g (für ^dia-oxrivo-gy wie zum 
Beispiel dvorovo-g ,übel zu beklagen, beklagenswerth' Aesch. Sieben 984 ; 
Oh. 469, für ^dva-öTovo-g) ,deBsen Zustand ein übler ist, unglücklich' (II. 
6, 127 — 21, 151 ; 17, 445) ein altes *aTijyo- ,Zustand' erhalten ist Wie nun 
aber dieses letztere dem altind. s(hana-m ,das Stehen' (Mbh.), ,Zustand' 
(Bhftg. P.), ,Standort, Wohnstatte' (RV. 5, 76, 4; 7, 70, 1 und 3 ; Välakh. 11, 6) 
genau entspricht und mit ihm sich an altind. sOiä- ,stehen' (astMt ,er 
stand', RV. 1, 35, 10; 2, 30, 3, — l«ij ,er stellte sich' IL 5, 108; 309; 6, 43; 
dazu auch altind. dus-stha- oder du-stha- ,nicht fest stehend, sich in 
übler Lage befindend, elend', Bhäg. P. und Gramm.) anschliesst, so ent^ 
spricht jenes ^^rivo- einem altind. dhä'na-m ,Sitz, Behälter' in Zusammen- 
setzungen wie agnv-dhA'na-m ,Feuerbehälter', BV. 10, 165, 3. Die Bedeu- 
tung ,Eintritf wd für dhä'na-m yermuthet RV. 3, 7, 6: pari dhä'nam 
dktäus ,um den Eintritt [?] der Nachf), das vom altind. dhA- ,8etzen, 
stellen' (ddhät ,sie setzte, gab', RV. 4, 34, 1, neben l'^-x€ ,er setzte, er 
machte' IL 1, 2; 2, 319; 3, 330; dazu m-dM- ,Wohlbefinden, Behagen' AV.) 
ausging. Zu dem letzteren gehört auch altind. dMinan- ,Sitz, Wohnsitz' 
(RV. 2, 3, 11; 3, 55, 10; 10, 13, 1; 10, 65, 5), ,Satzung, Ordnung, Brauch' 
(RV. 4, 55, 2; 6, 21, 3; 7, 63, 3; 8, 41, 10), dem sowohl ^ifiat- ,Nieder- 
gdegtes, Einlage beim Wechsler' (Plut mor. 116, A und B), als ^fim- 
(nur Soph. Brachst 498 in nicht genau zu bestimmender Bedeutung; dazu 
inl-^fiat- ,das Aufgelegte, Deckel' IL 24, 228) entsprechend gegenüber- 
stehen, in welchen beiden letztgenannten Formen die Vocale ij und e ebenso 
neben einander liegen wie in ev&rjvieiv und ev^evieiv. 
«*d-e-S ,gerade'; ,aufrichtig, gerechf. 

Find. Nem. 1, 25: X9^ ^' ^^ evd^elaig odolg areixovTa fioQvaod'ai qw^. 
Ol. 7, 33: nloov elrte ^eqvalag an dxTag evdvv ig afiq>i^'akaaaov vo- 
fiov. Aesch. Brachst 195, 1: evd'elav %QnB rrivöe. Plat Parm. 137, E: xai 
avev axrjfiaxog oqo' ovre yccQ av axQoyyvXov ovre ev&iog (letixoi. Menon 
75, A : vL ioriv knl v(p avQoyyvkip xal ev&el xal IttI roig alkoig, a di] 
ax^fiora naXelg, Tccvrov Inl naai] Staat 602, G: Tavxd xafijtvla ve xal 
Bv&ia iv vdatl re ^eiofiivoig xal i^of, — Pind. OL 13, 12: ToXfia %i fioi 
€v&ela yhSoaav OQVvei käyeiv, Nem. 10, 10: q>Q€vd}v xaQnov eö^-elq avv 
(xQfÄO^ev dlxif. Aesch. Eum. 433: xqIvb d' ev&elav ölxrjv. — Dazu: ev&v 
,geradezu, gerade darauf los'; Hom. hymn. Herm. 342: ifidg ßovg . • ev^ 



Griechische Etymologie. 195 

IlvXovd' ikawy, Soph« Kön. Oed. 1242: iW ev&v ngog tä vv(jLcpi%a i^ij. 
Xen, Kyr. 5, 2, 37 : aye rfixag ev&v ttjv inl BaßvJuSvog. Plat Theag. 129,D: 
oixevai dk vvv . . . ev^ 'Eq)iaov xal lojvlag. — €v&vg gerade auf W; 
^gleich^; Hom. hymn. Herrn. 355: elg Ilvlov ev&vg ilävTa ßotSv yivog. 
Find. Isthm. 7, 41 : lovtwv d' ig aq>d'iTov Svtqov ev9vg Xelgtovog ovtU' 
ayyeXlai. — Find. OL 13; 86: avaßag d* ev^g IvoTtXia xahLia&elg tnai^tv. 
Aesch. Pers. 396: evSvg de xdjctjg ^o^iddog ^veptßoXfj ifcaiaav akfiTjv, 

— ev&vwQov gerade aus'; Xen. aa. 2, 2, 16: evMcjgov äytov Sfia ztf 
^ll(fi dvofiivtp sig tag iyyvrarw TUüfAag. Ael. n. an. 11, 16: ayeL de airag 
(d« L Ttagd'ivovg) ev&vwQoy ircl ttJv xolTrjv %ov ÖQoxovTog Tcvevfia &elov. 

— ev-^vüßQla ^gerade Bichtung'; Plat Staat 4, 436, E: o%av ök Tfjv ev- 
^wqIov rj elg de^iav tj eig dgiavegav rj etg %d rcQoa&ev rj elg ro om,- 
a^ev iyxklvrj a^a 7teQiq>eQ6f4evoVj %6%e oväafifj %aTiv iatavai. 

Da Homer (evdv im hymn. Herm. 342 und evMg im hymn. Herm. 355 
kommen dabei nicht in Betracht), Hesiod und Herodot kein ev&v- gebrau- 
chen, sondern dafür "^^v-g ,geradeau8 gerichtet', ,gerechf (Seite 48), an- 
dererseits aber zum Beispiel Pindar (ausser im abgeleiteten t^ei ,er dringt 
vor, stürmt vorwärts', Bruchst 234, 2), Aeschylos und Sophokles kein 
i&v-y sondern dafür nur ev^- verwenden, so liegt die Yermuthung sehr 
nah, dass beide Formen nur dialektisch verschieden, also im Grunde die- 
selben sind. Es ist aber noch nicht gelungen die gemeinsame Grundform 
in überzeugender Weise festzustellen und eben so wenig, die etwaige Zu- 
gehörigkeit von el^aQ ,soforf (Seite 108) wurklich zu erweisen. Es mag 
in Bezug auf ei&v-g noch hervorgehoben werden, dass griechische Wörter 
mit dem Yocal v in auf einander folgenden Silben ungewöhnlich sind, in 
solcher Beziehung aber doch noch evQv-g ,breif (H. 14, 33; 15, 36) und 
y^vKü-g ,süss' (H. 1, 610; 2, 71) namhaft gemacht werden können. — Das 
adverbieUe . €v^' ist die ungeschlechtige Form des Adjectivs, evMg aber 
wird sich ausser mit dem adverbiellen t^g (Seite 48) mit Formen wie 
iyyvg ,nah^, ,bald* (1, Seite 421) vergleichen lassen. In ev&v-toQov bedarf 
der Schlusstheil noch der Erklärung. 
eivi^ ,Bett, Lagerstelle', ,Ehebetf, ,Beischlaf'. 

H. 9,618: ov 6^ avtO'^L Xi^eo filfzvwv evvfj hl (laXocMJ. H. 10, 408: 
nwg d* al %äv oXXwv Tq(lwv (pvXcmal %e %al evval\ H. 11, 115: wg de 
Xitav iXaipoio . • • iXd'wv elg evnjv, Soph. Ant 425: dvaxantvei TCixQtSg 
OQvid'og S§vv q>'^6yyovy lig 6%av xevrjg evvfjg veoaatSv dqqxxvov ßXixpj} Xi- 
Xog (zu vergleichen Od. 5, 65 : &^a di %" oQvi&eg tawalmeQOt etSvd^ovzo). 
Od. 3, 403: t<^ d^ aXoxog dianoiva Xixog noqavve %al evvijv. Od. 23, 79: 
&^a foi bi^elaai nvxivov Xixog ifißdXev' evvrjv» Od. 8, 269: Xixog d* 
fjaxwe nai evvijv *Hq>alCToio ßdvaxzog. H. 14, 209: el xelvu ßenieaat 
Tta^autenid'ovaa q>lXov xiJQ elg evnijv dviaaiiii 6fi(o&fjvai (pvXorriti. JL 
3,445: vriatfi d* iv Kqavaji ifxtyrjv q>iX6Trjti xal evvfj. 

Lat venia ,GefäIligkeit, Huld, Nachsicht'; PL Bacch. 1199: hanc veniam 
ilUs sine te exörem; — venus- ,Anmuth, lieblichkeif ; dann ,Göttinn der 

18* 



196 GriedÜBche Etymologie. 

liebe^; Plant Stich. 278: amoenitätes omnium venerum etvenustätum ad- 
fero] PL eure. 3: qyö Vernix Cu/pidöqve inperant svddetqve Amor; — ve- 
fmstO' ^anmnthsYoUy lieblich'; PL Poen. 1113: speciS venuetcu 

Goth. *vunan ,8ich freuen'; nnr belegt in u/n-vunand- ^ich nicht freu- 
end, betrübt, aörifjiovwv (PhiL % 26); nhd. wohnen eigentlich ^ch freuen, 
sich wohl fühlen'; — ahd. ga-won^ nhd. ge-^ohnt] — nhd. TFonne. 

Altind. van- ,gem haben, lieben' ; BV. 5, 65, 1 : vdnmas jäsja dargcUäs 
mitrds vä vdnatai giras ,we8sen Lieder der schöne Yamnas oder Mitras 
liebf ; BV. 1, 31, 13: hirdis cid mdnlram mdnasä vandushi täm ydieses 
Lied des Sängers nimmst du gern an'. — vdnas- ,Lu8f; BV. 10, 172, 1: 
ä' jdhi vdnasä sahd ,komm herbd mit Lust*; gir-vanas- ,der an Liedern 
seine Lust haf BV. 1, 5, 7; 1, 5, 10; 1, 10, 12. 

Das ,Betl^ ist also wohl als die Stätte ,der Freude, des Behagens, 
des Wohlbefindens' benannt — Das anlautende ev entwickelte sich wie 
in evxfjlo'g ,behaglich, ruhig, ungestört' (Seite 191) und sonst aus älte- 
rem /«-. 
ebw^ (nur in der Mehrzahl gebraucht) ,Ankerstein'. 

Viermal bei Homer. IL 1, 436 »> Od. 15, 498: Ix d' evvag Mßalov, koto 
di nQVfivfiot^ ^drjOttv, IL 14, 77: vtpi d' ift* evvaajv ogfilaoofiep. Od. 9, 
137: h de Xifiijv ivoQfioQj IV ov XQBut nelofÄCcrdg iariv, ovr' evvag ßa- 
lieiv ot;T€ n^fin^ai dvatl^au 

Möglicher Weise von dem vorausgehenden gar nicht verschieden, so dass 
etwa zunächst ,die Buhestätte' damit bezeichnet wäre und dann ,die Steine, 
mit denen man das Schiff zu Buhe oder fest legte'. 
eüvi-q ,beraubf . 

IL 22, 44: og fi vltSv nolltov %e xal ia^hHv evviv S&rjxev, Od. 9, 524: 
al yccQ tpvxijg %e %al alFävog ae dvvaifirjv evviv noLFtjaag nifiipau Em- 
pedokL 451 (Stein): fidneig re xal vfivoTtoloi xal ItitqoI . . . evvug dv- 
ÖQeioiv axi(av. Aesch. Ch. 247 : idov dk yivvav evviv derov Tcargog. 795: 
ia<9'i d^ dvÖQog g>lXov nwXov evviv ^vyivr^ iv agfiori fcr^fidvwv. Pers. 
289: ftoXkag üeQaldwv fidtav evvidag ixtiaoav ijd^ dvavdgovg. 

Goth. vana- ,ermangebid'; Mk. 10, 21 und Luk. 18, 22: ainis tims van 
ist; Eor. 2, 12, 13: hva auh ist thize vanai vßseith. 2, 11, 24: fram lü- 
daivm fimf sintham fidvöriigims ainamma vanans nam. 

Armen, tmain ^eer' (Hübschm. Arm. St 47 ; Bugge Beitr. 26). 

Altind. {i/nd- ,woran etwas fehlt, unzureichend' (AV.); dn-üna- ,nicht un- 
zureichend' d. L ,vollständig, vollkommen' (BV. 6, 17, 4 von Indras; BV. 
1, 146, 1 ; 2, 10, 6 und 4, 2, 19 von Agnis). 

Altostpers. i^na ,mangebid'; fem. , Verminderung'. Schliesst sich an ein 
verbales ü ,mangebi' (Justi Seite 71), das im medialen Particip tJijamna 
,mangelnd' (ungeschlechtige Pluralform) belegt ist 

Suffixales vi scheint in griechischen Adjectivformen sonst niobt vorzu- 
kommen, falls als solche nicht das dunkle ijvi-g (1, Seite 622) noch ange- 
führt werden darf. Es wird als (ursprünglich vielleicht nur weiblichge- 



Griechische Etymologie. 197 

BcUechtige ?) Nebenform zu vo (in ayvo-g ,yerehrt, heiligt, ^ein, unbefleckt', 
1, Seite 120, und sonst oft) gelten dürfen, wie ganz ähnlich zum Beispiel 
auch ein g)v^i,i-g ^flüchtig, feig' (H. 17, 143) neben den zahlreichen ad- 
jectivischen Formen auf r]l6y wie vtlrrjXo-g ,hoch' (IL 2, 655; 395), vödti" 
lo-g ,wäs8erig, feucht' (Od. 9, 133), ^lyrjlo'g ,froBtig, Schauder erregend' (Hes. 
Schild 131) erscheint — Aus dem gothischen vcmor lässt sich mit Sicherheit 
entnehmen, dass das anlautende ev- sich ganz ähnlich entwickelte wie zum 
Beispiel in evvq ,Bett, Lagerstelle' (Seite 195), und ist darnach auch auf die 
Form der verwandten Sprachen zurttckzuschliessen ; so wird also zum Bei- 
spiel das altind. ümd" aus altem *vand- (oder *vänd?) hervorgegangen 
sein, wie ganz ähnlich altind. ütdr ,gewebf (bei Gramm.; daneben uM- 
,gewebf vi-utor ^gewebf BY. 1, 122, 2 und vdjanü ,sie weben', BY. 6, 9, 2) 
aus "^vatd" oder väta-. Es ergiebt sich also als Yerbalgrundform ein altes 
"^vä- oder va- ,ermangeln, leer sein'(?), zu dem sich unter anderem auch 
lat vac&re ,leer sein' (Plaut Cas. 521 : fac vacent aedSs), dessen Guttural 
ohne Zweifel einem Nominalsuffix (*va-co-) angehört, und das von Bugge 
(bei Curt Stud. 4, 328) angezogene altind väniä ,eine Kuh deren Kalb 
todt isf (Taitt Br.) stellen werden. 

ebiULQiq- 4^ichf . 

Find. Pyih. 3, 115: a d* agera xleivalg aoidalg %qovla xeli&BL* nav- 
QOig di ftqa^aa^^ eifiaQig. Nem. 3, 21: ovnäti TtQÖaa» aßarav ala xiovfav 
vnkQ 'HgcnuXiog fcegav eifiagig. Nem. 11, 33: avfißaXelv fiav eifiagig tjv 
t6 re Ileiaavdgov nahxi alfi ano Snagrag. Aesch. SchutzfL 338 : xal 
ivOTvxovvtwy y' eifiag^g anaXXayi^, Aesch. Ag. 1326: dovXrig ^avovorig^ 
evfiagovg xBigwiicnog, Soph. EL 179: xgovog yag evfÄagijg <9'€6g. 

Ergiebt neben ev- ,gut^ (Seite 190) als erstem Theile als Schlussiheil 
ein altes ungeschlechtiges ^iiagog-j das etwa ,das Machen, Ausführung' 
bedeutete^ so dass das Ganze zunächst ,dessen Machen gut oder leicht ist, 
leicht auszuführen' bedeuten mochte. Zusammenhang besteht möglicher 
Weise mit iiagri ,Hand' (Find. Bruchst 310), aus dem das zusammenge- 
setzte Wort aber eben so wenig unmittelbar gebildet werden konnte, als 
zum Beispiel ev-x^gig- ,leicht zu behandeln, leicht' (Soph. Fhil. 519; 875; 
evxigeia ,Leichtigkeif Aesch. Eum. 494) und dvg-x^Q^S- ,schwierig, unan- 
genehm' (Aesch. From. 802; Schutzfl. 568; Soph. Aias 139; Ant 254; El. 
929) unmittelbar aus x^Q' ^Hand' (Dadv x^Q^ U- S, 289; 20, 182; 24, 101) 
hervorgegangen sein können. 

ei^fiä^c-g ,eine Art Fussbekleidung'. 

Aesch. Fers. 660: lnov . . . %go%6ßan%ov nodbg ^fjiagiv aelgwy. Eur. 
Or. 1370: *AgyBlov ^lq>og ix, ^avaiov 7tiq>€vya ßagßdgoig eificgiaiv. Lyk. 
855: dwg* avaxpBi , . . xal Tag däf4agtog aaxigag evfiagldag. Antipatros 
(in Anth. 7, 413, 4) : ov ßa^vaekfiog evfiaglg . . . evade. Follux 7, 90 erklärt: 
17 di ^iiagig xoivov avdgdai Ttgbg yvvalxag^ ßagßagixov fihv evgrj^aj 1$ 
iXagnjg dk Ttenoirjfxivov. 
Ohne Zweifel ungriechisch. 



198 Griechische Etymologie. 

BbiivXltij von nnaiifgeklärter Bedeutung. 

Nur Hom. hymn, 352: eiffivklrj d* ix^ "OkvfiTtov aydyviq>ov. 

Ist offenbar mit ev ^gutf (Seite 190) als erstem Theile zusammenge- 
setzt, im Uebrigen aber nicht yerstandlich. 
ebQ" ^finden, entdecken'; ,erwerben; erlangen'; begegnet ausser im Aorist 
€ü^€v (H. 1, 498; 2, 169; 5, 355; dgifievai D. 2, 343; Od 4, 374; 467) und 
im präsentischen eiglaxeiv (Od. 19, 158; Find. Pjth. 11, 52; Aesch. Eum. 
989) nur in deutlich abgeleiteten Formen, wie dem Futur evgriata (Hom. 
hymn. Herm. 302; Theogn. 449; Find. OL 13, 113; Fyth. 4, 50), dem Ferfect 
evgrixa (Soph. Eon. Oed. 546; Hdt 1, 444; Ar. Wolken 746), dem passiven 
Aorist evgi&Tj (Aesch. Schutzfl. 491; Soph. Aias 120; 763; 1135). 

n. 1, 329: Tov d* evQov naqa %b xhalt] xal vrjßl fielalv/] ijfjievov* TL 
2, 343: ovdi vt (Jiij%og evgifÄevai dvvifiea&a. H. 16, 472: toIo pihf Av%o- 
fiidtüv dovgixXvTog &jg€TO rhcfitag. Od. 9, 422 : et tiv* halgoiaiv &avatov 
Xvaiv r]d* i^ol avt(p evgolfifjv. Find. OL 7, 89: vlfia . . . avdga r€ rcv^ 
agerav evgowa. Fyth. 2, 64: od-ev q>afil xal ah rav anelgova do^av 
evgelv. 

Für den Aorist evgev wird dieselbe formelle Verkürzung anzunehmen 
sein, wie zum Beispiel für den Aorist Sfiagre (II. 8, 311; 11, 233; 13, 518) 
neben dem präsentischen afiagvaveiv ,verfehlen, nicht treffen' (1, Seite 222), 
dessen inneres t einem alten Nominalsuffix angehört, so dass also wohl 
ein nominales *€vgo' die jiächste Grundlage bilden wird. Darin aber lost 
sich go als suffixales Element ab, ganz wie zum Beispiel in dem sogleich 
zu nennenden evgo-g ,Ostwind'. Weiterer etymologischer Zusammenhang 
des el- aber liegt noch im Dunkel. 
ebQä^ ,von der Seite her'. 

IL 11, 251: arfj d' evga^ ^vv dogfi, ka&wv Wyafiifivova dlov. IL 15, 
541 : avri d ' evga^ ^v dogßi la&civ, ßake d ' (ufiov oniad^ev, Lykophr. 
920: Kgäd'ig di rvfißovg oxperai dedovnorog, evga^ lAkalov IJceragiwg 
avcnctogwv, — Aristophanes (Vogel 1258: ovx, arroaoßijaeig ; ov Tox^wg; 
€vga^ Tcara^ gebraucht die Form als Ausrufswort des Yerscheuchens. 

Der Bildung nach scheint sich fiowa^ «einzeln' (Od. 8, 371 : fiovva^ 
ogx^aaad'ai. Od. 11, 417: 7toXiß(av . . . fiovva^ xTeivofiivuv xal ivl xga- 
regf} vcfjilvrj) zunächst vergleichen zu lassen, weiter aber dürfen auch 
wohl Bildungen wie dui^ ,von . . . weg, aus' (1, Seite 65) und neben ihm 
genannte zum Vergleich herangezogen werden. Der Ursprung des Wortes 
ist noch nicht aufgeklärt: evgv-g ,weitausgedehnf (siehe Seite 200) liegt 
der Bedeutung nach fem. 
eSQo-q ,Ostwind'. 

IL 2, 145: xüfÄOTa fiomga d'akdaarjg . . . tct ftiv t' evgog re votog ve 
ägog* kftafl^ag, IL 16, 765: wg d' evgog t€ voxog %' Igtdalvevov aLli^- 
kouv ovgeog iv ßi^aarjg ßa&iFrjv nelefii^ifiev vkfjv. Od. 5,295: ^v t' 
evgog %e v6%og r' trteaov Zig>vg6g tb dvaaf^g xal ßogifjg al&grjyevirfjg 
(liya xvfta xvklvdwv. 



Griechische Etymologe. 199 

Findet seine Erklärung offenbar im nächsten Zusammenhang mit av- 
gio-g ^morgendlich' (Seite 135), aus dem sich mit grosser Wahrschein- 
lichkeit ein *avQ7i ^Morgen' entnehmen liess, das ein suffixales g enthält 
und sich auch an fj6g-y alt ^/og- ^Morgenröthe' (1, Seite 600), äolisch avtjg 
(Sappho Bruchst 1 8), anschliesst Auch in evgo-g wird das qo als suffixal 
anzusehen sein und sein et;- liegt neben dem av- von avQiO'-g ganz ähn- 
lich wie das attische ^wg (Aesch. Ag. 265 ; Soph. Oed. Eol. 477) mit seinem 
anlautenden i neben jenem äolischen avcjg. 

ci>Qi^ (in der Mehrzahl gebraucht) ,eisemer Beschlag der Wagenachse an 
den Stellen, wo die Bäder sich drehend 

PoUux 1, 146 erklärt: ra dk %ifi a^ovi iyxBlfiBva aidtjQca, aal VQißo- 
fieva V7tb tov tqoxov, evgaL 

Dunkeln Ursprungs. 

ebifibr' {ei geig) ,Moder, Schimmel, Schmutzt 

Theogn. 452: xgvaov . . . %ov xgotrig xadvrcegd'e fiikag ovx artrerac log 
ovd* evgwg. Eur. Ion 1393: evgaig r' aTteari Tckey/xatuv. Fiat Tim. 84, B: 
OTav oOTOvv , . .in* svgüvog ^egfiaivofievov, aq>axsXlaav ixrjXB rijv Tgoq>^v 
xaradix^rai. — Dazu: evgwevz', alt evgdißivT- ,mit Moder versehen, 
moderig, dumpfig', von der Unterwelt und von Gräbern gebraucht; bei 
Homer viermal ; IL 20, 65 : f^fj . . , ßoincla di ^vtiTOiai xai ad'avaTOiai 
(pavehi Ofiegdali* evgiiFevxa^ vd re atvyiovoi d'BoL Tteg. Od. 10, 512: 
elg *AFL6a Uvai öo^ov evgtißerra. Od. 24, 10: rjgxB <J' Sga oq>iv ^Bg- 
fjtelag axmcrjTa xor' evgdßevTa xilev^a. Hom. hymn. Dem. 482: og te 
. . . ovfto& ofxolfag alaav ixei q)&lfiev6g neg vno tpqx^ evgdevzu Hes. 
theog. 731 : ev&a &€oi TiTijveg vnd ^oqxp TJegoevri -Aengvqxxtai . . . xdgtf 
ky eigiievti. Soph. ALI 167: Ofcevaov xolXrjv xoTterov ziv* iöeiv T(pd\ 
h^&a ßgoTOig tov aelfirrjarov xacpov sigdevta xad'i^ei. 

E^rmologisch dunkeL Dem Suffix nach vergleichen sich Bildungen wie 
ISgün- ,Liebe' (1, Seite 443) und mit dem aus evgwßevT zunächst zu ent- 
nehmenden *evgw- wohl ^gw-g ,der Tapfre, Held* (1, Seite 629). 
eÖQ&öeq-j von ungewisser Bedeutung. 

Nur Soph. Aias 1190: fco]Lv7ei.ayxrwy hiwv dgi&fiog^ %cv anavarav 
aikv ifiol dogvaaoTjViDv iiox^^v avav ircdyiov cvd tcv evgcSdr] Tgolav, 
dvOTavov ovBidog 'Elkdvcoy. 

Stellt sich in die Beihe der Adjective auf wdeg, von denen Sophokles 
sonst noch hat kvaadideg- ,wiithig, in Baserei sich äussernd' (Aias 452 ; 
IL 13, 53; zu Ivaaa ,Wuth, Baserei' IL 9, 239; 305), ftayBrcüÖBg- ,ei8ig' 
(PhiL 1082; Ttayero-g ,Frost^ Beif Xen. Jagd 5, 1), TtergwÖBg- jtelmg^ (Ant. 
774; 958; Tthgri ,Fels' IL 9, 15; Od. 13, 196) und (AL%(58Bg- ,aus Fäden ge- 
macht* (Ant 1222; iiho-g ,Faden' il. 23, 762), ist seiner Orundlage nach 
. aber nicht deutlich. Man wird dabei schwerlich an Bvgdr- ,Moder, Schim- 
mel, Schmutz' (siehe oben) und ebensowenig an evgv-g ,breit, weitausge- 
dehnf (siehe Seite 200) denken können. 



200 Griechische Etymologie. 

tB(flno''q Meerenge zwischen Euböa und dem FeBÜande^; dann allgemein 
^Meerenge^ 

Hom. hymn. Ap. 222 : h&ev (d. L von Euböa) ö' EvQinov öiaßag^ hux- 
TtißoV *ldnoU.oVj ß^g ay' ogog. Pind. Pyih. 11,22: 'Ig>iyiv€c' in' *Ev- 
Qlnffi ag>ax^€laa. Aesch. Ag. 292 : ixag ök g>Qvxtov q>wg in EvQlnov 
^oag Meaaanlov q)v)ia^i atjfialyei fAokov. Hdt 5, 77 : BoiwtoI dk toiai 
Xaküidevai ßoTqd'iovat inl %bv EvQinov. — Xen. (}esch. 1, 6, 22: Jio- 
fiiduv • . . dvidexa vavalv wQfilaavo elg %6v ^Qinov %6v twv Mwikij- 
vaiüfv. Arist. de mundo 4: nokXoxig ... ^oal xe xa2 dlvat %alg %tiv 
nvevficerwv avakoyov, al fikv iv fiiaoig neXayeaiv, al di xcnro Toig €vqI- 
Ttovg %e nal nogd^fiovg. 

Neben sv ,guf (Seite 190) als unverkennbarem erstem Theile darf man 
in dem zweiten yielleicbt ^Inij, alt ßgirnj ,Wurf , Andrang, Gewalt' (H 15, 
171: (ig d' Sr' av ix veq)iwv Ttvijxai vi(pag rj^k x^^^^^ V^M ^^^ ^Q^" 
nrjg ai^QtiyBviog ßogiao. Pind. Pyih. 4, 195: agxog . . . wxvrtoQovg xv- 
fiaxiav ^tnag avificjv % ' iKaXei) muthmaassen, wonach als erste Bedeutung 
sich etwa ergeben würde ,mit gutem oder starkem Andrang', d. i wo 
(Wogen und Sturm) heftig herandringen'. 
ebifö'^ ,weit ausgedehnf. 

IL 3,364: (pfiw^e ßiäatv elg ovQavbv evQvv. IL 4, 182 und 18, 150: 
%6%B lAOi xavoL evQBlax^fiv* IL 15, 358: yeqfVQwOBv di xikevd-ov fiaKQrjv 
tjd' evQelav. II. 11, 527: evQv yaq dfAq)' äfioioiv ^ei omog. Od. 1, 344: 
dvögog rov nkiFog evQV xa^* ^EXhida xal ftiaov ^'A^yog. 

Altind. wru' (aus *vani-) ,weit, geräumig'; RV. 1, 91,22: tvdm Ä' tor 
taniha urü antärihsham ^da hast ausgespannt den weiten Luftraum' ; RV. 
6, 47, 20 : urvf satt bhü'mis anhürana abhüt ,die Erde (obwohl) weit 
seiend wurde (uns) eng'; RV. 10, 107, 1 : urüspdnOiäs ddkshinäjäs adargi 
,der weite Weg der Dakshinä wurde gesehen'; — dazu: der Comparativ 
vdrijans- ,weiter ausgedehnt'; RV. 3, 36, 10: dtas cid indras sddasas vd- 
rijdn ,weiter selbst als dieser (irdische) Sitz ist Indras'; — Superlativ 
värishthor ,sehr weit ausgedehnt' ; RV. 4, 56, 1 : djä'väprihivt . . . vdrish- 
thai hrhati ,Himmel und Erde, die weitausgedehnten, hohen'. — vdras- 
,weiter Raum'; RV. 4, 21, 8: vi jdd vdränsi pdrvatasja vrnvdi ,wenn ich 
die weiten Räume des Berges öffne'. 

Altostpers. itru ,weit, breit' (in urv-äpa- ,mit weitausgedehntem Wasser'). 

Enthält anlautendes ev- an der Stelle von älterem ße, wie evvi; ,Bett, 
Lagerstelle' (Seite 195) und andere Formen. Im altind. urü- trat das an- 
lautende u- an die Stelle von unbetontem va- ganz wie zum Beispiel in 
utd' ,gewebf {m-uta- ,gewebf RV. 1, 222, 2) neben vdjanti ,sie weben, 
(RV. 6, 9, 2) und sonst oft — Zu Grunde liegt möglicher Weise altes var- 
,bedecken, umschliessen, umfassen' (RV. 10, 90, 1: pümshas ...sd bhü'mim 
vtQvdtas vrtva ,Purusha8, der die Erde von allen Seiten bedeckte'; RV. 
3, 34, 3 : indras vrtrdm avrnaut ,Indras umschloss den Vritras' ; RV. 2, 
14, 2: jds apds vavrvä'nsam vfirdm gaghana ,der den die Wasser um- 



Griechische Etymologie. 201 

schliessenden Yritras erschlagen^ womach also ^umschliessend^ umfassend^ 
als die Gnmdbedentung sich ergeben würde. Das Suffix wie in cJxv-^ 
^hnell' (1, Seite 642) und zahlreichen andern Bildungen. 
eiXdxä ^Pflugschar^; lakedamonische Form. 

Nur in einem Orakelspruch bei Thukydides 5 , 16, wo es heisst: x^y 
yaQ nQOfiavTiv Trjv Iv Jehpoig knjjriüivTO cnirdv Ttelöai . , , el dk firj, 
agyv^iq eviAnq evXc^eiv, 

Die alte Erklärung zu der Stelle lautet: «vAoxav dk r^v vviv AcnLedai- 
fioviOi Xiyovaiv, evka^eiv de dgoaeiv. Nächster Zusammenhang mit 
avloK' furche' (Seite 136) ist nicht zu bezweifeln. 

IL 19, 26: didfia fiii , , . fiviai xaddvaai xcrra x^^^^^^^^Q w%€ii.ag 
evlog lyyBlv(av%au IL 22, 509: vvv dk ai . . . alfokoi evkal idovrai, II. 
24, 414: ovdi vi Foi XQ^S oiJTteraiy ovdi fiiv evlal %Gd^ovoi. Arist 
Thierk. 2, 66: muih]xaq f^ivroi Ttdvreg (nämlich ol ^kaq>oi) Hx^vatv h 
Tf/ %E(palf^ tfivtag' kyylvowai . . . ro fiiye&og ovn ikazTovg ovxeg %wv 
fieylcTtov evhjiv. 

Ging mit der selben Entwicklung seines anlautenden ctS deren noch 
unter elgi-g ,weit ausgedehnt' (Seite 200) Erwähnung geschah, aus einem 
alten ^FeXri hervor, was noch deutlich wird durch den unverkennbaren 
Zusammenhang mit eXf^iv^-, alt wahrscheinlich ßiXfiiv&- ,Eingeweide- 
wurm' (1, Seite 490) und das von Hesych angeführte offenbar dialektische 
vdXrj' vakog. ßofißv^. oxüiXri^, dazu auch Hesychs vakerai' axcjlrjxi^ . . 
Zu Grunde liegen wird das schon aus iUaoeiVj alt feUaaeiv ,umdrehen, 
wenden^ medial ,sich wenden, sich winden' (1, Seite 481) entnommene alte 
ße)^ ,sich drehen'. 
BCXriQO''V (nur in der Mehrzahl gebraucht) ,Zügel'; dorisch avkrjgo-v 
(Seite 189). 

IL 23, 481 : %7t7tot d ' avzal $aai TtaQolreQaiy ai ro naqog TteQ, Eifii^- 
lav, Iv d' avrdg ^cciv evlijQa ßißrjuev. Qu. Sm. 4, 508: naqnaXliJiwg d* 
^XrjQa Xdßov TLQotrB^g naXafir^oiv. 9, 156: %7tnoiai d' hcixXero fiaxQot 
sivdaotov ivXrjg^y ovo' ^e fidariv. 

Lat löro-m (aus *vlörO') ,Biemen', insbesondere ,Zügel'; Plaut Pseud. 
145: ita ego vostra latera Idrfs fadamj ut valide varia sint'y — Plaut 
Men. 865: jam adstiM in cu/rrwmijam löra teneo, jam stimulum in 
manu; Merc 931: jam in currum conscencU, Jam löra in manüs 
cepi meüs. 

Dazu: altind. varaträ' ,Riemen, Seil'; RV. 4, 57, 4: gunam varatras 
hadhjantäm ,zum Gedeihen sollen die Biemen gebunden werden'; BY. 10, 
60, 8 : jdthA jugam varatrdjä ndhjanti ,wie sie das Joch mit dem Riemen 
binden'; RV. 10, 102, 8: vrshabhds . . . acarat . . varatrd'jam dä'ru ä-nühja- 
mänas ,der Stier ging, an das Pflugholz angebunden'. 

Bezüglich der Entwicklung des anlautenden ev- darf zunächst wohl 
€i;>laxä ,Pflugschar' (siehe oben) verglichen werden, das im nächsten 



202 Griechische Etymologie. 

Zusammenhang mit avkax- ,Furche' (Seite 186) und akox- ,Furche' (1, 
Seite 299) steht, also auch mit altind. vfhas ,Pflug' (RV. 1, 117, 21; 8, 22, 
6). Wie nun aber der letzteren Form in der Bedeutung ,Wolf (RV. 1, 
105, 7 : tarn mä vianM ddhias vfjcas nä tfshnagam mrgdm ,auf mich 
stürmen Sorgen heran, wie der Wolf auf ein durstiges Beh^ lat lupu^ 
(Enn, ann. 70; 73; aus *vlwpO'S) und Ivno-s (IL 10,334; 11, 72; aus 
*FXvyio-q) mit Verlust des vor l anlautenden v genau entsprechen, so erlitt 
auch Uro-m (aus *vUrO'm) die gleiche lautliche Einbusse. — Das Suffix 
ist das selbe wie in däqo-v ,Qabe' (II. 1, 390; 6, 293)^ afjLTtqo-v ,Zug8eil^ 
(1, Seite 240) und anderen ähnlichen Bildungen. Bezüglich des Neben- 
einanderliegens der Vocale i} und lat 6 vergleichen sich etwa Formen wie 
TCQrjvig" ,yorwärts geneigt' (IL 2, 418; 5, 58; 6, 43) und das gldch- 
bedeutende lat pröno-s (Verg. Aen. 1, 115; 10, 586; 11, 585). Als zu 
Grunde liegende Verbalform wird wohl gelten dürfen fei-, alt ßeJi- ,drangen, 
zusammendrängen', altind. var ,hemmen, zurückhalten, einschliessen' 
(Seite 464). — Das Suffix des altind. varaträ'- wiederholt sich in den 
allerdings in der Betonung abweichenden md'trä- ,Maass' (BV. 3, 38, 3 ; 
7, 99, 1), Muträ' ,Anrufung' (RV. 1, 120, 1; 1, 129, 7; 5, 81, 1), dshträ- 
jStachel zum Antreiben des Viehes' (BV. 4, 57, 4; 6, 53, 9; 6, 58, 2). 



OY. 
ot ,nicht', si^he unter ovx. 
oi) ,wo'. 

Aesch. Fers. 486: MriXia t€ xoAttov, ov Sne^eidg agdei nedlov eifie- 
vel 7tov(^. Prom. 814: ig x^ova NeiXiÜTtv, ov dij ti}v ijloxqoiv artoixlav, 
*Ioly TtifCQwrai aol xe xal zixvoig XTlaai, Soph. Eon. Oed. 732: tvov 
iW 6 x^Q^S ovTogj ov t66^ t]v na^og] 

Gehört zum bezüglichen Pronominalstamm o- jwelcher* (1, Seite 492). 
Der Bildung nach steht das fragende 7t ov ,wo?' zunächst, das schon bei 
Homer (IL 5, 171; 10, 406; 407; 13, 219; 770; 722) begegnet 
cSax' (mit dem Nom. ovag IL 20, 473 nach Naucks Vermuthung; Si- 
monid, Bruchst 37, 14; dafür ovg IL 11, 109; Theogn. 887; Aesch. Ch. 
380) ,Ohr'; dann auch ,Oehr, Henkel'; jüngere Form wr- (1, Seite 644). 

n. 11, 109: ^Av%i,(pov av noQoi ovg ilaoev ^Itpet. IL 12, 442: oS d' 
ovaOL ndvreg Skovov. IL 13, 177: tcv ^ vlog Teka/ÄtSvog vrt* ovccrog 
^yxel lAOKQt^ vv^e. — IL 11, 633: dirtag , . . ovara d* avvov viaaaq* taav, 
n. 18, 378: TQlTtoöag .... ovara d' ov no) öaidclea TCQoahceiTO. 

Lat aim-s jOhr*; Plaut Cist 510: nSn edepol ego istaec tua dicta nunc 
in atirts recipio. 

Altir. 6 ,Ohr' (Zeuss-Eb. 33); 6 (= os), dat plur. auaib (Fick 1*, 370). 

Goth. aMan' (Nom.-Acc. atisö Matth. 10, 27; Mk. 14, 47; Job. 18, 10); 
Mk. 14, 47: afslöh imma arisö thata taihsvö] Mk. 4, 9: saei habai ausöna 
hausjandona, gahaußjai, — Nhd. Ohr. 



Griechische Etymologie. 203 

liL atm-s jOhr*. 

Altslav. ticho mit Genetiv usese, 

ArmeiL imkn ^OW (wahrscheinlich aus ^usn-] Jen suffixal wie in 
muhn ,Maas'; armuhn ,Ellenbogen^, dzuhn ^Fisch^ Bugge Beitr. 24). 

Ging ans älterem *ovaaT- hervor, wie lat auri-s aus * atm-s. Eine 
auf ganz dieselbe Weise behandelte Suffixform begegnet sonst nicht, da 
zum Beispiel die sonst ganz ähnlich gebildeten rigcev- ,Wunderzeichen^ 
(Nom.-Acc. Tigag IL 4, 76; 5, 742) und xigai- ,Hom' (Nom.-Acc. %iQag IL 
23, 780; 24, 81) bei Homer in den Gasusformen ihren suffixalen Dental 
airfgeben, wie in z^gaa (Od. 12, 394), %BQawv (H. 12, 229), %%Qaiav (IL 17, 
521 ; Od. 3, 439; dafür xeporcay Find. Bruchst 166, 3, und yL£Qa%(av Soph. 
Trach. 519). — Die öfter angenommene Zugehörigkeit zu dUiv (aus 
*aflaJBiv) ,wahmehmen, hören' (1, Seite 18) ist sehr unwahrscheinlich, 
da in *ovaar- offenbar ein wurzelhafter Zischlaut enthalten ist 
&&0''V , Ariesbeere, Frucht des Sperberbaumes* (Theophr. c. pl. 2, 8, 2; 6, 16, 
1; Diofik. 1, 173) und ova ,Sperberbaum* (Theophr. Pflanz. 3, 6, 5) siehe 
unter oo-v ,Arlesbeere' (1, Seite 495). 
(Wbe , nicht', bewahrt sein auslautendes x nur vor unmittelbar folgendem 
Vocal (wie IL 1, 112: ot;x %&bIov) und lässt es, wenn dieser Vocal aspirirt 
ist, in X übergehen (IL 5, 185: ovx o ye)y lautet also sonst ov. 

n. 1, 29: Tijy d' lyw ov luaw. II. 5, 183: aaq>a d* oi Foid^ ei d'Bog 
iativ, IL 5, 366 : tw d' ovx dßixovTe Tteria&rjv. — Dazu gehören zahl- 
reiche Verbindungen, die zum Theil aber in älterer Zeit noch nicht fest 
verwachsen waren, so: ov-rt-g ,nicht einer, niemand' (IL 6, 487: ov yoQ 
%ig fiB . . . ftQoiatpei. IL 2, 553 : riß d^ ov rtti rig ofiolog kmxd'oviog 
yivB% avi^Q. OvTig ,Kiemand', scherzhaft gebildeter Eigenname. Od. 
9, 366; 408; 455. Aesch. Prom. 50: iJievx^cgog yag ovrig iazl nXfjv Jiog. 

— Dazu: ovridavo-g ,nicht8würdig*, siehe besonders); — ov'%e ,und 
nicht' (Od. 11, 483: ov %ig avfjQ ngoTtagoi^e fiaxagregog ov%^ dg 07tlaaui\ 
gewöhnlich otJ-rc... ov-re ,weder . . . noch' (IL 1, 299: x^gai fikv ov 
tot iytü ys (jtaxiaao^ai . . . ov%e aoi ovte T(p akktp)', — ot;-«^ot ,gewiss 
nichf (Od. 21, 172: ov yag roi ai ye xolov iyelvctro novvia f^ijrrjg. 
Aesch. Sieb^i236: ovtoi <p&ovci aoi daifiovojv rifiav yivog)] — ov-di 
,aber nichf, ,und nicht, auch nicht' (IL 6, 417: xara d* exravev^Herliavaj 
ovdi fAiv i^evdgi^e. — H. 1, 132: ov Ttagekevaeaij ovdi fie rtelaeig); — 
ovd-iv- (pvdelg) ykeiner', ovö-iv ,nichts' (IL 22, 459: t6 fov fiivog 
ovdevl felxwv. IL 1, 244: ägiatov ^Axailwv ovöiv iriaag. ^v- : elg 
yCiner' 1, Seite 402). — Dazu: ovdevoawgo-g ,mcht zu achten, werthlos', 
(siehe besonders); — ovö-afio-'g ,auch nicht einer, keiner' (öfter bei 
Herodot, wie 1, 18: ovdafjLol ^Icivwv tov nokefiov tovtov avveTteldcpgvvov. 

— Dazu: ovdafiäg ,auf keine Weise'; Aesch. Ag. 924: ßatvetv if^ol iiiv 
ovdafzdig avev <p6ßov keyai xttt avöga, — dfi6-g ,irgend einer' 1, Seite 227); 

— oifd-irego-g ,keiner von beiden' (Hes. Schild 171: ovdi w vwvye. 
ovditegoi Tgeirrjv. — Dazu: ovdeTigioae ,nach keiner von beiden 



204 Griechische Etymologie. 

Seiten'; II. 14, 18: ovo' aga tb nQoxvklyderai oiderigwae. — Utego^g ^der 
andere' von zweien, 1, Seite 372); — ovdi-Ttote ^niemalB' (H. 6, 99: 
ovd' 'AxilxiFit 710»" wdi y" kdidfifiev. Soph. Phil. 1084: a" ovxMfAekkov 
. . • lelxpeiv ovdifcore); — ov-noT€ ^niemals' (IL 4, 48: oi yag fiol note 
ßiüfiog kdevero dairog iFlarig. IL 1, 106: ov Ttd Ttori pioi to xQrjyvov 
elnag. Aesch. Prom« 688: ovfco%' ovftor' tjvxovv ^ivovg fiokeia&ai Xoyavg 
elg oKoav Ifiay); — ov-nu} ,noch nicht', ,dnrchau8 nicht' (II. 1,262: oi 
yag nta Tolovg ßldov avigag. Aesch. Prom. 982: xal fitjv av y* ovTtta 
Oiaq^QovBlv iTtlataaai); — ovx-iri ,nicht mehr^ (IL 2, 235 : !^;(aLF/<j£$9 
ovair' uixctilof)'^ — oiJx-ory ,aIso nicht' (IL 20, 7: ov-tb Tig ovv nota- 
IA(LV arcBBv. Aesch. Prom. 518: ovxovv av ixqwyoi yB rqv 7tBnga}fjiipf]v)j 
— ovn-i ,nicht' (IL 2, 300: oq^ga SataiABv t] hBov KäXxag fiavtivBrat 
fjßh xal oml). — ovxl ,nichf (siehe besonders). 

Etymologisch noch nicht klar. Schon Pott (1, 273) hat, und möglicher 
Weise mit Becht, altmd. dväk ,nach unten, in die Tiefe' (Man.) verglichen, 
die adverbiell gebrauchte Neutralform des adjectivischen dvänc- (Neben- 
form dväC') ,abwärts gerichtet' (BV. 4, 25,6: dushprävias avahantä' td 
dväeas ,die Widerwilligen schlägt er herunterO, das von dva ,herab' (BV. 
1, 161, 10: ndahdfn gä'm iva-CLgati ,zum Wasser hinab treibt er die Kuh') 
ausging und den selben SchlussUieil enthalt wie zum Beispiel ani^ ,yon 
. . . weg, aus' (1, Seite 65), abgesehen von dem hier noch zugefügten 
suffixalen Zischlaut So könnte also naher Zusammenhang bestehen mit 
av jzurück', ,wiederum' (Seite 172), wie andererseits ein solcher vielleicht 
auch noch möglich ist mit lat havd (fQr avdT) ,mcht' (Plaut. Bacch. 1010: 
havd dMdes). — In ov erlosch der auslautende Guttural, ganz wie zum 
Beispiel in yvvai ,o Frau' (H. 3, 204; 438; 24, 300; neben yvvaJxa IL 2, 
232; 3, 72 — 93) und ßdva ,o Herr' (IL 3, 351; 16, 233; Od. 17, 354, 
zunächst für Vovcrx, neben FavarAxa IL 1, 444; 502). 
oi^'yLofrv ,also'. 

Noch nicht bei Homer, Hesiod, Pindar. Aesch. Sieben 248 : ovxovp ifi ' 
agxBl rwvÖB ßovlsvBiv nigi. Schutzfl. 838: ovxovv ovxovv tiXfiol Tik- 
fiol xal ariyfioL Soph. Phil. 639 : ovxovv inBidav nveifia tovx ngt^gag 
avfjj TOTB otbXovixbv (Nauck nimmt es als Frage). Ant 817: ovxovv xlBivfj 
xal %naivov ^ova' kg xod' ajcigxBi xsv&og vbxvuv (Nauck wie oben). 
Ar. Plut425: aXX' ovx ^x^i yag d^dag. — ovxovv xXavoBtai. 

Scheint eine Verbindung aus ovx ,nichf (siehe so eben) und ovv ,also' 
(IL 1, 57; 2, 661; 8, 7; siehe etwas weiterhin) zu sein, wobei allerdings der 
Mangel einer negativen Bedeutung auffällt So ist vielleicht richtig, was 
schon früher vermuthet worden, dass nämlich die Sätze mit ovxovv zu- 
nächst als fragende (,also nicht?') gedacht seien, später aber mit dem Ge- 
danken an die Frage auch der an die Negation aufgegeben worden seL 
oiytdBiv ,verwunden', mit seinen auffälligen Aoristformen, wie ovxa ,er ver- 
. wundete' (IL 4, 525; 5, 376; 858; 6, 64), ovra^isvai (II. 5, 132 — 821 ; 21, 
68; 397), ovjafiBvo-g (IL 11, 659 = 825; 13, 764; 14, 128), mit dem in Be- 



Griechische Etymologie. 205 

Zug auf das kurze innere a die participiellen av-ovraro-g ^nnyerwnndet^ 
(IL 4, 540} nnd veß-ovrato-g ,80 eben verwundet' (IL 13, 539 und 18, 536) 
übereinstimmen. — Daneben : ovtd^eiv ,yerwunden^ 

II. 4y 525: ovra dh doqfi naq^ 6fiq>ai.6v, IL 4, 469: nkevQa . . . oSttjübv 
^vatffi j^aXxi^^cL IL 8, 537: xsiaetaL ovtrjd^elg. — IL 13, 552: Tgäeg dk 
7t€Qia%ai6v akkod'ev allog ovta^ov aaxog evQv. IL 13, 546: *AvTlloxog 
dh Qoiova • • . ovtaa^ ircaßl^ag. IL 11, 661 : ovraarai d* ^Odvacvg. IL 5, 
361 : ebcog, o ßie ßQOzog ovtaaev avr^Q. 

Goth. -vundon ,yerwunden' ; Luk. 20, 1 2 : thana gavSnddndans tisvaurpun 
j%av%ov %Qavna%laav%eg i^ißaXov\ — Nhd. ver-tmji/nden. 

Schliesst sich eng an das nur in der Zusammensetzung a-ovxo-g ,un- 
verwundet' (1, Seite 26) erhaltene alte participielle oito-g yverwundet' >« goth. 
vumdor ,wund' (MB. 12, 4) «» altind. d-vätor ,unyer8ehrt' (BV. 6, 16, 20; 6, 
1 8, 1 ; 6, 64, 5) , dessen anlautendes ov sich in ganz ähnlicher Weise aus 
altem /o- entwickelt haben wird, wie das anlautende et;- in evqv-g ,weit 
ausgedehnt' (Seite 200) und anderen Formen aus /e-. 
oixi^q ydieser' mit dem pluralen ov%oi ,diese', pronominelle Nominatiye, neben 
denen die sich anschliessenden Gasusformen, wie %oivov ,diesen' (IL 5, 405 ; 
761) und das ungeschlechtige %ovzo (II. 1, 419; 3, 177) aus dem Prono- 
minalstamm %ov%0' hervorgingen. 

IL 3, 200 : ovtog ö ' av uiaßs^iadrig nokifitiTig X)dvaaevg, IL 2, 760 : 
avvoi Sq* iqyefjioveg ^avaßaiv %ai xoIqovoi tjoav. — Dazu: ovrwg und 
(vorwiegend vor folgenden Consonanten) ovru) ,so'; IL 1, 131: ^^ d' ov- 
%uigy dya&og Tteg iüiv^ . . . xlifcre voßip. IL 5, 717: £^ ovrw iialvBO&ai 
ißaaofiev oiXov ^Qtja, IL 3, 169 und 170: xakov d^ oStw iycjv ov nw 
ßldov 3q>S'aXfiolaiv ovd* ovtw yeQagov. 

Alte Pronominalzusammensetzung aus o ,der^ (1, Sdte 491) und den selben 
beiden Elementen, n&mlich v und dem Demonstrativstamm to-, wie sie 
schon in cArr] ,diese' (Seite 178) entgegen traten, bei dessen Besprechung 
auch schon der mit dem ersten Theile von outo-g übereinstimmenden Ver- 
bindung altind. sd-u ,der' (BV. 1, 103, 5: sdu avindat dgvdn . . . sdu apds 
,der fand die Bosse, ... der die Wasser^) Erwähnung geschah. — Das 
Nebeneinanderliegen der adverbiellen Formen ovTwg und ovrw vergleicht 
sich mit dem von tog ,so' (1, Seite 649) und w-de ,so' (1, Seite 646). 
aötiöavö'q ,nicht8wfirdig'. 

Bei Homer 6 maL IL 1,231: drjfjioßoQog ßaaikevg, iusl ovxtdavolai 
ßavdageig. IL 1, 293: 17 ydg xe öFeiXog %b xal ovridavog xakeolfjttjVj el 
dfj aol Ttav ßigyov VTtel^Ofjtau IL 11, 390: xuicpbv yoQ ßikog avdgdg dv- 
cixidog ovTiöavoio. Od. 8, 209 : dq)Qwv dq xelvog ye aal ovridavog TtiXei 
amiJQ, og vig ^eivodoxqt igida 7tQo<piQri%ai dßid-Xwv. Od. 9, 460: xcactSv, 
td fioi, ovzidavog tzoqbv Ovzig. Od. 9, 515: vvv di fi iwv oUyog %Bxal 
ovtidttvog xai axixvg bipd'aXfiov di^waag. 

Enthält dieselben Suffixform wie i^Tteöavo-g ,gebrechlich, unbeholfen^ 
(1, Seite 6OS) und mehrere mit ihm schon unter kkke6av6-g ,Seil zum Ein- 



206 Giechische Etymologie. 

binden der Getreidehalme* (1, Seite 485) aufgeführte Bildungen. Zu Grunde 
aber liegt die schon unter ovx ,nicht* (Seite 203) genannte Verbindung 
ov^i-g ^cht einer, niemand', deren Schlusstheil der fragende, dann un- 
bestimmte, Pronominalstamm ri- bildet 

oidaq- ^Erdboden, Fussboden^ 

n. 19, 61: ToaaoL it^xaifoi oda^ ekov aOTtezov oiöag. Od. 10, 440: v(p 
Foi afCOTcli^^ag x€g>al^v ovdaode nekaaaai. Od. 9, 135: ftala nlFoQ vn' 
ovdag, IL 7, 145: o d* vmiog ovdei igela^rj, IL 5, 734: TcinXov fiiv 
xoT^£t;ev iavov natqog in^ ovöei, 

Dunkler Herkunft Zusammenhang mit idatpog- ,Boden, Grund' (1, Seite 
381), den man öfters fast als selbstverständlich angesehen hat, ist unwahr- 
scheinlich, da sich dabei das Yerhältniss der Vocale £ und ov schwer er- 
klärt An ein etwaiges altes **odßag- lässt sich nicht wohl denken, da ovdag 
auch in der nachhomerischen Sprache (Aesch. Pers. 163; Schutzfl. 1030; 
Ag. 503; Soph. El. 752; Eur. Hek. 405; Iph. T. 49; Theokr. 25, 268) sein 
diphthongisches ov festhält — Dem Suffix nach vergleichen sich Bildungen 
wie yfJQag ,Alter' (II. 1, 29; 4, 315; yi^Qal IL 3, 150; 5, 153), aiXag ,Glan2' 
(IL 15, 600; 18, 214; aila'i H. 17, 739; aikai II. 8, 563; Od. 21, 246), und 
andere mehr, die Behandlung des Suffixes in den Casusformen aber ist 
ungewöhnlich und scheint sich ähnlich nur noch bei xwag ,yiies8' (Od. 16, 
47; 19, 97; Tujiea H. 9, 661 ; Od. 17, 32), xvig>ag ,Finstemiss' (ü. 1, 475; 2, 
413; xviq)aog Od. 18,370; doch Ttvitpovg Ar. Ekkl. 291) und ßgävag ,Götter- 
bild' (Aesch. Eum. 80; 242; ßgiteog Schutzfl. 885; ßgitei Eum. 259; ßgirea 
Schutzfl. 463) zu finden. 

otö-aiiö-q ,auch nicht einer, keiner' (Hdt 1, 24; 4, 114) siehe unter ifio-g 
(1, Seite 227). 

oiföä ,und nicht, auch nicht, aber nicht' (H. 1,90; 95; 115; 119), enge Ver- 
bindung von ovx ,nicht' (siehe Seite 203) und öi ,aber' (siehe später). 

oi>öevööa}Qo-q ,verächtlich'. 

n. 8, 178: viJtvloIj oV aga d^ xade zeLx^a fitjxccvoovTO aßkijxQ^ ovdevo^ 
owga. Opp. Fischf. 2, 478 : avt(p d' oftlov avaxTt avviaßero, xod di JJ- 
keiTtrai ootiov ovÖBvoawQov, afitjxavov oaaov iöia&ai q)dayavov. 

Eine ungewöhnlichere Zusammensetzung mit genetivischem erstem Theile 
{ovdevog^ zu ovd-iv-: ovdelg ykeiner' (Seite 203, das sonst nicht in Zu- 
sammensetzungen gebraucht erscheint). Der Schlusstheil ist der selbe wie 
zum Beispiel in oXiy-wQo-g ,gering schätzend' Hdt 3, 89 (zu vergleichen 
Hes. Werke 30: ägrj yag t' oXiyri Tcikerai vuxiwv t' ayoQ(Sv te)^ nämlich 
iuQtj jSorge, Fürsorge, Beachtung' (Soph. Oed. KoL 386 : iaxeg ihclä\ wg 
l^ov ^Bovg wgav %lv^ %^Biv. Hdt 1,4: firjdefilav ägtjv ^eiv oiQTtao&Bt- 
aitav. Hdt 3, 155: T'^g aetovrov orgart^g, T^g firjöef^la ^a%ai ägrj oTtok- 
Ivfiivrjg. — Siehe Seite 653), so dass also als erste Bedeutung sich ergiebt 
,der Niemandes Beachtung hat' und damit also ,von Niemandem beachtef . 

oiöö-q jSchwelle'* 

IL 6, 375: ^avri in^ oiöbv Liiv. IL 8, 15: lg Tagragov , . . iv^a aidij- 



' 



Griechische Etymologie. 207 

Q€ial re Ttvhxi %al xaixeog oidog. Od. 16, 41: airraQ o y' eXaw lev xai 
vnigßrj Xafgvov ovdov, 11.22,60: ov ^a TtoTTJQ Kgovldijg IttI y^Qaog 
ovd(p . . . cpd-laei. 

Dunklen Ursprungs. Die kurzvocalige Nebenform odog (1, Seite 521) 
lasst muthmaassen, dass ein altes (vielleicht noch homerisches?) *6dF6-g zu 
Grunde lag. 
otöö-q ,Weg, Strasse'. 

Nur Od. 17, 196: dog di fioi . . . FqonaXov . . . axr]gl7CT€a&\ ircel ^ 
qtav* oQiaq>aXi* ififievai ovdov, 

Nebenform von 6d6-g (1, Seite 521), die an der angefahrten Stelle nur 
auf unrichtiger Ueberiieferung beruhen wird und ohne Zweifel auch an 
einigen Herodotischen Stellen (wie 2, 7 ; 3, 126) nur mit Unrecht gelesen 
wird. Das kurzvocalige oöo-g begegnet bei Homer über 80 mal. 
oirx^t ,nicht^ 

IL 15, 716:^^^X701^ de nQVfivrj&ev inel Xaßev, ovx'i (N&nck schreibt ov vi) 
^ed'lfj, IL 16, 762: IExtcjq iilv xeq>ak^q>iv in^l Xaßey, ovxl (Nauck: ov 
rt) fie&lrj. Od. 16, 279: ot di %oi ovxl (Nauck: ov ti) nüaovtau Aesch. 
Prom.932: ndg d' ovx^ ^agßelg roiad^ ixQlTtzwv IWij; Prom. 952: oQ^g 
d' oTi Zeig rolg %oiovtoig ovxl f^ak&cml^erai. 

Schliesst sich unmittelbar an ovx ,nicht^ (Seite 203). Des suffixalen x^ 
geschah schon unter ^x^ 9^0' (1, Seite 617) Erwähnung, das allerdings in 
der Betonung abweicht Fick 1^, 437 glaubt das suffixale /£ wieder- 
zuerkennen im Schlusstheil altslav. se-gi oder at-gi ,dieser' und onü-zi 
J^er^ sowie im altind. hi ,denn' (BV, 1, 8, 9; 9, 10; 1, 15, 2; 3; i, 16, 4) 
und altostpers. 0i ,denn^ . 
oid'aQ (in den Gasusformen ov^^ot-) ,Euter^; ,fruchtbarstes' (Land). 

Od. 9, 440: firjkoy ^i^keiai d^ kfiifirpLov dvijfiehiTOi . . . ovd-axa yag 
aq>aQccyevvTO. Aesch. Gh. 532: aal nwg qvqcjjov ov&ag tjv vno atvyovg; 
Hdt 4, 2 : q>aal . . . tag g>iJßag %e ifiTclnkaa&ai (pvaeofiivag T^g innov 
xal TO ov&ao xarlea^ai. — IL 9, 141 «» 283: el öi xev ^Idgyog Ixol^e^* 
^AxoLiFiMVy ov&aq aQovQfjg. Hom. hymn. Dem. 450; eig d* aga 'Pagiov 
IBe, q>egiaßtov ovd^ag agovgrig %b nglv, 

Lal über- ,Euter'; ,Fruchtbarkeit^, ,fruchtbares Feld'; Lucr. 5, 885: puer 
. . . saepe etiam nunc übera mammarum in eomnis lactantia qvaeret. 
Hör. ep. 16, 50: refertqve tenta grex amicus übera. — Verg. Aen. 7, 262: 
non vöbts . . . cRvUis über agri . . . derit Verg. 6. 2, 234: $i deenmt 
ramm pecoriqve et vitUms almis aptius über erit 

Ags. üder] — ahd. ütar; — nhd. Euter. 

lit udru'ti ,eutem, trächtig sein'. 

Altind. ü'dhav' ,£uter', mit den Nebenformen ü'dhas- und ü'dhan-] BV. 
2, 14, 10: pdjasä ü'dhar jäthd gäus ,wie von Milch (gefüllt ist) der Euter 
der Kuh' ; BV. 9, 93, 3 : prd pipjai ü'dhar dghnidjäs ,auf geschwollen ist 
der Euter der Kuh'; — BV. 4, 1, 19: guci ü'dhau (für ü'dhae) atrnat nd 
gdväm ,¥rie den reinen Euter der Kühe erschloss er'; — BV. 2, 34, 6: 



208 Griechische Etymologe. 

d^äm iva pipjata dhainüm udhani ^gleichwie eine Stute machet schwellen, 
wie eine Kuh am Euter'. 

Das Suffix ganz wie in ^jcoq yLeber' (1, Seite 608). Die Herkunft des 
Wortes liegt noch im Dunkel; als seine ursprüngliche Bedeutung darf 
man wohl ,das Schwellende' yermuthen. 
oHao-v ,Strick, Tau*. 

Nur Lykophr. 20: ol ö* ovaa yQtivrjg evyakriva xBQfiaöog vavzai XlaLjOv. 
— Dazu lautet eine alte Erklärung: ovaa' %a axoivla, Tvaga ro otw, ro 
xof^l^w, olaay xai ^Itavinuig ovaa ' 7] ta ajtb vijg olavag (pvzov^ ijvoi kvyov. 

Etymologisch dunkel. Auch ist nicht verständlich^ wie das angeführte 
gleichbedeutende olao^v (Hesych führt auf olaov ycofiiaov, g>iQ€. rj axot- 
vlovy und ovaa' axoivia^ vewg OTtXa) sich etwa zu ovao-y verhält 
oiolä ,Vermögen'; ,Sein, Wahrheit, Wirklichkeif. 

Hdt 1, 92 : va ök Skia dva&rjfiara iS avÖQog iyivero ovalijg ix^Qo£\ 
Hdt 6, 86; A: Möo^i fioi za ^filaea Ttaarjg vijg ovaltjg i^a^yvQcLaavra ^ia* 
y^ai noQa oL Eur. ras. Her. 337 : fidkad'Qov, ov rrjg ovalag ailoi xqo- 
xovau HeL 1253: c^^ av jcaQOvatjg ovalag fkaarog fj. Plat Theaet 144, C: 
oialav fxaXa Tcolk^y nuxfiXiTce. — Plat Theaet 185, C: ovalav X4y€ig xai 
%6 fifj ehai. Plat Phaed. 65, D: Xiyo» ih ftegl nav%iavj ohv fieyi&ovg 
TciQi^ vyulag^ layvog, xal twv allwp ivl Xoytp anavxwv t^^ ovalag^ o 
rvyxayei hcaarov ov. Plat Phaedr. 245, E: a&avaxov de 7teq>aaiiivov %ov 
vq>^ iavTov Tuvovfiivovy tffvx^g ovalav t€ xal loyov %ov%ov avTov tig 
kiytüv ovx aiaxvvelxai. — Dazu: aft-ovalä ,Abwe8enheit'; Aesch. Ag. 
1259: avvrj dlnovg Xiaiva avyxoifÄOfiivr] Xvx<(f, Xiovxog evyevovg anovauf, 
'AxsvBl HB. — TtaQ'Ovala ,Anwesenheitf; Aesch. Pers. 169: ofifia ya(> 
do/^cjv vof4l^€j 6ea7c6%ov Ttaqovalav. — aw-ovala ,Zusammen8ein*; 
Aesch. Eum. 285 : noXvg öi fioi yivoiv ' av i^ a^g Xoyog^ oaoig nqoa- 
ijXd'ov dßkaßei ^vovaltf. — Ttegi-ovala ,üeberfluss*; Thuk. 1,2: ve- 
(lOfABvol %e %a avTiSv Unaaroi Saov aico^^v xal negiovalav x^ij^tioriciy ovx 
exovreg. — fiev-ovalä ,Theilnahme*; Ar. Frösche 443: olg fierovala 
^€oq>Uovg ioQT-qg. — i^-ovalä »Erlaubniss*; Xen. mem. 2, 6, 24: ha 
e^ovalav ^wai ^f^i^juara ve xlifcreiv. — ngoa-ovala ,das Zusammen- 
sein', Titel einer Komödie des Eubulos (Kock 2, 196). 

lAt ab'Sentia ,Abwesenheif; Cic. in Pison. 16 (37): eonfexj st audSs, 
absentiam tuam cum med; — prae-sentia , Anwesenheit'; Cic. in CatiL 1, 
7 (17): dubitäs, qvörum mentes sensüsqve volneräs, eSrum aspectum prae- 
sentiamqve vitäre? 

Altind. entspricht formell ^o^/a (BV. 6, 65, 5; saifä' nrnä'm ahhavat 
daivdhütis ,wirklich wurde der Männer Götteranrufung'), die weiblichge- 
schlechtige Form zu satjd- (aus *san1jd-, zu sdnt- ,8eiend', wie RV. 1, 
110, 3: dikam sdntam ,den der einer war*) ,wahr, wirklich* (RV. 1, 152, 2 : 
sa^ds mdntras ,wahr ist der Spruch*; dazu die ungeschlechtige Form 
sdljdm , Wahrheit, Wirklichkeit*, wie RV. 1, 105, 12: saJiQdm tätäna surias 
,die Sonne hat Wahrheit ausgebreitet*). 



Griechische Etymologie. 209 

Eine ungewöhnlichere Bildung; die mit dem Suffk -lä aus dem parti- 
cipiellen ovr- ,8eiend' (Aesch. Ag. 1605: tqItov yaq orta fis) gebildet 
wurde, das in älterer Form noch iovr- (aus Haorr-y zu ig ßein^i la%L 
,es isf 1, Seite 392) lautet, wie II. 1, 352: inei fi' h^exig ye fiiwv&adiov 
TtBQ iovroy IL 1; 541 : i/iev dnovoatpiv iovza und zum Beispiel auch regel- 
massig bei Herodot (1,23: iovra ni&agipdov. 1,95: tov iovra Xiyeiv 
Ijoyov. 1,30: navta iovra fieyaka, 1,97: xaza t6 iov. 1,97: iovarjg 
(üv agnayijg). Von lebendigen Participien auf ovr ausgegangene Bildungen 
auf lä finden sich sonst nicht, weiterhin aber lassen sich als solche noch 
vergleichen yegovalcr ,yersammlung der Alten', ,Gesandtschaff (Eur. Rhes. 
401; 936; Dem. Leptin. 107; Polyb. 1, 21, 6; 38, 5, 1) und das nur von 
PoUux (3, 75) angeführte ^egarcovalä ,Dienerschaft', deren beider nächste 
Grundlagen (yigovT'-a IL 3, 249; 9, 452, — altind. gdra/niram ,den Alten' 
KV. 1, 117, 13, und »egdrcovr-a ,den Diener, Gehülfen' IL 5, 580; 6, 18) 
durchaus participielles Gepräge tragen. 
oÄr ,also', dialektisch wv (Find. OL 1, 111; 6, 19; 52; Pyth. 3, 47; Nem. 6, 11; 
Isthm. 3, 25; Hdt 1, 2; 4; 5; 8; Theokr. 5, 21 ; 69; 71; 8, 5; 11 ; 14, 29); nie 
zu Anfang des Satzes stehend. 

IL 1, 57: di d' irtel ovv tjyeg&ev. IL 5, 258: et y* ovv eregog ye g>vyrjaiv, 
IL 9, 550: oq)ga fiiv ovv MeXiaygog dgrilfpiXog molifii^ev. 11.11,754: 
%6q)ga yag ovv iTtOfiea&a dia amdiog Tcedloio, IL 16, 30: fiiq ifiä y* ovv 
ovTog ye Xaßot %6Xog. IL 17,20: ovr* ovv nagdaXiog toöaov fxivog ovre 
HovTog. IL 19, 94: xorra d' ovv ikegov ye rtidtjoev. 

Etymologisch noch unaufgeklärt Man hat gemeint es zum Pronominal- 
stamm altostpers. avor Jenes' mit der ungeschlechtigen Form aom stellen 
zu dürfen, ohne eingehende Begründung. Das Verhältniss zum dorischen 
dv müBSte zunächst genauer erläutert werden. Adverbialbildungen auf 
-ovv bietet das Griechische sonst nicht ; das seiner Form nach auch ganz 
vereinzelt stehende vvv ,nun' (H. 1, 27; 59; 91) steht schon weiter ab. 
oüvBxa ,wesswegen, weil'; ,dass^ 

IL 1, 11: oXhtovto dk kaßol, ovvena %6v Xgvarjv TJrlfiaaev agijr^ga 
!/4tgeFlirig. II. 2, 580 : näotv dk fierirtgeftev '^gvieaaiv , ovvck agiatog 
iev, IL 3, 44: q>avTeg dgiarrjfa ngo^iov üf^ftevai, ovvcko xalov Feldog 
%7ti. — IL 11,21: Ttev&ero yag Kvngovöe /liya xUFogy ovveifL^ Idxaifol 
ig Tgq.riv v/jfeaaiv dvartlevaead'ai ifxeXkov, Od. 5, 216: folda aal avrog 
Tcavra fidV, ovveKa aelo 7teglg>gwv nrjveloneia ßeldog axidvorigfi fiiye- 
d'og t' eiaavra ßidia^ai. 

Entstand aus Vereinigung von IVcxa ,wegen' (1, Seite 405) mit ov ,wessen', 
dem Genetiv des Relativstamms o- (1, Seite 492), mit einer flir die homeri- 
sche Sprache auffälligen Zusammenziehung von Vocalen selbstständig neben 
einander stehender Wörter. Gegenüber steht das demonstrative rovvexa 
,desswegen* (IL 1, 96; 291; 4, 477; 5, 342; aus rov hexa) und wie neben 
diesem noch die freieren Verbindungen tovö^ hexa (II. 1, HO), rov vvv 
ehexa (IL 24, 501), rov eYvetca (IL 3, 87 — 7, 374) und andere vorkommen, 

Lao Meyer, Giieohiaohe Etymologie. II. 14 



210 Griechische Etymologie. 

SO begegnen neben ovVfxa auch noch oi &' hena (Od. 21, 155) und ov 
€%v€Ka ai. 2, 138). 
oi^ifay" {oilQaS)f Name eines Vogels. 

Nur Arist Thierk. 69 A: ^ dk rir^i^, rjv TcaXoiaiv t^&rjvaloi ovQoyOy 
oih* inl rijg yfjg veotzevei ovr' i^el tolg divdgeaiv, dXl* inl %olg xaiiai- 
^T^loig (pvTolg. 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in ägfcay- ^n sich raffend, rfiube- 
risch' (1, Seite 269). 
oBQaxO'q oder oigoxo-g ^spitzes Ende^ 

Hippokr. 1, 487: araf i]de (nämlich SdQrj) . . . ovdi %^g xaQdlfjg vifievai 
v^v iaxctTTJy, dkX* iyxaraXelTtei %ov ovgaxov xal are^eov iaviv äoTteg 
i^wd-ev nQoacQQafiivi], Diosk.4, 176: inl^fiov . . . ^ei de xetpcXia 
Xemdf xovg>aj ovgaxovg ^oyra^ (ig Tglxag. AeL nat an. 6, 43: ol di iavq" 
firpceg . . . rovg xalovfiivovg ovQoxovg twv naQnliiiav dioTQoyovteg %(p 

Gehort wohl zu ovqti ^Schwanz' (siehe Seite 212). Vergleichbare Bil- 
dungen sind a%6(jiaxo-g ^Speiseröhre' (IL 3, 292; 19, 266; Arist Thierk. 1, 
52; 72; zu axoiJLcet- ,Mund' H. 6, 43; 10, 375), xvfißaxo-g ,der obere Theil 
des Hehns' (IL 15, 536) und xvpißaxo-g ,kopfüber stürzend' (IL 5, 586; Ly- 
kophr. 66), wohl auch ßargoxo-g ,Frosch' (Ar. Wölk. 881 ; Frosche 207; 
Plat Theaet 167, B). 
o^öffovö'g ,Himmel'; ,Gaumen'. 

IL 1, 317: Ttvlaarj d* ovqavov 2x£. IL 3, 364: (^fiw^e ßidtav eig ovgctvdv 
evQvv. IL 8, 68: tjfiog d' ijßiliog fiiaov ovqavov ifiqfißeßiJTtei, IL 15, 371: 
evxerOf x^^* dqiyiav elg ovqavov aOTeqoßewa. — Hipp. 1,486: Tavtfj xal 
dialqei tov oiqavovy oxoxav naXivdqoftif] to Ttvevfta. Arist Thierk. 1, 45: 
Ti d' iaxatov ioTOvv Sfioiov %<p wtI . . . tovto d^ eig (ikv tov kyxiq>aXov 
ovx ^ei noqovy elg de zov tov arofiatog ovqavov. 

Altind. Vdruna-Sj Name eines mächtigen himmlischen Gottes, der ursprung- 
lich wohl den ,Himmel' selbst bezeichnete; BV. 1, 24, 8: urüm hi rä'gd 
vdru/nas cdkära sürjaja pdnthäm ,weit machte König Varunas den Weg 
für die Sonne'. 

Das Suffix wie in iavo-g, alt ßeavo-g ,(7ewand' (1, Seite 330) und zahl- 
reichen Adjectiven wie ayavo-g ,freundlich, sanft' (1, Seite 108) und an- 
deren , von denen substantivische Bildungen wie axavo-g ,Dom, Stachel' 
(1, Seite 31) in der Betonung abweichen. Zu Grunde liegen wird der 
sdbe Verbalstamm wie in evqv-g ,weit ausgedehnf (Seite 200), so dass 
das anlautende ov- sich aus altem /o- entwickelt haben wird. 
aiffo-q ,Wind', insbesondere ,gün8tiger Wind für die Seefahrenden'. 

11.1,479: %olaiv d' txfievov oSqov Yfj ßexdßeqyog ^AnoXXwv. IL 7, 5: 
(ag de &edg vcnvjjaiv kßeXdofjLivoiaiv idantev oiqov, inel xe xafi(aovv 
iv^iavTja^ iXarijaiv tcovtov iXavvovTeg. Od. 3, 184: ovdi no% %aßri oiqog^ 
inel dij nqiSza &ebg nqoirpiev dß'^vai. 

Nach Benfey (1, 265) zu arj^ii, alt aßrjiii ,ich wehe', altind vd : vä'ti ,er 



Griechische Etymologie. 211 

wehf (1, Seite 15), so dass also das anlautende ov- sich wie in ovQavo-g 
yHimmel^ (Seite 210) entwickelt haben würde und andererseits auch cnjQrj 
^bewegte Luft, Haucb^ (Seite 135) mit seinem diphthongischen ov- sehr nahe 
stehen würde. Dem Suffix nach würden x^ovQo-g ^stürmisch' (IL 5, 30; 
355), weiterhin auch TovQo-g ,Stier^ (11.2,481; 17,387), navQo-g ,klein, 
gering^ (II. 2, 675 ; 407) und ähnliche Bildungen zu vergleichen sein. 
ovQo-Q ,Hüter'. 

IL 8, 80 und 11, 840: Nio%(OQ . . . oigog 'AxaiFviv. Od. 15, 89: ov yaQ 
orcia&ey aigov idv xariXemov inl %%ea%eaoiv ifiolaiv. — Dazu: InL" 
^ovQO-g ,Hüter'; H. 13, 450: Zrjvdg . , . og ngunov Mlvwa xiuev K^r^rrj 
inlovQOv. Od. 13, 405 «■ 15, 39: avßeirfjv ... og %ol vtSv inlovQog. — 
ovQev-g ,Httter, Wächter'; nur IL 10, 84: tlg d' ovrog . . . i^eai olFog 
. . rißi %iv ovQijftav di^fjfievog ij ziv^ halgvDVj 

Gehört zu of-ea^ai (aus altem ßo-QBa&ai) ,Acht haben, die Aufsicht 
führen' (1, Seite 558) und ogdeiv (aus altem FoqaBiv) ,sehen' (1, Seite 559), 
so dass sich also das anlautende ov- ganz wie zum Beispiel in oigavo-g 
^Himmel' (Seite 210) aus altem /o- entwickelt hat 
otifö-q ,Graben'. 

Nur n. 2, 153: %ol d' dkX'qloiGi niXevov aTcrea&ai rrjßiSv i^d' ihcifiev 
eig aka dlctv, avgovg v' i^eaa&aiQOv, 

Dunklen Ursprungs. 
oiffO'q ,Auerochs'. 

Adrian (in Anth. 6, 332, 3) : ay&ero, doia dina noXvdaldaXa^ wi ßobg 
ovQOv daiifjTov xgvoi^ nafig>ctv6o}VTi xigag, 

Lat üro' (tirua); Gaes. Gall. 6, 28: tertium est genus eörum, gvi üri ap- 
pellaniur. H% su/nt moffniiüdine paulo infrä elephantös^ speeie et eoUre 
et figürä tatiri. Magna vis edrum est et magna velöcitdsj neque homini 
ferae, qvam eonspexenmt, parcunt Plin. 8, 38 : Scythia gignit . . . insignia 
tarnen bonm ferörum genera, jvbätos hisonüs excellentiqve t>t et vSlöcir 
täte üros. 

Ags. Ar; Runenlied 2: ür bydh ammöd and oferhymed, fela frSene 
de&Tj feoktedh mid homum maere morstapa : thät is mödig vuht — Ahd. 
ür und ÜT'Ohso. — Nhd. Auer-oehs. 

Im Griechischen und Lateinischen offenbar aus dem Germanischen ent- 
lehnt 
o'SQo-q ,Gränze' (Theogn. 826; Hdt 1, 32; 72, 74; 93), dialektische Neben- 
form von 8Q0-g (1, Seite 562), die aber bei Homer (IL 12, 421 und 21, 405) 
noch Sg-Fo-g zu lesen sein wird. 
otifö^g ,wäBserige Flüssigkeit^ (Nik. Ther. 708 : xeXvvriv . . . %Bq>aXfig and Sv 
fidv dgd^at. . . . ßXoavgov d* i^ alf4a x^aa&ai h xegdfitp . . . ix di nsXid' 
vov ovgbv afcrid^aai TtXaddov Xaegyii f^dxTgrj)j dialektische Nebenform 
zu 6g6-g (1, Seite 561). 
ot^l^o-i' ,durchmes8ener Baum': 

Dreimal bei Homer. IL 10, 351 : aXX' ore drj 4^ aneev oaaov t* l/ri 

14* 



212 Griechische Etymologie. 

oÜQa TciXoYiai fifiiovcov (,die von Maulthieren gezogene ForcheO, ai ydq 
%€ ßoFiSv 7tQoq>€Qiaj€Qal elaiv ihtifievai . . . Sqovqov. IL 23, 431: oaaa 
dh dlaxov ovga xatwiiadloio ftiXovrai, ov t' al^rjßog dq>fjx€v aviJQ. Od. 
8, 124: 8aaov t* iv veup oSqov niXei fifxiovouv. — Dazu: dlax-ovQo-v 
^dessen dnrchmessener Saum der eines (geworfenen) Diskos (dlaxov oHqo 
11.23,431) ist, Wurfweite'; 11.23,523: ra nQWTa xal ig ilaxovQa U- 
XeiTtro. 

Altind. vdra-8 ,weite Ausdehnung' ; BV. 3, 23, 4 : m tvä dadhai värai 
&' pfthivjä's ,er setzte dich nieder auf dem weiten Baum der Erde'. BV. 
3, 53, 11: dthä jagdtai vdrai ä' prthivjas ,dann opfere er auf dem weiten 
Baum der Erde'. — Dazu vdras- ,weiter Baum'; BV. 1, 190, 2: hfhaspdüs 
sd M dngas vdränsi vibhvä dbhavat ,Brhaspatis war rasch durch die 
weiten Bäume gedrungen'. 

Wird aus altem ^ßoQo-v hervorgegangen sein und steht in nahem Zu- 
sammenhang mit ovQavo'g ,Himmel' (Seite 210) und ev^-g ,weit ausge- 
dehnf (Seite 200). 
o{qo'V ,Ham'. 

Hdt 2, 111: wcuUa^ai ol fxanriioy . . » wg avaßXixlfBi yvvaixog ovQ(p 
viipafierog %ovg öq>^akfiovg. Hdt 4, 187 : tjv dh xaiovai ra naUila cnaa- 
liog kmyivTjTai, k^evQrjval acpi axog' rgdyov oügov anelaavreg ^vovral 
aq>€ag. Arist Thierk. 6, 125: fiera dk rovg roxovg aftav%(av tüv %etQa- 
nodiov naxyfBQov %6 oügov ylverau — Dazu: ovgieiv ,hamen^; Hes. 
Werke 729: firJT iv bötf fujv' hc^og odov nQoßadrjv ovgijafjg. 758: firidi 
no%^ iv Ttgoxo^ TCOTafiaiv aXade Ttgogeövrciiv fitjd^ iiel xgrjvaayy ovgeiv, — 
ovgavf] ^achttopf ; Aesch. Bruchst 180 und ebenso Soph. Bruchst 140: 
rqv xdxoofAOv ovgdvrjv eggitpev ovd* ij/iagTC. 

Lat ürfna ,Ham'; Catnll. 37, 20: dens Mberä defricätus ürinä, — Dazu: 
üfinäfi ,unter Wasser tauchen'; Plin. 11, 188: eadem est causa qväre su^ 
aqvä diu ränae et phocae ürinentur. 

Altn. ür ,Begenfeuchtigkeit, feiner Begen'; , Wasser'; itrigr ,feuchf. — 
Daneben: ver oder vSr yMeer*; ags. vär ,Meer'. 

liL jürios oder jüres (Mehrzahl) ,Meer*. 

Altind. vär- ,Wasser'; BV. 9,112, 4: vär id mandü'has ichati ,zum 
Wasser strebt der Frosch*. — Daneben vari- jWasser* (Mbh.; Bäm.). 

Altostpers. vära- m. ,Begen'; — Dazu: vär-ivdrenti ,sie regnen' = ,es 
regnef ; — Daneben: vavrir^ m. ,See', vaitja- m. ,OanaI'. * 

Ging aus älterem ^J^ogo-v (oder *ßwgo-v?) hervor; das alte anlautende / 
wirkte noch nach in augmendrten Formen, wie iovgei (Luk. cony. 35), 
ngoa-eovgovv (Dem. 54, 4), h-eovgrjaev (EupoL Bruchst 45 bei Eock 1, 269). 
oi)(fi^ ,Schwanz'. 

IL 20, 170: kiwv . . . oigf^ äi nXevgdg %e xal ioxia aficpoxigia&ev fia- 
axUrai. Od. 10, 215: kvxol . • . ogiategoi i^öh liovreg . . . akk' aga %oL ye 
ovg^oiv fiaxg^ai Ttegiaaalvovreg aviCTOv, Od. 17, 302: hf^a xviav xbIx^ 
"Agyog . . . ovgf [liv ^^ S y^ %arive. 



Griechische Etymologie. 218 

Altind. vara-s ^HaarBchweif^; RY. 1, 32, 12: dQvias vd'ras abhavas tdd 
indra ,em Bossschweif warst du damals, Indras^ BY. 2, 4, 4: dljas nd 
räthjas daudhaviti vd'rän ,wie ein Wagenross die Schweifliaare scbüttelf . 

Das anlautende ov- entwickelte sich offenbar ebenso wie im nächst- 
Yoransgehenden oügo-v, 
oififlä, Name eines Wasservogels. 

Athen. 9, 395, E: 17 dh keyofxivti ovgla oi Ttolv lelTterat vj^TTrjg^ rtp 
XQoifiaTL dh ^vnaQOTLBQafiog iariy t6 dh ^vyxog fÄcmgov t€ tcoi avevov ^ei. 

Ging möglicher Weise von oi^Qo-v ,Ham^ (Seite 212) ans, da als dessen 
filtere Bedeutung jWasser' zu muthmaassen ist 
aifflaxo-q ,da8 stumpfe Ende^ (der Lanze). 

IL 13, 443: doQv d* iv xgadlf] iTtemjyeij tj qa Fol oianalQOvaa %a\ oi- 
qLoxov TteXifÄi^ev. IL 16, 612 -» 17, 528: t( d' i^oTti&ev dogv fdcmgov ov- 
dei ivia%lfiq>^f], irrl d* ovQla%og nekefilxSif] iyxeog. 

Gehört wahrscheinlich zu ovqi^ ,Schwanz' (Seite 212). Der Bildung nach 
aber vergleicht sich zunächst vrintaxo-g ,unmündig, kindisch' (IL 2, 338 ; 
6, 408), das auf v^nio-g ,unmündig, jung, thöricht' (IL 2, 38; 311; 9, 440) 
zurückführt und somit auch für oiglaxo-g als nächste Grundlage ein 
*ovQiO'g vermuthen lässt Weiterhin vergleichen sich Bildungen auf xo, 
wie ovQcexo-g ,spitzes Ende' (Seite 210). 
oiXdö' iovkdg) ,Banzen'. 

Antipatr. Thessal. (in Anth. 7, 413, 5): m;ade . . . oiXag (Hdschr. oüdag) 
di oydTtwv ovvi^noQog. Eme alte Erklärung zu Lykophron 183 {ovXa- 
fiüßvvfiov) lautet: akkoi da q>aaiv Sri yQdq>eTai oiXadwvvfiov, iva örjkol 
xov n&QLv, ovXag dk t^ ntjQa* dia Tj}y TtrjQav ovv hiXt^^ üaqig 6 *Ali- 
^ayÖQog* ol yoQ notfiiveg iv Ttr^Qf avzov hiTe^ivza evQov. Hesych er- 
klärt: ovXadeg' ff^gai, Svkaxoi. 

Gehört vielleicht zu o^Ao-^ ,AehrenbündeP (Hesych erklärt: oifXor dgay- 
liava), das schon unter %ovXo-g junges Barthaar'; ,haarähnliche Büschel- 
chen an Pflanzen'; ,Aehrenbündel' (Seite 20) angeführt wurde. 
oi)Xay.6'q ,Gedränge, Schaar'. 

Bei Homer viermal. IL 4, 251 : ^A^e 6^ Inl KgiJTeaai %iwv ava otfka- 
fiov avdgcjv. IL 4, 273: tjld'e d* in AlFavreaai xiwv ava olXaiiov 
avögwv, IL 20, 113: ov3^ %hx^e . . » ^lägriv dvrla üriXeFliavog Iwv ävä 
aikaiibv avögwv. IL 20, 379 : ^jSxtcci^ d ' avtig idvaero ovka^ov avdgwv. 

Scheint an allen vier angegebenen Stellen anlautendes / zu haben. Da 
nun aber altes Fov- sehr unwahrscheinlich ist, darf man wohl als echte 
homerische (äolische) Form noch ^FoXla^o-g annehmen, das ohne Zweifel 
nebst tXriy alt Fthri ^Schaar' (Seite 68) unmittelbar zu BXXsiVy alt FelXeiv oder 
wohl richtiger FiXkeiv (aus *ßiXJ€iv) ,drängen, zusammendrängen' (1, Seite 
464) gehört, mit dem möglicher Weise auch nhd. wühlen nebst Oe-wühl zu- 
sammenhängt Dem Suffix nach vergleichen sich Sgxafio-g ,Anführer, Ge- 
bieter' (1, Seite 573), norafio-g ,Fus8' (IL 2, 659; 839) und ähnliche Bildungen. 
o^Xo*q ,kraus, wollig'. 



214 Griechische Etymologie. 

IL 16; 224: lif Tvkfjaaaa x'''^^'^^^ %kaivawv r' aveßoanertiwv ovkwy re 
%a7cri%u}v. n. 24, 646 c:-i 0(L 4, 299 «-> 7, 338: xikevaev . . . xkalvag %' 
iv^ifievai ovXag xadvnsQx^e ßiaaa&au Od. 4, 50 «-> 17, 89: cr/u^^l d* 
aga xXalvaq ovXag ßah>v i7d^;f£TcSyag. Od. 10, 451: ififpi d* aQa%ijaLvag 
ovXag ßaXev r^dh x^rcJva^. Od. 19, 225: x^^^^^"^ n;ogq>vQhiv ovlrjv ^e 
diog X)dvaaevg äiTtXrjv. IL 10, 134: diig>l d' aga ^ilai^yay negovi^aaTO . . . 
ovlfj d^ inenjvo&e kaxrrj. Od. 6, 231 «- 23, 158 : xad di naQtjvog ovkag 
^xe nofxag, vcmiv^lvq) av^ei ofiolag. Hdt. 7, 70 : ol fikv yag an ' fiklov 
Ald'loneg i&VTQixig elai^ ol dk ix T^g Aißvrjg ovkoTavov Tqlxfafia ^ot;a£ 
TtavTwv av&QWTtwv. Ar. Frösche 1067: ^^iTcJya y* ^<ov ovkwv igltav 
vnivBQd^e. Hermipp. (bei Athen. 15, 668, A): xAay/d^^ d' ovhxi xaraßi- 
ßhqvTau — Minder deutlich ist die Bedeutung yon ovXo-g in dnigen 
anderen Verbindungen: IL 17, 756: äg re tffrjgdjv viq>og igx^^^ ^«^^ xo- 
koiaiv, ovXov (,laut'?) x&iXfjydheg, o%b ngoFldmaiv Iowa xlgxov und IL 
17,759: dg,., xovqoi ^dxotifwv ovkov xeKltjyäteg Xaav. Hom. hymn. 
Herrn. 238: rivre TtokXijv mgi/iivwy av&Qcnurjv ovkrj (,krau8^?) anoöog 
aiJLq>iKakvft%u, Kall. Zeus 52: ovka (,kräftigO de KovQrjtig ae nigi ngv- 
kiv wQxrjaavTO revx^a neTtktjyovteg, — Dazu die besondere weiblich- 
geschlechtige Form: ovka 6- (ovkag) ,kraus'; Nik. AL 260: akka av ftok- 
kccKi fiiv xolTrjv dgvog ovkada Kotpag, — ovko'XagtjVO'g ,krau8k5pfig^ 
(xaQrjvo-v ^Kopf, II. 11, 158; 500); Od. 19, 246: eev . . . yvgog h wfioioiv^ 
fiekavoxQoogy ovkoxag^jvog. Minder verständlich Hom. hymn. Herm. 137: 
knl di ^ka xayxxxv ayelgag ovkoTtoÖ^ ovkoxcgtjva (? zu xgia itokka 
V. 135) TtvQog xaveöd/nyaT* avTfit}. — 

Gehört wahrscheinlich nebst evkr^ ,Made' (Seite 201) zu dem schon 
früher aus iklaoea-d'ai^ alt ßeklaaea&ai ,sich wenden, sich winden' 
(1, Seite 478) entnommenen alten ßek- ,sich drehen', so dass das anlautende 
ov" wie in zahlreichen anderen Formen sich aus altem ßo entwickelt 
haben wird. 
oüko-q ,verderblich'(?), 

IL 5, 461: TQ(pdg dk azlxag ovkog ^Aqrig Hzqvvb fievek&tiv. IL 5, 717: 
el ovTio fialvBö^ai iFaaofiev ovkov "^QTja. IL 21,536: didfia yag fifj 
ovkog ävjjQ (das ist i^x^^^^s) h «^«t^off akrjTai. — Mosch, (in Anth. 
Plan. 200, 2) : ßofikaviv eYkero ^dßöov ovkog ''EQwg. Auch Ap. Rh. 3, 297 
und 1077 bietet ovkog ^gtog. — Sehr wenig wahrscheinlich ist die Be- 
deutung ,verderblich' in den Verbindungen IL 2, 6: aglavr] (paLvero ßovkrj^ 
nifitpai in* ^ÄTgeFldj} IdyapiipLVOvi ovkov oveigov, IL 2, 8: ßaax X^i, 
ovke oveigsj &ofag inl vrjßag IdxaiFwv und IL 2, 22 : t^J ^iiv ßeicafievog 
ngoaefpcivee ovkog oveigog, — Dazu: ovAeo-g ,verderblich'(?); 11.11,62: 
olog d* fec vBq>iwv dva(palvB%at ovkiog äav^g nafÄq)alv(üVf vork d* avrig 
Mdv viq>Ba axtoFBvra. Hes. Schild 192: %a%aaav %nnoi . . iv di xal avtog 
ivagq)6gog ovkiog *'Agrig aixf^tjv kv x€/^fia<7ty ixofv. Hes. Schild 441 : o 
fikv J^ittxfj ßgiaagfxatog ovkiog 'Itigtjg xBxkrjywg inogovOBv. Find. OL 9, 
76 : QerioyvrjTog ovklqf viv h "AgBi (,im Kampfe') nagayogBiTO /uij nove 



GriediiBcfae Etymologie. 215 

aq>eviQag areQ&e ra^iovod^at dafiaaifißgotov alxfiäg, PincL Ol. 13, 23: 
iv 6^ "^griQ av&Bl vitav ovklaig aixfialaiv avögäv. Find. Pyth. 12, 8: 
roQyoytav ovXiov &^yov dianUSaia^ 'A&ava* Soph. Aias 933: tola fiot 
navwxa xal q>aid'Ovv* dveariva^eg (JfiofpQtov ix^oSoTt^ *AtQBl8aig ovklqt 
ovv Tta^ei. — o V iL o/u«vo- ff ^verderblich, Verderbeabringend'; bei Homer 
14 mal und anch sonst bei Dichtem gewöhnlich; IL 1, 2: ft^viv äßeiäe . . . 
oiXofjLirrfv, r^ fivqC ^Axailola* akye* fl^jjTiev, nokXag d^ l(p&liAOvg tlwxag 
"Afidi TtQotatfjev rgtitav, H. 5, 876: av yaq rineg ag>Qovtt TMvgtjv ovko- 
liiniv. IL 14, 84: l^Tgeßlöf] . . . av 16 fiepe, Oi 17, 484: IdvrlvoPe . . . 
ovlofieve. IL 19, 92: l^ßavrjj ^ navrag oßaTai, ovkofiirri. Od. 4, 92: 
Tfjfog fioi adeXq>e6v aXkog ineqtvev . • . dohp ovkofiivtjg dloxoio (der 
Elytämnestre). Od. 24, 97: fxoi Zevg fn^aotro IvyQov oXe&Qov jiiyla&ov 
VTtb x^9^^ x^^ oikofjiivijg dkoxoio. Od. 11, 409: AXyiad'og . . . htxa avv 
ovkofAivji alox^fi. Od. 18, 273: o%e d^ OTvyeQog yafiog dmßoXijoei ovho- 
fiäyrjg (,miglücklich'?) ifii^ev, %^g Te Zevg oXßov anrfVQa. Od. 10, 394 : 
tqlxeg MgQeßov, ag nglv Mq>vaev q>agfiaxov oiXofievov. Od. 11, 555: AlFav 
. . • ov% ag^ ifielkeg ovdk &av(av Xijaead'ai ifiol xohov eXveKo revxtUv 
ovXofiivwv, Od. 15, 344: heK ovhofJLivrig yaatgbg xaxa itrde ixovaiv 
avigeg. Od. 17,287: yaatiga.,. ovXofiivtjv, r; TtoXla xax' ayd'gvinoioi 
dldiaoiv. Od. 17,474: yaarigog eYveaa Xvyg^g ovXofiirrig, i^ noXXa xax' 
ar'd'giüTtoiai dldwaiv. 

Vielleicht ist die Ansetzung eines ovXo-g mit der Bedeutung ,yerderblich', 
das man mit oX- ,zu Grunde gehen': oXXvai ,er richtet zu Orunde' (1, 
Seite 582) geglaubt hat zusammenstellen zu dürfen, gar nicht berechtigt 
Bei dem angenommenen Zusammenhang erklärt sich das anlautende oi- 
neben dem einfachen o jenes oX- gar nicht so einfach, wie es zum Bei- 
spiel bei den mehrsilbigen ovXio-g und oiXofjtevo-g der Fall ist, da sich 
ihnen in Bezug auf ihren anlautenden Diphthongen mehrsilbige Casusformen 
wie ovgeog (IL 2, 456; 3, 34; 11, 87; 14, 397), avgel (Od. 11, 243), ovgea 
(IL 1, 157; 13, 18; 21, 485), ovgeai (11. 4, 455; 5, 52; 11, 479; 13, 390) neben 
ogog- ,Berg' (1, Seite 564) und anderes unmittelbar zum Vergleich bietet 
Qogen den vermutheten Zusammenhang ist auch noch insbesondere an- 
zuführen, dass ovXog in den Verbindungen mit oveigo-g ,Traum^ (II. 2, 6; 
8; 22) auf altes anlautendes / hinzuweisen scheint — Die Form ovXo/Äevo-g 
,yerderbend, Verderben bringend' ist ihrer Bedeutung wegen sehr auffällig, 
da sie sich doch aoristischen Medialformen, wie äXero ,e8 ging zu Grunde^ 
(IL9, 413; 415; 13, 772) und 3Xia&ai ,zu Grunde gehen, sterben' (IL 3, 
428; 19, 421; 22, HO) mit ausgeprägt intransitiver Bedeutung zunächst zur 
Seite steUt 
aiXo'q ,ganz', dialektische Nebenform von oXo-g (1, Seite 584), die aber in 
der homerischen Sprache noch oXFo-g zu lesen sein wird. 

Od. 17, 343: agrov r' ovXov (wohl: oXFov) kXw negixaXXiog h, xavioio. 
Od. 24, 118: fitjvl d' ag' üiXtp (wohl: oXfip) ndvra negijaafjiev evgifa 
Ttovzov, Hom. hynm. Herm. 113: noXXa 3i xdyxava xaXa %a%ov6aLif ivi 



216 Griechische Etymologie. 

ßO'd'Qif} ovla Xaßwv ini&rjxev imjeravd. Leonid (in Anth. 6, 286, 2) : Trjg 
Tci^fjg TU iihv Sxga ra de^ia fJiixQ'' makaiairjg xal omd'afÄ^g ovkrjg Blz- 
Tiov eloydaccTo. — DhpZu: ovkieiv oder homerisch wohl oXfieiv ,ganz 
sein, unversehrt sein, gesund sein'; Od. 24, 402 =» Hom. hymn. Ap. 466: 
ovXi (wohl zu lesen okFe, verkürzt aus oilee, wie zum Beispiel riXi 
,Thörichter' IL 15, 128 aus i]Xei^ 1, Seite 632) te xal iiiya xalge. 
oüXo'g ,Aehrenbünder; dann auch ,H7mnus auf Demeter'. 

Artemidor 2, 24 : ovloi dk xal ÖQayfxaxa xai ^fiwveg dataxitav naQok- 
ndg iv folg ngarrofiivoig afjfialvovai xal utonov. S^mos (bei Athen. 14, 
618, D und E): %d d^dy/iara %wv TCQid^wv av%d %a&^ avrd TtQoarjyogevov 
dfidXag' avva^QOia^iyra dh xal hc noXhSv filav yevofieva dicfiriv ovXovg 
xal iovkovg' xal ttjV Jti(i7i%Qa o%l fikv XXorjv^ ork dk ^lovXci drtd roh 
ovv TTJg ^JfjfiriTQog eigi^fidTUiv zovg re xagnoig xal rovg vfivovg rovg 
elg Tfjv S'Bov ovXovg xaXovat xal iovkovg. Athenäos (14, 618, E) erwähnt 
im Anschluss daran den Vers nXetarov ovkov ovXov Yei, XovXov %u. 

Wurde schon unter %ovXo-g Junges Barthaar', ,haarähnliche Büschel an 
Pflanzen', ,Aehrenbündel', ,Hymnus an Demeter' (Seite 20) als im nächsten 
Zusammenhang mit ihm stehend angeführt, sowie dort auch schon die 
Vermuthung einer nahen Zugehörigkeit zu olXo-g ,krau8, wollig* (Seite 213) 
ausgesprochen wurde. 
ovXo'V ,Zahnfleisch'. 

Aesch. Ch. 898: fiaatov, ngbg ip av noXXd drj ßgi^wv Sfia ovXoiaiv 
i^ij/ieX^ag €irQaq)ig ycXa. Plat Phaedr. 251, G: oneq x6 räv ddovto- 
q)vovvrwv nd^og tccqI rovg ööovtag yiyvetai^ 8%av Sqti q>vwaij xvrjalg 
T€ xal dyavdxTTjaig megl rc ovXa. Arist Thierk. 1, 51: xal vo fiiv dt- 
qfvkg Tov axofiavog noQla&fiiov (,Mandeln'), ro dh 7ioXvq>vig ovXov* adg- 
XLva dh tavra. ivrog d' oöovvBg ooiilvoi. Hipp. 2, 220: dv%iddeg dh 
xal vnoyXwaaldeg xal ovXa xal yXtuaaa xal Saa roiavTa ravTr] neqm- 
xoray %ai%a ndvra vooiet dnb tov g)XiyfiaTog. Hipp. 1,227: ovXa dh 
TcoyrjQa xal OTOfiata dvacidea olat OTtXfjveg fxeydXoi, 

Wird ursprünglich ,Wulsf oder ähnliches bedeutet haben, und man 
darf vermuthen, dass es früher mit ßo~ anlautete und mit ovXo-g ,kraus' 
(Seite 213) auf dem selben Grunde ruht, womach es weiterhin zum Bei- 
spiel auch mit nhd. Wulst zusammenhängen würde. 
oiXiq ,geheilte Wunde, Narbe'. 

Od. 19, 393 — 23, 74: avvlxa d' fyvw ovX'^v n^v no%i iiiv avg ijXaae 
Xevx(^ SdovTi, Od. 19, 507: ovX^v dh xard ßQaxieaai xdXvjpev. Eur.EL 
573: nolov xa^cxxT^ß* elaidiiv, (p nelaofiai; — ovXfjv nag dq>Qvvj rjv 
TtOT* . . . Jifidxd^ Tteawv, Xen. mem. 3, 4, 1 : aixa dh %dg ovXdg %wv rgav- 
fidtiav dnoyvfivovf^evog kTtedelxvvev. Plat Gorg. 524, 0: iiaaxiylag av 
€t %ig Yjv xal ixvri elxe %wv TtXrjywv ovXdg iv T(ß owfiati i] vno fiactl- 
ywv i] aXXcJV TQavf^drwv ^wv. 

Lat volnuS' ,Wunde'; Plaut. Trin. 943: volnus tibi tcam, qvoi swnt 
dentis ferrei. Ter. Eun. 779 : qm abstergerem volnera? 



Griechische Etymologie. 217 

Altind. vrand'S oder seltener vranä-m , Wunde* (Mbh., Bagh.). 

Wird aus altem *ßo3ivi] hervorgegangen sein, wie ganz ähnlich wahr- 
scheinlich eikrj, alt ßelkri ,Schaar* (Seite 115) aus altem *ßikvri und wohl 
auch ßovki] jWille*, ^th, Bathschluss' (IL 1, 5; 8, 370; 1, 258; 2, 143) aus 
altem ^ßokyij. So würde sichs also im Grunde um ein suffixales vrj 
handeln, wie es unter anderem schon in äxvrj ,Spreu^, ,Schaum' (1, 
Seite 151) und Syxvri ,Bime^, ^Birnbaum' (1, Seite 549) entgegentrat 
06X7] (nur in der Mehrzahl gebraucht) ^Gerstenkörner*, die beim Opfer ge- 
braucht wurden; attisch okij (1, Seite 590). 

Od. 3, 441: x^Q^^ß^ ••• fi^vi^ev ix d'aXafiOio q>iQwv, kxiqri d' ^€y 
ovXag Iv xavifp (Vers 445 heisst es dann: NioTWQ x^Q^^ßo ^* ovXoxvTag 
re xan^Qx^To). Hdt. 1, 132: IHgaai ... ov anovdfj XQ^ovrat, oirxl avXt^^ 
ov aräfÄ^aai, ovxi ovkfjai. Hdt 1, 160: XLwv ovdelg ix tov *A%aQviog 
xoirov ovTB ovlag XQiS'iwv nqoxvoiv ircoiieto ^emv ovdevL — Dazu: 
ovXo'X^''^V (n^ 11^ der Mehrzahl gebraucht), beim Opfer ,ausge8treute 
Gerstenkörner'; B. 1, 449: %€^y/i/;ayTo d^ Mneira xal ovkoxyi^ag ävilovTo. 
n. 1, 458 s» 2,421: avTag inel ^' ev^avro xal ovkoxvTag ngoßdlovro. 
Od. 3, 445 : NiarcjQ x^Q^^ß^ ^' ovXoxvtag re xaxriqx^o. Od. 4, 761 : iv 
6^ B^€%^ ovkoxvtag xaviq). 

Das Nebeneinanderliegen der Formen oikt] und oilif macht durchaus 
wahrscheinlich, dass ein altes, wohl noch homerisches *6iJi^ die gemein- 
same Grundlage bildete, in dem sich das selbe suffixale fq ablöst, das 
zum Beispiel auch in dem mit Sicherheit zu vermuthenden alten degJ^ 
,Hals' (II. 3, 371 ; 11, 26; 12, 204; in den Ausgaben öei^i]) — altind. grfva- 
jHals, Nacken* (KV. 4, 40, 4; 6, 48, 17; 10, 163, 2) enthalten ist Möglicher 
Weise ist die zu Grunde liegende Verbalfonn dieselbe wie in okvQay eine 
Getraideart (1, Seite 593), und auch in akieiv ,mahlen' (1, Seite 295). — 
Das zusammengesetzte oiko-x^rrj {ovXoxvrai), das gewöhnlich sehr un- 
kritisch einem regellos zur Zusammensetzung verbundenen ovlal xw^t 
gleich geachtet wird, kann ursprünglich ebenso wie zum Beispiel axiio- 
-^eto-v ,Ambossstock, Ambossklotz* (1, Seite 52) nicht wohl etwas anderes 
sein, als eine bezügliche Zusammensetzung, die etwa als Zusatz zu ^valrj 
,Opfer* (das allerdings erst im homerischen Hymnus auf Demeter 312 
und 368 auftaucht) gedacht ,Gerstenkömer als gestreutes* (II. 23, 256 und 
Od. 3, 258: x^'^V^ ^^^ yalav %x^vav) habend oder enthaltend*, ,wobei 
Gerstenkörner gestreut werden* und erst später auch selbstständig ge- 
braucht wurde. 

K. 
%if siehe xiv. 

xi-Biv (Od. 7, 342: ogao xiwv\ Nebenform zu xeL-etv ,sich niederlegen, 
ruhen' (siehe später). 
Nur Od. 7, 342: oqoo xiuvj w ^elve* TieTcoLr^xaL öi toi cvviJ. 
Ging offenbar mit demselben inneren Lautverlust aus älterem xeUiv 



218 Griechische Etymologie. 

hervor, wie zum Beispiel ßio^ai ,ich werde leben^ (IL 15, 194; daneben 
ßhi II. 16, 852; 24, 131) aus älterem ßeloiAoi (11.22, 431) und andere 
Formen ähnlich. 
xedgecv ,8palten^ 

IL 16, 347: öoqv . • • xiaaae d' Sq^ oavia levxd, II. 20, 387: tov de 
... ßak* ^yx^^ ^^S Li^eAle^g fiiaativ xax xeq>ai,TJv' rj d* Sväixa naaa 
xedadri. Od. 14, 418: neaae ^vla mqXit xahufi. Od. 5, 132 >» 7, 250: 
vfiFa d^oFrjv aQyrjri Kegcnjvfp Zeig kldaag hciaaae. — Dazu: ev-xiaro-g 
Reicht gespalten', d. L ,leicht zu spalten'; Od. 5, 60: odfxfi xidgov t* since- 
aroio, — xiagvO'V ,Axf ; Hesych führt auf: xiaQva' aidtjQa T&trovixa, 
tj onvTivay rj d^lvfjv* 

Aus *x€6dj€iv hervorgegangen und der Bildung nach zu vergleichen mit 
hd^ea^ai ,ausbiegen' (IL 20, 420; 24, 96; hda^rj IL 15, 520; Od. 4, 838), 
dKovd^etv ,hören' (Hom. hymn. Herrn. 423), Ttelo^eiv ,nähem' (IL 5, 766; 
ftikaaae H. 2j 744; 13, 1 ; Tceldadnti IL 5, 282) und andern ähnlichen Verben. 
Zwischen e und a lässt sich der Ausfall eines alten Zischlautes muth- 
maassen, was eine alte verbale Grundlage *xe^- ergeben würde. Daran 
aber schliessen sich wahrscheinlich noch xbLwv ,spaltend' (Od« 14, 425, 
wohl aus *xiaj(ov, wie zum Beispiel relelei ,er vollendet Od. 6, 234 >» 23; 
161, aus *T€liaj€i), lat castrdre ,beschneiden, verschneiden, entmannen' 
(Plaut Mera 272 : profectö ego illum hircum casträri volo) , und altslav. 
O'Sositi ,abhauen' nebst socha ,Enittel' (Fick 1 \ 424) ; im Altindischen aber tritt 
die entsprechende Form entgegen als gas ,zerschneiden, zerschlagen, nieder- 
metzeln' (Bhatt. : gagäsa ca bahüh javdMn ,niedermetzelte er viele Krieger^ ; 
KV. 1, 162, 18 : vdnkris dgvasu'a svddhitis sdm aiti . . . pdms-^arus . . v{ gasta 
,die Bippen des Pferdes trifft die Axt; jedes (jelenk zerschneidef. Dazu: 
(dstra-m ,Messer, Schwert, Mordwaffe' Mbh. und gäsd^ ,Schlachtme6ser' 
Qat Br.). — Die Suffixform von xiagvo-v wie in axirtagvo-v jAxt (Od. 
5, 237; 9, 39 t). 
xiavcjvo'g^ Benennung einer besondem Art der axavd^a (1, Seite 31). 

Theophr. Pflanz. 4, 10, 6: ax^dov de nagauXrioLiag (d. L ähnlich wie %6 
xvTteiQov) qwerai tj äyQoiOTig Ix rdv yovaxmv' al ydg ^l^ai yovarfodeig, 
1$ kxaaxov d^ aq>l7jaiv avio ßXaaxov xal xaxoid'ev ^Itßv, wacnivtog de 
xai ^ axav&a xcavtavog^ dXX^ oi xakafitSdrig ovdk yovavcidrig 17 ^l^a 

Dunkler Herkunft Die Suffixform vergleicht sich wohl mit der von 
oltovo-g ,gros8er Baubvogel, Weissagevogel' (Seite 125). 
xiaQ' ,Brusf (?), fast nur als Sitz geistigen Lebens gebraucht; bei Homer 
(gegen 100 mal, wie IL 1, 44; 491 ; 2, 851; 3, 32; 4, 46; 53; 272; 326) und 
Hesiod (Schild 435) nur in der Form x^g, 

n. 16, 481 : MßaX' evd"^ aga re (pgeveg egxatai dfig>' adivov xijg. Od. 
19, 516: nvxival di fioi dfiq>* ddivov xijg o^elai fjieledwveg odvgofiivrjy 
igi&ovaiv. IL 14, 139: IdxtXXriFog oXoFöv x'^g yrj&el ivl avri&eaau Od. 
7, 309: ov fioi toiovtov ivl axrid'eaai q>lXoy xrjg fiaxpiditag xexoJLdSc&ai, 



Griechische Etymologie. 219 

IL2|851: Ilaq>Xoy6vwv d' ijyeiro üvkaifiiviog kaaiov tctjq, 11.16,554: 
lAxaifovg wQae MevoiTiddio TIonqoxXiFeog laaiov näJQ. IL 15, 10: 6 d* 
aQyaUip ^et* aa&fiari ktjq umviaatav GbewasstlosO« IL 9, 117: dyi}^ 
ov TS Zeig niJQi g>ii,ijar]. H. 11, 274 *»> 400: fjx^sro yaQ tc^q» IL 5, 399: 
ccvrag 6 ß^ nqog dwiia Jißog . • . x^^ axitav^ Sdvvjjai, TCBnaQfiivog» H. 
10, 16: iiiya d* Uareve xvdakifiov x^q. IL 12, 45: tov d* ov notexuöd' 
Xifiov xiJQ Tagßiei ovdi (poßslxau IL 1, 44: x(o6^Bvog x^g. IL 4, 46: 
vawv fioi TceQi xiJQi tUamero FlXiog Igr. H. 21, 136: Ttovapiog di ^oAcJ- 
octto xfjQod'i fiakXoy. — Find. Pyth. 10, 22: ^edg alel dnrq^mv xiaq. 
Find. IsdL4, 20: t6 d^ ifiov ovx areg Alaxidäv xiaq vfivtov yevsvai. 
Aeech. Prom. 165: ovdi hj^ei, tzqIv av ij xoqiojj xiaq. Aesch. Ch. 411: 
TtijcaXxai d^ avxi fioi q>lkov xiag vovde xXvovaav olxtov. 

Dunkeln Ursprungs. Die Annahme naher Zugehörigkeit zu xagdlt] 
,Herz' (IL 2, 452 — 11, 12 »» 14, 152) ist ohne Boden. Nächstvergleichbare 
Bildung scheint ^ag, alt ßiag (aus *ßiaag) ,Frühling' (1, Seite 330), dessen 
ursprünglich durch Zischlaut getrennte Vocale aber bei Homer uncontra- 
hirt bleiben. 

xd- ,&ragender und dann auch unbestimmter Pronominalstamm, wie in xo- 
vego'V ,welches von beiden' (Hdt 1, 88; 91; 126), xori ,irgend einmal' 
(Hdt 1, 73; 94; 2, 11), x6ao-g ,wie gross' (Hdt 1, 153; 7, 234), xolo-g 
,wie beschaffen' (Hdt 3, 34; 4, 155; 6, 1), xov ,wo' (Hdt 2, 11), xäg ,wie' 
(Hdt 2, 22), xfi ,auf welche Weise' (Hdt 1, 32 ; 8, 67). Dialektische Neben- 
form za no' (siehe später). 

%oä%f ahmt bei Aristophanes (Frösche 209 =» 210 »» 221 -« 225: ßgexex&d^ 
xodS xod^ das Quaken der Frösche nach. 

xoaXBiAO'q ,DummkopF. 

Ar. Bitter 198 : dlk' onoxav pidgipri ßvgaalerog dyx^XoxTijXfjg yaiAqnjX^ai 
dgdxoma xodXefiov alfÄarorciiTrjv, 221: dkkd a%eq>avov^ xal OTcivde %^ 
Koalif4(p (als Dämon gedacht). Athen« 5, 220, B : Aiaxlvrig 6 2wxgcerix6g 
. . . . iv dk rfj l/ioTtaalif 'InTtovixoy fikv lov Kakllov xodkcfiov ngoaayo- 
gevei. PlutEim. 4, 5: t(^ ttaTtruf Klfutavog ngoaeoixxag r^v q>vaiv, ov 
öl* evri&eidv {paaiv xodkefiov ngoaayogev&ijvai. 

Dunkler Herkunft Der Suffixform nach wurde schon laXe^o-g ,Elage- 
lied' (Seite 8) verglichen. Ob x6aXo-g ,fremd' (Hesych: xoaXor ßogßagoi) 
als zugehörig gelten darf? 

xoieiv, alt wahrscheinlich xoFieiv ,beachten, merken'. 

Ein selteneres Wort Epicharm (bei Athen. 6, 236, B) : xal %d fikv ngcSf ' 
ov xocS, ag xd (i^ axgarog olvog afiq)i7tf] qtgivag. Eallim. Bruchst 53: 
ij d' hcorjaeVf rovvexev Alyiog eaxev, — Dazu: d-voo-xoog, alt wahr- 
scheinlich &voa'x6ßo-g ,deT das Opfer {dvog- IL 9, 499; Od. 15, 261) 
beachtet, Priester'; IL 24, 221: el idhv ydg xlg (i dlkog imx^ovliav ixi' 
levevy rj ot fidvrieg elai dvoaxofoi rj legrjßeg, xffBvdog xer q)alfi€v. Od. 
21,145: uieioidrig , , ^ o ag>i dvoaxoßog Maxe, — nvg-xoo^g ,der auf 
das Opferfeuer (zu vergleichen IL 9, 220: o d^ Iv nvgi ßdkke dvrikdg) 



220 Griechische Etymologie. 

Acht giebt'; Hesych führt auf: ttvqxooi' vrtb JekqxSv le^eig di^ kfint- 
gwv ptavtevofXBvoL, 

Lat cavere ^beachten, sich vorsehen, sich sichern, sich hüten^; Enn. trag. 
373: cdedem caveo höc cum vestttü] Caes. b. civ. 1, 28, 4: milites. . . mo- 
nitt . . . ut Valium caeeum fossäsqve caveant 

Vielleicht gehört hieher auch der Schlusstheil von Eigennamen, wie 
^Ircno-YjoFiayx' (,Pferde beachtend^? IL 10, 518), Jrmo-yLoFmvx- (E. 4, 499), 
Jf]fi-x6fü}VT' (IL 5, 534), ^ao-ycotavT- (Ap. Rh. 1, 191; 192; Q. Sm. 12, 
448), für den das alte innere ß durch Priscians (6, 69) Mittheilung, dass 
er in alten Inschriften auf Dreifüssen in Constantinopel die Form AaFo- 
-KoFiav gelesen habe, erwiesen zu werden scheint — Fick (1^, 187) ver- 
gleicht in sehr ansprechender Weise altind. Jcavi- ,weise, sinnig' (RV. 1, 164, 
16: Jcavis Jas putrds sä im a cikaita ,der Sohn, welcher weise, der hat 
es erkannt^ und altostpers. para-Jcavi- ,vorauswissend*. 
xof, ahmt bei Aristophanes (Achamer 780; 800; 801; 802; 803) das Quieken 

der Schweine nach. 
xdcx- (xor£), eine ägyptische Palmenart, aus deren Blättern Decken und 
Körbe geflochten wurden; daraus geflochtener Korb. 

Theophr. Pflanz. 1, 10, 5: %via de xal ifiaXa[i6q)vXka Tiox^aneg 6 q)oivi^ 
xal 6 xoX^ xal oaa Toiavra. — Pherekr. (bei PolL 10, 179): Tcag d* av^Q 
%aa%%e revxog ?/ xolx' ij xwgvxovg, Antiphan. (bei Poll. 10, 179): ayyelov 
aX(pLT:riQLOv x6'£^. Hesych fährt auf: xo'ixeg' kv Ald'ioniq (potvixutv eldog. 
xal rä ncTtXeyfiiva ix twv (pvkkwv %ov divdgov axevrj, q>oQfioL 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs. Dem Suffix nach würde sich 

sonst aXix- ,Speltgraupen' (1, Seite 303) und ähnliches vergleichen lassen. 

nöiXo-q oder wahrscheinlich TtößiXo-q ,hohl'; später mit Vocalzusammen- 

ziehung xolXo-g (so bei Homer nur Od. 22, 385; Pind. OL 6, 10; 9, 34; 

Isthm. 3, 11 ; Aesch. Sieben 496; 1035; Eum. 23). 

Bei Homer gegen 60 mal, meistens von Schiffen gebraucht, wie H. 1, 26: 
juij a«, y^Qov, xoflkrjaiv kyu naqa vrjval xixt^w. Od. 2, 424 = 15, 289: 
larov d' eihxtivov xoßllrjg Mvtoa&e fieaodfitjg arrjaav dßelgavreg. Od. 4, 
277: rgig dk TtegLaxet^ag xoßilov Xoxov afjLq>aq>6u}aa. IL 21, 496: nÜMiaj 
iq ^a &^ vn^ igrjxog xoßlkrjv uaimaTO nirgrjv. Od. 12, 93: 2xvXXtj . . . 
fiiaarj [xiv %e xaxa OTciFeog xoßlXoio öidvxev, IL 23, 419: arelvog odov 
xoßlXfjg ßlÖ€v, 

Lat cavO'S ,hohl'; Enn. ann. 420: tum cava sub montei UU specus intus 
patebat ; Verg. 6. 2, 1 86 : campuSy qvälem saepe cavä montis convaUe so- 
lemus dispicere. — Dazu : caula ^Höhlung, Oeffnung* ; Lucr. 3, 255 : ut... 
animäi diffugiant partes per cauläs corporis omnis] 6, 492 : per caulds 
aetheris omnis exitus, 

6oth. *hula- ,hohl' (zu entnehmen aus us-huUn ,aushöhlen' ; Matth. 27, 
60: hlaiva, thatei ushuloda ana staina)] nhd. hohl. 

Die Form x6lXo-g ist von Grammatikern (bei Ahrensl, 106) als äolisch 
tiberliefert Das innere / wird durch weiter verwandte Formen wahr- 



Griechische Etymologie. 221 

scbeinlich gemacht Vergleichbare Bildungen sind Ttoixllo-g ,bant^ (II. 5, 
735 — 8, 386; 10, 30), oeylko-g , jähzornig^ (Menand. Bruchst 532, 12, bei 
Kock 3, 156; Xen. Reitk. 9, 7) und auch TgoxHio-g ,Zaunkönig'(?) (Hdt 2, 
63; Ar. Ach. 876; Friede 1004; Vögel 79), die aber in der Betonung ab- 
weichen. Ein einfacher gebildetes noo-gy alt wahrscheinlich xoßo-g ,Erd- 
spalt, Vertiefung^ ist von Hesychios {ytooi' ra %aafjLaxa rrjg yqg xai va 
xoihifÄara) aufbewahrt Zu Grunde liegende Verbalform ist altind. gvi- : 
gväjati ,er schwillt an' (Qat Br.) mit der Nebenform gü- ,zunehmen, er- 
starken' (BV. 7, 50, 1 : huläjdjat vi-gvojat mä' nas a gan ,das sich ein- 
nistende Anschwellende möge nicht zu uns kommen'; BV. 7, 74, 6: svdina 
gdvasä gügu/vus ndras ,durch ihre eigne Kraft sind die Männer erstarkt^, 
an die sich unter anderem auch anschliessen altind. güha-m ,Leere, Mangel' 
(RV. 2, 27, 17: mä'.^.a vidam Qünam äpdis ,nicht möge ich erleiden 
Mangel des Freundes') und idvas- ,Eraff (RV. 1, 8, 5; 1, 37, 9; 1, 39, 10). 
xijcSePT-, alt xrjdißevT- (xtjßaißevt-?) ,mit Wohlgeruch versehen' (?). , 

11.3,382: xad d' ela' iv »alafiqf ivwdel xrjtißevri. 11.6,288: ovrij 
i* ig •9'akafiov xareßriaeTO xtjtifevra. IL 24, 191 =» Od. 15,99: avTog d* 
ig ^aXafAov xareß'qaeTo xrjtißerva xiÖQivov v\p6qo(pov. Antipatr. Sidon. 
(in Anth. 7, 218, 9): r^g Ihi xijvievTi ftvgip ro didßgoxov oaxevv, xal Xina- 
Qoi &v6biv aa&fjia rtviovai xof^ai. Dion. Perieg. 936: Ldgaßtr] . . . aUi 
xfjfjSeaaa ^oig vno Xaqov odcjöev rj ^ov ij afivgvtjg evwdeog. 

Dunkeln Ursprungs. Der Bildung nach vergleichen sich zunächst die 
homerischen evQCußevr- ,mit Moder {eigtir-) versehen^ moderig, dumpfig* 
(Seite 199) und xi^cD/evr- ,8chluchtenreich' (?, nur IL 2, 581 und Od. 4, 1, 
an welchen beiden Stellen Nauck xauraeaaav giebt) und das nachhome- 
rische nrjiAoßevT- ,kothig' (Opp. Fischf. 4, 520 ; zu TCtjko'g ,Lehm , Eoth' 
Aesch. Ag. 495 ; Gh. 697). Unmittelbar dazu gehört wohl das folgende Wort 
xri^öeq-y alt vielleicht xrjßwdeg" ,duftig'(?). 

H. 6, 482: f] d^ aga (äiv (d. L nald^ iFov) xrjcidet di^avo xoijtip. Dionys. 
Perieg. 941 : vtp (d. L dioviatii) xai yeivofiivtfj xrjijidea g>v€TO navra. 

Schliesst sich in seinem ersten Theil wohl an das vorausgehende Wort, sein 

Schlusstheil aber ist vermuthlich der selbe wie in ^iHdeg- ,wohlriechend' 

(Od- 4, 121; 5, 264; 21, 52) und ivdöeg- ,schön duftend' (IL 3, 382; Od. 2, 

339; 5, 64) und gehört zu Sd- ,riechen, Geruch verbreiten' (1, Seite 519). 

x^vx- (xijvj-) ,Eisvogel'. 

Opp. Ixeut 7: rcJy alxvovuiv ovx av eXjtoi zig eig qxavriv ogveig ^dlavg 
. . . xai rag (^däg di ei xaraTtaveiv fieXkoiev^ M^^i ^V^^> avvexwg iftei- 
Ttovaai aiydSat' x:i]vxog di qxov^g ^lyr' iywj pirir aXlog rig dxovaai. Plin. 
32, 86 : ßt in mari alcyoneum appeUatwm^ i nidts ut aliqvi existimant 
(ücyoniJi/m et ce^cvm. 

Wurde wohl nach den von ihm hervorgebrachten Tönen genannt Fick 
(2, 537) vergleicht lit Tcova-s ,Dohle', und weiter noch ahd. Mwo ,Eule', 
altslav. huJaH ,murren' und altind. Tcü- : Tcuvdti ,er erhebt ein Geschrei' 
(Bhatt), auch Tcauü oder kdvatai (Gramm.). 



222 Griechische Etymologie. 

xcoag- fettiges Fell'. 

IL 9, 661 : at d' iTciTceiS^oiÄevaL OfoQBaav kixoq . . • xcJea %b ^yog re 
klvoio %B keTtvov atmov. Od. 3, 38 : idgvaev noQa daitl laieciv iv fiaXa- 
xoZaiv. Od. 16, 47: x^^ ^^^ X^^Q^S ^(S^ag xal xwag vfteg^ep' fy^a 
xa&i^er^ ^TteiTa, Od. 20, 3: xa/u fikv aditpifcov ßoFitiv a%6qBa\ ovraQ 
VTteqd'Bv xüiea nolX oFliov. 

Wohl alt Küßßag-y dfinn würde Zasammenhang möglich sein mit nnserm 
Hauty althochd. hüt und auch lat cutis ^Haut^ (Plaut Bacch. 242 : tondeio 
auro usqve ad vüvam cutem\ in denen die Dentale suffixal sind, die Be- 
deutung des Bedeckens den Ausgangspunkt bilden können. Das Sufßx 
wie in oidag" ,Erdboden, Fussboden' (Seite 206). 
xa^o-q ^Höhle, Gefängniss'. 

Strabo8;5, 7: ol and tcÜv aeiofidiv ^ixtxi^ol xaierol Xiyovtai' xal 6 
xaiitag ro deofiam^Qiov ivrevd'ev t6 naqa ^axeöaiftovlotg^ ajnjJiaiov %i* 
'dvioi dk xciovg fiaXXov ra roiavra xothofiaTa Uyea-d'al g>aaiv, dq>^ ov 
xal ro „q)rjQalv oQeaxipoiaiv". Hesych führt auf: xcSg' vrjaog' xal digfiOy 

Ob etwa naher Zusammenhang besteht mit lat cavo-s ^hohl' (Verg. Aen. 
2, 53: insonicere cavae gemitumqve dedere cavemae; Plaut Men. 159: cow- 
cede audacter (ü> leöninö cavö) und dann also auch xallo-g^ alt x6Filo-g 
yhohl' (Seite 220){? — Das von Strabo a. a. 0. angeschlossene oqbo- 
'Xi^o-g yin den Bergen (11.5,52: ayqta Tvavra, ra %b vQiq)ei ovqboiv 
vXri) liegend, sich aufhaltend' (IL 1, 268: q)i]Qalv oQeaxtpoiai. Od. 9, 155: 
alyag ÖQBOxi^ovg, Hom. hymn. Herrn. 42: OQeaxtpoio jjreAciii^g. hymn. Aphr. 
258: vviiq>ai . . . ogeaxc^oi. hymn. 19, 43: oQeaxtpoio kaycjov) wird sich 
in seinem Schlusstheil unmittelbar zu dem von säHla-fäßn" ,im Wasser 
liegend' (Mbh.) und andern ähnlichen Zusammensetzungen stellen, also zu 
xBlad-at, altind. ^ ,liegen' {xelaat. ,du liegsf H. 19, 319; 20,389, »> altind. 
qdishai ,du liegst' RV. 8, 49, 15) gehören. 
xi" ,gehen', begegnet in der alten Sprache nur in aoristischen Formen, wie 
ixte ,er ging* (Od. 15, 147; häufiger ohne Augment x/c, wie IL 1, 348; 
2, 565; 588; 3, 423), %xiov ,sie gingen' (H. 12, 138), xUv%- ,gehend' (IL 
1, 35; 3, 447; 4, 251; 273; gebildet wie Uvz- ,gehend' II. 1, 27; 138; 179, 
und niovx' ,trinkend' IL 22, 70; Soph. Bruchst 442, 1 ; Ar. Ach. 484; Ktter 
354; 357; Plut 1133), neben denen in der nachhomerischen Sprache indess 
auch vereinzelte Präsensformen auftreten, wie xUig (Aesch. Gh. 680) und der 
Infinitiv xUlv (Plat Krat 426, C). — Daneben ist ein causatives xt-vvfii 
,ich mache gehen, ich setze in Bewegung' noch zu entnehmen aus dem 
medialen, nur in präsentischen Formen auftretenden' xt-vt;ai^at ,sich be- 
wegen' (II. 4, 281 ; 332; 427; 10, 280; 14, 173; Od. 10, 556). 

IL 1, 348: fj d* aßixova^ a/xa Toiat yvvij xlev. IL 1, 35: noXXa d* MneiT^ 
anavev&e xtutv i^gä^' 6 yeqaiog. IL 10, 148: o dh xlialrivde xiwv noXv- 
fxrjTig ^Odvaaevg noixlXov dfitp* ä/^oiai aaxog d'iro, IL 11, 284: ^xfcii^ 
d* wg ivorja^ lAya^iiivova v6aq>t xiowa. — IL 4, 281: drjßiov ig TtroXe- 



' 



Griechische Etymologie. 223 

fiov TtvKivai xlvovro g)akayy£g, II. 14, 173: tov (d. L ilaLFov) xal ycivv- 
fiivoio . . . ovQovov ix€r' avTfii^, 

Lat eiere und mehrfach auch dre ^ Bewegung setzen^; Plaut Poen. 
908 : qvfn prius dispertbit faxoy qvam ünam ccUcem ctverit Plaut Bacch. 
415: qvid hoc negbttstj Fistoelerum Lpdtts qvod erum tarn eiet? Lucr. 1, 
212 -» 5, 211 : ßcundäs vertentes vömere glebäs terrätqve solitm subigevUes 
cimus ad ortüs. — Dazu: dto-s ^n Bewegung gesetzt, schnell'; Plaut Mil. 
522: eitd transcurre curriculd ad nös. 

Mit xtwa&ai stimmt seiner Bildung nach ganz überein Tivvad'ai ,8ich 
bezahlen lassen, strafen' (IL 3, 279; 19, 260; Od. 13, 214). 

xi-S ,Komwurm, Holzwurm'. 

Pind. Brachst 222: /Jiog nalg 6 XQvaog' xslvov oi atjg ovdk xlg ödftrei. 
Theophr. c. pl. 4, 15, 4: arirtoftevov di ^Kaarov Xdiov yevv^ ht, 'fffg olnelag 
vygoTfjTog olov ol fikv tcvqoI aal al Kgid-al roifg xlag. — Dazu: a-xio-g 
,ohue Würmer, dem Wurmfrass nicht ausgesetzt*; nur Hes. Werk. 435: 
daqyyrjg (J'ij TtreXhjg ttxiwTarot lazoßoijfeg. 

Wurde in seiner Einsilbigkeit schon verglichen mit t-^, homerisch Fi-g 
* ,Eraff (Seite 3). An Zusammenhang mit altind. Jcshi ,yergehen', causativ 
»vernichten* (RV. 1, 62, 12: räj'as . . ,nd Tcshijantai ,die Reichihümer ver- 
gehen nicht'; KV. 6, 75, 7 : dgväs . . . JcshivAnti Qdtrünr ,die Bosse vernichten 
die Feinde*) wird man schwerlich denken dürfen, da ihm griechisches 
(p^l'O^at ,zu Grande gehen, verschwinden' (IL 9, 246; 13, 667) entspricht 
Mit altind. Mtds ,Wurm, Insect' (Mbh.) wird kaum ein Zusammenhang 
bestehen. 

xior- (xtwv) ,Säule'. 

In der Odyssee 12 mal Od. 8, 66 — 473: T(p (d. i. dem Sänger) d' aga 
Ilonovoog &ijx€v &q6vov dgyvQo^rjkov ^iaaq) daitvfxovwv, nqog xlova 
ficnfLQov igelaag. Od. 1, 53: "^vlavTog . . ,og t€ .. . ^ei di ve nlova av- 
rog naxQag, at yaiav %e %ai ovqavov dixq)\g ^ovaiv. 

Armen, siim ,Säule' (Hübschm. Arm. St 49, wo eine Grundlage *8ivan 
oder *8Svan angenommen wird). 

Dunkeln Ursprungs. Ob etwa alt xlßov", wie nlßov- ,Fett' (IL 1, 40; 
2, 403; TtiFova fiijka IL 12, 319) — altind. pfvan- (RV. 10, 27, 17: p(- 
vänam maishäm ,einen fetten Widder')? Das äusserlich ähnliche nglov- 
,Säge' (Soph. Trach. 699 ; Brachst 729) ging aus *nQlaov- hervor, wovon 
weiterhin noch die Bede sein wird. 

%al ,und, auch'. 

n. 1, 7: diaan^Ttjv iglaarre IdtQeßldrjg tb ßdva^ ävägdiv xal diog ^Axik- 
levg. IL 1, 9: Atftovg xal Jifog vlog, IL 1, 17: l/irgeßlöat ve xal alXot 
hxn^^ideg ^^xailoL IL 1, 79: ^^gyetwv Tcgariei xal Fol TteL&orfaL^Axai- 
FoL H. 1, 92: xal %6%b ärj •d'dgarjae xal rjvdae ^dvrig a^vfiwv. — II. 1, 
29: nglv fiiv xal yijgag ^Tceiaiv, IL 1, 63: (ndvviv igelofiev rj leg^Fa rj 
xal ovBigonoXov, xal ydg x' ovag ix JiJog eaviv, II. 1, 81 und 82: ei 



224 Griechische Etymologie. 

n€Q yoQ TB jifl'kov ye xal avrfjfiaQ Kcatanixl/rj, akka re xal (lexorcia^ev 
Hxet xoTOV. IL ly 116: dlla xai dg id-ilcj dofuvat naXiv. 

Etymologisch noch nicht aufgeklärt Auch das Herbeiziehen des kypri- 
schen xag ,und' (Hoffmann Gr. Dialt S. 69, 16 mal) hat die Erklärung 
wenig gefördert, da doch weder xal aus nag noch xag aus xal hervor- 
gegangen sein kann. Fick 1^, 375 setzt als erste Bedeutung ,wie' an und 
vergleicht lit kai ,wie^ und altslav. cS ,und dies, und zwar, obgleich', 
sieht den Fragestamm x6- (Seite 219) als Grundlage an. Könnte nicht 
die erste Bedeutung ,worin', dann ,wozu' sein? Nächstvergleichbare 
Formen scheinen die einsilbigen al ,wenn', ,ob*, ,wenn doch' (Seite 71) 
und die neben diesem bereits aufgeführten val ,wahrlich' und dal ,denn' 
in Fragen. 

^al-eiv ,brennen, verbrennen' (II. 1, 52; 9, 77; 14, 397) siehe weiterhin unter 
xarg-. 

xaiirä'q (daneben: xalaxa^ Mehrzahl) ,ErdspaIt, Schlund'; lakonisches Wort 
Strabo 5, 3, 6: xal tov /aeza^v dk xokjtov exelvot Kaiaxav dvofiaaav* 
rä yaQ xolXa navra xaiizag ol uiaxiaveg TVQoaayogevovaiv. Strabo 8, 5, 
7: T^v dh xaiezdeaaav (nämlich als Beiwort zu ^axedalfiova II. 2, 58t 
und Od. 4, 1) ol (ihv xalaf^iv&aidrj (,reich an Minze', xaXdfiivd'og Nik. 
ther. 60) dixovraij ol di Sri ol arco twv aeicficiv ^toxfioi *xai€%ol Xiyov- 
rat' xal 6 xatitag %6 dsa^wTfJQiov ivrevd-ev to naqa ^axedaifiovloig, 
anrjXaiov Ti . • . ^aeiatog (,Erdbeben sehr ausgesetzt^) d' i} ^axtüvixij. 
Hesych führt auf: xalata' OQvyfiara. i; va vno aeiafidSv xataQgayivra 
XWQla. — Dazu: xaieToßevT- ,reich an Erdspalten; 11.2, 581: o2 d' 
elxov xoßlhjv ulaxedalfiova xaiezafeaaav (nach der Lesung Zenodots; 
gewöhnliche Lesart: xrirüieaaav). Od. 4, 1 : ot d' l^ov xoßlkrjv ^axedal- 
fiova xaierafeaaav (wie eben). — Kaiadä^g (oder auch Kec dä-g), 
Name eines Erdschlundes in Sparta; Thuk. 1, 134: xal avrov kfiilkrjoav 
fihv ig Tov Kaiadav ovtccq zovg xaxovgyovg kixßaXXeiv, Paus. 4, 18, 4: 
l/dQiatofiivei q)aolv ifißlrj&ivri ig tov Keadav oQvi&a rov derov VTCOTti- 
tea&ai xal avix^iv ralg migv^iv, 

Fick 1^, 375 nimmt üebereinstimmung mit altind. JcdivatorS ,Grube' (nur 
RV. 6, 54, 7 : mahis . . . maTchn sdm gäri Jcäivatai ,keine [der Kühe] möge 
zerschellen in der Grube') an, das aber selbst etymologisch ganz unverständ- 
lich und insbesondere bezüglich seines t schwer zu beuriheilen ist Seiner 
Bildung nach steht zum Vergleich wohl am Nächsten vaiirij-g ,Bewohner^ (in 
TtBQt'vaiivri'g ,Nachbar' IL 24, 488 ; Ap. Rh. 4^ 470. Daneben mit Einbuse 
des innem t : vaitäg Simonid. Bruchst 57), das von vaUtv ,wohnen' (IL 2, 
130; 758; 5, 543) ausging. Dieses aber beruht auf einem älteren *vaajetv^ 
wie noch durch aoristische Formen {vaoaa ,ich liess bewohnen, gab zu 
bewohnen, Od. 4, 174; vaod^ ,er siedelte sich an' IL 14, 119) erwiesen 
wird. So liesse sich denken, dass etwa auch xaiitag und die zu ihm ge- 
hörigen Formen auf eine Verbalform mit auslautenden Zischlaut zurück- 
führten und in nahem Zusammenhang ständen mit xeat^eiv (aus ^xeaa-) 



Griechische Etjrmologie. 225 

^palten^ (Seite 218). — Die Lesart xrixweaaav (IL 2, 581; Od. 4, 1) lässt 
sich wegen ihres innem w von vorn herein verdächtigen, wenn man die 
ähnlichen Bildungen bei Homer vergleicht: evguKFevT- ^moderig, dumpfig^ 
(IL 20, 65; Od. 10, 512; 23, 322; 24, 10) fahrt anf *evQW' — evQfir' ,Moder' 
Schimmel, Schmntz^ (Seite 199) zurück; wtwFevT- ,mit Ohren, d. L Hen- 
keln versehen' (IL 23, 264; 513) muss vielmehr ovatoßsvt- lauten, da es 
von oia%' ,Ohr* (Seite 202) ausging; xija/eyr- (IL 3, 382; 6, 288; 24, 191 
»« Od. 1 5, 99) ist dunkeL 

x€? ydort'. 

Wird aus Archilochos (Bruchst. 170 bei Bergk) angeführt^ scheint aber 
sonst nirgends zu begegnen. — Dazu : xel^i ,dortS- IL 3, 402: iXtlg roi 
xal xBld'i q>lXog ^eodmay ay&QWTCtov. IL 12, 358: raxa nel^i rev^vSevat 
alftig oXe&Qog, IL 22, 390: avtaQ iyd xal xbZ&i (d. L eiv ^AFLdao) q>lkov 
fiefivr^aofi halfov. — xel&ev ,von dortf; IL 21, 42: lul^ev dk ^elvog fiir 
ikvaoTO. Od. 1, 285: nQuira fihv ig Tlvkov iX&i . . . lul&ev dk 2n:aQttjvde. 
D. 15, 234: ^lbI&bv 3' av%bg lyw tpQaaofiai ßiQyov re Finog te. — yLBlas 
,dorthin'; IL 3, 410: xbIob d' iywv ov% elfii. IL 11, 528: xe^a' tftnovg re 
xai oQfi i&vvofiev. — xelvo-g jener* (siehe besonders). 

Nächster Zusammenhang besteht offenbar mit htel jdortf (1, Seite 345), 
wenn auch dabei das anlautende i- noch unverständlich bleibt, dessen 
etwaiger Vergleich mit dem anlautenden i von ifii ,mich* (1 , Seite 427) doch 
auf recht unsicherem Boden steht Die Bildung wird eine locaüvische 
sein, wie schon unter hei vermuthet wurde. Fick 1^, 420 nimmt wegen 
des entsprechenden äolischen X17 (Sapph. Bruchst 51, 1) eine gemeinsame 
Grundlage ^xeje an, die aber nicht weiter erläutert wird, und nennt als 
vermeintlich weiter zugehörige Formen das enklitische lat -ce (in his-ce 
,diese* Plaut Mil. 486; 1334; Bud.294; — zu -c verkürzt in ht-e ,dieser, 
Plaut Mil. 9; 35 und sonst oft), femer lat eis jdiesseit* (Liv. 5, 33; 35), 
citrä ,diesseit' (Hör. sat 1, 1, 107; 2, 8, 47), goth. himma ,diesem* (Matth. 
6, 11 ; 30; Luk. 1, 48; — hina ,diesen* Matth. 11, 23; 27, 8; — hita ,dieses* 
Matth. 11, 12; Mk. 13, 19), lit szän ,hieher', szis ,dieser*, szitas ,dieser*, alt- 
slav. 8t ydieser*. Dem gegenüber bleibt aber doch zu bedenken, dass 
die aus den angeführten Wörtern zu entnehmende Pronominalgrundform 
ü- offenbar nur ein nah hinweisendes ,dieses', nicht jenes^ bezeich- 
net hat 

xcT-od'oi ,liegen^ Tritt nur in präsentischen und daneben Futurlormen auf, 
wie %eltaL (IL 3, 195; 4, 144; 487), xelvrai (Aesch. SchutzfL 342; Thuk. 
2, 102; daneben xiavai H. 11, 659 -» 826 — 16, 24; 19, 203, zunächst aus 
*x4jaTai; xelarai, 11.24,527; xelvro IL 21, 426), oonjunctivisch xieTai 
(so zu lesen IL 19, 32 und Od. 2, 102 — 19, 147 statt xjjrat, das IL 24, 
554 zu Anfang des Verses zunächst aus ^xi^erai, für xierai, hervorge- 
gangen sein wird), xalaexat (H. 8, 537; 21, 318). Abweichende Präsens- 
bildung zeigen xiovxai (IL 22, 510; Od. 11,341; 16, 232), xiBxai (Hdt 1, 
178; 181; 4, 62; 81; 184), xirixai (Xen. Oek. 8, 19; Plat Soph. 257, O, xi- 

Leo Meyer, Qrieohiflohe Etymologie. 11. 15 



226 Griechische Etymologie. 

oiTo (Hdt 1, 67; Plat Staat 5, 477, A). Daneben erscheint auffällig xia^eto 
(Od. 14, 521; 21, 41), ohne inneres u 

H. 2, 694: Tilg ^ 7^ *«^^' ox^^^^i ^«Z^f ^' avari^aea^ai MfAeklev. L. 18, 
178: dlX^ ava, iirid^ hi xelao. IL 11, 659: ol yoQ agiaroi iv vrivaly xicnai 
ßeßhjfiivoi ovxcLfjLBvol ts. IL 18, 20: xelrat. IlaTQOxlogf vhcvog dk dij afiq)i'- 
f^dxorrau Od. 7, 244 : ^üyvylti zig v^aog avonqo^Bv eiv all xeirai, IL 
11, 132: nokkd d' iv *AvTifidxov natQog xeijitjXia Tceirau — Dazu: xei- 
fijjkio-v ,Eostbarkeit, Schatz^ (siehe besonders); — xolTtj ,Lager^; Od. 
19, 341: fiolXag yag dfj vvxxag dFBixeXli^ ly\ xolTtj afeaa. — xoifxäad'ai 
,sich schlafen legen' (siehe besonders). 

Altind. fi- Riegen' {madhjama'Qi' - ,in der Mitte liegend' RV. 10, 97, 12): 
gdishai ,du liegst' (RV. 8, 49, 15) — xetaai (IL 19, 319; 20, 389); RV. 1, 
133, 1: jdtra hatäs amiträs väilasthdndm pari trdhä$ dgairan ,wo die 
getodteten Feinde anf dem Schlachtfelde herum zerschmettert lagen' ; RV. 
1, 32, 7: vfrtrds dgajat viastas ,Vrtras lag zerstückf ; RV. 2, 17, 6: prthivj^ 
. . . gajädhjdi (— » xieo^ai Hdt 4, 11; 9, 105) ,anf der Erde zu liegen'. 

Altostpers. gi ,liegen': gditi oder medial gaete ,er liegt'. 
xsi'Hv ,spalten'. 

Nur Od. 14, 425: xotpe (,erschlug' den Eber) d^ avaaxof^evog axlCf] dgvog, 
7]v Xine xelwv (? ,die er beim Spalten zurückliess'), also in einem keines- 
wegs ganz deutlichen Zusammenhang. 

Gehört wahrscheinlich zu xeaUiv ,spalten' (Seite 218) und wird aus 
*xiojeiv hervorgegangen sein, ganz wie zum Beispiel rekelei ,er yollendef 
(Od. 6, 234 » 23, 161) aus *T€kiaj€i (daneben der Aorist xeliaaat IL 14, 
262; 18,362; 19,22) oder wie daleto ,er zertheilte' (Od. 15, 140) aus 
^ddajero (daneben der Aorist daaaavTo ,sie vertheilten' (IL 1, 368; Od* 
19, 423). 
xel'Siv und vereinzelt x^-££y (siehe Seite 217) , sich niederlegen, ruhen', mit 
Futurbedeutung. 

Findet sich fast ausschliesslich bei Homer und zwar 16 mal. IL 14, 340: 
y^' Xoiiev xelovreg. IL 1, 606 = Od. 3, 396 — 7, 229 = 13, 17: oi (Ahv 
xax-xelovreg ißav ßoixovde ßixaorog. Od. 14, 532: ßfj d^ tfievai xeLwv 
o^i. 7t€Q aveg agyiodovreg . . . evdov. Od. 19, 340: xelia d* dg to naqog 
7t€Q avnvovg vvxvag lavov. Od. 18, 419: oq>Qa aneLaav%Bg xara-xelofiey 
oXxad* iovreg. Od. 8, 315: ov fiiv aq>ag iV %FoX7ta fiivvv&d ye xeiiftev 
ovTw. Od. 7, 188: vvv fiiv daiad^evoc xceva-xelere ßotxad' Iovreg. 

Scheint sich eng an xel-a&ai ,liegen' (Seite 225) anzuschliessen, doch 
bleibt dabei sehr auffällig, dass das letztere nur in medialer Flexion auf- 
tritt und ein deutlich gebildetes Futur {xüaofiai IL 18, 121; Od. 22, 319; 
xelaerac IL 8, 537; 21, 318) zur Seite hat Darf man daneben auch noch 
xei-Biv für ein wirkliches Futur halten, so vergleichen sich am Nächsten 
wohl Bildungen wie ßelofiat ,ich werde leben' (IL 22, 431), nlofiai ,ich 
werde trinken' (Ttiofievo-g Od. 10, 160), da^idtf ,8ie wird überwältigen' (IL 
22, 271), tekel ,er wird vollenden' (IL 4, 161), ßegiovot ,sie werden zerren' 



' 



Griechische Etymologie. 227 

(11.11,454), denen bei ausgesprochener Futurbedentang doch auch ein 
deutliches Kennzeichen des Futurs abgeht. 
xoii ,Kugel, Ball^ 

Antimachos (im Etym. M. 770, 1 1, wo die Erklärung zugefügt wird, ar}' 
fialvei xijv a<palqotv)i nolag ix xbiqwv elg axoTtelov fiSTagiTcrc^ovai. 
Hesych führt auf: xolag' aq)alQag. ij Xl&ovg, 

Dunklen Ursprungs. An vergleichbaren Bildungen sind etwa zu nennen 
Tcolf] ,6ras, Krauf (IL 14, 347; Od. 9, 449; 18, 368), nolä ,Sommer' (Rhian. 
bei Paus. 4, 17, 11; Antiphil. in Anth. 6, 252, 1), ^ola ,Pf erdeschwemme' 
(Hesjch: Qola' xvXlavQa züv %7tniav Jtaga %i^ n:oTafi(^ xal \pafifA(p)j otrj 
,Dorf (Seite 124). Andre sonst ähnliche wie nvoii^ ,Hauch, Wind' (II. 5, 
526; 11, 622; 20, 439), xQoii^ ,Haut, Körper* (H. 14, 164; Theogn. 1017), 
doü^ ,Zweifel' (II. 9, 230; Kall. Zeus 5), weichen in der Betonung ab. 
x'ö-HV (,schwellen' <») ,schwanger sein'; ausser in präsentischen Formen nur 
im Aorist {htvae Aesch. Bruchst 44, 4) und zwar hier in der causatiyen 
Bedeutung ,schwängem, befruchten' gebraucht, dem gegenüber mehrfach 
auftretende mediale Aoristformen (ntvaaf^ivr] Hom. hymn. 34, 4; Hes. th. 
125; 405; v7to-%vaa^ivri II. 6, 26; 20, 225; Od. 11, 254; Hes. th. 308; 411; 
Bruchst 36, 1; 70, 1 ; 93, 1) aber wieder die intransitive Bedeutung zeigen. 

Hdt5,92, 2 (Orakelsprüche): Aaßda %vei^ ti^ei d* oJLooItqoxov und 
aletog Iv TtiTQfjCi xvei, rä^ei, 6k Xiovra. Theogn. 39*» 1081: Kvgve, 
xvei Ttokig ^de, didoixa dk firi xixji ovöga vßQiOTrjv. Eur. Bruchst 207 : 
xvovaa tIktw tjvU* ^yo^riv naXiv. Eallias (bei Athen. 10, 454, A): xvoi 
yoQj üi yvyalxeg. BionO, 17; eXagi, navra xvei. Aesch. Bruchst 44, 4 : 
ofißgog d^ an* evvarrJQog ovqavov nsawv hivae (Nauck schreibt nach 
Vermuthung: ^devae) yalav. Hes. th. 405: Oolßrj . . . xvaafiivr] drj (rceira 
d^ea '&eov iv q>il6T7]Ti ^tjtw xvavonenkov iyelvato, IL 6, 25: Bov- 
xollwv . . . filyf] q)iX6%ri%i xal evv^, ij d^ vno-xvaafiivri dtdvptaovB yeivaxo 
Ttalde. — Dazu: Tivieiv ,sch wanger sein, schwanger werden'; 11.19, 
117: Tq d' hcvu q>lXov viovj o d' ißöopLog iati^xei fislg. II. 23, 266: in- 
nov . . . ßQig)og ruilovov xviovoav. Ar. Thesm. 641 : oxBQiqyii yag eifjii 
xoix ixifjoa ntinoTS, Plat Gastm. 203, C: 17 ovv nevla . . . xaraxXlveral 
re naq avrtp xal ixvtjae zdv^EQwra. — iy-xvo-g ,schwanger'; Hdt 
1, 5 : cug iv T(p ^IdQyel ifilayeto zip vavxXtjQqj T'^g veog, inel ök ^fÄa&e 
fyxvog iovaa. — xvag- ,Oeffnung' (siehe besonders); — xv^ar- ,Frucht 
im Mutterleibe' (siehe besonders); — xvfiar- ,Woge' (siehe besonders); 
— xolXo-g jhohl', alt wahrscheinlich xoFiXo-g ,hohl' (siehe Seite 220). 

Lat in-cient- {in-dens) ,8chwanger'; Varro r. r. 2, 2, 8: fadendum qvo- 
qve saepta sSereta ab alits, qvö indentSs sSclüdere possfs. 

Eambr. cynu ,sich erheben, aufstehen', er-chynu ,erheben', cum ,Höhe' 
(Windisch in Beitr. 8, 40). 

Altslav. 8UJ ,leer, eitel'. 

Altind. gvä- oder gü- ,anschwellen, zunehmen': gväjati ,er schwillt an' 
(Cat Br.) ; KV. 7, 50, 1 : iuläjdjat vi-gvdjat md' nas a gan ,das sich ein- 

15* 



228 Griechische Etymologie. 

nistende Anschwellende möge nicht zu uns kommen'; BV. 7, 74, 6: sväina 
gdvasä gägviAms näras ,darch ihre eigne Kraft sind die Männer erstarkt'. 
— Dazu: (ündr ^geschwollen, aufgedunsen' (Su^r.);' — fÄna-m ^Leere, 
Mangel'; RV. 7, 1, 11: ma günai . . . ni saddma nrnäm ,nicht mögen wir 
dasitzen im Mangel an Männern'; — sü-gigvi- ,schön wachsend, schon sich 
bildend' (im Mutterleibe), EV. 1, 65, 4; — gigu-s ,Kind, Junges^ RV. 1, 186, 
5; 7; 3, 1, 4. 

Altostpers. gu- ,zunehmen, wachsen': gujamna ,wach8end'. 

An ähnlichen kurzen Verben mit v bietet das Griechische sonst noch: 
dveiv ,eingehen, untergehen' (IL 15, 345; 21, 232; Od. 5, 272), q)V€iv ,er- 
zeugen, hervorbringen' (IL 6, 148; 149; Od. 7, 119), ^eiv ,opfem' (Od. 15, 
260; Hom. hjmn. Ap. 491 — 509; Find. OL 13, 69), iveiv ,15sen' (IL 10, 
498; 11, 620; 23, 62; Od. 2, 69), xXv€iv ,hören' (II. 7, 379 — 14, 133 — 3781; 
Hes. Werke 726), ßfvsiv ,strotzen, sprossen' (IL 17, 56; Theokr. 22 , 43), 
ßXvBiv ,überstr6men' (Ap. Bh. 4, 1236; Lykophr. 301). — Aus fy-xvo-g 
,schwanger' («> ,die eine Leibesfrucht in sich hat') wird wohl ein *%vo-v 
,Leibesfruchf (ein gleichbedeutendes ungeschlechtiges xuoc;- findet sich bei 
Ar. Bruchst. 609 : ^ %lq tcvovo* €q>avrj xvog toaovrovl) entnommen werden 
dürfen, wie fy-xC^uoy ^schwanger' (Pseudo-PhokyL 186; Xen. Jagd 7, 2) in 
ganz ähnlicher Weise aus h ,in' (Seite 401) und xtifiar- ,Frucht im Mutter- 
leibe' (Aesch. Gh. 128; Eum. 659) zusammengesetzt wurde. — In lat in- 
'Cient' (aus Hn-cuient-?) wird neben dem Guttural der Ü-Vocal in der 
nämlichen Weise erloschen sein, wie in can-i-s (aus *cuanr) neben tcvov- 
,Hund' (siehe Seite 230). 
x'öa'd'O'q ,Becher'; ,Schr5pfkopf'. 

Xen. Kyr. 1, 3, 9: ol ä^ aga nSv ßaatXimv olvoxooi, iTteidav dtdwai t^v 
q>iaXrjv dgvaaweg an avrijg %^ xva&ffi elg %rjv dQioxtQav XBlqa i/X€a- 
lievoi xaTaQQog>ovai. Piaton (bei Athen. 10, 424|A): T(ß aroftavi %dv 
xva-d'ov cJd' €ikr]q>6Teg, — Ar. Lys. 444: et t&qo v^ t^v 0(oaq>6Qov vqy 
X^Iq' omQov Tovtjj TtQOOolaeigy Tcva&ov alnjaeig ra%a. 

(gehört offenbar zum Vorausgehenden. Die Suffixform wie in afjLa&o-g 
,Sand' (1, Seite 290). 
7ei>ava^q (in einigen HUlen findet sich auch die Betonung xvav6-g\ be- 
zeichnet ursprünglich wohl eine nicht genauer zu bestimmende ,dunkle 
Farbe^ und ,dunkdfarbiges', später vielleicht bestimmter ,Blaues', dann ins- 
besondere ein ,dunkelfarbiges Metall' (wohl ,blauangelaufener Stahl oder 
solches l^en'; ^Kornblume'; ,Lazurstein' ; ,blaue Farbe'; ,Blauamsel' oder 
,Blaudrossel'. 

Dreimal bei Homer, IL 11,24: %ov (d.L d'dQtpuog) 6* ^ rot dixa olfioi 
iaav (liXavog xvavoio, IL 11, 35: iv de (liooig (nämlich dfiq>alolai auf 
dem Schilde) 1'^ elg (so ist wohl zu lesen statt fiiaoiaiv l'i^y) fiilccvog 
xvavoio. Od. 7, 87: negl (nämlich roixoiai) de &QLyxdg xvavoto. Ausser- 
dem aber noch in den Zusammensetzungen xvavo-nQtfiQO'-g ,mit dunklem 
Yordertheil' (IL 15, 693; 23, 852; 878 von Schiffen), xvavo-xotl%n-g ,dunkel- 



Griechische Etymologie. 229 

haarig^ (11.20,144 von PoBeidon; IL 20, 224 yon einem Pferde), ^vav- 
-wni-g ,mit dunklem Angesicht^ (Od. 12, 60 von Amphitrite) und xvavo- 
-ne^a ,mit dunkelfarbigen Füssen' (II. 11, 629 von einem Tisch). — Nach- 
homerisch: bei Meleagros (in Anth. 4, 1, 40): IvinXeKe . . . IIokvKXelzov 
noQq>vQhjv xvavov. — Plat Phaed. 113, B: b vivagvog (nämlich ftarafiog) 
ixnlfcrei eig voTtov nQwrov öetvov %e mal HygioVy wg Hyerai, xQWfjLa di 
SxovTtt olov 6 xvttvog, Theophr. Steine 37: aafcq>etQOv' avvrj yag fiilaiva 
ovx ayav noQQta %ov xvavov %ov aggevog, — Hipp. 1, 485 : ijv yag rig 
xvttvfp r^ filkvfp (poQv^ag vdiaq dolrj dsöttprpiOTi, ftdw niBlv . . . %7tBi%a dl 
ei iti ftlvovTog dvarifÄVoig rov Xaifiov, &oQOig av tovvov xexQO^OfAivov 
T(p 7tot(p, Paus. 5, 11, 2: tovtwv twv igvfidTWv oaov fzkv dnayriy^if TcSy 
^Qwv iarlv, ahfiXmxat ycvavqt fiovov. — Arist Thierk. 9, 97: l'art dh rig 
nergalog ^ ovofjLa xvavog' oirog 6 OQVig . . . fieyaloTtovg dk xal ngog 
rag nirgag ngoaavaßalvei' xvavovg oXog. — Dazu: nvdveo-g ,au8 dun- 
kelfarbigem Metall' (?) oder nur ,dunkelfarbig' und später bestimmter ,blau'. 
IL 18, 564: iv (nämlich t(^ adxei) k%l^ . . . aXaniv . . . api(pl dk xvavhjv 
xdnetov, IL 11, 26: xvdveoi di dgdxovreg ogwgixoro (auf dem Panzer), 
Xgioai fefoixoTeg. IL 11, 39: xvoveog feßilixTo dgoaacjv (auf dem Schilde), 
n. 1, 528: xvavhjaiv in* 6q)gvai vevae Kgoviwv. IL 22, 402: afiq)l dk 
Xalxai xvdveai nhvavTO (Hektors). Od. 16, 176: xvaveai d* iyivovro ye- 
yeiddeg dfig>l yheiov (des Odysseus). IL 24, 94: xdlvfi^* %ke dla ^edtav 
xvoveovy Tai t' ot; %i f^ekawegov trcXezo Fiod'og. Od. 12, 243: VTtiveg&B dh 
yaia q>dv€ax€v '^dfifKp xvavhj. 11.5,345: igvaaavo Oolßog^AnoXkwv xvavijj 
veq>iXfi. II. 16, 66: xvdveov Tgtiwv viipog, IL 4, 282: q>dkayy€g xvdveav 
Hes. Schild 249: Krjgeg xvdveai. Pind. OL 6, 40: Xoxf^ag dnb xvaviag. 

Dunklen Ursprungs. Das Suffix wie in Ttvavo-g (oder ftvavo-v7) ,Ge- 
richt aus ungeschrotenem Waizen' (Heliodor bei Athen. 9, 406, D : r^g %wv 
nvgwv iif/r^aewg inivorjd'elctjg ol filv nahxiol tcvovov, ol di vvv oXoTtv 
gov Ttgoaayogevovaiv), axavo-g ,Dom, Stachel' (?), eine Distelart (1, Seite 
31), igavo-g ,Mahlzeit auf gemeinschaftliche Kosten, Gesellschaftsbeitrag, 
Liebesdienst' (1, Seite 434) und sonst 
x'öaiiO'q ,Bohne' ; in übertragener Bedeutung ,Hode' und die ,hart werdende 
Brust des reifenden Mädchens und die erste Milch darin'. 

11.13,589: iig d* ot' anb nXatiFog ntv6g>iv fieydkriy xar' dXmjv 
•^gwaxovaiv xvaf^oi fieXavoxgoeg ^ igißiv&oi. Plat. Staat 2, 372, D: xal 
tgayriiAcnd nov naga^aofiev atTOlg TcJy tb avxwv xal igeßlv'^wv xal 
xvdfiiav. — Empedokles (bei Gellius 4, 11, der dazu bemerkt: qvi diligen" 
tius sdiiiMqve carmina EmpedoeU arbiträU suntj xvdfiovg hoc in loc6 
testiculös signißcäre dScunf): detXol, TcdvdBiXoi, xvdfiwv ano XBigag ^xb- 
ad'au — Pollux 2, 163: erklärt: 6 di nBgl tjj ^X'^ ftBXaivofABvog xvxXog 
tpwg^ fi di ftgtirri %ov ydXaxrog in* ctv%(^ fcij^ig xvafiog. 

Das Suffix wie in ogxafio-g ,Anftthrer, Gebieter^ (1, Seite 573). Zu Grunde 
liegen wird xv-biv ,schwellen' (Seite 227), zu dem möglicher Weise auch 
unser HoäCy das gothisch als *hutha zu erwarten wäre, gehört 



230 Griechische Etymologie. 

x'öaQ' jOeffnung', insbesondere, ,Nadelöhr^ und yOhröffnung'. 

Hippokr. 2, 97: ircod-elg ro ^afifia TJj ßelovji rg to tcvoq exovar]. Hip- 
pokr. 2, 243: qaßdov Xaßutv xaaaiT€Qlvrjv iU/rr^v 2x %ov kriqov xvoq 
^ovaavj dielgeiv ig to arofia Trjv ^aßdov Inl %6 o§i5, xai l/r^v ^^ßflj 
diiQoag dia tov xvagog %6 XLvov Bhieiv, Pollux 2, 86 erklärt in Bezug 
auf das Ohr: to dh %axa to %qv7triiia f^igog mafiagoy to d* hrog Tcvag. 

Lat mver-na ,Höhlung, Loch'; Verg. Aen. 3, 674 : curvtsqve inmügiit 
Aetna cavemts. 

Gehört auch zu xv-eiv ,schwellen' (Seite 227). Das Suffix wie in iag-j 
alt ßiag- jFriihling' (1, Seite 330). 
Tctov' (xvcjv II. 8,338; 15, 579; 22, 189) ,Hund', mit der Nebenform tcvv- 
{xvv-6g IL 1, 225; 6, 344; 356; xvv-eg IL 5, 476; 10, 183; 15, 272) für aUe 
Casus ausser dem Nominativ xvwv und dem Vocativ xt;oy (IL 11, 362 
= 20, 449; E. 21, 481; 22, 345). 

IL 1, 4: avTovg dk ßehaqia revxs xvveaaiv. U. 11, 549: wg d^ aX&iava 
Xiovra ßoFäv atio fieaaavloio iaaevavro xvveg t€ xal avigeg ayQociSTai. 
IL 22, 66 : aixov d ' av 7tvf4ar6v fie xvveg . . . tSfirjaral ßeQvovoiv . . • oSg 
TQiipov iv fÄeyaQOiat rqaneCijFag dvqoFiaQovg. IL 21, 481: ntZg ök av 
vvv f^i^ovagj xvov adßeig, avzL iptelo OTi^aead'ai; IL 13, 623: hißtjg . . . 
rjv ifÄB Xu}ßT]oaa&€y xaxai xvveg. 

Lat can-i'S (Pluralgenetiv can-^m Cic. n. d. 2, 63, 158; Verg. G. 3, 404; 
Aen. 4, 132; 5, 257); Ter. Andr. 57: aut eqvös alere aut canSs ad vi- 
nandum. 

Altir. eu (Genetiv con) , Hund'; fean-cAu ,Hündinn' (Zeuss-Eb. 264); cudn 
,Hündchen' (Z.-R 273). 

Goth. hundor] Luk. 16, 21 : hundos atrinnandans hUaigodedum banjös is. 

lit s^äj Genetiv szuns. 

Altslav. suka ,Hündinn'. 

Armen, sun, Genetiv san. 

Altind. (udn- und ovän-y mit der Nebenform gün-j BV. 10, 86, 4: guä' 
nü asja gambhishat dpi Tedmai ,derHund soll beissen in sein Ohr^; BV. 
4, 18, 13: dvartjä Qünas antra' ni paicai ,in der Noth briet ich eines Hun- 
des Eingeweide^ 

Altostpers. gpä ,Genetiv (ünöj ,Hund^, auch ,hundeartiges Thier'; medisch 
spaka (Hdt 1, 110: ttjv yaq xvva xakiovai anaxa Mrjdoi)^ — afghan. 
gpai, Qpu. 

Die Herkunft des Wortes ist dunkel; sein Suffix wird das selbe sein 
wie in a^ov- ,Achse' (1, Seite 49). Die Verkürzung von xvov- zu xiJy- ist 
im Grunde die selbe, wie zum Beispiel in v7tvo-g ,Schlaf' (Seite 153), aus 
einem alten ^oFotzvo-. Auf der anderen Seite aber vergleicht sich das 
Hervorgehen des lateinischen somno- aus jenem älteren *svopno- wieder 
mit dem des lat- can- aus älterem ^cuan-. — Im medischen spaka ist 
ein suffixales ka zugefügt, wie es auch für das altslav. suka wird anzu- 
nehmen sein. 



Griechische Etymologie. 231 

xa^x- (xai5ij§-), eine Möwenart 

Enphorion (in Elym. M. 493, 49, wo erklärt wird xavtj^' 6 yXaQog): r^g 
ovo ' ai-d-viai oidk xqvsqoI xavijxeg» Lyk. 425 : xQiaaovg dh ra^vaovai 
K€fxaq)ov vonai ^uäXevtog oix arcw&e xavrjxag noTWP. Lyk. 741 : übqoV' 
vif] fiaanyi avfig)X€x^ijO€vai xavi}^, iQivov Tcgoaxa&rifieyog xkadip. Le- 
onicL (in Anth. 7, 652, 5) : %cü (niv nov xavrj^iv tj ix^vßoQoig XaQldeaaiv 
red'Qi^vrjT^ arcvovg evgel In* alytai/p,] 

Stellt sich seinem Suffix nach unmittelbar zu iQrjx-j alt wahrscheinlich 
^iQTjX' ,Habichf (Seite 64), ist übrigens etymologisch nicht klar. Zwischen 
av und rj darf man den Ausfall eines Consonanten, etwa a, vermuthen. 
Die unmittelbare Zusammenstellung (bei Fick 1 \ 380) mit xi^vx- ,£isyogel' 
(Seite 221) steht auf sehr unsicherem Boden. 

xdxailo-v ,Mauer^. 

Aesch. Bruchst, 166: xaxaXa. Hesych fährt es an und erklärt ,r€lxrj'. 

Zweifeln kann man zunächst, ob eine einfache Ableitung durch suffixales 
ako (wie in itirako-v ,Blatt' IL 2, 31 2; Od. 19,520; /poTrcio-y ,Knittel, Keule' 
n. 11, 559; 561; Od. 9, 319; xvuiöaJiO'V ,wilde8 Thier^ Od. 17, 317) oder 
etwa eine alte reduplicirte Bildung {xa-xal-) angenommen werden darf. 
Pick 1*, 381 vergleicht in ansprechender Weise xiyxlld' ,6itter, Schranke' 
(Ar. Bitter 641 ; Wesp. 124; Flut Galba 14), lat cancri (PauL ex Fest: can- 
cn dicSbantur ab antiqmSy qvt nunc per diminüHonem cancellt) und 
cancelli ,Gitter, Schranken' (Varro r. r. 3, 5, 4 ; Ov. am. 3, 2, 64), nhd. Hag 
und Oe-hege, lit hinhyti ,gürten, (Pferde) anspannen', altind. hän(^ ,6ürtel, 
(Bagh. ; Maigh.) Icac oder hanc ,binden' : Icdcatai oder hdncatai ,er bindet' 
(Gramm.). Darnach würde die erstere Anschauung den Vorzug verdienen. 

xaxaXiäj eine Pflanze, vielleicht ,Hufiattich'. 

Diosk. 4, 121: xaxaXla^ ol dh keomxi^y, q>vXXa q>iQei Xevxa^ eiffieyid'rj ' 
xavXog dh i^ avrtiy fiiaog, ogS'og, Xevxog, av&og ^x^^ ioixog ßgvqß rj 
kXaiff' Iv ogeai dh tpiexai, 

Dunklen Ursprungs. Etwaiger Zusammenhang mit dem vorausgehenden 
ist völlig unsicher. 

xaxd-$ ,verderblich', ,schlecht, untüchtig'. 

n. 1, 10: vovaov ava aTQcndv cjQOe xaxqv^ oXixovzo dh XaßoL IL 1, 
382: ^x€ d' ijc^ ^Agyetoioi xaxbv ßiXog. IL 1, 418: T(p ae xaxjj aXaji ri' 
xov Iv fxeyaQOidiv, IL 3, 173: c^^ og>€Xev S^avarog fioi cdelv xaxog. II. 3, 
417: av di xev xaxov olrov oXriai. IL 4, 82: rj ^' avTig jtzoXefiog re xa- 
xog xal (fvXoTCig alvfj iaaezai, II. 16, 206: ItcbL ^a toi wde xaxog x^^^^ 
ififceae dv^<^. II. 16, 687 1 t} t^ av vnixq>vye xqga xax'^v fiiXavog d'a- 
vttTOio. — Od. 11, 191 : xcfxor dh xQot felfiara Fiaxai. IL 2, 365: yvviaji 
tneid'* og ^' ^yefiovwv xaxog dg ti vv Xafdiv rjd^ og x* ia&Xog l'ijff^. IL 
10, 316: og djj roi ßeldog lihv Uv xaxog. IL 4, 299: xaxot^^ d' 1^ fiiaaov 
iXaaaev. H. 14, 126: ovx av fie yivog ye xaxov xal avaXxida q>avTeg. 

Nächster Zusammenhang besteht wahrscheinlich mit lit hdnkti ,schä- 



232 Griechische Etymologie. 

digen, wehe thun, yerletzen^ nnd kanka jQaslj Schmerz' (Fiek 1^, 383), 
wornach also als Gnmdbedeutang sich ^schädigend' ergeben würde. 

xaxxäßri ^bhnhn', mit der Nebenform xaxxaßld' (xaxxaßlg). 

Alkm. Brachst 25 : l/ri; raöe xal fiikog Idlx^av eSgCj yeyXuaaaiiivov 
xaxxaßidwv atofia ovvd'ifievog. — Athen. 9^ 390, A: xakoüvrai d* ol itiq- 
dix€g in^ iviwy xctxxaßai. 

Vielleicht der Stimme des Bebhahns nachgebildet Dann würde es sich 
nahe za dem tonnachahmenden xaxxaCeiv ^gackern' (Hesych: xaxxa^eiv' 
rag OQvig %ag nqog %d xlxzeiv tpS'ayyofiiyag IdxtixjoL PoUax5, 90: et- 
noig d' av ... neXeayqidag ^Perlhühner' xaxxatBtv) stellen. Schwieriger ist 
die Benrtheilang des saffixalen -/Ji;. 

xaxxdßri ,Topf. 

Ar. (bei Athen. 4, 169, C): Trjv xaxxaßrjv yag xae %ov didaaxaXov and 
xayeiv ixeiS^ev xaxxaßfjv. Antiphan. (bei Athen. 4, 169, 0): ij ve yag . . . 
MyX^kvg Boianla fiix^sloa xolloig iv ßv&oiai xaxxdßrjg xXialvetai. 

Möglicher Weise etymologisch von dem voransgehenden gar nicht yer- 
schieden. 

KäxxTi ,Kacke'. 

Ar. Friede 162: oTto fiiv xaxxnjg vfjr ^Iv^ anixtav. — Daza: xaxxaeiv 
,kacken'; Ar. Wolken 1384 : xancxav d* av ovx itp&tig (pQaaai, xayto kußutv 
^vQo^B i^iq)€QOv av xal nQovaxofÄtjv ae. 1390 : nviycfxevog qv%ov ^nolrjoa 
xaxxav. 

Lat cacäre'j Pompon. com. 97: neqve interim cacandi causa cumqvam 
incoamü nate. 

Altir. cacc ,Misf (Rck 1^ 421). 

lit sziJcti ,kacken'. 

Altind. (dJcrt- (Genetiv qaJcnds AV.; Instrumental ^ahnä' VS.) ,Koth' 
BV. 1, 161, 10: Qälcft dikas dpa abharat ,einer trug den Eoth forf. 

Die Verdopplung xx ist im Griechischen selten; vielleicht hier aas xf 
hervorgegangen, wie zum Beispiel wahrscheinlich in niUxxo-v ^Axtstiel' 
(11.13, 612) neben nikcxv-g ,Axt' (IL 3, 60; 17, 520). — Das deutsche 
hacken mit seiner anlautenden Tenuis kann nur entlehnt sein. 

xäxro-q ,Kardunarti8chocke' {Cynara Carduncuhis). 

Epich. 110 (Ahr.): fiaxuvldeg, fiagad'a rgoxieg %e xaxzoi, toi aiiv akXoig 
fiiy g}ay€lv ivrl kaxavoig [adhg]. Theokr. 10, 4: anokelrcji uioTtCQ oig 
Ttolfivagy ag tov noda xdxtog irvtpe. Theophr. Pflanz. 6, 4, 10: 17 de xox- 
Tog xaXovfiivfj negl Sixeklav fiovovj iv tjj ^EXkadi dk ovx ictiv. "idiov 
61 Ttagit taXXa %6 q>v%6v' a^lrjoi yag ev&ig and rijg ^l^tjg xavXoig 
i/iiyelovg, to öi (pvkhov ix^i nka%v xal axav&wdeg' xakovai dk rovg 
xavkovg tovtovg xaxvovg. 

Als Suffix löst sich jo ab, ganz wie zum Beispiel in olxTo-g ,Mitleid, 
Jammern' (Seite 127). Ueber die zu Grunde liegende Verbalform ISsst 
sich weniger leicht entscheiden; kaum wird dieselbe zu Grunde liegen 



Grieduficbe Etymologie. 233 

wie in xaxo-^ ,verderblich, Bchlecht' (Seite 231). Ob möglicher Weise 
Zusammenhang besteht mit nhd. Hechel? 
x€X9<2xTi]-s ^chreier*. 

Ar. Bitter 137: iniylyveiai yag ßuQao7tioh]g 6 naq)i,ayiiv, oQTta^, 
xexQoxTTjgj KvnkoßoQov qxjjyrjv ^wv, — Dazu: x€x^o;^^o-^ ,6eschrei^; 
Eur. I. A. 1357: Ivixujfirjv xengay^iov. 

Eine offenbar durch Beduplication entstandene Bildung , die sich als 
solche mit rer^efialveiv ^zittern' (Ar. Wolken 294; 374), Ter^a/vcty , durch- 
bohren* Ql 22, 396; Od. 5, 247; 23, 198), ßeßgti&eiv ,verschlingen* (IL 4, 
35) und ähnlichen vergleicht Sie schliesst sich eng an TLQoKeiv ,schreien' 
(Ar. Bitter 287 ; Perf ect xingäya ,ich schreie, ich kreische* (Aesch. Prom. 
743; Bruchst 281,5). 
xfXff^ipaXo'q ,Frauenkopfnetz*; , Jagdnetz*; ,Eehlriemen am Pferdezaum*; 
,zweiter Magen der widerkäuenden Thiere*. 

IL 22, 469: rijle d* ano xgaTog ßake dia^axa oiyakoßevta, afinvxa 
x€XQvg>ak6v %€ fidi nkexrijv avadiofxrjv xqtjÖbiavov ze, Ar. Thesm. 138: 
ti ßaQßitog kaXei XQOxuni^ ; %l de Xvqa xexQvg)di.ifi ; 257 : xeTLgvgxikov del 
xal (xLtqag. — Xen. Jagd 6, 7 : knl 6h axgag iaovg rovg ßgoxovg ircißaX' 
kirw xal ofioiwg dvteQeiditWj Ircalqwv eig fjiiaov %6v xexQvg)akov, — 
Xen. BeitL 6, 7 : xav fikv dixjixai (nämlich 6 %7t7iog %6 avofjiiov), dijkov 
oxi TteQixi&ivai dei xov xexQvtpalov. — Ar. Thierk. 2, 75: avvijQxrixai, d' 
avxfj (d. L xoiXlg) nXrialov vijg xov axofidxov nQoaßolijg 6 xakoifievog 
xexqifpaXog anb xfjg otpewg. Maxi yag xd fikv i^ut^ev ofioiog xij xoiXLqy 
xd d' ivxog ofioiog xoig nlexTülg xexQvq>dXoig. 

Als Verbalgmndform ist xQvq>' ,yerbergen, yerhüllen* (IL 14, 372: xe- 
g)akdg dh navai&Tjaiv xoQVt^eaaiv XQvtpavxeg. Soph. Aias 245: xQaxa 
xaXvfifiaoi xQvipdfxevov, — xgvqiTjdov ,yerborgen, heimlich*. Od. 14, 330 
»=19, 299) nicht zu verkennen, davor wird xe- Beduplicationssilbe sein, 
wie im vorausgehenden xexgdxxrjg. Das Suffix aber ist das selbe wie in 
daxQdyaXo-g , Wirbelknochen, Wfirfelbein, Sprungbein* (1, Seite 180) und 
ähnlidien Bildungen. 
xoxäXiO'V ,eine Schneckenart*. . . 

Nur Arist Thierk. 4, 38 : xd fih ydQ avxtiv (d. L oaxQoxodiQfiwv) ovx 
ix€i adqifLa ovdefilav, olov ixlvog (,Seeigel*), xd d* ^ei fiäv, Ivxog d' ex^t 
xt^v odi^xa dq)avij Ttdoav nktjv xrjg xeg>aXrjg, olov o% xb ;f€(>(7ald£ xoxXiai 
7mI xd xakovficva vno xivtov xoxdkia (andre schreiben xoxxdkia oder 
auch xancdkid). 

Dunkler Herkunft Ob etwa Zusammenhang besteht mit xoxXldg 
,Schnecke* (siehe oben, femer Arist Thierk. 4, 1; 15; 37; 45 und sonst), 
die Formen möglicher Weise nach Dialekten neben einander liegen? Der 
Suffixform nach vergleiche sich dtdaaxdkio-v ,Eenntniss, Wissenschaft* 
(Hdt 5, 58), das von diddaxako-g ,Lehrer* (Hom. hymn. Herm. 556 ; Aesch. 
Prom. 110; 322) ausging, oavödkio-v ,kleine Sohle* (Hdt 2, 91; zu adv- 
daXo'V ,Sohle* Hom. hymn. Herm. 79; 83; 139), Ttrjädlio-v ,Steuerruder* 



234 Griechische Etymologie. 

(Od 3, 281; 5, 255), TQioyaho-v ,Näflcherei' (Find. Brachst. 124, 4; Ar. 
Friede 772; Plut 798) und andere Wörter. 

7tox'6ri-q yVorfahr*. 

Ein selteneres ionisches Wort. Alter Dichter (bei Suidaa): cry* vfiiwv 
xoxi^at (so zu lesen statt koxkvjjoi) xad'rjinävtj aQxaljiai. Zonas (in Anth. 
9, 312, 5): xoxvac yag ^le^av a/ilv wg ftgoregai fiarigeg iv%l ÖQveg. 
Hesych erklärt: xoxvai' ol nartTtoi ytai ol TtQoyovoi, Etym. M. 524, 52: 
xoyacvag' 6 ngoyovog, %ai:i dk 'lotviKrj 17 Id^ig. 

Dunklen Ursprungs. Vielleicht trat unter dem dissimilirenden Einfluss 
des unmittelbar folgenden v das o an die Stelle eines alten Vy wie wahr- 
scheinlich in KoxKvy- ,Kuckuck' (siehe Seite 235), und man darf an alte 
Bildung durch Beduplication denken. 

*xoxxdg€cv (aus *xoxxadJ€Lv) ,höhnen' (? oder ähnlich), kann entnommen 
werden aus iTti-xoxxdoTQia ,Spötterinn, Nachäff erinn'(?) (nur Ar. 
Thesm. 1059: ^Hxdj koywv dvrqiddg krcixoxxaoTQia), ist aber etymologisch 
nicht verständlich. Oder sollte es mit xaxd^eiv ,lachen^ (siehe weiterhin), 
das auch in der Form xaxxa^eiv (Hesych: xaxxaCei' araxTug yel^ be- 
gegnet^ in Zusammenhang stehen? 

xöTixaXo'q ,Pinienkera^ 

Hippokr. 2, 82: xoxxaXog xai OfjLVQva IxXixxov. 2, 85: TtßQiTckevfiovltjg 
ixkixtov ;faA/?ai^i} xai xoxxaXog iv /liXirt Idxtixii), 

Gehört wohl unmittelbar zum Folgenden. Bezüglich des Suffixes wer- 
den sich etwa Bildungen wie iqulaXo-g ,Fieberfrost' (1, Seite 609) und 
(piifjaXo-g ,Rauch, sprühende Funken' (Ar. Ach. 279; 667; Wesp. 227) ver- 
gleichen lassen, im Gegensatz zu denen solche wie daTQayaXo-g ,Wirbel- 
knochen, Würfelbein, Sprangbein' (1, Seite 180) ihr suffixales aXo un- 
mittelbar an eine Yerbalgrundform antreten Hessen. 

xö^Tco-q ,Frachtkera'; ,Beere', insbesondere ,Scharlachbeere'; ,Hode'. 

Hom. hymn. Dem. 372 : avzdq oy Zäiörjg ^oirjg xoxxov edwxe qtayBiv 
^eXirjöia, 412: ovrag o Xa&grj %fißaXi /not ^oirjg xoxxov, fieXirjdi^ Idoi- 
öi^v. Hdt 4, 143: roaovTO TcXfj&og , . oaot iv zfj ^ovfj xoxxoc, Theophr. 
Pflanz. 4, 10, 3: 17 de alär] .... dvovx^^loa dk Tovg xoxxovg iQvd-govg fikv 
ex€i, %(fi axijf^ari di ovx ofiolovg ralg ^oaig dXXd 7t€Qtq>€Q€lgy fitxQOvg 
de xai ov TtoXXtp fiel^ovg xiyxQov, 3, 16, 1 : 81 Jtglvog (,ScharlacheicheO 
. . . q)iQ€i dh Ttagd Trjv ßaXavov xai xoxxov rivd q>oivixouv. 9, 20, 2: 6 
dh xvldiog xoxxog ctQoyyuXov igv&Qdv ttj xQ^^V f^^^^ov di tov Ttertigtog. 
9, 11, 7: TfSv 81 Ti&vfiaXX(üv 6 (ihv TtagdXiog xaXov/iievog xoxxog gwXXov 
^X^c 7t€Qiq>€Qig . . . tov ök xagrcov Xevxov, Diosk. 4, 48 : xoxxog ßa(pixri 
•d'dfivog iorl fiiTcgog, q)Qvyav(6Sqg, (^ TtgoaxetviaL ol xoxxoi dg (paxoL — 
Straten (in Anth. 12, 222, 3): t^ x^Q'- ^^^? xoxxovg inaquifiBvog, 

Dunkler Herkunft Ob etwa zunächst aus xoxFo'g, wie vielleicht xdxxri 
(Seite 232) aus xdxFri'f 

xoxxoßöä-q ,Hahn^ 

Soph. Brachst 723 : xoxxoßoag ogvig. 



Griechische Etymologie. 235 

Eigentlich ^Eokko-rafer^. Zusammensetzung, deren Schlusstheil sich 
wiederfindet in ßaqvßoag ,dumpf rufend , dumpf tönend' (Find. Bruchst 
143,2), igi-ßSag ^SLUt schreiend' (Find. Bruchst 75, 10), 6^v-ß6äg ,laut 
schreiend' (Aesch. Ag. 57), xaXXi-ßoäg ,sch()n tönend (Soph. Trach. 640; 
Ar. Vögel 682) und noch sonst Da xoxxv^eiv ausser vom Bufen des 
Kuckucks (Hes. Werke 486: xoxxv^ xoxxv^ei) auch vom Krähen des 
Hahns (Ar. Ekkl. 31; Arist Thierk. 9, 49) gebraucht und der Buf des 
Kuckucks selbst mit xotocv (Ar. Vögel 505: 67to&' 6 xoxxv^ eiTioi xokkv) 
bezeichnet wird, so hat man in *xoiotvß6ag zu ändern für gut gehalten 
und so schreibt auch Nauck. 
xöxx^y- (xoxxt;^) ,Kuckuck'; auch als Schimpfwort (,Einfältiger, GimpelO; 
ein Seefisch , Knurrhahn'; eine frühzeitige Feige die reift, wenn der 
Kuckuck ruft 

Hes. Werke 486: ti^og xoxxv^ xoxxv^ei . . . to mgcÜTOv . . • vrjfxog Zeig 
voi zQlTqf ijfiazi. Ar. Vögel 504: Alyvftxov d* av xal Ooivlxrig Ttdarjg 
TLOxxv^ ßaailevg rjv. Arist Thierk. 6, 43: veoTtovg dk xoxxvyog kiyovaiv 
(ig ovdeig itigaxev 6 öh tlxTei ptiv, dlX' ov noirjaafievog veorriav, alV 
Ivloxe fiiv iv xfl %wv Ihxitoviav oQvLS'ttiv ivrlxTet xaTaq>ay(av rd (fid %d 
ixelvcav. — Ar. Ach. 598 : ix^iQOTOvrjaav ydq ^e — xoxxvyig ye rgeig. 
Fiat (bei Athen. 2, 68, C): ovx OQ^g ort 6 fikv ^iayQog^ Fkavxfovog üv 
fteydXov yivovg, dßekTBQO'XOxxv^ rjkl&iog neQiiQxexai. — Hipp. 2, 466: 
XQ€ia&ü3, ixävwv di axoQftlfp rj dgaKovrltp rj xoxxvyi. Arist Thierk. 4, 
103: ol d' Ix^veg aqxovoc ^iv eloiv . . . xpoq^ovg 81 rivag dcpidai xal 
TQiyfiOvg . . . oloy , . . xal xoxxv^ . . . o dk ftagaTtkijaiov T(p xoxxvyi tpo- 
q>ov (nämlich \poq>Bi)y o&ev xal rovvofia %x^i. — Nik. ther. 854 : arto- 
tfii^^aio • . • avTOvg xoxxvyag igivddog, o% xe ngo aXkrjg yoyyvXoi hLfpal- 
vovaiv dvoideiovxeg onwQijg, 

Lat cucülo-8] Flin. 18, 249: per imitätiönem cantüs älitis temporäriae 
qvam cttcülum vocant Flaut Fseud. 96: qvid ßSs^ cucAle? vtvSs. 

Nhd. Kuckuck, 

lit kukuü ,Kuckuck rufen'. 

Altslav. kukavica ,Kuckuck^ 

Altind. kaukilärs ,Kuckuck' (Mbh.). 

Scheint gebildet wie nxiQvy- ,Flügel' (IL 2, 316; 462), oQxvy- ,Wachtel' 
(1, Seite 570), avxvy- ,Bundung, Schildrand, Seitenwand des Wagenstuhls' 
(1, Seite 207) und andere ähnliche Wörter, im Gegensatz zu denen es aber 
gedehntes v enthält Zu Grunde liegt ihm xoxxv (Ar. Vögel 505; 507), das 
den Buf des Kuckucks nachahmt Es wird zunächst als "^xvxxv zu denken 
sein, die Vocalfolge v-v aber wurde darin vermieden, ebenso wie zum 
Beispiel in f^oQfivgeiv (für *fj,vgfiv-), ,brausen, rauschen' (II. 5, 599; 18, 
403), und in nogqwQeiv (für *7tvQq>v-) ,sich heftig bewegen, wogen' (IL 
14, 16; 21,551). 
xoxxvYiä, ein Baum, dessen Frucht mit Wolle umgeben ist, ^Ferücken- 
sumach' (rhüs cotinus). 



236 Griechische Etymologie. 



Theophr. Pflanz. 3, 16, 6 : ofioiov d ioTi rovroig (von der avögox^it] 
und dem Ao/iagog war im Nächstvoransgehenden die Bede) ro qwXXov 
xal 70 v^g xoxxvyiag' ro de divÖQOv fjLixQov. Xdtov ök ^et %6 IxrcafC" 
Ttovad-at %6v xaQTCov. 

Scheint sich an das Vorausgehende anzuschliessen ^ es ist freilich nicht 
klar, in welchem begrifflichen Zusammenhang. Die Suffixform ist die in 
Baumnamen gewöhnliche und erscheint zum Beispiel schon in den homeri- 
schen fir]kir] , Apfelbaum' (Od. 7, 115 «= 11, 589), avTcä^j ,Feigenbaum' (Od. 
7, 116 = 11, 590), 7CTekit] ,Ulme' (IL 6, 419; 21, 242) und Hrii] ,Weide' 
(Seite 32). 
xrjx- (xr;§), ein Seevogel, wohl ,Möwe'. 

Nur Od. 15, 479: Ti)y (ikv BTceiva yvvahux ßdV 'LdQtsfiig ioxi^aiga, 
arrh^ ö* ivöovTtrjae neaova^ wg elvaklrj xijf. 

Dunkler Herkunft Die Annahme etymologischer Uebereinstimmung 
mit xarij*/.' ,eine Möwenart' (Seite 231) oder auch xrjvx- ,EisyogeP (Seite 221) 
ist ohne Boden. Fick 1^, 378 vergleicht litt käJds ,Dohle' und altind. 
kä'ka'8 ,Krähe' (Mbh. — Böhflingk bringt aus Mbh. 8, 41,58 Mka als 
Nachahmung des Gekrächzes der Krähen bei) und vermuthet für die 
Ausdrücke, vielleicht nicht mit unrecht, Lautnachahmung. An nächste 
vergleichbaren Bildungen würden sich etwa aqpr/x- ,Wespe* (IL 10, 167; 
16, 259), /Jifx- ,Husten' (Thuk. 2, 49), aij^r- ,eine giftige Schlange' (Arist 
mir. ausc. 164; Theophr. Pflanz. 9, 11, 1) und ähnliche nennen lassen. 
xtixdö' (ycrjxdg) ,schädigend, verletzend'. 

Ein seltenes Wort Eallim. Bruchst 253: xi^ycddi avv yhiaatj. Nik. 
al. 185: niOTiQrjv ox€ ßoxQvv ialvaro xijxag dkfOTcrj^ — Dazu xijxl- 
Ceiv fVerletzen, schmähen'; Lyk. 1386: orav xoqt] xaawglg . . . xfjxdat] 
ydfiovg. 

Scheint sich eng an xaxo-^ ,verderblich, schlecht (Seite 231) an- 
zuschliessen. Das Vocalverhältniss das selbe wie in xrixeto ,er schmolz, 
schwand hin' (Od. 8, 522; 19, 204; 208) neben ix-iaxUrj ,er möge schwin- 
den' (Aesch. Prom. 535) oder in fidfirjxe ,er schreit, er blökt' (11. 10, 362; 
Od. 9, 439) neben fdoxtiv ,aufschreiend' (B. 1 6, 469 -» Od. 10, 1 63) und anderen 
Formen. 
xi^xW- (xrjxtg) ,Hervorströmendes', insbesondere ,hervorströmende Flüssig- 
keif; ,6allapfel', der sich aus dem in Folge von Insectenstichen aus 
Eichenblättem hervordringenden Safte bildet 

Aesch. Ag. 960 : Motiv &dXaaoa . . . TQiq>ovaa noklfjg noQq>vQag iadg- 
yvQOV xfjxlda nayxaiviGTOv^ elfidzwy ßaq>dg. Gh. 1012: q>6vov dk xrixig 
^vv XQOVi^ ^vfißdkXeTac 268: ovg idoifi fyd note &av6v%ag Iv xr^xldi 
TtiaariQeL q>Xoy6g. Soph. Ant 1008: iTtl CTtodip fivduiaa xijxl^ fjirjQUov 
hqxeto. — Theophr. Pflanz. 3,6,4: Tci^lara ök Ttdvtwv ij ÖQvg ^cagd 
xov xQQTtov (nämlich q)eQ€i), olov ti^v xe xrjxida xijv fiixQav xal xfjv he- 
qav xriv uixxwdfj ^ikaivav. — Dazu: xrjxleiv ,hervorströmen'; causativ 
,hervordringen lassen'; Od. 5, 455: x^dlaaaa dk xrjxu noiXri dv axofia xe 



' 



GriechiBche Etymologie. 237 

^iyoQ T€. II. 7, 262: (liXav d' av-&K.ri%iBv alfia, IL 13, 705: afig>l 6* aqa 
aq>iv (d. L ßoval) nQVfjLvotaiv xegaeaai noXvg ava-xrixlei IdQiig. — Ap. 
Bh. 4| 927 : &€Qfiijv Sri xi^xie novrog avzfii^v. 

Neben xrjxld- ist noch ein vocaliBch auslautendes ^xrjxi- zu muth- 
maassen^ von dem xfjxleiv ausging , wie zum Beispiel fnjvleiv ^ollen^ 
(n. 1, 422; 488; 18, 257) von fi^vi-g ,Groll' (II. 1, 1; 75; Od. 3, 137). 
Bemerkt werden darf hier noch, dass auch ein dem xtpLlä- gleich- 
bedeutendes äolisches xayxvli] (Hesych: xayxvkag' xrpudag. ^loXeZg) mit 
innerem Nasal angeführt wird. — Fick 1 ^^ 420 vergleicht in ansprechender 
Weise lit szSkti ,springen^ 
xti>x^8cv jammern'; ybejammem^ 

IL 18, 71: noTvia f^tjrijQ (d. L Qirig) 6§v dk xancvaaaa xaQtj laße Ttai- 
dog kFolo. H. 19, 284: B^iorjflg . , . wg ßlde IlaTQOxlov dedalyfiävov 
o^ißi xahufij ctpLq>^ avvtp xvfiivri Xly* huixve. Od. 19, 541: ovrag kyw 
xXaZov xal huixvov iv neg ovelQqß. — Od. 24, 295: ovdk . . . ixig>Q<ov 
IlfjveloTeeia xdxva* iv X^xieaaiv ißov noaiv. 

Zu altind. hü ,ein Geschrei erheben', mit den präsentischen Formen 
kautiy Jcavatai, Tcuvatai oder Tcünä'ü ,er erhebt ein Geschrei' (bei Gramm.). 
Als Intensivformen dazu werden angegeben hauhüodtai und kdukavUi ,er 
erhebt ein grosses Geschrei'. 

Offenbar eine alte durch Beduplication gebildete Verbalform, in deren 
Beduplicationssilbe in ganz ähnlicher Weise, wie schon unter xoxxvy- 
,Kuckuck' (Seite 235) zu bemerken sich Gelegenheit bot, der Vocal v durch 
den -Vocal ersetzt wurde. 
x(x- «bewegen, bringen' scheint aus ein paar ganz vereinzelt stehenden Aorist- 
formen {ixi^Sf Mxi^av) entnommen werden zu dürfen. 

Besantin. (in Anth. 15, 27, 4): ro (nämlich wov) pikv ^ediv igißdag 'Eq- 
fiag ixi^e xagv^ g>vX^ ig ßgoxäv. Ar. Ach. 869 : Qelßa&t yaq q>vaävT€g 
i^ofttad-h ixov ravä-eia rag yXaxf^vog an^ixt^av xa^iaL 

Darf möglicher Weise als alte aus xt- , gehen' (Seite 222) hervor- 
gegangene Beduplicationsform mit causativer Bedeutung gelten« Hesych 
führt ein mediales xi^azo auf, mit den Erklärungen .evQev^ iXaßev^ ^vey- 
xer'j die eher an Zusammenhang mit xcx- ^erreichen' (xlxev ,erreichte, 
traf an' (IL 24, 160) scheinen denken zu lassen, der aber doch an den 
beiden oben angeführten Stellen unmöglich als zutreffend gelten kann. 
XixayiO'V, ein nicht naher zu bestimmendes Kraut 

Nikander ther. 841 zählt unter heilsamen Kräutern auf: ogfievoevra 
Xvxaxpovy xlxafia t, oQdeiXov re Ttegißgvig. Hesych erklärt xtxa/u/cr' T(p 
Xaxavv ^ovxaXldi ofioicv ti, 

Dunklen Ursprungs. 
xtnlßako-q, eine Muschelart 

Epicharm (bei Athen. 3, 85, D): ayet de navrodaTta xoyxiXiay Xefcadag, 
daniöovg, xQaßi^vg^ xixißaXovg, Tfjdvvaxia. 

Dunklen Ursprungs. 



238 Griechische Etymologie. 

xlxiwo'q yHaarlocke^ 

Ar. Wesp. 1069: wg kytu %ovfiov vofil^cj yfjgag elvai xgeitroy rj TtoXXäv 
xixivvovg veaviaiv. Auch Eupolis und Pherekrates gebrauchten nach Pollux 
2y 28 das Wort Theokrit hat es zweimal: 14, 4: x^ f^vata^ nokvg ovrog^ 
SfA avaUoi di hIkivvoi, 11, 10: ijgaTo d' ov fidkoig ovöi ^6d(p ovdk 
xixlvvoig. 

Das gleichbedeutende lat cincinno-s (Varro r. r. 1, 31 : parit capreolum. 
is est cöliculus viteus intortus, ut cindnnus. Dazu: dndnndto-s jge- 
lockt^, Plaut mil 922; Truc. 610) ist ohne Zweifel entlehnt, fügte in Folge 
einer Art von Assimilation den Nasal auch vor dem inneren Guttural ein. 
Fick 1^, 425 vergleicht altind. gikhä ,Haarbu8ch^ (Mbh. und sonst; dazu 
m-gikkä- ,ohne Haarbusch' RV. 6, 75, 17, und der Eigenname vard^hha- 
,mit vorzüglichem Haarbusch' BV. 6, 27, 4 und 5). Dabei würde aber noch 
das suffixale -ivvo zu erklären bleiben, das anderweitig gar nicht mehr 
vorzukommen scheint 

xrxv-§ ,Kraft'. 

Od, 11, 393: ov yag ßoi &y flg %fi7tBdog oid* ^i xlxvg. Hom. hjmn. 
Aphr. 237 : tov d^ ijTOi qxüvrj ^iFei äanerog, ovdi %l yCUvg ia&\ oir] na- 
Qog iaxev ivl yvafimolai fiikeaaiv. Aesch. Bruchst 230: aol d' ovx 
Mveari xlxvg ovd^ alfJioQqvtoi q)Xi߀g. 

Höchstwahrscheinlich eine alte Beduplicationsbildung , die von xveiv 
,schwellen' (Seite 227) ausging, aus dessen ganz sinnlicher Grundbedeutung 
sich in zahlreichen zugehörigen Bildungen die des ,Erstarkens' entwickelte, 
wie zum Beispiel in der Perf ectform altind. güguvus (BV. 7, 74, 6 : svdina 
gdvasä qü^wous näras ,durch ihre eigne Kraft sind die Männer erstarkt) 
in altind. gdvas- ,Kraff (BV. 1, 8, 5; 1, 37, 9; 1, 39, 10), in xvQog- ,Gewalt, 
Macht' (Aesch. Schutzfl. 391 ; Hdt 6, 109), und sonst In der Bedupli- 
cationssilbe trat wohl das 7 ein, um das Aufeinanderfolgen von v und v 
zu vermeiden, also ganz wie in (plzvg ,£rzeuger' (Lykophr. 462 ; 486 ; zu 
(pvu ,er erzeugt' 11.6,148; Od. 7, 119). Es darf daneben aber hervor- 
gehoben werden, dass auch ohne diesen besonderen Grund sonst mehrfach 
gedehntes Z in Beduplicationssilben entgegen tritt^ wie zum Beispiel in 
liiliela^ai ,nachahmen' (Hom. hymn. Ap. 163; Pind. Pyth. 12, 21; Aesch. 
Ch. 564) und in nlno-g ,Spechf (Arist Thierk. 9, 14; 97; dafür nlnd 8, 43). 

xcxvfi^d- {xiTiVfilg) ,Nachteule^ 

Kallim. Bruchst 318 in nagr* ayadi xixv/ilg. 

Vielleicht liegt ein lautnachahmendes Wortgebilde zu Grunde; dann 
würde auch xixxaßav xiycaaßavj womit Aristophanes (Vögel 261) den Buf 
der Nachteule nachahmt, nicht weit ab liegen. 

xUxaßO'q, Name einer im Hades gangbaren Münze, also wohl nur im 
Scherz gebildet 

Pollux 9, 83: eite nal^cjv ehe anovdd^wv OeQeKQarrjg • . . liyei • . . 
T^y dk tpüi&lav elvai TQiwßokov aal dvvaa&ai Sktü xixKaßovg. Photios 



Griechiache Etymologie. 239 

führt auf: xixxaßog' ovofiaTonenoiTjTai ti vofÄiafidviov iv qdovy daneben 
aber auch noch xlxxaßog' oßoXov ovofia. 

Etymologisch unverständlich. 
xi^dXXri^g ^Strassenräuber'. 

Demokrit (bei Stob. flor. 44, 19): xiSaXkrjv xal Ifiiazijv navza xTelvwv 
rig ad-diog av eXt], xal avzoxBiQbß xal xeXsvwv xal ipijgxp. Hesych er- 
klärt xt^aXi.rjg* ^^Q, xXiTtttjg, dXa^wv. 

Dunkler Herkunft Ob man etwa Bildungen wie da/^dXrj-g ,Bezwinger* 
(Anakr. Bruchst 2, 1), junger Stier* (Arist Thierk. 9, 249 ; Anth. 6, 96, 2) 
oder auch fiaivoXtj-g ,rasend, begeistert (Sappho 1, 18) und axw/cTcXrj-g 
,Spas8macher, Spötter* (Ar. Wespen 788; Kass. D. 46, 18, 4) vergleichen 
darf? Nach August Müller (bei Bezzenb. 1, 277) wäre das Wort dem Se- 
mitischen entlehnt, die gegebene Zusammenstellung aber ist wenig über- 
zeugend. 
xixXTqOTcsiv ,rufen, nennen* (IL 2, 404 ; 9, 1 1 ; 1 1, 606) siehe weiterhin unter x Aij -. 
xaixiä-q ,Nordwestwind*. 

Theophr. sign. temp. 36: vygol dh (laXtara o %e xaixlag xa) Xiifj • . . . 
xal ol (ikv aXXoi avefjLOi aq>^ kavztZv zd vig^rj üi&ovai xatxaiag dk fiovog 
nviiüv eig iavrov. Theophr. Winde 37 führt als Sprichwort an : 'dhcwv 
ig>* avrov xaixiag vig^rj. Ar. Bitter 437: wg ovTog i^dri xatxlag ij avxo- 
q>av%lag tvvbU Hesych erklärt Kaixiag' cvefxog, oTto %ov Katxov notafiov. 

Hesychs Erklärung, dass der xaixiag nach dem FIuss Kaixo-g (Hes. 
theog. 343 ; Hdt 7, 42) in Mysien benannt sei, wird wohl das Richtige geben. 
Das diphthongische ai ging also aus a-c hervor, ähnlich wie in 7ealg 
,Sohn* (11.14, 346; 21,216) aus ndig (11.3,609; 3,314; 5,704). Das 
Suffix wie in dnaQxxlä-g ,Nordwind* (Theophr. sign. temp. 35; 36; 37) und 
^Qaxlä-g ,Nordwestwind* (a. a. 0.). 
xoiX'CXXew wahrscheinlich ,umhergaffen*. 

Nur Ar. Thesm. 852 : rl av au xvxav^g, i] %L xotxvXXeig ^cjv ; 

Führt wohl, wie zum Beispiel a%u}(ivXXeLv ,gesprächig sein* (Ar. Wolken 
1003; Frösche 1410) auf OTWfxvXo-g ,ge8chwätzig* (Ar. Ach. 429) zimächst 
auf ein adjectivisches *xoixvXo''g ,umhergaffend* zurücL Das aber darf 
vielleicht als alte reduplicirte Form gelten und so verglichen werden mit 
Ttoinyveiv ,schnaufen, eifrig thätig sein* (11.1,600; 7,219; 18,421; zu 
nvifeiv ,wehren, athmen* IL 17, 447 = Od. 18, 131) und wohl auch noi- 
qwaoeiv ,schnauben, anschnauben* (Sophron bei Athen. 8, 324, F. Dazu 
nolq>vyfAaT- ,das Schnauben, Drohen* Aesch. Sieben 280), aus dem eine 
einfach wohl dem xpvxeiv ,hauchen* (II. 20, 440) nahe stehende Form zu 
entnehmen sein wird. — An Zusammenhang mit lat. caeco-s ,blind* (Pacuv. 
trag. 366; 370; Atttrag. 32; 450) und goth. haihor ,einäugig* (zunächst 
aber wohl ,schlecht sehend* ; nur Mark 9, 47) wird man schwerlich denken 
dürfen. 
xvTcdBiv ,durch einander rühren*, ,in Aufruhr oder Verwirrung bringen*. 

IL 15,903: dg d^ ot' onog yaXa Xevxov kneiyofAevog avvinri^ev vygov 



240 Griechische Etymologie. 

iov, fiaka 6* wna 7ceQitQiq>€%ai xvxoovti. IL 11,638: iv T(p (nämlich 
dinai) ^a ag>i nvxrjae yvvij ßeßixvia &€^aiv Folvt^ nga^veLtf. Od« 10, 
235 : h di ag>iv tvqov %e %a\ aXtpira xal (xiXi xktaQOv ßolvip ngafAV€l(^ 
kxvxa. — IL 21, 235: navra d* ogive ^ißed'Qa ntviuifAevog (nämlich ntna- 
flog). IL 21,240: dßeivov d' dfifp* *AxiXfiFa xvxuifievov Yataro xvßa. 
Od. 12, 238: XaQvßdig . . . lißrjg fwg h nvgl noXlt^ nao^ dvafjtoQfivQBüxB 
ycvxw fiirrj. — IL 18,229: rgtg d' hvxri^aav TgiSeg xleuFrol t* brl- 
%ovQoi, n. 11, 129: Tcii (nämlich l'/r/ra>) 6h xvxrjd^rjrfjv. H. 20, 489: xt/xi;- 
^aav di Fol %jtnoi. — Dazu: xvxBuHiv- (nur IL 11, 624 und 641) und 
in jüngerer Form xvxbwv ,aus verschiedenen Stoffen zusammen gerGihrter 
Trank, Mischtrank'; IL 11^ 624: xolai dl zevx^ xvxeici ivnXoxapLog Fexa- 
firidri. IL 11, 641: h r(p ^d aq>i xvxrjoe yvv^ Fefixvla d'Bjjatv ßolvM 
ÜQafivelipj inl d^ aXyeiov xvij tvqov xvjjari xoXxelji, iftl d* alq)iTa kevxa 
TtdXvvevy Ttivi/Lievai d* kxiXevaev, iftel ^* WTtXiaae xvxeiai. Od. 10, 290: 
rev^ei %oi xvxedi, ßaXiei d' hl (pagfiocxa ül%(^. Od. 10, 316: tbvxb di fioi 
xvxedi xgvoifi diftai, oq>Qa nloifjn, iv di %e q>aQfiaxov f^xe. Ar. Friede 712: 
ei ye Twxeuiv^ kninloig ßXrjX(ovlav, 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit 
nachgewiesen. Lat coeSto-m ,eine aus Honig und Mohn bereitete Speise' 
(Paul, ex Fest: coeitum genus edülii ex meUe et papävere factum) wird 
entlehnt sein. — Seiner Bildung. nach würde sich xvxeiov- wohl mit av- 
^EQewv' ,Kinn' (1, Seite 214) und neben diesem weiter genannten Formen 
vergleichen lassen, xvxeitSv- aber scheint ganz vereinzelt zu stehen. Da 
nun von beiden Wörtern in älterer Zeit gar keine Casusform mit dem 
Nasal (auch Hom. hymn. Dem. 210 findet sich nur der Accusativ xvxetD) 
wirklich belegt ist, so ist dieser in ihnen wohl überhaupt erst in späterer 
Zeit eingedrungen. Man hat an Stelle von xvxeiwv- ein altes ^xvxriFo-g 
vermuthet, das hat aber auch wenig Wahrscheinlichkeit. 
Tctfxaväeiv, ein unsicheres Wort, für das man die Bedeutung ,zusammen- 
rühren* vermuthet. 

Nur Ar. Thesm. 852: tI av av xvxavqg (die üeberlieferung lautet: xvq- 
xavqg)j fj %i xoixvXXeig ^/oiv; 

Man vermuthet Zugehörigkeit zum vorausgehenden, die aber sehr zweifel- 
haft ist Zunächst zu Grunde liegen wird ein weiblichgeschlechtiges *xvxavrp 
wie zum Beispiel daitavaeiv , Aufwand machen, ausgeben' (Thuk. 3, 46 ; 
7, 47; 8, 45, 2) zunächst auf dandvri , Aufwand, Ausgabe' (Hes. Werke 723: 
Pind. OL 5, 15; Pyth. 1, 90; Thuk. 3, 46) beruht 
%i>xvo'q ,Schwan'. 

IL 2, 459 =-15, 692: wg t* oqvI&wv Tteverjvwv fi&yea noXXa^ xtvdiv rj 
yegdvuiv rj xvxvwv dovXixodigßwv • . • ^v^a xal IV^cr TtOTcSvTai dyaXXo- 
fieva TcreQvyeaaiv, xXayyrjdov TtQoxa&i^oyrtJv. Hes. Schild 316 : ot dk xaz ' 
avrov {dA/iix€av6v) xvxvoi aegairtorac /xeycX* ij/tvov, ot ^d ye noXXoi 
vrjiiov tit axQOv vdwQ. Aesch. Ag. 1444: fj di toi xixvov dlxrjv rov vata- 
zov fiiX%lßaaa d'avdaifiov yoov. Eur. Bakch. 1365: %l fi dfig>ißdXXeig x^Q" 



Griechische Etymologie. 241 

alv . . . OQVI.V OTCu^g xrjqnjva TtoXioxQfov nvxvov] Arist Thierk. 9, 78: ol 
Tojiivoi . . . (pdixol di, TLoi fcegl vag relevTag (laktota ^dovaiv. 

Scheint das selbe Suffix zu enthalten, wie zum Beispiel o^vo-gt wahr- 
scheinlich Rohrdommel' (1, Seite 503). Dabei bleibt aber das xt;x- noch un- 
verständlich. Ficks. (I^, 425) Zusammenstellung mit lat cieönia ^Storch' 
(Plaut Truc. 691; Hör. sat 2, 2, 49; Ov. met 6, 97) und altmd. gahuna-s 
,ein grosser Vogel' (BV. 4, 26, 6 ; 9, 85, 1 1 ; 9, 86, 13) ist in Bezug auf Form 
und Bedeutung ungenau. Sollte nicht yvxvo-g wie das sogleich zu nennende 
nvTclo-g ,Ereis, Bad' durch alte Beduplicationen gebildet sein? etwa zu 
xay-ctxelv ^erklingen, ertönen' (Od. 19, 469 : navdxvioe de ^a^xog — Hom. 
hymn.Ap. 185: ^o^/ue/^... xavaxqv ix^ IfiEQoeoaay) und lat can-ere 
^singen, ertönen' (Ter. Phorm. 708: galUna ceeinit] Cic. div. 1, 7: reqvtrens 
Juppiteme comicem ä laevä, corvum ah dexterä canere juasisset) gehören? 
x'OTcXo'q ,Ereis', ,Bad^ (in letzterer Bedeutung begegnet auch die ungeschlech- 
tige Mehrzahl xvxAa, wie II. 5, 722; 18, 375). 

n. 11, 33: aonlda ... ^V nigt fikv xvxloi dixa x^^oi rjaav. IL 18, 
504: ol de yiQovreg ^crr' irtl ^eavolai Xl&ota* legq hl xvxk^. Od. 4, 
792: Xiwv dvögtSv iv ofiLXif dßelaag, ortTtOTB fiiv doXiov Ttegl xvxlov 
ayüßoiv* Od. 8,278: afig>l d^ äg* kq^ilaiv x^^ diofiora xvxXtp aTtavrrj, 
— IL 5, 722: Tißri 8* dfig)* oxieoai &oßwg ßdXe xafimla xvxka. IL 18, 
375: x?i;aea di aq>* vno xvxXa ßexaOTif Ttv&fiivi ^xev, — Dazu: TerQa- 
'XvxXo-g ,yierrfidrig'; IL 24, 324: ruiLovoi ilXxov TetQoxvxXov arvTJvrjv, — 

Ags. hveohlj hveogulj hveavol oder hveol ,Bad, Kreis'; engL whed; — 
anord. hvel ,Bad, Kreis'. 

Altind. caJerä-m ,Bad, Scheibe, Kreis'; BV. 3, 61, 3: cahrdm iva navjasi 
ä' vavrtsva ,wie ein Bad, o du neue (Morgenröthe), rolle heran'. 

Wird auf einer uralten Beduplicationsbildung beruhen, von deren ein- 
facher Grundlage unter anderem auch xvklo-g ,gekriimmt' (Ar. Vögel 1379: 
zl devQo Ttoda av xvXTüov avd xvxXov xvxXelg; Ar. Bitter 1083; Hipp. 3, 
214: xvXXol xal axoXioL Hipp. 3, 218; 219; 222; 237) und xvXhdeiv ,wäl- 
zen, rollen' (IL 13, 142; Od. 1, 162; 5, 296) ausgegangen sein werden. Die 
genau entsprechende Bildung wurde in Bezug auf xvxvo-g ^Schwan' (siehe 
oben) vermuthet 
xavxaXlö' (xavxaXlg) ,eine doldentragende Pflanze ,kleine Pimpinelle'. 

Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : Xaxava filv drj xal rd roiovra xaXeltai xixoQfj, 
dfcd/ttj . . . TtdXiv xavxaXlg^ Mv&qvoxov . . . Phaenias (bei Athen. 9, 371, D): 
Tcetaawdf] rfjv twv aneQ/Ädjuv d7telX7]g>e ipvaiv avvriaoVf fidga^ov, ata- 
g>vXlvog, xavxaXlg . . . Nikand. ther. 843: öielaofiai aQxta vovawv . . . avv 
d' aga xavxaXldag t€, xal ix avagwXlvov dfxijaag anigfiaxa . . . 

Dunkeln Ursprungs. 
xast*: xästxBiv (aus *xd7tJBiv. Oder etwa aus *xd(pjeiVy wegen des zugehörigen 
fy-xaq>o-g? Siehe etwas weiterhin) ,schnappen, mit dem Schnabel oder 
Munde schnappend zu sich nehmen'. 

Sophron (bei Athen. 7, 323, A) : xiargai ßotiv xoTtrovaai. Ar. Vögel 

Leo Meyer, Orieohiiohe Etymologie. H. 16 



242 Griechische Etymologie. 

245: 0% ^^ kXelag nag^ aihHvag o^varofiovg i^rcldag xamere. Arist 
Thierk. 8, 45: 17 d^ alwaig avT^g (d. i. t^$ oivddog ,der HoIztaabeO ylverai 
liaXiara naTtrovarjg %6 vdcDQ. AnBt Thierk. 9, 127: ol ök xintpoi (wohl 
eine Art Möwen) aklanovrai %(fi aq>Qrp' xarctovai yag ovtov, öio ngoa- 
Qalvovreg ^gevovair. Aristot (bei Athen. 9, 388, D): 7C0Qg>vQlwv (ein nicht 
näher zn bestimmender langhalsiger Vogel) . . . xarcrtjv öi nlvei. Ar. 
EkkL 686: xriQv^ei . . . rovg d^ bc rov %6L7t7t ig r^y aroiav xtDqelv Tfjv 
dkq>iT67t<aXiv, — Yva xdrcTwatv ; (knüpft offenbar scherzhaft an jenes xanrccij 
— /la JC^ aXX^ iV h.Bl deinvuSaiv. Ar. Wespen 791: ini&rjxe vgeig Ao- 
Ttldag fioi nBorgiiay' xdyw V-Aca^*' oßolovg yag qtofiriv kaßelv' xfrra 
ßdeXvxd'Big Satpgofievog i^iTtrvaa, Athen. 4, 140, D: akq>iTa yag iativ 
ilalfp dedevfiiva, a q>riai Nixoxlijg 6 u^dxwv xdmeiv avTovg (d. L rtaldag) 
fterd %o delrrvov h q^kkoig ö6q>vf]g und Nikokles (bei Athen. 4, 141, A): 
iavl di td fiiv xa|tijUorra xffaifftdj al dk xafiiÄttTldeg alg ndTtrovoi rd xpaiaxd. 
Xenarch oder Timokles (bei Athen. 10, 431, A): ^d %6v Jiowaov, [ov] 
öv xdftTeig (Eaibel giebt nach Yennnthung: Idmeig und so liest auch 
Eock 2, 471) Xaov Xarp. — Dazu: xdxpi-g ,das Schnappen'; Arist Thierk. 8, 
59: Jtlvei dh . . . rj d^ agxrog (wre ortdaei ovre kdtpei, dlkc xdxpei. xal 
twv ogviwv . . . o di Ttogqwgttoy fAOvog xdipei. — ly-xag)o-g ,Schluck, 
Mundvoll'; Eupol. Bruchst 330: ov ydg lileiTCTai ruiv ifiäv ovd^ fsyxaqtog 
(zunächst zu iy-xdTrreiv ,Yerschlingen'; hixatpa Ar. Wesp. 791; iv-hcatps 
Ar. Fried. 7; ly-xAcaqpcr Leonid. in Anth. 9, 316, 8). Zonaras erklärt: fy- 
%aq>og' to iXdxiorovy — Tcdfiidar- (xdfjifia) ,eine Art Kuchen bei den 
Lakedämoniem'; Athen. 4, 140 D und 141, A (siehe oben). 

Lat cap-ere (aus *capiiere) ,f assen, nehmen' ; Verg. G. 3, 420 : eape saxa 
manu, cape robora ; Plaut Trin. 906 : qubcum ünä dhum capere soleo ; Af - 
ran. com. 356: voluptätem capio maonmam. — Dazu: captäre ,zu fassen 
suchen, haschen, fangen'; Plaut Bud. 300: cibum captämus S mati; Hör. 
sat 1, 1, 68: Tantalus ä labris sitiens fugientia captat fiHmina, Suet 
Dom. 3: soUhat . . . muscäs captäre. 

Goth. hafja/n ,heben'; Mk. 2, 3: uslithan bairandans hafanana {algofiavov) 
fram fidvörim] Job. 11, 41: us-höfim (^gav) than thana stain. — Nhd. 
heben. 

Als Grundbedeutung darf wohl ,schnell zugreifend fassen' gelten. Die 
deutschen Wörter stimmen formell genau überein, ihre Bedeutung ist aber 
etwas abweichend entwickelt Am Nächsten liegt vielleicht nhd. Happen 
,Bissen, so viel man mit einem Abbiss erfassen kann'. 
xactavri ,Lastwagen'; thessalisch. 

Xenarch (bei Athen. 10, 418, E; bei Eock 2, 472): kfcrd narcdvag }kgt(pov 
eig 'OkvfiTCia, — vi Xiyetg; xartdvag; — val. xartdvag OerraXol Ttdvreg 
xakovai Tcg amvag. Nach Pollux 1, 142 bezeichnen xandva und das 
dazu gehörige xanova^ bestimmte Theile des Wagens: xgelg d* ^ovtog 
Tov tagglov nXevgdg zdg Tund Tovg %7C7tovg, %b dvoizcrsov ^lov xarcdva^ 
xaXBUai de^iog xal €V(ovvfiog^ ^ de fiiotj ^dßöog xaTcdvr]. — Dazu xo- 



Griediische Etymologie. 243 

7iccvix6-g ,gewaltig gross' (?)- Hesych bietet die Erklärung xanavixwreQa 
. . . Tiyhg dh avtl xov fiel^ova), eigentlich wohl ^wie eine Wagenladung 
gross'; Ar. Brucbst (bei Athen. 10, 418, D): rl nqbg xa ^vdwv delnva 
xal Tot QerrahZv; xa OexTaXina fiiv noXv xoTtavixwxeQa» 
Dunkler Herkunft 

xdjzBTO'q ^Graben'; ,Grab^ 

Bei Homer dreimaL IL 15, 356: HftoXloßv ßgeV ox&ag xanexoto ßa- 
^eltjg Ttoaalv IqBLrciüv ig piiaaov xaxißaXXe (von dem selben Graben 
heisst es H. 7, 440: hcxoa&ev dk ßa&elav Iti* (xvx(p xaq)Qov oQv^av ev~ 
QBlav fieyakr^v). IL 18, 564: dfiq>l dk nvavirjv xauexov . . . ^kaaoev, 
Hippokr. 3, 254: ovdiv dh xmXvei xal dia navxbg ivxsxfirjad'ai wg xaTci- 
xovg (jLiXQOLg nivxe tj e^, diaXeinovaag an OLlXTikiov xiaaaqag daxxvXovg. 
— IL 24, 797: alipa d^ olq* ig xoflXrjv xanexov d-iaav (nämlich die 
Leiche des Hektor). Soph. Aias 1403: ol fiiv xolkrjv xon&xov xbqoI xa- 
Xvvaxe. Poseidipp. (bei Athen. 10, 414, E): OvQo^iaxov . . . cXxrj ^cjyag 
%%Bi xoTtexog, — 

Das selbe Suffix wie in tf^exo-g ,Erbrechen' (1, Seite 428), alexo-^ ,das 
Mahlen' (Plut mor. 289, F; Anton. 45) und, von der Betonung abgesehen, 
in dxe%6-g ,Graben, Wasserleitung' (1, Seite 526), alexo-g, alt alßex6-g 
lAdler' (Seite 72) und anderen Formen. Als zu Grunde liegende Verbal- 
form ergiebt sich ein xan- ,graben', das aber wohl erst aus einem älteren 
*axan hervorging, da auch die Form oxaTtexo-g ,Graben*, ,Grab' (Hesych : 
axanexo-g' xacpqog. aXXoi xaq>og) angeführt wird und daneben auch ein 
axaftavTj ,das Graben' (Theophr. Pflanz. 2, 7, 1 und 5 ; Agath. in Anth. 9, 
644, 2) begegnet 

xastiri'q, ein Getraidemaass. 

Polyän. 4, 3, 32 : Ald'tomxov xvfilvov t^ xanixug. t] dk xaTtixtg iaxl 
XOivi^ ^Axxixrf. 

Schliesst sich vielleicht unmittelbar an das Vorausgehende an, so dass 
es zunächst ,das Ausgegrabene, das Ausgehöhlte' bezeichnen könnte. 

xdüni ,Erippe'. 

IL 8, 434 : xal xovg fihv (nämlich ^Ttrtovg) xaxidtjaav in afißgoalrjoi 
xanfjaiv. Od. 4, 40 : xal xovg f^hv (nämlich Ynnovg) xaxidriaav i(p in- 
netrjoi xanrjaiv, Lyk. 95: evxiXov xdnrjg. 

Gehört möglicher Weise auch zu den nächstvorausgehenden Formen, in 
welchem Fall als seine erste Bedeutung auf ,Ausgegrabenes, Ausgehöhltes' 
zu vermuthen sein würde. So würde sich axdipr] ,muldenartiges Gefäss' 
(Aesch. Bruchst 225; Hdt 4, 73; Ar. Bitter 1315; Ekkl. 742; Lys. 139), das 
von axanxeiv .graben' (Thuk. 4, 90 : xdq>Qov . . . %axanxov. Eur. Hek. 22 : 
xa^'Baxd(pri ,es wurde untergraben, zerstörf) ausging, unmittelbar ver- 
gleichen lassen. Als nächstvergleichbare Bildung kann vaicri ,Waldthal' 
(IL 8, 558 ""16, 300) genannt werden, das auch nur suffixales i; ent- 
halten wird. 

xäjttiXo^q ,Eleinhändler'. 

16* 



244 Griechische Etymologie. 

Hdt 2, 141 : iitea&ai di ol . . . nuxftijXovg dk xal x^^Q^'^cnc^^S xai ^o- 
Qalovg av^QWftovg. Hdt 2j 164: iari dk uilyvTcrUov iftra yivea, xai 
Tovvwv ol fjiiv Igieg, ol de fiaxi^fioi neKliaraij ol di ßovxoXoij ol 8h av- 
ßfS%ai, ol dk xafCfjloi, ol dk igfArivieg^ ol dk nvßegyqTai. Hdt 3, 89 : ^- 
yovai niQOai wg JoQelog fikv rjv xiXTtTjlogj Kafißvatjg dk deOfiOTijgy 
KvQog dk noTfJQ^ 6 fikv oti. htanrqXeve nivxa %a Ttgt^yfiata . . . Ar. 
Friede 1209: ov%oal oTtXiav KaTtrjkog ax^ofievog Ttgoai^etai^ Xen. Eyr. 
4, 5y 42 : Tcrjgv^oTw . . . Ttmkelv dk xovg xarcT^Xovg o vi ^ei hcaarog nqa- 
aifiov, — Adjectiyisch begegnet das Wort bei Aesch. Brachst 322: xa/ri^Aa 
ftQoaq>iQ(ov %exvriiia%a. 

Dem Suffix nach lassen sich wohl vergleichen zQaxriXo-g ,HaIs' (Hdt 
2, 40; Eur. Bakch. 241; Tro. 362) und (pootiXo-g ,Bohne* (Ar. Friede 1144; 
Epicharm und Demetr. bei Athen. 2, 56, A) und etwas häufigere adjecti- 
yische Bildungen, wie hirjJLo-g, alt ßhcrilo-g ^behaglich, ruhig, ungestört^ 
(1, Seite 344), aavq>rilo'g ,unfreundlich, schnöde' (?) (1, Seite 168), vtprjko-g 
,hoch' (IL 3, 384 ; 5, 560) und andre. Die etymologische Orundlage aber 
ist nicht klar. Weder ein etwaiger Zusammenhang mit ^xoTt- ,graben' 
(Seite 243) noch mit xan- ,8chnappen, schnell zugreifend fassen' (Seite 241) 
wird in bestimmterer Weise wahrscheinlich gemacht 
xastl9^f ein Getreidemaass. 

Xen. An. 1,5,6: TtQlaad'ai oix rjv el piti iv tfj jivdUf äyogq kv %(^ 
KvQov ßaQßaqiMf^ rfjv xaftl&ijv dlevgtov ij ahplziav verragtov alykotp . . . 
17 dk xanl&ri dvo xolyixag ^Atxtxag kx^Q^v. 

Wahrscheinlich ungriechisch. Der Anklang an xaTtiti-g ,ein Oetraide- 
maass (Seite 243) wird also auf Zufall beruhen. Oder sollte das letzt^e 
auch ungriechisch sein? 
Tcasrß'Biv ,aushauchen^ 

Nur IL 22, 467 : (Andromache) ijgifce d^ i^onlaw, ano dk tlfvxijv hux' 
Ttvaaev (,yerlor die BesinnungO und darnach Qu. Sm. 6, 523 : d^ ag* h 
xovljjai tavva&elg tpvxjjv ov%i xoTCvaaev, 

Dazu lat vapös- ,Ausdünstung' ; Lucr. 6, 952 : permdnat odor ftigusqve 
vapösqve ignis] Att trag. 532: nemUfS eocpirante vapöre vides. 

lit hv^ü ,hauchen^; Tcvefp^ti ,duften^; hväpa-s ,Hauch, Athem, Duff. 

Die nächste Orundlage scheint das von Hesych angeführte xarcvg 
,Hauch^ (xanvg' nvevf^a) zu bilden; dabei bleibt aber zu erwägen, dass 
die oben angeführte aoristische Form mit -aa- eine alte Nominalform auf 
vg zu ergeben scheint, wie es ganz ähnlich schon in Bezug auf kgveiv, 
alt Fegieiv ,ziehen, reissen' (1, Seite 451) und igvea&ai. ,8chützen, be- 
wahren^, ,zurückhalten^ (1, Seite 451) bemerkt wurde. Auch Formen wie 
Tcewa'oafievog ,spannend' (IL 4, 112), hawo-ae ,er spannte aus, er erregte' 
(IL 16, 662), avva^aea&ai ,yollendet werden^ (Od. 16, 373) und andere 
drängen zu derselben Annahme. — Lat vapds- büsste offenbar einen alten 
anlautenden Outtural ein und als ursprüngliche Verbalgrundform wird 
*hvap' anzusetzen sein. 



' 



Griechische Etymologie. 245 

xaütvQö'q ytrocken^ 

Epichann. (bei Athen 2, 52, B) : nanvQa TQwywv xaQva. Antiphanes (bei 
Athen. 3, 96, B): xoiqIwv axiXri xaftvqa. Theokr. 6, 16: cog an anav&ag 
Tai xanvQal xalxaiy %6 %aXdv ^igog avUa q>Qvyeu Theophr. Pflanz. 
3, 11, 3: (jieXla) .... (pXoiov di Xelov %xet nanvQOv dk xal XeTtxov, 
Theokr. 2, 85: aUA fii Tig xartvqa (,hitzig') vooog k^alka^e. Theokr. 7, 
37: xal ya^ iywv Moiaav xanvqdv (,hell nnd rein^?) avofia. Alkiphr. 3, 
48 : xal twv filv eiwxovfiivtov nokvg xal xanvQog i^exV'^r] yiktag. Nossis 
(in Anth. 7, 414, 1): xal xanvgov yelaaag TtaQaf^elßeo. Athen. 15, 697, B: 
ovTog yag rag xanvQünigag (pdag aOftd^erai [aSlXXov vtSv ianovdaofiiytov. 
— Dazu: xartvQl^etv ,8chwelgeri8ch leben'; Strabo 17, 1, 16: Moti d' 
cSrri xaroixla . . . dialrag ^x^"^^^ ^^^ anotpeig %olg xaTtvQl^eiv ßovlo- 
fiivoig xal dvögaai xal ywai^Lv. 

Die Bedentongsentväcklnng des etwas nngewöhnlicheren Wortes ist 
nicht nach allen Bichtnngen verständlich. Als etymologische Grundlage 
nimmt Fick 1^, 382 dieselbe an wie im Schlusstheil von agvo-xoTto-g 
,Brot backend' (Hdt 1, 51 ; 9, 82; Xen. an. 4, 4, 21) und in lit Tchpü ,braten, 
backen'; ob mit Recht, bleibt fraglich. Die Suffixform ist dieselbe wie 
in ix^Qo-g ,stark, fest' (1, Seite 283), oxvQo-g ,haltbax fesf (1 , Seite 527) 
und noch anderen Bildungen. 
xajv6ifiO''V, ein Gebäck. 

Athen. 3, 113, D: eig dk va xanvQia %a xalovfiBva TQoxra pil^Big waneQ 
xal elg agrov. 

Schliesst sich wohl unmittelbar an das Vorausgehende an und würde 
damit die angeführte Vermuthung Ficks noch etwas wahrscheinlicher machen. 
xojvöQiO'V, Bezeichnung einer Feigenart 

Athen. 3, 78, A: olda dk xal aXka avxiov dvofxata keyöfieva' ßaalXeta . . . 
GagxeXaq)€ia, xanigia^ Ttixgldia . . . 

Von dem Vorausgehenden vermuthlich gar nicht verschieden. 
xdütjtaQi'q ,Eapper', ,Kappemstrauch'. 

Timokles (bei Athen. 13, 567, E): alX^ fytay' o dvoxvxns Ogvvrig igaa- 
d'slgy ^vlx }kc rijv xartTtagiv avviXeyev ovfto) r* elx^ oaanBQ vvv ^€£. 
Theophr. Pflanz. 6, 5, 1 : %o di Tijg xannagiog Xäiov äarteg iXix^ naqd 
raira' xal yag rb q>vXXov irtaxav^l^ov l^^t xal tov xavloy ovx tSoneg 
6 q>iiag xal Ift7c6q)ewg dvdxav^a roig tpvXXoig. Diosk. 2, 204: xarcnagig 
. . . &afiv6g iatlv axay^ddrjg , ijtl yijg yvgoeidwg iargaifÄivog . . . ^wv 
. . . xagTtbv dk olov ilalag, og avoix^elg Xevxov ngoterai äv&og' ov ne^ 
aovTogy evglaxerai ti olov ßdXavog knifirjxfjg, oneg dvoix^kv ^6c xoxxovgy 
woneg ^oiag, fiixgovg, igvd'govg. 

Wahrscheinlich ungriechisch. 
%€Lsn>6-q ,Sauch^ 

U. 1, 317: xviaari d* ovgavbv Ixe ßekiaaofiivri negl xanvi^. IL 21, 522 r 
lag d^ ore xanvbg Uov elg oigavbv evgvv Ixdvei FdareFog aid^of^ivoio. 
Od. 1, 58: 'Odvaaevg ßiifxevog xal xanvbv ano&gwaxovra voßrjaai ßijg 



246 Griechische Etymologie. 

yalrjg d'aviuv Ifieigeiai, Od. 19, 18: irrea . . . tck fioi xava folKOv axti- 
dia xanvog afiigdei. Od. 12, 202: xanvov xal fjiiya xvfia FLiov xal dotJ- 
nov anovaa. 

Dazu lat vapö-s jAusdünstang' ; Lucr. 6, 952 : permänat odor ffigtisqve 
vapösqve ignisy Cic. n. d. 2, 10: agvärtim : eärum enim qvasi vapor gvidam 
äer hahendus est; Verg. Aen. 7, 466 : volat vapor äter ad auräs (ans dem 
Kessel mit siedendem Wasser). 

Dazu lit hvdpa-s ,Hanch, Athem, Duft'. 

Das selbe Suffix trat bereits entgegen in Itwo-q fiten j Backofen, 
Küchenherd' (Seite 31) und unbetont in vnvo-g ,SchlaP (Seite 153) und 
anderen Formen. Die zu Grunde liegende Verbalform ist dieselbe wie 
in xttTtveiv ^aushauchen' (Seite 244). 
xdbtQO'q ^Eber'; darnach auch wi Seefisch. 

n. 1 1^ 324 : wg ote xaTVQiü h xval -dTjQevrfjOi fiiya q)QoviorrB 7ciat]Tov. 
IL 5, 783 = 7, 257: Xelovai ßeßoixoteg wfiog)ayoiaiv fj aval xdTtQoiaip. 
n. 17, 21: ovT^ ovv TtaQÖdkiog roaaov fiivog ovve Xiovxog ovre avog 
xartQov 6h>6q)Qovog, 11.19,197: xoTtgov iroifiaadtw, va/iieiv JiFL t* 
^ILFeXlip TS. Od. 11, 131 »-* 23, 278: agvetov tccvqov t6 avcSv v* iTti- 
ßr^Toga xingov. — JPhilem. (bei Athen. 7, 288, F): ei d' %laßov Sqti . . . 
fj '$ "Aqyovg xangov, Arist Thierk. 4, 103: ol d* txdveg ägxovoi fidv 
elaiv . . . \f)6(povg di vivag aq)iäat xal vQiyfÄOvg ovg kiyovai q>üivelVy 
olov Xvqa xal XQ^f^^ — ovtol yctg dq>iaGiv äarcBQ yQvXiOfiov — , mal 6 
xd/cQog 6 iv t(^ lAxcixiqt, 

Lat capro- (caper), Ziegenbock'; Verg. ecl. 7, 7: vir greffis ipse caper 
deerräverat; Hör. carm. 3, 8, 7 : vöveram . . . älbum Utherö caprwn. 

Altn. hafr ,Ziegenbock' ; Hymiskv. 7 : hirdhi Kann hafra ,in den Stall 
brachte er die Böcke'; 20 und 31: hafra dröttinn ,der Herr der Böcke' 
(d. L Thor). 

Bedeutete wohl ursprünglich allgemein ,den männlichen (befruchtenden)', 
sein Ursprung aber ist nicht verständlich. Das gleiche Suffix trat bereits 
entgegen in ofißgo-g ,Begenguss' (1, Seite 556). 
xijt^o-q, ein Wasservogel, wahrscheinlich ,Blässhuhn'; darnach auch 
Jemand, der leicht zu bethören ist, leichtsinnig'. 

Arist Thierk. 8, 48 : na^q>ayov ydg kaviv. &£ dh Xagog 6 kevxog xal 
xi7tq)og. 9, 127: ol di 7Linq)oi aUaxovxai %(p dq)g(p' xditxovai ydg avrov. 
— Ar. Friede 1067: xal xi7tq>oi Tgrjgwveg dlwrcexidevai fcifteio&e, äv 
doliai xjJvxcclf öokiai q>gev€g. Ar. Plut 912: oif ydg 7tgoar^x€i rfjv kpiav- 
%ov fioi ftoXiv eiegyerelVj w xi7tq>B. 

Die Beurtheilung der selteneren Lautverbindung 7t(p macht Schwierig- 
keit; sie begegnete schon in d7C(pv-g, Schmeichelname für ,yater^ (1, Seite 
77) und dftfpd, schmeichelnde Anrede von Geschwistern (1, Seite 77), 
findet sich sonst noch in axv7tq)0'g ,Becher', das Athenäos (11, 498, A — C) 
aus Hesiodos, Anaximander und Anakreon anführt, im Eigennamen Sa7cq)w, 
äol. Vd7tq>ü} (Sappho 1, 20) und in dem ungriechischen adrtq>Bigo-g ,Sapphir^ 



Griechische Etymologie. 247 

(Theophr. Steine 8; 23; 37; Diosk. 5, 156). — Wahrscheinlich ist das von 
Hesych angeführte xefirtö-g ^leichtsinnig^ (7C€fi7c6-g' xovq>og, kXaq>Q6g av 
x^QVjTtog) eine nahzugehörige Form und vidleicht auch x€fiq>ag ,Hirsch^ 
{TUfjL(pag' %i.a(pog). So scheint weiterhin sich ein Zusammenhang mit altind. 
capälä' ^beweglich, schwankend, leichtsinnig^ (Mbh. ; Hit) zu ergeben, das 
man wohl nicht mit Unrecht mit altind. kämp-atai ,er zittert^ (Mbh. ; Begh.) 
zusammengestellt hat 
xost-- monreiv (aus *x6n:j€iv, wie zum Beispiel durch das Perfectparticip 
xexoTtwg H. 13, 60; Od. 18, 335, und das aoristische yLOTcivT- ,geschlagen^ 
Aesch. Ag. 1278. Thuk. 8, 13 erwiesen wird) ,schlagen, hauend 

n. 10, 513: xoi/;e d' Vdvaaevg ro^qj (nämlich %nnovg). IL 13, 60: axij- 
navlip yaiijoxog eivoalyaiog a/iq>o%iQOJ (d. L AXFavTe) x&coTtwg Ttlijaev 
fiiveog, IL 11, 146: tov av x^i^^^ i^evagi^ev . . . arto %" av%ha noipag, 
IL 12, 204: xo^e yaq aviov (nämlich ÖQaxwv alßerov) Jsxovta xora artj- 
^og Ttaqa degßijv idvm^elg onlaw, IL 13, 203: x€q>al'qv d' ctTcalijg dttb 
^BQßijg xoxpev Vßiliddrig. IL 18, 379: xonve (,schmiedeteO öh deofiovg 
(nämlich ^ä^aiaro^). Od. 14, 425: noxpB d* avaaxofievog axlCrj dgvog (näm- 
lich vv) . . . vov d' iXiTte ipvxrj- — Dazu: xoTco-g ,das Schlagen^ (als 
Zeichen der Trauer, womit zu vergleichen Aesch. Fers. 683: rlva noXig 
Ttovoia^ o%Xov azivoi, xhcomai; Fiat Staat 10, 619, C: nLOTtvead'ai %e xal 
odvqea&aL Tfjv aigeatv)] ,Ermüdung, Mattigkeit' (»»? ,6eschlagensein'; wo- 
mit zu vergleichen Flut Fhok. 7: veavlaxov . . . xontovrog avzbv kqwvii- 
fiaaiv axalQOigj ,mit Fragen quälend, ermüdendO; Eur. Tro. 794: rade aoi 
dldofiev nli]yfia%a Tigarog atigyuiv %e xoTtovg, Aesch. Gh. 23: laXtog ha 
dofAiov ißav xoav rcgoito^nog o^vx^igi avv xoTttf, — Soph. FhiL 880: iV* 
fivbi av TLOTtog jU* oTtakka^ Ttori, ogfidfie^^ ig vavv. Eur. Fhoen. 852: 
xoTCffi Tcageifiai, Eur. Bhes. 124: aXXa argatov fjthv ijavxov nag danL- 
dag evöeiv iuifiev ix xonuiv dgcKpctTiov. 

In den verwandten Sprachen scheint die genau entsprechende Form 
nirgend mehr als Verb lebendig zu sein. Am Nächsten steht ihr wohl 
lit hapöti ,hauen, kleinhauen^ 
*xojt' oder wohl eher *x£jr- ,backen, braten', ist zu entnehmen aus agTo- 
-xoTto-g ,Brot (zu vergleichen Fiat Gorg. 518, B: QaagLwv 6 dgroxorcog 
... fikv agtovg ^avfiaOTOvg nagaaxevä^wv) backen'; Hdt 1, 51 : sXdo}- 
Xov x^t)(7£oy T:gLniqxVy t6 JeXq>OL r^g agroxonov vijg Kgoiaov elxova Xi- 
yovai elvai, Hdt 9, 82 : xeXevaai xovg %e agvoxoTtovg xai xovg bxponoioig 
xata %av%a xad'wg Magdovii^ deiTCvov nagaaxevd^eiv. Xen. an. 4, 4, 21 : 
17 OTtrp^ iq TigißaCfiv icXo) . . . xal ol agxoxonoi xal ol oivoxoov (paaxov- 
xeg elvai. 

Lit Jcq^ti ,braten, backen', k^ala-s ,Brof . 

Zu dem angesetzten *x€7r- würde sich -xono-g verhalten wie zum Bei- 
spiel veo-igono-g ,frisch gepflückt' (Aesch. Schutzfl. 354) zu ögin-eiv ,ab- 
pflücken' (Hom. hymn. Dem. 425; Od. 12, 357), loo-ggoito-g ,gleichwiegend, 
gleichwerthig" (Aesch. Fers. 346; Hdt 5, 91) zu ^iTt-eiv ,sich senken, schwer 



248 Griechische Etymologie. 

wiegen, (II. 8, 72; 22, 212), xQono-g »Wendung, Art und Weise^ (Find. Ol. 
11, 77 ; Hdt 2, 108) zn tgin-eiv ,wenden, drehen* (11. 8, 399; 13, 7; 3), xio- 
no-g ,Dieb' (Hom. hymn. Herrn. 276) zn xXin-^eiv ,8tehlen* (IL 1, 132; 5, 269), 
kono-g ,Schale, Binde' (Od. 19, 233) zn Xän-eiv ,ab8chfilen* (IL 1, 236). — 
Es ist hier noch anzuführen, dass neben d^o-xono-g auch noch ein gleich- 
bedeutendes — und wohl nur dialektisch von ihm verschiedenes — d^o- 
'Ttono-g (Hesych: aQzononog' o niaawv iv i^aattjQlqf, Bekker an. 447, 
25: aqroTtonov xal ^AtxixoI xal ^ItJveg lov a^onoiov) begegnet, dessen 
Schlusstheil deutlich auf n^n- ,kochen, backen' (Ar. Friede: 6 nhxxovg 
ninemai. EkkL 843 : nonava nitrerai, Frösche 505 : inetrev agrovg) 
und damit auch auf altind. pdc- ,kochen, braten, backen' (BV. 10, 86, 14: 
ükshnds hi mal . . . pdcanii ^Ochsen braten sie mir*) zurtickffihrL So drängt 
sich die Vermuthung auf, dass das angesetzte '^xeTt- nichts anderes ist als 
die Umbildung eines alten ^nex-j wie ganz ähnlich auch ^oxen- ,schauen' 
(axiferea^ai IL 16,361; 17, 653; dazu axo7c6-g ,Späher, Wächter' IL 2, 
792; Od. 4, 524), da ihm ht spec-ere ,erblicken' (Enn. ann. 402: spexit; 
Plaut Cas. 516: specitur), nhd. spähen^ altind. spag- ,schauen, sehen' (BV. 
1, 10,2: dqpasfha — aus *dspagta — ,er erblickte'; dazu späg-am ,den 
Beschauer' BV. 4, 13, 3), genau entsprechen, offenbar erst aus einem alten 
*an€x umgebildet wurde. 

xdjrc-s ,Schwätzer'. 

Eur. Hek. 132: ngiv 6 noixii.6q>gwv xonig ^dvloyog örjfioxagiaTrjg 
uiae^iddtjg neL&ei otQatiav. Lyk. 763 : axkaivog %xtrig fci^fiomjv kvyqtiv 
xomg %bv fiv&OTcXaaTrjv i^vXaxxi^aei yiov. 1464: MelayxQalQag xomg 
Nfjcovg ^vyoTQog. 

Scheint sich an xon- : x6n%eiv ,schlagen, hauen' (Seite 247) anzuschliessen 
und bezeichnet wohl zunächst ,den Peiniger, Quäler', wobei Plut Phok. 7: 
veavLaxov . . . xoTVtovxog avxbv igunriiiaaiv (,mit Fragen quälend, ermü- 
dend') sich zu nächstem Vergleich bietet Das Suffix wie in i^i-g ,Schlange' 
(1, Seite 385), oq>irg ,Schlange' (1, Seite 531) und sonst oft 

TLoatlö' {xoTclg)j eine bei den Lakedämoniem eigenthumliche Mahlzeit 

Eratin. (bei Athen. 4, 138, E): o^' ai.rjd'üig rolg ^ivoiaiv Motiv, wg iA- 
yova\ ixel naai voig ik&ovaiv. h %fi xonldi ^oivaad'ai xaldSg. Eupolis 
(an der selben SteUe): xai yivrfsai %oiade adfiegov xonLg* 

Wohl das selbe mit dem zu xon- : xjoTtxeiv ,schlagen, hauen' (Seite 247) 
gehörigen xonld- ,Schlachtmesser, Opfermesser' (Eur. Kykl. 241 : ovxow 
xjonldag wg %i%ia%^ hav ^^eig fioxai^ag;): es wurde bei der xonld- ge- 
nannten Mahli^eit auch geopfert (Athen. 4, 138, F: &vovai d' Iv %alg xo- 
nlaiv alyag. 139, B|: ^ovai dk xal %ovg yaXad^vovg OQ&ayoQlaxovg xal 
naQOTi&iaaiv iv %y d-olvfi %ovg invbtag uQtovg). 

xojtn/lj eine Euchenart 

Sopatr. (bei Athen. 14, 649, A): vlg d' ivaQl&fiov iirpifavog evQc xonvag ] 
Straton (in Anth. 12, 212, 5): ovxht ooi xonr^g (plhai nldxeg, Artemid. 



I 



GriechiBche Etymologie. 249 

Träume 1, 72: xonral de xal otjaofÄideg xal nvqa^ol dya&a näai (näm- 
lich at]fialvovai\ ^aXiata öl toig dlxrjv ^ovaiv. 

Gehört vielleicht zu *xo7r- oder *x€/r- ,backen, bratend 
Tcojtnq fSchnittlauch^ 

Athen. 14, 648, £: to fihv d^aXiaaiov nqaaov 'Aomtqv q>iqai Tiakeia&ai 
Jiovvaiog 6 ^Itvxaiog iv ißdofiip rew^yinLuiv. 

Man darf vermuthen, dass es sich an tlojv- : xonteiv ,schlagen, hauen' 
(Seite 247) anschliesst Möglicher Weise ist es von dem vorausgehenden 
gar nicht verschieden und jedenfalls mit dem selben participiellen Suffix 
gebildet 
xötf^cxo-g ,AmseP. 

Nikostrat (bei Athen. 2, 65,- D): ayogaaov xai vrjTtla onoaa av ßovlec 
xal xlxXag xal xoiplxovg. Aristophon (bei Athen. 6, 238, D) : vnal&Qiog 
Xeifiwva diayeiv xoxpixog. 

Dieselbe Suffixform trat schon in ogQixo-g ,Eorb' (1, Seite 266) entgegen. 
Mit dem ersten Theil des Wortes aber stellt Fick 1^, 389 altslav. kosü , Amsel' 
zusammen und trifft damit wohl das Kichtige: er vergleicht in Bezug 
auf den Verlust des alten Labials vor dem Zischlaut treffend altsL vosa 
,Wespe', das wie lit vapsä ,Bremse' lehrt, den gleichen Verlust erlitt 
xöütQO'Q ,Mist, Dünger, Eoth'. 

Od. 9, 329: xal to fihv (nämlich Fq6nah)v) ev xaridr^xa xarax^vifjag 
vno TcoTtQfp. Od. 17, 297: xvtav , . . dtj rore xelr^ aTtö&eavog aTtoixof^i- 
voio ßavaxTog iv noXXji xoTCQipj ^ Foi nQOTtogoi&e dvQatov fjfAiovwv %b 
ßoFiHv TB FaXig xixv%\ og>Q* av ayoiev dfineg ^Oivaa^ßog %inevog ^liya 
xonqriaov%€g, IL 22, 414: nav%ag 51 kiraveve xvkiydofievog xoto xouqov, 
IL 24, 164: aiJiq>l ök TtokXrj xortQog bbv xBq}ak^ %b xal avxivt Toio yiqov- 
Togj %r^v ^a xvlivdofiBvog xara^r^aato j^e^aiv kFyaiv, 

Gehört wohl zu altind. gdlcrt- (Genetiv gahnds AV. ; Instrumental (dkna 
VS.) ,Koth'; EV. 1, 161, 10: gdirt dikas dpa abharat ,einer trug den Koth 
fort^. Das Suffix aber ist das selbe wie in xanqo-g ,Eber' (Seite 246). 
xfino-q ,Garten', dorisch xano-g (Find. OL 3, 24; 9, 27; Pyth. 9, 53). 

IL 8, 306 : fjn^xwv d * äg higwoB xdgrj ßaXBVy ij t hl xi^Ttq) xagra^ 
ßQi^ofÄivTj. IL 21, 258: wg d* St* dvijQ oxBtriyog ano TcgrjVTjg ^Bkaviögov 
o/i (pvxd xal xii]7tovg vdavi ^oßov '^ysfiovBVf]. Od. 4, 737: dfiw^ i/i6v . . . 
(der) xal fioi xrjrcov ^Bi nokvdivÖQBOv. 

Ungewisser Herkunft Vielleicht gehört es unmittelbar zu nhd. Hube 
oder Hufe, ahd. huoba ,abgemessenes Stück Landes^, mit dem man es 
schon früh zusammengestellt hat 
xflsto-qj eine geschwänzte Affenart (?). 

Diod. Sik. 3, 35, 6: 6 dk XeyofÄBvog xijnog — to dh nqoaianov B%oiv 
S^oiov liovTi, to Xoinov awfia q)iQBt fcdv&rjQi TiagaTtXr^aioVj tcX^v xoij 
fiByi&ovgj o Ttagiaoürat dogxddt. AeL nat an. 17, 8: üv^ayogag iv tolg 
Ttegl vijg *Egv&gag ^aXdtTTjg XiyBi ^<p6v xi ylvBa^ai x^^^orloy negl to 
niXayog exeivo, tov xaXov/iBvov xrnov . . . tÄ filv dri negl t^v xBq)aXfiv 



260 Griechische Etymologie. 

QVT(^ xai ro vfL%ov mal ttjv qoxiv ig rr^v ovgav tekBvxwvra drLQaxtag 
ftvQQci iati . . . yaOTTiQ dk kevKrj näoa. 

Wird ungriechisch sein, der Anklang an altind. kapi-s ,Affe' (BV. 10, 
86, 5) aber auf Zufall beruhen. 
xcojr- (xctii/;) ^Zwergohreule', eine einigermaassen zweifelhafte Nebenform 
zu axtin- (Od. 5, 66; Arist 8, 39; 9, 104. Siehe später). 

Aelian (n. an. 15, 28) giebt an: KaXXliiaxog äk ovo q>riaiv elvai yivrj 
OKCCJTCwv . . . Xiyei de HgiOTOTiXifig rovg naq ^Ofirjgqf äia tou afyfia fi^ 
kiyea&ai, äkXa anhUg dvofiaC,Bü&aL xiSfcag. AthenäOB (9, 391, G und D) 
berichtet: 6 de Mvvdiog lAXi^avÖQog (ptjat rovg naq ^O^Tjgqf X^Q^^S fov 
a xfinag elvai xal IdgiatOTikrj (Arist Thierk. 8, 39 und 9, 104 steht aber 
nur oxo/TT-) ovvwg avrovg (ovofiaxivai . . • xai 27C€vai7C7tog d ' h devTiqi^ 
^OfxoLo)v x^Q^S '^ov a xwTcag avTOvg ovoiiaCßu 
xi&jtri ,6riff^ (Schwertgriff, Budergriff und ähnlich). 

H. 1, 219: irt^ dgyvQijj xwfCfi axi^Bx^lQo. ßageiav. Od. 11, 531 : ^Itpeog 
d' €7C€f^aleT0 TUüftfjv. Od. 9, 489 «»10, 129: FstdQOLOL d* i/coTQvvag hii' 
kevaa ifißaUeiv xvinfjai. Od. 21, 7: eiXeio de xktjßida . . . xcJ/ii} d' iki- 
(pavzog kTtrjev, 

Schliesst sich an %aic- : xärczeiv ,8chnappen^, ursprünglich wohl ,8chnell 
zugreifend fassen' (Seite 241). Das Vocalverhältniss wie in Qwyalio-g 
,zerreissen* (alt FqwyaUo-g 11.2,417; Od. 13, 435; 17, 198) neben dem 
participiellen ^ayivr- ,zerrissen' (Aesch. Ag. 505; Soph. Bruchst 873) oder 
im präsentischen TQwyeiv ,essen, fressen' (Od. 6, 90) neben dem aoristischen 
xaT'ivQayov ,sie frassen auf' (Ar. Ach. 809). 
x^jr-T€iv ,sich bücken' siehe unter xt)^)-. 
xvjtaTtiö' (xvTcavTlg) oder x'6jtaööi'q ,ein Kleidungsstück'. 

Alkäos Bruchst 15, 6: fCOQ äe Xakxidcxai onad'ai, nag db ^tifictra 
nokka xai xvncnTideg (,Waffenröcke'). Ion (bei PoU. 7, 60): ßQoxvv klvov 
xvTtaaaiv ig (xriQov fdioor ia%ak(iivog. Persa (in Anth. 6, 272, 1) : t^wfia 
TOij w ^a%wt, xai dvx^efioevra xvrcaaatVj xai ^Irgav fiaOTOlg a<piyx%a 
rcegcfckofiivav, drjxaTo Tifiaeaaa. — Dazu wohl: xvjtäö- {xvndg) ,ein 
Kleidungsstück'; Lyk. 333: aeäk. . . xgvipei xvndg Tig xeQfiadwv iTCOfjLßqiq. 

Dunkler, vielleicht ungriechischer, Herkunft 
'xvstdifiCöa^ jCypresse'. 

Od. 5, 64: vkv^ 6h aniog afi(pi netpixei Tfjke&ooßaa, xkij&Qrj t' atycigog 
%e xai evviörjg xvnaQiaoog. Hdt. 4, 75: al ök yvvaixeg mvciv vÖcjq na- 
Qoxiovaai xataadxovOL Tcegi kld^ov tqtjxvv vf^g xvnaQiaoov xai xiÖQOv 
xai kißdvov ^vkov. Hermipp. (bei Athen. 1, 27, F): ij äk xakfj Kqijvi] xv- 
ndgiTTov roiai d'BOioiv . . . nagix^i. 

ungriechisch. Als Ausgangsform gilt (Aug. Müller bei Bezzenb. 1, 277) 
hebr. g&pher (nur Mos. 1, 6, 14)^ das einen harzigen Nadelbaum, vielleicht 
die C^resse bezeichnen soll. Woher aber die Suffixform? Darf man 
in Bezug auf sie vaQxtaao^g ,Narcisse' (Hom hymn. Dem. 8, 428 ; Soph. 
Oed. KoL 683) vergleichen? 



Griechische Etymologie. 261 

TföJtBQo^q ,eme gewürzige Pflanzet 

Hdt4, 71: %rv dk vrjdvv dvaaxia^eiaav xal xad'aQ&elaav, Ttkirjv xü- 
niQOv xeaofAfxivov xal -dv^if^fiarog xal aeklvov OTtiQfiatog xal ävrjaov, 
avv€QQafi/Äiv7]v onLata. Flut mor. 383, "Eti %o dk xvgfi fityfia fiiv ixxald&ux 
fJ€Qwv avvxid-Bfjiiviav iarl, fxikitog xai oXvov xal axaipLdog xal xvniQov 
(man hat geändert in xvrtBlQov). 

Möglicher Weise nur eine dialektische Nebenform zu xvTCBiQo-g ^Cyper- 
gras^ (siehe etwas weiterhin), üebrigens trat eine Suffixform eqo schon 
in €%QBQO'g ,Enechtschaft' (Seite 111) entgegen und wurde unter ihm auch 
in weiteren Beispielen belegt 
xi)üisXXo-v ,6echer^. 

IL 1, 596 : ^Biärioaaa de naidog idi^aro ^ee^i xvftekkov (das Vers 584 
genaimt war dinag afiq)ixvnekh)v), II. 3, 248: q>iQe de XQfjtrjga (poFeivov 
xriqv^ ^Idaiog TJÖe XQvaeia xvnekka, IL 4, 345: IV^.a q>lV OTtvakea xQea 
%dfxeyai rjde xvneXka ßoivov /civifievai fieXißtjöiog. 

Die Suffixform -ekko ist eine sehr ungewöhnliche im Griechischen, ent^ 
sprang wohl aus *eijo und wird dann zunächst auf ein einfacheres -eko 
(wie moßeko-g ,Spie8s' 1, Seite 517; ixeko-g, alt FLxeko-g ,ähnlich, gleich^ 
Seite 24, und sonst) zurückführen. Die zu Grunde liegende Verbalform 
tritt nirgend mehr lebendig entgegen; wie weit aber etwa ein öfter an- 
genommener Zusammenhang mit xinri (oder xvTtrj?) ,Loch^ (Hesych: xvTtij ' 
rQtüykfj)] eine Art Schiff; eine Wohnung aus Holz und Heu (Hesych: xv- 
naC elöog %i vewg, xal al i^ vkrjg xal xoqxov olx}^aeig)j altind. kü'porS 
,Grube* (RV. 1, 105, 17) oder lat cüpa ,Tonne' (Caes. b. c. 2, 11), besteht, 
ist keines Weges deutlich. Möglicher Weise besteht ein solcher mit lit 
Jcuprä ,Buckel, Höcker' und kümporS ,krumm^ 
xvjtöeiv ,umstürzen^ 

Lyk. Ttgrjr^ Ö^ ofjialfivjv navra xvmiaag öof^ov, Nik. ther. 705: %ekvvriv 
... Triv ö^ ava-xvmaaag xe<pakrjg and dv^iov aQQ^ai fiaikidi xahnelti* 
Lyk. 137: ava-xvTtwaag Qifziv. 

Scheint als eine Art Causalform (?,sich bücken machenO im Anschluss 
an xvTt-xeiv ,sich bücken' gebildet zu sein, obwohl dessen Grundform als 
xvtp" (siehe weiterhin) scheint angenommen werden zu müssen. 
Tt'ÖJtBiQO'V oder x'öjteiQo-q ,Oypergras'. 

IL 21, 351: xalexo dh kairog ze fiök S'Qvov ijdi xvneiQOv, ta Ttegl xaka 
giFed'Qa Fakig nozafioio 7teq>vxeu Od. 4, 603 : rteöLoio ßavaaaeig eigiPog^ 
((t 1h t fikv kunog nokvgj iv di xvneiQov. — Hom. hymn. Herm. 107 : ßoig 
. . . kunov igenTOftivag ijd' kgai^ßevTa xineigov. Ar.Frösche243 : (ßargaxoi :) 
• . • el drj noi* eit]kloig iv aftigaiaiv rjka^ead-a äia xvTrelgov xal (pkita, 

Dunkler Herkunft Bezüglich des Suffixes ist aiyeigo-g ,Schwarzpappel' 
(Seite 86) zu vergleichen; xv/ceigo-g liegt neben xvjtetgo-v wie oveigo-g 
,Traumbild^ neben oveigo-v (1, Seite 541). 
xi)ipBXo'q ,Hausschwalbe^ 

Arist Thierk. 9, 108: ol dk anoieg, ovg xakoval %iveg xvipikovg, o%i 



252 Griechische Etymologie. 

fXBv o^oioi raig x^^^^aiv eialv^ eiQrjrai nQoteqoy .... ovtoi veovrev- 
ovaiv h Tivtl^eXlaiv ht TtirjXov nenkaafjiivaig (LiaxgaiQy oaov eiaövaiv ix^vaaig. 
Offenbar im engem Anschlnas an das Folgende gebildet, ohne ein be- 
sonderes Kennzeichen der Ableitung zu tragen. 
xv^iXri ,H5hlungy Ohrhöhle'; ,0hren8chmalz'; — ^Behältniss, Kasten, Korb'; 

^Bienenkorb'. 

Pollux 2, 85: roTy yh firjv üjtwv . . . . to 6k evöov xvipikrj, aq>* ^g c 
^nog xvxpellg. Hesych erklärt: nvtpikai xal -Kvil^eUdeg' 6 h rolg walv 
QVTtog awiaxifievog .... %al %ov wrog %o MyxoiXov. — Hdt. 5, 92, 4 und 5 : 
delaaaa dh fi'^ . . . to naidlov anoKtxelvfaai, q>iQOvaa yLancmqvjcxBi ig vo 
dq>Qaa'c6%ax6v ol iq>alv€To elvai, ig xvipikrjv . . . . o naig ccv^dvero, xal 
ol diaq>vy6vri tovtov %bv nclvövvov ano Trjg xvxpiXrig iftwvvfjtlriv KvtpeXog 
ovvofÄO häd-fi. Ar. Friede 631 : xd/iov kl&ov ifißakovreg i^fiidifivov %v- 
ipikriv aniükeaav. Paus. 5, 17, 5: ig xovttjv rrjv kd^onca Kvipekov .... 
aTcixQvtpev Yj fii^xriQ .... rag dk kaQvaxag ol %6%e ixakovv KoqLv&ioi 
xvipikag, oTto xovxov di xal ovofia Kvjpekov %ifi navil &iad'ai käyovai. 
— Plut mor. 601, C: ^f^elg äaneQ fivQ/irjxeg rj fiiktriai fivQ/ÄrpctSg rj xv- 
xfjikt]g ixneoovxeg ddijfiovovfiev xai ^evona-d'ovfiev. 

Da der innere Zischlaut ohne Zweifel auch suffixal ist, kann man dyikri 
,Heerde' (1, Seite 112), ve<pikri ,Wolke' (IL 2, 146; 5, 186) und ähnliche 
Bildungen nicht unmittelbar vergleichen, eher solche wie ftiiiekri jFett' 
(Soph. Ant 1011 ; Hdt 2, 40; 47) und »v^ikri ,Opferplatz' (Aesch. SchutsfL 
668; Eur. Schutzfl. 64; Bhes. 235). Auch das scheinbar anklingende da- 
ipikig- ,reichlich' (Hdt 3, 130; Plut Marc. Gat 25) liegt wohl weiter ab. 
Wie weit etwa ein Zusammenhang mit xvTtekko-v ,Becher' (Seite 251) oder 
auch mit xv^ßri ,Kahn' (Soph. Bruchst 123), ,Oefäss, Becken' (Philemon 
bei Athen. 11, 483, A; Nik. al. 164) und vielleicht mit xvße&Qo-v ,Bienen- 
zelle' (Hesych: xvße&qa' rd xüv ^ekiaawv) bestehen mag, ist nicht deutlich. 
x'ijtQo-q ,Hennastrauch', aus dessen Blüthen ein wohlriechendes auch als 
gelbes Färbemittel gebrauchtes Oel gewonnen wurde ; dann auch dieses OeL 

Nik. al. 609: xvngov %b ßkaotela veav^ia . . . noQOig, Diosk. 1, 124: 
xvTtQog divÖQov iaxl Ttegl xälg ^dßdoig qyikka %xov ikaltf TcagaTvkqaa 
. . . ävdTj kevxtt, ßoTQvwdt], evüidri . , . yevvarai de agloxri iv xjj Idaxa- 
kwvi xal Kavojfcrj .... ro dh axevaCofievov i^ avxov (d. L xoi av&eog) 
Xglofia xvTtQtvov . .. evajdeg. Anth. 4, 1, 42: iv d* Sq* aixaqctxov ^xe 
. . . g>olviaadv xe vhjv xvtiqov an uivxindxQov, — Theophr. odor. 26: 
x'^g di xvTtQov ri fihv igyaala Ttagankrjala xjj xou qoöIvov, 

Wild nach der gleichnamigen Insel benannt sein. 
xiifftQO'Q ,ein Getraidemaass'. 

Pollux 4, 169: xvTtgov dk xb ovxm xakovfievov fxizQov &^qoig av nagd 
[tOxaltp (Bruchst 141 bei Bergk) iv deirxigfp fiekiov. Hesych erklart: 
xvTtgog' fiixgov aixrjgov. 

Wohl des selben Ursprungs wie das vorausgehende. Oder möglicher 
Weise mit xvnekkov ,Becher' (Seite 251) zusammenhängend. 



Griechische Etymologie. 253 

Tuztäy Adverb und Präposition (mit Genetiv oder Aconsativ)^ mit der Grund- 
bedeutung yherab'; bei Verben auch zur Bedeutung ,bis zu Ende, ver-' oder 
ähnlich entwickelt, als Präposition auch zu ,durchhin, überhin, entlang', 
^entsprechend, gemäss, zufolge' und noch sonst wie. 

IL 1, 143: Ging xctra öqxqv %iFovaa, II. 4, 157: xora 6' 0Q%ia TCiata 
fcoTTjaay. — IL 1, 40: xara nlFova fitiQl* hirjfa tovqwv ^d' aiyciv. IL 1, 
460: firjQovg %* k^irafjiov yLocta re nvlaarj htoXv^Jav dlfctvxa TCOifijaavreg. 
Od. 10, 238: ßQaßötp neTtkrjyvla xara avtpeoiaiv ißiQyvv. — IL 1, 44: 
ßii dh xqt' Ovkvfjinoio xa^vuy. II. 6, 232: xa^' ^rtnuiv aßl^avre. 
11.13, 504: alxfiij d^ AiveLao KQadaivofiivrj xora yalrjg ^x^^* 11.3, 
217: naxa x&ovbg ofxfjtara Ttij^ag. IL 13, 737: TQweg ... xata reixog 
%ßfiaav. n. 1, 318: äg ot fiiv to nivovro %a%a axQozov, IL 2, 130: Tqojwv 
Ol valovoi xata ntokiv. IL 1, 424: x^'^^ ^ßv ^^^^ öaira. IL 1, 193: 
^fog %avd^ ÜQfiaive xcna q>Qiva xal xata d'Vfxov. — IL 1,286: val 
dij tavra ye narra, yiqov, xaxa iioiqav efeiTteg. IL 1, 136: yigag . . . 
a^aoryrß^; xora ^vfiov. — Mit verändertem Accent begegnet xava bei Nach- 
stellung, wie Od. 10, 349: a^q>l7toXoi . . . TiaGageg^ ai ßot diSfia xora 
ÖQi^areiQai %aaiv oder in Verbindung mit Verbalformen, wie H. 2, 699 : 
%6%B d' fjdri ^ev xava yala fiikaiva und II. 17, 91: el fxäv xe klrto) xdra 
revxBa xaXd. — Dazu: xarw ,hinab'; ,unten'; IL 17, 136: nav di t' im- 
axvviov xoTCii ^kxerac oaae xaXvrcTCjy, Od. 23, 91 : 'qato xario oqowv. — 
Hes. th. 303 : h^a di foi (d. L der Echidna) aniog iarl xdrw xoHlji vno 
nitgj]. Soph. Oed. KoL 1563: öldov fioi ^ivov i^aviaai /i6g(p rov Ttay- 
xev^ XQTU) vexgdiv nlaxa, — xatal ,hinab', eine ungewöhnlichere Form, 
doch schon im homerischen xatai^ßccro-g ,wo man hinabsteigen kann' 
(Od. 13, 110). 

Etymologisch noch unaufgehellt Fick 1 \ 422 vergleicht lat. contra ,ent- 
gegen' (Enn. ann. 181; 424), das aber schwerlich hierher gehört, da es doch 
ausgegangen sein wird von cum (aus altem com) ,mif (Enn. ann. 52; 80; 
118), und altir. get «»kymr. cant ,läng8, bei, mif, dessen Bedeutungen 
sich kaum mit ,herab' vermitteln werden. — Als Adverbialbildung ver- 
gleicht sichs zunächst mit solchen wie avd ,in die Höh, auf, an, entlang' 
(1, Seite 187), mit dem insbesondere es die Eigenthümlichkeit theilt, dass 
es auch vor Consonanten nicht selten sein auslautendes a einbfisst, vrie 
in xctf-tawaav ,sie zogen herab' (Hom. hymn. 7, 34), xa%-&iaav ,sie legten 
nieder' (IL 16, 683: 18, 233), xad 8" e^oge ,er sprang herab' (H. 4, 79), xa- 
'OXed'e (aus *xdt'axe&€) er hielt zurück' (II. 11, 702) xax'xeq>a3Lijg (aus 
xoT'xeg}.) ,auf den Kopf herab' (IL 18, 24), sowie übereinstimmend auch 
beide eine adverbielle Form auf unbetontes ta {xdT(a, Svcj) zur Seite haben. 
Beide Eigenthümlichkeiten theilt beispielsweise jucra ,mit, inmitten' (IL 4, 
341 : fievd Ttgokoiaiv iovxag) nicht, das doch seines -tct wegen sich sonst 
zu allemächstem Vergleich mit xazd zu bieten scheint 

maraxava ,Ermordung, Vernichtung' (?). 

Nur Eur. Hippel. 821 : xataxovd fikv ovv dßlorog ßlov. 



254 Griechische Etymologie. 

Scheint sich seiner Bildung nach zunächst zn qpovi) ^Ermordung' (IL 10, 
521; 15, 633) und /iovi} ,da8 Bleiben, Verweilen' (Hdt 1, 94; Thnk. 1, 131; 
7, 47) zn stellen. So liegt ihm wohl die Verbalgrundform xav- ,todten' 
(xalveiv Aesch. Ch. 886; Ag. 1562; Perfect xi>tova Soph. Brachst 955; xara- 
xavcjv Xen. Eyr. 4, 6, 5 ; xava-xeKovoreg Xen. an. 7, 6, 36) zu Oninde. 
Hesjch führt auf: xoval' q)6vai, 
xar^axioxii ,Begeisterung'. 

Fiat Phaedr. 245, A: rglTtj di anb Movawv ycarcrKwx^ (mit der Lesart 
xaroxwxri) re xai ßictvla, Xaßovaa oTtaXfjv xal aßarov rpvjiTqv, Plat Ion 
536,0: ov yag tixrjfi ovd^ iTCian^fif] negl *0fiiJQ0v Xiyeig a Xiyeig, aliJx 
&€l(f fiolgtf xal xonocxorxjj (Lesart xaroxwxfj)' — Dazu: xaTaxwxif^o-g 
,geistig gefangen genommen, leidenschaftlich ergriffen'; Arist Thierk. 6, 118: 
al di ßoeg TavQwaiv' ovtw di aq)6dQa xctraxfixi^ai v(^ nadlet ylvovtai. 
wäre fÄTi dvvaa&ai avxwv xQctrelv firjdk kafißavea&ai rovg ßcvxokovg, 
Arist Polit 5, 7, 5 : xal yag irto Tavrrjg r^g xiv^aeug xaraxioxifiol xiveg 
eiolv. 

Eigentlich ,das Festgehaltensein, Gef esseltsein^ ; mit dem Schlnsstheil 
axco^i; oder oxwxt]^ der von exsiv ,halten, haben' (1, Seite 382) ausging 
und früher (1, Seite 499) schon gesondert aufgeführt wurde. Was die 
Bedeutungsentwicklung anbetrifft, so kann noch angeführt werden, dass 
sie sich ganz entsprechend auch noch sonst bei xar-ix^tv und von ihm 
ausgegangenen Bildungen findet, wie Plat Ion 536, D : dg iyw xarexo- 
lievog (fbegeistert') xal (jiaivopievog ^'OpirjQov iTtaivui. 533, £: fcavreg yaq 
0% re %wv intov noirjral ol aya&ol ovx ix r^vi^g akk* iv&eoi ovreg xare- 
XO^evoi nav%a vavra ra xala Xiyovai Ttoir^fiara. Eur. Hek. 1090: ^q€i 
xaz'oxov (,begeistert, verzückt^ yivog. Plut Rom. 19: ä(p^aav . . . piera 
ßorjg xal okoXvygÄOV . . . q>€Q6iLievai . . . üofteQ Ix ^eov xaxoxou Plut 
Alex. 2i ri dh ^Okvfirciag ^äkkoy higiav ^rjhiaaaa rag xar-oxag (,Be- 
geisterungO xcrl rovg h^ovaiacfiovg. 
TcaraQQäxrri'q .herabstürzend'; ,WasserfaIl'; ,FaUthür, Fallgatter'; ein sich 
schnell herabstürzender Wasservogel, ,Lappentaucher' gehört zu ^aaoeiv 
(aus *4dxj€iv oder ^ßganijeiv) ,mit Hastigkeit herandrängen, stürzen' (siehe 
später). 
xarömv ,hinter, hinterher'. 

Hipp. 2, 634 : agiOTOv g)aQfiaxov ^ak^axTTjQiöv ixiv xavorciv tb xal ig 
TovfiTtQoo&ev. Xen. Eyr. 1, 4, 21 : xaroftiv %ovxovg idUtrxov. Ar. Bitter 625: 
evMg yctQ avvov xaxorciv iv^ivd^ Ufitjv. Plat Prot 316, A: xototclv de 
'qfiwv ifteio^kd'ov L4Xxißiadr]g . . . xal Kgizlag. 

Wurde in ganz ähnlicher Weise mit dem adverbiellen xara ,ha:ab', ,ent- 
lang' (Seite 253) zusammengesetzt, wie das gleichbedeutende xar-oftia&ev 
(H. 8, 339; 23, 505; Od. 12, 148; 21, 116). Sein Schlnsstheil aber ist offen- 
bar die Accusatiyform eines schon unter orcid^ev ,yon hinten, hinten, hinter' 
(1, Seite 508), unter dem auch das diesem gleichbedeutende ofcta&ev schon 
aufgeführt wurde, vermutheten *07tt- ,Bückseite'. 



Griechische Etymologie. 255 

xaTrig>iq' ,niederge8cblagen, beschämt^. 

Od. 24j 432 : rj xal ineiva xarrjgfieg iaaofie^' aißeL Eur. Or. 881 : 
6q(S . . . Tov fiiv ytaTr)q)rj xal naQeifxevov v6a(p. Eur. Herakl. 633: rl 
XQ^tl^^ y^Biaai xal xa%7iq>lg ofifi ^x^iQ] Hippokr. 3,656: ofiolcjg ol otp- 
d'alfiol xctT7jg>i€g, ig jo xa%(o ßXitpaQov fiakXov iyxelfievoi. Arist Thierk. 
6| 119: al fikv ovv iicrtoi orav anoxelqojvxaiy oTtOTtavovrai Ttjg og^rjg 
fiilkov xal yivovrai xaTrjq>iaTeQai. Plüt Pomp. 73: rovT(p avveßBßrjXBt 
. . . lÖBlv xara rovg invovg nofdTrqiov . . . raneivov xal xaTTjq>^ rcQoadi' 
aleyofievov ainp. — Dazu :xaTriq>6v' {xaTrjtptov), ^beschämend; Schande 
machend^, (eigentlich ^Beschämung, Schande^?); nur IL 24, 253: anevaazi 
uoi, xaxa xixva^ xcnriq>6vBg, 

Wie die Adjective auf eg fast sämmüich zusammengesetzte sind, so löst 
sich auch hier neben dem adyerbiellen xara ,herab' (Seite 253) als erstem 
Gliede, wie es zum Beispiel auch enthalten ist in xa%-ri%ig- ,erklingend' 
(Theokr. 1, 7), xata-g)€Qig- ,sich abwärts neigend* (Hdt 2, 63; Xen. Jagd 
10/9), xava-ngrivig- ,nach vom niedergesenkt' (II. 15, 114 «=» 398; Od. 
13, 164), xaTa-aT€(pig' ,bekränzf (Soph. Tr. 178; Eur. Schutzfl. 259), ein 
ungeschlechtiges *rjq>og' (oder *a(pog-) ab, das etymologisch nicht weiter 
verständlich ist, für das aber die Bedeutung ,das sich Neigen, sich Senken' 
vermuthet werden kann. 
xax^Xifp- (xaTTJlitp) ,oberes Geschoss'. 

Nur Ar. Frösche 566: vdf dk ösiaaaa ye nov inl %iiv xccciikiq)* evdig 
avBTcridriaafxev. 

Dunkeln Ursprungs. Erster Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes 
scheint xora ,herab' (Seite 253) zu sein. 
xdta}Qy ein dunkles Wort, etwa ynerr* oder ähnlich. 

Nur Hom. hymn. 7, 55 in der Anrede des Dionysos an den Steuermann 
des Schiffes, auf das ihn Seeräuber gebracht: &aQa€j die xdrcjQ, tt^ i(Ä(^ 
xexaQia^ive ^fjup. 
xaratwy- (xaTalrv^ ,Lederhelm'. 

Nur IL 10, 258: dfjtq^l öi Fot xvvitiv x€q)aXfiq)iv exhjxevj TavgelrjVj dq)a' 
kov T£ xal akkoq>ov, ij re xaralTv^ xixlrjraij ^verai dk xagr] S'aXeQWv 
ai^rjfüiv. 

Etymologisch dunkel. Erster Theil des Wortes scheint xard ,herab' 
(Seite 253) zu sein. Suffix ist wohl das selbe wie in oQtvy- ,Wachtel' 
(l, Seite 570). 
xarovXäö" {xaTovXdg), dunkles Beiwort der Nacht 

Nur Soph. Bruchst 400: insvxofiai dh wxtI %ji xavovkddi. 

Etwa die Bedeutung ,verhüllend' Hesse sich vermuthen und neben dem 
Präfix xara ,herab' (Seite 253) eine Ableitung aus der selben Verbalgrund- 
form, der ellveiv^ alt ßeMeiv ,bedecken, verhüllen' (Seite 118) entsprang. 
xatQt6'q, ein pfauenähnlicher Vogel in Indien« 

Strabo 15, 1, 69: 6 di Kkeltagxog q>Tjaiv afxd^ag . . . i^ dv aTtaQTTjtai 
yiyrj Teri&aaevfiivwv OQviwv, wv evqxovoTarov jtiiv etQrjxe %bv cSglußva, 



256 Griechische Etymologie. 

XafjifCQotaTOv de ycara ttjv oxpiv xal fcXelaTrjv ^x^^^^ Ttoiiullav %öv xa* 
Xovfisvov xargia' rijv yäg idiav ratp (laXiaxa iyyl^eiK Aelian n. a. 17, 
23: xargia to ovo^a, ^Ivdov %6 yivog, %f, g>vo€i oqvlv Xiyet KXeltaQxog 
elvai To xaXlog vTceQTjtpavov' die genauere Beschreibung folgt 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
xöto-g ,Groll'. 

n. ij 82: ei 7ceQ yag re %6l»ov ye xa£ avvrjfjiaQ vLavaniipf^y akXa %€ xal 
fievoTtiod'ev ^x^i xotov, og>Qa reliaaj], kv azrj&eaaiv ißoiai. II. 8, 449 : 
okXvaai TQtSag, rolacv tcotov aivov i&ea&e. IL 13, 517: d^ yaQ ßocex^v 
xofov ifi/ievkg alFeL — Dazu: xor^c^y oder medial xor^ca^ai ^grollen, 
zürnen'; II. 1, 180: ai&ev d' iya» ovx dleyl^ü} ovo* o^ofiai xorioytog. 
IL 4, 167: TTJad^ aftdrrjg noziiov. Od. 9, 501: aXka fxiv axpoggov nQoai- 
qnrjv n^enorrjOTi ^fiffi* IL 2, 223: t(^ d' a^' ^AxoLiFoi ix/raylug xoviovro 
vefiiaoTj&iv t' hl d^fiifi. 

Der Vergleich mit Bildungen wie nozo-g ,das Trinken' (Plat Staat 1, 
329, A; Prot. 347, C), ax6%o-g ,Pin8temiss' (II. 4, 461; Od. 19, 389), ^TQoxo-g 
,geronnenes Blut' (II. 7, 425; 14, 7), macht von vornherein wahrscheinlich, 
dass das innere t mit zum suffixalen Theile des Wortes gehört, also weiter 
auch Bildungen wie olxxo-g ,Mitleid, das Jammern' (Seite 127) nahe zur 
Seite stehen. So scheint sich Ficks (1^, 425) Muthmaassung, dass altind. 
Qd ,schärfen' (RV. 8, 15, 7: vdgram gigdti dhishdnä ,den Donnerkeil schärft 
das Loblied'; (04- ,geschärft, scharf' BV. 1, 54, 4) zu Grunde liege und 
, Schärfe' die ursprüngliche Bedeutung sei, zu empfehlen. Die an- 
genommene Bedeutungsentwicklung aber ist noch nicht überzeugend nach- 
gewiesen, da das angesetzte altind. atirQä ,heftig zürnen' (nur BV. 1, 36, 
16 : jds mdrtias gigUai dti aktübhis, wo Ludwig übersetzt ,der Mann, der 
die Nächte über sich bereit hält', Grassmann aber ,der böse Mensch, der 
wüthend auf uns stürzt bei Nachf) auf sehr unsicherem Boden steht 
Vielleicht bleibt die beste Zusammenstellung doch die alte mit altind. 
gdtm-s ,Feind' (BV. 1, 32, 4; 33, 12; 39, 4), das zu altind. gat ,abhauen, 
niederhauen, niederwerfen' mit der abgeleiteten Präsensform gätdjati ,er 
haut ab' (AV.; Mbh.; Bäm.), zu gehören scheint — Aoristische Formen 
wie xoTiaaaro ,er zürnte' (IL 23, 383), xoriaaexav (IL 5, 747; 8, 391), xoxca- 
aifievog (IL 5, 177; 16, 386) zeigen, dass das abgeleitete xoriea^ai aus 
*xoTiaj€ad'ai hervorgegangen, also von einer Nominalform ^xozog- aus- 
gegangen ist 
xöTtvo-s ,wilder Oelbaum'. 

Ar. Vögel 621 : &vaofiev . . iv %alaiv xofiaQOig xal xolg xorlvoig avav- 
teg ^ovjeg TCQi&ag, Ttvqovg, Ar. Plut 586: Tovg vtxwvTag a%€q>av(jiaag 
xorlvtp a%eq>av(p, Plut Fab. 20 : ol yeaiQyovyreg kgcveoig xal dxgaai xai 
xorlvoig 7tQOoq>6QOVTai, rd ^ikv elg ikalag, toc ö* eig dnLovg^ va d' elg 
avxog i^rjfieQOVvreg xai ti&aaevovreg. DiosL 1, 136: dygiekala, ^v ^vioi 
KLOTivov xaXovaiv. 

Dimkler Herkunft Substantivische Bildungen auf ivoy wie zum Bei- 



^ 



Griechische Etymologie. 257 

spiel noch x6q>ivo'g ,Korb' (Ar. Vögel 1310; Xen- mem. 3, 8, 6), sind selten, 
abgeleitete adjectiyische dagegen sehr gewöhnlich, wie ägvivo-g ,eichen' 
(Od. 21, 43), (priYivo-g ,eichen' (IL 5, 838), xidQivo-g ,cedem^ (II. 24, 192) 
und andre. 
xoTÖXri ,Höhlnng^; ,Napf, Becken'; ,Hüftpfanne^ 

ApoUodor (bei Athen. 11, 479, A): nav di to xoUoy xorvkrjv . . ixaXovv 
ol TtaXaiol, ijg xal %d Tiav XBiqdv xollov, — IL,22, 494: tdiv ö^ iJierj- 
acv%(ov xoTvlriv vig tvzd-bv iniaxev. Od. 15, 312: Y.a%a dk ntoXiv avzog 
ttvoyxT] TcXay^ofxai, a% xiv Tig xotvXrjv xal TtvQvov OQi^, Aesch. Bruchst. 
57,6: dk x^i^^oditoig TLOzvXaig (,CymbelnO ozoßel. Thuk. 7, 87: 18L' 
ioaav yaq ovräv hcdarfp ircl oxtw fifjvag xoruXrjv (als bestimmtes Maass) 
vdarog xal dvo xorvkag alrov. — 11.5,306: T(p (jL L xsQf^adl(p) ßaXev 
AlveLao xot' laxlov, %v&a %b firjQog laxi(p ivOTQiq)eTai, notvXrjv öi %i 
|ucy xaHovaiv. 

Lat eattno'S ,Napf , Schüssel' ; Oato r. r. 84 : sävillum höc modo facitö 
. . . cattnvm fictile oleo ungvitd. ubi omnia bene eommiseueris, in caMnum 
indito, caMnum testö operttö. Lucil. sat. 324 (Baehrens) : et nön, pav/per 
ui$, Samid curtoqoe cdtino. 

Das Suffix wie in oQßvXrj ,starker den ganzen Fnss bedeckender Schuh' 
(1, Seite 282). Die lateinische Form ist etwas anders gebildet; ihr ent- 
stammt unser Kessel^ goth. iatUa' (Mk. 7, 4: daupeinins . . . hoHlS ,x^X- 
xicjv'). Die zu Grunde liegende Verbalf orm mochte etwa ,hohl sein' oder 
,gewölbt sein' bedeuten. 
xörraßo-q (oder auch x6aaaßo-g, wie Eur. Bruchst 562, 3 und 631), ein 
aus Sicilien stammendes Spiel, bei dem eine Neige Weins in besonders 
geschickter Weise in ein metallnes Gefäss geschleudert werden musste; 
auch diese Neige selbst; auch das Gefäss, in das die Neige geschleudert 
wurde (vielleicht die erste Bedeutung). 

Aesch. (bei Athen. 15, 667, 0): ^v fiiv yaQ avti^ xotxaßog (dafür ist ver- 
muthet axoTtog) del rovfiov xuga, %ov d' ayxvkriTov xoaadßiog ia%i axo- 
nog ixrefjuov rißiLaa x^^Q iq)leto. Eritias (bei Athen. 15, 666, B): xotto- 
ßog kx Sixelijg ia%i x^ovbg kxrtgeTthg ^gyov, ov axonbv ig Xanaymv ro^a 
xa&iatd^ed'a. Plato (bei Athen. 15, 665, B): a/tovdag d' ifteira ftagaxiag 
roy xoTTaßov TtaQoLoia. (bei Athen. 15, 666, D): Tcqbg xovraßov nal^eiv, 
£(og av aqx^v iya. to delTtvov %v8ov axeväaw. Eur. Bruchst 631 : itoXvg 
dh xoaaaßcjv dgayfiog KvrtQidog TtQoatpödv axei fiiXog Iv dofiotaiv. 
Bruchst 562: nxxxvolg d' tßaXXov Bocxxlov to^eiiiaaiv xaga yigovtog' rov 
ßaXovxa de axiq>ety kyd hsvdyfiqv, a&Xa xoTvdßcjv (Nauck schreibt xoa- 
aaßüjv) didovg. — Antiphanes (bei Athen. 15, 666, Fj: cg cv %6v xoTtaßov 
dq>€lg ifcl trjv TtXdoTiyya noirjar] Tteaeiv. — Eupol. Bruchst 86: xcrAx<^ 
7t€Ql xoTraßfit. Athen. 15, 666, D: ixaXelro äk xovfaßog xal to cyyog 
elg o %ßaXXov tag Xatayag, dg Kqajlvog h Nef^iaei deixvvaiv, 

Dunklen Ursprungs. So ist auch dunkel, wie weit man etwa andere 
Wörter auf -aßo- (siehe unter dzxiXaßO'g ,LaubheuBchrecke' 1, Seite 94) 

Leo Meyer, OrieohiBohe Etymologie. II. 17 



258 Griechische Etymologie. 

hier yergleichen kann. Entstand xoTva- (xoaao-) vielleicht aas *x6%ja- 
oder *x6iija'? 
xöTtavo'V, eine Art kleiner* Feigen. 

Athen. 9, 385, A: o^Xlnagov di vi lott] nXf^v el fit] %aL %6x%txva ^fiag 
%al JUmdiVj va TcaxQia fiov vo^ifia ßQWfiatay övofia^eiv fiiXXere. Hesych 
erklart: Ttorrava' eldog avxüiv fiinQuiv, xai 17 noQ&ivog Ttaga KqtjoI xox- 
rava. Plin. 13, 51: in ßcorum autem cäricäs et minores ejusdem generis 
qväs coUana vocant 

Dnnklen Urspnmgs. Das Suffix wie in oQyavo-v ^Werkzeug, Werk^ (1^ 
Seite 571). 
Ttoxrdvri, ein Fischergeräth. 

Ael. n. a. 12, 43: f} fiiv dixxvela . . , deltai xoQriylag Tcomlhjgj olov 
anaqrsov . . . xa2 auvtaXldwv xal ntnravrjg xal tv/inavov. 

Dnnklen Ursprungs. Das Suffix wie in agtarri ,Strick zum Aufhängen^ 
Schlingen' (1, S. 272), o^xcfyi;, Umzäunung, Einschliessung' (1, S. 568) und sonst 
xdrro-^ ,ein kleiner Flussfisch^ 

Arist Thierk. 4, 88 : Iht d' lg xolg norafiolg eiaiv ix^äia atta a xa- 
koval Tiveg Ttotxovg' tavxa &riQ€voval xiveg Sic x6 vno talg nirgaig 
vnodedvxivai nortrovreg rag Ttitgag Xl&oig, 

Dunklen Ursprungs. 
x'^Tog- ,grosses Seethier, Seeungethüm, grosser Msch', ursprünglich vielleicht 
,gros8er Umfangt. 

IL 13,27: (Poseidaon) ßf^ 6^ kXcav ircl xv/ior'' araXXe di xijre' vii^ 
avTOv TtdvTod'ev Ix xev&fÄüiv, ovd* rjyvolrjae faraxta. II. 20, 147: relxog 
. . . t6 ^a Fol (dem Herakles) Tqü%g %a\ HaXXag ItädTJvt] noLFsov, oq>Qa 
%6 xijtog vnexnQog>vyiav dXißaixo, onnore fiiv aevairo dn^ i^iovog /re- 
dlovde. Od. 4, 452 : h ö' fnidg TtQtoxovg Xiye ya^xeaiv (die der Dichter 
Vers 411 g>wxag 30")^^^' genannt). Od. 12, 97: SxvXXri.... avrov ö* 
ix^diff axofceXov TteQifiaifiuiwaa, deXcpivdg te xvvag ve tloI et no^i fiei- 
^ov UXrjaiv Tcijxogy S fjivQla ßooxei dydaxovog ldfiq>izQlt7]. — Hdt 4, 53: 
BoQva&irrjg .... xi^xed xe fieydXa avdxav&a, xd ävxcncalovg xaXiovaiy 
Ttagixsxai ig xaQlxevaiv. Athen. 7, 303, C: Stiaxgaxog . . . Xiyei /iBl^to^ 
Ö€ yivofÄirrjv S'vwoVj fxi di /lel^ova oqxvvov, vtve^ßaXXovxwg di m^avo- 
fievov ylvea&ai x'qxog OHaifisch'?) — Dazu: fieyd-xTjxeg" ,von sehr 
grossem Umfang'?); Od. 3, 158: ^eycmrjxea tcovxov, 11.8^222 »» 11,5: 
axri d^ in' VdvoarjFog fieycnci^xel vijfl fieXalvrj, II, 21, 22: wg d* vtco 
deXiplvog fieyaxi^xeog Ix^v^g aXXoi q>€vyovxeg, — Des vermeintlich hieher 
gehörigen xrjxojeaaav geschah schon Erwähnung unter xaiixä-g ,Erd- 
spalt, Schlund' (Seite 224). 

Ausser dem og wird auch das innere x suffixal sein, ganz wie zum Bei- 
spiel in xV'^og- ,Mangel' (II. 6, 463; 19, 324), axlxog- ,Haut, Leder* (Od- 
14, 34; Ar. Ktter 868), xvxog- ,Wölbung', ,(3efäss' (Aesch. Sieben 495; Ag. 
322; Soph. EL 1142), axoxog- ,Finstemiss' (Find. Brachst 142, 3; Eur. ras. 
H. 1159; Xen. Kyr. 1, 6, 40), %vxog- ,Rüstung, Cterath' (1, Sdte 418), in dem 



Griechische Etymologie. 259 

aus Aoristfonnen wie xoxiaoavo ,er zürnte' (Seite 256) zu entnehmenden 
*xoToe- ,Zom, Groll* und noch sonst Die zu Grunde liegende Verbal- 
form aber ist sonst noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen. 
TnaxiXo^q jgeschwätzig*. 

Theogn. 295: xunikifi dv&QWJctp aiyäv xaXendxaxov ax^og. Soph. 
Bruchst 622, 3 : ov yaq nox av yhoix' av aOipaXriq ^oXig^ iv jy . . . 
xwxlXog d' av^Q Xaßiav TtctvovQya x^Q^i nivxqa Ttrjdeiei nohv. Simonid. 
Brachst 243: xccir/ii/ ^ ^«^«dcriy. Anth. 7, 221, 3: iaßia»ri di xa (plXxqa 
xa 'Aunlla. Arist Thierk. 1, 16: xa /iikv (nämlich Thiere) xonlka xa de 
aiyijXa. — Dazu: xwxlkkeiv ^schwatzen', ^beschwatzen, schwatzend be- 
lästigen'; Hes. Werke 374: fii]dh yvvij ae voov Tcvyoaxolog i^afcaxaxwy 
alfivka 7CWX UXovaa. Theogn. 852: Zevg avÖQ' i^oUaeiSv VXi/iniog, og 
xov ixalQOv fial&oKa xcmlkkuv i^aitaxav i&ikei. Theogn. 363 : ev xoi- 
xiXle xov ix^Qov. Soph. Ant 756 : fitj xwxikki fie. 

lit Icatilinü ,plaudern, plappern' (Fick 1^, 390). 

Altind. hatha ,Gespräch, B:ede, Erzählung' (Mbh.; Bftm.); TcaiMjaü ,er 
unterhält sich, er erzälilt' (Mbh.;Sftm.); TcdthUcd- ,bewandert in Erzählungen' 
(Gramm.). 

Das Suffix wie in noiKilo-g ,bunt, kfinsüich gebildef (II. 5, 735 »i 8, 
386; 10, 30; 16, 134) und ogyLlo-g jähzornig' (Menand. Brachst 532, 12) 
und, von der Betonung abgesehen, iMtXo-g, alt wahrscheinlich xoßiko-g 
,hohl' (Seite 220). — Mit xfoxlXleiv stimmt seiner Bildung nach Ttoixlk- 
)L€iy ,bunt machen, künstlich bilden' (H. 18, 590; Eur. Hek. 470; Iph. T. 224), 
das vom oben genannten noinlijo-g ausging, genau überein. 
xcTQfo-v ,Citrone'. 

Athen. 3, 84, D : oxt de xai nQokaf^ßavofievov x6 xixglov ndoTjg xQog>ijg 
$i;^a^ xe xal vygag ävxiq>dQ^ax6v iaxi navxog dtjlrjxtjQlov ev olda, 3, 
85, C: ^avfiaaavxeg ol noXkol r^y xov hixqIov dvvafiiv aTttjad^iov wg 
fiij TCQoxeqov (pctyovxeg ij rtiovxeg xt. üafitpikog d' iv xalg rhiaaaig 
^PußfAalovg gffjalv avxo tlIxqov xakeiv. 

Das Suffix wie in ^qIo-v ,Thier, wildes Thier' (Od. 10, 171; 180), 
xQävLo-v ,Schädel' (H. 8, 84; Find. Isthm. 3, 72), iijiqIo-v ,Schenkelstück' 
(IL 1, 40; Od. 4, 764) und zahlreichen anderen Wörtera. Der Eera des 
Wortes aber ist ohne Zweifel ungriechisch. 
xotro-g ,da8 Sich-niederlegen, Schlafengehen'; ,Schlafen'; ,Lager, Bett'. 

Od. 2, 358: onnoxe nev dfj gJ-rjxfiQ elg vfceQ(^' avaßf] xolxov xe fAidijxai, 
Od. 7, 138: anivöeoxovy oxe fÄvriaalaxo xolxov. Od. 19, 510: xal ydq ö^ 
xolxoio xoex toa^au ifiiFog wQtj, Od. 19, 515: avxaq eTtijv vv^ %X&rj 
elrjal xe xolxog anavxag. Od. 22, 470: axvyeqog d* vnedi^axo xolxog 
(nämlich xlxkag). — Dazu: xolxrj ,LAger, Bett*; Od. 19, 341: nokXdg yag 
drj vvTtxag dßeiKeXltfi ivl xoIxtj» Find. Pyth. 11, 25: ij ixigip A^el' dafAa- 
^ofievav Jlvwxoi. itaQayov xoixai] 3,32: yvovg^laxoog ElXaxlda ^eivlav 
xolxav. — d-xolxTj-g ,einem oder dem selben Lager angehörig' = ,Lager- 
genoss, Gatte' (1, Seite 1). 



260 Griechische Etymologie. 

Gehört zu xel-ad^ai fliegen' (Seite 225, Od. 9, 372 : dvcnckiv&elg Ttiaev 
vTCTiog, avTccQ MmcLta xfitr' dfcodoxiiiiaag naxvv ccix^vcc, xa8 öi (xiv vtc- 
vog jjgee. Od. 19, 516: xelfiai ivl XiKTgqi), Der innere Vocal wie in 
nho-g yunglückliches Geschick' (Seite 128), ohro-g ,das Mitleid, das 
Jammern' (Seite 127), 7teQl-q>oiTO'g ,nmher8chweifend' (Kall, epigr. 30, 3 
nnd 39, 2). Die Suffixe, wie yermuthlich in xoro-g ,Groll' (Seite 256) und 
andererseits in axTi) ,hohes Ufer, Küste' (1, Seite 45) und weiter neben 
ihm genannten Bildungen. 

TLolrri ,Kiste'. 

Menand. (bei Athen. 4, 146, E): dg ^ovai 6^ ol xoixwQvxoL, lioLzag 
q>iQov%€g atafivla %* ovxl tcjv d-eoiv ?ycx', aXV kawiSv. PlutPhok.28: 
al raivlai (liv^ alg neQuXlTTOvai vag fivazixag xolrag. PoUux 7, 79 
erklärt: elg a di d/cerid'evTO Tag ia&fjrag ravrag, XV^*^ 1^^^ xa&^^Ofirj- 
Qovj xolTai dk xal xißcJTol xal xloTai xal ^vyaaxqta Ttaqa rolg v€(o- 
vigoig. 
Möglicher Weise von dem vorausgehenden gar nicht verschieden. 

Tf&toq- ,Wölbung, Bauch'; ,bauchiges Gefass'. 

Aesch. Sieben 495 : oq>€(ov dh TtXexxavaioi Tteglögofiov xvtog Tcgoarjda" 
q>La%aL xoikoydatoQog xvxXov (d. i. des Schildes). Alkm. Bruchst 33 : xal 
Ttoxc voi dciaw rglnodog xvzog, Soph. Trach. 12: q)ottwv . . . aXJuot* 
dvägeifp xvrei (etwa ,Bumpf , Körper^?) ßov7tQ(pQog. Eur. SchutzfL 1202 : 
Xaifiovg %QBig tquüv fjtrjXoiv zefiwv ^yyQaipov oQXOvg tglnodog kv xolkqt 
xvtei. Eur. KykL 399: %aq>at^ iralQwv rdSy ipidiv ^v&fKp %ivi tov fiiv 
lißrjxog elg xvtog x^^'^^^tov. Eur. El. 473: TtegmXevQtp öi xvrei rcvQ" 
nvoog eOTtevöe dgofiq) kiaiva. Ar. Friede 1224: rl dal dexd/ÄVtp vtpde d-dga- 
xog xvxei kvrifxfjLivifi xdXXiata xQ^^oftai ; Athen. 3, 87, D : rolg dk . , . fi^ 
fffölcag c7todio)&ovOL vj^v Tgoq>^v elg to xv%og xfig xoillag. Polyb. 16, 
3,4: %avvjfi (nämlich vri() dovaa 7tXrffi]v ßialav xaro (liaov to xv%og. 
Nik. aL 123: '9'wgtpcoq rod'i x^^^Q^S vnhg xvtog tC/eto yaotgog. Plat 
Tim. 45, A: ngwtov (ikv negl %b trjg xeg>aXrjg xvrog . . • ogyava ividtjoav. 
44, A: alg d' cv . . . to trig tpvxfjg a/cav xvtog. — Aesch. Ag. 322: o^og 
7* aXeiq>d t^ kyx^ag tavt(fi xvtei. 816: ttp d* ivavtlq» xvtei ikftig ngoa- 
jjei x^^Qog ov nXrjgov^ivq). Soph. EL1142: cW iv ^ivatai x^Q^^ ^V 
Sev^elg tdXag Ofivxgog ngoorpfieig oyxog iv Ofitxgtfi xvtei. 

Der suffixale Theil des Wortes ist der selbe wie in xfjtog- ,grosses 
Seethier, Seeungethüm' (Seite 258) ; die Verbalgrundform die selbe wie in 
xotXo-g, alt wahrscheinlich xo^ilo-g ,hohl' (Seite 220; Piaton Kom. 189, 1 
verbindet Yrjotv ev^g xvXixog elg xolXov xvtog)^ also xv-eiv ,schwellen< 
(Seite 227). 

x'&nöo^q ,Schneckenklee' (Medicago arborea linn.). 

Hipp. 2, 593: ttuv ngiawv xai tdSv xgafißwv ia&iitw avveifjovaa tov 
xvtlaov td (pvXhx xal tov xu^^ ^oq>eLt(a. Theokr. 10, 30: d at^ tdv 
xitiaov . . . öuixei. Theophr. Pflanz. 4, 4, 6 : 17 ißivij . . . eati de to div- 
dgov d-aiivädeg warceg 6 xvtiaog. 



Griechische Etymologie. 261 

Dunkler Herkunft 
x'örivo-q ,der fleischige Kelch der Granatblüthe^ 

Theophr. Pflanz. 2, 6, 12: hioi dk (nämlich q>aaiv) ^oav öaavvea&ai xai 
oxca^eiv fiakXov %bv xagnov iVt dh fi%%ov a7coßaXk€iv %ovg xvrlvovg. 
Theophr. c. pL 1, 14, 4: xa^aneQ jo zijg ^oag' h yoQ tt^ xvrlvtp %(fi 
ay&og. 2^ 9, 3: rj öh ^6a zoig fihv xyrlvoig- evaTtonTonog. 

Gehört wohl zu xvzog- ,Wölbung, Bauch, bauchiges Gefäss' (Seite 260). 
Das Suffix wie in xortvo-g ,wilder Oelbaum' (Seite 256). 
xirtaQO'q ,Wölbung, Höhlung' ; dann insbesondere ,Bienen- oder auch Wespen- 
zelle^; yEapsel der Eichel'; ^männlicher Blüthenzapfen der Fichte'. 

Ar. Friede 199: (pQovdoi yoQ ix^^S «^«^^v i^fpxia/iivoi (nämlich die Götter) 
... in* avrov otti^vtag Toigavov tov xvtxaQov. — Ar. Wespen 1111 : 
^fißeßvofiivoi . . . wansQ ol axwXrjMg (,WespenmadenO iv %olg xvxxaQoig 
xivovfÄBvoi. Arist Thierk. 1, 129: to dk fiiXi k^el (nämlich die Biene) eig 
%ov xvvTOQov, 5} 125: ovx Sfia ök naai Toig xvTxaQoi^ (nämlich der 
Wespen) %vboti yovog . . . h volg dk axutXrixeg fe«. — Hesych erklärt: 
xvTTOQOi' . . . xai %wv ßaXavtüv ta ayyela, — Ar. Thesm. 516: to Ttoa&tov 
. . . atQeßlov waneQ xv%%aQov. Theophr. Pflanz. 3, 7, 3 : g>iQ€c ... 17 
nevxrj tov ngoanonlmovra xvtxoqov. 

Buht offenbar auf dem selben Grunde wie xvxog- ^Wölbung, Bauch, 
bauchiges Gefäss' (Seite 260) ; die Suffixbildung ist aber nicht ganz deut- 
lich, vielleicht ein altes -rßaqo- als solche zu vermuthen. Von xxysxaQo^ 
wird xvaaaQo-g ,After' (siehe weiterhin) im Grunde nicht verschieden sein. 

Die anlautende Consonantenverbindung xt. 

xrü'eod'ai {xTaa&ai Soph. Aias 1360) ,erwerben', mit dem Perfect ixTtja' 
^ai (11.9,402) oder xextrja&ai (Ar. Vögel 379) ,erworben haben' — 
,besitzen'. 

II. 9, 400: XTfjfiaai TiQneo^at ta yiQCJv ixTrjaaro JlrjXevg* Od. 14, 
4: xi^dero foixijßwv, ovg xn^aaro dlog X)dvaaevg. IL 9, 402: ov yag ifiol 
tl^fjg arta^iov ovo* öaa q>aaiv FlXiov ixzria&au Aesch. Ag. 1051: /€- 
Xidovog dlxrjv ayvtita qxov^v ßagßagov xexTrjfiivrj. Thuk. 2, 40 : ov yoQ 
naaxovreg ev, dlXa dQwvreg xTWfte^a tovg <plXovg. — xriaT^ (mit dem 
Nom. xniaQ Qu. Sm. 4, 543: Earpyll. in Anth. 9, 22, 5; Maked. 11, 27, 5) 
,Besitzthum, Vermögen'; IL 5, 154: vlov d' ov rixer* aXXov inl xxeareaai 
XiTtia&ai. Od. 1 , 430 : EvgvxXißeia . . . T?;y Ttore ^aFiQTTjg TtQlaro 
xjedreaaiv kßolaiv. — xTijvog- ,Besitzthum, Vieh'; Hom. hymn. 30, 10 : 
ßQi&Bi fiiv aq)iv aqovqa q>BQiößiog^ rjdi xat' dygoig XTrivsaiv ei^veL 
Aesch. Ag. 128: rtavTa 8i nvQywv xTqvrj Ttgoa&e tu 6ii(Äi07cXri^ Moiga 
Xana^eu Hdt 2, 41 : xard zavrd dk Toiai ßovol xal taXXa xrijvea &an' 
Tovai djtodm^axovra, 

Altind. isha-i JcshäjaÜ oder Tcshi-i kshditi ,er wohnt'; ,er herrscht, er 
beherrscht, er besitzt'; KV. 6, 51, 7: vigvasja hi kshdjatha vigvadaiväs ,alles 
beherrscht ihr ja, Allgötter'; KV. 1, 51, 14: indras zd rtifds Icshajati ,In- 



262 Griechische Etymologie. 

drafl beheiTscht (besitzt) Beichthum^; BV. 1, 64, 13: hrätum ä' Jcshaiti 
,Eraft besitzt er^ (d. L Indras); BV. 4, 5, 11: tuäm oßjd ishajasi jdd ha 
viQvam divi jdd u drävinam jddprthivj^m ,du herrschest über dieses, was 
alles isty welches Gat im Himmel und welches auf der Erde ist^. 

Altostpers. khshi- ^herrschen, mächtig sein, vermögen' (hhshajatha ^ihr 
herrscht; medial ihshajSte^^er herrscht'); ä-kkshi- ^erwerben' {äshajeHi ,er 
erwirbt'); — dazu: hhshathror ,Beich, Herrschaff. 

Das Verhältniss von xt zu altind. hsh begegnet auch im Inlaut, wie in 
agxTo-g neben altind. rkshors ,Bär' (1, Seite 268). 
XT81?-: xrelveiv (IL 11, 193; 208; 17, 454: aus *x%iv'j€iv) ,t5dten', mit zahl- 
reichen aoristischen Formen, in denen sich an Stelle des wurzelhaften Nasals 
der Vocal a entwickelte, wie Mxva (II. 6, 205; 12, 46; Od. 1, 300; 3, 198), 
hzaiiev (Od. 12, 375), &crw (IL 10, 526; Od. 19, 276), ycrafievai (IL 5, 301 
= 17, 8; Od. 10, 295; 322), hcvaro (IL 15, 437), Ttraa^ai (D. 15, 558), fec- 
Ta&ev (IL 11, 691; Od. 4, 537; 5, 558; 13, 780). 

II. 2, 701: Tov exTave JaQÖctvog drtjg. IL 15, 68: tov ök xo^Cf^oafievog 
ycTevei^^tToga dlog l^xilleig. IL 10, 526: ^avov o&i anonov 'ISxxoQog 
IxToy. n. 15, 587 : ^qI . . .og %e %iva utelvag ij ßovxokov a/j,g>i ßofeaaiv 
q)€vy€i. Od. 19,543: aißerdg httave x^va^. — Dazu: dvÖQoxTaalrj 
,Männert5dtung'; IL 7, 237: ovtqq iydv kv Folda fiaxag t' avdgoxxaaiag t6. 

Dazu nhd. schinden^ in dem der Dental einem alten Nominalsuffix an- 
gehört 

Altind. Icshan-i Tcshanduü ,er verletzt' (Qat. Br.); dazu: kshatd- ,verletzt', 
,zer8tört, vemichtef (Mbh.); d-jcshator ,unverleb;t' (BV. 5, 78, 9; 10, 166, 2). 

Das Verhältniss des xr zum altind. kshj wie im vorausgehenden Wort. 
— Aus avÖQO'XxaaLri ist zunächst ein "^avdQo-iaiatO'^ zu entnehmen, das 
ebensowohl ,von einem Manne (oder ,von Männern') getödtef bedeuten 
konnte, als ,wo Männer als Oetödtete sich befinden' (zu vergleichen IL 6, 
70: avdqag xrelvw^eK IL 9, 593: avÖQag fiiv xxelvovai) oder ähnlich. 
Ttriv' (Nominativ xtelg Arist Thierk. 4, 15; 40; 41; wie ganz ähnlich elg^ 
,einer', aus *&$-, siehe 1, Seite 402, während zum Beispiel aus *g>Qivg ,Seele, 
Verstand, Wille' sich (pgi^v II. 10, 45; Find. Pyth. 6, 36; 52; Nem. 1, 27, 
entwickelte) ,Kamm' ; dann auch allerlei Eammähnliches, so ,ein Instrument 
der Weber', ,Egge', ,Hand mit ausgespreizten Fingern', ,Bippenkamm, BQck- 
graf, ,weibliche Scham'; ,Eammmuschel'. 

Luk. amor. 44: xQaTOvvreg, oh TtQiaxov xxevog ivxofiag xdfitiv xataxfrq- 
XBiy dwafiivag, Leonid. Tar. (in Anth. 6, 211, 5): nv^ivov xxiva . . . iv 
aaig xldTjac KaXXbdeia naaxaaiv. — Philipp, (in Anth. 6, 247, 3): xxiva 
xoafAOXofiTjv . . . ij ßadvyi^Qtag Ataiovr}^ Tcevlrjg ddtQov, avexQifiaaev. — 
Phan. $n Anth. 6, 297, 5) : xxivag Hxrjx^gag dva nQonvXaiov Hd'dvag 
&rjxaxo. — Aesch.Ag. 1594: xd fikv nodtigri xalx^Qwv axgovg xxivag i&Qvm 
avw^ev. — Opp. Jagd 1, 296: Alßveg (nämlich Xnnoi) . . . nXevgjjai ydg 
afiq>lg ^ovai xwv akXcjv nXiova aicad'l'qv xxiva, Kall. Bruchst 308 : ovd 
fjoiv kiel xxevog iaxov e&eigai. — Arist Thierk. 1, 40: xd dh xQoxvoaxQoxa 



Griechische Etymologie. 263 

. . . xal TOVTwv xa /liv ^aßdurd (^gerippt^) iariv, olov xreig xal xoyxwv 
ti yivog, 41: ra fihv yuvtjrina avxiov iarlv, olov 6 xretg' %vioi yag xai 
fcdrea&ai kiyovai rovg xrivag. 

GvonSablers Vermuthung, dass xriv aus einem alten ^Ttycriv entstanden 
sei nnd mit laLpecten- ^Eamm' (Plant Cnrc. 577; Capt 268) übereinstimme, 
also zn TtexzieiV' fkämmen, scheeren^ (Ar. Vögel 714; Lys. 685) gehöre, 
ist sehr ansprechend, setzt aber eine ungewöhnlich starke Wortverstiimmelnng 
voraus, die noch weiter begründet werden müsste. Etwaige Zugehörigkeit 
aber zu ^alveiv ,kämmen, kratzen, krämpeln^ (Od. 22, 423; Trag. Bruchst 9) 
wird noch nicht dadurch erwiesen, dass altindischem Jcsh ebensowohl xr, 
wie in den beiden yorausaufgefflhrten Wörtern, als $, wie zum Beispiel 
in ^vQo-y ,Scheermesser' (H. 10, 173; Hdt 6, 11; Eur. El. 241) = altind. 
kshurd-s yScheermesser* (RV. 1, 166, 10; 8, 4, 16; 10, 28, 10) entsprechen 
kann, da man doch diese beiden verschiedenen Entsprechungen nicht un- 
mittelbar neben einander wird erwarten dürfen. Ob zu ^alveiv etwa armen. 
sandr ,Eamm^ gehört, wie möglicher Weise zum eben genannten ^vQo-y 
das armen, sur ,scharf; ,Schwert'? 

xtäffag- yBesitzthum^ 

II. 10, 216: TcJv navxuiv ßoi SKaarog ofiv dtiaovai (jiiXatvav -Sijkvv ino- 
Fqtivov' v^ fikv ycxigag ovdhv ofioiov. IL 24, 235: %q>eQBv , . . ht di dinag 
TtßQixakligy o Foi QQJjxeg tvoqov ävögeg i^ealrjv iX&ovri, fiiya yxiqag, 
Ap. Bh. 4, 1548: xai xol ^iv Oolßov weiQag Xdgvov iv x^ovl ßdvreg. 

Scheint zu xza-Ba&ai, ,erwerben-^ (Seite 261) zu gehören und mit ovdag- 
,Erdboden, Fussboden' (Seite 206) und ähnlicher Bildungen im Suffix 
übereinzustimmen. Kann aber daneben auch noch das g für suffixal 
gelten? Vielleicht ist die folgende Form unmittelbar zu vergleichen. 

xtiQoq' (oder nxigag-?), nur in der Mehrzahl gebraucht ,den Todten er- 
wiesene Ehre, Bestattung'. 

IL 24, 38: toI xi fjiiv wxa Iv nvql xijJFeiav xal ijtl xtigea xteglaeiav. 
Od. 1, 291 : ei di xe T€dyr}(S%og dxovofjg . . . a^fia %i Foi xi^ai xai Irci 
xriQea xteget^ai TioXkd (xaV oaaa fißoixe. Od. 5, 311: wg d^ iyti /' 
oq>€Jiov ^avieiv ... T(p x ' ^Xcsxov, xal fAev xXiFog tjyov ^AxailoL — Da- 
zu: xtbqI^blv oder xxeQBt^etv ,einen Todten ehrenvoll bestatten^; 
IL 11, 455: avToiQ ifi\ et xe ^avto, xxeqioval ye dloi lÄyjuiIoL H. 24, 38 
(siehe oben). 11.23,646: AXV id'i xal oov halQov dH&Xoiatv xregil^e. 
Vielleicht vom Vorausgehenden gar nicht verschieden. Dann lässt sich 
als Grundbedeutung etwa ,Darbringung, Gabe, Geschenk' vermuthen. 

xrriööv- (xTrjöiüv) ,Ader oder Streifen im Holz'; ,Faser des Herzbeutels'; 
,Ader oder Streifen im Gestein'. 

Theophr. Pflanz. 5, 1^ 9 und 10: xaXovai dh terqa^oovg (nämlich IXdxag 
xal Ttevxag) (xhv oaag lq>^ ixatega r^g ivreQuivrig (,des Marks') dvo xn;- 
doveg elalv ivavtlav ^ovaac z^v (piaiv tneixa xa&* ixarigav Trjv xttj- 
dova Ttovovvxat xijv fcekixrjaiv ivavrlag rag rcXtjydg xaid xTTjdova (pigorteg 
otav lq>^ kxaxega xijg ivxegitiyrjg ^ neXixrjOig avaaxgiqy/]. xovxo yag 



264 Griechische Etymologie. 

i^ avayxtjg avfißalvei öia Tfjv q>vaiv tüv TLtrjdoyujv .... al dl^oot di 
XTi]d6va (Jilv ixovGL filav ig>^ hcdvega Ttjg ivT€Qi(6vtjg, Tcevrag de ivavrlag 
aXkijlaigj äate %a\ t^v neXiTcriaiv elvai dmX'^v filav xa&^ hcarigav xtij- 
öova Talg fcXvffalg havtlaig .... fiovo^oovg di xaXovat rag i%ovaag (jilav 
fiovov xTtjdova, — Hipp. 1, 489: vfiiveg yag xa« aXXoi Tivkg h T^ai xot- 
XltjOiv oxoiov aqa%vaL diaiteTieg ^waavreg ndvTt] to arofiora, xvtjdovag 
ifißaXXovaiv ig rijv azeqeriv xaQdlrjv. — Diosk. 5, 144: axiOTog de Xl&og 
• . . ioixe dh Tfjg avvd-iaewg Uvexev aal T^g aXXrjXovx^ag twv xnjdovwv 
avtov afifi(aviax(fi aXL 

• Das Suffix wie in nq^idov- ^Brand; entzündliche Geschwulst' (Nik. ther. 
365), xXridov- jVorbedeutung*, ,Gerttchf (Aesch. Prom. 484; Agam. 863; 874; 
dafür noch xXeßfjdov Od. 18, 117; 20, 120), aXyridov- ,Schmerzgefühl* 
(Hdt 5, 18; Soph. Oed. Eol. 514) und zahlreiche andere Formen. Die zu 
Grunde liegende Verbalfonn ist nicht so deutlich. Möglicher Weise besteht 
Zusammeiüiang mit xr^y- ,Kamm' (Seite 262). 
7tri'Viy6vai (Xen. Hell 5, 4, 32; Plat Phaed. 61, E; 62, C) ,t8dten\ 

Xen. an. 6, 3, 5: avrov ve vov 2/ÄiKQri%a ano-xTivvvaai xal Tovg aXXovg 
Tcavxag. PIaL Phaed. 61, E: xora %l ötj ovv nork ov q>aat ^e^nov elvai 
avTOv iavTOv aTto-XTivvvvaij 

Altind. Jcshi' ,Temichten, umbringen': ishinä'ti (KV.) oder ishinduti 
(Mbh.) ,er vernichtet; RV. 6, 75, 7: kshinänti gätrüns ,8ie vernichten die 
Feinde'. 

Hängt wahrscheinlich nah zusammen mit xriv: xzelveiv ,tödten' (Seite 262). 
XTC- ,wohnen, bewohnen, bauen', zu entnehmen aus: 

iv-KTlfievo-g ,wohl bewohnt, wohl gebauf; 11.2,501: MedciSva r\ 
ivxrifievov nvoXle&Qov. IL 6, 391 : o d* aniaavro Öcifiarog ^ISxTtaQ . . . 
avTLg ivxvifiivag xor' ayviag. 11.9,129: o%e ^iaßov lvx%ifiivriv %Xey 
av%6g. IL 20, 496: TQißifievai xqI Xevxov Ivxxifiirfi h aXuijj. — It;- 
-xTiTo-g ,wohl bewohnt, wohl gebaut'; IL 2, 592: ot de . . . ivifiorro . . 
IvxxLxov Alnv. — neQi-%%Lxri-g ,Herumwohna:, Nachbar'; Od. 11, 288: 
Tijy Ttavxeg /ivciovxo neQixxlxai» — ftegl-xTiov {neQi-xxlwv) ,henim- 
wohnend, Nachbar'; IL 20, 212: vxpoae d' avyrj ylyvcxai afiaeovoa^ negi" 
xTioveaat ßidia&ai. IL 17, 220: xixXvxe, /ivgla q>vXa nsqtKXioviav iTti- 

XOVQWV. 

IaL qvii'Scere ,ruhen'; Enn.ann. 441: ^c ut fortis eqvusj spaüo qvi 
saepe supremd vtcit Olimpia, nunc seniö confectus qviescit 

Goth. hveila ,Weile, Zeif, eigentlich ,Buhepunkf ; ML 15, 25; vasuh (hau 
hveila thridjö] nhd. Weile. — Dazu: hveilan ,ruhen, aufhören'; EoL 1, 9: 
ni hvdlaidMum (ov navofieSa) faur levis hidjandans] nhd. weilen. 

Altslav. po-citi ,mhen'; po-koj ,Buhe'. 

Altind. Tcshi' ,wohnen, weilen, ruhen': Icshäiü ,er wohnf ; RV. 10, 51, 5: 
tämasi ishaishi agnai ,in Finstemiss wohnst du, Agnis'; RV. 8, 73, 9: 
Jcshditi hshäimaibhis sädhübhis ,er wohnt in guter Sicherheif ; RV. 4, 50, 
8: sd id Jcshaiti südMtas äuJcasi svdi ,er wohnt wohlbestellt im eignen 



Griechische Etymologie. 265 

Hause'; BV. 10, 51, 2: hua aha . . . Jcshijanti agndis vigväs samidhas dai- 
vajä'nts ,wo ruhen alle Flammen des Agnis, die zu den Göttern gehen'? 

Altostpers. kshi ,wohnen*: shaeti ,er wohnt*. 

Die Entwicklung des consonantischen Anlauts ist nicht nach allen Rich- 
tungen klar, daher auch in den Zusammenstellungen einiges unsicher. Alt- 
indisches Jcsh- scheint sich auf sehr verschiedenen Wegen entwickelt zu 
haben. 
XTid- ixTl^eiv (aus *xrldj€iv) ,bewohnen machen, besiedeln'; ,grtinden, ein- 
richten, schaffen'. 

11.20,216: Ttrlaae dk ^fagdavlrjv, inet ov tcw FiXtog Igf] iv Ttedlqt 
nenoXiCio, Hdt 1, 149: ovtoi dk ol uiloXisg xdgriv iikv Ihvxov xtlaavreg 
ofielvio 'Iwvwv, — Od. 11, 263: dt nQwtoi @fjßTig ^dog hLriaav. Find. 
Pyth. 1, 62: T(p noXiv xelvav . . . 'ligtov h vofAoig hcriaae. Hdt 1, 170: og 
ixiXeve xoivtp afoXt^^Itavag deQ&ivrag nkieiv lg 2aQÖw xal irteiter noXiv 
IaLov Ttrl^eiv Ttavrwv 'iwvwv. Find. Ol. 6, 69: evv* av . . . ^gcatihig , . . 
natQi ioQjav re XTlati nkeiazofAßQOTOv le^fiov t€ fjtiyioxov aid'Xiov. Soph. 
Ant 1101: Kziaov dk t(p ngoxeifiiv^p i:aq>ov. Aesch. Schutzfl. 171: nal8* 
aTi^aaagj %6v avTog noT^ %x%iaev yovi^. 

Schliesst sich eng an xt£- ,wohnen' (Seite 264), bildet der Bedeutung 
nach ein Gausale dazu. Was die Bildung anbetrifft, so liegt möglicher 
Weise zunächst ein Nomen auf i zu Grunde, wie deren im Altindischen 
oft die Schlusstheile von Zusammensetzungen bilden, wie zum Beispiel 
von diviJcshi-t- ,im (oder am) Himmel wohnend' (RV. 10, 92, 12: sürjä- 
masä vicdrantä divikshitä ,Sonne und Mond, die abwechselnd gehenden, 
am Himmel wohnenden'). 
xriöBO-q ,vom Steinmarder, aus Steinmarderfell'. 

Zweimal in der Ilias. II. 10, 335: xQari ä' int yttidir^v xvvhjv (nämlich 
&ijo oder ähnlich). II. 10, 458: nov d' and fikv uridhiv xvvhiv x€q>aXrj(piv 
%'koyto. 

Gebildet wie a%yio-g ,von der Ziege, aus Ziegenfell' (Od. 9, 196: aiyBov 
aaxov), ßoßeo-g ,vom Rinde, aus Rindsfell' (II. 23, 777: ov&ov ßoFiov. IL 
22, 397 : ßoFiovg l^arcag), xvveo-g ,hündisch, frech' (II. 9, 373). Zu Grunde 
liegt *xT/d-, das für identisch mit ixTid- ,Steinmarder' (Seite 25) wird 
gelten dürfen, unter xriöia von Hesych angeführt wird : xzig 8h ioxi Cwov 
ofioiov yokfjj ov t6 öigfia ev-S^erov eig Tcegixetpalalag, 
xriXo-q ,zahm, freundlich gesinnt'; bei Homer insbesondere der ,zahme Wid- 
der* (als Anführer der Heerde). 

Hes. Bruchst 205 : XQV ^^ ^^ not gl . . . xxlXov ^fifisvai, Empedokl. (bei 
Schol. zu Nik. ther. 452): r^oav di xrlXa ndvra xal av-d'gcinoiat ngoatjvrj, 
diigig T^ olwvol tc, q>i)jO(pgooivri re de&qei. Pind. Pyth. 2, 17: Kivvgav 
. . . Tov 6 ;f^raoxflrZTa ngo(pg6vwg i<plXrja' IdTtoXXwv, legia xxLXov lAq>go- 
dltag. Nik. ther. 452: cnkwg Sgvl&uiv t€ toxov xzlXa G^^hig, liegend'?) 
%^ äia ßgvxwv (nämlich dgaxwv). 471: xal inl xxiXa firjXa doxevwv 
(nämlich xeyxglvrjg, eine Schlangenart). Parthen. erot 10: al de , . . xvveg 



266 Griechische Etymologie. 

idlcjytov fikv %kaq>ov' ovüai d^ ov navv HTlkoi, cte 6k Ix Ttollov i^ygeuh- 
fiivai, wg viaq)Qi]aavTo T^g xoQfjg, Iftrivixd-fiaav avTfj xal fifjöevög /ra- 
QovTog naaav dieanaQa^av, — IL 3, 196 : avrdg dk xvikog wg iftutu^ 
jJevai aiixog avÖQW. IL 13, 492: avvaQ MfteiTa XaFoi inovd'^ dg bX t€ 
fisrc xtllov ianezo fi^ka. 

Gehört wahrscheinlich zu xn- ^wohnen' (Seite 264), so dass als erste 
Bedeutung ,wohnend', d. L ,mit in der menschlichen Wohnung befindlich^ 
sich zu ergeben scheint Vergleichbare Bildungen sind q>llo-g ,lieb^ (IL 
1, 20; 98 und sonst sehr oft), iplko-g ^ahV (IL 9, 580; Od. 13, 437), deil6-gj 
alt öFeiXo-g ,feig, elend' (IL 1,293; 13, 278), q>avXo-g ,schlecht, böse' (Soph. 
Bruchst. 704; Thuk. 6, 21; Eur. Hipp. 435); am Genauesten aber entspricht 
seiner Bildung nach das substantivische tvxLXo-v ,Feder' (Soph. Bruchst 
1026, 3; Ar. Ach. 587; 588; 1182). 
xrvjr- 4&ut ertönen, krachen'; causal ,laut ertönen lassen'; begegnet ausser 
im Aorist xzine (IL 8, 75; 170; 15, 377; 17, 595; Od. 21, 413) nur in ab- 
geleiteten Verbalformen, in den präsentischen x%vni€i (IL 13, 140), xtv- 
TciiDV (IL 7, 479), xtvniovoai (IL 23, 119). 

IL 13, 140: xrvTtiei di &* vic' airoi (d. L ,unter dem Felsblock') vkrj. 
IL 23, 119: dgvg . . . rafivov . . . toi ih (leyciXa xxQTtiovaai Ttlmov. II. 
8, 75: QVTog (Zeus) d* k^^Idrjg fieydXa YTune. — Hes. Schild 61: x^ova 
d' hcrvnov wxiFeg YitTtoi, viaaovreg xflXijai. Eur. Or. 1467: xnJ/rijac xQccTa 
fiiXeov TtXayq, 

In den verwandten Sprachen ist unmittelbar Zugehöriges noch nicht 
aufgefunden, innerhalb des Griechischen aber scheint mit einer eigenthüm- 
liehen Umbildung des Anlauts sich *yäov7to-g ,lautes Gfetöse, Donner' (in 
iQL-ydovno-g ,laut schallend, stark donnernd' IL 5, 672; 7,411; 10,329; 
dazu MydovTtr^aav ,sie donnerten' IL 11,45; iic-Byöovnei ,es ertönte dazu' 
Agath. in Anth. 9, 662, 4) noch dazuzustellen. 



xaßaXXömO'Vj eine Pflanze ^Hundszunge'. 

Diosk. 4, 127: xvyoyXiaoaov — ol ök q>vt6v, ol dk xaßaXkdtiov ... — 
qn)iXa %xbl aQvoykwaaiy r(p 7tXaTvq)iXX(fi if^^ßgfj, azevvixBqa dk xal fiixQO- 
regay x^oddr^' äxavXov, inl yfjg iaTQWfiivoV qmevai iv dfifiddeai xoTtoig. 

Dunkler Herkunft Ob etwa zum Folgenden gehörig? 
'xaßdXXri-q ,Arbeitspferd'. 

Piut mor. 828, E : dXX* ov^} %tvl %i^ tvx6v%t xai xaßaXXj] XQ^f^^^ogy 
q>evye TCoXifiiov xai tvqovvov daveiOTfjv» Antipatr. (in Anth. 9, 241, 1) : 
ßovxoXog MnXeo, Ooiße, llooeiddwv dk xaßdXXrjg, Hesych erklärt: xaßdX- 
Xrjg' ioyaTrjg Yrcnog, 

Erinnert in seiner Bildung an xt^dXXri-g ,Strassenräuber' (Seite 230). 
Darf wohl für ein Lehnwort gelten. 
'xaßöaXo-y von ungewisser Bedeutung, ist zu entnehmen aus: avro-xdß- 
daXo-g ,aus dem Stegreif gemacht, leichtfertig gear/?eitef ; ,Possenreisser 
«US dem Stegreif. 



GriechiBche Etymologie. 267 

Lyk. 745: dvavloxV'^ov avToycdßdaXov axdq>og ßrjvai TaXaaaei, wozu 
die alte Erklfirang lautet: avToxdßdr}i.ov di^ ro eUy %al waavrcjg xal 
avTOVQyov yeyovog' xvqIvjq dk ly ke^ig Itti Tc5y aixplTtDv el'^i^ra^* tc yoQ 
iig Irt^fi q>vQa&iv%a akevga ovrwg Xiyei. Luk. Lexiph. 10: iariv, ^ ö' 
Off, Iv TOlg axiQaq>€loig iyxatpmiijdalog av^QUTtog rdv avTohjxvd^wv xal 
Tüiv avvoxaßdakiov. Arist Bhet 3, 7 : to d ' avdloyov iariv idv fi^ze negi 
evoyxwv mroxaßdqXwg XiyriTai fxtjie Ttegl evrekaiv ocfivwg. — Semos (bei 
Athen. 14, 622, B) : ol avToxdßdakot . . . xaJiovfÄevoi kaTeq)avoifAivoi xit%(^ 
axiir^v ircigaivov ^ijaeig, varegov dk lafißoi wvoiidad^naav av%oL %b xai 
TOT TtoiTifxaxa avTiSv. 

Etymologisch dunkel. Dem Suffix nach darf man wohl i^ako-g, Bei- 
wort der wilden Ziege (Seite 26), und ähnliche Wörter vergleichen. 
xößüXo'g ,pos8enhaft und spitzbübisch^ 

Ar. Frösche 104: tj fx^v xoßaXd y^ iatlv, wg ycal aol äoxeu Ar. Bitter 
417: äXXd y* laxL fiov xoßaka naidog ovzog, i^rjTtdnov ydq xovg fiayel- 
Qovg. Arist Thierk. 8, 84: 6 d' ufTog (,die WaldohreuleO . . . eati de xo- 
ßaXog xal fiifitjTi^g, xal dvrogxovfievog dklaxerai. Ar. Bitter 450: xoßakog 
d. 635: ßeqiaxB&ol t€ xal xoßakoi xal fioS^wv. Ar. Frösche 1015: el . . . 
jtii}d' dyogalovg firjdk xoßdkovg, wofteg rvv, fitjdk navovgyovg (nämlich 
nag ' ifiov Ttagedi^aro). Ar. Flut 279 : wg (lod-tav el xal (pvau xoßakog. 

Scheint sich zu Bildungen wie exrjko'g, alt FixTiko-g ,behaglich, ruhig, 
ungestört' (1, Seite 344) zu stellen, wobei aber doch das gedehnte innere ä 
auffällt Ob es dialektisch ist oder sonst besonderen Grund hat? Die Her- 
kunft des Wortes ist dunkel. 
x^jJo-§ jMeerkatze*. 

Arist Thierk. 2, 34: %via dh tcJv ^(^wv knafji(potegiC,€i nijv qwaiv t^ t' 
dv&gdftfp xal %olg TergdjtoaiVj Ttl&rjxoi xal xrjßoi xal xvvoxiq>akoi (,Pa- 
viane'). ^oti ö^ 6 fihv xrjßog nl&rjxog ^tjv oigdv. 

Dunkeln Ursprungs. 
xcoßid-^, Name eines Fisches^ wahrscheinlich ,Meergrundel^ 

Hipp. 2, 466: xQ^^^^^* ix^vwv de axogTtlqt ... 17 xakkiwvvfjKp rj xwßtff. 
Simonid. (bei Athen. 3, 106, E): ^vvvoiai rev^lg^ xtoßiolai xwgldeg, Anti- 
phan.(beiAthen.7,309, D): ^filv öi rolg &vrjTOlg iTtgidfjirjv xwßiovg. Arist 
Thierk.6,76:ixT/xToi;(7£.... ol fiiv xtoßioi ngog Tolg kl&oig, Ttkfjv nkatv xal 
xpadvgov ro anoTixrofievov iariv, 8, 121 : ylvovtai di xal ol xwßiol nloveg 
h %olg ftorafiolg. 9, 144: t(^ <J' Iv t(^ eiglnt^ q)vofiivü)v ovx ^ori nekdyiog 
6 kevxog xwßiog. — Dazu wohl xioßlnd- {xwßlrig), eine Sardellenart; 
Arist Thierk. 6, 93: ij (J* akkri dqwr] yovog Ix^vwv iatlv» rj fiiv xakovfjiiyr] 
xwßlng xiaßUav rcSv fitxgtSv xal (pavkoiv^ ot xatadvvovaiv etg rfjv yrjv. 

Dem Suffix nach mit Igiodto-g ,Beiher' (1, Seite 444) und ähnlichen 
Bildungen zu vergleichen, die zunächst von Nominalformen abgeleitet wur- 
den; der verbalen Grundlage nach aber nicht verständlich. 
xc^ü>Td-s ,Kiste'. 

Ar. Bitter 1000: xal vi] JC ?t£ yi (xova%i xtßmxbg rtkia. Wespen 1056: 



268 Griechische Etymologie. 

iofiakleri r ' elg rag xißwTOvg piexd rwv firjkwv. Athen. 3, 84^ A: wg %i 
^iya xeifAijhov anerld'evTO iv Talg Tcißtarolg fiera tüv Ifiavlwv. 

Vergleich mit Bildungen wie ^vaavanl-g ,mit Quanten {d'iaava-g IL 2, 
448; 14, 181) versehen^ drängt zu der Vermuthung, dass zunächst ein 
*^lßo-g zu Grunde lag. Bedeutete dies etwa ^Deckel, Verschluss^ und so 
die abgeleitete Form ,mit Deckel oder mit Verschluss versehen'? 
ocißiöi-q ^Banzen'. 

Hes. Schild. 224 : ofitpl öi iitv (d. i. nagri öfeivoio nehaqov d. i. Foq^ 
yovg) ytlßiaig ^eße, d^aifia ßidiad'ai, Eallim. Bruchst 177: ov yag kfcti-- 
^fiei Ttavra y^ ififj xlßiaig. Zenob. 1, 41: avrai di ai Nv^itpai /mjva 
elxov TtidiXa, xal xijr xlßeaiVy ^v g>aaiv elvai nrjqav. — Eine gldchbe- 
deutende Form: Tivßeaig wird von Hesych (xvßeaig ij xlßiaig* TtrJQo) 
angeführt 

Dunkler Herkunft unmittelbarer Zusammenhang mit dem vorausgehen- 
den ist wegen der verschiedenen Quantität des t unwahrscheinlich. Der 
Suffixgestalt nach vergleichen sich Bildungen wie Snliaig ,das Bewaff- 
nen, Rüstung* (Thuk. 3, 22; Ar. Frösche 1036), xelxiai-g ,Aufführung emes 
Bef estigungswerkes* (Thuk. 7, 6 ; Xen. Hell. 6, 5, 4), aoriai-g yAusschmückung' 
(Hdt 1, 195), diwvtiai-g ,das Werfen mit dem Wurfspeer* (Xen. an. 1, 9, 5) 
und andere. 
TcißäriXo-q ,verfälscht, unecht*; ,falsch, betrügerisch*. 

Theogn. 119 und 123: XQ^^^^ xißdijloio xal äqyvQov avaxsrog arrj^ . . . xal 
i^evQelv ^(fdtov avägl öO(p(fi, si dk q>lXov voog avdqo'g hl aTrjd-eaai ke- 
kri^ xfjvdQog löJy, dokiov ö' iv (pQsalv tjtoq ^fj, rovzo d-eog xißdrilofa- 
%ov Tcolrjae ßQoroiaiv. Xen. mem. 3, 1, 9: /uij diöa^ag diayiyvoiaxeiv %6 
re xakov xal xb xlßdrjkov (nämlich aQyvgiov). — Eur. Hipp. 616: cJ ZetJ, 
t/ dtj xlßdrjlov dvd-QWTtoig xaxov yvvaixag elg gxSg ^klov xaT(pxiaag; 
Hdt 1, 66 : XQV^^V ^i-ß^^V ^i^^^oi. 

Eine deutlich abgeleitete Form, wie es zum Beispiel auch iQvyfirjXo-g 
^brüllend* (1, Seite 453) und andere Adjective auf tjXo sind. Zu Grunde aber 
liegt ihr offenbar xlßöo-g ,Metallabfall, Schlacke*, das Pollux 7, 99 anfuhrt: 
yij oiötiQiTig, Tavrrjg dk to xd&aQfia oxwqlav wvo^aCpv . . . %riv de axio- 
Qlav xal xlßdov kxdleaav, dq>* ^,g xal ol fierakleig xlßöcoveg. In ihm 
würde zunächst die ungewöhnlichere Lautverbindung ßö, die zuletzt in 
aivo'xaßdrjlo'g ,aus dem Stegreif gemacht* (Seite 266) entgegentrat und 
die zum Beispiel auch noch enthalten ist in ^aßdo-g^ alt Fgoßdo-g ,Ruthe, 
Stab* (11.24,343; Od. 10,238), Qoißöo-g ,heftiges Geräusch* (Soph.Ant 
1004; Ar. Wolken 407), fioXvßdo-g ,Blei* (Hdt 3, 56; Eur. Andr. 267), naher 
zu prüfen sein. Ficks (1^,421) Zusammenstellung mit altostpers. gaepa 
,Bearbeitung, Metallschmelze* (in ajö-gaipa ,zur Eisenschmelze gehörig*, 
erezatdgaepa ,zur Silberschmelze gehörig*) und gif ,bohren, durchbohren* 
bleibt dabei aller Beachtung werth. 
xvßeQvdsiv ,steuem*; Reiten, regieren*. 

Od. 3, 283 : ixaLwxo qivi, ' dv^^iimov vrjßa xvßeQv^aai, OTtote arciQxoiBv 



Griechische Elymologie. 269 

aßekkai, Pind. Ol. 12, 3: rlv yag kv Ttovrii) xvßeQvüjvrac d-oai vaeg, — 
Pind Pyth. 5, 122: Jiog toi voog fiiyag ycvßcQv^ öalfiov* dvä^iov q>lX(av, 
Brachst 214: ikTclg, a (laXiata •d^vctvuiv noXvotqotpov yvdßav xvßsQv^, 
Soph. Aias 35: fcavra yaq %a t' ovv rtagog ra t' elairteiTa afj TivßsQvdS- 
ptai xbqL Xen. Kyr. 8, 8, 1 : roaavtri dk yevofiivri (nämlich ij Kvqov ßa- 
atXeLa) fii^ yvci^jj TtJ Kvqov kxvßegvaro. 

An Znsammenhang mit vatg ,Schiff' (siehe oben Od. 3, 283 nnd Pind. 
Ol. 12, 3), der früher wohl allgemein angenommen wnrde, ist nicht zn 
denken; vielmehr enthält der Schlnsstheil eine Verbindung von Suffixen, 
wie sie ähnlich entgegentritt in den lateinischen cavema ,Höhle' (Lncr. 4, 
171 ; Cic. n« i 2, 9), lucema ,Lampe' (Plaut As. 785; Bacch. 446), tdbema 
,Bretterhütte, Bude' (Plaut Truc. 697 ; Men. 436) oder auch in xiagvo-v 
,Axt* (Seite 218) und minagvo-v ,Axt' (Od, 5, 237; 9, 391). Vielleicht darf 
man als nächste Grundlage ein ^xvßegvr] ,Steuermder' (eigentlich ,ge- 
kriimmtes Holz'?) muthmaassen. Fick 1^, 390 vergleicht zunächst lit hum- 
bris ,krummes Holz am Joch des Pfluges oder auch eines Wagens' und 
kumbrUi ,steuem' und weiterhin altind. hCChara-s oder Mlhara-m (Mftitr. 
S.; Mbh.) oder Mhart- (Qat Br.) ,Deichsel'. Daneben aber lässt er auch 
das kjprische xvfAeQ^vai ,steuem' (Inschr. bei OHoffmann 1, S. 76: ^tvx' 
d x^Q ^ecji YVfiBQxlvai 7tav%a, %a av-S-Qwnoi q)Qoviwl ,dem Gott ward die 
Hand, alles das zu lenken, was die Menschen denken') nicht unbeachtet, 
stellt nach ihm vielmehr ein westeuropäisches *qmnro- ,Deichsel' auf, durch 
das indess noch nicht alle zusammengestellten Formen genügendes licht 
erhalten. 
^vßiXiO'V ,Veilchen'. 

Diosk. 4, 120: %ov noQq>vQovv — ol dk daavrtodiov . . . ol dk Xov ayqtov^ 
ol öi xvßiXiov ... — (pvXkov b^bl f^iTcgoregov xiaaov . . . dvdrjXiov aq^odga 
Bvöjdeg, 7toqq>vQOvv. 

Ging möglicher Weise aus von xvßekrj ,Ohröffnung' (Etym. M. 543, 1 : 
xvßikti' 71 OTcrj nov (itog, xoi fiiXog atifiatog). Oder ruht es auf dem 
Namen der Göttinn KvßiXt] (Pind. Bruchst 80; Eur. Bakch. 79; Ar. Vögel 
877)? 
xüßo'q ,Wirbelknochen' ; ,Würfel'; ,dieEins auf dem Würfel'; ,Höhlung vor 
der Hüfte beim Vieh'. 

Ehian. (bei Pollux 2, 180, der erklärend dazu bemerkt voi/g dk aq>ov- 
iiXovg TOVTOvg ^Piavog nvßovg wvoiiaaBv): avxivog l§ VTtcesoio xvßoig 
initiXXexai t^vg. — Aesch. Sieben 414: ^gyov ä' h xvßoig ^Agrig xgiveL 
Soph. Brachst 438, 4: neaaovg nvßovg re %Bqnv6v dgylag axog. 809: cibI 
ycQ Bv nlftTovatv ol Jibg xvßou Hdt 1,94: l^BVQB&f^vai d^ (ov tctb xal 
%w xvßwv Tcal Twv dorgaydkwv aal Trjg aq>alQrjg xal %wv akXiwv Jtaaiwv 
Ttatyviiiav %a BXÖBa, TtXijv nBaadv. Eur. Bruchst 888: ßißXr]x^ '/dxtXXBvg 
övio xvßo} xal liaaaqa. Pollux 9, 95: xvßog av%6 xb %6 ßaXXofiBvov xa- 
XbItoi xal "fi iv avr(p xoiXoTrjg, ro arjfiBiov^ 6 TVTCog, ^ ygafifiij^ to drj" 
Xovv Tov dgid-^bv %iZv ßXrj&ivTiov' xal fiaXiOTa ^ yB fiovag f^ iv adfoig 



270 Griechische Etymologie. 

ovofia elxe xvßog xakeia&ai, xax^dfteg xal 6 naQoifiiwÖTjQ koyog fjnjrueiv 
f^oixev, yjtj TQ}g ^ ij rgelg xvßoi^. — Simarifitos (bei AÜien. 9, 399, B: daqnjog 
al h. TtXayltav aagxeg knavearrpiviai tfwai. %a d' hictriQwd'ev xoildfiara 
Xiyovai nvßovg yaXUag{?). — Dazu: xvßiTO-v ^EHbogen^; Hippokr. 2, 
109 und 110: avw di afitxgtp %^g neQovrjg (,de8 kleinen EnochensO ig 
Tov oyKüiva x6 %b öariov xal ^ negovrj ig to ovto ovfißaklorra Sq&qov 
iv %<fi xvßlrqi noiiovüi . . • avrai (nämlich neQovai) avv T(p öatitp Ttsqm- 
nvlai naqa t6 tov oatiov aq&Qov yQ&qwvtai ig t6 Yvßirov . . . mrai 
iowTaZg ^vfißdXXovaai iv T(p xußlxff tvxog. — xi;/?ciiA*oy ^EUbogen^; Pollnx 
2, 141: %b yag xogwvov iottgixov iariv. ovofia^ovai dk rovto xal xvßu^ 
Xov xaX xvßiTov etjtoig av (og 'iTtTeoxQdrrjg, 
Dazu: gotb. hupi- ,Hüfte' (Mk. 1, 6; Ephes. 6, 14); nhd. Hüfte. 
Bedentete eigentlich wohl ,buckelartige Erhöhung (oder Vertiefung)^ oder 
auch ,gebnckelt^. Weiter abliegende Zusammenstellungen, wie mit lit kiigis 
«grosser Heuhaufen' (bei Fick H, 390), zu dem nd. Hucken gehören vnrd, 
lassen wir hier bei Seite. Dem Suffix nach vergleichen sich mit xvßixo-Vy 
dem lat cubito- {cubitus^ oder auch cubitum wie Lucil. 380 Baehrens; Plin. 
11, 249) ,Ellbogen, Unterarm, Elle' (Plaut Ciapt 796; Gas. 853; Stich. 286; 
Poen. 837; Rud. 1294) nur entlehnt sein wird, das alte ahpixo-v ,(}ergten- 
mehl' (1, Seite 323) und mit xvßwko-v das auch schon homerische eidw- 
lo-vj alt felöioko-v ,Bild, Nachbildung' (Seite 108). 

x'ößriXi'q ,Schlachtme8ser, Eäsemesser'. 

Eratin. Bruchst 315: x^ibc/da xixkijaxovai ^eol, avögeg dh xvßfjXiv. 
Philemon (bei PoUux 10, 104, der erklärt: TVQo-xvrjaxigy fjv xal xvßtjkiv 
xakovaiv): oQui fiayelgov xal xvßrihv xal axaq>f]v, Anaxipp. (bei Ath^. 
4, 169, C): ov fxri ngovegov otaeig . . . xal tijv xvßtiliv x^v xaQtjviaxfjQiar. 
Lyk. 1170: iv x^Q^^^ ^x^^ • • • ^ovqoxxcvov axeggdv xvßi]Xiv. 

Ungewisser Herkunft Die Suffixform wie zum Beispiel in qw^Xi-g 
flüchtig, feige' (II. 17, 143). 

^'6ßio-v ,Thunfisch' in einem bestimmten Alter. 

Athen. 3, 118, B: ^Ixiaiog . . . TcrjXafivdag (,Thunfi8che' in einem bestimm- 
ten Alter) xvßia elval q>rjOi ^eyaXa. xvßlwv dk fjivtjfiovevei Iloaeiöifxnog 
iv Mexaq)eQOßivqf. 
Gehört wohl zu xvßo-g ,Wirbelknochen', ,Wttrfel' (Seite 269). 

^vßioräsiv ,8ich kopfüber stürzen, sich überschlagen'. 

U. 16, 745 und 749: ui nonoi, ^ fiaX' iXaq>Qdg avrjQ, wg fgela xvßiax^ 
.... lig viv iv fteöitp i^ %7t7t(ov Fgela xvßcax^, IL 21, 354: xelgovx* 
iyXiXvig xe xal Ix^^g ol xaxa dlvag^ ol xaxa xaXa ^iFB&ga xvßiaxaov 
€v&a xal hf^a. 

Weist zunächst auf ein *xvßiaxri'g ,der sich Ueberschlagende, (Gaukler', 
wie zum Beispiel vaiexaeiv ,wohnen' (IL 3, 387; 11, 673) auf vaUrrj-g 
,Bewohner' (yaixa-g Simonid. Bruchst 57, 1 ; TtBQi'vaiixrj-g ,der Um- 
wohner* 11.24,488) beruht, weiter aber auf eine Verbalform *xvßi^eiv 
,8ich überschlagen' (?), wie zum Beispiel ißgiaxi^-g ,der Gtewaltthätige' (IL 



Griechische Etymologie. 271 

13, 633; Od. 6, 120) auf ißgi^eiv ,gewaltthätig handeln' (Od. 1, 227; 3, 207). 
Zu Grunde aber liegt wahrscheinlich xvTtretv ,sich bücken' (IL 4, 468; 17, 
621; avcf-xiftreiv ,aufducken, emportauchen'; Ar. Frösche 1068: TcoQa %ovg 
ix^S av'hcv^pev ,tauchte auf dem Fischmarkt auf; Plat Phaed. 109, E: 
XttTidelv av ava-xvipavTaf waneq iv&ade ol Ix r^g ^akarrrjg ix^sg ava- 
-xvTCTOvTig oQwai %a iv&ade), dessen Wurzelform sich allerdings aus 
anderen zugehörigen Bildungen nicht als ycvß-, sondern als xvq)- (siehe 
später) ergiebt 
xvßelä'Q, Name eines Fisches. 

Nur Opp. Fischf. 1, 183: ol d' iv d(ABVQr]%oiaiv aXriv TteXayeaaiv ^ovai^ 
TTjXov and TQaq>eQijg . . . vjtiqonXog oq'kvvwv yevefj aal nQtj^ddegj ijdh 
xvßelai. 

Ruht wohl auf dem selben Grunde wie xvßio-v ,Thunfisch' in einem 
bestimmten Alter (Seite 270). Die Suffixform scheint dieselbe zu sein, wie 
in dem Gottesnamen 'EQfislä-g (1, Seite 464). 
Ttaö' ,sich zurückziehen, zurückweichen, abstehen' und im Activ causativ 
,abstehen machen, berauben' ist aus einigen redupUcirten Aorist- und sich 
daran schliessenden Futurformen zu entnehmen, nämlich aus x&iadciv (IL 
11, 334), xexadovTo (II. 4, 497 — 15, 574), xexaö^oei (Od. 21, 153; 170) und 
Tuxxadrjaofie&a (H. 8, 353). 

II. 4, 497 «> 15, 574: vno äi Tqweg xexadovto avÖQog axovxlaaavzog. 
II. 8, 353: ovxiri vm oXXvfiivwv Javawv xexadrjao^e^' (,abstehen' *« ^nf- 
hören lassen'?) vardtiov tcbq; — IL 11,334: %ovg fikv Tvöeßldrjg dov 
QixXeitog JiFo^rdrig dvfiov xal tpvx;ijg xexaddv xXvra t€vx€ dTtrjvga, 
Od. 21, 153: noXXotg yaQ rode ro^ov oQiaTfjßag xexadi^aei Svftov xal 

ipvXVS' 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. An Zu- 
gehörigkeit zu x^^' ' x^^^^^^'' ,zurückweichen' (IL 3, 32; 4, 535; 5, 702), 
wie man sie gewöhnlich angenommen, ist nicht zu denken. Von ihm 
aber weicht wieder lat cedere ,einherschreiten, vorwärts gehen' (Flaut 
Merc. 600: tristis cedit'^ Aul. 517: cSdunt, petunt trecentt item alii] Cas. 
446: at candidätus cedit htc mastigia] Epid. 149: ego istüe ac-cedam pe- 
ridwn potius atqve avdädam ; Asin. 629 : at vostrae fortünae mets prae- 
'CSdtmt) in der Bedeutung weiter ab, als dass sichs sicher hieher ziehen liesse. 
xad- ,sich auszeichnen, übertreffen' ergiebt sich als Verbalgrundform aus 
einer Anzahl medialer Perfectformen, am deutlichsten aus xexaö(xivo-v 
(Find. OL 1, 27), weiter aus xexaofiivo-g (IL 1, 339; Od. 4, 725 — 815), 
xexaafA€»a (Od. 24, 509), xixaaxai (IL 20, 35), ixixaaro (H. 2, 530; 5, 
54; 16, 808), xixaaaai (Od. 19, 82), xexao^ai (IL 24, 546; aus ^xe-xad- 
•a&ai). Als präsentische Form dazu gilt xalvvox^at {halvvxo Od. 3, 
282; 8, 127; 219). Präsentisches xa^ea^at bringt Yeitch erst bei aus^ 
Niketas (f 1216 in Nicaea; ed. Bekk. 240, 24: onXia^olg re yaq ixTcge- 
niaiv hcd^ovto. 295, 18: navtoloig doXoig xaCß^ivog), 
11.4,339: xal ai xaxolai öoXoiai xexaofiive. U. 24,535: TtavTag yaQ- 



272 Griechische Etymologie. 

€ft ' av&Qcinovg ixäiiaaro oi,ß(fi re Ttlovvq) ze. II. 24, 546 : tcJv ae, yigov, 
TtXovTcp re aal vlaai q>aai x&iaad'ai. II. 2; 530: iyieli] d^ hdKaavo 
naviXhqvag xai *A%OLiFovq. Oi 3, 282 : bcalvvzo (pvX^ av&QviTtwv vrjFa 
'KvßeQvrjaai, 04 8, 219: olßog dij fie OikoxTT^Ttjg an-fxaiwto To^qf. 
Find. OL 1,27: kißtjrog e^ele Kkw&ü) iXifpavci q)al6ifiov wfiov xex.ad- 
fiiyov. Aesch. Eum. 764: hcolaeiv ev xexaofiävov doQv. Ehir. EL 616: 
(pQovgalg xixaaiai äe^iaig ve doQvg>6Qa)v. Ar. Bitter 685: evge d* 6 nav- 
ovqyog ^egov mokv navovQylaig fiel^oai 'A&caa^ivov, 

Altind. Qod ,8ich aaszeichnen, prunken'; BV. 1, 123, 10: hiniä iva 
tanüä gagadänä dishi daivi daivdm ijahshamänam ,wie eine durch ihren 
Leib sich auszeichnende Jungfrau gehst du, o Göttinn, zum verlangenden 
Gott*; BV. 1, 124, 6: araipdsä tanüä gä'gadänä ,durch fleckenlosen Leib 
sich auszeichnend; BV. 10, 120, 5: tvdjä vdjam (ägadmahai rdnaishu ,mit 
dir prunken wir in den Schlachten'; BV. 7, 98, 4: sä'kshäma täh bd- 
hübhis gä'gaddnän ,wir wollen besiegen die auf ihre Arme Stolzen'. 

Die gemuthmaasste Entstehung von xalwad'ai aus "^xad'vva&ai 
kann ohne ganz besondere Stützen nicht für wahrscheinlich gelten. 
Ob etwa ^alveiv (? aus *^ddveiv) , besprengen, bespritzen, {^aivovxo 
IL 11, 282) sich vergleichen liesse, da Formen wie ^aaaave (doch wohl 
aus *^aä'aa%B) ,besprenget' (Od. 20, 150), iQ^ddavac ,sie sind bespritzt' (Od. 
20, 354) und Iggadazo ,sie waren bespritzf (IL 12, 431) ihm zur Seite 
liegen? 

xdcfo-s ,Krug, Eimer*. 

Archil. 4, 2: dkl* aye^ avv noi&wvt ^oijg did aikf^ara vrj<g q)olTa xal 
Y.oiXwv Ttiifiav^ aq)€hi€ xdöwv, Hdt 3, 50: dwQa (pigovxag . . . q>oivtxrjlov 
oivov nddov. Soph. Bruchst 491, 3: rj äi . . , onbv agyivetp^ ard^ona 
TOfdijg xaX%ioLaL xcdoig dix^vat. 

Dem Semitischen entlehnt (AugMüller bei Bezzenb. 1, 276); hebr. kad 
,Krug, Gefäfis' (Mos. 1, 24, 14; 15; 16; 43; 45; Kön. 1, 17, 12j. 

xaö^&ra'q, eine Schmarotzerpflanze. 

Theophr. c. pL 2, 17, 3: zo avgicmov ßoxdviov 6 xakovfi€vog xadvrag xal 
divdgoig xal dxdv-d^aig ifiq>v€Tai xal akloig xiöL 
Offenbar ungriechisch. 

xaöiiela ,6almei, Eieselzinkspath'. 

Diosk. 5, 84: yevvdzai ök rj xaöfiela Ix zov x^^ov xafiiv€vofiivov 
Ttgoai^avovarjg rijg Xiyvvog %oig rolxoig xai %fj xogvq>fj twv xofilvwv .... 
fi€Tai,lovgyelTai ök kx %ov fcgovnegxeifiivov 26Xoig ogovg, rov keyofievov 
Tcvgltov Xld'ov xaiofiivov .... yevvdTat ök xal ix xüv agyvglcjv Xevxo- 
xiga xal xovcpoxiga ovaa, xaxd ök xfjv övvafiiv i]xxwv. 

Ist möglicher Weise im Grunde das selbe mit Kaöfuia (Xen. Hell. 6, 
3, 1 1 ; 6, 5, 46), dem Namen der nach ihrem Erbauer Kddfxo-g (Od. 5, 333 ; 
Hes. th. 937; Hdt 4, 147) benannten Burg von Theben. Dabei aber bleibt 
der Grund der Benennung des Erzes noch völlig dunkel. 



Griechische Etymologie. 273 

xeöaq" ^sich zerstreuen , aus einander gehen, sich ausbreiten' und mit der 
causativen Bedeutung verstreuen, aus einander treiben' in den activen 
Formen, weist in der alten Sprache nur einige Aoristformen auf, wie 
ixidaaae (IL 5, 88; 17, 285; Od. 3, 131 — 13, 317), nidaa^ev (11.15, 
657), xedaa^ivT- (IL 2, 398; 739; 15, 328), kommt in späterer Zeit aber 
zum Beispiel auch noch in der Perfectform TLexidaaro (Ap. Bh. 2, 1114) vor 
und auch in verschiedenen Präsensformen, wie xedavvvfievov (Agath. in 
Anth. 5, 276, 6; aus *ycedaa-vv")f %edai6fievog (Ap. Bh. 2, 628; aus ^^edaa- 
jofi' und xedotjvjai (Ap. Bh. 4, 500; aus ^xeddajovTai). 

IL 17, 285: Tqcjcjv htidaaae q>akayyag. IL 15, 657: Ttaga nkiaifjaiv 
€fi€ivav o&QOOi, ovd* hcidaa^ev ava argarov. 11.2,398: dvaravTeg d' 
OQiovxo xeSaad-irreg xata v^ßag. IL 15, 328: IV^a d' dvi^Q ilkev avdga 
xedaa^elarjg vGfilvTjg. IL 5, 88: xBiiiaQoFifi, cg r' o/xa ^ifiov hiidaaae 
(Nauck schreibt hiaoae) yBtpvqag. 

Offenbar nur eine des alten anlautenden Zischlauts beraubte dialektische 
Nebenform von oxidag-, das bei Homer auch mehrere Male auftritt, wie 
IL 23, 162: kafov fikv axidaaev xava vrjßag. Der gleiche Verlust des 
Zischlauts begegnet auch sonst, wie zum Beispiel in xidaq>ri ,Fuchs' 
(Hesych: xiddq>rjv yoQ ttjv dhartexa Xiyovatv. Daneben fährt Hesych 
auf: xidaq>og' doXiog. xal ^ aJuoTvrj^ neben gleichbedeutendem axiddq>r] 
(Arkad. 115, 17 Bekk.: axiddtpriy ^ dhirnj^. 
7tBövö-g, ein seiner Grundbedeutung nach nicht ganz verständliches Adjectiv, 
etwa ,geehrt, geschätzt, schätzenswerth^ 

Bei Homer 16 mal, meist von Personen. IL 17,28: €vq)Q^vai aXoxov 
ve q>l3Lfjv xedvoig %e zoxijßag. IL 9, 586 : uokld d* (nämlich ilklaaovto) 
iialQoi, 0% Fol xedvotoToi xal q>LX%aTOL rjaav andvvujv. IL 24, 730: ex^g 
d* äloxovg xedvdg. Od. 10, S: 6t d* alFel Ttagä natql (plktp xal fUfj^rigt 
xBdvij dalwvrai. Od. 1, 335 => 18, 211: dfxq>l7tokog d' aga ßoi xedvfj 
FexdxBQ&B ftagiarf]. Od. 14, 170: o/tftote zig f^vrjar] xedvolo Fdvaxxog. 
Od. 1,428: al&ofxivag daßldag <piQB xedvd ßiövia Evgvxkißeia. IL 20, 
57: SXoxog d' aß' indygevo xsdvd ßidvia. Hes. Werke 699: Tra^^ewx^y 
dk yaf^elvj ha ßijx^ea xedvd didd^tjg. Pind. Pyth. 10, 72: h d' aya&olai 
xBlzai nargtilai xeöval jcoXiwv xvßegvdaug. OL 8, 80 : xaTaxgvTttet 6 ' 
ov xovig avyyovtav xedvdv X^Q^^* Aesch. Pers. 172: ndv%a ydg %c xidv' 
Iv vfilv löil fioi ßovXevfiara. 928: aial alalxedväg aXxdg, 142: qfgov- 
tlda xedrqv xal ßa^ßovXov ^dfjie&a. Agam. 648: ndig xedvd %olg 
xaxoUn avfifil^u); 

Das Suffix v6 begegnet häufiger, trat schon entgegen in dyvo-g ,verehrt, 
heilig*, ,rein, unbefleckt* (1, Seite 120), igaiivo-g ,dunkel* (1, Seite 437) und 
sonst Für die zu Grunde liegende Verbalform ist weiterer Zusammen- 
hang noch nicht ermittelt 
^U^utX" (in der Mehrzahl gebraucht) fiübönSs ingvinäles', das heisst ,An- 
Schwellungen unter der Haut in der Leistengegend* (nach BEobert). 

Hippokr. 1, 561: v/to t^g IrtTtaalrig aviiovg (d. L die Skythen) xidfiaza 

Leo Meyer, Orieohisohe Etymologie. II. IS 



274 Griechische £t3nnologie. 

Xafißavei, are dal XQefiafAivtJv dfto ruiv iTCTtwv zolg noalv. %7tei%a dno- 
XwXovvxai %a\ %hwvtat %a loxla ot ap aq>6dQa voatjawaiv. 1^ 563: oxov 
yoQ IftTtd^ovtai fÄdXiora xal ftv%v6%a%a^ hcel nXelatoi vnb xedfidrwy 
xai iaxiddwv xal TCodaygiiSv aklOKLOvxai, 

Vennuthlich ungrieohisch, und dann wohl skyihisch. 
utiöffo-q yWachholder' {Jüniperus phoenkea^ und Jüniperus oxycedru8.% 

Od. 5, 60: 7CVQ fikv l/r' iaxaQofptv fUya TLaletOy TrjXdae d* oäpiri ^^Qov 
%* evTneaTOio Mov t' ava yfjoov odwdei daiofiivwv. HdL 2, 87: ineav 
Tovg TiXvaTrjgag Ttkrjaotyrai tov dfto xidgov dXeLq)a%og yivofievavy kv wv 
Hitkrjoav Tov venQOv %^v TLOiklrjv. 4, 75 : ai dk ywalaeg avtwv vdtag rta- 
Qoxiovaai navaatixovai tccqI Xl&ov tqtjxvv Trjg xvrtaQlaaov xal iUSqov 
Tuxl Xißdvov SvXov, Theopbr. Pflaiiz..ly 9, 3: vdiv dk dygluv (nämlich 
delqwXXa) ildtfi, nevxrj . . . q>ü,vQia, xiÖQog, rtlrvg aygla. 1^ 10, 4: ta 
d' vjGTteg axav&6q)vkla xa&drreQ Tcevx'q, nlxvgy xiÖQog, 

Etymologisch donkeL Das SujEfix wie in xdrtQo-g ^Eber^ (Seite 246). 
xodofAiJ yGerstenrSsterin^ 

PoUnx 6, 64 erkl&rt: eifcoig d' av xal q>gvTteiv q>gvvTovaa' (pQvyevQov 
10 igyaXBlov rö d* ccvro xal xodofievetv xal xodopteiovaa^ ^v xodofi^r xa- 
Xovai, xal to igyaXelov xoSoptBlov^ (^ d^ lviq>Qv%%ov. Hesych giebt die Er- 
klärung: xodofATi' ovofia ^eQanalvfjg. dfto tov xodofieveiv, oneg iaxiy 
iv Invip q>QvyBiv, — Dazu: xlövri ^geröstete Gerste^; Hesych führt anf: 
xLäyai' al iyxiiquii 7tBq>gvyiiivai XQi^aL 

Die Snffixform ist nngewShnlich, vergleicht sich etwa mit der von xig- 
xofio-g ^krankend, höhnend, neckend^ (Hom. hymn. 338 ; Hes. Werke 788 ; 
Hdt 5, 83), w&hrend Bildungen wie naldfir] ,Hand^ (IL 1, 238; 3, 128) 
schon etwas weiter abstehen. — Bezüglich der zu Grunde liegenden Verbal- 
form vergleicht Fick 1^, 23 in ansprechender Weise lat ac<endere ^- 
zünden' (Enn. trag. 388; Verg. Aen. 5, 4; Ov. tr. 4, 10, 67), candSla ,Eerze, 
licht' (Juv. 9, 98), altslav. cadü ,Bauch', haditi ,riLuchem; altind. hhadikä 
,geiöBtetes Korn' (Gramm.) ; Tcdndvr ,Böstpfanne' (Gramm.), hdäru- ,braun' 
(TS.). — In xldvti entwickelte sich das innre i ganz ähnlich wie in xld- 
vaa&ai ,sich ausbreiten' (IL 8, 1 ; 23, 227) neben xedaa- ,zerstreuen, aus 
einander treiben' (Seite 273) oder in axigtav ,springen, hüpfen' (II. 20, 226^ 
228) neben axalgeiy ,springen, hüpfen' (II. 18, 572; Od. 10, 412; aus *axag- 
jeiv. Dazn axag&fio-g^ das Springen' Ap. Bh. 3, 1259). 
xoötiJUttXo-v ,Quitte'. 

Alkm. BruchsL 90 : fAtjov ^ xodvfiaXov. Athen. 3, 81, F: ^gfxtav d" iy 
Kgr/tixalg rXwaaaig xodv^aXa TuxXela&ai q>riai xd xvddyia fiijXa. 

Enthält neben nicht verständlichem xoöv- als erstem Theile als Schluss- 
theil offenbar fiijXo-y ,Apfel' (11.9,542; Od« 7, 120; diaL (laXo-y Find. 
Bruchst 288; Theokr. 7, 144; 8, 79), das so auch sonst begegnet, wie in 
xoxxv-fifiXo-y ,Kuckuck8apfel, Pflaume' (Hipponax und Alexis bei Atben. 
2, 49, E und F), fieXl-firjXo-y .Honigapfel' (Diosk. 1, 161). 
xijd-ai? (dial. xod-: xadofieyoi Find. OL 6,47; dazu xado^- ,Sorge, Tiauei^, 



Griechische Etymologie. 275: 

Find. OL 1, 107; Nem. 1, 54; Isthm. 7, 7) ,verletzen, beßchädigen, kränken, 
betrüben'; medial ,sich betrüben, sich Sorge machen, Sorge tragen um^ Be- 
gegnet fast nur in präsentischen Formen; daneben vereinzelt das Perfect 
x€xi;J6 , er ist betrübt' (Tyrt 12,28: agyakitp %e 7i6&(^ näaa y.exrjde 
nolig) und, mit dem Gepräge der Ableitung, das Futur xridt^aeiv (II. 24, 
240: oTi fi' fjk^ere xtidi^aoyveg). Die Aoristform aTtoxTjdT^aavre ,8orglos, 
fahrlässig' (IL 23, 413) muss vielmehr lauten anonridiaaavrej da sie erst 
vom adjectivischen dno-mridig- ,8orglos, fahrlässig* (Hippokr. nach Galens 
Glossar: aTtoxTidiaregov' afpQovxiazoteQoy) ausging, wie ganz ähnlich das 
aoristische d^^ridBaev ,er vernachlässigte' (IL 14, 427) von a-xijdrfg- ,8orglos, 
nachlässig' (Od. 17, 319). 

IL 5, 404: axi^i-iog ... og To^oiaiv fecijd« ^eovg. IL 21,369: Tlrcze 
Gog vlog IfAov ^oßov %XQae xijdeiv; IL 24, 543 (Achilleus zu Priamos): 
ij/iai hl TQ(p7]y ai %e %rfi(av i^äh aa vixva. IL 17, 550: %UfAiavog ... og 
§a re . . . (A^Xa dk xi^dei. IL 5, 400 : oiarog ä(X(ff ivl arißaqif tjUilaTo, 
x^de dh dviiov. IL 9, 615: xaXov toi avv ifiol vov xrjdifiev dg x Ifxh 
xrjdr). Od. 23, 9: fivfiaTiJQag ... 6i &' ißov olxov xrjdeaxov. Od. 9, 402: 
lava/Äevoi d^ eXgovro Ttegl artiog otti ße xr^dot. — IL 1, 586: virka^i, 
liijTeQ ifiTjy xal avdaxeo xr^dof^ivr] neq. IL 1^ 56: xifdero yaq Javaviv, 
oji ^a dyriaxovxag 3(fäT0. H. 1, 196: afiqxa Ofjiwg ^iiff g>iiiovad re 
xridofiivri %b. II. 11, 665: ^AxiXXevg ia&Xog kwv Javawv ov xijdevai ovd* 
kXealQBi, IL 7, 204: bI dk xal^xroga tzbq tvbq (ptXiBig xal xqÖBai ceirov. 
Od. 19, 23: aiyag öri tcotBj rixvov, i7tiq)goavvag dviXoio ß olxov xriÖBO^ai. 
— Dazu: x^dog- ,Leiden', ,Sorge, Trauer'; IL 1,445: ßdvaxra, og viv 
Hgystoiai noXvatova xijdB* iq>7jx€v. IL 9, 592: xijde' oa' av&QWTtoiai 
TtiXsi TiSv ßdaxv Fahaji. IL 15, 245: 17 noi iL ob xijdog IxdvBty Od. 4, 
108: T(ß d^ OLQ^ ifiBXXBv avTfp xfjÖB* icBO&atf iiiol d* axog alFhvaXaa%ov 
avrov. II. 5, 156: not igt di yoFov xal xrfiBa Xvyga XbItcb, — xi^diOTO-g 
,ffir den am Meisten Sorge getragen wird, sehr geUebt' ; IL 9, 642 : (^äfiafiBv 
di toi i^oxov aXXov xriöiacol t' iiiBval xal q>lX%a%oin Od. 10, 225: og 
ftoi xi^diüTog ßBrdgiov rjv xBÖvorarog %b. 

Sicher Zugehöriges in den verwandten Sprachen ist noch nicht gefunden. 
xijd6<ynj-s ,Ver8chwfigerter'. 

Eur. Hek. 834 : xovxov xaXwg ögcSv ovza xtjdBcn^v (,Bruder der Frau') 
ai&Bv dgdoBig. Ar. Thesm. 74: ov XQV^ ^^ xgv7C%Biv, ovva xf]dBati]v 
(,Schwiegervater') ifiov. Plut Perikl. 1 1 : Bovxvdidfjv . . . Svdga aaifpgova 
xal xTjdBavriv (,Schwiegersohn') Klfnavog. 

Gehort zu Bildungen wie doTttaTiq-g ,beschildef (IL 4, 90; 201; 221; 
zu aanld' ,Schild' 11.3,347; 5,797), xogvcxri^g ,behelmf (IL 4, 457; 8, 
256 ; zu xogv^' ,Helm' IL 3, 362 ; 4, 459) und anderen ähnlichen, die un- 
mittelbar von Nominalformen ausgingen. Das hier zunächst zu Grunde 
liegende xriöog- (siehe oben) aber bedeutet ausser ,Sorge, Trauer' insbe- 
sondere auch jVerwandtschaff, wie Pind. OL 7, 5: avfinoclov %b x^9^^ 
xädög TB Tifzdaaig iov. Aesch. Schutzfl. 330: tlg tjvx^i Trjyd' dviXniOTOv 

18* 



276 Griechiache Etymologie. 

q>vyr}v xilaeiv ig Z^Qyog xrjdog iyyevkg t6 nqlv] Soph. Oed. EoL 379 : 
TtQOüXapLßavei xijdog tb icaivov. 
xc&dcov ^Glocke^ 

Aesch. Sieben 386: in* danlöog dl rrp xaX%rika%ot mka^ovat xcidtaveg 
q)6ßov. 399: k6q>oi dk xwdwv t' ov daKvova' avev doQog. Soph. Aias 17: 
q>wvrjf4* dxavta aal ^vvaQJta^w q>Q€Vi, xahioa%6^ov xddwvog (hier für 
,TrompeteO wg TvQativixijg. Eur. Rhes. 308: roQydv d' dg an alyldog 
^eag x^^^V l^^^^oig InTtivLOlat Ttqoadevog noi>koiai ovv xtidcaaiy £x- 
tVTtei q>6ßov. Thok. 4, 135: tov yag lidöwvog nagevex^ivrog ^nachdem 
die Schelle der wachthabenden Patrouille vorüber war'. Pollax 6, 110: 
%ovTO dh xal to %o%%aßeiov xaraxrov xoTraßov lAQia%oq>avrig xakel, ngoa- 
eiTCQ^cjv avTo Tcddwvi Qiem glockenähnlichen SchalllochO oalmyyog. Ar. 
Friede 1078: wg . , . fj xdöcjv (hier gleichsam adjectivisch ^glockenartig 
kUngend^ laut schreiendO axalav&lg knetyofiivTi TV(pXa tIxtci, 

Dunklen Ursprungs. Das Suffix wie in afißiüv ,buckelartige Erhöhung, 
Band' (1, Seite 241) und sonst 
xcodeca ,Pflanzen-E^olle oder -Kopf; dann überhaupt ,Kopf . Daneben die 
Formen xwdva (Theophr. Pflanz. 4, 8, 7; 9; 9, 12, 4) und xwdla (Diosk. 
4, 64; 65). 

II. 14, 499: amjQa^ev di x^f^^^^ avzfj ^v Tti^lrjxi xaQtj . . . o di q>ii 
xvideiav avaaxoiv, Nik. AL 216: ßoctif, a vig kfiTtelddriv q>wg dfJKpißQoxriy 
xddeiav and ^tg>i€aaiv dftri&elg. 432: tjQxeae d* ävrjv etSdylig xtideia 
viov axoQodoio no^elaa. L7k.37: OfxtjQiyyag iaraka^e xtoöelag nid(fi. 
— Theophr. Pflanz. 9, 12, 4: higa de fii^xcav ^oiag xaloviiivri . . . avd'og 
d* %x^^ eQv^Qov, xwdvav d* Safjv orvxct tov öaxtvXov. 4, 8, 7 : to de 
fivdaiov . . . inl %ovT(f) de 17 xwdva, naQOfiola ag)f]xl(p neQiq)eQ€L — Ar. 
Bruchst 117: dyadr^v ye xwdlav (wird erklärt ttiv Ttjg fxrpciavog x€q>a'' 
kijv). Diosk. 4| 65: fii^xwv . . . ri di xig aygla iyxaOijfxävrjy ^ovaa iijv 
xwdlav xai inif4.rlxrj . . . vglTt] di dyQiwriga . . . ixovaa ri}v xwdiar 
inif^fjxti. 

Ob etwa zusammenhängend mit altind. handa-s und handa-m ,Wurzel- 
knoUe, Zwiebel^ (Mbh.)? Die Suffixform wird sich entwickelt haJben wie 
in ijgtyiveia ,die in der Frühe gebome' (IL 1, 477 = 24, 788 ; wahrschein- 
lich aus *-yiveaia) oder in ligeia ,Priesterin' (IL 6, 300; aus ^Ugcßia zu 
legev-g ,Priester' IL 1, 370) und taxeia ,die schnelle' (IL 11, 186; 15, 158; 
aus *%axifiaj zu vaxv-g ,schnell' IL 2, 527; 13, 66); das Letztere wohl das 
Wahrscheinlichere, da die Form xwdvä zur Seite liegt 
Tcld'^aCd'ai ,sich zerstreuen, sich ausbreiten', wird nur in prSsentischen 
Formen gebraucht. Eine vereinzelte zugehörige Activform, mit causativer 
Bedeutung, findet sich in einem Orakelspruch bei Herodot 7, 140 : Tcaxoig 
d' ini'xLdvau ^vfiov (? ,überbreitet oder überdeckt mit LeidenO ^fiov. 
IL 8, 1 — 24, 695: ^HFwg fjiev xgoxonenXog ixidvazo ndaav in* alav. 
IL 7,451: TOV J* tj toi xiÄFog eazai oaov r* ini xldvarai ijFwg. Pind. 
Brückst 130, 6: odfta d* igarov xaTa x^Qoy xldvazai. Antipatr. (in Anth. 



Griechische Etymologie. 277 

7, 713, 8): küHtegog xvnvov fiixgog -S'Qoog rie xoXoiwv xQwyftog h eiagi- 
vaig xidvccftevog vetpiXaig. 

Präsentische BQdung zu xedag' ^erstreuen^ (Seite 273), mit der selben 
Vocalentwicklung wie znm Beispiel in jciTvag ^ausbreitend, ausstreckend' 
(Od. 11, 392) neben nhaaaav ,sie breiteten aus' (II. 1, 480) oder in xiQvag 
pnischend' (Od. 16, 14) neben xigauae ,er mischte' (Od. 5, 93). 
xMaQo-q ,eine Art kleiner Schiffe'. 

Hesjch erklärt xvdagog* veiog eldog. Photios: xvdagoi, rcXoiaQia atra. 
TiaQ* ItivTitpavei to ovofia, 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in ihago-g^ alt ßitaQo-g ,6efährte 
(1, Seite 370). 
TiMoq» ,Buhm'. 

IL 1^ 279: ov no&' ofioltjg %fi^0Q€ TifÄfjg axijTttooxog ßaaikevg, fp te 
Zeig xvdog iäoxev. 11.17^251: ix dh JiFog ii^rj xal xvdog ojtrjdeL 
TL 22, 393: fJQcifie^a fAiya xvdog' inig)vofi€v ^xToga dlov. IL 8, 176: 
IJLOt 7tQ6q>gwv xarivevae K^ovlwv vIktjv xal fiiya xvdog, arag ^avaolac 
ye TtijfAa, IL 4, 95: Tcaai di xev Tgweaai x^Q'''^ ^^^ xvdog agoio, IL 8^ 
51: Zevg . • . iv xogvq^jjai xa&i^evo xvöel yalwv. IL 10, 87 «» 555: co 
Niazog Nrjkrjßiadrj, fiiya xvdog ^A^ailiav. — Dazu: xviio%o-g ,der 
ruhmreichste'; H. 2, 412: Zei xvöiaze fiiyiate. IL 1, 122: *A%gBßl8ri xv- 
diare, q>tkox%Bavana%e ftavtov, 

Ungewisser Herkunft Möglicher Weise darf man neben dem og auch 
noch das innere d als altes suffixales Element ansehen, als welches man 
den gleichen Laut auch wohl in adog- ,Sättigung, üeberdruss' (1, Seite 
136) und xigdog- ,Gewinn, Vortheil' (II. 10, 225; Od. 16, 311) vermuthen 
darf. So würde man auf Zusammenhang mit xv-eiv ,schwellen' (Seite 227) 
Tmd altind. gvä oder gü ,anschwellen , zunehmen, erstarken' (RV. 7, 74, 6: 
güguviis ,sie sind erstarkt') geführt, an die sich weiterhin noch altind. gä- 
vas- ,Kraff (KV. 1, 8, 5; 1, 27, 2), güror ,der Starke, der Held* (RV. 1, 11, 6; 
1, 29, 4), xigiog- ,Herr' (Pind. Isthm. 4, 53; Pyth. 2, 58; Aesch. Ch. 658) und 
andere Wörter mit ähnlicher Bedeutungsentwicklung anschliessen. 
xvöoiöojtäBiv ,Lärm machen, Verwirrung machen'. 

Ar. Wolken 616: ifiag ö' ovx ayeiv rag fniigag ovdhv ög^wg^ aXi^ avu) 
%e xal xaTiJD xvöoidonav. Friede 1152: itp6g>€i yovv Mov ovx olö* ana 
xdxvdoidoTta, 

Hängt vielleicht mit dem Folgenden näher zusammen ; beruht zunächst 
möglicher Weise auf einer mit ki&odono-g ,hassend, feindselig' (1, Seite 
388) zu vergleichenden Bildung. 
xvdoefid~$ ,Schlachtgetümmel, Schlachtgewirr'. 

11.10,523: Tgciwv öi xkayyi^ re xal aanerog wgro xvdoifiog dvvov- 
viov aiiviig. IL 11, 164: "Exvoga d* kx ßekitov vnayev Zivg hi %b xovlrjg 
&c t' avdgoxraalrig fec d* aifjunog Sc te xvdoifiov. IL 11, 538: h dk xv 
doifioy rjxe xctxbv Javaolai. 11.18,218: Tgweaatv iv aan&tov wgae 
xvdoifioy. 



278 Griechische Etymologie. 

Eine, etymologisch nicht verstäncUiche, ungewöhnlichere Bildung, mit 
der sich das adjectivische holfxo-g ^wirklich, verwirklichf , ,bereit^ (1, Seite 
376) kaum unmittelbar wird vergleichen lassen. 
xaxd^Biv ,laut lachend 

Soph. AL 198 : arccQßijrog OQfiärai . . . afvavrtov naxaC/ovxiav yXciaaaig 
ßagvdi/yiyta. Ar.EkkL849: yigwv di x^Q^^ • • • xa^cf^wy /t*€** kiiqov 
veavlov. Anakr. 31, 29: IEqwq . . . dva 8* Sllerai xaxd^toK Xen. Gastm. 
1, 16: KgizoßovXog ök xal i^-eKoxctuey i/cl xip olxTiafiffi avrov. — Erst bei 
Späteren begegnet die Form xayxo^eiv (Athen. 10, 438, F; PolL 6, 199). 

Lat eaehinnihs ,laute8 Gelächter'; Gat. 31, 14: Hditej qvidqvid est domi 
cachinnorum. 

Ahd. huohj nhd. huoch ,Hohn, Spott'. 

Armen, chachankh ,ausgelassenes Lachen' (Bugge Beitr. 19). 

Altind. TcdkhiTcakkati oder auch hhihhiTchahWiaü ,er lachf (Gramm.). 
^ä^ifivq ,geröstete Gerste'; ihr ähnliche ,Blüthenkätzchen gewisser Pflanzen 
und Bäume'. 

Ar. Wölk. 1358: dQ%alov bW Mq>aa7C€ zb md'agl^iv ^öeiv te 7tlvov&^, 
woftegel indxgvg yvval%^ dkovaav. Wesp. 1306: Ivij^ot', kaxlQva^ TtenoQÖeij 
xaTeyila, waneq xaxQVüiv ovlöiov eviox'^l^^ov. — Theophr. Pflanz. 3, 5, 5 : 
aAilo Ter fihv TtBgl Tag InißXaarriaeig wotvbq etQtjTai noivd . . . idiov d' 
Ivloig VTtdgx^t xal %6 %fig xalovfiivrjg ndxQvog, olov %olg %e TCQoeiQtjfii- 
voug' ix€i yoQ xal Bkarrj xal nevxrj xal dgvg xal IVt (plkvga xal dioaßd" 
kavog xal TtLxvg. 

Dunkler Herkunft; doch darf man vermuthen, dass die Bildung auf alter 
Seduplication beruht 
x6y(Xa ,Goldblume' {Chrysanthemum coronärium). 

Diosk. 3, 146: ßovq>^akfiov , ol de xdx^av . . . xavlla ävlijai TQvg>€Qd, 
vnoiiBTcta' q)vXka dh fxaQa&Qoeidrj, avxh) fii^kiva. 

Dunkler Herkunft 
Ttaxkd^eiv ,rau8chen, plätschern'. 

Pind. Ol. 7, 2: q)idlav tag et tig atpvBiäg drco x^^Q^S ^^>' Bvdov dfi- 
TtiXov xaxkaCßiaav dgoaq). Aesch. Sieben 115: xvfia tcbqI Ttrokiv doxfw- 
Juoq>dv dyÖQwv xaxkd^ei nvoalg "Aqeog OQOfievov. 761 : xvfia . . . tcbqI 
TtQvfivav noXiiag xaxkd^eu Eur. Hipp. 1211: xvfia . . . avoidijadv %e xal 
Ttigi^ aq>Q6v nokvv xaxkaCov novrlq) q>vori(Aa%t x^Q^^ nQog axrdg. 

Offenbar durch alte Beduplication gebildet; es dürfen daher Wörter wie 
xdla^a ,Hagel' (IL 10, 6; 15, 170), altind. hräd- : hrd'datai ,er ertönt^ (Mbh.), 
hrädti/ni' ,Hagelwetter' (RV. 1, 32, 13) als unmittelbar zugehörig gelten. 
xd^XriX" {xdxkf}^ ,Uf erkies'. 

Thuk. 4, 26, 2 : äiaßwfjieyoi tov xdxkrixa ol fcXelaToi irvl rf^ d-ahxoaji 
tnivov olov eixbg vdwQ. Strabo 4, 1, 7 : eig TtXelovag fiegia^vai kl&ovgy 
xad-drcBQ %ovg Tcoxa^lovg xdxkrixag xal vag \pri<povg %dg alyiallxidag. 

Vergleicht sich seinem Suffix nach mit 0Q7tr{X' ,Zweig, Stengel' (l, Seite 
569) und anderen neben diesem bereits aufgeführten Formen. Zu Grunde 



Griechische Eiymologie. 279 

liegt offenbar eine alte Rednplicationsbildnng, so dass Wörter wie x^^^' ,Stein^ 
(Thuk. 1, 93, 5; Ar. Vögel 839), x^^O''S j^^n Strömen ausgeworfene Un- 
reinigkeit' (Aesch. Brachst 16) nnd weiterhin auch xigaöog- ,üferki6s' (II. 
21, 319) zusammenhängen können. 

xoxc6vi2 7^^ Stelle zwischen Scham und After^. 

Hipp. 3, 547: Hfittvov l'ax£ toTe iaxiov xal tfjv xo^cJyijy xal t6 afiq>l 
jov ßovßüiva, 2,792: 9yV al ^rjxQai elXiwai aq)iag ig ro fieaiijyv twv 
t§v(Ov . .. %ag xox^vag aXyiei. Ar. Bitter 424: el d* ovv Xdoi Tig avxdiv^ 
aTCox^ftTOfievog (nämlich diiaXi^g>ag ,Ne8selnO €lg rä xox(jiva Tovg S'eovg 
aTttifAvvv, 484: eineg dnerAQvxpw toxe eig %a xox^^va t6 xqiag. 

Altind. gaghdna-s ,Schamgegend, Hintertheil*; BV, 1, 28, 2: jdtra dvcLv- 
iva gaghdnä adhigavanid hrtä' ,wo wie zwei Oberschenkeltheile die Press- 
bretter gemacht sind'; BV. 5, 61, 3: gaghdnai cdudas aishäm ,im Hinter- 
theil ist ihr Treibstock'; BV. 6, 75, 13: d' ganghanti sähu aisham gaghd- 
ndn üpa gighnatai ,er schlägt ihren (d. i. ,der Bosse') Bücken, er schlägt 
ihre Hintertheile'. 

Eine nicht zu verkennende Beduplicationsbildung, deren einfache Orund- 
läge aber nicht deutlich ist Der Suffixform nach vergleichen sich Wörter 
wie xoQüivrj ,Krähe' (Od. 5, 66; 12, 418; Hes. Werke 747), xoqcjvtj ,Eriim- 
mung, Bing* (IL 4, 111; Od. 1, 441), xoXwvrj ,Hügel' (IL 2, 811; 11, 757j, 
Xelcirri ,Schildkröte' (Hom. hymn. Herm. 42^ 48; Hdt 1, 47; 48). 

xoxvöieiv ,stark strömen'. 

Pherekr. bei Athen. 6, 269, D : avToixcmoi yag dia twv tqioöcdv noTa- 
fiol XiTcagolg iniTtdoTOig ^wfiov (xiXavog xal ^AxiXXeloig ^a^aig xoxv- 
öovvreg imßXv^ and %wv nrjywv Tuiv %ov IlXovtov ^evaovrai, Theokr. 
2, 107: ix dk ^etwToa lögvig piev xoxvdeaxev Xaov vozlaiatv aigaagg. 

Beruht vermuthlich zunächst auf einem nominalen *x6xvdo'g ,starke 
Strömung' (?), dessen suffixales do sich mit dem von Sfiado-g ,Lärm, Ge- 
töse', ,lärmende Menge' (1, Seite 550) und xQOf^aio-g ,das Knirschen, Klat- 
schen' (? IL 23, 688) zunächst wird vergleichen lajBsen, weiter hin auch 
mit dem adverbiellen örjv in Bildungen wie ^vdijy ,strömend, reichliche 
ordnungslos' (Alexis bei Athen. 15, 686, B; Plat Phaedr. 264, B). Die ver- 
bale Grundlage der letztgenannten Bildung (x^-ro ,es ergoss sich' IL 23, 
385; 16, 414 « 580) wurde in xoxv-dieiv offenbar reduplicirt, dabei aber 
das V in der Beduplicationssilbe ebenso durch o ersetzt wie zum Beispiel 
in xoxxvy- ,Kuckuck' (Seite 235). 

xdxAax- {xoxXa^ ,Kiesel'. 

Diosk. 2, 75: iipri&kv öi Ttav yaXa aTeyvwrixöv ylvetai xoiXlag' xal 
fiaXiora t6 öiaTtvQOig xoxXa^iv i^vx^ao&iv . . . to dh rijg xotXlag fxed'^ 
iXxtaoetog ^ev^ara äxQig f]ftio€(ag rolg xoxXa^iv iiffrj&iv (jiq>eXBL 

Wird von xo^Äi^x- ,Uferkies* (Seite 278) nicht weit abliegen, möglicher 
Weise geradezu als dialektische Nebenform davon gelten dürfen. Oder es 
hängt vielleicht auch am Nächsten mit dem Folgenden zusammen. 



280 Griechische Etymologie. 

xöxXo-q ^Meerschnecke', deren gewundenes Gehäuse als Blasinstrument be- 
nutzt wurde. 

Eur. Iph. T. 303 : i^toTtU^ezOy xox^ovg te (pvaviv cvlXiywv %* iyx^Q^^^S- 
Arist Thierk. 4, 37 : ra d^ oatgcmodegf^a rtSv Kipoßy, olov o% %b xoxUai 
xal ol ytJO%ljoi xal Ttavra va xalovfieva oatQea, ^i dk tb %wv kxLvtav 
yivoQy %6 fzhv aagycdSöegj oaa oaQxag ^ei, ofxolcjg ^et tolg fiaXaxoOTQo- 
xoig, ivTog yaq %x^h ^o d ' oo%Qa%ov hcTog^ ivrog d' oid-kv oxItjqov, av%a 
dk ftQog avta öiaq>OQag %%bl TtolXag. Mosch. 1, 120: TglTwveg * . . xo- 
xXoiaiv ravaolg yafiiov fiikog rjTtvovreg. Paus. 3^ 21, 6: ^ nekoTcovvrjaog' 
TLOxXovg äk ig ßaq)riv ftoQq)VQag Tra^^erat. 

Gilt als nächstverwandt mit ycöyxo-g ^Muschel' (Aesch. Bruchst 34 ; Aristo- 
nym. bei Athen. 3, 87, A) b» altind. gankhä-s ^Muschel', als Blasinstrument 
ein Attribut Yishnus' (Mbh.; Bagh.); dann würde also Xo als Suffix sich 
ablösen, wie es in ftoxXo-g ,Hebebaum* Pfahl' (Od. 5, 261; 9, 332; 375), 
avXo-g ,Böhre, Flöte' (Seite 186), die allerdings abweichend betont sind, 
und sonst vielfach begegnet Anderenfalls würde man eine alte Bedupli- 
cation vermuthen dürfen und das k könnte der zu Grunde liegenden Verbal- 
form (*x-^) angehören. Ob möglicherweise auch xoxa^^o-v, eine Schnecken- 
art (Seite 233) verwandt ist? 

xflxoqj ein völlig dunkles Wort, nur in der Verbindung nol (,wohin'?) 

TL^xog] 

Pherekr. Bruchst 165: net. xijxog] — iyyvg, f^fiegiSv ye zervogtav. Ar. 
Bruchst 656 : nol Tcfjxog] — evdi ^meXlag. 
xti>XC^£ci? ,emporhalten'. 

Soph. Bruchst 304 : niarol /ab xwxevovav kv q>0Q^ äi^ag. Hesych er- 
klärt: TtwxevovoiV oxovai. fierewgiCovau 

Dunkler Herkunft Man hat Zusammenhang mit oxtaxij ,Halt, Stütze' 
(1, Seite 499) angenommen, der doch höchst unwahrscheinlich ist 
yuy(,'avHv (IL 17, 478 = 672; 19, 165; 22, 303) ,erreichen', mit Aoristformen 
wie xlx€v (11.24, 160), xlxov (IL 18, 153), TLlxrjaiv (Od. 12, 122), xixelv 
(Theog. 1300), scheint eine Verbalgrundform niX" zu ergeben. Dieselbe 
beruht aber ohne Zweifel nur auf Verkürzung eines alten durch Bedupli- 
cation gebildeten Präsensstammes xixrj', wie er zu entnehmen ist aus For- 
men wie xixi^rjv (IL 10, 376), xixrifi€if (Od. 16, 379), xi^ifw (H. 1, 26; 3, 
291; 6, 228), ycixelt] (IL 2, 188; 9, 416), xlx^vt- (IL 16, 342), xix^f^evai (II. 
15, 274), an die sich dann weiter auch futurische und aoristische wie xi- 
X^aofiai, (IL 2, 258; 10, 370), xixi^aetac (IL 18, 268), xixijaazo (IL 4, 385; 
6, 498) anschlössen. 

IL 1,26: (Ä'q ae, yigov, xoflktjaiv iyd Tcaga vrjval xix:i^ü). IL 3, 383: 
Trjv di xlxctvev nvgytf kq)^ vxfJtjXtp. IL 10, 370: rjßi ftiv*, r^-Fi oe dögfi 
xix'f^ao^ai. IL 19, 165: xixavei ölxpa %€ xal Xifiog. IL 21, 128: etg o xb 
FaOTv xix^oiiBv 'iXlov Igijg. Od. 9^ 266 : ^f^Blg ö* avzB xixavöfiBvoi ra aa 
yovFa Xx6\iBd'U. IL 22, 303: vvv avTi fiB fiolga xixctveu 

Goth. ga-geigan (Mk. 8, 36; Luk. 9, 25; Kor. 1, 9, 19; 20; 22) oder auch 



Griechische Etymologie. 281 

ga-geiggan (Kor. 1, 9, 20; 21) ^gewinnen'; Mk. 8, 36: iaftai gageigaith thana 
fairhva allana. 

Als einfache Yerbalgrandform ergiebt sich ein altes XV'7 ^ offenbar 
übereinstimmt mit altind. hä ^nf springen, losspringen auf: gi-hi-tai ,er 
springt auf, gi-hä-na- ^aufspringend' (RV. 3, 38, 1 : dijas nd vägt sudhiras 
gihänas ,wie ein kräftiges wohlgeschirrtes Boss aufspringend'; änu-hä- 
,nacbeilen, erhaschen', Qat Br. ; abhi-hd- ,erwischen', Ait Br.). — Der Prä- 
sensbildung nach stimmt xiX'Qveiv, von der Beduplication abgesehen, genau 
überein mit Ixaveiv ,erreichen, wohin gelangen, kommen' (Seite 21), wäh- 
rend die nachhomerische Sprache statt dessen ein xiyxaveiv (Aesch. Ch. 
620; Soph. Oed. Eol. 1450; Eur. Hei. 597; Hipp. 1444) aufweist, das sich 
seinerseits mit Formen vergleicht, wie &iyyciv€iv ,berühren' (Aesch. Sieben 
44 ; 258 ; Ag. 432), Tvyxoveiv ,erlangen' (Theogn. 253 ; Aesch. Sieben 561 ; 
Schutzfl. 384), XiiÄTtovBiv >8sen' (Thuk. 8, 17; Eur. Elek. 909; Med. 800) 
und anderen ähnlichen. 

^ilöffri jCichorie, Wegwarte' {Cichorium intybus). 

Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : Xaxava (aIv drj xal ra Totavrai xakelToc ycix^Qt], 
aTtaTttj, xovdQvkXa. — Daneben etwas häufiger die Form ycixogio-v (Theophr. 
Pfl. 1,10, 7; 7, 8, 3; 7, 9, 2). 

Dunkler Herkunft Auch die Suffixform ist ungewöhnlich; etwa lol" 
doQo-g ,schmähend' (Eur. Eykl. 534) in Bezug auf dieselbe zu vergleichen. 

xlxifiilii 4ch leihe' (Dem. 53, 12) siehe weiterhin unter XQV »leihen, leih- 
weise geben'. 

xixXi2 ,Drossel'. 

Od. 22, 468: wg d* St' av rj %LxhxL tawolmeQOc ^/i nikuat %^et 
hinXri^vjOL. Ar. Vögel 1080: yvöüv %ag xixXag delnwai xal Xvfialverai. 
Friede 1011: vi dijx*, InBidav rag ycixXag OTtrwfiivag lörjTe] AnsL ThierlL, 
6, 3 : al de xlxXac yeorxiav fikv noiovvrai, wanEQ al x^Xidoveg h, tctjIov 
ItcI Toig vtfnjXoig tiSv öivÖQwv. 9,96: xixXwv d^ eidr} %gla, 17 fihv i§o- 
ßoQog (,MiBtddrossel') . . . higa %Qix^g (,Singdros8el') . . . aXXri S* ^v xa- 
XoioL Tiveg iXiada (vielleicht ,Bothdrossel'). 

Dunklen Ursprungs. Wohl eher durch alte Beduplication gebildet, als 
durch suffixales Xt}, wie es zum Beispiel in o/äIxXtj ,Nebel' (1, Seite 555) 
und in aiyXrj ,61anz' (Seite 86) enthalten ist 

xixXri, Name eines Seefisches. 

Pankrat (bei Athen. 7, 305, O : olg fjörj xixXrjv oivddea, rrjv xaXafi'qeg 
aavQOv xixXrjOxovai xal aioXlrjv, 6Qq)laxov, mioTorov xegfaXfj» Arist 
Thierk.2, 56: ol dh rhraga ftkv dlaroixa dh nXiiv %ov kaxdrov, olov 
xlxXfj xal Tti^rj xal yXdvig xal xvTtQlvog. 8, 174: fieraßaXXovat di xal 
ovg xaXovai xo%xvq>ovg xal xlxXag xal fi xaglg %b x^wiua (XBxa rag utgag, 
&aneQ Svia vuiv oQvitav, 

Möglicher Weise von dem Vorausgehenden etymologisch gar nicht ver- 
schieden, so dass etwa der Fisch nach irgend einer Aehnlichkeit mit der 
Drossel benannt wäre. 



282 Griechische Etymologie. 

xix^l^^iv ^kichem^ 

Alkiphr. 1, 33, 3: to f^iv yag ngdSfoy TLixi^l^ovaa fiez^ hielvriQ xal ^üi- 
y.U)fdivrj r^v dva^iivBiav ivedeixwroy elra q>av€Q(jjg noiri(jia%a jjdev, 
Makedon. (in Anth. 5, 245, 1): xixkl^eig, xQefxi%iAj(ia ydfiov ftgoxilev- 
^ov lelaa. 

Darf wohl für eine tonnachahmende Reduplicationsbildong gelten, mit der 
vielleicht auch xix^ ,DrosseP (siehe Seite 281) unmittelbar zusammenhängt 
x'öy^QaiiO'q, Name eines Vogels, wahrscheinlich ,Wachtelkonig^. 

Arist Thierk. 8, 83 : otav d' ivtev&ev dfralQuaiv (nämlich ol oQvvyeg), 
ri TB yXwTvlg ovvaTtalqet %al f) OQtvyonriTqa xa2 6 titog xal 6 xvxQafxo^, 
oOTtBQ avTOvg xal avcmaleitai vvnTOiQ* aal 8t av tovtov Trjv qxjjvr^v 
ccKovaiaaiv ol S'rjgevovreg , taaaty otl oiu %axafiivovaiv. PUnios, 10,66: 
aheuntqve , . . et eychramus ; 68 : cyehramus perseverantior fesUnat 

Dunkler Herkunft. 
xa^X^ 7<^ Prahlend 

Nur Pind. Nem. 9,7: -S'eCTreala d * litimv xavxccig aoidä 7tQ6aq)OQog. 

— Dazu: navxoeaS'ai ,prahlen'; Pind. OL 9, 38 : t6 navxao^'at rcaga 
YMigov fjtavLaiaiv VTtoxQixei. Hdt 7, 39: eieQyealjjOL ßaaikia ov xav" 
ytioeat vrcBQßaXia&ai, 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht ermittelt 
Ttctipihiv (oder xaq>a€iv'i) ,ermatten, ohnmächtig werden' oder ähnlich; be- 
gegnet nur ein paar Mal in der Participform des activen Perfecta: x«- 
xaq>rj6T- ,ohnmächtig^ 

II. 5, 698: tov ö* iktitev tpvxi]y xaTa d* ocfd-aXfAiLv xixvr^ ux^vg* avTig 
d' dpLfCvvv&ri, negl ök nvoiri ßogiao ^tiygei iTtiTtvelovaa xaiuSg x€- 
xag>ri6Ta dvfjiov. Od. 5, 468: fiij ix afivdig OTißr] tb xaxi; xal d^kvg 
iFigori l| okiyrircBklr^g daf^dotj KBKaq)7}6Ta dvfiov. Nik. al. 444: oivddi 
xoi ykvxoBVTi 7tOT(^ xBxaqyqoTa nipLTtXdg Tiv-d^aliip, Opp. Fischl 3, 113: 
Tavvo&Blg xBlTai kuiTgiipag ^avoTcp xexa(pt]6Ta yvla. 

Unmittelbar Zugehöriges ist noch nicht gefunden, abgesehen vielleicht 
von der Perfectform xfxijqpc ,er ist todt* (Hesych : x^xryqp«' T^^yijxcy). Das 
von mehreren dazu gestellte xanvBiy ,aushauchen, (Seite 244) steht fem. 

— Bezüglich der Peifectparticip-Bildung x€iiag>7]6T' bieten sich zum Ver- 
gleich: xBxoTTioT- ,erbitterf (11.21,456; Od. 9, 501; 19, 71; 22, 477), x€- 
xogrioT" jgesättigt^ (Od. 18, 372), TBritjov- ,bekümmert' (II. 9, 13; 30 — 695; 
11, 555 = 17, 664; 24, 283), ßBßagrjOT :,beschwerf (Od. 3, 139; 19, 122), 
y.BxaQtjoT' ,erfreut' (IL 7, 312). 

xatpibifri ,Fuchsinn', Nebenform zu axaqxogr] (siehe später), findet sich bei 
Suidas in der Anführung: xaq>tiQtjg' to Tijg yMqxogqg filarjooy doksgoy 
y.ai xBQÖi^ov' Xiyovai ök Tfjv ahanexa. 

y.6<paXT^ ,Kopf'. 

IL 2, 219: V7CBQ&BV q)0^dg lev xBq>aki^v. IL 3, 227: (AtFag) Hoxog 
Idgyetwv xBtpaXrjv tjö^ BvgiFag äfiovg. IL 14, 372: xBq)aXag dk Tcaval- 
^aiv xogv^eaaiv xgvipavTBg. IL 11,55: ^fiBklsv noXkdg lq>9'lfjiovg xb- 



Griechische Etymologie. 283 

q^aXag^AFiÖL TtgolaxfßBiv. — Dazu: y(,iq)aXo-Qy ein Meeifisch mit grossem 
Kopfe, ,MeerSsche'; Athen. 7, 307, B: Evdvöri^og d' 6 'A&rivalog h T(p 
fV€Ql %aQl%iav eidfj xeoTQiiov elvai (nämlich q>rial) (}Liyfai^v ymI) aqnj- 
via TLal dcmrvXia. %al %eq>aXovg fikv kdyea&ai dia t6 ßaQvriqav vfiv 

Goth. giblan- jGiebel'; nur Luk. 4, 9: gasatida ina ana giblin (eftl %6 
Tiregvyiov) älhs. — Nhd* GHebeL 

Das Suffix wie in apcalrj ,Ann' (1, Seite 201), doch mit anderer Be- 
tonung. Die zu Grunde liegende Verbalform i^ghabh-7) ist nicht ver- 
ständlich. 
ii6y>ivO'q ,Eorb^ 

Ar. Vogel 1310: dg Taxiara av piky Idv vag ctQqLxovg aal tovg X09)/- 
vovg aftavrag ifZTtlrclrj meQfSv, Xen. mem. 3, 8, 6 : ag* oiv, ^q>rjj xal 
%6q>ivog yt07tgo(p6Qog xalov iariv; 

Die Suffixform ist in substantivischen Bildungen ungewöhnlich; kaum 
wird man xoaxivo-v ,Sieb' (Ar, Wolken 373; Plat Staat 2, 363, D) un- 
mittelbar vergleichen dürfen. Die Verbalgrundform ist noch nicht weiter 
nachgewiesen. 
Ttriqyiqv'' ,Drohne^ (stachellose männliche Biene). 

Hes. Werke 304: Sg xev aßegyog ^oij], XTjq>i^v€aai no^ovgoig etxekog 
ogytjv, 0% T£ f^eliaadwv yLofxaxov %gvxovaiv dfegyol ^a&ovreg, theog. 
595: (og d* otzot* h aifißloiai xartjgeqfieaai jnikiaoai xr]q>rjvag ßoaxcjoi, 
TLccMav ^vriovag ^gywv . . • o2 d' %vxoa^e (livovxeg i7tr]g€q>iag xard aipL- 
ßXovg aXXotgtov ndfÄCtzov ag>eTigi]v ig yaaxig^ af^tüvrai. Ar. Wespen 
1114: xrjff^veg tjfiiv elalv iyxad-i^fiBvoi, ovtl ixorseg nivrgov. 

Eines Suffixes rjv geschah schon unter iaai^v- ,König*; , Vorsteher der 

Opferschmäuse in Ephesos' (1, Seite 395) Erwähnung. Die zu Grunde 

liegende Verbalform ist möglicher Weise dieselbe wie im folgenden Wort 

xcoyd-^ ,stumpf (,nicht schaif ) ; öfter in übertragener Bedeutung gebraucht, 

so für ,stumm'; ,taub'; ^uii^iii^- 

n. 1 1, 390 : y.viiq)ov ydg ßikog oydgog avaXxidog ovridavolo. Anakr. 40, 
12: g)iXoXoid6goio yXtiuTTrig q>€vy(a ßiXefiva xwq)d. — IL 14, 16: wg ö' 
ore nogqwgt] niXayog fiiya xvfioti xwqxp (,nicht brausend'?). IL 24, 54 : 
xoHpTjv (,unempfindlich'?) ydg dij yalav aßsixl^ei. fievealvuv, — r Hdt 1, 34: 
dvo Ttaldegj twv ovregog ixkv diiq>d'agto, rjv ydg äfj xa}q)6g (von dem 
selben heisst es 1, 85: vd fikv SXXa InutKLrg dqxovog di und 1, 38: tiv 
ydg dfj eregov di€q>&agfiivov vrjv axoi^v. Er war also ,taubstummO. 
Orakelspruch bei Hdt 1, 47: aal xwq>ov avvlrjfjii, xai ov gxovevrrog dxoiw- 
Soph. Bruchst 609: Xrjd'rjv re ttjv ndvx^ aTteaTegrjfjiivrjv xwfijv avavdov. 
837: ol xctKcig Ttgdaaovreg ov x(oq>ol (xovov^ dXX* ovd' ogtSyreg elaogwai 
%dfig>av^. Soph. Kön. Oed. 290: xal fifjv vd y aXXa x(aq>d (, verschollen'?) 
xai TtaXaC hcrj. — Hom. hymn. Herm. 92 : xal tb Fidutv f^ij idwv dvat 
xal x(oq>6g dxoiaag. Aesch. Sieben 202 : ijxovaag ij ovx ijxovaag, ij x(aq>f 
Xiy(o; Choeph. 882: xa}q>olg dvv(Z xal xad^evdovaiv fjtdtrjv axgavra ßd^w. 



284 Griechische Etjrmologie. 

— Find. Pyth. 9, 87: x(og)dg dviJQ xig^ og^Hgaxkel atofia fi^ naQctßaiJiei. 
Soph.Aia8 911: iyat d' 6 ftavra xü}q>6g, 6 Tcayr* aiÖQigy xccttifiiXfjaa. 
Ar. Ach. 681 : ovdhv Xvrag, alXa x(aq>ovg xal naQe^vXrjfiivovg, 

unmittelbar Zugehöriges scheint sich nicht zn finden. Der öfter an- 
genommene Znsammenhang mit goth. hamfa- ,yerkrappelf (nur Mk. 9, 43 
für xvklo'g) ist durchaus unwahrscheinlich. Denkbar wäre aber sehr 
wohl ein Zusammenhang mit lat hebet- ,stnmpf (Plant MiL 53 : nt h^es 
machaera foret] Ov. ars am. 3, 589: ponite jam gladiös hebetes, pugnStur 
acütts). Dabei würden sich bezüglich des ConsonantenverhSltnisses ftel^ 
-eod'at, ,sich überreden lassen, folgen, gehorchen': lat ßdere ,yertrauen^ 
(siehe später) unmittelbar vergleichen lassen. 
niofpiä'q, eine Schlangenart 

Ael. n. a. 8, 13: t6v tvtpXtana di, ov xai tvq)Jilyr]v xaXovai xai x(aq>lav 
TtQoaixt . • . xai ^aregov fihv %oiv ovo/iaToiv Ivtev&ev eiXrjqfe, tov ye imt^v 
xwq>lttv^ inet vw^g laxt xriv axoriv, 

Gehort zum Vorausgehenden. Das Suffix wie zum Beispiel in TuoxUa-g 
^Schnecke' (Arist ThierL 4, 1; 15; 37), axav^iä-g ,Domhai' (Arist Thierk. 
6, 56 ; 60) und sonst oft 
xiipo^ ,Eranz'; ein mykenisches Wort 

Paus.3, 26, 9: i7tixei%ai di ol r^ xBq>aXy azirpavog^ ov ol Meaai^ioi 
xiq>og xaXovat rij kitixtoQlfp q)(ovfj. 

Dunkler Herkunft 
7tv<p^ ixvmeiv (aus *xvg>j€iv) ,sich bücken,, sich biegend Verbalformen 
zeigen das g> nur noch im Perfect, wie xexvq)6%a (Hdt 4, 183), avofxexv- 
<pafi€v (Eur. Kykl. 212), dito-xexvipafxeg (Ar. Lys. 1003), dva-xexvq>wg (Xen. 
Bdtk. 7, 10). 

IL 17, 621: xai %a ye (nämlich ^vla) McQiovijg ikaßev xbIq^ooi q>llf)- 
aiv xvtpag hc neöloio. IL 21, 69: Xaße yovßwv xvtpag. Od. 11, 584: 
oaadxi yaQ xvtpet' 6 yigtov jciieiv fievealvwv. Ar. Bitter 1354: ovtog, %L 
xvnveig (,lässest den Kopf hängenO? Hdt 4, 1S3: ßceg . . .ra xigea Hxovai 
x€xvq>6ta ig to ifiitgoa^e, — Dazu: xvq>6-g ,gebückt'; Od. 2, 16: ^^cug 
AiyinTiog ... og d^ yrjgal xvq>dg Hev. Ar. Plut 266: ^oiy afpJxtai devgo 
7tQBaßv%riv Tiva . . . ^vmZvra, xvq>6vy a&Xiov. — 

Altslav. su-günqti (aus *-guhV') und sü-gyhati ,zusammenbieg^ falten^; 
gübezi ,Biegung^, gybüJcü ,bieg8am^ 

Lett gtilht (auch gib-f) ,sich bücken, zusammenfalten, sich senken^ 
(Fick 1*, 414). 
xi}g)eXXo'V ,WoIken'; ,Ohr^. 

Kall. Bruchst 300: itfii^yr] di xvg>eXXa. Lykophr. 1426: xvg>€XXa d' 
idv %r]X6d'€v ^oi^ovfuvuv vnig xaga axriaovai, — Lyk. 1402: dg ür^ not* 
dfiqxjidovTog i^ Sxqwv Xoßwv q>^iqaag xiq>BXXaj xaXXvvei nagunldag. 

Die Suffixform wie in xvTceXXo-v , Becher^ (Seite 251). Für die zu 
Grunde liegende Verbalform möchte man die Bedeutung ,bedecken, um- 
hüllen' yermuthen, so könnte sich etwa xvqxav" ,Frauenkleid' (Photios: 



Griechische Etymologie. 285 

xvqxaveg, Ifiaria yvvaixela, rj xvtüvog eldog. ovTwg IloaelSmftog) an- 
schliessen und yieUeicht ahd. Mha, nhd. Haube. Schwieriger aber kömmt 
man so zur Bedeutung ,Ohr^. Ob man dabei etwa an Zusammenhang 
mit xvf^ßo-g ^Gefäss^ Becken' (Nik. ther. 526) denken dürfte? 
xoi^^O'q gleicht sich bewegend, leicht'; ^mühelos, gering'; ^leichtsinnig'. 

IL 13, 158: xovg)a noalv TtQoßißag. Find. Nem. 8, 19: %a%aixai dt} Ttoaai 
KOvq>oig. Find. Fyth. 9, 11: ldq>QodlTa . . . o^^cciy i(parcxo(iiva %€ql xovqxje. 
Aesch. Fers. 305: ^3ir}yfj doQog ftrjdrjfia xovq>ov h, vewg aq>i^XaTO, Hom. 
hymn. Herm. 83: evkaßewg vtco noaalv kdi^aaro aavdaXa xovq>a. — Soph. 
Aias 558: iiovq>oig nveifiaaiv ßoaxov. Aias 126: oqw yag riiiäg ovdkv 
onag aXlo Ttkriv eid(oX\ ooomBQ ^(aftevy rj %ovq>7}v axlav. Eur. Alk. 463 : 
}covq>a coL x^ciy i/cav(ad'e niaoij yvvau — Find. Ol. 13, 83: TiXkei d'BvSv 
dvvafiig nal %av noQ^ oqtlov xal naga kknlda xovq>av xtlotv, Isthm. 
1, 45: 7iovg>a doaig dvögl aoqxp dvrl fi6x^o)v TcavrodaTtcSv ^rtog elrcovt^ 
dya&ov ^vvov OQ^dHaat xalov, Aesch. Sieben 260: altovfiivip ftoi %ov(pov 
il dolrjg viXog. — Od. 8, 201 : xai x6%b xovq>6T€Qov fxeTeqxoves Oaii^xeaaiv, 
Find. OL 61 : noviporegai yccQ aneiqatiav q)Qiveg. Soph. Oed. EoL 1230 : 
evT* av %o viov Ttagjj %ovq>ag aq>Qocrvvag (pigov. 

Als Grundbedeutung wird man ,hüpfend' annehmen dürfen und wahr- 
scheinlich besteht auch mit unserm hwpfen, mhd. hüpfen, hupfen ein 
naher Zusammenhang. 
xad'aQö'q ,rein', oft auch in geistiger Beziehung. 

Od. 4, 750: Tca^agä xQot ßelfiaz" ikovaa. IL 8, 491 = 10, 199: Tgwwv 
nvT ayoQ^v notFiiaano q>aLöi(iog TBxtw^ . . . Iv xa&aQiß (,auf einem 
freien Flatze'), od-c d^ vexvwv duq)alveto xvÜQog^ Find. Bruchst 142, 3: 
d'Bif de dvvcndv . . . yL€kaiveg>it dk axoret Y.aXv\pai xad'aqov afiigag ailag. 
Fyth. 3, 15: figoiaa oniQfia d'eov xa&aQov. Hdt. 2, 38: zriv yhiaaav 
i^eiQvaag, el nad'aQ^ rwv TtQOneifiivwv arjfitjlwv, tcc kyat iv akltp loyip 
igiüi. — Od. 22, 462: /ui) fiiv drj 7ia&aQ(p (,nicht schimpflich') d^avarq) 
dno dvfwv kXoifjLriv namv. Find. OL 1, 26: ineL viv xa&aqov Xißrjrog 
e^eXe KXoi&w. Aesch. SchutzfL 655 : xa&aQolai ßw/iolg d'covg aqiaovxai. 
Eunu 474: Ixitrjg TtQooijX^eg xad-agdg aßXaßi]g äofioig. — Dazu: xa&al- 
QBLV ,reinigen'; Od. 22, 439: ä'Qovovg neQixaXXiag i^dh rgoTti^ag vöoxl 
xal anoyyoiai fCoXvTQi^TOiai xa&alqeiv. IL 14, 171 : cfißgoaltj fihv /r^cJ- 
%ov and XQ^^S l^eQoßevvog XvfÄota navta xddriQev, Hdt 1, 44: Sri fiiv 
aTthxeive %ov av%bg (povov kxax^tjQe. 

Altind. gudh' : QundhaM ,er reinigf ; RV. 10, 85, 35: sürjä'jas. pagja rü- 
päni täni brahmä' tu gundhati , siehe die Schönheit der Sürjä, die 
reinigt der Friester'; guMhd- (aus *Qudh'td-) ,gereinigt, rein'; RV. 6, 28, 7: 
guddMs apds . . . pibantis ,reine Wasser trinkend'. 

Altostpers. gudhu-s ,Reinigung des Getraides'. 

Das altindische innere u scheint sich ebenso wie das ihm gegenüber- 
stehende a aus einem alten Nasal entwickelt zu haben. Viel weniger wahr- 
scheinlich ist, dass xa^ aus altem ^x/a^- und altind. gudh' aus einem 



286 Griechische Etymologie. 

alten ^gvadh- sollte hervorgegangen sein. — Vergleichbare Bildnngen auf 
oQo wurden schon unter Ikago-g ,heiter, fröhlich* (Seite 66) genannt 
Ttö&oQvo'q ,hoher Jagdstiefel': ,erh8hender Bühnenschuh*; ^wetterwendischer 
Mensch*. 

Hdt 1, 155: xü^eve 6i aq>€ag xi&wvag t€ vnoövvetv rolai eX^aai xoc: 
xo&oQvovg VTtodiea&ai, 6, 125: xod'oqvovg tovg eS^iaxe ev(fvTarovg lov- 
zag VTtoörjaafzevog . . . naqiaa^t. JtaQa Tag xvijfiag vov x^aov ooov ifjüa- 
geov Ol xo^OQvoi . . . bXxwv ftiv fwyig tovg xod-oQvovg. Ar. Lys. 657 : 
%(fidB Tdtfnjxrip TtttTaSta yd xod'OQVifi Tfjv yvad'ov. EkkL 346 : ig rw xo- 
d^oQvui TW nod' h^elg lefiai. — Pollux 4, 115 führt auf: xai ra vTtodj^- 
fioTa xo^ogvoi fih Ta TQctyixc xal Ifißaöeg. — Xen. Hell. 2, 3, 30: imel d' 
^ad-ero avTtrcakov ti ttj dXiyoQxUf ovviOTafÄevov, nguhog av riyepiwv Ttp 
8rifA(f in* hcelvovg iyivero' od'ev di^Tcov xal xo&oQvog inixakelTai' xal 
ycLQ 6 xo&OQvog agfiotTeiv (ikv Toig rtoah diiq>oTiQoig doxel, dnoßkinet 
ö an afiq)OTiQiav. 

Dunkler Herkunft Die Suffixform vergleicht sich mit der in xvßeg- 
vaeiv ^steuern* (Seite 268) entgegentretenden und neben diesem noch weiter 
genannten Bildungen. 
ii69'ovifO'q , wohl stumpf schwänzig* oder ähnlich; Beiwort der Drohnen. 

Nur Hes. Werke 304: og xev aßeqyog ^tifiy xrjipijveaai xox^ovgotg «&c€- 
Aoc; ogyi^v. 

Enthält offenbar den selben Sohlusstheil wie zum Beispiel xol-ovgo'g 
^dessen Schwanz {oigr} Seite 212) verstümmelt {x6ko-g IL 16 , 117) ist* 
(Plut Tit 21); der erste Theil aber kann nur nach Vermuthung bestimmt 
werden, war vielleicht ein adjectivisches *7Lo^o-g ^beschädigt*, das sich 
etwa an xo&w ,Schaden* (Hesych: xo^cJ* ßldßrj) eng anschloss. 
xri'd'M' (xtjd'lg) ,Becher, becherähnliches Gefäss*. 

Pollux 7, 203 führt auf: xvßela . . . TYjUa, x^ifiol, q>ifiolf xi/^/g, xoa- 
xivov. — Dazu die Verkleinerungsformen xrjd'io-v (Hermipp. Korn. 
Bruchst27: xal ngog xvßovg ^gttjx* Sx^^ ^^ xfi&iov) und xri^dgiov 
( Ar. Wesp. 674 : dg ^a&t]VTai tov (ikv avQg>axa tov aXXov ht xtj^aQlov 
XayaqvUfAevov xal TQayaXl^ovra t6 firjdiv). 

Dunklen Ursprungs. 
xd>^o-$^ Name eines Fisches, wahrscheinlich ,Meergrundel*; hiess sikelisch 
auch xio&wv- (Nikandr. und ApoUodor. bei Athen. 7, 309, C und D). 

Numen. (bei Athen. 7, 309, 0): ^ axagov tj xuid'ov TQoq>lrjv xal dvai- 
dia klrjv. 

Dunklen Ursprungs, 
xco^cov- ^^konisches irdenes Trinkgefäss mit gewundenem Halse*; dann 
auch ,Trinkgelage*. 

Eritias (bei Athen. 11, 483, B): xw&wv uiaxwvtxog, hifttafia kTtvrtjdMTa' 
TOV eig GTQaTeiav xal evqfogwTOXov kv yvXufi. oi dk &exa aTgoxioni' 
xoy, noXXaxig avdyxr^ vdwg nlveiv ov xa^agov, tvqwtov fikv ovv %d (iri 
klav xaTadrjkov elvai to nofia. eha afißatvag 6 xxod'wv ^oiv vnoXelnu 



Griechische Etymologie. 287 

to ov %ad-aQ6v iv avztp. Henioch. (bei Athen. 11, 483, E): nieiv nuiv 
Jig iyx^lvio Xaßtov nvQiyev^ xvxkozeQrj ßgoxioitov Ttaxvaro^ov xw&wva 
Ttäida q>a(ivyog. Theopomp. (a. a. 0.) : iyd yoQ [av] xw&wvog h, argexpav' 
Xevog nloifii %ov rQoxrjkov avmenlaainivrj.—lAaßiion (bei Athen. 13, 583, B): 
avTfj d' otpB r^g äi(ag no%h eia^kd-ev irtl xcJ^coya rcgog tov ßaciXia 
ntoXefialop. 

Etymologisch dunkel und so bleibt auch unklar, wie weit etwa ein 
Zusammenhang mit dem Vorausgehenden besteht — Das Suffix wie in 
afißoiV' ,buckelartige Erhöhung, Band' (1, Seite 241). 
xid'UQo-q, Name eines Fisches. 

Arist Thierk. 2, 86 : Hdiov di. rwv ix^iov iaxl xal ruiv ogvld-wv %wv 
TtXeltnwv %d ix^iv anoqwadag (,MagenmundanhängseP) ... ol d^ ix^^g 
ttvui&sv Ttegl t^v xoiXlav, xal ivioi nokkag, olov xiaßiog . . . axoQftlogy 
xl&aQog, tglykT}. Arist (bei Athen. 7, 305, F) : 6 xl&oQog . . . xa^agodovg, 
lAOvriqrig, (pvxoq>ayog, xry yhZxTav dnolelvfiivog , xagdlav kevx^v ^wv 
xal Ttkatelav, 

Das Suffix wie in xidago-g^ eine Art kleiner Schiffe (Seite 277). Ob 
mit xl&aQi-g yZither' (siehe etwas weiterhin) zusammenhängend? 
xi9'a(fO''q ,Brustkasten^ 

Hippokr. 2, 106: 17 dk xolXri g)Xiip . . . (pigevai d' vtioxotü) %oi anXri- 
vbg ig r^v Xaftagtjv rrjv dgiateg^v . . . xal t^v dTtoreXevtriaiv iax^i ig 
%6v xld'OQov. % 123 : to dh fcvov avvtatafievov iv t(^ rtX&ifiovi xal iv 
tip xi^oLQip iXxol xal aijftei. 

Möglicher Weise von dem Vorausgehendem im Grunde gar nicht ver- 
schieden. Ein etwaiger Zusammenhang mit xl&agi-g ,Zither' (siehe so- 
gleich) könnte sich aus einem Vergleich der Bippenreihe mit den Zither- 
saiten erklären. 
xi^a^c-$ ,Zith6r^. 

IL 3, 54: oix av toi xQ^l^hTi Xii9a^i^ ra tb öwq* idtpQodlTrig. Od. 1^ 
153: xfiQV^ d' iv x^Q^^f'^ xl^agiv neQixaXXia dijxev 0rjfil(p. IL 13, 731: 
aXX(p iihv ycQ ^dunu ^edg TtroXeftfjia figya, aXXip d' ogx^^^^> iTigt^ 
xi&aQiv xal dfoidi^v. — Daneben in gleicher Bedeutung xi^a^ä. Eur» 
Ion 882: w Tag kTtTatp&oyyov iiiXnuiv xid-agag ivonav, Kykl. 444: tig 
^Aaiadog ovx av ijdiov \f)6q>ov xid-aqag xXvoifiev rj KvxXmft oXtaXoTa. 

Dunklen Ursprungs. Das Suffix von xid^dgä wie in afiagr] ,6raben,. 
Wasserleitung^ (1, Seite 221); ungewöhnlicher ist die Suffixform von xl- 
^agt-g, beide aber sind im Grunde nichts anderes als weibliche Formen 
zu dem in xl&ago-g, Name eines Fisches (Seite 287) entgegentretenden 
suffixalen ago. 
xeV»-ti>i>- (Hdt 1,8; 155; 2,81; 5, 87; 106; 6, 125; 7,61; 91 ; 139; 8,99; 9, 22), 

dialektische Nebenform zu ;(eT€iiy ,Unterkleid^ (siehe später). 
xBt»BV ,von dort' (11 15, 234; 21, 42; 62; Od. 1, 285; 13, 276) und xel^c 
jdort* (IL 3, 402; 12, 358; 22, 390; Find. Nem. 9, 11) wurden schon unter 
x€i ydoTtf (Seite 225) aufgefOhrt 



288 Griechische Etymologie. 

XV*- : xBv&eiv (IL 1, 363 — 16, 19; 9, 313; Od. 24, 474) ,verbergen*, ver- 
einzelt auch ycevd'aveiv (IL 3, 453: ixevd'avov)j mit dem Perfect xixev&e 
(IL 22, 118; Od, 3, 18; Simonid. Brachst 95, 1 ; 111, 2; Aesch. Oh. 687; Soph. 
EL 1120) und selteneren Aoristfonn, wie xvd^e (Oi 3, 16) und xexv^cjai 
(Od. 6, 303); bedeutet in der nachhomerischen Sprache auch ,Yerborgen 
sein'. 

n. 22, 118: oTtoöaaaea&aij oaa %b mokcg rjde xiycev&ev (,yerborgen hat^ 
B» ,in sich schliesstO. IL 23, 244: elg o xev avTog iytoy "AFidi xev^oifiai. 
Od. 3, 16: oq)Qa Ttvdifiac naxQog, onov xv&e yaia. Od* 19, 212: 86X(fi d' 
8ye ÖMQva xeHd-ev. H. 1, 363 »» 16, 19: i^avda, fifj xevS'e v6(f. Od* 3^ 
187: dccrjaeai, ovdi ae xevaio. Aesöh. Sieben 588 : iytoye fiiv ö^ zi^vde 
Ttiavw x^ova, f^avrig xenev&wg TtoXefiLag vnb x&ovog. Soph. Kön. Oed. 
968: dk &av(ov xev&ei Tcdrio dij y^g. Oed. EoL 1523: %ovtov dk 
cpQoC^e fxri tzot' av&QWTtwv vivlj firj&* ov xhcev&e f^i^r' h olg xeltai 
tOTtoig, 

Sicher Zugehöriges in den verwandten Sprachen ist noch nicht festge- 
stellt Ist etwa ein ursprüngliches "^ghudh anzunehmen oder auch *hudh? 
In letzterem Falle würde wohl kom. huthe ,yerbergen', neukambr. eud- 
diaw (Zeuss-Ebel 142), als verwandt gelten dürfen. 
xaaä-q ,kostbare Pferdedecke^ 

Xen. Eyr. 8, 3, 6: xaaäg dk Tovade rovg lq)i7tnlovg xolg %äv In/titav 
riyBfioai dog. 7: vvv yovv (pigta vdde ovo xaaoj tov fikv aol^ %dv 6k 
akk(p. 8: ix tovtov d^ 6 fikv kafißavwv tov xacav tov fikv q>d'6vov 
iTteXikrjOTO. 

Wohl nicht griechischen Ursprungs. 
-xaOaXßdö' (xaaakßag) ,Hure^ 

Ar. Ekkl. 1106: eay ti rcokla Ttoklaxig nad-vn vno raivöe ralv xaaal- 
ßadoiv devg' elaTtXicav. — Dazu: xaaaXßd^eiv, wohl ,sich wie eine 
Hure gegen Jemanden benehmen' ; Ar. Ritter 355 : iTcirtiwv qxqotov otvov 
Xoa xaaaXßaacj tovg kv IlvXio arQarrjyovg, 

Etymologisch nicht verständlich, hängt aber wohl mit xdaaa ,Hure^ 
(siehe weiterhin) und xaaavgio-v ,Hurenhaus', (siehe weiterhin) zu- 
sammen. 
xaOiOQiö- (xaawQlg) ,Hure' (Lykophr. 1385), siehe unter xaaavQio-v. 
xdöi'q jBruder*, ,Schwester*. 

Nur bei nachhomerischen Dichtern, so Aesch. Sieben 674: aqxovri t' a^- 
^ciiv xai xaaiyvri%(fi xaaig^ ^X^Q^S ^^^ h^^QV ovfiaofiai* 494 : Xiyvvv fii-- 
Xaivav, aiokrjv TtvQog xdaiv. Ag. 494: fiaQTvgei di pLot xaaig jvijXov 
^hvovQog dixpla xovig rade. Soph. Oed. KoL 1440: (Antigene zu Polyneikte): 
rlg av a' oQfivifAevov elg rtqovfctov ZiLdrjv ov xa%aaxivoij xaai] Eur. Hek. 
361 (PolyxenS): oaxig aqyuQOv (i (ovj^aeTaL Ttjy iBxTOQog %e xar^^cuy 
Tcolkdiv xdoiv. — Dazu: xaal-yvrjTO-g leiblicher Brader^ (Hesych er- 
klärt xaalyvtjTog' 6 ddehpog^ olov 6 xar' a(iq>oxiQovg tovg yovelg)] IL 6, 
102: ^'ExTtüQ d* ov rt xaaiyvi^t(p (d. L dem Helenos) dnl^rjaev. IL 11, 257 : 



Griechische Etymologie. 289 

Fig)idafiavta xaalyvijxov xal ojcqtqov eine nodos fiefiacig, IL 14, 231 : 
Vfty(p ^vfißktjTO, xaaiyvrjTtp &avaroio. 11.19,293: rgelg re xaaiyrrjrovg, 
tovQ ^01 pLla yelvavo fnitrjQ. II. 24, 47 : fiiXXu ^iv nov tig xal (pLlxBQov 
aXXog oXiaaai, i^ßi naalyvrjTOv ofioyaatQiov 'qßi xal viov. IL 15, 545: 
%circii^ ök xaaiyvT^toiai (weitere Blntsyerwandte werden hinzugedacht) x£- 
kavaev, IL 16, 456 »■ 674 : ^v&a ße vagxvaovai xaalyvfjTol ze ßirai re. 

Dunkeln ürBprungs. Suffix scheint das selbe ai zu sein wie in noai-g 
,Gatte* (II. 3, 163; 427; so auch Find. OL 2, 77; 6, 104; Pyth.4, 87) — alt- 
ind. pdti' ,Herr, Oatte' (KV. 1, 71, 1; 105, 2), also ursprüngliches t«, wie 
noch in /davti-g ,Seher, Zeichendeuter^ (IL 1, 62; 106) und fiaqTtxt-g ,Bäu- 
ber* (Aesch. Schutzfl. 826; 827). — Aus xaal'yvrjro'g lässt sich wohl ein 
substantirisches ^yptiio- ,6eschlecht, Abstammung^ (?) entnehmen, aus dem 
auch yvfiaio-g ,ehelich, echt* (IL 11, 102; Od. 14, 202; Eur. Andrem. 638) 
zunächst hervorgegangen sein wird, so dass als seine ursprüngliche Be- 
deutung also ,dessen Abkunft die eines Bruders ist' sich zu ergeben scheint 
So wird die Zusammensetzung aber schwerlich ursprünglich gedacht sein. 
Da darf man vielleicht zunächst an Hesy chs Anführung xaaaet * veoaaelf 
(,NestO denken. Damach würde xaal'yvijTo-g zuerst bedeuten ,im Nest d. i. 
in der (selben) Heimstätte geboren' und xaai-g könnte seine Bedeutung 
,Bmder, Schwester' nur als verkürzt gebraucht für volleres naal-yvTiTo-g 
{naai-yvi^Tt]) erhalten haben. 
Tcaalri oder auch xaaalä (so bei Diosk. 1, 12), ,gemeiner Zimmf oder eine 
zimmtartige Binde. 

Hdt. 2, 86: inBiTBv Ti}r rridhv afivQvrjg aTcrjQaTOv TerQijifiivrig xal xa- 
alrjg xal twv akktav &vwfiavo}v , • • nkrjoavteg. 3, 110: xtiovtail^Qcißioiy 
Trjv öi xaalrjv wöe . . . ^(ixovtqi inl jtjv xaalfjV 17 di iv klfiviß qwerai 
ov ßad-irj. Diosk. 1, 12: xaaalag di la%i nkelova eXörj, Ttegl Tijv aQOi- 
fjiaToq)6Qov l^Qaßlav yevvcifieva. 

Semitischen Ursprungs (AugMüller bei Bezzenb. 1, 277); hebr. ttf'^p^ 
(Psalm 45, 9). 
xaa€t6Qio-v ,Hurenhaus'. 

Ar. Bitter 1285: iv xaaavqloiai kelxvav ti)v ajtdTVTvaxov öqoaov. — 
Dazu: xaawQld- (xaatjQlg) ,Hure'; Lyk. 1385: oxav xoqt] xaawglg . . . 
xrjxaofj ydfiovg. 

Wird sich an das Folgende anschliessen. Wurde zunächst abgeleitet von 
xaaavQa ,Hure' (Hesych. xaaavga' xaawQlg' 7ro^yi}),das selbst eher den Ein- 
druck einer Zusammensetzung als einer Ableitung macht, während xaaiaqlö- 
sich wohl Bildungen wie ofcwQrj ,Frühherbsf (1, Seite 507) zur Seite stellt 
xdaaa ,Hure'. 

Lyk. 131: klmovxa xaaarjg ixßakutv Ttekeiadog, Etym. M. 493, 28 führt 
auf: xaaaa xal xaooaßag^ fi noQvrj, fj xa%u)q>€Qrig. — Daneben gleichbe- 
deutend xaxa^xaaoa] Kallim. Bruchst. 184: 2xvkka yvvfi xavdxaaaa. 

Hängt möglicher Weise zusammen mit xewQelv ,geU sein' (Hesych: 
xBiagelv TraaxrjTiav). Dem Aeussem nach bietet sich q>daaa ,Bingeltaube' 

Leo Meyer, Oileohiiohe Etymologie. II. 19 



290 Giiechiscfae Etymologie. 

(Arist Thierk. 8, 109; q>aaao-(p6vo-q Ringeltauben tödtend^ IL 15^ 238. — 
Dafür (pa%%a Ar. Vögel 303; Friede 1004) zum Vergleich, 
^aööithQO-q yZinn^ 

II. 11, 25: %ov (d. L d'WQrjxog) d' rj toi dixa olpLoi iaav fiilavog xvopolOj 
dcidexa dh xqvoov xal iFsUoat xaaaiTigoio, II. 11, 34: kv di Fol (näm- 
lich QOftldi) dfiq>akol r^aav ißelxoai xaaaitiQoio levuoL IL 18, 613: vev^e 
di fot xvTjfildag kavov xaaairiQOto. IL 23, 561 : d^iaQrpua . « . xahiBov, (p 
ftiqi X^l^o q>af€ivov xacairigoio dfiq>id€dlvi]Tai. 

Dunkeln Urspnings. Ob man Bildungen wie ogiatego-s yBLjd Bergen 
lebend' (IL 22, 93; Od. 10, 212), ayQOTego-g ,auf Feldern lebend' (II. 2, 852; 
11, 293) und andere ähnliche, die in das weitere Gebiet der Gomparatiye 
gehören, wird vergleichen dürfen? Altind. Jcastira-m ,Zinn', das erst sehr 
spät angefahrt wird, wird dem Griechischen entlehnt sein. 
xaaavBiv ,zusammenflicken'; attisch xtmiecv, 

Nikand. (bei Athen. 9, 370, A) : ftikfiaaivy olai nidiXa Ttallfißoka xaGOv- 
ovaiv, Pherekr. (bei Poll. 7,90): xarrvofiai rotg xagxlvovg (eine Art Schuhe). 
PlaL Euthyd. 294, B: r] xal v€VQOQQaq>elv dvvarüi iorov; xal val fia jJla 
xoTTveiVy i<prj. Ar. Bitter 314: old* iyat %6 Ttgäy/ia tov^' S&ev nakai 
xoTVvewai (bildlich gebraucht). Alkiphr. 3, 58: ovdiv TtgoTifitS aov, xav 
...xoTTVfjg dtaßolag dyeyvelg, — Dazu: xoTTv-g ,Lieder8tiick zum 
Flicken'; Pollux 10, 166: xarrig degfiatiov im^ifievov %jj Ofiivvr]^ o%av 
6 atikex^g agaiog j] ' xal iari Tovvopta h Tolg *AQia%oq>avovg Jgaiiaaiv 
rj Ni6ß(p. 

Ist schon früh erkannt als Verbindung eines einfachen -avsiv ,nähen' 
mit dem Präfix xorer ,herab', ,bis zu Ende, ver-' (Seite 253), das ganz ähn- 
lich wie zum Beispiel in xdaxe^e ,er hielt zurück* (IL 11, 702; aus xor- 
"axB&Bj xcna-axe&B) seinen SchlussYOcal einbüsste. Jenes -aveiv aber 
stimmt überein mit lat suere (aus *sjtiere) ,zu8ammennähen, flicken' (Vairo 
bei Gell. 17, 3, 4: hi pleräsqve ndvis lörts suMant)j goth. siujan ,nähen' 
(nur Mk, 2, 21 : ni manna plat fani/ns niujis siujith ana snagan faim- 
jana)j lit siüti ,nähen', siüvü ,ich nähe', altslav. Hü ,zusammennähen' ; 
altind. siv- : ^vjati ,er fügt fest zusammen, nähf (BV. 2, 32, 4: sivja^ 
dpas südä' dchic^amänajä ,sie nähe das Werk mit nicht zerbrechender 
Nadel'; Particip ßjütd- ,fest zusammengefügt'; BV. 1, 31, 15: näram vdnna 
iva ßjütdm pari pdsi vigvdtas ,den Mann schützest du wie ein fest zu- 
sammengefügter Panzer von allen Seiten'), wird also zunächst aus *(^v€iy 
hervorgegangen sein. 
xdaravo-v ,e8sbare Kastanie'. 

Mnesitheos (bei Athen. 2, 54, B) : tüv Evßotxwv . . . xagvwv ^ xaaravwy 
{afjKpoxigwg yag xakBlrai) dianemog fikv ^ xategyaala %fj xoiXlq. Athen. 
2, 54, 0: 6 dh JLq>ih>g %a xaaxava xal Sagöiavag ßakdvovg xakel^ elvai 
Xiyvov avTag xal noXv%g6(povg xal evxvXovg. 

Soll nach einer Stadt Kaajavlg (Alter Erklärer zu Nik. al. 271 : dvoke" 
Ttiog xagvoio, t6 Kaaravlg itge^ev ala) in Thessalien oder in der klein- 






Griechische Etymologie. 291 

asiatischen Landschaft Pontos benannt sein, während man nach der Form 
der Wörter das Umgekehrte vermuthen möchte. 

xdo^ro^- (xdarwQ) ,Biber^. 

Hdt 4, 109: 17 dk x^QV ^V^^^ (d. i* Bovdlvwv) naaa lati iaoia Xdrjai 
7tavtolj]ai* Iv dk %y Xdjj tjj Ttlelotrj Uari kl/ivr] /leyakr] . . . h dk tccvtj] 
ivvdgieg allanorfai xal xiarogeg . . • xol ol OQxug avToial eioi xQ^oifioi ig 
vcregiwv axeoiv. Arist Thierk. 8, 58 : ^via dk twv Terganodtov aal ayglwv 
^(fiwv noiBlxat vqv Tgoqyrjv negl Xlfiyag xal Tcotafiovg ... Toiovra d' 
iativ o T€ xakovf4€vog naarwg. 

Scheint sich zn Bildungen wie dwtog^ ^Geber^ (Od* 8, 335 ; Hom. hymn. 
17,12; 29,8), xtlarog- ,Gründer^ (Find. Brachst 105, 2; Eur. Ion. 74), 
alcKtog- ,Hahn^ (1, Seite 296), zn stellen, ist aber wahrscheinlich nn- 
griechisch. 

xeq- ,spaiten' wnrde oben (Seite 226) als Grundlage zum gleichbedeutenden 
Tceleiv (wahrscheinlich aus ^yJajeiv) aufgestellt 

xBCxlo-v ,FlachsabfaIl, Werg^. 

Herodes (bei Stobäos 3, S. 80, ed. Meineke) : ^ r^oi firikav^aiv a^fiax 
i^ameiv toi xeanlov (Meineke schreibt xeaxiov) (loi %6v yigovra kuß^- 
Tau Hesych erklärt: TceanloV oxvnelov, %b aTcaxriviafia xov klvov. 
Hängt vielleicht zusammen mit xooxivo-y ,Sieb^ (siehe Seite 293). 

xecrd-g ydurchstochen, gestickt^ (?). 

Nur IL 14, 214: *Aq>godlTri . . .t], xal dno aTiqd'eacpiy iXvaaro Ttearov 
Ifiayra TtoixlXoVj iv&a xi ßoi ^ekaxi^gia navxa xixvxxo* Sv&* %vt ptkv 
g>il6xr]g, iv d^ Yfisgog . . • Spätere gebrauchen xeaxo-g auch ohne Zu- 
satz für ,Gürtel (der Aphrodite), Zaubergurtel', wie Antiphan. (in Anth. 6, 
88): 0^1) aoi Kv&igeia xov Ifxegdevx* dno fiaaxwv, *Ivw, kvaafiinj 
TLBOxov idumev ^eiv. Philodem, (in Anthol. 5, 121, 3): xeaxov q>wv€vaa 
fiayaniga. 

Offenbar eine alte Participform in der Art wie ^eaxo-g ,behauen, ge- 
glättet' (IL 18, 504; Od. 1, 138), fiecxo-g ,angefimf (Soph. Oed. EoL 768; 
Ar. Bitter 814), fivrjaxo-g ,vermfihlf (IL 6, 246; 9, 399), nioxo-g ,treu, zu- 
verlässig' (IL 15, 437; 16, 147) und zahlreiche andere, die aber ihrer eigen- 
thümlichen Bedeutung wegen weder zu x£$- ,spalten' (siehe oben) noch zum 
unmittelbar folgenden gehören wird. 

TciarQä yHammer'; auch ,eisemer Käfig'. 

Soph. Bruchst 19: yAaxgq Oidrjgq nkevgd xai xaxa ^dxiv ijkoijaac 
nkeiov, PoUux 10, 160 erklärt: xiaxga dk aq>vgag xi eldog aidrjgag . . . 
dkko fiijv xal Yvgxri aidriga ayyelov xi, olov olxlanog ogvl&eiog, naga 
^Hgodoxffi %al l^gx^loxv- 

Das Suffix wie in ^vaxga ,Badestriegel' (Pollux 3, 154), ydaxgtj ,Bauch 
eines GefSsses' (IL 18, 348 »> Od. 8, 437), fidxxga ,Backtrog' (Ar. Plut 545; 
Xen. Oek. 9,7), ipri%xgä ,Pferdestriegel' (Soph. Bruchst 434 ; Eur. Hipp. 
1174). Zu Grunde liegt vielleicht x€<j- ,spalten* (siehe oben); möglicherweise 
darf man aber auch an /.evx- ^stechen, stacheln' (IL 23, 337 : xivaai) denken, 

19* 



292 GiiechiBche Etymologie. 

dann würde sich der innere Zischlaut ganz so entwickelt haben, wie zum 
Beispiel in xagiFiotono-g ,der lieblichste, erfreulichste* (IL 6, 90; 271; aus 
*Xa^£/^vT-TaTo-, zu xoqLFbvT' ^nmuthig* (II. 5, 905 ; 8, 204). 

xiötQÖ Name eines Fisches, etwa ,Hammerfisch'. 

Ar. Wolken 339 : eh* dvv* avrwv xariTtivov %eaxQäv TCfiaxV f^^o^^ 
ayad-ttv. Sophron (bei Athen. 7, 323, A) : niazQai ßoriv xamovaau Do- 
rion (ebenda): aq>vQaivav . . .rjv Y.aXovai xiaxqav. — Dazu: xfiffr^€t;-g, 
Name eines Fisches ,MeeraficW; Diokles (bei Athen. 7, 307, D): aXletai 
ö^ vq>' 'qdov^Q xeoTQevQ. Alexis (a. a. 0.): Iyct> dk 'neoTgevg v^orig otxad' 
artotgixo). Arist Thierk. nennt ihn häufig, wie 8, 121 : eri dk xai eig 
Tovg Tcorafxovg avanHovat noXkol xwv Ix^xcav, xal eidi^vovatv iv rolg 
norafjLOig xai Iv ralg Ufivaig, olov cifila aal neargeig. 9, 134: aXlaxov 
rai yag (nämlich vaQfMXL ,ZitterrochenO ^ovre? Y,eaTQiag TtoXkmtg ovreg 
ctvTol ßQaövTCtTOi, To xaxtotov xwv ix^oiv. 
Etymologisch wohl nicht vom vorausgehenden verschieden. 

TtiatQo-Vj eine gewürzhafte Pflanze jFuchsschwanz-Zehrkraut*, Betonica dlö- 

Diosk. 4, 1 : Tciargov %6 xaXoviievov 'kl/vx6TQoq>ov . . . 7c6a iarl navlov 
^ovaa Xenxov, Tcrixeoig %o vxpog . . . q>vXla fiomga^ pakcma^ ofioia d^vt, rffv 
7t€Qi^q>iQeiav iaxKJf^^Oj evvidtj. 

Hängt vermuthlich mit den vorausgehenden beiden Formen eng zu- 
sammen. 
-TcöOiO' bildet den Schlusstheil der Hunderte von zweihundert bis neun- 
hundert, so in öirj'Tcoaioi jzweihundert* (II. 8, 233 ; 9, 383), Tgirj-xoaioi ,drei- 
hundertf (H. 11, 697; Od. 13, 390), Terga-yLOOioi (Hdt. 1, 178), Ttsyrri-ycoaioi 
,fünfhunderf (Od. 3, 7) und den folgenden. 

Stellt sich unmittelbar zu dem Schlusstheil von i-xatov ,hundert' (1, Seite 
339). Das adjectivische Suffix lo wurde zugefügt, wie es auch in xt^io-i 
,tausend' (II. 7, 471 ; 8, 562) enthalten ist 
x6aövg>0'q ,Amsel'; attisch xottü^po-s; inTanagra eine Hahnenart; auch 
Name eines Fisches. 

Matron (bei Athen. 4, 136, D); i^^g ytioovipog i?A*€ iiovog yevaaa»ai 
^coi^og. Numen. (bei Athen. 7, 305, C) : yhxmovg ^ dQq)wv haXov yivog 
i]h fieXayxjQfov yc6aavg>ov. Theokr. epigr. 4, 10: elagcvoi di liyvcp&oyyoioiv 
doidalg 7i6aavq)Oi dx^otv TtofniloTQavka ^iXtj. Arist Thierk- 5, 42: xa 
uy ovv ftQuixa xov 7coxxvq)ov vnb x^''f^^^^S dnokkvxai — TtQwtalxaxa 
yoLQ xUxei tcJv SQviwv aTtdvxwv — , xov ö' voxbqov xoxov elg xäXog &c- 
xQiq>eu 9, 95 : xdiv dh xoxxiqxav ovo yivrj iaxlv, 6 (xh h^eQog f^ikag xai 
navxaxot äv, od' UxeQog fecAerxog. — Paus. 9, 22, 4: Haxi ök %al yiyt} 
ovo ivxav^a ak&cxQvovwv^ oi xe (laxt^oi %al ol %6aavq>oi xaXovfievoi 
. . . xQoa dh kfig>eQ^g TWQaxiy yidklaia (,BartO dk xal 6 Utpog %axa dve- 
fiiivriv fidXiaxa. — AnsL Thierk. 8, 174: fAexaßdlXovai dk xal ovg TiaXoiai 
xoxxvg>ovg xai TclxXag aal ^ liaglg xo XQ^I^^ ^^^ «^«^ ^Q^^> Saneg hia 
xwv oQviwv, 



Griechische Etymologie. 293 

Dunkler Herkunft Die Suffixform wie in aQyvq)o-G ,weis8^ (1, Seite 281). 
xö(nuvo-v ßieV. 

Ar. Wölk. 373 : xaltoi TCQoregov %bv /iC aXTjd^wg cufiriv du Tcoaxlvov 
ovgelv. Fiat Staat 2, 363; D : tovq öh dvooLovg av xal däUovg . • . xoa- 
xlvqt vdcjQ ovayxd^ovai q>iQ€iv. 

Der Suffixform ivo wurde schon unter yc6g>iyo-g ,Korb* (Seite 283) als 
einer im Griechischen ungewöhnlichen gedacht Die zu Grunde liegende 
Verbalform ist nicht deutlich, ist aber wohl auch in xeaxlo-v ^Flachsabfall, 
Werg' (Seite 291) enthalten. 
xo<Txv2fidTco-v ,LederabfaIly Lederschnitzelchen^ 

Hesych erklärt: xoaxvkfxdria' ra twv ßvgacSv 7t€Qixof4fiaria, Aristo- 
phanes (Ritter 49) gebraucht das Wort bildlich von ,werthlosen Worten' : 
ßvQaonaq>Xaywv, vnoneawv %6v deanoiriv ^Tiak', kd-dnev^ iTtokcmev , 
i^rjnaTa xoaxvXfAotrloig axQoiai, roiccvrl Xiywv • • • 

Lat. qvisqvilia (in der Mehrzahl) ^ Abfall', , Auswurf'; Festus erklart: 
qvisqviliae did putantuVj qvicqvid ex arboriJms minütis surculorum fo- 
liorumve cadit] Caedl. com. Bruchst 251 : qvisqviliäs volanüs, venu spolia 
memorant', — Novius com. Bruchst 38: abtte^ dHvrhäte saxdj hom&num 
qvisqviliae. 

Führt zunächst auf ein einfacheres *x6axvkfiaT-, das von einem abge- 
leiteten *Tioaxvkl€iv ausgegangen sein wird. Dass dieses letztere, wie häufig 
angenommen worden ist, durch Reduplication aus OTcvlXeiv ,zerreissen, zer- 
raufen' (Aesch. Pers. 577 : oxvXXovtai ngbg dvavdwv naldtav rag dfiidv- 
tov, Meleagr. in Anth. 5, 175: iaxvXrai d' aycokaara neqwQiiivog agri 
nUivvog. Nik. al. 410: 7toU.d%i dk ay.vXaio ycdqrj) hervorgegangen sei, ist 
kaum sehr wahrscheinlich. Man darf zunächst wohl an Zusammenhang 
mit x€axio-y , Flachsabfall, Werg' (Seite 291) und xocytivo-g ,Sieb' (siehe oben) 
denken. Das lateinische qvisqvilia wird eher auf Entlehnung beruhen, als 
auf wirklich altem Zusammenhang. 
xöcxo-qj eine gewürzige dem Pfeffer ähnliche Wurzel. 

Theophr. Pflanz. 9, 7, 3 : olg fikv ovv eig ta aqwfjLaia xQiLv%ai axedov 
IC de iorl' Y.aala . . • vdgtrj, ^aiog, ndvcmeg . . . Diosk. 1, 15: noarog 
diaq>iQ€i 6 agaßmog, keviiog cjy aal xovq)og, nXelaztiv e^oiv xal '^delav 
TTjV oGfxriv. 

Wird ungriechisch sein. 
xoan]-$, Name eines Fisches. 

Diphilos (bei Athen. 8, 357, A) : o fiei^wy (nämlich ogyivvog) ngoaioixe 
Tip %BXi5ovl<f nazd trjv önkrjQOTrjTaj %d dk vnoydargia avTOv xai fj nXelg 
äaxofjLa yMi anaXd, ol di noatal Xeyofievoi zagixev&ivTBg eial fiiaoi, 

Dunkler Herkunft 
xdtffio-^ ,Ordnung' ; ,Schmuck' (so bei Homer, der das Wort — Zusammen- 
setzungen und Ableitungen eingerechnet — im Ganzen 44 mal hat, nur H. 
4, 145 und 14, 187); ,Weltordnung, Weif. 

H. 11, 48: '^vioxqf ^ikv inBt%a iß(p inireXXe fhiaarog XrcTCOvg ev xara 



294 Griechische Etymologie. 

iwofiov iQVTLifjLBv. 11.12,225: ov yLoafiq) naga v(xvg>iv ki^vaofied'* avra 
xikev&a. Od. 13, 77: toi 6k Tia&l^ov in:l xkrjßlat ßixaatoi y^oOfjKp, IL 10, 
472: IWßa di acptv naka 7t ag* airoloiv x^^'^^ TtixkiTO, ev xorra Tioofiovj 
TQiOTOixL 11.2,214: og fircea q>Q€Gl ßfjoiv aycocfia %e nokXa re ßeldt], 
fiaip, atixQ oi Ttava ytocfiov (,nach GrebQhrO, igi^ifievai ßaailevoiv. Od. 
20, 181 : av neg oi xara xoafiov alrl^eig. Od. 8, 492: ^tctcov iwafiov 
(jOrdenÜiche Herrichtang, AusrüstungO aßeiaov dogßariov. — 0.4,145: 
wg ö' 8t€ %lg T^ llA(pav%a yvvfj q>olviyu fni^vf] . . . ßaoikrjßi dk xeltai 
ayakfiOj äfifporegov^ noofiog &* %n7t(fi ilariJQl re Yvdog. II. 14, 187: avtaq 
ItcbI drj Tcavra negi xQot ^rj^aro xoofiov. Hes. Werke 76: navra di Foi 
XQot yLoofiov i(priQiioae Ilallag irf^yij. Pind. Ol. 3, 13: y rivi . . . ^i- 
rcji^g dvijQ vtpo^ev afig)! nofiaiai ßaXr) ykavuoxQoa YjoafJtov ilalag. Pyth. 
2, 10: inl yag ioxiaiga nag&ivog x^Q^^ didvfiff o %* ivaydviog 'Egfiäg 
alykävra Tldijai xoofiov (d. i. den Rossen). — Plut mor. 886, B: Tlv^a- 
yogag ngiotog dvofiaae xriv rdSv okwv rtegioxfiv ytoofiov ix rijg Iv cnkql 
ra^eoi^. Xen. mem. 1, 1, 11: ovdh yag negl rrjg %uiv Ttcvxwv qwoBtog ^neg 
%iav aXXwv ol Ttkelaroi diekiyeTO axontSv, oTtwg 6 xalavfievog vno %Cv 
aoq>ia%fLv xoofiog eg>v. Plat Tim. 28, B : 6 dfj 7cäg oigavog — iq xcofiog 
rj xal akko o xL tiotb ovofiaCjOfievog fiaktov^ av di%oixo, xovS^ ^fiiv wvo- 
fxaad'ijD. Gorg. 508, A: q>aai ö' ol aoq>ol . . . xal ovgavov xai yijv xal 
x^eovg xal dvd^gwnovg xrjv xoivcavlav avvixeiv xai (pikiav xal xocfnoxrjxa 
xal au}q>goavvriv xal dixaioxrjxa, xal x6 Skov xovxo dta xavxa xocfior 
xakovaiv . . . ovx axoofilav oväe axokaalav. 

Als ursprüngliche Bedeutung wird sich etwa ,Eintheilung^ vermuthen 
lassen, wie es insbesondere auch durch das abgeleitete xoofiiuv (IL 12, 
87: Ttivxaxa xoafirj&ävxeg ^fünffach eingetheilt, in fünf Abtheilungen'; II. 
2, 554: x(p 6' ov fcoi xig ofiolog ircix^oviog yivex^ ^^Q xoajuijaai %ft7tovg 
xe xal avigag daTtidccixag. Od. 7, 127: IV^a dk xoapirixal ngaaiai ,ein- 
getheilte Gartenbeete' Ttavxolai Tteqwaaiv) noch deutlich gemacht wird. 
Etymologisch deutlich aber ist das Wort noch nicht Das Suffix wie zum 
Beispiel in ogfio-g , Ankerplatz' (1, Seite 580), die zu Grunde liegende Ver- 
balform möglicher Weise xeg- ,8palten' (Seite 291). Dass der Zischlaut 
vor dem ^ aus einem Dental hervorgegangen sei, ist unwahrscheinlich, 
da Bildungen wie noxfio-g ,Schicksal, Todesloos' (IL 2, 359; 16, 857; 18, 
96), odfx^ ,Geruch' (IL 14, 415 ; Od. 4, 406), oxa&fio-g ,Aufenthalteorf (IL 2, 
470 ; 5, 140) in der homerischen Sprache gar nicht ungewöhnlich sind, 
xtoij^i-g oder auch xlaaTjgi-g ,Bimsstein'. 

Ar. Bruchst 320, 4: . . . /avgovy xlarjgiVj axg6q>ia . . . Alexis (bei Athen. 
9, 383, D) : wOTieg xlarjgig kijtpexai öie^odovg aofupagj äi' wy xijv vyga- 
alav Ixäi^exai. Phanias (in Anth. 6, 295, 5) : keavxeigdv xe xlatjgiv . . . 
dvexgifAaoev. Theophr. Steine 19: iTtel xal xo okov ^ xlaarjgig ix xaxa- 
xavaewg doxel xiai ylvea&ai. Diosk. 5, 124: xlaarjgiv di ngoxgixiov xtjv 
ayav xovq>rjv xal Ttokvxevov, axioxTJv xe xal akid-ovj exi dk tpa&vgdv xe 
xal kevx/jv. 



Griechische Etymologie. 295 

Dunkler Herkunft Die Form TLlaatigt-g ist ohne Zweifel die ältere, 

ihre aa werden durch Assimilation entstanden sein« Das Suffix wohl eine 

weiblichgeschlechtige Form zu dem häufigen tiqo ^ wie es zum Beispiel 

enthalten ist in xviGtjQo-g yVoll Fettdampf (Achaeos bei Athen. 9, 368, A). 

xiaaa ^Eichelhäher'; attisch xlrra. 

Ar. Vögel 302: x/rra, vQvywv^ xogvöog . . . 1297: rjv . . rovvofxa . . . 
2vQcncoal(p dk yLl%za> Arist Thierk. 9, 81 : fi 6h xhza qxovag fikv (leta- 
ßaXXei nXelaiag — xor^' ixaaztjv yaq (ig elnelv fi(iiQotv aU.rjv aq)lr]ai — , 
rUrei dk Tcegl ivvia (pa, noultai dk rijy veotriav inl xwv divÖQtav h. 
%Qix6iv yLoi iglüiV oxav S* inoXlnb^atv al ßdkavoi, ano%QV7t%ovaa Tcr- 

Dunklen Ursprungs. 
%laaa ^krankhaftes Gelüst' (schwangerer Frauen); attisch x/rra. 

Diosk. 1, 166: 6 xvijbg avTcSv ßißgwaxerai di fiakiara vtco yvvaixwv 
ngbg %^v xlaoav. Sext Empir. gegen Mathem. 5, 62 : . . . ineaxfjo&ai dk 
TTjv ifi/Ärjvov xad^aQaiVfXlaaav dk imylyvea^ai, — Dazu: xiaaaetv^krank- 
haftes Gelüst haben'; Ar. Friede 497: vfieig iiiv y* ovv ol TtiTzwvreg rrjg 
elQi^vrjg anar ' dvdgelajg. Wesp. 349 : xmttcJ dia tcSv oavldwv (lera xoi- 
Qlvtjg TCBQiBXf&Blv. Polcmou (bei Athen. 9, 372, A) : lajogovai di Ttjv Ar^fa 
xvovaav %bv l^noklcava xiTzijaat yrjdvXkldog» Arist Thierk. 7, 29: 
eiwd'aai dk ralg xvovaaig al kntdv/xlai yivea&ai fcavzodanal xal (lera- 
ßdXXeiv o^iüig, o xakoval iiveg maaav. 

Wird bei Fick (1^, 414) in sehr ansprechender Weise mit mhd. git ,Gier, 
heftiges Verlangen', jßtesen , gierig sein', und lit geidziü ,ich verlange 
wonach' zusammengestellt und so auf eine alte Grundlage gheidho ,be- 
gehren' zurückgeführt 
xiaaö-q ,Epheu'; attisch xirro-g. 

Hom. hymn. 6, 40 : afiq> ' lazdv dk iiiXag elUaaero Kiaaog, av^eai tij- 
Xs&awv, xagUig d^ ItzI xagnog oqwqbi. Bei Pindar Ol. 2, 27 in ytiaao- 
-q)6Qog ,epheutragend'. Soph. Ant 826 : zav OgvyLav ^ivav . . . tdv xia- 
aog wg ärevrig nergala ßlaara ddfiaaev. Theophr. Pflanz. 1, 3, 2 : ^i 
dk fiäXXov ayvoL %al 6 naXlovQog %al 6 ycmog^ oja&* of^okoyovfÄivwg 
Tavra ylverai divdga' xal tot -S-afirddri yi iariv. 

Der mehrfach wiederholte Versuch, lat hedera ,Epheu' (Laber com. 122: 
ut hedera serpens vires arboreäs necat) als unmittelbar zugehörig zu er- 
weisen, hat wenig üeberzeugendes. 
xiaoi)ßiO'V ,hölzemes Trinkgefäss'. 

Od. 9, 346: KvnXcjTta TVQoarjvdaov . . . xiaavßtov fxerd x^Q^^^^v ^coy f^i- 
iavog Folvoio. Od. 14, 78 «» 16, 52: (Eumaios) Iv d' aga xiaavßitp xlgvrj 
fielißrjdia Folvov. Athenäos bespricht das Wort 11, 476, F — 477, E und 
giebt Gitate. 

Dunklen Ursprungs. Zugehörigkeit zum Vorausgehenden ist öfter an- 
genommen, ohne wirklich wahrscheinlich gemacht zu sein; so äussert 
Athenäos (,11, 477, D): Bixdaeu d' äv t<^ to xiaavßiov ro TtgtSzov vno 



296 Griechische Etymologie. 

noi^ivüiv Igyaa^vai. ix xtaalvov ^lov. Als nächste Grundlage darf 
man ein ^xlaavßo-g vermuthen, das sich seiner Bildung nach wohl mit 
xoXXvßo'g .kleine Htlnze' (Ar. Friede 1200; Kall. Brachst 85) nnd »oqvßo-g 
,Lärm' (Find. Ol. 11, 72; Soph. Phil. 1264) dürfte vergleichen lassen. 

^larri ^Eiste^ 

Od. 6, 74: firJTr]Q d^ h xlarj] hl^t] iibvoFbixb löiaüiv navroltjv, iv d* 
otpa vldri. Ar. Thesm. 284 : Trjv xlarfjv xad-eXe, x^' t^eXe %a 7t6nav\ 
OTtwg Xaßovaa dvata ralv ^ealv» 

Das Suffix wie in xoIttj ^Lager, Bett' (Seite 259). Die verbale Grund- 
lage aber bedarf noch der Erläuterung. 

xio&'ö-q oder xla&o-Qy auch xIgto-q geschrieben, ein strauchartiges 
Gewächs, ,Ciströschen' (cistus villostis ,das rauhe' und cistus salvifolitis 
,das salbeiblättrige'j. 

Eupolis Bruchst 14, 5: ßoaxofxe^* vlrjg dito Ttovrodarc^g . . . anoTQti- 
yovaai . • . qyrffov^ xiad'ov, &iiia . . • Mnesimach. (bei Athen. 9, 403, D) : 
oofiti aefivri fivxtiJQa öovei . • . klvdov, xlvdov, xta^ov, filv&ov. Theophr. 
Pflanz. 6, 1, 4: 7tQ<S%ov dk liywfiev Ttegl Tijg q)Qvyavixfjg . . • nlelto di 
ioTi %a yivrj ra xovtmv xal diaq>OQag ^ovza fieydlagj olov xla&og, firj- 
ktj&QOv • . • Diosk. 1, 126: xlarog, ov tvioi xla&aqov rj xlaaaqov xakovoi, 
&a^vog iaziv iv ncrgtideai xonoig g>v6fi€vog , TtolvxXaöog . . . av&fj oq^ 
Qcvog wanBQ ^oidg, knl dh tov ^keog levxd. 

Dunklen Ursprungs. Die Suffixform wie in xva&o-g ,weibliche Scham' 
(siehe Seite 297). 

xvö' ,küssen', ergiebt sich deutlich aus aoristischen Formen, wie ixvaae 
(IL 8, 371; Od. 21, 225; xvaoB Od. 16, 15 — 17, 39; 19, 417; 24, 320) und 
ixvaB(OA. 23, 208; xvob IL 6, 474; 24, 478; Od. 5, 460; 13, 354; 24, 398), 
neben denen präsentisches xvvieiv (aus "^xvavieiv. xvvei Od. 4, 522; 
xvveov Od. 17, 35 — 21, 224 ■» 22, 499; xvvel Eur. Alk. 183; xvvelg Ar. 
Ach. 1208) gebildet wurde, aus dem sich später dann auch wieder Formen 
weiter entwickelten, wie das Futur xvvtjaeiv (Hipponax 32, 2) und aoristi- 
sches TtQoa-xvvrjaag (Xen. Eyr. 5, 3, 18). 

n. 6, 474: avTccQ o ßov q>llov vlov inel xvas ft^U tb xbqoIv. Od. 16, 
21: Trjkifioxov &BofBidia diog vq>OQßbg navxa xvobv 7tBQiq>ig. Od. 16, 
15: xiaoB öi fiiv xBq)aXi^v tb xal afigxo q>dfBa xakd XBlgdg t' ifitpoti- 
gag, II, 8, 371: ij Fol yovFax^ ixvaaB. Od. 4, 522: xal xvvbi auzofiBvog 
Frjv Ttatglöa. Od. 5, 463 : xvob dh ^bIÖioqov agovQav. 

Korn, cussin ,Kuss' (Zeuss-Eb. 1068). 

Die präsentische Bildung xv-viBiv wurde schon mit der von Ix-viBa&ai 
,erreichen , wohin gelangen , kommen' (Seite 22) verglichen ; der Aus&ll 
des Zischlauts vor dem Nasal in xvvBBtv mit dem in ovo-g {VQ&*oavo-g) 
,EseP (1, Seite 542). 

xi)a6aifo-q ,der After'. 

Hippokr. 1, 391: lg tov xvaaagov oöog ylvBrai arcb r^g xotlltig. 



Griechische Etymologie. 297 

Wird im Grunde nicht verschieden sein von yLVTtaQo-g ,Wölbung, 
HShlnng' (Seite 261). 

x'öari'q Harnblase'; ^Bentel, Schlaucht 

IL 5, 67: f} dk diangb avTixgvg xora mvoTiv vtc^ oariov ijkvd'* axioKi/j. 
IL 13, 652: oiazog avrixQvg xara xvariv vn^ oariov i^STciQijaev. Soph. 
Brachst 362: rag fiakkodirag xvaTeig. — Ar. (bei PoUux 10, 151): 6 dh 
kvwy xvatiy velav. Phanodem. (bei Athen. 1, 20, A): vTto^wvvvfievog 
oXvov xiareig fiearag xal yaXaxTog xai ravTag oinod-XLßuv avi^av ekeyev 
ix rov atofiarog. 

Das selbe Suffix wie in oxyriazi-g ,Rückgrat' (1, Seite 52) und zahl- 
reichen anderen Bildungen. Für die zu Grunde liegende Verbalform (xt;^-) 
liegt nah, Zusammenhang mit xv-eiv ,schwelW (Seite 227) zu vermuthen. 

Ttifö'd'O'q ,weibliche Schämt 

Ar. Ach. 782: vvv ye xolgog tpalverat. azag lxTgaq>€lg ye xva&og larat 
TtivT^ irdSv. Lys. 1158: ortiana . . . lyo) 5h xvad-ov y' oviintn xakklova. 
Buht wohl auf dem selben Grunde mit dem Vorausgehenden. Die 
Suffixform wie in xla&o-g, ein strauchartiges Gewächs (Seite 296), ^la&o-g 
jLohn' (IL 10, 304; 21, 445), auch wohl in afia&o-g ,Sand' (1, Seite 220) 
und noch anderen neben diesem genannten Wörtern. — Nah verwandt 
ist wohl xvao-g ,weibliche Scham^ (Hesych: xvaog* fj nvyvj. ij yvvai- 
xeiov aldolov), das lautliche Verhältniss der beiden Formen zu einander 
iiber doch nicht deutlich. 

xav$- ,anzünden, brennen, verbrennen', mit dem Präsens xaUiv (IL 1, 462; 
8,521; 9,77; aus *xavO'jeiv) und aoristischen Formen wie fc'xij/a (IL 
1, 40), ßxry/6 (IL 6, 418; 24, 34; Od. 19, 366; Infinitiv x^at Od. 10, 533 
= 11, 46; 15, 97), passivisch Ixd/ij (IL 9, 212; Od. 12, 13) und in der 
nachhomerischen Sprache: xiavz" (Aesch. Ag. 849; Soph. El. 757) und 
auch %xavaav (Hdt 8, 33; Thuk. 7, 25; kxaiaoiTB Ar. Friede 1088). 

IL 8, 521: S7]XvT£Qai dk yvvaixeg . , . tvvq fiiya xaiovrwv, IL 7, 377: 
elg 6 xe vexgovg xijßofiav. IL 8, 554: nvga di aq>iai xalezo noXka, IL 
1,52: alfel de nvgal vexviov xalovto d-afieiai. IL 20, 491: ßa^ela de 
xalerai vItj. — Dazu: nvgl'-xavaTO-g ,im Feuer angebrannt' (dafür 
nvgl-xttVTO-g Plat Tim. 85, C); IL 13, 564: xal tö (ikv avrov ^elv* aig ve 
axülog nvglxavoTog. — xavarecga ,1)rennend, heiss'; IL 4, 342 «» 12, 
316: oq>wiv fiiv %^ irtiFoixe . . . f^dx^Q xavatelgrig avtißokrjaai. — Ttvg- 
-xaFiri ,Scheiterhaufen'; IL 7, 428 = 431: di il aiwTty vexgovg nvgxa- 

flijg kfCBVTjVBOV, — 

Die lautliche Behandlung hat im Einzelnen sehr viel Aehnlichkeit mit 
der von xlavg-i präsentisch xXaleiv (IL 1,362; 2,263; 7,427) ,klagen, 
beklagen', erscheint aber hier ebenso wenig ganz consequent wie dort, so 
liegt xlavaro-g ,beklagenswerth' (Soph. Oed. Kol. 1360) neben xXavTo-g 
(Aesch. Sieben 333; a'xXav%o-g ,unbeklagf IL 22, 386; Od. 11, 54; 72) wie 
ftvgl-xavaxo-g (IL 13, 564) neben Tcvgl-xavro-g (Plat Tim. 85, C) oder 
neben dem passivischen xav&ivT- ,gebrannf (Pind. Nem. 10, 35; Plat Tim. 



298 Griechische Etymologfie. 

68, C und yLttVfiaT' (aus *xavafiaT-) ^iizef (IL 5, 865). Aoristische Formen 
wie exTjfe oder das nachhomeriscbe Tiiavj- vergleichen sich mit ^eFcry, 
€X€av fiie gössen' (II. 18, 347; 24, 799; Find. Isthm. 7, 58) neben präsen- 
tischem x^^«« »er giesst* (II. 6, 147; 9, 15). — Aus ttv^-xo/i*} ,Scheiterhaufen' 
(»> ^Haufen von Brennholzstücken' gebildet; wie zum Beispiel av&Qoxir^ 
,Eohlenhaufen' IL 9, 213) wird wohl zunächst ein ^nvg-'xafo'g (aus 
*iiava'og) ,im Feuer gebrannt, Feuerbrand, Brennholzstück' zu ent^ 
nehmen sein. — Unmittelbar Zugehöriges in den verwandten Sprachen 
ist noch zu suchen. 
KavaCa ^breitkrempiger makedonischer Huf. 

PoUux 10, 162 führt an: i; dh Y.avaLa ftllog Mcmedovixog naga Me- 
vavÖQfi). Antipatr. (in Anth. 6, 335, 1) : yiavalrj, 17 vo naqoi&e Maxfjdoaiv 
evnoi^oy onXov^ xai anirtag iv viq>eT(^j ymI xoQvg iv TCoXipofiy IdgiS dttpij- 
aaaa nulv reov, . . • ^Hfia&lg Avaovlovg rjk&ov irtl yLQotd(povg. Plut. 
Ant54: Ttqorjyaye . . . ÜTokefjiaiov äk xQtiTtlac xal %Aav/dt xa2 xavalq 
diadrjfiaToq>6Q(p xexoafAtifiivov. 

Dunkler Herkunft 
xaflöti-s ,weibliches Glied' (bei Kratinos). 

Hesjch führt auf: navarig* 17 hiq>vaig twv OTcexvwv. fcvQol aögwo- 
fievoi, xal x^g^og. %6 dk avTo xai afig)lxavaTig. tuxI knwvvfiov Jr-- 
fÄrjTQog. Kgarlvog dh ifvl %ov fioglov ^a^ev ovto. 

Das Suffix offenbar das selbe wie in nvart-g ,Hamblase' (Seite 297) ; 
die verbale Grundlage des Wortes aber ist dunkel. 

Die anlautende Gonsonantenverbindung xa >» $. 

§av' : ^alveiv (aus *SavJ€tv) ,Wolle kratzen, Wolle bearbeiten'; dann auch 
,schlagen'. 

Od. 22, 423 : df^qial, rag fiiv t ' Hgya dida^a/ÄSv igya^ea&aiy Felgia %e 
^alvetv. Trag. Brachst aSean. (Soph.?) 9: ov d^ w v6 htfingov gxiSg 
aTcooßevrug yivovg, ^alveig agloTOv nazgbg 'Ekli^vwv yeydg; Ar. Lys. 
536: xara ^aiveiv avCwaafisvog. Vögel 827: T(p ^avavfiev vov rcinkov; 
— Aesch. Bruchst 304, 7: viag d* oftcigag rjvlx* av ^av&fj otox^S" Anti- 
patr. (in Anth. 7, 464, 5): av dk ^alvovaa (man hat vermuthet ^alvovaa) 
Ttageiag öaxgvaiv, Plut Poplik. 6 : ^aßdoig e^aivov %a atificcza. 

Liat cärere (aus *cä8ere) ,Wolle kratzen' ; Plaut Men. 797 : inter an- 
cilläs sedere jubeäs, länam cärere. 

Dazu vielleicht nhd. Hede, mndl. herde, ags. heorde ,Werg', das gothisch 
wohl *hazdö lautete. 

Lit hasyti ,kratzen'. 

Altslav. cesati ,kratzen, kämmen'. 

Altind. Jcashihäshati oder kdshatai ,er schabt, er kratzt' (Bhatt; Bhftg. P.). 

Die anlautende Gonsonantenverbindung xa «* ^ entstand offenbar in 
ganz ähnlicher Weise wie zum Beispiel die Verbindung tct- in tcvoto 
,er flog' (IL 23, 880; mafAivri ,fliegend' IL 5, 282; 16, 856 = 22, 362) und 



Griechische Etymologie. 299 

Tcregov ,Flügel' (II. 11, 454; 19, 386) neben nizea&at ,fliegen^ (IL 13, 62; 
21, 247). 
^avdsiv ,erniüden' (von den Händen bei der Arbeit). 

Soph. Bmchst 458: rjdv ^avijcai xai Ttgoyvfxvaaai x^Q^- ^U^- ^^r. 
383: OTCovav vsvqwv ^avdtf xexaXaafiiva deafia. Hesych erklärt: ^avav 
xortiav T^v XBlga nnd ^av^aai* xofttaaai. Pollnx 7, 30: to dk Y.afjLBlv 
(XTCO TTJg igiovQylag Tag x^^^S ^aväv iXiyero. 

Dunkler Herkunft Oder ist an Zugehörigkeit zum Vorausgehenden 
zu denken? 
^avd'ö-Q ,gelblich, blond^. 

n. 1, 197: ^av&^g dk Mfirjg Ue ntjkeßltjva. IL 23, 141: lAxdlevg . . . 
^av&rjV ccTtejislgaTo ;i^cr/Ti;v. Od. 13, 399: ^av&ag d' Ix nefpalfig okiaa) 
TQlxag (des Odysseus). 11.3,284: ^av^og Mevikafog. Od. 15, 133: xagr] 
^av&og Mevilafog. IL 5, 500: ^avd^q Jq^^rriQ. IL 11, 740: ^av&fjv 
l^yafXfjÖTjv. Pind. Nem. 3, 43: ^av^og ö' Hx^^^^Q* Find. Nem. 10, 7: 
^aySa . . . rXauMinig. Nem. 5, 54: ^av^alg Xagiaaiv. IL 9, 407: iTCTtwv 
^av^a TLOQtjva. H. 11, 680: irtTCOvg dh ^av&ag. Soph. Bruchst 434 : dia 
iffffArgag a' OQÜ ^avdijv TLa&alQOvd-^ uvitov avxinrjQäg TQiX^g> Soph. El. 
705: ^av&alat ndXoig. Soph. Bruchst 598, 4: nwXov dlxrjv, ijrig . . . 
^iQog (jMähneO d^egta&fj ^avd-ov avx^vwv oltco. Pind. Bruchst 237 : §ay- 
^hg Itiav. PindPyth. 4, 149: ßoiJiv ^av^ag ayiXag. Pind. Bruchst 79, 5: 
al^Ofiiva dk dqg vnb ^avd-alai Tcemaig. 122,3: Tag x^co^a^ Aij^avot; 
^av&a daxQT] dvfjiiäTe. Aesch. Pers. 617: ^av&^g kXalag ^agnög. Pind. 
OL 6, 55: X(av GVeilchen') ^av&alai xai 7tapL7toQ(pvqoig oKTiai. Soph. 
Bruchst 255 : ^avd^ d ' !/4lq)Qodiala XaTa^ naaiv knixTv^tel öo^ioig, Eur. 
Iph. T. 633: ^av^q' t" iXalf^. 

Lat candSre ,glänzen'; Enn. trag. 332: lümine sie tremulo terra et cava 
caerula eandent — Dazu: candidö-s ,glänzend weiss'; Plaut Most 1134: 
qii sumt capite candido (d. i. ,GreiseO. 

Möglicher Weise ist d'o suffixal wie zum Beispiel in Tiva^o-g ,weibliche 
Scham' (Seite 297) und könnte es dann auch sein in ^ov&o-g ,bräunlich' 
(siehe weiterhin). Die Zusammenstellung mit lat cand^e ist nur wahr- 
scheinlich, wenn sein d aus aspirirtem Dental hervorging, was jedenfalls 
mögUch ist Die übliche Zufügung aber von altind. gcandrd- ,glänzend' 
(puru-gcandrds ,8ehr glänzend', RV. 1, 27, 11 und 3, 25, 3 von Agnis; 
dazu^ das redupUcirte cdni-gcadat ,sehr glänzend' RV. 5, 43, 4 vom So- 
masaft, dn(2^) bleibt bedenklich, da griechisches & nicht altindischem d ent- 
spricht 
§€S- : ^ieiv (aus ^^iaeiv, möglicher Weise aus ^^ia-juv) ,8chaben, glätten'. 

Od. 5, 245: avTag o TOfiveTO doqFa . . . Tcekhairjasv d* aga %aAx<^, ^iaae 
d' inLOrafAhtog Tiai inl OTa&fArjv idvvev. Od. 23, 196 und 199: TLogfiov 
d' hi fgl^rjg ngora^wv d^q>'i^e6a x^X%(^ ...iy.dk tov dgxofievog kixog 
e^eov. — Dazu ^eoTo-^g ,geglättet^; Od. 18,33: ovdou ifti ^eoTov. Od. 
1, 138: fcaga de ^eaTTjv iTavvaae TgoTte^av. IL 18, 504: ol dk yigovTsg 



302 Griechische Etymologie. 

14, 206 = 305), nrjQO'g ,blmd' (II. 2, 599), oxkrigo-g ,trocken^ (Find. Ol. 7, 
29; Aesch. Fers. 319) und, in der Betonung abweichend, x^Qo-g ,beranbt, 
verwaist* (Eur. Alk. 862; Ap. Eh. 3, 662). 
^ig>oq' ,Schwert^ 

n. 1, 194: ehuTo d^ ix xokeolo fiiya ^L(pog. 11.2,45: dfJL(pl d' aQ* 
wfioiaiv ßalero ^lq>og agyvQoßrjkov. IL 21, 116 nnd 118: IdxiXevg dk 
J^€Qvaadf4€vog ^lq>og o^v rvipe . . . nav öi Foi eXau) dv Slg>og aiiqfrpiBg* 
Od. 10, 261: iyw tcbqI (ikv ^tq>og oQyvgofrilov wfjLOuv ßalofirjv, fieya 
xdhceov. 

Neben dem sehr gewöhnlichen Suffix og lost sich eine Verbalgrundfonn 
^i(p- ab, die etwa ,schneiden* bedeutet haben mag, aber noch nicht weiter 
nachgewiesen ist. Zwei ganz ähnliche Formen sind zu entnehmen aus 
TtoXvvKpig- ,schneereich' (Eur. Hei. 1326) und driiiO'QQiq>ig- ,yom Volk ge- 
schleudert* (Aesch. Ag. 1616), nämlich "^vlfpog- ,Schnee' und *^lq>og- ,Wurf*. 
^iffi^qf Name einer Pflanze. 

Theophr. Pflanz. 9, 8, 7 : orav di Tijv ^iq>iv (nämlich jemand abschneiden 
will*) TQifiijvov fieliTTOVTag avTCfißakkeiv fiia&ov. 

Wird als Nebenform zu ^vgld- (siehe Seite 304) angesehen, aber wohl 
mit Unrecht 
§v$- (daneben in vereinzelten Formen scheinbar ^v, wie IL 14, 179: U^ce, 
wo aber wohl ^^vaae zu lesen sein wird, und IL 9, 446: aTto^aäg, wo 
aTco^aaög wird herzustellen sein): ^veiv ,schaben, abreiben*, mit aoristi- 
schen Formen wie ky-^iar] (Eur. Bruchst 298), ^va&fj (Theophr. c. pL 5, 
6, 1 3), iTti'^va^ivT' (Plat Staat 3, 406, A) und passivischen Perf ectformen 
wie oTt-i^vOTai (Alkiphr. 3, 40, 4). 

Od. 22, 456 : klatQoiaiv öaTcedov nvna noifjTolo dofxoio %i)Ov. Sophron 
Bruchst 94: ai xig %6v ^vovra dvri^vei. IL 14, 179: ctfig)! d* Sq^ afißQO- 
öiov ßeavov ßiaad' \ ov Foi Id^vri i^aa (,geglättet, ,d. L ,gewebt hatte*) 
aaxi^aaaa. H. 9, 446: y^gag dno^aoag (,abschabend*, d. L ,abstreifend, 
abthuend*). Xen. Eyr. 6, 2, 32: oaxig dk nenaldevTaL Tcai naheov ^iaaa- 
d'ai, aya&dv xal ^fjkrig firi irciXad'iod-ai. — Dazu: ^varo^v (,Ge- 
schabtes, Geglättetes* ^ ,Lanzenschaf^ Lanze*; IL 4, 469 «»11, 260: 
ovTfjoe ^o%(p x^^^VQ^^' U* 1^9 6'^'^* ycüjua de ^gtov fxiya vccvfiaxov kv 
TtakafAjjaiv. — ^voxLö- (^varlg) ,langes Schleppkleid*; Ar. Wölk, 70: 
orav oi) fiiyag cSv agfi* ikcevr/jg nqog Tcökiv, waneg Meycoikirig, ^arld' 
^coy. Plat. Staat 4, 420, E: iniardfie&a ydg aal vovg yewgyovg ^varldag 
d^q>iiaav%Bg • . . 

Führt wohl auf ein einfacheres ^t;- zurfick^ wie es unter anderem 
aus ^vQO'V ,Scheermes8er* (siehe Seite 303) wird entnommen werden 
dürfen. 
I^r jzusammen*; ,mit*. 

n. 4, 446 und 447: dt d* otb dri ^' ig x^pov %va ^v-lovreg Yxovro, 
^vv (in den Ausgaben avv) ^' ißakov Fqivovg^ ^vv (wie eben) 6* ^yx^o- 
H. 23, 687: ^vv (in den Ausgaben avv) ^' Mtcboov, ^v (wie eben) di aq)i 



Griechische Etymologie. 303 

ßoQBlat xBlQ€g BfjLix&Bv. 11.10,224: ^vv (in den Ausgaben avv) te dv^ 
k^ofiivia. Aesch. OL 460: ^v de yevov ngog ix^Qovg, — IL 6, 372: aXJi 
rj ye ^vv naiSl . . . iq>BaT7^ii€i, IL 16, 864: avrUa dk ^v doqFi fxer^ 
uivTOfiidowa ßeßi^xei. Od. 15, 410: iXd-wv agyvQÖTO^og JiftoXXcjv i/igzi- 

Lat cum ^zusammen', ^mit', das als Präfix sich aber in der Form com- 
{eom-Sdit Plant Irin. 360; eom-pulsam £nn. ann. 257; dafür con- in con- 
'Currunt Enn. ann. 423; nnd sonst; co- in co-gnäto-s Plant capt 390, und 
sonst) erhielt ; Enn. ann. 552 : cum legiönibus qvom proficiscitur indu- 
perätor ; Enn. ann. 20 : qvod U-cum precibus pater örat 

Altir. con ,mif (in vielen Verbindungen dafür co) ; conalailiu fogair ,mit 
einem andern Laut' (Zeuss-Eb. 640). 

Auffällig ist die häufige Nebenform avv (H. 1, 307: ^le avv re Mevoi- 
riadfi), die offenbar aus ^v erst hervorgegangen ist, mit einer Lautein- 
busse, die im Griechischen sonst sehr ungewöhnlich ist, sich aber doch 
zum Beispiel vergleicht mit der Entstehung des anlautenden a in acixeiv 
,zerTeiben^ (Hdt. 4, 75 ; Nik. ther. 590 und 696), das aus dem gleichbedeu- 
tenden xffwxeiv (Nik. ther. 629; Luk. 6, 1) hervorging. Für die älteste grie- 
chische Dichtung wird als Begel gelten dürfen, dass avv nur da eintrat, 
wo der Vers es verlangte, nicht umgekehrt, dass etwa ^vv nur durch den 
Vers geschützt blieb. Der Vocal v trat an die Stelle eines älteren o, wie 
in vvyLTog (II. 3, 11) >» lat noctis ,der Nacht' (Enn. ann. 92) und sonst öfters. 
Unmittelbar vergleichbare adverbielle Wörter begegnen sonst nicht: vvv 
,nun' (H. 10, 105: oaa nov vvv iFiXn&rai, H. 23, 485: öbvqo vvv) hat als 
viel häufigere Nebenform vocalisch auslautendes vi (H. 1, 28; 414; 2, 258; 
3, 373) »» altind. nü (BV. 1, 22, 8; 1, 25, 18; 1, 32, 1). — Anlautendem k 
steht lat c gegenüber wie in lat cand^e ,glänzen' (Seite 299) dem grie- 
chischen ^avd^o-g ,gelblich, blond^ gegenüber, falls diese Gleichstellung als 
richtig gelten darf. 
%vp6-q ,gemeinsam^ 

IL 15, 193: yala d' Iht ^wtj navzwv xal fAOXQog^Okvfinog. IL 16, 262; 
^vvov dh TLoxov ftollFeaai ti^elaiv, II. 18, 309: ^vvog ^Ewakiog^ tloI ve 
xreviovra TLoxhi'ra. Hes. Bruchst 187, 1: gvvai yaQ xoze daljeg iaav, 
^vol dk &6(axoi a&avaTOiai Ceolat naradyrjTOlg t' av&QoiTioig. Pind. 
OL 3, 18: aXfii . . . axiagov te q>vTevfia ^vov av^QWfcoig axitpavov %* age- 
tav. Aesch. Sieben 76: ^wa d* iXTtl^w liyeiv. 

Schliesst sich wohl an das Vorausgehende an, dabei aber ist die Bil- 
dung durchaus noch nicht verständlich. Die Dehnung des v bedarf der 
Erklärung. Etwaige Entstehung aus einem älteren *^vyj6' ist wenig wahr- 
scheinlich. Noch weniger kann an Zufügung eines suffixalen einfachen o 
gedacht werden. Nächster Zusammenhang mit Tcoi^vo-g ,gemein8am^ das 
Homer noch nicht hat, wohl aber zum Beispiel Hesiodos (Werke 723), ist 
öfter angenommen worden, von niemandem aber wirklich erwieaen. 
^vQö-v fScheermesser'. 



304 Griechische Etymologie. 

IL 10, 173: vvv yag dq navxeaaiv inl ^vqov %axa%ai dxfiijg. Soph. Ant. 
996: (pQovei ßeßwg av vvv inl ^vgov rvxr^g> Eur. £1.241: aal ytQ&ra Ttlo- 
TLOfiov X* iaxvd'iaijiivov ^vg(p. Ar. EkkL 65 : ro ^vqov di y* Ix zf^q olxlag 
^QQiipa 7cg(orov, %va daavvd'elrjv SXtj aal firjdkv eXtjv ^ti yvvaiyl Tcqoa- 
q)€QTJg, Thesm. 219 : x^^^o'y vi vvv tj/äIv ^vgov . . . (pvca rijy yvad'ov ttjv 
de^lav. — Dazu: ^vgeiv ,scheeren^ und medial ^vQea&ai ySich scheeren 
Jassen'; Lnk. Fseudolog. 27: ht yag ^^geg avzov. Athen. 13 , 565^ C: 
Jioyivrig . . . tcpriaev . , . iv Podqf ök vofxov ovtog fxfj ^gea&ai ovd' 6 
inikriilJOfievog ovdelg iariv äia ib nav%ag ^gea&ai, 

Altind. kshurd'S ^Scheermesser'; KV. 10, 28, 9: gaQds Jcshurdm pratiän- 
cam gagära ,der Hase verschlang das entgegengerichtete Messer^ ; BV. 8, 
4, 16: 8dm nas gicihi bhuriyaus iva kshuräm ^schärfe uns wie die Schneide 
einer Scheere^ 

Als suffixales Element löst sich go ab, ganz wie zum Beispiel in nte- 
go'v ,Feder, Flüger (IL 11, 454; 19, 386), nk^vgo-v ,Körper8eite^ (B. 4, 468) 
und wohl auch ag>vg6'V ,Fussknöchel' (IL 4, 147; 518; 6, 117). So ergiebt 
sich also eine Verbalgrundform ^i;-, auf die schon unter ^vg- ,schaben, ab- 
reiben' (Seite 302) als wahrscheinlich auch ihm zu Grunde liegend hinge- 
wiesen wurde. Möglicher Weise ist sie auch erhalten im altind. kshnu- 
»schleifen, wetzen, schärfen' (AV.; dazu: ava-Ä»Anu- , wegreiben, vertilgen'; 
BV. 10, 23, 2 : dva Jcshnäumi dasa^'a näma dt ,ich vertilge sogar den 
Namen des DäsasO, das unverkennbar das präsensbildende nu enthält, 
also vielleicht durch Verkürzung aus einem alten *kshurmir hervorging. 
— In ^vgeiv (aus *^vg-j€iv, weiterhin aber aus *gvgo-J€iv) trat dieselbe 
vocalische Einbusse ein wie in dem mehrsilbigen xivigead-ai (zunächst aus 
*yLivvgjeax^ai) ,wimmem' (Aesch. Sieben 123; Ar. Bitter 11), das von xivv- 
go-g jwimmemd' (IL 17, 5; Ap. Bh. 4, 603) ausging. ^ 
gvQcd- i^vglg), Name einer Pflanze ,Stinkschwertel' (Iris foetidissima). 

Diosk. 4, 22: ^vglg, ol dh Igiv dyglav ... tot fiev q)vlla Jsx^i Itgidi 
OfÄOia, nhxTvtega dh %al i'| axgov ö^ia. 

Schliesst sich ohne Zweifel an das Vorausgehende eng an. 
^'öXo'V ,Holzstück'. 

B. 8, 507 : im de ^ka ftokka kiyea&Bj uig xev itavvvxioi . . • nalufiev 
Ttvga nokkd. IL 18, 347: iv ö' ag' fjdwg ^eßaVj vico dk S^ka dalov 
ikovreg, IL 23, 327: iaTrjxev §vkov avovy oaov t' ogyvi\ vitkg aXrig. IL 
24, 778: a^ere vvv . . . ^ka ßdotvöe. Od. 15, 322: nvg i^ iv vrjßrjOai dia 
re ^ka dava 'Aedaaai. Od. 14, 418: niaae ^vka vrjkit %ahi(^. Od. 18, 308: 
7t€gi dk i;vka xdyvMva ^rjxav, ava ndkai, Tceglxrjka, viFov nexeaofiiva 
Xahu^. 

Wird auf dem selben Grunde ruhen wie ^vgo^v ,Scheermesser' (Seite 303). 
Das Suffix aber löst sich ab wie in (pv-ko-v ,6eschlecht, Stamm, Volk' 
(IL 2, 362; 840; 5, 441), axvko-v ,Kriegsbeute' (Soph. Phil. 1428; 1431; Eur. 
Phoen. 574), avko-v ,Baub' (Babr. 2, 12), urlko-v ,Flaumfeder' (Soph. Bruchst 
1026; Ar. Ach. 588; 1182). 



Griechische Etjonologie. 305 

^tXoxo-q ^Dickicht'. 

Bei Homer sechsmaL IL 5, 162: wg de Uwv h ßovai &oq(ov i^ av- 
xiva ßa^ noQXiog ridk ßoßog, ^vkoxov xata ßoaxofjisyaiüv. 11.11,415: 
(ig ö ' 0T€ naTtQiov dfiq>l xvveg &ak€Qol %^ al^rjol aevüivrai, o di t' elat. 
ßa&eirig h. ^vkoxoio. 11.21,573: i^vze Ttogöakig elai ßa&elrjg ix ^16- 
XOio avÖQog &rjQri%fJQog ivavxlov. Od. 4, 335 »=> 17, 126: tig d^ OTtov' h 
^koxfp Mlaq^og nQcereQolo Xiovzog veßgoig nLOtfiraaüa . . . xvtjfiovg k^egirjai 
... d' }lrt€iTa ißfjv elarjXv&ev evvtiy. Od. 19, 445: iv&a ö* aq' kv Xoxf^fj 
Ttvxivfj xarixeiTO fiiyag avg ...od' avTlog Ix ^vXoxoio, . . . atfj ^ ' avTwv 
ox^do'd'ev. 

Etymologisch dunkel Enthält möglicher Weise den selben Schlosstheil wie 
S'koxo-g ,dem selben Lager C^x^-S in dieser Bedeutung zu muthmaassen) 
Angehörige' -» ,6attinn' (IL 1,114; 546; 2, 136), so dass seine ursprüng- 
liche Bedeutung etwa ,Lager (eines wilden Thieres?) enthaltend' gewesen sein 
könnte. Das |e;- aber bleibt bei solcher Vermuthung noch völlig dunkel. 

^ovd'ö'q ,bräunlich'. 

Hom. hymn. 33, 13: ol (d. L Ji6aY.ovQoi) ä^ i^artlvtig iq>dvrjaav ^ov&ijai 
nvBQvyeaai di^ al&iqog al^avzeg. Aesch. Ag. 1142: old Tig ^ov^d dxo- 
(fr}tog ßoag . . . dridtiv. Aesch. Bruchst 134, 1: ift' aUtog ök ^ov^og In- 
naXexTQViüV otd^ei. Ar. Frösche 932: tov ^ov&dv iTcnaX&itfvova ^rjTwv. 
Soph. Bruchst 366, 5: to noixckwTorov ^ov^g fAeklaarjg xrjQOTvXaaTov 
ogyavov, Eur. Iph. T. 165: ^ov&äv re novrjfia fiekiaadv, 635: ^ov&rjg 
fteXlaatjg. Eur. HeL 1111 : ah . . . dvaßodaw . . . drjdova . . iX&k did ^ov- 
x^av yevvwv iXeXl^ofiiva &(}rivolg ifzolg ^V(pd6g, Ar. Vögel 214 (aijddiv) 
ikeXi^ofiivr} dugoig fiiXiaiv yiwog ^ov&^g, 744 : di ' Ifiijg yivvog ^ov&rjg 
(sagt die Nachtigall); 676: w q)lXt]^ w ^ov&t^ .. dtjdoL Bahr. 118, 1: 
^ov'&fj x^^tidcJy. Herodik. (bei Athen. 5, 222, A) : v^g ^ov&ijg öeiXoveQOi 
xBfidäog. Dichter (bei Athen. 13, 608, D): xo^ai . . . ^ov^olaiv dvifioig 
hetQvqxißv q>oQovfievai. Mnasalk. (in AnthoL 7, 192, 4): ^ov&dv ix me- 
Qvywv (von der Heuschrecke gesagt). 

Dunklen Ursprungs. Enthält möglicher Weise in üebereinstimmung mit 
^av^o-g jgelblich, blond' (Seite 299) ein suffixales ^o. 



xm?- ixalvBiv (aus *xdvjBiv) ,tödten', mit dem Aorist h,avov (Soph. Ant 
1319;Aesch. Ch. 930; Eur. Iph. T. 1251) und dem Perfect x^xoya (Soph. 
Bruchst. 955; Xen. an. 7, 6, 36: xa%a-xByLov6%Bg). 

Aesch. Gh. 886: tbv ^wvta xalvuv %oig Te&vrjxoTag Xiyw, Sieben 630: 
nvgywv d' ixTO&ev ßaXcov Zevg aq>€ xdvoi x€Qavv(p. Soph. Ant 1319: 
iyu ydg a* iytj ixavov, 

Altostpers. vi-gan ,zerstören'; — gäna- ,Vemichtung' (Fick 1*, 421). 

Wird gemeiniglich für eine Nebenform von xtev- : xrelvetv ,tödten' (Seite 
262) gehalten, aber sicher mit Unrecht 
xdvaßo-q ,Modellholz, Modell, Grundriss'; auch xdvvaßo-g (Pollux 7, 164) 
geschrieben. 

Leo Meyer, Orieohisohe Etymologie. II. 20 



306 Griechische Etymologie. 

Arist Thierk. 3, 49 : al fihv yag (pkißBQj aia/ceg kv tolg yqaipofiivoig 
^avdßoig, ro tov atifiazog ^ovat oxrjf^o. Hesych erklärt: xdvaßoi' rd 
^tla, Ttegl a ro TtQcirov ol nXdoTai tov infjQov Ti&iaaiv' o&ev xal ol 
Xentol xai aaaQy,oi xdvaßoi Xiyoytai (letzteres nach Pollnx 10, 189 bei 
Strattis). Pollux 4, 164: negl o dh ol Tovg ni&ovg nkdtTovteg tov Ttrj/Lov 
nsQi'd'ivteg TtXdrTovai, tovto to ^vki^^iov xdvvaßog xaAetrai. 

Dunkler Herkunft Eines Suffixes ßo geschah zuletzt unter yLoxxaßo-g 
^Kottabosspier (Seite 257) Erwähnung. 
Y,avd^Hv (aus *yLaviy'J€iv) ^Geräusch machen, mit Geräusch eingiessen^ 

Eur. Kykl. 158: ^iZv tov Xdqvyya di-exava^i aov xakdug] Ar. Ritter 105: 
i'^t wvj anQaTov ly-iMxva^ov fioi ttoXvv anovdfiv. Alkiph. 3, 36, 3: t(^ dh 
iy-xava^ag xvkma evfxeyi^j (pXvaglag (pagfioxov ägeyov. 

Steht ohne Zweifel im nächsten Zusammenhang mit dem Folgenden. 
TtavaxT^ ,Geräusch, Klangt 

IL 16, 105: ößeivijv dh . , , ttiJAij^ ßalkofiivrj navaxfiv ^6, Od. 6, 82: 
TLavax^ ^^ ^^^ f^l^tovouv, II. 19, 365: tov ymI odovxwv idhv navaxfi niXe. 
Find. Pyih. 10, 39: Ttavra . . . xavaxal t' avluiv doviovTai, 

Lat canere ,ert()nen, singen'; Enn. ann. 222: vorsibiis qvös dlim Faunei 
vätesqve canebant; Att trag. 385: signa extempU canere . . . imperat] Cic. 
div. 1, 7 : Juppiteme . . . corvum ab dexterä canere jussmet. 

Altir. canaid ,er singt* (Wind,-Curt 141); for-chun ,ich lehre' (Zeuss- 
Eb. 428); — kom. cheniat jSänger* (Z.-E. 839). 

Dazu : goth. hanan- ,Hahn' (— ,der Krähende'. Zu vergleichen Cic. div. 
2,26: qvia galU vidi silere solerent, canere victores] Ter. Phorm. 708 : 
gallina cecinif)] Matth. 26, 74: jah suns hana hrükida; Mk. 14, 68: hana 
vopida. — Nhd. Hahn. 

Altin. han : Jcdnati ,er giebt einen Laut von sich, wehklagt' (Gramm.). — 
Jcvan-i hvanati ,er klingt, tönt' (Bhäg. P.; Git). 

Die Suffixform wie in arovaxri ,da8 Stöhnen, Seufzen' (IL 2, 39 ; 356 ; 
24, 512; zu GTevdxeiv ,stöhnen, seufzen'; ,brausen' 11.8, 334; 13,423; 
16, 391). 
TcavöV' (yiavciv) ,grader Stab' (am Schilde); ,Gamspule'; , Wagebalken'; 
Richtholz, Lineal'; ,Richtschnur, Vorschrift, Vorbild'. 

11.8,193: aanlda NeaTogiT]v, Trjg vvv mXiFog ovgavov ineij ndaav 
XQvaelriv ^fievai, xavovag re xal avTrjv. IL 13, 407: danldi . . . Trjv . . . 
(poQieay^e, dito xavoveaa^ dgagviav. — IL 23, 761 : ayxi jwaA*, lug otb Tlg 
T€ iv^iivoio yvvamdg artid-eog dyxi y^avciv, ov x €v fidka x^Q^^ Tavvaaji 
Ttfjvlov k^ih^ovaa naghx filrov, dyxo&i d^ tax^t aTr^&eog. Ar. Thesm. 822: 
'^fiiv fihv yaQ awv iVt xal vvv TavTlov, 6 vMviLv^ ol xaka&laxoi, to axid- 
deiov. — Anth. 11,334,2: JafiayoQay xal Xoifibv ia6%fniq>6v (,gleich an Zahl 
der Buchstaben') Ttg axovaag HaTrja* dpLcporiQUiv tov TQonov ix xavovog 
. . . koifiov d' sigev ikatpQoxeqov. — Soph. Bruchst 433, 5: Zotb TixTovog 
nagd OTd&fir^v tovTog ÖQ^ovTat xavwv. Eur. Tro. 6: katvovg nvgyovg Ttiqi^ 
oQ&ovaiv ^&€fi€v xavoaiv. Eur. Schutzf L 650 : kafÄfcgd fthv dxTig ^klov 



Griechische Etymologie. 307 

TLaviJV aatprjg ißakke yalav. £ur. ras. Her. 945 : lug %a KvxkojTtwv ßd&qa 
q}oLviY.i 'Aavovi xal Tv%oig tiQ^ioofiiva. Ar. Vögel 1004: 0Q&(p ^ergrjao} 
'/Mvovi ngooTi^elg, %va 6 nixlog yivTjral aot Tergdycjvog. — Eur. Hek. 
602: oldev %6 y aiaxQOVj navovi %ov yiakov ^a&wv. El. 52: yvüifir^g 
rcoyrjQolg xavoatv ava^€TQovfi€vog t6 ouiq>qov tatw TLavrdg av Totoirog äv. 

Der ürsprang des Wortes ist vom Griechischen aus nicht verständlich; 
so hängt es wohl in üebereinstimmung mit der gewöhnlichen Annahme 
aufs Nächste mit YMvva fixAa^ Kohrgeschlecht' (siehe unten) zusammen. — 
Daa Suffix wie in c/xoV-, alt Feimv- ,Bild, Ebenbild' (Seite 106). 
xdiMjT- (xoyijg) ^Kohrgeflecht, Korb'. 

Plut SoL 21 : xeAcraa^ . . . (iridh TidyrjTa Ttrjxvalov (jLBitova. Erates bei 
Pollux 10, 90: o 'AOLvrig dh %r^g xoiTrjg vrtBQixBiv (loi öoxeL 

Wird für ^'Kavvrjr^ geschrieben sein wie xaveio-v ,Korb* (siehe sogleich) 
für *Kdvv€io-v und nebst diesem zu xdvva ,Rohr, Bohrgeflecht' (siehe 
unten) gehören. Das Suffix wie in afirjr-, eine Art Milchkuchen, und 
sonst (1, Seite 229). 
xdvBio-v (Od. 10, 355) oder häufiger xaveo-v ,Korb*. 

IL 9, 217: olTov iXdv knivufJLB TQarti^f] xakola* h xavioiaiv. Od. 17, 
343: ägtov t oLFov iXwv jteQixaXXiog Ix xavioio xal xgißag, II. 11, 630: 
cnkdg krt* avT^g (d. L TgaTciCrjg) xcfAx££oy xdveov. Od. 10, 355: inl dk 
atfi (d. i. TQaTti^aig) ri&r} xQvaeia xdveia. 

Bezeichnet ursprünglich wohl nur einen ,aus Bohr geflochtenen' Korb, da 
xdvva ,Bohr^ Bohrgeflecht' (siehe sogleich) zu Grunde zu liegen scheint. Wie 
beispielsweise xQ^oeio-g (IL 1, 246; 4, 133; 5, 744) und xQ^aeo-g (IL 14, 239; 
Od. 15, 460) ,golden' und ähnlich andere Stoffadjective in der homerischen 
Sprache neben einander liegen, so darf man auch in xdveio- neben xdveo- 
eine alte adjectivische Form mit der Bedeutung ,aus Bohr bestehend' yer- 
muthen. Die Schreibung mit einfachen v neben vv hat etwas auffälliges, 
scheint aber grade bei Ableitung von xdvva ,Bohr' (siehe sogleich) häufiger 
vorzukommen; wie wir auch schon xdvrjz- ,Bohrgeflecht, Korb' (siehe oben) 
als nahzugehörig vermutheten. 
xdwa ,Bohr' (diese Bedeutung zufällig nicht belegt aber zum Beispiel er- 
halten im entlehnten lat cannoj wie Ov. met 4, 298 : canna palitstris), 
^ohrgeflecht'. 

Ar. Wespen 394 : ov fxt] jtoti aov nagd rag xdvvag oigrjaa}, Pherekr. 
(bei Pollux 10, 1S3): axfjvij negUgxvog Ttegißdloig xdvvaiat, Kratinos(bei 
Pollux 10, 184): ov dvvavvai ndvra noiovaai vetjoolxtov kax^lv ovdk 
xdwTfi. — Dazu: xavaargo-v ,irdenes Gefäss', zunächst höchstwahr- 
scheinlich ,Korb'; Homer epigr. 14, 3: €v dk Ttegav&eUv xoxvXot xal ndvza 
xdvaorga. Hesych erklärt: xdvaargov' oavgaxov, zgvßXiov, xavovv. 

Aus dem Semitschen (AugMüUer bei Bezzenb. 1, 276) entlehnt, hebr. nsp 
jSchilfrohr' (Jes. 36, 6; 42, 3; Ps. 68, 31), ,Messruthe, Maassstab' (Ez. 40, 3 
und 5), ,Wagebalken, Wage' (Jes. 46, 6). So erklärt sich auch das Schwan- 
ken der Schreibung mit vv oder einfachen v, letzteres namentlich in ab- 

20* 



308 Griechische Etymologe. 

geleiteten Wörtern. Der Ausgang -awa begegnet, wie es scheint, in echt 
griechischen Wörtern nie. — Mit xavaoTQo-v stimmen in der Snffixform 
überein ariyaatQO'V ,Decke' (Soph. El. 781; Xen. Oek. 19, 13; zu oreyd- 
Ceiv ,bedecken' Aesch. Ch. 984 ; Plnt. Crass. 3) und ^vyaazQo-v ,aus Brettern 
zusammengesetzter Kasten' (Soph. Trach. 692 ; Xen. Eyr. 7, 3, 1 ; wie von 
einem Verbum *^vyd^€iv), 
Tcdvvaßo-q ,Modellholz, Modell, Gmndriss' siehe unter xdvaßo-g (Seite 305). 
xdvvaßi'S ,Hanf ; auch navaßi-g (Photios: navaßig' (pv%6v llv(p naga- 
Tchqotov^ i^ ov xal ka&iJTeg ylvovrai) geschrieben. 

Hdt 4, 74 : ^ari di aq>i (d. L den Skythen) xdvvaßig tpvofiivri iv vf} 
Xiigjl nkfjv naxfirrj^og xa2 (leyad-Bog T(p Xlvq) k(Aq>BQBaxa%ri' '^on^'^ot dh 
fcoXXifi vneqtpiQBi 17 ndwaßig' cnrnj xal airofiarrj xal afteigofiäPT] q>v€%aiy 
%al 1^ cA%f^g Qgr^txeg fikv xal eifiara noievyrai roiai Xivioiai ofioiovara. 
Soph. Bruchst 222: xdwaßig. Athen. 5, 206, F: ^Uqwv dk 6 SvqoxooIwv 
ßaailevg . . . (og de Tovra ri%oi(idaa%o . . . xavvaßiv ök xal ftl%%av Ix toi; 
^Podavov norafiov. Paus. 6, 26, 6: ri;y fiiv di] xavvaßlda xal XLvov xal 
%iiv ßvaaov anelgovaiv (die Bewohner von Elis) ocoig 17 y^ rgig^eiv iatlv 
iftivfiÖBtog. 

Ahd. hanafj nhd. Hanf; muss sehr früh entlehnt sein. 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
xäyxavo-q ,trocken^ 

Bei Homer zweimal. IL 21, 364 : dg de kißtjg ^iei ^vdov . . . vrco de 
^vXa xdyxava xelvai. Od. 18, 308: kannvf^Qag zgelg Yataaav . . . negl de 
^Xa xayxava ^xav, aia ndXai, TtBQlxrjka. Hom. hymn. Herm. 112: 
Ttokld dk xdyxava xdhx xaTOvdalip hl ßod-Qq) ovla kaßwv InidnqxBv 
ifctjetava. 

Das Suffix wie in XLzavo-g ,flehend' (Aesch. SchutzfL 809) und da/ra- 
vo-g ,ver8chwenderisch' (Thuk. 5, 103; Plut mor. 624, E) und, mit abwei- 
chender Betonung, in Ixavo-g ,hinreichend, tüchtig' (Seite 23). Die Ver- 
balgrundform aber ist noch nicht weiter nachgewiesen. Sollte sichs mög- 
licher Weise um eine Bildung durch alte B^uplication handebi? 
xdyxafio-i?, ein orientalisches Baumharz. 

Diosk. 1, 23 : xdyxafiov Sdxgvov iaxvv agaßixov ^vXov, üfivgvtj noawg 
ioixog, ßguifxwdeg iv t[J yevaeij (^neq dg dv(xid(iaTt xQ^v^ai. 

Nicht griechisch; wahrscheinlich semitischen Ursprungs. 
Tcdvöv'q ,medisches Oberkleid mit Aermeln^ 

Xen. Kyr. 1, 3, 2: %av%a ydq Ttdvra Mridixd ioTi, xal ol 7tOQq>vQol xi'^fü' 
veg xal ol xdvdveg. 8, 3, 10: ol IfCTtelg . . • duigxoreg zag x^^Q^S S^d %äv 
xavdvtovj wOTteg xal vvv i%i dielgovaiv, ovav 6g^ ßaackevg. 8,3,13: 
ngovg>alyeto 6 Kvgog . . . ^wv . . . xdvdvv 6Xon6gq>vgov. — Dazu: xay- 
dvTaXi-g ,Kleiderkiste*; DiphiL (beiPoll. 10, 187): 6 öh xavdvraXig ov- 
%og %l dvvarat xal vi Motiv ] äoTteg ei eXrcoig dograg. 

üngriechisch. 
TtdvövXo-gj eine Art Kuchen. 



Griechische Etymologie. 309 

Menand. (bei Athen. 4, 172, B): oht ia%t yiavövkovg noteiv ovd^ ola av 
eiw^ag eig ravrov xaQvueveiv fiili, aefilöaXiVy t^a. Athen. 1, 9, A: xal 
ov d'Qia xai xdvdvXov xal af^TjTag . . . TtagarldTjaiv ^'OfirjQog. Plut mor. 
644, B: ov yaq tjv, oliAat^ nififiara xa2 xovdvkovg xal xagvTcelag . . . dtaL- 
Q6iv, 664, B: to fcoiyJXov dg ovx iv aßvQToxaig aal xavöiXoig xal xa- 
QvuLaig lariv. 

Dunkler Herkunft ; vielleicht ungriechisch. Das Suffix scheint das selbe 
wie in xovövXo-g ^Knochengelenk'; jFaustschlag* (Arist Thierk. 1, 58 ; — 
Ar. Wesp. 254; 1503), ag>6vdvko'g ,Wirbelknochen, Halswirbel' (Eur. El. 
841 ; Phon. 1413; Ar. Wesp. 1489), xorvlo-g ,Trinkgefäs8' (Athen. 11, 482, B), 
xQwßvlo-g ,Haarschopf, Haarbüschel' (Thuk. 1, 6; Xen. an. 5, 4, 13). 
^ävöavXo-q ,ein lydisches leckeres Gericht. 

Alexis (bei Athen. 12, 516, D): ort di aoi naga tovto Tiavdavkov riva 
naQaSriaofiBv, — yLavdavXov\ ovtl ldrjdo%a \}iavdavXov\ ovd^ dxi^o^ ovöe- 
TiiinoTe, Philem. (bei Athen. 12, 516, F): Tovg iv %f^ nolei ixaQxvqag %%o} 
yaQ oti fiovog g)vaiirjv notiZj xavdavkov, t^a, &Qtov. Athen. 12, 516, D, 
xal xdvdavkov öi %iva tXeyov ol uivdol . . . ylveo^at i* avtov qyrjoiv 6 
TaQavTlvog'HyijaiftTiog i^ iq>&ov xQiutg aal xvTjarov Sqtov aal O^vylov 
TVQOv dvrj&ov TB xal ^wfiov nlovog. 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
nayyaXdsiv ,laut lachen'. 

Bei Homer 5 mal. II. 3, 43 : vi nov xayxakoioai xagr] xofioovteg *AxotiFol 
q>dvxeg aQiafijßa tcqoiiov ifi^evau H. 6, 514: Ilagig . • . ißeßi^xei %ay%(x- 
lotov, II. 10, 565: liSg FaintJv Taq)Qoio dii^kaae (iwvvxag Xnnovg ^ay- 
Xccldojv. 

Steht ohne Zweifel in nächstem Zusammenhang mit TLaxd^Biv ,laut lachen 
(Seite 278), neben dem einige Male auch die Form Tiayxd^eiv begegnet, wie 
Athen. 1 0, 438, F : airog re 6 l^vrloxog sTteae und Pollux 10, 199 . . . q)aiiqi' 
vead-ai tu 6q)^alfiWj xayxd^eiv, xAcvcf^eiy .... Nächste Grundlage scheint 
ein weiblichgeschlechtiges *xayxdXrj zu bilden, das sich etwa mit dyxdkr] 
,Arm' (1, Seite 201) und anderen neben diesem schon genannten Bildungen 
wurde vergleichen lassen, vielleicht aber ist doch viel wahrscheinlicher, 
dass sichs um eine alte Bildung durch Beduplication handelt (von einer 
Verbalgrundform ^aA-?), die sich mit nofi-fpok-vy- ,Wasserblase' (Aratos 
979) und anderen ähnlichen, die den Nasal in die Reduplicationssilbe ein- 
fügten, würde vergleichen lassen. 
xdv^'aQo-q, Name eines Käfers. 

Aesch. Bruchst 233: Aixvalog kari xdvd^aqog ßitf novtjv. Ar. Lys. 695: 
de%6v rlxTovTa xdvd^aqog ob (laiBvoofiai, Ar. Friede 1 : alqe f^d^av wg 
vdxiara xav&dQtp. 866 : Big ox^f^o xav&dgov ^nißdg %0(aaa lovg ^XXrj- 
vag, Arist Thierk. 1, 29: xoXBOTtrBga . . — ^x^c ydq iv iXvtQ(^ %d Ttzegd^ 
olov al fAtiXoXov^ai %a\ ol xdvd-aqoi. 5, 102: ol dh xdv&oQOL ijv xvXlovai 
XOTCQOV, iv Tavtf] (ptoXevoval tb tov ;(£c^cc7ya xal ivtUzovat oxwXrjxia, 
l| (Sv ylvovxai xdv^agoi. 



310 Griechische Etjrmolog^e. 

Dunklen Ursprungs. Das Suffix wohl das selbe wie in hago-g^ alt 
ßhaQO'S ,Gefährte' (1, Seite 370). 
xdv&aQO'^y Najne eines Fisches. 

Arist Thierk. 8, 87: eial de ngdayeioc aivodiov, xdv&agog, 6Qq)6g. 

Ob mit dem Vorausgehenden etymologisch übereinstimmend? 
xdV'9'aQo-qy ein Trinkgefäss. 

Ameipsias (bei Athen. 11, 473, D): q>iQ^ o^ßatpa xai ytavd-aQovg. Alexis 
(ebenda): ogui %6v 'Egfialaxov tmv adgcSv toitwv Tiva xavd'ciQOv xcrra- 
oxiq>ovxa. Eubul. (bei Athen. 11, 473, F): ^riqov in6i]a^ Bv&itag %ov xavd'aQov. 

Möglicher Weise mit den beiden vorausgehenden im Grunde das selbe. 
xavd'ö-g ,Augenwinkel^; ,Auge'; yEadreif'. 

Arist Thierk. 1, 42: xoivov dk rrjg ßketpagldog piigog rrjg avo) xal xoroi 
xav&oi övOy 6 fikv ngog %ji ^ivlj 6 dk ngog xolg TitQorag>oig. 2, 48 : ol 
oQVL&Bg . . . fivovöi 6* ol ßageig rtp xana ßXBtpagt^, axagäafiVTTOvai d* Ix 
%ov xavd'ov digfjLati iniovti navxeg. Nik. ther. 673: ogxB , , . xav&qj hl 
^ayrijgi (,innerer Augenwinkel^ xvrtrjv avedi^ar^ ix^dvr^g. — Kall. Bruchst 
150: xav&iiv ijkaaag wgov ano. Opp. Jagd 4, 118: deifialvovreg avaxrog 
iov nvgihxixnia xav&ov. Paul. Silent (in Anth. 5, 219, 3): ^dv Xa^elv^ 
g>vkax(üv xe navaygia xav^ov aXv^ai. Philipp. Thess. (in Anth. 6, 62, 6): 
yijg(f xav&og Ineaxineto. Derselbe (in Anth. 6, 92, 6) : yrigif tuxv&ov i^o- 
g)Wfiivog. — Etym. M. erläutert: inlaawrga' ol htzog %wv xgoxäv Gid(' 
geioi xvxkoi ol ini T^y y^v xvXiofnevoij ra xt;xA^ xwv %ov agfiaxog xgo- 
Xdv oidijga^ xa ircavia xdiv xgoxmv aidrjga rj jforilxa, a xav&ol xalovvxai. 

Dunklen Ursprungs. 
xavO^lXio^q^ zunächst wohl ,6epäck betreffend, Last tragend'; dann ,La8teseK 

Xen. Kyr. 7, 5, 11 : xai yag dt] nieCp^Bvoi ol q>olvix€g vtvo ßagovg avw 
xvgxoivxaiy äonig ol ovoi ol xav'^ijXioi. Plat Oastm. 221, E: (Sokrates) 
ovovg yag xav&rjXlovg JJyei xai x^Xxiag xivag xal axvxoxofiovg. Sositheos 
(bei Athen. 10, 415, B): ^da^et fikv agxovg xgeig, ovovg xavdTjUovg xgelg 
x^g ßgax^lag '^fnigag, — Ar. Lys. 290: OTtwg nox* i^apLngevaofiev xavx* 
avev xavdnriXlov. Palladas (in Anth. 11, 383, 5): tAi;^/ (pigeiv Xomov, 
xav&i^Xi€. — Dazu: xav&rjXiO'V ,6epäck*; Ar. Wesp. 170: anodoa^ai 
ßovXof^ai xov ovov Sywv alxoiai xolg xavdirjXiolCm Hesych erklärt: xav- 
&tjXia' . . . xai xa aayfiaxa xiHv ovcjv. 

Dunkler Herkunft Zunächst zu Grunde liegt vielleicht ein ^xav^^iXo-j 
das etwa von einem *xav&rj ,Gepäck' ausging, wie zum Beispiel aitaxr^" 
Xo-g ,trttgerisch* (II. 1, 526) von anaxt] ,Betrug, Täuschung^ (1, Seite 61). 
Das folgende Wort wird auch dazu gehören. 
xih?*e>r- ,Packe8el^ 

Ar. Wesp. 179: xivd^mv, xl xXaeig] oxi nengaCBi xi^fiegov^^ ßadi^e ^or- 
xov. Palladas (in Anth. tl, 383, 1: ijy aga xal xav&iaai xvxfj ;ifaA€7nf xe 
xal h&Xij. Apollinar. (in 11, 399, 7): Aißvxovg xav&wvag oxovfievog, elx' 
anonlnxwv noXXaxig. Lyk. 817: wg aoi xgelaaov i;v . . . xov igyaxr^v 
fivxXov xvv&(ov^ vjco ^evyXaiai ficaaaßovv (d. L iXavvBiv). 



Griechische Etymologie. 311 

Steht offenbar mit dem Vorausgehenden im nächsten Zusammenhang. 
Das Suffix wie in xcJ^wy- ,irdenes Trinkgefäss^ (Seite 287) und zahl- 
reichen andern Wörtern. 
xav^i)X7j ,Geschwulst*. 

Nur Aesch. Bruchst. 220: yLav&tlag. Hesych er}slSxt:.i^av&vJiaQ' rag 
dvoidrjaetg. 

Goth. gunds jGeschwür* (nur Tim, 2, 2, 17: vaurd iz6 svi gunds alith 
Jo Xoyog aizüv wg yayyQatva vofi^v €^€i% ahd. gund ^eiterndes Geschwür* 
(Von FHolthausen bei Kuhn 28, 282 in ansprechender Weise verglichen). 

Das Suffix wie in aQßvkrj ^starker den ganzen Fuss bedeckender Schuh* 
(1, Seite 283) und noch anderen neben ihm genannten Wörtern. 
xfv, vor Consonanten häufig xi (IL 1, 23: aX xi nod^i Zeig duiai. IL 1, 
137: sl di xe fiij dwovaiv. Doch daneben: IL 1,60: et nev d^avatov ye 
q>vyoi^ev, IL 1, 66: ai Y,iv Tttog. IL 1, 100: roze xiv iiiv\ eine insbeson- 
dere in der homerischen Sprache sehr häufig auftretende Partikel, die 
im ganzen Satzgefüge, namentlich in Bedingungssätzen eine grosse Eolle 
spielt, ihrer ursprünglichen Bedeutung nach aber weniger verständlich ist, 
vielleicht zuerst ,irgendwie* bedeutete. 

IL 3, 373: xaL vi x£v etQvaaiy %e xal aCTterov ijQozo xidog^ el firj oq^ 
o'§v voriae . . . l^q)Qodltrj. IL 2, 155: Iv&a xev Idgyetoiaiv vniQfioQa voavog 
hvx^, €l (lii . . .^Qfj . . . iFemev. IL 9, 262: lyw di ni tot xaraXi^w. 
II. 4, 176: xai xi Jig dd' iQiei. IL 1, 175: nag* ifiol ye xal akkoi o% xi 
lie tifjii^aovai. IL 1, 184: eyw di x' ayw Bgiarjflda. IL 1, 255: ij xev 
yrj'd'r^aai üglafiog . . . ei oqxSiv tdde navta ftv&oiato. 

Altind. ham ,wohl, ja* oder ähnlich ; BV. 1, 98, 1 : rägä hi Team bhüvor 
nänäm abhigrfs ,denn ein König wohl ist er, der über den Wesen steht* ; 
£V. 2, 28, 8 : tväi hi kam pärvatai nd gritähi . • . vratähi ,denn auf dich 
ja wie auf einen Berg sind die Gesetze gestellt*; BV. 1, 154, 1: vishnaus 
nü kam viriäni prä vaucam ,des Vishnus Eraftthaten will ich nun ver- 
künden*; BV. 2, 18, 3: hdri nü kam rdthai indrasja jaugam ,die beiden 
Bosse will ich .nun wohl an Indras' Wagen spannen*; BV. 2, 53, 2; tishthä 
8ü kam maghavan ,stehe doch, o mächtiger*. 

Zu Grunde liegt wohl der fragende und dann auch unbestimmte Pro- 
nominalstamm xd- (Seite 219); dabei behält allerdings ebensowohl der an- 
lautende Guttural als der Vocal 6 etwas auffälliges. Die Formen niv und 
xi liegen neben einander wie heg^ev ,von unten, unten, unter* (Od. 9, 385 ; 

13, 163; IL 11, 234; 252. Siehe 1, Seite 406) und heg^e (IL 13, 75; 20, 57; 

14, 274; 8, 16) und auch noch andere auf '&ev und &€. 

^eveö-q (IL 2, 298; Od. 10, 42; 15, 214; 22, 249; Hes. Werke 498; Find. OL 
1 1, 93; Pyth. 2, 61 ; Nem. 4, 40; 8, 45), alt xeveßo-gy wie sich aus dem ky- 
prischen xevevfov (Collitz 1, Seite 17) ergiebt, ,leer*, oft auch in übertragener 
Bedeutung ,eitel, nichtig*; daneben xeivo-g (IL 3, 376; 4, 181; 11, 160; 

15, 453; Pind. OL 2, 65; 3, 45; Hdt 1, 73; 5, 15; 7, 131 ; Eur. Iph. T. 418), 
das bei Homer noch y.evß6'g zu lesen sein wird, äolisch xivvo-g (Meist- 



312 Griechische Etymologie. 

Ahrens 1, 142) und ansschliesslich nachhomerisch Tcevo-g (Aesch. Sieben 
353; Pere. 484; 804; Brachst 241). 

11.3,376: TLSvß^ ök zqvcpaketa afi %a7t€%o X££^^ naxelf]. IL 2 , 298: 
aiaxQov %ot dßijQov %e fiiveiv xeveßov re viea&at. II. 4, 181: xai di] ^ßt] 
folxov <Ji . . . ^v xBvßjjai vifeoai. IL 11, 160: ftollol d* igiavxeveg iVr- 
7C01 nivß* oxea Y.QO%aXiC,ov, Od. 10,42: ßoixade viaaofie^a xeve/ag ^vv 
X^lgag 'exorreg. Soph. Aias 986 : /uif Tig wg xev^g (,de8 Gatten beranbtO 
oxvfivov XealvT/jg dvcfieviSv dvagnaatj. Oed. EoL931: xal a* 6 nhq&v<av 
XQovog yigov^* o(jlov %ld^ai %a\ zov vov nevov (,beraubtO. — Od. 22, 249: 
eßrj xevi* evyfiara ßeintiv» Hes. Werke 498: yteveriv Inl FehtLda filfivcav. 

Dazu: altslav. std ,leer, eiteP. 

Armen, sin ,leer^, Gfenetiv snoy (HübBcbm. Arm. St S. 49). 

Altind. cünjd' ^eeij öde' (Mbh. und sonst oft). Zunächst zn püna-m 
,Leere, Mangel' (BV. 8, 45, 36: mä' säkhjiis pü'nam & vidai ,nicht möge 
ich Freundes Mangel erleiden'). Zn Grande liegen die unter xvecv ,8chwel- 
len' (Seite 227) angeführten pvd- oder cü- ,anschwellen, zunehmen' : pvdjati 
,er schwillt an' (Qat 6r.). 

In neveo-g (aus *7LFev€6'g) muss das ß früh erloschen sein, wie es zum 
Beispiel auch der Fall war in xamvo-g ,Bauch' (Seite 245), während im 
altind. fü/njä- (zunächst aus *pvänjd') sich gedehntes ü aus vä entwickelte. 
— Als Suffixform ergiebt sich ein altes £/o, wie sichs nicht so sicher 
auch für alle übrige Bildungen auch ed, wie zum Beispiel ijleo-g ,thöricht* 
(1, Seite 632) ansetzen lässt Mit dem Nebenemanderliegen von yteveo-g 
(alt neveßo-g) und nevo-g (alt xey/d-g), vergleicht sich das von rjld-g 
,thörichf (1, Seite 633) neben rj^eo-g, wie es schon in der homerischen 
Sprache sich findet 
xBvißQHo-g ,von verrecktem Vieh'. 

Ar. Vögel 538: xaTieira xaveoKidaaav d'egfidv xoiko xad'' vfidiy avTiSv 
lüOneQ xeveßgelwv. Ar. Brachst 603 : ovn %a&cj xevißQeiov* otov dvajig 
%iy xclXbi ^e. AeL n. a. 6, 2 : nagdakiv h. vriniav ^gceviig drrjQ fj/jieQiioag 
elx^v . • . ovxovv %Qi,q>ov avvfj gjigwv ^wyra iöLiav . . • aXXa ^rj daxeiv 
ia&lßiv yLBvißqeiov %e %al ^vriaeldiov. Hesych erklärt: xevißgeia' tc &v7j' 
oidia^ xal vexQifiala xgicna. 

Als zunächst zu Grunde liegend lässt sich wohl ein *x€veßgo'- ,ver- 
recktes Vieh, Aas' vermuthen. Nach Fick 1^, 387 hängt es zusammen 
mit xivdßQOj ,Bocksgestank' (Luc. bis accus. 10: Tgdyov *ivo^iv Svoval 
fÄOi nokXrjg r^g xiydßgag dno^ovra. Dazu xivaßQaeiv ,Bock8gerach 
haben, stinken'; Ar. Plut 294: alywv %b xiyaßgwvriov iiiXTq\ das er auf 
ein *qeg : qeneg ,verduften' zurückführt, mit dem er auch mhd. ver-wepfen 
,kahmig werden' in Verbindung bringen will. 
xerr- ,stechen', mit der vereinzelten Aoristform xivaai (U. 23, 337; aus 
*x€VTaai)j neben der alle übrigen Verbalformen erst auf ein abgeleitetes 
xeytieiv zurückführen, wie xeytel (Pind. Pyth. 1,28), xemjaere (Soph. 
Aias 1245), AevT7]»iyj' (Theophr. Pflanz. 9, 15, 3). 



Griechische Etymologie. 313 

II. 23, 337: riv de^iov Xnnov Tiivaai (,mit dem Stachel antreiben 
ofioxXi^aag. Find. Pyth. 1, 28: atQOifxva 6h xaQaaaoia* arcav vdhov Ttoti- 
nexkifiivov x£yT€i. Soph. Ant 1030: dkX^ ehe T(p ^avovri ^rjö^ oXuiUxa 
xevrei. Aias 1245: aikv fiiiag i] xanolg ßakelti nov^ rj avv öoXtp xeyri}- 
aere. — Dazu: Y.ivTOQ- (iUvtwq) ^stachler*; IL 4, 391: Kadineloi, xdv- 
TOQeg XnniDv. IL 5, 102: Tgiueg f^eya&vfzoi^ xirrogeg ^nmav. — xivTQo-v 
^Stachel', öfter auch bildlich gebraucht; ^Mittelpunkt' (eigentlich ^der ein- 
gesetzte Stachel des Zirkels^ ; IL 23 , 387 : oi di Foi iß3iag>&rjaav Svev 
ydvTQOio d^ifovteg. IL 23, 430: ^Avrlloxog d* foi xai noXv iiallov %Xav- 
vev 7iinQ(p eniajtiqxiav. Aesch. Prom. 692: ovtcox^ rjvxovv .., delfiar^ 
ifiav afig>Mei xivrgiü ipi^^eiv xpvxdv, Eum. 427 : nov yag roaovto x^- 
TQOv (ig fiTjTQOi^Toveiv ; Soph. Phil. 1039: ovrcov^ av a%6h>v knXeiaa%* av 
tovi* ovvex* avÖQog a&klov^ ei (Jirj %l nivTQov &elov rjy^ vfiag ifxov. — 
Plat Staat 4, 436, D: dg 6i ye axQoßiXoi (,EreiselO oXoi iaraal xe afia 
%ai mvovyxaij Sxav iv x(p ccvx(fi m^^avxeg xo xivxQOv neQitpiQiovxau 
Theophr. verttg. 5 : -d'iovai yccQ lyKexXiy^xeg nqbg xb xivxgov. Plut Born. 
11: elxa wOTceg tlvüXov ydvxQi^ Tceguygaipav xtjv noXiv. 

Altind. ^nath ,stechen, stossen, durchbohren' : gndthati oder in Causalf orm 
gnathdjaü ,er stösst, durchbohrt; BV. 7, 25, 2: ni . . . gnathihi amürän 
,8toss nieder die Feinde'; BV. 6, 60, 1: gndthat vrtrdm ,er durchbohrt den 
Vritras'; BV. 10, 95,5: tris sma mä dhnas gnathajas väitasdina ,dreinial 
des Tages hast du mich mit deinem Gliede gestochen' (ebenso wird xei^- 
xeiv gebraucht von Mnesimach. bei Athen. 9, 403. D: nag dh y,ux^ oXyLovg 
. . . ijOQÖol, TLevxel, ßivei). 

In TiivxoQ- (aus ^yLiyx-xoQ") und xivxgo-v (aus *xiyx'XQO'v) wird in einer 
für das Griechische ungewöhnlicheren Weise Ausfall des inneren Dentals, 
wie er im Lateinischen öfter eingetreten ist, zum Beispiel in volu/ntäU 
jWille' (Plaut mil. 450; 1124; aus *volont'tat-) und in vehementer ,heftig' 
(Plaut Bud. 903 ; Bacch. 1158; aus ^vehement-ter), anzunehmen sein und 
nicht etwa eine besondere Wurzelform **x€y- ,stechen*, für die sonst 
nichts spricht 
^KivravQo-gf Name mythischer Wesen, die mit einem menschlichen Ober- 
körper, übrigens mit Pferdegestalt gedacht wurden. 

IL 11, 831: ^Axi'XXfiFog ... ov Xelgtav idida^ey 6i%ai6xaxog Kevxavgwv. 
Od. 21, 295: folvog xoi Kevxavgov dyaxXvxdv ^Evgvxlwva aFaae, Od. 21, 
303: i§ ov Kevxavgoiai nal avögaat veixog iivx^r]. 

Kuhn hat im ersten Bande seiner Zeitschrift (Seite 513 — 542) den Ver- 
such gemacht, vöUige Uebereinstimmung mit dem mythischen Namen 
altind. gandharvä- (BV. 1, 22, 14; 1, 163, 2; 3, 38, 6; 8, 1, 11; 8, 66, 5) zu 
erweisen, aber weder kann -avQo- aus altem -agFo- hervorgegangen sein, 
noch TLevx- einem altindischen gandh- entsprechen. Ebenso wenig Werth 
aber hat die Zusammenstellung mit xevr- ,stechen' (Seite 312) und mit 
xavQO-g ,Stier' (IL 2, 481; 11, 728 zweimal). 
xivtQiov" jZusammengeflicktes, Flickwerk'; dann auch ,elender Mensch'. 



314 Griechische Etymologie. 

Soph. Brachst 306: ju««T<^«rc, ic^rrgcirsg, aXkovqiofpayou Ar. Wölk. 
450: . . . dhxC<üJv, xivTQcov, (iiaQog . . . Dazu lautet eine alte Erklärung: 
xivTQCJv' (paveqbg xliTtTrjg ^ . , ytivTQwv di iari to irtiaaaaopLevov roig 
ovoig Ix TtoXhZv xa2 diatpoQiav avQQatplv aaxalwvy xal iTtlaayfjia xmv 
ov(ov. Eustath. 1308, 62^ und 63 erklärt: ol xivtQwveg o% ve ^oTtTOfievot 
TLol ol yQatpofievoi . . . (wto) xori xivrgcjv ^ajtvog fiiv. 1099; 51 : 6 noi- 
rjrrjg yLivigwvog dinrjv ano hwottüv akXaxov ^rj'd'eiaußv awiggaipe^ xcctd 
ro varegov drjXaäri ofir^QoyievtQa. 

Lat centon- {centd) ,Flickwerk, Lumpenwerk'; Cato r. r. 1, 59: qvoüens 
cufqve tunicam aut sagum dabis, prius veterem acdpitö, wnde centdnes 
fiant] Plaut epid. 455: proin tu alium qvaeräs, qvoi centönSs sarciäs. 

Nhd. Hader, ahd. hadara ,Lumpen'. 

Altind. TcanthA ^geflicktes Kleid' (Bhartr.). 

Eine Suffixform qwv, wie sie in TLivtQioy- enthalten ist, findet sich 
sonst noch in t^iJ^wv- ,schüchtem' (IL 5, 778; 22, 140; 23, 853) und yA/a- 
XQWV' ,ein kärgUch lebender Mensch' (Ar. Friede 193). 
x^yXQo-s ,echte Hirse' {pänicum miliaceum linnß). 

Hes. Schild 398: Xöei iv alvotartp . . • r^^og dij xiyxQOiai nigi yldix^S 
rekid-ovai, zoiaxe &iQ€i OTcelgovaiv. Hdt3, 100: ftoirjfpayiovci di, xal 
avTOiai Mazi oaov y(-iyxQog %6 fiiya&og iv xaXvxi. Hdt 4, 17 : alroy öi 
xai CTtelgovai xa< aniovrai, xal ngof^piva xa2 anuigoda^ xal q>axovg xal 
xiyxQo^S' Hdt 2, 93 gebraucht das Wort von Fischeiem: tcSv yag cjJwv anog- 
galvovai xar ' oXiyovg twv xiyxgofv, ol de igaeveg natafclvovai inofievoi, 
elal di ol y^iyxgoi ovtoc Ix^veg. Ix dk rtSv Ttegiyivofjiivwv xoi fiij xorra- 
nivofiivwv Tiiyxgoßv ol xgeq>6^e¥0t Ix^eg yivovzai. 

Beruht wohl eher auf einer alten Bildung durch Beduplication, als dass 
an ein suffixales go gedacht werden dürfte. Möglicher Weise besteht 
Zusammenhang mit yiaxgv-g geröstete Gerste' (Seite 278). Grundbedeutung 
könnte etwa ,Zerriebenes' oder ,Gerundete8' sein. 
xeyxQW- iy-€yxglg) ,Thurmfalke^ 

Arist Thierk, 6, 2: za dk yafxxptiwxa navza oXiyoyovd laxiv, i^m xfy- 
XQldog' ttVTrj dk Ttlelara rburei xwv yafiipovvxfov. 6, 5: xd dk xrjg xfy- 
xgidog (nämlich (pd) igvd'gd iaxiv wansg filkxog. — Daneben das gleich- 
bedeutende xsyxQflld- (y^eyxQrjlg); Ael. n. a. 2, 43: l'axt q>vlov hgoa^wv, 
xai TLaXeixaL yteyxQ^^St ^^^ noxov deltat ovdi 'dr, 

Dunkler Herkunft Ob etwa mit dem Vorausgehenden zusammen- 
hängend? Oder eine dialektische Nebenform zum gleichbedeutenden 
xegxvrjld' (Ar. Vögel 304; 589. Siehe weiterhin)? 
TceyxQivTiq, Name einer Schlange. 

Nik. ther. 463 : et ye (lev 'Hq>alaxoio . . . h nxvxl vrioov ßrjoeai ^k Sdpiov 
dvaxeifiegov . . . dijeig %eyxglve(ü dolixov xigag^ ov xe liovxa alolov 
aidd^avxo, Ttegiaxixxov cpoUdeaai. Lyk. 912: Olvwxglag yijg xeyxglvrj 
ßeßgüjfievov. 

Wurde wohl nach der Hirse iy^iyxQo-g) benannt, da er als gefleckt 



Griechische Etymologie. 315 

(ueQlatiTLtov g>oUd€aai) bezeichnet wird. Das Suffix wie in o^lvtj-g 
,8auerlich, mürrisch^ (Ar. Wesp. 1082; Bitter 1304), f^vglvri-g ,eine Wein- 
sorte^ (Poseidipp. bei Athen. 1, 32, B) und sonst 
xövaßo-q ,Getö8eS 

Od. 10, 122: aq>aQ de xaxog y^ovaßog xorra vijßag oQWQei dvÖQwv %^ 
okXvfiivtav v7]f(Sv d"* afia ßctywfdevdoiv. Hes. th. 709: avv d' avspioi r' 
Bvoalg T€ %ovlriv iaq>aQayi^ov ig (xiaov afÄ(po%iqvav ^ y^ovaßog (bevorzugte 
Lesaxt aber ist oxoßog) d' anktjrog oQtiqei afisQdalhjg ^Qidog. Aesch. 
Sieben 160: novaßog iv 7tvi.aig x^^^odhcav aaxicjv. 

Wird mit xaro^v ,6eräu8ch, Klang' (Seite 306) im nächsten Zusammen- 
hang stehen. Der suffixale Ausgang ßo vergleicht sich mit dem von 
oxoßo-g ,6etöse, LSrm' (1, Seite 513) und anderen neben diesem bereits 
genannten Formen. Möglicher Weise ist das ß aus gutturalem Laut ent- 
wickelt, unmittelbarer Zusammenhang mit dem seltenen altind. hung-z 
Jcüngati ,er rauscht' (nur aus Bäna's Harshac. im 7. nachchr. Jahrh. nach- 
gewiesen) aber wenig wahrscheinlich. 
x&vo'q, siehe xovvo-g, 
Tiövi-q ,Staub'; ,Asche'. 

IL 9,385: ovo et fioi toaa dolr] oaa tpaf4a&6g %€ novig %s> IL 13, 
392 -B 16, 486: xbIto xavva&elg,.. %6viog öedgayfjiivog .alfxaToßiaorjg. 
11.23,764: wg ^Oövaehg d'iFev iyyv&ev, alrdg OTtia&ev txvta %in%en6' 
deaai naqog tloviv diitpi^V^vai. — IL 18, 23 «s Od« 24, 316: api(po%iQjiat 
dl xeQo\v ihxtv ytoviv ai&akoßeaaav xetato xax 7ieq)aXi]g. Od. 11, 191: 
olX* ye }^e7^a jucv evdu o&t dfiuieg ivl ßoUtfij iv xdyt ayx'' nvqog, 
Theokr. 24, 91: riQi dh avXki^aaa noviv nv^og dfiq>ifc6kwv vig gltparo. 

Lat ciniS' ,Asche'; Plaut rud. 1257: deds qvaesdj ut qvidqvid in illo 
vidulöstj 81 aurum ^ argentumst, omne id ut ftat cinis; Lucr. 4, 926: 
cinere ut multä lotet obrutus ifftiis. 

Zusammenhang mit xvrj ,8chaben, reiben' (IL 11,639: ircl d' aXyeiov 
%vrj TvQov) darf wohl als wahrscheinlich bezeichnet werden. Suffixales 
einfaches i trat schon in ayvQi-g ,Versammlung, Menge' (1, Seite 119) ent- 
gegen. — In lat cinis- wird sich das erste i durch vocalische Assimi- 
lation entwickelt haben, wie zum Beispiel auch in simili-s ,ähnlich' neben 
ofiaUg ,gleichmässig, eben, glatt' (1, Seite 551). 
Tcoviö' (xovlg) ,Lauseei, Nisse'. 

Arist Thierk. 5, 6 : ylverat . . . Ix re tcüv q)&BLQwv oxsvofiivwv al xa- 
lovfievai ycovldeg. 137: TtSv d* ivroficjv oaa aaQxog)dya fihv firj iariy 
Cjj öi x^f^^^ aagnog ^cJai^g, olov o% %t q)&eiq€g Ttal al tpvkXai xal ^ogeig. 
Ix fiiv %rjg dx^lag ndvza yevvf tag xalovfiivag xovlöagj &c dk tovtcov 
%xeQOV ov&hv ylvBxai ndXiv. 

Ags. hnitu'j nhd. Nisse. 

lit glinda, zunächst wohl aus *gninda, 

Buss., neuslov., bulg. gnida, mit abweichendem Anlaut (Miklos. Etym. 
Wb. 68). 



316 GriechiBche Etymologie. 

Dunkler Herkunft. Die Formen der verwandten Sprachen lassen ein 
älteres *y.vIÖ' erschliessen, ans dem wohl Y.ovi5- erst hervorgegangen, wie 
eine ganz ähnliche Entwicklung zum Beispiel auch fiir xowta, eine stark 
riechende Pflanze (siehe weiterhin), zu vermuthen ist — Die litauische 
Form macht wahrscheinlich, dass auch lat lend- ,Lauseei' (Plin. 29, 1 1 1 : 
lendes tolluntur adipe caninö) hieher gehört, einen alten anlautenden Gut- 
tural einbüsste. 
TcovtXri, Name eines Krautes ,spanischer KörbeP (scandix odoräta Linn.). 

Nik. iher. 626 : ^^ gv y . . . Xmelv . . . TcavaxTeiov re yj)viki]Vy ijy re 
aal ^HqmXeiov oQtyavov a(ji(p\g %7tovai. Diosk. 3, 29: oglyavog ^QcmkBU}- 
TiüTj, ol öh xoviXrjv xaXovau 3, 49: xakovai di riveg navcmeg xai t^v 
ayglav oqlyavov, ol öi xovlkrjv. 

Dunkler Herkunft Die Suffixform ist ungewöhnlich, vergleicht sich 
aber weiterhin mit der von ofiiko-g ,Ansammlung von Menschen, Ge- 
tümmel^ (1, Seite 555). 
xörv^a, eine stark riechende Pflanze ,Alant^ 

Hippokr. 2, 863: didovai de xal xaazoQiov nal xovv^av. Theophr. 
Pflanz. 6, 2, 6: xovv^tjg dk to (aIv Sqqcv to dk ^^fjkv . . . ßagela ök 17 oa^ij 
Tov aggevog, ^ di rtjg difjkelag ÖQifivriQa. Arist Thierk. 4, 96 : xal ol 
ftoXvftodeg • . . %oig ötiAaatv aXloxovzai. %at 0% ye nolvTtodeg ovt(o piiv 
TtQooixovtai wäre firj dnoonäad'ai aXX^ VTtofxiveiv tepivoiiBvou iav öi 
Tig xovv^av Ttqoaeviyxj)^ aq>iäaiv ev&iüfg oüfjuafnevoi. Nik. ther. 875: rj 
xal Xemo&Qtoio TtoXvxvoa q>vXXa xovvtrjg. Diosk. 3, 126: xorv^a . • . »; 
/itiv Tig fiiXQa TuxXelrai, evwdeariga ovaa' ij dk fiel^cjv, VTteqixovaa T(p 
&apLV(j) xa2 Toig g)vXXoig TtXfnvriqa xal ßaqvoaiwg. 

Zur Beurtheilung des Wortes ist von Wichtigkeit, dass Pherekrates 
(Bruchstück 167) die Nebenform otlowIiol gebraucht Theokrit dagegen 
bietet zweimal (4, 25 : aiylrcvQog xal xvv^a xal evoidrjg fieXlzeia, und 7, 
68 : xvoi^(f % ' aaq>odiX(p %e fcoXvyvafiTtrqf re aeXlvtp) die Form xvv^a^ die 
für das selbe gehalten wird. So darf sie vielleicht für die ursprünglichere 
gelten und das xow^a erst als aus ihr hervorgegangen, wie man auf 
Grund der ihm entsprechenden Formen der verwandten Sprachen auch 
für xoVtd- ,Nisse' (Seite 315) ein älteres *xy/d- vermuthen kann. Für eine 
noch ältere Form aber wird man "^axvt^^a halten dürfen. Etymologischen 
Zusammenhang wird man vermuthen dürfen mit -Avi^Bad-ai ,sich kratzen^ 
(Sophron 9 bei Ahrens), xvvblv ,schaben, leise klopfen' (Ar. Thesm. 481 : 
hivvev . . . %riv ^Qav), xvvog- ,Erätze, Kopfgrind* (Hes. Bruchst 42, 1: xai 
ydg aq>iv x€q>aXfjat xazd y.vvog aivov ex^vBv) und weiterhin auch mit 
xvrid^Biv ,reiben, jucken* (Arist Thierk. 9, 14: öia xb Tcaglovra tov ovov 
nvT^x^ead-at etg rag dxav&ag %d l'Axi/. Dazu xvrj&fio-g ,das Brennen, 
Jucken* Nik. al. 251 ; 422), und also der Grund der Benennung in dem 
von der Pflanze auf die Geruchsnerven geübten Reiz liegen. 
xövvaQO'q ,Tanne* (jpinits dbies) oder ein ihr nahe stehender Baum. 

Agathoki. (bei Athen. 14, 649, F): dveßXdajr^oev Ix tov aijfiaTog dtv 



Griechische Etymologie. 317 

dglov, 6 hielvog xovvaQOv i/covo^d^ovaiv. ioTi de t6 dsvöglov fisyed-ei 
fikv TtreUrjQ xai 7r«5xijg ov&iv ri /lelov, mQe^ovag öe ^ei d-a^iag xai 
doXixovg %al in* oUyov dxavd'wöeag. 
xowieiv ,keimen^ 

Em seltenes Aeschyleisches Wort Schutzfl. 119 = 130: xaQßäv' avdav 
€v, yä, novveig. 164 =» 174: novviS d' atav yafierag ovQavovixov, Hesych 
erklärt: TUivveiv avvievai, iniataad'ai und %ovvovai' yivciaxovaiv. 

Etymologisch dunkel. 
xavvo-q ,zapfenartiger Ohrenschmuck'; ^Einnbart'. 

Polyb. 10; 18, 6: xcrror yivtj aal na^ tjhxlav indatoig idcjQeito rd 
ngiftovra, vaig fjtkv Ttaial xovovg (ob xovvovg zu lesen?) xal xpilia, — 
Luk« Lexiph. 5 : xat ydg oi nrjrtlov, dkkd aiidq)iov ixeKdgfirjv wg av ov 
ngo TtoXXov tov tcovvov xal njv %OQvq>alav a/rox€xojui}xcJg. 

Dunkler Herkunft Ob etwa zusammenhängend mit v,uivo-g ,Kegel', 
jZapfen' (siehe Seite 318). 
-liovta bezeichnet die ,Zehn' in den Zahlen von dreissig bis neunzig. 

IL 2, 516 "B 680 "» 733: rtiv dh TQLri%ov%a yXaq>VQal vißeg ia%i%6ov%o. 
IL 2, 524: %ola* Sfia %BoaaQdyLov%a fzikatvai v^ßeg %7torto, IL 2, 509: 
TcJy jwiy fcevTrixorta viFeg xlov. IL 2, 687 : tcJv ßoi dd€kq)€dg tjqx^} ßoßrjv 
äyad'og Mevikccfog, Fe^7L0v%a vefcSv, Hdt 2, 86 : Xlvgtp Y^ixpav^eg fifxi- 
gag ißdofÄTjyLOvra. Plat legg. 6, 755, A: onoa^ dv %ig nXiov vnegßdg iß- 
dofiTjxovra ^ij, TL 2, 568 *=» 652 : toIol d^ afi ' oydwxovra fiikaivai vrjFeg 
%7tov%o. Thuk. 5, 47, 9: Iv ^uigyBL ök tj ßovkfj aal ol oydoi^xovTa Ttal ol 
dgtvvaif i^ogxovvrwv de ol oydoi^ycovra. IL 2, 602: tt^ d' ivevrpLOVxa 
ykatpvgal vißeg la%i%6ovxo. 

Lat -gintä; Com. Bmchst 45 (ed. Bibbeck S. 119): sentin senem esse 
taetum trigintd minis? Plaut Epid. 296 : ad qvadrägintä fortasse eam 
posse emi minumo minäs', Verg. Aen. 1, 703: qvinqvägintä intus famulae] 
Mart 7, 9, 1: cum sexägintä numeret Cascdlvus annös] Caes. b. 6. 4, 12, 
i: in eö proelio ex eqvitibus nostris interficiu/ntur qvattuor et septuLä- 
gintä\ Plaut Most 906: nempe octögintä debentur huic minae? Cic. Cat 
maj. 10, 34: atddire tS arhitror, Sdpio, hospes tutos avtti^ Masinissa qvae 
faeiat hodie^ nanägintä nätus annds. 

Altir. tricha ,dreissig' ; cethorcha, cöica^ sesca, sechtmoga, ochtmoga, nöcha. 

Armen« ere-sim ,dreissig*; hharrasun ,vierzig'; yisun ,funfzig'; wathsun 
,Bechzig'; evthanasun ,siebenzig'; uthsun ,achtzig'; innsun ,neunzig^ 

Altind. trinrgdt ,dreissig* (KV. 3, 9, 9; 6, 59,6); catvärin-gät ,vier2ig' 
(KV. 1, 126, 4; 2, 18, 5): pancd-gät ,fünfzig' (RV. 2, 18, 5; 4, 16, 3). 

Altostpers. thrigata ,dreissig'; cathwaregata ,vierzig'; pancägata ,fünfzig*. 

Ruht auf dem selben Grunde wie der Schlusstheil von ei-y^oai, alt ßel- 

-xofft ,zwanzig' (Seite 105). Sehr wahrscheinlich aber sind die Formen auf 

'xona alte ungeschlechtige Pluralformen, die uralte Vocaldehnung (wie in 

qvadrä-gintä, eigentlich ,yier ZeheneO im Lateinischen am Zähsten festhielten. 

liovro-q ,Stange^, eigentlich der jStecher* oder ,Stös8er'. 



318 Griechische Etymologie. 

Od. 9, 487 : avTag lyu) x^^'Q^^^'^ Xaßtjv 7cegifii^x€a xoyrop maa nagi^ 
(nämlich ,da8 Schifft). Hdt 2, 136: xovx(^ yag v7to%vn%ov%Bq ig Xi^riv, 
ö Ti TtQoaaxoLTO %ov TCTjXov T(p xovtipj TovTo cvXkiyovteQ TtXLvd-ovg €igv>- 
aar. Eur. Alk. 254: ^wy x^q' ^^^ 7L0v%ifi Xagwv /a' ^<Jij xaJieL 

Schliesst sich an y.evz- ^stechen' (Seite 312) ganz wie zum Beispiel 
q>il6-a7tov8o-g jOpferspenden liebend' (Aesch. Ch. 292) an artivd-eiy 
jOpfemd ausgiessen' (II. 11, 775; 16, 227). 
x(h?dä-x (TLovöa^), etwa ,Pflockspieh 

Rufin (in Antbol. 5, 61, 1): t/; iivavoßk€g>aQqf nal^wv xoväaxa OiklfCTtj], 

Schliesst sich wohl unmittelbar an das Vorausgehende, mit beachtens- 
werther, vielleicht dialektischer, Erweichung des Dentals. Das Suffix wie 
in naoaäyL' ,Pflock* (Ar. Ach. 763), aTOfitpaTi-- ,Betrüger* (Ar. Wolken 1367), 
q)iväyi' ,Betrüger' (Ar. Frösche 909), Ttkovräx- ,ein sehr reicher* (Eupol. 
bei Athen. 6, 236, F) und sonst 
xövöv, ein Trinkgefäss. 

Pankrat^ (bei Athen. 11, 478, A): avTag o ye aTtslaag Ix %6v6vog ig- 
yvq>ioio viy.Tag. Athenäos (11, 477, F) bezeichnet es ds ,7coTijgiovu4aia~ 
Tiytov^ und führt auch aus Nikomachos (Athen. 11, 478, A) die damit über- 
einstimmenden Worte an ro dk xovdv ioTi (ilv Ilßgaixdv. 

Offenbar ungriechisch. 
TiövövXo'q ,6eschwulst' ; ,Knochengelenk' ; ,Faustschlag^ 

Hippokr. 3, 520 : iaO'Uxai ovrog (nämlich oäovg), fiaUata 6 ni^Ttxog. 
Ltl fiioov iikv yiovdvkov elx^v. 3,528: 6 %axatog (nämlich oöovg) elxev 
avwd-ev Tov ovkov ovo y,ovövi.ovg^ IVa fikv xora ßgwfjia, *iva di inl &a- 
negov. — Arist Thierk. 1,58: 8(xy.%v)mv dk vo fiiv xafin%ixdv itovdvlog, 
%b 8* ayLCL^TtJOV q)akay^, — Ar. Wesp. 254: el yij ^/* av^ig novöikoig 
voud^erj^ae^^ rifxai^. 1503: aTCokd yag aivdy if^/iekelif xovdvXov, Friede 
123: ??€t' iv wg<f v^oXligav fxeydkrjv xal y.6vdvkov oipov Itt' avTi}. 

Der Suffixform geschah zuletzt unter yavdvko-g, me Art Kuchen 
(Seite 308) Erwähnung. Eine nahzugehörige Bildung ist offenbar x6vdo-g 
,homartige Hervorragung, Wirbelknochen* (Hesych: xovdoi' y^egalai. 
QOTgciyakoi), das mit altind. Jcanda-s ,Wurzelknolle, Zwiebel' (Mbh.; Bhartr.) 
übereinstimmt und von Fick (1 *, 28) sicher richtig auch mit lit handulas 
,Kem' zusammengestellt wird. 
xdyxo-s ,Muschel*; ,gekochte nicht durchgeriebene Linsen*. 

Ar. Bruchst 34: yoyxoc fiveg y^OTgeta. Ariston. (bei Athen. 3, 87, A): 
yoyxog ^v ßantiav akXtav oftolijg. — Athen, 4, 159, F: fiex^* wv fitjähv 
Twv TtokvTekwv, dkka yav Trjv 7tokvd'gvkkrjTOV 'ixfjg (pax^v i} tov yakov- 
pievov yoyxov. Timon (bei Athen. 4, 160, A): kBixfi 6k xai ava?Jj] kvi y6yx(fi 
'Ekki^vcjv fi naaa 7tegioaoTgvq)r]Tog diKvg. 

Altind. gankhd'S , Muschel*, als Blasinstrument ein Attribut Vishnus' 
(Mbh.;Bhag.). 
xibvo-q , Kegel*, ,kegelförmiger Kreisel*; ,Zapfen der Pinie, Fichte ff.*; 
,Helmspitze*. 



Griechische Etymologie. 319 

Arist probl. 3, 9 : iWi yaQ nwvog, ov ij ßdaig nvakog. Theophr. verttg. 5 : 
dioneQ avfjtßalvei na&ancQ iv %if avzt^ axiipBiv rijv yt€g)aX7jv ytal oa<p av 
lAoTTCo xvxkoy fiäkXovj o^vtegog yäg 6 xvSvog. — Hesych erklärt: xdvov' 
. . • xal ajqoßiXog und xwvoi' ol &vQaoL xal oxQoßtXou xai ol atgofi- 
ßoi. — Theophr. Pflanz. 3, 9, 5 : i; dk nlxvg do^ai Ttjg nevxTjg dtaq>iQBiv 
t(p XutaQixniQa re ilvai . • . }ht dh rov muvov ilatTw (pigeiv ymI necpQL- 
Yj6%a fiäkXov Tiai %6 xagvov nixTfadiazBQov, Diosk. 1, 87: Tctvvtdeg öi 
xaXovvrai 6 xagnog iwv nixiwv xal xfjg neixqg 6 evgiaxofAevog iv zoig 
xiuvoig. Theokr. 5, 49: ßalkei dk xal a nitvg vipo^e xaiywg. — Dazu: 
7t€Qi-%wvi€iv ^mit Pech (das aus den Zapfen der Fichten ff. ge- 
wonnen wird) umstreichen, putzen^; Ar. Wespen 600 : tov onoyyov l%iav 
Ix XTfi Xexdvijg tdfißaöi^ ruiüv TteQixwveL 

Nächster Zusammenhang besteht wohl mit lat co-t- ,Wetzstein^ (Hör. a. 
p. 304 : fungar vice cötisj acutum reddere qvae ferrum valetj exsors ipsa 
secaiidi)j und als ursprüngliche Bedeutung lässt sich ,der Geschärfte, der 
Gespitzte' muthmaassen. So wird altind. Qä ^schärfen, wetzen' (RV. 8, 15, 
7: vdgram gi-^ä-ti dhishdnä ,den Donnerkeil wetzt Somadarbringung') die 
verbale Grundlage bilden und das von ihm ausgegangene, ursprünglich 
participielle, altind. gäna-s ,SchIeif stein' (Gramm.) entspricht wohl genau. 
Es wurde sich also um das selbe Suffix handeln, wie es schon in v7cvo'g 
,Sch]af (Seite 153) und sonst entgegentrat Wie weit nun etwa auch 
noch lat cuneo-s ,Eeil' (Plaut Stich. 619) und altn. kein , Wetzstein' hieher 
gehören können, verfolgen wir hier nicht weiter. Fick 1*, 425 führt das 
letztere auf ein altes ^koini-s ,Schärfe, Spitze' zurück, mit dem er altost- 
pers. faeni ,Spitze, Gipfel' identificirt 
TCibviast» {xcivwxp) ,Mücke'. 

Aesch. Ag. 892 : iv d' ovelgaai kerctaig inal xtavianog i^riyeigofiriv ^l- 
fiaiai d'wvaaovTog. Hdt 2, 95: ngog ök toig xtivtaitag a^&ovovg iovzag 
rdde oq>l ioxi fiefifjxovrjfiiva , . . ol ydg xwvwneg int Tcuy dvifjioiv ovx 
olol tä elai itpov nitea&ai , . . ol dk xoivwjceg, tjv fikv iv Ifiatltfi ivet- 
Xi^d^evog evdj] ij aivdovi^ did tovtwv ddxvovai, öia dk xov öixrvov ovdk 
neigiovxai dgx^^v, Arist Thierk. 4, 71 : ix^i . . . h^ia olov yhavtav . . . 
%ai ol x(jiviJ7t€g tovrqi xevTOvoiv. 

Etymologisch dunkel. 
xi&vBiO'V jgefleckter Schierling'; ,Schierlingstrank'. 

Hipp. 3, 20: nvgiriad^u) xwvelov q>vkh)iaiv im nvg ircißdXXiav ivvia 
^fiigag. Theophr. Pflanz. 9, 15, 8: xo ök xdveiov agiaxov Ttegl JSovaa xat 
iv xoig tpvxgotdxoig xojioig. — Ar. Frösche 1051 : yevvalag xal yevvaiuv 
dvdgtSv dXoxovg dvineiaag xtiveia nuiv. Plat Lys. 219, E: olov ei aia- 
d'dvoixo avxov xtiveiov TcercwxoTa, aga negi noXXov noiolx* av olvov, 
etneg xovxo r^yolxo xov vlov awaeiv] 

Dunkler Herkunft Auch die Entwicklung ^der Suffixform mit dem 
suffixalen Schlusstheil lo ist nicht deutlich. 
xcvdxi]-$ ,Schwert'. 



320 Griechische Etymologie. 

Nur Soph. Brachst 958 : xivaTLrjg. 

Wird nicht verschieden sein von dem gleichbedeutenden oxevoxij-g (1, 
Seite 42), mit dem es im Etym. M. (514, 27) erklärt wird. Also un- 
griechisch. 
TcivdßQä ,Bocksgeruch'; ,6eruch des Schweisses unter den Achsehi^ 

Luc. bis accus. 10: dlg rj rgig %ov ^ovg dvwvteg irvike^afievoi iQayov 
Evoqxiv ^voval fioi nolk'^g Trjg xivaßQag dfto^ovra. — PoU. 2, 77: ^ ö' 
iv Tolg rgayoig dvaiadla, äaneQ tloI 17 iv %alg fiaaxdlaig, xivocßga na- 
keltai. 

Wird von Fick 1^, 387 zusammengestellt mit xerißgeio-g ,yon verrecktem 
Vieh' (Seite 312). Dabei würde die verschiedene vocalische Färbung der 
beiden Wörter noch weiterer Erläuterung bedürfen. Ob sie auf dialek- 
tischer Verschiedenheit beruht? 
Tiivaöoq- jThier', insbesondere ,Fuchs'; dann ,verschlagener Menscht 

Soph. Aias 103: 17 %ovitl%Qi7c%ov xlvadog (Odysseus ist gemeint) l^^oi; 
fi* OTtov; Ar. Wolken 448: roig %* av&Qtinoig slvai do^w . . . Ttvgßig, 
TCQoraXov^ nlvadog, rgvfir^. Vögel 430: TtvxvoTccTov nlvadog, a6q>ia^a, 
xvQfjia. — Hesych erklärt xlvadog' &rjQlov. 6g}ig. — Alte Erklärung zu 
Theokr. 5, 25 lautet: ol ^ixeXiditai rijv alaineaa nLvadov (so!) TtQoaayo- 
gevovaiv. Arrian. bist Ind. 8, 8 : irceX&ona avtov (d. L Herakles) näaav 
y^v nal ^akaaaay nal %a&r^qawa 8 tl neg xomov xlvadog. Demokrit 
bei Stob. flor. 44, 18: oxtaoTteQ negl xivadiwv ve xal eQTceriwv yeyQaq)a- 
Tai, rdiv noXe(xiwv. 

Dunklen Ursprungs. Ob man seiner Bildung nach etwa adog- ,Säi- 
tigung, üeberdruss* (1, Seite 136) vergleichen kann? 
mvdO'iaiiaX' ,da8 Rauschen'. 

Nur Aesch. Prom. 124: %i 7to%^ av niva&iOfÄa nXvw niXag oltavcSv? 
Führt zunächst auf ein Verbum *yLivad^l^€iv ,rauschen'; weiter vielleicht 
auf ein Nomen *yiipa&i' oder ^xivad^o-, das sich seiner Bildung nach 
etwa mit ufiad^o-g ,Sand' (1, Seite 220) und anderen neben ihm genannten 
Wörtern auf ^o würde vergleichen lassen. Zusammenhang mit xivieiv 
jbewegen' (siehe etwas weiterhin) ist ganz unwahrscheinlich. 
xiväQä, Nebenform zu nwaga (siehe später). 

Athenäos 2,70,A sagt: nivaga. Tavrtjv 2oq)oiikijg iv Kokxlai %vva- 
qav xaXeL 
xivieiv ,bewegen'. 

IL 2, 147: (ig d' ore nivijaei Zig>vQog ßa&v XiqFtov ikd'iiy. IL 10, 158: 
%6v Tcagarag aviyeiQe . . NiaxiaQ, ka^ nodl xivrjaag, IL 16, 264: vavg 
(nämlich atpfxag) d ' eX neq naga rig re xidv av&Qianog odiTfjg xivr^aei 
aßixwv. IL 17, 200: xivrjGag ^a xagt] ftgori Fov iivdifla^o ^[lov. Od. 
8,298: ovii ri xivfjaai fiekiwv Mev ovd^ draßelgai. IL 2, 144: xin^dr} 
(,bewegte sich') ö' ayogfi q>ri xvfjiaxa (laxga d'akdaairjg. — Dazu: dno- 
xlvo-g ,das Entfliehen'; ein komischer Tanz; Ar. Bitter 20: akV evgi 
%iv* dTtoxivov anb %ov dearcoTov (zu vergleichen Ar. Vögel 1011; irt-arco' 



Griechische Etymologie. 321 

y.iv€i r^g odov). — Athen. 14, 629, C: Tfjv d^ dTVomvov xakovfiivtjv oqx^~ 
oiv, fjg fivrjfiovevet Kgctrivog . . . vareQoy fioKTgiafiov ovoßaaav. Poll. 4, 
101: ßctxtQiaafiog ik xal cnoxivog xal aTtooBiaig . . . daei^yfj eXdri oqxtJ" 
aetav iv ttj r^g daqwog 7C€Qiq)0Q^, 

Führt als abgeleitetes Verbum zunächst auf ein Nomen zuräck, und 
zwar wahrscheinlich dasselbe ^xlvo-g ,Bewegung^ (?), wie es noch in dem 
eben angeführten dno-xlvo-g ,das Entfliehen' enthalten ist Als Suffix lost 
sich darin das selbe vo ab, wie es zuletzt noch in Tuuvo-g ,Eegel' (Seite 
318) entgegentrat^ als Yerbalgrundform aber ergiebt sich x£- ,gehen' (Seite 
222), aber mit der selben Causativbedeutung ,gehen machen, in Bewegung 
setzen', wie sie zum Beispiel auch für das active *xt'yv-f4i (a. a. 0.), das 
aus dem medialen xi-wox^ai ,sich bewegen' sich ergiebt, mit Sicherheit 
angenommen werden konnte. Ganz genau stimmt in seiner Bildung qp^£- 
vieiy ,schwinden, vergehen' {q>&ivt]aavr' Hipp. 3, 705; Plut mor. 117, C; 
Luk. Paras. 57) überein, das von ^e^^e- ,schwinden, vergehen' {Mq>&iey IL 
18, 446; ig>»ito II. 18, 100; Od. 4, 363; 8; 581) ausging. 

xivibüteto-v ein wildes Thier. 

Kall. Zeus 25: noXka di Kagviwvog ayci> öuqov tcbq l6v%og LXvovg ißcf 
lomo xivoiftera. Nik. ther. 27 : hl ßrjoarjg ioxctrif}, o&i nlelara xivci- 
neta ßoaxerac vkrjv. 195: fiOQq>ij d^ Ixvevtäo xivwnirov olov dfivdgijg 
txTidog. 488: akXa ye [irjv aßkan%a xivcinerai ßoaxerai vltiv ••• ovg 
ikonag Xlßvdg re nolvareq^iag re fivaygovg (pQd^ovrai, 

Gehört wohl unmittelbar zu dem gleichbedeutenden xvcJtt- (Nik. ther. 
499; 520; 751; Bruchst 74, 44), so dass sein erster Vocal sich in ganz 
ähnlicher Weise entwickelte, wie es in Bezug auf das o von xoyv^cr, eine 
stark riechende Pflanze (Seite 316), vermuthet wurde. — Die Suffixform 
wie in iQTtero-v ,kriechendes Thier* (Eur. Andr. 269; Ar. Vögel 1069) und 
6aK€%6'V ,beissendes Thier" (Ar. Vögel 1069; Theophr. 9, 19, 3), die aller- 
dings anders betont sind. 

xivatöo-g ,widematürlich unzüchtig'. 

Plat Gorg. 494, £: 6 nov xivalöcjv ßlog^ ovrog ov deivog xal aiaxQog 
xal ä&liogj Plut mor. l26, A: fitjdkv diatpigeiv ofcia&iv Tiva rj ^dfingo- 
o&Bv elvai xlvaidov. 

Ob möglicher Weise zusammenhängend mit xvid- ,8chaben, kratzen' 
(Athen. 2, 51, B: avxopiOQa . . oltieq ol imxoiQioi knl ßqaxv xvlaavreg 
aidrjglq) iciaiv im rov q>vTov) und weiterhin xvrjd'eiv ,reiben, jucken^ 
(Arist Thierk. 9, 14. Dazu xvrjafio-g ,Jucken, Kitzel' Hipp. 3, 549; Diphil. 
bei Athen. 3, 90, A), so dass sich sein i ebenso entwickelt haben würde, 
wie es für das Vorausgehende vermuthet wurde. 

xi-rrfl^öc ,8ich bewegen', siehe unter xi- ,gehen' (Seite 222). 

xcwQÖ-^ , jammernd'. 

IL 17, 5: dfitpl d' ag^ avT(^ ßaiv^ äg vig negl nograxi firirrig ngwio- 
Toxog xivvgij. Ap. Rh. 4, 603: dfAq>l de xovgai 'HkLadeg . . . fivgovTai xi- 
rvgbv fiiXeai yoov. 

Leo Meyer, Orieohisoke Etymologie. II. 21 



322 Griechische Etymologie. 

Das Suffix wie in ix^go-g ,8tark, fest* (1, Seite 383), oxvqo-q ,haltbar, 
fest* (1, Seite 527), hyvgo-g ,heU tönend' ai. 5, 526; 11, 532; 13, 590), die 
zu Grunde liegende . Yerbalform aber ist nicht deutlich. An Zusammen- 
hang mit xavaxi^ ,6eräusch, Klang' (Seite 306) wird man kaum denken 
dürfen. 
xivvdßaQi-^ der eingetrocknete rothe Saft des Drachenblutbaums. 

Theophr. Steine 58 : ylvevai dk xal xivraßagi ro fxkv av%oq>vhg %6 de 
xat* kQyaalav, avToq>vhg fikv to nsQl'lßnjQlav axXrjQov aqfOÖQaxal Xi&tS- 
deg, xal ro iv Kokxoig . . . to dk xa%* iQyaalay vTcig 'Eq)iaov fitxgov k^ 
ivog toTtov fiovov, eori ö ' Sfifiog ijv avkUyovai ka^TWQiCovaav xad^aTtSQ 
6 TLOTCxog. — Dazu: xivvaßaQivo-g ,zinnoberroth'; Arist Thierk. 2, 28: 
ixeivog (nämlich Etesias) yag to iv ^Lvdoig x^rjQlov, (^ ovofxa elvai fnagTi- 
XOQCtVf TOVT* ^X€cy ^tt' aiJL(p6xBQa (pr^at TQiarolxovg Tovg oöovxag , . , %6 äh 
XQiSf^ct TCivvaßaQivov. 

Ungriechischen Ursprungs. Photios führt aus Diokles die Nebenform 
TiyyaßaQi {jiayyaßaQi wird verschrieben sein) an. Etwas weiterhin bietet 
er: tiyydßoQi xai xtvvaßaQi, %6 fiiv (xC%oq>vlg TtBQi ^IßrjQlav xal Kokxovg» 
xivvünioiio-v ,2iimmt'. 

Hdt3, 111: TO dk örj xivvafitjfAOv ^i tovtcjv ^cayfiaaroTegov avlli- 
yovau oxov fikv yag ylvewai aal i]tig (jllv yfj 17 %Qi(povaa ioxi, ovx ^ovai 
slTteiv • • . oQvi&ag dk iAyovai fieyalag q>OQieiv Tctvra tu xaQg>€a to ^fuig 
itno OoixUoiv f^a^ovreg xiwdfiwfiov xaHofiev, tpoQieiv dk tag oQvi&ag 
ig vaoaalag. Theophr. Pflanz. 9, 4, 2: ylverai f^kv ovv 6 Xlßavog xal ^ 
OfivQva xal 17 xaaia xal fti vo xivdfjiWfMOV iy rrj tvüv Idqaßtav X^QQ^^^i^V 
ftegl t€ Saßd xal ItidQafivra xal Kitlßaiva Tcal Mafjtdki. — Daneben: 
Die yerkfirzte Form xlvafio-v. Nik. fher. 947 : dfAq)l xal ayvov OTtiQ^ 
flava, ßaXaapLov xe xal iv xivdfiou) ßaXia&ai. 

Ungriechisch und zwar aus dem Semitischen entnommen; hebräisch 
(AMüller bei Bezz. 1, 276) r::sp (Mos. 2, 30, 23; Sprüche S. 7, 17; Hohel. 
4, 14). 
xlyxaXo-£j Name eines Fisches. 

Numen, (bei Athen. 7 , 326 , A) : axovlag xiyxaXovg te xal akXojtir^v 

TQQXOVQaV* 

Gehört möglicher Weise zum Folgenden. 
xiyxXo-q ,BachBteIze^ 

Ar. (bei Ad. n. a. 12, 9): 6aq>vv d* i§ oxqwv diaxlyxXiaov rpire xfyxXog 
avdQog nqeaßixov. Arist Thierk. 8, 47 : negl fikv tag Xifivag xal toig 
jtotaiAoig • . • xal axoiviXog xal xlyxXog xal jtvyagyog' ovtog fUytatog twv 
iXattovwv toitmv' %ati yaq oaov xixXri* navteg d* ovtoi to ovgaiav tu- 
vovoiv. Autokrat (bei AeL n.a. 12, 9): toiv laxloiv to /uv xatta to d' 
av eig av(a i^aigovoa. ola xiyxXog aXXetai, AeLn.a.16,3: dtaaeiet 
(nämlich xegxiwv) tov oggovy Zantg ovv xal 01 xlyxXoi. 

Wird im nächsten Zusammenhang mit yuyxJU^eiv ,in wippende oder 
schwankende Bewegung bringen' (siehe etwas weiterhin) stehen und mit 



Griechische Etymologie. 323 

ibm auf einer alten Reduplicationsbildung beruhen, als deren einfache 
Grundlage man etwa *x€A- ,sich bewegen, sieh rasch bewegen' (in x^Ai^t- 
^nnpferd'; Od. 5, 371; HdL 7, 86) wird ansehen dürfen. 
xiyxXiö' (KiyTcllg) ,6itterthiir, Schranken^ 

Ar. Sitter 641: rtp jtQwynip x^ivwv t^v xtyxÄ/d' i^Qa^a, Wespen 124: 
d* av€q}dvri xv€q)alog inl rfj xiyxUöi. 775: oväelg a' anoKkelaeL ^«a- 
fio^irrig rjj xiyiiXldi. Plut Oaes. 68 : Tip piiv vexQip TteQiawQevaavreg i^ 
ayoQag ßa&ga xal myxXlöag aal rgani^ag vq>fixpav avrov xal xarixavaav. 
Wurde als offenbar mit lat cancro- (in der Mehrzahl; Paul, ex Test: 
cancri dicibantur ab antiqviSj qvt ntme per deminütiönem cancellf) und 
cancelli ,6itter, Schranken' (Varro r. r. 3, 5, 4; Ov. am. 3, 2, 64) in Zusam- 
menhang stehend und vielleicht auf einer alten Beduplicationsbildung be- 
ruhend schon unter TidxaXo-v jMauer* (Seite 231) aufgeführt 
xiyxXi^siv (aus *xtyxXid-J€iv) ,in wippende oder schwankende Bewegung 
bringen'. 

Theogn. 303 : ov XQ^ niyxXl^eiv aya&ov ßlov, dXX* aTQ€f4l^eiv. Ar. (bei 
Ael. n. a. 12, 9): oo(pvv d* i^ axQwv äia-'AlyyLXiaov riite xlyxXog. 

Steht ohne Zweifel in nächstem Zusammenhang mit TclyxXo-g ^Bachstelze' 
(Seite 322). 
xivöo-g^ vermuthlich Name einer wohlriechenden Pflanze. 

Mnesimach. (bei Athen. 9, 403, D) : oofi'q aefuvrj fxvxt^Qa Sovel . . . Xlvdov, 

xlvöov, Tua&ov, fllVx^OV. 

Dunkler Herkunft. 
x^rdwo-s ,6efahr'. 

Theogn. 557 : xlvövvog toi inl ^vqov %OTaTat dxfiijg, 585 : naalv toi 
xivdwog i/t* egyf^aaiVj ovdi Tig oldev jcfj oxijoeiy fiiXXei, ngijyfMaTog 
agxof^iyov. Pind. Ol. 1, 81 : 6 (xiyag dk xlvdvvog avahiiv ov qxlÜTa Xafi- 
ßavei. Ol. 5, 16: alel d' afiq)' ageraiai Ttovog öandva t€ fiagvorai itgog 
iqyov xivdvv(p xexaXvfiiAivov. Pyth. 4, 71 : Tlg 6h xlvövvog xQaTegoig 
addfiavTog örjaev aXoig; 4,207: lg db xlvdvvov ßa&vv lifievoi. Aesch. 
Sieben 1028: iyd aq>e &d\p(a xdva xlvövvov ßaXdS ^dipaa* ddeX(p6v tov 
ifiov. Ch. 2i70 : ovtoi Ttgodtiaei ^o^iov fieyaa&evrjg XQV^f^^S xeXeiwv TovSe 
xlvdvvov Ttegäv. — Eine Nebenform xlvdvv- wird aus Sappho (Bruchst 
161) und Alkäos (Bruchst 138) angeführt 

Zu altind. Jchid- ,niederdrücken, belästigen, ermüden' mit der activen 
Form hhiddti oder Jchinddü ,er drückt nieder, belästigt* (RV. 8, 66, 3 : säm 
id tän vjirahä' aJchidat Tchdi aräh iva hhdidajä ,sie drückte der Vritra- 
tödter zusammen, wie Speichen in die Badbüchse mit dem Hammer*) und 
der medialen Jchidjaim oder Jchinttäi ,er fühlt sich gedrückt, empfindet 
Qual, verspürt Ermüdung' (Mbh.; Bhatt) ; — Particip hhinnd- (aus ^Tchtd-nd) 
,niedergedrückt, ermüdet' (Mbh.; Manu.). 

Die Suffixform Ivo ist eine seltenere, trat aber schon entgegen in og- 
xvvo-, ein grosser Seefisch (1, Seite 569), mit der Nebenform ogxvv. 
xacv-av ,t6dten', siehe unter xav- (Seite 305). 

21* 



324 Griechische Etymologie. 

Tcaivö-q fieuK 

Aesch. Oh. 659 : Ttgog ovaneQ ^xoi xal q>iqut naivovg loyovg. Eoin. 406 : 
xaivfjv d' OQwaa Ti^vd* ofiillav x^ovbg zaqßdi fikv ovdiv, Soph. Phil. 52: 
äXX^ fjv ti xaivov wv tvqIv oix axi^xoag nkvjjg. Kön. Oed. 916: ovd^ onoV 
cvriQ ivvovg za xaiva rolg ndkai Texf^al^erai. Oed. EoL 379: ngoakafji- 
ßaveiXTJdog ze xaivov. 722: tl d' HaziVj ta jtal, xaiyov^ 1543: iyci yag 
Tjyefiwv ogxpv av nitpaofiai xaivog. Trach. 613: tpavelv &eoig dvriJQa 
xaivtp xaivov h TtBTthuficctL. 1165: (pavä d* iyw zovtoiai avfißaivovx^ 
Xaa fiarsBla xaivoj zolg nakai ^rrjyoQa. 

Etymologisch noch nicht aufgeklärt. Als nächstvergleichbare Form kann 
man alvo-g ^furchtbar, grässlich' (Seite 98) bezeichnen. 

xai''Wö9'ai ,übertreffen^ Ein vereinzeltes actives xaivvzw ,er besiege^ wird 
von Hesych (xaivvzo)' vixaria) angeführt 

Ist nur in sehr wenigen Formen belegt Od. 3, 282 : Oqovtiv . . ., og 
bcalwjo q>vX* cvd'Qvinuiv v^fa nvßeQvfjaai. Od. 8, 127: zfj (nämlich Tra- 
kaiOfioavvj]) d* avr^ EvffiaXog dn-eKaLvvzo navzag dqlaxovg. Od. 8, 219 : 
olFog drj fie OtXoxTi^g are-&ialwto zo^fp. He& Schild. 4: tj ^a ywai- 
Tuav g>vXov kxalwzo dTjXvzefdwv ßelöet ze fzeyi^ei ze. Ap. Bh. 1, 138: 
NavnXiov, og tibqI navzag hialwzo vavziXlfjaiv. 2^ 785: a&Xevwv Ti- 
zlfjv oLTt-eaaLvvzo Ttvypiaxiovza xagzegov. 

Scheint seiner Bedeutung nach die präsentischen Formen zu xad- ^ch 
auszeichnen, übertreffen' (Seite 271) zu bilden, dass es aber wirklich dazu 
gehöre und, wie öfter vermuthet worden ist, aus *Kaö'Vva&ai hervorge- 
gangen sei, kann durchaus nicht als wahrscheinlich bezeichnet werden. 
Ob möglicher Weise Zusammenhang besteht mit altind. gish- ,übrig lassen: 
gindshti ,er lässt übrig* (TBr.), passivisch fiskidtai ,er bleibt übrig* ( AV.) ; 
vi-gishr ,unterscheiden, durch besondere Attribute näher bezeichnen*, ,aus- 
zeichnen, höher stellen' (Mbh.) ; vi-gishta- ,durch besondere Attribute unter- 
schieden, hervorragend, ausgezeichnet ; gaishor ,das üebrige* (Mbh.; Man.), 
dass dann also ein altes *%ala'vva&ai zu Grunde läge? 

xecvd-s ,leer* (IL 3, 376; 4, 181; 11, 160), siehe unter xcyco-g (Seite 311). 

nBlvo-q ,jener*; äolisch x^yo-^ (Sappho 2, 1; 12,2; 13,1; 51,3; 111; 
Alkaös 86; Theokr. 28, 24), dorisch zijvo-g (Theokr. 1, 1; 4, 11; 23; 36; 
120; 126). 

IL 1, 266: xägziozoi d^ nelvoc Intx&ovliav zQaq>€v dvdqwv. IL 2, 330: 
%eivog züg äyoqeve. IL 3, 291 : nelvog o ye iv -S'aXafxtfi xal divanolai 
XixBOOLV, Find« OL 1, 101: ifik dl azefpavdHaai neivov InTtltfi vofifp Alo- 
Xrjtdi fioXnq XQV' Aesch. Sieben 1063: xelvog d' 6 zaXag ayoog ... elai, 
liegt neben helvo-g (1, Seite 345), wie x£t ,dort' (Seite 225) neben Ixei 
(1 , Seite 345) und ähnlich noch andere zugehörige Formen. Das unter- 
scheidende anlautende I ist dabei noch nicht verständlich, aber auch noch 
anderes bedarf hier eingehenderer Erklärung. 

xoiv&'g ,gemeinsam'. 

Hes. Werke 723 : firidk noXv^üvov daizdg dvOftifiq^BXog elvag Ix notvov. 



Griechische Etymologie. 325 

Pind. Pyth. 4, 222: ytaralvrjadv re noivöv yafiov ykvxvv iv akXcXoiai fil^ai. 
Nem. 1, 32: xoival yag %Qxoyf^ Iknldeg noXvfcovuv arÖQuiv, Nem. 4, 12: 
di^aiTo d^ AionLidav fjvTtvgyov edog, dixtf ^evaQxilC xoivov q>iyyog. 
OL 7, 92: firj KLQvmB xoivoy anigfi* and KaXXidvaxzog. Aesch. Prom. 613: 
Ol xoivov uiq>iXriiia &vrirolaiv (pavelg. 1092: cn ndvrwv al^g tcoivov 
q>aog elXiaatav. Emn. 89: ov d', avtadeixpov alfjta %ai xoivoi natQog. 
Pers. 160: lnavta . . . to Jaqelov %b xd^dv xoivov evvari^Qiov, Hdt 8, 58: 
aTCixofievog dh ^q>7j i&ileiv ol xoivov ri ng^yfia av/ifil^ai. — Dazu: 
xoivo)v6-g ,Theilnehmer'; Aesch. Schutzfl. 343: etneg / an* d^rjg 
nQayfidrwv xoivtavog r]v, Ag. 1352: xdyio toiovtov yvcificnog xoivwvog 
aiv ifniq)iCp(jLal vi dgäv. Soph. Trach. 730: Toiavva d' av li^eiev ovx o 
Tov xaxov yiotvwvog. 

Etymologisch noch nnaüfgeklärt Nächst vergleichbare Formen sind 
(poivo-g jdunkelroth', ,tödtlich* (IL 16, 159; Paul. Silent m Anth. 6, 57, 2; — 
Hom. hymn. Ap. 362; Nik. al. 187; ther. 146; 675) und oho-g ,Einer' auf 
dem Würfel (Seite 134). — Mit xoivwv6-g vergleicht sich seiner Suffixbil- 
dong nach oluivo-g ^grosser Baubvogel, Weissagevogel^ (Seite 125). 
xwdifäy ein domiger Strauch; daneben die Form xivago-g (Soph. Bruchst 
651 : 'Avvagog a'/.av&a rcdvra nkrj-d'vei yvr]v). 

Soph. Bruchst 323: xvvdqa.. Kallim. (bei Athen. 2, 70, B): tcbqI rfiv 
^YQxavltjv d'dXaaoav xaleofiivrjy ovgea vxfrriXd xa\ öaaia vXrjaiv, knl dk 
tolGLv ovQeaiv axav&a xvvdga. Skylax (oder Polemon bei Athen. 2, 70, C) : 
iv Ö€ Toig ovQBüt 7tiq>vxe xvvdga xal ßotdvrj dXXri. 

Etwaiger Zusammenhang mit xiov- ,Hund^ (Seite 230), nach dem zum 
Beispiel auch die xyroa-ßaTo-g (,Hundes-Domstrauch' ^ , Hagebutten- 
strauch' (Theokr. 5, 92; Theophr. Pflanz. 3, 18, 4) benannt wurde, ist wegen 
der Nebenform xivagä (S. 320) durchaus unwahrscheinlich. Wenn nicht 
möglicher Weise Entlehnung aus ungriechischem Gebiet Statt fand, würde 
sich dem Suffix nach xi&dgä ,Zither' (Seite 287) vergleichen lassen. 
xwisiv (aus *xva-vi€tv\ ,küssen', siehe unter xva- (Seite 296). 
xwei^ ,Eopfbedeckung für Männer', insbesondere ,Helm'. 

IL 3, 336 ■-» 15, 480: xgavl J* Itt' i(pd'lfA(p xvvhjv ivrvxrov f-^rpcev iW- 
TtovQiv. IL 5,743 — 11,41: xqatl d* in' afÄq>lq>aXov xvviriv ^iro tc- 
%Qaq>dXriQOv %qvaelriv, ixatov noXlwv nQvXieaa* dgagvlav. 11.10,257: 
dfiq>i 8i Fol xvyhjv xeq>aXrjq>iv S&rjxev TavQelrjv, a(paX6v %e xal aXXoq)Ov, 
rj ve TtaralTV^ xixXrjrai, ^verat dh xdqri d'aXeqäv al^rjwv. IL 10, 335: 
fiaaaro . . . xqotI d' ^ni xiidir^v xvviriy, IL 16, 793: rov d* dno (ikv 
XQatog xvvhjv ßdXe Oolßog l/dnoXXwV 17 dk xvXivdo^ivrj xavax;f]v ^e 
noGOiv vq)^ Ynnayy (xiXwnig tgvtpdXeia. IL 17, 294: nXfi^' avroax^ölrjv 
xvvhig dia xahLonaQ^ßov. H. 3, 316 ■=» 23, 861 : xXriQovg d* h xvviifi 
XahtriQBl ndXXov kXovteg. Od. 22, 102: xvviriv ndyxoihMVy InX xqtnd- 
tpoia* agaQvlav av%6g t' äfKfißaXev^ai. IL 5, 845: td^vTj Svv* ''Aßidog 
xvviriv. Od. 24, 231 : vneg&ev alyeiriv xvviriv x€q>aXfj ^£. Soph. Oed. 
EoL314: xgarl d' fiXioaxenrig xvvrj ngoauna OeaaaXlg vvv dpin^ei. 



326 Griechische Etymologie. 

Hdt 7, 77 : MMai . . . elxov . . . Ttegl dk %ijoi xefpal^ai Ix dcq)S'eQiwv 
TteTtOLTjfiiyag xvviag. 

Da die xvvit], wenn auch mehrfach ans Leder (ravQeiriv 1110,258; 
ßgivov 7toißf]Trjv II. 10, 262; xndiriv IL 10, 335; alyelriv Od. 24, 231), BD 
doch an keiner einzigen Stelle aus ,Httndsfell' ist, dazu aber sehr oft auch 
aus Metall {jtayxcilxov Od. 22, 102; x^J^geJC H. 3, 316; 23, 861; xpvcje/i;^ 
IL 5, 744), so kann die alte Erklärung aus xvVeo-g "» ycvveio-g ,yom Hunde 
(xvoy- Seite 230) stammend^ (ILO, 373: ovd^ av ifiol ye Terkalr} xvveog 
ft€Q* kwv elg (u7ta Ftiio&ai. Ar. Wesp. 231 : l^ag xvveiog. Ar. Bitter 1399: 
Ta YvvBia ,HundefleischO, wonach also die xvviri zunächst eine ,Eopf- 
bedeckung aus HundsfelP sein soll, in keiner Weise befriedigen. Ob nicht 
irgendwie die Bedeutung des ,Bedeckens' den Ausgangspunct bildete? 
x-örcojr- (xvvtaip), ,Name einer Pflanze'. 

Theophr. 7, 7, 3 : ^ dk ßlaOTtjaig xal tovtwv xal %div aklwv xäv fikv 
Sfia %olg TtgciToig veroi^ iaxi fiew^ lafjfieQlav olov artanrjg aal xov xt;- 
vtanog. 

Könnte seinem Aeussem nach zusammengesetzt sein aus xvov- ,Hund' 
(Seite 230) und an- ,Gresicht' (1, Seite 643), also ebenso wie xw-dSna (IL 
1, 159) oder das weiblichgeschlechtige xw-tSTtid- (IL 3, 180; 18, 396; Od. 
4, 145) ,das Gresicht oder Auge eines Hundes habend' bedeuten. Ob es 
aber wirklich so gedacht ist? 
x'6vovQo-v , Klippe'. 

Nur Lykophr. 99 : Fv&alov Ttlmagy h alai TCQog xvvovga xafutvkovg 
axaaag nevxtjg odovxag (d. L , Anker'). — Daneben die Form xvvovglä, 
die von Hesych (xvvovgla' onov fiera xBifitavog xvfxa ixßaXkei) aufge- 
führt wird. 

Enthält als ersten Theil wohl xiov- ,Hund' (S. 230). Ob im Schlusstheil 
ovQTJ ,Schwanz' (S. 212) steckt, so dass die Klippen in einem eigenthfim- 
lichen Vergleich als ,mit Hundeschwänzen versehen' bezeichnet wären? 
TCÖvöaXo'q jPflock'; daneben die Form xvvdaXo-v (Pollux 9, 120: xvvdala 
yag Tovg rcatraXovg wvoixaCpv). 

KomikerbruchstQck (bei Pollux 10, 188): xvvdalovg dk ix^tta ^vyov ?xa- 
OTov. Pollux erklärt vor dieser seiner Anführung : latiov oti xal xvvda- 
kovg Tovg ijXovg ovofia^ovaiv (nämlich ol xwfitpdoC), 

Ob etwa Zusammenhang besteht mit xovöäx- ,Pflockspiel'? Das Suffix 
wie in aarQayaJiO'g ,Wirbelknochen, Würfelbein, Sprungbein' (1, Seite 180). 
7caiyvo-q (Arkad. 64, 6 betont xavvo-g und so führt auch Hesych auf: xot- 
vög . . . xliJQog . . .) ,Loos'. 

Kratin. Brachst 194: dno noxigov xbv xavvov aQi&fir^aeig ; Ar. Brachst 
660: noaog %a^^ 6 xaivog] 

Dunkeln ürsprangs. Vergleichbare Bildungen sind xo«Jyo-s ,locker, auf- 
gedunsen' (Ar. Vögel 819; Plat Polit 282, E), ßavvo-g ,Feuerheerd, Ofen' 
(Etym. M. 192, 14: ßaüvo-g' ^ xiixLvog), ykawo-g ,ein Gewand' (PolL 7, 48: 
ykawog dk elöog %trcJyog). 



Griechische Etymologie. 327 

Die anlautende Consonantenverbindung %v, 

xva^- :xva7tT€iv (aus *7Lvag>J€iv) , Wolle aufkratzen, zerrend Begegnet nur 
in wenigen präsentischen Formen. 

Xenokiat (bei Diog. L. 4, 2, 10): naq* ifioi yoQ noKog oi icvaTtzerai, 
SopL Aias 1031 : ''Ektwq . . . ^(üot^qi TCQiad'eig ItztcixcSv 1$ dvrvyaiv I- 
xvdftrer^ aUv. Plat Staat 10, 616, A: ivtav^a örj ayd^€^ . . . vov de l^g- 
diaiov xo2 aXXovg • . . elhcov ftagd t^v bdov kxtog ifc* aOTtakdd-wv 
TtvanrovTeg. — Dazu : xvdq^o-g ,Wollkamm, stachliges Marterwerkzeug' ; 
Hdt 1, 92: Toy ccv&qcdtcov %ov avrirtQriaaovTa iTtl xvdg>ov ühctov dii(pd-eiQB, 
Hesych erklärt: xvdq>ot' Snaavd'ai, alg TcvaTtTetai rd Ifidria, — xva- 
(pei-g ,Wollkratzer, Walker'; Hdt 4, 14: ItiQi^oritjv ydg Uyovai.,., kaek- 
d-ovra lg 7:vaq>rjiov iv nQOxovvrjGfif oTtod'avelv, aal tbv nvaqfia xata- 
xlrjlaavra v6 igyaarrJQiov otxBG&ai. Ar. Ekkl. 415: fjv ydg Tcagi^iaOL 
Toig deofxivoig ol xvaqiijg x^alvag. 

Unmittelbar zugehöriges in den verwandten Sprachen ist noch nicht 
nachgewiesen. Vermuthen lasst sich weiterhin Zusammenhang mit kvt]' 
'schaben, kratzen' (siehe Seite 328) und mit altind. Jcshan- : Jcshanduti ,er 
verletzt, verwundef (Qat Br. ; Ragh.). 
KviiOQo-q (Theophr. Pflanz. 1, 104) oder auch Kvicago-v (Theophr. Pflanz. 
6, 1, 4; Diosk. 4, 170), eine Nesselart 

Theophr. Pflanz. 6, 2, 2: dvo dh el'dij xal rov nvetigov 6 (xkv ydg Xev- 
xbg 6 5h fiikag. ^x^i de 6 fikv Xevxög ro fillov öegfiaTcSdeg, Ttgofirjxsg, 
ofiOioüxrjfjLOv rgoftov nvd rjj iXdq, 6 ök (liXag olov ij f4vgUfj aagxiüöeg' 
inlyBiog ih fidkkov 6 kevxog. 

Schliesst sich ohne Zweifel eng. an xvrj- ,kratzen, reiben, schaben' 
(siehe Seite 328) , dass es also wohl zunächst ,Jucken verursachend' be- 
deutete, wie zum Beispiel das nahzugehörige xvrjaidv (Ar. Ekkl. 919; 
Plat Oorg. 494, E) die Bedeutung ,nach Beiben oder Eratzen verlangen, 
Jucken empfinden' hat Was aber die Suffixform anbetrifft, so darf man 
vielleicht vermuthen, dass sich die Vocale eu ebenso entwickelten, wie zum 
Beispiel im Genetiv ßaaikiwg ,des Königs' (Aesch. Pers. 58 ; 151) neben 
homerischem ßaaikf/og (IL 1, 340; 410), dass also ein altes ^xvriFogo-g 
zu Grunde lag, das sich seinem Suffix nach mit nlago- (Hippokr. 1, 402 
und 403; aus altem Tclßago-) — altind. pt-varä- ,fett* (Mbh.) würde ver- 
gleichen lassen. 
Ttvi^aq- ,Dunkelheif . 

IL 1, 475: rjfiog ö' i]Fikiog xatidv xal kjti xvicpag rjk&ev* IL 24, 351: 
drj ydg xal irtl xviq>ag ijkv&e yaiav, Aesch. Pers. 357: tag el fÄskalvijg 
vvTfTog i^erai xvitpag. — Dazu: yvotpo-g , Verfinsterung' (siehe be- 
sonders). 

Die übliche Zusammenstellung mit lat crepusculo-m ,Dämmerung' (Plaut 
Cas. 40) und altmd. Tcshap- ,Finstemiss, Nacht' (RV. 1,64,8; 1,79,6; 
1, 116, 4) bietet zu grosse lautliche Schwierigkeiten, um für wahrschein- 



328 Griechische Etymologie. 

lieh gelten zu können. — Des Suffixes ag geschah zuletzt unter 'KTigag- 
jBesitzthum' (Seite 263) Erwähnung. 
xvig>aXXo''V , Polster, gepolstertes Lager'; lesbisch yv6(paXlo-v (siehe 
später). 

Eur. Bruchst 676 : ax^dov xafJLtivri av/Afiergog Kogiv&lag Ttatdog, xve- 
(pakkov d' ov% vTCBqTelveig noda. Ai. Bruchst 19: ix, tov dtofiarlov ye 
vipy q)iQB xviipaXXov af^a xal TtqoaxeqiaXaiov %(3v XivcSv. Theopomp, (bei 
PoU. 10, 42): wvBlto diQfxa dnriQog . . . ^atfjag oXov xvetpaXXwv (hier also 
^Füllung des Polsters*) iaalev. Plat kom. Bruchst 97 : ijaneg xvBq>aXXwv 
rj TtrlXtav aeaayfiivog. 

Gehört wohl unmittelbar zu xyag)- 'Wolle aufkratzen' (Seite 327), so 
dass zunächst nur ,aufgekratzte Wolle' damit bezeichnet sein wird. — Die 
selbe Suffixform findet sich in fihaXXo-v ,Erzgrube, Bergwerk' (Hdt 4, 185; 
5, 17; 6, 47; Thuk. 1, 100; 2, 55). 
Tcvöo'q siehe unter xvveiv (Seite 334). 

xi?ij- ixvijv (Hdt 7, 239, wo gewiss nicht xvav zu lesen ist) ,reiben, kratzen, 
schaben', mit präsentischen Formen wie int'xvd (Ar. Vögel 1582; aus 
*xv)2w, *xvri;(jj)j im-xvf^g (Ar. Vögel 1586; aus *-xyi}fitg, *Kvi^-jeig), xv^ 
(Plut mor. 61, E; aus xva-Bi, für *xv'q€i)y medial xvf^a^aL (Plat Gorg. 494, 
C), xvcizai (Plut Pomp. 48), xvcifievo-g (Plut Gorg. 494, C; Arist Thierk. 
9,38), aoristischen wie xv^ (11.11,639, wo Naucks Aenderung in xvie 
sich kaum empfehlen dürfte) und i^-ixvr^ae (Hdt 7, 239) und anderen. 

IL 11, 639: iftl d' aXyeiov xvrj tvqov xvriaiixaXxeLjj, Hdt 7,239: öbX- 
tlov öItvtuxov Xaßwv tov xi]q6v avrov i^-ixvr]a€ und tov xtjqov xvijv xe- 
Xevovaa. Ar. Vögel 533 : iTti-xvwaiv tvqov, UXaiov, alXq>iov. Xen. mem. 
1, 2, 30: XfyeTai tov JSwxQccTriv . . • bItcbIv^ oti vlxbv avTtp öoTColrj nda- 
XBiv 6 KgiTlag, kTti&vfiwv Ev^dijfKp nqoO'Xvfia&at (,sich reiben*) (Sotcbq 
Ta vtdia Tolg Xl&oig. Luk. salt 2: xadifjaai to ofioiov TtBrtov&dg TOig 
Ta (OTa 7tTBQ(p xviDfiivoig. — Dazu: xvt^&biv , kratzen, Jucken ver- 
ursachen, reizen' (siehe besonders). 

Dazu goth. hnasqvu-s jweich^'j Mth. 11, 8: mannan hnasqvjaim vastjdm 
gavasidana {,(iaXaxolg i^arioig '^fiq>iBa^ivov^); — dazu nhd. naschen, 
ahd. nascm (aus ^hnascdn). 

Bei Fick (1^, 391) wird als alte Grundlage Jchan ,graben, ausgraben' 
(KV. 4, 50, 3: tubhjam khätas avatä's ,dir sind Brunnen gegraben'; RV. 10, 
145, 1: imäm khanämi äushadhim , diese Pflanze grabe ich aus') an- 
genommen, das doch in der Bedeutung etwas abweicht 
Tcvrinö-^ ,gelblich, grau'; dorisch xväxo-g (Theokr. 7, 16; Agath. in Anth. 6, 
32, 4). 

Theokr. 7, 16: Ix (ikv yag Xaaloio daovTQixog bIxb Tqayoio xvaxov öigfi^ 
cuf^oiüi, Agath. (in Anth. 6, 32, 4): Tlavl • . . xvaxov v7trivi^T<f tovö* avi- 
&rjXB TQayov. Babr. 113, 2: xvrjxov . . . Xvxov. — Dazu: xvrjxo-g ,FSrbe- 
distel, Safflor'; Arist Thierk. 5, 92: avTat (d. l ipvxal Schmetterlinge') 
di axXrjQov (nämlich tIxtovoi), ofioiov xvtjxov anigfiaTu Theophr. Pflanz. 



Griechische Etymologie. 329 



i » 



6,1,3: a:»,ayoqy rj^yyiov, xvrjxog* Tccvra yag xai ra TOtovra Inl tcSv 
q>vkXwv ^€1 T^v axavd-av öi o xal qfvXXawxvd-a xakelvai. 6, 4, 5 : ziJQ 
xv^xov 8^ eiolv (nämlich diag}ogal)' r fiiv yag dygla ^ d' ijfiegog. — 
xyax- ,weisse Milch'; Hesych führt auf xva^' yala Xevxov. 

Kek (1*, 391 J vennuthet Zugehörigkeit zu altind. Mncand-m ,Gold' 
(Man.; Mbh.; kdncana- auch ,golden' Man.; BÄm.) und vergleicht in Bezug 
auf seine lautliche Entwicklung ^varo-g ,8terblich' (Find. Ol. 1, 30; 6, 
50; 13, 31) neben altind. dhväntd- ,dunkel' (ßN. 10, 73, 2 und 11; 10, 113, 
7). Es würde bei der Zusammenstellung aber auch noch anderes zu er- 
wägen sein. 
xi?ij*-ccv ,reiben, kratzen, Jucken verursachen, reizen'; medial xvi^&sa&ai 
,sich reiben, sich kratzen, Jucken empfinden'. 

Straten (in Anth. 12, 238,8): elg yag ctfioißijv, wg liyerai, xvij&eiv 
oldev ovog rov ovov. Ar. Bitter 771: xoTa-xvria&elrjv (,ich möge zerrieben 
werdenO iv fiVTTO)T(p fiera tvqov. Nik. ther. 944 : xara-xvi^d^eiv %e x^f^V 
Irjv %7t7tBiov Xeix^va, Dichter bei PluL mor. 462, E: xal yag xoTtgov . . . 
Tcaig ä' av veoyvbg xbiqi Ttgoa-xvrj&oiv vitf xXlvai nakaiCTOv navtog 
eifiagiaregov. — Arist Thierk. 9, 14: dia xb nagiovra rov ovov xvfi&so- 
&ai eig vag dxav&ag za ükxf], Timoth. 2, 4, 3: xarc rag Idlag inid^" 
filag icnrrolg iTtiatogevoovaiv diöaaxaXovg xvT}d-6fi€voi Tfjv axoT^v. — 
Dazu: xvrjaro-g ,gerieben'; Athen. 3, 111, D: xvrjaTog agxog noibg naga 
"Iwaiy IdgtBfiLdvjgog 6 *Eq>iai6g (priaiv. — xyriaxt-g ,Schabmesser'; ,das 
Jucken, Beiz'; IL 11, 640: knl S* aXyeiov xvij xvgov xvt^gxi x^^^^Tl' — 
Opp. Fischf. 2, 427: airixa ol xvf^arig fiiv iTti x^ot' ^eg/iov ^gev^og 
tpoiviaaei. 

Ging von xvr^- ,reiben, kratzen, schaben' (Seite 328) aus, wie nXti&eiv 
,voll sein' (IL 5, 87; 11, 492; 18, 484) von ttAij- ,füllen' {TtXrixo ,es wurde 
erfüDf IL 17, 499; 18, 50; 21, 16), ngj^&eiv ,anzünden' {Ivircgrj^ov ,sie 
zündeten an' IL 9, 589) von ngrj- ,anzünden, verbrennen' {nlii-ngri-ai. ,er 
verbrennf Eur. Tro. 893; Arist Thierk. 3, 107), vri^eiv ,spinnen' (Plat 
politic. 289, C) von rij- ,spinnen' {vrj-^ivT' ,gesponnen' PlaL polit 282, E). 
— Das Suffix von xvijaTi-g wie in xiari-g ,Hamblase' (Seite 297). 
xvrinö-g ,Bergwald'. 

IL 2, 820 : Zd(pgodlTrj, ^Idrjg h xvrjfiolai d'ea ßgor(p eivrj'^eiaa, IL 21, 
449: ßovg ßovxoXieaxeg ^'lörjg iv xvrifioloi fCoXvTtrvxov vXtjßiaarig. Od. 4, 
337 : (ig d^ bnoxe . . . %Xaq)og • . . xvrifiovg k^egirjoi xal ayxea Ttonjßevra 
ßoaxofiivTj. Hom. hymn. Ap. 283: Yxeo d' ig Kglai^v vnb nagvtjobv viq>6~ 
ßevxa, xvfifibv Tcgbg 1^i(pvgov rexgafifiivoVj avrag vneg&BV Ttixgr^ int' 
xgi/naxai, xotXrj d* vnodidgofXB ß^aoa^ rgrjx€la. Ap. Bh. 3, 851: xaTaara- 
^avTog MgaKs aietov wfirjaricj xvtjf^oig ivi Kavxaaloiaiv alfiardevr^ IxfSgct 
Ilgofirjd'fjog. Orph. Arg. 640: afiipl dk xvr]fÄbg *Agyctv^ov xaxitpaivBj ßa- 
dvcxoTceXot T€ xoXwvai, 

Fick 1^, 389 vergleicht sehr ansprechend ndd. Hamm ,Bergwald' (mnd. 
ham ist ,eingefriedigtes Stück Land'), das mir aber nicht bekannt ist 



330 Griechische Etymologie. 

Dann würde die anlautende Consonantenverbindung sich ebenso entwickelt 
haben, wie es schon bei xvijxo-g ,gelblich, grau' (Seite 328) vermuthet 
wurde. Die öfter angenommene Zugehörigkeit zum Folgenden ist un- 
erwiesen. — Als Suffix löst sich deutlich fio ab, wie es zum Beispiel 
auch in dem allerdings anders betonten olfio-g ,Weg, Bahn' (Seite 136) 
entgegentrat 
Tcvi^liri ^Unterschenkel , Bein vom Knie bis zum Fuss'; darnach auch 
,Pflanzenstengel zwischen zwei Knoten'; ,Badspeiche' ; , Seitenholz am 
Wagenkorb, Runge*. 

II. 4, 147: fiiav&ev aifiari fiTjQol €vq>vi€S xv^fxai re ßidk atpvqa xaA' 
vTtivBQ^ev. IL 17, 386: yovfava %e xvrjfiai ze Tcodeg &' vniveQd'B ße- 
xaoxov • . . naXaaaero. II. 21, 591: xal ^' ^ßalev xn^firjv hno yovßarog. 
Od. 8, 135: g)vi^v ye likv ov xaxog iaziv, ftrjgovg tb xvrniag re, — 
Theophr. Pflanz. 9, 13, 4: (Ttevraqfvkkov) • . . xavlavg dh inl y^v Yrioi kert- 
Tovg xai xvi^fiag ^ei. — Pollux 1, 144: i^ ^« cctplg xal adnQa xakeHai, 
al dk ivriQfioafiivai avTJj ^aßdoi xv^fiai. Dazu 6Kra'XvrifiO''g ,acht- 
speichig'; 11.5,723: df4(p^ oxieaat ^ofcSg ßake xa/iTtika xvxka, %ailx£a 
oxToxyijfia. — Hesych führt auf: xvfjf^ai' tu diegeidovra ^ka ttjv xoivi^ 
xiöa %ov rgoxov. — Dazu: xvrnitd- (xvrjfilg) ,Bein8chiene, Gamasche' ; 
IL 3, 330 = 11, 17: xvr^fjildag fikv nQwta negi xvi^fjijjaiv £&rixev xakag, 
aqyvQioiaiv imaqyvQloia agagvlag. Od. 24, 229: itegl di xrqiArjOv ßo- 
ßelag xvrnudag gamag didero. — 

Ahd. hamma (aus *han-ma), mhd. hamme ,Hinterschenkel, Kniekehle' 
(nach Fick 1^ 389). 

Die Entwicklung der consonantischen Verbindung xy- war also eine 
eben solche, wie sie schon unter xvr^^o-g (Seite 329) zur Sprache kam. 
Das Suffix wie in ftvi^^rj ,(jfedächtniss' (Theogn. 798; 1114; Aesch. Prom. 
461), q>^ftr} »Ausspruch', ,6erüchf (Od. 2, 35; 20,100; 105; Hes. Werke 
763), oXfit] ,Gresang' (Seite 137) und sonst — Mit xvij/titd- vergleichen 
sich Bildungen wie axptd' ,Grammasche', ,Radfelge', ,6ewölbe' (1, Seite 80) 
und andere schon neben letzterem genannte. 
xvibjt' {xviixp), ein wildes Thier. 

Mehrere Male bei Nikander: ther. 499: x^Q^ ^^"^^ xvdiTteg ^akeg^v 
ßoaxovzai av* vkriv, 520 : val firjv xal zglatpvkkov ofta^eo xyottfßlv agto- 
yr\y. 751: fivg^^xeiov . . • akyea dh ngotigoiaiv taa xvcineaai Tceka^ei. 
Bruchst 74, 44: aßgwrov xcideiav oqigqc xvciTteatfc q>vka^rj. 

Dunkler Herkunft; doch wurde schon unter dem gleichbedeutenden 
xivciftero-v (Seite 321) Zusammenhang mit diesem yermuthet Vielleicht 
besteht ein solcher auch mit xvcjnev-g ,Bär' (Hesych: xvw/cevg' agxxog, 
%vioi xvovnevg). Dem Aeusseren nach l£sst sich cS/r- ,Gresichf (1, Seite 643) 
vergleichen. 
xviböäx' {xvvjöa^ ,Zapfen, Achse'. 

Orph. BruchsL 2, 26: xal ag>alg7]g xlvrifi^ dfi<pi x^^^^ ^S ftsgirikkei 
xvxkoregi^g, h taqf re xara acpitegov xviadaxa. Sext Emp. adv. Phys. 2, 



Griechische Etymologe. 331 

93: al yag Tcegi roig xvwda^i elXovfJLBvat aq>aiQai . . . yLtveUat. fiiVf iv 
(p di Moti TOftft) xiveirai. 

Hängt wohl mit den beiden folgenden Wörtern zusammen. Dem Suffix 
nach vergleichen sich ogTtrjy.- ,Zweig, Stengel* (1, Seite 569). 
xviböaXo'V ^schädliches gefährliches Thier'. 

Od. 17, 317: oi fikv yaq %l q>vyeax€ ßad-elr^g ßiv&eaiv vlr^g y,vtidakov, 
ort dloLTO (nämlich xvcov). Hes. th. 582: rij (nämlich aveqxivi]) d^ ivl 
daidaka noXka rerevxorOy d^av^ia Fidiad'aij yLV(üdaV oa^ rjrteiQog nokXa 
TQi<p€L ^dk d-aXaaoa. Find. Nem. 1,50: Sfivvev (Herakles) vßgiv xvcuda- 
Xwv (d. L d^axovTCoy). Pyth. 10,36: yeX^ <J* bqwv vßgiv OQ^lav xvwda- 
X(üv (Esel sind gemeint). Aesch. Prom. 462 : it^^a ngvjxog iv ^vyolai 
xviidaXa ^€vyXaiai öovXevovra awfiaalv re. Schutzfl. 264: ^mg . . . 
X&ova Ti]vö* iüxa&algei xvwddXiov ßgoToq>^6gu)v. Eum. 644: tu Ttano" 
fiiarj xvtidaXa (Erinnyen). 

Das Suffix wie in ^onaXo-v, alt FgonaXo-v ,Enittel, Keule' (II. 11, 559; 
561; Od. 9, 319), nixalo-v ,Blatf (IL 2, 312; Od. 19, 520), aavöaXo-v 
,holzeme Sohle, Sandale' (Hom. hymn. Herm. 79; 83; 139), xgifißaXo-v 
yElapper' (Dikäarch bei Athen. 14, 636, C) und sonst — Was aber die zu 
Grunde liegende Yerbalform anbetrifft, so findet sie Fick 1^, 378 und 
wohl mit Becht in lit Jcdndu ,ich beisse' und in altind. Jchäd- ,essen, ver- 
zehren, vernichten' (Man.; Mbh,; — RV. 1, 158, 4: jdd . . . JchäHati Jcshäm 
,wenn er den Erdboden verzehrt*. Dazu amitra-ihädd' , Feinde ver- 
schlingend' RV. 10, 152, 1 von Indras). Dann würde also die Anlauts- 
gruppe xy- sich entwickelt haben wie zum Beispiel