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HANDBUCH
DER
GRIECHISCHEN ETYMOLOGIE
VON
LEO MEYER.
ZWEITBB BAND
"Wörter mit dem Anlaut (, ai, et, oi» v» aVf 6v> ov,
X (auch §)» n (auch ^)f t.
LEIPZIG
VERLAG VON a HIRZEL
1901.
Das Becht der UeberBetzung ist vorbehalten.
MEINEM LIEBEN
ALEXANDEK CONZE
ZT7M
SIEBENZIGSTEN GEBURTSTAGE.
|. : ifievai (IL 1, 227; 2, 94; 348; ifiev IL 1, 170; 18, 14; 21, 297; Uvai
Theog. 352; Ar. Vögel 188) ,gehen*, sehr häufig mit Bedeutung der Zukunft
(wie elfii ,ich werde gehen' IL 1, 169; 420; 426; 3, 305; 410), was wohl
auf einer besondem Bedeutungsmodification (etwa ,sich zum Gfehen wenden,
eine Richtung zum Gehen einschlagen^ beruht; begegnet activ nur in
prasentischen Formen, wie ifiev ,wir gehen, wir werden gehen' (IL 17,
155; Od 2, 127; 10, 431), i»i ,geh' (IL 1, 32; 2, 8; 163), tofiev ,lasst uns
gehen' (IL 2, 440; 6, 526; 9, 625), ijie ,er ging* (IL 1, 47; 307; 609; ohne
Augmöit ie IL 2, 872; 3, 383), elai ,er geht' (H. 11, 415; 13, 796). Die
homerische Sprache hat ausserdem noch eine Anzahl medialer Futur- und
Aoristformen, die aber ausser an zwei Stellen (IL 24, 462 : dlX ' ^ tot fiiv
iyto TtaXtv eXaofjiau Od. 15,213: dkV criixog xaliwv devg* etaerai. —
IL 13, 90 und 17,285 kann ßgä fiBta-eiadfievog statt des überlieferten
^ela ftereiaafievog gelesen werden) überall, wo der Vers entscheiden lässt,
auf consonantischen Anlaut hinweisen (IL 14, 8: iydv ikd-dv rdxa eiaoftai,
IL 11, 367; 20, 454 und Od. 15, 504: iiti-elaof^ai. IL 4, 138 und 5, 538
«B 17, 518 s» Od. 24, 524: diaftQo di etaato. IL 11, 358: xara-elactto.
IL 15, 415 und Od. 22, 89: ielaaro. IL 15, 544: keioda^riv. IL 21, 424:
im-eiaafiivrj) , so dass sie kaum wirklich hierher gehören, möglicher
Weise nur auf Vermengung mit Ifelaaro ,es schien' (Od. 2, 320; 5, 398;
442; ohne Augment IL 2, 791; 20, 81; 24, 319) und zugehörigen Formen
beruhen werden. (Neuerdings hat man die Formen mit altind. vi ,hin-
streben, verlangend kommen' in Verbindung gebracht, darnach müsste also
Zusammenhang mit tea&ai, alt ßtea&at ,streben, begehren' bestehen; siehe
Seite 9).
IL 1, 169: vvv d' elfic O&irjvöe, IL 1, 47: o d' ijie vvxri feßoixüig.
11.2,160: aW t&i vvv xcra XaFov 'AxaiFwv. Od. 2, 332: avtog Iwr
Ttoßilrjg inl rrjßog, IL 17, 756: otb TtQoßlduiaiy Uvra xIqxov. IL 3, 61:
Tciiexvg ßfjig . . . og t' elaiv dia doqßog in aviQog. 11.4,278: viq>og
. . . fiekdvreQoy rjvre niaoa q>alvB% lov xavd novtov. — Dazu: Iräo-v
,man muss gehen' (eigentlich ,Pflicht zu gehen isf); Thuk. 8, 2: i&elovrl
ixiov Ircl Tovg Idd-rivaLovg, — IrrjTiO'V ,man muss gehen'; Ar. Wolken
131: hfjria-v. Thuk. 1, 72: edo^ev avTolg TcagHTtiTia kg tovg Aar^e-
daifiovlovg dvai. — ol^o-g ,Weg, (Sang' (siehe besonders). —
Leo Meyer« Orieohisohe Etymologie. II. 1
2 Griechische Etymologie.
Lat i- : ire ,gehen', hat keine Yerbalform mit alter Vocalkürze bewahrt^
nur hier nnd da durch jüngere Verkürzung das ^ wiedergewonnen, wie
in trans'it ,8ie überholt^ (Verg. Aen. 11, 719; dafür it Enn. ann. 419), tit
,e8 ging* (Verg. Aen. 1, 376; daneben itt Att. trag. 292); Verg. Aen. 11,
389: imtLS in adversös? 4, 424: t, sorar; 6, 179: Uur in antiqvam silvam.
— Dazu: itiSn' ,6ehen' (Ter. Phorm. 1012); — iturs yOang* (Lucr. 3, 388);
— iter- ,Gang, Weg* (Enn. teag. 247; 310). —
[6oth. iddja ,er ging* (Matth. 9, 9; 19) gehört nur scheinbar hierher].
lit eiü ,gehen*, einü (jüngere Form eimü) ,ich gehe*.
Altslav. iti ,gehen', idq ,ich gehe*.
Altind. i ,gehen': diti ,er geht* (BV. 1, 71, 9: jds ddhvanas sadjds diti
,wer Wege an öinem Tage geht*); imdsi ,wir gehen* (RV. 1, 80, 15: j'at
adhirimdsi ,80 weit wir wissen*); -^ dazu i^ä' ,6ang, Bahn* (ndbhasas
nd itjd' ,wie der Weg des Gewölkes').
Altostpers. i ,gehen*: aeiti ,er geht*.
Aus hrjtio'V, das sich mit ^rjTTjväov ,man muss suchen* (Ar. Wolken
760; zu ^rjtieiv ,auf suchen* B. 14, 258) unmittelbar yergleicht, wird man
zunächst ein abgeleitetes Htieiv ,gehen* entnehmen dürfen, das sich zum
einfachen l- ,gehen* verhält, wie durieiv ,laut rufen* (II. 12, 160; 20, 50)
zu dv-€iv JiSLUi rufen* (1, Seite 25).
f- oder f-, demonstrativer Pronominalstamm, der den Nominativ ohne aus-
lautenden Zischlaut bildete (Apoll. Dysk. ed. Bich. Schneider, S. 55),
übrigens nur in wenigen unsicher überlieferten Casusformen begegnet
Hes. Bruchst 204: Jy <J' aik(p ^avdtov zafilfjg. Pind. Pyth. 4, 36: ovd
iftlxhjai Iv. Soph. Bruchst 430 : rj fihv wg t %^aaaova^ ri ö* dg i veroxe
7Caida. Hesych führt auf: iv' aiJriJ* aikijv' avtov' Kingioi. — Dazu:
-i, das bei Homer schon in ovx't ,nicht* (IL 2, 238; 300; 349) enthalten
zu sein scheint, bei den Attikem aber gern im Gespräch zu nachdrück-
licherem Hinweis an verschiedene pronominelle Formen angehängt wird;
Ar. Wolken 141: iya^ yag ovtoa-i rjxoß fAadijrqg. Ar. Wölk. 255: Tovtoy-i
tolvvv Xaßk %6v aT€q>avov. Ai, Wölk. 55 : iyw d ' av avxfj ^oifjia%iov
daixvvg %oö-i, PlatPhaed. 115, C: 6 wvi diaXeyofievog,
Lat is ,er, der* (Enn. ann. 31; 143; dazu der alte Accusativ im Zwölf
Taf. 8, 11; 10, 9, und der alte Plural-Dativ und -Ablativ ibus Plaut Truc.
110; Pompon. com. 104; Titin. com. 59; Lucr. 2, 88); i-d ,es, das* (Enn. trag.
185; 264). — Dazu; ita ,auf diese Weise, so* (Enn. ann. 41; 132); — item
,ebenso* (Plaut Capt 55; 82; 491); iüdem ,ebenso* (Plaut Truc. 40; 738);
— iterum ,zum zweiten Male* (Plaut Capt 891 ; Epid. 354). — Dazu auch
das suffixale -i (oder -i?) in qvt (aus ^^qvo-i) ,welcher*, qvae (aus "^qvd-i)
,welche* und dem ungeschlechtigen qvae (aus *gt;ö-i) ,welche*.
Goth. is ,er* (Mk. 2, 25; 3, 13) und i-te ,es* (Mth. 5, 29; 27, 59). — Nhd.
er und es; dazu die Casusformen ihnj ihm] ihnen; ihr.
Altslav. i- in den Casusformen j-e-go ,des selben*, j-e-mu ,ihm*, j-i-ehü
jderselben, eoruw*.
* *>
Griechische Etymologie. 3
Altind. t- im ungeschlechtigen id-dm ,diese8, es* (RV. l, 13, 7; 2, 3, 8)
und weiblichgeschlechtigen ij-dm ,diese, sie* (RV. 1, 48, 7; 1, 57, 5) und im
mSnnlichgeschlechtigen irn-dm ,diesen, ihn* (RV. 1^ 5, 9; 1, 10, 9; dazu der
Nominativ aj-dm ,dieser, er* RV. 1, 16, 7; 1, 20, 1). — Dazu: itds ,von
hier* (RV. 1,6, 10; 1, 98, 1), ihd ,hier, hierher* (RV. 1, 24, 11; 1, 28, 5; 1,
1, 2), iti ,so* (RV. 1, 109, 3; 1, 117, 18), itaror ,der andere* (RV. 6, 16, 16;
10, 16, 9 und 10).
Altostpers. i- im weiblichgeschlechtigen Nominativ im ,diese*, im unge-
schlechtigen Dual t ,diese beiden*, im männlichgeschlechtigen Pluralaccusativ
is ,diese*. — Dazu: itha ,so*; ithra piun*; idha ,hier*; auch die Verstärkungs-
partikel I, tt und im (Justi).
Der starke Hauch in V entwickelte sich wie auch in manchen andern
Wörtern mit anlautendem i (zum Beispiel irtTtog H. 8, 81, «» altind. dgvas
,Pferd* RV. 1, 36, 8) und wie namenüich mit weitgreifender Regelmässig-
keit bei den Wörtern mit anlautendem v (wie vdußQ H. 3, 270, neben alt-
ind. uddn- jWasser* RV. 1, 104, 3).
c-s, homerisch ßl-g, ,Kraff.
IL 11, 668: ov yag hfiol F\q tad'^ oIltj nagog ^auev ivl yvafifCToiai fii-
keaaiv. Od, 18, 3: ovdi fot rjv ßlg ovdh ßirj. Od. 11, 393: ov ycQ Fot hv
Fig efinedog ovd^ ert xlxvg. 11.23, 720: xQoreQrj 6* §xb ßlg ^Odvafjßog.
Od. 2,409: roloi dk xal fierißeig)' legi] ßlg Trjkeftdxoio. Od. 9,71:
TQixi^a Tfi xal vetQax^a diiaxioe ßlg avifÄOio. Od. 12, 175: iyd . . .
rtleCfiV alipa ä^ lalveto wrjgog, ifcelTcikero fAcych] ßlg. 11.5,245: avÖQ*
6q6(o KQaxBQw ini aol fiefiawre fAoxea^ai, ßiv dftile&Qov ^ovre. 11.7,
269 "=s Od. 9, 538: iitigeiae dh ßiv drtike&gov. — Dazu: lg>i, alt ßlipi
,mit Kraft*; II. 1, 151: dvägdai, ßl(pt fzdxea&au IL 6, 478: FiXlov lg>i ßa-
vdaaeiv. IL 3^ 375: ßg^^ev Ifidvta ßoßog ßlg>t %%aixivoio. IL 19, 416:
aoi avT(p fioQOifiov iari d'Si^ re aal avigi ßiq>i da^rjvai.
LaiL iA'S jKraft*; Enn. ann. 280: Vesttna virwm vis. Enn. ann. 109: vi
depttgnäre sues. Lucr. 3 , 265 : qvasi multae vis ünii^ corporis extant
Dazu wohl altind. väjas- ,Lebenskraft, Kraft*; RV. 1, 136^ 2: dadhätai
brhdt uhthiam vdjas upastuijam brhdt vdjas ,(Mitras und Varunas) schaffen
hohe rühmliche Kraft, hohe preiswerthe Kraft'.
Das alte anlautende / ist bei Homer noch sehr deuüich erhalten, wird
weiter auch noch erwiesen durch Hesychs Anführung ylg . . . . xal laxvg
und die inschriftliche Form des zugehörigen Namens Fttpirog (Savelsb.
S. 53). Nächstvergleichbare Bildungen sind Xt-g^ homerisch, wie es scheint,
ßli-g (J\. 11, 239; 17, 109; 18, 318; ll-v IL 11, 480. — Hes. Schild 172;
Theokr. 13, 61) und xf-g ,Komwurm* (Find. Bruchst 222, 2; Theophr. c.
pl. 4, 15, 4). — Die gewöhnlichen Pluralformen zu lat vi-s enthalten noch
ein suffixales r (aus s?), wie vi-r-es (Enn. ann. 39 ; 481).
ra ,eine*.
IL 4, 437: ov ydg Tcdvtiov r^ev o/iog d-goog ovd' la yiJQvg. IL 13, 354:
^ fi^v dfiq>OTiQOiaiv ofiov yivog rjd^ la Ttargr]. IL 21, 569: iv dk ia
1*
4 Griechische Etymologie.
tlfvxi^. Od. 14, 435: Tr}y fikv lav (nämlich ^olgav, wie aus Vers 434: die-
fioiQato zu entnehmen) vvfiq>jjai xai ^Eqiijj Maiadog vh diJKev inev^a-
fievog. II. 9, 319: h dk ijj Tipifj rjfAhv naxog rßk aal ia&log. IL 11, 174:
t;J de t' ly avatpalverai alnvg oXe&Qog. IL 18, 251 : t^ d' iv wxtI yi-
vov%o. n. 22 1 477: i^ aga yiyv6^B&* atatj dfiq>6%€goi. IL 16, 173: vijg
fjihv l'^g avixog rjQxe Mevia&iog. IL 24, 496: hviFa xal dixa fiiv fioi If^g
bfL rrjdvog rjOav.
Der Bildung nach zunächst zu vergleichen ist fila ^eine' (IL 3, 238; 12,
456; fiiav IL 2, 379; fÄi^g IL 15, 416; fii^ Find OL 7, 94). Da darin na
offenbar Femininzeiohen ist, wie zum Beispiel in TtoTvia ,Herrinn^ (IL 1,
357; 551; «» altind. pdtni KV. 3, 61, 4; 7, 75, 4), so scheint %a, das doch
schwerlich mit dem Femininzeichen selbst im Grunde übereinstimmen wird,
irgendwie verstümmelt zu sein und etwa zum demonstrativen Pronominal-
stamm i'- (Seite 2) zu gehören. Es würde darnach zunächst wohl ,die
selbe^ bedeuten. Dieselbe Bedeutung erkennt man auch* noch in dem ver-
einzelten und sehr auffalligen ungeschlechtigen Dativ i(f (nur IL 6, 422:
o2 fiiv Ttavreg iip xlov Ti(iaxL''AFiäog eXaw^ wo etwa Ijj nlov fi^iqji zu
lesen ist), der sich unmittelbar an ia anzuschliessen scheint, aber kaum
richtig überliefert ist Er ist allerdings auch in der Inschrift von Gortyn
(7, 23) aufgefunden. Nach Fick 1^, 136 ist la aus ^s-ia hervorgegangen
und die Femininform zu einem alten I- <» *5e- ,ein', das Fick (1* 557) auch
in l-xoToy ycinhundert' (II 2, 448; 510) erkennt
ideö9'ai ,heilen^
IL 5, 899: ilatifov' dvtiyeiv lijaaa&ai. IL 5, 904: xagicall^wg It^acevo
^ovQOv'uigrja. Od. 9, 525: (og ovx 6g>&alfi6v y^ li^cerat ovd^ ivoalx^(ov.
Find. Fyth. 3, 46: Tcdge KevravQq) diöa^ai nokvTvijfiayag av&QciTtounv
iaa&ai voaovg. — Dazu: trjTQo-g ,Arzt^; IL 11, 514: ItjrQog yaq avriQ
TtoXhiv dvra^iog aklwv.
Schliesst sich wahrscheinlich eng an altind. ish- ,Labung, Stärkung,
Förderung' (RV. 1,46, 6: tä'm asmdi räsäihäm tsham ,solche Stärkung
verleiht uns'; RV. 1, 92, 3: tsham vdhanüs suhrtai ,Starkung bringend dem
Frommen'; dazu ish-hrti- ,Heilung', eigentlich ,LAbung-machung' RV. 10,
97,9: ishhrtis nama vas mata ,H^lung genannt ist eure MutterO und
ishdjati oder isJu^atai ,er labt, stärkt, f örderf (RV. 8, 26, 3 : pünns ishäs
ishöjantäu ,viele Stärkungen fördernd'; RV. 7, 87, 3: präcaitasas jdi i-
shdjanta mdnma ,die des Einsichtigen Lieder fördern'), so würde also
zwischen dem anlautenden i und dem ihm folgenden Vocal ein Zischlaut
ausgefallen sein, ganz wie zum Beispiel in kitjv ,gar sehr, sehr' (IL 1, 553;
2, 800; 5, 361; aus *ktariVy neben altslav. lichU ,übermäBsig'). Damit ist
freilich noch nicht die — erst bei Späteren, wie Eurip. Hippel. 597 : Tijvd'
iw^ivri vcaov, öfter aufgegebene — Dehnung des anlautenden i erklärt
Ob man da etwa ein altes HaFa-ead-aL mit suffixalem innerem / ver-
muthen darf?
iänya ,ein duftiger Kranz' (in Sikyon gebrauchtes Wort).
Griechische Etymologie. 5
Athen« 15^ 678^ A: dkXa fir)v xal iäxxov fiva yiakovfievov olöa avitpavov
v7to 2i%vwvlcjv, WQ g)T}ai TifioxHctg iv Talg rkiiaaaig' OilrjTäg d^ ov-
Twg yqaq^Bu ^ iaxxa, iv zf^ 2ixv(üvlif ateq>avwiaa evwdeg, ^arrjx' dfiq)! x6-
fiag €vwdiag dyxod't nargog xalov iaxxalov d'tjxafiivi] ariqfavov^.
Dunkler Herkunft Ob möglicher Weise mit dem Folgenden in Zu-
sammenhang stehend?
ictxTfA ,Geschrei, Klagegeschrei', ,Festjubel' (Aesch. Pers. 939; Eur. Or. 1473;
EL 143; Phoen. 1302; Iph. Aul. 1039; Tro. 337. Nauck giebt bei Euripides
die .Form überall ohne x); siehe Idx-eiv (siehe unten).
idjtxBiv ^senden, werfend
IL 1,3: TtokXag ä* IqyS'lfAOvg \pvxag ^AFidt Ttgo-iaxpev. ILO, 487: ov
yaQ %lg f^' vnMg alaay dv^g Idfidt ngo-idipet. Od. 2, 376: wg av (lii
xXalovaa xawä XQ^^ xaXdv idnTf} (,niederwerfe' wohl — ,verderbeO.
Aesch. Ag. 510: to^oig iamtav firjxh' eig '^fiSg ßikrj. Aesch. Sieben 299:
rol ä ' i7v' afiq)iß6Xoiaiv liniovoL noXLxaig x^Qf^oö ' oxgioeaaav, Aesch.
Sieben 525: ninoi^a jov Zrjvog dvTlxvnov ^ovza . . . ngoa&e TtvXdv xe-
q>aXav idipeiv, Schutzfl. 95: idmei d' iknidwv dq>* vtfjiftvgywv navdkeig
ßgozovg. Agam. 1549: vlg ö^ ircvsv^ßiog alvog in^ avdgl -S-eltfi avv ddx-
gvaiv laTtTwv. Schutzfl. 547 : jTcü • . . iannei (,8türzt sich, eilt') 8^ Haldog
öl' aHag, Soph. Aias 501: xal %ig nixgov ftgoaq^&eyfia deanordSv ig€i
koyoig la/trwv (,werfend, treffend, beleidigend'). Aias 700: omog . . .
bg%fifLcn' avtodaij ^vvdtv Idipjjg (,Tänze werfen, schwingen, ausführen').
Ihitstand wohl aus ^ian-jeivj ein bestimmter Beweis für die Stufe des
Lippenlauts (ob nicht etwa auch % oder ß7) liegt aber nicht vor. Die
öfters behauptete üebereinstimmung mit lat jacere ,werf en' (Enn. ann. 438 :
tela manu jacientesjj wonach also tt und lat. c einander gegenüberstehen
würden, wie zum Beispiel in ott-, alt /o/r- und lat. vöc- ,Stimme' (1, Seite
505), ist sehr unwahrscheinlich, da laTt- mit seinem vocalischen Anlaut
eben so wenig aus einem älterem jai hervorgegangen sein, als in seiner
Mehrsilbigkeit selbst für wurzelhaft gelten kann. Möglicher Weise fiel
zwischen i und a ein Zischlaut aus und es besteht Zusammenhang mit
altind. ish ,in Bewegung setzen, senden' (ishjati rdtham ,er setzt den Wagen
in Bewegung' RV. 1, 34, 10; ishjati vä'cam ,er erhebt die Stimme' RV. 9,
30, l^püras ishnä'si ,Städte triffst — d. L ,stürzest' — du' RV. 1, 63, 2:
vägram ishndnn ,den Donnerkeil schleudernd' RV. 4, 17,3; ishajanta
mdnma ,Lieder setzen sie in Bewegung' RV. 7, 87, 3). Dann würde der
Lippenlaut wohl derselbe sein mit dem p altindischer Causativformen, wie
in a sthdpajanti ,sie lassen emporsteigen' (RV. 10, 102, 10; daneben sthas
. . . ürdhvds ,stehe aufrecht' RV. 6 , 24 , 9) , kshaipajat ,er lasse wohnen'
(BV. 5, 9, 7; daneben hshijdnt- , wohnend' RV. 1, 117, 5; 3, 39, 5), üd . . .
arpaja »bringe empor, lass gedeihen' (RV. 2, 33, 4 ; daneben arta ,er be-
wegte sich' RV. 5, 25, 8), dtkshäpaja ,weihe' (Mbh. 2, 1224; daneben dik"
shatai ,er weihet sich zur Begehung einer Feier* AiL Br.).
l^iyr^etVy alt ßtdx^iv oder wohl FiFax^iv ,schreien', ,erklingen, brausen'.
6 Griechische Etymologie.
Begegnet nur in präsentischen Formen und in der vereinzelten Perfect-
participform dfiq>iaxvlav (II. 2, 316).
11.6,468: a\f) d' o naFig tcqoq xohtov iv^civoio Tidn^vr^g hcklvxhj ßi-
ßaxfov. IL 4, 506 = 17, 317: ^Ägyiioi dh fiiya FUaxov. IL 20, 285: txvxaQ
^Axti'i'evg ififxefiawg inoQOvOB . • • afie^daXia FiFaxunf. IL 2, 316: T^y (näm-
lich fÄrjTiga) dk ßeh^d/^evog Ttrigvyog Xaßev (nämlich ÖQaxcjv) afiq>iaxvlav.
IL 18, 219: 0T€ ßLFaxB aalrciy^. IL 1, 482: afifl dh xvfia arel^ TtoQtpv-
QBov /xiya flFax^ vr]ßdg lovaf]g. IL 4, 125: kly^e ßiog, vevQq dk fiiy*
Xax^^' II- 21, 10: ox&ai d* a^q>l neQl fiiya FlFa%ov, — Dazu: ia^ij, aJt
Fiojii oder Filaxiq ,6e8chrei'; IL 4, 456: äg nSv fiiayofiivtov yivero Fi-
Faxij T€ Ttovog tb.
Das alte anlautende / ist im homerischen Verse in weitem Umfang er-
kennbar und wird ausserdem auch durch das zusammengesetzte avLaxo-g
(aus ^d'ßlaxog) ,mit Geschrei, schreiend' (siehe später) erwiesen. Nicht so
sicher ist das alte innere /, aber doch sehr wahrscheinlich, da in Idx-etv
ebenso wie zum Beispiel in öidaxt} ,Lehre' (Hdt 3, 134; 5, 58; didaaxi-
fievat ,lehren' II. 9, 442), malveiv ,8pannen, ausstrecken, ausbreiten' (IL 2,
390; 13, 534), Tt&aao-g ,zahm* (Aesch. Eum. 356; Soph. Brachst. 782), ri-
d-iqvri ,Amme' (IL 6, 132; 389) und anderen ähnlichen Formen eine alte
Beduplication (fi-Fax-eiv) enthalten sein wird. Des dabei wahrscheinlichen
Zusammenhanges mit rixij, alt ßrjxri ,Schall, Getöse' (1, Seite 6 17) wurde schon
früher gedacht An einen etwaigen Zusammenhang mit Ifj ,Iaute Stimme,
Klang' (1, Seite 671), womach das x ©twa wie in avevdx'eiv ,seufzen, stöh-
nen' (IL 8, 334 — 13, 423; dazu özovaxri ,daß Seufzen' IL 2, 356) zu be-
urtheilen sein würde, wird dagegen schwerlich gedacht werden können.
— In dfxtpiaxvlav (IL 2, 316) ist der Mangel des alten / eben so auffällig,
wie der der Perfectreduplicationssilbe und liegt daher der Gedanke an un-
richtige üeberlieferang nah. — Die Form Icncxi (Seite 5), die neben
laxrj in dramatischen Ghorgesängen mehrfach begegnet, vergleicht sich be-
züglich ihres xx mit dem dorischen oxxo-g ,Wagen' (1, Seite 527).
iaoiibvri ,Zaunwinde', deren Wurzel abführend und dadurch heilend wirkt
Theophr. c. pl. 2, 18, 2: aozi dh oaa nQoadevdqa xal neqiaXhoxavhx
tvyxdvei' xavta ydg to ngbg ktiqifi diüixei xa^dneQ o re xlzTog . . . xal
T(Sv ilavTOvcJv egTivkkogj iaaidvi].
Gehört wohl zu ideox^ai ,heilen' (Seite 4 ; dazu läai-g ,Heilung' Soph.
El. 876). Der Bildung nach scheinen verglichen werden zu können : elge-
aiwvTj ,ein mit Wolle und allerlei Früchten behangener Oelzweig, der an
bestimmten Festen getragen wurde' (Ar. Ritter 728; Wespen 399; Plut 1054),
und der Eigenname WxQiaiwvri (,Tochter des Akrisios' IL 14, 319).
laöstiö" (iaanig)y eine Eieselsteinart , Jaspis'.
Plat Phaed. 110, D: luv xal tä iv&däe ki&ldia elvai %av%a Ter aya-
7t(afieva /aogia, adgdid re xal idanidag xal Ofiagdyöovg . . • Theophr.
Steine 35: xal iv KvrcQip ij ts Ofidgaydog xal fj laOTttg,
Griechische Etymologie. 7
Ungriecbiscfa. Die hebräische Form ist jäshpheh (Au^. Müller bei Bezz.
1, 276).
i'aiißo'q ySchmähverBy Spottvers'; darnach benannter Versfuss (^ -).
Ar. Frösche 661 : ia^ßov ^Infttivaxrog ay€fiifÄvr]ax6^riv. Strabo 8, 354 :
aviygaxpav di riveg ra iiirga %ov ^oavov, xal KaXXlfictxog iv idfiß^i^
Tivl i^elTte. Plat Ion. 534, G: tovto (xovov olog tc ^Koarog noulv xaküg^
i€p^ o ij Movaa avrov äffirjaev, 6 fihv di&vQa^ßovg . . . o 6^ lafjtßovg.
Anth. 7, 352, 7: JIuQldeg, rl noQrjOiv iq>' vßQiar^Qag la^ßovg krgaTtete;
Plat. Staat 3, 400, B : ta^ißov %al tiv' allov rqoxalov wvouoCbj firjxrj dh
xat ßgoxv^rirag TtQoa^nre.
Da in iamBiv (Seite 5) aus ,senden, werfen' sich auch die Bedeutung
^treffen, yerletzen, quälen' (Theokr. 2, 82: &g ^oi nvgl &vfi6g fagp^jj. 3, 17:
rov lEgwia . . .og ^e xaraofivxfjt^v xai ig oariov oxgig lamei, Mosch. 4,
39 : TzoXXolaiv dvarrivog lanrofiai alyeaiv rjtog) entwickelt hat, so ist die
alte Ansicht, dass Hafißo-g dazu gehöre, wahrscheinlich die richtige, und
darf man bezüglich der Einfügung des Nasals, also der Entwicklung der
Lautgruppe ftßj Formen vergleichen wie: atgofAßo-g ,Kreisel' (IL 14, 413; zu
argiq>ei ,er dreht, er wendet* IL 23, 323), ^gofißo-g ,geronnene Blutmaass'
(Aesch. Ch. 533 ; Eum. 1 84 ; neben ^giipäg ,gerinnen lassend' Od. 9, 246).
^afißog- ,Staunen' (IL 3, 342; neben rdq^og- ,Staunen' Od. 21,122), xiJ-
QVfißa ,die obersten Theile' (IL 9, 241; daneben xogvq>Tj ,6ipfel' IL 1,499).
iaiißixri, ein musicalisches Instrument
Phillis (bei Athen. 14, 636, B) : aa^ßvxai lOfißvxai rglytova xXeiplafißoi
OKLivdaxpol ivveaxogda.
Gehört vielleicht zum Vorausgehenden. Der Bildung nach vergleicht
sich das so eben neben ihm genannte aaf4ßuxi], das auch ein musicalisches
Instrument bezeichnet und scheinbar auch xagvxrjj eine fein zugerichtete
Brühe (Athen. 12, 516, C: ngaiTOi dk Avdol xai Tfjv xagvxrjv i^€vgov)j das
aber offenbar ungriechisch ist
TaiAVO-q ,Niederung'.
Nik. ther. 30: tva nolrj ngwta xvlaxofjiivri axidei x^^^^'*^^S iafivovg,
Ther. 200: Alyv^xoto nagd d-gvoevrag Idfivovg. Ther. 901: 17 xal nov-
Xvyovov laaliav vndfxrjaov Idfivwv* Ther. 538 : iX^lvrjv . . . vöaai regfto-
^iiv7]v xal del d-dXXovaav Id/ivoig,
Ciehört wohl unmittelbar zu elafÄCvi^ ,f euchte Niederung' (IL 4, 483 ; 1 5,
631). Der Suffixform [ävo geschah unter ogofÄvo-g ,Zweig' (1, Seite 559)
Erwähnung.
iäJL'Xeiv (aus ^^laX-jeiv) ,senden'.
IL 8, 300: iiXXov oiarov dno vBvgfiq>iv iaXXuv. IL 9, 91 «> 221: oi ö*
ifv* ovijfa&' ktol(xa Ttgoxelfisva x^^Q^S taXXov. IL 15, 19: negl x^Q^^ ^^
deafAOv itiXa xQ^^^ov ußgrjxrov. Od. 2, 316: neigrjaw äg x* vfifii xcgxdg
iftl xrjgag IriXu. Od. 13,142: ^o^^or di xev etr] ngsaßvraxov xai agi-
arov aTifilfjoiv idXXeiv (wohl ,treffen, verletzen', wie idnrBiv Seite 5).
8 Griechische Etymologie.
— Mit der intransitiven Bedentang ^egen, schweben' begegnet es verein-
zelt bei Hesiod (theog. 269): ^gicviag , , , al ^' dvifitov Ttvoifjai xai
olwyolg SfÄ ' %7tovxai wxBljig ^'^^Q^Y^oac fievaxQoviai yoQ HaXXov.
Knhn (5, 193-^206) snoht zn erweisen, dafis Idlleiv sich nnmittelbar
anschliesse an altind ijarti (ans H-arti) ,er setzt in Bewegung^ (BV. 2, 42,
1 : ijarti vä'cam arita' iva navam ,er setzt die Stimme in Bewegung wie
der Buderer das Schifft; BV. 9;88y5: ijarti säumas . . . ürmim ,Sömas
setzt die Welle in Bewegung'), die rednpUcirte Präsensform zu ar ,sich
bewegen^ (arta ,er bewegte sich' BV. 5, 25, 8; augmentirt ärta BV. 4, 1, 12,
sa tigto ,er machte sich auf, setzte sich in Bewegung' IL 5, 590; 7, 162;
163), aber das griechische Verb beschränkt sich gar nicht auf die Präsens-
bildung; dazu ist eine ähnliche Beduplication von vocalischanlautender
Grundlage im Griechischen ausser vielleicht in Uqvblv ,schlafen', das aber
doch wahrscheinlich gar nicht von einer vocalischanlautenden Grundlage
ausging, (siehe Seite 19) nirgend mit Sicherheit nachgewiesen und weiter
auch der angenommene Zusammenhang mit w^o (zu oq- ,sich erheben'
1, Seite 557) im höchsten Grade unwahrscheinlich. Zunächst zu Grunde liegt
vielleicht wie auch bei anderen Verben auf -aileiv (so araod'aXlBiv ,über-
mfithig sein, freveln' zu dxaa^aXo-g ,übermüthig, frevelhaff 1, Seite 84) eine
Nominalform auf -aXo (Halo-?) und diese könnte auf dieselbe Verbal-
grundform (altind ish ,in Bewegung setzen, senden') zurückführen, wie
wir es schon für lafcreiv ,senden, werfen' (Seite 5) vermutheten. So
würde sich auch für den anlautenden starken Hauch, wie er einige Male
entgegentritt (Ar. Wespen 1348: iq>'iaX€lg. Friede 432: €Qyqt^q>'ia)iov(4€v),
ein bestimmterer Grund {Idkkw zunächst für *laU.a)j wie zum Beispiel
ih]iiev ,er sandte' IL 1, 48, für *^xev, aus ^iatpfLev. Zu k- : lifievai ,senden,
werfen' 1, Seite 327) ergeben. — Gegen die Vermuthung (bei Fick 1^, 140),
dass idlXeiv zu al-kead^ai, lat salire ,springen' (1, Seite 290), altbulg. sülati
,absenden, senden' gehöre, womach es aus einem reduplicirten *aL-aaXleiv
entstanden sein würde, und weiterhin zu altind. sar : säraii ,er fliesst, er
strömt, er eilf (BV. 4, 17, 3: sdrann apas gävasä ,es strömten die Wasser
in Eile% auch mit der reduplicirten Präsensform stsarti ,er eilf, ,er macht
eilen, er setzt in Bewegung' (BV. 3, 32, 5 : apds dmä sisarshi ,die Wasser,
die Fluthen bringst du in Bewegung' ; BV. 2, 38, 2 : prä bdhdvä pfthür
pänis sisarti ,die beiden Arme streckt der Breithändige aus^, spricht unter
anderem, dass die vermeintliche Beduplication von Idlkeiv sich durchaus
nicht auf die präsentischen Formen beschränkt und dann, dass das ange-
führte altind. sar schon in oQfii] ,das Vordringen, Angriff' (1, Seite 581) ent-
gegentrat
icXBiLO-q {lijXefiO'g) ,Klagelied'
Aesch. Schutzfl. 116: li] Irj, Itjkifioiaiv i^nQBitij ^diaa yooig fxe %i/xd'.
Eur. Phoen. 1033 und 1034: laXeiioi di fiaviQwv, Idkcfxoi dk naQ&ivwv
iarivaCjov dtxoig. Eur. Tro. 1304: iakifi(fi %ovg ^avovxag dnvsig. Theokr.
15,98: avig xal niqvtiv %6v idkefiov dQlarevae,
Griechische Etymologie. 9
Als suffixaler Theil löst sich deutlich kefio ab, wie es sonst nur noch
in xoalefAo-g Dummkopf (Ar. Bitter 198; 22t; Aeschin. bei Athen. 5,
220, B) vorzukommen scheint Weiter ab liegt schon das adjectivische
kifio in den homerischen xagnahfio-g ^rasch^ (II. 16, 342; 809), TtvddXifio-g
,rahmvoll' (H. 4, 100; 177), eidalifio-g ,8chön' (Od. 24, 279) und TtemaXi-
fio-g ,verständig* (II. 8, 366; 14, 165). Zu Grunde liegt möglicher Weise
l^ flaute Stimme, (,Elagelaut'?), Klangt (Seite 15), an das sich weiter auch
"wohl iriio-g ,kläglich, jammervoll' (Soph. Eon. Oed. 174; Bruchst 375; Eur.
Phoen. 1036 und 1037), das Nauck (zu Soph. Eon. Oed. 154) als aus den
Ausruf swörtchen ii] Iri (Aesch. Schutzfl. 114) gebildet ansieht, anschliesst
i^EOd^ai^ alt Fisa^ai^ ,streben, begehrend Nur in präsentischen Formen ge-
braucht
IL 2, 154: ävrri d' ovqovov Ixev ßolxaöe Fu^ivoiv, II. 12, 274: aXXa
TSQoata ßiea^e. 11.23,718: ot dk fiaV alßel vUrig fida&rjv. 11.2,589:
ftaXiava 6k flero &v/Äip tlaaa^ai. II. 8, 301: ßakieiv di fe ßlBxo dvfiog,
n. 15, 450: To ßoi ov rig igvxaxe ßiefiiviov neg. Od. 2, 327: ijtel vi tzcq
Verai alvwg. IL 21, 70: iyx^^V • • • ^^i y^i]] ^orrj, ßie/nivi] XQOog apievai.
IL 12, 68: TQioeaai dh ßler" agi^yeiv. II. 13,501 — 16, 761: ßUvr' aUif-
xceiy rafiieiv XQoa vriXh x^Xxip.
Lat dazu in-vito-s ,nicht begehrend, nicht wollend' ; Plaut Epid. 730 :
invttus dd kanc veniam tibi] Plaut Stich. 140: hostis est u^or invUa qvae
virö nuptum datur.
Altind. vi ,hinstreben^ verlangend kommen'; BV. 10, 61, 4: mtam mal
iagnäm a gatam mai dnnam ,eilet ihr beiden zu meinem Opfer, kommt
herbei zu meiner Speise^; BV. 1, 151, 7: üpa dha tarn gdchathas mthds
adhvardm ,zu dem kommt ihr beiden, eilet zu seinem Opfer'; BV. 5,30,4:
vdishi id äiJcas jvdhdja bhüjasas cid ,du stürmst allein auf mehrere zum
Kampf; BV. 1, 105, 7: tarn mä vianti ädhias vrJcas nd tfshndgam mtgdm
,anf mich dringen die Sorgen ein, wie der Wolf auf ein durstiges Beh'.
Fast fiberall ist bei Homer das alte anlautende / noch erkennbar, wie
schon früher (bei Bezzenb. 1, 306) genauer angegeben worden. Bezüglich
der Form ist übrigens dlea&ai ,fliehen, laufen' (dazu ölevrai ,sie fliehen,
laufen' II. 23, 475 und Nik. ther. 755; causativ h-dUaav ,sie jagten hinein,
hetzten darauf' H. 18, 584) zunächst zu vergleichen; als erste Personen
lassen sich dUfiat und Ye^aij alt ßie^aij ansetzen.
iäQÜX' (liga^ ,Habicht' (Alkm. Bruchst 28; Eur. Andr. 1141; Ar. Bitter
1052; Arist Thierk. 1, 28; 2, 64; 69).
Da Homer (IL 13, 62; 819; 15,237; 16,582; 18,616; 21,494; Od. 5,
66; 13, 86), Hesiod (Werke 203; 212) und Herodot (2, 65 und 67) nur die
zweisilbige Form i^i}x- (siehe später) gebrauchen, darf man dieselbe wohl
als die lUtere ansehen und vielleicht vermuthen, dass aus ihr ^^^öx- erst
in Anlehnung an lego-g ,heilig' (siehe Seite 10) durch Umbildung entstan-
den ist
10 Griechische Etymologie.
hQö'^ (schon bei Homer mehrfach zu igo-g zusammengedrängt, wie II. 2,
420; 4, 416; 9, 357; 16, 658) ,kräftig, rÜ8tig^(?), ,heüig*.
IL 16, 407: ekae . , . wg ote zig qxxig . . . legov ix^v Ix novroio. Od.
24,81: tvpißov xevafJLBv ^Agyetiav legog aigonog. 11.10,56: iX&iiiev kg
q>vkax(ov legov rilog. 11.24,681: ka&wv legovg nvkawgovg. Od. 2, 409:
Tolai dk xol fierißeiq)' leg^ ßig T^kefiaxoco, Od. 8, 2 : wgvvr' ag^ l§
evvTJg legov juivog ^Ahnvooio, IL 11, 631: naga ö^ aXq>lzov legov cncn/jv.
IL 5,499: ave^og axvag q>ogiei legag xar' akwag, IL 17,464: olfov
iovd-' legtp hl ditpgtf, H. 8, 66: aßi^ero legov rjfiag. IL 11, 194 ■■209:
eig o xe . . , inl %vi(pag legov ik&j]. IL 11, 726: lx6fiea& legov ^oßov
^uiXtpeioio. Od. 10, 351: ylyvovrai . . . Ix i9^ legwv notafiüv. Od. 10, 275:
ioiv legag ava ß^aaag. Od. 1,2: Tgiptjg legov nrokle&gov tttegaev. IL
16, 100: o(pg^ olFot Tgt^rjg lega ngrjöe^va Xiioptev. IL 7, 20: /J17 ^a . . .
Fikiov eig legi^v. Od. 11, 323: ig yovvov L4d7}vaü)v legdwv tjye. Od. 21,
108: ovx Mati yvvi] ... ovre Tlvkov legijg. Od. 9, 165: Kixovojv legov
mokle^gov kkovteg, IL 4, 378: largazoovd^ lega ngog relxea Qrjßrjg.
II. 4, 103: voOTT^aag leg^g ig ßdazv Zekeltig. Od. 3, 278: dkV ote Sov-
viov Igov a(pix6fie&a. IL 2, 535: Aoxgwv, ot valovai Ttigrjv legrjg ^Ev-
ßolrjg, n. 2, 625: o? d* ix JovXixioio ^Exivdwv ^' legdcav njawv. IL 2,
606: "Oyxrjarov 1^* legov, Jloaidrjiov aykaßov aXaog. IL 5, 446: Alvelav
. . . ^xev Itinokkwv Uegyafiq) eiv legfj, IL 15, 36: ßlatw , . , arj (d. L des
Zeus) ^' legrj xetpahq. IL 1, 99: ayetv ^^ legrjv exatofißriv, IL 2, 305:
7cegi xgijvrjv legoifg xatd ßwftovg ßigdofiev . . . exazo/Aßag. Od. 13, 372:
z(ü öi xa&eKofiivw legfg naga nv&iiiv^ ikaLFrjg. IL 18, 504: ol dk yigov-
zeg ijaz* inl ^eazoiac kl&oia^ leg(^ ivl xvxhp. Od. 10,426: legola* iv
dvipLaai Klgxrjg. IL 6, 89 : oc^aaa xkrjßidi &vgag legoio öoftoio (d. L vrj-
ßov ^A&Tjvalrjg). IL 16, 658: yv(S yag JiFog Igd zakavza. Od. 6, 322:
xkvzov akaog Yxovzo Igov l/i&rjvalrjg.
Altind. ishird- ,rasch, rüstig, kräftig*; RV. 1, 129, 1: indra . . . ishira
,0 rascher Indras*; ßV. 5, 75, 5: ishird' ,die beiden raschen' (ÄQyine); RV.
7, 35, 4 : ishirds abhi vätu vd'tas ,kräftig wehe herzu der Wind'; RV. 3,
2, 14: jä'mann ishirdm . . . agnim ,dem auf seinem Wege raschen Agnis';
RV. 5, 37, 3: grä'vänas jdsja ishirdm vddanti . . . adhvarjüs ,dessen Steine
kräftig erklingen, der Priester*; RV. 6, 62, 3: dqväis . . . ishira is ,mit raschen
Rossen' ; RV. 9, 84, 4 : hinvänäs vä'cam ishira m ,erhebend eine kräftige
Stimme'; RV. 8, 48, 7 : ishirdina tai mdnasä sutds/a bhahshimdhi ,mit regem
Geist möchten wir von deinem Somas geniessen' ; RV. 3, 30, 9 : ishird' m . .
hhü'mim ,die kräftige (?) Erde'.
In den Verbindungen von lego-g mit substantivischen Wörtern und Eigen-
namen, die wir, so weit die homerische Sprache deren bietet, vollständig
aufgeführt, ist uns schwer möglich, für jeden einzelnen Fall bestimmt ab-
zugränzen , wie weit schon die Bedeutung ,heilig' (d. i. auf eine Gottheit
bezüglich) oder noch irgend eine andere gedacht worden ist, dabei aber
doch hervorzuheben, dass für alle von lego-g ausgegangenen Ableitungen
Griechische Etjnuologic. 11
die Bedeutang ,heilig' offenbar die Grundlage bildete, so für iegev-g ,Priester^
(d. i. ,der mit isga^ den heiligen Dingen, Opfer^, Uga — IL 1, 147; 10, 46 —
zu thun hat') IL 1, 23 »» 377, legevev ,Bich als Priester bethätigen, opfern'
H. 2, 402; 6, 174; leQijßio-v jOpferthier* IL 22, 159; Od. 11, 23. Die Zu-
gehörigkeit von altind ishirä- hat zuerst Kuhn (2,274) ausgesprochen;
sie führt auf altind. ish ,in Bewegung setzen, senden' (Seite 5) als ety-
mologische Grundlage, womach als ursprüngliche Bedeutung wohl ,sich
in Bewegung setzend' gedacht worden ist Von der Entwicklung des an-
lautenden starken Hauchs wurde schon unter idkksiv ,senden' (Seite 7)
gesprochen. Weitere Bildungen mit suffixalem ego wurden unter ikev-
^e^o-g ,frei' (1, Seite 484) aufgeführt
fd-s ,einer, derselbe'.
II. 6,422: Ol fihv navreg l(p nlov f,fiaTc^Aßiöog eXaw,
Wurde schon unter la ,eine' (Seite 3) besprochen.
To-r, alt Flo-v ,Veilchen' (jiilav Theophr. h. pl. 1, 13, 2; 6, 6, 3, oder fiog-
qfvgovv Diosk. 4, 120) ,wohlriechendes Veilchen'; (kevxov Theophr. h. pL 3,
18,13;6,6,3;7) ,Schneeglöckchen'; {aygiov) ,Hundeveilchen' ; (x^oxcov)
^Goldlack'.
Od. 5, 72: a^qpl dk kei^uiveg fiakaycoi FLov riöe aeklvov d"qX€ov, Hom.
hymn. Dein. 6: Sv&ea t' atwfiivrjVj ^odaxai xgoxov i;<J' la xoAa. Pind.
OL 6, 55: xixgvmo . . . iwv ^avS-aiai %ai nafiTtogcpvgoig axTlai ßeßgey-
fiivog aßgov aojfia. Pind. Bruchst 75, 18: tot' in af^ßgoTav x&ov'
Igcnal Xtov (poßai ^65a t€ xofÄatai filyvvrai. Theophr. Pflanz. 6^ 6, 7: xo
de iov %6 fiikav tov Xevxov diaq>igBi xaxa tb akka xai xaT* avTriv ttjv
luivlav OTi nkaTvq)vkk6g t€ xai iyxBi6q)vkkog mi aagxofvkkog ioTi, nok-
kfiv %xovaa ^l^av. — Dazu: iwvia ,Veilchenbeef ; Ar. Friede 577: ava-
ILivrjax^ivTeg .... Ttjg iwviag tb TTJg ngog T(p q>giaTi,
hat viola ,Veilchen'; Verg. ecl. 2, 47: pallentis violäs . . . carpens] ecl.
10, 39: et nigrae violae sunt] Plin. 21, 27: vioUs honos proxumus^ edrum-
qve plüra genera purpureae, luteae, albae. Plin. 21, 64: flörum prima
ver mmtiantium viola alba.
Das alte anlautende -F tritt im angeführten homerischen Verse noch
deutlich heraus, wie auch IL 11, 298 : ij tb xad'akkofAivr] fiofBiöia (,da8
Aeussere von Veilchen habend') tvovtov ogLvBi, Od. 4, 135: i^kcmaTt] tb-
TawOTO FiodvBtpig (, veilchenfarbig') Blgog ixovaa und Od. 9,426: %akoL
T€ /ÄByakoi TB, FioövBcphg Blgog l'/ovre^. Dazu wird es auch durch die
Zusammensetzungen kBvxo'iov ,weisses Veilchen, Levkoie' (Theophr. Pflanz.
6, 8, 1: Tüiv d' avx^cSv to fihv TcgoßTOv IxqialvBrat ro kBviioiov) und Hesychs
Anführung yla' ävdif] noch erwiesen. Der Ursprung des Wortes ist
dunkel; als sehr ansprechend aber darf Ficks (2, 238) Vermuthung an-
geführt werden , dass es zu lat viere ,f lechten' (Enn. Sota 1 : viere Vene-
riam corollam)^ lit viti ,drehen, winden*, altsl^^v. viti ,winden, flechten
gehöre, da das Veilchen „die Hauptkranzblume der Alten" gewesen (Theophr.
12 Griechische Etymologie.
Pflanz. 6, 8, 1 : S/na de T(p Xq) rj fiixQov %i voteqov %al %d tpXoyivov naXov^
(xevov %6 äyQiov* zavra yoQ cSy ol aT€g>avrinX67U>i xQwvtai nokv hnqixet
rwv aXkiov). Bildungen wie öqIo'V ^Dickicht, Geränsch' (Hes. Werke 530 ;
Soph. Traeh. 1012; Eur. Hei. 1326) und ßglo-v ,Berghöhe, Vorgebirge' (II.
8, 25; 14, 154; 225; aus *ßQlaov, zu altmd. varshmän- ,Höhe' ßV. 5, 47, 4)
sind nur scheinbar unmittelbar zu yergleichen. — Das abgeleitete Icoviay
das sich mit dv^gcncii^ ,Eohlenhaufen^ (Seite 216) und andern ähnlichen
Bildungen vergleicht, ist wie aus einer Nebenform *lwv- gebildet — Die
Zugehörigkeit von Io-Fevt oder Fi6F&f%- (nur IL 23, 850: crrTap o vo^ev-
Tjjoi tI^tj fioßerra aldrjgov, und Nik. al. 171: Ttal t€ av y* dykevxriv
ßaipaig loevza ^aXaoaav) ist sehr fraglich, da diß so sich ergebende Be-
deutung ,mit Veilchen versehen' ganz unzutreffend sein würde und man
dafür doch nicht ohne Weiteres ein ,mit Veilchenfarbe versehen' annehmen
könnte, -r In Bezug auf die Form lat viola vergleicht Fick (2, 238) das
erst spät auftauchende lat sdolus ,wissend' (Hieron. epist 48, 18; 125, 16)
neben sdus ,wissend, kundig' (Pacuv. trag. 316).
"d-s oder vereinzelt auch lo-v (so IL 20, 68: ta nregoßerra) J^eil'.
IL 1, 48: ^djcoXkwv .... f^eta ö* iov erinev. H. 3, 80: iolalv %€ TiTva-
TLOfÄBvoi kaßeaal t* %ßaXXov. H. 8, 514: ßXxiixevog fj ii^ f} iyx^^' U- 16?
773: lol %B TcreQoßevreg anb vevQrj^i ^ogovreg, IL 11, 507: l(^ TQiyXoi-
Xivt ßahav. Od. 22, 3 : ^wy ßiov i}<Ji q)aQiTQr]v iwv ifinlelrjv. — Dazu
^o-xißcciQa ,die Pfeilschiesserinn'; IL 5, 53: ^'AQze/Äig loxißaiQa.
Altind. ishiirs ,Pf eil' ; EV. 8, 65, 7 : gatdbradhnas ishtis tdva sahdsraparnas
dikas id ,mit hundert Spitzen, tausend Federn ist dein Pfeil einzig; BV.
2,24, 8: tdsja sädhvts ishavas jä'bhis äßjati ,seine Pfeile sind gut, mit
denen er schiesst'.
Altostpers. ishur^ m. ,Pfeil'; — altwestpers. im- J^feU'.
Dass to-g aus einem älteren *ia6'g hervorgegangen, erweist die ange-
fahrte altmdische Form, deren Zugehörigkeit nicht zu bezweifeln ist Mög-
licher Weise hatte sie noch ein altes *ishva zur Seite, wie zum Beispiel
altind. dhanü- ,Bogen' (Trik.) und dhdnva- ,Bogen' (Mbh.) neben einander
liegen, dann würde sich die Dehnung des anlautenden t (io-g aus Haßo-gT)
noch bestimmter erklären. Zu Grunde liegt altind. ish ,in Bewegung setzen,
senden' (Seite 5 ;BV. 4, 17, 3: vag tarn ishndnn ,den Donnerkeil schleudernd';
RV. 1, 61, 13: ishnänas ajudhäni ,schleudemd die Waffen'). — Dem zu-
sammengesetzten io-x^ßaiga liegt eine Wendung zu Grunde {Iov x^^^'''^)j
wie sie ganz ähnlich noch in ßiXea atovoßevTa x^ovxo (IL 8, 159 ■= 15,
590) und hi-x^ax' Statovg (Od. 22, 3 und 24, 178) zu Tage tritt
tö-q, alt wahrscheinlich ßlo-g^ ,Gift'.
Pind. OL 6, 47 : airrov • . . e&Qäipawo dgdxovreg dfÄBfiq>€l l(f fiekiaaav.
Aesch. Agam. 834 : dvag>Qwv ydq log xagdlav ngoarjfievog ax^og dmXol-
^et. Aesch. £um. 478: Ug h, q)QOvrjfid%wv Ttidoi TtBOav aq>€grog alayrjg
voaog. 730 : av . . . ifiel tov iov ovdiv ix^Q^^^^'^ ßagvv. Soph. Trach.
Griechische Etymologie. 13
717: Ix dk Tovd* ode aqtaywv diek&wv log aYfiarog fxilag ndg oi% okel
xai Tovdej 771 : q>oivlag ix^Q^S h^ldvtjg log äg idalvvro.
Lat ^ro- ßaStj Schleim', ,6ift', mit dem Nominativ virus trotz seiner
Ungeschlechtigkeit^ also wohl ursprünglich männlichgeschlechtig; Plin. 28,
175: virus verrimtm S scrofä exceptum . . . contra dolores; 19, 89: virtis
intractäbile ilÜ (d. i pastinäcae) est. — Lucr. 2, 853: mixtös in corpore
odores concoctosqve suo contractans perdere vir6\ Verg. G. 1, 129: ille ma-
Ittim virus serpentibtds addidit atris.
Attir. fi (Rck 2^, 266).
Altind vishd-m ,6ift'; ßV. 1, 191, 16; arasdm vrgciha tat vishdm ,wir-
knngslos, o Skorpion, ist dein 6ift^
Altostpers. visha m. und vis n. jGift'.
Innerhalb des Griechischen fehlt der Beweis für das alte anlautende /;
die altindische Form aber ergiebt deutlich die Entstehung aus älterem
*Fio6-g. Der Grund der verschiedenen Quantität des t ist dabei noch nicht
aufgeklärt Die angenommene Herleitung aus altind. vish ,wirken, aus-
richten, besorgen' (ßV. 10, 117, 9: samä'u cid hästäu nä samdm vivishtas
^gleiche Hände wirken nicht gleiches'; ßV. 4, 19, 10: jätM-jafhä . . . dpänsi
rdgan närid avivaishis ,wie du mannhafte Thaten ausführtest, o Eönig^)
ist bezüglich der Bedeutung zu wenig begründet; dass jenes vish aber
auch ,rinnen, strömen' bedeute, wie man für zwei vedische Stellen (ßV.
1, 178, 2 und 1, 181, 6) angenommen hat, ist sehr wenig wahrscheinlich.
id-q jBjosi, Grünspan'.
Theogn. 451: vov XQOttjg ^advTiegx^e fxiXag ovx ajctexai log oid evQcig.
Theokr. 16; 17: ovdi %sv Ibv OTtorglipag tivI dolrj. Plat Staat 10, 609, A:
xcMOv IxaOTip Ti xal aya&bv Xiyeig; ...x^^V ^^ ^^^ aidilJQqi lov] Plat
Tim. 59, C: to d* hc yrjg avvi^ (d. i. ^aAsei^J) fiix^^Vy dvav Ttalaiov^iivio
duxxiJ^Qi^rjO&ov Ttakiv an aAAijActiy, ixq>avhg xa&* avTo yiyvofisvov log
Xiyerau Theophr. Steine 57 : nagaTthrialtag 5h %al 6 log yLvetai* x^^^^
yccQ ifv^gog vnhQ iqvybg rl^erai xal aTto^verai %6 imytvo^Bvov aixt^'
€7ti(palveTai yag 6 log.
lÜck (2, 242) nimmt Uebereinstimmung mit dem vorausgehenden an, die
in Bezug auf die Bedeutung doch erst genauer begründet werden müsste.
idnjT- (lovfjg) , Wille, Veranlassung'.
II. 19, 9: ircel di) Ttgwza d^ewv lorrjTi dauaad'rj. II. 15^ 41 : fiij ät' kfii/jv
loTTixa üoaeidcwv . . . Ttrjfialvei Tgdiag. Od. 11, 384: iv voavqf d' ano"
lorro TcaKrjg loTfjTi yvvaixdg. Od. 18, 234: fzulog hvx^rj ^vrjaTi/JQWv
I6rri%i.
Gehört zu einer Gruppe weiblichgeschlechtiger Bildungen auf Trj%, die
von Nominalformen ausgingen, wie vefoTrjT- ,Jugend' (II. 14, 86; 23, 445;
von viFo-g Jung* 11.14,108), gfikoTtir- ,Liebe' (11.3,453; (pllo-g ,lieb'
IL 1, 381), ßi6Trf[' jLeben' (Hom. hymn. 8, 10; ßLo-g ,Leben' Od. 15, 491),
oaioTrft" ,Gottesfurcht' (Plat Prot 329, ; oaio-g ,göttlichem ßecht ent-
sprechend, heilig' 1, Seite 534). So lässt sich ein zu Grunde liegendes lo-
14 Griechische Etyihologie.
,wollend*(?) muthmaassen, das wohl ans altem *lao- hervorging und viel-
leicht ganz übereinstimmt mit altind. -ishd- ,suchend, verlangend' (nnr in
gavAshd" ,Kühe suchend, nach Kühen verlangend' ßV. 4, 13, 2; 4, 40, 2), das
selbst ausging von altind. ish ^suchen, verlangen' (RV. 9, 1 1 2, 4 : var id
mondiiTcas ichaü — aus ^ish-fcati — ,da8 Wasser sucht der Frosch'; RV.
10, 129, 4: hrdi prati-iskja ,im Herzen suchend'). Fick 1^ 543 nimmt altes
ßioTTjV' an, das bei Homer möglich sein würde, und Zugehörigkeit zu
ha&ai, alt ßtea&ai ,streben, begehren' (Seite 665), ohne genauere Erläute-
rung zu geben.
iov&dö" (lov&ag), hopierisch wahrscheinlich /iov^od-, ,haarig, zottig* (?).
Nur Od. 14, 50: iotogeaev d' irrl öiQfia Fiov^adoq ayQiov alyog.
Gehört wohl zum Folgenden, wie ganz ähnlich zum Beispiel Toxdö-
,geboren habend' (Od. 14, 16) ausging von toxo-q ,6eburt', ,6eborene8, Nach-
kommenschaft' (IL 17, 5; 19, 119; — IL 15, 141).
tovO-o-q Junges Barthaar'; ,kleine blatterartige Hautschwellungen im Gesicht'.
Suidas führt auf: tov&og' ^ nqmtri hifpvoig %wv vQixdv. Bekker an.
44, 23: Xovd'og' tj inl zov ngoadnov dfia tjj %wy tqixwv hig>vo€i %üv
TtQWTwv yevofiivTi oidrjaig. Hipp. 3, 413: e^av&t^fiara fiera Idgiirog
igvd'Qa, üTQoyyvXa, Ofiixga olov iov&ot noQifievev. Arist Thierk. 5, 138:
ylvovTat . . . o2 de tp^eigeg ix nov aagxwv. ylvovrai d' orav ftiXXiaaiv
olov Xov&oi ^ixgol, ovx %%ovxBg tcvov. Arist probl. 36, 3 : did xl h t(p
ngoawTtfp fidktata ol Xov^ot; rj öiori fiavog 6 xonog xaivygoTrjTa ^ei'^
orjfieiov d' irj re twv rgixüv hLq)vaig xal fj luiv aio^rjaewv dvvafiig. 6 d'
lovd'og wOfceg i^dvdTjfia vygoTTjTog Tivog animov.
Dunkeln Ursprungs. Im Vorausgehenden gemuthmaasster Zusammen-
hang würde altes anlautendes / wahrscheinlich machen. Ein vergleich-
bares etwa suffixales ov&o scheint sonst nicht vorzukommen. Weiterhin
vergleichen sich wohl axav^o-g ,Bärenklau' (1, Seite 32) und neben ihm
genannte Formen, vielleicht auch o/ua^o-g , Sand' (1, Seite 220) und neben
ihm aufgeführte Bildungen.
cd-fxco^o-g oder homerisch wahrscheinlich ßio-fioßgo-g (IL 4,242 und 14,
479) siehe später unter fjuago-g.
toqxo-q^ ein hirschartiges Thier, wohl ,Damhirsch'.
Opp. Jagd 2, 296: %ovg d' aga xtxhfiaxovoiv kvl ^vXoxoiatv iogxovg'
xdxelvoig iXdtpoio difiag, ^ivov ö Itti vcJt«;;/ gtixtov anavxa (pigovai
TvavaloXov, olc re ^rigdv nogöaXlwv oipgayiÖBg iTti xQot fiag^talgovai.
3, 3 : xegadiv Tjelaafiev Md'vea ^gwv . . . dogxovg ogvydg re xal alykijevrag
Iogxovg.
Ohne Zweifel aus ungriechischem Sprachgebiet entlehnt, und ebenso
werden es die nahanklingenden Cogxdd- (Hdt 4, 192) und ^dgx- (Kallim.
Artem. 97; Brachst. 239; Nik. ther. 42 und 142; Strabo 12, 3, 19) und auch
öogxdö-, wahrscheinlich ,Gazelle' (HdL 7, 69 ; Eur. Bakch. 699 ; Xen. Kyr.
1, 4, 7; Arist Thierk. 2, 14; AeL h. an. 14, 14) sein, die sämmtlich hirsch-
oder gazellenartige Thiere bezeichnen, bei welchem letzteren der Grieche
Griechische Etymologie. 15
wohl an Zusammenhang mit digxea&ai ,sehen^ (IL 17, 675) gedacht haben
mag. Bezzenberger (4, 317) denkt bei wqxo-q an keltischen Ursprung und
weist zunächst auf das komische yorch ,wilde Ziege^ (Zeu8s.-Eb. 127 und
1075), mit dem es schon von Stokes (Kuhn Beitr. 8, 437) zusammengestellt
worden war.
t^ ,Iaute Stimme, Klangt
Orakel bei Hdt 1, 85: ftrj ßovXev TtohüevuLtov i^v ava dw^ar^ axoveiv
naidbg q>^eyyofiivov. Aesch. Pers. 936 : xaKOpiiXexov iav Magiavdvvov
x^QJivTjT^Qog niftipüi nolvdaxqvv iaxxav. Eur. Bhes. 553: vvxxißqo^ov
avQiyyoQ iav xaranovw.
Kck 1^, 552 vermuthet, vielleicht nicht mit Unrecht, Zugehörigkeit zu
iaxeiv (Seite 5), das alt wahrscheinlich ^ßißaxeiv lautet Damach würde
ein altes *ßißi^ anzunehmen sein.
ci^, Ausraf des Schmerzes und auch der Freude.
Aesch. Fers. 1074 und 1075: Iq Iri rgiaxdl^oiaiv, l^ iii, ßagiaiv oko/ae-
voi. Schutzfl. 114: lij irjy IrjXifioiaiv kfÄ/cQeTtij ^waa yooig fie %t^ii. Aesch.
Brachst 132: dvdqodai%%ov dxovwv Irj xonov. — Ar. Friede 454 und 455:
Qtpele t6 naUiv, akX' l^ fiovov leye. l^ Iri rolvvv^ iij f^ovov kiyn} 'Egfifj,
Xdgioiv . . » 453: i^ Ttaiaiv, lij, Ar. Lys. 1291: alakalal l^ naidv.
Eallim. Ap. 97 : lij lij Ttairjov dxovofisv, ovvsxa tovto JeXqiog rot ngti-
TiOTOv i^vfiviov evgeto Xaog,
Wurde schon unter ialsfio-g miefdo-g) ,Elagelied' (Seite 8) erwähnt,
das möglicher Weise dazu gehört Aus dem Ausruf ti} naiciv (Ar. Friede
453; Lys. 1291) wurde if]7tai(jjv4^€iv yiij Ttaiwv rufen' (Ar. Bitter 408 :
Toy *Iovi.Lov T* av oiofiai, yigovra nvgofelnrjVy riad'ivT^ irjTtaicjvloat xal
Bontxißaxxov (jtaai) gebildet, in ganz ähnlicher Weise wie ztm Beispiel
liUA/^f^v ,Klaggeschrei erheben' (Eur. Phoen. 1514) aus dem Klageruf lAc-
Xev (Aesch. Prom. 877). Möglicher Weise gehört zu /i} auch ii^io-g ,kläg-
lich, jammervoll' (siehe etwas später).
f-^-fit ,ich sende, werfe' {fie&'lrj^i ^ch lasse los' Soph. Phil. 818) gehört zu
i-: i-i-fievai ,senden, werfen' (1, Seite 327).
liqiO'q ,kläglich, jammervoll'; als Beiwort Apollons (Soph. Kön. Oed. 1 54 :
iijie Jdkie Ilaidv und 1096: ii^ie Ooiße) aber wohl anders (aber wie?)
gedacht
Soph. Kön. Oed. 174: ovre Toxoiaiv li^lwv xafdCTwv avixovai yvvalxeg,
Soph. Troil. (Brachst. 575): iifiiog (aus Hesych: tijeog ... xal ^g^vov ari-
fiaivei, (ig 2oq>oxkfjg TgwlX(p). Eur. El. 1210: ii^iov xkvwv yoov fxargog,
Eur. Phoen. 1036 und 1037: i'fiiov ßoav ßodv, It^iov fxikog fiikog äXlog
akk' Inunonv^B diadoxctig dva TttoXiv.
Wird eng zusammenhängen mit iakefio-g (Irilefio'g) ,Klagelied' (Seite
8), mit dem es sich möglicher Weise an Irj ,laute Stimme, (,K1agelaut'),
Klang' (siehe oben) anschliesst, oder etwa auch unmittelbar an das Ausruf-
wörtchen iij (siehe oben). Der Bildung nach vergleichen sich Wörter wie
noifin^io-g ,zur Heerde {nol^vri Od. 9, 122) gehörig' (II. 2, 470) und ira-
16 Griechische Etymologie.
91} £0-^ ^um BegräbnisB (raqpi} Aesch. Sieben 818; Hdt 1, 24 und 112) ge-
hörig' (Od. 2, 99 — 19, 144).
ii&j Ausrufwort der Freude oder auch des Schmerzes.
Aesch. Sieben 110: Ivj iw &€ol noXioxoi x^ovog^ X%^ %%e fcavreg wde.
Aesch. Agam. 1107: uo väkatva. Soph. Trach. 221 : iw iw Ilaiav. Soph.
Ant850: iw dvaravog.
iiOT^j alt ft,(ai] jGebrause, Getose, lauter Klang, Stimmet
Bei Homer 5 mal. IL 4, 276: viq)og . . . igxofieyov xara norcov vno
Z€q>vQOio fitarjg. 11.11,308: axvtl ouldvaTai 1$ avif^oio TCoXvnXayxxoio
ßiiü-^g. IL 16, 127: kevaacj d^ naga vr^val nvQog df^oio /iwijv. IL 10,
139: Xfdvaijßa - . . dviyeige . . . NiarwQ q)d'ey^afÄ€vog' tov d' alxpa tvbqi
q)Qivag ^X&e /iwi} (die Ueberlieferung lautet ijkv^^ iwi}). Od. 17, 261 : negl
di aq>Bag fiXd-e Flui^ (wie eben) q)6gfiiyyog ylaq)VQTJg, Hes. theog. 682:
^vooig d' Yxave ßageia Tagragov rjegoevTa nodwv, alTteia %* ia^ aani-
%ov Iwxf^oio ßoXawv ve ugategauiv. Soph. Phil. 216: ^ nov TtTaltav V7t^
dvayxag ßo^ ti^Xwjcov iwdv. Ap. Rh. 3, 708 : ikeeivog • . . &iöav yoov* wgxo
ö* lü)^ XenfaXiv] did öcifioT odvgofxivwv dx^soaiv, Paul. Silent (in Anth.
5, 241, 2): jGüi^eo^ api (xiXXiav ivineiv naXlvogaov la^v aip dvaaeigdCüß,
Dunkeln Ursprungs. Das alte anlautende ß ist im homerischen Verse
unverkennbar deutlich. Ob etwa ein altes ßifan^ anzunehmen ist und
darin eine Bildung durch Seduplication wie idxciv ,schreien^| ,erklingen,
brausen^ (Seite 5), das alt wahrscheinlich ßifdx^iv lautete? Auch zwischen
w und 7} ist der Ausfall eines alten Consonanten nicht zu bezweifeln. Kaum
wird aXwTj ,Glarten, Dreschplatz' (1, Seite 301) seiner Bildung nach verglichen
werden dürfen. Dass die ursprüngliche Bedeutung nur ,Wehen' gewesen
sei und Hächster Zusammenhang bestehe mit ai^/u^, alt aßrjfii ,ich wehe',
altind. vä'-ti ,er weht' (1, Seite 15), ist sehr unwahrscheinlich. Auch etwaiger
Zusammenhang mit dveiv ,laut rufen' (1, Seite 25) ist schwer zu denken.
iiaxiq, alt wahrscheinlich ßiwxi^ ,Schlachtgetümmel'(?) oder ähnliches.
11.5,521: ovre ßlag Tgciwv vrcedädßiaav ovts ßiofxdg» 11.5,740: ev
(d. L alyldi) d* ^gig, Iv d* aXifiTfiy Iv dh ngvoßeaaa ßiwxi^. — Daneben in
wahrscheinlich der selben Bedeutung: ZcJx-, nur im vereinzelten Accusativ
idSxa: IL 11,601: elaogoiov novov ainvv idhui ve daxgvoßeaaav — und
t oixt^o-g nur: IL 8, 89: "^lEiiLTogog dxißeg Xtctzoc ißd'ov av* Itaxfiov, 11. 8,
158: grüyad^ Ihgane fiüivvxag %7t7tovg avttg av' iwxfiovm Hes. theog. 683:
alneic t ioßij dajtirov l^xfiolo,
Dunklen Ursprungs. Ob etwa auch wie bei Zwi} (aus ßißwij? Siehe
oben) an eine alte reduplicirte Form (/t/cüxi}?) gedacht werden darf? Das
alte anlautende / der beiden erstangeführten Stellen tritt so deutlich her-
aus, dass dagegen der Widerspruch der übrigen gar nicht ins Gewicht
fallen kann. — Mit dem vereinzelten Accusativ Icjxa vergleichen sich solche
wie xgoxa (Hes. Werke 538) neben Ttgoxt] ,EinBchlagsfaden' (Hdt 2, 35 und
Plat Polit 283, A) und vdgxa (Opp. Jagd. 3, 55) neben vdgxri ,Erstarren,
Krampf (Ar. Wespen 713; Hipp. 1, 313) und der vereinzelte Dativ aXxi
i
1
Griechifiche Etymologie, 17
neben dXx^ ,Abwehr, Schutz, Hülfe', ,Wehrkraft, Tapferkeit^ (1, Seite317).—
Mit der Form tcDXf^o-g, deren gedehntes anlautendes l übrigens sehr auf-
fällig ist und das Wort fast ganz selbstständig zu stellen nöthigt, vergleicht
sich nkoxf^o-g ,Haarflechte' (D. 17, 52) neben gleichbedeutendem Ttloy^a-
^O'Q (IL 14, 176) und auch J^gwxf^o-g ,Biss, Spalt, Kluft' (IL 23, 420) neben
ßgwyalio-g ,zerrissen' (Od. 17, 198).
1(0^' (jt(oxl/)j ein unbekannter Fisch.
Nikander (bei Athen. 7, 329, A): dg d* o/roV cr/uqt)' ayihjai veriyevieoaiv
liimav fj q)dyQOi fj axwneg dgeloveg ijk xal ÖQq)6g» Dorion (bei Athen. 7,
300, F): iiprjTOvg elvai fihv del iyxQaaixolovg ij iiarcag ij a&eQlvag. Eidlim.
(bei Athen. 7, 329, A) : ctJTveg, iglriiiOL lAdTjvaloi.
Dunkler Herkunft
IcoyYi ,Schutz' (gegen Wind), ursprünglich vielleicht ,Bedeckung'.
Nur Od. 14, 533: ß^ d' tfxevai xsluv . . . ßogiia in Imy^. — Dazu kn-
'tiayii ,gegen den Wind geschützte Stelle'; Od. 5, 404: aXkvzo dh Ttdvd'^
aXog a%vri* ov ydg iaav kifiivsg vrjfciv oxoij ovö^ ircuayaL Ap. Sh. 4,
1638: ^ixTalrjv oQfioio xaregxofiivovg iTtiwyi^v. Opp.Fischf. 2, 550: kifiiveg
T€ xal ^lovtov ifcicjyal Tcdvrod'ev eiko/iivotv.
Etymologisch dunkel. Zwischen i und oi wird ein alter Gonsonant er-
loschen sein.
itaviä ,Veilchen'; ,kriechender Günsel', eine lippenblüthige Pflanze.
Theophr. Pflanz. 6, 6, 11 : vd d' äXla av^f] rd nQoeiQrjfiiva ndvxa CTcel-
gerat olov itovloy dioaavd'og ... 6, 6, 2: iwvLag vijg fiekalvrjg' cnjTri ydg
axktav okmg dlXd ftgoagL^6q>vlXog xal delg>vXkog, 6, 6, 5: ßlog dk iwvlag
fihv rijg kevxijg ^ttj fidkiata vgla. Apollodor (bei Athen. 15, 681, D): ^a-
liaiTiixvVj ot dh oköxvgov, ol ä^ ^A&i^vriaiv itavlavy ol di xar' Evßoiav
aiöriglTiv.
Gehört wohl zum Eigennamen "Iwv-eg (Hdt 1, 147; ihr Land heisst
'Iwvlr} Hdt 1, 169); kaum zu l'o-v ,Veilchen' (Seite 11).
iiavivti^q ,gemeine Eapper'.
Diosk. 2, 204: xdrtTtagig^ ol dh xvvoaßatog , . . ol dh 6k6q>vTOVy ol öh
Iwvlrtjv.
Hat wohl denselben Ursprung, den wir für das vorausgehende Wort
vermutheten. Aehnlich gebildet ist der Pflanzenname TtetaaiTtj-g (Diosk.
4, 106; zu Ttitaao-g ,breitkrämpiger Huf Athen. 12, 537, F).
ccjovcaxo-^, Name eines Fisches, ,Dorade' (nach Aubert und Wimmer).
Archestrat (bei Athen. 7, 328, B): xQ^^oq>gvv k% *E(piaov vov nlova fifj
nagdk€i7i€j ov xeivot xakiovoiv Itavlaxov.
Vermuthlich des selben Ursprungs, wie das vorhergehende Wort Die
Suffixform laxo ist gewöhnlich deminutiv, wie in fcaidlaxo-g ,Enäbchen'
(Xen. HelL 5, 4, 32), aTeq)avlaxo-g ,Ejränzchen' (Anakr. 40, 5; 42, 15), xka-
ölaxo-g ,Zweiglein' (Anakr. 17, 13).
iai, Ausruf der Freude.
Ar. Lys. 1292 und 1293: aXgea»' avcj, ial^ wg kTtl vlxrj, lal. Ar. Ekkl.
LeoMejer, Qrieohisehe Etymologie. II. 2
18 Griechische Etymologie.
1179: aigead^^ avu, ial, lal. — Dazn: laißol, AuBrof der Verwunderung;
Ar. Wespen 1338: iatßoi, alßoL
iaiveiv (aus ^iav-jeiv) ,erwärmen^; dann ,erfreuen^
Od. 8 j 426 : dfi(pl di Fol nvQi x^^ov li^vate , &iQfi€T€ d ' id(OQ, Od.
10,359: TtvQ avinLaiBv tcoXIov vno tglftodi (leyah^' ialvewo d' vdwg.
Od. 12, 175: altpa d' ialvero TtriQog, iTtel xiketo fieyaktj ßig ^HFeXlov %*
avyri, — 11.24,321: näaiv hl q>Q€ai &vfi6g laydr]. 11.24,119: ddSga
d* ^A%iXkT{Fi q>eQifji€v, %a ne &vpibv ii^vr]» II. 15, 103 : fj dk yikaaoev xel-
leaiVj ovdk fjiinjnov irt* 6q)Qvai xvavirjaiv Idv&r].
Von einem Nominalstamm auf v (? *iav' oder *lov- jheiss, wann') ab-
geleitete Verbalform, wie fieXalveiv ,schwarz oder dunkel machen' (passiv
fielalveio ,8ie wurde dunkeP IL 5, 354; von fiilav ,dunkel' IL 2, 825;
834), TtlalvBLv ,fett machen' (Aesch. Sieben 587 ; Eur. Eykl. 333 ; von njfov-
,fetf IL 1, 40; 2, 403), diaivetv ,anfeuchten' (II. 13, 30; von einem muth-
maasslichen *dlav- oder *ölov- ,feuchf), altind. ishanrjati ,er treibt an'
(RV. 8, 22, 4), welches letztere mit laLvet formell genau übereinstimmen
könnte, der Bedeutung nach aber fem steht In ialveiv fiel nach dem
anlautenden i vor dem folgenden a ohne Zweifel ein Consonant aus. Da
sich ,heiss oder warm machen' deutlich als die zu Grunde liegende Be-
deutung ergiebt, ist der öfter angenommene Zusammenhang mit iaea^ai
,heilen' und altind. ish- ,L<abung, Stärkung, Förderung* (Seite 4) un-
wahrscheinlich. Das anlautende i ist kurz, erscheint aber bei Homer
ausser in dem augmentirten tav&rj (II.- 15, 13) auch in tav^fj (Od. 22, 59)
und talvero (Od. 10, 359) gedehnt
i'Ogeiv (aus Hvy-juv) ,laute Töne hervorbringen, schreien'.
IL 17,66: d^(pl di %6v (d.i. Xiovza) ye xvveg t' avögeg %€ voja^ßeg
TtoXka iiaV iv^ovaiv dnoTtQO^BV oid^ id'iXovaiv avrlov ik^ifievai. Od.
15, 162: ot ö^ iv^ovreg inovto avegeg fjdh yvvaiKeg. Find. Pyth. 4, 237:
iv^ev d* dq>wvi^T(p tvbq t^nag axei. Aesch. Pers. 280: Iv^' anoriiov ßoav
ävaaiav^ IHqüatg, 1042: iv^e fiiXog ofiov ri^elg, Schutzfl. 808: %vt,B
ofiq>av ovQovia fiiXi] htava &€oiai. 872: Xv^e xal kdxa^e xal xdlei
^eovg. — Dazu: /vyij ,Geschrei'; Orakel bei Hdt 9, 43: rrjv ök . . .*BA-
Irjvijv avvoöov xal ßaQßaq6q>iJi)vov ivyi^v. — tvyfio-g ,6eschrei, Jauchzen';
IL 18, 572: %ol dk . . . f^oXnfj t^ ivy/4(^ ve Ttoalv axalgovreg %7tovxo.
Vergleicht sich mit Bildungen wie oXoXv^blv ,laut aufschreien' (1, Seite
589) und ßm^eiv ,laut schreien, rufen' (Aesch. Pers. 13 ; Agam. 449) und
beruht wohl auf einem alten Ausrufswort
Ivyy (Ivy^ ,Wendehals', der als Liebeszaubermittel galt
Arist Thierk. 2, 46 und 47: oXlyoi di nveg ovo fikv %(i7tQoa&ev ovo
d' OTtia^Bv (nämlich daxvvXovg exovaiv)^ olov 17 xaXovfiirrj IvyS' ccStt}
ä' iorl fiixQ(p likv fiel^wv onl^rjg, to d* eldog TtoixlXov . . . ert dh ne-
QiaTQiq>Bi %6v TQaxtiXov elg Toinlaui %ov XoiTtov owficcrog T^gefioüvrog,
xa&dnBQ ol otpeig . • • t^; Sh (pwvfj tgLtei. Ael. nat an. 6, 19 : rov nXayiov
7j ivy^ avXov (nämlich vrcoxQlveTat ,ahmt nach'). — Xen. Mem. 3, 11, 17
Griechische Etymologie. 19
und 18: €^ ta&i, ort raira (von besonderer Anhänglichkeit war die Rede)
ainc avev noXhJiv q)lkTQ(ov %b xal iftq)ä(üv xal IvyytJv iazi' xQ^<Jov rolvvv
fzoi, Mqnjj T^y tv/ya^ Yva Inl aol nqijhov cAxw aln^v, Theokr. 2, 17 —
22 — 27: IvyS, eixe vv ttjvov if^ov no%l ddfia tov avöga. — Find. Pyth.
4, 214: notxLXav Xvyya TezQdnvafiov OvlvfXTtod^ev iv dkvrqß ^ev^aiaa xv-
xixp fiaivdd ' oQviv Kvnqoyiveia q>iQev nQohov dv&Qcinoiai. Nem. 4^ 35 :
ivyyi d' ehiof^ai tjroQ v€o^ijvl<f &iyifi€v,
Grehört wohl zum Vorausgehenden, so dass der Wendehals nach seinem
Geschrei benamit sein würde. Der innere Nasal steht wie in dem suf-
fixalen Theile von q)dQvyy- ^Schlund, Kehle' (Eur. Kykl. 356; Ar. Frösche
259; daneben (pdgvy Od. 9, 373; 19, 480), JLdQvyy- ,Kehle, Schlund' (Eur.
KykL 158; Ar. Frösche 575), atoQ^yy- ,Spitze, Zacke' (Soph. Bruchst 86),
OTerjXvyy- ,Höhle' (Ap. ßh. 2, 570), und vergleicht sich weiterhin auch wohl
mit dem von lafißo-g ,Schmähvers, Spottvers' (Seite 7).
ial^, ein Ausruf.
Ar. Frösche 271 : nov Savd-lag; ^ Sctvd'la] worauf Xanthias ruft: lav.
— Dazu lav Ol, ein Ausruf des Schmerzes; Ar. Frösche 1029: 6 xoQog
d* evSvg tci) x^^Q* ^^^ avyxQovaag elnev iavoL
iaV'Biv ,8chlafen, die Nacht zubringen'.
D. 9, 325: wg xal iyoß nokkdg fikv dinvovg vvxrag Xavov. Od. 5, 154:
dXX* 7j TOI yvxrag fihv iaveaxev xal dvdyxjj . • • nag ' ovx i^^ikwv i&e-
lovaj], n. 19, 71: ei x* i&ikcjo* ItcI vtjvalv iavifiev. IL 18, 259: x^^~
geexav yaQ lyw ye ^oFfja^ inl vtjvalv iav(ov. Od. 11, 261: i] dij xal
JiFog evx^' iv ayxolvrjaiv iavaai. Od. 9, 184: f^rjX\ oFiig te xal alyeg
iaveaxov. Od. 14,21: TtaQ dk xvveg d-ijgeaai ßeßoixoTeg aißhv Xavov.
Das diphthongische av scheint sich ebenso entwickelt zu haben, wie
zum Beispiel im nachhomerischen av^erai ,er wächsf (Mimnerm. 2, 2)
neben altem dßi^erai ,er wächsf (IL 18, HO; siehe 1, Seite 7), und so
sich i-aisLv unmittelbar an das alte aFeaa (aus ^a-ßea-aa) ,ich brachte
die Nacht zu' (zu altind. vas : vasati ,er verweilt, er übernachtet'; 1, Seite
9) anzuschliesssen, also zunächst aus *l-ava-eiv hervorgegangen zu sein.
Das anlautende i- scheint sich darnach als Reduplicationsvocal zu ergeben,
also mit dem von lax^iv (wahrscheinlich aus *ßi'fcx€iv) ,schreien', ,erklingen,
brausen' (Seite 5) verglichen werden zu können; als nur präsentisches
i (wie in tI-^tjoi ,er legt, er machf IL 11, 392; 17, 750) kann es jeden-
falls nicht mehr gelten, da es auch in aoristischen Formen, wie Lavaai
(Od. 11, 261), iaiarig (Hom. hymn. Herm. 289), Xavaev (Hom. hymn. Dem,
264), begegnet
ce€^^ Ausruf des Spottes.
Ar. Wespen. 1335: tij iev^ xalovftBvoi.
i&ß oder iov, Ausruf des Schmerzes, seltener auch der Freude oder des
Staunens.
Aesch. Ag. 1214: iov lov, al oJ xaxd. Ch. 881: iov iov' xuxpolg avrcJ
xal xad'evöovaiv fidrrjv axQavra ßd^w. Ag. 25: lov iov' Ayapiifxvovog
2*
20 Griechische Etymologie.
yvvaixi arjfiavci toqwq . . - oXoXvyixov . . . iTtoQd-iaC^BLv. — Hat Gorg. 499,
B: iov iovj w KaXkUkeiQj dg navovgyog elj %al fioi waneg Ttaiäl XQJ}'
lovXo-q Junges Borthaar^; ,haarähnliche Büschelchen an Pflanzen'; ^ehren>
bündel' (und darnach anch ^Hymnus an DemeterO.
Od. 11, 319: nglv atpioiv vrcb %Qo%6(poLOLv iovlovg av^ijoai Tcvndaav %e
yiwg kvav^ii Xa%riß. Aesch. Sieben 534 : arelxei d' iovlog aQti dia TvaQ-
rftdcjVy ägag qyvovarjg, raQtpvg dvTikXovaa &qI^. Xen. Symp. 4, 23 : ovx
OQ^g Sri Tovtffi likv Ttaga td ura agrc lovkog xad-igrcei. Ap. Bh. 2, 43 :
/Jiog vlog^ Ire xvocroyirag lovkovg dvriXXwv. — Theophr. Pflanz. 3; 3, 8: tov
iovlov rov iv Talg xaQvaig xal lo ßqvov %6 öqvlvov aal %bv xvTTagov
%6v TtiTvlvov ofxoiov xal dvdXoyov slvai xolg 7tQoa7t07ttfa%oig igtrolg. 3,
18, 11 : 17 dk Ofjtlla^ .... nagd dh tov xavkov to yovana xal naqd %dg
diaXel^eig rdg g)vXXixdg ix rwv avrciv filaxofv %olg q>vXXoig Ttagani-
(pvxev iovXog XcTtrog xal iXixrog. — Sfimos (bei Athen. 14, 618, D und E):
rd ÖQdyf^ara rdiv XQid-wv avvd xa^' avzd TtQoarjyogevov dfidXagy awa-
d'QOia&ivza ök xal Ix tvoXXwv fiiav yevofieva dia/iriv ovXovg xal lovXovg
. . . dfco T<Sv ovv Tfjg ^fjfzrjTQog evgrjfidrwv zovg ts xdqTtovg xal xovg üjU-
vovg xovg eig xfjv &€dv ovXovg xaXovac xal lovXovg,
Da nach der letztangefiihrten Stelle, wenigstens in bestimmter Bedeutung,
neben tovXo-g auch ovXo-g gebraucht wurde, so wird man auch ovXo-g
,kraus' (IL 10, 134: xXalvav . . . ovXrj d' knBviqvod'e Xdxvrj. Od. 6, 231 »=
23, 158: xad de xdQrjxog ovXag ^xe xofiag. Hdt 7,70: ol di ix x^g Ai-
ßvrjg — nämlich Ald^LoTceg — ovijoxaxov xglx(Ofxa ^x^^^^ Ttdvxwv dvd^Qw-
TTciiy. — Hdt 2, 104: ovXo-^qix'^S »kraushaarige'; Od. 19, 246: ovXo-xd-
grjvo'g ykrausköpfig') als nahzugehörig ansehen dürfen und in dem an-
lautenden i einen alten Beduplicationsvocal annehmen, ganz wie in l-aveir
,schlafen' (Seite 19). Nächster etymologischer Zusammenhang aber wird
bestehen mit ^Xtx-, alt ßiXix- ,gewunden' (1, Seite 478), zu dem es sich be-
züglich der Entwicklung des anlautenden Vocales ganz wie zum Beispiel
ovXafio-g ,Gedrange, Gewühl' (II. 4, 251; 273) zu iX-, alt ßeX- ,drangen,
zusammendrängen' (1, Seite 465) verhält
TovXo-q ,Tausendfuss'; ,Regenwurm'.
Arist Thierk. 4, 2: eaxi d' Mvxofia xal anxega, olov tovXog xal axo-
XoTtevdga, xal rcxegwxd. Theophr. tempest 19: xal lovXoi tcoXXoI ngog
xolxov egnovxeg vdaxixov. — Numenios (bei Athen. 7, 305, A) : xal de av
ye fivfjaaio deXelaxog, oxxi rcag^ dxga di]€ig aiyiaXoio yedXotpa* dt fihv
iovXoL xixXrjvxai, fiiXaveg, yairjtpdyoi, ivxega yaitjg.
Etymologisch wahrscheinlich von dem Vorausgehenden gar nicht ver-
schieden, wobei weiterhin auch noch auf den muthmaasslichen Zusammen-
hang mit eXfiiv^, alt FiXfjLLvd-- ,Eingeweidewurm' (1, Seite 490) und auch
mit evXri ,Made' (IL 19, 26; 22, 509; 24, 414) hingewiesen werden mag, in
welch letzterer Form wieder die diphthongische Entwicklung des Anlauts
{evXri aus VeAiy, wie zum Beispiel evxrjXo-g ,behaglich, ruhig, ungestört^
Griechischo Etymologie. 21
H. 1, 554; 17, 371, ans gleichbedeutendem ßixrjko-gj 1, Seite 344) beachtens-
werth ist
iovXi&' (lovklg)j Name eines Fisches; daneben die Form iovlo-g (Era-
tosthen. bei Athen. 7, 284, D).
Arist Thierk. 9, 26: okwg d* dyeXald iart ta Toiade^ ^vwldeg, fiaivlöeg
• . • T£t;^o/, lovkLöeg, Ael. n. an. 2, 44: al lovXldeg ix^vg eiai Ttirgaig
ivTQotpoi, xal ^ovaiv iov t6 ato^a ifinXemv, Numen. (bei Athen. 7, 304,
F): xBivo dk ärj oxiTtroio, %6 xev mal iovXlda fidgyov noXXdv dfcorgo-
rtofpto.
Gehort wohl zu den vorausgehenden Formen.
fx- ,erreichen, wohin gelangen, kommen', in der Regel medial flectirt, wie
im Aorist Ixia&ai (IL 1, 19; 2, 115 — 9, 22; ixero IL 1^ 362; 8, 149), im
Futur i'^crat (IL 1, 240; 23, 47), in Perfectformen wie lyiie&a ,wir sind
gekommen' (Soph. Trach. 229), in den Präsensformen Ixviea^ac {iTcvel-
xai (Simonid. 38; bei Homer so nur Uvevuea^a Od. 24, 339 und Uvei"
fievai Od 9, 128) oder alt auch luLavea&at (Ixäverai IL 10, 118; 11,
609). Mit activer Flexion erscheinen — vorwiegend in älterer Zeit —
die Präsensf ormen : Ixävet (IL 1, 254; 3, 97; 4, 321) oder ixet (IL 8, 192;
10, 142; 14, 60), und daneben aoristische wie l^ov ,sie kamen' (H. 5, 773;
10, 470; 14, 433 = 21, 1) und ganz vereinzelt auch futurische wie l^elze
(Ar. Acham. 742).
11.5,773: öAA* ove ä^ TQt^tjv l^ov noTafiti tb ^iFovxe. IL 1,317:
xvlaüf} d' ovQavov Ixe. IL 1, 139: o öi xev xexohiaerai ov xev Yxwfiai.
IL 22, 214: IlriXeflwva d' "Ixave &ed yXavxw fcig "A^vri. IL 8, ATi^'ldrjv
ä* %xavBv Ttokvftldcexa. 11.6,242: aXX^ oxe di} IlQidfioio dofiov fcegi-
xaXXi' Yxavev. IL 24, 728: ovdi fiiv otw TJßrjv %^ea^ai. IL 18, 457: zov-
vexa viv td ad y6vfa&* Ixdvofjiai. 11.1,240: iy nor^ ^AxtXXiiFog nod-fi
Y^erai vlag lAxaiFdv. IL 8, 147: %66^ alvov dxog xgadlriv xal dvfiov
ixdvBi. — IL 1, 328: MvQfiiöovwv d' irtl %b xXialag xal v^fag Ixia&rjv.
IL 1, 431: VdvaOBvg ig Xqvotjv Yxovbv. IL 15, 58: FBlnriat IIoaBiddwvi
. . . Tci /a TtQog öoifia^^ Ixia^ai, — II. 2, 138: öbvq* IxofiBa^^a, IL 18,
532: ^BTBxlad'OV , ahjja 6* ixoyto. IL 1, 166: ijv tvotb daofidg iLxrjrai.
IL 9, 197: 71 (pLXoi avÖQBg IxdvBrov,
Altind. ag-.agnäuti ,er erreicht, erlangt' (RV. 1, 94, 2; 3, 59, 2); RV. 5,
54, 10: sacifäs asja ädhvanas pärdm agnutha ,sogleich erreicht ihr das
Ende des Weges'; RV. 5, 47, 7: a^tmahi gädhdm uta pratishthä'm ,m8gen
wir eine Fürth erreichen und festen Boden'; RV. 1, 116, 25: agnuvdn dhtr-
ghdm ä'jus ,erreichend langes Leben'; RV. 7, 65, 2: agjä'ma mitrdvarund
vajdm vdm ,mögen wir auch erreichen. Mitras und Varunas'.
Die lautliche Entwicklung des Anlauts ist ganz dieselbe wie in %7t7tog
(H. 8, 81) = altind. dgvas ,Pferd' (RV. 1, 36, 8). — Die Präsensbildung von
ixviBod'ai, — die, wie man nach dem altindischen agnäuti ,er erreicht,
erlangt' (siehe oben) wohl geneigt sein möchte zu vermuthen, möglicher
Weise auf einem alten *lxviFBa^ai beruht — vergleicht sich mit der von
22 Griechische Etymologie.
vTtiaxvieo&ai ,versprechen' (Thuk. 1, 129; Plat Phaedr. 235, D) und xi;-
viBiv (aus *yLvaveeiv) ,küs8en' (Od. 4, 522; 17, 35), auch wohl der von
oixvieiv ,kommen, gehen' (Od. 3, 322); die von Ixaveiv mit der von xixa-
veiv ,erreichen' (H. 17, 478 = 672; 19, 165). Die Dehnung des e in Ixety
(Xxüifii IL 9, 414 wird auf unrichtiger üeberlieferung beruhen) ist in ihrem
Grunde noch nicht verständlich; möglicher Weise wird sie auf alter Be-
duplication (? aus *l'lx€iv) beruhen. Fick 1 4, 359 identificirt exc^v, das er
übrigens eXxeiv schreiben will, mit lat icere ,schlagen, erreichen, treffen'
(Lucr. 3, 160: animam . . . qvae . . . corpus pr&peUit et icit] Lucr. 4, 1050:
illam emicat in partem sangvis^ imde teimu/r ietü)j ohne weiteren Zu-
sammenhang ausser dem mit Ixia&ai anzugeben.
ex-, alt /tx- ,ähnlich werden (?), gleich werden (?)', verbal lebendig nur im
Perfect ^eoiTca, sitfißoixa ,ich bin ähnlich, gleiche' (zunächst wohl ,ich
bin ähnlich geworden, bin gleich gewordenO ; ,ich bin angemessen, gezieme' ;
,ich habe das Ansehen, scheine', von dem auch einige alte Formen mit
einfachem innerem i erhalten sind : FiFvmov ,8ie gleichen' (Od. 4, ^7), /£-
//xTijv ,sie glichen' (IL 1, 104 — Od. 4, 662; IL 21, 285; 23, 379; Hes.
Schild 390), medial lFiFip/L%o ,es glich' (II. 23, 107; Od. 4, 796; 13, 288;
16, 157; 20, 31), Tcgoa-i^i^ai ,du gleichsf (Eur. Alk. 1063), und die active
weiblichgeschlechtige Participf omi ßaFtxvla ^gleichend' (IL 3, 386 ; 6, 389 ;
8,305; 9,399 und öfter). Zum Perfectstamm gehören auch ei^äai ,sie
gleichen', ,8ie scheinen' (Eur. HeL 497; Ar. Wolken 341; 343; Vögel 96;
383; gebildet wie iaäai, alt FLaaai ,sie wissen' IL 6, 151 ; Od. 14, 89; Hes.
Werke 814; Soph. Aias 965, aus *ßld'aäui) und das futurische eX^eig ,du
wirst gleichen' (Ar. Wolken 1001), die dieselbe Vocalentwicklung zeigen,
wie zum Beispiel die Infinitivform eixivai ,gleichen' (Eur. Bakch. 1283;
Bruchst. 167; Ar. Wolken 185) und das participielle eixor'ieliojJg) ,gleichend'
(Aesch. Ag. 760; Ch. 560; Schutzfl. 283). — Sehr auffällig ist das verein-
zelt stehende scheinbar präsentische ßelxe ,es war passend' oder (?) ,es schien
gut, es gefiel' (II. 18, 520: oi d' Ste drj ^" %%avov o&i atpLai FeUe — etwa
zu lesen : o^l ofi FiFoiTte — Xoxrjaai\ das kaum echthomerisch sein wird,
n. 1, 47: o d' rju vvxrl FeFoixwg. IL 2, 58: fiaXiOTa dh NiaroQC dtV
FeldoQ ve fifye^og re g)vrjv t* ayx^ora FeFohiei, IL 3, 158: alv(3g d&a-
voTTjai &eija^ elg uiTta FiFoiMv. IL 7, 59 : ^^&ifjval7] t€ xai . . . l^TCokkwv
i^ia^riVj oQviai FeFoixoreg alyvrciolaiv. — IL 1, 119: oq>Qa ju^ olFog
IdQyetwv ayigaotog ?w, krtel ovöh FiFoixev. IL 2, 190: ov ae FiFoixe xa-
xov Fwg decölaaea^au IL 9, 70 : öalvv dalxa yiQOvai' FiFoixi toi, ov toi
aFeixig. IL 9, 399 : yrjftarfi fivfjaT^v aXoxov, FeFuvlav axaiviv. — Püid.
OL 13, 102: ra d'^OlvfircLtf ovtwv 'doixev ijörj TtaQoid-e UXix^at. Aesch.
Prom. 984: igelv %oixag ovöhv tig x^n^ct natriQ. — Dazu: l'xfiAo-g, alt
FUeXo-g ,ähnlich, gleich' (siehe besonders); — «Jxßio-g, alt FeUelo-g
jähnlich, gleich' (siehe besonders); — eixov- {einwv), alt Fbixov- ,Bild,
Ebenbild' (siehe besonders); — elxa^eiv ,ähnlich machen, nachbilden,
vergleichen' (siehe besonders); — iLa-KBtVy dlt FeFLaxBiv (aus *FeFU-
Griechische Etymologie. 23
axeiv) jähnlich machen' (siehe 1, Seite 336); — a-txcJg, alt d-fixtSg ^sohimpf-
lieh, BchmachyoII' ; nnr IL 22, 336: ak fxlv xvveg ijd' olwvol iha^Gova'
aßi7u5g. — d'€ixig-j alt a-fsixig- ,imziemlichy schmählich' (siehe weiter-
hin *rfxog-, alt *ßelxog-).
Das alte anlautende / tritt in der homerischen Sprache in weitem Um-
fang sehr deutlich entgegen, insbesondere auch in den zugehörigen Zu-
sammensetzungen, wie ifti-felxeXo-g ^ähnlich' (11.1,265; 4,394; 11,60),
&€0'f€U€lo-g ,gottähnlich' (IL 131 = 19, 155; Od. 3, 416), d-feixig- ,un-
ziemHch, schmählich' (IL 1,97; 341; 456), imi-feixig- ,angemessen, ge-
ziemend' (IL 1, 547; 8, 431), fievo-f einig- ,dem Verlangen angemessen,
herzeifreuend' (IL 9,90; 227; 19,144), d-ßeixikio-g ,unziemlioh, schmäh-
lich' (IL 14, 84; Od« 4, 244; 6, 242), ist ausserdem aber auch inschriftlich
bezeugt durch das zugehörige feiKov- ,Bild' (Hoffmann 6r. DialL 1, 81 :
kyprisch dvi^xe rdv ßeixova)^ und weiter auch noch erwiesen durch die
von MSchmidt (Philolog. 14, 205) aus dem ,P7rillus Bremensis' beige-
brachte Glosse ßeUikov ofioiov. — Weiterer etymologischer Zusammen-
hang ist noch nicht nachgewiesen; Fick (bei Bezzenb. 4, 184) behauptet
einen solchen mit Ut. mhä ,eintreffen, zutreffen, wahr werden', bringt aber
gar nichts bei, das die von ihm angenommene Bedeutungsentwicklung
irgend wie wahrscheinlich machen könnte.
IX- {i^j ein kleines den Weinstock schädigendes Thier.
Alkman 43 : xai Ttoixlkov Ixa, tov dfiniXwv otp&aX^iav Sler^qa. Hesych
führt auf: i^' &riQldi6v ri, dfjtniXovg ia&lov.
Gehört möglicher Weise zu lat teere ,treffen, verwunden' (Enn. Sota 5 :
iUe ictus retrö reecidit] Plaut Cure. 394: eatapultd höe ietumst mihi (,das
Auge ausgeschlagen'); Naev. trag. 11: qvamne qvondam f ulmine tcit
luppiter).
Ixavö-q ,hinreichend, tüchtig'.
Soph. Eon. Oed. 377 : Uavdg IAtvoXIwv, (p %dd^ inLnqa^ai iiikeu Hdt
3,4: Odyrjg , . . yviifitjv Ixavog, Hdt 3, 45: et neq avvol Ixavol tjoav
nokvxQarea naqaotr^aaa&ai. Eur. Phoen. 554: knel xa y* df^ovvd^ Ixava
toig ye aia(pQoaiv.
(Gebildet wie oggfavo-g ,yerwaist, elternlos', ,beraubt, ermangelnd' (1, Seite
575), dyav6-g ,freundlich, sanff (1, Seite 108). Zu Grunde liegt !x- : Ixviea&ai
,erreichen, wohm gelangen' (Seite 21). Bezüglich der Bedeutungsentwick-
lung sind zu vergleichen Hdt 6, 84: ofnkäovta dk fidXXov %ov hwevfiivov
(,hinreichend, passend'); Hdt 6, 86: avveveix^vai di ol h xQ6v(f Uvev-
[ihq) (jpassend, gehörig') rdde liyofiev. Thuk. 1,99: xQVf^ora hd^avto
avTi xäv veuiv xo Ixvovfievov (,zukommend, gebührend') dvdkwfAa q>iQ€iv,
Hippokr. 3, 134: vdQSrjxag nQoaTcegißdkkeiv iv x(ß IxvBOfxivfp (,passend')
ix^-$ ,Schutzflehender*.
IL 21, 75: dvxl xol dii IxixaOj difoxgecpig, aldototo. Od. 7, 165 : /Jifl . . .
24 Griechische Etymologie.
dg &* IxitTjaiv a/z ' aidotoiaiv OTttjöeL Od. 9, 270 : Zeug d ' krcixiiirjTCDQ
Gehört auch zn h- : Uviea&at ,erreichen, wohin gelangen, kommen^
(Seite 21). Bezüglich des inneren €, das in den unmittelbar zugehörigen
ixro^- ,Schutzflehender* (Aesch. Schutzfl. 652) und IxtiJQ' ^Schutzflehender,
(Soph, Kön. Oed. 185; 143; Eur. Herakl. 101; 764; ,Beschützer der Schutz-
flehenden' Aesch. Schutzfl. 479) nicht erscheint, sind zu vergleichen xvv-
'T]yHr]-g ,Hundeführer, Jäger' (Od. 9, 120), Tcav-egyirri-g ,Alle8 bewirkend'
(Aesch. Ag. 1485), ei-cQyiviö' ,Wohlthäterinn' (Eur. Alk. 1058), d^hrj-g
,Führer, Herrscher' (Eur. El. 1149), ^x^a ,heU tönend' (Hes. Werke 582),
ÖQä7ciTf]-g ,Ausreisser' (Find. Bruchst 134; Soph. Aias 1285) und andere
Bildungen. Was aber die Bedeutungsentwicklung anbetrifft, so sind Stellen
beachtenswerth wie Od. 5, 449 und 450 : aov re ^oFov aa %e y6vßa& '
Ixdvo) TtoXXa fioyrioag. aXX^ llAaiqe, ßdva^' Ixirtjg de toi evxofiai elvat.
Od. 6, 191 — 193 : vvv d* iTcei ^fierigrjv re noliv xal yalav Ixdveig, ovx '
ovv fead-^Tog äevrjaeai ovve xev aXXov wv ze FiFoi% lucirrjv TaXarcelgiov
dvTidaavTa, Od. 9, 267 und 269: '^fj.eig d avte xixavof^evoi rd ad yovßa
lx6fie&\ eX XL TCOQOtg ^eimjiov •» . hdxai äi xol eifiev, II. 14, 260: Nv^
. . . ladiaae . . . xriv Ixofnqv q>evy(av. Weiter darf auch darauf hingewiesen
sein, dass zum Beispiel im lat Tpetere die Bedeutung des Bittens (Ter.
heaut 978 : v/nde peterem mihi cibum) aus ,sich rasch bewegen, zu je-
mandem hineilen' (siehe später unter Tcer- ,fallen') sich entwickelt hat und
dass im Deutschen jemanden angehen' für jemanden bitten' gebraucht wird.
txeXo-gj alt FlxeXo-g ,gleich, ähnlich'.
IL 2, 478: ofifiara xal x€q>ai.^v FUeXog ^lFI. H. 4, 86: rj (J* ävögl Fi-
xiXrj Tgiitav xaTedvae^' ofiikov. IL 11, 467: ^Oövaaijßog . . . Yxer^ dvxri,
TijJ ßixiXrj, (ig eX ße ßu^ato fiovvov hovra Tgweg,
Gehört zu U-, alt fix-: Perfect eocxa^ alt FiFoixa ,ich bin ähnlich,
gleiche' (Seite 22). An adjectivischen Formen auf eXo hat die homerische
Sprache sonst noch felxeXo-g ,ähnlich, gleich' (II. 4, 253; 13, 53), äieXo-g
,deutlich' (ILIO, 466), öeleXo-g ,abendlich' (IL 21, 232; Od. 17, 606), kv-
'äeleXo-g ,sehr deutlich, weithin sichtbar' (Od. 2, 167, 9, 21), dva'7cifiq>€Xo-g
,8chwer zu befahren' (?) (IL 16, 748), iTct-^ctpeXo-g ,heftig' (IL 9, 525; 516;
Od. 6, 330), »iaxeXo-g ,gewaltig, gros8'(?) (IL 3, 130; 23, 107; Od. 11, 374;
610).
ixrap-, Name eines Fisches.
Kallimach. (bei Athen. 7, 329, A) : rgixlSict, xaAx/g, Xxxoq, dd'eQlvt].
Dunkler Herkunft
ixraQ ,nahe'.
Ein selteneres Wort Hes. theog. 691 : ol äh xegavvol Xxvag (,nah hinter
einander') af4,a ßgovTjj ze xal daxegoTtf'j Ttoxiovxo . . . xagq>ieg. Aesch.
Agam. 116: q)avivxBg Xxxag fieXdd-gwv. Eum. 997: x^''9^^ daxixog Xeoig^
Xxxag rjjLBvoL Jiog. Plat Staat 9, 575, C : xal xavxa dtj ndvxa ngog xv-
gavvov novrjglff xe xal d&Xioxtjxi TtoXewg, xo XeyofiBvov, ovo Xxxag ßdX-
Griechische Etymologie. 25
Xei (jtrifft nicht nahO. Aelian n. an. 15, 29: Tfjv 'Aq)QodiTr]v oidh Xxtoq
ekeye ßakXeiv uqoq %6 avrijg xdXkog.
Ob etwa anch zu Ix- : Uviea^at ,erreichen' (Seite 21) gehörend, dessen
ajilantender starker Hauch sich als jünger entwickelt ergab? Von Adver-
bien auf oQj die wenig zahlreich sind, wurden schon aq>aQ ,schnell, sofort*
(1, Seite 154) und djag jaber* (1, Seite 85) genannt In letzterem und auch
in aizüQ ,aber' (IL 1, 51; 118) gehört, wie ohne Zweifel auch in IWa^, das
T mit zum Suffix, ohne dass sich deshalb diese Formen unmittelbar ver-
gleichen Hessen.
TxxBQO'q ,Gelbsucht'.
Hippokr. 1, 154: ixregog di iariv o^g xal raxiiog ctTCoxrelvwv. ij XQoifj
de oXrj aidioeidi^g, aq>68Qa di kari x^^QOV^Q^f xa&d xal ol aavQoi ol
xhaQOTBQOi* TtaQo^owg di ol 6 XQ^Sf ^^^ ^^ ^^ ovQ(fi vq>loi:cnai olov
oQoßiov nvQQov. 2, 246: %x%€Qog' 17 XQ^^V h^^cciva yiveraij xal to Ttgoa-
WTtiyy. (LiaXiCTa di %d iaxiaa/niva xal ol 6q)'^akfÄol x^^oqoI . . . xal ov-
giei Tcaxv xoXwdeg. 2, 247 : h^egog XxrcQog . . . avtog di ylverai x^^Qog
oi xe 6(p^aX(JLol fidXiara , . . xal ovgiei 7ca%v xal x^^QOv. 2,490 — 496:
ixTSQOt riaaageg ... 1, 552: ol Oaairivol . , . njr re xQoifjv wxQfjv ix^v-
aiVj waneq vrtb ixrigov ix^^^'^^^*
Dunkler Herkunft. Als Suffix scheint sich tcqo abzulösen, das mit dem
T€Qo in Comparativformen wie ßiXxego-g ,erwünsehter, besser* (II. 14, 81 ;
15, 511) und (piQTBQo-g ,mächtiger* (IL 1, 186; 281; 3, 431) aber kaum das
selbe sein wird.
ixTid- {Ixvlg) ,Steinmarder'.
Arist. Thierk. 9, 50: 17 d' ixrlg iaxi fiiv x6 ^iye&og ^Xlxov MeXiralov
xvvidiov Twv fiiXQüivy Tijy di daavxrjta xal Tijy oipiv xal ro Xevxov to
vTcoxaxtj} xal toi rjd'ovg xrjv xaxovQylav opiotov yaXij (,WieselO.
Dunkler Herkunft Wenn der gewöhnlich angenommene Zusammenhang
mit dem adjectivischen xTläeo-g ,au8 Marderfell (?) bestehend' (IL 10, 335
458: xTidir^v xvvirjv) wirklich besteht, wird man das anlautende i ebenso
wie wohl auch in ixTlvo-g (siehe sogleich) als jünger entwickelt ansehen
dürfen. Hesych führt unter xridia ^yivog jteQix€q)aXalag' eine consonan-
tisch anlautende (xrlg di ian ^wov of4oiov yccXijj ov %b dig/ia ev'&eTOv
dg ftBgixetpaXalag) Substantivform als ihm zu Grunde liegend auf. Mög-
licher Weise könnte es sich anschliessen an altind. Tcshi- ,vemichten, zer-
stören* (RV. 6, 75, 7 : dQvds . . . Jcshindnti gätrünr ,die Rosse vernichten die
Feinde^.
Ixrlvo-q ,Gabelweihe'.
Theogn. 1261: txxlvov ydg ixBig dyxiorgocpov iv (pgealv rj^og. 1302:
ov di ixagyoy ex(ov xal dyi^voga xH^jidv q)€vy€igj ixxlvov ox^tXcov rjd'og
^(jjv. Soph.BruchBtl07: yigavot^ x^^^^h yXavxegj Ixxivoiy XayoL Bruchst
700: ixxivog äg exXay^e nagaavgag xgiag. Hdt 2, 22: ixxivot di xal
xeXidoveg dt* 'exeog iovxeg oix d^oXelnovot. Ar. Vögel 499 : Ixxlvog d'
ovv xiSv ^EXXrjvwv rjgxsv xoxs xdßaalXevev.
26 Griechische Etymologie.
Armen, thsin ,Gabelweihe' (Hübschm. Ann. St 53).
Altind. Qjainä-8 ,Falke^; BV. 1^ 33, 2: güshtäm nd gjainds vasatim pa-
tämi ,wie zum geliebten Nest der Falke fliege ich^.
Das anlautende l entwickelte sieb wie in ix^vg ,Fisch' (siehe Seite 45).
Die Entwicklung des inneren Dentals auf Grund eines alten j vergleicht
sich mit der in x^^S ,gestem' (Hom. hymn. Herm. 273) neben altind. hiäs
(RV. 8, 55, 7; 8, 87, 1; 10, 55, 5). Der gedehnte Vocal steht dem alt-
indischen Diphthong gegenüber wie zum Beispiel in den durch die Silbe
vv gekennzeichneten Präsensformen, wie on^vv-fii ,ich schwöre^ (Find.
Pyth. 4, 166) und altind. tornavrmi ,ich spanne' (BV. 10, 125, 6). — Einige
Male begegnet auch eine des o beraubte Grundform 2x7 ty-, wie im Ac-
cusaÜY t%xtva (Plat Rom. und Aristophan. im Etym. M. 470, 35 und 36)
und im Pluralnominatiy i^rlveg (Paus. 5, 14, 1).
cxtTi?o-s, eine Wolfsart
Opp. Jagd 3 , 331 : anfioveg (eine Art Wölfe) al doiol .... tcJv 6 fiev
agyvq>ioig vtazoig xal yßOTiqt Xevnfj Ttafiq>a£v€i, dvoq)BQog de (lovwv axga
vBlara Tagaiiuv' ov xiveg ixtlvov tzoXlotqlx^^ gxSteg ^ke^av.
Wird nach dem vorausgehenden benannt sein.
i^aXo'Q, Beiwort der wilden Ziege, von ungewisser Bedeutung.
IL 4, 105: iaihx %6^ov iv^oov l^aXov alyog ay^lov, ov ^a nox* avxog
VTtb axBQVoio xvxfioag nixg-qg hcßalvovxa, Agath. (in Anth. 6, 32) : t^ahyy
evonctQd'infi .... xovd^ avidTjxe xgayov. Simmias (in Anth. 6,113): a-
YQfxvXoio daavxQixog i^alov alyog doibv onXov . . iax€q>6fiav. Leonid. (in
AnthoL 9, 99) : t^akog evnoiywv alyog noaig . . . otvrjg . . . ^daifße nkaäovg.
Dunklen Ursprungs. Gehört wohl zu Adjectiven wie anaXo-g ,zart,
weich' (1, Seite 64), das aber im Accent abweicht, und axdad'aJiO'g ,über-
müthig, frevelhaft' (1, Seite 84). Oder sollte in seinem Schlusstheil die Ver-
balgrundform äk- : alkead'ai ,springen' (1, Seite 290) enthalten sein?
cgd-$, alt muthmaasslich Fi^o-g ,Mistel'; daraus bereiteter ,Elebestoff,
Vogelleim'; ,schmutziger Mensch'.
Theophr. c. pl. 2, 17, 8: neQiaiQe&ivxog äh xov l^ov xal TiaxeQyaa&iv-
xog kv xalg xoiXiaig orteg iaxl tpuxQoxaxov avv x(ß nBQixxoifjiaxi xaxa-
nlTCXov xo OTcigfia na&aQov mal xov öivdqov kafißavovxog xiva fiexa-
ßokriv vno xrjg xotvqov diaßXaaxdvei xal (pvexai, — Hipp. 2, 711: xtdv-
^akov xov OTtov ^layeiv xal avaniveZv xal xov l^ov aq>aiQi€iv ycal öidovai
oaov oQoßov, Eur. Eykl. 433 : wotcsq Ttgog l^(p xfj xvkixi kekrififiivog
TcxiQvyag aXvBi. — Ar. Bruchst 718 (Eock): l^ol, ^v^oxovdvXoij wozu
der alte Erklärer (Bekk. an. 44, 3) bemerkt: oneg arj^alvei xal avxo xovg
yXlaxQOvg xal dia xrjv q)€id(üllav ^rjxe Xovofiivovg fiijxe vc^ofiivovg, —
Dazu l^lä ,Mastixdistel'; Athen. 9, 394, E: kiyexai ök oxi ^ olvag idv
q>ayovaa xo x^g l^lag artigfia inl xivog aqfoöevaj] divÖQOv, Idlav l^lav
(pvead-au Dioskorides (3 , 8) führt l^la als anderen Namen für x^(^<x^'
ki(üv an. Koch eine andere nennt Theophr. Pflanz. 9, 1, 3: ^et de öixgvov
xal ij l^la ri Iv Kgi^xt). — Dazu auch I^ivt]^ Name einer Pflanze,
Griechische Etymologie. 27
jAcama gummifera' (WillA); Theophr. Pflanz. 6, 4, 3: t^v ye qniaiv a-
xav&ojdf] ixBL . • . ovonv^og, i^ivr], xafiatXiuiv. 6, 4, 9 : ij l^lvri 8k (pvetat
fzkv ov ftoXXaxov, ^i^6<pvXXov di iaxtv. ano 8i Ttjg ^I^tjq fiiatjg 6 aitSQ-
fiOTixog äxttvog i7ii7tiq>vx€v wOTceg firjlov ev ixaXa iTtixeKQVfZfiBvov vno
TcJy qnjkXiav* ovTog dk Inl xov axQOv q)iQ€i %6 da-KQvov evarofjiovy xal
%ov%6 loTtv ri awxv&ixri ^aarlxt]. —
Lat visco- (viseum; dafür viscus Plaut Poen. 479; Bacch. 50) ^Mistel';
,Vogelleim*; Verg. Aen. 6, 205: qväle solet silvis hrümält frigore viscum
fremde virere novä^ qvod non ma sSmiTiat arbös, et croceö fetü teretis
drcumdare truncos. — Plaut Poen. 479 : ad fundäs viseus ne adhaeres-
ceret, Bacch. 50 : viseus merus vostrast blanditia.
An der Uebereinstimmung der angeführten Wörter ist nicht zu zweifeln,
obwohl das Verhältniss von ? zu lat sc ein ungewöhnlicheres ist Kck
(23, 8) vergleicht das Nebeneinanderliegen von lat aseia ,Zimmeraxt* und
aStvfj ,Streitaxt^ (siehe 1, Seite 51) und nimmt (1*, 554) auch Zusammen-
hang an mit unserm Wachs, ahd. wahs, lit vdszTcas und altslav. voshü
,Wachs^
i^iri yKrampfader'.
Hippokr. 3, 705 : 6 negl ra 2§ fhea 'inTtovqlv xb xai ßovßwya xai i|/ijv
(so wohl zu lesen statt t^iv) xa2 xidfACtra. Arist Thierk. 3, 95: vevoat]-
xoTog Ä* ai^axog alfxOQQotg ij t* iv vaig ^lal xai rj tzbqI Trjv idgay,
xal i^la. 3,76: ol ö^ l^lav ^oyT€^ tJttov q}ai,axQovvTai, Plut mor.
202, B: Fatog Magcog . .. i^lag öi ^wv kv afitpoTiQoig Toig aciXeoiy
ftagiaxev aderog ixTe^elv %(ß liXTQ(p. PoUux 4, 196: xiQodg ij xQi^dg oi-
dfjfia q>l€ßwv negl xvtjfiag, noöog nedlov, iTCiyaaTQtov, fitiQovgy oaxBov'
xaXBlzai di xal l^la dno züv Iv Talg ftlrvai rijg fclvnjg Ofioluv ovo-
rQoq>äv, aq> ' oiv xal 6 l^og.
Die von PoUux a. a. 0. ausgesprochene Zugehörigkeit zu i^o-g ,Mistel;
Vogelleim' (Seite 26), das auch für ,Harz' gebraucht wurde (Athen. 10,
451,D: 'jfctfv dh ev Oolvixi fj Kaivei ÖQvog lägduta eiQrjxe tov l^ov), darf
wohl als wahrscheinlich gelten.
«§I5-S ,die Weichen^ (Gegend über den Hüften).
Od. 5, 231 «" 10, 544: vvfKpr] . . . negl de Ktivi^v ßdlev' l^vL Hipp. 2,
585: oövvai taxovai x'qv re oatpvv xal ttiv velaiqav yaoriga xal vag
l^vag. 3,99: ngoOftegißdlXeiv di XQV ^^fy^ '^^^ ox^ovlwv xvxX(p aixq>l
%6 iaxlov xal tag i^ag. Arat 143: q)iQevat xaXog %e (liyag elg (näm-
hch do%riQ) fiiv vnto/Äalwv, elg d^ l^vod'ev xatiovrwv. Opp. Jagd. 2, 6:
aygia gwXa ^rjgofny^, (xegontav fiiv In^ i^vag, l^vod-ev di YnTicav fjfÄi-
ßgoTtor.
Dunkler Herkunft Das anlautende l darf vielleicht ebenso wie das
von ixtlvo-g ,Gabelweihe* (Seite 25) für ein jünger entwickeltes gelten.
ixiideiv ,mit der Wurfschaufel (Getraide) reinigend
Hesych: tx^dv' hxfjiccv, alrov xad-algeiv. — Plat Tim. 52,E: waneg
Tff ino TcSv TtXoxavwv (,Getraideschwingen*) %e xal dgyavtov tcSv negi
28 Griechische Etymologie.
zr^v Tov alrov xc-d-agoiv aeioficva xal dv-ixfiwfxeva rä fikv nvnvc xal
ßagia akhjj ta de ^ava )uxl xov^a elg itigav i^ei tpego/ieva edgav. —
Theophr. c. pl. 4, 16, 2: T(p äi ahtp xoTtivri (,von Würmern angegriffen^
ßo'q&eia %o%lo%ri rb eig rrjv aXu) q>iQOVTag an-ixfirjaai.
Dunkler Herkunft Das Wort klingt auffällig an das gleichbedeutende
kixfxdeLv (II. 5, 550; Xen. Oek. 18, 2; 6; 8; Plut mor. 701, C) an, aus dem
es aber doch unmöglich durch Verstümmlung entstanden sein wird.
fXfiad- (/xjuog) ,Feuchtigkeif.
IL 17, 392: ßoßog (xeyaXoio ßoßelrjv . . . iiedvovaav akoiq)^ . . . zavvovaiv
'AVTcloa^ aq>aQ dk re ixfiag Mßrj, ävvei di v* dkoiq>ri TCoXhov kht6v%iov,
Aesch. Bruchst 229 : xai ^avovzojv ialv ovx. hear^ ixfiag. Hdt3, 125:
iXQlezo 6h vno tov ^llovy avulg av%6g hi tov adfictiog iTCfidda. Ar.
Wolken 233 : ij yv ß^V ^'^^c^e Tcqbg av%riv %r^v Ix^dda rijg (pQovtLöog. —
Als zugehörige Verbalform findet sich bei Hesych das aoristische l^ar
äir]d"!jaai (,durchseihenO.
Gehört zu altind. sie- ,ausgiessen^ (RV. 8, 61, 10: sincdnti . . avdtdm ,sie
giessen den Brunnen aus^; BV. 1, 130, 2: pibä sdumam indra . . . kätL-
gaina siJctdm ,trinke den Sömas, Indras, den mit dem Schöpf gefäss aus-
gegossenen^, altostpers. hie ,ausgiessen, benetzen': hincaiti ,er giesst aus',
altslav. sicati ,hamen', ahd. Man ,durch ein Sieb laufen lassen, tröpfeln',
nhd. seihen. Der anlautende Zischlaut erlosch wie in orco-g ,Saff (1, Seite
507), oQo-g jMolken' (1, Seite 561) und sonst Die Suffixform ist dieselbe
wie in alfidö- ,Blutstrom' (Soph. Phil. 697; daneben alpLor- ,Blut' 11.4,
146; 5, 113), x^Qt^dd- ,Kiesel' (Find. Pyth. 3, 49; Aesch. Sieben 300), Sk-
(xdd- ,mit Salz Eingemachtes' (Ar. bei Athen. 2, 56, B und 4, 133, 8), xv/idä-
,8ch wanger' (Hesych: xvfidäag' iyxvovg).
liTciAevo-q ,erreichend, wirksam, günstig'.
Bei Homer fünfmal in der Verbindung ixfiavov ovqov ,günstigen Fahr-
wind', nämlich II. 1, 479: Tolatv d' hcfzevov ovqov %i] ß&idFeQyog ^^noXXwv,
Od. 2, 420 ■= 15, 292: xolaiv ä^ ixfievov ovqov %ri ykavxwTtig liddrjvri. Od.
11, 7 — 12, 149: ixfißvov ovqov Iltj TtkrjalOTioVy ia&kov halQov, KiQxrj.
Zu ix- : ixviea&ai ,erreichen, wohin gelangen, kommen' (Seite 21). Parti-
cipielle Form, die aber, wie aQfievo-g ,8ich anfügend, passend, günstig,
(1, Seite 288) und andere, ohne jedes Tempuskennzeichen gebildet wurde.
rxfii]? Name einer an feuchten Orten wachsenden Pflanze.
Theophr. Pflanz. 4, 10, 1: iv ö ovv %f} kl/ivrj rij tcbqI ^OQXoficvov rdö^
iati Ta q)vcfi6va divÖQa xal vh^fiora' hea, kXalayvog . . • Ix/ui} xal t6
xaXovfievov Xtzvov.
Schliesst sich offenbar unmittelbar an Ufidö- ,Feuchtigkeit' (siehe oben).
Möglicher Weise ist aus diesem zunächst ein adjectivisches *lxiio-g ,feucht'
zu entnehmen, wie zum Beispiel ßovdd- ,Einheit' (Plat Phaed. 101, C) zu-
nächst aus (xovo-g ,nur einer' (Pind. Ol. 9, 72; Pyth. 3, 100; fÄovvo-g II. 10,
225; 317) hervorging, und dazu würde hf^ri die weiblichgeschlechtige Form
sein, also zuerst ,die Feuchte' bedeuten.
Griechische Etymologie. 29
Txpco- {ixgiov Hegesand, bei Athen. 4, 167, F); meist in der Mehzahl ixgia
gebraucht ^rett, Deckbrett' (?).
Bei Homer elf mal. 11 15, 676: dkX^ o ye vfjßwv Xxgt' inipx^o f^anQa
ßißaa&üiv. II. 5, 685 : ^iFaq inl noXXa &oßa(ov XxQia vrißwv cpolxa
ficoLQa ßißag. Od. 3, 353: X)dvaa^fog tplXog vlog vtqFog in^ IxQLOfptv xara-
Xi^erai. Od. 12, 229: eig ixQia vtjßog %ßaiyov nqffiQrig. Od. 12, 414: o
d' ag^ ägvevtrJQi, feßointug %ann€a^ an* lxQi6q>iv. Od. 15, 283: x^^^^^^
iyxog, xal %6 y* In hjgvoffiy tavvaev veFog a^q)ifeklaar]g. Od. 5, 163:
agfio^eo • . . ox€Ölrjv' dtaq ixQia n^^ai in* avtrjg v\pov, äg ae (piQrjaiv
in* ijßeQoJ^eidia novrov» Od. 5 , 252 : ix^ia dk arijaag, dgagcav ^afiiai
ojafilveaoiv nolei, Hdt 5, 16: Xxgia inl aravgtiv vtprjkwv i^evyfiiva ir
fiiaj) eaTTjxe rij Xlfxrjß. Ar. Thesm. 395: cjW ev&vg elaiövteg and vwv
Ingltav inoßXinova ' rßag.
Dunkler Herkunft Als Suffix löst sich zunächst lo ab ganz wie zum
Beispiel in oangio-v ,Hülsenfrucht' (1, Seite 537) und fjrgio-v ,6ewebe' (1,
Seite 611), aber auch das g wird noch suffixal sein.
ijr- ,8chädigen, verderben' mit dem muthmaasslichen Präsens tmea^ai
(aus ^tn-jead'ac Actives imo} ,ßXan%ia* wird im Etym. M. 279, 56; 463,
49 und 481,3 aufgeführt), begegnet nur in wenigen medialen Futur- und
Aoristformen. Active Aoristformen {Ixpaf (p&elgai. ßXaxpat. — l^ag'
üHvvt^aag. xai %a ofiota. — l^ag* ißXatpag) finden sich bei Hesych an-
geführt
IL 1, 454 «a 16, 237: rlf4t}aag fikv i^i, /tiya d* txpao XaFbv ^Axcttfuiv,
IL 2, 193: vvv (ikv neigäxai, vdxa d* ixljetai vlag lAxcLißwv (im gleichen
Zusammenhang heisst es Vers 195: iiri %i,xoXiaadiJLevog ßgi^ xaxdv vlag
IdxaiFüv). Theokr. 30, 18: av Tovde firjgdv iiptD. Strabo 8, 6, 7: to yag
itpaa&ai q>d'ogdv riva Tcal ßXdßijv ori^alvet. — Dazu: Inog ,der Schä-
digende, Bedruckende'; ,Stellholz in der Mausefalle, Mausefalle'; Archil.
Bruchst 169: xiatat d* iv tW^ (,Eleiderpresse'; PoUux 10, 135 erklärt:
Inog %b niitßv rag iad'rjrag iv %(p yvaq>el(^). Pind. OL 4, 7 : AXxvav
. . • Inov cvB^oeaaav ixatoyxeqxiXa Tvqxijvog o^ßgifiov, Hesych führt
auf: Inog* to ifinlntov xolg ixvol ^vXov. PoUux 10, 155: ^giaroq>dvr}g
. . . |y dh nXovTiif Inov rijv fivdygav xaXeL Eallim. Bruchst. 233: Indv
t' dvölxTrjv %e fidX' elöoTa f^axgdv aXia&au — Dazu inoeiv ,schädigen,
bedrücken'; Aesch. Prom. 365 : xeitai (nämlich TvgxSv) Inovfievog ^l^ai-
aiv Ahvalatg vno. Kratin. (bei PoUux 7, 41): inovfiev. Ar. Bitter 924:
ddaeig ifiol xaX^v älxriv, Inovfievog vaig €iaq>ogaig.
Möglicher Weise besteht Verwandtschaft mit lat teere ,treffen, verwun-
den' (siehe Seite 23), das aber doch zunächst nur ,treffen, stossen, schlagen'
(Plaut truc. 601: dentibiis frenditj leit femur] Persa 846: colaphö me
icit'y Lucr. 3, 160: ,(ßnima) corptis propellit et iciif) bedeutet, ohne dass
dabei zugleich an eine wirkliche ,Verletzung' gedacht würde. Weiterer
etymologischer Znsammenhang ist noch nicht gefunden.
''n- (ixp) ,Holzwurm'.
30 Griechische Et3anoIogie.
Od. 21, 395: to^ov kvtu/Lia . . . Tceigcifievog IVi^a xal evd'a, fi^ xiqa Itcbq
edoiev. Theophr. Pflanz. 8, 10,5: navra dk iSovaltLOavta vag %Qoq>ag
anoXkvrai xal Iv toig xXiaQOig xal kv rolg S^QOig xaQTColgj olov o% t6
Xn^g. Theophr. c. pl. 3, 22, 5 : Iv ravTfj (d. i. dfi7t€i,((}) Toig vo%loig ol Ineg
ylvovrai.
Gehört zum Vorausgehenden. Aehnlich einsilbige Gebilde sind: &Qtn-
,HolzwTirm' (Theophr. Pflanz. 5, 4, 4 und 5), axviTt- ,Holzwurm, Holzkkf er^
(Arist Thierk. 8, 43; 9, 67), xvtn- ,Holzwunn, Holzkafer* (Ar. Vögel 590;
Arist Thierk. 4, 95), ^iTt- ,Fleehtwerk' (Od. 5, 256; Hdt. 4, 71), a^^r-, eine
giftige Schlangenart (Arist mirab. 164; Theophr. 9, 11, 1; Diosk. 9, 70),
yirt' ,Geier' (IL 4, 237; 11, 162), xAci^^r- ,Dieb' (Hdt 1, 41 ; Eur. Bhes. 645),
und andere.
InjtäQiao'V ,gemeine8 Eisenkraut^.
Diosk. 4, 61: neQiOTeQewv vmiog, ol ök legav ßoravrjv , . . ol dk Itc-
TcaQiaov,
Gehört seinem ersten Theil nach wohl zum Folgenden ; der Schlusstheil
ist dunkel.
iütjio'q ,Pferd'; auch Name eines Fisches.
üeberaus häufig. IL 1, 154: ov yag nw nox^ ifiag ßovg tjlaaav ovde
fikv %nnovg. IL 2, 383: bv 8i rig Xnnoiaiv delTtvov iorta tixvnodeaaiv.
n. 8, 88: ^TciOQog (oTiißeg Xtctiol i^X&ov dv' iwxfiov, II. 22, 464: vaxi^eg
di fxiv XnnoL %hLov axfjdioTwg. — Numen. (bei Athen. 7, 304, E): rj and-
Qov . . . ij lÄvag Tj %7tTC0vg rjk yi,avxr]v xogvdaliv.
Lat e^O'S; Bul 160: gübemätor mdgnä contorsit eqvos vi.
Altir. ecA, kymr. ep (Zeuss-Eb. 66).
Goth. wohl in der Zusammensetzung aihva-tunäjä- ,Domstrauch^ (Mark.
12, 26; Luk. 6, 44; 20, 37), dessen Schlusstheil aber noch dunkel ist —
Alt8.eÄw- ,Pferd' in der Zusammensetzung ehu-skalTc ,Pferdeknecht, Pferde-
hüter* (Hei. 388: thea thär ehuskalkös Uta wärun),
lit aszva ,Stute^
Altind. dgva'S; RV. 1, 36, 8: krdndat dgvas gdvishtishu ,es wieherte das
Ross in den Kämpfen*; RV. 10, 119, 3: üd mä pitas ajamsata rdtham
dgväs iva ägdvas ,empor haben die Tränke mich gebracht, wie schnelle
Rosse den Wagen*; — dgvär ,Stute*; RV. 4, 52, 2: dgvd iva dtra drushl
. . . dbhüt . . . ushas .wie eine glänzende rothe Stute wurde die Morgen-
röthe*.
Altostpers. a^a-^ — neupers. agp ; — afgh. äg.
Der anlautende starke Hauch entwickelte sich spät; in allen zusammen-
gesetzten Eigennamen wie ^eix-inno-g (Hom. hymn. Ap. 212), 'AqLat-
-iTCTto-g (Xen. mem. 2, 1, 1), ^AhtrLTtrtri (Od. 4, 124) und anderen zeigt er
sich noch nicht Der Vocal l entwickelte sich aus älterem c, wie zum
Beispiel in wgiyvwvto ,sie streckten sich* (Hes. Schild 190; daneben oQiytov
^ausstreckend' IL 15, 371), rtitvc ,sie breitete aus* (IL 21, 7; Tcevdaa&g ,aus-
breitend* H. 4, 523 = 13, 549), axldvaro ,es breitete sich aus' (IL 16, 376;
Griechische Etymologie. 31
axidaaev ,er zerstreute' IL 1 7, 649) und sonst Neben 'inno-g liegt mit
altem Guttural noch dialektisches XTcxo-g (Etym. M. 474, 12; TtKKog, arjfjialvei
Tov %7tnoy. Als Eigenname: ^/xxog ... o TaQavrlvog Plat Prot 316, D.
^IxMp • . . avdQi ^E/tidavQlfp Paus. 6, 9, 6), ganz ähnlich wie zum Beispiel
oxtog ,wie' (Hdt 1, 75; 3, 116) neben orcTcwg (II. 10, 545; 16, 112; 17, 144;
o7t(og H. 2, 252; 4, 37). — Etymologischer Zusammenhang besteht wahr-
scheinlich mit wTtv-g ^=» altmd. ägü- ,schnell' (1, Seite 642).
istxaoQ'ai, ,fliegen^, siehe unten nst-ead-ai.
i^^o-q ,Korkeiche* (?).
Theophr. Pflanz. 3, 4, 2: fxtjXda <J' oxplßXaatog' SipißXaaToraTov dk axedov
iipog^ agla, Tergaywvla, &veia, fillog. — Hesych führt auf: Itpov tov
xiaaov (,EpheuO. Qovqioi.
Dunkler Herkunft
i5rrd-s jOfen, Backofen, Küchenheerd*; ,Lateme'; ,Mistgrube'.
Hdt 5, 92, 7: inl tpvxQov tov irtviv JleQiavÖQog zovg agrovg inißake.
Hipp. 2, 257 : %7teiTa kfißaXleiv %7tvov oargcnux dtaq)r}vag, tovto ikxirw
diä TOV avkov q>vXaaa6fi€vog onwg ^fj xataxalrjrai, Diphil. (bei Athen.
2, 54, A): Tff xagva ... tot ö* iv xoig Ijcvoig (pQvyofieva oXiyoxQOtpa.
Archestrat (bei Athen. 7, 319, E): Tcgoxodeikov av omov daiaaifxrjv an*
Invoi Teqnvbv naLdeaaiv ^Ituvwv. Ar. Wespen 139: o yag narriQ elg %dv
inrov eiaskrjlv'^ev xal fivafCoXei zi xccradedvxüjg, Ar. Vögel 437 : ttjv
navonXlav . . . xQefxaaazov rvxayadij elg tov Ijcvov eXaca, Ar. Wespen
837: 6 xvwv TtaQ^^ag elg tov Invbv dvagnaoag TQoq>aklda tvqov JSixe-
liXTjv xaT€di]doxev. — Ar. Friede 841 : arto öelnvov Ttvhg t(Sv nkovaltav
ovToi ßadi^ova aariQwv, iTtvovg ixovreg iv di Tolg Involai ftvQ, Ar. Plut
815: o d' Ijtvog yiyov' '^fiiv i^oTtlvrig kkecpavTivog. Ael. n. an. 2, 8: xoikag
Tivag iSaQTtSaLv ioxctgldag nvQog ivaxfxctpvTog' xal elai öiaq)aveig, dg
xal OTiyeiv to rtVQ xal fii] xqvtctuv to q>wg. invovg xakovaiv avTOQ,
— Pollux 5, 91 : TOV di xoftQtSva xal Invbv i^QiaTog)dvr]g xakei.
Goth. auhnor (oder auhnir? Nom. auhns); nur Matth. 6, 30: iJuita havi
haithjos ,.An auhn galagith. — Ahd, ovan] nhd. Ofen] — schwed. icgn.
AltpreuBS. umpni-s ,Backofen' (JSchmidt bei Kuhn 22, 192).
Das Suffix vo wie in xanvo-g ,Bauch' (II. 1, 317; 8, 183), neqxvo-g^ eine
Adlerart (IL 24, 316), xQi]fiv6-g ,steiler Abhang* (II. 12, 54; 21, 26) und, von
der Betonung abgesehen, zum Beispiel auch in den schon früher bespro-
chenen ayvo-g ,Keuschlamm, (1, Seite 121) imd oxvo-g ,Zaudem, Bedenklich-
keit^ (1, Seite 502). Die ursprüngliche verbale Grundlage ist nicht ganz deut-
lich. Das anlautende i ist offenbar erst aus einem andern Vocal entwickelt,
doch kaum wie in 'inno-g ,Pferd' (Seite 30). Die Annahme eines etwaigen
Zurückführens auf v aber, wie zum Beispiel in den angeblich äolischen
Xtpog- ,H5he* (für St/zog- Aesch. Ag. 1 376) und Inig ,über' (für vniQ IL 1,
444; 2, 20), ist auch nicht ohne Bedenken und das selbe gilt daher auch
von der versuchten Zusammenstellung mit uhhä'- ,Kochtopf, Pfanne' (RV.
32 Griechische Etymologie.
1, 162; 15: mä' uJcM bhraganti abhi vikta ,nicht soll der glühende Topf
wackeln').
tjtvo'Vj eine Wasserpflanze.
Theophr. Pflanz. 4, 10, 1: Iv d' ovv %ij Xlßvr] rfj ncQl ^Gox^l^^ov raö^
kofl Ta (pvofxeva öivÖQa xal vXijfiaTQ' itia, ikalayyog, ai&ri . . .xal ro
nakovfievov Xrcvov,
Dunkeln Ursprungs. Das selbe Suffix wie in iövo-v, alt Fidvo-v ,Braut-
gäbe* (1, Seite 382).
tütvrij ein Vogel, vielleicht jBaumhacker*.
Antonin. Liberal. 21 : Trjv di d'eqanatvav avruJv kTtolrjoav Xtcvtjv . . .
y.al eCTiv dya^og ovtog 6 ogvlg i^cl &7JQav iovri xai daira.
Möglicher Weise zu itc ,schädigen, verderben* (Seite 29) gehörig. Das
Suffix wie in oyx^t] ,Bime* (1, Seite 549) und axvrj ,Spreu*, ,Schaum' (1,
Seite 151).
iraiiö^q ,dreist, keck, unverschämt'.
Ar. Frösche 1292: nvgeiv naqaax^^ hafialg xvalv degoffoitoig. Plat
legg. 6, 773, B : ylyveo&ai xtjdeaTrjv tov avTqi ^vveidora iTafKOTegov afia
aal ^arxov tov diovrog ngog Ttaoag Tag TtQa^ug (pBQoiievov. Euphron
(bei Athen. 9, 380, A): eQ((i\pag eig Tcy laxxov Ixa^wg tov veqfQov, Dem.
25,24: hcapLov yag fj noyrjQla xal TolfirjQov xal Ttkeov&iTixov, xal tov-
vavxlov ri Y.akoxaya&la riaixiov xal oxvtjqov xal ßgadv xal öeivov ii»aT-
Tcadijvai. Plut Born. 7: Ivoqwy öh T(p TcgoatiTttp to &aQQakiov xal
iTafiov TTJg tfJvxr/g. Plut. Galba 25 : iTapidg lov ngbg tol öeiva xal a-
TQBTtTOg,
Die alte Erklärung, dass ,grade darauf losgehend* die ursprüngliche Be-
deutung sei und l- : tf^evai ,gehen* (Seite 1; 11.17,340: td-ug Javaüv
lof^ev) ebenso wie auch zu hrj-g ,keck , frech , unverschämt* (siehe Seite
33) die verbale Grundlage bilde, wird wohl das Richtige treffen. Die
Suffixform Tafio scheint ganz vereinzelt zu stehen, oder ist sie etwa auch
anzunehmen in oQTafio-g ,Schlächter, Koch*, ,Mörder*, das aber doch an-
dere Betonung hat? Bildungen wie xrigapio-g ,Kluft, Höhle* (II. 21 , 495)
und q)U}QLafi6'g ,Kasten* (11.24,228; Od. 15, 104) lassen sich erst ent-
fernter vergleichen; noch femer stehen solche wie noxaiio-g ,Fluss* (IL
2, 659; 839) oder oQxafio-g ,Anführer, Gebieter* (1, Seite 573).
cT^ij, alt ß'iTirj ,Weide*.
11.21,350: o d' ig noxaiibv Tgixpev (ploya 7tafiq>av6(aaav. xalovTO
TtTskäai xal fiTiai fjdi fiVQixai. Od. 10, 510: äkoea n€QG€q)Ovelrigj fia-
xgal T atyeiQoi xal ßniat, wXealxaQnoi. Hdt 1, 194: ineav yag iv
Toiai ^Aq^BvLoiOL toIol xaTvneQ&e "Aaavglcjv oixrjfihoioi vofiiag (,Schiffs-
rippen*) iTirig Tofiofievoi noirjatavTai. Eur. Herakl. 376: ov aol fi6v(^
%yxog ovd' tria (,aus Weidengeflecht gefertigter Schild*) xaraxothfLog ia-
TLv. Theophr. Pflanz. 3, 1, 1 : Ta dkacodr] xal q)ikvdga, Xiyo) d' ohv TtXa-
Tavovy hiav, kevxr^v aiyeigoVj uTeXiav. 3, 13, 7: nagvdgov de xal ^ iTia
xal nokveidig' fj /akv fiiXaiva xalovfxivrj T(fi tov q)Xoi6v ^eiv fiiXava
Griechifiche Etymologie. 33
xal q>oivi7covv, ^ 8i kevKrj rtp kevKov. 5, 7, 7 : iritf dk (nämlich xqwvrai)
fTQog T€ Tag danldag %al Tag xlarag Y,ai tot Y,ava xal TaXka.
Lat iMee- (vUex) ,Eeu8chlamm' (ein weidenaxtiger Strauch) ; Vitruv. 2j
9, 9 : Salix tilia mtex ignis et äeris hahendö soHetätem . . . egregiam hor
bere videniur in üsü rigiditätem.
Kymr. gtvden ,Weide' (Wmd.-OiirL 389).
Ahd. uMOj nhd. Weide.
lit vftis ,Weidengerte', zil-vitis ,graue Weide, Korbweide, Uferweide'.
Altind. vielleicht dazu vaitasd-s fiobi^ (BV. 4, 58, 5).
Altostpers. vaeti ,Weide' (Justi).
Das alte anlautende / ist bei Homer (IL 21, 350 hat die Ueberlieferung
vor xal ein ungehöriges t€ eingefttgt) noch deutlich und ausserdem er-
wiesen durch Hesych (yiTia' iTia). — Der Bildung nach stellt sich ^irj
zu einer Anzahl abgeleiteter Baum- und Strauchnamen auf irjj wie be-
reits in axTiä ,HoIunder' (1, Seite 45) einer aufgeführt wurde. Zunächst
zu Grunde liegt wohl ein *flTo-j für das sich die Bedeutung ,Gedrehetes,
Gewickeltes', insbesondere ,strickartig gewundene Weidenruthe' vennuthen
lässt Sehr wahrscheinlich ist die schon früher gemuthmaasste Zugehörig-
keit zu lat viere ,winden, drehen, flechten' (Enn. Sota 1: ibant maladi
viere Veneriam corollam) nebst vimen- ,zum Binden oder Flechten ge-
brauchte Weidenruthe' (Varro L. L. 5, 140: qvod ex vhninibtis vi&ur. Caes.
GalL 2, 33, 2: scütts ex cortice facUs aut vtminilms intextts) und wohl
auch vUi'8 »Weinrebe, Weinranke' (Oic. senect 15, 52: vitis . . .ut se erigat
clävicuUs SUIS gp)asi manibus qvidqvid est nacta complectitur) j litt vt'ti
,drehen', altslav. viti ,Â¥n[nden, wickeln' nebst viti ,stielartig Gedrehetes',
altind. vjä] vjäjati ,er wickelt ein, er hüllt ein' (RV. 9, 101, 14: ä' gämis
dtkai avjata ,der lYeund hat sich in das Gewand eingehüllf ; RV. 2 , 29,
6: ä' vas hdWdi bhdjamänas 'i^ajayam ,in euer Herz möchte ich zitternd
mich einhüUen'; — Particip mtd' ,eingehüllt'; RV. 4, 7, 6: vdrmi a vitdm
,den im Holze eingehüllten' — Agnis — ).
trij-s ,keck, frech, unverschämf .
Ar. Wolken 445: Tolg t* av&QWTtoig elvai do^o) d'Qaovg, cCyAwTTog,
ToXfiTjQog, tTTig. Fiat Symp. 203, D: xaTa dl av tov TtaTiga InlßovUg
ioTi Tolg xakolg xal TOlg dya&olg, avÖQelog wv xal hrjg xal oivTovog.
Fiat Prot 349, E: noTeqov Tovg avÖQBlovg S-agQakiovq Xiyeig tj Silo ti]
xal hag ySj %q>r]y iq>^ a ol noXXol q>oßovvTat iivai.
Gebildet wie Ttaga-xklTtj-g ,Lagergenos8' (Xen. Kyr. 2, 2, 28), negi-
-xTlTTj-g ,der Umwohner' (Od. 11, 288), xQiTrrg ,Richter' (Aesch. Schutzfl.
397; Soph. Aias 1243; tüjv Ivvrcvltüv xQiTi^-g ,Ausleger der Träume'
Aesch. Fers. 226; dazu Svei^o-xQlTri'-g ,Traumausleger' Theokr. 21, 33).
Ueber die Herkunft des Wortes wurde schon unter iTOfio-g ,drei8t, keck,
unverschämt' (Seite 32) gesprochen.
Tv^Xo-q ,dauerhaft'.
Wird einzig aus einer Stelle des Aeschylos (Bruchst 42) angeführt
Leo Meyer, Orieohisohe Etymologie. IL 3
34 Griechische Etymologie.
(Hesych: ttrjlov to %^(iovov xai orx i^lTtjlov. uilaxvXog rkavx(fi üot-
viei)^ aber ohne Zweifel mit Unrecht Nanck vermuthet ,oi;x e^irrjlov*
als Aeschyleische Lesart Eine wohlbegründete Form ist nur: k^-lrrj-
ko-g ,verschwindend, vergänglich^
Aesch. Brachst 162: d^ewv .... xovnw a<piv i^ltrjkov alfia öaifxovwv,
Hdt 5, 39: fiixlv tovto ka%i ov neQiortrioVj yivog vo EvQva&ivBog ye-
väa&ai i^ltriXov, Hipp. 1,84: rjv d' av yivrjvai ri i^iTi^lov iovrogynei-
Qaa&ai i^ofxoiovv tfj vnoxei/iivri, Xen. Oek. 10, 3: noQq>vQldag i^ivi^kovg
(palrjv aXtfid-Lvag elvai. Plat Erit 121, A: inel d^ ^ tov ^eov fiiv fiolga
i^lTTjkog eylyvero,
Zn Grande liegt /- : Uvai ,gehen^ (Seite 1) in Verbindung mit dem
Präfix i^ ,aus* Gausgehen' Od. 2, 139: I'?-it«. — ,Vorübergehen, zn Ikide
gehen, aufhören' Hdt 2, 139: 6 xqovog ovxog i^-i^ie. Lys. 114,40: i^-
'lovarjg dk t^g agxvs)' Eine Suffixform trjXoj an die man zunächst denken
möchte, scheint gar nicht weiter zu begegnen, ausser etwa in aiaxvvrrj-
Xo-g ,6chamhaff (Plat Charm. 158, C; Arist Eth. Nik. 4, 9, 3), das aber doch
anders betont ist So darf man zunächst wohl Bildungen auf tj-Io- ver-
gleichen, wie iQvyixT^Xo-g ,briillend* (1, Seite 453), ScijAo-g ,behaglich, rahig,
ungestört' (1, Seite 344), aavqrrjXo'g ,unfreundlich, schnöde' (? — 1, Seite 168)
oder, mit anderer Betonung, dnaTrjXo-g .trügerisch' (II. 1, 526; zu aTtartj
,Betrag, Täuschimg'), ^lyrjXo-g ,Schauder erregend' (Hes. Schild 131), ai-
yr]k6-g ,schweigsam' (Pind. Pyth. 9, 92; Soph. Phil. 141), und als nächst
zu Grunde liegende VerbaJform das schon oben (Seite 2) aufgestellte ab-
geleitete *M€iv ,gehen* ansehen, von dem zum Beispiel auch i^-iTrjtiov
,man muss hinausgehen' (Xen. mem. 1, 1, 14) ausging.
frü-s, alt FlTvg Rundung, Badkranz', ,Schildrand'.
n. 4, 486: aXyeiQog . . . tijv fiiv ^' aQfitnoTtrjyog avfjQ at&wvi aidiJQq}
i^i%aß\ otpQa Flxvv Tidfiipt] jtBQixaXXil dlq)Q(p. IL 5, 724:TEf/Sij d^ afiq)*
ox^eaoi &oFwg ßaXe xaixrtvXa KvxXa . . . Tc5y ^ toi XQ^^V fi'^S ctq>&iTog.
— Hes. Schild. 314: apiq)l d^ Xxvv ^iev ^£i%eavdg nX'q&om ioixwg' nav
81 avvBlxB aaxog. Hdt 7, 89: aonidag dk txvg ov% hovaag dxov. Xen.
an. 4, 7, 12: ifciXa^ßdverai ovtov Trjg irvog, Eur. Ion 210: Xevaaeig ovv
kTt *Eyx€Xdd(p yoQytuTtiv ftaXXovaav tivv (für ,Schild');
Lat vitvrs ,Badkranz' (Von JSchmidt bei Kuhn 22, 315 aus alten
Grammatikern nachgewiesen).
Das alte anlautende / ist bei Homer ganz deutlich und wird auch durch
das Aeolische (Ahr.- Meist 1, 105) noch erwiesen. — Das Suffix scheint
dafi selbe wie in nlrv-g ,Fichte' (II. 13, 390 = 16, 483) und, trotz der
verschiedenen Betonung, auch in TcXIri-g (,Neigung' =) ^Abhang, Hügel'
(II. 16, 390; Od. 5, 470), daixv-g ,Mahl' (IL 22, 496), yQOTtrv-g ,dafi Bitzen*
(Od. 24 , 229) und anderen ähnlichen Bildungen. So wird ein verbales
einfaches vi ,umschliessen, umfassen' zu Grande liegen, daB wohl mit den
unter tritjj alt FiTirj ,Weide' genannten Formen unmittelbar zusammen-
gehört
Griechische Etymologie» 35
IrQio^, ein trocknes leicht zerbrechliches Gebäck. Athen. 14, 646, D er-
klärt y7tef4fjiaTiov leTtTOv dia atjaafiov xai fiihrog yivofievov^.
Selon Brachst 45, 1 : nlvovai xa2 TQwyovaiv, ol f^iv ttgiay ol d' Sqtov
ccvvüivj ol di av/Lifiefiiyfiivovg yovQovg q>axolai, Soph. Brachst 189: lyw
6i Tteivwa^ av ngog hgia ßiAnu). Ar. Ach. 1092: %a S" akXa ndvT^
icrlv TtaQeaxevaofiiya • . . a^vloi, TcloKoineg, arjoafiovvTegj irgia, Anakr.
Brachst 17, 1: TjQlOTrjaa piiv ttglov XsTtxov fiiKQov areoxkag, Athen. 3,
125, F: ineiaevix^ nXaxovg ix ydkaxtog i%Qlwv tb xal fiilirog, oV'Pcu-
fxaioi Xlßov xaXovai,
Der Soffixbildang nach anmittelbar mit ijrQiO'-y ,6ewebe' (1, Seite 611)
vergleichbar. So würde sich als za Grande liegendes verbales Element
blosses /- ergeben, das möglicher Weise das selbe ist mit dem l- von l-
fiakid ,feinstes Mehr (Hesych: Ifialia' t6 inl߀%Qov twv akevqtov* im-
yirvrjfia akergldog' nal 6 and %(Zv dxvgwv %vot;$), das anmittelbar za
lat simila ,feinstes Waizenmehl' (Mart 13, 10: nee dötes simiU^ possis
numeräre nee üsüs^ pistoft totiens cum sit et apta eocö) gehört Es würde
dann also ein alter anlaatender Zischlaat ganz eingebüsst sein, wie znm
Beispiel in Ufidd- ,Feachtigkeit' (Seite 28).
fyrfij ,M örser*.
Hippokr. 2, 755: ^lav xaraaxevdaag, zglße iv työrj. — Daneben: iy-
di-g ,Mörser'; ein Tanz (den man wohl dem Stampfen mit der Mörser-
keule verglich); Solon Brachst 39: arcevdovai d' ol fibv tydiv, ol öhalX-
q>iovy ol 6' o^og. Athen. 9, 406, A: goda vd eioofioxata iv iydei tgltpag,
Agath. (in Anth. 9, 642, 3): a% ^' vnig Xydiv tghfßieg . • . ylverai iv^dde
xongog, — Antiphan. (bei Poll. 10, 103): yvvai^ Ttgog avXov ijX&eg' Sgxt^-
OBi TcdXiv Ti}y tydiv. Athen. 14, 629, F: xal yeXolai d' elalv ogxfjoeig
tydtg TLoi fiaxigia^cg anoxivog re xai aoßdg.
Dankler Herkanft Die Lantverbindnng yd ist eine angewöhnlichere,
findet sich aber znm Beispiel noch in iiiyda ,gemischf (II. 8, 437 ; Od.
24, 77), Xlydriv ,streifend, ritzend' (Od. 22, 278), iXlySrjv ,sich drehend,
rollend' (Aesch. Prom. 882), alydriv ^anstürmend' (Ap. Rh. 2, 828), iglydov
ito-g ,dessen Getöse gross ist* (1, Seite 444), Xvydo-g ^weisser Marmor' (Diod.
Sik. 2, 52,9; Xvydiyo-g ,aas weissem Marmor' Anakr. 15,27), aiivyiaXo'V
,Mandel' (1, Seite 234), oydoo-g ,der achte' (1, Seite 516), dgvfÄayöo-g ,Ge-
töse' (1, Seite 566).
fyvijT- {tyvTjg) ,eingeboren'. Von Grammatikern als rhodisch angeführt
ApoUon. Dysk. de pronom. (ed. Bich. Schneider , S. 56) : xaXovrrai dk
xal ol av^iyeveig nagd *Podloig Xyvrjreg, T^g daaelag IAtt ixwg ngoaeX-
^ovarjg. Bekker an. 1188: yrfjreg di Xiyorrai ol 'Poöioi xal tyvriTeg ol
ym^aioi 'Podioi.
Als Schlasstheil des offenbar zasammengesetzten Wortes ergiebt sich
ein -yvijT- ,geboren', das ebenso neben mathmaasslichem *yvrit6'g (â– = lat
gnäto-s Plaat Truc. 499 ; Capt 577; gnäta Enn. ann. 46) liegt, wie znm
Beispiel axfi^^T" ,anermüdef (IL 11, 802; 15, 697) neben a%iÄ7}%0'g (Hom.
3*
36 Griechische Etjrmologie.
hymn. Ap. 520), ad/z^T- ^nngebändigt, unangespannt', ,imyermählt^ (Od. 4^
637; — Od. 6, 109; 228) neben adf^tjTo-g (IL 10, 293; 23, 655; — Aesch.
Schutzfl. 149); aßXrJT- ,noch nicht geschlenderf (IL 4, 117) neben aßkrivo-g
,ungetroffen' (IL 4, 540). Mit *yyi;TO-ff aber steht yvi^aio-g ,zum Geschlecht
gehörig, ehelich erzeugt^, ,echt, unverfälscht' (IL 11, 102; Od. 14, 202; Eor.
Andr. 638; Ar. Vögel 1665; — Find. OL 2, 11) in nächstem Zosammen-
hang, das selbst wahrscheinlich zunächst von einem weiblichgeschlechligen
*yvijai'g ,(7e8chlechf (=- goth. hnodi- ,0e8chlecht. Stamm'; nur Phil. 3,
5: iLS knödai Israelis) ausging. Dieses aber würde sich zu yev-ia&ai
,geboren sein, sein' (IL 4, 375; 6, 98; 206) verhalten, wie zum Beispiel
TfATJai-g ,Schnitf (Plat 6astm. 190, E; fSQQ-Tfirjai-g ,Nabelgegend' II. 11,
424) zu Ti/Ä-veiv ,schneiden' (Aesch. Brachst 196; Schutzfl. 807; Soph. PhiL
619; Aiaß 1179) oder ßg^ai-g ,Gespräch, Erzählung' (Od. 21, 291; ^f,ai-g
Pind. OL 7, 55; Nem. 1, 59) zu ßeg-iw ,ich werde sagen* (IL 1, 76; 297).
— Als erster Theil des Wortes wird wohl der Demonstrativstamm t- oder
%' (Seite 2) gelten dürfen, so dass als Grandbedeutung sich ,in diesem
geboren' ergeben würde. Lobeck (ParaL S. 308) vermuthet in dem l- die
Präposition h ,in' (1, Seite 401) und vergleicht iy-yevig' ,eingeboren, ein-
heimisch' (Hdt 2, 47 ; Soph. Eon. Oed. 452).
lyv^ ,Eniekehle'.
4 13, 212: rjl»e xor ' iyvvtjv ßeßXfjfiivog o^ißi xalKtp. Arist Thierk. 3,
50: iiifyiora di ^iQtj rwv vevQcav %6 re negl %6 fioQiov t6 Tfjg aXaewg
%vQtov (xaleltai dk tovto lyvva). Theokr. 25, 242: ^q Sf^orog^ fiaKgrjv
dh neg* lyvvjio^v %Xi^B Ttignov. — Daneben liegt gleichbedeutendes lyvv-g.
Hom. hymn. Herm. 152) h nakafifjai Tteg lyvva i Xaig)og advgiov. Arist
Thierk. 1, 59: yaOTgoxvrifila . . . volg fikv dvBanaOfJLivri av(o Ttgbg xriv
iyvvv, oaoi fieyaXa ra iaxlct ^ovai.
Nächster Zusammenhang mit yow ,Enie' (IL 7, 118; 11, 547) ist unver-
kennbar. Es begegnen auch sonst noch manche zu ihm gehörige Formen, in
denen der Nasal unmittelbar zu dem anlautendem / oder seinem lautlichen
Vertreter gerückt ist, wie yvv^ ,auf den Enieen' (IL 5, 68; 309; 357), yvv-
-Ttero-g ,in die Knie sinkend' (Hesych: yvinetoi' ixzerafiivor dei?.oi*
akXoi dk narrjqteig, — yvvrtevi^oec' elg yow Tcerrjaei. Daneben yown$%ig-
ifussfällig' Eur. Phoen. 293. 6 Xrcnog TtLnvBc eig yövara Xen. Eyr. 1, 4, 8),
Tcgo-xyv ,mit vorgebeugten Knieen' (IL 9, 570; 21, 460; Od. 14, 69), goth.
iniu ,Enie' (Mk. 1, 40; 15, 19), knusßjan ,knieen' (Mk. 1, 40; 10, 17), altind.
gnurbä'dh' ,die Knie drückend, beugend' (RV. 6, 1, 6; — yarm- ,Knie' RV.
10, 15, 6), abhi-gnü' ,bis ans Knie, ganz nah' (BV. 1, 37, 10; 1, 72, 5; 3,
39, 5; 7, 2, 4; 8, 81, 3), mitd-gnur ,mit gebogenem (?) Knie' (RV. 3, 59,3; 6, 32,
3; 7, 82, 4; 7, 95, 4), asita-gnü- ,mit dunkeln Knieen' (AV-), pra-gnu- ,de8sen
Knie auseinander gehen, säbelbeinig' (Lex.), altostpers. zhnvr- ,Ejiie' (Acc
ghnün)j fra-shutdr ,mit vorgebeugtem Knie'. — Der Bildung nach vergleichen
sich Wörter, wie otpgvr} ,Anhöhe, Hügel' (Hdt 4, 181; 182; 185. — Zu
6g>gv'g , Augenbraue'', ,Ajihöhe, Hügel' 1, Seite 532) und o^vt} ,Rothbuche'
Griechische Etymologe. 37
(ly Seite 501). Das anlautende l ist wohl zu beurtheilen wie in ix^-g ^isch'
(siehe Seite 45) nnd Ixzlvo-g ^Gabelweihe* (Seite 25).
ißdvTi ^chöpfgefäss'.
Hesych führt auf: Ißavt]' xddog' dvrXrjTi^Qiov und daneben: ißavov
xadovj atafzvlov, xaX%lovy femer noch ißav^* avrkei und ißavazQlg*
axoivlov IfiriTTiQiov.
Grehört yermuthlich zu eUß^eiv ,ausgie8sen, yergiessen' (H. 16, 11 ; 19, 323),
Abs nur in präsentischen Bildungen begegnet und daher gar keine Verbal-
fonn mit einfachem / aufweist — Das Suffix wie in oQxdyrj ,Umzäunung,
Einschliessung^ (1, Seite 568).
7^«-$ ,Ibi8', ein in Aegypten lebender storchartiger Stelzvogel.
Hdt 2, 75: loyog di iari apia j(p ^qqi Ttregwrovg oq)ig ix Tfjg [tigaßtr^g
ni%Bü&at ijt^ ^lyvmov, rag d* i'ßctg rag OQvi&ag anavreovaag , , , ov
nagiivai vovg otptg dkkd xavanTelveiv' xai rijv Ißiv did lovro %6 %Qyov
T€Ti(ÄTJa&ai XiyovailAqdßiOL fieydXtag nQog Alyvmliav. 76: eldog di r-^g fikv
Ißiog toöe* fiilaiva deivwg ndaa, aniXea de (poQiei yegdvov, nqoaoynov
de kg zd [ÄcXiata iTclyQVTCov, fifya&og oaov xgi^ . . . %(Sv d ' iv noal (idX-
Xov elXevfieviwv rolai oivd^^iinotai {dv^al ydg d^ eial Xßieg) xpiXii (näm-
lich fi idhj) Tfjv xeg>aX'l]v xal vijv deiQ^v naaav^ Xevx^ n%eqoiai tcX'^v
xeq>aXrjg %al %ov avxivog xa2 mQitov tdiv nreQvywv xal %ov nvyalov
OTLQOV.
Ohne Zweifel ungriechisch.
ißiaxo-q ,Eibisch*, eine Art wilder Malven.
Diosk. 3, 153: IdX&ala, %vioi di Ißlaxov xaXovai, ol di dX&loxov, Ma-
Xaxrig ia%\v dyqlag eldog (Verg. Ecl. 10, 70: dum sedet et gradlt ßscellam
texit hibisco).
Dunkler Herkunft Eine Nebenform ißlaxo-g wurde schon früher (1, Seite
379) aufgeführt Das Schwanken in Bezug auf den anlautenden Vocal
deutet wohl auf fremden Ursprung. Die Suffixform laxo ist gewöhnlich
deminutiv, wie in naidlaxo-g ,Enäbchen^ (Xen. Hell. 5, 4, 32), aTeq)avl'
axo-g ,Eränzchen' (Anakr. 40, 5 ; 42, 15), aXadlaxo-g ,Zweiglein' (Ajiakr.
17,13).
cd-, alt fid' ,sehen', verbal lebendig fast nur im Aorist ßidäeiv (II. 3, 236;
5, 475; idelv Aesch. Ch. 425; Pers. 419; eßidev II. 4, 149; 151; 275; fldev
II. 4, 217; 5, 770; eldov ,ich sah' Aesch. Ag. 247; Eum. 50; medial ßidi-
a&ai H. 3, 194; 4, 476) und in dem früh mehr selbstständig entwickelten
Perfect ßolda (,ich habe gesehen'—) ,ich weiss' (H. 4, 163; 360; olda
Aesch. Prom. 504; 915; ßldfxev ,wir wissen' H. 1, 124; 2, 301; 486; Xa/iev
Soph. Aias 23 ; Fldfievat ,wissen' IL 13, 273 ; Od. 4, 200 ; 493 ; eldivai Aesch.
Ag. 1196; 1371; Flad^i ,wisse' Od. 2, 356; 11, 224; Conjunctiv ßetdü II. 1,
515; 14, 235; Od. 1, 174; ßeldofÄSv IL 1, 363 = 16, 19; 13, 327; Futur ßei-
di^aeiv IL 1, 546). Daneben begegnen aber dann auch noch präsentische
und aoristische Medio-passivformen, wie Felden ai ,es (,wird gesehen' =)
erscheint, es scheint, es gleichf (IL 1, 228; 8, 559; 13, 98) und iFelaaro ,es
88 Griechische Etymologie.
erschien* (Od. 2, 320; 5, 398; 442; ßeiaafiBvo-g ,gleichend* IL 2, 22; 13,
45; 216; 16, 716).
IL 3, 169: KuxJidv d' ovrcj iydv ov tcw FLdov o(p^akfioiaiv. IL 5, 475:
%(Sv vvv ov %LV^ iyd) Fidieiv dvvafi* ovök vo^rjoai, 11.2,271: (ode di
Tig ßelfceaxe fidav ig nXrjalov äklov. IL 24, 484: d^apißnioav 61 xal
alXoij lg aXhrjlovg 8h Fläovto. 11.1,148: tov 8' olq' VTtodqa Fidotv
TtQoaiqyq nodag wxvg ^AxiXXevg. 11.21,61: og>Qa ßldwfiai kvi q>QBalv r^dk
daelw. — IL 2, 301: ev yag di] %6de flöfjiev ivl g)Q€alv. IL 1, 365: Fol-
a&a' tI rj roi Tavra Fidvlrj 7tav%^ ayogevta; TL 2, 485: vfieZg yccQ -S-eal
ka%e nageOTi r« Flare ts Ttdvra. IL 1, 363: e^avda^ iii] xev&e v6(p, %va
FeLdofiev afiqxa. IL 20, 201: kmei aaq>a Folda xal avrdg rjfikv xeQTOfjiiag
Tjd^ atavka iivdnqaaad'ai. — IL 8, 559: narsa dh Feiderat aoxga, IL 13,
98: vvv 8ri Feiderat rifiaq vrtd Tgtoeaai dafirjvai. IL 24, 319: {alFerog)
FelaccTO di aq>iv de^iog aFl^ag dia FacreFog. IL 14, 472: ov fiiv fioi
xmLog eXderai. II. 1, 228: to di voi xrjQ Feldezai elvai. II. 5, 462: Fei86-
fievog l^TiofiavTL. D. 2,22: zip fitv Feiaafievog nQoaeg)tuvee. IL 2, 791:
Felaaro di (p&oyyrjv vh Ugiafioio IJoXItj].
Lat vid- ,8ehen', mit dem Perfect vidit (EmL ami. 228) und dem Paxttcip
vt8t4^ (Eon. amL 6; 40), daneben der abgeleiteten Präsensform videre (Plaut
Mil. 630). Das passive videri gewöhnlich in der Bedentang ,erscheinen,
scheinen', wie Enn. ann, 45 : compelläre pater m^ voce videtur.
Altir. fid- ,wissen*, mit Präsensformen aus finn (■= ßnd), wie ni ßntar
,es wird nicht gewusst* (Zeuss-Eb. 501; 502); ni ßtir ,er weiss nicht*, ro-
'fitir ,er wusste' (Zeuss-Eb. 458) ; altir. fiadu ,Zeuge' (Fick 2^ 264).
Goth. in-veitan ,anbeten' (eigentlich wohl ,ansehen' ; — Matth. 8, 2 ; Luk.
4,8); fair-veitl ,Schauspiel, ^iarqov^ (Kor. 1, 4, 9), fair-veiijan ,worauf
blicken* (Luk. 4, 20; Kor. 2, 4, 18); vitan (Präteritum vitaida Mark« 6, 20;
Kor. 2, 11, 32) ,beobachten, bewachen' (Mth. 27, 54; 64); — vait ,ich weiss*
(Mth. 26, 70; Mk. 14, 68), vitan ,wissen^ — Nhd. weiss, wissen] dazu auch
weissagen (von ahd. wtzago ,ProphetO.
Lit vSizdmi ,ich sehe' ; ü-mdau ,ich werde gewahr'. Dazu veidas ,An-
gesiebt*. — Altpreuss. waidimai ,wir wissen' (OurL 242).
Altslav. vidSti ,sehen'; vedeü ,wissen'.
Armen, gitel ,wissen' (Hübschm. Arm. St 25).
Altind. vid" ,wahmehmen, erkennen, kennen, wissen': reduplicationslose
Perfectform viida ,er weiss, er kennf ; BY. 1, 164, 39: jäs tdd nd vdida
,wer das nicht kennt' ; BV. 5, 85, 8 ; jäd nd vidmd ,was wir nicht wissen' ;
BV. 2, 20, 1 : viddhi sü nas ,beachte uns wohl'.
Altostpers. vid ,wissen, kennen': vaedd ,ich weiss, ich kenne'.
Das alte anlautende F ist im homerischen Verse in weitem Umfange
erkennbar, dazu auch in dialektischen Formen, wie lakon. ßcäijv ,sehen'
(Ahrens 2, 47), und auch inschriftlich bezeugt, wie im zugehörigen böoti-
sehen Flattaq ,Zeuge' (Collitz 1, 184 viermal) und in der epirotischen Nar
mensform Feldvg (Collitz 2, 6).
Griechische Etymologie. 39
iöavö'q ,aii8ehnlich, schönt
Eallim. Bruchst 535: ras aag idavag x^Q^'^f^S»
Gehört zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in Uavo-g ^hinreichend,
tüchtig' (Seite 23).
iöi, alt wahrscheinlich ßidij ,undS
IL 2, 697: ot d' elxov . . . ayxlakov t' 'AvTQcSva Jrtdh UteXeov XexeTtolriv.
n. 4, 147: fiiav&ev aifiati (jnqQol evtpvieg K^fial tb Ftök atpvqa, II. 18,
589: TtoLFrjae . . . xlialag te ycaTTjgeyiag fidh ötjxovg. IL 14; 348: x^cüv
dia qwev . . . XtJtov &' igai^^ivra ßidh xqokov. II. 4, 382: oS d' ifcel ovv
^XOv%o Fidh TtQO odov iyävovro. IL 5, 3: 2v^ UxörjXog fieva naaiv ^Aq-
yetoiai yivoixo ßide xXißog ia&lov aQOtto. IL 14, 175: T(p ^* ^ ye XQ^^
xaXov akeiipafiivr], fidk x^f''^^Q ne^afjiivr]. Od. 11, 337= 18, 249: ßeiöog
ve fAiyed-og xs fidi tpQivag %vdov iFlaag,
Das anlautende alte J^ ist in der homerischen Sprache nicht zu verken-
nen; nur wenige Stellen (11.2,511: valov iök... IL 5, 171: To^oy Idi.
IL 6, 4: 2i^6FBvtog 16L IL 24, 166: dva 8iji^a%^ Idi) scheinen Widerspruch
dagegen zu erheben. — Was die Bildung des Wortes anbetrifft, so stimmt
sein Schlusstheil offenbar mit dem von rjöi ,und' (1, Seite 615) überein, von
dem am angeführten Ort bereits weiter gesprochen wurde. Fick (2, 29) über-
setzt das -öi mit ,zu', hält es also für das selbe mit dem — doch unbe-
tonten de in aka-de ,zum Meere, ins Meer* (IL 1, 308; 2, 165), ßdarvöe
,zur Stadt* (IL 18, 255; 24, 778), TroTa^udv-d« ,zum Fluss* (IL 21, 13; 120) und
anderen Verbindungen. Der erste Theii des Wortes kann der Demonstra-
tiYStamm i-, an den hier öfter gedacht ist, nicht sein. Etwaige Zugehörig-
keit aber zu altind. vi- ,auseinander* (BV. 1, 32, 10: vi caranti ä'pas ,die
Wasser gehen auseinander, breiten sich aus*) und goth. vithra ,wider, gegen^
(Mth. 27, 14; Mk. 10, 5) ist der Bedeutong wegen wenig wahrscheinlich.
iöiri^ aus altem fiöirjj , Aussehen, Aeusseres*, ,Beschaffenheit, Art und Weise*.
^Meinung, Vorstellung, Urbild, Idee*.
Theogn. 128: ftokXmi yag yvcipirjv i^aTtazwa^ idiai. Find. OL 11, 103:
aXvrjaa • . . iöiif te xalov äqtf tb xBKQafiivov. Hdt 2, 76 : %(Sv fihv ärj
fisXaiviwv TÜv (JLoxofJLBvimv nqbg Tovg o(pig i]8' rj idii}. — Hdt 6, 119:
%ov (pQioTogtb naqix^^^ %Qiq)aalag idiag. Thuk. 1, 109: avToig nolkal
iöiai Ttokificjv nariaTtjOav, — Hdt 6, 100: lq>Q6vBov öi öitpaalag idiag.
Plat Staat 6, 505, A : ort ys fj %ov aya&ov löia fiiyiarov fxad^jfjia. Plat
Sophist 253, D : o ys tovvo dvvaTog öqSv filav iöiav dia nokküv^ kvog
k%aa%ov xBifiivov X^Q^y Ttavrri diarerafiivrjv Ixavwg diaia&dvBrai,
Gebildet wie dkiäy homerisch fakhj ,Wärme* (1, Seite 296). Zu Grunde
liegt Id'y alt ßid- : ßidieiv ,8ehen* (Seite 37).
töri ,Wald*.
Hdt 1, 110: 'favTTj fikv ydq 17 Mrjdixrj x^QV ^Qog SaOTtelQCJv oQBivr]
latL xaq%a xal vipri^ re xal idrjai avvijQegyqg, Hdt 4, 109 : 17 dk x^QV
affiiov Ttäaa latt daaia idrjai TtavToltjai. Hdt 4, 175: 6 dk l6q)og oixog
Xaglztay daavg löjial kari. Hdt 5, 23: iv QqriUji, %va tdrj tb vavfct]-
40 Griechische Etymologie.
/qoifiog %(JTL aq>9oyog, Hdt 7, 11t: oixeovol Te yaq ovgea ixljrika, Xdfjal
%e navrolrjai xal x^^^ avvrjQeq>ia, Paus. 10, 12, 7: tcJv di xiaglcnv %a
daaia vno twv dv&Qwmav idag tote ovo/jtd^eo&ai. — Als Eigenname schon
bei Homer (H. 2, 821; 8, 47; 75).
Dunklen Ursprungs.
Jöo^y aus altem ^ßldog- (noch älterem aFldog-) ,Schweis8^
Hes. Schild. 397 : Tirvi^ . . . Ttavrniiqiog re xai ij^og xiei, avdijv töei
(für ,HitzeO h alvordrip, oxe rexQoa SelQiog a^eu Hipp. 1, 247: ol Ikiy-
ycSdeeg nvQetol xal cvev idiwv xal fieta idiwv oXi^Qiov. Diog. Perieg
966: dfiq}l d^ aga aq>iv idet d'aXno^ivoiai ^leXalvecai ctvaXiog XQ^Q*
Dazu: idteiv oder töieiv (Od. 20, 204) ^Schwitzen'; Od. 20, 204: ßldiov
wg hofriaa. Hipp. 2, 665 : xgiaaov dk diovQieiv xal Idleiv. Ar. Friede 84
ev'difg an dgxrjg ^(afifj nlavvog, tvqIv av idljjg. Ar. Frösche 237 : ^cJ
ngunctog lölei ndXai. Arist Thierk. 3, 94 : algxa • . . öioqqovtoi ovTiag
üiare ijör] Tivig Xdiaav alfxavuidrj lögtÜTa. — fdpo?- {lÖQwg) ,Schweiss^;
n. 5, 796: Idfütg ydg ^iv ^etgev vno nlarifog TsXa^divog. II. 10, 574:
avTag Inel aq)iv xvfxa '^aXdaarjg lÖgoa noXXbv vixpev dno XQ^'^^S» H.
17, 385: xafidrq) dk xal Idgdi vwXefiig alßel yovFoxa . • . naXdaaeto»
Lat südöS' (südor) ,Schweiss^; Enn. ann.399: tum timidd manät ex
omni corpore südor. — Dazu : süddre ,schwitzen^ ; Plaut Rud. 582 : tu vel
südä vel pert algü.
Kambr. chtoys ,Schweiss' (Zeuss-Eb. 124).
Ags. 8vät ,Schweiss, Blut', — nhd. Schweiss. — Dazu nhd. schwitgen^
ahd. swizzen.
Lett. sweedri (Plural) ,Schweiss^
Armen. Tchirtn ,Schweiss' (Hübschm. Arm. St 55; Bugge Beitr. 28).
Altind. sväida-8 ,Sch weiss'; KV. 1, 86, 8: ga^amändsja . . . svdidasja . .
vidä' ,um den Schweiss des sich Mühenden wisst ihr'; BV. 10, 134, 5:
dva sväidäs iva abhttds vishvak patantu didjdvas ,wie Schweisstropfen
sollen rings herum nach allen Seiten die Geschosse fliegen'. — Zu svid
,8chwitzen'; svidjati ,er schwitzf (Mbh.); RV. 10, 106, 10: hlrUird iva
sväidam ä-sishvidänd' ,gleichwie zwei Schweiss ausschwitzende Pflfiger'.
Das alte anlautende / scheint früh erloschen zu sein; bei Homer tritt
es nur an einer einzigen Stelle (IL 4, 27 : ßidgoa ^' ov ßldgwaa fioytf)
noch deutlicher entgegen, während es ziemlich häufig (II. 8, 543 =» Od. 4,
39; n. 10, 572; 11, 119; 621; 13, 705; 15, 241; 16, 109; 18, 372; 21, 51; 23,
688; Od. 11, 599 und in dv-idguixi ,ohne Schweiss' II. 15, 228) entschieden
abgelehnt wird. Das Schwanken zwischen dem Eintreten des harten Hauchs
für altes aß in Idgog- und seinem völligen Erlöschen in Idog- und tdteiv
beruht wohl auf ursprünglich dialektischer Verschiedenheit — Das ab-
geleitete iSiuv (iduiv) beruht auf einem muthmaasslichen Hdi-g ,Schweiss'^
wie zum Beispiel fxrivuiv (firjvuiv) ,zümen, grollen' (jiijviev 11.2,769;
if^i^vte II. 1, 247; fii^vie IL 1, 488; 12, 10; 18, 257; /irjviei Od. 17, 14; Im-
Griechische Etymologie. 41
peratiy fii^yie IL 1; 422) auf dem Nomen firjvi-g ^om, Groll' (IL 1, 1 ; 75)
— In IdQOQ'' begegnet eine yereinzelte Snffrsform Qog^ deren Schlnsstheil
sich nnmittelbar mit den Suffixen Yon'i//o-^ ,Morgenröthe' (Nom. rjßiig
IL 1, 477; 493; Accus, rjßoa IL 5, 267; 8, 565; 9,240; Dat Tjß6'£ IL 7. 331;
9, 618; 682), aidog- ,Scham' (aldwg IL 5, 787 = 8, 228; aldoa IL 2,262;
13,122; 15,561; aldoi ILIO, 238; Od. 8, 172) und auch xQog- ,Haut,
Körper*, ,Farbe" (xQoig IL 4, 510; 17, 733; XQoa IL 4, 139; 237; 5,354;
XQot IL 7, 207 ; 8, 43 ; 298) vergleicht Wie neben dem letzteren noch die
Form XQ^' (x^cJra Od. 18, 172 und 178; Hes. Werke 556; Pind. Isthm.
3, 41; Aesch. Fers. 317) begegnet, so hat auch Idgog- eine Form IdQCjr-
— die später allein gebräuchliche — (IdgwTa Hes. Werke 287 ; Eur. Bakch.
620; lÖQWTi Soph. Aias 10) zur Seite, die sich weiter auch mit yiXuT-
jGelächter* (Aesch. Ch. 447; Hdt. 9, 82) und ipcjr- ,Liebe, Verlangen* (siehe
unter 'igo-g) vergleicht Wie nun wieder diese letzteren auch die Formen
igthg (1, Seite 440) und yiko-g (IL 1, 599 — Od. 8, 326; Od. 18, 100) zur
Seite haben, so begegnet neben lögog- und IdgÜT' auch noch ein Idgo-g
(lÖQfp IL 17, 745, falls hier wirklich die üeberlieferung richtig ist). Un-
mittelbar aus diesem aber ging Idgoeiv ,schwitzen* (IL 2, 390; 388; 5,
598; 8, 543 = Od. 4, 39; fiögwaa IL 4, 27) hervor. — Im lat südös-
(wahrscheinlich aus altem *sveidd8-) entwickelte sich das gedehnte ü ähn-
lich wie in eüjtd^ ^wessen* (Hör. carm. 1, 12, 3; 2, 4, 23) aus altem qvo-tus
(Corssen 1, 706), und in secuta ,folgend* (Enn. ann. 299) neben seqvitur ,er
folgt (Enn. ann. 406) oder auch im goth. sütjor ,süss, sanft* (Tim. 1, 2, 2;
1, 3, 3), aus einem älteren "^svötja-j neben altind. svädü- ,sttss, angenehm*
(EV. 6, 44, 21; 10,136,6).
löiO'Q, alt Fldio-g .den Einzelnen betreffend, eigenthümlich, eigen*.
Od. 4, 314: t/ttt« di oe x^e^cj devg^ W^y^j Si^fiiov ij fldiov] Od. 3,
82: TtQtj^ig d^ ijd^ Idlrj^ ov di^fiiog^ rjv ayogevoi. Pind. OL 13, 49: iyw
dh tdiog h xoivc^ araXelg , . . ov x^evoofM ' äfiq>l Koglv&fp, Pind. Nem.
6, 36 : Ttakalqxxvog yevea, idia vavatoXiovTeg iTtixwfiia, Aesch. Prom. 402 :
ttfiiyagta yag jade Zeig idloig vofioig HQaTvvcüv . . . hdelxvvoiv, Hdt
8, 109: avöga . • . o^ ra re Iget aal za idia iv o^olq) inoiiBTo.
Das alte anlautende F ist mehrfach auf Inschriften erhalten, so nament-
lich auf böotischen (Collitz 1, Seite 149—153; 192— 194; 389—395), weiter
zum Beispiel auch auf einer elischen (Collitz 1, 319) und einer lokrischen
(Collitz 2, 54). — Zu Grunde liegt das pronominelle ?, alt Fi (aus *aFi)^
als Accusativ ,ihn, sie, es* und rückbezüglich ,8ich* (1, Seite 326). Die Suffix-
gestalt ist dieselbe wie in hti-vBfpgldio-g ,an den Nieren {veipgol Ar.
Frosche 475; 1280) befindlich* (IL 21, 204), xovgldio-g^ wohl , jugendlich
vermählt* (IL 1, 114; 5, 414; zu yLOvgo-g ,Jüngling* IL 1, 473; 5, 807), Fgril-
dio-g ,leicht, mühelos* (IL 4, 390; 12, 54), alöio-g ,immerwährend, ewig*
(1, Seite 22) und anderen, zum Theil neben dem letzteren schon aufgeführten,
Bildungen, unter deren Einfluss sich auch der I-Vocal der ersten Silbe
entwickelt haben wird. Ein Vergleich mit x^^^^'S ^gestrig* (IL 1, 424; 2,
42 Giiechiflche Etymologe.
303) neben x^^S ,gestem^ (Hom. hymn. Herrn. 273; Hdt 2, 50) bezüglich
der Entwicklung des inneren i liegt schon ferner.
iövlo-q oder auch idvo-g ^euge^ Alterthümliches Wort
Ar. Bruchst (bei Eock 1, Seite 448): 6 fikv ovv aog, ifiog d' ovtog c-
d€lq>dg q>Qaaa%w, %L xakovoiv idvlovg, — Hesych führtauf: iäviot' fiaQ-
Tvgeg* tj ol vag q)Oivixag ölxag xQlvovreg' ol dh avvLaxoQag. Photios:
lövovg' vovg iiaQtvqag' ovrcj 26X(üv.
Die lakonische Form ßlävoi oder ßldeoi (Ahrens 2, 47), die als Benen-
nung gewisser Staatsbeamten offenbar unmittelbar zugehört, erweist altes
anlautendes f und stellt damit die Zugehörigkeit zu Id-, alt ßiöifidieiv
jsehen' (Seite 37 , ßldfievai ,wissenO ausser Zweifel. Der Bildung nach
vergleicht sich unmittelbar das weibliche ßidvla (aus *ßidva-ia) = altind.
vidüshi ,wissend^ (RV. 10,95, 11; aus einem alten *vidüs-iä)j so lässt
sich wohl idvlo-g als mittels des Suffixes to aus dem Ferfectparticipstamm
"^Ldvg-y ßidvg- (aus dem präsentischen Participstamm Ixow- ,wollend', alt
ßeaovT' IL 3, 66 ; 4, 43, wurde mit dem selben Suffix iKovaco-g ,freiwillig^
Soph. Phil. 617; 1318 gebildet) gebildet ansehen. Dazu gehört auch goth.
veitvdd'8 ,Zeuge, fiaorv-g' (Mih. 26, 65; Mk. 14, 63; Kor. 1, 15, 15), das dem
participiellen ßeidoig ,wissend' (II. 1, 385; 3, 202; Acc. feidora IL 15, 527;
Od. 9, 215) ganz genau entspricht
idvöeö'd'ai ,sich krümmend
Bei Homer fünfmal. IL 2, 266 : axi^7ttQ(p dh iie%aq>Qevov iidh xal äfno
nXrj^ev* o d' Idvoid'riy d'aleQov öi Foi enTteoe äaxgv. IL 12, 205: xoipe
yccQ avTov exovra (d. L dgoKCJv aifewov) xaza avijd'og Ttaga deQßtjv tö-
void-eig oftlaw. IL 13, 618: ijXaaev • . . o di TtQoacovTa . . . Ldviidr^ de
Tteoiiv. Od. 8, 375: Trjv (d. L aq>alQav) Ikeqog ßQLnxaane novl viq>€a
OTUofevTa idvcjd^elg ort law. Od. 22, 85: TceQißQtjö^g öi zgaTtiKf] xaTtne-
asv Idvwd'elg. Hipp. 2,610: i/v^v oiv yvvatid d%6%(fi iovajj %qvq>df] xa
kTttfirjvia . . . TOVTO dk ^vfißaLvBL^ rjv xdv firjZQiwv xo axofia /jtefAVKfj rj
Idvw&fj, 2, 628:*^!» fzkv ovv ipfj avxUa artUvai öxav evvaadij, xo axo-
fia ov% bqd'ov laxv xijg fiT^XQrjg, dlk ' Idvovxat xal ov Xa^vxai xrjv yovrjv.
Zunächst zu Grunde liegen wird, wie zum Beispiel dem abgeleiteten
^txyoead^ai ,sich krümmen, zusammenschrumpfen' (Arist Thierk. 5, 110)
das adjectiyische ^iKvo-g ,krumm' (Hom. hymn. Ap. 317), ein adjectivisches
*idv6-g ,gekrümmt', das seinem Suffix nach ausser mit dem eben ge-
nannten giKvo-g sich zum Beispiel auch mit 6Qq>v6'g ,dunkeP (1, Seite 576)
und ayvo-g ,verehrt, heilig*, ,rein, unbefleckt* (1, Seite 120) unmittelbar ver-
gleicht Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht deutlich.
Wpc-Sy alt ßlÖQc-g ,kundig*.
Od. 6, 233 «= 23, 160: wg d' oxe xcg xQvaov Ttegixevexai. oQyvgqi avfjQ
ßldgig, ov ^q)ataxog äiöaev xai Ilaklag ^/t&i^vr] xixvrjv navxoLiqv. Od.
7, 108: ooaov OalrjKeg ^egl Ttavxuv Fligieg dvägdv v^ßa d-oFrjv kfcl
novxi^ iXavvifiev. Pind. OL 1, 104: niTtoi&a öh ^ivov fii^ xiv^ d(xq>6xeQa
y,ahSv xa ßldgiv aXXa xal dvvaf^iv xvQcoixeQov.
Griechische Etymologie. 43
Das alte F ist deutlich in dem zusammengesetzten a-ßiögi-g ,unkundig^
(IL 3 y 219; Od. 10, 282) und der homerische Vers erweist es ausserdem
in dem abgeleiteten idgelrj ,Kunde' (IL 7, 198: ovöi ri fidgelrj. IL 16, 359:
c dk ßiögelf]). Zu Omnde liegt iä-, alt ßcd- : Fidisiv ,sehen', Perfect Fid-
fievai ,wissen^ (Seite 37). Die Suffixform ql scheint in Adjectiven sonst
nicht vorzukommen. An altindischen Formen aber vergleichen sich bhü'ri-
,viel^ (KV. 1, 10, 2; 4, 16, 8; 5, 3, 10), gubkri- ,schmuck, schön' (KV. 1, 29,
1; 5, 34, 8) und wohl auch givH- ,gebrechlich, alt, greis* (RV. 1, 70, 10;
1, 180, 5).
lÖQ'ösO&'ai und vereinzelt auch IdQvvea&ai (IL 3, 78 = 7,56: lögvv-
i^fjoav) ,sich setzen, sitzen'; causativ lägveiv ,sich setzen lassen, setzen,
gründen'.
11.3, 78 «»7, 56: Tgtiiov aviFegye q)akayyag, ^iaaov doqFog ihav
%o\ d' Idgvv^aav arcavxeg. Aesch. Schutzfl. 413: iv &Buiv edgaiaiv wd*
Idgvfiivag . . vficg. — IL 2, 191 : avrog t€ xdxhiao xal aXkovg XÖQve Xa-
Fovg. n. 15, 142: tag FsiTtova^ lögvce ^govq) %vi ^ovQOv^^Qrja, Od. 20,
257: Tfjlifiaxos <J' ^OdvaijFa nad'-ldQve. HdL2, 59- idgvTai (,ist ge-
grOndet, liegf) dk rj noXig avzrj v^g uityvfctov iv fiiaq) %(fi JiXxa.
Nächster Zusammenhang mit Id- : ^eo&ai ,sich setzen' (1, Seite 379) ist
nicht zu bezweifeln, da erklärt sich das i wohl wie in irtmo-g ,Pferd'
(Seite 30) und anderen Bildungen. Als zunächst zu Grunde liegend ist
wohl ein adjectivisches Hdgv-g ,sitzend' (ein altindisches sadru- ,sitzend'
belegt Böhtlingk aus dem Bhattikävjam) zu vermuthen, das etwa ursprüng-
lich ,mit Sitz (^dQTj 1, Seite 380. Aesch. Schutzfl. 413: sögaiatv dd^ lögvfii-
vag) versehen' bedeutete, also dann als eigentliches Schlusssuffix nur v
enthält So war ^Ar-g ,weiblich' (IL 10, 216; 19, 97) wohl zunächst, mit
Brüsten (^Aij Eur. KykL 56. — Piaton Erat 414, A sagt: to dk ^Iv
and rijg &rjX7}g ti q)aivBtaL iTtwvoiiaa-^ai) versehen*.
t^Hv ,setzen', ,sich setzen' (IL 24, 553; — 11.18,422), das in der älteren
Sprache ausschliesslich in präsentischen Formen auftritt
Wurde schon unter kö- .'^^ea&ai ,sich setzen' (1, Seite 379) aufgeführt, und
zwar als aus *aiadj€iv, *aiaiöj€iv entstanden, wornach es also als durch
Seduplication und zugleich zugefügtes ; gebildetes Präsens anzusehen sein
würde. Solche zweifache Präsensbildung aber ist ungewöhnlich ; sie scheint
nur noch in kilalead^ac ,begehren' (IL 3, 399; 13, 253; aus ^h-kdajea^aij
zu altind. Idsh-ati ,er begehrf Mbh.) vorzuliegen. So stimmt %^€tv mög-
licher Weise mit dem bloss reduplicirten lat stdere ,sich setzen' (Verg. Aen.
6, 203; aus ^sisdere, wie zum Beispiel didücere ,ausdehnen' Hör. sat 1, 10,
7, aus *di$dücere) und altind. sfdati ,er setzt sich' (aus ^sisdati 1, Seite
380 ; die regelmässige Wandlung des s neben iinsh und dann des d in cere-
brales d unterblieb, weil offenbar der Zusammenhang mit sad- ,sich setzen'
auch lautlich deutlicher festgehalten wurde) ganz überein. Dann würde
sein f aus ad entstanden sein (Theokr. 5, 97 bietet dorisches Iq^-ladei ,es
sitzt drauf') und die früher als bedenklich abgewiesenen Deutungen von
44 Griechische Etymologie.
a^ea^at ,verdorren' (1, Seite 144) aus "^aadea&ai^ und von o^o-g ,Zweig^,
ySprosSy (1, Seite 524) aus *oado-g würden von lautlicher Seite eine be-
stimmtere Stütze finden.
iXavdBiv jverlangen^
Nur Homer hat das Wort, und zwar an drei Stellen, an denen die
Ueberlieferung fast nur die Form lax- bietet II. 17, 572: fivlrjgj ij t€ xai
iQyofiivri (laka tzbq XQOog dvdgofiioio Ixavatf doTcieiv. IL 23, 300: T/jv
(d. i ^t&Tjv) S y VTCO ^vyov rjyej fiiya ÖQOfiov Ixcivowaav, Od. 8, 288:
ßrj d' TfievaL ngog düfia Ttegiulvrov ^H(pala%oio ixavotov q>iX6%rf€og iv-
OTBfpavov Kv&€Qilr^g. — Hesych führt auf: Ixavav' ini&vfieiVj yXixBa&ai^
d'iXeiv, T^dea&ai, und noch andere zugehörige Formen. EtyuL M. erwähnt
ein zugehöriges Ixctlveiv, o laxiv inidvfieiv.
Lit. igiti ,etwas erstreben, sich um etwas bemühen^ (Nesselmann).
Altind. ih (aus *igh) : thatai ,er strebt wonach, verlangt wonach^ (Mbh.).
Dazu aihdr ,begierig, verlangend' (AV); an-aihäs- ,unerreichbar, unver-
gleichlich' (RV. 1, 40, 6; 3, 9, 1), ,unbedroht, sicher* (RV. 1, 129, 9; 8,
18, 21).
Lässt zunächst ein *txdv7] , Verlangen' erschliessen , das gebildet wurde
wie zum Beispiel oQxdvri ,ümzäunung, Einschliessung' (1, Seite 568) und
öanavri ,Ausgabe, Aufwand' (Hes. Werke 723). Das letztere hat das ab-
geleitete öanavaeiv , Ausgaben machen, ausgeben' (Thuk. 7, 29; 47) zur
Seite. — Wahrscheinlich gehört hieher auch lat aemulos ,nachstrebend,
nacheifernd' (Plaut Rud. 240; Ter. Eun. 623), das wohl aus einem alten
*aigmolo- hervorging, wie zum Beispiel jümento-m (,Angespanntes' ■=)
,Zugthier, Lastthier' (Plaut. Epid. 209) aus ^ju^mento-m.
txaQ' jVerlangen' (?).
Begegnet nur an einer einzigen nicht ganz deutlichen Stelle bei Aeschy-
los; Schutzfl. 850: xeXevw ßl<f fie&ia&ai Xx^Q (pQBvL t' atavy zu der die
alte Erklärung lautet: xiiv iTti&vfilav ixoq eine ttjv aTrjv Ttjg q)Q€v6g.
Bei dem so offenbar angenommenen Zusammenhang mit dem voraus-
gehenden txavaeiv ,verlangen' würde IxctQ zu erwarten sein. Das Suffix
wie in ^tioq- ,Leber' (1, Seite 608), ovag- ,Traumbild' (1, Seite 541), eaQ-
,Frühling' (1, Seite 331).
ixd^Q" (ix^Q) ,Grötterbluf, ,wasserähnliche Flüssigkeit in thierischen Körpern
oder auch Pflanzen'.
IL 5, 340: ^ißei d' äf^ßQorov alfxa d'eoiOj ix^Qf oUg niq t€ ^ifei fia-
xageaai d'eoiaiv. II, 5, 416: afjiqxni^aiv an* ix^Q (andere Lesart ix(il)
X^t'Qog (nämlich der Aphrodite) dfiogyvv. — Hipp. 2, 65: xavaog di yl-
vetai, oxoTav dva^tjQaV'd-ivTa rä (pXißta iv S'cgi.vfj ägj] lni07taari%ai
dQifjiiag xal xoi'ddeag Ix^gag lg Iwwa. Plat. Tim. 82, E : oxav yaq rrjao'
fiivT] odg^ dvanaXiv elg zag (pXißag ttjv Tr^xedova i^ifjj %6%B fiezd nvev-
fiOTog alfia Ttokv . . . x^^^S xol ix^Qotg xa2 q>i.iyfiaTa Ttavroia Xox^i,
83, C: ixdfQ de, 6 fikv al/fiaTog oQog ngäog, 6 de fielalvrig x^^^iS o^eiag
T£ ayQiog, Archestr. bei Athen. 9, 399, E : fif] kvnel%(a 6i a* oQiSvTa ixdiqa
Griechische Etymologie. 45
CTaCfivra TiQBviv^ aXX ' %ü&te Xaßqtaq» Arist Thierk. 3, 19 : yLOivoxatov fiiv
ka%i %6 alfia fcaai volg halfiois ^voig . . . Mneira ök to avchyyov tov-
roiQy ix^Q xal Iveg. 3,95: ylverai dk TteTTOgxivtav i^ Ix^Qog fihv alfiOy
l§ aificnog di nifieXi^. 3, 100: nav di ydla ^€i ixtSga vöccrcidTj, o xa-
XeiTai o^Qog, 7, 56: av fiiv ovv aqgevoxoyfjjy nQoiqxov^cti ol ix^H^g vöa-
^eZg vftupxQou 9, 228 : ix %(Sv ihuHv (in Folge des Bisses eines Löwen)
hc^Q^S ^^ovaiv (ixQol oq>6dQa, Qu. Sm. 2, 566 : q>alf]g xev i& ' ^Jixeog
ovlofiivoio nvd-OfjLivovg Ix^Qcig dnOTtveleiv dXeyeivov, Diosk. 1, 172:
ingavla . . • o dh ttav x^oi^cuv ^X(ov Xx^Q xaio/^ivwv aQfio^ei JtQog ieix^-
vag %a%axQt6fiBvog,
Die Soffixform taq ist in männlichgeschleehtigen Wörtern sehr unge-
wöhnlich*^ findet sich aber so noch in yLiliaq- ßohn^ (Eur. Andr. 1033;
Lykophr. 495), ausserdem in mehreren ungeschlechtigen Wörtern, deren
Elrwahnung zu thun sich schon unter axiOQ- ,6rind, Kopf ausschlagt (1 , Seite
148) Grelegenheit bot Die vermuthete Zugehörigkeit zu hiiad- ,Feuchtig-
keitf (Seite 28) ist durchaus unwahrscheinlich.
fXM-s ,Fisch'.
IL 19, 268 : orofiaxov xdngov . . . aXog ig fiiya laiz/Aa ßglip* iTtiötvi^-
aag, ßoaiv Ix^oiv. IL 21, 203: tov fikv ag' iyxiXvig re xal ix^veg a^tpe-
nivovTO. IL 23, 692: dg d* od-' vno q)gi7idg ßogiw dvandXXevai ix^'g
d'lv* iv q)vxt6Fevti.
Lit iwvi'8 jFisch'; — altpreuss. iukans ,Ksche' (Pluralacc.) (Fick bei
Kuhn 2, 384).
Armen, dzuhn ,Fi8ch' (Hübschm. Arm. St 40. — Bugge Beitr. 24).
Den angegebenen Zusammenhang hat Fick zuerst erkannt Das anlau-
tende i entwickelte sich wie in htxlvog ,Gabelweihe' (Seite 25) oder wie
zum Beispiel das 6 in 6q>gv'g ,Augenbraue' (1, Seite 532). In Bezug auf das
innere ^ darf man ix^^ig ,gestem' (1, Seite 388) vergleichen, dem altind. hjds
,gestem' (hida BV. 8, 55, 7; 8, 88, 1; 10, 55, 5) zur Seite steht So darf man
als alte Grundlage wohl ein ^ghjü- vermuthen.
fx^os- jFussspur*.
Od. 17, 317: xvcuy . . . xai ixv€aL ydg negißeldt], Hes. Werke 680: oaov
r' ijtißäaa xogtirrj ix^og irtolrjaev, Pind. Pyth. 10, 12: z6 de avyyevig
ifißißaxev ^xveoiv nargog. Pind. Nem. 6, 17: txveoiv iv Ilga^iödfiavrog
iov Ttoda viiJLiav.
Die Suffixform wie in l'^yog-, alt Fi&vog- ,Schaar, Volk' (1, Seite 392).
Die zu Grunde liegende Verbalform, die etwa ,treten' bedeutet haben wird,
ist nicht klar.
l^iy alt Fl(pL ,mit Kraft'.
Bei Homer ausser in zusammengesetzten Eigennamen wie Fig>i'ddfiavT-'
(H. U, 221) 17 mal. IL 1, 151: dvögdai ßKpi fidxea&ai. IL 6, 478: nald'
ifAOv . . . aide ßlr]v t* aya&bv xal FiXLov Itpt ßavdaaeiv, H. 1, 38 = 452:
agyvg6%o^\ og . , . Tevidoio ve ßlg>c ßavdaaeig, II. 3, 375: i] Fol Fgrj^ev
46 Griechische Etymologie.
Ifiavra ßofdg Hq>i utafiivoio, H. 21, 208 : X^Q^^ ^^^ Ilrjkeßldao aal aOQt
Eine alte durch suffixales q)i gebildete Instrumentalform zu i-g^ alt Fi-q
jKraft' (Seite 3), die sich ßlri(pi ,mit Gewalt* (IL 16, 826; 21, 501; 23, 315),
dmQv6g)vy ,mit Thränen' (IL 17, 696; 23, 397), oxeatptv ,mit Wagen* (IL 8,
290; 11, 699) und anderen ähnlichen (LM. VergL DecL 54—59) zur Seite
stellt Das alte anlautende F ist hinreichend deutlich und trotz des schein-
baren Widerspruchs von sechs homerischen Stellen (II. 2, 720 : ßeidoreg
lq>i. IL 4, 287 : dvciyerov Itpi. IL 5, 606 : f^eveaivifiev lg)i, IL 6, 478 : Fi-
Xlov lq)i, IL 12, 367: otqvvbtov lq>i. Od. 11, 284: Miwr]l(p lg>i\ die sich
zum Theil indess sehr leicht würden ändern lassen, nicht zu bezweifeln.
c9)co-$, alt ßig)io-g ,kräftig* (?).
Bei Homer 13 mal, stets in Verbindung mit fi'^Xa ,Schafe^ 11.5,556:
T(ü (nämlich kiovte) fthv Sq^ agna^ovre ßoFag tloI Fiq>ia /ätjIo, IL 9, 466:
TtoXXc dk Flq)ta fi^Xa xal elXlTtoSag FiXixag ßovg iaq>a^ov.
Das alte anlautende / tritt überall deutlich heraus. Man hat gewohn-
lich an nächsten Zusammenhang mit dem vorausgehenden lq)i, alt flyi
,mit Kraft' gedacht, unmöglich aber konnte doch ein Adjectiv aus einer
Instrumentalform gebildet werden. Was sonst noch an Adjectiven auf q)io
begegnet, hat durchaus wurzelhaftes q>, wie vvfiq>io'g ,neuvermählt' (IL
23, 223 ; Od. 7, 65), v7c-wQ6(pio-g ,unter dem Dache befindlich' (IL 9, 640),
xQvg)iO'g ,heimlich' (Hes. Werke 789; Soph. PhiL 1328; Trach. 360). Mög-
licher Weise darf man auch an eine Grundform *ßiq>i' denken, die sich
mit tQocpi' ,umfangreich, gross* (IL 11, 307) würde vergleichen lassen.
tfpvo'V eine knoUige Pflanze, vielleicht eine Narcissen- oder auch eine
Lavendelart.
Ar. Thesm. 910: iycj dk Meyelaq) (nämlich ofiolov eldov) yi a Ix %(av
lipvwv. Theophr. Pflanz. 6, 6, 11: to d* äkXa av&rj tu nQoeiqrnxeva nana
OTteiQerat olov Iwvla, öioaav&ogy tcpvov, q)X6^. 7, 13, 7: mgog di va
TtQoav^ovvra ttiv (pvXXcjv xal zwv xavXaiv, o tcbq doTLCl noielv %6 t'
Xq>vov,
Dunklen Ursprungs. Der Bildung nach lassen sich etwa %aQvo-v ,Nus8'
(Theophr. Pflanz. 3, 9, 5; 3, 15, 2), yi^dvo-v ,Lauch* (Phrynich. bei Athen. 9,
371, F; Aristoph. bei Athen. 9, 372, A), xQOfzvo-v ,Zwiebel' (IL 11, 630; Od.
19, 233) vergleichen.
tfpß'lHO'^ ykräftig' oder ähnlich.
Bei Homer 44 mal; vorwiegend von Persönlichkeiten, so vom Menelaos
(IL 17, 554), Melanippos (IL 15, 547), Pelagon (IL 5, 695), Sthenelos (IL 23,
511), Agastrophos (IL 11, 373), Proteus (Od. 4, 365), Saxpedon (H. 5, 675:
up&if^ov JiFbg viov)^ Hades (Od. 10, 534 = 11, 47: icp&LiK^ %''AHdji),
von den Lykiem (IL 12, 417; 16, 659), Danaem (IL 11, 290; Od. 23, 313),
Lästrygonen (Od. 10, 119). Ausserdem sind anzuführen IL 12, 410 «> 20,
356: aQyaXiov di fiol koTi, aal i(p&lii(p neq iovTi. IL 8, 144: dr^g di
X6V ov Ti ^ifog voFov elQvaaairo, ovdk ficX* ig>d'ifxog. IL 16, 620: Ai-
GriechiBche Etymologie. 47
veia, xaX^nov ae xal Xq)^ifi6v neq I6v%a 7tav%wv av&QW7twv oßiaaat
fzivog. II. 4; 534 «= 5, 625: ot fe iiiyav neg iovra xal X(p&iiJiov %al ayavov
wactv and aq)€lwv. Od. 16,89: n^^at ö^ agyakiov ti fiera nksoveaaiv
iovra avdqa %al iq)d'ifiov. Od. 16, 244: ovdi x€v eirj avdqe dvoß noXXolat
%ai iq>&lfioiai fiixBO&au Od. 19, 110: ßaail^ßog . . dg re , . dvögaaiv
|y ftoXlolai Tcal iq)^lfioioi Faviaatav, Od. 24, 26 : naXkolalv %b %ai Ifd-i-
fioiai ßdvaaaeg. IL 12, 376: iq)d'ifioi ^vxlwv ^yiJTogeg ijdi fiidovreg.
Od. 20, 20: iq>^liiovg ßeragovg, IL 8, 114: ^BQctnovtB . . • Xq>^ifJLot. H. 1,
3: ifp^liAOvg tpvxag^ßidi TtQOiarpev fJQciwv. 11.11,55: ifieXlev nolkäg
lg>^lfiovg x€g>aldg (yon Kriegern) ^'AJrtdi ngolaipeiv. IL 11, 287: ig)^l/4Tjv
ÜTjQW. Od. 16, 332: Itp&lfiri ßaalXeia. IL 5, 415: Itp^lf^rj äkoxog. IL 19,
116: iq>&lfiriv aXoxov. Od. 12,452: lq>^lf^r] aXoxv. Od. 23, 92: lq)&lfir]
Ttagmoirig. Od. 10, 106 und 15,364: ^ya%iQ" lq)»lfi7]. — IL 17,749:
ngdv . , . og tb xal lq>d'lfiü}v TtOTOfuSv alByBivc ^ißB^^Qo Xgxbi, IL 23,
260: rrjßüiv cJ' htq^BQ^ afB&Xa . . . ßoFüv x' Xq^&t^a xdqrjva. IL 18, 204:
äfioia" lg>^lfioiai. IL 3, 336 — 15, 480 = 16, 137 = Od. 22, 123: tcqotI
d^ In* iqhd'lfitp xvvhjv kvrvxtov i&rpiBV.
Dunkler Herkunft. Zusammenhang mit Itpi^ alt Fltpt ,mit Kraft' (Seite
3), den man früher gewöhnlich angenommen, kann nicht bestehen. Viel-
leicht ist das anlautende i zu beurtheilen, wie in Ix^-g ,FiBch' (Seite 45),
dann könnten etwa Bildungen verglichen werden wie al^o-g ,stumpfmä8sig'
(Hdt 4, 23 ; Ar. EkkL 705), igl-rifio-g ,von grossem Werth, von grosser
Ehre' (1, Seite 444), Xifio-g ,Hunger' (IL 19, 166; 354), q>lfi6-g ,Maulkorb*
(Aesch. Sieben. 463 ; Brückst 326).
l^affö^q ,rein, klar'.
Simmias (in AnthoL 15, 22): dXX^ and xQavwv l&aQiSv väfia xo/äi^b
dvaxXi^g,
Das Suffix wie in Xmago-g ,glänzend' (IL 2, 44; Od. 15, 332), arißago-g
jtesij stark' (II. 3, 335; 5, 400), ^nago-g ,schmutzig^ (Polyb. 37, 3, 12), xa-
»ago-g ,rein' (IL 8, 491; Od. 4, 750), 'x^^Xago-g ,schlaff' (Thuk. 2, 76; Ar.
Thesm. 263), yBgago-g ,ehrwürdig' (IL 3, 170; 211). — Zu Orunde liegende
Yerbalform ist altind. idh ,entzünden, entflammen', (BV. 3, 13, 5: rkvänas
agnim indhatai ,die Sänger entzünden den Agnis' ; 8, 6, 30 ; gjäutis . . .
paräs jdd idhjätai diva ,das Licht, das jenseits des Himmels entflammt
wird') und ai^Bod-ai ,brennen, flammen' (IL 13, 320; 16, 293), an die auch
al&ig- ,der heitere höchste Theil des Himmels' (IL 2, 412; 16, 365) sich
anschliesst
id'aiyBviq' oder später gewöhnlich l^cyBvig- ,echt, rechtmässig'.
Od. 14, 203: i^l 6' wvfirfj rixB /^i]rrig naXXaxlg, aXXa fiB Flaov l^ai-
yBviBOüiv (mehrfach bietet die Ueberlieferung auch l^ayBviBaaiv) hlfia
Kdatcjg. Alex. Aitol. (bei Parthenios 14, 3, ed. Fr. Passow): nalg 'Inno-
xXf^og Ooßiog NrjXXtadao larat l&aiyBviwv ynjaiog ht narigwv. Aesch.
Pers. 306 : TBvaywv %* dgiatBifg BaxTglüiv l&ayBvi^g (,eingeboren') ^aXaaao"
nXrpiTov rijaov AXavrog noXsL Hdt 6, 53 : dno dk Javdrig rfjg ^Axgialov
48 GrieduBche Etymologie.
xatakiyovTi tovq avw alel nariQag ovtcjv (paivolato av iovreg ol %(av
JwQiiwv fiYBfxovBg AlyvTtxioi id'ctyevieg. Hdt2, 17: ro de BoXßlxivov
OTOfia TLai to BavxoXiKov ovx Id-ayevia atofiara ioxi aXX * oQVKva. Hipp.
2j 703 (und ebenso 3, 30): nsQl dh fivkrjg xw/joiog rode aitiov Ith^v Tcokla
ra iftififjvia iovrtx yovrjv oklyrjv xal voawÖBa ^vkkaßwaiVj ovtc xvrjfia
l&ayevkg ylvevai. Arist Meteor. 2, 6 : vorog d' o ze id'ayevrig 6 arco fiea-
rifxßqlag nal kitj) . . . ^itpvQog d' o re Id'ayevrig xal 6 aQyiaTrjg yuxkov-
fievog. Strabo 7, 7, 8 : ovtoi fikv ovv ovx vno Id-aysydSv rQXovro.
Gehört zu einer grösseren Gruppe von Zusammensetzungen mit dem
Schlusstheil yivog- Abstammung, Ursprung^ (li. 4, 58 ; 5^ 544), von denen
beispielsweise noch genannt sein mögen: dio-yevig- ,yon edler Abstam-
mung* (IL 1, 337; Od. 2, 352; zu vergleichen IL 9, 538: dlov yivog loxi-
Faiqa logaev %7ti xkoiw^v avv ayQiov), nQeaßvyevig- ^älterer Abstammung,
früher geboren' (11. 11, 249; zu vergleichen IL 3, 215: yivet vazeQog ijcy),
veffj'yevig- ,von jungem Ursprung, jung* (Od. 4, 336 — 17, 127), Ttgo-
-^evig- ,früher geboren, bejahrt' (II. 2, 555; 9, 161), nakai-yevig- ,in früherer
Zeit geboren, alf (IL 3, 386; 17, 561), üvkoi-^evig- ,in Pylos geboren' (IL
2, 54; 23, 303), fioiQri-yevig- ,dessen Abstammung von günstigem Gfeschick
(jioiQa IL 7, 52; 17,421) ist'. — Der erste Theil der Zusammensetzung
begegnet noch in dem Eigennamen l^al-fieveg- (IL 16, 586; sein Schluss-
theil wie in Uvkal-fieveg- IL 2, 851; 5, 576; Takal'/ieveg" II. 2, 865: dva-
-fieyig- ,üblen Sinnes, feindselig' II. 3, 51 ; 10, 100; vrreQ-fieveg- ,von höherer
Gewalf IL 2, 116; 350), ist aber nicht ganz deutlich. Man wird ihn für eine
adverbielle Bildung, also eine alte Casus-form, wie zum Beispiel nakai
,in früherer Zeit, vormals' (IL 9, 105; 527; 23, 871), das schon im oben ge-
nanntem nakai-yevig' entgegentrat, halten dürfen und möchte als seine
ursprüngliche Bedeutung etwa ,in gerader Richtung, geradeaus' vermuthen,
etwaiger unmittelbarer Zusammenhang mit dem sogleich zu nennenden tdv-g
aber kann wegen der verschiedenen Quantität der anlautenden / nicht
bestehen.
id^-S ,geradeaus gerichtef ; ,gerecht'.
Hdt 2, 17: fi de dij l&ea rwv oödjv T(p Nelk(^ IotI rjde. — D. 23, 580:
el d* ay^ iywv airog dixaaw, xal fi^ ov %tv(t (pripil akkov irtinkrj^ecv
Javaoiv' Id'ela yaq earai (nämlich dlxrjj aus dixdaw zu entnehmen). —
Die Form t^vg (dafür die ungeschlechtige Form t-^v IL 20, 99: xal ö*
akktjg Toi y" l&v ßikog Ttirerai und IL 14,430: AXFarfXog dl Ttgütog
axovitoe (paLdifxog "Exxwq eyxei, ircel xixQaTCxo ngog idv Fol — für i&v
ThQOTtro TtQog Foi) begegnet häufiger in adverbieller Bedeutung ,gerade
aus, gerade drauf los', wie H. 12, 330: toj ö' i&vg ßrjTtiv. IL 12, 137:
Ol d' t&vg Ttqog zelxog , . • eniov. IL 5, 849: avTctg o ßfj ^' ISvg ^Jifo-
(iTideog. IL 21, 540: oi d* l&vg Tcokiog xal reixeog itpr^kolo . . . q>evyov.
— Dazu 'd'v-g ,das grade drauf Losgehen', ,Streben, Verlangen'; H. 21,
303: Tov d^ vtpoae yovFax^ kTtrjda Ttgcg ^oFov aFlaaovTog av* &vv.
Od. 8, 377: irtel dfj aq)alQ7] dv* id'vv TteiQtioavxo. Od. 4, 434: kralqovg
Griechische Etymologie. 49
vgeig ayovy olai fiakiara nBTtold'ea ndaav iit' l&vv GüntemehmenO-
n. 6, 79 : aQiavoi naaav in^ tdvv Iotb fiaxeo^al %e cpQOvieiv tb, — Od.
16,304: olFoi av r* iyui tb yvvaixwv yvdo/iBv Id^vv. Hom. hymn. Ap.
539: 5iÖB%^B dh (pvJL* av&QWTKov, ivd'ad^ dysiQOfiivwv %ai kfi^v l&vv tb
ftakiaia. — ^^vblv ,grade drauf losgehen, andringen, sieh ansehicken';
IL 4, 507: t&vaav dh nokv nQOTiQw, 11.6,2: 7toki,a d^ äg^ %v&a xal
%v^^ i&voB fidxV ^^iioto. IL 15, 693: "Etltwq idvoB vBßog xvavoTtQipgoio.
Od. 22,408: t&vaiv ^' oXolv^au — t&vvBiv ,grade machen, richten,
lenken'; Od. 5, 245: ^iaoB 5' imazafiivfag xal inl OTa&iiriv XSvvbv. II.
23, 317: (iri%t d' ovtb xvßBQvrJTrjg ivl Folvont novTq) v^ßa d^oßrjv Ld^vBt
BQex^Ofiivriv avifxotaiy. IL 5, 290: ßilog ö' t&vvBV uäth^vtj ^Iva nag^
Ältind. sädhü- ,grade, gradeausgehend^ , yrecht'; BV. 2, 27, 6: sicgas hi
vas arjaman mitra pänihds aädhüs dsti ,denn gangbar ist euer Weg,
Arjamä Mitras, grade ist er'; EV. 10, 14, 10: dti drava . . . sadhünd
patha ,entlanf auf gradem Wege' ; KV. 8 , 66 , 1 1 : tat , . . sädhüs bundds
hiranjdjas ,dein goldener Pfeil geht grade (aufs Ziel)'; BV. 2, 24, 8: tdsja
sddhvi's ishavas jä'hhis dßjati ,grade aufs Ziel gehend sind seine Pfeile,
mit denen er schiesst'; BV. 6, 16, 43: jukshvd' hi jdi tdva dgväsas daiva
sädhdvas ,schirre deine Bosse an, o Gott, welche gradeaus rennende sind' ;
BV. 5, 80, 4 : daiiH' . . . rtäßja pdnthäm dnu aiti sädhü ,die Göttinn geht
dem Wege des Bechts nach gradeaus'. — BV. 2, 27, 3: antdr pagjanti
vrgind' utd sädhü ,sie durchschauen das Verkehrte und das Bechte'. —
— Gehört zu sddh : sadhati ,er geht gerade aufs Ziel los', ,er hat Erfolg' ;
BV. 3, 1, 17: dnu daivä'n rathirds jäsi sd'dhan ,zu den Göttern gehst du
als Wagenführer gradeaus'; BV. 6, 66, 7: vi raudast patMäs jäti sadhan
,durch beide Welten geht er die Pfade gradeaus'; BV. 1, 94, 2: jdsmäi
tvdm äjägasai sd sä'dhati ,wem du das Opfer gelingen lässt, der hat
Erfolg'.
Budolf Both (bei Kuhn 19, 217) hat die Zusammengehörigkeit zuerst
ausgesprochen. Der alte anlautende Zischlaut wäre darnach zunächst als
in den starken Hauch übergegangen zu denken, dieser dann aber ganz
wie zum Beispiel in ^-biv (aus *a«%-) ,hervorragen, Stand halten, halten'
(1, Seite 382) vor dem nachfolgenden gehauchten Laut erloschen. Als un-
gewöhnlicher aber erscheint dabei die Entwicklung des gedehnten L Ver-
gleichen lässt sich etwa nJrVB ,trinke' (IL 14, 5; Od. 14, 168) neben dem
Perfect /r^-TTw-x^y ,es hat getrunken' (Aesch. Sieben 821; Soph. Trach.
1056) und altind. pd'-tavai ,trinken' (BV. 1, 28, 6; 1, 116, 22). Dann ist aber
auch zu beachten, dass schon im Altindischen neben dem oben genannten
sädh ein unmittelbar zugehöriges sidh ,Erfolg haben' (BV. 1, 18, 7: jdsmät
fidi nd sidhjati jagnäs ,ohne welchen das Opfer nicht Erfolg haf ; —
dazu sicOimd' ,grade aufs Ziel losgehend'; BV. 1, 33, 13: abhi sidhmds
agigät asja gatrün ,grade ging er auf seine Feinde los') mit innerem I-
Vocal besteht Unbedenklich ist die Zusammenstellung aber keineswegs,
Leo Meyer, Orieohlflohe EtTmologie. U. 4
50 GriechiBche Etymologie.
da t^-g von evM-g ,grade', aufrichtig, gerecht*, (Pind. OL 7, 33; Nem.
1, 25; Aesch. Brachst. 195, 1) im Grande gar nicht verschieden za sein
scheint, dieses aber sich schwerlich mit sdtind. sädhü- znsammenstellen
lässt — Ungewöhnlich ist auch das Nebeneinanderliegen des weiblich-
geschlechtigen Substantivs t^-g, das an und für sich mit Bildungen wie
TtktjM-g ,Menge' (IL 2, 278; 15, 305) und ähnlichen sich würde vergleichen
lassen, und des ebenso lautenden Adjectivs t&v-g. — Das adverbiell ge-
brauchte t'^g vergleicht sich wohl eher mit adverbiellen Formen wie
iyyvg ,nah*, ,bald* (1, Seite 421), als dass man daran wird denken dürfen^
dass es etwa von Sätzen mit männlichgeschlechtigem Subject, wie D. 20^
172: kicjv .... ykavxiowv d^ ^&vg tpigetai piivBi und IL 22, 143: c^^ aq*
y^ ifi/A€fia(x)g t^g nirezo^ ausgegangen sei, was man zum Beispiel vom
adverbiellen lat adversiis ,gegen' (Plaut Cas. 208 : nam tu qvidem advor-
SU8 tuam istaee rem loqvere im Munde einer Frau) wird vermuthen dürfen.
t9^'3triiav ,gradeaus fliegend, grade aufs Ziel zu fliegend'.
Nur IL 21, 169: devregog avr' ^A^iketg fieXlrjv tdv7c%ltava^^o%BQ07tai(^
itprjxe.
Neben dem soeben besprochenen tdv-g als erstem Theil ist im Schluss-
theil des zusammengesetzten Wortes die Verbalgrundform net- ,fliegen^
(IL 20, 99: rov y i&v ßikog Ttirerai. IL 22, 143: c5g a^* o y' — näm-
lich IJrikeßlärjg — ififiefiacig idig Ttiteto) nicht zu verkennen, die auch
sonst ihren inneren Vocal mehrfach einbüsste, wie in ^entttTo ,er flog^
(IL 13, 592; 16, 469), maf^ivrj ,fliegend' (IL 5, 282; 16, 856), ini-icxia^ai
,hinzufliegen' (IL 4, 126), d-nrrjv- ,noch nicht flügge' (IL 9, 323), Ttrefo-v
,Feder, Flügel' (IL 11, 454; 19, 386). Die Suffixform luv ist ganz un-
gewöhnlich, und Ttlov' ,fetf (H. 1, 40; 2, 403) — altind. ptvan- (EV. 10^
27, 17: pivänam maishdm apacanta ,den fetten Widder kochten sie') zum
Beispiel lässt ach in Bezug auf sein Suffix nicht unmittelbar vei^leichen.
rö-fiöT- (t^fia) ,Gang'.
IL 5, 778: to) (Here und Athene) öh ßaTrjv TgtJQwai neXeiaaiv i&fÄa-d''
öfAolai. Hom. hymn. Ap. 114: ßav (Iris und EUeithyia) 6h noai tQtjQwat
Tcekeiaaiv td'fia^* ofioiai. E^allim. Dem. 59 : yelvero d^ av -^eog' td'fiara
fiiv xigao), %eq>aka di ol atpoT^ ^Okvfinu). Kallim. Bruchst 468: dtode-
xaxig negl vvfxßov iTtrjyayev t&fiara dlq>QOv.
Gehört zu i- : livat ,gehen' (Seite 1). Der Bildung nach mag /ii;-
vi&fio-g ,das Grollen' (IL 16, 62; 202; zu firjvieiv ,zümen, grollen' II 1,
488; 2, 769) verglichen sein. Die Suffixform ^fiar- ist selten, aber wohl
in dem schon besprochenen aa&fior- ,schweres Athemholen' (1, Seite 1 84)
enthalten.
T^-Qi^q, alt wahrscheinlich ßl&Qi-g ,entmannt'.
Antipatr. (in Anthol. 6, 219, 5): d'i^kvxlToiVy daxrjrdg Ivanelqoiöi xogt/^"
ßoig, oßQip t€ GrQ€7tTwv SfdfittTi x€XQvq)dko3v td'Qig (die üeberlieferung
giebt tdgig) avrjQ^ yLoihüniv dgeidda dvaccro nitgav. Hesych führt auf:
t&gig' onddtDv, tofilag, evvovxog»
Griechische Etymologie. 51
Altind. vädhri' ,entmannt^; RV. 1, 32, 7: vfshnas vadhris pratimä'nam
bübhüshan purutrd' vrtrds agajat viastas ,der Entmannte, der dem Stiere
gleich Bein wollte, vielfach zerstückt lag Vritras da'; EV. 1, 33, 6: vrsM-
'jüdhas na vddhrajds nirashtäs ,wie mit Stieren kämpfende Entmannte
wurden sie zerschlagen' (?).
Die üebereinstimmung wurde von Benfey (0. 0. 1, 187 — 190) erkannt
Das anlautende i entwickelte sich wie in %7tn(hg ,Pferd' (Seite 30) aus
älterem e. Die Form i&qlg begegnet auch noch bei Hesych {k&Qlg- %o-
filag xgwg). Das Suffix qi trat schon in tögi-g ,kundig' (Seite 42) ent-
gegen« Zu Grunde liegende Verbalform ist offenbar lütind. vadh ,er-
schlagen, zerschlagen' (BV. 1, 51, 4: vrtrdmjäd indra gdvasä ävadhis dhim
,als du Indras den Drachen Vritras kräftig erschlugst; BV. 8, 68, 8: mä'
nas härdi tvishff vadhis ,zerschlage nicht unser Herz mit Ungestüm').
iöätiö' (laciTig) ,Färberwaid, deutscher Indigo', eine zum Blaufärben
dienende Pflanze; ladrig äygla ,portagiesischer Waid'.
Hippokr. 3, 314: oxov dk iQvalnekag xlvdvvog iq>* eixeai yBvia^^ai,
xrig laoTidog %a q>vkla tqlßuiv dfia xaraTtlaaaeiv avv %(fi Xlvffi, Theophr.
Sens. 77 : rriv d* laaxtv Ix fiikavog aq>6dQa xal xkwgov • . . . ro 6h xva-
vovv 1$ ladridog xal ftvqtidovg, Diosk. 2, 215: iadrig • . • ^ ^^ ßaq>€ig
XQiSvrai gwklov ix^i ctQvoyhiaafp ifxg>€Qig ... 216: Laa%ig aygla . . .
Ttagankrjola ovaa tfj ngo avrfjgy g>vXla ^ei jiel^ova nqog Tot T^g &qI'
iaxog, xavkovg di keTttoriQOvg.
Diinkler Herkunft
löO'q, alt und wahrscheinlich noch homerisch flaßo-g ,gleich'.
H. 5,438: ote dij %o thagrov inioavxo dalfiovi ßlaßog. 11.1,163:
ov fikv aol nore ßlaßov ^w yiQag. 11.9,318: -Fte/ij fiolga (xivovxt,
xai ei fioka rig moUfil^oi. II. 20, 101 : cl öh ^eog neq Flofoy relveiev
moUfiov vilog, II. 13, 176 = 15, 551: vaU äi nag ngidfi({)'^ o di fiiv
%U FlaFa rixeaaiv. IL 12, 436: wg ^iv %wv Irtl FLaFa fidxrj ri%a%o nto-
lefiog T€.
Altind. vishu' ,nach beiden Seiten, nach verschiedenen Seiten', das nur
in Zusammensetzungen und Ableitungen erhalten ist, wie vühurHlpa- ,ver-
schiedengestaltig' (BV. 1, 123, 7: vishurüpai dhani sdm caraitai ,die ver-
schiedengestaltigen Tageshälften — d. i. Tag und Nacht — wandern zu-
sammen'), vishU-vft' ,ilach beiden Seiten gehend', d.i. ,Gleichgewicht
haltend' (BV. 2, 40, 3 vom Wagen), vishuvdnt- oder vtsMvdnt- ,an beiden
Seiten gleichmässig theilnehmend' , d. i. ,in der Mitte befindlich' (BV. 1,
84, 10: sväddus itthä' vishüvdtas mddhvas pibanti gäuHas ,von dem Süss-
trank hier dem in der Mitte befindlichen trinken die Büffelkühe'), vishu-
vors ,Tag- und Nachtgleiche' (Mbh).
Das alte anlautende / ist in weitem Umfang bei Homer deutlich;
widersprechende Stellen, die aber grossen Theiles sich leicht bessern lassen,
smd nur II. 6, 101 (jiivog laotpagiCßiv), 9, 142 (r/aw di tiiv laov)y 11,
705 (xlot tarig) ^ 21, 194 ÜAxeXwiog laotpagl^et), 23, 736 {ci&ha d' laa\
52 Griechische Etymologie.
Od. 2, 203 {ovdi tcot' loa), Od. 9, 42 = 549 (xlot iarjg), 10, 378 (xot' Sq '
^el^eai laog dvctvd(p)y 11,484 {ixiofiBv loa ^eolaiv)) 18,373 (ijkixeg iao-
q)6Qoi), Das innere / ergiebt sich aus der Inschrift von Gortyn (B, 2:
%6 FiaFov xaTaoTaaeJ) und Hesychs Anführung yiayov %aov. Das als
äolisch angeführte taaog (Ahrens-M. 1, 134) macht deutlich, dass auch
Hesychs laaog' yah^vrj hierher gehört, und damit bestätigt sich Ficks (1,
787) Vermuthung, dass auch goth. visa- n. ,Meer6Sstille (Matth. 8, 26 ; Mk.
4, 39; Luk. 8, 24) auf dem selben Boden ruhe.
tööjtvQO'V, Name einer Pflanze, eine Erdrauchart
Diosk.4, 119: LoonvQOVy ol dh ^aalokov xaXovaiv, dfco %ov ioiicivai
q}aai6k(p, t(p xax' oxqov to ftiralov eXma q>iQßiV' %7teiai 6h xBq>aXai
Itc axQOv Tov xavlov XemaL' ansQ^icttliav nhqQBig^ jcagaTtkrjaltov fie-
kccv<p tfjv yevoiv' to dk (pvXXov avlaq).
Wohl nach irgend einer Aehnlichkeit mit Waizen benannt, da es neben
lao-g ,gleich' (siehe so eben) als erstem Theil als Schlusstheil nifQo-g
, Waizen* (H. 8, 188; 10, 569) zu enthalten, also zunächst ,dem Waizen gleich
ist' zu bedeuten scheint Andere vermuthen darin das Wort tcvq- ,Feuer*
(IL 2, 340 ; 780), da der Same der Pflanze brennend scharf schmecke.
tcog>aQlieiVj alt ßiaßoq>aQl^€ tv ,sich gleichstellen, gleichkommend
IL 6, 101: dkX^ ode Xltjv iiaLvexaij ovdi %lg Foi divatai fiivog lao-
g>aQl^eiv (Bekker und Nauck setzen: dvtiq>€Ql^eiv), 11.9,390: ovd^ el
...Fiqya S* ^/idTjvalf] yXavTUOTtidt FLaFoq>aQLtßi (Nauck: av%iq)BqLt,oi).
IL 21, 194: ow %a%iJiFl Kgovlwvt fidxea&aij T(f oväk xqeLcnv WxeXdiog
iao(paQl^€i (Bekker und Nauck: dyTig>€Ql^€i). 11.21,411: ovdi vv mi
TCBQ k7C€q>Qda(o oaaov ageiwv äxo^i iywv Mfievai, oti fioi fiivog looq>a-
Ql^eig (andre Lesart: ävriq>eQi^€ig). Hes. Werke 490: ovro) x' oipaQotrjg
TtgwTrjQovf] laoq>aQl^oi. Simonid. Bruchst 146: fÄVijfirjv d' ovziva g>r}fii
SifiwvLdji iaog)aQl^€iv. Theokr. 7,30: xal tol xot' kfiov voov lootpaQi-
^€iv eXuofiau
Neben lao-g ,gleich' (Seite 51) als deutlichem erstem Theile ist der, wie
es scheint, in weiteren Verbindungen nicht begegnende Schlusstheil -^a-
gl^eiv des zweifellos auf einer alten nominalen Zusammensetzung beruhen-
den Verbs nicht ganz durchsichtig. Vielleicht lässt sich das abgeleitete
uvTi-ipegl^eiv ,sich gleichstellen, sich vergleichen* (IL 21, 357; 488 und vid-
leicht 411), das allerdings in seinem innem Vocal wesentlich abweicht,
zunächst vergleichen. Ihm liegt wahrscheinlich ein adjectivisches *dwi'-
(fBQig- ,gleichgestellt, gleich^ zu Grunde, das sich seinerseits wieder würde
vergleichen lassen mit TCQoa-ipeQi-g ,nahe kommend, ähnlich^ (Aesch. Ag.
1218; Ch. 176; Hdt 2, 105; 4, 33; zu nQoa-qiiQBO^ai ,sich jemandem nä-
hern^ Hdt 5, 34; 111; 7, 6), l^-fpegig- ,ähnlich' (Aesch. Ch. 206; Schutzfl.
279; Eum. 412; Hdt 2, 92; 105), ngo-ipBQig-' ,vorzüglich* (IL 10, 352; Od.
8, 128; 221), xata-ipeQig- ,8ich abwärts neigend^ (Hdt 2, 63; Xen. Jagd
10, 9) und noch einigen andern zusammengesetzten Bildungen, als deren
Schlusstheil sich ein ungeschlechtiges *q>iQog' , etwa ,das sich Bewegen^,
Griechische Etjnnologie. 53
ansetzen lässt, das sich zu {p€Q- {q)iQ€a3at ,8ich bewegen' II. 15, 743; 20,
172) stellt Hingewiesen sein mag hier auch noch auf das zusammen-
gesetzte tao-tpoQo-g ^gleich tragend, gleich stark' (Od. 18, 373).
Xaaaf ein Ausmfwörtchen der Freude und des Hohnes.
Piaton (bei Kock 1, 618, nr. 66) nach Bekk. an. 100, 26: taaa' ro Ini-
Xa^ixov inigHüvrjfia' fiifig)€%ai nkartav ^at(p, — Menander (bei Kock
3, 14, nr. 66) nach Photios: taaa, k7tlq>^€y^a int tiuv dTcolaxovrtJv xal
okwg dvanqayovvxiav. %ari %al Iv Meaarjvi^ Mevavdgov xal iTiguß&i.
TöX'CiVj alt ßlax-etv ,gleich machen, ähnlich machen', ,ähnlich finden,
gleich achten'.
Od. 4, 279: ix d* ovofiaxki^drjy Javawv ovofia^eg aQlOTovg, navxiov
^u^Oyetüiv qxavriv FLaxova dX6%oiaiv. Od. 19,203: Flaxe tpevdea noXla
liywif hvfioiaiv o/nola. — IL 11, 799: al' xi ae x(f ßlaxovreg a7t6oxo)vjaL
ftroXifioio TQweg, IL 16, 41 : ai x kiik aol ßloxovreg o/roo^cuvrort /tto-
lifioio TQtjeg. Od. 22, 31 : ßlaxe (,achtete gleich, glaubte') fhtaarog avi^g,
inel 1] q>daav oix id'ikona avdga xaroxrelyai, Simonid. 130: 17 aev xal
g>&i^4vag X^vx ooxia r(pd * ivl rvfiß(p %oxw %ti f^ofiieiv ^f^Qag, ayqwaaa
Avxag,
Das aJte anlautende F ist im homerischen Verse noch zu erkennen, ^-
giebt sich aber namentlich auch aus dem nicht zu bezweifelnden Zusam-
menhange mit UoTceiVj alt FeFLaxeiv ,gleich machen, für gleich halten' (1, Seite
336), aus dem ßlaxeiv möglicher Weise mit Aufgeben der Beduplications-
silbe unmittelbar hervorging, und also der Zugehörigkeit zu ix-, alt ßlx-i
Perfect Moixoj alt FiFoixa ^ch bin ähnlich, gleiche', ,ich habe das Ansehen,
scheine' (Seite 22). Wie FeFLaxeiv aus älterem *feßlxax€iv hervorging, so
wird flaxeiv aus älterem *flxax€iv hervorgegangen sein.
laxccv ,sprechen': Xaxe ,er sprach'; Haxov ,ich sprach' (Theokr. 22, 167);
iax€ov ,sprechend' (Lyk. 574).
Ap. Bh. 1, 834 : Xaxevj a^aXdvvovaa q)6vov xiXog, olov itvx^ dvÖQaaiv,
2,240: %axBv ^AyrjvoQldrjg, 2,1199: Xaxe naQrjyoQiwv. 3,396: Xoxev
vnoaaalvojv dyavfj önL 3, 439 : XaxBv dTcrjleyiwg, 3, 937 : Xaxev drefi-
ßofiivrj. 4,92: laxer axrjXBfiiyrj. 4,410: Xoxev vnoaaalvwv. Theokr. 22,
167: taxov Toidöe noXXd. Lyk. 574: tqotpiiv d* dfA€fig>^ naai tqinrvxovg
xoQag iaxtov nagi^eiv.
Da das Wort erst bei so späten Dichtem entgegen tritt und doch kein
näherer etymologischer Zusammenhang erkennbar ist, so darf die schon
früher ausgesprochene Vermuthung als wahrscheinlich bezeichnet werden,
dass sein Gebrauch einzig auf dem Missverständniss einer unter dem eben
besprochenen laxuvj alt flaxeiv, aufgeführten homerischen Stelle (Od. 19,
203: Xaxe xfjevdBa noXkd, wo man ,er sprach viele Lügen' glaubte ver-
stehen zu müssen) sich ausgebildet hat.
Icrdvat ,stellen' (Ken, mem. 2, 9, 7), medial Xataa^ai ,sich stellen, stehen*
(Od. 19, 201), reduplicirte Präsensformen, die von der VerbaJgrundform
ara- ,sich stellen, stehen' (siehe später) ausgingen.
64 Griechische Etymologie.
larö-q fMastbaum'; ^Webebaum', auch das ,6ewebe' am Webebaum selbst;
— ^ellenscheibe der BieneU; Wabe^; ^Schienbeine
IL 1, 480: Ol d* larov azi^aavT* ava ^' IotIo kevxa nivaaaav. H. 23,
852: laxov d^ ^OTtjaev vrjßog xvavortQ(^QOLO Trjkov irtl jpafiad'oiai. Od«
2,424"» 15,289: Iotov d' eikdtivov xoßllrjg ^vroa&e iieaoäfirig OTtjaav
dßelQavreg^ Od. 9, 77: laroig arrjoccfievoi ava &* larla levx* l^iaameg
i^fie&a. — Od. 10,222: KlQxrjg d* hdov axovov aFeiöovatig FotiI ycakf^,
lavov inoixofiivr^g fiiyav afißgotov. Od. 13, 107: kv d' la%oi XL&Bot ttB-
Qifirjxeeg, MvS'a %b vvfi(pai g>aQ€^ vq>aLvovaiv aXi7t6Qq>vQa, Hes. Werke
779: T^ d' la%bv atrioaiTO yvvij. IL 3, 125: i^ dk fiiyav larov v^aivev,
ößlTtlayca 7tOQg>vQiriv. Od. 2, 94 «» 24, 129: aTticafiivri fiiyav lojov Ivl
fieyaQOiaiv vqtaivBv, Xenxov %al neglfiergov. Od. 2, 104: Svd'a xal fjfiarlf]
fihv vq>alvsaxev fiiyav laxov ^ vvxTag <J' dlkveoKev. — Arist Thierk. 9, 168 :
oQxovrai (n&mlich fiihttai) de xäv lardiv avtad-Bv dno vijg oQog>rjg %ov
Ofifjvovgj xai xarcti avvvcpBlg noiovaiv ^wg %ov iddq>ovg laxovg Ttoklovg.
— Opp. Jagd. 1, 408: OQ&otBVBig xdlwv vavaol dokixijQBBg laroL
Bedeutet offenbar zunächst ,der Stehende, der Aufgerichtete': in sehr
bezeichnender Weise verbindet es sich noch gern mit ata- ,sich stellen,
stehen', causativ ,st6llen' (so IL 1, 480; 23, 852; Od. 2, 424 — 15, 289; 9,
77; Od. 2, 94 — 24, 129; Hes. Werke 779), aus welcher Verbalgrundform
es ohne Zweifel hervorging und zwar mit derselben Beduplication (zu-
nächst für *ai'Ox6-g^ weiter für volles *art-<jro-g), wie sie in dem unmittel-
bar vorher aufgeführten präsentischen laxavai ,8tellen' vorliegt Als nächst-
vergleichbare Nominalbildung lässt sich Ti-T&O'g ,Brustwarze' (Ar. Thesm.
640; zu &f]'ax^ai ,8augen, melken' Od. 4, 89) anführen, vielleicht auch
xl-^lt] ,Drossel* (Od. 22, 468).
laroQ' (iaTWQ), alt FLotoq- (ßlaztog) ,der Wissende, Kundige,
Zeuge*.
IL 18,501: fikv bvxbto fcdvx^ dTtodovvai^ iijf^ffi Ttixpavaxcav , o ö*
avalvBTO fiTjdhv kXiad'ai' afiq>io d* Ua&r^v irtl fiarogi TtBlgag iXia&ai,
IL 23, 486: ßlaroQa d* It^xQBFldrjv idyafiifivova &ijofiBv afigxo. Hom. hymn.
32, 2 : fii^vrjv bvblö^ lavvainTBQOv SoTtBVBy Movaai . . . XaroQBg fpdijg. Hes.
Werke 792: Bixddi d' iv fiBydkfjy nUt^ ijfiaTi, tavoga q>iji%a yBlvaa&ai*
fidXa ydg %b voov TCBitv%aafiivog iatlv. — Dazu lazoglf] ,Eirforsohung,
Wissenschaft^; Herodot beginnt sein Werk: 'Hgodovov 'Akixagvfjaaiwg
laroglrjg dftodB^ig ijÖB. Hdt2,99: fiixgt f*^y tovtov oxpig %b ifi^ xal
yvcifirj xal laroglrj %avra kiyovad iazi, %d dk ano tovÖB AiyvTtzLovg
%g%OfiaL koyovg igiwv xavd ijxovov, Plat Phaed. 96, A: iTtBd-vfirjaa ravzrjg
rfjg aoq)Lag, ijv d^ xakovac nBgl (pvOBwg lazoglav.
Aus einen altem *ßld'Zog', wie zum Beispiel xzla-zog- ,Gründer^ (Pind.
Bruchst 105, 2; Eur. Ion 74) aus *xzld'Zog' (zu xziö- ,gründen, mit Be-
wohnern versehen': xzlaoB IL 20,216; xzICblv Hdt 1, 170), und zu 16-,
alt Ftd' ,sehen' mit dem Perfect ßldfievai ,wissen' (Seite 37) gehörig.
Die verschiedene Behandlung des Anlauts in Bezug auf den Hauch findet
Griechische Etymologie. 56
sich ebenso bei löog- (aus altem ßldog-) ^Schweiss' und dem gleichbedeu-
tenden lÖQog" (aus altem ßiögog-) (Seite 40).
l(fxlo^ jSegel'; ,Vorhang*.
IL 1, 433: loTla fikv OTelkavzo, ^iaav d' Iv vrjFl fiekalvfij latov d^
lavodoxf] nilaaav. IL 1, 480 und 481: ot d* laxov artjoavT* dvd ^' lazla
levxa Ttiraoaav' iv d* avef^og ngijaev fiiaaov lavlov. Hom. hymn» 7, 32:
wg einwv loxov ve aal lavlov ^laevo vrjog. — Mos. 2, 27, 9 : aal fcoifjaeig
avl^v rfj axtjv^' elg ro xUrog t6 rtgog Ußa laxla v^g avkrjg, fi^Kog
ixarov nijxwy t<^ ivl xA/rci.
Das Haaptsegel wird immer am Mast {lato-g Seite 54) befestigt und
wurde darnach auch benannt Der Bildung nach vergleicht sich latlo-v
mit fifjQlo'V ySchenkelstück' (IL 1, 40; 15, 373; zu fiijQO'g ,Schenkel^ II. 1,
190; 5, 305), tvlo-y, alt rivlo-v ,Nacken' (11.5,73; 14,495; zu iv-, alt
ßty jSehne' Seite 58), rj^lo-Vj alt /jj^to-y ,Grabhügel' (1, Seite 630),
fivlo'V ,Zügel' (1, Seite 623), neben welchen beiden letzteren Wörtern die
ihnen zunächst zu Grunde liegenden Formen nicht erhalten blieben.
l&Kiriy alt Fiarti} ,Heerd^, auch für ,Hau8, Wohnung^
Od. 14, 159 — 17, 156 — 19, 304 = 20, 231 : /torcu vvv Zevg uQÜta . . .
ßiarlrj t' *Odvafjßog ifivfiovog i]v aq>ixavü}. HdL 1, 176: vciv dk vvv
^vtUwv g>afxivcjv 3av&l(av elvai ol TiokXol, TtXfiv oydwxovra Icjiiwv,
eiai inijkvdeg.
Dialektische Nebenform zu iavla, alt Feaxlci (1, Seite 398), das die home-
Tische üeberlieferung nur in den Zusammensetzungen dv-iario-g {a-Fi-
öTio-gT) ,ohne Heerd, heimathlos (H. 9, 63) und kip-ioTto-g (iTti'fioriO'g?)j
,am eignen Heerde befindlich, ansässig' (IL 2, 125; Od. 3, 204; 7, 248; 23,
55) aufweist Bezüglich des Vocalyerhältnisses vergleichen sich tfidrio-Vy
alt FifjLavio-v (zunächst aus *fiafjiaTu>'v) ,Oberkleid, Mantel' (Hdtl, 9;
Ar. Wolken 179; Wespen 408) und el/iar-j alt Fel^a%- (aus *fiafiaT) ,S[leid'
(1, Seite 394). Das alte anlautende / ist in der inschriftlichen arkadischen
Namensform Fiatlav (bei Hoffm. Gr. Diall. 1, 18 und 192) erhalten, die
unmittelbar zugehören wird«
tcjn^^eiv ,halten, zurückhalten'.
IL 23, 762 : xaviiv, ov t6 . . . dyxod'L d ' caxci ati^d^eog. IL 8, 347 : naai
&€oiaiv x^^^S dr'iaxovteg. IL 20, 139: ei di xe , . . Hxi^F' iöxoiai xai
ovx Ißouai /ÄdxBa&ai. — Dazu: vrc-laxead'ai ,versprechen' (eigentlich
,sich unterhalten, auf sich nehmen'); IL 23, 209: v/tlaxerat leget xakd.
Od. 8, 347: iyuf 6i toi otvzbv VTtloxo^aij dg öv xekeveig, zvaipiev aiaifta
ndvra fie%^ a&avQroiai ^eoloiv. Das präsentische vTciaxviea&ai (Hdt
2, 152; 8, 106; 9, 109; Thuk. 1, 129; 3, 73), gebildet wie Ixviea^ai ,erreichen,
wohin gelangen, kommen' (Seite 21), findet sich nicht vor Herodot —
ioxdd' (lax dg) , Anker'; Soph. Bruchst 694 (aus Athenäos 3, 99, D, der
angiebt, dass Sophokles Trjv cyxvgav Icxdda xixlrjxev did %6 xarixeiv Trjv
vavv): vavrai ä* ifzrjQvOavro vrjog laxdäa.
Aus einem alten *alaxeiv, das durch Beduplication aus ix-eiv (aus *aex-)
66 Griechische Etymologie.
^zurückhalten, halten, haben' (1, Seite 382) gebildet wurde, ganz wie zum
Beispiel fiLfxvuv ,bleiben' (H. 2, 331; 6, 69; zu iiivBiv ,bleiben' J\. 3, 291;
14, 119), nlfCTBiv ,fallen' (IL 1, 243; 5, 370; zu Ttiaev — aus *ni%aev —
,er fiel' II. 4, 482; 13, 181), zhiLzeiv (für *%L%%eiv) ,zeugen, gebären' (II. 2,
628; 11, 224; zu r^e ,er zeugte, sie gebar' II. 1, 36; 2, 313 — 327).
iöfdö" {laxag) ,Eppich'; ,Eppichwolfsmilch'.
Theophr. Pflanz. 9, 9, 6 : r} d^ iaxog rj amog (pvkXov fikv Hxei ntjyavwdegy
ßQctxv, xavkovg d^ imyelovg TQeig rj rivtagagj ^l^av 6i oXovubq 6 daq>6'
äekog 7ckr}v kenvQicidri' q)vkel dl oQeiva xwqLa nuxl nox^onuidtj, Diosk.
4, 174: aniog, ol di iaxoiSa, ol ök x^f^^^'ß^^^^^^ • • - ^Iwvla dvo rj rgia
and y^g avlrjaiy axoivcidtj, keuTa, iQV&ga, fiixQov inkg r^g yffi aigovta.
Ob zum Folgenden gehörig?
laxdö' ,getrocknete Feige', ,Feigwarze am Hintern'.
Ar. Bitter 755 : x^i^yey äansq i/modl^wv iaxaöag. Hermipp. (bei Athen«
1, 27, F): naQ^x^t . • . ^ ^Podog da%aq>Löag re xai laxddag '^ävovelgovg. —
Philipp, (in Anth. Planud. 240, 1 und 8) : dgalag y' kaoQiZ vag laxdäag . . .
ta/dd xatiad'üßv avua, Sog evdvfAiag loxdda t^v oniaw.
Gehört ohne Zweifel zum Folgenden,
icxak^o^q ,eingetrocknet, mager, dünn'.
Ein seltenes Wort Od. 19, 233: tov dk x^'^^^' horjoa . . . olov re xqo-
fivoio Xonbv xdra iaxoti»ioio» Hippokr. (nach Galens Gloss): laxolAat'
iaxvai' xai laxakioV %6 iaxvov. Man. 6, 434: iaxccXiaig ßekovrjaiv ^(oya-
kiovg TtinXovg aaxtj&iag hcjeliovrag. — Dazu: lax^o-g ,mager, dünn';
Ar. Plut 561: fcag' kfiol d* iaxvol xai agftjynideig. Plat legg. 2, 665, £:
ei . . . iaxvol re xal aauoi avayxd^oiwo ^deiv. Plat Staat 4, 422, D :
oXei Tivdg dxovaavrag Tavxa aigi^oead'at xval noXefielv ategeoig ze xal
iaxvolg fiaklov rj fxerd xvvuiv ngoßdroig Jtloal re xal anakolg] Hipp. 1,
168: g>dQvy^ ijtwövvog iaxvri fierd dvaq>0QLrig. Hipp. 3, 99: iaxvalveie ö'
av, ei incvw ig %ovg vdg&rpiag d'd-ovLotatv iaxvolaiv enidiotg zd oidr^-
flava. Hipp. 3, 529 : ixxaiöexdrj] iaxvbv kyiveto xal nvevfia nvxvov. Hipp.
3, 744: yvvaixl iv yaargl ixovofjf rjv 6 evegog fiaad'dg iox^bg yiyri%ai,
dldvfia ixovaj], ^dtegov ixtiTQolaxei, PoUux. 4, 143: 6 (ikv ngthog Tcdn--
nog 7t%eaßvTa%og . . . iaxvbg rag nageidg. 6, 48 : Tvgog x^fj^fgog * tov dk
^gov iaxvov Mleyov. — iaxvalyetv ,trocken machen, mager machen';
Hdt 3, 24 ; iTtedv tov vexgov iaxvrjvcjoi, eire ä^ xard neg jiiyiftTioi eXte
allü)g xwg. Aesch. Prom. 380: idv rig . . * fifj ag>vdwvTa &vfi6v iaxvaLvji
ßl(f. Aesch. Eum. 267: xal ^wvrd a lax^dvaa* änd^ofiaL xqtcii.
Altir. sesCj kymr. hpsp ,trocken, unfruchtbar' (WStokes in Beitr. 8, 351).
Altostpers. hishu ^trocken'.
Ein alter anlautender Zischlaut erlosch ebenso wie zum Beispiel in Xaxeiv
(aus *alaxeiv) ,halten, zurückhalten' (Seite 55). Fick(2,256) nimmt als
Grundlage ein sish an, so dass also das innere x sich etwa entwickelt
haben würde wie zum Beispiel in filoxo-g ,Blatt- oder Fruchtstiel (Theophr.
Pflanz. 1, 2, 1 ; 1, 10, 7; 1, 10, 9; daneben fiitjxo-g bei Poll. 6, 94), und stellt
GriechiBche Etymologie. 57
dieses als durch alte Rednplication entstanden zu lat. sicco-s ^trocken' (Her.
sat 2, 4, 15: siccis . . An agrts] Plaut Pseud. 184: ed vös vostrosqve pan-
tices adeö madefactätis, qvom ego sim hic siccus), altind. siJcatä ,Sand, Kies'
(Mbh.), altostpers. hihu und hiJcväo ,trocken^, haecanh ^Trockenheit^ hae-
eaja- ^trocknen'. Dass lat sicco-s selbst erst aus *sisco'S entstanden sei,
wie WStokes (bei Bezzenb. 11 , 100) annimmt, ist durch nichts wahrschein-
lich gemacht Allem Angeführten gegenüber mag immerhin noch heryor-
gehoben sein, dass iaxakio-g bei Homer (Od. 19, 233) anlautendes ß zu
haben scheint, und auch, dass iaxvö-g sowohl als iaxaUo-g gar kein ein-
faches ,trocken^ bedeuten. Dem Suffix nach vergleicht sich iaxalio-g mit
aQnaXio-g ,gierig, hastig' (1, Seite 269) und aQyaXio-g ,beschwerlich (1, Seite
275). Die ungewöhnliche Lautverbindung von iaxvo-g -axv- begegnet noch
in dem prasentischen vrt-iaxviea&ai ,versprechen' (Seite 55), das Suffix
v6 trat schon in äyv6-g ,verehrt, heilig', ,rein, unbefleckt' (1, Seite 120) ent-
gegen imd findet sich auch sonst oft, wie beispielsweise in aTteQx^o-g
,schnell, eilig' (Hes. Schild 454 ; Aesch. Sieben 285).
iöxio'V ,Hüfte'.
IL 5, 305 und 306: t<^ (d. i. x^Qh^^^^l") ßoi<€v Alvelao xar' iaxlov, ^v&a
Tfi lATiqbg loxl(p ivaTQiq>€tai, xotvkrjv di ri fiiv yiaXiovaiv. Od. 17, 234:
-roQiwv la^ %v&OQBy acpQadlrjaiv ioxl^» H* 8, 340: c^^ d' ore tig re xvcjv
avog ayQlov ijßh kiovrog dmrjtai xaroma^e • • . laxlcc re ykovrovg re.
IL 20, 170: Xi(üv . . . ovq^ dk TtXevQag te xal iaxlcc diaptytiQuy^Bv fiaatU-
xai, Arist Thierk. 1, 62: (ji&sa öe trjv x€q>ai.rjv iariv 6 oivxr]v^ A%a ajij'
^og xal vfÜTov . . . %aX 1x6 ^Bva tovfwv yaözi^Q tloI 6aq>vg (Aubert und
Wimmer übersetzen ,Becken') xai alöolov xal laxiov (A. und W. ,6esiiss').
Etymologisch noch unaufgeklärt. Dem Suffix nach vergleicht sich latlo-v
ßegeV (Seite 55). Hesych führt ein ia^r 6aq>tg auf, das vielleicht die
zunächst zu Grunde liegende Bildung ist
la/v-s, alt wahrscheinlich ßiaxv-g ,Stärke'.
Hes, th. 146: ioxvg t' ijd« ßlrj xai /iTjxavai rjoav In* iqyotg (in Bezug
auf die Kyklopen). Hes. th. 823 : ol (d. L des Typhoeus) xei^e^ iaIv ocr/r-
%oi krc* iaxvt ^Qy/iar^ ^ovaai. Pind. OL 1, 96: tav 'OkvfAniadwv iv dQo-
fioig . . . iVa joxvrdg noddiv igl^erai ax^al t' iöyvog ^qaavnovoi. Pind.
Isthm. 3, 86: yLal devregov afioQ ireliov %iq(.i* ai&Xwv ylyyetai, laxvog
%Qyov. Aesch. Sieben 226: ^bov d' i%^ Ioxvg yta^vniQzeqa. Aesch. Ch.
721: jote drj ojofiatwv dei^o^ev laxvv hc 'OgiavT]. — Dazu: iaxvgo-g
,8tark'; Aesch. Schutzfl. 302: tI drjja ngog Tavr* akoxog laxvgd /tiog]
Hdt 7, 102: aQE%ri de ^naxiog iati, ano re aoq)lr}g xaTegyaOfÄivrj xal
vofiov iaxvQOv.
Auf das anlautende / weisen deutlich Hesych's Anführungen ßioxvv
laxvv' Oipodga oXLyov ^axwveg und yiaxvv laxvv* Es ist mehrfach an
Zusammenhang mit ig, alt Fig ,Eraft' (Seite 3) gedacht, dabei aber das ax
ganz unerklärt gelassen. — Das adjectivische laxvQo-g vergleicht sich mit
oil^qo-g jammervoll, elend' (1, Seite 498).
58 Griechische Etymologie.
löß'iiö'q ,Hals, Eehle^y ^Landenge', insbesondere ,die Landenge von Eorinth^
Plat Tim. 69, E: xaToixll^ovoiv elg alkriv zov atiftarog oXurjOLv to Syr}--
Tov, ia&pibv aal oqov dioixodofii^aavTeg r^g ve K€q>aXTJg xai tov OTijd'ovg,
avxiva fjieta^v rt&ivTeg, iva eXt] %(aQlg, Soph. Brachst 145: a äk fivaarig
dyatolg evicoTfiordra fieliwv, dvixovaa ßlov ßgaxvv ia&ixov (Nauck yermn-
thet olfiov). — Aesch. Prom. 729: lad-fiöv J' btc aizatg arevorcogoig Ufivrjg
TtvXaig KiiiixBQLTMv ri^Big. Hdt 1,174: ry ydq ij Kvidlrj x^QV ^^ ^^•'
fjjteigov TeXevT^, zavTji 6 la&fjiog iati tov ÜQvaaov. Find. OL 7, 81:
yiXBtvq t' Iv *Ia^fi(p TeTQccKcg evTvxi(ov. Isthm. 1, 9: x^Q^^^^ - • • '^^^
aheQxia ^lad'fioi öeigaäa. Ol. 13, 98: Molaaig . . . %ßav iTtUovgog ^lö&fioi
%o %' Iv NefÄiif. — Dazu: tod-^to-v ^Halsband'; ,Halsgegend, Schlund';
Od. 18,300; ix 5' aga Jletaavdgoco . . . ia^fiiov ijveiiiev &egan:(ov, Tcegi-
ycaXlkg äyakfia. — Hippokr. 1, 483 : yclvdvvog TtaXiv yevia&ai ehcea tri
TcakivdgofiijaavTa iv iad'filotg. Nik. al. 191: xaxo^ d^ inb veiara Ttvixiibg
ia&fiia Tcal q>agvyog OTeivfjv ifKpgaaaerat olfiov.
Die gewöhnliche Herleitung von i- ,gehen' (Seite 1) hat keinen Werth,
gewinnt auch kaum etwas durch die Heranziehung des altnordischen eii
,Landenge zwischen zwei Seeen, Versenkung wo man von dem einen Thale
zum anderen leicht hinübergehen kann' durch Bugge (bei Bezzenb. 3, 101),
da die Consonantenverbindung -a&fi-, die schon in ao&piax' ,schweres
Athemholen' (1, Seite 184) entgegentrat, dabei keine Erklärung findet Von
jenem l- ,gehen' gingen ela-id'firi ,Eingang' (Od. 6, 264) und i^fiar- yOang'
(Seite 50) aus ; an vorausgehenden Consonanten aber wie eben in ia&fio-g
schliesst sich suffixales d'fxo noch in ag&fio-g ,Verbindung, Freundschaff
(1, Seite 283), jtog&fjLo-g ,Durchfahrt, Meerenge' (Od. 4, 671), axag&fjto-g
jSprung', ,das Springen' (Ap. ßh. 3, 1259; Arat 280; Nik. ther. 139).
toiiat' (iLOfia) ,das Gesetzte, Errichtete'.
Lykophr. 731 : lovaec de aijfxa ßovxegcjg vaoftolg agrjg dgvi&OTcaidog
%afxa q>oißdt,iov noToig.
Wird in Anschluss an %t,eiv ,setzen' (Seite 43) gebildet sein, wie ganz
ähnlich zum Beispiel xtIg^ot' ,6nlndung' (Strabo 7, 315) neben xtI^biv
,griinden' (Hdt 1, 170) oder axlof^aj- ,Spaltung' (Arist Thierk. 2, 15) neben
axl^eiv ,spalten, zertheilen' (PindL Pyth. 4, 228) liegt
(Lv- (Nom. tg Arist Thierk. 1, 21; Theophr. Pflanz. 1, 2,1), alt ßtv- (ßtg)
,Sehne'; ,Faser' (im thierischen Körper, in Pflanzen, in Gestein).
II. 17,522: (ig d' St' av o^vv Ux^ifv Ttilexw ai^'qiog avrig wipag i^6~
Ttid-ev Tiegatav ßoFbg aygavloio Fiva tdfiri did Ttäaav. II. 23, 191 : /ui)
Ttglv f^ivog tjfeXloto axi^ket dfjLtpl Ttegl x^oa flveaiv ^ök (liXeoatv. Od.
11,219: avxri öUrj icTi ßgoTciv, otb Tlg kb &dvrjaiv' oh ydg IVi adgxag
TB %ai öaiia ßlvsg l^ovaiy. — Arist Thierk. 3, 53: al ök Ivig bIgi fXBTa^
vsvgov xai q>XBß6g, 'dviai ö* avTwv ßx^vaiv vygoTtjTa TtjV tov ix^gog,
xal diixovaLv ano tb tüv vBvgwv Ttgbg Tag q)Xißag xai oTt' inelviov ngbg
Ta vBvga. ioTi 6k %al aXko yivog ivojv, o ylvBxai likv iv aYfiaTij ovx iv
ajtavTog dk tjc^ov aXfiani ' wv i^avgovfiivcjv ix tov aUfiarog ov ftijyvvTai
Griechische Etymologie. 69
Tö alfia. — Theophr. Pflanz. 1, 2, 5 : bxovol (nämlicli ,Pflanzen'j yaq wg tcsq
Ivag, o lari ovvexhg xai axtorov xai inlf^rjxeg, dnaQaßXao'cov de xa2
aßlaarov. Plut mor. 434, B: vvv ö' ^(paviOTat (es ißt die Rede von eigen-
thümlichen Gesteinbildungen), xal fjLoXtg olov Iveg ij Tglxeg dgaial dia-
TQixovaiv iv Toig fieraXkoig.
Lat vina ^Ader'; ,Faser in Pflanzen, Metallader'; Att com. fragm. 552:
e vtperinö morsü venae viscerum veneno imbütae taetrös cruciätüs dent
Lacr. 3, 442: corpus . . . rare factum dStracto sangvine vents. — Plin. 16,
184: in qvdrundam arborum camibus pulpae venaeqve sunt Plin. 37,
90: Indicam onychem . . . igneantj nigram, comeam, cing&nübus Candi-
das venis ocvli modöj intervenientibus qvärundam et obliqvts vents.
lit gisla ^der, Sehne, Blattrippe^
Altind. ushnihd (aus *vasnihä) ,Genick'; ßV. 10, 163, 2: grtvä'bhjas tai
ushnihäbhjas . . .jdkshmam . . ,vi vrhämi tai ,yom Hals und Genick schleu-
dere ich die Schwindsucht dir fort'.
Die gegebene Zusammenstellung wird Fick (2, 238) verdankt — Das
alte anlautende / ist bei Homer noch deutlich. Das gedehnte i entwickelte
sich wie zum Beispiel in i^aviov ,Oberkleid, Mantel' (Hdt. 1, 9; Ar. Wol-
ken 179), das aus ^feafiario-v hervorging; das suffixale v vergleicht sich
mit dem von ägv, alt ßagv- ,Lamm' (1, Seite 285). Lat vena beruht auf
einem alten *vesndj wie ganz ähnlich v&no- ,yerkauf (Seite 651) auf einem
alten ^vesno-.
Iva ,wo'; jdamit'.
n. 2, 558: arijae d* Sywv Yv* 'A&rivalwv %atavto gxxXayyeg, IL 5, 860:
oq>Q^ kg^OXvfiTtov iTiwfiai, iV* ad^avatiav %dog ioxiv» — IL 1, 203: tim
avte . . . eiki^JLov&ag'j rj %va vßqiv iörj !dyafiifivovog ; IL 1, 302: el d* aye
fifjv TrelQrjaai, %va yvtiovai %ai o%de. IL 5,2: /Jtßoinijöel Ilakkag Id&rjvri
dcJxe (livog %al ^agoog, IV hidr]Xog tcctcc naaiv l^Qyetoai yivoiTo.
Etymologisch dunkel. Unmittelbar vergleichbare Bildungen bieten sich
gar nicht, da dva ,in die Höhe, auf, an' (Imperativisch ava ,auf ' ! 1 , Seite
187) offenbar weiter abliegt. Ein Pronominalstamm Y- scheint zu Grunde
zu liegen, wie zum Beispiel auch in rlva ,wen'? (IL 8, 273; 16, 692) der
einfache Pronominalstamm nur tl- lautet; ist das derselbe mit dem demon-
strativen i- -= i- (Seite 2)?
ivieiv oder ivdeiv ,ausleeren'.
EUppokr. 2, 132 (nach der Lesung von Ermerins): ov yag IvwvTai ei
fi^ OfÄixQov, oiare ^vvoidiovrog tov awfiarog' infjv dk laxvbg jj, tvitvI-
aneiv aal Ivrjaerai, Galen, lex. Hipp.: hier xevoV xal Ivrj&fidg' utivioaig,
xal Ivelxar nevovTai. PoUux 4, 179 giebtan: %d ök nevcSaai diä xad'dQ-
aewg xai i^ivwaat Xiyovaiv, xal l^ivwfiivov ri xfafitpdla rov tcexad-ag-
liivov g>rjalv tig hc rwv Ivuiv (pegofiivrig trjg x^^V^' ^^y d' airov aal
VTteqivwfiivov tpaol xal vniQtvov. Hesych führt auf: Iväa^ai' hxevov'
a&ar ycal ftQolea&ai und ivTjd-elaa' nad'oqd'elaa ^ ycevcj&eiaa. — Dazu:
ivfjGi'g ,Ausleerung' ; Hipp. 2, 127 (nach Ermerins' Lesung): onorav de
60 Griechische Etymologie.
dia Tov oiaocpayov is '^^iV noiklrjv ^evarj, ivrjoig ylyverai xcrrw, iW^ d*
St€ xal OVO) . . . TOV avTov dk zqonov %a\ iTtijv nolkag fifiiqag tvTjOig
Die als nächste Grundlage zu muthmaassende Nominalform scheint in
dem Schlusstheil von vrcig-tvo-g ^übermässig geleert, durch Entleerung
entkräftet' (Hipp. 3, 610: vTtigivov ^riQalvei xal vnvog novhig, Arist gen.
anim. 3, 1 : vniqivot yaq ylvovtac xal ol oQvi&eg xal ra q^vra. Theophr.
Pflanz. 9; 14, 2: ipaol ök fxovov rj fiäkiata vniQivov avo) nouiv twv q>aQ-
(laxtov) erhalten zu sein, der selbst etymologisch dunkel ist Ob hieher
etwa auch lat. inäni-s ^eer' (Plat. Stich. 231 : vendo . . . para^tum inänem)
gehört, das sich seiner Bildung nach vielleicht mit inmäni-s ,unerme8slich^
(Lucr. 4, 1163: magna atqve inmänis catapleans pUnaqve honoris) ver-
gleichen liesse?
?!?£-§ ,Sohn'; ,Tochter*.
Aesch. Eum. 323: 6 ^avovg yaq Ivig fi attfiov rid^ai. Schutzfl. 42:
InixexXoiAiva . . . IvLv t' avd'ovofzovaag nQoyovov ßobg l^ kninvolag Zri-
vog itpaxpiv. Schutzfl. 251 : tov yriyevovg yaq eifi^ iyw Tlakalx^ovog Ivig
TleXaoyog. Eur. Tro. 571 : l4a%vava£y ^xJOQog Ivig. Eas. Her. 354: naif
€iT€ ^log viv eXfiu} eiV * ^^iKpizQvtDvog Iviv. Lykophr. 570 : ovd' 6 ^Poioig
Ivig evvd^wv fiivog axrjoei. — Eur. Iph. Aul. 119: fii} azikkeiv rav aav
Iviv TtQog xav xoXjttidr] Tträgvy^ Evßolag ^vXiv,
Als Suffix löst sich deutlich vi ab, wie es beispielsweise noch vorkömmt
in ykdvi-g ,Wels' (Arist. Thierk. 1, 27; 2, 56; 6, 81) und in den weiblich-
geschlechtigen xkovi-g ,Eückgraf (Antimach. bei PoU. 2, 178), fi^vi-g ,Groll*
(IL 1, 1 ; 75), GTcavi-g ,Manger (Soph. Kön. Oed. 1461 ; Oed. Kol. 506). Dabei
bleibt aber das i noch dunkel. Ein Vergleich von tpltv-g ,Erzeuger' (Ly-
kophr. 462; 486; dazu qTirvBiv ,erzeugen' Aesch. Prom. 233; Schutzfl. 312),
das von (pi-ei ,er erzeugt* (IL 6, 148; Od. 7, 119) ausging, möchte ver-
muthen lassen, dass Ivi-g unmittelbar zu altind. simü-s ,Sohn* (BV. 1, 62,
9; 1, 66, 1) gehöre, in (pUv-g aber stand die Entwicklung des l offenbar
unter dem dissimilirenden Einfluss des suffixalen v, wie es in Ivi-g sich
nicht findet Ob Hesychs Anführung Iwovg ' naldag hier noch Erwähnung
verdient?
tvio'nPy alt FwLo'V ,der hintere Theil des Schädels, Genickt
IL 5, 73: TOV ^Iv OvXeßldr^g . . . ßeßXrjxet x€q)aXi;g xaTa Fiviov o^iFi
ÖoqFi. IL 14, 495: cJo^i; 6' oipd-aXfiolo diango xal dta FivLov f^Xd-ev.
Arist Thierk. 1, 39: xeq>aXflg ^iv ovv fiiQrj to fikv xgcxotrov xqavlov xa-
Xeixai, tovtov dk fiiQTj to ^iv nqood'iov ßqiy^a . . . to d' otciox^Iov Ivlov,
(jiiaov d^ ivLov xal ßqiyfxaTog xogvqfr^. Theokr. 25, 264 : avxivog aggr^x-
Toio n€Q^ iviov fix(^iaaa (?) ngocpd'ag.
Offenbar aus «v-, alt ftv- ,Sehne* (Seite 58) weitergebildet Das Suffix
wie in IotIo-v ,Segel' (Seite 55).
frro-s, eine Art Maulthier (?).
Arist Thierk. 1 , 35 : ineoTi d' bv ti ovofxa Irtl joig XotpovQOig xaXov-
Griechische Etymologie. 61
fiivoig, olov mTcqf xai ov(p xal ogel aal ylvvtfi xal taig iv 2vQl<f nakov-
fiivaig ^fiiovotg. Hesych fuhrt auf: ivvog' 6 TtcSkog, 6 1$ Xftrcov ftavgog
xal luixQog rjfÄiovov, akkoi de ovov,
Dunkler Herkunft Auffällig ist der Anklang an ylvvo-g ,Zwergmaul-
esel* (Ariflt Thierk. 1, 35 — siehe oben — ; 6, 163: ol 6h xakovfievoi yiv-
voL ylvovzai IS ^rtfcov, otav voarjaj] iv Tjj xvqaei. Arist gen. anim. 8,
8: Ix toi %JV7tov nal rov ovov ylvovrai ylvvoi, oxav voatjarj ro xvrjfia iv
vfj variQ(f). Ob etwa beiden eine ungriechische Form zu Grunde liegt?
lÄL hinno-^ {hinnus) jMauIthier* (Varro r. r. 2, 8 : nam müli et item hinni
Jngenert atqve insiticii, nön stiöpte genere ab rädidhus. ex eqvä enim
et asinö fit mülvs, contra ex eqvö et cmnä hinnus) wird zunächst dem
Griechischen entlehnt sein.
ivödXXBö9ai, BltßivdakXea^ai (zunächst aus *FivdaXjeod-ai) ^erscheinend
IL 23; 460: oiXXoi. (lot doxiovat TtaQolxeqoL ifipLBvai iTtTtoi^ allog 3*
^vloxog ßivdaXlerai. IL 17, 213: ß^ ^a ßiya Fiaxuiv* ßivdcXlero di aq^tat
Ttaaiv Tevx^ai lafiTtofievog fieyad-vfiov üijXeßlwvog. Od. 3, 246: c3^ vi
fÄOi dd'avoTog ßivödXlerai eiaoQaaad'ai, Od. 19, 224: avraQ rot feqiw
äg fioi FivdaXXstat tjtoq.
Weist zunächst auf ein nominales *FLvdaXo'g ,erschienen, gesehen' (?),
ganz wie zum Beispiel axao&aXXBLv ,übermüthig sein, freveln' (1, Seite
84) auf atacd-aXo-g ,übermüthig, frevelhaft (a. a. 0.) zurückführt. Zu
Grunde aber liegt ihm ohne Zweifel Id-^ alt Fid- ,sehen' (Seite 37). Diesem
zur Seite scheint allerdings sonst kein *Flv8- mit innerem Nasal zu be-
gegnen, während zum Beispiel das gleichlautende altind. vid- ,finden'
(BV. 1, 67, 4: viddnti ,sie finden') ganz gewöhnlich seine Präsensformen
mit innerem Nasal bildet, wie vindanti ,sie finden' (BV. 1, 105, 1), vin-
dämi ,ich finde' (BV. 8, 46, 11).
iHdtio-v, alt wahrscheinlich Flfiaxio-v ,Oberkleid, Mantel'.
Soph. (bei PoUux 7, 68; von Nauck — Bruchst 318 — dem Sophokles
abgesprochen): ^xovxag evtfxvovg %a%aoav Ifxaxlfav iTttC/üiaxQag. Hdt 1,
9 : ifcl xovxov (d. L ^qovov) xdSv IfxaxlvDv xor * iv hiaaxov iycdvvovaa ^-
oei. Hdt 4, 23: xoiko (von einer Baumfrucht ist die Bede) ifceav yivijxai
ninovj acatKiovac (,durchseihen') Ifiaxloiai, Ar. Wölk. 54: iyd d' av aixfj
9oiiiaxLOv deixvvg xoöl 7tQ6q>aaiv %(paayLov. 179: inL xrjg TtaXalaxqag
^oifiaxiov vq)€iX€xo. Ar. Wesp. 408: &aifiaxia ßaXovxeg wg xdxioxoj
Teaidloj ^Blxe aal ßoaxe. Plat Gastm. 219,B: dfxtpiiaag x6 If^dxtov xb
ificnjxov xovxov . . . xaxexelfirjv xijv vvxxa SXrjv.
lieber die Entwicklung des gedehnten l wurde schon unter tv- ,Sehne'
(Seite 58) gehandelt Zu Grunde liegt Ig-, alt Feg- ,bekleiden': hvvui
,ich bekleide' (1, Seite 393), von dem auch elfiax-, alt Felfiax- ,Kleid' (1,
Seite 394) ausging. Von letzterem ist /ftcnr- ,Kleid', wie es von Hesych (i-
Hccxa' Ifidxia) noch angeführt wird, ursprünglich wohl nur dialektisch
verschieden; aus ihm aber ging tf4dxiO'V zunächst hervor, ganz wie zum
Beispiel dwfidxio-v ,Zimmer, Schlaf gemach' (Ar. Lys. 160; Plat Staats,
62 Griechische Etymologie.
390, C) aus dcS/uoT- ,Hau8* (IL 1,533; 607) oder Qr^fiario-v ,Wörtchen' (Ar.
Ach. 444; 447; Wolken 943) aus ^r>aT- ,Woif (Find. Pyth. 4, 278; Nem.
4, 6; 94).
iliüööBiv ,mit der Peitsche schlagend
IL 11, 531: (ig aga q)iüvr]aag ifiaaev xai.i.lTQixcig %fC7tovg fiaaxiyi ki-
yvQfj. IL 15, 17: ov fir/v ßold' et avze xcmoQQatplrig dkeyeiv^g nqwxri
inavqrioL xal ae TtXrjy^oiv Ifidaaw, — Dazu: Ifida&Xr] ,Peit8che^; H.
8, 43 = 13, 25: yivro d* Ifidad-krjv xQvaeiriv Utvxtov, Od. 13, 82: iW-
Ttoi, TtavTsg afjL* oQfAVj&ivreg vno nlrjyfjaiv IfAaa&Xtjg.
Aus *ifidrr''J€iVy mit der selben Entwicklung der aa wie zum Beispiel
in alixonoFeaaa ,blutige' (IL 2, 267 ; 5, 82) aus ^alfioroßerr-ja. Ging aus
von dem sogleich zu nennenden IfidvT" ,Biemen, Peitschenriemen' (IL 23,
363: 0% d* cfjia jtdvreg iq> %7tnouv fidatiyag äßeigav, TtifcXrjyov ^* l-
lidaiv). — Die Suffixform ^Ai; findet sich ausser in ifidad-krj noch in
yevi^Xri ,Geschlecht, Abstammung* (IL 2, 857; 5, 270; 19, 111).
tiiävr- (H. 8, 544: ö^aav d' IfidvTsaai. IL 10, 475: TcvfidTtjg ifiaai dedevro»
IL 23, 363: nircXriyov -3'^ l^aaiv. Od. 21, 46: avrix' «V V y' Ifidna.
Od. 23, 201: h ö' hdwaa^ Ifidvta. Ap. Eh. 2, 67: ot d' inel ovv Ifidaiy
und sonst) oder gewöhnlich IfiavT- (If^dg) ,Iliemen, Gürteh
IL 22, 397: afiqxnigwv /neroTtiaS'e nodtSv TirQrjve xivovte ig aqwQov
ix miQrrjg^ ßofiovg ö' i^mev Ifidvrag. IL 5, 727 : dlg>Qog di %(p)aolct
xal dqyvQioiotv If^aaiv iv%i%a%ai. Od. 22, 186: ^aq)ai d^ ikiXvvTO IfLidv'
Tcjv (am Schilde). IL 23, 324 : ovdi fe kilj&ei onnmg %6 ftQmzov tavvari
ßoßioiaiv Ifiäaiv, IL 23, 363: iq>^ %7t7touv fidariyag Sfeigav nirtXfffov
&* Ifidaiv. IL 3, 371: ayxe di fiiv Tcolvxearog l^dg (am Helm) aTtaXrjv
vno degfi^v. IL 3, 375: ij Fot ß^rj^ev Ifidvza ßoFbg flq>i xxafiivoio. Od.
1 , 442 : &iQr]v d ' iniQvaae xogoivr] ägyvQifj , Inl di xlrjßid * irdwaaev
IfLidvri, IL 14, 214: rj, xal ano avrid'€aq>iv ikiaaro xsöxbv Ifidvta noi-
xLlov. — Dazu: If^deiv ,an Biemen in die Höhe ziehen, hervorziehen* ;
Xen. an. 4, 2, 8: dvaßdweg dg iövvavto dvlfiwv dkXi^kovg %olg dogaoi,
Athen. 8, 352, A: BinovrvDv di %viv lixuivriav (,die aus dem Brunnen
schöpfenden*), fiiJt^lg y^ tovto nlvo^ev. Arist Thierk. 3, 105: dia(piQei di
ro nXiov Ifiaad'ai (,melken*) ycXa rj iXavTov,
Altn. shni ,Seil, Binde*; ags. sima ,Strick* (Genes. 765: lag shnan ge-
saeled)y alts. simo ,Strick* (Hei. 5356: an Simon haftan] 5587: slöpi thi
fan them simon] 5661: swalt an them ^mon).
Altmd. stmdn- ,Gränze* (Man; Bhftg. P.; Gft), ,Haarscheide, ScheiteP
(AV.); smd- ,Gränze* (Man.).
Eine Suffixform /äuvt erscheint sonst nicht; sie wird aber eng zusammen-
hängen mit ficcT (in el^av- ,Kleid* 1, Seite 394, ^ly^ar- ,Wort* Pind. Pyth.
4 , 278 , und sonst oft) und inov (in axfiov ,Amboss', 1 , Seite 52, dalfiov-
^Gottheit, Gott*, IL 1,222; 3, 420; yvw^ov ,Kenner*, Aesch. Ag. 1130) und
weiterhin zum Beispiel auch ^r] (in axiir^ ,Schärfe, Schneide, Spitze,
Griechische Etymologie. 63
1 , Seite 53 y und sonst). Ein mit letzterem gebildetes *ifii] ^Seil, Brunnen-
seil^ ergiebt sich noch aus dem abgeleiteten l^aeiv (bei Photios l^av und
iliriv) ^ Seilen emporziehen, schöpfen' (Athen. 8, 352, A: eiTtovTwv de
%iuy l^wvTwv. Arist Thierk. 3, 105: SiacpiQEt dk to TtXiov iftaa&ai —
,melken' — ydka rj ^Xccttov). — Zu Grunde liegende Verbalform ist altind.
si- : si-fut-ti ,er bindet, umschlingt, fesselt* (ßV. 7, 84, 2: jd'u saitfbhis
aragffubhis sinithds ,die ihr — Indras und Varunas — mit Fesseln ohne
Stricke bindet' ; BV. 8, 56, 8 : ma nas sditu^ sishait ajdm ,nicht möge dieses
Band uns binden'), an die sich zahlreiche Nominalbildungen anschliessen,
wie altind. sditu-s ,Band, Fessel' (KV. 8, 56, 8), ,Brücke* (RV. 9, 41, 2: Mbh.),
altostpers. hita- ,gebunden, gezäumt', nhd, Seil, goth. insail^'an ,in Seile
binden' (Mk. 2,4), ahd. silo ,Riemenwerke des Zugviehes'; nhd. Saite^
ahd« seita'y altslav. silo ,Strick', seti ,Schlinge'. —
lliaXia ,Mehlstaub, feinstes Mehl'.
Hesych: l/iakid' %b hcl^etqov zwv akevQwv. iTCiyivvTjfÄa dketgldog,
xal 6 dno züv dxvgtjv xvovg, — Dazu: Ifiaklö- (l/iaXlg) ,Mehlstaub,
feinstes Mehl*; bei Dörfern ein Beiname der Demeter; Tryphon bei Athen.
14, 618, D: Ifiaiog rj inifivkiog f,Müllerlied') xakov/nivri , ijv naget %ovg
dlirovg Tjdov, Yawg dno %f^g i^akldog, Ifxaklg d* ioTi naget ^ugievaiv
6 voarog xal vct inifievga ziSv ukhwv, Hesych führt auf: IfiakLg' vo-
OTog' övva/Aig' kjcixagnla' '^öovi], ctnagxi] tiLv ycvofzivwv. — Athen. 3,
109, A: TcJy evgrjfiivwv vnb rrjg 2i%ovg xakovfiivrfi Jri^ri%gog xal Sifia'
kldog' ovvwg yag rj ^edg naget JSvgaxoaloig rifiatai, wg 6 avvog Iloki-
fiu)v laiogeL]
Lat simila ,feinstes Waizenmehl, Semmelmehl'; Gelsus2, 18: siqvidem
plus alimenU est in päne, qvam in ullö aliö : firmius est trtticwm, qvam
milium] id ipsum, qvam hordeum, et ex trUicö firmissima siltgOj deinde
simila. Mart 13, 10: nee dotes similae possis numeräre nee usus, pistM
totiens cum sit et apta coco, — Entlehnt: ahd. semala oder simila ,f eines
Waizenmehl, feines Waizenbrof , nhd. Semmel.
Armen, magh ,Sieb' (aus einer Urform ^simali-; nach Bugge Beitr. 25).
Gemeinsame Grundlage für die griechische und lateinische Form war
wohl ein *simaläy in dem ebensowohl das lä als das ma für suffixale
Elemente werden gelten dürfen, die in der selben Vereinigung im Grie-
chischen und Lateinischen allerdings sonst nicht yorzukommen scheinen.
So ergiebt sich weiter ein zu Grunde liegendes verbales *si', in Bezug
auf das wohl Ficks (2, 256) Muthmaassung das Richtige trifft, dass es zu
adeiv (aus *ajd€iv) ,sieben' (Hdt 1, 200 : tx^g . - - avi^veoai . . . iaßdkkovai
ig okfÄoy xal kerjvavreg vnigoiai awai öid aivdovog) gehöre, von dem
schon früher die Bede war.
ifieifO'q ,yerlangen'.
IL 3, 446: ov ydg ma nori fi code igog g>givai dfiq)€xdkvtp€v . . • log
aco rvv tga^at xal ptB ykvxvg 'ifiegog algel. II. 14, 198: dog vvv ^oi q>i-
64 Griechische Etymologie.
loTrjza aal Yf^egov, (^ te av icavTag ödfivaaat a&avdtovg. IL 11, 89:
üItov t€ ylvY.EQOlo tcbqI q>Qivag Y^egog aigsL II. 23, 14: fievd de aq>i
Qitig yoov %iibqov wQoev. — Dazu: ifielgeiv (aus *£/dig-J€iv) ,wor-
nach yerlangen'; Od. 10, 555: xjjvxeog l/xeiQwv xareXi^aTo. IL 14, 163: et
Tttjg Ifulgairo TcaQadQa&ieiv (pcXoTi^Ti ßy XQ^'^fj' S^« Schild. 31: wqto . . .
ifielQiüv (pilotrjTog ivl^uivoio yvvainog. Aesch. Ag. 940: ovtol yvvaixog
iartv ijueigetv fidxrjg^
Die Suffixform fiego ist eine ungewöhnlichere. Vergleichen lasst sich
wohl x«*-/i^^-to-5 ywinterlich' (IL 12,279; Od. 5, 485; daneben x^^l^^'
^Winter* Od. 7, 118; 11, 190), weiterhin aber auch das weiblichgeschlech-
tige fi^iqri ,Tag' (1, Seite 625). Der anlautende gedehnte Vocal entwickelte
sich ganz wie zum Beispiel in rifiag neben altind. asman ,uns' (1, Seite
624). Zu Grunde liegt ein verbales la- «=» altind. ish ,suchen, verlangen^,
dessen schon unter Uvriv- ,Wille, Veranlassung* (Seite 13) Erwähnung ge-
schah. Es stimmt überein mit altostpers. ish : ishaiti ,er wünscht, begehrt*
und zu ihm gehört altind. ishmä-s oder ishmä-s ,Liebesgott^ (Gramm.) und
weiterhin zum Beispiel noch ahd. eiskdn ,fragen^, nhd. heischeUj lit ßshöti
,suchen, trachten*, altslav. ishati ,suchen*.
Ifiovia ,Brunnenseil*.
ApoUod. (bei Athen. 3, 125, A): ayuivUSaa %6v %b rov iAyocov xddov
Xvaaaa xai rov rov (pQiaxog evTQSTvelg xag Ifiovidg rteTtolrjxag. Alexis
(bei Athen. 4, 170, C): ovx Ifiovidv, oh Xaxxov eldov, ov (pgiaQ. Ar. Ekkl.
351 : äkkd av fihv ifioviav %iv dTcoTcazelQ,
Das Schlusssuffix ist das selbe wie in Ifialia ,Mehlstaub, feinstes Mehl*
(Seite 63), alfiaair; ,Domgesträuch* (Od. 18, 359; 24, 224), av»Qonuri ,Kohlen-
haufen* (1, Seite 216) und anderen Bildungen. Das weiter noch suffixale
-jMoy- wurde zuletzt unter Ifiivr- ,Biemen, Gürtel* (Seite 62) erwähnt, das
mit Ifiovta des selben Ursprungs ist
cp^v- {tgriv) , junger unverheiratheter Mann* (HdL9, 85), siehe unter dem
gleichbedeutenden dgev- (eXgrjv).
ifftiTC' {igr]^, alt wahrscheinlich ßtgijx- (^tgtj^ ,Habicht*.
IL 13, 62: aifTog 6\ aig r' Xgr]^ wxvTtvegog tagro Tceriad-aiy dg ^d t'
OLTt* aiylXiTtog fcirgtjg Ttegifiijxeog dg&elg ogfJLtiarj ftedloio diwxifiev og-
veov akXo, IL 13, 819: OTtTcove rpevywy cgrjari . . . -S^daaovag Igrjxiav I-
fievat xalllvgixag Yrtrtovg. IL 15, 237: ^AitoXXtav ß^ dk xat^ Idaluiv
cgiiov, ßlgijxi ß&Foixwg (oxißc q>aaaoq)6v(p, Sg t' wxiarog TceTerjvaiy. IL
18,616: j) (d.i. Qitig) d* tgrj^ ßwg alro xav^ OvkvfiTvov. 11.21,493:
i^ca (pvyev äg re Ttileia, rj ^d d"' vn^ tgrjxog xoFllrjv BtaiTtxaxo fcHgrjv,
IL 16, 582: i&vaev dk äid Ttgofidxoiv Figrixi ßeßoixiog tixiFij og t* ig>6'
ßrjae xoXoiovg tb xpijgdg xb. Od. 5, 66: iv&a . , . Bvvd^ovTO axcÜTtig t'
tgrixig tb. Od. 13, 86: rj (d. L vrjvg) dk fidV day>aXiü)g d'ißBv B^TtBÖov
ovöi XB flgrj^ xlgxog ofiagrrjaBiBVj iXatpgotaiog TtBTBrjvüv, Hes. Werke
203: cJd' Xgri^ TtgoaißBiTCBv dßrjdova und 212: wg Mtpccv* tixvTcirrjg tgrj^
TavvalTttBgog ogvig, Hdt 2,65: og ö* av Ißiv fj Xgrjxa aTtoxTBlvji • . .
Griechische Etymolqgie. 65
re&vdvai, avdyKtj, Hdt. % 67 : rag dk fxvyaliag aal Tovg tQtjxag ajtayovai
ig Bovrovv Ttohv.
Altes anlautendes / ist wegen Hesychs ^ßelgaxeg' iigaxeg' durchaus
wahrscheinlich, der homerische Vers aber verlangt es nirgends und lehnt
€8 einige Male (II. 13, 62; 819; 18, 616; 21, 494; Od. 5, 66) bestimmt ab.
Die später geläufige Form Uqox- (Seite 9) ist, wie schon früher bemerkt
wurde, wohl erst durch Umbildung und zwar in Anlehnung an lego-g
^heilig' (Seite 10) entstanden, das übrigens bei Homer an nahezu fünfzig
Stellen (tgov II. 10, 571; Od, 3, 278; 6, 322; 13, 104 = 348; iqu IL 2, 420
9, 357; 11, 707; 16, 658; Od. 1, 66; 3, 159; 16, 184; tg^ IL 4, 46; 164 —
6, 448; 8, 551; 20, 216; 24, 27; ig^v IL 4, 416; 5, 648; 7, 82; 413; 429; 11,
196; 13, 657; 15, 169; 17, 193; 18, 270; 21, 515; 24, 143; 383; Od, 11, 86;
17, 293; tgijg D. 6, 96; 277; 21, 128; tgviv IL 5, 178; 23, 207; Od. 9, 553
— igevg IL 5, 10; 16, 604; Od, 9, 198; tgevovai Od. 14, 94; igevov Od. 17,
181 ^ 20, 251; igeveoTcov Od. 20, 3; igevaaa&at Od. 19, 198) auch mit
gedehntem I an Stelle you le gebraucht wird. — Was übrigens die Bildung
des Wortes anbetriffi, so vergleichen sich Formen wie ogn:rjX' ,Zweig,
Stengel', , Abkömmling, Sohn' (1, Seite 568) und neben ihm genannte,
weiter zum Beispiel auch noch kaßgäx- ,Seebarsch' (Ar. Bitter 36 1 ; Arist
Thierk. 1, 26; 4, 89; Opp. hal. 2, 130). Wie aber in diesem letzteren ausser
dem X auch das g mit zu den suffixalen Elementen gehört, so wird es
wohl auch bei ffgriK- der Fall sein. Als seine verbale Grundlage wird
man deshalb möglicher Weise h-a^ai, alt ßt-ea^ai ,streben, begehren'
(Seite 9) ansehen dürfen.
IqiÖ' (Igig), sdt ßlgiä- (flgig) ,Regenbogen^; mythisch als Botinn der
Götter gedacht; Name verschiedener Pflanzen (,8tinkende V eilchenwurzel' ;
,echte Veilchenwurzel' und noch andre).
IL 11, 27: nvaveoi de dganovreg ogtagixctro ngotl öegßijv tgeig fcKa-
xsgd'^ tgiaai fefoinoTeg^ ag %b Kgovlwv h viq)et aTfjgt^ej rigag (legonojv
av>iftoiv, IL 17, 547: ijiJtc 7togq>vgiriv Hgiv ^vri%oloi ravvaafj Zeig i^
ougavod'Bv . . . cug ^ (d. L Athene) nogqtvgiji vecpiXj] nvaaaaaa Fe avrfjv
övaer^ ^A%aifüiv ßedyog, Arist meteor. 3 , 2, 3 : zijg d ' tgidog ovdi7to%e
ylvevai nvxkog ovdk fiei^ov rj^ixvxklov Tfiijfia .... ovde dvolv Ttkelovg
tgideg ylvovrai S/na. — IL 15, 144: "Hgrj d^ ^AnokXiava xaHaaaro dtu-
ptaxog IxTog Flglv ^', ^' %e d-eoloi fierdyyekog ad'avaTOiaiv. IL 2, 786:
Tgtaaiv d' ayyeXog rjX&e nodrivefiog ojxißa Flgig nag /liFog. II. 8, 398
und 399: Zeig , , . Flgiv d* ürgwey xQ^^OTtxegov dyyeliovoav ßdm
?*/, Flgi xaxela. IL 8, 409 =» 24, 77 — 159: cJg i'qpor', wgro Sk Flgig
aßekXoTtog dyyeXiovaa. IL 23, 201: d-iFovaa dk Figig kftiartj ßqX(p irtl
Xi&i(fi. — Theophr. Pflanz. 4, 5, 2: rciv dk ev(odwv ovdkv h tavTaig
nXiiv Igig h rfj 'Ikkvgldi xal ftegl rov ^Adglav, 7, 13, 1: 17 de Igig xa-
kafiüßdiaregov (nämlich ^ei ro q>vlXov),
Dunklen Ursprungs. Das alte anlautende / tritt an den vierzig Stellen
der Ilias (die Odyssee hat das Wort nicht), die das Wort enthalten und
Leo Meyer, Oiieohiflohe Etymologie. II. 5
66 Griechische Etymologie.
von denen nur vier (II. 5, 353: Trjv fxkv aQ* ^iQiS» H. 5, 365: tcoq 6i Fot
^iQig. II. 11, 27: ßeytdreQ'^'j tgiaai. IL 23, 198: (inäßa d' ^Igig) wider-
streben, hinreichend deutlich entgegen. Dem Suffix nach vergleichen sich
oxqIö- ,Heuschrecke* (1, Seite 59) und weiter ä-Kgi-g ,Spitze, Berggipfel'
(1, Seite 58), vßQcg ,Ueberhebung, Frevel, Gewaltthaf (II. 1, 203; 214)
und wohl auch dijgi'g ,Streit' (IL 17, 158; Od. 24, 515).
IXäBiifa ,mild leuchtend' (?).
EmpedokL 149 (aus Plut mor. 920,0): ^Xiog oSvßeXrig rjd^ [av] Uaeiga
aelrvTj, EmpedokL 152: 17 ök g)Xd^ IXaeiQa fiivvvöadlrjg xvx^v avy^g. —
Als Eigenname bei Apollod. 3, 1 0, 3, 5 : ^evxlrcTtov de ^vyariQsg iyivovxo
^iXaeiga xa2 Ooißt]' ravTag agnaoarreg iytjfiav /JioanovQoi. und Paus.
3, 16, 1: Tckrjolov dh ^Ikaelgag xal Wolßrjg iaviv Uqov' 6 dk 7toir\aag za
%nri %a Kvngia &vyaTiQag avxag ^AnoXXwvog q)7jaiv elvai, —
Ganz deutlich ist die Bildung nicht, wenn auch ein naher Zusammen-
hang mit IXago-g (siehe sogleich) wohl als wahrscheinlich gelten darf
und dem Suffix nach wohl das weiblichgeschlechtige nieiga, alt nißBiga
(Od. 19, 173) = altind. pivari ,fett' (ßV.8, 5, 20; 8, 22, 9) eine nächst-
vergleichbare Form ist. Ob ein darnach zu muüimaassendes altes IXa-
ßeiga etwa ein weibliches */Aa- ,Heiterkeif (?) als ersten Theil enthält?
IXaQö'^ ,heiter, fröhlich^
Ar. Frösche 455 : fiovoig yaq rj/Ltlv rjkiog aal q>iyyog Ikagov iariv, Xen.
mem. 2, 7, 12: Igya^ofievai fihv T^glOTWVy igyaaafxevai ök idelnvovv, i-
kagal dk avri axv&gwTCwv rioav. Xen. Ages. 8, 2 : dia dk ro &iBX7Cigxal
evdvfiog xal ael Ikagog elvat. Antiphan. (bei Athen. 6, 238, B): -naaTlv
.... igunoLogy yeloiog, Ikagog Tqi xgonf^. Athen. 15, 697, D: 2ikevKov
%6v Twv IXagwv aoficaiav 7Coi7iTr;v. Meleagr. (in Anth. 12, 159, 6): ijv d*
IXagov ßXixI^jg^ rjäv Tidijlev ^ag.
Aehnliche Bildungen sind zahlreich, wie nivago-g ,schmutzig^ (Eur. £1.
184), OTißago-g ,fest, stark' (IL 5, 400; 18, 415), ktnago-g ,fett, glänzend'
(IL 2, 44; 22, 406; Od. 15, 332), ^vnago-g ,8chmutzig' (Polyb. 37, 3, 12),
fxvüago-g ,abscheulich' (Eur. LT. 1224; Tro. 282; Or. 1624), a&evago-g
,kräftig' (IL 9, 505). Gleichwohl ist schwierig, die zu Grunde liegende
Yerbalform bestimmt zu bezeichnen. Zusammenhang mit clao-g ,gnädig,
wohlwollend' (Seite 67) ist durchaus unwahrscheinlich. Lat hilaro- (Nom.
hilarus Plaut. Amph. 961 ; Pompon. com. 124; Caec. com. 108) ,heiter, fröh-
lich' verräth sich schon durch sein inneres a als entlehntes Wort.
iXri' ,gnädig sein', verbal lebendig nur in einigen präsentischen Imperativ-
formen, wie 'Xrjd^i ,sei gnädig' (Od. 3, 380; 16, 184; Hom. hymn. 20, 8 ;
23,4; Ap. B.h. 2 , 695) und in ein paar Perfectformen wie der conjuncti-
vischen iXr^xrjat ,er sei gnädig' (Od. 21, 365).
Od. 3, 380: aXXa ßavaaa' Ur]3i, diöw&i di fioi xXißog ia&Xov. Od.
16, 184: tj fxaXa rig ^edg iaol . . . dXX* %Xri&\ iVa %ol xexagiafiiva dtio-
pLBv Iga. Hom. hymn. 20 , 8 : aXX' 'iXrjd^', "Hq)aiar€. Simonid. Bruchst
49: xai av uiv, eXycoai Ttaldcav ftäreg, ^iXa&i. Eallim. Dem. 139: YXo^l
Griechische Etymologie. 67
lioi TQikXiate fjLsya xgeloiaa d'ediov. Theokr. 15, 143: ika^^c vvv q)lX'
Z4dwyu Ap. Rh. 4,982: YXctre Movaai, oix i&ilwv lvin;vj TtqtniQuiv
STtog, — Od. 21, 365: ei' xev ^AnoXXwv fifilv Iki^xrjac xal a&dvaroi d-eol
aXXoi. Hom. hymn. Ap. 165: aXX^ ayed-" IItjxol (ihv ^AnoXXiov l^QTiftidi'
^vv. Ap. Rh. 2, 710: IXtjxoig (o Apollon). — Dazu: ikäo-g (dafür ilao-g
IL 9, 639; 19, 178; Hom. hymn. 29, 9; Find. Ol. 3, 34; Pyth. 12, 4; Theogn.
782; Archil. Brachst. 75; Soph. Oed. Kol. 1480), äolisch Ukao-g (M.-Ahrens
1, 143), attisch ikeut-g (Soph. El. 655; Aias 1009; Tr. 763; Oed. Kol. 44;
Eur. Hei. 1008) ,gnädig, wohlwollend'; 11.1,583: avzix' inet^' Uaog
'Okv^niog laoBtai rifilv. 11.9,639: ai ö' iXaov h^eo ^(liov. 11.19,
178: xal de aol avrtß dvfibg Ivl q)Q€alv Vkaog laxco. Hom. hymn. Dem.
204: ^ei&fjaai yekdaai %e xaJ %Xaov oxelv &vfi6v. Hes. Werke 340: wg
xi TOI Ykaov xQadlfjv xal &vfidv ^waiv. Aesch. Eum. 1040: ikaoi öh xal
€vdv<pQOv€g y^ deäg' %%e. — IXaea&ai (Ap. Rh. 2, 849; 4, 479; IXdovtai.
II. 2, 550: %Xaad'aL (iXafiaL Hom. hymn. 21, 5) oder gewöhnlicher tXaa-
xea^ae (II. 1, 386; Hes. Werke 338; '^Xdaxojuai Find. Ol. 7, 9; iXdaxovTat
H. 6, 380 = 385; Hes. th. 91 ; tXdaxovro IL 1, 472; Hom. hymn. Dem. 292;
IXdaxoia'd^e Hom. hymn. Dem. 274; iXdaxwvTat Hom. hymn. Dem. 368; t-
Xaaxrjtai Hes. th. 417) ,8ich gnädig machen, sich geneigt machen'; IL 2,
550 : Mv-d-a öi fitv (d. L Athene) tovqoioi xal oQvewia ' IXdovxai xovqol
"A&rivalwv, IL 1, 386: airlx* iyw ngtÜTog xeXofirjv ^eov IXdoxea^ai. IL
1, 100: t6%€ xiv fiiv (d. L Apollon) IXaaadfievot TtBnl^oifxev. IL 1, 472:
oe de TtavrjfiiQioi fioXnij ^ebv IXdaxovzo. Hom. hymn. Dem. 274 : wg av
hceira evaySwg igdovreg ifiov voov IXdaxoia&e. Hom. hymn. 21, 5: xai
av (iky ovru) xalQBy Fdva^j iXa/Aoi di a^ doidf^.
Noch nicht in überzeugender Weise etymologisch erklärt Mck (2, 1876,
S. 254) vermuthet Zugehörigkeit zu lat solurs ,heil, ganz', söläri ,begütigen'
= ,trösten' (Flaut Epid. 112: nihil agit qvt diffidentem verbfs solätur
SUIS] Flaut Mil. 5: nam ego hanc machaeram mihi cdn-söläri volo), goth.
sSlja ,tauglich, gut' (Luk. 8, 15; Kor. 1, 13, 4; Ephes. 4, 32), altslav. sulei
,be8ser'. Sein Vergleich aber mit nivw ,ich trinke' (11.2,825; 4,262;
346; „aus ncivo)"') bezüglich des gedehnten 7 trifft, wie das äolische
iXXaog erweist, fehl. FFroehde (bei Bezz. 9, 1885, S. 119) vermuthet die-
selbe etymologische Verwandtschaft wie Fick, will aber tXrjf^i aus *al-
-aXrj-fjii deuten ; die scheinbar widersprechenden äolischen Formen 'eXXa^i
für iXti-S^i und ^XXaze für iXate (Ahrens-M. 1, 143; 144) erklärt er für
Ferfectformen wie ri^va&i ,sei todf (IL 22, 365) und ri^Xa^i ,halt aus'
(IL 1, 586; 5, 382). Also das Adjectiv iXao-g soll auf einer reduplicirten
Fräsenaform beruhen? Und womit soll die angenommene Verbalgrundform
noch weiter begründet werden, da doch jenes lat söläH nur ein abgeleitetes
Verb ist? — Dass in tXäo-g ein altes / (iXäßo-g) enthalten war, wie wahr-
scheinlich auch in dyXao-g (dyXaßo-g) ,glänzend' (1 , Seite 126) und an-
deren ähnlichen Bildungen, wird durch eine alte Inschrift aus Olympia
erwiesen, auf der Ahrens (im Fhilol. 38, 1 93) die betreffende Form glaubt
5*
68 Griechische Etymologie.
ilr]ß(jj[g] lesen zu dürfen. — Aorißtisclie Formen wie iXaaaoixat (Od. 3,
419), tXaao^Bü&a (II. 1, 444), iHaüeac (II. 1, 147), Ikaaaaf^evoc (IL l, 100)
und spätere wie k^-ikaa&iv (Plat legg. 9, 862, C) und Ikaa&rjTi ,8ei gnädig'
(Luk. 18, 13) weisen offenbar zunächst auf einen Yerbalstamm ikag- und
mit Verkürzung des anlautenden Yocals Uag-^ so dass man auch für ^-
Xdea&ac (Ap. Rh. 2, 849 ; 4, 479) Entstehung aus *ikaajea^ai und für Ua-
^ai (Hom. hymn. 21 , 5) eine solche aus ^ilaofiai vermuthen kann, wie
ganz ähnliches schon früher (1, Seite 433) in Bezug auf iQaea&ai ,lieben,
womach verlangen^ und kga^at ,ich liebe' ausgesprochen wurde.
cüi], alt FiXri ySchaar'.
Find. Nem. 5, 38: la&fÄOv JwQlav* iv&a fiiv evtpgoveg Ikai avv xothi"
fiOio ßoq d-eov dinovrai. Soph. Ai. 1407: fila d' hi xlialag dvdqwv tkrj
Tov VTcaOTtLdiov xoofiov (pegiro). Eur. Alk. 581 : ißa di Xinovo^ ^Od^Qvog
vctfttjv leovrwv a datpoivog Xla. Xen. Eyr. 6, 2, 36 : XQ^ • * • rov%ovg . . .
Yxxto XXag ftoQevea^ai, — Dazu ikadov, slt Flkadov ,schaarenweise' ;
IL 2, 93; dg rwv fi&vea rcokka . . . iarixoovro FiXadov eig dyogi^v. Hes.
Werke 287 : rrjv fiiv toi xaxortjTa xal Ikadov %ü%iv iHa&aL ^tjiölwg.
Das alte anlautende / ergiebt sich deutlich - aus Hesychs Anführungen
vih)' ofirikog (wofür optiXog zu lesen sein wird) und ßeikagfiooTag ßeildgx^S
[elkdgxij'S ,Führer eines Beitergeschwaders' findet sich Plut TimoL 31, 3 ;
dafür UagxV'S Polyb. 6, 25, 1] TagavTlvoi. Damit aber wird die unmittelbare
Zugehörigkeit zu aligy alt ßdkig ,gedrängt, in Menge', ,genug' (1, Seite 305)
und lA-, alt ßelieXkeiVj Bit FeUeiv oder wohl richtiger fikkeiv (aus
*ßiij€iv) ^drängen, zusammendrängen' (1, Seite 464) im höchsten Grade wahr-
scheinlich. Es handelt sich dabei nur noch um die Frage, wie auf der
angegebenen Grundlage sich das gedehnte I entwickeln konnte. Da darf
man wohl vermuthen, dass fikrj in ganz ähnlicher Weise, wie zum Beispiel
ovAif, alt ßovkf (Od. 19, 391; 393; 507), äolisch wahrscheinlich */oiAa, ,zu-
geheilte Wunde, Narbe' aus älterem *ßolv7J (neben lat volnus- ,Wunde'
Enn. trag. 140; altind. vrand-s 'Wunde' Mbh.) hervorging, aus einem alten
*ßikv7] entsprang, dessen e sich wie in ^nno-g ,Pferd' (Seite 30) zu i ent-
wickelte und dessen Xv zunächst zu XI wurde, wie zum Beispiel in oXXv-
aiv ,es richtet zu Grunde' (1, Seite 532 aus *oX'Vvaiv\ also im Grunde
das selbe Suffix vt] enthält wie Sxvri ,Spreu', ,Schaum' (1, Seite 151). In
der Nebenform bUt] (Hdt 1, 73 ; 202 ; dXadov ,schaarenweise' (Hdt 1,172)
entwickelte sich der Diphthong aus positionslangem e.
tXiyyO'q (dafür iXiyy- Diod. 17, 97, 1), alt wahrscheinlich ßtXiyyo-g ,Wir-
bel, Strudel', ,Schwindel'.
Plut mor. 763, A: avafinqoov fifiäg, Iv olg fi naXri 2a7cq)af Xfyeij rijg
iQtü^ivrjg irciqfavelarig, vqv t€ qxavfjv XaxBO&ai, ifLoi q>Xiy€a^ai t6 adifjia
xal xaraXafjißaveiV (oxQOTtjTa xal nXcvov avrtjv xal iXiyyov, Plat Staat
3, 407, C: x€q>aX^g rivag aiel diaTdaetg xal iXlyyovg VTtOTtzevovaa xal
aiTiwfxevtj ix q)iXoaoq>lag kyylyvea&ai. Plat legg. 10, 892, E : ^uij drj axo-
Todivlav XXiyyov te vfiiv ifiTtoi'qaf] 7taQaq>eQ6nBv6g re xal igaitüiv cif;&€ig
Griechische Etymologie. 69
ovrag anonQlaeiov. Theophrast sagt: negl Wyytjv 1 : ol XXiyyoi ylvovrai
oTov 7; nvev^a akXoTQiov neql vrjv xeq^aXijv, rj vyQOTrjg neQitTw/nazixr]
ano TQoqr^g kvlag, olov rj toi oXvov rj xal äXkov vivog x^^^j V '^Q^'^ov
o%av xivff vig xvnkq) %rjv xeg^aXi^v. Diodor 17, 97, 1 : fieyakcjv de ^el&Qonf
€ig eva %6nov avQQaiJOvtaiy Xkiyyeg nokXai xal q>o߀Qal avvlaxavxo. —
Dazu: tXiyytaetv fiXL Schwindel leiden^; Ar. Ach. 581: vno %ov diovg
yaQ Twv ojtXuiv iXiyynH, Ar. Ach. 1218: IXiyyit!) xaga ki&t^ neTthjyfiivog^
xai OTioTodivicS, Plat Erat 411, B: äarteg xal tvSv vvv ol nokkol twv
aoq>wv, VTto %ov nvuva Ttegiargigfead-ai ^fjzovvTegj otcji i^ti %a ovra, ael
iXiyyidiai, Plat Phaed. 79, G: y ^pvx^ - - • nlavaTai xal TaQatTerai aal
ikiyyi^ äoTteg f^e&vovaa.
Bedeutet zuo&chst hSchstwahrscheinlich ,das Drehen^ und schliesst sich
an das ans feUaaeiv ^umdrehen, wenden^, med. ,sich wenden, sich drehen'
(1, Seite 478) zu entnehmende fei,- ,sich drehend Wegen der Entwicklung
des l ist tXfj ,Schaar' (Seite 68) zu vergleichen ; wie dieses ein eXkij zur
Seite hat, so begegnet auch neben tXiyyo-g ein gleichbedeutendes eXkiyyo-g
(Ap. Kh. 4, 142; Nik. ther. 247; al. 597). Dem Suffix nach vergleichen sich
^riQiyyo-g ,ein Fluss der nicht immer fliessf (Hesych: ^riqiyyoi' noxa^ol
[orx] ael ^iovreg), femer: nXaaxiyy- , Wagschale' (Ar. Frösche 1378; Plat
Staat 8, 550, E), fifiviyy- ,Haut, Hirnhaut* (Emped. 322; Arist Thierk. 1, 67;
3, 38), ^wfiiyy- ,Schnur, Faden' (Aesch. Pers. 461; Eum. 182; Hdt 1, 199)
OTQocpiyy ,Wirbel, Thürangel' (Eur. Phoen. 1126; Ar. Frösche 892), aal-
niyy- ,Trompete* (II. 18, 219; Aesch. Eum. 568), ar^Qiyy- ,Stütze' (Xen.
Eeitk. 1, 5), avQiyy- ,Eöhre, Flöte' (II. 10, 13; 18, 526; Hes. Schild 278).
tXv'g ,Schlamm, Bodensatz'.
IL 21, 318: TOT revxea xakd, ta Ttov fiaXa veio&i lli^VTig xelGe&* in*
IXvog x&LaXv^^iva. Hdt 2, 7 : A%yvnxog^ lovaa näaa vnTltj %e xa2
fwÖQog xal IXvg, Hipp. 2, 695 : xXv^eiv ovv XQ'^ idageoTigj] %fj IXvl %al
oivif fiiXavi, Plut mor. 602, D: 6 d' ^AXxixalwv IXvv veonayfj toi Idxe-
Xiüov nQoax^yvvvTog iTct^xrjaev. Arist gen. an. 3, 37 : äaneq yaq xal ol
olyoi Iv %alg dXiaig o^vvonai avoTQefcOfiivrjg tf^g IXvog,
Dunkler Herkunft Dem Suffix nach vergleicht sich iaxv-gy alt wahr-
scheinlich ßiaxvg ,Stärke' (Seite 57).
iXv&'q ,Schlupfwinkel' (Kallim. Zeus 25 ; ein Dichter bei Suidas : igneza d '
iXvolatv hi'AQvq>ev\ Nebenform zu eiXv6~g (siehe später).
tXvajrüBö^ai ,sich schlangenähnlich windend sich bewegen'.
Plat Tim. 92, A : %olg d ' cupqoveojdtoig aviüv jovraiv xal navtanaat
TCQog y^v ndv tb awfjia xaraTeivofiivoig dg ovdiv ^i nodtSv XQ^^^S
ovofjgj cTtoda av%d xal IXvanw^eva Inl yijg iyivvrjaav. Jos. jüd. Kr. 3,
7, 21 : IXvanw/iievog vno twv TQav/natwv fierd tov xgiov xarineaev. Jos.
Ant 1, 1,4: nodaiv re avtdv (d. i. tov oq>iv) anoOTegrjoag avQea&ai xara
trjg y^g iXvanwfievov knolrjaev (nämlich 6 &e6g). Plut mor. 576, B: iXv-
anujfiivovg nagd qyvaiv xal a^ia xa^nrofdivovg , oianeg al ^aXarxiai
axoXonevägai xaraniovaai %6 ayxia%gov Ixtginovaiv iavrag, Ael. n. a.
70 Griechische Etymologie.
9, 32: TO dk (nämlich tvttjvov) ikvOTtoifxevov elta fiivzoi dvaart^ avrrjv
(d. L ftoav).
Nächster Zasammenhang besteht wohl mit eUveaS^ac ,Bich winden, fort-
kriechen* (Soph. Phil. 291 und 701 ; Orph. Steine 134: etlvzo — nämlich
6 ögoMüßv — ök nvKvtjg, yvifimtov eincvxkwg ravafjv Qct%iy)y möglicher
Weise auch mit IXvg- ,sich andrücken^ sich anschmiegen, (? 1, Seite 483).
Das wahrscheinlich gedehnte l ist wohl zu beurtheilen wie in IXtyyo-g
,Wirbel, Strudel', ,Schwindel' (Seite 68) und ilij ,Schaar* (Seite 68), wie
denn auch die Schreibweise eikvaTtaa^ai (Etym. M. 299 , 55) begegnet
Im Uebrigen ist die Bildung nicht ganz verständlich. Ob man etwa For-
men wie ayoTtav ,liebevoll empfangen, bewillkommnen', ,lieben' (1, Seite
104) vergleichen darf? Anklang an Ofcaa- : andeiv ,ziehen, herausziehen'
{aftaa-adfievog Od. 10, 439 = 11, 230) wird auf Zufall beruhen.
IXk^eiv, alt wahrscheinlich FlXXeiv ,drehen, wickeln, umwickeln'.
Soph. Ant 340 : Fäv ag>d-LTOv Qxafxczav dnoiQverai (nämlich avd-Qia-
Ttog) IXXofxivwv agotgiav irog eig €Tog. Arist cael. 2, 13, 4: ivioi dk xai
xeifiivTjv irtl tov nivrgov (paalv avTrjv [d. i. y^v] ckkeaS-ai Ttegl tov did
najTog Terafiivov noXov, 2, 14, 1 : ol pikv avrrjv [d. i. yf/v] tv twv aargtjv
Ttoiovaiv, ol ö' inl TOV fiiaov d'ivxeg ikkead-ai xai xiveiad-at q>aat Ttegl
tov noXov fxiaov, Leonid. Tarant (in Anth. 9, 25, 4): aavigag . . . olaiv
ivagyfjg iklofievog xvxkoig ovgavog ivdiderac. Nik. ther. 478 : q>BvyB d'
ael axoXii^v %e xa\ ov ixlav drganog tXhav. Ap.Bh. 1,329: avzov d
Ikkofiivocg iftl XaLcpBatv . . . idgiowvTo, 1, 129: tov (d.i. ^(aov aygiov)
lihv . . . äeapiolg IXXofievov f^eydXwv dTte^rjxaTO vwTfav, 2, 1252 : yvla ttegl
OTvq>eXoZai ndyoiaiv IXXofiBvog xahiijiaiv dXvxroTcidrjac Tlgo/^rj&evg, 2,
27 : liwv . . . iXXofievog (,umringt') Tceg ofilXip tcSv fihv iV* ovx dXiyeu
Gehört ohne Zweifel zu dem aus iXlaaeiv ,umdrehen, wenden', med.
,sich wenden, sich drehen' (l, Seite 478) zu entnehmenden ßeX ,sich drehen'.
Die Entwicklung des I-Vocales vergleicht sich mit der von tXr] ,Schaar'
(Seite 68) und mehreren andern im nah Vorausgehenden genannten For-
men. Ganz ähnliche Verbalformen sind selten ; am nächsten zum Veigleich
steht TlXXeiv ,rupfen, ausraufen' (II. 22, 78; 406; 24, 711).
iXXdö' {iXXdg\ alt wahrscheinlich ßtXXdd- ,Strick'.
II. 13, 572: ßovg, tov t* ovgeat ßovxoXot cvögeg ßiXXdatv ovx k&iXovTa
ßLjj örjOavTeg ayovoiv.
Gehört zum vorausgenannten iXX-eiv ,drehen', wie ganz ähnlich zum
Beispiel unser Strick eng zusammenhängt mit OTgoyyvXo-g (,gedreht' =)
,rund' (Ar. Wölk. 751 ; 1127; Plat PhaeA 97, D). Das Suffix wie in Laxdd-
,getrocknete Feige' (Seite 56) und sonst oft.
iXXdö' (iXXdg), eine Drosselart
Aristoteles nach Athen. 2, 64 und 65 : Tgla äk yivrj xixXaiv IdgtaTOTiXrig
elvai latogei . . . rfjv ök Tgitriv iXaxlOTrjv Tixiv 7t()0BigT]fxiv(av ovaav iX-
Xdda [Arist. Thierk. 9, 96 aber ist überliefert: äXXrj d' rjv xaXoval Tiveg
Griechische Etymologie. 71
iXiada ilaxlorrj t€ vovtwv xal fjTTov TtoiKikrj] ovofid^eod-ai ' oi di xv~
Xdda kiyovaiVy wg 'Ali^avdgog IoxoqbI 6 Mvvdiog,
Etymologisch nicht verständlich.
iXXö-q, alt ßillo-g ^schielend'.
Ar. Thesm. 846: llXog yeyivrjfxai »ngoadonviv. — Dazu: iXXa Lv b lv
^chielen'; Hipp. 1, 267: -Acmov di tloI tklalvtav of^alfiog. Hipp. 3, 471:
Se^itp ilXaive.
Gehört ohne Zweifel zu IXk-eiv ,drehen' (Seite 70) und wird zunächst
^dreht, verdreht' (insbesondere von den Augen) bezeichnen. Das alte
anlautende / ergiebt sich noch deutlich aus Hesych's Anführung: ytlog'
IreQotp^akfÄog.
AI.
al ,wenn'; ,ob'; ,wenn doch'; dialektische Form. Bei Homer nur in Ver-
bindung mit unmittelbar folgendem xiv (xi) oder yag, letzteres bei Aus-
druck eines Wunsches, in welchem Fall ai betont wird.
Theokr. 5, 64: al Ijjg, xov ägwofiov ßmaxQriaoixeg, — IL 1, 128: cno-
vlaofiBv, al xi rcod-i Zeig dcTai ftohv TQipTjv ivvelxeov i^akaTtd^ai. H.
4, 170: ckkd [10 L alvov axog oi&ev Saaezaiy oi MsviXaFe^ a% xe &dvf]g.
IL 4, 353: Sxfjeai, ijv i&iki]a^a xal ai xiv roi rd fÄe/Ärjkf], IL 7, 387:
rivtiyei üqlapiog . . . Femi^iev, a% xi TtBQ vfifÄi q>lkov xal 'qdv yivoiro, —
IL Aj 249 : o^Qa ßldrjT ^ aX x ' vfAfiiv VTtiqaxj] ^ßt^a KqovLwv. IL 5, 279 :
vvv avT^ iyx^ifl TCBiQTiaoiiaL^ a% xb Tvx(OfÄi. — H. 2, 371: ai ydg, Zbv %b
TcdrBQ . . . TOioitot dhia fxoi ^vptcpQdöpiovBg bIbv *AxaiFmv. IL 4, 189: at
ydg dri ovrcog sir].
Etymologisch noch nicht aufgeklärt Die oft ausgesprochene Ansicht^ dass
al nur eine Nebenform von bI sei, ist durch nichts erwiesen. Der Gleichstellung
mit oskischem svai, gewöhnlich suae ,wenn' widerspricht, dass über 50
Stauen (IL 1, 128; 207; 420; 2, 72 = 83; 4, 249; 353; 9, 359; 5, 279 u. a.)
anlautendes / für al entschieden ablehnen, nur sehr wenige (IL 11, 791; 18,
180; Od. 2, 133; 22, 167) es zu fordern scheinen. Der Gedanke, dass in al
ein altes Ausruf wörtchen enthalten sei, ist ganz missrathen. Fick 1^, 521
hält al und bI für Locative des Belativstammes o- (1, Seite 492) , das
erstere der weiblichgeschlechtigen, bI aber der ungeschiechtigen Form. —
Einsilbige Formen auf aij die etwa zu vergleichen wären, sind val ,wahr-
lich' (IL 1, 234; 286), dal ,denn' in Fragen (IL 10, 408; Od. 1, 225 und 24,
299 nach Aristarch's Lesart; Eur. EL244; wo aber Nauck mit Seidler
d\ ai schreibt, und 1116) und xal ,und, auch' (IL 1, 9; 15; 17).
al ,ach', Ausrufwörtchen der Klage oder des Erstaunens. Gewöhnlich ver-
doppelt zu alal,
Al. Plut 706: al rdkav. — Theogn. 1341 : alalj Tvaiöog igtS d/vakoxgoog.
Aesch. Prom. 66 : alal, Jlgof^rj&Bv, acSv vrtBgarivw tcovwv. Pers. 258 : alal,
dialyBO&B, nigaaiy Tod' axog xkvovtBg, Soph. Ai. 430 ruft Aias aus: alaV
72 Griechische Etymologie.
%lg av noT ' ^e-S" ' dd ' kmivvpLOv rovfidv ^volaeiv ovo/ia toig igioig xo-
xolg. Antig. 1267: Iw jtal, viog vi(p ^vv fioQip, atal aial, U&aveg, dne-
kv^rjg.
dla ;Erde, Land^
II. 3, 243 : xovg 6 ' rßri naTex^f g>valKoog ala iv ^axedalfiovi av&i,
(plXrj kv nargldi yctljj. IL 8, 1 : ^ßwg fiiv ngoxonenXog iuldvato naaav
in^ alav. 11.13^4: Zevg ... naXiv rginev ooae q^aßeivvi, v6oq>iy ig)*
iTtnonoXüiv OQrjxdiv xad^OQWf^evog alav Mvawv t' dyxBfjLaxiav, II. 2; 162 s»
178: Iv Tgoifj dnoXovxOy q>lkr^g and nargldog aHr^g. IL 23, 327: eatrpiev
^vlov, avovj oaov %^ ogyvt\ v/cig cri'ijg.
Dunkler Herkunft. Nächstvergleichbare Bildungen scheinen yala ^Erde,
Land^ (IL 1, 245; 254; 270), ygala ,Alte* (Od. 1, 438; Soph. Trach. 870;
Herakl. 584) und fiala ,Amme, Mütterchen' (Od. 2, 349; 372; 19, 482; 500;
20, 129), letzteres auch als Eigenname Mala (Mutter des Hermes Hom.
hymn. Herm. 3; 89; 550; Tochter des Atlas, Hom. hymn. 18, 4).
aid^Biv ,wehklagen'; ,beklagen^
Soph. Aias 432: aiai' %lg av nor* ^€&^ cJd' iTtdvvfÄOv voifiov ^vvolaeiv
oyofia toig ifiolg xaxolg; vvv yag ndgeaiL xal 8lg aid^eiv Ifiol mal Tglg.
904: wg wde roid* ^ovrog ald^eiv ndga. — Aesch. Pers. 922 : ya d* al-
d^€c %dv iyyalav rißav Sig^<f xaTOfiivav ^'AiSov adxrogi Ilegaav.
Wurde in unmittelbarem Anschluss an ai-al ,ach' (Seite 71) gebildet,
wie zum Beispiel dkakd^eiv ,Erieg8geschrei erheben, laut schreien, laut
ertönen' (1, Seite 294) sich unmittelbar an den Ausruf aXaXal anschliesst
aiäviq- ,schmerzlich, leidig*.
Archil. Bruchst 38 : ngov-STixe naial öeiTcvov airjvig tpigiov. Find. Pyth.
1,83: and ydg nogog dfißXivei alavf^g taxelag Ihtldag. Isthm. 3, 2: b%
xig . . . xoT^ft q>gaalv aiavrj xogov. Pyth. 4, 236 : ifißdXXwv t* iginkevgqß
(pv^ nivrgov aiavig. Isthm. 1, 49 : yaaxgl dh nag vig aiivvwv Xifiov aiavrj
rirarai. Aesch. Pers. 635 : fiov . . . livTog vd navaioX^ alavij üO'&goa
ßdyfiora, Pers. 940 : Yez ' aiavrj ndvdvgrov diad'goov avödv. Eum. 479 : .
X^gV ^^^ccv&ig log Ix g>govriindTwv nidoi neativ atpegrog aiaviig voaog»
Eum. 943: firjd^ axagnog aiavr^g iq>€gniTü) voaog. Eum. 416: fjfielg ydg
iofjiev wxTog aiavrj Tixva. Soph. Aias 672 : i^latarai dk wxrog aiavijg
xvxXog Tj X€vxon(üX(p qfiyyog ripiigff q^Xiyeiv, El. 506: wg ^fÄoXeg alavr^g
t^8e y^.
Etymologisch nicht verständlich; an unmittelbaren Zusammenhang mit
dem Ausruf dl ist schwerlich zu denken. Die Suffixform ist ungewöhn-
lich, begegnet aber noch in dem gleichlautenden aidvig^ ,immerwahrend^
(Aesch. Eum, 572; 672) und in caiprivig- ,deutlich' (Pind. OL 11, 55: aa--
(pdvig. Aesch. Pers. 634; 738).
aierö-q, alt aiFero-g ,Adler^; dann auch wegen der Aehnlichkeit mit
einem fliegenden Adler ,6iebel*; jüngere Form aero-g (Aesch. Prom.
1022; Pers. 205; Agam. 138; Ch. 247 und 258, falls hier wirklich schon
so zu schreiben ist; Arist. Thierk. 1, 28; 3, 65; 6, 37).
Griechische Etymologie. 78
IL 21, 252: IlrjkeFldrjg . . . aißerov oXfiaT^ ^wy fiikavog zov Äj^ryT^-
QOQj og ^' afia xagtiatog %b xai wxiatog Ttererjvwv. 11.24,315: Zsvgy
ceirUa d ' aiferov ^x€, Tekeiovatov neterjvwv, fi6Qq)vov ^^QrjTrJQ^, ov xal
TtBQxydv xakiovaiv. II. 8, 247: aizUa d^ alFerov rjKe . . . vißqov ^ovr*
ovvxBoaiy ThLog lXaq)Oio xaxelrig. 11.17,674: Ttdnoae nan%aLvu}v wg
r* aißerog, ov ^a re (paalv o^tatov öiQuea&ai inovQavluiv Ttererjvduv.
IL 22, 308: oi/ttjoev di faXelg äg z^ alßercg ixpiTtsn^ßeig, og t' elaiv
nedlovde dia vB(piu}y iQcßevvwv agna^tov r; ßagv* dfxaXr^v t] rcrdixa Xa-
ywfov. IL 12, 201: ogvig ydg ocpiv kjcrjl&e . . . aifetög hpcnhrjg Itt*
aQiOTBQct Xafov ißigywv. — Pind. Brachst 53: XQvaeai d* k^vn^qd'* ale-
Tov deidov KrjXrjdoveg. Ar. Vögel 1110: vag yoQ vfiwv oixlag Iqitpo^ev
nqog aejov.
Dunkeln Ursprungs. Die Suffixform wie in aq>vay€v6-g ,Schlamm (1,
Seite 158), 6%et6-g ,Graben, Wasserleitung^ (1, Seite 526) und noch manchen
andern Bildungen. Auffällig ist die Nebenform airjTo-g, die einige
Male (Pind. Pyth. 4, 4: xQvaiwv Jtog alriT(Sv ftageögog, Arat521: ov
fiijv alrjTov d^cofielgetai) begegnet Das alte innere / ergiebt sich aus
Hesychs Anführung aißetog' derog' IleQyalai. — Das jüngere äero-g
entwickelte sich aus aLFero-g in ganz der selben Weise wie zum Beispiel
dciiQ- ,Bruder des Ehemanns^ (Arkad. accent 20 , 1 1 : zd elg rjg d^vrova
. - . dar^Q . . .) aus älterem daißig- (— altind. daivdr- ,Bruder des Ehe-
manns' ßV. 10, 40, 2 und 10, 85, 46), welches letztere ohne Zweifel auch
noch die echte homerische Form (IL 3, 180; 6,344; 355; 14,156) ist
unter tXaio-v ,Oel' (1, Seite 481) kam schon ein ganz ähnliches Lautver-
hältniss zur Sprache.
aliv ,immer' (IL 1, 290; 494; 520; 3, 272; 5, 605; 701 ; 876), Nebenform zu
aUL (siehe Seite 77).
aiiXio-q jSchwager dessen Frau die Schwester der eigenen Frau ist^
Etym. M. 31, 23: aliXioi, ol ddekydg yvvatxag ^exovteg' ol dij avyye-
veig xaXovaiv atrag xai aeXlovg.
Dunkeln Ursprungs. Die Nebenform diXio-g (1, Seite 12) wird daraus
hervorgegangen sein, in der selben Weise wie zum Beispiel deL (1, Seite
23) aus aUl ,immer' (siehe Seite 77). Völlig dunkel ist auch eine an-
klingende Form mit anlautendem et bei Pollux 3, 32 : ol dk ddeXtpag yi^-
fjiavreg of^oyafißQoi fj oiyyaiAßqot tj fidXXov avyxrjdeatai (nämlich xaXovv"
tat), xal naqd %olg noirp:alg elXloveg.
aiiXovQO'^ ,Eatze', jüngere Form aiXovQo-g (Arist Thierk. 5, 10; 6, 184;
9,50; Kallim. Dem. 111).
Hdt 2, 66: noXXwv de iovtcov %wv ofxotQoq^uiv rolai av^QWTtotoi ^-
qIwv noXXi^ av btl rcXio) iylvero, ei ^t] naveXdfißave xovg aUXovQOvg
TOidde .... dn:dyovTai de ol aliXovgot dnod'avovtBg kg Igdg atiyag, ^vd-a
^dTCTOvrai tagixev&ivfeg, Ar. Ach. 879: xai pidv q>igia . . . ixly(J^g, eile-
Xovgwg, Ttixtldag. Anaxandrid. (bei Athen. 7, 300, F): tov aliXovgov xa-
xor %xovx^ idv ^idrjg xXaUig, (ydt <J* rjöiar' dnoxrelvag öigu).
74 Griechische Etymologie.
Enthält als Schlusstheil offenbar ovqi^ ,Schwanz' (II. 20, 170; Od. 10,
205; altind. vä'rors ßchwanzhaax' RY. 1, 32, 12; 1, 195, 4; dazu puru-
'Vä'ra- ,mit vielem Schweifhaar* ßV. 1, 119, 10), wie es zum Beispiel auch
enthalten ist in dem Fischnamen fxekav-ovQo-g ,Schwarzschwanz' (Arist
Thierk. 8, 28), in xol-ovQo-g ,mit verstümmeltem {x6lo-g IL 16, 1 17) Schwanz'
(Plut Flamin. 21: oqvcv vTtb yiJQutg dmfiva %ai xokovQov) und in dem
weiblichen %7t7t'0VQi-g ,mit einem Rossschweif versehen' (IL 3, 337 «=11,
42; 6, 495). Der erste Theil des Wortes aber ist nicht so deutlich und
die Annahme, dass darin eine Nebenform zu alclo-g ,beweglich' (siehe
weiterhin) enthalten sei, das Ganze also eigentlich ,mit beweglichem Schwanz
versehen' bedeute, erscheint all zu kühn.
"^aiövri ,das Begiessen, Anfeuchten'.
Wird entnommen werden dürfen aus a/ovocey ,begiessen. anfeuchten';
Hipp. 2, 152: -^eQfKp väavc aioväv mal q)aqfxaiiOLavv &€QfxalvovGi XQ^"
a&ai TtQoa&evoiaL, Hipp. 2, 576 : r^v ftYJkrjv nad'iivai xal avaazofiovvj xal
%ov öaKTvXov (aaavTfjjg aal aiovrjv (so Kühn und Ermer.); 2, 580: Tolg
aTQvq>volaiv aiovrjv (so Ermer.); 3,342: eußaXwv vi^v eÖQrjv dg (laXiata
aioväv (so auch Ermer.) vöuti -^cQfxcp. — Dazu: atovripLaT- , Anfeuch-
tung'; Eass. Dio 55, 17: ovx og^g oti xal ol iaxqol rag fikv xopLag mal
Tag xavaeig onaviiuiaza riac TtQoatpiQovaiv ^ %va fxfj k^aygLalvwaiv av-
T(JSv Tci voarifiara, roig de aiovi^fiaoi xal xoig rjrcloig (pagfiaxoig ta Ttlelw
fiaXd-daaovreg d^eganeiovai ;
Vergleicht sich seiner Bildung nach mit ayLüvrj ,Wetzstein' (1, Seite 36)
und neben ihm schon genannten Bildungen. Die zu Grunde liegende
Verbalform aber ist etymologisch noch nicht deutlich.
aiöXo-q ,beweglich'; ,bunt, mannichfaltig'. Die Bedeutung ist nicht überall
sicher abzugränzen.
IL 12, 167: oq)7Jyc€g ^liaov aioloi. IL 19, 404: Ttgoaiq)!] nodag aLolog
irtTtog. IL 22, 509: vvv de ak . . . aioXai evkai eöovrai. Od. 22, 300:
ßoßeg . . . zag (niv %* alolog olatgog iq)OQ^ri&elg kdovrjaev. H. 12, 208:
ßldov atoXov o(pcv xeifxevov iv fiiaaoiau II. 5^ 295: agaßrioe dk zevx^^
in avT(p aiola 7tafiq>av6ovTa. IL 7, 222: og Foi iTtoLFrjaev aaxog aiokov
iTtzaßoßeiov. IL 16, 107: 'efxnedov aikv ^e^fj^v aanog aioXov. Aesch. Sieben
494: liyvvv fiikavvav , alolrjv nvqbg ycaOLv, Soph. Trach. 11: ev zqloIv
lioQq>alaiv . . . aXXoz^ aloXog ägayccav ilinzog. Trach. 834: lov, ov $zexe
&avazo(;, izQeq>e d' atoXog dgaxaiv. Aias 1025: 7t (og a^ CTtoafcaaw tci-
xgov zovö' aloXov xvcidovzog. — Hom. hymn. Herm. 33: no&ev zode xa-
Xbv a&vgfia, aloXov oatgaxov] Soph. Trach. 94 : ov atoXa vv^ ivagt^o-
fiiva zLxzet . . ,"AXiov. 132: (xivei ydg ovz^ aioXa vv^ ßgozolaiv. Phil.
1157: xogiaai ozofia ngog xagiv i^ag aagxog aioXag. Pind. Nem. 8, 52:
fiiycazov d' al6X(p xfjevöec yigag dvzixazai. Aesch. Schutzfl. 327 : atoX^
av&gmTtüiv xaxa. — Dazu: aloXXeiv ,hin und her bewegen, drehen';
,bunt machen'; Od. 20, 25: dg ö* oze yaazig* dvrjg TtoXißog Ttvgog al&o-
fiivoLO, ifXTtXelrjv xviaarjg ze xal difiazog, Uv&a xai ev&a aioXX/]. — Hes.
Griechische Etymologie. 76
Schild. 399: ^iget . . ot' ofiq)ayc€g alollovtai (,bunt werdenO. Nik. ther.
155: akk(p d* lyx^oLOvaa korclg rtegifArjuea xvxlov Ttoixllov alokkei.
Steht mit seinem snffixalen -oAo, wie es scheint, ganz vereinzelt Viel-
leicht trifft die Yennnthung das Rechte, dass nächster Zusammenhang be-
stehe mit altind. diva- ,rasch' (KV. 7, 62 , 2 : sürja . . ,üd gas . . . aitagdi-
bhis diväis ,o Sonne, dn gingest auf mit den raschen Rossen'; dazu ai-
vorjä'- ,rasch gehend', RV. 5, 41, 16, von den Maruten; aiva-jävanr ,rasch
gehend', RV. 2,34, 11, auch von den Maruten gebraucht), Lauf, Gang'
(RV. 1, 158, 3: (ü'ras na dgma patdjadbhis diväis ,wie ein Held mit
fliegendem Gange zur Bahn [eilt]'). Dann würde altes *alF6ko-g zu ver-
mnüien sein.
atrito-g, dunkles Beiwort des Hephaistos.
Nur n. 18, 410: rj, xai a/r' mpLoS'itoio niXwQ aitjrov dviatt] x^^^^^»
Wurde schon im Anschluss an das auch dunkle ar^o-g (1 , Seite 16),
mit dem es nicht identisch sein kann, erwähnt
occor-, alt aißiiv- ,Lebenszeit, Leben'; ,Rückenmark' (wohl als Sitz des
Lebens gedacht); ,lange, unbegränzte Zeit^.
IL 4, 478 = 17, 302: pLtwv&adiog öi Fol aiFmv %7tU&" in" AlFavrog
/ueyadiifÄOO dogßi dafxivri, 11.9,415: el . . , inl ößrjQov di (jlol alFuiv
iaaerai. Od. 5, 152: narBlßero dk ykvxvg alfwv voatov oövQOfÄävip. Od.
18, 204: iVa ^ijx^r' odvQOfiivr^ %ata dvfidv alFdva (pd'ivvd'W, H. 5, 685:
tnetra jU£ nal Xlnot alFaiv iv TtoXet vfietiQjj, IL 16, 453: avxaQ inel
drj Tov ye Utvi] ipvxt] tc xai alfwv. IL 19,27: ix, d* alßdv niq)a%ai,
IL 22, 58: fitiSl . . . avzog di (piXrig alFcSvog dfieg&ijg, IL 24, 725: a/r'
alFmvog viFog uikeo. Hes. Bruchst 172, 4: og yi fie (xanqby s^xag ^eiv
aiwva ßloio. Aesch. Ag. 554: %lg öi tcItjv &eufv anavT* ani^fiiüv rov öi
alcüvog xQovov; — Hom. hjmn. Herm. 119: ßovg . . . xaiial ßake q>vaiooi'
aag' ... de* aliovdg t€ TOQi^aag tgyfff i^ igyov o/ca^e, Pind. Bruchst.
111: altav di dt' ootiuiv iQgala&rj. — Plat. Tim. 37, D: eincu d* BTtivoel
xivr^tov TLva aldivog noirjaat, %al diaKoafjKov afia ovgavov Ttoiel fiivov-
Tog atiSvog kv ivl xcrr' agiS-^ibv lovaav altav tov elxova, tovtov ov di}
Xgovov wvofioma/Ltev. Diod. Sic. 1, 6: ol fiiv . . . aTce^rjvavTO xal t6 yivog
Twv dv&gwTtiav i^ altSvog vTtdgx^tv, — Dazu: alwvto-g ,immerwährend,
ewig*; Plat Tim. 37, D (siehe so eben); Plat Legg. 10, 904,A: iTtetdi]
xareidev . . . avwle&gov di ov to yevofievovj dXX' ovx alwviov, ipvx^v xal
adfia, —
Lat aevo-m (dafür aevo-s Plaut Poen. 1187; Lucr. 2, 561; 3, 605) ,Lebens-
zeit, Lebensalter^; Enn. ann. 308: qvt tum vivebant homines atqve aevom
agitäbant — Dazu aetät- (alte Form aevität- Zwölftaf. 1 , 3) ,Zeitalter,
Alter'; Plaut Trin. 305: ab ineunte aetäte; — aeterno- (alte Form aevi-
temo- Varro L. L. 6, 11) ,immerwährend, ewig'; Plaut Capt 780: speröqve
mS ob hune nuntium aeternum adeptürum dbum,
Altir. äis (aus *aivestu] — jüngere Formen des und öis), (xenet disso
76 Griechische Etymologie.
»Zeitalter, Zeif (Zeuss-Eb. 30; 787); — kom, oys und huis ^Zeitalter^ (Zeuss-
Eb. 101).
Goth. aiva- oder aivi- (Nom. aivs) ,Zeit, Zeitalter, unbegränzte Zeit* ;
Luk. 16, 8: thai svmjus this aivis; Luk, 1, 70: fram anastödeinai aivis
,d7c^ altjvog^] Joh. 9, 32: fram aiva ni gahatisith vas; Kol. 1, 26: rüna
sei gafulgina vas fram aivam jah fram aldim ^dno %wv aiwvcjv xal anb
Tüjv yeveojv'. Math. 6, 13: in aivins ,€lg rovg aiolvag^ — Dazu: aiveina-
jewig'; Joh. 17, 3: so aiveino libains] — äjukdäthi' ,Ewigkeit'; Luk. 1,
33; Joh. 6,51 und 58: in äjuMüth. — Nhd. emg so wie auch ;e, ahd.
ioj CO, eig. ,eine Zeif , und w-ie.
Altind. ä'j'iis- »Lebenskraft, Lebensdauer'; ßV. 1, 24, 11: m4' nas ajus
prd matishis ,raube uns nicht das Leben'; RV. 1, 34, 11 : prd ajus tttrish-
tam jdehnt aus die Lebensdauer'; RV. 1, 37, 15: vigvam cid A'jus givdsai
,zu leben unsre ganze Lebensdauer'. — Dazu: djü- ,lebendig'; RV. 5, 60,
8: ägnai marüdbhfs . . . sdumampil)a . . . äjubhis ,Agnis, mit den Maruten
trinke den Somas, mit den lebendigen'. RV. 9, 67, 8: indt4^ indräja . .
Ajus pavatai äjdvai ,Indus leuchtet dem Indras, der lebendige dem
lebendigen'.
Das alte innere / ergiebt sich aus den Formen der verwandten Sprachen,
vom griechischen Boden aus aber durch den engen Zusammenhang mit
alel, alt alfel ,immer' (siehe Seite 77). — An Stelle des altind. ä'jtiS'
darf man ein älteres *Ai'VaS' muthmaassen, dessen va dort zu u verkfirzt
wurde, wie ganz ähnlich zum Beispiel auch dhdmtS' (RV. 6, 75, 2 ; 8, 66,
11) und dhdnvan- (RV. 2, 24, 8; 6, 75, 2) ,Bogen', rbhvr ,thatkräftig, rüstig'
(RV. 3, 36, 2) und die gleichbedeutenden f^hva- (RV. 6, 49, 9) und rlhvas-
(RV. 5, 52, 8), vidüS' ,kundig' (RV. 1, 71, 10; 7, 18, 2) und die Participial-
casus vidv&'n ,wissend' (RV. 7 , 1,24) imd vidvä'nsas ,wissende' (RV. 4,
36, 8; 10, 53, 10) neben einander liegen.
alib^ä ,Einrichtung um Körper in der Schwebe zu erhalten'.
Plat Phaed. 111, E: %av%a dh Ttdvra mvelv avta xal xaroi warceg alti-
gav Tiva ivovaav iv zfj yfj' eati ök aga avTtj ij aiciga dia q>vaiv toi-
dvÖ€ Ttvd, Legg. 7, 789, D : ndvtwv, oaa te vno iavTcSv rj xal kv aldgaig
rj xal xard &dXa%%av t] xal i(p ' %7t7CU)v oxovfißva . . . xiveixai. — Dazu :
aluiQBiüd'ai ,schweben'; Hdt7,92: aiyog öig^axa negl Tovg uifiovg
alwQevfUva. Hdt 8, 100: wg . . . ol xQiaoov eirj . . .rj avTov xaXaig ze-
kevT^aai %bv ßlov vtc€q fieydXcjv alwQfj^ivra. Thuk. 7, 77: vvv kv T(ß
av%(^ %ivdiv(fi Tolg q)avXoTd%oig aloiQoviiai. Plat Menex. 248, A : xal /ui)
IV aXkoig avd-gcifcoig alcjQelraij i^ cjv rj evTj xoTuiSg nga^dvrtjv TtXavdad-ai
fjvdyxaGjat xal tot ixelvov. — aiiogieiv ,schweben lassen, erheben';
Pind. Pyth. 1, 8 : alerog . . . . o di xvwaawv vygov vtüvov alwgel.
Nächster Zusammenhang mit deg-, alt wahrscheinlich dßeg-: äelgeiv
[dßeigeiv) ,aufheben', zunächst wohl ,schweben machen' (1, Seite 10), scheint
unzweifelhaft imd doch ist dabei das Verhältniss der Vocale schwer ver-
ständlich. Das ü) mochte sich etwa entwickelt haben wie in avagro ,es
Griechische Etymologie. 77
hing* (IL 3, 272), falls es in dieser Form wirklich richtig überliefert ist,
oder in tgwxccy ^laufen' (H. 22, 163; Od. 6, 318; neben rgixei ,er läuft' II.
23; 520), TQüßfcäv fWenden, verändern' (Od. 19,521; neben rgine ,wende'
IL 8, 399), aTQO}q>äv ,drehen' (Od. 6, 53; 17, 97; neben axQicpei ,er wendet*
n. 23, 323). Wie aber kam das i in die erste Silbe? Doch kaum durch
Uebertragung aus dem nachhomerischen Präsens aXqBiv ,aufheben' (IL 17,
724 schwerlich richtig überliefert; Aesch. Pers. 547; Ch. 496; Eum. 709)?
4zUi, alt aifel, oder aiiv, alt alFiv yimmer*, jüngere Form aeL (1, Seite
23), lakonisch aiig (Ar. Lys. 1267; — Ahrens 2, § 45).
IL 1 , 290 und 494 : ^bo\ alFiv iovreg, IL 2,46: eYXero dh OK^ntgov
TrccTQiüiov, a(p&iTOv atßel. IL 14,269: ^g alßkv ißilöeai rjfictTa narra.
IL 1,541: alFel rot q>Lh)v la%lv iftev ditov6ag>iv iovra TiQVTttadia q>Qo~
viovra dimC,i(xev. IL 13, 517: dri yag Fol %xbv xotov ifif^evig alßeL IL
5, 434: ßlevo d' aLFei AIvbLov xtelvai, IL 16, 107: o ö^ agiategov (Ofiov
haxfirev, ifinedov atßiv ^cuv amtog aiolov. IL 1, 52: atßei dh nvgal
v€KV€av xalßovTO ^afielai. IL 8, 342: ^'Et^twq wTtate . . . ^AxaiFoig^ aißkv
aTCOXTelvwv %6v dnlaTarov. IL 3, 408 : akX^ alßei Ttegi xeivov dl^ve xal
fe qwlaaae. D. 19, 33: alFel r(f y^ iarai XQ^S %fi7tedog.
Das alte innere / ist inschriftlich (kyprisch allel Collitz 1, 30; phokisch
alFH Collitz 2, 74) bezeugt; nächster Zusammenhang mit aktiv- ,Lebens-
zeit, lange unbegränzte Zeit' (Seite 75) nicht zu bezweifeln. Doch aber
sind die Formen nicht nach allen Seiten deutlich. In atel liegt wohl der
Locatiy eines alten *alog- ,lange unbegränzte Zeit' (?) oder auch eines ad-
jectiyischen "^aiig" ,unbegränzt lange während' (?) vor , welches letzteren
ungeschlechtige Form dann noch in alig vorliegen könnte. Am wenigsten
verständlich bleibt die Form ativ^ das man kaum mit einem adjectivischen
aqaev- ,männlich, (1, Seite 284) wird vergleichen dürfen. Adverbielle For-
men auf -cy sind abgesehen von denen auf ^£r, wie Tto&ev ,woher' (IL
21, 150; Od. 1, 170) überhaupt ungewöhnlich. Es kann dabei noch her-
vorgehoben werden^ dass die Form aliv metrisch gar nicht gesichert ist:
sie kann überall durch aUl ersetzt werden.
nXnaXo'q ,Schmeichler^.
Hesych: aiyLaXog' y^Xa^. — Dazu: at%aXXeiv ,schmeicheln' ; Eur. Andr.
630 : hißaXwv ^lq>og q)£krjf4, ' löi^o), ngodÖTiv alxakkwv xvva. Ar. Ritter
48: VTtOTtBOwv %bv deGrtoTrjv fjiiaXk\ kd-wrcev^ htokcmev^, k^rjTcara HLoauvk-
fiotloig axQOiai, 211: ra fikv Ijoyi aUakXei pte, Thesm. 869: aXk^ waiceg
aUaXlei ti xagölav ifii^v.
Das Suffix wie in anako-g ,zart, weich, (1, Seite 64), doch in der Be-
tonung abweichend. Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht
gefunden.
€E(x^$- ,unziemlich, schmählich'.
Aesch. Prom. 472 : Ttinov&ag aixkg Tt^f^a. Soph. EL206: tovg Ifiovg
Xde ftarfjQ d-avätovg alxelg didvfiaiv x^^QolV"
Durch Yocalvereinigung aus älterem dixig- hervorgegangen, wie es
78 Griechische Etymologie.
noch bei Homer (II. 22, 336: ae (xlv xvveg ijd* oiwvol khufiaova^ aßiyuSg)
in der zugehörigen adverbiellen Form erscheint Daneben begegnet in
der selben Bedentang häufiger aeixig-, alt aßeixig- (IL 1, 341; 398; 456
und sonst; — Aesch. Prom. 97 ; 525; 1042). Zu Grunde liegt ihm U-j alt
/£x-: Perfect loixa, alt FiFoixa ^ch bin ähnlich, gleiche', ,ich bin ange-
messen, gezieme' (Seite 22).
aWXo'Vf Benennung einer Mahlzeit bei den Lakonen (Epichaxm. bei Athen.
4, 139, B).
Ging mit der selben Vocalvereinigung, wie sie so eben noch in a^x4'- ent-
gegentrat, aus älterem Sixko-v (1, Seite 20) hervor.
aistöko-q ,Ziegenhirf.
IL 2, 474: wg r' ainoXta 7tXa%iF* aiywv airtoXot avdgeg ßgela dientet'
viüoiv. Od. 17,247: tov ö^ ovtb rtQoaißeiTte MeXavd'iog alrcoXog aiyojv.
Als erster Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes ist schon von
den Alten aiy- ,Ziege' (siehe Seite 81) erkannt Da das Griechische die
Lautverbindung x^r, ausser nach Ausdrängung des Zischlauts wie zum
Beispiel in hLTtsas ,es fiel heraus* (IL 2,266; 3, 363; aus *€xa-7teo€)j nicht
leidet und noch weniger yrt, so konnte aus einem muthmaasslichen alten
*aiy-n6Xo-g nicht wohl etwas anderes werden als alrtoXo-g, mit völligem
Verlust des y^ wie er sich ganz entsprechend im Griechischen allerdings
sonst nicht zu finden scheint — Der Schlusstheil des Wortes ist offenbar
der selbe wie in oto-noXo-g ,Schafe hütend* (Hom. hymn. Herm. 314: ^Eq-
firjg T^ olonoXog) und in dem homerischen: hcTto-noXo-g ,mit Pferden sich
beschäftigend, Pferde pflegend' (IL 13, 4; 14, 227), oLmvo-noXo-g ,mit Vö-
geln (d. i. mit der Deutung ihres Fluges) sich beschäftigend* (IL 1, 69; 6,
76), oveiQo-TtoXo-g ,mit Träumen (d. L ihrer Deutung) sich beschäftigend*
(IL 1, 63; 5, 149), dixac-noXo-g ,mit dem Rechtsprechen sich beschäftigend*
(IL 1, 238; Od. 11, 186), ^aXaiAYi-noXo-g ,mit dem Gemach (IL 3, 142; 14,
188; 17, 36) sich beschäftigend, das Gemach besorgend* (Od. 7, 8; 23, 293),
axQo-TtoXo^g ,in der Höhe sich befindend, hochragend* (IL 5, 523 und Od.
19,205 von Bergen), olßo-rcoXo-g ,einsam gelegen* (IL 13, 473; 19, 377;
24, 614) und den in der Betonung abweichenden äfAtpl-noXo-g ,um (je-
manden) sich aufhaltend und beschäftigend, Dienerinn* (H. 3, 143; 422; 6,
286) und tgl-noXo-g ,dreimal gepflügt* (IL 18, 542; Od. 5, 127), und dieses
-TtoXo-g schliesst sich ohne Zweifel unmittelbar an niX-etv oder niX-ea&ai
,sich bewegen, sich aufhalten, sein* (IL 3, 3: ijvre tvsq xXayyrj yeqavuiv
TtiXei üvgavo&i ngo. Od. 13, 60: yfigag . . . xai d^avatog^ za t* in^ dv-
d'Qwnoiat ftiXovTai). Dass in ihm aber das anlautende n sich aus guttu-
raler Grundlage entwickelte, macht das sieher auch hierher gehörige ßov-
'XoXo-g ,Rinderhirt* (IL 13, 571 ; 15, 587; 23, 845) ganz deutlich, da in ihm
der innere Guttural in ganz ähnlicher Weise durch den dissimilirenden
Einfluss des anlautenden ß vor dem Uebergang in den Labial geschützt
sein wird, wie zum Beispiel das anlautende x von xoTtvo-g ,Bauch, Dampf
(IL 1, 317; 9, 243; aus *Aßa7tv6-gj wie litt Jcvä^pa-s ,Hauch, Athem, Duft,
Griechische Etymologie. 79
Ansdünstnng^ zeigt) durch das hier inlautende n. So ergiebt sich un-
mittelbarer Zusammenhang mit lat colere ,bewohnen, bebauen, pflegen^
(aus *qvelere, wie noch das unmittelbar zugehörige in-qviUno-s ,Bewoh-
ner^ Cic. Phil. 2, 105; Plin. 21, 73, zeigt), wie er bezüglich der Bedeutung
im Griechischen deutlicher fast nur noch in Ableitungen oder Zusammen-
setzungen entgegentritt, wie Hes. Werke 462 : iaQi noXelv (arva colentes
Ovid. amor. 1, 13, 15), Aesch. Pers. 307: vrjoov ^iavrog noXel QiominiJms
. . . qvi häs noMscum terräs colunt Cic. nat d. 2, 164), Od. 24, 257 : zev
d* oQx^^ov afiq)inoi.€V€ig'j {coluit hortös Ovid. met 14, 624).
aiütC'q ,steil, jäh abstürzend, plötzlich', ,schwierig'.
n. 2, 603: OL d^ ^ov '^Qxadlrjv vno KvkX'qvtjg oQog alnv. IL 2, 811 :
la%i de Tig nQonaqoi&e itoXiog alnBla nolvivrj. Od. 3, 293: eart 6i ng
kiau'^ ainela re eig aXa TtitQTj, IL 2, 538: ot d\ . . ^ov . . . z/iot; t' at/iv
TttoXled-Qov. Od. 11, 278: axpafiivrj ßgoxov atnvv aq>^ vipriXolo f^ekd&QOv.
H. 11, 174: TT] di t' i^ avaq>aiv€Tai ainig oXe&Qog. IL 17, 365: f^if^-
vtjyro yaq alßel dXhrjXoia* dv^ oixiXov dXe^ifievai q>6vov alnvv» IL 15,
223: dXevdfÄBvog xoXov alnvv fi(xi%BQOv. — IL 13,317: aLnv Foi iaaeirai
. , . rijßag hinQrjaai. IL 11,601: eiooQowv novov alnvv iwxd %e dax-
QvoFeaaav.
Dunkler Herkunft Das Suffix ist das selbe wie in w-Av-g ,schnell (1,
Seite 642) und zahlreichen anderen adjectivischen Formen.
al^a ,schnell, sogleich^
IL 5, 242 : alxjja ök Tvöeßlörjv finea nzBQoFevta TtQoarjida. IL 2, 664 :
altpa (Se r^fag enTj^e. IL 4, 70: alipa (idX^ ig azQatov iX&i. IL 19, 317:
itvrdg hl xXialj] Xagov noQct delnvov Mx^tjuag alipa xal orqaXiwg. IL 1^
303: alrpd toi alfta TteXaivov igtoßriOei negl dcgfi. IL 23, 155: el fii]
^AxiXXivg alxf/ ^Ayaixifivova Feine nagaatag.
Wird gemeiniglich als unmittelbar zum vorausgehenden gehörig ange-
sehen; damit aber ist die Form durchaus noch nicht erklärt. Adverbielle
Formen auf aa scheinen sonst nicht vorzukommen. Handelt sichs etwa
um die ungeschlechtige Pluralform eines Adjectives, das sich vergleichen
lassen könnte mit ya^xjjo-g ,gekrümmt' (Ar. Wolken 337 ; Arist Thierk. 9,^
232. — Bei Homer in ya/np-üiyvx' ,niit gekrümmten Krallen* IL 14, 428
= 22, 302; Od. 16, 217) und xofixpo-g ,ge8chmückt', ,fem, witzig, schlau*
(Ar. Wesp. 1317; — Eur. Schutzfl. 426; Rhes. 625; Ar. Wolken 649; Vögel
195)? — Das unmittelbar zugehörige alxptiQo-g ,eilig* (IL 19, 276 — Od.
2, 257 ; 4, 103) hat ein auffällig ähnliches Abbild in Xatif/r]g6-g ,schnell^
(IL 10, 358; 14, 17; 21, 264; 278), das die Etymologie aber auch nicht weiter
aufhellt
airieiv ,bitten*.
Od. 9, 354 : ßrjaaTO d ' alvwg ßrjdv norov nlvwv, xal fi rJTee devregov
atrig. Od. 17, 365: ßf^ d' ifiev aln^awv ivdi^ia q>wTa Finaarov. IL 5,
358 : noXXd Xiaoofiivt] xQ^^^d^nvxag jj^eev innovg. IL 22, 295 : rjxei fiiv
doQV fxanQOv, IL 6, 176: xai toxe fitv igieive xal fjtee aijfia ßidia^ai.
80 Griecbische Etymologie.
Od. 3, 173: ijtiofiev ök &kov q)rjvai rigag. Od. 18, 49: ovdi tiv^ alkov
mwxov ^aw ^layead'ai ißaao^ev alnjaovra.
Die zunächst zu Grunde liegende Nominalform scheint erhalten zu sein in
dem offenbarparticipiellenl'^-atTo-g^auserwählty vorzüglich^ (IL 12, 320:
JFolvov 6^ ^^aiTov fieXtfridia. Od. 2, 307: vij^a nai k^alTovg sgiraQ. Od.
5, 102 und 19, 366: i^airovg exaTOfxßag^ wobei allerdings die Verschieden-
heit der Bedeutungen ,W&hlen' (,NehmenO und ,bitten' doch auffällig bleibt
Weiterhin hat man Zusammenhang angenommen mit ai-wrai ,er nimmt,
er fassf (Od. 14, 144; ai-vvTo ,er nahm, ergriff IL 11, 580; 13, 550; 15,
459) und mit al-gei ,er nimmt, er erfassf (H. 3, 446 — 14, 328; 11, 89;
17,67; dazu i^-algero-g ,au8erwählf IL 2, 227 ; Od. 4, 643) und lat ae-
-niscärej betteln (Gell. 9, 2, 8 ; Fest. : aeniscäre . . .id est pecüniäs colligere),
der formell wohl möglich sein würde, im Einzelnen aber doch noch genauer
begründet werden müsste. Der Zusammenstellung (bei Fick 1^, 345) mit
altind. jäc ,bitten' (RV. 9, 78, 3: jacantai sumndm pdvamänam ,8ie bitten
um Gunst den hell strömenden' — Sömas — ) fehlt der bestimmtere Nach-
weis, dass anlautendes a/- altem ja entsprechen kann.
«trrco-$ ,schuldig'.
IL 3, 164: ov xL fioi altlt] iaal, &boL vv fioc aXtiol elaiv. IL 19, 410:
ovdi TOI rjfieig qXtioi, akka S'cog t€ (liyag mal fiolga mgatanq. Od. 22,
155: avxog iyw rode y' ^f^ßgorov, ovdi rig aklog airiog. — Dazu: a«-
rla ,Schuld, Grund'; Find. OL 1,35; larc 6' avdgi (pafzev ioiiadg dfiq)l
datfiovtov xorAa* fxelwv ycg ahia, Nem. 10, 11: el di Tvxf] vcg igdofv,
fxellipgov^ alvlav ^oalai Moiaav ivißalev, Aesch. Eum. 579 : atrlav d*
^0) fijg Tovde firjrgdg tov q>6vov. 99: %x^ (leyLaTtiv aivlav xelvwv vrto.
Da vor dem t des Ableitungssuffixes lo (und la) der harte Dental in der
Hegel in den Zischlaut übergegangen ist, wie in hiavaio-g ,jährig, ein Jahr
alt' (Od. 16, 454; zu iviavTo-g jJahr* 1, Seite 411), nXovaio-g ,reich' (Hes.
Werke 22; Soph. Kön. Oed. 455; zu nkovro-g ,Reichthum' IL 1, 172; 2,
670), oyvmaia ,Unbekanntschaft' (Thuk. 8, 66, 3; Eur. Med. 1204; zu 5-
yvuno-g ^unbekannf Soph. Eon. Oed. 58), daneben in manchen Fällen aber
auch das % sich unversehrt erhalten hat, wie in axoTio-g ,dunkel, heim-
lich' (IL 6, 24; zu axoro-g ,Dunkelheit' IL 4, 461 ; 503), v6tio-g ,na8S, feucht*
(IL 11, 811; 23, 715; zu voro-g ,Süd Westwind', eigentlich Feuchtigkeif IL
2, 145; 3, 10), fiazlrj ,vergebliches Bemühen' (Od. 10, 79; zu ^arrjv ,ver-
geblich' Hom. hjmn. dem. 308), so würde zunächst der Grund solcher ver-
schiedenen Behandlung zu untersuchen sein, also auch zu prüfen, warum
aiTio-g und aiTla ihr inneres t unversehrt bewahrten. Lag der Grund
etwa nur darin, dass man eine Verwechslung mit ataio-g ,zum Glück ge-
sandt, günstig* (IL 24, 376; Find. Pyth. 4, 23; 197 und Nem. 9, 18; zu alaa
,Geschick' IL 3, 59; 15, 209) zu verhüten suchte? Besteht möglicher Weise
naher Zusammenhang mit goth. aithor ,Eid' (eigentlich , Verpflichtung' ?
Math. 5, 33; 26, 72; Mk. 6, 26; Luk. 1, 73; dazu uf-aithja- ,durch Eid ver-
pflichtet' Nehem. 6, 18), nhd. IM? Weiterhin wird Zusammenhang be-
Griechische Etymologie. 81
«tehen mit altind. dirias- ,Frevel, Sünde, Schuld' (ßV. 1, 189, 1; l, 203, 10;
7, 58, 5; 10^ 132, 5), in dem das nas ebenso suffixal ist, wie zum Beispiel
in dpnas' ,Werk' (RV. 1, 113, 9 und 20).
«fy- (al'D ,Ziege, Ziegenbock*; Name eines Schwimmvogels.
IL 3, 24: evQ(bv rj ikaq>ov xcQaßov rj ayqiov alya. 11.2,474: äg t'
atnoXia rcXaxif alycSv atnoXoi avögeg ßgela diaxgivwaiv. 11.9,207: ev
d' aqa vunov Hd-rjx^ oßiog xal nlFovog aiyog, IL 10, 486: wg dk Xiwv
fiijloiOiy darjfiavToiaiv in^Xd-dv^ aXyBatv rj öFLeaai, IL 4, 105: iaiXa to^ov
iv^oov l^dlov alybg dyqiov, ov ^a uox* avrog . . . nirQ'qg ixßalvowa . . .
ßeßXrpiLei, Od. 9, 118: iv d' alyeg dnetQiotaL yeyaaaiv ayQiai, Od. 9, 124:
rijaog , . . ßooxei di re firjxadag alyag. Od. 14, 106: rwv aLFel aq)i /«-
xaaxog in^ fifiati (jltjXov dyivel, tatQBq)iu}v aiyaiv dg Tig q>alv7jtai agi-
o%og. Od. 14,50: iavogeaev d^ iTtl diqiia Fiov^döog ayglov aiyog. Od.
14, 530: dv dk vdxrjv iXer^ aiyog ivxQBcpiog fieycXoio, Od. 17, 295: xvwv
. . . *'AQyog . , . Tov öi ndqoid'ev dylveaxov vißoi avögeg alyag in * aygo-
tigag, — Arist Thierk. 8, 49: twv dk areyavoTtodwv Ta fxkv ßagvtega
jtegl ftorafiovg xal Xtpivag iavlv, olov xvxvog . . . %ti x^)v, xal 6 juix-
gog xriv 6 äyeXalog, xal xrivaXwTtri^ xal a%^ xal fcrjviXotp,
Armen, aits ,Ziege' (Hübschm. Arm. St 18).
Ungewisser Herkunft Vielleicht im Grunde dasselbe mit dem folgen-
den. Aus Zusammensetzungen wie atyl-ßoro-g ,ziegenemährend' (Od. 4,
606 von Ithake; damit zu vergleichen Od^ 9, 124: vrjaog . . . ßoaxei di te
fiijxadag alyag), aiyi-ßdrrj'g ,ziegenbespringend* (Find. Brachst 201 : ai-
yißatai . . . rgdyoi), aiyl-Ttod- ,ziegenfüssig* (Hdt 4, 25) und anderen scheint
sich als ältere Grundform ein *aiyi- zu ergeben.
«Fy- (ai'f) ,WeUe'.
Artemidor Oneirokrit 2, 12: xal ydg rd fieydXa xvfiata alyag iv xfj
avnjd^elif Xiyofiev. Hesych: alyeg' rd xvfiata' dugulg (MSchmidt be-
zweifelt die Richtigkeit dieser Namensform).
Gehört möglicher Weise zu altind. aig : digati ,er bewegt sich* (RV, 5,
78, 8 : jdfhd vatas jdthä vänam jdthä samudrds digati ,wie der Wind, wie
der Wald, wie das Meer sich bewegt'; RV. 8, 6, 29: samudrdm . . . äva
pagati jdtas vipänds digati ,auf das Meer blickt er herab, von wo es
sich zitternd bewegt* ; RV. 4, 19, 6: dramajas . . . digat drnas ,du brachtest
zu Ruhe die sich bewegende Fluth*; RV. 5, 78, 7: jdthä vd'tas pusUkari-
ntm sam-ingdjati sarvdtas aivä' tai gdrbhas aigatu ,wie der Wind den
Lotosteich von allen Seiten bewegt, so bewege sich der Embryo in
dir*; RV. 1, 10, 2: jüthdina vrshnis aigati ,mit der Herde bewegt sich der
Widder'). Ausser diesen und dem gleichlautenden vorausgenannten Wort
findet sich im Griechischen kein einsilbiges Nomen auf aiy-.
aiyavirij Wurfspiess*.
Bei Homer 5 mal. IL 2, 774 — Od. 4, 626 = 17, 168: Xaßol dk nagd
ßgrjyfiivt d-aXdaarig dlaxoiaiv xignovro xal aiyavhjaiv livreg to^oialv t€.
IL 16, 589: daari d^ aiyavirjg Fgintj zavaßoio xitvxtai, rfv gd t^ dvfjg
Leo Meyer, Grieohisohe Etymologie. U. 6
82 Griechische Etymologie.
dqiif] fceigcifievog rj iv dFid^hp rjßk xal h moUfiip djjiay vno &viiOQai-
G%wv^ Toaoov ixciQTjaav TQweg. Od. 9, 156: avtUa xafinvXa %6^a yLoi
aiyaviag dokixctvXovg ell6fi€& ' Ix rqfciv, dia dh tqIxo xoafitj&ivreg ßcl-
kofiev' alxffa ö^ ^öunie d'eog f^evoßeixea &i^Qrjv.
Dunkler Herkunft Die Suffixgestalt ist ungewöhnlich; als ihr Schluss-
theil löst sich ijj ab, wie es schon in rjvoQir] ^Mannhaftigkeit, Tapferkeit^
(1, Seite 622) entgegentrat Vielleicht lag zunächst ein ^atyavo- (Schleu-
dern? Werfen ?0 zu Grunde, das sich seiner Bildung nach mit ogyavo-v
jWerkzeug, Werk' (1, Seite 571) würde vergleichen lassen.
aiyc6i>vxo-r, Name einer Pflanze.
Diosk. 3, 148: ki&6afC€Qfiov (,SteinasmG\ ein gemeines Unkraut), ol
öh atydvvxoVf ol dk i^tivvxov, ol di keovTiov . . . <pvXka ^€i ofioia eXatag^
ficcxQOTEQa di xal TtkarvTega, xai rd negi rov nv&fiiva kftl yrjg xei-
fieva . . .
Wurde offenbar aus aiy- ,Ziege' (Seite 81) und owx" ,Klaue* (1 , Seite
546) gebildet, so dass es zunächst ,ziegenklauig, ziegenfüssig' bedeutet
Adjectivisches atywvvx- ,ziegenfüssig^ gebraucht Leonidas (in Anth. 6, 35,
1) als Beiwort des Pan.
aiyibXio-q ,Waldkauz'.
Arist Thierk. 6, 38: 6 d^ aiywXiog (Andere Lesart: aiztükiog ,womit viel-
leicht noch ein anderer Vogel bezeichnet ist) xaXov^evog taxiv otb xal
TiTTagag (nämlich i^dyei veoTTOvg). 8, 39: zw wxTegivtSv %viot yafitpw-
wx€g eiaiv, olov . . . kXeog xal aiywXiog xal öxdxp, lovzwv 6* 6 (niv iXeog
fiell^tov dXexxgvovog^ 6 d^ alytiliog nagank'qaiog, dfi(p6tegoi dh &r]gevovai
zag xizzag. 9, 92 : atywhog d* itrzl wxzivofjiog xal fjfiigag oXiydxig (pal-
yezaij xal oix€i xal ovzog Ttizgag xal am^Xvyyag' ^ozi ydg di&aXXog {?\
ZTjv ök didvotav ßiwzLxog xal evfxrjxavog.
Etymologisch dunkel. Wurde seiner Bildung nach schon mit dem Vogel-
namen idüiXio-g (1, Seite 381) verglichen.
acycailö-s ,6estade^
Bei Homer viermal. IL 2, 210: dg oze xvfia 7toXvq)Xolaßoto &aXdaarjg
aiyiaXf^ fxeydXqj ßgifiezai. 11.4,422: wg ö^ oz* h aiyiaXip noXvFrixit
xvfxa d-aXdaorig ogvvz^ inaaavzegov ^€q>vgov vnb xivrjoavzog. II. 14, 34r
ov8h ydg ovo' evgvg neg k(ov idvvrjaazo ndaag aiyiaXdg vr/ag xaöieiv.
Od. 22, 385: üg z* Ix^ag, ovg d-' dXiijFBg xolXov ig alyiaXov TtoXirjg
hizood-e &aXdaor]g dixzvip IxFigvaav. Hdt 7, 59 : b 8h JogLoxog iazi
zrjg QgrjUtjg aiyiaXog ze xal neölov piiya. Thuk. 1, 7 : zwv 8h noXewv
oaac . . . i/r' avzoig zolg aiyiaXolg zelxBOiv exzlKovzo,
Etymologisch nicht deutlich, wie nah auch der Schlusstheil des Wortea
an dX-g ,Meer' (1, Seite 289) anzuklingen scheint und der erste Theil an
ol'y- ,Welle' (Seite 81). Ein etwaiger Vergleich mit tJTtlaXo-g ,Fieberfrosf
(1, Seite 609) fördert auch das Verständniss nicht
alyiö' (aiylg) ,Schild des Zeus^ der dann aber auch von anderen Göttern
Griechische Etymologie. 83
gebraucht wird; urspriinglich wahrscheinlich Bezeichnung der ,Stunn- und
Wetterwolke*.
Bei Homer 12 mal. 11.17,593: xo/ tor" aqa KQovldi^g Uer' aiylda
dvaatxvoßeaaav fzaQfjtaghjVj ^'idrjv dk xctzd vsq>i€aai xakvxfjev, aotQaipag
dk fiaXa iieyaV havnBj %i]v dk vlva^ev, H. 4, 167: %aae%at rjfiaQ ot' Sv
. . . Zeig di aq>iv KQovldtjg vtpl^vyog, aid-iQi valcav, aivog iTtiaaelrjOiv
igefivijv aiylda naaiv. II. 2, 447 : ^A^vri alyld^ %xova ' kgLtifiov, dyrJQaov
a&avdrtjv t€' ti^^ ixarov dvoactvoi nayxQvaeoi rjFBQi&ov%o^ navreg iv-
TtXeKieg^ hunofißoiog öh ßhcaarog' avv xfj natq>aaaovaa diiaavro laßov
*A%aiFiiv dxQvvova^ tivai. IL 4, 738: !/id7jvalrj . . . afiq>l d' aq^ wfioiaiv
ßaket* aiylda OvaoavoFBöOav dßeivijv, fjv nigi fikv navTiq q>6ßog laire-
g>6vünaij Iv d ' egig^ iv d' dkxi^, iv di XQvoßeoca ßiwxr, kv di tb roq-
yslr] xBq>aXri dßeivoio nehiQOv dßeivrj te OfAcgdri^ ve, Aißog zigag ai-
yioxoio. IL 21, 400: wg Feinwv (Ares) oirrjoe %a%' aiylda dvaaavoßBoaav
OfjiegdaiJriv (die von Athene gehalten wurde) ^ iljv ovdk JiJbg ddfÄvrjai
TUQOWog. Od. 22, 297 : di] tox i^&i]valrj (p&iolfißQorov aiyld* aviaxBv
vfpo&ev ig 6Qog>rjg' tcJv dk q>QivBg htrolrj'S'Bv, II. 15, 229: dlXa av y'
(o Apollon) Iv ;(6/^£aat kdß ' aiylda &vaaav6ßBaaav, Tfjv ^laX^ IniaoBluiv
ipoßiBiy r^Qwag i/^x^^^^^S' 11.15,308: Oolßog^Anokkwv ßBif^ivog äpiouv
vBfpilrjy, l^£ d* aiylda d'ovqtv dßBivTjv dfiq>tddoBiav agm^BTti', i]V aqa
Xaixevg "Hq>aiaTog Aifl dcJx£ q>OQrifiBvai lg (poßov avdQwv. 11.24,20:
IdTtokXüJv . . . nBQl d^ alyldi ndvra xdXvnxBv XQvaBlji, %va firj fj.iv dno-
dQvg>oi ihtvardl^wy. Aesch. Ch. 594: avBfjioivxwg alyldiov (,StttrmeO q)Qdaai
xoxav. Aesch. Eum. 404: iqXd'ov . . . TtzBQuiv Stbq ^oißdovaa %6knov ai-
yldog. — Dazu: aiyl-oxo-g ,die Aegis haltend* (zu vergleichen II. 2, 447:
A^vf] aiyld" %xovaa. H. 15, 308: IdnoXXiav ...^sd" aiylda. II. 15, 318:
oq>Qa fikv aiylda xBQolv 1^' drgifia Oolßog l^noXXwv. IL 15, 361 : udftoXXwv
aiyld' ix^^)i häufiges Beiwort des Zeus; IL 2, 375: dXXd fioi aiyloxog Kgo-
V lirig Zeig aXyB^ %dw%ev. IL 5^ 815: ^«or dvyarBQ Jißog a^/tox^eo (Athene) IL
15, 379: TgwBg d^ tag iTCv&orro Aißog xTvnov aiyioxoio, — xaT-acyld-
,pldtzlich hereinbrechender Sturm*; Aristmund. 4: twv yB fiijv ßialiov
nvBVfidrwv xaraiyig piiv iati nvevfia avw&Bv tvtctov i^alq>vr]g. L^onid.
(in Anth. 7, 273, 1): bvqov (ib tgrjXBla xai aijtiJBaaa xaraiylg . . . ißXatpB.
Perses (in Anth. 7, 501, 1): evgov x^if^^Qf'O^ ^^ naraiyldBg i^eavXiaav. Plut
Fab. Max. 12 : TtgovXByov vfjiiv noXXdxig vqv l/ri xdSv dxQoiv TavTrjv na-
^fiivTiv vBq>iXriv, ort fiBxa ^dXrig ntnk %al xaraiyldwv ofißgov ixQrj^Bi
Eajss. Dio. 74, 12, 5: ol fxkv nXelovg l^inXBvaav, rrjgi^aavTBg ^dXrjv xal
xataiylda. — xazaiyl^Biv ,daherstiirmen, stttrmisch daherfahren*; Aesch.
Sieben 63: (paq^ai noXiOfiay nglv xaraiylaai nvodg ^AgBiag. Aesch.
Bruchst 195: ngdriara fikv ßoqBodag rj^Big rcQog nvodg y iV* BvXaßov
axQOfißov xaraiyl^ovTa , ftrj o dvagrcacj]. Alexis (bei Athen. 8, 338, E) :
inav ydq htyBq>lag Äaratylaag tvxj] ig Tfjv dyogdv. — kn-atyl^Biv
.heranstBrmen, herandringen* (siehe besonders, 1, Seite 365).
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit
6*
84 Griediische Etymologie.
festgestellt Denkbar wäre ein solcher mit dem nnter aty- ,Welle* (Seite
81) angezogenen altind. aig : ixgaix ,er bewegt sich' (BV. 5, 78, 8; 8,6,
29), ebensowohl als mit altind. %ng : ingaü ,er bewegt sich' (Mbh.) ; Cans.
ingdjdti ,er setzt in Bewegung, er schüttelt (RV. 5, 78, 7; jdthä vä'tas
piishkarinim sam-ingäjati sarvdtas ,wie der Wind den Lotosteich von
allen Seiten bewegf ; BV. 4, 57, 4: gundm äshträm üd ingaja ,zum Gie-
deihen schwinge den Stachelstock*). — In aiyl-oxo-g hat der Mangel des
suffixalen d etwas auffälliges; er scheint auf eine alte vocalisch auslau-
tende Nebenform *alyi'' hinzuweisen; in ähnlicher Weise fehlt der Dental
in xagilen:- ,anmuthig' (II. 5, 905; 8, 204; 9, 599), das doch vom xaQix-
,Anmuth, Göttinn der Anmuth' (IL 5, 338; 17, 51) ausging.
alylö' (qiylg) ,Eemholz der Fichte'.
Theophr. Pflanz. 3, 9, 3 : irtel xa\ t^v aiylda vfiv xai.ov(4evrjv ^ di^leia
vijg Ttevxfjg %x^i' tovto d^ kavl %b iyxagdiov avzrjg. 3,9,7: ^et de,
wanBQ ri Ttevxrj rijv aiylda, xal ij kkart] %6 kevuov kovaaov xaXovfievov,
olov cvrtaxQoq>ov %fj aiyldij ttA^v to fihv kevKov 17 d* aiylg ^^oig dia
ro ivöqdov.
Dunkeln Ursprungs. Für etwaige üebereinstimmung mit dem voraus-
gehenden bietet die Bedeutung des Wortes keinen Anhalt
aiyi'd'aX6'q{oA%r aLyL9'aXo-gj auch aiytd'aXXo'-g oder aiyl&aXlo-g
geschrieben) ,Meise'.
Arist. Thierk. 8, 40: ra di axwXrjxoq>aya, olov anl^a . . . alyi&aXog' ia%i
dk TcSv alyi&aXwv eXöt] tqIo, 6 fihv Ofti^lzrig (,Eohlmeise') fiiyiarog — Man
ycQ oaov anl^a — . ^CQog 6' ogeivog (,Schwanzmeise') dia t6 diarglßeiv
h Tolg oQBOiv, ovgalov fioKQov ^(ov* 6 dk Tglrog (,Sumpfmeise') ofioiog
fxhv vovxoig^ dtaq^igei, 61 xara to fjtiye&og' Mazi yag iXaxiOTog. 9, 88:
6 d' atyid'aXog rixTei (ikv (po 7tXela%a, wg g>aalv. AJkaos Eom. Bruchst 3
(Eock): ioLuev alyl&aXXog dioKüiXveiv to ngayfia. Plut mor. 537, C: fiL-
aovai J' cXXrjXa xal otTtex^cvovxai nal noXefiovaiv waneg aOTtelOTovg
Tivag TtoXifiovg . . . alyi&aXXol xal axavdvXXldeg,
Etymologisch dunkel. Ob etwa mit dem folgenden zusammenhängend?
atyi^'O-^ Name eines nicht genauer zu bestimmenden Vogels. Daneben be-
gegnet die Form aiyiv&o-g.
Arist Thierk. 9, 14: alyl&ip di xal ovw noXe^iog die %6 nagiovra xov
ovov xvrjd'ead'ai eig Tag axav&ag xa ^Xxr]' dia xe ovv xorko^ xav öyxij'
orjxaiy ixßdXXei x^ i^a xal xovg veoxxovg. 9, 89: 6 d' aXyi&og evßloxog
xal noXvxexvog, xbv dk noda x^^og iaxiv. — Opp. ixeut 1, 10: fiiaovai
xovg ovovg ol aXyiv^oi, xav ijtl q>vxov xaXiag ovarjg alylv&ov xqiqxavxai
veoxxol, x(p divdgip nXrjauaag ovog dvaigel navxag avxoifg xal dyxrjcd-
/Äsvog x^v xvovaav aXyiv&ov dfißXdaai rcouL
Dunkler Herkunft Der Bildung nach schemt X4xi&og JBidotter^ (Hipp.
2, 870; Arist Thierk. 6, 29) vergleichbar, bezüglich des suffixalen iv&o
aber igißivd'O'g ,Eichererbse' (1, Seite 438) und neben ihm Genanntes, so
wie weiterhin auch 7telgiv&- ,WagenkorV (IL 24, 190; 267; Od. 15, 131).
Griechische Etymologie. 85
aiyiXo-g, Name eines Erantes.
Theokr. 5^ 128 : Tal (xkv ifxal xvtigov %b %a\ aXyikov alyeg Mdowi.
Offenbar in nahem Znsammenhang mit aty- ^iege' (Seite 81) gedacht
Dem Snffix nach vergleichen sich, von der Betonung abgesehen, die Yogel-
namen ogxli'O-g, vielleicht ^Zaunkönig' (1, Seite 575) und rgoxl^o-gj eine
Art Eibitz (Hdt2, 68; Ar. Vögel 79; 80), ausserdem zum Beispiel noch
vavTlko'Q ,Schiffer* (Aesch. Prom. 468; Ag. 631; 899).
aiyiXo>üt' {alyLXu}\p) ,eine Grasart, Hartgras^. Daneben vereinzelt aiyLXon-
(Nik. iher. 857).
Theophr. Pflanz. 8, 7, 1: ^ yaQ daavrrig aal rolg (d.i. g>vkXoLg) %ov
aiylXionog VTtaQX^iy olk* iiig)avrjg ylvetat iTtl %olg tov alyli.(anog %ov
f^fog, 8, 8, 3: 6 alylkw^ doxel fiakXov iv Taig TiQi&aig, 8, 9, 2: tcJv de
o^oiOTtvQWV xal ofioioxgld'üfv^ olov ^eiäg, Tlg>rjg, okvgag, ßgofiov, alyL-
katnog, iaxvQorctrov xal f^aXlara xoQTtc^ofievov i^ ^eid . . . . o d' alylkwxp
xal 6 ßgofiog äaiceg oyQt' arra xal dvrjfieQa. Diosk.4, 137: alyllu^p
. . . ßoraviov lari q>vkXa TtvQtfj fyov ofJiot,aj fiakaxwreQa di, in axQag
öi %rig ii€<pakTJg xagnoig %xov Iv ß! ri y iXvTQOig, iq>^ (Sv a&igsg olovel
TQlX^g hineqwTiaai, Nik. Iher. 857 : Xa^eo • . . afifjiiya d* aiyiXortog %b
XbXiöovIov TS nixrjXa,
Etymologisch nicht verständlich. Vielleicht steckt im ersten Theil aly-
(alyi-) jZiege* (?); der Schlusstheil aber könnte möglicher Weise Xcinfj
,Hü]le, Gewand' (Od. 13, 224; Hesych führt auch ein einsilbiges Xwxp'
xi^f^vg auf) enthalten oder etwa auch zu Xin-eiv ,abschälen', ,essen' (II.
1, 226; — Antiphan. bei Athen. 4, 161, A) gehören. In letzterem Fall liesse
sich mhin" ,Dieb' (Hdt 1, 41 ; Eur. Bhes. 645; 709) neben yLU7t'%eiv ,stehlen*
(IL 5, 390 ; 24, 24) vergleichen.
aiyiXiojt' (atylXwxp) ,eine Eichenart, an der oft ziegenbartähnliche Flechten
herabhängen'.
Theophr. Pflanz. 3, 8, 2: ÖQvog &n . . . . yivrj fjikv ovv ol (jilv TSTTOQa
jcoiovoiv Ol öi TtivTB . ... (ig d* ovv ol negl %7]v *'lörjv äiaigovai vad'
ko%l Ta eXdri' '^fÄcglg, alylXwxp, 7cXaTvq>vU.og ^ q>r]y6gy aXlg>Xoiog . . . ndg-
ftifia (ikv Tcavta ' yXvxvTora ök rd Trjg q)rjyov . . • eaxcerov di aal niHQO'
Tojov ^ aiylXtJip.
Etymologisch von dem vorausgehenden wohl nicht verschieden. Ficks
{1\ 482) Annahme, dass der erste Theil des Wortes mit unserer Mchej ahd.
eihj übereinstimme, ist sehr bedenklich.
alylXio^' (aiylXw\p\ eine Augenkrankheit, ,Augenfisteh
Diosk. 1, 178: %wv de naXaiciv xagvfov %c ivrog yayygalvag xal av
d'Qaxag nal aiyiXtanag xal aXunexlag . . . iarai. 4, 71: azQvxvog . . . .
%d q>vXXa • . . xa^' iavrd dh kTtiti&ifjieva Xeia aiylXtjna d^eganevei xal
xeq)aXaXylay. Celsus med. 7, 7, 7 : etiamnum in angulo qm näribtis pro-
prior estj ex äliqvö vitio qvasi parva fistula aperitur, per qvam pttuita
assidui distillat: aiyLXwna Ghraeci vocant
Gehört wohl unmittelbar zu alyUcjic-, eine Grasart ,Hartgras' (siehe oben),
86 Griechische Etymologie.
von dem Dioskorides (4^ 137) unter anderem lehrt: S-egarctveL dk fj noa
fiera alevQOv xaranXaa&elaa alythinia (d. L alylkwTtag).
alylXut' (alyikltp)j dunkles Beiwort von Felsen, etwa schwer zugänglich^
oder ähnlich.
Bei Homer dreimal. IL 9^ 15 «= 16, 4: x^ifvi; fieXavvdqog^ ij tb xot*
aiylXinog ni^Qr^g dvofegov x^/€£ vdwg. IL 13, 63: wg %* XQr]^,..og
^d t' dft* alylXmog rcirgi^g Tcegifii^xeog agd^elg oQfiyaj} ftedloio dnaxi-
fiev oQveov äXlo. Aesch. Schutzfl. 795 : Tto&er di fioi yivoix' av al&iQog
^Qovog ... 17 kiaodg alylkitp ccTtQoadeiKTog ol6g)Q(av Tcge/^ag yvnidg ni-
%Qa. AntiphiL (in Anth. 7, 622, 1): Boqxog 6 ßovnoifitjy or* irtl ykvxv
xrjglov elQTtev, alylkiTta axolv(p nixQov ine^ofievog. — Als Eigenname
IL 2, 633: oi ^a . . . xai KQOxvkei^ kvifiovxo xal ^lylXma tQrjxeiav,
Dunkler Herkunft. Da das Wort zusammengesetzt zu sein scheint, hat
man an aiy- {alyi") ,Ziege' (Seite 81) als ersten Theil gedacht, aber die
Erklärung ,yon Ziegen verlassen^ {kiTt-'^ IL 2, 396: oxo7ciii(p' t6v d' ov
nore xvfjtara Xelnet» IL 5, 20 : änoQOvae kinwv rceQixakkia öLrpQOv), was
dann ,auch den Ziegen unzugänglich^ bedeuten soll, war sehr ungeschickt
und ist auch von niemandem genauer begrtlndet
oXyBiQo-q ,SchwarzpappeP oder irgend ein ähnlicher Baum.
IL 4, 482 : xaiial niaevy aXyeigog /cJg, f ^a %^ kv elafiev^ ^keog fieya-
koLO 7f eqwxj] keLFrj, dzaQ vi Foi ot,oi in* äxQoxavji TtetpvaaiV rrjv fiiv
i9' aQfioTOTcriydg avi^Q ai&oivi aidiJQfp i^itaii\ og>Qa FLtvv ycdfitpfj jtBqi-
xaXkii dlq)Q(p. Od. 6,239: rqaov in iaxori^gj 8&1 divÖQea ficatQa ne-
(pvxu, xkT^&Qtj T* aiyeiQÖg re. Od. 7, 106: GTQwqxjSaiv ijfievai, ola xb
q>vkka ficmedrljg alyelQoio, Od. 9, 141 : x^r/yi} ino anifeog' negl d* aX-
yeiQoi 7teq>vaaiv, Od« 10, 510: IWa . . . akaea nßQaeg>ov€lijgy ficacQai r '
aiyeiQOu Od. 17,208: dfiq>l d* ag* alyelgtov vöaTOTQ€g>io}v Sev akaog»
Dunklen Ursprungs. Den Lauten nach wäre Zusammenhang mit nhd.
Eiche möglich. Bezüglich der Suffixform vergleicht sich oveigog ,Traum-
bild' (1, Seite 546) und anderes neben ihm (zenanntes, insbesondere das
weiblichgeschlechtige fJTteiQo-g ,Fe8tland' (IL 1, 485; 2, 635; Od. 14, 97:
rjTtelQOio fiekalvrjg).
aiyvjtiö-q, ein nicht genau zu bestimmender krummklauiger RaubvogeL
IL 7, 59: ^Ad^valri %e xai . . ^Anokkiav i^io^v, ogviai ßeßoinoTeg al-
. yvTtioiaiVy q>rjy(fi iq)* v^kfj. IL 13, 531: inakf^evog, aiyvniog Fwg. H.
16, 428: oJ d\ wg %" alyvmol yafixpwvvx^g dynvkoxeikat nizqrj iq>* v^Tjkfj
(jLsydka %kat,ovTe fxaxoivtai. IL 17, 460: Xnnoia* aßlaawv wg r' alyv^
niog jUOTo ^f^vog. Aesch. Ag. 49 : ^iyav ix &vfiov xkd^ovreg "^gti tqo-
nov alyvTtujv, o%%* exnaTioig akyeai naldwv vnaToi kexiwv atgoipodi-
vovvrai. Soph. Ai. 169: Jtarayovaiv aneg mrjvüiv dyikai (nämlich dno-
dgäaai) fiiyav aiyvniov.
Dunkeln Ursprungs. Die Betonung wie in igwdio-g yBeiher' (1, S. 444).
afykri ,Glanz^
IL 2, 658 : tcSv igxofiivuiv and xaixoo d-eansaloio aiykrj nafjiq>av6(oaa
Griechifiche Etymologie. 87
di' ai&iQog ovgavbv Ixbv. Od. 4, 45 «= 7, 84: log %e yag fißellov aiykrj
nikev ^fk aeXijvrjg öwf^a xa^' v\pBQ€(pig. Od. 6, 45: Acvxi) d^ inididfo-
fi€v aiyXri (in Bezug auf den Olympos). Find. Ol. 13, 36: Ttatgog dh Qea-
aa)LoV ift^ ^Ahp€Ov ^ei&Qoiaiv aiyka (,BuhmO nodfLv avaxeiTai,
ünge?nsser Herkunft Des Suffixes kri wurde schon unter ofilxkti
yNebel' (1, Seite 555) gedacht
aißol, Ausruf des Staunens oder ähnlicher Empfindung.
Ar. Fried. 1066: alßol ßoV — tL yel^g; — fja&rjv x^QOJtolat Tti&tjuoig,
Welk. 829: alßol, rl ki^QsZg; Friede 544: alßol rdkag.
Der erste {al ,ach^ Seite 71) und zweite Theil (ßol siehe so eben) be-
gegnen auch einzehi.
afö-ec&ai ^sich schämen, sich scheuen'; ^scheuen, Achtung haben voi^, be-
gegnet nur in einigen präsentischen Formen.
IL 21, 468: atdero yoQ ^a jcavQOnaaiyvqToio fiiyi^fievai iv Ttahi^rjaiv.
Od. 6| 66: aidero yaq ^akegov yafiov i^ovofjirjvaL IL 5, 531 »» 15, 563:
aldo^Uvwv d^ avögiSv niAoveg aooi riFh 7tiq>av%ai. II. 10, 237: /ui}(5^ ov
y" aldofieyog afjaiv q>g€al %6v fihv agelw xakkelneiv. — H. 1,331: ra>
fikv ragßi^aavTe xal aldofiivia ßaaikrjßa atrjrtjv, 11.21,74: ai di ii
aid€o xal /i' IXir^acv. Od. 3, 96 "» 4, 326: piridi xL [i aldofjievog fiei-
XlaoBO fiTjd^ iXealQiav. Od. 8,86: aXdeto yaq Oaltjxag in dq>Qiai da-
xgva kelßwv. — Dazu: alöog- (aldcig) ,Scham, sittliche Scheu'; ,Ach-
tung, Ehrfurcht; ,Scham, Schamglied'; IL 15, 657: ovd' Ixidaa^ev dva
argarov XaxB ydg aldatg xal öFiog. IL 10, 238: uriöh . , , av di xüqov*
OTtaaaeai aldoi ßelxwv. IL 13, 122: alV h q^gsal -S'ia&e ßixaarog al-
doa xal vifieaiv. Od. 8, 324: -dnfjXvteQai dk &€al f^hov aldoi folxoi ^-
xaaTi}. IL 13, 95: alöcig (,6rund zur Scham isf d. L ,Bchämt euch'),
Idgyiioi. — n. 24, 44: !Axiksvg %Xbov fiev ändXeOBVj ovdi ßoi aldoig, II.
24,111: aldoa xal q>iX6%riza reß^v (letoma&e (pvXaaowv, Od. 8, 480:
naai yaq av&QciTtoiaiv iftlx^ovloiaiv afoiöol vifjirjg ififiOQol elai xal
alöoog, — IL 2, 262: x^^^'^dv t' rjök ;^ercJya, vd t' aldoa aiÄq>ixakvm€L
— av-aidig- ,schamIos, unverschämt'; IL 1, 158: dlld aol, d fiiy* d-
vaidig, aii ianofied'a. 11.13,139: ftoxaiiog x^^xdQQoFog . , Fgti^ag da-
nitffi ofißgtp cvaidiog ^/uora nitQrjg, — aldieo^ai (aus ^aldia^je-
cd'ai) ,sich schämen, sich scheuen'^ ,scheuen, Achtung haben vor'; IL 1,
93: aUdea&ev fikv dvi^vaa&aij dßelaav d* vrtodix^'ai. IL 17, 95: bI di
xev ISxxoQi fiovvog iwv xal Tgtoal iidxoifiai aldeaS-elg^ fjii] nwg fie negi-
axYiova* %va ftoXkoL — IL 1, 23 =-> 377: i7tevg)r]fir]aav ^AxaiFol aldel-
a»ai y IsQijßa. IL 9, 640: aXdsaaai dk fiika&Qov. 11.24,208: ov a
ikerjaei ovdi vi a^ aldiaerai. Od. 14, 388: oif ydg tovvbx^ lyio a' al-
diaaofiai ovdk g>ikrja(jj.
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit
festgestellt Vielleicht trifft die Vermuthung (bei Fick 1^, 346), dass ald-
aus *alad' hervorgegangen sei und zu goth. aistan ,scheuen, ehren' (Luk.
48, 2; 4; 20, 13; ga-aistan ,scheuen, ehren' Mk. 12, 6) gehöre das Richtige.
88 Griechische Etymologie.
— Das Suffix von aidog- begegnete schon in ijog, alt r]ß6-g ^orgenrSthe*
(1, Seite 600).
ai^i^ö'q, alt wohl al^rjßo-Qf von nicht genau zu bestimmender Bedeutung,
etwa ^stiger Mann'.
Bei Homer 18 mal. 11.2,660: niqaag FaajeFa noXXa diIüTQeq>iwv
al^TjßcSv. II. 5 , 92 : 7toli,d ö* vtt^ ovtov ßigya xan^Quce xaA' ai^ri^wv.
IL 8, 298: Ttavxeg (nämlich oiotoI) d' h x?oi' nvfix&ev aQrji&oßwv ai^r]^
Fdv. II. 10, 259: %a%al%v% . . ^verai dk xagtj ^akeQWv ai^tißaiv. IL 16,
716: ^uiTtoXXwv, avigi ßeiadficvog aV^riF(^ ze xQar€Q(p t€, !Aal(p, og fii^-
rgwg ^ev lExroQog. IL 21, 146: x^xoAoiiro äaßiXTafiivtJv al^rjßtov. II. 23,
432: ölaxov • . . oV t' al^rjßog dq>'^x€v dvijQ neigoifievog ijßrjg. Od. 12,
440: rjfiog d' inl dognov' dvfjg dyog'^^ev dvioTTj xglvwv veixea nokXc
ÖLxa^ofiivcjv al^rjßwv. — Dazu al^rjlo-g, alt wohl al^i^ßio-gj etwa
,iüstig'; n. 17, 520: wg d' oV av o^vv ^wv nilexvv al^i^Fiog avrjg xo-
ifßag . . . ßiva zdf^f]. Od. 12, 83: ovöi xev ix rtjßbg yhzqwgijg ai^i^ßiog d-
vrjg To^tp oiarevaag xofilov CTtifog eiaaq>lxoiTo. Hes. Schild 408 : kkd-
q}Oio . . rjv v* iddfiaaae ßaXwv al^i^iog avrjg,
Dunklen Ursprungs. Ob hier etwa das selbe Suffix fo wie zum Bei-
spiel in xegaßo-g ,gehömf (IL 3, 24; 11, 475) vorliegt, so dass ein altes
**al^a zu Grunde liegen könnte? Ein unmittelbarer Vergleich des auch
in der Betonung abweichenden fiivC^rjo-g ,kurzlebig' (Hesych: fiivv^Tjov
oUyoßiov) fördert nichts, da dabei doch das anlautende ai völlig dunkel
bleibt Eher scheint das von Hesych angeführte ai^dev' €VTgaq>ig ßkd-
avrjfia (,wohlgenährter Spross') hier weiterer Erwägung werth. Die Ver-
muthung (Hoffin. Gr. DialL 1, 306), dass altostpers. avijäo ,selbstständig, er-
wachsen', eigentlich ,zu Thätigkeit gekommen' (?) genau entspreche, bleibt
noch recht unsicher, so lange das angezogene altostpersische Wort nicht
sicherer erklärt ist
aixiii/l ,Lanzenspitze', ,Lanze'.
11.16,505: Toio d* a^a tpvxrjv ve xal fyx^^S ixßigva^ alxfirjv. 11.6,
320: ndgoix^e de kdfin€%o dogfog aixf^V X^^^^V' ^^* ^9 SiS: ovd^ tFgrj^ev
Xctkxog, dveyvdfjiq)&Ti di Foi oXx[iy\ danld^ kvl xgareg^. — IL 12, 45: 6i
di , . . äxovri^ovai d'Ofielag alxfidg ix x^^^cJv. IL 4, 324: alxf^dg <}' o^-
Xfidaoovat ve/wregoi. II. 13, 504: aixfi^ d^ Alvelao xgadaivofiiyn] xazd
yaltjg ^x^o. — Dazu aixii-dXtDxo-g ,im Kriege gefangen'; Aesch. Ag.
1440: ri t' aixfidkanog ijde xal Tegaaxonog, 334: iv atxf^cclwTOig Tgwi"
xolg olxTjf^aaiv valovaiv. i^drj,
lit ieszmas ,hökemer Bratspiess'; altpreuss. a^^mis ,Spiess'.
Das Suffix trat schon in axfiri ,Schärf e. Schneide , Spitze' (1 , Seite 53)
entgegen. Die zu Grunde liegende Yerbalform ist noch nicht weiter nach-
gewiesen. — Mit ö/xA*-aAwTo-ff, dessen Schlusstheil zu dXw- : Aorist aküvat
,in Gefangenschaft gerathen' (1, Seite 301) gehört, vergleichen sich un-
mittelbar dogL'dXuno-g ,im Speerkampf gefangen' (Hdt 8, 74; 9, 4; Eur.
Tr. 518; dovgi-dXwzO'g Soph. AL211), dogL-krimo-g ,im Kampf genom-
Griechische Etymologie. 89
men' (Soph. Aias 146; dov^t-alcDvo-s Soph. Ai. 894), dogi-uxr^o-g ,im Kampf
erworben' (Eur. Andr. 155; Hek. 478). Es ist dabei zu bemerken, dass auch
das einfache alxfii] mehrfach geradezu für ,Eampf gebraucht wird, wie
Find. Pyth. 8, 40: naq^ivovxag aix^^ und Hdt. 5, 94: eile . . . aixf^fj.
attpvTiq ,plötzlich'.
Eur. Iph. Aul. 1581: &avfia d* ^y aXqfvrjg oqov, — Daneben: i^-al-
q>vrig ,plötzlich'; 11.17,738: f^tre niQ, %6 r* ineoavfxivov nokiv itvdqwv
OQfievov €^alq)vr]g ffXeyid'Bi, 11.21, 14: to dh q>kiy€i dxafiazov tcvq oq-
fievov i^aiq>yT)g. Find. Ol. 9, 52: Xiyovxi . . . Zrjvog T^x^aig dvanuniv
i^alg>vag avrkov ikelv. Aesch. Prom. 1077: eidviat yag xovx i^alq>vrig
oidh Xa'9'Qalwg elg afcigavrov dlxrvov arrjg ifinXtrx&riöBa^' ' vn ' dvolag,
— Dazu: alg>vldio-g ,plötzlich'; Thuk. 2, 61: äovkol yoQ q>Qwri^ia tc
aitpvldiov xa£ OTtQoadoxrjTOv Tcal rb nkslcTq) TCagaXdyffi ^vfAßalvov,
Dunklen Ursprungs. Der Bildung nach vergleicht sich i^-anlvrig ,un-
yermuthet, plötzlich' (1, Seite 349). Ob etwa an Zusammenhang mit alxlja
,8chnell, sogleich' (Seite 79) gedacht werden kann?
aX9"Bad'ai ^brennen, in Flammen stehen', begegnet nur in prSsentischen
Formen und zwar bei Homer, Hesiod (Werke 755; th. 867; Schild 60; 275)
und, wie es scheint, auch Findar (Ol. 1, 1; Bruchst. 79, 5) überhaupt nur
im Farticip; Causativ: aX^-eiv ,entzünden, entbrennen' (ausnahmsweise
intransitiv bei Soph. Aias 286: rivlx 'ianegoi kafin%TJQ€g cixir' ^^ov\ auch
nur in präsentischen Formen begegnend.
IL 16, 293: xora d' eaßeaev al^ofievov nvg. II. 13, 320: ot€ fir avxog
yt KqovIwv ifjißdXoi ai&ofjievov dalov vr]Feaai, Od. 1, 428: al^ofiivag
da/löag (piqe . . , EvgvxXi/eia, Od. 18, 343: aizag o nag Xafxjttf^gai,
ifoFelvwv ald'Ofiivoiaiv ianljxeiv. II. 11, 775: anivöiav atd^ona Folvov
In al&ofiivoia' Ugolaiv. II. 21, 523: c^^ d' ore nanvog Iwv elg ovgavov
etgvv Ixdvei ßdazeFog ai^ofiivoio, Hdt 4, 61: inoxalovai ra oarea' to
öh ai^etai xdXXiata. Eur. Iph. Aul. 1471: al^ia&cj dh nvg ngoxvvaig
xa^agaloiai. Eur. Bakch. 624 : dcJ/iav ' ai^ea^ai äoxwv. Xen. an. 6, 3, 20 :
ndaa 17 X^Q^ aX&ea'dai Idoxei. Xen. Eyr. 5, 1, 16: ai^ea^ai rtp egwn,
— Aesch. Ag. 1435: ^wg av aX&rj nig itp' karlag ifir^g AXyia^og. Soph.
Fhil. 1033: nwg x^eolg i'^ecXT*, if40v nXevaavvog, ai^eiv Ugd, Hdt. 4, 145:
eigwreov rl i^iXovteg r^xoiiv je ig jr^v x^^QV^ ^^^ ^^Q aXd-oiev, Eur.
Shes. 95: aXdovai ndoav vvx%a Xafinddag nvgog. Xen. anab. 4, 7, 20:
nagexeXevexo aX&eiv xai (p^eiguv ttjv x«^'^ofv. — Dazu: al&o-g ,Feuer-
brand'; Eur. Bhes. 990: vavalv al&ov ifißaXelv.
Dazu lat. aest-tti-s (aus ^aid-tvr) ,Hitze, Gluth, Wallung'; Naev. trag. 51 :
jam solis aestü candor cum liqvesceret] Flaut epid. 674: prope sistj aestü
calefacit] Facuv. trag. 416: fervit aestü pelagus] Lucr. 5, 1435: belli mag-
no8 commövit funditus aestüs. — aestät- (wohl aus *aesütät-j wie zum
Beispiel consvetüdon- ,6ewohnheit, Umgang' Flaut Cist 94, aus "^con-
sveiitüdon-) ,Hitze, Sommer*; Hör. carm. 1, 17, 3: Fauntis . . . igneam de-
90 Griechische Etymologie.
fendit aestätem capellts usqve meils] Enn. ann. 406: aestätem autwmnus
seqvitur.
Altir. aedj nenir. aodh ^Feuer^ (Zeuss-Eb. 30).
Ags. adj ahd. eit ^Feuer, Scheiterhaufen'; mhd. eiten ^brennen' (tranBit
und intransit).
Altind. idh' ^entzünden' und intransitiY ^brennen, flammen'; BV. 6, 16,
48 : agnim daivä'sas . . . indhdtai ,Agnis (^Fener') entzünden die Götter' ;
ßV. 7, 8, 1 : indhdi (für *inddhdij aus *indA-Wi) ragd . . . agnis ,eB ent-
flammt der König Agnis'; RV, 1, 79, 5: sd idhänds . . . agnis ,der flam-
mende Agnis'; — Dazu: iähmä-s ,Brennholz', EV. 1, 94, 4; 3, 18, 3; di-
dha-s ,Brennholz', EV. 1, 158, 4; 10, 86, 18; didhas- (— al&og- ,Feuer,
Brand' Ap. Eh. 3, 1303) ,Brennholz', AV.
Altostpers. aSgma' (aus *aedh''mar) ^i^^i^olz'.
aid'oXo'q ,Eus8'.
Eur. Hek. 911 : co Tttn^lg ^iXiag . . . xara d* al&aXov xrjlld ' olxTQordzav
%iXQO}aau — Dazu: al^ako/evr- ,mit Euss versehen, russig'; IL 2, 415:
TtQlv fie xccrä Ttgtjvkg ßaXieiv IlQidfioio fiiXa&qov aid'aloßev. Od. 22,
239: avt'^ d^ ai^aloßewog ävd fieydgoio fiiXad'QOV e^ero. IL 18, 23 «=»
Od. 24, 316: diitpotigfiat ök X£^a2v iXwv xovtv ald'aXcFeaaav xevaxo xax
xBtpaXfig,
Wird zu aid"€a&ai ,brennen' (Seite 89) gehören und eigentlich „Ge-
branntes, Verbranntes" bedeuten. Das Suffix wie in aarQdyaXo-g , Wirbel-
knochen, Würfelbein, Sprungbein' (1, Seite 180).
aid'aXCoV'j dunkles Beiwort der Cicade.
Nur Theokr. 7, 138: toI de Ttovl axiOQalg oQodafivlaiv al&aXlcjveg rir-
Tiyeg XaXayevvreg ^ov Ttovov.
Scheint zu aXS'aXo'g ,Euss' (siehe oben) zu gehören. Das Suffix aav
hat Theokrit sonst nur noch in etwa zehn in das Gebiet der Eigennamen
gehörigen Formen, wie 'Evdvfilwv (3,50; 20,37), 'laalcjv- (3,50), ^Itc-
tvotIwV' (10, 16), ZiüTvvQlüiV' (15, 13), JevyutXlmv- (15, 141).
at9'B ,wenn doch', einen Wunsch bezeichnend.
IL 1, 415: aXd-^ oq>eX€g naqd vtivaiv dödxQVTog xal ccTcrjfiwv rjad'ai.
IL 4, 178: al'^' ovrwg inl Ttdai xoXov reXiaei^ l4yafiifxv(ov. II. 16, 722:
aXd'\ oaov jjaawv el/41, %6aov aio q>iQT€Qog eXrjv.
Enthält als ersten Theil offenbar die Partikel al ,wenn, wenn doch,
(Seite 71). Wie dieses der Conjunction el ,wenn' (IL 1, 39; 40) zur
Seite steht, so begegnet neben ai^e auch die Form eX&e (IL 7, 157: €%&*
wg fjßcioi^i, ßlr] di fxoi Mf^Ttedog e^irj. Od. 2, 33: eX&e ßoc avxog Zeig
dya&bv reXiaeiev, o ri (pqeal ffjoi fievoiv^). Der Schlusstheil an und für
sich ist nicht deutlich, begegnet auch in keinen weiteren unmittelbar zu yer-
gleichenden Bildungen. Ob er etwa mit der Partikel Srjv ,doch wohl' (II.
13,620: Xeliperi &rjv ovrai ye viFag JavaFiüv. IL 2, 276: ov d-iqv fiiv
ndXiv avTig dvrjaei Sviibg dyi^vtoQ veixeieiv. IL 11,365: i; d'iqv a^ i^a-
vvü) ye xal vaxeqov dvTißoXi^aag) zusammen hängt?
Griechische Etymologie. 91
aid-iQ (ai^ijß) ,die obere wolkenlose Luftschicht, Aether, Himmelsheitre'.
n. 14, 288: HaTrjv . . . »J Tot^^ldji (lomgotatri nBq>vvla di^ riFiqog al-
d'iQ' llxavev. II. 13, 837: ^Jj%i) d* afjtqxyvigtov i'x^r* aid^iqa xai JiFog av-
yag. IL 2, 458: aiyXtj 7ca^q>av6iaaa di aid^iqog ovgavov Ixev, IL 16, 365:
iig d' or ctTr' Ovlvfiftov viq>og iQXB%at ovgavdv eiao) ai&igog 6x dlrjg.
IL 17, 425: dQVf^ayddg x^^^^^^ ovqavbv Ixe dt' al&igog dzQvyiroio. II.
15, 192: Zeig d' l'Aa^* ovgavov evgvv ev al&igi xal veq>iXrjatv. IL 4, 166:
Zevg . . • al&igi valwv. II. 16, 300: ovqavoS-ev d' aq^ vrce/qdyr] aartevog
al^g. — Dazu: aXd'qrj ,reine Lirft, Heitre*; IL 17, 646: Zev Ttareg, aXXa
av ^üai V7t* ijßigog vlag ^AxaiFäv, noLFmov d* ai&grjv. — al&go'g
,reine Luft;, Kälte'; nur Od. 14, 318: aX&gcp xal xafiaTq) dedf^rjfxivov rjyev
ig olxov.
Des Suffixes wurde schon unter a^ig- ,Aehrenspitze, Hachel' (1, Seite
162) gedacht Als zu Grrunde liegendes Verb wird wohl ai&ea^ai ,brennen'
(Seite 89) gelten dürfen, obwohl dieses in lebendigen Yerbalformen kaum
irgendwo einfaches ,61änzen', sondern überall nur wirkliches ,Brennen' zu
bedeuten scheint Das selbe hätte auch schon in Bezug auf das sicher auch
zugehörige l&ago-g ,rein, klar* (Seite 47) hervorgehoben werden sollen.
dd-ost' {al^oxp), vermuthlich ,brennend, funkelnd'.
Bei Homer 36 mal, am Gewöhnlichsten vom Wein, ausserdem auch von
Bronze und vereinzelt (Od. 10, 152) vom Rauch gebraucht II. 4, 259: iv
dat&^y ore nig %e yegovaiov ald'ona ßoivov u4gyetwv ol aqiatoi Ivl xfij-
T^gi xegcSwai, IL 1, 462 «» Od. 3, 459: 6 yigwv, irtl d* aid'OTca Folvov
kelße. — Od. 12, 19: d(iq>Lnoh>i tpigov . . . ai&OTta Folvov igv&gov. II.
4, 495 «> 5, 562 "» 681 : ßrj de öia ngofidxo)v xeKogv&^ivog aXd'om xcihtcp.
Od. 10, 152: inel Fldov al&ofta xoTtvdv. Hes. Werke 363: 6g d' ift' iovzi
(piqei, o d' dlv^erai aX&OTta kifiov.
Die Suffixform ist über das Griechische hinaus noch nicht mit Sicher-
heit nachgewiesen: Erwähnung geschah ihrer schon unter ^votc-, alt /17-
vo7V'(\j Seite 622), einem Adjectiv von ungewisser Bedeutung. Die zu Grunde
liegende Verbalform wird dieselbe sein, wie bei ai&ig- , Aether' (siehe oben).
aiS'öXiX'' {ald'oXi^ ,Brandblase'.
Erotian. voc. Hippokr.: al^okixeg' al negl tijv iTticpaveiav tov aoif^azog
yivoftevai (pkuTtraivai, eXze vrcb nvgbg t] akkrjg airlag, dno tov aX'S-etv
wvofxaa^ivai.
Ging offenbar von aXd-ea&ai ,brennen' (Seite 89) aus. Zunächst zu
Grunde lag vielleicht eine mit aioko-g ,beweglich' (Seite 74) vergleich-
bare adjectivische Form auf oAo, der dann noch ein gutturales Suffix sich
anfügte, wie es zum Beispiel auch in dv&igix- ,Halmspitze, Halm' (1, Seite
214) enthalten ist
at9'iov' (vereinzelt al&ov-j wie Soph. Aias 222 : dvigog aX^ovog und nach
Nauck auch Hes. Werke 363 : aX&ova lifiov, wo aber die gewöhnliche
Lesart aX^ona ist), von nicht ganz sicher zu bestimmender Bedeutung,
etwa jglänzend, bräunlich glänzend' oder auch ,feurig'?
92 Griechische Etymologie.
11.4,485: dvTjQ ai&wvi aiö'^Qqt k^itaf^e. 11.9,123 = 265: öd q^ ovo*
lir]v(xi . . . ai^wvag dk kdßijTag eßelnoai. H. 24, 233: €q)€Qev ... Ix dk dv
ai^wvag tQinodag, II. 2, 839 : ov l^Qlaßrj'S'ey q)iQov %7t7tOi aid'Oiveg fie-
ydkoi. Od. 18, 372: ßoßeg . . . aid-wveg iieyaXoi. H. 16, 488: ravQov . . .
ai&wva fieya&vfiov. II. 10, 24 = 178 : diQfxa Xiovrog ai&cuvog (xeyaXoio
nodfjvezig. IL 15,690: wg v^ oqvI&(ov Tcererjvwv alFenog aXd'wv Fi&vog
e(poQ(xaetai. Find. Pyth. 3 , 58 : aX&cav dk xegawog hiaiufixpev fioQov.
Pind. Nem. 7, 73: al&tovi nqiv aXl(p yviov ifineaeiv. Pyth. 1,22: Ttoxa-
fioi (des Aetna) d' afiigaiaiv fihv ngoxiovri ^oov xajcvov at&wva, Ol.
10, 20: t6 yaQ ifitpvkg ovt^ aXd'Wv dlwnrj^ orr' iglßgofioi iJovreg äiak-
kc^aivTO rj^-og. Aesch. Sieben 448 : avijQ d* In av%t^ . . . aX&tav rircaiTac
k'^fia. Soph. Aias 1088: ngoa&ev ovrog tjv aX&wv vßQiarrjg.
Die Zugehörigkeit zu aXd^ead^ai ,brennen' (Seite 89) ist wohl nicht zu
bezweifeln. Adjectivische Formen auf wv sind übrigens selten, es lassen
sich noch nennen TQlßwv- ,kundig, geübt' (Hdt4,74; Eur. Bakch. 717;
Eykl. 520; Bruchst 282, 12) und x^Q^^j Beiwort des Löwen und auch
des Adlers (Euphorie bei Plut mor. 677, A; Lykophr. 455; — 260).
at'dn)ia ,Möve'.
Od. 5, 337 : ald'vLji ö^ hxvla TtoTjj dvedvaero llfÄvrjg. Od. 5, 353 : avr^
ö^ atp ig TtovTov edvaero xvfÄalvovra aid'vlrj ßeßixvla. Arist Thierk. 5,
dO: fj d^ aXdvia xai ol kdgoi zUrovac (ikv h valg negi d'dXavrav nit-
gaig, to fxkv Tck^S-og ovo i] rgla,
Ungewisser Herkunft Das Suffix wie in ogyvia ,Klafter' (1, Seite 573).
ald^Oöeiv ,in zitternde Bewegung setzen, schütteln' oder ähnlich ; bei Spate-
ren (wie Arat. 1033: g)k6y€g aiS-vaawai. Maneth. 2, 5: aazga . . . aekaeaaiv
aq)avgoig aidvaaovrai) auch intransitiv ,sich bewegen, zittern, flimmern'.
Pind. Ol. 7, 95: iv di fii^ fiolgff ^fßoyoi; akkor* dkkoiai di'ai&vaaoiaiv
avgai. 01.11,73: avfifAaxLa d-ogvßov nag-al^v^e fiiyav, Pyth. 4,83:
xo^dv nkoxa/Liot . . . anav vcütov nccT-ald-vaaov. Pyth. 5, 1 1 : Kdarogog '
evdiav dg fieid xBi^igiov ofißgov tboiv nar-aidvaaei fiaxatgav iavlav.
Pyth. 1,87: et ti nal q>kavgov nag-acdvaaei (nämlich ykdjaoa), fxiya
voi (pigerai nag aid^ev. Sappho 4: aldvaoofiivwv dl q)vkkwv xcJ/ua
xazaggsL Bakchyl. Bruchst 27, 3: iknlg ydg aidvaoei fpgivag dfifiiyw-
fiiva ^Jiovvaloiai daigoig. Soph. Bruchst 499 : al&vaaetv (aus Hesych:
al&vaaeiv dvaaeUiV 2lvwvi 2oq>oxkijg). Eur. Tr. 344: kvygdv ye ti^vö^
dvaL&vaaeig tpkoya I'^cj tb fieydkwv IknLdwv. Opp. Jagd. 2, 162: (pgi-
nakirjv xaLtriv (ikv knwfiaöov al&vaaovaiv (nämlich ßlawveg) avxiat ni-
akioiat xal dfig>* cuakoiai yeveioig.
Wird aus ^ai^xjeiv hervorgegangen sein, wie zum Beispiel xrigvooeiv
,rufen* (IL 2, 51; 443) aus ^wrigvyij^iv (zu xijptx- ,Bufer, Herold' (II. 1, 321;
391 ; 2, 50), und zunächst auf ein nominales *ai&v7C' zurückführen. Et-
waiger Zusammenhang mit aiv^eo^ai ,brennen^ (Seite 89) ergiebt sich aus
dem älteren Gebrauch des Wortes gar nicht, wenn es auch vielleicht von
Späteren in einem solchen gedacht ist
Griechische Etymologie. 93
at'd'ovöa ,Vorhalle*.
Bei Homer 19 mal. 11.6,243: IlQidfÄOLo do^iov negiytalki' ixavev, $e-
arija^ al&ovafjai %€Tvyfiivov, II. 20, 11: ii.d'ovTBg 6^ ig dwfia dilog ve-
q)€krjy€QiTao ^ear^a^ ald'ovarjaiv ivl^avov. 11.9,472: ovöi n(n iaßr]
ftvQy %teQOv ^iv vn al-d-ovatj ivegxiog aüA^g, akko d' ivl 7VQod6fi(p. IL
24,238: o dk TQwag fikv anayxag al&ovarjg aTtißegye. 11.24,644:
!/4xikBvg d^ iragoiaiv Idi dfAfo^ai nilevaey öipivi in* ald'ovar] ^ifievai.
IL 24, 323: ix d' tkaaev tcqo^qoio xal ai^ovorjg igidovnov. Od. 3, 399
=« 7, 345: Tov d* avtov xolfirjae . .. TgrjTola^ iv kexieaaiv vtz* ald'ovarj
igidoinq}. Od. 8, 57 : ßav ^ ' Xfiev ^uikxivoßoio dattpgovog ig fiiya dwfia '
nkrjno d' Sq' aid'ovaal %b xai SQxea xal äofiot dvdgotv. Od. 18, 102:
ekxe dikx ngo^goio kaßtjv Ttodog, oq>g' %xb%* avkrjv al&ovarjg t€ &vgag.
Od. 20, 176: xal rag (nämlich alyag) i^lv xaridfiaev in* al&ovari igiöov-
7t(p. Od. 21, 390: xelvo d^ in ai&ovar} onkov veßog afjiq)i߀klaarjg ßvß-
kivov. Od. 22, 449: vixvag q^ogeov . . xad* d* ag* in ai&ovaj] Tl&eaav
ivBgixiog avkrjg,
Wohl eine eben solche weiblichgeschlechtige Participform wie zum Bei-
spiel ayxovaa ,0ch8enziinge' (1 , Seite 213). So scheint es unmittelbar zu
al^'€iy ,entz1inden, entbrennen' (Seite 89) zu gehören. Ein verstäudlicher
Bedeutnngszusammenhang aber ergiebt sich damit nicht Ebenso wenig
ist deutlich, ob lat aedi-s (aus *aidhi-8 ?) ,Wohnzimmer' (Plaut asin. 220 :
aedis nöbts äreast] Plaut Pseud. 161: tü)i hoc praecipioj ut niteant ae-
des'j — ,Tempel', Plaut Bacch. 312: in eäpse aede Diänät) wirklich mit
Becht hierhergezogen werden kann; dass es ursprünglich ,den Heerd'
bezeichne, ist eine ganz unerwiesene Behauptung. %
alöa ,Zugetheiltes, Bestimmung, Geschick'; ,Gebiihr'.
Bei Homer gegen 40 mal. IL 1 8 , 327 : kaxovra t€ krjßldog alaav. IL
15,209: onnoT* av laöfiogov xal ofjiij nengwfiivov aXaji veixeleiv i&i-
kijou n. 22, 477: i^ aga yiyv6/Ä€&^ aiarj afiq>6%€goi. IL 20, 127: vCTe-
Qov avre ra nelaerai aaaa Fol alaa yiyvo(iiv(fi inivrjae kivtp, oti /äiv
rhce fiijvrjg. Od. 7, 197: ineira neiaetai aaaa Foi alaa xara xkw&ig t€
ßageiai yiyvofiivip vijaavro klv(p. IL 1, 416: inel vv toi alaa fxlvvv&d
neg, ov Tt fiaka dfrjv. IL 1, 418: t(p ae xaxfj aHaj] rixov iv fieydgoiaiv.
B. 24, 224: ei 6i fioi alaa teSydiJLBvai. Od. 19, 84: Iki ydg xal ßeknldog
alaa (,noch ist Hoffnung beschieden'). Od. 14, 359: hi ydg vv fxoi alaa
ßuavai. H. 6, 487: av ydg tlg /u^ inkg alaav avfjg *!Aßiöc ngoidipei. IL
17,321: ^Agyiloi 6i re xvdog %kov xal inhg Jißog alaav. 11.9,608:
q>goviia dl reTifji'qa&ai Jilog aXarj. Od. 9, 52: rote dij ^a xaxrj Jilog
alaa nagiarq i^filv ahofiogoiaiv, IV akyea nokkd nd&oifiBV, Od. 9, 61 :
aai fie dalfiovog alaa xaxrj. IL 24, 750 : ot ö' aga aev xi^dovzo xal iv
d-avaroio neg atarj. TL 16, 441 : avöga S'vrjTOV iovra, ndkai nengwfiivov
aiarjj atf/ i&ikeig d'avdzoio . . i^avakvaai] IL 9, 378: rlcj di fiiv iv xa-
gog aiaf], — IL 3, 59 «s 6, 333: "Exrog, inet fi€ xar' alaav ivelxeaag
ovo* inkg alaav. IL 10, 445: oq)ga xev . . . n€igr]&fjrov ifiBlo^ r/i xar'
94 Griechifiche Etymologie.
alaav iFunov iv vfilv rjßh xal ovxL — Dazn: aXat^o-g ^gebührend,
angemessen'; II. 6, 62: ^gexf^ev ddekq>€6o q>qivag riqtag, aXaifia Tcagßec-
ntiv. Od. 14, 84: &€0i . . . dlxrjv rlovoi xaJ aXaifza figy* av&Qtirciov. —
Dazu: av-aiai/Äoeiv ,wozu verwenden, gebrauchen'; Hdt 1, 179: iVa
ze Ix r'^g zcc(pqov ri y^ dvaiaifÄui&rj, Hdt 3, 150: aTtinvL^av de avzdgj
%va firi aq>€wv %6v gItov avaioi^ciatoai (,yerzehrenO.
Eine unmittelbar vergleichbare Bildung findet sich im Griechischen nicht,
weiterhin aber sind hier doch Formen belehrend, die mit ihrem auslauten-
den nominativischen kurzen a auf das alte Suffix ja hinweisen, durch
dessen Einfluss sich sowohl aus altem Dental, als auch aus altem Guttural
innerer Zischlaut entwickeln konnte, wie neiaa ,Folgsamkeit, Gehorsam'
(nur Od. 20, 23: Iv rcelatj xQadltj fxive. Aus *7t€ldja ?) qptJaa, ,Blasebalg',
,Hauch, Luftzug' (IL 18, 372; 409; Hom. hymn. Herm. 114; aus *(pv%ja ?),
diiaoa ,Lohnarbeiterinn' (Lykophr. 997; Eur. Alk. 2: &fjaaav tQaTte^av.
Aus *d'^TJay zu &rjz' ,Lohnarbeiter' (Od. 4, 644; Hes. Werke 602), ß^aaa
,Schluchf (Od. 19, 435; aus *ßijdja, zu ßa&v ,tief' H. 2, 147; 11, 560), oaaay
alt ßoaaa ,Stimme' (aus "^PoxFja^ \, Seite 535) und andre. So darf man als
alte Grundlage von alaa vielleicht ein "^ahja vermuthen. Dabei würde
ein Zusammenhang mit osk. aeto- (Genetiv aeteis) ,Theil' möglich sein.
(So urtheilt auch Fick 1^, 345).
aiöaxo'q ^Lorbeerzweig, der beim Singen von Hymnen in den Händen ge-
halten wurde'.
Hesych: aiaonnog' 6 rfjg ödq>vrig xXddog, ov xtxrixovreg vfJLVOvv %ovg
d^Bovg.
Dunklen Ursprungs. Ob aQaxo-g ,Vogelwicke' (1 , Seite 254) seinem
Suffix nach verglichen werden darf? Oder auch, von seiner abweichenden
Betonung abgesehen, coTmi-g ,Hummer' (1, Seite 176)?
aiOäXiov-, eine Habichtart.
Arist Thierk. 9, 128: twv d^ U^axcav %Qa%ia%og ^iv 6 TQio^ijg, dev-
zegog d' 6 aiadktov, TQltog o nlQxog. 9,20: xal aiachav aXdTcexi no-
kifiiog' TVTvtei yotq xal rlkkei avn^v, xal %c tixva oTtoxrelvei' yafxtfjw-
vvxog yaQ iariv. Ael. n. a. 2, 51: 6 xoqa^* fidxevai di xal oQVt&i loxvQtß,
T(^ xaXovfiiv(p aiadkwvi,
Dunklen Ursprungs.
aiövnväBiv ,herrschen'.
Eur. Med. 19: yrjfxag Kgiovrog 7tald\ og aiavfiv^ xd'ovog, Hesych
führt auf: aiav^v^* ßaaiXevei, aQx^i' EvQiTcldrjg Mrjöeltf. — Dazu: al-
avfivuJTrj'g ,Eampfrichter, Aufseher, auf bestimmte Zeit gewählter Herr-
scher'; Od. 8, 258: aiavfivrJTai dh xqitoI ivvifa ndvteg dvia%av di^fiioi,
Ol xöt' dydivag iv Ttg-qaaeaxov exacia, lelßrjvav dh xoqovy xakov <J' ev-
Qvvav dywva» Theokr. 25, 48: d/iiiwv diy %iva jcgiaßv av fioi fpqdaov
fjyefioyevaagj oarig In * dy gontSv yeqaQVJTBQog aiovfivi^tfjg, Arist Pol. 3,
9, 5: eregov 6^ (nämlich eldog (lovaqxLag) ofteg r]v iv xoig dQxaloig lEi.--
krjoiv, ovg xakovaiv aiovpivrirag. "Eatt dh tov&^ dg dnhLg bItcbIv alg&n]
Griechische Etymologie. 95
tvgavyig. Dionys. Hai. 5 ^ 73 : doxoval äi fioi xal xovro naq^ ^"ElXiiviav
Ol ^Piofiaioi TO 7€okiTevfia (d.i. die neue Monarchie) laßelv' ol yag ai-
aviivri%ai nakovfievoi naq '^kkrjai vo aQxalov, dg iv roig negl ßaailelag
ia%OQ€l @Eoq>Qaa%og, algerol Tiveg rjoav tvqovvou — aiavfAyrjTiJQ-
herrschend, fürstlich'; nur II. 24, 347: (Hermeias) ßfj d^ iivai xovgqt aU
av^vqviJQL ßefoiKiigj TtQWxov vTttjvijTf], zov nsQ %aQUO%atri fjßf]»
Als nächste Grundlage ergiebt sich ein *aiavf4V0' — oder auch weib-
lichgeschlechtig "^alavfivt] — mit einer Suffixform juyo, wie sie schon, wenn
auch vielleicht nicht unmittelbar vergleichbar, in ariga^vo-g ,unerweicht,
hart* (1, Seite 90) und dnaXa^vo-g ,hülflos, rathlos, werthlos* (1, Seite 63)
entgegentrat Weiter aber ist wohl unmittelbare Zugehörigkeit zu alaa
yZugetheiltes , Bestimmung, Geschick' (Seite 93) wahrscheinlich. Der
innere A-Vocal wird durch Einfluss des nachbarlichen Nasals in das dunk-
lere V umgewandelt sein, ganz wie zum Beispiel in ovvx- ,Elaue, Eralle',
,Fingemagel' (1 , Seite 546) neben altind. nakhä-s ,Fingemagel', ,Vogel-
kraUe'.
afövXo'-g ,frevelhaff .
Bei Homer sechsmal. IL 5, 403 : axi^Xiogj oßQi^ofegyogy og ovx, o&ex *
aiavXa ^i^cjv, og vo^oiaiv htride ^eovg. II. 21, 214: w ^Axi^ev, Ttegi fikv
XQOTäeig, negl d' aiavla ^i^eig avdgwv. Od. 2, 232 ■=» 5^ 10: f^irj Tig . . .
^arcti . . . fÄTjök qtgeaiv aXaifia ^eidoig, dlk^ alFel xaXenog % ' bXti xai ai-
ovXa gi^oi. IL 20, 202 ^^ 433: adq)a folda Kai ovrog r]fi€v xegvofilag
ijd* aiavXa fivdijaaad'ai.
Vergleichbare Bildungen sind das etymologisch dunkle cnjavko'g oder
alt wohl dßfjavko-g ,frevelhaft' (1 , Seite 17) und solche wie äyxvXo-g
Jkmmm' (1, Seite 203), die aber in der Betonung abweichen. Vielleicht
lag zunächst ein einfaches *aiav- ,Freyel' (?) zu Grunde. Dürfte man darin
das Hervorgehen des Zischlauts aus älterem Dental annehmen, wie es zum
Beispiel in oiovr] ,ein weidenartiger Strauch' (PoUux 7, 176; dazu olamvo-g
,weiden' Od. 5, 256) vorliegt, das mit nhd. TTeide, preuss. vntwan (Acc. sg.)
,Weidenbaum' , nah zusammenhängt, so läge der Gedanke an eine Zuge-
hörigkeit zu Abstracten auf rv wie dgri-g , Verbindung, Freundschaft'
(1, Seite 275), damv-g ,Mahl' (IL 22, 496) und anderen nicht sehr fem und
die Möglichkeit eines etymologischen Zusammenhangs mit dem unter ai-
Tio-g ,schuldig' (Seite 80) angeführten altind. di-nas- ,Frevel, Sünde,
Schuld' würde vorliegen.
alaxo-g ,Schändliches, Schande, Beschimpfung'; ,körperliche HässUchkeif.
Od. 1, 229: vefieaarjoaiTo nsv avtjg aiax^a nokX' ogowv. IL 6, 524: to
d* i^ov ycijg axwTai iv &vfi(pf o^* inkg ai&ev ala^fi* dxovoi ngbg Tgaiwv.
IL 6, 351 ; dvdgog . . . aiieivovog . , .og ßeldrj vifiealv re xal aiaxea tcoIX'
dy&gwTtiJv, IL 3, 242: aXux^a dedßioteg aal oveldea tzoXX' a (äoi iariv.
IL 13,622: äXXrjg (jlIv Xwßrig %b xai aXox^og ovx imdevelg, ijv if^ik X(o-
ßriaaad-e. Od. 11, 433: rj d' %^oxoi kvygd ßidvia Fol ze xor' alaxog
exeve. Od. 18, 225: aol x* alaxog Xuißrj ve ^e% dvd'gioTtoiat TteXoiTO.
96 Griechische Etymologie.
Od. 19, 373: racov vvv liißrjv re xal aXaxBa itolX aXeßelvwv oJx efd^g
vl^eiv, — Xen. Kyr. 2, 2, 29 : wg de eldov %b TtgoacoTtov tov avÖQog vtcsq-
ßaXkov aiaxBL, iyiXaaav fcavxeg, Plat Symp. 201, Ä: ei vovro ovrwg exet,
akko ri 6 lEgiog xaXXovg av eXt] ^Q(üg^ aiaxovg d* ov; — Dazu: al-
oxQo-g ^schimpflich, schändlich'; ,körperlich hässlich*; IL 2, 119: aiaxQov
yaQ rode y^ iarl xai iaao^ivoiai fuvd-iad-ai. II. 2, 298: dkla xal ^firtrig
ataxQov TOI dFrjQov re fiäveiv xeveov ie viead^ai. II. 3, 38 : tov d' ^xtwq
veUeaae ßidiov aloxQoiai ßineaatv. — IL 2, 216: a%axio%og de dvfjg vrco
Flkiov rjk&ev. — aiaxvveiv ,hässlich machen', entstellen; ,beschimpfen,
beschämen'; alaxivead-at ,8ich schämen, sich scheuen'; II. 18, 24: x^'
glßev d' ^axvve TtgooiOTtov, IL 18, 180: aol kdßt], alxiv xt viycvg Jioxvpi-
l^ivog %kdji, — IL 6, 209: /xijcJc yivog Ttarigwv alaxvvifiev. 11.23,571:
"^axvvag f^ev ifi^v agenjv. — Od. 7, 305: iyu) ovx %&ekov (nämlich %7tea&ai)
ößelaag aiaxvvofievig re, firj nwg xal aol ^f^og kfCiaxvaaaiTO ßiddvTi.
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit
nachgewiesen. Fick 1^, 345 vermuthet in ansprechender Weise Entstehung
aus *aI;c(yxog- und Zugehörigkeit zu goth. aiviskja- ,Schande' (Kor. 1, 15,
34 ; 2, 4, 2) , das er aus *aighvish' deutet — Das abgeleitete aiaxvveiv
beruht zunächst auf einem adjectivischen *aiaxv-gy das neben alaxgo-g
gelegen haben wird, wie ganz ähnlich zum Beispiel ykvKv^g ,süss' (IL 1,
610; 2, 71) neben dem gleichbedeutenden ykvxego-g (IL 10, 4; 11, 89) oder
xQarv-g ,kräftig' (IL 16, 181; 24, 345) neben dem gleichbedeutenden xga-
rego-g (IL 1, 25; 2, 622).
aia^^ic^ai (Aorist; Soph. El. 79; Thuk. 5, 26; 7, 75) ,wahmehmen' (sinn-
lich und geistig), mit der präsentischen Form aiad-dverai (Thuk. 1, 33;
Plat Theaet 192, C; aia»dvei Soph. El. 1477; aia&dvofiat Ar. Frösche 285)
und auch sonst nur das Gepräge der Ableitung tragenden Tempusformen,
wie dem Futur aia&rjaerai (Soph. Phil. 75; Ar. Frösche 634).
Findet sich weder bei Homer noch Hesiod noch Pindar. Aesch. Prom.
957: doxelre d^ valetv dTtevd^fj nigyafi^' ovx Ix %(avd* eydj dtaaovg vv^
gdvvovg hcTceaovrag fja&ofirjv; Aesch. Ag. 85: tI viov] xL d* iTt-aiad^oiiivri^
xlvog dyyeklag nev&ol rteglTte^TCxa dvoaxelg; Soph. Phil. 75: et fie xo^tav
kyxgaxfjg aiadTJaexai. Soph. EL 1477: ov yag alad'dvei ndkai, ^wvxag
^avovaiv ovvex dvxavd^g lacr; Soph. Phil. 252: ovd* ovoii ag' oidk xwv
ifÄWv xoxcüv xkiog ijad'ov tzox ' ovdiv ; Plat Phaed. 75, B : ngo xov cga
ag^aa&ai ^fidg bgdv xai dnoveiv xal xdkka aiad^dvea&at. Plat Theaet
192, D : aal axovio i] xiva akkrjv aia&Tjaiv aiad'dvo^ai.
liat audire ,hören'; Enn. ann. 454: audire est operae pretium.
Die gegebene Zusammenstellung beruht auf der sehr wahrscheinlichen
Vermuthung, dass alad" aus älterem *a£a^, ^aßiaS'-y wie zum Beispiel
Tcalg ,Sohn' (IL 14, 346; 21, 216) aus altem ndfig (II. 2, 609; 3, 314; 5,
704), hervorgegangen sei und sich unmittelbar anschliesse an dletVj alt
dßleiv (aus ^^dßla-jeiv) ,wahrnehmen, hören, (1, Seite 18). Das & darin
vergleicht sich am Nächsten mit dem von cla&eiv, alt wahrscheinlich
Griechische Etymologie. 97
aßla^ciVj ^nshauchen' (1, Seite 23) und weiter dann auch mit dem von
Formen wie ßoQv&ei ,e8 ist beschwert, belastet' (II. 16, 519), piivv^uv
,vermindem* (II. 15,492; 493), (paFi&wv ,Ieuchtend* (D. 11, 735; Od. 5, 479),
^ßegi&eaä'ai ,8chweben, flattern' (1, Seite 598) und anderen. Dass aber
audire ans einem alten *av1dire, noch älterem *avi8dire, wie ganz ähnlich
zum Beispiel gavdeo ,ich frene mich' ans einem alten *gävided^ was durch
das participielle gävtso-s (Ov. fast 1, 349) noch deutlich gemacht wird,
entstanden ist, wird durch das zusammengesetzte oh-oedüre ,gehorchen' (Plaut
Cure. 556 ; Poen. 448) im höchsten Grade wahrscheinlich gemacht, da dieses
aus "Omd^re (wie ähnlich wahrscheinlich foetere ,stinken' — Plaut as. 894 :
foetet anima uxSris — aus altem *foviUre entstanden sein wird: das o
darin vergleicht sich mit dem von ad-oleseere ,heranwachsen' (Ov. met 4,
376; Lucr. 3, 449), das dem unzusammengesetzten alescere ,heranwachsen'
(Lucr. 2, 1130; Laber. com. 85) zur Seite steht — In Bezug auf die Be-
deutung darf noch hervorgehoben werden, dass auch aia^avea&ai be-
sonders häufig vom „Hören'' gebraucht wird, wie Soph. EL79: &vg(Sv
ido^a TtQoonohay rivog vftoatevovai^g %vdov ala&ia&ai. 683: ^a^er'
avdQog oq&Iwv KrjQvyfittTtav» Aias 1318: vrilo&sy yag jjad'Ofitjv ßoi]v
*A%QBidwv. Thuk. 6, 17: ^f ccV iy(a diwfj ala^dvofiai %oiav%a. Eur. Or.
1311: fjO&ofifjv xTVfvov Ttvog xiXev&ov elaneaowog afig>l ddfiata, Ar.
Wölk. 292: fja&ov g)Ufvijg Sfia xa2 ßgovzijg fivxriaafiivrig ^eoainrov; Ar.
Plut 670: fjy vgg ato&ijTai tp6g>ov, Xen. Hell. 4, 4, 4: (bg dh rijg kqov-
yijg jjod'ovxo, —
olvQ'q ,IiOb'; ,Thierfabel' (eigentlich wohl ,das Lob der Thiere'); ,Sprich-
worf (eigenäich ,das Gutgeheissene'?).
Bei Homer 4 mal Od. 21, 110: %L fie XQ^ fÄtjTiQog ahov; II. 23, 652:
Ilfjleßidrjg . . . ^x^\ ^^^^ navt* ahov (,Zu8timmung^: Nestor hatte Vers
626 gesagt: val drj vaird ye navta, xhtog^ xatd fiolQav ißeirteg) krci-
idve Nfjkeßldao. IL 23, 795: ov (liv toi fiileog ßeigi^aetai alvog (eben
vorher hiess es Vers 793: xvdrjvev dk ftodtoTcea Ilfjleflcjva). Od. 14, 508:
cJ yiQov, civog lUv voi diiipuov (Odysseus hatte Vers 463 seine Erzählung
mit den Worten begonnen: ed^afievog n Fiftog feQiw), ov xctrikeSagj ovdi
%i not fcoQa fjiolQav Mnog mjiUQdkg ifemeg. Pind. Ol. 2, 95: dXV alvov
inißa xoQog oi dbuf avvccvrofievog. 6, 12: tIv d' alvog holfiog. 10^7:
i^d^vrjzog d* alvog X)lvf47tiovixaig ovvog cyxeixau Nem. 1,6: v(jLVog
OQfiavai d-i^iev alvov aeXXottodwv fjiiyav %7tnu}v. Aesch. Schutzfl. 1024:
alvog dk noXiv tavde üelaaywv ixirw. Agam. 1547: vlg ö' iniTVfißiog
alvog in* ovöqI &el(fi avv doKQvaiv iaTtxtav ; — Hes. Werke 202 : vvv d '
alvov ßaoiXevaiv Iqiia q>Qoviovai xal aivolg' eJd' igri^ TtQoaißemev d-
ßijdova . . . ArchiL Bruchst 86: alvog xig dvd^QiaTttav ode, log aQ* aliJTcri^
xaterog ^(avlfjv ifii^ctv. — Theokr. 14, 43: alvog dnriv Hysrai to ße-
ßaxei tavQog av* ilav. German. (in AnthoL 9, 17, 5): Ix TtvQog, d,g aU
vog, niaeg ig q>X6ycu — Dazu: noki-aivo-g ,reich an Lob, viel ge-
priesen'; IL 9, 673 — 10, 544: Fein' aye fi , d molvaiv' 'Odvoev. —
L«o Msyer, OriMlütdie Etymologie, n. 7
98 Griechische Etymologie.
alvieiv ^loben, gutheisBen'; H. 10,249: i^ijr^ ag fie iiaX* ahee, /irrere
v$Uei. IL 23, 552 : rcJy ßoi Mneiv^ aveXtov d6/d€vai xal fiel^ov aße&kov,
rjfi xal avrUa viv, iva a' alrrjauaiv ^AxaiFoL Od. 16, 403: al (xiv x'
aivrjaioai JiFog fieyaloio ^ifiiareg, avTog tb xrevio).
Dunklen Ursprungs. Als Suffix löst sich vo ab, wie zum Beispiel auch
in oho-Qy alt foivo-g ,Wein' (IL 3, 269 ; 295), axolyo-g ,Binse* (Od. 5, 463 ;
Pind. OL 6, 54), dlvo-g fiiekungj Umschwung' (Ar. Wolken 380), 7CQivo-g
,Steineiche* (Hes. Werke 436 ; Ar. Frösche 859). — Verbalform wie alviaw
(Find. OL 7, 16; Nem. 7, 63; Aesch. Ch. 192; Eum. 469), alviaei (Simon.
Amorg. 7, 112), f/veaav (Aesch. Bruchst 313), aiviaai (Aesch. Ch. 80), al-
viaäg (Aesch. Schutzfl. 902) und ähnliche weisen noch auf eine alte Grund-
form alvog- {alviw aus *aiviajw),
alvö-q ,furchtbar, grässlich^
Bei Homer fiber hundertmal. IL 4, 82: ij ^' avrig nroi^fiog ts xaxog
xal qwXomg aivij faaerai, IL 7, 119: at xe tpvyriaiv drißlov ix ntoXi-
fioio xal alr^g drjJriOT^tog. IL 4, 169: ctlld fioi aivov a%og ai&ev
%aa€tai. IL 5,886: m^fia%* %7taa%ov h alv^oiv vexadeaaiv. IL 7, 215
s» 20, 44: TqBag dk rgo/dog alvog VTtrjkv&e yvla ßixaatov. IL 8, 449:
xolaiv x6%ov aivov i&ea&e. IL 18, 465: ote fiiv fiogog alvog Ixavoi, H.
22, 94: l'di; di %i fiiv xolog alvog. IL 10, 312 «b 399: 7cafiaT(p adrpuoxBg
alvtp. IL 17, 565: "Exi^wq TtvQog aivov ^ei fiivog. Od. 15, 342: ov%i §1
BTcavaag akrig xal oi^iog alvijg. Od. 19, 568: ifiol oix iv%evd'€v oflofiai
aivov ovetQOv kkd'ifiev. Od. 10,219: toI d^ Mdfeiaav, inel fldov alva
TtikwQa. IL 14, 389: alvotarfjv ^Qida n%oXifioio tavvaaav. Od. 12, 275:
IV^a yag alvorarov xaxov ^fifievai Sfif^iv %q>aaxov. Od. 4, 441 : ivd'a xev
alvotarog i>6xog Mmlezo. H. 1, 552 i-» 4, 25: alvorare Kgovldtj, nolov %ov
liv&ov ißemeg; IL 1, 414: vi vi a* %tgeq>ov alva vexovaa;
Zu altind. dinas- ,Freyel, Sfinde'; ,Unglfick'; RV. 2, 12, 10: jds gägvoias
mdhi dinas dddhänän dmanjamänän gdrvd gaghä'na ,der alle, die grosse
Sünde gethan, ehe sie es dachten, mit dem Pfeil tödtete'; RV. 5, 3, 7: ^ds
ncts ä'gas ahhi dinas hhdr&ü ddhi id aghdm agJidgansai dadhäta ,der
über uns Frevel bringen wird und Sünde, auf den Böses sinnenden bringe
er Böses^; — RV. 1, 125, 7: md' prndntas düritam dinas d' aran ,nicht
sollen die Freigebigen in Missgeschick, in Unglück geraihen'; RV. 10, 128,
4: dinas md' ni gdm Jcatamdd cand ,nicht möge ich kommen in irgend
welches Unglück^ ; RV. 7, 20, 1 : trdtd' nas indras dinasas mahds cid ,Er-
retter ist uns Indras auch aus grossem Unglück^; RV. 8, 47, 8 : jüjdm md-
hds nas dinasas jüjdm drhhät u/rushjata ,ihr (o Götter) rettet uns aus
grossem, ihr aus kleinem Unglück'.
Die zu Grunde liegende Verbalform ist nicht deutlich. Nächst vergleich-
bare Bildungen scheinen xaivo-g ,neu' (Aesch. Gh. 659 ; Soph. Phil. 52 ;
Oed. KoL 379), deivo-g^ alt ößeivo-g ,furchtbar' (H. 1, 49; 5, 739; 741; 8,
133), xleivo-g ,berühmf (Pind. OL 6, 6; 9, 14; Aesch. Prom. 872), xoivo-g
,gemein8chaftiich* (Hes, Werke 723; Pind. OL 10, 11 ; 7, 92), (poivo-g ,blutig,
Griechische Etymologie. 99
mörderisch^ (IL 16, 159; Hom. hymn. Ap. 362), die aber zum Theil doch
wohl anders sich entwickelten. Wie weit etwa auch inatvo-g ,fnrchtbar^
(?; 1, Seite 366) hierher gehört, ist nicht klar.
alvlcaea&'ai ,dnnkel, räthselhaft sprechen^; ,woraüf anspielen, andeutend
Find. Pyth. 8, 40: loyov . . tov ovTteg nox^ ^Olxkiog nalg h iTtrafCt-
loig löüty vlovg Oi^ßatg aivl^ato. Theogn. 681 : tctvva fioi jjvlx^w ne--
Tcgvfifiiva rolg ayaS-oiaiv. Hdt 5, 56 : idoxee 6 ^'innaQxog avöga ol Int-
azarra fiiyav %e xal eiSeidia aivlaaead'ai jade %a Unea' tX^^'i Ximv
oThjva fta&tüv . • . Fiat apol. 21, B: et nove Uyet 6 S'^og^ xal %L ntna
alvlvverai; Fiat Staat 332, C: j]v1^ccto Sqo • • . o 2ifiwvldf}g feoiTjvixtSg
%6 dUaiov o ett], — Ar. Bitter 1085: %f)v Kvlkijprjv yiQ » Oolßog ig Trjv
X^l^' oQ&üig j]vlSo%o tijv JioneLd^avg. Ar. Vögel 970: jvl^ad'^ 6 Baxig
tovTo TtQog %6v oÜQa. Ar. Bitter 196: ev v^ zovg &eovg xal noixLhag
mag xal aoq>fag i^viyfiivog. Soph. Eon. Oed. 439: (Sg nav%^ ayav aivix%a
Cräthselhaff) xaaaqyfi Xiysig. — Dazu: atviyiiax'- ,dnnkle Bede, BSthsel^;
Find. Brachst 177 : ahiyfÄO naQ&ivov i^ ayQiav yva&wv. Aesch. From.
610: Xi^ui tOQwg aot nav Sneq x^^ßl^Big fia^elv, ovx ifinXixtov alvlyfiata.
Aesch. Ag. 1113: ovno} ^vrijxa' vvv yaQ k§ aiviyf4d%(av inaQyifioiai
&€aq>azoig dfAtjxavw, 1183: q>Qevwow d* ovxir^ i^ alviyfiavwv. Ch.
887: ^wf^xa %ovnog i^ aiviyfiaj(av, Soph. Eon. Oed. 393: xahoi %6 y*
aXviyix ' ovxl Tovmovtog tjv dvd^dg duiTcelv^ dkXd ftarrelag idei. Aeschin.
3, 121 : ov yaQ di ' aivi,y^d%iav dXl^ hagywg yiyQamai,
Wird ans *alvixjeod^ai entstanden, also von einem nominalen *alvix-
(oder *alviX0' ?) ausgegangen sein, das aber etymologisch ganz unver-
stSndlich ist
alwa&'ai ,nehmen^, begegnet nur in einigen präsentischen Formen.
IL 15, 458: Tevxgog d' aXkov Siarov iq>* ^x%oqi x^^^^^Q^^'^fi f^^y^ro.
IL 11,580: EvQvnvXog 6' inogovae xal aivvvo jevxs* dft' äfiary. Od.
9,232: TVQviv aivvfievoi q>dyofxev. Od. 22, 500: i^and^on* ^Odvarjfa . . .
X^Ufdg r' alvvfievai. IL 21, 502: ^i^ro) di avvalwto xafiTtiXa %6^a
neTneoT^ akkvdig akka. IL 15,595: '9'ikye dk ^(jlov Hgyetußv xal xv-
dog dnalrvjo, IL 5, 155: q>lkov d' i^ahvro ^fiov afiq)oriQ(o,
Da das w offenbar, das präsensbildende ist, ganz wie zum Beispiel
auch in daiwa&ai ,sich bewirthen lassen, essen' (H. 1 , 468 *= 602 ; 5^
805; 23,201) nnd ixalvvro ,er flbertraP (Od. 3, 282; 8, 127; 219; Hes.
Schild 4)^ so ergiebt sich als wnrzelhaft nur ai- , wie ein solches auch
schon aus alrieiv ,bitten' (Seite 79) erschlossen wurde. Beachtenswerth
ist, dass das Verb an einigen Stellen (IL 13, 262: ano-alvvfiai. Od. 17,
322: ano-alyvtau Od. 12, 419 «= 14, 309: ano-alwto) anlautendes / zu
haben scheint, dem eine grössere Anzahl von Stellen (wie IL 11, 582 und
17,85: dn-aLvviABvov. IL 15, 595: dTt-aivvjo) aber doch entschieden
widerspricht
affiar- (alfia) yBlutf.
IL 4, 149: eßiäev fjiikav alfia xatagQißov IJ dteik^g. IL 4, 146: fiidv"
7*
100 Griechische Etymologie.
^v aifioTi firjQoi. IL 11, 164: %xTO^a d* ix ßekewv vnayBv Zevg ht t€
TCOvlrjQ Sx r' dvÖQOXTaalrig Sx ^' aifiorog. IL 6, 211 «» 20, 241: ravvtjg
TOI yeve^g ve aal aifiowog evxofiai elvai.
Ahd. seifHj nhd. Seim ^dickflüssiger Salf, Honigseim.
Nach Fick 2 , 256. Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht
deutlich. Bildongen anf -ai-f^ar- scheinen sonst nicht zu begegnen.
aliuzan^ ^Steine, Steinwall^
Bei Homer zweimal. Od. 18 , 359: ^ o^ x' id'iXotg ^revifiev, eX a*
dveJLolfujVj dyQOv in laxavirjg . • . alfiaauig ve Uywv aal divÖQea ficatgc
q)v%ev(üv; Od. 24, 224: ovd* evQev Jollov, fiäyon^ o^arov ioKaraßolviav,
ovdi Tiva dfuiwv oid^ vidiv' akl* aQa %ol ye alfzaoiag ki^oweg alor^g
ififievai ^xog ^xov%o, Hdt 1,180: t6 dh dito %ov%ov al inixafÄTcal
Ttaqd XBlXog hiOTegov %ov ftorafiov alfiaai^ fcUv&iav oftziwv ftafctrelvei
.... xora d^ wy hLdaTfjv odov Iv %fj aifiaaifj %jj Ttaqd %bv norafiov Ttv-
Xldeg in'qaav. Hdt 1, 191 : avtol irtl rag alfiaaiag avaßdvreg rag naqd
%d x^ikea rov norafiov ikfjlafiivag, Hdt 2, 69: xQoxodelkovg dh^Iioveg
ovvofiaaavj elxd^oweg ovrcov to eXdea %oiai naQct aq>lai ytrofiivoiac
xQOKo3elkoi4ii (,Eidech6enO rolüi iv %fjoi alfiaaifjai. Hdt 2, 138: negi-
&iei d' av%6 (d. L to Iqov) alfiaaiij iyyeykvfifAivtj xvnoiau Hdt 6, 74:
vdwQ oklyov q>aiv6fie¥0v Ix Tvirfrjg ard^ei ig Synogf %6 dh ayuog alfza-
ot^g Tig ft€Qi&e€i ncvTikog. Hdt 6, 134: xava&QdiaxovTa 6k t^v alfiaai^v
%dv fiVfQov anaO'Sijvau Hdt 7, 60: alfiaaifjv TtegUßakov xora rov xmlov,
v^og a>ijxovaav dvdgl ig %6v oiiq>ah6v. Thnk. 4, 43: ol dl vftoxoi^ijaavveg
TCQog alfiaoidv {fjv yag %6 %iOQlov nQoaaneg nSni) ßdkkovteg volg kLd'oig
wxdvTtBqd'ev ovreg . . . i7t]j€aav avS'ig. Theokr. 1 , 47 : cktod, %dv iklyog
%ig xdigog iq>* alfiadalai q>vkdaa€i tjfievog. Theokr. 5, 93: ^oda, %tiv
avdrjQa* %d 6^ alfiaaiaiai 7t€q>vii€u
Gebildet wie axvQfiirj ,Spreahaüfen^ (1, Seite 150), av&QaKu^ ,Kohlen-
häufen^ (IL 9, 213; zu avd-Qox- ,Eoh]e^ 1, Sdte 216), anodiri ,Asch^anfen^
(Od. 5, 488 ; zn arcodo-g ,Asche^ Od. 9, 375), Ttqaavq ,Laachbeet, Gemüse-
beet^ (Od. 7, 127; 24, 247; zn nqcao-v ,Lauch' Ar. Frösche 621). So darf
man als nächste Grandlage etwa ein "^al^aao-g p^eldstein^ mnihmaassen,
das aber selbst etymologisch noch dnnkel bleibt
€x2fid-$ ,Waldang^.
Aesch. Brachst 9 : aliiol (ans Hesych: alpiol' ÖQvfiol' Alaxvkog Ah-
valaig).
Dankler H^kanft Als nächstyergleichbare Bildung bietet sich kaifi6-g
,EehIe' (IL 13, 388; 542; 18, 34).
alfiov- {a%fiwv)j etwa ,kandig^ oder ,eifrig^.
Bei Homer nnr IL 5, 49: SKaptcvdQiov, aifiova ^^grig^ l^tgeßidrjg Mc-
vikafog U ' Myxe'C o^vofemj ia&Uv dr^QrjTiJQa. Vielleicht gehören Ueher
anch Aesch. Schatzfl. 847 (verderbte Stelle): difioy' S^w a' l/r* a/ilda ijav-
dovnla xaTtiva and Ear. Hek. 90: üdov yag ßakiav ikaq>ov kvxov alfiov t
X^kq atpa^ofidvav. Hesych erklärt aXfiova' ifciCTtifiova, llfinciQov.
Griechische Etymologie. 101
Scheint gebildet wie daifxov- ^Gottheit' (11.1,222; 3,420; 5,438). An
Znfiammenhaog mit altind. saiv : sdivatai fit yerkehrt mit, pflegt, übt' (im
Bgv^das nnr 10, 95, 8 : sdcä jdd äsu . . . ni-sdivai ,alB ich mit diesen der
Liebe pflegte' nnd 10, 117, 2: jds sthiräm mänas kpiutdi sdivatai ptirä'
Uta u cid ,wer einen festen Sinn sich macht nnd anch frtlher übte'), so
dass ein altes **aalF-fiov zn Qnmde liegen würde, ist schwerlich zu
denken.
alii'AXo-q ,schmeichlerisch, verfiihrerisch, listig'.
Hes. Werke 374: firjdk yvvri ae vöov Tcvyoatokog k^anctrartOj alfivka
TuarlXlovaa. Find. Nem. 8, 33 : hc^Q^ ^' ^9^ rtaQq)aoig ^v %al Ttakai,
alfivXfov livd'iov 6fi6q>oiTog. Aesch. Prom. 206: alfivlag dk fzrjxavag int"
^aaameg xa^eQOlg q>Qorrif4aaiv ^ovr^ dfiox^l nqhg ßlav %e deoftoaeiv,
Soph. AL 388: nwg av %bv alfAvltaratoVy ix&gov aXrjfia, %ovg re diaad^ag
oiAaaag ßaaikffi, Tilog d-avoifii xavtdg. Enr. Rhes. 498: lart ö^ alfiv-
hataxov y^otrifi ^Odvaaevg. Ar. Lys. 1269: vav alfivkav dkfaTtixuv nav-
aaliied-a. Plat legg. 7, 823, E: fitjd* av nttjywv -^i^^ag alfivkog M^fog ov
ofpodqa Hevd-igiog iftiX&oi %ivl vitov. — Dazu alfivXto-g ,schmeich-
lerisch, yerführerisch'; Od. 1, 56: ''ATlavxog 9vya%riQ . . • alFel dk ixahx-
xoiai xal alfivXloiai loyoioiv &ikyei. Hes. theog. 890: Zevg . . . d6k(fi
qtfiyag iSaTtati^aag alfivJUouJt Xoyoiaiv. Hes. Werke 78: iv d' aqa Fot
ati^eaai . . . tdQyeiq>6vT7jg tpevSed ^ ' al/ivXlovg %b Xoyovg xal inlxkoTtov
fjd'og Tev^e. Hes. Werka 789: q>iXiBL di re xi^ofia ßd^eiv, xißevdea ^^^
alfivXiovg %e Xoyovg xQvq>lovg t' oaQiOfiovg,
Dunkler Herkunft Ob etwa mit dem nächstvorausgehenden alfiov-
irgend welcher Zusammenhang besteht ? dem Suffix nach scheint sichs zu
Bildungen wie dyxvlo-g ,krumm' (1, Seite 203), fdirvXo-g ,y6rBtümmelt, un-
gehömt' (Theokr. 8, 86}, aiavlo-g (freyelhaff (Seite 95) und ähnlichen
zu stellen, dabei ist aber zu betonen, dass auch das innere fi nur suffixal
sein kann.
atQ^Biv ,aufheben', ,wegnehmen'^ siehe unter o^- : aXQeiv (1, Seite 252).
alQa ,Hammer'.
Eallim. Bruchst 129: ka^grjdov dk naq ^Htfaloxoto xafilvoig Ikqafpov^
aifdüiv i^a öiäaaxof^evoi. Aus Etym. Magn. 38, 36, wo erklärt wird:
alga, ^ aq)vQa. Hesych führt auf : alqa' acpvQa* a^ivrj.
Aus *aiijaj wie zum Beispiel aq>alQa ,Ball' (Od. 6, 115; 8,372) aus
*a<pdQJa. Uebrigens etymologisch dunkel. Schwerlich zu a^iQBiv ,aufheben'
(1, Seite 252).
alffa ,Taumellolch' (der schwindelerregend wirkt).
Ar. Bruchst 412: dfdxovg, jtvQovg, Ttriadvrjv, ^dy^^oy, ^eidg^ atgag^
aefildakiv. Pherekr. Bruchst 188: xvdfiovg, aq>dxriv, ^eidg, aigag, axedv^
vovg. Theophr. Pflanz. 1, 5, 2: zdiv dk iiovoXoftog (nämlich 6 q)Xoi6g), olov
avxrig, xakdfiov, aXgag. 4, 4, 10: ogv^ov . . . ri)y ox[^iv 7C€g>vxdg o^aoiov
%alg aigaig, 8, 7, 1 : tcJv fikv ovv akkiav a7t€qfAd%mv ovdkv eig akko ni-
(pvxe fÄeraßdkkeiv q>d'eiQ6fievov, tcvqov dk xal xQi&r^v eig algdv q>aai xal
102 Griecfaische Etymologie.
f^alkov tov TtvQov , ylvea^ai dk zovr kv %aig iftofißglaig Kai fialiOTa
iv Toig BvvÖQoig xal ofißqiideai xmqloig. 8, 4, 6: 6 de atxeloQ töiov l^ce
TO fielafiTtvQov xalovfzevov o Iütiv dßXaßhg xal ovx wartBQ ?/ alga ßaqv
xal x€g>akakyig.
Dunklen Ursprungs. Ob im Grunde mit dem vorausgehenden das selbe?
Das gleichbedeutende lat aera (Plin. 18, 155 und 156) kann nur entlehnt
sein. Das altindische airäkäj eine knotenlose sehr harte Grasart (Bhftyapr.),
aber kann nicht hieher gehören.
alQieiv ,nehmen, ergreifend
IL 24, 268: xad d^ dno 7taaaaX6q>i ^vyov fjgeov 'qf^ioveiov, IL 21, 555:
el fiiv x€v VTto xQa%EQov Idxii'ij^og ipevyia ... . alQrjaei fie tuxI oig, IL 10,
235: tov fikv d^ Fitaqov */ algi^aeai, ov x' k&ikrjod'a. IL 2^ 37: q>rj yag
o y* algijaeiv ügiafiov ftoXiv. IL 3, 446 ■■14, 328: wg.aeo vvv iga/xai
xal fi€ ykvxitg Yf^CQog algeu IL 17, 67: fiaka ydg x^^Q^^ dfiog algei,
n. 1, 182: (ig ifi^ ag>aiQieTai X^arjlda Oolßog ^AftoXXiov, Aesch. Ag.
267: ügcafiov yaq ^Qrjxaaivl/igyeioi noXiv. Aesch. Ag. 1209: rjörj xi^vair-
aiv kvd'ioig ^Qrjfiivri.
Beruht als; . abgeleitetes Verbum zunächst wohl auf einem nominalen
*alQO'g, das etymologisch aber nicht weiter verständlich ist Etwaiger Zn-
sammenhang mit aXvvad'ai , nehmen^ (Seite 99) oder atzieiv ,bitten'
(Seite 97) ist wegen des hier fehlenden harten Hauchs unwahrschein-
lich. Auffällig ist, dass zwei vereinzelte Formen {dTto-aiQela&ai IL 1, 230 ;
ctTfo-aigeo U. 1, 275) auf altes anlautendes ß zu deuten scheinen. Weiter
aber ist als beachtenswerth noch hervorzuheben, dass in passivischen Aorist-
formen wie ^gi^ (Aesch. Sieben 505; Soph. Oed. EoL 1148; Ant 406)
und auch in dem participiellen algero-g ,der genommen werden kann'
(Hdt 4, 201; i^-algevo-g ,ausgenommen, auserwählt' IL 2, 227; Od. 4, 643)
innerer kurzer Vocal entgegentritt
atXivo^q ,kläglich', ,Elagegesang'.
Find. Bruchst 139, 5: a fiiv axirav Alvov aXhvov vfivevvj a J* ^f^i-
vaiov, Aesch. Ag. 121 «» 139 => 159: aXhvov aXkivov elnl, %o 8^ ev vi-
xarw. Soph. Aias 627 : f^arrjg . . . aXXivov aXlivoVj ovo ' olKtgäg yoov og-
vi&og aTfdovg tjaei dvcfiogog^ äXk* o^vrovovg fikv t^dag d'gTjvijaei. Eur.
HeLl71: aXlivoVj xaxoig roig ifJLoiat oivo^a öaxgvaj Tta&eai na^ea,
fiikeai fiiXea. Eur. Or. 1395: aXkivov aXkivov ägxav d^avazov ßagßagot
kiyovaiv, aiai^ Idaiadi qxav^. Eur. ras. Her. 348: aXkivov pikv in^ evzvxsl
fiokrc^ Oolßog laxeL Kall. Ap. 20 : oväk Qitig ^Axikria xivvgeTai aXkiva
f^V^VQj onnot^ irj Ttairjov, i^ jtairjov axovaj]}
Scheint zusammengesetzt zu sein aus dem Ausrufwortchen al ,ach'
(Seite 71) und dem auch in engster Beziehung zum Gesang stehenden
klvo-g^ dessen schon Homer (Ilias 18, 570: Ttd/ig . . . klvov ä* vnb xaUv
aßeidev), so wie das oben angezogene Pindarische Bruchstück (139, 5)
gedenken, das seiner Bedeutung nach aber durchaus nicht ganz klar ist
Gewöhnlich wird es für den Namen einer Persönlichkeit gehalten, und so
GriechiBche Etymologie. 103
berichtet zum Beispiel Herodot (2, 79) : voloi (d. i. den Aegyptem) Skka
%€ ina^ia iazi vofzifia, %al 8^ xal aeujfia tv fcti, ^Ivog . . . avfiq>iQe%ai
8i iovvdg elvai zov ol "ElXijveg Alvov ovvofia^ovreg asldovai . . . iari dk
AiyvTtviatl 6 ^Ivog xaXevfievog Mavigtog' iq>aaav di (juv AlyürctiOL %ov
nQchov ßaaiXßiaavxog Alyvntov nalda fiovvayevia yevia&ai, afto&a-
varra d' cnirov aviOQOv '^Qi^voiai V7t^ AlyvftTltov TifiTj&fjvai, xal aoidrjv
EL
d jwenn*; ,ob*.
IL ly 116: alle xal tSg i&iJLo} dofievai ftaXiVj ei %6 /' afASivov (näm-
lich iatlv). IL 1, 173: q>evye fiai»% et %oi ^fiog kftiaav%ai. IL 2, 156:
iv&a xev IdQyetoiaiv vniQfioga voaxog irvx^, et firj l/i&fjvairiv ^gt}
rtgog f^v&ov tFeifcev. IL 1, 324: ei di xe fi'q dwijaiyj kyta di xev avrog
iXtafiau IL 18, 273: ei d* av ifiolai ßifteaai Tti&diied'a naiöo^evoL neg,
rvxra ßiip eiv ayoQjj a&ivog i^ofiev. H. 10, 111: oXk' eX Tig xal tovade
fiezoixofievog xaHaeiev, H. 1, 257 : TgtSeg fiiya xev xexaQolaro ^fitp, ei
aq>wiv Tade Ttavra Jtv&olccTO [AaQvafjUvouv. — II. 8, 111: oq)Qa xal %x-
%u}Q Felaetai ei xal iiwv doQv f^alverat Iv maXcfijjai, IL 5, 183: aaq>a
ö^ oi ßold ' el &e6g iativ.
Etymologisch noch nicht genügend aufgeklärt Fick 1«, 521 hält es für
identisch mit liL j^ ,wenn^ und sieht darin eine Locatiyform des Belatiy-
stammes o- (1, Seite 492). Beachtenswerth ist, dass sich ei zu dem demon-
strativen eha ,dann' (Aesch. Prom. 777 ; oft bei Sophokles wie PhiL 84 ;
295; Eon. Oed. 452: Oed. EoL 1597; Trach. 770) ebenso verhält, wie das
relative iueL ,nachdem, seitdem, da' (1, Seite 366) zn %7tei%a ,darauf, dar-
nach (1, Seite 366). Weiter ist hervorzuheben, dass ei in manchen Ver-
bindungen viel weniger eine Bedingung ausdrückt, als eine thatsächliche
Begründung, wie IL 1, 39 und 40: el' noti toi xaqlFeirt inl vrjFov igetpa
fj ei dfj noni %oi xara TtlFova (iriqC hcrjfa . . . Toie jäol XQijßfjvov ißiX"
diüQ ,^ülle mir diesen Wunsch, da ich dir doch einen Tempel erbaut
und fette Opfer dargebracht'; IL 1,61: vvv Sfifie naliv nlayxd'iwag
oFlia ctp aTtovoarijaeiv , . . ei dq ofiov TtxoXeiiog ve öafi^ xal loif^og
^Axatßovg ,da ja doch der Erieg und die Seuche die Achäer aufreiben
wird'. Auch die Verbindung ei 8* eye ,wohlan' verdient noch besondere
Beachtung, da in ihr schwer eine Bedingung zu erkennen ist, wie ei 6'
aye fxi^Vy Ttelgriaai ,wohlan, Versuchs'; IL 1,524: ei d* aye %oi xeq>aXy
xavavevaofiai ,wohlan, ich werde zunicken'; IL 6,376: ei d^ aye (jloi^
dfiipal, vrjfiegTia fiv&rjaaa&e.
äoj ein Ausruf der Ermunterung.
Aesch. Ag. 1650 und 1651: ela 8^, q)lXoi loxlvat, rovgyov ovx ^^S
ToSe, — ela 8fiy ^iipog nQoxwjtov nag %i^ evxQerti^iroi. Eur. Med. 820 :
alk^ ela xf^Qei xal xofii^' 'Idaova, Eur. ras. Her. 622: dXX' eV, 6(iaq%el%\
104 GrieduBche Etymologie.
0/ %bfiv ^ eig dofiovg natgL Eur. Iph. T. 1423 : ovx ela TCtiXoig ifißalov'
reg rjvlag nagcmcwioi ÖQafjielad'e xaxßokag yewg 'Elltjvldog di^ea^e; —
Dazn eia^eiv ^ermnntemd anraf en' ; Enr. Brachst 844 : eia^wv (ans Hesych :
eid^wv' ela ircixekevwv. Eigmlärig XQvalnntf).
Das abgeleitete ela^eiv wurde ganz ähnlich gebildet, wie das ans al
^h' (Seite 71) hervorgegangene ala^eiv ^ach mfen', ^beklagen^ (Soph.
Aias 432: vvv yag nageati xai älg ala^eiv ifiol xal rglg. 904: tode rovd*
^Xortog ald^eiv naqa. — Aesch. Fers. 922: ya d' ald^ei %dv iyyalav i]ßosv
SigSf uTafiivav).
üavö'gy alt feiavo-g ^Gewand' (IL 16^ 9), siehe iavog^ alt ßeavo-g
(1, Seite 330).
eiaficm} ^enchte Niedemng'.
IL4y483: aXyeigog foig^ fj ^c t^ iv elafievfj ikeog /isydloto Tcegfvxjj
lelßfi. IL 15, 631 : ßovalv . . ., aY ^d t* h elaiievjj il^og fieydXoio vifiov-
%ai fivglai. Eallim. Art 193 : ry d' otk fzkv Xaalfjaiv vno dgval xQVTetero
rvfifpti, allote d' elafiev^aiv. Theokr. 25, 16: fieXiridia noltjv keifuSveg
S'aU^ovoiv vnoÖQOooi ela^eval te eig aXig*
DnnUer Herkunft. Der Snffixform nach ISsst sich wohl de^afuvij
^Wasserbehälter, Cisteme' (Hdt 3, 9: Uyerai %6v ßaaiUa . . . (leydXag
de^aixevdg ogv^aa&ai, Yva dexofieyai to vdwQ aw^wai, 6, 119: lyxiei ig
de^a^evrjv) vergleichen, so wie weiterhin die gewöhnlichen, aUerdüigs an-
ders betonten, Participformen, wie oikofÄivtj ,yerderblich^ (IL 1, 2), toiöo-
lAivri ,sorgend' (IL 1, 196).
fXuL^BiVf Blißelx-eiv ,weichen, nachstehen, nachgeben^; ,nachlassen, schiessen
lassen' (IL 23, 337).
n. 5, 606: TtQog Tgwag Tergafifiiyoi alFhv önlaato FeUete. IL 12, 48:
07t7tfi t' Idvafj, Tfi feinovaiv atlxeg dvögwv. H. 24, 100: fj d' aga nag
JiFl nargl xa&i^ero, fel^e d ' l^^i^vt], IL 4, 509 : ogwa&*y Iftnodafioi
Tgwegf firj feUere xdgf^fjg "Agyetoiai. 11.24,718: ol dh dUarricav xal
fel^av dittivfi* IL 22, 459: noXv ftgo&äfeOKe, to Fbv fiivog ovdevl febuoy»
Od. 14, 221 : fyx^'' ^keaxov dvdgwv dvcfieviwv o %i fxoi fei^eu nodeaaiv.
IL 10, 122: ov%* oxvqß feUtav avr* dqfgaSijjai vooio. — H. 23, 337: %bv
de^iov %7tnov xivaai ofioxXraag, fel^al vi foi rivla %egalv, — Dazn:
iTti-emro-gy alt ijti'feixTo-g ,den man aushalten oder ertragen
kann'; IL 5, 892: fifjrgog roi fiivog iaviv adaxerov, olx inileiytxov. IL
8, 32: fldficv 8 toi ad'ivog oint, iTttfeixTÖv. IL 16, 549: Tgwag dk xor'
&Kqrf&ev Xdße niv^og daxcvov, o^x imfetXTov. Od. 19, 493: Folad^a (ilv
olov ifiov fiivog ifinedov ovS* irtLFeixzov. Od. 8,307: devd'\ %va Figy
dyihaaza %al ovx inißeixTa Fldrjad'e,
Das alte anlautende F ist bei Homer in weitestem Umfang erkennbar,
ergiebt sich weiter auch noch aus Hesychs Anftthrung yi^ai' x^Q'i^^^
Die nahzugehorigen griechischen Formen haben übrigens sämmüich diph-
thongisches ei: in verwandten Gfebieten aber begegnen auch zugehörige
Formen mit ungesteigertem I-Vocal, wie namentlich wohl lat. vic- ,Ab-
Gheohische Etymologie. 105
weehsliing, SteDvertretong^ (eigentlich wohl ^das Weichen ^ Platzmachen^.
— Plaut Capt 397: tä eum redimat et remittat nostrum küc ambirum
vicem ^ unsere StelleO nebst vieimm gegenseitig^ wiederum^ (Plaut trnc.
147 : nume vicissim volo habSre orätitmculam pro copia Mc apud vÖ8)j
und nhd. Wechselj ahd. wehsal. Bezüglich der Entwicklung der Bedeutung
des Abwechseins aus der des ZurQckweichens ist beachtenswerth Od.5y
332: aXXori d' atr^ evQog ^eqnigfp fei^aaxe duinBLV (^machte Plaiz zur
Verfolgung, wechselte ab im VerfolgenO«
üxä^^iVf alt feixa^eiv ^ähnlich machen, nachbilden^; ^vergleichen^; ,yer-
muthen^
Hdt 2, 182: avi&tjue • . . b^A^aaig . . . eixova iowvov ygag^ elxacfiivtiv.
Hdt 3, 28: ixet 6i 6 fioaxog ovrog 6 Amg . • • ItiI 6k %ov vw%ov aietov
slxaCfiivov. Eur. Alk« 349: ooq>i} dk x^^^< rexTovwv difjiag to adv eixa-
a^kv iv XhnQOiaiy hra^aerai. — Aesch. Eum. 49 : ovd^ cn/re rogyeloi-
aiv elxacta tinoig, Aesch. Oh. 632: jjxaOBv di %ig %6 deivdv av Atjfivl-
oiai mjfÄaoi. Hdt 9, 34: ovrog ifiifiieTO MelafiTtodoj wg eUaoai ßaai-
Itlhiv %B nLoi noXirrilriv alzeofiivovg. — Aesch. Sieben 356: tIv^ Ix rahd*
dxooai Xoyog tto^o; Aesch. Schutzfl. 288: lAfia^ovag, el TO^otevxelg rjre,
xa(j%' av fjxaaa vfiag, Soph. Eon. Oed. 404 : ^(ilv fikv elxa^ovai xal ja
tovd* imj OQyfj lekix^oi, Soph. Oed. Eol. 1504: narra yaQ S'eov rot"
avta xBiiiat^ovxog elxdaai na^a.
Gehört zu ix-j alt Ftx-y mit dem Perfect locxa, alt fiFoixa ,ich bin
ähnlich, ich gleiche' (Seite 22) und aus diesem Zusammenhange ergiebt
sich auch das alte anlautende /. Der Bildung nach vergleichen sich lad-
^€iv ,gleich machen^ (IL 12, 435), hoifiatßiv ,bereit machen, herbei schaffen'
(IL 1, 118; 19, 197), doxi/za^eiv ,billigen, prOfen' (Xen. mem. 1, 2, 4; an. 3,
3, 20) und andere Verben.
BtxBXo-q, alt felxelo-g ^ähnlich, gleich'.
Q. 13, 330: 'Idofiev^ßa Fldov q>loyl felxeXov ahajv. IL 4, 253: ^Idofie-
9€vg...vl felxekog alxijy. IL 22, 134: dfiq>l ök x^^S ikafirtero fei-
feXog avyf}. — Dazu: d-eo-felxeko-g ,got^leich'; IL 1, 131 : d'eofelxeV
^Axüikev. — ^eixelo-g (siehe besonders). — ini-felxeko-g ,ähnlich,
gleich'; IL 4, 394: Malwv Alfiovldtig imßeUeXog ad'ctvdroiaiv.
Stimmt seinem Suffix und auch seinem Ursprung nach mit dem gleich-
bedeutenden txBko-gy alt fUeko-g (Seite 24) überein, das sich also nur in
seinem inneren Vocal von ihm unterscheidet
ilxoai, alt felxoaij bei Homer oft ißelxoai (IL 1, 309; 6, 217; 9, 123 — >
265; 9, 139; 11,34 und sonst) ,zwanzig'; böotisch Fixati (OoUitz 1, 150;
161; 188; 194; 207), ebenso elisch (CoUitz 1, 331), kretisch (Oortyn 4, 13;
11,48), dorisch Fixati und Felxaxi (Savelsb. 55), lakonisch ßeixaxi
(Ahrens 2, 45).
IL 2, 510: iv dh Fsxaaxji (nämlich vriFl) xovqoi Boionwv kxardv xai
Feixoai ßalvov. 11.1,309: ig 6^ igitag txQivev iFeUoaiv, Od. 2, 355:
F^Uoai d' iojw fiitfa ^vkr^^atov dkq>l%ov aKirjg. — Dazu: iFeixoai"
106 Griechische Etymologie.
'vrjQtro'g (nur II. 22, 349), siehe später nnter vriQitO'g. — elxoafo-g,
alt ßeiKooTo-g ,der zwanzigste'; Od. 5, 34: dlV o ye . , . tjfiaTc Fei-
xoaT(p SxBQlrjv iglßwXov Imoito.
Lat viginül] Plaut as. 752 : linae dedit dSno argenti vtgintt minäs. —
Dazu: f^tcSsimo-s {lAv. 10, 47), alt vicensumo-s ,der zwanzigste'; Plaut capt
980: htc annus incipit vtcensumus] — mciensKÜBxt 12,77, 10) oder
vtcies (Oaes. Oall. 5, 13) ,zwanzigmal'. '
Altir. fiche. Gen. flehet (Zeuss-Eb. 305) ; — kambr. ticeint (Zeuss-Eb. 319).
Im Deutschen, Littauischen und Slavischen erloschen.
Armen, hhsan (scheint aus *gsanj *gisan entstanden zu sein. Hübschm.
Arm. St 55).
Altind. vingatl'S', BV. 1, 164, 11: d' puirä's . . . saptd gatd'ni vinfatis
ca tasthtM ,hinauf gestiegen sind siebenhundert und zwanzig Söhne'; BV.
6, 27, 8 : vingattm gas . . . nuffijain . . . dadäti ,zwanzig Kühe giebt er mir'.
Altostpers. v^aiü] — beiutsch. g/igt (Just).
Es liegt nah im ersten Theil des Wortes eine uralte Verstclmmlung von
dvi" ,zwei' (altind. dvi-pdd ,zweifüssiges' BV. 1, 49, 3; 1, 94, 5) zu vermuthen;
der Schlusstheil aber gehört ohne Zweifel unmittelbar zu dem von rQifj'Xovra
(D. 2, 516 — 680) =» lat. tri-ginta (Verg. Aen. 1, 269; Mart 7, 81), altind.
trin-gdt ,dreissig' (BV. 3, 9, 9; 6, 59, 6) und den übrigen Zehnem. Wie
nun aber in Formen wie xQLTj-yLovxa höchstwahrscheinlich eine alte Ver-
einigung Yon zwei ungeschlechtigen Pluralformen enthalten ist, so hat
man (Benf ey : das Zahlwort Zwei, S. 35) in sehr ansprechender Weise für
die alte indogermanische Form der zwanzigsten Zahl (etwa ^m-TcanU)
die Vereinigung von zwei ungeschlechtigen Dualformen (altind. vdcasi
,zwei Beden' BV. 7, 104, 12) vermuthet
a^xdv- (jBl%(jiy), alt Feixov- ,Bild, Ebenbild', ,Vergleichung, Gleichniss',
, Vorstellung'; kyprisch Fbixov- (OoUitz 1, 35: dvi&rjxe rav ßeixova).
Aesch. Sieben. 559: dTjQog ^j^^torot; daxovg eUw q>iQov%a ftolefilag
Itc* aanldog. Hdt 2, 143: d^i^evg yaf ^xaavog aixo&i laxq Irtl Trjg
iwvTov Korjg eltuiva iüfvxov, Hdt 7, 69: t^v fzaliaxa OTiQ^^g tüjv yv-
vaiMiiv jJaQelog etxdt XQ^^^^^ agw^i^Xatov iTCOUjoaro. — Plat Staat 6,
487, E: iqttix^g, rjv d' iyciy iQwxfiixa deofiBvov artoKQlaeofg dt' ebuivog
keyofiivTjg' ai) di ye, l^ij, olfiaij ovx etwd'ag dt' eixovwv liyeiv, Gorg.
493, D: alkrip aoi eixova kiyca Ix xov avrov yvfivaalov TJj vvv. — Plat
Tim. 92, B: ode 6 xoafiog . . . elxwv %ov vorjTOv d'eog ala9rj[%6g.
Buht auf dem selben Grunde wie sixat^eiv^ alt FeixaC^eiv ,ähnlich machen,
nachbilden'; ,yergleichen', ,yermuthen' (Seite 105). Das Suffix wie in
ariSov- ,]Srachtigall' (1, Seite 16), xeXtdov ,Schwalbe' (Od. 21, 411; 22,
240), nvyov ,Ellbogen, Elle' (Hdt 2, 175; Archest bei Ath. 7, 321, A),
Xayov- ,die Weichen' (Eur. Hek. 559 ; Iph. T. 298) und andern Formen.
*£cxjj[ ,unüberlegt, planlos'.
Aesch. Prom. 450 : SvBiQaxiav dUyxioc fiOQcpalai rov fiaxQov ßlov I-
fpvQor (nämlich ol av&Qianoi) elxfj navta. 885: d'oXeQoi dh Xoyoi Ttal-
Griechische Etymologie. 107
ova* €ixj} OTvyvijg ngog xvfiaaiv aTrjg. Soph. Kon. Oed. 979 : elxj] xQa-
Tiarov S^y, oTvwg dvvat%6 xig, — Dazu eixalo-g ^imttberlegt, planlos'
^handelnd' oder auch ^geschehendO ; Soph. Brachst 287 : tUtei yag oidh
ia&lov eixala a%oXrj. Polyb. 15^25,14: Ttaqeiaayayiav kx T^g dioKovlag
xal T'^g alXrjg VTtrjQealag %ovg elxaiOTarovg xal d'QaavraTOvg.
Locatiyform eines alten weiblichgeschlechtigen ^eUi^, von dem auch
das adjectivische elxalo-g wie zum Beispiel OTtovöalo-g ^eifrig^ ernst,
wichtig* (Hdt 8, 69 ; Hom. hymn. Herm. 333) von OTtovdri ,Eif er, Anstren-
gung, Ernst' (Od. 21, 409; IL 12, 233) unmittelbar ausging. Der Herkunft
nach dunkel.
üütBlVj alt /e£/rety (IL 1, 543; 4, 404; 7, 394 Aoristform) ,sagen', siehe l/r-
alt ßBTC' ,sagen' (1, Seite 353).
dxa ,dann'.
Aesch. Prom. 777 : fi-q fioi TtgotelvcDv xigdog eh^ aTtooTigei. Häufig
bei Sophokles, wie: Phil. 295: et t' ^dei %i mal ftojov kaßelv .... eha
nvQ av ov jtaQtjr. PhiL 1352: all' elxdd'ü} d^T^ ] eha ntig 6 dvafio-
Qog elg qxSg %ad' %Q^ag elfii; Eon. Oed. 452: ovrog iaviv h&ade, ^ivog
Xoyfi) fiizoixog^ elxa d' lyy^^ q>avrjaeTai Oijßalog. EL 262: fj TtQiJha
ixh %a fitjjQogy ij fi^ iyelvato, ^^lara avfißißr^xev' elra dtif^aaiv iv
%olg ifiawrjg toig (povevaL %ov natqog ^veifii .... %nBi%a nolag ^fzigag
doxeig ^i ayeiv . . .
Wurde schon unter ei ,wenn' (Seite 103) als wahrscheinlich unmittelbar
zu ihm gehörig erwähnt, vergleicht sich übrigens seiner Bildung nach am
Nächsten mit inetra ,darauf, darnach' (1, Seite 366), weiterhin aber auch
wohl mit dfi%a ,gewiss, in der Thaf (Aesch. Prom. 347; 770; Sieben
670; 813).
iXß-'BGd'ai ,herabfliessen' ; causativ eXß^eiv ,vergiessen'. Findet sich nur
in präsentischen Formen.
H. 15, 37: FLaxü) viv . . . xal ro xax-eißofievov 2%vydg vdwg. IL 21,
261: TO (nämlich vdwQ) di %* wxa xoT'eißofievov xelagvCet x^QV ^^^
TtQoalelj q>&dvei di tb xal %6v ayovra. IL 24, 794: 9'aXeqov dk xccr-el-
ßevo daxQv Ttageiaiv. Od. 5, 152: xcet-elßero ök ykvxvg aLFdv vootov
SdvQo§iävtp. Hes. th. 910: ttSv xal änb ßXeq)aQUiv %Qog eXßexo deqxofie-
vamv kvaifieXrg. — IL 16,11: rigev xara ddxgvov etßeig. Od. 21, 86:
vi rv ddxQv xaT-elßerov] Od. 4, 153: avToiQ o nixQov V7t* oq^gvai ddx-
Qvov elßev. Soph. Ant 527: ^lafirjvr] q)iXdöeXq>a xaru) ddxQv* elßofiivr]
Overgiessend').
Was weiteren etymologischen Zusammenhang anbetrifft, so darf ange-
führt werden, dass ißdvv ,Schöpfgefäs8' (Seite 37) offenbar hierher ge-
hört Aeusserlich ähnliche Verbalformen wurden schon unter afÄelß-eiv
,umtauschen, eintauschen' (1, Seite 232) aufgeführt.
Btö'sa^ai^ alt ßeld-ea&ai ,erscheinen, scheinen, gleichen' und eldevai
,wissen' siehe unter i tf - , alt Fid- ,sehen' (Seite 37).
108 Griechische Etymologie.
äöax' (Nominativ eldaqjj alt wahrscheinlich idfar- (idfag) Speise'
(auch für Thiere).
Od 1, 140 — 4y 56: ra^ltj • . . Ußma TtolV ini^elaa. Od 9, 84: Au»-
toq>aywv, di r* av&iyoy idfoQ idovaiv. Od. 11, 123 >— 23, 270: dvägeg
oväi ^* aJieaai fzefdiyfiivoy %dFaQ idovaiv. H. 5, 369: Xnnovq Sartjae
. . . naga d' dfAßgooiov ßdkev idfag. Od. 12, 252: akievg . . • ixdvai
%olo SXlyoiai dokov xara tdßona ßaXhav.
Gehört zu tö-eiv ,essen^ (1 , Seite 379) und wird das selbe alte Suffix
Fa% (ßag) enthalten, das früher schon für oveiav- (oveiag), alt wahrschein-
lich ovTjßaT' (SvrjßaQ) ,Beistand, Hülfe', ^Speise' (1 , Seite 545) vermuthet
vrurde.
BiödXifiO'q, alt wahrscheinlich ßeiödlifio-g ,ansehnlich, schön'; später
^ähnlich'.
Od. 24, 279: dcJxa di ßoi . . ^x^Q^S ^' ^^"^^ yvvalxag afivfiova Fiqyot
Fidvlag, Ticaagag eldakiptag. — Mnasalk. (in Anth. 7, 491, 4): xaddi a'
afiv^dfievai negidaxQveg aid^ iul rvfxßtp kaeg 2eigT^v(ov eoTafieg el-
ddXißioi.
Gehört zu eXd-ead^at, alt ßeldead^ai ,erscheinen, scheinen, gleichen (Seite
107). Das Suffix wie in den auch homerischen xagnaXifio-g ,hurtig' (IL
16, 342; 809), xidaXifio-g ,ruhmyoll' (IL 4, 403; 6, 184) und nevxdkifio-g
,yerstandig' (IL 8, 366; 14, 165; 15, 81).
etömXo'V, alt feldwXo'V ,Bild, Nachbildung'.
11.5,449: avvag o ffldtokov tcv^* dgyvQÖvo^og ^AnoXkuiv rnttf v'
jilv€l(f ßlxeXov xal veixeai toIov. Od. 4, 796: ßeldwloy TtoLFtjaej difiag
d' ißiftxvo yvvaixl, *Iq>'9'lfif]. H. 23, 72: t^U ^' iFigyovaiv ipvxal, ßel-
dwka xafiovTUfv, 11.23,104: ly ^d Tig Moti xal elv "Aßldao dofioiaiv
tpvx^ xal feidwXoVf et dg (pgiveg ovx ivi ndfjinav. Od. 11, 83: ßeldtakoy
d' iTägtü&ey halgoo noXV ayogevev, HdL 1,51: dTtiTtsfiipe 6 Kgoloog
. . . xal yvyatxog etöwXoy xqvaeov Tglnrjxv , to Jehpol %fig dgtoxonov
%rjg Kgolaov eixoya Xiyovai elvai.
Schliesst sich auch an cidea&ai, alt ßeldea&ai ,erscheinen, scheinen,
gleichen' (Seite 107). Die Suffixform ist ungewöhnlich, begegnet aber
zum Beispiel noch in xvßwXo^y ,EIlbogen' (Pollux 2, 141).
el^-aQ ,soforf .
Bei Homer 9 mal, nur in der Hias. IL 5, 337 : axgriy (wraae x^^^ • • •
eld-ag di dogv XQ^^S ayterogrjaev afißgoalov did ninXov, IL 11, 579 »=»
>» 17, 349: ßdXe . . ^Aniadova • . . ^Trap . . . el&ag d' vno yiyßax* tXvaey.
IL 12, 353: orrj dh nag* Alßdyreaai xuuy^ el&ag dk ngoarjvda,
Dunkler Herkunft Und auch das ist unklar, wie weit es etwa in seinem
Schlusstheil mit aq)ag ,schnell, soforf (1, Seite 154) oder Xxrag ,nahe^
(Seite 24) übereinstimmt Etwaige Zugehörigkeit zu evdvg ,sogleich' (Pind.
OL 8, 41; 13, 82; 83; Pyth. 4, 34; Aesch. Pers. 397) ist nicht genügend
wahrscheinlich gemacht
eC&B ,wenn doch', einen Wunsch bezeichnend.
Griechische Etymologie. 109
114^313: ui yiQOv, eX^\ dg &vfi6g hl OTi^d-ßaai q>lkoiaiv, <ag toi
yoyßar' %7tOi%o, ßlj] di toi ^/medog etr]. IL 7, 157: €i^' äg ^ßwoiiii^
ßlrj di [AOL %iin€dog eXrj. Od. 2, 33: eX&e ßoi avTog Zevg aya&bv Teki-
aeiev, o ti q>Qeal Ffjai ficvoiv^.
Enthält als ersten Theil offenbar die Conjnnction ei ,wenn^ (Seite 103)
und stimmt in seinem Schlusstheil, der an nnd für sich nicht yerständ-
lich ist, mit dem von ai&e ywerm doch' (Seite 90) iiberein. In ihrem
Gebrauch stehen et&e und aid^e einander sehr nah und es mag angeführt
sein, dass Bekker in seiner Homerausgabe auch an Stelle des sonst über-
lieferten aX&e, wie D, 1, 415; 3, 40; 4, 178; 14, 84; 16, 722; 18, 86; 22, 41
und sonst, überall nur eld'B giebt
tlq ^^ (bei Bewegung).
IL 1, 141: vvv d' aye vijfa fiilaivav iQvaaofiev elg aka diotv* IL 1,
435: Tfiv (nämlich y^/a) d* eig oQfiov TtgoiQeaaav kgetfiolg. IL 1,490:
ovre TtoT* elg dyo^y ntoHoxero, — Dazu: etaw (oder %aw) ,hinein'
und im präpositionalem Gebrauch ,in'; IL 7, 270: eiaw d* aoTtlö* Ißa^e
ßahav (ivhoFeuih nitQif. IL 1,71: vi^ßeao' ^yi^aar* l^xaifwv FlXiov
eioio. Od. 7, 50 : av d^ Haw xle.
Die Nebenform ig wurde schon früher (1 , Seite 394) aufgeführt und
dort auch angegeben, dass beide auf altem *kvg (elg ging daraus hervor,
wie zum Beispiel elg ,einer^ aus *ivg. Siehe sogleich) beruhen, das ohne
Zweifel unmittelbar zu h ,in' (1, Seite 401) gehört. Bezüglich des suf-
fixalen 8 vergleicht sich axfj zurück, wieder^ (1, Seite 97) und weiter
auch wohl iS ,aus^ (1 , Seite 347). Mit eiao) aber vergleichen sich U(o
,hinaus^, ,aussen' , ,ausgenommen' (1 , Seite 347) und weiter auch Svw ,in
die Höhe, empor^ (1, Seite 187) und xotw ,niederwarts' (IL 17, 136; Od.
23, 91). Nach Bezzenberger (bei Fick 1«, 363) ging eiaw aus *ivTJ(a her-
vor und gehört unmittelbar zu letL thscha (aus *entfo) ,das Innere, In-
wendige^
stq fimer^ (II. 1, 144; 2, 204; 205) ging hervor aus *hg (siehe &- 1, Seite
402).
siv£ ,in' (IL 8, 199: aelaoTO d' elvi &q6vip, IL 15, 150: S^cro 8* elvi d'Qovtf.
Od. 9, 417; 10, 310 und 12, 256: elvi ^Qfjai) entwickelte sich, unter me-
trischem Einfluss, aus ivl, der filteren Nebenform von iv ,in' (1, Seite 401),
ganz wie zum Beispiel üeigl-d-oßo-g (IL 1, 263 ; 2, 741 ; 742) aus ^negL-
-d'oFo-g.
dvdtCQ^eg ,Schwägerinnen' (IL 22, 473) siehe unter evaTeg- (1, Seite 403).
Bliiax" (elfiojj alt FelfiaT- (aus ^FiofiaT-) ,Kleid' (IL 5, 905; Od. 11, 191;
19, 72) siehe unter 1^-, alt Feg- ,bekleiden, anlegen^ (1, Seite 393).
«>/ (ans ♦ia/u/) ,ich bin* (II. 1, 186; 516), siehe unter ig- sein': ioTi ,es isf
(1, Seite 392).
äpu ,ich gehe, ich werde gehen* (IL 1, 169; 426; 3, 305), siehe unter i-
gehen* (Seite 1).
110 Griechische Etymologie.
etif-Biv, sltfelQ-eiv (ans ^^Hq-jeiv) sagen' (Od. 2, 162; 11; 137), siehe unter
1^-, alt Fbq' jSagen, (1, Seite 432).
htff'hiVf alt ßelQ-eiv (ans *ßiQ-jeiv) ^aneinanderreilien; zusammenknüpfen'
(Find. Nem. 7, 77), siehe unter ig-, alt ßeg- (aus *c߀Q) ^aneinanderreihen'
(1; Seite 433).
etff'ea&'ai (aus HQ-jea^ai) ^fragen' (H. 1^ 553; Od. 16 , 402), siehe unter 1^
^fragen' (1, Seite 431).
slifa, von ungewisser Bedeutung; man vermuthet, schwerlich mit Recht,
yVersammlungsplatz'. Hesych erklärt elqawv' kxxkrjaiaiy, noQa t6 eXgeiv
iv airalg xal kfyeiVj das Etymologicum M. 483, 4: to etga, o arifialvei
Trjv kxxkrjalav xal vrjv fiav%eiav und 303, 38: xal yag rag hcxkrjalag et-
Qag TtgoctjyoQevov.
Nur IL 18, 531: ot d* wg ovv Ini^orfo nokvv xiladov naqä ßovaiv
eigatav (oder ßeigatov ?) ngonaQotd'B xa&t^fievoi, wo aber mehrere Hand-
schriften igdtov bieten.
Nächstvergleichbare Bildungen sind atelga ,Eielbaiken' (IL 1 , 482 » Od.
2, 428 im Datiy o%el^)j atelga ,die unfruchtbare' (Od. 10, 522 — 11, 30
und 20, 186 im Accusatiy axslqav mit ßovv verbunden), nelga ,Versuch'
(Find. Nem. 3, 70; 4, 76; 9, 28; Aesch. Sieben 499; Pers. 719), anelga ,(}e-
wundenes, Windung' (Soph. Ant 347; Bruchsi 492; Eur. Med. 481).
^iq^CiibvKi ,ein mit Frtlchten geschmückter wollumwundener Oel- oder Lor-
beerzweig, der bei bestimmten Festlichkeiten gebraucht wurde'; damit im
Zusammenhang stehender ,Bettelge6ang'; ,Gedenkkranz für Verstorbene'.
EupoL Rom. 119, 1 : ava&wfiev vvv x^fi€lg Tovroig vaadl rag eigeauivag
xal fcgoaayijkwfiey inek&ovvBg. Ar. Bitter 729 : T^y eigeauivrjv fiov xor-
eoftaga^are. Ar. Wespen 399 : raiaiv q>vkXaai jtale, rjv Ttiog ngvfivrjv
avaxgovarjrai nXfjyelg lalg eigeauivaig. Ar. Flui 1054: iav yag avr^v
elg fiovog aniv^g Xdßt], äoneg naXaiav elgeauuvrjv xavaevai. TimokL
Eom. 36, 2: avx\ SXaioVj laxadag, fiiki, — ov fikv elgeaiiivrjv^ ov yewg-
ylav kiyeig. — Flut Thes. 22, 9: ttjv di eigeaicivtiv ixq>igovai, xXadov
iXalag Igltfi fikv avearefifiivovy waneg rote Ttjv Ixertjglav, ftavtodanuiv
dl avanXewv xaragyfÄorwvy dia to lij^ai riqv cq>oglaVj in^dovreg' eige-
aiLJVf] avxa q)igei xal nlovag ägxovg xal f^iki iv xoTvkr] xal MXaiov a-
vatpi^aaa&ai xal xvkix' ^^wgovj dg €v iie&vovaa xa^ivdjf, — In der
zweiten Bedeutung ist das Wort Ueberschrift des 15ten Homerischen Epi-
gramms. — Alkiphr. 3, 37: eigeöuivrjv i^ ay&wy nXi^aaa ijeiv kg ^Egfia-
^goöltov T(p ^AXwftexfj&ev vavTtjy avadijaovaa.
Wurde bezüglich seiner Suffixgestalt schon unter dem Fflanzennamen
laaiiivrj (Seite 6) vergleichend angezogen, ist übrigens seiner Herkunft
nach dunkel; der öfter angenommene Zusammenhang mit elgo^- ,WolIe'
(siehe Seite 111) und ^gio-v ,Wolle' (1, Seite 445) mehr als zweifelhaft
äffBV' (eLgrjv) , junger unverheirathet^ Mann' im Alter der zwanziger
Jahre, insbesondere bei den Lakedämoniem ; bei Herodot (9, 85): tgiv-
(tgriv).
Griechische Etymologie. 111
Hdt9, 85: ^axedaifioviov ftiv rgi^ag inon^aavto ^rpnag' tvd^a fiiv
foig iQivag e^capav, tüv mal Iloaeidviviog mal !t4fxof^q>aQeTog rjoav xai
Oiloxvwv re aal KakXiiiQaTrig ' iv fiiv dij ivl %(JSv tCLtptav tjOav ol iQiveg.
EaUim. Brachst 473: alk* avrl ßQ€q>iü)v noXiov viovy eXgeva, fziacov.
Ealliin. DeL 299 : naldeg di '^ägog to nqw%ov iavXwv etgeveg (nach Yer-
mnthung für agaeveg) '^fiid'ioiaiv drca^oficvoi (poQiovaiv. Plut Lyk. 17,
2 und 3: xor' dyikag avrol nQolarctvto twv Xeyofiivwv elQivwv del tov
Oiaq>QOvia%onov aal fioxifuiTarov' etgevag dk xaloiai rovg ivog rjdrj det;-
tegov ix naidwv yeyovoragj fielkelgevag di twv naldiav rovg ftQeaßv-
TaTovg' ovTog ovv 6 etgrjv eixoai ivr] yeyovuig oqx^^ '^^ ^^^^ vnoTeray"
lAtviov iv Talg fidxaig %al xar ' olxov vftrjgitaig XQV'^^^ frqog t6 delTcvov.
Dunklen Ursprungs. Dem Snffix nach vergleichen sich aQuev- ,männ-
lich' (1, Seite 284) und rigev- ,zart' (IL 3, 142); oder sollte sichs hier etwa
um eine alte Suffixform fev oder iev {elgev-- aus ^igfey oder *iQj€v- ?)
handeln?
ttqeQO-q, alt vielleicht ßeigego-g ^Knechtschaft^
Nur Od. 8, 529 : 61 di t* oniad'ev xonrovTeg öogfeaai fieraq^geyov '^dk
xal diftovg etgegov (? ßelgegov) eiaavayovai (nämlich yvvaixa^ die ihren
Mann im Kampf verloren).
Es liegt die Yermuthung nah, dass 1^-, alt ßeg (aus *aFeg) : eXgeiv, alt
Feigtiv ^ einander reihen , zusammenknüpfen' (1, Seite 433) zu Grunde
liegt,, an das vielleicht auch lat servo-s ,Diener, Sclav' (Plaut TrixL 1120;
Stich. 58; 59) sich anschliesst Was das Suffix anbetrifft, so lassen sich
etwa ^anego-gy alt FianBgo'g ^bend' (1, Seite 396), vnego-g ^Mörserkeule'
(Hes. Werke 423; Hdt 1,200) und, das allerdings anders betonte, nev-
^ego-g ySchwiegervater' (11.6,170; Od. 8, 582) vergleichen. Oder sollte
em Suffix ßego (^igßegog? ^FigFego-gT) anzunehmen sein, wie ganz ähn-
lich in ifiego-g ,yerlangen' (Seite 63) ein suffixales ftego enthalten ist?
fJffO'q, alt vermuthlich ^Felgog- ,Wolle*.
Nur zweimal bei Homer. Od. 4, 135: Itt' avv(^ (d. i. %aXdgi^) i^laxartj
TBTawaro Fiodvefpig elgog ^x^vaa. Od. 9, 426 : oFieg . . . xalol re fieydXoi
xe, Fiodv€q>hg elgog ^ovreg. •— Dazu: eXgio-Vj slt Felgio-v ,Wolle*;
IL 3, 388: ygrjFi . . . Feigox6f4(p, ^ Foi ^axeöalfiovi vaieratiafi ijaxee
Felgia xald. IL 12, 434: yvrfj . . . ^' te ata-S'fidv ^ovaa xal eXgiov afi-
q>lg ofilxu FiaFd^ovaa. Od. 18, 316: tigfteie d^ ert^v ijfievai h fie-
ydgifif 7] Feigta neUete %€galv» Od. 22, 423 : dfKpal, vag iiiv %* egya di-
dd^afxev igyd^ead'ai, Felgid %b Solveiv. Hdt 3, 47: &(jigrjxa . . . xexoa-
fxrj(4iyov di xgva(^ xal elgloioi dno ^kov. Hdt 3, 106: ro di divdgea
%d aygia avrod'i (in Indien) q>igBL xagitov eXgia xaklovfj t€ ngoq>igovTa
xai agetfj %wv ani rwv olcav. Theokr. 5, 50: rj (idv agvaxldag re xal
eigia teide Tcarrjaelg.
Wurde schon unter -igo-g ,Wolle* (1, Seite 441) als nah zu ihm gehörig
aufgeführt, und aus solchem Zusammenhang wird auch das alte anlau-
tende / wahrscheinlich, trotz des Widerstrebens der angeführten homerischen
112 Griechische Etymologie.
Stellen. Der Bildung nach sind etwa TSlgo-g ^Himmelszeichen, Gestirn^
(nur n. 18, 485 in der Mehrzahl veLgea) und das aus evanetgig" ,8ch5n
gewunden' (Antipatr. in Anth. 6, 206, 7) wohl zu entnehmende ^anelQog-
yWindung' zunächst zu vergleichen. — Neben bIqio-v begegnet auch das
oben (1, Seite 445) bereits aufgeführte gleichbedeutende Mgio-Vj alt ßigto-v.
ei(fiivri ^Friede'; dorisch elgavä (Find. OL 13, 7; Pyth. 9, 23; Nem. 1, 69).
IL 2, 797: aLFel toi fiid'Oi (plloi SxqitoI elaiv, wg nox* ift eigtjvtjg.
IL 9, 403 »■22, 156: ov yag ifiol tfwx^g avra^iov ovd^ ooa q>aalv Fl-
hov hmja&ai . • . to ftglv in* elQ^rrjg, ngly ik&ifiev vlag ^A%aiFäf¥. Od.
24,486: xoi d' aJLkiqlovg q>iXe6v%iav wg %6 nagog^ nJuovrog dk xal el-
Qfivr] ßaXig iarw, Hes. Werke 228 : elgijvr] d' dva yijv xovQovgoipogj
oidi ftoT* avToig agyaiJov nolefiov reKfialgerai evgvona Zeig,
Dunkler Herkunft Da die homerischen Stellen anlautendes / ent-
schieden ablehnen, es auch auf keiner einzigen der Inschriften, die doch
sonst das / aufweisen, angetroffen wird (äolisch elgi^vag OoUitz 1, 117;
bSotisch etgava Coli. 1, 168: elgavag OolL 1, 289; elisch dgavag OolL 1,
333), so dass auch Priscians (Inst 1 , 22) Angabe yDigamma Äeolts est
qvando in metria pro nihiU accipi&>antj ut afiig d' ßugr^vav rb 8h yag
d'Ho Mtiaa Xfyeia ^est enim hexdmetrum Mrdicwm* gar keinen Werth
beanspruchen kann, so ist die mehrfach yermuthete Zugehörigkeit zu 1^-,
alt FBg- : BigBiVj alt Feigeiv ,sagen^ (1 , Seite 432) oder zu ^^, alt feg--
(aus *G߀g-) : etgeiv, alt ßelgeiv ,aneinanderreihen, zusammenknüpfen^ (1,
Seite 433) und damit weiterhin auch zu goth. gorvair-thjar ,Friede^ (Mth.
10, 34; Luk. 1, 79; 10, 6) durchaus unwahrscheinlich. — Das Suffix rivr]
begegnete schon in dfti^vrj ,Lastwagen, bespannter Lastwagen, Gespann'
(1, Seite 70) und mehreren anderen neben ihm genannten Bildungen.
dQioräBiv ,fragen^ (Od. 4, 251; 4, 347 — 17, 138; 5, 97; 9, 364; 15, 423;
Hdt 1, 88; 3, 22; 119; 5, 13; 87), Nebenform zu igarfaeiv (siehe 1, Seite
443), deren anlautender Diphthong noch genauerer Erklärung bedarf.
Möglicher Weise trifft Fick (2, 210) das Richtige mit dem Gedanken an
ein altes *igfwtdeiv.
clifiav" ,sich verstellend^ «
Ar. Wölk. 449: Tolg %* dvd'gwTtoig elvai do^tü , . . , fida&lfig , etgoiy,
yloiog, ala^wv. Philem. Rom. 89 (Kock 2, 504): ovx lar' dJLtarvfi^^ fikv
eigwy rfj q>vaei ^ d* av^inaatog. Arist Eth. 4, 7, 2 und 3: 6o%bI öii 6
fihv dka^wv ftgoarcoiriTiKtog %wv ivio^wv dvai xai f^ij vftagxovxmv xal
fiei^ovwv 7] vndgxBL. *0 ök eigwv avdfcakiv ägvelad-ai to vrtdgxovta i]
iXdt%(o noulv. Luk. Anach. 18 : %ovto ixelvo rjv cga, o iyw negl vfiwv
rJKOvov Twv l^dTjvaiwvy cü g eitjre eigwveg kv tolg Uyoig. — Dazu letgoivev-
ead-ai ,sich verstellen'; Ar. Vögel 1211: ijxovoag avTtjg olov elgünfeve-
%ai; Plat apoL 38, A: idv re ydg kfytü 8%i vffi ^€(p aitBi&Biv %ov%* iavl
xal dtd tovT* advvarov iqavxlav ayeiv, ov nelaea&i fAOt wg elgtovevo-
Dunklen Ursprungs. Ob etwa an Zusammenhang mit altind. var ,be-
Griechische Etymologie. 113
decken, yerhüllen' (BV. 4, 6, 6: nd jdd tat gaucis tdmasä vdranta ,iiicht
werden sie mit Finstemiss yerhüllen, was dein LichtO gedacht werden
darf? Das Suffix wie in at&iov- glänzend* (?).
d(f^ca&ai (elQvoiiea&a 11.21,588) nnd etgvad^ai (Od. 3, 268; 23,82;
151; dQvarat II. 1, 239; Od. 16, 463; eigvoGovroL II. 18, 276; eiQvaaaa-
^ai IL 1, 216: eigvouairo IL 8, 143; Od. 16, 459; elQvaaaia&e IL 17, 327)
,schützen, bewahren', sind Nebenformen zu iQvea&ai und eQva&ai (1,
Seite 451), deren anlautender Diphthong bestimmterer Erklärung noch be-
darf. — In der nachhomerischen Sprache begegnet eine Anzahl ähnlicher
Formen mit anlautendem et auch neben igveiv, alt ßegveiv ,ziehen, reissen'
(1, Seite 451), wie elgif^evai ,ziehen* (Hes. Werke 818), e'iQvaov (Soph.
Trach. 1032), elqvaavT- (Hdt 4, 10), k^-eiQvaai (Hdt 1, 141) und andere.
cr^y-ecv ,drängen', ,wehren, absperren', ,einsperren, einschliessen' {bXqybl
Theogn. 1180; Find. Nem. 7, 6; Aesch. Schutzfl. 38; Ag. 1333; bXq^bl Aesch.
SchutzfL 503; elQ^ai Soph. Aias 753) oder auch el'^^-aiy, was einige selt-
samer Weise für die Bedeutung ,einschliessen' bevorzugen wollen (wie
iiq^Bi Eur. El. 1255; elq^ag Eur. Bakch. 443; eXq^ag Ar. Ach. 330), ist die
in der nachhomerischen Sprache gewöhnliche, frtlher (1, Seite 459) bereits
erwähnte Nebenform von i^y-^ 2M Fbqy'i homerisch gewöhnlich i-
Fb^Y^ (ißigyBi IL 2, 617; 845; 9, 404; siehe a. a. 0.).
üXaTtivr^ ,Festschmaus'.
Bei Homer 5maL U. 10, 217: uUbI d^ iv öalTfjai xal BlXa/dvrjai tcciq-
iarai. IL 18,491: h vfj (nämlich fcoXBi) fiiv ^a yafioi t* iaav stka-
ftlvai TB. IL 23, 201: oS fikv aqa ^Bq>vQOio ävaaßiog d&Qooi %v6ov bI-
Xanlvrjv dalvvvvo. Od. 1, 226: rlg dalQj %lg di ofAikog od' iftlBvo; xlmB
di OB XQV9 dXdjtLv^ TjH ycfU}g; Od. 11, 415: aisg . . . o7 ^a t' iv atp-
vBiov avägog fiiya dvva/Aivoio t] yafi(p vj FBqavifi rj BLXaTclvji rsd'ai.vlf].
Dunklen Ursprungs. Fick (2, 248) vermuthet Entstehung aus H-Flarc-
' ivrj und nächsten Zusammenhang mit lat volup- ,yergnüglich, behaglich'
(Plaut Amph. 994 ; truc. 704 ; rud. 892) und weiter mit iXTtBcd-ai, alt ßiX-
TtBo^ai ,hoffen, erwarten' (1, Seite 488); eine höchst unwahrscheinliche
Gombination. — Substantivische Formen auf ivt] sind sonst ungewöhnlich,
und zum Beispiel oarlvrj ,Lastwagen^ (Hom. hymn. Aphrod. 13) ist hier
auch nicht wohl unmittelbar zu vergleichen.
dXaff (cZilaT-?), alt ßBlXag- (ßBlXat-?) jSchutzwehr'.
IL 7, 338 o» 437: tcotI d' aitov (d.i. rvf^ßov) dBlfio/nBv loxa Ttiqyovg
vtjjfjXavgj FbIXoq vrjßvSv %b %al avTvSv. IL 14, 56 — 68: rBlxog . . . aßgrix-
%ov rqßüiv TB xai cevTuSv PbIXoq toBOd-au Od. 5, 257: q>Qa^B di fiiv ^l-
nBoai dtafifCBQhg oiavtvfjaiv xvf^aTog bIXuq BfXBv.
Altes anlautendes ß ergiebt sich aus dem homerischen Verse nicht, da
sogar Od. 5, 257 widerspricht, ist aber höchstwahrscheinlich bei der nicht
zu bezweif dnden Zugehörigkeit zu iX-y alt FbX- ,drängen, zusammendrängen'
<1, Seite 464\ Suffix ist vielleicht das selbe /ar, im Nominativ Fag (/iX'
Leo Meyer» OrleohiBche Etymologie. II. 8
114 Griechiscfae Etymologie.
/a^?), das oben (Seite 108) schon in eldav- {eldaQ, alt wohl ^dßaQ)
vermuthet wurde.
BiXi-Biv ^drängen, zusammendr&ngen' oder auch elli-eiv (elkelv Fiat Erat
409, A; n€Qi'€ikelv Xen. an. 4, 5, 36; aw-eiXiovai Hdt 4, 67; art-eikt^'
»in- Hdt 1, 24; 8, 109; dv-eikrj^ivT- Thuk. 7, 81) ist in der nachhome-
rischen Sprache die gewöhnliche Nebenform von ik-, alt J^ek- ,drangen,
^sammendrängen' (1, Seite 464) mit der homerischen Präsensform ßelkeiv
oder wohl richtiger fikkeiv.
elXiaxQO'q ,der zur königlichen Tafel Einladende^
Athen. 4, 171,6: elkiaxQOi de xakovvraiy a;g qfrjOi üafitpikog, ol kni
rrjv ßaaiktK^v xakovvreg TgoTte^av naga to ikeov.
Vergleicht sich seiner Bildung nach am Nächsten mit idioTQo-g ^Yor-
koster, Anordner der Mahlzeit' (1, Seite 381). Im Uebrigen trifft wohl
Diphilos das Hechte mit der Angabe, dass der elkiargo-g nach dem ikeo-g
,Küchenbrett, Eüchentisch' (1, Seite 471) benannt sei
dke^-q ,Darmyerschlingung'.
Hippokr. 2, 506 (Kühn): eikeol de rdde ra vovar]fiaxa nakierai. 2,
509: akkog eikedg UreQwdijg. 2, 509: eikedg alfiarlTfjg. Hippokr. 1, 48
(Ermerins): ol kvyytideig nvQeToi %ai avev elkiwv xal fiera eikitov oki-
»Qioi. Kühn (1 , 247) liest Ikitav . . . Ikiwv und auch Hesych ffihrt die
Form mit anlautendem i {Ikeo-g' . . . o tcJv ivrigatv anagayfiog) auf.
Gehört ohne Zweifel zu dem schon aus ^kix-, alt ßikix- ,gewunden^
(1, Seite 478) entnommenen alten ßek- ,sich drehen'. Das Suffix wie in
ikeo-g ,Eüchenbrett, Efichentisch' (1, Seite 471) und, doch mit abweichen-
der Betonung, ikeo-g Jtfitleid' (1, Seite 470).
dksö-q, eine Weinstockart
Athen. 1 , 31 , B : ^'innvg d ' 6 'Pqylvog t^v eikedv xakovfiivrjv afiitekor
ßißklav g>i]al xakeiad-ai, tjv Hokkiv %dv ^Agyelov, dg ißaalkevae Svga-
xovalwv, TtQWtov eig Svgaxovaag xofilaai i^ 'Iraklag.
Möglicher Weise im Grunde mit dem yorausgehenden das selba
dXetlä'q, ein rohrartiges Gewächs.
Theophr. Pflanz. 4, 11, 13: yivog di ti xaka^ov (pvezai xal knlyeiov
ovx elg oq&ov akk* inl yqg dg)lfiai %ov xavkov waneg fj ay^cJCTig,
xal ovTwg noielTai vrjv av^rjoiv. iari dk 6 fikv oQQrjv aregeog, xakelvai
ök vTto Tivwv eiketlag .... q)vovrai de ovtot neql rov l^xeaivrjv no-
tafiov.
Wohl ungriechischen Ursprungs.
bIXÖ'^böO'V siehe unter eikrj ^Sonnenlicht^ und auch noch später unter
»eikoTtedo-v.
etXri ySchaar' (Hdt 1, 73; 202) wurde als dialektische Nebenform von Ikij
(Seite 68) bereits unter diesem aufgeführt
bIXti, alt wahrscheinlich Felkri ,Sonnenlicht'. Hesych erklärt: elkri' iq tov
f^klov avy^i»
Ein nicht sehr häufiges Wort Ar. Wespen 771 : iqv i^xf] ^^^9 xor*
GrieduBche Etymologie. 115
oQ&ov i]kiaaei nqoq ^kiov iav dk viqyfiy ngog %d niq xa&ijfÄevogy vov-
TOS, ^"ioBi. Ar. Brachst 627 : xai tüv nQog eYkriv (Eock schreibt etkrjv)
ix^iov wfmjfiivfay. Alkiphr. 1, 12, 3: ^filv dk . . . OTcovda^erai ioTiv ov
dwafiivoig tfj eilfj &iQ€a&ai. Dazu: elkrj'&eQig- ,was dnrch das
Sonnenlicht Wärme (^igog- Soph. Phil. 18; wird nnzusammengesetzt aber
fast nur für ,Sommer' gebraucht, wie Od. 7, 118; 11, 192; 12, 76) hat oder
erwärmt ist* (Hippokr. 2 , 242 : dvayaQyaQi^eiv T(p otco tcSv q>vl3Lußv et-
Ifl-d^egit. Galen. 11, 389 bei Kühn: t6 firjie xlwxQov i7rig>avwg fi^re ^sq-
fAoVy aXX^ olov To liaXoviievov eHrj&egig) nebst elXti-^egisiv ,sich
sonnen^; Hippokr. 2,284: infjv XoirjTaij eUrj^egelv. XenarcL Kom.
Brachst 4, 5: ^^ea^ ' ogav elhj&egovaag, axigv^ ärc7i(i(piBOfAivag, — tcgoa-
-eiko-g ,dem Sonnenlicht ausgesetzt^; Aesch. Prom. 451 : ovte nkiv&V'-
q>elg dofiovg nQoaeikovg f^aay (nämlich ol ßgorol), Theophr. Pflanz. 4,
1,1: nevT^ fiiv yag iv %olg ngoaeLXoig xakkloTr^ xal fieylazi]. — o-
-eiko-g ,ohne Sonnenlicht^; Aesch. Brachst 334: SeiXa nedla. — e^irj-
ai-g ,Sonnenbrand'; Plat Staat 3, 404, B: ovaponj (dass die Krieger) . . .
noklag fieraßokag iv vaig atgcnelaig fievaßäkJLorrag vdortov ts xal xiiv
akkufy alttav xal elktjoewv xai xeiiiiuvwv iiri ttxgoaq>ak€lg elvai ngog vyleiav.
2, 380, E: olov adfia vno attliav %e %a\ tvotwv utal novwv, xal nav q>v%6v
VTtb elkrjOedv %b %a\ avifiwv xal vwv %oiov%wv na-^fiavwv . . . akkoiotTai.
Nächster Zusammenhang wird bestehen mit ikdvrj ,Fackel' (1, Seite 469)
und weiterer dann wohl auch mit dkia , homer. ßakirj ,Wärme^ (1, Seite
296). Das so gewonnene alte ß aber wird ausser durch die angeführte
Zusammensetzung ä-eiko-g, das deutlich auf ein altes ^a-ßeiko-g zurück-
weist, durch ein paar von Hesychios angefahrte Formen mit anlautendem
ß (ßäka* Tjkiog, xai aiyr]^ vno ^cauavwv) und y (yikav avyijv ^klov)y
deren unmittelbare Zugehörigkeit nicht zu bezweifeln ist, bestätigt Da-
mit aber wird der Vermuthung ein Theil ihrer Wahrscheinlichkeit ent*
zogen, dass auch eine Form elkonedo-v ,sonniger Platz^ noch hierher ge-
höre, die nur aus Od. 7, 123 (oilcii^ ißgl^wrai, trjg hegov fiiv ^^ elko-
nedov kevQtp ivl x^QV '^^Qoe^ai tjßeklifi nach Bekkers und Naucks Lesart),
entnommen ist, an deren Stelle die alte Ueberlieferung fast ausnahmslos
^eikoneöov bietet, eine Form, die sonst zum Beispiel auch noch in der
Anthologie (6, 169, 2 und 9, 586, 6) und bei Dioskorides (1, 38, wo offen-
bar eine Hürde zum Trocknen damit gemeint ist) begegnet — Unmittel-
bar yergleichbare Bildungen scheinen sich ausser dem eben vorher auf-
geftlhrten eiktj ,Schaar^ nicht zu finden, da delkrj ,Abend' (11.21,111:
iaaerai ij tjßtig rj delkrj i] fiiaov rj/Aag) an der angeführten Stelle, der
einzigen homerischen , d^e es enthält, in Uebereinstimmung mit dem ad-
jectivischen deUko-g ,abendlich^ (II. 21, 232; Od. 17, 606) wohl deiikrj zu
lesen sein wird, und dneiki^ ,Drohung' (1, Seite 74) und wteiki^ ,Wunde^
(1, Seite 644) schon weiter abliegen. Und so ist auch nicht deutlich, was
för eine Form (kaum **߀ijrj oder **ßikvrj) dem eYkrj zunächst zu Grande
gelegen haben wird.
8*
116 Griechiflche Etymologie.
cfiloT- {eikijg) ^Leibeigener^, bei den LAkedämonienL
Hdt 9y 10: vvxTos in hiftifiTtovai nevraxig x^^tovg SfcaQTirjviwv %al
iftza Ttegl %Kaa%ov Ta^avreg rdSv elhurcjv, Theopomp, (bei Athen. 6,
272, A): To dk twv eliMTwv i&vog navTanaaiv cifiwg didxeitai xal m-
XQwg' elal yitq ovroi xavadedovlwfjiivoi noXvv rjdrj xqovov vno rtüv
SftaQTiaTwv j 61 /ikv avTciv kx Meaai^vrig ovreg, ol ö^ ikeazai xaroi-
xovrteg nqoteQOv t6 xalovfievov "Elog r^g ^cocwvixijg.
Dnnklen Urspmngs. Dem Suffix nach scheinen igwr- ,Liebe' (1, Seite
443) und yUan- ,6elichtei^ (Aesch. Ch. 447; Hdt 9, 82) oder, von der Be-
tonung abgesehen, auch M^cJt- ,Schwei8S^ (Seite 41) und evQWT- ,Schimmel,
Moder' (Theogn. 452; Eur. Ion. 1393; Fiat Tim. 84, B) sich zunächst zum
Vergleich zu bieten, dabei ist aber zu bemerken, dass Herodot als Plural-
genetiy ausser elixoTaiv (9, 10) mehrfach auch die Form elkaniwy (6, 58;
75 ; 80 ; 9, 28 ; 80) verwendet, die auf ein singularisches elloitfj'g hinweist,
wie zum Beispiel der Pluralgenetiv SrtaQttriTiwv (Hdt. 6, 58) neben SnaQ-
TirixTig (Hdt 6, 77) liegt.
ühMQiviq- (auch eilixQivig- geschrieben) ,deutlich unterschieden, rein^
Xen. Kyr. 8, 5, 14: xal dia %6 ellixQiv^ (es hiess im Vorausgehenden:
elxov di xal arjf^ela rtaneg ol a^orfsg iftl ralg axrjvaig) ^aava elvai
noXv ficklov r]v drjla, xal 6rt6%B %ig edrccKTolrj Tcal et Tig fi^ TtQortoi t6
frQoarcmofievov. Xen. mem. 2, 2, 3: ei ye ovrcjg ^ee vovto, elktxQivijg
Tig av etfj ddaUa ^ axagiatla; Fiat Gastm. 211, E: et T(p yivoixo av%6
z6 xaXov Idelv elXixQivig^ xa&aqov, Sficxrov, akXc /u^ avanXewv aaqxiZv
te av&QWftlvwv xal xQ(aiia%(av . . . Fiat Fhileb. 52, D : %L noxe XQ^ g>dvai
ftQog dXtid-eiotv elvai; zo xad'aqov %e xal elkiXQivigj rj vo aq>6dqa %e xal
To noki) xal %6 (liya xal %o Ixavov; Fhaed. 81, C: ourw drj Sx^vaav (d. i.
r(fi acifiari del ^vovaar) otei iffvxV^ avvfjv xa&^ avTfjv elkiXQivij anah-
ka^ea&ai; Ovd' OTttooTiovVj %q>ri' aXXa dieiXkrjfiivriv ye, olfiai, vrcb %oi
awfiaroeidovg. Theophr. Fflanz. 5, 3, 3: ovd' ^egov ö^ ellixQivig ovxe
TO (xiXav ovte %6 Xei/xov fx^i di' o xal Ivlote t€üv ßovQvuv kxeqoxQool
riveg, ol fikv elg t6 kevxov, ol d' elg %d fiilav iiäXXov anoxHvovxeg.
Der Schlusstheil gehört zu xqlv- : xQiveiv ,sondem, scheiden, unter-
scheiden* (IL 2, 362: xqIv' avdqag xa%a qwXa. IL 5, 501: ore %e %av&ti
^r]fii^Trf(i xqIvji ifceiyofiivwv avifiwv xoQTtov %e xal axvag, Fiat Theaet
150, B: TO xqLveiv %b aXri^ig %e xal (xri) und ist gebildet wie aus einem
ungeschlechtigen *xQLvog- ,Scheidung, Unterscheidung^. Er findet sich noch
in e^-x^ty^s- ,dessen Scheidung gut ist, gut eingetheilt, wohlgeordnet^
(Hdt 9, 42 ; — Hes. Werke 670 : xriiiog d ' evxqivieg % ' mqai xal novxog
d/n}/ticiiv), dva-xQtvig- ,8chwer zu unterscheiden' (Flut mor. 922, A: aehq'
yriv • . . ovx ^ot;aav t^a\piv ovdi avy^v olxelav, diJia dvaxQivig %i acSf^a
Tvq>6(ievov del xal TtvQlxavaxov) und iieao-xQivig- ,wodurch in der Mitte
geschieden wird' (Flut mor. 843, D: ixQive de xal Jlg>ikov, ix xdiv ag-
yvglwv fiexakkcjv xovg fieaoxQiveig, ot ißoaxaCjov xa vrceQxelf^eva ßoQijj
vq>el6vxa). — Weniger deutlich aber ist der erste Theil des Wortes. Man
Griechische Etymologie. 117
hat ihn meistens aus eikij ^Sonnenlicht' (Seite 114; also etwa ^ Sonnen-
licht nnteischieden') geglaubt erklären zu dürfen, obwohl das gar nicht
in ähnlichen Verbindungen yorzukommen scheint Auch die Form wäre
bei solcher Grundlage sehr auffällig. Man musste etwa eine Nebenform
zu eltkrj vermuthen, wie zum Beispiel im Dativ (Locativ) dixl neben aixi^
^bwehr, Widerstandskraft' (1, Seite 117) eine vorliegt
BiXütoö' ißlllnog)^ Beiwort der Binder, das ihre Füsse {nod-) kenn-
zeichnet, in seinem ersten Theil aber völlig dunkel ist
Bei Homer 10 mal, im Hermeshymnos zweimal (216 und 370), bei
Hesiod viermal (Werke 795; th. 290; 983; Bruchst 80, 2). II. 6, 424:
nanag yag TMninefpve noda^rjg dlog ^AxilXevg ßovalv in elkiTCodeaat.
IL 9, 466 K» 23, 166: nolka dh ßL(pia firjka ycal elXlnodag fiXixag ßoig
iaq>a^ov. D. 15, 547: o %6q>Qa fihv elXlTtodag ßovg ßoax* iv JlBQxdtfj.
IL 16, 488; 171^^ tovqov %nBq>ve Hwv . • . at&wva fieya&vfuovy iv eikiTto-
deaai ßoßeaaiv, IL 21, 448: av ö^ eiUnodag fiXixag ßovg ßovxoXieaxeg.
Der Schlusstheil /rod- ,Fuss' (IL 5, 885: dXXa fi' vnr,v€Oiav taxiFeg
Ttodeg) findet sich auch noch in vielen anderen homerischen Zusammen-
setzungen, wie (inv'ftod' ,schnellfussig^ (IL 2,383; 5,296 von Pferden),
aßeXXo-nod- ,sturmftissig' (IL 8, 409 — 24, 77 von der Iris; hymn. Aphrod.
217 von Pferden), ravai-nod- ,schlankfii8sig* (Od. 9, 464 von Schafen;
fOr ravaßo'j wie in olwvwv ravaodelQwv ,schlankhalsiger Vogel' (Ar.
Vögel 254 -» 1394), aßegal-nod- ,die Füsse hebend' (IL 3, 327; 18, 532
von Pferden)^ agyl-nod^ ,schnellfü8sig' (IL 24, 211 von Hunden). — Da
an allen homerischen und auch den übrigen oben angeführten Stellen
slXl-noö- deutlich ohne anlautendes ß auftritt, so kann sein erster Theil
elXi' weder mit iX-, alt ßeX- ,drängen, zusammendrängen' (1, Seite 464),
noch mit iXlaaeiV", alt ßeXlaaeiv ,umdrehen, wenden' (1, Seite 481) in Zu-
sammenhang stehen.|
dXixBviq-, dunkles Beiwort der Grasart oyQwafig (vielleicht ,Quecke'; siehe
1, Seite 124).
Nur Theokr. 13, 42: Ttegl dk 9'Qva noXXa neyfvurj . . . xal â– 9'aXXov%a
aiXiya xal elXiteviig ayQcjarig.
Der erste Theil des Wortes ist unklar, der zweite aber wird überein-
stimmen mit dem von ajevig ,angespannt, festhaltend, unverwandf (1,
Seite 87) und dem schon neben diesem genannten ivtevig ,stracks^ so-
gleich, rasch' (Ap. Bh. 2, 935), also als einfaches "^tdvog" ,Ausdehnung,
ununterbrochener Fortgang' zu denken sein. Er erscheint auch noch in
mehreren anderen Zusammensetzungen, die aber gar nicht nach allen
Richtungen ganz verständlich sind, wie ix-r^y^g- ,angespannt, diensteifrig',
^ichlich' (Aesch. Schutzfl. 983; Machon bei Athen. 13, 579, E; Polyb. 22,
5, 4; Pollux 3, 118), axotvo-revig- ,schnurgerade gestreckt' (Hdt. 1, 189;
199; 7,23), ßvQao-xevig ,mit Leder überspannf (Eur. Hes. 1347; dafür
ßvQüO'Tovo-g Eur. Bakch. 124), aXt-tevig- ,ins Meer oder am Meere hin
sich erstreckend', ,flach, seicht' (Diod. 3, 44: aXvtevovg yag Ttirgag vov
118 Griechische Etymologie.
etoTtXovv öialafißavovarjg. Polyb. 4^ 39, 3; App. b. civ. 2, 84; Plat Them.
14: vavg alirevelg ovaag xal xajtBivoxiQag),
elXiaaeiv ^umdrehen, wenden^ (eiUaaovai Aesch. Prom. 1085; elklaatov Aesch.
Prom. 1092 nnd Hdt 2, 38; elU^avteg Hdt 4, 34; elhx^elaav Eur. Or.
358), Nebenform zn iklaaeiv, alt ßeXlaaeiv (1, Seite 481), deren anlauten-
des el sich ganz so entwickelt haben wird, wie zum Beispiel in elkieiv
,drangen, zusammendrängen^ neben il-, alt ßek- (1, Seite 464).
erXiyyo-q ,Wirbel, Strudel^ ,Schwindel' (Ap. Eh. 4, 142; Nik. ther. 247; aL
597), Nebenform zu iXiyyo-g (Seite 68).
ElXclß^uz, Name der Göttinnen des Gebarens; bei Pindar (OL 6, 42; Pyih.
3, 9; Nem. 7, 1) 'EXel&via.
Bei Homer 5 mal. IL 11, 270: wg i" ot* av wdlvovaav ixf) ß^Xog 6§v
yvvalxa ÖQià Ÿv, %6 tb ngoUlai fioyoatoKOi Ellel&viaij 'tigrig dvyccriQeg
niTHQag tuölvag ^ovaai. TL 19, 119: tlQrj . . /AkKfirjvfjg d* ctftiTtavae
tOTMVy üxi^B d* ElXei^vlag. IL 16, 187: avTccQ iftel dri vov ye f^oyo-
atoxog ElXeldvia i^ayayev nqo q>dßoad€. IL 19, 103: ai^fneQov avdqa
q>aßoade fioyoüTomog ElXeldvia hupaveL Od« 19, 188: iv ^Afiviaip, o&t
re artißog ElXeidvlr^g,
Etymologisch noch unaufgeklärt Dem Suffix nach yergleicht sich
at^ia ,Möve' (Seite 92).
eiX'ö'Siv, alt ßeiXv-eiv ,bedecken, verhüllen', begegnet nur inw^iigenac-
tivischen Formen, wie ßeiXiacj (II. 21, 319), eiXvoi (Arat 431), nar-eilv-
aavre (Ap. Bh. 3, 206), zumeist in passivischen Perf ectformen.
Bei Homer zehnmal IL 21, 319: xad 8i fiiv aikov (den Achilleus)
ßeiXvaw xpafid&ouri, fdXig xiQadog nsQixevag fivglov. IL 12, 286: aXXa
te 7tdv%a ßelXvrai xa&vn:eQd'\ ov* imßQlaj] Jilbg ofißQog (,Schnee-
gestöber'). Od. 20, 351 : vvKfl filv i/iwv ßeiXvaTai iuq)aXal re nfjoatand
TB vig&B TB yovßa, IL 16, 640: ßBXiBoat %al atf^art xal xavlrjaiv ix x«-
g)aXrjg FbIXvxo diafi/tB^kg ig nodag dxQovg, Od. 5, 403: ^x^^^ Y^Q f^fy<*
xvfia Ttorl ^BQov ijfCBlQoio öFbivov iQBvyofiBvov , FbIXvto dh fcdv&^ aXog
Sxyrj. IL 18, 522: IV^' Sqo toI y' it^y ßBiXvfiivoi (so liest Bekker statt
l'foyr' BlXvfJtivoi) aXd'orci x^^V' Od. 14, 136: oaria d' ctvrov xBlrai
in^ iqTtBlQov ipafxdd-qf ßBiXvfiäva noXX^. II. 5, 186: dXXd reg ayxi ^üTtjX '
dd-ardxwvj vB(päXri FBiXvfiivog wfiovg. IL 17,492: tw 8^ l&vg ßi^xfjv ßo-
ßir^g ßBiXvfiivüi fSfiovg. Od. 14, 479: bvSov d' BvxrjXoi, adxBaiv FBtXv-
fiivoi (Sfiovg. Hom. hymn. Herm. 151 : 'Egfi^g^ aTtdgyavov d/Ag>* ä/Aoig
BiXvfiivog, 7]vtb zhcvov, 245 : Ttald * oXlyov, doXlrjg BlXvfiivov ivxQonLjjai.
Arat 432 : bI de xbv . . . oXlyrj 8b fiiv (d. L Kbvtovqov (ofxov) bIXvoi dx"
Xvg avzov. Ap.Bh. 3,206: iv a8BipijT0iai xcrr-et Avaavre (nämlich, die
verbrannten Todten') ßoBlaig 8Bv8qiiav i^aTtvBiv ixdg daxBog. — Dazu:
bXXv (lax-, alt FBLXv^ax" ,Umhüllung^; Od. 6, 179: 6t xi nov BtXvfia
anBlQtav ix^g iv^d8^ loiaa. Ap. Bh. 2, 1131: vinag yovva^OfiBd'a .. .
Sovvai oaov ^' B%Xviia tibqi xQ^^S' — BiXvo-g, alt ßBiXvo-g ,Schlupf-
winkel'; Xen. Jagd 5, 16: (die Haaen) xaxa8vovxai Big q>dQayyag xal Big
Grieohiache Etymologie. 119
ellvovg. Ap. Bh. 1, 1144: ^fJQeg d* ellvovg %b xara ^loxovg tb Xinov-
reg , . . ifttji.vd'ov. Nik« ther. 143: ^gueg' dvixvevovat dh rtavrrj vgox-
fiaka ^' alfiaaidg te xal elXvovg (OSchneider schreibt IXvovg) igi^orrsg.
Lat velo-m yVorhang'; Lacr. 4, 75: lutea russaqve vSla (gegen die
Sonnenstrahlen schützende Teppiche) et ferrügina . . magnis intenta theä-
tris; Plin. ep. 4, 19: eadem, si qvando redto, in proximo discrtta velo
sedet'j Svet daud. 10: prorq^t ad sölärium proximum interqve praetenta
foribus vela se dbdidit — Dazu: vSläre , verhüllen'; Plaut Amph. 257 :
velä^ manihus orant] Verg. Aen. 3, 545: capita ante äräs Phrygio v$-
lämur amidü. — valva ,Thürflügel, Doppelthür* ; Pacuv. trag. 360 : pan-
dite välväs'j Pompon. com. 91: in primä valvä est — vofca ,HüUe*, ,6e-
bärmutter^; Plin. 22, 93: bolStös . . . ; volvam enim terra ob hdeprius gig-
nitj ipsum posteä in volvä, ceu in ovo est luteum ; Gels. 4, 1 : vSstca ....
ab ipsä vulvä sustinMur.
Altind. var ,bedecken, verhüllen' mit den Präsensformen vdratai (BV.
6, 22, 11), vrv4uti (BV. 7, 82, 6) oder ürnduti (BV. 10, 88, 12) ,er bedeckt^
verhüllt; BV. 4,6,6: nä jdd tai Qauds tdmasä vdranta ,nicht werden
sie mit Finstemiss verhüllen, was dein Licht' ; BV. 8 , 39, 6 : agnis dvä'rä
vi ürnutai ,Agnis öffnet die beiden Thüren'. — Dazu varütra-m ,Ueber-
wurf, Mantel' (Gramm), varaha-s ,Mantel' (Gramm), värna-s ,Ueberwurf,
Decke, Erleid' (Gramm); valajorm , Armband' (Mbh.), vaU-s ,Höhle' (BV.
2, 11, 20; 2, 14, 3), ülba-m (? aus *t;aZ-t?a- ,Eihaut^ Hülle des Embryo (BV.
10, 51, 1).
Altostpers. var ,bedecken, beschützen'; pairi-var ,bedecken, verhüllen'.
Steht dem oben (1, Seite 483) aufgeführten IXvblv^ alt wahrscheinlich
ßekveiv ,umhüllen' unmittelbar zur Seite. Das alte anlautende ß ist im
homerischen Verse noch hinreichend deutlich, ergiebt sich weiter aber
auch aus der oben bereits angezogenen Hesychischen Anführung yilov
tQov MlvtQovy ijyovv XircvQov. Bezüglich des anlautenden bI wird man
BlXiaaBiv ,umdrehen, wenden' (Seite 118) und bIUbiv ,drängen, zusammen-
drängen' (Seite 114) vergleichen dürfen, für die Perfectformen aber wohl
das reduplicirte aoristische bItcbZv, alt FbitvbIv (aus ^FbFbjvbIv ,sagen'
(Seite 107). In dem v von bIXvbiv wird ein altes Nominalsuffix enthalten
sein. — Die Vocaldehnung in lat veläre vergleicht sich wohl mit der
von ciläre ,verbergen' (Caecil. com. 95) neben oe-culit ,es verhüllt, ver-
birgt' (Enn. trag. 141), sedäre ,zu Buhe bringen' (Plaut Merc. 962) neben
sedet ,es sitzf (Laber. com. 30) und anderen ähnlichen Formen.
BlXv-ei59'ai, alt wahrscheinlich FBikvBa^at ,sich winden, kriechen'.
Soph. Phil. 291 : Ttqog di %ovd'\ 8 fioi, ßdkoi vBVQOOfcaöijg argcmtog,
avtog av rdlag BlkvofzrjVf dvarrjvov k^iixwv noda. 701: BlqrtB ö* akkor'
akkoy^ Tor' av BlkvofXBvogy . . . oS'Bv BVfidgBi vndgxoi, noQOV. Metagen.
Eom. Bruchst 6 (Eock 1, 706): 6 d' ^Bgog (nämlich notafiog) cj&Blxvf^a
vaaviSy aal xQBcüy ig>&(üv tb ßatldtov Bikvof^ivwv avxotSB. Orph. Steine
120 Griechifiche Etymologie.
134: (dQoxwv) eYXvto dk nvxvwg yvafiTtTwv evxvxXwg tavctqv Qoxiv. Ap.
Bh. 4, 35 : oVij S* aq^veiolo dL-BiXva&Blaa (^entBchlüpfendO iofioto kriiag.
Lat volvere ^wälzen'; Ov. Ibis 173: Sisyphus est ülic saomm volvens-
qve petensqve; Verg. Aen. 10, 590: excussus eurrü moribtmdus volvitwr
arms.
Goth. -välvjan , wälzen^; Mk.15,46: at-valvida stain du daura this
hlaivis] — valvisön ^sich wälzen'; Mk. 9, 20: driitsands <ma airtha val-
visdda (hvXlevo) hvathjands, — Mhd. wellen ^wälzen, rollen*; wel ymnd' ;
— Ahd, w^lOj nhd. Welle.
lit vdti ywalken, verschlingen, verwirren'; — vilnts ,Weüe'.
Altslav. valiti ,wälzen', valjati ,wälzen'; — vlajati ,wogen, Wdlen
schlagen'; t;Zuna , Welle'.
Alban. vid ,speien', ahd. wullön oder anUm ,Erbrechen haben' [eigent-
lich wohl ,8ich winden']. Nach GMeyer bei Bezzenb. 8, 191; 192.
Dazn: altind. ürmt-s (ans ^varmi-s) ,Welle'; EV. 1,44, 12: sindfums
iva prdsvanitasas ürmdjas agnäis bhrägantai arcajas ,wie des Sindhus
brausende Wellen glänzen die Flammen des Feuers'.
Das ursprünglich anlautende / ergiebt sich aus den weiteren etymolo-
gischen Zusammenhängen mit grossester Wahrscheinlichkeit — üebrigens
scheint ein altes nominales ^ßeikv- zunächst zu Grunde zu liegen oder
vielleicht auch em^ßeikvg- {feiXvea&ai aus *߀iXvoJ€a&at?)y dessen Zisch-
laut mit dem des gothischen valvisön möglicher Weise ganz der selbe
sein könnte. Lat volvere wird aus altem *voluere hervorgegangen sein;
es darf vorläufig aber auch die anderweitig schon ausgesprochene Mög-
lichkeit zugegeben werden, dass darin eine verstümmelte Beduplications-
form (? aus ^vol-vol- oder ^vel-vel) enthalten ist — Naher Zusammen-
hang besteht offenbar mit lllaaeiv, alt ßeXiaaeiv ,umdrehen, wenden' (1,
Seite 481).
slXvg>deiv, alt wahrscheinlich feiXvgxxeiv ,drehend bewegen, wirbeln'.
11.11,156: (ig d* one nvQ afidrjXov h a^Xtp llfindaj] iXfj' jcavTt] v*
elXvq>6wv avBfiog q>€Q€i. Hes. th. 692: ol dh xegawol httag afia ßQorsjj
%s %al daxBQonfj noriovto x^'^Q^S ^^^ arißagf^g^ leQijv q>X6ya siXvq>6wv^
%Bg TaQq>ifeg. — Dazu: elXvqfa^eiVy alt feiXvq>d^€iv ,sich drehend
bewegen, aufwirbeln' und causativ ,drehend bewegen'; Hes. Schild 275 :
TTJXe d' an' ai^ofiivwv datdwv aiXag €iXig)a^€ ;^e^a2v ivi dfAtLufv. —
II. 20, 492 : ilg 6* dva^aifiasi ßa&iF* ayxea d-eanidaßhg tivq . . . Ttdvvrj
%€ üXoviwv uvBfiog (pliya ßeiXvqfd^ei.
Nächster Zusammenhang mit eiXveo&aiy alt wahrscheinlich ßeiXvea&ai
,sioh winden' (Seite 119), wird sich nicht wohl bezweifeln lassen, wenn
auch ein TheU der angeführten Stellen (II. 11, 156; Hes. Schild 275) altem
anlautendem / zu widersprechen scheint Verbindungen wie ignis edäx
summa ad fast^a vento volvitwr (Verg. Aen. 2, 759), fiammam volvens
öre chimaera fero (Tib. 3,4,86) und andere ähnliche lassen sich hier
unmittelbar vergleichen. — Das Bildungselement 9 ist ein ungewöhn-
Griechische Etymologie. 121
licheree nnd so ist auch nicht klar, wie weit man etwa die Verben (plrj-
vaq>auv ^schwätzen' (Ar. Bitter 664; Wolken 1475) nnd iptiJiaqtaeiv ^tasten'
(Od. 9, 416; Ar. Ekkl. 315) hier unmittelbar vergleichen kann.
OL
off Ausrnf des Schmerzes, ,ach^
Aesch. Pers. 1003: ßeßaaiVj ol', vwvvfÄOu Sieben 808: ol ^yu» Takaiva,
/Aovtig eifil jiSv xaxtSv. Pers. 954: oloiol ßoa aal Ttdvt' bircev^ov.
Soph. Aias 803 : ol iytij g>lkoi, nQoatrjT^ dvayxalas '^rjg. — Wird be-
sonders häufig mit dem dativischen fiol ,mir^ (wie dies auch gern an tu
sich anschliesst: ä fioi II. 1, 149; 414; 4,370; 7, 96) eng verbnnden zn
otfioij wie Theogn. 891: ot fiot avaiMelrjg. Aesch. Ag. 1225: oUovqov,
oXfioi, T(p fjLoXovxi dsanotjj k^f^. Soph. PhiL 363 : ol d' elnovj oifioi,
%hiiJioviü%a%ov Xoyov, El. 788: oXfioi xakaiva, 1179: oXfiot TaXalvfjg
oQa rijaöe av/Aq>oi(äg.
Oi ,wohin^.
Soph. Ant 892: uß xaTaaxagyfjg ohofjaig aelq>QovQog, ol noQSvofiau 228:
t/ xu}Q€ig ol fioXwv dtiaeig dUrjv; El. 1035: dkV ovv iTtlaxw y ^ ol fi'
arifilag ayeig» Enr, HippoL 371 : aarjiia d* ovxiv^ iarlv ol q>'9'lv€i rvxa
KvTCQidog.
Locatives Adverb, das vom Belativstamm o- ,welch' (1, Seite 492) aus-
ging und sich seiner Bildung nach dem fragenden nol ,wohin' (Theogn.
nur 586, wo aber von Bergk ny geschrieben wird; Aesch. Prom. 576;
Ag. 1087; Ch. 732) unmittelbar zur Seite stellt und weiter zum Beispiel
auch noch den Formen ivtav^ol jhieher' (IL 21, 122; Od. 18,105; 20,
262), fiTjdafiol pürgend hin' (Xen. Lak. 3,4), navtaxoi ,überall hin' (Ar.
Wespen 1004, wo aber Bergk narraxov schreibt).
oi* (aus altem *ßoi-) ,tragen, bringen', verbal lebendig nur in futurischen
Formen (ptow IL 7, 82; Od. 15, 448; 22, 101; Soph. Trach. 123; oiaei II.
2, 229; 21, 125; Od. 19,24; oicofiev IL 3, 104; olaifievat IL 3, 120; 23,
564; Od. 8, 399; oXobiv Pind. Pyth. 4,102; Soph. El. 360; — oXaofiaL
Soph. Bruchst 822; oXoetai 11.23,663; 667; 858; olaofied^a 11.8,400;
Theogn. 518; oÜaea&ai 11.22, 217; Aesch. Prom. 638) und in den Im-
perativformen eines mit dem Zischlaut gebildeten activen Aorists (olae
Od. 22, 106; 481; Ar. Frösche 482; olahw II. 19, 173; Od. 8, 255; otaere
IL 3, 103; 15, 718; Od. 20, 154).
IL 2, 229: xQvaoi . ,, ov xi ng oioei Tqwwv Innodapnov Ix FiXlov. IL
1, 89: ov tig kfiev tfircog . . . aoi noßlkrjg Ttaga vrjvai ßaQslag x^^^S
in^olaeu H. 13, 820: Xnnovg^ o% ae noXivd* oXaovai. IL 23, 663: 6 vi-
lojd'elg diftag oXaerai afiq^ixvTgekXov, Od. 22, 481: olae &i߀i0Vy yQr^v,
TuxiuSv axog, olae 6i iioi jcvq. IL 3, 103: oXaere Fqqv , %%eQov kevKov^
kriQTjV dk fiikaivav.
Altind. i4 ; vditi oder vdjati ,er strebt hin, kommt verlangend' (siehe
122 Griechische Etymologie.
unter ha&aij alt ßtea&at ^streben, begehren' Seite 9); dann aber auch
,er bringt y schafft herbei'; BV. 1, 35, 9: savitä' . . . vditi sü'Ham ^Savitä
bringt herbei (Ludwig übersetzt ,ladet ein') die Sonne'; BV. 7,16,5:
agnai . . ,jdkshi vdishi ca vi'riam ,A.gni3, opfre und bringe Out herbei'
(Ludwig ,geniesse'); BV. 6, 12, 6: agnai . . . vdishi räjds vi jäsi dugcünäs
,Agnis, schaffe herbei (Ludwig ,du geniessestO Beichthum, entferne Un-
glück'; BV. 7, 19, ö: hart . . . vidntu brdhmäni . . vä'gam ,die beiden falben
Bosse sollen bringen (L. ,kommen zu . . .'j Gebetslieder und Nahrung' ;
BV. 1, 63, 2: a jdd hdri indra vivratä viis ,al8 du die beiden falben
Bosse, die auseinander strebenden, herbei brachtesf; BV. 8, 21, 10: d' fu
nas 8d vajati gdvjam dgviam stauirbJ^'as maghdvä gatäm ,Maghayft schafft
uns den Sängern hundertfachen Besitz an Bindern und Bossen'; BV. 10,
1 07, 5 : jds praihamds ddkshinäm ä-vivä'ja ,der zuerst Opferlohn herbei-
geschafft haf .
Von Benfej (Or. u. Occ 1, 54 und 427) erkannter Zusammenhang. Das
alte anlautende f ist vor dem ihm unmittelbar folgenden o schon in der
Zeit vor Homer erloschen (LM. bei Kuhn 23 , 64). Aus den zugehörigen
Verbaladjectiyen oiato-g ,erträglich' (Thuk. 1, 122, 2; 7, 76, 7; dva-
'Oiaro-g ,schwer zu ertragen' Aesch. Prom. 690; Oh. 745; Eum. 790 «=
820) und olario-v ,da8 getragen werden muss*^ (Soph. Oed. Eol. 1360;
Ant 310) scheint sich eine Verbalgrundform olg- zu ergeben, die aber
wohl nur gedacht wurde, weil von oi- ,tragen' überhaupt nur Verbal-
formen vorkommen, die den Zischlaut enthalten.
oi- ,glauben' scheint sich als Verbalgrundform zu ergeben aus olfiai ,ich
glaube' (Aesch. Prom. 968; Ag. 321; 1521; Soph. Phil. 339; 536; 1058;
Kön. Oed. 1051; 1227; dazu noch (pfirjv ,ich glaubte' Ar. Wolken 373;
Plut 834), da es sich Bildungen wie Tiel/iat ,ich liege' (Od. 19, 516; Pind.
Bruchst 237) und ^fiat ,ich sitze' (IL 18, 104; 24, 542; zu r;^- : ^a^ai
,sitzen' 1, Seite 619) scheinbar unmittelbar zur Seite stellt Ohne Zweifel
aber ist olfiai nur durch Vocalzusammendrängung aus otofiat (Aesch. Ch.
758 ; Soph. Oed. Eol. 28) hervorgegangen und gehört unmittelbar zu ol-
BO&ai ,glauben' (siehe unten).
ol-q jSchaf' (Accusativ oh Eur. El. 513; Ar. Friede 1077; Theokr. 5, 99; schon
früh in Casusformen wie olog IL 12, 451; 13, 599; 716; oldv II. 11, 678;
696; 15, 323; 18, 588; oXeai Od. 15, 386).
Aus altem oig, noch älterem oFig (siehe 1, Seite 495), ganz wie zum
Beispiel nollo-g ,hohl' (Od. 22, 385; Pind. OL 6, 10; 9, 34; Isthm. 3, 11)
aus altem yLollo-g, wahrscheinlich noch älterem KofiXo-g (IL 1, 26; 89 ; 2,
581; 4,454).
ot'sa9'ai ,glauben'; tritt nur in präsentischen Formen auf, oiea&ai Xen
Hell. 7, 4, 35; Plat Phaed. 68, B; oiofxai Od. 10, 193; Aesch. Ch. 758; Soph
Oed. EoL 28; oierai Aesch. Eum. 470; oXoito Od. 17, 580; 22, 12; Soph
PhiL 617), neben denen futurische (wie oli^aet Platlegg. 10, 891, D: ol
Tjaerai Plat Staat 3, 397, A) und aoristische (wie (^rjd-rjaav Thuk. 4, 130;
Griechische Etymologie. 123
Xen. an. 4, 7, 22; olrj&elaa Eur. Iph. AnL 986) sich ans einem erst abge-
leiteten oliead-ai bildeten. Von der unmittelbar znr Seite stehenden gleich-
bedeutenden activischen Form findet sich nur die erste Person oini ^ich
glaube' (schon IL 5, 252 ; 9, 315; 10, 105; 15, 298; 17, 709; Hes. Schild 111).
Aus altem otead-ai, wohl älterem oßtead'ai, beziehungsweise Stw, wohl
älterem 3ßiw (siehe Seite 496), mit einer vocalischen Zusammenziehung,
die der von olg ,Schaf (Seite 122) aus älterem oig ganz ähnlich ist
oTete^', alt oifereg- oder wohl eher oßereg- ,yon denselben Jahren,
gleich alt'.
Kur IL 2, 765 : IW/roi . . . vag ^Ev/iriXog MXavve . . . otqixag olFireag,
atacpvJif] ifcl vunov ißiaag.
Wurde schon unter o- ^das selbe, eins' (1, Seite 491) als seinem ersten
Theile aufgeführt Der Schlusstheil^ hog-y alt ßärog- ,Jahr, (1, Seite 372)
begegnet auch noch in manchen anderen Zusammensetzungen, wie ^'§-
ereg-, alt fix-ßereg- ,sechsjährig' (IL 23, 266 ; 655), irtTa-Fereg ,sieben-
jährig* (Od. 3, 305; 7, 259; 14, 285), avtS-ßereg- ,im selben Jahre' (Od. 3,
322). Sehr aufifällig ist der I-Vocal, und so schreibt an der angeführten
Stelle Fick vielleicht mit vollem Recht ovireag, eine Form, die sich be-
züglich der Entwicklung ihres Diphthonges unmittelbar mit evaöev ,eB
gefiel (IL 1 4, 340 ; 1 7, 647 ; Od. 1 6, 28 ; aus iFadev) würde vergleichen lassen.
olo^qf alt olFo-g ^lein'.
IL % 745: TcJv avd- ' '^ycfioveve . . üolvftoltfig . . . ovx olFog, Sfia %(^
ye Aeovtevg, II. 22, 39 : (iri fioi filfive, q>iXov rixog, aviga %ovtov oiFog
avevd" ' aXktJV. IL 5, 304 : o di fiiv (d. L x^Qf^o^^ov) Fqia naXle xai olfog.
IL 7, 39 : ijv Tiva nov Javauiv nQoxaUaaeTai olFo^ev otFog dvtißiov fia-
Xioaa-d'ai, U. 4, 397 : navrag Mneg>v'j ^va 6 * olFov Yrj ßolxovde visa&au
IL 18, 565: fila d^ otfr] dragTtivog rjev ig avtT^v. IL 24, 473: tw di öv*
olFcj . . . Ttolnvvov naQBOvte. II. 11, 693: tcJv olßog kinofirjv, ol <5' aX'hoi
Ttavreg oXovro.
Altostpers. aJeva- ,ein8' (als männlicher Accusativ begegnen öjum^ öim
und oimf als ungeschlechtige Form ovum. Justi) ; altwestpers. aiva- ,eins'.
(Inschr. von Alvend 8 und 10 : Därajavavm . . . aivam, parunäm Tchshaja-
thijam aivam par*tmdm framätäram ,den Darajavus, den einzigen König
von vielen, den einzigen Gebieter von vielen').
Das alte inlautende / ist als kryprisch (Collitz 1, 29) inschriftlich belegt
oto'g jwie beschaffen'.
IL 1, 263 : oi yaq nto Tolovg Fldov aviqag ovdk Fldw^ai olov üeigl-
&oß6v jQvarto t€. IL 2, 192: oi yiq 7C(o aaq>a Fola^^ olog voog^AxQBr
ßltavog, IL 2, 194: h ßovkfj ^ ov TcavTeg cncovaafxev olov ^eircev. II. 5,
340: ^iFe d' afxßQOvov alf^a d-eolo, Ix^Qj olog nkq re ^iFei f^axageaai
xkeolaiv, IL 5, 601: cJ q>lloi, olov dfj d'avfid^ofiev^ExToga dlov alxfiritT^v
%* tfjLBvai xal d^agaaXiov TtToXefjiiaTijv. fl. 13, 275: Foiö' agerfjv olog
iaaL IL 18, 591: x^^ov . . . t(^ ßlxeXov olov tvot* hl Kviooi^ evQeij] Jal-
dakog ijaxrjaev.
124 Griechische Etymologie.
Gehört zum bezüglichen Pronominalstamm o- (1, Seite 492), vergleicht
sich seiner Bildung nach zunächst mit tolo-g fio beschaffen' (IL 1, 262;
2, 482; 3, 46) und dem Fragenden ^olo-s ,wie beschaffen* (IL 1, 552; 4, 25;
350). Da die hier zu Grande liegenden Pronominalstämme o-, %6- und
no- ihr o vor dem suffixalen lo nicht wohl einbüssen konnten, so bildete
sich eine wie ganz neue Suffixform, die nun auch auf andere ihrer Be-
deutung nach ähnliche Formen fiberging wie dXlolo-^, ^anders beschaffen'
(IL 4, 258; 5, 638; Od. 16, 181), ofxolo-g ,gleichaitig' ijl 1, 278; 2, 553;
5, 441 ; 9, 305), navxoio-g ,yon allerlei Art, mannichfach' (IL 2, 397; 3, 202;
15, 642; 18, 471).
oiojtiöri, Yon unsicherer Bedeutung, etwa ,die Sehnen der Beine'.
Nur Erinagoras (in AnthoL 7,401, 4): zi^v d' vtco dvaßwlov &Xlßu
X^ova qfCJTog äkivgov oavia • . fvfißog . . . arigvo t' iTtoxQioevraj xal
ovK BvoöfjLOv odovTCjy nglova, xal xtiktov dovliov olortidrjv*
Der Schlusstheil ist offenbar der selbe wie in äkvxTo^nidrj ,unaufl5s-
liehe Bande' (1^ Seite 311) und mehreren anderen neben diesem bereits
aufgeführten Zusammensetzungen, der erste Theil aber bedarf noch der
Erklärung.
olri ,Dorf.
Nur Ap.Bh. 2,139: niqS'orto yag fjfihv akwal jjd^ olai Trj/Aog d^tp
VTCO dovQi jivTioio. — Dazu: olT^rrj-g ,Dorfbewohner^; Soph. Bruohst
130: olrjtag, Hesych ffihrt auf: oicnäv* %wfiri%iav. olai yäg al xvifiai.
Dunkler Herkunft Hesychs Anfuhrungen wyrj' xü/^tj und oval' qwlai
deuten auf ein altes inneres ß (? oi/jy).
oPi2 ,Sperberbaum' (Theophr. Pflanz. 3, 11, 3; 3, 12, 6; 3, 12, 9; 3, 15, 4; c pL
3, 1, 4), wurde bereits unter oo-v , Ariesbeere', Frucht des Sperberbaums',
(1, Seite 495) aufgeführt
otn^io-v, alt wahrscheinlich ßoirjio-v ,Steuerruder'.
IL 19, 43: oi' %€ nvßeQvrjrai xal ^of foirjia vrjßwv. Od. 12, 218: xt;-
ßeQV^ta ... ^1 S'Vfiqi ßakkev, inel vrißdg ylaq>vQfjg foii^ia vwfiag. Od. 9,
540 SS 483 : Xaßav dßelgag ^x ' kmdivi^aag . . . idevrjaev ö* oli^iov okqov
Ixia&ai. Alter Dichter bei Flut mor. 807, C : ev fiiv hl ngvfivf] olr)ioy,
€v dh ueQaii^v eldözag hTelvaa&ai inoQWfiivov dvi^oio. Ap. Bh. 1, 401 :
BTtl d' itQercov aivrjaavreg Tlq>vv ivoTelQrjg oli^ia vfjog igvod-at. Qu.
Sm. 8, 417: wg d' oze . . • vaitrig . . . vi^a nafargitpf] . . . x^i^i TcagcmlL
vag oiriiov, 14, 503: In&iXoviovTo dvellai' oidk nvßeQvrjvjfjOi nikev iii-
vog eioiri vrjüiv x^Q^^^^ kniaTafiivriai &otig oirjia vwfÄ^v. —
Anlautendes altes / ergiebt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit aus
Homer, wenn auch Od. 9, 540 ^» 483 zu widersprechen scheint So trifft
vielleicht Ficks (2, 239) Yermuthung das Bechte, nach der nächster Zu-
sammenhang besteht mit lit vaira-s ,Buder^ und altind. pra-vaitar- ,Wagen-
lenker' (Gramm.) und pra^vojana-m ,Stachelstock zum Antreiben des Viehes^
(Gramm), neben denen auch altind. pra-vSjdkar ,antreibend' (Gramm.) noch
genannt sein mag. Die letzteren Formen gehören unmittelbar zu den schon
Griechische Etymologie. 125
nnter ol (aus altem ßoi) ,tragen, bringen' (Seite 121) genannten altind.
vi : vditi oder väjati ,er bringt, schafft herbei', das mit dem Präfix prd
,vor* mehrfach in der Bedeutung ,forttreiben, vortreiben, begeistern^ vor-
kommt, wie RV. 7, 6, 3 : prd pra tä'n ddyH/ns agnis vivöja ,fort, fort hat
Agnis die bösen Dämonen getrieben'; RV. 2, 26, 2: prd vihi mandjatds
ybegeistem die Wohlgesinnten' (Ludwig übersetzt jag hinweg die üeber-
mfithigen'); RV. 10,49, 11: daivä'n indras vivj'ai nrn prd ,6ötter und
Menschen hat Indras begeisterf. — Vor dem suffixalen lo bestand mög-
licher Weise ein altes ß (? ßoirjßio-), dann würden sich zunächst Formen
wie xoXarjßiO' ,den Kupferschmied (xobLev-g IL 12, 295; 15, 309) betreffend'
(Od. 3, 433; 18, 328; x^^^o-v ,Schmiede' Hdt 1, 68) vergleichen lassen
und es könnte ein altes ^ßoiev-g die nächste Grundlage bilden.
otriX' (otr]S)f alt wahrscheinlich folrix- (ßolriS), attisch oiax- (Aesch.
Schutzfl. 717; Agam. 663; 802; Sieben 3; Soph. Brachst 785; Eur. Or. 795;
Iph. T. 1357), Vorrichtung am Pferdegeschirr zum Einfügen der Zügel
.Jochring' (so nur II. 24, 269. Hesych erklärt oicnceg * . . . xoi Tiglxoi, öi'
&v ol if^avteg dietQovxai); ,Griff am Steuerrader, Steuerrader'. PoUux
1, 89 : fd dk axgov xov Tcrjdakiov oXa^, xal %o nav di oia§ re xal nfj"
iaXiov %alsi%ai).
IL 24^ 269: xad d' ano naaaaXoqn ^vyov ^qbov ripuoveiov ^ nv^ivov
6fiq)al6feVj iv ßon^xeaaiv dQtjgog. — Plat Polit 272, K: 6 fikv xvßeQvrj-
%f)g, olov fcrjöaXlwv oXaxog ag>ifjievogj elg %rv avzov 7teQi(ortr}v cTtiajr^.
Aesch. Ag. 663: ^f^äg ye fxkv dtj vaov . . • fizoi %ig iSiydeipev . . . otoKog
^lyciv. Sieben 3: oa^rig q)vkaaa€i Ttgäyog iv ngvfAVfj noXewg oXaxa vm-
fiwv. Soph. Brachst 785: fcoXXtiv xa^tya> tqyov olanwv &^ Sfia. Eur.
Hei. 1591: av dk argig)^ oXama. Or. 795: igna vvv oXa^ nodog fioi.
Steht offenbar mit dem Vorausgehenden im nächsten Zusammenhange.
Dem Suffix nach vergleicht sich tgrpc', alt wahrscheinlich ßtgrix.- ,Habicht,
(Seite 64).
oifovö-q (IL 1, 5; 2, 859; 11, 395; 12, 237; 13, 823; 22, 354; 24, 292; 310;
Od. 1, 202; 3, 259; 271; 11, 605; 24, 292), alt 6 lojvo-g (IL 2, 393; 8, 379,
11,453 und sonst) oder wahrscheinlich oFitavo-g ,groBser Raubvogel',
,Wei8sagevogel', dann auch für ,Vogelzeichen, Vorzeichen'.
IL 1, 5: iiiiviv . . . */ixii-'^ßog . . ^ . . . avvovg di ßeltigia vevx^ ntvveaaiv
oifovolül %B näai. IL 8, 379: ij rig xal Tgtiwv xogiei xvvag '^d* oßim-
vovg drjfiip xal aagxeaoi. Od. 16, 216: xlaiov de Xiyißwg adiviazagov,
fj T* oßiwvol, g>rjvai ij aiyvrtiol yafixffwwxcg. — Od. 15, 532: ov toi avev
d-BOv iftroTO de^iog ogvig' fyv<ov ydg fiiv iadvra ßidtiv dßtwvbv iovza.
IL 12, 237: xvvri d' oiiavolai rawfcregvyBaat xekeveig nel&ea&aiy %wv
ov VI fierargiftofi^ oid' akeyl^cj. IL 24, 292: atvee d' oitavov xaxvv
ayyekovj og %i ßoi avrfp q>lX%avog oiwvcuv . . . öe^lov, cg)ga fiiv avtog
iv oq>&akfjiolai voßtjaag rtp nlavvog irtl vfjßag Xrjg. — II. 12, 243: elg
oßiiovog agtOTog, afivvead'ai negl fcdtgrig. IL 2, 859 : oix olwvolaiv igia-
caro Kijga fiilaivav. — Aristoteles in seiner Thierkunde gebraucht das
126 Griechische Etymologie.
Wort gar nicht, hat es (1, 48) nur noch in einer Ableitung (arifielov oliavi-
UTixov ^Vorbedeutung', in Bezug auf TtzaQfiog ^NiesenO.
Ungewisser Herkunft Da die Form diwvo-Q (wahrscheinlich: oßiwvo-i;)
als ä^lisch (Ahrens 1, 106) überliefert ist, so hat die Vermuthung, dass das
Wort den ^allein (olog Seite 123) fliegenden' Vogel bezeichne, gar keinen
Boden, aber auch die, dass es unmittelbar zu lat avi-s ,Vogel' (Enn. ann.
83; 95) gehöre, kann nur als recht unsicher bezeichnet werden. Dem
Suffix nach vergleichen sich am Nächsten wohl vlwvo-g ,Enkel' (IL 2, 666;
5, 631; 13, 207; zu vlog ßoW II. 1, 9; 505) und xoivtovo-g ,Theihiehmer,
(Aesch. Ag. 1037; 1352; Schutzfl. 343; Soph. Aias 284), weiter aber auch
/Liskeäwvo'g ,Besorger, Aufseher* (Hdt 3, 61 ; 63, 7, 38) und xokuvo-g ,Hügel*
(Hom. hymn. Dem. 272; 298; Hdt 7, 225).
oItco'^, alt ßolxo-g ,Haus, Wohnraum'; ,Hausstand'.
n. 1, 30 : TtQlv (Aiv %qI yrjgag tneiaiv 'qfieriQq) ivl ßolwp. H. 6, 490
= Od. 1, 356: dkl' elg FoUov iovaa %eF^ avr^g fiQya xof^i^e. IL 15, 498:
dkl * aXoxog te aar] xal naläag onloaw xal ßoixog xal xX'^Qog cne^Qazog.
IL 24, 471: yigußv d' li^vg xle ßoUov, xfj ^" "Axtkevg V^boxb. Od. 24, 417:
Ix 61 vixvg Fobuav (poQBov. — Od. 1, 250: tol dk q>dvvv^ovatv idovr^g
ßoJxov kfxov. Od. 4, 318: ia^Ural fioi Folxog. Od. 2, 48: o dij %ax^
Folxov anavxa nayX'^ d'iaQQalaeiy ßlotov ö* arto napinav oliaaeu —
Daneben begegnet ein verkürztes olx-y alt /olx-, in der accusativischen
Verbindung olxa-ÖB, alt ßolxc-öe ,zum Hause hin, nach Haus' (da-
neben bei Homer häufig ßolxüv-de, wie U. 1, 606; 2, 158; 174; 290); II. 1,
170: TtoXi q>4QT€Q6v iariv ßoixad' X/i€v, IL 2, 154: awt] d' ovqovov Ixev
ßolxdde ßuiiivwv. — Dazu: olxieiv, alt ßoixieiv ,wohnen*; ,bewohnen';
IL 14, 116: ßoUeov d* iv Ilkevgwvi, OdL 9,200: ßolxei ydg kv äkoel
öevÖQvißBVTL Oolßov ^Anolkfavog. II. 2, 668: %Qi%^a di ßoUtj&ev (,waren
angesiedelt^ xa%aq>vXaö6v. IL 20, 218: dkl* 1^' vnwgelag ßoLxevv nolv-
nlöaxog ^Idrjg, IL 4, 18: y; toi fikv ßoixoixo nokig ügidfioio,
Lat vico' (vicurs) ,Dorf, Gehöft, Stadttheil'; Plaut Merc 665: 6räbo ut
conqvaestöräs det m% in mc^ omnihis; Hör. ep. 2, 1, 269: dSferar in vicum
vendentem tüs et odöres.
Altir. fich ,Wohnort^; kom. gwic ,Dorf' (Mck 1*, 544; 2*, 279).
Qoth, veiJiS' ,Dorf, Flecken' ; Mk. 6, 6 : jah hitauh veihsa (jTag xtafiag")
bisimjane laisjands; Mk. 6, 56 : ihishvaduh thadei iddja in haimos (^xtifiag^)
aithihau lawrgs aiththau in veihsa (^dygoig*) ; Joh. 7, 42 : us BWdaihaim
veihsa. — Ahd. v)ich ,Ort, Kecken' (Otfr. 2,7,48; 4,5,38); — nhd.
Weich'BiUL
lit vesz'pat-s flen^ (nur von Gott und regirenden Herren gebraucht)^
eigentlich ,Herr des Ortes'; — altpr. vais-pattin ,Hausfrau'.
Altslav. visi jLandgut'; — nslov. veSj vas ,DorP (Mikl.).
Alban. vise (Mehrzahl) ,Orte, Plätze' (G. Meyer Wb., 473).
Altind. vaigd'S ,Hau8, Familie'; EV. 5, 85, 7: vaigdm vä nitjam vanma
drariam vä jdd sfm ä'gas cakrmd ,welches unrecht wir an eigenem oder
Griechische Etymologie. 127
fremdem Hanse gethan^ — Dazu: väigman- ,HauB'; KV. 10, 146, 3: väigma
iva dfofatai ,wie ein Hans sieht es aus'; — vig- ,Haus'; ,Familie, Oe-
schleeht, Stamm'; in der Mehrzahl oft für ^Menschen'; BV. 7, 73> 4: üpa
ija vdhni gamatas vigam nas ,zu unserm Hause kommen die beiden
Priester*; EV. 1, 39,5: prd-u arata marutas . . . ddiväsas sdrvajä vigä'
,Tor stfirmet ihr Mamte, ihr Götter, mit dem ganzen Geschlecht; BV. 1,
35, 5: gdgvat vigas saviiür dä'ividsja wpdsthai vigvä bhüvanäni tasthus
,immerfort stehen die Menschen und alle Geschöpfe in des göttlichen
Sayitä Schoosse'; vig-pdti-s ,Hausherr, Stammherr, Herrscher'; BV. 1, 27,
12: sd raivd'n iva vigpdtis . . . grnautu nas ,wie ein reicher Stammesherr
möge er uns hören'; BV. 3, 40, 3: indra prd nas . . . jagndm . . . tirds
stavdna vigpatai ,Indras, fördere unser Opfer, gepriesener Herrscher^.
Altostpers. vig- ,Haus, Familie, Dorf, Stamm'; mg-paiti- ,Herr eines
StammesS
Das alte anlautende ß ist bei Homer in weitem umfang (Enös 134—137)
erkennbar und dazu auch mehrfach inschriftlich bezeugt, wie durch ky-
prisches ßoUowi (CoUitz 1, 29), lokrisches ßoiiUovjog (Collitz 2, 52), böoti-
Bches ßoixlag (C. 1, 283) und ßvxlag (C. 1, 148; 189; 190; 245 und sonst)
und noch andere Formen. — Zu Grunde liegt vig- : vigäti ,er geht heinein^
(antar-pu^ai ,in das Frauengemach' Mbh.; mandirdi ,in die Wohnung'
Kathfis.; väsa-vaigmani ,in das Schlafgemach' Eathfts.; gfhdm ,in das Haus'
Eathäs.; väigmäni ,in die Wohnungen' BAm.; ni-vdiganam ,in die Woh-
nung' Bftm.; purim ,in die Stadt' Bagh.), das im Bgvaidas nur in Ver-
bindung mit Präfixen, am Gewöhnlichsten ä' ,zu ... hin', auftritt, wie 5,
1 9, 2 : a dfdMm püram vivigtM ,in eine feste Stadt sind sie hineingegangen' ;
3, 46, 4: indram säumäsas pradivi sutä'sas samvdrdm nd sravdtas a vi-
ganti ,in den Indras dringen fortwährend die gepressten Somamengen wie die
Flüsse ins Meer'; 1, 103, 4: pari . . . säumas pu/nänds camüaus vigat ,rings
um ging der Somas geläutert in die beiden Schalen'; 8, 48, 12: jds . . .
indas . . . märtiän ä vivdiga ,welcher Tropfen in die Sterblichen eindrang'.
olxro-q ,Mitleid'; ,das Jammern'.
Od. 2, 81: olxTog d'l'JU kafov anavra. Od. 24, 438: wg q)a%o daxQv
%iFiav' olxrog d' iXe Ttavrag *Axaißovg. — Aesch. Ch. 410: ni7taX%at d'
av%i fioi xioQ rovds xkvovaav olxrov. Soph. Trach. 864: xlvw rivog otx-
%ov di* oUxwv dQTloig oQfivofiivov; — Dazu: olxvdo-g ,Mitleid erweckend,
kläglich'; IL 11,242: c^^ o fikv av^i Tceacuv noifirjaajo xaAx^oy vrtvov
oiicfQog. Od. 4, 719: dlX* Sq* in* ovdov l^e . . . otuTQ* 3koq>VQOf^iyri, Od.
11, 421 : ohfXQOTaxriv d' f^xovaa Fona . . . KaaaavÖQtig. — oixTiaTo-g ,der
BemiÜeidensweriheste' ; II. 22, 76 : tovto dtj otxriarov niXerai dßeiXoloi
ßqfnolüiv. Od. 11, 412: tag &dvov ohttarip S'avdztf. — oIxtsIqsiv
^bemitleiden'; IL 23, 548: el di fiiv oUvelgeig xal toi qflXog ^ftXero &vfji(^,
IL 11, 814: rov di Fidwv ^naeiQB Mevoivlov aXnifiog vlog.
Nächster Zusammenhang besteht wohl mit lat aegro- ,krank', häufig in
geistiger Beziehung ,leidend, yerdriesslich, bekümmert' (Cic Cat 1,31: ho-
128 Griechische Etymologie.
minis (zegrt morbö grav% ; Enn. ann. 52 : vix aegro cum corde med me
somnus reUqvit] Enn. trag. 260 : animus aeger semper errat neqve poti
neqve perpeti potis esf; Plaut Trin. 1086: credidi aegr6 tibi id^ ubi au-
dissSs, fore'j TurpiL com. 183: mihi vidire . . . aegre id paff; Pacuv. trag.
129; norme . . . aegr^ male factum feram?). Fick (2, 32) zieht hierher,
und gewiss mit Recht, noch das lettische igt ^innerlichen Schmerz haben^,
.yerdriessUch, mürrisch sein', ^winseln, klagen'. - Dem Suffix nach ver-
gleichen sich aQTO'Q jBroif (1, Seite 273) und andere neben ihm genannte
Formen. In oXuriaxo-g schloss sich das superlativische laro an ein nomi-
nalsuffixales T, ganz wie zum Beispiel in ßHnaro-g ,der beste' (Aesch.
Ag. 379; Xen. Athen. 1, 5; 3, 10) oder auch in nqtiria%o-q ,der erste' (Hom.
2, 228 ; 702). Neben oIxxbLqblv (aus ^obtxiQJeiv, wie zum Beispiel tfielgeiv
,womach verlangen' zunächst aus HiiiqJBiv hervorging und sich eng an-
schliesst an ifiego-g ^Verlangen', Seite 63) ist die ihm zunächst zu Grunde
liegende Nominalform nicht erhalten, als solche aber wohl neben oUtgo-g
noch ein *oiycr€Q6-g zu vermuthen.
o?To-$ ^unglückliches Geschick'.
n. 9, 563: Tijy de . , . ^Alxvovriv xalisaxov ifttiwfjiov, ovvex* aq avvrjg
f^fjrrjQ aixvovog noXvTtev&iog oItov ^ovaa Kkaie. IL 24, 388 : Sg fioi
xala %bv olzov drcoxfjiov Ttaidog ^vcarceg. Od. 8, 578 : oti xlaletg . . . ^^g-
yetwv Javawv ijd* lllov ohov axovwv. II. 8, 34 »■354: oi xev d^ xoxoy
oItov avanhfiaarteg oXwvrai. Od. 1, 350: TOVTtp <5' ov vifieaig Javatav
xoKoy ohov oFbLöbiv.
Ungewisser Herkunft Das Suffix wie in xoUo-g ,das sich Schlafen-
legen, Schlafen' (Od. 2, 358; 3, 334; 19, 515; 22, 470), Ttkovro-g ,Reichthum'
(IL 1, 171; 2, 670; 16, 596), ohvo-g ,Mitleid' (siehe oben) und anderen For-
men. Fick 1^, 345 nimmt Zugehörigkeit zu lat ütt ,gebrauchen' (Plaut
Poen. 1088; Rud. 1241 ; Merc. 145; alt oetier Corssen 1, 703) an, ohne weitere
Erläuterung zuzufügen.
oirö'Vy ein Erdschwamm.
Theophr. (bei Athen. 2, 62, A) : doxel d' '^dv aq)6dQa tovt' elvai xal
TTJy oafÄfjv ^eiv TCQewdrj, xai %6 Iv zf Qqoxjj ök yevofievov ohov.
Dunkler Herkunft Dem Suffix nach scheinen Bildungen wie q>v%6''V
,Gtewächs' (IL 14, 123; 18, 57 — 438), noxo-v ,(3etränk' (IL 1, 470; Od. 2,
341; 9, 354), ßoz6-v ,Weidevieh' (II. 18, 521; Aesch. Ag. 1415; Eum. 450)
und ähnliche vergleichbar.
oXy-uv ,öffnen' (Aesch. Prom. 611; Bruchst87; Hdt 3, 117; olye ,Sffne'
Hes. Werke 819; av-oiyev ,er öffnete' IL 14, 168. Daneben Formen wie
dt'olyvvte ,8ffnef Ar. Ekkl. 852 ; otyvvfiev ,wir öffnen' Leonid. in Anth. 9,
356) ging aus älterem oty- (siehe 1, Seite 497) hervor, ganz wie zum Bei-
spiel ol-g ,SchaP (1, Seite 122) aus älterem oi-g.
olßo'qy ein Stück Fleisch vom Hintertheil des Halses eines Ochsen.
Luk. Lexiphan. 3 : etg xaigov ovroal aizog ifiTtoki^aag ye, wg oqw, ttv-
Griechische Etymologie. 129
Qicvrjv %i %iva xal iyKQvq>lag xal yi^veia xal givaxag xal olßov tovtovI
%ai Xuyyaviov.
Dunklen Ursprungs. Die formelle Möglichkeit eines Zusammenhangs
mit eXßea&ai ^herabfliessen^ (Seite 107) giebt durchaus noch keine Ge-
währ der wirklichen Zugehörigkeit
olö- ySchwellen^ (oft in bildlicher Bedeutung), verbal lebendig nur in prä-
sentischen Formen, wie oldavei (11.9,554; Ap. Bh. 1,478; an diesen
beiden Stellen causativ gebraucht), oldavovra (Ar. Fried 1166) oder medial
oldcyetai (H. 9, 646 ; Opp. hal 5, 608), und in abgeleiteten Formen, wie
^dee (Od 5, 455), av-oidäei (Hdt 7, 39), oidel (Plat Gk)rg. 518,E),
^dijae (Fiat Phaedr. 251, B), avoid^oav (Eur. Hipp. 1210) oder auch ol-
iaivovaa (Arat 908) und oiäalvemov (Ap. Bh. 3, 383).
Od. 5, 455: (pdee dk xQoa nana. IL 9, 646: dXka fioi oUayerai TiQa-
ilfj x^^V* ^^ ^7 ^^^- XoXoq^ og ve nal akktov oldavei iv atij&eaai voov
ftvxa TtBQ g>Qove6vT(ov. Hdt 7, 39: 6 ^vfiog, og . , . VTtevavrla dk vov^
soiai (d. i. x^ijaTOIac) dxovaag av-oidici. Hdt 3, 76: ol fikv . . . xekevov-
-reg • . . fiijök oiöedrroiv %üiv n^rffiiatiav Inixld-Bad-au Eur. Hippol. 1210:
xv^a . • . av^oidrjaav . • . x^Q^^ ftQog dx,Tag. Ar. Friede 1166: top ve qyfi"
h[x oQüiv oldavovta, Ar. Frösche 940 : Ttjv tixrrjv . . . oidovaav vno iMfi'
ftaa/ÄOTtav xal ^rjfjiatoiy ifta%dtiv. 1192: fig üolvßor iJQ^aey oldtiv %w
jtode. Plat Gorg. 518, E: o%i dk oidel (nämlich 17 ndkig) xal vnovXog
ioTi dl* hielvovg %ovg naXaiovg^ ovx aiad'avovxai. — Dazu: oldog^ ,Ge-
schwulst'; Hippokr. 3, 103: ovcr/xij yaQ zip ovtmg inideofiivtp to oldog
l^aelqead'ai ig avro to Shtog, 3, 104 ayayud^ovtai di dia %6 oldog
intKotaTtkaooeiv, Nik. ther. 188: aa^l yaQ ovt* inl ddxfia ipaelvetai,
ovte dvaakd'ig oldog i7tig)kiyetai. 237: ^ d' inl ol aaQS noXlmi fikv
xi^aovaa ßaqel avadidgofiev oXdei. 426: tov d' i]toi negl tif^fia fiikav
xoQ^evai oldog. — oldfioT- (oldfia), siehe besonders (Seite 130).
Dazu aldat aemido-s (wahrscheinlich aus *aidmido-) ,gesohwollen^ (Paul,
ex. Fest: aemidum jtumidumf).
Ahd. eiz ,Eiterbeule, Geschwür*; — altn. eitill ,Drfise* (nach Fick 2, 33).
— Kaum dazu auch altn« eiiTj ahd. eitarj nhd. Mter.
Armen, ait-num ,ich schwelle', ai^i^mn, Geschwulst', ait ,Wange' (Hubschm.
Arm. St 19).
olöaj alt ßolda ,ich weiss' (IL 4, 163 — 6, 447; 4, 360; 7, 240; 241), alte
der Beduplication ermangelnde Perfectform zu Id-j alt ßid ,sehen' (siehe
Seite 37).
-oTöäx" (oXdaS) ,unreife Feige'.
PoUux 6, 81: ta dh ovtcw Ttineiqa züv aimtov oXdameg naXovvzai naQo
Ammai mal q)t]Xfpieg naq uidTjvaloig.
Wird zu old'i oldaveiv ,sch wellen' (siehe oben) gehören, wie noch ins-
besondere durch Aristophanes' Frieden 1166: %6v %e yijAijx' oQtiv olda-
yov%a wahrscheinlich gemacht wird. Das Suffix wie im oben genannten
Leo Meyer, OrieohiMhe Etymologie. IL 9
130 Griechische Etymologie.
yijAjjx- ,unreife Feige', in ol'ijx-, o?5x- ^Jochring*, ,Steuerruder', (Seite 124)
und sonst
olöiiax' (oldfio) ,Wasserschwall'.
1121,234: o (d. L noxafiog) d" iniaavxo' otöfiari &vwv. 11.23,230:
xcrra novroV o d^ iatsvev oidfOXTi -d-vwv, Hom. hymn. Ap. 417: rj elg
oldfi ' Skiov noXvtx&vov av&ig oQovaet (nämlicb niXwgov), Hymn. Dem.
14: iyiXaaae %al aXftvgdv cld/ja 'd-aXaacrjg. Hes. th. 109: novrog dftel-
Qirogy otdfiari &vwv, 131: TciXayog . . . otdfiazi ^ov. Find. Brachst 221
(Bergk): TiQTcerai dh xal tig M/vi {(pQaalv) oldfi* haXtov vat d'og aalg
öcaaTelßwv.
Gehört zu old-: oldaveiv ,BchweIIen' (Seite 129), wie noch besonders
deutlich wird durch Verbindungen wie xvfia . . . av-otäijaav (Eur. Hipp.
1210), oldalvovaa d-aXaaaa (Arat 909), dv-oidijval re &aXaaaav (Q. Sm.
14, 470), &aXaTTrig dvotdovarjg (Alkiphr. 1, 10).
ol^V'g ,Jan]mer, Elend' (Aesch. Schutzfl. 875; Agam. 756; Eum. 893), ent-
stand aus älterem oi^v-g (1, Seite 498) mit der selben Vocalzusammen-
Ziehung, die in ofyeiv (aus *oly€tv) ,öffnen' (Seite 128) und in noch
manchen anderen Formen vorliegt — Dazu: dva-ol^eiv oder dva-
-ol^ea&ai ,sich in elendem Zustande befinden, sich fürchten'; Aesch. Ag.
1316: ovTOi dvaol^ü) &dfAvov wg OQvig q>6ß(p. Eur. Bhes. 724: ^'Extwg yaq
f;fiiv Toig g>vXa^t f^ifiiperat, — tI Acraxaiv; — dvaoi^fov. 805: firjdhv
dvaoi^^ ov noXefilovg dqaaat tdde,
otx'Bö9-ai ,fortgehen', häufig ,fortgegangen sein', das aber wohl eher in der
präsentischen Bedeutung ,sich in der Feme bewegen' gedacht sein wird;
begegnet nur in präsentischen Formen. Einige zugehörige ausserpräsen-
tische Formen gingen von einem abgeleiteten cixisad-ac aus, wie dfol-
Xr^rtai (Hdt 4, 136), 7taQ~€pxW^^^ (Plut Camill. 14), olx^aerai (Ar. Wesp.
51 ; Plat Theaet 303, D), oixi^aofiai (Plat Phaed. 91, C) und andere, neben
denen vereinzelt (Leonid. in Anth. 7, 273, 6, wo aber FDübner gegen die
Handschrift olxi;/iat schreibt) auch ein prasentisches olxevfAai begegnet
Unmittelbar dazu gehört ein actives 2^1^ ^£iy ,f ortgehen, gehen', das auch
nur in präsentischen Formen auftritt, dem aber ein paar Perfectformen
nahe zur Seite stehen, die von einem abgeleiteten *olx6eiv oder seltener
auch *oixieiy ausgingen, wie naQ-olxomev (II. 10, 252), ^x^^^ (Aesch. Pers.
13; Soph. Brachst 220; oIxojko Soph. Aias 896), olxc^xdteg (Hdt 9, 98;
olxtoxvlag (Hdt 8, 108), olxfixee (Hdt 1, 189; 4, 128; 165; 8, 126; fcag-
-oix(jix€€ Hdt 8, 72), — TtaQ'iffx^^^^ (Dion. Hai. 1 1, 5), Ttag-qtxv^^'' (Polyb.
8, 29).
11.1,380: x^o/M€VOg 6^6 yiQwv naXiv i^x^ro. 11.5,511: InBi ßide
HaXXdd^ lid-ijvrjv oixofiivrjv. 11.11,288: ol/er' avrjQ 6 aqia%og. H. 15,
223: f^^rl fiiv yaq toi yair^oxog hoalyaiog otx^ot^ sig ciXa diav. II. 1,53:
evvrjiaaQ fihv dva atqatov (^x^^o xfjXa d-eolo. II. 13, 504: aixfiij d' Aivelao
xQadaivofiivrj xcrra yalrjg ^Jjfero. IL 6, 346 : wg (i oyeA' rifdati t(p otc fjie
TtQWTov %h(.e (Jtrj^riQ oix^a&ai TCQOcpiQovaa xax/} dvif40to S-veXXa elg ogog
Griechische Etymologie. 131
y; ig xvfia nokvipXolaßoio ^alaaarjg. IL 5, 472 : ^'ßxroQj nf örj toi fxivog
oixeraij o n:Qiv ^ecxeg] Od. 1, 281: l'^ao nevaofievog natgog dßijv olxo-
fiivoio. Od. 4, 393: oixofiivoio ai^Bv dokixrjv odov ccQyakiriv te. Od. 19,
192: T(p d' fjdr] öexaTtj rj hdexartj nikev rjßdg olxof^iivq) ^vv vrivai tlo-
Qiavlai Fihov claw. — Od. 3, 322 : ig niXayog ^iya rolov, o&€v %i neq
ovö^ oiwvol ovroßereg olxvsvaiv. II. 5, 790: ovdiicote TgtSeg tcqo nvXawv
Ja^daviatov otxveaxov. II. 15,640: vlovy og Evgva&^ßog aPi&liov ayyB-
Hir\g oixveaxe ßlr] 'HQaxkefeeirj. II. 9, 384 : äiriTioaioi di ßexaOTag (näm-
lich nvkag) avigeg i^-oixvBvoi.
Da in den verwandten Sprachen sich offenbar keine frappant entspre-
chende Form findet, so bleibt Benfeys Vermnthnng (Or. und Occ. 1, 427 ;
732) erwägenswerth, nach der das x ^^ g&i^z ähnlicher Weise wie in
i^ea&ai ,kommen, gehn' (1, Seite 460) sich ans älterem präsentischem si
entwickelte nnd das selbe alte altind. vi zu Grunde liegt, das mit der Be-
deutung ,bringen, herbeischaffen' schon unter oi- ,tragen, bringen' (Seite
121) aufgeführt wurde, mehrfach aber auch in der Bedeutung ,gehen, kom-
men' auftritt, wie RV. 8, 61, 5: vditi stdutavai amhiam ,er geht die Mutter
zu preisen'; ßV. 1, 189, 7: tuäm tan agnai . . . vdishi prapitvdi mdnushcLS
,du gehst, Agnis, in der Frühe zu den Menschen'; BV. 10, 6, 2: a jds
Viva ja sdkhia sähhibhjas ,der mit Freundschaft kam zu den Freunden'.
— Das präsentische olxvieiv vergleicht sich seiner Bildung nach mit ßi-
vieiv ,voll stopfen' (Ar. Friede 645; daneben ßeßvü'fiivo-g ,vollgestopft'
Od. 4, 134), ixvieo^at ,erreichen, wohin gelangen, kommen' (Seite 21)
ofg>'Biv oder auch in abgeleiteter Form: oitpietv ,besGhlafen'.
Plut Fyrrh. 28: %wv dh nQeaßvtiQOiv xivhg ifttjxokov&ovv ßocüvteg ,olx€,
Id'AQotottej xai 6lq>B tav Xilwvlda' fiovov Ttaldag aya&ovg to STcaQTff
^o/et'.— Makar.2,40 (Leutsch Paroem. 2, 147): agiata x^^S olq)el. Athen.
13, 568, E: ovrwg yaQ aqiara twXog olq^elg. Gortyn. Inschr. 2, 3: a% xa
. . . Tay iXev^iqav xagtei olqijj. 2, 17: a% y,a tav iXev&igav iniq^igtixai
oi(pfiv axevovtog xadeata, — Dazu: olq)6Xrj-g ,geil'; Hesych. führt auf:
oiqiokrjg' 6 fdi) iyxgaTrjg, aXla x,aTaq>€grig ngog yvvaixa.
Fick (1^, 522) nimmt Uebereinstimmung mit altind. jdbh ijdbhati ,er be-
Bchläff (AV.), also auch neuslov. jebati, serb. jebsti ,beschlafen', an und
wohl mit Becht; es wäre aber dabei noch ein bestimmterer Nachweis
wünschenswerth, dass oi- wirklich aus altem ja- hervorgehen konnte. Das
Griechische bietet kein weiteres Verb mit -oty-.
ota-eiv (Futurform) ,tragen' (Find. Pyth. 4, 102; Soph. El. 360), siehe unter
oi' (aus altem ßoi-) ,tragen, bringen' (Seite 121).
olco-gj alt wahrscheinlich Jrolao-g ,Dotterweide'.
Theophr. Pflanz. 3, 18, 2: tov re oiaov to ^liv kevudv %6 öh fiikav xai
To av^og ixarigov xai 6 nagTtog Tiata koyov 6 fdkv kevxog 6 ök ^ikag.
6, 2, 2: yklaxgov de aqiodga^ 6t^ o xai ;^^Cfiyrat ngog to Tcaradelv xai 7C€gi-
kaußavBtv üaneg rcp oXatp. — Dazu: olao-v ,zum Binden gedrehte Wei-
denruthe, Strick'; Hesych führt an: oloov . . . i^ axotvlov.
9*
132 Griechieche Etymologie.
Wird unmittelbar zu olava ,Weide^ (siehe weiterhin) gehören.
oiöog>äyO'q ,Speiseröhre^
Hippokr. 2y 106: 17 dh xollfj q>ü\p neQalverai fihv wg 6 olaoq)ayog,
nifpvKB dh fieva^ rov %€ ßQoyxov tuxI to£ olaofpayov. Arist Thierk. 1,
69: kmog di rov aixivog o re olcoq>ayog xaXovfievog iaziv, ^wv t^v
iTtwwf^lav dno %ov firpiavg aal Ttjg otevorrpcog^ xal ^ aQrrjQla» nqovsQOv
ih Tfj &ia€i ij aQTfjQla xBl%ai %ov oiaoq)ayov iv naai %olg %%ovatv av-
rqv. 4, 10: fiera 6i %o atofia %%ovaiv (u&mlioh die Weichthiere zev'd'ldeg
und rev'S'Oi) olaoq)dyov (icckqov xal avirov, ixoiievov dh tovtov ngokoßov
fiiyttv xal 7C€Qiq>€Qij OQvi&wöf].
Als Schlusstheil löst sich deutlich -(payo- ^essend' (zu q>ayifi€v ^essen^
Od. 10, 386; 15, 378) ab, wie es schon in mehreren homerischen Zusam-
mensetzungen sich findet: kano'q>aYO'g ,Lotos essend' (Od. 9, 84; 91; zu
yei^leichen Od. 9,84: o2 av&ivov eldaq MdovaiVj und 94: og %ig ItaToio
g>ayoi), ykcn(ta-g>ayo~g ,Milch essend' (II. 13, 6), airo'-qxiyo'g ,Brot essend'
(Od. 9, 191), dvdQO-fpayo^ ,Menschen fressend' (Od. 10, 200), vifio-q>iyo^
,Bohe8 fressend' (II. 5, 782; 7, 256; 11, 478). Der erste Theil des Wortes,
olao-j ist noch unerklärt
oi(P6ri, alt wahrscheinlich ßoiavfjy eine Weidenart
Pollux 7, 176 erklärt: olavnloxog 61 6 rag oiavag Ttkixwv' olavai di
al XvyoLy xal oiaviva axevri xal oiavivai doftldeg' tov di olavonkoxov
olaovQyov xalel EvnoXig. — Dazu: oiaiivo-g ,weiden'; Od. 5,256:
q>Qd^e di fiiv (d. i. oxsdlrjv) ^Irceaai dia^nBqig olavtvfjaiv xv/xarog ellag
Mfiev, Thuk. 4, 9: Tovg vavvag l| avtwv änkiaev danloi r« q>avhxig xal
olavtvaig Talg noXhxlg. Xen. Hell. 2, 4, 25 : orcXa inoiovwo, ol fiiv $t;-
kivay Ol di oiaviva xal %av%a iXevxovvro,
Altpreuss. mtwan (Acc. sg.) ,Weidenbaum'; ape-witwo ,Wass«rweide,
Uferweide'.
Altslay. vStfA ,Zweig'.
Fick (2^, 239) erschliesst, ohne Zweifel richtig, ein gräcoitalisches *voituäy
dessen Dental im Griechischen vor dem t; in den Zischlaut überging, ganz
wie zum Beispiel in av ,du' (IL 1, 76; 83) neben lat tu (Enn. ann. 66, 79).
Nächster Zusammenhang besteht offenbar mit tririy alt fiThj , Weide'
(Seite 32). Die Suffixform at)ij, aus altem *tiiäj scheint im Griechischen
sonst nicht vorzukommen. Das Vocalverhältniss 01 :l ist das selbe wie in
Tcoitn^ ,Busse, Genugthuung' (IL 3, 290; 5, 266; 18, 498) und vlfii] ,Busse,
Genugthuung' (H. 1, 159; 5^ 552) und, falls diese wirklich zusammenge-
hören, in koifio-g ,Seuche' (IL 1, 61) und klfi6-g ,Hunger' (IL 19, 166; 348 ;
Od. 4, 369).
oiatjtri ^Schmutz der ungewaschenen Schafwolle' (von Hippokrates 2, 860
in Bezug auf Ziegen gebraucht).
Hdt4, 187: vuiv natdliav rav aq>eTiQ(ov, ineav TerQairea yiviitaij
oiawtji TtQoßttTüiv xalovai tag iv %i}üi xoQvq)fjai q>kißag, (Ae%B%itBQOi di
avrwv rag iv toIoi xQOtafpoiat, Tovde eYvexev tag (irj aq>eag ig tov navTa
Griechische Etsonologie. 133
XQovov yLQ%aQqiov q>Xiy^a Ix Ttjg x€g>alijg dfjlitjtai, Hippokr. 2, 860: tj to
Xeyofdevov oiavrcri aiyog ^ij^o niotpai xal q>£^ai avv Tigi&iwv iglyfictri iJialfp
q>vQijaaaa ^fii^v (Erotian. lex. Hipp, bemerkt zn olavTcrj aiyog' oiavftri
xvqliag Xfyerai to diaxojQtjfia xov fCQoßdrov xal yäg oig %b ftgoßarov . . .)•
— Daneben in der selben Bedeutung: oXavno-g. Diosk. 2, 84: olavnog
di liyeTai to hc %wv oiavmjgdiv igltov Xlnog . . . tov fiivioi avrjgijfii-
vov oXavfCOv %fl X^^Q^^ fiaXa^agf TtaqaxQriixa avaiqov, bX riva ^ec oma&aQClav.
AretäoBy S. 194 (Efihn): i^v 3i to ^fcag %riv nelatv xoi rrfv i^üvriv Xüxj],
flgia fikv ^at(o olaintp Tcivaga ano %fig oiog. — Dazu: olavnfjgog ^t
Schweissschmutz versehen^; Ar. Ach. 1177: S^ovia, ntjgan^v nagaanev-
a^ere, ^gi' oiavTtrjga. Dioskr. 2, 84 (siehe so eben).
In dem ersten Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes scheint
ol-g ^chaP (Seite 122) enthalten zu sein; im zweiten vermuthet Fick
(2, 257) eine unmittelbar zu lat süco-s ,Safty Schleim^ (Plaut Oapt 81; 83)
gehörige Form, und diese wird dadurch wesentlich gestützt, dafis das zu-
gehörige' sücido^ ySaftig^ gerade häufig von ungereinigter Wolle gebraucht
wird, wie Varro r. r. 2, 11, 6: tonsürae tempus inter aeqyinoctium vemum
et sölstitiumj cum südäre incSpenmt ovSsj ä qvö südäre recens läna tonsa
sücida appdlMa est] Gelsus media 8, 3: su/präqve impmenda (nämlich
vulneri) läna süciäUj oleö atqve acetö madens; Plin. 29, 29: praetergve
euttiim et tütelam contra frigora sücidae (nämlich länae) plüruma prae-
stant remedia ex oleo vinöqve aut acetö . . . lux&tis membris dolentübusqve
nervte inpöaitae et crebrö subfüsae.
olojti&TTi (auch olaTcwTi^ geschrieben) ,Schmutz der ungewaschenen Schaf-
wolle'; ,Schafmist^
Eratin. Eom. Bruchst 39 (Eock 2, 24): oix dXla ßolira x^cü^a xi^OTtia-
%riv nonelv. Ar. Lys. 575 : ngwrov iihv k%gfiVy warceg noiMV kv ßakavelq),
hiftXvvavTag rfjv oianwTrjVf Ix vijg noXewg knl xXlvtjg ixgaßdl^eiv Tovg
(lox^govg. CafiS. Dio 46, 5, 1 : %al otonwxag aal varceXi&ovg xal ana-
rlXag avlXiyiovj iioXfirjaag, cu fiiagdrare^ TcgwTov fihv Trjv vov Idvnovlov
ägav diaßaXeiv»
Scheint unmittelbar zum vorausgehenden zu gehören. Es würde sich
dann wohl zunächst an das aus oXavfto-g geleitete olavTtoeiv ,mit schweissi-
gem Schmutz versehen sein' (Hipp. 3, 327: eigia otavnovvta) anschliessen.
Fraglich ist aber doch, ob der Ausfall des innem t; so leicht hätte ein-
treten können. Oder liesse sich in Bezug darauf iX^elv ,kommen^ (1, Seite
490) neben iXvd^- vergleichen? Möglicher Weise steht der Schlussiheil des
Wortes in unmittelbarem Zusammenhang mit aTtavlXrj ,dünner Stuhlgang,
Excremente, Eoth* (ffipp. 2, 41; Ar. Friede 48; Cass. Dio 46, 5, 1; Pollux
5, 91).
oi&rö'g ,Pfeil' (Eur. ras. Her. 196; Med. 637), bildete sich aus älterem oioxo-g
(1, Seite 498) mit der selben Vocalzusammenziehung, wie sie in ol-^ ,Schaf
(Seite 122) und zahlreichen anderen Formen vorliegt
olaxqo'q ,Bremse'; dann oft bildlich für , Wuthanf all, heftige Leidenschaff;
134 Griechische Etymologie.
bei Aristoteles 8, 41 auch als Name eines wunnfiressenden Vogels an-
geführt
Od. 22, 300: ot d' iq>ißov%o xaza iiiyaqov ßdßeg wg ayelaiai' rag fiiy
t' atfoXog olavQog kqiOQfirj&elg idovrjaev wqjj ßsiaQiv^. Ap. Rh. 1, 1269:
(ig d* 8t€ Tlg T€ fivwTU revvfifiivog %aav%o ravgog . . . Siyaev fivxrifia,
xcnuf ßeßoktjfiivog otarQqß. Aesch. Schntzfl. 308 : zl ovv h^ev^ev aXlo dvo-
TtoTfiip ßot; — ßorjhxTfjv ßvwjta mvrixriQiov. — oIgtqov xakovciv cnkov
ol NeUov niXag. 541: keifiiSva ßovxilov, ^v-S-ev *I(o oioTgq) kqeaaofiiva
q>evyei. dfia^lvoog. — Soph.Trach. 1254: dg tcqIv kfATteaelv OTtagayfiov
ij %iv^ olozQOVy ig Ttvgav fie &fjg. Ant 1002: q)&6yyov oqvL&wv, xcnup
xld^ovTog oXoTQtp Tuzl ßeßagßaQtafjiivtp. Eur. Or. 791: fifj &€al fi* oXa%Qip
xardoxioai.
unmittelbare Zugehörigkeit zu olaro-g ,Pfeil' (siehe Seite 133), wie
man sie oft angenommen hat^ ist unwahrscheinlich, da das letztere bei
Homer noch gar kein diphthongisches oi aufweist — Das Suffix wird
das selbe sein, wie in trjTQo-g ,Arzt^ (H. 11, 514; 833) und daLTQÖ-g ,Zer-
leger, Vorleger^ (Od. 1, 141 = 4, 57; 17, 331J, die allerdings in der Beto-
nung abweichen. Als ursprungliche Bedeutung wird man ,der Stechende^
vermuthen dürfen.
oivdö' (oivcg) ,Holztaube^
Arist Thierk. 8, 45 : olvdg dh tov q>d'ivo7tiiQov xai (paLvevat gidJuava
xal akloTcetai ' %axt öh t6 fiiyeS-og 17 olvdg fiel^atv fiiv negiaregagj ikdr-
Twv di q)aß6g' 17 ö* Sktoaig cnlT'^g ylverai fidkiaza xafcrovatjg zo vdwQ'
d(pixvovvzaL d' elg zovg zonovg zovzovg Hx^'^^^f^ veozzovg.
Ging vielleicht ebenso wie das gleichlautende oivdd- ,WeinBtock' (Ion
bei Athen. 10, 447, D) von olvo-g ,Wein* (siehe Seite 135) aus. Dass die
Alten an diesen Zusammenhang wirklich dachten, zeigt Athenäos (9, 394, A),
der in Bezug auf die olvdg aus Aristoteles anfährt ^x^cJ/ia 8' ^ei olvay-
Ttov^ (,weinfarbig*).
oivdv^j Name eines nicht näher zu bestimmenden Vogels.
Arist Thierk. 9, 258: dq>avi^€zai dk xal fjv xaXoval ziveg olvdv&r^v
avlcxovzog zov aeiglov, dvofiivov äk qialvezai' q>evyBt ydg ozi likv zd
ilwxfj ozi de T^y dXiav.
Ist wohl im Grunde gar nicht verschieden von olvdvdri ,Trageknospe
des Weinstocks, Bebenblüthe' (Eur. Phoen. 231 ; Ar. Vögel 588), das neben
olvo-g ,Wein^ (siehe Seite 135) als SchlusstheU eine unmittelbar zu av&og-
,Pflanzenspitze, Blume, Blüthe^ (1, Seite 215) gehörige Form enthält Viel-
leicht wurde der Vogel nach seiner Farbe benannt
olvö-q oder auch in weiblicher Form olvij ,die Eins' (auf dem Würfel).
PolL 7, 204 : ßoXmv dk ovofiaza zuiv fiiv qxxvXwv ze xal dvaßoXwvj iq> '
olg zo dvaxvßelv, Mldag, Mdvrjg, ndzqiXog . . . xlog^ xal xiov ixdkovv
xal olvov xai olnjv ($azi de olv^ nagd zoig "Icjui fiovdg). Hesych : olVij •
. . . xal xvßevziTdog Xiyezai ßolog^ 6 xevog xal dvzixelf^evog z(p i^lzfj *
Griechische Etymologie. 135
^JlX^^og. — Dazu: olvaeiv ^allein sein'; Hesych: olvwvra* fiovi^Qfj. —
olvl^eiv ,allem sein'; Hesych: olviCeiv ro fiovoZeiv xoeto; ykiHaaav.
Lat üno' (ünus) jeiner*; Enn. ann. 297: multa dies in bellö cönficit ürms;
alüat aino'8 (Gorssen 1, 702).
Altir. oin und den (Zeuss-Eb. 300); — kambr.^ kom. und armor. un
<Zeuss-Eb. 315).
Goth. aina- (ains) jeiner'; Mk. 12, 32: ains ist ,c& ktniv^; — nhd. ein.
Altpreuss. ain-s ,einer'; — litt viena-s.
Altslay. inü ^einer".
Der lautlich übereinstimmende altindische Demonstrativstamm aina-, von
dem übrigens nur wenige Casusformen belegt sind (KV. 1, 32, 3: dhann
ainam prcUhamagä'm dhtnäm ,er tödtete diesen ersigebomen der Schlan-
gen'; KV. ly 136, 5: arjamä . . . ukÜitiis jäs ainaus paribhü'shati vraMm
^Arjamfi, der mit Liedern ihrer beider heiliges Werk schmücktO und der
nur ganz ausnahmsweise (RV. 8, 6, 19: im&'s . . . pfgnajas . . . duhatai ägi-
ram ainä'm rtäßja ,diese Kühe geben diesen Trank des Opfers') am An
fang emer Verszeile und dann betont auftritt, ist im Grunde wohl wirklich
derselbe, so dass erst das Zahlwort sich ebenso aus einem Pronominal-
stamm entwickelt haben würde, wie zum Beispiel auch h- ,ein' (1, Seite 402).
ülvo'^ alt Folvo'-g ,Wein'.
Od. 2, 350 : aye drj fioi ßolvov h afig)iq)OQ€vaiv aq^vaaov ßrjdvv. IL 4,
346: xvTceXla Folvov mvifÄevai (Aßkißrjdiog. 11.8,506: Folvov Sk fiell-
q>Qova ßoivl^ea&e. Od. 5, 165: lyd oltov xal vdwQ xai ßolvov iqvd-Qov
iv&rjaoi fievofsixäa. Od. 5, 265: iv di Fol aaxov l't^xc S-ec (xiXavog ßoi-
voio, IL 1, 462: Ini d* aid-OTta Folvov kelße, II. 4, 259: h dal&\ ore Ttiq
%B ycQovaiov aXd'ona Folvov l/iQyetojv ol ägtatoi ivl xqrjT^Qi xeQcSvTai.
Od. 9, 110: SfifceXotj a% xe (piQOvaiv Folvov iQiaTaq>vkov.
Lat vino' (vintm)] Plaut Men. 915: album an ätrum mnum pötäs?
Altir. fin, finn (Zeuss-Eb. 53); — kom. win oder guin (Zeuss-Eb. 1079).
Goth. vein] Matth. 9, 17: giutand vein jiiggata in bcUgins ninjans.
lit vina-s,
Altslay. vino.
Armen, gini ,Wein' (Hübschm. Arm. St 25).
Das alte anlautende / ist bei Homer in weitestem umfang deutlich,
dazu durch Hesychs Anführungen >^olvog' olvog und daneben yoivagwig'
oivoxori erwiesen und auch inschriftlich erhalten, wie im kjprischen Folvtj
(Gollitz 1, 34) und in den böotischen Eigennamen Foivlag und Folvwv
(Gollitz 1, 401). Der Ursprung des Wortes scheint ausserhalb des indoger-
manischen Gebietes zu liegen, da sichs im Semitischen, insbesondere als
hebr. jain (Mos. 1, 9, 21; 24) und äthiop. wain (AMüller bei Bezzenb. 1,
278), wiederfindet Der formelle Anklang an axolvo-g ,Bin8e' (Od. 5, 463 ;
Pind. OL 6, 54) und die auch in der Betonung abweichenden adjektivischen
xoivo-g ,gemeinschaftlich' (Hes. Werke 723; Pind. OL 2, 50; 7, 92; 11, 11)
und (poivo-g ,blutroth', ,tödtlich' (H. 16, 159; Paul. Silent in Anth. 6, 57, 2;
136 Griechische Etymologie.
Hom. hymn. Ap. 362; — Nik. aJ. 187; ther. 146; 675) wird deshalb auf Zu-
fall bernhen. Auch in den einzelnen indogermanischen Sprachen wird das
Wort weiter und weiter entlehnt sein.
olvost" {olvoip)j alt FolvoTt' (folvoxl/)j etwa jweinfarbig*; bei Homer
18 mal Beiwort des Meeres (TtSvrog) und zweimal Beiwort von Bindern.
II. ij 350: ^ero . • • OQOtav inl Folvorta novrov. IL 1, 613: Mdome . . .
v^fag ivaaikfiovQ neqaav inl FoLvona novrov. Od. 2, 421 : txficvov ov-
yov • . . xeXadorr* inl FoLvona ndrsov. Od. 6, 170: x^il^og ißeiTcoattp q>v-
yov tjfictwi FoLvona n6v%ov, IL 13, 703: äg %^ iv veup ßoFe Folvone Tttj-
XToy agoTQoy . . . viralvetov. Od. 13, 32: crfjQ . . . ^ re navfifiaq vBthv
ay' %hcri%ov ßoFs Folvone nrpivov aqotqov.
Gehört wohl unmittelbar zum Vorausgehenden. Das anlautende alte F
ergiebt sich deutlich aus allen homerischen Stellen. Der Suffixform on
geschah zuletzt unter al&on'j wohl ^brennend, funkelnd' (Seite 91) Er-
wähnung.
olnax- (olfia) stürmischer Angriff.
IL 16, 751 : tjg Femwv inl Keßglovj] ^qwi ߀ßi]%€iv olfia Xiortog txiav,
IL 21, 252: IlrileFldfjg d^ dnoQovaev . . . alFetov oXfiax^ %%(av. IL 8, 349:
^xToi^ d' afifpin€QiatQ(6q>a naXklTQixctg Xnnovg, Fogyoog otfior^ ^oiy
^öi ßQorokoiyov^^Qfiog. Opp. hal I, 312: volg dh fie^' iQnvüriJQaiv taov
kaxev olfia doX6q>Q(av ar^nhj. Qu. Sm. 6, 201 : iv fiiv Maav . . . doui xivv-
fiivoiaiv ioixoTeg olfia dQoxovreg. — Dazu: olfiaeiv ^angreifend los-
stürzen'; n. 22, 140: riv%e xlguog . . . FQrjidlwg otfÄTjae fxeta TQTJQwva ni-
Xeiav. IL 22, 308 (-» Od. 24, 538) und 311 : ot^i^aev di FaXelg &g %* al-
Fetog vxjJineTfjFeig . . . fog 'lExrwQ otfirjoe. Hdt 1, 62 (in einem Orakel-
spruch): To di dbcivov iKneniraCTaij &vvvoi 6* olfiijoovai aeXtivalrjg dia
vvTcrog.
Altin. diman- ,Gang, Bahn'; BV. 1, 58, 4: trshü jäd agnai varUnas
vrshäjdsai krshndm tax äima ,wenn du gierig auf die Bäume dich stOrzest,
ist deine Bahn schwarz'; BV. 4, 7, 9: Tcfshudm tai dima ,schwarz ist deine
Bahn (Agnis)' ; BV. 6, 3, 4 : tigmdm cid dima ,scharf ist sein (d. L des
Agnis) Oang'; BV. 5, 59, 2: düraidfqas jdi citdjantai dimdbhis ,(die Ma-
rute), die weithin sichtbar sich zeigen auf ihren Gängen'.
Gehort zu l- : tfievai ,gehen' (Seite 1). Unmittelbar vergleichbare Bil-
dungen auf -olfiOT scheinen sonst nicht vorzukommen. Das abgeleitete
olfideiv wurde wie zunächst aus dem weiblichgeschlechtigen oXfitj (siehe
weiterhin) gebildet, das aber in der Bedeutung etwas abweicht Fick 1^,
359 vermuthet Entstehung aus *olö(jLat- und nahen Zusammenhang mit
olatQo-g ,Wuth' (Seite 133) und altostpers. aMvmor ,Zom'.
oliio'q ,Weg, Bahn'; mehrfach in Bezug auf Gfesang gebraucht
IL 11, 24: Toi (d. i. d'wgijxog) d' ^ toi dixa ol/aoi (,Streifen') Haav fii-
lavog xvavoio. Hes. Werke 290: fiangog dh xal og&iog olfiog in ccvr^v
(d. L agertiv) xal tqtixvg t6 ngditov. Find. Pyth. 2, 96: norl xivrqov di
%ot kancri^ifiev xekid'U oXia&riQog olfiog. OL 8, 69: dned-rjxaro . . . inl--
Griechische Etymologie. 137
7Lfvq>ov olfiov. Find. Brachst t07, 8: dnrifiov^ elg olfiov tiva T^anoio
Qi^ßaig, u. noTviOj nayxoivov rigag. Aesch. Prom. 2: ijxofiev . . 2xv9fiv
ig olfiov. 394: levQov yag ol^ov aid^igog tpalgei Tttegolg TergaOTcel^g
olwvog. Aesch. Bruchst 239: anlrj yag ol/iog elg'uiidov q)ig€i. — Hom.
hymiL Herrn. 451 : rfjai xogol %e fiilovai xal ayXaog olfiog aoidijg. Pind.
Ol. 9y72: iyeig^ initav Ofiv ol^ov Xiyvv. Pyth. 4, 248: xal tiva ol^ov
taa^i ßgaxvy * noXlolai 6 * aytj/Äai aoq>lag higoig. Kall. Zeus 78 : vdela-
^€v , , . Oolßov dh Xvgtjg ev eldoTag oXfiovg. — Dazu: fcgo-olfiio-v
^ngang, Vorspiel*; ,Vorrede^; Pind. Nem. 2, 3: S^evneg xai 'Ofirjgldai
^QTC^uv ijtiwy %an6XV itoi6oi agxovrai, Jtog ix ftgooifilov.- Pyth. 7,
2: xoXXiatoy al fieyaXomoXieg ^&avai ngoolfiiov. 1, 4: q>6gfity^ . . . .
äyfjaixogt^ onotav Ttgooifilwv d^ßoXag revxfjg- Bruchst 78: xXv-d-^
IdXaXa IloXifiov 'S-vyaregy iyxiwv ngoolfiiov. Aesch. Prom. 741: ovg yag
vvy ttxi^xoag Xoyovgj elvai doxei aoi firjdiTcw 'v ngooifiloig> — nag-
Olli La ySprichworf, eigentlich wohl ,da8 am Wege Befindliche' (zur Er-
klärung können dienen: Eur. Alk. 835: og^ nag* ol^ov . . . rvfißov
xatdxpBt und auch Ar. Frösche 162: iyyiTa%a nag* avnjv njy odov . . .
oixovoiy); Aesch. Ag. 264: evayyeXog fihvj waneg 17 nagoifiloy iltag yhoixo
fitjTgdg evq>g6vrjg naga. Soph. Aias 664: lar' dXrid'qg 17 ßgorwv nagoi-
fila, ix^gäv aduga öwga xovx on^aifia. Bruchst 260: lad'i d\ waneg
17 nagoifila, Ix xagva ßaiwv yvunbg av yhovi avT^g.
Altind. äima-s ,6angj Weg, Bahn*; Vägas. : drthas ca mai dimas ca
mal ,mein Zweck und mein Weg*.
Gehört unmittelbar zum vorausgehenden. Formen auf ^0 und auf fiav
liegen auch sonst öfter neben einander, wie deofio-g ,Bande, Fessel* (IL 5,
391; 6, 507; Od. 12, 54) und ^^a/iar- ,Band, Fessel' (IL 22, 468; Od. 1, 204),
dacfio-g ,Theilung* (IL 1, 166; Hom. hymn. Dem. 86; Hes. th. 425) und
daa^av' ,Antheil* (Hesych: ddofiara' dia^eglofiara), xev&fiö-g (IL 13, 28;
Kall. Zeus 34) und xev&fiaT- ,SchlupfwinkeP (Theogn. 243 als Lesart),
vXayfw-g (IL 21, 575; Xen. Jagd 4, 5) und {fiay^oT- ,Gebell* (Aesch. Ag.
1631 ; 1672 ; Eur. I. T. 293), ödvgfio-g ,Klagen* (Aesch. Prom. 33 ; Eur. Phoen.
1071) und odvgfdoT' ,Klage* (Aesch. Ch. 508; Soph. Trach. 50), xara-
-xXvafAO-g ,Ueberschwemmung* (Plat legg. 3, 677, A und 679, D) und xard-
-xXvofiax- ,Darmausspfilung* (Hippokr. 1, 620), fiegiafio-g ,Theilung* (Plat
legg. 9, 903, B) fiigiafiar- ,Theil* (Orph. hymn. Pan. 16), agnayfid-g ,das
Sauben* (Plut mor. 11, F; Philipp. 2, 6) und agnay^ar- ,Baub* (Aeschin.
85, 27 ; Plut mor. 330, D). — Als nächstvergleichbare griechische Bildung
wird man Xaifio-g ,Seuche* (IL 1, 61 und 97, als Lesart; Hes. Werke 243)
nennen dflrfen.
offii] ,Oesang*.
Od* 8, 74: fiovc* ag* aßoiddv avqxev afeiäifievai xXiße^ dvdgcSv, oXfiTjg
T'^g %6%* aga xXißog ovgavov evgvv Xxavev. Od. 8, 481: a<piag (d. L dFoi-
doig) olfiag fiova * idlda^e. Od. 22, 347 sagt der Sänger Phemios : airro-
dldaxTog d^ eifil, &edg di fioi iv q>g€alv oXiiag navtolag ivitpvae. Anakr.
138 Griechische Etymologie.
32, 14: (piHei dk Oolßog avrog (nämlich aij rim^, kiyvgr^v d' ?dwx€>
oXfirjv. Ap. Eh. 4, 150: ^ovgri, ^'Ytcvov . . . xaUovoa 'qdelrj ivortfj, ^ik^ai
zigag . . . airag oy ' ijdrj oXfiji ^ekyoftevog. Lykophr. 1 1 : diolxvst dvatpa-'
Tovg aiviyfiOTwv ocfiag rvXlaawv,
Wird zunächst den ,Gang' bezeichnen, was dann insbesondere auf vor-
getragenen Gesang bezogen wurde, und unmittelbar zu den beiden voraus-
gehenden Wörtern gehören. Dieser Zusammenhang wird insbesondere
wahrscheinlich gemacht durch den oben bereits angeführten Gebrauch von
olfxo-g^ nach dem dieses auch öfter auf Gesang bezogen worden ist
Bildungen auf jui; und auf ixo liegen auch sonst mehrfach neben einander,
wie öeafxri ,Bündel, Bund' (Alexis bei Athen. 14, 652, C; ava-diofirj ,Band'
IL 22, 469) und öeofdo-g ,Bande, Fessel' (siehe unter olfio-q), ccvxf^V (Q-
Sm. 9, 372) und avxf^o-g ,Trockenheif (Hdt 2, 13; 4, 198), Tiala/it] ,Halm«
(IL 19, 222; Od. 14, 214; Xen. an. 5, 4, 27) und xdlafio-g .Bohr* (Hdt 1,
179;3, 98;5, 101).
oilKb^stv (aus *olfiwyj€iv) ,wehklagen'; ,beklagen'.
IL 10, 522: ^inw^iv t ag* %7tei%a (plXov r' ovofirivev halgov. IL 12, 162:
dl] ^a TOT* f^fiui^ev xai l/ci nB7tXii]ye%o firjgd "daiog. IL 18, 35: afieg-
daXiov d* ^^(o^ev, IL 16, 290: S d' vTtTiog h xovlfjaiv xaTtfteaev oifiaf-
^ag. — Aesch. Ch. 8 : oi yag ftagwv ^fiw^a adv, nazBgj (logov, Soph.
Oed. KoL 820: ray^ i^eig (lalXov olfKo^eiv rade. Eur. EL 248: (^fiio^'
d6eXq)6v c6v.
Ging ganz ähnlich, wie zum Beispiel alaCeiv ,wehklagen', ,beklagen'
(Seite 71) von alal ,ach' (Seite 72), wahrscheinlich von dem Ausruf
oXfÄOL ,ach' (Theogn. 891; Aesch. Ag. 1225; Ch. 434; 875; 876; Soph. PhiL
363) aus, mit dem es auch mehrfach in nächste Beziehung gebracht wird,
wie Soph. Oed. KoL 820 : oXixou — xax * e^ug ^äXXov olfiti^eiv vdöe, und
Soph. EL 788 : otf4oi Talaiva ' vvv yag olfiw^ai Ttaga. Abgeleitete Verba
auf w^eiv sind übrigens selten; genannt werden können noch aoiCeiv
,retten, erhalten' (Hes. Werke 376; Aesch. Prom. 374; 392; 524) und XQ^'
Cetv ,beruhren' (Eur. Phoen. 1625; Med. 497). Das ganz vereinzelt stehende
d^goi^eiv ,versammeln* (Aesch. Pers. 414; Soph. Kön. Oed. 144; Eur. Or.
648; 873; zu a&goo-g ,geschaart, versammelt* 1, Seite 166), in Vergleich mit
dem man ja etwa neben oiftoi ein **oifiol^€iv hätte erwarten mögen, wird
aus einem älteren *dx^gotl^€iv hervorgegangen sein.
y.
•ß a, mehrere Male wiederholt, verwendet Aristophanes, um die Töne beim
Einziehen des Duftes von Speisen auszudrücken, im Plutos, Vers 895:
^vdov latLv, fit fiiagüJTaTtJy rtoXv XQ^ll^^ rejuax^^ ^^^ ngecSv wTtTrjfiiycov.
vvvvvvvvvv vi. — xanodaifiov, ooq>galvei ti;
v-eiv ,Eegen ergiessen', ,mit Begen übergiessen'.
IL 12, 25: v€ d' aga Zeig avvexk- Od. 14, 457: ve 6" aga Zevg rcdv-
Griechische Etymologie. 139
rvxog. Hdt 2, 13: ei piri i&eXnjaei aq)i veiv 6 'd-eog dkk^ avxu(f dicexQaa-
'S-au Hes. Werke 552: är^Q , , . vipov inlq yalrjg dQ&eig ali^re fiiv
& ' v€t no%\ ioTteQov, akkoz^ atjou Hdt 4, 28 : 6 xeifidkv . . . kv T(fi t^v
fikv wQalijv ovK v€i Xoyov a^iov ovdiv, t6 dk S-äQog vwv ovx avUu Find.
Ol. 7j 50 : xelvoig 6 fikv (d. i Zens) ^av^-av dyayfiv veq>iXav noXvv vae
XQvaov. — Od. 6, 131: ßri d^ ifiev wg %e Xioiv . . . og r' elg* iofievog %al
oFrifievog. Hdt 2, 13: nv&ofievoi yag wg vevai naaa f\ x^QV ^^^ ^Ellri-
viov. Hdt 4, 151: ircra dk hä(ov fietd ravta om ve ttjv QqQtjv. —
Dazu (nach Fick % 257): lit sim-s ,Saft^.
Alban. H ,Eegeii^ (G. Meyer, Wh. 405).
Altind. SU : sunduti ,er presst aus', besonders vom Somasaft, wie BV.
4, 24, 6: jds indräja säumam ugatdi stmduti ,wer dem Indras dem ver-
langenden den Somas auspresst', und BV. 4, 35, 6: jds vas sunduti . . .
sdvanam mddäja ,wer euch Somatrank auspresst zum Bauschet — Dazu
wohl auch: 8u : sü'tai ,er erzeugt' (Manu.), gewöhnlich ,8ie gebierf; BV.
1, 164, 17: gaiLS . . . küa svid sütai ,die Kuh ... wo gebiert sie?'; sutds
,der Erzeugte, Sohn' (Mbh.; Bagh.).
Altostpers. hu ,erzeugen, bereiten' (hu/nami ,ich gebäre); ,auskochen,
auspressen' (den Haoma = altind. Saumas).
Eine völlig überzeugende Vermittlung der Bedeutungen der griechischen
und der altindischen Wörter vermisst man. — Passivformen wie vadTjoav
(yag G^ßai al uilyvTVTiai Hdt 3, 10) und i(p-vafiivog (Xen. Jagd. 9, 5)
sind solchen wie zum Beispiel ßeßvofiivog ,voll gestopf f (Od. 4, 1 34) neben
ßveiv ,vollstopfen' (Arist Thierk. 9, 249), i^-rivva&ri (Hes. Schild. 311) neben
avvtiv ,vollenden' (IL 4, 56; Eur. Phoen* 453), xaT-elgvoToi (Od. 8, 151)
und iQva&elg (Hippokr. 3, 567) neben igveiv, alt fegveiv ,ziehen' (II. 22,
493; 12, 258) nachgebildet und nöthigen nicht etwa zur Ansetzung einer
Verbalgrundform vg-.
Ä-§ jSchwein'.
IL 10, 264: hcToa&e (aussen am Helm) dk i^vnol odovreg agyiodowog
vog d'afiiFeg ^ov. Od. 13, 405: avß(üTr}v . . og toi vwv kjclovQog. Od.
14,419: o? ö' vv elaijyov (lahx nlFova TtevTaßäTrjQOv. — Dazu:vijyo-g
Schweinisch'; Plat legg. 7, 819, D: eäo^i iioi tovto ovx avd'wmvov dXla
vrjvwv zivwv elvai fiakXov ^gefifidrwv. — v'qvla (dorisch vävlä Epicharm.
bei Athen. 2, 36, D) ,schweinische Art, schweinische Dummheif ; Ar. Friede
928: vtTtctxelfjc xai fieyakrj; — firj fiij. — titj; — Yva fif] yirijrai Qeayi-
vovg vrjvia. —
Lat sürs; Plaut Truc. 268: qvasi süs catulds pedihus proteram; Lucr.
5, 969 : saetigerisqve parSs sübus.
. Eambr. hu^c oder huch (Zeuss-Eb. 91; 295); — komisch hoch (295;
1075).
Ahd. sü] nhd. Sau. — Dazu: goth. sveina- ,Schwein' (Mk. 5, 11: vasuh
ihan jainar hairda sveine haldana) «« lat sutno- (sutnus) ,vom Schweine
herrührend' (von Priscian 2, 59 angeführt); nhd. Schwetn.
140 Griechische Etymologie.
Dazu altslav. svinija ^Schwein^
Dazu altind. : süiard-s ^Schwein' ; RV. 7, 55, 4 : tvdm sükard^'a dardrhi
tdva dardartu sükards ^mm dich in Acht vor dem Schwein, das Schwein
nahm sich vor dir in Acht' (nach A. Ludwig).
Alban. ^ ,Schwein^
Altostpers. hu] — osset khuy.
Das altindische sü-TcarärS wird den selben Schlusstheil enthalten, wie
zum Beispiel ahhajam-hirdr ^Sicherheit schaffend' (BV. 10, 152, 2), hkagam-'
"Tcarä" ,Schlachtgewühl machend' (RV. 1, 102, 6), jatam-hardr ,Bändignng
bewirkend, bändigend' (RV. 5, 34, 4), also von har ,machen' (Jcdrtd ,machet^
RV. 1, 90, 5) ausgegangen sein; sein erster TheU aber ist wahrscheinlich
nichts anderes als ein altes substantivisches sü- ,6ebären', wie es zum
Beispiel auch aus a-sü'- ,die kein Gebären hat, unfruchtbar' (RV. 1, lt2^
3; 10, 61, 17) oder su-shü'- (für Hursü-) ,deren Gebären ein gifickliches ist^
glücklich gebärend' (RV. 5, 7, 8) entnommen werden kann und das sich
unmittelbar zu su- : sü'tai ,sie gebierf (Seite 139) stellt So scheint daa
Schwein nach seiner grossen Fruchtbarkeit (Arist Thierk. 6, 127 : ^fiegoi
veg xvovai rirtagag fi'^vag, tUrovai dk %a Ttlelara etxoaiv) als daa
,Gebären machende, das (in vorzüglicher Weise) Grebärende' benannt zu
sein imd dieses letztere ist wohl auch die ursprüngliche Bedeutung des
einfachen v- (aus altem ^^sü-). — Mit dem abgeleiteten irivo-g scheinen be-
züglich des Suffixes df^evrjvo-g ,kraftlos, schwach' (1, Seite 224) und neben
diesem bereits genannte Formen sich zunächst vergleichen zu lassen.
idxivd-O'q ,Hyacinthe'. Nach Dioskor. (4, 73) »Schwertlilie' oder ,Gartenritter-
spom', nach Wittstein ,Siegwurz, rother Schwertel'.
IL 14,348: rolai ö' vnb x^mv dia q>v€v veßo^iJa noirjVy kunov ^^
igai^ßerra ßidh xqoxov rjd* vaniv&ov. Hom. hymn. Dem. 7: ov&ed t'
alvv^ivfjVj ^oda xal xqoxov . . • xal ayaXXidag ijd' vdxiV'9'Ov vaQxiaaov
T€. 426: äv&ea dginofiev . . . fiLyda xqoxov % ayavbv xal dyakJUdag
Tjd* vmivd'ov, Hom. hymn. 19,25: h [lakcniup leifiwvij to&i xQoxogfjö*
vdxivd'og eidudrig -d-alid'CJv xcna^layeTai axQita nolrj. Theokr. 10, 28:
xa) To tov fiiXav la%l xal a ygauTc vdxiv^og. — Dazu: vaxlv&ivo-g
,hyaqrnthen'; Od. 6, 231 «- 23, 158: ovXag fpu xofjiag, vaxiv&lvfp Sv&ei
ofiolag.
Ungewisser Herkunft Ob man der Bildung nach iQißivd'o-g ,Eicher-
erbse' (1, Seite 438) vergleichen darf?
^aXo-q ,durchsichtiger glasartiger Stein'; später ,Glas'; dialektisch velo-g
(Hdt 3, 24).
Hdt 3, 24: rekevtalag i&7ji^aav%o tag '9'fjxag (,Sarkophage') avxwvy ott
Xiyovtai axevd^ea&ai 1^ viXov rgoTOp toupöe. ifteäv tov vbxqov laxvi^-
vtaai . . • MrteiTev di ol TtSQuataai cri^Xriv i^ viXov neTCOirjfAivriv xolkijv *
^ di aq>L noXkri xal evegyog OQvaaevaC iv fiiojj dk vfj arfjXf] ivewv dia-
q>alveTai 6 vixvg, Ar. Wölk. 768: fjötj naqa lolai q>aQfiaxon(jilaig rrjv
XI&OV Tavrrjv iogoxag^ ttjv xaXi^v, Trjv diaq>ttvrj, dtp* rjg to nvg artrovaij
Griechisdie Etymologie. 141
— T^y vakov iJyeig; — ^ywye. q>iQ€, tI dfjz* ay, ei ravTrjv laßuiVy
onoxB yQaq>oito t^v dbctiv 6 yQafjifia%evg, aTtiaxiQtn atag wde rcgog %6v
rjXmv %a YQafAiia%^ hcfi^^aifii tfjg kfirjg dUtjg] Plat Tim. 61,6: Tvyxdvei
dk ravra ovta, vä /ihv ^Iottov ^ovra vdatog ij yfjg %6 re Ttegi rrjv
vaijov yivog arcav oaa %e Xl&wv xv%a etdri xakeiTai, Antiphil. (in Anth.
6j 250): dix^v ... vaqdovy vno ykavxijg xXeiofAivtjv vaXov. — Dazu:
vaXivo-g ^gläsern'; Ar. Ach« 74: ^evi^ofievoi dk Ttgog ßlav iTtlvofiBv 1$
vaklvuiv iurtüifiaTiav xal %^aldiav ancgarov olvov -^div,
Dunklen Ursprungs. Denkbar wäre ein Zusammenhang mit lat. vitro-
{vihrum) ,6W (PubliL Syr. com. 14)^ wie zum Beispiel vyUg- ^gesund,
heilsam^ (II. 8, 524; Soph. PhiL 1006) in Zusammenhang steht mit lat
vig^e lebenskräftig sein' (Plaut Cure. 299). Das Suffix ist das selbe wie
in at&alo'g ^Buss^ (Seite 90).
ioax'6atiO''q ^Bilsenkraut^.
Xen. Oek. 1, 13: ei fii/j niq ye %ai %6v voaxvafjiov xaXovfievov XQVf^ccva
dvai q>riao(iev, vg>* ov ol (patyovxeg aitov TtaQartXrjyeg ylyvovrai, Diosk.
Aj69ivoa7Cvafiog ^dfivog iarl xavXovg avielg ftaxelg, g)vXXa TiXavia^ im-
fiTjxi}, iaxiOfiiva^ fiiXava, daaia . • . tan dk ccvtov diaq>OQa XQiaar^, 6
^hv yoQ av&f] v7tOTt6gq>VQa q)iQei • . • o di Ttg av^Tj firjXivoeid^ . • • äfi-
(potBQOi dh ovtoi fiavuideig vftaQxovai xal xagantxol, dvaxQfiOToi.
Das von Dioskorides (a. a. 0.) als gleichbedeutend angeführte dioaxva-
fiogj mit dem Genetiv Jiog ,des Zeus' {Jilog II. j , 5 ; 9) als erstem Theile,
und namentlich die Nebenform avoaxvaiio-g (Nik. alex. 415: /u^ dh avooxv-
ifiip %ig didQTjevva xogioxot vrjdvv^ old re noXXd 7CaQaaq>aXiBg tbvxov-
tai) machen ganz deutlich, dass in dem Worte eine Vereinigung von
xvafAo-g ßohne' (IL 13, 589; Plat Staat 2, 372, C: Hdt 6, 109) mit dem
Gienetiy vog (IL 10, 264; Od. 8, 476; zu v-g ,Schwein' Seite 139) enthal-
ten ist; der Qrund der so gewonnenen Bedeutung ,Schwein8bohne' aber
ist nicht so verständlich.
vlö-q ßoW (IL 1, 9; 2, 552; 564). Gasusformen wie via (IL 1, 21; 15, 419,;
427), vh Ol 2, 20; 791; 13, 216), vlog (11. 2, 230; 5, 266; 13, 522), vhg (IL
1, 162; 237; 276), vlag (II. 1, 240; 2, 72; 83), vlaai (IL 5, 463; 15, 197), vh
(II. 2, 679; 822; 831) weisen auf eine verkürzte Grundform vi-; noch
andre wie vlvg (Inschr. Gort 9, 40; 12, 15), vlvv (Inschr. Gort 10, 15) oder
vlia (IL 13, 350), vliog (ü. 24, 122; Od. 3, 489; 4, 4; Inschr. Gort 6, 3),
vlh (IL3, 174; 15, 455; 20, 81), vUeg (IL 2, 518; 641; 666; Inschr. Gort
7, 22; 25), vlvvg (Inschr. Gort 4, 40) oder vliag (IL 2, 693; 5, 149; 11, 123)
auf eine Grundform vlv-.
ILl;9: Tlg t' of^ oqxoe ^ecjv igidi ^vhixe fxdxea&ai"^ ^ijTovg xal
JiFbg vUg. IL 1, 489 : av%aQ o (irjvie . • . dißoyevrjg nfjXijfog vlog, nodag
wfxvg ^AxiXXevg, IL 6, 154: o d' aqa FXavxov %ixB9^ vlov. Od. 16, 118:
fiovvov ^aßi^Tjv IdQXBloiog vlov ftixTBv. — Dazu: vliovo-g ,Enkel^;
IL 2, 666: dftBlXrjaav ydq ol aXXoi vliFBg vlwvol tb ßlrjg ^HQoxXBßBBltjg.
142 Griechische Etymologie.
II. 5, 631: 0? d* ot€ dfj ax^dov tjoav In^ dkli^loioiv iovregj vlog ^' vloivog
Zu Grunde liegt ohne Zweifel altind. su : sü'tai ,er erzeugt,' ,8ie gebiert^
(Seite 139 unter veiv ,Regen ergiessen'), an das sich auch anschliessen
goth. sunu'8 ,Sohn' (Mth. 27, 43 : gudis im su/nics j&eov eifii vlog)^ lit
sünüs, altslay. synüj altind. sünü-s ,Sohn' (KV. 3, 25, 1 : dgnai divds sünüs
asi ,Agnis, du bist der Sohn des Himmels^i altostpers. hunu- ,Sohn' und
altir. suth oder soth ,Nachkommenschaft' (Zeuss-Eb. 239; 1002), so dass sich
als erste Bedeutung ,der Gezeugte' oder ,der Gebome' ergiebt Was aber
die Bildung des Wortes anbetrifft, so lassen sich etwa vergleichen yvlo-v
jGlied' (IL 3, 34; 4, 230), &vlO'V (in der Mehrzahl gebraucht) jDionysosfesf^
(Paus. 6, 26, 1), &vlä ,Bakchantinn' (Strabo 10, 3, 10; als Eigenname Paus.
10, 6, 4 und 29, 5) und &vläy ein Baum (Theophr. Pflanz. 1, 9, 3; 4, 1, 3),
so wie weiterhin auch wohl ßai6-g ,klein gering* (Pind, Pyth. 9, 77 ; Aesch.
Ag. 1574; Pers. 448), q^aio-g ,dämmerig, grau' (Plat Tim. 68,0; Anthol.
6, 284), ^Blo-g ,Oheim' (Xen. Kyr. 1, 4, 9; Plat Charm. 154, B; Gorg. 471, B),
7tlBlo-g ,voll' (IL 2, 226; 8, 162; 10, 579), xQelo-g ,bedürftig' (Aesch. Schutzfl.
202; Eur. ras. Her. 1337), q^loto-g ,Baumrinde' (IL 1,237; HdL4, 67; 8,.
115), yhito-g ,schmutzige klebrige Feuchtigkeit' (Hdt 3, 112; Simon, bei
Athen. 7, 299, C), xAoto-g ,Hal8band' (Xen. Hell. 2, 4, 41 ; 3, 3, 11) als Bil-
dungen, in denen allen suffixales lo an eine vocalisch auslautende Verbal-
grundform angetreten zu sein scheint. — Bezüglich des Nebeneinander-
liegens von vU-g und vlv-g darf man wohl vergleichen : Ttgäv-g (Pind. OL
13, 85; Pyih. 3, 71; 4, 136) und rrgio-g ,sanft' (Plat. Phaedr. 243,0; Staat.
1, 354, A; 8, 566, E); Ttolv-g (IL 2, 810 — 8, 59 ; 4, 449 = 8, 63) und nok-
l6-g ,viel' (IL 7, 156; 13, 804; 18, 603).
iiaiva ,Hyäne'.
Hdt 4, 192: xara rovg vo^iadag (in Libyen) di kati toirwv ovöiv, a}X
ä).ka TOLoäe . . . xal ßaaaaqia Y.ai vaivai y,al vOTQixeg. Arist. Thierk. 6,.
180: 3^ äh vaiva T(p f.tkv XQtS^azt kvxwdrjg iatl, öaovriqa dij ymi hocpiav
?X£i Öl* oXrjg Tfjg ^ax^cag, 8, §4: ov dk na/^ovoiv ol ^kv ykdvov oi d*
vacvavj ioTi fiiv ro ftiye^og ovx Dmttwv Ivkov^ x^^'^V^ <^' ^X^^ oiaTteg
mTtog, xal ixt axXrjQOTiQag xal ßa&vrigag rag rglxog xol xa&^ olrjg T^g
^ax€0}g . . . xai Tv^ßwgvxei dk Icpii^evov %i]g aaQxoq)aylag zijg roiavtfjg.
Wurde offenbar aus i-g ,Schwein' (Seite 139) gebildet, das Suffix aber
Formen wie /nilaiva ,die dunkle' (IL 2, 699; 14, 439; aus *fu)MV'ia), dga-
'/MLva jSchlange' (Hom. hymn, Apoll. 300 ; Aesch. Eum. 128), liaiva ,Lo-
winn' (Aesch. Ag. 1258; Soph. Aias 987), »iaiva ,Göttinn' (IL 8, 5 = 19,
101 ; 8, 20) und ähnlichen entnommen.
'Baiva, Name eines grossen Seefisches.
Numenios (bei Athen. 7, 326, F) : xavi^aglda Ttgotpaveloav vatvdv re
TQiy?^vjv TB. AeL nat. an. 13, 27: vaiva Ix^vg ofituw/iog rfj x^Q^<^tq vaLvr^
iarl. 9,49: xaJ 6 xgiog öeivov l(pov xal xlvdvvov (p(gov,,.xai vaiva^
oiy. aiaiov Sgafia rolg vavtikkofjiivoig aurrj ye.
Griechische Etymologie. 143
Wird mit dem Yorausgehenden formell das selbe sein und der Fisch
nach irgend welcher Aehnlichkeit mit der Hyäne benannt sein.
VKri^qj ein Seefisch.
Antimach. (bei Athen. 7, 304, £) : tj vxrjv ij Xiznov ^ ov xlxJir^v xaliovaiv.
Athen. 7, 327, A: tov vxqv KaXXlfiox^S iv iniyQcififiaoiv Uqov ix^vv xaiiei
äia toCtwv ^€dg di ol Uqoq vxi^g. Philßtas (bei Athen. 7, 327, C): ovd'
vxr^g Ixd'ig iaxcttog i^ig>vy€. Athen. 7, 327, B: Zrivodotog di (prjai KvQrj"
valovg TOV vxriv igv&Qlvov xaXely.
Dnnklen Ursprungs.
iistaro^q ,der oberste*.
IL 5, 756: Zr^v vnazov Kgovldijv l^slgeto, IL 19, 25S: ßLaxta viv Zeig
nguhaj ^ewv vnctrog xal aqiatog. IL 23, 165: Iv dl fcvQrj ina%rj vexQov
x^iauv.
Dazu lat stjimmo-s (aus *$upmo-^) ,der oberste' ; Plaut Gas. 385 : me--
tuOj t^ in aqvä summa natet] Truc. 79: mi fuisse huic fateor summum
atqve iniumum.
Dazu altind. upamd-s ,der oberste'; RY. 5, 3, 3: paddm jäd vishnaus
upamdm nidhä'ji ,was als Yishnus* oberster Ort begründet wurde'; BY.
1, 145, 5: üpa tvaci upamdsjäm ni dhäji ,auf die oberste Fläche wurde
er gelegf .
Enthält das selbe superlativische Suffix azo wie zum Beispiel laxa%o-g
,der äusserste, der letzte' (1, Seite 398). Zu Grunde aber liegt die selbe
Form wie in vniQ ,über' (siehe .Seite 144). — Ganz ähnlich wie vnaxo-gy
lat mmmo-s und altind. upamd-s liegen dixaro-g (IL 2, 329; 6, 175), lat
decumo'8 (Plaut truc. 402; 497) und altind. dagamds ,der zehnte' (BY. 1,
117, 12; 158, 6) neben einander.
ijtavrd^ ,entgegen'.
Ar. Bruchst 616: %q>€vye, xdyw ir^g inavta^ elxofifjv.
Yergleicht sich dem Suffix nach mit eiga^ ,seitwärts' (IL 11,251; 15,
541), fiovva^ ,einzeln' (Od. 8, 371; 11,417), diafina^ ,durch und durch,
Aesch. Prom. 65 ; Schutzfl. 548;945), vielleicht auch dni^ ,von . . . weg,
aus' (1, Seite 65), schliesst sich übrigens an avta ,entgegen, gegenüber'
(1, Seite 203j und enthält als ersten Theil das Präfix vno ,unter' (siehe
Seite 146), wie es auch in den nahzugehörigen vn-avTäv ,begegnen^
(Pind. Pytii. 8, 59; Soph. Phil. 719) enthalten ist
fnaQ ,wirkliche Erscheinung, Wirklichkeif (im Gegensatz zum ,Traumbild').
Od. 19,547: ovx ovoQj dkk* Znag lox^kovj o tot teteksofiivov iatai.
Od. 20, 90: avtaq ifioy xfjQ X^^^ ^^^^ ^^^ iq^a^riv ovoq ififievatj akV
tnaq t^äq, Pind. OL 13, 67: i^ ovbIqov ö* auzlxa r^v vnaQ, Aesch. Prom.
486: xcxQLva nqvhog 1$ oveigdttay a XQ^i ^^ciq yevia^ai. Plat Staat 9,
576, B: laTt di novy olov ovag öifjXd^ofteVy og av vjcag toiovtog fj.
Altind. vdptis- ,schönes Aussehen, schöne Erscheinung' (BY.); ,Aussehen,
Gestalf (Kathfls.; Megh.); ,Leib, Körper' (Mbh.; Bagh.) ; adjectivisch ,8chön';
BY. 7, 66, 14: ud u tjdd dargatdm väpvLS divds aiti pratihvardi ,empor
"t >
144 Griechische Etymologie.
steigt diese sehenswerthe schöne Gestalt an des Himmels Wölbung'; —
SV. 6, 49, 5: sa mai vdpus chadajat ofuinatis jds rdthas ^mir gefSllt der
Bchöne Wagen der A^vine^
Das anlautende v- steht altindischem va- gegenüber, wie in vnvo-^ (IL
1, 610; % 2) neben altind. svdpnors ,SchlaP (KV. 1, 120, 12; 2, 15, 9). Dem
Suffix nach vergleicht sich ovag ,Traumbild' (1, Seite 541); das Suffix der
altindischen Form weicht ab.
ÜJtBax' ,Schusterahle, Pfrieme' (Hdt 4, 70) dialektische Form für oneat-
(1, Seite 506).
i)3ti%^ vor Consonanten in ix, »weg', ,yon, aus'.
Od. 3, 175: oq>Qa Toxiaxa vfthx xaxdrijTa q>vyoifJi€v. U. 4, 465: ^kxe d'
iftix ßeXiiJv. IL 17,581: vexQov VTtkx Tqwwv ^Qvaev. Od. 11, 37: aS
d' dyiqovto tpvxal vfcl^ igißevg vexvojv. II. 8, 504: xakllTQtxccQ irtnovg
kvaad-^ VTti^ oxitav. IL 1*5, 628: %v%d'6v yag vnhx ^avaroio g>iQOVTai,
IL 13,89: ov yaq %q>av (pev^ea&ai inhc xaxov. IL 17,461: q>evy€ax€v
VTtkx TQtiwv oQvfiaydov,
Oing von vno yUnter' (siehe Seite 146) aus und stimmt in seinem
Schlusstheil mit afti^ ,yon . . . weg, aus' (1, Seite 65) überein.
i>ütivBQ9'B (vTiiveQ&ey) ,unten'; ,unter'.
IL 4, 147 : fiiav&ev aificcri fÄijgoi evq)vieg xrfjfiaL %e ßidi ag>VQa xaX
vniveQdev. IL 13, 30: oid* vftivBgd'e dialveto %cr>lx€0^ a^oiy. II. 3, 278:
ol vTtivBQ&e (,in der Unterwelt*) xafiovrag av&Qtinovg xlwod'ov. IL 20,
61: Mfeiaev d' vjtiveQ&e Fava^ iviqwv ^AfidtJvevg. Od. 10, 353: Ij fikv
MßaXke d-QOvoio* %vt ^tjyBaxaXa, ftOQq>vQ€a xadvft€Q&^ j vftivegd'e di iZ^*
vTtißaXkev. — IL 2, 150: noötSv d' vfciveQd'e xovltj %a%ax^ aßeigofiivf].
Od. 3, 172: Ttloßov og^alvovrag, iq xa&ineQd'e Xloio veolfied^a . . . i^
V7tiveg%^e Xloto.
Entstand durch Vereinigung von evegd^e ,unten', ,unter' (1, Seite 406) mit
vTco ,unter' (siehe später).
li^jrefiv^fAÜfxe ,er hat die Augen niedergeschlagen' (?).
Nur n. 22,491: rifiag d* dgg>avixdv 7cavaq>i]kixa naida vl&tjaiv Ttawa
ö* vneiJLvrifivxB^ dedaxgvvrai de nageiaL
Eine vereinzelt stehende Perfectform, aus der ein einfaches *fjiyfjfiv€iv
scheint entnommen werden zu dürfen. Zusammenhang mit tj/iveiv ,sich
neigen, sinken, zusammenstürzen' (1, Seite 627), wie er gewöhnlich an-
genommen wird, kann unmöglich bestehen. Das vorgefügte vfto ,unter'
(siehe weiterhin) ist hier offenbar ebenso gebraucht, wie das zugehörige
VTtaL n. 3,217: vmal (,nach unten') ök fläeaxe xara %d'ovdg ofifiona
TCi^^ag.
tütBQ ^über'; ^für'; bei Nachsetzung vneg (IL 7,449 und 12, 5: veFwv vneg)
betont
IL 5, 16: Tvöeßldto d* vnkg offiov agiategov f]kv&* äxomri. IL 15, 382:
äg %B fiiya xvfia . . . vrjßog vnhg zolxfov xaxaßrjoefai. H. 2, 20: atrj d'
ag^ vTthg x€q>aX'^g. IL 23, 327: eorrpiev ^lov avoVj oaov r' ogyvi\ vnkg
Griechische Etymologie. 145
airjg. 11.23,73: rrjH ^^ iFiqyovaiv tpvxal ... ovdi fii ma filayea&at
vnkQ noraiioio iFtiaiv. IL 4, 67: Tteigav d* äg luv Tqweg iftegicüdayrag
jixaiPovg Sg^waiv nQOveQoi vTthg (,über hinans^ cL i. ,gegenO oQxia dri-
kqaaad'ai. IL 20, 336: /i^ xoi vichg fiolQav 66fjLov*!AFidog elaayUijai. —
IL 1, 444 : Oolßtfi &' UQfjv ixaTOfAßrjv ßgi^ai VTchq Javawv, IL 7, 449 :
xBlxog k(Bi%laaargo vefcSv vfceg, IL 15, 660: NiOTWQ ... Xlaaed'^ inkg
(,am . . • willenO Toxißwv yovvov/Äevog avdga FinaOTOv.
Lat mper ,oben'; ,übei^; Verg. Aen. 9, 166: haee mper e vallo prSspec-
tant TrSis. — Hör. cann. 3, 1, 17 : ensia cm super inpiä cervke pendet.
Altir. for ,über* (ans *Mpor Zenss-Eb. 80); kTinr. guor jüber* (Ebel in
Beitr. 1, 309).
GoÜL ufar; Math. 27, 45: varth riqvis ufar aUai airthai^j — nhd. über.
Dazn Armen, i ver ,hinanf, oben, über^ (ver ans * liar, *uver; Bngge
Bdtr. 24).
AltincL updH ,oben^; jüber'; RY. 5, 61, 12: vührä'gantai rdthaishu a
divi ruhmds iva updri ,sie strahlen anf den Wagen gleichwie Gold am
Himmel oben'; BV.9,54, 3: ajdm vigväni tishpiati punänäs hhüvand
updri ,er steht über allen Wesen leuchtend'.
Altostpers. upairi ,oben', ,übei'; altwestpers. wparij ,über'; neupers. hat
— afghan. par-^ — osset fwr ,iiber' (Jnsti).
Ging offenbar ans älterem "^vjtiqi hervor, wie zxun Beispiel rcqog (zu-
nächst für ^nq6%) ,zn . . . hin' (H. 1, 420; 494; 533) aus älterem nqtnL (so
noch H. 3, 116 ; 305; 313 und sonst) — altind. prdi/i ,zu . . . hin' (BY. 2, 24,
11: davo&npr&ii ,zu den Göttern hin'). Das alte auslautende i aber wird
das selbe locative Suffix sein, wie zum Beispiel in aiAifl ,auf beiden Seiten',
^ringsum, xun' (1, Seite 243). Zunächst zu Grunde liegt das comparativische
vftBqo-g^ eigentlich ,der obere' (siehe weiterhin). — Im lat s-wper wurde
noch ein — wie nicht zu bezweifeln ist, pronominelles — Element vorge-
fügt, dessen Ursprung noch nicht mit Sicherheit ermittelt ist.
iisthifO'^ ,Mörserkeule', daneben begegnet auch ungeschlechtiges vn^qo-v
(Polyb. 1, 22, 7).
Hes. Werke 423: o'kpiov fihv TQiitodrjv za^vBiv, vrtegov dk TQljttjxvy.
Hdt 1, 200 : iaßakXovai (nämlich ,die getrockneten Fische') ig oXfiov xal
lerjvarreg vTcigoiai adat dia atvdovog, Plat Theaet 209, D: xal oSrwg
tj fikv axvrdkfjg r] inigov tj 6%ov di) kiyevai TceQiTQOTcfj nqbg TovTfjv
T^y Inlxa^iv ovdkv av Xiyoi.
Scheint zu Bildungen wie neyd^eqo-g ,Schwiegervater' (H. 6, 170; Od.
8, 582), xvneqa-gj eine gewürzige Pflanze (Hdt 4, 71), ri(iBQo-g ,gezähmt,
veredelt, milde, sanft' (1, Seite 625) zu gehören, ist aber doch wohl nichts
anderes als eine mit dem comparatiyischen ivBQo- (nur in der Mehrzahl
gebraucht) ,die Unteren, Unterirdischen' (1, Seite 406) zu vergleichende und
mit lat 8uper(h8 ,der obere' (Plaut Merc. 830 : Kwen stdperumqve inferum-
qve salve) und dem in der Bedeutung eigenthümlich abweichenden altind.
üparor ,der untere' (BY. 1,62,5: divds rdgas üparam asfhabhdjas ,des
Leo Meyer, Orieohieohe Etymologie, n. 10
146 Griechische Etymologie.
Himmels imteren Sanm befestigtest duO völlig übereinstimmende Form,
die dann also znnächst nur ^^n oberen (Theiiy eines viel gebrauchten Ge-
räthes bezeichnete. Als Grundlage wird vmo ,unter^ (siehe Seite 149) gelten
dürfen, wobei allerdings das Nebeneinanderliegen der Bedeutungen des
,Oben^ und des ,ünten^ etwas sehr auffälliges hat, das man aber aus einem
,Ton unten nach oben^ als Grundlage gemeint hat erklären zu dürfen.
"BsteQO'-v ,der Spanner' (ein Insect).
Arist Thierk. 5, 97 : ylvovrai di aal va vftega xai ra nrivla &e %ivwv
foioittav xafiTtdiv, a! xvfJtaLvovat TJj noqelxf xa£ ngoßaüai Ttß hiqt^
xafixpaaai iTtißalvovaiv,
Dunklen Ursprungs. Daif dem Suffix nach wohl mit Formen, wie sie
im Nächstvorausgehenden angeführt wurden, yerglichen werden.
istäQOJtXo-q ,sich überhebend, übermachtig'.
IL 15, 185: rj ^' aya&og neq iwv vnigonkov tFemev, IL 17, 170: W t;
dk av Tolog iwv vniqonXov Mfemeg. Hes. th. 516: Mevoiviov . . . Zevg
eig igeßog naxineii^B . . • €&ex' ataad-aklrig %e %ai rjvoQhjg vneqonijov,
619: 'qvoQiijv vniQOftXov aywfievog. 670: ßlrjv iniQonXov ^oyreg. Find.
OL 1, 57: %6q(^ d* Mlev arav vniqoTtXov, Find. Fyth. 6, 48: adixov ov&^
vniQOTtlov ijßav dgifctav. 9, 14: ^anid^av vnBQdnXwv rovraxig rjv ßa-
aiXevg,
Als erster Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes löst sich deut-
lich vTtiQ ,über' (Seite 144) ab, das auch sonst oft in Zusammensetzungen
in der Bedeutung ,übermä8sig' gebraucht ist, wie in vTtig-dvfÄO-g ,des8en
Muth i^vfio-g IL 1,228; 5, 670; 10, 232) ein übermässiger oder sehr
grosser isf (IL 2, 746; 4, 365). Der Schlusstheil aber ist nicht deutlich,
da man doch an onXo-v ,Geräth, Handwerkszeug' (H. 18, 409; 412), ,Erieg8-
geräth, Büstung' (IL 10, 254; 18, 614) der abliegenden Bedeutung wegen
nicht wohl denken kann.
ijtiQti" ,Tau am Ende der Segelstangen, mit dem die Segel gerichtet wurden'.
Od. 5, 260 : iv d' iniqag %e xakovg %e nodag % ' hiörjaev h avtjj (d. L
axedtfi). Harpokration (42, 11, Bekker) führt aus Hyperides an: äq>elg r^v
vniQav %6v noda dioixei und fügt hinzu : fcagoifila knl %ijiiv naqUvtoiv %a
aitovdaioTBQa aal negl %c (pavXa diatQißovrwv. inigai ö ' elal vavtixal
axoivoij alg fterayetai vo nigag.
Vielleicht die weibliche Form zu vTcego-gj für das oben (Seite 146) als
erste Bedeutung ,der obere' gemuthmaasst wurde, so dass es also zunächst
,die obere' bezeichnen würde. Bildungen auf if^i; sind sonst ungewöhn-
lich: in ^fiiQT] ,Tag' (1, Seite 625) scheint das fi auch suffixal zu sdn.
'bstB(fi^g>avo''q ,übermüthig', ,grossartig' ; dorisch vneQaq)avo'g (Find. Fyttu
2, 28).
Hes. th. 149: Falfjg ve xal Ovgavoi k^eyivovxo rgelg Ttaldeg fieyakoi
T€ xal oßgifioi, ovx SvofiaaTol, Kottog %e Bgiagetig te rvtjg ^', ine-
qriq)ava rhcva. Find. Fyth. 2, 28 : akXa viv (den Ixion) vßgig elg avarav
V7tBgaq>avov wgaev. Aesch. From.404: Zeig Idloig vofioig xgavvvwv vneg-
Griechische Etymologie. 147
tifpavov &€olg roig naQog häeUwaiv alxfidv. Plato Menon 90, A: %a
Skia ovx V7teQj]g>avog doxwv elvai noXltijg oidi Syxcidrjg re xal kn:ax^6f
alla xoafiiog xal evata^g arrjQ, Gorg. 511, D: 17 qrjftoqixri . . .ov acfi^
vvverai koxrif^ctTia^ivTj wg v7tBQrjq)avov %i dianQOTTOfiivr], Phaed. 96, A:
vn€^g>avog yag (jiot idoxei elvaiy eidivai rag aixlag bnaatov. — Dazn
vfseQrjffavieiv ,übennüthig sein'; IL 11, 694: Tttv&' vn€Qrjg>aviovTeg
'Efteiol x^^^i'^^^v^gy '^f^^og vßgl^ovzegj d%aa&ala firjxavoovro. Polyb. 6,
10, 8: rijg fihv ßaailelag xiakvofiivtjg vn€Qrjq>av€lv, diä %dy dno %ov dr^
fiov tpoßov.
Neben inig yüber' (Seite 144), das hier offenbar ebenso gebraucht wnrde
wie zum Beispiel in inio^onlo-g ,sich überhebend' (Seite 146), ist der Schluss-
theil *i}9>ayo-, für den man etwa die Bedeutung ,6ewalf vermuthen möchte,
etymologisch nicht verständlich. Ob möglicher Weise Zusammenhang mit
altind. öbhva'm ,Macht, Gewalt, Grauen, Schrecken' (BV. 1, 24, 6; 1, 92, 5;
1, 140, 5) besteht, das schon unter oßgi^o-g ,stark, gewaltig' (1, Seite 518)
aufgeführt wurde?
^bn^ifi^ri (aus älterem *vfteQwlri) ,Gaxmien'.
11.22,495: xellea fiiw t* kdlrjv\ vfccQipTjv d^ ovx idlrjvey. Plut Cat
maj. 9, 8: I9717 firj üvaa^ai ^r^v fier^ avv^Q(07tov rrjg xaqdlag t^v v/re-
Q^av evaia^fjroTägav ^ovrog.
Gehört wohl unmittelbar zum Folgenden, so dass also etymologisch nur
,die oben befindliche' (nämlich ,Partie des Mundes') damit bezeichnet sein
würde. Es kann damit verglichen werden, dass auch oigavo-g ,Himmel'
(IL 15, 36 B» Od. 5, 184: ovQovog evgvg vneQ^ev) als Benennung des Gau-
mens' (Arist. pari an. 2, 17 : vno de %6v ovgavov iv rtp atofiaxi ij ylunra
xolq ^(poig iarl) begegnet
ixeQibiO'q und mit Vocalzusammenziehung ineQtpo-g ,ob6n befindlich';
Plut Pelopid. 35, 5: 6 dh d-ahzfjLog, h (^ xad^etideiv eki&eaavy inegipog
^v. — Dazu: vrteQtiiO'V (v7t€Q(pov) ,oben (d.i. ,im oberen Theile des
Hauses') befindliches Gemach'; IL 2, 514: vleg ZdQtjogy ovg %ixB ^Aavvoxri
• . • TtaQ^ivog aidotr}, vmQtiioy eiaavaßaaa, ^Aqtji xQOtBQi^. IL 16, 184
ovrlxa d* ßlg v7C€Q(fi* dvaßag Ttagekä^aTO Xad-qri 'J^Qf^elag. Od. 2, 358
onftoxe xcv ärj fir^TfiQ elg ineqif dvaßij xoItov %€ fiidrjxai. Od. 15, 517
ano %üv (nämlich ^vtjottjqwv) vnegwlip latov vq>alvei.
An Zusammensetzung ist schwerlich zu denken; die Entwicklung der
Suffixform ist aber auch nicht ganz deutlich. Man mag Bildungen ver-
gleichen wie dloq>mo'g ,verderblich' (1, Seite 586) und andere neben diesem
genannte. Zu Grunde liegt ynego-g (Seite 145), für das als erste Bedeu-
tung ,der obere' vermuthet werden konnte.
'bsteQiTiraivBa&'ai, vielleicht ,sich überhasten'.
Nur Od. 23, 3: rgrjvg d* elg vneqi^^ aveßi^aero . . . yovßara d^ iggd-
oavto, Ttodeg ä' vitegiXTaLvovto.
Eine mit vnig- ,über' (Seite 144) verbundene Yerbalform, aus der man
ein nominales *bctoLv irixxalveüd^ai aus *'txtaifjea&ai) herauslösen kann,
10*
148 Griechische Etymologie.
das aber etymologisch nicht weiter verständlich ist Zusammenhaiig mit
^xra^ ^nahe' (Seite 24) ist kaum wahrscheinlich.
i>üti^ßiO'q ^dessen Gewalt oder GewaUthätigkeit übermässig ist, gewaltig,
gewaltthätig^.
IL 18,262: ohg ixelvov (des Achilleus) d-vfiog vniqßiog, om i&eki^oei
fiifAvifiev iv nedliff. Od« 1, 368 : firirgog ifiijv fivtjaTrJQeg tmig^iov vfigir
^ovreg. Od. 12, 379: o% fiev ßovg ^KTeivav VTtiqßtov. Find. OL 11, 15:
TQOfte dh KvKveia fiaxa mal VTii^ßiov 'HQomXia, OL 11, 29: niq>vB d*
Ev^vtov, wg Avytav JLotqiov ahLOv-d"^ hcwv /^la&ov vftiQßtov ftqaaaoito,
Bezfigliche Zusammensetzung aus iniq ,fiber, übermässig^ (siehe unter
vftidonXo-g ,sich überhebend^ Seite 146) und ßlri ,G[ewalt^ (3ewaltthätig-
keit' (IL 1, 430; 5, 521 ; 12, 341 ; Od. 15, 329; 23, 31), welche letztere Form
auch noch in avrl-ßio-g ,dessen Gewalt entgegen (aVr/ 1, Seite 205) ge-
richtet ist, feindselig^ (IL 1, 304; Od. 18, 415) enthalten ist Bezüglich der
Form können dd-axio-g ,sehr schattig' (IL 15, 273; Od. 5, 470) und öolixo-
-axio-g ,langschattig^ (D. 3, 346; 355; 5, 15) mit aKii^ ,Schatten' (Od. 10,
495; 11, 207; Hom. hjmn. Dem. 100) als Schlusstheil verglichen werden«
'bjtBifq>laXo'q ,dessen (Gewalt übermässig ist, übermässig' oder ähnlich.
IL 3, 106: a^ere dk IlQiafiOiO ßltjv, oq>Q^ oQxia Taf^vf] avxog^ inel Fot
Ttaldes vft€Qq>laloi xal aftiarou IL 5, 881 : Tvdifog vlov vnBQtplaXov
jJißofifjdrj fiagyalvetv dvir[KB¥ (Athene) in^ d&avdtoiai ^eolaiv, IL 13,
621: TQW€g vfceQq>laXoi, dßeiv^g axoQTjtoi avz'^g. TL 15, 94: olog ixelvov
'dvfAog^ vftBQfpLaXog xal dfcrjn^g. Od. 2, 310: liv%lvoF\ ov TCiog McTiv
V7t€gq>idloiai ^ed^^ vfilv dalwa&au Od. 4, 503 : xal vv xev hupvye xiJQa
. . . ei fji'q V7teQq>laXov ßiftog hcßaXe. Od. 9,104: KvxldTtwv d' ig yalav
V7t€Qq>idiAov dd-efilafiav lnofied-a. Od. 21, 289: ovx ayan^g o fixr]Xog
vnBQtpidXoiOi fie&* ^filv (Antinoos spricht) öalwaai]
Als erster Theil löst sich deutlich vftiQ ,über' (Seite 144) ab, das ebenso
gebraucht erscheint wie im unmittelbar Vorausgehenden; der Schlusstheil
q>ialo- aber ist dunkeL Dem Suffix nach lassen sich alako-g ,Mast-
Schwein' (II. 9,208; 21, 363), dat^dyalo-g ,Wirbelknochen', ,Wüif elbein,
Sprungbein' (1, Seite 180) und zahlreiche andere Bildungen mit ihm ver-
gleichen.
i)ni(fq>ev ,übermässig' oder ähnlich.
Aesch. Pers. 820: ovx vftiQtpev dyrjzdv ovta x9V VQ^^^^^- Aesch. Ag
377: q>Xe6v%(oy dtofidrcDV vTtiqtpev VTtBQ %b ßiXxiatov. Eur. ras. Her. 1321 :
xalToi rl qnjaeig, ei av fihv dyfjtdg yeyatg q>iqBig v7ciQq>Bv %dg vvxag,
'^Boi dk fiT^] Eur. Fhoen. 550: vi rrjv rvQavvld\ cöixlav Bvdalfiovaf vift^g
V7tiQq>Bv xal fiiy* TJytiaai xoöb.
Wie in den nächstvorausgehenden Formen, löst sich vftiQ ,über' (Seite
144) deutlich als erster Theil ab, der Schlusstheil -(pBv aber bedarf noch
der Erklärung. An das Ausmfswörtchen q)ev ^h' (Aesch. Prom. 124;
687; Sieben 1054) wird man unmöglich dabei denken dürfen. Adverbielle
Wörter auf bv sind sonst sehr ungewöhnlich und avBv ,ohne' (1, Seite 200),
GriechiBche Etymologie. 149
das sich yereinzelt als solches bietet^ wird hier auch nicht wohl verglichen
werden können. Ebenso wenig finden sich vergleichbare einsilbige Sub-
stantiva anf ev, abgesehen von dem Gk>ttesnam6n Zev-g (IL 1, 128; 279).
ijtö yUnter'; bei Nachsetznng vTto betont (IL 13^ 408: %f/ vno. TL 14, 285:
nodiiv VTto, Od. 9y 66: Kixovwv v7Co\
IL 4,279: ino re aniFog ijXaae firjla. IL 2,216: aiaxia%og öh avriQ
vnb Flkiov fji^ev. II. 2, 307: ßigdofiev htarofißag xak^ vno Tthnavtaxtfi.
IL 17, 371: et^Aot TtxoXifiiCfiv in al&iQu IL 11, 151: vno aq>lai d*
wffto xovlrj hi nedlov. IL 21, 277 : i] ii %(pa%o Tgciaiv vno relxei . . .
oliea^ai. IL 8,344: noXXol dk ddfiev Tqtitav vno x^il^tv. IL 13, 177:
%6v ^' vlog Tekafjifdvog vn ovcnog %yx^^ ficMQtp vv^e» IL 11,635: dvw
d^ vno (unter dem dinag) nv^fiiveg fjaav.
Lat 8ub yunter'; Plaut Aul. 628: lumbrke gpt stib terra Srqpsisü mod6;
Plaut MiL 1143: negdtitmi omne jam sticeedit suib manüs.
Altir. fo ,unter' (aus *upo Zeuss-Eb. 80).
Goth. uf ,unter^; Luk. 17, 24: svasvS raihtis lawmöni lavhaijandei us
ihamma ufhimina in thata ufhimina sheinith] Math. 8, 8: ni im vairths
ei uf hröt mein inngaggais.
Lit po (aus *upo) ,unter^ (po stalü ,unter dem Tische^ oder ,unter den
TischO.
Altslav. po fiBßbf (wohl aus *iipo).
Altind. üpa ,zu^, ,bei, auf; KV. 1, 12, 10: daivä'n iM a vaha üpa
jagndm havü ea nas ,die Götter bringe hieher zu unserm Opfer und
Opferguss'; BY. 1, 87, 2: gedutanti hditgäs iipa vas rdthaishu ,es triefen
die Behälter auf euren Wagen' ; BY . 8, 43, 4 : iipa djdvi jdtantai vrthäk
agndjas ,zum Himmel auf streben lustig die Feuer'.
Altostpers. wpa ,zu, bei', ,über'.
Erinnert seiner Bildung nach zunächst an dno ,ab, weg', ,von' (1, Seite
66). Das anlautende 8 von lat sub ist ohne Zweifel das selbe wie in
lat svper^=»vniQ ,über'] (Seite 144), das zu vno in Gomparatiwerhält-
niss steht Ueber das Bedeutungsverhältniss beider Formen wurde schon
unter dem wahrscheinlich zugehörigen vnego^ (Seite 145), das zuerst ,der
obere' bedeutet haben wird, gesprochen.
ijiööQa ,von unten (blickend)'.
Bei Homer 26 mal, stets vor unmittelbar folgendem ßidtivj meistens in
der Yerbindung tov ö^ qq' vnodga ßidciv nQoaiq>r]j wie H. 1, 148 — 22,
260 — 344 ^ 24, 559: .. . nodag wxvg Axdleig oder IL 4, 349 — 14,
82 B» Od. 8, 165: . . . noXvfArjvig ^Oivoaevg, II. 17, 141: %xto^' vnoÖQa
fidwv x^^^V 'fjvi^^^s fiv&(fj. Hom. hymn. 7, 48 : ov d' iari] . . • XicDv
d' inl aiXficnog axQOv deivbv vnodqa ßiddv. Hes. Schild. 445: lA&rivalri
. . • deiva d' inodga löova^ Mnea nregoevra nQoarjvda*
Eine frühere Yermuthung (bei Kuhn 1 4, 84 und 85), dass die Bedeutong
,von unten' durch Anfügung eines das Woher bezeichnenden Suffixes -öga
an vno junter* (siehe oben) ausgedrückt worden sei, hat, so wahrschein-
150 GrieduBche Etymologie.
lieh sie an und für sieh erseheinen mag, ihr sehr Bedenkliches darin, dass
jenes Snffix sich sonst nicht nachweisen lässt So bleibt zn erwägen, ob
nicht doch die ältere Annahme einea Znsammenhangs jenes -öga mit
di^ea&ai ,sehen' (IL 17,675; Aorist Mdgcatov ,ich sah' Od. 10, 197) als
möglich oder anch wahrscheinlich gelten darf. Eme Stutze findet sie in
dem allerdings erst spät auftretenden, scheinbar unmittelbar zugehörigen,
vnoÖQa^ (Nik. ther. 457: ho^ov vnoÖQa^ ofifjiaai keiaawv. 765: tov xai
aiieqdahiov vsvei xagti aiif inodga^ loxAijxo^), neben dem in späterer
Zeit anch ein vjto-diQxea&ai ,yon unten aufblicken' (Qu. Sm. 3, 252: tov
ö' VTtodeQxofievoQ TCQoaiqnj ^iBvedriiog ui%ag. Hesych führt auf: inodga-
xelt' vTcomevaag) begegnet „Von unten blicken'' mochte sich etwa aus
„unter blicken" entwickelt haben, wie ganz ähnlich auch in vrco-ßlirtuv
,scheel ansehen, misstrauisch ansehen', eigentlich ,Yon unten ansehen' (Eur.
ras. Her. 1287 ; Ar. Lys. 519 und Thesm. 396 ; Plat (3astm. 220, B und Phaed.
117, B), und in V7t'07t%evuv ,argwöhnen', ,beargwöhnen' (Soph. EL 43; Hdt
3, 44; 77; 6, 129; 8, 100; 9, 90; zu ÖTt- ,sehen' 1, Sdite 504, wozu auch
vn-orpio-g ,Yerächtlich angesehen' IL 3, 42), welches letztere sich unmittel-
bar mit lat 8u{8)'Spieari ,argwöhnen', eigentlich ,yon unten in die Höhe
blicken' (Plaut Cas. 85; Men. 1081), yergleicht Es wäre darnach vrtodga
als zunächst aus einem alten ^ifnodgaK (wie zum Beispiel yaXa ,Hilch'
Od. 4, 89 ; 434, zunächst aus *yalcnc hervorging) entstanden anzusehen und
dürfte als alte ungeschlechtige Form eines Adjectivs gelten.
i&^oxi] ,ein rundes Fischemetz'.
Opp. Fischf. 3, 81: d Larva d* avr' ailoiot (liXei nkiov ivrvvead-ai . . :
yayyafjia %" iiif vnoxal Tcegirjyieg. 4, 251 : Tovg fikv Slotg vnox^g Ttegif]-
yil xvxk(p.
Eigentlich wohl die ,Unterhaltung', dann ,da8 Untergehaltene', da es
offenbar ausging von vn-ixuv ,unterhalten' ixelga H. 7, 188; tpialriv Hdt
2, 151 und Ar. Fried. 431; &vlaxov Ar. EkkL 820) und gebildet wurde wie
^y-oxt; ,daB Zusammentreffen' (H. 23, 330), fiet-orri ,Theilnahme' (Hdt 1,
144), xcn-oxn )dafi Zurückhalten' (Hdt 5, 35).
tütoxoiQüf' (vTtoxoiQlg), Name einer Pflanze aus dem Gichoriengeschlecht
Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : hixava fikv dii xal %a Toiavra xaleizai xixoQtiy
anaftrj, x^Vd^vilAa, vnoxoiQlg. 7,11,4: ^ dk vftoxoiQig ketoriga xal
^fieguniga %f} ngoaotpei xal ykvxvtiga xal ovx ^OTteg iy x^'^^Q^^^'
Als erster Theil löst sich deutlich vnb yunter' (Seite 149) ab, der Schluss-
theil aber wird wohl zu xolgo-g Junges Schwein' (Od. 14, 73; Ar. Ach.
764; 767) gehören, da die Pflanze von den Schweben gern gefressen
werden solL
i)jta9vii£ö' {vTtox^vfilg), Name eines nicht näher zu bestimmenden Vogels.
Nur Ar. Vögel 302: xogvöog, ileäg, vTtodvfilg, fcegiatega.
Vielleicht im Grunde das selbe mit vTtaSviild' ,ein Kranz aus duften-
den Blumen, der um den Hals getragen wurde' (Sapph. Bruchst 46 ; Alk.
Brückst 36; Anakr. Bruchst 39), das als ersten Theil vjto yuntei^ (Seite 149)
GriechlBcha Etymologie. 151
entbSIty in seinem Schlosstheil aber sich offenbar eng an &vfiiav ^u-
chem^ Banchwerk anzünden^ (Find. Brachst 122, 4; Hdt 3, 112; 4, 75)
anschliesst
inoXätö'^ {vnoXätg. Die Dehnung des innem a wird durch Hesychs An-
fohrong v7toi,i]ts' eldog ogvi&og wahrscheinlich), Name eines nicht ge-
nauer zu bestimmenden Vogels.
Arist Thierk. 6, 44 : lv%l%%u (nSmlich 6 xdxxi;^ 6h %al %fj r^g vno-
katiog veoTTi^' 17 d' ixTvirrei utal iiiTQiq>€i • • . veorrevei dk yivog vi
avtiov ftOQQio %ai Iv dfcotofioig n&cqaig. 9, 105: 6 dl xoxxt;|, wOTteg
eigTitai iv irigoig, ov noiel veorrlav, all * iv dkXoTglaig tIxtu vbo%-
vialg, fAaXia%a ^Iv iv Talg väv q>aßd}v xal iv VTtolatdog xal xogv-
iov x^fiaL Theophr. c. pL 2, 17, 9: ovd' ^ vov xoxKvyog (nämlich q>vaig)
el firj Tjv fj vnoXatg fj eig vfig veortlcev va da xldnriaiv.
Als erster Theil wird vno ,unter^ (Seite 149) gelten dfirfen, der Schluss-
thdl aber stimmt vielleicht mit dem von l/riAatd-, dem Namen eines wür-
merfressenden Vogels (1, Seite 365), überein.
isvqxoo'V ^gestreckte Lappenblume^ eine zur Olasse der Erdrauchgewächse
gehSrige Pflanze.
Diosk. 4, 68 : vmi%oov^ ol dk vn6(pBwv xalovau (pvexai, fiiv iv zip altip
xal talg aqovQaig' qn)iXa dh ^€t 7triyav(p SfioiOj xliSvag fiixgovg,
Ist wohl nichts anderes als die ungescUechtige Form zu vnnjxoo-g ,ge-
horsam, unterihan' (Aesch. Pers. 234; 242; Ch. 384; Hdt 1, 102; 4, 167; zu
vTc-axovsiv ,worauf hören^, ,gehorchen^ Od. 14, 485; Hdt 3, 148; 4, 119,
aus vno yunter', Seite 149, und dxoveiv ,horen', 1, Seite 44), wenn auch
der Grund der Benennung nicht deutlich ist
ijtj^vri ,Bart^.
Aesch. Bruchst 27: dccvlog d' vnrivri xal yeveiadog Ttv^^r^v. Ar. Lys.
1072: ano vrjg Srtagrrig oldl ngicßeig tlxovteg vnrivag x^QOvai. Wespen
476: q>OQ(Sv xQaaneSa axBiifiattavj n^v ^* vrri^vrjv axovgov xgiqxav. —
Dazu inriv^Tti-g ,mit einem Bart versehen^; IL 24, 348 — Od. 10, 279:
ß^ J* Uvai xovQtp aiavfirqr'^gi ßeßoixwgj tcqwtov VTcrjVT^Tfj, vov TtBq %«-
QUOTovri rßrj.
Scheint seiner Bildung nach zunächst mit oTtijvrj ,LA8twagen, bespannter
Lastwagen, Oespann' (1, Seite 70) und anderen schon neben diesem auf-
geführten Bildungen verglichen werden zu können; ist übrigens etymolo-
gisch dunkel.
inal ,unter', jdarunter'.
11.2,824: ol ök Zileiav haiov vnal Ttoda velarov "idrig, IL 11, 417
und 12, 149: vTtal di %e xofinog oöovtcjv ylyvetau IL 3, 217: vnal 3i
ßlÖBOxe xara x^ovog. Aesch. Ag. 892 : iv d* ovelgaai keitralg vftal xto-
viOTtog iSrjyeiQOfiTjv ^irtalai d-wvaaovtog. Eum. 417: Ugal ö* iv otxoig
T^g vTcal xexXi^fie^a. — Dazu: vTtaid'a ,darunter weg, daran Yorbei';
IL 15, 520: ö* vnaid'a Xiaa&r^ IlovXvdafiag, IL 21, 493: daxgvoHaaa
152 Griechische Etymologie.
ö* vnaid^a d-ea qnyyev wg %e nii^ia. II. 18,421: €U ftkv vnai&a ßavaxr
Tog inolTtvvov. TL 21, 255 : vnatd'a 81 %olo haod'Sig q>€vy€.
Nebenform za ino ^nnter^ (Seite 149), die sich ihrem Suffix nach mit
anal ^ab, foif (1, Seite 73) vergleicht — Mit vnaid'a wird man, da weitere
Formen auf aid^a gar nicht vorzukonmien scheinen, seinem Suffix nach
wohl ivrav&a ,hier', ,hieher^ (1, Seite 419) vergleichen dürfen,
j^jmo-g ,znriickgebogen, r&ckwärts'; ,flach, eben^
H. 4, 108: d* vnttog ififtBoe ni%Qji. II. 4, 522: o 8^ VTtriog iv tlovIjj-
aiv xantteaev. IL 11, 144: o d* vftriog avdei igeladri. IL 24, 11: xcrrc
ddxQvov elßev, aXXar^ inl nXevQag najaxelfievogy aXXove d' avxe vfctiogj
cXXore dh jcQtjmjg. — Hdt 2, 7: Aiyvfctog^ iovaa näoa vn%bq %e %ai
twÖQog. Theophr. c. pL 5, 12, 7: %a%a 8h %ovg vTCtlovg (nämlich ronovg)
ov8k ylvetai n^^ig okaig äofceq fj %ov v8arog rj nvevfiarog. Flut mor.
193, E: T1JV xwQov vft%lav ovaav %al dvajtenTafiivfjv, noXifiov OQX^a-
TQav nQocrjyogevev.
Schliesst sich an vno yUnter' (Seite 149), wie lat sufino-s ,rückwärts
gebogen^ (Plant Cist 622 : qvid nv/nc stdpina süsum in cadum con-
spicis?) an das unmittelbar zugehörige lat siib ,unter^ (Seite 149), und
wird zunächst ,von unten nach oben gerichtet^ bedeuten, wie die ähnliche
Bedeutungsentwicklung schon unter iniQ ,über' (Seite 144) und vita%o^
,der oberste^ (Seite 143) erwähnt wurde. Die Suffixform, bei der die Be-
wahrung des Dentals vor dem i beachtenswerth bleibt, wie in atvio-g
,schuldig^ (Seite 80), agzio-g ,angemessen, passend', ,bereit' (1, Seite 275),
dvzlo-g ,entgegen gerichtet, gegenüber befindlich' (1, Seite 205), vaxmio-g
,der letzte' (IL 8, 353; Od. 9, 14), oaadTio-g ,wie viel' (IL 5, 758) und sonst
Als zunächst zu Grunde liegend wird ein *vn%o- zu denken sein, an das
sich dann suffixales lo angefugt haben wird.
a^i > der Höhe'; ,in die Höhe'.
IL 20, 155: Zeig 8^ ijfievog vipi lUXevev. IL 23, 874: vt/fi 8* ino yeq>iwv
Mfi8ev TQriQOJva ftikeiavy IL 13, 140: vtffi 8* ava^Qwaxoßv niretai (näm-
lich SXooltQoxog). IL 16,374: vipi 8* afeXXa axl8va&* vno vBtpiwv. IL
17, 723: oJ d* aqa v&lqov dnb xd'ovog ayxd^ovro vtpi fidXa fieyakatg. —
Dazu: vxffo^i ,in der Höhe'; II. 10,16: ehieto %aL%ag vip6&* UvziJiIL
n. 17, 676: alFerog . .,dv %€ xal vxpod'* Uvxa n68ag taxvg ovx fXad'ev
7tT(i^. IL 19, 376: nvgdg' to 8i xalerai v\l)6^' 0Q€aq>iv. — vtpo&ev ,Von
der Höhe, hoch her*; IL 11, 53: KQovl8r]g, xard 8' v%p6^Bv r[xev ifigaag.
IL 20, 57: 8feivdv 8' ißgovrijae noTfjQ av8Qi!iv te &eüiv te itf^ev. —
ütpiato-g ,der höchste'; Pind. Nem. 1, 60 ; yß/Toya 8* hcxdXeoev Jiog
'tjßiaTov nqo(pd%av U^oyipr, Isthm. 1, 51 : euayogtid^eig xiQ8og vtpiatov 8i-
xerai, Aesch. Prom. 720: nQlv av nqog av%bv Kavxaaov f^oXjjg, ogwv vtpi-
OTOv. SchutzfL 479: thpiatog yotg iv ßgovolg q>6ßog. — v\pog- ,Höhe';
Aesch. Ag. 1376: nvig ydq ng . . . aQxvaTar' av q>dQ^eiev, v%f>og xqbUsoov
6X7Cfj8rifjiaTog] Hdt 1, 50: fjtunUv&ia . . . i^hxvve . . . tnpog 8h naXai--
OTiala.
GriechiBche Etymologie. 153
Lat SU8 (znnfichst ans *8tibs) ^ die Höhe, empor'; Laber. com. fragm.
29 : nu/nc tu lentu\ nwnc tu susqye degve fers (dazu bemerkt Oellins 16,
9, 3 : siffnificat atUem ^suegve diqve ferre* animö aeqvö esse et qvod ac-
eidit nön magni pendere) ; Plant Amph. 886 : id me susqve diqve esse
habitüram putat Hänfiger als Verbalpräfix gebrancht, wie in sus-cipere
,anfnehmen, empfangen' (Plaut Amph. 1139), stds-citäre ,anfregen, aufwecken'
(Plant Most 372), sus-pendere ,anfhängen' (Plant Cas. 424; 599), ms-tol-
lere ,anfheben' (Plant Poen. 349).
Altir. 6s ,oberhalb' (Kck 1*, 360).
Gehört ohne Zweifel zn vncno-g ,der oberste' (Seite 143) nnd mit ihm
zn vTto ,nnter' (Seite 149), ans welchem letzteren sich die Bedeutung des
Oben durch Vermittlung eines ,yon unten nach oben' entwickelt zu haben
scheint Als nächst vergleichbare Bildung kann wohl o^i gelten, das als
äolische Nebenform von oiffi ,lange nachher, späf (1, Seite 511) angeführt
wird (Ahrens-M. 1, 46), aber auch sonst in Zusammensetzungen vorkommt,
wie in otpi-rileaTo-g ,spät erfüllt' (H 2, 325), dtpl-yovo^ ,spätgeboren,
nachgeboren' (IL 3, 353 ; 7, 87), diffl-xotro-g ,spät schlafend' (Aesch. Ag.
889). Vielleicht lässt sich auch alipa ,schnell, sogleich' (Seite 73) bezüg-
lich seines inneren Zischlauts hier vergleichen. — Im lat. sus fiel der
innere Labial aus, ganz wie zum Beispiel auch in os-tendere (aus *ohs')
^entgegenhalten, zeigen' (Plaut As. 868; Most 1070) und as-portäre (aus
^ahs') ,wegschaffen, rauben' (Plaut Amph. 207 ; Bud. pr. 67 ; Merc 354).
invo^g (zunächst aus ^ainvog^ daher a-vftvo-q ,schlaflos' IL 9, 325; Od.
9, 404, aus ^a-cvnvo^g) ,Schlaf'.
IL 2, 41: tygeTo d' 1^ vnvov* B. 10, 26: vnvog inl ßXeq)aQoiaiv iq>l'
^oyfi. IL 10, 96: ov6h ai y vitvog Ixavei. IL 14, 353: a%Qifxag evde nof
%fiqm.. vnvif xal q>iX6vri%i dafislg. 11.24,445: Tolai d' ig>^ vnvov
%XevB öittxzoQog dQy€lq>6vTi]g. IL 10,4: noifxiva kafdSv vnvog ^ev yXv^
TLBQog. IL 14, 164: €t nwg ... vtp d^ Snvov arci^fiovc %s XiaQov ve %evji
ijtl ßXegxxQOiaiy. IL 1, 610: ote fiiv ykvxvg vTVvog lnavoi, IL 2, 34: €v%*
Sv OB f4eXlg>ga)v vnvog dvrjjj. II. 24, 4: ovdi fiiv vnvog flqee navdafia-
viüQ. n. 11, 241: dg o fihv ai&i neöwv xoifiijaaTO x^^^ov vnvov.
Lat somno-s (aus einem alten ^svapno-s) ; Plaut Bud. 594 : di.. . mi-
risque exemplfs somnia in somnts danurd] Enn. ann. 37: exterrita somno.
— Dazu: sopir- ,Schlaf'; Plant Amph. 306: qoattuor virös sopöri sS de-
disse hte autumat] — söpire ,einschläf em' ; Enn. trag. 314 (Vahlen): dra-
c&nis saevi s&pivi impetum.
Altir. siMfi (Wind, bei Kuhn Beitr. 8, 14); kambr. hun (Zeuss-Eb. 123).
— Dazu: foad und foaid ,er schlief' (Wind, bei Kuhn Beitr. 8, 14).
Altn. svefn ,Schlaf'; ,Traum'. — Dazu: sofa ,schlafen'; Hftvam. 58:
mart um dvdr thann er um morgin svefr ,manches versäumt dann, wer
am Morgen schiäff; Ailam. 78: svaf eh miök sialdan ,ich schlief sehr
selten'; — ahd. in-swebian ,einschläfem', mhd. ent-sweben] Nib. 1773, 4:
do eniswebete er an den betten vil manegen sorgenden man*
154 Griechische Etymologie.
lit sdpnas ,Traum^
Altslay. 8ünü (aus *säpnä) ^Schlaf. — Dazu: süpati ^scUafen^
Alban. gumSy aus *gumnif, *gupn^j weiter *supnO' ^Schlaf. (GMeyer,
Wb. 142).
Armen, khtm ^Schlaf (Hübschm. Arm. St 55; Barth, bei Bezz. 10, 293).
Altind. sväpna-s ^Schlaf; ,Traiim'; BY. 2,15,9: sväpnaina abhi-üpjä
cümurim ,mit Schlaf bedeckend den Tschnmnris^ — BV. 2, 28, 10: jds
. . . svapnai bhajdm bhirdvai mdhjam aha ,wer im Traume mir dem
Furchtsamen Erschreckendes sagtet
Altostpers. qafna ,Schlaf^ — Afghan. üdehy vüdih ,schlafend^ (<« ^svaptory
Hübschm. bei Kuhn. 23, 43).
Das Suffix wie in oxvo-g ,Zaudem, Bedenklichkeit^ (1, Seite 502), wvo-g
(aus einem alten *ß6avo-g) ,Eaufpreis' (t, Seite 651) und sonst — Zu
Grunde liegt altind. svap- ,schlafen^: si;apifi ,er schläft' (Man.; Hit); BV.
7, 55, 2 und 3 : nt sü svapa ,schlaf ein' ; supta- (aus ^svaptd-) ,schlaf end'
(AV.; Mbh.); Causatiy sväpi^jaü ,er schläfert ein'; BV. 7, 55, 8: strijasjä's
pünjagandhäs tä's sdrväs sväpajdmasi ,die Frauen, welche rein duftend,
die alle schläfern wir ein^; — altostpers. qap ,schlafen', qapta- ,schlafend'.
(lusti).
iyyiig' ,heil8am, gesund, unversehrt, Yemflnftig'.
IL 8, 524: ^vd^og d\ og fiiv vvv vyirjg, feßgri^ivog ioTw, Simon.
Bruchst 5, 3 : elöcig y SvaalTtoliv dUav vytiig ainqQ. Soph. PhiL 1006 :
CO fiTjdhv tfyiig ^rjd ' Hev&eqov q)Qovwv. Hdt 1, 8 : tlva kiyeig loyov ovx
vyiia, xeJiBviüv fie dianoivav t^v ifirjv S^ij^aaa&ai yvinvijv; Hdt 6, 100:
TiSv dh ^QeTQciußv r^v aga avöev vyihg ßovlevfia, Hdt. 3, 130: 'Eklrjvi-
xoiai li^fiaai xQBOfiBvog . . . Iv XQ^^V ollyffi vyiia fitv iovra aTtide^e. 3,
133: 6 dk g)ag vyiia noiriaeiv (yorher war gesagt: yvvatxl iniTov iiaa-
%ov iq>v q)Vfia). 3, 134: (ig di äga ficv fiera %ai%a Uofievog vyiia
oTtiöe^e, Thuk. 3, 34: Ttakiv av%6v xaraarriaeiv ig ro reixog acSv xal
vyia, Thuk. 4, 22: et ti vyiig diavoovvraiy kiyeiv ixikevaev anaaiv,
Thuk. 8, 107: tcJv aq>e%iQwv vetav xtSv aixfiahitiov oaai xioav vyuZg ixo-
filaano. Eur. Bakch. 948: Tag de nqlv q>Qivag ovx elxeg vyielg, Eur.
Phoen. 201: fiöovri öi %ig yvvai^i fxrjdev vyikg dkkrjkaig kiyBiv. Xen«
apol. 7: vyikg öh to awfia ^oiv. Plat legg. 1, 630, B: n tat dg fikv yaQ
xai vyifjg iv OTaaeaiv ovx av no%e yivotxo avev ^firtaatjg agerijg. —
Dazu: iyUia ,6esundheit'; Pind. Pyth. 3, 73: ei xareßav iyletav aywv
X^aiay. Aesch. Ag. 1002: ixaka yaq toi rag Tcokkäg vyielag äx6qea%ov
Tigfia. Eum. 535: Ix d* vyieiag (pgeviov 6 naoiv q>lkog xai nokveuxtog
okßog.
Steht als Bildung auf -leg im Griechischen völlig vereinzelt Da nun
die meisten griechischen Adjective auf ig zusammengesetzt sind — bei-
spielsweise von mehr als 180 homerischen nur etwa sechs nicht ^ so
liesse sich etwa auch hier an ein solches denken und man möchte ver-
Griechische Etymologie. 155
muthen, dass darin v- nichts anderes sei als altind. sur jgaif in Zusammen-
setzungen wie sifrirdiur ,yon guter oder tüchtiger Kraft' (BV. 1, 5, 6; 1,
25, 10 und 12; Icrd^u- ,Kraft' RV. 1, 2, 8; 1, 19, 2), surddkshor ,von guter
oder grosser Tüchtigkeif (BV. 1,91,2; 1,101,9; däksha- ,Tüchtigkeit,
Kräfte BY. 1, 2, 9; 1, 91, 7), sur^mdnas' ,yon gutem Sinn, wohlgesinnt' (BV.
1, 36, 2; 1, 53, 4; mänaa ,Geist, Sinn' BV. 1, 25, 3; 1, 48, 4) und anderen
ähnlich. Es bleibt dabei aber das -^lig ganz dunkel, da sich durchaus
kein etwaiges **yloQ', für das man etwa die Bedeutung ,Beschaffenheif,
,Zustand' (v-^i4*- wäre dann ,yon gutem Zustande') oder ähnlich hätte
vermuthen mögen, findet, wie denn ungeschlechtige Wörter auf -log über-
haupt nicht vorzukommen scheinen, während zum Beispiel solcher auf
"vog mehrere sich finden, wie -^vog-- ,Bäucherwerk, Opfer' (IL 6, 270; 9,
499), xQvog- ,Kälte' (Hes. Werke 494; Aesch, Sieben 834; Eum. 161), *(pvog'
,Wuchs' (in €v-q>vig' ,von gutem Wuchs' II. 4, 147; 21, 243, und eigv-gwig-
von breitem Wuchs Od. 4, 604). — Nach der geläufigen Anschauung (bei
Fick 2, 244; Gurt 187), ^e aber weder in Bezug auf die Form noch die
Bedeutung von irgend Jemandem ausreichend begründet ist, gehört vyiig^
zu lat vegetchs ,munter, belebf (Hör. Sat 2, 2, 81 : vegetus praescripta ad
münia mrgit)j vegere ,erregen, in Bewegung setzen' (Enn. ann. 477: cum
magno strepitü Volcänwm ventus vegSbat; Enn. fragm. com. 2: aeqvora
saüa veg^s ingentibus ventis), vigere kräftig sein, in Blüthe stehen' (Plaut
Cure. 299: ita nu/nc mos viget\ altind. v&'ga-s ,Eraff (BV. 1, 27, 8 und 11 ;
1, HO, 6).
'byqö^q ,feucht, flüssig'; ,biegsam, geschmeidig^
IL 5, 903: cüg d* 8t* onog ydla kevKOv ineiyofievog avviTtri^ey vyqov
kovm II. 23, 281 : o aq)a)iv (d. i. den Pferden) fiaka nokkaxig lygov Mlaiov
Xairawv xcct^ixeve. II. 1, 312: ininXeFov vygd xilev&a. Od. 4, 458: (Pro-
teus) ylyvero d* vygov vöwq. II. 14, 308: %7t7toi ... o% (jl* otaovaiv ircl
TQaq>€Qijv TB xal vyQi^v (d. i. d-dkaatjav). IL 24, 341 : xaXd nidiXa • . • ra
liiv q>igov rjfihv iq>* vygfjv rjd* Itt' anelgova yalav. Pind. OL 7, 69:
ßkaOTe fikv 1$ akog vygag väaog. Nem. 8, 41 : av^ezai ö^ dgerd . . , h
aoq)olg avdgwv aegd-eia' h dixaloig t«, rcgog vygov ai&iga. Hom. hymn.
19, 33: Idd'e ydg nod-og vygog inekd'wv vvfiqir] ivTtXoxd^f^ Jgionog q>i''
JboTrjTi fiiyijvai. — Pind. Pyth. 1, 9 : evdei . . . aierög . . . o dh xvdaawv
vygov vwTOv alcagsL Soph. Ant 1236: ig d' vygov dyxüv iT Mfiq>gu)v
Ttag&ivip TtgoaTtTvaaerai. Plat Theaet 162, B: olfiai vfidg nelaeiv ifik
. , . firj ^hceiv ngbg t6 yv^vdoiov axXrjgdv ijdr] ovto^ Ti^ äi di) veonigfp
TB %al vygorigtfi ovtl ftgoarcakaUiv,
Dazu: lat ümör- (wahrscheinlich aus *ugmör-) ,Feuchtigkeit, Flüssig-
keif; Plaut Bud. 1009: w^ htd/nc ämittis, exurgebo qvidqvid ümdris tibist; —
uveseere (aus ^tigvescere) ,feucht werden' ; Lucr. 1 , 306 : flicctifragd suspen-
sae in Utore vestes üvescunt; — üvor- ,Feuchtigkeif ; Varro L. L. 5, 104:
üvae ah üvore; — üvidos ,feucht'; Plaut. Bud. 251: ^cine hte cum iividä
veste grassäbimur?
156 Griechifiche Etymologie.
Dazu: altn. vöir feucht*; vöiva ^befeuchten, bewässern^; vöhna |feucht
werden*.
Das Suffix wie in aiaxQo-g ,schimpflich, ^schändlich*, ^hässlich* (Seite 96),
ihxqfQo-g gleicht, schnell' (1, Seite 469), iQv^Qo-g ,roth* (1, Seite 453), ix-
^Qo-g yverhasst* (1, Seite 388) und sonst Die altnordischen Fonnen zeigen^
dass das zu Grunde liegende vy- ,nass sein, flüssig sein* (?) aus älterem
*vag- hervorging, sein anlautendes v- sich also ebenso entwickelte, wie
zum Beispiel in vdwQ (II. 3, 270; 6, 457) neben nhd. Wasser und goth.
vatan- (Mth. 10. 42; Mk. 1, 8). — In lat ümSr- erlosch ein inneres g vor
m ganz wie zum Beispiel in jümentthm ,Zugyieh, Lastthier^ (Plaut Epid.
209) und in sümen .Saugwarze* (Plaut Gapt 904; Cure. 323; 366; Pseud.
166), und ganz ähnlich vor dem v in üvescere.
üßo-q ,bucklig*; ,Buckel, Höcker*.
Hippokr. 3, 755 : otcogoi vßoi (Kühn schreibt vßoi) i^ aa&fiarog ij ßtj-
Xog ylvovraij itqc rijg rißrig aTtolXvvtai, Theokr. 5, 43: ju^ ßa^iov vfl[¥ia
nvylafiatog vße (Ahrens erklärt zu dieser Stelle : vßog i. e. Xayvog ab vg,
ut ßovßog ,magnus* 14, 17, a ßovg^ was unmöglich als richtig gelten kann).
Taq)elrjg. — Arist Thierk. 2, 15: al dk nafiri^i tdiov %xovai na^ä %aXhx
vergonoda vov Kakovfievov vßov inl t(p v(OT(p. diaq>iQovai d* al Bax-
TQiai TiLV [AgaßLuiV al ^hv yag ovo ^ovaiv dßovg, al d' &a fiorov,
aXkov d' ^ovaty vßov roiovvov olov avw Iv volg xarw, iq>* ov^ orap
xarcmkid^ elg yovara^ iattiqutai %6 aXXo adSfia,
Dunkler Herkunft
üßgi-q ,GewaltÜiätigkeit, Frevelmuth*.
IL 1, 203: f] %va vßgtv tdji Hyafiifivovog] II. 1, 214: %al noxi %ot xqlg
xooaa TtaQiaaerai ayXafa diSga vßqiog eivema rrjade. Od. 14, 262: oi
d' vßQi ßel^avreg, Inionofievot fiivet aq>iß . . • AlyvTtxlwv ... ayQovg
Tcogd-eov. Od. 1, 368 »> 4, 321: fiijrgdg ifirjg fjivriaTrJQeg vniqßiov ißgiv
1l%ov%eg. Od. 15, 329: fivtjOTTJQwv • • • twv vßgig %e ßlrj te aidrjQeov ovQa-
vov %Mi. Od. 17, 487: d-eol . • • i7tiO%Q0iq>wai noXfjag, av&Qwrttav vßqiv
T€ Hat evyofilrjv iq)OQüivt€g. Pind. Nem. 1, 50: xal yag adra . • • Sfnag
Sfivvev vßgiv xvwdrjXwv, Aesch. Eum. 534: dvaaeßlag fikv vßqig rixog,
Eur. Hippel. 474: X^^ov d' vßgl^ova* ' oi yag aXXo nX^v vßgig rcfd' laW
xQslaaia dai^ovwv elvai ^iXsiv,
Eine fiberzeugende Erklärung des Wortes ist noch nicht gegeben. Bezzen-
berger (2, 1 55) stellt es zu altind. ugrä- ,mächtig, gewaltig*, das sehr hfiufig
von Göttern gebraucht wird, wie BVedas 1, 33, 5; 1, 129, 5; 3, 46, 2; 4, 20,
7 und sonst von Indras, und dazu in manchen Verbindungen, die von der
vßgtg recht weit abliegen, wie RY. 3, 26, 5 : ugräm dvas imahai ,mächtige
Hülfe erflehen wir*; 6,51,8: ndmas id ugrdm , Anbetung ist 'gewaltig*;
9, 61, 10: ttgrdm gdrma ,gewaltigen Schutz*, und das unmittelbar zu alt-
ind. diigishtha-s ,der gewaltigste, der mächtigste* (BV. 1, 129, 10; 8, 82, 8;
8, 86, 10 und 10, 73, 1 von Indras) und altind. dugas ,Eraf(^ Macht* (BV.
1, 33, 12; 1, 39, 10; 1, 103, 3; 1, 121, 10) gehört, also auch eng mit lat
Griechische Etymologie. 167
augustO'S yinachtbegabt, majestätisch, heilig' (EniL ann. 494 : augiAstd augwrid
• . indita condita Borna est; augustam favenüam bei Att trag, fragnu
510; augusta loca bei einem mibekaonten alten Tragödiendichter, Bibbeck
S. 268) zusammenhängt
ißiftö* ivß(}lg)j Name eines nicht näher zn bestimmenden Vogels.
Arist Thierk. 9, 80: i; d' ißglg, tpaol di tiveg zov avrov tovtov ofvi&a
%ff fcvvyyl (ein Vogel, der auch nicht genauer zu bestimmen ist), ovzog
^fiifag likv ov g>alvevai dia to (lif ßkirjceiv o^y Tag dk vvxrag -^Qevei
äaTceg ol äerol' xal fidxovrai dk fCQog %bv aevov ovtü) aq>63Qa, wa%
aiiq>to kafißavea&ai ftokXaiug ^fivtag vnb TcJy vofiiwv. vlxrei fikv ovv
dvo (pa, veatrevei de xal oitog iv Ttirqaig %ot\ aftrjXaloig,
Dunkler Herkunft
Mat- (mit dem Nom.-Acc. vdwQj IL 3, 270; 6, 457; 7, 99; 9, 171; 174; da-
neben auch oft mit gedehntem v : vd<aQ, wie II. 2, 307; 752; 4, 453; 9, 15
a» 16, 4; 12, 33; 14, 271; 435; 15, 37 und sonst, fast ausschliesslich im
Versschluss) yWasser'.
IL 2, 307: vfto nlaravlattp, od-ev ^iFey dykaßov vdtoQ. IL 2, 752: Ti-
ttt^Oiov , . , og ^* ig Ihjveidv TtQoUl naiXlQQofov vdwQ. IL 2, 850:
^Ä^lov, ov iialXi.a%ov vöcjq irciKldvarai alav. IL 2, 825: Ttlvovreg vdofQ
fiiXav uiiaijnoM* IL 3, 270: naJQvueg . . . ßaaikevaiv vdwQ iftl x^^Q^S
ix^ov. IL 7, 425: vöari vl^ovreg atto ßgorov alfittToßevra. H. 24, 303:
tafilfjv wTQvv^ 6 yeqaiog xeqalv vdcag kmxevai axijQctvov. — Dazu: ifda-
Qig- verwässert'; Aesch. Ag. 798 : ovx toxi Xa&elv ofifiava qxürlg, va
ÖOKOVVT* €vq>Qovog hc diavolag vdaQei Oalveiv (ptkovtjTu Antiphaa» (bei
AÜien. 10, 441, CO : ov^^ vöaqhg ovx^ äxQovov old* iyw tvotc niovoa.
Ephipp. (bei Athen 10, 430, F): olvov nloig av daq)akiar€Qov nokv idag-ij»
Xen. lAk. 1, 3 : o^yot; ye (ä^v ij nafiTcav dnexo^ivag rj vdaqBl xQ^f^^^S
diayovaiv. — vöalio-g ^wassersüchtig^; Hippokr. 1, 188: kg yag to tag
xaxagQctyrjvai to alfia noXlal iXnldeg, wate axQOovg te xal vdaHovg
Vfto t'qv ^egelriv rovtovg dvau — vögo-- ,Wasser^ (siehe besonders, Seite
159). — vögo-g ,Wafi8erBchlange^ (siehe Seite 160 besonders).
Lat wnda ,Wasser, Woge^; Enn. ann. 303: Ewröpam Libyamqve rapäx
vbi dividit tmda ; ann. 379 : volat super impetus wndäs.
Altir. visce ,Wasser' (Zeuss-Eb. 231; 273; Grundform tmcio- Z.-K 230),
Mehrzahl uisci (Z.-£b. 232); Deminutiv uscedn ,Wä8serchen' (Zeuss-Eb. 273).
€h>th. vatan- ^Wasser^; Mk. 9, 22: aivarp jäh in vatö; Mk. 1, 8: ih
daupja isfvis in vatin; Mih. 8, 32: gadauthnödSdtm in vatnam; — ahd.
wazzar, nhd. Wasser.
Lit vandu , Wasser*; — allpreuss. tmds, Acc imdan.
Altslav« voda ,Wasser^.
Alban. uj^ (für *u/njM aus *udnio-) t uj^-ti , Wasser*, ujdnj, nordalb.
uis ^ch bewässere* (GMeyer, Wb. 456).
Armen, j^ et (aus *ved') ,Flus8* (Hübschm. Arm. St 24); daneben vtak
(aus ^vetaik^) ,Flüsschen* (Hübschm. bei Kuhn 23, 18 und 32).
158 Griechische Etymologie.
Altind. vddn- ^Wasser, Wasserwoge' ; BV. 10, 68, 8: mat^am . . . uddni
ishijäntam ,deii Fisch, der im Wasser wohnt^; BV. 5, 45, 10: tidnä' nd
navam anajanta ,wie im Wasser das Schiff führten sie (ihn)^; — dazn:
itdanjdti ,er strömt dahin'; BV. 10,99,8: abhrijas nd jdvasai vdaiydn
,wie ein Begenguss, der auf das Gras strömt'; — udakd-m , Wasser^; BV.
1, 161, 8: idam udahäm pibata ,dieses Wasser trinkt; — üd- ,Was8ei^;
BV. 5, 41, 14: udä' vardhantäm abhisätäs dmäs ,an Wasser mögen zu-
nehmen die gewonnenen Ströme'.
Dass das anlautende v sich ebenso wie zum Beispiel in vygo-g ,feuchty
flüssig' (1, Seite 155) aus altem va- entwickelte, zeigen die Formen der
deutschen und anderer verwandter Sprachen. — Das Verhältniss der
Suffixe aller angeführten Formen unter einander ist noch nicht genügend
aufgeklärt Wie vdmQ neben t/dar-, so liegt ayuSq ,Eodi' (Ar. Frösche 146;
Plut 305) neben axa%- (Sophron bei Athen. 8, 362, 0: ßakU^orzeg %bv
^akctfioy anatog iviTtXrjoav. Auch in axaro-qfayo-g ,Dreck fressend' Ar.
Plut 706; Alexis bei Athen. 3, 107, F. Pollux 5, 91 lehrt: to oTcoaxeva^-
ficvov moTCQog av&goiTcov, oxcJ^* aqf* ov Tag nkaylag ov Xiyovoiv, akXa
%ov axatog xal t(^ axarl, wv t^v 6vof4aa%ixrjv ovx hupiQovoiv). Bildungen
auf 01^ wurden übrigens schon aufgeführt unter ikoig-^ alt ßikwQ- ,Baub,
Beute' (1, Seite 477), solche auf ar in ^^uar- ,Tag' (1, Seite 624) und tjnca^"
,Leber^ (1, Seite 608) und unter iyiun-a ,Eingeweide' (1, Seite 415). Aus dem
Dative vdei (Hes. Werke 61 ; Theogn. 901, wo aber Bergk nach Ahrens'
Vermudiung Ikvl schreibt) scheint sich zu vöcjq und vdat- auch noch
eine Nebenform vdog- zu ergeben. — Als zu Grunde liegende Verbalform
ist ein altindisches ud ,quellen, überströmen' (BV. 5, 85, 4 : undtH [aus *ur
-nd-d-ti] hhü'mim prthivt'm utd djä'm . . . vdrtmas ,Varunafi überströmt
den Erdboden, die Erde und den Himmel'; BV. 10, 149, 2: jdträ sanrnd-
ras skabhitds vi aunat ,wo das Meer fest hingestellt überquoll'; BV. 9,
61, 4: pavamänoßja tax vajdm pavitram abhi-umdatäs sdkhvtvdm &' t^nt-
mahai ,deiner des klar strömenden, das Läutemngssieb überfludienden,
Freundschaft wünschen wir') lebendig geblieben.
töisiv ,be6ingen, nennen'.
Eallim. Zeus 76: avtlxa xokK^og (xhv vdelofiev ^Htpalatoio. Fragm. anon.
62 : ^S'Qtjv T^v evT&ivov hnayQOfiivrjg vdioifii. Arat 256 : Ilkrjlddeg . . •
iTvranOQOi dri tat ye fier^ av^gwTCOvg vöiovrau Ap. Bhod« 2, 530: xal
ra fikv wg vdiovrai. 4, 264 : IdQxddeg, dt aal ngoud-e aekijvalrig vdiov'
rat Z(jü€iv, Nik. aL 47 : x^oc^ov ngaaloio, %6 ^ fieklqwkkov iievci. 525 :
Ttelvo xaxov ^vfivjf^a, t6 di^ ^' vdiovüi fivxriTag na^ifctjdfjr.
Dazu: altir. faed ,Schrei'; kymr. gwaedd ^(jfeschrei, Buf, ,laute Weh-
klage' ; altir. fmn (aus *f(Ht'd) ,Ton, Lauf, ,(j[esang' (W. Stokes in Kuhn
Beitr. 8, 330 und bei Bezzenb. 11, 78).
Alts, far-wätan ,verfluchen' (Gloss. Lips.); ahd. far-wäzan »verweigern^
zurückweisen'; ,verfluchen'.
lit vad-inü ,ich nenne' ,ich rufe'.
Griechische Etymologie. 159
Altslay. vaditi ^anklagen'.
Altind. vad' : vädati ,er redet, spricht , lobsingt, lässt die Stimme er-
schallen'; BV. 1, 87, 5: pitür prainäßja gdnmanä vadämasi pmch des alten
Vaters Weise singen wir*; RV. 10, 117, 7: vddan brahmd' dvadatas vdnU
jän ,ein betender Priester erlangt mehr als ein nicht-betender*; vand-
ypieisen , rühmen' ; BV. 5, 28, 4 : ägnai vändai tdva grijam , Agnis , ich
preise deine Herrlichkeif.
Das anlautende v entwickelte sich wie in väaz- jWasser* (1, Seite 157)^
also ans altem va-. So aber ergiebt sich nächster Zusammenhang mit
aeld-eiy, alt dFeld^eiv ,singen' (1, Seite 23).
Mvo^ ,Trü{fel, Erdschwamm'.
Matron (bei Athen. 2, 62, C): ooTQea %" rjveucevj Qitidog NrjQrjldog vdva.
Athen. 2, 62, G: JltptXog 81 övanertra qyrjaiv elvai ra vdva, evxvla dh
naQaXeavTixa^ nQoaiti di diaxtoQrivixd, nal Ivia ctvvcSv ofiolwg %olg fjiv-
naig Ttviywdri elvai. Theophr. Pflanz. 1, 1, 11: ov%e yaq ^l^av navT* ^ei
ov%B xavXov ovre axQBf^ova ovre nkadov ovte q>vkXov ovtb av&og ovre
maQTtov ovt' av q)Xoibv ij fiTJfQav ^ Ivag tj (pXißag olov f^vxtjg vdvov.
Diosk. 2, 74 : vävov ^iCja ia%l 7t€Qiq>eQi^gj aq>vXlog, anavlog, VTto^avd-og,
toQog oQVTTOfiivrj' idddifiog di iöJiv wfii^ ze xal iq>&ii ka&iofAivri.
Dunkler Herkunft Das Suffix ist offenbar das selbe wie in ^eävo-v, alt
fidva-y ,6rautgabe' (1, Seite 382). Man hat Zugehörigkeit zu oid-aveiv
,achwellen^ (Seite 129) vermuthet, die aber nicht für wahrscheinlich
gelten kann.
iöffO' (yermuihlich ungeschlechtig) ,Wa8ser', begegnet nur in einigen
Zusammensetzungen und Abtheilungen, wie:
äv'VÖQo-g ,wasserlos'; Hdt 2, 149: vo dk vöwq %b iv %ij llfAVj] avri-
yevig jucr ovx ^oti (avvÖQog yaq drj deivwg iati — nämlich ^iyvrtTog —
tavtfj). Hdt 4, 185: iQtjfiog tuxI awdqog xal adTjQog xal avofißgog xal
a^Xog ioxi r\ X^QV* ^^* ^^^ ^^ ' OfiVQvrjg ö^ avvÖQov xaitvog elg 3q6-
q)ovg Oolßov nirerai. Troad. 1084: cv fiiv q)&lfX€vog dlalveig a&antog
äwÖQog. — ev-vögo-g ,wa8serreich'; ,im Wasser lebend'; Aesch. Ag.
1128: TtlTvei d' iv ivvÖQifi veixei. Soph. Phil. 1454: NvfAq>ai %^ ^wögoi
leifiioviadeg. — vd^-tan- (jSÖQwtp) ,wassersttchtig'; ,Was8ersucht';
^Fruchtwasser'; Hippokr. 2, 511: ovgiei jeaxv oxolov neg vögumeg. Hipp.
3, 461: vdQwtp ijv oXdrjfia ^wv iv tolai oxiXeai ßriocj}. — Hipp. 1, 529:
%olg dh Jtaidloiaiv vÖQtorteg iyylvovrai iv tolaiv oQX^aiv* Hipp. 2, 93:
vdqwftiav ovo g>vaiBg, wv 6 g^iv VTeoaagxldiog iyx^iQiwv ylvea&ai aq)vx-
%ogf 6 ii fiBff* iixq>vori^a%(jDv noXXrjg eihvxlrig deofievog. Nik. al. 341:
rtaoa di ol rqdvg diaTtlfiTCQarai, tog bno^^ vdQWXff TVfinavöeig dva fjtia-
oov agwayevog dfig>aJL6v l'^ec — Arisi Thierk. 7, 57: ftQuitov f^kv ovv vögtotp
i^iq%e%ai xivovfiivov %ov ifißQvov. — vögalveo^ai ,sich benetzen, sich
baden'; Od. 4, 759: 17 d' vÖQtjvafiivrij xa&aQcc xQot Fel^ad^" iXovaa, eig
VTtegip' avißaive.
Altind« tidra-m jWasser*, nur enthalten in an-tddrä' («= av-vÖQo-g)^
160 GriechiBdie Etymologie.
jWasBerlos' (RV. 10, 115, 6) und im abgeleiteten ledn-n- ,wafi8erreich* (RV.
2, 24, 4; 8, 7, 10; 9, 74, 7; 10, 101, 5 und 6).
Gehört unmittelbar zu vdaz- (mit dem Nominativ vdwQ) ,Wassei^
(Seite 157), schliesst sich seinem Suffix nach aber an Bildungen wie afi-
TtQO'V ,Zug8eil^ (1, Seite 240), aJLevQo-v ,Mehl, Waizenmehl^ (1, Seite 295),
axQO'V ,Spitze' (IL 14, 292; axgchg ,8pitz auslaufend, höchst, äusserst', 1,
Seite 56) und andre. Der Schlusstheil yon vögoPTt- ist nicht ganz ver-
ständlich, da man dabei doch kaum an wjC' ,6esichf (1, Seite 643) wird
denken dürfen.
üöQo-q ,Wa8serschlange^
n. 2, 723: l'Axel* fxoxd'Ltiovra (d. L OikoTm^Trjv) xaxtfi oXoF6q>qovog vöqov.
Alist Thierk. 1, 6: tu likv evvÖQa,... noXXa d* iarl roiaika . . . xal
anoda, olov vÖQog, 2, 83 : ol fikv yag vdqoi knl t<^ fjTcaTi ^ovaiv (näm-
lich xo^^)' — Dazu: väQrj , Wasserschlange'; Hes. th. 313: *lExiSva ....
%d tqItov vdQrjv avrig iyelvcevo^ Ivygc ßidviav, ^eQvaltiv. Soph. Trach.
574 : ißatpßv lovg d-qi^iia ^eQvalag vÖQag. Eur. HerakL 950 : vöqag li-
4>vTag t' k^arcoXkvvai Xiyatv ineiineg.
Ags. otoT] ahd. oüar] nhd. Otter yFischotter'.
lit vdra ,Fischotter'.
Altslav. vydra ,Fischotter'.
Altmd. udrA-Sj ein bestimmtes Wasserthier^ vielleicht ,Fischotter^ (V. S.).
Altostpers. udra^ ein Wasserthier.
Gehört unmittelbar zum Vorausgehenden. Dem Suffix nach aber ver-
gleichen sich noch Bildungen wie ofißQo-g ,Begenguss' (1, Seite 556) und
al^QO-g ,reine Luft, Kälte' (Seite 91), mit vdfri aber ai&Qti ,reine Luft,
Heitre' (Seite 91), Ugri ,Sitz, Sessel' (1, Seite 380) und andere ähnliche.
ifp' ,weben', verbal lebendig nur in den abgeleiteten vq^aeiv (Od. 7, 105) und
vfpalveiv (n. 3, 125; 6, 187; 456; 7 324; 9,93; aoristisch vqyrjvov Od. 13,
386; vtprjvag Od. 4, 739).
Dazu: iyij ,Gewebe'; Aesch. Ag. 949 : q)&elQOVTa nhoitov agyvQiavi^'
Tovg &^ vqfag. Eur. Iph. T. 312; ninXtav %e nQovxaXvrctev evTtrjvovg vq>ag.
814: tovt' ovv vq>i^vao* ola&ag evfci^voig vq>aig; Ion 1146: ly^v 6^ ixpav-
%ai ygafifiaaiv voiald' vq>aL — vg)og-' ,Gewebe'; Pherekr. Kom, Bruchst
243: vg>og. Strabo 10, 1, 6: wate ra vq)rj x^^Qo/naxtQa ylvea&ai, Sokrat
Bhod. (bei Athen. 4, 147, F): rjaav de xal ol toIxoi akovgyiai aal diaxQv-
aoig ififceneraof^ävoi vfpsau Diosk. 2, 68 vom Spinngewebe: xb dk Sq>og
avTqg (d. L aQaxvtjg) iTtiti&ifievov alfia Yarrjau — vq>c.€iv ,weben'; Od.
7,105: al (d. L dfitpal) ö^ latovg vq>6wai, — vq>aLveiv ,weben'; 11.3,
125: fi äi fiiyav larcv vq)aivev. Od. 13, 108: vvfxq)ai q)aQe vtpalvovoiv
^tltnoQifVQa, IL 6, 187: nvxivov dolov aklov vq>aivev (,stiftete an'). IL 7,
324: xoia 6 yigtav TtäfiTCQWTog vq>aivifi€v iJQx^^ f^tjtiv NioTWQ,
Ahd. weban] nhd. weben.
Dazu : altind. ürna-vä'hhi-s ,Spinne' (Qat Br.), eigentlich ,der Wollen-
Griechische Etymologie. 161
weber* {ü'rnä ,Wolle* RV. 4, 22, 2; 5, 52, 9). Davon abgeleitet: äumav&hhär
,yoii einer Spinne entsprossen^ (BV. 2, 11, 18; 8, 32, 26; 8, 66, 2).
Das anlautende v entwickelte sich wie in vöcn- jWBaaei' (Seite 157),
vftvo-g ,SchlaP (Seite 153) nnd anderen Formen. Das abgeleitete vg>aeiv
scUiesst sich unmittelbar an v^ry. Aus vq)aiveiv (aus *vq>avjeiv) darf man
wohl ein altes '^vq>av- ,6ewebe' (Suidas fflhrt ein vq>a' t6 vq>aafia auf)
entnehmen oder auch ein *vg>av' ,Weber'.
€^€aQ- ,Mi8teP, eine Schmarotzerpflanze auf Tannen und Fichten, bei den
Arkadiem.
Theophr. Pflanz. 3, 16, 1 : 6 di nqlvog • . . taxei dl mal l^lav xal vq>eaQ*
wü%e ivlore avfjißalvei titxaqag Sfia xaQTtovg ^eiv ovrovy ovo fikv %ovg
iavTOv dvo d' ailovg tov re T^g l^lag xol xov %ov vg>iaQog* xal v^v fikv
i^lav q>iQ€i Ix twv nqog ßoQQav x6 di vg>eaQ Ix xwv ftqhg fiecrifißglav.
Theophr. c. pL 2, 17, 1 : d-avßaauaxaTOv d' av do^eie . . . elvat xo Mvia
fiij dvvaa^ai ßXaaxaveiv iv xfj yfj xal aftigfiaxa mal q>vxa xa&aneQ
fl l^La xal Tj üxeXig xal xb v(peaQ, dv r^r ^hv xalovaiv Evßoelg xo
öi vqfeag Idqxodeg • • . to yaq vipeaq iv xalg kkdxaig xal Tcevxaig yl-
vexai.
Dunkler Herkunft Der Bildung nach wohl mit oveiag ,Beistand, Hülfe',
,Speise' (1, Seite 545) und akeiaQ ,Mehl, Waizenmehl' (1, Seite 295) zu ver-
gleichen.
i^üo-g ,unnfitze8 Geschwätzt
Plat Theaet 176, B: xccvxa yoQ iaxiv 6 leyof^evog y^atSv v&kog, wg
ifiol q>a£v€xai. Lysis221, D: aq^ ovv • . . o dk xo ngoxegov iXiyof^ev
tplXov elvai, vd'kog xig ^v^ äoTteg Tcoltjfia fiaxQov avyxelfievovj Staat 1,
336, D: (ig iyio ovx aicodi^ofiat^ iav v&Xovg xoiovxovg i'iyfjg* — Dazu:
v^^^££y ,unnützes Zeug schwatzen'; Ar. Wolken 783 : v&Ulg' aft€QQ\
ovx av dida^alfirjv a Ihi. Ephipp. (bei Athen. 8, 347, G) : xoiav&^ v&hZv
öeiTtveu
Zur Beurtheilung des Wortes wird Hesychs AnftLhrung va&log ' aalogy
(pXvaQog (er giebt auch: vd'Xog' q)lvaQla, (noQla, ki]Q6xrjg, (phqvaq^la) mit
in Erwägung zu ziehen sein, die dieselbe ungewöhnlichere innere Laut-
verbindung -a&X- enthält, die schon in la&Xo-g ,gut, tüchtig' (1, Seite 399)
entgegentrat Als suffixaler Theil löst sich offenbar d'Xo ab, wie es auch
in oLB&Xo-g ,Eampf, Wettkampf, Anstrengung, Arbeif (1, Seite 8) enthalten
zu sein scheint Zu Grunde liegt möglicher Weise das schon unter vdax-
,Wa8eer' (Seite 157) angeführte altindische ud- ,queUen überströmen' (Seite
158), so dass etwa in vd-Xo-g (? aus "^vd-d'Xo-g) ein innerer Dental ausge-
fallen, in va&Xo-g vor folgendem & in den Zischlaut übergegangen sein
würde. Bezüglich der Bedeutungsentwicklung würde man q>XväQ0'g
,Schwätzer' (Plut Axioch. 369, B), ,unnützes (Seschwätz' (Ar. Wölk. 365;
Plat Axioch. 365, E; dazu q>Xväqla ,unnützes Geschwätz' Ar. Lys. 159) ver-
gleichen können, das von q>Xv-siv ,übersprudeln, aufwaUen' (11.21,361:
ava d* Mq)Xv€ xaXä ^iße&Qa)y dann ,schwatzen' (Aesch. Prom. 504: fifj
Leo Meyer, Oiieohisohe Etymologie. 11. 11
162 Griechisdie Etymologie.
f^arrjv (pXvaai ^ikwv)^ auBgifig. Bei Demosthenes (35, 25) sind v&Xov xal
tplvaglav verbunden.
€aaax-' {vaaa^ ^weibliche Scham'.
Ar. Lys. 1001: Mneixa d* ällai %al xora 2naQ%av Sfia yvvalx€g ^neq
and fiiag vOTtkaylSog dni^laov vwg avÖQag äno %wv vaaaxwv.
Dnnklen UrspnmgB. Das Suffix wie in opupox- ^nnreife Weinbeere^
(1, Seite 556). Vielleicht ist das Wort nnr dorisch.
^006"^ ^Wnrfspiess^
Polyb. 1, 40, 12: avyaxoni^o^ivwv i' ivegyolg xai nvnvoig %olg vaaolg
xal %olg yQoaipoig. 2, 23, 8 : %a%i d ' ^ 'Pcc^jual'x^ navoTtUa . . . ngcg dk
tavtoig vaool dvo. Plnt Pomp. 7, 4 : nQlv kv ifißokalg voadSv yevia&ai
rag q>ahryyag»
Dnnklen Urspmngs. An änsserlich ähnlichen Formen würde zunächst
ßvaao-g ,Tiefe' (IL 24, 80; Hdt 2, 96; 3, 23) zu nennen sein, das, da ßv&o-g
,Ti6fe' (Aesch. Prom. 432; Schutzfi. 408; Ch. 507) unmittelbar daneben liegt,
aus *ßv^6'g hervorgegangen sein wird. Das sonst noch ähnliche ^vaco-g
,zusammengeschrumpft, runzlich' gilt für eine weniger gut beglaubigte
Nebenform von ^ac-g (U. 9, 503: ßQvaal. Eur. El. 490; Schutzfi. 50; Ar.
Plui 266).
'ßaciono'^ Name einer mit dem Isop in die selbe Glasse der Lippenblüdier
gehörigen Pflanze.
Mos. 2, 12,22: Xri^xpead-e dk diOf^Tjv vaocifrov. Nikand. ther. 872 : rrj-
dvv dk xal i/iißQl&ovaav dvlrjg ijfiwev . . . aUiote d' vaawnog. Parme-
niskos (bei Athen. 4, 156, E): nQortiwv 6* vatinov tijv äqav Inayuye iftl
TTjv ka%iaaiv. Diosk. 3, 27 : vuotaTcog [Pwfialoi vaadnovfi, ol dk la%€Qt
ol dk xaooiakay AiyvnxiOi TtBOaXi^ noa yvw^ifiog, dioai^, fj fikv yag
%lg ioTiv ogeivr^, ^ dk xrjnevtij' aQlavrj di lativ fi iv Kilixlf yervu-
fiivTf. Diosk. 3, 30 : 17 dk ov^ig • • . fAakkov iotxvla iaawftqp.
Aus dem Semitischen entlehnt (AMüller bei Bezz. 1 , 279) , hebräisch
esobh (Mos. 2, 12, 22; 3, 14, 4; 6).
^ajikriy {vanXrj^\ daneben voTtktjyy^ (Lykophr. 22; Luk. Eataplus 4 und
Tim. 20; Opp. Vogelf. 3, 18; dorisch vcnkäyy- Theokr. 8, 58; mit den
Nominativen vankrjy^ und dor. voTtkäy^ ,das Seil, das als Schranke
vor den Wettrennem gezogen war xmd unmittelbar vor dem WetÜauf
niedergelassen wurde'; ,Stellholz in der Vogelfalle'; ,Anker'.
Plat Phaedr. 254, E: o d^ 'qrloxog hi fiäkkov tavvdv na&og na&iiy,
wancQ ano vankrjyog avaneowy. Philipp, (in Athen. 6, 259, 1): %tg tov
axvow ^EQfir^v ae TtaQ^ vaftkrjyeGaiv ^xhjxev] Anth. 11,86: 6 tp6g>og rjv
vafcktjyog iv ovaai. Antipatr. (in Anth. 9, 557, 5) : ry ^er^ iq>' vaTtkrjytav
7] TiQfiovog eldi ng oxqov ijtd'eoy. Paus. 6, 20, 13: ngwzai fikv d^ Ixo-
TiQW&ey al nqbg %fj atoq tfj ^Ayvanvov x^ktioiv voukrjycgy xalol xotce
Tixvrag iavtjxoTeg ix&iovaiv %7tnov nqwtoi. — Theokr. 8, 58 : divd^eai
f.tkv xBiiAunß ipoßeqov xaxov . . . ogviatv d' va/ckay^ Opp. Vogelfang 3, 18:
gaßdov iftl %ff yfj dei n^^ai fiaxQav, ix fjirjQlv-d'Ov dk ccvti^ ngoad^ai
Griechische Etymologie. 163
ßgoxov, fiiatfi di vOTtXriyya, rovg kKariQW-d'ev kvyovg «»* 7tBQiü%Qog)y xa*
Xvictovra . • • fov ßgoxov , ov bI inixpavaovaiv ol xoloiolj tj likv vanhfff^
xcnolic&ävei. — Lykophr. 22: vavtai Xla^ov %anb yrjg iaxo^oaav
vartXfjyyag. — Dazu: vaTikaylä- (vanXäylg), dorische Form, ,das
vor den Wettrennem als Schranke auBgespaimte Seil'; Ar. Lys. 1000:
yvvaixeg qneg and fiiag vonXayLdog afCT^kaov twg Svdgag ifcd %iSv
vaaoauav.
Der Schlnsstheil des Wortes wird der selbe sein wie in ßov-nhfiY-
^Rinderstecken zum Antreiben der Binder' (II. 6, 1 35 ; Timon bei Athen.
10, 445, £; eigentlich ,Binder schlagend', womit zn vergleichen IL 16, 728:
%n7tovg ig nroXefiOv nenlrjyifiev, 11.2,104 und 4, 327: Tt^^-mno-g
,Bo8se schlagend, antreibend' und auch Od. 10,238: fgaßdqf TtBuXr^yvla
%€na avq>eolOiv ißäQyvv), Ttaga-^Xriy- ,hingeschlagen, flach' (Od. 5, 418
= 440 vom Meeresgestade), ,wahnsinnig, verrückt' (Hdt 5, 92, 6; Ar. Plut
242; Xen. Oek. 1, 13; zu vergleichen II. 13, 394: TtXrjyii qxfhag^ xvf^ato-
-nlriy- ,von Wogen geschlagen' (Soph. Oed. Kol. 1241), avTi-TcXriY- ,ange-
schlagen' (Soph. Ant 592, vom Gestade), gehört also zu uXriaaeiv ,8chlar
gen' (Od. 18, 231; dazu: nXrffirt- ,ge8chlagen, getroffen' 11.8,12; 455;
nXriYYi ,Schlag' II. 2, 264; 11, 532). Minder deutlich aber ist der erste Theil.
Die Vermuthung, dass altind. üd ,empor, auf' (RV. 5, 84, 8 : Jcdugam üd
aeä ,den Eimer hebe empor'; RY. 1, 164, 51: vdakdm tid ca aiü dva ca
,da8 Wasser geht auf und nieder'; BV. 2, 43, 3: gakunai . . .j'ad ud^ätan
vadasi ,o Vogel Qakunis, wenn auffliegend du singsf ; BV. 3, 33, 13: üd
vas ürmis gdmjäs hantu ,eure Woge schlage die Zapfen empor') darin
enthalten sei, so dass das Ganze zunächst ,die Emporschlagende, Empor-
schnellende' bedeute, hat zu wenig sicheren Boden.
üaxBQO''g ,der spätere'.
IL 5, 17: d' vozegog wqvvto %oAx(^ Tvdefldijg. IL 18, 333: aev voze-
Qog dlpL^ vno yaiav, IL 1, 27: fiij ae » . , xi^^oi rj vvv dßrjdvvovr^ tj vate-
Qov avTig iovra. IL 7,291: vvv fihv Ttavawfzea&a . . . ai^fiegov' vategov
avte ^axBoad^ed-a, Od. 16, 319: i^iXoifÄi . , . varega zaira nivea&au
— Dazu: voxaxo-g ,der späteste, der letzte'; IL 2, 281: dtg Sfia foi
Ttgdhol TB Kai vöxa%OL vUg Idxaißwv fiid-ov axovoBiav. IL 5, 703: xlva
TtgtStov, tlva d^ vatarav i^Bvogi^av; Od. 20, 116: fj.vrjüT'qgBg Ttvfiarov
%B KOI vazazov . . . iXolaro daita, IL 1, 232: vvv varata Xcjßi^aaio.
Altind. üttara-s ,der obere, höhere' ,der spätere' ; BV. 4, 26, 6 : sdtMnam
bharat . . . diväs amushmät üttarät ,den Somas brachte er von jenem oberen
Himmel'; BV. 10, 67, 10: jadä' , . . drdkshat üüardni sddma ,als er stieg
zu den oberen Sitzen'; — BV. 1, 113, 13: mMs ..-vi uch&t üüarän dnu
djün ,die Morgenröthe wird an späteren Tagen leuchten'; BV. 10, 85, 40:
sdumas prathamds vividai gandharvds vividai üttaras ,Saumas hat sie
als der erste erhalten, Gandharvas hat sie als der spätere erhalten'. —
Dazu : tUtamd-s ,der oberste, der höchste' ; ,der äusserste, der letzte' (Bäm. ;
Mbh.) ; BV. 5, 60, 6 : jdd uttamdi marutas madhjamdi vä jdd vä avamdi
11*
164 GriechiBche Etymologie.
. . . divi sthd ,ob ihr Manite im obersten oder mittelsten oder untersten
Himmel seid^
Der Zischlaut entwickelte sich wie in 7tohü-%Xvaxo-g (aus *-xAvd-To-,
neben xXidwv jWeUenschlag' Od. 12, 421), ,yielwogend' (Od. 4, 354; 6, 204;
19, 277) und in ipivaTtj-g (zu xfßeid-ead'ai ,lügen^ Od. 14, 365) yLfigner'
(IL 19, 107; 24, 261). Zu Grunde liegt altind. ud ,empor, auf, dessen schon
im Nächstvorausgehenden Erwähnung geschah. Das comparativische Suffix
wie in IhtBuo-v ,das Innere' (1, Seite 417), ngovego-g ,der vordere, frühere'
(Od. 19, 228; IL 4, 308; 15, 166; 23, 790; zu ngo ,vorwärtB, vom*, ,früher'
IL 1, 195; 442; 15, 360; 1, 70), VTtiQveQo-g ,h()her gelegen, höher'; ,vorzüg-
licher' (Od. 3, 65 — 470; IL 11, 290; 786; zu vftig ,über' (Seite 144).
iöräQri ,6ebärmuttei^.
Hdt 4, 109: xaatoQeg xal oXla ^gla zeiQoymvoTtQoamTta, . . . xal oi
o^ug avTOlal elat xQV^^f^^^ ^9 voTegitov caceaiv. Hipp. 1, 324: kvy^inl
rovToiai q>XavQOv %al ftvvaig vaveQwVj yLoi avvrelvei. Plat Tim. 91, C: al
d* iv Talg yvvai^v av fjirJTQal re xal va%iqat Xeyofievai . . . elg anoQlag
tag iaxarag kfißakkei xal vooovg Ttavrodanag akXag Ttagix^u Arist
Thierk. 1, 55: rov dk ^keog Xdiov iiigog variga . . . xal ovgij&Qa M^ca %(Sv
voregäv. 1,86: Talg vaviqatg ... 17 d^ d-ioig iazlv iftl rolg ivrigoig'
ircl dk T^g iazigag fj xvOTig. 7, 26: orav di avXXaßtj t] variga %6
anigf^a, evdvg avfifivei ralg noXXalg.
Ist oft für die substantivisch selbstständig gewordene weiblichgeschlech-
tige Form des vorausgehenden vazego-g ,der spätere' gehalten, dabei aber
die Entwicklung der Bedeutung von solcher Grundlage aus doch nirgend
in überzeugender Weise erwiesen. Die Suffixform %egri ist in unabgeleiteten
Wörtern sehr ungewöhnlich, aber wahrscheinlich noch enthalten in lat
littera ,Buchstabe' (Plaut Aul. 325 : irivAn litterämm homo) und möglicher
Weise auch in ötg)&ägä ,abgezogene und zubereitete Thierhauf (Thuk. 2,
75 ; Plat Enten 53, D), falls dieses letztere nämlich, wie man vermuthet hat,
von ditp-eiv ^rben' (Hdt 4, 64; deipijaag Od. 12, 48) ausgegangen und
ähnlich, wie iq>^6-g ,gekochf (1, Seite 389) aus Hnaxo-g^ aus einem alten
^denarigc entstanden ist Die Wurzelform ist nicht sogleich mit Sicher-
heit zu bestimmen, da zum Beispiel der Zischlaut auch aus einem Dental
hervorgegangen sein könnte. Wahrscheinlich aber entwickelte sich das an-
lautende V wie in vdaT- ,Wasser' (Seite 157) und es besteht naher Zu-
sammenhang mit altind. vastt-8 ^Blase, Harnblase' ( AV ; VS ; QsiL Br.), lat
vS^tca (daneben das Deminutiv vensücula Lucr. 6, 130) ,Hamblase' (Plaut
Gas. 458; Hör. sat 1, 8, 46); ,weibliches Glied' (Juv. 1, 39; 6, 64); ,Schwulst
der Bede' (Mart 4, 49, 7: at nostrfs procul est omnis vesica libdlis) und
nhd. Wansty so dass man als Grundbedeutung wohl ,die Schwellende' oder
,die Geschwollene' vermuthen kann. Im Griechischen wird noch vargo-g
,Bauch' (Hesych: vargog' yaarrig) eine nahzugehörige Form sein.
tcxf^ifia-v (nur in der Mehrzahl belegt), ein argivisches Fest, bei dem der
Aphrodite ein Schwein geopfert wurde.
Griechische Etymologie. 165
Eallimachos (bei Athen. 3, 96, A, wo es aber heisst, fia^vgel KakU-
f^ax^S ^ ZTjvodoTog iv laroginolQ inofin^fiaai yqa^wv): uiQyeioi l^q>Qo-
So scheint bei dem Wort an v-g ,Schw^^ (Seite 139) gedacht zu sein.
Damit wird seine Bildung aber durchaus noch nicht klar. Aeusserlich
ähnliche Bildungen sind: fivan^Qio-v ,6eheimnis% religiöse Geheimlehre^
(Soph. Bruchst 736; Hdt 2, 51; Thuk. 6, 28; Eur. Schutzfl. 173), xluat^-
Qio-v ,Elystierspritze'| ,Dannausspülung' (Zonaias: xkvanjQiav' laTQixov
i^aXelov xal xkvoTat)^ &vajfJQiO'y ^Operationsbasis^ (Suidas: dvatijQiov'
%6 OQflfjTTJQlOV).
i&tiaxö'^, ein Trinkgefäss.
Bhinthon Herakl. (bei Athen. 11, 500, F): h vaTicnup ts xa&aQov kka-
T^ga ai xa^aqüiv %* dXri%(av xahpixfov a7tBQq6(pBig.
Dunkler Herkunft Weist zunächst auf ein Hotio- zurück, wie zum
Beispiel TtXovaiaxo-g ,dem Reichen geziemend' (Alexis bei Athen. 13, 565, B)
auf ftkovaio-g ,reich^ (Hes. Werke 22; Soph. KSn. Oed. 455) zurück führt
Möglicher Weise besteht Zusammenhang mit dem Vorausgehenden.
^OtQix- (daneben vavQiyy- Opp. Jagd 3, 391. Nominativ Sar^i^ Arist
Thierk. 6, 177) ,Stachelschwein^
Hdt 4, 192: xora Tovg vofiadag (in Libyen) öi io%i %oiv(av ovdiv, älk*
akXa toiade, nvyagyoi . . . vaivai xal vazQixeg xal xgiol ayQioi. EalL
Artem. 96: xvvooovgldag (Jagdhunde), a% ^a dm^ai wTuarai . • . xal xol"
Trjv iXaq>oio xal va%Qi%og %vd'a xaXial ar^fi'^vai, Arist Thierk. 1, 34: oaa
fiivTOi ^H '^Ql%ag nayza ^(fioxofxeV tqixwv yag ti eldog ^eviov xal %ag
axay&wÖBig rglxag, oXag ol x^QOaloi ixovaiv ixlvoi xal ol vatQixeg* rgixog
yagxQ^^ nagixovaiv. 6, 177: xal fj vatgi^ ök qxokevei. 9, 162: dvvavtat
d' dq>iivai ol agaxvai to icgaxviov • • . dfto vov otifiarog olov g^koiov, ij
ra ßdXlovra ralg ^gi^lv, olov al vargixeg, — Dazu: voTQixld- {vCTgi-
xlg) ,Stacfaelpeii8che'; Ar. Frösche 619: voTgixldi fiaaTiywv. Ar. Friede
746: vojgixls sLaißaXiv ooi elg zag TtXevgag.
Offenbar wurde das Thier darnach benannt, dass es haarartige Stacheln
oder Stachelhaare (%ag äxav&ddeig tglxag Arist Thierk. 1, 34 ; %olg yovv
iniovaiv inl Xvfijj %ag avud'ev rglxag olovel ßikrj ixTcifiTcei Ael. n. a. 1, 31
vom Stachelschwein; vOTglyyatv . . . dfig>l di ^ivbg tgrixBlaig laalaiai
nigiS niqfgixev i&elgaig Opp. Jagd 3, 395) hat, das Wort ist also bezüg-
liche Zusammensetzung mit dem Schlusstheil rgix- ,Haar'. Die beiden
Casusformen des einfachen Wortes mit anlautenden & {^gl^ Aesch. Sieben
535; &gi^l IL 23, 135) sprechen nicht dagegen^ da Sotgix- doch nicht
mehr als lebendige Zusammensetzung gefühlt wurde und sein inneres
T auch an dem nachbarlichen Zischlaut einen gewissen Schutz hatte. Min-
der deutlich aber ist sein erster Theil. An v-g ,Schwein' (Seite 139), mit
dem das Wort öfter in Zusammenhang gebracht worden, wie zum Beispiel
vom Komiker Piaton (Bruchst 28,4: xovdiv dq>'vdg ylyverai nXiiv vaTgi-
xlg xal fcrjldg fj/Älv xal ßori), kann man nicht wohl denken, da sich dabei
166 Griechische Etymologie.
der innere Zischlaut nicht erklären würde. Möglicher Weise aber stimmt
va- mit dem schon anter vanlriy- ,Schrankenseil' (Seite 162) erwähnten
altind. üd ,empor, auf überein, wie es zum Beispiel enthalten ist in un-
-rnükha- (ans *t^d[-m.) ^dessen Gesicht emporgerichtet ist^ (Mbh.; H^h.;
mühha-m ,Gesichf B V. 4, 39, 6) , ifd-grtva- ,mit emporgerichtetem Halse^
(Spr.; grivä'- ^Hals^ RV. 4, 40, 4), tie-chiras- (aus *tid-firflw-) ,mit empor-
gerichtetem Haupte^ (Eumäras.; giras- ,Haupt' BV. 1, 52, 10; 1, 84, 14), so
dass dann als die Grundbedeutung sich ergeben würde ,dessen Haare em-
porgerichtet sind^
'Böyii, eine Pflanze, der die Scharlachfarbe {vaylvov) entnommen wurde.
Suidas: tJayij* ßoravt]' xal iaytvoßaq>riq xitotv^ ßeßafifiivog. Dazu:
vayivov ,Scharlachfarbe^; Nik.ther.511 : aQiüToloxeta . . . av&ea d* vaylvt^
heQei^etai. Myrin. (in Anth. 6, 254, 3) : Ix tlokkov ßafp&ivra xai tfayl-
voio d-iqiatQa (jSommerkleider*). — vayTvo-ßaq>ig' ,scharlachroth ge-
färbt' (zu vergleichen Hdt 7, 67 : Sagayyai dh dfiata fih ßeßafifiiva
f^XOVTeg iviTtQBTtov)] Xen. Kyr. 8, 3, 13 : 7tQOvq>aLv€to 6 Kiqog . . . ^oiv
. . . Ttegl Tolg axileaiv ava^vgldag (,BeinkleiderO vaytvoßatpelg.
Wahrscheinlich ungriechisch; vielleicht galatisch, da bei Pausanias (10,
36, 1 : Ti}y 8b d-ifxvov tovtijv *'liüveg f^kv xal z6 Silo ^Ellrjvixov xoxkov,
raldrai ök ol vnkg Ogvylag qxov^ rfj inixo)Ql(p ag>laiv ovopLatqvaiv ig)
ein galatisches ig ,Scharlachbeere' (xoxxo^) angeführt wird, das wohl kaum
weit abliegt — Mit vayivo-v vergleicht sich bezüglich des Suffixes etwa
TCQovi'ivo-g ,vom Komelkirschbaum' (Hom. hymn. Herm. 460; zu xQaveia
,Eomelkirschbaum^ II. 16, 767 ; Od. 10, 242), neben dem die sonst ähnlichen
Bildungen, wie ^wQUivo-g ,von der Tamariske' (IL 6, 39; zu fÄVQlxrj ,Ta-
maiiske^ IL 10, 466; 467; 21, 18), oiavivo-g ,weiden' (Od. 5, 256; zu olavr;,
eine Weidenart, Seite 132), ellartvo-g j^chievf (IL 14,289; 24,454; zu
elatrj ,Fichte^, 1, Seite 468) nur kurzes inneres t zeigen.
töpthri ,Eampf .
Bei Homer etwa 50 mal. IL 2, 477: wg zovg fjyefjioveg öi&fLoafXBov iv&a xai
^v&a ioftlvr^vä* livai. 11.4,462: riQiTtB (J\ cig oxe itvQyog^ hl HQOTeQfj
va^lvt], n. 11, 72: ßloFag 8* vafÄlvj] x€q)alag ^ov. II. 15, 303: 6t fikv . . .
iafilvTjv ij^vvov. IL 15, 328 "= 16, 306: tvd'a 8' av^g ^lev av8Qa X€8a'
ad-elOTjg icfilvrig, IL 20, 245: ia%aF6%^ h fiiaaj] vafilvj] 8fjßiOT^vog. Od.
11, 612: 'd-ioxela Fiqya tHvxto . . . ia/xival tb /ticf)fcrt hb cpovoi t* avd^o-
Tcraalai vb, — Die kürzere Form vafilv- begegnet nur im localen Dativ
vafilvi IL 2, 863 und 8, 56 : (li^aaav 8 ' vcfxlvi fiaxBod-ai.
Die Suffixform fiivrj scheint ganz vereinzelt zu stehen, während die
kürzere füv schon in igfiZv- ,Stütze, Bettpfosten' (1, Seite 463j entgegentrat
und zum Beispiel auch noch in ^tiyfitv-, alt ßgrjyfuv ,Brandung,Wogenschlag'
(IL 1, 437; 2, 773; 8, 501) enthalten ist Bezüglich des Ausgangs Ivi; an sich
dürfen auch Bildungen wie ä^tvri ,Streitaxt' (1, Seite 51) verglichen wer-
den. Die zu Grunde liegende Yerbalform ist noch lebendig im altindischen
j^Ldhr ijudhjatai ,er kämpft' (BV. 10, 154, 3: jdi jtidhjantai pradMrumhu
Griechische Etymologie. 167
Q&'räsas ,die Helden , die in den Schlachten kämpf enO ; altostpers. jvbdh' :
jüicffijSiti ,er kämpft'. Dazu gehört altind. judkmä-s ^Kämpfer^ (RY. 1, 55,
2: indras . . . sanä't sd judhmäs dugasä panayatai Jndras, der Kämpfer,
zeigt sich von jeher durch seine Kraft bewundemswerth')^ und kelt itid-
,Kampf in zahhreichen Eigennamen, wie altkymr. lud-^erth (darin : nerth
,Kraff ; Wind.-Onrt 397). — Die innere Consonantenyerbindung Ofi ging
aus älterem ^/i hervor, wie in ^eofio-g ^Satzung, Brauch' (Od. 23, 296 ;
Hom. hymn. 8, 16) neben dorischem r€»fi6-s (Find. Ol. 6, 69; 7, 88; 8, 25;
13, 29; 40; aus *&e»fi6's\ ftelofiaT- ,Seil, Strick' (Od. 6, 269; 9, 136; 10,
96; aus *7tiv&fiaT-, zu altind bandhd-s ,Band, Fessel' BV. 8, 40, 8; 8, 56,
IS)» oQxrjofio-g ,da8 Tanzen' (Aesch. Eum. 376) neben oQXfj^fio^S (11.13,
637 ; Od. 8, 263) und sonst
ihi^q ^Pflugschar'.
Plut Bom. 10, 5: 6 d* oixiaTfjg ifißahav aQorqifi xakuiiv vvi,v . . . 7:
onov de nvXriv ifißakelv öiavoovvraij rf^v vviv i^eXqvTsg xal %b aqoTQOv
vneQ&iweg dialeifÄfia noiovoiv. Babr. 37, 2: %afivovTi xai avQOvvi trjv
vviv TctvQtp. Philipp, (in Anth. 6, 104, 4): arteQpLOfpoQov 7tt]Qrjv . . . xal
q>il6yaiov vviv . . . h^äfiaaev Ji]oL AntiphiL (in Anth. 7, 176, 4): pvv d'
dfOTfJQog x^Q^^ OidfjQelq /u* iSexvhaev vvig. Derselbe (in Anth. 7, 175, 3):
^ d ' vvig h v&iveaai. Isidor (in Anth. 7, 280, 2) : td ßoe ircLox^g ov%og,
%av vviv % dvaCTtaaov,
Dunkler Herkunft Das Suffix wie in Ivi-g ,Sohn', ,Tochter' (Seite 60)
und den neben diesem genannten Bildungen.
vfii'j Pronominalstamm des Plurals der zweiten Person: vjLielg ,ihr^ (IL 2,
75; 485) mit den Casusformen ifiiag ,euch' (Od. 2, 75; dafür vficg II. 2.
210; 12, 163; 21, 198), v/utr ,euch' (IL 1, 18; 260), vfiBltov fiuei^ (IL 4,
348; 7, 195; 19, 153; dafür vfiüv IL 7, 159; Od. 13, 7). Dialektische For-
men: vfif^eg ,ihr^ (IL 1, 274; 335; 14, 481), vfifie ,euch' (D. 23, 412; Od.
13, 357; 18,407; Pind. OL 8, 15), vfifti ,euch' (IL 6, 77; 7, 387; Pind.
Pyth. 4, 259).
IL 2, 485: vfieig yag &6ai iove TtotQeati tb flate ts 7tav%a. IL 1, 18,
viiiv fikv ^eol doiev . , . ix/tigaai ngidfioio noXtv. — Dazu: vfiö-g
,euer'; IL 2, 489: oi di Tax kxrtiQaua* iv vaiofiiv-qv noXiv vfii^y. Od. 2,
140: Hiri fioi fieydgwv • . . vfid xvrjfiav* Hdovreg. — vfxireQo^g ,euer^;
IL 5, 686: irceivd fAS xal XItcol alßdv iv noXei vfieriQ]].
Dazu : goth. jus ,ihr' ; Mth. 6, 8 : vait auk atta 'izvar thizei jus thaur-
biUhj faurthizei jus hidjaith ina: — alts. gi; — ahd. ir, nhd. ihr.
Dazu: lit jus ,ihr', Accusativ ßis ,euch'; Dativ jüms, alt jümus ,euch';
DuaL jüdu ,ihr beiden', weiblichgeschlechtig jüdvi.
Alban. ju ,ihr' (GMeyer, Wb. 163).
Altind. jushmä- (für *jiismd-) in den Oasusf ormen : Acc. jushm&'n ,euch
(BV. 1, 161, 14; 8, 7, 6. BV. 4, 2, 3: jushmäns-ea), DbL jushmdbhiam (BV.
1, 88, 3), Loc. jushmdi ,in euch' (BV. 6, 18, 5; 8, 47, 8; 8, 57, 19), AbL
jiishmdd ,von euch' (BV. 7, 60, 10; 7, 95, 5), GeneLjushmä'kam jCuer* (BV.
168 Giiechische Etymologie.
1, 39, 2; 1, 39, 4; 1, HO, 7). — Daneben: jö/rfw ,üir' (RV, 1, 15, 2; 1, 38, 4);
jmdm ,ihr beiden' (EV. 1, 15, 6; 1, 34, 3; 1, 34, 4; 1, 47, 5).
Altostpers. Dat jüshmaibjä^ ,ench', Abi. jüshmat ,Yon euch, Genetiv jüsh-
mähern ,ener*. — Daneben als Nominatiy jüzhem ,ihr'.
Als nächstvergleichbare Form bietet sich ruii- : ti^bIq ,wir' (1, Seite 624).
^fi#r- {vfiriv) ,dflnne Hanl^ zarte Hüllet
Kall. Brachst 295: iddxtvov %algwg4* vfiiveaoiv ofiolov, ^tjXiaöwv ixhv
vq>ao(jia, Nik. ther. 184 : fÄVxarog dk x^'^^^ v^iveoai nakvTcrei. Nik. ther.
193: ixveiiiiüv . . . oq>iog xriQiTQ6q>ov wea . , . i^ vfiivuv ixlva^B dagdoTt-
%(üv. Nik. al. 358: oYrj v i^ vfiivwv veakijg vno ov&ara fioaxog ßgacaei
avoKLQovovaa %i;a£y /levoeixia ^X'^g. Arist Thierk. 3, 80 : eial di xal
ifiiveg h %olg tf^oig anaai %olg halfioig. ofjioiog d' iarh 6 vfirjv dif-
fiari nvxv(p xal Xertji^, %üxl de %d yivog %%bqov, ovtb ydg iori axioroy
ovTe %a%6v. neql &iaatov dk %wv datwv xal negl hLoatoy twv ankay-
Xvfov vfiiqv ioti • • . (AiyiatOi di twv vfiivwv elolr o% %b nBQl rdr iyxi--
g>alov ovo . . . tnBtd'^ 6 nBQl rijv xaqdlav vfii^v. Theophr. Pflanz. 1, 11, 1:
^axtttov 6 ' kv anaat %6 aniQfia .... ^la ök xal h koß(p %a d* tv
vfiivi, va d^ h dyyBltp %d dk xal yvfivoanBQ^a rBlBlwg. Athen. 6, 230 D :
i^kawov yag xivBg %6v agyvgov xal %6%b Big vpiivog Idiav.
Lat omentO' {Omentum) ,nmhüllende Hant', ,Eingeweide'; Plin. 11, 204:
ventriculus atqve intestina pvngui ac tenui dtnentd integn/ntur praeter-
qvam ova gignentibtis; Jnven. 13, 118: cur in carböne tuö . . . ponimus
et sectrnn vituU jecur albaqve pord Omenta? — Dazu: ind-ümento- (ind-
'ümentum) ,HüUe, Kleidung'; Oavios Bassus (bei Gell. 5, 7) sagt yon der
Maske (persona) : indümentum illud tris clärescere et resanäre vöcem facit
Das Snffix ^bv begegnet noch in noif^iy ßirif (II. 4, 455; 296; 5, 137),
nv&fÄiv ,Boden, Fnssgestell* (II. 11, 635; 18, 375; Hes. th. 932), XifÄiv
,Halen, Bucht' (II. 1,'432; 12, 284) und in dem sogleich zu nennenden
vfiiv" ,Hochzeitsgotf . Die zu Grunde liegende Verbalform ist noch lebendig
in altind. vä- : v^fati er webt, er flicht, er fügt kfinstlich in einander' (RV.
6, 9, 2: nä ahdm tantwm na vi gdnämi autum nd jam väjanti samarai
dta-mänäs ,nicht verstehe ich zu spinnen, nicht zu weben, nicht den [Plan?]
welchen sie weben in den Kampf gehend' ; RV. 5, 47, 6 : västrä puträ'ja
mätdras vajanti ,KIeider weben dem Sohne die Mütter') mit dem Partidp
u<a- (aus *vatd'y wie supta- ,schlafend' aus *svaptd', Seite 154) ,gewebt,
{vi-uta- ,gewebt' RV. 1, 122, 2), dem Infinitivstamm autur ,weben' (RV. 1,
164, 5; 6. 9, 2 und 3; 10, 130, 2) und dem Nomen vancHn ,GefIecht, Matte'
(Gramm.). Im Lateinischen entspricht ind-i^ere ,umhüllen, umthun' (Plaut
Gas. 695: löticam induam\ Plaut Epid. 223: qvid erat indüta?) und ex-
-Ufere ,enthfillen, abthun' (Plaut Men. 199: si nm saltäs, exue igitur, näm-
lich pallam). Das Verhältniss der Vocale von ömento und indrümento-
ist das selbe wie in dOo- (aus *auiio-) finhe von Geschäften, Müsse'
(Plaut Truc. 871 ; Cas. 544) und ind-iktiae ,Ruhe von Kriegsgeschäften,
Waffenstillstand' (Plaut Amph. 389 ; Gapt 342), die ihrerseits wieder in
Griechische Etymologie. 169
nächstem Zusammenhang mit lat vd-cäre jleer sein, frei sein, Musse haben^
(Plaut Cas. 521; Enn. sat 13: arhores ventö vacanf) stehen werden. Be-
züglich der verschiedenen Suffixformen von vfiev- und lat ömento- ist
daran zu erinnern, dass innerhalb des Lateinischen gar nicht selten un-
geschlechtige Formen auf men und mento neben einander liegen, wie
fragmen- ,Bruchstuck' (Verg. Aen. 10, 306; Ov. met 11,561) und frag-
mento- (Cic. nat d, 2, 32; Plin. 9, 25; Verg. 6. 4, 304), documen- ,Beweis,
warnendes Beispiel' (Lucr. 6, 392) und doctmento- (Caes. b. Gall. 7, 4, 10)
und andre.
vniv {tfii^v, auch die Form des Vocativs, wie Eur. Tro. 310; 314; 331),
Name des Hochzeitsgottes.
Eur. Tro. 310 und 314: Yfiijy, w 'Y/Äivai aval 331: xata oov h daq>-
vaig dvaxtoqoy ^vrjnoXüi, ^iwify, w "Yfiivat.^ ^fiijv. Ar. Yögd 1736-=
1742 — 1754: *r^^y w, 'Yfiivai' w. Theokr. 18, 58:*y/u^v w "Yfiivaie^ yafKp
im Ttßde xoQelrjg. — Dazu: vfiivaio-g ,die Hochzeit betreffend' (an den
so eben angefahrten Stellen); yHochzeitsgesang' ; ,Hochzeit'; IL 18,493:
yvfiq>ag d ix S'aXafxwv daFldwv iico XafiTCOfievatjy ijyiveov ava fcOTv,
noXvg d^ vfiivaiog oQwqeu Hes. Schild 274: %ol fikv yoQ ivaaürgov in
afcrvTjQ fjyovT^ dvÖQi yvvaixoj nokvg d * v(jiivaiog oqvjqbu Find. P^th. 3,
17: oid %(xuv* iXd-elv zQafte^av wfig)laVf ovök na^q)wvwv ioxav ifAe-
vaifoy, SkiKeg ohx nag^ivoi q>ikioiaiv halQai ioTteglaig vnoxovQl^a&*
doidalg, — Soph. Eon. Oed. 422 : Srav naralo^ %bv v^ivaiov^ ov dofxoig
avoQfiov elaiTckevaag, evnlolag Tvxuiv; Ant 814: aXXa /i' 6 TtayTcohag
^!Aidag tfiaav ayei rav ^A^igovrog axrav, ov&* v/^evalwv MyxkrjQOv.
Dunkler Herkunft. Das Suffix wie in vfiiv ,dünne Haut' (Seite 168).
Auffällig ist, dass neben vfiiv- das abgeleitete viAivaio^g anlautenden kurzen
Vocal hat Uebrigens wurde das letztere gebildet, als habe ihm zunächst
ein weiblichgeschlechtiges *vfiivri zu Grunde gelegen, wie zum Beispiel
dUaio-g ,gerecht' (IL 11, 832; 13, 6) von dixi] ,Bechf (IL 16, 388; 18, 508)
und ßlaio-g ,gewaltthätig' (Od. 2, 236; 237) von ßlri ,6ewalt7 Gfewalt-
thätigkeit' (IL 5, 521; Od. 3, 216) ausgingen.
6fAvo-s ,6e8ang, Festgesang, Lobgesang'.
Od. 8, 429 : oq>Qa . • . dai%L %e tiQftrjTQi %ai aßoid^g vfAvov (Nauck
ändert in olfiov) axovojv, Hom. hymn. Ap. 161 : xovgai ^Jfjhddeg . . .
fiyrjaa/4€vai dvÖQÜv %b naXaiüiv i^ök yvvaixwv vfivov aßßldovaiv. Hom.
hymn. 9, 9: oev d* iyw ag^dfievog fietaßr^ao^ai aXXov ig vfivov. Hes.
Werke 657: iv&a fii q)r}fii vfiV(fi viKijaavta q^igeiv TQlmod* ovatoFevra.
662: Movaat ydq ix idlöa^av d&iagxnov vfivov afelöeiv. Hes. Brückst
227, 2: (xiXjtofjLBVj iv veagolg vfivoig ^d\pav%eg aßoidi^v. Bei Pindar gegen
50 mal, wie OL 3^ 3: QqQavog ^OXvfiniovUav vfivov oQ&afOaig. 2, 1: dva-
^itpoQfiiyyeg vidvoij vlva d-Bov^ %Lv^ tJQwa, xlva d^ avdga xeXadi^ao/iev ;
Dunklen Ursprungs. Nächstvergleichbare Bildungen sind: axvf^vo-g
,Thierjunges' (IL 18, 319; Soph. Aias. 987; Eur. Bakch. 699j, ,Kind' (Eur.
Andr. 1170; Or. 1213; 1388; Ehes. 382) und die in der Betonung ab-
170 Griechische Etymologie.
weichenden adjectivischen yvfivo-g ^nackt' (IL 22, 510; Od. 6, 136), iQviivo-g
^geschützt, befestigt' (1, Seite 455) und nqvfxvo-g ,der äusserste, letzte' (IL
7, 383; 13, 532; 17, 618), in denen allen sich (xvo als suffixales Element
ablöst
iqayt,' (vQa^ ,Spitzmaus'.
Nik. aL 37: t^v (d. L axoviTov) ixkv te xleiovai fivonTOvov^ tj yoQ ävi-
ygovg nafifcrjdtjv vQcmag Xixfirniovag i^Qijfiwaev. Der alte Erklärer sagt
zu der Stelle: t;^orxa^ Toig fivag xcrr' Al%o}Xovg.
LaL 8&reC' [s&rex] Ter. Eun. 1024: egomet med indidö miser ^asi sörex
hodie perii'^ Seren. Sammon. 57: st praegnans artüs capthA sorids Sdit;
dazu Plaut Bacch. 889: soricinä nSniä. Daneben sörec- in der AnthoL
yeter. latin. epigr. 233, 62 : et grillus griUat, desticat inde sarex) ^Spitz-
maus'; Varro r. r. 2, 4, 12: scio me tsse spectätum stiem ... ut in Sjtis
corpore sörex exesä came nidum ßcisset et pqperisset müres] (Tolum. arb.
15: i>ites, qvae secundum aedificia swnti ä söricibus aut müribtis infestan-
tur. — Italien, sorcis'j franz. souris ,Maus^
Suffixales ox trat schon in ofJLfpax" ,unreife Weinbeere' (1 , Seite 556)
entgegen. Der Anlaut des Wortes entwickelte sich offenbar wie in vnvo-g
ySchlaf (1, Seite 153) neben lat somno-j so wird zu Grunde liegen altind.
svar- ,erklingen, rauschen' (BV. 5, 54, 2 : svdranti ä'pas ,es rauschen die
Wasser'; das zugehörige lat sursurräre ,rauschen, flüstern' gebraucht Verg.
— CuL 105 : st4,surrantis . . . lymphae — auch vom Wasser), nhd. schtoirrenj
altslav. sviriti ,pfeifen', svirati ,pfeifen'. Vom Pfeifen (lat occefitus) der
Spitzmäuse sprechen die Lateiner öfters, wie Val. Max. 1, 1, 5: abstiditj
occentusqve sorids auditus Fabid Maximö dictätüram ; Plin. 8, 223 : so-
ricum occentä dirirrä atispida annälis refertös habemus] Amm. 16, 8, 2 :
st qvis super occentü sorids . . . consuluisset qvemqvam peritum,
üifXri ,irdenes Gtefäss'.
Ar. Wespen 676: voiroiai dk dtjQoq>OQOvaiv vqx^Sj olvovy doTvidag,
TVQov ... Ar. Bruchst 423: vgxag otvov, aus Pollux (6, 14) entnommen,
wo hinzugefügt wird: eoti dh Alokixov Tovvo^a.
Lat urceo' {wreeus)^ irdenes Gefäss; Cn. Martins (bei (xelL 10,24,10):
aqvärium urceum ünicum domt f regit] Plaut Mil. 831: neqve eqvidem
hSmtnäs octö exprompst in u/rceum; Hör. a.p. 22: amphora coq^it in-
stitut : currente rotä cur urceus exit?
Dunklen Ursprungs. Das abgeleitete urceo- liegt neben, v^rj ebenso
wie zum Beispiel aräneo- {aräneus) ,Spinne' (Lucr. 3, 383) neben gleich-
bedeutendem aQaxvrj (1, Seite 254). Zugehörigkeit zu altind. uhM ,Eoch-
topf (BV. 1, 162, 13 und 15; 3, 53, 22j ist nicht wahrscheinlich, da der
Ausfall eines r darin kaum wird angenommen werden dürfen.
i^Biv oder auch ilaea&ai ,bellen'.
Od. 16, 9 : xvveg ovx vXaovaiv. Od. 20, 15 : dg dh xvwv . . . avÖQ ' dy-
voii^aaa* vXaei. Od. 16, 5: Tijkäfiaxov äh Tceglaaaivov xvveg vkcncofKOQOiy
olfö^ vkaov (,bellten an') Tcgoaiovza, Od. 16, 162: cXV ^Odvaevg %b xvveg
Griechische Etymologie. 171
T£ Fldovy xal ^' ovx iXdovro. — Dazu: vkaxrj ,das Bellen; Plat legg.
12, 967, D : luxi Xoidogi^oeig ye krtijk&ov TtoirjTaig, jovg (ptkoooq>ovv%ag
xval fiaralaig oTteixa^ovrag XQwixivaioiv ikcmaig aXXa re dvotjTa elfiBiv.
Ap. Rh. o^ de xvviiv vlanrj IV' äva nxoXiv, — vkaxTieiv ^bellen^; IL
18, 586: %iveg . . . öanieiv fikv ajtevQiandivxo keovrtovy larafiBvoi äi jidk*
kyyvg vkdxteov. Od. 20, 13: xQadlt] di Fol evdov vkaxTSi. SopL.El. 299:
roiavs* vlaiiTel (von der EUytairnntetra). — Dazu wahrscheinlich aach:
Skokv^eiv (aus *6kokvyJ€iVj für *uX'vi,vy-j€iv?) ,kut aufschreien^ (1,
Seite 589).
Lat uJruläre ,heulen, kläglich schreien^; Enn. ann. 346: venätica . . .
eanis . . . voce suA nictit alulatqve ibi acute. — Dazu ulula ,Eäuzlein^ ;
Verg. Ecl. 8, 54 : certent cycnfs ululae.
lit ulöü ,halloh rufend
Altind. uluU- ,kläglich heulend^ oder ,6eheuP (AY.). — Dazu ülüka-s
,Enle, Eäuzlein'; BV. 10, 165,4: jdd ülükas vddati maughdm ,was die
Eule schreit, ist erfolglos^
Aus vkoKij ergiebt sich zunächst ein vAcnc- ,Beller^ (bei Verg. ecl. 8,
107 als Hundename: Hylax in limine latrat] ein t^Aa^wird von Drako,
Seite 51, angeführt), das im Suffix mit 9)1; Aax- ,Wächter' (II. 10, 58;
127; 180; auch in vqax- ,Spitzmaus', Seite 170 trat es entgegen) über-
einstimmt, von dem wieder tpvkaxq ,Wache' (IL 7, 371 ; 9, 1 ; 471) ausging.
Wie nun aber (jovilax- in g)vXdcaetv ,wachen', bewachen* (IL 10, 192; 5,
809; 10, 309; 417; aus *(pvXdx'j€iv) auch als abgeleiteter Verbalstamm
lebendig wurde, so ist auch neben vkax- ein abgeleitetes Verbum zu
denken, von dem weiter wieder vkaxtieiv ,bellen* ausging. Seiner Bildung
nach stellt sich das letztere unmittelbar zu nvgaxTietv ,glühend machen*
(Od. 9, 328), ofioQTieiv ,zusammentreff en , begleiten' (1, Seite 550), qitc-
Tieiv, alt FQiTvtieiv ,werfen* (Od. 13, 78: dveFglftTow. Hdt 4, 188: ^m"
Tiovai. Hdt 8, 53: igglureov), afeXnxieiv ,nicht hoffen* (IL 7, 310), diti-
arieiv ,nicht glauben* (Od. 1 3, 339).
vXri ,Wald*; ,gefäUtes Holz*; ,Stoff*.
IL 5, 52: aygia ftdvray rd %e rgicpei ovqboiv vXrj. IL 11, 118: xagTta-
klfiuig d* ijßi^e (nämlich iXatpog) did ÖQVfid Ttvxvd xai vXrjv. . Od. 5, 63:
vir] di OTtiog a^rpi nefpvxei vtjke&ouaa. — IL 7, 418: rol d* dmXlt^ovro
fidV wxa, dfig>6T€Qoy, vixvdg t' ayi/4€Vj 'iregoi dk fie^d-' vlrjv, IL 23, 11:
ovqfFdg t' ärqvve xal dvigag d^ifAev vhjv ndv%o&€v ix xkioimv. Od. 5,
257: noXXfjv d' irtexsvato t;Ai}v. Od. 9, 234: (pige d^ o^ßgifiov ax^'og
vJirig d^aXirjg. — PluL mor. 802,B: dg q)rjal 2oq>oxXfjg (siehe Nauck
fragm. 760), ol nag* äxfiovi tvtvqÖi ßagelif xal Ttktjyaig vnaxovovaav
aiffvxov vXrjv aipvxov drjfiiovgyovvTeg. Tim. Locr. (Plat) 97, E: dgxai fihv
wv TcJy yewtJfiivwv wg (xlv ircoxelfievov d vXa, dg dk Xoyog fiogq>ag zo
ddog. Etwas früher heisst es: nvg re %grifiov vygtS xal vkag ag i^aTtxot
ot xa diafiivoL Polyb. 2, 16, 14: niaav dfj rry rgayix^v xal ravrij
ftgoaeoixviav vktjv, inl fiiv %ov ftagovTog VTceg&rjaö^e&a,
172 Griechische Etymologie.
Dunklen Ursprungs. Vergleichbare Bildungen sind : vvkr] ,WuIst^ Schwiele
an der Schulter^ (Ar. Ach. 860; 954), ^Polster, Kissen' (Lukill. in Anth. 11,
315, 1 und 2; Ammian. in Anth. 11, 14, 2 und 6), avXr} ,das Belegen der
Schiffe eines verschuldeten Kaufmanns mit Beschlag' (Dem. 927, 4; 931,
23; 1232, 4) und das in der Betonung abweichende q>vXi^ ,yolksabtheilung',
,HeerQsabtheilung', ,Gattung, Ordnung' (Hdt 5, 68 ; 69; 6, 181; — Thuk. 6,
98; Plat legg. 6, 755, E; — Xen. Oek. 9, 6), in denen allen sich Xt] als
suffixales Element ablöst — An Zusammenhang mit lat silva ,Wald' (Enn.
ann. 75; 197; 557. Dafür siltui bei Horaz carm. 1, 23, 4 und epod. 13,2)
ist nicht zu denken.
iXia ,Schuhsohle'.
Hesych führt auf: vXlag' vovg xaQTcarlfiovg (wohl für KoQnarlvovg)
TOfiovg (,abgeschnittene Lederstücke'). Arkad. 31, 1 : ßaQvvetai . . . xal
vXig ^ vXla.
Lat solea ,Schnürsohle'; Plaut Truc. 867: deme soleäs; cedo bibam;
631 : datin soleäs atqve mS intrö aelAtum düdüs'i — Dazu: solo- (solum)
,Boden' (Enn. ann. 443: sed sola terrärum poslyvam pertnema parumper;
Caes. b. Gall. 7, 72, 1 : fossae soltim); ,Fusssohle; Schuhsohle' (Lucr. 1, 926:
ävia Pieridvm peragrö loca ntdlitis ante trita solo] Plaut Bacch. 332:
qi;in habeat aurö socds subpactum solvml)
Goth. sulja ,Schnürsohle' ; Mk. 6, 9 : gasköhai suljdm ; — ahd sola, nhd
Sohle^j — dazu: ga-suljan ,gründen'; Math. 7, 25: razn . . . gasuMh vas
ana staina. — Hieher wahrscheinlich auch: nhd. Schwelle, provin-
ciell Süll.
Die Entwicklung des Anlauts wie in vtcvo-g >= somnu-s ,SchlaP (Seite
153), also aus altem sve-. — In den gothischen Formen trat dieselbe Yoca-
lisation des alten v ein wie in goth. süija- (aus ^svötja-) ,angenehm, sanff
neben fiöi-g, alt Friöv-g (aus ^afrjöv-g) ,süss' (1, Seite 615).
'dXl^Btv ,reinigen, durchseihend
Kratin. (bei Pollux 2, 78): vXi^e rag ^Ivag. Plut mor. 897, A: %o ditj&tj'
aav (nämlich &dXaoaav) diä %'qg y^g f4ev€iXrjg>ivai %ov negl avHjv /ro-
Xovg, xa&ansQ ra dia v^g %iq>Qag vXi^ofieva. Diosk. 3, 7: x^^^^^^^ ^^
^ noa . . • bIto eiperai • . . iXl^erai 6i o&oviov.
Gehört yielleicht zu v-eiv ,Begen ergiessen', ,mit Begen übergiessen'
(Seite 138), wie schon Benfey (1, 408) vermuthet Als nächste Grundlage
lässt sich ein *vXo^ ,Erguss'(?) muthmaassen.
AY,
Seite 451: av^^qv^iv ,zurückziehen') ; ,wiederum'; ,dagegen'.
IL 1, 459 B» 2, 422 : avFiqvoav fiiv nQÜita xal %aqfa^av xal ideigav.
IL 8, 325 : fov d' av xoQvd-aloXog ^xtcjq avßegvoyra naq (Ofiov • . . ßd-
Xev. IL 12, 261: tag (nämlich avriXag) o% y avFiqvov. Pind. OL 13, 81:
Griechische Etymologie. 173
oTccv ö* evQva^evei xagralTtod^ (d. L den Süer) aiegvr] reaoxif, — IL 1,
540: %Iq d' av toi, dokofiTjTi, ^edSy ^viiq>Qaaaa%o ßovXag; H. 3, 323: dbg
. • • riiilv d* av q)il6TrjTa xai S^ia nia%a yBvia&ai, IL 11, 362: 1$ av
yvv iq>vyeg d'avatov. IL 21^ 82: vvv av fie raPfjO^ iv ;f6^aiv tdrixBv ^lolQ*
oloßf]» — 11.2^671: Nigevg av Svfirj'S'ev ayev rgelg v^ßag, IL 2, 681
und 685: vvv av xovg ooaoi to IlelaayiTtdv ^gyog IVacov . . . tcSv av
nevrrpüovxa vtFtav %ev ag^og ^AxtXkBvg» IL 2^ 493: agxovg av vfjFwv Fe-
giw, IL 11, 104: o iilv vo^og f^viox^^y ^Av%iq)og av Ttagißaaxe. IL 3,
332: Sevregov av ^grjKa negl anj'&eaaiv %övv€v. IL 5, 1 : Mv&' av Tv-
öeßldj] AifofiTJdet Ilakkäg l^&tjvrj duixB iiivog. — Dazu: aJxe ^wiederum',
^dagegen, aber' (siehe besondere); — av%ag ^ber' (siehe besonders); —
avxig und attisch avd^ig ^wiederum' (siehe besonders); — avxo^g
ßäb^ (siehe besonders).
Dazn: lat autem ,dagegen, aber^; Plaut Cas. 273: tu ewm drätöj ego
atUem öräbö vtlieum; — aut fidet; aut-aut ^entweder-oder'; Enn. trag.
239: qyi patentem aut hospitem necässet: Plaut Oapt 981 : aut ego aut tu.
Goth. au^ ydenn'; Matth. 5, 20: qvitha auk izvis ,liy(o yag vfilv^. —
Nhd. atMh.
Identität mit altind. dva ,ab herab' (BV. 1, 161, 10: graunä'm äihas
udakdm gä'm dva agaü ,der eine treibt die lahme Kuh zum Wasser
herabO ist von einigen angenommen, aber nicht überzeugend begründet
Auch wäre der Abfall des auslautenden a im Griechischen sehr auffällig.
Ein entfernterer Zusammenhang aber mit jenem altind. dva mag wohl
bestehen und so auch mit dem altostpersischen Pronomen ava- Jener'
(Acc. m. aom jenen').
aJT-ecv ,anzünden'; nach Herodian (ed. Lentz, 1, 546: to on)eiv inl %ov q>W'
velv tfjtkovvai, o%av ii ircl %ov ^galveiv rj arttetv Taaarjrai, %6%e da-
avrtiov iati) mit starkem Hauch, also aveiv.
Od. 5, 490 : c^^ d' o%e xug dalov Oftodifj ivixgvipe fielalvj] . . . anigfia
Ttvgog adwv, Eva fit] fto-S^ev ailo&ev avfj. Soph. Ant 619: kXnlg • . .
eldoTi d' ovdhv ^gTteij nglv Tcvgl -d-egf^i^ Ttoöa %ig ngoa-avarj. Hdt 7,
231: naax^v ök voiade iJTlftono. ovre ol nvg oiöeig Mv-ave JSTiagrir]'
riwv ov%B duXiyeto. Eratin. Eom. Bruchst 409 : iv-avea&au Ar. Eom.
Bmchst 750 : avofievog. DiphiL Eom. Bruchst 62 : o t^ iarlv, eX rig fxri
q>gdaei bgd'fjig 636v, t] Ttvg iv-avaeie, Xen. mem. 2, 2, 12: ovxovv . . .
aal T(fi yeltovi, ßovXet av cgioxBiv^ iVa aoi xal Ttvg sv-avt]. Arat 1035 :
fitjä ' ore . . • Ttvg cnjtjrai OTtovdfj . . . TtiatevBtv xetf^cSvi, Plut Phok. 37,
2: ^do^B xal to acSfjia %ov Oonclwvog l^oglaai xal firidk Ttvg iv-avaat
fAtjdiva Ttgog tiJv raqnjv l/4-9rival(ov. — Dazu: Ttvg'avoTrj-g ,Licht-
motte'; Aesch. Bruchst 288: didoixa fuigov xagra Ttvgavazov (xogov.
Arist Thierk. 8, 154: taig ob fiBklrraig iyyivBzai iv rolg Ofii^vBai . . to
TB ayccjkijxiov to agaxviovv xaJ XvfiaivofJLBvov Ta xrjgla — nalBlTat dh
Tilijgog^ ol ök TtvgavOTtjv xalovoiv, AeLn.a.12, 8: t/[^6v ioTiv 6 Ttv-
gavaTTjg, OTtBg ovv xalgei ^hv Tij XafiTtrjöovi tov Ttvgog xal TtgoOTtitBrai
174 Griechische Etymologie.
zoig kvxvoig ivanfid^ovaiv , i^neowv de vno ^vfifjg elva fiivjoi xara-
Lat ürere (aus *üsere) ,breimen, verbrennen*; Zwölftaf. 10, 1: ho-
minem mortuom in urhe ne sepelitö n&ve üritö (wohl ^cnisitöd); Hör,
epod. 10, 13: Pallas usto vertit tram Bio in inpiam Ajdds rotem.
Dazu altn. usli ^Feuer'; — mhd. üseU ^glühende Asche, sprühende
runken*.
Altind. ush ,brennen*; BV. 1, 175, 3: ddsjum avratdm dushas ,den gott-
losen Dasjus brenne'; — dazu: dur-äusha- ,schwer zu verbrennen, un-
verletzlich'; BV. 9, 101, 3: durdusham äbhf ndras saumam . . . hinvanü
,den unverletzlichen Sömas senden die Männer heran'.
Altostpers. ush ,brennen, braten'; ustor ,gebrannt'.
Aus *ava€iv, wie TtvQ-avaTrj-g, eigentlich ,der Feueranzünder', noch deut-
lich macht Nahe zur Seite steht eveiv (aus ^svaeiv) ,anbrennen' absengen'
(IL 9, 468 » 23, 33), wobei das Nebeneinanderliegen der Diphthonge ev
und av etwas auffalliges hat Es kann nicht wohl auf bloss dialektischer
Verschiedenheit beruhen, da auch die Bedeutung beider Verbalformen eine
verschiedene ist Mit aveiv stimmen bezüglich des av mehrere sogleich
noch zu nennende Verbalformen überein, so wie ausserdem noch: naveiv
,zu Buhe bringen' (IL 1, 192; 207; 7, 29; dazu TtavoTi^Q- ,der Beruhiger'
Soph. Phil. 1438; EL 304), drco-laveiv ,genie8sen' (Hdt6, 86; Thuk. 1,
70; Ar. Wolken 1231; dazu dno-Xavaro-g ,zu gemessen' Plut Aristid. et
Cato 4), xQavuv ,ritzen, leicht verwunden' (IL 5, 138), xpaveiv ,berühren'
(IL 13, 132 — 16, 216; 23, 519; dazu ipava^eioa ,berühre Diosk. 2, 16),
&Qat€iv ,zerbrechen' (Aesch. Fers. 196; 416; Soph. Phil. 294; dazu ^^ot;-
Ofo-g ,zerbrechlich' Tim. Lokr. 99, C), xvaiuv ,abschaben, abnagen' (Eur.
Kykl. 358; Ephipp. bei Athen. 2, 58, A und 8, 370, D; Eubul. bei Athen.
2, 65, D ; dazu %vavatix6-g ,Leckermaul , Näscher' Poseidipp. bei Athen.
14, 662, A).
aüf'^iv (anlautenden harten Hauch bezeugt Herodian, ed. Lentz, 1, 546: t6
av(o inl Tov q)iavelv ipikovrai, oxav dk int zov ^rjQalveiv rj Snteiv tq(7-
OTfrai, rore öaavvriov iari) ,trocknen, ausdörren', begegnet nur in Ver-
bindung mit and- ,ab, von' (1, Seite 66), und zwar, wie es scheint, nur
Ar. Bitter 394: vvv di rovg ardxvg hcelvovg, ovg ixei^ev ijyayev, iv
^vkip öijaag dq)-avei. — Dazu: avo-g oder at;o-g ,trocken'; H. 12, 137:
ßoßag cnjag v%p6a* dvaaxoixevoi. 11.23,327: ioTrpiev ^vh>v aiov, Saov
t' OQyvi\ vnhq airjg. Od. 5, 240: S&i divögea pia^i^a ne^tnei,., ava
TtdXaiy TtsqUrihxy %d Foi nXwFoiev kkaq>gwg. IL 12, 160: KOQV&eg d^ dfi(p^
avov (,dumpf'?) avvevv ßaXlofÄevai fivldxeaai. — avalveiv ,trocken
machen'; Od. 9, 321: KvxXwnog yoQ h^eiro ixiya ßgortakov... x^^Q^^
ilaiflveov. ro fikv exToficr, og>Qa q>oQoiri avavd'iv. Aesch. Gh. 260:
ovt' a^x^xog aoL nag oi* aiav-d'elg tcv^/ä^v ßiufioig aQij^ei, Hdt 4, 172:
rovg dk axrelißovg Ineav ^Qevawai, avi^vavTcg ngog tov fjkiov xata-
kiavau
Griechieche Etymologie. 176
Ags. sear (goth. ^sausa- zn rnnthmaassen) ^trocken'; — ahd. ar-sören
,trocken werden'; — nhd. aus-sohren ,aii8trocknen'; der Ostwind hat das
Land ausgesohrt\ nnd. sdr und sor ausgetrocknete
lit siusors jtrocken^
Altslav. sibchü jtrocken^
Alban. ^anj (für ^^saus-iyd) ,ich trockne, dörre, wische ab, mache steif.
Dazn ^rif ,trocken' ^atli ,trocken' (GMeyer Wb. 88).
Altind. gush (für *sushj wie zum Beispiel altind. (vdgurorS für *svd'
furors — hvQo-g ,Schwiegervater*, 1, Seite 345) ,trocken werden'; RV. 7,
104, 1 1 : prdti gushjatu jäQos a^a ,e8 verdorre seine Herrlichkeif; — dazu:
^hrka- ,trocken'; BV. 7, 103, 2: drüfn nd güshkam sara^ gäjänam ,ihn<
der wie ein trockner Schlauch im See liegt'; KV. 6, 18, 10: agnü nd
güsKkam vdnam indra . . rdishas ni dhaJcski ,wie Agnis den trocknen
Wald, Indras, brenne den Unhold nieder'.
Altostpers. hvish ,trocknen': haoshemna ,yertrocknend' ; — Dazu: husla-
,trocken' ; — osset .khys und khusk ,trocken'.
Ging, wie die verwandten Sprachen zeigen, aus einem alten *aava'€iv
hervor. Ein altes avalveiv (an Stelle von avalveiv) zeigt sich noch in
xa^-avalveiv (bei Lukian amor. 12).
aC-siv ,hervorheben, schöpfen', nur in Verbindung mit i^ ,au8' (1, Seite 347)
angeführt
Plat Eom. Bruchst 98: 6 di rdv iyxiq>ai.6v rig i^avaag xataTtlvei.
Hesych führt auf: i^avaai' i^ekelv. — Dazu: avarriQ', ein Maass, eigent-
lich wohl ,SchöpfgefaB8'; Hesych: avartiQ' fiirgov ovofia. — i^-avan^g-
,Fld8chgabel'; Aesch. Bruchst. 2: x^^oia^v iSavaTtjgeg x^^Qovftevoi. Poll.
6, 88 : Ta di ixayeLifov axevTj x^tgag . . • xgeaygav^ rjv xai agnayrjv ixa-
Xovy xal Xv%ov kloI i^avarfjga, Tcal %d i^ekelv i^avaai. Hesych führt auf:
iSavOTtjg' xgeayga und früher: agnayr]' i^avati^g' Matt to oxevog ixov
oyxlvovg, ^ rovg xadovg avaOTcwaiv and rdv q)gedT(ov. Etym. M. 346^
56: i^avOTi^gj arifialvei axevög Tt* naga t6 mu), moo), avaTrjg, xai
i^avatTjg, AlaxvXog,
Liat hauS' (für *atw-, wie zum Beispiel humer o- Hör. sat 1, 1, 48; Ov.
met 12, 281 ; Fast 5, 565, für umerth'^ äfio-g jSchulter*, 1, Seite 651), mit
dem Perfect hausit (Verg. Aen. 1, 738; 10, 899; aus *hauS'Sit)j dem Parti-
cip havstO' (Gic. div. 50, 112; Ov. fast 2, 294), aber der abgeleiteten Prä-
sensform hawnre (aus *hausrre)] Cic. Arch. 6, 13: ex qvo fönte hauriam
sentio'y Ov. met 7, 333: veteremgve haurite cruörem
Altn. atisa ,schöpfen, ausschöpfen, begiessen'; — schwed. ösa ,schöpfen,
füllen, ausgiessen'.
Aus einem alten ^avaetv hervorgegangen, wie die zugehörigen Formen
mit dem Zischlaut erweisen.
aC-Hv ,laut rufen' (Aesch. Sieben 186; aie ,er rief laut' IL 11, 461; 13, 477;
20, 48 und 51 ; Ap. Eh. 2, 568) ging aus älterem oveiv (l, Seite 25) her-
vor in Folge Zusammendrängens der Vocale a und f, wie es auch sonst
176 Griechische Etymologie.
noch, wenn anch nicht häufig, eingetreten ist, zum Beispiel in rnTtj ^diese^
(aus *a + V 4- T1J ; siehe weiterhin).
ai)CaxO'q ,mit Geschrei^ schreiend',
IL 13, 41: Tgweg . . ."EicroQi IlQiafilöj] Sfiorov fiCfiawreg iftowo, Sßgo-
fioi avla%oi. Qu. Sm. 13, 70: äg diy' avlaxoi Tqd^av Ttorl aarv viovro
(vorher hiess es Vers 68 : ig ^IXiov iaaevovto aßgofioi, rjvve firjXa navl
ataO'fiov dlooovra.
Wurde als aus ^a-ßlaxo-g entstanden schon unter iaxeiv, alt ßidxeiv
,schreien', ,erklingen, brausen' (Seite 5) und noch früher unter o- ,ein8,
das selbe', ,mif (1, Seite 2) angeführt
ai5§'Ba9'ai ,wachsen, zunehmen, schwellen' {av^erai Mimnerm. 2, 2 ; Find.
Pyth. 4, 279; 8, 93; 10, 10; rjv^ero Hes. theog. 493) und causativ av^eiv
,yergrössem, mehren, gedeihen machen' (Soph.E5n.Oed. 1092; avSei'Em-
pedokl. 274 [Mullach]; av^w Soph. Antl91; av^e Theogn. 823; ov^cuv
Find. OL 5, 4 ; Pyth. 8, 38 ; Nem. 3, 58), neben denen schon früh auch die
präsentischen ai^avea^ai (av^dverai Empedokl. 373. Hdt 5, 91 ; av^dve-
a&e Eur. Med. 918; av^avofieva Ar. Vögel 1065) und av^dveiv (Aesch. Pers.
756; av^cyoiPind.Bruch8tl53; av^avavtrrig Hdt. 7, 16, 1) auftreten, gingen
aus älteren äßi^ea-d^ai und dßi^eiv (1, Seite 7) henror, mit derselben Ent-
wicklung des anlautenden av-, wie sie zum Beispiel Statt fand in mki-g
, Aufenthaltsorf, besonders zum üebemachten (IL 9, 232; Od. 22, 470; Hom.
hymn. Herm. 71; zu aßeaa ,ich brachte [die Nacht] zu', 1, Seite 9).
Dazu: lat atAxilio- (aiucilum) ,Mehrung, Förderung, Unterstützung';
Plaut Bud. 68 : tetult ei auxüiwm et Unöni exitium simul. Zunfichst
zu Grunde liegen wird ihm wohl ein adjectivisches ^atuculo- (atixulus)
,yergrössemd, mehrend, fördernd'.
ai^M- (av^lg) oder av^id- (av^ig)j eine Art Thunfisch.
Phryn. Eom. Bruchst 56 : xai xifAaxog av^idog (aus Bekk. an. 464, 5,
wo erklart wird: av^ig' elöog &vwldogj r^v riveg Tcogdvkrjv iJyovai).
Nik. aL469: onotav JLonlg av^lda %Qalvr}. Arist Thierk. 6, 106: ^ d*
cnj^fjolg ioTi twv dwvldwv raxela. 6%av ydg Thtwaiv ol tx^cg iv T(p
IIovTipy ylyvovrai ix tov (fiov ag xaXovaiv ol fikv axogdvlag, ol dk Bv-
t^dmiOL av^Ldag did %b iv dXLyaig av^dvead'ai tfiigaig.
Der Zusammenhang mit m^ea&ai ,wachsen, zunehmen' (siehe oben),
wie ihn Aristoteles a. a. 0. annimmt, wird wohl als möglich gelten dürfen.
oiyrdQ ,aber', einen Oegensatz, oft auch üebergang oder Fortgang be-
zeichnend.
Bei Homer gegen 800,mal. IL 1, 51 : ovg^ßag fihv Ttqwrov im^xeto . . .
avTciQ inBL%' ovrolOL ßih>g ixenevxkg ktpuig ßdkke. IL 1, 118: alka xal
(og i&ikw dofievai niXiv . . . ovrag iixol yigag ainix kTOifidaate, II. 1,
127: akla ov ixhv viv T'qvde d'etfj ngoeg' avrag t^x^^^^ rgiftk^ vevga^
nkfj t' anotLaofiBv, IL 1, 133: 17 i&ikeig cq>g* avvov ^xf]Q 7^Q^9y avrcg
%li cttkiog f^ad'ai devofievov. H. 1, 282: ^/irgeßlör], av dh TtaieTcßov fii-
vog' avTctg iyw ye Xloaofi Idxti'i'^ßi' fÄe&dfiev xoJ^y> 11.1,348: rj <J*
Griechische Etymologie. 177
axiovü^ Sfia toIol yvrfj x/ev. ovraQ 'Ax^^^S daxQvaag ßeragtav atpaQ
ItcTo. IL 1, 458: oAtaq inel ^^ ev^arro. IL 2, 103: ^q>aiaTog fihv ^dtaxe
JiFl . . • avtoiQ aga Zevg öwkc dia^oQif.
Enthält als Schlusstheil wohl das Wörtchen aga ,iinn, dann, also^ (1,
Seite 252), das auch vor Consonanten mehrfach (wie IL 1, 8: 1, 115; 2,
425; 761; 7, 400) sein auslautendes a einbüsst und so auch in ydQ ,nfim-
lieh, denn' (IL 1, 9; 12, 55) und wohl auch in dtag ,aber' (1, Seite 85)
enthalten ist Der erste Theil des Wortes aber wird das sogleich zu
nennende anne sein.
aix^ ,wiederum'; ,dagegen, abei^.
Bei Homer über 350 mal. IL 1, 340: d note d* avre xQ^^^ ifiBlo yi-
rqrai. H. 1,378: oq)ga (iri avre teixeltjOi ncnriq. IL 2, 225: 'ArQefldrjy
%io d* avs* l7tini^q>Bai iqdl x^^^^^^^Sy H- 2, 370: rj fiijv aw* dyo^ ^^x^ff,
yiqovy vlag IdxotiFviv. IL 18, 243; TgtÜBg d* ai&* higta^ev and ugare-
g^g iofibnig x^Q^^oncg iXvaav vq>^ oQfxaaiv (onißag Xnjtovg, — IL 1,
202: t/ttt^ ovr', alyioxoio JiFbg rixog, eili^JLov&ag; IL 1,206: tov d'
avre ngoolFeirce S'eä ykawuSmig !/i^vf], IL 1, 237 : vvv avxi piiv vleg
"AxaiFfav iv naXa^ijig g>0Qiavai dixaaftoloi, IL 1, 404: o yag avre ßljj
Fov nctvQog afielvtay. IL 4, 321 : el %6xe xovQog ia, vvv av%i fiB y^qag
ortd^ei. 11.2,105: avtdg o avve TliXoxf) dcS%^ t^tgifi.
Schliesst sich seiner Bildung nach offenbar an ore ,als, da, zu der Zeit
wenn' (1, Seite 513) und die neben diesem genannten Bildungen; zu Orunde
aber liegt ihm av ^zurück', ,wiederum', ,dagegen' (Seite 172).
abtö-q ,selbst, er selbsf .
IL 1, 137: bI di %B firi öwovaiv, kyti di ihbv avrdg ^Itofiau IL 5, 459:
etifTtp fioi irciaavTo dalfiovi ßlaßog. IL 21, 245 : yBgwQiaoBv di fiiv av-
Toy. IL 1, 4: TtoXkag d' lq>&litiovg tpvxdg^idßidi TtgotatpBv tigatoiv^ avrovg
de ßBlcigia tbvxb xvvBoaiv. H. 2, 317: kfCBl xarä rixv' %(payB axqov^olo
mal avti^v. n. 6, 18: a^qxa &vfi6v aTtTjvgay avrbv xcri -d-Bgartovra. —
Dazu: avTfjjg ,eben so, so', ,umsonsf (siehe besonders); — a^%l%a ,so-
gleich' (siehe besonders).
Dazu: lat autem ,dagegen, aber'; Plaut Cas. 273: tu ewm orätöy ego
autem öräho vüicum] — aut ,oder'; aut — aut ^entweder — oder'; Enn. trag.
239: quft par entern aut hospitem necässet; Plaut Capt 981: aut ego aut iü.
Eine alte zusammengesetzte Pronominalform mit dem demonstrativen to-
(t6v ,den' II. 1, 11 ; 36; rd ,das' H. 1, 41; 106) als Schlusstheil, wie er sich
zum Beispiel auch findet in ovvo-g ,dieser' (IL 2, 326 ; 3, 1 78) und avrr]
,diese' (siehe Seite 1 78) und im lateinischen isto- ,der da' {istös Plaut Capt
110; istäs 113). Den ersten Theil bildet av ,zurück', ,wiederum', ,da-
gegen' (Seite 172), dessen ursprüngliche Bedeutung vielfach als sehr ab-
geschwächt erscheint
4tbr6'iiaro'Q ,aus eignem Antrieb, von selbsf ; ,zufällig'.
Bei Homer 4 mal: IL 2, 408: aiS%6(ia%og di Fot f^l&B ßoFijv dyad'og
MBviXaFog. H. 5, 749 =» g^ 393 : airofiarat dk nvhxi fivxov ovgavov.
Leo Me7 er, Qrieohiflohe Etymologie. II. 12
178 Griechische Etymologie.
IL 18; 376: oq>Qa foi atSzofiotot (nämlich vQinodeg) &iiov dvoalar* aywva
T^d' avTig nqbg dwfjia veoltno. Hes. Werke 118: xoQndv ö* iq>eQe ^eldio-
Qog aQOVQa avTOfiattj. 102: vovaoi S* av^qiarcoioiv ig>* r^fii^ ^d* krrl
yvxTi avTOfjiatoi q>oiTüiai, — Plat Prot 320^ A: idv nov av%6iia%oi nre-
Qi%vx(ooi %jj cQCTfj. Thuk. 2| 77: ijötj yaq h ogeoiv vkrj vqKp&Blaa vn
dvifiwv TtQog avtriv dno rovrofiarov tcvq xal g>l6ya dn^ avxov dvijxe.
Znaammengesetzt ans dem so eben besprochenen airo-g gelbst' und
einem participieUen (ganz ähnlich wie in avro-dldcncro-g ^durch sich selbst
belehrt' Od. 22^ 347) -fiazo" ^bestrebt, strebend', das in nächstem Zusam-
menhang steht mit Perfectformen wie fti-fia-fiev ,wir streben, wir wollen'
(IL 9, 641; 15,105), fii-fia-tov ,ihr strebt, ihr wollf (IL 8, 413; 15,433)
und also singolarischen wie fii-fiov-a ,ich strebe, ich will' (IL 5, 482) und
lii'lAov-B ,er strebt, er will' (IL 12, 304; 16, 435) und zum Beispiel auch
mit goth. mvmcm ,gedenken, beabsichtigen' (Lnk. 10, 1 : ihadd mvmaida
is gaggan^ ov ijfieXXev avrdg iox^a&ai). — Der selbe Schlusstheil scheint
enthalten zu sein in i^lifiato-g ,th5richt, eitel', eigentlich ^thöricht be-
strebf (?), das sich zu ^Xeo-g ,thdrichf (1, Seite 632) stellt; Theokr. 15, 4:
w vag akefiaTw (Vermuthung für adafiaTw) il^vxdg. Agath. (in Anth. 11|
350, 6) : Qifiiv ö^ ovx oldev aiiBltftai %^g arjg i^JL^fidrov nalyyia <pav-
raalrig.
a^tri ,diese' mit dem pluralen airai ,diese', weiblichgeschlechtige Nominativ
formen zu den männlichgeschlechtigen o^to-^ ,dieser' (IL 2, 326 ; 3, 200)
und ovTOi ,diese' (IL 2, 760; 9, 617).
Hom. hymn. Ap. 280 : cnkrj fiiv ye dlnaj niXei dvÖQwv aJLqnjardußr,
Hes. theog. 263 : avrai likv NtjQijßog dfivfiovog i^eyivovro xovgai ftev-
Trjxovta.
Alte pronominale Zusammensetzung mit dem weiblichgeschlechtigen ij
,die' (1, Seite 597) als erstem Theile und dem Demonstrativstamm to-, wie
er auch in avro-g ,selbst, er selbst' (Seite 177) enthalten ist, als Schluss-
theil und dem ausserdem zwischen beide eingeffigtem pronominalem Ele-
ment V. Das letztere aber stimmt offenbar mit dem altindischen u über-
ein, das zum Beispiel oft im BgySdas in der Bedeutung ,und, auch, schon'
oder auch wie nur verstärkend auftritt und so unter anderem auch in den
Verbindungen sa-u ,der' (BY. 1, 103, 5; 1, 191, 10; 3, 8, 4; 5, 44, 8; 10, 50, 2)
und sä'-u ,die- (BV. 10, 63, 15) begegnet
aikioq ,eben so, so'; ,umsonst, ohne Grund'.
n. 1, 133: ij id'ikeig oq>Q* aitog ^jjg yigag avraQ l/i' avttüg rjad'ai
devofievov. IL 3, 339: cSg d' {wrwg MeviXaßog aQijiog Svre^idvvep. IL 15,
513: ßikregov ^ dnokio^ai ivaxQOvov ^fk ßiwvai rj dij-d'd aTQevyea&ai
. . . cid' avTwg. — IL 2, 342: av'rwg yaQ fenieaa^ igidaivofiev. IL 11.
388: vvv di fi iniyQatpag ragadv nodog evxeai avTwg. IL 13, 810: tl tj
deidlaoeai cnkwg l^gyetovg; IL 15, 128: tj vv %oi avrwg ovav' dnovifiep
IqzL IL 16, 117: to ixkv Tekafniviog AXFag TtrjX* mtcjg iv X^^^ Ttolov
dogv. n. 17, 633: ßilea . . ,fjfilv d' avTiag ndai ßerwaia tcLtcxbi iga^e.
Griechiflohe Etymologie. 179
Adverbialbildong zu avro-g gelbst, er selbst^ (Seite 177), wobei aller-
dings die Znrückziehung dee Accents auffällig ist, die aber wohl im äoli*
sehen Dialekt ihren Grund hat Als nächstvergleichbare Form kann ovtwg
ßo^ (IL 1, 131; 4, 189; 307) genannt werden, das von oiro-g ^dieser^ (II. 2,
326 ; 3, 200) ausging.
ainixa ,zur selben Zeit, sogleich^
IL 2, 322: KaXx<»S d' ctvrix' inena ^eoTtgoniwv ayogevcr, IL 9, 519:
n;y d* afia t' av%bia noXXa didol^ va d* omad'ev vnioTrj. IL 23, 593:
ag>aQ xi toi avrlxa dovvai ßovkolfirjv.
Gehört zu av%6-g ,selbst, er selbst' (Seite 177) und veigleieht sich seiner
Bildung nach mit fivUa ,wann' (1, Seite 623) und neben ihm schon ge-
nannten Bildungen, die aber auch noch ein suffixales v enthalten.
€tixiq ,zurfick'; ,wiederum^
IL 1,425: dudeKOTf] di toi avrig ilevaeTai OvXvfiTtovde. IL 8, 271:
avraQ o avrig Uiv, naßig äg vno (iT^Tifa, dvaxev elg AXßavTa. — IL 1,
140: äXX^ f] TOI ^iv Tavra fi€Tag>Qaa6fiea&a xal ctvTig. II. 4, 15: ij ^^
avTig TCToXe^dv tb xcmov xal (pvXojtiv alvtjv oQao]iev. Find. Nem. 4, 70:
dftoTQBftB avTig EvQWTtav tvotI xiQOOv tvTea vaog. — Dazu: i^^avTig
,yon Neuem' ; IL 1 9 223 : nrjlefldrig d ' i^avTig QTaQTtjQolai ßineaaiv
'^TQeßiÖTjv ngoaißeiTte.
Scheint sich unmittelbar an avTo-g ,selb8t, er selbst (Seite 177) anzu-
Bchliessen und bezüglich seines suffixalen ig sich mit Bildungen wie Qf4(plg
,auf beiden Seiten', ,um, ringsum'; ,aus einander', ,getrennt von' (1, Seite
247), das allerdings andere Betonung hat, axQig 7yöUig', ,bis' (1, Seite 152),
Shg ,gedrangt, in Menge', ,genug' (1, Seite 305) vei^leichen zu lassen. So
bedeutete es also zunächst wohl ,yon der selben Stelle aus', wie es auch
das mit i^ ,aus' (1, Seite 347) zusammengesetzte iS'CtvTig noch wahrschein-
lich macht Dabei wird freilich das Verhältniss zum attischen avd'ig ,wie-
derum', ,kfinftig einmal' (Aesch. Ag. 340; 569; 1345; — Ag. 317), das doch
gewiss nicht weit ab liegt, noch nicht deutlich.
a*yjj ,Glanz'.
IL 22, 134: afiq>l di x^^^S iXafjmero FeUekog avyfj tj nvgog ai&o-
liivov i] TJßeXlov aviovrog» IL 2, 456: rivTe tcvq aßldTjkov iniq>XiyBi
aaneroy vXtjv ovQBog iv nio^q^fjai^ fsnag di tb q>alvBTai avyrj. IL 13,
341: oaoB d* afiBQÖBv ccvyr\ x<'^^i''J ncoQv&iav dno XafircofiBvawv. IL 17,
371: TciTtTOTO ö^ avy^ j^fsklov o^Bla, IL 13,837: ßtix^ ö^ afjig>OTigwy
%%B%* al^iqa xai Jifog avyag. — Dazu: i^-av^ig- ,sehr glänzend';
Eur. Bhes. 304 : ntiXtav . . . x'^'^og i^avyBOTiQwv»
Dunklen Ursprungs. Ganz ähnliche Form hat xQavyrj ,Geschrei' (Eur.
Or. 1510; 1529; Xen. Kyr. 3, 1, 4). Aus i^avyig^ und anderen ähnlichen
Zusammensetzungen ist ein altes ungeschlechtiges *avyog' ,Glanz' zu ent-
nehmen. Das l$- darin wurde gebraucht wie in h%'q>avig- ,hervorschei-
nend, deuthch sichtbar' (Aesch. Fers. 398 ; Eum. 244), ^-/r^e^^g- ,heryor-
leuchtend, ausgezeichnef (IL 2, 483; Find. Fyth. 7, 14), kn-XagÄfCBiv ,heryor-
12*
180 Griechische Etymologie.
leuchten' (Aesch. Prom. 1083: Xen. Eyr. 7^ 1, 2). Zusammenhang mit lat
augusUhs ^machtbegabt, majestätisch, heiligt (Enn. ann. 494 ; Att trag. Bmchst
510) und altind. iugas- ,KrBii, Machf (BV. 1, 33, 12; 1, 39, 10; 103, 3), wie
er öfter angenommen worden, ist wegen ihrer weit auseinander liegenden
Bedeutungen sehr unwahrscheinlich.
aiö'^ ,Stimme, Laut'; ,Gerächf.
IL 1, 249 : Tov xal dno yhjLaatig fiikiTog yXvalwv ^ißev avöi^. IL 19,
418: (Sg aga qxovijaavTog (nämlich des Bosses Xanthos, von dem Vers 407
sagte: avdrjßevra d^ S^xe '9'ea XevxtjiXevog^'Hfrj) iQivveg Mox^^ov twdrjv.
Od. 21, 411: vevQ^g* § d* vno xalov aßeiae, x^^ovi ßeixilt] avdijv. —
Soph. Oed. EoL 240 : i^wv dxontov alovreg avday. — Dazu: avdaeiv
,sprechen'; IL 1,92: xol rote drj &aQariGe xal rivdae fidnig dfivfiwv.
IL 5, 170: Finog te fiiv dvxlov tjvda. II. 14, 195 "= 18, 426: cnida o ti
g)QOvi€ig.
Buht auf dem selben Grunde mit deideiv, alt aßeldeiv ,8ingen' (1, Seite
23) und gehört mit ihm zu altmd. vad : vadati ,er redet, er spricht (BV.
6, 47, 10: jdd Mm ca ahäm tvajus idam vddämi ^was irgend ich hier dir
anhänglich spreche^ so dass also bezüglich der Entwicklung des anlau-
tenden av sich cä^ea&ai ^ wachsen, zunehmen, schwellen' (Seite 176, aus
älterem dßi^ea^ai) unmittelbar yergleichen lässt Dabei bleibt allerdings
beachtenswerth, dass die Form av^-ea&ai der homerischen Sprache noch
fremd ist, während zu avdi^ gehörige Formen ungefähr 250 bei Homer
vorkommen.
a^^6cv ,sich rühmen, prahlen', ,fest glauben'.
Bei Aeschylos 9 mal; Prom. 338: o^cJ yaQ avxfS ri^vde dugedv Ifiol
ddiaeiv ^la. 688: (wnor^ ovtcot^ 7]vxow ^ivovg fioXeia&ai loyovg elg axodv
if^dv. Agam. 1497: avxelg elvai %6de xovqyov if^cv. Schutzfl. 329 : rlg
Tjvxei n^vd^ aväXftiarov qwyrjv Tcikaeiv ig^A^yog Tc^dog iyyevkg t6 tvqIp;
Soph. PhiL 869: ov ydq ttot', w nalj jovt* av H-^vxfjO^ fycw Tkijval a*
ikecviig wde rdfid Tttjfictra f^elvai TtaQovxa, Eur. Her. 353: el av fiiy^
avxelg, erigoi aov 7cXiov ov fiikovrai. Iph. Aul. 412: oxi^ntQtp wv avxeu
Andr. 463: fiTjöh rod' avxBi. — Dazu: xeve-avxig- (mit leeren oder
nichtigen Dingen prahlend'; IL 8, 230: evx(olal .. . Sg otcot^ iv ^rjfÄVfp
xeveavxi^g rjyoQdaa&e . . . Tqwwv avd'* ixaröv %e öirjxoaliov re ßixaavog
an^aea^* iv moXifAff. — «tJ^ij ,Prahlerei'; Pind. Nem. 11, 29: ßQovuiv
TOV fikv xeve6q>Q0v€g avxat t^ dya&wv %ßah>v.
Möglicher Weise besteht Zusammenhang mit altind. väghat- ,betend,
opfern' (BV. 3, 2, 1 : hdutäram mdnushas ca väghdtas ,den Opferpriester
die betenden Menschen' schaffen herbei; BV. 1, 31, 14: uriJtgansäja väghdtai
,dem lautrufenden Beter'), dann würde die Entwicklung des anlautenden
av- dieselbe gewesen sein, wie in avdi^ ,Stimme, Laut' (siehe oben). Inner-
halb des Griechischen wird wohl &jxea^ai ,rühmen, prahlen* (IL 1,91;
2, 597; 11, 388) unmittelbar zugehören, so dass also dann ein Nebenander-
liegen der Diphthonge av und ev Statt haben würde, wie es in ganz der
Griechische Etymologie. 181
selben Weise schon in aveiv ^anzünden^ (Seite 173) nnd ^jeiv ^bren-
n^ absengen^ (U. 9, 468 «- 23, 33) entgegentrat
a^iv" ^als'; übertr^en ^eine schmale Verbindnngsstrasse, wie Landenge,
Meerenge, enges Thal^
IL 13, 289: ovx av iv aixiv* OTtio&e niaot ßiXog ovd^ ivl ytirtp. IL
14,465: Tov 4^ Mßakev x€q>alfJQ %e %al av^ivog kv ^veoxf^Vf velarov
aarQayaXoVj arto d^ afigxa liifae %ivovre. Od. 19, 539: alFerog dyKvlo-
X^ii^tjS naai (den GSnsen) xor^ avxiv eßa^e xal hciavev. Arist Thierk.
1,52: avx^v dk %o fieta^ ngoadnov xal ^wQcniJog..,v6 d* orcla^iov
<xvxivog fiiQog inwfilg (,NackenO. — Hdt 6, 37 : aftareixloag wv tov crv-
X^a Trjv XBQOonqaov 6 Mikviddfjg. Aesch. Fers. 71: 7tolvyofig>ov odia^a
Qüyov aidq>ißaliov avxivt novrov, Hdt 4, 85 : fii;xog de rov aro/iarog^ 6
avxfiVy %6 örj BoanoQog xixlriTai, xav* o d'q ^^evxroy inl avadlovg eXxoai
xoi hcarov iari. Hdt 7, 223: ifce^j^ioav ig %b €vqvt€qov tov avxhog
(Thermopylen).
Das Snffix gehört zn den selteneren, trat aber znm Beispiel schon ent-
gegen in aöiih- ,Drüse^ (1, Seite 137) nnd t^iv- jnnger unverheiratheter
Mann^ (Seite 64). Die zn Grunde liegende Verbalform ist nicht dentUch.
Zn ihrer Ermittlung wird das äolische äfiq>€v- (Theokr. 30, 28 : xal vvv
elr^ i&iXw, XQV f^^ fidxQov axovra %dv afiq>eva Mkxrjv %bv ^vyov. Hesych.
fahrt auf: aftq>rjv' aixu^v, tqoxtiIov) mit in Erwägung zu ziehen sein, da
es im Grunde mit avxiv- tibereinzustimmen scheint Wenn sich in letzterem
das anlautende av etwa wie in aidi^ ,Stimme^ (Seite 180) entwickelte,
so liesse sich an Zusammenhang mit altmd. vakra- ,krumm, gebogen^
(Qat Br. ; Mbh.) denken, wobei allerdings der besondere Grund der Aspi-
ration des Gutturals noch zu untersuchen sein würde ; afiipsv- aber könnte
sich näher an die auch zugehörigen altind. vankja- ,biegsam' (Paninis) und
vdnkri' ,die (gebogene) Sippe^ (BV. 1, 162, 18), anschliessen. Es mag
übrigens bezüglich des lautlichen Verhältnisses von afAcpev- {avq>riv bei
Ahrens 2, 42, aus loann. Gramm, ist wohl unrichtig überliefert) zu avx^v-
noch darauf aufmerksam gemacht sein, dass die Lautfolgen avq>j avß
{ßavßäv ,schlafen' Eur. Brachst 694) und avn (^gavTtig Name eines distel-
fressenden Vogels bei Arist Thierk. 8, 42) in einfachen Wörtern dem Grie-
chischen fast ganz abgehen.
ai^xiiö-g yTrockenheit'; ,Schmutz^
Hdt 2, 13: et fÄtj i&el'qaei aq>i veiv 6 d'cog alX^ avxf^tß diaxQaa&au
4, 198: ^ /^ • • • ovTE avxfiov (pqovviCflvaa ovdiv, ovre ofißgov TtXio}
Ttiovaa ded^XfjTai, Thuk. 1,23: avxiJioL te iaxi tcoq* olg fieyaXoi xal
äft^ avTciv xal kifioL Ar. Wölk. 1120: töv xaqnov %e xal tag afiftiXovg
qfvka^ofievj (Sare /njd^ avxf^ov mii^eiv ^rjft ayav iTCOfißglav. Plat Menon
71, A: äoTteg avxf^og (jUnfrachtbarkeit^) rig zrjg aoq>lag yfyove. — Ar,
Plut 839: avx^og yaq wv rdSv axevaQlcav fi cnwXeaev. Plat Staat 10,
614, D : rag ilwxdg . . . dvtivat kx T^g y^g fieOTag avxf^ov re xal xovi(og.
~ Dazu: a^xA^^^^y y^ocken sein^; ,schmutzig sein'; Plat Phaedr. 251, D:
182 Griecfaiflcfae Etymologie.
oTov di x^Q^S yivritai xal avxfujoj] (nämlich 17 VV^C'?)^ ^a Tciiy du^odoBv
CTOf^ttTa, f] To TttBQov OQfi^, cwctvaivofjieva fivaavra aTtoxlelei rfjv ßka-
OTqv rov Ttzegov. — Od. 24, 250: afia y^gag Xvyqbv %xbi a* ccvxfielg re
xmcäg xal dßeixia Fioaai. Ar. Wölk. 920 : av^fJ^elg aiaxQtSg.
Gilt vielfach als unmittelbar zugehörig zu ctvo-g ,trocken^ (aus altem
*aavao'g (Seite 174); dabei aber bleibt das x ganz nnerkl&rt Möglicher
Weise hangt nun aber mit jenem avo^ das dialektische aavx6-g ,trocken^
(Hesych: actvxov ^q6v. 2vQ€exovaioi) eng zusammen (etwa aus ^aav-
mo-g und nah zu altind. ft/sÄia- ,trocken*, KV. 2, 13, 6: 4, 4, 4; 6, 18, 10,
gehörig?) und so könnte sich oAxfio-g in nahem Anschluss daran erklfi-
ren, mit derselben Entwicklung der Aspiration des Gutturales wie in
itaxf^'S ,Schlachtgetammel^ (oder ähnliches) neben gleichbedeutendem lunaq
(Seite 16) oder in nloxf^o-g ,Haarflechte^ (II. 17, 52) neben gleichbedeuten-
dem fcUxafio-g (IL 14, 176).
a*d-Änj-s (dafür avro-ivrrj-g Soph.Kon.Oed. 107) ,Mörder '(Aesch.
Ag. 1573 mit ^avarog verbunden, Aesch. Eum. 212 und Eur. ras. Her. 839
mit q>6vog, also ,von Mörderhand ausgeffthrtO; ,Gewalthaber^; yürheber'.
Aesch. Ag. 1573: low* Ix Twvde öofiwv aXXrjv yeveav zglßeiv &ava%oig
av'9'irEaiai. Eum. 212: otx av yivoiS'* Ofjiaifiog ai^ivtrjg q>6pog. Soph.
Eon. Oed. 107: %ov%qv &av6v%og vvv imaxikheL aaq>wg Tovg av%oiv%ag
X^i^i TifiwQelv vivag. Hdi 1, 117: fiijre dvyoeiQl %^ ofj (xt^%b airtifi aol
etriv ccv^ivTrjg. Thuk. 3, 58 : vfielg dk el xrevelre ^fiäg . . .%l alXo ij h
7tok€fil(f T€ xal naqo toig av&ivtaig narigag rovg vfierigovg , • • xcrrcr-
keltpere; Eur. Bhes. 873: xal Ttwg fie xrjdevaovaiv aß-^evTWv x^Q^Si '^•
Her. 839 : c^^ av nogeioag di ' ^AxBQOvatov noqov %bv xakklrcaida ariq>a-
vov avd'ivTTj q>6vq) yvtfi fikv %tvlE[Qag olog la%* avx(p x^^S* — Schutzfl.
442: 07C0V ye dtj/dog av&ivrrig x^ovog, iftovatv aazolg rjöerai vearlaig.
— Polyb. 23, 14, 2 : tov fiiv Kaaaavdgov iq>rj ftifiipeiv, %bv a^d-ivnjv
yeyovoTa r^g nQa^ewg. Diod. 16, 61 : ov fiovov rolg avd'iviaig rijg lego-
avllag . , . ^x tov daifAovlov kftrpiolovdifjae vifAWQla. 17,5: q>av€Qov
xad'eoTWTog ort Tif^wgi^aeTaL tov av&ivrijv tcSv avofirifxaroiv.
Als erster Theil löst sich deutlich avTo-g ,selbBt, er selbst' (Seite 177)
ab, der Schlusstheil aber, der weder selbstständig vorkömmt^ noch unmittel-
bar zugehörige Bildungen zur Seite hat, vergleicht sich offenbar mit For-
men wie olvTrj-g ,räuberisch' (IL 11, 481 ; 16, 353; 20, 165), ^avrri-g ,Wolle-
krempler' (Plat Polit 281, A), avxo-g)avTr]g ,Feigenanzeiger, falscher An-
kläger' (Ar. Ach. 559; 725; Vögel 1423), avdQ€t'g>6vTrig ,männermordend^ (?)
(IL 2, 651 ; 7, 166 — 8, 264; dafür avÖQO'tpovrri-g Aesch. Sieben 572), würde
darnach also auf eine Verbalgrundform kv zurückführen. Ob das etwa
zusammenhängt mit dvveiv ,vollenden, ausführen, zu Ende bringen^ (1, Seite
199, aus *aavveiv und zu altind. san : sanäuii ,er hat Erfolg, er erreicht^)?
Dann würden sich Wendungen vergleichen lassen wie Find. Pyth. 12, 11 :
üegaevg bnoxB tqItov avvoaev xaaiyvrjräv ^igog ,als er die dritte der
Schwestern getödtef ; IL 11, 365 = 20, 452: a' i^'avvw ,ich werde dich
Griechische Etymologie. 183
todten^; Eur. ras. Her. 1273: nolovg not* ij Xiovras ^ TQiaotfiarovg rtj-
gvovag iq Flyarrag . . . ovx i^-^waa ^tödtete ich nicht?' und als erste Be-
deatong des zusammengesetzten Wortes würde sich ergeben ^bst mor-
dend, aus eignem Antrieb oder eigner Machtvollkommenheit mordend,
ansfOhrend, wirkend'. Vergleichen lassen sich Znsammensetzungen wie
avT'Oftnj-g ^selbst sehend, Augenzeuge' (Hdt 3, 115; 4, 116; 8, 79; 80) und
auch avtO'XQaTOQ- ,selbst herrschend, selbstständig herrschend' (Thuk« 3
62, 4; Xen. mem. 2, 1, 21 ; Plat legg. 10, 875, B).
aid-t, ,auf der Stelle, hier, dorf ; ,sogleich^
Bei Homer etwa 60 mal, bei Hesiod 3 mal (Werke 35; 440; Schild 280),
bei Pindar nur OL 8, 39, bei den Tragikern nur Soph. Bruchst 479, bei
Aristophanes gar nicht IL 1, 492: q>&iyv&€a7Le q>ÜLov xrjg avd-i f^ävwv. IL 2,
328: äg fjfielg roaaavra firea TtTolefil^ofiev av^i. IL 3,244: voifg d'
fjdrj Tuxrexev q>val^oog ala iv AoMÖaliiovi av&i. — IL 5, 296 ■» 8, 123:
Tov i* av&i kv&rj V^^ ^^ f^ivog t6. Od. 18, 339: IVa a* av9i dia fie-
lelarl rdfitjaiv.
Gehört zu zahlreichen localen Adverbien auf ^i, die meist von Grund-
formen auf o ausgingen und so den Ausgang -o&i zeigen, wie o^i ,wo'
(1, Seite 492), aXko&i ,anderswo' (Od. 2, 131; 14, 130), oder bei mehreren
nachbarlichen kurzen Vocalen auch -to^i, wie iriqio^i ,auf der andern
Seite (IL 5, 351 ; 15, 348) und kxatiqto^i ,auf jeder von beiden Seiten
(Pind. OL 2, 69), und unter denen in Bezug auf die Form etwas eigen-
thümlich stehen nur i%Bl»t ,dorf (Seite 345; dafür xel^i H. 3, 402; 12,
348; Od. 3, 116), iyYv9i ,nahe, bald' (1, Seite 421) und eben av»i. Dass
es aus avx6»i ,auf der selben Stelle, hier, dorf (IL 3, 428; 9, 617; 21, 201)
verkürzt sei, ist eine öfter ausgesprochene, doch völlig willktlrliche An-
nahme, wenn es auch ohne Zweifel in nahem Zusammenhang mit aivo-g
,8elbst, er selbsf (Seite 177) steht Zu Grunde liegen kann ihm nur cev
,zur&ck', ,wiederum, dagegen' (Seite 172) oder em mit diesem Adverb
äusserlich übereinstimmender Pronominalstamm.
€[i&iq ,wiederum'; ,kfinftig einmal'.
Nicht bei Homer, Hesiod, Herodot und Pindar; bei Aeschylos 12 mal,
bei Soph. über 40 maL Aesch. Ag. 340 : ov tot ikovteg av&ig av^akoiev
av, Ag. 1345: äf^ioi [lat* av&ig, devtiqav Ttenkrjyf^ivog, Ch.767: läy^
cev^igj utg fiad-ta aaq>iaT€Qov. — Aesch. Ag. 317: &eolg fikv txv&ig, cj yv-
vaiy TtQoaev^ofiai.
Gilt für eine Nebenform von avtig (Seite 179), da es von ihm nur
dialektisch verschieden zu sein scheint Damit ist aber noch nicht erklärt,
aus welcher gemeinsamen Grundform sowohl av&ig als ovrig hatten her-
voi^hen können. Verglichen werden darf hier wohl das Nebeneinander-
liegen von ivTov&a (vermuthlich aus *h&'av&a) ,hier', ,hieher', ,da, nun,
jetzf (1, Seite 419) und dialektischem lv»av%a (Hdt 1, 48; 61 ; 62; 5, 72), und
das von ivrev^ev ,von hier aus, von da', ,von da an, darauf, ,dah6r,
deshalb' (1, Seite 420) und dialektischem h^evtev (Hdt 1, 2, 9; 17; 56).
184 Griechiflche Etymologie.
ai^CiO'Q ^vergebliche
Ibyk. Brachst 12 (aus Etym. M. 171, 7): ov yag avaiov nalg Tviiiog.
Ging vielleicht ebenso wie zum Beispiel hutvaia-g (für * hcavrio-g)
Jährig' (Od. 16, 454) von iviavro-g ^ahr^ (1, Seite 411) von airo-g ^selbst,
er selbst' (1, Seite 1 77) ans, so dass sich seine Bedentong in ganz ähn-
licher Weise entwickdt haben würde, wie in dem der selben Quelle ent-
staitamenden Adverb otTois ^ebenso, so'; ^rnnsonst, ohne Grund' (Seite 178).
itöaraX^O'Q (dafür avoTaXeo-g Od. 19, 327, und ävOTakirj Hes. Schild
265, ohne Zweifel nur in Folge unrichtiger Ueberlieferung) ,trocken';
schmutzig'.
Opp. Jagd. 4, 129: o{ d' akXoi (nämlich dTjgrjriJQeg) . • . g>Qvimovg avara-
Xiovg nvQiXafiTtiag dfjiq>lg ^oyr^^. Hes. Schild 265: nag 6* IdxXvg
elarriKei,., X^^QVi ovaralifj, Xi^tf xaraTteTtrrivla, Kall. Dem. 17:
maraXia (,durstig') antnog %b^ %al ov (payBg ovdi Xoioaw, Julian 4 (in
Anth. App. Plan. 13): devQ* ide xogarjg xalvriv %Qfi%aXioig xQwiiaaiv
avarakirjv (,starrend'). — Od. 19, 327: et xev avCTakiog, xoxor ßeifiävog
h fÄeyaQOiaiv daiyvjj. Ap. Rh. 2, 200 : nlvffi ri ol avaraXäog XQ(ig ia-
xXijpui. 3, 830: oAataXiag d^ Httnjae nagrjldag. 1, 1175 und 4, 336:
ttvataXiog xovljjOi. Anth. App. Plan. 72, 4 : xelgag Ix %€q>aXijg ßoargvxov
ttvataXitig.
Der Suffiiiorm nach vergleichen sich zunächst ontceXio-g ,gebraten'
(H. 4, 345; Od. 12, 396), XenraXio-g ,dünn, zarf (D. 18, 571; Ap. M. 4,
169), ^evavaXio-g ,flüssig' (Hesych: ^evcraXiov* ^iov)y weiterhin aber
auch noch zahlreiche andre Bildungen auf Uo wie agnaXio-g ,gierig,
hastig' (1, Seite 269), ivgoXio-g ,hurtig, schnell' (1, Seite 514), xagg>aXio-g
,trocken', ,dumpf (Od. 5, 369; II. 13, 409), cdaXio-g ,trocken' (Hes. Werke
588; Kall. Dem. 6, wo OSchneider schreibt avaXioni). Zu Grunde liegt
aveiv (aus ^aavaeiv) ,trocknen, ausdörren' (^ite 174) mit dem unmittelbar
zugehörigen avo-g oder avo-g ,trocken', an das sich auch das so eben
genaonte avaXio-g ,trocken' eng anschliesst. — Die Bedeutungen ,trocken'
und ,schmutzig' (,von Schmutz starrend') fanden sich schon in avxfto-g
(Seite 181) vereinigt
ai>cvn(f6'q ,herbe'; mehrfach in übertragener Bedeutung ,streng, unfreundlich'.
Theopomp, (bei Athen. 1, 26, C) : 6 OaXaglvog olvog .... eXdri 6^ avrov
Ho, avorrigog xal 6 yXvxa^uv. Hipp. 1, 684: TcJy dk oivwv ol fiiXaveg
xal avüTfigol ^tigoTcgoL xal ov diaxtjgBvvxai ov%b ovgiowai ovxe 7C%v-
ovai .... ol di Xevxoi xal avaTtjgol ^sgfAalvovaiv. 1, 688 : oxoaa ii
ioTi xal <ngvq>va xal avavfjga, azaaifia. 1, 727: toiai dk aUoiai XQ^'
Bod^at ToZoi dgifxiai xal ^TjQolai xal avatfjgoUn xal cifiideai xal ovgifgi-
xolai. Plut mor. 525, C: d-eaaafievog avrov r^y rgoTce^av avaTijgav xal
XiTT^v. — Plat Staat 3, 398, A: avrol d^ av %(fi avoxrigovigtfi xal dtjde-
arigfp noirjr^ xQVf^^^^ ^^' fivS'oXoyq) iiq>eXeLag hfexa. Polyb. 4, 20, 7 :
raXXa tolg ßloig ovzag avatrjgoratovg. 9, 1 : ovx ayvodi . . .ttjv ngayfia"
%elav fifAÜv %x^iv avattjgov tu
GriecbiBcbe Etymologie. 185
Stellt sich zu Adjectiven wie avitjQog ^beschwerlich* (Od, 17, 220; 377;
zn dvtrj ^Plage, Beschwerde', 1, Seite 198), kvnriQo-g ,betriibend* (Soph.
Oed. KoL 1176; El. 553; 557; zu kvnij ,Betrubnis8* Aesch. Ag. 791;
Schutzfl. 442), ÖTQTjQo-g ,hurtig, schnell' (1? Seite 514), insbesondere aber
solchen, die auch noch ein suffixales inneres r enthalten, wie (deXerriQO'g
,8ich gern übend' (Xen. an. 1, 9, 5 ; zu fieUrr] ,FQrsorge, üebung^, Thuk.
2, 85, 2 ; 5, 69, 2), xa^arrigo-g ,beschwerlich^, ,schwach' (Hom. hjmn. Aphr.
246; Ap. Eh. 2, 87; Hdt 4, 135), alaxvvrriQo-g ,verschfimt, bescheiden*
(Plat Gorg. 487, B), ataqvriQO'-g ,unheilvoll (?), frech (?)' (1, Seite 86). Als
zu Grunde liegende Verbalform ist gewöhnlich aig- oder avg- {meiv)
,trocknen, ausdörren' (Seite 174) angenommen, dabei aber der Bedeutungs-
zusammenhang keineswegs ausreichend klar gemacht.
-€W98- ,berühren'(?), Yerbalstamm, der nur in Verbindung mit dem Präfix
Inl ,auf, bei, an', ,gegen' (1, Seite 358) vorkömmt Siehe kit-avQei kn-
-avqiuv oder In-avQLaxaiv oder medial iTt-avQlaxea&ai (1, Seite 367).
aüifri ,bewegte Luft, Hauch'.
Od. 5, 469: avgrj <J' ix Ttotanov tjJvxQfi nviFei rjßoo&i Ttqo. Hom.
hymn. Herm. 147: 'EQfxfjg doxf^fo&eig fXBydqoio dia xkijfi&Qov edvvevj
avQi] omaQivfj ivaklyxiog, ijvt ' ofilxlrj- Hes. Werke 670 : TrjfAog d^ eix^i-
vieg t' ovqoi xal norsog afojfiwv. Hes. theog. 872: al akkai fiaxp
avqai (Schoemann liest ol d* äXXoi fiaipavQai) iniTtveiovai ^dkaaaav,
Pind. Pyth. 4, 203 : ovv Norov d ' avqaig in ' Id^Blvov arofia ne^nofievot
flXv&oy. Hdt 2, 27 : tijg ctvQtjg dh niQi ort ovx dnonviei^ n^vde ^co
yvwfiTjVj (Hg xaQta dno S'^Q^iwv xwgiwv ovx oixog iari ovdkv arcortvieiVj
(WQTj dk and tfwxQov Tivog g>iXiei nvieiv.
Zu Grunde liegt 5ij-/u^, alt aßrj'fii ^ch wehe' (1, Seite 15, dazu aivt-,
alt äfivT- ,wehend', IL 5, 526), so dass sich also das diphthongische av
ganz ebenso entwickelte wie zum Beispiel in avli^-g ,Aufenthaltsort', be-
sonders zum üebemachten (IL 9, 232; Od. 22, 470) neben aßeoa ^ch
brachte (die Nacht) zu' (1, Seite 9). Das Suffix ist das selbe wie in
XavQTi ,Gasse' (Od. 22, 128; 137; Pind. Pyth. 8, 86; Hdt 1, 180), aaverj
,Eidechse' (Aesch. bei Athen. 11, 503, C; Nauck 146 schreibt avQag. —
Hdt 4, 183; 192), vevQij ,Bogensehne' (IL 4, 118; 125; 8,324), nlevQi]
,Körperseite' IL 11, 437; 20, 170; 24, 10), ^Qt) ,Sitz, Sessel' (1, Seite 380),
at^QT] ,reine Luft, Heitre' (Seite 91).
aßgiO'q ,morgendlich'; meist in der ungeschlechtigen Form avgiov für
,morgen' gebraucht
Eur. Hippel. 1116: ^^dia d* ^d^ea %6v avQiov fieraßakkofiiva xQOvov
alei ßlov avy€v%vxolr]v. — IL 9, 357: chjqiov iga Jill Fqi^ag, D. 18,
269: avQiov OQfitjd'elg ^vv Tevxeaiv. Od. 11, 351: ^elvog dh rXiJTOß , . .
i^nvfi ovv inifielvat ig avQiov. Od. 7, 318: nofinijv 6^ ig %6ö^ iyd
rexfialQOfiai, otpQ* iv ßeidjjg, avQiov %g.
Durch suffixales lo (LM. Gramm. 2, 444 — 447) aus einem einfacheren
Nomen gebildet, das in dem zusammengesetzten [ayx-ovQo-g ,dem der
186 Griechische Etymologie.
Morgen nahe ist, dem Morgen nah' (1, Seite 213) erhalten^ seinem Ge-
schlecht nach aber nicht sicher zu bestimmen ist, vielleicht als weiblich-
geschlechtiges *avQrj ^Morgen' angesetzt werden darf. So würde es genau
mit lit auszrä ^Morgenröthe, Tagesanbmch' übereinstimmen nnd sich
seinem Suffix nach unmittelbar zu avgri ^bewegte Luft^ Hauch^ (siehe Seite
185) stellen. Als möglicher Weise männlichgeschlechtiges *avQo-g würde es
sich zunächst mit tavQo-g jStier* (IL 1, 41 ; 2, 550; 7, 223), aTovQo-g ,Pfahl'
(IL 24, 453, Od. 14, 11), oflßgo-g ^egenguss' (1, Seite 556), 0Q»Q<hg ,der
frühe Morgen' (1, Seite 577) und andren ähnlichen Bildungen vergleichen
lassen. Es schliesst sich ,aber ohne Zweifel eng an ijog-, alt ^ßog-
,Morgenröthe' (1, Seite 600), das aus einem alten *avO'6g- hervorging,
unmittelbar vor dem inneren q wurde also ein Zischlaut eingebüsst, wie
ja auch anlautender Zischlaut vor folgendem q im Griechischen niemals
bewahrt wurde, und so zum Beispiel ^iFovoi ,8ie fliessen' (Od. 10, 513)
dem gleichbedeutenden altind. srävanü (BV. 7, 49, 2) gegenüber steht
itbQi'ßdtä'g ,der Schnellschreitende'.
Aesch. Bruchst 280 : aigißdiag.
Enthält den selben Schlusstheil wie zum Beispiel naQui-ßarq-g ,d^
zur Seite schreitende Gefährte' (IL 23, 132), der Eigenname Eigv-ßarrj-g
(IL 1, 320; 2, 184; ,der weithin Schreitende'), vaxv-ßarrpg ,der schnell
Schreitende' (Eur. Rhes. 134). Der erste Theil, avei-j aber wird von
Hesych (unter aigißarag) und bei Bekker (Anekd. 464, 9) mit %axiiag
,schnell' erklärt Seiner Herkunft nach ist es dunkel und wird schwerlich
zum vorausgehenden crüQLo-g ,morgendlich' gehören. Der Bildung nach
kann zunächst riQi ,in der Frühe, früh' (1, Seite 630) verglichen werden.
crSilax- {avXa^ ,Furche'.
Nicht bei Homer, der statt dessen die Form /cJÄx (IL 13, 707; Od. 18,
375) gebraucht, nicht bei Aeschylos und Sophokles, die die Form ailox-
(Agam. 1016; Sieben 593; Ch. 25; — Kön. Oed. 1212) verwenden. Hes.
Werke 439: ovx av reo /' (nämlich ßoe) iqiaayt iv avlaia xafi fikv
Sqotqov ä^eiav. 443 : og x ' ^qyov fdelerdSv l&eiav mkm kXavvou Pind.
Pyth. 4, 405: OQ^^ag d' avhxKag ivravvaaig ijXavve. Ar. Vögel 1400:
ßaifjv , . . dllfievov ai&iQog aSkccxa Tifivwv. (Vers 234 ist die Form akoK-
gebraucht). Thesm. 782: öi^aa&e Ofillrig ohLovg .... rovrl to ^üj fiox^"
Qov .... TtoLav crvAaxa;
Wurde schon in den Nebenformen uthi-y alt /cJAx (1, Seite 656), und
aAox-, alt ßdlox' (1, Seite 299) besprochen. Das anlautende av- ent-
wickelte sich offenbar ganz ähnlich wie in cnj^ ,bewegte Luft, Hauch'
(Seite 185), dem arifiiy alt afrifn ,ich wehe' (1, Seite 15) und altind. vä'-ti
,ei: weht, er bläst (BV. 4, 7, 10; 10, 142, 4) zur Seite stehen.
aikö-q ,Köhre'; insbesondere ,Flote'.
Od. 19, 227: ovrag foi (d.Lxia/yjj) Ttegovtj xQvaolo tivvxto ctvXolaiv
öiövfioiOL. Arist Thierk. 2, 71: 6 d^ (nämlich noqog) kn* axgag tijg Ttag-
dlag Toig fjteyaXoig cnhdiv (d. L ix^(ov) atpodqa Ttaxig avlog kari %al
Griechische Etymologie. 187
levxog. 1, 23: tovtwv (d. i. ttSv ivvdQtav) de va fikv avlov (^ßöhre zum
WasserausspritzenO ix^i, ßgayxia d' ovx, ^eij olov dekq>lg xal q>aXaiva,
fx^i d' 6 fikv d€Xg>lg %6v avlov dia tov vtirovy ij ök q>aXaiva iv %ff
fiev(07t(p. ly A: 6 TcaQ&iviog aiXdg (^LuftröhreO TOt; naidtxov S^vregog.
Od. 22, 18: avrlxa d* avXog (^röhrenartiger Strömt dva ^Ivag naxvg f]l-
d^ey aifiarog avÖQO^ioio. IL 17, 297: iyxiq)aJiog dk naq^ avXbv (,Blut-
BtromO avidgafiev 1^ areik'^g alfdaroßeig. PoIIox 5, 20 erklärt: t^^ dh
loyxJig %o fikv Jtegl xq §vkip xakelrai avlog. — IL 10, 13: ^aif^a^ev . . .
avhSv ovQtyycav t' hortijv. II. 18, 495: adXol q>6Qfiiyyig ve ßoßfjv ^ov.
Hom. hymn. Herrn. 452: rjjai %o^o/ ve ßikovai . . . xal Ifiegoßeig ßgofiog
avlfSv. Hes. Schild 281 : väoi yuäfia^ov in ' avJuov. Bei Pindar 1 1 mal,
wie OL 3, 8 : q>6gfuyya ve TtoixMyctgvv xal ßoäv avltibv iniwv %b &iaiy
... avfifxl^ai TtgenovTtog» — Dazu: ail-tSnid' {aikdürcig) ,BOhren
oder L5cher als Augen {in- ,GeBichf, 1, Seite 643) habend, mit Augen-
löchem yersehen' viermal bei Homer Beiwort des Helms {tgvq>alBia\ wie
n. 5, 182: danldi yiyvaiaxwv avXwniöl ve Tgvq>akelf]. Hesych führt
avltSniv auf mit der Erklärung avkovg ^ovaav ,mit Röhren versehen^
und f> hinzu 2og>oxlqg (bei Nauck Brachst 923) di r^v Xoyxfjv Tfjv
(jtcatgay avXüntv elnev. — ^y-avXo-g (,mit einer Bohre versehen', dann
wohJ ^röhrenförmig' ««) ,Wassergraben, Giessbach', ,enges Thal'; II. 16,
71: tdxa xev q>€vyovT€g Ivcnikovg nkrjaeiav vexvtov. IL 21, 283: nalda
üvq>ogß6vy ov ^a t' tvavXog dnofigaj] %ELiJLÜvi negdivra. IL 21, 312:
ifinlfÄnXrj&L ^iße&ga vdatog Ix nfjywv, navrag Ö^ ogodvvov havXovg.
— Hom. hymn. Aphrod. 74 : ol d * Sfia navreg avvövo xoififjGayTo xara
oxioßerfag ivavXovg. 124: ^ijgeg wfAotpdyoi q>oiT(Sai xata axioßeyrag
havXovg. — dl-avXo-g (,mit zwei Bohren oder Bahnen versehen' —
Athen. 5, 189, C erklärt: nav %b ÖLatBxa^ivov eig ev^rrita oxijfici avXov
xaXovfiev äaneg ro aradiov — «:) ,Doppelrennbahn, Doppellauf; ^Eng-
pass, Meerenge'; Paus. 5, 8, 3: oXvfintadi di varegov tevdgvfi xal dexarj]
ngoaeri&rj aq>lai dlavXog. Pind. OL 13, 37: Ilvd-ol t' ^ei azaölov %ifiav
diavXov ^' aXl({} dfiq}* ivL Aesch. Ag. 344: det yag ngbg oXxovg vo<nl-
fAOv Oünrjglag xdfiiffai diavXov d^dvegov xüjXov ndXiv, Soph. EL 691:
do(ov yag elaex^gv^av ßgaßrjg dgoficjv diavXtov nifta&X^ a voiiiC,e%ai
%ovTiov heyxüv ndvra vdntvlxia (JXßl^ero. Eur. EL 825: dgof^evg dia-
aovg diavXovg %nmog diijwae. — Eur. Tro 435: ov drj arevov dlavXov
(pxiOTai nirgag deivfi Xdgvßdig. — avXtov" {aiXciv) ,Böhrey Canal';
,Meerenge'; ,Thal'; Hdt 2, 127: di* olxodofiriftivov di avXdHvog Macj vrjaov
negiggiei (nämlich 6 NeZXog). Ar. Vögel 244: oY &^ iXelag nag^ avXiS-
vag d^arofAOvg iftnldag xdntere, Xen. an. 2, 3, 10: xal ivervyxavov
%aq>goig xal avXtSaiv vdarog nXtjgeaiv wg fi^ dvvaad'ai diaßalveiv avev
yeqn^gäv. — Aesch. Prom. 731 : ai XQV • • avXtSv* kxnegav Maiiüxtxov.
Soph. Trach. 100: nod^i /äoi valei . . . 17 nonlag avXivvag fj diaaaiaiv
anelgoig xXtd'Blg. — Hom. hymn. Herm. 95: noXXc d' ogrj axioßevta
xal avhSvag xeXadeivovg . . . iirjXaaB xvöifAog ^Egfiijg. Hdt 7, 128 : dia
188 GriechiBche Etymologie.
Iiioov %B av%d.v (des Olympos und der Ossa) avhxva axetvbv Ttw&ocvo-
fi€9og elvai dt ov ^iei 6 Ilrjveiog.
Als Suffix löst sich Ao ab, ganz wie zum Beispiel auch in ycmlo-g
iEimes^ (Od. 9, 223; Hdt 6, 119; Theokr. 5, 58), xavl6-g ,Schaftloch< (IL
13, 162; 608; 16, 115), ,Stengel, Stiel' (Ar. Bitter 895; Alexis bei Athen.
4, 170, A), arvka-g ,Pf eiler, Säule' (Aesch. Ag. 898; Eur. I. T. 50), ox^S
,SchwaII, bewegte Volksmenge' (1, Seite 529). Die zu Grunde liegende
Yerbalform aber wird dieselbe sein, wie in avQtj ,bewegte Luft, Hauch^
(Seite 185), nämlich aijfiiy alt aßrjfn ,ich wehe' (1, Seite 15), so dass also
als erste Bedeutung sich wohl ,Bläser, Blaswerkzeug' ergeben würde.
Eben darauf deuten auch Athenäos' (5, 189, B) Worte ,lrt dk ailog fikv
ctbX'j^ ,Wohnsitz', insbesondere ,einge&iedigter Hof neben dem Hause'.
Bei Homer 44mal. Od. 4, 74: Zrivog tcov loiride /' VXvfirtiav hdo&ev
avlfj • . Find. Nem. 4, 24 : ^iviov aatv naziögafAev ^Hgcntüdog okßlttv rtQog
avlar. Aesch. Prom. 122: näai &60lg . • • vijv Jibg avXriv elüoixvsvciv.
Soph. PhiL 153: ailag noiag tvedqog valei. Ant lSb:*'EQwg .... tpoixqg
d* vneQTtovTiog IV x* aygovofioig ctvhxlg. Trach. 202: aix* etota atfyrjg
a% t' hnog avlijg, IL 6, 316: xhcxoveg avÖQeg, o% Foi inolfiqaav ^äla-
fiop xal dwfia xal aiki^v, IL 4, 433: TQoieg d\ äg %^ ofug noXvna"
fiovog dvdgbg iv avkfj fivQiat iaxi^xaaiv. IL 5, 138: wg ve käorra^ 8v
^d te noifxfiv . . • XQ^^V f^^ ^' avXrjg vtcbq aXficvov ovdk dafiaaajj.
142: avxag 6 ifi/Ae/iawg ßa&iijg l| aXkexai avXrjg, 11.6,247: xovQcttoy
d* irigw'^ev harrloi %vdo^ev avXrjg diüd&C %aav xiyeoi ^dXafioi. H. 9,
472: ovdi mn^ ^aßtj rtig, ^t€qov fiiv V7t* al&oiajj ivegpiiog cnSX^g, aXXo
d' iv\ ftQodofifpy TtQoa&ev &aXafioio dvQaiav. IL 9, 476: vniQ&oQov 1^-
xlov avXijg, IL 24, 452: dfiq>l di Fol fieydXfjv avXrv nolFriaav avaxvi
axavQOlaiv nvnivolau IL 24, 640: avXiig h xogroiai xvXiifdofievog xard
xoTtQov. IL 11, 774: IlfjXevg TcUrova f^rjQi* Ihcaie ßoFbg Jifl T€Q7tiX€gavvf(f
ttiX^g iv x^Q^V' ^^ ^7 ^^^ • ^^^^ ^^ noXXd ^ijX \ oFiig %e xai alysgj
laveaxov * negl <5' civXii vxfjfjX^ did^rp[o xatwQvxieaai Xl&oiaiv piaxQijaly
%e Ttiivaai ßiök ÖQvalv vipiTLOfioiaiv. Od. 14, 5: tbv d^ ag* ivl ngoöbfufi
evQ^ flfievov, %v&a Fol aiXii vxpriXri didfifjro .... fcegldQOfiog' rv ^a ov-
ßtjitTjg avrbg delfiad' ' veaaiv . • • ^v%olaiv XdFeaai tuxI i^giyKwaev axigdtp.
Od. 9, 462: iX&ovreg 6* vßaibv dnb arcäFedg %b xal avX^g ngwrog vre*
agveiov XvofArjv. Od. 22, 494 : €v du&elwaev iiiyagoy xal ddifia xai avXtjv.
Od. 21, 389: xXtjFioev 6^ ag* ejceixa Mgag ivsgxiog avXrjg. — Dazu:
ayg-avXo-g ,dessen Wohnsitz oder Aufenthaltsort auf dem Felde {aygo-^
1, Seite 122) isf ; IL 10, 155: vttb d' eOTguno Fgivbv ßoFbg dygctvXoio. IL
18, 162: ov Ti XiovT^ ai&wva dvyavrai rcoifiivBg aygavXoio . , . iUa&au
— avXi-g , Aufenthaltsort, Nachtlager'; ILO, 232: iyyvg yag yrjFdiv xal
relxiog avXiv Js&evto Tgaieg. Od. 22, 470: wg d' oz' av i^ xlxXai rcnnj-
alTtzegoi rjFh niXeiai ^gxei hiTtXrj^ußOi . . . avXiv iaiifieyai. Hom. hymn.
Herm. 71: iSv&a d'ediv ftaxagtav ßoFeg Sfißgoroi avXiv Mx^axov.
Griechische Etymologie. 189
Gehört zu ueoa, alt aFeaa ^ich brachte (die Nacht) zu' (1, Seite 9),
goth. vts-an ^bleiben'i altind. vas- ^verweilen, übernachten' (BY. 10, 95, 16:
jdd märtiaishu avasam rä'tris garddas cdtasras ,als unter den Menschen
ich die Nächte zubrachte vier Herbste'; BV. 10, 146, 4: vdsann ara/njän-
jä'm ,weilend bei der Aranjftnf. Dazu vasra-m ,HauB, Wohnung', bei
Gramm.), sein anlautendes av entwickelte sich also ganz wie zum Bei-
spiel in av^ ,bewegte, Luft, Hauch' (Seite 185, neben atjfAiy alt ußrjfii
,ich wehe', altind. vä'ti ,er wehf). Das Suffix wie in qniki] ,yolks-
abtheilung, Heeresabtheilung' (Hdt 5, 68; 69; Thuk. 6, 98), ^kij ,6rust-
warze, Mutterbrusf (Eur. Eykl. 56; Plat Erat 414, A) und noch ein paar
anderen Formen, neben denen auch reavka ,das Aufhören' (Soph. Trach.
1255; PhiL 1329; Oed. KoL 88) trotz seiner etwas abweichenden Bildung
noch genannt werden mag. — Die Yermuthung (Ahrens Festschrift
Hannover 1874) einer genauen Uebereinstimmung von aiXrj, das bei
Späteren (wie Dionys. Hai. 6, 50) auch in der Bedeutung ,Landgut' be.
gegnet, mit lat villa ,Landgut' (Korn. Bruchst bei Bibbeck, S. 124 und
274) würde sehr ansprechen, wenn das Hervorgehen des lateinischen
Wortes aus einem älteren *ve8ld sich etwas wahrscheinlicher machen liesse.
aCXriQo^ (nur in der Mehrzahl gebraucht) ,Zflgel'.
Epicharm (bei Etym. M. 393, 4) : avhjQa.
Dorische Form für evktjQO'V (IL 23, 481; Qu. Sm. 4, 508; 9, 156). Siehe
dieses Seite 201.
ir£ilc£>^d-$, ein nicht genau zu bestimmender Fisch, vielleicht eine Art
Thunfisch.
Opp. Fischf. 1, 256 : xioaaQa d^ aV'S^Uiav ^eyaurjXBa qnika vifiovrai . . .
akXovg d' evwTCOvg re xal avXianovg xakiovaiVj ovvexa rolg xa&viteg&ey
ikiaaofAimfj xccra xvxkov dq>Qvg TJegoeaaa neqldqoiAog iöXBfpivwtat. —
Daneben: aiktaTclä-g, der selben Bedeutung; Arist Thierk. 6, lOlirUrei
dh Tcal 6 otvkiaTclagy ov xakoval riveg dv&lav, %ov &iqovg» Henioch. (bei
Athen. 6, 271, A): oqw yag &avß anioxov^ ix^wv yin/] Ttegl v^v äxgav
fcait^ovraj xwßiovg . • . aTjnlagj avhanlagy vglykag • . • Ael. nat an. 13, 17 :
Tiegl Tag xokovfiivag vriaovg Tvggrjvixag ^r^gwaiv ol xara xijv aXulav
ixovxeg %bv hiel&i xrjxüidri ixdvvy xal xalovaiv avtbv avXwnlav. Er wird
dann genauer beschrieben: xovg fth Sq>&akfiovg ^mv dvefpyotag xal negi-
q>€Q€ig xal iieyaXovg.
Wird im Grunde das selbe sein wie avhantd- ,Böhren oder Löcher als
Augen habend, mit Augenlöchem versehen' (Seite 187), stellt sich seiner
Suffixbildung nach aber zunächst zu Zusammensetzungen wie axv&g-wno-g
,m&rrisch aussehend' (Aesch. Gh. 738) , wie sie schon unter av^giorta-g
Mensch' (1, Seite 216) aufgeführt wurden. — Mit dem Suffix lä nennt
Aristoteles in seiner Thierkunde an Fischen noch ^npläg ,Schwertfisch'
(2, 56; 68; 8, 128), xokia-g ,Makrele' (5, 32; 8, 89; 93; 9, 26) und den nicht
genauer zu bestimmenden %Qi%lä-g (5, 32; 6, 93; 8, 92).
190 Griechische Etymologie.
EY.
e0 ,gat^ (II. 1, 385: ev Feidwg. 2, 301 : ev yag di rode Flöfiev. II. 2, 382: ev
ßiv %ig dÖQv ^^ca&u}), eine sehr beliebte adverbiell verwandte ongeBchlech-
tige Adjectivf orm , die namentlich auch in Znsammensetzungen sehr ge-
wöhnlich ist, wie in ^-nwinlo-g ^it guten Beifen oder Bingen versehen^
(n. 5, 453 ; 797 von Schilden), ev-fievirrj-g ,gut gesinnt, wohlwollend^ (Od.
6, 185), ev'ßoTO-g ,mit guten Weiden versehen* (Od. 15, 406), €i;-/xijAo-g
,dessen Schafe gut sind' (Od. 15, 406). — Ging in Folge der Zusammen-
ziehung von € + Vy die übrigens in keiner anderen griechischen Form
gleich deutlich vorliegt, aus älterem Iv hervor (siehe iv-g ,gut^ edel'
1, Seite 337).
eü-eiv- oder auch ev-cir ,anbrennen, absengen'.
Ein selteneres Yerbum ; bei Homer 6 mal IL 9, 468 -== 23, 33 : noklol
dh aveg &aXi&ovTeg aXotq^y eifOfievoi xavvono dia q>Xoy6g *Hg)ala%oio,
Od. 2, 300 : evge d ' aga fjtvrjOTiJQag • . . oialovg &^ äovzag iv avXfj. Od.
9, 389: Ttavra de Fol ßXiq>aQ^ a(ji(pi mal o(pQvag evaev avTfirj yXijvfjg
xaiofiävfjg. Hes. Werke 705: yvvaixig .. . deircvoloxifjg , fjr aväga xal
tq>&ifi6v neQ iovra evei areg dai^v, Aesch. Bruchst 310: nalaig i)q>€v^
fxivog 6 x^^Q^S' Ar. EkkLl3: (ÄrjQwv eig anoQqri%ovg fivxovg kaftneig,
dq>-evwv t^v Inav&oiaav vglxa, Ar. Friede 1144: aq^eve (,rosteO *^^v
qaarjJuov, oß yvvai^ rgelg xoLvi%ag, Nikand. (bei Athen 2, 61, A): %aL ve
fivxriTag afiavlrag %6%* ig>'€va€ig (,wir8t rösten'). — Dazu: evoTgä oder
evGTQä ,Ort wo die geschlachteten Schweine abgesengt wurden'; Ar.
Bitter 1236: iv raloiv &üa%gaig xovävkoig ^Qfiorrofirjv. Pollux 6, 91 er-
klärt: evargai di ol ßo&qoi ixaXovwOf iv olg eSerai vc xo^Q^ta.
Ging aus einem alten *eva€Lv hervor, wie noch durch &ia%Qä deutlich
gemacht wird, xmd gehört unmittelbar zu aveiv oder meiv (aus ^moeiv)
,anzünden' (Seite 173), und dem neben diesem schon genannten lat ürere
(aus *üsere) ,brennen, verbrennen', altind. tish ,brennen' (BV. 1, 130,8:
vigvam tätrshänam atishati ni argasändm aushati Jeden Dürstenden
brennt er, jeden Schädigenden brennt er nieder^ und altostpers. u^h ,bren-
nen, braten'. Dazu alban. e&e ,Fieber' (GMeyer Wb. 93).
düa, ein bei Bakchosfesten und bei Mysterien gebrauchter Ausruf.
Hesych erklärt: eva' iniq^rifiiofiog i.i]vaixdg xal fjLva%vx6g, — Dazu:
Bva^eiv ,6va rufen, bakchischjubehi'; Soph. Ant 1135: dfißgoratv ifcicav
€va^6v%(ov &rjßatag . . . ayviag. Eur. Bakch. 1034: eid^ta ^iva fidleai
ßagßagoig. Sopatr. (bei Athen. 4, 175, D): iyghov Ö4 vig %dv ^dovrjg
lieiqiMv evat^wv (,jubehid feiernd') xo^<5v. — €.va2:und svoly bakchische
Jubehrufe'; Ar. Lys. 1294: ^ol eiol^ eval evah Soph. Trach. 219: ayara-
gaaaei evoi fi* b xioodg ag%i ßaxxlav vftootgigxav afitXkav. — eviv,
Jubelruf der Bakchantinnen ; Eur. Tro. 325 : ndXke Ttod ' al&igiovj avexe
xogov, evdv evoL
Griechische £tymologie. 191
Vielleicht gehört lat oväre Jubeln, frohlocken' (Plaut Bacch. 1069: nunc
mihi evenit, ut ovans praedä onustus cederem) unmittelbar dazu.
tßxfiXt^q ^behaglich, ruhig, ungestört'.
IL 1, 554: fidk* evxtikog va q>Qa^€ai Soa* i^ikrjO&a, IL 17, 371: ol
d' alXoi TQüieg xal hxvrjfxideg ^AxaiFoi &LKfjkoi fcroUfMi^ov vn^ ai^igi.
Od. 3, 263: o d* ^jxrjkog fivxv '^oy^og Innoßoxoio nolX ^AyafjieiAvovhjv
aXoxov ^ikyeaxe ßineaaiv. Od. 14, 479: evdov ö' ^tjXoi. Hom. hymn.
Herrn. 480: evxrjkog fikv ifteira fpiQBiv Big dalva &aleiav (nämlich x/-
-S^aQiv). Heß. Werke 671 : evxrjXog %6%b vijfa d'oFfiv arifzoiai TCi^aag
IhJiiev ig jtortov. Soph. £1.241: /ui^t', bX xif TCQoaxBifiai XQ^^'^V^ ^^"
valoifi BvxTjXog.
Eine Nebenform zu hcriko-g, alt ßixrjko-g (1, Seite 344), deren an-
lautendes Bv sich ebenso aus altem /e- entwickelt haben wird, wie zum
Bdspiel in BvXij ,Wurm, Made' (IL 19, 26; 22, 509; 24, 414) neben ^Jifiiv&-,
alt wahrscheinlich fik^iv^- ,Eingeweidewurm' (1, Seite 490).
e^TC ,als, zu der Zeit wenn'; ,wie'.
IL 6, 392: bvtb mlag Kxoye. IL 11, 735: bv%b yaq i^ßikiog q>aßi^wv
vnBQia%Bd'B yaltjg, ^v^qfBQoptBod'a fiaxj]* II. 6, 515: aly^a d* %7tBi%a^Ex-
%OQa dlov BtBVfiBv aÖBhpBov, BVT* aQ* MiäbIILbv OTQiyjBod'* Ix x^Q^S* IL
1, 242 : TOTB d* ov vi dvm^aBai a%vvfiBv6g ubq XQ^t^^f^^i^f ^ ' ov nolXol
. . . ^n^axowBg nberwai. — IL 3, 10: bvt' oQBog xoQvtpfjai votog Tuni-
XBvBv OfxlxXrjv . . . (ig aga %iav vno fcooal xovlaakog wqvv% ' aßBlXiig kg-
XOfiivwv. IL 19, 386: %(p d' bvtb mBqa ylyvBto (nämlich MyrBa). Q.
Sm. 1, 586: vloBig di xaxov fiogov^ evr* iv OQBoai xBfifiag ofxaQTijaaoa
ßoodfitjt^Qi liovTi,
Der Schlusstheil des Wortes wird der selbe sein wie in Htb ,als, da»
zu der 2Seit wenn' (1, Seite 513) und wohl auch in 'qvtB ,gleich wie' (1,
Seite 605), im üebrigen aber ist es noch nicht mit Sicherheit erklärt
unmittelbare Zugehörigkeit zum eben genannten ijvtb^ das übrigens selbst
noch nicht ganz aufgeklärt ist, hat man mehrfach angenommen, aber
nicht erwiesen; als möglich wird man sie immerhin bezeichnen können.
efid*6cv ,schlafen, ruhen'; nur in präsentischen Formen gebraucht Zu-
gehörige Futur- und Aoristformen tragen das Zeichen der Ableitung, wie
Btdrjaovai (Aesch. Ag. 337), na&^Bvdi^aovtag (Ar. Ekkl. 419), xai^evdijaevc
(Xen. Eyr. 6, 2, 30), xa&-€vdrjoai (Hipp. 2, 451).
D. 2, 19: vov 6i xlxavBv «Sdow' h xkialfj, nBQl d* ifißgoatog x^i>*
Sftyog. IL 2, 23 — 60: BvÖBig, "Atqißog vii. Od. 2, 397: ot d' «Jdcty
wgrvrto Xttva moXiv. Od. 14, 533: ßij d' XfXBvai xbIwv o^i tcbq avBg
agyiodovTBg nitgfj vno yXaq>vg^ Bvdov. Od. 8, 445: ortnoT^ av avtB
Bvdrja&a yXvxiv vnvov. IL 14, 482: ügofjiaxog dBifirniivog bvöbi fyx^i
IjU^. IL 5, 524: oq>Q^ üiriat fiivog Bogiao xal aXXwv ^ox^ßtcSv dvifiwv.
IL 1, 611: iv^a xa^-Bvö' avaßag.
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. Als äusser-
hch ähnliche Yerba bieten sich anevö-Biv ,beschleunigen' (IL 13, 236) und
192 GriechiBche Etymologe.
tpevd-etv ,Lügen strafen' (Soph. Ant 389). Mck (2, 259) nimmt Ursprung
ans "^aevä-eiv an, setzt als Grundbedeutung ,ruhen' und stellt dazu auch
südum „Meeresstille". Das letztere {südo-) aber heisst vielmehr als Ad-
jectiv jwolkenlos, heiter* (Ludl. 673, Baehr.: nee ventörum fläminaflando
süda secundet] Verg. Georg. 4, 77: t?lr . . südum) und in substantivischer
Selbstständigkeit ,heiterer Himmel' (Plaut Mil. 2: qvom südumstj Rud.
123: dum südumst] Verg. Aen. 8, 529: per südum).
^üdio-q jguten' oder ^freundlichen Himmels^ dann überhaupt ,heiter, milde' ;
mehrfach in übertragener Bedeutung.
Theokr. 22, 22: ovwv t' dva fiiaaov ifiavQri g>atvrj (als Sternbild) crj--
fialvovoa va nqbg nloov evdia nawa. Aiat 990: evdiog x eifjg, xal
dt€ nhniog naga tcovtov q>alvrftai xd'a^aXt] v€q)iXrj. Arat 822: ot
evdlov xexQtifjiivog ijfiorog eXtjg. Anth. 12, 156, 4: xal notk fikv q>alv€ig
nolvv verovj akkore d' avTe &jdiog. Xen. HelL 1, 6, 38: 6 avefiog evdial--
vegog rjv. Strabo 3, 2, 5: dia yaq evölov xklfdccrog oi öqo^oi avrtelavv'
Tai %al fjLaXicva %(p nelayl^ovTi. Agath. (in Anth. 10, 14, 1): evdia (ad*
verbiell) /u^y novtog feogtpvgevai. Hipp. 1, 543: i]v fiiv . , . 6 xBififav
fiiiQiog, xal firJTe klrjv ojdiog fjiifjte vneQßaXhav %6v xaiQov %<fi tpixBi.
Opp. Jagd, 1,44: evdiov afjßQoaljjaiv in dq>^at afjai yeyrj'^wg. Opp.
Fischf. 4, 29 : ^A(pgodL%rij • . Tcgrjvg %b xal evdiog Sfifiiv Ixdvoig. — Dazu :
evölä ,heiteres Wetter', dann überhaupt ,Heiterkeit, Glück'; Find. Isthm.
6, 38: vvv fioi Faiaoxog eidlav OTtaoaev ix xeifidvog, OL 1, 98: 6 vixxHv
di XoiTtov dfig>i ßlorov ^ei fieliToeaaav evdlav. Pyth. 5, 11: Kdarogog'
evdlav og fierd xBi^iigiov ofißgov %edv xarai&vaaei fioxaigav iarlav.
Aesch. Sieben 795: nokig ö' iv evdltf. Plat G^. 12, 961, E: 6 negl ri
vovg fi€t' aia&ijOewv xga&eig awrrjgia nkolwv ^v ye xeif^^i xo^ iv ei-
ölaig yLyvoix* av; Arist Thierk. 8,83: oi d' ogrvyeg otav ifirtiatnaiv,
idv fihv evdla /y ßogeiov fj, awöva^ovrau
Enthält als zusammengesetztes Adjectiv neben £v ,gutf (Seite 190) das
Substantiv Jl-, alt Jlß-, das im Griechischen zum Namen des Him-
melsgottes geworden, im entsprechenden altindischen div- aber in der
Regel noch einfach den ,Himmel' (so RV. 1, 6, 9; 1, 52, 12; 1, 62, 8; 1, 68,
1 und sonst oft) bezeichnet Die Dehnung des T in einem Orphischen
Hymnos (38, 24) und mehrfach bei Aratos (783; 822; 849; 915; 993; 1073)
ist schwerlich das ürsprtLngliche.
eMiaXo^q, unverständliches Beiwort eines Fisches.
Sophron (bei Athen. 8, 324, F) : zgiyölav zov evSialov.
Führt zunächst wohl auf ein weiblichgeschlechtiges *evdia zurück, wie
zum Beispiel dyeXaio-g ,zur Heerde gehörig' (II. 1 1 , 729 ; 23 , 846) auf
dyiXri ,Heerde' (1, Seite 112) und ähnlich zahlreiche andere Bildungen auf
-alo (LM. Gramm. 2, 456 und 457).
eböialO'C oder evd Laio-g ,Oeffnung im Schiff zum Auslassen des
Wassers'.
Plut mor. 699, F: £^ ydg 6 OTOfzaxog afia rtf aixltf %6 notbv ava-
Griechische EtTmologie. 193
lafißdveij Hai rfj KOillf nagadldwaiv , ov'&hv Idlov noqov delrai ro
fceQlvTO)fia rijg vyQag tQoq>ijg, dXXa elg aQxel xal xoivogy waneq evdialog
a^q>otiQOig elg ravTd öia Tavrov elaxofii^ofiivoig, PoUux 1, 92 erklärt:
17 6* dvoiyofii>ri dvgig elg htgoiqv rov vdazog eidlaiog xaXelrai. Suidas
erklärt: evdialog' xei^aQQOvg^ xa2 TQrjfia Ttjg viwg, 6t ovvi ävrkla iTtgel.
EtTmologisch dunkel. Auch etwaige Zugehörigkeit zum Vorausgehen-
den ist nicht klar.
eBx-ea&ai ,beten, flehen'; ^wünschen'; ,geloben, versprechen'; ,8ich rühmen,
yersichem'.
IL 1, 43: (ig l'^xrr' evxofxevog (Vers 35 hiess es: ij^a^' yeQaiog^AnoX-
X(avi), n. 1, S7: ^AnoXkuiva öiflq>iXov, (^ re av, KdXxav^ ev^oiievog , . .
avag>alveig, II. 1, 450: rolaiv di Xgvarjg fteydX* evxero x^tQog dvaa%(av.
n. 2, 401: aXXog d^ aXXtp Mge^e d'ewv . . . evxo^evog d'dvaxov %e q>vyelv.
II. 6, 304: evxofiivf] d' r^Qaro Jifog xovQfj. — IL 14, 484: T(p mal xi %ig
tvx^oi' dv^Q yvanov ivl fieydQoiatv agfjg aXKr^ga Xiftia&ai. Od. 21, 211 :
twv 8* aXXwv ov rev axovaa ev^afiivov ifii av%ig inorgonov oSxod'
Ixio&ai. Od. 14, 463: ev^d^evog %i Finog Fegita (Vers 503 heisst es: wg
yvy ^ßwoifÄi), — n. 4, 101 : evxeo 3^ ^AnoXXtavi . . . ßagväv ngonoyovfov
Jrgi^eir xXeiTfjv huewofißriv FoUaöe voarrjoag. Od. 17, 59: ^ero rcaüi
Ceolat TeXrjfiaoag ixaroiißag fge^ifiev, IL 18, 499: o fihv evx^o ndvr^
dnodovvau IL 1,91: 8g vvv noXXov agiarog AxaißiSv evxerai elvau IL
2, 397 : arevTO ydg evxofievog viHrjaiiievj eX neg av av%al fiovoai dPel-
doiev. n. 6, 211: vavxrig roi yeveijg re xal aifAarog evxofiai elvau H. 11,
388: vvv di ju' iniygdrpag tagabv nodog evxeai avtwg. IL 14, 366: dXX'
fihv ovTü) qyrial aal eiSxerai (nämlich ,die Schiffe zu nehmen^.
Lat vovere ,f eierlich versprechen, geloben' ; ,wfinschen' ; Plaut Cure. 72 :
mS inferre Venen vdvt jam jentäculum; — Ov. mei 14, 35 : ut tua sim,
vaveö ; Hör. sat 2, 6, 1 : hdc erat in voüs : modus agri nön ita magnus.
Das anlautende ev wird sich entwickelt haben, wie in ^jariXo-g (aus
fixTiXo-g) ,behaglich, ruhig, ungestörf (Seite 191). Ganz ähnlich geformte
Verben sind sonst selten; vielleicht ist als solches nur T£i;x-£ey ,bereiten'
(H. 1, 110; 5,61) zu nennen. Die Zusammenstellung mit lat vovSre be-
ruht auf der Vermuthung, dass vor seinem inneren v ein altes gh er-
losch, ganz wie zum Beispiel in hrevi-s (Nov. com. Bruchst 46 ; aus *&re-
ghvi'8) neben ßgaxv-g ,kurz' (Pind, Isthm. 3, 71) oder in levis, leicht, be-
hende, leichtsinnig' neben iXaxv-g ,klein, gering^ (1, Seite 468), oder auch
in niv-es ,Schnee' (Enn. ine. lib. 13), neben vlq>a ,den Schnee' (Hes. Werke 535).
ebx^Q^^' ,leicht zu behandeln', siehe weiterhin unter öva^x^Q^S'*
eiyd^BviBiv und B'ö&rivisiv ,sich in gutem Zustande befinden, gedeihen'.
Bei Aeschylos 3 mal im Schlusstheil der Eumeniden: 895: c^^ jui; tiv*
olxov evd-eveiv avev ai^ev, 908: xagnov re yalag xal ßordSv iniggvrov
daxolaiv ev&evovvra fifj xdfivetv . XQ^^V' ^^^ • W^^ t ev&evovvra yd
^v dinXolaiv ifißgvoig rgicpoi XQ^'^V '^^oy^ivq). — Hom. hymn. 30, 1 :
ßgld^ei fjiiv aq>tv agovga g>egiaßiogj rjdi xor' dygovg xrrjveatv ev&rjveu
Leo Meyer, GrleohiBche Etymologie. II. IS
194 Griechische Etymologie.
Hdtl, 66: dvd re tÖQapiov aizUa xai ev&rjvtj&riaav, 2,91: eiSTjväeiv
aftaoav AXyvfttov. XeiL Athen. 2, 6: ov yaQ Sfia naaa yij voael' äare
kx T^g €v&r]vovarig ag)ixv€izai Toig Trjg &aXaTvrig aqxovatv. Arist Thierk.
6, 64: tv^v€l d' avrijg (d. L ^Ivfjg^ einer Bocbenart) fidXiara fikv 6 yovog
6 voregog.
Führt zimfichst anf ein a^jectivisches ev^rivo-g (evä-rjvo-g wird aus
Herodians Epimerismen angeführt) ^dessen Zustand ein guter ist, sich in
einem guten Zustand befindend'. Darin aber ist neben €v ^guf (Seite
190) sehr wahrscheinlich ein altes substantivisches *&tjvo' ,Zustand(?)'
enthalten, ganz wie zum Beispiel in dva%rivo-g (für ^dia-oxrivo-gy wie zum
Beispiel dvorovo-g ,übel zu beklagen, beklagenswerth' Aesch. Sieben 984 ;
Oh. 469, für ^dva-öTovo-g) ,deBsen Zustand ein übler ist, unglücklich' (II.
6, 127 — 21, 151 ; 17, 445) ein altes *aTijyo- ,Zustand' erhalten ist Wie nun
aber dieses letztere dem altind. s(hana-m ,das Stehen' (Mbh.), ,Zustand'
(Bhftg. P.), ,Standort, Wohnstatte' (RV. 5, 76, 4; 7, 70, 1 und 3 ; Välakh. 11, 6)
genau entspricht und mit ihm sich an altind. sOiä- ,stehen' (astMt ,er
stand', RV. 1, 35, 10; 2, 30, 3, — l«ij ,er stellte sich' IL 5, 108; 309; 6, 43;
dazu auch altind. dus-stha- oder du-stha- ,nicht fest stehend, sich in
übler Lage befindend, elend', Bhäg. P. und Gramm.) anschliesst, so ent^
spricht jenes ^^rivo- einem altind. dhä'na-m ,Sitz, Behälter' in Zusammen-
setzungen wie agnv-dhA'na-m ,Feuerbehälter', BV. 10, 165, 3. Die Bedeu-
tung ,Eintritf wd für dhä'na-m yermuthet RV. 3, 7, 6: pari dhä'nam
dktäus ,um den Eintritt [?] der Nachf), das vom altind. dhA- ,8etzen,
stellen' (ddhät ,sie setzte, gab', RV. 4, 34, 1, neben l'^-x€ ,er setzte, er
machte' IL 1, 2; 2, 319; 3, 330; dazu m-dM- ,Wohlbefinden, Behagen' AV.)
ausging. Zu dem letzteren gehört auch altind. dMinan- ,Sitz, Wohnsitz'
(RV. 2, 3, 11; 3, 55, 10; 10, 13, 1; 10, 65, 5), ,Satzung, Ordnung, Brauch'
(RV. 4, 55, 2; 6, 21, 3; 7, 63, 3; 8, 41, 10), dem sowohl ^ifiat- ,Nieder-
gdegtes, Einlage beim Wechsler' (Plut mor. 116, A und B), als ^fim-
(nur Soph. Brachst 498 in nicht genau zu bestimmender Bedeutung; dazu
inl-^fiat- ,das Aufgelegte, Deckel' IL 24, 228) entsprechend gegenüber-
stehen, in welchen beiden letztgenannten Formen die Vocale ij und e ebenso
neben einander liegen wie in ev&rjvieiv und ev^evieiv.
«*d-e-S ,gerade'; ,aufrichtig, gerechf.
Find. Nem. 1, 25: X9^ ^' ^^ evd^elaig odolg areixovTa fioQvaod'ai qw^.
Ol. 7, 33: nloov elrte ^eqvalag an dxTag evdvv ig afiq>i^'akaaaov vo-
fiov. Aesch. Brachst 195, 1: evd'elav %QnB rrivöe. Plat Parm. 137, E: xai
avev axrjfiaxog oqo' ovre yccQ av axQoyyvXov ovre ev&iog (letixoi. Menon
75, A : vL ioriv knl v(p avQoyyvkip xal ev&el xal IttI roig alkoig, a di]
ax^fiora naXelg, Tccvrov Inl naai] Staat 602, G: Tavxd xafijtvla ve xal
Bv&ia iv vdatl re ^eiofiivoig xal i^of, — Pind. OL 13, 12: ToXfia %i fioi
€v&ela yhSoaav OQVvei käyeiv, Nem. 10, 10: q>Q€vd}v xaQnov eö^-elq avv
(xQfÄO^ev dlxif. Aesch. Eum. 433: xqIvb d' ev&elav ölxrjv. — Dazu: ev&v
,geradezu, gerade darauf los'; Hom. hymn. Herm. 342: ifidg ßovg . • ev^
Griechische Etymologie. 195
IlvXovd' ikawy, Soph« Kön. Oed. 1242: iW ev&v ngog tä vv(jLcpi%a i^ij.
Xen, Kyr. 5, 2, 37 : aye rfixag ev&v ttjv inl BaßvJuSvog. Plat Theag. 129,D:
oixevai dk vvv . . . ev^ 'Eq)iaov xal lojvlag. — €v&vg gerade auf W;
^gleich^; Hom. hymn. Herrn. 355: elg Ilvlov ev&vg ilävTa ßotSv yivog.
Find. Isthm. 7, 41 : lovtwv d' ig aq>d'iTov Svtqov ev9vg Xelgtovog ovtU'
ayyeXlai. — Find. OL 13; 86: avaßag d* ev^g IvoTtXia xahLia&elg tnai^tv.
Aesch. Pers. 396: evSvg de xdjctjg ^o^iddog ^veptßoXfj ifcaiaav akfiTjv,
— ev&vwQov gerade aus'; Xen. aa. 2, 2, 16: evMcjgov äytov Sfia ztf
^ll(fi dvofiivtp sig tag iyyvrarw TUüfAag. Ael. n. an. 11, 16: ayeL de airag
(d« L Ttagd'ivovg) ev&vwQoy ircl ttJv xolTrjv %ov ÖQoxovTog Tcvevfia &elov.
— ev-^vüßQla ^gerade Bichtung'; Plat Staat 4, 436, E: o%av ök Tfjv ev-
^wqIov rj elg de^iav tj eig dgiavegav rj etg %d rcQoa&ev rj elg ro om,-
a^ev iyxklvrj a^a 7teQiq>eQ6f4evoVj %6%e oväafifj %aTiv iatavai.
Da Homer (evdv im hymn. Herm. 342 und evMg im hymn. Herm. 355
kommen dabei nicht in Betracht), Hesiod und Herodot kein ev&v- gebrau-
chen, sondern dafür "^^v-g ,geradeau8 gerichtet', ,gerechf (Seite 48), an-
dererseits aber zum Beispiel Pindar (ausser im abgeleiteten t^ei ,er dringt
vor, stürmt vorwärts', Bruchst 234, 2), Aeschylos und Sophokles kein
i&v-y sondern dafür nur ev^- verwenden, so liegt die Yermuthung sehr
nah, dass beide Formen nur dialektisch verschieden, also im Grunde die-
selben sind. Es ist aber noch nicht gelungen die gemeinsame Grundform
in überzeugender Weise festzustellen und eben so wenig, die etwaige Zu-
gehörigkeit von el^aQ ,soforf (Seite 108) wurklich zu erweisen. Es mag
in Bezug auf ei&v-g noch hervorgehoben werden, dass griechische Wörter
mit dem Yocal v in auf einander folgenden Silben ungewöhnlich sind, in
solcher Beziehung aber doch noch evQv-g ,breif (H. 14, 33; 15, 36) und
y^vKü-g ,süss' (H. 1, 610; 2, 71) namhaft gemacht werden können. — Das
adverbieUe . €v^' ist die ungeschlechtige Form des Adjectivs, evMg aber
wird sich ausser mit dem adverbiellen t^g (Seite 48) mit Formen wie
iyyvg ,nah^, ,bald* (1, Seite 421) vergleichen lassen. In ev&v-toQov bedarf
der Schlusstheil noch der Erklärung.
eivi^ ,Bett, Lagerstelle', ,Ehebetf, ,Beischlaf'.
H. 9,618: ov 6^ avtO'^L Xi^eo filfzvwv evvfj hl (laXocMJ. H. 10, 408:
nwg d* al %äv oXXwv Tq(lwv (pvXcmal %e %al evval\ H. 11, 115: wg de
Xitav iXaipoio . • • iXd'wv elg evnjv, Soph. Ant 425: dvaxantvei TCixQtSg
OQvid'og S§vv q>'^6yyovy lig 6%av xevrjg evvfjg veoaatSv dqqxxvov ßXixpj} Xi-
Xog (zu vergleichen Od. 5, 65 : &^a di %" oQvi&eg tawalmeQOt etSvd^ovzo).
Od. 3, 403: t<^ d^ aXoxog dianoiva Xixog noqavve %al evvijv. Od. 23, 79:
&^a foi bi^elaai nvxivov Xixog ifißdXev' evvrjv» Od. 8, 269: Xixog d*
fjaxwe nai evvijv *Hq>alCToio ßdvaxzog. H. 14, 209: el xelvu ßenieaat
Tta^autenid'ovaa q>lXov xiJQ elg evnijv dviaaiiii 6fi(o&fjvai (pvXorriti. JL
3,445: vriatfi d* iv Kqavaji ifxtyrjv q>iX6Trjti xal evvfj.
Lat venia ,GefäIligkeit, Huld, Nachsicht'; PL Bacch. 1199: hanc veniam
ilUs sine te exörem; — venus- ,Anmuth, lieblichkeif ; dann ,Göttinn der
18*
196 GriedÜBche Etymologie.
liebe^; Plant Stich. 278: amoenitätes omnium venerum etvenustätum ad-
fero] PL eure. 3: qyö Vernix Cu/pidöqve inperant svddetqve Amor; — ve-
fmstO' ^anmnthsYoUy lieblich'; PL Poen. 1113: speciS venuetcu
Goth. *vunan ,8ich freuen'; nnr belegt in u/n-vunand- ^ich nicht freu-
end, betrübt, aörifjiovwv (PhiL % 26); nhd. wohnen eigentlich ^ch freuen,
sich wohl fühlen'; — ahd. ga-won^ nhd. ge-^ohnt] — nhd. TFonne.
Altind. van- ,gem haben, lieben' ; BV. 5, 65, 1 : vdnmas jà ¤sja dargcUäs
mitrds vä vdnatai giras ,we8sen Lieder der schöne Yamnas oder Mitras
liebf ; BV. 1, 31, 13: hirdis cid mdnlram mdnasä vandushi täm ydieses
Lied des Sängers nimmst du gern an'. — vdnas- ,Lu8f; BV. 10, 172, 1:
ä' jdhi vdnasä sahd ,komm herbd mit Lust*; gir-vanas- ,der an Liedern
seine Lust haf BV. 1, 5, 7; 1, 5, 10; 1, 10, 12.
Das ,Betl^ ist also wohl als die Stätte ,der Freude, des Behagens,
des Wohlbefindens' benannt — Das anlautende ev entwickelte sich wie
in evxfjlo'g ,behaglich, ruhig, ungestört' (Seite 191) und sonst aus älte-
rem /«-.
ebw^ (nur in der Mehrzahl gebraucht) ,Ankerstein'.
Viermal bei Homer. IL 1, 436 »> Od. 15, 498: Ix d' evvag Mßalov, koto
di nQVfivfiot^ ^drjOttv, IL 14, 77: vtpi d' ift* evvaajv ogfilaoofiep. Od. 9,
137: h de Xifiijv ivoQfioQj IV ov XQBut nelofÄCcrdg iariv, ovr' evvag ßa-
lieiv ot;T€ n^fin^ai dvatl^au
Möglicher Weise von dem vorausgehenden gar nicht verschieden, so dass
etwa zunächst ,die Buhestätte' damit bezeichnet wäre und dann ,die Steine,
mit denen man das Schiff zu Buhe oder fest legte'.
eüvi-q ,beraubf .
IL 22, 44: og fi vltSv nolltov %e xal ia^hHv evviv S&rjxev, Od. 9, 524:
al yccQ tpvxijg %e %al alFävog ae dvvaifirjv evviv noLFtjaag nifiipau Em-
pedokL 451 (Stein): fidneig re xal vfivoTtoloi xal ItitqoI . . . evvug dv-
ÖQeioiv axi(av. Aesch. Ch. 247 : idov dk yivvav evviv derov Tcargog. 795:
ia<9'i d^ dvÖQog g>lXov nwXov evviv ^vyivr^ iv agfiori fcr^fidvwv. Pers.
289: ftoXkag üeQaldwv fidtav evvidag ixtiaoav ijd^ dvavdgovg.
Goth. vana- ,ermangebid'; Mk. 10, 21 und Luk. 18, 22: ainis tims van
ist; Eor. 2, 12, 13: hva auh ist thize vanai vßseith. 2, 11, 24: fram lü-
daivm fimf sintham fidvöriigims ainamma vanans nam.
Armen, tmain ^eer' (Hübschm. Arm. St 47 ; Bugge Beitr. 26).
Altind. {i/nd- ,woran etwas fehlt, unzureichend' (AV.); dn-üna- ,nicht un-
zureichend' d. L ,vollständig, vollkommen' (BV. 6, 17, 4 von Indras; BV.
1, 146, 1 ; 2, 10, 6 und 4, 2, 19 von Agnis).
Altostpers. i^na ,mangebid'; fem. , Verminderung'. Schliesst sich an ein
verbales ü ,mangebi' (Justi Seite 71), das im medialen Particip tJijamna
,mangelnd' (ungeschlechtige Pluralform) belegt ist
Suffixales vi scheint in griechischen Adjectivformen sonst niobt vorzu-
kommen, falls als solche nicht das dunkle ijvi-g (1, Seite 622) noch ange-
führt werden darf. Es wird als (ursprünglich vielleicht nur weiblichge-
Griechische Etymologie. 197
BcUechtige ?) Nebenform zu vo (in ayvo-g ,yerehrt, heiligt, ^ein, unbefleckt',
1, Seite 120, und sonst oft) gelten dürfen, wie ganz ähnlich zum Beispiel
auch ein g)v^i,i-g ^flüchtig, feig' (H. 17, 143) neben den zahlreichen ad-
jectivischen Formen auf r]l6y wie vtlrrjXo-g ,hoch' (IL 2, 655; 395), vödti"
lo-g ,wäs8erig, feucht' (Od. 9, 133), ^lyrjlo'g ,froBtig, Schauder erregend' (Hes.
Schild 131) erscheint — Aus dem gothischen vcmor lässt sich mit Sicherheit
entnehmen, dass das anlautende ev- sich ganz ähnlich entwickelte wie zum
Beispiel in evvq ,Bett, Lagerstelle' (Seite 195), und ist darnach auch auf die
Form der verwandten Sprachen zurttckzuschliessen ; so wird also zum Bei-
spiel das altind. ümd" aus altem *vand- (oder *vänd?) hervorgegangen
sein, wie ganz ähnlich altind. ütdr ,gewebf (bei Gramm.; daneben uM-
,gewebf vi-utor ^gewebf BY. 1, 122, 2 und vdjanü ,sie weben', BY. 6, 9, 2)
aus "^vatd" oder väta-. Es ergiebt sich also als Yerbalgrundform ein altes
"^vä- oder va- ,ermangeln, leer sein'(?), zu dem sich unter anderem auch
lat vac&re ,leer sein' (Plaut Cas. 521 : fac vacent aedSs), dessen Guttural
ohne Zweifel einem Nominalsuffix (*va-co-) angehört, und das von Bugge
(bei Curt Stud. 4, 328) angezogene altind väniä ,eine Kuh deren Kalb
todt isf (Taitt Br.) stellen werden.
ebiULQiq- 4^ichf .
Find. Pyih. 3, 115: a d* agera xleivalg aoidalg %qovla xeli&BL* nav-
QOig di ftqa^aa^^ eifiaQig. Nem. 3, 21: ovnäti TtQÖaa» aßarav ala xiovfav
vnkQ 'HgcnuXiog fcegav eifiagig. Nem. 11, 33: avfißaXelv fiav eifiagig tjv
t6 re Ileiaavdgov nahxi alfi ano Snagrag. Aesch. SchutzfL 338 : xal
ivOTvxovvtwy y' eifiag^g anaXXayi^, Aesch. Ag. 1326: dovXrig ^avovorig^
evfiagovg xBigwiicnog, Soph. EL 179: xgovog yag evfÄagijg <9'€6g.
Ergiebt neben ev- ,gut^ (Seite 190) als erstem Theile als Schlussiheil
ein altes ungeschlechtiges ^iiagog-j das etwa ,das Machen, Ausführung'
bedeutete^ so dass das Ganze zunächst ,dessen Machen gut oder leicht ist,
leicht auszuführen' bedeuten mochte. Zusammenhang besteht möglicher
Weise mit iiagri ,Hand' (Find. Bruchst 310), aus dem das zusammenge-
setzte Wort aber eben so wenig unmittelbar gebildet werden konnte, als
zum Beispiel ev-x^gig- ,leicht zu behandeln, leicht' (Soph. Fhil. 519; 875;
evxigeia ,Leichtigkeif Aesch. Eum. 494) und dvg-x^Q^S- ,schwierig, unan-
genehm' (Aesch. From. 802; Schutzfl. 568; Soph. Aias 139; Ant 254; El.
929) unmittelbar aus x^Q' ^Hand' (Dadv x^Q^ U- S, 289; 20, 182; 24, 101)
hervorgegangen sein können.
ei^fiä^c-g ,eine Art Fussbekleidung'.
Aesch. Fers. 660: lnov . . . %go%6ßan%ov nodbg ^fjiagiv aelgwy. Eur.
Or. 1370: *AgyBlov ^lq>og ix, ^avaiov 7tiq>€vya ßagßdgoig eificgiaiv. Lyk.
855: dwg* avaxpBi , . . xal Tag däf4agtog aaxigag evfiagldag. Antipatros
(in Anth. 7, 413, 4) : ov ßa^vaekfiog evfiaglg . . . evade. Follux 7, 90 erklärt:
17 di ^iiagig xoivov avdgdai Ttgbg yvvalxag^ ßagßagixov fihv evgrj^aj 1$
iXagnjg dk Ttenoirjfxivov.
Ohne Zweifel ungriechisch.
198 Griechische Etymologie.
BbiivXltij von nnaiifgeklärter Bedeutung.
Nur Hom. hymn, 352: eiffivklrj d* ix^ "OkvfiTtov aydyviq>ov.
Ist offenbar mit ev ^gutf (Seite 190) als erstem Theile zusammenge-
setzt, im Uebrigen aber nicht yerstandlich.
ebQ" ^finden, entdecken'; ,erwerben; erlangen'; begegnet ausser im Aorist
€ü^€v (H. 1, 498; 2, 169; 5, 355; dgifievai D. 2, 343; Od 4, 374; 467) und
im präsentischen eiglaxeiv (Od. 19, 158; Find. Pjth. 11, 52; Aesch. Eum.
989) nur in deutlich abgeleiteten Formen, wie dem Futur evgriata (Hom.
hymn. Herm. 302; Theogn. 449; Find. OL 13, 113; Fyth. 4, 50), dem Ferfect
evgrixa (Soph. Eon. Oed. 546; Hdt 1, 444; Ar. Wolken 746), dem passiven
Aorist evgi&Tj (Aesch. Schutzfl. 491; Soph. Aias 120; 763; 1135).
n. 1, 329: Tov d* evQov naqa %b xhalt] xal vrjßl fielalv/] ijfjievov* TL
2, 343: ovdi vt (Jiij%og evgifÄevai dvvifiea&a. H. 16, 472: toIo pihf Av%o-
fiidtüv dovgixXvTog &jg€TO rhcfitag. Od. 9, 422 : et tiv* halgoiaiv &avatov
Xvaiv r]d* i^ol avt(p evgolfifjv. Find. OL 7, 89: vlfia . . . avdga r€ rcv^
agerav evgowa. Fyth. 2, 64: od-ev q>afil xal ah rav anelgova do^av
evgelv.
Für den Aorist evgev wird dieselbe formelle Verkürzung anzunehmen
sein, wie zum Beispiel für den Aorist Sfiagre (II. 8, 311; 11, 233; 13, 518)
neben dem präsentischen afiagvaveiv ,verfehlen, nicht treffen' (1, Seite 222),
dessen inneres t einem alten Nominalsuffix angehört, so dass also wohl
ein nominales *€vgo' die jiächste Grundlage bilden wird. Darin aber lost
sich go als suffixales Element ab, ganz wie zum Beispiel in dem sogleich
zu nennenden evgo-g ,Ostwind'. Weiterer etymologischer Zusammenhang
des el- aber liegt noch im Dunkel.
ebQä^ ,von der Seite her'.
IL 11, 251: arfj d' evga^ ^vv dogfi, ka&wv Wyafiifivova dlov. IL 15,
541 : avri d ' evga^ ^v dogßi la&civ, ßake d ' (ufiov oniad^ev, Lykophr.
920: Kgäd'ig di rvfißovg oxperai dedovnorog, evga^ lAkalov IJceragiwg
avcnctogwv, — Aristophanes (Vogel 1258: ovx, arroaoßijaeig ; ov Tox^wg;
€vga^ Tcara^ gebraucht die Form als Ausrufswort des Yerscheuchens.
Der Bildung nach scheint sich fiowa^ «einzeln' (Od. 8, 371 : fiovva^
ogx^aaad'ai. Od. 11, 417: 7toXiß(av . . . fiovva^ xTeivofiivuv xal ivl xga-
regf} vcfjilvrj) zunächst vergleichen zu lassen, weiter aber dürfen auch
wohl Bildungen wie dui^ ,von . . . weg, aus' (1, Seite 65) und neben ihm
genannte zum Vergleich herangezogen werden. Der Ursprung des Wortes
ist noch nicht aufgeklärt: evgv-g ,weitausgedehnf (siehe Seite 200) liegt
der Bedeutung nach fem.
eSQo-q ,Ostwind'.
IL 2, 145: xüfÄOTa fiomga d'akdaarjg . . . tct ftiv t' evgog re votog ve
ägog* kftafl^ag, IL 16, 765: wg d' evgog t€ voxog %' Igtdalvevov aLli^-
kouv ovgeog iv ßi^aarjg ßa&iFrjv nelefii^ifiev vkfjv. Od. 5,295: ^v t'
evgog %e v6%og r' trteaov Zig>vg6g tb dvaaf^g xal ßogifjg al&grjyevirfjg
(liya xvfta xvklvdwv.
Griechische Etymologe. 199
Findet seine Erklärung offenbar im nächsten Zusammenhang mit av-
gio-g ^morgendlich' (Seite 135), aus dem sich mit grosser Wahrschein-
lichkeit ein *avQ7i ^Morgen' entnehmen liess, das ein suffixales g enthält
und sich auch an fj6g-y alt ^/og- ^Morgenröthe' (1, Seite 600), äolisch avtjg
(Sappho Bruchst 1 8), anschliesst Auch in evgo-g wird das qo als suffixal
anzusehen sein und sein et;- liegt neben dem av- von avQiO'-g ganz ähn-
lich wie das attische ^wg (Aesch. Ag. 265 ; Soph. Oed. Eol. 477) mit seinem
anlautenden i neben jenem äolischen avcjg.
ci>Qi^ (in der Mehrzahl gebraucht) ,eisemer Beschlag der Wagenachse an
den Stellen, wo die Bäder sich drehend
PoUux 1, 146 erklärt: ra dk %ifi a^ovi iyxBlfiBva aidtjQca, aal VQißo-
fieva V7tb tov tqoxov, evgaL
Dunkeln Ursprungs.
ebifibr' {ei geig) ,Moder, Schimmel, Schmutzt
Theogn. 452: xgvaov . . . %ov xgotrig xadvrcegd'e fiikag ovx artrerac log
ovd* evgwg. Eur. Ion 1393: evgaig r' aTteari Tckey/xatuv. Fiat Tim. 84, B:
OTav oOTOvv , . .in* svgüvog ^egfiaivofievov, aq>axsXlaav ixrjXB rijv Tgoq>^v
xaradix^rai. — Dazu: evgwevz', alt evgdißivT- ,mit Moder versehen,
moderig, dumpfig', von der Unterwelt und von Gräbern gebraucht; bei
Homer viermal ; IL 20, 65 : f^fj . . , ßoincla di ^vtiTOiai xai ad'avaTOiai
(pavehi Ofiegdali* evgiiFevxa^ vd re atvyiovoi d'BoL Tteg. Od. 10, 512:
elg *AFL6a Uvai öo^ov evgtißerra. Od. 24, 10: rjgxB <J' Sga oq>iv ^Bg-
fjtelag axmcrjTa xor' evgdßevTa xilev^a. Hom. hymn. Dem. 482: og te
. . . ovfto& ofxolfag alaav ixei q)&lfiev6g neg vno tpqx^ evgdevzu Hes.
theog. 731 : ev&a &€oi TiTijveg vnd ^oqxp TJegoevri -Aengvqxxtai . . . xdgtf
ky eigiievti. Soph. ALI 167: Ofcevaov xolXrjv xoTterov ziv* iöeiv T(pd\
h^&a ßgoTOig tov aelfirrjarov xacpov sigdevta xad'i^ei.
E^rmologisch dunkeL Dem Suffix nach vergleichen sich Bildungen wie
ISgün- ,Liebe' (1, Seite 443) und mit dem aus evgwßevT zunächst zu ent-
nehmenden *evgw- wohl ^gw-g ,der Tapfre, Held* (1, Seite 629).
eÖQ&öeq-j von ungewisser Bedeutung.
Nur Soph. Aias 1190: fco]Lv7ei.ayxrwy hiwv dgi&fiog^ %cv anavarav
aikv ifiol dogvaaoTjViDv iiox^^v avav ircdyiov cvd tcv evgcSdr] Tgolav,
dvOTavov ovBidog 'Elkdvcoy.
Stellt sich in die Beihe der Adjective auf wdeg, von denen Sophokles
sonst noch hat kvaadideg- ,wiithig, in Baserei sich äussernd' (Aias 452 ;
IL 13, 53; zu Ivaaa ,Wuth, Baserei' IL 9, 239; 305), ftayBrcüÖBg- ,ei8ig'
(PhiL 1082; Ttayero-g ,Frost^ Beif Xen. Jagd 5, 1), TtergwÖBg- jtelmg^ (Ant.
774; 958; Tthgri ,Fels' IL 9, 15; Od. 13, 196) und (AL%(58Bg- ,aus Fäden ge-
macht* (Ant 1222; iiho-g ,Faden' il. 23, 762), ist seiner Orundlage nach
. aber nicht deutlich. Man wird dabei schwerlich an Bvgdr- ,Moder, Schim-
mel, Schmutz' (siehe oben) und ebensowenig an evgv-g ,breit, weitausge-
dehnf (siehe Seite 200) denken können.
200 Griechische Etymologie.
tB(flno''q Meerenge zwischen Euböa und dem FeBÜande^; dann allgemein
^Meerenge^
Hom. hymn. Ap. 222 : h&ev (d. L von Euböa) ö' EvQinov öiaßag^ hux-
TtißoV *ldnoU.oVj ß^g ay' ogog. Pind. Pyih. 11,22: 'Ig>iyiv€c' in' *Ev-
Qlnffi ag>ax^€laa. Aesch. Ag. 292 : ixag ök g>Qvxtov q>wg in EvQlnov
^oag Meaaanlov q)v)ia^i atjfialyei fAokov. Hdt 5, 77 : BoiwtoI dk toiai
Xaküidevai ßoTqd'iovat inl %bv EvQinov. — Xen. (}esch. 1, 6, 22: Jio-
fiiduv • . . dvidexa vavalv wQfilaavo elg %6v ^Qinov %6v twv Mwikij-
vaiüfv. Arist. de mundo 4: nokXoxig ... ^oal xe xa2 dlvat %alg %tiv
nvevficerwv avakoyov, al fikv iv fiiaoig neXayeaiv, al di xcnro Toig €vqI-
Ttovg %e nal nogd^fiovg.
Neben sv ,guf (Seite 190) als unverkennbarem erstem Theile darf man
in dem zweiten yielleicbt ^Inij, alt ßgirnj ,Wurf , Andrang, Gewalt' (H 15,
171: (ig d' Sr' av ix veq)iwv Ttvijxai vi(pag rj^k x^^^^^ V^M ^^^ ^Q^"
nrjg ai^QtiyBviog ßogiao. Pind. Pyih. 4, 195: agxog . . . wxvrtoQovg xv-
fiaxiav ^tnag avificjv % ' iKaXei) muthmaassen, wonach als erste Bedeutung
sich etwa ergeben würde ,mit gutem oder starkem Andrang', d. i wo
(Wogen und Sturm) heftig herandringen'.
ebifö'^ ,weit ausgedehnf.
IL 3,364: (pfiw^e ßiäatv elg ovQavbv evQvv. IL 4, 182 und 18, 150:
%6%B lAOi xavoL evQBlax^fiv* IL 15, 358: yeqfVQwOBv di xikevd-ov fiaKQrjv
tjd' evQelav. II. 11, 527: evQv yaq dfAq)' äfioioiv ^ei omog. Od. 1, 344:
dvögog rov nkiFog evQV xa^* ^EXhida xal ftiaov ^'A^yog.
Altind. wru' (aus *vani-) ,weit, geräumig'; RV. 1, 91,22: tvdm Ä' tor
taniha urü antärihsham ^da hast ausgespannt den weiten Luftraum' ; RV.
6, 47, 20 : urvf satt bhü'mis anhürana abhüt ,die Erde (obwohl) weit
seiend wurde (uns) eng'; RV. 10, 107, 1 : urüspdnOiäs ddkshinäjäs adargi
,der weite Weg der Dakshinä wurde gesehen'; — dazu: der Comparativ
vdrijans- ,weiter ausgedehnt'; RV. 3, 36, 10: dtas cid indras sddasas vd-
rijdn ,weiter selbst als dieser (irdische) Sitz ist Indras'; — Superlativ
värishthor ,sehr weit ausgedehnt' ; RV. 4, 56, 1 : djä'väprihivt . . . vdrish-
thai hrhati ,Himmel und Erde, die weitausgedehnten, hohen'. — vdras-
,weiter Raum'; RV. 4, 21, 8: vi jdd vdränsi pdrvatasja vrnvdi ,wenn ich
die weiten Räume des Berges öffne'.
Altostpers. itru ,weit, breit' (in urv-äpa- ,mit weitausgedehntem Wasser').
Enthält anlautendes ev- an der Stelle von älterem ße, wie evvi; ,Bett,
Lagerstelle' (Seite 195) und andere Formen. Im altind. urü- trat das an-
lautende u- an die Stelle von unbetontem va- ganz wie zum Beispiel in
utd' ,gewebf {m-uta- ,gewebf RV. 1, 222, 2) neben vdjanti ,sie weben,
(RV. 6, 9, 2) und sonst oft — Zu Grunde liegt möglicher Weise altes var-
,bedecken, umschliessen, umfassen' (RV. 10, 90, 1: pümshas ...sd bhü'mim
vtQvdtas vrtva ,Purusha8, der die Erde von allen Seiten bedeckte'; RV.
3, 34, 3 : indras vrtrdm avrnaut ,Indras umschloss den Vritras' ; RV. 2,
14, 2: jds apds vavrvä'nsam vfirdm gaghana ,der den die Wasser um-
Griechische Etymologie. 201
schliessenden Yritras erschlagen^ womach also ^umschliessend^ umfassend^
als die Gnmdbedentung sich ergeben würde. Das Suffix wie in cJxv-^
^hnell' (1, Seite 642) und zahlreichen andern Bildungen.
eiXdxä ^Pflugschar^; lakedamonische Form.
Nur in einem Orakelspruch bei Thukydides 5 , 16, wo es heisst: x^y
yaQ nQOfiavTiv Trjv Iv Jehpoig knjjriüivTO cnirdv Ttelöai . , , el dk firj,
agyv^iq eviAnq evXc^eiv,
Die alte Erklärung zu der Stelle lautet: «vAoxav dk r^v vviv AcnLedai-
fioviOi Xiyovaiv, evka^eiv de dgoaeiv. Nächster Zusammenhang mit
avloK' furche' (Seite 136) ist nicht zu bezweifeln.
IL 19, 26: didfia fiii , , . fiviai xaddvaai xcrra x^^^^^^^^Q w%€ii.ag
evlog lyyBlv(av%au IL 22, 509: vvv dk ai . . . alfokoi evkal idovrai, II.
24, 414: ovdi vi Foi XQ^S oiJTteraiy ovdi fiiv evlal %Gd^ovoi. Arist
Thierk. 2, 66: muih]xaq f^ivroi Ttdvreg (nämlich ol ^kaq>oi) Hx^vatv h
Tf/ %E(palf^ tfivtag' kyylvowai . . . ro fiiye&og ovn ikazTovg ovxeg %wv
fieylcTtov evhjiv.
Ging mit der selben Entwicklung seines anlautenden ctS deren noch
unter elgi-g ,weit ausgedehnt' (Seite 200) Erwähnung geschah, aus einem
alten ^FeXri hervor, was noch deutlich wird durch den unverkennbaren
Zusammenhang mit eXf^iv^-, alt wahrscheinlich ßiXfiiv&- ,Eingeweide-
wurm' (1, Seite 490) und das von Hesych angeführte offenbar dialektische
vdXrj' vakog. ßofißv^. oxüiXri^, dazu auch Hesychs vakerai' axcjlrjxi^ . .
Zu Grunde liegen wird das schon aus iUaoeiVj alt feUaaeiv ,umdrehen,
wenden^ medial ,sich wenden, sich winden' (1, Seite 481) entnommene alte
ße)^ ,sich drehen'.
BCXriQO''V (nur in der Mehrzahl gebraucht) ,Zügel'; dorisch avkrjgo-v
(Seite 189).
IL 23, 481 : %7t7tot d ' avzal $aai TtaQolreQaiy ai ro naqog TteQ, Eifii^-
lav, Iv d' avrdg ^cciv evlijQa ßißrjuev. Qu. Sm. 4, 508: naqnaXliJiwg d*
^XrjQa Xdßov TLQotrB^g naXafir^oiv. 9, 156: %7tnoiai d' hcixXero fiaxQot
sivdaotov ivXrjg^y ovo' ^e fidariv.
Lat löro-m (aus *vlörO') ,Biemen', insbesondere ,Zügel'; Plaut Pseud.
145: ita ego vostra latera Idrfs fadamj ut valide varia sint'y — Plaut
Men. 865: jam adstiM in cu/rrwmijam löra teneo, jam stimulum in
manu; Merc 931: jam in currum conscencU, Jam löra in manüs
cepi meüs.
Dazu: altind. varaträ' ,Riemen, Seil'; RV. 4, 57, 4: gunam varatras
hadhjantäm ,zum Gedeihen sollen die Biemen gebunden werden'; BY. 10,
60, 8 : jdthA jugam varatrdjä ndhjanti ,wie sie das Joch mit dem Riemen
binden'; RV. 10, 102, 8: vrshabhds . . . acarat . . varatrd'jam dä'ru ä-nühja-
mänas ,der Stier ging, an das Pflugholz angebunden'.
Bezüglich der Entwicklung des anlautenden ev- darf zunächst wohl
€i;>laxä ,Pflugschar' (siehe oben) verglichen werden, das im nächsten
202 Griechische Etymologie.
Zusammenhang mit avkax- ,Furche' (Seite 186) und akox- ,Furche' (1,
Seite 299) steht, also auch mit altind. vfhas ,Pflug' (RV. 1, 117, 21; 8, 22,
6). Wie nun aber der letzteren Form in der Bedeutung ,Wolf (RV. 1,
105, 7 : tarn mä vianM ddhias vfjcas nä tfshnagam mrgdm ,auf mich
stürmen Sorgen heran, wie der Wolf auf ein durstiges Beh^ lat lupu^
(Enn, ann. 70; 73; aus *vlwpO'S) und Ivno-s (IL 10,334; 11, 72; aus
*FXvyio-q) mit Verlust des vor l anlautenden v genau entsprechen, so erlitt
auch Uro-m (aus *vUrO'm) die gleiche lautliche Einbusse. — Das Suffix
ist das selbe wie in däqo-v ,Qabe' (II. 1, 390; 6, 293)^ afjLTtqo-v ,Zug8eil^
(1, Seite 240) und anderen ähnlichen Bildungen. Bezüglich des Neben-
einanderliegens der Vocale i} und lat 6 vergleichen sich etwa Formen wie
TCQrjvig" ,yorwärts geneigt' (IL 2, 418; 5, 58; 6, 43) und das gldch-
bedeutende lat pröno-s (Verg. Aen. 1, 115; 10, 586; 11, 585). Als zu
Grunde liegende Verbalform wird wohl gelten dürfen fei-, alt ßeJi- ,drangen,
zusammendrängen', altind. var ,hemmen, zurückhalten, einschliessen'
(Seite 464). — Das Suffix des altind. varaträ'- wiederholt sich in den
allerdings in der Betonung abweichenden md'trä- ,Maass' (BV. 3, 38, 3 ;
7, 99, 1), Muträ' ,Anrufung' (RV. 1, 120, 1; 1, 129, 7; 5, 81, 1), dshträ-
jStachel zum Antreiben des Viehes' (BV. 4, 57, 4; 6, 53, 9; 6, 58, 2).
OY.
ot ,nicht', si^he unter ovx.
oi) ,wo'.
Aesch. Fers. 486: MriXia t€ xoAttov, ov Sne^eidg agdei nedlov eifie-
vel 7tov(^. Prom. 814: ig x^ova NeiXiÜTtv, ov dij ti}v ijloxqoiv artoixlav,
*Ioly TtifCQwrai aol xe xal zixvoig XTlaai, Soph. Eon. Oed. 732: tvov
iW 6 x^Q^S ovTogj ov t66^ t]v na^og]
Gehört zum bezüglichen Pronominalstamm o- jwelcher* (1, Seite 492).
Der Bildung nach steht das fragende 7t ov ,wo?' zunächst, das schon bei
Homer (IL 5, 171; 10, 406; 407; 13, 219; 770; 722) begegnet
cSax' (mit dem Nom. ovag IL 20, 473 nach Naucks Vermuthung; Si-
monid, Bruchst 37, 14; dafür ovg IL 11, 109; Theogn. 887; Aesch. Ch.
380) ,Ohr'; dann auch ,Oehr, Henkel'; jüngere Form wr- (1, Seite 644).
n. 11, 109: ^Av%i,(pov av noQoi ovg ilaoev ^Itpet. IL 12, 442: oS d'
ovaOL ndvreg Skovov. IL 13, 177: tcv ^ vlog Teka/ÄtSvog vrt* ovccrog
^yxel lAOKQt^ vv^e. — IL 11, 633: dirtag , . . ovara d* avvov viaaaq* taav,
n. 18, 378: TQlTtoöag .... ovara d' ov no) öaidclea TCQoahceiTO.
Lat aim-s jOhr*; Plaut Cist 510: nSn edepol ego istaec tua dicta nunc
in atirts recipio.
Altir. 6 ,Ohr' (Zeuss-Eb. 33); 6 (= os), dat plur. auaib (Fick 1*, 370).
Goth. aMan' (Nom.-Acc. atisö Matth. 10, 27; Mk. 14, 47; Job. 18, 10);
Mk. 14, 47: afslöh imma arisö thata taihsvö] Mk. 4, 9: saei habai ausöna
hausjandona, gahaußjai, — Nhd. Ohr.
Griechische Etymologie. 203
liL atm-s jOhr*.
Altslav. ticho mit Genetiv usese,
ArmeiL imkn ^OW (wahrscheinlich aus ^usn-] Jen suffixal wie in
muhn ,Maas'; armuhn ,Ellenbogen^, dzuhn ^Fisch^ Bugge Beitr. 24).
Ging ans älterem *ovaaT- hervor, wie lat auri-s aus * atm-s. Eine
auf ganz dieselbe Weise behandelte Suffixform begegnet sonst nicht, da
zum Beispiel die sonst ganz ähnlich gebildeten rigcev- ,Wunderzeichen^
(Nom.-Acc. Tigag IL 4, 76; 5, 742) und xigai- ,Hom' (Nom.-Acc. %iQag IL
23, 780; 24, 81) bei Homer in den Gasusformen ihren suffixalen Dental
airfgeben, wie in z^gaa (Od. 12, 394), %BQawv (H. 12, 229), %%Qaiav (IL 17,
521 ; Od. 3, 439; dafür xeporcay Find. Bruchst 166, 3, und yL£Qa%(av Soph.
Trach. 519). — Die öfter angenommene Zugehörigkeit zu dUiv (aus
*aflaJBiv) ,wahmehmen, hören' (1, Seite 18) ist sehr unwahrscheinlich,
da in *ovaar- offenbar ein wurzelhafter Zischlaut enthalten ist
&&0''V , Ariesbeere, Frucht des Sperberbaumes* (Theophr. c. pl. 2, 8, 2; 6, 16,
1; Diofik. 1, 173) und ova ,Sperberbaum* (Theophr. Pflanz. 3, 6, 5) siehe
unter oo-v ,Arlesbeere' (1, Seite 495).
(Wbe , nicht', bewahrt sein auslautendes x nur vor unmittelbar folgendem
Vocal (wie IL 1, 112: ot;x %&bIov) und lässt es, wenn dieser Vocal aspirirt
ist, in X übergehen (IL 5, 185: ovx o ye)y lautet also sonst ov.
n. 1, 29: Tijy d' lyw ov luaw. II. 5, 183: aaq>a d* oi Foid^ ei d'Bog
iativ, IL 5, 366 : tw d' ovx dßixovTe Tteria&rjv. — Dazu gehören zahl-
reiche Verbindungen, die zum Theil aber in älterer Zeit noch nicht fest
verwachsen waren, so: ov-rt-g ,nicht einer, niemand' (IL 6, 487: ov yoQ
%ig fiB . . . ftQoiatpei. IL 2, 553 : riß d^ ov rtti rig ofiolog kmxd'oviog
yivB% avi^Q. OvTig ,Kiemand', scherzhaft gebildeter Eigenname. Od.
9, 366; 408; 455. Aesch. Prom. 50: iJievx^cgog yag ovrig iazl nXfjv Jiog.
— Dazu: ovridavo-g ,nicht8würdig*, siehe besonders); — ov'%e ,und
nicht' (Od. 11, 483: ov %ig avfjQ ngoTtagoi^e fiaxagregog ov%^ dg 07tlaaui\
gewöhnlich otJ-rc... ov-re ,weder . . . noch' (IL 1, 299: x^gai fikv ov
tot iytü ys (jtaxiaao^ai . . . ov%e aoi ovte T(p akktp)', — ot;-«^ot ,gewiss
nichf (Od. 21, 172: ov yag roi ai ye xolov iyelvctro novvia f^ijrrjg.
Aesch. Sieb^i236: ovtoi <p&ovci aoi daifiovojv rifiav yivog)] — ov-di
,aber nichf, ,und nicht, auch nicht' (IL 6, 417: xara d* exravev^Herliavaj
ovdi fAiv i^evdgi^e. — H. 1, 132: ov Ttagekevaeaij ovdi fie rtelaeig); —
ovd-iv- (pvdelg) ykeiner', ovö-iv ,nichts' (IL 22, 459: t6 fov fiivog
ovdevl felxwv. IL 1, 244: ägiatov ^Axailwv ovöiv iriaag. ^v- : elg
yCiner' 1, Seite 402). — Dazu: ovdevoawgo-g ,mcht zu achten, werthlos',
(siehe besonders); — ovö-afio-'g ,auch nicht einer, keiner' (öfter bei
Herodot, wie 1, 18: ovdafjLol ^Icivwv tov nokefiov tovtov avveTteldcpgvvov.
— Dazu: ovdafiäg ,auf keine Weise'; Aesch. Ag. 924: ßatvetv if^ol iiiv
ovdafzdig avev <p6ßov keyai xttt avöga, — dfi6-g ,irgend einer' 1, Seite 227);
— oifd-irego-g ,keiner von beiden' (Hes. Schild 171: ovdi w vwvye.
ovditegoi Tgeirrjv. — Dazu: ovdeTigioae ,nach keiner von beiden
204 Griechische Etymologie.
Seiten'; II. 14, 18: ovo' aga tb nQoxvklyderai oiderigwae. — Utego^g ^der
andere' von zweien, 1, Seite 372); — ovdi-Ttote ^niemalB' (H. 6, 99:
ovd' 'AxilxiFit 710»" wdi y" kdidfifiev. Soph. Phil. 1084: a" ovxMfAekkov
. . • lelxpeiv ovdifcore); — ov-noT€ ^niemals' (IL 4, 48: oi yag fiol note
ßiüfiog kdevero dairog iFlarig. IL 1, 106: ov Ttd Ttori pioi to xQrjyvov
elnag. Aesch. Prom« 688: ovfco%' ovftor' tjvxovv ^ivovg fiokeia&ai Xoyavg
elg oKoav Ifiay); — ov-nu} ,noch nicht', ,dnrchau8 nicht' (II. 1,262: oi
yag nta Tolovg ßldov avigag. Aesch. Prom. 982: xal fitjv av y* ovTtta
Oiaq^QovBlv iTtlataaai); — ovx-iri ,nicht mehr^ (IL 2, 235 : !^;(aLF/<j£$9
ovair' uixctilof)'^ — oiJx-ory ,aIso nicht' (IL 20, 7: ov-tb Tig ovv nota-
IA(LV arcBBv. Aesch. Prom. 518: ovxovv av ixqwyoi yB rqv 7tBnga}fjiipf]v)j
— ovn-i ,nicht' (IL 2, 300: oq^ga SataiABv t] hBov KäXxag fiavtivBrat
fjßh xal oml). — ovxl ,nichf (siehe besonders).
Etymologisch noch nicht klar. Schon Pott (1, 273) hat, und möglicher
Weise mit Becht, altmd. dväk ,nach unten, in die Tiefe' (Man.) verglichen,
die adverbiell gebrauchte Neutralform des adjectivischen dvänc- (Neben-
form dväC') ,abwärts gerichtet' (BV. 4, 25,6: dushprävias avahantä' td
dväeas ,die Widerwilligen schlägt er herunterO, das von dva ,herab' (BV.
1, 161, 10: ndahdfn gä'm iva-CLgati ,zum Wasser hinab treibt er die Kuh')
ausging und den selben SchlussUieil enthalt wie zum Beispiel ani^ ,yon
. . . weg, aus' (1, Seite 65), abgesehen von dem hier noch zugefügten
suffixalen Zischlaut So könnte also naher Zusammenhang bestehen mit
av jzurück', ,wiederum' (Seite 172), wie andererseits ein solcher vielleicht
auch noch möglich ist mit lat havd (fQr avdT) ,mcht' (Plaut. Bacch. 1010:
havd dMdes). — In ov erlosch der auslautende Guttural, ganz wie zum
Beispiel in yvvai ,o Frau' (H. 3, 204; 438; 24, 300; neben yvvaJxa IL 2,
232; 3, 72 — 93) und ßdva ,o Herr' (IL 3, 351; 16, 233; Od. 17, 354,
zunächst für Vovcrx, neben FavarAxa IL 1, 444; 502).
oi^'yLofrv ,also'.
Noch nicht bei Homer, Hesiod, Pindar. Aesch. Sieben 248 : ovxovp ifi '
agxBl rwvÖB ßovlsvBiv nigi. Schutzfl. 838: ovxovv ovxovv tiXfiol Tik-
fiol xal ariyfioL Soph. Phil. 639 : ovxovv inBidav nveifia tovx ngt^gag
avfjj TOTB otbXovixbv (Nauck nimmt es als Frage). Ant 817: ovxovv xlBivfj
xal %naivov ^ova' kg xod' ajcigxBi xsv&og vbxvuv (Nauck wie oben).
Ar. Plut425: aXX' ovx ^x^i yag d^dag. — ovxovv xXavoBtai.
Scheint eine Verbindung aus ovx ,nichf (siehe so eben) und ovv ,also'
(IL 1, 57; 2, 661; 8, 7; siehe etwas weiterhin) zu sein, wobei allerdings der
Mangel einer negativen Bedeutung auffällt So ist vielleicht richtig, was
schon früher vermuthet worden, dass nämlich die Sätze mit ovxovv zu-
nächst als fragende (,also nicht?') gedacht seien, später aber mit dem Ge-
danken an die Frage auch der an die Negation aufgegeben worden seL
oiytdBiv ,verwunden', mit seinen auffälligen Aoristformen, wie ovxa ,er ver-
. wundete' (IL 4, 525; 5, 376; 858; 6, 64), ovra^isvai (II. 5, 132 — 821 ; 21,
68; 397), ovjafiBvo-g (IL 11, 659 = 825; 13, 764; 14, 128), mit dem in Be-
Griechische Etymologie. 205
Zug auf das kurze innere a die participiellen av-ovraro-g ^nnyerwnndet^
(IL 4, 540} nnd veß-ovrato-g ,80 eben verwundet' (IL 13, 539 und 18, 536)
übereinstimmen. — Daneben : ovtd^eiv ,yerwunden^
II. 4y 525: ovra dh doqfi naq^ 6fiq>ai.6v, IL 4, 469: nkevQa . . . oSttjübv
^vatffi j^aXxi^^cL IL 8, 537: xsiaetaL ovtrjd^elg. — IL 13, 552: Tgäeg dk
7t€Qia%ai6v akkod'ev allog ovta^ov aaxog evQv. IL 13, 546: *AvTlloxog
dh Qoiova • • . ovtaa^ ircaßl^ag. IL 11, 661 : ovraarai d* ^Odvacvg. IL 5,
361 : ebcog, o ßie ßQOzog ovtaaev avr^Q.
Goth. -vundon ,yerwunden' ; Luk. 20, 1 2 : thana gavSnddndans tisvaurpun
j%av%ov %Qavna%laav%eg i^ißaXov\ — Nhd. ver-tmji/nden.
Schliesst sich eng an das nur in der Zusammensetzung a-ovxo-g ,un-
verwundet' (1, Seite 26) erhaltene alte participielle oito-g yverwundet' >« goth.
vumdor ,wund' (MB. 12, 4) «» altind. d-vätor ,unyer8ehrt' (BV. 6, 16, 20; 6,
1 8, 1 ; 6, 64, 5) , dessen anlautendes ov sich in ganz ähnlicher Weise aus
altem /o- entwickelt haben wird, wie das anlautende et;- in evqv-g ,weit
ausgedehnt' (Seite 200) und anderen Formen aus /e-.
oixi^q ydieser' mit dem pluralen ov%oi ,diese', pronominelle Nominatiye, neben
denen die sich anschliessenden Gasusformen, wie %oivov ,diesen' (IL 5, 405 ;
761) und das ungeschlechtige %ovzo (II. 1, 419; 3, 177) aus dem Prono-
minalstamm %ov%0' hervorgingen.
IL 3, 200 : ovtog ö ' av uiaßs^iadrig nokifitiTig X)dvaaevg, IL 2, 760 :
avvoi Sq* iqyefjioveg ^avaßaiv %ai xoIqovoi tjoav. — Dazu: ovrwg und
(vorwiegend vor folgenden Consonanten) ovru) ,so'; IL 1, 131: ^^ d' ov-
%uigy dya&og Tteg iüiv^ . . . xlifcre voßip. IL 5, 717: £^ ovrw iialvBO&ai
ißaaofiev oiXov ^Qtja, IL 3, 169 und 170: xakov d^ oStw iycjv ov nw
ßldov 3q>S'aXfiolaiv ovd* ovtw yeQagov.
Alte Pronominalzusammensetzung aus o ,der^ (1, Sdte 491) und den selben
beiden Elementen, n&mlich v und dem Demonstrativstamm to-, wie sie
schon in cArr] ,diese' (Seite 178) entgegen traten, bei dessen Besprechung
auch schon der mit dem ersten Theile von outo-g übereinstimmenden Ver-
bindung altind. sd-u ,der' (BV. 1, 103, 5: sdu avindat dgvdn . . . sdu apds
,der fand die Bosse, ... der die Wasser^) Erwähnung geschah. — Das
Nebeneinanderliegen der adverbiellen Formen ovTwg und ovrw vergleicht
sich mit dem von tog ,so' (1, Seite 649) und w-de ,so' (1, Seite 646).
aötiöavö'q ,nicht8wfirdig'.
Bei Homer 6 maL IL 1,231: drjfjioßoQog ßaaikevg, iusl ovxtdavolai
ßavdageig. IL 1, 293: 17 ydg xe öFeiXog %b xal ovridavog xakeolfjttjVj el
dfj aol Ttav ßigyov VTtel^Ofjtau IL 11, 390: xuicpbv yoQ ßikog avdgdg dv-
cixidog ovTiöavoio. Od. 8, 209 : dq)Qwv dq xelvog ye aal ovridavog TtiXei
amiJQ, og vig ^eivodoxqt igida 7tQo<piQri%ai dßid-Xwv. Od. 9, 460: xcactSv,
td fioi, ovzidavog tzoqbv Ovzig. Od. 9, 515: vvv di fi iwv oUyog %Bxal
ovtidttvog xai axixvg bipd'aXfiov di^waag.
Enthält dieselben Suffixform wie i^Tteöavo-g ,gebrechlich, unbeholfen^
(1, Seite 6OS) und mehrere mit ihm schon unter kkke6av6-g ,Seil zum Ein-
206 Giechische Etymologie.
binden der Getreidehalme* (1, Seite 485) aufgeführte Bildungen. Zu Grunde
aber liegt die schon unter ovx ,nicht* (Seite 203) genannte Verbindung
ov^i-g ^cht einer, niemand', deren Schlusstheil der fragende, dann un-
bestimmte, Pronominalstamm ri- bildet
oidaq- ^Erdboden, Fussboden^
n. 19, 61: ToaaoL it^xaifoi oda^ ekov aOTtezov oiöag. Od. 10, 440: v(p
Foi afCOTcli^^ag x€g>al^v ovdaode nekaaaai. Od. 9, 135: ftala nlFoQ vn'
ovdag, IL 7, 145: o d* vmiog ovdei igela^rj, IL 5, 734: TcinXov fiiv
xoT^£t;ev iavov natqog in^ ovöei,
Dunkler Herkunft Zusammenhang mit idatpog- ,Boden, Grund' (1, Seite
381), den man öfters fast als selbstverständlich angesehen hat, ist unwahr-
scheinlich, da sich dabei das Yerhältniss der Vocale £ und ov schwer er-
klärt An ein etwaiges altes **odßag- lässt sich nicht wohl denken, da ovdag
auch in der nachhomerischen Sprache (Aesch. Pers. 163; Schutzfl. 1030;
Ag. 503; Soph. El. 752; Eur. Hek. 405; Iph. T. 49; Theokr. 25, 268) sein
diphthongisches ov festhält — Dem Suffix nach vergleichen sich Bildungen
wie yfJQag ,Alter' (II. 1, 29; 4, 315; yi^Qal IL 3, 150; 5, 153), aiXag ,Glan2'
(IL 15, 600; 18, 214; aila'i H. 17, 739; aikai II. 8, 563; Od. 21, 246), und
andere mehr, die Behandlung des Suffixes in den Casusformen aber ist
ungewöhnlich und scheint sich ähnlich nur noch bei xwag ,yiies8' (Od. 16,
47; 19, 97; Tujiea H. 9, 661 ; Od. 17, 32), xvig>ag ,Finstemiss' (ü. 1, 475; 2,
413; xviq)aog Od. 18,370; doch Ttvitpovg Ar. Ekkl. 291) und ßgävag ,Götter-
bild' (Aesch. Eum. 80; 242; ßgiteog Schutzfl. 885; ßgitei Eum. 259; ßgirea
Schutzfl. 463) zu finden.
otö-aiiö-q ,auch nicht einer, keiner' (Hdt 1, 24; 4, 114) siehe unter ifio-g
(1, Seite 227).
oiföä ,und nicht, auch nicht, aber nicht' (H. 1,90; 95; 115; 119), enge Ver-
bindung von ovx ,nicht' (siehe Seite 203) und öi ,aber' (siehe später).
oi>öevööa}Qo-q ,verächtlich'.
n. 8, 178: viJtvloIj oV aga d^ xade zeLx^a fitjxccvoovTO aßkijxQ^ ovdevo^
owga. Opp. Fischf. 2, 478 : avt(p d' oftlov avaxTt avviaßero, xod di JJ-
keiTtrai ootiov ovÖBvoawQov, afitjxavov oaaov iöia&ai q)dayavov.
Eine ungewöhnlichere Zusammensetzung mit genetivischem erstem Theile
{ovdevog^ zu ovd-iv-: ovdelg ykeiner' (Seite 203, das sonst nicht in Zu-
sammensetzungen gebraucht erscheint). Der Schlusstheil ist der selbe wie
zum Beispiel in oXiy-wQo-g ,gering schätzend' Hdt 3, 89 (zu vergleichen
Hes. Werke 30: ägrj yag t' oXiyri Tcikerai vuxiwv t' ayoQ(Sv te)^ nämlich
iuQtj jSorge, Fürsorge, Beachtung' (Soph. Oed. KoL 386 : iaxeg ihclä\ wg
l^ov ^Bovg wgav %lv^ %^Biv. Hdt 1,4: firjdefilav ägtjv ^eiv oiQTtao&Bt-
aitav. Hdt 3, 155: T'^g aetovrov orgart^g, T^g firjöef^la ^a%ai ägrj oTtok-
Ivfiivrjg. — Siehe Seite 653), so dass also als erste Bedeutung sich ergiebt
,der Niemandes Beachtung hat' und damit also ,von Niemandem beachtef .
oiöö-q jSchwelle'*
IL 6, 375: ^avri in^ oiöbv Liiv. IL 8, 15: lg Tagragov , . . iv^a aidij-
'
Griechische Etymologie. 207
Q€ial re Ttvhxi %al xaixeog oidog. Od. 16, 41: airraQ o y' eXaw lev xai
vnigßrj Xafgvov ovdov, 11.22,60: ov ^a TtoTTJQ Kgovldijg IttI y^Qaog
ovd(p . . . cpd-laei.
Dunklen Ursprungs. Die kurzvocalige Nebenform odog (1, Seite 521)
lasst muthmaassen, dass ein altes (vielleicht noch homerisches?) *6dF6-g zu
Grunde lag.
otöö-q ,Weg, Strasse'.
Nur Od. 17, 196: dog di fioi . . . FqonaXov . . . axr]gl7CT€a&\ ircel ^
qtav* oQiaq>aXi* ififievai ovdov,
Nebenform von 6d6-g (1, Seite 521), die an der angefahrten Stelle nur
auf unrichtiger Ueberiieferung beruhen wird und ohne Zweifel auch an
einigen Herodotischen Stellen (wie 2, 7 ; 3, 126) nur mit Unrecht gelesen
wird. Das kurzvocalige oöo-g begegnet bei Homer über 80 mal.
oirx^t ,nicht^
IL 15, 716:^^^X701^ de nQVfivrj&ev inel Xaßev, ovx'i (N&nck schreibt ov vi)
^ed'lfj, IL 16, 762: IExtcjq iilv xeq>ak^q>iv in^l Xaßey, ovxl (Nauck: ov
rt) fie&lrj. Od. 16, 279: ot di %oi ovxl (Nauck: ov ti) nüaovtau Aesch.
Prom.932: ndg d' ovx^ ^agßelg roiad^ ixQlTtzwv IWij; Prom. 952: oQ^g
d' oTi Zeig rolg %oiovtoig ovxl f^ak&cml^erai.
Schliesst sich unmittelbar an ovx ,nicht^ (Seite 203). Des suffixalen x^
geschah schon unter ^x^ 9^0' (1, Seite 617) Erwähnung, das allerdings in
der Betonung abweicht Fick 1^, 437 glaubt das suffixale /£ wieder-
zuerkennen im Schlusstheil altslav. se-gi oder at-gi ,dieser' und onü-zi
J^er^ sowie im altind. hi ,denn' (BV, 1, 8, 9; 9, 10; 1, 15, 2; 3; i, 16, 4)
und altostpers. 0i ,denn^ .
oid'aQ (in den Gasusformen ov^^ot-) ,Euter^; ,fruchtbarstes' (Land).
Od. 9, 440: firjkoy ^i^keiai d^ kfiifirpLov dvijfiehiTOi . . . ovd-axa yag
aq>aQccyevvTO. Aesch. Gh. 532: aal nwg qvqcjjov ov&ag tjv vno atvyovg;
Hdt 4, 2 : q>aal . . . tag g>iJßag %e ifiTclnkaa&ai (pvaeofiivag T^g innov
xal TO ov&ao xarlea^ai. — IL 9, 141 «» 283: el öi xev ^Idgyog Ixol^e^*
^AxoLiFiMVy ov&aq aQovQfjg. Hom. hymn. Dem. 450; eig d* aga 'Pagiov
IBe, q>egiaßtov ovd^ag agovgrig %b nglv,
Lal über- ,Euter'; ,Fruchtbarkeit^, ,fruchtbares Feld'; Lucr. 5, 885: puer
. . . saepe etiam nunc übera mammarum in eomnis lactantia qvaeret.
Hör. ep. 16, 50: refertqve tenta grex amicus übera. — Verg. Aen. 7, 262:
non vöbts . . . cRvUis über agri . . . derit Verg. 6. 2, 234: $i deenmt
ramm pecoriqve et vitUms almis aptius über erit
Ags. üder] — ahd. ütar; — nhd. Euter.
lit udru'ti ,eutem, trächtig sein'.
Altind. ü'dhav' ,£uter', mit den Nebenformen ü'dhas- und ü'dhan-] BV.
2, 14, 10: pdjasä ü'dhar jäthd gäus ,wie von Milch (gefüllt ist) der Euter
der Kuh' ; BV. 9, 93, 3 : prd pipjai ü'dhar dghnidjäs ,auf geschwollen ist
der Euter der Kuh'; — BV. 4, 1, 19: guci ü'dhau (für ü'dhae) atrnat nd
gdväm ,¥rie den reinen Euter der Kühe erschloss er'; — BV. 2, 34, 6:
208 Griechische Etymologe.
d^äm iva pipjata dhainüm udhani ^gleichwie eine Stute machet schwellen,
wie eine Kuh am Euter'.
Das Suffix ganz wie in ^jcoq yLeber' (1, Seite 608). Die Herkunft des
Wortes liegt noch im Dunkel; als seine ursprüngliche Bedeutung darf
man wohl ,das Schwellende' yermuthen.
oHao-v ,Strick, Tau*.
Nur Lykophr. 20: ol ö* ovaa yQtivrjg evyakriva xBQfiaöog vavzai XlaLjOv.
— Dazu lautet eine alte Erklärung: ovaa' %a axoivla, Tvaga ro otw, ro
xof^l^w, olaay xai ^Itavinuig ovaa ' 7] ta ajtb vijg olavag (pvzov^ ijvoi kvyov.
Etymologisch dunkel. Auch ist nicht verständlich^ wie das angeführte
gleichbedeutende olao^v (Hesych führt auf olaov ycofiiaov, g>iQ€. rj axot-
vlovy und ovaa' axoivia^ vewg OTtXa) sich etwa zu ovao-y verhält
oiolä ,Vermögen'; ,Sein, Wahrheit, Wirklichkeif.
Hdt 1, 92 : va ök Skia dva&rjfiara iS avÖQog iyivero ovalijg ix^Qo£\
Hdt 6, 86; A: Möo^i fioi za ^filaea Ttaarjg vijg ovaltjg i^a^yvQcLaavra ^ia*
y^ai noQa oL Eur. ras. Her. 337 : fidkad'Qov, ov rrjg ovalag ailoi xqo-
xovau HeL 1253: c^^ av jcaQOvatjg ovalag fkaarog fj. Plat Theaet 144, C:
oialav fxaXa Tcolk^y nuxfiXiTce. — Plat Theaet 185, C: ovalav X4y€ig xai
%6 fifj ehai. Plat Phaed. 65, D: Xiyo» ih ftegl nav%iavj ohv fieyi&ovg
TciQi^ vyulag^ layvog, xal twv allwp ivl Xoytp anavxwv t^^ ovalag^ o
rvyxayei hcaarov ov. Plat Phaedr. 245, E: a&avaxov de 7teq>aaiiivov %ov
vq>^ iavTov Tuvovfiivovy tffvx^g ovalav t€ xal loyov %ov%ov avTov tig
kiytüv ovx aiaxvvelxai. — Dazu: aft-ovalä ,Abwe8enheit'; Aesch. Ag.
1259: avvrj dlnovg Xiaiva avyxoifÄOfiivr] Xvx<(f, Xiovxog evyevovg anovauf,
'AxsvBl HB. — TtaQ'Ovala ,Anwesenheitf; Aesch. Pers. 169: ofifia ya(>
do/^cjv vof4l^€j 6ea7c6%ov Ttaqovalav. — aw-ovala ,Zusammen8ein*;
Aesch. Eum. 285 : noXvg öi fioi yivoiv ' av i^ a^g Xoyog^ oaoig nqoa-
ijXd'ov dßkaßei ^vovaltf. — Ttegi-ovala ,üeberfluss*; Thuk. 1,2: ve-
(lOfABvol %e %a avTiSv Unaaroi Saov aico^^v xal negiovalav x^ij^tioriciy ovx
exovreg. — fiev-ovalä ,Theilnahme*; Ar. Frösche 443: olg fierovala
^€oq>Uovg ioQT-qg. — i^-ovalä »Erlaubniss*; Xen. mem. 2, 6, 24: ha
e^ovalav ^wai ^f^i^juara ve xlifcreiv. — ngoa-ovala ,das Zusammen-
sein', Titel einer Komödie des Eubulos (Kock 2, 196).
lAt ab'Sentia ,Abwesenheif; Cic. in Pison. 16 (37): eonfexj st audSs,
absentiam tuam cum med; — prae-sentia , Anwesenheit'; Cic. in CatiL 1,
7 (17): dubitäs, qvörum mentes sensüsqve volneräs, eSrum aspectum prae-
sentiamqve vitäre?
Altind. entspricht formell ^o^/a (BV. 6, 65, 5; saifä' nrnä'm ahhavat
daivdhütis ,wirklich wurde der Männer Götteranrufung'), die weiblichge-
schlechtige Form zu satjd- (aus *san1jd-, zu sdnt- ,8eiend', wie RV. 1,
110, 3: dikam sdntam ,den der einer war*) ,wahr, wirklich* (RV. 1, 152, 2 :
sa^ds mdntras ,wahr ist der Spruch*; dazu die ungeschlechtige Form
sdljdm , Wahrheit, Wirklichkeit*, wie RV. 1, 105, 12: saJiQdm tätäna surias
,die Sonne hat Wahrheit ausgebreitet*).
Griechische Etymologie. 209
Eine ungewöhnlichere Bildung; die mit dem Suffk -lä aus dem parti-
cipiellen ovr- ,8eiend' (Aesch. Ag. 1605: tqItov yaq orta fis) gebildet
wurde, das in älterer Form noch iovr- (aus Haorr-y zu ig ßein^i la%L
,es isf 1, Seite 392) lautet, wie II. 1, 352: inei fi' h^exig ye fiiwv&adiov
TtBQ iovroy IL 1; 541 : i/iev dnovoatpiv iovza und zum Beispiel auch regel-
massig bei Herodot (1,23: iovra ni&agipdov. 1,95: tov iovra Xiyeiv
Ijoyov. 1,30: navta iovra fieyaka, 1,97: xaza t6 iov. 1,97: iovarjg
(üv agnayijg). Von lebendigen Participien auf ovr ausgegangene Bildungen
auf lä finden sich sonst nicht, weiterhin aber lassen sich als solche noch
vergleichen yegovalcr ,yersammlung der Alten', ,Gesandtschaff (Eur. Rhes.
401; 936; Dem. Leptin. 107; Polyb. 1, 21, 6; 38, 5, 1) und das nur von
PoUux (3, 75) angeführte ^egarcovalä ,Dienerschaft', deren beider nächste
Grundlagen (yigovT'-a IL 3, 249; 9, 452, — altind. gdra/niram ,den Alten'
KV. 1, 117, 13, und »egdrcovr-a ,den Diener, Gehülfen' IL 5, 580; 6, 18)
durchaus participielles Gepräge tragen.
oÄr ,also', dialektisch wv (Find. OL 1, 111; 6, 19; 52; Pyth. 3, 47; Nem. 6, 11;
Isthm. 3, 25; Hdt 1, 2; 4; 5; 8; Theokr. 5, 21 ; 69; 71; 8, 5; 11 ; 14, 29); nie
zu Anfang des Satzes stehend.
IL 1, 57: di d' irtel ovv tjyeg&ev. IL 5, 258: et y* ovv eregog ye g>vyrjaiv,
IL 9, 550: oq)ga fiiv ovv MeXiaygog dgrilfpiXog molifii^ev. 11.11,754:
%6q)ga yag ovv iTtOfiea&a dia amdiog Tcedloio, IL 16, 30: fiiq ifiä y* ovv
ovTog ye Xaßot %6Xog. IL 17,20: ovr* ovv nagdaXiog toöaov fxivog ovre
HovTog. IL 19, 94: xorra d' ovv ikegov ye rtidtjoev.
Etymologisch noch unaufgeklärt Man hat gemeint es zum Pronominal-
stamm altostpers. avor Jenes' mit der ungeschlechtigen Form aom stellen
zu dürfen, ohne eingehende Begründung. Das Verhältniss zum dorischen
dv müBSte zunächst genauer erläutert werden. Adverbialbildungen auf
-ovv bietet das Griechische sonst nicht ; das seiner Form nach auch ganz
vereinzelt stehende vvv ,nun' (H. 1, 27; 59; 91) steht schon weiter ab.
oüvBxa ,wesswegen, weil'; ,dass^
IL 1, 11: oXhtovto dk kaßol, ovvena %6v Xgvarjv TJrlfiaaev agijr^ga
!/4tgeFlirig. II. 2, 580 : näotv dk fierirtgeftev '^gvieaaiv , ovvck agiatog
iev, IL 3, 44: q>avTeg dgiarrjfa ngo^iov üf^ftevai, ovvcko xalov Feldog
%7ti. — IL 11,21: Ttev&ero yag Kvngovöe /liya xUFogy ovveifL^ Idxaifol
ig Tgq.riv v/jfeaaiv dvartlevaead'ai ifxeXkov, Od. 5, 216: folda aal avrog
Tcavra fidV, ovveKa aelo 7teglg>gwv nrjveloneia ßeldog axidvorigfi fiiye-
d'og t' eiaavra ßidia^ai.
Entstand aus Vereinigung von IVcxa ,wegen' (1, Seite 405) mit ov ,wessen',
dem Genetiv des Relativstamms o- (1, Seite 492), mit einer flir die homeri-
sche Sprache auffälligen Zusammenziehung von Vocalen selbstständig neben
einander stehender Wörter. Gegenüber steht das demonstrative rovvexa
,desswegen* (IL 1, 96; 291; 4, 477; 5, 342; aus rov hexa) und wie neben
diesem noch die freieren Verbindungen tovö^ hexa (II. 1, HO), rov vvv
ehexa (IL 24, 501), rov eYvetca (IL 3, 87 — 7, 374) und andere vorkommen,
Lao Meyer, Giieohiaohe Etymologie. II. 14
210 Griechische Etymologie.
SO begegnen neben ovVfxa auch noch oi &' hena (Od. 21, 155) und ov
€%v€Ka ai. 2, 138).
oi^ifay" {oilQaS)f Name eines Vogels.
Nur Arist Thierk. 69 A: ^ dk rir^i^, rjv TcaXoiaiv t^&rjvaloi ovQoyOy
oih* inl rijg yfjg veotzevei ovr' i^el tolg divdgeaiv, dXl* inl %olg xaiiai-
^T^loig (pvTolg.
Dunkler Herkunft Das Suffix wie in ägfcay- ^n sich raffend, rfiube-
risch' (1, Seite 269).
oBQaxO'q oder oigoxo-g ^spitzes Ende^
Hippokr. 1, 487: araf i]de (nämlich SdQrj) . . . ovdi %^g xaQdlfjg vifievai
v^v iaxctTTJy, dkX* iyxaraXelTtei %ov ovgaxov xal are^eov iaviv äoTteg
i^wd-ev nQoacQQafiivi], Diosk.4, 176: inl^fiov . . . ^ei de xetpcXia
Xemdf xovg>aj ovgaxovg ^oyra^ (ig Tglxag. AeL nat an. 6, 43: ol di iavq"
firpceg . . . rovg xalovfiivovg ovQoxovg twv naQnliiiav dioTQoyovteg %(p
Gehort wohl zu ovqti ^Schwanz' (siehe Seite 212). Vergleichbare Bil-
dungen sind a%6(jiaxo-g ^Speiseröhre' (IL 3, 292; 19, 266; Arist Thierk. 1,
52; 72; zu axoiJLcet- ,Mund' H. 6, 43; 10, 375), xvfißaxo-g ,der obere Theil
des Hehns' (IL 15, 536) und xvpißaxo-g ,kopfüber stürzend' (IL 5, 586; Ly-
kophr. 66), wohl auch ßargoxo-g ,Frosch' (Ar. Wölk. 881 ; Frosche 207;
Plat Theaet 167, B).
o^öffovö'g ,Himmel'; ,Gaumen'.
IL 1, 317: Ttvlaarj d* ovqavov 2x£. IL 3, 364: (^fiw^e ßidtav eig ovgctvdv
evQvv. IL 8, 68: tjfiog d' ijßiliog fiiaov ovqavov ifiqfißeßiJTtei, IL 15, 371:
evxerOf x^^* dqiyiav elg ovqavov aOTeqoßewa. — Hipp. 1,486: Tavtfj xal
dialqei tov oiqavovy oxoxav naXivdqoftif] to Ttvevfta. Arist Thierk. 1, 45:
Ti d' iaxatov ioTOvv Sfioiov %<p wtI . . . tovto d^ eig (ikv tov kyxiq>aXov
ovx ^ei noqovy elg de zov tov arofiatog ovqavov.
Altind. Vdruna-Sj Name eines mächtigen himmlischen Gottes, der ursprung-
lich wohl den ,Himmel' selbst bezeichnete; BV. 1, 24, 8: urüm hi rä'gd
vdru/nas cdkära sürjaja pdnthäm ,weit machte König Varunas den Weg
für die Sonne'.
Das Suffix wie in iavo-g, alt ßeavo-g ,(7ewand' (1, Seite 330) und zahl-
reichen Adjectiven wie ayavo-g ,freundlich, sanft' (1, Seite 108) und an-
deren , von denen substantivische Bildungen wie axavo-g ,Dom, Stachel'
(1, Seite 31) in der Betonung abweichen. Zu Grunde liegen wird der
sdbe Verbalstamm wie in evqv-g ,weit ausgedehnf (Seite 200), so dass
das anlautende ov- sich aus altem /o- entwickelt haben wird.
aiffo-q ,Wind', insbesondere ,gün8tiger Wind für die Seefahrenden'.
11.1,479: %olaiv d' txfievov oSqov Yfj ßexdßeqyog ^AnoXXwv. IL 7, 5:
(ag de &edg vcnvjjaiv kßeXdofjLivoiaiv idantev oiqov, inel xe xafi(aovv
iv^iavTja^ iXarijaiv tcovtov iXavvovTeg. Od. 3, 184: ovdi no% %aßri oiqog^
inel dij nqiSza &ebg nqoirpiev dß'^vai.
Nach Benfey (1, 265) zu arj^ii, alt aßrjiii ,ich wehe', altind vd : vä'ti ,er
Griechische Etymologie. 211
wehf (1, Seite 15), so dass also das anlautende ov- sich wie in ovQavo-g
yHimmel^ (Seite 210) entwickelt haben würde und andererseits auch cnjQrj
^bewegte Luft, Haucb^ (Seite 135) mit seinem diphthongischen ov- sehr nahe
stehen würde. Dem Suffix nach würden x^ovQo-g ^stürmisch' (IL 5, 30;
355), weiterhin auch TovQo-g ,Stier^ (11.2,481; 17,387), navQo-g ,klein,
gering^ (II. 2, 675 ; 407) und ähnliche Bildungen zu vergleichen sein.
ovQo-Q ,Hüter'.
IL 8, 80 und 11, 840: Nio%(OQ . . . oigog 'AxaiFviv. Od. 15, 89: ov yaQ
orcia&ey aigov idv xariXemov inl %%ea%eaoiv ifiolaiv. — Dazu: InL"
^ovQO-g ,Hüter'; H. 13, 450: Zrjvdg . , . og ngunov Mlvwa xiuev K^r^rrj
inlovQOv. Od. 13, 405 «■15, 39: avßeirfjv ... og %ol vtSv inlovQog. —
ovQev-g ,Httter, Wächter'; nur IL 10, 84: tlg d' ovrog . . . i^eai olFog
. . rißi %iv ovQijftav di^fjfievog ij ziv^ halgvDVj
Gehört zu of-ea^ai (aus altem ßo-QBa&ai) ,Acht haben, die Aufsicht
führen' (1, Seite 558) und ogdeiv (aus altem FoqaBiv) ,sehen' (1, Seite 559),
so dass sich also das anlautende ov- ganz wie zum Beispiel in oigavo-g
^Himmel' (Seite 210) aus altem /o- entwickelt hat
otifö-q ,Graben'.
Nur n. 2, 153: %ol d' dkX'qloiGi niXevov aTcrea&ai rrjßiSv i^d' ihcifiev
eig aka dlctv, avgovg v' i^eaa&aiQOv,
Dunklen Ursprungs.
oiffO'q ,Auerochs'.
Adrian (in Anth. 6, 332, 3) : ay&ero, doia dina noXvdaldaXa^ wi ßobg
ovQOv daiifjTov xgvoi^ nafig>ctv6o}VTi xigag,
Lat üro' (tirua); Gaes. Gall. 6, 28: tertium est genus eörum, gvi üri ap-
pellaniur. H% su/nt moffniiüdine paulo infrä elephantös^ speeie et eoUre
et figürä tatiri. Magna vis edrum est et magna velöcitdsj neque homini
ferae, qvam eonspexenmt, parcunt Plin. 8, 38 : Scythia gignit . . . insignia
tarnen bonm ferörum genera, jvbätos hisonüs excellentiqve t>t et vSlöcir
täte üros.
Ags. Ar; Runenlied 2: ür bydh ammöd and oferhymed, fela frSene
de&Tj feoktedh mid homum maere morstapa : thät is mödig vuht — Ahd.
ür und ÜT'Ohso. — Nhd. Auer-oehs.
Im Griechischen und Lateinischen offenbar aus dem Germanischen ent-
lehnt
o'SQo-q ,Gränze' (Theogn. 826; Hdt 1, 32; 72, 74; 93), dialektische Neben-
form von 8Q0-g (1, Seite 562), die aber bei Homer (IL 12, 421 und 21, 405)
noch Sg-Fo-g zu lesen sein wird.
otifö^g ,wäBserige Flüssigkeit^ (Nik. Ther. 708 : xeXvvriv . . . %Bq>aXfig and Sv
fidv dgd^at. . . . ßXoavgov d* i^ alf4a x^aa&ai h xegdfitp . . . ix di nsXid'
vov ovgbv afcrid^aai TtXaddov Xaegyii f^dxTgrj)j dialektische Nebenform
zu 6g6-g (1, Seite 561).
ot^l^o-i' ,durchmes8ener Baum':
Dreimal bei Homer. IL 10, 351 : aXX' ore drj 4^ aneev oaaov t* l/ri
14*
212 Griechische Etymologie.
oÜQa TciXoYiai fifiiovcov (,die von Maulthieren gezogene ForcheO, ai ydq
%€ ßoFiSv 7tQoq>€Qiaj€Qal elaiv ihtifievai . . . Sqovqov. IL 23, 431: oaaa
dh dlaxov ovga xatwiiadloio ftiXovrai, ov t' al^rjßog dq>fjx€v aviJQ. Od.
8, 124: 8aaov t* iv veup oSqov niXei fifxiovouv. — Dazu: dlax-ovQo-v
^dessen dnrchmessener Saum der eines (geworfenen) Diskos (dlaxov oHqo
11.23,431) ist, Wurfweite'; 11.23,523: ra nQWTa xal ig ilaxovQa U-
XeiTtro.
Altind. vdra-8 ,weite Ausdehnung' ; BV. 3, 23, 4 : m tvä dadhai värai
&' pfthivjä's ,er setzte dich nieder auf dem weiten Baum der Erde'. BV.
3, 53, 11: dthä jagdtai vdrai ä' prthivjas ,dann opfere er auf dem weiten
Baum der Erde'. — Dazu vdras- ,weiter Baum'; BV. 1, 190, 2: hfhaspdüs
sd M dngas vdränsi vibhvä dbhavat ,Brhaspatis war rasch durch die
weiten Bäume gedrungen'.
Wird aus altem ^ßoQo-v hervorgegangen sein und steht in nahem Zu-
sammenhang mit ovQavo'g ,Himmel' (Seite 210) und ev^-g ,weit ausge-
dehnf (Seite 200).
o{qo'V ,Ham'.
Hdt 2, 111: wcuUa^ai ol fxanriioy . . » wg avaßXixlfBi yvvaixog ovQ(p
viipafierog %ovg öq>^akfiovg. Hdt 4, 187 : tjv dh xaiovai ra naUila cnaa-
liog kmyivTjTai, k^evQrjval acpi axog' rgdyov oügov anelaavreg ^vovral
aq>€ag. Arist Thierk. 6, 125: fiera dk rovg roxovg aftav%(av tüv %etQa-
nodiov naxyfBQov %6 oügov ylverau — Dazu: ovgieiv ,hamen^; Hes.
Werke 729: firJT iv bötf fujv' hc^og odov nQoßadrjv ovgijafjg. 758: firidi
no%^ iv Ttgoxo^ TCOTafiaiv aXade Ttgogeövrciiv fitjd^ iiel xgrjvaayy ovgeiv, —
ovgavf] ^achttopf ; Aesch. Bruchst 180 und ebenso Soph. Bruchst 140:
rqv xdxoofAOv ovgdvrjv eggitpev ovd* ij/iagTC.
Lat ürfna ,Ham'; Catnll. 37, 20: dens Mberä defricätus ürinä, — Dazu:
üfinäfi ,unter Wasser tauchen'; Plin. 11, 188: eadem est causa qväre su^
aqvä diu ränae et phocae ürinentur.
Altn. ür ,Begenfeuchtigkeit, feiner Begen'; , Wasser'; itrigr ,feuchf. —
Daneben: ver oder vSr yMeer*; ags. vär ,Meer'.
liL jürios oder jüres (Mehrzahl) ,Meer*.
Altind. vär- ,Wasser'; BV. 9,112, 4: vär id mandü'has ichati ,zum
Wasser strebt der Frosch*. — Daneben vari- jWasser* (Mbh.; Bäm.).
Altostpers. vära- m. ,Begen'; — Dazu: vär-ivdrenti ,sie regnen' = ,es
regnef ; — Daneben: vavrir^ m. ,See', vaitja- m. ,OanaI'. *
Ging aus älterem ^J^ogo-v (oder *ßwgo-v?) hervor; das alte anlautende /
wirkte noch nach in augmendrten Formen, wie iovgei (Luk. cony. 35),
ngoa-eovgovv (Dem. 54, 4), h-eovgrjaev (EupoL Bruchst 45 bei Eock 1, 269).
oi)(fi^ ,Schwanz'.
IL 20, 170: kiwv . . . oigf^ äi nXevgdg %e xal ioxia aficpoxigia&ev fia-
axUrai. Od. 10, 215: kvxol . • . ogiategoi i^öh liovreg . . . akk' aga %oL ye
ovg^oiv fiaxg^ai Ttegiaaalvovreg aviCTOv, Od. 17, 302: hf^a xviav xbIx^
"Agyog . . . ovgf [liv ^^ S y^ %arive.
Griechische Etymologie. 218
Altind. vara-s ^HaarBchweif^; RY. 1, 32, 12: dQvias vd'ras abhavas tdd
indra ,em Bossschweif warst du damals, Indras^ BY. 2, 4, 4: dljas nd
räthjas daudhaviti vd'rän ,wie ein Wagenross die Schweifliaare scbüttelf .
Das anlautende ov- entwickelte sich offenbar ebenso wie im nächst-
Yoransgehenden oügo-v,
oififlä, Name eines Wasservogels.
Athen. 9, 395, E: 17 dh keyofxivti ovgla oi Ttolv lelTterat vj^TTrjg^ rtp
XQoifiaTL dh ^vnaQOTLBQafiog iariy t6 dh ^vyxog fÄcmgov t€ tcoi avevov ^ei.
Ging möglicher Weise von oi^Qo-v ,Ham^ (Seite 212) ans, da als dessen
filtere Bedeutung jWasser' zu muthmaassen ist
aifflaxo-q ,da8 stumpfe Ende^ (der Lanze).
IL 13, 443: doQv d* iv xgadlf] iTtemjyeij tj qa Fol oianalQOvaa %a\ oi-
qLoxov TteXifÄi^ev. IL 16, 612 -» 17, 528: t( d' i^oTti&ev dogv fdcmgov ov-
dei ivia%lfiq>^f], irrl d* ovQla%og nekefilxSif] iyxeog.
Gehört wahrscheinlich zu ovqi^ ,Schwanz' (Seite 212). Der Bildung nach
aber vergleicht sich zunächst vrintaxo-g ,unmündig, kindisch' (IL 2, 338 ;
6, 408), das auf v^nio-g ,unmündig, jung, thöricht' (IL 2, 38; 311; 9, 440)
zurückführt und somit auch für oiglaxo-g als nächste Grundlage ein
*ovQiO'g vermuthen lässt Weiterhin vergleichen sich Bildungen auf xo,
wie ovQcexo-g ,spitzes Ende' (Seite 210).
oiXdö' iovkdg) ,Banzen'.
Antipatr. Thessal. (in Anth. 7, 413, 5): m;ade . . . oiXag (Hdschr. oüdag)
di oydTtwv ovvi^noQog. Eme alte Erklärung zu Lykophron 183 {ovXa-
fiüßvvfiov) lautet: akkoi da q>aaiv Sri yQdq>eTai oiXadwvvfiov, iva örjkol
xov n&QLv, ovXag dk t^ ntjQa* dia Tj}y TtrjQav ovv hiXt^^ üaqig 6 *Ali-
^ayÖQog* ol yoQ notfiiveg iv Ttr^Qf avzov hiTe^ivza evQov. Hesych er-
klärt: ovXadeg' ff^gai, Svkaxoi.
Gehört vielleicht zu o^Ao-^ ,AehrenbündeP (Hesych erklärt: oifXor dgay-
liava), das schon unter %ovXo-g junges Barthaar'; ,haarähnliche Büschel-
chen an Pflanzen'; ,Aehrenbündel' (Seite 20) angeführt wurde.
oi)Xay.6'q ,Gedränge, Schaar'.
Bei Homer viermal. IL 4, 251 : ^A^e 6^ Inl KgiJTeaai %iwv ava otfka-
fiov avdgcjv. IL 4, 273: tjld'e d* in AlFavreaai xiwv ava olXaiiov
avögwv, IL 20, 113: ov3^ %hx^e . . » ^lägriv dvrla üriXeFliavog Iwv ävä
aikaiibv avögwv. IL 20, 379 : ^jSxtcci^ d ' avtig idvaero ovka^ov avdgwv.
Scheint an allen vier angegebenen Stellen anlautendes / zu haben. Da
nun aber altes Fov- sehr unwahrscheinlich ist, darf man wohl als echte
homerische (äolische) Form noch ^FoXla^o-g annehmen, das ohne Zweifel
nebst tXriy alt Fthri ^Schaar' (Seite 68) unmittelbar zu BXXsiVy alt FelXeiv oder
wohl richtiger FiXkeiv (aus *ßiXJ€iv) ,drängen, zusammendrängen' (1, Seite
464) gehört, mit dem möglicher Weise auch nhd. wühlen nebst Oe-wühl zu-
sammenhängt Dem Suffix nach vergleichen sich Sgxafio-g ,Anführer, Ge-
bieter' (1, Seite 573), norafio-g ,Fus8' (IL 2, 659; 839) und ähnliche Bildungen.
o^Xo*q ,kraus, wollig'.
214 Griechische Etymologie.
IL 16; 224: lif Tvkfjaaaa x'''^^'^^^ %kaivawv r' aveßoanertiwv ovkwy re
%a7cri%u}v. n. 24, 646 c:-i 0(L 4, 299 «-> 7, 338: xikevaev . . . xkalvag %'
iv^ifievai ovXag xadvnsQx^e ßiaaa&au Od. 4, 50 «-> 17, 89: cr/u^^l d*
aga xXalvaq ovXag ßah>v i7d^;f£TcSyag. Od. 10, 451: ififpi d* aQa%ijaLvag
ovXag ßaXev r^dh x^rcJva^. Od. 19, 225: x^^^^^"^ n;ogq>vQhiv ovlrjv ^e
diog X)dvaaevg äiTtXrjv. IL 10, 134: diig>l d' aga ^ilai^yay negovi^aaTO . . .
ovlfj d^ inenjvo&e kaxrrj. Od. 6, 231 «- 23, 158 : xad di naQtjvog ovkag
^xe nofxag, vcmiv^lvq) av^ei ofiolag. Hdt. 7, 70 : ol fikv yag an ' fiklov
Ald'loneg i&VTQixig elai^ ol dk ix T^g Aißvrjg ovkoTavov Tqlxfafia ^ot;a£
TtavTwv av&QWTtwv. Ar. Frösche 1067: ^^iTcJya y* ^<ov ovkwv igltav
vnivBQd^e. Hermipp. (bei Athen. 15, 668, A): xAay/d^^ d' ovhxi xaraßi-
ßhqvTau — Minder deutlich ist die Bedeutung yon ovXo-g in dnigen
anderen Verbindungen: IL 17, 756: äg re tffrjgdjv viq>og igx^^^ ^«^^ xo-
koiaiv, ovXov (,laut'?) x&iXfjydheg, o%b ngoFldmaiv Iowa xlgxov und IL
17,759: dg,., xovqoi ^dxotifwv ovkov xeKltjyäteg Xaav. Hom. hymn.
Herrn. 238: rivre TtokXijv mgi/iivwy av&Qcnurjv ovkrj (,krau8^?) anoöog
aiJLq>iKakvft%u, Kall. Zeus 52: ovka (,kräftigO de KovQrjtig ae nigi ngv-
kiv wQxrjaavTO revx^a neTtktjyovteg, — Dazu die besondere weiblich-
geschlechtige Form: ovka 6- (ovkag) ,kraus'; Nik. AL 260: akka av ftok-
kccKi fiiv xolTrjv dgvog ovkada Kotpag, — ovko'XagtjVO'g ,krau8k5pfig^
(xaQrjvo-v ^Kopf, II. 11, 158; 500); Od. 19, 246: eev . . . yvgog h wfioioiv^
fiekavoxQoogy ovkoxag^jvog. Minder verständlich Hom. hymn. Herm. 137:
knl di ^ka xayxxxv ayelgag ovkoTtoÖ^ ovkoxcgtjva (? zu xgia itokka
V. 135) TtvQog xaveöd/nyaT* avTfit}. —
Gehört wahrscheinlich nebst evkr^ ,Made' (Seite 201) zu dem schon
früher aus iklaoea-d'ai^ alt ßeklaaea&ai ,sich wenden, sich winden'
(1, Seite 478) entnommenen alten ßek- ,sich drehen', so dass das anlautende
ov" wie in zahlreichen anderen Formen sich aus altem ßo entwickelt
haben wird.
oüko-q ,verderblich'(?),
IL 5, 461: TQ(pdg dk azlxag ovkog ^Aqrig Hzqvvb fievek&tiv. IL 5, 717:
el ovTio fialvBö^ai iFaaofiev ovkov "^QTja. IL 21,536: didfia yag fifj
ovkog ävjjQ (das ist i^x^^^^s) h «^«t^off akrjTai. — Mosch, (in Anth.
Plan. 200, 2) : ßofikaviv eYkero ^dßöov ovkog ''EQwg. Auch Ap. Rh. 3, 297
und 1077 bietet ovkog ^gtog. — Sehr wenig wahrscheinlich ist die Be-
deutung ,verderblich' in den Verbindungen IL 2, 6: aglavr] (paLvero ßovkrj^
nifitpai in* ^ÄTgeFldj} IdyapiipLVOvi ovkov oveigov, IL 2, 8: ßaax X^i,
ovke oveigsj &ofag inl vrjßag IdxaiFwv und IL 2, 22 : t^J ^iiv ßeicafievog
ngoaefpcivee ovkog oveigog, — Dazu: ovAeo-g ,verderblich'(?); 11.11,62:
olog d* fec vBq>iwv dva(palvB%at ovkiog äav^g nafÄq)alv(üVf vork d* avrig
Mdv viq>Ba axtoFBvra. Hes. Schild 192: %a%aaav %nnoi . . iv di xal avtog
ivagq)6gog ovkiog *'Agrig aixf^tjv kv x€/^fia<7ty ixofv. Hes. Schild 441 : o
fikv J^ittxfj ßgiaagfxatog ovkiog 'Itigtjg xBxkrjywg inogovOBv. Find. OL 9,
76 : QerioyvrjTog ovklqf viv h "AgBi (,im Kampfe') nagayogBiTO /uij nove
GriediiBcfae Etymologie. 215
aq>eviQag areQ&e ra^iovod^at dafiaaifißgotov alxfiäg, PincL Ol. 13, 23:
iv 6^ "^griQ av&Bl vitav ovklaig aixfialaiv avögäv. Find. Pyth. 12, 8:
roQyoytav ovXiov &^yov dianUSaia^ 'A&ava* Soph. Aias 933: tola fiot
navwxa xal q>aid'Ovv* dveariva^eg (JfiofpQtov ix^oSoTt^ *AtQBl8aig ovklqt
ovv Tta^ei. — o V iL o/u«vo- ff ^verderblich, Verderbeabringend'; bei Homer
14 mal und anch sonst bei Dichtem gewöhnlich; IL 1, 2: ft^viv äßeiäe . . .
oiXofjLirrfv, r^ fivqC ^Axailola* akye* fl^jjTiev, nokXag d^ l(p&liAOvg tlwxag
"Afidi TtQotatfjev rgtitav, H. 5, 876: av yaq rineg ag>Qovtt TMvgtjv ovko-
liiniv. IL 14, 84: l^Tgeßlöf] . . . av 16 fiepe, Oi 17, 484: IdvrlvoPe . . .
ovlofieve. IL 19, 92: l^ßavrjj ^ navrag oßaTai, ovkofiirri. Od. 4, 92:
Tfjfog fioi adeXq>e6v aXkog ineqtvev . • . dohp ovkofiivtjg dloxoio (der
Elytämnestre). Od. 24, 97: fxoi Zevg fn^aotro IvyQov oXe&Qov jiiyla&ov
VTtb x^9^^ x^^ oikofjiivijg dkoxoio. Od. 11, 409: AXyiad'og . . . htxa avv
ovkofAivji alox^fi. Od. 18, 273: o%e d^ OTvyeQog yafiog dmßoXijoei ovho-
fiäyrjg (,miglücklich'?) ifii^ev, %^g Te Zevg oXßov anrfVQa. Od. 10, 394 :
tqlxeg MgQeßov, ag nglv Mq>vaev q>agfiaxov oiXofievov. Od. 11, 555: AlFav
. . • ov% ag^ ifielkeg ovdk &av(av Xijaead'ai ifiol xohov eXveKo revxtUv
ovXofiivwv, Od. 15, 344: heK ovhofJLivrig yaatgbg xaxa itrde ixovaiv
avigeg. Od. 17,287: yaatiga.,. ovXofiivtjv, r; TtoXla xax' ayd'gvinoioi
dldiaoiv. Od. 17,474: yaarigog eYveaa Xvyg^g ovXofiirrig, i^ noXXa xax'
ar'd'giüTtoiai dldwaiv.
Vielleicht ist die Ansetzung eines ovXo-g mit der Bedeutung ,yerderblich',
das man mit oX- ,zu Grunde gehen': oXXvai ,er richtet zu Orunde' (1,
Seite 582) geglaubt hat zusammenstellen zu dürfen, gar nicht berechtigt
Bei dem angenommenen Zusammenhang erklärt sich das anlautende oi-
neben dem einfachen o jenes oX- gar nicht so einfach, wie es zum Bei-
spiel bei den mehrsilbigen ovXio-g und oiXofjtevo-g der Fall ist, da sich
ihnen in Bezug auf ihren anlautenden Diphthongen mehrsilbige Casusformen
wie ovgeog (IL 2, 456; 3, 34; 11, 87; 14, 397), avgel (Od. 11, 243), ovgea
(IL 1, 157; 13, 18; 21, 485), ovgeai (11. 4, 455; 5, 52; 11, 479; 13, 390) neben
ogog- ,Berg' (1, Seite 564) und anderes unmittelbar zum Vergleich bietet
Qogen den vermutheten Zusammenhang ist auch noch insbesondere an-
zuführen, dass ovXog in den Verbindungen mit oveigo-g ,Traum^ (II. 2, 6;
8; 22) auf altes anlautendes / hinzuweisen scheint — Die Form ovXo/Äevo-g
,yerderbend, Verderben bringend' ist ihrer Bedeutung wegen sehr auffällig,
da sie sich doch aoristischen Medialformen, wie äXero ,e8 ging zu Grunde^
(IL9, 413; 415; 13, 772) und 3Xia&ai ,zu Grunde gehen, sterben' (IL 3,
428; 19, 421; 22, HO) mit ausgeprägt intransitiver Bedeutung zunächst zur
Seite steUt
aiXo'q ,ganz', dialektische Nebenform von oXo-g (1, Seite 584), die aber in
der homerischen Sprache noch oXFo-g zu lesen sein wird.
Od. 17, 343: agrov r' ovXov (wohl: oXFov) kXw negixaXXiog h, xavioio.
Od. 24, 118: fitjvl d' ag' üiXtp (wohl: oXfip) ndvra negijaafjiev evgifa
Ttovzov, Hom. hynm. Herm. 113: noXXa 3i xdyxava xaXa %a%ov6aLif ivi
216 Griechische Etymologie.
ßO'd'Qif} ovla Xaßwv ini&rjxev imjeravd. Leonid (in Anth. 6, 286, 2) : Trjg
Tci^fjg TU iihv Sxga ra de^ia fJiixQ'' makaiairjg xal omd'afÄ^g ovkrjg Blz-
Tiov eloydaccTo. — DhpZu: ovkieiv oder homerisch wohl oXfieiv ,ganz
sein, unversehrt sein, gesund sein'; Od. 24, 402 =» Hom. hymn. Ap. 466:
ovXi (wohl zu lesen okFe, verkürzt aus oilee, wie zum Beispiel riXi
,Thörichter' IL 15, 128 aus i]Xei^ 1, Seite 632) te xal iiiya xalge.
oüXo'g ,Aehrenbünder; dann auch ,H7mnus auf Demeter'.
Artemidor 2, 24 : ovloi dk xal ÖQayfxaxa xai ^fiwveg dataxitav naQok-
ndg iv folg ngarrofiivoig afjfialvovai xal utonov. S^mos (bei Athen. 14,
618, D und E): %d d^dy/iara %wv TCQid^wv av%d %a&^ avrd TtQoarjyogevov
dfidXag' avva^QOia^iyra dh xal hc noXhSv filav yevofieva dicfiriv ovXovg
xal iovkovg' xal ttjV Jti(i7i%Qa o%l fikv XXorjv^ ork dk ^lovXci drtd roh
ovv TTJg ^JfjfiriTQog eigi^fidTUiv zovg re xagnoig xal rovg vfivovg rovg
elg Tfjv S'Bov ovXovg xaXovat xal iovkovg. Athenäos (14, 618, E) erwähnt
im Anschluss daran den Vers nXetarov ovkov ovXov Yei, XovXov %u.
Wurde schon unter %ovXo-g Junges Barthaar', ,haarähnliche Büschel an
Pflanzen', ,Aehrenbündel', ,Hymnus an Demeter' (Seite 20) als im nächsten
Zusammenhang mit ihm stehend angeführt, sowie dort auch schon die
Vermuthung einer nahen Zugehörigkeit zu olXo-g ,krau8, wollig* (Seite 213)
ausgesprochen wurde.
ovXo'V ,Zahnfleisch'.
Aesch. Ch. 898: fiaatov, ngbg ip av noXXd drj ßgi^wv Sfia ovXoiaiv
i^ij/ieX^ag €irQaq)ig ycXa. Plat Phaedr. 251, G: oneq x6 räv ddovto-
q)vovvrwv nd^og tccqI rovg ööovtag yiyvetai^ 8%av Sqti q>vwaij xvrjalg
T€ xal dyavdxTTjaig megl rc ovXa. Arist Thierk. 1, 51: xal vo fiiv dt-
qfvkg Tov axofiavog noQla&fiiov (,Mandeln'), ro dh 7ioXvq>vig ovXov* adg-
XLva dh tavra. ivrog d' oöovvBg ooiilvoi. Hipp. 2, 220: dv%iddeg dh
xal vnoyXwaaldeg xal ovXa xal yXtuaaa xal Saa roiavTa ravTr] neqm-
xoray %ai%a ndvra vooiet dnb tov g)XiyfiaTog. Hipp. 1,227: ovXa dh
TcoyrjQa xal OTOfiata dvacidea olat OTtXfjveg fxeydXoi,
Wird ursprünglich ,Wulsf oder ähnliches bedeutet haben, und man
darf vermuthen, dass es früher mit ßo~ anlautete und mit ovXo-g ,kraus'
(Seite 213) auf dem selben Grunde ruht, womach es weiterhin zum Bei-
spiel auch mit nhd. Wulst zusammenhängen würde.
oiXiq ,geheilte Wunde, Narbe'.
Od. 19, 393 — 23, 74: avvlxa d' fyvw ovX'^v n^v no%i iiiv avg ijXaae
Xevx(^ SdovTi, Od. 19, 507: ovX^v dh xard ßQaxieaai xdXvjpev. Eur.EL
573: nolov xa^cxxT^ß* elaidiiv, (p nelaofiai; — ovXfjv nag dq>Qvvj rjv
TtOT* . . . Jifidxd^ Tteawv, Xen. mem. 3, 4, 1 : aixa dh %dg ovXdg %wv rgav-
fidtiav dnoyvfivovf^evog kTtedelxvvev. Plat Gorg. 524, 0: iiaaxiylag av
€t %ig Yjv xal ixvri elxe %wv TtXrjywv ovXdg iv T(ß owfiati i] vno fiactl-
ywv i] aXXcJV TQavf^drwv ^wv.
Lat volnuS' ,Wunde'; Plaut. Trin. 943: volnus tibi tcam, qvoi swnt
dentis ferrei. Ter. Eun. 779 : qm abstergerem volnera?
Griechische Etymologie. 217
Altind. vrand'S oder seltener vranä-m , Wunde* (Mbh., Bagh.).
Wird aus altem *ßo3ivi] hervorgegangen sein, wie ganz ähnlich wahr-
scheinlich eikrj, alt ßelkri ,Schaar* (Seite 115) aus altem *ßikvri und wohl
auch ßovki] jWille*, ^th, Bathschluss' (IL 1, 5; 8, 370; 1, 258; 2, 143) aus
altem ^ßokyij. So würde sichs also im Grunde um ein suffixales vrj
handeln, wie es unter anderem schon in äxvrj ,Spreu^, ,Schaum' (1,
Seite 151) und Syxvri ,Bime^, ^Birnbaum' (1, Seite 549) entgegentrat
06X7] (nur in der Mehrzahl gebraucht) ^Gerstenkörner*, die beim Opfer ge-
braucht wurden; attisch okij (1, Seite 590).
Od. 3, 441: x^Q^^ß^ ••• fi^vi^ev ix d'aXafiOio q>iQwv, kxiqri d' ^€y
ovXag Iv xavifp (Vers 445 heisst es dann: NioTWQ x^Q^^ßo ^* ovXoxvTag
re xan^Qx^To). Hdt. 1, 132: IHgaai ... ov anovdfj XQ^ovrat, oirxl avXt^^
ov aräfÄ^aai, ovxi ovkfjai. Hdt 1, 160: XLwv ovdelg ix tov *A%aQviog
xoirov ovTB ovlag XQiS'iwv nqoxvoiv ircoiieto ^emv ovdevL — Dazu:
ovXo'X^''^V (n^ 11^ der Mehrzahl gebraucht), beim Opfer ,ausge8treute
Gerstenkörner'; B. 1, 449: %€^y/i/;ayTo d^ Mneira xal ovkoxyi^ag ävilovTo.
n. 1, 458 s» 2,421: avTag inel ^' ev^avro xal ovkoxvTag ngoßdlovro.
Od. 3, 445 : NiarcjQ x^Q^^ß^ ^' ovXoxvtag re xaxriqx^o. Od. 4, 761 : iv
6^ B^€%^ ovkoxvtag xaviq).
Das Nebeneinanderliegen der Formen oikt] und oilif macht durchaus
wahrscheinlich, dass ein altes, wohl noch homerisches *6iJi^ die gemein-
same Grundlage bildete, in dem sich das selbe suffixale fq ablöst, das
zum Beispiel auch in dem mit Sicherheit zu vermuthenden alten degJ^
,Hals' (II. 3, 371 ; 11, 26; 12, 204; in den Ausgaben öei^i]) — altind. grfva-
jHals, Nacken* (KV. 4, 40, 4; 6, 48, 17; 10, 163, 2) enthalten ist Möglicher
Weise ist die zu Grunde liegende Verbalfonn dieselbe wie in okvQay eine
Getraideart (1, Seite 593), und auch in akieiv ,mahlen' (1, Seite 295). —
Das zusammengesetzte oiko-x^rrj {ovXoxvrai), das gewöhnlich sehr un-
kritisch einem regellos zur Zusammensetzung verbundenen ovlal xw^t
gleich geachtet wird, kann ursprünglich ebenso wie zum Beispiel axiio-
-^eto-v ,Ambossstock, Ambossklotz* (1, Seite 52) nicht wohl etwas anderes
sein, als eine bezügliche Zusammensetzung, die etwa als Zusatz zu ^valrj
,Opfer* (das allerdings erst im homerischen Hymnus auf Demeter 312
und 368 auftaucht) gedacht ,Gerstenkömer als gestreutes* (II. 23, 256 und
Od. 3, 258: x^'^V^ ^^^ yalav %x^vav) habend oder enthaltend*, ,wobei
Gerstenkörner gestreut werden* und erst später auch selbstständig ge-
braucht wurde.
K.
%if siehe xiv.
xi-Biv (Od. 7, 342: ogao xiwv\ Nebenform zu xeL-etv ,sich niederlegen,
ruhen' (siehe später).
Nur Od. 7, 342: oqoo xiuvj w ^elve* TieTcoLr^xaL öi toi cvviJ.
Ging offenbar mit demselben inneren Lautverlust aus älterem xeUiv
218 Griechische Etymologie.
hervor, wie zum Beispiel ßio^ai ,ich werde leben^ (IL 15, 194; daneben
ßhi II. 16, 852; 24, 131) aus älterem ßeloiAoi (11.22, 431) und andere
Formen ähnlich.
xedgecv ,8palten^
IL 16, 347: öoqv . • • xiaaae d' Sq^ oavia levxd, II. 20, 387: tov de
... ßak* ^yx^^ ^^S Li^eAle^g fiiaativ xax xeq>ai,TJv' rj d* Sväixa naaa
xedadri. Od. 14, 418: neaae ^vla mqXit xahufi. Od. 5, 132 >» 7, 250:
vfiFa d^oFrjv aQyrjri Kegcnjvfp Zeig kldaag hciaaae. — Dazu: ev-xiaro-g
Reicht gespalten', d. L ,leicht zu spalten'; Od. 5, 60: odfxfi xidgov t* since-
aroio, — xiagvO'V ,Axf ; Hesych führt auf: xiaQva' aidtjQa T&trovixa,
tj onvTivay rj d^lvfjv*
Aus *x€6dj€iv hervorgegangen und der Bildung nach zu vergleichen mit
hd^ea^ai ,ausbiegen' (IL 20, 420; 24, 96; hda^rj IL 15, 520; Od. 4, 838),
dKovd^etv ,hören' (Hom. hymn. Herrn. 423), Ttelo^eiv ,nähem' (IL 5, 766;
ftikaaae H. 2j 744; 13, 1 ; Tceldadnti IL 5, 282) und andern ähnlichen Verben.
Zwischen e und a lässt sich der Ausfall eines alten Zischlautes muth-
maassen, was eine alte verbale Grundlage *xe^- ergeben würde. Daran
aber schliessen sich wahrscheinlich noch xbLwv ,spaltend' (Od« 14, 425,
wohl aus *xiaj(ov, wie zum Beispiel relelei ,er vollendet Od. 6, 234 >» 23;
161, aus *T€liaj€i), lat castrdre ,beschneiden, verschneiden, entmannen'
(Plaut Mera 272 : profectö ego illum hircum casträri volo) , und altslav.
O'Sositi ,abhauen' nebst socha ,Enittel' (Fick 1 \ 424) ; im Altindischen aber tritt
die entsprechende Form entgegen als gas ,zerschneiden, zerschlagen, nieder-
metzeln' (Bhatt. : gagäsa ca bahüh javdMn ,niedermetzelte er viele Krieger^ ;
KV. 1, 162, 18 : vdnkris dgvasu'a svddhitis sdm aiti . . . pdms-^arus . . v{ gasta
,die Bippen des Pferdes trifft die Axt; jedes (jelenk zerschneidef. Dazu:
(dstra-m ,Messer, Schwert, Mordwaffe' Mbh. und gäsd^ ,Schlachtme6ser'
Qat Br.). — Die Suffixform von xiagvo-v wie in axirtagvo-v jAxt (Od.
5, 237; 9, 39 t).
xiavcjvo'g^ Benennung einer besondem Art der axavd^a (1, Seite 31).
Theophr. Pflanz. 4, 10, 6: ax^dov de nagauXrioLiag (d. L ähnlich wie %6
xvTteiQov) qwerai tj äyQoiOTig Ix rdv yovaxmv' al ydg ^l^ai yovarfodeig,
1$ kxaaxov d^ aq>l7jaiv avio ßXaaxov xal xaxoid'ev ^Itßv, wacnivtog de
xai ^ axav&a xcavtavog^ dXX^ oi xakafitSdrig ovdk yovavcidrig 17 ^l^a
Dunkler Herkunft Die Suffixform vergleicht sich wohl mit der von
oltovo-g ,gros8er Baubvogel, Weissagevogel' (Seite 125).
xiaQ' ,Brusf (?), fast nur als Sitz geistigen Lebens gebraucht; bei Homer
(gegen 100 mal, wie IL 1, 44; 491 ; 2, 851; 3, 32; 4, 46; 53; 272; 326) und
Hesiod (Schild 435) nur in der Form x^g,
n. 16, 481 : MßaX' evd"^ aga re (pgeveg egxatai dfig>' adivov xijg. Od.
19, 516: nvxival di fioi dfiq>* ddivov xijg o^elai fjieledwveg odvgofiivrjy
igi&ovaiv. IL 14, 139: IdxtXXriFog oXoFöv x'^g yrj&el ivl avri&eaau Od.
7, 309: ov fioi toiovtov ivl axrid'eaai q>lXoy xrjg fiaxpiditag xexoJLdSc&ai,
Griechische Etymologie. 219
IL2|851: Ilaq>Xoy6vwv d' ijyeiro üvkaifiiviog kaaiov tctjq, 11.16,554:
lAxaifovg wQae MevoiTiddio TIonqoxXiFeog laaiov näJQ. IL 15, 10: 6 d*
aQyaUip ^et* aa&fiari ktjq umviaatav GbewasstlosO« IL 9, 117: dyi}^
ov TS Zeig niJQi g>ii,ijar]. H. 11, 274 *»> 400: fjx^sro yaQ tc^q» IL 5, 399:
ccvrag 6 ß^ nqog dwiia Jißog . • . x^^ axitav^ Sdvvjjai, TCBnaQfiivog» H.
10, 16: iiiya d* Uareve xvdakifiov x^q. IL 12, 45: tov d* ov notexuöd'
Xifiov xiJQ Tagßiei ovdi (poßslxau IL 1, 44: x(o6^Bvog x^g. IL 4, 46:
vawv fioi TceQi xiJQi tUamero FlXiog Igr. H. 21, 136: Ttovapiog di ^oAcJ-
octto xfjQod'i fiakXoy. — Find. Pyth. 10, 22: ^edg alel dnrq^mv xiaq.
Find. IsdL4, 20: t6 d^ ifiov ovx areg Alaxidäv xiaq vfivtov yevsvai.
Aeech. Prom. 165: ovdi hj^ei, tzqIv av ij xoqiojj xiaq. Aesch. Ch. 411:
TtijcaXxai d^ avxi fioi q>lkov xiag vovde xXvovaav olxtov.
Dunkeln Ursprungs. Die Annahme naher Zugehörigkeit zu xagdlt]
,Herz' (IL 2, 452 — 11, 12 »» 14, 152) ist ohne Boden. Nächstvergleichbare
Bildung scheint ^ag, alt ßiag (aus *ßiaag) ,Frühling' (1, Seite 330), dessen
ursprünglich durch Zischlaut getrennte Vocale aber bei Homer uncontra-
hirt bleiben.
xd- ,&ragender und dann auch unbestimmter Pronominalstamm, wie in xo-
vego'V ,welches von beiden' (Hdt 1, 88; 91; 126), xori ,irgend einmal'
(Hdt 1, 73; 94; 2, 11), x6ao-g ,wie gross' (Hdt 1, 153; 7, 234), xolo-g
,wie beschaffen' (Hdt 3, 34; 4, 155; 6, 1), xov ,wo' (Hdt 2, 11), xäg ,wie'
(Hdt 2, 22), xfi ,auf welche Weise' (Hdt 1, 32 ; 8, 67). Dialektische Neben-
form za no' (siehe später).
%oä%f ahmt bei Aristophanes (Frösche 209 =» 210 »» 221 -« 225: ßgexex&d^
xodS xod^ das Quaken der Frösche nach.
xoaXBiAO'q ,DummkopF.
Ar. Bitter 198 : dlk' onoxav pidgipri ßvgaalerog dyx^XoxTijXfjg yaiAqnjX^ai
dgdxoma xodXefiov alfÄarorciiTrjv, 221: dkkd a%eq>avov^ xal OTcivde %^
Koalif4(p (als Dämon gedacht). Athen« 5, 220, B : Aiaxlvrig 6 2wxgcerix6g
. . . . iv dk rfj l/ioTtaalif 'InTtovixoy fikv lov Kakllov xodkcfiov ngoaayo-
gevei. PlutEim. 4, 5: t(^ ttaTtruf Klfutavog ngoaeoixxag r^v q>vaiv, ov
öl* evri&eidv {paaiv xodkefiov ngoaayogev&ijvai.
Dunkler Herkunft Der Suffixform nach wurde schon laXe^o-g ,Elage-
lied' (Seite 8) verglichen. Ob x6aXo-g ,fremd' (Hesych: xoaXor ßogßagoi)
als zugehörig gelten darf?
xoieiv, alt wahrscheinlich xoFieiv ,beachten, merken'.
Ein selteneres Wort Epicharm (bei Athen. 6, 236, B) : xal %d fikv ngcSf '
ov xocS, ag xd (i^ axgarog olvog afiq)i7tf] qtgivag. Eallim. Bruchst 53:
ij d' hcorjaeVf rovvexev Alyiog eaxev, — Dazu: d-voo-xoog, alt wahr-
scheinlich &voa'x6ßo-g ,deT das Opfer {dvog- IL 9, 499; Od. 15, 261)
beachtet, Priester'; IL 24, 221: el idhv ydg xlg (i dlkog imx^ovliav ixi'
levevy rj ot fidvrieg elai dvoaxofoi rj legrjßeg, xffBvdog xer q)alfi€v. Od.
21,145: uieioidrig , , ^ o ag>i dvoaxoßog Maxe, — nvg-xoo^g ,der auf
das Opferfeuer (zu vergleichen IL 9, 220: o d^ Iv nvgi ßdkke dvrikdg)
220 Griechische Etymologie.
Acht giebt'; Hesych führt auf: ttvqxooi' vrtb JekqxSv le^eig di^ kfint-
gwv ptavtevofXBvoL,
Lat cavere ^beachten, sich vorsehen, sich sichern, sich hüten^; Enn. trag.
373: cdedem caveo höc cum vestttü] Caes. b. civ. 1, 28, 4: milites. . . mo-
nitt . . . ut Valium caeeum fossäsqve caveant
Vielleicht gehört hieher auch der Schlusstheil von Eigennamen, wie
^Ircno-YjoFiayx' (,Pferde beachtend^? IL 10, 518), Jrmo-yLoFmvx- (E. 4, 499),
Jf]fi-x6fü}VT' (IL 5, 534), ^ao-ycotavT- (Ap. Rh. 1, 191; 192; Q. Sm. 12,
448), für den das alte innere ß durch Priscians (6, 69) Mittheilung, dass
er in alten Inschriften auf Dreifüssen in Constantinopel die Form AaFo-
-KoFiav gelesen habe, erwiesen zu werden scheint — Fick (1^, 187) ver-
gleicht in sehr ansprechender Weise altind. Jcavi- ,weise, sinnig' (RV. 1, 164,
16: Jcavis Jas putrds sä im a cikaita ,der Sohn, welcher weise, der hat
es erkannt^ und altostpers. para-Jcavi- ,vorauswissend*.
xof, ahmt bei Aristophanes (Achamer 780; 800; 801; 802; 803) das Quieken
der Schweine nach.
xdcx- (xor£), eine ägyptische Palmenart, aus deren Blättern Decken und
Körbe geflochten wurden; daraus geflochtener Korb.
Theophr. Pflanz. 1, 10, 5: %via de xal ifiaXa[i6q)vXka Tiox^aneg 6 q)oivi^
xal 6 xoX^ xal oaa Toiavra. — Pherekr. (bei PolL 10, 179): Tcag d* av^Q
%aa%%e revxog ?/ xolx' ij xwgvxovg, Antiphan. (bei Poll. 10, 179): ayyelov
aX(pLT:riQLOv x6'£^. Hesych fährt auf: xo'ixeg' kv Ald'ioniq (potvixutv eldog.
xal rä ncTtXeyfiiva ix twv (pvkkwv %ov divdgov axevrj, q>oQfioL
Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs. Dem Suffix nach würde sich
sonst aXix- ,Speltgraupen' (1, Seite 303) und ähnliches vergleichen lassen.
nöiXo-q oder wahrscheinlich TtößiXo-q ,hohl'; später mit Vocalzusammen-
ziehung xolXo-g (so bei Homer nur Od. 22, 385; Pind. OL 6, 10; 9, 34;
Isthm. 3, 11 ; Aesch. Sieben 496; 1035; Eum. 23).
Bei Homer gegen 60 mal, meistens von Schiffen gebraucht, wie H. 1, 26:
juij a«, y^Qov, xoflkrjaiv kyu naqa vrjval xixt^w. Od. 2, 424 = 15, 289:
larov d' eihxtivov xoßllrjg Mvtoa&e fieaodfitjg arrjaav dßelgavreg. Od. 4,
277: rgig dk TtegLaxet^ag xoßilov Xoxov afjLq>aq>6u}aa. IL 21, 496: nÜMiaj
iq ^a &^ vn^ igrjxog xoßlkrjv uaimaTO nirgrjv. Od. 12, 93: 2xvXXtj . . .
fiiaarj [xiv %e xaxa OTciFeog xoßlXoio öidvxev, IL 23, 419: arelvog odov
xoßlXfjg ßlÖ€v,
Lat cavO'S ,hohl'; Enn. ann. 420: tum cava sub montei UU specus intus
patebat ; Verg. 6. 2, 1 86 : campuSy qvälem saepe cavä montis convaUe so-
lemus dispicere. — Dazu : caula ^Höhlung, Oeffnung* ; Lucr. 3, 255 : ut...
animäi diffugiant partes per cauläs corporis omnis] 6, 492 : per caulds
aetheris omnis exitus,
6oth. *hula- ,hohl' (zu entnehmen aus us-huUn ,aushöhlen' ; Matth. 27,
60: hlaiva, thatei ushuloda ana staina)] nhd. hohl.
Die Form x6lXo-g ist von Grammatikern (bei Ahrensl, 106) als äolisch
tiberliefert Das innere / wird durch weiter verwandte Formen wahr-
Griechische Etymologie. 221
scbeinlich gemacht Vergleichbare Bildungen sind Ttoixllo-g ,bant^ (II. 5,
735 — 8, 386; 10, 30), oeylko-g , jähzornig^ (Menand. Bruchst 532, 12, bei
Kock 3, 156; Xen. Reitk. 9, 7) und auch TgoxHio-g ,Zaunkönig'(?) (Hdt 2,
63; Ar. Ach. 876; Friede 1004; Vögel 79), die aber in der Betonung ab-
weichen. Ein einfacher gebildetes noo-gy alt wahrscheinlich xoßo-g ,Erd-
spalt, Vertiefung^ ist von Hesychios {ytooi' ra %aafjLaxa rrjg yqg xai va
xoihifÄara) aufbewahrt Zu Grunde liegende Verbalform ist altind. gvi- :
gväjati ,er schwillt an' (Qat Br.) mit der Nebenform gü- ,zunehmen, er-
starken' (BV. 7, 50, 1 : huläjdjat vi-gvojat mä' nas a gan ,das sich ein-
nistende Anschwellende möge nicht zu uns kommen'; BV. 7, 74, 6: svdina
gdvasä gügu/vus ndras ,durch ihre eigne Kraft sind die Männer erstarkt^,
an die sich unter anderem auch anschliessen altind. güha-m ,Leere, Mangel'
(RV. 2, 27, 17: mä'.^.a vidam Qünam äpdis ,nicht möge ich erleiden
Mangel des Freundes') und idvas- ,Eraff (RV. 1, 8, 5; 1, 37, 9; 1, 39, 10).
xijcSePT-, alt xrjdißevT- (xtjßaißevt-?) ,mit Wohlgeruch versehen' (?). ,
11.3,382: xad d' ela' iv »alafiqf ivwdel xrjtißevri. 11.6,288: ovrij
i* ig •9'akafiov xareßriaeTO xtjtifevra. IL 24, 191 =» Od. 15,99: avTog d*
ig ^aXafAov xareß'qaeTo xrjtißerva xiÖQivov v\p6qo(pov. Antipatr. Sidon.
(in Anth. 7, 218, 9): r^g Ihi xijvievTi ftvgip ro didßgoxov oaxevv, xal Xina-
Qoi &v6biv aa&fjia rtviovai xof^ai. Dion. Perieg. 936: Ldgaßtr] . . . aUi
xfjfjSeaaa ^oig vno Xaqov odcjöev rj ^ov ij afivgvtjg evwdeog.
Dunkeln Ursprungs. Der Bildung nach vergleichen sich zunächst die
homerischen evQCußevr- ,mit Moder {eigtir-) versehen^ moderig, dumpfig*
(Seite 199) und xi^cD/evr- ,8chluchtenreich' (?, nur IL 2, 581 und Od. 4, 1,
an welchen beiden Stellen Nauck xauraeaaav giebt) und das nachhome-
rische nrjiAoßevT- ,kothig' (Opp. Fischf. 4, 520 ; zu TCtjko'g ,Lehm , Eoth'
Aesch. Ag. 495 ; Gh. 697). Unmittelbar dazu gehört wohl das folgende Wort
xri^öeq-y alt vielleicht xrjßwdeg" ,duftig'(?).
H. 6, 482: f] d^ aga (äiv (d. L nald^ iFov) xrjcidet di^avo xoijtip. Dionys.
Perieg. 941 : vtp (d. L dioviatii) xai yeivofiivtfj xrjijidea g>v€TO navra.
Schliesst sich in seinem ersten Theil wohl an das vorausgehende Wort, sein
Schlusstheil aber ist vermuthlich der selbe wie in ^iHdeg- ,wohlriechend'
(Od- 4, 121; 5, 264; 21, 52) und ivdöeg- ,schön duftend' (IL 3, 382; Od. 2,
339; 5, 64) und gehört zu Sd- ,riechen, Geruch verbreiten' (1, Seite 519).
x^vx- (xijvj-) ,Eisvogel'.
Opp. Ixeut 7: rcJy alxvovuiv ovx av eXjtoi zig eig qxavriv ogveig ^dlavg
. . . xai rag (^däg di ei xaraTtaveiv fieXkoiev^ M^^i ^V^^> avvexwg iftei-
Ttovaai aiydSat' x:i]vxog di qxov^g ^lyr' iywj pirir aXlog rig dxovaai. Plin.
32, 86 : ßt in mari alcyoneum appeUatwm^ i nidts ut aliqvi existimant
(ücyoniJi/m et ce^cvm.
Wurde wohl nach den von ihm hervorgebrachten Tönen genannt Fick
(2, 537) vergleicht lit Tcova-s ,Dohle', und weiter noch ahd. Mwo ,Eule',
altslav. huJaH ,murren' und altind. Tcü- : Tcuvdti ,er erhebt ein Geschrei'
(Bhatt), auch Tcauü oder kdvatai (Gramm.).
222 Griechische Etymologie.
xcoag- fettiges Fell'.
IL 9, 661 : at d' iTciTceiS^oiÄevaL OfoQBaav kixoq . . • xcJea %b ^yog re
klvoio %B keTtvov atmov. Od. 3, 38 : idgvaev noQa daitl laieciv iv fiaXa-
xoZaiv. Od. 16, 47: x^^ ^^^ X^^Q^S ^(S^ag xal xwag vfteg^ep' fy^a
xa&i^er^ ^TteiTa, Od. 20, 3: xa/u fikv aditpifcov ßoFitiv a%6qBa\ ovraQ
VTteqd'Bv xüiea nolX oFliov.
Wohl alt Küßßag-y dfinn würde Zasammenhang möglich sein mit nnserm
Hauty althochd. hüt und auch lat cutis ^Haut^ (Plaut Bacch. 242 : tondeio
auro usqve ad vüvam cutem\ in denen die Dentale suffixal sind, die Be-
deutung des Bedeckens den Ausgangspunkt bilden können. Das Sufßx
wie in oidag" ,Erdboden, Fussboden' (Seite 206).
xa^o-q ^Höhle, Gefängniss'.
Strabo8;5, 7: ol and tcÜv aeiofidiv ^ixtxi^ol xaierol Xiyovtai' xal 6
xaiitag ro deofiam^Qiov ivrevd'ev t6 naqa ^axeöaiftovlotg^ ajnjJiaiov %i*
'dvioi dk xciovg fiaXXov ra roiavra xothofiaTa Uyea-d'al g>aaiv, dq>^ ov
xal ro „q)rjQalv oQeaxipoiaiv". Hesych führt auf: xcSg' vrjaog' xal digfiOy
Ob etwa naher Zusammenhang besteht mit lat cavo-s ^hohl' (Verg. Aen.
2, 53: insonicere cavae gemitumqve dedere cavemae; Plaut Men. 159: cow-
cede audacter (ü> leöninö cavö) und dann also auch xallo-g^ alt x6Filo-g
yhohl' (Seite 220){? — Das von Strabo a. a. 0. angeschlossene oqbo-
'Xi^o-g yin den Bergen (11.5,52: ayqta Tvavra, ra %b vQiq)ei ovqboiv
vXri) liegend, sich aufhaltend' (IL 1, 268: q)i]Qalv oQeaxtpoiai. Od. 9, 155:
alyag ÖQBOxi^ovg, Hom. hymn. Herrn. 42: OQeaxtpoio jjreAciii^g. hymn. Aphr.
258: vviiq>ai . . . ogeaxc^oi. hymn. 19, 43: oQeaxtpoio kaycjov) wird sich
in seinem Schlusstheil unmittelbar zu dem von säHla-fäßn" ,im Wasser
liegend' (Mbh.) und andern ähnlichen Zusammensetzungen stellen, also zu
xBlad-at, altind. ^ ,liegen' {xelaat. ,du liegsf H. 19, 319; 20,389, »> altind.
qdishai ,du liegst' RV. 8, 49, 15) gehören.
xi" ,gehen', begegnet in der alten Sprache nur in aoristischen Formen, wie
ixte ,er ging* (Od. 15, 147; häufiger ohne Augment x/c, wie IL 1, 348;
2, 565; 588; 3, 423), %xiov ,sie gingen' (H. 12, 138), xUv%- ,gehend' (IL
1, 35; 3, 447; 4, 251; 273; gebildet wie Uvz- ,gehend' II. 1, 27; 138; 179,
und niovx' ,trinkend' IL 22, 70; Soph. Bruchst 442, 1 ; Ar. Ach. 484; Ktter
354; 357; Plut 1133), neben denen in der nachhomerischen Sprache indess
auch vereinzelte Präsensformen auftreten, wie xUig (Aesch. Gh. 680) und der
Infinitiv xUlv (Plat Krat 426, C). — Daneben ist ein causatives xt-vvfii
,ich mache gehen, ich setze in Bewegung' noch zu entnehmen aus dem
medialen, nur in präsentischen Formen auftretenden' xt-vt;ai^at ,sich be-
wegen' (II. 4, 281 ; 332; 427; 10, 280; 14, 173; Od. 10, 556).
IL 1, 348: fj d* aßixova^ a/xa Toiat yvvij xlev. IL 1, 35: noXXa d* MneiT^
anavev&e xtutv i^gä^' 6 yeqaiog. IL 10, 148: o dh xlialrivde xiwv noXv-
fxrjTig ^Odvaaevg noixlXov dfitp* ä/^oiai aaxog d'iro, IL 11, 284: ^xfcii^
d* wg ivorja^ lAya^iiivova v6aq>t xiowa. — IL 4, 281: drjßiov ig TtroXe-
'
Griechische Etymologie. 223
fiov TtvKivai xlvovro g)akayy£g, II. 14, 173: tov (d. L ilaLFov) xal ycivv-
fiivoio . . . ovQovov ix€r' avTfii^,
Lat eiere und mehrfach auch dre ^ Bewegung setzen^; Plaut Poen.
908 : qvfn prius dispertbit faxoy qvam ünam ccUcem ctverit Plaut Bacch.
415: qvid hoc negbttstj Fistoelerum Lpdtts qvod erum tarn eiet? Lucr. 1,
212 -» 5, 211 : ßcundäs vertentes vömere glebäs terrätqve solitm subigevUes
cimus ad ortüs. — Dazu: dto-s ^n Bewegung gesetzt, schnell'; Plaut Mil.
522: eitd transcurre curriculd ad nös.
Mit xtwa&ai stimmt seiner Bildung nach ganz überein Tivvad'ai ,8ich
bezahlen lassen, strafen' (IL 3, 279; 19, 260; Od. 13, 214).
xi-S ,Komwurm, Holzwurm'.
Pind. Brachst 222: /Jiog nalg 6 XQvaog' xslvov oi atjg ovdk xlg ödftrei.
Theophr. c. pl. 4, 15, 4: arirtoftevov di ^Kaarov Xdiov yevv^ ht, 'fffg olnelag
vygoTfjTog olov ol fikv tcvqoI aal al Kgid-al roifg xlag. — Dazu: a-xio-g
,ohue Würmer, dem Wurmfrass nicht ausgesetzt*; nur Hes. Werk. 435:
daqyyrjg (J'ij TtreXhjg ttxiwTarot lazoßoijfeg.
Wurde in seiner Einsilbigkeit schon verglichen mit t-^, homerisch Fi-g
* ,Eraff (Seite 3). An Zusammenhang mit altind. Jcshi ,yergehen', causativ
»vernichten* (RV. 1, 62, 12: räj'as . . ,nd Tcshijantai ,die Reichihümer ver-
gehen nicht'; KV. 6, 75, 7 : dgväs . . . JcshivAnti Qdtrünr ,die Bosse vernichten
die Feinde*) wird man schwerlich denken dürfen, da ihm griechisches
(p^l'O^at ,zu Grande gehen, verschwinden' (IL 9, 246; 13, 667) entspricht
Mit altind. Mtds ,Wurm, Insect' (Mbh.) wird kaum ein Zusammenhang
bestehen.
xior- (xtwv) ,Säule'.
In der Odyssee 12 mal Od. 8, 66 — 473: T(p (d. i. dem Sänger) d' aga
Ilonovoog &ijx€v &q6vov dgyvQo^rjkov ^iaaq) daitvfxovwv, nqog xlova
ficnfLQov igelaag. Od. 1, 53: "^vlavTog . . ,og t€ .. . ^ei di ve nlova av-
rog naxQag, at yaiav %e %ai ovqavov dixq)\g ^ovaiv.
Armen, siim ,Säule' (Hübschm. Arm. St 49, wo eine Grundlage *8ivan
oder *8Svan angenommen wird).
Dunkeln Ursprungs. Ob etwa alt xlßov", wie nlßov- ,Fett' (IL 1, 40;
2, 403; TtiFova fiijka IL 12, 319) — altind. pfvan- (RV. 10, 27, 17: p(-
vänam maishäm ,einen fetten Widder')? Das äusserlich ähnliche nglov-
,Säge' (Soph. Trach. 699 ; Brachst 729) ging aus *nQlaov- hervor, wovon
weiterhin noch die Bede sein wird.
%al ,und, auch'.
n. 1, 7: diaan^Ttjv iglaarre IdtQeßldrjg tb ßdva^ ävägdiv xal diog ^Axik-
levg. IL 1, 9: Atftovg xal Jifog vlog, IL 1, 17: l/irgeßlöat ve xal alXot
hxn^^ideg ^^xailoL IL 1, 79: ^^gyetwv Tcgariei xal Fol TteL&orfaL^Axai-
FoL H. 1, 92: xal %6%b ärj •d'dgarjae xal rjvdae ^dvrig a^vfiwv. — II. 1,
29: nglv fiiv xal yijgag ^Tceiaiv, IL 1, 63: (ndvviv igelofiev rj leg^Fa rj
xal ovBigonoXov, xal ydg x' ovag ix JiJog eaviv, II. 1, 81 und 82: ei
224 Griechische Etymologie.
n€Q yoQ TB jifl'kov ye xal avrfjfiaQ Kcatanixl/rj, akka re xal (lexorcia^ev
Hxet xoTOV. IL ly 116: dlla xai dg id-ilcj dofuvat naXiv.
Etymologisch noch nicht aufgeklärt Auch das Herbeiziehen des kypri-
schen xag ,und' (Hoffmann Gr. Dialt S. 69, 16 mal) hat die Erklärung
wenig gefördert, da doch weder xal aus nag noch xag aus xal hervor-
gegangen sein kann. Fick 1^, 375 setzt als erste Bedeutung ,wie' an und
vergleicht lit kai ,wie^ und altslav. cS ,und dies, und zwar, obgleich',
sieht den Fragestamm x6- (Seite 219) als Grundlage an. Könnte nicht
die erste Bedeutung ,worin', dann ,wozu' sein? Nächstvergleichbare
Formen scheinen die einsilbigen al ,wenn', ,ob*, ,wenn doch' (Seite 71)
und die neben diesem bereits aufgeführten val ,wahrlich' und dal ,denn'
in Fragen.
^al-eiv ,brennen, verbrennen' (II. 1, 52; 9, 77; 14, 397) siehe weiterhin unter
xarg-.
xaiirä'q (daneben: xalaxa^ Mehrzahl) ,ErdspaIt, Schlund'; lakonisches Wort
Strabo 5, 3, 6: xal tov /aeza^v dk xokjtov exelvot Kaiaxav dvofiaaav*
rä yaQ xolXa navra xaiizag ol uiaxiaveg TVQoaayogevovaiv. Strabo 8, 5,
7: T^v dh xaiezdeaaav (nämlich als Beiwort zu ^axedalfiova II. 2, 58t
und Od. 4, 1) ol (ihv xalaf^iv&aidrj (,reich an Minze', xaXdfiivd'og Nik.
ther. 60) dixovraij ol di Sri ol arco twv aeicficiv ^toxfioi *xai€%ol Xiyov-
rat' xal 6 xatitag %6 dsa^wTfJQiov ivrevd-ev to naqa ^axedaifiovloig,
anrjXaiov Ti . • . ^aeiatog (,Erdbeben sehr ausgesetzt^) d' i} ^axtüvixij.
Hesych führt auf: xalata' OQvyfiara. i; va vno aeiafidSv xataQgayivra
XWQla. — Dazu: xaieToßevT- ,reich an Erdspalten; 11.2, 581: o2 d'
elxov xoßlhjv ulaxedalfiova xaiezafeaaav (nach der Lesung Zenodots;
gewöhnliche Lesart: xrirüieaaav). Od. 4, 1 : ot d' l^ov xoßlkrjv ^axedal-
fiova xaierafeaaav (wie eben). — Kaiadä^g (oder auch Kec dä-g),
Name eines Erdschlundes in Sparta; Thuk. 1, 134: xal avrov kfiilkrjoav
fihv ig Tov Kaiadav ovtccq zovg xaxovgyovg kixßaXXeiv, Paus. 4, 18, 4:
l/dQiatofiivei q)aolv ifißlrj&ivri ig tov Keadav oQvi&a rov derov VTCOTti-
tea&ai xal avix^iv ralg migv^iv,
Fick 1^, 375 nimmt üebereinstimmung mit altind. JcdivatorS ,Grube' (nur
RV. 6, 54, 7 : mahis . . . maTchn sdm gäri Jcäivatai ,keine [der Kühe] möge
zerschellen in der Grube') an, das aber selbst etymologisch ganz unverständ-
lich und insbesondere bezüglich seines t schwer zu beuriheilen ist Seiner
Bildung nach steht zum Vergleich wohl am Nächsten vaiirij-g ,Bewohner^ (in
TtBQt'vaiivri'g ,Nachbar' IL 24, 488 ; Ap. Rh. 4^ 470. Daneben mit Einbuse
des innem t : vaitäg Simonid. Bruchst 57), das von vaUtv ,wohnen' (IL 2,
130; 758; 5, 543) ausging. Dieses aber beruht auf einem älteren *vaajetv^
wie noch durch aoristische Formen {vaoaa ,ich liess bewohnen, gab zu
bewohnen, Od. 4, 174; vaod^ ,er siedelte sich an' IL 14, 119) erwiesen
wird. So liesse sich denken, dass etwa auch xaiitag und die zu ihm ge-
hörigen Formen auf eine Verbalform mit auslautenden Zischlaut zurück-
führten und in nahem Zusammenhang ständen mit xeat^eiv (aus ^xeaa-)
Griechische Etjrmologie. 225
^palten^ (Seite 218). — Die Lesart xrixweaaav (IL 2, 581; Od. 4, 1) lässt
sich wegen ihres innem w von vorn herein verdächtigen, wenn man die
ähnlichen Bildungen bei Homer vergleicht: evguKFevT- ^moderig, dumpfig^
(IL 20, 65; Od. 10, 512; 23, 322; 24, 10) fahrt anf *evQW' — evQfir' ,Moder'
Schimmel, Schmntz^ (Seite 199) zurück; wtwFevT- ,mit Ohren, d. L Hen-
keln versehen' (IL 23, 264; 513) muss vielmehr ovatoßsvt- lauten, da es
von oia%' ,Ohr* (Seite 202) ausging; xija/eyr- (IL 3, 382; 6, 288; 24, 191
»« Od. 1 5, 99) ist dunkeL
x€? ydort'.
Wird aus Archilochos (Bruchst. 170 bei Bergk) angeführt^ scheint aber
sonst nirgends zu begegnen. — Dazu : xel^i ,dortS- IL 3, 402: iXtlg roi
xal xBld'i q>lXog ^eodmay ay&QWTCtov. IL 12, 358: raxa nel^i rev^vSevat
alftig oXe&Qog, IL 22, 390: avtaQ iyd xal xbZ&i (d. L eiv ^AFLdao) q>lkov
fiefivr^aofi halfov. — xel&ev ,von dortf; IL 21, 42: lul^ev dk ^elvog fiir
ikvaoTO. Od. 1, 285: nQuira fihv ig Tlvkov iX&i . . . lul&ev dk 2n:aQttjvde.
D. 15, 234: ^lbI&bv 3' av%bg lyw tpQaaofiai ßiQyov re Finog te. — yLBlas
,dorthin'; IL 3, 410: xbIob d' iywv ov% elfii. IL 11, 528: xe^a' tftnovg re
xai oQfi i&vvofiev. — xelvo-g jener* (siehe besonders).
Nächster Zusammenhang besteht offenbar mit htel jdortf (1, Seite 345),
wenn auch dabei das anlautende i- noch unverständlich bleibt, dessen
etwaiger Vergleich mit dem anlautenden i von ifii ,mich* (1 , Seite 427) doch
auf recht unsicherem Boden steht Die Bildung wird eine locaüvische
sein, wie schon unter hei vermuthet wurde. Fick 1^, 420 nimmt wegen
des entsprechenden äolischen X17 (Sapph. Bruchst 51, 1) eine gemeinsame
Grundlage ^xeje an, die aber nicht weiter erläutert wird, und nennt als
vermeintlich weiter zugehörige Formen das enklitische lat -ce (in his-ce
,diese* Plaut Mil. 486; 1334; Bud.294; — zu -c verkürzt in ht-e ,dieser,
Plaut Mil. 9; 35 und sonst oft), femer lat eis jdiesseit* (Liv. 5, 33; 35),
citrä ,diesseit' (Hör. sat 1, 1, 107; 2, 8, 47), goth. himma ,diesem* (Matth.
6, 11 ; 30; Luk. 1, 48; — hina ,diesen* Matth. 11, 23; 27, 8; — hita ,dieses*
Matth. 11, 12; Mk. 13, 19), lit szän ,hieher', szis ,dieser*, szitas ,dieser*, alt-
slav. 8t ydieser*. Dem gegenüber bleibt aber doch zu bedenken, dass
die aus den angeführten Wörtern zu entnehmende Pronominalgrundform
ü- offenbar nur ein nah hinweisendes ,dieses', nicht jenes^ bezeich-
net hat
xcT-od'oi ,liegen^ Tritt nur in präsentischen und daneben Futurlormen auf,
wie %eltaL (IL 3, 195; 4, 144; 487), xelvrai (Aesch. SchutzfL 342; Thuk.
2, 102; daneben xiavai H. 11, 659 -» 826 — 16, 24; 19, 203, zunächst aus
*x4jaTai; xelarai, 11.24,527; xelvro IL 21, 426), oonjunctivisch xieTai
(so zu lesen IL 19, 32 und Od. 2, 102 — 19, 147 statt xjjrat, das IL 24,
554 zu Anfang des Verses zunächst aus ^xi^erai, für xierai, hervorge-
gangen sein wird), xalaexat (H. 8, 537; 21, 318). Abweichende Präsens-
bildung zeigen xiovxai (IL 22, 510; Od. 11,341; 16, 232), xiBxai (Hdt 1,
178; 181; 4, 62; 81; 184), xirixai (Xen. Oek. 8, 19; Plat Soph. 257, O, xi-
Leo Meyer, Qrieohiflohe Etymologie. 11. 15
226 Griechische Etymologie.
oiTo (Hdt 1, 67; Plat Staat 5, 477, A). Daneben erscheint auffällig xia^eto
(Od. 14, 521; 21, 41), ohne inneres u
H. 2, 694: Tilg ^ 7^ *«^^' ox^^^^i ^«Z^f ^' avari^aea^ai MfAeklev. L. 18,
178: dlX^ ava, iirid^ hi xelao. IL 11, 659: ol yoQ agiaroi iv vrivaly xicnai
ßeßhjfiivoi ovxcLfjLBvol ts. IL 18, 20: xelrat. IlaTQOxlogf vhcvog dk dij afiq)i'-
f^dxorrau Od. 7, 244 : ^üyvylti zig v^aog avonqo^Bv eiv all xeirai, IL
11, 132: nokkd d' iv *AvTifidxov natQog xeijitjXia Tceirau — Dazu: xei-
fijjkio-v ,Eostbarkeit, Schatz^ (siehe besonders); — xolTtj ,Lager^; Od.
19, 341: fiolXag yag dfj vvxxag dFBixeXli^ ly\ xolTtj afeaa. — xoifxäad'ai
,sich schlafen legen' (siehe besonders).
Altind. fi- Riegen' {madhjama'Qi' - ,in der Mitte liegend' RV. 10, 97, 12):
gdishai ,du liegst' (RV. 8, 49, 15) — xetaai (IL 19, 319; 20, 389); RV. 1,
133, 1: jdtra hatäs amiträs väilasthdndm pari trdhä$ dgairan ,wo die
getodteten Feinde anf dem Schlachtfelde herum zerschmettert lagen' ; RV.
1, 32, 7: vfrtrds dgajat viastas ,Vrtras lag zerstückf ; RV. 2, 17, 6: prthivj^
. . . gajädhjdi (— » xieo^ai Hdt 4, 11; 9, 105) ,anf der Erde zu liegen'.
Altostpers. gi ,liegen': gditi oder medial gaete ,er liegt'.
xsi'Hv ,spalten'.
Nur Od. 14, 425: xotpe (,erschlug' den Eber) d^ avaaxof^evog axlCf] dgvog,
7]v Xine xelwv (? ,die er beim Spalten zurückliess'), also in einem keines-
wegs ganz deutlichen Zusammenhang.
Gehört wahrscheinlich zu xeaUiv ,spalten' (Seite 218) und wird aus
*xiojeiv hervorgegangen sein, ganz wie zum Beispiel rekelei ,er yollendef
(Od. 6, 234 » 23, 161) aus *T€kiaj€i (daneben der Aorist xeliaaat IL 14,
262; 18,362; 19,22) oder wie daleto ,er zertheilte' (Od. 15, 140) aus
^ddajero (daneben der Aorist daaaavTo ,sie vertheilten' (IL 1, 368; Od*
19, 423).
xel'Siv und vereinzelt x^-££y (siehe Seite 217) , sich niederlegen, ruhen', mit
Futurbedeutung.
Findet sich fast ausschliesslich bei Homer und zwar 16 mal. IL 14, 340:
y^' Xoiiev xelovreg. IL 1, 606 = Od. 3, 396 — 7, 229 = 13, 17: oi (Ahv
xax-xelovreg ißav ßoixovde ßixaorog. Od. 14, 532: ßfj d^ tfievai xeLwv
o^i. 7t€Q aveg agyiodovreg . . . evdov. Od. 19, 340: xelia d* dg to naqog
7t€Q avnvovg vvxvag lavov. Od. 18, 419: oq>Qa aneLaav%Bg xara-xelofiey
oXxad* iovreg. Od. 8, 315: ov fiiv aq>ag iV %FoX7ta fiivvv&d ye xeiiftev
ovTw. Od. 7, 188: vvv fiiv daiad^evoc xceva-xelere ßotxad' Iovreg.
Scheint sich eng an xel-a&ai ,liegen' (Seite 225) anzuschliessen, doch
bleibt dabei sehr auffällig, dass das letztere nur in medialer Flexion auf-
tritt und ein deutlich gebildetes Futur {xüaofiai IL 18, 121; Od. 22, 319;
xelaerac IL 8, 537; 21, 318) zur Seite hat Darf man daneben auch noch
xei-Biv für ein wirkliches Futur halten, so vergleichen sich am Nächsten
wohl Bildungen wie ßelofiat ,ich werde leben' (IL 22, 431), nlofiai ,ich
werde trinken' (Ttiofievo-g Od. 10, 160), da^idtf ,8ie wird überwältigen' (IL
22, 271), tekel ,er wird vollenden' (IL 4, 161), ßegiovot ,sie werden zerren'
'
Griechische Etymologie. 227
(11.11,454), denen bei ausgesprochener Futurbedentang doch auch ein
deutliches Kennzeichen des Futurs abgeht.
xoii ,Kugel, Ball^
Antimachos (im Etym. M. 770, 1 1, wo die Erklärung zugefügt wird, ar}'
fialvei xijv a<palqotv)i nolag ix xbiqwv elg axoTtelov fiSTagiTcrc^ovai.
Hesych führt auf: xolag' aq)alQag. ij Xl&ovg,
Dunklen Ursprungs. An vergleichbaren Bildungen sind etwa zu nennen
Tcolf] ,6ras, Krauf (IL 14, 347; Od. 9, 449; 18, 368), nolä ,Sommer' (Rhian.
bei Paus. 4, 17, 11; Antiphil. in Anth. 6, 252, 1), ^ola ,Pf erdeschwemme'
(Hesjch: Qola' xvXlavQa züv %7tniav Jtaga %i^ n:oTafi(^ xal \pafifA(p)j otrj
,Dorf (Seite 124). Andre sonst ähnliche wie nvoii^ ,Hauch, Wind' (II. 5,
526; 11, 622; 20, 439), xQoii^ ,Haut, Körper* (H. 14, 164; Theogn. 1017),
doü^ ,Zweifel' (II. 9, 230; Kall. Zeus 5), weichen in der Betonung ab.
x'ö-HV (,schwellen' <») ,schwanger sein'; ausser in präsentischen Formen nur
im Aorist {htvae Aesch. Bruchst 44, 4) und zwar hier in der causatiyen
Bedeutung ,schwängem, befruchten' gebraucht, dem gegenüber mehrfach
auftretende mediale Aoristformen (ntvaaf^ivr] Hom. hymn. 34, 4; Hes. th.
125; 405; v7to-%vaa^ivri II. 6, 26; 20, 225; Od. 11, 254; Hes. th. 308; 411;
Bruchst 36, 1; 70, 1 ; 93, 1) aber wieder die intransitive Bedeutung zeigen.
Hdt5,92, 2 (Orakelsprüche): Aaßda %vei^ ti^ei d* oJLooItqoxov und
aletog Iv TtiTQfjCi xvei, rä^ei, 6k Xiovra. Theogn. 39*» 1081: Kvgve,
xvei Ttokig ^de, didoixa dk firi xixji ovöga vßQiOTrjv. Eur. Bruchst 207 :
xvovaa tIktw tjvU* ^yo^riv naXiv. Eallias (bei Athen. 10, 454, A): xvoi
yoQj üi yvyalxeg. BionO, 17; eXagi, navra xvei. Aesch. Bruchst 44, 4 :
ofißgog d^ an* evvarrJQog ovqavov nsawv hivae (Nauck schreibt nach
Vermuthung: ^devae) yalav. Hes. th. 405: Oolßrj . . . xvaafiivr] drj (rceira
d^ea '&eov iv q>il6T7]Ti ^tjtw xvavonenkov iyelvato, IL 6, 25: Bov-
xollwv . . . filyf] q)iX6%ri%i xal evv^, ij d^ vno-xvaafiivri dtdvptaovB yeivaxo
Ttalde. — Dazu: Tivieiv ,sch wanger sein, schwanger werden'; 11.19,
117: Tq d' hcvu q>lXov viovj o d' ißöopLog iati^xei fislg. II. 23, 266: in-
nov . . . ßQig)og ruilovov xviovoav. Ar. Thesm. 641 : oxBQiqyii yag eifjii
xoix ixifjoa ntinoTS, Plat Gastm. 203, C: 17 ovv nevla . . . xaraxXlveral
re naq avrtp xal ixvtjae zdv^EQwra. — iy-xvo-g ,schwanger'; Hdt
1, 5 : cug iv T(p ^IdQyel ifilayeto zip vavxXtjQqj T'^g veog, inel ök ^fÄa&e
fyxvog iovaa. — xvag- ,Oeffnung' (siehe besonders); — xv^ar- ,Frucht
im Mutterleibe' (siehe besonders); — xvfiar- ,Woge' (siehe besonders);
— xolXo-g jhohl', alt wahrscheinlich xoFiXo-g ,hohl' (siehe Seite 220).
Lat in-cient- {in-dens) ,8chwanger'; Varro r. r. 2, 2, 8: fadendum qvo-
qve saepta sSereta ab alits, qvö indentSs sSclüdere possfs.
Eambr. cynu ,sich erheben, aufstehen', er-chynu ,erheben', cum ,Höhe'
(Windisch in Beitr. 8, 40).
Altslav. 8UJ ,leer, eitel'.
Altind. gvä- oder gü- ,anschwellen, zunehmen': gväjati ,er schwillt an'
(Cat Br.) ; KV. 7, 50, 1 : iuläjdjat vi-gvdjat md' nas a gan ,das sich ein-
15*
228 Griechische Etymologie.
nistende Anschwellende möge nicht zu uns kommen'; BV. 7, 74, 6: sväina
gdvasä gägviAms näras ,darch ihre eigne Kraft sind die Männer erstarkt'.
— Dazu: (ündr ^geschwollen, aufgedunsen' (Su^r.);' — fÄna-m ^Leere,
Mangel'; RV. 7, 1, 11: ma günai . . . ni saddma nrnäm ,nicht mögen wir
dasitzen im Mangel an Männern'; — sü-gigvi- ,schön wachsend, schon sich
bildend' (im Mutterleibe), EV. 1, 65, 4; — gigu-s ,Kind, Junges^ RV. 1, 186,
5; 7; 3, 1, 4.
Altostpers. gu- ,zunehmen, wachsen': gujamna ,wach8end'.
An ähnlichen kurzen Verben mit v bietet das Griechische sonst noch:
dveiv ,eingehen, untergehen' (IL 15, 345; 21, 232; Od. 5, 272), q)V€iv ,er-
zeugen, hervorbringen' (IL 6, 148; 149; Od. 7, 119), ^eiv ,opfem' (Od. 15,
260; Hom. hjmn. Ap. 491 — 509; Find. OL 13, 69), iveiv ,15sen' (IL 10,
498; 11, 620; 23, 62; Od. 2, 69), xXv€iv ,hören' (II. 7, 379 — 14, 133 — 3781;
Hes. Werke 726), ßfvsiv ,strotzen, sprossen' (IL 17, 56; Theokr. 22 , 43),
ßXvBiv ,überstr6men' (Ap. Bh. 4, 1236; Lykophr. 301). — Aus fy-xvo-g
,schwanger' («> ,die eine Leibesfrucht in sich hat') wird wohl ein *%vo-v
,Leibesfruchf (ein gleichbedeutendes ungeschlechtiges xuoc;- findet sich bei
Ar. Bruchst. 609 : ^ %lq tcvovo* €q>avrj xvog toaovrovl) entnommen werden
dürfen, wie fy-xC^uoy ^schwanger' (Pseudo-PhokyL 186; Xen. Jagd 7, 2) in
ganz ähnlicher Weise aus h ,in' (Seite 401) und xtifiar- ,Frucht im Mutter-
leibe' (Aesch. Gh. 128; Eum. 659) zusammengesetzt wurde. — In lat in-
'Cient' (aus Hn-cuient-?) wird neben dem Guttural der Ü-Vocal in der
nämlichen Weise erloschen sein, wie in can-i-s (aus *cuanr) neben tcvov-
,Hund' (siehe Seite 230).
x'öa'd'O'q ,Becher'; ,Schr5pfkopf'.
Xen. Kyr. 1, 3, 9: ol ä^ aga nSv ßaatXimv olvoxooi, iTteidav dtdwai t^v
q>iaXrjv dgvaaweg an avrijg %^ xva&ffi elg %rjv dQioxtQav XBlqa i/X€a-
lievoi xaTaQQog>ovai. Piaton (bei Athen. 10, 424|A): T(ß aroftavi %dv
xva-d'ov cJd' €ikr]q>6Teg, — Ar. Lys. 444: et t&qo v^ t^v 0(oaq>6Qov vqy
X^Iq' omQov Tovtjj TtQOOolaeigy Tcva&ov alnjaeig ra%a.
(gehört offenbar zum Vorausgehenden. Die Suffixform wie in afjLa&o-g
,Sand' (1, Seite 290).
7ei>ava^q (in einigen HUlen findet sich auch die Betonung xvav6-g\ be-
zeichnet ursprünglich wohl eine nicht genauer zu bestimmende ,dunkle
Farbe^ und ,dunkdfarbiges', später vielleicht bestimmter ,Blaues', dann ins-
besondere ein ,dunkelfarbiges Metall' (wohl ,blauangelaufener Stahl oder
solches l^en'; ^Kornblume'; ,Lazurstein' ; ,blaue Farbe'; ,Blauamsel' oder
,Blaudrossel'.
Dreimal bei Homer, IL 11,24: %ov (d.L d'dQtpuog) 6* ^ rot dixa olfioi
iaav (liXavog xvavoio, IL 11, 35: iv de (liooig (nämlich dfiq>alolai auf
dem Schilde) 1'^ elg (so ist wohl zu lesen statt fiiaoiaiv l'i^y) fiilccvog
xvavoio. Od. 7, 87: negl (nämlich roixoiai) de &QLyxdg xvavoto. Ausser-
dem aber noch in den Zusammensetzungen xvavo-nQtfiQO'-g ,mit dunklem
Yordertheil' (IL 15, 693; 23, 852; 878 von Schiffen), xvavo-xotl%n-g ,dunkel-
Griechische Etymologie. 229
haarig^ (11.20,144 von PoBeidon; IL 20, 224 yon einem Pferde), ^vav-
-wni-g ,mit dunklem Angesicht^ (Od. 12, 60 von Amphitrite) und xvavo-
-ne^a ,mit dunkelfarbigen Füssen' (II. 11, 629 von einem Tisch). — Nach-
homerisch: bei Meleagros (in Anth. 4, 1, 40): IvinXeKe . . . IIokvKXelzov
noQq>vQhjv xvavov. — Plat Phaed. 113, B: b vivagvog (nämlich ftarafiog)
ixnlfcrei eig voTtov nQwrov öetvov %e mal HygioVy wg Hyerai, xQWfjLa di
SxovTtt olov 6 xvttvog, Theophr. Steine 37: aafcq>etQOv' avvrj yag fiilaiva
ovx ayav noQQta %ov xvavov %ov aggevog, — Hipp. 1, 485 : ijv yag rig
xvttvfp r^ filkvfp (poQv^ag vdiaq dolrj dsöttprpiOTi, ftdw niBlv . . . %7tBi%a dl
ei iti ftlvovTog dvarifÄVoig rov Xaifiov, &oQOig av tovvov xexQO^OfAivov
T(p 7tot(p, Paus. 5, 11, 2: tovtwv twv igvfidTWv oaov fzkv dnayriy^if TcSy
^Qwv iarlv, ahfiXmxat ycvavqt fiovov. — Arist Thierk. 9, 97: l'art dh rig
nergalog ^ ovofjLa xvavog' oirog 6 OQVig . . . fieyaloTtovg dk xal ngog
rag nirgag ngoaavaßalvei' xvavovg oXog. — Dazu: nvdveo-g ,au8 dun-
kelfarbigem Metall' (?) oder nur ,dunkelfarbig' und später bestimmter ,blau'.
IL 18, 564: iv (nämlich t(^ adxei) k%l^ . . . aXaniv . . . api(pl dk xvavhjv
xdnetov, IL 11, 26: xvdveoi di dgdxovreg ogwgixoro (auf dem Panzer),
Xgioai fefoixoTeg. IL 11, 39: xvoveog feßilixTo dgoaacjv (auf dem Schilde),
n. 1, 528: xvavhjaiv in* 6q)gvai vevae Kgoviwv. IL 22, 402: afiq)l dk
Xalxai xvdveai nhvavTO (Hektors). Od. 16, 176: xvaveai d* iyivovro ye-
yeiddeg dfig>l yheiov (des Odysseus). IL 24, 94: xdlvfi^* %ke dla ^edtav
xvoveovy Tai t' ot; %i f^ekawegov trcXezo Fiod'og. Od. 12, 243: VTtiveg&B dh
yaia q>dv€ax€v '^dfifKp xvavhj. 11.5,345: igvaaavo Oolßog^AnoXkwv xvavijj
veq>iXfi. II. 16, 66: xvdveov Tgtiwv viipog, IL 4, 282: q>dkayy€g xvdveav
Hes. Schild 249: Krjgeg xvdveai. Pind. OL 6, 40: Xoxf^ag dnb xvaviag.
Dunklen Ursprungs. Das Suffix wie in Ttvavo-g (oder ftvavo-v7) ,Ge-
richt aus ungeschrotenem Waizen' (Heliodor bei Athen. 9, 406, D : r^g %wv
nvgwv iif/r^aewg inivorjd'elctjg ol filv nahxiol tcvovov, ol di vvv oXoTtv
gov Ttgoaayogevovaiv), axavo-g ,Dom, Stachel' (?), eine Distelart (1, Seite
31), igavo-g ,Mahlzeit auf gemeinschaftliche Kosten, Gesellschaftsbeitrag,
Liebesdienst' (1, Seite 434) und sonst
x'öaiiO'q ,Bohne' ; in übertragener Bedeutung ,Hode' und die ,hart werdende
Brust des reifenden Mädchens und die erste Milch darin'.
11.13,589: iig d* ot' anb nXatiFog ntv6g>iv fieydkriy xar' dXmjv
•^gwaxovaiv xvaf^oi fieXavoxgoeg ^ igißiv&oi. Plat. Staat 2, 372, D: xal
tgayriiAcnd nov naga^aofiev atTOlg TcJy tb avxwv xal igeßlv'^wv xal
xvdfiiav. — Empedokles (bei Gellius 4, 11, der dazu bemerkt: qvi diligen"
tius sdiiiMqve carmina EmpedoeU arbiträU suntj xvdfiovg hoc in loc6
testiculös signißcäre dScunf): detXol, TcdvdBiXoi, xvdfiwv ano XBigag ^xb-
ad'au — Pollux 2, 163: erklärt: 6 di nBgl tjj ^X'^ ftBXaivofABvog xvxXog
tpwg^ fi di ftgtirri %ov ydXaxrog in* ctv%(^ fcij^ig xvafiog.
Das Suffix wie in ogxafio-g ,Anftthrer, Gebieter^ (1, Seite 573). Zu Grunde
liegen wird xv-biv ,schwellen' (Seite 227), zu dem möglicher Weise auch
unser HoäCy das gothisch als *hutha zu erwarten wäre, gehört
230 Griechische Etymologie.
x'öaQ' jOeffnung', insbesondere, ,Nadelöhr^ und yOhröffnung'.
Hippokr. 2, 97: ircod-elg ro ^afifia TJj ßelovji rg to tcvoq exovar]. Hip-
pokr. 2, 243: qaßdov Xaßutv xaaaiT€Qlvrjv iU/rr^v 2x %ov kriqov xvoq
^ovaavj dielgeiv ig to arofia Trjv ^aßdov Inl %6 o§i5, xai l/r^v ^^ßflj
diiQoag dia tov xvagog %6 XLvov Bhieiv, Pollux 2, 86 erklärt in Bezug
auf das Ohr: to dh %axa to %qv7triiia f^igog mafiagoy to d* hrog Tcvag.
Lat mver-na ,Höhlung, Loch'; Verg. Aen. 3, 674 : curvtsqve inmügiit
Aetna cavemts.
Gehört auch zu xv-eiv ,schwellen' (Seite 227). Das Suffix wie in iag-j
alt ßiag- jFriihling' (1, Seite 330).
Tctov' (xvcjv II. 8,338; 15, 579; 22, 189) ,Hund', mit der Nebenform tcvv-
{xvv-6g IL 1, 225; 6, 344; 356; xvv-eg IL 5, 476; 10, 183; 15, 272) für aUe
Casus ausser dem Nominativ xvwv und dem Vocativ xt;oy (IL 11, 362
= 20, 449; E. 21, 481; 22, 345).
IL 1, 4: avTovg dk ßehaqia revxs xvveaaiv. U. 11, 549: wg d^ aX&iava
Xiovra ßoFäv atio fieaaavloio iaaevavro xvveg t€ xal avigeg ayQociSTai.
IL 22, 66 : aixov d ' av 7tvf4ar6v fie xvveg . . . tSfirjaral ßeQvovoiv . . • oSg
TQiipov iv fÄeyaQOiat rqaneCijFag dvqoFiaQovg. IL 21, 481: ntZg ök av
vvv f^i^ovagj xvov adßeig, avzL iptelo OTi^aead'ai; IL 13, 623: hißtjg . . .
rjv ifÄB Xu}ßT]oaa&€y xaxai xvveg.
Lat can-i'S (Pluralgenetiv can-^m Cic. n. d. 2, 63, 158; Verg. G. 3, 404;
Aen. 4, 132; 5, 257); Ter. Andr. 57: aut eqvös alere aut canSs ad vi-
nandum.
Altir. eu (Genetiv con) , Hund'; fean-cAu ,Hündinn' (Zeuss-Eb. 264); cudn
,Hündchen' (Z.-R 273).
Goth. hundor] Luk. 16, 21 : hundos atrinnandans hUaigodedum banjös is.
lit s^äj Genetiv szuns.
Altslav. suka ,Hündinn'.
Armen, sun, Genetiv san.
Altind. (udn- und ovän-y mit der Nebenform gün-j BV. 10, 86, 4: guä'
nü asja gambhishat dpi Tedmai ,derHund soll beissen in sein Ohr^; BV.
4, 18, 13: dvartjä Qünas antra' ni paicai ,in der Noth briet ich eines Hun-
des Eingeweide^
Altostpers. gpä ,Genetiv (ünöj ,Hund^, auch ,hundeartiges Thier'; medisch
spaka (Hdt 1, 110: ttjv yaq xvva xakiovai anaxa Mrjdoi)^ — afghan.
gpai, Qpu.
Die Herkunft des Wortes ist dunkel; sein Suffix wird das selbe sein
wie in a^ov- ,Achse' (1, Seite 49). Die Verkürzung von xvov- zu xiJy- ist
im Grunde die selbe, wie zum Beispiel in v7tvo-g ,Schlaf' (Seite 153), aus
einem alten ^oFotzvo-. Auf der anderen Seite aber vergleicht sich das
Hervorgehen des lateinischen somno- aus jenem älteren *svopno- wieder
mit dem des lat- can- aus älterem ^cuan-. — Im medischen spaka ist
ein suffixales ka zugefügt, wie es auch für das altslav. suka wird anzu-
nehmen sein.
Griechische Etymologie. 231
xa^x- (xai5ij§-), eine Möwenart
Enphorion (in Elym. M. 493, 49, wo erklärt wird xavtj^' 6 yXaQog): r^g
ovo ' ai-d-viai oidk xqvsqoI xavijxeg» Lyk. 425 : xQiaaovg dh ra^vaovai
K€fxaq)ov vonai ^uäXevtog oix arcw&e xavrjxag noTWP. Lyk. 741 : übqoV'
vif] fiaanyi avfig)X€x^ijO€vai xavi}^, iQivov Tcgoaxa&rifieyog xkadip. Le-
onicL (in Anth. 7, 652, 5) : %cü (niv nov xavrj^iv tj ix^vßoQoig XaQldeaaiv
red'Qi^vrjT^ arcvovg evgel In* alytai/p,]
Stellt sich seinem Suffix nach unmittelbar zu iQrjx-j alt wahrscheinlich
^iQTjX' ,Habichf (Seite 64), ist übrigens etymologisch nicht klar. Zwischen
av und rj darf man den Ausfall eines Consonanten, etwa a, vermuthen.
Die unmittelbare Zusammenstellung (bei Fick 1 \ 380) mit xi^vx- ,£isyogel'
(Seite 221) steht auf sehr unsicherem Boden.
xdxailo-v ,Mauer^.
Aesch. Bruchst, 166: xaxaXa. Hesych fährt es an und erklärt ,r€lxrj'.
Zweifeln kann man zunächst, ob eine einfache Ableitung durch suffixales
ako (wie in itirako-v ,Blatt' IL 2, 31 2; Od. 19,520; /poTrcio-y ,Knittel, Keule'
n. 11, 559; 561; Od. 9, 319; xvuiöaJiO'V ,wilde8 Thier^ Od. 17, 317) oder
etwa eine alte reduplicirte Bildung {xa-xal-) angenommen werden darf.
Pick 1*, 381 vergleicht in ansprechender Weise xiyxlld' ,6itter, Schranke'
(Ar. Bitter 641 ; Wesp. 124; Flut Galba 14), lat cancri (PauL ex Fest: can-
cn dicSbantur ab antiqmSy qvt nunc per diminüHonem cancellt) und
cancelli ,Gitter, Schranken' (Varro r. r. 3, 5, 4 ; Ov. am. 3, 2, 64), nhd. Hag
und Oe-hege, lit hinhyti ,gürten, (Pferde) anspannen', altind. hän(^ ,6ürtel,
(Bagh. ; Maigh.) Icac oder hanc ,binden' : Icdcatai oder hdncatai ,er bindet'
(Gramm.). Darnach würde die erstere Anschauung den Vorzug verdienen.
xaxaXiäj eine Pflanze, vielleicht ,Hufiattich'.
Diosk. 4, 121: xaxaXla^ ol dh keomxi^y, q>vXXa q>iQei Xevxa^ eiffieyid'rj '
xavXog dh i^ avrtiy fiiaog, ogS'og, Xevxog, av&og ^x^^ ioixog ßgvqß rj
kXaiff' Iv ogeai dh tpiexai,
Dunklen Ursprungs. Etwaiger Zusammenhang mit dem vorausgehenden
ist völlig unsicher.
xaxd-$ ,verderblich', ,schlecht, untüchtig'.
n. 1, 10: vovaov ava aTQcndv cjQOe xaxqv^ oXixovzo dh XaßoL IL 1,
382: ^x€ d' ijc^ ^Agyetoioi xaxbv ßiXog. IL 1, 418: T(p ae xaxjj aXaji ri'
xov Iv fxeyaQOidiv, IL 3, 173: c^^ og>€Xev S^avarog fioi cdelv xaxog. II. 3,
417: av di xev xaxov olrov oXriai. IL 4, 82: rj ^' avTig jtzoXefiog re xa-
xog xal (fvXoTCig alvfj iaaezai, II. 16, 206: ItcbL ^a toi wde xaxog x^^^^
ififceae dv^<^. II. 16, 687 1 t} t^ av vnixq>vye xqga xax'^v fiiXavog d'a-
vttTOio. — Od. 11, 191 : xcfxor dh xQot felfiara Fiaxai. IL 2, 365: yvviaji
tneid'* og ^' ^yefiovwv xaxog dg ti vv Xafdiv rjd^ og x* ia&Xog l'ijff^. IL
10, 316: og djj roi ßeldog lihv Uv xaxog. IL 4, 299: xaxot^^ d' 1^ fiiaaov
iXaaaev. H. 14, 126: ovx av fie yivog ye xaxov xal avaXxida q>avTeg.
Nächster Zusammenhang besteht wahrscheinlich mit lit hdnkti ,schä-
232 Griechische Etymologie.
digen, wehe thun, yerletzen^ nnd kanka jQaslj Schmerz' (Fiek 1^, 383),
wornach also als Gnmdbedeutang sich ^schädigend' ergeben würde.
xaxxäßri ^bhnhn', mit der Nebenform xaxxaßld' (xaxxaßlg).
Alkm. Brachst 25 : l/ri; raöe xal fiikog Idlx^av eSgCj yeyXuaaaiiivov
xaxxaßidwv atofia ovvd'ifievog. — Athen. 9^ 390, A: xakoüvrai d* ol itiq-
dix€g in^ iviwy xctxxaßai.
Vielleicht der Stimme des Bebhahns nachgebildet Dann würde es sich
nahe za dem tonnachahmenden xaxxaCeiv ^gackern' (Hesych: xaxxa^eiv'
rag OQvig %ag nqog %d xlxzeiv tpS'ayyofiiyag IdxtixjoL PoUax5, 90: et-
noig d' av ... neXeayqidag ^Perlhühner' xaxxatBtv) stellen. Schwieriger ist
die Benrtheilang des saffixalen -/Ji;.
xaxxdßri ,Topf.
Ar. (bei Athen. 4, 169, C): Trjv xaxxaßrjv yag xae %ov didaaxaXov and
xayeiv ixeiS^ev xaxxaßfjv. Antiphan. (bei Athen. 4, 169, 0): ij ve yag . . .
MyX^kvg Boianla fiix^sloa xolloig iv ßv&oiai xaxxdßrjg xXialvetai.
Möglicher Weise etymologisch von dem voransgehenden gar nicht yer-
schieden.
KäxxTi ,Kacke'.
Ar. Friede 162: oTto fiiv xaxxnjg vfjr ^Iv^ anixtav. — Daza: xaxxaeiv
,kacken'; Ar. Wolken 1384 : xancxav d* av ovx itp&tig (pQaaai, xayto kußutv
^vQo^B i^iq)€QOv av xal nQovaxofÄtjv ae. 1390 : nviycfxevog qv%ov ^nolrjoa
xaxxav.
Lat cacäre'j Pompon. com. 97: neqve interim cacandi causa cumqvam
incoamü nate.
Altir. cacc ,Misf (Rck 1^ 421).
lit sziJcti ,kacken'.
Altind. (dJcrt- (Genetiv qaJcnds AV.; Instrumental ^ahnä' VS.) ,Koth'
BV. 1, 161, 10: Qälcft dikas dpa abharat ,einer trug den Eoth forf.
Die Verdopplung xx ist im Griechischen selten; vielleicht hier aas xf
hervorgegangen, wie zum Beispiel wahrscheinlich in niUxxo-v ^Axtstiel'
(11.13, 612) neben nikcxv-g ,Axt' (IL 3, 60; 17, 520). — Das deutsche
hacken mit seiner anlautenden Tenuis kann nur entlehnt sein.
xäxro-q ,Kardunarti8chocke' {Cynara Carduncuhis).
Epich. 110 (Ahr.): fiaxuvldeg, fiagad'a rgoxieg %e xaxzoi, toi aiiv akXoig
fiiy g}ay€lv ivrl kaxavoig [adhg]. Theokr. 10, 4: anokelrcji uioTtCQ oig
Ttolfivagy ag tov noda xdxtog irvtpe. Theophr. Pflanz. 6, 4, 10: 17 de xox-
Tog xaXovfiivfj negl Sixeklav fiovovj iv tjj ^EXkadi dk ovx ictiv. "idiov
61 Ttagit taXXa %6 q>v%6v' a^lrjoi yag ev&ig and rijg ^l^tjg xavXoig
i/iiyelovg, to öi (pvkhov ix^i nka%v xal axav&wdeg' xakovai dk rovg
xavkovg tovtovg xaxvovg.
Als Suffix löst sich jo ab, ganz wie zum Beispiel in olxTo-g ,Mitleid,
Jammern' (Seite 127). Ueber die zu Grunde liegende Verbalform ISsst
sich weniger leicht entscheiden; kaum wird dieselbe zu Grunde liegen
Grieduficbe Etymologie. 233
wie in xaxo-^ ,verderblich, Bchlecht' (Seite 231). Ob möglicher Weise
Zusammenhang besteht mit nhd. Hechel?
x€X9<2xTi]-s ^chreier*.
Ar. Bitter 137: iniylyveiai yag ßuQao7tioh]g 6 naq)i,ayiiv, oQTta^,
xexQoxTTjgj KvnkoßoQov qxjjyrjv ^wv, — Dazu: x€x^o;^^o-^ ,6eschrei^;
Eur. I. A. 1357: Ivixujfirjv xengay^iov.
Eine offenbar durch Beduplication entstandene Bildung , die sich als
solche mit rer^efialveiv ^zittern' (Ar. Wolken 294; 374), Ter^a/vcty , durch-
bohren* Ql 22, 396; Od. 5, 247; 23, 198), ßeßgti&eiv ,verschlingen* (IL 4,
35) und ähnlichen vergleicht Sie schliesst sich eng an TLQoKeiv ,schreien'
(Ar. Bitter 287 ; Perf ect xingäya ,ich schreie, ich kreische* (Aesch. Prom.
743; Bruchst 281,5).
xfXff^ipaXo'q ,Frauenkopfnetz*; , Jagdnetz*; ,Eehlriemen am Pferdezaum*;
,zweiter Magen der widerkäuenden Thiere*.
IL 22, 469: rijle d* ano xgaTog ßake dia^axa oiyakoßevta, afinvxa
x€XQvg>ak6v %€ fidi nkexrijv avadiofxrjv xqtjÖbiavov ze, Ar. Thesm. 138:
ti ßaQßitog kaXei XQOxuni^ ; %l de Xvqa xexQvg)di.ifi ; 257 : xeTLgvgxikov del
xal (xLtqag. — Xen. Jagd 6, 7 : knl 6h axgag iaovg rovg ßgoxovg ircißaX'
kirw xal ofioiwg dvteQeiditWj Ircalqwv eig fjiiaov %6v xexQvg)akov, —
Xen. BeitL 6, 7 : xav fikv dixjixai (nämlich 6 %7t7iog %6 avofjiiov), dijkov
oxi TteQixi&ivai dei xov xexQvtpalov. — Ar. Thierk. 2, 75: avvijQxrixai, d'
avxfj (d. L xoiXlg) nXrialov vijg xov axofidxov nQoaßolijg 6 xakoifievog
xexqifpaXog anb xfjg otpewg. Maxi yag xd fikv i^ut^ev ofioiog xij xoiXLqy
xd d' ivxog ofioiog xoig nlexTülg xexQvq>dXoig.
Als Verbalgmndform ist xQvq>' ,yerbergen, yerhüllen* (IL 14, 372: xe-
g)akdg dh navai&Tjaiv xoQVt^eaaiv XQvtpavxeg. Soph. Aias 245: xQaxa
xaXvfifiaoi xQvipdfxevov, — xgvqiTjdov ,yerborgen, heimlich*. Od. 14, 330
»=19, 299) nicht zu verkennen, davor wird xe- Beduplicationssilbe sein,
wie im vorausgehenden xexgdxxrjg. Das Suffix aber ist das selbe wie in
daxQdyaXo-g , Wirbelknochen, Wfirfelbein, Sprungbein* (1, Seite 180) und
ähnlidien Bildungen.
xoxäXiO'V ,eine Schneckenart*. . .
Nur Arist Thierk. 4, 38 : xd fih ydQ avxtiv (d. L oaxQoxodiQfiwv) ovx
ix€i adqifLa ovdefilav, olov ixlvog (,Seeigel*), xd d* ^ei fiäv, Ivxog d' ex^t
xt^v odi^xa dq)avij Ttdoav nktjv xrjg xeg>aXrjg, olov o% xb ;f€(>(7ald£ xoxXiai
7mI xd xakovficva vno xivtov xoxdkia (andre schreiben xoxxdkia oder
auch xancdkid).
Dunkler Herkunft Ob etwa Zusammenhang besteht mit xoxXldg
,Schnecke* (siehe oben, femer Arist Thierk. 4, 1; 15; 37; 45 und sonst),
die Formen möglicher Weise nach Dialekten neben einander liegen? Der
Suffixform nach vergleiche sich dtdaaxdkio-v ,Eenntniss, Wissenschaft*
(Hdt 5, 58), das von diddaxako-g ,Lehrer* (Hom. hymn. Herm. 556 ; Aesch.
Prom. 110; 322) ausging, oavödkio-v ,kleine Sohle* (Hdt 2, 91; zu adv-
daXo'V ,Sohle* Hom. hymn. Herm. 79; 83; 139), Ttrjädlio-v ,Steuerruder*
234 Griechische Etymologie.
(Od 3, 281; 5, 255), TQioyaho-v ,Näflcherei' (Find. Brachst. 124, 4; Ar.
Friede 772; Plut 798) und andere Wörter.
7tox'6ri-q yVorfahr*.
Ein selteneres ionisches Wort. Alter Dichter (bei Suidaa): cry* vfiiwv
xoxi^at (so zu lesen statt koxkvjjoi) xad'rjinävtj aQxaljiai. Zonas (in Anth.
9, 312, 5): xoxvac yag ^le^av a/ilv wg ftgoregai fiarigeg iv%l ÖQveg.
Hesych erklärt: xoxvai' ol nartTtoi ytai ol TtQoyovoi, Etym. M. 524, 52:
xoyacvag' 6 ngoyovog, %ai:i dk 'lotviKrj 17 Id^ig.
Dunklen Ursprungs. Vielleicht trat unter dem dissimilirenden Einfluss
des unmittelbar folgenden v das o an die Stelle eines alten Vy wie wahr-
scheinlich in KoxKvy- ,Kuckuck' (siehe Seite 235), und man darf an alte
Bildung durch Beduplication denken.
*xoxxdg€cv (aus *xoxxadJ€Lv) ,höhnen' (? oder ähnlich), kann entnommen
werden aus iTti-xoxxdoTQia ,Spötterinn, Nachäff erinn'(?) (nur Ar.
Thesm. 1059: ^Hxdj koywv dvrqiddg krcixoxxaoTQia), ist aber etymologisch
nicht verständlich. Oder sollte es mit xaxd^eiv ,lachen^ (siehe weiterhin),
das auch in der Form xaxxa^eiv (Hesych: xaxxaCei' araxTug yel^ be-
gegnet^ in Zusammenhang stehen?
xöTixaXo'q ,Pinienkera^
Hippokr. 2, 82: xoxxaXog xai OfjLVQva IxXixxov. 2, 85: TtßQiTckevfiovltjg
ixkixtov ;faA/?ai^i} xai xoxxaXog iv /liXirt Idxtixii),
Gehört wohl unmittelbar zum Folgenden. Bezüglich des Suffixes wer-
den sich etwa Bildungen wie iqulaXo-g ,Fieberfrost' (1, Seite 609) und
(piifjaXo-g ,Rauch, sprühende Funken' (Ar. Ach. 279; 667; Wesp. 227) ver-
gleichen lassen, im Gegensatz zu denen solche wie daTQayaXo-g ,Wirbel-
knochen, Würfelbein, Sprangbein' (1, Seite 180) ihr suffixales aXo un-
mittelbar an eine Yerbalgrundform antreten Hessen.
xö^Tco-q ,Frachtkera'; ,Beere', insbesondere ,Scharlachbeere'; ,Hode'.
Hom. hymn. Dem. 372 : avzdq oy Zäiörjg ^oirjg xoxxov edwxe qtayBiv
^eXirjöia, 412: ovrag o Xa&grj %fißaXi /not ^oirjg xoxxov, fieXirjdi^ Idoi-
öi^v. Hdt 4, 143: roaovTO TcXfj&og , . oaot iv zfj ^ovfj xoxxoc, Theophr.
Pflanz. 4, 10, 3: 17 de alär] .... dvovx^^loa dk Tovg xoxxovg iQvd-govg fikv
ex€i, %(fi axijf^ari di ovx ofiolovg ralg ^oaig dXXd 7t€Qtq>€Q€lgy fitxQOvg
de xai ov TtoXXtp fiel^ovg xiyxQov, 3, 16, 1 : 81 Jtglvog (,ScharlacheicheO
. . . q)iQ€i dh Ttagd Trjv ßaXavov xai xoxxov rivd q>oivixouv. 9, 20, 2: 6
dh xvldiog xoxxog ctQoyyuXov igv&Qdv ttj xQ^^V f^^^^ov di tov Ttertigtog.
9, 11, 7: TfSv 81 Ti&vfiaXX(üv 6 (ihv TtagdXiog xaXov/iievog xoxxog gwXXov
^X^c 7t€Qiq>€Qig . . . tov ök xagrcov Xevxov, Diosk. 4, 48 : xoxxog ßa(pixri
•d'dfivog iorl fiiTcgog, q)Qvyav(6Sqg, (^ TtgoaxetviaL ol xoxxoi dg (paxoL —
Straten (in Anth. 12, 222, 3): t^ x^Q'- ^^^? xoxxovg inaquifiBvog,
Dunkler Herkunft Ob etwa zunächst aus xoxFo'g, wie vielleicht xdxxri
(Seite 232) aus xdxFri'f
xoxxoßöä-q ,Hahn^
Soph. Brachst 723 : xoxxoßoag ogvig.
Griechische Etymologie. 235
Eigentlich ^Eokko-rafer^. Zusammensetzung, deren Schlusstheil sich
wiederfindet in ßaqvßoag ,dumpf rufend , dumpf tönend' (Find. Bruchst
143,2), igi-ßSag ^SLUt schreiend' (Find. Bruchst 75, 10), 6^v-ß6äg ,laut
schreiend' (Aesch. Ag. 57), xaXXi-ßoäg ,sch()n tönend (Soph. Trach. 640;
Ar. Vögel 682) und noch sonst Da xoxxv^eiv ausser vom Bufen des
Kuckucks (Hes. Werke 486: xoxxv^ xoxxv^ei) auch vom Krähen des
Hahns (Ar. Ekkl. 31; Arist Thierk. 9, 49) gebraucht und der Buf des
Kuckucks selbst mit xotocv (Ar. Vögel 505: 67to&' 6 xoxxv^ eiTioi xokkv)
bezeichnet wird, so hat man in *xoiotvß6ag zu ändern für gut gehalten
und so schreibt auch Nauck.
xöxx^y- (xoxxt;^) ,Kuckuck'; auch als Schimpfwort (,Einfältiger, GimpelO;
ein Seefisch , Knurrhahn'; eine frühzeitige Feige die reift, wenn der
Kuckuck ruft
Hes. Werke 486: ti^og xoxxv^ xoxxv^ei . . . to mgcÜTOv . . • vrjfxog Zeig
voi zQlTqf ijfiazi. Ar. Vögel 504: Alyvftxov d* av xal Ooivlxrig Ttdarjg
TLOxxv^ ßaailevg rjv. Arist Thierk. 6, 43: veoTtovg dk xoxxvyog kiyovaiv
(ig ovdeig itigaxev 6 öh tlxTei ptiv, dlX' ov noirjaafievog veorriav, alV
Ivloxe fiiv iv xfl %wv Ihxitoviav oQvLS'ttiv ivrlxTet xaTaq>ay(av rd (fid %d
ixelvcav. — Ar. Ach. 598 : ix^iQOTOvrjaav ydq ^e — xoxxvyig ye rgeig.
Fiat (bei Athen. 2, 68, C): ovx OQ^g ort 6 fikv ^iayQog^ Fkavxfovog üv
fteydXov yivovg, dßekTBQO'XOxxv^ rjkl&iog neQiiQxexai. — Hipp. 2, 466:
XQ€ia&ü3, ixävwv di axoQftlfp rj dgaKovrltp rj xoxxvyi. Arist Thierk. 4,
103: ol d' Ix^veg aqxovoc ^iv eloiv . . . xpoq^ovg 81 rivag dcpidai xal
TQiyfiOvg . . . oloy , . . xal xoxxv^ . . . o dk ftagaTtkijaiov T(p xoxxvyi tpo-
q>ov (nämlich \poq>Bi)y o&ev xal rovvofia %x^i. — Nik. ther. 854 : arto-
tfii^^aio • . • avTOvg xoxxvyag igivddog, o% xe ngo aXkrjg yoyyvXoi hLfpal-
vovaiv dvoideiovxeg onwQijg,
Lat cucülo-8] Flin. 18, 249: per imitätiönem cantüs älitis temporäriae
qvam cttcülum vocant Flaut Fseud. 96: qvid ßSs^ cucAle? vtvSs.
Nhd. Kuckuck,
lit kukuü ,Kuckuck rufen'.
Altslav. kukavica ,Kuckuck^
Altind. kaukilärs ,Kuckuck' (Mbh.).
Scheint gebildet wie nxiQvy- ,Flügel' (IL 2, 316; 462), oQxvy- ,Wachtel'
(1, Seite 570), avxvy- ,Bundung, Schildrand, Seitenwand des Wagenstuhls'
(1, Seite 207) und andere ähnliche Wörter, im Gegensatz zu denen es aber
gedehntes v enthält Zu Grunde liegt ihm xoxxv (Ar. Vögel 505; 507), das
den Buf des Kuckucks nachahmt Es wird zunächst als "^xvxxv zu denken
sein, die Vocalfolge v-v aber wurde darin vermieden, ebenso wie zum
Beispiel in f^oQfivgeiv (für *fj,vgfiv-), ,brausen, rauschen' (II. 5, 599; 18,
403), und in nogqwQeiv (für *7tvQq>v-) ,sich heftig bewegen, wogen' (IL
14, 16; 21,551).
xoxxvYiä, ein Baum, dessen Frucht mit Wolle umgeben ist, ^Ferücken-
sumach' (rhüs cotinus).
236 Griechische Etymologie.
Theophr. Pflanz. 3, 16, 6 : ofioiov d ioTi rovroig (von der avögox^it]
und dem Ao/iagog war im Nächstvoransgehenden die Bede) ro qwXXov
xal 70 v^g xoxxvyiag' ro de divÖQOv fjLixQov. Xdtov ök ^et %6 IxrcafC"
Ttovad-at %6v xaQTCov.
Scheint sich an das Vorausgehende anzuschliessen ^ es ist freilich nicht
klar, in welchem begrifflichen Zusammenhang. Die Suffixform ist die in
Baumnamen gewöhnliche und erscheint zum Beispiel schon in den homeri-
schen fir]kir] , Apfelbaum' (Od. 7, 115 «= 11, 589), avTcä^j ,Feigenbaum' (Od.
7, 116 = 11, 590), 7CTekit] ,Ulme' (IL 6, 419; 21, 242) und Hrii] ,Weide'
(Seite 32).
xrjx- (xr;§), ein Seevogel, wohl ,Möwe'.
Nur Od. 15, 479: Ti)y (ikv BTceiva yvvahux ßdV 'LdQtsfiig ioxi^aiga,
arrh^ ö* ivöovTtrjae neaova^ wg elvaklrj xijf.
Dunkler Herkunft Die Annahme etymologischer Uebereinstimmung
mit xarij*/.' ,eine Möwenart' (Seite 231) oder auch xrjvx- ,EisyogeP (Seite 221)
ist ohne Boden. Fick 1^, 378 vergleicht litt käJds ,Dohle' und altind.
kä'ka'8 ,Krähe' (Mbh. — Böhflingk bringt aus Mbh. 8, 41,58 Mka als
Nachahmung des Gekrächzes der Krähen bei) und vermuthet für die
Ausdrücke, vielleicht nicht mit unrecht, Lautnachahmung. An nächste
vergleichbaren Bildungen würden sich etwa aqpr/x- ,Wespe* (IL 10, 167;
16, 259), /Jifx- ,Husten' (Thuk. 2, 49), aij^r- ,eine giftige Schlange' (Arist
mir. ausc. 164; Theophr. Pflanz. 9, 11, 1) und ähnliche nennen lassen.
xtixdö' (ycrjxdg) ,schädigend, verletzend'.
Ein seltenes Wort Eallim. Bruchst 253: xi^ycddi avv yhiaatj. Nik.
al. 185: niOTiQrjv ox€ ßoxQvv ialvaro xijxag dkfOTcrj^ — Dazu xijxl-
Ceiv fVerletzen, schmähen'; Lyk. 1386: orav xoqt] xaawglg . . . xfjxdat]
ydfiovg.
Scheint sich eng an xaxo-^ ,verderblich, schlecht (Seite 231) an-
zuschliessen. Das Vocalverhältniss das selbe wie in xrixeto ,er schmolz,
schwand hin' (Od. 8, 522; 19, 204; 208) neben ix-iaxUrj ,er möge schwin-
den' (Aesch. Prom. 535) oder in fidfirjxe ,er schreit, er blökt' (11. 10, 362;
Od. 9, 439) neben fdoxtiv ,aufschreiend' (B. 1 6, 469 -» Od. 10, 1 63) und anderen
Formen.
xi^xW- (xrjxtg) ,Hervorströmendes', insbesondere ,hervorströmende Flüssig-
keif; ,6allapfel', der sich aus dem in Folge von Insectenstichen aus
Eichenblättem hervordringenden Safte bildet
Aesch. Ag. 960 : Motiv &dXaaoa . . . TQiq>ovaa noklfjg noQq>vQag iadg-
yvQOV xfjxlda nayxaiviGTOv^ elfidzwy ßaq>dg. Gh. 1012: q>6vov dk xrixig
^vv XQOVi^ ^vfißdkXeTac 268: ovg idoifi fyd note &av6v%ag Iv xr^xldi
TtiaariQeL q>Xoy6g. Soph. Ant 1008: iTtl CTtodip fivduiaa xijxl^ fjirjQUov
hqxeto. — Theophr. Pflanz. 3,6,4: Tci^lara ök Ttdvtwv ij ÖQvg ^cagd
xov xQQTtov (nämlich q)eQ€i), olov ti^v xe xrjxida xijv fiixQav xal xfjv he-
qav xriv uixxwdfj ^ikaivav. — Dazu: xrjxleiv ,hervorströmen'; causativ
,hervordringen lassen'; Od. 5, 455: x^dlaaaa dk xrjxu noiXri dv axofia xe
'
GriechiBche Etymologie. 237
^iyoQ T€. II. 7, 262: (liXav d' av-&K.ri%iBv alfia, IL 13, 705: afig>l 6* aqa
aq>iv (d. L ßoval) nQVfjLvotaiv xegaeaai noXvg ava-xrixlei IdQiig. — Ap.
Bh. 4| 927 : &€Qfiijv Sri xi^xie novrog avzfii^v.
Neben xrjxld- ist noch ein vocaliBch auslautendes ^xrjxi- zu muth-
maassen^ von dem xfjxleiv ausging , wie zum Beispiel fnjvleiv ^ollen^
(n. 1, 422; 488; 18, 257) von fi^vi-g ,Groll' (II. 1, 1; 75; Od. 3, 137).
Bemerkt werden darf hier noch, dass auch ein dem xtpLlä- gleich-
bedeutendes äolisches xayxvli] (Hesych: xayxvkag' xrpudag. ^loXeZg) mit
innerem Nasal angeführt wird. — Fick 1 ^^ 420 vergleicht in ansprechender
Weise lit szSkti ,springen^
xti>x^8cv jammern'; ybejammem^
IL 18, 71: noTvia f^tjrijQ (d. L Qirig) 6§v dk xancvaaaa xaQtj laße Ttai-
dog kFolo. H. 19, 284: B^iorjflg . , . wg ßlde IlaTQOxlov dedalyfiävov
o^ißi xahufij ctpLq>^ avvtp xvfiivri Xly* huixve. Od. 19, 541: ovrag kyw
xXaZov xal huixvov iv neg ovelQqß. — Od. 24, 295: ovdk . . . ixig>Q<ov
IlfjveloTeeia xdxva* iv X^xieaaiv ißov noaiv.
Zu altind. hü ,ein Geschrei erheben', mit den präsentischen Formen
kautiy Jcavatai, Tcuvatai oder Tcünä'ü ,er erhebt ein Geschrei' (bei Gramm.).
Als Intensivformen dazu werden angegeben hauhüodtai und kdukavUi ,er
erhebt ein grosses Geschrei'.
Offenbar eine alte durch Beduplication gebildete Verbalform, in deren
Beduplicationssilbe in ganz ähnlicher Weise, wie schon unter xoxxvy-
,Kuckuck' (Seite 235) zu bemerken sich Gelegenheit bot, der Vocal v durch
den -Vocal ersetzt wurde.
x(x- «bewegen, bringen' scheint aus ein paar ganz vereinzelt stehenden Aorist-
formen {ixi^Sf Mxi^av) entnommen werden zu dürfen.
Besantin. (in Anth. 15, 27, 4): ro (nämlich wov) pikv ^ediv igißdag 'Eq-
fiag ixi^e xagv^ g>vX^ ig ßgoxäv. Ar. Ach. 869 : Qelßa&t yaq q>vaävT€g
i^ofttad-h ixov ravä-eia rag yXaxf^vog an^ixt^av xa^iaL
Darf möglicher Weise als alte aus xt- , gehen' (Seite 222) hervor-
gegangene Beduplicationsform mit causativer Bedeutung gelten« Hesych
führt ein mediales xi^azo auf, mit den Erklärungen .evQev^ iXaßev^ ^vey-
xer'j die eher an Zusammenhang mit xcx- ^erreichen' (xlxev ,erreichte,
traf an' (IL 24, 160) scheinen denken zu lassen, der aber doch an den
beiden oben angeführten Stellen unmöglich als zutreffend gelten kann.
XixayiO'V, ein nicht naher zu bestimmendes Kraut
Nikander ther. 841 zählt unter heilsamen Kräutern auf: ogfievoevra
Xvxaxpovy xlxafia t, oQdeiXov re Ttegißgvig. Hesych erklärt xtxa/u/cr' T(p
Xaxavv ^ovxaXldi ofioicv ti,
Dunklen Ursprungs.
xtnlßako-q, eine Muschelart
Epicharm (bei Athen. 3, 85, D): ayet de navrodaTta xoyxiXiay Xefcadag,
daniöovg, xQaßi^vg^ xixißaXovg, Tfjdvvaxia.
Dunklen Ursprungs.
238 Griechische Etymologie.
xlxiwo'q yHaarlocke^
Ar. Wesp. 1069: wg kytu %ovfiov vofil^cj yfjgag elvai xgeitroy rj TtoXXäv
xixivvovg veaviaiv. Auch Eupolis und Pherekrates gebrauchten nach Pollux
2y 28 das Wort Theokrit hat es zweimal: 14, 4: x^ f^vata^ nokvg ovrog^
SfA avaUoi di hIkivvoi, 11, 10: ijgaTo d' ov fidkoig ovöi ^6d(p ovdk
xixlvvoig.
Das gleichbedeutende lat cincinno-s (Varro r. r. 1, 31 : parit capreolum.
is est cöliculus viteus intortus, ut cindnnus. Dazu: dndnndto-s jge-
lockt^, Plaut mil 922; Truc. 610) ist ohne Zweifel entlehnt, fügte in Folge
einer Art von Assimilation den Nasal auch vor dem inneren Guttural ein.
Fick 1^, 425 vergleicht altind. gikhä ,Haarbu8ch^ (Mbh. und sonst; dazu
m-gikkä- ,ohne Haarbusch' RV. 6, 75, 17, und der Eigenname vard^hha-
,mit vorzüglichem Haarbusch' BV. 6, 27, 4 und 5). Dabei würde aber noch
das suffixale -ivvo zu erklären bleiben, das anderweitig gar nicht mehr
vorzukommen scheint
xrxv-§ ,Kraft'.
Od, 11, 393: ov yag ßoi &y flg %fi7tBdog oid* ^i xlxvg. Hom. hjmn.
Aphr. 237 : tov d^ ijTOi qxüvrj ^iFei äanerog, ovdi %l yCUvg ia&\ oir] na-
Qog iaxev ivl yvafimolai fiikeaaiv. Aesch. Bruchst 230: aol d' ovx
Mveari xlxvg ovd^ alfJioQqvtoi q)Xi߀g.
Höchstwahrscheinlich eine alte Beduplicationsbildung , die von xveiv
,schwellen' (Seite 227) ausging, aus dessen ganz sinnlicher Grundbedeutung
sich in zahlreichen zugehörigen Bildungen die des ,Erstarkens' entwickelte,
wie zum Beispiel in der Perf ectform altind. güguvus (BV. 7, 74, 6 : svdina
gdvasä qü^wous näras ,durch ihre eigne Kraft sind die Männer erstarkt)
in altind. gdvas- ,Kraff (BV. 1, 8, 5; 1, 37, 9; 1, 39, 10), in xvQog- ,Gewalt,
Macht' (Aesch. Schutzfl. 391 ; Hdt 6, 109), und sonst In der Bedupli-
cationssilbe trat wohl das 7 ein, um das Aufeinanderfolgen von v und v
zu vermeiden, also ganz wie in (plzvg ,£rzeuger' (Lykophr. 462 ; 486 ; zu
(pvu ,er erzeugt' 11.6,148; Od. 7, 119). Es darf daneben aber hervor-
gehoben werden, dass auch ohne diesen besonderen Grund sonst mehrfach
gedehntes Z in Beduplicationssilben entgegen tritt^ wie zum Beispiel in
liiliela^ai ,nachahmen' (Hom. hymn. Ap. 163; Pind. Pyth. 12, 21; Aesch.
Ch. 564) und in nlno-g ,Spechf (Arist Thierk. 9, 14; 97; dafür nlnd 8, 43).
xcxvfi^d- {xiTiVfilg) ,Nachteule^
Kallim. Bruchst 318 in nagr* ayadi xixv/ilg.
Vielleicht liegt ein lautnachahmendes Wortgebilde zu Grunde; dann
würde auch xixxaßav xiycaaßavj womit Aristophanes (Vögel 261) den Buf
der Nachteule nachahmt, nicht weit ab liegen.
xUxaßO'q, Name einer im Hades gangbaren Münze, also wohl nur im
Scherz gebildet
Pollux 9, 83: eite nal^cjv ehe anovdd^wv OeQeKQarrjg • . . liyei • . .
T^y dk tpüi&lav elvai TQiwßokov aal dvvaa&ai Sktü xixKaßovg. Photios
Griechiache Etymologie. 239
führt auf: xixxaßog' ovofiaTonenoiTjTai ti vofÄiafidviov iv qdovy daneben
aber auch noch xlxxaßog' oßoXov ovofia.
Etymologisch unverständlich.
xi^dXXri^g ^Strassenräuber'.
Demokrit (bei Stob. flor. 44, 19): xiSaXkrjv xal Ifiiazijv navza xTelvwv
rig ad-diog av eXt], xal avzoxBiQbß xal xeXsvwv xal ipijgxp. Hesych er-
klärt xt^aXi.rjg* ^^Q, xXiTtttjg, dXa^wv.
Dunkler Herkunft Ob man etwa Bildungen wie da/^dXrj-g ,Bezwinger*
(Anakr. Bruchst 2, 1), junger Stier* (Arist Thierk. 9, 249 ; Anth. 6, 96, 2)
oder auch fiaivoXtj-g ,rasend, begeistert (Sappho 1, 18) und axw/cTcXrj-g
,Spas8macher, Spötter* (Ar. Wespen 788; Kass. D. 46, 18, 4) vergleichen
darf? Nach August Müller (bei Bezzenb. 1, 277) wäre das Wort dem Se-
mitischen entlehnt, die gegebene Zusammenstellung aber ist wenig über-
zeugend.
xixXTqOTcsiv ,rufen, nennen* (IL 2, 404 ; 9, 1 1 ; 1 1, 606) siehe weiterhin unter x Aij -.
xaixiä-q ,Nordwestwind*.
Theophr. sign. temp. 36: vygol dh (laXtara o %e xaixlag xa) Xiifj • . . .
xal ol (ikv aXXoi avefjLOi aq>^ kavztZv zd vig^rj üi&ovai xatxaiag dk fiovog
nviiüv eig iavrov. Theophr. Winde 37 führt als Sprichwort an : 'dhcwv
ig>* avrov xaixiag vig^rj. Ar. Bitter 437: wg ovTog i^dri xatxlag ij avxo-
q>av%lag tvvbU Hesych erklärt Kaixiag' cvefxog, oTto %ov Katxov notafiov.
Hesychs Erklärung, dass der xaixiag nach dem FIuss Kaixo-g (Hes.
theog. 343 ; Hdt 7, 42) in Mysien benannt sei, wird wohl das Richtige geben.
Das diphthongische ai ging also aus a-c hervor, ähnlich wie in 7ealg
,Sohn* (11.14, 346; 21,216) aus ndig (11.3,609; 3,314; 5,704). Das
Suffix wie in dnaQxxlä-g ,Nordwind* (Theophr. sign. temp. 35; 36; 37) und
^Qaxlä-g ,Nordwestwind* (a. a. 0.).
xoiX'CXXew wahrscheinlich ,umhergaffen*.
Nur Ar. Thesm. 852 : rl av au xvxav^g, i] %L xotxvXXeig ^cjv ;
Führt wohl, wie zum Beispiel a%u}(ivXXeLv ,gesprächig sein* (Ar. Wolken
1003; Frösche 1410) auf OTWfxvXo-g ,ge8chwätzig* (Ar. Ach. 429) zimächst
auf ein adjectivisches *xoixvXo''g ,umhergaffend* zurücL Das aber darf
vielleicht als alte reduplicirte Form gelten und so verglichen werden mit
Ttoinyveiv ,schnaufen, eifrig thätig sein* (11.1,600; 7,219; 18,421; zu
nvifeiv ,wehren, athmen* IL 17, 447 = Od. 18, 131) und wohl auch noi-
qwaoeiv ,schnauben, anschnauben* (Sophron bei Athen. 8, 324, F. Dazu
nolq>vyfAaT- ,das Schnauben, Drohen* Aesch. Sieben 280), aus dem eine
einfach wohl dem xpvxeiv ,hauchen* (II. 20, 440) nahe stehende Form zu
entnehmen sein wird. — An Zusammenhang mit lat. caeco-s ,blind* (Pacuv.
trag. 366; 370; Atttrag. 32; 450) und goth. haihor ,einäugig* (zunächst
aber wohl ,schlecht sehend* ; nur Mark 9, 47) wird man schwerlich denken
dürfen.
xvTcdBiv ,durch einander rühren*, ,in Aufruhr oder Verwirrung bringen*.
IL 15,903: dg d^ ot' onog yaXa Xevxov kneiyofAevog avvinri^ev vygov
240 Griechische Etymologie.
iov, fiaka 6* wna 7ceQitQiq>€%ai xvxoovti. IL 11,638: iv T(p (nämlich
dinai) ^a ag>i nvxrjae yvvij ßeßixvia &€^aiv Folvt^ nga^veLtf. Od« 10,
235 : h di ag>iv tvqov %e %a\ aXtpira xal (xiXi xktaQOv ßolvip ngafAV€l(^
kxvxa. — IL 21, 235: navra d* ogive ^ißed'Qa ntviuifAevog (nämlich ntna-
flog). IL 21,240: dßeivov d' dfifp* *AxiXfiFa xvxuifievov Yataro xvßa.
Od. 12, 238: XaQvßdig . . . lißrjg fwg h nvgl noXlt^ nao^ dvafjtoQfivQBüxB
ycvxw fiirrj. — IL 18,229: rgtg d' hvxri^aav TgiSeg xleuFrol t* brl-
%ovQoi, n. 11, 129: Tcii (nämlich l'/r/ra>) 6h xvxrjd^rjrfjv. H. 20, 489: xt/xi;-
^aav di Fol %jtnoi. — Dazu: xvxBuHiv- (nur IL 11, 624 und 641) und
in jüngerer Form xvxbwv ,aus verschiedenen Stoffen zusammen gerGihrter
Trank, Mischtrank'; IL 11^ 624: xolai dl zevx^ xvxeici ivnXoxapLog Fexa-
firidri. IL 11, 641: h r(p ^d aq>i xvxrjoe yvv^ Fefixvla d'Bjjatv ßolvM
ÜQafivelipj inl d^ aXyeiov xvij tvqov xvjjari xoXxelji, iftl d* alq)iTa kevxa
TtdXvvevy Ttivi/Lievai d* kxiXevaev, iftel ^* WTtXiaae xvxeiai. Od. 10, 290:
rev^ei %oi xvxedi, ßaXiei d' hl (pagfiocxa ül%(^. Od. 10, 316: tbvxb di fioi
xvxedi xgvoifi diftai, oq>Qa nloifjn, iv di %e q>aQfiaxov f^xe. Ar. Friede 712:
ei ye Twxeuiv^ kninloig ßXrjX(ovlav,
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht mit Sicherheit
nachgewiesen. Lat coeSto-m ,eine aus Honig und Mohn bereitete Speise'
(Paul, ex Fest: coeitum genus edülii ex meUe et papävere factum) wird
entlehnt sein. — Seiner Bildung. nach würde sich xvxeiov- wohl mit av-
^EQewv' ,Kinn' (1, Seite 214) und neben diesem weiter genannten Formen
vergleichen lassen, xvxeitSv- aber scheint ganz vereinzelt zu stehen. Da
nun von beiden Wörtern in älterer Zeit gar keine Casusform mit dem
Nasal (auch Hom. hymn. Dem. 210 findet sich nur der Accusativ xvxetD)
wirklich belegt ist, so ist dieser in ihnen wohl überhaupt erst in späterer
Zeit eingedrungen. Man hat an Stelle von xvxeiwv- ein altes ^xvxriFo-g
vermuthet, das hat aber auch wenig Wahrscheinlichkeit.
Tctfxaväeiv, ein unsicheres Wort, für das man die Bedeutung ,zusammen-
rühren* vermuthet.
Nur Ar. Thesm. 852: tI av av xvxavqg (die üeberlieferung lautet: xvq-
xavqg)j fj %i xoixvXXeig ^/oiv;
Man vermuthet Zugehörigkeit zum vorausgehenden, die aber sehr zweifel-
haft ist Zunächst zu Grunde liegen wird ein weiblichgeschlechtiges *xvxavrp
wie zum Beispiel daitavaeiv , Aufwand machen, ausgeben' (Thuk. 3, 46 ;
7, 47; 8, 45, 2) zunächst auf dandvri , Aufwand, Ausgabe' (Hes. Werke 723:
Pind. OL 5, 15; Pyth. 1, 90; Thuk. 3, 46) beruht
%i>xvo'q ,Schwan'.
IL 2, 459 =-15, 692: wg t* oqvI&wv Tteverjvwv fi&yea noXXa^ xtvdiv rj
yegdvuiv rj xvxvwv dovXixodigßwv • . • ^v^a xal IV^cr TtOTcSvTai dyaXXo-
fieva TcreQvyeaaiv, xXayyrjdov TtQoxa&i^oyrtJv. Hes. Schild 316 : ot dk xaz '
avrov {dA/iix€av6v) xvxvoi aegairtorac /xeycX* ij/tvov, ot ^d ye noXXoi
vrjiiov tit axQOv vdwQ. Aesch. Ag. 1444: fj di toi xixvov dlxrjv rov vata-
zov fiiX%lßaaa d'avdaifiov yoov. Eur. Bakch. 1365: %l fi dfig>ißdXXeig x^Q"
Griechische Etymologie. 241
alv . . . OQVI.V OTCu^g xrjqnjva TtoXioxQfov nvxvov] Arist Thierk. 9, 78: ol
Tojiivoi . . . (pdixol di, TLoi fcegl vag relevTag (laktota ^dovaiv.
Scheint das selbe Suffix zu enthalten, wie zum Beispiel o^vo-gt wahr-
scheinlich Rohrdommel' (1, Seite 503). Dabei bleibt aber das xt;x- noch un-
verständlich. Ficks. (I^, 425) Zusammenstellung mit lat cieönia ^Storch'
(Plaut Truc. 691; Hör. sat 2, 2, 49; Ov. met 6, 97) und altmd. gahuna-s
,ein grosser Vogel' (BV. 4, 26, 6 ; 9, 85, 1 1 ; 9, 86, 13) ist in Bezug auf Form
und Bedeutung ungenau. Sollte nicht yvxvo-g wie das sogleich zu nennende
nvTclo-g ,Ereis, Bad' durch alte Beduplicationen gebildet sein? etwa zu
xay-ctxelv ^erklingen, ertönen' (Od. 19, 469 : navdxvioe de ^a^xog — Hom.
hymn.Ap. 185: ^o^/ue/^... xavaxqv ix^ IfiEQoeoaay) und lat can-ere
^singen, ertönen' (Ter. Phorm. 708: galUna ceeinit] Cic. div. 1, 7: reqvtrens
Juppiteme comicem ä laevä, corvum ah dexterä canere juasisset) gehören?
x'OTcXo'q ,Ereis', ,Bad^ (in letzterer Bedeutung begegnet auch die ungeschlech-
tige Mehrzahl xvxAa, wie II. 5, 722; 18, 375).
n. 11, 33: aonlda ... ^V nigt fikv xvxloi dixa x^^oi rjaav. IL 18,
504: ol de yiQovreg ^crr' irtl ^eavolai Xl&ota* legq hl xvxk^. Od. 4,
792: Xiwv dvögtSv iv ofiLXif dßelaag, ortTtOTB fiiv doXiov Ttegl xvxlov
ayüßoiv* Od. 8,278: afig>l d^ äg* kq^ilaiv x^^ diofiora xvxXtp aTtavrrj,
— IL 5, 722: Tißri 8* dfig)* oxieoai &oßwg ßdXe xafimla xvxka. IL 18,
375: x?i;aea di aq>* vno xvxXa ßexaOTif Ttv&fiivi ^xev, — Dazu: TerQa-
'XvxXo-g ,yierrfidrig'; IL 24, 324: ruiLovoi ilXxov TetQoxvxXov arvTJvrjv, —
Ags. hveohlj hveogulj hveavol oder hveol ,Bad, Kreis'; engL whed; —
anord. hvel ,Bad, Kreis'.
Altind. caJerä-m ,Bad, Scheibe, Kreis'; BV. 3, 61, 3: cahrdm iva navjasi
ä' vavrtsva ,wie ein Bad, o du neue (Morgenröthe), rolle heran'.
Wird auf einer uralten Beduplicationsbildung beruhen, von deren ein-
facher Grundlage unter anderem auch xvklo-g ,gekriimmt' (Ar. Vögel 1379:
zl devQo Ttoda av xvXTüov avd xvxXov xvxXelg; Ar. Bitter 1083; Hipp. 3,
214: xvXXol xal axoXioL Hipp. 3, 218; 219; 222; 237) und xvXhdeiv ,wäl-
zen, rollen' (IL 13, 142; Od. 1, 162; 5, 296) ausgegangen sein werden. Die
genau entsprechende Bildung wurde in Bezug auf xvxvo-g ^Schwan' (siehe
oben) vermuthet
xavxaXlö' (xavxaXlg) ,eine doldentragende Pflanze ,kleine Pimpinelle'.
Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : Xaxava filv drj xal rd roiovra xaXeltai xixoQfj,
dfcd/ttj . . . TtdXiv xavxaXlg^ Mv&qvoxov . . . Phaenias (bei Athen. 9, 371, D):
Tcetaawdf] rfjv twv aneQ/Ädjuv d7telX7]g>e ipvaiv avvriaoVf fidga^ov, ata-
g>vXlvog, xavxaXlg . . . Nikand. ther. 843: öielaofiai aQxta vovawv . . . avv
d' aga xavxaXldag t€, xal ix avagwXlvov dfxijaag anigfiaxa . . .
Dunkeln Ursprungs.
xast*: xästxBiv (aus *xd7tJBiv. Oder etwa aus *xd(pjeiVy wegen des zugehörigen
fy-xaq>o-g? Siehe etwas weiterhin) ,schnappen, mit dem Schnabel oder
Munde schnappend zu sich nehmen'.
Sophron (bei Athen. 7, 323, A) : xiargai ßotiv xoTtrovaai. Ar. Vögel
Leo Meyer, Orieohiiohe Etymologie. H. 16
242 Griechische Etymologie.
245: 0% ^^ kXelag nag^ aihHvag o^varofiovg i^rcldag xamere. Arist
Thierk. 8, 45: 17 d^ alwaig avT^g (d. i. t^$ oivddog ,der HoIztaabeO ylverai
liaXiara naTtrovarjg %6 vdcDQ. AnBt Thierk. 9, 127: ol ök xintpoi (wohl
eine Art Möwen) aklanovrai %(fi aq>Qrp' xarctovai yag ovtov, öio ngoa-
Qalvovreg ^gevovair. Aristot (bei Athen. 9, 388, D): 7C0Qg>vQlwv (ein nicht
näher zn bestimmender langhalsiger Vogel) . . . xarcrtjv öi nlvei. Ar.
EkkL 686: xriQv^ei . . . rovg d^ bc rov %6L7t7t ig r^y aroiav xtDqelv Tfjv
dkq>iT67t<aXiv, — Yva xdrcTwatv ; (knüpft offenbar scherzhaft an jenes xanrccij
— /la JC^ aXX^ iV h.Bl deinvuSaiv. Ar. Wespen 791: ini&rjxe vgeig Ao-
Ttldag fioi nBorgiiay' xdyw V-Aca^*' oßolovg yag qtofiriv kaßelv' xfrra
ßdeXvxd'Big Satpgofievog i^iTtrvaa, Athen. 4, 140, D: akq>iTa yag iativ
ilalfp dedevfiiva, a q>riai Nixoxlijg 6 u^dxwv xdmeiv avTovg (d. L rtaldag)
fterd %o delrrvov h q^kkoig ö6q>vf]g und Nikokles (bei Athen. 4, 141, A):
iavl di td fiiv xa|tijUorra xffaifftdj al dk xafiiÄttTldeg alg ndTtrovoi rd xpaiaxd.
Xenarch oder Timokles (bei Athen. 10, 431, A): ^d %6v Jiowaov, [ov]
öv xdftTeig (Eaibel giebt nach Yennnthung: Idmeig und so liest auch
Eock 2, 471) Xaov Xarp. — Dazu: xdxpi-g ,das Schnappen'; Arist Thierk. 8,
59: Jtlvei dh . . . rj d^ agxrog (wre ortdaei ovre kdtpei, dlkc xdxpei. xal
twv ogviwv . . . o di Ttogqwgttoy fAOvog xdipei. — ly-xag)o-g ,Schluck,
Mundvoll'; Eupol. Bruchst 330: ov ydg lileiTCTai ruiv ifiäv ovd^ fsyxaqtog
(zunächst zu iy-xdTrreiv ,Yerschlingen'; hixatpa Ar. Wesp. 791; iv-hcatps
Ar. Fried. 7; ly-xAcaqpcr Leonid. in Anth. 9, 316, 8). Zonaras erklärt: fy-
%aq>og' to iXdxiorovy — Tcdfiidar- (xdfjifia) ,eine Art Kuchen bei den
Lakedämoniem'; Athen. 4, 140 D und 141, A (siehe oben).
Lat cap-ere (aus *capiiere) ,f assen, nehmen' ; Verg. G. 3, 420 : eape saxa
manu, cape robora ; Plaut Trin. 906 : qubcum ünä dhum capere soleo ; Af -
ran. com. 356: voluptätem capio maonmam. — Dazu: captäre ,zu fassen
suchen, haschen, fangen'; Plaut Bud. 300: cibum captämus S mati; Hör.
sat 1, 1, 68: Tantalus ä labris sitiens fugientia captat fiHmina, Suet
Dom. 3: soUhat . . . muscäs captäre.
Goth. hafja/n ,heben'; Mk. 2, 3: uslithan bairandans hafanana {algofiavov)
fram fidvörim] Job. 11, 41: us-höfim (^gav) than thana stain. — Nhd.
heben.
Als Grundbedeutung darf wohl ,schnell zugreifend fassen' gelten. Die
deutschen Wörter stimmen formell genau überein, ihre Bedeutung ist aber
etwas abweichend entwickelt Am Nächsten liegt vielleicht nhd. Happen
,Bissen, so viel man mit einem Abbiss erfassen kann'.
xactavri ,Lastwagen'; thessalisch.
Xenarch (bei Athen. 10, 418, E; bei Eock 2, 472): kfcrd narcdvag }kgt(pov
eig 'OkvfiTCia, — vi Xiyetg; xartdvag; — val. xartdvag OerraXol Ttdvreg
xakovai Tcg amvag. Nach Pollux 1, 142 bezeichnen xandva und das
dazu gehörige xanova^ bestimmte Theile des Wagens: xgelg d* ^ovtog
Tov tagglov nXevgdg zdg Tund Tovg %7C7tovg, %b dvoizcrsov ^lov xarcdva^
xaXBUai de^iog xal €V(ovvfiog^ ^ de fiiotj ^dßöog xaTcdvr]. — Dazu xo-
Griediische Etymologie. 243
7iccvix6-g ,gewaltig gross' (?)- Hesych bietet die Erklärung xanavixwreQa
. . . Tiyhg dh avtl xov fiel^ova), eigentlich wohl ^wie eine Wagenladung
gross'; Ar. Brucbst (bei Athen. 10, 418, D): rl nqbg xa ^vdwv delnva
xal Tot QerrahZv; xa OexTaXina fiiv noXv xoTtavixwxeQa»
Dunkler Herkunft
xdjzBTO'q ^Graben'; ,Grab^
Bei Homer dreimaL IL 15, 356: HftoXloßv ßgeV ox&ag xanexoto ßa-
^eltjg Ttoaalv IqBLrciüv ig piiaaov xaxißaXXe (von dem selben Graben
heisst es H. 7, 440: hcxoa&ev dk ßa&elav Iti* (xvx(p xaq)Qov oQv^av ev~
QBlav fieyakr^v). IL 18, 564: dfiq>l dk nvavirjv xauexov . . . ^kaaoev,
Hippokr. 3, 254: ovdiv dh xmXvei xal dia navxbg ivxsxfirjad'ai wg xaTci-
xovg (jLiXQOLg nivxe tj e^, diaXeinovaag an OLlXTikiov xiaaaqag daxxvXovg.
— IL 24, 797: alipa d^ olq* ig xoflXrjv xanexov d-iaav (nämlich die
Leiche des Hektor). Soph. Aias 1403: ol fiiv xolkrjv xon&xov xbqoI xa-
Xvvaxe. Poseidipp. (bei Athen. 10, 414, E): OvQo^iaxov . . . cXxrj ^cjyag
%%Bi xoTtexog, —
Das selbe Suffix wie in tf^exo-g ,Erbrechen' (1, Seite 428), alexo-^ ,das
Mahlen' (Plut mor. 289, F; Anton. 45) und, von der Betonung abgesehen,
in dxe%6-g ,Graben, Wasserleitung' (1, Seite 526), alexo-g, alt alßex6-g
lAdler' (Seite 72) und anderen Formen. Als zu Grunde liegende Verbal-
form ergiebt sich ein xan- ,graben', das aber wohl erst aus einem älteren
*axan hervorging, da auch die Form oxaTtexo-g ,Graben*, ,Grab' (Hesych :
axanexo-g' xacpqog. aXXoi xaq>og) angeführt wird und daneben auch ein
axaftavTj ,das Graben' (Theophr. Pflanz. 2, 7, 1 und 5 ; Agath. in Anth. 9,
644, 2) begegnet
xastiri'q, ein Getraidemaass.
Polyän. 4, 3, 32 : Ald'tomxov xvfilvov t^ xanixug. t] dk xaTtixtg iaxl
XOivi^ ^Axxixrf.
Schliesst sich vielleicht unmittelbar an das Vorausgehende an, so dass
es zunächst ,das Ausgegrabene, das Ausgehöhlte' bezeichnen könnte.
xdüni ,Erippe'.
IL 8, 434 : xal xovg fihv (nämlich ^Ttrtovg) xaxidtjaav in afißgoalrjoi
xanfjaiv. Od. 4, 40 : xal xovg f^hv (nämlich Ynnovg) xaxidriaav i(p in-
netrjoi xanrjaiv, Lyk. 95: evxiXov xdnrjg.
Gehört möglicher Weise auch zu den nächstvorausgehenden Formen, in
welchem Fall als seine erste Bedeutung auf ,Ausgegrabenes, Ausgehöhltes'
zu vermuthen sein würde. So würde sich axdipr] ,muldenartiges Gefäss'
(Aesch. Bruchst 225; Hdt 4, 73; Ar. Bitter 1315; Ekkl. 742; Lys. 139), das
von axanxeiv .graben' (Thuk. 4, 90 : xdq>Qov . . . %axanxov. Eur. Hek. 22 :
xa^'Baxd(pri ,es wurde untergraben, zerstörf) ausging, unmittelbar ver-
gleichen lassen. Als nächstvergleichbare Bildung kann vaicri ,Waldthal'
(IL 8, 558 ""16, 300) genannt werden, das auch nur suffixales i; ent-
halten wird.
xäjttiXo^q ,Eleinhändler'.
16*
244 Griechische Etymologie.
Hdt 2, 141 : iitea&ai di ol . . . nuxftijXovg dk xal x^^Q^'^cnc^^S xai ^o-
Qalovg av^QWftovg. Hdt 2j 164: iari dk uilyvTcrUov iftra yivea, xai
Tovvwv ol fjiiv Igieg, ol de fiaxi^fioi neKliaraij ol di ßovxoXoij ol 8h av-
ßfS%ai, ol dk xafCfjloi, ol dk igfArivieg^ ol dk nvßegyqTai. Hdt 3, 89 : ^-
yovai niQOai wg JoQelog fikv rjv xiXTtTjlogj Kafißvatjg dk deOfiOTijgy
KvQog dk noTfJQ^ 6 fikv oti. htanrqXeve nivxa %a Ttgt^yfiata . . . Ar.
Friede 1209: ov%oal oTtXiav KaTtrjkog ax^ofievog Ttgoai^etai^ Xen. Eyr.
4, 5y 42 : Tcrjgv^oTw . . . Ttmkelv dk xovg xarcT^Xovg o vi ^ei hcaarog nqa-
aifiov, — Adjectiyisch begegnet das Wort bei Aesch. Brachst 322: xa/ri^Aa
ftQoaq>iQ(ov %exvriiia%a.
Dem Suffix nach lassen sich wohl vergleichen zQaxriXo-g ,HaIs' (Hdt
2, 40; Eur. Bakch. 241; Tro. 362) und (pootiXo-g ,Bohne* (Ar. Friede 1144;
Epicharm und Demetr. bei Athen. 2, 56, A) und etwas häufigere adjecti-
yische Bildungen, wie hirjJLo-g, alt ßhcrilo-g ^behaglich, ruhig, ungestört^
(1, Seite 344), aavq>rilo'g ,unfreundlich, schnöde' (?) (1, Seite 168), vtprjko-g
,hoch' (IL 3, 384 ; 5, 560) und andre. Die etymologische Orundlage aber
ist nicht klar. Weder ein etwaiger Zusammenhang mit ^xoTt- ,graben'
(Seite 243) noch mit xan- ,8chnappen, schnell zugreifend fassen' (Seite 241)
wird in bestimmterer Weise wahrscheinlich gemacht
xastl9^f ein Getreidemaass.
Xen. An. 1,5,6: TtQlaad'ai oix rjv el piti iv tfj jivdUf äyogq kv %(^
KvQov ßaQßaqiMf^ rfjv xaftl&ijv dlevgtov ij ahplziav verragtov alykotp . . .
17 dk xanl&ri dvo xolyixag ^Atxtxag kx^Q^v.
Wahrscheinlich ungriechisch. Der Anklang an xaTtiti-g ,ein Oetraide-
maass (Seite 243) wird also auf Zufall beruhen. Oder sollte das letzt^e
auch ungriechisch sein?
Tcasrß'Biv ,aushauchen^
Nur IL 22, 467 : (Andromache) ijgifce d^ i^onlaw, ano dk tlfvxijv hux'
Ttvaaev (,yerlor die BesinnungO und darnach Qu. Sm. 6, 523 : d^ ag* h
xovljjai tavva&elg tpvxjjv ov%i xoTCvaaev,
Dazu lat vapös- ,Ausdünstung' ; Lucr. 6, 952 : permdnat odor ftigusqve
vapösqve ignis] Att trag. 532: nemUfS eocpirante vapöre vides.
lit hv^ü ,hauchen^; Tcvefp^ti ,duften^; hväpa-s ,Hauch, Athem, Duff.
Die nächste Orundlage scheint das von Hesych angeführte xarcvg
,Hauch^ (xanvg' nvevf^a) zu bilden; dabei bleibt aber zu erwägen, dass
die oben angeführte aoristische Form mit -aa- eine alte Nominalform auf
vg zu ergeben scheint, wie es ganz ähnlich schon in Bezug auf kgveiv,
alt Fegieiv ,ziehen, reissen' (1, Seite 451) und igvea&ai. ,8chützen, be-
wahren^, ,zurückhalten^ (1, Seite 451) bemerkt wurde. Auch Formen wie
Tcewa'oafievog ,spannend' (IL 4, 112), hawo-ae ,er spannte aus, er erregte'
(IL 16, 662), avva^aea&ai ,yollendet werden^ (Od. 16, 373) und andere
drängen zu derselben Annahme. — Lat vapds- büsste offenbar einen alten
anlautenden Outtural ein und als ursprüngliche Verbalgrundform wird
*hvap' anzusetzen sein.
'
Griechische Etymologie. 245
xaütvQö'q ytrocken^
Epichann. (bei Athen 2, 52, B) : nanvQa TQwywv xaQva. Antiphanes (bei
Athen. 3, 96, B): xoiqIwv axiXri xaftvqa. Theokr. 6, 16: cog an anav&ag
Tai xanvQal xalxaiy %6 %aXdv ^igog avUa q>Qvyeu Theophr. Pflanz.
3, 11, 3: (jieXla) .... (pXoiov di Xelov %xet nanvQOv dk xal XeTtxov,
Theokr. 2, 85: aUA fii Tig xartvqa (,hitzig') vooog k^alka^e. Theokr. 7,
37: xal ya^ iywv Moiaav xanvqdv (,hell nnd rein^?) avofia. Alkiphr. 3,
48 : xal twv filv eiwxovfiivtov nokvg xal xanvQog i^exV'^r] yiktag. Nossis
(in Anth. 7, 414, 1): xal xanvgov yelaaag TtaQaf^elßeo. Athen. 15, 697, B:
ovTog yag rag xanvQünigag (pdag aOftd^erai [aSlXXov vtSv ianovdaofiiytov.
— Dazu: xartvQl^etv ,8chwelgeri8ch leben'; Strabo 17, 1, 16: Moti d'
cSrri xaroixla . . . dialrag ^x^"^^^ ^^^ anotpeig %olg xaTtvQl^eiv ßovlo-
fiivoig xal dvögaai xal ywai^Lv.
Die Bedentongsentväcklnng des etwas nngewöhnlicheren Wortes ist
nicht nach allen Bichtnngen verständlich. Als etymologische Grundlage
nimmt Fick 1^, 382 dieselbe an wie im Schlusstheil von agvo-xoTto-g
,Brot backend' (Hdt 1, 51 ; 9, 82; Xen. an. 4, 4, 21) und in lit Tchpü ,braten,
backen'; ob mit Recht, bleibt fraglich. Die Suffixform ist dieselbe wie
in ix^Qo-g ,stark, fest' (1, Seite 283), oxvQo-g ,haltbax fesf (1 , Seite 527)
und noch anderen Bildungen.
xajv6ifiO''V, ein Gebäck.
Athen. 3, 113, D: eig dk va xanvQia %a xalovfiBva TQoxra pil^Big waneQ
xal elg agrov.
Schliesst sich wohl unmittelbar an das Vorausgehende an und würde
damit die angeführte Vermuthung Ficks noch etwas wahrscheinlicher machen.
xojvöQiO'V, Bezeichnung einer Feigenart
Athen. 3, 78, A: olda dk xal aXka avxiov dvofxata keyöfieva' ßaalXeta . . .
GagxeXaq)€ia, xanigia^ Ttixgldia . . .
Von dem Vorausgehenden vermuthlich gar nicht verschieden.
xdütjtaQi'q ,Eapper', ,Kappemstrauch'.
Timokles (bei Athen. 13, 567, E): alX^ fytay' o dvoxvxns Ogvvrig igaa-
d'slgy ^vlx }kc rijv xartTtagiv avviXeyev ovfto) r* elx^ oaanBQ vvv ^€£.
Theophr. Pflanz. 6, 5, 1 : %o di Tijg xannagiog Xäiov äarteg iXix^ naqd
raira' xal yag rb q>vXXov irtaxav^l^ov l^^t xal tov xavloy ovx tSoneg
6 q>iiag xal Ift7c6q)ewg dvdxav^a roig tpvXXoig. Diosk. 2, 204: xarcnagig
. . . &afiv6g iatlv axay^ddrjg , ijtl yijg yvgoeidwg iargaifÄivog . . . ^wv
. . . xagTtbv dk olov ilalag, og avoix^elg Xevxov ngoterai äv&og' ov ne^
aovTogy evglaxerai ti olov ßdXavog knifirjxfjg, oneg dvoix^kv ^6c xoxxovgy
woneg ^oiag, fiixgovg, igvd'govg.
Wahrscheinlich ungriechisch.
%€Lsn>6-q ,Sauch^
U. 1, 317: xviaari d* ovgavbv Ixe ßekiaaofiivri negl xanvi^. IL 21, 522 r
lag d^ ore xanvbg Uov elg oigavbv evgvv Ixdvei FdareFog aid^of^ivoio.
Od. 1, 58: 'Odvaaevg ßiifxevog xal xanvbv ano&gwaxovra voßrjaai ßijg
246 Griechische Etymologie.
yalrjg d'aviuv Ifieigeiai, Od. 19, 18: irrea . . . tck fioi xava folKOv axti-
dia xanvog afiigdei. Od. 12, 202: xanvov xal fjiiya xvfia FLiov xal dotJ-
nov anovaa.
Dazu lat vapö-s jAusdünstang' ; Lucr. 6, 952 : permänat odor ffigtisqve
vapösqve ignisy Cic. n. d. 2, 10: agvärtim : eärum enim qvasi vapor gvidam
äer hahendus est; Verg. Aen. 7, 466 : volat vapor äter ad auräs (ans dem
Kessel mit siedendem Wasser).
Dazu lit hvdpa-s ,Hanch, Athem, Duft'.
Das selbe Suffix trat bereits entgegen in Itwo-q fiten j Backofen,
Küchenherd' (Seite 31) und unbetont in vnvo-g ,SchlaP (Seite 153) und
anderen Formen. Die zu Grunde liegende Verbalform ist dieselbe wie
in xttTtveiv ^aushauchen' (Seite 244).
xdbtQO'q ^Eber'; darnach auch wi Seefisch.
n. 1 1^ 324 : wg ote xaTVQiü h xval -dTjQevrfjOi fiiya q)QoviorrB 7ciat]Tov.
IL 5, 783 = 7, 257: Xelovai ßeßoixoteg wfiog)ayoiaiv fj aval xdTtQoiaip.
n. 17, 21: ovT^ ovv TtaQÖdkiog roaaov fiivog ovve Xiovxog ovre avog
xartQov 6h>6q)Qovog, 11.19,197: xoTtgov iroifiaadtw, va/iieiv JiFL t*
^ILFeXlip TS. Od. 11, 131 »-* 23, 278: agvetov tccvqov t6 avcSv v* iTti-
ßr^Toga xingov. — JPhilem. (bei Athen. 7, 288, F): ei d' %laßov Sqti . . .
fj '$ "Aqyovg xangov, Arist Thierk. 4, 103: ol d* txdveg ägxovoi fidv
elaiv . . . \f)6(povg di vivag aq)iäat xal vQiyfÄOvg ovg kiyovai q>üivelVy
olov Xvqa xal XQ^f^^ — ovtol yctg dq>iaGiv äarcBQ yQvXiOfiov — , mal 6
xd/cQog 6 iv t(^ lAxcixiqt,
Lat capro- (caper), Ziegenbock'; Verg. ecl. 7, 7: vir greffis ipse caper
deerräverat; Hör. carm. 3, 8, 7 : vöveram . . . älbum Utherö caprwn.
Altn. hafr ,Ziegenbock' ; Hymiskv. 7 : hirdhi Kann hafra ,in den Stall
brachte er die Böcke'; 20 und 31: hafra dröttinn ,der Herr der Böcke'
(d. L Thor).
Bedeutete wohl ursprünglich allgemein ,den männlichen (befruchtenden)',
sein Ursprung aber ist nicht verständlich. Das gleiche Suffix trat bereits
entgegen in ofißgo-g ,Begenguss' (1, Seite 556).
xijt^o-q, ein Wasservogel, wahrscheinlich ,Blässhuhn'; darnach auch
Jemand, der leicht zu bethören ist, leichtsinnig'.
Arist Thierk. 8, 48 : na^q>ayov ydg kaviv. &£ dh Xagog 6 kevxog xal
xi7tq)og. 9, 127: ol di 7Linq)oi aUaxovxai %(p dq)g(p' xditxovai ydg avrov.
— Ar. Friede 1067: xal xi7tq>oi Tgrjgwveg dlwrcexidevai fcifteio&e, äv
doliai xjJvxcclf öokiai q>gev€g. Ar. Plut 912: oif ydg 7tgoar^x€i rfjv kpiav-
%ov fioi ftoXiv eiegyerelVj w xi7tq>B.
Die Beurtheilung der selteneren Lautverbindung 7t(p macht Schwierig-
keit; sie begegnete schon in d7C(pv-g, Schmeichelname für ,yater^ (1, Seite
77) und dftfpd, schmeichelnde Anrede von Geschwistern (1, Seite 77),
findet sich sonst noch in axv7tq)0'g ,Becher', das Athenäos (11, 498, A — C)
aus Hesiodos, Anaximander und Anakreon anführt, im Eigennamen Sa7cq)w,
äol. Vd7tq>ü} (Sappho 1, 20) und in dem ungriechischen adrtq>Bigo-g ,Sapphir^
Griechische Etymologie. 247
(Theophr. Steine 8; 23; 37; Diosk. 5, 156). — Wahrscheinlich ist das von
Hesych angeführte xefirtö-g ^leichtsinnig^ (7C€fi7c6-g' xovq>og, kXaq>Q6g av
x^QVjTtog) eine nahzugehörige Form und vidleicht auch x€fiq>ag ,Hirsch^
{TUfjL(pag' %i.a(pog). So scheint weiterhin sich ein Zusammenhang mit altind.
capälä' ^beweglich, schwankend, leichtsinnig^ (Mbh. ; Hit) zu ergeben, das
man wohl nicht mit Unrecht mit altind. kämp-atai ,er zittert^ (Mbh. ; Begh.)
zusammengestellt hat
xost-- monreiv (aus *x6n:j€iv, wie zum Beispiel durch das Perfectparticip
xexoTtwg H. 13, 60; Od. 18, 335, und das aoristische yLOTcivT- ,geschlagen^
Aesch. Ag. 1278. Thuk. 8, 13 erwiesen wird) ,schlagen, hauend
n. 10, 513: xoi/;e d' Vdvaaevg ro^qj (nämlich %nnovg). IL 13, 60: axij-
navlip yaiijoxog eivoalyaiog a/iq>o%iQOJ (d. L AXFavTe) x&coTtwg Ttlijaev
fiiveog, IL 11, 146: tov av x^i^^^ i^evagi^ev . . . arto %" av%ha noipag,
IL 12, 204: xo^e yaq aviov (nämlich ÖQaxwv alßerov) Jsxovta xora artj-
^og Ttaqa degßijv idvm^elg onlaw, IL 13, 203: x€q>al'qv d' ctTcalijg dttb
^BQßijg xoxpev Vßiliddrig. IL 18, 379: xonve (,schmiedeteO öh deofiovg
(nämlich ^ä^aiaro^). Od. 14, 425: noxpB d* avaaxofievog axlCrj dgvog (näm-
lich vv) . . . vov d' iXiTte ipvxrj- — Dazu: xoTco-g ,das Schlagen^ (als
Zeichen der Trauer, womit zu vergleichen Aesch. Fers. 683: rlva noXig
Ttovoia^ o%Xov azivoi, xhcomai; Fiat Staat 10, 619, C: nLOTtvead'ai %e xal
odvqea&aL Tfjv aigeatv)] ,Ermüdung, Mattigkeit' (»»? ,6eschlagensein'; wo-
mit zu vergleichen Flut Fhok. 7: veavlaxov . . . xontovrog avzbv kqwvii-
fiaaiv axalQOigj ,mit Fragen quälend, ermüdendO; Eur. Tro. 794: rade aoi
dldofiev nli]yfia%a Tigarog atigyuiv %e xoTtovg, Aesch. Gh. 23: laXtog ha
dofAiov ißav xoav rcgoito^nog o^vx^igi avv xoTttf, — Soph. FhiL 880: iV*
fivbi av TLOTtog jU* oTtakka^ Ttori, ogfidfie^^ ig vavv. Eur. Fhoen. 852:
xoTCffi Tcageifiai, Eur. Bhes. 124: aXXa argatov fjthv ijavxov nag danL-
dag evöeiv iuifiev ix xonuiv dgcKpctTiov.
In den verwandten Sprachen scheint die genau entsprechende Form
nirgend mehr als Verb lebendig zu sein. Am Nächsten steht ihr wohl
lit hapöti ,hauen, kleinhauen^
*xojt' oder wohl eher *x£jr- ,backen, braten', ist zu entnehmen aus agTo-
-xoTto-g ,Brot (zu vergleichen Fiat Gorg. 518, B: QaagLwv 6 dgroxorcog
... fikv agtovg ^avfiaOTOvg nagaaxevä^wv) backen'; Hdt 1, 51 : sXdo}-
Xov x^t)(7£oy T:gLniqxVy t6 JeXq>OL r^g agroxonov vijg Kgoiaov elxova Xi-
yovai elvai, Hdt 9, 82 : xeXevaai xovg %e agvoxoTtovg xai xovg bxponoioig
xata %av%a xad'wg Magdovii^ deiTCvov nagaaxevd^eiv. Xen. an. 4, 4, 21 :
17 OTtrp^ iq TigißaCfiv icXo) . . . xal ol agxoxonoi xal ol oivoxoov (paaxov-
xeg elvai.
Lit Jcq^ti ,braten, backen', k^ala-s ,Brof .
Zu dem angesetzten *x€7r- würde sich -xono-g verhalten wie zum Bei-
spiel veo-igono-g ,frisch gepflückt' (Aesch. Schutzfl. 354) zu ögin-eiv ,ab-
pflücken' (Hom. hymn. Dem. 425; Od. 12, 357), loo-ggoito-g ,gleichwiegend,
gleichwerthig" (Aesch. Fers. 346; Hdt 5, 91) zu ^iTt-eiv ,sich senken, schwer
248 Griechische Etymologie.
wiegen, (II. 8, 72; 22, 212), xQono-g »Wendung, Art und Weise^ (Find. Ol.
11, 77 ; Hdt 2, 108) zn tgin-eiv ,wenden, drehen* (11. 8, 399; 13, 7; 3), xio-
no-g ,Dieb' (Hom. hymn. Herrn. 276) zn xXin-^eiv ,8tehlen* (IL 1, 132; 5, 269),
kono-g ,Schale, Binde' (Od. 19, 233) zn Xän-eiv ,ab8chfilen* (IL 1, 236). —
Es ist hier noch anzuführen, dass neben d^o-xono-g auch noch ein gleich-
bedeutendes — und wohl nur dialektisch von ihm verschiedenes — d^o-
'Ttono-g (Hesych: aQzononog' o niaawv iv i^aattjQlqf, Bekker an. 447,
25: aqroTtonov xal ^AtxixoI xal ^ItJveg lov a^onoiov) begegnet, dessen
Schlusstheil deutlich auf n^n- ,kochen, backen' (Ar. Friede: 6 nhxxovg
ninemai. EkkL 843 : nonava nitrerai, Frösche 505 : inetrev agrovg)
und damit auch auf altind. pdc- ,kochen, braten, backen' (BV. 10, 86, 14:
ükshnds hi mal . . . pdcanii ^Ochsen braten sie mir*) zurtickffihrL So drängt
sich die Vermuthung auf, dass das angesetzte '^xeTt- nichts anderes ist als
die Umbildung eines alten ^nex-j wie ganz ähnlich auch ^oxen- ,schauen'
(axiferea^ai IL 16,361; 17, 653; dazu axo7c6-g ,Späher, Wächter' IL 2,
792; Od. 4, 524), da ihm ht spec-ere ,erblicken' (Enn. ann. 402: spexit;
Plaut Cas. 516: specitur), nhd. spähen^ altind. spag- ,schauen, sehen' (BV.
1, 10,2: dqpasfha — aus *dspagta — ,er erblickte'; dazu späg-am ,den
Beschauer' BV. 4, 13, 3), genau entsprechen, offenbar erst aus einem alten
*an€x umgebildet wurde.
xdjrc-s ,Schwätzer'.
Eur. Hek. 132: ngiv 6 noixii.6q>gwv xonig ^dvloyog örjfioxagiaTrjg
uiae^iddtjg neL&ei otQatiav. Lyk. 763 : axkaivog %xtrig fci^fiomjv kvyqtiv
xomg %bv fiv&OTcXaaTrjv i^vXaxxi^aei yiov. 1464: MelayxQalQag xomg
Nfjcovg ^vyoTQog.
Scheint sich an xon- : x6n%eiv ,schlagen, hauen' (Seite 247) anzuschliessen
und bezeichnet wohl zunächst ,den Peiniger, Quäler', wobei Plut Phok. 7:
veavLaxov . . . xoTVtovxog avxbv igunriiiaaiv (,mit Fragen quälend, ermü-
dend') sich zu nächstem Vergleich bietet Das Suffix wie in i^i-g ,Schlange'
(1, Seite 385), oq>irg ,Schlange' (1, Seite 531) und sonst oft
TLoatlö' {xoTclg)j eine bei den Lakedämoniem eigenthumliche Mahlzeit
Eratin. (bei Athen. 4, 138, E): o^' ai.rjd'üig rolg ^ivoiaiv Motiv, wg iA-
yova\ ixel naai voig ik&ovaiv. h %fi xonldi ^oivaad'ai xaldSg. Eupolis
(an der selben SteUe): xai yivrfsai %oiade adfiegov xonLg*
Wohl das selbe mit dem zu xon- : xjoTtxeiv ,schlagen, hauen' (Seite 247)
gehörigen xonld- ,Schlachtmesser, Opfermesser' (Eur. Kykl. 241 : ovxow
xjonldag wg %i%ia%^ hav ^^eig fioxai^ag;): es wurde bei der xonld- ge-
nannten Mahli^eit auch geopfert (Athen. 4, 138, F: &vovai d' Iv %alg xo-
nlaiv alyag. 139, B|: ^ovai dk xal %ovg yaXad^vovg OQ&ayoQlaxovg xal
naQOTi&iaaiv iv %y d-olvfi %ovg invbtag uQtovg).
xojtn/lj eine Euchenart
Sopatr. (bei Athen. 14, 649, A): vlg d' ivaQl&fiov iirpifavog evQc xonvag ]
Straton (in Anth. 12, 212, 5): ovxht ooi xonr^g (plhai nldxeg, Artemid.
I
GriechiBche Etymologie. 249
Träume 1, 72: xonral de xal otjaofÄideg xal nvqa^ol dya&a näai (näm-
lich at]fialvovai\ ^aXiata öl toig dlxrjv ^ovaiv.
Gehört vielleicht zu *xo7r- oder *x€/r- ,backen, bratend
Tcojtnq fSchnittlauch^
Athen. 14, 648, £: to fihv d^aXiaaiov nqaaov 'Aomtqv q>iqai Tiakeia&ai
Jiovvaiog 6 ^Itvxaiog iv ißdofiip rew^yinLuiv.
Man darf vermuthen, dass es sich an tlojv- : xonteiv ,schlagen, hauen'
(Seite 247) anschliesst Möglicher Weise ist es von dem vorausgehenden
gar nicht verschieden und jedenfalls mit dem selben participiellen Suffix
gebildet
xötf^cxo-g ,AmseP.
Nikostrat (bei Athen. 2, 65,- D): ayogaaov xai vrjTtla onoaa av ßovlec
xal xlxXag xal xoiplxovg. Aristophon (bei Athen. 6, 238, D) : vnal&Qiog
Xeifiwva diayeiv xoxpixog.
Dieselbe Suffixform trat schon in ogQixo-g ,Eorb' (1, Seite 266) entgegen.
Mit dem ersten Theil des Wortes aber stellt Fick 1^, 389 altslav. kosü , Amsel'
zusammen und trifft damit wohl das Kichtige: er vergleicht in Bezug
auf den Verlust des alten Labials vor dem Zischlaut treffend altsL vosa
,Wespe', das wie lit vapsä ,Bremse' lehrt, den gleichen Verlust erlitt
xöütQO'Q ,Mist, Dünger, Eoth'.
Od. 9, 329: xal to fihv (nämlich Fq6nah)v) ev xaridr^xa xarax^vifjag
vno TcoTtQfp. Od. 17, 297: xvtav , . . dtj rore xelr^ aTtö&eavog aTtoixof^i-
voio ßavaxTog iv noXXji xoTCQipj ^ Foi nQOTtogoi&e dvQatov fjfAiovwv %b
ßoFiHv TB FaXig xixv%\ og>Q* av ayoiev dfineg ^Oivaa^ßog %inevog ^liya
xonqriaov%€g, IL 22, 414: nav%ag 51 kiraveve xvkiydofievog xoto xouqov,
IL 24, 164: aiJiq>l ök TtokXrj xortQog bbv xBq}ak^ %b xal avxivt Toio yiqov-
Togj %r^v ^a xvlivdofiBvog xara^r^aato j^e^aiv kFyaiv,
Gehört wohl zu altind. gdlcrt- (Genetiv gahnds AV. ; Instrumental (dkna
VS.) ,Koth'; EV. 1, 161, 10: gdirt dikas dpa abharat ,einer trug den Koth
fort^. Das Suffix aber ist das selbe wie in xanqo-g ,Eber' (Seite 246).
xfino-q ,Garten', dorisch xano-g (Find. OL 3, 24; 9, 27; Pyth. 9, 53).
IL 8, 306 : fjn^xwv d * äg higwoB xdgrj ßaXBVy ij t hl xi^Ttq) xagra^
ßQi^ofÄivTj. IL 21, 258: wg d* St* dvijQ oxBtriyog ano TcgrjVTjg ^Bkaviögov
o/i (pvxd xal xii]7tovg vdavi ^oßov '^ysfiovBVf]. Od. 4, 737: dfiw^ i/i6v . . .
(der) xal fioi xrjrcov ^Bi nokvdivÖQBOv.
Ungewisser Herkunft Vielleicht gehört es unmittelbar zu nhd. Hube
oder Hufe, ahd. huoba ,abgemessenes Stück Landes^, mit dem man es
schon früh zusammengestellt hat
xflsto-qj eine geschwänzte Affenart (?).
Diod. Sik. 3, 35, 6: 6 dk XeyofÄBvog xijnog — to dh nqoaianov B%oiv
S^oiov liovTi, to Xoinov awfia q)iQBt fcdv&rjQi TiagaTtXr^aioVj tcX^v xoij
fiByi&ovgj o Ttagiaoürat dogxddt. AeL nat an. 17, 8: üv^ayogag iv tolg
Ttegl vijg *Egv&gag ^aXdtTTjg XiyBi ^<p6v xi ylvBa^ai x^^^orloy negl to
niXayog exeivo, tov xaXov/iBvov xrnov . . . tÄ filv dri negl t^v xBq)aXfiv
260 Griechische Etymologie.
QVT(^ xai ro vfL%ov mal ttjv qoxiv ig rr^v ovgav tekBvxwvra drLQaxtag
ftvQQci iati . . . yaOTTiQ dk kevKrj näoa.
Wird ungriechisch sein, der Anklang an altind. kapi-s ,Affe' (BV. 10,
86, 5) aber auf Zufall beruhen.
xcojr- (xctii/;) ^Zwergohreule', eine einigermaassen zweifelhafte Nebenform
zu axtin- (Od. 5, 66; Arist 8, 39; 9, 104. Siehe später).
Aelian (n. an. 15, 28) giebt an: KaXXliiaxog äk ovo q>riaiv elvai yivrj
OKCCJTCwv . . . Xiyei de HgiOTOTiXifig rovg naq ^Ofirjgqf äia tou afyfia fi^
kiyea&ai, äkXa anhUg dvofiaC,Bü&aL xiSfcag. AthenäOB (9, 391, G und D)
berichtet: 6 de Mvvdiog lAXi^avÖQog (ptjat rovg naq ^O^Tjgqf X^Q^^S fov
a xfinag elvai xal IdgiatOTikrj (Arist Thierk. 8, 39 und 9, 104 steht aber
nur oxo/TT-) ovvwg avrovg (ovofiaxivai . . • xai 27C€vai7C7tog d ' h devTiqi^
^OfxoLo)v x^Q^S '^ov a xwTcag avTOvg ovoiiaCßu
xi&jtri ,6riff^ (Schwertgriff, Budergriff und ähnlich).
H. 1, 219: irt^ dgyvQijj xwfCfi axi^Bx^lQo. ßageiav. Od. 11, 531 : ^Itpeog
d' €7C€f^aleT0 TUüftfjv. Od. 9, 489 «»10, 129: FstdQOLOL d* i/coTQvvag hii'
kevaa ifißaUeiv xvinfjai. Od. 21, 7: eiXeio de xktjßida . . . xcJ/ii} d' iki-
(pavzog kTtrjev,
Schliesst sich an %aic- : xärczeiv ,8chnappen^, ursprünglich wohl ,8chnell
zugreifend fassen' (Seite 241). Das Vocalverhältniss wie in Qwyalio-g
,zerreissen* (alt FqwyaUo-g 11.2,417; Od. 13, 435; 17, 198) neben dem
participiellen ^ayivr- ,zerrissen' (Aesch. Ag. 505; Soph. Bruchst 873) oder
im präsentischen TQwyeiv ,essen, fressen' (Od. 6, 90) neben dem aoristischen
xaT'ivQayov ,sie frassen auf' (Ar. Ach. 809).
x^jr-T€iv ,sich bücken' siehe unter xt)^)-.
xvjtaTtiö' (xvTcavTlg) oder x'6jtaööi'q ,ein Kleidungsstück'.
Alkäos Bruchst 15, 6: fCOQ äe Xakxidcxai onad'ai, nag db ^tifictra
nokka xai xvncnTideg (,Waffenröcke'). Ion (bei PoU. 7, 60): ßQoxvv klvov
xvTtaaaiv ig (xriQov fdioor ia%ak(iivog. Persa (in Anth. 6, 272, 1) : t^wfia
TOij w ^a%wt, xai dvx^efioevra xvrcaaatVj xai ^Irgav fiaOTOlg a<piyx%a
rcegcfckofiivav, drjxaTo Tifiaeaaa. — Dazu wohl: xvjtäö- {xvndg) ,ein
Kleidungsstück'; Lyk. 333: aeäk. . . xgvipei xvndg Tig xeQfiadwv iTCOfjLßqiq.
Dunkler, vielleicht ungriechischer, Herkunft
'xvstdifiCöa^ jCypresse'.
Od. 5, 64: vkv^ 6h aniog afi(pi netpixei Tfjke&ooßaa, xkij&Qrj t' atycigog
%e xai evviörjg xvnaQiaoog. Hdt. 4, 75: al ök yvvaixeg mvciv vÖcjq na-
Qoxiovaai xataadxovOL Tcegi kld^ov tqtjxvv vf^g xvnaQiaoov xai xiÖQOv
xai kißdvov ^vkov. Hermipp. (bei Athen. 1, 27, F): ij äk xakfj Kqijvi] xv-
ndgiTTov roiai d'BOioiv . . . nagix^i.
ungriechisch. Als Ausgangsform gilt (Aug. Müller bei Bezzenb. 1, 277)
hebr. g&pher (nur Mos. 1, 6, 14)^ das einen harzigen Nadelbaum, vielleicht
die C^resse bezeichnen soll. Woher aber die Suffixform? Darf man
in Bezug auf sie vaQxtaao^g ,Narcisse' (Hom hymn. Dem. 8, 428 ; Soph.
Oed. KoL 683) vergleichen?
Griechische Etymologie. 261
TföJtBQo^q ,eme gewürzige Pflanzet
Hdt4, 71: %rv dk vrjdvv dvaaxia^eiaav xal xad'aQ&elaav, Ttkirjv xü-
niQOv xeaofAfxivov xal -dv^if^fiarog xal aeklvov OTtiQfiatog xal ävrjaov,
avv€QQafi/Äiv7]v onLata. Flut mor. 383, "Eti %o dk xvgfi fityfia fiiv ixxald&ux
fJ€Qwv avvxid-Bfjiiviav iarl, fxikitog xai oXvov xal axaipLdog xal xvniQov
(man hat geändert in xvrtBlQov).
Möglicher Weise nur eine dialektische Nebenform zu xvTCBiQo-g ^Cyper-
gras^ (siehe etwas weiterhin), üebrigens trat eine Suffixform eqo schon
in €%QBQO'g ,Enechtschaft' (Seite 111) entgegen und wurde unter ihm auch
in weiteren Beispielen belegt
xi)üisXXo-v ,6echer^.
IL 1, 596 : ^Biärioaaa de naidog idi^aro ^ee^i xvftekkov (das Vers 584
genaimt war dinag afiq)ixvnekh)v), II. 3, 248: q>iQe de XQfjtrjga (poFeivov
xriqv^ ^Idaiog TJÖe XQvaeia xvnekka, IL 4, 345: IV^.a q>lV OTtvakea xQea
%dfxeyai rjde xvneXka ßoivov /civifievai fieXißtjöiog.
Die Suffixform -ekko ist eine sehr ungewöhnliche im Griechischen, ent^
sprang wohl aus *eijo und wird dann zunächst auf ein einfacheres -eko
(wie moßeko-g ,Spie8s' 1, Seite 517; ixeko-g, alt FLxeko-g ,ähnlich, gleich^
Seite 24, und sonst) zurückführen. Die zu Grunde liegende Verbalform
tritt nirgend mehr lebendig entgegen; wie weit aber etwa ein öfter an-
genommener Zusammenhang mit xinri (oder xvTtrj?) ,Loch^ (Hesych: xvTtij '
rQtüykfj)] eine Art Schiff; eine Wohnung aus Holz und Heu (Hesych: xv-
naC elöog %i vewg, xal al i^ vkrjg xal xoqxov olx}^aeig)j altind. kü'porS
,Grube* (RV. 1, 105, 17) oder lat cüpa ,Tonne' (Caes. b. c. 2, 11), besteht,
ist keines Weges deutlich. Möglicher Weise besteht ein solcher mit lit
Jcuprä ,Buckel, Höcker' und kümporS ,krumm^
xvjtöeiv ,umstürzen^
Lyk. Ttgrjr^ Ö^ ofjialfivjv navra xvmiaag öof^ov, Nik. ther. 705: %ekvvriv
... Triv ö^ ava-xvmaaag xe<pakrjg and dv^iov aQQ^ai fiaikidi xahnelti*
Lyk. 137: ava-xvTtwaag Qifziv.
Scheint als eine Art Causalform (?,sich bücken machenO im Anschluss
an xvTt-xeiv ,sich bücken' gebildet zu sein, obwohl dessen Grundform als
xvtp" (siehe weiterhin) scheint angenommen werden zu müssen.
Tt'ÖJtBiQO'V oder x'öjteiQo-q ,Oypergras'.
IL 21, 351: xalexo dh kairog ze fiök S'Qvov ijdi xvneiQOv, ta Ttegl xaka
giFed'Qa Fakig nozafioio 7teq>vxeu Od. 4, 603 : rteöLoio ßavaaaeig eigiPog^
((t 1h t fikv kunog nokvgj iv di xvneiQov. — Hom. hymn. Herm. 107 : ßoig
. . . kunov igenTOftivag ijd' kgai^ßevTa xineigov. Ar.Frösche243 : (ßargaxoi :)
• . • el drj noi* eit]kloig iv aftigaiaiv rjka^ead-a äia xvTrelgov xal (pkita,
Dunkler Herkunft Bezüglich des Suffixes ist aiyeigo-g ,Schwarzpappel'
(Seite 86) zu vergleichen; xv/ceigo-g liegt neben xvjtetgo-v wie oveigo-g
,Traumbild^ neben oveigo-v (1, Seite 541).
xi)ipBXo'q ,Hausschwalbe^
Arist Thierk. 9, 108: ol dk anoieg, ovg xakoval %iveg xvipikovg, o%i
252 Griechische Etymologie.
fXBv o^oioi raig x^^^^aiv eialv^ eiQrjrai nQoteqoy .... ovtoi veovrev-
ovaiv h Tivtl^eXlaiv ht TtirjXov nenkaafjiivaig (LiaxgaiQy oaov eiaövaiv ix^vaaig.
Offenbar im engem Anschlnas an das Folgende gebildet, ohne ein be-
sonderes Kennzeichen der Ableitung zu tragen.
xv^iXri ,H5hlungy Ohrhöhle'; ,0hren8chmalz'; — ^Behältniss, Kasten, Korb';
^Bienenkorb'.
Pollux 2, 85: roTy yh firjv üjtwv . . . . to 6k evöov xvipikrj, aq>* ^g c
^nog xvxpellg. Hesych erklärt: nvtpikai xal -Kvil^eUdeg' 6 h rolg walv
QVTtog awiaxifievog .... %al %ov wrog %o MyxoiXov. — Hdt. 5, 92, 4 und 5 :
delaaaa dh fi'^ . . . to naidlov anoKtxelvfaai, q>iQOvaa yLancmqvjcxBi ig vo
dq>Qaa'c6%ax6v ol iq>alv€To elvai, ig xvipikrjv . . . . o naig ccv^dvero, xal
ol diaq>vy6vri tovtov %bv nclvövvov ano Trjg xvxpiXrig iftwvvfjtlriv KvtpeXog
ovvofÄO häd-fi. Ar. Friede 631 : xd/iov kl&ov ifißakovreg i^fiidifivov %v-
ipikriv aniükeaav. Paus. 5, 17, 5: ig xovttjv rrjv kd^onca Kvipekov ....
aTcixQvtpev Yj fii^xriQ .... rag dk kaQvaxag ol %6%e ixakovv KoqLv&ioi
xvipikag, oTto xovxov di xal ovofia Kvjpekov %ifi navil &iad'ai käyovai.
— Plut mor. 601, C: ^f^elg äaneQ fivQ/irjxeg rj fiiktriai fivQ/ÄrpctSg rj xv-
xfjikt]g ixneoovxeg ddijfiovovfiev xai ^evona-d'ovfiev.
Da der innere Zischlaut ohne Zweifel auch suffixal ist, kann man dyikri
,Heerde' (1, Seite 112), ve<pikri ,Wolke' (IL 2, 146; 5, 186) und ähnliche
Bildungen nicht unmittelbar vergleichen, eher solche wie ftiiiekri jFett'
(Soph. Ant 1011 ; Hdt 2, 40; 47) und »v^ikri ,Opferplatz' (Aesch. SchutsfL
668; Eur. Schutzfl. 64; Bhes. 235). Auch das scheinbar anklingende da-
ipikig- ,reichlich' (Hdt 3, 130; Plut Marc. Gat 25) liegt wohl weiter ab.
Wie weit etwa ein Zusammenhang mit xvTtekko-v ,Becher' (Seite 251) oder
auch mit xv^ßri ,Kahn' (Soph. Bruchst 123), ,Oefäss, Becken' (Philemon
bei Athen. 11, 483, A; Nik. al. 164) und vielleicht mit xvße&Qo-v ,Bienen-
zelle' (Hesych: xvße&qa' rd xüv ^ekiaawv) bestehen mag, ist nicht deutlich.
x'ijtQo-q ,Hennastrauch', aus dessen Blüthen ein wohlriechendes auch als
gelbes Färbemittel gebrauchtes Oel gewonnen wurde ; dann auch dieses OeL
Nik. al. 609: xvngov %b ßkaotela veav^ia . . . noQOig, Diosk. 1, 124:
xvTtQog divÖQov iaxl Ttegl xälg ^dßdoig qyikka %xov ikaltf TcagaTvkqaa
. . . ävdTj kevxtt, ßoTQvwdt], evüidri . , . yevvarai de agloxri iv xjj Idaxa-
kwvi xal Kavojfcrj .... ro dh axevaCofievov i^ avxov (d. L xoi av&eog)
Xglofia xvTtQtvov . .. evajdeg. Anth. 4, 1, 42: iv d* Sq* aixaqctxov ^xe
. . . g>olviaadv xe vhjv xvtiqov an uivxindxQov, — Theophr. odor. 26:
x'^g di xvTtQov ri fihv igyaala Ttagankrjala xjj xou qoöIvov,
Wild nach der gleichnamigen Insel benannt sein.
xiifftQO'Q ,ein Getraidemaass'.
Pollux 4, 169: xvTtgov dk xb ovxm xakovfievov fxizQov &^qoig av nagd
[tOxaltp (Bruchst 141 bei Bergk) iv deirxigfp fiekiov. Hesych erklart:
xvTtgog' fiixgov aixrjgov.
Wohl des selben Ursprungs wie das vorausgehende. Oder möglicher
Weise mit xvnekkov ,Becher' (Seite 251) zusammenhängend.
Griechische Etymologie. 253
Tuztäy Adverb und Präposition (mit Genetiv oder Aconsativ)^ mit der Grund-
bedeutung yherab'; bei Verben auch zur Bedeutung ,bis zu Ende, ver-' oder
ähnlich entwickelt, als Präposition auch zu ,durchhin, überhin, entlang',
^entsprechend, gemäss, zufolge' und noch sonst wie.
IL 1, 143: Ging xctra öqxqv %iFovaa, II. 4, 157: xora 6' 0Q%ia TCiata
fcoTTjaay. — IL 1, 40: xara nlFova fitiQl* hirjfa tovqwv ^d' aiyciv. IL 1,
460: firjQovg %* k^irafjiov yLocta re nvlaarj htoXv^Jav dlfctvxa TCOifijaavreg.
Od. 10, 238: ßQaßötp neTtkrjyvla xara avtpeoiaiv ißiQyvv. — IL 1, 44:
ßii dh xqt' Ovkvfjinoio xa^vuy. II. 6, 232: xa^' ^rtnuiv aßl^avre.
11.13, 504: alxfiij d^ AiveLao KQadaivofiivrj xora yalrjg ^x^^* 11.3,
217: naxa x&ovbg ofxfjtara Ttij^ag. IL 13, 737: TQweg ... xata reixog
%ßfiaav. n. 1, 318: äg ot fiiv to nivovro %a%a axQozov, IL 2, 130: Tqojwv
Ol valovoi xata ntokiv. IL 1, 424: x^'^^ ^ßv ^^^^ öaira. IL 1, 193:
^fog %avd^ ÜQfiaive xcna q>Qiva xal xata d'Vfxov. — IL 1,286: val
dij tavra ye narra, yiqov, xaxa iioiqav efeiTteg. IL 1, 136: yigag . . .
a^aoryrß^; xora ^vfiov. — Mit verändertem Accent begegnet xava bei Nach-
stellung, wie Od. 10, 349: a^q>l7toXoi . . . TiaGageg^ ai ßot diSfia xora
ÖQi^areiQai %aaiv oder in Verbindung mit Verbalformen, wie H. 2, 699 :
%6%B d' fjdri ^ev xava yala fiikaiva und II. 17, 91: el fxäv xe klrto) xdra
revxBa xaXd. — Dazu: xarw ,hinab'; ,unten'; IL 17, 136: nav di t' im-
axvviov xoTCii ^kxerac oaae xaXvrcTCjy, Od. 23, 91 : 'qato xario oqowv. —
Hes. th. 303 : h^a di foi (d. L der Echidna) aniog iarl xdrw xoHlji vno
nitgj]. Soph. Oed. KoL 1563: öldov fioi ^ivov i^aviaai /i6g(p rov Ttay-
xev^ XQTU) vexgdiv nlaxa, — xatal ,hinab', eine ungewöhnlichere Form,
doch schon im homerischen xatai^ßccro-g ,wo man hinabsteigen kann'
(Od. 13, 110).
Etymologisch noch unaufgehellt Fick 1 \ 422 vergleicht lat. contra ,ent-
gegen' (Enn. ann. 181; 424), das aber schwerlich hierher gehört, da es doch
ausgegangen sein wird von cum (aus altem com) ,mif (Enn. ann. 52; 80;
118), und altir. get «»kymr. cant ,läng8, bei, mif, dessen Bedeutungen
sich kaum mit ,herab' vermitteln werden. — Als Adverbialbildung ver-
gleicht sichs zunächst mit solchen wie avd ,in die Höh, auf, an, entlang'
(1, Seite 187), mit dem insbesondere es die Eigenthümlichkeit theilt, dass
es auch vor Consonanten nicht selten sein auslautendes a einbfisst, vrie
in xctf-tawaav ,sie zogen herab' (Hom. hymn. 7, 34), xa%-&iaav ,sie legten
nieder' (IL 16, 683: 18, 233), xad 8" e^oge ,er sprang herab' (H. 4, 79), xa-
'OXed'e (aus *xdt'axe&€) er hielt zurück' (II. 11, 702) xax'xeq>a3Lijg (aus
xoT'xeg}.) ,auf den Kopf herab' (IL 18, 24), sowie übereinstimmend auch
beide eine adverbielle Form auf unbetontes ta {xdT(a, Svcj) zur Seite haben.
Beide Eigenthümlichkeiten theilt beispielsweise jucra ,mit, inmitten' (IL 4,
341 : fievd Ttgokoiaiv iovxag) nicht, das doch seines -tct wegen sich sonst
zu allemächstem Vergleich mit xazd zu bieten scheint
maraxava ,Ermordung, Vernichtung' (?).
Nur Eur. Hippel. 821 : xataxovd fikv ovv dßlorog ßlov.
254 Griechische Etymologie.
Scheint sich seiner Bildung nach zunächst zn qpovi) ^Ermordung' (IL 10,
521; 15, 633) und /iovi} ,da8 Bleiben, Verweilen' (Hdt 1, 94; Thnk. 1, 131;
7, 47) zn stellen. So liegt ihm wohl die Verbalgrundform xav- ,todten'
(xalveiv Aesch. Ch. 886; Ag. 1562; Perfect xi>tova Soph. Brachst 955; xara-
xavcjv Xen. Eyr. 4, 6, 5 ; xava-xeKovoreg Xen. an. 7, 6, 36) zu Oninde.
Hesjch führt auf: xoval' q)6vai,
xar^axioxii ,Begeisterung'.
Fiat Phaedr. 245, A: rglTtj di anb Movawv ycarcrKwx^ (mit der Lesart
xaroxwxri) re xai ßictvla, Xaßovaa oTtaXfjv xal aßarov rpvjiTqv, Plat Ion
536,0: ov yag tixrjfi ovd^ iTCian^fif] negl *0fiiJQ0v Xiyeig a Xiyeig, aliJx
&€l(f fiolgtf xal xonocxorxjj (Lesart xaroxwxfj)' — Dazu: xaTaxwxif^o-g
,geistig gefangen genommen, leidenschaftlich ergriffen'; Arist Thierk. 6, 118:
al di ßoeg TavQwaiv' ovtw di aq)6dQa xctraxfixi^ai v(^ nadlet ylvovtai.
wäre fÄTi dvvaa&ai avxwv xQctrelv firjdk kafißavea&ai rovg ßcvxokovg,
Arist Polit 5, 7, 5 : xal yag irto Tavrrjg r^g xiv^aeug xaraxioxifiol xiveg
eiolv.
Eigentlich ,das Festgehaltensein, Gef esseltsein^ ; mit dem Schlnsstheil
axco^i; oder oxwxt]^ der von exsiv ,halten, haben' (1, Seite 382) ausging
und früher (1, Seite 499) schon gesondert aufgeführt wurde. Was die
Bedeutungsentwicklung anbetrifft, so kann noch angeführt werden, dass
sie sich ganz entsprechend auch noch sonst bei xar-ix^tv und von ihm
ausgegangenen Bildungen findet, wie Plat Ion 536, D : dg iyw xarexo-
lievog (fbegeistert') xal (jiaivopievog ^'OpirjQov iTtaivui. 533, £: fcavreg yaq
0% re %wv intov noirjral ol aya&ol ovx ix r^vi^g akk* iv&eoi ovreg xare-
XO^evoi nav%a vavra ra xala Xiyovai Ttoir^fiara. Eur. Hek. 1090: ^q€i
xaz'oxov (,begeistert, verzückt^ yivog. Plut Rom. 19: ä(p^aav . . . piera
ßorjg xal okoXvygÄOV . . . q>€Q6iLievai . . . üofteQ Ix ^eov xaxoxou Plut
Alex. 2i ri dh ^Okvfirciag ^äkkoy higiav ^rjhiaaaa rag xar-oxag (,Be-
geisterungO xcrl rovg h^ovaiacfiovg.
TcaraQQäxrri'q .herabstürzend'; ,WasserfaIl'; ,FaUthür, Fallgatter'; ein sich
schnell herabstürzender Wasservogel, ,Lappentaucher' gehört zu ^aaoeiv
(aus *4dxj€iv oder ^ßganijeiv) ,mit Hastigkeit herandrängen, stürzen' (siehe
später).
xarömv ,hinter, hinterher'.
Hipp. 2, 634 : agiOTOv g)aQfiaxov ^ak^axTTjQiöv ixiv xavorciv tb xal ig
TovfiTtQoo&ev. Xen. Eyr. 1, 4, 21 : xaroftiv %ovxovg idUtrxov. Ar. Bitter 625:
evMg yctQ avvov xaxorciv iv^ivd^ Ufitjv. Plat Prot 316, A: xototclv de
'qfiwv ifteio^kd'ov L4Xxißiadr]g . . . xal Kgizlag.
Wurde in ganz ähnlicher Weise mit dem adverbiellen xara ,ha:ab', ,ent-
lang' (Seite 253) zusammengesetzt, wie das gleichbedeutende xar-oftia&ev
(H. 8, 339; 23, 505; Od. 12, 148; 21, 116). Sein Schlnsstheil aber ist offen-
bar die Accusatiyform eines schon unter orcid^ev ,yon hinten, hinten, hinter'
(1, Seite 508), unter dem auch das diesem gleichbedeutende ofcta&ev schon
aufgeführt wurde, vermutheten *07tt- ,Bückseite'.
Griechische Etymologie. 255
xaTrig>iq' ,niederge8cblagen, beschämt^.
Od. 24j 432 : rj xal ineiva xarrjgfieg iaaofie^' aißeL Eur. Or. 881 :
6q(S . . . Tov fiiv ytaTr)q)rj xal naQeifxevov v6a(p. Eur. Herakl. 633: rl
XQ^tl^^ y^Biaai xal xa%7iq>lg ofifi ^x^iQ] Hippokr. 3,656: ofiolcjg ol otp-
d'alfiol xctT7jg>i€g, ig jo xa%(o ßXitpaQov fiakXov iyxelfievoi. Arist Thierk.
6| 119: al fikv ovv iicrtoi orav anoxelqojvxaiy oTtOTtavovrai Ttjg og^rjg
fiilkov xal yivovrai xaTrjq>iaTeQai. Plüt Pomp. 73: rovT(p avveßBßrjXBt
. . . lÖBlv xara rovg invovg nofdTrqiov . . . raneivov xal xaTTjq>^ rcQoadi'
aleyofievov ainp. — Dazu :xaTriq>6v' {xaTrjtptov), ^beschämend; Schande
machend^, (eigentlich ^Beschämung, Schande^?); nur IL 24, 253: anevaazi
uoi, xaxa xixva^ xcnriq>6vBg,
Wie die Adjective auf eg fast sämmüich zusammengesetzte sind, so löst
sich auch hier neben dem adyerbiellen xara ,herab' (Seite 253) als erstem
Gliede, wie es zum Beispiel auch enthalten ist in xa%-ri%ig- ,erklingend'
(Theokr. 1, 7), xata-g)€Qig- ,sich abwärts neigend* (Hdt 2, 63; Xen. Jagd
10/9), xava-ngrivig- ,nach vom niedergesenkt' (II. 15, 114 «=» 398; Od.
13, 164), xaTa-aT€(pig' ,bekränzf (Soph. Tr. 178; Eur. Schutzfl. 259), ein
ungeschlechtiges *rjq>og' (oder *a(pog-) ab, das etymologisch nicht weiter
verständlich ist, für das aber die Bedeutung ,das sich Neigen, sich Senken'
vermuthet werden kann.
xax^Xifp- (xaTTJlitp) ,oberes Geschoss'.
Nur Ar. Frösche 566: vdf dk ösiaaaa ye nov inl %iiv xccciikiq)* evdig
avBTcridriaafxev.
Dunkeln Ursprungs. Erster Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes
scheint xora ,herab' (Seite 253) zu sein.
xdta}Qy ein dunkles Wort, etwa ynerr* oder ähnlich.
Nur Hom. hymn. 7, 55 in der Anrede des Dionysos an den Steuermann
des Schiffes, auf das ihn Seeräuber gebracht: &aQa€j die xdrcjQ, tt^ i(Ä(^
xexaQia^ive ^fjup.
xaratwy- (xaTalrv^ ,Lederhelm'.
Nur IL 10, 258: dfjtq^l öi Fot xvvitiv x€q)aXfiq)iv exhjxevj TavgelrjVj dq)a'
kov T£ xal akkoq>ov, ij re xaralTv^ xixlrjraij ^verai dk xagr] S'aXeQWv
ai^rjfüiv.
Etymologisch dunkel. Erster Theil des Wortes scheint xard ,herab'
(Seite 253) zu sein. Suffix ist wohl das selbe wie in oQtvy- ,Wachtel'
(l, Seite 570).
xarovXäö" {xaTovXdg), dunkles Beiwort der Nacht
Nur Soph. Bruchst 400: insvxofiai dh wxtI %ji xavovkddi.
Etwa die Bedeutung ,verhüllend' Hesse sich vermuthen und neben dem
Präfix xara ,herab' (Seite 253) eine Ableitung aus der selben Verbalgrund-
form, der ellveiv^ alt ßeMeiv ,bedecken, verhüllen' (Seite 118) entsprang.
xatQt6'q, ein pfauenähnlicher Vogel in Indien«
Strabo 15, 1, 69: 6 di Kkeltagxog q>Tjaiv afxd^ag . . . i^ dv aTtaQTTjtai
yiyrj Teri&aaevfiivwv OQviwv, wv evqxovoTarov jtiiv etQrjxe %bv cSglußva,
256 Griechische Etymologie.
XafjifCQotaTOv de ycara ttjv oxpiv xal fcXelaTrjv ^x^^^^ Ttoiiullav %öv xa*
Xovfisvov xargia' rijv yäg idiav ratp (laXiaxa iyyl^eiK Aelian n. a. 17,
23: xargia to ovo^a, ^Ivdov %6 yivog, %f, g>vo€i oqvlv Xiyet KXeltaQxog
elvai To xaXlog vTceQTjtpavov' die genauere Beschreibung folgt
Ohne Zweifel ungriechisch.
xöto-g ,Groll'.
n. ij 82: ei 7ceQ yag re %6l»ov ye xa£ avvrjfjiaQ vLavaniipf^y akXa %€ xal
fievoTtiod'ev ^x^i xotov, og>Qa reliaaj], kv azrj&eaaiv ißoiai. II. 8, 449 :
okXvaai TQtSag, rolacv tcotov aivov i&ea&e. IL 13, 517: d^ yaQ ßocex^v
xofov ifi/ievkg alFeL — Dazu: xor^c^y oder medial xor^ca^ai ^grollen,
zürnen'; II. 1, 180: ai&ev d' iya» ovx dleyl^ü} ovo* o^ofiai xorioytog.
IL 4, 167: TTJad^ aftdrrjg noziiov. Od. 9, 501: aXka fxiv axpoggov nQoai-
qnrjv n^enorrjOTi ^fiffi* IL 2, 223: t(^ d' a^' ^AxoLiFoi ix/raylug xoviovro
vefiiaoTj&iv t' hl d^fiifi.
Der Vergleich mit Bildungen wie nozo-g ,das Trinken' (Plat Staat 1,
329, A; Prot. 347, C), ax6%o-g ,Pin8temiss' (II. 4, 461; Od. 19, 389), ^TQoxo-g
,geronnenes Blut' (II. 7, 425; 14, 7), macht von vornherein wahrscheinlich,
dass das innere t mit zum suffixalen Theile des Wortes gehört, also weiter
auch Bildungen wie olxxo-g ,Mitleid, das Jammern' (Seite 127) nahe zur
Seite stehen. So scheint sich Ficks (1^, 425) Muthmaassung, dass altind.
Qd ,schärfen' (RV. 8, 15, 7: vdgram gigdti dhishdnä ,den Donnerkeil schärft
das Loblied'; (04- ,geschärft, scharf' BV. 1, 54, 4) zu Grunde liege und
, Schärfe' die ursprüngliche Bedeutung sei, zu empfehlen. Die an-
genommene Bedeutungsentwicklung aber ist noch nicht überzeugend nach-
gewiesen, da das angesetzte altind. atirQä ,heftig zürnen' (nur BV. 1, 36,
16 : jds mdrtias gigUai dti aktübhis, wo Ludwig übersetzt ,der Mann, der
die Nächte über sich bereit hält', Grassmann aber ,der böse Mensch, der
wüthend auf uns stürzt bei Nachf) auf sehr unsicherem Boden steht
Vielleicht bleibt die beste Zusammenstellung doch die alte mit altind.
gdtm-s ,Feind' (BV. 1, 32, 4; 33, 12; 39, 4), das zu altind. gat ,abhauen,
niederhauen, niederwerfen' mit der abgeleiteten Präsensform gätdjati ,er
haut ab' (AV.; Mbh.; Bäm.), zu gehören scheint — Aoristische Formen
wie xoTiaaaro ,er zürnte' (IL 23, 383), xoriaaexav (IL 5, 747; 8, 391), xoxca-
aifievog (IL 5, 177; 16, 386) zeigen, dass das abgeleitete xoriea^ai aus
*xoTiaj€ad'ai hervorgegangen, also von einer Nominalform ^xozog- aus-
gegangen ist
xöTtvo-s ,wilder Oelbaum'.
Ar. Vögel 621 : &vaofiev . . iv %alaiv xofiaQOig xal xolg xorlvoig avav-
teg ^ovjeg TCQi&ag, Ttvqovg, Ar. Plut 586: Tovg vtxwvTag a%€q>av(jiaag
xorlvtp a%eq>av(p, Plut Fab. 20 : ol yeaiQyovyreg kgcveoig xal dxgaai xai
xorlvoig 7tQOoq>6QOVTai, rd ^ikv elg ikalag, toc ö* eig dnLovg^ va d' elg
avxog i^rjfieQOVvreg xai ti&aaevovreg. DiosL 1, 136: dygiekala, ^v ^vioi
KLOTivov xaXovaiv.
Dimkler Herkunft Substantivische Bildungen auf ivoy wie zum Bei-
^
Griechische Etymologie. 257
spiel noch x6q>ivo'g ,Korb' (Ar. Vögel 1310; Xen- mem. 3, 8, 6), sind selten,
abgeleitete adjectiyische dagegen sehr gewöhnlich, wie ägvivo-g ,eichen'
(Od. 21, 43), (priYivo-g ,eichen' (IL 5, 838), xidQivo-g ,cedem^ (II. 24, 192)
und andre.
xoTÖXri ,Höhlnng^; ,Napf, Becken'; ,Hüftpfanne^
ApoUodor (bei Athen. 11, 479, A): nav di to xoUoy xorvkrjv . . ixaXovv
ol TtaXaiol, ijg xal %d Tiav XBiqdv xollov, — IL,22, 494: tdiv ö^ iJierj-
acv%(ov xoTvlriv vig tvzd-bv iniaxev. Od. 15, 312: Y.a%a dk ntoXiv avzog
ttvoyxT] TcXay^ofxai, a% xiv Tig xotvXrjv xal TtvQvov OQi^, Aesch. Bruchst.
57,6: dk x^i^^oditoig TLOzvXaig (,CymbelnO ozoßel. Thuk. 7, 87: 18L'
ioaav yaq ovräv hcdarfp ircl oxtw fifjvag xoruXrjv (als bestimmtes Maass)
vdarog xal dvo xorvkag alrov. — 11.5,306: T(p (jL L xsQf^adl(p) ßaXev
AlveLao xot' laxlov, %v&a %b firjQog laxi(p ivOTQiq)eTai, notvXrjv öi %i
|ucy xaHovaiv.
Lat eattno'S ,Napf , Schüssel' ; Oato r. r. 84 : sävillum höc modo facitö
. . . cattnvm fictile oleo ungvitd. ubi omnia bene eommiseueris, in caMnum
indito, caMnum testö operttö. Lucil. sat. 324 (Baehrens) : et nön, pav/per
ui$, Samid curtoqoe cdtino.
Das Suffix wie in oQßvXrj ,starker den ganzen Fnss bedeckender Schuh'
(1, Seite 282). Die lateinische Form ist etwas anders gebildet; ihr ent-
stammt unser Kessel^ goth. iatUa' (Mk. 7, 4: daupeinins . . . hoHlS ,x^X-
xicjv'). Die zu Grunde liegende Verbalf orm mochte etwa ,hohl sein' oder
,gewölbt sein' bedeuten.
xörraßo-q (oder auch x6aaaßo-g, wie Eur. Bruchst 562, 3 und 631), ein
aus Sicilien stammendes Spiel, bei dem eine Neige Weins in besonders
geschickter Weise in ein metallnes Gefäss geschleudert werden musste;
auch diese Neige selbst; auch das Gefäss, in das die Neige geschleudert
wurde (vielleicht die erste Bedeutung).
Aesch. (bei Athen. 15, 667, 0): ^v fiiv yaQ avti^ xotxaßog (dafür ist ver-
muthet axoTtog) del rovfiov xuga, %ov d' ayxvkriTov xoaadßiog ia%i axo-
nog ixrefjuov rißiLaa x^^Q iq)leto. Eritias (bei Athen. 15, 666, B): xotto-
ßog kx Sixelijg ia%i x^ovbg kxrtgeTthg ^gyov, ov axonbv ig Xanaymv ro^a
xa&iatd^ed'a. Plato (bei Athen. 15, 665, B): a/tovdag d' ifteira ftagaxiag
roy xoTTaßov TtaQoLoia. (bei Athen. 15, 666, D): Tcqbg xovraßov nal^eiv,
£(og av aqx^v iya. to delTtvov %v8ov axeväaw. Eur. Bruchst 631 : itoXvg
dh xoaaaßcjv dgayfiog KvrtQidog TtQoatpödv axei fiiXog Iv dofiotaiv.
Bruchst 562: nxxxvolg d' tßaXXov Bocxxlov to^eiiiaaiv xaga yigovtog' rov
ßaXovxa de axiq>ety kyd hsvdyfiqv, a&Xa xoTvdßcjv (Nauck schreibt xoa-
aaßüjv) didovg. — Antiphanes (bei Athen. 15, 666, Fj: cg cv %6v xoTtaßov
dq>€lg ifcl trjv TtXdoTiyya noirjar] Tteaeiv. — Eupol. Bruchst 86: xcrAx<^
7t€Ql xoTraßfit. Athen. 15, 666, D: ixaXelro äk xovfaßog xal to cyyog
elg o %ßaXXov tag Xatayag, dg Kqajlvog h Nef^iaei deixvvaiv,
Dunklen Ursprungs. So ist auch dunkel, wie weit man etwa andere
Wörter auf -aßo- (siehe unter dzxiXaßO'g ,LaubheuBchrecke' 1, Seite 94)
Leo Meyer, OrieohiBohe Etymologie. II. 17
258 Griechische Etymologie.
hier yergleichen kann. Entstand xoTva- (xoaao-) vielleicht aas *x6%ja-
oder *x6iija'?
xöTtavo'V, eine Art kleiner* Feigen.
Athen. 9, 385, A: o^Xlnagov di vi lott] nXf^v el fit] %aL %6x%txva ^fiag
%al JUmdiVj va TcaxQia fiov vo^ifia ßQWfiatay övofia^eiv fiiXXere. Hesych
erklart: Ttorrava' eldog avxüiv fiinQuiv, xai 17 noQ&ivog Ttaga KqtjoI xox-
rava. Plin. 13, 51: in ßcorum autem cäricäs et minores ejusdem generis
qväs coUana vocant
Dnnklen Urspnmgs. Das Suffix wie in oQyavo-v ^Werkzeug, Werk^ (1^
Seite 571).
Ttoxrdvri, ein Fischergeräth.
Ael. n. a. 12, 43: f} fiiv dixxvela . . , deltai xoQriylag Tcomlhjgj olov
anaqrsov . . . xa2 auvtaXldwv xal ntnravrjg xal tv/inavov.
Dnnklen Ursprungs. Das Suffix wie in agtarri ,Strick zum Aufhängen^
Schlingen' (1, S. 272), o^xcfyi;, Umzäunung, Einschliessung' (1, S. 568) und sonst
xdrro-^ ,ein kleiner Flussfisch^
Arist Thierk. 4, 88 : Iht d' lg xolg norafiolg eiaiv ix^äia atta a xa-
koval Tiveg Ttotxovg' tavxa &riQ€voval xiveg Sic x6 vno talg nirgaig
vnodedvxivai nortrovreg rag Ttitgag Xl&oig,
Dunklen Ursprungs.
x'^Tog- ,grosses Seethier, Seeungethüm, grosser Msch', ursprünglich vielleicht
,gros8er Umfangt.
IL 13,27: (Poseidaon) ßf^ 6^ kXcav ircl xv/ior'' araXXe di xijre' vii^
avTOv TtdvTod'ev Ix xev&fÄüiv, ovd* rjyvolrjae faraxta. II. 20, 147: relxog
. . . t6 ^a Fol (dem Herakles) Tqü%g %a\ HaXXag ItädTJvt] noLFsov, oq>Qa
%6 xijtog vnexnQog>vyiav dXißaixo, onnore fiiv aevairo dn^ i^iovog /re-
dlovde. Od. 4, 452 : h ö' fnidg TtQtoxovg Xiye ya^xeaiv (die der Dichter
Vers 411 g>wxag 30")^^^' genannt). Od. 12, 97: SxvXXri.... avrov ö*
ix^diff axofceXov TteQifiaifiuiwaa, deXcpivdg te xvvag ve tloI et no^i fiei-
^ov UXrjaiv Tcijxogy S fjivQla ßooxei dydaxovog ldfiq>izQlt7]. — Hdt 4, 53:
BoQva&irrjg .... xi^xed xe fieydXa avdxav&a, xd ävxcncalovg xaXiovaiy
Ttagixsxai ig xaQlxevaiv. Athen. 7, 303, C: Stiaxgaxog . . . Xiyei /iBl^to^
Ö€ yivofÄirrjv S'vwoVj fxi di /lel^ova oqxvvov, vtve^ßaXXovxwg di m^avo-
fievov ylvea&ai x'qxog OHaifisch'?) — Dazu: fieyd-xTjxeg" ,von sehr
grossem Umfang'?); Od. 3, 158: ^eycmrjxea tcovxov, 11.8^222 »» 11,5:
axri d^ in' VdvoarjFog fieycnci^xel vijfl fieXalvrj, II, 21, 22: wg d* vtco
deXiplvog fieyaxi^xeog Ix^v^g aXXoi q>€vyovxeg, — Des vermeintlich hieher
gehörigen xrjxojeaaav geschah schon Erwähnung unter xaiixä-g ,Erd-
spalt, Schlund' (Seite 224).
Ausser dem og wird auch das innere x suffixal sein, ganz wie zum Bei-
spiel in xV'^og- ,Mangel' (II. 6, 463; 19, 324), axlxog- ,Haut, Leder* (Od-
14, 34; Ar. Ktter 868), xvxog- ,Wölbung', ,(3efäss' (Aesch. Sieben 495; Ag.
322; Soph. EL 1142), axoxog- ,Finstemiss' (Find. Brachst 142, 3; Eur. ras.
H. 1159; Xen. Kyr. 1, 6, 40), %vxog- ,Rüstung, Cterath' (1, Sdte 418), in dem
Griechische Etymologie. 259
aus Aoristfonnen wie xoxiaoavo ,er zürnte' (Seite 256) zu entnehmenden
*xoToe- ,Zom, Groll* und noch sonst Die zu Grunde liegende Verbal-
form aber ist sonst noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen.
TnaxiXo^q jgeschwätzig*.
Theogn. 295: xunikifi dv&QWJctp aiyäv xaXendxaxov ax^og. Soph.
Bruchst 622, 3 : ov yaq nox av yhoix' av aOipaXriq ^oXig^ iv jy . . .
xwxlXog d' av^Q Xaßiav TtctvovQya x^Q^i nivxqa Ttrjdeiei nohv. Simonid.
Brachst 243: xccir/ii/ ^ ^«^«dcriy. Anth. 7, 221, 3: iaßia»ri di xa (plXxqa
xa 'Aunlla. Arist Thierk. 1, 16: xa /iikv (nämlich Thiere) xonlka xa de
aiyijXa. — Dazu: xwxlkkeiv ^schwatzen', ^beschwatzen, schwatzend be-
lästigen'; Hes. Werke 374: fii]dh yvvij ae voov Tcvyoaxolog i^afcaxaxwy
alfivka 7CWX UXovaa. Theogn. 852: Zevg avÖQ' i^oUaeiSv VXi/iniog, og
xov ixalQOv fial&oKa xcmlkkuv i^aitaxav i&ikei. Theogn. 363 : ev xoi-
xiXle xov ix^Qov. Soph. Ant 756 : fitj xwxikki fie.
lit Icatilinü ,plaudern, plappern' (Fick 1^, 390).
Altind. hatha ,Gespräch, B:ede, Erzählung' (Mbh.; Bftm.); TcaiMjaü ,er
unterhält sich, er erzälilt' (Mbh.;Sftm.); TcdthUcd- ,bewandert in Erzählungen'
(Gramm.).
Das Suffix wie in noiKilo-g ,bunt, kfinsüich gebildef (II. 5, 735 »i 8,
386; 10, 30; 16, 134) und ogyLlo-g jähzornig' (Menand. Brachst 532, 12)
und, von der Betonung abgesehen, iMtXo-g, alt wahrscheinlich xoßiko-g
,hohl' (Seite 220). — Mit xfoxlXleiv stimmt seiner Bildung nach Ttoixlk-
)L€iy ,bunt machen, künstlich bilden' (H. 18, 590; Eur. Hek. 470; Iph. T. 224),
das vom oben genannten noinlijo-g ausging, genau überein.
xcTQfo-v ,Citrone'.
Athen. 3, 84, D : oxt de xai nQokaf^ßavofievov x6 xixglov ndoTjg xQog>ijg
$i;^a^ xe xal vygag ävxiq>dQ^ax6v iaxi navxog dtjlrjxtjQlov ev olda, 3,
85, C: ^avfiaaavxeg ol noXkol r^y xov hixqIov dvvafiiv aTttjad^iov wg
fiij TCQoxeqov (pctyovxeg ij rtiovxeg xt. üafitpikog d' iv xalg rhiaaaig
^PußfAalovg gffjalv avxo tlIxqov xakeiv.
Das Suffix wie in ^qIo-v ,Thier, wildes Thier' (Od. 10, 171; 180),
xQävLo-v ,Schädel' (H. 8, 84; Find. Isthm. 3, 72), iijiqIo-v ,Schenkelstück'
(IL 1, 40; Od. 4, 764) und zahlreichen anderen Wörtera. Der Eera des
Wortes aber ist ohne Zweifel ungriechisch.
xotro-g ,da8 Sich-niederlegen, Schlafengehen'; ,Schlafen'; ,Lager, Bett'.
Od. 2, 358: onnoxe nev dfj gJ-rjxfiQ elg vfceQ(^' avaßf] xolxov xe fAidijxai,
Od. 7, 138: anivöeoxovy oxe fÄvriaalaxo xolxov. Od. 19, 510: xal ydq ö^
xolxoio xoex toa^au ifiiFog wQtj, Od. 19, 515: avxaq eTtijv vv^ %X&rj
elrjal xe xolxog anavxag. Od. 22, 470: axvyeqog d* vnedi^axo xolxog
(nämlich xlxkag). — Dazu: xolxrj ,LAger, Bett*; Od. 19, 341: nokXdg yag
drj vvTtxag dßeiKeXltfi ivl xoIxtj» Find. Pyth. 11, 25: ij ixigip A^el' dafAa-
^ofievav Jlvwxoi. itaQayov xoixai] 3,32: yvovg^laxoog ElXaxlda ^eivlav
xolxav. — d-xolxTj-g ,einem oder dem selben Lager angehörig' = ,Lager-
genoss, Gatte' (1, Seite 1).
260 Griechische Etymologie.
Gehört zu xel-ad^ai fliegen' (Seite 225, Od. 9, 372 : dvcnckiv&elg Ttiaev
vTCTiog, avTccQ MmcLta xfitr' dfcodoxiiiiaag naxvv ccix^vcc, xa8 öi (xiv vtc-
vog jjgee. Od. 19, 516: xelfiai ivl XiKTgqi), Der innere Vocal wie in
nho-g yunglückliches Geschick' (Seite 128), ohro-g ,das Mitleid, das
Jammern' (Seite 127), 7teQl-q>oiTO'g ,nmher8chweifend' (Kall, epigr. 30, 3
nnd 39, 2). Die Suffixe, wie yermuthlich in xoro-g ,Groll' (Seite 256) und
andererseits in axTi) ,hohes Ufer, Küste' (1, Seite 45) und weiter neben
ihm genannten Bildungen.
TLolrri ,Kiste'.
Menand. (bei Athen. 4, 146, E): dg ^ovai 6^ ol xoixwQvxoL, lioLzag
q>iQov%€g atafivla %* ovxl tcjv d-eoiv ?ycx', aXV kawiSv. PlutPhok.28:
al raivlai (liv^ alg neQuXlTTOvai vag fivazixag xolrag. PoUux 7, 79
erklärt: elg a di d/cerid'evTO Tag ia&fjrag ravrag, XV^*^ 1^^^ xa&^^Ofirj-
Qovj xolTai dk xal xißcJTol xal xloTai xal ^vyaaxqta Ttaqa rolg v€(o-
vigoig.
Möglicher Weise von dem vorausgehenden gar nicht verschieden.
Tf&toq- ,Wölbung, Bauch'; ,bauchiges Gefass'.
Aesch. Sieben 495 : oq>€(ov dh TtXexxavaioi Tteglögofiov xvtog Tcgoarjda"
q>La%aL xoikoydatoQog xvxXov (d. i. des Schildes). Alkm. Bruchst 33 : xal
Ttoxc voi dciaw rglnodog xvzog, Soph. Trach. 12: q)ottwv . . . aXJuot*
dvägeifp xvrei (etwa ,Bumpf , Körper^?) ßov7tQ(pQog. Eur. SchutzfL 1202 :
Xaifiovg %QBig tquüv fjtrjXoiv zefiwv ^yyQaipov oQXOvg tglnodog kv xolkqt
xvtei. Eur. KykL 399: %aq>at^ iralQwv rdSy ipidiv ^v&fKp %ivi tov fiiv
lißrjxog elg xvtog x^^'^^^tov. Eur. El. 473: TtegmXevQtp öi xvrei rcvQ"
nvoog eOTtevöe dgofiq) kiaiva. Ar. Friede 1224: rl dal dexd/ÄVtp vtpde d-dga-
xog xvxei kvrifxfjLivifi xdXXiata xQ^^oftai ; Athen. 3, 87, D : rolg dk . , . fi^
fffölcag c7todio)&ovOL vj^v Tgoq>^v elg to xv%og xfig xoillag. Polyb. 16,
3,4: %avvjfi (nämlich vri() dovaa 7tXrffi]v ßialav xaro (liaov to xv%og.
Nik. aL 123: '9'wgtpcoq rod'i x^^^Q^S vnhg xvtog tC/eto yaotgog. Plat
Tim. 45, A: ngwtov (ikv negl %b trjg xeg>aXrjg xvrog . . • ogyava ividtjoav.
44, A: alg d' cv . . . to trig tpvxfjg a/cav xvtog. — Aesch. Ag. 322: o^og
7* aXeiq>d t^ kyx^ag tavt(fi xvtei. 816: ttp d* ivavtlq» xvtei ikftig ngoa-
jjei x^^Qog ov nXrjgov^ivq). Soph. EL1142: cW iv ^ivatai x^Q^^ ^V
Sev^elg tdXag Ofivxgog ngoorpfieig oyxog iv Ofitxgtfi xvtei.
Der suffixale Theil des Wortes ist der selbe wie in xfjtog- ,grosses
Seethier, Seeungethüm' (Seite 258) ; die Verbalgrundform die selbe wie in
xotXo-g, alt wahrscheinlich xo^ilo-g ,hohl' (Seite 220; Piaton Kom. 189, 1
verbindet Yrjotv ev^g xvXixog elg xolXov xvtog)^ also xv-eiv ,schwellen<
(Seite 227).
x'&nöo^q ,Schneckenklee' (Medicago arborea linn.).
Hipp. 2, 593: ttuv ngiawv xai tdSv xgafißwv ia&iitw avveifjovaa tov
xvtlaov td (pvXhx xal tov xu^^ ^oq>eLt(a. Theokr. 10, 30: d at^ tdv
xitiaov . . . öuixei. Theophr. Pflanz. 4, 4, 6 : 17 ißivij . . . eati de to div-
dgov d-aiivädeg warceg 6 xvtiaog.
Griechische Etymologie. 261
Dunkler Herkunft
x'örivo-q ,der fleischige Kelch der Granatblüthe^
Theophr. Pflanz. 2, 6, 12: hioi dk (nämlich q>aaiv) ^oav öaavvea&ai xai
oxca^eiv fiakXov %bv xagnov iVt dh fi%%ov a7coßaXk€iv %ovg xvrlvovg.
Theophr. c. pL 1, 14, 4: xa^aneQ jo zijg ^oag' h yoQ tt^ xvrlvtp %(fi
ay&og. 2^ 9, 3: rj öh ^6a zoig fihv xyrlvoig- evaTtonTonog.
Gehört wohl zu xvzog- ,Wölbung, Bauch, bauchiges Gefäss' (Seite 260).
Das Suffix wie in xortvo-g ,wilder Oelbaum' (Seite 256).
xirtaQO'q ,Wölbung, Höhlung' ; dann insbesondere ,Bienen- oder auch Wespen-
zelle^; yEapsel der Eichel'; ^männlicher Blüthenzapfen der Fichte'.
Ar. Friede 199: (pQovdoi yoQ ix^^S «^«^^v i^fpxia/iivoi (nämlich die Götter)
... in* avrov otti^vtag Toigavov tov xvtxaQov. — Ar. Wespen 1111 :
^fißeßvofiivoi . . . wansQ ol axwXrjMg (,WespenmadenO iv %olg xvxxaQoig
xivovfÄBvoi. Arist Thierk. 1, 129: to dk fiiXi k^el (nämlich die Biene) eig
%ov xvvTOQov, 5} 125: ovx Sfia ök naai Toig xvTxaQoi^ (nämlich der
Wespen) %vboti yovog . . . h volg dk axutXrixeg fe«. — Hesych erklärt:
xvTTOQOi' . . . xai %wv ßaXavtüv ta ayyela, — Ar. Thesm. 516: to Ttoa&tov
. . . atQeßlov waneQ xv%%aQov. Theophr. Pflanz. 3, 7, 3 : g>iQ€c ... 17
nevxrj tov ngoanonlmovra xvtxoqov.
Buht offenbar auf dem selben Grunde wie xvxog- ^Wölbung, Bauch,
bauchiges Gefäss' (Seite 260) ; die Suffixbildung ist aber nicht ganz deut-
lich, vielleicht ein altes -rßaqo- als solche zu vermuthen. Von xxysxaQo^
wird xvaaaQo-g ,After' (siehe weiterhin) im Grunde nicht verschieden sein.
Die anlautende Consonantenverbindung xt.
xrü'eod'ai {xTaa&ai Soph. Aias 1360) ,erwerben', mit dem Perfect ixTtja'
^ai (11.9,402) oder xextrja&ai (Ar. Vögel 379) ,erworben haben' —
,besitzen'.
II. 9, 400: XTfjfiaai TiQneo^at ta yiQCJv ixTrjaaro JlrjXevg* Od. 14,
4: xi^dero foixijßwv, ovg xn^aaro dlog X)dvaaevg. IL 9, 402: ov yag ifiol
tl^fjg arta^iov ovo* öaa q>aaiv FlXiov ixzria&au Aesch. Ag. 1051: /€-
Xidovog dlxrjv ayvtita qxov^v ßagßagov xexTrjfiivrj. Thuk. 2, 40 : ov yoQ
naaxovreg ev, dlXa dQwvreg xTWfte^a tovg <plXovg. — xriaT^ (mit dem
Nom. xniaQ Qu. Sm. 4, 543: Earpyll. in Anth. 9, 22, 5; Maked. 11, 27, 5)
,Besitzthum, Vermögen'; IL 5, 154: vlov d' ov rixer* aXXov inl xxeareaai
XiTtia&ai. Od. 1 , 430 : EvgvxXißeia . . . T?;y Ttore ^aFiQTTjg TtQlaro
xjedreaaiv kßolaiv. — xTijvog- ,Besitzthum, Vieh'; Hom. hymn. 30, 10 :
ßQi&Bi fiiv aq)iv aqovqa q>BQiößiog^ rjdi xat' dygoig XTrivsaiv ei^veL
Aesch. Ag. 128: rtavTa 8i nvQywv xTqvrj Ttgoa&e tu 6ii(Äi07cXri^ Moiga
Xana^eu Hdt 2, 41 : xard zavrd dk Toiai ßovol xal taXXa xrijvea &an'
Tovai djtodm^axovra,
Altind. isha-i JcshäjaÜ oder Tcshi-i kshditi ,er wohnt'; ,er herrscht, er
beherrscht, er besitzt'; KV. 6, 51, 7: vigvasja hi kshdjatha vigvadaiväs ,alles
beherrscht ihr ja, Allgötter'; KV. 1, 51, 14: indras zd rtifds Icshajati ,In-
262 Griechische Etymologie.
drafl beheiTscht (besitzt) Beichthum^; BV. 1, 64, 13: hrätum ä' Jcshaiti
,Eraft besitzt er^ (d. L Indras); BV. 4, 5, 11: tuäm oßjd ishajasi jdd ha
viQvam divi jdd u drävinam jddprthivj^m ,du herrschest über dieses, was
alles isty welches Gat im Himmel und welches auf der Erde ist^.
Altostpers. khshi- ^herrschen, mächtig sein, vermögen' (hhshajatha ^ihr
herrscht; medial ihshajSte^^er herrscht'); ä-kkshi- ^erwerben' {äshajeHi ,er
erwirbt'); — dazu: hhshathror ,Beich, Herrschaff.
Das Verhältniss von xt zu altind. hsh begegnet auch im Inlaut, wie in
agxTo-g neben altind. rkshors ,Bär' (1, Seite 268).
XT81?-: xrelveiv (IL 11, 193; 208; 17, 454: aus *x%iv'j€iv) ,t5dten', mit zahl-
reichen aoristischen Formen, in denen sich an Stelle des wurzelhaften Nasals
der Vocal a entwickelte, wie Mxva (II. 6, 205; 12, 46; Od. 1, 300; 3, 198),
hzaiiev (Od. 12, 375), &crw (IL 10, 526; Od. 19, 276), ycrafievai (IL 5, 301
= 17, 8; Od. 10, 295; 322), hcvaro (IL 15, 437), Ttraa^ai (D. 15, 558), fec-
Ta&ev (IL 11, 691; Od. 4, 537; 5, 558; 13, 780).
II. 2, 701: Tov exTave JaQÖctvog drtjg. IL 15, 68: tov ök xo^Cf^oafievog
ycTevei^^tToga dlog l^xilleig. IL 10, 526: ^avov o&i anonov 'ISxxoQog
IxToy. n. 15, 587 : ^qI . . .og %e %iva utelvag ij ßovxokov a/j,g>i ßofeaaiv
q)€vy€i. Od. 19,543: aißerdg httave x^va^. — Dazu: dvÖQoxTaalrj
,Männert5dtung'; IL 7, 237: ovtqq iydv kv Folda fiaxag t' avdgoxxaaiag t6.
Dazu nhd. schinden^ in dem der Dental einem alten Nominalsuffix an-
gehört
Altind. Icshan-i Tcshanduü ,er verletzt' (Qat. Br.); dazu: kshatd- ,verletzt',
,zer8tört, vemichtef (Mbh.); d-jcshator ,unverleb;t' (BV. 5, 78, 9; 10, 166, 2).
Das Verhältniss des xr zum altind. kshj wie im vorausgehenden Wort.
— Aus avÖQO'XxaaLri ist zunächst ein "^avdQo-iaiatO'^ zu entnehmen, das
ebensowohl ,von einem Manne (oder ,von Männern') getödtef bedeuten
konnte, als ,wo Männer als Oetödtete sich befinden' (zu vergleichen IL 6,
70: avdqag xrelvw^eK IL 9, 593: avÖQag fiiv xxelvovai) oder ähnlich.
Ttriv' (Nominativ xtelg Arist Thierk. 4, 15; 40; 41; wie ganz ähnlich elg^
,einer', aus *&$-, siehe 1, Seite 402, während zum Beispiel aus *g>Qivg ,Seele,
Verstand, Wille' sich (pgi^v II. 10, 45; Find. Pyth. 6, 36; 52; Nem. 1, 27,
entwickelte) ,Kamm' ; dann auch allerlei Eammähnliches, so ,ein Instrument
der Weber', ,Egge', ,Hand mit ausgespreizten Fingern', ,Bippenkamm, BQck-
graf, ,weibliche Scham'; ,Eammmuschel'.
Luk. amor. 44: xQaTOvvreg, oh TtQiaxov xxevog ivxofiag xdfitiv xataxfrq-
XBiy dwafiivag, Leonid. Tar. (in Anth. 6, 211, 5): nv^ivov xxiva . . . iv
aaig xldTjac KaXXbdeia naaxaaiv. — Philipp, (in Anth. 6, 247, 3): xxiva
xoafAOXofiTjv . . . ij ßadvyi^Qtag Ataiovr}^ Tcevlrjg ddtQov, avexQifiaaev. —
Phan. $n Anth. 6, 297, 5) : xxivag Hxrjx^gag dva nQonvXaiov Hd'dvag
&rjxaxo. — Aesch.Ag. 1594: xd fikv nodtigri xalx^Qwv axgovg xxivag i&Qvm
avw^ev. — Opp. Jagd 1, 296: Alßveg (nämlich Xnnoi) . . . nXevgjjai ydg
afiq>lg ^ovai xwv akXcjv nXiova aicad'l'qv xxiva, Kall. Bruchst 308 : ovd
fjoiv kiel xxevog iaxov e&eigai. — Arist Thierk. 1, 40: xd dh xQoxvoaxQoxa
Griechische Etymologie. 263
. . . xal TOVTwv xa /liv ^aßdurd (^gerippt^) iariv, olov xreig xal xoyxwv
ti yivog, 41: ra fihv yuvtjrina avxiov iarlv, olov 6 xretg' %vioi yag xai
fcdrea&ai kiyovai rovg xrivag.
GvonSablers Vermuthung, dass xriv aus einem alten ^Ttycriv entstanden
sei nnd mit laLpecten- ^Eamm' (Plant Cnrc. 577; Capt 268) übereinstimme,
also zn TtexzieiV' fkämmen, scheeren^ (Ar. Vögel 714; Lys. 685) gehöre,
ist sehr ansprechend, setzt aber eine ungewöhnlich starke Wortverstiimmelnng
voraus, die noch weiter begründet werden müsste. Etwaige Zugehörigkeit
aber zu ^alveiv ,kämmen, kratzen, krämpeln^ (Od. 22, 423; Trag. Bruchst 9)
wird noch nicht dadurch erwiesen, dass altindischem Jcsh ebensowohl xr,
wie in den beiden yorausaufgefflhrten Wörtern, als $, wie zum Beispiel
in ^vQo-y ,Scheermesser' (H. 10, 173; Hdt 6, 11; Eur. El. 241) = altind.
kshurd-s yScheermesser* (RV. 1, 166, 10; 8, 4, 16; 10, 28, 10) entsprechen
kann, da man doch diese beiden verschiedenen Entsprechungen nicht un-
mittelbar neben einander wird erwarten dürfen. Ob zu ^alveiv etwa armen.
sandr ,Eamm^ gehört, wie möglicher Weise zum eben genannten ^vQo-y
das armen, sur ,scharf; ,Schwert'?
xtäffag- yBesitzthum^
II. 10, 216: TcJv navxuiv ßoi SKaarog ofiv dtiaovai (jiiXatvav -Sijkvv ino-
Fqtivov' v^ fikv ycxigag ovdhv ofioiov. IL 24, 235: %q>eQBv , . . ht di dinag
TtßQixakligy o Foi QQJjxeg tvoqov ävögeg i^ealrjv iX&ovri, fiiya yxiqag,
Ap. Bh. 4, 1548: xai xol ^iv Oolßov weiQag Xdgvov iv x^ovl ßdvreg.
Scheint zu xza-Ba&ai, ,erwerben-^ (Seite 261) zu gehören und mit ovdag-
,Erdboden, Fussboden' (Seite 206) und ähnlicher Bildungen im Suffix
übereinzustimmen. Kann aber daneben auch noch das g für suffixal
gelten? Vielleicht ist die folgende Form unmittelbar zu vergleichen.
xtiQoq' (oder nxigag-?), nur in der Mehrzahl gebraucht ,den Todten er-
wiesene Ehre, Bestattung'.
IL 24, 38: toI xi fjiiv wxa Iv nvql xijJFeiav xal ijtl xtigea xteglaeiav.
Od. 1, 291 : ei di xe T€dyr}(S%og dxovofjg . . . a^fia %i Foi xi^ai xai Irci
xriQea xteget^ai TioXkd (xaV oaaa fißoixe. Od. 5, 311: wg d^ iyti /'
oq>€Jiov ^avieiv ... T(p x ' ^Xcsxov, xal fAev xXiFog tjyov ^AxailoL — Da-
zu: xtbqI^blv oder xxeQBt^etv ,einen Todten ehrenvoll bestatten^;
IL 11, 455: avToiQ ifi\ et xe ^avto, xxeqioval ye dloi lÄyjuiIoL H. 24, 38
(siehe oben). 11.23,646: AXV id'i xal oov halQov dH&Xoiatv xregil^e.
Vielleicht vom Vorausgehenden gar nicht verschieden. Dann lässt sich
als Grundbedeutung etwa ,Darbringung, Gabe, Geschenk' vermuthen.
xrriööv- (xTrjöiüv) ,Ader oder Streifen im Holz'; ,Faser des Herzbeutels';
,Ader oder Streifen im Gestein'.
Theophr. Pflanz. 5, 1^ 9 und 10: xaXovai dh terqa^oovg (nämlich IXdxag
xal Ttevxag) (xhv oaag lq>^ ixatega r^g ivreQuivrig (,des Marks') dvo xn;-
doveg elalv ivavtlav ^ovaac z^v (piaiv tneixa xa&* ixarigav Trjv xttj-
dova Ttovovvxat xijv fcekixrjaiv ivavrlag rag rcXtjydg xaid xTTjdova (pigorteg
otav lq>^ kxaxega xijg ivxegitiyrjg ^ neXixrjOig avaaxgiqy/]. xovxo yag
264 Griechische Etymologie.
i^ avayxtjg avfißalvei öia Tfjv q>vaiv tüv TLtrjdoyujv .... al dl^oot di
XTi]d6va (Jilv ixovGL filav ig>^ hcdvega Ttjg ivT€Qi(6vtjg, Tcevrag de ivavrlag
aXkijlaigj äate %a\ t^v neXiTcriaiv elvai dmX'^v filav xa&^ hcarigav xtij-
öova Talg fcXvffalg havtlaig .... fiovo^oovg di xaXovat rag i%ovaag (jilav
fiovov xTtjdova, — Hipp. 1, 489: vfiiveg yag xa« aXXoi Tivkg h T^ai xot-
XltjOiv oxoiov aqa%vaL diaiteTieg ^waavreg ndvTt] to arofiora, xvtjdovag
ifißaXXovaiv ig rijv azeqeriv xaQdlrjv. — Diosk. 5, 144: axiOTog de Xl&og
• . . ioixe dh Tfjg avvd-iaewg Uvexev aal T^g aXXrjXovx^ag twv xnjdovwv
avtov afifi(aviax(fi aXL
• Das Suffix wie in nq^idov- ^Brand; entzündliche Geschwulst' (Nik. ther.
365), xXridov- jVorbedeutung*, ,Gerttchf (Aesch. Prom. 484; Agam. 863; 874;
dafür noch xXeßfjdov Od. 18, 117; 20, 120), aXyridov- ,Schmerzgefühl*
(Hdt 5, 18; Soph. Oed. Eol. 514) und zahlreiche andere Formen. Die zu
Grunde liegende Verbalfonn ist nicht so deutlich. Möglicher Weise besteht
Zusammeiüiang mit xr^y- ,Kamm' (Seite 262).
7tri'Viy6vai (Xen. Hell 5, 4, 32; Plat Phaed. 61, E; 62, C) ,t8dten\
Xen. an. 6, 3, 5: avrov ve vov 2/ÄiKQri%a ano-xTivvvaai xal Tovg aXXovg
Tcavxag. PIaL Phaed. 61, E: xora %l ötj ovv nork ov q>aat ^e^nov elvai
avTOv iavTOv aTto-XTivvvvaij
Altind. Jcshi' ,Temichten, umbringen': ishinä'ti (KV.) oder ishinduti
(Mbh.) ,er vernichtet; RV. 6, 75, 7: kshinänti gätrüns ,8ie vernichten die
Feinde'.
Hängt wahrscheinlich nah zusammen mit xriv: xzelveiv ,tödten' (Seite 262).
XTC- ,wohnen, bewohnen, bauen', zu entnehmen aus:
iv-KTlfievo-g ,wohl bewohnt, wohl gebauf; 11.2,501: MedciSva r\
ivxrifievov nvoXle&Qov. IL 6, 391 : o d* aniaavro Öcifiarog ^ISxTtaQ . . .
avTLg ivxvifiivag xor' ayviag. 11.9,129: o%e ^iaßov lvx%ifiivriv %Xey
av%6g. IL 20, 496: TQißifievai xqI Xevxov Ivxxifiirfi h aXuijj. — It;-
-xTiTo-g ,wohl bewohnt, wohl gebaut'; IL 2, 592: ot de . . . ivifiorro . .
IvxxLxov Alnv. — neQi-%%Lxri-g ,Herumwohna:, Nachbar'; Od. 11, 288:
Tijy Ttavxeg /ivciovxo neQixxlxai» — ftegl-xTiov {neQi-xxlwv) ,henim-
wohnend, Nachbar'; IL 20, 212: vxpoae d' avyrj ylyvcxai afiaeovoa^ negi"
xTioveaat ßidia&ai. IL 17, 220: xixXvxe, /ivgla q>vXa nsqtKXioviav iTti-
XOVQWV.
IaL qvii'Scere ,ruhen'; Enn.ann. 441: ^c ut fortis eqvusj spaüo qvi
saepe supremd vtcit Olimpia, nunc seniö confectus qviescit
Goth. hveila ,Weile, Zeif, eigentlich ,Buhepunkf ; ML 15, 25; vasuh (hau
hveila thridjö] nhd. Weile. — Dazu: hveilan ,ruhen, aufhören'; EoL 1, 9:
ni hvdlaidMum (ov navofieSa) faur levis hidjandans] nhd. weilen.
Altslav. po-citi ,mhen'; po-koj ,Buhe'.
Altind. Tcshi' ,wohnen, weilen, ruhen': Icshäiü ,er wohnf ; RV. 10, 51, 5:
tämasi ishaishi agnai ,in Finstemiss wohnst du, Agnis'; RV. 8, 73, 9:
Jcshditi hshäimaibhis sädhübhis ,er wohnt in guter Sicherheif ; RV. 4, 50,
8: sd id Jcshaiti südMtas äuJcasi svdi ,er wohnt wohlbestellt im eignen
Griechische Etymologie. 265
Hause'; BV. 10, 51, 2: hua aha . . . Jcshijanti agndis vigväs samidhas dai-
vajä'nts ,wo ruhen alle Flammen des Agnis, die zu den Göttern gehen'?
Altostpers. kshi ,wohnen*: shaeti ,er wohnt*.
Die Entwicklung des consonantischen Anlauts ist nicht nach allen Rich-
tungen klar, daher auch in den Zusammenstellungen einiges unsicher. Alt-
indisches Jcsh- scheint sich auf sehr verschiedenen Wegen entwickelt zu
haben.
XTid- ixTl^eiv (aus *xrldj€iv) ,bewohnen machen, besiedeln'; ,grtinden, ein-
richten, schaffen'.
11.20,216: Ttrlaae dk ^fagdavlrjv, inet ov tcw FiXtog Igf] iv Ttedlqt
nenoXiCio, Hdt 1, 149: ovtoi dk ol uiloXisg xdgriv iikv Ihvxov xtlaavreg
ofielvio 'Iwvwv, — Od. 11, 263: dt nQwtoi @fjßTig ^dog hLriaav. Find.
Pyth. 1, 62: T(p noXiv xelvav . . . 'ligtov h vofAoig hcriaae. Hdt 1, 170: og
ixiXeve xoivtp afoXt^^Itavag deQ&ivrag nkieiv lg 2aQÖw xal irteiter noXiv
IaLov Ttrl^eiv Ttavrwv 'iwvwv. Find. Ol. 6, 69: evv* av . . . ^gcatihig , . .
natQi ioQjav re XTlati nkeiazofAßQOTOv le^fiov t€ fjtiyioxov aid'Xiov. Soph.
Ant 1101: Kziaov dk t(p ngoxeifiiv^p i:aq>ov. Aesch. Schutzfl. 171: nal8*
aTi^aaagj %6v avTog noT^ %x%iaev yovi^.
Schliesst sich eng an xt£- ,wohnen' (Seite 264), bildet der Bedeutung
nach ein Gausale dazu. Was die Bildung anbetrifft, so liegt möglicher
Weise zunächst ein Nomen auf i zu Grunde, wie deren im Altindischen
oft die Schlusstheile von Zusammensetzungen bilden, wie zum Beispiel
von diviJcshi-t- ,im (oder am) Himmel wohnend' (RV. 10, 92, 12: sürjä-
masä vicdrantä divikshitä ,Sonne und Mond, die abwechselnd gehenden,
am Himmel wohnenden').
xriöBO-q ,vom Steinmarder, aus Steinmarderfell'.
Zweimal in der Ilias. II. 10, 335: xQari ä' int yttidir^v xvvhjv (nämlich
&ijo oder ähnlich). II. 10, 458: nov d' and fikv uridhiv xvvhiv x€q>aXrj(piv
%'koyto.
Gebildet wie a%yio-g ,von der Ziege, aus Ziegenfell' (Od. 9, 196: aiyBov
aaxov), ßoßeo-g ,vom Rinde, aus Rindsfell' (II. 23, 777: ov&ov ßoFiov. IL
22, 397 : ßoFiovg l^arcag), xvveo-g ,hündisch, frech' (II. 9, 373). Zu Grunde
liegt *xT/d-, das für identisch mit ixTid- ,Steinmarder' (Seite 25) wird
gelten dürfen, unter xriöia von Hesych angeführt wird : xzig 8h ioxi Cwov
ofioiov yokfjj ov t6 öigfia ev-S^erov eig Tcegixetpalalag,
xriXo-q ,zahm, freundlich gesinnt'; bei Homer insbesondere der ,zahme Wid-
der* (als Anführer der Heerde).
Hes. Bruchst 205 : XQV ^^ ^^ not gl . . . xxlXov ^fifisvai, Empedokl. (bei
Schol. zu Nik. ther. 452): r^oav di xrlXa ndvra xal av-d'gcinoiat ngoatjvrj,
diigig T^ olwvol tc, q>i)jO(pgooivri re de&qei. Pind. Pyth. 2, 17: Kivvgav
. . . Tov 6 ;f^raoxflrZTa ngo(pg6vwg i<plXrja' IdTtoXXwv, legia xxLXov lAq>go-
dltag. Nik. ther. 452: cnkwg Sgvl&uiv t€ toxov xzlXa G^^hig, liegend'?)
%^ äia ßgvxwv (nämlich dgaxwv). 471: xal inl xxiXa firjXa doxevwv
(nämlich xeyxglvrjg, eine Schlangenart). Parthen. erot 10: al de , . . xvveg
266 Griechische Etymologie.
idlcjytov fikv %kaq>ov' ovüai d^ ov navv HTlkoi, cte 6k Ix Ttollov i^ygeuh-
fiivai, wg viaq)Qi]aavTo T^g xoQfjg, Iftrivixd-fiaav avTfj xal fifjöevög /ra-
QovTog naaav dieanaQa^av, — IL 3, 196 : avrdg dk xvikog wg iftutu^
jJevai aiixog avÖQW. IL 13, 492: avvaQ MfteiTa XaFoi inovd'^ dg bX t€
fisrc xtllov ianezo fi^ka.
Gehört wahrscheinlich zu xn- ^wohnen' (Seite 264), so dass als erste
Bedeutung ,wohnend', d. L ,mit in der menschlichen Wohnung befindlich^
sich zu ergeben scheint Vergleichbare Bildungen sind q>llo-g ,lieb^ (IL
1, 20; 98 und sonst sehr oft), iplko-g ^ahV (IL 9, 580; Od. 13, 437), deil6-gj
alt öFeiXo-g ,feig, elend' (IL 1,293; 13, 278), q>avXo-g ,schlecht, böse' (Soph.
Bruchst. 704; Thuk. 6, 21; Eur. Hipp. 435); am Genauesten aber entspricht
seiner Bildung nach das substantivische tvxLXo-v ,Feder' (Soph. Bruchst
1026, 3; Ar. Ach. 587; 588; 1182).
xrvjr- 4&ut ertönen, krachen'; causal ,laut ertönen lassen'; begegnet ausser
im Aorist xzine (IL 8, 75; 170; 15, 377; 17, 595; Od. 21, 413) nur in ab-
geleiteten Verbalformen, in den präsentischen x%vni€i (IL 13, 140), xtv-
TciiDV (IL 7, 479), xtvniovoai (IL 23, 119).
IL 13, 140: xrvTtiei di &* vic' airoi (d. L ,unter dem Felsblock') vkrj.
IL 23, 119: dgvg . . . rafivov . . . toi ih (leyciXa xxQTtiovaai Ttlmov. II.
8, 75: QVTog (Zeus) d* k^^Idrjg fieydXa YTune. — Hes. Schild 61: x^ova
d' hcrvnov wxiFeg YitTtoi, viaaovreg xflXijai. Eur. Or. 1467: xnJ/rijac xQccTa
fiiXeov TtXayq,
In den verwandten Sprachen ist unmittelbar Zugehöriges noch nicht
aufgefunden, innerhalb des Griechischen aber scheint mit einer eigenthüm-
liehen Umbildung des Anlauts sich *yäov7to-g ,lautes Gfetöse, Donner' (in
iQL-ydovno-g ,laut schallend, stark donnernd' IL 5, 672; 7,411; 10,329;
dazu MydovTtr^aav ,sie donnerten' IL 11,45; iic-Byöovnei ,es ertönte dazu'
Agath. in Anth. 9, 662, 4) noch dazuzustellen.
xaßaXXömO'Vj eine Pflanze ^Hundszunge'.
Diosk. 4, 127: xvyoyXiaoaov — ol ök q>vt6v, ol dk xaßaXkdtiov ... —
qn)iXa %xbl aQvoykwaaiy r(p 7tXaTvq)iXX(fi if^^ßgfj, azevvixBqa dk xal fiixQO-
regay x^oddr^' äxavXov, inl yfjg iaTQWfiivoV qmevai iv dfifiddeai xoTtoig.
Dunkler Herkunft Ob etwa zum Folgenden gehörig?
'xaßdXXri-q ,Arbeitspferd'.
Piut mor. 828, E : dXX* ov^} %tvl %i^ tvx6v%t xai xaßaXXj] XQ^f^^^ogy
q>evye TCoXifiiov xai tvqovvov daveiOTfjv» Antipatr. (in Anth. 9, 241, 1) :
ßovxoXog MnXeo, Ooiße, llooeiddwv dk xaßdXXrjg, Hesych erklärt: xaßdX-
Xrjg' ioyaTrjg Yrcnog,
Erinnert in seiner Bildung an xt^dXXri-g ,Strassenräuber' (Seite 230).
Darf wohl für ein Lehnwort gelten.
'xaßöaXo-y von ungewisser Bedeutung, ist zu entnehmen aus: avro-xdß-
daXo-g ,aus dem Stegreif gemacht, leichtfertig gear/?eitef ; ,Possenreisser
«US dem Stegreif.
GriechiBche Etymologie. 267
Lyk. 745: dvavloxV'^ov avToycdßdaXov axdq>og ßrjvai TaXaaaei, wozu
die alte Erklfirang lautet: avToxdßdr}i.ov di^ ro eUy %al waavrcjg xal
avTOVQyov yeyovog' xvqIvjq dk ly ke^ig Itti Tc5y aixplTtDv el'^i^ra^* tc yoQ
iig Irt^fi q>vQa&iv%a akevga ovrwg Xiyei. Luk. Lexiph. 10: iariv, ^ ö'
Off, Iv TOlg axiQaq>€loig iyxatpmiijdalog av^QUTtog rdv avTohjxvd^wv xal
Tüiv avvoxaßdakiov. Arist Bhet 3, 7 : to d ' avdloyov iariv idv fi^ze negi
evoyxwv mroxaßdqXwg XiyriTai fxtjie Ttegl evrekaiv ocfivwg. — Semos (bei
Athen. 14, 622, B) : ol avToxdßdakot . . . xaJiovfÄevoi kaTeq)avoifAivoi xit%(^
axiir^v ircigaivov ^ijaeig, varegov dk lafißoi wvoiidad^naav av%oL %b xai
TOT TtoiTifxaxa avTiSv.
Etymologisch dunkel. Dem Suffix nach darf man wohl i^ako-g, Bei-
wort der wilden Ziege (Seite 26), und ähnliche Wörter vergleichen.
xößüXo'g ,pos8enhaft und spitzbübisch^
Ar. Frösche 104: tj fx^v xoßaXd y^ iatlv, wg ycal aol äoxeu Ar. Bitter
417: äXXd y* laxL fiov xoßaka naidog ovzog, i^rjTtdnov ydq xovg fiayel-
Qovg. Arist Thierk. 8, 84: 6 d' ufTog (,die WaldohreuleO . . . eati de xo-
ßaXog xal fiifitjTi^g, xal dvrogxovfievog dklaxerai. Ar. Bitter 450: xoßakog
d. 635: ßeqiaxB&ol t€ xal xoßakoi xal fioS^wv. Ar. Frösche 1015: el . . .
jtii}d' dyogalovg firjdk xoßdkovg, wofteg rvv, fitjdk navovgyovg (nämlich
nag ' ifiov Ttagedi^aro). Ar. Flut 279 : wg (lod-tav el xal (pvau xoßakog.
Scheint sich zu Bildungen wie exrjko'g, alt FixTiko-g ,behaglich, ruhig,
ungestört' (1, Seite 344) zu stellen, wobei aber doch das gedehnte innere ä
auffällt Ob es dialektisch ist oder sonst besonderen Grund hat? Die Her-
kunft des Wortes ist dunkel.
x^jJo-§ jMeerkatze*.
Arist Thierk. 2, 34: %via dh tcJv ^(^wv knafji(potegiC,€i nijv qwaiv t^ t'
dv&gdftfp xal %olg TergdjtoaiVj Ttl&rjxoi xal xrjßoi xal xvvoxiq>akoi (,Pa-
viane'). ^oti ö^ 6 fihv xrjßog nl&rjxog ^tjv oigdv.
Dunkeln Ursprungs.
xcoßid-^, Name eines Fisches^ wahrscheinlich ,Meergrundel^
Hipp. 2, 466: xQ^^^^^* ix^vwv de axogTtlqt ... 17 xakkiwvvfjKp rj xwßtff.
Simonid. (bei Athen. 3, 106, E): ^vvvoiai rev^lg^ xtoßiolai xwgldeg, Anti-
phan.(beiAthen.7,309, D): ^filv öi rolg &vrjTOlg iTtgidfjirjv xwßiovg. Arist
Thierk.6,76:ixT/xToi;(7£.... ol fiiv xtoßioi ngog Tolg kl&oig, Ttkfjv nkatv xal
xpadvgov ro anoTixrofievov iariv, 8, 121 : ylvovtai di xal ol xwßiol nloveg
h %olg ftorafiolg. 9, 144: t(^ <J' Iv t(^ eiglnt^ q)vofiivü)v ovx ^ori nekdyiog
6 kevxog xwßiog. — Dazu wohl xioßlnd- {xwßlrig), eine Sardellenart;
Arist Thierk. 6, 93: ij (J* akkri dqwr] yovog Ix^vwv iatlv» rj fiiv xakovfjiiyr]
xwßlng xiaßUav rcSv fitxgtSv xal (pavkoiv^ ot xatadvvovaiv etg rfjv yrjv.
Dem Suffix nach mit Igiodto-g ,Beiher' (1, Seite 444) und ähnlichen
Bildungen zu vergleichen, die zunächst von Nominalformen abgeleitet wur-
den; der verbalen Grundlage nach aber nicht verständlich.
xc^ü>Td-s ,Kiste'.
Ar. Bitter 1000: xal vi] JC ?t£ yi (xova%i xtßmxbg rtkia. Wespen 1056:
268 Griechische Etymologie.
iofiakleri r ' elg rag xißwTOvg piexd rwv firjkwv. Athen. 3, 84^ A: wg %i
^iya xeifAijhov anerld'evTO iv Talg Tcißtarolg fiera tüv Ifiavlwv.
Vergleich mit Bildungen wie ^vaavanl-g ,mit Quanten {d'iaava-g IL 2,
448; 14, 181) versehen^ drängt zu der Vermuthung, dass zunächst ein
*^lßo-g zu Grunde lag. Bedeutete dies etwa ^Deckel, Verschluss^ und so
die abgeleitete Form ,mit Deckel oder mit Verschluss versehen'?
ocißiöi-q ^Banzen'.
Hes. Schild. 224 : ofitpl öi iitv (d. i. nagri öfeivoio nehaqov d. i. Foq^
yovg) ytlßiaig ^eße, d^aifia ßidiad'ai, Eallim. Bruchst 177: ov yag kfcti--
^fiei Ttavra y^ ififj xlßiaig. Zenob. 1, 41: avrai di ai Nv^itpai /mjva
elxov TtidiXa, xal xijr xlßeaiVy ^v g>aaiv elvai nrjqav. — Eine gldchbe-
deutende Form: Tivßeaig wird von Hesych (xvßeaig ij xlßiaig* TtrJQo)
angeführt
Dunkler Herkunft unmittelbarer Zusammenhang mit dem vorausgehen-
den ist wegen der verschiedenen Quantität des t unwahrscheinlich. Der
Suffixgestalt nach vergleichen sich Bildungen wie Snliaig ,das Bewaff-
nen, Rüstung* (Thuk. 3, 22; Ar. Frösche 1036), xelxiai-g ,Aufführung emes
Bef estigungswerkes* (Thuk. 7, 6 ; Xen. Hell. 6, 5, 4), aoriai-g yAusschmückung'
(Hdt 1, 195), diwvtiai-g ,das Werfen mit dem Wurfspeer* (Xen. an. 1, 9, 5)
und andere.
TcißäriXo-q ,verfälscht, unecht*; ,falsch, betrügerisch*.
Theogn. 119 und 123: XQ^^^^ xißdijloio xal äqyvQov avaxsrog arrj^ . . . xal
i^evQelv ^(fdtov avägl öO(p(fi, si dk q>lXov voog avdqo'g hl aTrjd-eaai ke-
kri^ xfjvdQog löJy, dokiov ö' iv (pQsalv tjtoq ^fj, rovzo d-eog xißdrilofa-
%ov Tcolrjae ßQoroiaiv. Xen. mem. 3, 1, 9: /uij diöa^ag diayiyvoiaxeiv %6
re xakov xal xb xlßdrjkov (nämlich aQyvgiov). — Eur. Hipp. 616: cJ ZetJ,
t/ dtj xlßdrjlov dvd-QWTtoig xaxov yvvaixag elg gxSg ^klov xaT(pxiaag;
Hdt 1, 66 : XQV^^V ^i-ß^^V ^i^^^oi.
Eine deutlich abgeleitete Form, wie es zum Beispiel auch iQvyfirjXo-g
^brüllend* (1, Seite 453) und andere Adjective auf tjXo sind. Zu Grunde aber
liegt ihr offenbar xlßöo-g ,Metallabfall, Schlacke*, das Pollux 7, 99 anfuhrt:
yij oiötiQiTig, Tavrrjg dk to xd&aQfia oxwqlav wvo^aCpv . . . %riv de axio-
Qlav xal xlßdov kxdleaav, dq>* ^,g xal ol fierakleig xlßöcoveg. In ihm
würde zunächst die ungewöhnlichere Lautverbindung ßö, die zuletzt in
aivo'xaßdrjlo'g ,aus dem Stegreif gemacht* (Seite 266) entgegentrat und
die zum Beispiel auch noch enthalten ist in ^aßdo-g^ alt Fgoßdo-g ,Ruthe,
Stab* (11.24,343; Od. 10,238), Qoißöo-g ,heftiges Geräusch* (Soph.Ant
1004; Ar. Wolken 407), fioXvßdo-g ,Blei* (Hdt 3, 56; Eur. Andr. 267), naher
zu prüfen sein. Ficks (1^,421) Zusammenstellung mit altostpers. gaepa
,Bearbeitung, Metallschmelze* (in ajö-gaipa ,zur Eisenschmelze gehörig*,
erezatdgaepa ,zur Silberschmelze gehörig*) und gif ,bohren, durchbohren*
bleibt dabei aller Beachtung werth.
xvßeQvdsiv ,steuem*; Reiten, regieren*.
Od. 3, 283 : ixaLwxo qivi, ' dv^^iimov vrjßa xvßeQv^aai, OTtote arciQxoiBv
Griechische Elymologie. 269
aßekkai, Pind. Ol. 12, 3: rlv yag kv Ttovrii) xvßeQvüjvrac d-oai vaeg, —
Pind Pyth. 5, 122: Jiog toi voog fiiyag ycvßcQv^ öalfiov* dvä^iov q>lX(av,
Brachst 214: ikTclg, a (laXiata •d^vctvuiv noXvotqotpov yvdßav xvßsQv^,
Soph. Aias 35: fcavra yaq %a t' ovv rtagog ra t' elairteiTa afj TivßsQvdS-
ptai xbqL Xen. Kyr. 8, 8, 1 : roaavtri dk yevofiivri (nämlich ij Kvqov ßa-
atXeLa) fii^ yvci^jj TtJ Kvqov kxvßegvaro.
An Znsammenhang mit vatg ,Schiff' (siehe oben Od. 3, 283 nnd Pind.
Ol. 12, 3), der früher wohl allgemein angenommen wnrde, ist nicht zn
denken; vielmehr enthält der Schlnsstheil eine Verbindung von Suffixen,
wie sie ähnlich entgegentritt in den lateinischen cavema ,Höhle' (Lncr. 4,
171 ; Cic. n« i 2, 9), lucema ,Lampe' (Plaut As. 785; Bacch. 446), tdbema
,Bretterhütte, Bude' (Plaut Truc. 697 ; Men. 436) oder auch in xiagvo-v
,Axt* (Seite 218) und minagvo-v ,Axt' (Od, 5, 237; 9, 391). Vielleicht darf
man als nächste Grundlage ein ^xvßegvr] ,Steuermder' (eigentlich ,ge-
kriimmtes Holz'?) muthmaassen. Fick 1^, 390 vergleicht zunächst lit hum-
bris ,krummes Holz am Joch des Pfluges oder auch eines Wagens' und
kumbrUi ,steuem' und weiterhin altind. hCChara-s oder Mlhara-m (Mftitr.
S.; Mbh.) oder Mhart- (Qat Br.) ,Deichsel'. Daneben aber lässt er auch
das kjprische xvfAeQ^vai ,steuem' (Inschr. bei OHoffmann 1, S. 76: ^tvx'
d x^Q ^ecji YVfiBQxlvai 7tav%a, %a av-S-Qwnoi q)Qoviwl ,dem Gott ward die
Hand, alles das zu lenken, was die Menschen denken') nicht unbeachtet,
stellt nach ihm vielmehr ein westeuropäisches *qmnro- ,Deichsel' auf, durch
das indess noch nicht alle zusammengestellten Formen genügendes licht
erhalten.
^vßiXiO'V ,Veilchen'.
Diosk. 4, 120: %ov noQq>vQovv — ol dk daavrtodiov . . . ol dk Xov ayqtov^
ol öi xvßiXiov ... — (pvXkov b^bl f^iTcgoregov xiaaov . . . dvdrjXiov aq^odga
Bvöjdeg, 7toqq>vQOvv.
Ging möglicher Weise aus von xvßekrj ,Ohröffnung' (Etym. M. 543, 1 :
xvßikti' 71 OTcrj nov (itog, xoi fiiXog atifiatog). Oder ruht es auf dem
Namen der Göttinn KvßiXt] (Pind. Bruchst 80; Eur. Bakch. 79; Ar. Vögel
877)?
xüßo'q ,Wirbelknochen' ; ,Würfel'; ,dieEins auf dem Würfel'; ,Höhlung vor
der Hüfte beim Vieh'.
Ehian. (bei Pollux 2, 180, der erklärend dazu bemerkt voi/g dk aq>ov-
iiXovg TOVTOvg ^Piavog nvßovg wvoiiaaBv): avxivog l§ VTtcesoio xvßoig
initiXXexai t^vg. — Aesch. Sieben 414: ^gyov ä' h xvßoig ^Agrig xgiveL
Soph. Brachst 438, 4: neaaovg nvßovg re %Bqnv6v dgylag axog. 809: cibI
ycQ Bv nlftTovatv ol Jibg xvßou Hdt 1,94: l^BVQB&f^vai d^ (ov tctb xal
%w xvßwv Tcal Twv dorgaydkwv aal Trjg aq>alQrjg xal %wv akXiwv Jtaaiwv
Ttatyviiiav %a BXÖBa, TtXijv nBaadv. Eur. Bruchst 888: ßißXr]x^ '/dxtXXBvg
övio xvßo} xal liaaaqa. Pollux 9, 95: xvßog av%6 xb %6 ßaXXofiBvov xa-
XbItoi xal "fi iv avr(p xoiXoTrjg, ro arjfiBiov^ 6 TVTCog, ^ ygafifiij^ to drj"
Xovv Tov dgid-^bv %iZv ßXrj&ivTiov' xal fiaXiOTa ^ yB fiovag f^ iv adfoig
270 Griechische Etymologie.
ovofia elxe xvßog xakeia&ai, xax^dfteg xal 6 naQoifiiwÖTjQ koyog fjnjrueiv
f^oixev, yjtj TQ}g ^ ij rgelg xvßoi^. — Simarifitos (bei AÜien. 9, 399, B: daqnjog
al h. TtXayltav aagxeg knavearrpiviai tfwai. %a d' hictriQwd'ev xoildfiara
Xiyovai nvßovg yaXUag{?). — Dazu: xvßiTO-v ^EHbogen^; Hippokr. 2,
109 und 110: avw di afitxgtp %^g neQovrjg (,de8 kleinen EnochensO ig
Tov oyKüiva x6 %b öariov xal ^ negovrj ig to ovto ovfißaklorra Sq&qov
iv %<fi xvßlrqi noiiovüi . . • avrai (nämlich neQovai) avv T(p öatitp Ttsqm-
nvlai naqa t6 tov oatiov aq&Qov yQ&qwvtai ig t6 Yvßirov . . . mrai
iowTaZg ^vfißdXXovaai iv T(p xußlxff tvxog. — xi;/?ciiA*oy ^EUbogen^; Pollnx
2, 141: %b yag xogwvov iottgixov iariv. ovofia^ovai dk rovto xal xvßu^
Xov xaX xvßiTov etjtoig av (og 'iTtTeoxQdrrjg,
Dazu: gotb. hupi- ,Hüfte' (Mk. 1, 6; Ephes. 6, 14); nhd. Hüfte.
Bedentete eigentlich wohl ,buckelartige Erhöhung (oder Vertiefung)^ oder
auch ,gebnckelt^. Weiter abliegende Zusammenstellungen, wie mit lit kiigis
«grosser Heuhaufen' (bei Fick H, 390), zu dem nd. Hucken gehören vnrd,
lassen wir hier bei Seite. Dem Suffix nach vergleichen sich mit xvßixo-Vy
dem lat cubito- {cubitus^ oder auch cubitum wie Lucil. 380 Baehrens; Plin.
11, 249) ,Ellbogen, Unterarm, Elle' (Plaut Ciapt 796; Gas. 853; Stich. 286;
Poen. 837; Rud. 1294) nur entlehnt sein wird, das alte ahpixo-v ,(}ergten-
mehl' (1, Seite 323) und mit xvßwko-v das auch schon homerische eidw-
lo-vj alt felöioko-v ,Bild, Nachbildung' (Seite 108).
x'ößriXi'q ,Schlachtme8ser, Eäsemesser'.
Eratin. Bruchst 315: x^ibc/da xixkijaxovai ^eol, avögeg dh xvßfjXiv.
Philemon (bei PoUux 10, 104, der erklärt: TVQo-xvrjaxigy fjv xal xvßtjkiv
xakovaiv): oQui fiayelgov xal xvßrihv xal axaq>f]v, Anaxipp. (bei Ath^.
4, 169, C): ov fxri ngovegov otaeig . . . xal tijv xvßtiliv x^v xaQtjviaxfjQiar.
Lyk. 1170: iv x^Q^^^ ^x^^ • • • ^ovqoxxcvov axeggdv xvßi]Xiv.
Ungewisser Herkunft Die Suffixform wie zum Beispiel in qw^Xi-g
flüchtig, feige' (II. 17, 143).
^'6ßio-v ,Thunfisch' in einem bestimmten Alter.
Athen. 3, 118, B: ^Ixiaiog . . . TcrjXafivdag (,Thunfi8che' in einem bestimm-
ten Alter) xvßia elval q>rjOi ^eyaXa. xvßlwv dk fjivtjfiovevei Iloaeiöifxnog
iv Mexaq)eQOßivqf.
Gehört wohl zu xvßo-g ,Wirbelknochen', ,Wttrfel' (Seite 269).
^vßioräsiv ,8ich kopfüber stürzen, sich überschlagen'.
U. 16, 745 und 749: ui nonoi, ^ fiaX' iXaq>Qdg avrjQ, wg fgela xvßiax^
.... lig viv iv fteöitp i^ %7t7t(ov Fgela xvßcax^, IL 21, 354: xelgovx*
iyXiXvig xe xal Ix^^g ol xaxa dlvag^ ol xaxa xaXa ^iFB&ga xvßiaxaov
€v&a xal hf^a.
Weist zunächst auf ein *xvßiaxri'g ,der sich Ueberschlagende, (Gaukler',
wie zum Beispiel vaiexaeiv ,wohnen' (IL 3, 387; 11, 673) auf vaUrrj-g
,Bewohner' (yaixa-g Simonid. Bruchst 57, 1 ; TtBQi'vaiixrj-g ,der Um-
wohner* 11.24,488) beruht, weiter aber auf eine Verbalform *xvßi^eiv
,8ich überschlagen' (?), wie zum Beispiel ißgiaxi^-g ,der Gtewaltthätige' (IL
Griechische Etymologie. 271
13, 633; Od. 6, 120) auf ißgi^eiv ,gewaltthätig handeln' (Od. 1, 227; 3, 207).
Zu Grunde aber liegt wahrscheinlich xvTtretv ,sich bücken' (IL 4, 468; 17,
621; avcf-xiftreiv ,aufducken, emportauchen'; Ar. Frösche 1068: TcoQa %ovg
ix^S av'hcv^pev ,tauchte auf dem Fischmarkt auf; Plat Phaed. 109, E:
XttTidelv av ava-xvipavTaf waneq iv&ade ol Ix r^g ^akarrrjg ix^sg ava-
-xvTCTOvTig oQwai %a iv&ade), dessen Wurzelform sich allerdings aus
anderen zugehörigen Bildungen nicht als ycvß-, sondern als xvq)- (siehe
später) ergiebt
xvßelä'Q, Name eines Fisches.
Nur Opp. Fischf. 1, 183: ol d' iv d(ABVQr]%oiaiv aXriv TteXayeaaiv ^ovai^
TTjXov and TQaq>eQijg . . . vjtiqonXog oq'kvvwv yevefj aal nQtj^ddegj ijdh
xvßelai.
Ruht wohl auf dem selben Grunde wie xvßio-v ,Thunfisch' in einem
bestimmten Alter (Seite 270). Die Suffixform scheint dieselbe zu sein, wie
in dem Gottesnamen 'EQfislä-g (1, Seite 464).
Ttaö' ,sich zurückziehen, zurückweichen, abstehen' und im Activ causativ
,abstehen machen, berauben' ist aus einigen redupUcirten Aorist- und sich
daran schliessenden Futurformen zu entnehmen, nämlich aus x&iadciv (IL
11, 334), xexadovTo (II. 4, 497 — 15, 574), xexaö^oei (Od. 21, 153; 170) und
Tuxxadrjaofie&a (H. 8, 353).
II. 4, 497 «> 15, 574: vno äi Tqweg xexadovto avÖQog axovxlaaavzog.
II. 8, 353: ovxiri vm oXXvfiivwv Javawv xexadrjao^e^' (,abstehen' *« ^nf-
hören lassen'?) vardtiov tcbq; — IL 11,334: %ovg fikv Tvöeßldrjg dov
QixXeitog JiFo^rdrig dvfiov xal tpvx;ijg xexaddv xXvra t€vx€ dTtrjvga,
Od. 21, 153: noXXotg yaQ rode ro^ov oQiaTfjßag xexadi^aei Svftov xal
ipvXVS'
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. An Zu-
gehörigkeit zu x^^' ' x^^^^^^'' ,zurückweichen' (IL 3, 32; 4, 535; 5, 702),
wie man sie gewöhnlich angenommen, ist nicht zu denken. Von ihm
aber weicht wieder lat cedere ,einherschreiten, vorwärts gehen' (Flaut
Merc. 600: tristis cedit'^ Aul. 517: cSdunt, petunt trecentt item alii] Cas.
446: at candidätus cedit htc mastigia] Epid. 149: ego istüe ac-cedam pe-
ridwn potius atqve avdädam ; Asin. 629 : at vostrae fortünae mets prae-
'CSdtmt) in der Bedeutung weiter ab, als dass sichs sicher hieher ziehen liesse.
xad- ,sich auszeichnen, übertreffen' ergiebt sich als Verbalgrundform aus
einer Anzahl medialer Perfectformen, am deutlichsten aus xexaö(xivo-v
(Find. OL 1, 27), weiter aus xexaofiivo-g (IL 1, 339; Od. 4, 725 — 815),
xexaafA€»a (Od. 24, 509), xixaaxai (IL 20, 35), ixixaaro (H. 2, 530; 5,
54; 16, 808), xixaaaai (Od. 19, 82), xexao^ai (IL 24, 546; aus ^xe-xad-
•a&ai). Als präsentische Form dazu gilt xalvvox^at {halvvxo Od. 3,
282; 8, 127; 219). Präsentisches xa^ea^at bringt Yeitch erst bei aus^
Niketas (f 1216 in Nicaea; ed. Bekk. 240, 24: onXia^olg re yaq ixTcge-
niaiv hcd^ovto. 295, 18: navtoloig doXoig xaCß^ivog),
11.4,339: xal ai xaxolai öoXoiai xexaofiive. U. 24,535: TtavTag yaQ-
272 Griechische Etymologie.
€ft ' av&Qcinovg ixäiiaaro oi,ß(fi re Ttlovvq) ze. II. 24, 546 : tcJv ae, yigov,
TtXovTcp re aal vlaai q>aai x&iaad'ai. II. 2; 530: iyieli] d^ hdKaavo
naviXhqvag xai *A%OLiFovq. Oi 3, 282 : bcalvvzo (pvX^ av&QviTtwv vrjFa
'KvßeQvrjaai, 04 8, 219: olßog dij fie OikoxTT^Ttjg an-fxaiwto To^qf.
Find. OL 1,27: kißtjrog e^ele Kkw&ü) iXifpavci q)al6ifiov wfiov xex.ad-
fiiyov. Aesch. Eum. 764: hcolaeiv ev xexaofiävov doQv. Ehir. EL 616:
(pQovgalg xixaaiai äe^iaig ve doQvg>6Qa)v. Ar. Bitter 685: evge d* 6 nav-
ovqyog ^egov mokv navovQylaig fiel^oai 'A&caa^ivov,
Altind. Qod ,8ich aaszeichnen, prunken'; BV. 1, 123, 10: hiniä iva
tanüä gagadänä dishi daivi daivdm ijahshamänam ,wie eine durch ihren
Leib sich auszeichnende Jungfrau gehst du, o Göttinn, zum verlangenden
Gott*; BV. 1, 124, 6: araipdsä tanüä gä'gadänä ,durch fleckenlosen Leib
sich auszeichnend; BV. 10, 120, 5: tvdjä vdjam (ägadmahai rdnaishu ,mit
dir prunken wir in den Schlachten'; BV. 7, 98, 4: sä'kshäma täh bd-
hübhis gä'gaddnän ,wir wollen besiegen die auf ihre Arme Stolzen'.
Die gemuthmaasste Entstehung von xalwad'ai aus "^xad'vva&ai
kann ohne ganz besondere Stützen nicht für wahrscheinlich gelten.
Ob etwa ^alveiv (? aus *^ddveiv) , besprengen, bespritzen, {^aivovxo
IL 11, 282) sich vergleichen liesse, da Formen wie ^aaaave (doch wohl
aus *^aä'aa%B) ,besprenget' (Od. 20, 150), iQ^ddavac ,sie sind bespritzt' (Od.
20, 354) und Iggadazo ,sie waren bespritzf (IL 12, 431) ihm zur Seite
liegen?
xdcfo-s ,Krug, Eimer*.
Archil. 4, 2: dkl* aye^ avv noi&wvt ^oijg did aikf^ara vrj<g q)olTa xal
Y.oiXwv Ttiifiav^ aq)€hi€ xdöwv, Hdt 3, 50: dwQa (pigovxag . . . q>oivtxrjlov
oivov nddov. Soph. Bruchst 491, 3: rj äi . . , onbv agyivetp^ ard^ona
TOfdijg xaX%ioLaL xcdoig dix^vat.
Dem Semitischen entlehnt (AugMüller bei Bezzenb. 1, 276); hebr. kad
,Krug, Gefäfis' (Mos. 1, 24, 14; 15; 16; 43; 45; Kön. 1, 17, 12j.
xaö^&ra'q, eine Schmarotzerpflanze.
Theophr. c. pL 2, 17, 3: zo avgicmov ßoxdviov 6 xakovfi€vog xadvrag xal
divdgoig xal dxdv-d^aig ifiq>v€Tai xal akloig xiöL
Offenbar ungriechisch.
xaöiiela ,6almei, Eieselzinkspath'.
Diosk. 5, 84: yevvdzai ök rj xaöfiela Ix zov x^^ov xafiiv€vofiivov
Ttgoai^avovarjg rijg Xiyvvog %oig rolxoig xai %fj xogvq>fj twv xofilvwv ....
fi€Tai,lovgyelTai ök kx %ov fcgovnegxeifiivov 26Xoig ogovg, rov keyofievov
Tcvgltov Xld'ov xaiofiivov .... yevvdTat ök xal ix xüv agyvglcjv Xevxo-
xiga xal xovcpoxiga ovaa, xaxd ök xfjv övvafiiv i]xxwv.
Ist möglicher Weise im Grunde das selbe mit Kaöfuia (Xen. Hell. 6,
3, 1 1 ; 6, 5, 46), dem Namen der nach ihrem Erbauer Kddfxo-g (Od. 5, 333 ;
Hes. th. 937; Hdt 4, 147) benannten Burg von Theben. Dabei aber bleibt
der Grund der Benennung des Erzes noch völlig dunkel.
Griechische Etymologie. 273
xeöaq" ^sich zerstreuen , aus einander gehen, sich ausbreiten' und mit der
causativen Bedeutung verstreuen, aus einander treiben' in den activen
Formen, weist in der alten Sprache nur einige Aoristformen auf, wie
ixidaaae (IL 5, 88; 17, 285; Od. 3, 131 — 13, 317), nidaa^ev (11.15,
657), xedaa^ivT- (IL 2, 398; 739; 15, 328), kommt in späterer Zeit aber
zum Beispiel auch noch in der Perfectform TLexidaaro (Ap. Bh. 2, 1114) vor
und auch in verschiedenen Präsensformen, wie xedavvvfievov (Agath. in
Anth. 5, 276, 6; aus *ycedaa-vv")f %edai6fievog (Ap. Bh. 2, 628; aus ^^edaa-
jofi' und xedotjvjai (Ap. Bh. 4, 500; aus ^xeddajovTai).
IL 17, 285: Tqcjcjv htidaaae q>akayyag. IL 15, 657: Ttaga nkiaifjaiv
€fi€ivav o&QOOi, ovd* hcidaa^ev ava argarov. 11.2,398: dvaravTeg d'
OQiovxo xeSaad-irreg xata v^ßag. IL 15, 328: IV^a d' dvi^Q ilkev avdga
xedaa^elarjg vGfilvTjg. IL 5, 88: xBiiiaQoFifi, cg r' o/xa ^ifiov hiidaaae
(Nauck schreibt hiaoae) yBtpvqag.
Offenbar nur eine des alten anlautenden Zischlauts beraubte dialektische
Nebenform von oxidag-, das bei Homer auch mehrere Male auftritt, wie
IL 23, 162: kafov fikv axidaaev xava vrjßag. Der gleiche Verlust des
Zischlauts begegnet auch sonst, wie zum Beispiel in xidaq>ri ,Fuchs'
(Hesych: xiddq>rjv yoQ ttjv dhartexa Xiyovatv. Daneben fährt Hesych
auf: xidaq>og' doXiog. xal ^ aJuoTvrj^ neben gleichbedeutendem axiddq>r]
(Arkad. 115, 17 Bekk.: axiddtpriy ^ dhirnj^.
7tBövö-g, ein seiner Grundbedeutung nach nicht ganz verständliches Adjectiv,
etwa ,geehrt, geschätzt, schätzenswerth^
Bei Homer 16 mal, meist von Personen. IL 17,28: €vq)Q^vai aXoxov
ve q>l3Lfjv xedvoig %e zoxijßag. IL 9, 586 : uokld d* (nämlich ilklaaovto)
iialQoi, 0% Fol xedvotoToi xal q>LX%aTOL rjaav andvvujv. IL 24, 730: ex^g
d* äloxovg xedvdg. Od. 10, S: 6t d* alFel Ttagä natql (plktp xal fUfj^rigt
xBdvij dalwvrai. Od. 1, 335 => 18, 211: dfxq>l7tokog d' aga ßoi xedvfj
FexdxBQ&B ftagiarf]. Od. 14, 170: o/tftote zig f^vrjar] xedvolo Fdvaxxog.
Od. 1,428: al&ofxivag daßldag <piQB xedvd ßiövia Evgvxkißeia. IL 20,
57: SXoxog d' aß' indygevo xsdvd ßidvia. Hes. Werke 699: Tra^^ewx^y
dk yaf^elvj ha ßijx^ea xedvd didd^tjg. Pind. Pyth. 10, 72: h d' aya&olai
xBlzai nargtilai xeöval jcoXiwv xvßegvdaug. OL 8, 80 : xaTaxgvTttet 6 '
ov xovig avyyovtav xedvdv X^Q^^* Aesch. Pers. 172: ndv%a ydg %c xidv'
Iv vfilv löil fioi ßovXevfiara. 928: aial alalxedväg aXxdg, 142: qfgov-
tlda xedrqv xal ßa^ßovXov ^dfjie&a. Agam. 648: ndig xedvd %olg
xaxoUn avfifil^u);
Das Suffix v6 begegnet häufiger, trat schon entgegen in dyvo-g ,verehrt,
heilig*, ,rein, unbefleckt* (1, Seite 120), igaiivo-g ,dunkel* (1, Seite 437) und
sonst Für die zu Grunde liegende Verbalform ist weiterer Zusammen-
hang noch nicht ermittelt
^U^utX" (in der Mehrzahl gebraucht) fiübönSs ingvinäles', das heisst ,An-
Schwellungen unter der Haut in der Leistengegend* (nach BEobert).
Hippokr. 1, 561: v/to t^g IrtTtaalrig aviiovg (d. L die Skythen) xidfiaza
Leo Meyer, Orieohisohe Etymologie. II. IS
274 Griechische £t3nnologie.
Xafißavei, are dal XQefiafAivtJv dfto ruiv iTCTtwv zolg noalv. %7tei%a dno-
XwXovvxai %a\ %hwvtat %a loxla ot ap aq>6dQa voatjawaiv. 1^ 563: oxov
yoQ IftTtd^ovtai fÄdXiora xal ftv%v6%a%a^ hcel nXelatoi vnb xedfidrwy
xai iaxiddwv xal TCodaygiiSv aklOKLOvxai,
Vennuthlich ungrieohisch, und dann wohl skyihisch.
utiöffo-q yWachholder' {Jüniperus phoenkea^ und Jüniperus oxycedru8.%
Od. 5, 60: 7CVQ fikv l/r' iaxaQofptv fUya TLaletOy TrjXdae d* oäpiri ^^Qov
%* evTneaTOio Mov t' ava yfjoov odwdei daiofiivwv. HdL 2, 87: ineav
Tovg TiXvaTrjgag Ttkrjaotyrai tov dfto xidgov dXeLq)a%og yivofievavy kv wv
Hitkrjoav Tov venQOv %^v TLOiklrjv. 4, 75 : ai dk ywalaeg avtwv vdtag rta-
Qoxiovaai navaatixovai tccqI Xl&ov tqtjxvv Trjg xvrtaQlaaov xal iUSqov
Tuxl Xißdvov SvXov, Theopbr. Pflaiiz..ly 9, 3: vdiv dk dygluv (nämlich
delqwXXa) ildtfi, nevxrj . . . q>ü,vQia, xiÖQog, rtlrvg aygla. 1^ 10, 4: ta
d' vjGTteg axav&6q)vkla xa&drreQ Tcevx'q, nlxvgy xiÖQog,
Etymologisch donkeL Das SujEfix wie in xdrtQo-g ^Eber^ (Seite 246).
xodofAiJ yGerstenrSsterin^
PoUnx 6, 64 erkl&rt: eifcoig d' av xal q>gvTteiv q>gvvTovaa' (pQvyevQov
10 igyaXBlov rö d* ccvro xal xodofievetv xal xodopteiovaa^ ^v xodofi^r xa-
Xovai, xal to igyaXelov xoSoptBlov^ (^ d^ lviq>Qv%%ov. Hesych giebt die Er-
klärung: xodofATi' ovofia ^eQanalvfjg. dfto tov xodofieveiv, oneg iaxiy
iv Invip q>QvyBiv, — Dazu: xlövri ^geröstete Gerste^; Hesych führt anf:
xLäyai' al iyxiiquii 7tBq>gvyiiivai XQi^aL
Die Snffixform ist nngewShnlich, vergleicht sich etwa mit der von xig-
xofio-g ^krankend, höhnend, neckend^ (Hom. hymn. 338 ; Hes. Werke 788 ;
Hdt 5, 83), w&hrend Bildungen wie naldfir] ,Hand^ (IL 1, 238; 3, 128)
schon etwas weiter abstehen. — Bezüglich der zu Grunde liegenden Verbal-
form vergleicht Fick 1^, 23 in ansprechender Weise lat ac<endere ^-
zünden' (Enn. trag. 388; Verg. Aen. 5, 4; Ov. tr. 4, 10, 67), candSla ,Eerze,
licht' (Juv. 9, 98), altslav. cadü ,Bauch', haditi ,riLuchem; altind. hhadikä
,geiöBtetes Korn' (Gramm.) ; Tcdndvr ,Böstpfanne' (Gramm.), hdäru- ,braun'
(TS.). — In xldvti entwickelte sich das innre i ganz ähnlich wie in xld-
vaa&ai ,sich ausbreiten' (IL 8, 1 ; 23, 227) neben xedaa- ,zerstreuen, aus
einander treiben' (Seite 273) oder in axigtav ,springen, hüpfen' (II. 20, 226^
228) neben axalgeiy ,springen, hüpfen' (II. 18, 572; Od. 10, 412; aus *axag-
jeiv. Dazn axag&fio-g^ das Springen' Ap. Bh. 3, 1259).
xoötiJUttXo-v ,Quitte'.
Alkm. BruchsL 90 : fAtjov ^ xodvfiaXov. Athen. 3, 81, F: ^gfxtav d" iy
Kgr/tixalg rXwaaaig xodv^aXa TuxXela&ai q>riai xd xvddyia fiijXa.
Enthält neben nicht verständlichem xoöv- als erstem Theile als Schluss-
theil offenbar fiijXo-y ,Apfel' (11.9,542; Od« 7, 120; diaL (laXo-y Find.
Bruchst 288; Theokr. 7, 144; 8, 79), das so auch sonst begegnet, wie in
xoxxv-fifiXo-y ,Kuckuck8apfel, Pflaume' (Hipponax und Alexis bei Atben.
2, 49, E und F), fieXl-firjXo-y .Honigapfel' (Diosk. 1, 161).
xijd-ai? (dial. xod-: xadofieyoi Find. OL 6,47; dazu xado^- ,Sorge, Tiauei^,
Griechische Etymologie. 275:
Find. OL 1, 107; Nem. 1, 54; Isthm. 7, 7) ,verletzen, beßchädigen, kränken,
betrüben'; medial ,sich betrüben, sich Sorge machen, Sorge tragen um^ Be-
gegnet fast nur in präsentischen Formen; daneben vereinzelt das Perfect
x€xi;J6 , er ist betrübt' (Tyrt 12,28: agyakitp %e 7i6&(^ näaa y.exrjde
nolig) und, mit dem Gepräge der Ableitung, das Futur xridt^aeiv (II. 24,
240: oTi fi' fjk^ere xtidi^aoyveg). Die Aoristform aTtoxTjdT^aavre ,8orglos,
fahrlässig' (IL 23, 413) muss vielmehr lauten anonridiaaavrej da sie erst
vom adjectivischen dno-mridig- ,8orglos, fahrlässig* (Hippokr. nach Galens
Glossar: aTtoxTidiaregov' afpQovxiazoteQoy) ausging, wie ganz ähnlich das
aoristische d^^ridBaev ,er vernachlässigte' (IL 14, 427) von a-xijdrfg- ,8orglos,
nachlässig' (Od. 17, 319).
IL 5, 404: axi^i-iog ... og To^oiaiv fecijd« ^eovg. IL 21,369: Tlrcze
Gog vlog IfAov ^oßov %XQae xijdeiv; IL 24, 543 (Achilleus zu Priamos):
ij/iai hl TQ(p7]y ai %e %rfi(av i^äh aa vixva. IL 17, 550: %UfAiavog ... og
§a re . . . (A^Xa dk xi^dei. IL 5, 400 : oiarog ä(X(ff ivl arißaqif tjUilaTo,
x^de dh dviiov. IL 9, 615: xaXov toi avv ifiol vov xrjdifiev dg x Ifxh
xrjdr). Od. 23, 9: fivfiaTiJQag ... 6i &' ißov olxov xrjdeaxov. Od. 9, 402:
lava/Äevoi d^ eXgovro Ttegl artiog otti ße xr^dot. — IL 1, 586: virka^i,
liijTeQ ifiTjy xal avdaxeo xr^dof^ivr] neq. IL 1^ 56: xifdero yaq Javaviv,
oji ^a dyriaxovxag 3(fäT0. H. 1, 196: afiqxa Ofjiwg ^iiff g>iiiovad re
xridofiivri %b. II. 11, 665: ^AxiXXevg ia&Xog kwv Javawv ov xijdevai ovd*
kXealQBi, IL 7, 204: bI dk xal^xroga tzbq tvbq (ptXiBig xal xqÖBai ceirov.
Od. 19, 23: aiyag öri tcotBj rixvov, i7tiq)goavvag dviXoio ß olxov xriÖBO^ai.
— Dazu: x^dog- ,Leiden', ,Sorge, Trauer'; IL 1,445: ßdvaxra, og viv
Hgystoiai noXvatova xijdB* iq>7jx€v. IL 9, 592: xijde' oa' av&QWTtoiai
TtiXsi TiSv ßdaxv Fahaji. IL 15, 245: 17 noi iL ob xijdog IxdvBty Od. 4,
108: T(ß d^ OLQ^ ifiBXXBv avTfp xfjÖB* icBO&atf iiiol d* axog alFhvaXaa%ov
avrov. II. 5, 156: not igt di yoFov xal xrfiBa Xvyga XbItcb, — xi^diOTO-g
,ffir den am Meisten Sorge getragen wird, sehr geUebt' ; IL 9, 642 : (^äfiafiBv
di toi i^oxov aXXov xriöiacol t' iiiBval xal q>lX%a%oin Od. 10, 225: og
ftoi xi^diüTog ßBrdgiov rjv xBÖvorarog %b.
Sicher Zugehöriges in den verwandten Sprachen ist noch nicht gefunden.
xijd6<ynj-s ,Ver8chwfigerter'.
Eur. Hek. 834 : xovxov xaXwg ögcSv ovza xtjdBcn^v (,Bruder der Frau')
ai&Bv dgdoBig. Ar. Thesm. 74: ov XQV^ ^^ xgv7C%Biv, ovva xf]dBati]v
(,Schwiegervater') ifiov. Plut Perikl. 1 1 : Bovxvdidfjv . . . Svdga aaifpgova
xal xTjdBavriv (,Schwiegersohn') Klfnavog.
Gehort zu Bildungen wie doTttaTiq-g ,beschildef (IL 4, 90; 201; 221;
zu aanld' ,Schild' 11.3,347; 5,797), xogvcxri^g ,behelmf (IL 4, 457; 8,
256 ; zu xogv^' ,Helm' IL 3, 362 ; 4, 459) und anderen ähnlichen, die un-
mittelbar von Nominalformen ausgingen. Das hier zunächst zu Grunde
liegende xriöog- (siehe oben) aber bedeutet ausser ,Sorge, Trauer' insbe-
sondere auch jVerwandtschaff, wie Pind. OL 7, 5: avfinoclov %b x^9^^
xädög TB Tifzdaaig iov. Aesch. Schutzfl. 330: tlg tjvx^i Trjyd' dviXniOTOv
18*
276 Griechiache Etymologie.
q>vyr}v xilaeiv ig Z^Qyog xrjdog iyyevkg t6 nqlv] Soph. Oed. EoL 379 :
TtQOüXapLßavei xijdog tb icaivov.
xc&dcov ^Glocke^
Aesch. Sieben 386: in* danlöog dl rrp xaX%rika%ot mka^ovat xcidtaveg
q)6ßov. 399: k6q>oi dk xwdwv t' ov daKvova' avev doQog. Soph. Aias 17:
q>wvrjf4* dxavta aal ^vvaQJta^w q>Q€Vi, xahioa%6^ov xddwvog (hier für
,TrompeteO wg TvQativixijg. Eur. Rhes. 308: roQydv d' dg an alyldog
^eag x^^^V l^^^^oig InTtivLOlat Ttqoadevog noi>koiai ovv xtidcaaiy £x-
tVTtei q>6ßov. Thok. 4, 135: tov yag lidöwvog nagevex^ivrog ^nachdem
die Schelle der wachthabenden Patrouille vorüber war'. Pollax 6, 110:
%ovTO dh xal to %o%%aßeiov xaraxrov xoTraßov lAQia%oq>avrig xakel, ngoa-
eiTCQ^cjv avTo Tcddwvi Qiem glockenähnlichen SchalllochO oalmyyog. Ar.
Friede 1078: wg . , . fj xdöcjv (hier gleichsam adjectivisch ^glockenartig
kUngend^ laut schreiendO axalav&lg knetyofiivTi TV(pXa tIxtci,
Dunklen Ursprungs. Das Suffix wie in afißiüv ,buckelartige Erhöhung,
Band' (1, Seite 241) und sonst
xcodeca ,Pflanzen-E^olle oder -Kopf; dann überhaupt ,Kopf . Daneben die
Formen xwdva (Theophr. Pflanz. 4, 8, 7; 9; 9, 12, 4) und xwdla (Diosk.
4, 64; 65).
II. 14, 499: amjQa^ev di x^f^^^^ avzfj ^v Tti^lrjxi xaQtj . . . o di q>ii
xvideiav avaaxoiv, Nik. AL 216: ßoctif, a vig kfiTtelddriv q>wg dfJKpißQoxriy
xddeiav and ^tg>i€aaiv dftri&elg. 432: tjQxeae d* ävrjv etSdylig xtideia
viov axoQodoio no^elaa. L7k.37: OfxtjQiyyag iaraka^e xtoöelag nid(fi.
— Theophr. Pflanz. 9, 12, 4: higa de fii^xcav ^oiag xaloviiivri . . . avd'og
d* %x^^ eQv^Qov, xwdvav d* Safjv orvxct tov öaxtvXov. 4, 8, 7 : to de
fivdaiov . . . inl %ovT(f) de 17 xwdva, naQOfiola ag)f]xl(p neQiq)eQ€L — Ar.
Bruchst 117: dyadr^v ye xwdlav (wird erklärt ttiv Ttjg fxrpciavog x€q>a''
kijv). Diosk. 4| 65: fii^xwv . . . ri di xig aygla iyxaOijfxävrjy ^ovaa iijv
xwdlav xai inif4.rlxrj . . . vglTt] di dyQiwriga . . . ixovaa ri}v xwdiar
inif^fjxti.
Ob etwa zusammenhängend mit altind. handa-s und handa-m ,Wurzel-
knoUe, Zwiebel^ (Mbh.)? Die Suffixform wird sich entwickelt haJben wie
in ijgtyiveia ,die in der Frühe gebome' (IL 1, 477 = 24, 788 ; wahrschein-
lich aus *-yiveaia) oder in ligeia ,Priesterin' (IL 6, 300; aus ^Ugcßia zu
legev-g ,Priester' IL 1, 370) und taxeia ,die schnelle' (IL 11, 186; 15, 158;
aus *%axifiaj zu vaxv-g ,schnell' IL 2, 527; 13, 66); das Letztere wohl das
Wahrscheinlichere, da die Form xwdvä zur Seite liegt
Tcld'^aCd'ai ,sich zerstreuen, sich ausbreiten', wird nur in prSsentischen
Formen gebraucht. Eine vereinzelte zugehörige Activform, mit causativer
Bedeutung, findet sich in einem Orakelspruch bei Herodot 7, 140 : Tcaxoig
d' ini'xLdvau ^vfiov (? ,überbreitet oder überdeckt mit LeidenO ^fiov.
IL 8, 1 — 24, 695: ^HFwg fjiev xgoxonenXog ixidvazo ndaav in* alav.
IL 7,451: TOV J* tj toi xiÄFog eazai oaov r* ini xldvarai ijFwg. Pind.
Brückst 130, 6: odfta d* igarov xaTa x^Qoy xldvazai. Antipatr. (in Anth.
Griechische Etymologie. 277
7, 713, 8): küHtegog xvnvov fiixgog -S'Qoog rie xoXoiwv xQwyftog h eiagi-
vaig xidvccftevog vetpiXaig.
Präsentische BQdung zu xedag' ^erstreuen^ (Seite 273), mit der selben
Vocalentwicklung wie znm Beispiel in jciTvag ^ausbreitend, ausstreckend'
(Od. 11, 392) neben nhaaaav ,sie breiteten aus' (II. 1, 480) oder in xiQvag
pnischend' (Od. 16, 14) neben xigauae ,er mischte' (Od. 5, 93).
xMaQo-q ,eine Art kleiner Schiffe'.
Hesjch erklärt xvdagog* veiog eldog. Photios: xvdagoi, rcXoiaQia atra.
TiaQ* ItivTitpavei to ovofia,
Dunkler Herkunft Das Suffix wie in ihago-g^ alt ßitaQo-g ,6efährte
(1, Seite 370).
TiMoq» ,Buhm'.
IL 1^ 279: ov no&' ofioltjg %fi^0Q€ TifÄfjg axijTttooxog ßaaikevg, fp te
Zeig xvdog iäoxev. 11.17^251: ix dh JiFog ii^rj xal xvdog ojtrjdeL
TL 22, 393: fJQcifie^a fAiya xvdog' inig)vofi€v ^xToga dlov. IL 8, 176:
IJLOt 7tQ6q>gwv xarivevae K^ovlwv vIktjv xal fiiya xvdog, arag ^avaolac
ye TtijfAa, IL 4, 95: Tcaai di xev Tgweaai x^Q'''^ ^^^ xvdog agoio, IL 8^
51: Zevg . • . iv xogvq^jjai xa&i^evo xvöel yalwv. IL 10, 87 «» 555: co
Niazog Nrjkrjßiadrj, fiiya xvdog ^A^ailiav. — Dazu: xviio%o-g ,der
ruhmreichste'; H. 2, 412: Zei xvöiaze fiiyiate. IL 1, 122: *A%gBßl8ri xv-
diare, q>tkox%Bavana%e ftavtov,
Ungewisser Herkunft Möglicher Weise darf man neben dem og auch
noch das innere d als altes suffixales Element ansehen, als welches man
den gleichen Laut auch wohl in adog- ,Sättigung, üeberdruss' (1, Seite
136) und xigdog- ,Gewinn, Vortheil' (II. 10, 225; Od. 16, 311) vermuthen
darf. So würde man auf Zusammenhang mit xv-eiv ,schwellen' (Seite 227)
Tmd altind. gvä oder gü ,anschwellen , zunehmen, erstarken' (RV. 7, 74, 6:
güguviis ,sie sind erstarkt') geführt, an die sich weiterhin noch altind. gä-
vas- ,Kraff (KV. 1, 8, 5; 1, 27, 2), güror ,der Starke, der Held* (RV. 1, 11, 6;
1, 29, 4), xigiog- ,Herr' (Pind. Isthm. 4, 53; Pyth. 2, 58; Aesch. Ch. 658) und
andere Wörter mit ähnlicher Bedeutungsentwicklung anschliessen.
xvöoiöojtäBiv ,Lärm machen, Verwirrung machen'.
Ar. Wolken 616: ifiag ö' ovx ayeiv rag fniigag ovdhv ög^wg^ aXi^ avu)
%e xal xaTiJD xvöoidonav. Friede 1152: itp6g>€i yovv Mov ovx olö* ana
xdxvdoidoTta,
Hängt vielleicht mit dem Folgenden näher zusammen ; beruht zunächst
möglicher Weise auf einer mit ki&odono-g ,hassend, feindselig' (1, Seite
388) zu vergleichenden Bildung.
xvdoefid~$ ,Schlachtgetümmel, Schlachtgewirr'.
11.10,523: Tgciwv öi xkayyi^ re xal aanerog wgro xvdoifiog dvvov-
viov aiiviig. IL 11, 164: "Exvoga d* kx ßekitov vnayev Zivg hi %b xovlrjg
&c t' avdgoxraalrig fec d* aifjunog Sc te xvdoifiov. IL 11, 538: h dk xv
doifioy rjxe xctxbv Javaolai. 11.18,218: Tgweaatv iv aan&tov wgae
xvdoifioy.
278 Griechische Etymologie.
Eine, etymologisch nicht verstäncUiche, ungewöhnlichere Bildung, mit
der sich das adjectivische holfxo-g ^wirklich, verwirklichf , ,bereit^ (1, Seite
376) kaum unmittelbar wird vergleichen lassen.
xaxd^Biv ,laut lachend
Soph. AL 198 : arccQßijrog OQfiärai . . . afvavrtov naxaC/ovxiav yXciaaaig
ßagvdi/yiyta. Ar.EkkL849: yigwv di x^Q^^ • • • xa^cf^wy /t*€** kiiqov
veavlov. Anakr. 31, 29: IEqwq . . . dva 8* Sllerai xaxd^toK Xen. Gastm.
1, 16: KgizoßovXog ök xal i^-eKoxctuey i/cl xip olxTiafiffi avrov. — Erst bei
Späteren begegnet die Form xayxo^eiv (Athen. 10, 438, F; PolL 6, 199).
Lat eaehinnihs ,laute8 Gelächter'; Gat. 31, 14: Hditej qvidqvid est domi
cachinnorum.
Ahd. huohj nhd. huoch ,Hohn, Spott'.
Armen, chachankh ,ausgelassenes Lachen' (Bugge Beitr. 19).
Altind. TcdkhiTcakkati oder auch hhihhiTchahWiaü ,er lachf (Gramm.).
^ä^ifivq ,geröstete Gerste'; ihr ähnliche ,Blüthenkätzchen gewisser Pflanzen
und Bäume'.
Ar. Wölk. 1358: dQ%alov bW Mq>aa7C€ zb md'agl^iv ^öeiv te 7tlvov&^,
woftegel indxgvg yvval%^ dkovaav. Wesp. 1306: Ivij^ot', kaxlQva^ TtenoQÖeij
xaTeyila, waneq xaxQVüiv ovlöiov eviox'^l^^ov. — Theophr. Pflanz. 3, 5, 5 :
aAilo Ter fihv TtBgl Tag InißXaarriaeig wotvbq etQtjTai noivd . . . idiov d'
Ivloig VTtdgx^t xal %6 %fig xalovfiivrjg ndxQvog, olov %olg %e TCQoeiQtjfii-
voug' ix€i yoQ xal Bkarrj xal nevxrj xal dgvg xal IVt (plkvga xal dioaßd"
kavog xal TtLxvg.
Dunkler Herkunft; doch darf man vermuthen, dass die Bildung auf alter
Seduplication beruht
x6y(Xa ,Goldblume' {Chrysanthemum coronärium).
Diosk. 3, 146: ßovq>^akfiov , ol de xdx^av . . . xavlla ävlijai TQvg>€Qd,
vnoiiBTcta' q)vXka dh fxaQa&Qoeidrj, avxh) fii^kiva.
Dunkler Herkunft
Ttaxkd^eiv ,rau8chen, plätschern'.
Pind. Ol. 7, 2: q)idlav tag et tig atpvBiäg drco x^^Q^S ^^>' Bvdov dfi-
TtiXov xaxkaCßiaav dgoaq). Aesch. Sieben 115: xvfia tcbqI Ttrokiv doxfw-
Juoq>dv dyÖQwv xaxkd^ei nvoalg "Aqeog OQOfievov. 761 : xvfia . . . tcbqI
TtQvfivav noXiiag xaxkd^eu Eur. Hipp. 1211: xvfia . . . avoidijadv %e xal
Ttigi^ aq>Q6v nokvv xaxkaCov novrlq) q>vori(Aa%t x^Q^^ nQog axrdg.
Offenbar durch alte Beduplication gebildet; es dürfen daher Wörter wie
xdla^a ,Hagel' (IL 10, 6; 15, 170), altind. hräd- : hrd'datai ,er ertönt^ (Mbh.),
hrädti/ni' ,Hagelwetter' (RV. 1, 32, 13) als unmittelbar zugehörig gelten.
xd^XriX" {xdxkf}^ ,Uf erkies'.
Thuk. 4, 26, 2 : äiaßwfjieyoi tov xdxkrixa ol fcXelaToi irvl rf^ d-ahxoaji
tnivov olov eixbg vdwQ. Strabo 4, 1, 7 : eig TtXelovag fiegia^vai kl&ovgy
xad-drcBQ %ovg Tcoxa^lovg xdxkrixag xal vag \pri<povg %dg alyiallxidag.
Vergleicht sich seinem Suffix nach mit 0Q7tr{X' ,Zweig, Stengel' (l, Seite
569) und anderen neben diesem bereits aufgeführten Formen. Zu Grunde
Griechische Eiymologie. 279
liegt offenbar eine alte Rednplicationsbildnng, so dass Wörter wie x^^^' ,Stein^
(Thuk. 1, 93, 5; Ar. Vögel 839), x^^O''S j^^n Strömen ausgeworfene Un-
reinigkeit' (Aesch. Brachst 16) nnd weiterhin auch xigaöog- ,üferki6s' (II.
21, 319) zusammenhängen können.
xoxc6vi2 7^^ Stelle zwischen Scham und After^.
Hipp. 3, 547: Hfittvov l'ax£ toTe iaxiov xal tfjv xo^cJyijy xal t6 afiq>l
jov ßovßüiva, 2,792: 9yV al ^rjxQai elXiwai aq)iag ig ro fieaiijyv twv
t§v(Ov . .. %ag xox^vag aXyiei. Ar. Bitter 424: el d* ovv Xdoi Tig avxdiv^
aTCox^ftTOfievog (nämlich diiaXi^g>ag ,Ne8selnO €lg rä xox(jiva Tovg S'eovg
aTttifAvvv, 484: eineg dnerAQvxpw toxe eig %a xox^^va t6 xqiag.
Altind. gaghdna-s ,Schamgegend, Hintertheil*; BV, 1, 28, 2: jdtra dvcLv-
iva gaghdnä adhigavanid hrtä' ,wo wie zwei Oberschenkeltheile die Press-
bretter gemacht sind'; BV. 5, 61, 3: gaghdnai cdudas aishäm ,im Hinter-
theil ist ihr Treibstock'; BV. 6, 75, 13: d' ganghanti sähu aisham gaghd-
ndn üpa gighnatai ,er schlägt ihren (d. i. ,der Bosse') Bücken, er schlägt
ihre Hintertheile'.
Eine nicht zu verkennende Beduplicationsbildung, deren einfache Orund-
läge aber nicht deutlich ist Der Suffixform nach vergleichen sich Wörter
wie xoQüivrj ,Krähe' (Od. 5, 66; 12, 418; Hes. Werke 747), xoqcjvtj ,Eriim-
mung, Bing* (IL 4, 111; Od. 1, 441), xoXwvrj ,Hügel' (IL 2, 811; 11, 757j,
Xelcirri ,Schildkröte' (Hom. hymn. Herm. 42^ 48; Hdt 1, 47; 48).
xoxvöieiv ,stark strömen'.
Pherekr. bei Athen. 6, 269, D : avToixcmoi yag dia twv tqioöcdv noTa-
fiol XiTcagolg iniTtdoTOig ^wfiov (xiXavog xal ^AxiXXeloig ^a^aig xoxv-
öovvreg imßXv^ and %wv nrjywv Tuiv %ov IlXovtov ^evaovrai, Theokr.
2, 107: ix dk ^etwToa lögvig piev xoxvdeaxev Xaov vozlaiatv aigaagg.
Beruht vermuthlich zunächst auf einem nominalen *x6xvdo'g ,starke
Strömung' (?), dessen suffixales do sich mit dem von Sfiado-g ,Lärm, Ge-
töse', ,lärmende Menge' (1, Seite 550) und xQOf^aio-g ,das Knirschen, Klat-
schen' (? IL 23, 688) zunächst wird vergleichen lajBsen, weiter hin auch
mit dem adverbiellen örjv in Bildungen wie ^vdijy ,strömend, reichliche
ordnungslos' (Alexis bei Athen. 15, 686, B; Plat Phaedr. 264, B). Die ver-
bale Grundlage der letztgenannten Bildung (x^-ro ,es ergoss sich' IL 23,
385; 16, 414 « 580) wurde in xoxv-dieiv offenbar reduplicirt, dabei aber
das V in der Beduplicationssilbe ebenso durch o ersetzt wie zum Beispiel
in xoxxvy- ,Kuckuck' (Seite 235).
xdxAax- {xoxXa^ ,Kiesel'.
Diosk. 2, 75: iipri&kv öi Ttav yaXa aTeyvwrixöv ylvetai xoiXlag' xal
fiaXiora t6 öiaTtvQOig xoxXa^iv i^vx^ao&iv . . . to dh rijg xotXlag fxed'^
iXxtaoetog ^ev^ara äxQig f]ftio€(ag rolg xoxXa^iv iiffrj&iv (jiq>eXBL
Wird von xo^Äi^x- ,Uferkies* (Seite 278) nicht weit abliegen, möglicher
Weise geradezu als dialektische Nebenform davon gelten dürfen. Oder es
hängt vielleicht auch am Nächsten mit dem Folgenden zusammen.
280 Griechische Etymologie.
xöxXo-q ^Meerschnecke', deren gewundenes Gehäuse als Blasinstrument be-
nutzt wurde.
Eur. Iph. T. 303 : i^toTtU^ezOy xox^ovg te (pvaviv cvlXiywv %* iyx^Q^^^S-
Arist Thierk. 4, 37 : ra d^ oatgcmodegf^a rtSv Kipoßy, olov o% %b xoxUai
xal ol ytJO%ljoi xal Ttavra va xalovfieva oatQea, ^i dk tb %wv kxLvtav
yivoQy %6 fzhv aagycdSöegj oaa oaQxag ^ei, ofxolcjg ^et tolg fiaXaxoOTQo-
xoig, ivTog yaq %x^h ^o d ' oo%Qa%ov hcTog^ ivrog d' oid-kv oxItjqov, av%a
dk ftQog avta öiaq>OQag %%bl TtolXag. Mosch. 1, 120: TglTwveg * . . xo-
xXoiaiv ravaolg yafiiov fiikog rjTtvovreg. Paus. 3^ 21, 6: ^ nekoTcovvrjaog'
TLOxXovg äk ig ßaq)riv ftoQq)VQag Tra^^erat.
Gilt als nächstverwandt mit ycöyxo-g ^Muschel' (Aesch. Bruchst 34 ; Aristo-
nym. bei Athen. 3, 87, A) b» altind. gankhä-s ^Muschel', als Blasinstrument
ein Attribut Yishnus' (Mbh.; Bagh.); dann würde also Xo als Suffix sich
ablösen, wie es in ftoxXo-g ,Hebebaum* Pfahl' (Od. 5, 261; 9, 332; 375),
avXo-g ,Böhre, Flöte' (Seite 186), die allerdings abweichend betont sind,
und sonst vielfach begegnet Anderenfalls würde man eine alte Bedupli-
cation vermuthen dürfen und das k könnte der zu Grunde liegenden Verbal-
form (*x-^) angehören. Ob möglicherweise auch xoxa^^o-v, eine Schnecken-
art (Seite 233) verwandt ist?
xflxoqj ein völlig dunkles Wort, nur in der Verbindung nol (,wohin'?)
TL^xog]
Pherekr. Bruchst 165: net. xijxog] — iyyvg, f^fiegiSv ye zervogtav. Ar.
Bruchst 656 : nol Tcfjxog] — evdi ^meXlag.
xti>XC^£ci? ,emporhalten'.
Soph. Bruchst 304 : niarol /ab xwxevovav kv q>0Q^ äi^ag. Hesych er-
klärt: TtwxevovoiV oxovai. fierewgiCovau
Dunkler Herkunft Man hat Zusammenhang mit oxtaxij ,Halt, Stütze'
(1, Seite 499) angenommen, der doch höchst unwahrscheinlich ist
yuy(,'avHv (IL 17, 478 = 672; 19, 165; 22, 303) ,erreichen', mit Aoristformen
wie xlx€v (11.24, 160), xlxov (IL 18, 153), TLlxrjaiv (Od. 12, 122), xixelv
(Theog. 1300), scheint eine Verbalgrundform niX" zu ergeben. Dieselbe
beruht aber ohne Zweifel nur auf Verkürzung eines alten durch Bedupli-
cation gebildeten Präsensstammes xixrj', wie er zu entnehmen ist aus For-
men wie xixi^rjv (IL 10, 376), xixrifi€if (Od. 16, 379), xi^ifw (H. 1, 26; 3,
291; 6, 228), ycixelt] (IL 2, 188; 9, 416), xlx^vt- (IL 16, 342), xix^f^evai (II.
15, 274), an die sich dann weiter auch futurische und aoristische wie xi-
X^aofiai, (IL 2, 258; 10, 370), xixi^aetac (IL 18, 268), xixijaazo (IL 4, 385;
6, 498) anschlössen.
IL 1,26: (Ä'q ae, yigov, xoflktjaiv iyd Tcaga vrjval xix:i^ü). IL 3, 383:
Trjv di xlxctvev nvgytf kq)^ vxfJtjXtp. IL 10, 370: rjßi ftiv*, r^-Fi oe dögfi
xix'f^ao^ai. IL 19, 165: xixavei ölxpa %€ xal Xifiog. IL 21, 128: etg o xb
FaOTv xix^oiiBv 'iXlov Igijg. Od. 9^ 266 : ^f^Blg ö* avzB xixavöfiBvoi ra aa
yovFa Xx6\iBd'U. IL 22, 303: vvv avTi fiB fiolga xixctveu
Goth. ga-geigan (Mk. 8, 36; Luk. 9, 25; Kor. 1, 9, 19; 20; 22) oder auch
Griechische Etymologie. 281
ga-geiggan (Kor. 1, 9, 20; 21) ^gewinnen'; Mk. 8, 36: iaftai gageigaith thana
fairhva allana.
Als einfache Yerbalgrandform ergiebt sich ein altes XV'7 ^ offenbar
übereinstimmt mit altind. hä ^nf springen, losspringen auf: gi-hi-tai ,er
springt auf, gi-hä-na- ^aufspringend' (RV. 3, 38, 1 : dijas nd vägt sudhiras
gihänas ,wie ein kräftiges wohlgeschirrtes Boss aufspringend'; änu-hä-
,nacbeilen, erhaschen', Qat Br. ; abhi-hd- ,erwischen', Ait Br.). — Der Prä-
sensbildung nach stimmt xiX'Qveiv, von der Beduplication abgesehen, genau
überein mit Ixaveiv ,erreichen, wohin gelangen, kommen' (Seite 21), wäh-
rend die nachhomerische Sprache statt dessen ein xiyxaveiv (Aesch. Ch.
620; Soph. Oed. Eol. 1450; Eur. Hei. 597; Hipp. 1444) aufweist, das sich
seinerseits mit Formen vergleicht, wie &iyyciv€iv ,berühren' (Aesch. Sieben
44 ; 258 ; Ag. 432), Tvyxoveiv ,erlangen' (Theogn. 253 ; Aesch. Sieben 561 ;
Schutzfl. 384), XiiÄTtovBiv >8sen' (Thuk. 8, 17; Eur. Elek. 909; Med. 800)
und anderen ähnlichen.
^ilöffri jCichorie, Wegwarte' {Cichorium intybus).
Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : Xaxava (aIv drj xal ra Totavrai xakelToc ycix^Qt],
aTtaTttj, xovdQvkXa. — Daneben etwas häufiger die Form ycixogio-v (Theophr.
Pfl. 1,10, 7; 7, 8, 3; 7, 9, 2).
Dunkler Herkunft Auch die Suffixform ist ungewöhnlich; etwa lol"
doQo-g ,schmähend' (Eur. Eykl. 534) in Bezug auf dieselbe zu vergleichen.
xlxifiilii 4ch leihe' (Dem. 53, 12) siehe weiterhin unter XQV »leihen, leih-
weise geben'.
xixXi2 ,Drossel'.
Od. 22, 468: wg d* St' av rj %LxhxL tawolmeQOc ^/i nikuat %^et
hinXri^vjOL. Ar. Vögel 1080: yvöüv %ag xixXag delnwai xal Xvfialverai.
Friede 1011: vi dijx*, InBidav rag ycixXag OTtrwfiivag lörjTe] AnsL ThierlL,
6, 3 : al de xlxXac yeorxiav fikv noiovvrai, wanEQ al x^Xidoveg h, tctjIov
ItcI Toig vtfnjXoig tiSv öivÖQwv. 9,96: xixXwv d^ eidr} %gla, 17 fihv i§o-
ßoQog (,MiBtddrossel') . . . higa %Qix^g (,Singdros8el') . . . aXXri S* ^v xa-
XoioL Tiveg iXiada (vielleicht ,Bothdrossel').
Dunklen Ursprungs. Wohl eher durch alte Beduplication gebildet, als
durch suffixales Xt}, wie es zum Beispiel in o/äIxXtj ,Nebel' (1, Seite 555)
und in aiyXrj ,61anz' (Seite 86) enthalten ist
xixXri, Name eines Seefisches.
Pankrat (bei Athen. 7, 305, O : olg fjörj xixXrjv oivddea, rrjv xaXafi'qeg
aavQOv xixXrjOxovai xal aioXlrjv, 6Qq)laxov, mioTorov xegfaXfj» Arist
Thierk.2, 56: ol dh rhraga ftkv dlaroixa dh nXiiv %ov kaxdrov, olov
xlxXfj xal Tti^rj xal yXdvig xal xvTtQlvog. 8, 174: fieraßaXXovat di xal
ovg xaXovai xo%xvq>ovg xal xlxXag xal fi xaglg %b x^wiua (XBxa rag utgag,
&aneQ Svia vuiv oQvitav,
Möglicher Weise von dem Vorausgehenden etymologisch gar nicht ver-
schieden, so dass etwa der Fisch nach irgend einer Aehnlichkeit mit der
Drossel benannt wäre.
282 Griechische Etymologie.
xix^l^^iv ^kichem^
Alkiphr. 1, 33, 3: to f^iv yag ngdSfoy TLixi^l^ovaa fiez^ hielvriQ xal ^üi-
y.U)fdivrj r^v dva^iivBiav ivedeixwroy elra q>av€Q(jjg noiri(jia%a jjdev,
Makedon. (in Anth. 5, 245, 1): xixkl^eig, xQefxi%iAj(ia ydfiov ftgoxilev-
^ov lelaa.
Darf wohl für eine tonnachahmende Reduplicationsbildong gelten, mit der
vielleicht auch xix^ ,DrosseP (siehe Seite 281) unmittelbar zusammenhängt
x'öy^QaiiO'q, Name eines Vogels, wahrscheinlich ,Wachtelkonig^.
Arist Thierk. 8, 83 : otav d' ivtev&ev dfralQuaiv (nämlich ol oQvvyeg),
ri TB yXwTvlg ovvaTtalqet %al f) OQtvyonriTqa xa2 6 titog xal 6 xvxQafxo^,
oOTtBQ avTOvg xal avcmaleitai vvnTOiQ* aal 8t av tovtov Trjv qxjjvr^v
ccKovaiaaiv ol S'rjgevovreg , taaaty otl oiu %axafiivovaiv. PUnios, 10,66:
aheuntqve , . . et eychramus ; 68 : cyehramus perseverantior fesUnat
Dunkler Herkunft.
xa^X^ 7<^ Prahlend
Nur Pind. Nem. 9,7: -S'eCTreala d * litimv xavxccig aoidä 7tQ6aq)OQog.
— Dazu: navxoeaS'ai ,prahlen'; Pind. OL 9, 38 : t6 navxao^'at rcaga
YMigov fjtavLaiaiv VTtoxQixei. Hdt 7, 39: eieQyealjjOL ßaaikia ov xav"
ytioeat vrcBQßaXia&ai,
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht ermittelt
Ttctipihiv (oder xaq>a€iv'i) ,ermatten, ohnmächtig werden' oder ähnlich; be-
gegnet nur ein paar Mal in der Participform des activen Perfecta: x«-
xaq>rj6T- ,ohnmächtig^
II. 5, 698: tov ö* iktitev tpvxi]y xaTa d* ocfd-aXfAiLv xixvr^ ux^vg* avTig
d' dpLfCvvv&ri, negl ök nvoiri ßogiao ^tiygei iTtiTtvelovaa xaiuSg x€-
xag>ri6Ta dvfjiov. Od. 5, 468: fiij ix afivdig OTißr] tb xaxi; xal d^kvg
iFigori l| okiyrircBklr^g daf^dotj KBKaq)7}6Ta dvfiov. Nik. al. 444: oivddi
xoi ykvxoBVTi 7tOT(^ xBxaqyqoTa nipLTtXdg Tiv-d^aliip, Opp. Fischl 3, 113:
Tavvo&Blg xBlTai kuiTgiipag ^avoTcp xexa(pt]6Ta yvla.
Unmittelbar Zugehöriges ist noch nicht gefunden, abgesehen vielleicht
von der Perfectform xfxijqpc ,er ist todt* (Hesych : x^xryqp«' T^^yijxcy). Das
von mehreren dazu gestellte xanvBiy ,aushauchen, (Seite 244) steht fem.
— Bezüglich der Peifectparticip-Bildung x€iiag>7]6T' bieten sich zum Ver-
gleich: xBxoTTioT- ,erbitterf (11.21,456; Od. 9, 501; 19, 71; 22, 477), x€-
xogrioT" jgesättigt^ (Od. 18, 372), TBritjov- ,bekümmert' (II. 9, 13; 30 — 695;
11, 555 = 17, 664; 24, 283), ßBßagrjOT :,beschwerf (Od. 3, 139; 19, 122),
y.BxaQtjoT' ,erfreut' (IL 7, 312).
xatpibifri ,Fuchsinn', Nebenform zu axaqxogr] (siehe später), findet sich bei
Suidas in der Anführung: xaq>tiQtjg' to Tijg yMqxogqg filarjooy doksgoy
y.ai xBQÖi^ov' Xiyovai ök Tfjv ahanexa.
y.6<paXT^ ,Kopf'.
IL 2, 219: V7CBQ&BV q)0^dg lev xBq>aki^v. IL 3, 227: (AtFag) Hoxog
Idgyetwv xBtpaXrjv tjö^ BvgiFag äfiovg. IL 14, 372: xBq)aXag dk Tcaval-
^aiv xogv^eaaiv xgvipavTBg. IL 11,55: ^fiBklsv noXkdg lq>9'lfjiovg xb-
Griechische Etymologie. 283
q^aXag^AFiÖL TtgolaxfßBiv. — Dazu: y(,iq)aXo-Qy ein Meeifisch mit grossem
Kopfe, ,MeerSsche'; Athen. 7, 307, B: Evdvöri^og d' 6 'A&rivalog h T(p
fV€Ql %aQl%iav eidfj xeoTQiiov elvai (nämlich q>rial) (}Liyfai^v ymI) aqnj-
via TLal dcmrvXia. %al %eq>aXovg fikv kdyea&ai dia t6 ßaQvriqav vfiv
Goth. giblan- jGiebel'; nur Luk. 4, 9: gasatida ina ana giblin (eftl %6
Tiregvyiov) älhs. — Nhd* GHebeL
Das Suffix wie in apcalrj ,Ann' (1, Seite 201), doch mit anderer Be-
tonung. Die zu Grunde liegende Verbalform i^ghabh-7) ist nicht ver-
ständlich.
ii6y>ivO'q ,Eorb^
Ar. Vogel 1310: dg Taxiara av piky Idv vag ctQqLxovg aal tovg X09)/-
vovg aftavrag ifZTtlrclrj meQfSv, Xen. mem. 3, 8, 6 : ag* oiv, ^q>rjj xal
%6q>ivog yt07tgo(p6Qog xalov iariv;
Die Suffixform ist in substantivischen Bildungen ungewöhnlich; kaum
wird man xoaxivo-v ,Sieb' (Ar, Wolken 373; Plat Staat 2, 363, D) un-
mittelbar vergleichen dürfen. Die Verbalgrundform ist noch nicht weiter
nachgewiesen.
Ttriqyiqv'' ,Drohne^ (stachellose männliche Biene).
Hes. Werke 304: Sg xev aßegyog ^oij], XTjq>i^v€aai no^ovgoig etxekog
ogytjv, 0% T£ f^eliaadwv yLofxaxov %gvxovaiv dfegyol ^a&ovreg, theog.
595: (og d* otzot* h aifißloiai xartjgeqfieaai jnikiaoai xr]q>rjvag ßoaxcjoi,
TLccMav ^vriovag ^gywv . . • o2 d' %vxoa^e (livovxeg i7tr]g€q>iag xard aipL-
ßXovg aXXotgtov ndfÄCtzov ag>eTigi]v ig yaaxig^ af^tüvrai. Ar. Wespen
1114: xrjff^veg tjfiiv elalv iyxad-i^fiBvoi, ovtl ixorseg nivrgov.
Eines Suffixes rjv geschah schon unter iaai^v- ,König*; , Vorsteher der
Opferschmäuse in Ephesos' (1, Seite 395) Erwähnung. Die zu Grunde
liegende Verbalform ist möglicher Weise dieselbe wie im folgenden Wort
xcoyd-^ ,stumpf (,nicht schaif ) ; öfter in übertragener Bedeutung gebraucht,
so für ,stumm'; ,taub'; ^uii^iii^-
n. 1 1, 390 : y.viiq)ov ydg ßikog oydgog avaXxidog ovridavolo. Anakr. 40,
12: g)iXoXoid6goio yXtiuTTrig q>€vy(a ßiXefiva xwq)d. — IL 14, 16: wg ö'
ore nogqwgt] niXayog fiiya xvfioti xwqxp (,nicht brausend'?). IL 24, 54 :
xoHpTjv (,unempfindlich'?) ydg dij yalav aßsixl^ei. fievealvuv, — r Hdt 1, 34:
dvo Ttaldegj twv ovregog ixkv diiq>d'agto, rjv ydg äfj xa}q)6g (von dem
selben heisst es 1, 85: vd fikv SXXa InutKLrg dqxovog di und 1, 38: tiv
ydg dfj eregov di€q>&agfiivov vrjv axoi^v. Er war also ,taubstummO.
Orakelspruch bei Hdt 1, 47: aal xwq>ov avvlrjfjii, xai ov gxovevrrog dxoiw-
Soph. Bruchst 609: Xrjd'rjv re ttjv ndvx^ aTteaTegrjfjiivrjv xwfijv avavdov.
837: ol xctKcig Ttgdaaovreg ov x(oq>ol (xovov^ dXX* ovd' ogtSyreg elaogwai
%dfig>av^. Soph. Kön. Oed. 290: xal fifjv vd y aXXa x(aq>d (, verschollen'?)
xai TtaXaC hcrj. — Hom. hymn. Herm. 92 : xal tb Fidutv f^ij idwv dvat
xal x(oq>6g dxoiaag. Aesch. Sieben 202 : ijxovaag ij ovx ijxovaag, ij x(aq>f
Xiy(o; Choeph. 882: xa}q>olg dvv(Z xal xad^evdovaiv fjtdtrjv axgavra ßd^w.
284 Griechische Etjrmologie.
— Find. Pyth. 9, 87: x(og)dg dviJQ xig^ og^Hgaxkel atofia fi^ naQctßaiJiei.
Soph.Aia8 911: iyat d' 6 ftavra xü}q>6g, 6 Tcayr* aiÖQigy xccttifiiXfjaa.
Ar. Ach. 681 : ovdhv Xvrag, alXa x(aq>ovg xal naQe^vXrjfiivovg,
unmittelbar Zugehöriges scheint sich nicht zn finden. Der öfter an-
genommene Znsammenhang mit goth. hamfa- ,yerkrappelf (nur Mk. 9, 43
für xvklo'g) ist durchaus unwahrscheinlich. Denkbar wäre aber sehr
wohl ein Zusammenhang mit lat hebet- ,stnmpf (Plant MiL 53 : nt h^es
machaera foret] Ov. ars am. 3, 589: ponite jam gladiös hebetes, pugnStur
acütts). Dabei würden sich bezüglich des ConsonantenverhSltnisses ftel^
-eod'at, ,sich überreden lassen, folgen, gehorchen': lat ßdere ,yertrauen^
(siehe später) unmittelbar vergleichen lassen.
niofpiä'q, eine Schlangenart
Ael. n. a. 8, 13: t6v tvtpXtana di, ov xai tvq)Jilyr]v xaXovai xai x(aq>lav
TtQoaixt . • . xai ^aregov fihv %oiv ovo/iaToiv Ivtev&ev eiXrjqfe, tov ye imt^v
xwq>lttv^ inet vw^g laxt xriv axoriv,
Gehort zum Vorausgehenden. Das Suffix wie zum Beispiel in TuoxUa-g
^Schnecke' (Arist ThierL 4, 1; 15; 37), axav^iä-g ,Domhai' (Arist Thierk.
6, 56 ; 60) und sonst oft
xiipo^ ,Eranz'; ein mykenisches Wort
Paus.3, 26, 9: i7tixei%ai di ol r^ xBq>aXy azirpavog^ ov ol Meaai^ioi
xiq>og xaXovat rij kitixtoQlfp q)(ovfj.
Dunkler Herkunft
7tv<p^ ixvmeiv (aus *xvg>j€iv) ,sich bücken,, sich biegend Verbalformen
zeigen das g> nur noch im Perfect, wie xexvq)6%a (Hdt 4, 183), avofxexv-
<pafi€v (Eur. Kykl. 212), dito-xexvipafxeg (Ar. Lys. 1003), dva-xexvq>wg (Xen.
Bdtk. 7, 10).
IL 17, 621: xai %a ye (nämlich ^vla) McQiovijg ikaßev xbIq^ooi q>llf)-
aiv xvtpag hc neöloio. IL 21, 69: Xaße yovßwv xvtpag. Od. 11, 584:
oaadxi yaQ xvtpet' 6 yigtov jciieiv fievealvwv. Ar. Bitter 1354: ovtog, %L
xvnveig (,lässest den Kopf hängenO? Hdt 4, 1S3: ßceg . . .ra xigea Hxovai
x€xvq>6ta ig to ifiitgoa^e, — Dazu: xvq>6-g ,gebückt'; Od. 2, 16: ^^cug
AiyinTiog ... og d^ yrjgal xvq>dg Hev. Ar. Plut 266: ^oiy afpJxtai devgo
7tQBaßv%riv Tiva . . . ^vmZvra, xvq>6vy a&Xiov. —
Altslav. su-günqti (aus *-guhV') und sü-gyhati ,zusammenbieg^ falten^;
gübezi ,Biegung^, gybüJcü ,bieg8am^
Lett gtilht (auch gib-f) ,sich bücken, zusammenfalten, sich senken^
(Fick 1*, 414).
xi}g)eXXo'V ,WoIken'; ,Ohr^.
Kall. Bruchst 300: itfii^yr] di xvg>eXXa. Lykophr. 1426: xvg>€XXa d'
idv %r]X6d'€v ^oi^ovfuvuv vnig xaga axriaovai, — Lyk. 1402: dg ür^ not*
dfiqxjidovTog i^ Sxqwv Xoßwv q>^iqaag xiq>BXXaj xaXXvvei nagunldag.
Die Suffixform wie in xvTceXXo-v , Becher^ (Seite 251). Für die zu
Grunde liegende Verbalform möchte man die Bedeutung ,bedecken, um-
hüllen' yermuthen, so könnte sich etwa xvqxav" ,Frauenkleid' (Photios:
Griechische Etymologie. 285
xvqxaveg, Ifiaria yvvaixela, rj xvtüvog eldog. ovTwg IloaelSmftog) an-
schliessen und yieUeicht ahd. Mha, nhd. Haube. Schwieriger aber kömmt
man so zur Bedeutung ,Ohr^. Ob man dabei etwa an Zusammenhang
mit xvf^ßo-g ^Gefäss^ Becken' (Nik. ther. 526) denken dürfte?
xoi^^O'q gleicht sich bewegend, leicht'; ^mühelos, gering'; ^leichtsinnig'.
IL 13, 158: xovg)a noalv TtQoßißag. Find. Nem. 8, 19: %a%aixai dt} Ttoaai
KOvq>oig. Find. Fyth. 9, 11: ldq>QodlTa . . . o^^cciy i(parcxo(iiva %€ql xovqxje.
Aesch. Fers. 305: ^3ir}yfj doQog ftrjdrjfia xovq>ov h, vewg aq>i^XaTO, Hom.
hymn. Herm. 83: evkaßewg vtco noaalv kdi^aaro aavdaXa xovq>a. — Soph.
Aias 558: iiovq>oig nveifiaaiv ßoaxov. Aias 126: oqw yag riiiäg ovdkv
onag aXlo Ttkriv eid(oX\ ooomBQ ^(aftevy rj %ovq>7}v axlav. Eur. Alk. 463 :
}covq>a coL x^ciy i/cav(ad'e niaoij yvvau — Find. Ol. 13, 83: TiXkei d'BvSv
dvvafiig nal %av noQ^ oqtlov xal naga kknlda xovq>av xtlotv, Isthm.
1, 45: 7iovg>a doaig dvögl aoqxp dvrl fi6x^o)v TcavrodaTtcSv ^rtog elrcovt^
dya&ov ^vvov OQ^dHaat xalov, Aesch. Sieben 260: altovfiivip ftoi %ov(pov
il dolrjg viXog. — Od. 8, 201 : xai x6%b xovq>6T€Qov fxeTeqxoves Oaii^xeaaiv,
Find. OL 61 : noviporegai yccQ aneiqatiav q)Qiveg. Soph. Oed. EoL 1230 :
evT* av %o viov Ttagjj %ovq>ag aq>Qocrvvag (pigov.
Als Grundbedeutung wird man ,hüpfend' annehmen dürfen und wahr-
scheinlich besteht auch mit unserm hwpfen, mhd. hüpfen, hupfen ein
naher Zusammenhang.
xad'aQö'q ,rein', oft auch in geistiger Beziehung.
Od. 4, 750: Tca^agä xQot ßelfiaz" ikovaa. IL 8, 491 = 10, 199: Tgwwv
nvT ayoQ^v notFiiaano q>aLöi(iog TBxtw^ . . . Iv xa&aQiß (,auf einem
freien Flatze'), od-c d^ vexvwv duq)alveto xvÜQog^ Find. Bruchst 142, 3:
d'Bif de dvvcndv . . . yL€kaiveg>it dk axoret Y.aXv\pai xad'aqov afiigag ailag.
Fyth. 3, 15: figoiaa oniQfia d'eov xa&aQov. Hdt. 2, 38: zriv yhiaaav
i^eiQvaag, el nad'aQ^ rwv TtQOneifiivwv arjfitjlwv, tcc kyat iv akltp loyip
igiüi. — Od. 22, 462: /ui) fiiv drj 7ia&aQ(p (,nicht schimpflich') d^avarq)
dno dvfwv kXoifjLriv namv. Find. OL 1, 26: ineL viv xa&aqov Xißrjrog
e^eXe KXoi&w. Aesch. SchutzfL 655 : xa&aQolai ßw/iolg d'covg aqiaovxai.
Eunu 474: Ixitrjg TtQooijX^eg xad-agdg aßXaßi]g äofioig. — Dazu: xa&al-
QBLV ,reinigen'; Od. 22, 439: ä'Qovovg neQixaXXiag i^dh rgoTti^ag vöoxl
xal anoyyoiai fCoXvTQi^TOiai xa&alqeiv. IL 14, 171 : cfißgoaltj fihv /r^cJ-
%ov and XQ^^S l^eQoßevvog XvfÄota navta xddriQev, Hdt 1, 44: Sri fiiv
aTthxeive %ov av%bg (povov kxax^tjQe.
Altind. gudh' : QundhaM ,er reinigf ; RV. 10, 85, 35: sürjä'jas. pagja rü-
päni täni brahmä' tu gundhati , siehe die Schönheit der Sürjä, die
reinigt der Friester'; guMhd- (aus *Qudh'td-) ,gereinigt, rein'; RV. 6, 28, 7:
guddMs apds . . . pibantis ,reine Wasser trinkend'.
Altostpers. gudhu-s ,Reinigung des Getraides'.
Das altindische innere u scheint sich ebenso wie das ihm gegenüber-
stehende a aus einem alten Nasal entwickelt zu haben. Viel weniger wahr-
scheinlich ist, dass xa^ aus altem ^x/a^- und altind. gudh' aus einem
286 Griechische Etymologie.
alten ^gvadh- sollte hervorgegangen sein. — Vergleichbare Bildnngen auf
oQo wurden schon unter Ikago-g ,heiter, fröhlich* (Seite 66) genannt
Ttö&oQvo'q ,hoher Jagdstiefel': ,erh8hender Bühnenschuh*; ^wetterwendischer
Mensch*.
Hdt 1, 155: xü^eve 6i aq>€ag xi&wvag t€ vnoövvetv rolai eX^aai xoc:
xo&oQvovg VTtodiea&ai, 6, 125: xod'oqvovg tovg eS^iaxe ev(fvTarovg lov-
zag VTtoörjaafzevog . . . naqiaa^t. JtaQa Tag xvijfiag vov x^aov ooov ifjüa-
geov Ol xo^OQvoi . . . bXxwv ftiv fwyig tovg xod-oQvovg. Ar. Lys. 657 :
%(fidB Tdtfnjxrip TtttTaSta yd xod'OQVifi Tfjv yvad'ov. EkkL 346 : ig rw xo-
d^oQvui TW nod' h^elg lefiai. — Pollux 4, 115 führt auf: xai ra vTtodj^-
fioTa xo^ogvoi fih Ta TQctyixc xal Ifißaöeg. — Xen. Hell. 2, 3, 30: imel d'
^ad-ero avTtrcakov ti ttj dXiyoQxUf ovviOTafÄevov, nguhog av riyepiwv Ttp
8rifA(f in* hcelvovg iyivero' od'ev di^Tcov xal xo&oQvog inixakelTai' xal
ycLQ 6 xo&OQvog agfiotTeiv (ikv Toig rtoah diiq>oTiQoig doxel, dnoßkinet
ö an afiq)OTiQiav.
Dunkler Herkunft Die Suffixform vergleicht sich mit der in xvßeg-
vaeiv ^steuern* (Seite 268) entgegentretenden und neben diesem noch weiter
genannten Bildungen.
ii69'ovifO'q , wohl stumpf schwänzig* oder ähnlich; Beiwort der Drohnen.
Nur Hes. Werke 304: og xev aßeqyog ^tifiy xrjipijveaai xox^ovgotg «&c€-
Aoc; ogyi^v.
Enthält offenbar den selben Sohlusstheil wie zum Beispiel xol-ovgo'g
^dessen Schwanz {oigr} Seite 212) verstümmelt {x6ko-g IL 16 , 117) ist*
(Plut Tit 21); der erste Theil aber kann nur nach Vermuthung bestimmt
werden, war vielleicht ein adjectivisches *7Lo^o-g ^beschädigt*, das sich
etwa an xo&w ,Schaden* (Hesych: xo^cJ* ßldßrj) eng anschloss.
xri'd'M' (xtjd'lg) ,Becher, becherähnliches Gefäss*.
Pollux 7, 203 führt auf: xvßela . . . TYjUa, x^ifiol, q>ifiolf xi/^/g, xoa-
xivov. — Dazu die Verkleinerungsformen xrjd'io-v (Hermipp. Korn.
Bruchst27: xal ngog xvßovg ^gttjx* Sx^^ ^^ xfi&iov) und xri^dgiov
( Ar. Wesp. 674 : dg ^a&t]VTai tov (ikv avQg>axa tov aXXov ht xtj^aQlov
XayaqvUfAevov xal TQayaXl^ovra t6 firjdiv).
Dunklen Ursprungs.
xd>^o-$^ Name eines Fisches, wahrscheinlich ,Meergrundel*; hiess sikelisch
auch xio&wv- (Nikandr. und ApoUodor. bei Athen. 7, 309, C und D).
Numen. (bei Athen. 7, 309, 0): ^ axagov tj xuid'ov TQoq>lrjv xal dvai-
dia klrjv.
Dunklen Ursprungs,
xco^cov- ^^konisches irdenes Trinkgefäss mit gewundenem Halse*; dann
auch ,Trinkgelage*.
Eritias (bei Athen. 11, 483, B): xw&wv uiaxwvtxog, hifttafia kTtvrtjdMTa'
TOV eig GTQaTeiav xal evqfogwTOXov kv yvXufi. oi dk &exa aTgoxioni'
xoy, noXXaxig avdyxr^ vdwg nlveiv ov xa^agov, tvqwtov fikv ovv %d (iri
klav xaTadrjkov elvai to nofia. eha afißatvag 6 xxod'wv ^oiv vnoXelnu
Griechische Etymologie. 287
to ov %ad-aQ6v iv avztp. Henioch. (bei Athen. 11, 483, E): nieiv nuiv
Jig iyx^lvio Xaßtov nvQiyev^ xvxkozeQrj ßgoxioitov Ttaxvaro^ov xw&wva
Ttäida q>a(ivyog. Theopomp. (a. a. 0.) : iyd yoQ [av] xw&wvog h, argexpav'
Xevog nloifii %ov rQoxrjkov avmenlaainivrj.—lAaßiion (bei Athen. 13, 583, B):
avTfj d' otpB r^g äi(ag no%h eia^kd-ev irtl xcJ^coya rcgog tov ßaciXia
ntoXefialop.
Etymologisch dunkel und so bleibt auch unklar, wie weit etwa ein
Zusammenhang mit dem Vorausgehenden besteht — Das Suffix wie in
afißoiV' ,buckelartige Erhöhung, Band' (1, Seite 241).
xid'UQo-q, Name eines Fisches.
Arist Thierk. 2, 86 : Hdiov di. rwv ix^iov iaxl xal ruiv ogvld-wv %wv
TtXeltnwv %d ix^iv anoqwadag (,MagenmundanhängseP) ... ol d^ ix^^g
ttvui&sv Ttegl t^v xoiXlav, xal ivioi nokkag, olov xiaßiog . . . axoQftlogy
xl&aQog, tglykT}. Arist (bei Athen. 7, 305, F) : 6 xl&oQog . . . xa^agodovg,
lAOvriqrig, (pvxoq>ayog, xry yhZxTav dnolelvfiivog , xagdlav kevx^v ^wv
xal Ttkatelav,
Das Suffix wie in xidago-g^ eine Art kleiner Schiffe (Seite 277). Ob
mit xl&aQi-g yZither' (siehe etwas weiterhin) zusammenhängend?
xi9'a(fO''q ,Brustkasten^
Hippokr. 2, 106: 17 dk xolXri g)Xiip . . . (pigevai d' vtioxotü) %oi anXri-
vbg ig r^v Xaftagtjv rrjv dgiateg^v . . . xal t^v dTtoreXevtriaiv iax^i ig
%6v xld'OQov. % 123 : to dh fcvov avvtatafievov iv t(^ rtX&ifiovi xal iv
tip xi^oLQip iXxol xal aijftei.
Möglicher Weise von dem Vorausgehendem im Grunde gar nicht ver-
schieden. Ein etwaiger Zusammenhang mit xl&agi-g ,Zither' (siehe so-
gleich) könnte sich aus einem Vergleich der Bippenreihe mit den Zither-
saiten erklären.
xi^a^c-$ ,Zith6r^.
IL 3, 54: oix av toi xQ^l^hTi Xii9a^i^ ra tb öwq* idtpQodlTrig. Od. 1^
153: xfiQV^ d' iv x^Q^^f'^ xl^agiv neQixaXXia dijxev 0rjfil(p. IL 13, 731:
aXX(p iihv ycQ ^dunu ^edg TtroXeftfjia figya, aXXip d' ogx^^^^> iTigt^
xi&aQiv xal dfoidi^v. — Daneben in gleicher Bedeutung xi^a^ä. Eur»
Ion 882: w Tag kTtTatp&oyyov iiiXnuiv xid-agag ivonav, Kykl. 444: tig
^Aaiadog ovx av ijdiov \f)6q>ov xid-aqag xXvoifiev rj KvxXmft oXtaXoTa.
Dunklen Ursprungs. Das Suffix von xid^dgä wie in afiagr] ,6raben,.
Wasserleitung^ (1, Seite 221); ungewöhnlicher ist die Suffixform von xl-
^agt-g, beide aber sind im Grunde nichts anderes als weibliche Formen
zu dem in xl&ago-g, Name eines Fisches (Seite 287) entgegentretenden
suffixalen ago.
xeV»-ti>i>- (Hdt 1,8; 155; 2,81; 5, 87; 106; 6, 125; 7,61; 91 ; 139; 8,99; 9, 22),
dialektische Nebenform zu ;(eT€iiy ,Unterkleid^ (siehe später).
xBt»BV ,von dort' (11 15, 234; 21, 42; 62; Od. 1, 285; 13, 276) und xel^c
jdort* (IL 3, 402; 12, 358; 22, 390; Find. Nem. 9, 11) wurden schon unter
x€i ydoTtf (Seite 225) aufgefOhrt
288 Griechische Etymologie.
XV*- : xBv&eiv (IL 1, 363 — 16, 19; 9, 313; Od. 24, 474) ,verbergen*, ver-
einzelt auch ycevd'aveiv (IL 3, 453: ixevd'avov)j mit dem Perfect xixev&e
(IL 22, 118; Od, 3, 18; Simonid. Brachst 95, 1 ; 111, 2; Aesch. Oh. 687; Soph.
EL 1120) und selteneren Aoristfonn, wie xvd^e (Oi 3, 16) und xexv^cjai
(Od. 6, 303); bedeutet in der nachhomerischen Sprache auch ,Yerborgen
sein'.
n. 22, 118: oTtoöaaaea&aij oaa %b mokcg rjde xiycev&ev (,yerborgen hat^
B» ,in sich schliesstO. IL 23, 244: elg o xev avTog iytoy "AFidi xev^oifiai.
Od. 3, 16: oq)Qa Ttvdifiac naxQog, onov xv&e yaia. Od* 19, 212: 86X(fi d'
8ye ÖMQva xeHd-ev. H. 1, 363 »» 16, 19: i^avda, fifj xevS'e v6(f. Od* 3^
187: dccrjaeai, ovdi ae xevaio. Aesöh. Sieben 588 : iytoye fiiv ö^ zi^vde
Ttiavw x^ova, f^avrig xenev&wg TtoXefiLag vnb x&ovog. Soph. Kön. Oed.
968: dk &av(ov xev&ei Tcdrio dij y^g. Oed. EoL 1523: %ovtov dk
cpQoC^e fxri tzot' av&QWTtwv vivlj firj&* ov xhcev&e f^i^r' h olg xeltai
tOTtoig,
Sicher Zugehöriges in den verwandten Sprachen ist noch nicht festge-
stellt Ist etwa ein ursprüngliches "^ghudh anzunehmen oder auch *hudh?
In letzterem Falle würde wohl kom. huthe ,yerbergen', neukambr. eud-
diaw (Zeuss-Ebel 142), als verwandt gelten dürfen.
xaaä-q ,kostbare Pferdedecke^
Xen. Eyr. 8, 3, 6: xaaäg dk Tovade rovg lq)i7tnlovg xolg %äv In/titav
riyBfioai dog. 7: vvv yovv (pigta vdde ovo xaaoj tov fikv aol^ %dv 6k
akk(p. 8: ix tovtov d^ 6 fikv kafißavwv tov xacav tov fikv q>d'6vov
iTteXikrjOTO.
Wohl nicht griechischen Ursprungs.
-xaOaXßdö' (xaaakßag) ,Hure^
Ar. Ekkl. 1106: eay ti rcokla Ttoklaxig nad-vn vno raivöe ralv xaaal-
ßadoiv devg' elaTtXicav. — Dazu: xaaaXßd^eiv, wohl ,sich wie eine
Hure gegen Jemanden benehmen' ; Ar. Ritter 355 : iTcirtiwv qxqotov otvov
Xoa xaaaXßaacj tovg kv IlvXio arQarrjyovg,
Etymologisch nicht verständlich, hängt aber wohl mit xdaaa ,Hure^
(siehe weiterhin) und xaaavgio-v ,Hurenhaus', (siehe weiterhin) zu-
sammen.
xaOiOQiö- (xaawQlg) ,Hure' (Lykophr. 1385), siehe unter xaaavQio-v.
xdöi'q jBruder*, ,Schwester*.
Nur bei nachhomerischen Dichtern, so Aesch. Sieben 674: aqxovri t' a^-
^ciiv xai xaaiyvri%(fi xaaig^ ^X^Q^S ^^^ h^^QV ovfiaofiai* 494 : Xiyvvv fii--
Xaivav, aiokrjv TtvQog xdaiv. Ag. 494: fiaQTvgei di pLot xaaig jvijXov
^hvovQog dixpla xovig rade. Soph. Oed. KoL 1440: (Antigene zu Polyneikte):
rlg av a' oQfivifAevov elg rtqovfctov ZiLdrjv ov xa%aaxivoij xaai] Eur. Hek.
361 (PolyxenS): oaxig aqyuQOv (i (ovj^aeTaL Ttjy iBxTOQog %e xar^^cuy
Tcolkdiv xdoiv. — Dazu: xaal-yvrjTO-g leiblicher Brader^ (Hesych er-
klärt xaalyvtjTog' 6 ddehpog^ olov 6 xar' a(iq>oxiQovg tovg yovelg)] IL 6,
102: ^'ExTtüQ d* ov rt xaaiyvi^t(p (d. L dem Helenos) dnl^rjaev. IL 11, 257 :
Griechische Etymologie. 289
Fig)idafiavta xaalyvijxov xal ojcqtqov eine nodos fiefiacig, IL 14, 231 :
Vfty(p ^vfißktjTO, xaaiyvrjTtp &avaroio. 11.19,293: rgelg re xaaiyrrjrovg,
tovQ ^01 pLla yelvavo fnitrjQ. II. 24, 47 : fiiXXu ^iv nov tig xal (pLlxBQov
aXXog oXiaaai, i^ßi naalyvrjTOv ofioyaatQiov 'qßi xal viov. IL 15, 545:
%circii^ ök xaaiyvT^toiai (weitere Blntsyerwandte werden hinzugedacht) x£-
kavaev, IL 16, 456 »■674 : ^v&a ße vagxvaovai xaalyvfjTol ze ßirai re.
Dunkeln ürBprungs. Suffix scheint das selbe ai zu sein wie in noai-g
,Gatte* (II. 3, 163; 427; so auch Find. OL 2, 77; 6, 104; Pyth.4, 87) — alt-
ind. pdti' ,Herr, Oatte' (KV. 1, 71, 1; 105, 2), also ursprüngliches t«, wie
noch in /davti-g ,Seher, Zeichendeuter^ (IL 1, 62; 106) und fiaqTtxt-g ,Bäu-
ber* (Aesch. Schutzfl. 826; 827). — Aus xaal'yvrjro'g lässt sich wohl ein
substantirisches ^yptiio- ,6eschlecht, Abstammung^ (?) entnehmen, aus dem
auch yvfiaio-g ,ehelich, echt* (IL 11, 102; Od. 14, 202; Eur. Andrem. 638)
zunächst hervorgegangen sein wird, so dass als seine ursprüngliche Be-
deutung also ,dessen Abkunft die eines Bruders ist' sich zu ergeben scheint
So wird die Zusammensetzung aber schwerlich ursprünglich gedacht sein.
Da darf man vielleicht zunächst an Hesy chs Anführung xaaaet * veoaaelf
(,NestO denken. Damach würde xaal'yvijTo-g zuerst bedeuten ,im Nest d. i.
in der (selben) Heimstätte geboren' und xaai-g könnte seine Bedeutung
,Bmder, Schwester' nur als verkürzt gebraucht für volleres naal-yvTiTo-g
{naai-yvi^Tt]) erhalten haben.
Tcaalri oder auch xaaalä (so bei Diosk. 1, 12), ,gemeiner Zimmf oder eine
zimmtartige Binde.
Hdt. 2, 86: inBiTBv Ti}r rridhv afivQvrjg aTcrjQaTOv TerQijifiivrig xal xa-
alrjg xal twv akktav &vwfiavo}v , • • nkrjoavteg. 3, 110: xtiovtail^Qcißioiy
Trjv öi xaalrjv wöe . . . ^(ixovtqi inl jtjv xaalfjV 17 di iv klfiviß qwerai
ov ßad-irj. Diosk. 1, 12: xaaalag di la%i nkelova eXörj, Ttegl Tijv aQOi-
fjiaToq)6Qov l^Qaßlav yevvcifieva.
Semitischen Ursprungs (AugMüller bei Bezzenb. 1, 277); hebr. ttf'^p^
(Psalm 45, 9).
xaa€t6Qio-v ,Hurenhaus'.
Ar. Bitter 1285: iv xaaavqloiai kelxvav ti)v ajtdTVTvaxov öqoaov. —
Dazu: xaawQld- (xaatjQlg) ,Hure'; Lyk. 1385: oxav xoqt] xaawglg . . .
xrjxaofj ydfiovg.
Wird sich an das Folgende anschliessen. Wurde zunächst abgeleitet von
xaaavQa ,Hure' (Hesych. xaaavga' xaawQlg' 7ro^yi}),das selbst eher den Ein-
druck einer Zusammensetzung als einer Ableitung macht, während xaaiaqlö-
sich wohl Bildungen wie ofcwQrj ,Frühherbsf (1, Seite 507) zur Seite stellt
xdaaa ,Hure'.
Lyk. 131: klmovxa xaaarjg ixßakutv Ttekeiadog, Etym. M. 493, 28 führt
auf: xaaaa xal xaooaßag^ fi noQvrj, fj xa%u)q>€Qrig. — Daneben gleichbe-
deutend xaxa^xaaoa] Kallim. Bruchst. 184: 2xvkka yvvfi xavdxaaaa.
Hängt möglicher Weise zusammen mit xewQelv ,geU sein' (Hesych:
xBiagelv TraaxrjTiav). Dem Aeussem nach bietet sich q>daaa ,Bingeltaube'
Leo Meyer, Oileohiiohe Etymologie. II. 19
290 Giiechiscfae Etymologie.
(Arist Thierk. 8, 109; q>aaao-(p6vo-q Ringeltauben tödtend^ IL 15^ 238. —
Dafür (pa%%a Ar. Vögel 303; Friede 1004) zum Vergleich,
^aööithQO-q yZinn^
II. 11, 25: %ov (d. L d'WQrjxog) d' rj toi dixa olpLoi iaav fiilavog xvopolOj
dcidexa dh xqvoov xal iFsUoat xaaaiTigoio, II. 11, 34: kv di Fol (näm-
lich QOftldi) dfiq>akol r^aav ißelxoai xaaaitiQoio levuoL IL 18, 613: vev^e
di fot xvTjfildag kavov xaaairiQOto. IL 23, 561 : d^iaQrpua . « . xahiBov, (p
ftiqi X^l^o q>af€ivov xacairigoio dfiq>id€dlvi]Tai.
Dunkeln Urspnings. Ob man Bildungen wie ogiatego-s yBLjd Bergen
lebend' (IL 22, 93; Od. 10, 212), ayQOTego-g ,auf Feldern lebend' (II. 2, 852;
11, 293) und andere ähnliche, die in das weitere Gebiet der Gomparatiye
gehören, wird vergleichen dürfen? Altind. Jcastira-m ,Zinn', das erst sehr
spät angefahrt wird, wird dem Griechischen entlehnt sein.
xaaavBiv ,zusammenflicken'; attisch xtmiecv,
Nikand. (bei Athen. 9, 370, A) : ftikfiaaivy olai nidiXa Ttallfißoka xaGOv-
ovaiv, Pherekr. (bei Poll. 7,90): xarrvofiai rotg xagxlvovg (eine Art Schuhe).
PlaL Euthyd. 294, B: r] xal v€VQOQQaq>elv dvvarüi iorov; xal val fia jJla
xoTTveiVy i<prj. Ar. Bitter 314: old* iyat %6 Ttgäy/ia tov^' S&ev nakai
xoTVvewai (bildlich gebraucht). Alkiphr. 3, 58: ovdiv TtgoTifitS aov, xav
...xoTTVfjg dtaßolag dyeyvelg, — Dazu: xoTTv-g ,Lieder8tiick zum
Flicken'; Pollux 10, 166: xarrig degfiatiov im^ifievov %jj Ofiivvr]^ o%av
6 atikex^g agaiog j] ' xal iari Tovvopta h Tolg *AQia%oq>avovg Jgaiiaaiv
rj Ni6ß(p.
Ist schon früh erkannt als Verbindung eines einfachen -avsiv ,nähen'
mit dem Präfix xorer ,herab', ,bis zu Ende, ver-' (Seite 253), das ganz ähn-
lich wie zum Beispiel in xdaxe^e ,er hielt zurück* (IL 11, 702; aus xor-
"axB&Bj xcna-axe&B) seinen SchlussYOcal einbüsste. Jenes -aveiv aber
stimmt überein mit lat suere (aus *sjtiere) ,zu8ammennähen, flicken' (Vairo
bei Gell. 17, 3, 4: hi pleräsqve ndvis lörts suMant)j goth. siujan ,nähen'
(nur Mk, 2, 21 : ni manna plat fani/ns niujis siujith ana snagan faim-
jana)j lit siüti ,nähen', siüvü ,ich nähe', altslav. Hü ,zusammennähen' ;
altind. siv- : ^vjati ,er fügt fest zusammen, nähf (BV. 2, 32, 4: sivja^
dpas südä' dchic^amänajä ,sie nähe das Werk mit nicht zerbrechender
Nadel'; Particip ßjütd- ,fest zusammengefügt'; BV. 1, 31, 15: näram vdnna
iva ßjütdm pari pdsi vigvdtas ,den Mann schützest du wie ein fest zu-
sammengefügter Panzer von allen Seiten'), wird also zunächst aus *(^v€iy
hervorgegangen sein.
xdaravo-v ,e8sbare Kastanie'.
Mnesitheos (bei Athen. 2, 54, B) : tüv Evßotxwv . . . xagvwv ^ xaaravwy
{afjKpoxigwg yag xakBlrai) dianemog fikv ^ xategyaala %fj xoiXlq. Athen.
2, 54, 0: 6 dh JLq>ih>g %a xaaxava xal Sagöiavag ßakdvovg xakel^ elvai
Xiyvov avTag xal noXv%g6(povg xal evxvXovg.
Soll nach einer Stadt Kaajavlg (Alter Erklärer zu Nik. al. 271 : dvoke"
Ttiog xagvoio, t6 Kaaravlg itge^ev ala) in Thessalien oder in der klein-
Griechische Etymologie. 291
asiatischen Landschaft Pontos benannt sein, während man nach der Form
der Wörter das Umgekehrte vermuthen möchte.
xdo^ro^- (xdarwQ) ,Biber^.
Hdt 4, 109: 17 dk x^QV ^V^^^ (d. i* Bovdlvwv) naaa lati iaoia Xdrjai
7tavtolj]ai* Iv dk %y Xdjj tjj Ttlelotrj Uari kl/ivr] /leyakr] . . . h dk tccvtj]
ivvdgieg allanorfai xal xiarogeg . . • xol ol OQxug avToial eioi xQ^oifioi ig
vcregiwv axeoiv. Arist Thierk. 8, 58 : ^via dk twv Terganodtov aal ayglwv
^(fiwv noiBlxat vqv Tgoqyrjv negl Xlfiyag xal Tcotafiovg ... Toiovra d'
iativ o T€ xakovf4€vog naarwg.
Scheint sich zn Bildungen wie dwtog^ ^Geber^ (Od* 8, 335 ; Hom. hymn.
17,12; 29,8), xtlarog- ,Gründer^ (Find. Brachst 105, 2; Eur. Ion. 74),
alcKtog- ,Hahn^ (1, Seite 296), zn stellen, ist aber wahrscheinlich nn-
griechisch.
xeq- ,spaiten' wnrde oben (Seite 226) als Grundlage zum gleichbedeutenden
Tceleiv (wahrscheinlich aus ^yJajeiv) aufgestellt
xBCxlo-v ,FlachsabfaIl, Werg^.
Herodes (bei Stobäos 3, S. 80, ed. Meineke) : ^ r^oi firikav^aiv a^fiax
i^ameiv toi xeanlov (Meineke schreibt xeaxiov) (loi %6v yigovra kuß^-
Tau Hesych erklärt: TceanloV oxvnelov, %b aTcaxriviafia xov klvov.
Hängt vielleicht zusammen mit xooxivo-y ,Sieb^ (siehe Seite 293).
xecrd-g ydurchstochen, gestickt^ (?).
Nur IL 14, 214: *Aq>godlTri . . .t], xal dno aTiqd'eacpiy iXvaaro Ttearov
Ifiayra TtoixlXoVj iv&a xi ßoi ^ekaxi^gia navxa xixvxxo* Sv&* %vt ptkv
g>il6xr]g, iv d^ Yfisgog . . • Spätere gebrauchen xeaxo-g auch ohne Zu-
satz für ,Gürtel (der Aphrodite), Zaubergurtel', wie Antiphan. (in Anth. 6,
88): 0^1) aoi Kv&igeia xov Ifxegdevx* dno fiaaxwv, *Ivw, kvaafiinj
TLBOxov idumev ^eiv. Philodem, (in Anthol. 5, 121, 3): xeaxov q>wv€vaa
fiayaniga.
Offenbar eine alte Participform in der Art wie ^eaxo-g ,behauen, ge-
glättet' (IL 18, 504; Od. 1, 138), fiecxo-g ,angefimf (Soph. Oed. EoL 768;
Ar. Bitter 814), fivrjaxo-g ,vermfihlf (IL 6, 246; 9, 399), nioxo-g ,treu, zu-
verlässig' (IL 15, 437; 16, 147) und zahlreiche andere, die aber ihrer eigen-
thümlichen Bedeutung wegen weder zu x£$- ,spalten' (siehe oben) noch zum
unmittelbar folgenden gehören wird.
TciarQä yHammer'; auch ,eisemer Käfig'.
Soph. Bruchst 19: yAaxgq Oidrjgq nkevgd xai xaxa ^dxiv ijkoijaac
nkeiov, PoUux 10, 160 erklärt: xiaxga dk aq>vgag xi eldog aidrjgag . . .
dkko fiijv xal Yvgxri aidriga ayyelov xi, olov olxlanog ogvl&eiog, naga
^Hgodoxffi %al l^gx^loxv-
Das Suffix wie in ^vaxga ,Badestriegel' (Pollux 3, 154), ydaxgtj ,Bauch
eines GefSsses' (IL 18, 348 »> Od. 8, 437), fidxxga ,Backtrog' (Ar. Plut 545;
Xen. Oek. 9,7), ipri%xgä ,Pferdestriegel' (Soph. Bruchst 434 ; Eur. Hipp.
1174). Zu Grunde liegt vielleicht x€<j- ,spalten* (siehe oben); möglicherweise
darf man aber auch an /.evx- ^stechen, stacheln' (IL 23, 337 : xivaai) denken,
19*
292 GiiechiBche Etymologie.
dann würde sich der innere Zischlaut ganz so entwickelt haben, wie zum
Beispiel in xagiFiotono-g ,der lieblichste, erfreulichste* (IL 6, 90; 271; aus
*Xa^£/^vT-TaTo-, zu xoqLFbvT' ^nmuthig* (II. 5, 905 ; 8, 204).
xiötQÖ Name eines Fisches, etwa ,Hammerfisch'.
Ar. Wolken 339 : eh* dvv* avrwv xariTtivov %eaxQäv TCfiaxV f^^o^^
ayad-ttv. Sophron (bei Athen. 7, 323, A) : niazQai ßoriv xamovaau Do-
rion (ebenda): aq>vQaivav . . .rjv Y.aXovai xiaxqav. — Dazu: xfiffr^€t;-g,
Name eines Fisches ,MeeraficW; Diokles (bei Athen. 7, 307, D): aXletai
ö^ vq>' 'qdov^Q xeoTQevQ. Alexis (a. a. 0.): Iyct> dk 'neoTgevg v^orig otxad'
artotgixo). Arist Thierk. nennt ihn häufig, wie 8, 121 : eri dk xai eig
Tovg Tcorafxovg avanHovat noXkol xwv Ix^xcav, xal eidi^vovatv iv rolg
norafjLOig xai Iv ralg Ufivaig, olov cifila aal neargeig. 9, 134: aXlaxov
rai yag (nämlich vaQfMXL ,ZitterrochenO ^ovre? Y,eaTQiag TtoXkmtg ovreg
ctvTol ßQaövTCtTOi, To xaxtotov xwv ix^oiv.
Etymologisch wohl nicht vom vorausgehenden verschieden.
TtiatQo-Vj eine gewürzhafte Pflanze jFuchsschwanz-Zehrkraut*, Betonica dlö-
Diosk. 4, 1 : Tciargov %6 xaXoviievov 'kl/vx6TQoq>ov . . . 7c6a iarl navlov
^ovaa Xenxov, Tcrixeoig %o vxpog . . . q>vXla fiomga^ pakcma^ ofioia d^vt, rffv
7t€Qi^q>iQeiav iaxKJf^^Oj evvidtj.
Hängt vermuthlich mit den vorausgehenden beiden Formen eng zu-
sammen.
-TcöOiO' bildet den Schlusstheil der Hunderte von zweihundert bis neun-
hundert, so in öirj'Tcoaioi jzweihundert* (II. 8, 233 ; 9, 383), Tgirj-xoaioi ,drei-
hundertf (H. 11, 697; Od. 13, 390), Terga-yLOOioi (Hdt. 1, 178), Ttsyrri-ycoaioi
,fünfhunderf (Od. 3, 7) und den folgenden.
Stellt sich unmittelbar zu dem Schlusstheil von i-xatov ,hundert' (1, Seite
339). Das adjectivische Suffix lo wurde zugefügt, wie es auch in xt^io-i
,tausend' (II. 7, 471 ; 8, 562) enthalten ist
x6aövg>0'q ,Amsel'; attisch xottü^po-s; inTanagra eine Hahnenart; auch
Name eines Fisches.
Matron (bei Athen. 4, 136, D); i^^g ytioovipog i?A*€ iiovog yevaaa»ai
^coi^og. Numen. (bei Athen. 7, 305, C) : yhxmovg ^ dQq)wv haXov yivog
i]h fieXayxjQfov yc6aavg>ov. Theokr. epigr. 4, 10: elagcvoi di liyvcp&oyyoioiv
doidalg 7i6aavq)Oi dx^otv TtofniloTQavka ^iXtj. Arist Thierk- 5, 42: xa
uy ovv ftQuixa xov 7coxxvq)ov vnb x^''f^^^^S dnokkvxai — TtQwtalxaxa
yoLQ xUxei tcJv SQviwv aTtdvxwv — , xov ö' voxbqov xoxov elg xäXog &c-
xQiq>eu 9, 95 : xdiv dh xoxxiqxav ovo yivrj iaxlv, 6 (xh h^eQog f^ikag xai
navxaxot äv, od' UxeQog fecAerxog. — Paus. 9, 22, 4: Haxi ök %al yiyt}
ovo ivxav^a ak&cxQvovwv^ oi xe (laxt^oi %al ol %6aavq>oi xaXovfievoi
. . . xQoa dh kfig>eQ^g TWQaxiy yidklaia (,BartO dk xal 6 Utpog %axa dve-
fiiivriv fidXiaxa. — AnsL Thierk. 8, 174: fAexaßdlXovai dk xal ovg TiaXoiai
xoxxvg>ovg xai TclxXag aal ^ liaglg xo XQ^I^^ ^^^ «^«^ ^Q^^> Saneg hia
xwv oQviwv,
Griechische Etymologie. 293
Dunkler Herkunft Die Suffixform wie in aQyvq)o-G ,weis8^ (1, Seite 281).
xö(nuvo-v ßieV.
Ar. Wölk. 373 : xaltoi TCQoregov %bv /iC aXTjd^wg cufiriv du Tcoaxlvov
ovgelv. Fiat Staat 2, 363; D : tovq öh dvooLovg av xal däUovg . • . xoa-
xlvqt vdcjQ ovayxd^ovai q>iQ€iv.
Der Suffixform ivo wurde schon unter yc6g>iyo-g ,Korb* (Seite 283) als
einer im Griechischen ungewöhnlichen gedacht Die zu Grunde liegende
Verbalform ist nicht deutlich, ist aber wohl auch in xeaxlo-v ^Flachsabfall,
Werg' (Seite 291) enthalten.
xo<Txv2fidTco-v ,LederabfaIly Lederschnitzelchen^
Hesych erklärt: xoaxvkfxdria' ra twv ßvgacSv 7t€Qixof4fiaria, Aristo-
phanes (Ritter 49) gebraucht das Wort bildlich von ,werthlosen Worten' :
ßvQaonaq>Xaywv, vnoneawv %6v deanoiriv ^Tiak', kd-dnev^ iTtokcmev ,
i^rjnaTa xoaxvXfAotrloig axQoiai, roiccvrl Xiywv • • •
Lat. qvisqvilia (in der Mehrzahl) ^ Abfall', , Auswurf'; Festus erklart:
qvisqviliae did putantuVj qvicqvid ex arboriJms minütis surculorum fo-
liorumve cadit] Caedl. com. Bruchst 251 : qvisqviliäs volanüs, venu spolia
memorant', — Novius com. Bruchst 38: abtte^ dHvrhäte saxdj hom&num
qvisqviliae.
Führt zunächst auf ein einfacheres *x6axvkfiaT-, das von einem abge-
leiteten *Tioaxvkl€iv ausgegangen sein wird. Dass dieses letztere, wie häufig
angenommen worden ist, durch Reduplication aus OTcvlXeiv ,zerreissen, zer-
raufen' (Aesch. Pers. 577 : oxvXXovtai ngbg dvavdwv naldtav rag dfiidv-
tov, Meleagr. in Anth. 5, 175: iaxvXrai d' aycokaara neqwQiiivog agri
nUivvog. Nik. al. 410: 7toU.d%i dk ay.vXaio ycdqrj) hervorgegangen sei, ist
kaum sehr wahrscheinlich. Man darf zunächst wohl an Zusammenhang
mit x€axio-y , Flachsabfall, Werg' (Seite 291) und xocytivo-g ,Sieb' (siehe oben)
denken. Das lateinische qvisqvilia wird eher auf Entlehnung beruhen, als
auf wirklich altem Zusammenhang.
xöcxo-qj eine gewürzige dem Pfeffer ähnliche Wurzel.
Theophr. Pflanz. 9, 7, 3 : olg fikv ovv eig ta aqwfjLaia xQiLv%ai axedov
IC de iorl' Y.aala . . • vdgtrj, ^aiog, ndvcmeg . . . Diosk. 1, 15: noarog
diaq>iQ€i 6 agaßmog, keviiog cjy aal xovq)og, nXelaztiv e^oiv xal '^delav
TTjV oGfxriv.
Wird ungriechisch sein.
xoan]-$, Name eines Fisches.
Diphilos (bei Athen. 8, 357, A) : o fiei^wy (nämlich ogyivvog) ngoaioixe
Tip %BXi5ovl<f nazd trjv önkrjQOTrjTaj %d dk vnoydargia avTOv xai fj nXelg
äaxofjLa yMi anaXd, ol di noatal Xeyofievoi zagixev&ivTBg eial fiiaoi,
Dunkler Herkunft
xdtffio-^ ,Ordnung' ; ,Schmuck' (so bei Homer, der das Wort — Zusammen-
setzungen und Ableitungen eingerechnet — im Ganzen 44 mal hat, nur H.
4, 145 und 14, 187); ,Weltordnung, Weif.
H. 11, 48: '^vioxqf ^ikv inBt%a iß(p inireXXe fhiaarog XrcTCOvg ev xara
294 Griechische Etymologie.
iwofiov iQVTLifjLBv. 11.12,225: ov yLoafiq) naga v(xvg>iv ki^vaofied'* avra
xikev&a. Od. 13, 77: toi 6k Tia&l^ov in:l xkrjßlat ßixaatoi y^oOfjKp, IL 10,
472: IWßa di acptv naka 7t ag* airoloiv x^^'^^ TtixkiTO, ev xorra Tioofiovj
TQiOTOixL 11.2,214: og fircea q>Q€Gl ßfjoiv aycocfia %e nokXa re ßeldt],
fiaip, atixQ oi Ttava ytocfiov (,nach GrebQhrO, igi^ifievai ßaailevoiv. Od.
20, 181 : av neg oi xara xoafiov alrl^eig. Od. 8, 492: ^tctcov iwafiov
(jOrdenÜiche Herrichtang, AusrüstungO aßeiaov dogßariov. — 0.4,145:
wg ö' 8t€ %lg T^ llA(pav%a yvvfj q>olviyu fni^vf] . . . ßaoikrjßi dk xeltai
ayakfiOj äfifporegov^ noofiog &* %n7t(fi ilariJQl re Yvdog. II. 14, 187: avtaq
ItcbI drj Tcavra negi xQot ^rj^aro xoofiov. Hes. Werke 76: navra di Foi
XQot yLoofiov i(priQiioae Ilallag irf^yij. Pind. Ol. 3, 13: y rivi . . . ^i-
rcji^g dvijQ vtpo^ev afig)! nofiaiai ßaXr) ykavuoxQoa YjoafJtov ilalag. Pyth.
2, 10: inl yag ioxiaiga nag&ivog x^Q^^ didvfiff o %* ivaydviog 'Egfiäg
alykävra Tldijai xoofiov (d. i. den Rossen). — Plut mor. 886, B: Tlv^a-
yogag ngiotog dvofiaae xriv rdSv okwv rtegioxfiv ytoofiov ix rijg Iv cnkql
ra^eoi^. Xen. mem. 1, 1, 11: ovdh yag negl rrjg %uiv Ttcvxwv qwoBtog ^neg
%iav aXXwv ol Ttkelaroi diekiyeTO axontSv, oTtwg 6 xalavfievog vno %Cv
aoq>ia%fLv xoofiog eg>v. Plat Tim. 28, B : 6 dfj 7cäg oigavog — iq xcofiog
rj xal akko o xL tiotb ovofiaCjOfievog fiaktov^ av di%oixo, xovS^ ^fiiv wvo-
fxaad'ijD. Gorg. 508, A: q>aai ö' ol aoq>ol . . . xal ovgavov xai yijv xal
x^eovg xal dvd^gwnovg xrjv xoivcavlav avvixeiv xai (pikiav xal xocfnoxrjxa
xal au}q>goavvriv xal dixaioxrjxa, xal x6 Skov xovxo dta xavxa xocfior
xakovaiv . . . ovx axoofilav oväe axokaalav.
Als ursprüngliche Bedeutung wird sich etwa ,Eintheilung^ vermuthen
lassen, wie es insbesondere auch durch das abgeleitete xoofiiuv (IL 12,
87: Ttivxaxa xoafirj&ävxeg ^fünffach eingetheilt, in fünf Abtheilungen'; II.
2, 554: x(p 6' ov fcoi xig ofiolog ircix^oviog yivex^ ^^Q xoajuijaai %ft7tovg
xe xal avigag daTtidccixag. Od. 7, 127: IV^a dk xoapirixal ngaaiai ,ein-
getheilte Gartenbeete' Ttavxolai Tteqwaaiv) noch deutlich gemacht wird.
Etymologisch deutlich aber ist das Wort noch nicht Das Suffix wie zum
Beispiel in ogfio-g , Ankerplatz' (1, Seite 580), die zu Grunde liegende Ver-
balform möglicher Weise xeg- ,8palten' (Seite 291). Dass der Zischlaut
vor dem ^ aus einem Dental hervorgegangen sei, ist unwahrscheinlich,
da Bildungen wie noxfio-g ,Schicksal, Todesloos' (IL 2, 359; 16, 857; 18,
96), odfx^ ,Geruch' (IL 14, 415 ; Od. 4, 406), oxa&fio-g ,Aufenthalteorf (IL 2,
470 ; 5, 140) in der homerischen Sprache gar nicht ungewöhnlich sind,
xtoij^i-g oder auch xlaaTjgi-g ,Bimsstein'.
Ar. Bruchst 320, 4: . . . /avgovy xlarjgiVj axg6q>ia . . . Alexis (bei Athen.
9, 383, D) : wOTieg xlarjgig kijtpexai öie^odovg aofupagj äi' wy xijv vyga-
alav Ixäi^exai. Phanias (in Anth. 6, 295, 5) : keavxeigdv xe xlatjgiv . . .
dvexgifAaoev. Theophr. Steine 19: iTtel xal xo okov ^ xlaarjgig ix xaxa-
xavaewg doxel xiai ylvea&ai. Diosk. 5, 124: xlaarjgiv di ngoxgixiov xtjv
ayav xovq>rjv xal Ttokvxevov, axioxTJv xe xal akid-ovj exi dk tpa&vgdv xe
xal kevx/jv.
Griechische Etymologie. 295
Dunkler Herkunft Die Form TLlaatigt-g ist ohne Zweifel die ältere,
ihre aa werden durch Assimilation entstanden sein« Das Suffix wohl eine
weiblichgeschlechtige Form zu dem häufigen tiqo ^ wie es zum Beispiel
enthalten ist in xviGtjQo-g yVoll Fettdampf (Achaeos bei Athen. 9, 368, A).
xiaaa ^Eichelhäher'; attisch xlrra.
Ar. Vögel 302: x/rra, vQvywv^ xogvöog . . . 1297: rjv . . rovvofxa . . .
2vQcncoal(p dk yLl%za> Arist Thierk. 9, 81 : fi 6h xhza qxovag fikv (leta-
ßaXXei nXelaiag — xor^' ixaaztjv yaq (ig elnelv fi(iiQotv aU.rjv aq)lr]ai — ,
rUrei dk Tcegl ivvia (pa, noultai dk rijy veotriav inl xwv divÖQtav h.
%Qix6iv yLoi iglüiV oxav S* inoXlnb^atv al ßdkavoi, ano%QV7t%ovaa Tcr-
Dunklen Ursprungs.
%laaa ^krankhaftes Gelüst' (schwangerer Frauen); attisch x/rra.
Diosk. 1, 166: 6 xvijbg avTcSv ßißgwaxerai di fiakiara vtco yvvaixwv
ngbg %^v xlaoav. Sext Empir. gegen Mathem. 5, 62 : . . . ineaxfjo&ai dk
TTjv ifi/Ärjvov xad^aQaiVfXlaaav dk imylyvea^ai, — Dazu: xiaaaetv^krank-
haftes Gelüst haben'; Ar. Friede 497: vfieig iiiv y* ovv ol TtiTzwvreg rrjg
elQi^vrjg anar ' dvdgelajg. Wesp. 349 : xmttcJ dia tcSv oavldwv (lera xoi-
Qlvtjg TCBQiBXf&Blv. Polcmou (bei Athen. 9, 372, A) : lajogovai di Ttjv Ar^fa
xvovaav %bv l^noklcava xiTzijaat yrjdvXkldog» Arist Thierk. 7, 29:
eiwd'aai dk ralg xvovaaig al kntdv/xlai yivea&ai fcavzodanal xal (lera-
ßdXXeiv o^iüig, o xakoval iiveg maaav.
Wird bei Fick (1^, 414) in sehr ansprechender Weise mit mhd. git ,Gier,
heftiges Verlangen', jßtesen , gierig sein', und lit geidziü ,ich verlange
wonach' zusammengestellt und so auf eine alte Grundlage gheidho ,be-
gehren' zurückgeführt
xiaaö-q ,Epheu'; attisch xirro-g.
Hom. hymn. 6, 40 : afiq> ' lazdv dk iiiXag elUaaero Kiaaog, av^eai tij-
Xs&awv, xagUig d^ ItzI xagnog oqwqbi. Bei Pindar Ol. 2, 27 in ytiaao-
-q)6Qog ,epheutragend'. Soph. Ant 826 : zav OgvyLav ^ivav . . . tdv xia-
aog wg ärevrig nergala ßlaara ddfiaaev. Theophr. Pflanz. 1, 3, 2 : ^i
dk fiäXXov ayvoL %al 6 naXlovQog %al 6 ycmog^ oja&* of^okoyovfÄivwg
Tavra ylverai divdga' xal tot -S-afirddri yi iariv.
Der mehrfach wiederholte Versuch, lat hedera ,Epheu' (Laber com. 122:
ut hedera serpens vires arboreäs necat) als unmittelbar zugehörig zu er-
weisen, hat wenig üeberzeugendes.
xiaoi)ßiO'V ,hölzemes Trinkgefäss'.
Od. 9, 346: KvnXcjTta TVQoarjvdaov . . . xiaavßtov fxerd x^Q^^^^v ^coy f^i-
iavog Folvoio. Od. 14, 78 «» 16, 52: (Eumaios) Iv d' aga xiaavßitp xlgvrj
fielißrjdia Folvov. Athenäos bespricht das Wort 11, 476, F — 477, E und
giebt Gitate.
Dunklen Ursprungs. Zugehörigkeit zum Vorausgehenden ist öfter an-
genommen, ohne wirklich wahrscheinlich gemacht zu sein; so äussert
Athenäos (,11, 477, D): Bixdaeu d' äv t<^ to xiaavßiov ro TtgtSzov vno
296 Griechische Etymologie.
noi^ivüiv Igyaa^vai. ix xtaalvov ^lov. Als nächste Grundlage darf
man ein ^xlaavßo-g vermuthen, das sich seiner Bildung nach wohl mit
xoXXvßo'g .kleine Htlnze' (Ar. Friede 1200; Kall. Brachst 85) nnd »oqvßo-g
,Lärm' (Find. Ol. 11, 72; Soph. Phil. 1264) dürfte vergleichen lassen.
^larri ^Eiste^
Od. 6, 74: firJTr]Q d^ h xlarj] hl^t] iibvoFbixb löiaüiv navroltjv, iv d*
otpa vldri. Ar. Thesm. 284 : Trjv xlarfjv xad-eXe, x^' t^eXe %a 7t6nav\
OTtwg Xaßovaa dvata ralv ^ealv»
Das Suffix wie in xoIttj ^Lager, Bett' (Seite 259). Die verbale Grund-
lage aber bedarf noch der Erläuterung.
xio&'ö-q oder xla&o-Qy auch xIgto-q geschrieben, ein strauchartiges
Gewächs, ,Ciströschen' (cistus villostis ,das rauhe' und cistus salvifolitis
,das salbeiblättrige'j.
Eupolis Bruchst 14, 5: ßoaxofxe^* vlrjg dito Ttovrodarc^g . . . anoTQti-
yovaai . • . qyrffov^ xiad'ov, &iiia . . • Mnesimach. (bei Athen. 9, 403, D) :
oofiti aefivri fivxtiJQa öovei . • . klvdov, xlvdov, xta^ov, filv&ov. Theophr.
Pflanz. 6, 1, 4: 7tQ<S%ov dk liywfiev Ttegl Tijg q)Qvyavixfjg . . • nlelto di
ioTi %a yivrj ra xovtmv xal diaq>OQag ^ovza fieydlagj olov xla&og, firj-
ktj&QOv • . • Diosk. 1, 126: xlarog, ov tvioi xla&aqov rj xlaaaqov xakovoi,
&a^vog iaziv iv ncrgtideai xonoig g>v6fi€vog , TtolvxXaöog . . . av&fj oq^
Qcvog wanBQ ^oidg, knl dh tov ^keog levxd.
Dunklen Ursprungs. Die Suffixform wie in xva&o-g ,weibliche Scham'
(siehe Seite 297).
xvö' ,küssen', ergiebt sich deutlich aus aoristischen Formen, wie ixvaae
(IL 8, 371; Od. 21, 225; xvaoB Od. 16, 15 — 17, 39; 19, 417; 24, 320) und
ixvaB(OA. 23, 208; xvob IL 6, 474; 24, 478; Od. 5, 460; 13, 354; 24, 398),
neben denen präsentisches xvvieiv (aus "^xvavieiv. xvvei Od. 4, 522;
xvveov Od. 17, 35 — 21, 224 ■» 22, 499; xvvel Eur. Alk. 183; xvvelg Ar.
Ach. 1208) gebildet wurde, aus dem sich später dann auch wieder Formen
weiter entwickelten, wie das Futur xvvtjaeiv (Hipponax 32, 2) und aoristi-
sches TtQoa-xvvrjaag (Xen. Eyr. 5, 3, 18).
n. 6, 474: avTccQ o ßov q>llov vlov inel xvas ft^U tb xbqoIv. Od. 16,
21: Trjkifioxov &BofBidia diog vq>OQßbg navxa xvobv 7tBQiq>ig. Od. 16,
15: xiaoB öi fiiv xBq)aXi^v tb xal afigxo q>dfBa xakd XBlgdg t' ifitpoti-
gag, II, 8, 371: ij Fol yovFax^ ixvaaB. Od. 4, 522: xal xvvbi auzofiBvog
Frjv Ttatglöa. Od. 5, 463 : xvob dh ^bIÖioqov agovQav.
Korn, cussin ,Kuss' (Zeuss-Eb. 1068).
Die präsentische Bildung xv-viBiv wurde schon mit der von Ix-viBa&ai
,erreichen , wohin gelangen , kommen' (Seite 22) verglichen ; der Aus&ll
des Zischlauts vor dem Nasal in xvvBBtv mit dem in ovo-g {VQ&*oavo-g)
,EseP (1, Seite 542).
xi)a6aifo-q ,der After'.
Hippokr. 1, 391: lg tov xvaaagov oöog ylvBrai arcb r^g xotlltig.
Griechische Etymologie. 297
Wird im Grunde nicht verschieden sein von yLVTtaQo-g ,Wölbung,
HShlnng' (Seite 261).
x'öari'q Harnblase'; ^Bentel, Schlaucht
IL 5, 67: f} dk diangb avTixgvg xora mvoTiv vtc^ oariov ijkvd'* axioKi/j.
IL 13, 652: oiazog avrixQvg xara xvariv vn^ oariov i^STciQijaev. Soph.
Brachst 362: rag fiakkodirag xvaTeig. — Ar. (bei PoUux 10, 151): 6 dh
kvwy xvatiy velav. Phanodem. (bei Athen. 1, 20, A): vTto^wvvvfievog
oXvov xiareig fiearag xal yaXaxTog xai ravTag oinod-XLßuv avi^av ekeyev
ix rov atofiarog.
Das selbe Suffix wie in oxyriazi-g ,Rückgrat' (1, Seite 52) und zahl-
reichen anderen Bildungen. Für die zu Grunde liegende Verbalform (xt;^-)
liegt nah, Zusammenhang mit xv-eiv ,schwelW (Seite 227) zu vermuthen.
Ttifö'd'O'q ,weibliche Schämt
Ar. Ach. 782: vvv ye xolgog tpalverat. azag lxTgaq>€lg ye xva&og larat
TtivT^ irdSv. Lys. 1158: ortiana . . . lyo) 5h xvad-ov y' oviintn xakklova.
Buht wohl auf dem selben Grunde mit dem Vorausgehenden. Die
Suffixform wie in xla&o-g, ein strauchartiges Gewächs (Seite 296), ^la&o-g
jLohn' (IL 10, 304; 21, 445), auch wohl in afia&o-g ,Sand' (1, Seite 220)
und noch anderen neben diesem genannten Wörtern. — Nah verwandt
ist wohl xvao-g ,weibliche Scham^ (Hesych: xvaog* fj nvyvj. ij yvvai-
xeiov aldolov), das lautliche Verhältniss der beiden Formen zu einander
iiber doch nicht deutlich.
xav$- ,anzünden, brennen, verbrennen', mit dem Präsens xaUiv (IL 1, 462;
8,521; 9,77; aus *xavO'jeiv) und aoristischen Formen wie fc'xij/a (IL
1, 40), ßxry/6 (IL 6, 418; 24, 34; Od. 19, 366; Infinitiv x^at Od. 10, 533
= 11, 46; 15, 97), passivisch Ixd/ij (IL 9, 212; Od. 12, 13) und in der
nachhomerischen Sprache: xiavz" (Aesch. Ag. 849; Soph. El. 757) und
auch %xavaav (Hdt 8, 33; Thuk. 7, 25; kxaiaoiTB Ar. Friede 1088).
IL 8, 521: S7]XvT£Qai dk yvvaixeg . , . tvvq fiiya xaiovrwv, IL 7, 377:
elg 6 xe vexgovg xijßofiav. IL 8, 554: nvga di aq>iai xalezo noXka, IL
1,52: alfel de nvgal vexviov xalovto d-afieiai. IL 20, 491: ßa^ela de
xalerai vItj. — Dazu: nvgl'-xavaTO-g ,im Feuer angebrannt' (dafür
nvgl-xttVTO-g Plat Tim. 85, C); IL 13, 564: xal tö (ikv avrov ^elv* aig ve
axülog nvglxavoTog. — xavarecga ,1)rennend, heiss'; IL 4, 342 «» 12,
316: oq>wiv fiiv %^ irtiFoixe . . . f^dx^Q xavatelgrig avtißokrjaai. — Ttvg-
-xaFiri ,Scheiterhaufen'; IL 7, 428 = 431: di il aiwTty vexgovg nvgxa-
flijg kfCBVTjVBOV, —
Die lautliche Behandlung hat im Einzelnen sehr viel Aehnlichkeit mit
der von xlavg-i präsentisch xXaleiv (IL 1,362; 2,263; 7,427) ,klagen,
beklagen', erscheint aber hier ebenso wenig ganz consequent wie dort, so
liegt xlavaro-g ,beklagenswerth' (Soph. Oed. Kol. 1360) neben xXavTo-g
(Aesch. Sieben 333; a'xXav%o-g ,unbeklagf IL 22, 386; Od. 11, 54; 72) wie
ftvgl-xavaxo-g (IL 13, 564) neben Tcvgl-xavro-g (Plat Tim. 85, C) oder
neben dem passivischen xav&ivT- ,gebrannf (Pind. Nem. 10, 35; Plat Tim.
298 Griechische Etymologfie.
68, C und yLttVfiaT' (aus *xavafiaT-) ^iizef (IL 5, 865). Aoristische Formen
wie exTjfe oder das nachhomeriscbe Tiiavj- vergleichen sich mit ^eFcry,
€X€av fiie gössen' (II. 18, 347; 24, 799; Find. Isthm. 7, 58) neben präsen-
tischem x^^«« »er giesst* (II. 6, 147; 9, 15). — Aus ttv^-xo/i*} ,Scheiterhaufen'
(»> ^Haufen von Brennholzstücken' gebildet; wie zum Beispiel av&Qoxir^
,Eohlenhaufen' IL 9, 213) wird wohl zunächst ein ^nvg-'xafo'g (aus
*iiava'og) ,im Feuer gebrannt, Feuerbrand, Brennholzstück' zu ent^
nehmen sein. — Unmittelbar Zugehöriges in den verwandten Sprachen
ist noch zu suchen.
KavaCa ^breitkrempiger makedonischer Huf.
PoUux 10, 162 führt an: i; dh Y.avaLa ftllog Mcmedovixog naga Me-
vavÖQfi). Antipatr. (in Anth. 6, 335, 1) : yiavalrj, 17 vo naqoi&e Maxfjdoaiv
evnoi^oy onXov^ xai anirtag iv viq>eT(^j ymI xoQvg iv TCoXipofiy IdgiS dttpij-
aaaa nulv reov, . . • ^Hfia&lg Avaovlovg rjk&ov irtl yLQotd(povg. Plut.
Ant54: Ttqorjyaye . . . ÜTokefjiaiov äk xQtiTtlac xal %Aav/dt xa2 xavalq
diadrjfiaToq>6Q(p xexoafAtifiivov.
Dunkler Herkunft
xaflöti-s ,weibliches Glied' (bei Kratinos).
Hesjch führt auf: navarig* 17 hiq>vaig twv OTcexvwv. fcvQol aögwo-
fievoi, xal x^g^og. %6 dk avTo xai afig)lxavaTig. tuxI knwvvfiov Jr--
fÄrjTQog. Kgarlvog dh ifvl %ov fioglov ^a^ev ovto.
Das Suffix offenbar das selbe wie in nvart-g ,Hamblase' (Seite 297) ;
die verbale Grundlage des Wortes aber ist dunkel.
Die anlautende Gonsonantenverbindung xa >» $.
§av' : ^alveiv (aus *SavJ€tv) ,Wolle kratzen, Wolle bearbeiten'; dann auch
,schlagen'.
Od. 22, 423 : df^qial, rag fiiv t ' Hgya dida^a/ÄSv igya^ea&aiy Felgia %e
^alvetv. Trag. Brachst aSean. (Soph.?) 9: ov d^ w v6 htfingov gxiSg
aTcooßevrug yivovg, ^alveig agloTOv nazgbg 'Ekli^vwv yeydg; Ar. Lys.
536: xara ^aiveiv avCwaafisvog. Vögel 827: T(p ^avavfiev vov rcinkov;
— Aesch. Bruchst 304, 7: viag d* oftcigag rjvlx* av ^av&fj otox^S" Anti-
patr. (in Anth. 7, 464, 5): av dk ^alvovaa (man hat vermuthet ^alvovaa)
Ttageiag öaxgvaiv, Plut Poplik. 6 : ^aßdoig e^aivov %a atificcza.
Liat cärere (aus *cä8ere) ,Wolle kratzen' ; Plaut Men. 797 : inter an-
cilläs sedere jubeäs, länam cärere.
Dazu vielleicht nhd. Hede, mndl. herde, ags. heorde ,Werg', das gothisch
wohl *hazdö lautete.
Lit hasyti ,kratzen'.
Altslav. cesati ,kratzen, kämmen'.
Altind. Jcashihäshati oder kdshatai ,er schabt, er kratzt' (Bhatt; Bhftg. P.).
Die anlautende Gonsonantenverbindung xa «* ^ entstand offenbar in
ganz ähnlicher Weise wie zum Beispiel die Verbindung tct- in tcvoto
,er flog' (IL 23, 880; mafAivri ,fliegend' IL 5, 282; 16, 856 = 22, 362) und
Griechische Etymologie. 299
Tcregov ,Flügel' (II. 11, 454; 19, 386) neben nizea&at ,fliegen^ (IL 13, 62;
21, 247).
^avdsiv ,erniüden' (von den Händen bei der Arbeit).
Soph. Bmchst 458: rjdv ^avijcai xai Ttgoyvfxvaaai x^Q^- ^U^- ^^r.
383: OTCovav vsvqwv ^avdtf xexaXaafiiva deafia. Hesych erklärt: ^avav
xortiav T^v XBlga nnd ^av^aai* xofttaaai. Pollnx 7, 30: to dk Y.afjLBlv
(XTCO TTJg igiovQylag Tag x^^^S ^aväv iXiyero.
Dunkler Herkunft Oder ist an Zugehörigkeit zum Vorausgehenden
zu denken?
^avd'ö-Q ,gelblich, blond^.
n. 1, 197: ^av&^g dk Mfirjg Ue ntjkeßltjva. IL 23, 141: lAxdlevg . . .
^av&rjV ccTtejislgaTo ;i^cr/Ti;v. Od. 13, 399: ^av&ag d' Ix nefpalfig okiaa)
TQlxag (des Odysseus). 11.3,284: ^av^og Mevikafog. Od. 15, 133: xagr]
^av&og Mevilafog. IL 5, 500: ^avd^q Jq^^rriQ. IL 11, 740: ^av&fjv
l^yafXfjÖTjv. Pind. Nem. 3, 43: ^av^og ö' Hx^^^^Q* Find. Nem. 10, 7:
^aySa . . . rXauMinig. Nem. 5, 54: ^av^alg Xagiaaiv. IL 9, 407: iTCTtwv
^av^a TLOQtjva. H. 11, 680: irtTCOvg dh ^av&ag. Soph. Bruchst 434 : dia
iffffArgag a' OQÜ ^avdijv TLa&alQOvd-^ uvitov avxinrjQäg TQiX^g> Soph. El.
705: ^av&alat ndXoig. Soph. Bruchst 598, 4: nwXov dlxrjv, ijrig . . .
^iQog (jMähneO d^egta&fj ^avd-ov avx^vwv oltco. Pind. Bruchst 237 : §ay-
^hg Itiav. PindPyth. 4, 149: ßoiJiv ^av^ag ayiXag. Pind. Bruchst 79, 5:
al^Ofiiva dk dqg vnb ^avd-alai Tcemaig. 122,3: Tag x^co^a^ Aij^avot;
^av&a daxQT] dvfjiiäTe. Aesch. Pers. 617: ^av&^g kXalag ^agnög. Pind.
OL 6, 55: X(av GVeilchen') ^av&alai xai 7tapL7toQ(pvqoig oKTiai. Soph.
Bruchst 255 : ^avd^ d ' !/4lq)Qodiala XaTa^ naaiv knixTv^tel öo^ioig, Eur.
Iph. T. 633: ^av^q' t" iXalf^.
Lat candSre ,glänzen'; Enn. trag. 332: lümine sie tremulo terra et cava
caerula eandent — Dazu: candidö-s ,glänzend weiss'; Plaut Most 1134:
qii sumt capite candido (d. i. ,GreiseO.
Möglicher Weise ist d'o suffixal wie zum Beispiel in Tiva^o-g ,weibliche
Scham' (Seite 297) und könnte es dann auch sein in ^ov&o-g ,bräunlich'
(siehe weiterhin). Die Zusammenstellung mit lat cand^e ist nur wahr-
scheinlich, wenn sein d aus aspirirtem Dental hervorging, was jedenfalls
mögUch ist Die übliche Zufügung aber von altind. gcandrd- ,glänzend'
(puru-gcandrds ,8ehr glänzend', RV. 1, 27, 11 und 3, 25, 3 von Agnis;
dazu^ das redupUcirte cdni-gcadat ,sehr glänzend' RV. 5, 43, 4 vom So-
masaft, dn(2^) bleibt bedenklich, da griechisches & nicht altindischem d ent-
spricht
§€S- : ^ieiv (aus ^^iaeiv, möglicher Weise aus ^^ia-juv) ,8chaben, glätten'.
Od. 5, 245: avTag o TOfiveTO doqFa . . . Tcekhairjasv d* aga %aAx<^, ^iaae
d' inLOrafAhtog Tiai inl OTa&fArjv idvvev. Od. 23, 196 und 199: TLogfiov
d' hi fgl^rjg ngora^wv d^q>'i^e6a x^X%(^ ...iy.dk tov dgxofievog kixog
e^eov. — Dazu ^eoTo-^g ,geglättet^; Od. 18,33: ovdou ifti ^eoTov. Od.
1, 138: fcaga de ^eaTTjv iTavvaae TgoTte^av. IL 18, 504: ol dk yigovTsg
302 Griechische Etymologie.
14, 206 = 305), nrjQO'g ,blmd' (II. 2, 599), oxkrigo-g ,trocken^ (Find. Ol. 7,
29; Aesch. Fers. 319) und, in der Betonung abweichend, x^Qo-g ,beranbt,
verwaist* (Eur. Alk. 862; Ap. Eh. 3, 662).
^ig>oq' ,Schwert^
n. 1, 194: ehuTo d^ ix xokeolo fiiya ^L(pog. 11.2,45: dfJL(pl d' aQ*
wfioiaiv ßalero ^lq>og agyvQoßrjkov. IL 21, 116 nnd 118: IdxiXevg dk
J^€Qvaadf4€vog ^lq>og o^v rvipe . . . nav öi Foi eXau) dv Slg>og aiiqfrpiBg*
Od. 10, 261: iyw tcbqI (ikv ^tq>og oQyvgofrilov wfjLOuv ßalofirjv, fieya
xdhceov.
Neben dem sehr gewöhnlichen Suffix og lost sich eine Verbalgrundfonn
^i(p- ab, die etwa ,schneiden* bedeutet haben mag, aber noch nicht weiter
nachgewiesen ist. Zwei ganz ähnliche Formen sind zu entnehmen aus
TtoXvvKpig- ,schneereich' (Eur. Hei. 1326) und driiiO'QQiq>ig- ,yom Volk ge-
schleudert* (Aesch. Ag. 1616), nämlich "^vlfpog- ,Schnee' und *^lq>og- ,Wurf*.
^iffi^qf Name einer Pflanze.
Theophr. Pflanz. 9, 8, 7 : orav di Tijv ^iq>iv (nämlich jemand abschneiden
will*) TQifiijvov fieliTTOVTag avTCfißakkeiv fiia&ov.
Wird als Nebenform zu ^vgld- (siehe Seite 304) angesehen, aber wohl
mit Unrecht
§v$- (daneben in vereinzelten Formen scheinbar ^v, wie IL 14, 179: U^ce,
wo aber wohl ^^vaae zu lesen sein wird, und IL 9, 446: aTto^aäg, wo
aTco^aaög wird herzustellen sein): ^veiv ,schaben, abreiben*, mit aoristi-
schen Formen wie ky-^iar] (Eur. Bruchst 298), ^va&fj (Theophr. c. pL 5,
6, 1 3), iTti'^va^ivT' (Plat Staat 3, 406, A) und passivischen Perf ectformen
wie oTt-i^vOTai (Alkiphr. 3, 40, 4).
Od. 22, 456 : klatQoiaiv öaTcedov nvna noifjTolo dofxoio %i)Ov. Sophron
Bruchst 94: ai xig %6v ^vovra dvri^vei. IL 14, 179: ctfig)! d* Sq^ afißQO-
öiov ßeavov ßiaad' \ ov Foi Id^vri i^aa (,geglättet, ,d. L ,gewebt hatte*)
aaxi^aaaa. H. 9, 446: y^gag dno^aoag (,abschabend*, d. L ,abstreifend,
abthuend*). Xen. Eyr. 6, 2, 32: oaxig dk nenaldevTaL Tcai naheov ^iaaa-
d'ai, aya&dv xal ^fjkrig firi irciXad'iod-ai. — Dazu: ^varo^v (,Ge-
schabtes, Geglättetes* ^ ,Lanzenschaf^ Lanze*; IL 4, 469 «»11, 260:
ovTfjoe ^o%(p x^^^VQ^^' U* 1^9 6'^'^* ycüjua de ^gtov fxiya vccvfiaxov kv
TtakafAjjaiv. — ^voxLö- (^varlg) ,langes Schleppkleid*; Ar. Wölk, 70:
orav oi) fiiyag cSv agfi* ikcevr/jg nqog Tcökiv, waneg Meycoikirig, ^arld'
^coy. Plat. Staat 4, 420, E: iniardfie&a ydg aal vovg yewgyovg ^varldag
d^q>iiaav%Bg • . .
Führt wohl auf ein einfacheres ^t;- zurfick^ wie es unter anderem
aus ^vQO'V ,Scheermes8er* (siehe Seite 303) wird entnommen werden
dürfen.
I^r jzusammen*; ,mit*.
n. 4, 446 und 447: dt d* otb dri ^' ig x^pov %va ^v-lovreg Yxovro,
^vv (in den Ausgaben avv) ^' ißakov Fqivovg^ ^vv (wie eben) 6* ^yx^o-
H. 23, 687: ^vv (in den Ausgaben avv) ^' Mtcboov, ^v (wie eben) di aq)i
Griechische Etymologie. 303
ßoQBlat xBlQ€g BfjLix&Bv. 11.10,224: ^vv (in den Ausgaben avv) te dv^
k^ofiivia. Aesch. OL 460: ^v de yevov ngog ix^Qovg, — IL 6, 372: aXJi
rj ye ^vv naiSl . . . iq>BaT7^ii€i, IL 16, 864: avrUa dk ^v doqFi fxer^
uivTOfiidowa ßeßi^xei. Od. 15, 410: iXd-wv agyvQÖTO^og JiftoXXcjv i/igzi-
Lat cum ^zusammen', ^mit', das als Präfix sich aber in der Form com-
{eom-Sdit Plant Irin. 360; eom-pulsam £nn. ann. 257; dafür con- in con-
'Currunt Enn. ann. 423; nnd sonst; co- in co-gnäto-s Plant capt 390, und
sonst) erhielt ; Enn. ann. 552 : cum legiönibus qvom proficiscitur indu-
perätor ; Enn. ann. 20 : qvod U-cum precibus pater örat
Altir. con ,mif (in vielen Verbindungen dafür co) ; conalailiu fogair ,mit
einem andern Laut' (Zeuss-Eb. 640).
Auffällig ist die häufige Nebenform avv (H. 1, 307: ^le avv re Mevoi-
riadfi), die offenbar aus ^v erst hervorgegangen ist, mit einer Lautein-
busse, die im Griechischen sonst sehr ungewöhnlich ist, sich aber doch
zum Beispiel vergleicht mit der Entstehung des anlautenden a in acixeiv
,zerTeiben^ (Hdt. 4, 75 ; Nik. ther. 590 und 696), das aus dem gleichbedeu-
tenden xffwxeiv (Nik. ther. 629; Luk. 6, 1) hervorging. Für die älteste grie-
chische Dichtung wird als Begel gelten dürfen, dass avv nur da eintrat,
wo der Vers es verlangte, nicht umgekehrt, dass etwa ^vv nur durch den
Vers geschützt blieb. Der Vocal v trat an die Stelle eines älteren o, wie
in vvyLTog (II. 3, 11) >» lat noctis ,der Nacht' (Enn. ann. 92) und sonst öfters.
Unmittelbar vergleichbare adverbielle Wörter begegnen sonst nicht: vvv
,nun' (H. 10, 105: oaa nov vvv iFiXn&rai, H. 23, 485: öbvqo vvv) hat als
viel häufigere Nebenform vocalisch auslautendes vi (H. 1, 28; 414; 2, 258;
3, 373) »» altind. nü (BV. 1, 22, 8; 1, 25, 18; 1, 32, 1). — Anlautendem k
steht lat c gegenüber wie in lat cand^e ,glänzen' (Seite 299) dem grie-
chischen ^avd^o-g ,gelblich, blond^ gegenüber, falls diese Gleichstellung als
richtig gelten darf.
%vp6-q ,gemeinsam^
IL 15, 193: yala d' Iht ^wtj navzwv xal fAOXQog^Okvfinog. IL 16, 262;
^vvov dh TLoxov ftollFeaai ti^elaiv, II. 18, 309: ^vvog ^Ewakiog^ tloI ve
xreviovra TLoxhi'ra. Hes. Bruchst 187, 1: gvvai yaQ xoze daljeg iaav,
^vol dk &6(axoi a&avaTOiai Ceolat naradyrjTOlg t' av&QoiTioig. Pind.
OL 3, 18: aXfii . . . axiagov te q>vTevfia ^vov av^QWfcoig axitpavov %* age-
tav. Aesch. Sieben 76: ^wa d* iXTtl^w liyeiv.
Schliesst sich wohl an das Vorausgehende an, dabei aber ist die Bil-
dung durchaus noch nicht verständlich. Die Dehnung des v bedarf der
Erklärung. Etwaige Entstehung aus einem älteren *^vyj6' ist wenig wahr-
scheinlich. Noch weniger kann an Zufügung eines suffixalen einfachen o
gedacht werden. Nächster Zusammenhang mit Tcoi^vo-g ,gemein8am^ das
Homer noch nicht hat, wohl aber zum Beispiel Hesiodos (Werke 723), ist
öfter angenommen worden, von niemandem aber wirklich erwieaen.
^vQö-v fScheermesser'.
304 Griechische Etymologie.
IL 10, 173: vvv yag dq navxeaaiv inl ^vqov %axa%ai dxfiijg. Soph. Ant.
996: (pQovei ßeßwg av vvv inl ^vgov rvxr^g> Eur. £1.241: aal ytQ&ra Ttlo-
TLOfiov X* iaxvd'iaijiivov ^vg(p. Ar. EkkL 65 : ro ^vqov di y* Ix zf^q olxlag
^QQiipa 7cg(orov, %va daavvd'elrjv SXtj aal firjdkv eXtjv ^ti yvvaiyl Tcqoa-
q)€QTJg, Thesm. 219 : x^^^o'y vi vvv tj/äIv ^vgov . . . (pvca rijy yvad'ov ttjv
de^lav. — Dazu: ^vgeiv ,scheeren^ und medial ^vQea&ai ySich scheeren
Jassen'; Lnk. Fseudolog. 27: ht yag ^^geg avzov. Athen. 13 , 565^ C:
Jioyivrig . . . tcpriaev . , . iv Podqf ök vofxov ovtog fxfj ^gea&ai ovd' 6
inikriilJOfievog ovdelg iariv äia ib nav%ag ^gea&ai,
Altind. kshurd'S ^Scheermesser'; KV. 10, 28, 9: gaQds Jcshurdm pratiän-
cam gagära ,der Hase verschlang das entgegengerichtete Messer^ ; BV. 8,
4, 16: 8dm nas gicihi bhuriyaus iva kshuräm ^schärfe uns wie die Schneide
einer Scheere^
Als suffixales Element löst sich go ab, ganz wie zum Beispiel in nte-
go'v ,Feder, Flüger (IL 11, 454; 19, 386), nk^vgo-v ,Körper8eite^ (B. 4, 468)
und wohl auch ag>vg6'V ,Fussknöchel' (IL 4, 147; 518; 6, 117). So ergiebt
sich also eine Verbalgrundform ^i;-, auf die schon unter ^vg- ,schaben, ab-
reiben' (Seite 302) als wahrscheinlich auch ihm zu Grunde liegend hinge-
wiesen wurde. Möglicher Weise ist sie auch erhalten im altind. kshnu-
»schleifen, wetzen, schärfen' (AV.; dazu: ava-Ä»Anu- , wegreiben, vertilgen';
BV. 10, 23, 2 : dva Jcshnäumi dasa^'a näma dt ,ich vertilge sogar den
Namen des DäsasO, das unverkennbar das präsensbildende nu enthält,
also vielleicht durch Verkürzung aus einem alten *kshurmir hervorging.
— In ^vgeiv (aus *^vg-j€iv, weiterhin aber aus *gvgo-J€iv) trat dieselbe
vocalische Einbusse ein wie in dem mehrsilbigen xivigead-ai (zunächst aus
*yLivvgjeax^ai) ,wimmem' (Aesch. Sieben 123; Ar. Bitter 11), das von xivv-
go-g jwimmemd' (IL 17, 5; Ap. Bh. 4, 603) ausging. ^
gvQcd- i^vglg), Name einer Pflanze ,Stinkschwertel' (Iris foetidissima).
Diosk. 4, 22: ^vglg, ol dh Igiv dyglav ... tot fiev q)vlla Jsx^i Itgidi
OfÄOia, nhxTvtega dh %al i'| axgov ö^ia.
Schliesst sich ohne Zweifel an das Vorausgehende eng an.
^'öXo'V ,Holzstück'.
B. 8, 507 : im de ^ka ftokka kiyea&Bj uig xev itavvvxioi . . • nalufiev
Ttvga nokkd. IL 18, 347: iv ö' ag' fjdwg ^eßaVj vico dk S^ka dalov
ikovreg, IL 23, 327: iaTrjxev §vkov avovy oaov t' ogyvi\ vitkg aXrig. IL
24, 778: a^ere vvv . . . ^ka ßdotvöe. Od. 15, 322: nvg i^ iv vrjßrjOai dia
re ^ka dava 'Aedaaai. Od. 14, 418: niaae ^vka vrjkit %ahi(^. Od. 18, 308:
7t€gi dk i;vka xdyvMva ^rjxav, ava ndkai, Tceglxrjka, viFov nexeaofiiva
Xahu^.
Wird auf dem selben Grunde ruhen wie ^vgo^v ,Scheermesser' (Seite 303).
Das Suffix aber löst sich ab wie in (pv-ko-v ,6eschlecht, Stamm, Volk'
(IL 2, 362; 840; 5, 441), axvko-v ,Kriegsbeute' (Soph. Phil. 1428; 1431; Eur.
Phoen. 574), avko-v ,Baub' (Babr. 2, 12), urlko-v ,Flaumfeder' (Soph. Bruchst
1026; Ar. Ach. 588; 1182).
Griechische Etjonologie. 305
^tXoxo-q ^Dickicht'.
Bei Homer sechsmaL IL 5, 162: wg de Uwv h ßovai &oq(ov i^ av-
xiva ßa^ noQXiog ridk ßoßog, ^vkoxov xata ßoaxofjisyaiüv. 11.11,415:
(ig ö ' 0T€ naTtQiov dfiq>l xvveg &ak€Qol %^ al^rjol aevüivrai, o di t' elat.
ßa&eirig h. ^vkoxoio. 11.21,573: i^vze Ttogöakig elai ßa&elrjg ix ^16-
XOio avÖQog &rjQri%fJQog ivavxlov. Od. 4, 335 »=> 17, 126: tig d^ OTtov' h
^koxfp Mlaq^og nQcereQolo Xiovzog veßgoig nLOtfiraaüa . . . xvtjfiovg k^egirjai
... d' }lrt€iTa ißfjv elarjXv&ev evvtiy. Od. 19, 445: iv&a ö* aq' kv Xoxf^fj
Ttvxivfj xarixeiTO fiiyag avg ...od' avTlog Ix ^vXoxoio, . . . atfj ^ ' avTwv
ox^do'd'ev.
Etymologisch dunkel Enthält möglicher Weise den selben Schlosstheil wie
S'koxo-g ,dem selben Lager C^x^-S in dieser Bedeutung zu muthmaassen)
Angehörige' -» ,6attinn' (IL 1,114; 546; 2, 136), so dass seine ursprüng-
liche Bedeutung etwa ,Lager (eines wilden Thieres?) enthaltend' gewesen sein
könnte. Das |e;- aber bleibt bei solcher Vermuthung noch völlig dunkel.
^ovd'ö'q ,bräunlich'.
Hom. hymn. 33, 13: ol (d. L Ji6aY.ovQoi) ä^ i^artlvtig iq>dvrjaav ^ov&ijai
nvBQvyeaai di^ al&iqog al^avzeg. Aesch. Ag. 1142: old Tig ^ov^d dxo-
(fr}tog ßoag . . . dridtiv. Aesch. Bruchst 134, 1: ift' aUtog ök ^ov^og In-
naXexTQViüV otd^ei. Ar. Frösche 932: tov ^ov&dv iTcnaX&itfvova ^rjTwv.
Soph. Bruchst 366, 5: to noixckwTorov ^ov^g fAeklaarjg xrjQOTvXaaTov
ogyavov, Eur. Iph. T. 165: ^ov&äv re novrjfia fiekiaadv, 635: ^ov&rjg
fteXlaatjg. Eur. HeL 1111 : ah . . . dvaßodaw . . . drjdova . . iX&k did ^ov-
x^av yevvwv iXeXl^ofiiva &(}rivolg ifzolg ^V(pd6g, Ar. Vögel 214 (aijddiv)
ikeXi^ofiivr} dugoig fiiXiaiv yiwog ^ov&^g, 744 : di ' Ifiijg yivvog ^ov&rjg
(sagt die Nachtigall); 676: w q)lXt]^ w ^ov&t^ .. dtjdoL Bahr. 118, 1:
^ov'&fj x^^tidcJy. Herodik. (bei Athen. 5, 222, A) : v^g ^ov&ijg öeiXoveQOi
xBfidäog. Dichter (bei Athen. 13, 608, D): xo^ai . . . ^ov^olaiv dvifioig
hetQvqxißv q>oQovfievai. Mnasalk. (in AnthoL 7, 192, 4): ^ov&dv ix me-
Qvywv (von der Heuschrecke gesagt).
Dunklen Ursprungs. Enthält möglicher Weise in üebereinstimmung mit
^av^o-g jgelblich, blond' (Seite 299) ein suffixales ^o.
xm?- ixalvBiv (aus *xdvjBiv) ,tödten', mit dem Aorist h,avov (Soph. Ant
1319;Aesch. Ch. 930; Eur. Iph. T. 1251) und dem Perfect x^xoya (Soph.
Bruchst. 955; Xen. an. 7, 6, 36: xa%a-xByLov6%Bg).
Aesch. Gh. 886: tbv ^wvta xalvuv %oig Te&vrjxoTag Xiyw, Sieben 630:
nvgywv d' ixTO&ev ßaXcov Zevg aq>€ xdvoi x€Qavv(p. Soph. Ant 1319:
iyu ydg a* iytj ixavov,
Altostpers. vi-gan ,zerstören'; — gäna- ,Vemichtung' (Fick 1*, 421).
Wird gemeiniglich für eine Nebenform von xtev- : xrelvetv ,tödten' (Seite
262) gehalten, aber sicher mit Unrecht
xdvaßo-q ,Modellholz, Modell, Grundriss'; auch xdvvaßo-g (Pollux 7, 164)
geschrieben.
Leo Meyer, Orieohisohe Etymologie. II. 20
306 Griechische Etymologie.
Arist Thierk. 3, 49 : al fihv yag (pkißBQj aia/ceg kv tolg yqaipofiivoig
^avdßoig, ro tov atifiazog ^ovat oxrjf^o. Hesych erklärt: xdvaßoi' rd
^tla, Ttegl a ro TtQcirov ol nXdoTai tov infjQov Ti&iaaiv' o&ev xal ol
Xentol xai aaaQy,oi xdvaßoi Xiyoytai (letzteres nach Pollnx 10, 189 bei
Strattis). Pollux 4, 164: negl o dh ol Tovg ni&ovg nkdtTovteg tov Ttrj/Lov
nsQi'd'ivteg TtXdrTovai, tovto to ^vki^^iov xdvvaßog xaAetrai.
Dunkler Herkunft Eines Suffixes ßo geschah zuletzt unter yLoxxaßo-g
^Kottabosspier (Seite 257) Erwähnung.
Y,avd^Hv (aus *yLaviy'J€iv) ^Geräusch machen, mit Geräusch eingiessen^
Eur. Kykl. 158: ^iZv tov Xdqvyya di-exava^i aov xakdug] Ar. Ritter 105:
i'^t wvj anQaTov ly-iMxva^ov fioi ttoXvv anovdfiv. Alkiph. 3, 36, 3: t(^ dh
iy-xava^ag xvkma evfxeyi^j (pXvaglag (pagfioxov ägeyov.
Steht ohne Zweifel im nächsten Zusammenhang mit dem Folgenden.
TtavaxT^ ,Geräusch, Klangt
IL 16, 105: ößeivijv dh . , , ttiJAij^ ßalkofiivrj navaxfiv ^6, Od. 6, 82:
TLavax^ ^^ ^^^ f^l^tovouv, II. 19, 365: tov ymI odovxwv idhv navaxfi niXe.
Find. Pyih. 10, 39: Ttavra . . . xavaxal t' avluiv doviovTai,
Lat canere ,ert()nen, singen'; Enn. ann. 222: vorsibiis qvös dlim Faunei
vätesqve canebant; Att trag. 385: signa extempU canere . . . imperat] Cic.
div. 1, 7 : Juppiteme . . . corvum ab dexterä canere jussmet.
Altir. canaid ,er singt* (Wind,-Curt 141); for-chun ,ich lehre' (Zeuss-
Eb. 428); — kom. cheniat jSänger* (Z.-E. 839).
Dazu : goth. hanan- ,Hahn' (— ,der Krähende'. Zu vergleichen Cic. div.
2,26: qvia galU vidi silere solerent, canere victores] Ter. Phorm. 708 :
gallina cecinif)] Matth. 26, 74: jah suns hana hrükida; Mk. 14, 68: hana
vopida. — Nhd. Hahn.
Altin. han : Jcdnati ,er giebt einen Laut von sich, wehklagt' (Gramm.). —
Jcvan-i hvanati ,er klingt, tönt' (Bhäg. P.; Git).
Die Suffixform wie in arovaxri ,da8 Stöhnen, Seufzen' (IL 2, 39 ; 356 ;
24, 512; zu GTevdxeiv ,stöhnen, seufzen'; ,brausen' 11.8, 334; 13,423;
16, 391).
TcavöV' (yiavciv) ,grader Stab' (am Schilde); ,Gamspule'; , Wagebalken';
Richtholz, Lineal'; ,Richtschnur, Vorschrift, Vorbild'.
11.8,193: aanlda NeaTogiT]v, Trjg vvv mXiFog ovgavov ineij ndaav
XQvaelriv ^fievai, xavovag re xal avTrjv. IL 13, 407: danldi . . . Trjv . . .
(poQieay^e, dito xavoveaa^ dgagviav. — IL 23, 761 : ayxi jwaA*, lug otb Tlg
T€ iv^iivoio yvvamdg artid-eog dyxi y^avciv, ov x €v fidka x^Q^^ Tavvaaji
Ttfjvlov k^ih^ovaa naghx filrov, dyxo&i d^ tax^t aTr^&eog. Ar. Thesm. 822:
'^fiiv fihv yaQ awv iVt xal vvv TavTlov, 6 vMviLv^ ol xaka&laxoi, to axid-
deiov. — Anth. 11,334,2: JafiayoQay xal Xoifibv ia6%fniq>6v (,gleich an Zahl
der Buchstaben') Ttg axovaag HaTrja* dpLcporiQUiv tov TQonov ix xavovog
. . . koifiov d' sigev ikatpQoxeqov. — Soph. Bruchst 433, 5: Zotb TixTovog
nagd OTd&fir^v tovTog ÖQ^ovTat xavwv. Eur. Tro. 6: katvovg nvgyovg Ttiqi^
oQ&ovaiv ^&€fi€v xavoaiv. Eur. Schutzf L 650 : kafÄfcgd fthv dxTig ^klov
Griechische Etymologie. 307
TLaviJV aatprjg ißakke yalav. £ur. ras. Her. 945 : lug %a KvxkojTtwv ßd&qa
q}oLviY.i 'Aavovi xal Tv%oig tiQ^ioofiiva. Ar. Vögel 1004: 0Q&(p ^ergrjao}
'/Mvovi ngooTi^elg, %va 6 nixlog yivTjral aot Tergdycjvog. — Eur. Hek.
602: oldev %6 y aiaxQOVj navovi %ov yiakov ^a&wv. El. 52: yvüifir^g
rcoyrjQolg xavoatv ava^€TQovfi€vog t6 ouiq>qov tatw TLavrdg av Totoirog äv.
Der ürsprang des Wortes ist vom Griechischen aus nicht verständlich;
so hängt es wohl in üebereinstimmung mit der gewöhnlichen Annahme
aufs Nächste mit YMvva fixAa^ Kohrgeschlecht' (siehe unten) zusammen. —
Daa Suffix wie in c/xoV-, alt Feimv- ,Bild, Ebenbild' (Seite 106).
xdiMjT- (xoyijg) ^Kohrgeflecht, Korb'.
Plut SoL 21 : xeAcraa^ . . . (iridh TidyrjTa Ttrjxvalov (jLBitova. Erates bei
Pollux 10, 90: o 'AOLvrig dh %r^g xoiTrjg vrtBQixBiv (loi öoxeL
Wird für ^'Kavvrjr^ geschrieben sein wie xaveio-v ,Korb* (siehe sogleich)
für *Kdvv€io-v und nebst diesem zu xdvva ,Rohr, Bohrgeflecht' (siehe
unten) gehören. Das Suffix wie in afirjr-, eine Art Milchkuchen, und
sonst (1, Seite 229).
xdvBio-v (Od. 10, 355) oder häufiger xaveo-v ,Korb*.
IL 9, 217: olTov iXdv knivufJLB TQarti^f] xakola* h xavioiaiv. Od. 17,
343: ägtov t oLFov iXwv jteQixaXXiog Ix xavioio xal xgißag, II. 11, 630:
cnkdg krt* avT^g (d. L TgaTciCrjg) xcfAx££oy xdveov. Od. 10, 355: inl dk
atfi (d. i. TQaTti^aig) ri&r} xQvaeia xdveia.
Bezeichnet ursprünglich wohl nur einen ,aus Bohr geflochtenen' Korb, da
xdvva ,Bohr^ Bohrgeflecht' (siehe sogleich) zu Grunde zu liegen scheint. Wie
beispielsweise xQ^oeio-g (IL 1, 246; 4, 133; 5, 744) und xQ^aeo-g (IL 14, 239;
Od. 15, 460) ,golden' und ähnlich andere Stoffadjective in der homerischen
Sprache neben einander liegen, so darf man auch in xdveio- neben xdveo-
eine alte adjectivische Form mit der Bedeutung ,aus Bohr bestehend' yer-
muthen. Die Schreibung mit einfachen v neben vv hat etwas auffälliges,
scheint aber grade bei Ableitung von xdvva ,Bohr' (siehe sogleich) häufiger
vorzukommen; wie wir auch schon xdvrjz- ,Bohrgeflecht, Korb' (siehe oben)
als nahzugehörig vermutheten.
xdwa ,Bohr' (diese Bedeutung zufällig nicht belegt aber zum Beispiel er-
halten im entlehnten lat cannoj wie Ov. met 4, 298 : canna palitstris),
^ohrgeflecht'.
Ar. Wespen 394 : ov fxt] jtoti aov nagd rag xdvvag oigrjaa}, Pherekr.
(bei Pollux 10, 1S3): axfjvij negUgxvog Ttegißdloig xdvvaiat, Kratinos(bei
Pollux 10, 184): ov dvvavvai ndvra noiovaai vetjoolxtov kax^lv ovdk
xdwTfi. — Dazu: xavaargo-v ,irdenes Gefäss', zunächst höchstwahr-
scheinlich ,Korb'; Homer epigr. 14, 3: €v dk Ttegav&eUv xoxvXot xal ndvza
xdvaorga. Hesych erklärt: xdvaargov' oavgaxov, zgvßXiov, xavovv.
Aus dem Semitschen (AugMüUer bei Bezzenb. 1, 276) entlehnt, hebr. nsp
jSchilfrohr' (Jes. 36, 6; 42, 3; Ps. 68, 31), ,Messruthe, Maassstab' (Ez. 40, 3
und 5), ,Wagebalken, Wage' (Jes. 46, 6). So erklärt sich auch das Schwan-
ken der Schreibung mit vv oder einfachen v, letzteres namentlich in ab-
20*
308 Griechische Etymologe.
geleiteten Wörtern. Der Ausgang -awa begegnet, wie es scheint, in echt
griechischen Wörtern nie. — Mit xavaoTQo-v stimmen in der Snffixform
überein ariyaatQO'V ,Decke' (Soph. El. 781; Xen. Oek. 19, 13; zu oreyd-
Ceiv ,bedecken' Aesch. Ch. 984 ; Plnt. Crass. 3) und ^vyaazQo-v ,aus Brettern
zusammengesetzter Kasten' (Soph. Trach. 692 ; Xen. Eyr. 7, 3, 1 ; wie von
einem Verbum *^vyd^€iv),
Tcdvvaßo-q ,Modellholz, Modell, Gmndriss' siehe unter xdvaßo-g (Seite 305).
xdvvaßi'S ,Hanf ; auch navaßi-g (Photios: navaßig' (pv%6v llv(p naga-
Tchqotov^ i^ ov xal ka&iJTeg ylvovrai) geschrieben.
Hdt 4, 74 : ^ari di aq>i (d. L den Skythen) xdvvaßig tpvofiivri iv vf}
Xiigjl nkfjv naxfirrj^og xa2 (leyad-Bog T(p Xlvq) k(Aq>BQBaxa%ri' '^on^'^ot dh
fcoXXifi vneqtpiQBi 17 ndwaßig' cnrnj xal airofiarrj xal afteigofiäPT] q>v€%aiy
%al 1^ cA%f^g Qgr^txeg fikv xal eifiara noievyrai roiai Xivioiai ofioiovara.
Soph. Bruchst 222: xdwaßig. Athen. 5, 206, F: ^Uqwv dk 6 SvqoxooIwv
ßaailevg . . . (og de Tovra ri%oi(idaa%o . . . xavvaßiv ök xal ftl%%av Ix toi;
^Podavov norafiov. Paus. 6, 26, 6: ri;y fiiv di] xavvaßlda xal XLvov xal
%iiv ßvaaov anelgovaiv (die Bewohner von Elis) ocoig 17 y^ rgig^eiv iatlv
iftivfiÖBtog.
Ahd. hanafj nhd. Hanf; muss sehr früh entlehnt sein.
Ohne Zweifel ungriechisch.
xäyxavo-q ,trocken^
Bei Homer zweimal. IL 21, 364 : dg de kißtjg ^iei ^vdov . . . vrco de
^vXa xdyxava xelvai. Od. 18, 308: kannvf^Qag zgelg Yataaav . . . negl de
^Xa xayxava ^xav, aia ndXai, TtBQlxrjka. Hom. hymn. Herm. 112:
Ttokld dk xdyxava xdhx xaTOvdalip hl ßod-Qq) ovla kaßwv InidnqxBv
ifctjetava.
Das Suffix wie in XLzavo-g ,flehend' (Aesch. SchutzfL 809) und da/ra-
vo-g ,ver8chwenderisch' (Thuk. 5, 103; Plut mor. 624, E) und, mit abwei-
chender Betonung, in Ixavo-g ,hinreichend, tüchtig' (Seite 23). Die Ver-
balgrundform aber ist noch nicht weiter nachgewiesen. Sollte sichs mög-
licher Weise um eine Bildung durch alte B^uplication handebi?
xdyxafio-i?, ein orientalisches Baumharz.
Diosk. 1, 23 : xdyxafiov Sdxgvov iaxvv agaßixov ^vXov, üfivgvtj noawg
ioixog, ßguifxwdeg iv t[J yevaeij (^neq dg dv(xid(iaTt xQ^v^ai.
Nicht griechisch; wahrscheinlich semitischen Ursprungs.
Tcdvöv'q ,medisches Oberkleid mit Aermeln^
Xen. Kyr. 1, 3, 2: %av%a ydq Ttdvra Mridixd ioTi, xal ol 7tOQq>vQol xi'^fü'
veg xal ol xdvdveg. 8, 3, 10: ol IfCTtelg . . • duigxoreg zag x^^Q^S S^d %äv
xavdvtovj wOTteg xal vvv i%i dielgovaiv, ovav 6g^ ßaackevg. 8,3,13:
ngovg>alyeto 6 Kvgog . . . ^wv . . . xdvdvv 6Xon6gq>vgov. — Dazu: xay-
dvTaXi-g ,Kleiderkiste*; DiphiL (beiPoll. 10, 187): 6 öh xavdvraXig ov-
%og %l dvvarat xal vi Motiv ] äoTteg ei eXrcoig dograg.
üngriechisch.
TtdvövXo-gj eine Art Kuchen.
Griechische Etymologie. 309
Menand. (bei Athen. 4, 172, B): oht ia%t yiavövkovg noteiv ovd^ ola av
eiw^ag eig ravrov xaQvueveiv fiili, aefilöaXiVy t^a. Athen. 1, 9, A: xal
ov d'Qia xai xdvdvXov xal af^TjTag . . . TtagarldTjaiv ^'OfirjQog. Plut mor.
644, B: ov yaq tjv, oliAat^ nififiara xa2 xovdvkovg xal xagvTcelag . . . dtaL-
Q6iv, 664, B: to fcoiyJXov dg ovx iv aßvQToxaig aal xavöiXoig xal xa-
QvuLaig lariv.
Dunkler Herkunft ; vielleicht ungriechisch. Das Suffix scheint das selbe
wie in xovövXo-g ^Knochengelenk'; jFaustschlag* (Arist Thierk. 1, 58 ; —
Ar. Wesp. 254; 1503), ag>6vdvko'g ,Wirbelknochen, Halswirbel' (Eur. El.
841 ; Phon. 1413; Ar. Wesp. 1489), xorvlo-g ,Trinkgefäs8' (Athen. 11, 482, B),
xQwßvlo-g ,Haarschopf, Haarbüschel' (Thuk. 1, 6; Xen. an. 5, 4, 13).
^ävöavXo-q ,ein lydisches leckeres Gericht.
Alexis (bei Athen. 12, 516, D): ort di aoi naga tovto Tiavdavkov riva
naQaSriaofiBv, — yLavdavXov\ ovtl ldrjdo%a \}iavdavXov\ ovd^ dxi^o^ ovöe-
TiiinoTe, Philem. (bei Athen. 12, 516, F): Tovg iv %f^ nolei ixaQxvqag %%o}
yaQ oti fiovog g)vaiirjv notiZj xavdavkov, t^a, &Qtov. Athen. 12, 516, D,
xal xdvdavkov öi %iva tXeyov ol uivdol . . . ylveo^at i* avtov qyrjoiv 6
TaQavTlvog'HyijaiftTiog i^ iq>&ov xQiutg aal xvTjarov Sqtov aal O^vylov
TVQOv dvrj&ov TB xal ^wfiov nlovog.
Ohne Zweifel ungriechisch.
nayyaXdsiv ,laut lachen'.
Bei Homer 5 mal. II. 3, 43 : vi nov xayxakoioai xagr] xofioovteg *AxotiFol
q>dvxeg aQiafijßa tcqoiiov ifi^evau H. 6, 514: Ilagig . • . ißeßi^xei %ay%(x-
lotov, II. 10, 565: liSg FaintJv Taq)Qoio dii^kaae (iwvvxag Xnnovg ^ay-
Xccldojv.
Steht ohne Zweifel in nächstem Zusammenhang mit TLaxd^Biv ,laut lachen
(Seite 278), neben dem einige Male auch die Form Tiayxd^eiv begegnet, wie
Athen. 1 0, 438, F : airog re 6 l^vrloxog sTteae und Pollux 10, 199 . . . q)aiiqi'
vead-ai tu 6q)^alfiWj xayxd^eiv, xAcvcf^eiy .... Nächste Grundlage scheint
ein weiblichgeschlechtiges *xayxdXrj zu bilden, das sich etwa mit dyxdkr]
,Arm' (1, Seite 201) und anderen neben diesem schon genannten Bildungen
wurde vergleichen lassen, vielleicht aber ist doch viel wahrscheinlicher,
dass sichs um eine alte Bildung durch Beduplication handelt (von einer
Verbalgrundform ^aA-?), die sich mit nofi-fpok-vy- ,Wasserblase' (Aratos
979) und anderen ähnlichen, die den Nasal in die Reduplicationssilbe ein-
fügten, würde vergleichen lassen.
xdv^'aQo-q, Name eines Käfers.
Aesch. Bruchst 233: Aixvalog kari xdvd^aqog ßitf novtjv. Ar. Lys. 695:
de%6v rlxTovTa xdvd^aqog ob (laiBvoofiai, Ar. Friede 1 : alqe f^d^av wg
vdxiara xav&dQtp. 866 : Big ox^f^o xav&dgov ^nißdg %0(aaa lovg ^XXrj-
vag, Arist Thierk. 1, 29: xoXBOTtrBga . . — ^x^c ydq iv iXvtQ(^ %d Ttzegd^
olov al fAtiXoXov^ai %a\ ol xdvd-aqoi. 5, 102: ol dh xdv&oQOL ijv xvXlovai
XOTCQOV, iv Tavtf] (ptoXevoval tb tov ;(£c^cc7ya xal ivtUzovat oxwXrjxia,
l| (Sv ylvovxai xdv^agoi.
310 Griechische Etjrmolog^e.
Dunklen Ursprungs. Das Suffix wohl das selbe wie in hago-g^ alt
ßhaQO'S ,Gefährte' (1, Seite 370).
xdv&aQO'^y Najne eines Fisches.
Arist Thierk. 8, 87: eial de ngdayeioc aivodiov, xdv&agog, 6Qq)6g.
Ob mit dem Vorausgehenden etymologisch übereinstimmend?
xdV'9'aQo-qy ein Trinkgefäss.
Ameipsias (bei Athen. 11, 473, D): q>iQ^ o^ßatpa xai ytavd-aQovg. Alexis
(ebenda): ogui %6v 'Egfialaxov tmv adgcSv toitwv Tiva xavd'ciQOv xcrra-
oxiq>ovxa. Eubul. (bei Athen. 11, 473, F): ^riqov in6i]a^ Bv&itag %ov xavd'aQov.
Möglicher Weise mit den beiden vorausgehenden im Grunde das selbe.
xavd'ö-g ,Augenwinkel^; ,Auge'; yEadreif'.
Arist Thierk. 1, 42: xoivov dk rrjg ßketpagldog piigog rrjg avo) xal xoroi
xav&oi övOy 6 fikv ngog %ji ^ivlj 6 dk ngog xolg TitQorag>oig. 2, 48 : ol
oQVL&Bg . . . fivovöi 6* ol ßageig rtp xana ßXBtpagt^, axagäafiVTTOvai d* Ix
%ov xavd'ov digfjLati iniovti navxeg. Nik. ther. 673: ogxB , , . xav&qj hl
^ayrijgi (,innerer Augenwinkel^ xvrtrjv avedi^ar^ ix^dvr^g. — Kall. Bruchst
150: xav&iiv ijkaaag wgov ano. Opp. Jagd 4, 118: deifialvovreg avaxrog
iov nvgihxixnia xav&ov. Paul. Silent (in Anth. 5, 219, 3): ^dv Xa^elv^
g>vkax(üv xe navaygia xav^ov aXv^ai. Philipp. Thess. (in Anth. 6, 62, 6):
yijg(f xav&og Ineaxineto. Derselbe (in Anth. 6, 92, 6) : yrigif tuxv&ov i^o-
g)Wfiivog. — Etym. M. erläutert: inlaawrga' ol htzog %wv xgoxäv Gid('
geioi xvxkoi ol ini T^y y^v xvXiofnevoij ra xt;xA^ xwv %ov agfiaxog xgo-
Xdv oidijga^ xa ircavia xdiv xgoxmv aidrjga rj jforilxa, a xav&ol xalovvxai.
Dunklen Ursprungs.
xavO^lXio^q^ zunächst wohl ,6epäck betreffend, Last tragend'; dann ,La8teseK
Xen. Kyr. 7, 5, 11 : xai yag dt] nieCp^Bvoi ol q>olvix€g vtvo ßagovg avw
xvgxoivxaiy äonig ol ovoi ol xav'^ijXioi. Plat Oastm. 221, E: (Sokrates)
ovovg yag xav&rjXlovg JJyei xai x^Xxiag xivag xal axvxoxofiovg. Sositheos
(bei Athen. 10, 415, B): ^da^et fikv agxovg xgeig, ovovg xavdTjUovg xgelg
x^g ßgax^lag '^fnigag, — Ar. Lys. 290: OTtwg nox* i^apLngevaofiev xavx*
avev xavdnriXlov. Palladas (in Anth. 11, 383, 5): tAi;^/ (pigeiv Xomov,
xav&i^Xi€. — Dazu: xav&rjXiO'V ,6epäck*; Ar. Wesp. 170: anodoa^ai
ßovXof^ai xov ovov Sywv alxoiai xolg xavdirjXiolCm Hesych erklärt: xav-
&tjXia' . . . xai xa aayfiaxa xiHv ovcjv.
Dunkler Herkunft Zunächst zu Grunde liegt vielleicht ein ^xav^^iXo-j
das etwa von einem *xav&rj ,Gepäck' ausging, wie zum Beispiel aitaxr^"
Xo-g ,trttgerisch* (II. 1, 526) von anaxt] ,Betrug, Täuschung^ (1, Seite 61).
Das folgende Wort wird auch dazu gehören.
xih?*e>r- ,Packe8el^
Ar. Wesp. 179: xivd^mv, xl xXaeig] oxi nengaCBi xi^fiegov^^ ßadi^e ^or-
xov. Palladas (in Anth. tl, 383, 1: ijy aga xal xav&iaai xvxfj ;ifaA€7nf xe
xal h&Xij. Apollinar. (in 11, 399, 7): Aißvxovg xav&wvag oxovfievog, elx'
anonlnxwv noXXaxig. Lyk. 817: wg aoi xgelaaov i;v . . . xov igyaxr^v
fivxXov xvv&(ov^ vjco ^evyXaiai ficaaaßovv (d. L iXavvBiv).
Griechische Etymologie. 311
Steht offenbar mit dem Vorausgehenden im nächsten Zusammenhang.
Das Suffix wie in xcJ^wy- ,irdenes Trinkgefäss^ (Seite 287) und zahl-
reichen andern Wörtern.
xav^i)X7j ,Geschwulst*.
Nur Aesch. Bruchst. 220: yLav&tlag. Hesych er}slSxt:.i^av&vJiaQ' rag
dvoidrjaetg.
Goth. gunds jGeschwür* (nur Tim, 2, 2, 17: vaurd iz6 svi gunds alith
Jo Xoyog aizüv wg yayyQatva vofi^v €^€i% ahd. gund ^eiterndes Geschwür*
(Von FHolthausen bei Kuhn 28, 282 in ansprechender Weise verglichen).
Das Suffix wie in aQßvkrj ^starker den ganzen Fuss bedeckender Schuh*
(1, Seite 283) und noch anderen neben ihm genannten Wörtern.
xfv, vor Consonanten häufig xi (IL 1, 23: aX xi nod^i Zeig duiai. IL 1,
137: sl di xe fiij dwovaiv. Doch daneben: IL 1,60: et nev d^avatov ye
q>vyoi^ev, IL 1, 66: ai Y,iv Tttog. IL 1, 100: roze xiv iiiv\ eine insbeson-
dere in der homerischen Sprache sehr häufig auftretende Partikel, die
im ganzen Satzgefüge, namentlich in Bedingungssätzen eine grosse Eolle
spielt, ihrer ursprünglichen Bedeutung nach aber weniger verständlich ist,
vielleicht zuerst ,irgendwie* bedeutete.
IL 3, 373: xaL vi x£v etQvaaiy %e xal aCTterov ijQozo xidog^ el firj oq^
o'§v voriae . . . l^q)Qodltrj. IL 2, 155: Iv&a xev Idgyetoiaiv vniQfioQa voavog
hvx^, €l (lii . . .^Qfj . . . iFemev. IL 9, 262: lyw di ni tot xaraXi^w.
II. 4, 176: xai xi Jig dd' iQiei. IL 1, 175: nag* ifiol ye xal akkoi o% xi
lie tifjii^aovai. IL 1, 184: eyw di x' ayw Bgiarjflda. IL 1, 255: ij xev
yrj'd'r^aai üglafiog . . . ei oqxSiv tdde navta ftv&oiato.
Altind. ham ,wohl, ja* oder ähnlich ; BV. 1, 98, 1 : rägä hi Team bhüvor
nänäm abhigrfs ,denn ein König wohl ist er, der über den Wesen steht* ;
£V. 2, 28, 8 : tväi hi kam pärvatai nd gritähi . • . vratähi ,denn auf dich
ja wie auf einen Berg sind die Gesetze gestellt*; BV. 1, 154, 1: vishnaus
nü kam viriäni prä vaucam ,des Vishnus Eraftthaten will ich nun ver-
künden*; BV. 2, 18, 3: hdri nü kam rdthai indrasja jaugam ,die beiden
Bosse will ich .nun wohl an Indras' Wagen spannen*; BV. 2, 53, 2; tishthä
8ü kam maghavan ,stehe doch, o mächtiger*.
Zu Grunde liegt wohl der fragende und dann auch unbestimmte Pro-
nominalstamm xd- (Seite 219); dabei behält allerdings ebensowohl der an-
lautende Guttural als der Vocal 6 etwas auffälliges. Die Formen niv und
xi liegen neben einander wie heg^ev ,von unten, unten, unter* (Od. 9, 385 ;
13, 163; IL 11, 234; 252. Siehe 1, Seite 406) und heg^e (IL 13, 75; 20, 57;
14, 274; 8, 16) und auch noch andere auf '&ev und &€.
^eveö-q (IL 2, 298; Od. 10, 42; 15, 214; 22, 249; Hes. Werke 498; Find. OL
1 1, 93; Pyth. 2, 61 ; Nem. 4, 40; 8, 45), alt xeveßo-gy wie sich aus dem ky-
prischen xevevfov (Collitz 1, Seite 17) ergiebt, ,leer*, oft auch in übertragener
Bedeutung ,eitel, nichtig*; daneben xeivo-g (IL 3, 376; 4, 181; 11, 160;
15, 453; Pind. OL 2, 65; 3, 45; Hdt 1, 73; 5, 15; 7, 131 ; Eur. Iph. T. 418),
das bei Homer noch y.evß6'g zu lesen sein wird, äolisch xivvo-g (Meist-
312 Griechische Etymologie.
Ahrens 1, 142) und ansschliesslich nachhomerisch Tcevo-g (Aesch. Sieben
353; Pere. 484; 804; Brachst 241).
11.3,376: TLSvß^ ök zqvcpaketa afi %a7t€%o X££^^ naxelf]. IL 2 , 298:
aiaxQov %ot dßijQov %e fiiveiv xeveßov re viea&at. II. 4, 181: xai di] ^ßt]
folxov <Ji . . . ^v xBvßjjai vifeoai. IL 11, 160: ftollol d* igiavxeveg iVr-
7C01 nivß* oxea Y.QO%aXiC,ov, Od. 10,42: ßoixade viaaofie^a xeve/ag ^vv
X^lgag 'exorreg. Soph. Aias 986 : /uif Tig wg xev^g (,de8 Gatten beranbtO
oxvfivov XealvT/jg dvcfieviSv dvagnaatj. Oed. EoL931: xal a* 6 nhq&v<av
XQovog yigov^* o(jlov %ld^ai %a\ zov vov nevov (,beraubtO. — Od. 22, 249:
eßrj xevi* evyfiara ßeintiv» Hes. Werke 498: yteveriv Inl FehtLda filfivcav.
Dazu: altslav. std ,leer, eiteP.
Armen, sin ,leer^, Gfenetiv snoy (HübBcbm. Arm. St S. 49).
Altind. cünjd' ^eeij öde' (Mbh. und sonst oft). Zunächst zn püna-m
,Leere, Mangel' (BV. 8, 45, 36: mä' säkhjiis pü'nam & vidai ,nicht möge
ich Freundes Mangel erleiden'). Zn Grande liegen die unter xvecv ,8chwel-
len' (Seite 227) angeführten pvd- oder cü- ,anschwellen, zunehmen' : pvdjati
,er schwillt an' (Qat 6r.).
In neveo-g (aus *7LFev€6'g) muss das ß früh erloschen sein, wie es zum
Beispiel auch der Fall war in xamvo-g ,Bauch' (Seite 245), während im
altind. fü/njä- (zunächst aus *pvänjd') sich gedehntes ü aus vä entwickelte.
— Als Suffixform ergiebt sich ein altes £/o, wie sichs nicht so sicher
auch für alle übrige Bildungen auch ed, wie zum Beispiel ijleo-g ,thöricht*
(1, Seite 632) ansetzen lässt Mit dem Nebenemanderliegen von yteveo-g
(alt neveßo-g) und nevo-g (alt xey/d-g), vergleicht sich das von rjld-g
,thörichf (1, Seite 633) neben rj^eo-g, wie es schon in der homerischen
Sprache sich findet
xBvißQHo-g ,von verrecktem Vieh'.
Ar. Vögel 538: xaTieira xaveoKidaaav d'egfidv xoiko xad'' vfidiy avTiSv
lüOneQ xeveßgelwv. Ar. Brachst 603 : ovn %a&cj xevißQeiov* otov dvajig
%iy xclXbi ^e. AeL n. a. 6, 2 : nagdakiv h. vriniav ^gceviig drrjQ fj/jieQiioag
elx^v . • . ovxovv %Qi,q>ov avvfj gjigwv ^wyra iöLiav . . • aXXa ^rj daxeiv
ia&lßiv yLBvißqeiov %e %al ^vriaeldiov. Hesych erklärt: xevißgeia' tc &v7j'
oidia^ xal vexQifiala xgicna.
Als zunächst zu Grunde liegend lässt sich wohl ein *x€veßgo'- ,ver-
recktes Vieh, Aas' vermuthen. Nach Fick 1^, 387 hängt es zusammen
mit xivdßQOj ,Bocksgestank' (Luc. bis accus. 10: Tgdyov *ivo^iv Svoval
fÄOi nokXrjg r^g xiydßgag dno^ovra. Dazu xivaßQaeiv ,Bock8gerach
haben, stinken'; Ar. Plut 294: alywv %b xiyaßgwvriov iiiXTq\ das er auf
ein *qeg : qeneg ,verduften' zurückführt, mit dem er auch mhd. ver-wepfen
,kahmig werden' in Verbindung bringen will.
xerr- ,stechen', mit der vereinzelten Aoristform xivaai (U. 23, 337; aus
*x€VTaai)j neben der alle übrigen Verbalformen erst auf ein abgeleitetes
xeytieiv zurückführen, wie xeytel (Pind. Pyth. 1,28), xemjaere (Soph.
Aias 1245), AevT7]»iyj' (Theophr. Pflanz. 9, 15, 3).
Griechische Etymologie. 313
II. 23, 337: riv de^iov Xnnov Tiivaai (,mit dem Stachel antreiben
ofioxXi^aag. Find. Pyth. 1, 28: atQOifxva 6h xaQaaaoia* arcav vdhov Ttoti-
nexkifiivov x£yT€i. Soph. Ant 1030: dkX^ ehe T(p ^avovri ^rjö^ oXuiUxa
xevrei. Aias 1245: aikv fiiiag i] xanolg ßakelti nov^ rj avv öoXtp xeyri}-
aere. — Dazu: Y.ivTOQ- (iUvtwq) ^stachler*; IL 4, 391: Kadineloi, xdv-
TOQeg XnniDv. IL 5, 102: Tgiueg f^eya&vfzoi^ xirrogeg ^nmav. — xivTQo-v
^Stachel', öfter auch bildlich gebraucht; ^Mittelpunkt' (eigentlich ^der ein-
gesetzte Stachel des Zirkels^ ; IL 23 , 387 : oi di Foi iß3iag>&rjaav Svev
ydvTQOio d^ifovteg. IL 23, 430: ^Avrlloxog d* foi xai noXv iiallov %Xav-
vev 7iinQ(p eniajtiqxiav. Aesch. Prom. 692: ovtcox^ rjvxovv .., delfiar^
ifiav afig>Mei xivrgiü ipi^^eiv xpvxdv, Eum. 427 : nov yag roaovto x^-
TQOv (ig fiTjTQOi^Toveiv ; Soph. Phil. 1039: ovrcov^ av a%6h>v knXeiaa%* av
tovi* ovvex* avÖQog a&klov^ ei (Jirj %l nivTQov &elov rjy^ vfiag ifxov. —
Plat Staat 4, 436, D: dg 6i ye axQoßiXoi (,EreiselO oXoi iaraal xe afia
%ai mvovyxaij Sxav iv x(p ccvx(fi m^^avxeg xo xivxQOv neQitpiQiovxau
Theophr. verttg. 5 : -d'iovai yccQ lyKexXiy^xeg nqbg xb xivxgov. Plut Born.
11: elxa wOTceg tlvüXov ydvxQi^ Tceguygaipav xtjv noXiv.
Altind. ^nath ,stechen, stossen, durchbohren' : gndthati oder in Causalf orm
gnathdjaü ,er stösst, durchbohrt; BV. 7, 25, 2: ni . . . gnathihi amürän
,8toss nieder die Feinde'; BV. 6, 60, 1: gndthat vrtrdm ,er durchbohrt den
Vritras'; BV. 10, 95,5: tris sma mä dhnas gnathajas väitasdina ,dreinial
des Tages hast du mich mit deinem Gliede gestochen' (ebenso wird xei^-
xeiv gebraucht von Mnesimach. bei Athen. 9, 403. D: nag dh y,ux^ oXyLovg
. . . ijOQÖol, TLevxel, ßivei).
In TiivxoQ- (aus ^yLiyx-xoQ") und xivxgo-v (aus *xiyx'XQO'v) wird in einer
für das Griechische ungewöhnlicheren Weise Ausfall des inneren Dentals,
wie er im Lateinischen öfter eingetreten ist, zum Beispiel in volu/ntäU
jWille' (Plaut mil. 450; 1124; aus *volont'tat-) und in vehementer ,heftig'
(Plaut Bud. 903 ; Bacch. 1158; aus ^vehement-ter), anzunehmen sein und
nicht etwa eine besondere Wurzelform **x€y- ,stechen*, für die sonst
nichts spricht
^KivravQo-gf Name mythischer Wesen, die mit einem menschlichen Ober-
körper, übrigens mit Pferdegestalt gedacht wurden.
IL 11, 831: ^Axi'XXfiFog ... ov Xelgtav idida^ey 6i%ai6xaxog Kevxavgwv.
Od. 21, 295: folvog xoi Kevxavgov dyaxXvxdv ^Evgvxlwva aFaae, Od. 21,
303: i§ ov Kevxavgoiai nal avögaat veixog iivx^r].
Kuhn hat im ersten Bande seiner Zeitschrift (Seite 513 — 542) den Ver-
such gemacht, vöUige Uebereinstimmung mit dem mythischen Namen
altind. gandharvä- (BV. 1, 22, 14; 1, 163, 2; 3, 38, 6; 8, 1, 11; 8, 66, 5) zu
erweisen, aber weder kann -avQo- aus altem -agFo- hervorgegangen sein,
noch TLevx- einem altindischen gandh- entsprechen. Ebenso wenig Werth
aber hat die Zusammenstellung mit xevr- ,stechen' (Seite 312) und mit
xavQO-g ,Stier' (IL 2, 481; 11, 728 zweimal).
xivtQiov" jZusammengeflicktes, Flickwerk'; dann auch ,elender Mensch'.
314 Griechische Etymologie.
Soph. Brachst 306: ju««T<^«rc, ic^rrgcirsg, aXkovqiofpayou Ar. Wölk.
450: . . . dhxC<üJv, xivTQcov, (iiaQog . . . Dazu lautet eine alte Erklärung:
xivTQCJv' (paveqbg xliTtTrjg ^ . , ytivTQwv di iari to irtiaaaaopLevov roig
ovoig Ix TtoXhZv xa2 diatpoQiav avQQatplv aaxalwvy xal iTtlaayfjia xmv
ov(ov. Eustath. 1308, 62^ und 63 erklärt: ol xivtQwveg o% ve ^oTtTOfievot
TLol ol yQatpofievoi . . . (wto) xori xivrgcjv ^ajtvog fiiv. 1099; 51 : 6 noi-
rjrrjg yLivigwvog dinrjv ano hwottüv akXaxov ^rj'd'eiaußv awiggaipe^ xcctd
ro varegov drjXaäri ofir^QoyievtQa.
Lat centon- {centd) ,Flickwerk, Lumpenwerk'; Cato r. r. 1, 59: qvoüens
cufqve tunicam aut sagum dabis, prius veterem acdpitö, wnde centdnes
fiant] Plaut epid. 455: proin tu alium qvaeräs, qvoi centönSs sarciäs.
Nhd. Hader, ahd. hadara ,Lumpen'.
Altind. TcanthA ^geflicktes Kleid' (Bhartr.).
Eine Suffixform qwv, wie sie in TLivtQioy- enthalten ist, findet sich
sonst noch in t^iJ^wv- ,schüchtem' (IL 5, 778; 22, 140; 23, 853) und yA/a-
XQWV' ,ein kärgUch lebender Mensch' (Ar. Friede 193).
x^yXQo-s ,echte Hirse' {pänicum miliaceum linnß).
Hes. Schild 398: Xöei iv alvotartp . . • r^^og dij xiyxQOiai nigi yldix^S
rekid-ovai, zoiaxe &iQ€i OTcelgovaiv. Hdt3, 100: ftoirjfpayiovci di, xal
avTOiai Mazi oaov y(-iyxQog %6 fiiya&og iv xaXvxi. Hdt 4, 17 : alroy öi
xai CTtelgovai xa< aniovrai, xal ngof^piva xa2 anuigoda^ xal q>axovg xal
xiyxQo^S' Hdt 2, 93 gebraucht das Wort von Fischeiem: tcSv yag cjJwv anog-
galvovai xar ' oXiyovg twv xiyxgofv, ol de igaeveg natafclvovai inofievoi,
elal di ol y^iyxgoi ovtoc Ix^veg. Ix dk rtSv Ttegiyivofjiivwv xoi fiij xorra-
nivofiivwv Tiiyxgoßv ol xgeq>6^e¥0t Ix^eg yivovzai.
Beruht wohl eher auf einer alten Bildung durch Beduplication, als dass
an ein suffixales go gedacht werden dürfte. Möglicher Weise besteht
Zusammenhang mit yiaxgv-g geröstete Gerste' (Seite 278). Grundbedeutung
könnte etwa ,Zerriebenes' oder ,Gerundete8' sein.
xeyxQW- iy-€yxglg) ,Thurmfalke^
Arist Thierk, 6, 2: za dk yafxxptiwxa navza oXiyoyovd laxiv, i^m xfy-
XQldog' ttVTrj dk Ttlelara rburei xwv yafiipovvxfov. 6, 5: xd dk xrjg xfy-
xgidog (nämlich (pd) igvd'gd iaxiv wansg filkxog. — Daneben das gleich-
bedeutende xsyxQflld- (y^eyxQrjlg); Ael. n. a. 2, 43: l'axt q>vlov hgoa^wv,
xai TLaXeixaL yteyxQ^^St ^^^ noxov deltat ovdi 'dr,
Dunkler Herkunft Ob etwa mit dem Vorausgehenden zusammen-
hängend? Oder eine dialektische Nebenform zum gleichbedeutenden
xegxvrjld' (Ar. Vögel 304; 589. Siehe weiterhin)?
TceyxQivTiq, Name einer Schlange.
Nik. ther. 463 : et ye (lev 'Hq>alaxoio . . . h nxvxl vrioov ßrjoeai ^k Sdpiov
dvaxeifiegov . . . dijeig %eyxglve(ü dolixov xigag^ ov xe liovxa alolov
aidd^avxo, Ttegiaxixxov cpoUdeaai. Lyk. 912: Olvwxglag yijg xeyxglvrj
ßeßgüjfievov.
Wurde wohl nach der Hirse iy^iyxQo-g) benannt, da er als gefleckt
Griechische Etymologie. 315
(ueQlatiTLtov g>oUd€aai) bezeichnet wird. Das Suffix wie in o^lvtj-g
,8auerlich, mürrisch^ (Ar. Wesp. 1082; Bitter 1304), f^vglvri-g ,eine Wein-
sorte^ (Poseidipp. bei Athen. 1, 32, B) und sonst
xövaßo-q ,Getö8eS
Od. 10, 122: aq>aQ de xaxog y^ovaßog xorra vijßag oQWQei dvÖQwv %^
okXvfiivtav v7]f(Sv d"* afia ßctywfdevdoiv. Hes. th. 709: avv d' avspioi r'
Bvoalg T€ %ovlriv iaq>aQayi^ov ig (xiaov afÄ(po%iqvav ^ y^ovaßog (bevorzugte
Lesaxt aber ist oxoßog) d' anktjrog oQtiqei afisQdalhjg ^Qidog. Aesch.
Sieben 160: novaßog iv 7tvi.aig x^^^odhcav aaxicjv.
Wird mit xaro^v ,6eräu8ch, Klang' (Seite 306) im nächsten Zusammen-
hang stehen. Der suffixale Ausgang ßo vergleicht sich mit dem von
oxoßo-g ,6etöse, LSrm' (1, Seite 513) und anderen neben diesem bereits
genannten Formen. Möglicher Weise ist das ß aus gutturalem Laut ent-
wickelt, unmittelbarer Zusammenhang mit dem seltenen altind. hung-z
Jcüngati ,er rauscht' (nur aus Bäna's Harshac. im 7. nachchr. Jahrh. nach-
gewiesen) aber wenig wahrscheinlich.
x&vo'q, siehe xovvo-g,
Tiövi-q ,Staub'; ,Asche'.
IL 9,385: ovo et fioi toaa dolr] oaa tpaf4a&6g %€ novig %s> IL 13,
392 -B 16, 486: xbIto xavva&elg,.. %6viog öedgayfjiivog .alfxaToßiaorjg.
11.23,764: wg ^Oövaehg d'iFev iyyv&ev, alrdg OTtia&ev txvta %in%en6'
deaai naqog tloviv diitpi^V^vai. — IL 18, 23 «s Od« 24, 316: api(po%iQjiat
dl xeQo\v ihxtv ytoviv ai&akoßeaaav xetato xax 7ieq)aXi]g. Od. 11, 191:
olX* ye }^e7^a jucv evdu o&t dfiuieg ivl ßoUtfij iv xdyt ayx'' nvqog,
Theokr. 24, 91: riQi dh avXki^aaa noviv nv^og dfiq>ifc6kwv vig gltparo.
Lat ciniS' ,Asche'; Plaut rud. 1257: deds qvaesdj ut qvidqvid in illo
vidulöstj 81 aurum ^ argentumst, omne id ut ftat cinis; Lucr. 4, 926:
cinere ut multä lotet obrutus ifftiis.
Zusammenhang mit xvrj ,8chaben, reiben' (IL 11,639: ircl d' aXyeiov
%vrj TvQov) darf wohl als wahrscheinlich bezeichnet werden. Suffixales
einfaches i trat schon in ayvQi-g ,Versammlung, Menge' (1, Seite 119) ent-
gegen. — In lat cinis- wird sich das erste i durch vocalische Assimi-
lation entwickelt haben, wie zum Beispiel auch in simili-s ,ähnlich' neben
ofiaUg ,gleichmässig, eben, glatt' (1, Seite 551).
Tcoviö' (xovlg) ,Lauseei, Nisse'.
Arist Thierk. 5, 6 : ylverat . . . Ix re tcüv q)&BLQwv oxsvofiivwv al xa-
lovfievai ycovldeg. 137: TtSv d* ivroficjv oaa aaQxog)dya fihv firj iariy
Cjj öi x^f^^^ aagnog ^cJai^g, olov o% %t q)&eiq€g Ttal al tpvkXai xal ^ogeig.
Ix fiiv %rjg dx^lag ndvza yevvf tag xalovfiivag xovlöagj &c dk tovtcov
%xeQOV ov&hv ylvBxai ndXiv.
Ags. hnitu'j nhd. Nisse.
lit glinda, zunächst wohl aus *gninda,
Buss., neuslov., bulg. gnida, mit abweichendem Anlaut (Miklos. Etym.
Wb. 68).
316 GriechiBche Etymologie.
Dunkler Herkunft. Die Formen der verwandten Sprachen lassen ein
älteres *y.vIÖ' erschliessen, ans dem wohl Y.ovi5- erst hervorgegangen, wie
eine ganz ähnliche Entwicklung zum Beispiel auch fiir xowta, eine stark
riechende Pflanze (siehe weiterhin), zu vermuthen ist — Die litauische
Form macht wahrscheinlich, dass auch lat lend- ,Lauseei' (Plin. 29, 1 1 1 :
lendes tolluntur adipe caninö) hieher gehört, einen alten anlautenden Gut-
tural einbüsste.
TcovtXri, Name eines Krautes ,spanischer KörbeP (scandix odoräta Linn.).
Nik. iher. 626 : ^^ gv y . . . Xmelv . . . TcavaxTeiov re yj)viki]Vy ijy re
aal ^HqmXeiov oQtyavov a(ji(p\g %7tovai. Diosk. 3, 29: oglyavog ^QcmkBU}-
TiüTj, ol öh xoviXrjv xaXovau 3, 49: xakovai di riveg navcmeg xai t^v
ayglav oqlyavov, ol öi xovlkrjv.
Dunkler Herkunft Die Suffixform ist ungewöhnlich, vergleicht sich
aber weiterhin mit der von ofiiko-g ,Ansammlung von Menschen, Ge-
tümmel^ (1, Seite 555).
xörv^a, eine stark riechende Pflanze ,Alant^
Hippokr. 2, 863: didovai de xal xaazoQiov nal xovv^av. Theophr.
Pflanz. 6, 2, 6: xovv^tjg dk to (aIv Sqqcv to dk ^^fjkv . . . ßagela ök 17 oa^ij
Tov aggevog, ^ di rtjg difjkelag ÖQifivriQa. Arist Thierk. 4, 96 : xal ol
ftoXvftodeg • . . %oig ötiAaatv aXloxovzai. %at 0% ye nolvTtodeg ovt(o piiv
TtQooixovtai wäre firj dnoonäad'ai aXX^ VTtofxiveiv tepivoiiBvou iav öi
Tig xovv^av Ttqoaeviyxj)^ aq>iäaiv ev&iüfg oüfjuafnevoi. Nik. ther. 875: rj
xal Xemo&Qtoio TtoXvxvoa q>vXXa xovvtrjg. Diosk. 3, 126: xorv^a . • . »;
/itiv Tig fiiXQa TuxXelrai, evwdeariga ovaa' ij dk fiel^cjv, VTteqixovaa T(p
&apLV(j) xa2 Toig g)vXXoig TtXfnvriqa xal ßaqvoaiwg.
Zur Beurtheilung des Wortes ist von Wichtigkeit, dass Pherekrates
(Bruchstück 167) die Nebenform otlowIiol gebraucht Theokrit dagegen
bietet zweimal (4, 25 : aiylrcvQog xal xvv^a xal evoidrjg fieXlzeia, und 7,
68 : xvoi^(f % ' aaq>odiX(p %e fcoXvyvafiTtrqf re aeXlvtp) die Form xvv^a^ die
für das selbe gehalten wird. So darf sie vielleicht für die ursprünglichere
gelten und das xow^a erst als aus ihr hervorgegangen, wie man auf
Grund der ihm entsprechenden Formen der verwandten Sprachen auch
für xoVtd- ,Nisse' (Seite 315) ein älteres *xy/d- vermuthen kann. Für eine
noch ältere Form aber wird man "^axvt^^a halten dürfen. Etymologischen
Zusammenhang wird man vermuthen dürfen mit -Avi^Bad-ai ,sich kratzen^
(Sophron 9 bei Ahrens), xvvblv ,schaben, leise klopfen' (Ar. Thesm. 481 :
hivvev . . . %riv ^Qav), xvvog- ,Erätze, Kopfgrind* (Hes. Bruchst 42, 1: xai
ydg aq>iv x€q>aXfjat xazd y.vvog aivov ex^vBv) und weiterhin auch mit
xvrid^Biv ,reiben, jucken* (Arist Thierk. 9, 14: öia xb Tcaglovra tov ovov
nvT^x^ead-at etg rag dxav&ag %d l'Axi/. Dazu xvrj&fio-g ,das Brennen,
Jucken* Nik. al. 251 ; 422), und also der Grund der Benennung in dem
von der Pflanze auf die Geruchsnerven geübten Reiz liegen.
xövvaQO'q ,Tanne* (jpinits dbies) oder ein ihr nahe stehender Baum.
Agathoki. (bei Athen. 14, 649, F): dveßXdajr^oev Ix tov aijfiaTog dtv
Griechische Etymologie. 317
dglov, 6 hielvog xovvaQOv i/covo^d^ovaiv. ioTi de t6 dsvöglov fisyed-ei
fikv TtreUrjQ xai 7r«5xijg ov&iv ri /lelov, mQe^ovag öe ^ei d-a^iag xai
doXixovg %al in* oUyov dxavd'wöeag.
xowieiv ,keimen^
Em seltenes Aeschyleisches Wort Schutzfl. 119 = 130: xaQßäv' avdav
€v, yä, novveig. 164 =» 174: novviS d' atav yafierag ovQavovixov, Hesych
erklärt: TUivveiv avvievai, iniataad'ai und %ovvovai' yivciaxovaiv.
Etymologisch dunkel.
xavvo-q ,zapfenartiger Ohrenschmuck'; ^Einnbart'.
Polyb. 10; 18, 6: xcrror yivtj aal na^ tjhxlav indatoig idcjQeito rd
ngiftovra, vaig fjtkv Ttaial xovovg (ob xovvovg zu lesen?) xal xpilia, —
Luk« Lexiph. 5 : xat ydg oi nrjrtlov, dkkd aiidq)iov ixeKdgfirjv wg av ov
ngo TtoXXov tov tcovvov xal njv %OQvq>alav a/rox€xojui}xcJg.
Dunkler Herkunft Ob etwa zusammenhängend mit v,uivo-g ,Kegel',
jZapfen' (siehe Seite 318).
-liovta bezeichnet die ,Zehn' in den Zahlen von dreissig bis neunzig.
IL 2, 516 "B 680 "» 733: rtiv dh TQLri%ov%a yXaq>VQal vißeg ia%i%6ov%o.
IL 2, 524: %ola* Sfia %BoaaQdyLov%a fzikatvai v^ßeg %7torto, IL 2, 509:
TcJy jwiy fcevTrixorta viFeg xlov. IL 2, 687 : tcJv ßoi dd€kq)€dg tjqx^} ßoßrjv
äyad'og Mevikccfog, Fe^7L0v%a vefcSv, Hdt 2, 86 : Xlvgtp Y^ixpav^eg fifxi-
gag ißdofÄTjyLOvra. Plat legg. 6, 755, A: onoa^ dv %ig nXiov vnegßdg iß-
dofiTjxovra ^ij, TL 2, 568 *=» 652 : toIol d^ afi ' oydwxovra fiikaivai vrjFeg
%7tov%o. Thuk. 5, 47, 9: Iv ^uigyBL ök tj ßovkfj aal ol oydoi^xovTa Ttal ol
dgtvvaif i^ogxovvrwv de ol oydoi^ycovra. IL 2, 602: tt^ d' ivevrpLOVxa
ykatpvgal vißeg la%i%6ovxo.
Lat -gintä; Com. Bmchst 45 (ed. Bibbeck S. 119): sentin senem esse
taetum trigintd minis? Plaut Epid. 296 : ad qvadrägintä fortasse eam
posse emi minumo minäs', Verg. Aen. 1, 703: qvinqvägintä intus famulae]
Mart 7, 9, 1: cum sexägintä numeret Cascdlvus annös] Caes. b. 6. 4, 12,
i: in eö proelio ex eqvitibus nostris interficiu/ntur qvattuor et septuLä-
gintä\ Plaut Most 906: nempe octögintä debentur huic minae? Cic. Cat
maj. 10, 34: atddire tS arhitror, Sdpio, hospes tutos avtti^ Masinissa qvae
faeiat hodie^ nanägintä nätus annds.
Altir. tricha ,dreissig' ; cethorcha, cöica^ sesca, sechtmoga, ochtmoga, nöcha.
Armen« ere-sim ,dreissig*; hharrasun ,vierzig'; yisun ,funfzig'; wathsun
,Bechzig'; evthanasun ,siebenzig'; uthsun ,achtzig'; innsun ,neunzig^
Altind. trinrgdt ,dreissig* (KV. 3, 9, 9; 6, 59,6); catvärin-gät ,vier2ig'
(KV. 1, 126, 4; 2, 18, 5): pancd-gät ,fünfzig' (RV. 2, 18, 5; 4, 16, 3).
Altostpers. thrigata ,dreissig'; cathwaregata ,vierzig'; pancägata ,fünfzig*.
Ruht auf dem selben Grunde wie der Schlusstheil von ei-y^oai, alt ßel-
-xofft ,zwanzig' (Seite 105). Sehr wahrscheinlich aber sind die Formen auf
'xona alte ungeschlechtige Pluralformen, die uralte Vocaldehnung (wie in
qvadrä-gintä, eigentlich ,yier ZeheneO im Lateinischen am Zähsten festhielten.
liovro-q ,Stange^, eigentlich der jStecher* oder ,Stös8er'.
318 Griechische Etymologie.
Od. 9, 487 : avTag lyu) x^^'Q^^^'^ Xaßtjv 7cegifii^x€a xoyrop maa nagi^
(nämlich ,da8 Schifft). Hdt 2, 136: xovx(^ yag v7to%vn%ov%Bq ig Xi^riv,
ö Ti TtQoaaxoLTO %ov TCTjXov T(p xovtipj TovTo cvXkiyovteQ TtXLvd-ovg €igv>-
aar. Eur. Alk. 254: ^wy x^q' ^^^ 7L0v%ifi Xagwv /a' ^<Jij xaJieL
Schliesst sich an y.evz- ^stechen' (Seite 312) ganz wie zum Beispiel
q>il6-a7tov8o-g jOpferspenden liebend' (Aesch. Ch. 292) an artivd-eiy
jOpfemd ausgiessen' (II. 11, 775; 16, 227).
x(h?dä-x (TLovöa^), etwa ,Pflockspieh
Rufin (in Antbol. 5, 61, 1): t/; iivavoßk€g>aQqf nal^wv xoväaxa OiklfCTtj],
Schliesst sich wohl unmittelbar an das Vorausgehende, mit beachtens-
werther, vielleicht dialektischer, Erweichung des Dentals. Das Suffix wie
in naoaäyL' ,Pflock* (Ar. Ach. 763), aTOfitpaTi-- ,Betrüger* (Ar. Wolken 1367),
q)iväyi' ,Betrüger' (Ar. Frösche 909), Ttkovräx- ,ein sehr reicher* (Eupol.
bei Athen. 6, 236, F) und sonst
xövöv, ein Trinkgefäss.
Pankrat^ (bei Athen. 11, 478, A): avTag o ye aTtslaag Ix %6v6vog ig-
yvq>ioio viy.Tag. Athenäos (11, 477, F) bezeichnet es ds ,7coTijgiovu4aia~
Tiytov^ und führt auch aus Nikomachos (Athen. 11, 478, A) die damit über-
einstimmenden Worte an ro dk xovdv ioTi (ilv Ilßgaixdv.
Offenbar ungriechisch.
TiövövXo'q ,6eschwulst' ; ,Knochengelenk' ; ,Faustschlag^
Hippokr. 3, 520 : iaO'Uxai ovrog (nämlich oäovg), fiaUata 6 ni^Ttxog.
Ltl fiioov iikv yiovdvkov elx^v. 3,528: 6 %axatog (nämlich oöovg) elxev
avwd-ev Tov ovkov ovo y,ovövi.ovg^ IVa fikv xora ßgwfjia, *iva di inl &a-
negov. — Arist Thierk. 1,58: 8(xy.%v)mv dk vo fiiv xafin%ixdv itovdvlog,
%b 8* ayLCL^TtJOV q)akay^, — Ar. Wesp. 254: el yij ^/* av^ig novöikoig
voud^erj^ae^^ rifxai^. 1503: aTCokd yag aivdy if^/iekelif xovdvXov, Friede
123: ??€t' iv wg<f v^oXligav fxeydkrjv xal y.6vdvkov oipov Itt' avTi}.
Der Suffixform geschah zuletzt unter yavdvko-g, me Art Kuchen
(Seite 308) Erwähnung. Eine nahzugehörige Bildung ist offenbar x6vdo-g
,homartige Hervorragung, Wirbelknochen* (Hesych: xovdoi' y^egalai.
QOTgciyakoi), das mit altind. Jcanda-s ,Wurzelknolle, Zwiebel' (Mbh.; Bhartr.)
übereinstimmt und von Fick (1 *, 28) sicher richtig auch mit lit handulas
,Kem' zusammengestellt wird.
xdyxo-s ,Muschel*; ,gekochte nicht durchgeriebene Linsen*.
Ar. Bruchst 34: yoyxoc fiveg y^OTgeta. Ariston. (bei Athen. 3, 87, A):
yoyxog ^v ßantiav akXtav oftolijg. — Athen, 4, 159, F: fiex^* wv fitjähv
Twv TtokvTekwv, dkka yav Trjv 7tokvd'gvkkrjTOV 'ixfjg (pax^v i} tov yakov-
pievov yoyxov. Timon (bei Athen. 4, 160, A): kBixfi 6k xai ava?Jj] kvi y6yx(fi
'Ekki^vcjv fi naaa 7tegioaoTgvq)r]Tog diKvg.
Altind. gankhd'S , Muschel*, als Blasinstrument ein Attribut Vishnus'
(Mbh.;Bhag.).
xibvo-q , Kegel*, ,kegelförmiger Kreisel*; ,Zapfen der Pinie, Fichte ff.*;
,Helmspitze*.
Griechische Etymologie. 319
Arist probl. 3, 9 : iWi yaQ nwvog, ov ij ßdaig nvakog. Theophr. verttg. 5 :
dioneQ avfjtßalvei na&ancQ iv %if avzt^ axiipBiv rijv yt€g)aX7jv ytal oa<p av
lAoTTCo xvxkoy fiäkXovj o^vtegog yäg 6 xvSvog. — Hesych erklärt: xdvov'
. . • xal ajqoßiXog und xwvoi' ol &vQaoL xal oxQoßtXou xai ol atgofi-
ßoi. — Theophr. Pflanz. 3, 9, 5 : i; dk nlxvg do^ai Ttjg nevxTjg dtaq>iQBiv
t(p XutaQixniQa re ilvai . • . }ht dh rov muvov ilatTw (pigeiv ymI necpQL-
Yj6%a fiäkXov Tiai %6 xagvov nixTfadiazBQov, Diosk. 1, 87: Tctvvtdeg öi
xaXovvrai 6 xagnog iwv nixiwv xal xfjg neixqg 6 evgiaxofAevog iv zoig
xiuvoig. Theokr. 5, 49: ßalkei dk xal a nitvg vipo^e xaiywg. — Dazu:
7t€Qi-%wvi€iv ^mit Pech (das aus den Zapfen der Fichten ff. ge-
wonnen wird) umstreichen, putzen^; Ar. Wespen 600 : tov onoyyov l%iav
Ix XTfi Xexdvijg tdfißaöi^ ruiüv TteQixwveL
Nächster Zusammenhang besteht wohl mit lat co-t- ,Wetzstein^ (Hör. a.
p. 304 : fungar vice cötisj acutum reddere qvae ferrum valetj exsors ipsa
secaiidi)j und als ursprüngliche Bedeutung lässt sich ,der Geschärfte, der
Gespitzte' muthmaassen. So wird altind. Qä ^schärfen, wetzen' (RV. 8, 15,
7: vdgram gi-^ä-ti dhishdnä ,den Donnerkeil wetzt Somadarbringung') die
verbale Grundlage bilden und das von ihm ausgegangene, ursprünglich
participielle, altind. gäna-s ,SchIeif stein' (Gramm.) entspricht wohl genau.
Es wurde sich also um das selbe Suffix handeln, wie es schon in v7cvo'g
,Sch]af (Seite 153) und sonst entgegentrat Wie weit nun etwa auch
noch lat cuneo-s ,Eeil' (Plaut Stich. 619) und altn. kein , Wetzstein' hieher
gehören können, verfolgen wir hier nicht weiter. Fick 1*, 425 führt das
letztere auf ein altes ^koini-s ,Schärfe, Spitze' zurück, mit dem er altost-
pers. faeni ,Spitze, Gipfel' identificirt
TCibviast» {xcivwxp) ,Mücke'.
Aesch. Ag. 892 : iv d' ovelgaai kerctaig inal xtavianog i^riyeigofiriv ^l-
fiaiai d'wvaaovTog. Hdt 2, 95: ngog ök toig xtivtaitag a^&ovovg iovzag
rdde oq>l ioxi fiefifjxovrjfiiva , . . ol ydg xwvwneg int Tcuy dvifjioiv ovx
olol tä elai itpov nitea&ai , . . ol dk xoivwjceg, tjv fikv iv Ifiatltfi ivet-
Xi^d^evog evdj] ij aivdovi^ did tovtwv ddxvovai, öia dk xov öixrvov ovdk
neigiovxai dgx^^v, Arist Thierk. 4, 71 : ix^i . . . h^ia olov yhavtav . . .
%ai ol x(jiviJ7t€g tovrqi xevTOvoiv.
Etymologisch dunkel.
xi&vBiO'V jgefleckter Schierling'; ,Schierlingstrank'.
Hipp. 3, 20: nvgiriad^u) xwvelov q>vkh)iaiv im nvg ircißdXXiav ivvia
^fiigag. Theophr. Pflanz. 9, 15, 8: xo ök xdveiov agiaxov Ttegl JSovaa xat
iv xoig tpvxgotdxoig xojioig. — Ar. Frösche 1051 : yevvalag xal yevvaiuv
dvdgtSv dXoxovg dvineiaag xtiveia nuiv. Plat Lys. 219, E: olov ei aia-
d'dvoixo avxov xtiveiov TcercwxoTa, aga negi noXXov noiolx* av olvov,
etneg xovxo r^yolxo xov vlov awaeiv]
Dunkler Herkunft Auch die Entwicklung ^der Suffixform mit dem
suffixalen Schlusstheil lo ist nicht deutlich.
xcvdxi]-$ ,Schwert'.
320 Griechische Etymologie.
Nur Soph. Brachst 958 : xivaTLrjg.
Wird nicht verschieden sein von dem gleichbedeutenden oxevoxij-g (1,
Seite 42), mit dem es im Etym. M. (514, 27) erklärt wird. Also un-
griechisch.
TcivdßQä ,Bocksgeruch'; ,6eruch des Schweisses unter den Achsehi^
Luc. bis accus. 10: dlg rj rgig %ov ^ovg dvwvteg irvike^afievoi iQayov
Evoqxiv ^voval fioi nolk'^g Trjg xivaßQag dfto^ovra. — PoU. 2, 77: ^ ö'
iv Tolg rgayoig dvaiadla, äaneQ tloI 17 iv %alg fiaaxdlaig, xivocßga na-
keltai.
Wird von Fick 1^, 387 zusammengestellt mit xerißgeio-g ,yon verrecktem
Vieh' (Seite 312). Dabei würde die verschiedene vocalische Färbung der
beiden Wörter noch weiterer Erläuterung bedürfen. Ob sie auf dialek-
tischer Verschiedenheit beruht?
Tiivaöoq- jThier', insbesondere ,Fuchs'; dann ,verschlagener Menscht
Soph. Aias 103: 17 %ovitl%Qi7c%ov xlvadog (Odysseus ist gemeint) l^^oi;
fi* OTtov; Ar. Wolken 448: roig %* av&Qtinoig slvai do^w . . . Ttvgßig,
TCQoraXov^ nlvadog, rgvfir^. Vögel 430: TtvxvoTccTov nlvadog, a6q>ia^a,
xvQfjia. — Hesych erklärt xlvadog' &rjQlov. 6g}ig. — Alte Erklärung zu
Theokr. 5, 25 lautet: ol ^ixeXiditai rijv alaineaa nLvadov (so!) TtQoaayo-
gevovaiv. Arrian. bist Ind. 8, 8 : irceX&ona avtov (d. L Herakles) näaav
y^v nal ^akaaaay nal %a&r^qawa 8 tl neg xomov xlvadog. Demokrit
bei Stob. flor. 44, 18: oxtaoTteQ negl xivadiwv ve xal eQTceriwv yeyQaq)a-
Tai, rdiv noXe(xiwv.
Dunklen Ursprungs. Ob man seiner Bildung nach etwa adog- ,Säi-
tigung, üeberdruss* (1, Seite 136) vergleichen kann?
mvdO'iaiiaX' ,da8 Rauschen'.
Nur Aesch. Prom. 124: %i 7to%^ av niva&iOfÄa nXvw niXag oltavcSv?
Führt zunächst auf ein Verbum *yLivad^l^€iv ,rauschen'; weiter vielleicht
auf ein Nomen *yiipa&i' oder ^xivad^o-, das sich seiner Bildung nach
etwa mit ufiad^o-g ,Sand' (1, Seite 220) und anderen neben ihm genannten
Wörtern auf ^o würde vergleichen lassen. Zusammenhang mit xivieiv
jbewegen' (siehe etwas weiterhin) ist ganz unwahrscheinlich.
xiväQä, Nebenform zu nwaga (siehe später).
Athenäos 2,70,A sagt: nivaga. Tavrtjv 2oq)oiikijg iv Kokxlai %vva-
qav xaXeL
xivieiv ,bewegen'.
IL 2, 147: (ig d' ore nivijaei Zig>vQog ßa&v XiqFtov ikd'iiy. IL 10, 158:
%6v Tcagarag aviyeiQe . . NiaxiaQ, ka^ nodl xivrjaag, IL 16, 264: vavg
(nämlich atpfxag) d ' eX neq naga rig re xidv av&Qianog odiTfjg xivr^aei
aßixwv. IL 17, 200: xivrjGag ^a xagt] ftgori Fov iivdifla^o ^[lov. Od.
8,298: ovii ri xivfjaai fiekiwv Mev ovd^ draßelgai. IL 2, 144: xin^dr}
(,bewegte sich') ö' ayogfi q>ri xvfjiaxa (laxga d'akdaairjg. — Dazu: dno-
xlvo-g ,das Entfliehen'; ein komischer Tanz; Ar. Bitter 20: akV evgi
%iv* dTtoxivov anb %ov dearcoTov (zu vergleichen Ar. Vögel 1011; irt-arco'
Griechische Etymologie. 321
y.iv€i r^g odov). — Athen. 14, 629, C: Tfjv d^ dTVomvov xakovfiivtjv oqx^~
oiv, fjg fivrjfiovevet Kgctrivog . . . vareQoy fioKTgiafiov ovoßaaav. Poll. 4,
101: ßctxtQiaafiog ik xal cnoxivog xal aTtooBiaig . . . daei^yfj eXdri oqxtJ"
aetav iv ttj r^g daqwog 7C€Qiq)0Q^,
Führt als abgeleitetes Verbum zunächst auf ein Nomen zuräck, und
zwar wahrscheinlich dasselbe ^xlvo-g ,Bewegung^ (?), wie es noch in dem
eben angeführten dno-xlvo-g ,das Entfliehen' enthalten ist Als Suffix lost
sich darin das selbe vo ab, wie es zuletzt noch in Tuuvo-g ,Eegel' (Seite
318) entgegentrat^ als Yerbalgrundform aber ergiebt sich x£- ,gehen' (Seite
222), aber mit der selben Causativbedeutung ,gehen machen, in Bewegung
setzen', wie sie zum Beispiel auch für das active *xt'yv-f4i (a. a. 0.), das
aus dem medialen xi-wox^ai ,sich bewegen' sich ergiebt, mit Sicherheit
angenommen werden konnte. Ganz genau stimmt in seiner Bildung qp^£-
vieiy ,schwinden, vergehen' {q>&ivt]aavr' Hipp. 3, 705; Plut mor. 117, C;
Luk. Paras. 57) überein, das von ^e^^e- ,schwinden, vergehen' {Mq>&iey IL
18, 446; ig>»ito II. 18, 100; Od. 4, 363; 8; 581) ausging.
xivibüteto-v ein wildes Thier.
Kall. Zeus 25: noXka di Kagviwvog ayci> öuqov tcbq l6v%og LXvovg ißcf
lomo xivoiftera. Nik. ther. 27 : hl ßrjoarjg ioxctrif}, o&i nlelara xivci-
neta ßoaxerac vkrjv. 195: fiOQq>ij d^ Ixvevtäo xivwnirov olov dfivdgijg
txTidog. 488: akXa ye [irjv aßkan%a xivcinerai ßoaxerai vltiv ••• ovg
ikonag Xlßvdg re nolvareq^iag re fivaygovg (pQd^ovrai,
Gehört wohl unmittelbar zu dem gleichbedeutenden xvcJtt- (Nik. ther.
499; 520; 751; Bruchst 74, 44), so dass sein erster Vocal sich in ganz
ähnlicher Weise entwickelte, wie es in Bezug auf das o von xoyv^cr, eine
stark riechende Pflanze (Seite 316), vermuthet wurde. — Die Suffixform
wie in iQTtero-v ,kriechendes Thier* (Eur. Andr. 269; Ar. Vögel 1069) und
6aK€%6'V ,beissendes Thier" (Ar. Vögel 1069; Theophr. 9, 19, 3), die aller-
dings anders betont sind.
xivatöo-g ,widematürlich unzüchtig'.
Plat Gorg. 494, £: 6 nov xivalöcjv ßlog^ ovrog ov deivog xal aiaxQog
xal ä&liogj Plut mor. l26, A: fitjdkv diatpigeiv ofcia&iv Tiva rj ^dfingo-
o&Bv elvai xlvaidov.
Ob möglicher Weise zusammenhängend mit xvid- ,8chaben, kratzen'
(Athen. 2, 51, B: avxopiOQa . . oltieq ol imxoiQioi knl ßqaxv xvlaavreg
aidrjglq) iciaiv im rov q>vTov) und weiterhin xvrjd'eiv ,reiben, jucken^
(Arist Thierk. 9, 14. Dazu xvrjafio-g ,Jucken, Kitzel' Hipp. 3, 549; Diphil.
bei Athen. 3, 90, A), so dass sich sein i ebenso entwickelt haben würde,
wie es für das Vorausgehende vermuthet wurde.
xi-rrfl^öc ,8ich bewegen', siehe unter xi- ,gehen' (Seite 222).
xcwQÖ-^ , jammernd'.
IL 17, 5: dfitpl d' ag^ avT(^ ßaiv^ äg vig negl nograxi firirrig ngwio-
Toxog xivvgij. Ap. Rh. 4, 603: dfAq>l de xovgai 'HkLadeg . . . fivgovTai xi-
rvgbv fiiXeai yoov.
Leo Meyer, Orieohisoke Etymologie. II. 21
322 Griechische Etymologie.
Das Suffix wie in ix^go-g ,8tark, fest* (1, Seite 383), oxvqo-q ,haltbar,
fest* (1, Seite 527), hyvgo-g ,heU tönend' ai. 5, 526; 11, 532; 13, 590), die
zu Grunde liegende . Yerbalform aber ist nicht deutlich. An Zusammen-
hang mit xavaxi^ ,6eräusch, Klang' (Seite 306) wird man kaum denken
dürfen.
xivvdßaQi-^ der eingetrocknete rothe Saft des Drachenblutbaums.
Theophr. Steine 58 : ylvevai dk xal xivraßagi ro fxkv av%oq>vhg %6 de
xat* kQyaalav, avToq>vhg fikv to nsQl'lßnjQlav axXrjQov aqfOÖQaxal Xi&tS-
deg, xal ro iv Kokxoig . . . to dk xa%* iQyaalay vTcig 'Eq)iaov fitxgov k^
ivog toTtov fiovov, eori ö ' Sfifiog ijv avkUyovai ka^TWQiCovaav xad^aTtSQ
6 TLOTCxog. — Dazu: xivvaßaQivo-g ,zinnoberroth'; Arist Thierk. 2, 28:
ixeivog (nämlich Etesias) yag to iv ^Lvdoig x^rjQlov, (^ ovofxa elvai fnagTi-
XOQCtVf TOVT* ^X€cy ^tt' aiJL(p6xBQa (pr^at TQiarolxovg Tovg oöovxag , . , %6 äh
XQiSf^ct TCivvaßaQivov.
Ungriechischen Ursprungs. Photios führt aus Diokles die Nebenform
TiyyaßaQi {jiayyaßaQi wird verschrieben sein) an. Etwas weiterhin bietet
er: tiyydßoQi xai xtvvaßaQi, %6 fiiv (xC%oq>vlg TtBQi ^IßrjQlav xal Kokxovg»
xivvünioiio-v ,2iimmt'.
Hdt3, 111: TO dk örj xivvafitjfAOv ^i tovtcjv ^cayfiaaroTegov avlli-
yovau oxov fikv yag ylvewai aal i]tig (jllv yfj 17 %Qi(povaa ioxi, ovx ^ovai
slTteiv • • . oQvi&ag dk iAyovai fieyalag q>OQieiv Tctvra tu xaQg>€a to ^fuig
itno OoixUoiv f^a^ovreg xiwdfiwfiov xaHofiev, tpoQieiv dk tag oQvi&ag
ig vaoaalag. Theophr. Pflanz. 9, 4, 2: ylverai f^kv ovv 6 Xlßavog xal ^
OfivQva xal 17 xaaia xal fti vo xivdfjiWfMOV iy rrj tvüv Idqaßtav X^QQ^^^i^V
ftegl t€ Saßd xal ItidQafivra xal Kitlßaiva Tcal Mafjtdki. — Daneben:
Die yerkfirzte Form xlvafio-v. Nik. fher. 947 : dfAq)l xal ayvov OTtiQ^
flava, ßaXaapLov xe xal iv xivdfiou) ßaXia&ai.
Ungriechisch und zwar aus dem Semitischen entnommen; hebräisch
(AMüller bei Bezz. 1, 276) r::sp (Mos. 2, 30, 23; Sprüche S. 7, 17; Hohel.
4, 14).
xlyxaXo-£j Name eines Fisches.
Numen, (bei Athen. 7 , 326 , A) : axovlag xiyxaXovg te xal akXojtir^v
TQQXOVQaV*
Gehört möglicher Weise zum Folgenden.
xiyxXo-q ,BachBteIze^
Ar. (bei Ad. n. a. 12, 9): 6aq>vv d* i§ oxqwv diaxlyxXiaov rpire xfyxXog
avdQog nqeaßixov. Arist Thierk. 8, 47 : negl fikv tag Xifivag xal toig
jtotaiAoig • . • xal axoiviXog xal xlyxXog xal jtvyagyog' ovtog fUytatog twv
iXattovwv toitmv' %ati yaq oaov xixXri* navteg d* ovtoi to ovgaiav tu-
vovoiv. Autokrat (bei AeL n.a. 12, 9): toiv laxloiv to /uv xatta to d'
av eig av(a i^aigovoa. ola xiyxXog aXXetai, AeLn.a.16,3: dtaaeiet
(nämlich xegxiwv) tov oggovy Zantg ovv xal 01 xlyxXoi.
Wird im nächsten Zusammenhang mit yuyxJU^eiv ,in wippende oder
schwankende Bewegung bringen' (siehe etwas weiterhin) stehen und mit
Griechische Etymologie. 323
ibm auf einer alten Reduplicationsbildung beruhen, als deren einfache
Grundlage man etwa *x€A- ,sich bewegen, sieh rasch bewegen' (in x^Ai^t-
^nnpferd'; Od. 5, 371; HdL 7, 86) wird ansehen dürfen.
xiyxXiö' (KiyTcllg) ,6itterthiir, Schranken^
Ar. Sitter 641: rtp jtQwynip x^ivwv t^v xtyxÄ/d' i^Qa^a, Wespen 124:
d* av€q}dvri xv€q)alog inl rfj xiyxUöi. 775: oväelg a' anoKkelaeL ^«a-
fio^irrig rjj xiyiiXldi. Plut Oaes. 68 : Tip piiv vexQip TteQiawQevaavreg i^
ayoQag ßa&ga xal myxXlöag aal rgani^ag vq>fixpav avrov xal xarixavaav.
Wurde als offenbar mit lat cancro- (in der Mehrzahl; Paul, ex Test:
cancri dicibantur ab antiqviSj qvt ntme per deminütiönem cancellf) und
cancelli ,6itter, Schranken' (Varro r. r. 3, 5, 4; Ov. am. 3, 2, 64) in Zusam-
menhang stehend und vielleicht auf einer alten Beduplicationsbildung be-
ruhend schon unter TidxaXo-v jMauer* (Seite 231) aufgeführt
xiyxXi^siv (aus *xtyxXid-J€iv) ,in wippende oder schwankende Bewegung
bringen'.
Theogn. 303 : ov XQ^ niyxXl^eiv aya&ov ßlov, dXX* aTQ€f4l^eiv. Ar. (bei
Ael. n. a. 12, 9): oo(pvv d* i^ axQwv äia-'AlyyLXiaov riite xlyxXog.
Steht ohne Zweifel in nächstem Zusammenhang mit TclyxXo-g ^Bachstelze'
(Seite 322).
xivöo-g^ vermuthlich Name einer wohlriechenden Pflanze.
Mnesimach. (bei Athen. 9, 403, D) : oofi'q aefuvrj fxvxt^Qa Sovel . . . Xlvdov,
xlvöov, Tua&ov, fllVx^OV.
Dunkler Herkunft.
x^rdwo-s ,6efahr'.
Theogn. 557 : xlvövvog toi inl ^vqov %OTaTat dxfiijg, 585 : naalv toi
xivdwog i/t* egyf^aaiVj ovdi Tig oldev jcfj oxijoeiy fiiXXei, ngijyfMaTog
agxof^iyov. Pind. Ol. 1, 81 : 6 (xiyag dk xlvdvvog avahiiv ov qxlÜTa Xafi-
ßavei. Ol. 5, 16: alel d' afiq)' ageraiai Ttovog öandva t€ fiagvorai itgog
iqyov xivdvv(p xexaXvfiiAivov. Pyth. 4, 71 : Tlg 6h xlvövvog xQaTegoig
addfiavTog örjaev aXoig; 4,207: lg db xlvdvvov ßa&vv lifievoi. Aesch.
Sieben 1028: iyd aq>e &d\p(a xdva xlvövvov ßaXdS ^dipaa* ddeX(p6v tov
ifiov. Ch. 2i70 : ovtoi Ttgodtiaei ^o^iov fieyaa&evrjg XQV^f^^S xeXeiwv TovSe
xlvdvvov Ttegäv. — Eine Nebenform xlvdvv- wird aus Sappho (Bruchst
161) und Alkäos (Bruchst 138) angeführt
Zu altind. Jchid- ,niederdrücken, belästigen, ermüden' mit der activen
Form hhiddti oder Jchinddü ,er drückt nieder, belästigt* (RV. 8, 66, 3 : säm
id tän vjirahä' aJchidat Tchdi aräh iva hhdidajä ,sie drückte der Vritra-
tödter zusammen, wie Speichen in die Badbüchse mit dem Hammer*) und
der medialen Jchidjaim oder Jchinttäi ,er fühlt sich gedrückt, empfindet
Qual, verspürt Ermüdung' (Mbh.; Bhatt) ; — Particip hhinnd- (aus ^Tchtd-nd)
,niedergedrückt, ermüdet' (Mbh.; Manu.).
Die Suffixform Ivo ist eine seltenere, trat aber schon entgegen in og-
xvvo-, ein grosser Seefisch (1, Seite 569), mit der Nebenform ogxvv.
xacv-av ,t6dten', siehe unter xav- (Seite 305).
21*
324 Griechische Etymologie.
Tcaivö-q fieuK
Aesch. Oh. 659 : Ttgog ovaneQ ^xoi xal q>iqut naivovg loyovg. Eoin. 406 :
xaivfjv d' OQwaa Ti^vd* ofiillav x^ovbg zaqßdi fikv ovdiv, Soph. Phil. 52:
äXX^ fjv ti xaivov wv tvqIv oix axi^xoag nkvjjg. Kön. Oed. 916: ovd^ onoV
cvriQ ivvovg za xaiva rolg ndkai Texf^al^erai. Oed. EoL 379: ngoakafji-
ßaveiXTJdog ze xaivov. 722: tl d' HaziVj ta jtal, xaiyov^ 1543: iyci yag
Tjyefiwv ogxpv av nitpaofiai xaivog. Trach. 613: tpavelv &eoig dvriJQa
xaivtp xaivov h TtBTthuficctL. 1165: (pavä d* iyw zovtoiai avfißaivovx^
Xaa fiarsBla xaivoj zolg nakai ^rrjyoQa.
Etymologisch noch nicht aufgeklärt. Als nächstvergleichbare Form kann
man alvo-g ^furchtbar, grässlich' (Seite 98) bezeichnen.
xai''Wö9'ai ,übertreffen^ Ein vereinzeltes actives xaivvzw ,er besiege^ wird
von Hesych (xaivvzo)' vixaria) angeführt
Ist nur in sehr wenigen Formen belegt Od. 3, 282 : Oqovtiv . . ., og
bcalwjo q>vX* cvd'Qvinuiv v^fa nvßeQvfjaai. Od. 8, 127: zfj (nämlich Tra-
kaiOfioavvj]) d* avr^ EvffiaXog dn-eKaLvvzo navzag dqlaxovg. Od. 8, 219 :
olFog drj fie OtXoxTi^g are-&ialwto zo^fp. He& Schild. 4: tj ^a ywai-
Tuav g>vXov kxalwzo dTjXvzefdwv ßelöet ze fzeyi^ei ze. Ap. Bh. 1, 138:
NavnXiov, og tibqI navzag hialwzo vavziXlfjaiv. 2^ 785: a&Xevwv Ti-
zlfjv oLTt-eaaLvvzo Ttvypiaxiovza xagzegov.
Scheint seiner Bedeutung nach die präsentischen Formen zu xad- ^ch
auszeichnen, übertreffen' (Seite 271) zu bilden, dass es aber wirklich dazu
gehöre und, wie öfter vermuthet worden ist, aus *Kaö'Vva&ai hervorge-
gangen sei, kann durchaus nicht als wahrscheinlich bezeichnet werden.
Ob möglicher Weise Zusammenhang besteht mit altind. gish- ,übrig lassen:
gindshti ,er lässt übrig* (TBr.), passivisch fiskidtai ,er bleibt übrig* ( AV.) ;
vi-gishr ,unterscheiden, durch besondere Attribute näher bezeichnen*, ,aus-
zeichnen, höher stellen' (Mbh.) ; vi-gishta- ,durch besondere Attribute unter-
schieden, hervorragend, ausgezeichnet ; gaishor ,das üebrige* (Mbh.; Man.),
dass dann also ein altes *%ala'vva&ai zu Grunde läge?
xecvd-s ,leer* (IL 3, 376; 4, 181; 11, 160), siehe unter xcyco-g (Seite 311).
nBlvo-q ,jener*; äolisch x^yo-^ (Sappho 2, 1; 12,2; 13,1; 51,3; 111;
Alkaös 86; Theokr. 28, 24), dorisch zijvo-g (Theokr. 1, 1; 4, 11; 23; 36;
120; 126).
IL 1, 266: xägziozoi d^ nelvoc Intx&ovliav zQaq>€v dvdqwv. IL 2, 330:
%eivog züg äyoqeve. IL 3, 291 : nelvog o ye iv -S'aXafxtfi xal divanolai
XixBOOLV, Find« OL 1, 101: ifik dl azefpavdHaai neivov InTtltfi vofifp Alo-
Xrjtdi fioXnq XQV' Aesch. Sieben 1063: xelvog d' 6 zaXag ayoog ... elai,
liegt neben helvo-g (1, Seite 345), wie x£t ,dort' (Seite 225) neben Ixei
(1 , Seite 345) und ähnlich noch andere zugehörige Formen. Das unter-
scheidende anlautende I ist dabei noch nicht verständlich, aber auch noch
anderes bedarf hier eingehenderer Erklärung.
xoiv&'g ,gemeinsam'.
Hes. Werke 723 : firidk noXv^üvov daizdg dvOftifiq^BXog elvag Ix notvov.
Griechische Etymologie. 325
Pind. Pyth. 4, 222: ytaralvrjadv re noivöv yafiov ykvxvv iv akXcXoiai fil^ai.
Nem. 1, 32: xoival yag %Qxoyf^ Iknldeg noXvfcovuv arÖQuiv, Nem. 4, 12:
di^aiTo d^ AionLidav fjvTtvgyov edog, dixtf ^evaQxilC xoivov q>iyyog.
OL 7, 92: firj KLQvmB xoivoy anigfi* and KaXXidvaxzog. Aesch. Prom. 613:
Ol xoivov uiq>iXriiia &vrirolaiv (pavelg. 1092: cn ndvrwv al^g tcoivov
q>aog elXiaatav. Emn. 89: ov d', avtadeixpov alfjta %ai xoivoi natQog.
Pers. 160: lnavta . . . to Jaqelov %b xd^dv xoivov evvari^Qiov, Hdt 8, 58:
aTCixofievog dh ^q>7j i&ileiv ol xoivov ri ng^yfia av/ifil^ai. — Dazu:
xoivo)v6-g ,Theilnehmer'; Aesch. Schutzfl. 343: etneg / an* d^rjg
nQayfidrwv xoivtavog r]v, Ag. 1352: xdyio toiovtov yvcificnog xoivwvog
aiv ifniq)iCp(jLal vi dgäv. Soph. Trach. 730: Toiavva d' av li^eiev ovx o
Tov xaxov yiotvwvog.
Etymologisch noch nnaüfgeklärt Nächst vergleichbare Formen sind
(poivo-g jdunkelroth', ,tödtlich* (IL 16, 159; Paul. Silent m Anth. 6, 57, 2; —
Hom. hymn. Ap. 362; Nik. al. 187; ther. 146; 675) und oho-g ,Einer' auf
dem Würfel (Seite 134). — Mit xoivwv6-g vergleicht sich seiner Suffixbil-
dong nach oluivo-g ^grosser Baubvogel, Weissagevogel^ (Seite 125).
xwdifäy ein domiger Strauch; daneben die Form xivago-g (Soph. Bruchst
651 : 'Avvagog a'/.av&a rcdvra nkrj-d'vei yvr]v).
Soph. Bruchst 323: xvvdqa.. Kallim. (bei Athen. 2, 70, B): tcbqI rfiv
^YQxavltjv d'dXaaoav xaleofiivrjy ovgea vxfrriXd xa\ öaaia vXrjaiv, knl dk
tolGLv ovQeaiv axav&a xvvdga. Skylax (oder Polemon bei Athen. 2, 70, C) :
iv Ö€ Toig ovQBüt 7tiq>vxe xvvdga xal ßotdvrj dXXri.
Etwaiger Zusammenhang mit xiov- ,Hund^ (Seite 230), nach dem zum
Beispiel auch die xyroa-ßaTo-g (,Hundes-Domstrauch' ^ , Hagebutten-
strauch' (Theokr. 5, 92; Theophr. Pflanz. 3, 18, 4) benannt wurde, ist wegen
der Nebenform xivagä (S. 320) durchaus unwahrscheinlich. Wenn nicht
möglicher Weise Entlehnung aus ungriechischem Gebiet Statt fand, würde
sich dem Suffix nach xi&dgä ,Zither' (Seite 287) vergleichen lassen.
xwisiv (aus *xva-vi€tv\ ,küssen', siehe unter xva- (Seite 296).
xwei^ ,Eopfbedeckung für Männer', insbesondere ,Helm'.
IL 3, 336 ■-» 15, 480: xgavl J* Itt' i(pd'lfA(p xvvhjv ivrvxrov f-^rpcev iW-
TtovQiv. IL 5,743 — 11,41: xqatl d* in' afÄq>lq>aXov xvviriv ^iro tc-
%Qaq>dXriQOv %qvaelriv, ixatov noXlwv nQvXieaa* dgagvlav. 11.10,257:
dfiq>i 8i Fol xvyhjv xeq>aXrjq>iv S&rjxev TavQelrjv, a(paX6v %e xal aXXoq)Ov,
rj ve TtaralTV^ xixXrjrai, ^verat dh xdqri d'aXeqäv al^rjwv. IL 10, 335:
fiaaaro . . . xqotI d' ^ni xiidir^v xvviriy, IL 16, 793: rov d* dno (ikv
XQatog xvvhjv ßdXe Oolßog l/dnoXXwV 17 dk xvXivdo^ivrj xavax;f]v ^e
noGOiv vq)^ Ynnayy (xiXwnig tgvtpdXeia. IL 17, 294: nXfi^' avroax^ölrjv
xvvhig dia xahLonaQ^ßov. H. 3, 316 ■=» 23, 861 : xXriQovg d* h xvviifi
XahtriQBl ndXXov kXovteg. Od. 22, 102: xvviriv ndyxoihMVy InX xqtnd-
tpoia* agaQvlav av%6g t' äfKfißaXev^ai. IL 5, 845: td^vTj Svv* ''Aßidog
xvviriv. Od. 24, 231 : vneg&ev alyeiriv xvviriv x€q>aXfj ^£. Soph. Oed.
EoL314: xgarl d' fiXioaxenrig xvvrj ngoauna OeaaaXlg vvv dpin^ei.
326 Griechische Etymologie.
Hdt 7, 77 : MMai . . . elxov . . . Ttegl dk %ijoi xefpal^ai Ix dcq)S'eQiwv
TteTtOLTjfiiyag xvviag.
Da die xvvit], wenn auch mehrfach ans Leder (ravQeiriv 1110,258;
ßgivov 7toißf]Trjv II. 10, 262; xndiriv IL 10, 335; alyelriv Od. 24, 231), BD
doch an keiner einzigen Stelle aus ,Httndsfell' ist, dazu aber sehr oft auch
aus Metall {jtayxcilxov Od. 22, 102; x^J^geJC H. 3, 316; 23, 861; xpvcje/i;^
IL 5, 744), so kann die alte Erklärung aus xvVeo-g "» ycvveio-g ,yom Hunde
(xvoy- Seite 230) stammend^ (ILO, 373: ovd^ av ifiol ye Terkalr} xvveog
ft€Q* kwv elg (u7ta Ftiio&ai. Ar. Wesp. 231 : l^ag xvveiog. Ar. Bitter 1399:
Ta YvvBia ,HundefleischO, wonach also die xvviri zunächst eine ,Eopf-
bedeckung aus HundsfelP sein soll, in keiner Weise befriedigen. Ob nicht
irgendwie die Bedeutung des ,Bedeckens' den Ausgangspunct bildete?
x-örcojr- (xvvtaip), ,Name einer Pflanze'.
Theophr. 7, 7, 3 : ^ dk ßlaOTtjaig xal tovtwv xal %div aklwv xäv fikv
Sfia %olg TtgciToig veroi^ iaxi fiew^ lafjfieQlav olov artanrjg aal xov xt;-
vtanog.
Könnte seinem Aeussem nach zusammengesetzt sein aus xvov- ,Hund'
(Seite 230) und an- ,Gresicht' (1, Seite 643), also ebenso wie xw-dSna (IL
1, 159) oder das weiblichgeschlechtige xw-tSTtid- (IL 3, 180; 18, 396; Od.
4, 145) ,das Gresicht oder Auge eines Hundes habend' bedeuten. Ob es
aber wirklich so gedacht ist?
x'6vovQo-v , Klippe'.
Nur Lykophr. 99 : Fv&alov Ttlmagy h alai TCQog xvvovga xafutvkovg
axaaag nevxtjg odovxag (d. L , Anker'). — Daneben die Form xvvovglä,
die von Hesych (xvvovgla' onov fiera xBifitavog xvfxa ixßaXkei) aufge-
führt wird.
Enthält als ersten Theil wohl xiov- ,Hund' (S. 230). Ob im Schlusstheil
ovQTJ ,Schwanz' (S. 212) steckt, so dass die Klippen in einem eigenthfim-
lichen Vergleich als ,mit Hundeschwänzen versehen' bezeichnet wären?
TCÖvöaXo'q jPflock'; daneben die Form xvvdaXo-v (Pollux 9, 120: xvvdala
yag Tovg rcatraXovg wvoixaCpv).
KomikerbruchstQck (bei Pollux 10, 188): xvvdalovg dk ix^tta ^vyov ?xa-
OTov. Pollux erklärt vor dieser seiner Anführung : latiov oti xal xvvda-
kovg Tovg ijXovg ovofia^ovaiv (nämlich ol xwfitpdoC),
Ob etwa Zusammenhang besteht mit xovöäx- ,Pflockspiel'? Das Suffix
wie in aarQayaJiO'g ,Wirbelknochen, Würfelbein, Sprungbein' (1, Seite 180).
7caiyvo-q (Arkad. 64, 6 betont xavvo-g und so führt auch Hesych auf: xot-
vög . . . xliJQog . . .) ,Loos'.
Kratin. Brachst 194: dno noxigov xbv xavvov aQi&fir^aeig ; Ar. Brachst
660: noaog %a^^ 6 xaivog]
Dunkeln ürsprangs. Vergleichbare Bildungen sind xo«Jyo-s ,locker, auf-
gedunsen' (Ar. Vögel 819; Plat Polit 282, E), ßavvo-g ,Feuerheerd, Ofen'
(Etym. M. 192, 14: ßaüvo-g' ^ xiixLvog), ykawo-g ,ein Gewand' (PolL 7, 48:
ykawog dk elöog %trcJyog).
Griechische Etymologie. 327
Die anlautende Consonantenverbindung %v,
xva^- :xva7tT€iv (aus *7Lvag>J€iv) , Wolle aufkratzen, zerrend Begegnet nur
in wenigen präsentischen Formen.
Xenokiat (bei Diog. L. 4, 2, 10): naq* ifioi yoQ noKog oi icvaTtzerai,
SopL Aias 1031 : ''Ektwq . . . ^(üot^qi TCQiad'eig ItztcixcSv 1$ dvrvyaiv I-
xvdftrer^ aUv. Plat Staat 10, 616, A: ivtav^a örj ayd^€^ . . . vov de l^g-
diaiov xo2 aXXovg • . . elhcov ftagd t^v bdov kxtog ifc* aOTtakdd-wv
TtvanrovTeg. — Dazu : xvdq^o-g ,Wollkamm, stachliges Marterwerkzeug' ;
Hdt 1, 92: Toy ccv&qcdtcov %ov avrirtQriaaovTa iTtl xvdg>ov ühctov dii(pd-eiQB,
Hesych erklärt: xvdq>ot' Snaavd'ai, alg TcvaTtTetai rd Ifidria, — xva-
(pei-g ,Wollkratzer, Walker'; Hdt 4, 14: ItiQi^oritjv ydg Uyovai.,., kaek-
d-ovra lg 7:vaq>rjiov iv nQOxovvrjGfif oTtod'avelv, aal tbv nvaqfia xata-
xlrjlaavra v6 igyaarrJQiov otxBG&ai. Ar. Ekkl. 415: fjv ydg Tcagi^iaOL
Toig deofxivoig ol xvaqiijg x^alvag.
Unmittelbar zugehöriges in den verwandten Sprachen ist noch nicht
nachgewiesen. Vermuthen lasst sich weiterhin Zusammenhang mit kvt]'
'schaben, kratzen' (siehe Seite 328) und mit altind. Jcshan- : Jcshanduti ,er
verletzt, verwundef (Qat Br. ; Ragh.).
KviiOQo-q (Theophr. Pflanz. 1, 104) oder auch Kvicago-v (Theophr. Pflanz.
6, 1, 4; Diosk. 4, 170), eine Nesselart
Theophr. Pflanz. 6, 2, 2: dvo dh el'dij xal rov nvetigov 6 (xkv ydg Xev-
xbg 6 5h fiikag. ^x^i de 6 fikv Xevxög ro fillov öegfiaTcSdeg, Ttgofirjxsg,
ofiOioüxrjfjLOv rgoftov nvd rjj iXdq, 6 ök (liXag olov ij f4vgUfj aagxiüöeg'
inlyBiog ih fidkkov 6 kevxog.
Schliesst sich ohne Zweifel eng. an xvrj- ,kratzen, reiben, schaben'
(siehe Seite 328) , dass es also wohl zunächst ,Jucken verursachend' be-
deutete, wie zum Beispiel das nahzugehörige xvrjaidv (Ar. Ekkl. 919;
Plat Oorg. 494, E) die Bedeutung ,nach Beiben oder Eratzen verlangen,
Jucken empfinden' hat Was aber die Suffixform anbetrifft, so darf man
vielleicht vermuthen, dass sich die Vocale eu ebenso entwickelten, wie zum
Beispiel im Genetiv ßaaikiwg ,des Königs' (Aesch. Pers. 58 ; 151) neben
homerischem ßaaikf/og (IL 1, 340; 410), dass also ein altes ^xvriFogo-g
zu Grunde lag, das sich seinem Suffix nach mit nlago- (Hippokr. 1, 402
und 403; aus altem Tclßago-) — altind. pt-varä- ,fett* (Mbh.) würde ver-
gleichen lassen.
Ttvi^aq- ,Dunkelheif .
IL 1, 475: rjfiog ö' i]Fikiog xatidv xal kjti xvicpag rjk&ev* IL 24, 351:
drj ydg xal irtl xviq>ag ijkv&e yaiav, Aesch. Pers. 357: tag el fÄskalvijg
vvTfTog i^erai xvitpag. — Dazu: yvotpo-g , Verfinsterung' (siehe be-
sonders).
Die übliche Zusammenstellung mit lat crepusculo-m ,Dämmerung' (Plaut
Cas. 40) und altmd. Tcshap- ,Finstemiss, Nacht' (RV. 1,64,8; 1,79,6;
1, 116, 4) bietet zu grosse lautliche Schwierigkeiten, um für wahrschein-
328 Griechische Etymologie.
lieh gelten zu können. — Des Suffixes ag geschah zuletzt unter 'KTigag-
jBesitzthum' (Seite 263) Erwähnung.
xvig>aXXo''V , Polster, gepolstertes Lager'; lesbisch yv6(paXlo-v (siehe
später).
Eur. Bruchst 676 : ax^dov xafJLtivri av/Afiergog Kogiv&lag Ttatdog, xve-
(pakkov d' ov% vTCBqTelveig noda. Ai. Bruchst 19: ix, tov dtofiarlov ye
vipy q)iQB xviipaXXov af^a xal TtqoaxeqiaXaiov %(3v XivcSv. Theopomp, (bei
PoU. 10, 42): wvBlto diQfxa dnriQog . . . ^atfjag oXov xvetpaXXwv (hier also
^Füllung des Polsters*) iaalev. Plat kom. Bruchst 97 : ijaneg xvBq>aXXwv
rj TtrlXtav aeaayfiivog.
Gehört wohl unmittelbar zu xyag)- 'Wolle aufkratzen' (Seite 327), so
dass zunächst nur ,aufgekratzte Wolle' damit bezeichnet sein wird. — Die
selbe Suffixform findet sich in fihaXXo-v ,Erzgrube, Bergwerk' (Hdt 4, 185;
5, 17; 6, 47; Thuk. 1, 100; 2, 55).
Tcvöo'q siehe unter xvveiv (Seite 334).
xi?ij- ixvijv (Hdt 7, 239, wo gewiss nicht xvav zu lesen ist) ,reiben, kratzen,
schaben', mit präsentischen Formen wie int'xvd (Ar. Vögel 1582; aus
*xv)2w, *xvri;(jj)j im-xvf^g (Ar. Vögel 1586; aus *-xyi}fitg, *Kvi^-jeig), xv^
(Plut mor. 61, E; aus xva-Bi, für *xv'q€i)y medial xvf^a^aL (Plat Gorg. 494,
C), xvcizai (Plut Pomp. 48), xvcifievo-g (Plut Gorg. 494, C; Arist Thierk.
9,38), aoristischen wie xv^ (11.11,639, wo Naucks Aenderung in xvie
sich kaum empfehlen dürfte) und i^-ixvr^ae (Hdt 7, 239) und anderen.
IL 11, 639: iftl d' aXyeiov xvrj tvqov xvriaiixaXxeLjj, Hdt 7,239: öbX-
tlov öItvtuxov Xaßwv tov xi]q6v avrov i^-ixvr]a€ und tov xtjqov xvijv xe-
Xevovaa. Ar. Vögel 533 : iTti-xvwaiv tvqov, UXaiov, alXq>iov. Xen. mem.
1, 2, 30: XfyeTai tov JSwxQccTriv . . • bItcbIv^ oti vlxbv avTtp öoTColrj nda-
XBiv 6 KgiTlag, kTti&vfiwv Ev^dijfKp nqoO'Xvfia&at (,sich reiben*) (Sotcbq
Ta vtdia Tolg Xl&oig. Luk. salt 2: xadifjaai to ofioiov TtBrtov&dg TOig
Ta (OTa 7tTBQ(p xviDfiivoig. — Dazu: xvt^&biv , kratzen, Jucken ver-
ursachen, reizen' (siehe besonders).
Dazu goth. hnasqvu-s jweich^'j Mth. 11, 8: mannan hnasqvjaim vastjdm
gavasidana {,(iaXaxolg i^arioig '^fiq>iBa^ivov^); — dazu nhd. naschen,
ahd. nascm (aus ^hnascdn).
Bei Fick (1^, 391) wird als alte Grundlage Jchan ,graben, ausgraben'
(KV. 4, 50, 3: tubhjam khätas avatä's ,dir sind Brunnen gegraben'; RV. 10,
145, 1: imäm khanämi äushadhim , diese Pflanze grabe ich aus') an-
genommen, das doch in der Bedeutung etwas abweicht
Tcvrinö-^ ,gelblich, grau'; dorisch xväxo-g (Theokr. 7, 16; Agath. in Anth. 6,
32, 4).
Theokr. 7, 16: Ix (ikv yag Xaaloio daovTQixog bIxb Tqayoio xvaxov öigfi^
cuf^oiüi, Agath. (in Anth. 6, 32, 4): Tlavl • . . xvaxov v7trivi^T<f tovö* avi-
&rjXB TQayov. Babr. 113, 2: xvrjxov . . . Xvxov. — Dazu: xvrjxo-g ,FSrbe-
distel, Safflor'; Arist Thierk. 5, 92: avTat (d. l ipvxal Schmetterlinge')
di axXrjQov (nämlich tIxtovoi), ofioiov xvtjxov anigfiaTu Theophr. Pflanz.
Griechische Etymologie. 329
i »
6,1,3: a:»,ayoqy rj^yyiov, xvrjxog* Tccvra yag xai ra TOtovra Inl tcSv
q>vkXwv ^€1 T^v axavd-av öi o xal qfvXXawxvd-a xakelvai. 6, 4, 5 : ziJQ
xv^xov 8^ eiolv (nämlich diag}ogal)' r fiiv yag dygla ^ d' ijfiegog. —
xyax- ,weisse Milch'; Hesych führt auf xva^' yala Xevxov.
Kek (1*, 391 J vennuthet Zugehörigkeit zu altind. Mncand-m ,Gold'
(Man.; Mbh.; kdncana- auch ,golden' Man.; BÄm.) und vergleicht in Bezug
auf seine lautliche Entwicklung ^varo-g ,8terblich' (Find. Ol. 1, 30; 6,
50; 13, 31) neben altind. dhväntd- ,dunkel' (ßN. 10, 73, 2 und 11; 10, 113,
7). Es würde bei der Zusammenstellung aber auch noch anderes zu er-
wägen sein.
xi?ij*-ccv ,reiben, kratzen, Jucken verursachen, reizen'; medial xvi^&sa&ai
,sich reiben, sich kratzen, Jucken empfinden'.
Straten (in Anth. 12, 238,8): elg yag ctfioißijv, wg liyerai, xvij&eiv
oldev ovog rov ovov. Ar. Bitter 771: xoTa-xvria&elrjv (,ich möge zerrieben
werdenO iv fiVTTO)T(p fiera tvqov. Nik. ther. 944 : xara-xvi^d^eiv %e x^f^V
Irjv %7t7tBiov Xeix^va, Dichter bei PluL mor. 462, E: xal yag xoTtgov . . .
Tcaig ä' av veoyvbg xbiqi Ttgoa-xvrj&oiv vitf xXlvai nakaiCTOv navtog
eifiagiaregov. — Arist Thierk. 9, 14: dia xb nagiovra rov ovov xvfi&so-
&ai eig vag dxav&ag za ükxf], Timoth. 2, 4, 3: xarc rag Idlag inid^"
filag icnrrolg iTtiatogevoovaiv diöaaxaXovg xvT}d-6fi€voi Tfjv axoT^v. —
Dazu: xvrjaro-g ,gerieben'; Athen. 3, 111, D: xvrjaTog agxog noibg naga
"Iwaiy IdgtBfiLdvjgog 6 *Eq>iai6g (priaiv. — xyriaxt-g ,Schabmesser'; ,das
Jucken, Beiz'; IL 11, 640: knl S* aXyeiov xvij xvgov xvt^gxi x^^^^Tl' —
Opp. Fischf. 2, 427: airixa ol xvf^arig fiiv iTti x^ot' ^eg/iov ^gev^og
tpoiviaaei.
Ging von xvr^- ,reiben, kratzen, schaben' (Seite 328) aus, wie nXti&eiv
,voll sein' (IL 5, 87; 11, 492; 18, 484) von ttAij- ,füllen' {TtXrixo ,es wurde
erfüDf IL 17, 499; 18, 50; 21, 16), ngj^&eiv ,anzünden' {Ivircgrj^ov ,sie
zündeten an' IL 9, 589) von ngrj- ,anzünden, verbrennen' {nlii-ngri-ai. ,er
verbrennf Eur. Tro. 893; Arist Thierk. 3, 107), vri^eiv ,spinnen' (Plat
politic. 289, C) von rij- ,spinnen' {vrj-^ivT' ,gesponnen' PlaL polit 282, E).
— Das Suffix von xvijaTi-g wie in xiari-g ,Hamblase' (Seite 297).
xvrinö-g ,Bergwald'.
IL 2, 820 : Zd(pgodlTrj, ^Idrjg h xvrjfiolai d'ea ßgor(p eivrj'^eiaa, IL 21,
449: ßovg ßovxoXieaxeg ^'lörjg iv xvrifioloi fCoXvTtrvxov vXtjßiaarig. Od. 4,
337 : (ig d^ bnoxe . . . %Xaq)og • . . xvrifiovg k^egirjoi xal ayxea Ttonjßevra
ßoaxofiivTj. Hom. hymn. Ap. 283: Yxeo d' ig Kglai^v vnb nagvtjobv viq>6~
ßevxa, xvfifibv Tcgbg 1^i(pvgov rexgafifiivoVj avrag vneg&BV Ttixgr^ int'
xgi/naxai, xotXrj d* vnodidgofXB ß^aoa^ rgrjx€la. Ap. Bh. 3, 851: xaTaara-
^avTog MgaKs aietov wfirjaricj xvtjf^oig ivi Kavxaaloiaiv alfiardevr^ IxfSgct
Ilgofirjd'fjog. Orph. Arg. 640: afiipl dk xvr]fÄbg *Agyctv^ov xaxitpaivBj ßa-
dvcxoTceXot T€ xoXwvai,
Fick 1^, 389 vergleicht sehr ansprechend ndd. Hamm ,Bergwald' (mnd.
ham ist ,eingefriedigtes Stück Land'), das mir aber nicht bekannt ist
330 Griechische Etymologie.
Dann würde die anlautende Consonantenverbindung sich ebenso entwickelt
haben, wie es schon bei xvijxo-g ,gelblich, grau' (Seite 328) vermuthet
wurde. Die öfter angenommene Zugehörigkeit zum Folgenden ist un-
erwiesen. — Als Suffix löst sich deutlich fio ab, wie es zum Beispiel
auch in dem allerdings anders betonten olfio-g ,Weg, Bahn' (Seite 136)
entgegentrat
Tcvi^liri ^Unterschenkel , Bein vom Knie bis zum Fuss'; darnach auch
,Pflanzenstengel zwischen zwei Knoten'; ,Badspeiche' ; , Seitenholz am
Wagenkorb, Runge*.
II. 4, 147: fiiav&ev aifiari fiTjQol €vq>vi€S xv^fxai re ßidk atpvqa xaA'
vTtivBQ^ev. IL 17, 386: yovfava %e xvrjfiai ze Tcodeg &' vniveQd'B ße-
xaoxov • . . naXaaaero. II. 21, 591: xal ^' ^ßalev xn^firjv hno yovßarog.
Od. 8, 135: g)vi^v ye likv ov xaxog iaziv, ftrjgovg tb xvrniag re, —
Theophr. Pflanz. 9, 13, 4: (Ttevraqfvkkov) • . . xavlavg dh inl y^v Yrioi kert-
Tovg xai xvi^fiag ^ei. — Pollux 1, 144: i^ ^« cctplg xal adnQa xakeHai,
al dk ivriQfioafiivai avTJj ^aßdoi xv^fiai. Dazu 6Kra'XvrifiO''g ,acht-
speichig'; 11.5,723: df4(p^ oxieaat ^ofcSg ßake xa/iTtika xvxka, %ailx£a
oxToxyijfia. — Hesych führt auf: xvfjf^ai' tu diegeidovra ^ka ttjv xoivi^
xiöa %ov rgoxov. — Dazu: xvrnitd- (xvrjfilg) ,Bein8chiene, Gamasche' ;
IL 3, 330 = 11, 17: xvr^fjildag fikv nQwta negi xvi^fjijjaiv £&rixev xakag,
aqyvQioiaiv imaqyvQloia agagvlag. Od. 24, 229: itegl di xrqiArjOv ßo-
ßelag xvrnudag gamag didero. —
Ahd. hamma (aus *han-ma), mhd. hamme ,Hinterschenkel, Kniekehle'
(nach Fick 1^ 389).
Die Entwicklung der consonantischen Verbindung xy- war also eine
eben solche, wie sie schon unter xvr^^o-g (Seite 329) zur Sprache kam.
Das Suffix wie in ftvi^^rj ,(jfedächtniss' (Theogn. 798; 1114; Aesch. Prom.
461), q>^ftr} »Ausspruch', ,6erüchf (Od. 2, 35; 20,100; 105; Hes. Werke
763), oXfit] ,Gresang' (Seite 137) und sonst — Mit xvij/titd- vergleichen
sich Bildungen wie axptd' ,Grammasche', ,Radfelge', ,6ewölbe' (1, Seite 80)
und andere schon neben letzterem genannte.
xvibjt' {xviixp), ein wildes Thier.
Mehrere Male bei Nikander: ther. 499: x^Q^ ^^"^^ xvdiTteg ^akeg^v
ßoaxovzai av* vkriv, 520 : val firjv xal zglatpvkkov ofta^eo xyottfßlv agto-
yr\y. 751: fivg^^xeiov . . • akyea dh ngotigoiaiv taa xvcineaai Tceka^ei.
Bruchst 74, 44: aßgwrov xcideiav oqigqc xvciTteatfc q>vka^rj.
Dunkler Herkunft; doch wurde schon unter dem gleichbedeutenden
xivciftero-v (Seite 321) Zusammenhang mit diesem yermuthet Vielleicht
besteht ein solcher auch mit xvcjnev-g ,Bär' (Hesych: xvw/cevg' agxxog,
%vioi xvovnevg). Dem Aeusseren nach l£sst sich cS/r- ,Gresichf (1, Seite 643)
vergleichen.
xviböäx' {xvvjöa^ ,Zapfen, Achse'.
Orph. BruchsL 2, 26: xal ag>alg7]g xlvrifi^ dfi<pi x^^^^ ^S ftsgirikkei
xvxkoregi^g, h taqf re xara acpitegov xviadaxa. Sext Emp. adv. Phys. 2,
Griechische Etymologe. 331
93: al yag Tcegi roig xvwda^i elXovfJLBvat aq>aiQai . . . yLtveUat. fiiVf iv
(p di Moti TOftft) xiveirai.
Hängt wohl mit den beiden folgenden Wörtern zusammen. Dem Suffix
nach vergleichen sich ogTtrjy.- ,Zweig, Stengel* (1, Seite 569).
xviböaXo'V ^schädliches gefährliches Thier'.
Od. 17, 317: oi fikv yaq %l q>vyeax€ ßad-elr^g ßiv&eaiv vlr^g y,vtidakov,
ort dloLTO (nämlich xvcov). Hes. th. 582: rij (nämlich aveqxivi]) d^ ivl
daidaka noXka rerevxorOy d^av^ia Fidiad'aij yLV(üdaV oa^ rjrteiQog nokXa
TQi<p€L ^dk d-aXaaoa. Find. Nem. 1,50: Sfivvev (Herakles) vßgiv xvcuda-
Xwv (d. L d^axovTCoy). Pyth. 10,36: yeX^ <J* bqwv vßgiv OQ^lav xvwda-
X(üv (Esel sind gemeint). Aesch. Prom. 462 : it^^a ngvjxog iv ^vyolai
xviidaXa ^€vyXaiai öovXevovra awfiaalv re. Schutzfl. 264: ^mg . . .
X&ova Ti]vö* iüxa&algei xvwddXiov ßgoToq>^6gu)v. Eum. 644: tu Ttano"
fiiarj xvtidaXa (Erinnyen).
Das Suffix wie in ^onaXo-v, alt FgonaXo-v ,Enittel, Keule' (II. 11, 559;
561; Od. 9, 319), nixalo-v ,Blatf (IL 2, 312; Od. 19, 520), aavöaXo-v
,holzeme Sohle, Sandale' (Hom. hymn. Herm. 79; 83; 139), xgifißaXo-v
yElapper' (Dikäarch bei Athen. 14, 636, C) und sonst — Was aber die zu
Grunde liegende Yerbalform anbetrifft, so findet sie Fick 1^, 378 und
wohl mit Becht in lit Jcdndu ,ich beisse' und in altind. Jchäd- ,essen, ver-
zehren, vernichten' (Man.; Mbh,; — RV. 1, 158, 4: jdd . . . JchäHati Jcshäm
,wenn er den Erdboden verzehrt*. Dazu amitra-ihädd' , Feinde ver-
schlingend' RV. 10, 152, 1 von Indras). Dann würde also die Anlauts-
gruppe xy- sich entwickelt haben wie zum Beispiel