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IJanööucO 




HeranigegebeD 



Dr. JuUu* PetahoUt, 

BibltMhtkiT II. KK. RH. der PrlDicn Jobion nod Alben HH. ta Sichien, SccraUir 

ilir mlurwiiienBchifllicheD Giiellicbirt zii Draiden, Nilglicd des Kaoigl, Pbilolog. 

!>ioiiiin and der griecbiicheo Gesellichin in Leiptig, EhreucarreipoDdenl der 

Kl jierl. Affen ll. Bibliolbek in Sl. PeUrtbnrg. 



WX T UthitnfUrUl T»Mi. 



Halle, 

Draek uDd Verlag tod H. W. Schioidi. 
1893. 



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Ihr. Königl. Hoheiten 

dem Prinzen Johann 

Herzog zo Sachsen 
nnd 

dem Prinzen Albert 

Herzog za Sachsed. 



mis gev^icht mir bei, VerdfllsQUicIiiiog' aieinet Haodknebet 
DeaUcbeip Rihlioiheken » desaeii Pe#irbei4ttiig ich f e^ mmAe SttinAs 
und, ich bann e$ QboQ Uebertrait^upg sagen, $o Buwdie Fmiidil 
meines Leben« willig aium Opfer g}»bpadbibabe» au keiner geriogea 
Geaagihauiig imd Sbce, Kw. K(ipigl. Hoheiten mein Werk vtritßM 
zu dürfen t «nd 4^i> dankbaren nnd aqfriAhtjg ergdtent« Stents; 
öffentlich aussprechen zu können , von welchem Werthe mir meine 
Stellung als Prinzlicher Bibliothekar, wie überhaupt für alle meine 
Arbeiten, 99 auch, und insbesondere für die Bearbeitung dieses 
Handbuches gewesen ist. Unter anderen Terhältnissen wfirde icb, 
wenn auch mit gleich gpCem Willen und gleichem Eifer, doch 



Wobt Das nicht babeo kisten können , was mir jötst vergönnt ist, 
Ew. Königl. Hoheiten als Zeichen meiner HuMigung und des herz* 
liebsten Daniies für die mir so Tielfach zu Theil gewordenen 
Beweise des freundlichsten und gnädigsten WoblwoUens in dem 
HanAraehe darzubringen. Möge es Ew. Königl. Hoheit gefallen» auch 
ferner mir und meinen Arbeiten huldvoll gesinnt zu bleiben. 



Fallit« Vetalioldt. 



Torwopt. 

Anstalt einer Yierteu Ausgabe meines Adressbuches Deutscher 
Bibliotheken *), dessen Titel ohnehin dem Inhalte nicht mehr entsprach, 
fibergebe ich dem Publikum in dem Handbuche Deutscher Bibliotheken 
ein Werkchen, welches nicht nur Alles, was das Adressbuch Brauch- 
bares -enthielt, wieder in sich aufgenommen hat, sondern in dem auch 
viele neue und ausführliche historische Materialien, und was sonst zur 
genaneren Kenntniss der Organisation der Bibliotheken zu wissen von 
loteresse ist, hinzugefügt worden sind. Ich habe mir in dieser Be- 
ziehung alle Mühe gegeben, aus den* mir zugSnglichen gedruckten 
Quellen und meinen seit Jahren schon angelegten Sammlungen sowohl 
als den, freilich nur wenigen und leider zum Theile sehr spSrlichen, 
baodschriftlichen Mitlheilungen , die mir in Folge öffentlicher nicht 
aar besonders gedruckter, sondern auch in meinem Anzeiger fQr 
^bliographie und Bibliothekwissenschaft J. 1852. Nr. 441 wiederholter 
iiUe und Aufforderung ?om Mai 1 852 von Seiten einiger Bibliotheken 
Qod Bibliothekskundigen zugegangen sind , das Zweckdienliche mit 
Sorgfalt auszuwählen, so dass ich hoffen darf, den Erwartungen billig- 
denkender Leser zu genügen, zumal aller derjenigen Leser, welche 
die Mühen einer solchen Arbeit, wie das Handbuch ist, und alle die 



*) Die erst« Aasgabe ist bei Wallher in Dresden 1844 in 1^, die zweite 
bei Adler ft Dietze in Dresden 1845 in 12* nnd die dritte in dem nlmlichen 
Verlage 184S in 19P encbieneB» 



▼in 

Uinderoisse, die bei der Ausfuhrang eines solchen llDlernehmens ent- 
gegenlrelen, und trotz aller Hingebung und Beharrlichkeit nicht immer 
überwunden werden können, aus eigener Erfahrung richtig zu würdi- 
gen wissen. Ich empfehle das Handbuch der billigen und freundlichen 
Nachsicht der Leser auf das Angelegentlichste, und bitte Jeden, der 
zur Berichtigung und Vervollständigung meines Werkchens Etwas bei- 
zutragen im Stande ist, dringend, dies jticht unterlassen zu wollen* 
Ich werde jeden Beitrag, in welcher Form er auch sei und wenn 
auch, wie dies einige Male der Fall gewesen ist, mit anzüglichen 
Bemerkungen begleitet (die meinen guten Willen und meinen Eifer 
nie schwächen werden), immer mit aufrichtigem Danke annehmen, 
und zur weiteren Volleudung des Buches gewissenhaft benutzen. 

Was die Grenzen des Handbuches anlangt, so erstreckt sich das- 
selbe, wie schon früher das Adressbuch, auf ÖfTentliche, Corporations- 
und einige grössere, der ölTeaLlichen Benutzung mehr oder minder zu- 
gängliche Piivalbibliotlieken in den gesammten Deutschen Bundes- 
Staaten (mit Eiuschluss der ganzen Preussischen und Oesterreichischen 
Monarchie und mit alleiniger Ausnahme des Lombardisch- Venetianischen 
Königreichs), sowie in der Schweiz. Man wird vielleicht eine soUhe 
Begrenzung, mit Rücksicht auf die ausserdeulschen preussischen und 
österreichischen Länderlheile und einen Theil der Schweiz, etwas zu 
weit finden; es schien mir aber, dass hier, wo enie scharfe Ab- 
grenzung kaum thunlich ist, das etwas Zuweit immerhin besser sei 
als das Zuenge, und dass es dem Leser des Handbuches nicht unlieb 
sein werde, darin ein paar Notizen mehr als zu wenig zu finden. 

Hinsiclillich des Inhaltes des Handbuches glaube ich mich im 
Wesenlliclien mit der Wiederholung Dessen, was ich darüber in der 
oben erwähnten öflenllichen. Bitte und Aufforderung gesagt habe, hier 
begnügen zu können. Darnach sollte das Handbuch, mindestens ia 
Belreir der gröifserqn und wichtigeren Bibijolheken, und soweit es 
mir die dazu erforderlichen Unterlagen ge&tatlea w^rÜQD,. F^I^qimI^v 



«o(liill«Q — was ich auch <hei etwaigen Beriehlrgungen xmk allen 
kMif^n Nach- iiod BeilrSgen freun^lidist t\i lieaoliten bilte -^ 

1) Ben jetzt und, wo dies einer mdglicften Verwechslung w(!gen zu 
Bnvahneo nftlbig schiene , vorhef gcliräuchliclien ofizSelien Kamen 
der Bibliothek; den Ort ihrer Aufstellung in der froheren und 
gegenwärtigen Zeit; ein paar Grundrisse bemerkenswerlher BiMio- 
tbeken. 

2) Die Namen und Titel der sfSndigen Vorsteher nnd oberen Be- 
aikJlen der Bil^idlhek; die Zahl und Function der nur auf Zeit 
gewählten IBibliothekare und aller sonstigen Unlerbeamten der- 
selben. 

3) Die Zeit der Gründung der Bibliothek, ^ie Veranlassnfig dazu 
and den Natnen des Stitters. . 

4) Die Vermehrung der Bibliothek dorch grössere BAchereompleM, 
besonders ganze Sammlungen; die Zeit ihrer Einverleibung; 
grössere Geldlegate; aronslige denkwQrdige £reigni^e, nameniitch 
grüssere Verluste der BFbliotheli. 

^) Den Umfang, und Bestand der Bibliothek; die Zahl der Bande 
von fland- Und Druckschriften, sowie ^et sonst noch bei der 
Biblioihek vorhandenen Sammtungen ron Münzen, Rupfe rslicben, 
Karlen il. s. W.; ihre vorzilgücheren ßeslandtheile. — Die Angabe 
der hauptsSchlii-hsien Prachtstücke, die früher auch mit -in mei- 
Bern Plane lag, habe ich aus dem Gninde weggelassen, weit mir 
darüber zu nngleiehmässige uhd zum Theile doch gar zu dQrftige 
Materialien zu Gebote ge^itelit waren, und mtm onehin w^er 
alles Erfvarlen zu beileulendem Umfange atigewachseffes Werk- 
eben kaum mehr Platz daiu' bot. 

6) Den Plan der Aufslellung der Bibliothek; den' Bestand der Ka- 
talege: wissenschafilidjer, alphabetischer und Slandkataloge. 

7) Die Gtpfdmitiet zur Vermehrung, soWie zur ßefriödiigang der übri- 
gen BedDrfnisse der B^lbliothekJ 



8) Das RegnlttiT der Bibliolbek: den Kreis der m BenaUvog der 
Bibliothek sowohl innerhalb« als sum Leihen von BAchem auch 
ausserhalb des Lokales zulSssigen Personen, die BedinguBgen der 
Beniiuung, die Oeffnnngsseit und Ferien der Bibliothek; ihre 
Revision. 

9) Die jährliche Durchschnittszahl der Leser und verliehenen BQcher 
der Bibliothek. 

10) Das Verseichniss der simmtlichen selbststlndig erschienenen 

die Bibliothek betreffenden gedruckten Schriften, Kataloge, u. s. w., 

wozu ich ausserdem noch den Nachweis der im Intelligensblatte 

des Serapeums mitgetheilten Bibliolheksstatuten und Regulative 

hinzugefügt habe. 

Ich bin Überall nach Kriften bemüht gewesen, Über alle diese 

Gegenstände hinsichtlich der vorzüglicheren Bibliotheken im Uandbuche 

die erforderliche Auskunft zu geben, und wenn mir dies auch nicht 

fiberall gelungen ist, so liegt die Schuld davon nicht etwa an meiner 

Lässigkeit, sondern an meinen unzulänglichen Unterlagen. 

Was zuletzt die Quellen betrifft, aus denen ich meine Mit- 
theilungen im Handbuche entnommen habe, so sind dies, ausser den 
von mir seit Jahren schon angelegten Sammlungen, wie bereits be- 
merkt, theils gedruckte, theils handschriftliche, die man mir von Seiten 
einiger Bibliotheken und Bibliothekskaudigen auf Anlass meiner öffent- 
lichen Bitte und Aufforderung eingesendet hat. Ohne den Vorwurf 
lilterarischer Freibeuterei und die Verdächtigung zu fürchten, als wolle 
ich mich mit fremden Federn schmücken (was durchaus nicht zu meiner 
Liebhaberei gehörl), weil ich die von mir, wie sich von selbst ver- 
sieht, gebrauchten und an einigen Orten selbst wörtlich benutztopi 
gedruckten Quellen namentlich aufzuzählen hier unterlasse, habe ich 
ich es für ausreichend gebalten, diejenigen Bibliotheken, Über welche 
mir keine handschriftliche Mitlheilungen eingesendet worden sind» 
durch ein im Teile vorgesetztes Sternchen vor den übrigen, über die 



XI 

mir solcha MiUhciloBgeii Yorgdegen haben» aanazeichnen und kennt« 
lieh ta machen y damit darnach die Leser nicht nur das Maass der 
mir SQ Theil gewordenen Uaterstülzung zu bestimmen wissen , son- 
dern aach, indem ich hier die Namen der Herren beifttge« welche mich 
mit schriftlichen Beilrigen zum Ilaudbuche erfreut haben , annähernd 
tu beurtheilen im Stande sind , was und wem sie .'mit mir fQr die 
hiQ Ilandbuche gewahrte Unterstatzung zu danken haben» Unter die- 
sen Herren nenne ich vur Allen: Bibliothekar Dr. Stenglein in Bam« 
berg, Oberbibliothekar v. Steiger in Bern, Ministerial • Secretair Dr. 
Hering und Oberst Tdrmer in Dresden, Bibliothekar Pfarrer Dr. Irmischer 
ia Erlangen, Dr. F. L. Hoffmann in Hamburg, Professor Wiener in 
Uasanne, Kertbeny in Ofen, Bibliothekar Dr.Klüpfel in Tübingen, 
Domanialkanzleirath Freiherr Dr. v. LölTelholz , Vorstand des Arcbives 
und der Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen in Wallerstein, 
Bibliothekar Dr. FArslemann in Wernigerode Und Oberbibliothekar Dr. 
Raland in Wdrzburg. Ihnen gebührt fflr die zuvorkommende GQte 
QQd Gefälligkeit, womit sie Alles, was fQr mein Handbuch von Interesse 
jciiien, mir zur VerfUgung gestellt haben, mein wärmster Dank. 
Nichsldem, und ausser den dem Namen nach mir unbekannlen Gorre* 
spondenten der königliclieu Bibliothek in Berlin, der herzoglichen Bi- 
liliothek in Gotha, der Xogenbibliothek in Hamburg und der Univer« 
siUtsbibliolhek in Krakau, nenne ich als freundliche Beförderer meiner 
Arbeit noch folgende Herren: Hofbibliothekar Speyer in Arolsen, 
Oofbibliothekar Dh Merkel in Aschaffenimrg , Oberlehrer Dr. Keber in 
Aschersleben, Stadtbibliothekar Dr. Mezger in Augsburg, Bibliothekar 
I^rofessor Dr. Gerlacb in Basel , Bibliothekscustos Dr. Koner in Berlin, 
Hofrath Dr. Brinckmeier in Braunschweig, Justizcauzleirath Preuss in 
I)elmold, Sudtbibliothekar Professor Merz in Elbing, Gymnasiallehrer 
^r* Brause und Professor Gätzschmann in Freiberg, Prorector Dr. Sause 
iB Guben, BibliotbeksecreUir Dr. Knauth in Halle, Bibliothekar Dr. Ölten 
vnd Bibliothekar Dr. Schrader in Hamburg, Subconreetor Dr.Grodefend 



lEtT 

^ in flahnover^ Professar Dr. Mdbiüs , Stkdiliibliothekar Dr, (CaiimaiiD und 
P. Trdoiel in Leipzig» Director Dr» Vdger in Lüneburg, S4adliiblio* 
ibeliar Dr. KCilb in Uafnz> Bibii^thclwr Dr. Beclwiein in llciningen» 
Bibliolhektidirector ilofratli t. LichteaUialer und ßibiioUiekscu&tos Wied- 
mann in Mil»di«n, Bibliothekar Dr« Merzdorf in Oldenburg, Bibiio*> 
thekar Dr.Skyba in QlauU, GyinMsialdireclor Professor Ridiief in 
■Quedlinburg . und OberbiblioLbekdr Oberstudienrtlh Dr. Sliiin in StntU 
•garU Auch ihnen gebührt mein frcundUclier Dank, wie nicht minder 
den Herren Buchhändlern, welche sich der Äuslheilung und Verbrei* 
tuDg meiner ölTenllichen Bitte und Aurforderiing und der Einsammlung 
.und Einsendung der darauf eifigegangenen Beiträge mit anerkennens- 
werlber BereitwiUigkeil unterzogen haben. 

Dresden den IS. Juli 1853. 



J^ullas Wtzholdt. 



Aaehen* 

^Classeii'sche Privalbibliothek, von dem Besitzer Propst 
^t, Classea dem Publikum täglich 9 — l Uhr zur Benulzung geöffnet. 

^Bibliothek der Gesellschaft für nützliche Gewerbe 
uod Wissenschaften, täglich 9 — 6 Uhr der Benutzung zugAngliob. 

^Stadtbibliothek hesitzt aber 10,000 Bünde, und ist Diens- 

^1) Donnerstags und Sonnabends 10 — 12 Uhr zur Benutzung ge- 
öffnet. 

Aarau« 

^Bibliothek der medicinischen Lese-Gesellschaft 
besitzt Ober 3000 Bände. 

^Bibliothek der naturforschenden Gesellschaft be- 
sitzt gegen 2000 Bande. 

VerzeicIiBiss d. gegenwärtig im Archive d. allg. Schweiz. Gesellschaft f. d. 
lesammten Naiorwissenscharien beOndl. Bücher u. Bildnisse. Aar. 1886 8. 

^Bibliothek des Kantons Aargau ist 1S04 entstanden, 
^vo der Kanton die von der helvetischen Centralregierung angekaufte, 
Meotljcji an Mss. reiche Bibliothek des Generals B. F. A. J. Dom. de 
^^ C/iallllon V. Zurlauben aus Zug für 19,072 Schw. Fr. übernahm, 
iiod dadurch zur Kantonsbibliothek den Grund legte. Später kamen, 
wenn auch nur Iheilweise, die Bibliotheken der Kapuzinerkloster zu 
^'ufenburg und Rheinfelden und des Klösterchens Sion bei Klingnau, 
sowie die des Benedictinerklosters zu Muri (10>00Q Bde. u. 64 Mss.) 
^od des Cislercienserklosters zu Wetüngen hinzu, ausserdem auch ein 
Tiieil der Privatbibliothek des Professurs Suter von Bern und die 
^mhvolle historische Mss.- und Büchersammlung Zschokke's des 
Ws, deren Ankauf für 1000 Schw. Fr. 1S47 vom Grossen Rathe 
geoehmigi wurde« In Folge dieses Zuwachses und der regelmässigen 
jaiirlichen Bücherankäufe^ die bei einer Jahreseinnahme von c. 33 — 3400 
^chw. Fr. (1848 sogar 3750, incl. 1600 Jahresbeitrag des SUates) 
flieht unbedeutend sind, sieht sich die Bibliothek gegenwärtig im Be- 
sitze von 60,000 Bänden und 1200 Mss., die zwar zur Zeit noch in 
^ von einander getrennten Ahtheilungen, der Zurlauben'schen, Laufen- 
^^ger, Rheinfeldner, Sion'schen, Muri'schen, Wettingen'schen, Suter'- 
>chen und Zschokke'schen, aufgestellt sind, bald... aber zu einem Gan- 
^^ vereinigt werden sollen. Vieles Bedeuteade und Seltene über 
schweizerische und französische Spezialgeschichle ist darunter enthalten. 



2 Äarau, 

Behufs der Verwaltung der Bibliothek, die sich im Grossrathsgebäude 
befindet (wo auch die seither in Privatlokalen untergebrachten Biblio- 
theken der medicinischen Lese- Gesellschaft und- der naturforschenden 
Gesellschaft, sowie die theologische Bibliothek ihr Unterkommen finden 
werden, oder bereits aufgestellt sind, ohne dass sie jedoch desshalb 
aufhören, Privateigenlhum der betrefTenden Gesellschaften zu bleiben), 
sind vom Kleinen Rathe folgende Bestimmungen getrofTen. Die Ober- 
aufsicht Aber die Bibliothek in ihrer Erhaltung, Vermehrung, Admi- 
nistration und inneren Einrichtung ist einer Bibliothekcommission nut 
sechsjähriger Amtsdauer fibertragen, die aus dem jeweiligen Präsi- 
denten des Kantonsschulrathes und vier vom Kleinen Rathe aus seiner 
Mitte gewählten und alle drei Jahre zur Bälfle zu erneuernden Mit- 
gliedern besteht. Die spezielle Verwaltung der Bibliothek besorgt ein 
Bibliothekar mit ebenfalls sechsjähriger Amtsdauer und SOO Schw« Fr. 
jährlichem Gehalte (d. Z. Professor Dr. H. Kurz), der zugleich als 
mitberathender Secrelair der Bibliothekcommission fungirl, und dem 
ein Gehilfe mit zweijähriger Amtsdauer und 200 Schw. Fr. Jahrgehalt, 
sowie ein Abwart beigegeben sind. Die Bibliothekcommission ver- 
sammelt sich regelmässig alle zwei Monate, ausserdem so oft als es 
der Präsident für nöthig erachtet* Einer der vorzuglicheren Gegen- 
stände ihrer Berathungen ist die Vermehrung der Bibliothek, in Betreff 
deren es als Regel gilt, dass keine Bücher, die keinen oder nur vor- 
fibergehenden Werth haben, auch keine, die sich speziell auf die so- 
genannten Fachwissenschaften beziehen, angekauft werden sollen. 
Demgemäss werden bei den Anschaffungen, mit Ausschluss aller theo- 
logischen, juristischen und medicinischen Schriften von nicht allge- 
meinem oder historischem Interesse, wie auch aller sogenannten bel- 
letristischen Werke, insoweit sie nicht klassischen oder historischen 
Werth haben, hauptsächlich folgende Zweige ins Auge zu fassen sein : 
1) Bibliographie und Litteraturgeschichte, 2) Geschichte, insbesondere 
der Schweiz, nebst Denkwürdigkeiten und Biographien, 3) Geographie, 
hiBbst Beisebeschrefbun^en und Statistik, 4) Gesetzgebung, Staatswissen- 
sehalten, Politik und Nationalökonomie, 5) Philosophie und Pädagogik, 
6) Schöne Lilteratur der modernen Völker, 7) Naturgeschichte, nebst 
Physik und Chemie, 8) Philologie, nebst Hilfswissenschaften, 9) Sam- 
melwerke, Encyklopädien u. s.w., 10) aus den Facultätswisstenschafien 
nur Bibliothekswerke, d. h. solche, welche nicht allgemein angeschafft 
werden können. lieber die gesammten Bücher sollen zwei Kataloge^ 
nämlich ein allgemeiner in alphabetischer Ordnung und ein wissen« 
schaftlich geordneter, vorhanden sein.. Was die Benutzung der Biblio« 
thek anlangt, so steht dieselbe mit Ausnahme des Monats Hai, -^^^ 
die Revision stattzufinden hat, stets Montags, Mittwochs und Soim< 
abends 1--^S Uhr im Sommer und 1 — 4 Uhr im Winter offen. M^i^ 



ÄaraUf Ädmi^, 4tTß^» AUenburg. S 

Benutenog im Lesezjmoier »t uneotgelUich, anpserlialb dßs (^pk^^s 
gegen ErlegiiDg eine» jllirlichen Lesegeldes von 4 Schw.Fr. jedem 
AnTg9^eT (Minderjährigen oder Unbekannten nur gegen Revers oder 
Bürgschaft Anderer) nnd den nicht im Kanlon Ansässigen dureh Ve^- 
mittelung von Aarganern gestattet. Die Zahl solcher Ahonoenlen be- 
trug in den 40er Jahren jährlich zwischen 40 und 50, die der fibri- 
gen Leser das Doppelte und die der verliehenen Bücher üurchschniU- 
lich 1 500 Bände. Handschriften, kostbare und seltene Werke können 
iwar auch ausgeliehen werden, jedoch nur gegen eine haare von der 
Bibliothekcommission zu bestimmende Hinterlage. 

Calatogi libror. Biblioth. Avoviensis. S. I. Ar. 1776. 8 

Katalog der Aargau. Kanloosbibliothek. Aar* 1806. 8. Mit Fortsetz. 1807. 

Katalog der Aargan. Kantoosbibliothek. Aar. (Bd. II.) 1825. 8. Mit Fort- 
set7. 1827, 30» 83, 85, 37, 40, 43. (Dem Reglement zufolge muss alte drei Jahre 
ein Supplement gedruckt werden.) 

Reglement Ab. Verwaltung u. Benutzung der Kantons-Bibliothek vom 18. Mai 
1845. Abgedruckt im Serap. 1846. Nr. 3—5. 

Beiträge z. Gescbichle u. Literat., vorzüglich aus d. Archiven u. Bibliotheken 
d. Kanton Aargan, Hrsg. von II. Kurz n. P. Weissenbacb. Bd. 1, 1 — 4. Aar. 
1846--47. 4. 

Ein Generalkatalog, an dem man arbeitet, soll seiner Zeit auch durch den 
Druck veröffentlicht werden. 

*Bibliothek der Aargauer Kanton-Schule besteht aus 
etwa 400O Bänden, zu deren Verraehrung (sowie der aller übrigen 
Sanraünngen der Anstalt) die Schuler sämmllicher Klassen und Ab- 
tbeilungen einen jährlichen Beitrag von 8 Schw. Fr. zu zahlen haben. 

*Tbieologische Bibliothek besiut Ober 300D ßande. 

Adinoiit. 

^Bibliothek der Benedictiner-Abtei enthält mehr als 
20>000 (nach Edwards sogar 70,000) Bände, deren Obhut dem StifU- 
adnainistrator (fr&her B. Kreil> ob jetzt noch?) übertragen ist. 

Agrani. 

'"'OeffentlicUe Bibliothek. Der Kaplan St. Mlinaric, der 
bereits 1S46 seine Mönzsammlung dem vaterländischen Museum fiber- 
geben, hatte auch die Absicht, sobald nur die Einrichtung des im 
Umbau begriffenen und ffir das Museum bestimmten Gebäudes soweit 
vollendet sein würde, um die Sammlungen des Museums aufnehmen 
zu können, an letzteres seine aus 1500 Bänden bestehende Bibliothek 
abzutreten. 

Leges fiihliotfa. Zagrabiensis. S. a. fol. 

Altenburg. 

*Bürgerbibliothek ist 1844 vom Herzog Josepb begrftndet 
worden, und zum Gebrauche für alle selbstständigen Bürger 4er Sta^t, 



4 • AUmburg. 

fßr deren aus der Schule entlassene Kinder und Angehörige, fQr Ge- 
sellen, Lehrlinge und Dienstboten bestimmt, denen sie wahren gei- 
stigen Genusü verschaffen, ihre intellectuelle und gewerbliche Bildung 
erweitem helfen und, namentlich den jüngeren Hitgliedern des Bürger- 
standes, Sinn für zeitgem9sse geistige Regsamkeit beibringen soll. Die 
Sliftongsurkunde sagt über die Begründung und den Zweck der Biblio- 
thek Folgendes : Es ist unserer landesherrlichen Aufmerksamkeit nicht 
entgangen, dass in der neuesten Zeit auch von den mittlem Volks- 
Massen weit häufiger Bücher gelesen werden ah ehemals. Bei dem 
zunehmenden Einflüsse der Literatur nun auf die Bildung y Gesittung 
und Gesinnung des Volkes und bei der Wahrnehmung, dass dem Be- 
dürfnisse nach Leclüre solcher Art, durch welche der Leser wahrhaft 
gehoben und gefördert werden kann, durch die bestehenden Leih- und 
Lesebibliotheken noch keineswegs entsprechend Genüge geschieiht, wäh- 
rend zugleich Das, was öffentliche und gelehrte Bibliotheken darbie- 
ten^ über den Bildungsstandpunkt der mittlem und untern Bürger- 
klasse hinausgeht, auch sonst für solche Leser nicht so leicht zugäng- 
lich gemacht werden kann, finden wir uns bewogen , zur Gründung 
ein^ ausschliesslich für die Bürger unserer Residenzstadt Altenburg 
bestimmten Lesebibliothek unter dem Namen „ Bürgerbibliothsk" An- 
regung und Gelegenheit zu geben. Wenn demnach gewöhnliche Unter- 
haltungsschriften , dafern sie nicht eine höheren Bildungszwecken be- 
stimmt entsprechende Richtung und Tendenz haben, in die Bürger- 
bibliothek nicht aufgenommen werden sollen, so soll dieselbe ebenso 
wenig in das Gebiet übergreifen, welches es mit der wissenschaft- 
lichen Ausbildung für Künste und Gewerbe und mit Bekannlmachung 
der ueuesten Erscheinungen in den technischen Fächern zu Ihun hat. 
Nachdem zur Begründung der Bibliothek 'der Herzog aus seiner Scha* 
tulle 400 Thir. und überdies noch 100 zur Erleichterung der ersten 
Einrichtung* angewiesen hatte, zahlt derselbe zur ferneren AnschaflTung 
von Büchern und Deckung der Nebenausgaben einen fortlaufenden 
Jahresbeitrag von 40 Thlrn. Die Bibliothek ist in der Töchterschule 
aufgestellt und Eigenlhum der städtischen Gemeinde, steht aber unter 
einer besondern Curatelbehörde, dem jedesmaligen Generalsuperinten- 
denten und dem Oberbürgermeister, die jedes Jahr an die Höchste 
Stelle über die Bibliolliek zu berichten haben. Den Bibliothekar er- 
nennt der Herzog. Die bereits über 1500 Bände starke Bibliothek, 
die seit dem 8. Juni 1845 zur regelmässigen Benutzung (1846 von 
400 Lesern) zugänglich ist, wird Sonntags und Mittwochs 3 — 5 Uhr 
im Winter und 11 — 1 Uhr im Sommer geöffnet. Die Leser zahlen 
ein wöchentliches Lesegeld von 3 Pf. Trotz dieses geringen Satzes 
betrugen die Lesegelder doch 1846: 76, 1847: 67, 1848: 60, 1S49: 
51 Thlr, 



AUinburg. 5 

^Bibliothek dar litterarischea GeteJlscliaft, welche 
leUlere seit 1790 besteht, ist Montags und Freitags 5 — 7 Uhr für 
die Mitglieder geöffnet. Sie steht im Casinogebäude. 

* Gymnasiaibibliothek ist zu Anfang des XVI. Jahrhunderts 
entstandeD. Ihre Grundlage bilden die Bibliotheken der beiden auf<> 
gehobenen Kloster dtir Stadt, das Kloster ü. L. F. auf dem Berge 
und des Franziskanerklosters, wozu uuter Anderen 167S die Biblio- 
thek des Pastors Ph. Zeisoid zu Teckwitz , 1693 die des Pastors 
J. Brendel zu Gauern und später die des DIakouus J, Weise zu Froh- 
bürg hinzugekommen waren. Seit 1846 besitzt auch das Gymnasium 
Josepbinum den grosseren Tbeil der aus etwa 20,0ü0 Banden werth- 
FoJIer deutscher, französischer und englischer Werke (der Mehrzahl 
nach astronomischen und mathematischen Inhalts) bestehenden Biblio- 
thek des Staatsministers B. v. Lindenau. Dieser Theil ist zur öffent- 
lichen Benutzung bestimmt, wogegen die eigentliche Gymnasialbiblio- 
thek zunächst nur zum Gebrauche der Lehrer dient. Für die Schüler 
hestpht seit 1609 eine besondere Lesebibliothek. Die Aufsicht über 
die Bibliothek führt der jedesmalige Director der Anstalt (d. Z. Pro- 
fessor Dr. H. E. Füss). 

Wilisch, Ch. F., Progr. de Bibliotheca, in publ. Gymnasii commodum coUigi 
a majoribns oiim coepta, restanrata nanc et in saos ordines dtgesta. Alt. 
1716. fol. 

Ejosd. Progr. de Maooiscriptis, si qnae essent Bibliothec. scholast. qoae lu- 
cem mereiBUir. Alt. 1717« fol. 

Ejasd. Index Bibliolh. Gymnas. Friderician. Altenburgens. Alt. 1721. 8. 
Appendix. Ibid. 1722. 8. 

Lorenz, Cb. H., Progr. deBibliotheca scholast. itenim aperta. Alt. 1794. 4. 

Herzogliche oder Landesbibliothek, früher im Amt- 
hause, seit 1812 im Kammergebäude vor dem Burgthore (bis sie in 
dem grossartigen Museum, welches die Staatsregierung zu bauen be^- 
schlossen hat, mit untergebracht weiden wird), besitzt gegen 30,000 
Bände« Von ihrer Entstehung ist nichts bekannt: erst im vorigen 
Jahrhunderte unter dem Herzoge Friedrich II., dem sie reiche Schen- 
iungen verdankt, kam sie zu einiger Bedeutung, und gelangte, obwohl 
sie später ihre besten Bücher nach Gotha abgeben musste, doch nach 
and nach, besonders 1799 durch Ankauf der Gräflich Beust'schen 
Bibliothek und unter dem Herzog August durch Unterstützung aus 
Kammennitteln zu Ansehn und Umfang. Seit 1834 erhält die Biblio- 
thek zum Zwecke ihrer planmässigen Vermehrung jährlich eine Summe 
ans Landeskassen, die bis auf 630 Thir. gesteigert worden ist, aus- 
gezahlt. Sie wird zur öffentlichen Benutzung wöchentlich dreimal 
zugänglich gemacht. Bibliothekar ist der jedesmalige Director des 
Gymnasiums (d. Z. Professor Dr. H. £• Foss). 

*v. Linde nau'sches Museunji im Polhofe, welches der Be< 



d ÄHenbwrg, AUona. 

sitrer Slaatsminister B. v. Lindenau der öffentlichen DenaUung zugäng- 
lich gemacht bat, enthält in der letzten der drei Ahtheilongen eine 
Sammlung von Werken, grösstentheils Prachtausgaben, über alle Zweige 
der bildenden Künste und der damit verbnndenen WisacBschaften, 
Ausserdem ist Mr die in der Arohitektor, im NodelMrei und Zeichnen 
im Museum zu unterrichtenden Schüler eine Handbibliothek aufgestellt. 

*Medicinisch-chirurgische Bibliothek (in einem Pri« 
vathause) ist von dem aus Altenburger Aerzten und Chirurgen ge- 
bildeten medicinischeii Lesevereine begründet und jetzt Landesanstalt. 

*Rathsbibliothek enthält einige wichtige Mss. 

^Bibliothek des juristischen Lese- Vereines enthält 
juristische periodische Litteratur. 

Altena« 

*Gymnasialbibliothek ist 1727 entstanden. Den Grund 
dazu legte J, 0. Glusing, welcher seine eigene Büchersammlung der 
ehemaligen Altonaer Schule, zwölf Jahre vor Errichtung des Gymna- 
siums, zum Geschenk machte: doch wurde diese Sammlung erst 1743 
auigestellt. Unter den hauptsächlicheren Schenkungen, welche der 
Bibliothek nach und nach zu Theil geworden, sind 1757 die ganze ßöcher- 
sammlung des Gouferenzrathes G. Schröder, eine grössere Anzahl von 
BQchem aus dem Besitze der Professoren Maternus v. Gilano und 1778 
J.P.Kohl, sowie 1837 die von dem Altonaer Kaufmann J. M. F. Köhler 
erkaufte und dem Gymnasium verehrte Bibliothek des Conferenzrathes 
V. Rönne, meist juristischen Inhaltes, zu erwähnen. Hauptsächlich 
in Folge dieser reichen Schenkungen sieht sich die Bibliothek gegen- 
wärtig im Besitze von mehr als 20,000 Bänden, worunter sich meh- 
rere gute Incunabeln und werthvolle Mss. befinden. Zu ihrer Ver- 
mehrung bezieht sie, ausser den Beiträgen abgehender Gymnasiasten, 
die Zinsen eines bei der Stadt zu 3 pCt. angelegten Capital es von 
333^/3 Thlrn. und aus dem Vermächtnisse des Gonferenzraths Schrö- 
der Jährlich «100 Thlr. Die Bibliothek, die in einem in neuerer Zeit 
erst eigens für sie erbauten Saale im Gymnasium aufgestellt ist^ wird, 
mit Ausnahme der Ferienzeiten, jeden Sonnabend 2 — 3 Uhr geöffnet, 
und hauptsächlich von den Lehrern und SchQlern der Anstalt benutzt* 
Doch werden auf Wunsch auch ausser der genannten Stunde Bücher 
an Freunde der Wissenschaft verliehen. Bibliothekar ist Professor 
Dr.P. S.Frandsen. 

H«nrioi, P. C., Progr. de Bibliotbeca Gytnoaa. Altanan. Ait. 1772. 4. 
Ejasd, PröliMJo deBibiiothecae publ. «xCilaRJana incremeolis. All. 1775. 4. 
Strave, J., Narratio de Bibliotheca oostra, deqae scriplis Latheri aliisq. iu 
ea aiservatis. AU. 1817. 4. 

Der IfetzrrtrstorbeniB Bibliothekaar;, Dri>ector Pr^f. Dr. J. R. C. Eggers ^ be- 



ahvtkiigie ifl eiotm Pf ofr«miA« «b^r <üe t. Bön^e'iche piMiotbtk Nccbricbt 7« 

Amhevfg, 

* Oberpfälzische ProvinEialbibliothek, im MaltoMr* 
oder Studiengebäude, dem eh^alij^o Jesuitencollegium , besitzt über 
3Ü,000 Bände, ([rossentbeüs älterfir DruckschrirtQO, und 1 — 200 Mss. 
Sie ist 1805 yom Eurfürsten Maximilian Joseph begründet, der die 
Bücbervorrüthe der sScularisirten oberpfälzischen KIdster zu einer 
Centralbibliothek der Oberpfalz zusammenstellen liess, und dieselbe 
später durch die Büchersammlung des vormaligen Amberger Jesuiten- 
coi/egiams und die von den JeJ;^iten gebildete kleine BiblioÜiQca pau- 
perum studiosorum vermehrte. Durch den Brapd des Klosters cl^r 
Salesianerinnen 1815, wo die Bifiliothck von Anfang an 1807 aufge- 
stellt war, erlitt die letztere bedeutenden Schaden und Verlust. Ein 
durch Verkauf von Doublelten gebildeter Fonds giebt c. 200 FL Rh. 
jährliche Zinsen, die theils zur Erwßrbung von Büchern, theils zur 
Besoldung des Bibliothekars (Professor Hü J^ G, Hubmann) verwendet 
werden. Die Bibliothek ist jedem Bewohner der Oberpfaiz zugänglich, 
und wird laut Statuten vom 2. October 1^44 in der Regel ViUwochs 
11 — 12 Uhr, ausserdem aber auch, wenn es die sonstigen B^rufi^- 
geschäfte des Bibliothekars erlauben, geöffnet» Zur Zeit der gesets;- 
Uchen Osler - und Herbstferien darf die Bibliothek geschlossen werden, 
was aber, wenn der Bibliothekar in der Stadt anwesend ist, nicht 
geschieht. Die Zahl der Leser beträgt jährlich etwa 100, die ier 
veriiehenen Bücher gegen 400. 

Ausser der Provinzialbibliothek bestehen in Amberg noch drei 
kleinere Bibliotheken, die des Lyceoms, Gymnasiums und Seminares. 

Ammahmrg» 

*Schulbibliothek ist 1558 entstanden: sie wurde aus den 
in der Marienkirche vorgefundenen Büchern des früheren Franziskaner- 
klosters gebildet, und erhielt 1837 vom Superintendenten Dr. Schu- 
mann eine von ihm aus der Verlassenschaft des Rectors Benedict in 
Annaberg erkaufte Sammlung von 1200 Bänden. Neben der Sehnl« 
bibliothek besteht noch seit 18S7 eine besondere Schülerbibliothek, 
sowie ausserdem eine Bibliothek der Sonntags- und Gewerbeschule. 

Osterwyck, Catalogos teter. edition. ante MS: Wiliscfaii annafiom tjpograph. 
specimen s. Cataiogi» edition. ab a. lÜßB ad IdOO in Bibl. Anoaberg. exsfantium. 
Ups. 1716. 8. (?) 

VViliscb, Ch. G., Progr. de Conr. Kleiohempelii circa Bibliotliecam meritis. 
Aneab. 1722. 4. 

Dessen Nachricht von der öfTentl. Bibliotheqae der Schulen zn St. AfüMO" 
berg. ÜM.nU. 4* 

Ejosd. Arcana Bibliothecae Annaebergens» in part. 111» divisa Epistol^^s LMV< 



8 Ansbaeh, AppenxeH, Ärmberg, ArmtadU 

sninmor. qaonntdam Principnm clartsslmortiniq. St«c. XVI. n. XVII. viror. nondom 
editas nee noa Annalium Typogr. vsqae ad A.MD. Specimen complexa. Ups. 
1730. 8. 

Gotlleber , J. Ch. , von einigen alten nnd sehr seltenen deutsch. Bibeln der 
Schalhibliotb. in Annaberg, Das. 1786« 4« 

*Gymnasialbibliothek besteht seit der Mitte des XVIII. 
Jahrhunderts, bis 1774 unter dem Namen einer Klassbibliothek, und 
zählt zu ihren bedeutenderen Erwerbungen die BQchersammlungen des 
Quartus J. G. Bitterolfi' und des Rectors l'roressor N. Schwebe! (f 1773), 
deren crstere von 200 Bänden sie 1761 vermacht erhielt, die andere 
von 400 Banden auf markgrSfliche Kosten angekauft wurde. Gegen 
Ende des XVlIl. Jahrhunderts betrug die Bandezahl der Bibliothek 
bereits Ober 3000, worüber ein alphabetischer, ein Real- und ein 
Katalog nach den Formaten vorhanden war. 

*Pfarrbibliothek, in der Pfarrwohnung, verdankt einem an- 
siebnlichen Büchergeschenke, welches der Regierungspräsident v. Micg 
1S32 dem Decanate und Schul distrikte Gebsattel machte, ihre Ent- 
stehung. 

^Regierungsbibliothek, Scblossbibliothck und Bi- 
bliothek des historischen Vereines für Mittelfranken 
enthalten zusammen über 20,000 Bande, und werden zur allgemeinen 
Benutzung wöchentlich mehrmals geöfToet. Zu Anschafl\ingen für die 
Bibliothek des historischen Vereines werden jährlich 2 — 300 Fl. Rh. 
verwendet. 

AppeiuBell. 

* Bibliothek der Appenzelliscli- vaterländischen 
Gesellschaft. 

Verzeicbniss der ßachersamml. d. Appenzell. valerUnd. GesellschafL St. 
Gallen. 1824 u. 1826. 

Ariidberc« 

*Gymna.siaibibliolhek, vorzugsweise zur Benutzung der 
Lehrer, besteht seit October 1832. Seitdem sind c. 500 Thlr. zu 
Bttcherankäufen verwendet worden. 

*Regierungsbibliotbek, vorzugsweise zum Gebrauche der 
Regierungsbeamten, ist im RegierungsgebAude aufgestellt. Sie enthält 
unter Anderen die Bücher des früher in Arnsberg befindlichen Klosters. 
Ein Katalog ist 1836 gedruckt worden. 

Anadtodt» 

* Gymnasialbibliothek, zum Gebrauche der Lehrer und 
Schüler. 

Lindner, J. G., Nachricht von einigen seit. Büchern der Schnlbiblioth. Arnst. 
1771. 4. 



Amstaäii Ar^lstn, AHhaffekburg. B 

^Kirchenbibliotbek, zur öffbotlicben BenuUaiig, ist 1588 

eolstanden. # 

Olearios, J. Gh., Nachricht von der dATentl. Kirchenbibliolb., derselben Siif^ 
tiing, Fortselzang, Erneoerang o« Verieichqiis derer darin befiodl. Bücher. 
Schwanb. 1746. 8. 

*Medicinalbibliothek zum Gebrauche des 9rztlichen Pu 



^Regierangsbibliolhck zum Gebrauche der MUglieder der 
^ieningsbehörde. 

'Bibliothek des Gewerbe.-Vereines, fQr die Vereins« 

Mitglieder. 

AroUen, 

PürstlLcb Waldeck*sche Horbibliolbek, im fürstlichen 

Besidenzschlosse , besitzt c. 30,000 Bände und 80 Mss., ausserdem 

^^ioe belrächtlicbe Sammlung allerer (bis ISIO) Karten und Kupfer- 

'^liche. Auch ist in der Bibliothek eine Sammlung von Bronzen aus 

l^ompeji mit aufgestellt. Die Zeit, wann die Bibliothek entstanden, 

isl uogewiss: wahrscheinlich verdankt sie ihre Entstehung einem 

^itede des Waldeck'scben Fürstenhauses zu Anfang des XVI. Jahrhun- 

f<irls. Ausser der Bibliothek des Klosters Volkerdinghausen sollen 

^"r auch die des Prinzen Christian zu Waldau in Wien und in neue- 

^^^ Zell die des Prinzen Georg von Waldeck einverleibt worden sein. 

^j"^ gevrisse Summe zn ihrer Vermehrung ist nicht angewiesen. Die 

^^cher sind nach den Wissenschaften aufgestellt, die Kataloge dage* 

?cn alphabetisch geordnet und nur mit wissenschaftlichen Rcpertorien 

versehen. Wiewohl die Bibliothek nicht olTentlich ist, so erhält doch 

jeder auf Wunsch Zutritt zu ihr: Böcher dürfen jedoch nicht ausge* 

'iehen werden, Hofbibliothekar ist A. Speyer. 

^Bibliothek der Studien-Anstalt, zum Gebrauche der 
'Voressoren und Studirenden, wird nach Ermessen der ersteren, so 
^^eit der Geldzuschuss der königlichen Regierung (jährlich 100—300 
l^l Hh.) ausreipbt, planmässig vermehrt, und besass 184G nach Ed- 
»^ards 16,000 Bände. 

Neben dieser Bibliothek bestehen noch eine kloine Handbibliothek 

Lycenms und für dürftige und würdige Schuler eine besondere 
Armeobibliothek , zu deren beiderseitiger Vermehrung tbeils aus dem 
^^niglich allgemeinen Schul- und Sludienfonds, tbeils aus dem Gymna- 
siaironds die Mittel entnommen werden. 

Königlich Bayerische Hof» und Staatsbibliothek, 
'^her Privateigenlhnm des Kurfürsten von Münz Friedrieh Karl Jo- 



10 Ätehaffenlmt^ Aiphstikben, ÄUitrbaA (m Sachsen). 

seph von Erthal (1774 — 1802>, ist \qii dleaiti begrfliideti bei der 
ersten Einnahme von Mainz 1792 nacU Aschaffenburg in Sicherlieii 
gebracht, und im dortigen kurIQratlichen Resideouchlosse aufgeslellt, 
und, nachdem der Kurfürst ohne Erben gestorben 'war, aumal nach 
völlig umgestalteten Verhältnissen des Kurstaates, von £rthal*s Nach- 
folger €aii von Dalberg dem Fürstenthume Aschaffenburg Eum Besitze 
überlassen worden. Einen bedeutenden Zuwachs erhielt sie 1S05 
durch das Verm9chtniss des Bruders des Kurfürsten, des Obersthof- 
meisters V. Erthal, der ihr seine c. 18,000 Blätter zählende Rupfer- 
stich* und eine Büehersammlung von 3600 Bänden vererbte. Sie 
befindet sich noch jetzt in dem Residenzschlosse, der Johannisburg, 
und enthält an Büchern etwa 25,000 Bände (exci. 50 Handschriften), 
zu deren Vermehrung aus einem aus dem hinterlassenen Privatver- 
mögen des Kurfürsten von Erthal gebildeten Fonds, dem sogenannten 
Friedericianisehen, jährlich 700 Fl. Rh. zur Verfügung stehen, lieber 
die Bücher ist ein alphabetisch geordneter Realkatalog vorhanden. 
Die Benutzung der Bibliothek steht allen in der Stadt angestellten und 
ansässigen Personen frei, zu welchem Zwecke das Lokal wöchentlich 
zweimal geöffnet wird. Fremde können die Bibliothek auch zu an- 
deren Stunden besichtigen. Die Zahl der Leser beträgt jährlich 100 — 
200, die der verliehenen Bücher c. 000 (früher 12 — 1400) Bände. 
Eine Revision der Bibliothek findet jedes Jahr einmal statt. Hofbiblio- 
thekar ist der Lyceal- Professor Dr. i. Merkel. 

Merkel, J., Krit. Verzeichnfss höchst seltener Tncunabeln u. alt.^ Drucke, 
w«lcbe In d. ehemals Karf. Mainzischen jetzt K. Bayer. Hof-Bihlioth. in Asefaaf- 
fenburg aufbewahrt werden. Neb^t Bemerkungen aus einem von W. Heinse hin- 
terlass. Ms. Aschaff. 1832. 8. 

Dessen Miniaturen u. Mss. der R. Bayer. Hofbiblioth. in Aschaffenburg. Nebst 
14 Bll. mit Umrissen. Aschaff. 1836. 4. 

Ascherslebeii. 

^Bibliothek der St. Stephans-Kirche ist 1551 durch 
di<i Büehersammlung des Predigers P. Plateasus vermehrt worden. 

Bibliothek der höheren Bürger-Schule zerfällt in eine 
Lehrer- und eine Schullese - Bibliothek , von denen die erstere, die 
Bibliothek des früheren Gymnasiums (welches 16S6 in die höhere 
Bürgerschule umgestaltet wurde), gegen 2500, di6 letztere etwa iOOO 
Bände zählt. Auf die Vermehrung der Lehrerbibliothek, unter der 
Aufsicht des Oberlehrers (Dr. Keber) werden jährlich 100 Thlr. ver- 
wendet. 

Auerbach (in Sachsen). 

^Stadtbibüothek (Stiftangslesebibliothek) 1841 vm einem 
fui|;6DaBtatttt HfiiUBcheifreunde im Auslände gestiftet, eiUliält eAwa 



Äuerhaeh (in 8Mik$m), Äugsfmrg. 11 

300 Bande populärer Werke zur Bel^rung für den Bftrger« qimI 
Gewerbsstand und Unterhaltungsscliriften f&r Kinder sowohl als Erwach^ 
seoe. -- Neben ihr besteht noch eine Sehulbibltothek , die aber erst 
oach dem Brande der Stadt 1684, dureb milde BeitrSge, entstanden 
ist, und kaum 200 BAnde zihit 

Vereinigte königliche Kreis- und Stadtbibliotfaek. 

OieGrfiQdung der Stadtbibilothek HtUt in das J. 1537, wo der Ma- 

gis(rat aus den Bibliotheken der in Augsburg befindlichen Ktöster, die 

von ihren Bewohnern in Folge der Reformation verlassen worden 

v^ren, die besseren Werke (darunter die sSmrotlichen Ratdolt'schen 

Drucke) aussachen, und in dem Dominikanerkloster tu einer neuen 

städtischen Bibliothek zusammenstellen Hess, auch zu deren Vermeh« 

ft^ng einen jährlichen Beilrag von 50 Fl. aus dem städtischen Aerar 

zur Disposition stellte. Als die Dominikaner wieder in ihr Kloster 

luräckkehrtien, wurde die Bibliothek 1549 zu den Bar fQssern gebracht, 

BBd 1562 in dem eigens für sie eingerichteten St. Anna-Hofe^ dem 

jeuigen Lokale, aufgestellt. Eine der wichtigsten Erwerbungen der 

Bibliothek war die aus 126 griechischen Handschriften bestehende 

^»mmlung des Bischofes Ant. Eparchus von Corcyra, die 1545 nm 600 

^ucalen augekauft wurde. Ausserdem erhielt die Bibliothek 1014 

^arcb Yermächtnlss die .2206 B&nde zählende BQchersammlung des 

^tadlp/Iegers Marc. Weber, desselben, der 1595 eine eigene Buch- 

^'nickerei ad insigm pitms angelegt hatte , welche zuniehst die hand- 

scbriftlichen SchStze der Bibliothek veröffentlichen, dann aber auch 

modere Werke von grösserer wissenschaftlicher Wichtigkeit mit kri< 

Mer Sichtang drueken sollte, nach Welser's Tode jedoch wieder 

einging; ferner durch Kauf gegen Ende des XVIK Jahrhunderts die 

Bibliothek des Senators Chr. Rehlinger; durch Vermfichtniss 1730 die 

<ies Arztes Dr. L. Schröekb, sammt allen Mss. des berfihmten Arztes Dr. 

6>H. Welsch, zusammen 8000 Bände vorzüglich medicinischer Werke ; 

1742 die bis dahin in der Kanzlei der Ralhsconsuienten und im Gon*- 

^Itatienszimmer des Senates befindlich gewesenen Handbibliotheken; 

1750 eine um 250 Fl. in München erkaufte Privatbihliothek ; 1755 

eine Partie maibejnn lisch er Mks. und Risse, die um 50 Fl. von der 

Bauptmannswittwe v. Faulhaber in Lindau erkauft wurden ; ebenfalls 

darch Kauf 1702 eine bedeutende Sammlung juristischer Werke. 

Sodlich wurden auch zu Anfang des XIX. Jahrhunderts die Bibliothek 

<ies protestantischen Gymnasiums zu St. Anna, welcher 1748 die Bücher- 

ununlung des Ephoms U. Mezger zu Theil geworden war, und 17S4 

<^er Stadtphysikus Hofrath Dr. i. G. E. Rosner die seinige vermacht 

Wte, gowie 1811 die des. Coüegiunis bei St. Anna mit der Stadt- 



12 . Augtb^rg. 

MUioÜiek vereinigt. War somit die lelstere nach und nacli zu sehr 
ansehnlichem Umfange angewachsen, so traf sie leider 1S06, als 
Augsburg an die Krone Bayern gekommen, ein harter Schlag, indem 
ift Folge eines Allerhöchsten Befehls von Manchen aus (wo man der 
Meinung war, dass in Augsburg nur eidie Büchm'iammlung für Ge- 
schäftsmänner^ nicht aber für blosse Literaten nöthig sei) den ganzen 
Handschriftenschalz und alle seltenen und kostbaren Druckwerke, zu- 
sammen Ton wenigstens 20,000 PI. Werth, an die Central - Staats- 
bibliothek nach Manchen ausliefern musste. Ebenso musste die nach 
testamentarischer Bestimmung der Anna Barbara v. Stetten zur Aus- 
bildung deutscher Schullehrer IS03 begrandete pädagogische Bibliothek, 
die in der Stadibibliolhek mit untergebracht worden war, von dieser 
auf Beclamation der Augsbnrger Lokal - Schulcommission wieder aus- 
geliefert, und 1S35 in 784 Bänden den Augsburger Schullehrem selbst 
zur Aufbewahrung abergeben werden. Die 1745 erlassene obrigkeit- 
liche Verordnung, dass simmtliche Ausburger BuchfUhrer, Buchdrucker, 
Buchbinder und andere Personen, welche mit Bachern bandelten, von 
allen in ihrem Verlage erscheinenden geistlichen oder weldiehen operi^ 
fttn, Büchern, IVactaten, und wie das Namen haben mag^ sowohl 
grossen als kleinen, ingleichen die Kupferstecher von jedem Kupfer^ 
Stiche ein oder zwei Exemplare zur Stadtbibliolhek einzuliefern ge- 
halten seyn sollen, fand nicht lange Beachtung, und kam bald in Ver- 
gessenheit; wogegen aber 1929 die sftmmtlichen Augsburger Bucli- 
handlungen freiwillig zur unentgeltlichen Abgabe eines Exemplares 
von jeder ihrer Verlagsschriften sich bereit erklärt haben. Unter den 
neueren ansehnlicheren Erwerbungen der Stadibibliothek sind zu er- 
wähnen: die aus dem evangelischen Sludienfonds 1819 für 330 Fl. 
angekaufte Schmidt'sche Sammlung; 1838 das 112 Bände sUrke 
Bacherlegat des Regierun gsrathes Wagenseil; die aus dem Nachlasse 
des Regierungsrathes Baron v. Seida 1839 um 900 Fl. erkaufte Bi- 
bliothek von 3291 Bänden; und 1846 die v. Halder'sche Bäcber- 
sammlnng, welche die Stadtbibliothek geschenkt erhielt. — Was die 
Kreisbibliothek anlangt, so ist zu bemerken, dass das königliche Stadt- 
commissariat 1808 die Bibliotheksreste (was man nicht ebenfalls fUr 
die Manchner Bibliothek ausgewählt hatte) der Augsburger Klöster 
bei St; r.eorgen 5100, bei H.Kreuz 5904, der Dominikaner 9727, 
der Franziskaner 6690, der Kapuziner 3654, bei St. Ulrich 9658, 
bei St. Moritz 2058, zusammen 42,791 Bände zu einer Kreisbibliothek 
sammeln, und 181 1 mit der Stadtbibliothek vereinigen liess, wo auch 
schon im Jahre vorher die nicht unbedeutende und 1715 durch die 
Bachersammlung des berahmlen Conr. Peutinger bereicherte Bibliothek 
der Jesuiten ihren Platz gefunden hatte. Hierzu kamen 1817 die 
seitherige königliche Kreisbibliothek von Eichstädt, die 3U9 den, von 



JugOmtg. 13 

der roiiDaligen KreUbibKoihek in Ulm fibtig geUiebeBen 11&8 Bin- 
dei Qod aus den Resten mehrerer Klosterbibliotheken (anter Anderen 
d& Augustiner • Gollegiatstiftes regnlirter Chorherren tu Rebdorf bei 
EicbsUdt) gebildet worden war, femer 1818 und in den folgenden 
Jahren eine Anzahl der werthvolieren Bücher aus den Bibliotheken des 
ehemaligen Oberdonau - Kreises , 1833 die Klosterbibliothek von Irsee, 
Die in Folge einer Regienings • Verfügung 1835 ebenfalls nach Augs- 
borg gebrachte ehemalige iesuitenbibliotbek in Mindeiheim, die nach 
Ausscheidung des ganz werthlosen Theiles 3168 Bficher zlhlte, fand 
zwar eben auch in den Räumen der vereinigten Kreis- und Stadibibiiothek 
eine Aaroahme , darf aber dieser bis auf weitere Verordnung nicht 
ein?erleibt werden. Nach allen diesen bedeutenden Erwerbungen darf 
man nicht staunen, dass, trotz der Ausscheidung und dem Verkaufe 
zahlreicher Ooubletten (wofür die Einnahme 1833 allein 2000 Fl. 
^^"^i)} gegenwärtig die vereinigte Bibliothek bis zu einem Umfange 
von wohl 100,000 Bänden, incl. 400 Mss., angewachsen ist, woran, 
aosser dem Kreise (im Kataloge mit Krs. bezeichnet) , bezüglich der 
aos den Klusterbibliolheken genommenen oder aus königlichen Fonds 
seither angekauften Bücher, und der Stadt (Stdt. bezeichnet), auch 
das Collegium bei St. Anna (Coli, bezeichnet) und die Studien -Anstalt 
bei St. Stephan (Jes. bezeichnet) Eigenthumsrechte haben, insofern 
^eitlere an die ehemalige Augsburger Jesuitenbibliothek Ansprüche 
^>chi. Unter den als Eigen tburo der Stadt bezeichneten Büchern ist 
zugleich die Bibliothek des protestantischen Gymnasiums bei St. Anna 
fliit lobegrifTen. Die Kataloge über alle diese Bücher, unter denen 
''brigens die Patristik und die Geschichte am besten vertreten, sind 
10 ihren Oberabtheilungen wissenschaftlich , in den Unlerablhcilungen 
^babeliach geordnet Zur Vermehrung der Bücher sowohl als zür 
Besoldung der Beamten bezieht die Bibliothek theils aus dem durch 
verkauf der Ooubletten gebildeten Fonds, theils aus dem Kreisschiil«> 
lODds, theils aus der Communalkasse und anderen Quellen jährlich 
clwa 700 Fl. Rh. Aus dem evangelischen Studienfonds waren für 
AnschalTungen während der i. 1812—31 allein im Ganzen 2245 FL 
^^ Kr verausgabt worden, und zu gleichen Zwecken während der 
'1828-34 von der Stadtkämmerei 1197 Fl. 30 Kr. Zur Benutzung 
^^s Publikums wird die Bibliothek , mit Ausnahme der vier bis sechs 
^^ochen dauernden Herbsiferien, jede Woche dreimal, Sonntags 10 — 12 
^^ Mittwochs und Sonnabends 2—4 Uhr, geöfinet. Reisende haben 
^ Nerzeit Zutritt. Die Zahl der Leser beträgt jährlich etwa 3U0. Be- 
^}\ der allgemeinen Verwaltung der Bibliothek besteht in Folge des 
^<|Qiglichen Regierungsrescriptes vom J. 1835 eine besondere Com- 
J^sion, die aus zwei Vorständen, und zwar von Seiten der königlichen 
V%ienmg aus einem Regiemngsriltfae und von Seiten der Stadt au» 



l 



14 

dum jftdeswiligm «nlen BQrgertneifller, B«wie ms folgeodei Nitflie- 
dtfii tUBimmengeseUl ist: 1) «inem Abgeordneten des Ma^slrtles, 
2) dei Rectoren der beiden Gymntsien und iwei Professoren dersel- 
biv, WM}(M jeder Rector einen jbu wählen hai • «nd ii^osu der BibUe- 
Aekar eMsl zu rechnen itt. Diese Commissi on hat in ikren in der 
Regel nur einmal des Monales stattfindenden Versammlungen alle die 
Ordnung der Bibiiotkek, ihre Katalogisining, die Anschaffung neuer 
Bücher, die Ver^usserung der Doubletlen als Foods för neue Werke, 
die genaue ßinhaltung des BiLliotheksbudgels . die Bibliotheksofdnuog, 
das Dienstpersonal u. s. w. betreffenden Gegenstände in Beralhuog lu 
liehen« Die spezielle Verwaltung ist einem Bibliothekar (k. Siudiei* 
rector G. C. Mezger, wie denn schon in frühester Zeil das Bibiio- 
thekarlat dem Rector oder Primarius des Gymnasiums bei St. Anna 
als ein pars annexa muneris schohuiici übertragen gewesen ist) und 
einem Unlerbibiiothekar (Sludieniebrer Greiff) überwiesen, dem Biblio- 
thekare aber zum Vollzuge der Beschlüsse der Bibliotbekscommission 
die erforderliche Jede überßüssige Schreiberei und Zeit erspar enii 
möglichet freie Bewegung in seinem Wirkungskreise eingerlumt. — 
Noch ist zu erwähnen, dass man im Bibliotheksgebäude auch ein 
«igeues Lokal zur Aufstellung alterthümlicher, auf Anregung der könig- 
lichen Regierung ans dem Kreise eingesendeter Gegenstände des Mittel- 
allers eingerichtet, und darin die früher in dem rtoischen Antiquarium 
befindliche Münzsammlung mit untergebracht hat. . 

(WoT, H?) Catalogns graecor. libror. msstor. Angu^tan. bibliotbeoae, qnem 
ea respabl. ideo edend. cnravit, ol eos ?el ?iris dorl. interpret^nd., Tel diligenl. 
typographis conferend. (modo de iis sarlis tectls siio tempore reslitnend. careanO 
ad aiigenda rai liter. commoda commiinicaret. Ang. Vind. 1575. 4. 

(Bösehel, D.) Catalogns graec. codd. qui sniit in Biblioth. Beipoblic*^^ 
Anglist. Viodel. quadrnplo quam aotea auctior. Aug. Viod.^ ad insigae pioas. 
1595. 4. 

Henisch, G. , Bibliothecae Beipnbl." Aiigustanae iitrinsq. tum Graec. tnm 
Latin, libror. et iinpresäor. el mann exarator. Calalogus. Citr. D. Hdscbel. Aag. 
Viod. 1600. fot. 

JJaTQoXoyia i. e. Descriptio SS. Patrnm graec. et latin.« gni in Angostasa 
Bibliolh. fisuntur, aeri incisa per Rapb. Custodem. Ang. Vind. 1624. fol. 

Ehioger, G., Catalogus Bibliothecae amptiss. Reipubl. Augustanae jnssu 
et aactorit. 3. A. Laiigingeri, i. V. .'Oesterreicheri et scholarcbarum. Aug. Vind. 
1638. fol. 

Reiser, A. , Index Msstor. Bibliolh. AiigiislaDae^ com dupl. append de scriptis 
ante a. 1500 excasis et de scriptis eor., qui vel ortu vel officio et munerc publ> 
Aagustani faerant. Aug. Vind. 1675. 4. 

Geyer« A.G. , Abbildung der gemein. StadtbibHotbetc. Augsb. 1728. Fol. 
Kpfst. (Tos einem Üngenannleo ist auch der öffeotJ. Hörsaal in der Stadlbibl.; 
Wie er 1731 bei dem Scbuljabelfest ansgezierl gewesen, in Kpf* gestochen er- 
schienen.) 

Mertens, H. A., Diatribe de cimeliis Biblioth. Aogostan. I — 11. Aug. 1775 
■**-76 Fol 

beiselbe aber den pibstl» fiesooh d, Aagsbvf. Surftbibliatfiek d. 4. Jlai 



Augilhirg, jltfiMübr/; MAm>, Bainuih. 16 

1^ Aagib. 1768. 8. S^feit* koä. EbendM. 1788^ 8. (SkodidireÜitn m 
(iMB fiMDd alMr die Anred« des ReclMt Merleiift an Pias VI. 179^ welcäe er 

ioieeod gebaiten. < — Antwort auf das Sefidscbreibcn an einen Freund über die 
iaredc des Rectors Mertcns an Plus VI. 1782.) 

Dessen Einladangsschrift aber die Aogsborg. Stadtbibliothek. St. I. Angab. 
1783. 4. 

Hardt, L, Catalogtts codd. msstor. bibliotfaecae reg, bararicae. VM. I. T. 4. 

ttoDach. 1800. 4. (Enlh. blos Aogsburger griecb. üodd.) 

BtDüttange-OrdnBDg fär d. vereinte k. Kreia- n. Stadtbibfiotbek in Augs- 
burg. r«i. 

Verzeicbniss einer Anzahl tod Doiblelt. aus all. Fächern, die auf eingegang. 
BestelloDg aus d. Kreisbibliolbek zu Augsborg abgegeben werden. Ablh. I. die 
folianlen enlh. Augsb. 1818. 8. 

Scfamidt, J. H., Collaiio cedd.'duor. Saloetiannr. in Bibliotbeca August, re- 
perlor., com brevib. not. exeget« crit. ad quesd. locos dMbios magis illoetrand. 
H 1826. 4. 

Mezger, G. C, Augsburgs älteste Druckdenkmale u. Formschneiderarbeiten, 
welche in der vereinigt, k. Kreis- und Stadibiblioth. daselbst aurbewahrl wer- 
ben. Nebst einer kurzen Geschichte d. Dücherdruckes n. ßuchbandels in Augs- 
liorg. Mit 37 AhdrAck. von Originalbolzscbnitl. Augsb! 1840. 4. 

Dessen Geschichte der vereinigt, kön. Kreis- u. Stadt- Biblioth. in Augü- 
ixirg. Mft einem Verzeichnisse d. in der Biblioth. belindl. Handschriften. Augsb. 
1842. 8. 

Die ftciidorfor Stiftsbibliotheb betreffend, die zum Tbeile nach Augs- 
burg gekommen ist. 
(Straass, A.) Monnmenta typograph., quae exstant in Biblioth. Canon. Regulär. 
^^^K Eccles. ad St. Job. Baptist, in Rebdorf, coli., notis ill. et ed. Eichst. 
i'oi, 4. 

^ (Ejosd.) Opera rariora, quae lalitant in Biblioth. Canon. Regulär. Coli. 
^^^its. ad St. Job. Baptist, in Kebdorf, coli. , hotis ill. et ed. Eichst. 1790. 4. 

AjBlendorf« 

*Griflich Königsegg'sche Bibliothek besitzt iBelirere 
^hlige Mss. 

Bad^n (in der Schweiz). 

*Stadtbibliothek wird tmn allgemeiiien Gebrauche zweimal 
io der Woebe geöffoeU 

Katalog d. Stadlbjbiioiib. zu Baden. Nebst «. Vorbericht. 2 Lieferungen. 

ß«<i. 1837. 8. 

B«fareatli* 

"^Königliche Kanzleibibliothek ist 1735 entstanden : der 
Markgraf Georg Friedrich Karl von ftaireuih lies? sie aus mehreren 
Kleineren BUehersammlungen verschiedener Gollegten , besonders &es 
gehermen Ralhseollegiums , zusammenstellen ^ nnd damit die in den 
Zimmerü' des letzlverstorbenen Markgrafen Friedrich Christian vorge- 
fundenen BflclNT vereinigen. Sie ist im atteh Schlosse aafge9tetlt, 
^^ besitzt über 15,0§0 (nach Edwards im J. 1846: 85,000) Bande 
l^facksdirifteB, zn -deren Ytrmehnnig jährlich eine Summe von frSO 



16 BakeHih, Bamberg. 

Fl. Rh. cur Disposition stehu Zur fioDuUiivg fAr dfs gebiUete Pu- 
blikum der Sudt und Umgegend wird die Bibliothek jede Mitt- 
woch Nachmittags, nach Bedarf aber auch zu jeder anderen Zeit 
geöffnet. 

Catalogus Biblioth. Cancellar. Baruthinae. Bar. 1787. 8. 

Verzeichniaa der zar k. KanzleibiKlioth. in Baireu th gehörig. Bacher. Bair. 
1798. 8. Desgl. in d. J. 1801, 4, 9, 25, 44. 

'''Kreisbibliothek ist von dem Regierungspräsidenten Frei- 
herrn V. Andrian-Werburg gestiftet worden, und enthält nur solche 
Werke, die von Schrifistellern und Scliriftstellerinnen herausgegeben 
worden sind, welche in der Provinz Oberfranken ihren Geburtsort 
oder sonst ihren Aufentlialtsort gehabt haben. Sie wird dem gebil- 
deten Publikum der Stadt und Umgegend jederzeit auf Verlangen zum 

Gebrauche geöffnet. 

Katalog über die von Schririslellern n. Schriflslellerinnen in ii. aus Ober- 
franken berausgegeb. u. in der neu erriebt. Kreisbibliolh. zu Baireulh aufbe- 
wahrt. Bücher u. Manuscripte. 11. verm. Ausg. ßair. 1840. 8. (Die erste von 
J. G. Heinritz bearb. Ausg. ist ebendas. 1836. 4. erschienen.) 

^Bibliothek des historischen Vereines von Ober- 
franken, zunächst zum Gebrauche der Mitglieder. 

Verzeicbniss der in d. Sammlung des hibtor. Vereines von Oberfranken zu 
Bayreuth befindl. Drackschriften, Bayr. 1851. 8. 

Bamlierg. 

^Bibliothek des neuen Domcapilels ist 1S22 von dem 
vormaligen Prior des aufgehobenen Bamberger Dominikanerklosters P. 
Pins Brunsquell (-f- 1828) gestiftet worden: derselbe schenkte Däm- 
lich dem Domkapitel seine aus 4000 Bänden bestehende und alle 
Theile der Wissenschaften umfassende Bibliothek, bestimnale aber, 
dass sie nicht den Capitularen und Vicaren allein , sondern auch allen 
in Bamberg wohnenden Geistlichen in allen Fällen zum Gebrauche 
dienen, und, falls man später in Bamberg em Kloster wieder errich- 
ten werde, den Religiösen desselben die verlangten Bfleher daraus 
gegen einen Schein ausgehändigt werden sollen. Ferner ist die BQcher- 
sammlung des ehemaligen Pfarrers N. M. Stang zu Adelsdorf (*f* 1629), 
die zunächst für ein innerhalb dreier Jahre (vom Tode Stang's an 
gerechnet) in Bamberg zu errichtendes Kloster bestimmt war, testa- 
mentarischer Verfügung zufolge, da ein Kloster in dem genannten Zeit- 
räume nicht ins Leben getreten, dem Domcapitel übergeben worden, 
welches letztere übrigens auch 1844 aus der Bibliothek des Domde- 
chanten Fraas die gesammten juristischen und einen Theil der theo- 
logischen Bücher vermacht erhalten haL Dieser gesammte Bücber- 
vorrath, unter dem sich die wichtigsten Werke der katholischen Theo- 
logie und, ausser den Juridicis, eine Menge griechische und römische 
Klassiker, geographische und technologische Schriften in 6 — 7000 



Bamberg, 17 

Bänden, befindeo, üt m^ben 'den Sitiungssllen des Capitels aufgestellt. 
Eiiie regelmässige Vermehrung der Bibliothek aus einem bestimmten 
Fonds findet nicht statt. 

^Bibliothek des königlichen Appellations-Gerich- 
tes besteht seit 1803, anfangs zwar nur durdi die für die referiren- 
den Mitglieder des Collegiums bestimmten Gesetz - und Regierungsblätter 
vermehrt, seit etwas mehr als zehn Jahren aber durch planmässige 
Anschaffungen ans der neueren jurislischen Litteratur und namentlich 
aus der juristischen Journalistik nach Massgabe jährlicher Regiegelder 
bereichert. In der Regel ist sie nur den Gerichtsmitgliedern zum Ge- 
brauche zugänglich. Die Aufsicht über die Bibliothek führt der 
Appellations - Director mit einem Kanzlei -Mitgliede. 

^Bibliothek der Harmonie-Gesellschaft ist 1813 durch 
die ehemalige Museum • Gesellschaft begründet worden, und wird seit 
deren Versdimelzung mit der Harmonie (1826) vertragsmässig nach 
Höhe der auf 1000— 1100 Fl. Rh. sich belaufenden halben Jahres- 
einnähme der letzteren vermehrt. Sie enthält die besten belletristi- 
schen und allgemeinen Litteratur -Zeitungen, die wichtigsten Zeit- 
schriften der Medicio, Jurisprudenz und Politik, sowie viele encyclo- 
pädisehe Werke und Landkarten. Zum Gebrauche der Mitglieder ist 
die Bibliothek, welche im Theater- und Harmoniegebäude sich befin- 
det, wöchentlich zweimal, früh und Nachmittags, geöffnet. Der Se- 
cretair der Gesellschaft führt die Aufsicht über sie. 

Das Bächerverzeichniso ist gcdruckl, und' soll durch Nachträge regelmässig 
ergäüzl werden. 

'''Gymnasial bibliothek ist wahrscheinlich 1813 auf Veran- 
lassung des Schulrathes Graser entstanden. Unter ihren vorzüg- 
licheren Erwerbungen sind die Büchergeschenke des geistlichen Rathes 
A. Frey und Rectors Gengier zu erwähnen. Ausser philologischen 
Werken, welche den llauptbeslaud der Sammlung von etwa 1500 
Bänden ausmachen, enthält dieselbe viele Jugendschriften, Reisebe- 
schreibungen und deutsche Klassiker. Zu Anschaffungen wird von 
Seiten der königlichen Regierung von Oberfranken ein jedes Jahr ziem- 
lich regelmässig wiederkehrender Geldzuschuss von 50 — 75 FL Rh. 
gewährt Den Angehörigen des Gymnasiums steht die Bibliothek, mit 
Ausnahme der Sclmlferien , jederzeit auf Verlangen zum Gebrauche 
offen. 

Königliche Bibliothek, früher den Jesuiten gehörig, ist 
1611 entstanden« Als nämlich der Fürstbischof Johann Gottfried 
V. Aschhausen finde 1610 die Jesuiten, um ihnen die Sorge für 
die öffentlichen Unterrichtsanstalten in Bamberg zu übergeben, 
dorthin berufen hatte, suchten diese als dringendes Bedürfniss für 
ihre Studien alsbald die Errichtung einer Bibliothek ^u erwirken, 

Petzholdt, Hdb,D,B, ^ 



18 Ba)nbetg. 

tirelchen Wunsch der ^örstbfschof nicht nur bereitwillig 6rf(llKe, und 
fflr diesen Zweck nach und nach Über StH)0 PI. gewährte , sondern 
auch der jungen Anstalt 1612 seine eigene sehr reichhaltige ftftdier- 
Sammlung flbisrwifes. Hierzu kam 16i0 die ko^tbairie Blichersammlung 
des Weihbischofes Fr. Förner, wodurch die Bibliothek, tnmal auf deren 
Vermehrung die Jesuiten aus eigenen Mitteln eifrigst Bedacht nahriieti, 
zu ansehnlichem Umfange heranwuchs. Dagegen trat in diesem Wachs- 
thume der Bibliothek, nachdem die Aufhebung des Jesuitenorden is im 
August 1773 auch in Bamberg erfolgt, und die Bibliothek grössten- 
theils z\ir Bamberger Universität gezogen worden war, mehrere Jahre 
hindurch ein sehr merkbarer Stillstand ein. Erst unter dem Fürst- 
bischof Franz Ludwig v. Erthal gestalteten sich die Bibliotheksverliill- 
nisse wieder yM günstiger, nicht nur dass derseflve inn^ Decret 
vokn 25. hlai 1789 die Vereinigung seiner aus 2000 Bänden beslehen- 
d«tt Hof- und Privatbibliothek mit der zur Universit&t gehörigen, die 
sich damals auf 16,000 Bände belaufen mochte, anbefahl, sondern auch 
zur Aufstellung des ganzen Bücherschatzes 1790 — 92 einen grossen 
Baal mit mehreren kleineren und nebst Vorzimmern mit namhaften 
Kosten erbauen Hess. 1802 schenkte der als Orientalist bekannte 
Exjesuit Professor Mbehrlein der Bibliothek 500 Bände im Fache der 
biblfsch - exegetischen Lilteratar und orientalischen Philologie wichtiger 
Werke. Bei der 1808 erfolgten Sftcularisation der Stifter und Klöster 
wurde die Bibliothek neu organisirt, und erhielt durch ^\t Einver- 
leibung der Sammlungen von dergleichen geistlichen Stiftungen eine 
ausserordentliche Bereicherung. Sie kam damals in den Besitz der 
niachbenannten Bibliotheken : des älteren Bambferger Domcapitels (von 
Kaiser Ueibtich II. zu Anfang des XI. Jahrhunderts gestiftet) mit 2:000 
der kostbarsten Pergament -Mss., grösstentheils aus dem X. bis XII. 
Jahrhunderte — der Benedictinerabtei Banz, die eine reiche Ausbeute 
im Fache der Patristik, des Kirchenreehtes und der Litteratnrge- 
schichte gewährte — der Langheimer Cistercienserabtei mit nur 8000 
bänden (theologischer, meist liturgischer Werke), da leider im Jahre 
zuvor bei dem Brande der Abtei gegen 15,000 Bücher verloren ge- 
gangen waren — der Benedictinerabtei Michaelsberg mit schönen Pier- 
gament-Mss. — dier Dominikaner-, Franziskaner-, i{armeliter- und 
Kapuzinerklöster in Bamberg (des letzteren nur theilweise) mit sel- 
tenen Inkunabeln — des Bamberger CoUegiatstiftes St. Jacob — wozu, 
ausser anderen naiAhafteh weiter unten zu erwähnenden Bfifcherer- 
Werbungen, ferner noch 'die fürstbischöfliche Sammlung von Garten - 
bücherii im Schlosi^e Seehof, die Bibliotheken der Franziskanerklöster 
zu Cronach, Forchheim und Gössweinstein, des Kapuzinerklosters %ti 
)ftöchstädt, isrowie 1819 eine Auswahl der FranziskaYierbibüothek zu 
Eltingen hinzugekommen sein sollet, und denen auch die Bibliothek 



Memh€¥^ 1$ 

der Benedictiiienbtei Uiehelf^M sieh antehliessea dörfU. War die 
flaffiberfer fifblioClMk seit ihrer ReorganisaCioB auf diete Weite «tt 
itodeuteiiilein BikherbeeiUe gelangt, eo sah sie sich deeb leider a«f 
der aaderea Seile im Laufe der nftehsten 30 Jahre in ihre» pek«- 
niaren IntereaseB vielfieh heeiiitrflchligt, und vom Genüsse ihres rccht- 
inissigen Sciftungsfends eam grössten Theile abgehalten, bis die eil- 
rigen Bernfthnngen des um die Bil)iiotb6k hochverdienten Bibliothekars 
H. J. iSck diesen Beliinderuiigen endlich ein Ziel seilten. Unter den 
nambalteren oben angedeuteten Büchererwerbnngen sind folgende ui 
bemerken: 1807 die an hi^ftorisch- statischen Sammelwerken und fran- 
cdsischer Belletristik reicfae und durch die naturwissensohaftliche BAebcr- 
s^mmhing des Leibarztes i. Tb. HoeiTel vermehrte rheinpfölziscbe Bi- 
bliothek des Henioges Karl von Zweibrflcken, welche dem König 
Maximilian Joseph I. von Bayern vermacht worden war, und, nach 
vieKacben VeKOsten bis auf 1],40D Bände znsammengeschmoUen, der 
Bambergei* Bibliothek, jedoch nur unter der Bedingung gesonderter 
Aufstellung und Verzeidinung, Obergeben wurde -— 1813 eine Zahl 
von 600 -Bftnden meist juristischer und kirchenrechtlicher Werke ans 
dem Besitie des geistlichen Bathes A. Frey — 1815 eine dergleichen 
von 400'Bi5n(len theologischer und litterarhistoriscber Bücher aus dem 
Besiise des Bibliothekars A. Schmötzer — 1838 die Böchersammlung 
4es HedleiflalralheB J, Weigand, ISOO Bände — 1835 die des Land- 
orztes J. Rochhafen, SOO Btode — 1838 eine Sammlung von 7i 
"BSaden Bibeln der englisehen Bibelgesellschaft — 1839 eine von der 
eng^iseben Regierung geschenkte Sammlung von .Urkundenwerken zur 
engliseheo beschichte in 250 Folianten — 1849 eine Zahl von 600 
Bänden «bemisrber «ad naturwissenschaftlieher BQcher aus dem BesiCae 
des Apothekers Bunpf — 1850 die besonders an medicinischea 
Journalen reiche, 800 Bände starke Bibliothek des Bamberger ärzt- 
lichen Vereines — 1851 die in Folge testamentarischer Bestimmung 
«nd »unter der Bedingung gesonderter Aufiitellung geschenkte Kunst '- 
und 60O0 Bände" starke -BOchersammlung des bekannteniKunstforscbers 
Joseph IMIer (-f- 4. Juni 1849), welche durch eine fast vollständige 
Beibe A^. Bflrer^seber >KuBslblätter, durch viele werlhvolie Kupfer^ 
stielte der altdeutschen Schule, schöne Wassermalereien, seltane Xylo* 
grapliea und Holzschnitte, viele Mss. für fränkische Gesehiohte, lun- 
ningliche Notizen zur Kunstgesebiehte, eine grosse Auswahl Nümbeager 
Inkunabeln mit Holzschnitten und eine sehr bedeutende Zahl kuost- 
geschieh tlieber Werke sieb auszeichnet. Ausserdem ist eu enyäbn^f 
4as8 die ^Bibliothek dem letxtverstorbenen Bibliothekar JAck, sowie dem 
Oebeimrath Leibarzt Dr. J. L. Seboealein in Berlin eine ausserordent* 
Uch betrSebtliche Anaabi von Bflobem vecdankt, welche diese beiden» 
der entere gegen 80(M, der letztere gegen I0»000 Bände üod 

a* 



so Bamberg. 

mehrere Tausend DisserUtionen, von Zeit 2u Zeil aus Pietfit Ar die 
Anstalt dargebracht haben* Bei solchen Zuflüssen kann es nicht be- 
fremden, dass der Gesammtbestand der Bibliothek, obwohl ihre Geld- 
mittel zu Ankäufen nie sehr bedeutend gewesen sind, und trotz der 
zu verschiedenen Zeiten ihr widerfahrenen Beeintrfiditigungen , doch 
jetzt mehr als 70,000 Bände beträgt, worunter die schon erwähnten 
2000 Pergament- und überdies noch 1160 Papiermss., sowie 3000 
Inkunabeln mit vielen Holzschnitten sich befinden. Hierzu kommen noch 
über 150,000 Dissertationen, Lob- und Trauerreden und sonstige 
kleinere Gelegenheitsschriften. (Der jährliche Zuwachs beläuft sich 
gegenwärtig auf 800 — 1000 Bände und 3 — 400 Dissertationen und 
Gelegenheitsschriden.) Was die Geldmittel der Bibliothek anlangt, so 
waren ihr zwar neben den Büchererwerbungen auch mehrere Geld- 
legate zu Theil geworden — so unter anderen: 1719 von Jos. Goeb 
300 Fl., 1723 vom Weihbischof W. Schnalz 1000 FL, 1755 von dem 
Geschichtschreiber J. Hertenberger 1160 Fl., 1632 vom Regierungs- 
Präsidenten Freiherr v. Weiden 400 FL u. s. w., wodurch die Biblio- 
thek in den Besitz eines Kapitalfonds von nicht weniger als 4100 Fl. 
gelangt ist — allein die Zinsen dieses Kapitales und die Erträge eini- 
ger anderer Stiftungen und Rechte, sowie ein jährlicher Zuschuss von 
412 Fl. 30 Kr. aus Staatsmitteln ergeben zusammen für ein Jahr nur 
die geringe Summe von 663 FL 40 Kr. Rh. , wovon blos 300 auf 
Bücherankättfe und 60 auf Buchbinderluhne kommen. Ausser dieser 
Summe geniesst die Bibliothek noch die Zinsen eines Vermächtnisses 
des verdienten Jack, welcher ihr sein ganzes Vermögen von 9250 FL 
als £rbe hinterliess , damit davon die . Besoldung eines ständigen Bi- 
bliotheksecretairs und Ausgaben für dringliche Realbedörfnisse, wozu 
der Jahresetat nicht immer ausreicht, bestritten werden können. Die 
Bibliothek, die sich jetzt noch in dem früheren Lokale, im ehemaligen 
Jesuiten- Collegiura, befindet, nimmt dort in den drei Stockwerken 
des Hauptflügels 22 Sale, Zimmer und Gorridore ein, unter denen 
der vom Fürstbischof Franz Ludwig v. Erthal erbaute prachtvolle 
grössere Saal von 90 F. Lauge, 30 F. Breite und 21 F. Höhe beson- 
dere Erwähnung verdient. In diesen Räumen ist der gesammte ßüche^ 
schätz in 25 Hauptklassen (mit römischen Buchstaben bezeichnet) yer- 
theilt, innerhalb deren die Bücher in Fächer (mit römischen Ziflern) 
geordnet, und innerhalb dieser in wissenschaftlicher Reihenfolge' (mit 
arabischen Ziffern) aufgestellt sind. Die 25 Häuptklassen sind fol- 
gende: A. Bibeln, in 1 Katalogband verzeichnet; B. Patristik, in 2 
Bänden.; G. Biblische Exegese, in 2; D. Jurisprudenz und Staats- 
wissenschaften, in 3B; Ea. Allgemeine Geschichte, in 8; Eb. Spe- 
zialgeschichten , in 13; Ec Kirchengeschichte in 9; F. Hilfswissen- 
schaften der Geschichte sammt Länder- und Völkerkunde, in 15; 



Bamberg. IL 

6. lt({era(ur^eschichte und Biographien, in 5; H. Philosophie und 
P5(iagogik, iD 5; I. Mathematik, Physik und Astronomie, in 3; Id. 
looslgesehichte, in 4; K. Naturwissenscharten, in 7; L. Hedicin, 
ü 12; K. Griechische und Römische Klassiker, in II; N. Philologie, 
in 4; 0. Privat- und National -Oekonomie, in 2; P. Kirchenrecht, in 1 ; 
Q. Theologie, in 10; R. BamLergensia, in 13; S. Kleine Gelegenheits- 
schrifleo, ju 12; T. Periodisciie Lilteralur, in 4; Z. National litteratur 
(Belletristik) , in 16; Manuscripte , in 1 ; Inkunabeln mit und ohne 
Holisehnitt, in IG; zusammen in 209 KalaloghSnden. Von Katalogen 
besitzt die Bibliothek, ausser den gewöhnlichen Accessions -,«Donation9-, 
De/ecteo-, Desideraten- und Doublettenverzeichnissen , drei Hauptkata- 
ioge, oioilich: 1) einen alphabetischen Nominalkatalog in beweglicher 
l^orm d. b. in losen Titelblättern, die in Kapseln aufbewahrt werden ; 
2) einen wissenschaftlichen oder Fachkatalog, wie erwähnt, in 209 
Binden, worin die vollständigen Titel der Bücher diplomatisch genau 
veneichnet und in alphabetischer Reihenfolge eingetragen sind ; 3) einen 
Staodkataiog in 24 Bänden. Hinsichtlich der Benutzung der Biblio* 
^^ giebt das seil 1848 giltige Regulativ im Allgemeinen folgende 
Vorsclirilten. Das Recht zum Entleihen von Büehern steht nur Beam« 
^, Geistlichen, Burgern und anderen selbstständigen dem Bibliolheka- 
^>(e bekannten Personen zu ; jedoch können, gegen Bürgschaft solcher 
Pmonen, aach Unbekannte, sowie Studirende des Lyceums, wann der 
von ibnen auszustellende Sehein vom Rector oder einem der Profes- 
soren des Lyceums contrasignirt ist, Bücher geliehen erhalten. Da 
*^r die Bibliothek für die Beförderung rein wissenschaftlicher Zwecke 
Mmmt ist, nicht aber zur Befriedigung einer blos unterhaltenden 
^cctTire, so werden in der Regel überhaupt keine Romane, Schauspiele, 
Gedichte und Schriften der sogenannten schönen Litteratur (Belletristik). 
ausgeliehen. Selbstverständlich bleiben auch litterarische Seltenheiten, 
Budschriften , Urkunden, Inkunabeln mit Holzschnitten, Kupferstich- 
^crke, Lithographien, sowie alle zum Nachschlagen dienende Werke 
^ gewöhnlich vom Ausleihen ausgeschlossen. Auf blos mündliches 
Verlangen werden keine Bücher verabfolgt, nur gegen schriftliches 
^ueh. GeöfTnet wird die Bibliothek alle Mittwoche und Sonnabende 
^--12 und 2—4 Uhr; nur während der Herbstferien vom 1. Septem- 
ber bis zum 1. November, wo die jährliche Bücherrevision erfolgt, 
werden Bücher an Einheimische nicht verliehen, wiewohl Fremden auch 
wShrend dieser Zeit die Anstalt täglich 11—12 Uhr zur Besichtigung 
^d Benutzung offen steht. Die Zahl der verliehenen Bücher kann 
jibrlich auf 1600— 2000 veranschlagt werden. Die Verwaltung der 
Bibliothek ist einem einiigen Bibliothekar, Dr. M. Stenglein, übertra- 
?^) dem nur noch ein Secretair, C. Schoen, in Folge der iäck'schen 
^mentarisehen Bestimmung, und ein Gehilfe beig^eben sind. 



SobMötxer, A., Aiteige einig, aoob anbekaHnl. alt. DrQckvark« , wekibe za 
Mflnchen erschinnen sind. Ein Beilrag zur Alt. Buchdrackergeschichle. Mit Abb. 
Mönch. (Bamb.) 1814. 4. 

Terzeicbniss von Büchern aus allen Wissenschaft, etc. Bamb. 1823. 8. 
(Doiribl. Katalog.) 

IHcb, H. J., ToUsUnd. BeschreibiiBg d. dfienlU fiibliotbak za Bamberg. Mit 
Nachriebt. Aber Bamberg'acha Gelehrte, Schrirtsleller, Meister -Sänger, Abschrei- 
ber n. Miniatur -Maler d. Mittelalters; ober alle Studien - Anstalten n. Bibliothe- 
ken in d. ehem. Fnrstenth. Bamberg ton XI. bis z. XIX. u. besonders über <. 
aM ihnen erglinete ötfSsml. Blblioih. vom XVIl. Jbrhdt. bis auf dnsere Zeit 
3 TbIe tn 4 Abth. (mit besond. Titeln.) Nfirnb. 1831—35. 8. 

Ooabletten - Verzeichnisa d. öffentl. Bibliothek zu Bamberg. Bamb. 1833. 8. 

iäck, H. I., Tiele Alphabete n. ganze Scbriftmuster Tom VTII. bis XVI. 
Jbrbdt. ans d. Handschrift, d. ößenll. Blbliotfaet ta Bamberg. 4 Hfte. Leipz. 
1998-86. fol. 

Epderieio, F» L., ComaseBlatio de Bamberg, codice inslitult. QnlDliliani ma- 
Qsaeriptp. Secl. l— IV. Soevof. 1842'-§2. 4. (Programm.) 

fiiblioiheks- Ordnung von 1842. s. Serap. 1844. Nr. 20. 
Die Meriogl. Biblioth. Ton Zweibräcken betreff. 

Oroll> G. Cb., ComnieataL de illnsiri olim Bibliotheca ducal. Bipont. p«r 
dnpK tfempoHs injnr. saecalo $up«r. depardita. Bip. 1768. 4. 

*Lycealbibliothek ist 1805 begrOndet, uod uDter Anderen 
18S0 duroh viele Bacher aus der Verlasseoschaft des geistlichen Rathes 
A. Frey vermrebrt worden. Zu den AnsehalTuoi^en , über welcbe das 
GiHaehten sftmmtlicber Lycealprofesaoren eu entscheiden hat, werden 
jthrlich im Durchschnitte 50-^1^8, segar bis 150 PI. Rh« verwendet. 
Bie Benutzung der BibliolMt; »lebt deki Professoren und Schülern 
allein au, die, mit Ausnahme der Ferien, Jederseit auf Wunsch Bücher 
erbaUeYi können. 

^Bibliothek des Ernestinischen Priesterhausesi ^ür 
welche sdion bei der £i1)auung des Prieslerbattset 1731 — 37 awei 
Säle eittgeriehtet worden waren, hat unter andere» durch das Ver- 
uAchtiisfl der Büchersammlung des Weihbischofes Hahn, 1778 durcb 
den Ankauf einer anderen, der des WeihhisCbofes v, Nitschke« iemer durdi 
ein fiflcher- («id Geld- 1000 FL Rh.) Legat des Weibhisohofes Bahr 
(t 1805), sowie durch Bueitergesche»ke der geistliehen Raihe A. Frey 
und Stapf (1821) und ScheUenberger (I8S8) einen sehr ansehnliokeu 
Uknfaflig erhalten. Man findet in ihr die Theologie, namentlich in der 
Kircdeo- und deutschen Betthtegesehielite, im kaooniachen iVe(<;hte uod 
ii der Patristik sehr gut besettt. Die BeiwUiwg der Bibliotbe^c ist, 
ausser den AluAi^ran des Prieülerhanses und den Gandidaten der Theo- 
logie> auch anderen Lhteraten gestattel, und steht jederi^it frei. 

^Bibliothek dea Sohullehrer-Seminares iat, bei Ge- 
hogenheil der 1804 — 5 erfolgten Reovganisation dea SeHünLares» auf 
Vefanlassuiig dea Sdhulralhes Gräser auf Sliaaidkosten hegründet wor- 
den, und wird aus 'der Guts •Position für den Lehra^P^rat Aach öem 
Gutachten der Insjpeotibn iNgelmdasig vermehrt. Si^ m9^ gegenw^tig 



Bamberg, Banx, Barth, Baruth (m 4* Säehi. Oberlauiitx), Basel. 99 

c 2000 fiände stark seio, d«ren BenaUung den Aagehdrigaii des S«" 
mnares jederzeit frei ttehl. 

.*fiibliotbek des historischen Vereines, zunächst zur 
Benutzung der Mitglieder bestimmt» enthalt über 1000 Druck- und 
HandschrifteD. Ausserdem besitzt der Verein eine Sammlung von 700 
grösstentheils von Dr, Schöqlein geschenkter Mänzen und Medaillen. 

^Bibliothek des Kunst- Vereines ist, ebenso wie die 
dem Vereine gehörigen Sammlungen von Medaillen, Kupfer- u^^ 
Suindrücken, zunächst nur zum Gebrauche der Mitglieder bestipimt. 



^flerzogUche Bibliothek, jetzt im BefliUn des Herzogen; 
Maximilian von Bayern, ist von dessen Grossvat^r» ifsa Herzpge Wii- 
hehn (f 1S37), angelegt wprdeiy, und eptbAU ßtAdtsrechtliche, ökono- 
mische, historische, geographische und belletristische Werke. Auch 
steht mit ihr eine Sammlung physikalisoher Instrumente in Verbindung. 

Bartli« 

"^Kirchenbibliothek besitzt die Büchersammlung des PrSpo- 
sftus Mezger. 

ll»ra|;li (In der Sachs. Oberlausitz). 
^Kirchenbihliothek ist 1667 von dem Landvoigt N. y. Gers- 
dorf angelegt worden« 

Vanel. 

^Bibliothek der Lese-Gesellschaft, unter der Obhut 
einer aus freiwilligen Mitgliedern gebildeten Gommission, wird in d.eii 
Gesellschaftsstunden geöffnet, ^um Leihen von Büchern sind nur die 
Mitglieder berechtigt; doch erhalten Freunde auf Empfehlung eines 
Mitgliedes auf die Dauer eines Monates freien Eintritt in da? Lese- 
und Conversationszimmer. Der Umfang der Bibliothek soll niit £in- 
schluss der naturhistorischen, die sich in Basel befindet, auf 27,000 
Bände belaufen. 

'^'Jugend- und Bürgerbibliothek, im Lokale der Lese- 
gesellsebaft u;id unter der Aufsicht einer, eigenen jedes Jahr n.eu zu 
wählenden Qomn^isfiion > soll geg^n SOOQ Bände enthalten, {(ach an- 
deren Angaben besitzt die Jugendbibliothek nur c. 2000, die Bürger- 
bibliothek clOOO Werke. Die erstere ist. 1807, die leUtere l^^^ 
von der Gesellschaft ^u^ Beförderung des Guten und Gemeinnützigen 
gestiftet worden« Die Jugepdbiblio^tek steht Knaben und Mädchen 
gegen ein Ahenneiuent von 12 Bt^. für 1 Band auf ein halbes J^hr 
zur Benutzung frei, gleichwie Jugend- und BMrg^rbib]io,tbek, beide w- 
sauusen , g^en ^ip gleiches Abonpement allen Erwachsenen b^id^rl^i 
Geschlechtes zum Gebrauche zugänglich «ind, Behuf? des I^^iheqs 
Yon Puch^p ji^hefl 4ie Rn?Jbj?» Pon»sr;8Wg? a-r?, fUfi ^IWphjpÄi Wpp- 



24 . Basel. 

tags 11 — 12, die Männer Donnerstags 11 — 12 nnd Sonnabends 1—2, 
die Frauen DonnersUgs 2—3 und Sonnabends 11—12 Uhr Zutritt. 
Dfe Zöglinge des Stadtwaisenhauses und der landwirthscbaftlichen A^ 
menschule, sowie die fleissigen Schflier und SchQlerinnen der Real- 
anstatt haben die Erlaubniss, die Jugendbibliothek unentgeltlich be- 
nutzen zu dürfen. Die Zahl der Leser belauft sieh jährlich auf 
4 — 500 zu fast gleichen Hälften ffir jede Abtheilung,' die der ver- 
liehenen Bücher auf mehr als 2000 bei der iugendbibliothek und auf 
etwa 3000 bei der Jugend- und Bürgerbibliothek zusammen. Zur 
Vermehrung der Bibliothek werden theils die Abonnementsgeldcr ver- 
wendet, theils dazu noch 200 — 300 Schw. Fr. jährlich von der Ge- 
sellschaft zugeschossen. 

KaUlog der Jagendbiblioth. 1829. Fortsetzaog IS39. 
Katalog der B&rgerbiblloth. 1842. 

^Bibliothek des Lehrsaales für Arbeiter. 

Verzeichoiss d. Bacher im Lehrsaal f. Arbeiter in Basel. (Aof E.^E. Schmiede- 
zanft.) Bas. 1844. 8. 

Oeffentliche Bibliothek oder Universitätsbibliothek, im 
Museum (in 15 Sälen), früher auf der Mücke d.h. im Gesellschafts- 
hause der adeligen Geschlechter aufgestellt, ist 1530 (nach Edwards 
erst 1564) dadurch entstanden, dass man, auf Joh. Oporin*s Rith, die 
Bücher der aufgehobenen Baseler Klöster zu Einer Sammlung ver- 
einigte. Unter den später dieser Sammlung zu Theil gewordenen 
zahlreichen Erwerbungen sind als die namhafteren folgende hervorzu- 
heben: 1564 die Büchersammlung des Professors M. Borrhaus — ^ ^^^ 
vorzüglich im mathematischen Fache reichhaltige Rebcr'sche — l^^^ 
ein grosser Theil der medicinischen des Professors Hagenbach " 
1661 die c. 9000 Bände starke Bibliothek der Professoren Bonifacius 
und Basilius Amerbach, die nebst dem übrigen berühmten Amerbach*- 
sehen Kabinet 1650 für 20,000 Fl. nach Schweden wandern sollte) 
und vom Rathe von Basel auf Verwenden des Bürgermeisters J. B. Wett- 
stein um 9000 Rchsthlr. angekauft wurde — um gleiche Zeit die 
Büchersammlung des bekannten Erasmus von Rotterdam — 1705 die 
der Professoren Johann 1., Johann II. und Johann Jacob Buxtorf — 
1714 die Höxter'sche — 1806 die des Professors J. J. d'Annone, all- 
semein litterarischen Inhaltes — 180S diB des Arztes B. de la Che- 
nel — 1823 des Professors R. Päsch — in neuerer Zeit die Pro- 
fessor Urban'sche« Der Gesammtbestand der Bibliothek belauft sich 
gegenwärtig auf etwa 4000 (nach Edwards 5200) Mss. und 75,000 
Bände Druckschriften, unter denen die Fächer der Theologie und 
deutschen Litteratur, ebenso auch die naturhistorische und mathema- 
tische Section ganz vorzüglich vertreten sind. Die Aufstellung der 
Bücher ist nach den Faoultäten: Theologie, Jurisprudenz^ Hedicio, 



Boiilf Bitbmrg^, Berlin. S^ 

Geschichte (die AnttqiiiÜlleB siftd daton gesondert), Philosophie, Natar- 
gefchichte, Mathematik, Physik und Chemie, beliebt worden. Zur Ver- 
mebruDg der Bibliothek stehen, ausserordentliche Beilr9ge nicht mit- 
gerechnet, jährlich 2(^00 Fl. zur Disposition. Die Benutzung der Bi* 
bliothek ist, ausser den Professoren und Studirenden der Hochschule« 
auch der Baseler Bflrgerschaft fiherliaupt gestattet, zu welchem Zwecke 
das Lokal, mit Ausnahme der' Zeit von Weihnachten bis Neujahr, der 
Oslerwoche und vier Wochen im Sommer (vom 12. Juli bis zum 12. 
August), an jedem Wochentage l — 3 Uhr gedlTnet ist. Die Zahl der 
Leser beträgt jahrlich etwa 3 — 400, die der verliehenen BQcher ge- 
gen 800^1000 BSndei Das Verwaltungspersonal der Bibliothek be- 
steht aus einem ersten (Professor Dr. P. 0. Gerlach) und einem zwei- 
ten Bibliothekar (C. Buxtorf, Lehrer an der Bealschule) und einem 

Secretair (Candidat Rumpf). 

Schmelzer, G. Ä., präside, J. Ch. G. Rhode resp.« ObservaU. qoaed« criticac 
de antiq. Basiliens. Bibiiotbecae codice graec. IV erangeliorom in membran« 
scriplo. GoUing. 1750. 4* 

Beck, i. Ch., Üissertalio de Codd. NSS. graec. Novi Teslamenti in Bibliolb. 
ßasiliens. adservatis. Bas. 1774* 4. 

Pbillipps, Th., Catalogue of some of the roannscr. in the pobl. Library of 
Basle. MJddleb. 1824. 8. 

Wackernagel, W., die aitdealsch. HandschriTten d. Basief UniversilAlsbiblioth. 
VeneicbDiss, Beschreibung, Auszüge. Bas. 1836. 4. 

Fechter, D. A., die Amerbach. Abschrift des Vellejns Patercnlos u. ihr Ver- 
hiltnisa zam Murbacb. Codex n. zur Edit. princeps. Eine Unlarsiichaog.' Bas« 
1844. & 

Ferzeichniss anliquar. Bücher von F. Schneider in Basel Nr. 23. enlh. die 
Doob/eUen d. Baal. Ilniversität.-Bibliolb. u. a. 1851. 8. 

liedbarg« 

^Bibliothek der Rheinischen Ritler^Akademie ist 
1842 vom Geheimrath F. Schlosser zu Stift Neuburg bei Heidelberg 
durch Schenkung von 2000 Bänden meist geschichtlicher und philo- 
logischer Werke begrfindet worden. 

Berlin. 

^Bibliothek der m edicinis ch-chirurgisehen Akade- 
mie ist 1779 durch die BucKersammlung des Arztes J. F. Henkel 
Vermehrt worden. 

Bibliothek der Akademie der Schönen Künste, im 
AkademiegebSude, entbSlt c. 4000 Werke, meist auf die verschiedenen 
Zweige der Schönen Kfinste beaflglich, und eine bedeutende Kupfer- 
stichsammlung, auf deren Vermehrung jährlich etwa 1200 Tbin ver- 
wendet werden. Das Becht der Benutzung steht nur den Milgliedero 
und Schülern der Akademie zu, wiewohl auch andere Künstler am 
Besuche des Lesezimmers, welches Donnerstags, Freitagt und Sonn- 
abends- 9 — ^^1 Uhr. geöffnet ist, nicht hehindwt werden. BQcher mit 



DMbHaus nehmaD dQrfen nur die Hitglieder. (KUioÜiakar: prtfwor 
Caspar,) 

^Bibliothek der kdoiglicheii Akademie der Wissen- 
schaften ist 17$5 aus dem BQcherfonds der k^aiglichea Bibliothek, 
welche auf Befehl des Köoigs Friedrich Wilhelm I. alle ihre uiathe- 
maUsohen uud medicioischen Werke, 2000 Blinde an der Zahl» an 
die Akademie abgeben mussle, begründet, und später von Zeit zu 
J^it nicht unbedeutend vermehrt worden. Nichts desto weniger bat 
sie gegenwärtig einen nur massigen Umfang, da der grössere Theii 
ihrer Bücher )703 an die königliebe Bibliothek wieder abgetreten^ 
und ihr nur die Denkschriften der gelehrten Gesellschaften, Wörter* 
bdeheri EncyUop&dien und Zeitschriften gelassen worden siqd» Ihre 
Benutzung steht allein den Akademikern zu. 

Bibliothek des Archives des königlichen Hauses, 
18S1 darch Ankauf der Bödenheek'schen Bibliothek venpehrt, eotbält 
c. 15,000 Bande, hauptsächlich Borossica. Sie ist im königlichen 
Schlosse aufgestellt, und steht unter der Aufsicht des Archivars 
(Dr. Tr. MSrcker). Ihre Benutzung ist nur den Archivboamten ge* 
statlat. 

Bibliothek der königlichen Ober-Baudeputation, im 
Gebäude der könfglichen Bauakademie, enthalt c. 10,000 B9nde auf 
die verschiedenen Zweige der Bjiuwissenschaften bezuglicher Werke. 
Sie wird Montags, Donnerstags und FreiUgs 6—8 Uhr geöffnet, und 
an diesen Tagen durchschnittlich von 40 Personen besucht. Das Beeh' 
ihrer Benutzung steht, ausser den Ober-Baudeputationsmitgliederp, ^^^ 
Mitgliedern der technischen Baudeputation, den Lehrern der Baual^^' 
demie, den Eleven derselben, sowie des Baugewerbeinstitutes und d^^ 
Studirenden der Universität zu; doch werden nur den Ober-BaudepU' 
tationsmitgUedern und den akademischen Lehrern BQcher mit oacn 
Haus verabfolgt. Der Fonds zar Vermehrung der Bibliothek gewährt 
jahrlich 800 Thlr. Ein Mitglied der Ober-Baudeputation (Geh. Ober- 
baurath Severin) führt die Oberaufsicht über die Sammlung. (Custos. 
Geh« Secretair Bohl.) 

Ver zeichniss sfimmtl. Bücher, welche sich z. Z. in d. Biblioih. der k* ^^^^^^' 
Ober-Baudepatation beßnden. Berl, 1825. 8. . ^ 

Verzeichniss der in d. Bibliolb. d. K. Ober-Baudeputation vorhandenen Wer 
Berlo Detember 1848. 4. . 

* Bibliothek des Bethamidrasch (oder Talmud-Sohw* 

hauses) enthält ungeßhr lAOO Werke in rahbinitcbcr ^pf^^^^'Jf^i 
runter vielleicht ein Dutaend Handschriften sind. Dea gröesAffen Tbei 
dieser Werke, mehr als 600, verdankt die Sammlung dem im M4rz 1d ^ 
verstorbenen Rentier B. S. Gumpertz , der aus Pietät fflr aeioeft' ^^^|J^ 
geschiedeaen Vater aus seiner c. 14^00 Werke starken ^'^^'^^ 
•InnlUohe bebrUaGii-xaMiiuseke Mleh^r dem Jetliafflidraseb yenn«^ 



hate« Lange Zait war dia ^ibliothak arg ¥eriiacblSa«igt und in iturea 
loteressen beeinträchtigt gewesen, hat aber ia neuester Zeit eine 
durcbgreifeiide und wohltbAtige Reform . erfabren, und steht, wohl ge- 
ordnet und verzeichnet, unter der Aufsicht eines Talmudgelehrten 
(Perl) 9 in einem parssenden Lokale taglich zwr)If Stunden dem Publi- 
kom zur Benutzung offen. Das auf einer riesigen Tafel im ersten der 
Lesezimmer befindliche Reglement in hebrSischer Sprache lautet, ftber- 
HUX, wie folgt: Dem geehrten Ftthhkum wetches sich in Belhami- 
dra$eh einfindet Lilmod ü^hlammed (zu lernen und zu fekren) er^ 
gehl hiermit die Anzeige y das» der Maschgiach AI Ha^sefarim {Auf'- 
ieher über die Bücher) täglich von 9 — 12 Vormülags und von 2 — 10 
Uhr Nachmittags ausser Seman Ha - tefilla (Zeit des Geheies) vom 
unterzeichneten Vorstande beauftragt ist ihnen jedes dort befindlich 
geforderte Sefer (Buch) zu übergeben und nach dessen Gebrauch zu* 
rückzus teilen. Es ist jedoch gedachter Maschgiach autorisirt dem- 
jenigen der ein Sefer beschädigt oder unsauber gehalten ferner heins 
zu verttb reichen, besendei^s aber kein Sefer zum Gebrauch ausserhalb 
des ßethamidrascMokals AI Pi Cherem Meha ^ kadmonim (in Folge 
eines Bannspruches der Vorfahren) verabfolgen zu lassen* Am fümf» 
ten des Matsals Adar Riach^ 611 (:= 7. Februar 1861). Salomon 
Stotower^ Rafael Ben Rabbi Chafim S* L. {gesegneten Andenkens), 

Chafim Ben morenu Ha-rab Rabbi Kaiman Weyl S. L. 

Lt. (Lebrechl), F., die rabbin. ßibiioth. des Berliner Belhamidrasch. (Aus d. 

Bert. Nalfon.-K»g. abgedr.) ßerl.l8d2. 8. 

'Bibliothek des Gadetten-Corps ist 1710 entstanden. 
Wippet, W. i., Verzeicbniss d. Bficher, welche sich in d. BiMioth. der Ik. Ca- 
de(t«D -Anstalt z« Berlin befinden, u. qach des Wissenschaft. awls^^lHIl sind. 
Berl. 1823. fol. Mit Nachtrag, 

*Bibliolh6k des Generals tabes ist IS16 entstanden. 

^Bibliothek der Gesellschaft d^r Gartenfreunde 
enthält nicht nur die besten deutschen Zeitschriften über Gärtnereii 
sondern auch die vorzüglichsten ausländischen periodischen Schriften 
und Kupferstichwerke über Pflanzenkunde. Sie steht jedem (litgliede 
zur Benutzung offen^ und in einem besonderen Lesezimmer sind stet$ 
die wichtigsten Werke über Gärtnerei ausgelegt. 

^Bibliothek der Üuflandisch en Gesellschaft für 
Hedicin und Chirurgie ist in den 20er Jahren des gegen wärti" 
gen Jahrhunderts entstanden. 

Bibliothek der Berliner Missions-Gesellschaft^ im 
HissionsgebSude und zum Gebrauche der Zöglinge dieses Institutes, 
enthält c. 1000 Bände Missionsschriften und Journale. Di« Aufsicht 
über sie fuhrt der jedesmalige Vorsteher des Missionsinstitutes. 

Bibliothek der naturforschenden Gesellschaft (unter 
der Leitung des Geheimrathes Dr. Klug) ist ijn Ges^Uschaftsgebäude 



28 BerUt^ 

anfgestellt» und eDtlillt eine Aaswahl nttarwisseDschaftlicher, namenl- 

lieh älterer Werke, etwa 5000. 

(Klog, F.) Veneichiiss d. BAcber d. fiesellsehaft nalorrorscbender Freande 
io Berlin. Berl. 1828. 8. 

*Bihliothek der polytechnischen Schule, an jedem 
Montage und Donnerstage den Mitgliedern geöffnet, besitzt c. 400 
Binde. 

^Bibliothek des Berlinischen Gymnasiums luin 
grauen Kloster ist 1715 begründet, und durch die Büchersamm- 
lung des Geheimrathes J. Gh. v. Tiefenbach vermehrt worden. 

Chrislgafins, M. G. , de ioiliis, increment. et stato hodierno bibliotb. scho- 
last. in Gymnas. Rerolinensi. ßerol. 1738. 4. 

*Bibliothek des Cölnischen Real -Gymnasiums zum 
Gebrauche der Lehrer. Neben ihr besieht seit 1832 eide Schuler- 
bibliolhek. 

Der Katalog der Scbälerbibliolh. ist gedrockt, u. durch Nachträge in den 
Programmen Terfollständigt. 

* Bibliothek des französischen Gymnasiums ist 1792 
entstanden. Aus der für die königliche Bibliothek angekauften BAcher- 
sammlung des Prinzen Heinrich von Preusseu erhielt sie 1817 alle 
diejenigen Bflcher, welche in der königlichen schon vorbanden waren. 
Erman, H. P., fünfte Nachricht von d. Bibliotb. d. frenzös. Gymmsinms. Berl. 
1796. 4. (Die vier ersten Nachrichten sind wahrscheinlich in den vier Torbcrgeh. 
Jahren erschienen.) 

*Bibliothek des Friedrich-Werderschen Gymna- 
siums ist durch die Büchersammlung des Hofrathes Buchholtz ver- 
mehrt worden. 

*Bibliothek des Friedrich - Wilhelm • Gymnasinms 

ist durch die BQchersammlang des Kriegsrathes Schcchteken begrün- 
det worden. 

*Bibliothpk des Joachimsthaler Gymnasiums datirt 
ihre Entstehung zwar schon aus der Mitte des XVII. Jahrhunderts, 
wo die durch den dreissigjShrigen Krieg zerstörte Anstalt (die früher 
wohl auch bereits einige BQcher besessen haben mag) von dem gros- 
sen KurfQrsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg nach Berlin ver- 
legt und gleichsam von Neuem begründet wurde; aber zur eigent- 
lichen diesen Namen wirklich verdienenden Bibliothek legte* erst die 
1717 um 1900 Thlr. angekaufte Sammlung des Professors C. Joh- 
renius zu Frankfurt a. d. 0. den Grund. Den ersten beträchtlicheren 
Zuwachs, wozu von 1741 an jährlich 50 Thlr. bewilligt gewesen, 
aber nicht immer regelmässig gezahlt worden waren, erhielt die Bi- 
bliothek 1787 durch das Vermächtniss der Prinzessin Amalia von 
Preussen, die ihr ihre sämmtlichen Bücher, Kupferstiche und Musi- 
kalien, einen Schatz von Seltenheilen und Kostbarkeiten der Litteratur 
und Kunst (die später sogenannte Amalien' Biblioiheh) , hinterliess. 



Berite. 29 

Zwölf Jahre später (1799) üel der Bibliothek die Oelricbsische Stif- 
tung zu» die in einer sehr bedeutenden Sammlang ausgewählter Bücher 
aas dem Nachlasse des geheimen Legationsrathes Dr. J, G, G. Oelrichs 
bestand; 1811, als ein nicht minder werthvoUes Legat, die 5 — 6000 
Binde starke, an treiTlichen Ausgaben alter Klassiker reiche Bibliothek 
des Justlzminislers II. v. Thulemeier; 1821 eine namhafte Anzahl von 
Büchern, die aus der Verlassenschaft des Professors G. Schneider er- 
kauft wurden. In Folgie solcher Erwerbungen, und zumal seit 1S17 
der jährliche £tat für Bücheranscbafluogen bis auf 200 Thlr. (die zeit- 
weiligen ausserordentlichen Bewilligungen nicht mitgerechnet) erhdht 
worden war, gewann die Bibliothek eine sehr ansehnliche Stärke, die 
gegenwärtig nicht unter 35,000 Bänden veraosddagt werden dürfte. 
Ausserdem besitzt die Bibliothek viele MSS. Von Katalogen sind zu 
Ende der 20er Jahre sowohl ein Nominal- als ein Realkatalog begon- 
nen worden. — Neben dieser Gymnasialbibliolhek begründete 1785 
der Inspector Süss die sogenannte Schülerbibliothek, und führte da- 
durch ein Werk ins Leben, zu dem schon 1774 der Professor Traue 
die Anregung gege))en hatte. 

Neierotlo, J. H. L., de Bibliotbeca Gymnasio dono daia, et de bibliotbecis 
speciosis, Berol. 1788. 8. 

Dessen Nachricht von der von der Königin Amalia dem Joachimsth. Gymnas. 

tennacbten Biblioth. u. Mnsikaliensammlang, nebst Verzeichnis« d. vorzögHcbsten 

Bücher der ersleren. Berl. 1788. 4. 

Köpke, F. C, Geschichte d. Bibliolb. des k. Joachimsth. Gymnasiums, nebst 

eioigen Beilagen. Programm. Berl. 1831. 4. (Programm.) 

«Bibliothek des NicolausBürger-Hospitales ist 1938 
entstanden. 

Bibliothek des königlichen Gewerb e- Institutes, im 
InstitutsgebSude unter der Aufsicht eines Bihliothekares (Geh. Regie- 
ruogsrath Wedding) und eines Gustos (Lehrer Freiberg), enthält c. 6000 
Werke, meist technologischen Inhalts. Sie ist zur allgemeinen Be- 
nutzung Dienstags und Mittwochs 5 — S Uhr Abends geöffnet, wogegen 
Bücher nur an die Mitglieder des Ministeriums und seiner technischen 
Gewerbedeputation verliehen werden dürfen. Zu Anschaffungen sind 

jährlich 1500 Thlr. bestimmt'. 

Vcrzeichniss der im Gewerbehaase aufgestellten königl. Biblioth. Berl. 1829. 4. 

Yerzeiebntss der im Gewerbehanse aurgeslelllen königl. Biblioth. Berl. im 
Jan. 1843. 4. 

^Bibliothek des medicinisch-chirurgischen Fried* 
rich-Wilhelm Institutes ist durch die Büchersammlung des Be- 
gimentsarztes Rosenmeier vermehrt worden. 

*KatholisGhe Leih- und Lesebibliothek, durch die 
Beuiühungen des Propstes Brinckmann^ meist mittels Geschenke ver- 
schiedener Verlagshandlungen, zusammengebracht, besteht aus über 
4000 Binden, zu deren Vermehrung die jährlichen Beiträge (minde- 



off Btrlift» 

steBs I 1 Thir.) der Mitgüeder einer eigens dt£u gebildeten Gesell- 
sehaft yerwendet werden. Die Mitglieder hshen f&r diese ihre Beitrage 
das Redit, BQcber aus der Bibliothek zur LectQre zu entnehmen, so- 
wie aueh Anderen, sofern sie fQr allen etvra daraas entstehenden 
Scliaden 'zu hnflen bereit sihd, die Bibliothek zur Benutzung zuging- 
Keh zu machen. 

^Bibliothek der Kirche zu St. Georg ist 1711 durch 
die Böchersammiung des Predigers Wilke vermehrt worden. 

«Bibliothek der Kirche zu St. Nikolaus ist 1590 be- 
gründet, und 1602 durch die Burgh. Bave'sche BQchersammlung ver- 
mehrt worden. 

Königliche Bibliothek hat ihren Grund in der bereits vor 
1650 als Schlossbibliolhek vorhandenen Sammlung, welche der grosse 
KurfQrst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, haupls9chlieh aus den 
Trümmern der Klosterbibliotheken der Mark Brmdenburg und mehre- 
rer unter seiner Regierung eroberten Linder, namentlich der Stifter 
Magdeburg und Minden, angelegt hatte, und 1G6] in einem eigens 
für sie eingerichteten und reich decorirten Lokale im ersten Stock- 
werke des im Lustgarten gelegenen Seiteogebiudcs des kurfürstlichen 
Schlosses, Aber der UofapoUieke , zur allgemeinen Benutzung aufslelien 
liess — obwohl nicht bekannt ist, ob sie auch schon 1661 dem 
Publikum zuginglich gewesen, und welchen Umfang überhaupt damals 
die Bibliothek, die unter anderen s&mmtliche aus dem Nachlasse des 
Dr. Marlin Luther 1595 von dem Administrator des Erzslif^es llagtle- 
burg, dem Markgrafen Joachim Friedrieb, um 1200 Thlr. erkaufte 
Bibeln und eigenhändige Handschriften Lulher's bcsass, gehabt habe. 
Mag aber auch der damalige Umfang vielleicht ein nur sehr missiger 
gewesen sein, so flössen doch der Bibliothek gleich in den ersten 
Jahren, seit sie zur öiTentlicben Bibliothek erhoben worden war, be- 
trächtliche Bereicherungen zu. Ausser den vom Kurfürsten ae(bst von 
Zeit zu Zeit geschenkten Bücliern, deren Zahl bis zu Anfang 1686 
auf 2000 Binde sich belief, erhielt die Bibliothek z.B. 1661 durch 
Vermächtoiss die Büchersamralung des Obersten v.d. Groben; 1663 
eine Anzalil Bücher aus der Bibliothek der Berliner Dorokirche; in 
dem nimlichen Jahre eine andere Sammlung, welche vom Bibliothekar 
J. Vorstius für 280 Thlr. (wozu 1671 einige armenische Werke Ifir 
33 Thlr. hinzukamen) erkauft wurde; 1665 die für 2600 Thlr. ac- 
qnirirte Bibliothek des pfilzischen Ralhes J. J. Russdorf zu Arnheim; 
166S die von der Gemahlin des Kurfürsten Louise Henriette hinter- 
lassene Sammlung; 1671 eine Zahl Bücher, die für 102 Thlr. 6 Gr. 
aus der Bremer Anction der Münchhausen'schen BHiHolhek erstanden 
wurden; 1672 die Bücher des Stiftes zum heiligen Onbe und der 
Kapelle ^u. Witstock ; in demselben Jahre eine aus ^< tm Besitze des 



herzoglich Hofstein-GoUorpischen Käthes B. NiederstStten rar 290 Thin 
erkaufte Partie p^rsisdier VLss, ; 1677 — 79 cin6 andere von 29 otren- 
talischen Hand- nnd 90 Binden dergleichen Druckschriften, wtelehe 
man aus der Verlassenschafl des frofessors Dr. Th. Petraeus tn Königs- 
berg für 9t6 Thlr. 3 Gr. erwarh 5 femer, gleichviel ob durch Ver- 
mäcbtniss oder durch Kauf^ die Bibliothek des Herzogs Ernst Bogis- 
laus V. Croy^ des letzten aus dem Geschlechte der Pomraerschen Her- 
zöge \iDd letzten Bischofs zu Camin (f 16S4 zu Königsberg), di« ftbri- 
gens erst 1692 nach Berlin gebracht worden tu sein scheint; 1695 
die für 1900 Thlr. erkaufte Bibliothek des Leibarztes Br. C. Bontekoe. 
^0 geschah es, dass die Bibliothek 1697 schon ungefähr 20,660 
gedruckte Bficher (in c. 90,000 Bänden?) und 1618 dss. aufieuvreisen 
halte, und Grävius von ihr in der Zueignung vor seiner 16S7 zu 
Amsterdam erschienenen Ausgabe des Lucian dem grossen KttTHirsten, 
ihrem Begründer, sagen konnte: Atlalicorum et Ahxttndrimrum regwn 
^umoralis Ubliolhecis palmam reddat ambiguam. Weniger zahlreidi 
als seither , wennschon noch immer ansehnlich , Ovaren die Beretdve* 
fUDgen der Bibliothek unter des grossen Kurfürsten Kachfolger, dem 
König Friedridi I. von Preussen, der ebenfalls wie sein Vorgänger 
seine eigenen BQcher von Zeit zu Zeit übergeben liess, dagegen ganz 
^«Weulend unter der darauf folgenden Begierung Friedridh Wilhelm'« I., 
^ut dessen Befehl sich die Bibliothek ohnehin noch imxsste gefdlen 
Issseo, dass 1698 ein grosser Theil der vorräl!higcfn Boubletten der 
^'oiversitlt Halle unentgeltlich zugewiesen, 1735 alle der Bibliol^elc 
^e/iörigen mathematischen und medicini^chen Bücher, 2009 Bände an 
der Zahl, an die Soci^tät der Wissenschaften versdienkt, und ebenso 
1737 sämmtliche Ma$ika]fen an den Husikdirector Sydow zu Berlin 
abgegeben wurden. Die namhafteren Erwerbungen tler Bibliothek un- 
ter Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I. bestanden in folgenden: 
1691 dem grösseren Tli^ile der vom Professor Ch. fiave zu Frank- 
furt a.D. gesammelten orientalischen Handschriften, wofür 1707 am 
die E^ben 200 Thlr. bezahlt wurden; 1693 der seither im Schlosse 
ZQ Köpenick befindlich gewesenen Bibliothek von 60 L 'Bänden meist 
iheolffgischer Werke, wovon jedoch 1694 an die Kurprinzessin eine 
Anzahl theologischer Schriften und Andachtsbücher wieder abgegeben 
werden musste; 1699 einer für 600 Thlr. vom Geheimralhe v. PalaiseAi 
erkauften Sammlung italienischer politischer Handschriften in 46 Quart- 
banden; 1701 der Bibliothek des Ministers Ezedhiel v. Spariheim, :900O 
Bande, wofür 12,000 Thlr. aus den kuniglic!hen Chatoullegeldern be- 
zahlt wurden, wesshalb auch die Bibliothek, welche lange Zeit lllr 
»ich be^tahd, und erst 1735 in di'e königliche Bibliothek kam, den 
tarnen der Uein&n königlichen oder sogenannten Spanhehnisthen Bi- 
bliothek fährte; 1762 der für '206 Thlr. erkauften chiviesischen -Bi- 



82 Birlm. 

bliolhek aas dem Nachlasse des Leibmediciu Dr. Ch. Menzel ; 1705 des 
Musikalien der Königin Sophie Charlotte. Hierzu kamen zwar oocb 
die Pflichtexemplare, welche in Folge der Verordnung von 1600 alle 
Buchhändler und Buchdrucker der königlichen Lande unentgeltlich an 
' die Bibliothek einzuliefern halten (eine Verordnung, der lange freilich 
nur sehr lAssig Folge gegeben wurde, unrl die daher ufterd und nach- 
dr&cklich wieder eingeschärft werden musste), nichts desto weniger be- 
trug aber deren Gesammtbesland 1715 nach Absterben Friedricb's l 
nur c. 50,000 Bände ohne die llaodscliriflen und bei dem Tode Fried- 
rich Wilhelm's 1. nur etwas mehr als 72,000 Bände und c. 2000 
Mss. Friedrich 11. der Grosse beschenkte die Bibliothek nicht dut 
1780 mit der vom Gbersien Quiutus Iciiius d. i. C. G. Guiacbardl bin* 
terlassenen sehr werlhvoUen Sammlung von 5300 Bänden, einigen 
Mss. und 30 grossen Bänden mit Karten und Plänen, welche er 1775 
XQr 12,000 Thlr. angekauft halle, sondern verwendete auch in ^^" 
letzten Jahren seines Lebens sehr bedeutende Summen^ auf Auschaf* 
fung neuer Bücher, so dass er bei seinem Tode die Bibliothek dop- 
pelt so gross zurQckliess, als sie ihm von seinem Vorgänger über- 
geben worden war: 17S6 betrug dieselbe nichl weniger als 150,000 
Bände. Die vom Könige von Zeit zu Zeit der Bibliothek verebrteu 
BQcher wurden übrigens, wie überhaupt alle seil 1770 mittels der 
ausserordentlichen königlichen Geldbewilligungen angeschauten Werke) 
der Bibliothek nicht sogleich einverleibt, sondern bildeten uoter 
dem Namen der neuen königlichen Bibliothek eine abgesonderte 
Sammlung. Das von Friedrich II. 1774 für die Bibliolbei^ ^^' 
gonnene neue Gebäude, welches sie noch gegenwärtig inne Ji'' 
wurde 1782 bezogen. Unter Friedricb's II. Nachfolger, dem K^'^|'^ 
Friedrich Wilhelm II., erhielt die Bibliothek unter Andern folg^r^ 
Bereicherungen: 1789 die besonders an alten Ausgaben von KUS'<>' 
kern und seltenen Werken reiche, 5100 Bände starke Büchersa0io|' 
lung des Predigers Fr. J. Boloff, welche für 8000 Thlr. a«ß®^*"!j 
wurde, aber eine abgesonderte Aufstellung erhielt; 1790 die von de 
Kriegsrath Müller hinterlassene und für 150 Thlr. acquirirte Sainoa^ 
lung jurislisch-militairischer Dissertationen und kleiner Schriften; 1^ 
einen grossen Theil der Bibliothek aus der Verlassenschaft des Lei 
medicus Möhsen, wovon die 6500 Bände enthaltenden Abtbeiluug^^. 
der Historia litteraria et iconographica, politica, Brandenburgica, 1^^ 
antiquarii und numarii für 2500 und über 800 Stück Landkarten }^ 
6 Bänden nebst 11 Bänden handschriftlicher diplomatischer und nun"^ 
matischer Sammlungen für 500 Thlr. erworben wurden. Auch 
nnter Friedrich Wilhelm 11. die lange schon angestrebte ^^^V^^^uan 
aller seither getrennt erhaltenen Abtheilungen (1. der alten königl'^' 
2« der Spanbeim'schen, 3. der neuen königlichen, 4. der Iciliu^^^ 



u 



Bmlim. tS 



ud 5. teloloTfcbtii MbKolhek) 1700 ßiOSA m Stande. Bk ie^ 

gimg Fittdrich Wilhdbn's lU. ift durck eijie sehr langa Raüie tnni 

TUleflehr ansehnlicher ErwertiuBgeo, welche dieBihlMihek miknnd 

dicierUt ediielt, aiageseichBet : sie erhielt: 1796 dieBiblioth^ dct 

kdoigüclMiAkaiieniie der Wissensehallen» mit eileiniger Ausnalune der ** 

Deoksdiri/tan der gelehrten GesellschafUii , Wurterbficfaer , fiaeyklo- 

PhiieDnod Zeitschriften, welche die Akademie behielt; 1799 die Iftr 

^OOTUr. in Gold* erkaufte Böoberstauniung des Professors J. Beinb. 

Fonierio Halle; 1802 eine Sainmlttiig Braedenbiirgischer Kupferstiche 

3ii< te Naehlasse des Leibmedbcus Hdhsen, fAr 600 Tbln gekauft; 

i8il djs oacbgelasaeBe Bjbliethek des Prinzen Heinrich yon Preusseui 

die durch Yermäcfatnias desselben das Bigentbum des Grafen de (e 

Me-Aymen geworden war, und Ar 6000 Thlr. in Geld ac<|uihrt 

vvrie (di^snigen BBcher^ welche davon die königliche Bibliothek be- 

i^lieBass, mussten 1817 an das Berliner fran^siscbe Gymnasium 

i%9d>eB werden); in dem namliehen Jahre eine grease Zi^bl Twn 

Pndiger 6.fi. Schmid in Berlin geschenkter Werke und die Samm- 

^Bog^lag Gebeimratbes v*Aesfeld von vaterländischen Iiandkarten und 

Kapremich'en; lj604 die von dem FftnBter^bisebef ven Gnesen Beicbs- 

Hi'ifeB V. Krasidu hinterlassene Sameftlupg von 14,699 in Kupfer ge- 

itoclKaai BiUnissen und (64 Hendscfariften berühmter MAnner, mit 

^ 7Ur. bezahlt; 18t l ein betrSchUiches Bacbejrverm&ehtniss ans 

^«m Backlasse Friedr. Ificolai's ; 1814 bis 1820 eine grosse Zahl von 

^QüJiiletdg der Breslauer Universititsbibliothek aus scblesischen Kloster- 

^l^^eken; in demselben Jahre den grössten Tbeil der Pommersc^en 

u^^ifHhek der aufgelAsten Gadettenansuk zu Stolpe; 1816 den lin* 

^tiieben TheU der vom Dresdner Osberbibliothekar Hofrath J. Gh. 

Adelong hioterlassenenBibUolhek und die historischen Papiere aus dem 

^^^ des Oberlandsgeriehts der Neumark; 18)7 die aus 17^000 

ttodeo Brück- und 836 fiandsobriflen bestehende und einen grosaen 

^<il der Lauoent. van Santen'schen Bibliothek enthaltende Sammlung 

^ PrAIaien geheimen iegationsrath H. F«v.Diez, welche unter der 

kdingsag vermnchi wurde, dass sie stets abgesondert und in der vom 

orUasser angenommenen Anordnung (1) Morgenländer, 2) Griechen, 

V Umr, 4) Mittelalter, 5) neue ZeiC, 6) Bücherkunde, Biographie 

^ Litterargeeehiehte) erhallen bleiben scUe; 1818 eine Amcahl vc^ 

Ritten aas den vom Brofi^^r J.S.Vater gemachten lingnistiaQhen 

^^iHilnngen, ferner die fianunlong des Predigers v. Duisburg zu 

^*>u»dt ven flandschriflen zur Preuesiaohen Geschickte, für 17G Thlr. 

^^^» nnd den Best der jßm »FQrsteii Salm gesammelten spanisohen 

^^, tOr 909 flBh.; 1819 aUes, was die Bibliothek noch nicht 

pM<s, Ans der im Fache .der Botanik besonders reichen Bücbersammfi 

N te «mCisiors WiUdenftWi ;lfia0 die Bibliothek des au MQncben 



B4 B$rUn. 

verstorbenen Prisidenten Fr. H. Jacobi, für 4000 Thir* jutqoirirt, und 
eine dem Geheimraüie v. Moll su Mflncben mit 700 PI. Rh. bezahlte 
Sammlung von Dmckscbriften meiat aus dem XV« und XVI. Jahrhun- 
derte; 1821 alle zur sächsischen Geschichte gehörigen Druck« und 
Handschriften aus der vom Professor Arndt zu Leipzig binterlassenen 
Bibliothek, für 750 Thir. gekauft, und die Bacher und Hss. der Dom* 
bibliolhek zu Havelberg; 1822 eine Auswahl von Bflcbern und Mss« 
aus der Bibliothek der ehemaligen Domherren Primonstratenser Ordens 
zu Brandenburg, sowie eine Sammlung orientaliseher Handschriften, 
die aus dem Nachlasse des Generals v. Knobeisdorf fOr 141Thlr.2Gr. 
gekauft wurde; 1823 die von Dr. Adalbert v. Chamisso auf seiner Reise 
um die Weit gesammelten Bücher und Mss.; in dem nJhnlichen Jahre 
eine Anzahl von zum Theile werthvollen lateinischen Mss. aus der Patt- 
linischen Bibliothek zu Münster, für 1200 Thir. erkauft; 1824 die im 
mathematischen, physikalischen und astronomischen Fache reiche Riblio« 
thek des Professors Tralles, für 2000 Thir.; 1825 die SammluDg 
musikalischer Bücher de^ Musikdirectors J. P. Naue in Halle, sowie 
alle der königlichen Bibliothek wünschenswerthen Bücher aus der 
Stadtbibliothek zu Schrimm; 1832 die Sammlung von Büchern und 
Handschriften des Obersten v. Schepeler aus Madrid zur neuesten spa- 
nischen Geschichte; 1833 die 15,000 Bande starke Bibliothek des 
Medicinalrathes C. A. Rudolphi; 1834 die 1706 Bande Druck- und 
32 Handschriften umfassende Sammlung des Professors W. J. Wippet 
besonders zur brandenburgi sehen Geschichte; 1836 die an alterer 
deutscher und französischer Litteratur reiche Bibliothek des Staat^' 
. ministers v« Nagler, 2016 Bande und 102 Mss. Ausserdem erhielt die 
Bibliothek 1844, nach dem Tode des Königs Friedrich Wilhebn Hl» 
einen grösseren Theil von dessen eigener Büchersammlung, Fastnocb 
glänzende^ gestaltaten sich die Verhaltnisse der Bibliothek hinsichüidi 
ihrer Erwerbungen seit dem Regierungsantritte des jetzigen Könige 
Friedrich Wilhelm IV. Die Bibliothek wurde seitdem namentlich ve^ 
mehrt: 1841 durch die musikalische Sammlung des Professors Pölchao; 
1842 die 848 Nummern starke Sammlung von Sanskrithandschriften 
des hekannlen Sir Robert Chambers, die derselbe wahrend seines 
25jährigen Aufenthaltes in Ostindien von 1774 an, den NachrichteB 
qifolge mit einem Kostenaufwande von über 20,000 Pf., zusammen« 
gebracht hatte, und welche vom Könige für 1250 Pf. angekauft wurde; 
nahe um dieselbe Zeit durch eine Zahl von 140 kleineren und grös- 
seren für Missionszwecke in Ostindien herausgegebenen Schriften, von 
dem Missionar Dr. Schmidt; 1845 einen Theil der vom Professor 
A« W. V. Schlegel in Bonn hinterlassenen Mss.^ 1846 ein paar bedeu- 
tende Sammlungen armenischer und amerikanischer Bücher und einen 
Theil der Bibliothek des vormaligen amerikanischen Gesandten Wbeaton 



BerUn. ß6 

in Berliii: in dem aSmlichen Jahre durch die von dem Oberlehrer 
Dr.Bledow hinterlassene Sammlung von 404 Werken über das Schach- 
spiel und die aus 3820 Blättern beistehende PortraiUammfaing von 
ientea, welche Ar 250 Thir. aus. dem Nachlasse des Generalstabs- 
Cbirurgos Dr. Goercke angekauft wurde; 1847 die fQr vaterländische 
Geschichte wichtige llandschriflensammlung des Oberlehrers Dr. Gh. Quix 
ifl Aachen, 160 Bände; deu philologischen Nachlass Friedrich August 
^olfs, 542 Nummern nebst dessen Briefwechsel mit einer bedeuten- 
den Anzahl Gelehrter; durch 41 Mappen mit 1108 Briefen aus dem 
Nachlasse des ehemaligen Secrelairs der königlichen Akademie der 
Wissenschaften Formey, welche von dessen £nkel dem Hauptmann 
Fonney in Dessau der Bibliothek zum Geschenk gemacht wurden; 
1847 darch die an werihvoUen Inkunabeln und Prachtausgaben ausser- 
ordentlich reiche, 14,170 Bände starke Bibliothek des Grafen Mejan 
in Mönchen, für welche der König 40,000 Thlr. bezahlt haben soll; 
die Bibliothek des ehemaligen königlichen Biiüiothekars v. Liano , zu- 
leUt in Neuwied, 921 grösslenlheils theologische Werke; 1850 durch 
die für deutsche Litleralur fast unschätzbare Bibliothek des geheimen 
I^evisionsrathes Freiherrn K« U. G. v. Meusebach in Baumgartenbruck 
bei Potsdam (f 1847), etwa 26,000 Werke in 36—38,000 Bänden; 
l^^l die musikalische Sammlung des Ministers Grafen v.Voss; 1852 
die 206 Bände starke Sammlung arabischer )Iss. des königlich Preus- 
iiscben Consuls Dr. Wetzstein von Damaskus. Ueberdies wurden der 
^ii)liotbek noch 360 Nummern aus der Sammlung des Instituts iQr 
wbeomusik abgegeben, sowie vom Könige eine kostbare Sammlung 
von 1546 Originaldrucken spanischer Theaterstücke . in 110 Bänden, 
der bandschriftliche Nachlass Beethoven's und der aus 82 Nummern 
bandschriftlicher Compositionen und seltener alter Drucke bestehende* 
^musikalische Nachlass des Kapellmeisters O.Nicolai geschenkt, wozu 
iiocb kommt, dass die vom Könige für 2000 Thlr. aus der Ludwig 
'^ieck'schen Bibliothek gekaufte Auswahl der bedeutendsten Werke, 
welche dem greisen Tieck auf Lebenszeit zum Gebrauehe überlassen 
sind, hei Tieck's Tode der königlichen Bibliothek zufallen wird« Unter 
moderen einzelnen der Bibliothek zu Theil gewordenen Bereicherungen 
verdient ein Bruchstück des Livius, welches Dr. Heine mit aus Spanien 
Bebracht hat, besondere Erwähnung. Lässt sich schon aus der vor- 
stehenden Aufzählung der hauptsächlicheren Erwerbungen erkennen, 
^e ausserordentlich bedeutend der Zuwachs der Bibliothek von dem 
Regierungsantritte des jetzigen Königs an seither gewesen sein müsse, 
80 ergiebt sich dies noch deutlicher aus einer summarischen Ueber- 
sicbt der nur im Laufe von fünf Jahren zur Bibliotliek gekommenen 
^^gensUnde; von 1846 bis 1850 kamen zur Bibliothek: 52,077 ge- 
druckte Werke,, durchschnittlich 400 wissenschaftliche Zeitschriften 

3» 



8u R9f§wlU 

hii Jahre, ISSB Rtutan^ei'n Rdndächriften, 999 dcii'gideheft Latidkanen, 
mehrere f ausend Portrait und Kupferstiche, 8Si Ifamttietn Ifttsikalien 
in 2000 Binden ttiid ein paar Tausend Antograpfaen. Der gegei- 
wirtige Gesammtbeatand deir Druck- nndHandschtifteta beträgt t. 500,000 
Binde roh eirsferen un^ etwa 10,000 ton letztet'^ti. Oies6 sind iii 
dem drfet Btageh hoheii, vdn Friedrich II. angelegten ttnd 1941 -^4ä 
voliatindig eingerichteten Bibliotheksgeblude in folgendei^ Weise nP 
theilt. In der unteren Etage befinden sich, ausser dem Leäes detfi 
löuhia!- und Arbeitszimmer fQr die Beamten, die Manuscriptenkammoi^ 
und die Lokale fQr die Schriften der Akademien, die periodischen Zeit* 
Ithriflen vermischten Inhalts, sowie die preus^ischen und fremdeft 
Tagesblltter. In der zweiten Etage sind die Litteraturgeschicbte, dii 
Geschichte mit ihren Hilfswissenschaften, die t^ilitik, JttHsprtrdebz und 
Eriegswissenschaft aufgestellt. Die dritte Etage zerflllt in drei (;ro$s^ 
Blle, deren jeder in bedeutender Höhe vdn einer Galerie umgebüfl 
ist: in diesch Sllen stehen die Philologie, Philosophie, Mathematik, 
Astronomie, Physik, Chemie, Technologie, Oekonamie, NätUrWissen* 
i^chaften und die Theologie, sowie auf den Galerien die Litteratar, 
Kedizin und die Bibliotheca Dieziana. Die Eckpavillons sitld mit der 
Pädagogik, Archäologie und Kunst und mit einem Thei4e der schönen 
Litteratur besetzt. Die Bibliothek besitzt sowohl wissetischaldiclife 
Kataloge der verschiedenen Picher, als einen allgemeinen alphabetischen 
Katalog in 650 Binden. Auch sind Von der ersieren Klasse neue in 
Arbeil genommen, die zugleich als Standkataloge dienen sollen, und 
ärit dereh AhfeHi^ng die Nummerirung der slmmtlichen Bücher ver- 
bunden ist. Die vor einigen Jahren, fn Folge einer ihinlsteriellen 
^Gh'CtthrverfÖgung an sSmmtliche königliche Regierungen und P^oviü- 
Vraf-SichulcbUegien, begonnenen Sammlungen von äandschrfftetlverzeicb- 
nissen sämmtlicher öfTentlither, städtischer uhd bedeutender Privat- 
Ubiiutheken sind mit gi^ringer Ausnahme volfendet, und in der köoig* 
Mtfitsh Bibliothek zur Einsicht der Gelehrten niedergelegt. Zu Bachef- 
ihlätftathivgen und Bestreitung der Buchbinderko^ten erhfilt die Biblio- 
iftrek, ausser den fatst jedes Jahr noch zumessenden ausserorrfentiichea 
BewiHigungten, seit 194'S jährlich 10,000 Thlr., Wovon einer schön älteren 
Bestimmung gemä^ 1000 Thlr. auf Ankauf koistbarer Werke ün^ Hand- 
söhrifleu verwetrdeft w^^den. Ueberdies ertiielt die Bibliothek Vorfiberge- 
f^tti iöti 1$4^ biä 1840 jede^ Jahr noch 5*00 fhlr. zur Vervollständigung 
ihnei^ nrüsftafi^h^tt F*kt;he^. lu deu alferersteh Zeiten war eift gewi^ 
ser Fonds zu AnsehaÜfongen Und dergl^ieheu g^r nicht afägewleaen; 
in der letzten BUne des XTIf. Jahrhundert)» betmg deri^elb^ irtwa 324 
fhlr. jährlich, in den letzten Begiernngsjaken rrieidridi['d IT. lOOO, 
zu Anfang des gegenwärtigen JahiliUnderts daä Doppettie, ISlÖ schon 
Sdtra und 181& so^r «000, sowie 1827 endlich 1VQ0 und^ lOOO Thlr. 



etfri topi Ankauf von Haiuisoripteii. Der jUirUcbe Zuwacdif an gfv- 
dracütei Bücbem und Handschriften ist jeUt windestans anf 8004 
Moile za veranacUagen. Die V^rffi^ng fib^r den für Bflcheranschal- 
/Mogea bestiminten Fopds atebt dem OberbibliaUiekare lu» d^ jedoch 
ilabei tut Pflicht gemacht ist, in Hinsicht der ^riv^rbnngen« die für 
«üe Bibliothek gewacht werden «pllen s sowohl den Bath der ftbcigen 
Bibliothekare, als die- Vorschläge der Mitglieder der Aka4einie der 
WisseuAchaften und der Professoren der Universität w berücksichtigen. 
Schon 1813 vvare« die Biblotbekare angewiesen worden, ein JDenside* 
fateobpch einzurichten» damit ^ie Professoren die Werke, deren An- 
^aifaag sie wAnschea würden, darin aofseichaen mücbten» Was die 
fcooteaqg der BibHpthek anlangt, so nntnrscbeißet 4)ni ttegleni^nt 
') Besichügiing 4er Bibliothek, 3) Benutzung dea liOaestiaunersi 3) Eni- 
leibeo vou Büchern, 4) Benutzaipg des Journai^immeps, 6) der m«si- 
^''i^a Samnlung und 6) Benat^ueg der Bibliothek durch Anawlüi- 
%• 2iMr Besichtigung der BiblioHbek hat man sich im LAuCe de^ 
Vomiiiags bei den Bibliothekaren zu melden. Zum Leae^iminer hat 
i^mmn Zutriu, nur &i'bü)er und unerwnohaene Personen übenhaupt 
lücbt: ^ymnaeiasten blos auf sehriftliohe Aooffehlung ihrer, Direatoren. 
^* lesesiiQnier ;8teht, mit Auanahnie von drei Wochen au Anfang 
S«p(embei;8, wo die Bibliothek behufs der Reinigung gesieUoMen ist, 
^ »Uen Werkiae^ d~^4 Vi^^ ^^^ Sonnabends 9^--l Uhr oCsn. Sdtmi 
1693 waren die BiUioihekare duneh eine Verordinung Friedrich's h 
^ewmn go^eßen, die BibUothek agUch 9—12 und 8i-r7 Ubr im 
^onrnr, 9oyfi& 1Q~12 und 3<r-4 Uhr im Wi»ter m öffinen, wieweU 
"V^er wieder mehrere iBeschränkungen bebebt wurden. Die Bäeber 
ver46B ifa :Leseaimmer nur auf sßhrjftlicties Begehren iverablQlgt> hei- 
l^trisUsche ue4 «opst aur Mttthetlung ungeeignete Werke im AllgemniAen 
^citt ausgegeben. Zum GAtleiheo von Büdiern« wozu früher lujr we- 
H^ bevonugte Peraonen ^ugelansen waren, siod bereohtigt; iie iGe- 
saodteiK und ilSes<chlAatr9ger, die königlichen ihöhoreo Hof r, Giyil- «ad 
Müitairbean)ten , emehliesslicb bis zu den Kamoenherae# , auch den 
^i^liehea BWien der fcSnigUeben Behörden und den Jlajoven, sowie 
<lie Prftsideotnn und Vii^lieder 4er StAndebaonftern auf ,die ^ilsungs- 
^^^f) f^itter 4lie Nitsglieder dier Akademie der Wisaenaohaltai und 
^^ Senate der Akademie .d^r Künate* 4ie Professoren «od Privatdi- 
^aten d^r UniwersitM) die Birisßtorea» und Oberkkrer diff Gymnaaimn» 
«Dwie die mderwfiiils mH d.w Titel bonigUeber f mfesso^en angeateH- 
^^ Lefaqer, die Pjpediger m den Berliner Kiuchnn , .(Me Mitglieder der 
Hofeland'schen medicinisch-chii:«qgia«hen ^Ae^elladialt, «die llit|[lieder dnr 
^it der Universität viBrb.undenen Sepainarien und d,es Semji^ars f^ ge- 
l«litte Schuld. Andere Personen kp.nnejji nur aiiil ausdrückliche mini- 
sterielle Bewilligung od^r ,0^n JßArgiH^9J|t cautinnaherAebtigter: ¥«r- 



88 BtrUn. 

sonen Bücher gelieben erhalten. Handschriften, Kupferwerke, Pracht* 
bände, kostbare, seltene und bändereiche Werke und häufig gebrauchte 
NachschlagebQcher werden gar nicht, belletristische Schriften nur zu 
streng wissenschaftlichen Zwecken ausgeliehen. Die Ausleihestunden 
sind an allen Tagen, wo überhaupt die Bibliothek offen steht, von 
0—12 Uhr. Im Laufe- des März und August jedes Jahres müssen 
alle ausgeliehenen Bücher auf öffentliche Aufforderung aorfickgegeben 
werden. Die durchschnittliche Zahl der täglich in und ausser der 
Anstalt zur Benutzung ausgegebenen Werke beträgt 300, mithin jähr* 
lieh bei 300 Geschäftstagen 00,000 oder c. 150—200,000 Bände: 
die Menge der ausserhalb des Lokales verliehenen Bücher belief sich allein: 
1845 auf 30,499; 1846 auf 34,520; 1847 auf 32,560; 1848 anf 
20,123; 1849 auf 25,730; 1850 auf 26,825 — also zusammen in 
sechs Jahren anf 170,788 Bücher. Die Zahl der Benutzer der Biblio- 
thek ist über 4 — 5000 Personen jährlich» Zum Besuche des Journal- 
Zimmers, welches fünfmal in der Woche 10 — 2 Uhr offen steht, sind 
berechtigt: die vortragenden Räthe des Ministeriums der geistlichen-, 
Unterrichts • und Medicinal-Angelegenbeiten, die Mitglieder der Akademie 
der Wissenschaften, der Director und die Mitglieder des Senates der 
königlichen Akademie der Künste, die Professoren und Privatdocenten 
der Universität, die Directoren, Professoren und Oberlehrer der Gymna- 
sien und die Prediger der Berliner Kirchen. Die musikalische Samm- 
lung ist an jedem Werktage 10 — 1 Uhr offen. Handschriftliches, 
Selteneres überhaupt, Uebungs- und zur praktischen Ausführung be- 
stimmte Werke werden hier nicht verliehen. Zur Ausgabe von Ba- 
chern und Mss. an Auswärtige bedarf es der ausdrücklichen ministe- 
riellen Genehmigung. Von 1846 bis 1850 wurden an auswärtige Ge- 
lehrte im Ganzen 2175 Werke versendet. Eine theilweise Bevision 
der Bibliothek findet im Laufe jedes Sommers statt. Das Btbliotheks- 
personal, welches anfangs den unmittelbaren Befehlen des Fürsten ud- 
tergeben war, st«iht seit längerer Zeit schon unter ministeriellem Cu- 
ratorium, jetzt unter dem Ministerium der Unterrichts • , geistlichen 
und Medicinal-Angelegenbeiten. Es ist zusammenges^etzt aus: 1 Obe^ 
bibliothekar, dem geheimen Regierungsrath Dr. G. U. Pertz; 2 Biblio- 
thekaren, Dr. M. Pinder und Dr. G. Fried län der ; 6 Gustoden, Dr. J. Sy- 
bel, Professor Dr. J. G. E. Buschmann, Dr. Schrader, Dr. K. H. Brandes, 
Dr. Plehn, Dr. Gosche ; 1 Gustos der musikalischen Sammlung, Professor 
S.W. Dehn; 1 Gustos des Lese- und des Journalzimmers , Dr. Bruns; 
2 Secretairen , C. J. Kiessling und Kunstmann ; ausserdem 4 Hilfsarbei- 
ter, 4 Bibliotheks- und 1 Hausdienern. 

Bavii, Gh., spoltum onentis Christiano orbi dicatam, s. catalogus mscior. 
oriental. in omni scibili non sine crebris vitae periculis Constantinöpoli et allbi 
per trienn. molto aere conc[aisitor. Kilon* 1679. 4. '^ 



BiMu 89 

Müler, A., Calalogot libror. Sinicor. Biblioth. Elector. Braodenbiurg. fol. 
(Seiir selten.) Ist auch am Sohlasse von Malleres Schrift de. eclipsi passionali 

1) Desseo anderer Theil des CaUlogi d. Sinesischen Bächer bei der Charf. 
BmAtüh. Bibliothek zu Colin a.d.S. a. 1683 AnfiT Churf. gnftd. Spezial - Befehl 
aoffgesedi, samt d. ganzen Inhalt d. Sines. Jahr-Bächer. Colin, fol. 

2) Ejusd. Excerpta &scti cajnsd. Turcici, quod de cognitione dei et hominis 
ipsios a qood. Azizo Nesephaeö Tarlaro Script, est, et in Biblioth. Elector. Bran- 
deDb.a8ser?ator, cum rers. latin. et notis nonnuU. subiUneis. Colon. Brand. 1665. 4. 

(Headreich, Ch.) Notiiia Bibitothecae , quam Frid^ Gnilielmus in ania saa 
ColoBiM ad Spream fundavit. Beroi. 1687. 4. 
Berliner Doubletten- Katalog von 1700. 

Eridel, Ch. H,, de Flora Japonica, cod. Bibliothecae Reg. Berolin. rarissimo, 
£pM ad J. Ph. Breyninm, Jacobi aiium. Dresd. 1716. 4. 

De scribenda Historie Bibliothecae Reg. Berolin. Consilium et Occasio, ca- 
iaiDo epistolograph. Trigae Viror. (J. £. Bergeri, M. Veyssiire La Croze, J. Ch. 
Becmaol) expressa. Corooidis loco acced. EpialoU denoo recnsa Ch. Hendreichii, 
De Modo memorat. Bibliothecae Incnnabnlis. Berol. 1725. 4. (Vielleicht von 
^.fimölter besorgt.) 

Mühsen, J. C. \V., Dissertatio epistol. de MSS. medicis, qaae inter codd. Bi- 
Uiothecae Reg. Berolin. asservantnr, dat. ad Ch. Horch et A. E. Bnchnerum. I— il. 
ßerol. 1746-47. 4. 

Wiockler, J. D., JtFt^ifJlia Bibliothecae Reg. Berolin. Aethiopica (Beschreib. 
i tm dem Nachlasse von Petraens erworb. ftthiop. Handschriften von einem 
l^Bfeoannlea, vielleicht Hiob Ludotpb). Ex sched. hactenus anecdot. ernit, Inci 
paU. expo:^. et praefat. est. Erlang. 1752. 8. 

^ Oeirichs, J. 6. C, Entwarf einer Geschichte d. Königl. Bibliothek zn Berlin. 
Dm. 1751 8. 

Beglement von 1758. Unterzeichnet: Minister Danekelmann. 
Pajfelbaom, G. G., Untersuchung der Ravischen griech. Handschrift des , 
^•r. öcrl.1785. 8. 

^ fiibÜQtheca Rolofßana (ed. J. F. C. Angnstin et F. W. A. Schmidt). P. I— H. 
Bwoi.1789. 8. 

Deglement vom 4. März 1790. Unterzeichnet: Minister v. Wöllner. 

index libror^^BibliotbecaeReg.Berolin.divendendor.l- VII. Berol.1793-1836. 8. 

Pappelbanm, G.G., Codicis rascti M. T. Graeci Raviani in Bibliotheca Reg. 

ficroÜD. publica asservati iexamen, qao ostenditnr, älterem ejus partem major, ex 

edit. Complnt., älterem minor, ex edit. Roh. Stephani tertia esse descript., instit. 

Berol. 1796. 8. 

Bibliotheca Santeniana. Lngd. Bat. 1800. 8. (P.84— 116 von Diez gekauft.) 
Pappelbanm, 6. 6., Codicem msctom graec, Apostolor. acta et epistolas con- 
tiDenU, Berolini in Biblioth. H. F. de Dietz asservatum descrips«, contul., animad- 
»«rg. adjec. Berol. 1816. 8. 

fioihe, F. A., vindiciae Ovidian., s. annotatL in P. Ovidii Nason. metamorpbos. 
iibros XV. In qaib. anootatt. recensentnr lecUones cod. MS. academiae (Biblio- 
thecae) reg. Berolinens. Gotting. 1817. 8. 

^ Index libror. ad celebranda sacra saecnlar. reformat. ecelesiast. tertia a. 
^PCCCXVII etMDCCCXlX com in Germania tnm extra Germaniam valgator., qaoe 
Bibliotheca Reg. Berolinens. ad hnnc nsq. diem comparaviL Jussn Baronis ab 
Aiteastein edilas. (Cnm praefat. Fr. Wilken.) Berol. 1821. 8. 

Klaproth, L, Verzeichniss d. Chines. n. Mandschnisch. Bächer n. Hand- 

schriflen d. Königl. Bibliothek zu Berlin. Nebst Abhandl. aber die Sprache a. 

dchrift der Uignren. Hrsg. anf Befehl des Königs von Preassen. Par.1822. fei. 

PappelbaoiD/ G. G,, Godicom msctam graec. N» T. fiTtogelior» qaatuor partem 



46 

iliibid. iüBjoT. continent. fA Bibl. tl^. B«M4ilii MldrVHUn dwtripi, «Olli./ anim- 
ndvers. ddjec. Berol. 1824. 8. 

Wiiken, Fr., Geschiebte d. König!. Bibliothek zo Rerlin. Das. 1898. 8. 

Friediflnder, Th., Index libroK ad cer«bnliida aecn ««etalar. oMifelBsioDis 
Aügnstan. tradit. tertia a. 1829, 1830' et 1831 com iil Geriiabia l«ti «itrft €er- 
maniam vulgator., qdoratti magnatn partcim BlMiotheca Begi fiei^in. tMipaFtvit. 
Berol. 1833. 8. 

Kogler, Fr., die Bilderhandsebrift der Eneid« in d. kOii. Bibliothek lo 
Berlin befindl. Berl. 1834. 8. 

Index libror. mstt. et iibi^reM; qnibna BiMiothee« Reg. Bterolin. Mwt« est a. 
1835 et seq. Berol. 4. Äcc. Historie Bibliotheciib Bog. «. 18a8--18S0 vernaeah) 
serm. a Wilkenio scripta. 

Probe eines zam Drack bestiminten wiascnicballl. Veneichiiifts^i 4. In der 
kön. Bibliothek za Berlin vorband. Sohrifton «tier Pireaas. Getcbioble« ^^' 
Histor. Literatur Ton Pommern. Berl. 1837. 8. 

(Rosen, Fh) Catalogoe of tbe Sadskrit inanoBcriptt collect, ddrtng hie re- 
sidente in India fo)r Sir R. Cbsmbers. "With a bi-iief memoir by Lady Cbanbert. 
Ltrnd. 1838. 8. 

Verzeichniss einer Samml. von Büchern, welche in d. köaigU Sibliotbw 
Versteigert ^ttdhn sollen. Berl. IBSO. 8. 

Schott, W., Verzeichniss d* chine^. u. Mandscfau - Tiimgiisisob. Bacher «• 
Handschrift, d. kön. Bibliothek zu Berlin. Eine Fortsetzung d. Klaj^rofth^scbAi 
Verzeichnisses. Berl. 1840. 8. 

Schmidt, W. A. , die Griecb. Papymaartond«« d. Kfön. filUloChek <a Berlik. 
Entziffert n. erlSnt. Mit 2 Facsim. a. 1 Plan. (•Fdrsehungen asf 4. Gebiete i 
Alterthums. Tb. I.) Berl. 1842. 8. 

(Forbes) Catalogoe of the OMlection of Sanskrit 'Manuscripts of tbe täte Sir 
B. Chambers. Lond. 1842. 8. 

Auszug ans d. Reglement f. d. Königl. Bibliothek so BerUn. (Mit Aoszog 
aüä A. Reglement f. d. in der Kön. Bibl, errichtete lAnsUlt znm Lese« ^l<^^^' 
Zeitschriften.) 4. 

Ueber d. Benntzung d.Kön^l. fiiMiotlhei iu iBeHio. (AoSKug atts d. 'Bii><'^' 
thek-Ordnung.) Beri. 15. März 1844. 4. Unterzeichnet: Minister EicMiorn. ^°' 
gedr. im Serap. 1844. Nr. 17—18. 

königliche Bibliothek. (Verzeichniss ^niger zu Latfaer's Todwifeier mi' "®^ 
kön. Bibiioth. ausgestellt. Schriftcto von LMher u. and. Reformatoren.) B^^'l« ^^ 
TS. 'Febr. 1846. 4. Abgedr. in d. AUg. Preoss. Zeit. 184^. j^r. 51^ 

Verzeichniss einer Bacher -SdifimlMgv BoBbletU<4.'IL.iBibIi0th0k etc., w^leo' 
am 19. April meistbiet, versteigert werden soll. Berl. 1847. 8« ,. 

Vater, J. 8., Litteratur d. Gr'amttiMikeli, .Lexika a. WöMersamoitiiilgea aller 
Sprüchen d. Erde. 11. tötlig nmigearb. AUsg. von B. JlQlg» %erl. 1947. 8. (l'>*^ 
ihit * bezeichneten Schriften besjtzt die hönigl. BH)lioth.) . 

Pertz, G. H., über ein Bruchstück des 98. Bnchs des LiKhie. Beri. 18^^' *' 
Mit 2 Taf. Facsim. 

'K^eyssigH, J. Th., Commentat. de T. Livii «istöri«. relii|niis ta ptHnips»^'' 
Toletano erutis. Misen. 1849. 4. '(Prdgrtfiim «der IMeissner AirtlscbvleO . 

'Ueber die ' Benutzung >a.tKömirl. Bibliotiiek zoBerlm. (AHMzugads d. •fiibliotn*' 
Ordnung.) ^erl.'d. 18. Mä^z 11850. 'Udtenvimllinrt: Mtnifiter v.)Ua(Ie«biäi^. «*^ 

Verzeichniss vdh Incmrab., Aidin., 'Btiennds,nSlze?ir.itt.inlti. vefl^tbroll»" |7«f 
ken d. alt. u. neher. littehitar aus d. Hönt^l. ni. -4. lfä]dn'aoMa MiHoWi»' 
iVelcUe nm>28. Jtül. inersOii^t. tferknuft wetSon ^soileB. Beri. 1851. 6. ^^. 

^ie Königl. BIbliöthet in Btsrlin in d. J. 1846 bis 1860. >(iUiiterz«i<^<if^' 
Öher -Bibliothekar Pertz.) Berl, 185L 8, Abgedr. ai» d. »Preass. »»»•*"' 
1851, Nr. 124. 



Mtr, h, di« deitsflh. SpriahiiArlerstmadflnfMi D«kftt BaürifMi mr Chi- 

racterisük d. Mcusebachscheo Bibliothek. Eine Bibliograph. Skiue. Uipz.l85a. 0. 

Kreyssig^ J. Tb. , Cdrae secnndae ad T. Livii historiar. reliquias ex palimps. 
To/eUoo «rntas'. lisö. 1862. 8. 

Der Druck wissmflchtftHdier RtfUloge d«r Mas. isl in Aossiclii gestotit, ond 
^m beniu ersdiieiieB: Die Hndsohrmen-Veracicbiusse d. Kfriigi. fiiklifüidk 
lirsg. Ton Peru. ßd. I. VerzeicbJiias d. SaD«krit-Haod»ckrifteD tod Weber. Berl. 
1853. gr. 4. Mit 6 Schrifttaf. (Der nichste Bd. wird die übrigen orienUl. 
Handschriften enthalten, die türk. von Schott, die persisch, von Rödiger, die 
»rab. TOB Gosche Terzeichoet.) 

Die Havelberger Dombibliothek betreff. 

Ml, Na<niriehl vqd der Anfßtidang alter HaodtcbrifteR d. ehemal. Dom- 
«^iie/i n Bafdberff* Utpz. 1840. 8. Mit 4 üth. PMsim. Ans dem Seva|». 
io40. Nr. 12 besond. abgeJmckt. 

^iBibliothek d«r grossen Landes*Loge von Deutsch- 
land enthält nicht blos naurerische Schriften, sondern auch eine be^ 
ificiitlielM Zahl von Werken der profanen wissensohaftiichen Litieratur, 
^<i wird sowohl durch Ankäufe, als und besonders auch durch 

beschenke der Maurer aus ihren Privatoammlungen ibrldaMecnd v^- 

mehrt. 

Alphabet Verzeichniss d. Bücbersammlunf der Hochw. Gr. U L. von IXentsch- 
^u ZQ Bedin. Berl. 180%. 8. Nebsi 4 Anbftoffen. Das. 1804—10. 8. 
,^^ Aipbabet. 'Verzeichniss der Gr. L. U ?on üeutscbland zu Berlin. Berl« 

W25. 8. 

^'Bibliothek der grossen Natlonal-Hutter-Loge zu 
^en diei Weltkugeln ist nicht lange nach Gründung der Loge 
0740) entstanden f und ist Iheils durch freiwITltge Geschenke von 
hinten, theils und vorzfiglich durch Beitrage Neuaufgenommener, an- 
^'Ags an Büchern, spMer an Gdd — planm9ssig aber erst seit 
1770 — vermehrt werden. Ihr Bestand mag sich jetzt wohl auf 
^ebr als 60ÜO Mnde maurerischer und wissenschafcncher Bücher be- 
laufen. 

(Badenhaapt) Verzeichniss d. Rächersammlnng der M. L. za den dr. W., 
>D^ <l«r mit ihr teneintgt. ^vier fneimnoiiirlogen in Berlin« <Berl. 1776. 8. 

(Beester, G. L. , «. ScbieMer, fr. W.) Alphab. - systeraat. Verzeichniss d. 
Rächer • Samml. u. sammar. Verzeicliniss des Naturalien-, Kunst-, Miuiz- n. 
Jo^iquit. latfinets der Gr. N. Mutterl. za den dr. W. ; nähst enier Vorrede von 
>: SiifL d«r :L. -iKMiotfa., d. (Sesebinsfiiir. u. Senate, d. :Biblwlä. n. Verzeiok- 
j|iK d. -Gallevie d. -Oelgemdlde n. 'der Gjpsbüsteji» ziom Gebransh .4. Brdder 
*ttM«g. Berl. 1834. 8. 

Bibliothek der Ministerial - Abtheilung für Berg- 
werke, Bütten und Salinen, im Gebäude des königlichen Ober- 
Wgamtes und unter der Oberaufsicht des .gelieimen Oberberi^athes 
V* Caittall i(iGust4M3 ist ^ler Geheimsecrctair im Minis kerium ides looern 
Glamiia^ ianthftU ^. J^^OO B&nde und eine bedeutende Rbrnsamm- 
^g^ 'in denen ViOrmehruBg jährlich 1000 his 1400 lUr. verwendet 
'^^m. QbMhl idie ^Benutzung aber AiMiotbek» «biar m Arm Fuhe 



42 ««rHtt. 

sehr tafgtzeichneten Simmlmig, oar den Ministerialbeimten und den 
für das Bergwesen sich ausbildenden jungen Leuten zusteht, so ist 
doch durch die liberale Verwaltung auch anderen Gelehrten der Zu- 
tritt zur Bibliothek ermöglicht, und die Bestimmung aber Benutzung 
und Verleihung der Bflcher im Ganzen nach Massgabe der Ordnung 
der Königlichen Bibliothek geregelt. Montags, Mittwochs und Freitags 
9—2 Uhr Jst die Bibliothek geöfTnel. 

(Koner, W.) Catalog d. Bibliotb. d. MiDi8t.-Abib. f. Bergwerke, HuUeu u. 
Salioeo. Berl. 1852. 4. 

"''Bibliothek des Ministeriums der auswärtigen An- 
gelegenheiten ist im Besitze der BQchersammlung des Geheimrathes 
Steck. 

"^Bibliothek des Justiz. - Ministeriums enth&lt 5OO0 
Bände. 

"^Bibliothek der geistlichen, Unterrichts- nnd M«' 
dicinalangelegenheiten ist im Besitze der früher der DeputatioD 
für das Medicinalwesen gehörigen BQcher. 

"^Bibliothek der königlichen Museen. 
Der Katalog ist zam Druck Torbereitet. 

^Bibliothek des königlichen Revisions- und Cas- 
sationshofes enthält über 4000 Bände. 

"^Bibliotheken der Armen-Schulen verdanken, mitAus- 
nähme einer einzigen, die bereits früher bestanden hatte, und durco 
Schenkungen bis auf mehr als 50Ö Bände angewachsen war, ihre oi- 
gründung in den 40er Jahren einem besonderen Vereine, welcher (^ 
dem Zwecke zusammengetreten war, um durch ÖlTentlicbe Auffo''^^' 
rungen Bücher- und Geldbeiträge zu sammeln, und damit in dan 
Berliner Armenschulen Volks- und Jugendbibliotheken zu begriWen. 

♦Bibliothek der 1 1. Divisions-Schule ist 1816 ent- 
standen. 

Bibliothek der königlichen allgemeinen Kriegt' 
Schule, im Gebäude des Institutes und unter Aufsicht des BiblK^' 
thekares der Königlichen Bibliothek Dr. G. Friedländer, ist 1765 ent- 
standen, und durch die Büchersammlung des Generals v. Gaudi ^^' 
mehrt worden. Sie enthält gegen 15,000 Bände und eine sehr be- 
deutende Kartensammlung, zu deren Vermehrung jährlich eine ^^^ 
von 1000 Thir. angewiesen ist. Die Benutzung der Bibliothek sieb 
den zur Kriegsschule commandirten Offizieren zu, für welche das Loka 
wöchentlich viermal geöffnet wird. . 

(Friedländer, G.) Katalog der Bibliotb. a. Karten - Sammlang der Kön. AHg* 
Kriegsschole. Berl. 1851. 8. — Ein Nachtrag hierzu ist anter der Presse. 

*Stadt- oder Volks • Bibliotheken sind auf Anlass des 
Vereines für wissenschaftliche Vorträge, welcher dazu von dem üeber- 
schosse seiner Einnahmen eine Summe von 4000 Thlrn* dem '*?' 



Berüm. 48 

stnte zor Verf&gung getUllt hatte , bjegrAndet , and in vier verschie- 
deoeo Stadtlheilen (in den Lokalen der KönigsUdtischen, Dorotheen- 
sUdMen nnd Lottisensiadtischen Schule und des Friedrich - Werder- 
sehen Gymnasiams, unter der Obhnt der Directoren der Institute) zur 
Qoeotgelüichen Benutzung eines Jeden, welcher von einem Bfirger ab 
rechtlicher Mann empfohlen ist, 1654) eröffnet worden. Zu ihrer Un« 
terhallnng, wozu der genannte Verein anderweite lOOOTIilr. beige- 
steuert hat, empfangen sie von der Stadt jährlich eine gleiche Summe. 
I)ie Zahl der Leser soll im ersten Jahre bereits über 800 Personen 
aus verschiedenen Ständen betragen haben. 

^Bibliothek des Geheimen her • Tribunals enthält 
gegen 5000 Bände. 

(ungarische Bibliothek ist von den in Berlin studirenden 
^Qgsm theils durch Beiträge ungarischer Schriftsteller, theils aus eige- 
i^en Mitteln in neuerer Zeit begründet, und zum öffentlichen Gebrauche 
in derllotversitätsbibliethek aufgestellt worden. Sie enthält ungarische 
oder doch ungarische Interessen betreffende Bücher. 

Köfligliche Universitätsbibliothek ist erst 1830 be- 

gr&adet, aber, besonders durch reiche Geschenke des Unterrichts- 

loimsteiiams , der Akademie der Wissenschaften, der Hufeland'schen 

^ftdvcinischen Gesellschaft und Anderer, so rasch vermehrt worden, 

:*Y*^ ««genwärtig schon c. 40,000 (1S46 nach Edwards 60,000) 

iide besitzt, die der dem Aufseher der Sammlung ertheilten In- 

(jction zufolge in zwei Hauptkatalogen, dem alphabetischen und dem 

» oder wissenschaftlichen Kataloge, verzeichnet werden müssen. 

u ihrer Vermehrung werden jährlich gegen 700 Thlr. verWendel, 

"^aasserdem sind alle Verleger und Drucker der Mark Brandenburg 

^fhunden, vqn den bei ihnen erscheinenden Schriften ohne Ausnahme 

!!^ li'ieiDplar unentgeltlich an die Bibliothek abzuliefern, wovon aber 

Mür diese durchaus unnützen werthlosen Bomane, Kinderschriften 

°^ dergleichen instructionsgemäss zur Auclion kommen. Als ein sehr 

^^.fzügliches Hilfsmittel zum Studium der Diplomatik besitzt die Bi- 

/oinek den Kopp'schen Apparat, eine Sammlung von Urkunden und 

H^^n in Original und in Abdrücken, welche letztere käuflich von 

fi^M'^^^^'^ bezogen werden können. Das Becht der Benutzung der 

ihliothek sieht nur den Lehrern und Studirenden der Universität zu, 

^^ohi dazu vorzugsweise auch diejenigen Personen, welche nach 

^^odigung ihrer akademischen Studien mit den Arbeiten für ihre Eia- 

v'^^ /^^schäftigt sind, zugelassen werden. Zu diesem Zwecke wird 

^ Bibliothek, in einem gemielheten Lokale uiUer den Linden^ täglich 

^' Ausnahme des Sonnabends 2—4 Uhr geöffnet. Nur während der 

^^ Wodien vor dem 15. Oetober bleibt sie bebnfs der Beinigung 

^^losien. Im Uefarigen gellen hinsiohtlich der Benutsmig die nla^< 



41 Berltm, Wem. 

Uokea Gesette wie bei der EMglichea BifaiioMc. Die Ztfcl 4er Leier 
iMMgt jihrlich 5--600, die der verliehenen Weiie gegen i2,0M 
Binde. Dia VerwelUing der Bibliothek ist einem iiredor, dem ge- 
heimen Regteningsraüi Dr. G. U. Peru, einen BibUolheitfi Prolesüer 
Dr. Hundt, und einem Cnstos, Dr. W. Koner, Qberlregen. 

CoiUlofm litftror. qoi in Bibliotheca Uoiv«r»iUL LUicirar. rri<tor. G»^^^^ 
Berolifleofl. adAertaiitar. Beroi. 1839. 4. Supplement. Jbid. 1842. 4. 

InstructioD von 1831.. s. Serap. 1849, Nr. 18. 
Bibliothek des Vereines zur Beförderung des G^r* 
tenbaues in den Königlich Preussischen Staaten, einst- 
weilen im königlichen botanischen Garten zu SchSneberg aufgestellt j-- 
wodurch ihre Benutzung sehr erschwert ist — besitzt etwa 16"'' 

Werke Ober Botanik, Gartenbau und Landwirthschafl. 

Verzeicliniss d. Bibliotb. d. Vereins z. Beförd. d. Garlenbaaet in d. k«^* 
preoBs. SUaten. B«rl. 1884. 8. (Ein oeocr Katalog wird in 4nn VarbiiMi' 
ion^aA das Vereines, ftft. 43. zain Abdrucke koDmea.) 

^Bibliothek des Berliner Lokal-Vereines zur p^^' 
serung der Strafgefangenen steht allen Hitgliedern des Ver- 
.^nes für die Besserung der Strafgefangenen in den östlichen F''^^^°' 
jse;i Preussens zur freien Benutzung zju Gebote. 

Bern* 

""Bibliothek der evangelischen Gesellschaft ist wf 
lieh 9 —12 und 3—6 Uhr geöffnet. 

'^Bibliothek der Lese-Gesellschaft ist stets zugS/ig 
Sie besitzt Ober 25,000 B9nde. 

• General - Katalog d. Bfbliefbek d. Lesegesellscbafl in Bern bis Aof* 
men 1832. Bern. 1882. 8. (lAlkr zwei Jahre eine Fortsetzimg hieran.) 

""Bibliothek der SiChnreii^erischeii naturfior^^*^^ t| 
den •Gesellschaft ist erst in aenefer Zeü entstanden, aber dfl^ 
fietchenke, worunter eins von viertehalbhundert Murnmem ^^ ^ 
theker Pfluger in Sodothuni, staidL vernidfant worden. ^ 

(WolCB.) Verzeicboiss der im hwiiiwß d* Scj^nreiz^ «alArCecsph* ****^ .ni' 
Wh bildenden Bibliothek. Bern 1843. 8. (Weitere Verzeichnisse ^^^^ *^^ 
halten die jährl. Mittbeilungen der Gesellschaft.) 

'^Bibliothek der ökonomischen Gesellschaft. 
Catalogus libror. Societatis oeconom. Bemeas. Barn. S. 

^Medicinisch-ehirurgisehe Bibliothek. ^ 

Vorsehflag an alle MedtcinaipersoDen d. dautach. Tfaetla das €an*o P ^f^ jp^. 
Aanptz. «^ -Unterhalt, einer yoo de<a $«iniMii«rsthe 4» SHadiBorQ ^nki^^* f**^ 
chiyurj;. u. veterin. KooinQOBalbibJiolhe^ aor 179.6. Bern. 8. gero 

Bericht, I., an alle iMedicinalpersonen d. dentsciv. Theils de^ Kantoo ^ 
ffbtt d. medicin. Kornfflonalbibliofhek, a. zweiter VorscMag zur Beitntz. n. 
Ulihalt. 4. aibltoth. der Naiar- u. irsneakunde aof 1797. Berp. ^ ^^ 

*Predi>gerbibliotheik ist m Ende des ^oiigen iabohop^^ 
durDh einife geoMMiafltaige fikästliche ibeigrflndel »oiden , und ^^l^. 
äft MiagUciiifr dos Bamer cefanMrten BiniiiwriiMiii» m£h,iKd'^''^f^ 



lüiig m «Meid denelbten, fllr fremde Oei«tli<ihi0, «dt^ie fflf die Attf der 
Beroer Hochnchole Theologie Stndireiidei zur BeflUtttiDg tlxglttglldi. 
% das Lethen toa Büchern nadh Haus ist ein Beitrag tu tAhlen, 
der 2ar Vemiefarong der Sammlung Terwendet wird, bie Summe sol* 
Chef Aboaft^mentsbeiträge belauft sith Im Durcbstdhnitttft jltiiiteh «iif 
MO Schw. tt Die Bibliothek, id^, ausser einigen wenigen Mss., ühtt 
SOOO BSude besitzt, ist im Geblhide der Kantonschule aufgestellt, und 
^rd mm Gebrauehe wöchentlich zweimal geöffoet« Die Anflicht dar» 
%^er tfflin der Director der Schule als Oberbtbliothekar, dem ein 
Stödeot der Theologie ah Unterbibliotfaekar betgegeben ist Die ZaM 
der Abonnenten und Leser betragt jlhHich fast 200, die der terliehenett 
Kficher eiwa 600 Binde. 

Verzeicfaofss der Bäeliftr u. Milglieder der IVedJgH'InMi^tb. zu Bern* Bat» 

Neue» Verzaichaiss d. Bücher n. Mitglieder d. Predigerhibliolh. zu Berfl, 
nebst deo erBeaerten Gesetzen a. Vorscbririen f. die (jeseilscban. Bero. 1^24, 8. 
Verzeicbniss d. Bäcber der Predigerbiblioth. zn Bei-n. Das. 1S42. S. 

^Schulmeisterbibliothek« 

BocberzerzeicbDiss der Schnlmeisterbfbliöth. In ßerh. Mit d. t^esetkfcti bber 
(i«reB B^dtiDilg. Bern. 1618. 8. F^rtsirlittn^ l. Dus. 188S. 8. 

Oeffetatliche Stadibibtiothek ist 1549 entstanden: de^ 

^tund data wurde durch einige Bücher des in der NHhe von Hern 

^Mliehen Karthauserklosters Thorberg gelegt, untl der auf diese 

^eise gewonnene Yorrath besondei-s durch reiche Geschenke von 

PnVafpersotien termehft Von Seiten der Obrigkeit erhielt die BfbR«^ 

^^fiJ^ , etile Beisteuer zur Vermehrung erst von 1739 an. Unter den 

ftamhalteren Büchererwerbungen ist, ausser den Bftchersammlungen des 

^fkm Fädmtnger 1586 und eines gewissen Weiss 1690, vor allen 

<^i6 werthvoUe Bibliothek d^s Geheimraths und Gesandteta K6ntg flein« 

rieh's IV. von Frankreich Jacques de Bongars zu nennen, die dieser 

(t 1612), ans dem früheren Besitze des Gujacins P. Daniel, vom Klo«* 

ster Pleüry afu St. B^noit^sur« Loire gekauft und, mit seinen eigenen 

Bfichelti vermehrt, -^ zusammen 3000 Hände, worunter 400 Tnknnabefn, 

und 1200 Hss. — sTeinem Freunde Renat v» Gravtseth zum Geschenke 

gemacht hatte, dessen Sohn aber Jacob, Herr zu Liebegg, 1632 seiner 

^ateiiBtadt Kern verehrte. Gegenwärtig beträgt der Gesammtbestand 

der Bibliothek etwa 23,000 Werke in 49,000 Bänden, 1200 Bongars'* 

sehe Mss. und 2O00 sehweifeerische meist das alte Bern betreffende 

O^idschriften. Seit 1784 hat die Bibliothek ihr flüheres Lokal, in 

(»em Seiteugehäude des vormaligen Pranziskanerklo^ters , Mit ein^em 

^g^trs iDr sie aus einem dten Kornfmagazine neu hergeriehteten^ Ge* 

"'tide mit Erdgeschoss und iwei Stockivefken vertauscfht, wo sie in 

^^^ K^Cdäsen Marale Mi ^aüeHe und in 11 Kfmmem anfgest^tt ist. 

ittottllidie YM^ilCBüttie hkben b«i Vl^ Attfisldiiittg der Bücher ^ieBe- 



49 B^nkß 

folgung einei bestimmten Planes nicht gestaltet. Die BQcher sind 
nach gewissen Rubriken gruppirt, wie : Theologie, Jurisprudenz, iitere 
nnd neuere Geschichte, Philologie, Litteralur, Reisebeschreibungen und 
Geographie, Naturwissenschaften, Mathematik, Physik und Astronomie, 
akademische und wissenschaftliche Journale. Alle auf die Schweiz 
bezuglichen Hand- und Druckschriften — letztere in Fächer der Rei- 
sen, Geographie, Statistik, Rechts- und Staatswissenschaften, Geschichte, 
Biographie, Litleratur und Theologie getheilt — stehen als Schweizer- 
Bibliothek beisammen. Ebenso stehen die übrigen Mss., gleichwie die 
sogenannten Kupfer d.h. kostbarere Werke, für sich. Nicht mioder 
werden die Inkunabeln eine besondere Aufstellung erhalten. Von 
Katalogen besitzt die Bibliothek wissenschaftliche und alphabetische, 
letalere in zwei Exemplaren. Was die zur Bestreitung der gesammten 
Bibliotheksbedurfoisse erforderlichen Gelder anlangt, so hat die Anstalt 
jährlich über c. 5S00 neue Fr. zu verfügen, wozu die Stadt 3OO0 
und der Staat, obwohl er sich 1809, gegen Zugeständniss mehrerer 
zu Gunsten der Professoren, Lehrer und der studirenden Jugend des 
Kantons geforderter Bedingungen, zu einem Jahresbeiträge von 2318 
verpflichtet hatte, seil 1849 doch nur 1440 giebU Das Uebrige be- 
zieht die Bibliothek, und zwar 12D0 als Zinsen eines aus älteren Le- 
gaten und sonstigen Quellen gesammelten Bibliothekskapitals voo 
30,000 franz. Fr., 150 aus ander<>n Einnahmen. Von jenen 5800 
neuen Fr. werden 1594 auf Besoldungen, 900 für Heizung, Repara- 
turen, Abgaben und Kanzleibedürfnisse, 600 auf Einband der Bücher, 
800 auf die Forlsetzungen von Denk- und Zeitschriften« 1300 auf 
dergleichen von anderen Werken und ungefähr 600 auf Ankäufe neuer 
Bücher verwendet. Nach dem Regulative von 1832, welches aber, 
als wegen veränderter Zeitumstände nicht mehr passend, einer Aende- 
rung bald unterliegen dürfte, steht jedem anständigen Manne der Zu- 
tritt zur Bibliothek täglich in 2 Nachmiltagsstunden, während der 
Uerbstferien vom 15. August bis zum 15. October nur Dienstags und 
Sonnabends offen. Das Recht aber, Bücher mit nach Haus zu nehmen, 
liaben blos die Einwohner des Weichbildes der Stadt, die dasselbe 
mittels eines Eintrittsgeldes von 14 — 50 Fr. erkauft haben, sowie un- 
entgeltlich seit 1809 die Professoren, Lehrer, Studenten und Gymna- 
siasten. Kostbare Werke werden nicht allgemein, Handschriften nur 
innerhalb der Stadt und zwar allein gegen besondere Caution ausge- 
liehen. Die Zahl der Leser beträgt jährlich 500 und mehr und die 
der verliehenen Bücher über 2000 Bände. Eine Bevision ^der Bücher 
findet nicht in jedem Jahre statt: die letzte war 1837. Zur Ober- 
aufsicht über die Bibliothek besteht eine vom Bürgerrathe ernannte 
Bibliothek -Commission, welcher. der Oberbibliothekar als actives Mit- 
glied angehört. Die spezielle Verwaltung ist diesem letzteren, d. Z. 



Mem, MeiMen. 47 

» 

K. L r. Steiger, fibertragen, und ibm'mr Unterstützung ein Unterbi- 
Hiotliekar, d. Z. Pfarrer Fr. Fetscbevin, (bis 1840 gab es iwei Un- 
ttrbjftliotbekare) beigegeben« Der Oberbibliothekar, dessen Amt übri- 
gens Ehrenamt ist, besorgt den Ankauf und Einband der Bacher, fflhrt 
die Cootrole fiber die Fortsetzungen von Werken und Zeitschriften, 
setzt den allgemein alphabetischen , den speziell schweizerischen und 
den systematischen Katalog fort, beaufsichtigt die Msssammlung, verwaltet 
den Bibliotheksfonds und hat die Kassengeschifte. Der Unterbiblio- 
^ekv besorgt dagegen die Fortsetzung des anderen Exemplares des 
gemein alphabetischen Kataloges, hat die Controle Ober die aosge- 
^eheoen Bücher, und führt bei den Sitzungen 'der Bibliothek • Com- 
oussjon die SecretariatsgeschSfte. — Neben ihren Bücher- und Hand- 
schriflenTorräthen besitzt die Bibliothek auch noch eine Sammlung an- 
^ker und schweizerischer Münzen , die unter der Obhut des Oberbi- 
Düoihekares steht. Die Sammlung der schweizerischen Münzen, 2050 
^M von mehr als 12,000 Fr. Meuilwerth, verdankt ihre fintotehung 
dem fr&heren Landvoigte von Neus G. E. v. Haller, der sein aus etwa 

^^ Stfick bestehendes Gabinet um den Metallwerth 1784 an Bern 

verhufie. 

Siooer, J. R,, ^aUlogns codd. MS$. Bibliolhecae Bernens. AodoUU. cril. 

^ ?^^^^>* Addita saol specimioa acriptur. ex codd. Tar. aetat, tabulis sculpt. 

'«*Ua ei praefalio hisior. 3 Tom. Bern. 1760—72. 8. 

17ßi * Bibliolhecae Bernens. libror. typ. edilor. Catalogos. 2 Tom. Bern. 

ut. 8. .^ Hierzo aind zwei Supplemente, der eine tod Sinoer selbst 1767, 

^f »der« von Ith 1784 besorgt, erschienen. 

(vesseo) Verzeicbniss aller geschrieb. Werke, welcbe die scbweiz. Geschjcble 
l^^ Q. aaf d. öff. Biblioth. in Bern beGodlich sind. Bern. 17Q9. 8. 
W. Syllabus Codd. M8S. Bibliotbecäe Bernens. Bern. 1773. 8. 
L M'charner, A. v.) Verzeicbniss aller anf der Stadt -Biblioth. in Bern vor- 
y °^NrDckten Werke. 3 Bde. Bern. 1811. 8. Nebst 2 SnpplemeDten 1839 
• 47, voo F. Trecbsel besorgt. (Ein drittes Snpplem. soll 1854 erscheinen.) 
pj, ll'^^i'» J. B., Catalogus libror. impressor. Bibjiolhecae Bernens, 2 Tom. 

Hii""^'' Bern. 1812. 8. 
I "'''^r, F. L., Catalogns nnmismat. veterom, graec. et latin., mazime fero 
Ber"*ifi ^^Sost., Caesaromq. Boma&or., qaae exstant ia Museo cifitatis BerneBs. 

/°^'Bal> A., Lettre touch. le MS. de la Biblioth^qoe de Bern N. 354 perdu 
;"^*;' 28 ans, suly. de quelq. pi*c. in^dit. du XIII. siicie relativ, i divers mö- 
"''fs «i^Q nioyen Sge et tir. de ce MS. Par. 1838. 8. 

Etüden tenbibliothek wird unter der Aufsicht von Stu* 

enten der Theologie, welche abwechseln, Dienstags, Donnerstags und 

^Oönabeads 1—2 Uhr geöffnet. 

...J^f'^icboiss sammü. im Juni 1846 anf d. Biblioth. d. Süidirenden in Bern 
'»and. Bacher. Bern. 1846. 8. Nebst 1. Supplement 1850. 

Bethlea« 

|. Evangelische Senioralbibliothek ist 1911 durch die 
^«rsammlung des Grafen L. Andreassi begrOndet worden. 



4B BielefM, Blmh$mnw, Bmm. 

^Gymnatialkikliothek. 
HofouiDo, G. A.» fOB 4tr N«tiiirfeDÜ8keii eiaer SchnlbibKallMk. Bitlcf. 

^Bibliothek des niederen theologischen Semin^r^s, 
welches aich im ehemaligen Benedictinerklotter befindet, soll aus dem 
Besitae desselben gedruckte Bücher enthalten. Sie ist zum Gebrauche 
der Angehörigen der Anstalt stets zugänglich. 



^Bibliothek der kaiserücheii Leopold- Carolin is^hes 
Akademie der Naturforscher, früher in Erfort, ist um AkM^ 

des XVIli. iahrhundertea he|(rü«dei worden» 

BMchner, A. E., Bibliolb«» pbys. medic. mifcelL Acadamiae Cae», Lefijp^i- 
dino-Caroiinae natorae curiosor. partim Sociorum mu4iiriceotia, partim ipsU 
sDmtib. eomparaia. Quam lionc ab a. 1756 usq. ad a. 1705 continnatam sisl. 
Bil. Ifagd«b. 1767. 4. 

*4}iiiversitaitsbikli«thek ist 1818, l»ei Erriebting der Rh«* 
Btsehen Friedrich •WriheliM- Universität, Tom Unige Friedrich Wil* 
heim IIL gestiftet, und der Grund dazu durch die angekaufte BOcber* 
»ammluRg des Professors 0. Gh. Harless gelegt wof^en. Ausser der 
ehemaligen Duisburger Universitätsbibliothek, sowie einem Theile der 
Bibliothek der vormaligen Erfurter Universität, der Bibliothek des 
ReidiskammeongerichAes zu Wetzlar und der der früheren Bechtsscbuje 
zu Koblenz, sind ihr im Laufe der Zeil folgende PrivAtbüchersemmlufig«" 
zugefallen : die des Canonicus Crevelt in Bonn, des Begierungs • Dired^i^ 
Elwers, des Dr. Eloss (?)j des Gelieimralhes Nose und des I^^* 
Scberfi. Auch erhielt aie 184S einen Tbeil der Mss. aus den Naeb\asse 
des Professors A. W. v. Schlegel. %ei einem so bedeutendes ^' 
wachse kann es nicht auffallen, dass der Gesammtbestand der Biblio- 
thek jetzt schon, wo dieselbe erst wenig über 30 Jahre besl^t, über 
1^0,000 (lS4i nach Edwards &0,(MiO) Bände gedruckter .Bücher be- 
Irtgt. Bie vorhandeiien MSS. svid an Zahl und Werlh verhfiltms»- 
mässig sehr unbedeutend: es sind deren nur c. 250. Mit der Biblio- 
thek in Verbindung und mit ihr in einem und demselben Lokale 
des Universitätsgebäudes, des ehematigen kurföcatlicben ResidanafichlirsseS) 
aleken noch andere der UiMversität gehdrige wissensch»ftlicfae und 
KunstaflunluBgen. In Beasug .auf idie Verfassung und Verwaltung der 
Bibliothek schreibt das Reglement von 1810 )selnr ausfüfarlcdM •Bestim- 
mungen "vor, von denen die wesentlichenen folgende sind. Bas ge- 
sammte Bibliothekspersonal, welches mittels des 'Universitätscuratoriuins 
unter dem Ministerium der geitttichen, Unterrichts- und Medicinal- 
amgelegenheiten steht, ist aus einem Oberi)ibliolhekar, einem zweiten 
Bibliothekar, der den ObeihibliolfafikAr in MUen ¥0ii finnkhnit «der 



AhwoMdieit za iwriräten hat, xwei Ciurtodan vati einem oder iwei 
BibHotbekdieMnn , denen nach Befinden ans der ZaU der Studirenden 
, noch zwei Amamiensen beigegeben werden können, lusammengesetzt. 
i)er Oberbibliothekar (d. Z. Profeuor Dr. F. G. Weicker) musa jedes- 
mal ein Professor der Universität Bonn san , sowie auch der zweite 
i Bibüotiiekar (d. Z. F« F. Pape) und die beiden Custoden so viel 
s als Qj^giich aus den Hoeenten der Universität genommen werden 
i sollen, ^it letaleren drei Beamten hat der Oberbihliothekar alle In- 
^m der Bibliothek , namentlich Alles, was die Aufstellung und Auf- 
bewabnmg der BAcher und MSS., die Anfertigung, der Kataloge und 
I die Anüchaffmig der BQcher hetriftt, in gemeinschaftlichen Conferensen 
i sa bentbeo. Die Arbeitszeit des Personales ist, soweit einzelne deir 
l^eaorten nicht durch andere Amisgeschafte abgehalten sind, auf 9 — 12 
I VoimitUgs und Nachmittags 2 — 5 im Sommer und 2—4 Uhr im Win« 
' l^r an jedem Wochentage bestimmt; blos die Amanuensen haben nur 
^ den Standen, wo die Bibliothek zum dIFentlichen Gebrauche su- 
, SlogÜch ist (Uütwochs und Sk>nnabends 2*<-4 und an den übrigen: 
WoehenUgen 2 — 3 Uhr), zu erscheinen. Eigene Bibliotheksferien 
] |"><ien nicht sUtt; doch ist den Bibliothekaren und Custoden gestattet, 
Jihrlich Tier Wochen lang Urlaub zu nehmen (aber hOchsteens' nur 
^vci Personen auf einmal), und die Bibliothek in der Oster- und 
P^slwoche und zwischen Weihnachten und Neujahr nur in den 6f- 
lenUichen Stunden zu besuchen. Ohne dass die Bibliothek geschlossen 
werden darf, muss wahrend der jahrliehen Sonmierferien der Univer- 
^^^^ eine Revision von zwei Fächern und zwar in der Weise statt- 
Mn, dass mindestens binnen fünf Jahren alle Hauptfächer zur Re- 
^ion gekommen sind. Da in, Bonn die Einrichtung besieht, dass. die 
vencbiedenen Bücherfächer der speziellen Obhut verschiedener Be- 
^iDien fiberwiesen sind, so hat jeder derselben niemals die eigenen, 
sondern die eines, seiner CoUegen zu revidiren. Ausser dieser Revision 
l^ann vom UniversitStscuratorium nach Befinden eine Superrevision ein- 
zelner Fieber vorgenommen werden. Bei den Bücheranschaffungen 
soU^ so weit die dazu ausgesetzten Fonds ausreichen^ — die sich 
jlbriich auf 3550 Thlr. belaufen — vor allen zwar auf die mdg- 
iicbste literarische. Vollständigkeit ohne Zurücksetzung einzelner Fächer 
oder Vorliebe für andere Bedacht genommen^ jedoch, in Betracht dass 
das ganze Institut zunächst zur Benutzung der Professoren und Stu- 
<^irenden Itestimmt ist, soweit nur irgend tliunlich das Bedürfniss der 
Professoren, die ihre Wünsche und Anträge in einem Desiderienbuche 
^ bemerken haben, berücksichtigt werden. Bücher, nach denen häufig 
S*fr*gt wird, kOnnen in mehr als Einem Exemplare in der Bibliothek 
^<>rhattden sein. Von Katalogen verlangt das Reglement, ausser dem 
blieben Accessionskataloge und (sofern sie zweckmässig scheinen) 

f*tth9l4$, Hdb. D. B. ^ 



S|miittii^l«gea ükr. ttHidne Hatten vOn BidHOii DiMMatioBen 
u» «. w, > awei imptliaialogc > . «iitti Aeal * und «inen aUgtaHMica al- 
j^abetMeheo Kaialog» Das Aeohl» Baober ?^ Aar AMoliiek an leiliaB, 
ataM aar folgendaa Paoooat ta: den JhroCejBsocaA der UnifarstUil, 
daa ordaatliehen Lehrern, des Bonner fiyMiaiuiae» dtn Predfgem «ad 
praktiachen Aeraten und den Voratehe» des Magiattatea m BnunD, den 
königlichen Beamten hia zu den ÄMeaaoren hei Landesoelleglcn «ad 
Denen herab, die mit dieaen in gleichem Bange stehen, sowie dea 
4>ffiziereii der Garnison in Bonn hia zum Gompagnie* und fiacadroos* 
€hef — allen diesen aber nur, ao lange sie sich iafionn und dessen 
Poliaeibezirke aufhalten. Anderenfalls ist erst vom üniTersitllacttra- 
torinm firlaiibntas zur Benutzung einzoholea. Auch die angeaehensten 
Mitglieder der Bonner BOrgerachaft» wenn aie den Bibliolheksh«aiiiten 
hinlänglich bdtannt, sind von der Berechtigung Bücher zu leihen nicht 
ausgeschlossen. Ailiß sonstigen Personen können nur gegen Speziai- 
oaution eines selbst zum Leihen Berechtigten BQcher geborgt erhalten. 
Ber Zutritt zum Leaezimmer ist ohne BesehrAnknng» doch werden hier 
die Bflcher nur auf schriftliches Verlangen zur Lectfire vembfdlgt 
Bomane, Schauspiele und ähnliche Lesebflcher sind> ausser Mr litten- 
rische Zwecke, von der Ausgabe ausgeschlossen. Zum Aualeihnn voo 
Handschriften» Kiipferwerken » NaobschhigebQchem umI dergleichen ist, 
ausser von den PrpfiBSSoren, sonst von Jedermann die Genehmigung 
des.Universitllscuratoriums einzuholen« ohne dessen Bewilligung auch 
keine Bücher und Haudschriften an auswärtige Gelehrte verschickt 
werden dürfen. 

Calal^gqg Bibliotbecafi pabl. Acad* Duiabufg^ «l et ßihli<hthsc«e Goeriasae 
usib, ejosd. Academ. destinet. Duisb. 1685. fol« 

tVilhoff, J. H., krit. Anmerkungen über Horaz u. and. röm. Schriflsleller ; 
nebst «iner fiesehreib. der ht. Handschrilt d. Duisburg. Onitersitatsbibliolli. 
brog, H. A. Grimn. St. l---e. Diisseld, 1701-^1801. 8. 

niUietbeca mi dam viveret G> Ch. Havleat» Vitam b. p«lris praemis. Ca. 
F.Harieas. Erlang, ei lipa. 1818. 8. 

Catalogns iibror, irqpresspr. quibus Bibliotbepa Uai?ersUat. frid« GoH. Rli%- 
nanae aucta est a. 1835* Bonn. 1836. 4* Erscbeint jedes Jabr« 

Catalogus libror. ex Bibliolbeca reg. Academiae Frid. GaiU Rhenanaa pobl. 
aucl. lege divendendor. I — II. Bonn. 1837 — 38. 8. 

Verzeicbniss einer grossenth. aus Üoubl eilen der k. Uniyersitfitsbibliothek 
zn Bonn besteb. Bndtersaaimlnnf. Köln. 1842. 8. (Anei. Katal.) 

Terzeicbniss einer Bücbersaminhing, ench. §fO meistenth. pbilolog. Werke 
dsin im Anhange eine Saranlnng Boableftten d. fiiblioUi« dsr hies^ k. Uaiver- 
•it&t, etc. Bonn* 1843* ^ <Ab€U Katal.) 

Reglement Ton 1819. s« Serap. 1845. Nr. 8—11. 

'^Bibliothek des Vereines tou Alterthumnlreund^n 
im Rh ein lande hat einen, wennschen noch kkmen, doch recht ^9. 
ten Büchervorrath. 



Bama, Br w i i§ $m h i f§ , Blhtmn$eliiweig. tl 



*Kirck«ikilili«t]ie1i iü mn «6 HiUi 4at XVIw labAntai 
daith du fiiehanttniilliDg dM Lehren H. Slolz la B«m h^ 

iMti worden. 

^Bibliotliek der ebemaligeii Ritler^^Akadenie Mteht 
Mit GraDdHg der ÄMtali, und ist eeitber ett 90—100 Thlr« iF«r- 
«Mhrt ««rdciu 

^Bibliothek des Kreis-Qeriohtes kesitit die des vor* 
^m Schö|ipeiistiihles als Slamn« 

*6ymnasieibibUotkek itl zu Aafasg des XVIII. MrhM« 
^ertei b^gitmlot, eitd 1702 diinth die Bflehersammliing des BaeoaU 
^ fletftss vermeibH woffdeiii Auf neue AnsehaihiDgeB i(b* sie werden 
jährlich 250 Thir«. ^ermndeu Die Obhet übet die Saalmlung« die 
^ Lehrern und S^Alern dtr Anstell jedeneit augilaglith ist , hat 
^ Prörtctof Profassor Dr. M. W. Hefflet« 

Heiosü, Ch., CaAalogus 0iblioUI«6aa ^ea« «st ^estiaaU achdlaa Mkrchieat'. 
foie est Brandeoburgi coosignat. Francof. ad Yiadr. 1702. 4. 

Goiischliog, L., Nolificatiöo der Inangoration der fieinsisciien Bibliothek. 
BnndtDb. Wir! ft)h 

*iibliethek der altstSdtistheii 8t.Ootthards*Kfirthe 
^^ dareh das VermMHnise eines Ptedigai^ an der Kitdue beg^Nlhdet 
^^«Q. Aul ihre Vennehriing wird üichts verwendet. 

^Bibliothek der St. Katharinen-Kirche ist im XVI. 
MrhuiJeite entständen, und 16SS durch die BücfaefsantmlüAgeh der 
u^IirOiler Job. und Joach. Garaeus vermehrt worden. 2!u neuen A|i- 
«cluAuip hai sie keine Mittel« 

^fiibliethek im Rathhause, für die Krtgliedei' des Magi« 
Mratej begfimmt, soll einen kleineren Theil der dem eh(?maligen Schoppen- 
stuhle gehörigen Bibliothek besitzen. Auf ihre Verraehruiig wird we- 
H verwendet. 

^Bibliotkek der Saldernschen Heai-ScfauU dient mta 
Gebrauche vorzQglich der Lehrer der Anstalt. Die Vermehrung i&i 
^^^i bedeutend« 

BraMUMi^M^eig *). 

^Bibliothek dei^ Collegium Gärolinum ist, nicht lange 
oaeh der Gründung der Anstalt seihst, 1747 angelegt worden« Ihre 

. *) Einer frfliheran Nachricht znfolge sollten künftig sammtliche BiMiotbelea 
'*>n«clNteiga, oMii AtisDahB* dttr MiMair- md »atürlicfli aneh de# trth^ noch 
^m errichteten Vftlksfareim- Bibliothek, bb einer allgemeinen UndeehihliothA 
^^>igt> ind in V«rbiedaag mit dem Reste der Helmstldter ftiMiothek, dann 
IJummen eine Bfichermasse von mehr als 50,000 Banden, in der Oailerie dee 
^«tadiraaiteiiKs (wakäas mM ss dienam Zwecks wetiar «asznbaaen beabsich- 
tig) aafgestelit werdan. 

4* 



12 B rarnn k w ^. \ 

ergte Gruodlage verdankt gie derBOchergamialang deg Henogeg Anton 
Ulneh ?on' Braungchweig, wozu 1750 «no Iwtr&chiliclio Anzahl von 
Bachern, man sagt 5000 Bände, aug der Hinterlaggengchaft deg Her- 
zogg Ludwig Rudolph von Braungchweig hinzukamen« Zwar waren 
der Bibliothek auch 1S13. einThei^ der Bücher aua dem Kloeter za 
BiddagghAugen Qberiaagen worden, die aber 1841 an dag theologigche 
Seminar in WolfenbOt&el wiederabgegeben werden muggtea. Gegen* 
wärtig begitzt die Bibliothek gegen 8000 Qftnde, darunter nicht we- 
nige geltene und gongt gchätzbare, 

*Bibliothek des OberganitIts*Collegiuiiig igt um die 
Mitte des XVlIl. Jahrhunderteg begründet, und 1850, bei Gelegenheit 
ihrer Vergetzüng aug dem Lokale deg ObersaniUtg - Gollegiamg in das 
deg anatomigcben Instituteg, durch den mediciniscben Theil der ehe* 
maligen Uelmatädtcr Univergitätgbibliothek vermehrt worden. Sie ent- 
hält c.'5000 Bände, und wird aug einem eigeng dazu begtinnnten Fonds 
unterhalten. Mit ihr in Verbindung gteht die Poekelg'gche Bibliothek. 
Biege, die 1841 aug der Verläggengcbaft des Obergtabgarztes Pockeis 
angekauft, und vorläufig ebenfalls im Lokale des anatomischen Instutes 
aufgestellt worden ist, besitzt, ausser 2000 Dissertationen, 6000 Bände 
medicinischer Werke, worunter sich eine Auswahl der wichtigsteo 
französischen, englischen und italienischen befindet« 

^Bibliothek der medicinischen Lege-Gegellschaft 



Da Braunschweig bereits einen Theil der UelmstAdter Bibliothek bcaiut, 
ond einen anderen vielleicht noch erbalten wird, so kann hier der Ort sein, 
wo die die Helmstddter Bibliothek betreffende Litteratar ihren Platz findet. 

Heidmann, Ch., Oratio de Bibliotheca Julia. Heimst. 1622. 4. Abgedr. 
in Schmidii de Bibliothecis nov. Access. CollMtiooi Maderiao. adivact* 

p. 29—72. (Programm.) 

Catalogos libror. Bibliolh. Acad. Joliae fege auct. venalium. Halmst. 
1679. 4. (?) 

Hardt, H. f. d., antiqna llter. monnmenta^ qaae in Rodolfi Aogusti BmiST. 
et Laneb. Ducis Bibliotheca dornest Bransfigaa recondila sunt. > 8 Tom. BrunsT. 
et Heimst. 1690—93. 8. 

Gjasd. Memorabilia Radolf. nor. Biblioth. Helmstadiens., a conditore Ru- 
dolpbo Auguslo BrnnsT. ac Lunael). Duce in publ. usus Academiae saae Jaliae 
hoc anno manificentiss. donatae. Heimst. 1702. fol. Abgedr. in Schmidii de 
Bibliothecis noya Accesf. Collectioni Maderiau. adiunct. p. 273---96. (Programm.) 

Ejnsd. Oratio de novis Academiae Jul. dotibus. Heimst. 1702. 4. 

Ejnsd. Oratio de pretiosis Academiae Jnl. et Bibliothecae Rodolpbeae Hefm- 
stad. cimeliis, annulo Lntheri anr. doctorali et annnlo e}asdem pronnbo. Heimst. 
1703. 4. 

Dessen Herzog Hudolf Augusts Freude, alt dassen Tocbler b. die regier* 
Herzogin d. 24. M&rz 1716 die Rndolfin. Bibliothek besucht. 12. 

Uchlenstein, A. H. N., Progr. de duob. codd. hebr. adhac parom cogniUs. 
Heimst. 1776. 4. 

Widehjurg, F.A., Academ. Joliae Garolinae AnnlTeraariaat Bibliothecae Rq- 
dolpheae Saecularia sacra 1802 celebrand, etc. Heimst. 4. 



BrawuikwMg* SS 

ist dereh die Beitrige der 1817 aas Braanschweiger Aenten, Wund- 
inia nd Pharmaceuten gebildeten Lesegesellachaft begrflodet wor* 
('a, oDd wird, da, in Folge des Beitrittes der Aerzte, Wandärete, 
Piannaeeoten und ThierSrcte der fibrigen Ortschaften des Hereog- 
tinmes tu der Gesellsehaft 1821 , die Snmiae der f&r die Bibliothek 
rerf&gbaren Jahresbeiträge bis anf 4 — 500 Thlr. gestiegen ist, sehr 
ittseitolidi ▼ennehrt. Vorzugsweise werden bei den Anschaffungen die 
gMignetoten ipornale berficksichtigt. Um die Mitte der 40er Jahre 
^liefneh die Bibliothek, die übrigens gleich der des Obersanitflts-^ 
^UegioBs im Lokale des anatomischen Institutes aufgestellt ist, auf 
^ mr Tausend Binde. 

^Bibliothek des Ober-Gymnasiums, die früher dem 

KaÜiarioeom gehörte, ist durch C. Heusinger, seit 1790 Director des- 

selben, dadurch neu begründet worden, dass er 1792 zum Ankaufe 

^r beiooders im philologischen Fache nicht unbedeutenden Bücher- 

suBoIong des Rectors Koppe zu Hannover Xnlass gab. Unter den 

^Diohafteren Erwerbungen in der früheren Zeit ist die der Bibliothek 

ofsRedors Ch. Pape 1604 zu erwähnen. -Gegenwärtig enthalt die 

Bibliothek über 5000 Binde, darunter die vonüglichslen Ausgaben der 

*l^n Classiker, eine Auswalil guter Schriften aus dem Fache der Ar-' 

^7^\^«, Numismatik, Geschichte und Litteraturgeschichte. Die regel- 

^'^igen Einkünfte zu ihrer Vermehrung betragen jährlich etwas mehr 

^ SO Thlr., die aus der Gymnasialkasse gezahlt werden, und wozu' 

f"^ '^^h die wenigen Beiträge der abgebenden Schüler (deren jeder 

i^J^^l Air die Bibliothek zu geben bat) hinzukommen. Die Aufsicht 

j^f <li» Sammlung führt der Director des Obergymnasiums, der auch 

^^ Bficheranküufe zu besorgen hat, während ein anderer Lelirer der 

^Ult das Geschäft über sich hat, die Benutzung der Bibliothek, die 

^ diesem Zwecke wöchentlich einmal zu einer bestimmten Stunde 

««öffnet wird, zu überwachen. 

^•brieii, J. A., Progr. de Bibliotheea Calharinei Bruosw. 1744. 4. 

nräger, G.J. A., Verzeichniss d^Biblioth. des Obergymnasiams in Brton- 
'«fcwwg. Do. 1837. 8. 

^landschaftliche Bibliothek ist 1802 durch Ankauf der 
^^^ Ganziei« Advokaten Gesenius gesammelten und hinterlassenen Bmns- 
^sien begründet, und seit der Wiederherstellung der landstindischea 
^'ussaiig des Herzogthums bed^^nd vomehrt worden. Sie enthilt 
l^en 4000 Bände, zum wesentlichsten Theile Brunsncensien, die nacK 
Leitung der Bibli<9theca bninsTico - Inntburgica ed. Praun geordnel 
^0} und auf deren Vermehrung vorzü^ch Bedacht' genommen wkd. 
J^ Benutzung der Bibliothek ist dem grösseren Publikum freigegeben, 
^ es hat sich Jeder, welcher ▼•&* ^eser* Freüieit Gebrauch macben 
^1 desahaU) andtti Laidfyndikiia m wwdSD« 



^Mtlitairbibliotliek dei Hersoglick Braunschweigi- 
soliea Offitiercarpf iai 1829 darok HödiatMi Qrias kawüligu 
Uekarweiaung atnar ßumma voa 2^00 Thirn. aua d^m idem Fiacm 
logafallenen AnUieila dar Wateriot-Priaangaldar gaatiftat, iwd von 
daai damal^pan ObaratiianleiiaBt v« Wachhola atteral eingerichCet wdr- 
dan. Sie iat im beraogiioken Eadattenhauae aufgaataUt, und anÜiAlt 
gegan 40M Bflnde. Aaaaer den Zmaeii»eiaaa kleinen Kapitalaa kaaiakt 
dia Bibliathek ivm Betettfe ihrer Varaiahrang die verhäteiaainäasig 
nanairten Qaldkaitriga cka acCiran (Kfiiiarcprpa» dia sieb in laadar 
imm% jftkriicb auf 800 Thlr. balauÜBtt. file Asachaffttag und A«f. 
atellong der BQcher ist das Geschäft einer eigesea CaaimiasiaB, ans 
dr^i OT^ziaren bestehend, die von ^zva CqiQipandaur d?l Faldcorps 
ava der Seihe dar Interessenten ernannt werden, und als deren Sa- 
cretair der Conmapdant dea Kadeitencorpa fungirt. Das Varlaihen dar 
mchar b^sargt die Commission mit BUfe eines UnterofBaiers. Dam 
gfts^nuoteii Olfi^iarcorpsi sowie denjenigen pensionirten Qlfizieren, welche 
jibriicJie Beiträge zahlen, steht die Bennt^ang der Bibliothek »t, und 
es wird dieselbe zu diesem Zwecke wöohaatlich eijaipai ge^fTiial, 
Qnter gewissen Beschränkungen haben dann aueb die UatarolSsiera 
des Feldcoips Zutritt zur BibUotbek und Anspruch auf das ieikan voa 
B&chern* Während der grossen Exereitieu im Herbste wird die Bi- 
bUotbek auf 4 — S Wochen geschlossen, Dia Z^kl d^r Leser « sowie 
dar yerliehenen Bacher ist nicht unbedeutend, 

Eia chraaologisches Verzeicbois« d, MiliUirbibliolh^k iM gedrucj^t, nnd wird 
in j^eitrftomea too 1 — 2 Jahren fortgesetzt* 

^Bibliothek des geistlichen Ministeriuais» ursprfag« 
lieb im Archive der Martinikirche aufgeiitellt, von dort aber wagen be- 
scbränl^ten Baumes in das obere Stockwerk dar Sacriatai nahen der 
Bfi^erkirche versetzt, ist 1570 vom Dr. H« Chemnitz gestiftet» und 
durch die Fürsorge der Vorsteher der Marünikifobc^» namenUi^b (• 
Calen's, zu allen Zeiten vermAbrt wordani« Inabaaavdera ist aber auch 
in dieser Hinaksht zu erwähnen, dass fiaraog Audtilph Angiial von 
Braunscbweig die Büchersammlungen des Predigers Hacciua von Hain- 
buvg und dea Propstes C. Crbaias ati Kveuzkloater ver l^aunachweig 
arkauit, u»d 1683 mit der Mioiaterialbiblioaieh «emaJbft bat. laeeah- 
laUa hierher sind in Folge eioea Reaerji^tas des fleraega Kanl tmi 
iraunsychweig vom J. 17M aUe in den KirebM det Stadt batedUohen 
BOeher und Bandsehriftesi abgeUefert wopdan» und ea bat diB Aibli«* 
tbck bei dieaer Galegenheit lamentlieb aua der Salhaiineiikirdie seltf 
bedeutende Werke erhalten« Nor von den Mas« und alten Arackwerkea 
der BibUotbek in der AJidfeaekkobe» 4ie ein Vermächtttiaa das laüu* 
barm fiberwin vau Hmialii 14916» vieUekM abet acftoi lor 1440 h^ 
gründet gewesen, ist dar MUatttnaUubUo^ftk oUi Tbeik dar andere dt« 



BraumekiMig^ Brem$n. Ülr 



g^gM dtt vdmiakgtii Hclsitidlev ÜMtMiiUll sugewieaea worden» AI» 

Geschenk eines gewissen A, David besitzt die Bibliothek einen toII- 

sUiidigen Talmud in einem kleinen GehSuse von Nussbaumfaolz« 

Ber jedesmalige jflngste Prediger der Martinikirche fungirt als Biblio- 

tkekar. 

*Ratlisbibliothek ist von dem Bürffermeister J. Gamman in 
der zweiUB üälfle des ^Yll. Jahrhundertes begründet worden, und 
nmfassl Werke ans der Theologie, Jurisprudenz, Philosophie, Geschichte 
und aUd^nUchen Lilteraiur, sowie alte und gute Ai^sgaben lateinischer 
Klassiker, zusammen 5 — 6000 Bande. Sie war früher auf dem Neu- 
stadiratUaise aulgeetelU» und steht jelzt im Kreuzgange der Brüder- 
kirehe. Die Aufsicht über sie hat der Stadtdireetor. 

'Bibliothek des Volks-Vereines, zn Anfang 1850 ge- 
gründet , bestand ein Jahr später schon aus c. lÖOO Bänden popu- 
lärer, histariacber, politischer und staatsrechtlicher Bücher, die theils 
durch Geschenke, theils dufch Ankauf (zu welchem Zwecke man jähr-* 
lieh 200 Thlf. Subscriptionsgelder bestioHnt hatte) erworben werden 
waren« Die Veiwollnng der Biblkt^bek, die an jeder Mittwoch Abend» 
für die Verdnsinilglieder, für Fremde aber jederzeit zur Benutzung 
offen Bland, war einem eigenen Bibliethekscesnite des Volksvereins. 
Abefiragcn. 

Ein Katalog der BiVliothek i«t ^druckt «rackienen. 

BrcMMa 41). 
'Bibliothek des Masetms, 1829 begründet, entttAlt 16*-* 

20,Ora Bände. 

Veraeicbnis« d» Bibliolb. des Mmeams la Bremen. Mit 3 Nachträgen^ Brem« 
1822 L 9« 

*Stadtbibliotb^k, früher dem Gymnasium gehörig, ist 1534 

genttflet, und ^ureh die Büchertammlungen des Spdicus G. Buxtorf 
1636» des Kamü«rs H« Goldast, genannt v. Heimingsfeld 1646|, der ehe- 
maJigen deutuchen Gf sellsebaft, sowie des Bibliothekares H. Heise 1771 
Temelun worden» Si^ zählt über 20,000 Bände. (Nach Edwards ist die 
BiUkMtbek 1636 enUtandein» und war 1846 nicht weniger als 50,000 Bände 
atufc, wlbremd die davon unterschiedene Gymnasialbibliothek, als deren 
SmiiHigiuahr 16 LS angegeben ist, damals 20,000 Bände enthielt.) 

Lege« Bibliotkecee Beiimbl. Bremensia. Brem. 1660. 4, 

Ripsted, J., Pr(^r. de Bibliotheca Reipubl. Brem. ante afhim>t amms et 
Carla translata et'Gymiiaslo adlonctt, insuper. Veleb. GoMiscl biMiolbeoa alüs*^ 
qne libris «dnicta, in majna GSMMaiii ontameatiun aperta. Brem. 11660. 4. 

Noanan^ JL, Baftnwl einer Gftscbiph^ft des Brem. öffaiul. BibliotheJt. ihrem« 
1775. 4. 

Bqmp, %M alpbeb. Ver^mehniss sämmtL Bäober d. Brem. Affeoll. Bibliothek, 



*> Cassel, 9, Pb«» Obserrüt« titerar. de BtbMotkeeis firemensibiis; Brem» 
1776. 4. . 



56 Br$riau, 

mil B«Miebnan| dei Standorles «ines jtden BodiAf in darMlb* 9TUe. Brein. 
18U-34. 8. 

•Des8. VeneichnUs d« slmmtl. Bremeosia d. öffentl. Bibliothek za BremeD. 
Dat. 1834. 8. 

Bresl*a ^)* 

*Bibliotkek Ten St.' Bernhardin in der NeusUdt ist durch 
Vermichtniss entstanden, und unter anderen 16S2 durch die Bflcber* 
Sammlung des Oberkämmerers Zach. ▼. Rampusch und RommerstelB 
vermehrt worden, und umfasst weit mehr als 10,000 Binde. Sie 
wird zweimal in der Woche, Mittwochs und Sonnabends, eine Stunde 

zur Benutzung geöfinel. 

Morgenbesaer, M., Geacbichte des Hospitals n. d. Schole tem R. Geist « so- 
wie aoch d. Bibliothek zo St. Bernhardin in Breelan. Das. 1814. 4. 

Passow, F., Symbolae crit. in Script, graec. et rom. e codd. MSS. VralislaT. 
VraUal. 1820. 4. 

*Dombibliothek zu St. Johannes. 

Catalogas Bibliothecae Bev. Capitnli ad Eccies. Catbedr. S. Joannis Baptist 
Vratislav. P. I. Libri tbeologici. Vratial. 1840. 8; 

«Bibliothek von SU filisabeth, die Re:hdiger*sche 
Bibliothek genannt steht in der Rlisabethinerkirche , und ist von 
Thomas v. Rehdiger gestiftet« Als das Stiftungsjahr ist 1575 anzusehen, 
da sich vom 15. December 1575 das Testament Rehdiger'a (f 11^7^) 
datirt, wodurch er seine beiden jQngeren BrQder Adam und Jacob 
V. Rehdiger zu Erben seiner Bibliothek, Kunstwerke und Münzen (der 
Früchte der vom Erblasser seit 1586 unternommenen denkwürdigen 
Reisen), das heisst als deren Besitzer eingesetzt hatte, unter der Be- 
dingung, dass sie die Sammlungen von Cöln , wo diese sich bei des 
Bruders Tode befanden, nach Breslau bringen, und dort in eiflein 
zweckmässigen Gebäude für den öffentlichen Gebrauch alier GelebrieSi 
unter dem Namen Rehdiger sehe Bibliolheky aufstellen lassen solUen* 
Die hierauf bezügliche Stelle des Testamentes sagt: Librei «leo^ 
quos ego -magno lahore et sutnplu eonguUwi una cum numismati^ 
aureis, argenteis, aeneis, staiuis, picturis et reliquis bibliothecae o^' 
namentis minime vulgaribus cupio et volo quam diligeHtissime fr^' 
tislaviae in uno conclavi aä id a praedictis duobus heredibus (Ädaß» 
et Jacobo Rhedingeris) instructo adservari et omnia in so suis locii 
distincte et ordinate disponi: ut illa bibliotheca cum suis omameniü 
non tantum Rhedingerianäe familiae (penes quam perpetuo esse volo) 
honori, verum etiam aliis usui et voluplati esse possü. Da in Folge 
dieses Testamentes, wodurch sich die aq^eren Geschwister des Ver- 
storbenen beeinträchtigt glaubten, 'in der Familie Streitigkeiten aus- 

*) Henschel, A. G. E. Ib., Catalogas Codd. medii aevi Medicor. ac Physicor. 
'qni manascripti in Bibliothecis Yratialav. asserTaotur. P. I. Praemiss. soBt de 
Bibltothtear. Vratitla?. Codd. msstis medii aevi medic^ac physic. ^bserratt, gene- 
rales. Vratislav. 1847. 4. (P. II sollte schon langst encheinsn.) 



gebrochen waren» so fand- »an sich Iheila zur Avi gldcbong aller 
Mosfaelligkeiten, theüs aus anderen Gründen veranlasst, sich der Samm« 
iuogeo gaax xu entiussem, und sie an den Breslauer Magistrat völlig 
'biotreleo. Als Bedingungen dieser Abtretung wurden . in dem desshalb 
geschlossenen Vertrage vom 17. Mirz i64S folgende Punkte festge- 
itelU: Bats tohn 1 dtese Bibliotheca bey der Kyrehen mu SU EH" 
taM m dem orte, da sie anixo üi^ oder einem andern dosu de- 
fvcmoi Will taugliehen Zimmer gehalten, mu gemeinem nns und ge^ 
^<>«(^ eingerichUii tnid eb sie gleich * aU nicht xu Mweiffeln^ durch 
i^nger Leute Hberaliläl möc)ite vermehrt werden, iedoch andere 
*^ eU Bhedigeriana fori und fort genennet: 2. Zu dees Herrn 
^«Mlaiorti gedächtnis eine hanorifiea InscripUo, nebst seinem adekchen 
^«p<a aufgeriehut: 3. Die Bücher und Zugdiörunge nach dem 
^^taen Calalogo retidiret, wie dieselbe befunden, verseichnel, 
^Aaeadotxm eine abschriffi ertheilet: 4,» wegen dess bieshero 
^^iAeaen Ztmmeri, noch auch inskünftig einsige recampens van dem 
^^KMecAi nicht begehret: Und weil dodi auch 5. eine gewisse person 
^ ^wdisen seyn trtrd, cui Bibliolhecae cura committatur , dieselbe 
^^ Zmhat dess Geschlechts , als welchem ausser abgedachter beyder 
£r6en nvda proprietas Biblioti^eae verlassen worden^ sumtibus Jletp. 
^^^{(en t^erd^n solle; Es waer dann^ dass von den Erben selbst 
^ ü^ses dazu deputiret , oder von deren Erben und Erbnehmern 
^^ vAkoas XU erhalten: welches Einem Gestrengen Eathe bei de- 
^^elten zu suchen, und xu ebenmässigem gebrauch anxuwenden^ in 
^^fgefrey und bevohr stehen sol. Obwohl die Anzahl der von Rehdiger 
°'0terlas8enen Bflcher'und Handschriften — von denen leider, zumal 
bei ihrem Transporte von Cdln nach Breslau, so manche verloren ge- 
bogen sind — nicht viel über 6000 Bände und 300 MSS. betragen 
haben mag, so war ihr Werth doch ein sehr bedeutender: Curäus 
p tienselben auf 10,000 Thir., Pol auf 17,000 Fi., KranU auf 
17,000 Goldstücke und Knndmann auf eben so viele Ducaten geschätzt, 
^rend die goldenen und silbernen Münzen allein von Cunradus auf 
l/,000 Floren veranschlagt worden sind. Seit die Rehdigersehe 
Bibliothek im Besitze des Magistrates ist, sind ihr sehr ansehnliche 
■»ereicbemogen zu Theii geworden, unter denen als die namhafteren 
'iierwihnen sind: 1664 die 1000 Bände sUrke Büchersammlung des 
^^len Schöppenschreibers Ch. SchulUej 16S9 die Bücher-, MSS.* 
^^ Kupferstichsammlung des Hauptmanns A. v. Sebisch; 1690 — 1711 
^iche Geschenke und die Bibliothek des Rathsältesten J. S. v. Haunold ; 
*'% die historische Bibliothek des Herrn i. G. v. Riemer und Riem* 
^\ 174S die des Freiherrn H. R.v.Hund; 1766 die theologische 
^ Pastor primär. J. Fr. Burg; 1784 die Bflcber- und Münzensamm« 
^ ^ J. C, Ariel. . Auch die Bibliothek des RegierMAffirathe« h 0« 



S8 BrmM i 

MMHiara bM ihr 17«4 «invorMto worden Min. Dtr (|ege»wirtige 
BetlttMl sflmmtHclMr Sehriftwerke mag miiNkflUM iwiscben ao-^SM^ 
BiB^e, mit EiMcklvss der grosseo Zahl h6cJMt werthyoUer iakinakelif 
oBd 8M MSS. betragen. Naeh Edwards ktiaas die iililiotliek 1846 
etwa 25,000, nadi Wachler gar schon 1888 c. 80,000 Bind«. i>« 
GapiUl, welches zur Vermehmng der Biblietbek ausgeaeUt M »^^^ 
nicht ?on Bekdiger, sondern theüe aus neueren SchenkuBgen, tbdb 
▼om Magistrate her, und kelief sich 1828, ebeolklls neck Wachler'» 
Angabe^ auf 219 Vs Thlr. jihrliche Zinsen, wovon 100 auABesoUaeg 
dea Bibliotkekares verwendet wurden. Bie Bikiteikek, die aeü i661 
dem Publikum aum Gebrancke regelmässig zngtaglicb ist, wird su 
diesem Bebufe wöchentlich zweimal. Mittwochs und Sonnabends 2*^ 
Ubr, geMnet. Zur Verwaltung derselben sind zwei Bibliotkekare U' 
atellt, deren einer der Prorector vum Blisabeth-Gymnaaium iat. ^^^ 
unerwihnt zu lassen ist flbrigens, dass die EnUchlossenheit der Bres- 
lauer Pleischerzunft ^e Bibliothek bei der Belagerung der Sudt as 
B5. Becember 1800 , wennschon nicht vor einigea empftndliebea Ver* 
Meten, doch vom gänzlichen Untergänge glücklich gerettet hat« 

Gebbwd, 1., EneaeBit kikliotheeae Bebdiger. Vratialaviae. (C«n Sek. Alis«|>«" 
Plaewa Gratalaleria.) VraM. 1601. 4. Ac«. ^sd. Progr. d« Tboma i Rekdiger 
Sc Sllsa, cooditora bibliolh. Behdiger. VratialaWaa. (bid. 1661. 4. 

KranU, G., Memorabilia bibliothecae publ. EtisabeUo. Wratisrayiens., ^ ^°"' 
datore celeberr. Rebdigertan. dfctae, qaae fn Acta Gymnasl. expeai feett. V^*^'* 
1609. 4. Aca. ParaNpamaBt.. kKd. 1726* lal. . . 

SckMkfJ, J, E., Naekrichua vea daa MerkwOidigkeit. d. Bebdiger. BiUioUieK 
JM BreaJau. St. 1. Bresl., Hirschb. n. kissa. 1794. 4. ^„ 

Schulz, D., Progr. de Codice IV. EvangeHor. Bibliolhccae Rebdiger., in P 
▼etus latto. Tersio coDtinetnr. Vratisl. 1814. 4. 

Wächter, A. W. J. , Thonas Rebdiger u. seiae BOchartavahing m BriJ»^; 
Ein bictgrapk.-liUrär. Vanack. üit tanem VfRw<»rte Toq ;.. WackUr. (?^ 
Tb. Rebdiger's Bildniss.) BiasJ. 1828. ^ 

^Bikllotbek der Schlesischen GeaelLachafI f üff ▼•" 
terUndisehe Gultur (welche ktztere, 160S gestiftet, anfanfS ^«* 
Namen der GtMÜsehafi twr Beßvdwmi§ der Nakmkmnde nnd^^ 
Aiflrte SMesiinB f&brte) ist 1800 durch firwerbung der 4im Bector 
h E. Scbeibel zngehörigca Büehersammlnng begrOodet wordno» ^*' 
thflüt sich in die allgemeine und in die sehlestscke BibU»ttek» if^ 
letztere nur ans Silesiaeis besteht, wahrend die eratefe an Sokri^^ 
gelehrter Vereine, mit denen die Gesellsokaft verkehrt, auaserordentli«i) 
reich isU Beide Abtheikioge» ztusammen mögen Ober 20,AB0 t^^ 
besitaen, wobei die den eintehiea Sedionen augehörigen heaondof^ 
Handbibliotheken noch nickt mit gerechnet and^ Zu Baeheaanlckffffi|i|gei 
werden jftbrUch von der Gesellschaft c 100 Thk. verauagabl- ^^ 
die Beotttnng der Bibliotkek betrüTL, so werdea nur aui wi«illi<^* 
Oeaellaotail^^pitgii^af BOchtr teriieben, wogegen jBdinn. (Mild^M 



obeAtttDahma kti steht, v«b der BiMiolfaek in dem dfliBtlioben Stmi- 
ilei, Mittwochs luidl Sosnabends 9—^4 übr, Gebrauch mi aachSB. 
Seit 1824 befindet sich die Bibliothek, wie die GeseUschaft selbst, 
ÜB iifneagebaade » und steht unter der Aufsiebt eines Bibliotbekarsi 

dem ein Gustos zur Untersl&tzuDg heigegeben ist. 

^Bibliothek des St. Elisabeth-Gymnasiums ist reich 
n guten Werken, Torzöglich histerischen. Neben ihr besteht eine 
^«sebibliotbek Ar die Schaler, su deren Unterhalte nicht nur jeder 
Schäler bei seinem Eintritte tn das Gymnastum einen geringen Beitrag 
(die GymaasiasteB 25 Sgr., die SchQler der Elementaiklasse 1 Thlr.), 
stNiden aacb, wer die Bibliothek benutzen will, -monatlich einen sei- 
^B voD mindestens 1 Sgr. zu entrichten hat. 

^Bibliothek des königlichen Friedriph-Gymnasiums 
^ti der reformirten Gemeinde ist 1765 durch die Bftcher* 
siiUBlaiig des Hofj[>redlgers B. H. Hering begründet worden , und im 
^^iUe einer guten Auswahl brauchbarer Werke. 

^Bibliothek ^ts königlichen katholiachen Gymna- 
sioms, im aufgehobenen Hattbiasstifle, zum Gebrauche der Lehrer, 
CDtbUtoach einigen Angaben 8 — 10,000 Bände. Neben ihr besteht 
^^ne Schfller- oder Jugendbibliothek, die c, 6000 Bäpde stark sein 
^"^ (Nach Anderen zählt die letztere nur c.2000, die Lehrerbi- 
^^^U c. 5000 Bände.) 

^Bibliothek des St. Maria-H agdalenen Gymna^sium« 
m oicüt gj|||2 unbedeutend sein. 

^Bibliothek von St. Maria-Sagda^lenA in der Hagdaleneu' 
|irclie, mit Bildersaal, euthielt 1846 nach Edwards 20»0Q0 Bände. 
^^erdem blitzt sie eine Anzahl Mss. und Inkunabeln. Sie ist durch 
StifittQ^ entstanden, und besteht seit 1547, obwohl erst seit 1644 
^ Publiki^m Zutritt zu ihrer Benut:(ung erhalteu bat. Unter d^a 
^<^^ü(|^iicberen Erwerbungen der Bibliothek sind die BilchefsaminliiPg;eil 
^«sBaroni C.v.ZieroUna 1641 und des Bectqrs Gb. Colerus 1958 9»| 
^nflea. Von der Bibliothek, welche der scblesi^he Reformator Or* 
*ile8s der Kirche vermacht haben sqll, scbeinem nur wenige dorl 
^^rbli^ben zu sein^ Zum GebrauQhe wird die Bibliothek wöchentlich 
«weimal ge^Hnet, 

j, ^l«ri, O^,, Oratio aqspic«!. de Biblioih. Marip-Magdslepes. VraiiiM646. 
tftr'~" ^^"^ aaspical. qom babita solemoi paoeg. fiibliotbeca Mario - Masdaleq. 
iMo ^^^^ ^^ ^^ho omatior 1644 «sib. pnbl. dediearetnr, nonc recosa. vrafisl. 

|/V^*U<li 0. W., Pfogr. de Parle seoonda Memorabiliom Bibiiotheca» ff agdaleo. 
^** t74L foL 
u ^ku, €h« Preis, de Gadd. MSS. fankis al TtaroiciaBibholhacae Magda* 

^w, l C, Aber die Gemllde-Galleris zu Maria-Magdalena, Br^sL IBM« % 



«Bibliothek der höheren Bürger* oder ReaNSchule 
ist ittm Gebraache der Lehrer bestimmt. Neben ihr besteht eine 
Schfilerbibliothek , zu deren Vennehrong das von jedem Sehfiler bei 
seiner Aafnahme zu entrichtende Einschreibegeld k 1 Thlr. verwendet 
wird, 

«Bibliothek der königlichen Kunst-, Bau* nndüand- 
werks-Schule im Matthias-Gymnasinm ist zun&chst zwar nur zum 
Gebrauche der Lehrer bestimmt; ihre Benutzung aber unter gewissen 
Bedingungen auch den Schülern zugestanden« 

«Königliche und Universitäts-Bibliothek, im Geblade 
des seit ISIO- aufgehobenen Augustinerklosters auf dem Sande, ist 
1811 vom König Friedrich Wilhelm 111. gestiftet worden". Ihre Grund- 
lage bilden die aus den schlesischen Kloster- und Stiftsbibliotheken ^ 
des Domcapitels zu Glogau, der Gistercienserklöster zu Grüssau und 
zu Heinricbau, des Stiftes zu Leubus, des Augustinerklosters zu Sag«D 
und anderer — dazu ausgewählten Schriften, nebst den durch die 
Gombination der ehemaligen Frankfurter a. d. 0.*) und Breslauer ver- 
einigten beiden Universitätsbibliotheken, welche letzteren mit jenen zu- 
sammen ein mit der combinirten Universität in Breslau in genauer 
Verbindung stehendes Ganze ausmachen. Zu diesem Ganzen kommeo 
aber auch noch die der Universität Frankfurt vermachten v. Steinwebr'* 
sehe und Oelrichs'sche , sowie die dieser und dem Frankfurter Magi- 
strate zusammen legirte, von letzterem aber völlig abgetretene Keil- 
horn'sche Bibliotheken, die jedoch, dem Vereinigungsplane der beideii 
Universitäten von 1811 zufolge, nur unter der Bedingung pünkllici)^^ 
Unverletziichkeit der die genannten drei Sammlungen betreffeDden 
Stiftungsacten mit der Universitätsbibliothek haben vereinigt werden 
dürfen. Darnach können die drei Sammlungen nicht mit anderen Bi- 
bliotheken vermischt, sondern die ihnen gehörigen Fonds müssen voo 
den durch die Stiftungen .bestellten Personen stiftungsmässig verwaltet) 
die Bücher abgesondert aufgestellt, auch besonders verzeichnet werden. 
Unter den sonstigen grösseren Erwerbungen der Bibliothek sind zu 
nennen: 1836 ein^ Anzahl von 935 Bänden als Geschenk E. F.Ra^' 
hardt's ; 360 orientalische gedruckte und handschrifÜiche ViTerke, welche 
Professor Kutzen 1S40 aus der Habich t'schen Bibliothek als Biblio- 
theea Halfiehtiana verehrt hat; 1S41 ein c. 400 Bände starkes BQcher- 
geschenk des Professors v. Boguslawsky ; 1S4S die aus dem Nachlasse 
des geheimen Mediciüalrathes Professor jQtto* Der gegenwärtige Be- 



*) Die UiiiverslUtsbibltothek a. d. 0. ist 1$16 darch VermSchtDiss der 
BäcbersammlnDg des Professors S. Utensberger begrfindet, ond nnter Anderen 
1540 durch die vom Karffirsten Joachim IL von Brandsobarg- der Unirersitit 
geschenkt« Bibliothek des Karthtaserklosters bei Frankfurt a. d. 0. vermehrt 
ivoxdeiiv ... 



stand der BtUiothek belSuA sich auf c S00,000 Binde (I84B naeb 
Edwards 250,000 BAnde und 2300 Mss.), zu Üereii Venaehrmig jShr« 
Ikh eine Sanume von 2000 Thlr. bestimmt ist. In • dieser Summe 
sind aber die der Bibliothek lastehenden Antheile an den Promotions« 
und InscriptionsgebQhren und andere ausserordentliche Einnahmen» 
die ebenfalls aul Bücheranschaffungen verwendet werden, noch nicht 
mit inbegriffen, sowie auch darin die Ibr die Steinwehr'scbe Stiftnngs- 
bibliothck bestimmte Jabreseinnahme von 450 Thlr. nicht mit ein« 
geschlossen ist. Das mit dem Bonner im Wesentlichen Qbereinstim- 
mende sehr auslührliche Reglemc^nt von 1815 sdireibt in Bexug auf 
die Verfassung und Verwaltung der Bibliothek folgende Bestimmungen 
vor. Das gesammte Bibliothekspersonal, welches mittels des Univer* 
sitStscaratoriums unter dem Ministerium des Innern und zwar der Ab* 
theilung f&r den Cultus und öffentlichen Unterricht, steht, soll aus 
einem Oberbibliothekare, einem zweiten Bibliothekare, zwei Custoden und 
zwei Bibliotheksdienern, denen noch ans der Zahl der Studirenden 
zwei Amanuenseb hinzugefflgt werden können, mindestens zusammen« 
gesetzt sein. Der Bibliothekar und die beiden Custoden (Professor 
Dr. A. F. Stenzler, Dr. J. F. Bäbiger, Professor Dr. 6. £. Guhrauer) sollen 
soviel als möglich aus der Reihe der Professoren der UniversitSt ge* 
nommen werden, wjlhrend der Oberbibliothekar (Professor Dr. P. J. El« 
venieh) jedesmal ein Breslauer Universitäts - Professor sein muss. In 
Fl^Uetf von Krankheit oder Abwesenheit des Oberbibliothekars hat den- 
selben der zweite Bibliothekar zu vertreten. Zur Berathung der In- 
terna der Bibliothek, namentlich alles Dessen, was die Aufstellung und 
Aufbewahrung der Bficher und Mss., die Anfertigung der Kataloge 
nnd Anschaffung der Böcher betrifft, tritt der Oberbibliothekar mit dem 
Bibliothekar und den beiden Custoden in wöcbentiichen Conferenzen 
zusammen. Zur Ueberwachung des richtigen Bächerbestandes ist die 
Bibliotbek i¥&brend der Jährlichen Sommerferien der Universit&t fächere 
weise zu revidiren, und zwar so, dass mindestens binnen fOnf Jahren 
die Revision sftmmtlicher Fächer beendigt ist. Jeder Beamte hat nicht 
die seioer speziellen Obhut Qbergebenen, sondern die Fächer eines 
seiner Gollegen zu revidiren. Ausser dieser regelmässigen Revision, 
während welcher übrigens die Bibliothek nicht geschlossen werden 
darf, kann nach Befinden des Universitätscuratoriums noch eine Super- 
reviston zur Ausführung kommen. Bei der B&cheranschaffang soll, aus- 
ser auf möglichste litterarische Vollständigkeit jedes Faches (ohne 
Zurücksetzung einzelner Fächer oder Voriiebe für andere), vorzüglich 
auch auf die Wünsche und Anträge, welche von Seiten der Professo- 
len der Universität in dem Desiderienbuche zu vermerken sind, Rück- 
sicht genommen werden. Hinsichtlich des Faches der Geschichte nebst 
den dahin. einschlagenden HiUswissensdiaften gebühren, der Steinwehr'- 



mkm Stiftimg stffrlfa» te* ProfMsof der Atotkiehte 4k TMftcbllgi 
ftbttr üit iiEOsdiaffemleii hUtorlichtti BQober» wotar di6 speiiflUM 
FMdi der Steiimehr'ieheii und Oelrichs'edieii BibliotUkieii> mit Be« 
folf«iig der Beitiwnuifcli dieser StidUiBgeii biBitUr, einzig und allcio 
tm verenden lind« Dagegen braucht eber aucb ton der Iftr die Bi* 
bliodiek besliniliteB allgemeinen Snmiie in der Regel niebu tvr kt 
scbaffüng biiUMiecber Bflcher mit beigetragen bu Verden, äjoanti den 
gewöhnlicben Aceassionakataloge und den SpezialkaAalegen iber alle 
einaeincn Fieber, seU die Bibliotbek einen allgemeiiien Real- und eiaei 
alphabetiscben Katalog beeitzen« Was die Benntzung der Bibliothek 
anlangt» so soll dieselbe zu diesem Zwecke Mittwochs und Sonnabendi 
a — 4 luid an den Obrigen Wocbentagen 11~12 Ubr geöffnet seit) 
wlbrend welcher Standen B&eher yerliehen, und zur Leotftre im Lese* 
aimmer (auf schrifUicfaes Vtriangen) aus(;egeben werden. BücImT, 
welche zur schönen Litteratur gehören, wie Romane, Schauspiele, Ge- 
dichte in deutscher und in den allgemein bekannten fremden lebeades 
Sprachen, sind nur zu nachweislich litterarischen Zwecken zu erbalten« 
Ziglinge der Breslauer Lehranstalten, mit bedingter Ausnriime der 
Gymnasien» sowie überhaupt noch nicht erwachsene Personen sind vom 
Besuche des Lesezimmers ausgeschlossen. Zum Leiben von Bflehere 
sind nur berechtigt die königlichen Beamten bis zu den Räthen bei 
LandescoUegien und denen von gleichem Range, die Ofiziere der Brei* 
lauer Garnison bis zum Godopagnie* und Escadrons-Ghef, die ProfeUsreB 
der UoiversitAt, die Directoren und wirklieben Professoren der Bres' 
lauer Gymnasien, die Prediger und praktischen Aerzte der Stadt, endlie'' 
die Mitglieder der mit der Universität verbundenen SeAiinarieo ^^ 
des Seminars für gdehite Schulen *--* alle diese aber nur so Iid0<)« 

als sie sich in Breslau und dessen Polizeibezirke aufhalten« Aoderenldb 

• 

ist erst bei dem UntYcrsitAtscuratorium wegen des Leihens von Bfichere 
anzufragen« Alle anderen Personen als die soeben genannten bösaiA 
BQcber nur gegen Spezialeaution eines^ selbst zum Leihen Berechtigtei 
mit na»b Haus erbalten. Die Zahl der Leser betrugt jihrlidi m^^ 
als 8000 Personen, die der verliehenen Bftcher 1*^2060 Werke» 2o 
Weihnacfaten, Ostefn und Pfingsten bleibt die Bibliothek jedesittal acht 
Tage lang geschlossen. -^ Hit der UniversUAtsbibliotbek in Verbindung 
und mit ihr in dem nflmlichen Lokale stehen einige ' Mdere wisicfl- 
schaftücbe und Kunstsammlungen, als das Arthir, die GemAldessDMD' 
lung» das MQnzcabinet, die Sammkmg von alten Waffen u«s.w« Bi^ 
Obhut ^ler diese Sammlungen ist dem AreblKrar^ der so viel als m^t' 
lieh aus dem Kreise der Prof^soren gewählt wchloB soll, advertraat, 
obschon die Oberaufsicht dem Oberbibliothekar gebflhrU 

Stenzel, G. A. H., Notitia Ilbrof. MSS. hUtoriam SHesiae tfpectatit., qaöB seitat 
BMetk. asad. Vratislav. Watisl. ISffL 4. Coatiaastio. Ibkl. t«tt. 4. 



DMk]etteB*C«UJog. Bresl. ISML a 

Theioer, A., Commentatio de RomaDor. Pontif. epistolar. decreUl. antiq. 
coltectlobib. et de Gregorii IX. P. M. decrBUlltim eodle«. Act. It Cödd. MSS. in 
Bfi/Joth«et Reg. Mad. VntWltr. asMrntor. Grtg^Yiaaanl di^cretall. tili* eonl. 
Kcmi descriptio. Lipa. 1829. 4. 

Catalogas s« Index libror. impreasor., qnibaa Bibliotheca Beg. pnbL UniTer- 
siutis litterar. VratislaTiens. a. 183$ sq. aucta est. Vratisl. 1836 sq. 4. (J&hr- 
fieb «nchieiieD.) 

Schneider» CK^Ch», Dosoriptio oodicM TetnstiiB. in BU)li«Ui»ca atad.Vntiik 
ustn^com pvecatt. qaibasd. n eo editis. Vratisl. 1899. 4. ' 

Ejasd. t)escript{o daor. codd. MSS. Galeni libror. lat. in ling. translat. con- 
^mi Vratisl. 1840. 4. 

Ejosd. Codicis GIogaT. in Giceronis de finibb. bentr. et malor. libris discrep. 
^ ErDCMiioa per Nobbioni recogniia reeensione ieelM. Vnttsl. 1841. 4. 

Regiemeot von 181d. s. Serap. 1845. X^r. 13---17. 

Verzeichoiijs einer Sammlung von Doobletu aas allen 'Fiebern d. Wissensch. 
^' Mgl. Q. Univ.-Biblioth. zu Brestau. Das. 1851. 8. (AucL Katalog.) 
Die Bibliothek der Universiat k« Frankfort a. d. 0. betreff.: 

BeiodBerif P., BiMiotheea tbeolog. s» Index Blblrar. pratoipnor. eortNideB^« 
iBterpret hebr. graec, et (at. Fraiieof. 1608. 4. 

Becmaon^ J, Ch., Catalogus ßibliothccae pabl. Universität. Francofl ad V. 
mAim. fol. (Vorher in Ejnsd. Memoranda Francofortana. Francor. 1686. 4.) 
. Hraseo, C. B. , Dissert. ori«. de antiq. cod. ebrontei Mariani Scotti Genbta- 
ceni. oeoploq. Ultas Scottian« ad edend, ptfato. Traj. ad V. 1783. 4. 

^Bibliothek des Gsiverbe-Vereines im B4TSingebfliicl«> 

^BÜilUe.2000 Bande, die jahrüch durch Ankatf und Geschtuke Ttr* 

. ^c^H werden* Sie int Mittwochs und Sonnabends 2^-4 Uhr tarn 

^^mthe und zum Aisleiheo Ton BAchern an die MitgUeder geöffnet 

^Bibliothek des Kühstler-Vereines (der üi drei Ah- 
Moiigen zerfällt: 1) für bildende Künste, 2) für Mnsik, 3) Ar 
Poesie — schöne Litteratur) steht mit einer Sammlung von Musikalien 
uod Kupferstichen in Verbindung. Nur an einheimische Mitglieder wird 
das Eigenthum dieser Sammlungen ausgeliehen. 

^Voikshibliothek ist von einem eigens dazu zusammen* 
getretenen Vereine begründet, und 1846 am 18. October xnr Feier 
von Deutschlands denkwürdigstem Tage, m einem tou der stftdtischen 
Behörde bewilligten Lokale, eröffnet worden. Sie ist f&r Jedermtmn, 
fi^r Unbekannte gegen Deponirung von 1 Thlr. oder Stellung eines si* 
cheren Bürgen, Sonntags 2 — 4 im Winter und 2 — 6 Uhr im Sommer 
'^Sanglich, und ihlre Benutzung unentgeltlich. Die Zahl der Bücher 
Relief sich 1648 schon aof nahe an 3<»00 Bände. 

, Caulog d. Breslaner Volks-Bibliothek. (Brest, l.Verz. 1845: 2. Verl. 1817; 
'•Ven.1848.) 8. 

^Bibliothek derPfarr-Kirche zu St. Nicolaus ist 16l8 
durch die Bücbersanuniung des Pfarrers H« Schukz vermehrt worden! 



Mvmwmhmth bei Wertheim a.d. Tauber. 
^Fürstlich L ö wen s te in • Werthelm - Fr eudenbergi sc he 
Bibliothek, der ehemaligen hier befindlichen Gistercienierabtei» 
ist vorzfigiich an älteren Drucken reich, 

^Bibliothek der Hauptpfarr-Kirche zu St. Jacob 
enthält über 400 Mss. und ausserdem eine nicht unbedeutende Anzahl 
von Druckschriften, doch nur Inkunabeln und Altere bis 1637 gedruckte 
Werke. 

^Bibliothek des Priester;hauses hat 1779 die Ober 300 
Bände starke Büchersammlung des Cüstos der K. K. Hofbtbliothek in 
Wien J. Heyrenbach erhalten, mit Ausnahme derjenigen wenigen Bü- 
cher, welche darunter in der Wiener Hofbibliothek noch nicht vor- 
handen gewesen, und für diese zurückbehalten worden waren, wogegen 
die Hofbibliothek einige für das Priesterhaus geeignete Doubletten aus 
ihrem eigenen Besitze nach Brunn verabfolgt hatte. 

^Bibliothek und Archiv der Mährischen Stände erhielt 
1845 die aus dem Nachlasse des mährischen Gubemial-Secretairs 
J. P. Geroni {f 1826) stammende, meist aus den Archiven der aaf geho- 
benen mährischen Klöster gebildete und für mährische Geschichte 
ausserordentlich wichtige Sammlung, die, mit Ausnahme einiger bereits 
anderweitig verkauften Stücke, aus 548 Nummern bestand, und von 
den Ständen für eine an die Erben Ceroni's auf ] 5 Jahre zu zahlende 
Leibrente von jährlich*^ 400 Fl. C)I. angekauft wurde. Archivar ist 
Dr.B.Dudik. 

Dudik, B., J. P. Ceroni^s Haadscbririen-SamoilaDg. Beschrieb, n. g^würdigL 
Ablh. I. Erste Folge. (A. a. d. T. : Mährens Geschichts - Quellen. Im Auftrage d. 
hohen mfihr. Landes-Ausschusses bearbeit. u. durch d. mfthr. Landes-Food hrsg. 
Bd. I.) Brann. 1850. 8. 

Bnmtrat (Porrentruy). 

^CoUegbibliothek enthält über 12,000 Bände, darunter eine 
grosse Anzahl werthvoller Inkunabeln und älterer Drucke (400 bis 
zum J. 1530). 

(Troaillat, J., et ThOrmann, J.) Catalpgne raisonn^ des ^ditions incanabl. 
de la Biblioth. du ColUge de Porrentruy, pobl. par ordre de rAdministrat. de 
cet Etablissement. Porrentr. 1838. 8. 

Trodillat, J., Rapport sur la Bibliothiq. du College de Porrentroy , son ori- 
gine, ses d^feloppements et sa rf^organisalion. Pohl, par TAdministrat. du Col- 
Uge. , Porrentr. 1849. 8. 

■adissia. 
*Bibliothek des Domstiftes hat von dem Stiflsdechanten 
J. Leisentritt ä Juliusberg (f 1586) dessen Büchersammlung vermacht 

erhalten. 

*Gersdorf- Weichaische Bibliothek ist von Hanns v. 
Gersdorf auf Weicha durch fideicommissarische Disposition von 1681 



AMiifiifi, Bmwtati« Brngdfirf. OS 

uBd 1691 gestiftet worden. Der Stifter vermachte za diesem Zwecke 
sein in Badissia gelegenes Wohnhaas/ die darin befindliche Bibliothek 
und Sammlung mathematischer Instrumente, sowie zwei Gapitalien von 
2Z0ii und 9000 Thim., von deren Zinsen das Haus in gutem Stande 
erhalten, die Sammlungen vermehrt und die Reste zu einem Stipen- 
dium verwendet werden sollten. £nde 1831 betrug das Vermögen 
49,617 Tblr. 18 Gr. 11 Pf. und die Bibliothek gegen 3000 Bände. 
Einer aus dem Gersdorfischen Geschiechte hat die Administration der 
Süfiangy der Kammerprocurator. die Eiecution und die Kreisdirection 
die Oberaufsicht. Ein Bibliothekar erhalt jährlich 50 Thlr. aus dem 
Stiftaogsfonds. 

*Pechische Kirchenbibliotfaek ist von dem Diakonus za 
St. Michael, J. Pech, begründet worden, welcher der Kirche in seinem 
Testamente von 1740 die Hälfte seiner Bücher und 300 Thir. aus- 
setzte, damit von den Zinsen vorzugsweise wendische Schriften enge* 
schafft werden sollen. Der jedesmalige Diakonus zu St. Michael hat 
die Aufisicht über die Sammlung, die 1843 eine Zahl von 282 Bänden 
besass. 

*Rathsb1b1iothek (die ältere) ist bereits 1407 begründet, 

und 1596 zum öffentlichen Gebrauche zugänglich gemacht worden» 

aber bei dem Brande der Stadt 1634 mit zu Grunjde gegangen. Zur 

Begründung einer neuen Bibliothek, die später, 1675, durch die Bücher- 

Sammlung des Syndicus J. Rose in Breslau vermehrt wurde, legirte 

1650 der Rathsherr. Dr. med. G. Mättig von Breslau nicht nur seinen 

Vorraih medicinischer Bücher, sondern auch ein Capital von 500 Thlr. 

zu weiteren Anschalfangcn. Gegenwärtig mag die Bibliothek über 

10,000 Bände enthalten: wenigstens besass sie 1814 schon mehr als 

6000 Bände. 

Gerlacb, M., Oratio de Blbliothecis in Bibliothecae Badiaainae iDaogaratione, 
Bod. 1596. 4. 

Roseoberg, J., Progr. de Bibilolheca ßudissioa. Bad. 1703. 'fol. Alter* 
Progr. Ibid. 1704. fol. 

*Schulbibliothek ist 1790 entstanden. Zwar war bereits 
1569 vom Pfarrer Sigism. Suevus die ihm gehörige Büchersammlung 
zur Gründung einer Schulbibliothek der Stadt vermacht worden ; aber 
erst 1790 rief der damalige Rector des Gymnasiums G. A. Böttiger 
(später Hofrath in Dresden tl835) die Stiftung ins Leben. 

VerzeicIiDisa d. Scbolbäcbersammlaiig zu BautieD in wissenscbaftl. OrdouDg. 
Baatz.1802. 8. 

BnuUui. 
* Stadtbibliothek ist 1610 entstanden« 

■ui^dorf« 

*Stadtbibliothek wird zur Benutzung wöchentlich zweimal 
geöffnet. 



VffMicbBiw d. UdUr sat «k SiMhbiUämli. la BtuHoif. 181t» EMMi Sqp- 

plemenU 1840» & 

*GymnasialbibIiotIiek. 
Fonk, H, ^^, Nachricht t. d. Biblioth. des «kad. tijoiDasiaixia sa Barg-Stein 
fart Das. 1774. 8. 



*Kirch«nbiblioth€k ist gegen finde des T9h Jafbrhiilidertä 
ton dem Bischöfe su Meissen Job. v, Haugwitt gestiftet werden. 

*Schulbibliothek ist 1661 TOti dem Rectof Ms'g. T. Frey- 
gang and seinen Scbulcollegen gestiftet, und noch in dem nftmüches 
Jahre vom Rathe mit einem Vermehrunggfondi (wozu splter aueh die 
fiaitmann'sehe Stiftung von ISS Thir. 8 Gr. hintugekehnmen) Tersehea 
worden. Die Grundlage der Sammlmig, 1 666 entstanden, bildet haupt- 
•slchlieh der Rest der Bibliothek des Camenter Frannafkanerkloi^ters, 
W02U 1676 die Bftchersammlnng des Stadtphysikus A. Mollef zu Frei* 
berg gekommen ist, 

Voigt, J. F., Progr. zur feyerl; Einweybeng 4. Bibliothek. Dressd. 1754. 4. 

Dessen Progr. zur goUgeheiligt. Jubelfeyer des 200j&hrigen Religionsrriedess. 
Dressd. 1755. 4. (Handelt von einigen merkwürd. Bächern d. Bibtiolh.) 

Dessen erste Fortsetzung d. Geschichte d. hiesigen Biblioth. tllresd. 1755. 
4. Progr. ea einer fey«rl. Handlang auf ehen diesem Btlchersaal. 

EjQsd. Gootinuata iternm rt>r* ad Bibliotheoam pabl. CaoieotieDsena vpeeiaa- 
tian Narratio. Dresd. 1756. 4. 

*Oeffentliche oder Bischdflich-Battbyiniscbe Bi- 
bliothek ist 1798 gestiftet worden; den Grund ilasu leigte die iilcber- 
sammlung des letzten Bischofs von Siebenbürgen Grafen J. v. Bat* 
thyini. Sie ist in der Kirche eines alten klosters aulgesteiU» und 
enthält c. 25,000 Bände, wovon einige aus der berOhmten BiblMbnk 
des Königs Matthias Corvinus herstammen sotten. Ausser mehreren 
schätzbaren Mss. lateinischer Klassiker und aus der altdeutschen Lil* 
t(n*aiur findet sich hier eine Anzahl sehr werihvoller Handschriften zw 
siebenbürgischen Geschichte, besonders Originalcorrespondenzen, 

Caasel. *) 

^Bibliothek des Archives steht an den Wochentagen 10 — 
)1 Uhr zum Gebrauche offen. 



*) Ausser den unter Cassel aufgefährton Bibliotheken befleden sich dort 
apch noch m^rere Spesialhthlioc^ekcn der Staatsbohdrden , deroB last jede ihre 
eigene^ Sammlung besitzt, und zur Vormehrung derselben jftbrlicJi OUir 50 ThIr. 
zu verfügen hat: so das Gesammbuiinoioriüai, das Oberappellationsgericht, das 
Obergerichty das Generalanditoriat , die Provinziairegier ong von Niederhessen, die 
Oberforstdirection, die Oberfinanzkammer, das Oberbergamt, das CoJlegiam me- 
dicom, 0. s. w. Alle diese Bibliofteksn sfud anch für solche, welche nicht den 
helreffeAdea Behörden angehören ». ohne grosse Sohwierigkälei hur Benntzun^ 
zugängfich, und man hat sich desshalb nur an die mit der Aufsicht der Biblio- 
theken beanflriigten Beamten za wenden. 






*BibU#tkei de« HUitair*€aiin.«i iit tlfUdi lü^S Qhr 
na (lelimaebe der GattAoangelidrigeB geiüliiet. 

*Bibliotiiek iee GeieralsUbee ht an den WodienUgcm 
iO-1 Hhi lam Gefaraaehe der Offiaiere •gedfinet. Auf ilii>e Vermek- 
nug wordaa Jäbelicli 460 Thlr. verwendet. 

*Gymta;iifllliibJiotli«k iM, infolge einea MiniaierialbeaeliliMi- 
les loa 1682, «oivtgaiwetse eur fianutaung der Lehrer, denen 4er 
2uttiu daaa jedarseit irei atehi, etricbtet werden. Swe iat aeit 1825 
ia eilen eigenett Zimmer dea 4iyainasialgebfludea aufgehellt, und aeit 
1S2S der Aufiiicbt dea jedesmaligen »Gonvectora Qbergeiben. Zu ihrer 
Venoehrung sind jährlich 100 Thlr, angewiesen» Yon welcher Summe 
jUQtk m(h die oiöthtgeB Ausgaben für den nal4»ematisc4i-^hyaikali8chen 
Apparat mit bestritteti werden müssen. Die für die Bibliothek anzu- 
scbalTeoden pädagogischen und kritischen Journale sind «tats , ehe sie 
der Sunmiong -ei&verieibt werden , unter den Lehrern nur Djirchaiebt 
in Umlauf zu setzen. Die Zahl d4n' in Fache der Sdiuldisciplin von 
1824-^S5 angew^aiten Mcher betragt 19^ Werke. Zum Gebrauche 
<ier Gymnasiasten besteht, neben der. Lehrerbibliothek , eine eigene 
SchöleiWbltoWiek. 

^Kurfürstliche Landesbibliothek ist von dem Land- 
gfitea Wilhelm IV. von Hessen, dem Weisen (1567— '9.2), gestiTtet 
^rdtt, QQd sprätestiens 1580 entstanden. Ihr Zuwach>s mag anfangs 
^Uehr ^edeotend gewesen sein, da sie, selbst nachdem ihr durch 
^crmlehtoks des KurlUrsten Karl von der Pfalz, des letzten aus der 
Sii&neni''9chen Linie (f ltlS5) die neue Heidelberger Bibliothek zu- 
g^Mea war, 1799 doch nicht mehr als 4000 Bande besessen haben 
^^^l Grösser waren dagegen die Bereicherungen der Bibliothek in 
<t€r foigpenden Zeit, tvo ihr 1751 die BQchersamm'lung des Königs 
'Friedrich von 'Schweden, ferner durch 'Testamentsl)estimmung des ge- 
heimen Kriegsrathes Ph. Senning (f 1758) von 1757 dessen eigene 
'^^ Üe von >dtn Prinzen Georg «n Hessen^Gassel ererbte Sammlung, 
>ome 1760 die Aibliothek des Landgrafen W»h«]m VIII. von Hessen 
^ Tfaeil wurde, 6t> >dasa man wohl den Nachric4iten glauben darf, die 
^ ^Und der Btblio^ek gegen Ende des XVII. Jafhrhunderts atff 
^0*^60,000 Bande angehen. Gegenwärtig beträgt derselbe tninde- 
itens amcben 30 — 33^000 'Drucbsdhriften in 60 — 70,>000 Bänden 
Und gegen 1400 Mss. (darunter mehrere werthveile ortentaüiscbe), tu 
der«Q Veonebning jährlich 1211)0 I/hlr. sais 4er Staatskasse, auf Rech- 
^g das tudgetB des Miniateriuj»} diea Innenn, «geaahlt werdei^ An- 
^SB Stand die Bibliothek Ober .dem Mtratalle,, bis eie 1779 in ün- 
i^ttiges Lokal, das für sie von dem Landgrafen Friedrich II. von fiea- 
^ Jiau erbonete MiMMSttm Fcidenaiannm «sf dnm iFriadridiaplatze 
(1769 begonnen), einziehen konnte — leider .damak micht iunler daa 

5* 



gOnitigsten Aaipieiea, da, so zw^ckmlsiig dai mit eiien grossen ud 
schönen Saale nebst Gallerien versehene Lokal sonst auch oingeriehiel 
war^ dasselbe doch. Dank den Bestrebungen 6eM bibliothdEarisch be* 
rachtigten Marquis de Luchet, eine Zeit lang das Bild eines lilten- 
rischen Augiasstalles bot. Zur Benutzung wird die Bibliothek, mit 
Ausnahme Yon je 14 Tagen zu Weibnachten, Ostern, Pfingsten und 
Michaelis, regelmässig an allen Wochentagen 10 — 12 Uhr geöffoet. 
Das Bibliothekspersonal besteht aus zwei Bibliothekaren (Dr. C. Gb. S. 
Bernhardi und Dr. J. H. Gh. Schubart) und einem Aufwirler. Als £hreo 
director fungirte der Geheimrath Dr. D. Gb, v, Bommel , Director des Ma- 
seums und Slaatsarchives. 

Weplar, J. H., Nachricbl tod denen aaf Hochfärstl. Casseliscben Bibliotb. 
befindl. morgenländ. Handscbriften. Cabs. 1778. 4. Progr. (Abgedr. in Hir- 
scbing's Versacb ein. Beschreib, v. Bibliotb. TeuUcblands Bd. IL p. 254—70) 

Bernbardi/ K. , die Hevolution der CosseUchen Bibliothek in d. J. 1779. f^ 
einem Tagebncb d. damal. Bibliolh.-Registrators Fr. W. Strieder. Kass« 1850. ^ 
Zur Feier des Doctorjtibil. des Bibliothekars Scbubart. 

Schubert, J. H. Cb.^ beabsichtigt eine Geschichte d. Cassaler Bibliotb. berass' 
zugeben. 

^Bibliothek des Lese-Museums ist 1831 begründet, uod 
steht täglich von 10 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends zur BenuUUDJl 
der Mitglieder offen. 

^Bibliothek der höheren Gewerb-Schule, unter ^^ 
Aufsicht eines Lehrers der Anstalt, ist für die Lehrer und Scbüter 
derselben jederzeit zugänglich. Auch die Mitglieder des Gewerbe- 
Vereins, der übrigens selbst im Besitze einer Bibliothek ist, b^''^ 
Zutritt. Zur Anschaffung von Büchern und Journalen sind jihTli^ 
etwa 2,00 Thlr. 'bestimmt. 

«Bibliothek der städtischen Real- und höhereD 
Bürgerschule ist 1843 entstanden, und steht unter der Aufsicht 
des Directors der Anstalt, 

*Stadtbibliothek ist 1843 zufolge eines von den GebrOdeiA 
Friedrich und Karl Murhard ausgesetzten Legates von 100,000 Thlr» 
deren jährliche Zinsen zum Ankaufe von Büchern verwendet werden 
sollen, gestiftet worden. Sie steht an allen Wochentagen 10 — 6 ^^ 
znm allgemeinen Gebrauche offen. Die Oberaufsicht über sie lührt 
der GberbtLrgermeister, dem ein Bibliothekar (G. W« Rdssler) und eis 
Diener untergeben sind« 

«Bibliothek des landwirthschaftlichen Vereines 
wird jährlich um 100 Thlr. vermehrt. Sie steht unter der Obhut des 
Directors des Vereines, unter dem ein Mitglied die Bibliothekarstelle 
versieht. . 

«Bibliothek der Stände-Versammlung steht nnter der 
Aufsicht des Landsyndikus« 



Celht. 69 

Celle. 

'Bibliothek der Aerzte hat 1784 ihren Anfang genommen. 
'Bibliothek der 1 an dwirth schaftlichen Gesellschaft. 
Verzeichniss von BQcbern d. köo. Landwirthscbarts-GeselUcbaft zo Cell« ge* 
höreDd. Das. 1832. 8. 

'Bibliothek der Jastiz-Kanzlei ist zu Anfang des XIX. 
Jahrhunderts entstanden. 

'Kirchen-Ninisterial-Bibliothek soll im XVI. Jahrhun- 
derte TOD dem Herzoge von Braunsch^eig- Lüneburg Ernst dem Be- 
kenner begründet worden sein, fßr welche Annahme, in Ermangelung 
affer sicherer Nachrichten darüber, hauptsAcblich das zu erwSgen ge- 
geben wird, dass es nicht wahrscheinlich 5;ei, dass Ernst seine Resi- 
denzstadt Celle, wo mit in Folge seines Einflusses die Reformation 
bereits 1523 Eingang gefunden hatte, ohne Bibliothek werde 'gelassen 
haben, Er, der darauf bedacht gewesen sei, dass man Fleiss und 
Kosten nicht spare, gute Libereyen und Bücherhäuser, sonderlich in 
den grossen Städten , die solches lool vermögen^ xu verschaffen» Mehr 
auf Vermutbung als auf sicheren Nachrichten beruht auch die Annahme, 
dass nach dem Tode des Obersuperintendenten M.Ondermark (*|* 15 60) 
dessen Bibliothek dem geistlichen Ministerium entweder theilweise zu- 
^etaUen sei, oder dass der Herzog Wilhelm* der Jüngere, Ernst's Sohn 
\f 1592), diese Bibliothek angekauft, und aus ihr, sowie der von ihm 
selbst angeschafften Sammlung einen Theil mit der Ministerialbibliothek 
vereinigt Aabe. Die erste sicher verbürgte und grössere Büchererwer- 
buDg ward der Bibliothek durch den Archidiakonus Bockelmann (*|*1735) 
zu Theil, der ihr seine seltene Sammlung von Agenden, Ritualen und 
Kirchenordnnngen der verschiedenen Kirchen, 405 Werke in 345 
Bänden, vermachte. Gegen wirtig besitzt die Bibliothek, ausser einer 
kleinen Medaillensammlung, einem Geschenke des Archidiakonus Sche- 
telig, im Ganzen gegen 14,000 Bände, zu deren Vermehrung die Ko- 
sten von den Zinsen eines (vorzüglich durch ein Legat des Archi- 
diakonus Bohnstädt 1707) bis auf c. 7000 Thlr. C. angewachsenen 
Capitales und dem Ertrage eines Grundstückes, zusammen jährlich 
gegen BOO Thlr. C, bestritten werden. Gegen billige Bedingungen 
erhält die Bibliothek von dem seit 1815 in Gelle bestehenden histo- 
rischen Lesevereine, dessen bis 1S40 gesammelte Schriften von ihr 
in diesem Jahre um 300 Thlr. G. erkauft wurden, alle neu angeschafften 
und unter den Mitgliedern in Circulation gewesenen Bücher. Was 
das Lokal der Bibliothek betrifft, so war dieselbe anfangs in einem 
Saale über der Sacristei der Stadtkirche, seit 1737 in der Archidiako- 
Batswohnung aufgestellt, von wo sie wegen Mangels an Raum 1805 
zum Theile wieder in die frühere Behausung zurückgebracht wurde, 
bis sie in neuester Zeit in einem für sie eigens eingerichteten Theile 



79 Celle, CellerfMp ChemniU. 

des ehemaligen GymnasiaigebSuden Aufnahme' fand. Die Verwaltung 
der BiUiothek wird, unter der Oberanfokbt dee jedemaligen Gmieral- 
Superintendenten, allemal ¥oa dem Archidiakanu» besorgt, mit iheil* 
weiser Hinzuaiebamg der äbrigen Mitglieder dee» geistlkben Minbleruims. 
Hinsichtlich der Benutzung der Sammlung ist Votscbrift, dass diese 
varzugsweis^ den iewehnem vob Stadt und Voretfldten Celle tostehen, 
und zu diesem Zwecke in der Regel das Lokal von* Ostern bis Mi- 
cbaelis Mittwochs und Sonnabends 2 — 4 und von Michaeli« bis Ostern 
an den nSmlichen Tagen 12-»-l Uhr geöffnet sein solle*. Handschrif- 
XeUf Prachtexemplare und seltene Werke können nur im Lokale be- 
nutzt werden. Acht Tage vor Pfingsten jedes Jahr findet eine Revi«i«n 
der Bibliothek statu Da die Bibliothek Urspr|üig}ich zum Gebrauche 
der Geistlichen angelegt war, so erklärt sich der Umstand, das» sie 
zum grösseren Tbeile (e. 8000 Bände) ans theologischen Büchflni 
besteht. 

König, H., Bibliotheca Agendorum. Cell. 1726. 4. (Die Bockelmann'sche 
Sammlung betreff.) 

(Coburg) Zellischer Ministerhil-Bfbtioth.-Catafogns oder Bdcher-Yerzeichniss. 
Ztll. 1740. a 

Neii^barger, H. Gh., ,dit Kir€heB-Mini8terial<-Bibliotb. zu Celle, eine lutna 
Darstellung d. Geschichte a. Nacbweisung d. Bestandes derselben. Cell. 1848. & 

' ^Tribunalbiblio thek ist zu Anfang des XVI II. Jahrhunderts 
begründet, und 1743 durch die Buchersammlung des Consislorialrathes 
Ch. U. Grupen vermehrt worden. 

^Bibliothek des Zucht- und Irrenhauses ist im Laufe 
des gegenwärtigen Jahrhunderts entstanden. 

CellerteUL 

^Kirchenbibliothek ist zu Anfang d«^ XVIII. Jahrhunderts 
(1725?) durch die Bücheraammlung des Superintendenten G. Calvoer 
vermehrt worden. 

Ciienuilt«. 

*Schulbiblialhek» fr&her im Besitze des Lyceums und seil 
Aufhebung desselben in neuerer Zeit Eigevthum der Stadtschule, isi 
1046 durch Vermächtniss der 418 Blinde Sitarken Buchersammlung 
des Bectors A. Andres begründet worden , und, tr^lz mehrerer Ver^ 
luste, tbeils durch Geschenke, theils durcb Ankäufe jetzt bis zu einem 
Umfange von etwas über 2&00 Bände angewachsen. Von den .selt- 
neren Druck- und Handschriften wurden leider voreilig genug 1777 
fast die werthvollsteii an die dam?liig^ Kurfurstliobe Bibliothek in 
Dresden um 9SQ und einige Tblr, verkauft. Die Bibliothek steht nqck 
da, wo si^ anfangs aufgeistellt worden war, ia der Jakol^ikirohe » zur 
diflenilichen Benutzung. Zu Bücfaeranschaffungen dienen die Zijtiaea 
einiger Legate» wie des 1695 vom B4ctor ßalpm^ Siegel gentiftetea 
^a MO Tblr.» de« N. Kag^lioenii'acb^ii. wJ^^fl^,Tbk*^ de& PUUier'- 



sehen TOD IM Mft. eio. Bibliotliekar ist der Subrector C. K Ctspari. 
— Mai dicaef SchulbibKotliek bestand seit 181 Q ran (rebraveh« 
der Scbaler eine auf YemnUsaung de» Beelors Fe, L. fteebeor erhob- 
(ete daQtache Schalbib)io(hek> weiche in den ^Oer Ji^bren ac^on über 
400 B9n4e stark war. 

MüUer, D., Progr. de Bibiiotbec« CkeqsDit^ns. Chemn. 1709. fbL 

L'jasJ. Progr. ()e primo ßibliothecae Chemnicens. conditore et anctore A. 
Andreae. Chemn. 1721. föl. 

Cjasd. Proer. de G. Engelnanno et libris ex ejus leg9to Biblioth. Stholae 
Chemnicens. Cheinp. 1723. fol. 

Ejnsd. Progr. de insigni BibKothecae Cbemnicens. faiitore Z. Platnero. ChemD. 
1730. fol. 

Ejosd. Progr. ad memoKiaiii S. Sigelii et alior. viror. praestant., qoi Teint 
ipse Bibliothecae Cbeamicens. salular. fuernnt sidera. Chemn. 1733. 'fol. 

EJdsd. iadei lihrov., qntliQs S. Sigelins BiblialfteaaBi Otwinaiccns. anzit. 
Cbem. 1736. fol. 

Hager, J. G.^ Index libror., qni Beetore B. Iffüllero ex legato Sigelian. comparati 
furool Bibliotbecae Cbemnioena. pabi Cbemn« 1742« 4. 

Ejosd. CoiiUoaatio iodicis libror,, qntb«^ &», Sigi^ss Bihliotbecam Sciiol, 
Cbemaicens. anxit. I — il. Cbeitin. 1751 — 54. 4. 

Ejosd. Progr. cont. recensiodeift hominum de Bibfipiheca Chemnicens. n^eri- 
for. Chemn. 1754. 4. 

Ejosd. If emorabtlM Bibliothec&ft Chennkans. P. Ir*- W. Cbeon. 17IB**^77. 

4« PvogTt 

Becher, F. L., Progr. ad niemoriam Bibliotbecae Lycei Chemnicieos. instiiu-r 
rand. Cbemn. 1817. 8. 

Detses Aphorismen, die AlTentl. Seholböcbersammlnng n. and. Böchersamm- 
Isogto is Chemnita betreff. Chemn. 1820* 8. Progr. 

'Bibliothek des Bandwerkev- Vereines besteht seit fte« 

^odong des Vereines, welcher 1820 gestiftet worden ist. Na^ des 

Statuten hat sich der Verein die mögliehste Verbreitung von intelli* 

genz unter den Gewerbtreibenden cum Stele gesteckt, und ausgesprb- 

cben, naeh der Erreichung desselben unter Anderen auch durch eine 

allen Hitgliedem zur Benutzung tüberlassene Bibliothek, unter Obhut 

eines Bibliothekars, der wenigstens an swei Tagen in jeder Woehe 

die Büeher ausgeben solle, und einen Joumalseirkel streben zu wollen. 

der Jonmalzirkel ist indessen, da er dem Bweeke nicht entsprochen, 

nnd doch gegen 200 Thlr. jfihrliche Kosten venarsacht hat, eingegangen; 

JHe Bibliothek dagegen besteht fort, und afifalt hereKs 1500 Bäode^ 

die ileissig benutzt werden — in den Vereinsjahre 1940*^47 wurden 

Meher 5400 mal ausgeliehen *-*• wesshalb die Bibliothek jetzt an 

aHen Wochentagei{ bis Uhr Abends den Vitgliedern zugängiieh ge^ 

nscht ist Die tob dem Vereine gostifleCe und geleitete Sonntags* 

Sehale hat ihre eigene c. COO Bände starke iibNotheJiy die sie eben« 

faMs dem Vereine verdankt. 

Katalog d. Bibliothek d. Handwerk. - Vereins za Chemnitz. Bsa..l8ilb % 
(f rthare Katelege sind theils In dfn BeiliiM %4 den .Vmiil4>en#it^ JMl nnd 
42 gedruckt, tbeiis apart 1845 and 47 eruhl«a*> 



72 Chnnnüx, Clamihal, Clwi, (k^lenx. 

*BibUothek des Industrie -Vereines f&r das König- 
rei^eh Sachsen besteht seit 18S2, und ist 1849 in dem fiiblio« 
thekszimmer der GeWerbe-Sohnle mit aufgestellt worden. 

^Bibliothek des Ökonomischen Vereines für den 
Erzgebirgischen Kreis ist 1828 Ton der ökonomischen Gesell- 
schaft für das Königreich Sachsen in Dresden begrttndet worden« 

Clausthal. 

*6ymnasialbibliothek enthalt über 2000 Bände. 
^Bibliothek der königlichen Berg- und Forst«Sctiule 

wird wöchentlich einmal geöffnet. 

Cleve« 

*Gymna8ialbibliothek wird wöchentlich zweimal geöffDet 

ColllClUB« 

^Gymnasial- und städtische Bibliothek hat, was die 
erstere anlangt, schon im XVII. Jahrhunderte aus der ehemals dea 
Jesuiten gehörigen Bibliothek ihren Anfang genommen, während die 
städtische erst 1827 durch die Bemühungen des Bürgermeisters Mähler 
begründet, und 1834 durch die (schon 18S3 vermachte) Büchersamm* 
lung des Schulinspectors Pfarrer G. J. Ch. Lang in Neuendorf uole^ 
halb Coblenz bereichert worden ist. Zu den Bereicherungen der 
Gymnasialbibliothek gehört eine grössere Anzahl, von Büchern aus der 
Verlassenschafl des Kammerpräsidenten des königlicheu Landsgerichts 
zu Coblenz J. N. V. Hontheim (f 1847). Die vereinigte Bibliothei^ h«' 
sitzt gegenwärtig über 12,000 Bände > und wird zur Benutzung j«de 
Woche in vier jedesmal zu Anfang des Schuljahres zu bestimmeodea 
Stunden geöffnet. Die Benutzung ist, nadi Massgabe der Beslimmüng^^ 
über den Gebrauch der Bibliothek des Gymnasiums von 1842, gest^^' 
tet: den Lehrern des Gymnasiums und den dabei besehäftigten Cm* 
didaten des höhern Schulamtes , den Mitgliedern der königlichen Be- 
hörden in Coblenz, den Pfarrgeistlichen beider Confessionen , wisseo- 
schafllich gebildeten ansässigeü Bürgern, sowie den in Coblenz ste- 
henden Stabsoffizieren und den Subalternoffizieren, sofern sie die 
Bürgschaft eines wohlbekannten Vorgesetzten oder Bürgers beibringen. 
Ausserhalb Coblenz können Bücher nur mit £rlaubniss des königlichen 
Provinzial-Schulcoliegiums ausgegeben, Handschriften, Inkunabeln und 
dergleichen aber überhaupt gar nicht ausgeliehen werden. Die Ver- 
waltung der* Bibliothek führt ein Bibliothekar unter der Aufsicht des 
Directors des Gymnasiums ( Dr. F. N. Klein). *— Zum Gebrauche der 
Schüler in den oberen Gymnasialklassen besteht eine besondere Klas- 
senbibliothek. 

Dronke, E«, Progr. aber d. Gymnasialbibliothek u. einige in derselbe aar-* 
bewahrten Handschriften, Gobi. 188S. 4« 



Dessen Beiirtge cur Biblitgraph. n. Utteratargescb. oder Merhwftrdifkeiten 

d. Gjmoasial- u. d. sUdt. Bibliothek za Koblenz. Heft 1. KobU 1837. 8« 
BestimmaDgea über den Gebrauch der Biblioth. fon 1842. s. Serap. 1849. 

Klein, F. N.. Roblenzer Herbstscbalprogramm 1842. 4. (Ueber die erste 
Holland. Bibel 1477.) Abgedr. im Serap. 1848. Nr. 4. 

Dessen Caulog der Langischen Bibliolhek. Cobl. 1846. 4. Frogr, 
Derselbe^ zur Bibliographie ans d. Schätzen d. hiesigen Gymnas.- u. ver- 
einigten SlädU Bibliothek. 1—3. Cobl. 1848—49. 4. Progrr. Abgedr. im Serap. 
18M. ?lr. 1. 2 0. 1851. Nr. 8. 14. 

Derselbe hat auch fiber die ansehnlichen Erweiterungen des slädt. AntheUs 
der Biblioth.^ namentlich auch über den Inhalt der Bibliolheca ßoarmeriana eine 
aas/ährliche Berichterstattung Tersprochen. 

Coliarff* 

*Gymnasiaibibliothek zerfällt in eine .altere vom Herzog 
Casimir, dem Stifter des^ nach ilim benannten Gymnasium Gasimirianum 
(1605), begründete Abtkeilung, und in eine neuere, wozu 1699 der 
Herzog Albert 111. durch Vermächtniss seiner Bflchersammlung den 
Grand legte. Die zweite Abtheitung bildet ein abgeschlossenes Ganzes, 
und wird nicht weiter fortgesetzt, wogegen die erstere einen geringen 
Fonds zu neuen Anschaffungen besitzt, und fortdauernd vermehrt wird. 
Die Zahl der Bücher beider Abtheilungen zusammen belauft sich auf 
C.8000 Bände, worunter sich einige werthvolle Mss. und alle Drucke 
befinden. Auch eine Anzahl Münzen sind mit in der Bibliothek. 

Cyprian, E. S., Progr. ad orationem in laudem Bibliothecae Alberlin. de or- 
nato libroram. CoS. 1702. 4. Abgedr. in den gesammelt. Cyprian. Progrr. 
Cob.J7fl8. 8. 

Schnrarz, J. C, Progr. de nummis et epistolis quibusd. rariorib. , quae Co- 
hnrgi asservantor. Cob. 1747. 4. 

FaciöB« J. F., Verseichniss d. alten Drukke, die in d. Biblioth. d. Gymnasti 
Casimir, academ. za Coburg befindlich sind. 5 Progrr. Cob. 1802 — 805. 4. 

* Herzogliche Bibliolhek ist im XVÜI. Jahrhunderte durch 
Vereinigung von herzoglichen Privatbibliotheken und den Büchersamm- 
lungen einiger Behörden begründet worden, und im Zeughause auf- 
gestellt. Sie besitzt über 55,000 Bände. Allen, welche 6in wissen- 
schaftliches Interesse treibt, besonders aber Staatsdienern, ist ihre 
Bentttzang gestattet, und es wird zu diesem Behufe das Lokal in der 
Regel wöchentlich einmal geöffnet. Das Btbli(fthekspersonal bestand 
seither aus zwei Bibliothekaren, deren einer der verstorbene Regierungs- 
rath Kammerherr G. v. Ueeringen, der andere der Professor Dr. Eber- 
hard war. 

*Biblio~thek der Moritz- Kirche, nicht ganz unbedeutend, 
ist zum Gebrauche der Geistlichkeit bestimmt. 

^Bibliothek im Rathhause soll ziemlich klein sein. 
*Regiernngs- oder Scheres-Zieritzische Bibliothek 
ist 1704 durch die Büchersammlung des herzoglichen Canzlers J. C. 
t.Scheres genannt Zieritz zum öffentlichen Gebrauche gestiftet worden« 



14 fiotaty». CMk 



wM f ra dem Ziiweii ckwi Capilales, welches der Stifter mit Ter- 
qoacl^t hat, yermehrt. Obwohl die nrsprflQgliche Scheres - Sieritusche 
Bibliothek nicht umßnglich war, und nur etwa 2500 Binde entbiem 
^ß^ «oU diu Sapmhing jatu doch bis weit Aber 9A>9Qa Binde ange- 
wachsen sein. Es befinden sich damnter einige gute Inkunabeln «nd 
Handschriften. Die Aufsicht über die Bibliothek f&hrt ein Bibliothekar 
unter Leitung der Verwaltungsbehörde der Scheres-Zierilsischen Stiftoog. 

^Bibliothek des Gewerb-Vereines ist 1S23 eDlsUodea, 
HmA ilhlt mehrere Hundert Werke. 

VerteiohiiiM d«r in d. Bibliolb«k des hies. Gewerbfereins vorband. Bftcber; 
nebst einer Uehersichi der Utensilien, ModeHe, ZHcbnnngen n. s. w., welche den- 
selben gehören. Cob. 1840. 8. 

*Bihliotbek des königlichen Appellalionsgericbts* 
tiefes ist zwar seit noch nicht langer Zeit erst angelegt, besitzt abei 
schon üb^r 8009 B4nde, von denen eine sehr grosse Aniabl das frao* 
zösische Recht belrifllt. , Einer der Secretaire des Gerichtshofes vs\ 
Bibliothekar, unttet 01)eraufsicht eines der höheren Beamten. 

^Erzbisehöfliche oder Dombibliothek ist aus dem 
(iachli\sse des Erzhischob F, A. H. h A. Grafen v, Spiegel zun Besen- 
berg uud Canstein (f 183$) entstanden, und enthalt, ausser einiges 
werthvoUen Uaydscbriften, etwa l(i,QOO B|nde. (Bihliothokar war4e( 
Professor Buse.) 

^Bibliothek des katholischen Gymnasiums, die eisig« 
60,000 Bände zählt, ist aus den Ueberrestei^ der Qölner Klosterbibh> 
theken entstanden. Dr. H. Dfintzer ist Bibliothekar, und öffnet (ii' 
Bibliothek zum allgemeinen Gebrs^inche, mit Ausnahme der Osler* ^nd 
HerbslAsrien, an jedem Wochenlage Nachmittage zwei Stunden. 

Katalof etaev ausgezeichnet. Bacher - SaanlMie^, entb. die DoebleUen der 
Jefnit^n-Bf^liqth. zq Küin a. «• ILöin 18^7. 8. (A,9cU-Kat(4oa vpn U^becle*) 

*Bibliotbek des städtisehea Huaeuma eotUÜt werth- 
volle Werke ilher Kiuistgescbichtei u. a. w« i und bildet einen Bestaul' 
th^ d^ Kunstsammlungen,, welche der Professor F. F. Wallraf («{"1824) 
aejiaer Vaterstadt vermacht bat, und die seit 1827 im Gölnischen H<^4 
^s stMtisches Museum aufgestellt sind. 

*Bibliothek 4er kOuigUchen Regierung ist ^eii der 
Be^tfnahm^ des Undf^ durch Preussen (1815) angelegt wordaOt ^^^ 
enthält 4 — 5000 Bünde. Einer der Secretaire des Regierunga^fiU^'' 
fjj^iüfOA bat dAe Aufsieht ^be;e sie^. 

^Bibliothek des erzbiscböfUeheu Priester*SeiDini- 
res, die übe^ 99,040 (nach eiuigeiu Angeben nur 13-^17,Q<)Q) Bände 
umffsst, ist| wtßv der Begieruog des Kurfürsten HaiUosiiJiatL Heinrich 
vqn Coli) (145Qi--r98X durch den Weihbis^oif. M. v. ^trsviiM Mgefeg), 



Cdh, CöiffUk eötm;. OmMm m 



fcreh DoublattoD der t bemK^e» Jaaiiteiibibliolbfk. ($• oben) vemif hi:| 
ward«D. (Bibliotihekar war d«r Probssor ^ttte«) 

•Syndicala- odec RathibibHotbek embUi. gagcü SOAdk 
B2flde. 

*WallraC'8che oder StadtbibUolhek mtp akkb daa^ 
sCädtiaehj^n Miueiup„ ein YennftdiUMis des Profasaara F« F^ Wallaaf, 
&ie emhMt gegen 1 5,064) JUnde„ woruuUr sieb eina iiichit i<Bb«dei|^ 
lende Amahl von lakunabaln, über 500 Msa«» 48S. Urkunde und eii^ 
kleina Landkarten • Samipliuig befinde«. Obgleich daa VeimäcbUiiaa 
zum dflenUicbaa Gebraucba heatünmt iat» so aoU dach, im dici Biblio« 
thek daau euglnglicb zu macbeo^ aailbcff ^eh wenig geacbehen mßp 

Wohin die durch die BQchersammlung d^a Profesaora ^ok&rar 
zu Sirassborg vermaiirte Bibiiolhek der Central - Schule.» wi^lcibe mit 
dem Abgange dar Framoaen von €öki (1814) zu bestehen anfgeMrt 
bat, gekommen, ist unbekannt. 

^Gymnasialbtbliotheh, zun Gebrauehe der Labrer, aoll 
nicht ohne Werth aetn. 

Clltlien. 

^GymnasFalbiblieihek ist durch den Reclor der iN>rmallgeB 

retomirten Schute A. E. Rentha (1755-- 71) begrOndet worden. Lei- 

der gMchah unter Renthe's unmittelbaren Amtsnachfbfgem wenig otfer 

ttieblB flkr die Sammtang , so dass der R«<itor Y^lerlein 1802, der 

sich merat wieder für dieselbe ittteressirte, als thr Wlederherstelter 

angesehen werden kann. Nach dar Vereinigung der reforrairten und 

luibenscken Stadiachiüen erhielt di« Kbliathek die kteine Bftcher- 

aammlnng der lelateren, aowie spAter einen Tfceil dar Sammkuig daa 

Regieninga • und Kamoierrathea Buch und in neueaer Seit . die w» 

dam Herioga von Anhalt -Götlieft CAr 500 Tbir* angakmlle BikNatbah 

des genannten V^tterlein. Geganwftrtig beatelKL m aua c. 60011 Binden 

und BBoscfaüren. Bibliothekar tat dar Reotor (Profeaaar fi. L. A. 

UniBGii). 

lUiBifcb, 6. L. A. , progr. enlb. GAicbicbta q» i9gw^l^, KipficbUinft ^ 
GymnasiBlbiblioth. Cölb. 1841. S. 

«Herzogliche Bibliothek ist ober 15^000 Bände starte 

(Bibliülbekar war der Ralh Krause). 

CmamUmm. 

*Lycealbibli%thek, mit welcher aei^ i»«|ierar ^i^if ^ Uj^i 
ceiima • Laaeverein in Verbindung atal^t» rOfcrt aua dea» ^VIL.Jabcbii^t 
derte von den Jesuiten her. Der Domdecan GeheiwMb Br. J. 1^. 
Bog in Freiburg vermachte ihr }846 iHis seiner der Freiburger Uni- 
veraiUitabiblKOtb^k geachankten SamnMuog ?Uat di^wgfR Werke, 
welche in Freiburg bereiu vorbandail vaf^n.. j|tf CknaffjRtfeyytiiiJt 



76 Canstanx, Coniiappel bei Dre$den, CMßmts Crefeld^ 

belauft sich gegenwärtig auf Aber 15,000 BSode (darunter c. 100 
Mss.)f zu deren Vermehrung jShrlleh 400 Fl. zur Verfftgung stehen. 
Die BQcfaer sind im LycealgebSudte aufgestellt, und können von Jeder- 
mann, obschon vorzugsweise zum Gebrauche der Lehrer und Schfller 
der Anstalt bestimmt, benutzt werden, zu welchem Behufe das Lokal, 
mit Ausnahme der Oster- und Herbstferien, regelmSssig jede Woche 
an zwei Nachmittagen (Mittwochs und Sonnabends 1 — 2 Uhr), auf 
Wunsch auch ausser dieser Zeit, geöffnet wird. Die Zahl der Leser 
betragt jährlich 150 — 200 Personen, die der verliehenen Bficher 
c. 1000 Bande. An dem Lesevereine haben nur die Abonnenten, be- 
sonders Lehrer und Schüler des Lyceums, Theil. (Bibliothekar war 
der Professor P. C. Trotter,) 

Wetsgerber, F. 6., Index ac recens. aliq. eodd. HSS. in Lycei Constant. 
Bihliotbeca reposilor. nee non GiceroniaD. lectionis specimina e cod, desamU 
nolisq. crit. insirncta. Const. 1832. 8. 

Catalog d. LyceunBs-Lese?ereins- Bibliothek in Constanz. Das. 1833. 8> 
Trotter, F. C., Angabe a. Beachreibnng der in d. Lyceumsbibliotb. anfge- 
»tellt. ältesten Drnckwerka bis zom J. 1499. Const. 1844. 8. Progr. 

Constoppel bei DresdeB. 

*Pfarrbibliothek, noch sehr klein, 1 S5 1 ungefähr 40 Bände 
enthaltend, die von dem Pfarrer an die Parochianen verlieben werden, 
ist 1844 von dem Gollalor Fürsten Otto Victor v. Schönburg -Waiden- 
burg begründet worden. — Nebep ihr besteht im Pfarrhause eine 
etwas ältere Kirchen - Bibliothek, von den Strafgeldern, welche frühere 
Besitzer des Ortes dazu überlassen haben« gestiftet und erhalten* 

Cottbus. 

*Gymnasialbiblioth«ek ist vom Magistrate, ungewiss wfoo, 
begründet, und 1770 dureh die Büchersammlung des Predigers Res^ß 
vermehrt worden. Sie steht, unter der Aufsicht des Directors, den 
Lehrern der Anstalt, für die sie bestimmt ist, jederzeit zum (iebraucbe 
offen. Auf Bücherankauf werden jährlich 50 Thir. verwendet* 

*OeffentLiche Bibliothek, älterer Entstehung, ist 1701 
durch die Büchersammlung des Conrectors M. Hunold vermehrt wor- 
den. — Von dem Mathematikus Dr. H. Boltze wurde 1S46 eine Stadt- 
bibliotliek zur Benutzung für alle Bewohner der Stadt begründet, die 
zwar noch sehr klein ist, aber, wenn ihr die von Anfang an zu Tbeil 
gewordene Aufmerksamkeit des Publikums zugewendet, und das auf 
100 ThIr. bestimmte jährliche Einkommen gesichert bleibt, bald zu 
einigem Umfange heranzuwachsen verspricht. Mit Ausnahme je einer 
Woche zu Ostern und zu Michaelis, wird sie jeden Sonntag Nach- 
mittags geöffnet. 

Cfrefeld. 

^Bibliothek der höheren Stadt-Schule steht mit einem 
historischen Lesevereine in Verbindung. 



€Vai«6N, OpiIom, CnImi, (kOmlHuh, Cus. 77 

Crmtmnu 

*Kirchenbibliothek, in der St. Marieakirelie , bestehe seit 
der Zeit der ReforaatioD, und zUilt über 2000 Binde, auf deren Ver- 
meiining jährlich 30 Thlr. verwendet werden* Sie ist fOr Jedermann 
und auf Wunsch jedeneit zur Benutzung zugängticfa. 

*fiathsbibliothek, im Magistratssessionszimmer, besieht seit 
der Einführung der preussischen SUdteordnung, und ist aus älteren 
Beständen zusammengestellt* Sie enthält nur 3 — 400 Bände meist 
die praktische Verwaltung belrefEender Schriften. 

^Schulbibliothekf in einem besonderen Zimmer der h^Mieren 
Börgerschnie,*ist 1S24 entstanden. Sie ist für Jedermann, vorsngs- 
weise fttr die öffentlichen Lehrer, auf Wunsch jederzeit z« benuUen. 
Ibr BesUnd beträgt über 700 (gegen 500 nur ältere) Werke, au 
deren Vermehrung jährlich 10 Thlr. bestimmt sind. 

Crosten (in der Sachs. Oberlausitz). 

'*'Pfarrbibliothek ist 1646 von dem Assessor Hans £» v. 
Rechenberg (f 1648), welcher der Kirche seine sämmtlichen theo- 
logischen Bücher zum Gebrauche des Pfarrers vermachte, gestiftet 
worden. 

Coim. 

"^G-ymnasialblbliothek, zum Gebrauche der Lehrer der An* 
sUll bestimmt, ist 1837 vom Staate begründet worden. Neben ihr be- 
steht, iw Benutzung der Schüler, eine besondere Schüierbibliothek. 
Beide sind jederzeit auf Wunsch zugänglich. Der Bücherbestand ist 
weder bei der einen, noch bei der anderen sehr gross. Die Lehrer- 
bibJiothek hat zu Bücheransehaffungen jährlich 150— 200 Thlr., die 
Schüierbibliothek, die etwaigen ausserordentlichen und freiwilligen Geld* 
Zuschüsse nicht mit gerechnet, jährlich 20 Thlr., welche letztere Somme 
durch die gesetzlichen Beiträge der Schüler aufgebracht wird, lieber 
beide Sammlongen führt der Director der Anstalt oder in dessen SteU- 
tretung einer der Lehrer die Aufsicht. 

CoimlNscli. 

'*'Capitel* und Districts-Schulbibliothek, im Mönchs- 
hofe, ist 1836 durch Geldbeiträge der Geistlichen des Decanates 
Stadtsteinach und der Lehrer des Schuidistrictes Stadtsieinach und 
Marienweiher, sowie durch Büchergeschenke der Dechanten Deinzer 
and Mahr begründet worden. Sie ist noch sehr klein, und zählte 
£Bde 1847 nur gegen 100 Bände. 

Coui. 

'''Ilospitalbibliothek enthält die an Mss. ziemlich reiche, 
3O0 Bände starke BüchersammJung des Gardinais Nicolaus Grebs, 
von seinem Geburtsorte Gusa bei Trier Gusanus genannt {f 1464). 
Der Vorsteher des Hospitals hat. die Aufsicht über die Sammlung. . 



DahlMi ^ii Sfchsen). 
*V«llksbckili«4li4lL i6t mif Astes im4 Kknteo ^er Gräfin 
^ filMa a«f DaMtii DM1 b^giflndiA mrdw. fite hat 4eii £ivttfc, 
•MsUi mtaaBMkk «den Imterti BawolmeRi der SuidC eine beMnti^ 
und das Herz bUtatok Lectttrs fea 'bieten. J^es Aemerai steht die 
HenullMtog der BAoher «ncirtgeKlich freiv den Uebrigen gegto BileguDg 
«eiMi LvMgeUeii von einigen Mennigen. 

* Bibliothek der natUTlorb-eh enden ^eeelleebaft) 
weMve 196S die Sflobeifsaondlinig des Dr< N. II« •«;. Wolf^ odiemaligeB 
-Leibaiqrtes des Forsten A, Gsartoryski) «veemaicht ei>iialtctt bat» iiA, 
wenn a«oh nioht sehr lunlangpeieh, tdo^h am Beaüxe eebr werth«oil«r 
■und ansgesuobter Werbe. <Biblteihekar ist der 0bctlt4rettr fiknaa.) 

* Gymnasialbibliotih'elk, Enm Gebeaoche «der tLcbrer vsd 
Schüler der Anstalt, ist voki der •Sladtbibliolhek «■ Unterscheiden, die 
von ikner AufeteUilkig iei CyninawatgebSude aMIer «deeisedben Kaineo 
-liier und du «erwihnt wird^ i( Bibliothekar iet ider Oberlehrer ttusa.) 

'^BibiiotJiek der St. tfarien-Kirbhe, eine der iitastsfl 
jetzt noch bestehenden deutschen Bibliotheken, deren Existen lao^ 
Zeit ganz in Vergessenheit ganäli^A war, ist von dem Pfarrherrn 
Andreae ivon Slontao>w ibegräidet wordee. ftilieti unier iden Drang- 
eaAen des ungUtekhoben FeAenktfieges Wadislaw's N. -gegta 4en Deut- 
soban Orden unternahm «der genannte Harrherr in VerbinduDg a*^ 
seiften Capellasie tieinrich Cialew, um seiner l^rientereclMJft den Besilfc 
eines damals eben so seltenen eis kostbaren BiilduBgsmittsie eu siebei«; 
die Anlegung einer tbeelogiscfaen lUkartt, >eift>MAe <für riieeelbe ^ 
eigenes Gemach, und erbiat sich -vom Hochineisfeer des Dentsebtn ^<^' 
dene einen Sehutzibf ief, daa Hiese iBiicher ihm umd «meen Kaehfolg«^ 
ism 'Kutzs 4mf äatig bei »einet Amglswohnung rearMie^m. Bieser SehaU' 
^odSestttigungsbitief veb 14a.S batet wie folgt: Wir btmdirßnK^ 
von Plauwen, Homeisler Dulschi ^(Mbßns ele. ^tekennen ^vnd tthnn M^ 
öffentlich In desem kegenwe^itigmi iniif, .*da$ wir nach worer anweiiung 
ungesehen *hahen Hen jfuMen 4DÜhn vnd d»s ilt^ane ujierk dse Maren 
>prieiBPe, nemMch ifos igeieklic/hen hem Andpetoie van Stommote^ vnsefi 
OMems 'brudir iimd 'pfaner cm vnser fruioen in Donezk ^ vnd <itan«r 
^cappefSkme-, etietV Üben ^andeohügen., die «ie haben dosMewi \In der 
Wedeme ^eyne üUrie gesUfM imd vil gvMer buchet ^ wvK^ieh Jn 'dtr 
hilgen echrift, Ilczund darczu gecznget vnd nech an guiten %ciHen 4t9^ 
me czu czugen, h das sie vorsiebi^M werden, das die bueher In vnd 
Jt^eH noMöomen oat^ mUcxe bMbm *bei der Wedeln enMioh nogen, 
^arözu uuoh der legiiMaAe ^hbr Jmdrmais laf^e eiadC imd »gemdch ft- 
.gMHet -enü gefnget ihoL Wir .Tieften oUtA -am diaitai^en i^enomae, 
das dieeM^fe pßrrehurd^ een twaar /V^ontnan JH iknaiiiBf wn gatie 



9min ttfA D« fäk9 4il imtf üol noA M« itai «Ar tH'wwliir mA 
h in tüniß'wmmehkB mMwmern, Iwnt xmifrBÜger Mben, «ImmUMi 

ätr i p oi^b iil mid iteit io«f lämr Skngm »saHMi ler^ *«inI tiwif «fi iR4>- 

fM vimI «teMU Hinmb mü »gmunn rtUke md iml/M mMer gMItgKt 

M ^HeÜg^ *0ir mä araft de$ü Mffes, äU9Mig4 llbrt«> In 4i<nd^ 

i^^ w€igm ccift tntar /l'antMii ez« DmnaA JlOBtnU ^wü^> mit «/isfi 

imekim, dU iicMutU dorm ^gem^ei «'en vnd hoMedtmoU ^borin ge- 

€MgM t09rd&n, u «m von Gapplanj die ilmunt Sq «tni advr 4te «lofÄ 

MDman, Mh'r wm^$tderen tmdecMgin priMm adir Uygm, imd wdUiM^ 

das tie ^ dmr WBdem$ »ewicUtheH bleiben «nd 4enelb9n buckit 

^ugnes vorroofcctf 4Miir enifremdei wnden tmile] 99genomien^ «twettB 

Ordeus ärudem, was bwker die nnH 'vff dk Egenannie pfmrre brengek 

§dir her Andrems, Iimmmt Pfamr^ hat ge^nden, dm $ol >8$&ken eiM 

«iiMfm udUm tmii yuldwitai, was tMr wm Irin eigen buihem ^ 

der igbrien noch Irem iode wellen iasmn; was abir ven weHli^hen 

fnsiem adür legen bisher dörcm werden geemsgetj die smllen Mwiclieh 

dobtg bideben ; vnd ojf äae dese umsir beMeHmge wuU «ni wworseret 

bleibe , so haben wir vneer Ingeeegel an desen ßtyff ioesen hengen, 

der gegeben u< uff unserem Busse BanesM Im XUJ lösten Jete tni 

XlUdem Jore asn tage Johannie SapHste^ Deser Dinge >smtdl geetuge 

iie Mnamen geiaUichen $0nHr Heben btudere: Qtoff Fiiderich •vdn 

Osoihr Oreekmnpthut ^ Mickei Koekmeister obweter MarsthtUh, Ber- 

num Gern obirsier spiUeler vnd CotnpOsur exum Ehoing, Ffiederidk 

fxm WeUe ebirsler irapper end Comiplhur euu ChriMurg^ ßehemmnt 

Brendel tresseler, HHmeh von Plamwen ikmlhur ezu ikineeh^ her 

Joannes wuer CeippUm^ Jost HeenMfchtr, Minrich xom Rede unsere 

Compan, Bemhardus, Rulandus vnd Hildebrand vntit sehribere, vnd 

andire vU truwirdige. — Die BibKcrtliek enthält mehrere Hundert fiäode 

<(naeh llirscfaing 1791 mehr ah 300 Polianien irnd eine verhältniss- 

missig kieiftere Anzahl von Bänden in anderen Formalen), danmter, 

wie mall sich denken kann, die werthvolisten ältesten Ihncke* . Auch 

Handsehrifteii hesf^xt die Bibliothek. 

'*'R^th6« oder Stadtbibliothek ist gegen Ende des XVt. 
iahrhmidei^ui, wahrscheinlich 16S0, begr&ndet, nnd im Lanfe dtfr 
ntchiften beiden Jahrhunderte mit Legaten so retdi bedacht worden, 
das» 'Sie sdion vor länger als 00 Jahren ftber 90^000 Bände ^darunter 
sffhr Vfiile bedeutende, namentlich ältere und historiscfae, wie Juristische 
WeHee, a%eir wenig Hsä.) besessen haben snll. Clins det* nam- 
haftesten Vermächtnisse war das des Professors H. Ch. Hanov (f 1778), 
tvcflcher mdht nur seine CKber 4000 Btlnde stai'ke Biblibthek, sondern 
aunh seine physikalischen Instrumente, sein Naturalienkabinet und 
andere Merkwfirdigkeiten der Rathsbibliothek letstwiltig überüess. 



60 Aitti^, üanNitadl. 

Ausserdem fielen derselben in gleicher Weise feigende BAeherstoun- 
luDgen £a: 1597 die des Marquis B. d'Oria; de» Seholarchen A. 
£ngelke; der Patrisier Barthold und Nimsgatten ; des Protoschobrchen 
J. £.v. Schmiden (f 1707), der Bathsherren Freder, Schumann und 
D. Schiieff (f 1711), welcher leUUre äherdies der Bibliothek 1200 
Pr^uss« Thlr« überlassen haben soll , damit von den Jahresiinsen neue 
Bflcher angekauft werden könnten ; 1766 J. Fr. Jaeobson's; eineSenem- 
long numismatischer Werke des Bürgermeisters Schwärs (;f 1777) 
nebst dessen Münzkabinet von 4000 Stück und einem Geldlegale von 
10,000 und 4000 Fi. Daosiger Geld, wovon erstere Summe als Bei- 
trag dienen sollte, um die Bibliothek an einen schicklicheren Qrt zu 
bringen, die andere zur Unterhaltung und Vermehrung des Mönz* 
kabinets und zur Besoldung des Aufsebers darüber bestimml war. 
Auch wird berichtet, dass die fiuchersammiungen eines Syndicus N. 
Lemke, 1597 die A. Glaser'sche, 1617 die eines gewissen Gh. Albinus 
und 1633 von B. Nigrinus zur Bibliothek gekommen seien. Was den 
gegenwärtigen Bestand derselben anlangt, so ist die Angabe von mehr 
als 30,000 Bänden wohl kaum eine sichere, da ja die Bibliothek so 
viel schon vor länger denn 60 Jahren besessen haben soll. Mit der 
Balhsbibliothek in Verbindung steht die Bibliotheca Zappio-Johannitnna, 
welche, der Zahl nach etwa SOOO Bände, der Johanniskirche von einem 
ihrer Vorsteher im XVII. Jahrhunderte Z. Zapp vermacht worden ist. 
Die Bathsbibliothek wird zur allgemeinen Benutzung Mittwochs und 
Sonnabends Nachmittags gedflnet. Bibliothekar ist der Direclor des 
Gymnasiums Dr. G. Löscbin , dem einige Schüler der ersten Gymoa- 
sialklasse abwechselnd zur Unterstützung dienen. 

Schelsvigii, S., Epistela et Commentatio de iacremsoli» lüblioih. Geda- 
nensis. Ged. 1677. 4,. 

Itermntodt *)i 

*Gros sher zoglich öffentliche Bibliothek ist in ihrer 
jetzigen Verfassung eine Stiftung des Grossherzogs Ludwig I. von 
Hessen. Den älteren Grund dazu bildet die vom Landgrafen Ludwig VI. 
von Hessen 1670 angelegte Büchersammlung, die sogenannte Hof* 
bibliolhek, welche theils durch Einverleibung der Bficberverlassen- 
schaften verschiedener Glieder des Landgräflichen Hauses, theils 1S05 
durch Vermäcbtniss der Bucher- und Kunstsammlung des Barons 
V. Uüpsch in Cöln und IS 11 durch Erwerbung der sehr beträchtlichen 
Bibliolhek des Professors £• G. Baidinger, sowie endlich ^uch durch 
Hinzufügung der sämmtlichen Handschriften der Gölner Dombibliothek, 



*) Ausser den unter Darmstadt aofgeführtcn Bibliotheken besitzt die Siadt 
noch einige andere, die wenigstens genannt zu werden verdienen, wie die Gym-> 
nasialbibliotfaek und die Bibliotheken des geographischen, historischen nnd litte- 
rarischen Vereines. 



20S ao der Zahl, sn bedeate&dem Umfange tiad Ansehen angew«€h«en 
war, und durch leinen . jähriichen Fonds von 1100 Fl. fortdanemd 
Tennehrt wurde. Neben dieser dem gesammten Publikum zum Ge- 
l^raucbe geöffneten llteren Hofbibiiothek bestand seit Ende des XVIIL 
Jahrhunderts eine xweite. und neuere öffentliche Hofbibiiothek, die 
Privatbibliothek des Grosshersogs Ludwig 1. ,• welche dieser nach sei- 
nem 1790 erfolgten Begierungsaalrilte dem Publikum ebenfalls hatte 
zagänglich machen lassen. Da .jedoch die Räumlichkeiten der letzteren 
durch Acqoisition mehrerer grösserer Privatbibiiolheken und nach dem 
Hinzutritt der Sammlungen einiger aufgehobenen hessischen Klöster 
nirgends mehr ausreichten, das Lokal der älteren Hofbibiiothek ausser* 
dem zu anderen Zwecken in Anspruch genommen wurde , so führte 
dies zu einer Vereinigung beider Bibliotheken in Einem Lokale, im 
grossberzoglichen Residenzschlosse, wo sie und mit ihnen zugleich 
die säountUchen Kunst • und Naturaliensammlungen des Grossherzogs zu 
einem dem Öffentlichen Gebrauche bestimmten Museum zusammengestellt 
worden. Die darüber vom Grossherzoge getroffene Disposition vom 
12. Juli 1820 lautet folgendermaassen : Seil Unserm Rigierungsan-' 
IriUe haben Wir es Uns angelegen seyn Itusen, zum Glanz Unters 
Grossherzoglicben Hauses und zum Nutzen Unserer geliebten Unter" 
thanen eine Sammlung, von Kunslgegens landen^ Älterthümem und wis- 
senuhafüichen Werken mancher Art anzulegen, um dadutch eine 
zur Bejfofderung wahrer Aufklärung und Verbreitung nützlicher Kenni^ 
nisse gereichende Anstalt^ woran ßs bis dahin gänzlich in Unsem 
Landen fehlte ^ zu gründen. So sehr es der Druck der Zeit, in 
weiche Unsere Regierung grössteniheils fiel, erlaubte, haben Wir Unser 
Privatvermögen dazu verwendet und die dadurch entstandenen, tu 
Unserm Residenuchloss dahier aufbewahrten Sammlungen zu einem 
Ganzen unter dem Namen Museum vereiniget. Dahin rechnen Wir 
varxüglüh die Gemälde, sonstige Kunslgegenstände und Alterthümer 
jeder Art — die Bibliothek — da« physikalische und Naturalien»' 
Cabinet \ — die Waffen und Kleidertrachlen — die Musikbibliothek 
nebst allen musikalischen Instrumenten — insbesondere auch die 
Kufistsaehen^ Musikalien und Bücher, welche in Unsem Wohnzimmern 
befindlich sind. Damit nun Unsere oben erklärte wohlmeinende Ab- 
sieht auf das vollständigste erfüllt und hierdurch Unseren Unterthanen 
für alle künftige Zeiten ein bleibendes Denkmal der landesväterliehen 
Liebe, womit Wir ihnen zugethan sind, gegeben werde ; so haben Wir 
Uns wohlbedäthtlieh entschlossen, einis Disposition, so wie hiermit ge* 
schiebet , dahin zu treffen, dass sämmtliche unter der allgemeinen 
Benennung Museum begriffene Sammlungen in ihrem dermaligen Be^ 
stand, nebst aUeiä Zvtwachs, welchen sie während Unserer Regierung 
noch femer erhalten werden, in Kraft eines beständigen, untheilbaren 

Petsh9ldt,ndk.D.B. ^ 



(3 Bwrmiktik 



«ml wumräuMi^rUchen FidekarnmüHs M Ihürm Ckrauherxogliche^ 
Hau$€ verbleiben, und ganz so, wie die fimi mt üneerer Prtvol- 
Mblioihek vereimgle ehemaUge HofbiMioAek aU Staaiieigenihum he- 
erathtet und UhandeU werden teUen^ wie ee denn auch üneer ernü- 
Ueher Wille ut, dose dieselben in Zukmß wie bisher, nur ünUr- 
hallung und Belehrung des Publicums offen eiehen sollen. Wir ver- 
ordnen demnach, dass diese Unsere Dispoeition, in Kraft eines Fe- 
miliengesetses und perpetuirlichen Fideieommisses jederzeit forlU' 
stehen y auch keinem Unserer Nachkommen gestaitei eeffn soll^ daroR 
unter irgend einem Vorwande abzuweichen und derselhen m Gt 
ringsten entgegen zu handdn. Der gegenwlrtige Bestaid der so rer 
einigten Bibliotheken betrügt über 230,000 Bftode Dnickscbrifteo. 
4000 Mss. , gegen 60,000 Dissertationen und Ober 8000 Karten, u 
deren Vermebrung eine jäbrlicbe Summe von 10,000 FJ. bewilligt ü^* 
Die Bücher sind, in nenn Säle und zwei Corridore vertheül, nad^ 
einem von dem Gebeimrathe Dr. A. A. £• Schleiermacher eigens eot* 
worfenen bibliographischen Systeme aufgestellt, welches, da dem Ye^ 
fasser die Anwendung eines rein wissenschaftltclien Systemes auf die 
Bibliographie als völlig unpraktisch erschien, auf keine Tbeorie in 
irgend einer Wissenscliaft 'gegründet, sondern anf eine Aneinaoder 
reibung von bibliographischem Materiale, zu möglichster üebersiclit* 
lichkeit geordnet, gebaut worden ist« Nach diesem Systeme ist das 
gesammte bibliographische Material in folgende Abschnitte gescbiedea: 
A. Eneyklopädie, Litlerlrgescbicht^ und Bibliographie; B. Venniscbte 
Schriften; G. Sprachen« und Schriftkunde, Philologie; D, Griacbtfc''^ , 
und Latetnisehe Litteralur; E. Schöne Wissenschaften in den v^^ I 
und orientalischen Sprachen, erste AblheilaDg; F. Deneiben iweitc 
Abtheilung ; G. Schöne Künste ; H« Historische Wissenschaften ; 1« ^^}^ 
gionsgescbichte and llythologie, Kirchengeschiclite; . K. AllgeociB^ 
Weltgeschichte, Griechische, Byzantinische und Türkische, Mni^ \ 
und Italienische Geschiebte; L. Geschichte von Portugal, Spaiu^^ ^ 
Fiankreieh, der Schweiz; M. Geschichte von Dentscbland; N. ^ i 
schickte der gesammlen Niederlande, von Grossbritannien nnd Irliod; i 
Scandinavien , der Slawen im Allgemeinen, von Rnssland, Finnlasd) 
Polen und Krakau; 0. Geschichte der ausserenropAischen Welttbeilci 
P. Mathematische und physikalische Wissenschaften ; Q. Natnrgescbiehte; 
B« Medtcin; S. Spezielle Pathologie und Therapie; T. Industrie oder 
ökonomische, Forst • und iagd* Wissenschaften, Technologie, Haadtt 
und SchiflXahrt; Mililairwissensehaften ; U. Philosophie, Pädagogik i 
V., Theologie; W. Dieselbe; X. Jurisprudenz nnd Siaatswissenschafleo; i 
Y. Privat- und Lehnrecht; Z. Gewerb-, Handeb- und Wechsel;, 
See- und SchüffahrCs - , Straf-, Kireheuffecht Die Bemitzttfig der Bi- 
bliothek ist möglichst frei und ungehindert: mit Ausschhiss. der Sobd- 



und Festtage steht das Lokal lAglidi ofl^n, und zwar früh 9-^12 und, 
den Sonoalbend aos^nommtfe) Nachmittags 2**-4 Uhl*« Die Kahl der 
Leser y die ausserhalb des Lokales Bficher entliehen, helief sich bis 
£iide 1847 im Durchnitte jahrlicfa auf etwa 600, die der Leser im 
LoJkale selbst täglich .auf lft-^20 Personen und die der verliehenen 
Bficher auf etwa 80,000 Bände im Jahre. Das Personal besteht aus 
einem Oberbibliothekar, dem geheimen Hofrath Dr. R. A. L. Feder, 
einem Bibliothekar Dr. J. W. Mitzenius, einem, ersten Secretair Hof- 
bibliothekar Dr. Ph, A. F. Walther, einem zweiten Secretair und einigen 
Accessisten. — Zu erwSbnen ist übrigens noch, dass die Doubletten 
der Bibliothek der teslamentarischea Verfügung des Grossherzogs 
Ludwig J. zufolge an die Giestener Universitätsbibliothek abgegd»en 

werden müssen« 

(CatalogQS Bibliotbecae Darmstadioae Principum Sereo. S. I. et a.) 8. Be- 
Iriffl die Biblioth. der Grafen vOn Hanaa. 

Wenck, n. B., Nacbricbt von d. Hofbibliotbek za Darmstadt d. einig. Merk- 
wArdigkeiled derselb. St. 1. Darmat. 1789. 4. 

CataloguB fiibiiotbecae med. pbys. E. G. Ealdingeri, cur. praefot. est tt notas 
rarjorib. libr. adjec. J. G, H. Conradi. Tom. I — II» Marb. 1805. 8. 

Wallber, Ph. A. F. , einige Cimelien d. Grossberz. Hofbibliolbek zu Darm- 
stadt. Das. 1649. ^ 12. (Ans d. Darmstädter Verordnangsblatt.) 

Schleiermaclier , A. A. £.< bibliograph. System d. gesammt. Wissenscliafis- 
kvnde mit eioer AoUitiing zum Ordben voa Bibliotbeken, Kupferstichen, Mosi- 
kaUen, wissenscbaftlicben u. Gescbdflspapieren. Tb. 1 — 11. Braunscbw. 1853« 8. 
^Bibliothek des Gewerb- Vereines, im Vereins -> Ge- 
schäftslokale aufgestellt, enthielt Ende 1847, mit Einschluss der 
Zeilschritien ilnd Kupferwerke, über 500 Werke, auf deren Vermeh- 
rung jährlich ungefähr 500 Fl. verwendet werden. Sie ist zunächst 
zur Benutzung für die Mitglieder des Vereines bestimmt, aber auch 
für Andere zugänglich, und wird zu diesem Behufe auf Wunsch jeder- 
zeit an den Wochentagen geöffnet. Ausserhalb des Lokales werden 
in der Regel keine Bucher verliehen. Die mit der BibliothelL verbun- 
denen Geschäfte besorgt der Vereins • Secretair« 

Verzeicbniss der in d. Biblioth. d. Grossberz. Hess. GewerbTereins eotbalt. 
Bächer n. Kupferwerke. (Aufgestellt Ende 1846.) Darmst. 1846. 8. 

'Bibliothek der grossherzoglich Hessischen Gen- 
tralbehörde der landwirthschaftlichen Vereine besteht 
seit 1S31. Sie ist im Bureau der Centralbehörde ailfgestellt, und 
enthielt Ende 1847 über 1200 Werke, zu deren Vermehrung jährlich 
15tl Fl. disponibel sind. Bücher werden nicht ausgeliehen; doch kann 
die Bibliothek von den Vereinsmitgliedern auf Wunsdi jederzeit be- 
nutzt werden, In welchem Falle man sich an den mit der Aufsiclit 
der Bibliothek beauftragten Vereins - Secretair zu wenden bat. 

Verzeicbniss der zur Bibiiotb. d. Centralbebörde d. landwirtbscbaftl. Vereine d. 
Grossberz. Hessen gehörigen Bücher n. Zeitschriften, nach d. Stande vom 1. Juli 
1840. Darmst« 1840. 8« — Spftlsre Verzeichnisse sind von 1842 n. 46. 

6* 



84 Dehr$eMin, DeKisseh, D$$$au, Detmold. 

MehweemMau 

* Bibliothek des reformirten Goliegiams enthalt 
30,000 lUnde. 

^Schulbibliothek ist 1717 eotsUuden. 
(Slreog, J. P.) Beschreib, der Offeoll. BibüotheCi Welche an d. Anders 
Evaogel.- Luther. Jabel-Fest 1717. angelegt worden in Delitzsch» Erstes Tau- 
send. Del. 4. (Das Zweyte Tausend, ein Register über beyde n. das Trac- 
tätigen Ton Bibliothecen überhaupt u. der Delitzscher insonderheit sollte 1718 
erscheinen.) 



*Her£ogliche Bibliothek ist 1810 von dem Herzoge Leo- 
pold Friedrich von Anhalt • Dessau dnreh Vereinigung* mehrerer im 
Lande befindlicher Sammlungen begründet worden. Sie befindet sieb 
in einem eigenen herzoglichen GeLSude, und zählt, mit Einschloss 
der mit |ihr in Verbindung gebrachten, sogleich zu erwähnenden 
Anhalt- Dessauischen Pastoralbibiiothek , gegen 20 — 25,000 BAnde. 
Ihre Benutzung im Lesezimmer ist Jedermann gestattet; doch werden 
BQcher nur an folgende Personen ausgeliehen: an alle horzoglicheo 
Offiziere und Civildiener bis mit dem Rathe, an die ordentlichen Lehrer 
der Haupt- und Töchterschule, die Prediger der Stadt und des Landes, 
die Assessoren und Referendare der herzogliehen Regierung und Kam- 
mer und des Justizamtes, sowie an die Regierungsadvokaten. Die 
höheren Hofchargen, der Oberst des Füsilier- Bataillons, die Directoren 
der Verwaltuogscollegien und des Justizamtes, die Consistorial - und 
RegierungsrSthe, der ßaurath und die Scliuldirectoren können indessen 
durch ihre schriftliche Bürgschaft auch Unberechtigten die Erlaubniss 
zum Leihca von Büchern verschaffen. Unerwachsene sind vom Besuche 
des Lesezimmers ausgeschlossen. BSndereiche Werke und Lexica 
werden nicht ausgeliehen, Romane und dergleichen auch nicht im 
Lesezimmer zu^ Leetüre verabreicht. Zum Ausleihen kostbarer Kupfer- 
werke gehört die spezielle Genehmigung des Herzogs. Geöffnet ist 
die Bibliothek Mittwochs und Sonnabends 1 — 3 Uhr, mit Ausnahme 
der Festtage und der Ferien des Gymnasiums. Als Oberbehörde der 
Bibliothek gilt das herzogliche Consislorium,- unter d^m ein Bibliothekar 

(Professor Dr. H. Lindner) steht. 
Katalog von 1829. 
Ordnung f. d. öffentl. Benotzang d. Bibliotb. s. Serap. 1846. Nr. 10. 

'''Anhalt-Dessauische Pastoralbibliothek, nur theo* 

logischen Inhalts, enthielt nach dem. Kataloge von 1828 gegen 2700 

Werke. 

Verzeichniss d. Anhalt -Dessanisch. Pastoral - Bibliothek. 1828. Dess. 8. 

DetmoliL 

^Oeffentliche Bibliothek hat ihren Grund in der bereiu 



DämM^ BiüinhMrg, DUlingen, Dippoiäitwalde. S& 

1614 Tom Grafen.Simon Vif, von Lippe gestifteten herrschaftlichen 
BibJiotbek, die derselbe aus seines Vaters, des Grafen Simon VI., 
Handbibliothek und der Bfichersammlung des Superintendenten Mag. 
/. K Exter zu Detmold zusammengestellt hatte. Nachdem diese Biblio- 
tbek, die anfangs im Archive ihren Platz gefunden, später in dem da- 
mals zu einem Gymnasium eingerichten vormaligen Augustiner* Nonnen- 
kloster aulgeslelll (wessbalb man sie aueh als Schulbiblioiheh erwähnt 
findet), und in der Folge noch durch die im Fache der Theologie 
besonders reichhaltige, von dem gräflich Lippe'schen Rathe G. Pezel 
acqairirte Bfichersammlung von dessen Vater, dem Wittenberger Pro- 
fessor Gh. Pezel (*{* 1604) vergrössert worden war, hat sie der Fürst 
Leopold August Alexander von Lippe 1S21 — 23 mit einer anderen 
aaf dem Residenzschlosse noch befindlichen herrschafüichen Bibliothek 
und mehreren kleineren Sammlungen vereinigt, neu geordnet und 
ini Pavillon des Reithauses aufgestellt , wo sie seit . 1824 als 
herrschaftliche öffentliche Bibliothek dem Publikum zur Benutzung 
oifen steht. Ihr Bestand vor einigen Jahren betrug, ausser 100 und 
einigen BIss., etwa 21^500 Bände Druckschriften, unter denen sich 
eine bedeutende Reihe von Inkunabeln und seltenen Drucken aus der 
ReFormationszeit befindet. Zur Anschaffung von Büchern und zur Be- 
slreilung der Verwaltungskosten hesteht eine Bibliothekskasse mit 
1000 Thlr. jährlicher Dotation. Ausserdem ist die Hofbuchhandlung 
laut landesherrlichen Pivilegiums von 1710 verpflichtet, von jedem 
Werke, welches sie verlegt, ein Exemplar gratis an die Bibliothek ab- 
zugelten. Zum Leihen von Büchern ist die Bibliothek regelmässig 
Mittwochs 2 — 4 Uhr geöffnet, wo dann auch gestattet wird, von den 
beiden Bibliothekskatalogen, einem allgemeinen alphabetischen und 
einem in 16 Abtheilungen classificirten systematischen, Einsicht zu 
nehmen. Die Obhut über die Bibliothek ist einem Bibliothekar (1846 
Jttstizcanzlei- Assessor 0. Preuss) unter Oberaufsicht der fürstlichen 
Regierung als Oberbehörde übertragen. 

Dillenbari^. 

"*" Fflrstliche Bibliothek ist 1773 durch die Büchersamm- 
lung des Justizralhes A. U. Eralh vermehrt worden. 

^Bibliothek des Pädagogiums hat zi^m Ankaufe von Bü- 
chern jährlich etwa 300 Fl. zu verwenden. 

DlllUiceii. 

'^'Gymiiasialbibliothek rührt von den Jesuiten her, und wird 
regelmUsig jedes Jahr vermehrt« 

Dippoldbwalilc. 

*Kirchenbibliotfaek ist im Uufe des X.VI. und XVU. Jahr- 
hunderts durch Verkmf alter papistischer Hss. md Papiere begrün- 



86 Döbeln, DöUtn M Dr§§4in, üarnrnnMiHf^n, JDMimtuid. 

det, ia neuerer Zeit aber um eioe nicht enbedeiiteiide AotaM BQcber, 
fast slmmtliche Folianten, bestohlen worden« 

^Stadtbibliothek ist Ende 1 847 begründet, und im aiadlischeii 
Sebulbause, nnter der Aufsicht eines Lehrers dieser AnstaU» aufge* 
stellt worden« Sie wird wöchentlich einmal sur Benutinng geöffoet, 
Armen zur unentgeltlichen Leetüre» allen Anderen gegen ein Lesegeld 
von wöchentlich 3 Pf. fQr den Band. Unter gleichen Bedinguageo 
standen auch die kleinen Büchersammlungen des Sprach- und des 
Lesevereines zur öffentlichen Benutzung Irei. 

Die SMull - Bibliothek zu Oippoldiswalde. 1848. (Eolh. die BOchorverzeicJi- 
nisse der genapnteo drei Bibliotbekea, die ia d. Miuheiliio^eo von n, für Dip* 
poldisw. elc. 1848. Nr. 21 forlgesetzt worden sind.) 

Ddbeln« 

*Kirchenbibliothek ist 1525 restaurirt, und zugleich durrf 
die BQchersammlung des Hofpredigers Mag. Corbener in Dresden ^^' 
mehrt worden, wozu auch die Zinsen des Assmann'schen Legales 
einige Mittel gewähren. 

Dtflilen bei Dresden. 

Plauensche Bibliothek ist 1847 von dem Bibliothekar Dr. 
J. Petzholdt in Dresden, welcher die von ihm angelegte SammiuD^ 
auf den Plauenschen Grund bezfiglicher Schriften der Kirche als Graoil' 
läge dazu geschenkt hat, gestiftet worden. 

Petzboldt, J., Plaoensche Bibliothek. Verzeichnis von Scbririen ober d. Ptioe"' 
sehen Grund. Dresd.1846. 8. (Die mit * bezeicbneten Schriften besittt die Kircb^J 

IHMittiiefleliiail^eii* 

^Fürstlich Pärstenbergische Bibliothek ist ^Oß^ 
Binde stark. Das Amt des Bibliothekars vwsieht der Hofpredi^^*^ 

"^Gymnasialbibliothek ist in neuerer 2eit durch eio* 
Binde starke Schenkung des Professors Schuch vermehrt wordeo« 

*6ymnasialbibliothek ist vielleicht bereits gleich b^i^^ 
Gründung. des Gymnasiums 1543 gestiftet worden, aber lange ^^* 
sehr vernachlässigt gewesen, woher es kommen mag, dass ^^^ ^ , 
gegen 1300 Werke besitzt, auf deren Vermehrung in, neuerer ^^| 
jährlich eine Summe von 70 Thlr. verwendet wird. Von dem «*' 
1837 besiehenden historischen und einem anderen 1844 be^röndej^^ 
französischen Lesevereine sind die denselben gehörigen Böcher an 
Gymnasialbibliothek abgegeben wbtden, jedoch unter der BediogWj 
dass die Mitglieder der Vereine verzugsweise das Recht der ferner 
Benutzung dieser Bflcfaer behalten sollen. Zum Gebrauche der l^^^^ 
der Anstalt ist die Bibliothek auf Wunseli jederzeit zugängli^' 
gegen für die Schüler der beiden oberen Gymnasialklassen ^''^.l. 
grössere Publikum wöchentiiefa nur eine halbe Stnnde 9eöA#t* . ^ . j 
umA der OsUv - luid Hidiaeliaferiea l^leibt «ie •MeUoas^o. f^^^ 



Dortmunäj Dfe$den. 87 

der Leser belief sich vor einigen Jahren das Jahr hindurch auf etwa 
200 Personen. — Neben der Gymnasialbtbliothek bestehen in neuerer 
Zeit noch zum ausschliesslichen Gebrauche der Schüler eine beson* 
dere Schülerbibliothek und seit 1838 eine, wenig über 100 Werke 
zShleiide Arroenbibliothek zum Verleihen von Schulbüchern an arme 
Schöler. Auf die Anschaffung von Büchern ftlr die Scbülerbibliothek 
werden jührUch c. 20 Thir, verwendet. Die Aufsicht über die Gym- 
Bisialbibliothek hat der Oberlebrer der Anstalt« 

Dreiiileii ^)* 

Bibliothek der chirurgisch - medicinischen Aka- 
demie, ursprunglich Eigenthum des Sanitäts-Collegiums, ist 1777 
durch eine demselben vom kursächsischen Leibarzte Hofratb Dr. J. W. 
Fr. Jahn um 550 Thlr. abgelassene Anzahl von 557 Büchern begründet, 
und 1782, in Folge testamentarischer Bestimmung des Leibarztes Eiof- 
ralh Dr. E. Ph. Gesner (f 1780), durch dessen Sammlung von 5000 
Bänden und 560 Karten, Plänen und Prospecten» auch vorher schon, 
1779, aus der kurfürstlich öffentlichen Bibliothek vermehrt worden, 



*) Beyer, i., Epiatola de BibiioUiecis Dresdens, tum pobl. tum privat, prae- 
cipais. Dresd. 1731, 4. 

Ejosd. Memoriae Histor.-Crit. Librorum Rarior. (Dresd.). Acced. Evangeli 
CosmopoKl. Notae ad J. B. Menckenii De Charletaneria Eruditor. Declamatt. , in 
qaibos eiempla Doanalla praeeipoe HispaDor. adferoDlur. Dresd. et Lipe. 
1734. a 

Ejasd. Arcaoa sacra Bibliotbecaram Dresdens. Dresd. 1738. 8. Continuat. 
/— //. Ibid. 1738—39. 8. 

^Petzholdt, J.) Wegvreiser f. Dresden's Bibliotheken. Dresd. 1848. 8. 
Dessen presden'a Bibliotheken. Ein Wegweiser f. Fremde a. Eioheimisehe. 
Mit % lilbogr. Grondrissen d. k6B. öff. Btblioib. Dresd. 1846. fr. 16. 

Zar Abfassung eines Hauptkataloges der in d. Dresdn. Bibliotheken befindl. 
natarwissenschaftl. u. medicin. Werke ist Ton der Gesellschaft f. Natur- n. 
Heilkunde dnrL-h Prof. Dr. M. L. Löwe Veranstaltung getroffen. 

Aasser den onter Dresden aufgezahlten Bibliotheken besitzt die Stadt noeh 
mebrere andere, die zum Tbeile von nicht ganz nnbedeuteodem Umfange sind, 
wie die der Ministerien des Innern und der Justiz, des Oberappellationsgericbtes, 
des Appellationsgerichtes ^ des Hauptstaatsarchives. — Zur Begründung frucht- 
bringender Schulbibliotheken hat der 1847 verstorbene Rncbhindler Christ. Arnold 
in einem Schreiben ton 1838 sieb and seine Erben, so lange die Arnöldisebe 
Bncbhnndiang in Dreaden in dtm seitherigen Maasse besteben werde» Terbiadltcb 
gemacht, von 1839 an einer jeden der nachfolgenden 29 Dresdner Lehranstalten : 
der Kreuz- nnd Apnenschnle, den zwölf Bürger-, Bezirks- und Armenschulen, 
der Neustädter Realschule^ den beiden Schnllehrerseminarien , dem Freimaurer- 
insttuite, der evaBgelischen Freisebale nnd der des Vereines lo INth und Tbat, 
der Baib»tAcmer-9 der Ciavniaon-, der katheJiscbeo Haupt-, der katholiscben 
Avmen-, der iaraeliliscben - , der Sonntagsscbule, der KindarbesserungsaDsUlt, 
dem Taubstummen- und dem Blind^ninslitnle , in jedem Jahre für 12 Thr. 
Bücher und Landkarten, nach beliebiger Answahf der Anstehen selbst, nnentgeltlicb 
alraliaferi. 



88 Dresien. 

welche leutere« nach der Uebernahme der BftcberMmmloBg des Leib- 
arztes J. H. V. Heucher von dem Naturalienkabinet (wo sie seit 1740 
gestanden hatte), ihre Doubletten medicinisch - chirurgischen Inhaltes, 
879 Bände an der Zahl, dem Gollegium zur Aufbewahrung und zum 
Gebrauche hatte abgeben müssen. In Folge dieser Bereicherungen, 
sowie anderer Erwerbungen, wozu das Gollegium seit 1790 jährlich 
144 Thlr. angewiesen erhalten hatte, war die Bibliothek 1814 bereits 
auf mehr als 10,090 3Sude angewachsen, die, nachdem sie aus der 
Militairkaserne, wo sie seither gestanden, im letztgenannten Jahre in 
das königliche Schloss und von dort 1815 in das BrQhlsche Palais 
geschafft worden waren, 1816 in einem geräumigen Saale der chirur- 
gisch- medicinischen Akademie ihre ihnen noch gegenwärtig einge- 
räumte Wohnung bezogen. Nach der 1824 erfolgten Auflösung des 
Sanitäts - CoUegiums fiel die Bibliothek der Akademie und der in der 
Landesregierung constiluirten obersten Medicinalbehörde als gemein- 
sames Eigentb um zu, zu dessen Unterhaltung und Vergrösserung der 
seither geleistete jährliche Geldbeitrag auf 300 Thlr. erhöht wurde. 
Der damalige Bestand der Sammlung betrug 5824 Werke in 9852 
Nummern von BQchern und Dissertationen nebst 560 graphischen 
Darstellungen nichtärztlichen Inhaltes, wovon indessen nicht nur diese 
Darstellungen, sondern auch noch 1718 andere Bücher und Disser 
tationen als nicht femer brauchbar zur Versteigerung kamen. Kurz 
nachher, 1825, wurden die der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde 
zugehörigen Bücher, damals freilich nur erst 1 26 Nummern« und die aas 
1 26 Nummern bestehende Sammlung der mineralogischen Gesellschaft im 
Lokale der Bibliothek mit aufgestellt, dabei aber bestimmt, dass diese 
Sammlungen ihre eigenen Kataloge behalten sollten. Von der vom Medi- 
cinalralh Dr. Schmalz in Dresden auf seinen Reisen, vorzüglich in Italien, 
zusammengebrachten Sammlung von über 700 Bänden und Heften medid- 
nischer und naturwissenschaftlicher Schriften erhielt die akademische 
Bibliothek 1852 die Mehrzahl der eigentlich medicinischen Bücher 
geschenkt, wogegen vorzugsweise die Werke naturwissenschaftlichen 
und allgemeinen Inhaltes der königlich öfTentlicben Bibliothek und ein 
kleiner Theil auch der Bibliothek des Sladtkrankenhauses überwiesen 
wurden. Ende September 1S52 betrugen die vereinigten drei Biblio- 
theken zusammen über 30,000 Bände, und zwar war die akademische 
bis auf 7800, die der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde auf 1224 
und die der einstweilen eingegangenen mineralogischen Gesellschaft 
auf 159 Nummern gestiegen. Die Büdier der akademischen Bibliothek, 
über welche drei Kataloge, nämlich ein systematischer, ein alphabe- 
tischer und ein Standkatalog, geführt werden, sind in folgenden Ab- 
theilungen aufgestellt: Griechische Litteratnr} Aerzte des Alterthums 
und deren Gommentatoren ; Römische und lateinische Lit(^r9^ur) Ge* 



IhMtin: 9» 

schichte» LebentbesehreibuB^ea, Alterthflmer, Mttnz« mid WappenkuDde; 
Uoder-, Völker*» Studie* und Reisebeschreihungeii ; Mathematik, Phy- 
sii, Magie, Meteorologie und Aatronomie; Natorgeachiehte im Alige- 
meioen» nebst Zoologie und Zootomie insbesondere; Botanik, Garten- 
kaost und Forstwissenschart; Mineralogie und Lithogeognosie ; Chemie 
und Metallurgie; Alchemie und Astrologie; Apothekerkuust, Apo- 
thekerordttungen und Taxen; Philosophie und Moral; Diätetik 
uad Volksarzneikunde ; Inoculationsschriften ; Eneyklopädicn und 
Methodologien der Heilkunde; Anthropotomie des normalen und 
pathologischen Zustandes; Physiologie des Thierkdrpers und An- 
thropologie; Geschichte der gesammten Heilkunde und der Aente; 
alJgemeine upd besondere Pathologie; allgemeine und besondere 
Therapie; Schriften über Gesundbrunnen und Bäder von Mineral- 
wässern; pathologisch - therapeutische Schriften; Casuistik und Epide- 
miologie; Pharmakologie, Formulare und Toxikologie; vermischte 
medidaische Schriften; Chirurgie; Entbindungslehre und Hebammen- 
kaust; Thierarzneikunst; Slaatsarzneikunde; Kriegsarzneikunde und 
Militairv^esen ; Rechtftgelahrtheit undRegieningskunst; Mythologie, Theo- 
logie, Dämonologie und Kirchen wesen ; unterhaltende Schriften; Ge- 
dichte, Redekunst und Schauspiele; Oekonomie, Technologie» schöne 
Künste und Intelligenzblälter; Universitätswesen, Litteratur- und Ge- 
leliTiengeschichte; Eriiehungsfach , Schulwesen und lebende Sprachen« 
Nach dem jetzt noch giltigen älteren Regulative steht die Bibliothek 
unter Anfsicht und Leitung des akademischen Senates im Ganzen, zu- 
nächst aber unter einer Deputation aus demselben, welche aus dem 
Director der Akademie und einem durch Mehrheit der Stimmen er- 
wählten Professor zusammengesetzt ist« Diese Deputation hat insbe- 
sondere auch die Vorschläge in Betreff der neuen Bücheranschaflungen 
dem Senate vorzulegen, welcher dann die Verzeichnisse bei der Lan- 
desregierung zur Genehmigung einreicht. Bei dem Bficherankaufe sind 
vorzüglich zu berücksichtigen: die Fächer der medicinischen Topo- 
graphie Sachsens und der Kulturgeschichte dieses Landes, der Staats- 
anneikunde nach ihren beiden Zweigen der gerichtlichen Median und 
medirinischen Polizei, der Kriegsheilkunde, Chirurgie, Pathologie» The- 
rapie, Arzneimittellehre, Diätetik, Physik, Chemie, Physiologie, der ärzt- 
lichen Schriften des Alterthuroes mit ihren wichtigeren Gommentaren, 
der Geschichte und Litteratur der Medicin, sowie endlich, wenn es 
die Kassenverhältntsse erlauben, die nützlichsten Werke über Botanik 
and Mineralogie. Die Fortführung der vorhandenen Kataloge und das 
Ansieikegeschäft besorgt ein Cnstos bibliothecae oder Uaterbibliotbekar 
(Ministerial-Secretair Dr.. J« K« F. Hering). Zum Leihen von Büchern 
sind, ausser den Beamten der obersten Medicinalbeb&rde und den Pro- 
feaaoren der Akademie» die aUe Bücher ohne Ausnahme YWlmei) k^« 



Ben, ottr noch bereehtigt: die in der Stadt ansflssigen admittirten 
Aerzte, Wundärzte und Apotheker, die in Dresden wohnenden Regi- 
ments- und Batailtonsflrzte der Armee, sowie die bei der Akademie 
angestellten OberwundSrzte. Studirende und Apothekergehilfen können 
nur gegen Bürgschaft eines Mitgliedes der oberen Medicinalbehdrde 
oder eines Professors Bücher geliehen erhalten. Andere als die eben- 
genannten Personen haben kein Recht cur Benutzung der Bibliothek, 
obscbon es dem Gustos erlaubt ist, auch Anderen, wer es irgend im 
Interesse seiner wissenschaftlichen Arbeiten wünscht, den Gebrauch 
der Sammlung zu gestatten. Nachschi agebücfaer und Kupferwerke 
dQrfen, ausser an die Beamten der obersten Medicinalbehörde und die 
Professoren, wie oben bemerkt, nicht ausgeliehen werden. Die Zahl 
der Leser betragt durchschnittlich im Jahre bis gegen ÖU Personen, 
die der verliehenen Bücher gegen 300 fiSnde. Zur Benutzung der 
Bibliothek ist in der Zeit vom 15. September bis zum 15. Juli das 
Lokal, Feieitags ausgenommen, regelmässig an jedem Montage und 
Donnerstage 11-^1 Uhr geöffnet, ßine Revision der Bibliothek hat 
seither nicht stattgefunden. — Die mit der Akademie in Verbindung 
stehende Entbindungsschule hat ihre eigene Bibliothek von mehr als 
500 Bänden, sowie denn auch einzelnen Lehrämtern besondere kleine 

Handbibliotheken zugewiesen sind. 

(Hanel) Librt maximaiD partem pbysici et medMci argnmenti in Ordin. redaet. 
Dresfl. 1740. S. (Ht ucher^scker lUmog.) 

^Bibliothek der Akademie der bildenden K&nste 
ist 1768 begründet, und 1814 durch Ankauf der meist aus «rchiCeft- 
tonischen Werken bestehenden Büehersamoiliing des Oberlandbaumei- 
sters Hauptmann in Dresden vermehrt worden. Sie steht im Akademie- 
gebäude, und enthält c. 1500 Bände, zu derra Vermehrung von den 
700 Thlrn., die der Akademie aus der Staatskasse Jftbrlieh zufliesseo, 
soviel dem Bedürfnisse angemessen erschfiiii» verwmdet wird. Dem 
Reglement zufolge ist die Bibliothek ausscbUessüoh zur Benutzung der 
Lehrer und Zöglinge der Anstalt bestimmt — ^ doch auf Wunsch aus- 
nahmsweise auch anderen Künstlern und Kunstfreunden zom Gebraucbe 
gestattet — zu welchem Zwecke das Lokal, Feiertags ausgenoounen, 
regelmässig Mittwochs und Sonnabends 2 — 4 Uhr geoffhet wird. Die 
Aufsicht über die Sammlung führt der akademische Secretair (Hofralh 
G. Tb. Winkler, pseudon. Tb. HeU), dem zur Besorgung der curffenlea 
Büeherausgabe ein Expedient in der Person des akademischen Ganzlislen 
beigegeben ist. 

^Bibliothek der Lehr- und Erziehungsanstalt za 
Friedrichstadt, des sogenannten Freimaurer * Institutes , ist tum 
Schul- und Privatgebrauche der Lehrer der Anstalt bestiamf, mA 
(ßjatkält Sehriften aus ffUeii Fächeni des Lehr- und Bwiehnag a^a e o , 



Für die Zöglinge des Institutes bietet eine KnabenbibKothek die hin- 
reichenden Mittel zur unterhaltenden und belehrenden Leetüre. 

Bibliothek des Artillerie- Corps ist 1817 durch die 
vom jetzigen Major G. A. W. Eppendorf geschenkten artilleristischen 
Scbrirten begründet, und durch die vom Hauptmann Knenitc (flSl?) 
nadigelassenen Bücher, welche von den gemachten Ersparnissen der 
der Occupationsarmee in Frankreich zugetheilt gewesenen Artillerie- 
AbtheiluDgen erkauft wurden, vermehrt worden. Der sonstige Zuwachs 
war anfangs nur sehr spärlich, da ein besonderer Fonds zu Bücher- 
aaschaffungen fehlte, und dazu nur der Rest der vorerwähnten Geld- 
ersparnisse verwendet werden konnte, auch dem Bedürfnisse der Of- 
fiziere die Bibliothek der Miiitair-Akademie , deren Benutzung den Of- 
fizieren des Artillerie -Corps gestattet war, genügend entgegenkam. 
Erst seit etwa 1S23 sah man sich in den Sland gesetzt, aus der Unter- 
richtskasse des Artillerie -Corps eioe dem Bibliotheksbedürfnisse ent- 
sprecheade Summe zu Bücherankäufen zu verwenden, — wie dies 
noch jetat geschieht — so dass der Gesammtbestand Ende 1840 mit 
ihrer Hilfe bereiU bis auf 3108 Binde, 47 Pläne und Karten und 108 
Instrumente« Modelle, dergleichen angewachsen war. Um diese Zeit 
kam ein Zuwachs von gegen 4900 Bänden, 177 Plänen etc., 208 In- 
strumenten etc. durch die Ueberweisung der Bibliothek der Artillerie- 
ScbuU hinzu, die 18S5, bei Vereinigung dieser Anstalt mit der Mili- 
tair-Bildongsanstalt, an letztere mit abgegeben worden, aber von der 
der ietzteren zugehörigen Bibliothek getrennt geblieben war. In Folge 
dieses Zuwachses vomämlich sieht sich die Bibliothek gegenwärtig 
(Ende October 1852) im Besitze von 8290 Bänden, worunter 5<( Mss., 
230 Pläne etc., und 367 Instrumenten etc. Sie ist in der Neustädter 
Beiterkaserne, dem ehemaligen Jägerhofe, aufgestellt, und wird zur 
Benutzung für alle Militairs zum Leihen von Büchern alle Montage, 
Mittwoche und Freitage 11--*12 Uhr geöffnet, wo ausserdem den Of- 
fizieren des Artillerie -Corps noch freisteht, sich mit LeTsen von Jour- 
nalen und Durchsicht der neu angcschafllen Werke zu untethalten. 
Die Zahl der Leser belauft sich jährlich auf mehr als 100 Personen, 
die der verliehenen Bücher auf weit über 1060 Bände. Bur Zeit der 
praktischen Uebungen des Artillerie-Corps bleibt die Bibliothek behufs 
der Revision geschlossen, fön Offizier des Corps <d. Z. Oberlieutenant 
Richter) ist mit der Aulsicht über die Sammlung beauftragt, und dem- 
selben zur UnterstütEung ein Unteroffizier als Gustos beigegeben. 

Bibliothek und Plankammer des Generalstabes war, 
was erstere betrifft, früher Eigenlhuai des Ingenieur- Corps, und als 
solches 1742 theils durch einen vom Könige angewiesenen Fonds, 
theils inreh Geschenke von Ingenieur -Offisieren begründet worden. 
§€1 der EiuiTevleibung des Ingenieur • Corps ia den Geueralstak 1849 



ging die Bibliolhek in den Besitz des letiteren mit Ober» Sie besteht 
jetzt aus c. 2700 Bänden, incl. einige Handschriften. Brachte es die 
frfthere Bestimmong der Sammlung för die Offiziere and die Bildungs- 
Anstalt des Ingenieur-Corps mit sich, dass bei den BflcberanschafTungen 
(die flbrigens 1843 — 40 wegen Zuröckziehung des dazu nöthigeo 
Fonds, in Aussicht auf die schon seit 1843 beabsichtigte Umgestaltung 
des Ingenieor-Corps, ganz unterblieben sind) mathematische, technische 
und fortificatorische Werke vorzfiglich berücksichtigt wurden, so ver- 
langt es natürlich die jetzige veränderte Bestimmung der Sammlung^ 
dass nicht mehr so wie früher auf die Vervollständigung dieser Fächer, 
sondern auf Vermehrung, der för den 6eneralslab wichtigeren Fächer 
der allgemeinen Kriegswissenscbaften und insbesondere der Kriegs- 
geschichte Bedacht genommen wird. Bei der Aufstellung der B&cher 
ist deren Trennung in folgende 13 Fächer bestimmt worden: 1) Ma* 
thematik» 2) Physik und Chemie, 3) Astronomie, 4) Maschinen-, Brücken* 
und Wasser-Baukunst, 5) Artillerie, 6) Kriegskunst, Taktik, Pontonier 
kunst, 7) Fortificaüon, 8) Kriegsgeschichte, 0) Miscellen militainschen 
Inhaltes, Zeitschriften, 10) Zeichen* und Malerkuost, 11) Geschichte 
im Allgemeinen, 12) Geographie, 1 3) Miscellen im Allgemeinen. Seit 
1850 ist mit der Bibliothek die Karlensammlung der früheren kdoig* 
liehen Miiitair-Plankaromer vereinigt worden. Diese umfasst 450 Num- 
mern, und enthält, ausser einer Anzahl veralteter Karten (insbesondere 
über Sachsen), die für den Generalstab nötbigen Kartenwerke, nameDl* 
lieh vollständige Suiten der von den verschiedeneu europäischen Ge- 
neral-Quartiermeister-Staben herausgegebenen Karten, femer Pläne voo 
Städten und Festungen, Grundrisse, Eisenbahnlinien u. s. w. Zur Ver- 
mehrung der vereinigten Sammlungen ist eine gewisse Summe nicht 
festgestellt, sondern die Ausgaben dafür, je nach Maassgabe des Be- 
darfes, werden aus dem Fonds für wissenschaftliche Zwecke des 6^' 
neralstabes bestritten. Zur Benutzung ist die Bibliothek und Pl'i^' 
kammer zunächst zwar für die Generalstabs*Offiziere bestimmt» und für 
diese Jederzeit zugänglich; aber auch allen übrigen Offizieren der 
sächsischen Armee ist der Gebrauch der Sammlungen gestattet, t^ 
welchem Zwecke das Lokal,' im GebAude des vormaligen Kriegsoioi- 
steriums in der Altstadt, an jedem Wochentage 11 — 1 Uhr gedlfoet 
wird. Wer sonst noch die Bibliothek zu benutzen wünscht, hat dess- 
halb um die spezielle Erlaubniss des Chefs des GeneraUtabes nich* 
zusuchen. Gin Offizier vom Generalstabe (z. Z. Oherlieutenant Schu« 
bert) führt über die Sammlungen die Aufsicht. 

«Bibliothek der Gesellschaft für Botanik und Gar- 
tenbau, Flora, deren Begründung mit der Entstehung der Gesell- 
schaft selbst 1822 zusammenfällt, ist in den bekannten Dresdner Mii- 
t^en 1849 bei dem Brande des Zwingers, in dessen vorderem P<- 



villon sie seit 1882 aufgestellt war, fast gans ein Raub der Flammen 
geworden : die Gesellschaft verlor bei diesem Brande ihre sämmtlichen 
Herbarien und über 800 Binde, im Werthe von nahe an 2000 Thlr. 
I^as Wenige, was sieh bei dem Zwingerbrande gerade in den Hllnden 
von Mitgliedern in Privatwobnungen befand» und auf diese Weise ge- 
rettet wurde, bildet mit den neueren Anschaffungen einen Vorrath von 
etwas über 100 Bänden^ Dem Reglement zufolge geschiebt die Ver- 
leihung von Büchern an die Mitglieder in der Regel an jedem ge- 
wöhnlichen Versammlungstage, einmal im Monate» in dringenden Fällen 
aber auch zu anderer Zeit — mit Ausnahme des Monats April, wo 
der Revision wegen kein Buch ausserhalb des Lokales verabfolgt wird. 
2ttr Ausleihung von Kupferwerken bedarf es der Zustimmung des 
Direetors oder Secretairs. Bibliothekar ist Professor Dr, M. L. Löwe. 

(Löwe, M. L.) Katalog üb. die Bibliothek d. Gesellsch. Flora. Dresd.1841. 8. 

(Desselben) Katalog d. ßibliothvk d. Gesellsch. Flora. Dresd. (1850.) 8. 

^Bibliothek der Gesellschaft für spezielle Natur- 
geschichte, Isis, wozu schon 1835. dem erslen Jahre nach dem 
Zusammentreten der Gesellschaft, ein Anfang gemacht worden ist, be- 
sitzt ein paar Hundert Bände, hauptsächlich entomologischen Inhalts, 
deren Benutzung an jedepa Sitzungstage, einmal im Monate, frei steht. 

Bibliothek der Gesellschaft für Natur- und Heil- 
kuade i^t wie die Gesellschaft selbst 18 IS begründet worden, und 
im Gebäude der chirurgisch-medicinischen Akademie, mit der Bibliothek 
derselben in Einem Lokale vereinigt, aufgestellt. Sie hat mit^ der aka- 
deiDischen Bibliothek gleiches Reglement und gleiche Aufsicht (unter 
dem Ministerial - Secretair Dr. J. K. F. Hering). Ihr Bestand betrflgt, 
wie oben bereits gesagt ist, 1224 Bände. Behufs der Oberaufsicht 
der Bibliothek und speziell zur Auswahl bei Anschaffungen von Büchern, 
wobei hauptsächlich das Augenmerk auf .die medicinische Litteralur 
und ganz insbesondere auf das Fach der medicinischen Topographie 
gerichtet bleibt, besteht eine eigene Büchercommission aus vier Mit- 
gliedern der Gesellschaft. 

Personalbestand u. Bfiehersanimlnng d. Gesellsch. f. Natur- o. Reitkande in 
Dresden. Das. 1841 • 8. Erster u. zweiter Nachtrag za d. Verzeichn. d. Bücher- 
samm'hiog etc. (Besorgt von M. L. LOwe.) Das. 1845 — 50. 8. (Die Nachträge soll- 
ten fortan schneller iiod in kleineren Abtheil, bekannt gemacht, aber bei dem 
nächsten Wiederabdrocke des erslen Verzeichnisses mit diesem zu einem Ganzen 
vereinigt werden.) 

'Bibliothek der ökonomischen Gesellschaft für das 
Königreich Sachsen ist 1764 in Leipzig, wo eben erst die Ge- 
seilschaft entstanden vrar^ begründet, und 1767 durch die Bücher- 
sammlung des Appellationsrathes v. Benningsen vermehrt worden. Noch 
ehe die Gesellschaft 1817 ihren Silz nach Dresden verlegte, wurde 
auch. die Bibliothek dorthin übergesiedelt, wo sie, gegenwärtig nahe 



an 10,009 Bande und Hefte stark, mit dtsr Modelkamtelttog im Gesell- 
seliaftslokaie in einem Printhause aufgeileUt ist. Wiew^dhl achi»i von 
Anfang an fflr die Vergröaserung der Bibliothek, die Geaellsdiaft nach 
Kräften gesorgt hatte, so* sicheint man doch einem heatimmten Plane 
bei den AnsehalTungen erst seit der Uebersiedelung der Sammlung 
nach Dresden gefolgt zu sein, und, mit Aasseheidung alle» Fremd- 
artigen, die landwirthsohaflliche Litteratnr hauptsächlich berQrkstchtigt 
und dabei auch eine sorgfältigere Auswahl als froher beobachtet xu 
haben. Namentlich ist man bemflht gewesen, die Bibliothek in den 
Besita eines so vollstlndigen Vorratbes ganzer Suiten der besten deot- 
schen landwirthschaftlichen Zeit- und Gesellsdiaftsaqhriflen zu setzen, 
dass in dieser Rftcksicht vielleicht nur wenige Bibliotheken mit der 
Dresdner in 'Vergleich gestellt werden können. Ausser im Fache der 
Landwirthschaft sind in neuerer Zeit der Bibliothek auch im Fache 
der Naturwissenschaften, der Technologie und der Bauwissens chafl 
mehrere Bereicherungen zu Theil geworden, wogegen man bei An- 
schaffung von Büchern über Forst- und Bergwesen, über Randlungs- 
und Staat^wissenschaften, sowie Über Mathematik einige Beschränkun- 
gen hat -eintreten lassen. Dem Reglement zufolge ist die Bibliothek 
zwar nur den Mitgliedern der Gesellschaft zugänglich; indessen sind 
doch, in Gemässheit des Wunsches der Gesellschaft, die ^landwirth- 
sehaftlichen Interessen auch ausserhalb ihres Kreises so viel als mög- 
lich zu fördern, zu Gunsten der in Dresden selbst oder Dresdens 
Nähe wohnhaften Nichtmitglieder von der eben gedachten Bestimmung 
des Reglements so viele Ausnahmen gemacht worden, dass, diese Aus- 
nahmen im Auge, Niemand so leicht eine ZnrQokweisung seiner Bitte 
um Zutritt zur Bibliothek befürchten darf. Das Lokal der Biblio- 
thek wird regelmässig einmal in jeder Woche, jetzt Mittwochs 3 — 8 
Uhr, geöffnet. Mit der Beaufsichtigung der Sammlung ist der Gesell- 
schaftssecretair (Polizei-Eipedjlor W. L. Seyffert) beauftragt. 

Syiteniat. VefEeichDiss d. Böcbersammlung d. Ökonom. Gesellscli. f. d. Königr. 
Sachsen. Dresd. 1822. 8. (Eine vollständige FortseUung dieses Verzeichnisses 
wird seit längerer Zeit schon znm Drucke vorbereilel, wo dann aach das Regle- 
ment mit gedruckt werden wird.) 

^Bibliothek des Gymnasiums (der Kreuzscbu ie) , 
zunächst zum Gebrauche der Lehrer, ist nach der gewohnlichen 
Annahnte 1671 entstanden. Doch besass nach Schöttgen*s Angabe 
die Kreuzschule schon im XVl. Jahrhunderte, unter der Regierung der 
Kurfürsten Moritz und August von Sachsen, eine nicht unbedeutende 
Büchersammlung, die, damals noch mit der des Kreuzministeriums ver- 
bunden, in einem sehr unpassenden Lokale, in dem sogenannten Trotzer 
(in carcere clericorum) sich befand, Erst lB7i wurde die vereinigte 
Sammlung in ein passenderes Lokal der Kreuzkirche verlegt, und bei 
dieser Gelegenheit eine Theilnng der Bücher vorgenoittmen, nnöTz^w 



dem Krenamnistdriim det Apparat toii ÜMologiMhen vifd anderefa 
kirehlieiieii Sehrifteo, denr Kreaaachol« dagegen der Vmrralh »n pliilo- 
MpUschen, phiJologischeii and Schulschriften ^om Gelifaiiche aoge- 
wieseiL Daher wird allerdings der Anfang der ScbuliribKotbek , als 
eioer für sich bestehenden Sammlung, erst von 1671 an zu reehnen 
sein. Zu Scböttgen's Zeit, 1743, enihielt die Bibliothek 3000 Binde ; 
jetzt beiloft sich die Bandesahl auf etwa 4000, worunter sich manche 
Seltenheiten befinden und Manches, was vermathen lässt, dass es viel- 
leicht aus den fast ganz verschollenen Bßchersammlungeu der allen 
Dresdner Klöster stamme« Zur Beschaffung der Geldmittel, um die 
Bibliothek davon zu vermehren, mnssten die Alumnen seit 1002 bei 
ihrem Eintritte in die Schule und hei ihrem Abgange, später auch von 
ihrer Einnahme bei den Pestsingen eine Beisteuer geben , wozu seit 
1733 noch jährlich drittehalb Lange'sche Legalzinsen kamen« Diese 
Beisteoem der Alumnen sind jedoch, nachdem die Bibliothek 1836 von 
den Zinsen des (ursprünglich ffir eine Rathshibliothek in der Krenz- 
iirehe bestimmten) EÜlenbegk'schen Legates jahrlich 78 Thlr. und einige 
Groschen zu Bücheranschaffungen zugewiesen erhalten hat, 1839 ganz 
io Wegfall gebracht worden. Den anderen Antheil an den Eulenbegk'* 
sehen Zinsen erhalt die Bibliothek der Krcnzkirche« Bei den Anschaf- 
tongen, die nach gemeinschaftlichen darüber zu fassenden Beschlüssen 
des LehrercoUegiums von dem mit der Oberaufsicht der Bibliothek 
beanftragten Bector (Dr. J. W. Klee) bewerkstelligt werden, ist das 
Augenmerk natürlich besonders auf die wertbvollsten , den gelehrten 
Sckoiunterricht varzüglicl^ fördernden v^issensehaftlicben Werke aus 
dem Fache der Philologie gerichtet. Unter den der Bibliothek von 
Zeit zu Zeit zu Theil gewordenen' Geschenken ist in den letzten Jah« 
ren das des Uofrathes J. K. Sperling (1846) zu erwähnen. 

Neben dieser Lehrerbiblioihek besteht, zum (vebrauche der Schü- 
ler, esne über 600 Bände starke deutsche Scliülerbibliothek, 4ie gross- 
tentheils durch Geschenke, sowie durch Beiträge der Eztraner ent- 
standen ist: anfangs war sie zwar nur zur Aufnahme deutscher Klas- 
siker bestimmt, ist aber später über deren Kreis hinaus erweitert 
worden, üeberdies haben die Gebrüder v, Ghika durch Schenkung 
metirerer französischen Schriften bei ihrem Abgange von der Schule 
1851 den Grnnd zu einer französischen Schulbibliolhek gelegt. 

Geltnii, J., Progr. de hisloria BrMietbec&e Schol. CraClan. Dresdens. I— ^tl, 
Dread. 1710—23. fol. 

Ejosd. Progr. in memoriiim D. Thieme, faatoris Bibliolkecae Schol. Cruc. 
Dresdens. Ibid. 1722. fol. 

Scbotlgen, Cb., Notitia Bibliotbecae Scbol. Dresdens. Crucian. Dresd. 1743. 4. 

(Htlbig, C. A.) Verzeiehsiss d. SehfllerbibliMhek d. Krenzscbnle. Dresd. 
1841. 8. Nea« vom PritiaiMe Rfiger rcvidirtfe Ansg. Das. 1848. 8. 

^iililiotliek der Krettz.-Kirehe, die ältere, welcher der 



DrtMtai. 

Dresdner SehifisbandeUaunii Schaidl (171S?) eine Sammluag von 
Reforoifttionsjubelsehriflcn geschenkt haue, isl bei dem Dresdner Bom- 
bardement 1760 mit der ganzen Kirche ein Raub der Flammen ge- 
worden. Nach Wiederherstellung der Kit che wurde durch einige An- 
käufe aus dem £nlenbegk*8cben Legate der Grund lu einer neues 
Bibliothek gelegt, die jedoch erst in neuerer Zeit regelmlssig vermehrt 
wird, indem erst 1836 auf Vorschlag der Kircheninspection die Be- 
stimmung getroffen worden ist, dass die Zinsen des £ulenbegk'schen 
(damals auf 4000 Thlr. sich belaufenden) Stammcapitales lur HAifte 
der Bibliothek der Kreuzschule, zur anderen DAlfte dem Krensminislc- 
ri^m fiberlassen, und von letzterem dafür regelmässig die wichtigsten 
kirchenhistorischen, dogmatischen, exegetuchen und apologetischen 
Werke angekauft, und dieselben in Schränken auf dem Chor der 
Kreuzkirche unter Aufsiebt eines hierzu bestellten Gustos aufbewahrt 
werden sollen. Auch erhielt die Kirche 1836 die Bibliothek ihres 
verstorbenen Superinienden ten Dr. Seltenreich. 

'^'Bibliothek der Neustädter Kirche ist uubedeutend, 
wird aber regelmässig aus der Schmidt'schen Stiftung vermehrt. 

"^Königlich öffentliche Bibliothek verdankt ihre Begrün- 
dung, in der NiUe des XVI. Jahrhunderts, dem Bruder und Nachfolger 
des grossen Moritz, dem KurfQrsten August von Sachsen, in dessen 
kleiner seit 1556 angelegten B&chersammlung auf dem Annaburger 
Schlosse der Anfang der gegenwärtigen königlichen Bibliothek zu su- 
chen ist. Die kleine Sammlung August*s belief sich 1574 auf 1721 
und sechs Jahre später auf 2354 Bände, worunter aber die vom 
Bfeissner Rector Georg Fabricius (tl57l) herstammenden Bficher (in 
Betreff deren es freilich noch ungewiss ist, ob sie schon unter August 
selbst oder erst unter dessen Sohne und Nachfolger zur Bibliothek 
gekommen) nicht mit inbegriffen sind. Augusfs Sohn, der Kurfürst 
Ghrislianl., liess die väterliche Sammlung 1586 nach Dresden brio- 
gen, und hier im kurfürstliehen Schlosse in drei Zimmern aurslellen, 
und zwar in dem ersten, der theologischen Slube, die theologischen 
Werke, in dem anderen die Andachts- und Reformationsbficher und 
in dem dritten die übrige Litteratur. Hier in Dresden war es, wo 
der Bibliothek die erste namhafte Bereicherung zu Theil wurde, indem 
Ghristian 1590 die von Dietrich v. Werthern und dessen drei Söhnen 
Wolfgang, Philipp und Anton gesammelten und seither auf dem Schlosse 
zu Beichlingen befindlich gewesenen Bucher (3312 Werke, worunter 
32 Mss. , zusammen 1G3S Fl. 5 Pf. taxirt) ankaufte, und mit der 
Bibliothek vereinigte. Auch die Sammlung eines gewissen Christoph 
V. Brandenstein scheint unter Christian zur Bibliothek gekommen zu 
sein. Dagegen geschah för Vermehrung derselben, wie überhaupt in 
deren Interesse, unter Ghristian's (f 1590) unqaittelbaren Nachfolgern 



sehr ireaig. Das wenige Neonenswerthe, wae unter Christiitn II« ge- 
schabt war» da» die Bibliothek 1595 neu intenlirt — die Inventur 
ergab einen Bestand von 566S Werken und 91 Landkarten und Kupfer* 
Stichen — und 1601 durch die 76 Slflck theologischer B&cher um« 
fassende Handbibliothek der Kur4>rinzessin Sibylle Elisabeth vermehrt 
wurde, auch seit 1598 zu ihrer Erweiterung einen jahrlichen Fonds 
von 100 FL Meissn. angewiesen erhielt. S«it 1597 kam die Biblio- 
thek unter eine theologische Oberbehörde. Etwas mehr geschah wAh- 
rend der Regierung des Kurfürsten Johann Georg I. ; denn wenn sich 
auch wilbrend dieser Zeit von einem jährlichen Fonds sum Ankaufe 
von Büchern keine Spur mehr findet, so wuchs doch die Bibliothek 
oiB ein Ansehnliches durch Einverleibung zweier ganzer Sammlungen, 
oSmlieh 1643 der 171 theologische Bücher zahlenden Handbibliothek 
von Cbristiap*s U. Witlwe Hedwig auf dem Schlosse Lichlenburg und 
1651 der von den Wittenberger Professoren Friedrich und Christian 
Taubmann hinterlassenen Büehersammlung. Auch verdient Erwähnung, 
dass unier Johann Georg 1. eine etwas freiere und nicht mehr, wie 
/rüber, auf die kurfürstliche Familie aHein beschränkte Benutzung der 
Bibliothek sichtbar zu werden begann. Die Regierung Johann Georg's U. 
blieb für die (damals etwa 7006 Bände starke) Bibliothek ohne allen 
Gewinn , wogegen dieselbe dem Nachfolger Johann Georg Ilf. , unter 
dem &ich auch 16S9 die ersten Spuren einer kleineren kurfürstlichen 
Handbibliothek finden, wenigstens einige Bereicherungen im Fache der 
orieutaiisehen LilteraLur, zu denen der Türkenkrieg in den 16S0er 
Jahren Gelegenheit gab, zu danken hatte. Unter Johann Georg's HI. 
ilegierung ging übrigens, nach 1680, die Bibliotheksdirection auf den 
Hausmarschall über, und es blieb dieselbe seitdem bis auf die neuere 
Zeit stets mit einer der oberen Hofcliargen verbunden. Von Seiten 
des Kurfürsten Johann Georg IV. geschah durchaus nichts für die Bi- 
bliothek« Wohl aber begannen für diese, nach seinem Tode, unter 
den Augusten glücklichere Zeiten. Gleich der erste der Auguste, 
Friedrich August I. der Starke, gewissermassen der zweite Begründer 
der Bibliothek, vermehrte sie um ein sehr Beträchtliches, und wies ihr, 
nachdem sie bei dem Sehlossbrande 1701 wohlbehalten nach dem 
Klepperstalle gebracht, und von dort in das Regimentshaus am Jüden- 
hofe geschafft worden war, 1728 in den drei dem grossen Opern* 
hause zunächst gelegenen Zwingerpavillons eine wohnliche Stätte an. 
Von ihm empfing die Bibliothek aus der Büchersammlung des 1718 zu 
Weida im Voigüande verstorbenen Herzogs Moritz Wilhelm von Sach- 
ten- Zeitz, die dem. sächsischen Korhause durch Erbschalt zugefallen 
war , wegen der vom Herzoge hinterlassenen Schulden aber 1722 in 
Dresden öflTentlich versteigert wurde, nicht nur sämmtliche Handschrif* 
ten, sondern auch die Mittel, alle für sie brauchbaren Druckschriften 

Ptttholdt, Hdb.D,B, 7 



96 JiNfim. 

Im fcr Versteigerang ih erstehen; von ihm enq^fing die Bibliothek 
ferner die ganze 13,118 (nach archivalisehen Nachrichten über IT^tMIO) 
BSnde starke Sammlung des geheimen Kriegsraths und Ceremonien- 
meisters J« v. Besser zu Dresden, die 1727 PS» 1(1,000 Thir. angekaoft, 
obwohl erst nach des Besitzers Tode 173S (mh Ausnahme der Mss., 
die in das Archiv des Haosmarsehallamtes kamen) der Bibfiothek ein- 
verleibt wurde. Unter ihm, Friedrich August 1., erhielt die Bibliothel 
endlich noch 1733 den aus 43S Banden bestehenden Bftcbemachlass 
der Gemahlin des Kurfürsten August, Anna, der seit 1590 in der 
Kunstkammer verwahrt gewesen war, sowie denn auch nicht unerwähnt 
SU lassen ist, dass zu Anrang des XVIII. Jahrhunderts die Sammlimg 
eines gewissen Nicolaus v. Bedeck zur Bibliothek gekommen sein soU. 
wahrend der Regierung Friedrich Augusi's U. empfing die Bibliothel 
unter Anderen : 1737 die Sammlung 6es Hofrathes D. Braun zu Elbin- 
gen, die aus 293 Bänden von zum Theile sehr werthvollen Werken 
zur polnischen und prenssischen Geschichte bestand; femer eine sehr 
grosse Anzahl von Büchern, welche der Bibliothekar^ Dr. J. Gh. Götze 
von seinen zum Behufe von Böchereinkaufen 1739 und 1747 durch 
Oesterreich und Italien unternommenen Reisen m^ zurftckbrachte; die 
nicht unbeirachtliche mathematische Bibliothek des GommissiOE^sratbes 
J.G.WalU zu Dresden (f 1747); sowie die auf 16,000 StQck sieh 
belaufende Wappensammlnng des Oberstlientenants Krubsacius, gleich- 
falls zu Dresden, welche 1752 von der Wittwe fftr 250 ThIr. ofierirt 
vrurde. Wie für die Vermehrung der (damals fiber 40,000 Bande 
starken) Bibliothek, so geschah nicht minder wahrend dieser Zeit für 
ihre Organisation mehreres Bemerkenswerthe, worunter vor allen her- 
vorzuheben ist, dass die Sammlung zum allgemeinen Gebrauche UgUch 
einige Stunden geöffnet, und ihre Benutzung auch Auswärtigen ver- 
stattet wurde. Die nur zwei Monate lang dauernde Regierung des 
Kurffirsten Friedrieh Christian III. ging an der Bibliothek spurlos vor- 
über. Desto namhafteren Gewinn brachte ihr aber die darauf folgende 
Regierung Friedrich August's IIL, zumal an^fangs unter der segens- 
reichen Vormundschaft des Prinzen Xaver. Im Laufe von nur vier 
Jahren wurden der Bibliothek zwei der bedeutendsten Privatsammlan- 
gen damaliger Zeit, fast weltbekannte Sammlungen, einverleibt, näm- 
lich; 1764 die 42;! 39 Bände starke Bibliothek des Grafen H.v. Bfinan 
auf Nöihnitz bei Dresden, mit Einschiuss der 1744 vom Grafen für 
4000 Thlr. angekauften Sanimlung seltener Bucher des Oberbibliothe- 
kars S. Bngel zu Bern, sowie der 1745 ebenfalls vom Grafen acqui- 
rirlei Sammlung aller 1717 erschienenen Reformattönsjubelsehriflen, 
üe vom Gothaischen llof^rediger £. S. Gyprian angelegt worden war; 
und .1708 die 02,000 Bände zahlende Bibliothek des Grafbn B. v. 
BrQbl in Dresden, darunter die Sammlung des Kanimerherm Graf 



Dresden. 99 

Ch. H. T. Walldorf (f 1747) zu Pförlen, welche Brüh! käuflich erwor- 
ben hatte. Für die Rrfifarsthe Bibliothek wurden 50,00(1 Thlr. und 
foT die Bünauische, mit welcher übrigens die königliche Bibliothek 
zagleicli ihren berühmtesten BibHolhekar, den bekannten i. M. Francke, 
erhietly 40,000 Thlr. bezahlt. Nach Einverleibung dieser beiden Bücher- 
complexe sah sich die Dresdner Bibliothek im Besitze Ton mindestens 
174,000 Bänden, deren Zahl aber schon in den nSchstfolgenden Jah- 
ren durch Erwerbung mehrerer anderer Sammlungen im Ganzen noch 
tnn ein Bedeutendes stieg. So erhielt <ite Bibliothek: 1773 aus dem 
Besitze des Kammerherrn A. v. Leubnitz eine Sammlung von 067 Bfln- 
deo Druckschriften und 18 Mss., die Geschichte und Rechte des pol- 
nischen Staates betreffend, nebst einer Anzahl von Karten, Plänen und 
Prospecten; 1774 aus dem Nachlasse des Kriegsrathes Glaser 40 be- 
deutende militairische Werke, für 45 Thlr. erkauft; 1777 aus den 
Annaberger und Schneefoerger Schulbibliolheken eine Partie alter 
Drucke für 209 und 101 Thlr.; 1778 die bisher im Naturalienkabinet 
verwahrte Bibliothek des Leibarztes J. H.v. Heucher, jedoch mit Aus- 
scheidung der bei der Einverleibung vorgelundenen Doubletten, welche 
an die Bibliothek der chirurgisch - medicinischen Akademie abgegeben 
werden mussten ; 1780 die 23 Folianten starke handschriftliche diplo- 
malische Sammlung des Münzschreibers Süsse zur sächsischen Kloster- 
geschieUte; 1788 eine andere Sammlung des Appeilationsgerichtssecre- 
tairs Pr. C. Grundmann zur sächsischen Geschichte, 93 meist band- 
schriftUcht Werke für 1600 Thlr., wozu 1798 noch eine zweite 
Samaifung Grundmann's für 50 Thlr. hinzukam; im nämKchen iahre 
76 griechische Handschriften aus dem Besitze des Rectors Gh. Fr. 
Mattliäi für 1700 Thlr.; um dieselbe Zeit etwa den grössten Theil 
der Bibliotheea Horatiana des Grafen Fr. L. v. Solms zu Teck* 
lenburg {'f 1789) in Sachsenfeld bei Schneeberg; ferner eine An- 
zahl von handschriftlichen Samminngen, theib zur deutschen, theils 
speziell zur sächsischen Geschichte, wie 1790 des Senators Klotzsch 
zu Preiberg för 90, 1792 des Kanzlers v. Burgsdorf fflr 100, 1793 
des Stadtschreibers Olbrig in Leipzig für 105, 1794 und 1793 des 
Pastors Ursmus in Boritz für 400, 1790 des Hofrathes L. Fr. R. Lauhn 
in T-emsfädt- fflr 275, ISOO des Oberconsistorialrathes Schneider in 
Eisenach für 89 Thlr.; sodann noch 1792 die Kunstbibliothek des 
Kammerralhes t. Heioecken ; 1793 die Bibliothek der ehemaligen Ge- 
flellschart der freien Kftnste und schönen Wissenschaften zu Leipzig, 
86 altdeutsche Mss*. (früher Efgenthum des Professors Gottsched) und 
132 gedruckte Bfteher, für 300 Thlr.; 1797 aus dem Nachlasse des 
AB%ikeimispector8 Wacker zu Dresden eine Sammlung von 350O ar- 
cbi^lof^ehefl Dtssertatkmen tikt 90 Thlr.; 1798 die Sammlung spa- 
«iscber E^^atur des lu Genua verstorbenen sächsischen Legations* 

7* 



100 Drudiu. 

secretairs Baloke, 205 Btade far 306 Thir.; 1806 die drittehalbhun- 
dert Bände starke musikalische Bibliothek des Hoinotisten Dachselt zu 
Dresden, für 46 Thir.; 1806 die Bibliothek des sachsischen Gesaiidteu 
zu Madrid Kammerherm Ph. v. Forell, 333 Bände, welche der Biblio- 
thek geschenkt wurden; 1S13 eine Sammlung von Handschriften 
aus dem Nachlasse B, G. Weinart*s ; 1S26 eine gleiche Sammlung zur 
sächsischen Geschichte des Pastors Köhler in Taucha, für 30 Tkir. i 
Zu dieser langen Reihe von Sammluageu, welche die Bibliothek unter 
Friedrich August's III. des Gerechten Regierung erhielt, kommt end- | 
lieh noch, als würdiger S<!hlussstein , dessen eigene Buchersammlaog, ; 
die 1828, ein Jahr nach dem Tode des Königs, von dem Nachfolger) i 
dem Könige Anton, — mit Ausschluss der sämmtlichen botanischen ; 
Werke, welche der Verstorbene seinem Neffen, dem jelst regierendei j 
Könige Friedrich August lY., überlassen hatte — im Ganzen eivji 
11,000 Bände, der Bibliothek zugewiesen wurde. Nicht minder >i^' j 
sehnlich, wie hinsichtlich der Vergrösserung des Umfanges und Wer* , 
thes, waren die Fortschritte der Biblit>thek unter Friedrich August Ili< 
in allen übrigen Stücken« Unter ihm verliess sie die nicht mehr aus- 
reichenden Räume im Zwinger, und bezog 1786 ihre gegenwärtige 
Wohnung im Japanischen Palais in Neustadt, wo sie in den beiden 
oberen Etagen in 26 Sälen und Zimmern aufgestellt ist. Unter i^^ 
besserten sieh die finanziellen Verhältnisse der Bibliothek um ein Be- 
deutendes, nicht nur, dass ihr die von 1775 bis 1777 abgebaltene 
grosse DbuLlettenauction einen ausserordentlichen Gewinir von 29,324 
Thir. 7 Gr. brachte , sondern es wurde ihr auch durch Rescript ^on 
1788 eine feste Summe von jährlich 3000 Thir. (mehr hat die Bi- 
bliothek gegenwärtig auch noch nicht) zu Bücherankäufen bflvilliS^' 
und nebenbei ihr Antheil von jährlich 500 ThJr. am Galleriefonds, lO { 
dessen Genüsse die Bibliothek nebst den übrigen Dresdner wlsseo' 
schaftiichen und Kunstsammlungen seither gewesen war, gelassen, ''' 
die Zeit der Regierung Friedrich August's IIL fällt die EntstehaBg ^ 
des grossen alphabetischen Nominalkataloges in 53 Folianten, dessen , 
Herstellung einen Kostenaufwand von 1034 Thln verursachte, sowie ^ 
endlieh noch die Amtstbätigkeit von zweien der (nächst Fraacke) 1>^' 
rühmteren Bibliothekare, J. Gh. Adelung und Fr. A. Ebert Seit 17S8 | 
ward die Bibliothek im liberalsten Sinne des Wortes zu einer öffeol* , 
liehen Anstalt, wie sie dies jetzt ist, 1706 die durchgängige Stemp^ i 
lung der Bücher eingeführt, und 1826 das jetzige Lesezimmer erdffo^^* I 
Unter der Regierung des Königs Anton erhielt die Bibliothek ausser 
Anderem: 1828 den handschriftlichen Nachlass zur sächsischen G«' i 
schichte des Obierbibliothekars Hofrath J. Ch. Adelung« der für 200 
Thir. 'angekauft wurde (später auch die AdeUmg'sche KartensammlttOg)) 
ferner die 11,530 Stücke starke juristische Dissertation^anunlung des 



Dresden. 101 

geheimen Pinanzrathes v. Wagner, lür 300 Tfalr.; 1832 und 1834 
dorch Tausch eine Anzahl wichtiger Handschriften ans dem Dresdner 
gebetmen Staatsarchive; 1832 eine 29 Folianten starke Wappensamm- 
ioog vom Kaufmann Fr. F. Marche in Bautzen geschenkt ; gleichzeitig 
eine Sammlung sächsischer Einzeischriften, Pamphlets, etc. in 47 Fo* 
lianten, vom llofmarschall Graf A. y. Böse geschenkt; sp&ler den hand- 
schrifliicben Nachlass des Oberbibliothekars Hofrath Fr. A. Eberl, der 
für 500 Thtr. acquirirt, und als EherU Apparalus literarius abgeson- 
dert aufgestellt wurde; 1836 eine umfängliche Sammlung medicinischer 
Dissertationen und kleinerer Schriften , von dem Leibarzte Dr. Kober- 
wein in Dresden geschenkt; im nämfichen Jahre den archäologischen 
Apparat der Bibliothek des liofrathes K. A. Böltiger ebendaselbst. Seit 
dem Regierungsantritte des Königs Friedrich August IV. kamen in den 
Besitz der Bibliothek: 1837 die c. 6O00 Bände starke Sammlung des 
Oberbibliothekars und geheimen Legationsrathes G. W. S. Beigel zu 
Dresden; 1S45 die Bibliothek des Oberhofmeisters Geheimrath G.B. 
v.Miltilz ebendaselbst, mit Ausschluss des naturwissenschaftlichen Thei* 
les, der in die königliche Privatbibliothek überging; 1852 ein Theil 
*der vom Medicinalralh Dr. Schmalz (ebenfalls in Dresden) auf seinen 
Reisen, vorzüglich tu Italien gesammelten Werke nalurwissenschaft« 
Wehen und allgemeinen Inhalts. In Folge aller dieser Bereicherungen 
ist die Bibliothek, trotz der ihr früher sowohl als jetzt knapp zuge- 
messenen jährlichen Einkünfte, doch zu einem Umfange angewachsen, 
der sie den grössten gegenwärtig exislirenden Bibliotheken würdig zur 
Seite stellt; ihr Gesammtbestand beläuft sich mindestens auf mehr 
als 300,000 Bände gedruckter Bücher, 2800 Mss., 162,000 Qisser^ 
tationen und 20,000 Landkarten, welche in die 20 Räume des Japa- 
nischen Palais auf folgende Weise vertheilt sind: das I. Zimmer dient 
zum Bureau der Bibliothek und enthält, ausser Anderen, den erwähn- 
ten alphabetischen Nominalkatalog und was von systematischen Kata- 
logen bis jetzt fertig ist — im 11. Zimmer, welches zugleich als 
Lesezimmer benutzt wird, ist die gesammte Litterargeschichte aufge- 
stellt — im Hl. die sächsische Geschichte — im IV. die Geschichte 
des europäischen Nordens und Ostens — im V., einem die ganze 
Länge des Palais einnehmenden und mit Säulen gezierten Saale, die 
deutsche und französische Geschichte — ' im VI. die geographischen 
Wissenschaften mit den Karten (und die Pädagogik) — im VII, die 
philosophischen, rein mathematischen, Natur- und Staatswissenschaften 
— im VIH. die Geschichte des europäischen Südens — im IX. die 
Geschichte der alten Welt und der ausscreuropäischen Länder — im 

X. die Universalgeschichte und historischen Hilfswissenschaften — im 

XI. die Handschriften und sonstigen Seltenheiten, nebst Eberli Appa- 
ralus litterarius — im XII. die Philologie mit Inbegriff der gesammten 



» 

Uassischwi griechischen uod rdaispben Littecatur *— im XIH, 4\t bi- 
blische, patristische und scbolasUsclke Theologie -^ im XI Y. die ka- 
tholische und reformirte Theologie — .im XV. die lutherisclie Theo- 
logie — im XVI. die jödische Theologie und die allgemeine Kirchen- 
geschichle — im XVII. die besondere Kirchengescbichte und Lkurgik 
-— im XVIII. die Rechtsquellen und Sanunlungen von Rechtsschrilien 
— im XIX. die besonderen Reohtsschriflen -» im XX. die Armei- 
wissenschaflen -^ im XXI. die Sammel* und vermischten Schrirtea 
mit Einschluss der £pistolographen — im XXII. die gelehrten Zeil* 
schrirten und die neuere lateinische Litteratur -— im XXIII. die neuere 
Linguistik« Aeslhetik und Litteratur des südlichen Europa — im XXIV. 
die Litteratur des westlichen, nördlichen und östlichen Europa — im 
XXV. die angewandten Wissenschaften, als optische und astronomischei 
krii^gswissenschaftliche und technologische — im XXVI. die Künste usd 
Pseudophilosophie. Was die Verwaltung der Bibliothek betrifft, so 
ist darüber Folgendes zu erwähnen. Die höchste Leitung hat das 
Generaldirectohum der Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungea 
oder der königlichen Museen überhaupt, die. nach der Bestimmung der 
sächsischen Verfassungsurkunde von 1831 sämmtlich zum königlichen 
Bausfideicommiss gehören; welches Directoriumi nebst Expedition (de* 
ren Vorstand zur Zeit der Regierungsrath Dr. H. W. Schulz ist), in 
der Begel einem der Staatsminister übertragen ist« Die spezielle uad 
nähere Oberaufsicht führt der Oberbibliothekar (Hofrath Dr. G. Klemm), 
dem auch, mit Zuziehung des Bibliothekars (A. Lossnitzer, zugleich 
Inspector des Münzcabinets) und der drei Secretaire (G. A, Maniliusj 
E. Q. Vogel , Dr. C. L., E. Krehl) die nähere allseitige Verwaltung in 
Hinsicht der Bestimmung des Ankaufes und des ganzen Geschäftsganges 
anvertraut ist. Ausser den bereits Genannten gehören noch zum Bi* 
bliothekspersonal ein Canzlist und zwei Aüfwärter, Zur BenittzuDg 
wird die Bibliothek das ganze Jahr hindurch, mit Ausnahme der Wo* 
eben, in welche die drei hohen Feste fallen, sowie der einzeloeu 
Sonn- und Festtage und der zur Bevision (gewöhnlich im September) 
bestimmten Zeit, täglich 9 — 1 Uhr geöffnet. Während dieser Stun- 
den werden Jedem die verlangten Bücher ohne alle und jede Aus- 
nahme vorgelegt. Nur das Ausleihen der Bücher findet hlos 11 — 1 
Uhr statt, zu welcher Zeit auch, nach vorheriger Anmeldung, die Be- 
sichtigung des Lokales vorgenommen werden kann. Die Berechtigung 
zum Leihen von Büchern ist allen Staats- und städtischen in Drosdea 
wohnhaften Beamten gewährt; Andere können Bücher nur ^gen Bürg- 
schaft, Auswärtige lediglich auf spezielle Genehmigung des Oberhiblio- 
thekars geliehen erhalten. Zur Zeit der I^evlsion müssen alle Bücher 
vvieder eingeliefert werden. Handschriften, seltene und mit guten 
Kupferstichen versehene W^rke werden alleiq ac^ höhere Genehn^igmigx 



LandkarlM aber, W5rterb!leher und andere dem tflglicheii Oebrauche 
dieaeade Werke gar nicht ausgeliehen. Die Zahl der Leser beUaft 
sieh jahrlich auf 3000 Personen, die der aasgegebenen Bücher auf 

elwa 12,000 BAnde. 

WdBtfaof , B. H. , Projecl zo beiserm Stand u. AofDehmen der k. a* ohorf» 
Bibliothek za Dresden. Amiierd. 1714. 8. 

Catalogos I et LI insigniam libror. , qaos in aediboe Bodecktaaie aact. pobh 
licitatoris addic. etc. Gedan. 1720- 4. 

Catalogos Vartor. melioris notae Libror. Lat., Call., Ital./ et aliquot Hispan., 
ad ADtiqnhat. saer. et proran. , Jos Pobl., Histor., Genealog., Geograph, etc. 
praecip. pertinentiom. Dresd. 1722. 8. •*- Catalogos von aUerhaad goten, theils 
kostbaren sowohl Theo!., daranter sonderlich schöne alte u. neue Editiones der 
fl. Bibel als aach zum Jare Pohl., d* Mistorie, Geneal., Geograph., etc. fAtioeni- 
lieh gehör. Teatschen BächerD. Dressd. 1722. 8. (Aoctionskatalog d. Heraagli» 
Morifz-Wiihelo'sehen Bibliothek.) 

(Braan , D.) De Scriptor.. Polon. et Prussiae Histericor. , Poiiüear. ft JCtoTi 
tipis jmpressor. ac Mannscript. in Bibliolheca Braan. colleotor«, Virtotibas et Vi- 
lüs, Catalogns^ et Jadiciam, posl eTolotionem exact., sine odio aot stadio, lima* 
üssimam. Colon. 1728. 4. •— Die nftmliehe Schrift u. anveranderi n. d. T.: 
D. firaonit de Scriptor. Polon. et Pruss. typis impressor. aeqae ac Msctor. Tir«- 
totibos et VilJis Jadieinm. Gedan. 1730. 4. 

Schötigen, Gh., Progr. de C. Baithii s. A. Rif ini Observatt. de Dietatore Jra-» 
nicipal. ex libro Gellianor. inedito Dresdae ascervat. Dresd. 1738. 4. 

(Hioel) iitbri maximam partem physici et medici argamenti in Ordtn. redact. 
Ihesd. 1740« 8. (Heucher'scher Katalag.) 

Bibliolheca selectiss. s. Cataiogus libror. in onwi genere sclentiar. rafiasH 

mor. Qaos maxim. siiroptibus, sumrooq. Studio ac Cnra, per plurim. Annos coU 

leg., noBc Toro Veniim expon. S.Engel« Qai et honcce Catalog. Ord. Alphab. 

coflciooar.« shnal ac Notis crit. perpet. illastrar. Bern 1743. 8* — Sptctleglom 

Libror, rarior.. Tarn, in Catal. a S. Engel nnper evnlgato, omissor. , tum etiam 

eorom, qnibos illa collectio nsque adhac aocta fnit. (Ibid. 1744.) 8. ^— Der aaa- 

er/ea. Bibliothec von soll. Bachern. II. Theil. In sich haltend einiche Bicber, 

Teotsch u. Holland. Sprache. Alles mit Anmercknngen. 0. 0; n. J. 8. 

(Götze, J. Ch.,) die MerckwQrdigkeiten d. Königl. Bibliothek za Dressden 
aasfnbrlieh beschrieb., u. mit Anmerck. eflfiatert. Bd. I — III ä Sammlongen. 
Dreaad. 1743*-48. 4. 

(Francke, J. M.) Catalogi Bibliotbecae Bvnavian. Specimen. Lips. 1748. 4. 

(Ejusd.) Catalogos Bibliotbecae Banavian. Tom. 1 — 111. in 7 Voll. Lips. 
1750—66. 4. 

(Rost, So, Ch,, et Heyne, Ch. G.) Catalogos Bibliotbecae Brvhlian. Pari« U^Vf. 
Dresd. 1750—56. fol. 

Prospectas oxtenas Portae Wüsche, com Bibliolheca Regia Dresdae; G. B. 
Probst exend. Aug. Vind. (Aach mit franz., italien. d. deutsch. Titel.) Ist nach 
1760 erschienen, n. Copie des Blattes von Canaletio 1750. 

Höre, J. G., Donatnm Bibliotbecae Alranae nunc Dresdae asaervat. Salostium 
deacrib. Mian. 1758. fol. 

(Clodias, H. J.) kurtzgefasste Histor. Nachricht von d. ehemahl. a. gegenw&rt. 
Einrichtang d. Ron. u. Charf. Sachs. Bibliothec za Dressden. Dresd. u. Warsch. 
1768. 8. Ein Anszog daraus s. in den Miscell. Saxon. Th. 1. 1767. 

Bahrdt, CFr., de inclnto Bibliotbecae Elector. Dresdens. Codiee Biblior. 
Ebraeor« macto Prolosio, Lips. 1767. 4« Prqgramm, 

(Francke, J. M., Dassdorf, C, G., Llpsins, J.G., et al.) Cataiogus libror., 
maxun. part, exquisitlas.^ interqne boa apfendidiaa« openm, qaae In Bii>Iiothecä 



IM Drmüm» 

eltct Dresd«Bs. parüni in daplo, partim in triflo extiUn, Qfoniin<|n« cotsn«!. 
ancL pabl. lege vendilio 6et. P. i— IV. Dresd. 1775—1802. 8. 

Matlhaei, ilh. Fr., XIII. Epialolar. Pauli Codex Graec. cam vers. Latin, ve- 
teri Tulgo antehieronym. olim fioernerianns naoc Biblicnhecae Elector. Dresdens, 
somnia fide el diligenU transcript. et edit. Cum tabb. aere ezpress. Access, ex 
«ödem Uod. fragmentom Narci M. Hisen. 1791« 4. 

Adelnog, J. Cb., krit. Verzeichnisa d. Landkarten n. fomebmaten topograph. 
BlAtter d. Chor- a. FArstl. Sachs. Lande. Meiss, 1706. 8. (Die Adelung'scbe 
Sammlung enthalt.) 

Ebert, Fr. A., allgem. bibirograph. Lexikon, ßd. I— IL Leipz. 1821—1830. 
4. (Die mit * bezeichneten Schriften besitil die iönigl. Bibliothek.) — Ebert's 
General Bibliographicat Dictionary, translat. from tbe German. Oxford. 1847. 8. 
4 Vols. 

Deasen Geschichte n. Beschreibung d. köuigl. öffentL Bibliothek zn Dresden. 
Leipz. 1822. 8. 

. Fleischer, H. 0., Catalogus Codd. MSStor. Oriental. Bihliothecae fteg. Dres- 
dens. Scrips. et indicibus instrnx. Lips. 1831. * 4. 

Verzeichniss d. Doubletten d. Königl. Bibliothek zu Dresden. Das. 1895. 
8. Mit Anhang. Ebendas. 1835. 8. (Auctionskalalog.) 

Falkenstein, K., Beschreibung d. Königl. Offentl. Bibliothek zn Dresden. D». 
1839. 8. Mit Blattweiser. 

Lndewig, H., zur Bibliothekonomie. — Festgabe zur IV. Sicularfeier d. Er- 
find« d. Bnchdruckerkunst von C. H. Gärtner, — Dresd. 1840. 8. (Entb. das 
Fragment eines Jurist. Real-Catalogs d. k. öff. Bibl. zu Dresden.) 

Petzholdt, J., Wegweiser d. kön. öffentl. Bibliothek in Dresden. Das. 1841. 
8. Deutsch n. Tranz. Mit Grundriss d. Biblioih. (Nur in 12 Exempl. abgedr. a. 
nicht im Buchhandel, weit Faifcenstein ein ähnliches Schriftchen zu veröffent- 
lichen beabsichtigte.) 

(Vogel, E. G.) Verzeichniss d. Donbletten d. Kön. öffentl. Bibliothek zu Dresden 
welche zn Dresd. am 1. März 1841 öff. versteig, werden sollen. Dread. 1841. 8. 

(i. J.) tbe Chnrch in tbe Middl« Cenlnries: an attempt to ascertain tbe age 
and writer of the celebrat. Codex Boernerianus. Oxford. 1S42. 8. 

Grässe, J. G. Tb., Hibliotheca Magica et Pneumatica ed. Wissenschafil. geord- 
nete Bibliographie d. wichtigsten in d. Gebiet d. Zauber-, Wunder-, Geister - 
u. sonstigen Aberglaubens vorzüglich älterer Zeit einschlagenden Werke. Mit 
Angabe d. aus diesen Wissenschaften auf d. Kön. Sachs. Oeff. Bibliothek lo 
Dresden beflndl. Schriften. Ein Beitrag zur sittengescbichil. Literatur. Zusammfa- 
gestellt n. mit ein. doppelt. Register versehen. Leipz. 1843. 8. 

Reglement abgedr. im Serap. 1845. IS>. 7. 

Rnediger, C. A., Dissertatio de Codice Demoslhenis Dresdensi. Dresd. 1845. 
8. (Gratalationsschrift.) 

Schier, Ch. , M^langes de Litt^ratnre Orientale Extraits des MSS. de la Bi- 
bl ioth. Roy. de Dresde et trad. i>o Frao?. Dresd. et Leips. 1846. 4. 

Vogel, E. G., Bibliographie biographica Lnlherana. Uebersicht d. gedrnckten 
Dr. Marl. Luther betreff, biographischen Schriften. Balle 1851. 8. (Die mit * 
bezeichneten Schriften besitzt die königl. Bitiliothek.) 

'Bibliothek der Loge zarn goldenen Apfel ist reich 
an maurerischer Litteratur. (Der Bibliothekar wechselt.) 

'Bibliothek des naturhistorischen Museums, im zoo* 
logischen Fache, ist in den Dresdner Maitagen 1849 beim Zwinger- 
brand ein Raub der Flammen geworden. Seidem hat der Director 
des Museums Hofrath und Professor Dr. Reichenbacb zvxr DarbringuD{[ 



Bitorkiitorifleher JAeher behofi der Grfliidiiilg einer neato BlbliotMi 
w nehrereo Malen öffentlich aufgefordert. 

Prinzlicbe Secnsdogenitur-Bibliothek ist in der zwei- 
'60 fillfie de« XVllI. laM^bunderto, um 1767, ten. der Kurfftrstin 
Mint Antonie von Sachsen , der unter dem arkadischen Schäf\ernamen 
EmeÜnda Talea bekannten Dichterin und Gomponistin, begrflndeti 
Dod durch die BQchersammlungen folgender Glieder des sSchsisehen 
Königshauses, der jedesmaligen Seonndogenitur-firb^n, vermehrt won« 
(ien: 1780 des Prioren G^ri, etwa 200 Bünde; 1781 des Printen 
und oacbmaligen Königs Anton, die mit Einscbiuss der Sammlung 
seioer Gemahlin Maria Theresia 8—9000 Bünde betrug; 1826 des 
Prinzen Johann, des unter dem Namen PMlaletkes bekannten Uebjer* 
wtzers von Dante's Göttlicher Komödie, c. 4000 Bünde. Auch steht 
in Aussicht, dass die vom Prinzen Maximilian {f 1839) nachgelassene 
Sammlung, etwa 4000 Bünde, der Bibliothek mit einverleibt werden 
^fd. Unter den sonstigen namhafteren Vermehrungen ist die 1842 
fv 200^ und einige fünfzig "^Thlr. erkaufte Bibliothek 'des ehemaligen 
Oschatzer Franziskanerklosters, 166 Bünde, und die vorzOglich im 
Pache der sächsischen Geschichte reich besetzte Böchersammlung des 
1852 in Dresden verstorbenen B. M. von der Becke auf Leipnitz zu 
<^^ihnen, welche letztere, c. 4000 Bünde stark, einem froher ausge* 
^P^chenen Wunsche des Verstorbenen zufolge, kurz nach dessen Tode 
Ton den Erbinnen der prinzlichen Secundogenitur verehrt worden ist. 
mst Sammlung soll, wie die Oschatzer, abgesondert aufgestellt wer- 
^» Bei dem Tode der Stifterin enthielt die Bibliothek c. 10,000 Bünde, 
^H^^tu der gegenwürtige Gesammtbestand gegen 30,000 Bünde 
^fuck. und 300 Handschriften, über 200 Ka'rten und 3000 Kupfer- 
stiche und Lithographien betrügt, die im prinzlichen Palais am Taschen- 
^^f^t in der Allstadt aufgestellt sind. Die Bibliothek ist in folgende 
'^cher und Abiheilungen getrennt: Philologie; Theologie; Jurisprudenz; 
Medicin; Philosophie; Püdagogik; Staats Wissenschaften ; Kriegswissen- 
schafi; Naturwissenschaften; Technologie; Mathematik; Geschichte mit 
ihrea Hilfswissenschaften; Schöne Könste und Wissenschaften ; Biblio* 
thcca Dantea (worunter ein prachtvolles Dantealbum); Litterarge-< 
schichte ; Vermischte Schriften ; Bibliotheoa Uschatziensis ; Von der 
Becke'sche Bibliothek; Karten; Handschriften; Kupferstiche etc. Von 
<len meisten dieser Fücher sind wissenschafHiche nnd Standkataloge 
^orhanden. Zur Bestreitung der Ausgaben för Böcherankauf und 
oibliotbekverwaltnng ist jührlich eine Summe von nahe 1000 Thir. 
hingewiesen. Bei den Anschaffungen wird unter dem gegenwürtigen 
Inhaber der Secundogenitur hauptsüchiich auf sprachwissenschaftliche, 
°|bli8che, kirchengeschiehUiche, rechts- und staatswissenschaftliche, 
''i^gtgeschiehtliche und gescbiohtbehe Werke Oberhaupt» sowie Dantes 



10« 

•ehriften imd Karten ROeksioht geiioiniii«ii, wttiraid, ndbeii.der Ce- 
schiebte, unter der KurfQrstia Maria Aotonia die fraazdsiaehe, italieiiitclie 
und engliaehe Litterator, uad unter dem Könige Anton die Fächer der 
asoetisehen Theologie, der Geographie und Kthnographie die Gegen* 
gtinde der besonderen Beachtung gewesen waren. Vom Könige Anton 
rtthrt auch der grössere Theil der Kupferstiche etc. her« Mit Aus- 
nahme der Sonn* und Festtage ist die Bibliothek fflr Diejenigen, 
welchen ihre Benutzung von dem- Inhaber der Secundogenitur gestattet 
wird, täglich 8— 12 Uhr tugSnglich. Die Zahl der Leser belauft sich 
jAfarlich auf einige ^0 , die der verliehenen Bacher auf c 800 Bände. 
Eine Revision der Bibliothek findet jedes Jahr statt, * Bibliothekar ist 
Dr. J. Petzboldt. 

Pettboidt, i., Cstalogi BiUiotbecae secnod. geaer. Priaeipal. Dresdens. 
Spec. I--1V. Lips. 1839— 41. SpecV— Vlll. Dresd. 1843—51, 8. Dem Pno- 
zen Johann gewidmet. Mit Anhängen, 3 Tafeln und 4 Verzeichnissen neoer 
Bücher. 

(Dessen) Yerzeichniss d. Donbletten d. prinzl. Secnndogenitar-Bibliolh. in 
Dresden. Das. 1841. 8. Befindet sich aoch als Anhtng zam Dresdn. Bttcbtr- 
anctioQskalaloge ▼. 26. Jali 1841. 

(Dessen) Verzeichniss einer Sammlnng Ton Kupferstichen u. Lithograph. 
Donblett. d. prinzl. Secundogenitur -Bibüoth. zu Dresden. Das. 1841. 8. Be- 
findet sich anch als Anhang zum Leipziger Kanstauetiobskatatoge ▼. i4. Febr. 
1842. 

£jusd. Index aliquot codd. chartaceor. olim Erfarteos. nunc Dresdens. Com 
signis fabric. ubi Charta facta est lilhogr. Dresd. 1845. 8. (Reiffeobergio 
sacrun.) 

Die Oschatzer Klosterbtbliothek betreffend* 

Petzholdt, J., Bibliotheca Oacbatsienais. Gescbichle n. calalog d. bibliotbek 
d. Franciscanerklosters zu Oschatz. Dresd. 1843. 8. Zweite bericht, ausgäbe. 
Das. 1851. 8. 

*RathsbibIiothelL ist nicht bedeutend, gleichwie auch die 
Altere, die in der Rreuzkirche stand, und bei dem Dresdner Bombar- 
dement 1760 mit der ganzen Kirche verbrannte, von keinem grosses 
Umfange gewesen zu sein scheint, 

Gottschafck, C. A., Analecta Codicis Dresdens, quo jus Magdeburg, ac scablnor. 
sententiae medio aevo latae continentnr. Dresd. 1824. 8. 

^Bibliothek der Annen-Beal*Schnle, cum Gebrauche 
der Schüler, ist erst vor Kurzem begründet worden, und noch nicht 
200 Binde stark, wird aber häufig benutzt. 

Bibliothek der königlichen Kriegs-Schuie (der fnl« 
bereu Militatr - Bildungs -*Anstalt) ist 1718 durdi den FeldmarschaU 
Grafen A. Gh. v. Wackerbarth angelegt worden, und enthält, nachdem 
die seit 1834 mit ihr vereinigte Bibliothek der frOberen Artillerien- 
Schule 1856 an das Artillerie • Corps gekommen ist, zur Zeit nur noch 
6634 Bände, 463 Blätter Karten und 40 Pläne. Dem Reglement 
zufolge soll sie, insoweit es der Fonds gestattet, vorzugsweise einen 
mdglichat volbMtndigen Gentraipmüct zur Savunlung aller wichtigeren 



m kü fenMUtom .wtMtutcliifliiclwn Zwwges d#B IfillUifweseM 
vorbandeoen uml' erseheinendeii Wisrke bilden; doch soHeii bei den 
AiMcbaffuDgen aach andere Schriften berOcksichtigt werden, die theiis 
ifl die in der AnsUll vorzutragenden I^ebrOober einschlagen, theils zu 
einer zweckmisaigen Kenntniss der neaeren Litteratur gehören, und 
zwar in letzterer Hinaicbt insoweit, als dadurch dem allgemeinen Be- 
d&rfttiMe lliiMÜichst Genfige geleistet wird. Die Kosten fOr die An- 
sebaffmgnn, wozu eine bestimmte Summe nicht angewiesen ist, wer- 
den aus dnm Uoterrtcbtsfoads- bestritten. Die Benutsung der Biblio* 
thek siebt zwar znnftehst dem Personal der Anstalt zn, doch können 
dem Regulative gem&ss die mathematischeD, militairischen, technischen 
osd kriegsgesehichtlichen Werke auch an die Offiziere der Dresdner 
Garnison ausgeliehen werden, und selbst Nichtmilitairs sehen sich von 
dem Gebrauche der Sammlung nicht durchaus ausgeschlossen. Die 
Zahl der Leser belief sich vor einigen Jahren durdischnittiich im Jahre 
aat 150 Personen, die der verliehenen BQcber auf 8 — 400 Bande. 
Mii Ausnahme des ganzen Juli, wo die Bibliothek geschlossen bleibt, 
wird dieselbe im Sommer Dienstags und Donnerstags 1 — 2 und im 
Winter an den nämlichen Tagen 5—6 Uhr geöffnet. Der Wirth* 
schaflsoffizier der Anstalt hat die Vertretung der Bibliothek, ihre Ver* 
waitung ein Gustos (Secretair ۥ G. Herieg). 

«Bibliothek der Neustftdter ReaNSchule ist 1767 
durch das Albrecht'sche C^lbricht'sch« ?) Legat gestiftet worden, und 
enthjjt einige Hundert BAnij^. 

«Bibliothek der polytechnischen Schule ist 16S8 
fheiJs aus der von der ökonomischen Gesellschaft für das Königreieh 
Sachsen j theils und vorzflglich aus der der Anstalt zum Gebrauch« 
öberlassenen Bibliothek der königlichen Landes •Oekonomie* Manulactur- 
und Commerziendepuiation begründet, und lvS49 durch Ankauf einer 
grossen Abtheilung der von dem Direetor der Anstalt Professor Dr. 
A. Seebeck binterlassenen BQchersammlung vermehrt, auch 1851 mit 
ihr die Bibliothek der Baugewerkenschule vereinigt worden. Sie ist 
im Gebäude der Anstalt aufgestellt, und mag gegenwärtig mindestens 
5000 Bände Druckschriften und Kupferwerke enthalten, von denen die 
meisten matbematisohen, physikalischen, chemi^icben, naturhistorinehen, 
mechianischen, teobnölogischen , architektonischen und gewerbKchen^ 
zum Theiie auch geographischen und statistischen Inhaltes sind. Unter 
den am besten besetzten Fächern ist das der Tedinelogie im engeren 
Sinne und das des Bauwesens zu nennen. Mit Ausnahme der Ferien 
der Anstalt ist die Bibiioihek regelmässig an jeden Werktage, und 
zwar Montags, Dienstags» Donnerstags und Freitags 12 — 1, Mittwochs 
und Sonnabends 2--*4 Uhr zur allgemeinen Benutzung geöffnet. Biblis* 
theker int der Lehrer K« Kuscbei* 



10t JH-iMilM. 

VerKeiohflifts lUrjeo. Sehriflen n. Ko^livwtrke, w«lilM* in 4. Local d. kOnigl. 
sftehs» LaodeB - OekoDomie - Manufaktur - n. Commerzien - DepnUlion zu allg. 6e- 
brauche, besood. für Künstler u. and. Gewerblreibende aufgestellt worden sind. 
Dresd. 1829. 8. 

(Francke) Katalog d. Biblioihefc d. technischen Bildnngsanstalt in Dresden. 
Das. 1843, 8. — Erster Nachtrag. Das, 1846. 8. — (Knsebel, K.) Nachtrag 
Ton Ostern 1843 bis Ostern 1851. Das. (1851.) 8. 

*ßibliothek der Thierarmei - Schule ist beraiU vor 
der Reorganisation der Anstalt 1820 angelegt gewesen^ seit dieser Zeit 
aber erst, wo sie in das neue Lokal der Anstalt mit ftbertragen wurde, 
in einer genügenderen Weise, ^Is dies frQher der Fall war, vermehrt 
worden. Sie besteht jetzt aus ungellhr 5 — 6000 Binden, meist aus 
dem Fache der Naturgesclüchte , Zoo.tomie, Zoophysiologie, Biotik, 
Zoopharmakologie, Pathologie und Therapie der Thierheilkunde, Pferde- 
krankheiten und Thierwundarzneikunst. Auf die Benutzung der Biblio- 
thek haben zunächst zwar nur die Lehrer und Zöglinge der Anstalt 
Ansprach zu machen, jedoch ist ihr Gebrauch auch dem gesammten 
arztlichen Publikum der Stadt freigegeben. Regelmässig nud sbu be- 
stimmten Stunden geöffnet wird aber die Sammlung nicht Wer sie 
s^u benutzen wünscht, hat sich an. den Gustos (Ministerial« Secretair 
Dr. J. K, F. Hering) zu wenden. 

*Ribliothek des Schullehrer- Seminares enthalt 3— 
4000 Bände, darunter eine bemerkenswerthe Sammlung ^on dritlehatb- 
hundert theoretisch • musikalisclien Werken. Auf ihre Vermehrung 
werden jährlich 50 Thlr. aus der Seminarkasse nnd ausserdem die 
zu diesem fiehufe Ton den Zöglingen bei ihrer Aufnahme (20 Ngr.) 
und ihrem Abgange (1 Thlr.) zu zahlenden kleinen Beiträge vierweodet. 
Zum Gebrauche der Seminaristen ist die Bibliothek in der Regel mo- 
natlich einmal, nach Befinden aber auch öfterer zur Benutzung der 
Lehrer und anderer Leser geöffnet, die desshalb mit dem Director des 
Seminares (Chr. T. Otto) Rücksprache zu nehmen haben. 

^Ständische Bibliothek steht mit dem Archive der beiden 
Kammern in Verbindung, und unter der Aufsieht des Archivars (A. 
Segnitz). Alles, was an litterar i«chen Hilfsmitteln bei Bearbeitung von 
Berathungsgegenständen für die Kammern von Seiten der Deputationen 
gebraucht wird, soll, der ständischen Geschäftsordnung zufolge, auf 
den Autrag der Berichterstatter oder Deputationsvorstände nach An- 
ordnung der Kammerpräsidenten durch den Archivar angeschafft, und 
unter einem besonderen Abschnitte des Ganzleiaufwandes in Rech- 
nung' gestellt werden. Ebenso sollen naeh Beschlnss der Di- 
rectorien der Kammern auch grössere für den Gebrauch der Stände- 
versammiung geeignete, nicht blos einem vorübergehenden Zwecke 
dienende Werke für die Bibliothek angekauft werden. Dabei ist aber 
vorgeschrieben, dass, wenn die Verwendungen f&r die Bibliothek die 



Dresden, IQO 

Summe von lOOThlr. jfthrltcb erreicht haben, zu allen .weiteren An- 
schalTungen die ZuHtimmung der Kammern eingeholt werden muss. 
Alle nur einmal vorhandene Werke, wohin namentlich auch die Samm« 
Jungen der von anderen deutschen constitutionellen Staaten einge- 
tauschten Landtagsacten gehören, werden in der Bibliothek der ersten 
Kammer aufbewahrt, auf Verlangen aber jederzeit auch den Mitgliedern 
der zweiten Kammer zum Gebrauche mitgetheilt. 

*£ihliolhek des königlich Sächsischen Alterthums* 
Vereine s» wozu der Grund bereits in den ersten Jahren seit dem 
Bestehen des Vereines (1825) gelegt worden ist, enthält c. 3d0 
fiände, meist Gesellschartsschriften archäologischen Inhaltes. Biblio- 
thekar ist Dr.* J. Th. Erbstein, erster Archivar des kön. Hauptstaats- 
archives. 

^Bibliothek des Gewerbe-Vereines hat kurz nach der 

Entstehung des Vereines (1834) ihren Anfang genommen, ist aber 

erat 1842, neu geordnet, einer regelmässigen Benutzung, wie dies 

vorher nicht der Fall gewesen zu sein scheint, zugänglich gemacht 

worden« Sie zälilt c. 400 Bände. Dem Reglement zufolge ist die 

Sammlung zur unentgeltlichen Benutzung der Mitglieder insbesondere 

und Oberhaupt aller Derjenigen, für deren Sicherheit ihre börgcrliche 

Stellung oder ein Mitglied Börgschaft leistet, bestimmt, und wird lu 

diesem ßehufe in der Regel au jedem allgemeinen Silzungstage des 

Vereines, im Winter aller acht Tage und im Sommer alier vier 

Wochen, vor dem Beginne der Versammlung geöffnet. Der Biblio- 

IhekiiT wechselt. 

Bibliothek - Ordnung des Gewerbe -Vereines' zn Dresden. Das. 1842. 4. 
Abgedr. im Serap. 1845. Nr. 7, 

(Petzboldt, J.) Verzeicbniss d. Bficbersaminlong d. Gewerbvereiries zo Dresden. 
Das. 1842. 8. FocMTetzang 1. Das. 1843. 8. 

Dessen Nachrieht Ton der Bibliothek d. Gewerbvereines zu Dresden. Nebst 
der ersten Fortsetzung d. Bücberver^eicbnisses etc. Dresd. 1843. 8. (Dem 
Prof. Reicharil gewidmet.) 

Dessen Beleuchtung d. Hetze^schen Eingabe gegen die Nachricht ?on d. 
Bibliotb. d. Gewerbver. zu Dresden. Das. 1843. 8. 

Dessen monatlicher Anzeiger f. gewerbl. Journalistik 1843. Zugleich als 
Specialcatalog d. in der Bibliothek d. Dresd. Gewerbvereioes befind!. Joaroale 
1843. Dresd. 1844. 8. 

^Bibliothek despädagogisch en Vereines besieht seit 
1833, und ist c 5 — 60ü Bände stark, im Gebäude der Schule zu 
Rath und That aufgestellt, wo sie regelmässig in jeder Woche ein- 
mal zur Benutzung der Mitglieder geöffnet wird. Die Bibliothekare 
wechseln. 

*Biblioth^k des Turn-Vereines, häufig benutzt, enthält 
c. 400 Bände und Hefte, zur einen Hälfte rein turnerischen, zur an- 
deren allgemeinen Inhaltes, 



llü Dresden, Diiren, DiUieldorf, Ehbem, Ebraeh, Ekhit&dL 

^Yolksbibliothek ist 1847 ydih Eniehungs- und Fortbildungs- 
Vereine^ xom Zwecke unentgeltlicher Lectftre guter Bücher ffir Unbe- 
mittelte, begrflndet worden, und hat namentlich von der Amoldischen 
Buchhandlung reichliche Beitrüge erhalten. 

Eine Bibliothek Shnlicher Tendenz beabsichtigt auch der Verein 
Ar's Leben mittels der Bücher, die er fQr seinen Lesezirkel an* 
schaiTt — es sind dies die neuesten und gehaltreichsten populären 
Erscheinungen im Gebiete der Naturwissenschaft, Geschichte und prak- 
tischen Philosophie, sowie das Beste und Mustergiitige der neuesten be- 
lehrenden und unterhaltenden Schriften — allmflhiig ins Leben zu rufen. 

Bfireia. 

^Gymnasialbibfiothek zum Gebrauche der Lehrer, eothielt 
1845, ausser Ober lüO Harten, 3000 Werke und mehr als 2000 
Programme. — Die duneben bestehende Schülerbibliolhek zählte xCtwa 
1000 Bände. 

Duafleldorf. 

*Gymnasialbibliothek soll nicht unbedeutend sein. 

^Königliche Landesbibliothek (auch Sladlbibliothek ge- 
nannt), im ehemaligen Gaileriegebäude (dem allen Schlosse), ist 1770 
unter der Regierung des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz ge- 
gründet, und mit ihr die Bibliothek des früheren Düsseldorfer Jesuiteo- 
CoIIegiums vereinigt worden. Die Angaben über ihre Starke schwan- 
ken zwischen 30 und 40,000 Bänden , worunter sich die Bücher- 
sdmmlung des Professors Hedderich beflndet. Mit Ausnahme der Zeit 
vom 8. September bis zum 8. October wurde die Bibliothek vor 
einigen Jahren an jedem Werktage 12 — I Uhr geöffoet. Bibliothekar 
war der Arcbivrath Dr. Th. J. Lacomblet. 

Der KaUlog ist gedruckt, enthält aber die HSS., Ininnabeln, tbeolog. b. 
ttedicin. Bücher noch nicht mit. 



*Kirchenbibliothek besitzt als Legat des Pfarrers J. v.Be\b 
1470 eine Anzahl theologischer Papier -Mss. 

^Capitelbibliothek ist vom Pfarrer in Frensdorf, dem De- 
chanten Dumpert, gestiftet worden, welcher 1827 dem Geistlichen 
des Decanates Burgebrach ein^n Theil seiner Bücher zur Gründung der 
Sammlung überliess. Diese Bücher, 400 Bände, wurden nach Dumpert's 
Tode (1831) an das Ebracher Pfarrhaus zur Aufbewahrung abgeliefert. 

Kichatftdt. 

^Bibliothek des bischoflichen Seminares ist aus der 
früheren Capitelsbibliothek und den dem Dominikanerkloster und Je- 
suitencollegium gehörigen Sammlungen zusammengesetzt. Die ehe* 
malige bischöfliche Bibliothek auf der Willi batdsburg hat man ver- 



SiehsMü, mmbietn. tll 

suigeni Itsse«. Von Hss. besitzt die gegenwttrtige StmiMrbttliollMk 

in Gattsen etwa AM ', ihr HanpliviPtnb aber bestehl in enenr groastn 

Anabl vortrefflicb erhaltener Inkanabeln, namentHch jarittischer, die 

tbeUs noch von den Bischdfen gesammelt sind, tbeils aus der be* 

kanntUch an Inkunabeln aehr reiehea Bibliothek dea Rebdorfer regn^ 

lirten Chorherrensiifle» stammen. 

Die LiUerator aber die Rebdorfer StifUbibUotbeli 8. obtn nnter Augsborg. 

Blanledeln. 

^Bibliothek des Benedietiner-Klosters hat mit dem 
ii der Mitte des X, Jahrhnnderts gestifteten Kloster ziemlich gleich« 
zeitige Entstehong: die Sage will schon in den BOchern, einem Mis- 
sale, der Regel BenedicI's und Cassian's Collalionen, welche der Heil. 
Meiorad um 830 mit sich hierher in die Einöde brachte, die erste Grund* 
tage der Sammlnng finden. Gewiss ist es, dass schon die ersten Mönche 
von Einsiedeln im Besitze von Büchern gewesen sind, und dieser ß<k;her- 
bestand gleich in den beiden ersten Jahrhunderten nach der StifUing des 
Klosters, einer der glänzendsten Perioden der Bibliothek,' zu erheb» 
liebem Umfange angewachsen sein mag. Leider haben diese Alteren 
Schätze, die als ein Theil des Kirchensebatzes geachtet waren, und 
unter der Obhut eines Castos oder Thesaurarius in der Kapelle stan- 
den, tu verschiedenen Zeiten vielfachen Verlust' erlitten, theils in 
Polge wiederholter Brände, theils zur Zeit der Reformation , wo das 
Kloster lange Zeit fast ganz unbewohnt war, theils und namentlich 
endJicb zur Zeit der französischen Revolution in den J. 1798 — 1802, 
wiArend welcher das Kloster ebenfalls verlassen, nnd die Bibliothek 
ganz weggeführt war. Seit der Wiederherstellung des Klosters nach 
den Stürmen der Reformation sorgten eine Reihe weiser und frommer 
Aebte mit allem Eifer för Aufnahme der Bibliothek, die auch im Laufe 
des XVL und XVII. Jahrhunderts durch Vermächtniss oder Ankauf be* 
deutender Privatbibliotheken, z. B. des Gesehichtschreifoers Franc. 
Gaillimanus, ansehnlich vermehrt wurde. Beinahe -die Hälfte des 
jetzigen Bficherbestandes rührt su» dieser Zeit her. Nach einer nicht 
lange vor 1840 vorgenommenen Zahlung belief sieb die Bibliothek, 
die in einem grandiosen im vorigen Jahrhunderte vom Abt Niklaus 
Irofeld erbauten, aber noch unvollendeten S^ale aufgestellt ist, auf 
el^va 21,800 Bände., welche Zahl sich allerdings noch um ein Ziem* 
liebes vergrössem wOrde, wenn man die Bestände der Bibliothek des 
Gymaasiums, der des Seminariuffls und gar der des Abtes und der 
CoRventualen hinzurechnen wollte. Handschriften, wovon die meisten 
in der Mitte des lUV. Jahrhunderts neu eingebunden und gesam* 
melt worden zu sein scheinen — die MehraabI slammt aus dem XL 
und XII. Jahrhunderte , und maf wohl grösstentheiis in Einsiedeln 
selbst gesebrieben Min — machen susammen etwa 840 Bände aust 



112 JKRrffdeh; 

daruDler eise Menge wohlbekamiter und vielfach benaUter Kostbar^ 
keiten. Von Inkunabeln uod Drucken bis 1 520 besitit die Bibliothek 
im Ganzen mehr als 900 Bände. Unter den Qbrigen Dmckachriflen 
sind Theologie und Geschichte, nflchstdem kanonisches und Civilrecht, 
sowie Philosophie und Philologie, welche letztere beiden Fieber nicht 
mit im Häuptsaale stehen , am besten besetxt. Da von jeher mehr 
auf den Gebrauch als die Pracht der Sammlung gesehen worden, so 
ist es erklärlich, dass sich unter den gedruckten Böcbem wenige 
eigentliche Seltenheiten vorfinden. Von der Bfichersammlung des 
Anlisles Hurter wurden 1840 die werlhvoUsten geschichtlichen Werke 
angekauft, der Qbrige Theii von der BibiioUiek in der Wasserkirche 
XU Zürich thbernommen« Ueber die gedruckten Bficher ist noch kein 
vollständiger üatalog, wohl aber ober die Mss. ein solcher ausgea^ 
heilet* Von Douhietten sind in Einsiedein etwa 2000 Bände meist 
älterer theologischer und philologischer Werke vorhanden. Die im 
Bibliolheksaale mit aufgestellte Münzsammlung enthält über 200 grie- 
chische, etwa 4000 römische und eine grössere Anzahl moderne 
Münzen. Die Vermehrung der Bibliothek, wozu jetzt ein besonderer 
Fonds nicht angewiesen ist, hängt ganz von dem Ermessen und der 
Neigung des Abtes ab. Früher, als noch eine bedeutende Druckerei 
im Kloster bestand, wurde der Ertrag derselben grössteatheiis zum 
Ankauf neuer Bücher verwendet, diese Quelle ist aber seit der fran- 
zösischen Revolution versiegt. Zur Verwaltung der Bibliothek sind 
jederzeit zwei Bibliothekare aus der Mitte der Capitularen (P. Gall 
Morel und P. Fr. Uhr) angestellt, ausser denen sich auch andere Mit- 
glieder des Stiftes mit Bibliolhekarbeiten beschäftigen. Die Benutzung 
der Biblioihek ist ziemlich uneingeschrSukt, und dieselbe sowohl für 
Fremde als Einheimische, vorzüglich in den Nachmittagsstuoden, jeder- 
zeit geöffnet, sowie. auch die Bibliothekare stets bereit sind, an Ge- 
lehrte in der Feme über Handschriften und Anderes Aufsehluss sa 
geben. — Ueber eines der älteren dem Gottesbause Einsiedeln zage* 
kommenen BüchervermSchtnisse lautet die Urkunde vom 28. Februar 
1332 wie folgt: Anno dnL MXCC^XXXIL feria sexia posl fealum 
beati Mathie ÄposloU Conslüulus corcun nohit Äbhale loci Heremi' 
iarum, discrelus vir das Hermannus Reclor Ecclesie in Fryenhad^ 
SttbseripU)8 libros sibi jure proprielatis aUinentes fratemiluU nostri 
fnonasierii predUcli libere Iradidit et donavil sub lali condicione, u 
ipse libros eosdem nomine concessionis a nobis pro antmo censu <{e- 
imeai pro tempore viie me, scüicel. uno pullo .annualim in CamiS" 
prtvto persolvendo. Sunt autem hii libri quos diclo nomine domxoiL 
prime librum dictum diurnaU continens horas eanoniccu diei et nociis 
seeumkiffi ordinem ^secuiarium Clerieorum per , eir-culum eumi de f em- 
por« et de sanetii. Secundo in uno volumine quinque eorpora Ubro- 



. JRtttMWn, MUemUh. 113 

rum viiHic^i serUMnet dominieaie$ per cmukm anm. Unum opui 
de eonfe$none Magisiri pauli. passiones Sancictmm» librum uimm 
aueioriUUum qui dieilur pharetr». Summam %mam de viliie et vtr- 
tutihus. El in fine eiuidem voluminis qtw$dam sermones, Terciö 
librum eure pattoralU h» Gregorii pape, Quarlo librum qui dieilur 
Aurora» Quinio in uno volumine compendium iheologie. Cronica 
Martini» el quedam Miracula beate virginis, Sexlo librum Cesarii de 
Miraculis. Septimo quandam summam de Confessione. Oclavo librum 
coUalionum parytiensium, Nono summam Johannis minorem, Decimo 
sermones dominicaiei el flores Aug. in vno volumine» Hec acta sunt 
in Castro noslro pfeffikon. presenle venerabili domino Hermanne dei 
gracia Abbale mon, Fabarien, Cur, dyoc, fralre Marquardo prepoiilo 
in Vare, FraWe H, de Ligerlz {bibliothecae cusL), Fralre Hermanno 
de Bonsielten, Marlino CapeUano predicli Abbalis Fabariensis, H. de 
Episcopalicelia — ac aliis quam pluribus fide dignis, 

« 

. fitoeaach« 

*Gymnasialbibliothek ist 15S6 vom Reclor Mag. V. Wein* 
hell angelegt worden: PauUini sagt in seinen Annales Isenacenses 
darüber A 1586. M» Valenlinus Weinrichus primus insliluil biblio^ 
iheeam scholaslieam. Zu ihrer Vermehrung schenkte 15S9 der ßür- 
geroneisler P. Wachsniund ein Capital von 100 Fl. Meissn., sowie in 
dem nämlichen Jahre der Pfarrer Mag. Ch. Wiener zu Sundhausen ein 
anderes Capital von 150 Fl. Meissn. und verschiedene seiner eigenen 
fiücher und Handschriften zur neuen erblichen Fundalion y wie der 
darüber ausgestellte Stiftungsbrief vgm 1. November 15S9 sagt, Sliff-r 
lung und Anrichtung einer ewigen Bibliothecae Theologicae und Phi- 
tophicae, darvon die fontes biblicos, und Patres orlhodoxos in Theo^ 
logia, und in Philosophia die Aulores Classicos zu zeugen, zum ge- 
meinen Nutz der Kirchen und Schulen, SpSter kamen auch die Bi- 
bliothek des vormaligen theologischen Seminares und 1807 die des 
Superintendenten Ch. Kindervater in den Besilz des Gymnasiums. Zu 
JuDcker^s Zeit 1709 enthielt die Bibliothek 545, zu Hirscbing's 1786 
nngeföbr 1500 Bände. Der jedesmalige Rector ist Bibliothekar. Die 
Schul ~ Bibliothec hat Er, nach der älteren Rectorats • Instruction, u;o/i2 
in acht zu nehmen, damit aus derselben nichts entieendet, veräusert, 
noch vertauschet, auch ohne Vorwissen deren Superiorum nichts ver* 
Itauffl, und derselben Einhünffte sorg fällig observiret werden. Wie 
dann die Abschriffl des Inventarii über solhane Bibliolhec weder einem 
Lülerato in der Stadt, noch denen Discipulis, Er zu verweigern hat, 
damit dadurch kund werde, was darinne an Aucloribus vorhanden, 
und mit denenselben einem iedweden, der es begehret, gegen seine 
Recognition gedienet werden möge, sie auch nicht, wie bissher ge- 
Petskoldt, Hdh.D.B. ^ 



114 BUenaeh, JBiiMi^p, M^^rfM, ming. 

$tMim^ 9m v^rh^rginmr SehaU bleibe, x» mder 4ei Mti* JhmiaieHe 

MmenHcm und Ue§mmg* 

imicker, Gh., Histor. Naebrielil von 4. öffeall. BiUiolhe(|ve d. Firsü. Gyn- 
«MÜ 10 Eitenach. nebst einem besondern Oiscoors too eiaigea in d. Char- a. 
Färsü. S&chs. Landen befindl. Offentl. Bibliotbeqven. also ?e i* fasset, a. etc. darch 
d. Drock ZB Jedermanns Wissenschart gebraebU Eisen. 1709. 4. 

Eckhard, i. F., Nachricht von des Vincenlii MIoTaeens. Spectflo historiaK, 
•ioem seit« Boche d. Bibliothek zu Eisenach. Das. 1769. 4. Abgadr. in Boy- 
sen'a allg. histor. Magaz. Stck. 6. (Ebendas. Stck. 8 ist auch eine Nachricht 
Ton zwei seit. Bibelwerken d. Eisenacber Bibliotb. Ton Eckhard abgedruckt^ die 
ebenfalls besonders erschienen war.) 

Dessen Nachricht von einem seit. Boche Summa Magistr. PisaneUa dicta. 

Eise». 1771. 4. 

Dessen Nachrichten von einigen seit. B&chern d. Bibliothek d. flocbfürstl« 
Gymnasii zu Eisenach aus d. XV. Jhrhdl. Eisen. 1775. 8. « 

^Schuibibliothck ist sehr klein. — Sonst besitol die Stadt 
keine Bibliothek weiter, und wer Bücher haben will, muss sich dess- 
halb nach Jena odtir Altenburg wenden. . 

Klberfeld. 

^Bibliothek der Real- und Gewerbeschule ist haupt- 
sSchlteh zum Gebrauche der Lehrer der Anstalt bestimmt. Neben ihr 
besteht eine Schülerbibliothek, bereits c. 1006 Bande deutscher, fran- 
zösischer und englischer Werke stark, die 1949 durch die Bemühungen 
der Lehrer Dr. Berrig und Cornelius aus Beiträgen von Schftlem und 
'Jugendfreunden begründet worden ist. 

*Stadtbibtiothek ist auf Anregung des Lehrers der Real- 
schule P.Heuser 1851 aus freiwilligen Beiträgen von Seiten der Stadt, 
deutscher Buchhandlungen und Anderer gestiftet worden. Ende Märt 
1852 hesass sie schon über 1500 Bände. 

Klbin« *). 

Stadtbibliothek (früher Gymnasialbibiiothek), im Gymnasial- 
gebäude, ist 1599, bei Umgestaltung der früheren lateinischen Schule 
in das akademische Gymnasium, durch die Regsamkeit des Rectors der 
Anstalt, die Freigebigkeit der Bürger und einige Geldmittel aus städti- 
schen Kassen begründet worden. Sie besilat gegenwärtig, ausser 
mathematischen, physikalischen und chemischen Instrumenten und Ap- 
paraten, sowie Landkarten, Bildern, Münzen, Naturalien und mancher- 
lei Kunstsachen und Seltenheiten, gegen 20,000 Bände, darunter die 
vollständigen Bibliotheken des Rectors Th. Rbote seit 1601, der Se- 
natoren A. Neander und S. Meienreis seit 1714, ferner Job. und Zach. 

*) Aasser den nnter Elbing angeführten Bibliolhelien bestehen auch noch 
dergleichen kleinere Sammtungen im Besitze des Gymnasiums (mit einem pby 
sikalischen Cabinet), des Ratbes und des Gesellen -Vereines. 



mmg. tlifsAM Mnkdm^ XU 

h^ih% Jfh. und SUph. Lojm', S. Woir«, mmn TkeU dec UUioA^ 
des aurgebobeoea EJbuger Klosters « die Bibliothek dea Kriegs« imd 
Domäneorathes Scheffiier von c 1)20 Bänden seit lSlO-^11, des iu$\kr 
ralbes N. G. Utnd und des Cyninasialdirectors Q, Mund (f 1863) von 
c 3900 BAnden , welche 1844 von der Stadt für 150« Thir. Ober- 
nommen wurden. Ton Handschriften entbült die Bibliothek nur We- 
niges und Dobedeulendes: Mebreres davon ist nebst einigen Büchern 
and l(ünzen in dem Kriegsjahre iBu7 durch die Franzosen verloren 
gegangen. Zur AnschaCTung von Büchern sieben jährlich ^'/« '^^^f* 
zur Verfügung; zu Dem, was hiervon angeschafft wird« kommen aber 
auch noch die Schriften ^ die von dem in £lbing bestehenden Lese- 
vereine und Journalzirkel regelmässig abgeliefert werden. 2ur Be- 
nutzung ist die Bibliothek jedem anständigen Einwohner der Siadt 
zugänglich, wozu er sich nur vom Magistrate eine Karte zu erbitten 
bat. Mit Ausnahme der Hundstagsferien, wo die Revision stattfindet, 
ist das Lokal wochentlicli zweimal in der Mittagsstunde geöffnet. Die 
Zahl der Leser beträgt jährlich zwischen 50 und 100 Personen. Die 
Oberaufsicht über die Bibliothek lial der Magistrat, die Entscheidung 
über dfi« BliielieranflehairüttgM* eij^o eigene Oommission, welche von 
Zeit zu Zeit von der städtischen BeMrde nie« gewähh wirdi die fef- 
wallung ein Bibliothekar (Profifstet L /L Merz). 

Seyler, G. D.« de Bibliolh«Me EUiiogeos. pubJ« Orifli^e, V^Ü$ Ulf. Incre- 
meotis. Ii)lbing. 1736. 4. Progr. zum Antritt d. Bibliothekariats, als Aiih9Q9 
ZQ Seyler's Triga Oration. inaugural. abgedruckt. 

Laogir, /., OiMior., quae in pabi. Gymnasii Cfbrgens. ftibtiölbeca eXstant, 
magna ex parte antiquissimor. et rarissimor. BecensioBi^s. £ibing. 1766. 4. 

Ejosd. Progr. de Olhonibns aereis, qaos in nnmmopbyfaeea Dewittiano publ. 
Gqfmnasii Elbing. Biblioifaeca pMsidet. £ibing. 1773. 4. 

Katalog der BiblK>tfaek 1827 mit ]abrl. Nachträgen. Ein neuer wissenaeliilfll.^ 
aiphabet, ist 1852 gedruckt. 

Merz, J. A., rrogramme ober cfie Geschichte d. Elbinger Gymnas. -, jetzt 
Stadtbiblimhek. Elbing. 1840 a. 41. 4. 

^B^ibliolhek des* Gewerbe*Vereines ist den Mitgliedern 
an allen Wefktaigen Hi^üh nod NaGfamittags zugSngMeb. 

^'Brbliolheh des landwirthsc haftliehen Vereines 
wird den Mitgliedern roonatlich- einmal, am Versanafkilungstsrge', ge^ 

öObet* 

BInJIetk. 

*Pastorei-Bibliothek besass Ende 1847 etwa 500 Bände, 
imd hatte dje Aussicht, mit der gro^herzogliehen Bfibliothek zu CAden- 
bürg v^einfgt ra werden. 

«Oeffentliche BibHetheh jst im XVI. JAttrhunderttf durch 
die 6. Campe'sche Bücherisaitualüng begründet worden. Unter den 
namhafteren Verm^hruyii^n in dier nlcitsUolgiwden Zeit sind die Er- 

8* 



116 Bmi0n^ Engelherg (in 4er SchmoeiM), Eperies^ Erfurt. 

Werbungen der Bibliotheken des Pastors A.Hardenberg 1574, des 
Syndicus G. Grurominga, des Pastors Fr. Salmuth 1625 und des Bürger- 
meisters P, Medmann 1664 zu erwähnen. 

ßibliolheca Gelderiei Crammioga arbi Emdanae legaU. Emd. 1674. 4. 

ElBgelberg (in der Schweiz). 
^Bibliothek des Benedictiner-StiTtes, die ohne Zweifel 
gleichzeitig mit dem Slifte selbsl 1122 oder kurz nachher ihren An- 
fang genommen hat, verdankt ihre erste Hebung dem Abte Frowio 
(1131 — 78), der auch eine leider durch Feuer zerstörte besondere 
Schulbibliothek d. h. eine Sammlung von SchulbQchern für seine 
Schfller angelegt hatte. Die Starke der Stiftsbibliothek belief sich 
1836 auf 10,000 Bände, worunter sich eine grosse Anzahl alter Nss. 
befinden , wiewohl sicher mehr noch bei den wiederholten Bränden, 
welche das Stift betroffen haben, zu Grunde gegangen sein mag. Zu 
Anfang des jetzigen Jahrhunderts erhielt das Stift eine sehr zahlreiche 
Sammlung unedirter Tschudischer Schriften. 

- Kperles« 

*Stadtbibliothek ist 1828 erneuert worden, und enthält die 
jJob. Bapt. fiovats'sche Büchersammiung. 

^Bibliothek des Baths-Gymnasiums ist gegen Ende des 
XVIII. Jahrhunderts entstanden. 

Bellermann, J. i., Eioladnng an das Pablikum zur Milwirkung einer nüul. 
Anstalt im RalbsgyiDDasio. Erf. 1706. 4. 

*Rdnigiiche Bibliothek, früher £igenlhum der Universität, 
ist 1440 entstanden; nachdem sie jedoch 1510 fast gänzlich ver- 
nichtet worden war, hat sie sich erst seit 1717 wieder zu Ansehen 
erhoben, wesshalb auch hier und da dieses Jahr als das der Stiftung 
der Bibliothek angegeben wird. Die Universität erhielt nämlich 1717 
aus der Verlassenschaft des Grafea Ph. W. v. Boinebnrg, Statthalters 
von Erfurt, die von dessen Vater, dem Baion J. Gh. v. Boinebnrg» an- 
gelegte und auf den Sohn vererbte Bibliothek, eine der reichsten Pri- 
vatsanunlungen der damaligen Zeit in Deutschland: diese Bibliothek 
wurde der Universität mit einem Legate von 3000 Fl. zu jährlicher 
Vermehrung und Besoldung eines ordentlichen Bibliothekars übergeben, 

*) Bellermann, J. J., Progr. über die Entstehung d, vorzfigl. Bibliolhekea, 
Natural. - u. KiinstsammlongeD in Erfurt, besonders über die Kunslkammer in d. 
Evang. Waisenhauses (als Aufmanteruogsgrund bei Ähnlichen neuen Anlagen), 
nebst Nachrichten von d. Fortgange d. ffir's Balhsgymnasiam neu angelegt. Bi- 
bliolh. u. des Nnseams. l-IU. Erf. 1797—99. 4. 

Ejnsd. Progr. de Bibliothecis et Moseis Erfordiens., praecip. de rev. Mini- 
Bterii Augdstan. Confession. Bibliotheca. I— VIK Erf. 1799^1803. 4. 

Erbard, H. A., de Bibliothecis Erford. f— 41. Erf. 181S^14. 4. 



Brfini. 117 



und in der Tormiligen Sehola juris hinter dem Stift Marime , nach- 
dtm dieselbe xuvor auf Kosten des Kurfürsten von Mainz, Lothar 
FraMj auf das propresle hierzu zubereitet und eingerichtet worden, 
im Jahre 1723 anfgesteUi, und in einer Jnsehrift über der äussersien 
Thüre die Verdienste der Boineburge, Vater und Sohn, der NachweÜ 
vor Augen- gehalten. Es verblieb ihr der Name Bibliotheca Boins- 
burgica, über welciie der erste angestelUe Bibliolhektr fisijaA Lewen- 
bard mit besonderer Dexterität und Fleiss drei Catalogi: 1) Ordimis, 

2) i4i«lomiii seeundum faeultaies et diseiplinas Alphabeticum und 

3) Materiarum Alphabeticum verfasste. Später kamen su der Biblio- 
thek noch die Sammlungen der aufgehobenen Erfurter Klöster, det 
Beaedictiner-, Karthäuser- und Schotlenklosters, sowie die Rtthsbiblio- 
tbek hinzu. Auch wurde ihr IS37 die früher dem Coliegium Am*, 
plonianum zugehörige Bibliothek, die gleichzeitig mit dem Coliegium 
Amploniaoum 1412 von Aroplonius Batink (f 1435) gestiftet wordeft 
war, und seit der Aufhebung des Collegiums 1816 in einer Bumpel- 
kunmer der Htmmelspforte gestanden hatte, zur ferneren Auibewah* 
roDg (jedoch in getrennter Aufstellung) übergeben. Der gegenwärtige 
GesammtbesUnd der Bibliothek betragt über 40,000 Bände und 1000 
Mss., wovon allein gegen 900 der Bibliotheca Amploniana zogehören. 

Bibliothekar ist i^rofessor Dr. F. Krilz. 

Micbaelis^ J. H., Pra«Mde, Dissertat. phiiol.-crilioam de Codd. mw.' biblico- 
bebraicis, maxime Eiffurtens. Placido eruditor. examini sistit A. Kall. HaJ. 
Magdeb. 1706. 4. 

Kritz, ¥., de codd. Bibliothecae Amplon. Erfurtens. potioribns. Acced. poema 
sec. XIII ad fabalam vulpinam pertinens qnod Poenitentiarias loscribitor. Erf. 
1860. 4. Pogramm. Abgedr. aus d. Serap. 1860. Nr. n. 10. 

*NiBisterial* und Synodalbibliothek, im ehemaligeo 
Angustinerkloster, dem jettigen Marlinsstifle, enthielt Ende 1847 im 
Ganzen gegen 3000 Bände. Was ihre Entstehung anlangt, so ist die 
NInislerialbibliothek schon 1640 auf Anregung des Pastors Professor 
S. Schröter gestiftet, und später durch folgende Privatsammlungen ver* 
mehrt worden: 1742 durch einen Tbeil, 600 Bände, der Bibliothek 
des Obergelettsmannes P. Ch. Birkner, deren anderen Theil die Univer* 
sität Jena erhielt; die Sammlung von Mss. zur Erfurter Geschichte 
J. H* r. Gerstenberg's (f 1774); die Sammlung seltener Bibel • Ausgaben 
und Gommeatare des grossbritannischen Legationssecretaires G. Fr. A. 
KüBhans in Venedig {f 1786). Die Synodalbibliothek dagegen ist 
erst 1820,. und zwar durch Beiträge der Stadt* und Landsynodaien, 
entstanden. Die Benutzung der vereinigten Bibliothek steht zunächst 
den Mitgliedern des evangelischen Ministeriums und der Erfurter 
Kreissynode zu, ist aber gegen Bürgschaft eines dieser Mitglie- 
der auch allen Anderen gestattet . Zur Anschaffung von Büchern 
Werken .sewoU tob den genannten Mitgliedern^ als aus d«r Mi« 



118 Erfktri, Brlangen. 

Oisterial-Sportelkasse BeilrSge gezahlt. Einer der Oe»t!ichen ist Bi- 
bliothekar. 

(MMIer, i. rr.) V«rM{eliiifM der bis e. J. 1828 ib di« MMet. - u. Syaod.- 
BiUiotfi. m firfurt mHgeBMMMDtfl fia«ber. Erf. 168). 6. (NcbH h«tor. 

^Gymnasialbibiiothek ist neaerer Enitlehvitg, aber nicht 
imaaaalMilioh. 

^Stadtbibliotkek soll nicht unh«lcatend aein. 

UniversitAtsbibliQthek ist 1749 enUtaoden: den Gfund 
4atu legte der Markgraf Friedrich von Baprenth durch Scäaokuog 
sMer eigciien Büchersamnlong, die Iheils vea ihm selbst, theils von 
seinen ¥orgftngeni den Markgrafen Christian Ernst (*{-1712)y Georg 
Fritdrieii Carl (f 1735) und anderen zusammeagebracht worden war, 
woi welcher noch die der ehemaligen RiUcrakadeiDic gdiöngca BAcber, 
sowie Aie ziemlich kostbare aus mehreren Tausend Banden besiehend« 
medictnisefae BiUiothek des Getieimraihcs Leibarzt Dr. D. v« Supenrille 
hinzugefügt worden. Superville flberiiesa diese seine Bibliothek der 
fJnlversitiC gegen die Zusicherung, dass ihm und rasp. setner GaUin 
sein<Gebait vvn 1000 Thlr. lebenslinglich tortbezabJt werde. Auch die 
Gemahlin des Blarkgrafen, Friederike Sojihie Wiihelmine, eine gebome 
Prinzessin von Frenssen, schenkte der neu errichteten Universitäts- 
bibliothek gleich im ersten Jahre ihre eigene sehr werthvoUe 41 S5 
Bfloda starke fifichersammlung , deren Einverleibung jedoch erst fünf- 
zehn Jahre spfiler erl'olgte. Waren dtes^ Anf>sbage der Universitdta* 
bibliothek gewiss äussere rdentlidh ansehnlich, sa waren gleichwoh die 
Erwerbmi^n, die ihr in den nlchsifolgenden laliren zu Tfaeü worden, 
noch weit bedeutender. So erhielt sie 1748 vom Markgrafen, ihrem 
Stifter, die eine Hälfte, den Bofyreaüier Anliieil, der Bibliothek des 
sftenlarisirlen Cistercienserklosters Heiisbrenn geschenkt, und erwarb 
bei dieser Gelcigenheit eine i^rosse Anzahl der ilaidsohriften «nd In- 
knnarbeln, in 4er<e« Besitze sie «gegenwärtig ist. Ferner fiel ihr 17S9 
die Kbliethek des Markgrafen Friedrich Christian au Bleastadt s.d. 
AJBch zu, sowie 1769 eine Ancahl von SOOO Daubletten ans der 
c. B7,lOOO linde starken , der Ahdorfer UniverpitH vertnaditen Biblio- 
tliek des Geheimralhes dr. Gh. J. v. Trew inNdmbei^, und I77<l, ak 
Geschenk des Markgrafen Alexander V4itt Ansbach und BayreuHi» die 
andere flftlfte der fieUsbrenner Klosterbibliethttk. Ausserdem sind aus 
späterer Zeit folgende nambaflcre Erwerbungen su erviOIhnett: 17M 
duroh VermSefatniss die medicinisciw Bibtietbek des Bathes Hr« J. P. 
Vef;t ztt Bayreuth; in dem nftadichen Jahre eine jarntiseh« Btaser« 
tattonssammiung von 27B Bünden, au deren Ankiatf» ans dein Naoh« 
lasse des Govsistorial'Priflideftten i. 0. Ha^fr ioBajeeath, &t^ ULmtk^r^i 



Btirn^n, 119 

Altxaoder MO Fl« verwilllgle; spiter dureh VermlditBiss die iiblio- 
tfwk du Pfarrers Heiter in OUenhofen; 17S7 ebeiifalli durch Ver- 
BlehlDiBs die 300^ B^nät starke Sammliiftg des Professors Dr. Cb. 
Masius inGrlangeo; 17M die meist aus Handsehriften und Inkanabeln 
bestebende Bibliothek des sJleolarisirtea Klosters 8t. Jobst (Jodoci) bei 
Goldkrooacli, weiche 4ke Uhiversität dem BayreuUier Siadtmagistrate 
Terdaokt; ib^4 ein königlich preussisclies Bfichergeschenk aus dem 
ikisler-Laogheiai'seheii Hofe zu Kalmbach; 161)6 die Bibliothek des 
HoehHirBtlicheii Institutes der Moral und schdnen Wissenschaften su 
£rlangen; id06 die an Mss., Inkunabeln, Kupferwerken, Hoizschoitten 
und Handaeichnungen. berühmter Meister reiche markgrfifliche Schioss- 
und. Sehwaninger Bibliothek zu Ansbach von 14,iN)0 Binden; 1818 
die ans ISOO Bänden meist engiischer, französischer und italienischer 
Classfker bestehende Bibliothek der Markgräia 8ophia Garohne Maria 
von Brandenburg- Bayrenlfa (f 1817 zn Erlangen); in dem nämlichen 
Jahre die Bibliothek der 1809 aufgehobenen Universität Altdorf, sammt 
den derselben «inverletbteu Trew'schen und Stöberlin'schen Samm- 
hmgea, im Ganzen c. 42,000 Binde, wovon jedoch an die ünitersitita» 
bibliotbek^n zu München und Wfiriburg die dort fehlenden und in 
Erlangen bereits vorhandenen Bfteber haben abgegeben werden mOesen; 
1^4 die Bibliothek des homiletisch- katheohetischen Prediger -Seminars 
zu Erlangen, zu welcher 1780 vom geheimen Kirchenraihe Dr. Sei4«r 
der Grand gelegt worden war; 1845 die Bibliothek des vom iMrath 
br. Kastner geatifteien firlanger Vereines Ifir Physik und Chemie. Zn 
allen diesen firwerbungen kömmt noch, dass die Bibliothek nicht nur 
durch regelmässige Ankaufe sich alljäbrlkb vergrössert hat, sondern 
auch durch die landesberriicbeu Verordnungen von 1743 und 1791, 
die von der gegenwärtigen Landesregierung fortdauernd aufrecht erhalten 
werden, die sämmtlichen Buchhändler der FflrstenthAmer Bayreuth 
und Ansbach verpflicblet worden sind, von allen ihrea Verlagsartikeln 
ein Exemplar gratis an die Bibliothek abzugeben. Daher darf es nicht 
Wunder nehmen, dass der Bfleheiiiestand derselben, der 1787 unge- 
fähr 84,000 Bände überhaupt betrug, gegenwärtig bis auf etwa 180,000 
Bände Druck6«)hrifteB und 50,000 Bisseitationen und andere akade- 
mische Gelegenheitsschrifen angewachsen ist. Dabei sind aber noch 
nieht einmal die 3000 Inkunabeln (worunter namentlich sehr eeltene 
and wertfavoUe italienische zu bemerken), eise von Trew herr&hrende 
Sammlung von 17,477 Briefen gelehrter Aerzte und Philosophen ans 
den i. 1695 hie 1769 und 3414 bandschriftliehe Werke undSehiiften 
in 1911 Bänden «nd Paseikeln mit eingerechnet, auch darunter eine 
Amahl you gegen 4000 Ooubletten, deren Verkauf im Ganzen bever- 
Meht, nicht mit inbegriffen. Biese ftüchermassen, die bis 1885 in 
dem alten jelct an den Staat abgetretenen ynivemtätsgebände eidi be- 



120 Mrlantm. 

r«Ddeo, stehen seitdem im ehemaligeo mirkgrlllichen Schlosse am 
Marktplätze, welches, uachdem ea 1614 ausgebranat war, eigens für 
die Bibliothek, das Naturalienkabinel und zur Beschaffung von Räum- 
lichkeiten fftr akademische Feierlichkeiten wieder ausgebaut und einge- 
richtet worden ist. liier im Schlosse h4t die Bibliothek, ausser der 
einen Hülfte des untersten, den ganten mittleren Stock in Bvschlag 
genommen. . In zwei grossen gewölbten Sälen zur ebenen Erde stehen 
in dem einen die Bfkher aus den nalurhistorischen , physikalischen 
und chemischen Fächern, die grosse Sammlung von Dissertationen und 
andere akademische Gelegenheitsschriften , in dem zweiten die liand- 
schriAen, Inkunabeln, Kupferwerke, Handzeichnugen und die Werke 
aus der Archäologie. Ein Zimmer daneben verwahrt die DoubleUen. 
Der mittlere Stock enthält, in vier grossen mit Gallerien und Säulen 
verzierten Sälen, in dem einen die historischen und geographischen 
Wissenschaften, in dem zweiten, dem Hauptsaale, die Theologie, Phi* 
losophie, Philologie, Mathematik, Reisebeschreibungen, die orientalische 
und die reiche rabbinische Litteratur, in dem dritten die Medicin, 
grdsstentheils aus der Trew'schen Bibliothek, in dem vierten die Ju- 
risprudenz , die Caraeralwissenschaft und die abgesondert aufgestelUe 
Sammlung des physikalischen und chemischen Vereines. Ausserdem 
befinden sich noch im mittleren Stocke ein Expedilionszimmer, wo 
auch die deutsche und französische schöne Litteratur, sowie die Lit- 
teraturgeschicbte aufgestellt ist, ferner ein grosses Eckzimmer mit den 
nach Nationen geordneten wissenschaftlichen Journalen, den allgemeinen 
lexikographischen Werken und der besonders katalogisirten Biblioihek 
der Markgräfin Caroline, sodann neben dem Eipeditionszimmer ein 
Lesezimmer und neben diesem ein kleineres fQr den Bibliothekar und 
zur Aufbewahrung der rohen' Bücher und der Registratur. Zwei 
grosse trockene Keller des Schlosses sind zur Aufnahme der Biblio- 
theksciUitze für mögliche Unglücksfälle reservirr« Von Katalogen be- 
sitzt die Biblioihek, ausser den unter der LiUeratur anzuführenden 
und den Über einzelne Abtheilungen vorhandenen Verzeichnissen, nur 
einen allgemeinen Nominalkatalog. An den wissenschaftlichen Fach- 
katalogen wird jedoch schon seit acht Jabren mit Anstrengung gear- 
beitet, und diese Arbeit möglichst bald beendigt sein« Zur Anschaf- 
fung von Büchern hatte der Markgraf Alezander 1770 jäbrlich 150 Fl. 
angewiesen; er schenkte jedoch schon 1780 zor Bildung eines eigenen 
Fonds zu diesem Zwecke der Bibliothek 3000, sodann 1781 nochmals 
1000 und 17S2 abermals 2000 Fl., wozu 1787 aus dem Fonds des 
aufgehobenen fürstlichen Lotto in Ansbach noch weitere 5000 FK hin- 
zukamen. Auf diese Weise hoben sich damals die jährlichen Renten 
der Bibliothek auf c. 600 Fl. Der König Friedrich Wilhelm ill. von 
Preussen erhöhte dieselben 1804 um lOäO und ebenso 1850 der 



König MizuBiliaa Joseph II. vod Bayern um 1000 Fl.» so dass sie 
gegenwärtig, mit Einschluss der Inscriplions* und Ooctorpromolions- 
gebfihren, dorchschniUlich an 3500 Fl» betragen, fiber deren Verwen- 
ilong die Bibliotbeksordnung in folgender Weise besümmt. Der Bi- 
bliothekar erhftlt davon zur Bestreitung der Regiekosten, des Einbin- 
derlobnes und zur Anschaffung allgemeiner Werke %, die theolo« 
gische Facultlt '/si ^^^ juristische 7»' ^i^ medicinische Vt ^n^ ^^^ 
philosophische, weil sie die FAcher der Philosophie, Geschichte, Geo« 
graphie, Statistik, Archäologie, griechischen, römischen und orientali- 
schen Litteratnr, Matlieraalik, Physik, Chemie, Mineralogie, Natur- 
geschichte und der sämmtlichen Staaatswissenschaften vereinigt, '/f. 
Bei den Anschaffungen sollen Werke, die einen vorzuglichen und blei« 
benden Wertb haben, in keinem Fache vernachlässigt, insbesondere 
aber anf allgemein unentbehrliche und iiberliaupt solche, welche we* 
gen ihrer Weitläufigkeit, Kostbarkeit oder Seltenheit in der Begel die 
Grenzen einer Privathibliothek fibersteigen, Bedacht genommen werden* 
Originale gehen in der Regel den Uebersetzungen vor, ebenso Auszügen, 
sobald die Originale das Vermögen der Bibliothek nicht Qbersteigen. Nach» 
drarJie bleiben bei Anschaffungen aus dem Buchladen ausgeschlossen. Wis- 
senschaftliche Monographien «ollen um so sorgfältiger gesammelt werden, 
je leichter sie im Laufe der Zeit sich selten machen oder ganz verlieren. Von 
den gelehrten und besonders kritischen Zeitschriften schafft die Bibliothek 
mit möglicher Berücksichtigung der ausländischen, namentlich engli« 
sehen, französischen und italienischen Litteratur, nur die wichtigsten 
ao, von den übrigen aber das Wunschenswerthe lediglich als ein ge- 
schlossenes Ganze und zu antiquarischem Preise. Die Anschaffung 
der Bücher geschieht durch den Bibliothekar unter Mitwirkung der 
Dekane der Faculläten, wobei die in den Oesiderienbfichern nieder- 
gelegten Wünsche der den verschiedenen Fäcul täten angehörigen Leser 
mit in Betracht gezogen werden sollen. Zur Benützung der Bibliothek 
ist das Lokal, mit Ausnahme der Sonn - und Festtage, täglich geöffnet, 
und zwar zun} Gebrauche des Lesezimmers an den f&nf ersten Wo- 
chentagen 1 — 3 , zum Leihen von Büchern an allen Wochentagen 
11 — 12 und an den fünf ersten 1 — 2 Uhr. Nur in den gesetzlichen 
Ferien, 14 Tage zu Ostern und während des Septembers und Octo- 
bers, bleibt die Bibliothek für Alle, wer nicht akademischer Lehrer 
ist, geschlossen: für diese letzteren ist die Bibliothek auch während 
der Ferien an den Wochentagen II — 12 Uhr zugänglich« Ausgeliehen 
werden Bücher an alle Lehrer der Univ^'rsität, an Vertrauen verdie* 
lende ordentliche immatriculirte Stodenten und, soweit es die vor^ 
lagsweise zu berücksichtigenden Zwecke der Univdirsität gestatten, 
auch an die Lehrer der öffentlichen Schulen, die Geistlichen, Staats- 
diener, Mitglieder des Stadtmagistrates und die übrigen Beamten in 



1S2 ErkmtiH, 

Erlaufen. Die Proressoren haben ausserdem ^as Reoht, ftaeh varaiis« 
gegattgener Meldong bei dem Bibliothekar, Montags und Mittwodis 
von ü Uhr an ganze FSdier der Bibliothek zu wissenschaftliokon Zwe* 
cken in den Säten seihst durchzusehen, was anch anderen - ansässigen 
oder Mos durchreisenden Gelehrten, sowie bekannten nnd ausgezeich- 
neten Studirenden bewilligt werden kann. Mit Aussohlnss der Hand« 
Zeichnungen und Kupferwerke dürfen die Professeren alles zum Ge- 
brauche mit sich nach Hanse nehmen, wogegen das Verleihes gros- 
serer Werke fon atigemeinem Gebrauche an Andere nicht gestattet 
ist. Wer Handschriften, Urkunden und Inkunabeln zu leihen wuRseht, 
der hat der BiMiothek dafQr votlkommne Bürgschaft zu stellen. Die 
Zahl der Leser belauft sich jshrlidi auf c. 400, die der verliehenen 
Bftdher auf mehr als 5000 Bände. Die Oberaufsicht und Leitung 4eT 
BiMiotheksverwaltung hat der akademische Senat, weldier dieselbe 
durch eine aus seiner Mitte und resp. aus den vier FacultBteir ge- 
wShke Btblfothekscommission ausübt. Zu den Pflichten dieser Com- 
mtssion gehört es namentlich, alte Jahre in den ersten Tagen des 
iuH eine Musterung der Bibliothek vorziuehmen, «nd sich 4abei nicht 
nur von dem Vorhandensein alles Dessen, was zur Bibliothek gehört, 
sondern und hauptsächlich auch von dem guten Zustande 4er abge- 
sondert verwahrten Seltenheiten, der verschiedenen Kunstsamoilungen 
and der ^ämmtlichen GerSthschaften zu überzeugen, tie spesielle 
Dibliotbeksverwaltung ist zwei Bibliothekaren (J. G. Fr. Müiler und 
Pfarrer und Privatdoeent Dr. i. C. Irmischer) übertragen, denen zur 
Unterstützung ordnungsmassig vier hierzu besonders quatiflkirte Studi- 
rende gegen bestimmte Bemnneraliovi als Amanuensen und eia ^iblio* 

theksdiener beigegeben sind. 

Dielii de tuIio sereno morfemiuai Oratio, qoa P^ M. Cfei« Trewit pareMavit. 

Erl.1769. 4. 

Pfeiffer, A. Fr., BeyUäse z. Keonloiss aller Büciier u. HaDdschriflea (d. (Er- 
lang. Biblioth.). 3 Stcke. flof. 1783—86. 8. 

Ejnsd. Descriptlo cod. digesti vet. Bibliothecae acad. Erlang. Eri.'1791. fol. 

Harleas, G. Ch., Conmentatio 4e menerabilibiis qtilbasd. Biblioth. acad. Er- 
Uag.I--XI. ürUlSeO— 12. fol. 

Pfeiffer, A. Fr., aeber Bücher-flandgcbriflen nberbaupt(u.l!)rlaog«r iosbefiond.). 
Erl.1810. 8. 

Irmiscber, J. 1)., iiplomat. Beschreibung der MSS., welche sieh In d. Königl. 
UniverstUts^BüiKethek tu Criangen befinden. Nebet d. Gesobiebte 'dies. Biblioüi. 
Bd.1. £rl.l8a9. & 

(Dessen) Yerzeicbniss d. Dnpletien w d. k. UniTers. Bibliothek zq Erlafigeo. 
Das. 1832. 8. 

Bibliothtks-Orfinang d. Kön. Bayer. VniversKät tu Erlangen. Das. 1818. 4. 
Auch schon vorher gedrack«, n. im Scrap. 1847. Nr.4««-B ttitgetbeilt. {fteefc 
§.^iSoil diedeJbe 1)T0llsldodig. 2) im Ausätzte für Stsdirpode Vit \ter AafiMbriA: 
Ordnung für d. Benüttunsi ,d. iön. Vmversil. Hibliothek gedruckt werden.) 

Irmischer, J.C., Bandschciflen-Katalog d. Kön. ÜniTersit. Bibliolbek zn Er- 
langen. Mit 2 Taf. Frankf. a. fl. a, £ri. [852. 8. 



Erlangen^ tNenb90h, 9tsHng€n^ 12B 

Ovsien IuciidMwI- Katalog d. ILödI Itaitemit BiMto«M[ m Brlaogtfi, fhi. 
18fi3u 8. (tot noch nielit «ol^r d«r Pr«sM.) 

JHe Alidoiibr lioiTeniUlsbibliollMk betreff. : 

König, Gl* OralJnncala d« sludiis viror. illuslr. in ^ondend« bjbliotbecis ba- 
bita 1644, qiiuro Senat. ISorimb. Univers. Altdorf. Bibliolbecam insign, donat. 
locopletatam ex aircUore in amplior. locnm translolisset. Altd. 4. 

Trew, G* J., libror. botanieor. Calalogi tres. Norivb, 1762—47. fbi. 

DfeCriehs, J. L., Conmiest. de cod. ro«. Bibliolhaca« acad. Alldorf. CoMUa«- 
lioi Africani de febribus. AUd. (1764.) 4. 

Jrew, C. J., Calalogiis Bibliotbecae medic. philos. 8; miscell. quam ana cum 
Pfaysiotameo soo Acad. Norico - AfHorf. eonsecinTit. Secl. I. Norimb. 1769. 8. 

MooonenUim insigai muoüaoitiae alq. ijyaortati glöriaa €pb. Jac. Trewii «Ic 
grati Baeooriaq. animj et perpei. ciilius stii lestandi canaea factum ab Acad. AU- 
dorfina. Altd. 1769. foi. 

Samralang aller Handlungen und Schrinen, welche zu hocbYerdieot. Ehren 
n. ewig. Gedichtnisse des f}eb. Raths Or. Christ. Jac, Trew etc. «regen der vo« 
ihm 4. Ooivcrsit. zn Altdorf gemachten Schenkung seiner cuiTergitiafal. Miiotbtk 
B. Piaüraiienkaminer etc. zum Yorscbeio gekommen sind. Mit ein. histor. Vor«- 
beriebt von G. A. Will. AUd, 1770. foI. (Ausserdem wird noch eine Sammlung 
von Gedenkscbriflcn in Bezug auf die Trew*sche Schenkung 1774 — 1809. 4. an- 
geführt, wovon die 1774 — 87 «rschienenen Stocke mit Nr. 1 — 4 beiMchnet, die 
fthrigen onler veradiied. Titehi n. von verschied. Verf. horaosgogabentii abar 
nicht nanaerirt saifi solleji.) 

(Will, G.A.) Nachricht von d. nach Altdorf gestift. Trew'schen Bibliothek 
0. Naturariens^mmlung, ii. d«ren feierl. Eröffnung. Altd. 1770. 8. li. Ausg. Das. 
1794. «. 

Morr, Ob. G.de, Mcnorabilia Bibliotbccarmn No;4nbergens. pnbl. et Utit« 
AJtdorfip. Ht Voll. .Norimb. 1786-701. 8. 

König, J. C, Index librör. meroorab. in Bibliotheca Trewiana. P. 1. .Altd. 
1796. 8. 

Die Heilsbronner K1ostei4>ibliothek betr.: 

Hocker, J. L., Bibliotheca Heilsbronnens, s. Catalogns Ifhtof. otanlnm t«m 
msstor. quam impressor., qni in atlterr« Monasterii Heilsbronn. Bibliotheca 
pobl. adsttrvanittr. Norripb« 1781, Xo^ (Bildet an^b den 11. Tbeil vcm Hocker's 
HeiUbronn. An tioui täte Oschatz. Oüolzb. 1731* fol.) 

Ellrod^ G. A., Progr. de memorabil. Bibliotbecae Heilsbronn. publ. Baruth'. 
1790-41. 4. (3 Progr.) 

Pfeifffr, k.fr.r Pt»gr. da aod. membr. t saeo. XI. aut Klf. BibRotb. ffcail-* 
broon» nnoc Erlang., qni inlar alioa üon infimi praiii AracUt* einm viMB et act| 
S. Odijiae virg. üxhibet. 3ecl. 1-^11. Erl. 1784. fol. 
Die St. Jobstcr Klosterblbliolhelt betr. : 

Oetler, S. 6., Progr. de memorabilibns fiibliplb^ae Monast. S. lodt>ci, tulgo 
S. Jvbat nonenpati. ErL 1746* 4. 

ȧeliallebrerbibUotliek. 
üesBtxß Q. Vemiohniss d. •SchaMafarer - BiMiotbak im 4mte NiMteiMUBafl-» 
thal zn Erlwbacb. Auf d, 1. Wiptermanat. 1895. 8. 

H«»lln|^ii. 

*JBibli«tiiek des Pjidagogisms, deren Stiftangszeit unbe- 
knot, tiC mk der des 1811 eafgehobenea AluioBeuins verehrigt wer- 
den« Sie 4i«ot •bloa tum OebrauelN der Lehrer, «d eatiiieU Bude 



12ft JbfMifiii, JAHtm 

1847 Aber 1300 Made meist pWlologwclier iuhI pMagogischer Sehrir- 
teD, ra denen y seil die Reslanstall mit dem Pidagogiam verbunden 
worden ist, aoch viele realwissenschafllicbe Werbe gekommen sind. 
Jedef neu eintretende SchQler muss xnr Vermehrung der Bibliothek 
einen Beitrag geben, welche Beiträge mit Dem, was xu gleichem Zwecke 
sliflungsmlssig ausgesetxt ist, jährlich 60 — 70 FL betragen. Die Auf- 
Sicht Ober die Bibliothek hat der jedesmalige Bector der Anstalt. 

^Bibliothek des Schuilehrer*Seminares ist unbedeutend. 

*Stadtbibliothek ist 1S3S durch Vereinigung der Samm- 
lungen der aurgehobenen Klöster entstanden, wober auch ihre Hand- 
schriften stammen, die jedoch nur von geringem Werthe sind, nichts 
historisch Interessantes , sondern nur Scholastica und Oberhaupt Theo- 
logica entlialten. Die Aufsicht über die Bibliothek hat von Ad Tang an 
stets der Oberpfarrer gefiihrl, in dessen Wohnung sie auch aufgestellt 
ist: Bibliothekar war stets einer der Diakonen. Ende 1847 betrug 
der Bestand gegen 100 Handschriften und c. 2000 Bände gedruckte 
Bficher, die aber, da die Bibliothek nicht tur aligemeinen Benutzung 
gedffnef wird, wenig oder gar nicht benutst werden. Die Mehrzahl 
der Bücher besteht aus Werken der Beformationsseit, namentlich theo* 
logischen und historischen, auch einigen alten Klassikern. Zur Ver- 
mehrung der Bibliothek musste einer Verordnung von 1735 zufolge 
Jeder, der in den Bath aufgenommen wurde, und jeder sonst neu an- 
gestellte Beamte ein Werk oder einen . Geldbeitrag von 1 PI. bis 1 PI. 
45 Kr. geben ; allein diese Verordnung ist schon längst in Vergessen- 
heit gekommen, und eine andere Geldquelle zur Anschaffung von Bfi- 
chem nicht erdffnet. 



*Grossherzoglich öffentliche Bibliothek ist 1816 
entstanden: den Grund dazu legte der Herzog Peter Friedrich Ludwig 
von Oldenburg durch Ankauf der auserlesenen gegen 8000 BSnde 
starken Bibliothek des Justizralhes G.A.v. Halem zu Eatin (^ 1819). 
Dazu kam noch in dem nämlichen Jahre eine vom Capilain A. M. Ap- 
penfelder in Kiel (f 1818) zum Nulien der Schule und des Publi- 
kums in Emin dem Hersoge geschenkte BQchersammlung von mehr 
als 2000 Bänden, wofür dem Geber eine Pension von 400 Thir. ver* 
liehen wurde. Beide Sammlungen fanden anfangs ihren Platz auf dem 
Eutiner Schlosse, wo sie jedoch dert Publikum wenig zugänglich wa- 
ren, bis sie auf Befehl des Grossherzögs Paul Friedrich August 1836 
im neuen Schulhause ihre Aufstellung erhielten, und hier mit. einigen 
anderen Bflchervorräthen — einer bauptsächlich von mehreren Bischö- 
fen des Bistbums Lübeck herstammenden, auf den Groashefzog ver- 
erbten fürstlichen. Handbibliothek von etwa 6000 Bänden, sowier den 
f:«400 Bänden der 1782 bis 1805 von den Rectoren J»H.Voas und 



Flensburg, St. FkHaHßFrai^kmbm'g, Franken^ ISS 

und 0.6«Bredo\v «ngel^gleii SchttlbiUidthek — lu eiaer öffenlKchen 
BibUolhek veremigt wurden, Aber welcke der jedesmalige Reeter der 
Gelehrtenschiile die Aufsieht führen soll. Seitdem ist die Sammloag 
theüs dnreh regelmässige jihrttcbe AnschaffiiDgeii , theils durdi ver« 
scbiedene Sehenkimgeo , z.B. 1SS9 yon 550 Binden aus der Biblio* 
thek des wirklichen geheimen Oberregierungsrathes Nicolovius in Ber* 
lin, bedeutend vermehrt worden , so dass sie naeh Ausscheidung von 
c. 1800 Binden Donbletten, welche zum Theil gegen die Doubletten 
der Öffentlichen Bibliothek in Oldenburg umgelauscht wurden, 1851 
bereits gegen 19,000 Bbide slhlte. 

Flennliiirg. 

* Schulbibliothek ist 1546 durch L. Naamanu begründet 
worden» und hat, nach Abgabe von Büchern an die Predigerbibliolhek 
zu St. Nicolai, von dieser andere Werke dagegen erhalten. Sie steht 
im Schulgebftude unter der Aufsicht des Rectors, und wird, zunächst 
zum Gebrauche der Schüler (aiif Wunsch auch für das grössere Pu- 
blikum), wöchentlich einmal geöffnet. Ende 1847 belief sich die Zahl 
ihrer Bucher auf etwa 4000 Bände.. 

Ein Katalog ist 1845 gedruckt. 

St. Florian, 

'Bibliothek des regulirten Chorherren-Stiftes, in 
sechs Zimmern, ist die gewählteste und hinsichtlich der älteren so- 
wohl als neueren Litteratur am besten ausgestattete Sammlung unter 
allen österreichischen Stiftsbibliotheken« Ihre Mss. sind freilich mehr 
an Zahl, als an Gehalt bedeutend , da die vorzüglicheren zu zweien 
Malen für die Wiener Hofbibliolhek ausgesucht worden sind. 

Diioin-Borkowski, zar Geschichte d. alt. poln. Psalters zu Sl. Florian b. Linz. 
Wien. 1835. 8. (?) 

Vrankenberg (in Sachsen). 

*Schulbibliotbek besteht aus etwas mehr als 600 Bänden. 

Frankenhaiuien» 

*Gymnasialbibliothek entstand um die Mille des XVIII. 
Jahrhunderts, 

Maoniske^ J. Fr., Nachricht 'tod d. neu angelegten Schnibibliothek in Fran- 
kenhaasen. Das. 1759. 4. 

Frankfurt a.M. 

^Bibliothek der Deutschen Bundesversammlung ist 
von der ehemals in der Paulskirehe befindlichen Beichsbibliothek der 
früheren deutschen Nationalversammlung getrennt. Letztere, die 1848 
begründet , und zumeist durch fireiwillige Beisteuern deutscher Buch« 
hindler gestiftet worden ist, besteht aus c. 4500 Bänden, wovon etwa 
1000, deutsche Geselzsammfaingen und landstflndische Verhandlungen^ 
die verschiedenen deutschen Regierungen geschenkt haben. Dem an 



lU» dwlidie BMdiiTttsaaiMtaag geikktetM Ant»«g«i Am$ diise Bi* 
MioÜMk Ü9 AaTasg und Gruilkge eioKr «NgcnekitA donUdwi tf«- 
tiMalbibMoUiek erbaltea «od vcrimlirl werden invg«» wird kaimi Folge 
gegekeB werdes» da die Bandecversaminlttog ihfer ErJiiarw^ zufolge 
die Gritaiduog eiaer deuUelieo NaüeoalbibJüoihek weder ate eiM Ver- 
pAkblung des deulechen Bundes, noek a««eh fQr jeUl al« eia Bedürf 
■IM im natioiialen lateresse hetraehtea kann. 

^Bibliothek der Gesellschaft avr BefArdevsag siltz- 
lieber Kftnste isl fOr die Nitgliedet dreiiAal iji' der Wociie Abends 
geöffnet. Den Gesellen und Lehrlingen siebt der Besuch dea Lese» 
Zimmers im Winter Sonntags gegen Abend frei. 

'Bibliothek der Senkenb^rgischen naturforschen- 
den Gesellschaft, in Verbindung mit dem medicinisch-naturwissen- 
scbaftlichen Institute und dem physikalischen Vereine, ist 1763 ent- 
standen: den Grund dazu legte der Grossherzoglich hessische llof- 
medicus J. Ch. Senkenberg. Sie wird zweimal in der Woche geoITnet. 

'Bibliothek des Städelschen Kunst-Institutes ist 
1816 durch ein Vermächtniss des Banquiers J. F. Stddel gestiftet wor- 
den. Zutritt zu ihr hat man wöchentlich zweimal. 

'Stadtbibliothek« welche die Sammlungen des Domsüftes 
und der früheren Dominikaner- und Karmeliler- Klöster der Stadt in 
sich aufgenommen hat," ist 1484 durch ein Vermäthtniss Lud\vig'$ von 
Harburg gestiftet, und später durch folgende PriYatbibliotlrekea ver- 
mehrt worden: 1624 des Arztes H. Beyer; 1649 des Schöffen J. M. 
2um Jungen; 1708 des Advokaten Pb. Fr. Pistoris; 1721 d^s Archfrars 
i.M.Waldschmid und des Predigers B. Waldschmid, etc. Auch hat sie ans 
dem BQchernachlasse des 1851 zu Frankfurt terstorbenen Stadt- und Land- 
gerichtsrathes i. Fr. H. Schlosser alle auf Frankfurt bezflglichen Werke 
vermacht erhalten. Ihr gegenwärtiger Bestand belauft sich auf 80,000 
Bände, worunter mehrere Hundert Jokunabelo und eine grosse Anzahl 
wichtiger Mss. sich befinden. Diese Bücher stehen , nebst einem Münz« 
cabinet und einer Sammfung von Alterthümefn, besonders ägyptischen, 
in dem geschmackvoll eingerichteten neuen Gebäude, welches in der 
Nähe des Obermain ihores nach dem Plane von Hess mit ziemlicher 
Pracht aufgeführt, und IS25 vollendet worden ist» Sie sind in 172 
Fächer geschieden, wovon die ersten ft^ die Theologica mit Einscliluss 
der Poetae Gbristiani entJtalteu; BO-^äO* die Juiidica; dl — *ft8 die 
Mediea; 59 — 65 die Encyclofiiaiedia, Bibliofegia, Catalogi> Polygraj^bi^ 
Gommentatiiones societatum doctafums Eplienerides politicae et litte- 
rasiae; 66-8$ die Philologia, Lingjuaej Ancteres Graeci, LaCini, Meo* 
laünii Germanici et rehqui^ ParoeuMOgrapbi ; 84 — 137 die Historica 
mit Inhe^riff der Happae, EpistoJUe mi Historia Geaeris buiMDi; 
133 — 142 die Goaeilia, Vitae Sanctorun^ Bistovia ecolesiaalica univer- 



Frankfurt a. Jf«, Wr€mk^i a. 0., Freiherg. 127 

sali«, Historui ReformatiOBis, Online« monaitici et miliUrei; l4i%*^\At 
die Hietom Bitaralie; 147 — l&S die Hatbenuitica «niTeisalie, port et 
appHcala, Aetroneoua, Physica, Ckemia, Sdeatiae oceolUe; lÖ^^lftS 
lUe PhiloiOf^ia epecolativa, Litterae elcgantiorea, Artee, Maska, Arelii* 
teeCiira; 159 --^164 die Pacdagogia, Oeconenia, Tediaelogia» Merea» 
tan, MiiiUria, Poliliea; 165 die Francofarteiiaia ; 166—171 die Die- 
sertationes et Libri minores in specie politict; 172 die Manuacripla. 
Zur BennlxiiBg ist die Bibliolhek an du» ersten f&nf Wodientagen, 
tbeils in den Morgen-, theils in den Nacbmtltagsstunden , geMneU 
An der Spitse der Verwaltung stebt eine Conrnnsflion tou drei Senat»- 
depoUrten. Das flbrige Personal bestand vor einigen Jahren ans zw« 
Bibliothekaren (deren erster Dr. J. F. Böhmer ist) , einem Secrctaire, 
einem Amannensia und einem Portier, 

BiMioüieea Jnngiana s. CaUlogwa libror., qno« coroparavit J« N« Zum JangNi. 
FraJicof. 1682. 4. 

Locii, J. J.y Catalogus ßibliolliecae publ. Moeno-Francofurt. Ibid. 1728. 4. 

Naniinopbylaceam Glockiannm s. CoMeclio 3290 nnmor. tarn Graecor. quam 
Roaanor. A. Fk. Glociii. Fraacof. 173A. 9. 

Hallhia, Fr. Cb., Naehricbt foo Hiob Lodolfs noch Torband. meist liurar. 
Briefwecbsei , nebst drej daraas zuerst volUlaBdig miigelheiit. Scbreibeo des N« 
Heiosius. Frankf. 1818. 4. 

Dessen Frogr, von einigen bedeut. Bereicherangen d. Stadtb?bMothek, Frankf. 
1819. 4. 

Plan der Sladtbibliotbek. S. Serap. 1849. Nr. 7. 

Fnudifurt a. O. 

*Gymna8ialbibliothek ist zn Anfang des XVil« Jahrhunderts 
entstanden. 

Scböltfea, Gh., Historie d. Frankrortischeii ScbulbibUetbck. Fninkf. 1719. 4. 

Fretberg^. 

Bibliolhek der Berg^Akademie ist gleich bei der ^tif* 
tnng der Akademie 1765 durch Bfichergeschenke des Generalberg« 
commissarios ▼. Heynitx und Oberberghauptmanns v. Oppef, sowie durch 
Ankaufe begrtkndet, und hauptsächlich 1826 durch die vom Bergrath 
A. G, Werner hinteriassene sehr werihvolle und zahlreiche Bacher- 
sammlttng Termehrt worden, von welcher letzteren jedoch das Gymna- 
sium den philologisch-historischen Theil, anfangs nur zum Gebrauche, 
später zum Eigenlhume erhallen hat. Der gegenwirtige Beatand be- 
lanft sich (Mitte November 1852) auf 2 1 ,427 Binde Druck - und 339 
dergleichen Handschriften, sowie 2451 Blätter Karten und Kupferstiche. 
Nach der seil 1826 bestehenden neuen Ordnung sind dfe Bflcher in 
folgenden 16 Hanptabtheilungen aufgestellt: I. Präparativer Theil; II. 
Mathematik; tll« Physik; IV« Chemie; V. Naturgesehiehte; VI. Mihera^ 
togie; VILGeognosie; VIII. Teehnisoher Theil; IX. Geographie ; X. HQns- 
kimde; XI. Sächsische Oesebichte; XII. Cnlturgesehichte; Xlfl. Came- 
ralistik; XIV. Juristischer Theil; XV. W^rterbttcher; XVI. Magazine 



UAd ZaitoehriflieB. Die Handsehrifken und Karten sind davon getrennt, 
lieber jede der genannten Abtheilungen iat ein wisaenachafUichcr 
JUtelog vorbanden, sowie ein alpbabetiicker Gesanuntkataleg über die 
ganze Bibliotbek. Zur Vermehrang der Bibliolbek steht jihriich eine 
SttBune von 760 Thlr. sur Verf&gttngy.binsichUicb deren Verwendung 
von slnimtlich«n akademiscben Lehrern VorschUge tu machen, und 
diese durch das Bibliolhekarial scbrifllich dem königlichen Ob^^berg- 
amte, vorkommenden Falles auch nur mfindlicli dem oberbergamtlichen 
Directerium, die darüber entscheiden, miUutheilen sind. Die fiber 
Berg baukunst, Hüttenkunde nnd Bergrechte erscheinenden Werke werden 
möglichst voÜstAndig angeschafft, von den Abtheilungen der Mineralo- 
gie und Geognosie mit Einscbluss der Petrefaktenkunde das Wichtigere, 
wenigstens in der deutschen Litteratur und, soweit die Mittel dazu 
reichen, auch in der franiösischen und englischen, in den Fächern 
der Mathematik endlich, der Physik und Chemie nur Dasjenige, was 
für das Freiberger Studium von einiger Bedeutung ist. Mit Ausnahme 
der akademischen Ferien Qe 14 Tage zu Weihnachten und Ostern, 8 
Tage zu Pfingsten und den ganzen August und September hindurch) 
wird die Bibliothek regelmassig Mittwochs 3 — 4 und Sonnabends 
2 — 4 lihr zur Benutzung, besonders auch zum Lesen der neueren 
Hefte wissenschaftlicher Zeitschriften, geöffnet. Das Recht sur Be- 
nutzung haben alle beim sAchsischen Staatsbergbau beschäftigten Be- 
amten, vorzugsweise die in Freiberg und Umgegend wohnenden und 
die auf der Akademie Sludirenden. Andere werden nur auf spezielle 
Erlaubniss des Oberbergbauptmanns zum Gebrauche der Bibliothek zu- 
gelassen; Die Biblioth<>ksgcschäfte werden, unter Assistenz eines Ania- 
nuensis, von zwei Professoren verwaltet, von denen der eine der jedes- 
malige Bergakademie - Inspector (Dr. F. Reich) ist: dieser besorgt das 
Anschaffen der neuen Werke und Fortsetzungen, das Einbinden, das 
Eintragen in die Kataloge, das Ausgeben der Zeitschriften, wogegen 
der andere ( Bergamtsassessor M. F. Gätzschmann ) das Leihgesclijkft 
unter sich hat. Die Bibliotbek befindet sich übrigens in. einem Seiten- 
gebäude der Akademie, welcher auch zu anderen Zwecken verwen- 
det wird.- 

AvertissemeDt vom 27. April 1767. 4. 

Verzeichniss d. Doobletten d. bergakadem. Bibliolbek 20 Freiberg, grössten- 
ibeils aas d. Weroerschen Nachlade, welche vom 4. Aug. 1634 an versteigert 
werden sollen. Freib. 1834. 8. 

Gymnasiatbibliothek (in zwei Zimmern im Schulhaiise) 
ist 1565 aus den in der Domkirche vorgefundenen Büchern der frü- 
heren Bibliotheken des Domcapitels, des Franziskaner- und des Do- 
minikanerklosters zu Freiberg begründet worden. Irrig oder wenig- 
stens sehr unsicher ist die Nachricht, dass das Gymnasium, welches 



triiberg. l^A 

seine Entstehimg ISS2 den Land* und Markgrafen von Thüringen «nd 
Meisseo, fialtbasar, Wilhelm, Friedrich, Wilhelm und Georg, verdankt, 
schon ?on diesen eine sehr bedeutende Bibliothek erhalten habe. Si* 
obere Nachrichten liegen nur von der 1566 gestifteten Bibliothek vor, 
die, im Gymnasium aufgestellt und 157S inventirt, seit 1604 mit Hilfe 
vieler Schenkungen von Privaten und namentlich durch die Gewerk- 
scha/UzaschOsse, rasch zu wachsen begann. So erhielt sie 1644 die 
Büchersammlung des Kanzlers G. Krakau, und, ausser anderen Geld-« 
legalen, 1758 ein Neuntel der Einkünfte von dem Gute Hals, welches 
von dem Leipziger Professor Dr. S. Th. Quellmalz der Schule vermacht, 
und von dieser 1833 für 16,050 Thlr. verkauft worden ist. Der 
bedeutendste Zuwachs ward ihr aber 1850 zu Theil, wo sie denjeni- 
gen historisch-philologischen Haupltheil der vom Bergrath A. G. Wer» 
Der der Bergakademie hinlerlassenen Bibliothek, dessen Mitbenutzung 
dem Gymnasium schon seit 1827 gestaltet gewesen war, geschenkt 
erhielt: dieser nicht weniger als 424^ Bände enthaltende Theil wurde 
dem Gymnasiuoi dergestalt geschenkt und überlassen , dass er in leco 
Cymnasii aufgestellt werden, den Bergbeamten aber, sowie den Berg- 
^kademisten unbenommen sein solle, Bücher daraus zu erborgen. Der 
Gesammlbestand der Bibliothek beträgt jetzt über 12,000 Bände, 
darunter einige Mss., und ihr Gapitalfonds etwas mehr als 1400 Thlr., 
von deren Zinsen und einigen anderen Nebeneinkünften jährlich c. 100 
Thlr. zu Büdierankäüfen verwendet werden können. Zur Benutzung 
ist die fiibliothjek, soweit nicht eben in Betreff der Werner'schen 
Abtheiluog andere Verfügungen getroffen worden sind, zunächst für 
die Lehrer und Schüler des Gymnasiums bestimmt, aber auch für 
das übrige Freiberger Publikum ohne Schwierigkeit zugänglich. Hit 
Ausnahme der gesetzlichen Schulferien wird sie zum Gebrauehe 
wöchentlich einmal (auf Wunsch auch mehrmals) geöffnet. Die 
Oberaufsicht der Bibliothcik hat der Stadtrath, die Verwaltung, 
^Qler Inspectiott des Rectors, einer der Lehrer (d. Z. der Octavus 
^V.Prössel). 

Lieben, T., nobiliss. ampliss.qne Freiinrgae Hermnadoror. Senatai Biblio- 
l^beca ibid. pablica pro insUaralione sni gratias agit publ. (Freib.) 16S3. foU 
«edicht 

Beyer, J.J., Oratio de Bibliotheca Freibergens. Altenb. 1716. fol. 

Möller, S., Progr. de Bibliotheca (Freiberg, publ.) rarsas aperieoda. Freib. 
1723. fol. 

Ejnsd. Progr., Memoria nonnoUor., qnorum ollm et mnneribas Grevit Bibllo- 
^«cea Freiberg, publ., et patrocinio, oi aogescere poaset, coofirmata est. Freib. 

Kjasd. Progr., Memoria major., qnorum munificentia et liberalitate Bibliotheca 
*feiberg. publ. constitota est. Freib. 1725. fol. 

. EjQsd. Progr. de scriptor., ac typographor. antiqnior., io Bibliotheca publica 
*'«iWg, iBYentor. Freib. 1726. fol. 



189 FrHberg, FrMlmirg {im BrtUgßu). 

Eljasd. Prop, d« MSS. ad rea sacrain, jara, pl^iloso^ aU|«e hisior» perti« 
oent. Freib. 1727. fol. 

Hecht, Fr. A., Einleitung zu einer histor. Nachricht ton der Freyberg. Schnl- 
bibliothek. Frtyb. 1799. 4. Pr«gF. 

Deisen Aolasg einer bislor. NaQhrjcbi to«l iet Freyb, $eliBlblU< Frejb. 
18pl. 4> Progr. ^ ForUeUung. Das. 1801. 4* Progr. 

Dessen Beantwortang einiger Einwürfe gegen den Nutzen öffeniK Bibliothe- 
ken insbesond. der Freyberg. Schnlbibl. Freyb. 1802. 4. Progr. 

Dessen litterar. Nachricht von einigen HaodiehriflfA u. viaton lypograpk. 
•Saltenhait/en in der Freyberg. Schnlbibl. Freyb. 1803. 4. Progr. 

Dessen Fortsetzung d. bistor. Nachricht von einigen allen DruckachrifteD is 
der Freyberg. Schulbibl. I—ü. Freyb. 1804— 805. 4. Progr. 
Die Stifts- und Klosterbibliotheken betr.: 

Petzholdt, J., Bibliotheken d. kloester n. d. oallagiat * stiftaa lu Freiberg. 
Dread. 1843» 8. GratolaUoiisaehrift. 

'Bibliothek der St. Jacobi-Kirche enthält unter Ande* 
ren die Bücher des friUieren M«ria«MagdaIenen Jungfrauenklostera, aus 
denen sie zur Zeit der Beformation zun&cbst gebildet worden ist. 

«Bibliothek der Haqdels-Schule ist 1850 durch die 
BandeUinnung, welche eine namhafte Summe daiu verwilligt bat, be- 
gründet worden. 

«Bibliothek de« Gewerbe*Vereines ist 184i4» %^^^^' 
zeitig mit dem Vereine, gestiftet worden, und seitdem durch »Gescheoiie 
des Stadtrathes und der. VerQinsmitgUQ(|er, sowie durch Ankäufe auf 
mehrere Hundert Bände angewachsen. Sie steht nicht blos den Mit- 
gliedern, sondern auch den Schülern der vom Vereine gestifteten Fort* 
bildungsaustalt für Gesellen zur Benutzung offen. 

WweihuKg (im Breisgau). 

«Bibliothek der Loge zur edlen Aussicht hat Ende 
des XVIU. Jahrhunderts die Buchersammlung des Buchhändlers Wagner 
angekauft. 

«Universitätsbibliothek besteht in ihrer gegenwirtigeo 
Zusammensetzung seit 1773, und vereinigt in sich die SamfflluogeD 
der ahen Hochschule, Facultäten und Alumnathäuser» sowie einen Tbeil 
der den säcularisirten Stiftern und Klöstern des Breisgaues und Scbwan* 
Waldes (namentlich der Benedictinerabtei St. Blasien) früher zugeböri- 
gen Bücher, wozu im Laufe der Jahre, ausser der Bibliothek des tbeo* 
logischen Lesevereins, mehrere Privatsammlungen von Professoren, ^ 
die von de Benedictis, KIfipfel, Morin, Terger, Ruest, Sanier, SaulieTi 
hinzugekommen sind. Besondere Erwähnung verdient die Acquisilion 
der Bibliotheken des Regierungsratbes Professor J« A. v« Riegger und 
deis Regierungsratbes v. Greif eaegg, von deneii die erster^ 1778 ß^' 
10,000 Fl., die andere ein paar Jahre später für c. 3000 Fl. aage- 
kauft worden ist. In neuester Zeit erhielt die Universität z^ei Biblio- 
theken vermacht, und zwar erstens 1845 die des Professors Dr. K.J* 
Perleb, nebst einer Summe von 2000 F|.» dan^it di^ Zim^n davoa 



PrtOhKtfi (te Ürfiijfau), Ar^fliuy {im U^okUauM)* Itl 

nr weit»eB VenDcknittg der Sanuffloiif^ terweft^l werdoD kditnen, 
und zweitens die Biicher- und AntiquitacensarmiiTtan^ de^ Domdekaor? 
Geheimraib Dr. i.L. Hug (f 1840), wovon jedoch diejenigen Bflcber, 
welche die Universität bereits besass, an die Lycealbibliothek zu Con- 
staoz abgegeben werden mussten. — Die Bibliothek ist in einem dem 
ÜDiversiiätsbaue gegenüber gelegenen eigenen Gebäude aufgestellt, und 
eolbält fiber 100,000 (nach einigen Angaben sogar 170,000) Bände 
Druck- und über 300 Handschriften, welche letztere Zaiil freilich, in 
Betracht dass die Bibliothek mehrere ältere Sammlungen zur Grund- 
lage hat, wider Erwarten unbedeutend erscheinen mag. Zum Ankaufe 
von fiöchern ist eine Summe <on jährlich 2000 FL ausgesetzt , die 
>ber fast regehnSssig jedes* hhr durch attsserorden Hieben Züschuss 
ziemlich um die Hälfte erhöht wird, noch ganz abgeseben davon, dass 
▼on jedem fn Baden verlegten Werke ein Freiexemplar an die Bibllo- 
äiek abgegeben werden muss. Anfangs hatte die letztere zu ihren 
Ankäufen nur 500, später sogar nur 300 FI. Mit Ausnahijie der 
Sonn- und Festtage ist die Sammlung' jeden Tag zur Benutzung zu- 
gängiicfa, und wird zu diesem Behi^e Uitlwoths und Sonnabends 2 — 4 
iiod an den übrigen Tagen 10 — 12 Uhr geöffnet; doch müssen die 
'Qsgeiiebenen BQcher sowohl in der Woche vor Ostern als vor Mi- 
ciiaelis sämmUidi eingelieferi werden. .0ie Zahl der verliehenen BQ- 
^f betrug seither durehscbBlttlieh jedes Muc^ 6--7i00 Binde. An 
der Spitae der Verwaltung steht, neb<n einer aas Profeseoven zusa»* 
meogesetzten Bibliothek • Gommission , ein Oberbibliothekar« 

DoQbletten - CUUlog. Freib. 1820w 8. n. a. 
. Atnann, H., Praestantior. aliqnot codd. MSS., qai Fribargi servantur, ad jn- 
nsprodeM. spedviirHum Notitia. Fase. 1<-H. Frib. 1836—37. 4. 

Fretbnri^ (im üechtlande). 

^Kantonsbibliothek ist aus den Ueberresten der Bücher* 
sammlangen der aufgehobenen Klöster, besonders des Jesuitencoliegiums 
^sammengesetzt. Aus letzterer stammen die ßficherreste der Lie- 
'^enauer Schlossbibliothek , die von der Exconventualen-Societät der 
Weissenauer Ordensleute (aus der diesen von ihrem früheren Abte 
Bonaventura f 1816 hinterlassenen Buchersammlung) ge'stiftet, und von 
^^Q) letztverstorbenen Mitgliede dieser geistlichen Verbrüderung an 
^ Freiburger Jesuiten abgegeben worden war. 

^StadtJ^ibllotbek ist IG — 12,000 Bände stark, und enthält 
^>«le wichtige Hara^. zur Geschichte von F^reiburg. Einen sehr bedeu* 
Menden Zuwachs verdankt sie dei» PtamishMer P. Greg. Girard (f 1850), 
^ ikr seine ges^mmi^, belsowlers ao> pbilasophiseben und pädagogi- 
sch^ Wenfaen reiche Büchers«fflmliing hinterlassen b*i. Zuir Benutauftg 
^ird m >iden Moolag, Dqnnerstag und Sonnabend NaelunittagB & 
SUifidw gfiäfihet. 

9* 



1S2 Freyenfeh, FroMmrg, Fikm/kiftehen, JttralMiMi, FMa, 8i. Gallen. 

(JuDditU) CaUlogae d» U Bibliolb, dt la Soci^U iconomi^e de Friboarg. 
Frib, 1636. 8. — (Yolmar) Soppl^m. I--1I. Frib. 1843. 8. 

Werro, R.^ Notice sur TorigiBe et le d^Teloppemeot de la Bibliolh. de ia 
Soci6t6 ^coDomiqae de Friboarg. Frib. 1849. 

FreyenfeU. 

* Hospiz-Bibliothek, wovon jetzt nur noch einige 20 Bü- 
cher vorhanden sind, mag frQher nicht, ganz unbedeutend gewesen 
sein, das Meiste aber durch die Bamberger Gapuziner, mit denen das 
neuerrichtete Hospiz 1718 besetzt worden .war, bei deren RQckkehr 
nach Bamberg 1754 eingebüsst haben. 

Frohliiirg. 

*Schulhibliothek besteht zur Zeit nur erst aus ein paar 
Hundert Bänden. Den Grund dazu legte der geheime Legationsralh 
£. BlQmner, welcher der Schule 71 Bände zum Andenken an die Rück- 
kehr des Königs Friedrich August am 25. Juni 1815 nach Sachsen 
schenkte« 

FfinfkircheB. 

*Bischö fliehe Bibliothek ist 1774 begründet worden. 

*Oeffentliche Bibliothek ist 1770 entstanden, und enthält 
unter Anderen die Büchersammlung des Bischofs Kümo. 

Ffirstensteln h. Fretliiurg (in Schlesien). 
^Gräflich Hochberg'sche Majoratsbibliothek unter 
der Aufsicht des Domänen • RenUneisters, enthält 45,000 Bände. 

F«lda. 

^Kurfürstliche Landesbibliothek ist 1775 unter dem 
Fürstbischof Heinrich VIII. von Bibra, welcher die Bibliotheken, der 
alten Fuldaer Benediclinerabtei und des fürstlichen Schlosses zu Einer 
Sammlung vereinigen, und in einem eigenen Gebäude aufsteUen liess, 
begründet worden. Auch übergab ihr 1803 der Fürst von Fulda 
Wilhelm von Oranien, dem die Benedictinerablei Weingarten zugefallen 
war, deren gesammte Bibliothek. Die Gesammtzahl der Bücher soll 
sich auf mehr als 50,000 (nach Anderen nur auf über 12,000) Bände 
belaufen« Guraior der Bibliothek war früher der Regierungsdirector 
Arnold, Bibliothekar der Professor Ph. Wehner. 

Die Bibliothek der Foldaer Benedictinerablei betr.: 
(Kindlinger, N.) Nachrichten ?on der ebemal, aas lauter Handschriften be- 
stand. Bibliothek in Fulda o. dem noch vorband. Katalog derselben. Leipz. (o. 
Frankf.) 1812. 8. Aus Welle's Bucbonia 1811. Heft 2. abgedruckt. 

St. CMlett. 

«Bürger- oder Stadtbibliothek, von J. v. Watt (Vadianus), 
der ihr seine Büchersammlung vermachte, auch Vadianische genannt, 
ist 1536 durch den Magistrat begründet, und unter Anderen dnrch 
die B. Schobinger'sche Sammlung vermehVt worden. Sie steht im vor« 



St. Gallen. 138 

maligen StKatharinen Frauenliloster, dem jetzig^en städtischen Gymna- 
sialgebände, and enlhllt gegen 20,000 BSnde Druck- und ober 400 
Haudscbriflen, meist Geschenke, auf welche das l^chsthum der Biblio- 
thek überhaupt zum grösseren Tfaeile angewiesen ist, da sonst zu An- 
schaflungen von Bfichern, und zwar von Fortsetzungen, blos die Zin- 
sen eines kleinen dem Ribliothekscollegium d. i. einer freien Gesell- 
schaft von Bürgern gehörenden Kapitales von 0000 Fl. Rh. disponibel 
sind. Bisweilen macht jedoch auch der Magistrat Ankäufe. Zur Be- 
nutzung ist die Bibliothek für die Sladtbürger bestimmt, in der Hegel 
aber jedem Litteraten zugänglich, und wird zu diesem Zwecke im 
Sommer Montags und Donnerstags, im Winter blos Montags (für 
Utteraten auf Wunsch jederzeit) geöffnet. Nur im October bleibt die 
Bibliothek behufs der Revision geschlossen. Die Zahl der verliehenen 
Bucher belauft sich jährlich auf c. 1500 Bände* (Bibliothekar war 
1847 der Pfarrer zu St. Leonhard bei St. Gallen, J. J. Bernet.) 

ZoTerläss. Yerzeichniss der anooch Torband. gross, o. klein. Handsehriflen, 
welche der bei aller gelehrt. Well sehr hochgeschAtzte Aeg. Tschadi Iheils mit 
eigener Hand geschrieben, theils zu seinen rieten gelehrt. Arbeiten gebraucht a. 
mit vielen gelehrt. Anmerknngen erläutert hat. Zur. 1767. 8. 

Catalogos aller Rucher d. öffentl. Bürgerbibtiothek d. Stadt St. Gallen, in al- 
pbabet. Ordnung gebracht von Gliedern des Biblioth. Colleg. St. Galt. 1793.. 8. 
Supplement 1802. Th. II oder 2. u. 3. Supplement^ 1815 u. 43. 

^Bibliothek der Lese-Gesellschaft ist an allen Wochen- 
tagen in Nachmittagsstunden geöffnet. 

^Bibliothek der litterarischen Gesellschaft, die viele 
vaterländische Schriften, gedruckte und Mss., enthält, ist an allen Wo- 
chentagen in den Abendstunden zugänglich. 

*Regierungsbibliothek, im Pfalz-, dem jetzigen Regierungs- 
gebSude^ ist 1840 durch Vereinigung der hei den verschiedenen Regie- 
rungsdepartements befindlich gewesenen Bücher, sowie einiger brauch- 
barer Schriften aus der zerstreuten Bibliothek des 1838 aufgelösten 
Benedictinerstiftes Pfäfiers im Kanton St. Gallen begründet, und damals 
unter die Aufsicht des Kantonsarchivars gestellt worden. Sie enthält 
unteF Anderen einige Handschriften und Inkunabeln. 

*Stifts- oder katholische Rantonsbibliothek mag 
bereits im VIII. Jahrhunderte durch die Bemühungen der Klostergeist- 
lichen ihren Anfang genommen haben, ist jedoch erst unter dem Abte 
Gozbert (816 — 836) zu einiger Bedeutung gekommen; wesshalh auch 
von diesem J. v. Watt mit Recht sagt: Primus eam instruxit, negleetam 
aniea, ac prape nnllo Ubrarum usu habitam. Gozbert wies der 
Bibliothek, die nach einem aus dem IX. Jahrhunderte stammenden 
jetzt noch vorhandenen Bücherverzeichnisse über 400 Bände besass, 
einen eigenen Saal über der Schreibstube an. Bei der grossen Thä- 
tigkeit, der sich die Mönche im Abschreiben befleissigten , wuchs die 



1S4 SU CMeH. 



SMMiluag BMAlich rtscb, iwBäü aucli die Aeble iib4 gelehrten Kloster- 
brftder» die ihre eigenen Semolittfen liaiten, devon uir Klosterbiblio- 
4hek reidilidi beisleaerten: so eckenkte der Abt Grinald (841) von 
«einer ansehnlichen Samanlung 33 BItde und dessen Ni^folger Hart- 
aiM (872«-^63) alle ihm etgenlkflnilich xugehlrenden BAcber zar Bi- 
bli«tbek« Nicht minder verehrten auch Andere, die ihre Jugendbildang 
detti Kloster verdankten, diesem in dankbarer Erinnerung daran ihre 
BAclier» wie der Biscbol iti Treviso, Landilo, ein Herr von Windiscli 
und Alienb«rg u. A. Auf soldra Weise kamen eine Menge wichtige 
und achon d«rch ihr Alter werthvolle Werke in St. Gallen insamsiea, 
die, was davon gegenwärtig noch Abrig ist> tu den grdseten Kostbar- 
keiten gehören; denn leider ging yieles davon im Laafs des X. aod 
Xi« iabrhnnderts wieder verloren« Zuerst cur Zeit, als die Bnnnea ii 
das Land einfielen (925), und die Bibliotliek vor ihnen nach leicheDH 
in Sicherheit gebracht werden tnussie , un von dort nicht ohne Ver- 
last liaoh St« Gallen wieder inrückaukehreii ; sodann 937 bei dem 
BranduttgMcke des Klosten», sowie durch Pahriflssigkeit des Abtes 
Gerard (994 — lt)Ol), vortaSmlich aber zur Zeit der unter dem Abte 
Norbert {1934-^72) beginnenden Privatkriege zwischen den Aebteo 
und den verschiedenen Herren der Nachbat-schafU Fast noch verderb- 
licher för die Bibliothek wurden der VandaKitnus der adeligen Stifts- 
^rren im Xi-V* und im XY. Jahr4)ünderte) ausser dem unheilyollen 
Besuche Poggio's, die Kirchenverisammlung in Gonstans, deren Mitfiiß- 
der eine grosse Arizahl von BQchern aus Sl. Gallen entlehtiteD, die 
wenigsten aber wieder zurfickgaben. Endlich begann mit dem Abte 
Ulrich VIII. (1463 — 91) eine beasere Zeil; nicht nur dass die&^r 
selbst die Bibliothek mit mehreren trefflidieb ßichern bereichert^ und 
ihr sogar, was noch keiner der Aebte vor ihm geihan halte, ^^ 
jibriiche Einnahme von 100 Fl. aussetzte, es Hinden sieh -anck «1lss«^ 
balb dei Klosters wieder Freunde, welche die Bibliothek mit Beitrag 
untnrMCMzten) oder ders«lbM wrufa^weiae ihre Bücher übtrat«ti. Bodi 
btadi mit der kerormatiön über die BIbliotiiek \(m Neuem Unglilt* 
herein : unter den Binden der BGifer von 8t 'Gallen, in dere« P^^ 
sie sammt allen Sti/tsgebdnden 1530 gekommen war» verloren isicb so 
viele Bächer, dass, als ein Jahr spMer bei der durch die kaÜoüKkei 
Ot\fe der Schweis erA»lgleli lleslauration des Stiftes der Abt Bietk^i^ 
(1539-64) von diesem wieder Besitz nabm, die Biblioth«k ia aiM» 
durchaus verwahrlosten Zustende gefunden werden und el grosso Ad^ 
strengungen i%» Abtes bedurftsi die Saounhing wieder in guten ^^ 
zu bringen« Statt des alten Bibliothekaaalea legte Dieihelm 1551 tDA 
grossem Pomp den Grund zur neuen Bibliothek, die sieh deoo Mt^b 
unter sorgsamen Aebten^ webnsobon jetzt nur meist mit gedruebMa 
Bachern, bald r^iehlicb Mte« fier Abt Othmar U« (1564—77; aiieiü 



kmtie für üt iililtotlifek eisige BuiMiert Blftd« um MM Fl., uttd gnb 
4id«rcJi ein ieispiel, dem die folgenden AebCe «Mlieifisrten, s^ B. Pins 
(16S0--54), der für die Bibliothek 31M ¥L verMisgabte, und viete 
Mss., frQberes Kioetereigen^liuBi, zurloketwerb. Abt Cdlestin I. (f 1686) 
vermachte «eine gesammte aus Ober 404 Werken bestehende Biblio- 
thek den Kloster, desgleichen der 8tiftsh«rr Theodor t» Jeukerti (f 1619) 
«^ise tahlreiche Ssminlang von Bftcbem tnd Bandsehriften» lieber 
4ies wnrde die mittlerweile erachtete Stiflsbttohdrnckerei eine sehr 
ergiebig« Qneile vnn Mitteln sur V<raiehmag der Bibliothek, so dsss 
es nicht überraschen darf, wenn der Bestand derselben, trotv der 
freieren grossen Verluste, doch vor 1712 auf nicht weniger als lO)OÖt 
iiiide Drock- und l§(r7 Handsohvillen an^fogeben wird» Zudem be- 
fanden sich, neben dieser ttauptbibliethek^ notih einige kleinere Bacher- 
sammlangen in den Museen ^et ?Mm nnd jQngeren Fratresj in diu 
Kimmern des FArstobtes, des Detahs und der geistlichen Officialen, 
sowie in dem' sogenannten AudiMrium neben der Mftnsterkirche und 
^ der Wohnung der Oeisttiehen , welche letntere Sammlung in Folge 
eines VOM Pfarrer Gh. Hafpagans 2U Wyl dum ausgesetzten Legaten 
angelegt werden war. Auch standen mit der Stiftsbibliötfaek wenn 
>nch in etwas entfernterer Verbindung die aaf mehr als 1B00 Bände 
^ich belaafenden Sammlungen des Riesters St. lofaann im Tburthale, 
^s Hefes zu Wyl und der Stattbalterei tu Roschach. Allein das lehr 
1712 Sndtfte vieles. Her 1712 attsgebrochehe BQrgerkrieg hatte mit 
i«^ (iefolge, dflss das Kloster vnn B<irner und Kürichet Kriegsleüten 
^<}seizt, ufid die Bibliothek, wäs davon in den Wirren laicht seineh 
Untergang fand, nach Bern- ufid Zürich weggefQhrt wurde ; und wenh 
^>s Riosler auch nach dem 1718 geschlossenen Frieden wieder tu 
seinem Besitlthome gelangte, M kMh doth die Bibliothek nicht volN 
»Undig nach St. Gallen turfiek: von B^rn erhielt das Kloster 563B 
^k Bficher vntd€ty von ZOHdi bei weitem weniger, lieber 5Ü0 Bände 
^ss. blieben in Zfirich, und sind der dortigen Burgerbibliothek ein* 
^rteibt worden. Grosse Anstrengiüngen gehörten natfirltch däzn, dife 
Stift^biblrethek Wieder in guten stand €U setzen. Man Hess es abcf 
f^rto 6icht mangels, nüd schoh 1748 eeh sich die Bibliothek im Be< 
^tte ven 1030 Mss. und überdies üiner neuangelegten Münzsammlung, 
^i^tei' dem Abte Cöltetin lt., d«r äich der Bibliothek sehr kräftig ätt^ 
^^^% Ubd Ar sie unter Anderen die ansehnliche Büchersämmiung des 
B(>fcaiizIerS A. Schüler ankaufte, nahm maii 1766 den.B^u neuer Bi- 
t'iötheksräuilie in AngfHf, d^r nämlichen, die ttoch jetzt als Vvxrjg- 
^^suöv (Wie dift lUsdirlft über der Thüre lautet) durch ihren Gtaojb 
^^ Attfmerksanikeit afUf sich ätiehed. Dte hauptsächlicheren Vermeh- 
^i^güti der BfbliGftfaek In der^ f<)lgettden fahren beständ^tt :] 1768 in 
^th t. IMf W^rke sUti^A hahdsebriftlicböh Nät^UiiSe G. Tschudi's, 



1S6 A.0aU«i. 

welcher f&r 2M0 Fl. angekattfl wurde; D«cb 1770 in mehreren Tau- 
send Bänden, die man aus der vom Pfarrer K. ZolUkofer in SL Gallen 
hinterlassenen Bibliothek von 10,000 Bänden acqnirirte; in Ankäufen 
von zwei DriUtheilen der namentlich in der Philologia sacra reich- 
haltigen Sammlung des St Galler Ralhsherrn K.Wegelin; femer 1782 
in c. 200 Inkunabeln, die aus den dem Stifte gehörigen Statlhallereien 
und untergeordneten Nonnenklöstern nach St. Gallen gebracht wurden; 
in dem Beilen der Reutter'scben und Wegelin'schen Sammlung von 
Lindau. Unter der f&r die Bibliothek äusserst segensreichen Regierung 
des Abtes Beda, der für die Zwecke der Sammlung gegen 12 — 14,000 
Fl. aufwendete, kamen allein im Laufe von iwölf Jahren (1780 — 92) 
4319 Bände zur Bibliothek, der Münzen und Gegenstände für die an- 
deren Sammlungen nicht zu gedenken. Eine lange Wanderung und 
Flucht nach österreichischen Klöstern begann, nach Ausbruch der fran- 
zösischen Kriege, 1797 der kostbarere Theil der Bibliothek seiner 
Sicherheit wegen, und kehrte von dort erst 1S04 in die Heimath zu- 
rück, freilich unter veränderten Verhältnissen des Stiftes, da 1803 
dasselbe aufgehoben worden, und das Land, zu einem Kanlon ver- 
einigt, zur Eidgenossenschaft getreten war. In Folge davon virurde 
die Bibliothek zum fiigenthume der katholischen Corporation des Kan- 
tons St. Gallen erklärt, und zu deren Vermehrung ein Fonds von 
12,000 Fl. angewiesen, den man jedoch später wieder zurückxog, 
statt dessen aber im jährlichen Budget der Ausgaben des katholischen 
Grossrathes in der Regel 600 Fl. zu BücheranschaiTungeo verrechnet. 
Nach Weidmann*s Angabe besass die Bibliothek Ende 1840 etwa 
17—18,000 (nach Edwards im J. 1846: 60,000) Bände Druck- und 
1530 dergleichen Handschriften, sowie eine Sammlung von c. 3000 
Münzen und Medaillen. Die Zahl der Inkunabeln beläuft sich auf 
etwa 1000. Die Bibliothek ist bestimmt, den Angehörigen der katho- 
lischen Corporation, sowie auch anderen Bürgern und Einwohnern 
des Kantons SL Gallen zur Benutzung und insbesondere zur Förderung 
wissenschaftlicher Bestrebungen zu dienen, zu welchem letzteren Zwecke 
sie auch unter entsprechenden Garantien von Nichtkantonsbürgern und 
Fremden benutzt werden kann« Die Beaufsichtigung und Verwaltung 
der Bibliothek gehört zur Obliegenheit des katholischen Administra- 
tionsrathes, welcher darüber dem katholischen Grossrathscollegium 
verantwortlich ist, und zur unmittelbaren Besorgung der Geschäfte 
a) eine Bibliothekscommission, b) einen Bibliotheksdirector, c) einen 
Bibliothekar zu bestellen hat. Die Bibliothekscommission wird jedes- 
mal auf vier Jahre gewählt, und besteht aus einem Mitgliede des Ad- 
ministrationsrathes als Präsidenten^ einem zweiten frei zu ernennenden 
Mitgliede und dem jedesmaligen Bibliotheksdirector als drittem Mit- 
gliede und Referenten» Der Bibliotheksdirector und Bibliothekar wer- 



SL 64Mm. 1S7 

deo aaf etoe stets im Wahlakte zu bestimmende Zeit, die aber in 
keinem Falle die Dauer von 10 lehren ftberschreiten darf, ernannt« 
und zwar der ersiere mit 150 Fl. jAlirlieher Gratification, der letztere 
mit 800 FK Jahrgebalt. Beide sind nach Ablauf ihrer Anstellnngs- 
diplome wieder wählbar. Vor das Forum der Gommission gehört die 
.Berathung über die Anschaffungen, Qber die wichtigeren Fragen in 
Betreff der Anordnung und Katalogisirung der Bibliothek, des Ans- 
leibens und der Gorrespondenzen und ausser anderen die PrOfung der 
jihrlicben Rechnungen. Der Director führt die beständige Oberauf- 
sieht über die ganze Bibliothek und die Arbeiten des Bibliothekars« 
überwacht die Vollziehung der Beschlüsse der Gommission , und he« 
sorgt die sogenannten Externa. Der Bibliothekar dagegen, welcher 
der tiglicbe Hüter und Pfleger der litterarischen Schätze der Biblio- 
thek sein soll, hat die laufenden Geschäfte und die sogenannten In- 
lema zu besorgen. Bei den Anschaffungen soll im Allgemeinen vor- 
züglich auf Vervollständigung derjenigen Fächer Bedacht genommen 
werden, die nach der ersten Anlage und der bisherigen Vermehrung 
der Bibliothek den Hauplbestandlheil derselben bilden — also auf 
Theologie, zumal Dogmatik^ Bibelkunde, Patristik und Kirchenrecht, 
femer auf Geschichte, allgemeine sowohl als und namentlich Litteratur- 
und Kirchengescbichte, vor allen aber Schweizergeschichte, drittc^ns 
auf altdeutsche Litteratur, Sprachschätze des Mittelalters. Besonders 
sollen dabei Qoellenwerke und grössere kostbarere Erzeugnisse der 
Litteratur von bleibendem Werthe, Werke von praktischer Nutzbarkeit, 
und worauf die Wünsche der die Bibliothek benutzenden Littera- 
turfreunde gerichtet sind, Berücksichtigung finden. Alle Bücher wer- 
den gestempelt. Von Katalogen sollen vorhanden sein : a) ein allge- 
meiner Realkatalog d. h. ein Verzeichniss , welches die sämmtlichen 
in der Bibliothek vorhandenen Schriften über einen und denselben 
Gegenstand, gleichviel ob selbstständige Werke oder Abhandlungen 
in irgend einer Sammlung, alphabetisch aufführt, b) ein Stand - 
und Accessionskatalog, c) ein alphabetischer Nominalkatalog, wel- 
cher so eingerichtet ist, dass er theil weise oder ganz gedruckt 
werden kann. Alljährlich im October hat die Gommission eine 
Revision sämmtlicher Mss. anzuordnen, und innerhalb vier Jahre eine 
Totalrevision des gesammten BüChervorrathes , des Münz- und Alter- 
thümercabinets vornehmen zu lassen. Eine Reinigung der Bücher 
muss aiyährlich in einem Sommermonate stattfinden. Zur Benutzung 
wird die Bibliothek wöchentlich dreimal, und zwar Montags, Mittwochs 
und Sonnabends 9-* 12 Uhr, geöffnet, för Fremde und ansehnliche 
Personen auf besonderes Ansuchen beim Bibliothekar auch in der 
Zwischenzeit Ausser dem Kanton St. Gallen können nur mit Be- 
willigung der Gommission und gegen volle Sicherheitsleistung durch 



1S8 SL SüU&i^ 

«inen hablich^B Bflrg^n im Kanton Bfioher ausgtlielrett wariei; doek 
sind vom AualeiliMi alle Nsa», lokunabeln, kostbafi Kvjpferweii&e, Atlas 
und Aberbaupt Seltenheiten auagenonmen , es wKre denn, das« der 
Adninistraüonarath in ausBerordentiichen Fällen seine 6eii<^atgiiBg 
dazu gäbe. Zur Zeit der Revision im Octeber «ollen simmüiche 
BDcher an Ort und Stelle sein. Auskunft auf wissensobaftlielie An- 
fragen Yon Seiten auswärtiger Gelehrten und der inländischen h4her«>n 
Affltsslelien soll von den Bibliotheksangestellten mögHcbsl befiriedtgend 
und gratis, nur unter Berechnung etwaiger Copialien, ertbeilt werden. 
Bie Zahl der Fremden, welche die Bibliothek besuchen, ist ni«ht un- 
bedeutend. Die Stelle des Directors beglettet seit 1848 der Domdecbant 
und Eraiehungsrath C* Kreith, des Bibliotbekars der Kantonsrath L. Qmflr. 
Das BiMtothekaramt ist in St« Gallen wahrscheilich schon unter dem 
Abte Orimald eingerAlirt worden*, der erste, der als BibKolhekar in 
Urkunden von 861 — 72 genannt wird, ist Liutbard, unter dessen 
Naehfolgern 890 der grosse Gelehrte Noiker 1. der Stammler {nemo 
äottiot in re§no CatoU N^tkero) und 1748 der hochverdiente P. Pins 
Kolb als die beröhmtesten su nennen sind. Die erste Bibliothekar^ 
instmetion, die man in St. Gallen kennt) rftfart vom Abte li^ranz 
V. Gaisberg (1504 — 29) her. Man liest darin l^nfef BercMoidns 
Ximm^mann iol ain aehlüssel xu der Uberi haben, md dem SuppritH' 
üder Snlbdeohan (Gallus Kopf) heKffllPßH «l»i, das die Büther So 
V9$eHialb der Liberey siffen, nach sineth Yermö§^ veiderumb in 4ie 
Hberei geantwurtt werdint, md dekain Bücher MnvssHehen an^ be^ 
tund^ gunei ^nd erlaben mtns gnedigen Herren; vnd xu jedem xia 
Büeher herussgeben den Conuenthetren Jnn die xelkn, och M das 
tefentai xe tisch xu lesen, So i)il man ye noiurftig ist, md nH mer, 
fmd teenn die ^ssgelesen sind, teiden jtin die liberey thun, und andre 
hermegebenj damit die nit mnütxtich wnbxogen tderiint u. s. w. 

Reuig, H. G. M», Anttqtrissima« ^staar £valiselior. ceaoa. Coda« Saiigai- 
iaos. graeco-Utfnus iolerlii. nunqaan adhuc coU«tu8 eto. Tif. 1836* 4. 

Weidmann, Geschichte d. Bibliath. von St. Gallen seit ihrer Gründoog am 
d. J. 830 bis auf 1841. Aas d. Quellen bearbeft. auf die lOOOjäbr. Jubelfeier. 
St. Gallen. I84L 8. Mit Titelk. n. Vign. 

VerEtiekniss d. Werke der kathol. Kantönsbibltotfael in St« Galle«« (Ge- 
scbicbll. a. Geograph.) St. Call* 1842« & 

Hattemer, H., Denkmahle d. Mittelalters. Sanct Gallen's altteutsche Sprach- 
schätze. Gesammelt u. hrsg. Bd. I— III. St. Gall. 1844—49. gr. 8. Mit Facsim. 

Ordnung der Stiflsbibliotli* in St. Gallen von 1847. Abgedruckt im Serap. 
1819. Nr. S-5. 

Lambiilatte, L., ArftifitiDiiaiffe de.St. Cr^goird l^ae-Siitaite dti Ms. de St. Gall. 
{Co^e aoibenU de f Aütogr. ccrite vers Tan 7M.) Acöömp. I. d'aM N«ti«« 
^islor., 2. d'uiie Dissertat. donni la clef d(i chaat Gr^or», dens tcs an«i% mHsC^ 
3* de divers Monuments, Tabl. neumat. inedits, etc. Brux. 1851. 4. -^ Vgil. 
Vincent, A, i. U., arücle exir. du Journ. de Tinstruct. pubi« 8 decbre iSSl. 
fitit, §. 



Ganäeriheimf ß»deh§tms ihti/baeh, Genf. 180 



Slift8bibUoih«k xfthlt, ausser einigen Mss», 1571 Binde, 
zum f^rossf ren Tbeile seltene Werke, und zwar — nach dem Kataloge 
von 1759 -^ 172 Litterae elegailtor., 218 Theolog. et philosopk., 
TOS Juriapmd., jus german* fn-iv., jus canon. cum bist, eodes.» jus 
criminale, jus feudale, j«s publ. J«A.S*, 479 Histor., et antiqutt. 
Nnckdem die Bibliothek, vor den räuberischen Uflnden des westpbft- 
lischeii Domaineninspectors Brandt «nr Zeit der fransdsischen Herrschoft 
in Sicherheit gebracht, eine lange Reihe von Jahren gaus in Verges- 
seokeit gekommen war, wurde sie erst 1887 im Inttironisatimissaale 
der- Abtei wieder aufgefunden, und in die Stiftskirche in Verwahrung 
gebracht. Die Aufsicht darüber führt der jedesmalige Propst des 
Stiftes (d. Z. Hofprediger Forke). Für die Vermehrung geschieht 
fltchls. Neu geordnet ist die Sammlung 1721 zum lotsten Male 
worden« 

dardelefeia« 

«Bibliothek der St. Nicolai- Kirche besteht seit 158K 
*Schulbibliothek ist 1619 gestiftet, und 1788 durch 

die Bfichersammluug des Conrectors J. Riebe zu Prizwaik vermehrt 

worden. 

Kirchhof« H., Auspicia Gardelegeosia de Bibliolb. civiUl. publ. Berol. 1711. 
fol. (Bildet den IV. Band der Auspic. Giirdeleg. überhaupt.) 

*Grä flieh Schönborn 'che Bibliothek ist von dem Grafen 
Lothar Franz, dem nachmaligen Kurfürsten von Mainz (f 1729), 
welcher das Schloss erbauen üess, gestiftet, und später durch die 
besten Bücher der auf dem gräflichen Residenzscblosse Wiesenheid 
befindlichen Sammlung — man sagt 1500 Bände — vermehrt wor- 
den. Let:fctere nicht mit eingerechnet, soll die Gaybacher Bibliothek 
gegen Ende des XVllK Jahrhunderts gegen 3000 Bände (Druck- und 
wichtige Handschriften) stark gewesen sein. Gegenwärtig ist ein Theil 
derselben mit der gräflichen Bibliothek auf dem Schlosse Weissen- 
slein bei Pömmersfelden vereinigt, 

Degen, J. Fr., Beilrag zu Nachricbteta von aflen Handschriften. Ansp. 
1785. ^ fir»te Fon^titznttg. Ovolzb. 1790. 4. (Netistädter a. d. Aisch Schul* 
prograiitn«) 

^Bibliothek der Lese - Gesellschaft enthält 30,000 
Bände, 

Catalogue des livres de la 8eoMl6 H lectiire. Geniv. 1824. 8. — 
SappUm. I. Gen. 1828. 8. XFeroere Sn^pieinenie «rerden nooh ton 1841 u. 
43 «Dgefiihrt.) 

"^Stadtbibliothek soll naoh Edwards 1651 entstanden sein. 
Ü«i4r ileü ilkr zU Thoil gewordtsnen grösseren Erwerbungtn sind 1556 



140 0m/; O^ra, tHmimu 

die BQchersammlang des Prior A.Soi»Ward, 1626 die D. GanDivari's, 
des Leibantes Urban's VII., asd die des Professors Lallin xu er- 
wSbnen. Die Eröffnung der Bibiiotbek zur allgemeinen Benutzung 
geschah 1703 von Seiten des Raihes. Die Zahl der Druckschriften 
belauft sich auf mehr als 50,000 Bände und etwa 200 wichtige Mss« 
Die frAher auf Anschaffungen verwendete Summe war im Stadt- Budget - 
Project fQr 1848 anfangs gans gestrichen, auf Gutachten der Gom- 
mission des Municipalrathes aber wenigstens nur auf 1000 Fr. herab- 
gesetzt worden, 

Senebior, J., Calalogae raisonn^ des MSS« cooserr. dans U Biblioth. de U 
Tille et r^pcibliq. de Geoire. 8 Pert. Gen. 1779. 8. 

Vaucher, L. , Calalogue de U Biblioth. publiq. de Genive. 2 Part. Gen. 
1834. 8. — Exlrait dn Calalogue de la Bibliolb. publ. A Tiisage des lectears 
de la Biblioth* circalante. Geo. 1845. 8. 

^WeizeTsche Bibliothek, von dem Lehrer Weisel , einem 
Deutschen, vor einigen Jahren angelegt, ist 1 852 dem Publikum unter 
den liberalsten Bedingungen zur Benutzung zugänglich gemacht wor- 
den. Sie enthllt 8000 BSnde der gediegensten Werke aus allen 
Fächern der deutschen Litteratur. 

Clera» 

*Oeffentliche Gymnasialbibliothek ist 1608 von dem 
Stammvater des fQrstlich Reussischen Hauses jüngerer Linie Henricus 
Posthumus gestiftet, und nach und nach durch einige kleinere Privat- 
sammlungen, unter Anderen die des Directbrs Th. J. A. Schütze, ver- 
mehrt worden. Ein sehr bedeutender Theil der Bibliothek ging 1780 
bei dem grossen Brande, dem auch die ältere (gegenwärtig neu be- 
gründete) Kirchenbibliothek zum Opfer fiel, zu Grunde, wesshalb Einige 
die Entstehung dör jetzigen Bibliothek Oberhaupt erst von 1784 (oder 
1788) an rechnen. Dieselbe ist in einem FlQgel des Regierungsge- 
bäudes aufgestellt, und steht unter der Aufsicht des jedesmaligen 
Professor eloquentiae. Die Zahl ihrer Bücher beträgt über 5000 
Bände, zu deren Vermehrung, ausser den von jedem fürstlichen Be- 
amten bei seiner Anstellung zu leistenden Beiträgen, jährlich eine 
Summe von ungefähr 100 Thlr. verausgabt wird. Mit Ausnahme der 
Schulferien wird die Bibliothek regelmässig jede Woche zweimal ge- 
öffnet, und im Jahre durchschnittlich von 3 — 400 Personen benutzt, 
an welche über 500 Bände verliehen werden. 

HanptmaDn, Ch. S. G. , Memorabilia quaedam Bibliolbecae Gymnasii Gerani 
instaurari coeplae. Ger. 1784. 4. 

€He««eia« 

^Bibliothek des akademischen Pädagogiums. 
Verzeichniss d. Bücher, weiche dem akadem. Pädagoge zu Giessen gehören. 
Beilage zum Psdagog. Programm Ostern 1849. Giess. 8. 

^Universitätsbibliothek ist 1605 vom Landgrafen Lud- 



aUüin. 141 

wig V. von Hessen durch eine in Prag angekaufte werthvoUe Privat- 
bflchenanuriung begründet, and mit ihr 1646 die Sammlung des 
Professors M. Heiland und 1650 ein Theil der Marburger Universitäts- 
bibliothek vereinigt, worden, wozu, ausser der Bibliothek des philolo- 
gischen Seminares und der cameralistischen , später noch folgende 
Pmatsammlungen hinzugekommen sind : des Predigers J. G. Bacbmann 
za Goar, 1742 des als Orientalisten bekannten Professors J. H. May 
(3487 Bände ^eiat werthvolier philologischer BQcher) , welcher der 
Universität auch seine Mflnzsammlung schenkte, 1757 des Professors 
Cb. L. Korb (2622 Bände historischen und juristischen Inhalts) und 
ISOO des Regierungsrathes R. G. Freilierrn v. Senkenberg. Zur Ver- 
mebning der letzteren im Recbtsfacbe namentlich ausgezeichneten 
Sammlung erhielt die. Universität zugleich von dem Verstorbenen ein 
l<egat'von 10,000 Fl., übernahm dagegen die Verpflichtung, die Samm« 
lung getrennt von den übrigen Bestandtheilen der Universitätsbibliothek 
ZQ erhalten, daher auch im Bibliotheksregulative die seUkerige Uni'' 
venUäU - Bibliothek und die Bibliothek für das philologische Seminar 
von der Senkehbergischen UniversitätS' Bibliothek ausdrücklich unter- 
schieden werden. Der Bestand dieser drei Bibliotheken zusammen ' 
beträgt über 100,000 Bände und mehr als 1300 Mss., die im neuen 
BiblioUieksgebäude aufgestellt sind« Zu BficheranschaiTungen ist jähr* 
Heb eine Summe von 3900 Fl. angewiesen. Die Oberaufsicht über 
<Iie Bibliothek steht der Universität zu, die sie, nach Verschiedenheit 
der Gegenstände, theils durch den Senat» theils durch eine eigene 
akademische Bibliothekscommission und theils durch die akademische 
Admioistrationscommission ausübt. Die-Bibliolhekscommission, die mo- 
Datlieh wenigstens einmal zu Berathungen zusammenkommt, und über 
die Anschaffungen zu entscheiden hat, ist aus ständigen und unstän- 
digen Mitgliedern «gebildet; zu den ständigen gehören derRector, der 
Cinzler und in. dessen Verhinderung der Syndicus der Universität als 
^ingent der Commission, sowie der erste Bibliothekar; wogegen die 
vnsiäodigen Mitglieder aus folgenden ordentlichen» von den einzelnen 
^acultäten auf die Dauer von drei Jahren zu wählenden Professoren 
bestehen : einem aus der evangelisch - theologischen und einem aus der 
kalholiscb- theologischen Universität, einem aus der medicinischen und 
einem aus der juristischen Facullät und zweien aus der philosophischen, 
nSmliek einem fQr die philosophischen, philologischen und histo* 
^chen und einem zweiten für die mathematischen und physikalischen 
Fächer. Das bei der Bibliothek zu deren speziellen Aufsicht und Ver- 
waltung angestellte Personal, welches zunächst dem Rector und Senate 
*ls ttnmitlelbar vorgesetzter Behörde und mittels dieser dem gross* 
h^itogljchen Ministerium des Innern und der Justiz untergeben ist, 
Gesteht in der Regel aus einem ersten (Oherbibliothekar Professor 



142 

Dv. J. V. AdriMi) und «oien xwcittn BibKoIhtlnr odtr OtslMieii (Pro« 
feiior Dr. J. V« Klein), zwei Biblidhekadieiijeni aod aassordem a«a zwei 
a«8 der UM der StaditendcB au wfthlcaden AmamMnaen. D« eigeae 
ÜUi^lbekafarien nicht ftaUßndea, so iai de« Bibliolhekabeaaiteo ge- 
atallel, airf vier Wochen im Jahre aa bdiebifcr Zeil bei dena Miai- 
atariam im Urlanh. einzulMNümen , wohci aher darauf zu halten ist, 
dass Einer von ihnen steta im Dienate hleihe. la FäUen van Kaank- 
heit oder Abweaenheit dea ersten Bikliolhekar» ürilt der aweüe an 
deaaen Stelle. Was die Ansdiaflungen anlangt, ao ist dabei, ia Rfick- 
sieht daranf, dass die Biblietbek lunflchat znr Benatzung dar Profcs« 
soran und Süidirenden mit höheren wissenschafUichcn Bedfirfnissen 
heatimml ist, auf ErfHUmg der von sSmaatlicha» UniveraitätBlehrera 
im Deaidenenbuche auszusprechenden Wünsche und Antrige vorzBg- 
Uch Bedacht zu nehmen. Der zu den Aaschaffungen vevhaodeBe 
jährliche Fonds soll ▼erbUlnisamäsaig in nachstehend genannten Ab« 
thaiinngen ttit die geaammte LitteraUir verwendet werden : 1) Lalierfir- 
geachiahte und Encyclopädien, BiblSographie, Gelehrtengeschichte, litte* 
rariache Zeilschrillen , Schrihen gelehrter Gesellschaften, fermischle 
Schriften einselner VerCisser, neuere Sprachen, schöne WissenschnHen ; 
2) Linguistih, orientalische und oecidenlaliache Sprachen, philologisciie 
Wiaaenschaflen , classische Litteratur; 3) Historische Wissenadmflen, 
Geographie, Reisen, historische HUlswissenschaOen , Statistik, Ge- 
schichte in ihrem ganzen Umfange ; 4) Mathemaiisohe WiMenachnftea, 
Mathematik , Physik , Chemie , Mechanik u. a« w. ; 5) Natnrgeacbichle ; 
B)Medicin; 7) Oekonomie, Forstwissenschaft, Techne4egie, Handd, 
Nationalökonomie, Cameralwisaensdiaft; S) Philosophie und Pftdagogik ; 
9) Theologie; 10) Jurisprudenz, ü^a Ministerium des Innern und der 
Justiz hat, so oft es (Ar nöthig erscheint, nach Maaaagahe des Be- 
Standes der Bibliothek im AHgemeinea, der einzelnen FIcher, insbe- 
sondere des Zustandes der Litteratur und des Bedfirfaisses der An- 
sUlt zu bestimmen, in welchem Verhältnisse fii diese verathiedeoen 
Fächer der jährliche Fonds au Tarwenden ist. Die in dem einen 
Jahre stattgehabten Abweichungen von der vorgeschriebenen Norm im 
nächstfolgenden wieder auszugleichen, soll der Biasicht und Benr- 
theüung des ersten Bibliothekars und der Bihliothekscommisalon über- 
lassen bleiben. Von Katalogen seilen vorhanden sein; l) ein nllge- 
meioer Real- oder systematischer, 2) ein allgemeiner al^^baheüsclMr,. 
^) ausser Specialkatelogen fiber einaelne Klamen ¥on BGdiero« Disaer^ 
tationen, u. s* w. (soweit sie zweckmässig scheinen, ein Acceastona* 
katalog, welcher letztere, mal möglichst kurzer Titeiaagahe und in 
wiaaedschaftlicher Ordnung, am Schlüsse jedes Jahres dem Bmeke 
flhergehea werden muss. In jedem Jahre sind wenigatena xwei 
Fächer der Bibliothek nach den systemaliechen Katalegen zu revidiren^ 



Msserdev aber tuch Do<sh Tom MiBialerium des iDne» und der Justis 
SuperreviftioneB theiU eioselner FSeher, theüs der ipmen BibKethek 
vonQDehineD. Die Bibliothek ist an allen Wochentagen 10 — 12 Uhr 
geöffnet. Während dlesier Zeit steht es dem Publikum frei, das Lese- 
ziouner zu besuchen , und sich die sebrifUieh verlangten Bftcber ei«* 
händigen zu lassen. Doch werden Romane und dergleichen BOcher 
nur zu litterahschen Zwecken, niemals zur biosen Leclflre und Unter- 
haltung verabfolgt. Die Begünstigung, Bücher zum .Gebrauche nacb 
Hans zu leihen, steht ausser den Universitätslehrern (denen auch der 
Gebrauch der grossherzoglichen Bibliothek in Darmstadt gestattet ist, 
und Bücher von dort auf Unkosten der Universität zugesendet werden) 
allen in Giessen Ansässigen und AogestellLen zu, so lange sie sieb 
überhaupt in Giessen selbst auflialten. Im Falle dass sie sich ausser- 
halb Giessen befinden; können ibnetti i^eichwie auswärtigen Gelehrten, 
our mit Zustimmung der Biblioihekscommiesion Bücher geliehe/i wer- 
den. Wec in Giessen zum Leihen von Büchern nickt selbst berech- 
tigt ist, dem werden solche nur gegen Specialeautioa eines Berech* 
tiglen verabfolgt. Wörterbücher, Glossarien und andere auf der Bi* 
bliotbek ndlbige Nachsehlagebücher werden gar nicht ausgeliehen, 
Kupferwerke dagegen, einzelne Theile voluminöser Werke und Hand- 
schriften nur an Professoren und solche Personen, denen die Biblio- 
tbekscommission Erlaubniss dazu ertheilt hat. Zum Ausleihen von 
Handschriften oder schwer zu ersetzenden werlhvollen Werken an Aus- 
wärtige bedarf es der besonderen ministeriellen Genehmigung. Alle 
verliehenen Bücher müssen ohne Ausnahme zweimal im Jahre und 
zwar jedesmal vierzehn Tage vor dem Schlüsse des halbjährigen 
Lectionscurses, von den Universitätslehrern in den letzten acht Tagen 
des Juni und den ersten acht Tagen des Juli zur Bibliothek zurück- 
geliefert werden. Die Zahl Derjenigen, welche die Bibliothek benutzen, 
beträgt jährlich im Durchschnitte -c. 500 Personen, die der verliehenen 

Bücher etwa 12,000 Bände. 

Korthelt, M. N., de bibliolbecis, max. pubficis, utiliter adeundts, paraenesis, 
qna ad acad. bibl. aditum aperit. Giess. (1716.) 4. 

AyrmaDD, C. Fr., Spccimen BibUoUMca^ Gissens, acad. libror. rarior. Giss. 
1733. 4. 

Wahl, J. Fr., Memorabilia qiiaedam Bibliotli. Giessens. Giess. 1743. 4. 
Programm; 

Böhm, A«, lihros qaosd. rar. Bibliolbecae Gissens, ree^ns.^ praesertim verv 
daos codd. membr., aller. VirgUü carm* cnftUnenlem, alter, prelios. TbeuerdaDkii 
edii. sisteotem describ, Qm. 1771. 4, Programm« 

EjQsd. libros qnosd. rar. iu Bibtiolbeca Acad« Gissons. obvios ad juri& 
seteaiiam perHnent. brevKer recens. .Giss, 1771. 4. Programm. 

Bjvmi. noniioUoai Bibliotheoae A«ad. GissMs. MSS. ad lilerat. grae«. et 
ortenl. periinent, inprimis Marl. Maaritii Traetat. de re vestiaria veter. He- 
braepr. c^^miqemov. Giss, 1771, 4« Programia. 

K9cb» Ob» U, Pro^rr^ de Codice maoibr. Bern. Gircaa -^ de Codice MS. 



144 Gimen, Ghrm, GiaMehau, GitimiM, Ologau, GörlUx. 

Decrttallam InDOcraiii III. — de Codice MS. Deerettiinm BoDifaeii YIIT. P. B. 
sexto Decrelaltum lihro. Giss. 1772» 4. SimoilUelie drei Profrr, sind ia dem 
Koch'^ben OpiiscoK juris cenon, compendium Böhmerianoii illustraat« Giss. 
1774. 8« wieder abgedruckt. 

Schalt, I. Cb. Fr., Heceosio fragmenlor. Tet. Test, hebraicor. mann eiaralor., 
que in Bibliolheca Acad« Gisaent. tenrantar. I — ]l. Giaa. 1775—76. 4. Pro« 
gramme. 

Aceessionskalaloge seit 1837. 

Verordnang f. d. Bibliothek d. Grosshen. Lodewiga-Üoiversitjit zu Giessen 
▼on 18a7, mit Zusatz roo 1838. Abgedr. im Serap. 1844. Nr. 21—24. 

Adriao, J. V., Catalogns Codd. MSS. Bibliotbecae Acad. Giaaent. Acced. Ta- 
bulae lilbögr. Fraocof. ad M. 1840. 4. 

Otto, Fr. G., Commentarii crit. xn Codd. Bibliotbecae Acad. Gisseas. graec. 
et lalin. pbilolog. et medii aevi histor. ac geograpb. Cum Append. crit. ?ariar. 
lectionnm et qoorund. carminom latto. med. acTi nunc prim. e codd. editor. 
Addit. auDt Ubb. lilhogr. 11. Giaa. 1842. 4. 

*£vaDgelische Landesbibiiothek ist, obgleich sie schon 
im XVlll. Jahrhunderte ihren Anfang genommen hat, doch noch klein, 
aber wohl ausgewählt. Sie wird wöchentlich einmal geöffnet. 

KaUlog. Glar. 1840. 8. 

Kaulog u. Statuten d. £vangel. Landeabibiiolbek zn Giama. Das. Mai 
1846. 8. 

*Kirchenbibliothek ist, obwohl nicht neuer Entstehung, 
doch nicht umfänglich. 

«letwitB. 

*Gymnasiaibibliothek, ist 1816 vom Staate begründet 
worden, und iheilt sich in die Lehrer- und die Schüler* oder Jugend- 
bibliothek, deren erstere 6—7000 Bände besitzt, und zu AnschaflTungen 
jährlich 200 Thlr. erhält, wogegen die andere nur c. 4000 Bände 
stark ist, zu deren Vermehrung eine Jabressumme von 50 Thlr, zur 
Verfügung steht. Beide Bibliotheken werden zum Gebrauche der 
Lehrer und Schüler (ausnahmsweise auch fOr Fremde) wöchentlich 
zweimal geöffnet. Die Zahl der Leser beträgt im Jahre c* 300 
Personen. 

*Gvmnasialbibliothek besieht aus der Lehrer- und der 
Schülerbibliolhek, von denen die erstere c. 8000, die andere c« 3000 
Bände stark sein soll. 

«tfrUta *). 

^Bibliothek der naturforschenden Gesellschaft ist 
1816 von den ersten Mitgliedern der Gesellschaft gestiftet worden. 
Sie ist im Gesellschaftslokal aufgestellt, und enthielt 1845 etwa 1200 



*) Knautb, Cb., bistor. Nacbricbt von denen Bibliotbecken in Görlitz. Das. 
1787. 4. Ein Auszug daraus steht in d. Singular, bist, litt, Lnsat. Bd. If. 



eSrlHx. 145 

gedrnckte Werke und efnige Handschnflen. Zutritt zu ihr haben 
vorzagsweise die Mitglieder, vnd zwar Id der liegel wöchentlich 
eiBmi(j obwohl auf Wunsch durch den Bibliothekar jederzeit Bücher 
geliehen werden können. 

Verzeichnifls d. BAohtr n* kleio. Schriften, welche der naturforsch, 
fiesesell Schaft zu Görlitz gehören v. 1838* 8. Zweites Verzeidmiss f « 1839**-42* 
Görl. 1842. 8. 

*Bibliothek der oberlausitzischen Gesellschaft der 
Wissenschaften ist zwar bereits 1799 entstanden, aber erst durch 
K, Tr. V. Gersdorf auf Wigandsthal und Dr. K. G. v. Anton auf Waldau, 
welche ISOl für ihren Todesfall die ihnen zugehörigen Sammlungen 
von Büchern, Münzen, GemSlden, Kupferstichen, Karten, Instrumen- 
ten, etc. der Gesellschaft geschenkt hatten, 1807 bei der Uebergahe 
dieser Sammlungen^ zu grösserem Ansehen gekommen. Durch Ver- 
mächtniss erhielt sie 1835 die etwa 1000 BSnde starke meist Lusatica 
enthaltende Sammlung des Pastor primarius J. Ch. Jancke« Ihr Ge- 
sammtbestand belief sich 1845 auf 32,000 Bände, 50 ältere und über 
400 neuere Handschriften, die in dem der Gesellschaft von Dr. v, Anton 
vermaebten Bierhofe aufgestellt sind. Zu Anschaffungen sind laut 
Etat von 1841 jährlich 295 Thlr. bestimmt. Mit Ausnahme der drei 
grossen Festwochen wird die Bibliothek regelmässig in jeder Woche 
einmal geöffnet^ und es haben dann nicht nur die Gesellschaftsmit« 
glieder, sondern auch jeder Andere, für den ein Mitglied Bürgschaft 
leistet, Zutritt und Anspruch auf die Benutzung def Bücher. Die Zahl 
der Leser beträgt in der neueren Zeit jährlich etwa 50, die der 
verliehenen Werke 4 — 500 Bände. Oberlehrer Tzschaschel ist Bi- 
bliothekar. . * 

Anzeige von d. Sammlungen einer Privatgesellschaft in d. Oberlansitz*. Nr. V 
0. VI. (Görl.) 4. 

Verzeichniss derj. Schriften a. Werke, auch Lundkarlen, die sich in der 
Bibliolbek d. Oberlaus, Gesellsch. d. Wissensch. doppelt u. mehrfach befindeD, 
welche d. 1. Sptbr. (1817) den Meistbiet, überlassen werd. sollen, nebst einem 
doppelt. Anhange. Görl. 8. 

(Nenmann, J. G.) Die Bibliothek d. Oberlausitz. Gesellschaft d. Wissen- 
schaft, aiphabet, verzeichnet. 2 Thie. Görl. 1819. 8. Mit Gersdoffs a. Anton's 
Bildnissen. (Ein dritter Theil ist drnckfertig.) 

Strave^ fi. £., Progr. de libr. Salastian, manu exarat. in Bibliotfi. Societat. 
liier., qaae in soperior. Lusatia floret, servat. Gorl. 1833. fol. 

*Armen-Gymnasialbibliothek ist 1751 von dem Rector 
Baumeister und dem Collegium der Gymnasiallehrer begründet worden, 
und hat vorzugsweise den Zweck, arme Schüler mit den nöthigen 
Schulbüchern und , der in neuerer Zeit erst getroffenen Bestimmung 
zufolge» die Schüler überhaupt mit den zum Selbststudium nöthigen 
Büchern zu versorgen. Sie befindet «ich im Gymnasialgebäude, und 
besass 1845, ausser 2500 Exemplaren Schulbücher^ etwa 1500 Bände 

Petzkoldt, Hdb. D, B, 10 



^6 OärlÜM. 

wissenscbaftlidier IjVerke, 9aii4- und («ehrbftcb^r« 2o Anschaffangen 
ist eUUuDQlissig jährli^ eine Samipe von 8.6 TUr. bestimmt. Mit Aus- 
nahme der gesetzUd^en Ferien wipd die Bibliothek auf Wunsch m 
dem Bibliothekar, einem der Gymnasiallehrer» jederaeii gedlnet. Die 
Zahl der l^eser belief sich bis 1845 im Durchsohnitte jShrlich auf SO, 
die der Terliehcnen Bficher auf 5 — 7U0 Bände« 

Geissler, J. G., knne Nachricht Ton d. bey dem Görlitz. Gymnasio Angoslo 
beftadl. Armenbiblietbek« Q«b8t einem ohomassgebl. Vorschlage, wie dieselbe io 
eine allgem. Scbülerbibliolh. Terwandelt, u. za gross. Aufnebmeo des Gymnasü 
angewendet werden könne. Görl. 1765, 4. Zum 200jähr. Jabelfeste ües 
Gymnas. 

Tzschoppe, J. M., korze Nachricht ?on der mit d. Görliz. Gymnaslam tcr- 
bund. sogenannten Armenbibliotbek. Görl. 1801. 4. 

Rösler, J« A.y aosführl« Beschreibung d. Gymnasial - Armenbibliothek. G^rl. 
1838. 4. 

*Oeffentliche oder Hilichsche Gymnasialbiblietbek 

ist im Rathhause aufgestellt, woher es sich auch schreiben mag» dass 
sie, obwohl irrig, hier und da auch als Raths- und Stadtbibliothek 
aufgeführt wird. Ihre Grundlage bildet die schon im XIV* Jahrhun- 
derte im Franziskanerkioster angelegte und später, seit der Errichtung 
der Klosterschule im XV. Jahrhunderte, wesentlich vermehrte Mönchs- 
hibliothek, zu deren Vergrösserung mehrere Legate, theils an M 
theils an Büchern, ausgesetzt waren. Diese Möncbsbibiiothek giog 
1565 ai^ das Gymnasium über, und wurde 1615 um c. 500 Bände 
aus dem Nachlasse des Dr. D. Staude und 1676 durch eine grosse 
Anzahl Bücher philologischen Inhaltes aus dem Besitze des Bürger- 
meisters E. Dieterich bereichert. Den ansehnlichsten Zuwachs erhielt 
aber die Bibliothek durch den Advokaten der Fürstenthümer Schweid* 
nitz und Jauer J, G. Hilicb, welcher dem Gymnasium 1727 seine und 
seines Vaters, des kaiserlichen Käthes G. Miiich zu Schweidni^z, Samn* 
lung von 7000 Kinden und 200, Mss. nebst 500 Münzen vermachte, 
die aber nur erst nach mancherlei Schwierigkeiten und n^cht ohne 
einige Brandschatzungen von Seiten der Jesuiten in Breslau von den 
Görlitzern in Besitz genomnien werden konnten. Nachher kamen noch 
die Bibliothek der um 1760 eingegangenen Beiträger- OesfeUschaft u^^ 
1784 die Lerche'sche Stiftung für Karlen, Pläne, Grundrisse, Pro* 
specte und Portraits berühmter Männer in den Besitz des Gymnasioin^- 
Der Gesammtbestand der Bibliothek betrug 1845, mit Einschluss von 
3i00 Mss., ia,000 Bände, zu deren Vermehrung laut Etat von 184^ 
freilich nicht mehr als t4 Thlr. bestimmt waren, wogegen ans der 
Lerche'schen Stiftung 57 thlr« zur Verwendung frei ständen. ^^ 
Ausnahme der gesetzlichen Schulferien wird die Bibliothek reget* 
massig jeden Donnerstag und Sonnabend* 2 — 4 Uhr zur Benutzung 
geöffnet; ausgeliehen werden jedoch Bücher nur gegen das Cavet 
d«s Syndikus. Die Inspection der Bibliothek hat ein Mitglied des 



lUgiilNites^ i\» Verwaltuttg aift Biblioilhekn (Baetar Pfofeflsor, Dr. C. 

G. Aoton}. 

Eiclilmr, i„ Pirogr. d» BilKotiieoiB p«bl. 0igilIiitikD<(. d« ftiadatOFe Bibliolhecae 
GoHkum. J* G. Miiictiio. I-* 1|. G^rl. 1734^-87. 4. 

GeU»lejr, J^ G., Historia Bibliolhecae Milicbian. Gymnaaü aagnsU GofUcenft. 
pabl. Seoatoj ampliss. cura miriflce auctae^ indiesq. augendae. I — Y. Gorl. 
1764—68. 4. Programme. 

GteM, G. C. , bistor. Nachricht van i^r allei*ersieD daatscb. Bibebnsgabe, 
welche I4ß2, W Mayntz, von ITnal uqd Schoiffh«cB, gedrucbt wordeo» u. in dar 
Bibtiotbeb eines iöbl. Gymnasii in Görlilz verwahret wird. Gdrl. 1:765. 8. Zorn 
2. iabiUnm dieser Schule. 

Neamann, J. Fr., de Bibliotheca Milich. repetilar. Commenlalt. Part. 1 — T. 
GorK 1784--90. 4. iVogramme. 

AMon, C. G., Codici« tuctwii, qni in Bibliotheca. Mi lieb«. MStra asservaüir, 
descriplioy, adjnnct. ex I. de consqrib. bist* §§. 1 — LXIII. leciioaib.,. quibus a Reilz. 
edil. discrepat. Comment. 1 — II. GorK 1835.— S6. 4. Programme. 

Strove, E. E.^ die ilaliän. n. latein. Handschriften d. Bibliothek des Gym- 
BasHiras ta GörlHz. Verzeiobnisa, Beschreibung» Lesarten. AoBzöge. Göri. 1^6. 
4. Programm. 

Dessen Verzeichniss u. Beschreibong einiger Handschriften ans d. Biblioth. 
d. Gymnasiams zu Görlitz. Forts. I — III. Gdrl. 1837 — 41. 4. Programme. 

Neamann^ Th,, ein Formelbnch Kaiser Karins IV. Beschreibung d. Görlitzer 
Handschrift o. Mitlhflil; dh wlohligaten migedrnckt. Britle. (Besond. Abdruck 
aas d. Neuen Lausitz. Magaz. 1846 J G(|rL. 1846. 8. 

^BihliQtiie.k d,er Vaupt-K^rche St^ Petci and Pauli 
Yiai, von der erstes der Kirche geoiachten Bücherscheüttkuiig an ge* 
rechnet, bereits 1439 ihren Anfang genommen, in welchem Jahirei d€f 
Görlitzer Prediger Mag. J. Goschiiz (nicht Geschick) der Kirche seine 
Bücher vermachte. Es sind jedoch diese Handschriften zur Zeit der 
£e/ormation aus der Kirche abhanden gekommen, und in die Mönohs- 
bibiiothek, mit selbiger aber in die Milichsche Gymnasialbihliothek 
gewandert. AUes, was die Kirche jetzt besitzt — es sind meist nur 
Mss. und Inkunabeln, dei:en Zahl 1,799 etwa 280 Blinde betrug — 
verdankt die Kirche anderen Schenkungen und Anschaffungen, z. 6. 
dem. Gi^rliUer Prediger Hag. W. Schystei (Sust^lius), welcher 1553 
ihr einen, Theil seiner Bücher vermachte* t)ie ansehnlichste Vermeh- 
rung erhielt die Bibliothek 1763 von dem Katecheten, J« S. Giersebner 
ii| Ciegiiitz, der ihr nicht nur die vom Görlitzer Pastor primarius 
J. G. Neumann ererbte Büchersammlung überliess, sondern ausserdem 
ajucbi noch eine Sunyme von lOOThlr. (denen Zinsen zu Anschaffungen 
verwendet werden) verehrte». Au£ An^ss dieser. Yermdining. ward« 
die Bibliothek neu in Ordnung gebracht« Gegenwärtig ist sie aber 
ziemKcfa in Vergessenheit gerathen. 

Brückner^ Ch. D., kurtze Histor. Nachricht von d. Kirchen - Bibliolhac bey 
d'. Raapt- Kirche zn S. S. Petri tt. Pauli in Görlitz. Das. 1763» 4. (Dar eigent- 
Kebe Vaa flissap \%V G. C. Gtes«.)' 

4aQftlM> J,. Ckpt iKlfiMT Q«yt«ag luf: GM^l^icbUs d. BibUolhek in d. Hauptr 

IG* 



148 ßörliU, Oöriidarf (in 4m* Otkemarlij, ßlhx, ßSUingen. 

kirche ^o Görliu. (Dm.) 1799. . 4. Gl&ckwanfcli imn Mjihr. JobiUnm des 

Pastors Mosig, 

*BibliothekeH der höheren BQrger-Sehule und der 
damit verbundenen MSdehen-Schule, sowie Armenbi* 
bliothek der höheren Bflrger-Schule sind 1837 vom Magi- 
strate begründet, und zwar zunächst nur für die Lehrer der Stadt, 
sowie die SchQIer und Schalerinnen der genannten Anstalten bestimmt 
worden^ aber auch fOr jeden Anderen zugänglich. Sie stehen im .Ge- 
bäude der Mädchenschule unter der Aufsicht des Directors. Die Zahl 
der Leser beträgt jährlich 70 — 100 Personen, die der verliehenen 
Bücher über 400 Bände. Während der Pfingstferien werden keine 
Bücher verliehen. Was den Bestand der Sammlungen und die zu 
ihrer Vermehrung disponibeln Summen betriflft, so besass 1845 die 
Bürgerschulbibliotbek etwa 280 Werke und lOü Thlr., die Sammiung 
der Mädchenschule 60 Werke und 15 Thlr., die Armenbibliothek 20U 
Werke und 12 Thlr. 

^Bibliotheken des Gewerbe-Vereines im Waagegebäude 
wird wöchentlich zweimal zur Benutzung geöffnet. 

QBwtmdQTt (in der Uckermark). 
^Gräflich Redern'sche Bibliothek ist nicht unbedeutend; 
sie steht in einem Saale, der mit einer Gallerie von' Bildnissen der 
brandenburg-preussischen Regenten aus dem Hause Hohenzollern aus- 
geschmückt ist. 

ddrz. 

*Gymnasialbibliothek war 1843 im Besitze von 7098 Bänden 
und einer jährlichen Dotation von 50 Fl. G. M. zu Anschaffungen. Die 
Leserzahl betrug 1714 Personen. 

«öttingen. 

*Bibliothek des Givil-Glubbs im.Kaufbause soll sehr be- 
achtenswerth sein. 

*Neuere Gymnasialbibliothek hat einen Theil der Bücher- 
sammlung des geheimen Justizrathes Professor Dr. A, H. L. Heeren 
{f 1842) in Göttingen nebst einem ausgesuchten Landkartenvorrathe 
erhalten. (Die ältere Gymnasialbibhothek ist in den Besitz der Uni- 
versität gekommen.) 

Wedekind, B., Snpellect. librariam scholae Gotting. J. A. Sachforto redd. et 
commend, Agitur in fine recensus libror., qaotqoot in praesenli Islam sopel- 
Ifictilem efficiunt. Gott. 1772. 4. 

Lunemann, Ch. fl., systemat. Verzeichniss d. Gölting. G|mn«siaibibliotbek. 
Gott. 1822. 8. 

''^Universitätsbibliothek, die als eine der vollständigsten 
und am besten geordneten Bibliotheken gerühmt wird, hat 1737 zu- 
gleich mit der Universität, der von König Georg H. von England 1734 
gestifteten und 1737 eingeweihten Georgia Augusta» ihren Anfang ge- 



GSUingin. . . 149 

nommen. Ihre Grundlage bilden die vom Geheimrath J» H. Fretherrn 
V. Bölow (-f* 1734) hinterlassene und von dessen £rben der Univer* 
s/tit geschenkte BQchersammlung von 10,000 Bänden und die Sllere 
(fjmnasialbibliothek, wozu, ausser der Uflfenbacb 'sehen Bibliothek, der 
freiherrlich v. Asch'schen Sammlung meist russischer Werke und orien- 
talischer Handschriften und der Bibliothek der deutschen Gesellschaft — 
welche drei ßuchercomplexe als selbststflndige Sammlungen in der 
Universitätsbibliothek fortbestehen — in der neueren Zeit der grössere 
Theil der Bücher aus der Verlassenschaft des geheimen Justitrathes 
Professor Dr. A. H. L, Heeren (die flbrigen bereits in der Universitäts- 
bibliothek vorhandenen Werke erhielt das Gymnasium), sowie nicht 
minder der grossere Theil der vom Conrector Dr. J.Ch. Jahn in Leip- 
zig hinterlassenen Sammlung von etwa 3000 Stock philologischer 
nnd pädagogischer Programme und Dissertationen hinzugekommen ist« 
Der gegenwärtige Bücherbestand wird auf mindestens 350,000 Bände 
Druck - und 4 — 5000 Handschriften angegeben , die im Gebäude des 
ehemaligen Paulinerklosters und in der anstossenden Kirche aufgestellt 
sind. Zu Anschaffungen wurden seither aus der Universitätskasse 
jährlich 5000 Thlr. gewährt, und ausserdem nicht nur einige andere 
kleine Einnahmen, sondern auch öfters nicht unerhebliche ausseror- 
Aenlliche Zuschüsse verwendet; in Folge ständiger Bewilligung von 
1850 aber ist der jährliche Etat der Bibliothek um 3000 Thlr. er- 
höht worden. Mit Ausnahme der Pfingstwoche, der Zeit zwischen 
Weihnachten und Neujahr und der Sonn • und Feiertage steht die Biblio* 
thek täglich zum allgemeinen Gebrauche offen, und zwar Mittwochs und 
Sonnabends 2 — 4 Uhr, an den übrigen Tagen l — 2 Uhr. Die ange- 
stellten öffentlichen Lehrer der Universität und die Studirenden haben 
vorzugsweise darauf Anspruch, Bücher mit nach Hause nehmen zu 
dürfen; was jedoch auch jedem in Göttingen wohnhaften Gelehrten 
und wissenschaftlich gebildeten Manne frei steht, sobald er sich nur den 
Bibliothekaren bekannt gemacht hat. Bücher von allgemeinem Gebrauche, 
vorzüglich kostbare Werke und Kupferwerke werden nicht ausgeliehen. 
Auch müssen alle ausgeliehenen Bücher am Schlüsse eines jeden hal- 
ben Jahres ohne Ausnahme wieder eingeliefert wisrden. Zur Verwal- 
tung der Bibliothek ist folgendes Personal ernannt: eine Bibiiotheks- 
commission, die aus drei Mitgliedern, den Bibliothekar und Unter- 
bibliothekar mit eingerechnet, besteht; ein Bibliothekar (Professor Dr. 
C. F. G. Hock) ; ein Unterbibliothekar (Professor Dr. F. L. A. Schweiger) ; 
vier Secretaire (Dr. H. F. Wüstenfeld , Dr. Gh. F.E. Stromeyer, Dr. Fr.' 
W. Unger, Kuntze) ;- ein Aufseher der Kupferstichsammlung, die früher 
mit der Bibliothek vereinigt war, 1S45 jedoch davon getrennt und in 
einem eigenen Lokale aufgestellt worden ist*, einige in den öffent- 
lichen Stunden fungirende Accessisten; zwei Pedelle. 



ISO GMingen, Oöttweish 9Mii bei LeipMig, Gotha. 

OM\i,A,(k, Cftitk <fi»taor «nng^ior. mictM in tacen prolatat. Frunotf. 
•I Lip«. 1739. 8^ 

Piitter, J. St, noUlio Corporis iaris glossati mscti Bibliothecae Georgiae 
Aagaslae. GoeUing. 1773. fol. Programni. 

OatalogoB libror. in Bibllotfaeca Gotting. in diiplo extantium. Gott. 1784. 8. 

Tycbsen, Tli. Cb., Coni«enlatt. de Dnanis oritntBl. in B'ibliotboca reg. 
Gotting. aaservatis. I*-Ui. Gott« 1790. 4- (Zum Tboil ancb in d. Comnotentait. 
Societ. reg. Gott. Vol. X abgedruckt.) 

Uebersicht der Erwerbungen s. im Anhange d. Gotting. gelehrt. Anzeigen. 
1843 f. 

Regloment s. Serap. 1846. Nr. 14*— 15. 
Die Altere Gymnasialbibliotbek beireff,: 

Catalogos libror. no?ae Bibliothecae Gymnasit Gottingens. editus a. 1729. 
GotU 4. 

«dttwelff. 

*fiibiiothek des Benedictiner-Stiftes ist gegen Ende 
des XI. Jahrhunderts entstanden ; von dem Abte Gottfried v. Bessel, 
von dem sie nach den Angaben Einiger erst 1718 errichtet worden 
sein soll, mag wohl blos ihre Beorganisation und Erweiterung her- 
rühren. Ihr Bestand belauft sich auf aber 40,000 Bände Druck- 
schriften, darunter eine bedeutende Bibelsammlung, einige Xylographen 
und c. 1200 Inkunabeln, und auf etwa 1100 Mss. Die gedruckten 
Bücher sind in einem geräumigen durch zwei Stockwerke gehenden 
Saale, die Inkunabeln und Mss. in einem Gemache daneben aufgestellL 
Bibliothekar ist der Subprior P. G.Beichhart. 

CMilis bei Leipxif . 
«Sehiller-Volksbibliothek «der Dorf- und Sohulbibltotbcft 
der Scbillerstiftung ist 1842 vom Leipsiger Schülei vereine, grösstentfceils 
dureh Beiträge deutscher und nftmentlieh Leiptiger Buchhändler, be- 
gfQndei worden, und wird fortdauernd jedes Jahr hei Gelegenbeic der 
Feier des Sebiüerfesies vom Vereibe vermehrt. Sie enlhielt 1846 
bereits gegen 630 Bände« theils ländlicher firzählungea für die Jogetid, 
belehrender Werke für dea Landaiami und ünterrichtsbüeher für den 
Lehrer, theils UnterhakiuigsschfiAeK für di« siä/ltischen Sommerhe* 
wohner des Dörfchens. Die Bücher stehen im Schulhiüse unUr der 

Aufsicht des Schullehvers. 

Schillerttiftong. Yerxeicbniss d. Bibliothek f. Gemeinde «. Sehnte in Gohlis. 
Leipz. (1846.) 8. 

Ctotha. 

^Gymnasialbibliotbek ist gegen Ende des XVI. JAhrhunderts 

entstanden, und durch die Büchersammlungen des Bectors G. Hesse 

(1673), des kaiserlichen Batbes J. Fr. Breilhaupt und des Staats- 

ministers v. Frankenberg vermehrt worden. 

Vockerodt, G., Progr. de Literatura sanct. et solid, illnstr. scholae Go- 
tban. domesticis exemplis claror, viror. BreithaDptian. maiime commendata. Golh. 
1714. 4. 



€Mha. isi 

C^iisd. Pr^gr, de priDcipalls beneflcenüne docameoti siognliris aact'ae 6i- 
bliolhecae ilK GyniDasii hisloria. Goth. 1714. 4. 

Siass, J. H., CommenUtt. de bi$toria Bibliolhecae Gyomas. Gothani. I — ^V. 
Gotb. 1757—60. 4. 

Herzoglich uffentlicbe Bibliothek ist vom Herzoge 
Ernst I. von Sachsen, dem Frommen, begründet worden. Mag auch 
die Zahl der Bände, aus denen sie anfangs bestand, nur gering ge- 
wesen sein, so enthielt sie doch gleich von vornherein viel Schätz- 
bares, grusstentheils Handschriften von ausgezeichnetem Werthe und 
a\t8 seltene Druckwerke, die durch die Wechselfälle des Krieges in 
des Herzogs Besitz gekommen waren. Kurz nach ihrer Anlegung 
wurde sie 1647 durch Ankauf der Ruefferischen Bibliothek ansehnlich 
vergrössert, und bei dieser Gelegenheit aus dem Gymnasium, wo sie 
in einem Gewölbe in Verwahrung gestanden hatte, auf das Residenz- 
schloss, den Friedenstein, übergesiedelt. Dort ist sie noch jetzt in 
drei Etagen des östlichen Pavillons, in drei Sälen und zehn grossen 
Zimoiern, aufgestellt. In Folge regelmässig fortgesetzter Ankäufe, 
theils und vorzüglich von Erwerbung mehrerer Büchersammlungen im 
Ganzen wuchs die Bibliothek in kurzer Zeit zu bedeutendem Umfange 
an. Unter den Erwerbungen der letzteren Art sinä hervorzuheben: 
1652 eine Sammlung von 110 Bänden aus Helmstädt} 1654 — 57^ eine 
andere von mehreren Hundert Bänden, die für ungefähr 1000 Thlr. 
in Schweinfurt angekauft wurde;, 1662 ein Theil der Petrinischen 
Bibliothek zu Frankfurt a. H.; 1668 die Bibliothek des I^rofessors 
J. E. Gerhard des Aelteren ; etwas später die des Leibarztes Dr. Ludwig ; 
1679 des Hpfmarschalls D. Pflugk; 1709 des |Generalsuperintendenten 
H. Fergen , die über 3000 Bände grösstentheils theologischer Werke 
umfasste; 1713 des Oberhofpredigeirs Kirchenrath J. H. Feußtking ; 1719 
die aus mehr als 5000 Bänden (darunter über 1000 Folianten und 
1500 Quartanten) bestehende Sammlung des Geheimrathes H. Fr. v. 
Thumshirn, die nach gewöhnlichen Auctionspreisen zu 2444 thlr. 
geschätzt wurde. Aucli erhielt die Bibliothek die vom Herzog Frie- 
drich \h (1691—1732) zum eigenen Gebrauche angelegte Bibliotheca 
selecta, die im theologischen Fache vorzüglich reich besetzt war« Bei 
einer . solchen Menge von Erwerbungen stieg natürlich die Zahl der 
Bücher zu einer, wie gesagt, bedeutenden Höhe, und in der That sehen 
wir die Bibliothek, noch nicht 100 Jahre alt, bei der 1723 unter des 
berühmten E. S. Cyprian Leitung angeordneten Revision, schon im Be* 
sitze von 22^900 Bänden, von denen alleiii 300Ö und mehr der Bi- 
bliotheca selecta ziigehörten. Bei Friedrich's Tode belief sich der 
Bestand, mit Ausscbiuss der Mss., auf 24,820 Bände, deren überdies 
mehrere eine kleinere oder grössere Anzahl von Schriften zusammen- 
gebundeil enthielten , so dass sieb 1746 der (jesammtbestand der 
Werke auf SO^OÖCt in 30,000 Bänden und 1783 auf wenigstens 93,426 



152 Gotha. 

in 60,000 Binden berechnen lieM, Unter der Regierung des Herzogs 
Friedrich 111. (1732 — 72), von welcher Zeil an übrigens das Hof- 
niarschallamt sieh als Oberbehörde der BibüoUiek betrachtet zu haben 
scheint, machte die letztere nur unbedeutende Fortschritte} denn ob- 
schon ihr im Anfange dieser Periode mehrere grössere Erwerbungea 
zu Theii wurden — z. B. 1733 die für 275 Thlr. erkaufte Sammlung 
von Collectaneen und Handschriften publicistischen Inhaltes des Rudol- 
städliscben Kammerrathes v. Demnitz, 1736 eine Anzahl von Mss. 
und alten Drucken, die man aus dem Besitze des Generalsuperinten- 
denten Menschen in Coburg für 224 Thlr. acquirirte, später auch eine für 
170 Thlr. aus dem Oppelischen Nachlasse angekaufte Sammlung ju- 
ristischer Dissertationen von 225 Bänden — so waren doch die 
finanziellen Verhältnisse des Landes zu ungünstig, als dass auf An- 
schaffungen für die Bibliothek viel hätte verwendet werden können, zoniai 
der ohnehin schwache und nur auf 600 Thlr. jährlich sich belaufende 
ßibliotheksfonds von 1751 an auf einige Zeit bis auf 400 Fl. Meissn. 
(350 Thlr.) herabgesetzt wurde. Dazu kam noch, dass im Anfange 
der Regierung Friedrich's III. die zu Anschaffungen verfügbaren Geld- 
mittel der Bibliothek zum Theil entzogen und zersplittert vnirden, 
indem nicht nur die Herzogin einen Theil davon zur Anlegung einer 
Privetbibllothek, hauptsächlich für französische Lilteratur, verwendete, 
sondern auch auf Kosten des Bibliotheksfonds die fürstlichen Lust- 
schlösser mit Büchersammlungen ausgestattet wurden. Eine bessere 
Zeit begann fQr die Bibliothek mit dem Regierungsaatritte des Herzogs 
Ernst 11., unter dem auch der lange' vergeblich geforderte Nominal- 
katalog zu Stande kam. Zu den vorzüglicheren Erwerbungen der 
Bibliothek während dieser Zeit gehören, ausser einer sehr bedeutenden 
Anzahl alter Drucke und anderer Seltenheilen, folgende grössere 
Büchercomplexe : 1787 eine ansehnliche Sammlung von Theaterschrif- 
ten, ein Geschenk der Herzogin Charlotte; später zwei Sammlungen 
medicinischer Dissertationen, von denen die eine von den Erben des 
Dr. Keller in Langensalz fQr 66 Thlr., die andere» aus 5000 Nummern 
bestehend, in Dresden für 115 Thlr. angekauft wurde; 1796 für 
710 Thlr. Bücher aus der Kulenkamp^schen Auclion; 1798 der litte- 
rarische Nachlass Dr. Ph. Breyne's , welchen man nebst einigen alten 
Drucken für 514 Thlr. erhielt; 1800 ein Vorrath von Mss. und alten 
Drucken aus einer sächsischen Kirchenbibliothek für 300 Thlr. Selbst 
des Herzogs Ernst II. eigene grosse und schöne Privatsammlung von 
fast 20,000 Bänden, reich an wichtigen und zum Theile sehr kost- 
baren und seltenen Werken aus allen Wissenschaften, wurde 1814 
der Bibliothek übergeben. Unter des Herzogs Nachfolgern wuchs 
diese letztere fortdauernd. So erhielt sie namentlich eine grosse An- 
zahl orientalischer Mss^ die für sie von Seetzen in^ Oriente erworben 



worden waren, foraer alle bisher in den henoi^iehett Luslaehldssern 
zerstreut gewesenen Sammlongen, die reieiien Privalbibliothcken der 
Herzöge August von Sachsen- Gotha und August von Sachsen-Ältenburg, 
sowie die Bibliothek des Münzcabinets jind mit letzterer die 1774 
(ur 4000 Thlr. angekaurte Sammlung des Bibliothekars J. C. ScbUger. 
Der Zuwachs, welcher der Bibliothek auf diese Weise zu Theil wurde, 
belief sich, die Mss. nicht mit gerechnet, auf fast 40,000 B^nde. 
Gegenwärtig beträgt der Gesammtbestand c. 150,000 Bände Drucke 
gegen 2000 orientalische und SOOO griechische, lateinische und an- 
dere Handsdiriften. Zu Anschaffungen hat die Bibliothek jetzt jähr«* 
lieb 1300 Thlr. Was die Ordnung der BQcher betrifft, so ist dabei 
aus früherer Zeit das ältere System d. h. nach den sogenannten Fa- 
cultätswissenscbaften zwar beibehalten, doch insoweit« als es die Fort- 
schritte der Wissenschaften ndthig gemacht haben, modiOcirt worden» 
Von Katalogen sind, ausser einigen Hilfskatalogen, sowohl alphabetische 
als wbsenschaftliche vorhanden, welche letztere auch zugleich als 
Standkataloge behufs der Revisionen dienen, die alljährlicb in den 
Sommermonaten abtheilungsweise vorgenommen werden mflssen. Zur 
allgemeinen Benutzung wird die Bibliothek (ein eigenes Lesezimmer 
wird erst in der nächsten Zeit zugänglich gemacht werden), die Sonn- 
und Festtage abgerechnet, jederzeit ll — l Uhr geöffnet; Ferien fin- 
den nicht statt. Zuni Ausleihen sind die genannten Stunden Montags, 
Mittwochs und Sonnabends bestimmt« Alle dispositionsfähige und in 
Gotha wohnhafte Personen können Bucher geliehen bekommen; andere 
dagegen nur auf Bürgschaft einer der vorgenannten. Doch sind vom 
Ausleihen Kupferwerke« Handschriften, antiquarische Seltenheiten und 
dergleichen in der Regel ausgenommen, und es werden solche blos 
nach dem Gutheissen des Oberhofmarschallamtes oder nach höchster 
Genehmigung verabfolgt. Die Zahl der Leser beträgt jährlich im 
Durchschnitte über 300 Personen, die der verliehenen Bucher 5 — 600 
Bände. Die Oberaufsicht der Bibliothek fOlirt die Direclion der wis- 
senschaftlichen und Kunstsammlungen auf dem Friedensteine» womit 
zur Zeit der Hofrath Dr. Ewald beauftragt ist. Die Bibliotheksbeamtea 
sind : Archivrath Dr. J, H. Möller, erster Bibliothekar; Dr. G. Ralhgeber, 
Bibliotheksecretair; Professor Ph. H. Welcker; Archivar Dr. A. Beck, 
zugleich Vorstand des Munzcabinets ; Profßssor Dr. L. Samwer, Biblio- 
thekar; ausserdem zwei Bibliotheksdiener. 

Gypriafli> E. S., Galalogns Codd. MSSctor. BiMiothecae Docal. Gotha o. Lips. 
1714. 4. 

Gotlscbed, J. C, Progr. de antiquiss. Aeoeidos vers. germao. H. de Veldecli, 
cDJos Cod. MS. asservatur in Uibiiotheca Gotbaoa. Lips. 1745. 4. 

Paalas, H. E. G., frber einige Merkwürdigkeiten d. MerzogL Biblietbek za 
Gotha. Jen. 1788, 8. 



IM ßolha, Aidm', GraiM. 

SMtsei, U. J., V«rMidini88 dtr f. d. örienta!. Sfttifllnig in GMh« in Da- 
maski Jerasalem a. s. w, aogekaofteo orienuL MSS. etc. Leipz. 1810. foi. 

Möller, i. H„ Calalogns libror. Um Mssctor., quam impressor., qai jaasa d. 
Aagasti Dacis Saxo-Gotbaoi a b. Seetzenio io orienle emti in Bibliotbeca Gothan. 
Bflsanraotur. Toi. I. (2 ||>ant) Goth. 18M. 4. 

Veneicbliiss einar Sammlang von Bflcbarn, welobe anf der flerzogl. Btblio- 
thak doppalt Torbanden sind. Golb. 1833. 8. (Auct. KaUlog.) . 

Jacobs, Fr., n. Ukert, F. A., Beiträge zur Alt. Litteratar oder Merkwürdig- 
keiten der Herzogt, öffentl. Bibliotbek za Gotba. 3 Bde in 6 RAen. Leipz. 
1835-43. 8. 

Ratbgeber, G.> Beacbreibong d. flareogl. Genrtlde-Galierie sa Gotha a. rieler 
in Chiiiea. Ktbinet, in d. Samnloog d. Abgaase Ton Bildwerken, . im Mönakabinet, 
in d, Vorzimmero d. Nataralienkabinels, in d. Sammluag d. Miniaturgemllde, 
Holzschnitte a. Kuprerstiche o. anf d. Bibliothek belindl. (gegenstände. Beim 
Stodinm d. Geschichte d. neneren Kodst als Leitfaden anwendbar. A. n. d. T.: 
Beacbraibong d. Herzogl. Moseams zu Gotha. Sectron d. Honstwerke aus neuerer 
Zeit. Goth. 1^5. 8. 

Jacobs, Fr., Beschreibung d. deutsch. Gedichte d. MitteialterSi weiche band- 
scbridl. in d. Herzogl. Bibliotbek zu Gotha aufliewahrt werden. (Besonders ab- 
gedr. ans d. IV. Hefte d. Beiträge zur ölt. Litteratur etc.) Leifiz. 1837. 8. 

Ratbgeber, G., BiblS(ftheca Gotbana. Section d. abefadUndiseben mit Ge- 
milden gescbmöckt. Handschrift. Goth. 1889. 4. 

Möller, J. H., pal&ograph. Beitrftge aus d. Herzogl. Samminngen in Gotha. 
Oriental. Paläographie. Heft L Eisleb. 1842. fol. (Ist mit neuem Titel 1844 
wieder ausgegeben worden.) 

Regnlati? ober d. Bedingnngen f. Benutzung d. Herzogl. Bibliothek auf d. 
Rasidantschlosse zn Gotba, rom 12. Jan. 1844. 4. — Wieder abgadr. im Serap. 
1846. Nr. 18. 

Bretscbneider, H., wissenscbaftl. Verzeicbniss der in d. Herzogl. Bibliothek 
zu Gotba enthalt. Ausgaben, Ueb^rsetz. u. ErIftuterungsscbriAen medicin.-pbysi- 
häfiscber Werke d. griech. . arab. u. d. latein. Liteiratnr bis zum XIII. Jfarbdt., 
nach Dr. L. Chonlant's flandboth d. Bächerkunde f. d. ftlt, Medicin bearbeitet. 
Goth. 1851. 8. 

CIniB. 

*Prifflatialbibliothek soll nicht unbedeatend sein. 

*Bibliotheic des ständischen Johanneumä ist 1817 
dnrch die Bflchersammlung Pf. Chr. v. Saurau's und 1828 die des Erz- 
herzogs Joseph Johann Baptist von Oesterreich vermehrt woi*deu. Sie 
enthielt vor beiläufig acht Jahren 13,500 Druckschriften in 3t,OO0 
Bänden, und v^ar während des Sommers (I.Mai — 31. Juli) an den 
Wochentagen 4 — 7 und an Sonn- und Feiertagen 3 — 6 Vht, wäh- 
rend des Winters (1. Octbr. — 30. April) an dön Wochentagen 5 — 8 
und an Sonn- und Feiertagein 3 — 6 Uhr geöffnet. Das Personal be- 
stand aus einem Bibliothekar, einem Scriptor und einem Amanaensis. 

^Bibliothek der Kari- Franzens-Universität ist durch 
die Vereinigung von mehreren Sammlungen aufgehobener ktöster be- 
grAüdet werden, iltad eMtbkilt 1843 (ausser 2600 Mss. nach Eduards) 
offiziellen Angaben zufolge 41,578 BändeXc 34>009 Wefke, iM. 9SO0 



Graix, ffrtnMttHir, idreiftwald. iSk 

Iskuntb^ln), wesfehiJb die hier iftd ää ▼ofe^kommend^ Notiz, dass di^ 
Bibliothek vn 100,9^0 Bfinde besitze, jtdenralls als eine irrthOtnlicbe 
zu bezeichnen ist. Zn BQcheranscbafTungen betrug die jlbriicfie Do^ 
(atioa 6O0 PI. G. H. Gedfftaet war die Bibliothek vom 1. October bis 
zum 31. Juli an den Woehentagen, mit Ausnahme des Sonnabends, 
9 — 1 Uhr, und w^hfend dieser Zeit von 6621 Lesern bestrebt. Das 
Personal bestand aus einem Bibliothekar J. Kransler, einem StriptOr 
J. Dietner und einem Amannensis G. Ledwina, zugleich Inspector det 
\]nWersit9t8geb9ude. 

Bibliothek der Bflrger*Schale ist noch klein nnd nttbe« 
deuteird. 

Bibliothek des Seminares ist ebenfalls Hoch von nur ge* 
ringem Umfange. 

ChrelAwald« 

*Bibliothek des königlichen Ober-Appellations^ nnd 
höchstendericbtesbat sich fräher in Wismar befunden, und ist ge- 
gen Ende des XVfTI. Jahrhunderts von Neuem angelegt worden, nachdem 
die altere, damals im Besitze des königlich Schwedischen hoben Tri« 
bunales -^ die durch die t^rivatsammlungeü des Vicepräsidenten D.v. 
Mcvins (f 1B70) und des TribunaJs-Protonotarins Chr. Ti-oyel (f 1594) 
begrühdet, sowie durch Geschenke des Ttibunals - PrSsidenten Bäron 
i. V. Bosenhftte (flTlO) und ein BQcherlegat des Landratfaes D. G. t. 
MeWos auf Schrevenbom tefmehrt worden -^ bei dem Brande des 
Tribnnaigebäudes 1781 fast gSnzlich verloren gegangen war. Die äl- 
tere Bibliothek halle zur Zeit des Brandes aus mehreren tausend 
BSnden namentlich juristischer, nebenbei auch philosophischer, philo* 
]ogische^ und Juristiseher Werke bestanden, utad der Bibliothekskassen* 
Kai^tclfdttds 2^00 Rthlr. N^s ^^ ^^ Rtblr.*Pomm. Cotir. betragen. 
Der damalige Bibliothekar Dr. J. Chr. v. Qufstöfp war soglerdi nadk 
dem Brmde darauf bedacht gewesen, auf Grund dies Wenigen, was 
(ausser den S. v. Palthen'scben und B. H. v. Kngelbfetht'schen Mss.- 
Sammlungen) die Flammen verschont hatten, die Heuere Bibliothek 
anzulegen. Durch AnkSttfe Sowohl als und namentlich mehrere Sehen* 
kungen wuchs dieselbe bald wieder zu einigem Umfange an. Unter 
diesen Crwerbungen sind namentlich anzuf&hnin : eine grössere Anzahl 
▼on BQchern und die Mss. - und Gollectaneensammlüog , welche aus 
dem Na^losse des Tribunals- Vicepräsidenien A. v. Balthasar ff 1766) 
angekauft wurde; \79P die Bibliothek de^ Justizrathes und Tribunals- 
Procurators Dr. I. D. Lembke , die dem Tribunale, nehmst IMON. N^g 
fiir die Bibliothek, als Vermftrhtniss ittfiel; 1795 die aus 200 Banden 
beiteliettde 9issertationettsamm!ung des Bathsverwandten Tribunals^ 
Procarator Dr.J. Chr. Ungnade, die derselbe nebst einer Auswahl de9 



15ß 6nif9w<ad. 

Besten aus seiner Büchenammlttog unentgeltlich flberiiess. Seit 1843 
wird die Bibliothek besonders durch einen mit ihr in Verbindung ge- 
setzten Lesezirkel, der die neuesten und besten juristischen Zeit- 
schriften^ und Broschüren umfasst, fortdauernd bereichert. Bei der 
Verlegung des Tribunals von Wismar nach Stralsund 1802 und von 
dort nach Greifswald 1803 ist die Bibliothek natQrlich dem Tribunale 
gefolgt, und hat jetzt wie dieses in Greifswald, im neuen Obergerichts- 
gebäude, ihre bleibende S^Atte gefunden. Die Gelegenheit dieser Ueber 
siedelung benutzte man übrigens und schon um des leichteren Trans- 
portes willen, aus der Bibliothek den grössten Theil der nicht juri- 
stischen Bücher und die Doubletten, zusammen 460 Bände, zu ent- 
fernen und zu verkaufen, da man die Sammlung, zumal in neuerer 
Zeit, nu^ auf die Jurisprudenz und deren Hilfswissenschaften nebst 
den Pomeranicis beschränkt wissen wollte. Mit Ausschluss der Dis- 
sertationen- und Mss. - Sammlungen bestand die Bibliothek 1844 aus 
c. 5200 Bänden , sowie das zu Ankäufen bestimmte Kapital in 1200 
Thlr., zu dessen Zinsen nur noch die geringen Introductionsgebfihren 
der im Greifswalder Departement angestellten Advokaten und Notare 
hinzukamen. Die gedruckten Bücher sind nach folgenden Abtheilungen 
geordnet: I. Juristische LitterajLur und Litterargeschichte ; IL Ency- 
klopädische, rechtsphilosophische und gesetzgebungs- wissenschaftliche 
Werke; IIF. Römisches Recht; IV. Deutsches Recht überhaupt, insbe- 
sondere allgemeines Deutsches Privatrecht j V. Allgemeines Handels-, 
Wechsel- und Seerecht; VI. Lehnrecht; VII. Deutsche Particularrecbte; 
VUI. Deutsche Sututarrechte; IX. Staats« und. Völkerrecht; X. Came- 
ralrecht und Gameralwissenschaften ; XI. Kirchenrecht; XIL CriminaN 
recht; XIII. Civilprozess ; XIV. Reichsgerichtsprozess ; XV. Medicina et 
mathesis forensis ; XVI. Preussisches Recht, nebst den Provinzialrechten 
der Preussiscben Monarchie, jedoch mit Ausschluss des Neuvorpommer- 
schen Provinzialrechtes ; XVII. Pomeranica; XVIII. Juristische Sammel« 
werke; XIX. Auswärtige Rechte; XX. Griechisches Recht; XXI. Ge- 
schichte, historische Hilfswissenschaften und allgemein-litterärhistorische 
Werke; XXII. Varia. Von Katalogen besitzt die Bibliothek 1) ein In- 
ventarium oder Standkatalog, 2) einen alphabetischen Nominal- und 
3) einen systematischen Katalog. Die Benutzung der Sammlung ist 
seit der neueren Zeit nicht mehr, wie früher, auf die Mitglieder und 
sonstigen Angehörigen. des Gerichtes allein beschränkt, sondern auch 
dem grösseren Publikum freigegeben: alle Greifswalder Beamte und 
Personen, welche in ähnlichen Verhältnissen stehen^, können Bücher 
geliehen erhallen« Wer sonst dieses Genusses theilhaftig sein will, 
muss dazu die besondere Erlaubnis» des Bibliothekars (1844 Fr. H. 
Sonnenschmidt) haben, oder eine angemessene Sicberheitsleij|tung ge- 



k . 



GfHfmDoli. lin 

^ttired. Sollen Bflcher anAuswIrtige verliehen werden, so ist dazu 
die Geuehmigiing des Gollegiums erforderlieh. 
Die allere Bibliothek betreff.: 
Gerdas, H. J., Catalog. Bibliotbecae summi Beg. Tribanalis Wismar., in qoo 
eoamerantor libri, tractat. et scripta varior. , qaotqaot in hac Bibliolh* 'exstant« 
aaclor. etc. Wism. 1703. fol. — Continualio. Ibid. 1751. fol. 

Die neuere Bibliothek betreff.: 
(Sonnenschmidt, Fr. 11.) Katalog d. Bibliothek d. Kön. Preass. Ober-Appellat.- 
Q. höchsten Gerichts eu Greifswald. Slrals. 1844. 8. 

*Bibliothek der St. Nicolai-Kirche, die alte Rathsliberei, 
ist 1601 entstanden. 

*Odebrechtisehe Bibliothek ist von dem verstorbenen 
Oberappellationsgerichtsraihe Dr. Odebrecht gestiftet worden , und cur 
Aufbewahrung für dessen Familie bestimmt. Sie steht jederzeit unter 
der Aufsicht eines der Pamilienglieder. 

'Universitätsbibliothek ist 1 604 begründet worden. Zwar 
soll sie nach einigen Angaben bereits im XV. Jahrhunderte bestanden 
haben 9 indem man sich dabei auf die Schenkung des Bftrgermeisters 
H.Rubenow bezieht, welcher der Hochschule gleich bei ihrer fiegrön- 
dang 1455 seine ansehnliche Büchersammlong vermacht habe; allein 
von dieser Sammlung findet sich in Greifswald keine Spur. Die Bi- 
bliothek wuchs hauptsachlich durch Vermächtnisse. Ausser der Biblio- 
thek der St. Petri-Kirche zu Wolgast wurden ihr folgende Privatsamm- 
langen einverleibt: des Kanzlers E. v« Usedom, 1750 des Professors 
Ch. Nettelbladt , des Rectors J. Bötticher zu Wolgast, des Professors 
J.Sf. Scheffel 888 Bände, des Hofgerichts -Assessors A. Droyser 281S 
Bände, 1792 des Professors J. Ablwardt 3143 Bände und des Pre- 
digers Wilde zu Schlawe 505 Bände, Die Bibliothek ist im Univer- 
sitätsgebäude aufgestellt, und enthält gegenwärtig 50 — 60,000 Bände, 
zu deren Vermehrung jährHch etwa 2000 Thlr. verwendet werden. 
Zur Benutzung ist die Bibliothek für jeden Gebildeten an allen Wochen- 
tagen ein paar Stunden (nach dem Reglement von 1S20 von. 2 bis 
4 Uhr) geöffnet; doch haben nur nachstehend genannte Personen das 
Recht, Bücher mit in ihre Wohnungen zu nehmen: sämmtliche aka- 
demische Docenten, die Mitglieder der {u Greifswald befindlichen kd- 
niglichen GoUegien und" des Magistrates , überhaupt die daselbst woh- 
nenden angesehenen königlichen Givil-Staatsdiener, die daselbst garni- 
sonirenden Militairs bis zum Hauptmann herab, die Geistlichen und 
die Greifswalder ansässigen Prinatgelehrten, Kaufleute und Fabrikanten, 
sowie die Studirenden, letztere aber nur gegen Gaution eines Pro- 
fessors. An Personen, welche ausserhalb der Stadt wohnen, und an 
dnrchreisende Fremde können nicht anders als mit Bewilligung und 
unter Verantwortlichkeit des Bibliothekars Bücher geliehen werden. 
Das Ausleihen von Wörterbüchern, bändereichen Werken, nöthigen 



)K GrefftuHM, fir«i«t Grimma. 

NubifWag#- vnA HandbftfiliMfii , KvpfaniverltfB mi HauidBehnftw »( 
nur ausnahmsweise und bei KmUriU besonderer UmsUMe» dafi yob 
Romanen und dergleichen allein bei Nachfreis eines literarischen 
Zweekes gestattet. Alle ausgeüeheiien Bftcher mOssen in der letzteD 
Woche vor Ostern und vor Michaelis wieder zurückgegeben werden. 
Die Zahl der verborgten BQcher hat sich 1843 auf 27,795 BAnde be- 
laufen. Die LeituQg der BiibUotheksverwaltung blt der BibliQtbekar 
(Professor Dr. G. F. Schümann), dem aber obliegt, sowohl den Ankaaf 
der Bücher (wobei auf 4ie Bedürfnisse der akadeniaohea.Doeenten 
vorzüglich Rücksicht zu nehmen ist), als Alles, was sich auf Aepde* 
rung der inneren Anordnni^ der Bibliothek besieht, mit dem zweiten 
Bibliothekar (Dr. Gass) zu berathen » wiew.abl lelzterem nur eise Im* 
patfcende Stimme und die Eipfs^eidung aussr.WiessUch den ers&ea ü* 
bliothekar zusteht. Der UniversitktspedeU hat die FuAetion eiies ^ 
bliotbek/idieners. 

B/eden bejr d. Faierlicben Eröffnasg d. Akadeiu. Bibliothek in GreifewaU. 
Den 14. Jul. 1750. (Entb.: 1) Däbnert's, J. C, Eröffnungs-Rede. 2) Ballbasar, 
A. Chr. £. V., Erweis dass Bibliotheken die sichersten WohnstäUen einer wahr. 
0. Acht. Frenndschaft sind.) Gr«ifsw. 4. 

Ddhoert, J. C, Academiae Grypeawsid. Bikllolheoa oaüJogo aoctor/elrepertor. 
reali aoivers. descripla. 3 Voll. Gryp. 1775 — 76. 4 

Catalogus libror., quibns Bibliolheca Reg. UniTersitat,. Gryphiswaldens. aucla 
est 1835. Grypb. 1836. 4. 

iRStruction für die GeschiAsfAhrnng, s. Serap. 1845. Nr. 19 — 20. 

Girets. 

«Fürstliche Bibliothek, die zu Anfang des XVIII. Jahr- 
hunderts entstanden ist, steht im fürstlichen Schlosse, und eDt/»^'^ 
1847 c. 14,000 Bände. Diejenigen, welche sie zu benutzen wünschen, 
haben dazu die Erlaubniss des Fürsten einzuholen. Die Aufsicht ist 
mit einer der oberen Hofchargen verbunden, 

Cbriuiffaa!» 

«Bibliothek des Militi^ir-llospitaUs iflt 1846. entstanden: 
den Grund dazu legte d^ MililiHjrar;z4 SchwabhAuser, welcher den 
Hospitale seine Büphersamniluqg und zu deren Vermehrung ein ^*P^^ 
\QU 700 Thlr. vermachieo 

«Bibliothek der köVigüchen Landes-Schule is.t ufl 
die Mitte des XVI. Jahrhunderts entstanden. Sie steht im Erdgeschosse 
der Wohnung des Bectors ui\4 unter c^r Ayfsickt desselben» und i^|* 
zum Gebräuche der Lehrer und SchüJ/y bestimmt» für diese jederzeit 
zugänglich, mit Ausnahme der Schulferien. Die 2^ der Bücher be* 
jrAgi c. 60()0 Bände, zu deren Veiinvehrung seit 183<9i jiUiiiich 150 Tblr. 
aus der Schulrenta«it3k^ss<^ ej^tn^mmen w.<ff4ett«, — A^ser ^^ 
S^hulbibliothek besijtzt die Schule npoh zwei spfl^ieU zur J^nuuosg 
4er ScbAler bestimmte SehdlerhibliplAeken^ yß.n deff^n ^ eine atts 



Orimmäf thoumhain. IM 

der ScholaintskasM» die andere» die Karthatuisdie (mit einem Stif- 

tnngskapitale, weiches jährlich 10 TUr« su Ansduffungen geiwährt), 

durch deo> Schfller Karthaus (f 1804)» welcher dazu seine Ucher" 

sanunluDg vermachte» gestiftet worden ist. Beide Bibliotheken ui«. 

saounen sind nur einige Hundert Bande stark» und theilen mit der 

Schalbibliothek seit 1835 das nimliche Lokal. 

Scbojnacher, ILA., Progr» de Bibliotbecis p«bl, ei inpvimis de Bibliotheca 
Scholae illostr. diyia, praesidio ac cnra ab üiceAdior, pericalis adboc cooaervala« 
Ups. 1738. 4. 

•Stadtbibliothek (fraher Schulbthliotbek und erst seit IBäS 
Stadtbibliothek genannt) ist 1828 durch einen Verein von wenigen 
Litleratur- und Volksbildungs-Preunden» unter besonderer Mitwirkyng 
des um die Anstalt vielverdienlen Rentamtmanns K. Preusker, errichtet 
worden: sie ij;t hauptsächlich zur Fortbiidung des Bütgerstandes he* 
stimmt» und in diesem Sinne die erste Bürgerbibliothek, welche Deutsch* 
Und aufzuweisen hat, wesahalb Uir wohl etwas mehr Aufmerksamkeit 
gescbenkt werden mag, ak worauf sie sonst Anspruch zu machen 
hätte. Die Bibliothek ist Eigenthum der Stadtgemeinde, und steht 
somit unter der Oberaufsicht des Stadtrathes als des Vertreters und 
der obrigkeitliclien Behörde der Stadtgemeinde, Unbeschadet dessen 
ist vom Stadtrathe» bis auf Weiteres, die (leider durch ganz nutzlos 
complicirte Bestimmungen geregelte) spezielle Aufsicht und Verwaltung 
der Bibliothek einer besonderen selbstständig zu wirken berechtigten 
Bibiiotheks-Commission überlassen worden. Diese Commission besteht 
aus zwei Hauptabtheilungen: I. aus dem Bibliotheks- Vorstande, ak 
den Mitgliedern eines engeren Ausschusses, denen theils die obere 
Aufsicht und Leitung der Bibliotheksverwaltung, theils die spezielle 
Ausführung der hauptsächlichsten* Geschäfte übertragen ist. Hierzu 
gehi5ren l) die dirigirenden Vorstands* Mitglieder, und zwar a) der 
jedesinnlige Superintendent, b) der jedesmalige Bürgermeister., c) ein 
von der gesammten Bibllotheks-Gommission allemal auf drei iahre ge* 
wählter, dem ärztlichen, kameralistischen , Handels- und Gewerbflacbe 
angekSriger Litteratnrfreund zur besonderen Vertretung der rentisti- 
sehen und gewerbwissenschaftlichen Interessen; 2) die auslührendea 
drei Beamten» ebenfalls auf drei Jahre von der Bibliotheks-Commission 
gewllhlt» und zwar a) der BibKothekar zur speziellen Bibliotlieksr 
Beaufsichtigung» Bflcherausgabe und Vorzeigung den Sommlunge», so* 
wie zur übrigen Ausführung des Bibliotheks - Regulatives , der dabei 
durch Deputations-Mitglieder oder einen nöthigenfails zur Führung de^ 
Verleihe «Kataloges und dergleichen besondaris angestellten Gehilfen 
ttnter^ti(tzt wird» b), der Bibliothßk^-Secretiiir». zur fführung d^r, Pro- 
tokolle» der Registrande und- Besorgung aller sox^^tfgen Cjeschäfte li^ei 



160 ' OroBBinhain^ 

der Bibliotheks-Verwaltnng , der ebenralls, wenn nSthig, von DepaU- 
tions-Mitgliedern unteratfltit wird , e) der Bibliotheks-Cassirer fflr den 
finanziellen Theti der Bibliotheka-Verwaltung. HierQber noch ein Bi- 
bliotheka-AufwIrter. II. ans der Bibliotheks- Deputation, deren Mit« 
gliedersahl unbestimmt ist, und die allemal auf drei Jahre von dem 
Vorstände, sowie von stadtischen Corporationen und Vereinen gewählt 
wird. Diese Deputation hat sich theils mit der Unterstfllzung des 
Bibliothdiars und des Secretairs, 4hei1s mit der speziellen Beaufsich- 
tigung und Verzeichnung der mit der Bibliothek verbundenen Samm- 
lungen, theils mit der Uebemahme anderer Geschäfte, z. B. der Forlr 
fftbrung der Stadtchronik o. s. w. zu befassen. Die Auswahl der zu 
erweii)enden Bflcher — wozu freilich vor der Hand nicht der ge* 
ringste Fends da ist — sowie die Entscheidung über etwa auszu- 
rangirende Gegenstände liegt dem Vorstände ob. Eine ähnliche oad 
fftr die Grossenhainer Bibliothek durchaus nutzlose Weitschweifigkeil 
und Gomplicirtlieit, wie vorstehend erwähnte (von Preusker entworfene) 
Bestimmungen, zeigt auch das von Preusker neu ausgedacfate, im We- 
sentlichen aber dem Schütz- Hufeland -Ersch'schen allgemeinen Repe^ 
toriom der Litteratur entnommene Bibliotheksystem*). Nach diesem 
Systeme sind die gedruckten Bücher, als erste Abtheilung der Biblio- 
thek, in folgende 16 Fächer getrennt: A. Allgemeine Wissenschaften- 
kunde, alle oder mehrere verschiedenartige Fächer umf&ssend (1. Wis- 
senscfaaftenkunde und 11. Vermischte Schriften); B. Einzelne Wissen- 
schaften: a) allgemeine Bildungs* oder Humanitits • Wissenschaften : 
a« Menschen- Wissenschaften, den Menschen 1) nach seinen Naturen uod 
seinem Zwecke, dem vernunftgemässen Leben betrachtend (IIL Lehens- 
Wissenschaften), 2) nach seiner Mittheilungsart in Sprache und Schrift 
(IV, Sprach -Wissenschaften), 3) nach seiner Geschieht«, im Ganzen, 
wie im Einzelnen (V. Gescbichts* Wissenschaften); b. Natur-* Wissen* 
Schäften: 1) formelle, nach dem Grössenverhältnisse in Baum und 
Zeit (VI. Mess- Wissenschaften), 2) materielle, nach den NaturkrSften 
und Naturprodukten (VII. Natur- Wissenschaften); c. Kunst - Wissen- 
sehaften: 1) in geistiger, schdnsprad) lieber (VIII. Schöne Wissen* 
Schäften) und 2) in geistig-körperlicher Kunstproduction (IX. Bildende, 
schöne, wie nützliche und angenehme Künste) ;'b) Berufs- Wissenscbif- 
ten: a. zur Bildung und Leitung des ganzen oder theilweisen Volkes, 
und zwar (a) der Jugend (X. Jugendbildungs- Wissenschaften), (b) der 
Erwachsenen 1) in Hinsicht des kirchlichen Verbandes zur moralisch- 
religiösen Fortbildung (XI. Beligions - Wissenschaften), in Hinsicht des 
politischen Verbandes, und zwar zur Staatsleitung, öffentlichen Sicber- 
heit und Wohlfahrt (XII. Staats «Wissenschaften), zur Bechtepflege 

*) WisseDschafllichss System einer Aufstellong städt. Barger- u. andr. Volks- 
bibiiotheken, von K. Preusker. s. Serap. 1850. Nr. 13. 



OEMMiiJbaiii, Grünhrff hii Drudeti* 161 

(Xllf • Rechts • WiAiettBclialleD) und lur SUaUttiebeiHBg mittels Waffen* 
gewalt (XIV. Kriegs •Wissenachaflten); b. xa Zwecken Einzelner, und 
zwar 1) xum physischen Wohle (XV. Heil* Wissenschaften) und 2) zum 
materiellen Wohle» ffir Lebensbedörüiisse, Wohlstand u. s. w. (XVI. Ge- 
werbs* und Hauswirtbsehafte-Wissensehaflen). Die zweite Abtheilung 
der Bibliothek bilden Handschriften, sowie typographische und andere 
bibliographische Seltenheiten; die drille Landkarten, Zeichnungen, 
Kupferstiche o. s. w. ; die vierte die übrigen wissenscbafUicben und 
Kunstsammlungen. Ein solches System ist natörlioh nur in der Erwartung 
Dessen, was der Bibliothek noch zukommen soll, und nicht in Berück- 
sichtigung ihres gegenwartigen Besitzthums — welches sich, was die 
Bücher anlangt, auf .allerhöchstens 4000 Bande belauft (die übrigen 
Sanamlungen sind auch noch nicht bedeutend) — .entworfen worden. 
Da die Bibliothek jetzt, wie schon gesagt , noch keinen Fonds zu An* 
Schaffungen besitzt, so nährt sie sich nur von Geschenken und den- 
jenigen Büchern, welche von Seiten der gewerblichen Sonntagsschule, 
des Gewerb- und des Lesevereines an sie abgegeben werden. Sie 
ist im Gebäude der Knabenschule aufigestellt, und wird zur allgemei* 
Den Benutzung Sonntags 2 — 3 Uhr geöffnet, und auch viel benutzt. 
So wurden 1847: 2156, 1846: 2457, 1849: 2641, 1850: 3089, 
1S51: 4781 Bande zum Lesen ausgegeben — gewiss Zahlen, die es 
wohl rechtfertigen würden, wenn sich die stadtische Oberaufsich ts* 
behörde der Bibliothek zu einiger pecuniaren Unterstützung eines so 

allgemein benutzten Institutes entschlösse. 

ChUdcDiQS, K. G. Tb., DenJtmahl der am 24^. Oclbr, 1828 bescbeheoen Eröff- 
Dong d. Schulbibnotbek. (Grossenh.) gr. foL 

Preosker, K., Nachriebt von der f. Schul - ii. Volksbildung gegriindeten Stadt- 
bibtiotb. zu Grossen hayn. Zogleicb als ein Nachtrag zn d. Nachricht von d, 
SoDDtags-Schale n, d. Gewerbe-Vereine daselbst. Grossenh. 1^3. 8. 

Pesseo Nachricht von dem Bestehe» u. d. Leistungen d. Sonntags- u. Ge- 
vrerbscbule, d. Gewerbe-Verein u. d. Stadt-Biblietb. zu Grossenbayn während d. 
J. 1833. Grossenh. 1834. 8. 

I>essen Stadt-Bibliothek in Grossenbayn; in Hinsicht ihr. Verwaltang o. ih- 
res jelz. Besitztharos, dargestellt im Auftrage d* Bibliotb» - Commiss. Grossenh, 
1836. 8. — Dritte TenfoHsUnd. Auflage. Das. 1841. 8. 

Begolativ, s. im Serap. 1846. Nr. 10—14. 

Preosker, K., die Stadt-Bibliothek in Grossenbain, (die erste vaterlind. Bor- 
ger- Bibliolh.) nach Grand., Verwalt. u. Besitztham geschildert. Vierte Tervoll- 
•lind. Auflage. (Nebst Nachricht von d. dasigen Sonnlagsschnle, d. Gewerb- 
Vereine etc.) Grossenh. 1847. 8. 

(Dessen) Nachricht von hiesiger Stadt- Bibliothek. (Besond. Abdruck aus d. 
Grossenbain. Unterhalt, u. Anzeigebl. 1850. Nr. 13.) Grossenh. 4. Mit d. Nach- 
riebt voD d, gewerb. Sonntagssehnle. 

Dessen Naduricht von d. Stadt- Bibliothek u. d. Sonntagsschale za Groesen- 
kain vom i. 1850. (Grossenh.) 1851. 4. 

drOnlierc bei lljre«ileii* 

* Pfarrbibliothek ist 1780 entstanden. Pie verwittwete 

P9t%Ulit, Hdb.D.B. 11 



19i Orünbmf M Dre$dent O fiM^ ai n, Bruäph, Ouben. 

Kammerherrin Gh. 8. OrMn v. loym, geb. CMfln ▼. ieicUiligen, schenkte 
daxu der Kirche ein KapiUl von 460 Thlr«, d«mi( tod den Zinsen 
theologische und philosophische Werke (nach erlangter Cenehmignng 
des Ephoms und des Gollators) angeschafft, und xur Anlegung einer 
Bibliothek in der Sacrislei der Kirche oder der Pfarrwohnung fftr den 
Pastor, dessen EtnkQnfte zu AnschafTungen der ihm nöthigen Bücher 
nicht ausreichend wSren, verwendet würden. Die Bibliothek war be* 
reits bis auf 600 Binde angewachsen, als der grosste Theil davon 
1847 mit der Pfarrwohnung ein Raub der Flammen wurde. 

GrÜBliatn« 

*Gemeindebibli othek besieht seit 1837: den Grund dazu 
legten Geschenke einiger Verlagshandlungen. 

droUcli* 

^Bibliothek des Serviten-Klosters am Muttergottes* 
berge ist 1846 mit dem vom BUtie getroffenen Kloster xum gross- 
ten Theiie, wenn nicht völlig, verbrannt. 



Gymnasialbibliothek (bis 1817 Schulhibliothek) ist, was 
ihre erste Anlage betrifft, 1622 auf Anlass eines VermSchlnisses des 
Stadtrichters und Handelsmannes E. Schulse entstanden *, sie kam jedoch 
erst im Laufe des XVIII. Jahrhunderts durch mehrere Geschenke, wie 
1702 desAectors Nasaeus, 1775 von Basedow, 1790 des Pastor pri« 
marius S. E. Riepke und 1798 des Landeslltesten Bürgermeister R. S. 
Kletzschke, zu einigem Umfange. Von den letzleren beiden schenkte 
der erstere seine gesammte Bibliothek, der andere den besten Theil 
seiner Büchersammlung nebst einem Kapitale von 400 Thlr» Ausser* 
dem hat die Bibliothek noch die der früheren Gubener LeaegeseU- 
Schaft zugehörigen Bücher und 1813 einen grossen Theil der Samm- 
lung des Freiherrn v. Schönaich erhalten. Jetzt umfasst sie etwa 
5060 Bflnde, auf deren Vermehrung jährUch ungefähr 100 Thlr. ver- 
wendet werden können^ indem zu den Zinsen des vorhandenen Biblio« 
thekskapitales von 500 Thlr. jährlich noch 50 aus dem Neuzeller 
Scfaulfonds und einige Geldbeiträge, die seit 1782 von den Schülern 
zu Anschaffungen zu leisten sind, hinzukommen. Von Handschriften, 
•Karten, Kupferstichen und dergleichen, sowie Münzen, besitzt die Bi- 
b,liothek nur Weniges» alte Mss. gar nicht. Ueber die Bücher sind 
xwei Kataloge» ein alphabetischer und ein Realverzeichniss, vorhanden, 
Zur Benutzung ist die Bibliothek zwar vorzugsweise für die Lehrer 
des Gymnasiums bestimmt, es wird aber auch jeder Andere na^ dem 
Ermessen des Gymnasialdirectors, unter dessen Aullricht die BHiliothek 
steht, dazu zugelassen. Früher waren gewisse Stunden zur Oeffnung 
der Bibliothek bestimmt, wogegen jetzt der Zutritt allemal nur auf 



Guben, CHUlKt»», tkhttm^ ßwtihnmmy SMamßt^ BUmOehen. ISB 

besoDderen ^Wunsch erfolgt Bk i7tfl standen die Bücher in ver- 
s€faloM€nen Sehrtaken im Sflkiilhansei in d^n Untanichtfiinmem der 
Prima und Sacundai seitdem sind sie in einim gewollt tftt St^le i« 
massiven Seitengebftude der Stadt- nnd flaaptkir^ aufgestellt. 

O^riqg, F. Gm SpiiUlls «4 1^.E« ^fko, qp« siaguUr. m9 IJbmütfS W" 
perrime $efaD|ae Gah^ns. probata grato animo agnoscitar. Ljps. 1783* 4r 

Itichter, W., ftber <L l/rsprugg d. Giiben^chen Spbulbibriotbek , nebst vor- 
aosgeschickt. Betracbiungen aber d. Nnt;»en solcher Anstalten. OiA. 1801. 8. 
Progv. (Vgl. leesea Progr. Ober den Uraprung n. das Wacbatham d. Mdifften 
Schale za Gnbaa. Das. 1817. 8.) 

WMrawp 

^Bibliothek der Dom-Schule ist am 1602 durch eine 
Schenkung des Herzogs GpsU^ idolf y^p Mecklepl^urg - Q(|Ksl|[row be- 
gründet worden, aber lange Zeit sehr uphedeut^nd g^bU^bep, bis p^ch 
ihrer endlich der Oberscbulrath Professor Dr. J. F. Besser bei Antritt 
des Bibliothekariates (1S04) kräftiger annahm, und sie diirch zahl- 
reiche Geschenke von Privatpersonen zu Ansehn und Umfane empor- 
zog, so dass Besser als der eigentliche Begründer der jetzigen recht 
schätzbaren Sammlung anzusehen ist. pieselbe besteht aus 14 — 15,000 
Bänden, worunter sich die früher in der Sacristei der Pfarrkirche ver- 
wahrte kleinere Bibliothek mit befindet. Auf Anschaflbngen werden 
jährlich nur 50 — 60 Rthir.N% (p.75Thlr.) verwendet. Zur iftenu- 
tzung steht die Bibliothek, ausser den Lehrern der Gelehrten- und 
Börgerschule und den Schülern (die nebenbei eine eigene Schüler- 
bibliothek besitzen), ai^eh jedem anderen, wenn nur zuverlässigen, Be- 
.wohn«r der Sladi Irti, und wird zu diesem Zwecke wdobo^Ui^ ein- 
mal. Mittwochs Id — ] Uhr, geöffnet; nur während der Sehuiferien 
niebu Dia AnOuiCht über die Sammlung, die im Gebäude def Oqmr 
schule aufgestellt ist, lihrt der Diredor (Dr. G. G. H. Baspe). 

^easßr, J. F., Vcraeicbpisa der piblioibek 4. Gjkstrpvacbpp Dpipfcbiile. f 
Hfl?. Göstr. 1819— -16. 4. (Enlh.: ^\\ß. WisseDachaflskuo4e — Pbilolop -^ 
Geschichte.) Nicbt weiter fortgesetzt. * 

iilnliuri^ii. 

*Bi))liothek der Stadtpfarr<Rirche ist nicfit bedeutend. 

lilMiiiinmrn» 

VStadtbiblrothek ist 1810 auf künigUcJie Kostf« miß^m 
wortoi« 

*BiblioVhek des PAdagitgiums hat su ABA«h«ffwiW iH^" 
lieh etwas mehr als 300 Fl. zu verwenden. 

i^mUiotkfik dur ß^lebrtenr-SpbHU. 
Brannciifar, iXA., W^aasha «. ttoffani^sa f. d- BihliftihAk dar GülebrifHT 
schule za Hadersleben. Das. 1831. 4, 

11* 



■*Ifeerate«t. 

• Dombibliolhek, jetzt im Besitse des DomgymnasiumS) ist 
842 gestiftet» und im XVL Jthrhanderte erneuert worden. Sie enthlü, 
ausser 200 und einigen, zum Theil sehr werthvoUen Mss., Aber 15)000 
Binde, darunter die vollständigen BAchersammlungen S. T. Bauenoeisler 
V. Kochstedt's , B. v. d. Lühe's , fi. ▼. Boythel's, Chr. y. Dorstad's , H. Ne* 
waldl's und seit 1840 des Directors Maass. Der jährliche Fonds za 
Anschaffungen ist sehr unbedeutend : er beträgt nur 100 Thln, wotod 
aber auch noch der Aufwand für den physikalischen Apparat bestrit- 
ten werden muss. — Zum speziellen Gebrauche der SchOler besteht, 
neben dieser grösseren Sammlung, auch eine Schaier*LesebibKothek. 

«Bibliothek der St, Martins-Kirche ist im Laufe des 
XVII. Jahrhunderts entstanden. 

Hau o. Scliwaiiiflcli-HaU. 

«Bibliothek des Museums steht täglich ein paar Suudeo 
des Nachmittags offen. 

*Stadtbibliothek ist 1592 begründlet worden, und eotbllt 
gegen 4000 Bände, die zu Jedermanns Benutzung auf dem Rathbaase 
und unter der Aufsicht des Stadtschul tbeissen bereit stehen. Sie wird 
nicht vermehrt« 

«Bibliothek des Gewerbe-Vereines ist täglich ein paar 
Stunden des Nachmittags geöffnet. 

■alle »• li. BmmMe. ^) 

«Bibliothek der Deutschen morgenländiscfaen Ge- 
sellschaft ist 1846 mit der Geseilschaft zugleich durch Gescbenke 
begründet, und auf gleiche Weise bis zum gegenwärtigen Bestände von 
mehr als 1000 Druckwerken und c. 160 Handschriften, Mfinzen uod 
dergleichen vermehrt worden. Seit 1850 steht sie im Gebäude der 
Universitätsbibliothek. Zur Benutzung der BQcher sind dem Reglement 
zufolge nur Gesellschaftsmitglieder berechtigt; doch kann der Biblio- 
thekar auf seine Verantwortung hier auch an Andere Bücher verleihen, 
dafern nur dadurch der Bibliothek kein Schaden erwäehst. — ßi^e 
Anzahl durch Uebereinkunft der Geschäftsführer der Gesellschaft m 
bestimmender, für die Redaction der in Leipzig erscheinenden Gesell- 
Schafts • Zeitschrift nothwendiger Journale wird gegen Leihschein '^ 
Leipzig aufbewahrt, und bildet nebst den für die Redaction temporSr 
entliehenen Büchern und den jedesmal in Leipzig befindiiehen neuen 



*) ADsstelluDf meist originaler DrockschrifteD z. Erl&oterong d. Refonni' 
tioDSgeschicbte, mit besond. Bezog aaf d. deutsch, o. hal(. KircheoTerbessaroof« 
Veranstaltet z. SOOj&br. e?angelischeD Jobelfeier d. Stadt Halle. Das. 1841. ^. 
(Betr. d. Biblioth. d. Waisenbaases, d. Narisnktrche, d. Universität, die Pooi- 
iauiscbe u. a, Privatbibliotbeken.) 



BaUe a, d. StuUe. 16S 

ZiueoduDges die RedactionsblUiothek. Die Aufsicht über diese fQhrt 

ein Biblio(hel(sbe?ollmAchtigter. 

Der Druck eines Ver?eiehBiMe8 ist in Aassicht gestellt. « *^ 

^Bibliothek der Loge m den drei Degen xerfllll in 
folgende vier Abtheilungen ; A. Sammelwerke; B* Werke , das Wesen 
der Freimaurerei betrefleod, und zwar I« was sie sei und IL was sie 
sein sollte; C. Geschichtliche Werke I. fiber Freimaurerei selbst, II. Ober 
udere Verbindungen y die su ihr in Beziehung gestanden haben sollen; 
B* Miseellen. 

Veneicbniss d. Baeber-Sammlnng d, Loge so d. 3 Degen in Halle. 1795« 8« 
(NeUo, B.) VeneichDiss d. BibliotbeJi d. Loge za d. 3 Degen im Or. tob 
Halle. Das. 1843. 8. 

Marienbibliothek der Kirche U.L.Frauen ist 1652, in Folge 
der Aufforderung des Pastors und Superaitendens der Kirche Mag* 
^Boetius, durch ein Geldgeschenk M. Scheller's von 18 Fl.> dass man 
davor kaufen dal die thcmoi Dn* Dr. Marlhini JMheri und hiermU 
ien Anfang der liberey zu ü. L. Fr. machen, gestiftet, auch durch 
Boelios' fortdauernde Bemühungen bald zu einigem Ansehen gebracht 
vorden. Anfangs stand sie über der Sacristei in der Kirche, erhielt 
>ber, da dieser Raum die Bücher nicht mehr fassen koonte, 1609 ein 
eigenes Gebäude, worin zugleich den Predigern der Kirche Wohnungen 
Sogewiesen wurden. Hier begann die Bibliothek erst ihr' eigentliches 
Leben. Eine Menge grössere Schenkungen wurden ihr hier im Laufe 
der folgenden Jahre zu Theil, wie: 1616 die besonders im Fache der 
Geschichte und Jurisprudenz reiche Sammlung tou 3300 Bänden des 
.CaQiIers Z« Distelmeier, welche der Magistrat für sie um 4200 FL an« 
Wie; 1617 eine Summe von 1146 FL 3 Gr. 4 PL, sowie später 
2Q wiederholten Malen noch andere Summen bis zum Betrage von 
800 Fi., die aber leider alle zur Deckung vorhandener Schulden auf- 
gewendet werden mussten; 1690 eine 1600 Bände starke» besonders 
^ französischen und italienischen Werken reiche Bibliothek, welohe 
iiv vom Assessor, des Schuppenstuhles Dr. J. Oelhafen bereits früher, 
jedoch unter Vorbehalt des Niessbrauches auf Lebenszeit für den Te- 
stator und unter der Bedingung ungetrennter uud gesonderter Auf- 
stelloDg, vermacht worden war; 1711 die 200 Bücher starke Samm- 
long des Ad^uncten der Kirche J. Müller, welche derselbe nebst einer 
Geldsumme, dem ersten jährlich 11— 12 Thir, Zinsen tragenden Fonds, 
der Bibliothek schon 1682 vermacht hatte; eine Sammlung von 100 
I'olianten historischer Werke von dem Bathsmeister A. Ockel; 1742 
die theologischen Werke, 553 Bände an der Zahl, aus der Bibliothek 
des Geheimrathes Professor Fr. Hoffmann , ebenfalls unter der Bedin- 
gung gesonderter Aufslellung; 1761 einige Soolgüter vom Kriegsratht 
Ckr.W. Herold, deren jährhch 10^12 Thln betragei|de Einnahmen 



Vtth sMüiBili TttdlB kB (1768) fcu AnschAffüiigeil tfeNreni^l #erato soll- 
ten; 1767 vom Gand. jur. Chr. G. Zschafckwilz ein^ atts 1967 bänden 
bestehende Sammlong th()dlegiatb«r » philosophlseher, besonders aber 
hiaUrisdier und juristischer Werke, gleichfalls uilter der Bedihgung 
abgesonderter Anfstellüng, nebst einem Kapitale Ton 100 Thlr.; nach 
und nach vdm Rathsmeister J« W. Löper eihe Anzahl von 269 Bänden 
■mst dneylUpIdischer, historischer und antiquarischer Schriften, unter 
glevdher Bdditagnng, nebst einem Qeldlegite; 1616 die 8650 Nümmen 
starke, zum grdssten Theiie medicinische BQcber enthaltende Sammluag 
des ehemnligen Bibüotliekara Professor J. G« Kenune, leider unter glei- 
eher Bedmgnng. Sonach besteht die Malienbibliothek -geg^n^Krtig 
aus folgenden sechs verschiedenen Abtbeilungen: 1) dem Corpus Bi- 
bliöthecae, fi) d^r Oelhafen'sdieta, 9) d^ Hoffmähh'scheiii 4) der Lö- 
pet^kclK^hi i) lAer KschackWitz'sicheto, 6) dir Kefflitie'schin Bibliothek. 
Dif OtfftitmiiitbeftUnd bettigt c; 20,OÖ9 Bfittd^ (beMndiers theologischer 
iittd hiktMücher W^rke)^ worunter Hwa IfN) Mss; und 300 Inküna« 
bfthl mit lnb<6]^Kff^n sind. Uebbr jed« dier öinz^läen Abtheilungeii 
iibd Lokaltitibge, tber Itll^ ztt8«ibnk<eii M Mlgeib^inei* ilpbiibetischer 
Kfttulttg förUftndeh; die Beio^eilubg elAeii allgtmeitten wissenschaft- 
liehei KiUlÖge« stisht noch ill Aüiläicht. Auf Afk^chaffongefei hat die 
Bibliothek Jährlich nur ungefähr 15b thlk*. ku Verwenden, und es ist 
d<(ti§hdlb iinch, um nicht diiel^e gerihgö Snthiae durch AlikSttfe von 
BÜrti^rti ätts verschiedeneta Wiilfteikschafteii tiltztl ftefar zu zersplittern, 
seit l^ii festgesetzt, das« bei den Ankluf^n vorzugsweis^e Werke 
flbiftr ^iSftäischaflliche Theologie üind yatisWflndücfae Geschichte, ins* 
beeoAderfe der Pmvinfe und speziell dek* Stadt Halle, berücksichtigt. 
Wtörden »ollen. Bii Geistlichen dier Stadt und zUmal die bei der Rtrehe 
U. L. Fr. HiigeAteUten htb'€Yk hinäiiehtlich der Att^chafl^igeh ein Vöh 
sMilag«sreeht.^ dem d«r Bibliothlek&k' ttftch Mjissgabe der <!^^rfilgbiiir6i 
Geldmittel möglichst Gidnflge zu thuA hat. Das It^ht dfer Benntztiiig 
der Bibliothek ^ die tik difesMh Behüfe, mit Au^iibhm« je i^i^t WochM 
zu Osterh i»d MichadM, regelmteiifg kM/^'iä^l Vä j«d^ Wo(<h<$ eMe 
Stdnd« laug (kfittwocbe 11^19 und Sontiabefid» 19-^11 Bb^) g«« 
öftiet wird — bt^hl heüpt^§^hti«h d^ Biitiifttoh!6A G«idtt!cll%^t , den 
MUgli^derb der Onfvemitlt, diem Lehr^rpefsoual«, 'Aeä mi^Yedhüt iMs 
HaigietMe^, ^^ta Beitmteu der mtlilchbn BehM-dbU üUd (M Ifilgtiederfa 
des lttii6heiie^!Mgftimb*ÜiLil*f. zu; doch kauft die Bibliothek gegen 
8ichei««itii«ietUllg oder BAr^äclialt iuch Von ähd^h EinWöfan^ der 
fitadl UMM tiremeiii AUdi AlMwSftige kVUheh die Mbtiolheft be^ 
AUteeii dhd Bftdler d^räUe euiieA^e^', sobald kie v^ Mtte^ tw Be^ 

nutzuhg 9ei<eehtlgte^ Perdon eiflgefohrt Sind, uhd dieiie m m Borg. 

kchftfl lefAel. Die YbHeihtog voh s^lfe)^ VMkeä mi «BerReu|)t 
keleheU) defVIi WeHli o. ÜS Tkfr. väi Aehi* ileMiJl^ ist im tn lusser- 



JMte d. 4. aaak. 107 

ordenllidieii FälUn wti Qttr' atch vorher eingeholter Bewiltigmig d^s 
EireheMoiregioBis» welehem die Oberaufsicht und Verwaltung der 
Bibliothek zusteht, tullssig. Die Zahl der jährlich verliehenen B&cher 
betragt durchschnittUch 2^300 Bäade. Den Bibliotheker (Oberbfrg- 
rath Professor Dr. E. Fr« Oermar) , dem ein Bibliothekseeretair (Real- 
scbiillehrer Dr. Fr. K. Knauth) und ein BibUetbeksdiener beigegebefi 
sind, ernennt das Kircb^ncoUegittiQ U.LtFr« vorzugsweise aus seiner 
Mitte. Von der Biehügkeit der Reeho«ngeii des Bibliothekars und 
dem Sunde der Bibliothek dherhiupt übenieugt sich das Gollegium 
durch eine Deputation von zwei Mitgliedern, die alle Jahre ernannt 



Neiioianni> G.Fr.^ £pistola de Bibliotbeca Balensi ad H.A. GroscbvpfiTia. 
Hai. Blagdeb. 1710. 4. 

Beyeri, J. J„ Index libror. selector. tbeolögici potissiiDnm et pbilolog. afgü- 
nnenti, qaos Üeffmannas ex bibliotheca soa in Murianam iransferri cnraT* Hat. 
1740. 4. 

Schwetsehliei €. Cr,, de Donati Miooris Cragmente HaHs niiper reperto, Bai. 
1839. 4. 

*MissionsbiJ)liothek im Waisenhause ist auf Wunsch 
für Jedermann zugänglich, wird aber nicht zu bestimmten Stunden 
gedifnet. Bibliothekar war 1845 der Bector Dr«F«A* Eckstein. 

'Bibliothek der Bealschule im Waisenhauses zum Ge- 
brauehe der Lehrer, enthält gegen 1000 Bände. FAr die Schftler be- 
steht neben ihr eine Schülerbibliotbek von c. 900 Bänden, 

'Bibliothek der reformirtcn Schule hat 1734 die 
Büchersammlungen der Prediger Sam. und Ernst Andrea zu Berlin 
erhalten. 

'Universitätsbibliothek ist, wein nicht gleiehseitig idit 
der Univ^sität selbst (1694)» doch mindestens 1696 gestiftet wotdet, 
in «vMehem Jahre die Buchersammlnng des Professors J. 6. Simita 
angekauft wurde, fiine sehr beträchtliche Vermehrung fand zwei Jahl^e 
später durch eine Anzahl Doubletten der grossen Berliner Bibliothek 
statt, wozu UM die Siammlung des Freiherrn D« L^ v. Dankölmaan 
und ferner noch die Bibliothek des Benedictinerklosters und Pädaigb- 
f^ume zu Bergen hisiukamen. Bei der Ueherstedelung der Univelrsität 
Wittenberg nach Halle (1816) wurde auch deren BibliothM, mit Aus- 
seUnse der theologis^en und philologischen Bfleher» di» man in 
WitteBber^ fir dal» Pradigcraeminar und das 6ymnasium zurüokb^hieU, 
mit Aach Halle gebrwfat, desgletebta die Ungarisdie NaftionklbiMioihek 
und die hesondM im Fadie der SAehsisohen Gekdnehte euMe^ordent- 
ittih rbidibeltige Bibltbth^ de* Krie^sratbes J. A. v. Ponit^kau , welche 
letztiere, wie sie teeaanüBMarischer Bedlmürnng^ aliMge sthi»n in Wil- 
tenberg fttfennt fuli Mk Mirigen BAnMrto der iÜMrv«rsität gestasdte 
hatte, so tadi ii BUle ufavosondQrt hufffestotU, imd einer eigsnen 



168 BaUe a. 4. SMfo. 

VerwaUttDg flbergeben wurde. Gegenwärtig sihlt die 'gesammte Odi- 
versitSUbibliothek gegen 100,000 Bände Druck« und etwa 1000 Hand- 
schriften, wovon c. 12 — 14,000 Bande und 650 Mus. allein auf die 
T. Ponickau'sche Bibliothek kommen. Die Bücher stehen , nebst den 
der Universität gehörigen Karten-, Kupferstich- und MQnzsammlungeo, 
in einem eigenen Gebäude, welches ebenfalls Besitzthum der Bibliothek 
ist. Zu Anschaffungen fQr die v. Ponickau'sche Bibliothek sind die 
Zinsen eines Kapitales von 4000 Thlr., för die Qbrige Bibliothek jähr- 
lich c 2500 Thlr. bestimmt. Ueber die Verfassung und VerwaitoDg 
der Bibliothek hat das ausf&hrliche fieglement von 1S23 im Wesent- 
lichen Folgendes festgesetzt. Das Personal — wozu in der Regel ein 
Oberbibliothekar (Professor Dr. 6. Bernhardy, sogleich Bibliothekar der 
V. Ponickau'schen Bibliothek), ein zweiter Bibliothekar (Dr. H. E. Bind- 
seil, zugleich Gustos der v. Ponickau'schen Sammlung), ein oder zwei 
Secretaire' und zwei Bibliotheksdiener gehören, und welches nach Be- 
finden durch zwei Ämannensen aus der Zahl der Studirenden verstlrkt 
werden kann — steht mittels der zunächst vorgesetzten örtlichen Be- 
hörde, des Universitätscuratoriums, unter dem Ministerium. Der Ober- 
bibliothekar, wozu wo möglich ein Professor der Universität gewäfait 
werden soll, fuhrt die Oberaufsicht über die ganze Bibliol)^ und die 
damit verbundenen Sammlungen , und verwaltet alle Externa für sich 
und auf eigene Verantwortung. Alle Interna aber hat er in Confe* 
renzen mit dem zweiten Bibliothekar und den Secretairen, die immer 
so viel als dienlich aus der Zahl der Docenten der Universilät ge- 
nommen Werden sollen, zu gemeinschaftlicher Berathung zu bringeo, 
wiewohl ihm bei diesen Gonferenzen, deren Director er ist, aHein die 
Entscheidung und den Uebrigen nur eine berathende Stimme zustellt. 
in Fällen von Krankheit oder Abwesenheit des Oberbibiiothekars wird 
derselbe von dem zweiten Bibliothekare vertreten. Bibliotheksferien 
finden nicht statt, ausser dass am nSchsten Sonnabend vor den drei 
hohen Festtagen die Bibliothek geschlossen bleibt. Auch ist dieselbe 
zur Zeit der Revision acht Tage vor Ostern und Michaelis und acht 
Tage nachher fQr die gewöhnlichen Besucher nicht zugünglieh: nor 
Professoren können in dringenden Fällen Bücher erbalteii. l^ ^ 
Vision wird fächerweise vorgenommen, wobei darauf gesehen werden 
soll, dass jeder Beamte nicht die seiner speziellen Obhut öbergebeneO) 
sondern die eines seiner GoUegen zu revidiren hat« Mindestens bin- 
nen fünf Jahren müssen alle Fächer der Revision unterlegen baheii) 
Worauf im sechsten Jahre eine allgemeine Revision folgt. Eine solebe 
allgemeine Revision soll auch bei jedem Wechsel des .Oberbihiiethe- 
kars oder Bibliothekars als Uebergabe stattfinden« Ueberdies bleibt 
d^m Universttätscuratorium fiberlassen, naeh Befinden eine Snpercevisioo 
-entweder einzelner Fächer oder der ge^ämmteii Biklielhek» so, oft ^^ 



J 



BaU$ a. d. SmU. 169 

• • • < 

will, aDzttordnen, Hiiuiichüich der AnschaffaDgen ist vorgeschrieben, 
dtfs dabei, da die Bibliothek bauptsicblich und zuaächcft zur Benutzung 
der Professoren und Studirenden bestimml ist, vorzüglich die von den 
Professoren im Desiderienbuche zu bemerkenden Wunsche und Anträge 
Berücksichtigung finden sollen, soweit überhaupt die den einzelnen 
WissenschafUgebieten zu Ankäufen zugetheilten Geldmittel ausreichen« 
Zur S^ity als der zur Vermehrung der Bibliothek etatsmässig bestimmte 
Fonds nur erst 1898 Thlr. betrug, waren A. der theologischen Fa- 
cullät iÖO Thlr. zugewiesen, B. der jurisliscben ebenfalls 150, C. der 
medicinischen 200, D. der philosophischen 858, und zwar 50 für 
malhemalische Wissenschaften, mit Einschluss der Kriegswissenschaften, 
50 lür Physik und Oekonomie, 120 für Zoologie, Botanik und Mine- 
ralogie, 40 für orientalische Litteratur,' 30 für englische, französische, 
spanische, italienische und portugiesische Litteratur, 100 für griechische 
und römische Litteratur, 100 für Geschichte, 40 für Geographie, mit 
£ioschluss der Landkarten, 48 für Encyklopädie und Litteraturgescbichte, 
40 für Philosophie und Pädagogik, 40 für Staats Wissenschaften, 40 
für Handel und Gewerbe, 120 lür Künste und Kunstgeschichte, mit 
Einschluss der Werke, die Kunstwerke des klassischen Alterthumes 
und der christlichen Zeit darstellen, ferner E. zum Ankaufe von Jour- 
nalen, für Büchertransporte, Buclibinderlohn und Porto 300, sowie 
F. zur Disposition der Bibliothekare behufs der Anschaffung des einer 
Bibliothek nöthigen li tierarischen Apparates und grösserer Werke 240« 
Den Facultälen ist die Bestimmung der für sie anzukaufenden Bücher 
innerhalb der etatsmässigen Summe selbst überlassen. Von Katalogen 
soll die Bibliothek, ausser zwei Accessionskatalogen, einem chronolo« 
gischen und einem systematischen, sowie Spezialkatalogen über Land- 
karten und Dissertationen, vor allen einen allgemeinen Real- und 
einen alphabetischen Katalog besitzen. Zur Benutzung wird die Bi- 
bliothek Mittwochs und Sonnabends 1 — 3 Uhr für das ganze gebildete 
Publikum, an den vier übrigen Wochentagen aber 10 — 12 Uhr nur 
für Professoren und Privatdocenten und die Mitglieder der Seminarien 
geöffnet» aasnahmsweise auch für solche Stodirende, die desshalb eine 
mit einer besonderen Verbfirgung versehene Empfehlung eines Pro- 
fessors aufweisen können, im Lesezimmer wird mit Ausnahme belle- 
tristischer Schriften, die nur zu besonderen litterarischen Zwecken 
zur Leetüre gegeben werden, auf schriftliches Verlangen an jeden 
Gebildeten jedes beliebige Werk verabreicht. Dagegen haben das 
Recht, Bücher von der Bibliothek mit in die eigene Behausung zu 
nehmen, allein folgende Personen: die Professoren und Privatdocenten 
der Universität, die königlichen Beamten bei dem Oberbergamte und 
dem Landgerichte bis zu den Assessoren, sowie die Gerichtsamtleute, 
Notarien und Justizcommissarien, die Offiziere der Hallischen Garnison 



ItÖ ihtU a. i. 

bis tum CoidpagniÄ- und Bscadrons - Chef incl., die Pfedigfcr wid 
praktftlrendeü Aertte üttd die Mitglieder des Magistt'ates der Stidt, 
die Rectoren und ordentlichen Collegen des PSdagogiutbs ttnd Waisen- 
hauses. Dieses Recht gilt jedoch nur, so lange sich di^ genannten 
Personen in Halle und dessen Polizeibetirke aufhalten. Sollte sich 
eine von ihnen ausserhalb des Bezirkes aufhalten, und dorthin Bflcher 
zu leihen wQnschen, so ist desshalb erst beim UhiversitStscuratorium 
antufragen, eine Vorschrift, die auch bei dem Verleihen von Bflcbern 
all auswärtige Gelehrte Anwendung findet. Ausserhalb des teiir^fn 
dürfen iii der Regel auch keine Bücher, die nicht mehr im Bttebfaafi- 
del zu haben sind, noch Handschriften und theuet'e Kupferwerke ter- 
liehen werden, und nur das Ministerium kann auf Antrag des Universi- 
tätscuratoriums in ausserordentlichen Palien eine Ausnahme Von dieser 
Regel gestatten. In Fällen, wo ein solches Werk von einer znm 
Leihen berechtigtet! Person inherhalb des Bezirkes gewünscht wird, 
g:enügt die Genehmigung des Universitätscuraioriums. Professoren 
allein bedürfen auch dieser nicht. Uebrigens bleiben vom Ausleihen 
Wörterbücher, Glossarien und auf der Bibliothek selbst ndthigi^ Nach- 
schlage- Und Handbücher, kostbare Kupferwerke, Landkarten und 
Münzen durchaus ausgeschlossen. Andere Personen als die oben ge- 
nannten können Bücher einzig und aliein gegen Spezialkaütion eines 
zum Leihen Berechtigten gelieheü erhalten. Zur Zeit der Revision 
müssen alle ausgeliehenen Bücher an die Bibliothek zurückgegeben 
werden. Die Zahl der Leselr belauft sich j&hrlich auf fetwa 300 
Personen, die der verliehenen Bücher auf 700D B9nde. Zum Be- 
suche der V. Ponickau*schen S!immlung sind voMsugsweise die Stunden 
von 10 — 11 Uhr Montags und Donnerstags und der Ungarischen Na- 
tionalbibliothek die Stunden von 1—2 Ohr Mittwochs und SonnaMds 
gewidmet; 

Inda libror. qoibAs Bibifbthecäe UAfVersH. liuer. Hvbbs. consoeist «od 
Tltbbergent. attdae sunt t. 18S6 sq. flsK IGHIO siq, 4« 

Rbiflenient f. d. Bibliothek voti 1628. s. Serep. 1845. ^^. BO^dl» 
lastmctiöneo f. d. Eweiteik BibliotbekR^ den AmaMemis a. die BlbliMlik- 
dieaer. 0. Serap. 1849. Nr. 18—18. 

VerzeiehoMB von Doablett. tos d. KöQi|l. UoiTeni. - Bibüethek ia U«^^' 
welche d. 16. April 1850 öff. versteigert werden sollen. H«ll. 1850. 8. 

Die Kloeterbfbliothek roo Bergen beirk: 
ISiocm, J. J. V., CommenUtio I. Histor.-Eccles.-LiUer. de Origioc, Falisf^ 
locrement. ßibliothecae coenobii ßergeos. propter Magdebarg. ; Cdi ex ejus libris 
quibnsd. iisd^tbq. pra6cip. noänaUa inaerontor, quae ad Abbat., Snperint 6^' 
nerat.« Cönsiliftrioriiq. Consist. fr Eccles. pertinent, fr maier. da reUfleeis OtMK 
oribns Epiacep. , ac Hterarck. veteris •& bediern.- Eecles. noaiiliil iUiistranC- 
notia illnatrata. Acced. i. Delineatio novae edH. Chrtfnici Bergens. adoroaod. 
II. Sopplem. ad J. Cfh. Srosike duo specimina litler. de Biblioth^cia ft libtii* 
itagdeb, et Lips. 1^2. 4. 



Hßtti a. ik Aittl^, Bamimrg. i?! 

Ktiid«rli6g, I. r. A., de DibllbttiecA Co6ndbfi fi^r^^tts. htirrktiö 6 ist6r. -litten 
Nagdeb. 1774. 

Die ümTe^itttobibliotbek von Wittenberg betr.: 

Sennert, A.. Bibliolbecae Acad, Witleberg. pabl. libror. q« tbeolog., jnrid^ 
medic, philos., bislor., orieoL et qui iioviter huie de a. LXXlt. accesseroot, e 
veterib. rftceUtioribusq. eutabtiores, classiciqne fel-te, asni atadem.« eidemq. pri- 
rato poblicoq., exbibiti. Titeb. 167IB« 4. 

Uo^ld» F. U. L., nber.d. gegenwirt. Eitstand d. Uad. Bibliothek in Wie* 
lenberg. Daa. 1802. 8. (Aus Groiimann^s Annai. d. UniversiU Wittenberg 
Tb. III. p. 200-52.) 

^fiiblidlliek des liäturwissetaschafilicheii Vereines, 
di6 sich düfch Geschenke und durch Austausch der Vereinsberichte 
gegen die !Schrifleii Anderer Ahnlicher Vereine gebildet hat, ist nur 
t\äsi Gebrauche der Hitglieder bestimmt. Im Falle der Auflösung des 
Vereines geht sie an die UtiiversitSl Halle Aber« 

^Bibliothek des ThÜringisch-SSchsischen Veteihes 
für Erforschung der valerlSndischen Alterlliflmer und Erhaltung seiner 
Denkmale wird vorzüglich durch Geschenke vermehrt. 

Ein wissenscbafll. geordnetes Bächer- Verzeichniss soll gedruckt, u. den 
neuMi Mittheiltangün ä6k d. Nebilet bistoh - amiqdat. Forschungen lA einzelnen 
besonders bezifferten Bogen beigegeben werden. 

*Oeffentiiche Bibliothek des Waisenhauses ist 1703 
begründet, und fünf Jahre darauf durch die BüchersammlungB» i, Luders' 
und M.Ruopp's» sowie später 1719 4«8 Freiherrn K.H. v. CansleiR 
und 1721 A. Aohilieg vermehrt worden. Sie enthält gegea 35 — 
30,000 Bände, und wird Mittwochs und Sonnabends 1 — 2 Uhr ge« 
öffnet. Bibliothekar ist der Factor Br* F. A. Eckstein, der bei seinen 
Geschäften jioch von einem Gehilfen und einigen Primanern der In- 
teioisehen Hauptacfanle als Amauuensen unterstützt wird. 

Catalogoe fiiblioUieeae Öiybanotropbei flalensis. flal. 1750. 8. 

Bibliothek des Stadt-Archives (im Gebäude des Waisen- 
hauses, ^em jetzigen Rathhause) ist wohl gleichzeitig mit der Anstellung 
des ersten Archivars 1710 begründet, und in früheren Jahren beson- 
ders ^urch Schenkung der Schröder -Rulant^schen Hamburgensien^ 
sanamlungi sowie in heuerer Zeit hauptsächlich 1843 durch Ankauf 
der von dem Senator Lic. jur. ). G. Monckeberg hinterlassenen Ham- 
burgensien und 1846 der aus dem Nachlasse des Oberalten P. F« 
Roding stammenden reichhaltigen Hamburger ikonographischen Samn^ 
lang vermehrt worden. Sie enthalt Mss. der Hamburger Statuten, 
andere handschriftliche und gedruckte Hambiirgensien , Werke über 
deutsche und nordische Geschiebte und über Diplomaltk, zusammen 
2^00 Bände* Leider bat ()ie bibliolhek bei dem Stadtbrande im Mai 
I84<k viel eingebüsst» Wegen ibrer Benutzung, woran jedoch das 

Jrftsse^e ]^blikum nicht Tbeil nimmti hat man sich an den Arohivaf 
t. im II. Lajppenberg zu wendeik. 



178 Hamkwrg. 

Aoct - Verzoichnwfe der Bicher des Seoeten h G. Möiickeberg Tom SU April 
1843. Hamb. 8. p. 254—77. (Nr. 6327—916 e.) 

Bibliothek des Clubbs der Freundschaft» einer seit^ 
1789 bestehenden Pivatgesellschaft , ist 1796 begrfindet, und, nach- 
dem sie im Mai 1842 mit dem frQheren Geselischaftslokale Terbraoot 
war, von Neuem wieder hergestellt worden. Sie enthält geographische, 
geschichtliche, besonders belletristische u. a. Werke in deutscher 
Sprache in etwa 5000 Binden. Vor dem Brande überstieg der 
Bucherbestand diese Zahl noch. Zu den Anschaffungen gewährt der 
Reservefonds die Mittel« Behufs der Benutzung, vorzugsweise nur für 
die Hitglieder des Clubbs, wird die Bibliothek täglich Mittags und 
Abends einige Stunden geöffnet. Zur Verwaltung und Aufsicht der 
Sammlung sind vier Bibliothekare aus dem Kreise der Clubbmitglieder 
ernannt, wogegen das Ausleihen der BQcher das Geschäft eines eigens 
dazu gewählten Beamten ist* 

Verzeichniss d. Bücher -Sammlang d. Clubbs d. Freondschafl, nebst Anbaog. 
Hamb. 1844. 8. 

Bibliothek des Schach-Clubbs ist nicht sehr gross, aber 
gut gewählt. 

Commerzbibliothek ist 1735 von der Coromerzdeputation an- 
gelegt worden, mit der Bestimmung, dass vorzüglich geographische 
und den Handel direct betreffende Schriften gesamitaelt werden sollten; 
wesshalb auch die Bischer ursprünglich in zwei Hauptabtheilungen 
getrennt wurden, und zwar, in geographische oder Reisewerke, mit 
der AufschHft auf den Repositorien Wer entdecket See' und Land, 
Macht uns alle Weltbekannt!, und in den Handel betreffende Bücher, 
mit der Inschrift Wer ernähret unsere Sladl, Die fast wenig gleichei^ 
hat? Eine namhafte Vermehrung wurde der Bibliothek 1796 durch 
Ankauf der auf die Schifffahrt bezüglichen Büchersammlung J* ^* 
Röding's (für 1100 Mk. B.) zu Theil. Anfangs 3tanden die Bücher in 
dem Stockwerke über der Rathswage, welches der Gommerzdeputation 
vom Senate zum Gebrauche eingeräumt war; wegen Beengtheit des 
Raumes aber sah man sich schon 1767 genöthigt, für die Bibliothek 
noch ein zweites Stockwerk aufsetzen zu lassen, bis diese 1841 ini 
neuen Börsengebäude in zwei hohen eigens für sie gebauten Sälen 
Aufnahme fand. Der gegenwärtige Bücherbestand beträgt etwa 40,000 
Bände. Obwohl man dem leitenden Gedanken der Begründer der 
Sammlung, die sie dem Kaufmannstande recht nützlieh zu machen 
beabsichtigten, zwar auch in der Folge immer treu geblieben ist, so 
hat man doch bei den Anschaffungen auch andererseits geglaubt, sich 
nicht in allzu streng gezogenen Grenzen halten zu müssen, und daher 
bei der Vermehrung der Bibliothek nicht blos die Geographie, Beise- 
beschreibungen, Land- und Seekarten, Schifffahrtskunde und Handels* 



Jfomdirf. 173 

wissensdiaften berfiduiehtigt, sondern auch speziell auf Gesehicbte, 
Staatswissenschaften uniLStatistik, sowie haiidschrifUiche und gedruckte 
Hamburgensien sein Augenmerk mit gerichtet. Gleichwohl sind die 
den geographisch -commerciellen Wissenschaften gewidmeten FScher 
stets die reichhaltigeren geblieben» und die Bibliothek ist in dieser 
Beziehung unter allen jetzt existirenden Spezialbibliotheken nahezu die 
bedeutendste. Sehr bedeutend ist auch die Sammlung von Land- 
und Seekarten , die besonders durch einen vom Syndikus J. Klefeker 
{f 1775) zusammengestellten Atlas in 8 Bänden, sowie durch den 
Rarlennacblass des Procura tors A.A. Abendroth (f 1786), 1300 Karten 
in 13 Bänden, und die von G. Forstler gesammelten Seekarlen Dal- 
rymple's über die Schifffahrt nach Ostindien vervollständigt worden 
ist. Die gesammte Bibliothek zerfällt nach der gegenwärtigen Auf- 
stellung der Bücher in folgende acht Ablheilungea : K Sprachenkunde^ 
Encyclopädien, Schriften gelehrter Gesellschaften und Zeitschriften ver- 
mischten Inhaltes ; IL Staatswissenschaften ; 111. Handelswissenschaflen ; 
IV. Schiiffahrtskunde ; Y. 'Mathematische und Bauwissenschaften; VI. Na- 
turwissenschaften und Oekonomie; VIL Geschichte; VIII. Geographie, 
Statistik und Reisen, mit Einschluss der Karten. Eine eigentliche fest 
bestimmte jährliche Dotation hat die Bibliothek nicht, es wird jedoch, 
wo es sich um werthvolle und der Bestimmung derselben ent- 
sprechende Werke handelt, der Ankauf nach den liberalsten Grund- 
sätzen beschafft : in der Regel werden jedes Jahr 4000 Mk. C. etwa 
auf die Anschaffungen verwendet. Bei der Einstellung der neuen Er- 
werbungen finden Revisionen der einzelnen Fächer fortdauernd statt. 
Zur Benutzung ist die Bibliothek an allen Wochentagen — Ferien 
kennt man nicht — 11 — 3 Uhr geöffnet, und der Zutritt jedem Ge- 
bildeten gestattet, wogegen nur Hamburger Eingesessene darauf An- 
spruch machen können, Bücher mit nach Hause zu nehmen. Doch 
machen leicht zu erfüllende Bedingungen auch Anderen und selbst 
nicbthamburgischen Gelehrten es möglich, die Bibliothek durch Leihen 
von Büchern zu benutzen« Man redmet, dass jährlich c. 4500 Bände 
ausgeliehen wecden. Was das Verwaltungspersonal der Bibliothek 
betrifft, so besteht dasselbe aus zwei Bibliothekaren, einem ersten 
(Dr. G. A. Soetbeer) , dem jedesmaligen Protokollisten d. i. Secretaire 
der Commerzdeputation, und einem zweiten fungirenden (Dr. G*W, 
Otten), sowie einem Beamten als Boten. Die Oberaulsicht führt der- 
jenige der Commerzdeputirten, welcher zuletzt das Präsidium bekleidet 
hat. Zu erwähnen ist übrigens, dass die Bibliothek bei dem grossen 
Hamburger Brande im Mai 1842 durdiaus keinen grossen Verlust zu 
beklagen gehabt hat. 

CatalogDS libror. BibJiothecae Commercli Hambnrgens. m. Augostr a. MDCCL. 
(Harab.) 4. (Entb. 1158 Bde.) 



V^FxeicIiDiss der K/tcben KiirteDsaininluDg.} 

Ver^elcbpiss d, BQcber, welche aaf d. Bibliolh*ek d. Hambnr«. Commcrcii 
befindlich. 1768. (Bamb.) 4. (EbÜi. 1716 Bde.) 

¥enouhBiM d. Bücher, micku «of 4. Hinbarg« Cemnerciea - Bibliothek 
b«fia4Ucb «io^. )77l. (Hamb.) 4. TEolh. 81U Bde.) 

Katalogns d. Hamborg. Kommerz - Bibliothek, 1780. (Hanob.) 4. (Enlb. 
1412 Werke.) ' 

Katalog d. Commen - Bibliothek in Hambarg. Das. 1841. 4. — Portseti 
l^lil. Du. 1844— 6d. 4. 

Hoffmapn, F. l., die Covinerz - Bibliothek in Hamburg, (ins dem Serap. 
1849. Nr. 9—10 besonders abgedr.) Leipz. 1849. 8. . 

Sjfslemat. Uebersicbl d. FAcher d. Commerzbibliolh. in Hamburg, s. Serap. 
1849. Nr. 9-11. 

Bibliothek der Gesellschaft derFreunde des yater* 
iSndischen Schul- und Erziehungswesens ist 1 805, gleich- 
teitig mit der Gesellschaft selbst^ begrflndety und, nachdem sie im 
Mai 1842 verbrannt war, durch die in Folge brieflicher und öffent- 
licher Aufforderung des Katecheten Dr. J. Gh. Rrfiger an seine heimi- 
schen und auswärtigen Freunde eingegangenen BQcber wiederherge- 
stellC worden. Sie enthält 1400 BSnde vorzugsweise pädagogischen 
(auch geschichtlichen, natnrhistorischen und belletristischen) Inhaltes, 
die im Privatlokale (Weidenhof), wo die Versammlungen der Gesell- 
schaft abgehalten werden, aufgestellt sind. Zu den Anschatningen 
wird jedes Jahr von der Gesellschaft eine gewisse Summe bewilligt; 
1852 belief sich dieselbe auf 200 Mk. €. J>ie Benutzung der Biblio- 
thek steht, ausser den Mitgliedern, auch allen denjenigen Lehrern und 
Lehrerinnen, welche bei dem Stadtbrande im Mai 1842 Verlust erlitten 
haben, frei. Bibliothekar ist F. A. floffmann. 

KaUlog der ilteren Bibliothek 1828. 

Katalog der neMren Bibliothek i840. 

Bibliothek' der juristischen Lese • GecelUcfaaft, im 
ehemaKgen Watsenhanse, dem jetzigen Rathhaiiee, ist 18^0 von den 
Hitgtiedem gestiftet worden, und enthält etwa 5000 BAni|e besonders 
neuerer, jedoch auch äUerer, namentlich grösstmp jopistiacher Werke. 
Sie wird zur Benutzung fOr Mitglieder und eingefthne Fremde an 
jedem Wochentage 10-:— 4 Uhr gedffnot: die Fremden haben den Ge- 
branch acht Tage lang unentgelllich, wogegen sie, wenn derselbe 
langer andauert, 2 Mk. €. den Monat dafOr zu xaliien halben. Die 
Function der verwaltenden Vorsieher übernehmen aiyweclieelnd drei 
Mitglieder, denen ein Gustos untergeordnet ist. 

(HoflfhiaBn, F. L.) Calalog d. Bibliothek d. jnriat. Lesc^esallscba/l an Ham- 
burg. 1842. Hamb. 8. (Aeltere Verxeichnisse sind fop 1$30 «. 18S9.) 

Bibliothek der Hamburgischen Gßsellscbaf.t zi^pr 
Beförderung der Künste un4 «aulieben pewer^^ (pa- 
triotischen Geseilschaft) war wohl schon 1766» ^Lakimeitig mit der 



C;eidlfeb«ft selbst, begründet, vnd 18(^ fluroh Verm^cbUlias 4^r 4747 
Werke st^rj^en Sniniiilaiig dei Senalors l4ic. jur. h A. Gl^tb^r, powie 
durch einen grossen Theil der Bibliothek der fOi^ftea B^iyiburgisc^hei^ 
Assecarans - Gompagnie und die der Gesellschaft hinterlMSienep Harn- 
burgeasia des Oberalten B. Kühl ansehnlich vermehrt worden, Mief 
ist aber dieser filtere Bestand bei dem Brande im Mai 184^ fsst gSnz« 
heb ^u Grunde gegangen. Seitdem hat jedoch die Gesellschaft eine 
neue Bibliothek zu sammeln angefangen, nnd sich bereits diircb Ge* 
schenke ton Gewerbvereinen, Bvchhändlern und Privatpersonen, sowi^ 
dureb Ankäufe in den Besitz von etwa 500Q Bänden gesetzt. Die 
Bibliothek vor dem Brande halle freilich etwas mehr^ ungefähr 40,000 
Bände, enthalten, «u deren theil weiser Anschaffung allein jm Laufe 
der Jahre 1826 his»1841 nicht weniger als 2&,992 Mk. C. 14 Seh, 
verwendet worden waren. Die neue Sammlung umfasst beinahe aus-» 
schliesslich Werke aus allen Fächern der Technik, worauf man sich 
Oberhaupt bei den Anschaffungen beschränken wird', nm Künstlern 
und Gewerbtreibeoden das darbieten zu können, Was keine der anderen 
öffentlichen Sammlungen Hamburgs gewährt. Doch verstauen jetzt 
die beschränkten Millel der Gesellschaft noch nicht, viel fQr die Ver- 
vollständigung der Bibliothek zu thon. Die Benutzung der Bücher ist 
zwar zunächst für die Mitglieder bestimmt» ist aber gegen Caution von 
einem derselben auch Nichlmitgliedern gestattet. Die Bibliothek steht 
im neiierbauten Gesellschaftshause auf dem Platze des ehemaligen 
Ratbhauses, und wird zum Gebrauche jeden Donnerstag 1 — 3 Uhr 
geöffnet. Vorsteher der Bibliothek sind Dr. P. N. Schrader und Pro- 
fessor G. H. Bubendey. Ausserdem besieht eine Bibliothekscommission, 
die aus fünf Mitgliedern^ grösstentheils Technikern, zum Zwecke der 
Berathun^ mit den Bibliothekaren über die Bücheranschaffqngen ge- 
bildet wird. 
# Die TerbraDDla Bibliothek belr.: 

Terzeicbniss der von d. Hamburg. Gesellschaft z. BefÖr^. d. KSiisle tt. 
Dfllzlioben Gewerbe gesammelt. Bäcber n. Knoalwerke. Hamb. 1790. d. U« Aam» 
fk9», 1797# 4* (IUb späiere». Verzeichois« Ton 1806 eotbftU die GHatker'scbe 
BibJiolhefc^ 

Verzeichoias d. Bibliolh. d. Hamb. Gesellscb. z. Beförd. d. Könste u. DützL 
Gewerbe. Hamb. 1832* 8. Mit zwei Nachträgen von 1833 q. 1838, 8. 
PoobleUen- Katalog, Hamb. 1833. 8. 

Die Bibliothek der V. Assecuranz - Compagnie betr.; 

Verzeichoiss d* Büchersammlnng d. rönft. Assecoranz Compagnie, welche 
in d* h ]77i-*86 angetcfaam wovden sind. Hamb. 17^7* 8. F^rlseta. 1— V. 
Bm. 176S-e3. 8. 

VarzeicliDiss der Bäcker- Samiphiag d. füqft. Hambui^ Asse^oreuyi-Oa^ir 
f^gmie, Nene verm. Aafl. Hamb. 1840. 8* 

9ib)iothek der Hamburgiscben Gesellaehaft zur 
Verbreitung der mathematischen Wissenschaftea, ji'e 



176 Htmhwrg. 

schon van den ersten Mitgliedern der 16t0 geetifleten Getelkebafl 
angelegt worden sein mag,- ist im Mai 1842 mit verbrannt; man hat 
aber seitdem eioe nene Sammlung begonnen. 

Bibliothek des Gesundheitsrathes *)» im Sudtbanne, 
besteht seit 1622, nnd enthält etwa 3000 Binde älterer und neaerer 
Schriften, die in das Fach der ölTentlichen Gesundheitspflege, der 
gerichtlichen nnd poliseilicben Medicin einschUgcn. In dies» 
Fächern ist sie eine der ausgezeichnetsten und vollständigsten Samm- 
lungen, auf deren Ergänzung fortdauernd mit Sorgfalt Bedacht genom- 
men wird. Die Benutzung der Sammlung ist zwar zunächst fär die 
Mitglieder des Gesundheitsrathes bestimmt, aber auch dem grösseren 
Publikum, wie Aerzteo, Rechtsgelehrten u. s. w», die sich dessfaalb 
an den Bibliothekar (Physikus Dr. H. W. Baek)t^ zu wenden babeo, 

gestattet. 

Fricke, fiihliolhec« medicin. forens. et polit medizinal. Collegii sanitalii 
Hamborgeos. Hamb. 1829. 8. (Cio neuer Katalog ist, wenn niebt schon ge- 
druckt, doch zum Drucke Torbereilet.) 

Bibliothek der Darmoni^, einer seit 17S9 ))esteheDden 
Privatgesellschaft, war ziemlich gleichzeitig mit der Gesellschaft selbst 
gestiftet, und ist im Mai 1S42 — . damals gegen 8000 Bände stark — 
mit verbrannt. Seitdem hat die Gesellschaft eine neue Sammlung an- 
gelegt, und zu diesem Zwecke theils von in - und ausländischen Buch* 
handlungen nicht unbeträchtliche Geschenke erhallen, theils für das 
Lesezimmer aus eigenen Mitteln neue Bücher angeschaflt. Auf diese 
Weise ist die Sammlung jetzt schon wieder zu einem Umfange vod 
3904 Werken, der neuen und neuesten deutschen, französischen und 
englischen Litteratur aus verschiedenen WissenschaflsfSchern zugehörig) 
angewachsen. In der letzteren Zeit sind auf Anschaffungen fOr die 
Bibliothek und auf das Lesezimmer jährlich 3600 Mk. C. verwendet 
worden. Die Bibliothek stehi im neuen Harmoniegebäude, und wird 
zum Entlehnen von BGcbern den Mitgliedern und eingeführten Frem- 
den Montags, Mittwochs, Freitags und Sonnabends 11 — 1 Uhr geöffnet 
Vorsteher der Bibliothek und des Lesezimmers sind zwei Mitglieder 
der Direction, wogegen die speziellere Aufsicht über die Bficher dem 
Dr. F» L. Hoffmann übertragen ist. 
Die Terbrannle Bibliothek betr.: 

Catalog der Bibliothek d. Harmonie zu Hamburg. Das. 1837. 8. Forlsett 
I — IL Das. 1839—41. 8. 

' *) FrOber existirte eine Bibliothek für den Siadtant, deren Batein sclio> 
1469 documentirl ist. Sie enthielt eine io ihrer Art ansserordeotlicll reicbbti- 
tigt Sammlung mediciDiacher Handschriften, theils lalaSoiache des Mittelalte^» 
theils Uebersetzungeo aus dem Griechischen und Arabischen, welche in N. R* 
Jvlias' Beitrag i. ältesten Geschichte d. Hamburg. Medicinalverfassong, s'l'^^ 
nngedruckten Urkunden des XV. u. XVI. Jhrhdu, (Bamb. 1828. 8.) bekannt 
gemacht sind. 



Die ji«B«re Bibliothek betr. r 
(Hoffmaon, F. L.) Ketalog d. Bibliothek d. Harmonie. Hamb. 1845. 8. 
FortseU.I— 111 (leUtere in 2Abth.) Das. 184^—52. 8. 

H offmann'sche Privaibiblioth ek (seit 1820 angelegt), deren 
JBenutzung der Besitzer Dr. F. L. HofTmann den Hamburger Gelehrten 
za gestatten bereit ist, enthält eine reichhaltige Auswahl von in- und 
vorzfiglich auch ausländischen Werken zur Bibliographie und Litleratur- 
geschichtei sowie zur Diplomalik. Die Zahl der Bucher belief sich 
1845 auf etwa 4500 Werke. 

jttgendbibliothek mag, obwohl Privalunternehmen, doch 

wegen des öffentlichen Nutzens« den dasselbe gewährt, hier erwähnt 

werden. Der Wunsch, die Jugend von schädlicher und geisttödtender 

Lectüre entfernt zu halten , und ihr nur solche Bucher in die Hände 

zu geben, die dem Verstiande und Gemöthe eine kräftige und veredelnde 

Nahrung. bieten, hat zur Grändung dieses Institutes 1844 Veranlassung 

gegeben. Dasselbe ist zur Benutzung gegen billige Abonnementsbe- 

dingungen täglich 12 — 7, an Sonn- und Festtagen nur 9 — 10 Uhr 

früh gedffnet. 

Prospect uod Kalalog sind gedruckt. 

Bibliothek der St. Gatharinen-Kircbe soll 1477 gestiftet 
worden sein: die beiden iuralen J. Rader und H. Hiddestorp gründeten, 
dieselbe, wahrscheinlich auf Anrathen des Piebanus und Vicerectors 
£ccl« St. Cath. L. liedingk (f 14S4), der verschiedene Bücher dazu 
beisteuerte* Unter die der Bibliothek später zu llieil gewordenen 
grösseren Erwerbungen gehören die Sammlungen des Ordo Stifelius, 
des Jetzten katholischen, und St. Kempe's, des ersten evangelisch - 
protestantischen Predigers in Hamburg, ferner eine Anzahl von Büchern 
des Superintendenten J. Westphalen (f 1573), 1677 die Bücher des 
Candidaten £. Blom und vorzüglich die Bibliothek des Diakonus P. 
Scultettts nebjst der seines Vaters (und seines Sohnes), deren Abliefe- 
ruDg» obschon die Bücher schon 1705 der Kirche durch Vermächtniss zu- 
geeignet worden waren, doch erst 1742 stattgefunden hat. Seit 1748 
besitzt die BibUothek einen I(atalog; gleichwohl war sie Ungere Zeit 
in grosser Verwirrung, und ist erst vor einigen Jahren wieder neu 
geordnet, und neuerdings durch vortheilhaftc Veränderung der Lokalität 
in der Kirche der Benutzung zugänglicher gemacht worden. Sie ent- 
hält jetzt über 2000 Bände (darunter sehr viele reichhaltige Collectiv- 
bAnde) von grösstentheils älteren theologischen Werken, namentlich 
Predigten und anderen Erbauuugsbüchern aus dem XVIII. Jahrhunderte. 
Die Benutzung der Bücher steht allen bekannten Hamburger Bürgern 
zu; wer von diesen Bücher zu leihen wünscht, hat sich desshalb an 
den Küster der Kirche zu wenden. Die Aufsicht über die Bibliothek 
fuhrt einer der Geistlichen zu St« Gaiiiarinen. 

Pttzh9lit,Bdk.D.9. 12 



196 ANnh»^ 

•Christliche Leihbibliothek ist I8S0 mitt«l!ilttnder Bei- 
trage gestiftet, mi 1838 durch ein aus 900 Hl&n^eii bestehendes 
Vermächtniss des Oberküsters J. C. koopmana in Altona vermelut 
worden. Ein anderes Vermächtnis's Von k. W. Gerckeh ist zur An* 
Schaffung nützlicher» für den Bfirger und Bändwerker geeigneter Büchei 
bestimmt Die Bibliothek ist im Lokale des 1836 gestiheten )üng* 
lingsvereines aufgestellt, und enthielt 1847 etwa 3000 BSinde Von 
Bibeln, Bibelerklärungen, Erbauun^s • und anderen gelstlicheb Schrifteo, 
sowie gemeinnützigen Büchern. Die Benutzung der Bücher im Lese« 
Zimmer steht den Mitgliedern des Jünglingsvereities und emgef&hrten 
Fremden unentgeltlich frei: nur für den häuslichen allgemeinen Ge- 
brauch ist abonnementsWeise wöchentlich 1 S'ch. 2u z^hleir. i^ie Auf- 
sicht und Verwaltung der Bibliothek führen ein Bibliothekar nnd ei& 
Verwalter. 

Ortlepp, J. 6., YerzeicbniSf d. Leihbibliothek. ITarab. 1641. ^. 

Bibliothek der Lesehalle (im ehemaligen alten BdneD* 
hause) ist 1851 durch Beitrige der MitgKeder begründet wordeo, 
und enthalt bereits c. 3000 Bande, deren Benutzung sowohl i^nnerbiU'; 
als ausserhalb des Gesellschaflslokales den Hitgliedätrn ttei Steht 

Bibliothek der in der grosisen Loge tle^^inigten 
Logen (AbsalotD, St. Georg, Emanuel, Ferdinanda Gatolfna und Fer* 
dinand zum Felsen), im Logenhause der grossen Loge, ist tW^ 
100 Jahre alt,, und hauptsächlich durch Schenkutfgeii T^rstorbeoer 
fifäder, insbesondere die Sammlungen der Grössmeister Bekmann and 
Schröder, gebildet und veirmehrt worden. Sie enthält c. 1800 Weiie 
in niehr als 2500 Banden grösstentheils maorerischen , ^um Tfaei'e 
histörischeh etc. Inhaltes, s6wie einige Handschriften, Husikalieo, VSA' 
nisse, Siegel und Müni^en. Behufs der Benutzung ^rd die Bibtiothe^ 
für die Brüder - Meister Sohnabends 12 — 1 Uhr geüfTnct "Die nesesten 
maureriä'chen Schriften cifcülii'en ^tets, ehe i^e in die Bibficfthek eio* 
gestellt werden, Unter deh Logehbeanrten. Die Function des Bibfio* 
thekarä ist biit der des Grössarchfvars vereinigt. 

Vei'zvJdini^ de^ kuf ü. ^liöthek der 4 TtBrifinfgt. Logen Vorhand., die M' 
tnauilerey n. andere geheime Geselischaften oder Orden betreff. Bücher. Hand). 
17M. 8. , 

(Willebrand, Cb, W.) Yerzeicbniss Tond. Büchern a. HandschriheD, llasikilf 
Kupferst o. Munden d. vereinigt Logen in Hamburg: Absal., St. Georg, EmiS'i 
Ferd. Caroh, n. Ferd. k. 'Feigen. (Hamb.) 1S18. 8. 

Bibliothek der Provinzial-Löge rb'h Niedetsai^hsti^ 
ifim Logenhause) i^t zwar te^efts l8iOS begründet worden, doch isi 
Laufe der darauf folgeüdcin Jahre wenig beachtet gewesen. Erst ^i^ 
1837 hat der Bibliothekar dlk Anordnung tfdd Vei'volfetaiKdigtmg der 
Sammlung veranlasst, und di^ 'daam hfithtg^ Fotidls theils durch frei- 
willige Subscriptionen, theils durch BeitrJIge ans 'dbn Lögenkassen be^ 



Jbeigescbafft Dieselbe enthält gefenwArlig über 600 Bände nuurvlj- 
ecber Schriften, deren Gebcaiich nur den Logenmitgliedem ge«taU»t ist« 
Der BQcherwechsel findet aller vier Wochen an daau iieetimmten Ta- 

^ea statu 

Dtr KaUleg ist inm Abdrucke vorbereiteU 

Militairbibliotfaek Hamburg* Hanseatiseber Offi- 
ciere (in der Caserne), IS 19 von mehreren Hamburgischen Officieren 
angelegt, ist das fiigeathum der Mitglieder der Bibliothek, und wird 
durch die monatlich von denselben zu zahlenden Beiträge unterhalten. 
Sie nmfasst Ober l&OO Bände von Werken fiber die Kriegskunst und 
deren Hilfswissenschaften« worunter sich fast alle in Deutschland er- 
^eincodea militainschen Zeitschriften befinden, die, ehe sie in die 
Bibliothek 'eingestellt werden, unter den Mitgliedern circuliren. Die 
Bibliothek ist fär die Mitglieder täglich zugänglich. Zur Besorgung 
aller auf die Bibliothek bezfigliohen Geschäfte besteht« den 1851 ge« 
neiimigien neuen Statuten zufolge, wie früher, eine Verwaltungs- 
Gommission (Vorstand), der insonderheit die sorgfäUigsle Aoswalil 
bei den AnschalKingen obliegt: diese Commission ist aus fflnf Mitglie- 
dern (darunter ein Präses, ein Bibliothekar, ein Kassenvorsteher und 
ein Secretair) zusammengesetzt, und wird, da alljährlich das dem 
Wahlalter naeh älteste Mitglied ausscheidet, al^jährtich durch Neuwahl 

ergänzt. 

G«s«tze n« Bücher -Verz^icbaiss f. d. Theilbaber an der Militair- Bibliothek 
fiamhnrg- Hanseatischer Officiere. Stiftungsjahr 1819. Hamb. 1837. 8. (Ist 
«tue neae Yermebrt. Aufl. des früh. Verzeichnisses.) 

Bi'bliothek der Sonntags - Schul e der englisch* 
refoi* mitten Kirche, über 600 Bände stark, ist zur Benutzung 
der die Schule besuchenden 'Kinder errichtet. 

Stadtbilinothek «(ts solche ist eine Stiftung neuerer Zeit, 

obschon äie sich der Bibliothefk des Dominikanerklosters zu St. Jo- 

liännis anschliesst, dem 'jtie nicht *nur die ältesten Bücher, sondern 

frOliCr auch den Ort der Aufstellung verdankt. Zwar war die Idee 

einisr utteoftlic^hen ^Bibliothek in Hamburg schon fVühzeitig aufgekommen, 

wie fölgendes Docutnent von 1490 beweist: Insuper idem Dominus 

Benricm (sdl. Meüermeister , Cansul HambutgensU) sua sponle et 

libere tegaieü donatfit ei ässignavü ad honorem necessitatem et utüi" 

talem reip, ^Hamburg: subnotälos lübroe et volumina ad novam /tbe- 

rariam praeseiUi anno inchoatam fabrieatam et fundaiam collocandae 

cupiens üt qukUnque tir Iwneslüs id petierit ad legendum in eiusdem 

admülätur, 'Hanc adytiens condilimem quod horum voluminvcm nul' 

tum vendi rem&veri aliiSnari Uc quoi}is modo de loeo Liberariae de- 

potlari debet. Ettamii pro'conpdlum contulum aut Secrelariorum 

quispiam %d ac tempva ixpeteret, niti si mluminum praedietorum 

]2« 



1 oO iMMMf^« I 

aliquoi älienarelur, pretioHui $$ meUus in loeum ahsque mora 
-[restituatur], etc. -^ aber erst 1629, wo die Ueberreste der früheren 
'Klosterbibliotheken der Stadt (danifiter die vorstehend genannte Samm- 
lung, die jedenfalls im St. Johanniskloster aufgestellt gewesen war) 
auf Bugenhagen's Anordnung gesammelt und im Johanneum vereLfii{t 
wurden, gelang es der Stadt, sich eine ö£fenlliche Bibliothek zu eigen 
2U machen. Der Van de Liberie handelnde fünfte Artikel der Bogen* 
hagen*schen Kirchenordnung lautet folgendermassen : Eme Libm 
schall men anrichten, nicht veem van der Schalen und LeetmOf 
darin alle Bötke, gude un 6oie, tersamlet werden, de man in dm^ 
Stadt dartho bekamen mag, doch dal se ordentlich werden §tU^ 
heionderlick de Beeten, een ickliek nah syner Ärth. Sehlötelen scho- 
ten dartho syn, een edder veer, by etlichen^ alss by den Reetore uni 
Subrectore und Superintendenten, dal nen Schade geschehe. Es sehtint 
jedoch diese Sammlung anfangs in Vergessenheit geratben, und pur 
durch die Sorge , welche der^ Bürgermeister S. v. Bergen seit 1610 
auf ihre Vergrösserung durch freiwillige Beiträge verwendete, einiger- 
massen in Aufnahme gekommen zu sein. £in wert' regeres und 
frischeres Leben entwickelte die Bibliothek aber erst, nachdem sie 
1640 2um grössten Theile mit dem akademischen Gymnasinm ver- 
einigt, und 1649 mit der nicht lange vorher (1640) erworbeoeD 
Büchersammlung des Hamburger Professors J. A. Tassius zusammen in 
einem neu eingerichteten Lokale über dem Gymnasium aafgesteHt, and 
xur gemeinen Bibliothek erklärt worden war« Der erste grössere Zu- 
wachs, wdcher der nunmehrigen Stadtbibliolhek in ihrem neuen Lo- 
kale und noch im ersten Jahre zu Theil wurde, war das Vermächtaiss 
des Ganonicus Fr. Lindenbrog , das aus dessen eigener Büchersamm* 
lung und der vom schon genannten Bürgermeister v. Bergen hinter 
lassenen bestand. Bald darauf folgten andere nicht unbeträcbtlicbe 
Verpiächtnisse , wie: die besonders an naturwissenschaftlichen und 
medicinischen Büchern reichhaltige Sammlung des Sladtphysikus P« 
Marquardt Schlegel (^1653), die aber von den Erben erst nach 
langem Weigern 1657 nebst einer chirurgischen und ein paar anderen 
kleinen Sammlungen ausgeliefert wurde ; die eigenhändigen Mss. des 
oben erwähnten Professors Tassius; 1657 die über 2000 Druck* 
Schriften und mehrere Mss. enthaltende Sammlung des Rectors Joach. 
Jungius; 1663 die au musikalischen Handschriften und Büchern reiche 
Sammlung des Gantors Th.Sellius; 1677 einige Handschriften aus 
dem Nachlasse des Gustoden der Vaticana Luc, Holstenius. Auf diese 
Weise erhob sich die Bibliothek in kurzer Zeit zu bedeutendem An- 
sehen hinsichtlich ihrer Stärke, die, wenn sie 1680 auf 7500 Bltiäi 
Hss. und gedruckter Bücher geschätzt worden ist, damals schon eher 
grosser als geringer gewesen sein mag. Noch ansehnlicher als bis- 



her waren die Bereicherungen der Bibliothek in den nAebslfolgenden 
lahren, die dieser unter Anderen zwei sehr werthvoUe Vermflchtnisse 
zubrachten, eins nAmlich, welches in der 3 — 4000 Bucher starken 
nnd auf 800 Thlr. geschfltzten Sammlung des herzoglich Gellischen 
KaBsiers Geheimrath H. Langenbeck {f 1669) bestand — auch dieses 
lieferten die Erben erst nach einiger Weigerung 1691 aus — und 
das andere, den c. 4000 Bände haltenden Büchernachlass des Professors 
V. Placcius ("f 1699)« Die letztere Sammlung nahm die Bibliothek 
1704 in Empfang, und man berechnete, dass damit der gesamm(e 
Bücherbestand die volle Zahl von 25,000 Bänden erreicht habe. Da- 
gegen trat, im Verhältnisse zu dem seitherigen raschen Wachsthume 
der Bibliotliek, in den ersten 30 Jahren, des XVIlh eine Art Stillstand 
ein : die Vermehrungen beschränkten sich im Wesentlichen auf Ge* 
schenke einzelner Werke und auf Das, was von den geringen in ge* 
wissen Strafgeldern der Prätureu und den Ehedispensationsgeldern 
bestehenden Einnahmen (1729 — 38 zusammen 1752 ML), worüber 
der Senat selbst zum Theiie zu disponiren pflegte, angeschafft wurde. 
Der vom Senate 1606 gefasste und 1732 erneuerte Beschluss, dass 
alle Hamburger Buchführer und Drucker gehalten sein sollten, von 
allen in Hamburg gedruckten oder verlegten Büchern, Schriften und 
Avisen ein Exemplar an die Bibliothek abzugeben, scheint nicht immer 
und durchaus die gehörige Beachtung gefunden zu haben. Einer sehr 
bedentenden Vertnderung ging die Bibliothek mit dem J. 1739 ent- 
gegen, wo nicht nur ihr Bücherbestand durch das Vermächtniss der 
Biblialhek des Hauptpastors an der Katharinenkirche J. Ch« Wolf ver- 
doppelt, sondern auch in Folge einer solchen Vergrösserung ein Neu- 
bau des Bibliotheksgebäudes beschlossen wurde. Die Wolfs che Bi- 
bliothek umfasste nicht weniger als 24 bis 25,000 Bände besonders 
theologischer, auch historischer und philologischer Werke, darunter 
700 Bände Dissertationen, 300 orientalische Mss* und eine Brief- 
sammlung berühmter Gelehrten und Staatsmänner von 40,000 Stück, 
wozu von Wolf 1731 die Uffenbach'sche Sammlung hebräischer Mss. 
und die Hinckelmann'sche, später Morgenweg*sche orientalische Biblio- 
thek, sowie 1735 die grosse Uffenbach'sche Briefsammlung angekauft 
worden waren ; Wolfs Bruder , Professor J. Ch. Wolf, liess diesen 
Bflcherschatz nebst seiner eigenen kleineren Sammlung von Büchern« 
Münzen, physikalischen Instrumenten, anatomischen Präparaten und dem 
Ton ihm 1749 angekauften grössten Theiie der übrigen üffenbach'schen 
Handschriften, nicht minder den 1760 aus der Sammlung des Witten- 
berger Professors V. E.Löscher erworbenen Mss. nach und nach in 
die Stadtbibliothek bringen, und zog 1766 mit dem letzten Transporte 
selbst mit dahin. Ueberdies erhielt auch die Bibliothek aus dem Ver- 
mögen der «ebrüder Wolf ein Kapital von 66,000 Mk. B» Bei einer 



182 

so auMerordeallidi ansebaUehen Berekbtning komile diese es wtV 
^rschmerzen , dass »br bei Gelegenlieit des Neubaues alle wlcbtigca 
handschriftlichen Hamburgeneien für das Ratiisarebiv abgenommeo war 
den, «m so »ehr, als ihr attcb mi Laiifb der Btehstfol^g^eBden Jshn 
eine Menge andere Bereicbertngei xiiftelei. So vernacbte ihr uaiH 
Anderen 1761 der üBrstlich Heeeen-DarmsUdüsehe Hofrath Dr. B. i' 
Fr. Schmidt seine an alchymisUschen , magischen und aslrilogischeD 
Mss. reiche Baohevsamsilmg; 176d schenkten ihr die Srhen des Se^ 
nators Lic. jur. J. Langemann , der Senator J. Giamer u^d der Kavf* 
nano G. Clamer, in GeaUseheit eines^ Wunsches des Verstoriienea, des* 
sen Sammhing von 700Q BSnden meist juristischer Werbe ind ein 
Naturalien- und Kunstkabinet ; 1763 vermachte ihr der grossfürstlieh 
Holsteinische Legationsrath J. Mattheson seine von ihm selbst ve^ 
fasslen Bacher und Handschriften beaonders musikaliscfaen Inbtlte«, 
EUsaBKDen 12S Bände und Gonvolute; desgleichen 1772 Br, P. Sioos 
seine BAcher^, Kupfersticb«« und Mflnssammlang eic^ die 1778 abge* 
liefert wurden; 1782 schenkte ihr der Pastor B.1Ü. Krohn seine Samifl* 
long von Bachern zur Geschichte der Wiedertlufbr; 1784 der Senior 
Br« J«D. Winckler 170 Goilegienhefte «nd Mss.; 1787 Simonis Bffl* 
Mvy der Kaufmann H« Simon, seinen Vorratli yod 400 Büchern, weMc 
1709 in den Besitz der Bibliothek kamen; 1700 Termachte* ihr der 
Kaufmann B. W. Rahmeyer ein BritUheil der von ihm und seisen 
Broder P. Rahmeyer gesammelten Bibliothek, über 100 Werke; ebeiso 
in demselben Jahre Dr. J. L. de Beuche (auch Beusobe oder v, B5scb 
geschrieben) seine aus 1500 Bänden historischer und juristisdief 
Werke bestehende Sammlung, die 1700 zur Bibliothek Jum; 17^^ 
der Pastor G. Fr. G5ze seine von seinem Vater J. M. Göze berslam* 
mende Sammlung seltener und merkwürdiger Bibeln, nebst einem Vfl^ 
rathe seltener Münaen und Medaillen und einem Kapitale von dOdi 
Nk. B«, damit davon bei der Versteigerung seiner thrigeh MOnsen und 
Medaillen Ankäufe für die Bibliothek gemacht werden könnten; 1?^« 
C. 0. V. Thienen, aus dem Hause Wahbtorf seine (1705 abgeUeferti) 
Sammlung von 1200 meist französischen Werken; 1708 erhielt die 
Bibliothek aus der Verlassenschafl der Syndica Amsinck eine SaisiB' 
lung der sellenslen Hamburgischen Holdmunzen, wozu später der Bö^ 
germeister W. Amsinck eine ausgezeichnete Thalersammlnag biato- 
schenkte; 1800 die von dem Hamburger Arzte Zach. Vogel angelegl^ 
Sammlung griechischer, römischer und arabischer Aerzte, welck^ dtf 
genannte Amsinck angekauft hatte, und der Bibiiothek zum GeseM» 
darbrachte; im nämlichen Jahre die lange veroachlässigle und bis vo^ 
56 Mss. und einige ältere Drucke zusammengeschmohene Biblioüiw 
der St. Petrikirche ; 1801 die meist maüieraatische Werke (320v 
Bände) enthaltende Sammlung de|si Profesnoni Bfiach» welehe nebit 



4^sseii f hf^ka^scbeni and m^themaUschem Apparate von der Admi* 
mlitdt «um B^^X^n der Bibliothek für ÖOOiO flfblr.. B. angekauft w^rde; 
1803 die fuf dieselbe Weise acquirirte ßammlong ni^thematiscber und 
pbjsiMi^cbßf In^truo^ente des Seoa^tora Kirch^ofiT» m d^reu Vervol|« 
s^ndigu|ig die Admiralität spit^ auch noch ^ns^nliclie Geldmittel 
verwiiligte» 1803 die auf Kosten beinittelter Hamburger Juristen für 
2Q L.d'or efks^ul^e Uedi^ctionensammlung des Reichskammergerichts* 
p]rocur<|toril IjCraujis zu Wetzlar ip zwei AbtbeUungen, deren erste, vom 
OVer^ppellaUfü^sgericb^rathe ▼. S^vigni gesainmelt, aus 42 BSnden, 
die andere au^ 6f2 t^apseln bestand; 1S13 di^ gegep 1000 Bänd^ 
starkß Bibliothek de^ Senati^archives, die jedoch bis s^f einen kleii^eren 
TJieii späUr wied^x zi^rückgegeben werd^a musste; 18}6 eine Aus- 
wahl von 9M fäpdea a^s d^r Biblipth^k de^ St^ flfiepl^ikirche ; 1S17 
eia in einer Sjjifnmlupg vop n^et^r a|a lOQO ^änd^ upd ein^m f^api- 
tfie vop 37,000 |llk. B« ip Hsiuspßsten pnd ^ammer))riefen bes^hep- 
de9 Veripäcltti|iss df^cf ^ei^tschep Pr^^ig^rs Dr. G. f, A, Wepdeborp 
in Lojpdpn; l$3ß erhielt die Bibliothek ferner noch für ihre natur- 
bislQri^chen SaipimluAgen vqm Hrn. v.E^sen 4ßs$en Vögels2|mff)luog, 
die 29tl)^0 ||k. B. an^uschaffep gekostet traben ^ojlte, vermacht; J[84i 
diejenigen Qüpber aus der ^ibliothel^ der St, Ja(f:obikirche, welq)ie fler 
Sl^dlbiblioUtiek i^ocb fehlten ; 1843 4^^ ^ücher^aipmlupg des seit 1837 
l(Mte|i§nden p^turwi^sepilpb^ftUphen Vereines; im pimlich^en Jabr^ 
m^n Th^U 4§r vpm Senatpr tic. jur; MöncHeberg bii^^ßrl^sj^enen 3i" 
bUotlj^lK» zu dess^p Apl^auf eipigß patriotische Hajpburger ßürg^f die 
Smnpte von 4000 Hk. ß. zum Qescbenk machten} sodanp 186 1 nach 
A^rdnupg diQs Bossiscb^n Afipistefs Geheimrath v. Struve mehr aUi 
9000 Bücher upd Bp^chfiren pA^t miperalpgischen Inhalte^ aus der 
von ihm hipt^rls|ssepen ^^mip)ung; }852 dep über 200Q B2\nde bei* 
tragenden hypapologisebep Th^il ^ß^ Bibliothek des v^rs^rbenen S|e- 
]|ior Ör. J. A. {(4n)b«(Sh, feip Qescb^nk dßr Wit^we. Die vom ^Um* 
iurger Consul in Cadi^ J. N. Pohl v. Ifaber verlassene upif 1838 dßr 
$U(dtbibliptbek vermachte Sammlung von 1600 zum Tbeil sehr sel- 
tenen Werken ^ßt sp^nifchep Litteratur h?t die spanische Regi^ppg 
picht ansSpapi^p ausführen l^issep, sondern (pr die Madrider N^ional- 
biUiothek ang^kapfl. Pie Fplge aUer der soeben aufgezählten grös- 
i^r^ Bereiche^PPgen, wozu noch eine Menge einzeln^ kleinere Qf^ 
spli<mk^ nnd (orMflM^nde Apschaffungßp l^inzukamep, w^r eiii ausser: 
ordentlich schnelles Wachsthum der Bibliothek, deren Bestapd> welcher 
17$0 mit Binsehlusf 4er Wplfsphen ßüpb^r etwa 50,000 B^pde be- 
iTJigcMi hatte, fppff^ig ^ahrp später bereits 100,000 Bände z.flhlte, 
1837, dfe Di9s^rta|iQQpn undVss« piicl^t mitgßrechpet, 120,000, in dep 
viv^igßT fuhren 140,000, pn4 gje^enw^rtig etwa $20Q,qOO Bäpdp 
Drfie|spkriaNi> 3MAQ ^Jini^t^l^en pp^ $00Q g^df^chriftep upifa^at« 



184 Bamlmrg, 

Unter den Drackschriften befinden sich viele Inkunabeln; im Uebrigen 
sind die Fächer der Litteratargeschicbte, Geschichte» Archftologie, Phi* 
lologie und Naturwissenschaft recht got besetzt, besser aber noch die 
der alten und mittelalterlichen Medicin, der Theologie und Jurisprudens. 
Zu Anschaffungen und zur Bestreitung der Kosten fflr die Bibliotbeksver* 
Wallung sind jährlich 7750 Mk. B. disponibel, nimlich 4000, welche 
▼on der Kammer gezahlt werden, und 3500 Zinsen des der Bibliotliek 
gehörigen Kapitales Ton 1 10,000 Mk. B. : davon kamen ISSS auf die 
Verwaltung etwas Aber 3000, auf die Anschafllimgen mehr als 4000, 
wogegen jetzt die Verwaltung 4500 beansprucht, nnd daher nur 3000 
ntr die Anschaffungen bleiben. Frtkher (seit 1720) bestand ißiner 
Uebereinkunfl zufolge die Sitte, dass jedes Mitglied des Senates, Mi* 
nisteriums, des GoUegiums der Oberalten bei seiner Erwflblung der 
Bibliothek irgend ein bedeutendes derselben noch fehlendes Werk 
zum Geschenk machte; doch ist diese Sitte nicht von allen und regele 
massig fiberhaupt nur bis 1739 beobachtet worden. Was das Lokal 
der Bibliothek anlangt , * so hat diese, da auch der um die Mute des 
vorigen Jahrhunderts ausgeführte grössere Neubau %f&r die so zahl- 
reichen Erwerbungen endlich nicht mehr ausreichte, seit 1840 eis 
ganz neues Gebäude bezogen, welches auf Grund des Senats- und 
BOrgerbeschlusses von 1S36 fflr Hamburg's öftentliche Bildnngsanstal- 
ten auf dem Domplatze in ebenso zweckmässiger als grossartiger 
Weise errichtet worden ist. Dort hat sie, nebst dem im unteren 
Stockwerke befindlichen akademischen Gymnasium und natorhisto- 
rischen Museum, den ganzen mittleren FIfigel in Beschlag genommen. 
Die für sie bestimmten Bäume bestehen aus einem Bibliothekar-, einem 
Lese- und Conversalions - , einem Zimmer zur Austheilung der Bftcher 
nnd fflnf Bflchersälen, wovon der grössere von 210 F. Länge, 39 F« 
Breite und 29 F. Höhe die ganze Länge des Flfigels einnimmt , von 
vier Säulen getragen wird, und (wie auch alle flbrigen Säle) in der 
Höhe von 13 F. mit Gallerien umgeben ist. In diese fOnf Säle sind 
die Bücher nach einem bereits vor dem Umzüge mit grosser Sorgfalt 
bearbeiteten, sehr zweckmässigen Plane folgendermassen verthetli: 
in dem an das Bibliothekarzimmer zunächst anstossenden Saale, dem 
philosophischen, sind A. Allgemeine Bibliographie, B. Allgemeine En- 
cyklopädie, G. Philosophie aufgesteHt — ' in - dem darauf folgenden, 
dem naturwissenschaftlich •medicinischen Saale, D.Mathematik, E.Phy- 
sik, F. Naturgeschichte, G. Medicin — in dem grösseren Saale in 
drei Abtheilangen, und zwar der ersten oder historischen H. Geo- 
graphie und Statistik, I. Geschichte, K. Hansa und Hamburgensien ; der 
zweiten oder juristischen L. Staatswissenschaften , M. Jurisprudenz; 
der dritten oder litterarhistorischen N. Kulturgeschichte, 0. Kirchen- 
geschichte — in einem anderen , dem theologischen Saale P. Theo* 



f 



ftiMhn^ 18S 

logie, Q. OrieDtaüicbe Philologie -— in dem leUton , - den phHologi- 
sehen R. Klassische Philologie , S« Philologie der modernen Völker« 
Die Handsehriflen sind nicht mit in den vorstehend verseiehneten 
Plan eingeordnet, soodem stehen,. wie andcrwftrts, getrennt %on den 
Mdiern , auf der Gallerie des •litterarhistorischen Saales. Mehrere 
grössere Räume unter dem Dache sind zur Aufbewahrung ungebundener 
und «RToUendeter oder noch nicht eingeordneter Werke, fftr die aus« 
zusondernden Doubletten, Utensilien und dergleichen bestimmt. Ueber 
alle ihre Rfieher beshzt die Bibliothek zur Zeit nur einen ausreichen* 
den, einen alphabetischen Nominalkatalog; anstatt des älteren un« 
zweckmässig eingeriirhteten Realkataloges ist jedoch bei dem Umzugs 
der Rtbliothek mit der Herstellung eines ganz neuen begonnen wordeni 
und derselbe, an dem mit vermehrten Kräften r&stig gearbeitet wird, 
bereits bis auf 800 Folianten angewachsen. Hinsichtlich der 6e* 
nntxung der Bibliothek -— die, nach dem Wortlaute der gegenwftr* 
tigen Gesetze, zunftchst zum Nutzen Hamburger Bürger und Rinwob'r 
ner und zwar, da sie meist aus wissenschafUichen Werken besteht, 
besonders iDr die Beförderung wissenschaftlicher Bestrebungen be- 
stimmt ist, unter den gehörigen Garantieen aber auch von Fremden 
benutzt werden kann — ist aus früherer Zeit zu eiwdhnen, dass 
nach der Bibtiotheksordnung von 1651 das Ausleihen von Rflehem 
g3nz untersagt, dafür jedoch die Bibliothek täglich vier Stunden 
lang und zwar 10 — 12 und 2 — 4 Uhr geöffnet war. Erst 1701 
wurde eine Ausleihung für zulässig erachtet, dieselbe aber an die 
besondere Bewilligung des Senates geknüpft. Dagegen gewähren die 
späteren Benutzungsregulative und zumal das neueste von 1844 dem 
Publikum die zweckdienlichsten 'Freiheiten, Nach diesem neueren 
Regulative und der 1851 dazu gegebenen Bekanntmachung ist die Bi* 
bliethek zur allgemeineift Benutzung des Pubüknms täglich, mit Aus» 
nähme der Sonn- und Festtage, sowie der Ferien (zu Ostern, Mi- 
chaelis und Weüinachten je 8 und zu Pfingsten 4 — 5 Tage) zngüng- 
lich, und 11—12 Uhr zum Besehen des Lokales, 12 — 1 Uhr zunl 
Leihen und Zurückgeben von Büchern und 1 — 3 Uhr zum Besuche 
des Lese- und Conversationszrmmers geöflbet. Znm Lesezimmer hat 
Jedermann Zutritt, und die Erfüllung seiner, schriftlich zu äussernden 
Wünsche naeh Büchern zu erwarten; selbst ungebundene Bücher und 
Hefte könne« mit spezieller Genehmrgung der Bibliothekare im Lese» 
limmer zur Lectflre verabreicht werden. Die Zahl der Besucher des 
Lesezimmers beträgt im lahre S — 60^0. Das Cönversstionszimmer hat 
die Bestimmung, das Zusammentreffen fremder und Hamburger Gelehrten 
zu befördern. Zum Entleihen von Büchern ohne Gaution sind berechtigt: 
die Mitglieder des Senates, des Ministeriums und die bürgerlichen Gollegien 
und Depvtationen,^ dife Professoren und ordentlichen Lehrer des akademi- 



IM ß ßm Jt m tfA 

gcbtt 6y|DMsiulQS and beider LehpanslalUtt dM J^hiBMuiM» di^ gr^dnir- 
If A und anderen höheren Beamten des Slatlee, die in fiambiurg zur Praiis 
sngefaeeenen Adrokalen und Aenle, die Gaididaten des üimaloriiuu 
und SehnUniCea, endUch die Zöglinge dea ahademischea fiyomasiiini^ 
aofem sie aeihst» ihre AngehArigen oder VormAnder die erforderüeki 
fiaranüe gewähren* Alle anderen Personen hahen, wenn aie BOcher 
tu leihen wünschen, dea Werth des gewünschten Buebes au deponirea, 
•der die Bürgschaft einea den Bibliothekaren als aieher hekanntaa 
Mannes beizubringen, es wire denn, dass die bürgerliche oder sea- 
slige Stellung dea Petenten eine solche Vorsicht ftherflüaaig macht. 
Fremde erhalten Bücher gegen schriftliche BflrgachafI eines dasu qua- 
(ificirien Hamburgers oder auf s|pesielle Genebmigung dea Fmtoacbo- 
larcKen geliehen. Handschriften, Kupferwerke, Leiika ni|d andere be- 
sondere werthvolle Druckwerke werden nur an die Mitglieder der 
Bihliolheks* und der Museonu - Gommission für ihre dem Beaten dea 
Publikums und der Bibliothek gewidmeten Arbeiten, sowie nur an 
aolche zur Benutzung der Bibliothek berechtigte Personen, die einea 
bestimmten litterarischen Zweck dabei nachweisen, aua|egeben, aa 
letztere nötbigenfalla auch nur gegen Beponiraug einer QeldaumnM 
oder gegen spezielle Genehmigung dea Proioscbolaiicken. Die Biblio* 
thekare- haben die Verpflichtung und das Becht, alle TepUehenea BOeher 
ein- oder aweimal, Ostern und Michaelis, dureb eine öffentUehe Be- 
kanntmachung einfordern zu lassen. Die Zahl der jfthiiich verliehoiea 
Bücher beUuft sich im Durcbschnitte auf über 40(MI ^Binde. Di« 
Bibliothek steht unter dem Senate als der böchaten Behörde, obna 
deren Einwilligung keine Verlnderung in den beateheadea Bibliotbeks- 
geaetzen vorgenommen werden darf. Die unmittelbare Aufsiebt führt 
das Scholarchat durch die Bibliatheksdepotation, die aas dem Prelo- 
scholarchen, dem Senior des Ministeriums, dem jedeamaligea Paiaef 
der Oberalten und dem jedesmaligen .Bibliothekare bestabt. Bas Sdio* 
larchat erwflhlt auf den Vorschlag der Bibliolbeksdeputation dea Bi- 
bliothekar oder« wenn nöthig, deaea mehrere. In frühester Zait und 
aoch laut der Gymnasialgesetze voa 16Ö2 war jedeamal der Beclor 
Qymnasii zugleich Bibliothekar $ dooh ward bald nachher ein beson- 
derer Bibliothekar ernannt, bia um die Mitte des TQrigea jahrhuaderts 
dahin Bestimmung getroffen wurde, dass das Bibliotbekariat foa dea 
Profesaoren dea Gymnasiums ▼erwalCet werden A0l|e, eiue Beatimmungi 
die noeb jetzt in Kraft ist^ aber inaoweit modifidrt worden, das« auch 
andere geeignete mit dem Gymnasium nicht in Verbinduag stehende 
Mflnner zum Bibliothekar gewählt werden können« Der gegeawlrtige 
Bibliothekar ist Professor Dr. Gh. Petersen, zu deasea Uateratützung 
aocli zatei Bihliotbeksecretaire (auf seehsmon^itUicha Küqdigaag) Qr.M. 
Jahur aad Ar»J« CM« Laureat, ein Bihliothekadieaar > aavie wji nahe- 



I8T 

stivimto Zioit zur A«ifillratt§ dea BeaJUkMtloges Dt. Kbsc^» Dr. V. i; 
üftffmanD vnd h L» de Botek an§eatelU sind. Amiserdein «lel^tA dem 
Vlbliotkekare, in Folge dtff fttsiimmung des Wolfecfaen Teatamenle«» 
/&r vier 8üi»deii wdetientlioh zwei ßymnasiasleB, die vom den Zisfen 
^9 Welfgcbea Kapitaiea heaerirt werde», aiir Dia»ositieti. Die £nt- 
scheidang ii^ allen BibliolheksangetegeDheiten , welche nicbt nach den 
bestehenden Gesetzen dem Biblioihekare. pbüegen» o(ler dem Pro(o- 
achQlarcbeii aabeimgesUllt, sind» oder an das Scholarchal und even- 
taaliler an den Senat gebracht werden mlsien, bat die Bibliotheks* 
depulation. Die unmittelbar«* Verwaltung i^t Sache des Bibliothekars, 
der nir Aurrecbterbalti^ng der gesetzlichem Qrdnung, sowie Oberhaupt 
Kr Anaffthnini der ibiren G^schUtskreia hetreSenden DepuUtions- 
beachlBsse zu sorgen, und Ober etwa n&thige Veränderungen der De* 
potation Vorschlage zu machen hat. Im Falle dass mehrere Biblio- 
thekare angestetlt siod» so besorgen diese, die Verwaltung in CQlIegia- 
Itacher GeHneinachaf^ Eina der GesoUAe des Bibliotbekara iat der 
Ankauf der Bikoher, vei welchem jedoch, wo es sich um den Ankauf 
eines Werk& für mehr als IDO Mk. B, handelt» zuvor die Genehmi- 
gung des Protoiüpholarcben einzuholen ist. In der Ausw^bl der an^ 
zuachaiTenden Bftcher wird der Bibli^ibekar mou einer bc^ratbenden 
Gommission «n terato tzt, die aus den Professoren des Gymnasiums und 
f&r die von diesen nicht vertretenen Fftcher aus eiuig^n Hamburger 
geeigneten Gc^lehflen besteht« wel<:he unter Genehmigung der P^epUi 
iation von dem Bibliothekar um Beitritt eraucbt werdeu« Dieae Com? 
mission sorgt durch ein verabredetes Gartet zugleich dafür, daas die 
▼erschied enen Hamburger Bibliotheken einander so vie) wie möglich 
ergänzen. Sie beratbschlagt (nach einer von der Pepulatioi^ zu ge? 
nehmigeuden Gesebäflsordnung) über die Vertbeilung der zum Ankauf 
▼on Mehern disponibeln Summe anf die Teraobiedenen . Fidier der 
Bibliothek, worauf bezüglich fegende Punkte a^ur Berücksichtigung 
vorgeschrieben sind. Soweit die Mittel reipJieq, sind namfiuUich Qir 
bliogrephie, Mathematik, Naturwissenichaften , peliUscbe Geschichte, 
Kirelien«, .Litterator*, Konat« und Beligienagesehiehte , Hamburgensien 
und alle Philologie in ihrem ganzen Umiange ^u Yorvoll ständigen« hl 
der Philosophie sind ausser nistorii^cheu BQcbern uof) gesammelteu 
Werken berühmter Philosophen yur Schriften von bleibendem Werthe 
anzqachafen. Aus der sohguen Litteratnr der neueren Völker nur 
Werke von historischem Werthe, besonders ältere. Grammatiken und 
Le^dka mittelalterlicher oder noch lebeuder, aber aui'ückgedrflngter 
Sprachen und Dialeote aiud vorzüglieb au berücksichtigen; von leben«* 
den ausgebildetcii Sprachen nur hisloriaeh wichtige Grammatiken und 
lezika. In der Theologie werdeu Kritik und Exegese der Pibel> Kir- 
chenväter und Theologen des Mittelalfern ypr^ugswejiie mfi 4^ge ?H| 



188 Bmbwrt^ 

fassen s^in; in der Jurtspradent Ausgaben, Kritik nnd Brkllrmig der 
Quellen y mit Ansnahme der neoeren (icsetesammlongen (welche auf 
der Gommerzbibliothek vollständig su finden sind); in derMedicin die 
Aerste des Alterthams nnd des Mittelalters, Anatomie nnd Physiologie' 

Kirslen, N«, Nenoria BibliotlMcae poblicae ioluiDbeae Hamburg. sUroetiei. 
C. 1651. Hamb. fol. et 4. (Abgedr. in Fabricii Meaior* Hamburg. Vol. II.) 

(Starcke, S. G.) Bibliolheca Mssta Abr. Hinckelmaoni sicali pleraq. ex pard 
coDStat ex codd. orientalibos. Hamb. 1695. 4. 

Bibliotbeca UffenbicbiaDa Mssta s. Catolegns et recensio Msstor. Codd., qni 
ia Bibliotbeea J. C. üffenbach Trajecti ad M. adservantiir. Hai. 1790. fol. p.H 
450. (MS$. bebr.) 

Calalogns Bibliolbecae J. Morgenweg. Hamb. 1730. 8. Am Schlüsse : The- 
saarus libror. Msstur., qiios J. Morgenweg collegit p. 1 — 16. 

Conspectus snpelkclilis epistol. et litter. mano exarat. qoae extat apiid i. 
Cb. Wolfinm observatt. Tariis et epiatoUa nondna editis distinctna. (lamb. 1736. 8. 

Catalogos Maslor. Codd. Bibliolbecae Uffeobachian. Francof. ad M. 1747. & 

Ordoaog der ölTeDtl. Stadlbibliolbek publ. 1. März 1751. 4. 

TelemaDD ; G. P. , bey feyerl. Einweihung des von Grund anf neu erbioeU 
Hambnrgiscb. Gjrmoasii o. der damit TerbuRd. BibliolbjAfe pnbl. worden d. \^* 
Mart d. 1751 J., vor a. nach einer ölTentl. gehalt. iffile, folg« von M. Ricb^f 
verfert. Sing-Gedichte im neuen Hör-SaaJe nusical. aofgeführet. *Hamb* /ol. 

Scbaifsbausen , P., Oratio panegyr. recitata in solemn. dedicat. aedificu 
Gymnaslo atq. Bibliotliecaepnbl. Hamburg, a fundameutis restituti. Hamb. 1751. f*'- 

Anton, C, Nachricht von einem hdcbst raren alt. rabbin. Buche , welches 
in d. Katbsbibl. xu Hamburg anzntreffen o.a. w, Brannschw. 1756. 8. 

(Scbätae» G.) Geschichte u. Verfasaoog d. Hamburg. Gymnasii u. Johaonei 
u. der öffentl. Stadl-Bibliotbek so wie sie in d. 6. Bde der Sammlung Hambarg. 
Gesetze u. Verfassungen mit histor. Einleitungen enthalt, ist. Hamb. 1768. ^ 
8. Klefecker's Samml. Hamb. Gesetz, n. Verfass. Tb. VI o. XII, 

Catalogus libror. ex omni erodit. parte praestantisa. etc. Hamb. 1776. ^ 
.*- Index socund. libror. ex parte rarior. etc» Ibid. 1770. 8. (DoublelU-l^aUlof«;) 

Göze, J. M. , Verzeichniss seiner S»mmlnbg seit. n. merkwürd. Bibeln iQ 
ferschied. Sprachen mit crit. u. liter. Anmerk. Halle 1777. 4. — Forlsetz. 
Hamb. u. Heimst. 1778. 4. ^ Nene f. die Critlk n. Histone d. Bibel -Oeber- 
Setzungen Lntheri wichtige Entdockungtn , ala Zugabe xn d. Verzeiebntoe seiD<r 
Bibelsammlitng. Hamb. n. Leipz. 1777. 4* 

Schätze, G., öffentl. Ankündigung: die Hamburg. Stadtbihtiothek soll köoiug 
noch gemeinnütziger gemacht werden, als sie bisher gewesen ist, etc. Hamb. 1^^^' , 

Index libror. physieo-medicor. rarissimor. etc. 2 Partt. Hamb. 1800-^^' 
8. Aoct. KaUlog der Vogerscben Bibiioth. P. I. p. l-*96. Phys. et iped. vateret 
graec. arab. lat. et latino-barbari. 

LichtensteiOy A. A. H. , Paralipomena crit. circa textum V.T. codd. etiai» 
bnnc superstit ope restituend. e suppellect. Bibiioth, publ. Ramburg. haasK. 
Heimst. 1800. 4. 

Hartmann , C. F. A., Exempidm cod. seripti a fratre qnod. anonymo, qoi, '" 
bibiioth. civital. Hamburg, publ. asservatur. Hamb. 1823. 4. Mit 1 F'cu»' 
(Programm.) 

Janssen, J. A. B., ansführl. Nachrichten über d. sSmmtl.' evangel.-protestani. 
Kirchen u. Geistlichen d. Freyen u. Hansestadt Hamburg n. ihres Gebietes, ^^ 
wie über deren Jobanneum, Gymnasinm, Bibliothek n. die dabei angestellt, a^''' 
ner. Hamb. 1826. 4. Mit 1 Ansicht. . 

Index libror. ex Bibiioth. publ. Hamburg. pabU auct. lege divend. Hifl»'' 
1828» 8. (Dooblett, Verzeicbaiss.) 



Bamhir§* 18t 

CpntfMcliMi Bibliölb. HamborgeMiom pnbl. 1881. 4« (Belriflt dit Anord«- 
nnog: im alten Gebäade.) , 

Verzeichniss der tod J. C. H« Gebauer binterlass. Sammlang von BQcbern, 
Hamb. 1838. 8.' (p. 83—93 enth. eine Samml. t. Ausgaben etc. dea Eaclides, 
die f. d. Stadibibl. angekaaft worden iat.) 

Peierf«D,.Ch., Gewkicbte d. Hambnrgiacheii Stadlbibliothek. Mit 4 Abbild. 
D. 5 Ta/. Fftcsim. Haml;. 1838. 8. 

Lebmann, J. G. C, u. Petersen, C. , Ansichten n. Baurisse der neuen Ge- 
bäude f. Hamburgs öffentl. Bildungsanstatt. , kurz beschrieb, u. in Verbindung 
mit dem Plan f. die künftige Aufstellung d. Stadibibliothek beransgegeb. Zur 
Veier d. Einweihung am 5. Hai 1840. Hamb. 1840. 4. Mit 9 Tat (Hieraus 
der Plan d. SiadlbibL besond. abgedr. im Serapeum 1847. Nr. 22--24 u. 1848. 
Nr. I— 10.) ' 

Sahr, P., das neue Schnigebäude n. die Bibliothek in Hamburg (eingeweiht 
am 5. 0. 7. May 1849). Hamb. qaer fol. Liihogr. Abb. 

Verzeichnisa derjenigen Bücher dea Senators J. C. M6nckeberg, welche in 
öffentl. Aoct. verkauft werden sollen. Hamb. 1843. 8. (p. 1 — 115 enth. Ge- 
schichte, Kirchengeschicbte, alte Drucke, Holzschnitte^ Kunst.) 

Reglement f. d. Benutzung d. Hamburg. Stadthibliothek Tom 21 . Febr. 1844. 
4. n. Patentform. — Revidirte Gesetze f. die Hamburg. Stadthibliothek, pobl. d. 
1. Harz 1844. 4. Placat. Beide abgedr. im Serapeum 1845. Nr. 1—2. 

Gohrauer, G. E., de Joach. Jungio Commentat. histor. litleraria. Vratisl. 1846. 
8. (Betr. die in der Stadtbibl. befindl. Handschriften von Jungins.) 

Hoffmann, F. L., Job. Melch. Goeze, der Bibelsammler n. Bibliograph. Sein 
Sohn Gotll. Friedr. Goeze, der Schenker d. viter). BibeUammlong an die Hau»- 
barg. Stadthibliothek. (Aas d. Serap. 1852. Nr. 21 — 22, Abhaodl.: Hamburg. 
Bibliophilen, Bibliograph, u. Litteraturhistoriker.) Leipz. 1852. 8. Nur in 25 
Exempl. abgedr. 

Die Bibliothek der St. Jacobikirche betr. : 

Rasch, i. J. , Beschreibung der 6ffentl. Kirchenbibliothek u St. Jacob in 
Hamborg. Das, 1754. 4. 

TempelbibUothek, im oeuen israelitischen Tempel, ist 1 846 
von der damals neu ernannten GulUis- und Schuleommission, eu deren 
Ressort die Aufsicht und Leitung der Sammlung auch jetat noch ge- 
hört, begründet worden. Sie enthalt bereits eine ziemliche Anzahl 
guter Werke im Fache der jüdischen Theologie und Geschichte» die 
sie grösstentheils Geschenken verdankt^ wiewohl auch die Kasse des 
Tempelvereins, soweit es thunlich ist, der Bibliothek bei ihren An- 
schaffungen zu Hilfe kommt. Spezieü mit dem Bibliotbekwesen ist 
Dr. Frankfurter beauftragt. 

Bibliothek des ärztlichen Vereines ist 1816, gleich* 
zeitig mit dem Vereine selbst, gestiftet worden, leider aber, mit allei- 
niger Ausnahmo der Kupferwerke, im Mai 1842 verbrannt. Jedoch 
hat dei Verein mit Hilfe der Freigebigkeit heimischer und auswärtiger 
CoUegen und Buchhändler, sowie durch zahlreiche Ankäufe bereits 
wieder eine Sammlung von nahe an 10,000 Bänden aus allen Fächern 
iler Medicln (worunter werthvoUe anatomische Kupferwerke) ange- 
schaut. Vor dem Brande enthielt die Bibliothek etwa 12,000 BMe. 
Man verwendet auf Anschaffungen jährlich 1000—1200 Mk. C. Die 



BmMtA IMht im Hatte d^ .patrio4i0di«B «eiellMbaft., «id wird 
Kam Gebrauche der Mitglieder an allen Wochentagen l)-^8 Uhr g^ 
alflael, zu wdcheii Stunden auch fremde A^rzte» die von Mitgliedern 
eingeführt sind, während der gancen Dauer ihre« AuTenthaltea in toam« 
hätg die SamialUBg bemitaen könsen. Die Zahl 4er Leser betrigt 
im Jahre durchschnittlich 250—300 Personen, die der verlrehena 
BOcher 4—600 Blinde. Bibliothekar ist Dr. P.N.'Schrader, der tob 
einem Gustos unterstützt wird. — Mit der Bibliothek steht ein bei- 
nahe 1300 Präparate umfassendes patbelogisehes Cabioet in Verbinduag. 

Bibliothjek des Hamburg • Altonaer Apotheker - Ver* 
eiaes*)i welcher 1840 entstanden ist, enthält c. 1500 Bände oatar- 
wissenschaftlicher und pharmaceaiiseiier Werke, «nd steht mit eioeiB 
Lesezirkel in Verbindung, in dessen Bereich phannacenlisoke uod 
chemische und ausserdem die wichtigsten technischen und naturbislo- 
rischen Zeitschriften gehdren. Bibliothekar ist eines der Mitglieder 
des Vorstandes des Vereines* 

Bibliothek des Bildungs-Vereines für Arbeiter, der 
seit 1844 besteht^ und den Zweck hat, allgemeine und moralische 
Bildunf , sowie Sinn für alles Schöne 4ind Edle unter seinen Mitgliedern 
va fordern, enthält gegen 2000 Bände zweckeniitprecbender BQcber, 
in deren Benutzung im Lesezimmer (unter Atifdichi der täglich tli' 
wechselnd fungirenden Bibliothekare) jed^n Abend 7 — 11 Uhr Gele- 
genheit geboten ist. Ausserhalb des Lokales erbalten die Mitglieder 
'Bur in Krankheitsfällen Mcher geliehen» 

Bibliothek des schulwissenschaftliek«n Bildntig'' 
'Vereines besteht tto lange als der Vierein selUa, sdt 1885, do<^ 
efifthält 600 Bände torzllglicb schülwisselieobafllieiircr, aasserdeto %^' 
sehichtHcher, nntefrliisteirisolier md belletristieDhelr Werke. Sie i^^ 
im Lokale des dritten Bürger -Kindergartens > und ist den MÜgliddem 
in der Regel wOchentlieh einmal zu einer bestimmten StuiMe, a*^ 
Verlangen aber ^ttch zu jeder anderen Zeit nngtaglich* Zwei ilbü«* 
tbekare führen die Aufsicht über die Samikninng« 

VerzeiebiriBs d. BiMiotfaek d. sobohrissensehiifü. 'Bildsngs -Vereinet. RiBb> 
1837. 8. Nebst 9 Nachträgen. Das. 1838—46. 8. (Seitdem sind ein ntwt 
Katalog and die Gesetze gedruckt erschienen.) 

Bibliothek des Vereines für 'Hamburgische Ge* 
schichte, der 1839 ins Lehen getreten, ist theils aus den Zeit- 
schriften der Gesellschaften in Deutschland, der Schweiz , Dänemark, 
llussland, Nordamerika etc., mit denen der Verein in Verbindung st6bt, 
theils >aus Geschenken, namentlich aus 'diner Sammliüig gedruckter 



ehie 
t^lösu 



*) Die pharm&centiscbe'Glesellsiihafl, die 'tti8 ge^stlftet %ord^D iMr, o«d 
Biblib^ek von etira 3000' Bandtsa besass, hM sich süit illOffel-er Xsit «"' 



Samburgt ümwi» BoiUbdffjf, Autnovir. Ml 

mkä hMdsckfifllieher laiiibiirgeiliien, fi^ldie 4ie Briwn ^ei Mrg^ 

meisten Abendrath dem ¥01*6100 unentgeltlich ftberiassen babeil, ge* 

ftüd^t worden, Sie kt im Hause der ]^atriotisdien Gesdlschalt anr* 

i gestellt, und den Hitgliedem jeden Donnerstag 2 — 8 Ubr znr Bena* 

t tmiig geöffnet. 

i *Voik8- Leib-Bibliothek ist 1845 ^gründet worden > und 

I enthielt 1847 etwa 160Q Binde Tortügiich belehrender, aber auch 
I unterhaltender Werke, grosstentbeils Geschenke. Die Bdcher wurden 
I i&r den Preis von 2 Seh. pro Monat und ohne Pfand ausgelieheui 
I und zu diesem Zwecke die Bibliothek, deren Geschäfte fünf Verwalter 
. besorgten, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends 7— 9 Uhr 
geöffnet. Man beabsichtigte jedoch damals, dem Institute eioe weit 
iprössere Ausdehnung zu geben, damit es seinem Namen in jeder Hin- 
sieht entsprtdie« 



^Gymnaeialbibliothek ist 1913 'entstanden. 

Maimfe«rf • 

*Becanatsbibliothek (im Hannberger PfarrhatisiB, t&tt 9hi» 
Ihume Bamberg gehörig) ist ^934 entstanden: den Grund datu legte 
der IVechant lacob, Pfarrer in Hannb^rg, welcher der GeistHchkert d^ 
Decanates Herzogenaurach 127 Bücher yerttadite. Ein zweites Ver» 
miichtniss des Dechanten Rebhan, Pfarrers in Erfangen, vermishrtte 
diese Sammlung 1843 um 279 BSnde. 

iiaiuaover^)* 

^Bibliothek der Jus liz-Canzlei. 

Sy^temaL Verzeichniss der ^ei d. hies. Justiz-Canzlei fifodirten jorisU Biblio- 
thek. ^Hanöby. 1807. 8. 

*Bi%Hothek d^s früheren ant'tbmisch'en Colleeiuftis, 

der jetztgeh chirurgischen Schule , enthält tmter Anderem 'die mchcff- 

^mriiluüg des Bofmedicns Bruns. 

^Bibliothek der naturhistorischen Gesellschaft iiit 
besonders an guteii Küpferwerken reich. Den VerötTeotlichuDgeh von 
185Ö zufolge wir die Gesellschaft entschlossen, diese Sammlung nebst 
ieiner änderen natorbistelriscfaer Gegenstände bedingungsweise an die 
Stadt abzutreten, und dadurch den 'Grund zu efnem naturfaistoriscfa^ 
Museum zu legen. 

^Bibliothek der St. Johannis-Kirche besteht seit 1710, 
und besitzt manche alte merkwürdige Druckschriften. 

«Bibliothek der Kreuz-Kirche, seit 1*851 mit der Stadt- 



*) tifarisdiann, J. £., Üe BibTiotttecis Hknilovefso. pobl. skrau^. oberiorihb- 
titia consiliam bamanior. IKt^nr. stodi^is aperit flMttnot. 1714. 4. 

Bfntd. N4tilia de «libMoiitfeis «anmliini^. ipobiieis. Sainev. 17M. 4. 



19t Bwmkcvm^ 

bibliothftk 'Tereiiiigt»'S8t zU ÄBfuig 4m XVII» JiiirhaDderli ebtsUndeo, 
und durch .die Bemflhttogen Dr. Meyer*«» früheren Predigers an dieser 
Kirche (spflter an der Uarklkirche) » djessen BQebersaBualuiig 1640 
ebenfalls Eigentbum der Kirehe warde, auf dem Wege der MUdth&tig* 
keit zusammengebracht worden. Die Prediger der Kirche fährten die 
Aufsicht Aber die Bibliothek. 

•Kdniglich öffentliche Bibliothek (im ArchifgebSode) 
ist um die Mitte des XVII. Jahrhunderts, Termuthlich 1S60, vob dem 
Herzoge Johann Friedrich von Hannover-Kaienberg gestiftet, und darch 
folgende BOchersammlungen bereichert worden: I67S des Professors 
M. Fogel zu Hamburg, 1696 des Hofrathes Westenholz, des KurfDnt^ 
Ernst August in Hannover (f HOS), 1716 des berfthmten Reiebshof* 
rathes €. W. Freiherm v, Leibnitz, 1739 des Abtes 6. W. MoIsdus, in 
neuerer Zeit des Herzogs von Cambridge Adolf Friedrich (f lSi9)' 
Letztere Sammlung, die an Mss. und BQchern, die Hannoveraniscbe 
Geschichte betreffend, sehr reichhaltig war, wurde der iibliotbek tin* 
entgeltlich, jedoch unter der Bedingung ftberwiesen, dass sie die bereits 
vorhandenen Werke an die Stadtbibliotbek ebenfalls unentgeltlich ab- 
geben seilte. Der gegenwärtige Bestand wird auf 80 — 100,000 
Druckschriften, besonders aus dem Fache der Geschichte und 
Staatsrechtes, geschätzt, die Mss.zahl auf 2000 zum Theile sehr wertii- 
voUe, worunter uamentlich der Leibnitz^sebe litterariscbe Nacblass h^ 
merkenswerlh ist« Zur Benutzung wird die Bibhothek Mittwochs ood 
Sonnabends 10 — 12 Uhr im Sommer und 11— 12 Uhr im Winter 
geöffnet. Die Beschränkung, welche früher hinsichtlich des Gebrauclis 
der Mss. bestand, dass nämlich, welcher Mss. einzusehen wfinscMe, 
eine besondere MinisterialerUubniss dazu haben musste, ist in n^^^' 
ster Zeit weggefallen. Das Bibliotbekspersonal besieht aus einem 
Oberbibliothekare (Professor Dr. A. Fr. H. Schaumann, zugleich Archivar), 
einem Bibliothekare (C. W, Siemsen) , zwei Secretairen (Dr« F. W« ÜDger 
und Dr. Böttcher). 

Catalogas Bibliothecae M. Fogelii. Hannoy. 1679. 8. 

Hahn, S. F., Conspeclns Bibiiotbecae Beg. HanDOTeraoae. Rannot. 1727. ft'* 

(Böhmer, L.) Bibliolheca Gerardina s. Catalogos libror. selectissimor. i» 
oani fere doctrinae genere, quos magno studio nee minore aum tu coUegit Gerard* 
Wolt. Molanas Abbas Luccens. Hannov. 1729. 8. 

Grotefend, C. L., Leibniz- Album aus d. Handschriften d. königl. Bibliothek 
za Hannover. Das. 1846. gr. fol. Mit Abb. (Zur 200jabr. Leibnizfeier.) 

^Bibliothek der höheren Gewerb-Schule enthielt 1845 
etwa 6000 Bände, darunter sehr schätzbare Werke. 

«Bibliothek der höheren Militair-Schule enthält die 
Sammlung der früheren Artillerie -Schule, welcher 1780 die Bflcber 
des Generals Braun einverleibt worden waren. 

Verseichniss tob B&cbsrn d. Artilleri«*fiibltotbek. HaonAf. 1783. 8. 



«Societaubibliothek besieht seit 1799, und bildet mit der 
grossen Lesegesellschafl ein in jeder Hinsicht ausgezeichnetes Institut. 
Sie ist dacu bestimmt, diejenigen Bficher, welche von der Lesegeseii- 
schad acquirtrt worden sind, nnd unter deren Mitgliedern circulirl 
haben, tu sammeln, zu ordnen und fflr die fernere Benutzung der 
Mitglieder zugänglich zu erhalten. Ihre Bandezahl belief sich 1845 
auf 25,000. Streng wissenscbaftliche Werke, gelehrte Monographien 
nnd dergleichen bleiben von der Bibliothek, die blos den Forderongetf 
nach belehrender und unterhaltender LectQre zu entsprechen haf^ 
grundsatzlich ausgeschlossen, um so mehr aber werden bei den An* 
schaflnngen die auf Belehrung grösserer Kreise berechneten Erschei* 
nungen aller Fächer, namentlich die geschichtliche und geographisch« 
statistische Lilteratur, Reisebeschreibungen , Biographien und die ge- 
sammelten Schriften der Deutschen Klassiker, berficksichtjgt. Die Bei* 
letristik hat einen liMrSchtlicben Antheil an der Bibliothek. Das 6e* 
samrotinstitttt steht unter der Aufsicht eines Gomit^'s von sechs Mit- 
gliedern, au8Mrd6m die Bfbliolhek unter der speziellen Obhut eines 
Bibliothekars, welcher die Sammlung zur Benutzung der Mitglieder 
1S45 wöebentlich zweimal zu öffnen hatte. 

Katalog d. SocielMs-Bibüothek in Hannover. Mit einem Vorbericht die Sta- 
toten d. groseen Lesegeseliscbafl u. das Reglement lur Benutzung d. Bibliothek 
entbalieud. Hanoo?. 1848. 6. (Sopplemenie sollten in jahrl. Lieferungen folgen.) 

Stadtbibliothek, früher auch Magistratsbibliothek genannt» 
kommt ausserdem noch, weil sie eine Zeit lang in der St. Aegidien* 
Kirche aufgestellt war, unter dem Namen der Aegidiana und zwar, 
zum Unterschiede von der neueren Bibliothek dieser Kirche, der alte* 
ren Aegidiana vor. Hannover besass in alterer Zeit zwei stadtische 
Bibliotheken, von denen die eine der St. Jacobi- und Georgenkirche 
vom Propste Conr. V, Tzerstede zu Lfine, laut des 1440 vom Herzoge 
Wilhelm von Braunschweig-LOneburg bestätigten Testamentes, vermacht 
worden war, die andere der Canonicus Volkm. v. Änderten zu Lübeck 
1479 dem Magistrate hinterlassen halte; beide waren im Rathhause 
aufgestellt, und wurden 1533 durch die im Minoritenkloster, nach 
dem Auszuge der Mönche, zurückgebliebenen Bücher vermehrt. Mit 
Ausnahme einiger juristischen Bucher, die man auf dem Rathhause 
zurückbehielt, wanderten beide Bibliotheken von dort 1662 in die 
St. Aegidien- Kirche, wo sie die vom Magistrate 1553 und 155S an- 
gekauften Büchersammlungen des Reformators Superintendenten A. Cor- 
vinus und des ersten lutherischen Predigers an der Marktkirche G* Sca* 
rabaeus (Scharnekau) vorfanden, und mit ihnen vereinigt wurden. 
Neben dieser vereinigten alteren Bibliothek begründete 1703 in der 
St. Aegidien-Kirche der Pastor J« D. Löwensen durch Vermachtniss sei- 
ner Bücher (1310 Bande) eine neuere, die nach ilim den Namen der 



Ldweiiceq>cb9n BihliptH^k erhirft, und« «If \H9 df« ll^r^ in das 
RathMi)s wie^eir turficIfl^eMe, i« der Hirehe vfrliliob, bk aqeli sie 1843 
in das Bathbaus oachfelgl^, i^fid im die UUsr^ -^ milüerweüf (1777) 
avs deip Nachlas^re des Hpfrathes ^- A. y. A^cIv^ d^urch ^ii|e nicht wi- 
bedeuteode Anzahl von Prack- und Uaedschriflep befeicbefl« r* Bi« 
bUoitiel^ gani flberging. Auf difse Wqisf eQtsta^d die jetzige Sud!« 
bibliolhek, mit weicher in neuester Zeit, ausser den Doublelten, weicbl 
yon der königlich öffentlichen Bibliothek in Folge der Schenkung de» 
yerstörbencn Herzogs von Cambridge Adolf Priedrii^h 1850 an sie ab- 
gegeben werden mussten, 165] die Bibliotheken der Kceuzkirche uad 
1953 des Lyceums und der höheren Bürgerschule noch vereinigt 
worden sind. Obschon wegen der provisorischen Zusttede der Bi- 
bliothek — sie ist jetzt ip verschiedenea I^kalqn UAtergebnaiobt} und 
erwartet erst im nächsten Jahre ihne gSArdoete Aulstellung im n^s* 
errichteten SchulgehAude am Georgsplatse — ihr U(alang nicht an- 
gegeben werden kann, so lAsst sich doch sp viel mit Sicherheit an- 
nehmen, dass derselbe sehr beträchtlich sein m&sse: von tfss. besass 
die Bibliothek» nach einer Angabe von 1847, Creilich nicht mehr al^ 
143 Bände, von Inkunabeln d. h« bis 1500 erschienenen Orufikschnftea 
226. Kataloge sind von einzelnen Abtheilungen wohl vorhanden, 
zum Theile aber nicht vollständig auagearbeilet. Was die Vermehrung 
und Benutzung der Bibliothek anlangt, so wird darfiber, was man 
jährlich auf Anschaffungen zu verwenden gedenkt, und wer auf den 
Gebrauch der BOcher Anspruch haben solle, erst nacjb Beseitigung des 
Provisoriums bestimmt werdeti. Zum BibUotl^ekAC ist vorUiuitg der 
Subconrector Dr» C« L, Grodefend ernannt. 

Grodefeod, C. L., Verzficboiss d. Handscbfuftpn u. IncunabalQ d. Stadtbiblio- 
tbek zo Hannover. Das. 1844* ä- (Auch d. vollsländ. Katalog der Druckwerke 
ä. Stadtbiblioth. beabsfchtigt iSrodefend herauszogeben.) 

Die neuere Bibliothek der St. Aegidienkirche betr.: 

Hoppe, J. H., Bibliotfaeca Lorenseo ■. GataUgos libror. quos i. D. Lovenscn 
pubjico, ut in templo S. Aejsidii ^fserTarenlur, Grmids. reljguit t^stimooio* Han- 
nov. 1710. 8. 

Bibliothek' des historischen Vereines für Ifi^der- 
sachsen im Lokale der vereinigten Museen, enthält unter Apderen 
seit 1840 die Büchersanamlung des Geheimrathes v. Spilcker zu Arol- 
sen — im Ganzen etwa 8000 Bände Druck- und 200 dergleichen 
äandscbriften, zu deren Benutzung die Sammlung für die Hitglieder 
Montags und Donnerstags 12 — 2 Uhr zugänglich ist. Für die An- 
schaffungen hat man eine gewisse jährliche Summe nicht bestimmt. 
Bibliothekar ist der Subconrector Dr. C. L. Grodefend , der bei seinen 
Gesciiäftei^ von einem Expedienten unterstützt wird. 

Alphabet. Verzeichniss d. Bibliothek d. histor, Vereines f. Niedersar.hsen, in 
der V. Nachricht Aber denselben. Hannos. 1841, 8» Nebst dem BagaUlir. 
(Gin nentr Kalaܻg mitd zun Abdruck wbeMitet.) 



Haynewalde, J^^(fk^bm^» Beidelherg. ||| 

♦I^ircbenli^b^iplbq^L ist 1745 yom QberH Oi. l. y. CaujM, 
wfl^b^ aus deip Na^jilasse des Pastors Lehmaiia ie^»^^ Bf^^h^i^^i^^* 
\uf\f ui]^ 1^() Tblr. geMft hall«, und dieselbe der ^ircbe n^bst eJH^^ 
|Ca^i^le yoi) 1^3^ "^blr^ acbenkte, begründet wordei|. Sie ivi^^d^ 1799 
neu geordoet, ynd i^ Kirc^engewöibe a^rgestellt. Pas g?g^D^artig^ 
(efitzlhum betrSgt Ober 400 Bände uod 2a0 fblr. KapilaL (Ausser 
dieser Bibliolhek befinden sich noch xwei kleine Sj^mmlungen \tt\ Or^^ 
^^mlich eipe Schuibibiio^^k , aus BeiirSgeu der Schü|kasse für di^ 
te|\rei[ gebildet» i|nd seit 18^9 eine SchuUesebib^qthel^^ die e^^nf^Ji^ 
iu^ 4^r Scbolkasse erhalten^ wird«) 

^Pfirstliche Bibliothek, im aenen Schlossgeblude , wurite 
1845 wöebentlich zweimal geöffnet. Der fürstliefae Archivar Sauter 
war 1847 zugleich Bibliotbekür. 

r 

Hetdellien. 

*Harmoniebibliothek stand 1845 unter der Obhut zweiei^ 
Bibliolhekare, und wurde Dienstags und Freitags 2 — 4 Uhr ft^r die 
Hitglieder der Ifarmonie und eingeführte Fremde seöffnet. 

*Lycealbibliothek soll nicht un|^edeutend sein. Bibliotbek^jT 
war 1847 der jetzige Hofrath und Pirectoir Professor Dr. J. Fr. Bai^tzl 

*Miiseum'sbibliothek war 1845 für die B^itglieder des M^r 
seuips und eingeführte ^renide wocheiptlich dreimal, und zwar Mon- 
tags» Mitwochs und Freitags 2 — 4 Uhr zugänglich. Die Aufsicht fü^ir: 
teil zwei Bibliothekare. 

*BibliQt}iek der evangelischen Prediger ist 1790 g^: 
stiftet worden. 

*Uif iver^itätsbibtiptbek d. b«; diejenige, welpb^ die Uuir 
y^sjt^t gegenwärtig besitzt ^ i^t 1703 gestiftet vvoi^den^ Früher b^r 
^f^^^ He^dl^lberg d.^e we^ibekanntq BibUotbecs^ PaUti.na» T^el^b^ <^u| der 
yel^^^>jgung zivei^r Bibliotheken ei^tst^nden lyar, Qän^lic^ 4l^v S^if^* 
b.iMiot^fk ^i^tn Heiligen ^e^ifte ^f d der kurfQr^tlJQben ß.ibj|io^hQ]k! » ^^. 
^9/^ft 4^ ^^W^ gleichzeitig m^ dieir IßSO vom ^urfürsteji, Biiprf cb^ If 
von. jler. I^lalz begriindet(;n Universität oder nicb^ viel spljter ihr^i^ 
Anfai^g gekommen habei^ s/i^lL» gleichwohl aber erst 1^3^ durch, da^^ 
cili^hQ, niji^bt w^ge? als 15.^ B^nd^ z^leinde Yeripilcbtni^ 4f^ J^W: 
fOri^ten I^u^wig lll. BedeuiiKitg und Anafb^ft (srlang^ b^itie. In^ ^m 
(Ib^r 4^^m Ye^mli'cbtni^^ ypn l\id>yig III. pied^i:g^iegtefi. Testsjip^ifiirt 
\9M,l^t 4i^ apc|u/?Ü ^f 01^ Bücher be^üglicbe Ste^l^ vvie (olg^: j^u«^ 

^rHi^ «P m ff ßUß «in ßuchßr iv^ dßr h^igp^ gp^k^lP^i ^ 9mh 

13* 



I9t B$Uitbirg. 

ha^ sal, dem Studio f« heydelberg geben und gesactl also, ioi 
man dieselben Bücher, nachdem er van dieser i^cfle gesiheiden ui, 
CMu dem heyligen geiste in eine liberyCy die man darinne machm 
vmdel , legen , und die mit ketten und schlössen wol verwaren wi 
versichern sal, da% die darinne bliben, und nii dar uss in dhewa 
huse oder gewalte genommen, gezogen, geleget oder behalten werdt* 
sollen, sunder wer dar inne studiren oder daruss schriben wily iff 
sal in die liberye geen, und derselben Bucher gebruchen nach nal- 
dorffte, doch alles dax in der liberye, als vorgeschriben stet, &/t(M 
und nit daruss genommen noch gelragen werden in dhein wisSy es wer 
dann, dass der hochgebom furste myn gnediger herre herexog IM^ 
der jung sin Sone der bucher eins oder me gebruchen wollte, so sali 
man yme das oder die einen manad und nii lenger lyhen, und sd 
er alsdann nach ussganek des manad« das oder die wiier in dit 
liberye legen, und antworten an alles Oeverde» Diese Ailere UDive^ 
siläUbibliolhek oder Bibliolheca Palalina war^ nachdem TiLly 16*22 die 
Stadt erobert hatte» vom Kurfürsten Maximilian I. von Bayern als will* 
kommen e Kriegsbeute in Besitz genommen, und an den Papst Gregor XV. 
verschenkt, demzufolge 1623 auf pSpstlichen BeXehl von Leo Allatios 
nach Rom zum werth vollsten Theiie abgeführt , und in der Vaücaoa 
aufgestellt worden, von wo aus blos 1815 durch Vermittelung der 
Alliirten 38 Mss. über Paris und im Jahre darauf auf VerweoduDg 
Oeslerreichs und Preussens 84S deutsche und 4 lateinische Mss. direct 
wieder nach Heidelberg gelangt sind. Den Grund zur neueren üdi* 
versitatsbibliothek legte der Kurfürst Johann Wilhelm von der Pr^iz 
durch Ankauf der Bfichersammlung des Professors J. G. Grävius, welche 
mit den wenigen in Heidelberg zurückgebliebenen Ueberresten der 
älteren Bibliolheca Palalina vereinigt wurde, und wozu spSter, ausser 
einigen Privatsammlungen, die Büchervorrflthe aufgehobener Klöster 
(wie: der Reichsprälatur zu Gengenbach, der Benedictinerklöster zu 
Lorsch und Schwarzbach, namentlich aber des Beichsstifles Salem 
oder Salmannsweiler 6000 Bände) und der Heidelberger Staatswirlh* 
schaftsscbule hinzugekommen sind. Die der Universitätsbibliothek eio- 
verleibten Privatsaromlungen bestehen in der des Professors Kübel 
(1809), des Staaisrathes BjHiler (1811) und der des 1839 zu Wein- 
heim verstorbenen Dr. G. A. Balt, welche letztere, ausschliesslich die 
pfälzische Geschichte betreffende Sammlung, 1048 Schriften und Ab- 
handinngen, sowie 245 Landkarten, Zeichnungen, Kupferstiche etc. 
enthaltend, als Bibliothcca Battiana abgesondert von den übrigen Bfl* 
diem aufgestellt worden ist. Ob übrigens die Sammlung des Grafen 
Kinski, welche zuerst in den Besitz des Professors G. Hörn in Leyden 
fibergegangen,' und von diesem dem Erbprinzen von der Pfalz ver- 
macht worden war, wirklich, wie Einige glauhen, 1760 in die Hei* 



HMelherg. 197 

delberger Bibliothek gekommen sei, kann mit Sicherheit nicht ange- 
geben werden. Der Gesammtbesland der Bibliothek betrug vor eini« 
gen Jahren etwa 150,000 B&nde Druckschrirten ^ gegen 50,000 Dis*' 
sertationen, über 3Ü00 Mss. und 1000 Urkunden« worüber ein voll- 
ständiger Nominalkatalog vorhanden ist. Die Böcher sind seit 1828 
in einem eigens für sie neuerricbteten , drei Etagen hohen GebAude 
aufgestellt. Mit Ausnahme der Oster- und Michaeliswoche, sowie der 
Sonn- und Festlage ist die Bibliothek stets, und zwar Mittwochs und 
Sonnabends 2 — 4 und an den übrigen Tagen 10 — 12 Uhr, zur Be* 
nutzung (die erst seit 1787 allgemein geworden sein, soll) geöffnet, 
wo auch der Gebrauch der Handschriften Jedwedem gestattet istl 
Dagegen haben nur die Professoren und Privatdecenten der Univer- 
sität, nicht minder die angeseheneren grossherzoglichen Staatsdiener 
das Recht« Handschriften mit sich nach Haus zu nehmen» Wer von 
den ausserhalb Heidelberg wohnenden, sowohl in- als ausUndischen 
Gelehrten Handschriften zu leihen wünscht, der hat sich mit seinem 
dessfallsigen Gesuche nach Karlsruhe an das Ministerium des Innern 
zu wenden. Die Zahl der jährlich ausgeliehenen Bücher beträgt im 
Durchschnitte über 8000 Bände. Was die Anschaffungen der Biblio- 
thek betrifft, so mögen sich dieselben, nach Maassgabe der drei Jahre 
vom October 1S36 bis zum December 1839, jährlich auf 1500 Bände 
und die Ausgaben dafür, was nicht von den Badischen Buchhändlern 
pflichtgemäss gratis eingeliefert werden muss, auf c. 4000 Fl. belaufen. 
Ueber die zu machenden Ankäufe hat die Bibllotheks-Commission zu 
entscheiden. Das Bibliothekspersonal besteht aus einem Oberbiblio- 
thekare (Geh. Hofrath und Professor Dr. J. Cb. F. Bahr) , zwei Biblio- 
thekaren (Professor Dr. G. Weil und Professor Dr. K. R. Sachsse), einem 
Secretaire und einem Bibliotheksdiener. 

Die ältere Bibliotheca Palatina betr.: 

Wandt, C. C, Progr. de celeberr. quondam Bibliotheca Heidelbergensi, quo 
praemittendam orallonem de documenlis Rupertinis d. d. Heid. 1776. 4. 

AdelQDg, F., Nacbrtcbten von altdeatscb. Gedichten, welche aus d. Hefdelbehg: 
Bibliolbek in d. Vatibanische gekommen sind. N«b»t einem Verzeichnisse der-» 
selb. n. Auszügeo. Köoigsb. 1796. 8. 

Dessen altdeutsche Gedichte in Rom, oder fortgesetzte Nachrichten von Hei- 
delberg. Handschriften in d. Vatikan. Bibliothek. KOnigsb. 1799. 8. 

Frledericb, A., Geschichte d. nach Rom entführten Heidelberger Blbliothiik. 
Karlsr. 1816. 8. 

Wilken, Fr., Gescbtchte d. Bildung, Beranbong n. VcrnichtoBg d. alten Hei- 
delberg. Bücbersammlungen* Ein Beitrag zur Literärgeschichte Tornaralich d. 
XV. u. XVI. Jbrhdts. Nebst einem meist beschreibenden Verzeichniss der im i. 
1816 von dem Papst Pius VII. der Universität Heidelberg znriickgegeb. Hand- 
schriften n. einigen Schrirtproben« Heidtib. 1817. 8. 

Theiner, A., Schenkung d. Heidelberg. Bibliothek durch Maximilian I. Herzog 
n. ChurGarst. von Bayern an Pap^t Gregor XV. n, ihre Versendung nach Korn. 
Mit Originalscbriften. MQoch. 1844. 8. - 



198 Heidelberg t BeUtroim, BeüigenkreuM, 

Bftht« i. Gb. F., di« ^«ilAhrnng d. Heidtl^rg. BibliM^k hidk B«n idi l 
1623 (Ans d. Serap. 1845. Nr. ^10 besond. ab^edr.) Leipz. 1845. 8. 

Hpamanö, f • L. , ein Verzefchöiss von Handschrifleo d ehemal. Heidelberg. 
Bibliothek. Au« dtoer Hiind<tchrin d. H unburg. Sudlbibltotbek ikiUgbtfa^ilt. (.4« 
d. Sterap. 195A* Nr. ii--IS.) L^ipt. 1^50. 8. 

t)ie i^'en^re Dnlversitiishiblsotbrk l^etr.t 

Caiiriogii» Bibliolbie«« qtttQäus Ml, dvn finret, J. G. Grifios, Traj.adRh. 
1703. 8. 

Donblelteiiverzei^hniase 180^, 1811, 1829. 8, 

Cr«*uzer, Ir'r.« Catalogiii Codd. Palalinor. Aeademiae Heidelbergeasi restilolor. 
md t^ie. 4. 

l^fKilTer, Fr., d»« alteD^idelberf; Lkderbindscbrift. (Bibflioibeh des Ktertf. 
¥ereiit» in SutigsriJ :Slu(ig. .1844. 8. Mit Scbrinprobe. 

Aufzug ans d. Minisierial-Crisase too 1817, die Benolzoiig der NSS. betreft 
s. $erap l$45. Nr. lO. 

liie Vei öflfi'iitlichnDg des Verzeicbnisse* d. SAItiniir H^dscbtirten oder w«- 
aigttens t. badMieoder^n M in Aiwvkbl gastblll. 

Ilellbiroliin. 

^Gyinnäsialbib^iothek ist die ehemalige Stadt- oder Baths- 
Dildiolhek, die IS03 als ^laalseigentbuna eingezogen, uod vom Könige 
dem Gymnasium Qberlassen wurde. Sie war 1575 von dem Ralhe 
der damals noch freien Reichsstadt Heilbronn gestiftet, und mit ihr 
die ftibliothek des bereits 1&23 aufgehobenen FranzUkänerklosters, 
sowie die Bfichersammlung des Rcctors Li(schenbrand vereinigt wor- 
den. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts soll sie ungefähr 14,000 
Binde enthalten haben, Wogegen der Böcherstand von 1846 nor auf 
jO,üOO Rande angegeben wird; es finden sich darunter mehrere In- 
kiinabeln und ältere Druckschriften und von Handschriltlichem einige 
Briefe der Kifchenreformatöreh , wie Luther's, Melanchthon's u. s.w. 
Die ordentliche jä'hrliche EinhaTime zu den Anschaffungen betrug vor 
einigen Jahren 128 FL, wozu bei Vacanzen von Lehrers teilen noch 
ausserordentliche Zuschüsse g^eWährt wurden. Dife B)^iJüticuDg der 
Sihliölhek ist nicht nur den Lehretn und Schölefn des Gymnasiums, 
sondern aucb dem gesaimmten grösseren Puhlikuin gestattet; letzteres 
mabhi jedoch von der SsnDnlung wenif Giebrabehv ^eisballi üe K>M 
der Leser und . verliehenen Böcher jährlich iü der Regel nicht grioss 
ii^. lilit AüsnabmiB d'er Eerbstfeirieta wird die Bibliothek, die seil 1586 
im et^emaliigen Pranziskanerkioster, dem j^tzifen Gymnagialgebiude auf- 
gestellt ist, wöchentlich einmal för das Publikum, und zwtir Soiiliabeiid« 
1-^2 Uhr, gtMTilet; Bifolietliekvr war ddr Profcnbr Dr. €iir; Uhr^Hn» 

. Scblegef, J. B., de fibHi tfuiblisd. ririoribiis Bibliotbeeaie pnbl. iHr^ilbronnens. 
^cHbsib 1-tt, ffellb. 17W-r4. 4. 

Hieilifcnliarentf* 

_ ^ÄiBliollhel dii Gigtercieüs^r-Stlftes '^üMt Ober 
606o iände^ darunter mehrere wertlivfÜe Häfti 



^Ehemalige Universitätsbibliothek (im gchdneil SaaliB 
des Jaleuois) ist^ obwohl si^ Mehrere« ichon nach Braunschweig und 
^olfeubQltel hat abgehen mOssen^ immer noi*h sehr betrlEditlich, wird 
äher oidit weiter vermehrt, und steht in der Erwartung, ganz nach 
Braunschweig übergesiedelt zu werden. Der jedesttialige Ephomt hM 
die Aufsicht über die Bibliothek. 

Die Helüistadler Bibhothek ist in die Altera oder /nlianische und 
die spätere oder Rudo!finische zu trennen, von denen die letztere 1708 
vom Herzog Kudolf August von Brannschweig^ Welcher der UnitersiiSt 
den grössten Theil seiner eigenen Büchersammlung schenkte, gestiftet 
worden ist» vinogegen die erstere, wozu vorher adbon ein geringer 
Bfldierbestand vorhsliden gewesen sein m»g, der Heraog Heinrich Jb- 
lius von Braunschweig 1597 durch Ankauf der Frankfurter a. M; Hand- 
schriften- und BücbersaMttteng dBS bekannten litterarischen Freibeu- 
ters Malth, Pfaciös lltyrfous, der wlehtigsten Prvraitbthliothek der da- 
maligen Zeit, angelegt hat; die Universität scheint jed#eh «i^t nilA 
1614 in den wirklichen Besita dles^ Flacius'schen Sammlung gekom- 
iDeii itt sein, Wie sie denn auch die ihr 1614 vom fi^^rzoge Friedrich 
Ulrich Überlasikene Sammlang seiner und «eitles Valers HeinHck Ailiuk 
tind Grosbvaters BQcfaer erst 1618 erbalten hat. Als die Udiver^itflt 
l^Of amfgehobten wvrdoy blieb zvrar ilire viblfaeb bereietierte Bi^li^- 
thek in Heimslädt; dieselbe musste aber, wie schon erwflhnt, ai^bt 
alUib 1817 ihreüss. nach W^lfedbültel und 1830 den medieiifisGhen 
Theil der BAeher naoh Branuschweig abgeben, sondern bat «och die 
Aussieht, voihnds nach Braunschweig übersimtedeln» 
Die LUleratar s. oben uiUar BraanschwBig, 

WKiittrfmrd, 

*Clymtia8ia1bibliothek ist ztfm Oebraoche der Lehrer lMt> 
stimmt. Für die Schüler besteht eine Schfiierbibliothek, welche dural 
den am Gymnasiuib eingerichteten historischen Leseriiiet ibren hattpc«- 
«ichlichsien Zuwachs erhalt. 

Weiisutt. 

^Oeffentliche Bibliothek ist 182B gestiftet wbrden. 

lIcniftAnB0ta4t. 

*Natioaalbibliotbek, im BrückenthaFschen Palais^, ist im 
Besitze der früher dem Professor M. Schmeizel, Oltard und Richelius 
zugehörigen Bücbersamiiriungen, und soll sehr reichhaltig sein, was 
jiich von der Gymnasialbiblipthek in Hermannstadt angeführt wird. 

Calalogos scriplor.^ ^ai res Hangariae,' TninasyWan«, Valach., Moiday., Croat., 
Dalmat. vicinaramo. regiooam illostrant et in fiiblioth. M. Scbmeizelii ässervaii''- 
twr. HiÄ. 1W4. a 

Iird«t BAMotliaeu f m flonB^n Tteisybri vieinahinitk promciar. illiMn»- 



tii, qnam M. Scbmeiz«! initrux., Bl. G. Agnelhler eodd. praecipne msstis au., 
noper iatem Cibinieos. Bibltotbeca« public<e coosecrav. Hat. Sax. 1751* 8. 

Hermliat. 

^Bibliothek der evangelischen BrQdergemeinde ist 
klein, aber verhiitnissmässig reich an geistlicher, namentlich bymno- 
logischer Litterator. 

^Bibliothek des regulirten Chorherren-Stiftes besitzt, 
ausser vielen werthvollen Mss., eine bedeutende Anzahl der besten 
älteren Werke über Theologie, Kirchen- und Profaogeschichte, 

HejAltB bei JVopseii. 

«Kirchenbibliothek ist 1716 durch 0. R. v. HeyniU, wei- 
cher der Kirche seine Sammlung geistlicher BQcher schenkte, gestiftet 
worden. 

HildliargliAiuieii« 

«Herzogliche Bibliothek enthielt 1846 nach Edwards 
12,000 Bande. 

HUdeAlielni. 

«Andreanische Gymnasial- oder Ministerialbibllo- 
thek enlhftlt die BQchersammlungen des Superintendenten 'J. Isermaoo 
(oder Herrmann), des Kanzleidirectors Ph. H. Gercken und des Pa- 
stors J. B« Lauenstein. Die Aufsicbi über sie führt der Direeior des 
Gymnasiums. 

«Beverinscbe Bibliothek in der Domkirche ist 1677 
in Folge des der Stadt Hildesheim zagefallenen Vermichtnisses des 
katholischen Pfarrers M, Beveriniis zu Grossvdrste (im Amte Steoer- 
wald-Marienburg) eröffnet worden: in seinem 1673 errichteten Testa- 
mente hatte nämlich Beverinus sein sämmüiches, bewegliches und an- 
bewegliches, Vermögen theils zu einem Stipendienfonds für Jünglinge 
seiner Verwandtschaft oder auch för Solche, welche, aus dem Hagde* 
burgiscben gebürtig, auf katholischen Schulen in fiUdesheim siudireo 
würden, theils zur Begründung einer öffentlichen Bibliothek daselbst 
vermacht. Das Domcapitel gewährte zur Aufstellung dieser Bibliothek 
ein Lokal üb.er dem Kreuzgange des Domes , wo sie auch . noch jetil 
sich befindet. Die Gesammtzahl der Hand- um] Druckschriften beiief 
sich vor einigen Jahren auf etwa 30,000 Bände, zu deren Vermefa* 
rung, mit Einschluss des Salariums für den Bibliothekar, jährlich eine 
Summe von 400 Thlr. zur Disposition steht. Die Bibliothek ist zvr 
Benutzung des grösseren Publikums in. der Aegel jeden Dienstag ^^^ 
Sonnabend 2 — 4 Uhr geöffnet; nur zu Pfingsten, Michaelis und WeHi- 
nachten bleibt sie jedesmal 8 Tage lang und zu Ostern zwei Wociieo 
geschlossen. Bibliothekar war der Professor J. Pagel, der bei seinen 
Geschäften von einem. der Beverin'schen Stipendiaten, unterstützt wurde. 



j 



Naeh den Bestrmmaigen den Bevleriii'scheii Testamentes soll immer 
nar einer der llteren Vikare der Domkirehe das Biblidthekaramt be- 
kleiden. 

*Josephinische Qymnasiaibibliothek, nicht unbedeu* 
tend» steht unter der Anfsieht des Oireclors des Gymnasiums. 

^Bibliothek des GlericaNSeminares ist 1845 durek 
den Freiherrn y. Lombeck-Gudenau , Domherrn alter Stiftung zu Trier 
und Hildesheim, welcher seine reichbaUige aus Yorzflglichen Werken 
der Tbeologie und Gesehichte bestehende Sammlung dem Setoiinare 
als Geschenk überlassen hat, gestiftet worden. 

Hlmchberi^ (in Schlesien). 
*Bibliothek der evangelischen Kirche besitzt die BA- 
chersammlungen des* Dr. Sössenbach und des Dr. Köhler. 

Hof. 

*6ymnasialbibliothek ist um 1590 angelegt worden; Wid- 
man schreibt in seiner Chronik von Hör unter dem J. 1591 Folgendes 
darüber: Den 2. Augusti ist das getoelb, vher der sacrislei in der 
closlerkirehen (wo nämlich früher der Büchervorrath der Franzis- 
kanermönche gestanden haben soll), zur librarej, so zwei jar zuvor 
v/fs netß zu sammlen angefangen^ eingenommen, vnnd sindl die coUi^ 
girten Bücher in dassellfige gelragen tßorden, Jfis vff bessere gelegen- 
heil, da dann von theologischen, philosophischen vnnd andern Büchern 
aUbereit ein feiner vorralh geschaffel isl: vnnd in h^nfflig dieselben 
glücklich vermehret werden sollen.*' Es blieb aber die Bibliothek 
anfänglich nur sehr unbedeutend, bis ihr 1747 der Graf H. v. Waldeök 
seine vom Vater und Grossvater ererbte und von ihm selbst vermehrte 
Saramlttog toQ mehr als 1000 Stück Büchern meist theologischen. In- 
halts zum Geschenk machte« Ein anderes der Bändezahi nach nicht 
unbetrflchtliches Geschenk von juristischen Werken erhielt die Biblio- 
thek 1765 von den Gebrüdern W. Chr. und A.M.v. Dürr. Die Auf- 
sicht über die Sammlung führt der Rector des Gymnasiums. 

Layriz^ J. Cb., Progr. de sacrario D. Michaelis interiori et BibJioth. Curiensi. 
Cur. 1691. .4. 

Longoiitis, P. D.f Progr. von des Höfischen Gymnasinms Bibliothek. Hof. 1747. 4. 

Dessen Progr. betr. KundnAchoDg der zu hiesiger Scholbihlioth. gelfaanen 
fieytrige. Hof. 176>K 4. ! 

DesseD Progr. betr. fortgesetzte Kundmachung eines zu hiesiger Scbalbtbliotk. 
Yor. Jähre's besonders ansehnlichen Beytrags. Hof. 1752. 4. 

Dessen Progr. betr. Anzeige der Art, nach der die Schnibibtiolh., welche in 
hiesige Dreyfaltigkeitsi^irche bessern Gebrauchs wegen zn bringen, hfinftig za 
aozen. Hef. 1754. 4^ 

Dessen Progr. betr. Kundmachung der zu hiesiger Schiilbibliolh. gethaneo 
Beiträge. Hof. 1755. 4. Üesgl. 1756, 1757, 1758, 1762, 1765, 1766. 4. 

Helfrecht, J. Th. B., Ober die Höfer Scholbibriothek. d Progrr. Hof. 1795— 
96. 4. Brster Ntchtrag za d. Nacbriehten von d. Hdfcr Schalbibl. Das. 1798. 4, 



CMie Eof, Hohenfuf% Wohmik^^h$n, floMiMM, Busum, IdUein, Jm. 

*Biblioiliek der Laiidwlrtliscfaaft* «iid 6ewer(- 
Schul«» BicM unbetrlckükh, sUht vntor der Asfiichl des Recton 
der Schale. 

'''Bihiiothek des Gistercienser-KlöBtei'ft besiltt avler 
Änderet mehrere werthvolle flandsebrifteo^ BibUolhekMr ikt F. Siegfr. 
D&Q« KQhwegi mgleich Archivar. 

lt#li^al«ali€tt. 

*Bibltothek 6^b VongtUiidigoheii Alterthunsf^r- 
sehenden Vereines. 

Calalog der Vereins -BibKolh«k, (Nachrichten »o d. Mitglieder d. VoigtUoii. 
Alterthnmaforsch. Vereioes, Abib. f.) Schleiz. 1836. 8. 

Hoiaunlnilen, 

Bibliothek der Kloster- und Stadt-Schule besitzt die 
8600 B&nde starke BQchersammlung des Hofrathes J. H. Burckbard, 
welche der Berio^ Carl von Braunscbweig 1754 aiigekauft; und der 
Schule geschenkt hat. Sie muss daher gegenwärtig weil über 10,000 
bände enthalten. 

C'alaiogns ßibliotbecae Burckbardinae s. J. tf. Barckhardi Med. t* I'H* 
fl»mst. 1740. 4. 

*Schu!bibiiothek enthalt seit 1793 die Bücher^ammftiirg des 

Archidiaconus B. Ingwerssen. 

Sehaujnann, P., Progr. iiteir; Nachriefet rdh dem Ait^cki der »fthiilbftnoüiek. 
liafi. 1766. 8. Fortsetaangeki dafeo tön £.€elUriw^ 

Idülelii. 

*Seihiinarbibhothek ist s^it dem rateten iahrzebiBnd altei 
Nkssauischen Velkslehtern ra fk-eibrem tind ancti in Betreff iei Traas- 
poHes der Bficher unefttgeltlithetti G<6brauebie erdffnet, und demtofolge 
an alle filementarschnlen im NassaaS^sch^n eitt Eteibplar des Bdcber- 
Verzeichnisses der Bibliothek geschickt Worden. 

'^bibliothek des Oberappellatiöns - Gerichtes, die 
gleichzeitig mit dem Gerichte zum Gebrauche der Mitglieder desselben 
selbst gestiftet wordeni ist im GerichtsgebSiide aufgestellt» und eotbielt 
1S46 etwa 1400 juristische Werke, zu deren Vermehruiig jährlich 
190 Tiifr. bestimmt Wäreh. !^e steht, nntei* der Aufsieht d^n jedes- 
maligen Secretairs des Gerichtes, an jedem Wochentage 10 — 12^^ 
zur Benutzung offen. 

^Universitätsbibliothek ist durch die vom Ktrffirst» 
Friedrich dem Weisen von Sachsen 1 302 zu Wittenberg umgelegte 
und vom Kurfürsten Johann Friedrich dem Grossmiilhigen }649 naco 
ient tbergeiiedeit« 313ä BAade stidke SdilasabibUeliiek begzäoM 



und düirch Iblgemie Pri^tbAdicmiDM)uD(^ teMthrt Werdens ddr 
Professoren D« Arümftuli ]690i J. A. Böse 1674, €. SagUUrhis 16M 
und J. A. Danz 172S; ferner des Obergeleitsmannes P. Cb. BirknM* 
174 2y wovon jedoch öin Theil in die firfutter Mini^tedal- odd Synq- 
dalbibliolbek gekoflMieii ist; des Professors €b. 6* ftad\fer 1768; des 
Leetofs A. i. Peiizei 1^19. Atisserdem liaC sie die io der Sia4t iM- 
iuidiicbeii KimterhiMioiheken ood in MübrlBr Ziit mit der grossho#^ 
coglickeD iotaaiscben SobiössliibUothek ditB dieser einverieibteo Dftchbi^ 
smminlungta der Professöreto fiOitotr (1801) «od Gitüilig (1811) 
erboHoB, sowie ihr auch im Lmifo der iMsterea iobre Yom NiaisionM 
Dt, B» ScfanM oift iriobt ünbedeuleiiidcs Gei^hiilk vod BQohern briti- 
scher sowohl als ausländischer Bibel < und Missionsgesellscbafien kvgCf- 
wendet worden, und aus detfi Nachlasse von K.W. Stark, Voigt und 
Hanll eine anslehnllche Beretcliierun^ z^SokoiAmen Ist. Durch theo An- 
kauf der sehr b^Crftchtlkhen Sohmid'sehen BiblioCfaek, ditren ursprAn^- 
lidier Ankaufspreis man auf mehr alt 26^§06 TMr. sohatst, wird sio 
ihren geganwärtig 80^100,000 Btado (mit Emsclilnss Win^lbv^oSieir 
Hss.) betragendtea Bestand in der nSehslen Zeit nbch weiter ^er^ 
mehren. Zur Bemitznng wird die ^liothek an alkto Woeheiitagdi 
10^12 und 1 — 2 Uhr geöffnet. Das Brbliotiidtapersoilil besUnH 
1845 Otts einem Bibliothekar ■ (Geh. Hofratb Professor Dr. C. W. 
GötiNng), eiriem Aasislentea (Legattoiisrath Br. Weller), ^ineioi S^ 
cretnire oder Schreiber (Dr. Lorenz) und einem Aufwirter. 

Bilder, Ch. G.> de Bibliolhe«is pobi« ail umm legatii «(c; Jen. 17Sa. 4 
(Einladuagsschrift bei d. ADtritle des BibliotbekariaU.) 

Mvin, J.'Ch«, nemorabiliaBibliotheciBie acäd. Jenens. s. Designätio Codd.AS^tor« 
in iltA Bibliotbeea et libror. impressol*. pferuinq. rvribr. coAtinhata polfssrhünm ii 
aSDS fea^r. in eollegiib lillerar. anditoram, Jen. et Weteseiif. 174A. 8. Mit 

2 Pqnir. 

\Viedebar^, B. Cb. B., ausfübrl. Nachricht von einigen alten teutscb. poet. 
MSS. aus d. Xnt. ü. XIV. ihrndt«, welcbe in d. Jenäischen aiadem. Bibliothek 
aaflbeballeii werden. Jen. 1754. 4. 

Daabletten - Veraeicboiss v. J. 1810. 8. " 

*Bibiiothok^des Pfldagogiuais hat au Anschaffuilgtili jihv4 

lieb eine Sumnäe von etwa 130 Thlr. ^lur Disponitioa. 

Caialog i. Diblioibtk d. KOn. PAdagofii fco lleftld. Nordb. 1841k 8. 



F^ratbibli^theiL ist 1816 fion dem jotei r6|;i^ehdOit IBrafen 
Henrich toi^ Sldlberg - Wernigerode als Forst« und Jagd-Losedirkdl 
gidaitiftet worden', daobit dem fesammten Foratpersooale Qefogenh^t 
gogeliOD wArdby die neoeo in ihrem Fache ersoheinendett Werke vbd 
Zeitschriften kennen zu lernbo und zu benolzen* Din aitf des Grafen 
Ktfstoil und je nach ftedtriniss angeschafften Schriften worden^ nlfob» 
dam aio in Cii«illalion faaotsi aiDd, iü ^iar WolmtBig dos Qfabfs 



2M Mhenhurg^ Mmuhruek, Eaüenkt^iUm. 

des Forftwesem aufbewahrt, wo sie dem Porstpenonal xu fernerer 
BenutzuDg frei siebeo. Die Zahl der Bficber betrSgt fiber 500 
Btade. 

Hfittenbibliothek ist 1820 von dem jetst regierenden Grafen, 
XU gleichem Zwecke wie die Porslbibliothek , ftkr das beim Eisen- 
hAttenwesen angestellte Personal als Hütten -Lesesirkei gestiftet wor- 
den. Wie bei der Porstbibiiothek , so werden anch bei der Hüttea- 
hibliothek die auf Kosten des Grafen und je nach fiedörrniss ange- 
sebafften Bfteher, nachdem sie in Circulation gesetat sind, in der 
Wohnung des Directors des Eisenhüttenwerkes zur ferneren fiemitxuDg 
anibe wahrt Die Zahl der Bücher belauft sich auf mehr als 600 
Bftnde. 

^Universitätsbibliothek, 1735 von der Kaiserin Maria 
Theresia gestiftet, ist im GymnasialgebSade aufgestellt, und besitit, 
ausser etwa 1000 Handschriften, gegen 46,000 gedruckter Werke, 
incL 300 Inkunabeln, wozu in nächster Zeit noch die ebenso werth- 
volle als betrichtlicbe Bfichersammlung des su München verstorbenen 
Hofrathes Jarcke, als Geschenk von dessen Wittwe, hinzukommen 
dürfte. (Nach officieller Angabe betrag 1843 die Bftndezahl gerade 
39,247.) Zu ihrer. Vermehrung bezieht sie jShrlich 600 FhM. aus 
dem Studienfonds. Mit Ausnahme der Sonn« und gebotenen Peier* 
tage, jeder Mittwoch in denjenigen Wochen, in wekhe ein anderer 
Bibliotheksfeiertag nicht fallt, des 24. und 25. Decembers, des Fasl- 
nachts- Montage, Dienstags und der Aschermitt'^och , der Zeit von 
Mittwoch in der Gharwoche bis zum Oslerdienstage, des' Geburtstages 
des Kaisers und endlich der Herbstlerien , wird die Bibliothek regel- 
massig jeden Tag Vormittags 9 — 12, Nachmittags 2 — 4 im Winter 
und 4 — 6 Uhr im Sommer zur freien Benutzung des Publikums geöffnet. 
Die Zahl der Leser belauft sich das Jahr über durchschnittlich auf 
5 — 6000 Per^nen (1843 betrug sie genau 5306 Personen ), die der 
verliehenen Bücher auf etwa 10,090 Bande. Das Bibliolhekspersonal 
bestand 1845 aus einem Bibliothekare (Weltpriester Professor Dr. 
M« Scherer), einem Scriptor (J. Lang) und einem Bibliotheksdiener. 
Catalogos Bibliotbecae Uoiyersitatis Öenipontanae. Oenip. 1792. 8« 

Kaiservlaatern. 

*StadtbibHothek ist 1839 vom Stadtrathe errichtet, und 
durch die Bibliothek des technischen Vereines vermehrt worden. Sie 
ist im Sta'dthause aufgestellt, und steht unter der Aufsicht des Stadt- 
sehreibers oder Bürgermeisters. • Ihr Bestand wird sehr verschieden 
angegeben, da sich nach Einigen die Zahl ihrer Bücher nur auf etwa 
700, nach Anderen auf mehr als 3000 Bande belaufen soll. Zu An- 
schaffungen war 1846 jährlich eine Stimme von 150 FL bestimmt. 



tCaiserslaulem^ iarhruhe. Mf( 

Die Bemftonng der Bücher ist der gesammteB EiowohDerschaft der 
Stadt freigegeben, die davon jedoch nur massig Gebraucl| maeht: 
1846 betrag die Zahl der Leser jahrUcfa im Darchscbniite etwa 200 
Personen, was seinen Grund wohl mit darin gehabt haben mag, dass 
damals noch nicht regelmassige Oeffnungsstunden der Bibliothek fest- 
gesetzt waren, wennschon jederzeit den Wfinschen von Lesern zuvor- 
kommend entsprochen wurde. Früher war die fiibliolbek dem Pu« 
blikum an jedem Sonn- und Wochentage 8-- 12 und 2-^0 Uhr 
geöffnet. 

Karlsrulie. 

*GrossherzogIiehe Hofbibliothek besteht seit 1766 
(nach Edwards 1756, welche Angabe wahrscheinlich nur durch eineq 
Druckfehler entstanden ist): ihre Grundlage bildet die markgraflich 
Baden - Durlach'sche Privatbibliolhek, die im angegebenen Jahre vom 
Markgrafen Karl Friedrich von Baden von Basel, wo sie seither ge- 
stunden hatte, nach Karlsruhe übergesiedelt, und 1767 zum Gebrauche 
des Publikums zugSnglich gemacht, auch zu gleicher Zeit durch die 
in Karlsruhe vorhandene fürstliche Hand- und die Ganzleibibliothek, 
sowie 1771, in Folge des Anfalles der Baden «Badenschen Lande, 
durch die fürstliche Bibliothek in Bastadt vermehrt wurde. Nicht 
minder wurde sie zur Zeit der Bildung eines neuen Badischeu Kur- 
staates (1803) und späteren Grossherzogthunies durch die vorzüg- 
lichsten Druckwerke . und Mss. der Bibliotheken der aufgehobenen 
Klöster St. Blasien , Ettenheimmünstcr (Eltenmünster) und Beichenau, 
aus welcher letzteren allein über 300 Handschi iften stammen, ferner 
durch die fürstlich Speierische Bibliothek in Bruchsal uod die Ge- 
schäftsbibliotheken der reichsritterschafllichen Kantone Kreichgau und 
Ortenau bereichert. Von Privalbüchersammlungen besitzt die Biblio- 
thek die J. V. Beuchlin'sche. Der Gesammtbestand beläuft sich auf 
90 — 100,000 Bände und etwa 1300 Mss., die in einem eigens dszu 
am rechten Flügel des grossherzoglichen Schlosses aufgeführten Ge- 
bäude aufgestellt sind. Nach dem Statute der Bibliothek ist dieselbe 
ein Hofinstitut, und zunächst zum Gebrauche der grossherzoglichen 
^ Familie bestimmt, für Behörden aber und einzelne Personen zu amt- 
^ liehen Berufsarbeiten und zu erwiesenen wissenschaftlichen Zwecken, 
jedoch nicht zur Befriedigung bioser Neugierde und zum Zeitvertreibe 
des Publikums zugänglich. Sie hat den Zweck, die bedeutenderen 
' Erzeugnisse des menscblichen Geistes im Gebiete der Wissenschaften 
aus allen Zeiten in gehaltvoller Auswahl zu sammeln, und es ist da* 
* her auch hinsichtlich der Anschaffungen, för welche jährlich eine 
' Summe von 2000 Fl. Bh. angewiesen ist, der Bibliotheksdirection zur 
Pflicht gemacht, alle Fächer des menschlichen Wissens zu berfick* 
sichtigen. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei aber auf diejenigen 



WtrM fmcbM WiQrdM, iii^ f&r ^e^ Privj|lni|Bi^ kqib Mwfin ^ 
Aea«r m4» lerver auf solcl^e, welche durch Fortseizung^ :^f ^iser 
bf4e«tfsn4e« GfOfsq erwachsen, und endlich auf alle nir di<) ^Ugepeiae 
^ilduqg wi^ptbelprMche Weike» a.'f. Wdrtftrt^lchef. D^sm uoga- 
achtet $pUßn fu^ kleiv^rf B04shef , wie Mopogr^phici^, soi^he, di^ 
eioes iillulicbeD fiegeaaUnd moglichat volUtlodig ua4 omfasie^d ab- 
havdelo« fdfr ai^h «onst diirch irgend etwa^, wie die QaraletluDg, 
vorzüglich bf merkbar machen, &i^( iinberQeksichtigl g^Iassfj^i. werden. 
Senat ist noch bestimmt» dass in der Regel die Originalwerke yor den 
Ueberaelzungen den Vorzug erhalten» von Werken, welche in !die 
fchdoen Wissenscharien einschlagen, nur die klassischen und diejeDi- 
gen, welche poch ^inen auderen höheren Werth, z. B. för (die Sprach- 
sünde, babei^, angekauft, für die einzelqeo Fächer vorzö^liche Zeit 
a^hriften gehalten, und zum Studium der Bibliothekare namenllicfa 
litterari&che Handbücher erworben werden sollen. Ausser den Ankaufen 
aind die von den Verlegern und Druckern des gesaromlen Badischen Landes 
einzolieiCenidep Pflichtexemplare eine Bauplquelle des Zuwachses der Biblio- 
thek« ÜmAlleSy Y^s dieselbe empfängt und besitzt, in gehöriger Ordnung 
und zum fffebraucbe bereit zu erhalten, ist durch das Statut die Anferti- 
gung und Fortsetzung von drei Katalogen vorgeschrieben , nämlich eines 
Reposilur- oder Standortskalaloges, eines al|phabetischen und eines Real* 
kataloges. Zur Benutzung der Bücher inner- und ausserhalb des Lo- 
kales wird die Bibliothek an allen Werktagen Vormittags 11 — 12 Uhr 
ifnd ausserdem noch Mittwochs am Nachmittage 3 — 5 ino Spmmec 
und 2 — 4 Uhr im Winter geölTnet. Gine Schliessung des fokales 
findet zu keiner Zeit statt, und nur fQr Diejenigen, welche böcher 
mit nach Hause zu nehmen wünschen, sind die ersten 8 und die 
letzten 14 Tage jedes Jahres der Bibliotheksbenutzuo^ entzogen. Der 
Gebrauch der Bibliothek ist folgenden Behörden und Personell g:estattet: 
^en säqDmtlichen Hof- ui^d Staatsbehörden der Residenzstadt, ü£q dort 
iiccreditirten Gesandten und äeschäflsträgern, den ebendort befindlichen 
öffentlichen höheren Lehr- und Kuostanstallcn (nicnt aber einzelnen 
Schülern dieser Anstalten), ferner allen wirklich im grossherzoglichen 
(lof- oder Staatsdiepste stehenden oder pensionirten Reamten bis zum 
Hofofficjanten oder Kanzlisten einschliesslich abwärts, endlich allen in 
jj^arlsrube förmlich ansässigen oder sidi wpni^^stens längere Zeit dort 
aufhaltenden Fremden von vorbemerktem Range, Gelehrten oder sonst 
wissenschaftlich Gebildeten, allen diesen zuletzt genannten Personen 
jedoch üur unter Verantwortlichkeit der Bibliothekare, die dessbalb 
auch befugt und berechtigt sind, nach ihrem Guifinden sich die 
j^mpfang^bescheinigung durch einen in Käi^lsruhe ansässigen solventen 
Einwohner als Bürgen und Seibßtschuldner mit unterzeichnen zu lassen« 
Die nicbt in ^arlsrtfhe ^efindüclien in^ ode/r ausU,i},i|iscben ^teilen. 



EarUmMr Xiel SM 

$ Uliem LfihraosUMepi jud Privaten sind dem Steinte mCelge xwar 

i ekcefells vem Geibrauche der BibUotbek nicht auegeschliessQn, ee eoll 

i^ al)er des Verleihen von Bftcbem an diese Sielte«, AniUllen und Pei^ 

it s^aen mdgliehst beschrinkt werden, und nicht ohne die erforderlioben 

^ (pu'antien der Sicherheit, sowie jedtneit bloe auf vorher einfneholto 

^ uad ertheille schriflliche Eroilehligung des Oberbpiverwaltungsrathet, bei 

i> welchem auoh die firiaubnias lur Benutzung der Bibliothek in Leikale 

S' jarch A|isiänder einzuholen iat, atatifinden. Ala zum Ausleiben ge* 

>: eipet werden nur sojehe BAcher angesehen, die zur Beförderung nfitz« 

j; lieber Kenntnisse dienen, und io Bezng auf den fintleihef keinen nach« 

i:> tbeiligen Einfluss auf die Sittlichkeit befürchten lausen* Handschrifteny 

li: kostbare, mit Kupfern oder Lithographien versehene, sowie seltene 

Werke und alle zum Nachschlagen aof der Bibliothek nothwendign 

:; Bficher, s. B. alphabetisch eiogecichlete Werke, litterariscke Hilfsblloher 

p oad dergleichen werden nicht ausgeliehen, ebenso wenig oder nur in 

:(. seltenen vom OberhofverwaJtnngsrathe gestatteten Fallen belUtristische, 

j: Mos zur (klerfaalUuig dienende * Werke npd Zeitschriften, die in deni^ 

scber Sprache verfieisst sind. Die Zahl der Leser betrflgt jahrlich Aber 

1^> 500 Personen, die der verliehenen Bücher gegen B0#0 Bflnde« Die 

r; oberste Behörde der Bibliothek ist der.Oberhofverwaltungsratb, der 

i^ die Bofijiblioiheks - Dirediott überwacht, nnd dieselbe den höheren 

[, Suatsbehörden gegenüber in allen Fällen, wo es sich 'nicht um ein» 

;. feche Beclamationen von Bücjicrn hapdelt, vertritt« In Uebrigen tritt 

.j> die l^irection in Forderungen nnd anderen Verhandlungen mit Bebör«* 

den und Privatpersonen selbstsiändig auf. Das Bibliotbekspersonal 
j(, bestand 1846 aus dem VorsUnde und ersten Bibliothekar, . Ilofratli 
; und Professor J. Ch.Döil, emem zweiten Bibliothekar, Pr^fess^r K* 
:f, Gratz, einem dritten, zugleich Vorstand des Naturalien •Gabaoets, Dr» 
f M. Seubert, und einen Bibliotheksdiener. 

1 Molter, Fr., 4i% ^jbliotbeca Cacolo-FridericiaDS. Garol. 1771. 4. 

;. Dessen Beiträge znr GeschicbLe u. Lilera^ar f^us einigen Han^scbriXlep 4^r 

^ Varkgräa. fiadenscb. Bibliolbek. Fraof. a.Mi 1798. 8. 

^ Statut.' s. Serap. 1846. Nr. 1—2. 

i *Lycealbibliothek ist 1628 durch die Büchersammlung des 

r Geheimrathes Uauber vermehrt worden. 



i 



^iel ♦). 

"^Bibliothek der Schleswig; Holstein -Lai^enburgi« 
schep Gesellschaft für Sammlung und Grhaltung vater'* 
l3Ddi3ch§r Alterthümer bestellt seit 11^35. 

*) Aosser den unter Riel genannten Bibli^tbelcen waren dort yor dem Aus- 
brache des Schleswig- Holsteiner Krieges noch eine Harmonie-, eine Vereins- 
vikI eme Begtmentsbibliotbek/ zd denen sanmtlich am* die Itttjflieder der be« 

iKelfenden jC^i^raUane^ Ziitrju hatten, 



aia Bd. 

*UDiv«r8iiittbibliothek ist 1M5, gkktbxeiUg mit to 
üaiferMUt» von deren Stifter » dem Herzoge Chrisüao Albrecht yod 
Holilem, begründet worden: den Stamm bilden die Ueberrette der 
Bibliothek det Stütee der regulirten Chorherren lu Bordesholm» wel- 
ches bereits 1666 aufgelöst worden war. Nach anderen Angaben 
soll die Bibliothek dagegen schon 1606 entstanden, und ihr 1655 die 
EAchersammlnng des Bischores Hans t. Entin KÖgekommen sein. Zn 
den grösseren Erwerbungen der Bibliothek in spAterer Zeit gehören, 
ausser der Bibliothek der Nikolaikircfae in Kiel, die Sammlung des 
Letbarates J« Crusius Gottorp 1709, die Fr. A. Cramer'che, die des 
Leibarates M. Clausen , die Bibliothek der Domkirche zu Schleswig 
1779, die für 14,000 Rlli. angekaufte Sammlung des Geheirorathes 
Y. Wolil 1784, die des Etatsratlies« Berger 1789, des Leibarztes Hensler 
1806, etc. In neuerer Zeit erhielt die Universitlt aus dem Nachlasse 
des Grafen C. Rantzau (f 1848), des bekannten Entomologen, dessen 
InsectensammluDg nebst dem dazu gehörigen Theile der Rantzao'schen 
Bibliothek und sonstigen Papieren. Vor Beginn des Schleswig - Hol* 
Steiner Krieges zihlte die Bibliothek gegen 80,000 Bände und Ober 
200 Mss., die im Erdgeschosse des von dem Herzoge von GlQcksburg 
und dessen Gemahlin bewohnten Schlosses aufgestellt waren. Zu An- 
schaffungen standen, ausser einigen unbestimmten Einnahmen von Pro- 
motionen, Inscriptionen n.s. w., jährlich 1400 Rth. (16S0 Preoss. Th.) 
▼om Staate und 88 Rth. zur Disposition , worflber noch dem Biblio- 
thekare znr Haltung eines Gehilfen 125, eines Gopisten 75 und eines 
Boten 50 Rth. bewilligt waren. Das Patent von 1822 hatte den in- 
ländischen Buchdruckern und Verlegerp die Ablieferung von Frei- 
exemplaren an die Universität zur Pfliclit gemacht. Hinsichtlich der 
Ankäufe war vorgeschrieben, dass besonders Werke, welche ein aU- 
gemeines Interesse hätten, wie die Werke der alten und neuen klas- 
sischen Litteratur, der Sprachkunde, der Geschichte, Erdkunde, Mathe- 
matik u. s. w. , die sich durch allgemeine Brauchbarkeit auszeichnen, 
berücksichtigt wQrden: dabei sollte nicht auf Pracht und Seltenheit, 
oder auf mikrologische Vollständigkeit sogenannter Suiten, sondern 
stets und hauptsächlich auf Solidität und Wichtigkeit der Bücher ge- 
sehen, daher Alles, was zu jeder Zeit in der Wissenschaft Epoche 
gemacht hätte, überhaupt nur, was von bleibendem Werthe wäre, 
besonders Dasjenige, was Privatgelehrte nicht selbst anschaffen könn- 
ten, angekauft werden. Von den neuen Zeilschriften und Journalen 
sollte die Bibliothek zwar die zur Kenntniss der Lilteratur unentbehr- 
lichen, besonders solche, die unter den deutschen vorzüglich wichtig 
wären, oder über den Zustand der Wissenschaften bei ganzen Nationen 
Auskunft gäben, sich zu eigen machen, diejenigen aber, die von blos 
speziellen Theilen der Wissenschaften handelten» mit Rücksicht auf 



md. 209 

ihre Einiiahme üäd ihres Hiiipttweek aasser Betradit Insea. Um die 
der Bibliothek zur Disposition stehendeo Gelder zu Ankaufen mdg- 
liehst zu schonen, sollte man darauf bedacht sein» besonders die 
Bfleherauctionen zur AusfAlhing der LOcken in* der Bibliothek zu be* 
nflueoy und eine Anschaffung aus dem Buchladen daher nur bei den 
noihwendig gleich zu benutzenden Bfichern stattfinden. * Obschon allen 
Professoren und Docenten der Universität freigestellt war, ihre Wünsche 
aber die Anschaffung neaer Werke zu Äussern, so sollten sie doch 
nur auf Befriedigung dieser ihrer Wünsche sich dann Bechnung machen» 
wenn dieselben mit den für die Anschaffungen aufgestellten Prinzipien 
in Uebereinsiimmung zu «bringen sein würden» Bios binsichilich 
Dessen, was die Kenntniss des Vaterlandes und seiner Oeschichte be- 
trJife, sowie der das Vaterjand betreffenden kleineren und der für die 
Sitten- und Kulturgeschichte des Landes so interessanten Flugschriften 
war nachgelassen, dass man bei den Anschaffungen weniger streng zu 
f erfahren, vielmehr auf möglichste VenroUstlndigung dieses Faches 
Bedacht zu nehmen hStte. Um ferner eine gründliche Benutzung der 
Bibliothek möglich zu machen, geboten die Cesetze, dass, ausser den 
für die Dissertationen, Programme, anonymen und dergleichen Schriften 
abzufassenden eigenen Verzeichnissen, zwei Kataloge, ein alphabetischer 
und ein systematischer oder Realkatalog, ausgearbeitet, und beide 
durch beständige Hin Weisungen mit einander in Verbindung gebracht 
würden. Was die Benutzung der Bibliothek betrifft, so war bestimmt, 
dass dieselbe während der Zeit der Vorlesungen an dllen Werktagen 
zwei Stunden geöffnet werden sollte, nämlich Mittwochs und Sonn- 
ab^ds in zwei Nachmittagsstunden zum Leihen und Zurückgeben von 
Bfichern und an den übrigen Tagen in zwei Vormittagsstunden zum 
Besuche des Lesezimmers« Die Benutzung war, ausser den Univer- 
sititsverwandten , allen in Kiel ansässigen Bürgern und dort wohn« 
haften Gelehrten ohne Ausnahme gestaltet. Andere hatten einen Bür- 
gen zu stellen, besonders Auswärtige, für welche ein qualificirter 
Kieler Bürger die Bürgschaft zu übernehmen bereit sein mnsste. Das 
Ausleihen kostbarer mit Kupfern versehener Werke war nur aus* 
nahmsweise und aus erheblichen Gründen, mit Genehmigung der Bi- 
bliothekscommission , erlaubt. Alle, welche Bücher geliehen hatten» 
waren verbunden , dieselben am Schlüsse der akademischen Semester 
wieder einzuliefern. Der Zutritt in die Zimmer der Bibliothek ^ in 
denen sich die Bücher und Handschriften befanden, stand nur den 
bei der Universität angestellten Lehrern zu, welche auch die Befugniss 
hatten y ihre Zuhörer in den Bibliothekssälen zu versammeln, und für 
die Ausbreitung ihrer Kenntniss in der Litteratur auf diese Weise zu 
sorgen. Lediglich auf eigene Gefahr hin durfte sich der Bibliotheks- 
beamte die Einführung von fremden Gelehrten oder von Schaulustigen 

P$tth9lit, Bdb,D.B, 1^ 



aio CM. 

itt dUe BiUkiÜMikssiiie «ria«b«i« In AntckiDg i» PtrtOBlli e&dlidi 
beslimiiiteD die Gesttoe Folg Ad«* DimU die BiMiothek Mch ge« 
wissem zweckmftMJgen GntndsatMB verwaltei wflrde, eelile eioe be« 
«onders dazu ernannCe*, zmlolMt der Gurelel der UmveraMAl unter* 
f^ene Bibliothekscomiuiseio« iMstehen, ufld deveelbeB die Direction 
aller die Biblmibek betreffendeii AigelegeDbeiten fibertregen sein. 
Diese Commission war aus (IkDf nicht wechselnden Mitgliedern snsaii' 
nengesetzt, nftralich dem ersten Bibliethckabeamten (Oberbiblintliekar), 
der Termöge seines Amtes der Commission und als deren Protekollaot 
mit angehörte, und vier auf den Vorschlag des Gurators der Univcr 
sitit dazu allerhöchst ernannten Professoren, je einem aus jeder Fa* 
cuUät. Regehnlssig zweimal im Monate, ausserdem aber, so oft es 
die Geschifte erforderten, und namentlich, so oft der Oberbibliothekar 
darauf antrug, hatte sich die Commission zu versammeln,, um die die 
Bibliothek betreffSenden Angelegenheiten gemeinschaftlich zu berathe% 
und darflber Beschlösse zu fassen. Das Gesch&ft der Convocation zv 
den Versammlungen wechselte alle Jabre unter den Mitgliedern der 
Commission der Be[he nach ab. Als eine ihrer Haaplpfliditea war 
der Commission vorgeschrieben, für die zweckmAssige Vermehrang 
nach den oben erwähnten Grundsätzen nickt nur zu sorgen, sondern 
auch auf die Erhaltung und Sicherung der in der Bibliothek vorhan- 
denen Werke ihr Augenmerk zu richten, zu wekbem Endzwecke es 
ihr obliegen sollte, halbjährlich in der Zeit der Ferien sich durch 
eine Viskaiion der Bibliothek von dem JEustande derselben, von der 
dort herracbenden Ordnung und von dem Fortgänge der Arbeiten an 
den Katalogen durch Augenschein zu überzen^^, sowie na^ ge- 
scbehciier Visitation darüber an die Curalel zu berichten. In Fällen, 
wo sich die Mitglieder der Commission bei ihren Beratbungea nicht 
einigen könnten, sollte jederzeit die streitige Angelegenbeit der 
Curatel zur Entscheidung vorgetragen werden« Die unmittelbare Auf* 
sieht der Bibliothek, die Anordnung und Leitung aller auf der Biblio- 
thek selbst vorzunehmenden Geschäfte war dem Oberbibliothekar über* 
tragen, der auch die Beschlüsse der Commission zur Ausführung zn 
bringen hatte. Er war, gleich der Commission, zunächst der Curatel 
der Oniversität untergeben, wogegen ihm der beigeordnete Untere 
bibliothekar und das übrige Personal Folge zu leisten schuldig sein 
sollten. In Fällen von Krankheit oder Abwesenheit des Oiberibiblia* 
ihekars, sowie bei etwa eintretender Vacana dieses Postens, war der 
ünterbifoliothekar dazu bestimmt, denselben zu vertretmi, jedoeb mit 
Ausnahme der Theilnahme an den Versammlungen der Bibliotbeks- 
«ommisston, in deren Sitzungen er gleichwohl den Umsläaden nach 
mündlieh au referiren, und sich desshalb bei dem Gonvooanten der 



Kiel, Kiixingen, KU^ftfifmi, Kwnenbwrg, ElawÜuiL 211 

Gommission zu melden fitlKe. Vor ^en Ausbruche des Krieges war 
«kr fiUbmCh Prtf%t94r Dr. a Ruijeii Bibhodieltr. 

Kvrtiiblt, Sm Disee^t. de BiWMlfaeca Metdtm. KUknä^ Ail. 1796« 4. 

C^Qsd. Pr^gr. de ftibliolbeca Academ. Kilieasi^ insigoi sqpeÜecU iifrrariae 
acceäsione aucta. Kil. iföd. 4. 

Pfoj^r. idr CiM^efha'ftg d. antfebhfich vermehrt. Uhirer&iU(sbibfioth«ik, mit 
bei g»fi»gter Kirebrretil von eitie^ Mit. Ansgabe des Virgitius vom ersten Ofttck. 
ftieU ]7§5. 4. 

Christiaoi, W. E., Bede bei der Einweibong der oeavermebrleo UoirersilAU- 
biLliolbek gcbaft. ; mit vorangescbickler {Anleitung von der geg^Duärt. Verfas- 
sung der UnJTershat Kief. Riel nnd Dessau. 1785. 8. 

Gram«r, G. F., Hber die Kieler Universi»l«bib1ioifaek. Krel. 1791. 4. — 
Neaer Abdruck. A4lon« «. Leips. 1794. 8. 

Index libror« ez Bibliolbeca Universität. Kiliens. Novbr. 182S publ. aoct, lege 
divendendor. Kil. B. 

Itatjen, H., Verielcbniss d. Handschrinen d. Kieler Uilivo^silAtsbib1fötb. 
wMebe die Oe»ebicbte d. Nfi^zeffHifimer Schleswig u. Holstein betreffen. (Anlient 
«a 4. Nirdalbiitg. Studien. Bd. I~V.) Kiel. 1844—48. 8. 

BIbliolbekaordnung, s, Serap. 1847. Nr. 1 — 3. 

*Kircbeiibibliotliek besitzt unter Anderen viele merkwOrdige 
Bibeln und bandscbrifUiciie D«cumente aus der Zeit der Heforraatioii. 

*LyceaIbibft*lhek ist 1785 ditrcb die B&eherscbMze dek* 
auf^ebobenttt Klöster beigrilidcl« und spiter 4»nch die €rtißiob f. 
tocs'sohe Bfldhersammhing tterinehrt worden. Sie siebt im Lyceal- 
C^biwde, «tNl emhielt 1643 nach amlkcber Angabe 17^921 BMe, 
Ji dere4 VerUiebrung jfihriidi ^ne Summe von 34H1 Fl. C. E. besttuHBt 
war. Nach Edwards und den- Mittbeilongen Anderer soll sich der 
McherbeslanA a«f etwa 40^00 Blnile, nach wieder Andere« wtK 
87,M9 DiQokwefke belaufen. Siclier ma^; die Bindezalii gegenwärtig 
miwdefitens 20,OM belrageAf, woku nech 900 Mas. hinittkomiDeo^ 
MK Ailsnahile der Herbstferien im August wird die Bibliothek ai 
flilei» WocAmmageA 10—12 und 9—9 Uhr geöffnet. Die Zahl der 
Le4er ^eigt iiii Jahre dmrebaehnrttlieli auf 3000 ; 1843 waren nur 
IJO^I. BMioftbelcar int P. A. Budik. 

*>Bil)Uot4rek des historiseben Vereines rOrKSrnthen 
inesftzt, ausser AeMre», eise mäsiiige Aniabl von a«f Klmthner <ie>- 
•diiiAAc und VeNKandles bezQglidien Handschriften. 



*Lye«albiblieth'ek Soli bedeutend sein. Btblieehekar war 
1846 df>r Ria^iet L. BarbAlyv «n dessen UnlerstOttung ein PedeU und 
ein Mbiiotkihsdiever beordert waren. 

KtauMII»!« 
*Gymiia8iälbiblle>th'ek itt, iiacfadem sie verbranat wai^, 11844 
von Neuem zu sammeln begonnen worden. 

14* 



212 doHMHAitiirf • 

«Bibliothek des regulirten Chorherren-Stiftei hit 
ihren Anfaog im XII, iabrhoDclerte genommeD : den Grand dazu legte 
der Markgraf Leopold IlL der Heilige aus dem Hause Babenberg da- 
durch, dass er für das von ihm 1107 erricblele Stift eine vollslSa- 
dige Bibel (Bibliotheca) nebst einem Missale von dem Stille St. Nicolau 
zu Passau gegen jährliche zollfreie Einfahrt eines SchiiEes erkaafle. 
Dieser geringe Bestand wuchs zuerst nur sehr langsam, so dass dts 
gegen Ende des XII« Jahrhundel'ts darüber aufgenommene Verzeicb* 
nissy ausser der genannten Bibel, nicht mehr als 9 Werke enlhSll 
Rascher mehrte sich dagegen die Sammlang in der folgenden Zeit, 
und nicht ohne Ueherraschnng ersteht man aus dem vom Magister 
Martin 1330 angefertigten Verzeichnisse, dass die Zahl ihrer Hand- 
schriften damals schon bis aui 306 gestiegen war, von denen sich 
übrigens die meisten noch jetzt vorfinden. Einer ganz voraOgiiclieB 
Begünstigung aber und Bereicheiung erfreute sich die Bibliothek am 
Ende des« XIV. und durch das ganze XV. Jahrhundert hindurch, wSh- 
rend welcher Zeit die Pröpste sowohl als einzelne StiftsglieJer nach 
besten Kräften bemüht waren , den Büchervorrath des Stifles theils 
durch Ankauf, iheils durch Abschreiben zu mehren. Aus dem XV. 
Jahrhunderte stammt die aus 57 Bänden bestehende Sammlung von 
Abschriften der Thom. v. Haselbach'scben, Heinr. v. Hcssen'schen und 
Nicol. DünkelspüheFschen Tractate und Predigten» welche AbscbriAen 
woh| grossentheils Erzeugnisse der Stiftsglieder sind. Sdineller Dodi 
mehrte sich die Sammlung seit der Erfindung der Buchdruckerkunsti 
welche die Bücher leichter erwerblich machte, zumal auch die der 
Bibliothek vorgesetzten Bibliothekare ihrer mit grossem Eifer sieb an* 
nahmen. Von einem derselben, J. Knab (1754 — 61), dem späteren 
Pfarrer zu Langenzersdorf, besitzt die Bibliothek eine grosse Samo* 
lung von Gelegenheitsschriften und Predigten in anderthalb hundert 
Bänden. Unter dem Propste A. Lorenz (1772 — 81) wurde der in* 
zwischen auf 20,000 Bände angewachsene Bücherschatz ans deiü 
engen Lokale des alten Stiftsgebäudes in -vier geräumige und bequeme 
Zimmer des Ernestinischen Kaiserbaues versetzt, wo im Laufe der 
nächsten 30 Jahre an 10,000 neue Bände hinsukamen, so dass auch 
dort der Raum kaum mehr ausreichte,* und man auf ein erweitertes 
Lokal bedacht sein musste. Daher erhielt die Bibliothek 1836 und 37 
in der neuen reichverzierten Rotunda ihre Wohnung angewiesen. I^i^ 
letzte bedeutende Vermehrung der Bibliothek fand 1844 statt, wo ikr 
der im Kirchen- und litterarhis torischeu Fache reiche Bücbernachlass 
des Propstes Jacob III. Ruttenstock zu Theil wurde. Der gesammte 
Bücherbestand belief sich 1850 auf 40,000 Bände, 1460 erste Drucke 



Klostemeuburg, Eänigsberg. 213 

(bis sinn Jahre 1530 gerecliDet) und 1354 Handschriften. Biblio- 
thekar war damals der Professor Fr. S. Edler v. Schreiber. 

Zeibig, H. J.,, die Bihlfolhek d«8 Stiftes Klotterneuborg. Eid Beilrag z. 
öftterreich. Literatorgescbicbte. Wien. 1850. 8. Abgedr. im Arcbiv f. Kunde 
österreicb. GescbicbU - Quellen Bd. V. p. 261—316. (Üie Beilagen, wie die allen 
Kataloge etc., sind auch im Serap. 1850. Nr. 23 — ^24 u. 1851. Nr. 1—7 ab- 
gedruckt.) 

^Bibliothek in der Kneiphöfer Dom-Kirche ist 1620 
gestiftet worden. Sie heisst auch die Wallenrodt'sche von der 1673 
zam Dome vermachten v. Wällenrodl'schen Geschlechlsbibliothek. ' Die 
Benutzung der Bücher steht jeden Dienstag und Freitag 2 — 3 Uhr 
frei. Bibliothekar ist der Professor Dr. Bicheiot. 

Abgefassle u. allergnädigst bestall. Fürschrifl o. Conslitulion, wie es mit 
Respicirung, Bestell- o. Verwall. f. anf der Kneiphöf. Thum- Kirche zn Königs- 
berg beBndlteben u. dem Wallenrod. Gescblecbt zugehörigen Bibliothek in könf- 
tigen Zeiten zu halten, u. in allen Stücken u. Pancten stets nachzuleben sey« 
Königsb. 1720. fol. 

Pateroa aiq. amica obtestatio ad Qlium meum unicom omnesq. ex Wallen- 
rodtiana stirpe oriond. nepotes, agnatos eornmq. heredes, de bcne coranda et 
eoDservanda ad serara posUritatem a Marl, de Wallenrodl a. 1629 instit., a 
Geo. Heinr. de Wallenrodt largiter donala, a Job. Em. de Wallenrodl rarsns 
iosiaurat. ac a. 1673 pablico eruditor. usui dicata, denique a me Ern. de Wal- 
lenrodl aucla bjbtioiheca. Begiomont. 1722. fol. 

^Bibliothek des Lyceums (CoUegium Fridericianum) soll 
1852 von dem Oireclor der Anstalt Dr. Gotthold, bei dessen Abgange, 
eine 50,000 Bände zählende BQchersammlung erhalten haben. 

* Magistratsbibliothek ist zum Gebrauche der städtischen 
Elementarlehrcr bestimmt. Sie steht, unter der Aufsicht des Beclors 
Kayser. 

*Stadtbibiiothek, unter dieser Benennung 1718 zur allge- 

nueinen Benutzung geöffnet, hiess früher die altstädlische Bathsbiblio- 

thek* Sie ist 1541 durch die BQchersammlung des Pfarrers J. Poliander 

begründet wordei^ und soll nach und nach folgende Privatbibliotheken 

erhalten haben: die J. MoIIer*sche, H. Bertsch'scbe, J. W« Mulkenzel'- 

sche, A. Hedio'sche, A. Pfeister^sche, B. Goldbach'sche und J. F. 

Laason'sche.> Das Lokal wird Mittwochs und Sonnabends 2 — 4 Uhr 

geöffnet. Die Oberaufsicht über die Bibliothek führt ein aus zwei 

Personen bestehendes Guratorium, die Verwaltung der Bibliothekar 

Dr. Heckelburg. 

Bayer, Tb. S. , Progr. quo Bibliolhecam Senalus Palaeopolllani incrementis 
literar. consecrat. d. XI. Calend. Mail ad usus bonor. omnium apert. pnbl. iri 
ediejt^et demtneiai. Begiomont. 1718. 4. 

Königliche und Universitätsbibliothek besteht aus der 
der UniiF^raitlt gehörigen, gleichzeitig mit dieser 1544 begründeten 
und uDler Attderea 1828 dorch ditf MefarerflänMilung des Kammer« 



314 J»ft«fftir^ 

uAm DeulMh ftnD«toteo libliAlhek und djtr kMgliolMt BiUieüxkt 
welche leutiere frOMr^ ▼•« ikrer AuhieUurnft im fcönigüch«« ScbtofM, 
den Namen der Schloubibliotbck ffthfle« hMe BihJiolheke» habeo 
den namlielieii Stifter, den ersten Hereog von Preussen, den Mark- 
grafea Albr^cht von Brandenburg, der 1534 zur Schlassbibliolhek k^ 
Grund legte« Albrecht's Nachfolger, die KurfQrslen und Kunige voa 
Preassen, bereicherten dieselbe fortdaiiernd; von grösseren SammluDgea 
erbiflt sie die de^ Deutschen Ordens zuTapvau, 166S die des Fürslen 
Bog. RadziviT! und 179 1 die des Rathsv^rwandten J. D, Gordack m 
Tilsit. Jni 2{usammenhange mit dieser Schlossbibliolhek steht die so- 
genannte Silberbibliothek d. i. eine Sammlung theologischer Böclier, 
welche Herzog Albrechl in mit Süberblech beschlagenen Deckeln von 
künstlicher getriebener Arbeit hat binden Ussen» und die in einein 
besondeirfn Schraj^ke aufbewahrt werden. Beide BibliotbekeQ steheOt 
kl einem eigen«« Gebiude vereinigt, unter giefcbev Verwaituftg. Ikr 
Oesammtbestand mag sich gegenwirtig auf Ober 80,000 Bflnde be- 
laufen, zu deren Vermehrung^ nacb dem Reglement von 1822^ jihrlicb 
die Summe von 2444 Thlr. angewiesen ist. D^r Bfi<;berankAuf soll 
Yon dieser aaf die vier FaculUten zu vtrÜieÜHMleB Smnme aus ntcb* 
stehend genannten Fftehern und in folgendem Ilaasse besorgt werdes: 
auf die theologische PacultSt sollen zy Ansclialfungeq 200 Thlr. kom- 
men — auf die juristische ebensoviel — auf die medicinische eine 
gleiche Summe — auf di^ philosophische 1075, und zwar: 75 ^ 
mathematische Wissenschaften, mit Einscbluss der Krie^wisaen&cbafieo, 
75 für Physik und Öekonomie, 50 für orientalische Litteratur, SO für 
deutsche, 100 für Geschichte, 100 für Geographie, müEinschluss der Land- 
karten, 00 fürStaatswissenschaften, 00 lur Gewerbe und Handel, 75 fui 
Philosophie und Pädagogik, 150 für griechisclie und römische LlLteraHir, 
100 für Künste, Kunstwerke der Allen, auph Baukunst, 75 Hif Kuosl- 
^eschichLe, mit Eiaschluss der Schrifleq, die Kunstwerke de« klassi- 
scbeq AUerthumps dar^ti^llßn, 75 für E^CYkfopadie und I^iUeralor* 
geschieht^, ferner sollen ISO auf An^cli^fT^gfn für Zoologie, Ro* 
Unik und Mioeralogie, 300 für 4oiU'n9le, «o^vie auf Büch^tra^osporte, 
Zolle, Buchbio derlohn gerechnet, und endlich 3L9j zur Anschaffung de$ 
der Bibliothek potliigen litterarischen Apparates und ^rös$erer Werke, 
zur Pisposllion der Bibliothekar^ gestellt werben. Den Facullälen i3i 
die Auswahl der liir sie anzukaufenden Bücher innerhalb d^r eUt^' 
n^ässigen Sun^ine selbst ü|>erlassen. ^ i$t. aber den F^ultäl^O} ^ 
gut wie 4en Bibliothekaren, ^^r Pflicht gQW4Qbit, iiei d^* Q<^tMB9)M 
über die Anschaffungen nicht bloa auf die v«ii ^n eimtlMii Frofer 
sorei» i* de« QesidieAieabllchQrii nied^rg^legt^n W(li>scb« IhuiiHchst 
]t(i6k;4i«bt 4U nejipieii, (|pnd«rn uMb i^ntk, im HiBhUok 4wt die 1^ 

4«hr»Bklb9ii, dw tmk; wmi «ftglidwt btAMItiiM AmwiU iu hir 



fieissigeD« ütfeAniiwabl soll iosbeMndere auf «Hauptwerke, gieidiviel 
ob von grossem o<ler geviogerem Umfange, und solche, die eioen 
wisseDsehaftlicheB Zweck hafces, gehehiet s^in, die Binder wichtigen, 
s^wie die ki eia spezielles KuBstfsch einschlagenden Bfieher aber der 
fiavplaiieicht anterordnen, dagegen vobedeutende, die joder Prefesser 
steh selbSit ansehaffieB kattA> und solche, die etwa nur sur UnterhaHing * 
Aien^a» gnM atissehüessen. Der Uavptgesiehtspunkt bei den Anschaf- 
fmgen soll der sein, dass die Bibliothek sich nach allen Seiten gleich-^ 
zeitig auobildei kein wichtiges wisseosehaflliches Hanptwerk darin 
fpUe« die Lücken nach und nach ausgefüllt, und neue Werke ange- 
kanft werden, so dass die Bibliothek dem Bedürfnisse nach dem jedes- 
maügea Standpunkte^ der Wissensehaflen jederzeit entspreche. Hawfig 
g e suc hte und behnUto Bächer kfonen- in mehr als Einem Bxemplavo 
itt der Bibliothek forhanden sein. Von Katalogen sollen, ausser einein 
Accesstonskataloge, ein wissenschaftlicher oder Beal- und ein Nominal* 
oder alphabetischer Katalog bei der BibUothek geffthrt werden. Zur 
Bemitsimg der Bflcher ist das Bibliothekslokal yiermal wöchentlich und 
swar MoBtags, Mittwoefas, Donnerstags und Sonnabends, ,2 — 4 Ubr ge- 
dCAael: Montag und Donnerstag sind mm Ausgeben der Bücher für 
dem bansliohen Oebraoeh^ llittwoeb und Sonnabend sum Zurückbringen 
derselben bestimmt, wogegen das Lesezimmer an simmtlichen Tier 
Tagen angangNch ist. PierioB linden gar nicht stall, ausser dass nach 
alter Observanz am nächsten Sonnabend Tor den drei hohen Festlagen 
die Bib^otbok geschlossen bieibU Auch behufs der Bevisieii bleibt 
die Bifoliotkek jahrlicb 14 Tage lang der Benutzung des PoblikunH 
entzogen. Bomano, Schoaspiele und ähnliche Lesebücher dürfen nicht, 
dafer» ihrer Kein Jemand zu einem bosenders nachgewiesenen titterari- 
schen Zwecke bedarf, ansgegoben werden ; wohl aber können die Leser 
darauf rechnen; alles Uebrige auf schrülKche Forderung im Lesezim- 
mer vorgelegt sn erhalten. Bas Becht, Bücher auf einen eigenen 
Schein znm Gebrauche in die* Wohnung zu leiben, haben nur folgende 
Perseneti: 4(9' Professorei» der Uvifersitat, die Birectoren und wirklich 
angesleKteo€ber- und Unterlehrer an den Gymnasien und den beiden 
höheren Bürgerschulen, die Prediger und praklizirenden Aevzlei, sowie 
die Mrgermeister «d Stadtrathe von Königsberg, die königlichen Be« 
amFten bis zu den Assessoren bei Landescollegien nnd Denen, die mit 
ibsen gMeben Baipg haben, dte Oüziere der Gerntson bis zum Com- 
pagnie • und Eskadronchefl Dieses Becht gilt jedoch nur für Kfiiiigs- 
h^l^ nnd dessen Polizeibecirk. Im Falle dass eine der angeführten 
Personen ausserhalb sichi aefhalten, und dorthin Bücher zu leihen 
wünschen s^He, so ist desshalb erst bei dem ÜUfversitSIseuratorium 
aKttfragen, Vfnr «b^ bei dem Verleihen von Büdiern und Hand- 
• sdirifteB an auswMge Mehrte gilt;^ Ander« Personen keinen nnr 



216 KM§$Urg. 

mittels einer Gavtion eines seihst sam Leiben Bereohtigten BO^er 
geliehen erhalten« Studirende nur gegen Caution wk%B Professors, die 
reiferen SchfÜer der Gymir^sien nur gegen Gantion des Directors der 
betreffenden Anstalt. Wdrterbflcber» Glossarien und alle auf der Bi- 
bliothek selbst nöthige Naehschlage • und Handbücher bleiben von dem 
* Ausleihen ganz ausgeschlossen, während kostbare Kupferwerke, einzelne 
Thetle voluminöser Werke und Handschriften an die Professoren jeder- 
seit und an Andere nach eingeholter. Genehmigung des UniversitäU- 
curatorinms nach Hause verabfolgt werden dßrlen« Zur Zeit der Re- 
vision sollen in der Hegel alle ausgeliehene Bächer zur Bibliothek zn- 
rOckkommen, Diese Revision findet jährlich einmal wihrend der aka- 
demischen Ferien statt, und erstreckt sich auf die Zeit von 14 Tagen; 
sie ist 80 einzurichten, dass in jedem Jahre allemal nur ein paar 
Fächer der Durchsicht upterworfen werden. Doch milss auf diese 
Weise die Revision sämmtlicher Fächer mindestens binnen ffinf Jahren 
beendigt sein, damit im sechsten Jahre stets eine allgemeine Revision 
folgen kann. Dergleichen allgemeine Revisionen sollen auch jederzeit 
bei dem Wechsel eines. Bibliothekars als Uebergabe staltbaben« Dem 
Universitätscuratorium bleibt es Qberlassen, ausserdem nach Befinden 
noch, so oft es will, eine Superrevision einzelner Fächer oder der 
ganzen Bibliothek vorzunehmen, oder durch einen And<^ren vornehmen 
zu lassen, um sich von der Richtigkeit des Bestandes und der Ord- 
nung in der Aufbewahrung zu fiberzeugen. Das Personal der Biblio- 
thek besteht aus drei Bibliothekaren, und zwar einem ersten (Geh. 
Regierungsrath Professor Dr. C. A. Lobeck), einem zweiten (d. Z. vacat) 
und einem dritten (Professor Dr. W. Drumann), ferner aus einem Se- 
cretair (Dr. Michaelis) , einem Amanuensis , der aber nicht wie ander- 
wärts aus der Zahl der Studenten gewählt werden darf (Dr. A. 
Hofimann), und einem Aufwärter. Dieses Personal ist, mittels der 
zunächst vorgesetzten örtlichen Behörde, des Universitätsouratodums, 
dem Ministerium untergeben, welches auch ftber etwa nöthig schei- 
nende Vermehrung oder Verminderung des Personals, sowie darüber 
zu entscheiden hat, ob bei dem dereinstigen Abgange des jetzigen 
ersten Bibliothekars an dessen Stelle ein Oberbibliothekar zu er- 
nennen sei. Obschon jedem der drei Bibliothekare ein l)es^BBmter 
Geschäftskreis zugewiesien ist, so soll doch kein Geschäft voii irgend 
einigem Einflüsse auf Verwaltung oder Anordnung ohne gemeinschafl« 
liehe Berathschlagungen vorgenommen werden. 

Neben der vorgenannten grossen Bibliothek besitzt die Universität 
noch zwei kleinere Böchersammlungen , nämlich eine Bibliothek für 
die Universitätsslernwarle und eine akademische Handbibliotliek. 

Was die erstere dieser beiden kleineren Sammlungen anlangt, 
so war 1846 vom Könige genehmigt Wprden» daiKs, ;«pr£rlialtipg des * 



Königsberg. 217 

AiNleBkeiii an den verstorbenen Direetor der Sternwarte« den geiteimea 
Regierungsrath Professor Dr. Fr. W« Beseel, dessen hioterlassene (ans 
666 zum Theite sehr werthvollen und seftenen Werken oder 1731 
Bänden bestehende) Bibliothek und Instrumente um 1700 Thlr. für 
die Sternwarte angekaurt worden. 

I^ie «kademisclie Handbibliothek, fDI* welche die vorzüglichsten 
grösseren Handbücb^ir in den einzelnen wissenschaftlichen FSchem an« 
geschafft werden, besteht seit 1833. Der Umstand, dass die Mehrzahl 
der in Königsberg Studirenden in ihrer grossen HilfshedQrrtigkeit 
kaum die wohlfeilsten Compendien, geschweige die für ihre Studien 
nölhigen grösseren Handbficher sich anzuschaffen yermochten, hat -zur 
Errichtung^ dieser Bibliothek Veranlassung gegeben , da die grosse Bi- 
bliothek theils nach ihrem allgemeineren Zwecke, wegen ihres sehr 
beschränkten Fonds uDd der - noch yorhandenen grossen Lücken in 
allen Päehero, dem Bevlürfoisse der Studirenden abzuhelfen im Stande 
war, theils aber aueb durch den grossen Zudrang- zu den etwa vor- 
handenen gebrauchtesten Hilfsmitteln sich verhindert sah, kaum die 
Hälfte der nach sokben Werken begehrenden jüngeren Dozenten und 
Studirenden zu befriedigen. Die Handbibliotbek sieht unter der be« 
sonderen Guratel der Dekane der Facultäten, welche über die An- 
Schaffungen zu beslimmen, dabei aber die Vorschläge der ordentlichen 
Mitglieder der Facultäten zu beachten haben. Die Einkünfte der Bi* 
bliothek sind der Reinertrag der Auditorien gelder für beide Semester, 
nach Abzog der Beleuchtungskosten, Lampen u. s« w« und der in den 
Universitäisstatuten bestimmte Antheil an den Immatriculations • und 
Erlaubnissschein • Gebühren. Von diesem Einkommen wird, nach Ab- 
zug der Verwaltuugskosten, ein Sechstheil zu Anschaffungen für theo- 
logische, ebensoviel für juristische, ein drittes Sechslheil für mediei- 
niscbe, ein viertes für philosophische und philologische (mit fiinschluss 
der orientalischen) , ein fünftes für cameralistische und historische 
und das letzte für mathematische und naturwissenschaftliche Werke 
verwendet. Die Bibliothek ist im CoUegium Albertinum aufgestellt, 
und zum Gebrauche sämmtlicher Dozenten und Studirenden wöchent^, 
lieh viermal 12 — 1 Uhr geöffnet. Obwohl es Hauptzweck der Anstalt 
sein soll, den Besuchern die Gelegenheit der Bekanntschaft mit den 
wichtigsten Handbüchern ihrer Wissenschaft durch Lesen . im Lokale 
während der Bibliotbeksstunde zu gewähren, so werden doch auch 
Bücher mit nach Hause verliehen. Bibliothekar ist der Rendant 
HofTmann. 

Verzeicbojss d. Zugangs bei d* Köq.- n. UniversititsbiblioUiBlL za Königs- 
berg f. d. J. 1835 a. 36. Königsb. 1837. 4. 

Reglement, s. Serap. 1846. Nr. 6— 9. 
Die Scblosibibliotbek betr. : 

(Grabii, M. S.) Caul^go* Hbror, qaariwilUi«! fasallat« a Boimkodftadainü'ate^ 



21» EötUgiberg, KrtOutu. 

Efeelerati qoM RegiBMiiti BornsMr, est IKbKolhecM hg9Ur dentfor. Kegim. l68Sw 
feL ^— äng^Mmi mri aoeh: GraMi CjlalofiiB MIror. 0«ois Bogatbi Ba^iifilü 
BiMiotfaecat Eloct. BefiomonU iiUtoniin. Reyiom. 1673. fol. 

Catalogu« Ubror. anperiore RadziviL nnper excu&s, extcrriam et boc ipso 
venum eontinm. Proslant Tero io Riblioth. Regiomontano — elector. a(c. S. I. 
et a. fol. 

CInibü, fL S., ßlil, Savies' libror. qiii BJbHttHeeaa » NuMift legiae 
•afmaAlo BadziviliaBo ]^t editom b. *a. 1673 calalofsm nnviler acc^ssere. 
Rq(. 1712. fol. 

Die Bibliothek der Sternwarte betr.; 

GaUlog d. Brblielbeft d. KöDtgsberg. t^ternwarte. KAnigab. 166S. 8. Beilaga 
aii 4. AstroMot. Beohachlaogaii aaC d. K. UsiTara. Sternwarte \m Kdnigbarg 
angasw «• kra§, tor A. U Buaeh« Ab(h. 2$. 

Die akadeoiiscbe Handbibliothek betr.: 

Entwurf za einem Statute, s. Serap. 1849. Kr. 19. 



^Doniinikaner-Btbliothek der St. TriBitatis^Kirch«, 
mit d%m Arebive in einem eigenen Gebiude »yfgeeletlt, enthielt 1846 
etwa 10,060 Bände. 

Bibliothek der Jagellokiisehen Universität ist, gteieb- 
zeitig nit der von König Kasimir dem Grossen von Polen 1943 ge- 
stifteten UniversitAl, durch B6chergeiiehenke viid BinteriMsensekafleB 
der Universitätslehrer begründet, nnd naeh Itegerem Verfalle dvreb 
die Bemühungen des 181) zum Bibliothekar ernannten Professors 
S. Bandtkje, dessen BOcberaammlnng auch an sie Qbergegangen ist, wie« 
der hergestellt worden. Sie enthält gegenwärtig, ansser MW Boa* 
bletten, die %ma Verkauf oder Tanseh' kommen sollen, 50,60# Binde 
Brnck«iMid 10,009 dergleiche» Handschriften. Daranter befindieo sieb 
seit 1700 die JesuitenbibHothek nnd, neben^ der bereilB erwähnten 
Bandtbje^sehen , die Bäehersammhingen des Professors B. Gosnak^ des 
Btktiotbekars Bogncziczky nnd von J. Brtscius. Ein sehr bedeutendes 
Geschenk erhieU die Biblioihek 1846 von Mme Gostkowska, sowie 
lSh2 zufeige teetamentarischer Verfügung des Gutsbesitzers G. Paw- 
libowski in Medyka in Galizien dessen reichhaltige Samtthing seltener 
50cher, Medaillen, Kupferstiche nnd polnischer Bilder. Nadi been- 
dtgtem Keubaue d^s BibHethekslokales sollen die Böcher, ü4Mr welche 
alphabetische -Sette^kalaloge nnd ein systefflatisehes Verceichotss vo^ 
Inndensind, nen wissenschaftlich geordnet werden. Auf Anschaffungen 
von BQchern und Beitschriften nnd auf Buehbinderlöhne können' jäbr* 
yteh 1500 R^ verwende« werden. Bie 2?aht der das Jahr himhurh 
verliehenen Bücher, deren Benutzung durch das Ministerial •Bescrrpl 
fltr Bibliotheken in Qesterreich geregelt ist, belauft sich durchschnitt- 
lich auf 3000 Bände. Das Perscuial besteht aus einem RibUolbeiar 
Professor J. MuczkowskiJ einem Adjunet«n Dr« i» Kulfaewski!, einem 
BgnOiJMtfmp d^ Pifrowmki m^ vwvL AmuiaeBseii.- 



JTmite» Srtstmif^t' KrmfmtküAer, Mmmlvt§mu 219 

Immortalis mnoiflceoU« A. 4f Oltnyrt OJiV^wski Episc. Cnlmens. elc, dnm 
BimioÜi^Qa Uü'w, Cf9«oT.. rwo exemplo Couamapi Mnsfr. AliyuA^K. qsui a|ieiiretor^ 
a. 1671 d. 13. Mai. celebrata. Crac. fol. 

Biczanowski, St. J., AunfodJna Sapientta« BÜtFiotli. Dirivers. Cracor. noTO 
imaortal. beneflcti i^enere ab A. 4a (^a«wi Olszowski Episc. Calm. alc. asai 
publ, aperU ai e^(e|)raU a. 1671 4. 13- Mai. Crac foi. 

Bandtkja, S. , Hislorya Bibtiet. Univers. Jag^ellon^k. w. Krakowia. Kr« 
1822. 8. 

(Ejasd.) Dona a Senata urbis in publ. Unifers. Jagelloo, Bibliotbaca .hoc 
anno illaU* Crac. 1827. 4* 

(E/vad.) Maserlal. da IT Cadd. ?alerii Maxirai in Btbliotheca Bnivarsit. 
Crftcov. (LeclioBakaUio^ 1:82a) 4. 

Krem^ier. 

«f^nbiscIiöfUcbe Bibliothek zahlte 1945 Ober 39gMiO 
Bänik. 

KvemfloqaClaflter. 

^Bibtio^bak de» Beoeciicliuer-Stiftes ist gegen Ende 
des XIII. Jahrhunderts entstanden, nnd .gleich anfangs eia Gegenstand 
sorgnultiger Pflege von Seileo 4^. Smuangehörigen gewesen. Doch 
IQ^chle 0$ erst di« AqQbdruckerkuyst, die 'einen erleicbterlen BQcher- 
ervvvb %wr Folge hatte, mdgUcb, dasa ntebt nur di« lebte in grtet 
aerem Uaafaqge ah fröber aut Vetinehniag der Saaunlang Bedaciit 
pahmeii» als auteb ein^lne G^ialltche aioli selhaA BiUMOhekün anlegen 
konniMPi die naeb ihrwa Tede dem Stifle anheimfielen. Unter dieaen 
Privatbibliotheken sind im XVI. Jahrhunderte die des PriMR L. Foroä« 
dorXer und insbesondere N% Seld's iia trtvibnAi. Einen vorzüglichen 
Jlttwach;^ erhielt, di« SUftshibliotbek 4urcb den flaeblaas des Rectors 
ißv UniverailAt Salz^rg G^ Wimperger, a^wte durcb <lie Saunvriwgiep 
il^r Capllularc^ (L Qnadelst^rter, Tb, Byherf, 0.. Scbwz, H.Sieg/^« 
D. Feilmayer und «AineiUUcb C, S(;hirj(Aann ^i welche letzlere xa^ 9k 
10^000 Bände umfasste;; nicht minder kam aus dem Nachlasse J. 
Copisi's eine grössere Anzahl meist deutscher Klassiker und aus dem 
von U. Hantenscimeider einige tausend Werke fiher* aÜQ Zweige der 
Litteratur in den Be.sitz des SuTles, Der Gesaipmtbesitapd der BQcher 
betrug 1S45 über 5(^,0(^6 B9nde, die Afss. und Tnkunabeln nicht mit 
eingerechnet^ woven «nd zwar Mss, mindestens gegen 300 utmI Inkunabeln 
über 800 vorhanden sein sollen. Die Bibliothek iat in eiaeip gro&sen 
Saale neben dem Oonvente aufgestellt, und in den letzten . Jahren 
neu katalogisirt worden. — Auf der Sternwarte des Stiftes befin- 
det sich eine massige Sammhing mathematischer und as.tronomj^ch^ 
Bücher. 

KreaslIiii^eB* 

^Bibliothek der Augustiner-Prop^tei 90II nicht unbe« 
deutend sein, und besitzt aucti Maa«. 



Erotoidhkh Errnmamt l a ttadb, ^L a rnkt uk , LanMmi, LoMbacK 



*BibIiothek der Real-Schale ist im Eotslehen begriffen, 
^od steht unter der Aufsieht des Rectors der Anstalt 

Wkrummn. 

^Forstlich Schwarzenbergische Bibliothek enthielt 
1845 mehr als 30,600 Binde. 

üallbaclt. 

*Lycealbibliothek besteht seit 1700. Sie enthielt 1843 
nach offizieller Angabe 23,016 Bande, darunter die vom Custos der 
Wiener Hofbibliothek B. Kopitar, einem geborenen Krainer, nachge- 
lassene BfiehersimmluDg. Die Dotalion der Bibliothek zu Anschaffungen 
belier sich Im schon genannten Jahre 1843 auf 500 Fl« C« M. , die 
Zahl ihrer Leser jährlich auf 12,583. Bibliothekar ist M. Kastelitz. 

^Bibliothek des historischen Vereines für Krain 
soll nicht sehr umfangreich, aber für Krainer Geschichte von In- 
teresse sein, 

Ii»m|Micta« 

^Bibliothek des Benedictiner-Stiftes ist in Bezug auf 
ihre Mss. • Sammlung nächst der Kremsmflnster'schen und Mölker die 
reichste unter allen Bibliotheken österreichischer Abteien. Sie besitzt 
uralte Mss., einige aus der Carolinger Zeit, und von Druckschriften 
etwa 25,000 Binde und Ober 1500 Inkunabeln, sowie eine Kupfe^ 
stichsammlung. 

Ij*Bd9lt«t (in Bayern)« 

^Armenbibliothek der Studien^Anstalt it^t vor etwa 
15 Jahren erst durch Beitrige der Studirenden begrfindet worden, 
war aber 1846 schon auf mehr als 800 Binde angewachsen. Die 
mit ihr verbundene Lesebibliothek zlhlte Gher 400 Binde. 

ILABCIflltot (in Schlesien). 

*Biblioth«k der evangelischen Kirche ist 1729 be- 
gründet worden. 

*Grlflich Wallenberg-Fenderlin'sche Bibliothek. 

Perschke, W., Verzeicbniss d. öffeotl. t. WalleDberg-FenderliB'scbeii Biblio- 
thek zu Landshut, nebst eingestreuten Erlluterungen u. einer Geschichte dies. 
Stiftung. Landsb. 1829. 8. 

IianliActa. 

*Gräflich Solms-La.uhacher Bibliothek im Schlosse, 
der Friedrichsburg, ist 1680 gestiftet worden. Sie enthllt gegeo 
50,000 Binde, darunter die Büchersammlung des Syndicus J. J, Schätz 
zu Frankfurt a. M. 

Feuerbach, J. E., Sicilimenta qnaed, ad historiam Biblioth^cae Solmeos-y 
qaae in aree Lanbaeeni. asserratar. Giss* 1748. 4. 



Lai¥kMp XniyaiNie. 881 



*6ymiiasialbibliothcik ist nun Gebraaelie der Lehrer be* 
slimmU Zar fi enaUung Cftr die Sebaier der vier obersten Klassen 
besiebt eine deatsche Lesebibiiothek. 

*Stadtbibliothek ist 1569 von dem Prediger S. Suevns 
(Schwabe) iiegründet, and 1734. durch die DQcbersaoiinlimg desReobts* 
coDsalenten 0. Triller, soivie durch die der oberlausiuischen Gesell* 
Schaft för Geschichte and Gelahrlheit vermehrt worden. Sie mag ge- 
gen 15,000 Binde (mit Einschluss von ^iwa 50 Mss.) enthalten, die 
im Waisenhause aufgestellt sind, und auf deren Vermehrung von den 
Zinsen eines 600 Tblr. starken Kapitales leider wenig über 16 Tblr« 
jährlich verwendet werden können. Mit Ausnahme der Feslzeiten 
und Schulftifien wird die Bibliothek regelmässig jede Mittwoch 2 — 4 
Uhr zur Benutzung für Gelehrte, Kaufleute, angesehene* Burger und 
bedingungsweise auch für Gymnasiasten ersler und zweiter Klasse ge* 
öflnet. Die. Zahl der Leser betrug 1844 durchschnittlich im Jahre 
etwa 500 Personen, die der verliehenen Bücher 6—700 Bände* Mit 
der Bibliothek in Verbindung steht eiu Kunst-, Naturalien- und Münz- 
kabinet, welches 1844 gegen 3000 Knnstgegenstände und Naturalien 
und ebenso viele Münzen enthielt, sowie seit 1845 eine Yolksbiblio- 
thek. Der Lehrer H« G. £ffenberger war im vorerwähnten Jahre 1S44 
Bibliothekar. 

Gudi", G. Fr., das Andenken des Ursprungs n. Wacbslbams d. öffentl. BibJio* 
lliek in Laaban. Das. 1748. fol, Abgedr. in d. Arbeit, einer Oberlausilz. Ge- 
sellscb. f. Geschichte etc. Bd. I. n. in Biedermann's Nov. Acta scholast. Bd. I. 

Beeher, Fr. L., Schicksale d. öffentl. Saramlongen t. Büchern, Natural., 
Mi'ioz., Koostsacben n. AllertbQoi. in Laoban. Das. 1795. 8« 

Kaiser^ H. E. , Nachricht von den bei d. Sladtbibliolhefc zu Laoban befindl. 
antiken röm. Münzen. l^II, Laub. 1827—^. 4. Zwei Programme. 

Ejnsd. Progr. de Cod. MS. Athenagorae Lanbanensi ejusq. variant. lectt. 
Brieg. 1833. 4. 

Falk, F. W. A., einige Nachrichten ftber d. BegrAnduog o. Erweiierong d. 
bies. Stadtbibliothek. Laub. 1834. 4. Progr. 

Kantonalbibliothek, deren Verwaltung mit der der Akademie 
früher zusammenhing, hiess desshalb bis 1807 die akademisebe; sin 
ist Staatseigenthum, und fAr den Kanton Waadt also das, was die in 
allen Städten und vielen Ddrfenn befindlichen kleineren Bibliotheken 
ffir mehr oder minder grosse Kreise des Kantons sind,. d.h. gemein» 
sames Besitzthnm. Die Gr&ndung der Bibliothek ist 1536 gleich- 
zeitig mit der Stiftung der Akademie erfolgt, welche letztere von den 
Bernern ins Leben gerufen wurde, um der neu eingelährten Refor* 
mation als dauernde Stütze zu dienen« Da diese bis gegen die Mitte 
des XVllI. Jahrhunderts ausschliesslich Bildungsanstalt fCir protestan^ 
tische Geistliche bliebi so behielt bis dahin auch in der Bibliothek diu 



protestantisch-theologische LitteMtar }e^neit das Uebergewicht, lumai 
iK« UhlioAekaeinftatineii tfo Hrglich w«*6n , ihmf auf tiefseicige An- 
BChaAmgeii «hnefalA oidit gedaeht urtfrdtn kmmle. ErM yon 17M 
aa gestalteten sich die Verhältnisse, der BfhK^tDrek ffi Jeder ftinsicM 
ffPkMtiger, 'Wo ihr vott SeiHii der Berner Regf^rflfng, liebeii Skiern or- 
dentli^n Jahrealfeitrage ton %0 franz. Franlen, mehrere ansser- 
ürdenlli(t»e Beislenem gewfilhrt worden, anch überdies dfe feroHhiuBg 
erging, dass von jedem im Kanton gedruckten Buche ein P'reietetnplif 
an die B»bHothek abgleliefert werden sollte -^ freilidi etna Verordnung« 
di<s wenn sie auch ntemals wieder aufgehoben, doch im Ganze« sefai' 
selten befolgt worden ist. Besser, obsdion auch nicht tofistündig, 
wurde einer andern VerfügMig der Berner Begierüng, wehsfie di6 Don- 
bletten ^er Bemer BArgerbtbliothek an die Bibliofhek in Laosa/nrre 
nnnuantworlen befahl, Folge gegeben. Dagegen flössen der BiMioChel 
-von Seilen der Professoren der Akademie fortdauernd reichliche und 
sehr bedenlende fiQchergeschenke zu; so, unter Anderen, 17&B die 
gesammte Bibliothek des Professors H. B. de Qwiroga und äplter die 
des Professors Sirute« Andere nicht minder betleutende Erwerbungen 
wwrden ihr i7M durch die Einverleibung der Samniinng d^s Rechts- 
g«lehKen L. 4eBochst, sowie 1791 der unter dem Namen BibHothiqut 
de l*H4pital bekannten Lansamier öffentlichen Sftadlbibliotbek tu Theif. 
Den beträchtlichsten und werlbvollsten Zuwachs erhielt aber 'die Bf> 
bliothek 1636 bei dem Tode des Generals Fr. C. De la Harpe, des 
Mannes, der dem VVaadtlande seine Unabhlingigkeit von Bern mit hatte 
erringen helfen, und ihn m dem vnrhängnissvoUen Jahre 1914 durch 
seine FQrsprache bei dem Kaiser Afetander von Kussland von gf5s8leni 
Nutzen gewesen war : testamentarischer Bestimmung des Verstorbenen 
zufolge empfing die Bibliothek dessen gesanmten BQcberMcblassi der 
in den Fächern der Reisen, der Naturgeschichte und dramatisrhei 
Litteralor sehr Werthvolles enthielt, vor Altem aber ein^n k^iticben 
Schatz von BrosehQren Ober ii^ bewegte Zeit 1792 bis 'tti\4 um- 
fasste. Mit Abrechnung, einer Anzahl von Werken, welche der waadt- 
täwdrsehe Slaatsrath Ar sich behveft, kern dadurch die Biblindiek in 
d>en BesHs von 1S,900 Bädden. Zu den bedeutendeten Erwerbungen 
der Bibliothek in neuerer Zeit gehören , atrsi^r zaMreiehen ^tnzdnett 
beschenken von Einheimischen und Fremden, besotod^rs der frantO* 
sisehen Regierung, femer noch: der handschriftli'Che Nathlirss des b^ 
rfihmlen Arztes Tissot nnd der grössere Theil der BOchei^mnartaflg 
Murales; eine Anzahl werthvoller Werke atrs der Banimlung des he^ 
Ittnntlen Gibbon; das Widiftigsle aus detti fTilfdiernalihlasSe dbs Dekans 
Bridel, des Vaters der modernen OeschtditSffsrschnng im WaadClande; 
Mehrere« aus den B&cherresten der nenerdingcr anTgehtibenen Klöster; 
#ar iiotMdsdlie f heA der BQchOrsummtmyg d«» F. d^* Gingitts-Lassafst, 



wddiea diQ BibliolJbtli 1 840 erwark. Der gegenwärtige BieiieibefttaBd 
der^elUa beUUift sich auf UMO BäBde, wervi|er 4800 SreediftNii 
übet Schweiier- Geschichte and eise hetrftehtliche Aosabl veo ^aaer- 
tatiooen noch nicht iqU begriffen sind. Handschriften (nach Edwards 
300) und «ekene PraobtsUche besitat die Bibliethek nnr wenige: 
man wird sekhe Sachen auch m einer BiblieUiek wie die Lansanner, 
^ie neun Zehntheik ihres ßertandes erst im Laufe des jetaigen iahr-- 
huiiderts und zwar je nach dem BedQrinisse ihrer Leser erw^^rben 
hat, nicht erwarten. Was sich ven dergleichen Gegensllnden bei 
Aufhebung der KUsier dert YorgcfundeD haben mag» wanderte mit 
dem fibrigen beweglichen Kirchengute n«ch Bern. Zur Bestreitung 
ihrer BedOrfnisse bat die Bibliothek einen eigenen Fonda, dessen 2{iB- 
sea im Betrage von« 2600 franz. Fr. ihr vom Staate , dier seit 1844 
die Sehukltitel an sich genomm^ bat, ausgezahlt werben« Ausserdem 
leistet der Staat noch einen ständigen Beitrag, so dasi sich in den 
letzten 15 Jahren die Einkünfte der Bibliothek auf etwa 7500 frans. 
Fr. jährlich beJaufen haben mögen, wovon, nach Abzug fon 3500 fiMr 
Besoldungen, die übrigen 4000 auf Anacbaffimgen u*s.w« verwendet 
worden sind* Hierzu bat der Siaatsrath mehnnals noch ausserordeoi- 
liche Zuschüsse bewilligt, und es ist selbst Aussicht vorhanden, dasn 
der Grosse Ratli das ständige Budget überhaupt erhöhen werde« Aiftf- 
geslellt ist die Bibliothek im rechten Flügel des geräumigen unweit 
der Kathedrale gelegenen Gebäudes, welches zugleich einen TbeU des 
Musenms, sowie die Hörsäle der Akademie und des Gymnasiums in 
sieh sehliesst: dort, sind den Büchern vier grosse helle und trockene 
Säle und für die Verwaltung noch einige Nebenzimmer angewiesen. 
Das Lokal würde wenig zu wünschen übrig lassen, wenn das Gebäude 
nicht auf eiaer steilen, und für das Publikum zu gewiesen Zeiten dess- 
halb etwas schwer zugänglichen Höhe gelegen wäre. Die Anordnung 
der Bilicher folg4 einem eigenthümlichen aus der Mitte des XVIU. Jahr- 
hunderts herrührenden Plane, d^r leider in seiner Anwendung vielen 
Sehwankttftgen ausgesetzt ist.^ Um so mehr hat man eher darauf Ber 
dnobl geeommen« die dadurch veranlassten Unebenheiten in der An- 
ordnung dei* Bibliothek durch zweckmässige Kataloge wieder auszu- 
gleiciien; und obschon man bereits, ausser dem Standkataloge, einen 
gedmicklen «ystemalischen besitzt, so heti man doch zur möglichste« 
Befri«()tgung der Bedürfnisse des Publikums und der Bibliothek selbat 
die BearheitOQg eines neuen übersichtlich gordneten Kataloges mit 
alpbabeSischem Sachregister für die hauptsächlichsten Abiheilungen, 
sowie mit Registern der Autoren und anonymen Schriften in Angriff 
genommen« Die Benutsung der Bibliothek im Lokale selbst, wozu 
der Lesesaal (mit Ausnahme der Seit der Jtevision vom l. hu 15. 
SejpQßmbef) m jedem VKocheitag» 13-^4 oder 1-^fi Uhr offen siteh^ 



ist den PabKkom, ohne Ansetin der Perton, onbesehrSakt gestattet. 
Dagegem sind hidsiehdich derjenigen Personen, tn welche BQeher aus- 
serhalb des Lokales — sweimal wdchenUieh — ansgeliehen werden, 
natOrlioh einige fieschrinknngen vorgeschrieben. Auf unentgeltliches 
•Leihen von Bttchem haben nur die Mitglieder des Slaatsnithes und 
des Ertiehungsrathes, die Lehrer und SchAler der Akademie und der 
obersten Klassen des Gymnasium«, die Directoren der höheren Bfirge^ 
Sfhnlen (die VolkssehuUelirer haben eine eigene Bibliothek) Anspruch 
SU machen. Ausserdem ist es auch noch, auf Anzeige an den Er- 
ziehungsrathy erlaubt, an Solche, die sich mit einer besonderen wissen- 
schaftlichen Arbeit beschäftigen, fificher unentgeklich auszuleihen. 
Alle Uebrigen aber, welche Bücher zu leihen wünschen, haben dess- 
halb iiicht blos gewisse Garantien zu leisten, sondern auch ein jähr- 
liches Abonnement von 6 Fr. zu zahlen, wofür aie jederzeit auf Ver- 
langen zwei Böcher auf einmal erhalten. Frfiher, ehe die Poslver- 
waltung an die Eidgenossenschaft ftbergegangen war, hatten die Abon- 
nenten im Kanton Waadt ausserdem noch für postfreie Sendungen 
von BBehern, bis zu 8 BSnden wöchentlich, jtbrlieh 6 Fr. zu erlegen. 
Bie Zahl von Büchern, welche an Solche, die zum unentgeltlichen 
Leihen berechtigt sind, auf- einmal und nur auf 4 Wochen ausgegeben 
werden dürfen, ist in in der Regel auf 2^^*-4 Bande beschrinkt, wo- 
gegen die Professoren der Akademie und alle Andere, die sich mit 
einer besonderen wissenschaftlichen Arbeit beschäftigen, bis auf 20 
Bände auf einmal und auf 2 Monate entleihen können. Die ZM der 
Leser ist nicht so gross, als man eigentlich erwarten könnte, und 
als sie mnthmasslich nach Beendigung des neuen zum Gebrauche des 
Publikums weit zweckmässigeren Kataloges jedenfalls sein wird. Ausser 
dem Lokale wurden 1851* nur etwa 7000 Bände an c. 550 ständige 
Leser (darunter 380 Abonnenten) verliehen. Ungleich grösser ist 
jedoch die Zahl derjenigen Werke, welche im Lokale selbst benutzt 
worden sind« Was endlich das Verwaltungspersonal betrifft, so ist 
in dieser Hinsicht, nachdem die Verwaltung drei Jahrhunderle hin- 
durch mit der Akademie zusammengehangen hatte, durch das Reglement 
vom März 1844 eine neue Organisation beliebt werden. Hiernach 
ist die oberste Leitung der Bibliotheksangelegenheiten einer dem 
Staatsrathe unmittelbar untergeordneten Bibliolhekscommission über- 
tragen, die sich monatlich einmal, nach Bedürfniss öfter, zur Berathung 
der Bibliotheksinteressen zu versammeln, und namentlich auch durch 
Abgeordnete aus ihrer Mitte jedes Jahr in Oegenwirt und mit Unter- 
stützung des Bibliothekars und seines Gehilfen eine Revision der Bi- 
bliothek in den ersten vierzehn Tagen des Septembers vornehmen zn 
lassen hat: sie besteht aus fünf Mitgliedern, weldie, falls sie in Lau- 
sanne ansässig sind, den Dienst unentgeltlich verrichten mHasen« BißsB 



Lausanne f Lavanl $u S$.Ändrä, Leipzig. S^ 

ComiDisBioii wiid, wie das Reglement TerAgt, tos) SUatorathe auf zwei 
Jahre ernaniiti und zwar 3 Ifitglieder derselben aus dem grösseren 
Publikum, 2 aus der Beihe der Proressoren der Akademie, letztere in 
der Art, dass allmlhlig alle drei Facnitüten (der Akademie fehlt die 
medicinische) in der Commission vertreten werden. Als Secretair 
ist der Commission mit berathender Stimme der Bibliothekar beigegeben, 
der vom Staatsrath ernannt wird, und, da er zugleich Kassirer der 
Bibliothek ist, eine angemessene Cantion zu leisten hat. Unter dem- 
selben steht ein auf seine Präsentation ernannter Unterhihliothekar, 
sowie ein Pedell, die hauptsSchlich bei dem Ausleihen der Bficher 
beschäftigt sind. So bestimmt hinsichtlich des Personales wenigstens 
das genannte Reglement von 1844; es sind aber diese Bestimmungen 
nur ffir kurze Zeit in's Leben getreten. Gegenwärtig sind die Ver- 
richtungen der Bibliothekscommission dem Erziehungsratbe übertragen, 
und die Stelle des Bibliothekars ist seit Richly's Abgange noch un- 
besetzt, und wird von dem seitherigen Unterbibliothekar Dumont-yer- 
sehen. 

m 

Der erste Katalog der Bibliotb£qoe Acad^miqne ist 1764 erschienen. 

(CbaTannes, A.C., Catalogos libror. Bibliodiecae acad. Lansannens. 1792. ^- 
Snpplem. 1800. — Sapplem. alter. 1812. — Monnard, C, Calalogue de la Bi- 
blioth^qae caotonale. Troisiöme Sopplöm. 1829. (Nebst Catalogo libror. ßiblioth. 
Laosannens. Snppleoi. tert.) •— Qualri^me Supplöm. 1835. — Appendice au 
qoatriime Soppl^m. 1838. Zasammen 7 Bde^ sftmnitlich za Laus, in 8. erschie- 
nen. (Nach d, Reglement von 1844 sollen^ so oft es nöthig ist, Sopplemente, 
aosserdeoi aber jedes Jahr noch Accessionshataloge gedruckt werden.) 

Reglemeot poor la Bibliolhique cantonale. Laos. 1844. 8. 

Cbavaones, Fr., Noiice sur iin MS. du XVI. sidcle, apparten. 4 la Bibliolh^que 
cantonale. Poösies in^dites de Cl, Marot, de Cathör. de M^dicis et de Tb. de 
Bize. Laos. 1^. 8. 

Qer neue ?on Wiener redigirte systemat. Katalog, mit aiphabet. Sachregister 
nnd mit Registern der Autoren u. anonymen Schriften, wird in 5 — 6 einzeln 
Terk&ufiichen Heften im Drucke erscheinen. 

«Bibliothek der Kathedrale ist 1697 durch die J. 0. 
V. Dernbach'sche BüGhersammlung vermehrt worden« 

IieipBi|g« 

«Bibliothek der Buchhandler-Bdrse ist 1841 in Folge 
öffentlicher Aufforderung und auf Anlass der im Jahre zuvor statt- 
gefundenen IV. Sacularfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst ge- 
stiftet worden. — Neben ihr bestehen eine kleine Bibliothek der 
Leipziger Buchhändler, und eine Bibliothek des Börsenvereines, welche 
letztere auf Anregung Dr. 6. Schwelschke's vor einigen Jahren durch An- 
kauf des Nachlasses des BuchhUndiers C. Schmalz in Leipzig (für 
100 Thir.) begründet, und später durch die von P. G. Kummer hinter- 
lassenen bucbhindlerischen Schriften und Papiere vermehrt worden 

P9U,hQldt,n4b.D.B. ^^ 



i$L Mw Ui iw V«riclil«f gemachi, flmmdiete im BiUiMk«k«i 
SU fereiaigctt» wi vk deren Krweiteffung« wojlu dic^ doiUscben Buch* 
hlidler gewU» du Passende ibree Verlagea bereitwillig beislevei 
wOrdem im jibrlicbea EUi des B^nemrereiBes eue bestimmte Sumvie 
•ofsueeUen« 

*BibUotbek der estronomiseben GeselUcbaft i^ 
Mch Ueitt« f>ie Gesellschaft selbst besteht erst seit 1844» 

«Biblioibek der Deutschen Gesellschaft (auErforscbuiig 
faterllndischer Sprache und Alterthamer) besteht seit 1824, und ist 
•eil kurser Zeit im UniversitAtsgebAude aufgestellt. ZuToige tesUmeor 
tariscber Bestimmung des Oberhofgerichtaralbes G. H. F. v« Zehmei 
auf Graoptig erhielt sie vor einigen Jahren dessen Sammlunges voi 
Bachern, Mss., Urkunden, Landkarten und Plflnen, Zeichnungen, Büuei 
und W^pen sum öffeniliohen Gebrauche vermacht. Von diesei 
Sammlungen sollen sich die Druck- und HandscbriAen auf 10,OM 
Binde und die Karten» PUne und Zeichnungen auf o» 12,0Q0 BU^ 
ter belaufen. Aufseher der Bibliothek ist der Professor Dr. H.Th< 
Schletter. 

^Bibliothek der medictnischen Gesellschaft, i^ 
Gebrauche der Mitglieder, soll nicht unbedeutemi sein. Leider ist di^ 
der Gesellschaft von einem Ihrer Milglieder, dem praktischen Arzte 
Dr. J. F. Schnedelbah (f. 1846) vermachte fiüchersammlung kurz vor 
des Testators Tode ein Baub der Flammen geworden* 

^Bibliothek der naturforschenden Gesellschaft, nit 
welcher seit 1S24 die Biblioüiek der Linn^'schen Gesellschaft vereinigt 
worden , ist gegen Ende des XVlll. Jahrhunderts entstanden , und soll 
ebenfalls nicht nicht unbedeutend sein. Sie dient eben auchaurnUD 
Gebrauche der MitgKeder, und steht nebst den flhrigen Gesellscbafls- 
Sammlungen im Paulinum. 

^Bibliothek der polytechnischen Gesellschaft^ zur 
Benutzung der Mitglieder, Ar welche sie, vor einigen Jahren wenig- 
stens, regelmSssig zweimal in der Woche in den VormittagsstoDdei 
offen gehalten wurde. Mit ihr steht ein Joumalzirkel in Yerbindnffil' 
Bibliothekar unid Director des Journakirkels ist der Lehrer an der 
Realschule Br. A. B. Beichenbach. 

^Bibliothek der Lausitzer Prediger • Geseljscbi'^ 
soll nftcht imsDlnglich sein. 

^Bibliothek der königlichen Gesellschaft der Wil- 
son schaften hat sich aus den der Gesellschaft seit ihier BegröA* 
düng 184B eingesendeten Schriften gebildet; 

*Bibliothek des St. Jacob*Hospitalea ist ia neaerer Zeit 
vom Domherrn Dr. Friederici, als Testamentsvoilstreekec des fi9^' 
sehen Nachlasses, dadurch begründet worden, dass derselbe ans der 



m 

BibliiMb^ 4/9S lfrofe$$Qn Kqctr eine San|im|9if m^^^ißfi^ B^eber 
dam HospiUile iwk NttUen der StucUr«iid«n aber],ii3«eji ]^U Sie ^^ 
hielt 1847 Aber 800 Nummen^ i|nd wurde tLüäMJig heoo^ty aacli d«i^ 
heiwilli^^ Beiträge fortdauernd vermekrU 

'Bibliothek der SuNiceUi-Kirche ist 1S96 eDtsUade^i 
nii4| #AthMdt 1S47 Ober 2000 fiävde, die in einem Lokale über de^r 
Sakristei aufgestellt sind. Ihr Gebrauch ist vors^ugsweise fi|r die Pre*, 
dif eir ^Unnat» die sich dea^halb » de« BihKolkekar» de» jedesnMligeii 
Archidiakonusy bei welchem auch das BöcherverzeicbDita zur Einsielrt 
bereit liegt, tu wenden haben. 

^Bibliothek der St. Themas - Kirche tst im ^K {ahr- 
lauerte» nach Ein'^gen bereif 1625, nach Anderen erst 1560 oder 
gar 1579, aus der Bibliothek der Marienkirche au Eicha bei Naunhof 
entstanden; dass aber die beiden letzte^n Jahrzahleii nicht richtig 8.ein 
können » ergiebt sich aus dem Kataloge , . der von d^r Bibliothek aus 
dem J. 1553 noch jetzt vorhanden ist« Von irgend welcher Bedeu- 
tung scheint die Bibliothek anfangs allerdings nicht gewesen zu aein^ 
sondern erst seit 15S0 durch freiwillige BeitrSge einzelner Gemeinde- 
glieder einigen Aufschwung genommen zu haben. Der Superintendent 
N. Selneccer veranstaltete 1579 zu Gunsten der Bibliothek eine Geld- 
samnolung« welchem Beispiele ]62Q der Superintendent P. Lyser folgte« 
Die Bibliothek bat jedoch davon jedenfalls weniger Nutzen gehabt, als 
von den Bischer Vermächtnissen, die ihr 1613 von Dr. G< Wirtbj 1631 
vo» W. Planer und 1642 vmu Professor Df. U, Höpfner auTbell wur- 
den. Sie besass 1846 im Ganzen etwas Ober 8000 Binde »eist 
tbeologfseher Werke, die in einem Lokale Ober der Sakristei aufge- 
stellt waren. Ihr Gebrauch ist vorzugsweise fftr die Prediger be- 
stifliDit, die »eh desshalb an den jedesmaligen Supernlendenteni dem 
die Beaufsichtigung der Bibliothek ansteht, und hei dem audi 4mi 
Büebervercekhntss znr Einsicht bereit liegt, zu wenden heben. 

IHfptag, H., Arcana Bibliotheeae Tboaan. Lipatena* Sacra Aalacta. Lipa. 
1703. 8. ihgedr* ja ScbmidU de 0ibU«thecia acoesaio i^ltara colUcU HadflrUA. 
adione^t p. 993— 348. 

^Bibliothek der öffentlichen Handels - Lehraistalt 
wird jakflic)) dnreb die neuesten und wkliligsten Braeheinungen im 
(Mblet« der Bealwinenacliaften lermehrt, 

*8chillerbibHethek ist, in Folge der in Mira 1843 er« 
laMCoen dfltentlichen Auffferdening, im Sommer des nämlichen Jahres 
ytm dem Leipciger Sehillertereine begrOndet worden, und soU dereinst, 
weM thunlidi, in das nriie gelegene GoMis ibergesiedelt und im 
dortigen SoiiiHerhause aafgestelH werden. Der Verein hat die Ab- 
sicht, in dieser Bibliothek in chronologiseher Reihenfbige Allee a« 
vercInigCB, waa jemals in Zeitsehriften nid BOehen» von dem Diebler 

15* 



228 LHpHg. 

selbst oder tut Kritik über ihn mitgetbeilt worden ist, alle einzelne 
und Gesammtsusgaben seiner Werke, ihre NachdrQcke nicht ausge- 
nommen, sowie die Uebersetzangen in fremde Sprachen. Man hoilt 
dadurch der Nachwelt die volistftndigste Sammlung aller litterarischen 
Urkadden tu überliefern, die jemals fdr die Beurtheilung Schiller's 
und zur Kenntniss seines Lebens, seiner Yerhdltnisse und Wirksamkeit 
ton Bedeutung sein können. 

BAeher* Verzeichnis! d. Schiller * Bibliothek ca Leipzig. Angelegt im Som- 
nur 18A8. Leipz. 1848. 4. 

^Bibliothek der Bürger* und Baal •Schule enthalt ge- 
gen 2000 Werke. 

Katalog d. Bibliothek d. BArger- o. Beaischnle zu Leipzig. 1844. B. 
«Bibliothek der StNicolai-Schule ist l'TSO (oder 1781) 
von Dr. Wiokler, mit Zuhilfenahme der wenigen bereits bei der Schule 
vorhandenen Bucher, begründet worden. Sie blieb lange Zeit sehr 
unbedeutend, und zählte, obwohl ihr seit 1820 der dritte TheU der 
Lehreraccidenzien zu Anschaffungen zugewiesen worden war, doch 
1829 noch nicht 300 Bände. Erst in Folge der Bemühung und Ver- 
wendung des Superintendenten Dr. Grossmann kamen ihr mehrere be- 
trächtliche Bereicherungen zu, so [dass die Bändezahl 1836 schon 
über 1500 betrug, wozu, ausser Anderen, 1851 eine Privatbibliothek 
durch Schenkung hinzugekommen ist. Die Benutzung der Bibliothek 
ist ausschliesslich für die Lehrer und Schüler der Anstalt bestimmt. 

Nobbe, C. Fr. A., Specimen reliquiar. Reiskian., in Scholae Nicolaitan. 
Bibliotheca asserfatar., Adnotat. in Constantini Porphyrogeo. Inperat. Con- 
stantinop. opus de Caerimoniis aolae. BjzanU complect. Ups. 1829. 8. 

^Bibliothek der SU Thomas-Schule ist um 1609 (nach 
einigen Angaben bereits um die Mitte des XVI. Jahrhunderts) errichtet 
worden, und enthält über 3000 Bände, deren Benutzung ausschliess- 
lich den Lehrern und Schülern der Anstalt frei stehL 

'''Bibliothek der ökonomischen Societät ist 1764 be- 
gründet worden. Sie steht den Socieläts- Mitgliedern, sowie jedem 
Wissbegierigen zur Ansicht und zum Gebrauche jederzeit frei. 

Systemat. Verzeichniss d. Biichersanimlnng d. Leipzig* Ökonom, Societit. 
Dresd. 1822. 8. 

Stadtbibliothek, früher Rathsbibliothek genannt, ist 1677 
entstanden : der Rechtsgelehrle Hulderich Gross vermachte dazu dem 
Bathe sein Vermögen unter der Bedingung, dass derselbe seine ans 
ungefähr 2000 Bänden bestehende BQchersammlung zum aDgemeinen 
Besten aufstelle, erhalte und vermehre. Der Rath vereinigte damit 
die schon aus früherer Zeit in seinem Besitze befindlichen Bücher 
(worunter sich auch diejenigen befanden, welche der als Bischof von 
Naumburg 1466 verstorbene Dietrich v. Burgsdorf zum Gebrauche aufs 
Rathhatts vermacht hatte), und eröffnete die Bibliothek 1683 zum 



L$ipgig. 229 

allgeHMineD Gebrauche. Zahlreiche VermehniDgeD liessen die Biblio* 
thek anfangs sehr schneli au einem betrftchtlicben Umfange anwachsen, 
so dass ihre BSndeiahl 1711 bereits 14,000 und einige Jahre später 
(1733) gar 30,000 betrug, wogegen die Zunahme in der darauf fol- 
genden Zeit etwas weniger rasch von Statten ging, und der Gesammt- 
bestand, kurz vor dem Anfalle der Pölita'schen Bibliothek 1839, sich 
nur auf etwa 40,000 Bände und 2000 (nach of6zieller Bechnung 
nur 1500) Mss. belief. Zu den hauptsächlicheren Erwerbungen der 
Bibliothek gehören in früheren Jahren (bis zum Schlüsse des XVIII. 
Jahrhunderts) die Badiersammlungen des Dr. S. Schröer, des Stadt- 
gerichtsactuars J. SchefTer und des Syndicus A. G. BOschen in Leipzig, 
des Auctionators G. Ch« Kreyssig in Dresden , femer in neuerer Zeit 
die Sammlungen der Leipziger deutschObenden poetischen Gesellschaft 
(1827?), «owie des Buchhändlers C. W. A. Schubert (1937) und des 
überliofgerichtsrathes H.^BlQmner (1839) tu Leipzig. Ausserdem ka- 
men noch in den Besitz der Bibliothek die Handschriften des Altdorfer 
Professors J. Ch. Wagenseil (f 1706), nächstdem 1777 die J.W. 
Neuhans'sche Btbliotheca Horatiana und 1782 die vomBathe fQr 579 
Thir. erkaufte Bibliotheca Ciceroniana des bekannten Leipziger Pro- 
fessors J. A. fimesti. Die .vors&glichste Yermehrnng wurde aber der 
Bibliothek 1938 aus . dem Nachlasse 'des Geheimrathes Professor G. 
H. L. Pölitz zu Theil, der — nach Beseitigung seines fiüheren 1836 
errichteten Testamentes, worin die Universitätsbibliothek zur Erbin 
seiner ebenso zahlreichen als werthvollen (c. 25»000 Bände surken) 
Bfichersammlung eingesetzt gewesen war — diese Sammlung in einem 
späteren Testamente von 1837 dar Stadtbibliothek vermacht hatte, 
unter . der Bedingung, dass sie nicht nur unter dem Namen der 
PSlüHiehen BibUoihek stets gesondert von den Bikchern der Stadi- 
bibliothek in einem passenden Lokale aufbewahrt, sondern auch unter 
die AufsidU eines besonderen Bibliothekars gestellt wurde, der von 
den lebenslänglich angestellten Stadträthen nach Slinmenmehrheit aus 
dem Kreise der ausserordentlichen Professoren und Privatdocenten der 
philosophischen Fa^cultät, welche sich in ihren Vorlesungen und 
Sehriflen znnädist mit der Staatswissenschafl und Gesehichte he- 
scbäiligen, oder in deren Ermangelung aus der Beihe der Juristen zu 
wählen wäre. Hierzu hatte der Verstorbene sowohl hinsichtlich der 
Katalogisirung seiner Bibliothek als des Druckes des Kataloges in 350 
Exemplaren zum Gebrauche der Leser die genauesten Bestimmungen 
getroffen, und angeordnet, dass dem jedesmaligen Bibliothekar seiner 
Sammlung die Zinsen von 3800 Thlr., dem Aufwärter die von 1000 
Thlr., sowie Demjenigen, welcher vom Magistrate mit diesen und an- 
deren im TestamcBte angeordneten Auszahlungen beauftragt wäre, die 
Zinsen von 600 TUr« gewährt i (überdies auch 260 für Fertigung de^ 



f[aft«l«gftf, MO (Qr <4eiMn l^niok tmd Ettibind, 50 fBt ^en Trmpoft 
der Mliotlvek, lOO dem Bilylfdlhekare und dessen Gehilfe« Dir iAire 
•emAhtiagefe bei der AufslellMg Aer BOeher^, 200 fikr Unbinden uwl 
CrgfliitaRg t\ehleiider Binde und 800 Thlr. fintscbldigwig einem Li- 
eenviaten gegeben wQrden. Gans nene CAcber sollten nacb des Te- 
ststors Bestimmnftg, mit Ausnahme der nftlhigen Fortsetzungen, nicht 
gekauft werden, und seine Bibliothek ein mit seinem Tode in sich 
ubgeschlossenes Ganzes bleibe». Durch 4ie Vereia!ig«ng der Pötitz'- 
•scben Sammlung mit 4er Stadibibliothek wudn (die BandeaM der 
l<^trteren plötoftioh um ein sehr Betriehtüebes, und ea darf daher nickt 
Wunder nefcm^, dass, sumal audi in P«lge anderer Vtonelmiiigen, 
der «esMorsilbestand gegenwärtig bis auf t, 90>000 Siii4e (die Mss. 
nidbt mitgereebnet) angewachsen Ist. Die flcher der altklassisckeD 
nfnd #er bistoriadien Liltenltur sind danister am tUrlaten und besten 
^«•flürtret^n. ^it 1740^ beindet steh die Bibliethek in einem fprossen 
und »ehr {erautnigte Sadle «m ersten Stocke 4es Gewandhauses auf- 
gestellt. Bie kufkeeHung ist wvssenachafUieli, die der POliU'sdieft 
iiUiotbek, moh Anleitung des gedruekieii Kiutogesi folgeuJe: 4ie 
-Bebriften ten Pdlim; BDcyklai)|>adiu und Methodologie der Wissen- 
Mballen^ philoeofriiiaehe Wissenschaften^ Teutsche Spriehe und Litte- 
rktnr; Cesehirbce, Geegrapbia und SliAistik ; •StnatsWisaensdlMJlen; 
mieologie; Anhang (Junsphideliz, Mathemitik, Matarlehre, fVaUtrgs- 
uobiehte, Medidn mmA Ueüipienen entbattend). Von KaUlogun beshat 
(die Bibliothuli einen üeal - uhd einefn Nominalkalalog. Was die Be- 
«UttUng der Büdiothefc anlangt, hinsMillich deren zu b eas urb en ist, 
dMs die Stadt- und die Küte'sobe Bibliethek zu gans gleidier Eeit 
iram Gebrauche zugänglich sind) «e wird das Lokal au <Nesem Zwtlski, 
-mit Auenahme 4ler Oster- und WeihnachtBW(>Ghe, der Sonnabende trer 
^aiffrn UMd Pfingsten, sowie der Mfttwecb naeb dem leteterun iPestie, re- 
gelmassig Montags, Mütwocha und Sonnabends d'^4iJhp gß^tto€L Dss 
f^bt, Boeber mm der Bib1ioi!h«t za entleihen, stellt im AMgetuemia 
jedem Gebildeten zu, der durob teiue •SleMung «nd seine Verbtttnisse 
BberbaupC der BiUiolbek Siolierheit »bieten kaain , insbesundere abiBr 
^Igenden Fersorieu: den Lei^^er Cf«R -, Milituir- Imd madtisdibn Be- 
samten, den i'tiofesseiren und {habilitirten Beoenten der Univeffitli, den 
^Predigern, ^n BIreetoren und laebrem an beiden 4:fmnasten und den 
Mrigun atNthöhen Lefaran^aiieii , den Adrokaten und praktisdMii 
Aerzieu, ecilvie jedem gebildeten Börgar und fiitowohner, der durch 
ueine Bteilung oder souetigen VMiaUoisse Gahtniie bietet» md als 
Solcher dem Bibliothekar binlSttglicii bekannt ist, oder als ieinen uolehen 
genftgend isiob auswetst. Andere Personen und nur auf leit siob hi 
Leipaig eiifholtende fremde GelehrDe Mnnen, wfem inidbl Vevhailnisse 
^ä%» abaillA*ig tnucben» nur gqgeB Canrtiett eines cautionaMiBeii k 



lay«^. m 



Leipzig wohttbftfteii Manuell Bicber fjdiehtt «riuUen» SeUene loku- 
nabeln, Pracht- und Kupferwerke , Nachschlagewerke und zur bil)lid- 
ihekarischen Praxis unumgänglich nöthige Werke, $owie deutsche auf 
Leihbibliotheken leicht zu erlangende Klassiker uqd blose Unterhal- 
tangsschririen werden in der Regel nicht ausgeliehen > deutsclie Klas- 
siker ausnabmsfweise nur danh, wepn sie zu einem bestimiht nachge- 
wiesenen wissenschaftlichea und litCerarischen Zwecke verlangt werden. 
Ebenso bleiben die Bandschriflen von dem Ausleihen in der Rege) 
ausgeschlossen, und Ausnahmen dürfen nul* in ganc besonderen Fälle», 
auf scbrifllich an den Stadtrath zu richtende <jesuche, statthaben« Oeber- 
haupt können nach dem Regulative auf die Vorlegung von Handschrif- 
ten zur Einsicht und Benutzung im Bibliothekalokale nur solche I^er» 
aonen Anspruch matben, die den Bibliolfcekar entweder ptoiönlich 
bekannt sind, oder ihm durch Leipziger bekannte Personen vorgestellt 
werden, oder, wenn es Fremde sind/ sich durch besondere schrittliche 
Empfehlungen von dem Bibliothekar ausreichend bekannten MAn^iern 
tber ihren Stand tnd ihre Verhütfeisse, sowie in Ansehung der Iden- 
tität ihrer Person aUf gehGHge glanbwQtdrge Weise ansgewiesen 
liaben. Bas. Bibliothekspersenal, an dessen Spitze zur Führung der 
OJberaufsiebt «in Heputirter des Stadtraihes - (Stadtrath Dr, Vollsack) 
gestellt ist, besteht aus einem Bibliothekar (Gymnastallehrer Dr. E. W. 
R. Naumann:), einem Secretair oder Observator (Privatdocent Dr. H. 
B« Ch« Brandes) und einem Castellan, sowie für die Pölitz'sche Biblio- 
thek, die übrigens der Oberaufsicht nach dem jedesmaligen Vorstände 
Wkd BtbhoHiekate der Stadtbibliolhek untergeordnet ist, ads einem Bi- 
bliofhdkar (Professor Bf. i. L. F. Flathe) und einem Aufwärter. -^ 
In BetreCT der bei der Bibliothek zur Zeit noch vorhandenen auf 1000 
Thlr. gesdifttzten Münzsammlung hat man die Absicht, dieselbe zu 
verkaufen, und den Erlds, wenn nicht ganz, doch zum grösseren 

Tfaeüe zu Gunsten der Bibliothek zu verwenden. 

Weitz, A., kofrUe Nachricht ron £. Hoch-Edl. u. Hocbw. Ralhs zu Leipii« 
JUbHethec «. denen dwellnst beOndt. vorbehmsteD CoriosiUkleii. 0. J. 8. Hier- 
von ezisUren drei Ausgaben, wovon die eine bei Christian Zonkel, die andere 
bei Cbristoph 2onkel, die driUe bei Langenbeim in Leipzig gedruckt ist. 

Pritii, J.G., Pübmaticnm in Bibliotbecam Senatas Lipsiens. Lips. 1686. 4. (?) 

Kenner, Fr. Tb., DlMerlM. bistör. de Momiis Aegyptiac. et almat de eglreg. 
Xiffiieosi i« Biblietheea inatrecliss. Magnif. Seaatas, quam Bradilor. placid» 
J)isqnisitioDi publ. examioandam propon. Lips. 1694. 4. Mit. ein. K. Abgedr. 
in Bräckmann. Epistolar. itiner«r. Cent. III. p. 135—43. m. K, 

Goetzivs, G.Cfar., Bibhotbecatn magnif. amplis8.qae Senat. Lipsiens. ex de- 
ereto eiTs beinah menti iam dedieand. atq. «perlend, fore indkit. Lips% 1711. 4v 

GaUilog. varaor« Biseleriim, (Lips. 17ia.) fol. Ein neuer Abdruck desselben 
ist: Calalog. rarior. tibror. et nstor. magico - cabalislico - chymicor. Herrenst. 
1732. (Betr. die Schröer'sche Bibliothek.) 

Babrdt, C. f., Observatt* crit. circa ieciion. C6dd. mstor. Hebraicor. Lips. 
1770. 8. 



CaUlogtti BibliotlMcae NavhotiaBM. Lipt. 1777. 8. p.SSsqq. 

Loni«, J. 6., Monimaiilor. typognphicor. Decat. Lipa. 1790. 8. — Eorao- 
dem Tridacas. Ibid. 1801. 8. 

Naumann, Ae. G. B. , Prodromus et Specimen Catalogi libror. nslor. 
qni in Bibliotheca Senator. Civiutis Lipaiena. aaaerfantnr. Grim. 1837. 4. 

Cjaad. Catologoa libror. mator. qai in Bibliotbeca Senator. Cititatia Lipaiena. 
aaaerrantar.'Codd. 00. lingoar. deacripa. H. 0. Fleischer et Fr. Delitzsch. Ace. 
Tabb. lithogr. Grim. 1838. (Finit. 1840.) 4. — Der Ankändigung des Verlegers 
zufolge sollte dieser Katalog aoch in einzelnen Abtheil, besonders äosgegebeo, 
n. der Ton Fleischer bearbeit. Tbeil mit eigner Vorrede, Znallzen o. Tollstia- 
diger^n Registern Termehrt werden. 

(Wagner, K. Th.) Katalog d. PoeliUischen Bibliothek. Leipz. 1839. 8. — 
iJieraua ist die sjstemat. Ueber sieht abgedr. im Serap. 1849. Nr. 15. 

Frotscher, C. H., Codicis Lipsiens. discrepantes Scriptarae in Ciceronis 
Orat. pro B. DeioUro. Part. I— II. Annab. 18I0--41. 8. Scbntprogriniine. 

Ejoad. Codicis Lipsieos. diacrepantea Scriptnrae in Ciceronis OraU pro Q. 
Ligario. Part. I. Annab. 1842. 8. Scbulprogramm. 

(Naumann, E. W. K.) Katalog d. Doubletten d. Stadtbibliothek zu Leipzig, 
welche nebst ein. Anhange roh. B&cher am 18. Mai 18^2 öff. versteig, werden. 
Leipz. 1842. 8. 

Regulativ, a. Serap. 1849. Nr. 1. (Ist auch beaondera gedr.) 

Portrait von Chr. F. Geliert mit Facsimile. Nach d. berdhmL Originalge- 
ffl&lde GrafiTs, welches sich in d. Leipz. Stadtbibl. befindet^ lilh. von Plockhorst, 
gedr. b. Ranfstangl. Leipz. 1850* 

Die Bibliothek der deutachflbenden poetisehetf Ceaellecbaft in Leip- 
zig betr.: 

Verzeichniss aller deutsch. poeL Schrifflen, welche die unter J. B« Henckea 
in Leipzig florir. Deutsch - abend, poetisch. Gesellschaft 1719 — 23 zu gemeio- 
schaftl. Nutzen gesamml. hat, ans Licht gestellt durch die Hitglieder ders. 
Leipz. 1724. 8. 

Nachricht von d. deutsch. Geaellschaft zu Leipzig bis 1781 forlgesetzt, nebat 
einem Anhang n. Verzeichniss ihres Bücbervorrathesi heraoag. fon dem Senior 
ders. Leipz. 1731. 8. 

Bibliothek der Sternwarte (im Lokale der Sternwarte) 
ist 1789 durch Verni9chtniss der Büchersammlung des Landkammer 
rathes C. Fr. Kregel v. Sterabach gestiftet« und 1790 durch die des 
Dr. Trier, sowie 1803 durch eine Anzahl von 365 Werken Ton dem 
sachsischen Gesandten in London Graf EI. N. v.Brfihl vermehrt worden. 
Sie enthalt gegenwartig 2111 Nummern, wovon ein nicht geringer 
Theil mehrere Binde umfasst. Handschriften sind in der Bibliothek 
nicht zu finden, wohl aber noch eine Sammlung astronomischer und 
auch mehrerer geographischer Karten. Die Bficher; zu deren Anschaf- 
fung keine gewisse Summe festgesetzt ist, werden, nach ihrem For 
mate geschieden, in der Ordnung, in der sie zur Bibliothek kommen, 
in den Katalog eingetragen und aufgestellt. Die Benutzung der Bi- 
bliothek ist jederzeit und Jedermann gestattet, und man hat sich dess* 
halb an den Director der Sternwarte Professor Dr. A. F. Mdbius zu 
wenden. Die Zahl der jahrlich ausgeliehenen BQcher beschrankt sich 
im Durchschnitte auf 30 Bande. 



*ÜDiT6rsitfttsbib)iothek ist 1543 enlsUftden: ihreGmod- 
lage bilden die tob den vertriebeDes DomioikanerrodBeheii hinter 
lassenen 600 Bücher, welche Cupar Börner in den Zellen des ver* 
ödeten Klostiers anfsammeln liess. Hienu kamen noch im nAmlichen 
Jahre und im Laufe der beiden folgenden die Bibliotheken der auf- 
gehobenen Klöster der regulirten Augustiner Chorherren zu St. Thomas 
und der Franziskaner zu Leipzig, der Cisterzienser zu Altielle bei 
Nosseo und zu Buch bei Leisnig, der Benedictiner zu Ghemniu und 
zu Pegan, der Dominikaner zu Pirna, der Franziskaner zu Salza, so^ 
wie der regulirten Augustiner Chorherren auf dem Petersberge (Lau^ 
terberge) bei Halle — wodurch die Sammlung bis zn 4000 Bänden 
anwuchs« Bei weitem grösser und bedeutender war der Zuwachs der 
Bibliothek in der späteren Zeit: 1547 erhielt sie die Sammlung des 
schon genannten Professors C. Börner — I5S4 vermachte ihr der 
Professor M. Steinmetz v. Gershach seinen gesammten Böchervorrath — 
1661 kam sie durch Kauf in den Besitz d<;r Bflchersammlöng des 
Superintendenten Professor Dr, J, Hölsemann (fOr 1650 Fl.), sowie 
1566 der Handschriften des Professors Dr. D. Henrici (Heinrici) zu 
Leipzig — 1680 wurden ihr die Bibliotheken des grossen und kleir 
nen Fürstencollegs und des Rothen Gollegs oder .der philosophischen 
FacnlUt einverleibt — später legirte ihr Dr. J. Born (f 1709) 500 
Thlr. — 1716 empfing sie durch Vermäebtniss des Professors J. H. 
V. Bobbart zu Altstattin dessen sämmtliche Manuscripte — ferner eine 
Büfihersammlung von Dr. S* Scbröer und eine Anzahl von Schriften 
aus dem Nachlasse des Professors J. B, Carpzov (f 1699) — des- 
gleichen 1726 vom Professor L. Menken — 1734 fQr 1000 Thlr. 
Bftcber aus d^r Dr. M. H. Griebner'schen Bibliothek -^ 1746 för 100 
Thlr. aus der A. Fr. Walther'scfaen — 1747 die Bergbihliothek des 
Oberberghauptmanns K. Ch. v. Tettatt zu Freiberg — ferner noch die 
Olearius'aehe Streitschriftensammlung und die Bibliothek des Grafen E. 
v^ Manteufel *— 1750 einige wichtige Mss« vom Professor Fr. Mentz -^ 
1760 ein Vermächtnis von G. W. Gärtner — 1762 die Bibliothek des 
Professors G. L. Menken zu Helmstädt — den aus 4700 Briefen in 
22 Foiiobänden bestehenden Briefwechsel des Professors J. Ch. Gott- 
sched (t 1766) aus den J. 1722—56 — 1770 die 6513 Bücher 
historischen Inhalts umfassende Sammlung des Hofraths Professor 
J. G. Böhme — einen Theil der Bibliothek des Herzoges Johann Adolph 
V. Sachsen - Weissenfeis — 1774 vom Hofmedicus S. Kretschmar ein 
Naturalien* und MQnzkabinet nebst verschiedenen dazu gehörigen Bü*. 
ehern und 200 Thlr. Capital •— ein Vermächtniss von 100 Thlr. vom 
Consistorial- Protonolar Reinhardt (f 178S) — 1789 ein anderes 
dergletchen von 1000 Thlr. vom Landkammerrathe C. Fr. Kregel v. 
Stembach -*- 1700 eine volbtindige Sammlung der SchriAen des 



loMlm Gammrii*, «Is GekclMiik dte IV^IatMin A% W. firM»ti — 
1791 di6 MehemnmlBDg dis Profsssers ^* L» fi. Pfittmaon «— (im 
nftmliciwn Jabre ein Vermicbttiitt des §r, C^ G« Rössig *^ 1913 aus 
dem NaehlMw des ProffMiors ür. J. K. Gehler, anseer eineii Naturalien* 
kabinet, eine aosgezeicbnete mediöiniscbe 24,0M Nnde starke £lIche^ 
fNMmlung, SU deren Venuehrung eio Theil der Ziaeen eines yon 
€ehler's iruder gestifteten €eldlegates bestimmt ist — 1S17 erhielt 
eie durch Kauf die im jpMologischen Paehe sehr ToraOgliche Bibüe* 
fkek des Professers G. 8. Sekftfer ~ doroh Schenkung vom i. 1838 
«inen Antbeit an dem Legate des Professors Dr. W. Tr. Krug — 1881 
fiie Bibliothek des ftechtscmKulenten K. A. Henntcke ^^ 1635 die Bi* 
Miothek des anIgidHibenen Leipsiger ScbdppenstnMes ''^— im aämläoben 
dabre die in den Pichem der klassiscbeii Litteratur, ArcbSologie» Thea- 
legte ind Gesebiehte bedeutende fiüdiersammhittg des Professors Dr. 
€b. D. Befok, wofOr UfiM TMr. besahlt wurden — 1837 die Biblio- 
theken des f reiherm v. Fritscb zu Seertiamsen bei Osebata und des 
Barons v« Cckenaaon «— 1840 eibe AnioM von 260i Binden Bmck- 
«md il Handschriften ) welche vom sllchsischen GirltnsministeHum aus 
-der 3947 Bftnde statten Bibliothek tdes P^of^ssors Dr, K F. K. tosen^ 
«nilUer nngekatft wurden «— 1*848 eine kleine Müna- und MndaiMen- 
«ammkmg vomProfe^or Dr, P. Oh. A. Hasse <-— ausserdem in neverer 
•Beit eine Anzälhi wichtige^, besonders orieataiisuher Iss^ (ilaniaier 
«inen Scbatz «raler* Grdsse, den C«dex Priderico^Aligiistanufe aus den 
dV^ JabrhuhderSe), vv^elelie der Professlir Dr. C« Tiscfaendorf von seinen 
üeieen mitgebracht hat« Auf diese Weise und dnroh AnechnAinfeB 
ans den von den Ständen bev^iUfgten Fonds uttd mideren Hinein ist 
«der Gesarnrnfbestand der BibIMhek >gegenMirtig J»U «nf o. IM^OM 
Binde, darunter mehr als 2000 Intmnnbeltt ^ und /SSM Mss^ ange- 
wachsen, deren zweckmassige Vortbebrnng eine eigene Bibliotfaeka- 
oommission zu Oberwachen^ hat. Bie Somne der ra dieser VnrsMb- 
ruDg jährlich auf VeifKgung stehenden Gielder, wekhe Hhnfüs aus 
istlndi8(^n Bewilligungen, theils sVs Capitalnnsen (ans dem Gehler'- 
•0chen Legate allein 102 Thir.)» "Hieils endlich ans üinnafam^n von 
Promolronen, Inseriptionen «nd BQeheraueiionen der Bibliothek aa- 
fliessen , soll sich auf etwa 5000 Thir. belaufen. Jkii Lek^ der Bi* 
lrfiothek> die 18t5 aus dem Paulinum in das Angnsteum #bertrageii 
«worden^ und dort in drei Siten <im erslen: die Ploher der iLitt^ratur- 
gescbiehle, der klassischen Litteratur, der Archäologie, die ilaidsehnf- 
ten und alten Braeke; im zweiten: die Fächer der Theologie^ Rmfaen- 
geschichte, Jurisprudenz, Medicin, NaturwisseMscbaften und der pbi- 
losophisehen Disciplinen; im dritten: die Fächer der allgemeinen Ge- 
schi^nie, der bbtotisehen fiiKswieseDschafton^ der «urofdüsclMn Staaten- 
{esobiehte^ der GesobieMe der ttbefMMKhen i^SuAer» die JewnnllifM- 



irc4»M». aas 

rtitttn eaie iAodkarlMi'- Uni da« MQnzsfiiinfaog) M^cil^lU %f m t M i 
w«r, tFtfiiulet lidi seit 1846 wieder in dem te diesem BehulW •erwei- 
terten Pfeuiiiw». Ear AenutisMif der Biblieüiek ist, mit AttsMäne 
der Zeit von Ostern to Mbilate «od wahrend der drei Wochen 4ler 
Mfcliaelieniesse» das Lekal jedereetl und regelmlssig Montags, Dienstags, 
Domnerstogs «nd Freitngs 2-^4 und llittwociis und Sonnabends . 141 — 142 
Uhr gediniet» WIhKod dieser Zeit stehl jedem GebiMelen der im- 
tritt süm Leset immer frei, wogegen das Recbt« tflcber eus det* iiMlo- 
thek tu entleihen. Mos Mgfenden Pereoiien Mtgeslanden ist: den Pro- 
feseerMi «ad haibüitirlen Deeenten der Universitit, die selbst während 
der Ferien auf besonderes Verlangen Bücher erhalten könne», Cennr 
den Sindiren&en (jeddiSi -nur gegen spezielle fimpfeblung «incs Pro- 
fessors «der ttnter sonst sicherer Verbargung) , den Mitgliedem der 
kdnigliclien und^ anderen öffentiicbett Betiördea in Leipeig , sowie den 
bei solehen lAngestellleo, ingltii^hen dm zu Leipzig angestelllen Geisl- 
licbett und Lefai^n der höheren Lehnmetalten, esdiioh allen anderen 
Leipziger Gelehrten, deren iitterarische Tbfttigkeit diaen Anspmdh auf 
Dntentatziing ihrer wissensebafUichen BeMrebungen giebt» Ob den 
letzt^eiKittttteii nnd anderen Personen nur neob geleisteter Sicherheit 
"BiMier in ihre Wohnungen verabfolgt werden mögen, hat der'Oberbiblio- 
tbekar unter seiner Veraotworüichkeit zu bestimmen« Ausserhalb 
Leipzig soJfl, da die Bibliothek, als unenlbehrliches litlererischea Hilfs- 
mittel far Ah Ueifen»iilt, zunaebet fKr die Hefördening der wiss€in- 
schafllichen Bestrebungen dcfr Lehrer and Sludirenden und die Leip- 
sj|fer litterarisehen Anatalten beelimmt ist, in der Begel kein Bucb 
«ttd noT', w^enn neeli dem finneeeen des Ob«rbibliol1ieknrs besondene 
Uttsttnde eintreten, und die vollkommenste SkiheHielt gewShrt wird, 
auf kurze Zeit verliehen werden. Wörterbücher, Glossarien, gewöbn- 
liebe !Nachs«blage- und Handbücbor, kostbare Kupferwerke, welche zur 
Zierde der Bibliothek gehören, und selbst die kleinste Vertetzung 
nicht ¥ertrsigen , Inknwabefn und Bandediriften b^eib^ ftfr gewöhnlich 
'von dem Ausleihen ausgeschlossen, und werden nur unter ganz be- 
sonderen tJmstftnden und vorzugsweise akademischen Lehrern in ihne 
MieiUMnig ferabfolgt» Ahademisehe Lehrer können jdie ^eMehenen 
Bflther in det ftegeÜ bis B tt^nele ianfg, andere Entleiher höebstevs 
4 Wochen behalten. Behufs der allgemeinen Revision müssen in der 
letzten Woche vor dem Beginne der gesetzlichen lielbjährigen Ferien, 
wShreMl wdöbet Zek man übnigene kleine Büoher auszugeben pflegt, 
alle ausgeliehenen zur Bibliothek zurückgeliefert werden. Auch die 
likaäemiscben Lcfbrer sind dieser Verpflichtung nicht überhoben, wie- 
wohl sie diejenigen Werke, weldie sie nothwendig brauchen, nach 
Verlnf ironSd Stunden wieder erfaaUen kdnnen. Die Bibliothek steht 
unter der unmittelbaren Aufsicht des Gultusministerioms , und hat 



236 LdpMig. 

folgendes Verwaltungipenenal: eiaen Ephorns, Professor Dr. G. 
Hartensteiii ; einen Oberbibliothekar , Hofrath Dr. E. G. Gersdorf; 
meinen Bibliothekar, Dr. D. J. H. Goldhom; awei Castoden, Dr. Tb. A» 
Möbins und Dr. J. V. Carus > tod denen der zweite speziell mit der 
Aufsicht fiber die Gebler'sche Bibliothek beauftragt ist; einen Assi- 
stenten, Dr. A. W, Winkelmann ; einen Amanuensis oad einen Auf* 
wirter. Zur Auswahl und Anschaffung der zur Vermehrung der Bi- 
bliothek dienenden BQcher besteht seit 1833 eine eigene Bficher- 
commission, die aus 6 ans den Tier Pacoltiten gewühlten Profes- 
soren — wovon einer den Versitz fQhrt •— und dem Oberbibliothekare 
xQsammengeselzt ist* ^ 

Noch ist zu erwShnen, dass 1805 der Hofrath und Archivar Dr. 
G; R. Gräfe seine Bfirhersammlong der Leipziger Juristenfacultftt ve^ 
macht hat, und die Zinsen von dem 1838 vom Privatdocenten Dr. E. 
F. Piatner legirten Capitale von 1600 Thir. zur Errichtung und Ve^ 
vollstAndigung einer Handbibliothek bei dem naturhistorischen Mas^Din 
der Universität verwendet werden. 

Bornen, G., CsUlogos Codd. MSS. BiMiothecm Psnliaae. Ups. 1608. 12. 

Felleri, L. J., Oratio de BibUolbeca Academ. Liptiens. Pavlioa, csi doplei 
sobjonctus est Catalogns, Alter MSStor. Membran., Aller MSStor. Chartac, in 
eadem Bibliotheca extanlium. Lips. 1676. 4. Programm. 

Ejosd. Emporinm bonae et perennatnrae in terris memoriae cnjnscnnq. grad. 
ac ttaUia literat. ae Hierar. faoiorilNi» etc. intimat Apollo Lipsieoa. 1678. iol 
.(Elesie, UU o. deattch, alt Aarfordernni znr Bereieherang d. ßiblioth.) 

Molleri, h J., Oratio de Bibliotheca Paulina. Lips. a. 1683 babila. Abgedr. 
in Dissertatt. Mollerian. p.753 — 60. 

Felleri, L. J. , Catalogns Codd. MSSGtor. Bibiiotbecae Panlin. in Aradem. 
Lips. concinnatas. PraemittHur Oratio panegyr. pereBsi Meiaoriae Viri de Academ. 
immortaliter meriti D. Casp. BornerL Ups. 1686. 12. S. MoDtfvacoo Biblio- 
theca Bibliothecar. MSStor. no?a. Tom. I. p. 594—99. 

Börneri, Cb. F., Prociamat. de Bibliolbeca Academ. Lipsiens. Paulioa 
Rectoris jasso et anctorit. et ex Patmm decreto stodiosae jnventuti* censecraodi 
etc. 1711. fol. (Anschlag.) 

Welch, Nayerische Synagoge (in d. Bibliothek befindlich). Leipz. 1715* S* 

Catalogns scriptor. polemicor. de controversiis theolog. in GaUia int^f 
Doctores Romano - catbolicae et reformätae ecciesiae longe celeberrimos agilatis* 
Lips. 1716. 8. 

. Catalogns carior. MSStor. (Lips. 17 IS.) fol. Ein neoer- Abdruck dessel- 
ben ist: Catalo^ rarior. libror. et msstor.magico-cabelistico-cbymicor. Herrtnst. 
1732. (Betr. die Schröer'sche Biblioth.) 

Felleri; J., et Joecberi, Chr. G., Orationes de Bibliotheca Academ. Lipsieos. 
Panlinä. Lips. 1744. 4. 

Gottsched, J. Chr., de rariortb. nonnollis Bibiiotbecae Paolioae Codd. Upi* 
1746. 4. 

Ejusd. Progr. de Cod. MS. Rennen in Bibliotheca Panlina. Lips. 1746. *> 

Dessen Progr. ?on altdeutsch, poet. Ueberresten, welche der Kardinal A. M. 
Quirini der Bibliothek geschenkt bat. Leipz. 1746. 4. 

Boettiger, C. A. , in fitbliothecam Academ, Lips, cnins costodes eo tempore. 



Ui^Mig. 2S7 

eräat i. J. Seh«alM,' mbront Mntk, et A. E. Klftoiiiig. Lips. 1778. fol. (Gedicht) 
Abgedr. in Opnsc. et Carm. Uiin« ed. Sillig. p.469. 

Klotz y R., Über Aphthonii Lips. coUat. com ed. Walz. (Abdruck tos d. 
Neaen Jahrb. f. Pbilol. u. Padagog.) 1832. 8. 

BeouUeDg der Bibliothek. (Zweiter Abachnitt aus d. BibliolbelL*Ordnmig 
f. d. Uniferaiat Leipzig.) 1883. 8. Abgedr. in Serap. 1845. Nr. 6. 

Index Bibliothecae Chr. Dan. Becki. Pro^mium acripa. R. Klotz. Lips. 

1835. 8. 

Richter, Ae. L., de inedita Decretalium Collectione Lipsiemi Commentatio. 

Lips. 1836. 8. Programm. 

Vaneichnisa d. Doahleiten d. UniTers.- Bibliothek so Leipzig welche am 
22. Octb. 1838' o. am 7. Jan. 18d0 öffentl, Yersteigert werden. Abth. I— U. Leipz. 
1838—39. 8. • 

Vcrzeichniss einiger in d. akadem. Ania d. 25. o. 26. Jon. 1840 zur An- 
sicht »oagesteHl., in d. Universitiubiblioth. anfbewahrter alter Druckwerke. 
Leipz. 8. 

Verzeichniss d.DoublelteD d. Univers, -Bibliothek o* der ?on Verschiedenen 
nachgelass. Bibliotheken, besond. reicbballig an Numismat., Geschichte, Theol. 
(Bibelansg.^ PatrisL , Orient., Rircbengesch.) arch&oiog. , naturhist. o. and. 
Kopfer- 0. Pracfatwerhen , welche nebst Sammlangen alt., seit, n* werthvoll. 
neuer* Bücher aus allen Fächern d* Literat, d. 1. Novb. 1850 öffentl. Terateigort 
werden. Leipz. 8. 

Atlaa dn Vicomte de Santarem. Mappemonde renfermä dans on MS. do Xlll. 
si^ele de la Biblioth. de Leipsig. Par., impr. lith. de Kaeppelin. 1850. 

Zufolge der KammerTerhandlong bei dem Landtage 1846 sollte das Cult.- 
Hinisteriom ersucht werden, von Zeit zu Zeit die Verzeichnisse d. neuen Crwer«^ 
buDgen d. Bibliolh. durch den Druck bekannt machen zu lassen* 

^Bibliothek des Kunst- und Gewerb-Vereines ist nicht 

unbedeutend. 

Catalog d. Bibliothek, d. Kiinstsachen - , Modell - u. Mänz - Sammlung. Euth. 
im IV. Bericht d. Kunst- u. Gewerb -Vereins zu Leipzig. 1841. 8. 

^Bibliothek des Schriftsteller-Vereines (frQber Lit- 
teraten-Vereines) soll nicht unarSnglich sein. 

^Bibliothek des Gabelsberger Stenographen - Ver- 
eines ist noch klein. Der 1846 gestiftete Verein beabsichtigte gleich 
anfangs eine stenographische Bibliothek anzulegen. 

* V 1 k s b i b 1 i 1 h e k ist, auf Anlass des in der Generalversamm« 
luDg des Leipziger Zweigvereines zur Verbreitung guter und wohl- 
feiler Volksschriften 1847 gefassten Beschlusses« in Leipzig (nach dem 
Vorbilde der Altenburger Bürger - und Volksbibliothek) aus den Schrif- 
ten des Vereines eine Gratis • Volksbibliolhek zum Gebrauche der 
ftrmeren £inwohnerklasse anzulegen, 1851 von einer kleinen Anzahl 
Leipziger Einwohner begründet, und in der Gentralhalle eröffnet wor- 
den, Sie fand gleich Anfangs vielseitige Theilnahme und Unterstützug, 
so dass ihr Bücherbestand Ende December 1851 bereits bis auf 879 
Bünde von Werken aus allen Fächern des gemeinnützigen Wissens, 
namentlich eigentlichen Volks • und Jugendschriften, angevirachsen war. 
Die Benutzungszeit der Bibliothek war bei deren Eröffnung auf die 



aaa xapi^ 4Mbi^. 



Solllage Il-^-ia i»ii2~9Ulir uvA je4o Mittwoeli 7«*-^ übr Abeiiit 

festgesetzt, und der Zudrang der Leser, ao welche im Laato der letzten 
vier Monate des J. 1851 nicht wenigec als 2S23 Vflcber ausgegebcA 
wor4ea siid, scilher sievlicb aotiebiüicb. Die BiUioth#k ist EigoAthum 
des VoiksbibHothoks-Vertfnos, iem jeder Leipsiger Ei^wohm-, weldber 
eioen jährlichen l^eitrag von nnndestens 15Ngr. fBr die Zwecke der 
Bibliothek d, h. Förderung geistiger PorlbUdung dusch unentgelUich den 
Einwohnern der Stadt gebotene gemeinnützige Lectdre^ gewäJxK, ab 
Mitglied beilreteB kasn« An der Spitze desVereiBes steht ein ^ireotorial- 
Vorstand, zu dem ein Vorsitzender, ein ScbriftfOhrer und ein Ciissirer, 
sowie eii\ Stellvertreter der beiden Letzteren |ehuren| wogegen das 
DireeLoriiMi Mlbsi aus dem Stelh^treter des VorsitzendfA iMd 11 
Mitgliedern zusammengesetzt ist. Die Bibliotheksangelegenheitea selbst 
aber besorgt ein aus einem Oberbibliothekare (Professor Dr. B. Tb. 
Schletter)« einem Bibliothekare und einem Bechnungsffthrer gebildeter 
Biblieiüft«ks- Vorstand, dem, als Bibliotheks- Personal » ei« Eipedienl, 
•in Assistent desselben und ei» Bibliotheksbote tnlergeordnel smä. 

lielsinif. 

*Ep>liQral-Lebrerbibliothek, vam Gebraudie dw sAmml- 
Itchen Lehrer dw Ephorie Lcisnig, Ist 1S47 v»m Superintendenten 
Dr. Haan, unter Darreichung eines Geschenkes von mehr als 1 06 pä- 
dagogischen Werken, gestiftet worden. Zu ihrer Vermehrung giebt 
jeder Lehrer einen Jahresbeitrag yon 5 — 10 Ngr. und ausserdem jeder 
neu in die Ephorie eintretende Lehrer ein freiwilliges Geschenk. Kurz 
nach ihrer Begründung zählte die Bibliothek schon I4D Wei:kQ| und 
erfreute sich einer sehr zahlreichen Benutzung. 

*Kirchenbibliotbek, im Pfarr- und Epboralarchive» ist zwar 
Dicht umfUnglich und nur einige 50 Nummern stark, besitzt aber dar- 
unter manches Gute, Mehreres aus der früheren Bucher KlosterbiblioUiek. 
Sie ist mit dem Archive 1S40 erst neu reguUrt worden. 

^Scbulbibliotbeken für die Lehrer und Schüler der bei- 
den Stadtschulen und der Sonntagsschule sind Stiftungen neuerer 
Zeit. Die erste Stadtschulbibltothek , die unter der Aufstcbt des 
Bectors steht, legte d^r Subdiaconus Rector Wüstner 1837 an*» die 
zweite Stadtschulbibliotbek, über weiche ebenfalls der Rector die Auf- 
sicht hat, )S40 der Superintendent Haan; die Bibliothek der Sonn- 
tagsschule (unter dem Directorium der Anstalt) ebenfalls 1840 der 
Letztgenannte. 

'Bibliothek des Männer-Vereines, welcher 1347 entstan- 
den ist, und sich zur Aufgabe gesteflt hat, auf dem Gebiete des bür- 
gerlichen Lebens und Zusammenwirkens rein christliche HumanitSts- 
prinzipien zu pflegen, besteht seit 1848. Sie soll mit der Zeit als 
Bürger- und Stadtbibliotbek der öffentlichen Benutzung tkbergeben 



werden. Setdier . JUt we «ich eia^s rediH glidiüclieA Fortg«iiaei| zn 
erlrencA gehabt, und schon eine namhafte Anzahl für das hOrgerlicbe 
GescbäAslebeo» Geschiebte» Geographie. Gesetzhunde und somd^ seht 
nützliche Werke ia ihren Besitz gebracfaU Auch ist seit einiger Zeit 
eine Autographen •• Siegel- und Münzsammlung vom Vereine angelegt, 
und mit der Riblioihek verbunden worden« 

^Ossolinnki'sche Nationalbihliethek ist von dem vor« 
BialtgtB Prftfecten der Wiener Hofbibiiothek» dem als OberstkadhoX« 
mfiister im Koaigreiche Lodomirien 1826 verstoirbeoen J. H. v. Foaezyfti 
Grafen Ossolinski begründet worden: derselbe vermaehte seiae Buchet* 
sammiiiag, aioe der wichtigsten Privathibliotbekea seiner Zeit» seinem 
Yaleriande Gallizien, zu deren Aufstellung er ein nahe bei Lemherg 
gelegenes KbMtergebAude anhäufen Hess. Auch besAimmle er aas sei« 
ueoi Vermögen eine jihrliehe Rcate von SOW Fi., damit davon ein 
eigenar Bibliothekar besoldet, eine litterarische Zeitschrift herwgege* 
ben, und der Rest zur Vermehrung der Sammlung verwendet werden 
könne. Das Bibliolhekspersonal bestand 1845 aus einem Director 
(A. V. ftlodajnßki) und einem Custos (Dr. J.SchlacMowski). Scri[rtoren- 
sVeUen waren nicht besetzt. 

*Universit5tsbibliothek ist 1786 durqh die ehemals in 
Wien befindliche GareHi'sche Buchersammlung gestiftet worden, und 
besass 1843 ofücteUer Angabe zufolge 49,020 Bände, zu deren Ver« 
mehruDg 1000 Fl. G. M. bestimmt waren. Die Leserzahl betrug im 
genannten Jahre 21,680. Leider sind bei dem Brande des Univer- 
siiatsgebäudes 1848 gegen 25,000 Bände verloren gegangen, so dass 
der Gesammtbesland gegenwärtig nieht über 3>0>090 betragen magt 
INe Bibüelbek, die seit dem Brandnnglfidce dem Gebrauche des Publi- 
kums entzogen gewesen war, ist demselben in neuester Zeit-mtt Er^ 
Uahniss dies Unterrichtsministeriums wieder zugänglich gemacht wor- 
den. Das übliotbehspersonal bestand 1845 aus einem Bihliothekar 
(k. k. Ratb Professor Dr. Fr, v* Stronski) , einem Gastoa (A. M Uta)» 
einen» Setiptor, einem Amanaensis and einem Bibliotheksdiener« 

Oeaisi ^ Blerkivfirdigkeikin der GarelU»chen Bibliothek. Wien. 1789. 4, 
Calalogiis, BibUoUiecae Leopolieosi3, Leep. 1795. 8. 

IJeobachfitB« 

*Gymitasialbibliothek zerfällt in die Lehrer- und dieSchöler- 
oder iugendbibUothek , von denen die erstere 1802 bei der neuen 
Organisatfon der schlesischeu Gymnasien begründet, und spater,, nach 
Aufliebung der Klöster, dureh eine gresse Anzahl von Werken aus 
den Klostarbibliotheken vermehrt worden ist, wogegen die iagend- 
bihliothek Iftt^^ der damaUge Bibliothekar Prol^ssor Sehjcamm ange- 
legt bat. Be^e ateben im Gymnasialgebäude« und enthalten zusam.* 



240 £0o»«eMU, lkkiin$Uin, LUgniÜ, Itofatt, lilienfeld. 

inen über 10,006 Binde, wovon inf die Lehrerbibliothek gegen 0000 
und laf die Jagendbibliolhek Aber 4000 kommen. Za Antcbiffangen 
bat .die erstere jShrlieh 150 Tblr. lu verwenden , die andere aber 
keine feste Einnahme, da die Vermehrung dieser Sammlung mit Ge- 
nebmigung der f orgesetxten Scbnlbebörde nur mittels Geldbeitrage der 
Schüler bewirkt wird, mithin die zn Anschaffungen bestimmte Ein* 
nähme mit der Zahl der Schüler steigt ond ßllt. Obwohl die Biblio- 
theken sunäcbst theils zur Benatiung der Lehrer, tbeils der Sclifiler 
bestimmt, so sind sie gleichwohl auch zum Gebrauche des gesammten 
gebildeten Publikums der Stadt und Umgegend tuginglich, und zwar, 
mit Ausnahme der Oster* und Mieliaelisferien , jederzeit, ohne dass 
jedoch dazu gewisse Stunden festgesetzt sind. Wer ein Buch zn 
leiben wünscht, wendet sich an den Bibliothekar« Nur die Schüler 
der Anstalt wechseln regelmässig in den beiden oberen Klassen die 
Bücher allwöchentlich, in den übrigen alle 14 Tage. Die Oberaufsicht 
über die Bibliotheken führt der Director der Anstalt, Bibliothekar ist 
einer der Lehrer. 

IitcliieBstetB* 

*Schttl- und Kirchenbibliothek ist erst in neuerer Zeit 
begründet worden, und noch nicht umfänglich. Der Gesammtbestaad 
belief sich 1S51 erst auf c. 100 Binde. 

Iiiei^nitK* 

^Bibliothek der Ritter • Ak ademie ist 1708 entstanden, 
tind hat unter Anderen die frflher der Stiftskirche zu St. Johannes 
gehörigen BQcher erhalten. 

Schnllze, Fr., Geschichte der Bibliothek der Ritterakademie zu LiegniU. 
Zwei Programme. Liegn. 1829 a. 24. 4. * 

«Gymnasialbibliothek bestellt seit 1830, und enthielt 1846 
gegen 30ü0 Bande. 

«Bibliothek der SuPeter- und Pauls*Kircbe besteht 
zum ansehnlicheren Theile aus Inkunabeln und Druckschriften des XVI. 
und XVII. Jahrhunderts, die längere Zeit ganz in Vergessenheit gerathen 
waren, und erst vor einigen Jahren von dem Diakonus Peter wieder 
ans Licht gezogen und aufgestellt worden sind. Unter ihren Büchern 
enthalt die Bibliothek die Sammlung des Notars Gr. Ritter. 

Iilentall. 

«Kantonalbibliothek von Basel-Landschaft. 
Verzeichniss der in d. KaDtonalbibliolbek von Basel - Landschaft aofgestelllen 
BAcher. Liest. 1839. 8. Mit 2 NacbU-ftgen. 

IitlfenfeM. 

«Bibliothek des Cistercienser*Stiftes ist noch immer 
gar nicht unbedeutend, wiewohl von den alteren Werken und beson- 
ders von den Mss« eine sehr grosse Anzahl in Folge der bei der 



Lilunfeld, Lindau, Linx. 241 

Aufhebung der KIdster stattgehabten Unordnungen und Barbareien ver- 
loren gegangen ist. Die damals mit Mähe gesammelten Reste sind 
in masterhafter Ordnung aufbewahrt. 

Kittdan, 

*Stadtbibli.othek besteht seit lö3S, und cnlbält 15— 18,000 
Bände^ darunter mehrere Handschriften. 

*Lycealbibliothek, die dem Benedictinerstifle Kremsmünster 
eigenlhOmlich zugehört, hat vom Kaiser zu den Anschaffungen eine 
jährlieiie Dotationr fon 300 Fl. C. M. Ihre Bindezahl mag sich auf 
25—30,000 belaufen: 1S43 halte die Bibliothek offizieller Angabe zu- 
folge 34,809 (incl. über 500 Inkunabeln), die von 2209 Lesern benutzt 
wurden. Von den früher in dieser Bibliothek befindlichen Mss. sind 
viele nach Wien gewandert. Das Bibliothekspersonal bestand 1845 
aus einem Bibliothekar (Professor A. Viehback), einem Schreiber und 
einem Diener. 

*Mandatariatsbibliothek, im standischen Industrie - Vereins« 
gebäude aufgestellt, ist im März 1641 duch das Linzer Mandatariat 
des Vereines zur Unterstützung und Beförderung der Industrie und 
Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Ers und Salzburg be- 
gründet worden, und enthielt 1844 schon über 1000 Werke in etwa 
2500 Bänden und Heften (mit mehr als 500 Tafeln Abbildungen), zu 
deren Anschaffungen jedes Jahr 4 — 500 Fl. C. M. aus den Jahresbei- 
trSgen der Vereinsmitglieder mit verausgabt worden waren. Obschott 
der nächsten Bestimmung der Bibliothek zufolge diese hauptsächlich 
aus Schriften aus dem Gebiete der Technologie und Gewerbskunde 
bestehen soll, so haben sich doch ibre Erwerbungen, vorzüglich durch 
zahlreiche Geschenke, auch auf andere litterarische Gebiete, wie der 
Physik, Cbemie und Naturgeschichte, Landwirthschaft, Nationalökonomie, 
Uandelswissenschaft, Geschichte, Geographie, Statistik, Gesetzkunde» 
sowie Bücherkunde, ausgedehnt« Zur Benutzung ist die Bibliothek 
nicht nur allen Vereinsmitgliedern der Provinz^ auch wenn sie anderen 
Mandatariaten, als dem Linzer, angehören, sondern auch den Vereins- 
freqneotanten und Schülern zugänglich, und wird zu diesem Behufe 
regelmässig jeden Tag 8—12 und 2 --6 Uhr geöffnet. Die Zahl der 
Leser, betrug bis 1844 jährlicli etwa 250 Personen ^ die der Ver* 
leihungen 4 — 500 Posten. Das Personal bestand im schon genannten 
Jahre 1844 aus einem Bibliothekar (k. k. Kastatral- Kommissar K« 

Schmutz) und mehreren Custoden, eigentlich Lehrern. 

Katalog der MaDdalariats - Bibliolhekeii za Lins d, Steyer II, Aafl. Lioz. 
1843. 8. (Eioe ForUeUuog sollte bald folgeii.) 

^Bibliothek des Museum FranciscD'CaroUnum (flkr 

Pet%h9\it» Bdb.D.B. 1® 



1^ Lista (Poln.), LShauiinS.), Li^snüx, lan^nUx, Lo$chonx, Luckau. 

.Oefiterreldi ob der Ens und SaUburg) 8oU sehr Jie^climswerl^ sein. 

(Ihr Gustos war 1845 M. Ph. C. EbrUcb. 

Yerzeicboiss d. im Museum Franc.-Carol. Torhaadeneo Dr uckschrifleo. Linz. 

1845. 8. 

Slatol Ober das Ausleihen von Jtecbern ans der Museal -Bibliolhek, im eilflen 
^erichl übei' d, Museum Franc. -Carolin. Linz. 1850« 8. 

Iilflsa* {IPoUditeU |^t|ifi|.) 

^Gymnasialbibliotbek. 
Cassins, J. F., Descriplio el collalto cod. msli Flav, Vegciinm conlinenlis. 
Um. 1836, 4. Progr. 

UibaB (in Sachsen)» 
^fiaihsbiblioibek, von der in neuerer Zeit angelegten Stadl- 
bibliolbek wohl za unterscheiden, ist 1630 begründet undvl7Q0 durcb 
Bin 130 Bände starkes Geschenk d«8 Bfirgerincisters Knnkel vermehrt 
üvorden, und eolhiit gegen 1000 Bände. 

''^Oeffentliche Bibliothek ist 1843 durch den Pursten 
Otto Victor V. Schönburg • Waidenburg gestiftet worden. 

* P f a r r b i b 1 i 1 h e k ist von dem Pfarrer J. G, IlSnUschel (f } 780) 
begründet worden, welcher besliiuinte> dnss ein Thcil »siner Bücher- 
^auifcli^ngi 7jiS meist tlieologis.che ^ pj^dagogisclie und historische 
\Ver)Le enthaltend, zum Gebrauche des Pfarrers aufbewahrt, der aa- 
d.ere Theil aber verkauf^ und die Zinsen der dafür erhaltenen Summe 
/lern Pffirrer für die Instandhaltung der Sammlung gewährt werdea 
;solUen. 

^Qeffentlichd BiblioHhßk ist, zwn Ersätze für die beides 
im Laitfe der Ungarischen Bievoluljpn ejn Raub der Fianunen gewor- 
,den^n Bibliotheken, mittels müder Beisteuern begründet worden« und 
;Eählilß 1851 bereits über 4000 Binde» die auf diese Weise eioge- 
gaogcn waren. 

^Gymnasialbibliothek, zum Gebrauche der Lehrer, ist in 
XVIil. Jahrhunderte entstanden, und 1747 durch die Büdiersammlung 
des Professors J. 6. Leschncrt zu Gotha vermehrt worden. — fw die 
Schüler besieht seit Januar 1842 eine SchfilorbiMiothek, welche ans 
dien monatlich von den Schülern für die Benutzung der BOXsher zh 
zahlenden Beiträgen, jährüch 40 — 50 Thlr., unterhalten «wird, ihre 
Bändezahl betrug 1845 etwas über 100. 

'Scbmerbftuch, G. H.^ Bialrib» de Bibliothcea Luccavlensi. Lnce. I76S. 4. 

Ejusd. Dialribe VIII. de divina in Lyceom Laceaviens. prwridenlia. Loce. 
1771. 4. (Headsll vom <L BihliDthsk.) : 



Ludwigshurgg JUMenf Lübeck üüS 

*Geii«i9Utab^bil^|iotliek» im fiebftade des Generadqsirtier* 
taei&Urslab«« ^uS^MfiHi, iU I9li ▼(»» Generallieiile^aiit v. Varnbfiler 
gesüftißty ii«4 «f|iUr ddiircb ^iß BiiehersMittkiig des GentrillridfiKur» 
^chfUs V. Fraoqneak^n^ bereicb^ri worden, ßie enüiielt 1S47 Mer 
5D00 Bände» ul deren Venaehiung jUirÜAh 860 Fl« bestimmt wuea. 
J)ie Auf&icl^t über die S;y|)ra]iUlig robrle der OiMssMieuteQant v. Hardegf« 
Die Leiurer der OlfiauejTs - Bildung^^nsUUt die Mur^fiensUung der Bifalioi> 
ii^ek vorzQg^Kieise berecjiligt sind» JiabjBB zb ibr an jedem Wechen- 
tage @— 13 und 3-h(> Ubr Zulrüt 

MJkhhen. 

*$täJidisebe Bibli-otbek des Markgrafthnmes 'Nie* 
derl.au siU ist 1610 vooden^ndea der NiederlausHz angelegt, und 
in der Fülge sowolil durch einen TheH der Nenenzeller Rlosterbiblio- 
ibek^ als auch durch die Bftcbersamffllung des Superintendenten Worbs 
zu Priebus vermehrt worden. Sie ist im Landbause aufgestellt, und 
-wird, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage, tiglich geöffnet. Zu 
Anschaffiiogen ist jliirlieh eine Summe von 160 Thlr. angewiesen. 
Die Aufsieht über die Sanuniung ffibrt, nnter der Direction des Land- 
Syndikus, der iandessecrelair. 

Iiubeek^). 

^Bibliothek der Gesellschaft zur Beförderung ge« 
meinnStzigcr Thätigkeit besteht seit 1789. Sie ist in einem 
der Gesellschaft eigenlhümliclien Hause aufgestellt, und enthalt e. 8000 
Bände, zu deren Vermehrung jährlich über 400 M. verausgabt werden. 
Die meisten der Bücher betreffen die Staatswissenscbaften, Oekonomiß 
und Bauwesen, Theologie, Naturwissenschaften und die Angelegen- 
heiten der* vier freien Städte. Mit Ausnahme der Zeit im September, 
wo die Revision der Bibliothek stattfand, halten die Gesellschaftemit- 
glieder, nach der 1845 giltijgen Einrichtung, im Winter Jeden DiensUg 
Abends 6—8 Uhr, im Sommer alle 14 Tage DiensUgs Abends 7—8 
Uhr Zutritt a^u den Bibliolhekszimmern. Einmal im Jalire wird die Bi- 
bliothek der Revision wegen im September gesclilossen. Die Biblio- 
thekarfunclipn versahen drei auf sechs Jahro gewählte Hitglieder» 
Nenesler (?) Katalog v. 1. 1843. 8. 

*Oeffetttliche oder Stadtbibliothek besteht aus zwei 
von einander gesonderten Abtheilungen , der eigentlichen städtischen 
und der Scfiarbauischen Bibliothek. Der Beschluss, in Lübeck eine 
dffeniliehe BfbKoUiek anzulegen, war bereitif 1530 auf Betrieb des 



•) Ansscr d6D tinter Lübeck aufgefftbrtcn Bibliotheken besitzen dergleichen 
■Dch dtc R^th^ das .eberapp«UatioB6g«riciht fdr die vier freien ^&dte and das 
^eiwB^r- 16* 



244 Uheck. 

Lübecker Rerormators Bugenlfigeii gefassl tvorden, und isl in dessen 
Kirchenordnang enlhalten, wo es darüber heisst: EinLibrye moth me 
dar och heholden, myl den böken d$ dar ttndl, dar me ock hen sam- 
mele alle böke gude vnde bose^ vnd dat me sehieklieh legge, bessün-» 
dergen de guden vnde nüUen böke eyn yewelik na einer art. Veer 
Mtele eehölen dar Iho syn. Eynen schal hebben de Superallendente, 
den anderen eyn Adjutor^ den drüdden de Reeior, den \>eerden dt 
Subreclor. De fo(h esiUeken böken studeren könen vnde icyllen, den 
eehaU dalh vngeweyeri wesen» Wenie tho sükkem vordele schal de 
Librye geholden werden» Doch echal de Reeior vnde Subreetor, weleke 
vpslulen^ edder van toelcken de elölele werden geuorderl, dar vp sehn^ 
dal vnder ssülckem guden schyne der Librye neyn schade geschehe, 
dal se also dar vhor könen anlwerden. Allein der 1530 gefasste 
Xeschluss scheint binsichtlich der Ausführung gleich anfangs auf 
Schwierigkeiten geslosaen« und ganz in Vergessenheit geralhen za 
sein; denn obschon es an Büchern in der Stadt zur Anlegung einer 
Bibliothek keineswegs fehlte, so gelang es doch erst zu Anfang des 
XVU« Jahrhunderts dem Eifer von vier patriotischen Männern , beson- 
ders des Superintendenten G. Stampeel und des Reclors J. Kirchmann, 
die 7 verschiedenen in den GoUeshäusern der Stadt und anderwSrls 
zerstreuten Bibliotheken zu Einer Sammlung zu vereinigen, und die 
dazu erforderlichen LokalitSten von 1616 bis 1622 im alten Schlaf- 
liause der Minoriten (welches noch jetzt die eigentliche Stadlbibliolhek 
in sich schliesst) einzurichten. Die Millel zum Baue gewährte die 
Kalharinenkirche, wogegen zum Bücherschalze folgende Anstalten ihre 
Beisteuern gaben: das Rathhaus 173 Druck- und 91 Handscl^rifleD, 
die St. Marienkirche, die seit 1468 durch ein Legat des Syndikus 
Osthusen in den Besitz von Büchern gekommen war, ISl Druck- und 
78 Handschriften, die St. Jacobikirche 221 Werke und 17 Mss., die 
St. Petrikirche 38 Werke incl. 30 Mss., die Si. Aegidienkirche 175 
dergleichen incl. 11 Mss., die St. Kalharinenkirche 187 Bücher mit 
Einschluss von 3 Mss., die Schulbibliolhek 19 Werke. Naclidem die 
Bibliothek einmal eingerichtet War, nahm sie ungehindert ihren guten 
Portgang, und wuchs bald durch ansehnliche Erwerbungen, wozu bis 
1668 allein aus der Kasse der St. Katharinenkirche 84S3 M. veraus- 
gabt wurden, zu beträchtlichem Umfange an. Ausser sehr zahlreichen 
einzelnen Geschenken erhielt die Bibliothek 1628 die reichhaltigen 
Sammlungen des Bürgermeisters A. Lüneburg, zu denen noch die ge- 
sammten Bibliotheken des Rectors J. Kirchmann 1627, von Fr. Dehns 
1630 und von J. Morsius 1639 erworben wurden, und vorzüglich im 
Laufe des XVIII. Jahrhunderts folgende Büchervorräthe durch Geschenk 
hinzukamen: 1692 ein Legat des Senators G.v. Dorne; 1703 in 
Folge testamentarischer Bestimmung die Sammlung des hessischen 



lübieh 245 

Rathes H. Seedorf, mit Einschlass mancher interessanter Handscbriften 
zur Gescfaiclite Lfibccks uid seiner Nachbarstaaten; 1753 eine Anzahl 
von etwa 1000 Banden aus der Sammlang des Gonrectors G.H. Lange, 
ein Geschenk der Wittwe. Die grösste Vermehrung ward aber der 
Bibliothek 1759 durch den Senior und Pastor der St« Aegidienkirche 
H. Scharbau zu Theil, welcher laut Testament von 1749 der Stadt 
seine 6000 Bfinde starke Bibliothek und zu deren Erweiterung ein 
Kapital von 16,000 M. vermachte, damit von den Zinsen desselben 
nameotlich' grosse und ansehnliche, für den Privatmann schwer, oder 
gar nicht käufliche (besonders theologische, philologisch^ und litierar- 
historische) Werke angeschafft werden könnten; der Testator hat sich 
jedoch ausbedungen, dass seine Sammlungen von den der Stadtbiblio- 
thek gehörigen BGchern gesondert aurgestellt und erhalten werden 
sollen. Man ist dieser Bedingung jederzeit nachgekommen ; nur hat 
man sich der bequemeren Anordnung und leichteren Uebersicht wegen 
1835 einen Austausch mit der Stadtbibliothek erlaubt, demzufolge 
alle theologische, philologische, pfiilosophische und encyklopädische 
Werke gegenwartig in der Scharbau'schen Bibliothek vereinigt sind. 
Neue Vermehrungen brachte das XIX. Jahrhundert. Unter Anderen 
erhielt die Bibliothek 1804, nach der Sacularisation des Lfkbecker 
Domstifles, die Reste der Böchersammlungen desselben, im Ganzen 
630 Werke, darunter vorzOgliche Inkunabeln und 130 Handschriften; 
ferner 1806 die seither auf dem Chor der Kirche des St. Johannis- 
klosters und im Vorstebergemache des ehemaligen Schwesterhauses 
zu St. Aegidien (des spateren alten Waisenhauses) aufbewahrten Bücher, 
215 an der Zahl, worunter ebenfalls interessante Inkunabeln; 1S17 
den grösseren und bedeutenderen Theil der wissenschaftlichen Samm- 
lungen des Syndikus. und Dompropstes Dreyer (^1801)*, so viel nicht 
davon, auf Lübeckisdie Geschichte bezfigliche Handschriften und Gon- 
volttle, sehen früher dem Senate überlassen worden waren, und in 
dessen Registratur als Museum Dreyerianum Platz gefunden hatten. 
Die Bandezaht dieser Dreyer'schen , der Stadtbibliothek einverleibten 
Sammlung meist vortrefflicher Werke des XVII. und XVIII. Jahrhun- 
derts, auch einiger Handschriften, betrug ungefähr 6000. Hauptsach- 
lich auf diesem Wege der Erwerbung ist die Bibliothek zu dem ge- 
genwärtigen Besitze von über 50,000 Banden, mit Einschluss von 
mehr als 1200 alten Drucken und 400 Handschriften, gelangt. We- 
niger hat sich lAr die Bibliothek auf dem Wege eines regelmassigen 
jährlichen Ankaufes thun lassen, da die Bibliothek früher nur im Be- 
sitze geringer, aus Stiftungen herrührender Kapitalien war, deren Zin- 
sen dazu verwendet werden konnten. Erst die französischen Macht- 
haber der Stadt im October 1812 überwiesen der Bibliolhelc zu An- 
schalAiBgeii eine jahrliche Dotation von 600 Fn, die, wenn sie auch^ 



34» ftitook» 

mit den fiebern • wieder versdiwand» deck spftter wieder ersetzt wurde^ 
Sk Bibliothek bat ^eUl jlbrlich über eine Sttmme von >6— 2000 M. 
zu verfügeBv wozu sie seit IMO aus dem Aerar 300 aad attssefdem 
lind bis auf Weiteres noch SOO (mit der Verpftiehtung aber, davoa 
den Bibliolbeks^ilfen mit zu besoldeu) aus^ezablt erkSh« Von den 
in Labeck stattfiodenden Bücherauetioneo mOssen zur UnterkaltttAg der 
Bibliothek 2 pC. abgegeben werdco« sowie auch Allen« die in Eäbeck 
ein Buch drucken, verlegen oder herausgeben i durch Verordnung .Yon 
1756 die Verpflichtung nur Verabreiefaung eines Freiexemplares an die 
Bibliothek auferlegt ist* Zur Aufbewahrung der Bibii^ihek dient, wie 
schon erwähnt, das ehemalige Schlafluus der Minoriten, wozu aber, 
seit namentlich die Scharbau'scke Bibliothek hiagekomnen isi, noch 
mehrere Lokalitäten im Klostergebäude haben hinzugezogen werden 
müssen. Von Katalogen besitzt zur Zeit nur die Soharban'sche Bi- 
bliothek einen brauchbaren systematisohen und Nominalk^italog, wogegen 
die über die eigentliche Stodtbäbliothek vorhandenen derartigen KaU- 
löge aus früherer Zeit, die in vieler Beziehunf sehr mangelliaft sind, 
durch neue ersetzt werden sdlen. Der neue naich £berl;'schen Grund- 
sätzen angelegte systematische Katalog befindet sich sehen, seit meh« 
reren Jahren in Arbeit. .Ein grundliches Verzeichniss der Mss. ist 
noch nicht ausgearbeitet^ doeh sind dieselben besonders auligestelU, 
nach Fächern geordnet, genau durchgegangen und mit kurzen Inhaltsan* 
zeigen versehen. Was die. Benutzung der Bibkotliek anlangt, so war 
zu diesem Behufe das LokaL nach diem ältesten Reglement Mittwochs 
und Sonnabends 1—4 Uhr geoanet: die Besucher durften aber die 
Aücher nur im Lodtale selbst benutzen, und konnten dieselben ledig- 
lich auf besondere Bewilligung des BibUoihekarB mit sich naeh Hause 
nehmen. Später (1750) wurde die Oeffnuniszeit auf die Stunden von 
2— -4 Uhr beschränkt, dagegen die Benutzung der Budier im Hause 
erleichtert; es musste jedoch ffir jedes getiebede Buch ein Pfand, ge- 
setzlich 2 M., deponirk werUe«. Gegenwärtijf ist die Bibüothek , mit 
Ausnahme der gewöhnlichen Sehulferieb, regeitnässig Mittwochs und 
Sonnabends 2—4 und an den Obrigen Woehentngen 12—1 Uhr ge- 
öffnet: Pfänder sind fär die geliekenen BAclier nielit mehr erforder- 
lich , dafür aber in Bezug auf die Zahl der im Erna» zu benutzen- 
den Bücher einige Beschränkungen ^mgefufhrt. Niehti» ^slo weniger 
werden jedoch immer noch jedes Jahr durchtschnitliieh etwsa 600 Bände 
zum häuslichen Gebrauche verlieben» AHe ausgeUahenen Bfkher mäs- 
sen 14 Tage vor Ostern und Michaelis der Revision veegelk zur Bibho- 
tbck zurfickgeliefert werden. Das Gurattoruim deir Bibliothek ffthrten 
m dem grossten Theile des XVUw JabrhunderU die beifden ältesten 
Bürgermefster und ein, Senator, später, wie noeh jetjöli die beiden 
ersterea allein» Unter ihnejn steht eineAtt; Atbifetbeksceminissiolb 



i 



I itveUhe i^vi Airfirag hat , utels Süf Wdhrtiftg iei BfMidtlielsiot^r^eii 
I fiedaeht zu nehftien. Ditat ComiBfssionsgeschafte wareir früher vM 
I Seoale der föt das Kalharineum bestehenden Sdmlcommission über« 
i (ragen, sefit 18<I5 4er ciiiige Jahre zuvor neueingerichteten DepulatiOi^ 
I für die KatharTnetfsehule : dieselbe besteht au) dem beiden Syndiei, 
i| eineoi! Senator, dem Dtrecfor der Kalharinenrfehule und zwei Bürger^ 
i, liehen Vol^tehern. Zu dem eigentlichen Biblinthekspersonal gefhüreR 
i{ t\n Bibliolhekar (Professor Dr. E. Deeie), ein Gehilfe und der Ctisfos 
I des Kalbarindüm^ als Btbfiothek^hote.- Wenh es übrigens früher 6e« 
brauch gei^esen war, da« Bibiiothehar?at dem Sübrector oder dritten 
i, ordentlichen Lehrer des Kalharineums zu übertragen, so ist es 1834 
Beschlossen tvordcn, dass das Amt nicht nolhwendig mit der dfiUea 
i Professur zu vereinigen sei. In Bezug auf die Scliarbau'sche Biblio- 
^ thek kommet' bei der Verwaltung derselben noch die Testame&tarien 
^ als Verwalter des Scharbau^schen Legates in Betrsrcht. Dem Testa-. 
,1 menle zufolge bekleiden dieses Amt der SuperintendeuC und, bei eiiter* 
^ Vacanz, der Senior Minislerii oder, wenn das Seniorat bei dem Pastor 
'i %u Su Aegidien i&t, der nächstfolgende Pastor; femer der Pas bot oder 
ji evetiluell der Archidialkonus zu St. Aegidien; endlich der älteste der 
|} hOrgerli'ch'en Vorsteher an derselben Kirche. Bei dem Ankaute von: 
^ Büchern für die Scharbau'sche Bibliothek darf man ohne Einwilligung 
^ des Superintendenten, welchem auch die spezificirten Rechnungen ein^ 
j, zöreichen sind, nicht verfahren; doch, sagt das Testament, mag auch 
lf der Recior lefragi werden. — Ausser den Büchern besitzt die Bfiblio- 
^ thek auch einige werthvoUe Alterlhümer und Kunstschalze, sowie eii» 
sebi« reicheis und beinahe vollständiges Lübeck scbes Münl- und Medaillen- 
Kahinet, welches von L. H.Müller mit grosser Sorgfalt gesammelt^ un($ 
1790 von dessen Willwe der Bibliothek geschenkt worden ist. 

Noch ist zuletzt eine Einrichtung bu erwähnen, die für die Biblio- 
thek eine Quelle zahlreicher und werthvoUer Erwerbungen gewörded 
ist. Es hat sicli nämlich die Verwaltung der Scharbafu'schen Biblio- 
thek seit 1934 mit dem theologischen Les6verein in Verbindung gc- 
üetzt: dieser empfängt von ihr jahrlich 130— 150 M., und erwirb| 
dafür, unter Uinzufügung seiner eigenen jährliche^ Mittel, die für die 
Bibliothek sieli eignenden theologischen Werke, wefche, narihdem sie 
zu einmaliger, resp. vierwoclientlicher BenutsSung den Vereinsnlitglie^ 
dem dargeboten worden sind, der Scharbau'scben Bibliothek als Eigen- 
thum anbeinBfbUed. In ähnlicher Weise steht iteit 1837 i}^ki Verwal- 
tUDig der Sltdttö)liDthek tfiit dem geschichtikheb und dem juristisebeti 
Leaevereine in Verbttadütag. Der erstere dersekben empfängt jätrticii 
150 M. aus der Bibliol&ekskasse, legt sein«) JahreseinkUnftk (c. 300 M.) 
daiu, und Ifisst düe dafür ericauften Bücher — wi* dies äucll mil detf 
früher vol» Vereint acquitirltR Wetlifen; elwa ISHNT Bilflldies> Mx Eall 



948 JMectf 

gewesen ist -^ soforl in einem Zimmer der SUdCbibliothek aufsteUeii» 
und im elften Jabre oscb der Anscbaffung mit dieser irdUig vereinigen. 
Der Stadtbibliolbekar ist beständiges Mitglied der mit der Erwerbung 
der Bücher beauftragten Directioo. Der juristische Lesevereio, welcher 
1834 schon an 1500 BAnde besass, verwendet statutengemäss alle 
Jahre mindestens 450 H. auf BQcber» wou die Kasse der Sudlbiblio* 
thek ISO hergiebt. Dafür kommen die Bflcher, nachdem sie fonfzebn 
Jahre lang sur ausschliesslichen Benutzung der Vereinsmitglieder im 
Vereinslokalo verblieben sind, im sechssehnten Jahre zur Stadtbiblio- 
thek. Auch bei diesem Vereine ist der Stadlbiblipthekar beständiges 

Mitglied der Vereinsdireclion. 

BrAgge» D. t. d., Aeternilalis Aibam memoriae perennalar. aornm, qui Bi- 
bliolhecam Lubccens., Tel vivi, vel mortoi libris, legatis, ornamentis locupIcU- 
rant, sacrum. Lüb. 1678. 4. 

OrdDong d. Oflentl. Sudlbibliothek so SU Catbarinen d. 12. Ftebr. 1756. fol. 

Gesner, J. G., d« signis el imaginibns in Bibliolbeca Lobecensi, Spee, I — \IU 
Lub. 1757—61. fol. 

Dessen Verzeichnlss seil. Bücher, die in d. ÖfTenli. Bibliolhek ja Lübeck 
befindlich sind. St. 1— VIII. Lftb. 1769—77. 4. — Neo berausgeg. in 2 Abtheil. 
V, d. T.: VerzaichDiss d. vor 1500 gadrnckt. aaf d. öff. Bibliothek zu Lobeck 
beflndi. Scbriflan, aufs Nene mit d. Original. Terglich , mit einigen VerSod., Zo- 
sdtzen u. ein. Vorrede Ton L. Suhl. Lab. 1782. 4., und : Verzeichnlss d. von 1500 
— 152D gedruckt, auf d. öfTentl. Bibliothek za Lübeck beriodl. Schriften, anfs 
Nene mit d. Original. Terglich., mit einigen Verftnd., Zusfttzen n. ein. Vorrede Ton 
L»SnhL Lab. 1783. 4. 

SiTers, H. J., merkwürdiges Stock ans d. Geschichte König GustaT d, Ersteo. 
Lüb. 1775. 8. (Die in d. Diblioth. befindl. Kleider des Königs betreff.) 

Gesner, J. G., Verzeichnlss Ton seit, ßücbero in E. Uocbw. Baths n. d. 
Scharbanischen Bibliolhek. St. 1—3. Lab. 1778— 79f 4. 

Schnobel, J, H., Verzeichniss d. Lübeck. Münz- n. Medaillencabinets. Lüb. 
1790. 8. 

Melle, J. TT. t., typograph. Monumente n. TTandschrirten d. ebemal, Domslifls- 
Bibliothek zu Lübeck mit knrz. Bemerkungen. Lfib. 1807. 4. 

Verzeichniss v. Doubletten aus d. Stadibibliothek zu Lübeck. Das. 1828. — II. 
Das. 1845. 8. 

Daecke, £., einige Nachrichten Ton den im XV. Jahrbdt, gedruckten nieder- 
sftcbss. Büchern. Lüb. 1834. 4. 

Ackermann, W. A., Millheilnngen über d. öffenll. Bibliothek in Lübeck. 
Lief. 1—2. Lüb. 1835—40. 4. 

Erneuerte Bibliotheksordnnng vom 5. April 1837. 

Deecke, E., die öffentl. Bibliothek zu Lübeck. GescbicbtL Nacbricbten» 
(Abgedr. aus d. Neuen Lfib. Dil. 1851.) Lüb. 1851. 8. 
Die Bibliolhek des Lübecker Domstifles betr.: 

Verordnung Tom J. 1668, die Benutzung solang. 

^Bibliothek des ärztlichen Vereines ist 1819 entstan- 
den: den Grund dazu legten zum grössten Theile Geschenke von Lü- 
becker Aerzten« wozu gleich anfangs noch die Bflchersammlang des 
schon seit 1806 bestehenden medicinischen Lesevereines hinzukam. 
Die beträchtlichste Vermehrung erhielt die Bibliothek 1829 durch An- 
kauf der 8000 Bände starken Bftcbersammlung Dr. Trendelenbnrg's. 



IMeek, Unelmrg. 2411 

Der gegenwärtige Bestand beUuft sich auf e. 15,000 Bände Diuck- 
schriften. , Handschnften sind nur wenige und unbedeutende foi ban- 
den. Zu Anschaffungen sind jährlich 600 N. bestimmt« Aufgestellt 
ist die Bibliothek im Gebäude des ehemaligen St. Kalbarinen^Conventes^ 
wofür der Staat in Folge einer Uebereinkunft die äliethe zahlt : nach 
dieser Uebereinkunft erlangt aber der Staat dadurch das volle Eigen- 
thumsrecht an der Bibliothek, ist jedoch verpflichtet, dieselbe nicht 
nur för alle Zeiten von der Stadtbibliothek getrennt zu erhalten, son< 
dem auch ihren (lebrauch jedem Yereinsmitgliede ungehindert zu ge« 
statten. Mit Ausnahme der Zeit , wo die Bibliothek und zwar einmal 
im Jahre revidirt wird', können die Mitglieder auf Wunsch jederzeit 
Bücher erhalten. Die Verwaltung der Bibliothek ist einer aus drei 
Vereinsmitgliedern gebildeten Bibliothekscommission übertragen. 

Iiliaelinrff« 

Bibliothek des Johanneums (Gymnasium und Realschule)' 
im Schttigebäude aufgestellt, ist im XVüI. Jahrhunderte bereits gc' . 
stiftet, 1821 aber, auf Betrieb des jetzigen Bibliothekars Direetor Dr* 
W. F. Volger, erneuert und mit einem bestimmten Fonds zu Anschaf- 
fungen — der jetzt etwa 80 — 90 Thlr. jährlich beträgt -y ausge- 
staltet, sowie 1845 durch das Yermächtniss der Büehersammlung des 
Oberamtmanns Wedekind um 1100 Bände im historischen Fache, nicht 
minder 1852 durch eine Anzahl von Büchern aus der Bibliothek der 
aufgehobenen Bitter -Akademie bereichert worden. Sie enthält über 
4500 Bände, ist nach Hauptfächern geordnet, und besitzt einen voll- 
ständigen alphabetischen Katalog. Zur Benutzung sind die Bücher zu- 
nächst für die Lehrer bestimmt, die das ihnen Wünschenswerthe je- 
derzeit erhaltep können. Die Grundlage, der Bibliothek bilden die 
Reste. (2 — 300 Bände) einer alten aus dem XVII. Jahrhunderte stam- 
menden Bibliothek. 

Nachricbl von d. AoUge einer Schulbibliolbek bei d. Jobanneam zn Lfioe- 
bnrg. Das. 1763. 4. 

Bibliothek des Schullehrer-Seminares hat 1852 aus 
der Bibliothek der aufgehobenen Ritter -Akademie 8 — 900 Bände 
erhalten. 

Stadibibliothek, vormals Rathsbibliothek genannt, ist 1555 
durch die Bibliothek des Barfüsser St. Marienklosters, welches die drei 
letzten Mönche mit dem ganzen Inhalte an den Ralh abgetreten hatten, 
begründet, und damit später auch die Bibliothek der Marienkirche 
vereinigt worden. Hierzu kamen, ausser Anderen, 1695 eine Samm- 
lung von 5 — 600 Bänden, welche der Prediger an der Nicolaikirche 
Ch. Rickemann vermachte, ferner 1713 ein aus 1000 — 1500 Bänden be- 
stehendes Geschenk des Patriziers H. v. Wilzendorf und 1852 gegen 
10 — 11,000 Bände aus der Bibliothek der aufgehobenen Ritter < 



Akflilötnro* Sit Bltfsihfiisd dieses letzteren iluwaelises b^rSgt die Ge* 
sAmmnmbl de» gedrackteti Büehef etwa 22,O0# Bänd^ und vielleicht 
ftiehr, wovon der grössere Theil in das Faeh der Tfreologre, 6c* 
scMehCe und Philologie geivdrt. Von Ilandseliriften besitzt die BiMfo- 
thek $-^400 Mnde, meist Theologicar und Historica, von alten Drucken 
und sonslfgeiü Sellenheiten eine ansebuliche Menge. Zu AnscharlTungenf 
sind bisher jährlich 60-^160 Thlr. verausgabt worden. Aufgestellt 
sind die BAchef, nach Hauptfächern, in einem Saate des ehemaligen 
Framflskanerklosters, welcher Aufstellung |edoch in der nächsten Zeit 
eiiM AeAderung bevorsteht, da sich durch den jftngstcn Zuwachs aus 
der Bibltolhek der RHterakademie eine neue Anordiiudg und Katalogt- 
sirung der BQeher nöthig gemacht bat, um so diefir, afs ohnehin nur 
ein alphabelischeF Katalog der filteren BiMi^oihek bis 185'2- vorhandea 
ist« Zur Benutzung ist die Bibliothek regelmässig Sonnabends 11 — l 
Uhr fär Jedermann zugäoglicb, wiewohl von dieser Freiheit seither 
wenig Gebrauch gemacht worden ist. Die Verwaltung der Samiplang, 
binsichllich welcher ebenfalls in der nächsten Zeit eine neue Organi- 
sation 2U erwariea steht, ist seit 1839 dem Diiceclop Dr.W.F,Volger 
übertragen. 

Was übrigens die Bibliothek der 1852 aufgehobenen Ritter- 
Akademie anlangt, deren grösserer Theil, wie erwähnt, der Stadt« 
bibliothek einverleibt worden ist, so war dieselbe im XVn. Jahrhun- 
derte aus der Bibliothek* des Benediktiner - SL Michaelskloslers gebildet» 
und 1803 durch die Buchersammlung des Bectors J. H. Nicias vormehit 
worden. Sie enthielt vor Aufhebung der Akademie LT — 18,000 Bände 
Druck- und über 120 llandscbriAen , und war besonders reich im 
philologisdien Fache» Bei der Aufhebung der Anstalt wurden die 
Bücher vertheilt, und es erhielten, ausser dem Johanneum, dem Schul- 
lehrer- Seminare und der. Sladtbibliothek, auch die Universität Göt- 
tingen über 3000' und die königliche BtUiothek in Hannover 8 — 900 

Bände. 

Kiaut, G., ComtUdillalio de Codd. Lana^bM-gelfis., ({n\ha» VAfi juris German. 
medio aevo scripti describonlur. Gott. 1S30* 4» 

Die Bibliolhek der Killer- Akademie bclr.: 

Martini, A*, Beilrä^c zur Keonlniss d. Bibliothek d, Klosters St. Michaelis 
z\i Luticborg. Das. 1827, 8, 

^Bibliothek deiä Athenäums verwendet zu AnscbalTungen 
jährlich 25a Fi. 

^Christliche Leihbibliothek ist, in Folge des vom Bi- 
schof Johann tbeodor am IS. Januir 1844' erlassenen Hirtenbriefes, 
zur AbWtehr gegen die verderblichen Folgen der Leclüfe unchrisllicher 
Bücher begründet worden. 

♦Bibliothek dtr Aiterthums-Gesellscbäft (fßlr BTrfor- 



sehiMg üo^ Ethnhmg historischer Homurrente im Oro$sfrer^ogthutir 
Luxenitofg) soll nicht 6hfkt grossen Werlh sehi. 

*^SUtfthifcliothek, im Gebende des Gyrnvasial • Conegicrm^, 
ist 1819 — W angelegt worden: als Grund dazn diente eine Auswahl 
von Böcbern atts den verschiedenen Viblrotheken der unter der fran- 
:idsi8cb«n Regierung aufgehobenen Klöster und Abteien des Grosisher- 
zogthrnms. Sie enrhielt 1844 gegen 20,009 BSnde, aber nicht mehr 
als I<^2 Handschriften, da die französische Regierung, was von der« 
gleichefi in den geistlichen SäuserA aufgefunden worden war, zürn 
grösseren und besseren Theil nach Fans hatte schaffen hssen. Zum* 
Bnlerbailio der Bibliothek und zum Ankaufe von VQcfaern waren jähr- 
lich 20i Fl. bestimmt. Vit Ausnahme der Zeit der Studienferien vom 
24; August bis zum 1. October stand die Sammlung regelmässig jeden 
Bie^tag und Bonnerstag I — 5 Utir zum Gebrauche des Publikums^ 
offen; doch worden Bacher nicht ausgeliehen. KMiothckar war der 
Obermerfickialritlh Dr. N.Glasen. 

Der Kaialof^fm» lM4 unter der Presse. 

*ßürger- oder Stadibibliothek ist am Noujahrstage.1812 
eröffnet worden. Sio enthält &ber 10^000 Bände^ fast nur Schriften^ 
welche die Schweiz betreten, und ist in* dieser Beziehung wohl die 
wichtigste Sammlung der ganaen Eidgenossenschaft, wjozu der reiche 
Vorralh von iKandschriften, welche 1810 aus dem Besitze des Seckel- 
meisters J. A. F. Balthasar angekauft wurden^ und dio vom Chorherrn 
Stalder gesohenkte Bibliothek nicht wenig beigetragen haben« Zur 
Benutzung ist die Bibliothek Sonntags 10 — 12 » sowie Montags, Mitt- 
wochs und Freitags 2 — 5 Uhr geöffnet ^). 

Bahbasar, J. A. F., Verzeicbniss d. flandsrhriflen u. Collectan., Vaterland, 
liibahs, die zn den Druckschriften d. Schweizerbibliolh. gehören^ a. welche der 
Bi»ilz«r säuratlich d. Vniersfadt «• seinen ttitbürgern zu Obertassen gesinnt ist. 
Lac ISeOi Si 

(Keller, L.) Katalog der Bnrgerbibliolbek in LMern. Das. 1840» 8» Mit 
einem Vorwort von J. V. Oslertag, die Gescbichle der Bibiioth. eiHbaltend. — 
iHerzit: FortSetzuilg 184Ö n. eine zweite 1851, beide von J. V. Osterlag. 

*Kantonalbibliothek besteht als solche und zum Gebrauehe 
des grösseren Publikoms seit 1933-^93. Ihre Grundlage bildet di6 
bei ^r Stiftung <fefs JesnitencoHegs 1677 von der Regrcrung för 
dOW Fl. angesdiafte und ferner Vom Colleg selbst, sowie Vielen 



1 1 1 



*) im Süerap« 1M3. p. 174 wird bei^lchfet, A»M die Barg^rscbaft ibr von 
einer Geslfllscttaft; LHl^ralaf hretDÖe »Diftibbt«»«» OeicbeMk tinet alhT %0B0 f K 
geschitzIcQ' Büchersammhmg vait 12^000 Bänden um desfrwillea aosg^sofalagea 
habe, weil eine ansl&ndige Anfstellang der ßibliothek zur Bedingung des Ge- 
schenkes gfenncbt worden sei^ obschon skh 80 ßüfgef za bedeutenden Beiträgen 
fftr die erförd^rlMhen Bauten erboten leMir hlU^Ot 



252 Xttxern, 

Scfacnkgebern reichlich dotirte «od vermehite Jesuiten« oder Xaveria- 
nische Bibliothek, die später uoter dem Namen der Professorenbiblio* 
thek bekannt war, weil sie ntolich nur den Professoren zur Be- 
nutzung offen stand, wogegen zum Gebrauche der Armeren Studenten 
eine aus den Doubietten dieser grösseren Sammlung angelegte kleinere 
und durch einen Fonds von SO FL unterstützte Bibliolheca pauperum 
Studiosorum bestimmt war. Unter den der Jesuiten • oder Professoren- 
bibliolhek einverleibten grösseren Bflchereomplexen sind besonders zu 
erwähnen: die von Elisabeth Leu 1619 geschenkte BQehersammlung 
ihres Bruders, des Propstes am Stift im Hof — die auf 1200 Fl. ge- 
schätzte Bibliothek des Chorherrn Caspar Cysat zu Hflnster, die zu- 
gleich die Bächer des Stadtschreibers Renward Cysat enthielt, uod 
1029 ebenfalls durch Geschenk iu den Besitz der Jesuiten kam — 
ferner die von den Chorherren und Professoren Bielmann 1807« Lot« 
tenbach 1820 und Gflgler 1S27 nachgelassenen Bibliotheken, ifthl- 
reicher und umfänglicher als diese Erwerbungen sind die, welche der 
Jesuiten - oder Professorenbibliothek,< seit sie in die Kantonalbibliolhek 
umgestaltet worden war, zu Theil wurden: ausser einigen nicht un- 
b«?trächtlichen Geld - und BQchergeschenken, die sie mehreren Gönnern 
verdankt, z. B. der Büchersammlung des Chorherrn Widmer, erhielt 
sie die von der Regieruug 1632 für 8000 Schw. Fr. angekaufte Samm- 
lung von 10,000 Bänden des Grossrathes A. Balthasar; ferner die 
Böchersammlung des Schultheissen Ed. Pfyffer; 1S36 die namentlich 
in der älteren Theologie und an Inkunabeln sehr reichhaltige Biblio- 
thek des Franziskanerklosters in der Au zu Luzern, mit mehreren äl- 
teren Handschriften und einer Sammlung von Münz- und Medaillen- 
ahgflssen ; 1838 die des aufgehobenen Franziskanerklosters in Werthen- 
stein; ferner noch durch Vertrag von 1844 die von der Lesegesell- 
schaft 1788 gestiftete Bibliothek von 12,000 Bänden; endlich in 
neuester Zeit die ausserordentlich starke und werthvoUe Bibliothek der 
Cisterzicnserabtei St. Urban an der Rath im Bonwalde. Letztere soll 
nahezu an 40,000 Bände umfassen, so dass dadurch der Gcsammtbe- 
stand der Kanlonalbibliothek, die ohnehin schon vor der SU Crbaner 
Acquisilion über 50,000 Bande Druck- und 200 (nacli Edwards 500) 
Handschriften im Besitze hatte, bis auf 90,000 Bände angewachsen 
sein müsste. Aufgestellt ist die Bibliothek im ehemaligen Jesuiten-, 
dem jetzigen Regierungsgebäude» wo ihr 1845 nicht weniger als sie« 
ben Zimmer eingeräumt waren. Die zu ihrer Vermehrung und Ver* 
waltung angewiesene Summe betrag damals jährlich c. 2900 Schw. Fr. 
(1933 Fl. 39 Kr.), wovon 900 (600) auf den Gehalt des Bibliothe- 
kars und des Abwartes und c. 2000 (133372) ^^^ 'Anschaffungen 
gerechnet wurden. Zur Benutzung fQr das gesammte Publikum ist 
die Bibliothek laut Reglement von 1843 jeden Tag lugänglich (sie 



Xtuarn, Magdeburg. « 253 

wird nie geschlossen), und steht zu diesem Behufe in folgenden Stun- 
den offen: Montags, Mittwochs, Donnerstags und Freitags Vormittags 
10 — 12 und Nachmittags 1 — 4 im Winter und 3 — 6 Uhr im Sommer, 
ferner Dienstags 9 — ^12 und 1—3 Uhr, Sonnabends 9 — 12 und an 
jedem Sonn- und Feiertage 10 — 12 Uhr. Der Zutritt zum Lesezim- 
mer ist durchaus unentgeltlich, wogegen Diejenigen, welche die Bucher 
zu Hause benutzen wollen, för ein Buch jährlich 2 und halbjährlich 
1 Fr., vierteljälirlich 5 Blz« praenumerando zu zahlen haben« Nicht- 
kantonsbürger haben, wofern sie sich nicht im Kanton niedergelassen, 
ausserdem noch eine der Bibliothekscommission annehmbare Bürg- 
Tschaft zu leisten. Die Zahl der Leser belief sich 1844 auf c. 450, 
die der verliehenen Bücher auf mehr als 5000 Bände. Die Oberauf- 
sicht über die Bibliothek führt der Erzichungsrath , die höhere Ver- 
waltung eine aus^ sieben Mitgliedern bestehende Bibliotheks-Gommission, 
welcher der Bibliothekar als Secretair mit angehört. Bibliothekar war 
1845 der Pfarrverweser Fr. X. Bern et, und demselben zu lliifsieistungen 
ein Abwart beigegeben. 

(Keller, L.) Bücher- Vcrzeichniss d. Kantons -Bibliothek ii> Lnzern. Bd. I— HI. 
Lnz. 1835 — 36. 8. Mit histor. Einleitung. — Fortsetzung dazu von Fr. X. Bernet 
1 — III. Das. 1839 — 46. 8. Mit Reglements. (Laut Regiement mass das Ver- 
zeichniss von Zeil zu Zeit fortgesetzt werilen.) 

(Schiinke) Verzcicbniss d. Doublelten d. Kanlonsbibliolhek in Lazcrn, wel- 
che d. i.Octbr. 1851 öfT. versteigert werd. seilen. Lnz. 8. 

^Bibliothek des Gapuziner-Klosters auf dem Wae- 
semlin ist an theologischen Werken und Inkunabeln sehr reich. 

^Bibliothek des Lese • Vereines der Kreise Altis« 
hofen und Beiden ist klein, aber gewählt. 

(Berntt, Fr. X.) Biblialhek d. Lesevereins d. Kr. Allishofcn a. Reiden. 8. 

*Dom«Gymnasialbibliothek (Noritzbibliolhek) ist seit der 
IS 10 erlolgten Aufliebung des Domcapilels Eigenthum des Domgym- 
nasiums, und in dem Gebäude desselben aufgestellt. Sie besteht seit 
dem X. Jahrhunderte, und ist im Laufe des XVI. durch die Bibliothek 
des Dominikaner- oder Pautinerklosters vermehrt worden. Dier Zahl 
ihrer Werke belief sich 1846 auf über 12^000 Bände, d^irunter einige 
100 Inkunabeln und 250—^300 und mehr (meist mittelalterliche Theo- 
logie und Philosophie betreffende) Handschriften. Zu Anschaffungen 
waren 1844 jährlich 125 Thlr. bestimmt, wozu bisweilen noch kleine 
Zuschüsse hinzukamen, die, auf Antrag des Provinzial-Schulcollegiums, 
Ton dem Ministerium der Unterrichtsangelegenheiten aus der Gymna- 
sialkasse bewilligt wurden. Die Bibliothek war zunächst zwar nur 
zum Gebrauche der Gymnasiallehrer bestimmt, doch auch für jeden 
anderen wissenschaftlich Gebildeten von gutem Credit zugänglich, und 
konnte zu jeder mit dem Bibliothekare verabredeten Zeit benutzt wei*- 



254 Magielmr ff 

deo. Gescliksseii wtirile die BjbliQUiek fa/it jemals ^ weil ««lies, 
selbst picht wühreod der Schulferien, der Fall vorkam« dass der Vor- 
stand der Bibliothek (der Directpr des Demgymnasiums Consistorial- 
ralh Dr. C. Funk) und der Bibliothekar (Professor Dr. Fr, Wiji^geri) zu 
gleicher Zeit von Magdeburg abAve&end waren, — Zum Gebraocbe der 
Schüler des Gymnasiums besteht eine eigene SchülerLibliothek. 

Göring, A., Notilia Cod. M9. e L. Ann. Sonecae epistolis, Diogenis Lserlii 
et D. Josliniani tnsittulionibns cxcerina conttnenlis. Lnb. 1823. 4. (Progr. d. 
-Lflbecker Sl, Catbarinenschole.) 

Wiggert, Fr., varia^ Uclioops ad Uca^i PbarMÜs l)L Qxlrag«. cod. Xagdcborg. 
descriptac. Magdeb. 18^4. 4. (IVogr. d. Magdeb. pomg^ramasiiuns.) 

^Bibliothek des Pädagogiums lum Kloster U. U 
Frauen, weicher 1796 die U. R. Buclmcr'sche Buchersammlung ein- 
verleibt worden ist^ mag bedeutend sein, da 1844 zu ihrer Verwaltung 
nicht weniger als drei Bibliothekare» nämlich der Director, der Rector 
und ein Professor, bestellt waren. 

«Raths- oder S tadtbihlio thek ist in der Hitle des XVII. 
Jahrhunderts gestiftet worden, zur Zeit, als sich die Stadt von ihrer 
1631 erlittenen Zerstörung wieder zu erholen begann^ Anfangs scheint 
flie binsivCbtUch ihrer Vermehrung blos auf einzelne im Gaazeii spär- 
liche Geschenke «ngewieseii gewesen zu sein. Gegen Ende des XVHI. 
Jahrhunderts wurde ilir aber d^rch Ankauf einer bedeutenden Samm- 
lung von llagdeburgieis aus dem Nachlasse des Regieruugsratbes 
.V. Biedersee eine sehr beträchtliche Bereicherung zji Th^iU Die Bände- 
zahl belief sich 1S44 9uf ^twa 12,000 (00S3 Werkß), die im Bpih- 
Jiause aufgestellt sind. Zu p^^n ARSchalfungen giebt die Kimmerei- 
kasse jährlich 300 Tlilr. Zur Benvizung des gesamn^ten Pabltkums, 
welches er«t seit 1618 su Bibliothek Zugang hat, wur^e dieselbe 
frQher täglich Nachmittags 3 — 4, später nur Mittwochs und Sonn- 
abends 3-<-6 Ulir geoiTnet. Die Zahl der Leser J)etru3 durchschnitt- 
lich im Jahre 250 Personen und die der verliehenen Bödier 8ßO-^ 
1000 Bände. Nur zur Zeit der Revisionen, die jedoch nicht regel- 
mässig wiederkehrten, wurde die Bibliothek geschlos^seo. Das Personal 
bestand 1846 aus einem Bibliothekare (Stadtschulfalh E« Grubitz) und 
einem Assistenten (Magistratssecretair II. Gorisph). 

^Bibliothek der Stadt-Schule, im Locale der Vorb^rei- 
tungsschule aufgestellt, ist 182 $2 vom Magistrate begründet worden, 
und enthielt 1844 bereils 3500 Drucksehriften, zu deren Veraaehrung 
eine jälirliche Summe von lOD Tblr. angewiesen war. Bis 1330 hatte 
die Biblipüiek zu AnschaiTungen das Dreifache zu verwenden gehabt. 
Mit Ausnahme der Schulferien wurde die Sammhing für dlß Lehrer 
der zum städtischen Scbulverbande gehörigen Sichlilen , ausiiahms- 
wejse auch für andere Lehrer und LitteraUirfjreuiMle» Mlttwo£hs l — 2 
Uhr geöffnet. Die Zahl der Leser belief sicli avif jährlich 50 — 00^ 



iie 4er iferljeliffeii PftcNr ^pf 4—500 Bfi^le« Das 9ii)>)l9tt«kariat 
J>/e|clei(|eLe der fiectpr 4er Bür£iftr8chji|Io (iC.A« Yocke). 
j;)er Katalof ist gedruckt, 

. mM HB *), 

Stadlbibltpthek, ^ie frühere UniversUJ^sbibliotlie^, ist ISOO 
neu orgiioisirtt uq4 %^Vß öiTentlicben pcbryuche zyg«Bglj(;h geipa^ht^ un4 
ISü^^ vom Kfiiscr Napoleon der Sudt zum £jgeoUmAie öbergfiben 
nordeq.. Ibre Gruj^dlige ,>jllden die eltepiajigen V^ipz^r SjUfu* pni) 
Klosterbibliolbeken, zu denen als die bc(j[euteQdsle Yerjoehruag dif 
BflchcrBammluftg des Barons v. Eberstein hinzugekommen JsU Oio Bi« 
bliolhek ist seil 1S46 im ehemaligen kurfarslltchen ResidenMchloss« 
aufgesteHt, und enlbSlt (ausser einer in Bezug auf Mainz durchaus 
vollständigen Münzsammlung) etwa 100,000 Bände namentlieh vieler 
geschichtlicher Werke, 4000 Inkunabeln und 800 Handschrirten, auf 
deren Vermehrung, ausser zuweilen eiotrelenden ExlrabewilJigungeiii 
Jedes Jahr regelmassig elwa 1200 Fl. verwendet werden. Zur Zeit 
der ersten französischen Bcpublik sind leider viele alle Druckdenkmal« 
an Prankreich verioren gegangen — die sich jetzt in der grossen 
Pariser BiMiothek Ijefmdcn — und dafür 1801 nur einige tausend 
B^ndd franzosischer Liüeratur wiedergewonnen worden. Die Auf- 
stellung der Bücher, über welche ein sysleinalischer und ein alpha* 
hetiscber Katalog vorhanden; ist nach einfHchem wissenschaftlichen 
Plane ausgeführt. Zur Benutzung für Jedermann ist die Bibliothek^ 
mit Ausnahme der Sonnabende, Sonn- und Feiertage, jederzeit 9 — 1 
Uhr zugänglich. Verliehen werden jährlich etwa 5000 Bände. Das 
Personal bettdil aus einem Bibliothekare (Dr. Ph, II. Külb) uad dessen 
Gehilfen. 

Lefipontii,' 0^ OiacDrsos paraeoot. pro pihliolbecfi publica «^ ^voie(^lfS eruT 
dilor. io nrbe IfogoBt. erigenda et atabiii.enda. Mog. 1737. fol. 

Librorom, qui io Bibli'olhcca iJDiversitalis MogunL in dnplo adservanliir, 
CatalQgns. Mog. s. a. 8. 

Fischer, <t. , Besebreibiing einiger lyf>ogra|>li. Selteoheitep «. ncrkwärd. 
ilaodädirififio, nebst Be^irägep zur ErfiodjiiH^lfiesGbicbte d. BJjcbdrockerkunsU 
(Bei Eröffnyng der Uaiv^rsilälsbibJiotbck zu Mainz bcrausgj 6 Lieferajigen, 
Mainz. 1800-4. 8. 

Die Bibliothek des DomcapitcTs betr.: 

WArdiwein, St. A., Bibtiotfaeca MogoNtiiia librit se«. primo lypograpbio^ 
UagBOtifl« impressis instriicta faiac iode addita inre^ta^ (Fl^Sraphiae bislofia. 
Aflg. Viod. 1787^ 4. — unveränderte Aniigaben, nur mit and. Tilcjn: .Ibid. 
1789. 4. i Ulm. 1789. 4. (fst ein gewöhnlicher Inknnabelkalalog, soll aber 
banpts9cbljch nach Exemplaren d. Dorabibl. gearbeitet sein.) 

Maiinltelui» 

*Bihliothek des Oberhof-Gerjchtes soll nicht unbedeu- 
tend sein, pie Aufsicht darüber führt der OberhofgeriQhts - Secretair^ 



*) -Ph.fl. Külb «rbei«et«B «fner 6«Mhl«bte d«r •?eridii«d, Maiocer Bib(iol&ekeiu 



256 JVaniiAetm, MaHmirg. 

*Bibli'otbek derHarmon ie-Gesellschaft, im Harmonie- 
gebäude, ist 1810, meist durch Böchergesehenke vou Mitgliedern, be- 
grOndet worden, und enthielt 1844 fiber 14,000 Binde, auf deren 
Vermehrung jährlich 600 (froher mehr) Fl. verwendet wurden. Mit 
Ausnahme des Juli Wit die Bibliothek für alle Harmoniemilglieder 
Dienstags und Freitags 11 — 1 Uhr geöffnet, und wurde sehr stark 
benutzt, so dass durchschnittlich im Jahre Aber 14,000' Binde unter 
den Lesern in Circulation waren. Das Bibliothekariat bekleidete der 
Professor Ph. Rappenegger. 

Kstaloga sind in verscbicdenen Zeiten im Dmcbe ertcbieneo, t. B. 1837, 
nebst Forlsetznog 1844. 

«Lycealbibliothek enthalt 20— 2S,000 Binde, darunter seit 
1789 die BQchersammlung des Bibliothekars F. J. Desbillons und seit 
183Ö die des Hofralhs Weickum. Einer der Professoren (1343 Sachs) 
iöhrt die Aufsicht über die Bücher« 

*SchlossbibIiothek, der Rest der 1761 gegründeten kur- 
pfilzischen llofbibliothek, ist im Schlosse aufgestellt, und wird nicht 
weiter vermehrt. Die Angaben über ihre Büclierzahi sind verschieden, 
und schwanken zwischen 30-- 70,000 Binden: die letztere Angabe 
ist wohl jedenfalls zu hoch. Die Obhut dieser Sammlung halle- 1844 
der Professor Ph. Rappenegger. 

Calaloguft MSSlor. Bibliothecae Camerariorom. S. 1. et a. 8. 

^Bibliothek des Vereines für Naturkunde 1soll missigen 
Umfang haben. 

inarliiurif« 

*Universititsbibiiothek ist •— wiewohl über ihre erste 
Anlage genauere Nachrichten durchaus fehlen — wohl als gleichzeitig 
mit der Universilit selbst 1527 gestiltet anzunehmen: ihre Grundlage 
bilden wahrscheinlich ein Thcil der Bücher, welche die Marburger 
Kugelherren, die Abtei llaina und andere aufgehobene Kloster be« 
sessen hatten,' und die von dem Stifter der Universität, dem Land- 
grafen Philipp dem Giossmüthigen von Hessen, der Hochschule zo 
einer Bibliothek überlassen worden waren. Es ist sogar wahrschein* 
lieh, dass Anfangs auch die Schlossbibliothek des Landgrafen zur Un« 
terstützung des Studiums der Professoren bestimmt und zugänglich 
gewesen sei. Zur Zeit, da die Universität 1564 einer Reformation 
unterzogen wurde, erstreckte sich diese auch mit auf die Bibliothek: 
der auf sie bezügliche Abschnitt der reformlrten Universitätsstatuten 
lautet, wie folgt: Dieweil auch zu eyner gemeynen Biblioihecen tjm 
allen faciUieten allerhandl Bücher allbereul gezeugt sein^ vnd noch 
uoeUer gezeugt werden sollen, den Professoribus et Sludiosis xum 
besten, So sol der Reformator und Rector eynen geschickten man äuss 
den Professoribus ordnen, der diese Bibliothecam anrichte vnd tu ver- 



voarung habe, auch yeder zeit dauan rede md aniw&rl gebe* Vnd 
damit die Bücher nit verrucHU werden. So solien sie aller an KeUen 
geschmidti Auch eyn ordenllieh Jnventarium darüber gehalten, tmd 
eynem yeden Professori vnnd Stu^oso vergant werden in $oUhe Bi- 
bliotheeam zugehen j Doch das keyne Bücher priuatim daruon getra- 
gen noch verlauhen, auch keyne blelter daraue geschnitten werden. 
Was die Vermehrung der Bibliothek betrilTt» so ist darüber aus den 
ersten Jahren nichts weiter bekannt; die erste ansehnliche Bereiche- 
rung, welelie ihr zu Theil wurde, bestand in der vom Grafen Chr. £. 
V. Diez (1603), einem Sohne des Landgrafen Philipp, in seiner. Ge- 
fangenschaft zu Ziegenhain hinterlassenen Bfichersammlung , die der 
Universität 1605 vom Landgrafen Morilz geschenkt wurde« Dafür mag 
aber auch die Bibliothek, als die von den beiden hessischen Regenten- 
hüusern anfänglich beschlossene Gemeinschaft der Universitäten Mar- 
burg und Giessen — demzufolge Giessen 1624 mit nach Marburg 
verlegt worden war -— durch den Ilauptvertrag von 1649 wieder 
aufgehoben, und 1650 Giessen von Marburg getrennt, und die Uni- 
versitätsbibliothek zwischen beiden gelheilt wurde, erhebliche Einbusse 
erlitten haben, wie denn Qberhanpt ein wesentlicher Fortschritt der 
Sammlung im Laufe der nächsten hundert Jahre, trotz vieler einzelner 
namentlich von Professoren dargebrachter Geschenke, nicht bemerkbar 
ist. £rst von 1746 an traten günstigere Zeiten ein, nicht nur dass 
die der Bibliothek zu Anschaflungen zukommenden ständigen Geldmittel, 
die mehrere Jahre lang nicht ausgesrahlt worden waren, flössig ge- 
macht wurden, sondern die Bibliolhek erhielt auch von dieser Zeit an 
mehrere grössere Bflchercomplexe, wie: 1763 eine Anzahl von Bü- 
chern aus. der fürstlichen Bibliothek zu Gassei, welcher 1757 von 
dem geheimen Kriegsratbe Ph« Senning eine sehr ansehnliche Bücher- 
sammlung,- unter der Bedingung, dass die in dieser Bibliothek schon 
vorhandenen Weike an Marburg abgegeben werden sollten, vermacht 
worden war; femer 1771 durch Kauf die Büchersammlung des Pro* 
fessors Ph« J. Borell , darunter einen schönen Vorrath medicinischer 
Dissertationen; 1773 durch Vermächtniss die etwa 8600 Bände starke 
Sammlung, des Universitätskanzlers Geheimrath J. G. Estor; 1781 durch 
Geschenk die zur Theologie, Philologie, Kirchenhistorie und Patristik 
gehörigen und einige andere Werke aus der Bibliolhek des Professors 
H. 0. Duysing, zusammen 4 — : 500 Bände; 1810 die Bibliothek der 
deutschen Ordenscommende zu Luclum als ein Geschenk des Königs 
von Westphalen ; 1812 von dem nämlichen Geber den Rest der Biblio- 
thek der Gorveier Benedictiner- Abtei; 1816 als Geschenk des Kur- 
fürsten Wilhelm L einen Theil der Bibliothek der früheren Universität 
zu Rinteln, deren anderer Theil in Rinteln verblieb, und in den Be- 
sitz des dortigen Gymnasiums kam. Die BiMiothek, die in einem 

Pet9holdt,ndb,D.B. 17 



ttiB Marienlhal, MarUnwerier , MwrfUbrrit, Maroich-VdidrMy* 

eigenea GebSade aofgeslelit ist, enthielt 1846, ausser einer sehr xahl- 
reicbcD Sammlang akademischer GelegeBheilsscbrifen, über 100,000 (nach 
Edwards' unxuverllssiger Angabe nnr 55,000) Binde Druck- und Band* 
schriftMiy SU deren Vermehrung jährlich 2500 Thir. bestimmt waren. 
Unter den Druckschriften finden sich viele und gute Inkunabeln. Zir 
Benntsung wird die Bibliothek, mit Ausnahme der akademischen Ferien, 
wo sie nur Mittwochs und Sonnabends 1 — 3 Uhr 2uginglich ist, re- 
gelmSssig an jedem Wochentage und zwar Mittwochs und Sonnabends 
in den schon angegebenen Stunden und an den übrigen Tagen 11—12 
Uhr geöffnet. Die Zahl der Leser belauft sich jähriicfa auf 200—300 
Personen, die der verliehenen Bücher auf mehr als 8000 Bande. Das 
Personal bestand vor einigen Jahren aus einem ersten (Professor Dr. 
E. L. Th. Henke) und einem zweiten Bibliothekaru (Professor Br. l 
Gildemeistet), einem Secretaire, drei Custoden, einem Scribenten und 
einem Diener. 

Herrmann, C. F., Calalogns Codd. MSStofv ^oi in Bibliotbeca Acadeo. 
Marbargens, asservaotiir, latinor. Ilarb, 1838. 4. Zwei Programme. 

Kjusd. Analecta Calalogi Codd. MSSlor. Bibliolbecae Acad. Marburg, latioor. 
Marb. 1841. 4. 

Ejnsd. Disserlalio de codice Lncani meto in Bibliotheca aeadem. assenaio* 
Marb. 1841. 4. (LecUooskatalog.) Man hat 1847 begODiieo, AccessionskiU- 
loge drucken za lassen» 

Marientlaal (in Sachsen). 
^Bibliothek des Cisterciens er- Jungfrauen -Klosters 

soll nicht ganz unerheblich sein, was bei dem Aller des RlosleiSi 
welches im XIll. Jahrhunderte entstanden, wohl glaublich ist. Die 
Aufsicht darüber führt AK Anna Joanna Flaetscbger, die Stellverlreterio 
der Aebtissin. 

Marienwerder. 

*€ymnasialbibliothek zerfällt in üie Lehrer- unddieScfafl* 
lerbibliothek , deren erste 1847 etwa -6000 Bände excl. Karten iin<i 
Atlanten, die andere über 1000 Bände enthielt. 

Marktlirelt. 

«Sehulbibliolhek. 

Schmidt, J. M., Progr. zur öOentl. PrflfnDg n. Erneocrnng der dasif^i 
Scfatilbiblioihek. Seplbr. 1778. 4. 

Marosela - TasArlieli^. 

*Oeffen Hiebe Teleky'sche Bibliothek, im Teleky'schei) 
Palais, enthäit über 80,000 Bände nebst einer Mttntsaramlong, and 
ist 1812 vom Grafen S. Teleky v. Sz^k, dem ehemaligen Kanzler von 
Siebenbürgen, zum uffemlichen Gebrauche gestiftet worden. Zogleicü 
hat der Stifter zum Ankaufe neuer Bücher , sowie zur Besoldung der 
bei der Bibliothek beschäftigten Beamten der Stadt eine bestiniDte 
Geldsumme vermacht. 



u» 



t 



Martin^erffy Ma^ee^ Mayhingen ft. WaSerstein. 259 

^ Bibliolheca San. 6. R. J. Com. Teleki ^ Ss«k. S Par(t. Vienn. 1796— < 
1811. 8. 

^Bibliothek der Benedictiner-Abtei, welche durch die 
Buchersamoilung 6« Kolmevich's vermehrt worden ist^ enihfilt 80,000 
Bände von Werken aus allen Faculläten» nebst einer Naturalien •» 
Mineralien-, numismatischen und Bildersammlung, 

Matsee» 

^Bibliothek des Collegiat - Stiftes enthält eine An- 
sah! Mss. 



Mayhlnifeii h. WaUemteln. 

Ffirstlich Oettit) gen «Wal! erste in's che Fidei comiAiss- 
Bibliothek bildet einen Theil der vereinigten KunU- und wissen- 
schaftlichen Sammlungen des forstlichen Hauses Oettingen - Wallerstein, 
und ist mit diesen in den Räumen des vormaligen Minorilenklosters 
aufgestellt. Schon 1803 halte die Bibliothek in Hayhingen ihren 
Anfenthalt angewiesen erhalten, war aber von dort schon 1807 in 
das unfern gelegene frühere Kloster Deggingen fibergesiedelt, und hier, 
was sie an Handschriften und Inkunabeln besass, von den Druck* 
Schriften getrennt, und 1816 nach Wallerstein in einen Seitenbau des 
nSrstiichen Schlosses, wo sich auch die ausgezeichnete Gemälde« 
Gallerie befand, geschalTt worden. Erst 1840 sahen sich die verschie« 
denen fiestandlheile der Bibliothek in Mayhingen, wo man einstweilen 
die Räumlichkeiten zu ihrer Aufnahme in zweckentsprechender Weise 
halle herrichten lassen, zu Einer Sammlung wieder verbunden, und 
bilden, v^ie bereits gesagt, mit einigen Kunst- und Naturaliensamm* 
lungen, die seit 1840 unter dem Namen eines Museums im ehemali« 
gen Piaristenkloster zu Wallerstein aufgestellt gewesen waren, und 
der Bibliothek nach Mayhingen allmählig gefolgt sind, einen Verein 
von Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen des fürstlichen Hauses. 

^ Die einzelnen BestandtheHe dieser vereinigten Sammlungen sind fol- 
gende: h Die annähernd auf 100,000 Bände geschätzte Bibliothek, 
die, ausser dem eigentlichen aus Druckschriften bestehenden grösseren 
Bibliolhekskörper, noch zwei gesondert aufgestellte Abtheilungen ent- 

' hält, und zwar a) die der Handschriften und alten Drucke, worunter 
sich wahre Prachtstücke mit Miniaturen und Holzschnitten vorfinden, 
und b) die der Oeltinganen, eine Sammlung, welche nicht blos Bücher, 
sondern auch Kunstgegenstände und überhaupt Alles umfasst, was 

' den Erinnerungen und der Geschichte des fürstlichen Gesammthauses 
Oettingen gewidmet ist — II. Die Kupferstichsammlung von mehr als 
40,000 Blättern» an welche sich eine werthvolle Sammlung von Ifand* 
Zeichnungen anschliesst — 111. Eine Münzsammlung von gegen 8000 
Stücken — IV. Eine Mineralien-, eine entomologische und andere 

17* 



£60 Maykii^m h. WaUerstem, 

mioder vollständige Naluralien- Sammlangen — V. Eine AnEalil physi- 
kalischer Apparate — VI. Verschiedene technologische und land- 
Tvirthschaflliche Apparate. |\Vas nun die Entstehung der Bibliotlick 
ausschliesslich anlangt, so ist dieselbe (seit 1821 Fideicommiss) aus 
den seit Jahrhunderten von den Grafen und Fflrsten v. Oeltingen an- 
geschafilen Bfichern, sowie namentlich' auch aus den Bibliotheken 
mehrerer Klöster > die nach der 1S02 erfolgten S&cularisation der 
geistlichen Stifter dem Fürstenthnme Oeltingen -Wallers lein zugefallen 
sind, gebildet worden. Die hierzu von den Klosterbibliotlieken gege- 
benen Beisteuern stammen aus den Benedictinerklöstern in Deggingen 
und za Heilrgenkreuz in Donauwörth, dem Minoriteukloster in May- 
hingen, dem Cistercienser - Nonnenkloster in Kircliheim, das Meiste und 
Beste aber aus dem Bejiedictinerstifle St. Mang in Füssen. Leider 
haben bei der Uebernahme der Bibliotheken dieser Klöster und bei 
den oft weiten Transporten der Bücher einige Verluste, wovon häu- 
fige Defecte noch jetzt Zeugen sind, nicht ausbleiben können. JNadi- 
dem früher und wiederholt begonnene Versuche, die Bibliothek zo 
katalogisiren und in Ordnung zu bringen, nie ganz zu Ende geführt 
worden waren, hat man seit 1S45 von Neuem damit und von Grund 
aus angefangen, und schon einen tüchtigen Schritt vorwärts gelhao. 
Die Bibliotliek wird nach einem wissenschaftlichen Systeme aufgestellt, 
und, ausser einem wissenschaftlichen Kataloge, ein alphabetischer und 
ein Nummernrepertorium angelegt. Zur Benutzung ist die Bibliothek 
für Jedermann zugänglich, und zwar für Fremde an jedem Tage, für 
Einheimische zunächst Dienstags, Donnerstags und Sonntags von 8 Uhr 
Morgens (mit Ausschluss der Mittagszeit und der dem Gottesdienste 
geweihten Stunden an Sonntagen) bis 5 Uhr Nachmittags. Die etwas 
vereinsamte (1 Stunde von Wallcrstein entfernte) Lage des Ortes aber 
mag daran Schuld sein, dass man von Seilen des Publikums die Bi- 
bliothek nicht so lebhaft benutzt hat« als zuvorkommend die Gelegen- 
heit dazu von der Direction geboten gewesen ist. Vorstand des Ar- 
chives und der vereinigten Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen 
ist der Domanialkanzleiralh Dr. W. Freiherr v. Löffelholz, Gustos der 
Haler L. Mayle. 

Culalog Ober d. Dupielten d. Fursll. OUingen - Wallersteioischen Bibliothek. 
Nördling. 1839. 4. 

Die Bibliolhek des Benedict! nerstifles St. Mang in FOssen. 

Helmschrolt, J. M., Verzeicliniss alter Ürockdenkmale d. Dibliothek des nr- 
allen StiAs zum IJ.Mang in Füssen, mit liter. Anmerkungen. Ulm. 1790. 4. 2 Tbte. 

Meinlngea ^). 
Herzogliche öffentliche Bibliothek ist von des Herzogs 

^1 ■■ I ■ I ■ -^ - ■ » 

* 

*) Ausser den nnter Meiningen genannten Btbllblheken befinden sich dort 
noch eine Bibliothek der Real «Schule nnd die des Hennebergisehen AUerlhams- 
Yereinas. 



Meiningen. 261 

Ernst des Frommen drillcm Sohne Bernhard, dem Stammvater des 
Sachsen - Meiningischen Hauses, zu Anfang des XVHF. Jahrhunderts 
(nach Edwards 1699, nach Koner 1706) gesliflel, 1763 durch die 
BüchersammluDg von Bernhardts Sohne, dem Herzog Anton Ulrich an- 
sehnlich vermehrt, und vom Herzoge Georg Friedrich Karl (1782 — 
1503) zu einer ölfenllichen Anstalt erhoben worden. Sie steht im 
herzoglichen Besidenzschlosse Elisabelhenburg, und zwar im sogenann« 
tun Alten Schlosse, und ist ChalouIIengut des herzoglichen Haukes, 
woran dem Staate kein Anrecht zusteht. Ihre Bündezahl belauft sich, 
mit Ausschluss der Dissertationen und kleineren Druckschriften, auf 
3O3OOO, wonach die gewöhnlichen zwischen 25 bis 40,000 BSnden 
schwankenden Angaben zu berichtigen sind. Am reichsten sind die 
Fächer der Geschichte , der Archäologie , älteren Theologie und der 
Staats- und Rechtswissenschaften besetzt, sonst auch die übrigen 
Fächer geeignet vertreten. Besondere Beachtung verdienen darunter 
einige Mss., mehrere sehr werthvolle Inkunabeln und unter Anderen 
eine Sammlung älterer Atlanten. Der sehr beschränkte Baum hat eine 
streng planmässige Aufstellung der BQcher, worüber ein systematischer 
Katalog angelegt ist, verhindert. Was die Dotirung der Bibliothek 
anlangt, so war dieselbe früher eine ziemlich geringe, wurde aber von 
dem jetzt regierenden Herzoge Bernhard Erich Freund auf 1000 Fl. Rh. 
erhöht, jedoch in Folge der 1849 eingetretenen Verhältnisse, die den 
Herzog- eines grossen Theiles seines Einkommens beraubten, auf 500 
wieder herabgesetzt. Zur Benutzung ffir das Publikum, ist die Biblio- 
thek in der Begel an jedem Mittwoch und Sonnabend 10 — 12 Uhr 
geöffnet — Ferien finden nicht statt. In' diesen Stunden steht Jedem 
der Zutritt zum Lesezimmer frei. Auf das Leihen von Büchern haben 
nur solche in Meiningen wohnhafte Personen Anspruch zu machen, 
die dem Bibliothekare persönlich oder nach ihren sonstigen Verhalt- 
nissen als zuverlässig bekannt sind ; Andere können nur gegen Bürg- 
schaft eines zuverlässigen Meininger Einwohners, sowie die Schüler 
des Gymnasiums- und der Realschule in Meiningen blos gegen eine 
mit der Namensunterschrift des Directors oder eines Lehrers der he- 
trefienden Anstalt versehene Empfangsbescheinigung Bücher geliehen er- 
halten. Ausserhalb der herzoglichen Residenzstadt dürfen Bücher nur 
dann an inländische Staatsdiener und Litteraten gegeben werden, wenn 
die Bücher in Meiningen nicht oft begehrt sind, auch dir Entleiher 
dem Bibliothekar als pünktlich und zuverlässig bekannt ist. Unter 
derselben Voraussetzung kann eine Verleihung wissenschaftlicher Werke 
auch an ausländische Gelehrte stattfinden. Vorgeschrieben ist, dass 
an Niemand mehr ab zwei, höchstens drei Bände auf einmal ausge- 
geben, und vor deren Zurückgabe dem Empfänger keine Bücher wei- 
ter verabfolgt werden sollen. Eine Ausnahme von dieser Bestimmung' 



262 Mtiningen, Meissen. 

ist nur dann zulässig, wenn SUalsdiener und Gelehrte zu dienstlicben 
oder wissenschaftlichen Arbeiten mehrerer Bände auf einmal bedürfen. 
Das Ausleihen der Bücher geschieht ffir gewöhnlich auf nicht länger 
als vier Wochen> welche Frist jedoch nölhigenfalls zweimal, aber dann 
auch nicht weiter verlängert werden kann. Romane und andere bel- 
letristische Schriften .sind vom Ausleihen ausgeschlossen, ausser wenn 
fQr deren Gebrauch ein wissenschaftlicher Zweck nachgewiesen wird. 
Ebenso dürfen bändereiche Werke, Encyklopädien, Wörterbücher und 
andere zum Nachschlagen nöthige Werke nicht verliehen und nur aus- 
nahmsweise in besonderen Fällen einzelne Bände, wiewohl nur auf 
eine bestimmte kurze Zeit, ausgegeben werden« Zur Verleihung von 
Mss«, Inkunabeln, Prachtausgaben und kostbarer Kupferwerke bedarf 
es der Erlaubniss des herzoglichen Landesministeriums. Erster und 
alleiniger Bibliothekar ist Hofrath L. Bechstein, zugleich Cabinetsbiblio- 
thekar und Archivar des Hennebergischen Gesammtarchives., 
Neue Bibliothek -Ordnang, s. Serap. 1847. Nr. 16. 
*Stadtbibliothek besteht seit 1793 (?). 

*BibIiothek der Fürsten-Schule zu St. Afra ist, wie- 
wohl sie Einige schon vor 1570 entstehen lassen, — zumaL der 
Kurfürst Christian II. von Sachsen in seiner Schulordnung erwähnt, 
dass sein Grossvaler, der Kurfürst August, bei einer jeden Schule 
einen feinen Anfang zu einer Bibliothek habe machen lassen — doch 
wohl nicht eher als 15SS begründet worden. In der Schulordnung 
von 1588 sagt wenigstens Christian I.: Wir wollen auch, dass zu 
Erzeugung einer Bibliothek zu Meissen aus der Schulen Einkommen 
alle Leipzigische Märkte funff Gülden, und also jährlich Funfzehen 
Gülden gegeben werden sollen, Christian II. bestätigte dies nicht nur, 
sondern verstattete auch, dass man den vermögenden Leu(£n, so der 
Schulen wegen ihrer Kinder, oder sonslen genossen. Item, wann sie 
ihre Kinder in die Schull bringen oder herauss nemen, zu gemut 
ziehe , ob sie auch zu Vermehrung dieses Anfangs etwas hierzu 
Schüssen wollten, und verordnete zugleich, dass alle Quartale von 
einem jeden vermögenden Kndben 1 Gr. zur Verbesserung der Biblio« 
thek gesammelt werde) denn ein solches wirdl sie nicht arm machen^ 
sintemal es besser ist^ den wen es für Nescherey gegeben wer.e worden^ 
Die erste ansehnlichere Vermehrung erhielt die Bibliothek durch den 
Rector A. A.lindemuth, welcher ihr 1663 seine Büchersammlung ver- 
machte. Spätere Bereicherungen sind: 1783 die. Bibliothek des Schul- 
inspeclors Kammerherrn H. A. v, Carlowitz zu Stösitz , welche der 
Schule ebenfalls durch Vermächtniss zufiel; 1832 die des Reciors 
Ch. G.König; 1846 für 200 Thlr. Bücher aus der BibUotbek des 
Rectors Professor i)r. D, K. W, Baum^farten • Crusius., Üeher dea gc- 



Mm$en» 268 

genwirtigeB BesUnd der Scbulbibliotbek ist xwar etwas Gewisses 
nicht bekannt i iinverbfirgten Nachrichten zufolge soll aber die Zahl 
ihrer Bücher, mit fiinschluss der den beiden nachstehend genannten 
kleineren Bibliotheken gehurigen Werke, an 10,000 BSnde betragen. 
Ausser der eigenUichen Schulbibliothek besitzt nämlich die Schule 
noeb folgende zwei Sammlangen: 1) die sogenannte AfranerbibUothek, 
eine Sammlung von mehr als 300 Schriften ehemaliger Afraner; 3) 
die seit 1841 gestiftete deutsche Lesebibltothek, diB bei Gelegenheit 
der Afraner Jubelfeier 1843 durch eine Sanmkiog von mehr als 1000 
Bänden deutscher Bücher aus dem Nachlasse des verstoi benen Afraners 
C.A.Vetter bereichert worden ist. Zur Vermehrung dieser Bibliothek, 
die auch von Zeit zu Zeit aus der SchulkaAse einige Geldbeiträge er* 
häii, hat jeder Schüler, soweit dessen Aeltern dazu vermagend sind, 
monatlich 1 Ngr. zu zahlen. 

Höre, J. G., Progr. de dooatis Bibliolbecie Afran. Bibliis lallo. Mit« 
1756. fol. 

Ejasd. Progr. de donato Biblioihecae Afran. Saluslio. Ibid. 1759. fol. (Das 
Salost-MS. befindet sich jetzt in d. Dresdn. kön. Bibliotfa.) 

Ejusd. Progr. de donatis Biblioihecae Afran. Biblirs laltn. Ibid. 1762. fol. 

Ejosd. Progr. de donatis Biblioihecae Afran. Boethii scriptis. Ibid. 1770. foK 
^Bibliothek des Hoch - Stiftes zu St. Johannes soll 
dureh den Bischof Geriing 1154 begründet worden sein: in Ueher- 
ciostimmung nut der hierauf bezüglichen Bemerkung in einer Hand« . 
Schrift des Meissner Stiflsarchives {G(*rungu9j Abbiu Bosanu$, Biblia^ 
theeam Episeopalem imiUuü) sagt Fabricius vom Bischöfe Gerung ua« 
ter dem J. 1154 primus hihliolhecam inslUuü, quam poitea mh Jo* 
Aoftne VJL auxH Hbris et aedificio omavit Melchior Meca Cardinalis, 
Praesul Brimnensü ei Misnensis Praepotüuf» Einer von GeniDg's 
Nachfolgern, Bischof Dietrich III. v. Schönheit, vermehrte sie 1471 — 70 
durch seine eigene in Italien zusammengebrachte werthvoMe Büeher- 
sammlung. Jetzt befinden sich die Bücher in Würzen unier Versehlus» 
des dortigen Golleglatstiftes St. Nana, wohin sie in Folge der zwi- 
schen dem Bischof Johannes IX. v. Haugwitz und dem Kurfüfaten 
Angust von Sachsen abgeschlossenen Capitulation vom 10* Oetober 
1561, die der Kurfürst Johann Georg HL in der für sich und seine 
Kurerben mit dem Domcapitel erneuerten perpetuirlichen Capitulation 
vom 28. September 1682 bestätigt hat, haben abgeliefert werden 
müssen. Obschon versichert wird, dass dort in Würzen der Biblioi- 
thek stets und bis zu der 1828 erfolgten Einziehung der Stiflsregk^ 
rung eine Vermehrung zu Theil geworden sei » so scheiol doch die , 
Sammlung seit- ihrem dortigen Aufenthalte mehrere Verluste erlitten 
zu haben, und mehr rück-, als vorwärts gegangen zu sein. Nach 
dem 1619 aufgenommenen Inventarinm betrug die Oesammtzahl der 
Bacher 711 Ifuiiniem. Der Bemtiung sind ai« luobt z&gAngbdi; 



264- Meldorf, lielk, Memmmgen, Merseburg. 

Petzholdl, J., Bibliothek dts Hoch-$Ufies zi St. Jobannos zu Meissen. 
(A.u.4).T.: Zur Geschichte d. Sacbs» Bibliotheken.) Meiss, 1840. 8. Gratii- 
lationsscbrjft z. Jubelfeier des Prof. Hermann iu Leipzig. 

Meldorf. 

^Gymnasialbibliolliek ist nicht bedeutend und ohne Aus- 
sicht auf rasches Wachslhum, da von der zu Anschaffungen bestimm* 
t^n ohnehin geringen Summe von 50 Thlr. jährlich auch noch die 
zum Drucke des gewöhnlichen Schulprogramms erforderlichen Kosten 
mit bestriUen werden müssen. 

Melk. 

^Bibliothek des Benedictiner-Stiftes, die seit dem X. 
Jahrhunderte besteht, ist in einem netten von Troger gemalten Saale 
aufgestellt, enthalt nach den gewöhnlichen Angaben Ober 20,000 (nach 
Edwards nur 10,000) BSnde, darunter viele schätzbare Inkunabeln, und 
1500 Handschriften. Bibliothekar war 1845 der Gymnasialprafect 
Professor T. Maier. 

• • • 

Kropff, M., Ilisloria Bibliotbecae Melliceos., in qua polissimum praecipoi 
qoid. et aelecli Codd. msti reccnsentur, vor seiner Bibliolh, Melllcens. Vienn. 
1747. 4. 

Memminipeii« 

^Bibliothek im katholischen Pfarrhause, dem ehe» 
maligen Augustinerkloster, enthalt ungefähr 100 Mss. und 500 Inku- 
nabeln, die theils dem genannten Kloster, tbeils den Kreuzherren an- 
gehört haben. Die Aufsicht darüber führte 1847 der Stadlcommissar 
Hacker. 

'^'Bibliothek der lateinischen Haupt- Schule ist in 
neuerer Zeit unter dem Subrector Weber neu geordnet, und vom Ma- 
gistrate sehr vermehrt worden. 

*Stadtbibliothek ist aus der Bibliothek der Antonier her- 
vorgegangen, wozu deren Hochmeister Petrus Mitte von Caprariis durch 
seine 1467 dem Antonshause und der Martinskirche geschenkten 
Bücher den Grund gelegt, und für diese Schenkung 1469 von Paul 
die papstliche Bewilligung erhalten hatte. In der spateren Zeit wurde 
die Bibliothek von den Lupinen, Schützen, Kochen und Hermannern 
vermehrt. Seit 1845 besteht ein eigener Comit6 zur Wahrung und 
Förderung der Bibliothekszwecke unter der Vorstandschaft des rechts- 
kundigen Bürgermeisters (damals v. Schelhorn). Secretair des Gomites 
war der Studienlehrer Fr. Schmidt, Aufseher der Bibliotliek der Slif- 
tungsrechnungsführer M. E. Gerstmaier, Bibliothekar Brommler. . 
CaUlog der Fr. Herman'achen Bibliothek in Memmingen. 1837.% 8. 
Satzungen d. Stadtbibliotbek in Memmingen. 1843. 

IfDouLbibliothdk, welche vom Bischof Wigbert (f 1007) an- 



Merseburg, lku$^w§tx, Milienberg, MiUitx, Minden. i%6* 

gelegt, und von dessen NacbMger Dilmar vermehrt worden ist, soll 
einen Schatz alter und schöner Handschriften besitzen. 
^Regierungsbibliothek. 
CataJog d, Regierongsbibliolbek in Mersebnrg. Das. 1838. 8. 

MeaselwItB hei Altehbnr^. 

^Prieiherrlich v. S^ckendorfscbe Majoratsbibliothek 
besitzt eine grosse Anzahl trefTlicher SUerer, besonders historischer 
Werke und unier Anderen auch viele höchst interessante Handschrirten 
und ßriefe von Gelebritftten. Ein Bihliolhekar ist nicht angestellt. 

MUteüber^» 

^Bibliothek der lateinischen Schule besteht: I) aus 
dem Nachlasse des froheren Gymnasiums, zum Gebrauche der Lehrer 
bestimmt; 2) aus der Armenbihliothek, dufch das vom Fondsverwal- 
tungsralhe bewilligte jährliche Aversum zur Unterstützung armer Scha- 
ler gegründet und erhalten ; 3) aus der Lesebibliothek , durch frei- 
willige BeitrSge der Lehrer und Schüler gestiftet und unterhalten, aus 
der den SchQlern alle 14 Tage Bücher geliehen werden. 

MIltltB bei inrelsseii« 

^Schulbibliothek, zu deren Vermehrung eine Stiftung der 
Familie v. Ileynitz Von 1751 besieht, ist von der gegen Ende des 
XVlIl. Jahrhunderts durch die GemahHn des Berghauptmanns Kammer- 
herrn V. Heynilz (f ISOl) angelegten Dorfbibliothek unterschieden, 
die aus den' «gemeinnützigsten ökonomischen und moralischen Schriften 
bestehen, jährlich vermehrt werden, und unter der Aufsicht des Pfar- 
rers der Gemeinde zur Benutzung zugänglich sein soll. 

ninden *). 

^Bibliothek der Westphälischen Gesellschaft für 
vaterländische Cultur ist 1826, gleichzeitig mit der Gesellschaft, 
durch freiwillige Beiträge der Mitglieder begründet, und theils auf 
diese Weise, theils durch Anschaffungen aus dem Fonds der Gesell* 
Schaft fortdauernd vermehrt worden. Sie enthielt 1839, ausser eini- 
gen Mss., Urkunden und Autographen, bereits gegen 800 Nummern, 
gedruckter ^Bücher. Nach den Statuten von 1828 sollten Bücher von 
denjenigen Besitzern^ welche sich deren nicht für immer entäussern 
wollten, der Bibliothek auch temporar überwiesen, und darin zur 
Wissenschaftlichen Benutzung eine Zeit lang — in der Bogcl nicht 
unter drei Monaten — aufgestellt werden können. 

*Gy mnasialbibliothek ist in neuerer Zeit durch Ankauf 
der von dem Director Dr. Imanucl nachgelassenen Büchcrsammlung 
vermehrt worden. 



'") Banemann, J, L«, de Bibliolfaecis Mindens» anliqnis et novis« Mind. 
1719. 4. 



266 Mimoeida, Mwsen, mOUImien, Jttiiaftan. 

^Bibliothek des Schul-Vereiaes — neben welcher noch 
eine Kirchen- und eine Schnlbibliolbek bestehen — ist 1839, ins- 
besondere durch die Bemühung des Advokaten Löhnig, begründet wor- 
den, und im neuen Sebulfaause aufgesteilt« Ihre Bindezahl belief sich 
1846 auf über 300, zu deren Yennebrung von 1847 an jährlich 10 
Thlr., sowie diejenigen lesegelder bestimmt waren, die nach dem 
Reglement für jeden Band, welcher langer als 14 Tage in den Hän- 
den eines Lesers bleibt, . I Ngr. k Woche gezahlt werden mössen. 
Für die ersten 14 Tage ist die Benutzung unentgeltlich. Anfangs 
war die Bibliothek nur zum Gebrauche der Vereinsmitglieder bestimmt, 
ist aber seit 1847 für jeden Einwohner der Stadt zugänglich > und 
wird zu diesem Behufe, mit Ausnahme des Jahresschlusses, jeden 
Sonntag eine Stunde geöffnet. Die Zahl der Leser betrug 1847 
c. 50 Personen, die der verliehenen Bücher c. ö50 Bände. 

Verzeichniss d. Bnchersammlaog d. Scbal?ereins zuMittwejda. Das, 1845« 8. 

Morseii (Horge^). 

*Oeff entliche Bibliothek soll sehr schätzbar sein. 

MIIhlhiMiaea« 

^Aathsbibliqthek enthält ältere Handschriften, 

Müaelieii *>t 

Bibliothek der königlichen Akademie der Wissen- 
schaften sieht unter der Aufsiebt des Gustos der königlichen HoX- 
und Staatsbibliothek G. Wiedmann. 

^Bibliothek des Haupt-Gonservatoriums der Armee 
enthält eine grosse Zahl ausgewählter Werke, vorzüglich im Fache 
der Geschichte, Kriegsgeschichte und Kriegswissenschatten. Ausser- 
dem besitzt das Hauplconservatorium eine reiche Sammlung von Kar- 
ten, Plänen und Modellen. 

Katalog über die im kön. bayer. HauptconserTaloriam d. Armee befindU ge- 
druckten Werke. Manch. 1834. 8. 

Königliche Hof- und Staatsbibliothek ist von Herzog 
Albrecht V, von Bayern (1550 — 79) begründet worden, der den von 
seinen Vorfahren ererbten Bücherschatz theils durch reiche Ankäufe 
in Italien, theils und vorzüglich durch Acquisition von drei werlh- 
vollen Privatbibliotheken ansehnlich vermehrte, nämlich der 645 Bü- 
cher und Handschriften starken Sammlung des Nürnberger Arztes und 
Geschichtsschreibers Hartmann Schcdel (f 1514), ferner der vom 



*) Ausser den unter Manchen erwähnten Bibliotheken' sind von bedeutende- 
ren noch die des erzbischöftichen Domcapitels und die besonilerd eribiscböfliche 
I)iöcesan- Bibliothek für den Klerus der Diöcese Manchen- Freising, di« desSlMte- 
ministerioms des Aeusserik^ des lillerariscbea Vereines, sowie 4ie Samaihing des 
Museums anzufahren. 



München. 267 

früheren bayerischen Gesandten und nachmaligen dsterreichischen 
Kanzler J. A. Widmannsladt (f 1558) hioterlassenen Sanunlnng von 
c. 500 Druckschriften und über 330 besonders ausgezeichneten orien« 
talischen Mss. und der bekannten namenUich im Ilandschriftenfache 
vorzüglichen Bibliothek des kaiserlichen Bathes und nachberigen baye« 
rischen Hofrathsprüsidenlen J. J. Fugger 1575. Um diese Sciiätse an 
einem sicheren Orte auCzuslclIen , Hess Albrecht an der neuen Burg; 
an der Stelle, wo sonst der Garten der Franziskaner gewesen war» 

' ein festes Gebäude aufführen, dessen Erdgeschoss zur Aufbewahrung' 
der AUerthümer, der obere Stock aber für die Büchersammlung unter 

' der Obhut eines Aufsehers — und schon damals zur Benutzung in- 
ländischer und selbst auswärtiger Gelehrter — bestimmt wurde. Auch 

i Älbrecht's Nachfolger, Wilhelm V., sorgte für die Vermehrung der 
Bibliothek nach besten Kräften: ihm verdankt sie unter Anderen 15S3 
eine erhebliche Anzahl von spanischen vom Bitter A. Stöckel gesam- 
melten Werken, sowie die Büchersammlung des Senators J. H. Hör- 
^art in Augsburg, die 1585 um 1509 Fl. angekauft wurde, und der 
Bibliothek die vollständigste Sammlung der bis dahin gedruckten mu- 
sikalischen Werke mit zubrachte; sodann 1594 die Bibliothek des 
Bomherrn L G, v. Werdenstein in Augsburg ; endlich auch den littera- 
fischen Nachlass des Wiguläus Hund. Die Gesammtzahl der 1595 
im Besitze der Bibliothek beßndlichen Werke belief sich auf ungefähr 

i: ^1}0G0, wovon die als ketzerisch anerkannten nach der Erlaubniss 
des päpstlichen Nuntius an einem besonderen Orte aufgestellt werden 

^ mussten. Dagegen ergab die unter Maximilian I. — unter dem sich, 

f unbekannt seit wann« die Bibliothek im sogenannten alten Hofe be- 
fand — 1618 vorgenommene Zählung bereits eine Summe von 17,04ft 
gedruckten Büchern, 275 griechischen und 723 lateinischen Hand- 
schriften, welche Zahl in den nächstfolgenden Jahren noch um ein 
Beträchtliches stieg; denn wenn auch von Dem, wa» niclil Maiimilian 
l>ei der Annäherung der Schweden von München nach Burghausen in 
Sicherheit gebracht hatte, Vieles verloren gegangen sein mag, so ver« 
mehrte er die Bibliothek nach ihrer Rückkehr nii^ht nur durch die 
1644 angekaufte Büchersammlung des SuiTraganbisehofes S. Müller in 
Augsburg, sondern entschädigte sie namentlich auch durch Einverlei- 
bung des vom Herzog Christoph von Würtemberg auf dem Schlosse 
zu Tübingen gesammelten Bücherschalzes, den et. nach der Schlacht 
von Nördling^n — obschoh in den Accordspunkten, das Schloss Hohen- 
1'übiqgen betreffend, ausbedungen war, dass man xu dem Abzug drei 
"^figt bewillige, auch die Bibliothek transporliren^ oder datelbei sieher 
^rbleiben und Herrn Thomam Lamium als Bibliolhecarium solche 
^cft seiner Gelegenheit besuchen loßtfi — doch 1634 nach München 
^wegtühreii Uess, U^ttc^ .lMiQ)4iw's Nachfolger« dem Kurfüi^lea 



r 



des München. 

Ferdinand Maria, welcher den Buchhändlern nnd Bochdruckern in 
Bayern auferlcgle, dass sie ^on allen neu erschienenen Werken ein 
Freiexemplar an die Bibliothek abgeben sollten, eröffnete sich dersel- 
ben dadurch eine neue Erwerbsquelle, die nur freilich, trotz wieder- 
holter Erinnerungen von Seilen der Kurffirsten Maximilian Emanuel 
nnd Karl Albrecht, nicht immer recht fliessen wollte. Der Kurfürst 
Maximilian Joseph vermehrte die Bibliothek mit den Büchern, welche 
der unter ihm aurgelöste Jesuitenorden in Mönchen besessen balle, 
und legte 1762 den Grundstein zu einem neuen Bibliotheksgcbiude, 
das an der Hinterseite des damaligen Akademiegebäudes aurgefölirt 
werden sollte, aber nicht zur Ausführung gekommen ist. Während 
der Regierung des Kurförsten Karl Theodor erhielt die Bibliothek die 
vom geheimen Slaatskanzler A, W. Kreitmayr (f 1790) nachgelassene 
BöchersammluDg und, ausser Anderen, den vom Kurrörsten angekauf- 
ten^ Bücherschatz des berühmten Petrus Victorius. Auch bezog sie 
unter Karl Theodor . 1784 eine neue Wohnung im ehemaligen Jesuiten- 
gebände. Den grössten Aufschwung nahm jedoch die Bibliothek unter 
des Königs Maximilian Joseph segensreicher Regierung, besonders 1803 
durch Einverleibung eines Theils der Mannheimer Hofbibliothek und 
der schönsten und werthvollsten Werke aus den in Altbayern aufge- 
hobenen Stifts- und Klosterbibliolheken (u.a. dem JesuitencoIIegium 
zu Ebersberg, den Benedictinerabteien Benediclbenrei), St. Emmeran in 
Regensburg und Weihenstephan , dem Stifte SS. Udalrich und Afra in 
Augsburg), wozu auch noch mehrere ausgezeichnete Litteraturschütze 
aus anderen Bibliotheken, z. B. aus Bamberg, hinzukamen. Ausser- 
dem erhielt die Bibliothek von dem Könige die für 2200 FI. aequi- 
rirte Sammlung von Druck- und Handschriften des Hofgerichtskanzlers 
Vacchi6ry, die für bayrische Geschichte und bayrisches Staatsrecht 
von grösstem Wertbe war, sowie gegen 2000 BSnde aus der 1813 
erkauften naturhistorischen Bibliothek ^es Präsidenten v. Schreber in 
Erlangen. Dem Könige Ludwig I. verdankt die Bibliothek nicht min* 
der bedeutende Bereicherungen, unter denen, neben der v. MolPschen 
Bibliothek und einer Anzahl seltener spanischer und portugiesischer 
Werke für 8000 FI., vorzüglich die aus 7—8000 Heflen chinesischer 
Werke bestehende Sammlung des Professors K. Fr. Neumann zu er- 
wähnen ist. Letztere bildet in der Bibliothek eine eigene abgeson- 
derte Abtheilung. Das grösste Verdienst erwarb sich aber der König 
um die Bibliothek durch Aufführung des prachtvollen Gebäudes, ^el- 
ehes für sie und das aligemeine Reichsarchiv, nach dem Plane des 
Oberbaurathes Director F. v. Gärtner, in der Ludwigstrasse 1S32 er- 
richtet, und im Sommer 1843 von den Sammlungen bezogen wurde. 
Dasselbe bildet ein Viereck, dessen westlicher, wie die Übrigen, 85 F* 
hoher zweistöckiger Flügel 520 F. nach ^er Strasse zu eihniinoit, 



wahrend der ihm eBtsprecbeode ostliche nach dem englischen Garten 
geriditet ist. Zwei kürzere Seitenflügel, der eine südlich und dem 
(icblade des Kriegsministeriums, der andere nördlich und der Lud«> 
wigskirche gegenüber, jeder zu 265 F., schliessen das Viereck, Aus- 
serdem sind der vordere und der hinlere Flügel durch einen mittle^ 
rcQ verbunden, durch weichen im Inneren zwei gleiche Höfe enlstehen, 
in deren jedem sich ein Brunnen, mit den Vorrichtungen für den Fall 
eines Brandes, befindet. Der Eingang ist von der Strasse aus auf 
einer stattlichen Freitreppe, auf deren Brüstung vier Statuen in sitzen- 
der Stellung von acht Fuss Hohe, nSmlich Aristoteles, Thucydides, 
Hippocrales und Homer, aufgestellt sind. Vom Vestibulum aus gelangt 
man links, und rechts in die Bäume des allgemeinen Beichsarchives, 
welches das ganze £rdgeschoss einnimmt, geradeaus aber zwischen 
zwei Säulenreihen über eine breite Manuorlreppe — slatt deren man 
sich auch einer Nebentreppe vem nördlichen Hofe aus bedienen kann 
-*~ zur Bibliothek und zwar zunSchst nach der Mitte des östliclien dem 
Dienste des Publikums gewidmeten FlOgels. Zwei Schwan Üialerisclke 
Standbilder aus weissem Marmor, wovon die eine den Elerzog Albrecht V., 
den ersten Stifter der Bibliothek, die andere den König Ludwig J., 
den Grüuder dieses ihr gewidmeten Gebäudes darstellt, stehen zn 
beiden Seiten des Einganges, Die Bibliothek hat das ganze erste und 
zweite Stockwerk inne, wo sie in 77 Säle und Zimmer verthcill ist. 
Der gesammte Bücherbestand, mit alleinigem Ausschlüsse der sehr 
zabheicben Doubletten, belauft sich auf mehr als 800,000 Bande 
Druckschriften, darunter über 13,000 Inkunabeln, 100,00.0 Disser- 
taliooen und 300,000 Broschüren, und auf 22,000 Handschriften. 
Vou diesen sind die lateinischen die zahlreichsten ; die Zahl derselben 
beträgt 14,000, woran sich die übrigen ihrer Menge nach in folgen- 
der Ordnung anreihen: über 4000 deutsche, 1000 in die Bubrik der 
Ana fallende Stücke, 587 musikalische, 580 griechische, 5— 600 fran- 
zösische, 4-^^00 iUlienisehe, 313 hebräische, 268 orientalische, 242 
Bilderhandschriflen , 66 spanische, einige slavische, englische, schwe« 
disehe, eine ungarisch^ und eine esthische* Nachdem 1814 von einer 
Commission, die aus Beamten der Bibliothek und Mitgliedern der 
Akademie der Wissenschaften zusammengesetzt w*ar, entworfenen Plane 
ist der gesammte Bücherbestand in zwei Hauptabtheilungen, die der 
Druck- und die der Handschriften, unterschieden. Die Abtheilung der 
gedruckten Bücher zerfällt wieder nach den Hauptzweigen aller Litte? 
ralur in 12 Classen und diese wieder in eine Anzahl besonderer 
Fächer, deren im Ganzen 180 sind. Die zwölf Classen bilden 1) En*> 
eydopädie mit 11 Fächern, 2) Philt)iogie mit 18, 3) Historie mit 40> 
4) Mathematik mit 8, 5) Physik mit 13, 6) Anthropologie mit 4, 
7) Philosophie mit 3, 8) Aesthetik mit 15, 9) Politik mit 6, 10) 



270 Mündim. 

Median mit 8, 11) Jurifpradoni mit 16, 12) Theologie mit 38. Ne« 
.ben diesen xwölf wiesensehafUichen dessen beitehen aber noch 12 
nach besonderen ROcksichten angelegte speiielle SAmmlnngen, nSnIidi 
1) die der Bavarica, welche Alles, was auf irgend eine Weise Bayern 
betrifft, in sich fasst, 2) der Dissertationen, S) der Inkunabeln bis 
1500, 4) der auf Pergament gedrackten Bflcher, 6) der Xylograpbeo, 
6) der Chalcographen , 7) der chinesischen Bücher (Sinica), S) der 
Ausgaben yon Todtentlnzen, 9 — 11) der sogenannten Rariora, Remota 
und Erotica, 12) der Dupla. Ueber Alles, was die Bibliothek besitzt, 
ist ein summarischer Grundkatalog, ein sogenamtes Nnmmemreperto* 
rinm, vorhanden; ausserdem aber noch von den gedruckten BOchem 
ein alphabetischer» sodann ein von M. Schrettinger angelegter und bis 
ISöl fortgesetzter Realkatalog, sowie endlich aich der Anfang eines 
systematischen oder methodischen Kataloges, und von einigen Abthei- 
langen der Handschriften ausführlich beschreibende Verzeichnisse. 
Was den jährlichen Zuwachs der Bibliothek betrifft, so belSuft sich 
derselbe auf 2 — 3000 BSnde, und wird hauptsachlich theils ans dem 
fortlaufenden Ankaufe, theils durch die Freiexemplare beschafft, zu 
deren Einlieferung alle iniindische Verleger und Drucker durch das 
Gesetz vom 15* April 1840 von Neuem verpflichtet worden sind. Zn 
den Ankäufen bezieht die Bibliothek jährlich 16,000 Fl. Neben die- 
ser Summe erhält diese 7000 zur Bestreitung des Regieaufwandea 
und 11,170 zu Besoldungen« Hinsichtlich der Benutiung der Biblio- 
thek bestimmen die 182S, 1S4S und 1851 erlassenen Gesetze Fol- 
gendes. Der Zutriit steht überhaupt nur zum Zwecke gelehrter For- 
schungen und Bearbeitungen, nicht aber für Lesen zur Unterhaltung 
offen, und zwar, mit Ausnahme der Ferien und Sonn- und Feiertage, 
täglich 8 — 1 Uhr. Ferien sind vom Palmsonntag bis Ostermontag 
und vom 1. September bis zum 14. October einschliesslich. Zum 
Besuche des Lesesaales ist eine Eintrittskarte erforderlich, zu deren 
Erlangung der Leser (der unbekannte unter Beglaubigung durch Bo- 
kumente) auf einem ihm vorgelegten Formulare Namen, Stand und 
Wohnung eigenhändig anzugeben hat. Blose Nllnterhaltungsschriflen, 
Uebersetzungen von Klassikern, Grammatiken, Compendien, Chresto« 
mathien , Bilderbücher u. s. w. dürfen den Lesern nicht mitgetheilt 
werden ; ebenso wenig in der Regel ganze Reihen von Banden, wovon 
indess zu Gunsten von Gelehrten oder Staatsdienern zu Wissenschaft* 
liehen oder Amtsarbeiten Ausnahmen stattfinden können. Wer Hand- 
schriften, vorzügliche Kupferwerke, Prachtausgaben, Inkunabeln, kost* 
bare und seltene klassische Werke zur Einsicht vorgelegt haben will, 
der hat erst um besondere Bewilligung dazu nachzusuchen. Eben 
dies gilt auch von Dem, welcher uneingebnndene Bücher, besonders 
Hefte oder einzelne Blätter von lilterarischen Zeitschriften , offiziellen 



M&nehen. 1271 

CeselK- «od IntelligenzblStteni, die noch nieht ans dem Journahimmer 
an die Bibliothek abgegeben worden sind, zu benutzen wQnscht. Zu 
dem Journalzimmer, wo die im Laufe des Jahres erscheinenden Zeit- 
scbriflen und Tagebillter ausgelegt sind, und welches sich durch be- 
sondere Reichhaltigkeit auszeichnet, haben nur die Mitglieder der kö- 
niglichen Akademie der Wissenschaften und die Professoren und Pri- 
vatdoceDten der Universität den Zutritt. Zum Entleihen von Qüchern, 
wozu die Stunden von 9 — 1 Uhr bestimmt. sind, haben allein die in 
Mfinchen ansässigen Slaatsdiener vom Rathe aufwärts und königliche 
Professoren ein Recht. Andere Personen müssen dazu die Erlaubniss 
des Staatsmioisteriums des Innern einholen. Rohe und broschirle 
Schriften, bäudereiche Werke, Wörterbficher, die zum Nachschlagen 
auf der Bibliothek unentbehrlich sind, werden in der Regel nicht aus- 
geliehen; desgleichen nicht Handschriften, Kupferwerke und seltene 
und schStzbare Ausgaben, die nur mit besonderer Genehmigung der 
allerhöchsten Stelle verabfolgt werden dürfen* Die nämliche aller- 
höchste Bewilligung wird auch erfordert, wenn Jemand ausserhalb 
der Stadt oder im Auslande Bücher von der Bibliothek entleihen will. 
Für den Ausländer muss überdies der- betreuende in München resi- 
dirende Gesandte Garantie leisten« Wer von Fremden und Einheimi- 
schen die Lokalitäten der Bibliothek zu sehen wünscht, der hat sich 
in den Stunden von 10 — 1 Uhr zu melden. Die Zahl der Leser be- 
lauft sieb jährlich auf 6000, die der verliehenen Bücher auf 18,000 
Bände. Die Einrichtung eines Lesezimmers ist ein Werk des Kur- 
fürsten Ferdinand Maria, der das Ausleihen von Bachern ganz unter- 
sagte, welches Verbot jedoch vom König Maximilian Joseph 1803 
wieder aufgehoben worden ist. Das Bibliothekspersonal besteht ans 
einem Director und Oberbibliothekar (Hofrath Ph. v. Lichtenthaler), 
einem Unterbibliothekar (G. Krabinger), vier Gustoden (H. Föringer, 
C. Wiedmänn, Fr. Würthmann, N. Körner), zwei Secretairen (A. OlTner, 
W. Niedermayer), zwei Scriptoren (J. Bachlechner, J. B. Zinll), drei 
Practikanten (F. Helldobler, J.Klausner, Ph. Gumposch), einem Offi- 
zianten (J. Klob), vier Dienern, einem Boten, einem Buchbinder, einem 
Hausmeister und einem Thürhüter und Ueitzer — zusammen aus 22 
Personen. 

(Welser, Marc) Catalogns graecor. mslor. codd. qni asservantar in inclyta 
Dirtasq. Bayariae Dacis Bibliotheca. Ingoist. 1602. 4. Eine Forlsetzang davon 
s. im Sei. Commerciam epistot. Uffenbachlan. T. 1. 

Steigenber^er, G., histor. - literar. Versnch von Entstehnng n. Anfnahme d. 
karfürsll. Bibliolhek in München. Das. 1784. 4. 

Ejnsd. Hisloria et orlgo Bibliolbecae Eleetor. Monach. laL ed. Fr. A. VKalis. 
Rom. 1785. 4. (Lat. Uebersetz. der vorstehend genannten Schrift.) 

Seemiller, S., Progr. theologicnm, nolitiam contineas histor.-crii.-Iiter. de 
bibliis Complatens. logolst. 1785. 4. 

Steigenberger, G., littrar.- kritische Abhandlang Aber die zwo allerllleste 



272 mneketu 

gedruckte dentsche Bibeln, welche io d. knrfdrstL BiUtotbek in Mloohen ao!- 
bewahrt werden. Mil Anbang n. 4 Kuf. MAoch. 1787, 4. 

Roccalioi, G« Sl.de, Oratio quam elc. habait, cnm Bibliotheca aul. jassu et 
Auepictis Principis ed pablicom commodnm aperta esset. Mon. 1790. 4. 

Hardt, h, Aber d. Zustand d. Kurfilrätl. Hofbibliotbek fiberb. n. insbesondere 
Ober d. griech. liandscbriflen derselben. Mfinch. 1603. 8. 

Arclin, J. Cb.v,, Beylrdge zor Gescliiclile h« Literatur Torzüglicli aas d. 
Schätzen d. MAnchner National- n. Hon)ib!iothck. 6 Rdc. Müoch. 1803-806. 8. 

Hardt, J., EIcctoral. BiMiolhec.'*e Monacens. Codices graeci mscti recens. et 
notie illuslrat. 5 Voll. Mon. 1804 — 12. 4. (Aus vorstehend genannter Schrift 
abgedr.) 

(Gley, G.) Notice sur le monumenl lili^r. le plus ancien, qne l*on coDooisse 
duns la langne des Francs (Heiland). Bamb. 1804. 4. 

Bernhardt^ J. B.^ Codex tradiit. eccics. Ravennat, in papyr. Script, et in reg. 
Bibliotheca Bavar. asserval. Mon. 1810. 4« 

Dienst -Ordnung für d. königl. Central • Bibliothek zu Mönchen, genebmiKt 
durch allerhöchst. Rescripl y. 20. Octbr. 1811. Mönch. 1811. 4. 

Frank, 0., über die morgenländ. IJandschrifien d. königl. Bibliothek zii 
3lünchco. Bemerkungen. Müncb. 1814. 8. 

Gesetze Tör den Besuch n. die Benutzung d. Königl, Bayer. Hof- a. Staats- 
bibliothek. (Mönch. 1828.) 4. 

Vogel y E,, Collatio trium Codd, Mss. Giccronis de amicitia Monacens. caii 
cxemplo Nobbiano facta. Bipont. 1839. 4. Programm. 

Massmann, F. H., die Xylographa d. Königl. Hof- u. Staatsbibliothek, sowie 
d. Königl. Universitätsbibliothek zu München. Mit 2 llthogr. Bll. u. 1 Tal)' 
(Aus dem Serapenm 1841. Nr. 18 — 20 besonders abgedr.) Leipz. 1841. 8. 

Hancberg> D., über die in einer Müncbener Handschrift aufbehalt, arabische 
J^salmenubersetzung des fi. Saadia Gaon. Mit ein. Probe. Mönch. 1841> ^* 

Ausgeführte Gebäude von F. v, Gärtner. Bibliothek u« Archiv -Gebäude. 
Mönch. (1843.) foK 

Ucber die K. Hof- u. Staats - Bibliothek ' f. Besucher derselben. Manch. 
1843. 8. Mit angehängt, franz. Auszüge auch u. d. T. : Sur la BibtiothiqM 
loyale ä Munich. Texte allemand suivi d^in Pp^cis en fran^. Mun. 1843. & 
— II. Ausg.: Allg. Auskunft über die K. Hof- u. Staats -Bibliotli. zu Münchco. 
Für Besucher derselben. Bcnscigncmeots sur la Bibliotb. royale ä Municb suir, 
d'un Pröcis en fran?. Münch. 1846. 8. — III. Ausg! unter gleichem Titel. 
Das. 1851. 8. 

Gesetze, s. Serap. 1844. Nr; 19. (S. oben 1828.) 

Rottmann, L., Ornamenla aus d. vorzugl. Bauwerken Münchens. In Farbeo- 
druck. Hft. 2 u. 4. Biblioth. Müncb. 1845—46. fol. 

Schmeller, I.A., über Valenti Fern. Aleona u. seine Sammlung von Nach- 
richten über d. Entdeck, n. Besitz, d. Portugiesen in Afrika n. Asien bis z> '• 
1508, enthalt, in ein. Handschrift d. kön. Bibliothek zu München. (4os d. Ab- 
handl. d. philos.-pbilol. Cl. d. K. Bayer. Akad. d. Wiss. Bd. IV. abgedr.) Muncb. 
1847. 4. 

Jordan, C. A., Commenlatio de Codice Tegernseensi orationis Tullianae pro 
Caecina. Halberst. 1848. 8. Programm. (Dieser zuletzt der Münchner ßibüo' 
thek gehörige Cod. ist verloren gegangen.) 

Albr. Dürcr^s Randzeichnungen ans dem Gebetbuche des Kaisers Maximilian '• 
(in d. Münchn. Bibliotb.), mil eingedruckt. Original - Texte. Nebst einer £>&* 
«leit. von Fr. X. Stöger. Müncb. 1850» fol. 

Man bat vor einigen' Jahren angefangen, von Zeit zu Zeit die ErwerbaogeD 
.d. Bibliotb. in d. Beilagen zu d. Schriften d, Akad. d, Wiss, bekannt xa macbeo. 



273 

J>ie Sorubibiiothek SS. Udalrich o. Afra in Aagsbarg bttr.: 
(Brann^ P.) I^otilia bistor. - iiller. de libris ab arlis lypogr. inventione nsa. 
ad a. 1479 — et ab a. 1480 osq. ad a. 1500 impressis , in ßibliotheca lib. ac 
imper. Monaslcrii ad SS. Vdalricum et Afram Aagostae exstant. Acced. Tabb. aen. 
Tom. I et II. Aug. Vind. 1788— d9. 4. 

(Ejosd.) NotiUa hislor.-litler. da Codd. MSS. in Bibiiotheca Honaat. Ord. St. 
Beoed. adSS. Vdalr. et Afram Angastae exstant. c. append. cont. Anecdota hjst,- 
diplomat. ex iisd. codd. excei-pta. VI tomi, Ang. Vind. 1791--95. 4. 

Die Kloslerbibüotbek S. Emmeran in Begensbnrg beir. : 
Bibiiotheca principal. Ecciesiae et Monasterii Ord. S. Bened. ad S. Emmeran. 

Epise. et Martyr. Batisbanae. IV Partes. Batisb. 1748. 8. 

SaoAl, P. G.y Dissertaiio in aur. et pervetnst SS« ETangelior. cod. mstam 

Moaasterii S. Emmerani. Batisb. 1786. 4. 

'Bibliothek des St. Bonifacius-Stiftes besitzt die vom 
Franziskaner-Missionar Behm 1776 in Gairo erworbene und später in 
' Fulda befindliche Sammlung von lOS Mss., die zur Erkennlniss des 
Islams einen ziemlieh vollständigen Apparat bilden. 

'Universitätsbibliothek ist in Ingolstadt begründet, von 
dort 1900 mit der Universität nach Landskut und 1826 naeh Man- 
chen versetzt worden. Den Grund dazu legte ein Bachergescbenlt^ 
welches der Artisten •Pacul tat 1495 von J. v. Parreuth und Chr. Sai- 
niair gema*cht wurde. Die Arlisten-PacuUät vermehrte diesen Bücher- 
! vorralh durch mehrere ansehnliche Ankäufe, z.B. 1496, wo sie aus 
^ der Sammlung J. Bhuemann's aus Oehringen für 110 Fl. Bücher ac- 
' qnirirte. Hierzu kamen ferner: eine schöne meist von Erasmus von 
^ Rotterdam stammende Bibliothek , welche der Dompropst J. E. v. Knö- 
ringen von iL L. Glareanus gekauft hatte, und noch bei seinen Leb- 
I Zeiten, auf Antrieb des Vicekanzlers der Universität Professor H. Eisen- 
grein, 1673 der Hochschule schenkte; 1578 die vorzüglich im theo- 
logischen Fache reiche Bibliothek des. bayrischen Kanzlers S. Th. Eck, 
die, durch die Sammlung J. Eck's des Bruders vermehrt, ebenfalls auf 
Sisengrein's Veranlassung, von den Erben der Universität unentgeltlich 
überlassen wurde; in demselben Jahre die Bibliothek des Professors 
B. Clenk, Regens des Gregorianums , ein abermals auf Eisengrein's 
Fürbitte der Universität gemachtes Geschenk, der endlich auch 1578 
Eisengrein selbst seine eigene Büchersammlung verehrte, so dass die- 
ser als der eigentliche Hauptstifter der grossen Sammlung, wie sie 
noch jetzt besteht, wohl angesehen werden kann. Zu den Erwerbun- 
gen der Bibliothek in der späteren Zeit gehören: 1605 der Bücher- 
oachlass des Professors A. Hunger; die kleine Sammlung des Bene- 
tlictinerklosters zu Biburg; 1765 die des Pfarrers G.Hagen; 1772 
der bedeutende Vorrath von Büchern , welche der damals aufgelöste 
Jesuitenorden gesammeU hatte; wenige Jahre später die 1720 (t) 
gestiftete und seither von der allgemeinen Sammlung der Universität 
getrennt gehaltene Bibliothek der medicinischen Facultät, sowie die 

PttxhoUh Hdb.D.B. ^8 



2%ft JfönMlii« MünUer. 

aasgewiblu Smiiüaag yon cbemischea und ■atorhistorfaelKn Büchern, 
die Professor Rousseau aus milden Beitrigen der kurbayerisehen Laod- 
aUnde angeschafft hatte. So war die Bibliothek in Ingolstadt bis auf 
50,000 Bände Druck* und Handschririen angewachsen. Nach üirer 
Versetzung nach Landlhat gewann sie betrftchtlichen Zuwachs durch 
die Aufhebung der bayerischen Klöster , aus. deren Bibliotheken, was 
fQr die Sammlung der UniversitSt brauchbar war, derselben einver- 
leibt wurde, so dass sich die Gesammtzahl der Bände 1807 bereits 
auf über 100,000 belief. In MQnchen — wo in neuester Zeit von 
der Universitlt mil der berOhmten gräflich Münster'scben Petrelacten- 
Sammlung auch die auf 3000 Fl. geschätzte Bibliothek des Grafen 
zusammen für S500 PI. angekauft worden ist — stieg der Bücher- 
besund 1898 bis auf 200,000, und beträgt gegenwärtig c. 220,000 
Bände gedruckter BQcher und 2000 Mss., auf deren Vermehrung (wo- 
bei weniger auf prachtvolle, als wissenschaftliche Werke gesehen 
wird) jährlich über 4000 Fl. verwendet werden. In Ingolstadt wur- 
den fQr Anschaffungen jedes Jahr 6— 600, in Landshut im Ganzen 
.beinahe 02,000 Fl. verausgabt Die Böcher sind von dem Prälaten 
Hapfaner, welcher die Auswahl der Werke aus den Bibliotheken der 
aufgehobenen Klöster zu leiten hatte, damals in 23 Klassen geschie- 
den, und gleichzeitig auch der Katalog angelegt worden« Das Biblio- 
thekspersonal besteht aus einem Oberbibliolbekare (Professor Dr. K. 
E. Schafhäuü) , einem Bibliothekare (z»Z»vacat), einem Gustos (Dr. 
*J. N. Ströhl), zwei Scriptoren (Dr* Fr. VVimmer und Fr. Leuchs)» einem 
Offtzianten (i. Käufl) und vier Dienern« 

SeemilUr, S., Progr. theolog., Dotitiam contin. de anliqiüss. Cod. MS« Uiio. 
IV ETaogelior* tersiooem compJQcUnte et io Bibliotheca Aca(l. Ingoistad. adser- 
vato. PescripS. cod., vanantes ejasd. a vulgala lecU., iode a Marc. Xlf, 21 usq. 
ad fioem huius evang. excerps. et criU recens. Ingoist. 1784. 4. 

Ejasd. de tatinor. Biblioram cnm nota a 1462 impreasa dupl. edilione Mogna- 
tioa ezercilatio bibliogr. -critica. Ibid. 1785. 4. 

Ejasd. Progr,, n^titiam cootin. bist. -crit.-litif rar. de Bibliis polyglott. Com* 
platens. Ibid. 1785. 4. 

Ejasd. Bibliothecae Acad. logolstadieos. Incanabola typograpbica s. libri aole 
a. 1500 impressi c. 1400, qoos secaod. annor. sericm dispos., descrips. et notis 
hi8t.-Iilter. illustr. Faso, l— IV. Ibid, 1787— 92. 4. 

Ilassmann, F. H.^ die Xylogr^pbeq. S, oben nnter d. Litt^rat d. K. Qof- 
n, SUaUbibliolbek. 

«ßymnasialbibliotbek enthalt c. 30,000 Bände. 

*Pauiinisehe Universitätsbibliothek» im ehemaligen 
lesuitencollegiun, ist gegen Ende des XVI. Jahrhunderts angekgl wor^ 
den, und aus der von den Jesuiten gestifteten Saramluig ent3tandeo. 
Mit ihr sind 1689 die Bibliothek des Bischofs G.v.Raesfelt, sowie in 
neuerer Zeit die sogenannte Fikrstenberg'sche und die AombiUiotbek 



mnMur, Mari, S^g^rA^eä, Hamiwff, IMra, Netae, lUufiikäid. S79 

f^reiBigt worden« Der Bftcberbeständ bellaft ttch auf e. 70,009 BSnde, 

zu deren Vermehrung 1844 j&hrltch 720 Thlf. bestimmt waren. Zur 

Benutzung der BiMiotbek, die, obsehdn vorzugsweise fQr die Lehrer 

der Akademie und des Gymnasiums, sowie fQr die akademischen Stu« 

direnden bestiramV^ doch auch jedem Gebildeten gestattet ist, wunde 

das Lokal jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 9 — 12 

(spater 10 — 1) Uhr geöffnet, mit Aumahme der akademischen Ferien 

zu Ostern u»d im Herbste« Bibliothekar war der Professor Dr. F. 

Winiewski, dem bei seilten Arheiten noch eia Assistent zur Seite tland, 
Yerzeichnifis einer Aiuahl Doiiblellen d. Paolin. Bibliothek zo Münster ans 
d. verschied. Fächern a. einiger and. Sammlungen von Büchern Torzügl, ans d. 
fttt. Theolog., d. Kirchftnrechte, d. Junsprnd. fiberh., d. Philol. n. a. F. mit be- 
sonders vielen sehr alt« DrackeB^ welche d. K Juni versteigert werden sollen. 
Münster. 1843. 8. 

^Bibliothek des Vereines für Geschichte und Alter- 
thumskundeWestphalens soll nicht unbedeutend sein; unter 
den neueren Erwerbungen sind di^ Mss. des Pfarrer« Kum^nn ¥« 
Beckum zu erwähnen. 

Biiiri« 

*BibHothek,der Benedictiner-Abtei soll sehr reich sein, 
und die werthvoHsten Dokumente zur Geschichte des Hauses Häbsburg 
besitien. Nach Edwards, der ihre Bändezabl auf 10,000 angiebt, be- 
sass sie freilich nur 04 Mss. 

^Bibliothek des reformirten Collegiums ist durch die 
BQchersammlung der GrSfin Galh. Bethler vermehrt worden. 

HTaumbarg. 

^Gymnasialbiblioth^k ist blqs zur Benutzung d^r Lehrer 
und Schüler bestimmt. 

IVebrii. 
«Schülbibliothek ist 1810 gestiftet worden. 

IVeidfe« 

*Gymnasialbibliothek, zum Gebrauche der Lehrer der An- 
stalt, enthalt c* 15,000 Bande. Pie davon getrennte Jugendbibliotbek 
für die Gymoasiaslen besitzt über 6000 Bta^e« 

BTeiifcbAteL 

«Geistliche Bibliothek. 
Catalogue de U Biblioth^ne de la Compagoie de^ paslenrs ie la souTerai- 
net^ de Neafcbfttel et Valengin, Nenfcb. 1780. 8. 

«Oeffentlicbe Bibliothek enthält über 20,000 Binde, dar- 
unter mehrere Tausend Abhandlungen aus dem botanischen Fache, 
welche der Graf Benekel v. Bonnersmark der naturforschenden Gesell- 
schaft geschenkt; und diese an die Bibliothek abgegeben hat. 

Catalogne des lirres qui composent U Bibliolkiqtie 4« NenfsbMel, iapr, p«r 

18* 



276 NMirthmit NminmA, Neuättäi a. d* iiicfc» o. d. H[«ardi. 

ordrt da Magistrat Neafcb. 1883. 8. (Seiihar arbaitete Bibliotbakar F. Bovet 
an einem ganz neuen Verzeichnfsse.) 

ScvldrelieB (in Sachien* Weimar). 

*Volks- und Wanderbibliothek isl erst in neuerer Zeit 

y<un Pfarrer Schwerdt begröndet worden, und zUhlie 1845 bereits 

nahe an 400 Bände. 

^Bibliothek der Prflmonstratenser-Abtei soll nicht 
unbedeutend sein. Bibliothekar war 1846 der Chorherr Dr« Krätky. 

HTcnstadt a« d. Alacli« 

^Gymnasialbibliolhek, die ältere, ist 1617 durch- die 
BQchersammlung des brandenburgischen Ratlies J« Canimerer vermehrt, 
1631 aber bei dem Ueberfalle der Stadt durch die Friedländischen 
Truppen geplündert, und fast ganz zerstreut worden. An ihrer Stelle 
hat man seit etwa 1730 eine neue, die jetzige, zu sammeln ange- 
fangen, die, ausser einigen sehr werthvoUen Handschriften , eine nicht 

unbeträchtliche Anzahl gedruckter Bficher enthält. 

Oertel, Chr. A., Calalogi Bibliolbecae Scbolae noslrae (Friderico-AlexaDdr. 
qnae Neusladii ad Aissum floret) Part. 1 — VII eihib. iibroa etc. impressos ad- 
jeclis Dolls littcrariis. Norimb. 1787—90. 4. Progr. 

*Kirchenbibliothek ist im XVI« Jahrhunderte enl3tanden: 
ihre Grundlage bilden die Bücher, welche die im Bauernkriege vor 
den Aufrührern flüchtenden Minoriten von St. Wolfgang in ßielberg 
der Kirche zur Verwahrung übergeben, später aber nach d^ Einfüh- 
rung der Reformation zurückzufordern unterlassen hatten, und womit 
inzwischen die den Kirchen und Kapellen der Stadt gehörigen wenigen 
Werke vereinigt worden waren. Lange Zeit lag aber dieser Böeher- 
vorrath in einem Gewölbe begraben und fast vergessen. Erst nach 
1560 wurde er wieder ans Licht gebracht, und zu einer Bibliothek 
von damals etwa 3000 Stück Büchern zusammengestellt, und diese 
1566 zum Gebrauche der Geistlichkeit erulTnet. Sie ist sehr reich 
an seltenen und alten Drucken, und besitzt mehrere recht werthvoUe 
Handschriften. 

Scbnizer^ G. M., Nachricht von der Kircbenbiblioibek za Neustadt a. d. Aisch. 
(1768.) 8. Abgedr. in d. Biedererscben AbhandL aas d. Kirch.-, Böch.- n. 
gelehrt. Gesch. Sl. 2. 

Dessen Kirchenbibliothek zn Neustadt a. d. Aisch I—* VI, Anzeige von den dar- 
in beiiodl. Handschriften u. Büchern, mit Torausgeschickler Geschichte ihrer 
erst. Entstehung u. mit lilterar. Anmerkungen versehen. Nurnb. 1782 — 87. 4. (Im 
Auszüge in Hirschlng's Bibliotheken Teutschlands Bd. U.) 

Neustadt a.. d« Haardt. 

*Schul- und Stadtbibliothek^ unter der Aufsicht eines 
Lehrers der lateinischen Schule» war 1843 wdebenüich einmal aur 
ajlf en^einen Benutzung geöifnet. 



NeuHadi h.St., -sUkUeiy ^Uft, ^tlr^Ut, ^Mei, Ninnüiseh, Nikoisburg. 377 

VcBstMit K Stolpes. 

»Schulbibliotbek ist 1842 darch ein Legat K. Fr. Keih 
pflug's von 100 Hfl. gestiftet werden. Die Verwaltnng hat der Rfir' 
gemeister« • 

Senslftdltel (in Sachsen). 

*ScbaU)ibliöthek, an welch« der 1842 gestiftele Leseverein 
nnd der Zweigverein lur Verbreitang gnter nnd nützlicher Volks- 
schriften ihre Bftcher nach vollendetem Umlanfe (Iberlassen^ zahlt erst 
zwischen 2 — 300 Bftnde. 

IVeustflt (In Tyrol). 
♦Stiftsbibliplhek. 

Baritas libror. in Btbliolh. Novaeellens. Canooicor. Regulär. S. Angnstint 
delilescent. loci pobl. eiposita. Brix. 1778. S. 

Gras, F., Verzeicbiiiss typograph. Denkmäler ans dem XV. JbrhdU » Welche 
sich in d. Bibliolhek d. regniirten Cborberren- Stiftes d. H. Augustin zu NeusUrt 
in Tyrol beßoden. Brix. 1789. 4. Mit KK. 

Dessen Yerzeiebuiss einiger fiächerfflerkwftrdigkeiten aos d. XVf. n. XVII. 
Jbrbdt. , welche sich in d. Bibllotb. d. regulirl. Chorh.- Stiftes u. s, w. befinden* 
Das. 1790. 4. Mit KK. 

Dessen Nachtrag zu d. trpograph. Denkmälern aus d. XV. Jbrbdt. u. 6ficber- 
merkwärdigkeiten aas dem XVI. u. XVII. Jbrhdt, u.s. w. Das. 1791. 4. MitKK. 

HreustrelltB. 

*Gro8sherzogliche Bibliothek enthalt über 50,000 Bande, 
nebst einem MQnzkabinet und einer Sammlung von Obotrilisch - Wen* 
dischen Alterthumern ; alles zusammen unter der Obhut eines einzigen 
die Aufsicht f&hrenden Beamten, dem eiO AufwSrler beigegeben ist. 

Masch, A. G., die gotlesdiensll. AllertbAmer d. Obotriien, aus d. Tempel zu 
Kbetra am Tollenzer See. Leipz. 1771. 4. Mit KK. 

▼. Hagenow (Fr.), Beschreib, d. auf d» Grossh. Bibliothek zn Ntfnstrelilz 
beGadl. Runensteine, n. Versach z. Erklärung d. auf denselben befiudl. Inschriften 
etc. Leipz. 1826. 4. Mit 14 Holzscbn. 

*Gymnasialbibliothek ist zum Gebrauche der Lehrer und 
Schüler der Anstalt. 

Neuwied. 
*Schlossbibliothek enthält gegen 10,000 Bände m^ist bel- 
letristischer, historischer und naturgeschichtlicher Bücher. Sie ist 
dem Publikum nicht zugänglich, nnd es werden nur ausnahmsweise 
Bächer an nähere Bekannte des Hofes oder auch auf besondere Em- 
pfehlung an Fremde verliehen. 

urieHiltBflcb« 

^Schulbibliothek ist 1807 begründet worden. 

ItlkoldlNiry (in Mähren). 
*FflrstIich Die4richstein'sche Bibliothek zählt, ausser 
20—22,000 Bänden gedruckter Werke, etwa 600 meist griechische 
und orientalische Handschriften, die cum Theile noch aus der Zeit der 



878 NiköM^rt, NörMinfim, Nof^aMtm. 

ersten Anlage der Bibli^lkek vor dem drtfMsiillbrigen Kriege zu Slam* 
men scfteiswn» wihreid die Droekschriflen slmoUibli 6rst nach den 
Siftrmeii dieses Krieges angeschaffl worden sind. Denn was diö an« 
geblich von Adam Freiherrn v« Dielrichslein (f 1590) angelegte, jeden* 
falls aber erst vom Olmütser Cafdiial*üsobof Franz Forst v. Dietrich- 
üein (f 1636) tu AMeben and Ruf gebrachte Bibliotheh frfih^ von 
gedrttckien Bficbern beseseen hatte» das ist mit dem siclidT grSsätea 
Theile der Haa4s€brirten bei der Eroberung der Stadt durch die 
Schweden 1645 verloren gegangen, und beSodet sieh jetzt in Schwe« 
den. • Die Bibliothek ist jetzt unzuginglich. 

^Bibliothek des Piaristen-Colle'giums ist 1787 durch 
die B&obersammluttg des Piaristen A. Vogt vermehrt worden. 

^Kirchenbibliothek ist gegen Anfang des XVJ. Jahrhunderts 
entstanden, und verdankt ihre B^rQndung und Vermehrung mehreren 
Sliftungeb , unter welchen die von Dr. J« Protzer gesehenkl« Böeber« 
Sammlung, welche sich derselbe 149) nnd spflter in Italien angeschaffl 
hatte, ferner der 1556 von Mag. G« Raminger genannt Engelhard ver- 
machte kleine Buchervorrath und die nachgelassene Bibliothek des 
Predigers Mag. J. Schmidt die erwähnenswertheren sind. Geld ist 
auf AaschafTuBgen nicht viel verwendet worden. Früher stand die 
Bibliothek unter der Aufsicht des jedesmaligen Aichidiakonus in der 
Sacristei der Stadtkirche. 

*Raths-'oder Stadtbibliothok ist gegen Ende des XV. 
Jahrhunderts durch Schenkung der vom Bürgermeister W. Prozer meist 
in Italien gesammelten Bücher angelegt und durch folgende Bucber- 
eomplexe vermehrt worden: die vom Physikus J. Seng (fl6I8) zu 
Rothenburg a. d. T. vermachte Sammlung; die des Ralhsconsulenten 
Dr. J. Kyliinger, welche vom Magistrate 1646 für 1800 Fl. angekauft 
wurde; die des Bürgermeisters G. Fr. Engelhard (^1700), gleich- 
falls ein Vermächtniss. Die Bibliothek enthielt gegen Ende des vori- 
gen Jahrhunderts etwa 2000 Bflude, darunter viele alte und seltene 
Drucksdiriften. In neuerer Zeit ist seit mehreren Jahrhunderten nichts 
für die Vermehrung gethan worden. 

Weng, J. F. , anliquiss. qaaed. lypogra^h. Monnmchta haclenus incognila ia 
BibliotheGa Civitatis Hordliffg. asset-vata. NordI, 1816. 4. 

*Schulbibliothek besitzt seit 176S (?) die BQchersammlung 
des Gonrectors Ehinger. 

MotdhailBl». 

*Schulbibliothek hat ohne Zweifel kurz nach dem Brande 
des Sehulgebdttdes 1710 — wo, wenn Bücher firüher vorbanden ge- 
wesen, diese alle mit verbrannt waren — einen neuet, wennschon 
sehr kleinen Anfang fenommieni ist aber erst seit 1746 ansehnücher 



Nordhausen, NtMtn^ Nümherf. 270 

vfttiB^hrl w^den, inMiesoadvre dureh Bfiehergisscbeike des Rtthes 
Pezolt (aber 200) und des Secretairs Pothof (c. 200 Bände). 

Fabricius, J. A., eioe karze Nachriebt ?on d, Nordbäasiscben $chalbibIiothek. 
Nordh. 1757. 4. Progr,. 

lir#mieji« 
*BürgerbibJiothek ist 1840 angelegt worden« 

^Fenitzer-Diiherr'sche Bibliothek zu St. Lorenz be- 
steht aus zwei frflfaer getrennten Stiftungen, deren ältere, die Pe- 
nitzer'sche, von detat Messerschmied J, Penitzer zu Nömberg herrührt, 
der in seinism 1015 ^errichteten Testamente ein eigenes Kapital be- 
stimmte, damit von dessen Zinsen eine theologische Bibliothek zum 
Gebrauche der Nömberger Geistlichkeit begründet wfirde. Zu Exe- 
cutoren dieser Stiftung hatte der Testator eineh der Prediger der bei- 
den Oaupt- und Pfarrkirchen von St« Sebaldus und St. Lorenz, ferner 
einen der Ratbsschreiber, einen Diakonus und einen Meister der Nftm- 
berger Hesserftcliml<idezuiilt ' ernannt* Schon 4610 und noch zu Fe- 
nitzer's Lebzeiten vmrde mit dem Ankaufe von Budrem ein Anfang 
gemacht, und der Grnnd zur Bibliothek gelegt, die ihren Platz im 
St. Lorenzer Pfarrhbfe erhielt. Hierzu kamen spater unter Anderen 
eine zahlreiche Sammlung von fanatischen und mystischen Schriften 
aus dem Nachlasse des Professors Archidiakonus Dr. J. W. Baier zu 
Altdorf, sodann eine Anzahl von BAcbem der 'Fabri'scben Bibliothek, 
welche vofher in der Goäventstube des Capitels von St. Lorenz ge- 
standen hatten, und eine Sammlung herrnhntischer Schriften aus dem 
Besitze des Predigers zu St. Sebaldus J. S. Mörl. Die andere Stiftung 
verdankt die Stadt dem Prediger zu St. Sebaldus J. M. Dilberr, welcher 
1069 seine 7 — 8000 Binde starke Bibliothek nebst einer kleinen 
Mflnzsammlttftg dem Gapitel von St. Sebaldus vermachte, und den jedes- 
maligen DSakonus desselben zum Bibliothekar verordnete. Sie war 
anfangs im Pfarrhofe zu SU Sebaldus aufgestellt, bie jetzt vereinigten 
Bibliotheken enthalten zusammen über 10,000 BAnde grosstentheils 
theologischer Werke, worunter die Fficber der Kirchengeschichte und 
Patristik und überhaupt die Litteratnr des XVl. und XVll. Jahrhunderts 
am stärksten Vertl^ten sind« Zu Anschaffungen sind die Ziüseil eines 
Capitalvermögens von etwa BOOO FL zu verwenden. FOr die Benu- 
tzung ist die Bibliothek wöchentlich einmal zugänglich, und zwar war 
dazu 1843 der Montag von 1 Uhr an bestimmt« Das Bibliothekariat 
verwaltete damals der Vorstand des vereinigten protestantischen Kirchen-' 
Vermögens der Stadt, der Pfarrer zu St^ Lorenz J. W. Hilpert. 



*) Murr, Ch.Th.de, Memorabilia Bibliolhecar. publicar. Nonmbcrgens. et 
ünivcTsitat. ÄUdorÜn. MI Voll. «rtr. 1786^91.^ 8. 



280 ' Nümhirg. 

NdgeleiB, I*^ BiUioUieue FeBizoriMae Säen Sectiaria carm* elag. ealebraU. 
Ifor. 1716. foL 

Weis, J. M. , Catalogas ßibliolbecae Fenizerianae. Verzeicbniss derjen. Bü- 
cher, welche in derFenizer. Bibliothek befiodl. u. in d. Pfarrhof bey Sl. Loreoz 
anfbehalt. a, noch jährlich mehrere hierzu angeschaflt werden, alle in gewisse 
Ordnangen eiugetheilu Nebtt d. »el. Stifters Lebenslanf u. BilUniss. fiflrob. 
1736. 4. — Zweit« Ausg. too U Binder. Das. 1776. 8. 

^Bibliothek der Spital-Kirche zum U. Geist ist aus 
Tier der Kirche vermachteo BüchersammlungeD , nämlich 1624 der 
Werner'scheD, 1630 der Wellhammer'schen und Grossischen und 1653 
der Jaquetischen, entstanden, zu denen 1693 die BibIioth6k des Spi- 
talpredigers Mag/ M« Beer noch hinzugckauft wurde. Sie enthält eine 
schöne Sammlung von Kirchenvätern« Die Aufsicht üher die Bucher 

führte frQher der jedesmalige Senior des Spitalcapitels. 

D. Christ. Furero etc., qaod Bibliolhecam , qaae in Templi Xenodoch. Sa- 
crarlo est, Teierem nov. ac oumerosior. ntiliq. libror. apparatu divitis accessiooe 
piibl. sompt. angendam cnraverit, gratias agont praedicl. Aedis Pastor, Senior, 
Oiaconi. Nor. 1658. 4. 

^Bibliothek des Germanischen Museums ist 18S2 
dadurdi begonnen worden, dass der Dr. H, Freiherr von und zu Auf- 
sess, der überhaupt . die Stiftung des Museums zuerst in Anregung 
gebracht, seine eigene aus 10,000 Bänden bestehende historische 
BQchersammlung nebst Archiv alter Handschriften für die ersten zehn 
Jahre zur . unentgeltlichen Benutzung überlassen hat/ wo dann die 
Möglichkeit gegeben ist, dass diese Sammlung nach Ablauf der Frist 
auf Grund einer biUigen Abschätzung Eigenthum des Museums werde. 

*Schulbibliotfaek zu St, Aegidius ist von S. Welser ge- 
stiftet worden, welcher nicht nur löSl dem neu errichteten Gymna« 
sium eine Anzahl Bucher zum -Gebrauche der Lehrer und Schüler zum 
Geschenk machte, sondern auch jährlich neue Gaben hinzufügte, und 
in dem 15S8 errichtöten Testamente ein Capital bestimmte, von dessen 
Zinsen der jedesmalige Aelteste der Welser'schen Familie in P^üroberg 
Bücher zur Bibliothek hinzukaufen sollte. 

^Bibliothek der Kunst-Schule (der früheren Maleraka- 
demie) soll bemerkenswerth sein. 

*Stadlbibliothek soll bereits in dem XV* Jahrhunderte ent- 
standen, und zwar 1445 begründet worden sein, in welchem Jahre 
nämlich Konr. Kühnhofer, omnium focultatum doctor, dem Aathe viel 
löbliche Bücher in allen Pacultäten übergeben und zu seinen lländen 
geantwortet habe, zur Zierlichkeit und löblichen Dingen der Stadt zu 
einer Liberey zu gebrauchen. . Jedenfalls erlangte aber die Sammlung 
erst zur Zeit der Reformation durch Einverleibiuig der Böchersamm- 
lungen der auf Befehl des Senates geschlossenen Klöster (der Augu- 
stiner, der Dominikaner, der Karthäuser) einigen Umfang und Bedeu- 
tung, wesshalb wohl auch 'mehrere Angaben dahin lauten, dass zu 



Nümb0rff. ^ 281 

dieser Zeit die BibKothek überhaupt erst ins Leben getreten $eu 
Seitdem vermehrte sich dieselbe sehr rasch und ansehnlich , so dass 
man sich nm besserer Räumlichkeiten willen genöthigt sah, die BAcher 
aus dem Aaditerium Aegidianum, wo $\e seit 1525 gestanden hatten» 
1538 in das vormalige Dominikanerkloster, ihre jetzige Wohnung, über* 
zusiedeln. Zu den vorzüglicheren Erwerbungen der Bibliothek gehö- 
ren folgende: 1566 die Büchersammlung des Triumvir U. Paumgirtner; 
1591 des Arztes G.Palma; 1592 des Arztes V. Qoiter; 1596 des 
Dr. jur. G. Mörder; 1598 des Predigers 11'. Fabricius ; 1605 des Theo- 
logen Scheljiammer; 1633 des Senators G. Yolkamer; ferner im Laufe 
des XVIll. Jahrhunderts ^ie reiche und unter Anderen eine Bibliotheca 
rerum Norimbergensium enthaltende Sammlung Ch. J.Im Hofs (f 1726), 
welche nach dem Tode von dessen Erben H. W. Ebner v. Eschenbach 
(*(* 1752), von diesem bereichert, zum ölTentUchen Gebrauche bestimmt 
wurde; 17G6 die mehr als achtehalb Tausend Bände und einige Mss. 
zählende Bibliothek des Predigers A. R* Solger, die der Senat fQr 
15,000 FL ankaufte; etwas später die vom Pastor G. Th. Strobcl zu 
Wöhrd vermachte Bibliotheca Melanchlhoniana von c. 2000 Bänden ; 
1773 die Vom Rathsyndikus C. S. Zeitler ebAfalls vermachte Samm- 
lung von Schriften, welche vormalige AUdorfer Lehrer im juristischen 
Fache zu Verfassern haben, beinahe 1000 Bände; sowie endlich die 
Bibliothek des Predigers J. S. Blörl , die v. Schwarzische und G. Ch. 
Ranner'sche Sammlung. Ausserdem sind im Laufe des gegenwärtigen 
Jahrhunderts noch drei Bibliotheken, die vorher anderwärts aufgestellt 
gewesen waren, auf Anordnung der Regierung mit der Stadibibliothek 
vereinigt worden, nämlich: die Bibliotheca Norica'Williana, eine Samm- 
lung von auf Nürnberg und Umgegend bezüglicher Handschriften, Bü« 
eher und Karten , welche der AUdorfer Professor G. A. Will angelegt, 
und für 3500 FL dem Nürnberger Senate überlassen hatte — diese 
wurde 1817 in der Stadlbibliolbek mit untergebracht; die vom kai- 
serlichen Rathe P. J. V. Marperger (f 1751) gesammelte, an Handschrif- 
ten und werthvollen grösseren juristisehen Werken sehr reichhaltige 
Bibliothek von einigen Tausend Bänden, die zum ausschliesslichen 
Gebrauche des Collegium Consiliariomm bestimmt gewesen war; die 
sogenannte Gonvertitenbibliothek von etwa 700 Bänden grosstentheils 
aseetischen Inhalts, die 1818 zur Stadtbibliothek kam. Der Gesammt- 
bestand der letzteren betrug nach Hinzuziehung dieser Sammlungen 
80 — 90,000 einzelne Schriften in mehr als einigen 30,000 Bänden« 
Einige zwanzig Jahre später (1845) zählte die Bibliothek etwa 800 
Hand- und 50,000 Bände Druckschriften, darunter ungefähr 900 In«^ 
knnaheln. Zu Anschaffungen war jährlich eine Summe von 400 Fl« 
beslimmL Zum Gebrauche des Publikums ist die Bibliothek regeU 
massig und ohne Unterbrechung durch Ferien Dienstags, Donnerstags. 



4aü /fvnNMfy» 

«ml SoDDibends 11^ — IS Uhr gedfftaet. Alle geMdtete Ehiwdhaer der 
SUdt haben das Recht, Bflcber a«s der Bibliothek au entleüien« Eive 
gleiche BegünstigUDg ist auch den Professeren der Universitil Erlangen 
augesunden, wogegen die Privatdoeenten und ttfdera in Eriange^ sich 
aifhalteide Gelehrte nur gegen BArgschaft eines ran töclierenipfaDge 
berechtigten NArnbergers an der Benutaung der Bibliothek durch Leihea 
TheM nehmen können. An andere Uni^rsitlten und ain auswärtige 
Gelehrte Aberhau|lt findet eine Ausgabe von BOchern lediglioh rott Ge- 
nehmigung des Magistrates statt, wobei jedoch gleichfalls die Bfirg- 
Schaft eines Nürnberger Einwohners vorausbedingt wird. Kostbare 
Manuscripte, Urkunden, Inkunabeln, Kupfer- und Praehtwerke sind 
vom Ausleihen ausgeschlossen, und kennen nur auf der Bibliothek 
selbst eingesehen werden. Bibliothekar ist der Professor Dr. P. W. 
GIrillany, und ausser diesem nur noch ein Bibliotheksdiener angestellt. 

Sanbertl, I., Historla Bibliotbecae Retpabl. Norrberg. doabos oratl. illostnti, 
ffnarum aliera de eins stnicioribna et caratoribns, altera de rariorib. qttibosd. et 
ftciln dignia agtt. Acc. Appeodix de iBventore typograpbiae itemq. Catalogos 
libror. prox. ab ioTentiooe aonis us^. ad a. C. 1500 editoroiD. Norib. 1643. 
12. Cum ßg. ^ 

Leibnitz, J. J., incintae Bibliotbecae Noriinherg. MemorabiÜa; n. e. Nalorie 
Admiranda, fDgenii bom. Artiflcia, ft AuliquiuMonomenta* Qoae etc. soltemDiU 
recens., addil. Anootatt. necefsariia. Acced. Chr. Arooidi de Hydriotaphia, h. e.t 
Urois sepulcbral.. In agro Angler. Nortfolc. reperlis, Epi&tola gratulat« Norimb« 
1674. 4. Cum ßgg. 

Hirsch, C. Cb., libror. ab anno I. nsq. ad a. L. saecnli XVI. fjpis exseriptor. 
ex libraria qoad. aapellecitje, Norimbergae prirat. sumlibus in comrann. nsnoi 
collecta et obaerv. , Millenar. I. specinilnia loco ad snppiend. Anaal. typograpb. 
labores editus. Norib. K46. — Milien. U— IV. ibid. 1748—49. 4. 

Nagel, J. A. M., de dnobns Codd. mstis ebraicis Biblioth. pnbl. Korimbergeos. 
Altd. 1749. 4. 

Bibliolheca s. Sopetlex libror. impress. in omni genere scieniiar. mai. pirl- 
rarissimor. et codd. msctor. , qoos per plorimos anoos coli., iasto ord. dispos.} 
atq. nolis litterar. ut historicae bibliognosiae opes aliquantuium aogeaotnr illustr. 
A. R. Solger. Pars I—Ill. Norimb. 1760—62. 8. 

Angnslae S. R. J. Lib. alq. III. Relp. Norimberg. Bibliotbecae pnbl, rcceoti 
aagmenti ornamentiqne ioaigriis nionnmenlnm. A. S. R. 1796. 4. (Gedicbte.) 

Bnrkbard, i.D., praeside J. A. M. Nagel, de duob. codd. mss. V. T. Bibl. pobU 
Norimb. c. spec. rariae leclionis ex quatuor codd. mss, V. T. Alt. 1769. 4- 

CaUlogos libror. max. part. praeslanlissimor. et rarissimor. etc. Norimb. 
1769. 8. (Dooblettenrerz.) 

Möller, Ch. Fl., Commentarü illneris sni in Helvetirti faeti, qbi de iicana- 
bulis arlis typograpb. — Norimbergae Tiais — de Ribliolb^c« Norimbergens. p"- 
blica, fusios autem de Solgeriana — expon. Fridericöslad. 1769. 4. 

Will, G. A., Bibliotbeca Norica Williana od. kril. Verzeichniss aller Schriften, 
Welche die Stadt Nürnberg angehen; gesammelt u. beschrieb. P. I. Sect. 1—^ 
U^Vfll. Alld. n. Nörnb. 1772—93. 8. 

(Strobel/ G. Tb ) Bibliotbeca MeianchlhoniaBa ». Collectio scriptor. Pb. Ms' 
fanchtbonis. 1775. 8. — Zweiler Alidruck in Joacb. Camerarii de ?lta Ph. Me- 
ranchtbonis Narralio recens. G. Tb. Strobel. flal. l'?77. 8. — Driller Abdr.r 
Bibliotheea Melanchtboniana, coius Sectio prior conl. tpslos Mehnebttaoais acript«) 



Nümhirg^ (kkä^ri, OilleHin, Oehringen. t8S 

ord. temporis^ qao prodiernnt, Sectio po«Hr. alior. ad illostrandam Phiiippi Hi- 
storüin perliaentU scripU, ord^ al^babet. corapreheodeU Norimb» 1782. 8* — 
Vierter Abdr. in d. Slroberscheo Miscellaoeen lilerar. Inbalts. Samml. VI. Nürob, 
1782. 8. 

Paneer, Gi W., titerar. Nacbricbl ?on d. alterftlt. gedruckt, deatscb. Bibetit 
ans d. XV. Jbrhjll.^ wekbe io d. öffentl. fiibliotbek in Nlrobei^ aofbewabit 
werden. NArab, 1777* 4. 

lostroctioa f. d. Besucbang a. Dennlzang der Willscbeo Bibliothek. Nürnb, 
1800. 8. 

Rennei-i C. Gii., bortgefasste BeaObreib. d. Fförilberg. Sladibibliotbek mit 
ein igen Bi^yiageo ti. d. Abdürnch eiiMr Haodsciiriftt d. Hendbncll d. II. Aagestins 
ia einer alL dentscb. Ueberseteung entbalt. Nürob. 1821. 8. 

Trautner, J. K. Fr., wisse nschafll. Verzeicbniss der in d. Sladtbibliolbek zu 
Nfirnber^ enthalt. Ausgaben , Uebersclz. n. Erlftul. medicin. - physical. Werke d. 
^rieeb. o. areb. , dann der 6H. latef n« Lileratnr bis znm XIII. Jbrbdt. NOrnb. 
1843. 8/ 

Gesetze» s. Sarap. 1844. Nr^ 24. 

Gbillany, Fr. G. , Index rarissimor. aliquot lihror. msctpr. saeculoq. XV typis 
descriptor. qnos habet bibiiotheca pnbl. Noriberg. additis quihosd. auiegraphor. 
exemplis et pictnris composit. Norib. 1846. Fol, 

^-Bibliothek des historiscbeB Vereines im Retat- 
k reise soll beachtenswertb sein. 

Ochsenfart« 

*fiathsbibliathek besitzt als Legat des Kapilulars des Neu- 
müQsters Dr. H. Ganzborn 1592 eine Sammlung von 72 meist theo- 
logischen Mss, 

Oedermn. 

*Schulbiblio tbek, von der durch einen ungenannten Wohl- 
thäter 1S41 gestifteten über 150 Bände starken Jugendbibliotbek un- 
terschieden, ist 1S40 durch den Rector Mehnert begründet wordeOi 
wd enthält über 200 Rande. 

OelkrlBgea. 

^Stifts* oder <jymna9ialbib liothek ist, was die ersiere 
nM ältere aiilan^, 1752 durch die Bfichersammldng (nebst einem 
Kapitale Ton 300 Fl«) des Kanzlers A. P. v. Bernegger begründet, und 
darch die des Hofratbes Cb. E. Hanselmann 1770 und des Hofratbes 
F. Heinhold l?77, welche letztere Tür 9500 Fl. angekauft wurde, ver-* 
mehrt, später auch durch Einverleibung des braucbb.iren Tbeiles der 
tttr Zeit der Reformation im Stifte angelegten sogenannten Lebens- 
bihliothek, die lange Zeit ganz vernachlässigt gewesen war, bereichert 
worden. Sie steht, in neuerer Zeit mit dec Gymnasialbibliothek ver- 
eHiigl, in Gymnasial gebäude, ist aber Eigenthnm des incamerirten 
Stiftes geblieben. Der gesammte Bücherbestand der vereinigten Samm- 
lung, über welche der Rector des Gymnasiums die Aufsicht führt, be- 
lauft sich auf mindestens 6000 B9nde gedruckter und fast zur Hälfte 
juristischer Bücher und einige werthvolle llss. 



284 Oels, OMngm, OUMbiȤ. 

•eto. 

^Pör Stil che Bibliothek ist 1587 gestiftet worden. Unter 
ihren vorzOglicheren Erwerbungen sind die BQchersammlangen des 
Herxogs Cb. Ulrich v. Wfirlemberg 1699» des Hofratbes Ch. Schröcr 
1705 und des Hofralhes B. P, v. Bomefeld tu erwfihneto. 

Kroll, $., Epistola de Bibliolheca Silesior, Olsoeosi. I — JI. Ups. 17S5 — S6. 4. 

Oettlocea. 

*Schulbibliotb%k ist, wiewohl schon vor 1619 einige 
BQeher vorbanden gewesen sein mAgen, doch eigentlich erst in die- 
sem Jahre durch Ankauf der vom Rector Mag. A. Wickner und dessen 
Sohne, dem Abte Professor A. Wickner im Kloster Heilsbronn, ange* 
legten Bfichersammlung vom Grafen Christoph v. Oeltingen begrändet 
worden. Da kein Fonds zu AnscbaflTungen zur VerfQgung war, so 
vermehrte sich die Bibliothek nur sehr langsam: sie bestand gegen 
Ende des vorigen Jahrhunderts nur aus einigen Hundert Sltercn, zum 
Theil seltneren Werken. 

Christfels, Ph. A., Progr. de Bibliolheca Seminarii Oetlingens. I — II« Oett. 
1772—73. 4. 

OMenlNirc *)• 

Grossherzoglicb öffentliche Bibliothek ist vom Her- 
zog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg gestiftet worden: den 
Grund dazu legte der Herzog durch den Ankauf der etwa 22,000 
Bände starken, vorzüglich im Fache der Geschichte, Litteralor und 
Philosophie ausgezeichneten Bfichersammlung des Geheimen Canzlei« 
secretairs Hofralh G. F. Brandes zu Hannover. Der Kaufcontract darö- 
ber wurde 1790 abgeschlossen, und darin bestimmt, <]ass Brandes bis 
zu seinem Tode im völligen Besitze d)er Böcher verbleiben, und jShr- 
lieh 300 Thir. zur Completirung, sowie för die ganze Bibliothek 24,009 
Thlr. erhallen sollte. Brandes starb schon im Jahre darauf, und die 
Bibliothek kam gegen Auszahlung eines Nachschusses von 2000 Thlr. 
1792 in den Besitz des Herzogs nach Oldenburg, wo sie im Schlosse 
in einigen unteren Zimmern aufgestellt wurde. Zu ihrer Vermehrung 
wies der Herzog nicht nur jährlich 500 Thlr. an , sondern machte 
auch zu grösseren Ankäufen und zur Bestreitung des Aufwandes für 
kostspieligere Fortsetzungen mehrere Male Extrabewilligungen , mit 
deren Hilfe unter Anderen 1792 die meist Oldenburgica enthaltende 
Sammlung des Pastors Neumann und 1S04 för 1750 Thlr. die Biblio« 
tbek des Kieler Professors A. Fr. Trendelenburg, die aus 4010 Bänden 
grösstentheiis juristischen Inhaltes bestand, angescbalTt werden konnten. 
Glücklich entging die Bibliothek 1811 durch einen Scheinkauf den 



*) Ausser den unter Oldenburg erwähnten Bibliotheken ist noch die des 
Vertnessangsarates als eine der bedeutenderen anzufahren. Jedes Gericht be- 
sitzt eine kleine Handbibliothek. 



<fldenJmrg. 285 

Hlnden.iler franzSsisehen Behörden, welche sich ihrer als des Privat- 
eigentliumes des Tertriebeneii Landesherm bei der Besitznahme des 
Landes bemächtigen wollten. Der Herzog fand bei seiner Bfickkehr 
die Sammlang im Ganzen wohlerhalten, und nahm von den kleineren 
Verlosten, welche dieselbe unter der französchen Gewallherrschaft 
betroffen halten, nur n«^aen Anlass, sich die Vermehrung der Samm- 
lung um so mehr angelegen sein zu lassen, so dass diese hinsichtlich 
ihrer Dftndezahl bald beträchtlich stieg, und bei den ohnehin beengten 
RSuralichkeitcn 1819 in ein grössere» Lokal gebracht werden musste. 
Um der BtbKolhek einen grösseren Ansgabefonds zu eröffheo, wurden 
ihr von 1815 an die lleberschQsse aus den EinkQnflen der öffent* 
liehen Anzeigen und der Zeitung und später auch die des Staats* 
kalenders und der (Hdenburger Blätter, nicht minder der Ertrag der 
verkauften Gesetzsammlung fiberwiesen, sowie fQr sie 1820 um 1500 
Thlr. die vom Canzleiralli und Landphysikus Dr. Gramberg nachgelas* 
sene Bibliothek von 5295 Bänden meist medicinischer BQcher oder 
älterer deutscher Dichter angekauft. Auch wurde 1819 mit der in 
Oldenburg bestehenden juristischen Lesegesellschafl ein Vertrag ge- 
schlossen, wonach die von dieser angeschainen neuesten juristischen 
Werke für die Hälfte des Ladenpreises an die Bibliothek abgeliefert 
werden. Eine der letzten grösseren Erwerbungen der Bibliothek zur 
Zeit der Begientng ihres Sliftecs bestand in 80 Bänden (meist Kir- 
chenväter), weiche ihr der Pastor Zedelius \(f 1826) in Jade ver- 
machte. Unter der folgenden Regi(>lrung des Grossherzogs August 
Paul Friedrich, welcher der Stiftung seines Vorgängers grosse Auf* 
merksamkeit widmete, nahm die BQcberzahl bedeutend zu. Aus der 
vom Grossherzoge 1833 fQr 1200 Thlr. angekauften Sammlung des 
Conferenzraths Mentz, welche aus 2850 Nummern bestand, und, ausser 
den Böchern, Landkarten und Mflnzen enthielt, empfing die Bibliothek 
sänmtliche Bficher, ebenso aus der vom Grossherzoge 1839"acquiriilen 
juristischen Bibliothek des Staatsraths Thiele alle ihr noch fehlenden 
Werke, wogegen die fibrigen an die Eutiner Bibliothek abgegebeu 
werden mussten. Ferner wurden 1842 die medtcinische Bibliothek 
des Hofraths Dr. Vdss in Eutin fi}r 800 Thlr. und 1 843 ein- Theil 
der theologischen Bibliothek (meist biblische Exegese, ungefähr 4500 
Bände nebst 6^—7000 Dissertationen) des geheimen Rirchenraths Dr. 
Böck'el für 1400 Thlr. erkauft, wie auch in nejuerer Zeit verordnet, 
dass die Bibliotheken in Jever und Eutin mit der Oldenburger ihre 
Doobletten austauschen sollten.. Ueberdics kam 1830 mit den Olden* 
burgern französischen, englischen, physikalischen und ärztlichen Lese- 
vereinen ein ähnlicher Gontract wie 1819 mit dem juristischen zu 
Stande* Gegenwärtig besitzt die Bibliothek c. 65,000 Bände, incK 
SO^OOO Stack juristische DisserUtionen in 625 Bänden, die seit 1846 



98fi o^ntHtv. 

in eipem neu^n präcliügeii Cel)^u4e aufg^lelltt lui worülb^ yaU8Uiii4i9e 
aljphabeli«€be> ivjsseiischafiljclie and ZeUelkaUloge vQrlwMl^n sind. 
Das Budget der Btbliolbek betrftgl jftbrlicb im Ganzen aaS6 Tblr., 
wovon 2200 auf AnsdiaflTungen, Einband» Gopialien und derglekbeB, 
das Uebiige auf die Geballe der Beamten kommen. Der Bjbliolbekar 
bat zu Anfang eines jeden Jabres über die Ausgaben, welche sr für 
(|ie Bibliothek für nolbwendig erachtet, einen Voranschlag zu fertigen, 
der von der Bibliolhekscommission geprüft und» wenn pichts dagegen 
zu erinnern ist, für ezecutoriscb erklärt wird. Nach einem solchen 
Voranschläge wurden z.B. lür 1847 von dem Bibliothekar 3000 Thlr. 
gefordert, nämlich zu AnschalTungen für Theologie 200, für Juri^ptu- 
denz 200, für Medicin 200, für Philosophie 1050 (und zwar ^) Mathe- 
matik und Kriegswissenscbjift 50, b) Physik und Oekonpinie 75, 
c) orientalische Lilteratur 20, d) deutsche Lilteratur 50> spwie eng« 
lis<;be, französische, spanische, italienische und portugiesische Liltera- 
tur 30, e) Geschichte und f) Geographie zusammen SlOO, g) Staats- 
Wissenschaften 60, b) Technologie 60, i) Philosophie 45, k) Päda- 
gogik 30, >i) griechische und römische Litteratur 150, m) Kunstge* 
schichte, Antiquitäten und Baukunst 175, n) Lit^eraturgesehicbte 105), 
für Zoologie, Botanik und Mineralogie 150, als Gehalt des Biblioiheks- 
dieners etc. 246,* für Copialii^n 1 54, für Buchbinderlohn 400, ;iur Disr 
Position für unvorhergesehene und kleine Ausgaben 400. Innerhalb 
der Grenzen eines von der Bibliothekscommifision für ezeculorisiih erklär* 
ten Voranschlages hat der Bibliothekar biosicbtlicb der Verwendung der 
einzelneu Summen fds( ganz freie Verfügung, wobei ihm jedocb an* 
empfohlen ist, die in dem Desiderienbuche niedergelegten auf An^ebaf- 
fungen gerichteten Wünsche der Leser, wenn der^n Erfüllung mk dem 
Bibliolheksinteresse nicht im Widerstreite steht, zu berftcksicbligeo. 
Was die Beuutzung der Bibliothek betrifft, so ist diese, mit Ausnahme 
des {zur Erholung des Bibliothekars bestimmten Monats August und 
der Sonn- und Festtage, täglich 10 — 2 Uhr und Mittwochs und Sonn« 
abends 3 — 5 Uhr geöffnet. Die jährlich angeordnete Revision, welehe 
sich mindestens über zwei Fächer der Bibliolbfk erstrecken muss, 
darf hinsichtlich der Bibliotheksbenulznng in keiiyer Weise eine Stö« 
rung oder Unlerbrecbung herbeiführen. Im Leso^in^mer, wozu jeder 
Anständige, sowie auch Schüler der ersten Klasse des Gymnaatiims 
Zutritt haben, werden alle für die Bibliothek angeschafften Zeitschriften 
einen Monat lang und die neu erschienenen angekauften BQcher acht 
Tage zur Durchsicht der Leser ausgelegt, dürfen jedoqh wälMrend die* 
ser Zeit nicht verliehen werden. Da die BibliqthelL zunUcbst fgr die 
Berufsarbeiten der Slaatsdiener und zur Befördernng der wisseasebaft- 
licben Bestrebungen der Gelehrten und der litterarischen Ai|sl«Iten 
)>e9timmt ist, so sollen diese daher auch b^i dein Aitsjeihen vo« 



OUMnug. 9»J 

BQchem Torzugsweise berücksichligt i^^rdea, olinQ dusi disabalb das 
übrige. PttbUkun eiaa merkbare Zurackselzang erleidet. Uabekannte 
Personen können nur nach g^h^nger Legitimation oder Caution, die 
SehiUer der boberen Lehranstalten der Stadt nur gegen eine jedes- 
malige Bescheinigung des Directors oder Klassenlehrers Bücher geliehen 
bekooiiDeii, UandscbrifUn^ Kupferwerke, Bücher in Prachthflnden, 
Karten» seltene oder aehr bändereiclie» zunächst cum Nachschlagen 
auf der BibÜQlhck bestimmte Werke werden, wie anderwärts*, in der 
Regel gar nicht ausgeliehen. Wer ausserhalb der Stadt Oldenburg 
und ihrer Vorstudie aus der Bibliothek eine Mitlbeilung vou Uanü- 
achrifien und gedruckten Werken wünschen sollte, der bat dasu nicht 
nur mittels sdmfilicber Eingabe die Genehmigung der Biblioibeks- 
commission einzuholen^ und in der Eingabe den wissenschaftlichen 
Zweck, für welchen die Mittheilung begehrt wird, und die Titel der 
hegehrien Werke einzeln anzuzeigen» sondern auch einen in Olden- 
burg ansüssigea, hinlänglich bekannten Mann zur Empfangnahme und 
Zurückgabe der Bücher zu stellen. Die Zahl der Leser betragt jahr- 
lich 270 Personen, die der verliehenen Bücher S500 Bände. Die 
obere Aufsicht üb^r die Bibliothek führt laut der fOr den Bibliothekar 
gegebenen Instruction von 1&47 eine BibUolbekscommission, die zur 
Zeit aus zwei höheren' Staatsbeamten (Geh. Slaatsrath Bümer und Geh. 
üofrath Dr. Günther) und dem Bibliothekare besteht. JNach eben die« 
ser' Instruction geboren zu dem Verwaltuagspersonal der Bibliothek 
eis Oberbibliothekar (dessen Stelle noch tficht besetzt ist), eia Biblio- 
thekar (Dr. J. L. F. Th.Verzdorf) und ein Bibliotliekspedell ^ zu denen 
noch ein Hausknecht hinzugekommen ist. 

U«lea|^ L. VV. C.v.^ bibUogr«ipb. üoteibaUungen. Rd. I. 2 Stcke. Brem. 
1794 — 95. 8. — Eine oeuo Bearbeitung o. ForUetzung derselben: Merzdorf, 
J. L. F. Tb. , bibliolbekar. UoterballungcD. Mit Urkond. Oldenb. 1844. Nei^e 
Saminlong. Das. 1860. 8. 

lod^x fiiklioUiecae A. Fr. Trendelenburg XU Mart. 1804 diveodcndae. Kiel. 

1803. 8. 

Das ist der Sprucb an der Zimmer man ns Krön ! Baa-Rede, gebalt. am 
7. Oct. 1843, als d. Kranz auf das Dach des neuen Bibliolbekgebäudes aufge- 
pflanzt ivurde. Oldenb. 1848. 8. ' 

RagleflMDt. s. 8erap. 1847. Nr. 7. 

Inatrqclioii f. d. Bibliothekar, s, Serap. 1849. Nr. 16 — 17. 

Elfi Calalog d. Bibliothek soll im Drucke erscheinen. 
*Gymnasialbibliothek, wozu von dem gelehrten Holländer 
Meursius, der sich eines Vergehens wegen in die Grafschaft Delmen- 
horst gefluchtet hatte, der Grund gelegt worden ist, besitzt wenig 
für eine Scbulbibliothek Passendes,' wesshalb, zumal auch ohnehin 
kein genügender Fonds zur Vergrosserung der Sammlung vorF^anden 
war^ in neuerer Zeit Unterhandlungen zur Vereinigung derselben mit 
der grossherzo^lich öflentlicben Bibliothek eingeleitet wurden. 



288 - OlmüU. 

*Militairbibliothek. 
Kalalog der Growlien. Oldenb. Miliuir-fitbUolhek. Oldenb. 1889. 8, 

Ol«««. 

*KathedraIbibliolhek, die zar Zeit der ScbwedenherrschaA 
im drrissigjahrigen Kriege (1642 — 50) fast ganz nach Schweden weg- 
gef&hrt, oder sonst Terniclitet worden ist, besitzt aus jener Zeil nur 
noch eine Anzahl Handschriflen and wenige Druckwerke. Die Mehr- 
zahl der älteren Drucke, weiche die Dibliolhek jetzt aufzuweisen hat, 
sind spOtere Geschenke der OlmOtzer Domherren. 

K. K. Universitätsbibliothek verdankt ihre Entstehung der 
Kaiserin Maria Theresia von Oesterreich, welche nach Aufhebung der Je- 
suiten 1773 die damals nur von den Universit&tsprofessoren beaaUte 
BQchersammlung des OlmQtzer Jesuiten - Collegiums zum öffettUicbec Ge- 
brauche bestimmte, und mit dieser auch die Sammlungen der fibrigen 
Jesuiten - Collegien in Mähren vereinigen liess. Dasselbe war später 
mit den Bibliotlieken aller übrigen aufgehobenen Klöster in Mibrea 
der Fall, aus denen wenigstens alles f&r die OlmQtzer Sammluog 
Brauchbare ausgewählt wurde. Sonst sind derselben grössere Bücher* 
coroplexe nicht zugekommen, mit alleiniger Ausnahme des aus einigen 
100 Bänden bestehenden BQchernachlasses des Olmfltzer* Bibliothekars 
Voigt. Gleichwohl belief sich die Bücherzahl 1B43 bereits auf 44,353 
Bände und am Schlüsse des Studienjahres 1852 auf 50,954 Bäade 
und 1662 Stücke, worunter 874 älss. und 1035 Inkunabeln, die'seil 
-1787 zum dflTentlichen Gelfrauche in einer ehemaligen Kirche des auf* 
gehobenen. Klosters der Clarissinneft aufgestellt sind. Ausserdem he* 
sitzt die Bibliothek noch 1880 Stück grösstentheils der neueren Zeit 
angehörige Münzen. Die Classification und Aufstellung der Bücher ist 
nach dem von Denis in der Einleitung in die Bücherkunde tabellarisch 
dargelegten Systeme ausgeführt, und sonach der ganze Bücherbestand 
in folgende sieben Klassen geschieden: I. Theologie, 11. Jurisprodeox, 
III. Philosophie, IV. Medicin, V. Mathematik, \U Geschichte, Vll. PM* 
lologie. lieber alle diese Fächer besitzt die Bibliothek, ausser deoi 
sogenannten Grund* oder Zettelkataloge» einen alphabetisdien, einen 
systematischen und einen Standkatalog; näcbstdem noch einen Katalog 
der vorhandenen slavischen Werke, der griechischen und römisclien 
Glassiker, sowie einen Spezialkatalog der Mss. Zu den Anschaffungen, 
zum Einbände und für Canzleibedürfnisse sind jährlich 700 Fl. C. M. 
bestimmt. Als Regulativ für die Benutzung der Bibliothek dient die 
für sämmtliche Österreichische Bibliotheken erlass'ene Instruction von 
1825. Mit Ausnahme der Sonn • und Montage und der gebotenen 
Feierlage, sowie der grossen akademischen Herbstferien (in deren 
erstem Monate jedesmal die Revision vorgenommen wird) ist die Bi- 
bliothek zu Jedermanns Benutzung täglich, und zwar im WiJlte^ 



Olmülx, Oppeln, OswOariMt, Qüegk, Om<«A, OHenäarfy Paderhwn. 289 

semoflter Dieottaga lud DonnerflUgs 9<-*I2 und 2 — 4 ühr, an den 
fibrigen Tagen nur 8 — 12 Uhr, im Sonmiersemester dagegen Diens- 
tags 10 — 12 and 3—6 Uhr, DonnersUgs 9 — 12 aud 3-*6 Uhr nnd an 
den anderen Tagen 10*- 12 und 4^6 Uhr, gei^ffnet. Die Zahl der 
Leser beträgt jährlich 7 — 8000, die der Yeriiehenen Bficber 5 — 600 
Bäadie. Das Dihliolhekspersonal hesleht ans einem Bibliothekar (Dn 
Fr. Skyba)» einem Cuslos (L. K. Smekal), einem Scriptor (K. Dub), 
einem Amanuensis, dessen Stelle zur Zeit unbesetzt ist, und einem 
Haosknechte. 

Oppeln« 
^Gymnasialbibliethek, cum Gebrauche der Lehrer, enthält 
über 7000 Bände. Dre davon gelrennte und zur Benutzung der 
Schuler bestimmte iagendbibliotbek besteht aus^mehr als 15,000 Banden. 

OsBAtofIck* 
* Gymnasialbibliothek enthält unter Anderen die Böcher- 
sammlungen des Justizralhes J. Möser^ seit 1794, und des Amtsasses- 
sors i. Friderici. 

Osse«k. 
*Slirtsbibliothek des Gistercienser-KIosters enthält, 
ausser einer Anzahl schätzbarer Mss., etwa 12,000 Bände Druck- 
schriften. Bibliothekar ist der Snbprior und Noyizenmeister P. Laur. 
Jos. fiichner. — Neben dieser, der eigentlichen Stiftsbibliothek, be- 
steht noch eine Conventsbihliothek im Colloculorium (Unterhai lungs- 
zimvier fAr die Br&der), welche die Doubletten der Stiftsbibliothek 
und die öfters zum Oebrauche erforderlichen praktisch - theologischen 
Bücher und die Zeitschriften enthält, sowie eine Handbibliothek zum 
Gebrauche des Abtes. * 

* Ossiacli* 
^Bibliothek der Benedictiner • Abtei soll Tiele ältere 
Schatte besitzen. 

OtteiMl«rf h. BerMTiessliiibel» 
*Pfarrbibliothek jsl durch die vom Appellationsrath und 
Oberaufseher zu Mansfeld H. v. Lindenau (-{* 159S) geschenkte 
Sanamlung von 140 Bänden meist theologischer Bücher begründet 

worden. 

PAderlion. 

^Bibliothek des Oberlands-Gerichtes, iür die Mitglie- 
der des CoUegiums jederzeit zugänglich, stand 1846 unter der Auf- 
sicht des Jiistizraths Naber. 

^Universitätsbibliothek deji Gymnasiallehrer - Coüegiums 
und der philosophischen und theologischen Faeultät is| zu Anfang des 
XVII. Jahrhunderts vom Fürstbischof Theodor v. Fürstenberg (f 1618), 
dem Stifter der Universität, begründet ^ und später durch die Ueber- 

Petzholdt, Hdk.D.B. ^^ 



rette der Klogterbibliotheken zh Abdingbar iiiid Bdddeken Yemebrt 
worden. Sie steht im Gebüade des vormaligen lesuiteBcollegiams, 
uod enlbielt 1844 gegen 40,000 Bftnde, wornnter nur einige Mss., 
auf deren Vermehrung jährlich etwa lOOThlr. terwendel wurden. 
Wiewohl die Bibliothek znnftehst und vorzugsweise zum Gebrauche 
des Lebrercollegiums bestimmt ist, so siebt sie doch auch anderen 
Lesern zur Benutzung offen ; die ZugXnglichkeit der Sammlung riditete 
sich aber 1844, da die Bibliothekarfunction von einem Lehrer des 
Gymnasiums (Dr. J. Lessmann) versehen wurde, nach den diesem frei- 
bleibenden Stunden. 

^Bibliothek des Vereines für Geschichte undÄlter- 
thumskunde Westphalens, ebenfalls im Gebäude des früheren 
Jesuitencollegiums, im Lokale dos Vereins, aufgestellt, ist besonders 
durch Ankäufe bei Gelegenheit der Versteigerung der vom Domcapitular 
Meier, vormaligem Director des Vereines, hinterlasseneo Bfiehersamm- 
lung vermehrt worden. Sie besass 1845, ausser einigen recht werth- 
voilen Mss., 300 gedruckte Werke Ober die Geschichte Deutsehlands 
und die Zeitschriften der meisten Vereine fQr Geschichte und Alter- 
thumskunde. Was fiber Westphfiftisohe ond vorzAglrch Paderbornische 
Geschichte und AllerlhQmer im Drucke erschienen, das war fast alles 
in der Bibliothek zu finden. Die Aufsieht über die Bibtiolhek führte 
der Oberlehrer Dr. Tophoff. 

PiNr^hiiB. 

*Gymnasialbibliothek, im Gymnasialgebftude und unter der 
Aufsicht des Directors der Anstalt, ist etwa 1785 von dem Rector 
Professor Wehnerl gestiftet worden, aber bis 1827 ohne Mittel und 
Zuwachs geblieben. Erst seit dieser Zeil werden jährlich 100 Thlr. 
und ausserdem einige Accidenzien bei Aufnahme und Versetzung der 
Gymnasiasten, die sich das Jahr fiber auf 50 bis 100 Thlr. belaufen 
mögen, auf Anschaffungen verwendet. Die Bändezahl betrug 1846 über 
2800. Alit Ausnahme der Schulferien wnrde die Bibliothek damals 
an jedem Wochentage 12 Uhr für die Lehrer, Mittwod>s um die näm- 
liche Stunde för die Gymasiasten zum Gebrauche gedffnet. 

"^Königliche Kreis- und Studienbibliothek ist zu- 
gleich mit der Errichtung des Jesuitencollegiums 1612 entstanden, 
in dessen Gebäude gleich anfangs ein schöner geräumiger Saal zur 
Aufnahme der BOcher vorgerichtet wurde. Obschon die Samroinng zu 
wiederholten Malen theils Bucher-, theils Geldgeschenke erhielt, — 
unter ihren vorzüglicheren Gönnern sind zu nennen: der Suffragan 
J. N. Stainer, der 1699 dem Collegium 2000 Fl. mit der Bestimmung 
vermachte, dass die vierprozentigen Zinsen davon zu BQcherankäufen 
verwendet werden sollten, ferner J. A. J. v. Oedl 1696 — 98, If. M. K. 



Pusiau, Palak (Oarcifatak), SL Pml (tu Kärmhen). SSI 

FaggeriB» die Jesiiileii F. Mayer UBd F. Voglmsyr 1695, E, Siainer 
1729, J. Graf V. KockorasoTa 1753 U.A. •-*- ao trlaftgte aie doch erat 
einig« Bedeolung in Folge der SAcularia&tion dea Bisaümmea Paaaau 
und der damit Terbandeneii Aufhebung der Klöster, indem bei dieaer 
Gelegenheit die Bücher dtr letzteren und ein paar andere Bibliotheken 
mit der dea JeaoitencoUegiuma Tereinigt, und diese in eine königliche 
Kreis* und Studienbibliotbek umgewandelt wurde. Das Lokal blieb 
gleichwohl daa8el|)e im Gebäude dea JesuitencoUegiuma, welcbea fori* 
an zum Studiengebäude diente. Der gesammte BQcfaerbestand, worfl* 
her ein Yollstlndiger ayatematiachcr und ein alpliabeliacher Blätter- 
katalog Yorhanden sind, betrug 1S44 ziemlich genau 21,260. Werke 
in etwa 30,000 Bänden, worunter 3966 philologische, 4300 historische, 
516 mathematiache*, dl8 philosophische, 512 naturhislorisehe, 493 
mediciniscbe , 5261 juristische und 5317 theologische BQcher waren. 
Von Inkunabeln zählte die Bibliothek 276 und yoo Mas. 121. Zu 
Anschaffungen waren von der königlichen Begierung von Niederbayern 
jährlich 400 FLhewilligt* Zur Benutzung des PnbJikuma behufs gelehrter 
ForsclittDgen und Bearbeitungen (aber nicht zur Unterhaltung) stand 
die Bibliathek, mit Auanahme der Sonn« und Feierlage und der gegen 
drei Wochen dauernden Stadienferienzeit, täglich und zwar in der 
Regel 10*--<12 Uhr ollen» obwohl ai^ch zu anderen Stunden, dafem 
sie n^r nicht mit den Unterrichtsstunden zusammentrafen, Bücher aua 
der Bibliothek erlangt werden konnten. Das Becht, Bücher daraus zu 
leihen, war jedem Beamten im Dienste des Staates oder der Kirche, 
sowie jedem anderen begüterten Einwohner der Stadt und Freunde 
der Litteratur zugestanden. Auch war es erlaubt, dass die Bibliothek 
durch Leihen von Büchern vjon jedem anderen Bewohner Niederhayerns, 
jedoch gegen Bürgschaft oder Geldcantion, benutzt werden konnte. 
Die Studirenden des königlichen Lyceums erhielten Bücher gegen 
BQrgachalt der Professoren geliehen, wogegen zum Gebrauche der 
Schüler dea Gymnasiuma und der lateinischen Schule eine eigene von 
der Studienbibliothek gesonderte Lesebibliolhek besteht. Die Zahl der 
Leser helief sich jährlich auf mindestens 800 Personen, die der ver- 
liehenen Bücher auf 3500 Bände. Bibliothekar war der Lycealpr o« 
fessor Dr. J. Winkelmann. 

*0 rdinariatsbibliolhek, 1843 unter der Aufsicht des 
Secretairs Dr. Kainzelsberger und auf Verlangen jederzeit zugänglich, 
enthält vorzugsweise theologische Büclier. 

Piitiak <€lMro«|M»tak). 

^Bibliothek des reformirten Gymnasiuma besitzt über 
20,000 Bände. 

lit Pmil (in Kärnthen). 
^Bibliothek des Benedietiner- Stiftes nimmt sowohl 

19» 



2iia 51. Pami (in JUnilhm), P^oti. 

limsichüieh ibrei ansehnlicheii ApiiaratM f&r philologische nid histo- 
rische Studien^ als auch ihrer beachteiiiwerÜieD ' Handschriften und 
typographischen Seilenheilen unter den Bibliotheken der öster- 
reichischen Monarchie einen sehr ehrenvollen Plats ein. Sie besteht 
grösstentheils aus den schon während der drohenden Kriegsereignisse 
in Frankreich nach Oesterreich geretteten Schfttzen der Bibliothek io 
dem ehemals berQhmten Benedictinerstifte St. Blasien im Schwarawalde, 
dessen letzter FOrstabt Berthold, nach der gewaltsamen firsehfitterung 
Deutschlaods durch die französische RcTolution, der Einladung des 
Kaisers Franz l. von Oesterreich, in seine Erhstaaten mit den Ordens- 
bröderiv auszuwandern , Folge leistete» und den Orden zuerst nach 
Spital am Pyhrn in Oberösterreich und später (1809) nach St.Pani 
flbersiedelte. Wahrscheinlich legte der Abt Berthold VI. (f 1141) 
den ersten Grund zu einer Bibliothek in St. Biasien ; doch wurde diese 
erste Sammlung mit dem ganzen Klostergehftude 1325 ein Raub der 
Flammen. Auch eine zweite kurz darauf angelegte Bibliothek, die, 
trotz aller während der Bauernooruhen im XVi. Jahrhunderte erlittenen 
Verheerungen, doch nach und nach durch F&rsorge der Achte bis über 
26,0110 Bände meist gewählter Werke und einer grossen Anzahl- kost- 
barer Handschriften angewachsen war, hatte 1760 ein ähnliches Schick- 
sal: kaum der zehnte Theil der JBücher wurde damals bei dem Brande, 
der das ganze Stift in Asche legte, gerettet* Der Stifter einer dritten 
Sammlung, deren Sciiätze sich noch jetzt in St. Paul befinden, war 
der F&rstabt Martin Gerbert, Freiherr v« llomau (1764 — 93), der 
dazu viel aus den Bibliotheken der aus Frankreich vertriebenen Jesuiten 
ankaufte. Unter ihm erhielt auch die Bibliothek die von dem Ge- 
schichtsforscher P. Marquard Qerrgott (f 1762) hiitterlassene , an vor- 
zfiglichen Werken sehr reichhaltige und überhaupt bedeutende BAcber- 
Sammlung, sowie die der PP. B. Herr -und J. B. Köpfler. Herbert's 
Nachfolger, der FQrstabt Mauritius kaufte fQr sie den ganzen reichen 
Böcherschatz des französischen Marschalis v. Zuriauben. 

P^sasu* 

«Bibliothek der S t. Lauren'tius-Kirch e ist 1582 be- 
gründet wordep, und enthält gegen 600 Bände. Ueber ihre Bestim- 
mung sagt ein Anschlag an der Thöre, die zum Bibliothekslokal und 
zur Kanzel führt. Folgendes: Volenlibus contulere aulare9, quitms vel 
seholae minislrü vel paitoribus huic dioeeesi addiclis fial adilus et 
copia in sacrario illos legendi et quae volueruni describendir praesente 
vel uno ex Diaconis vel lempli eustode. Si vero quispiam ex mini" 
Urii eeclesiae hujus volueril in datno iua quaedam in libris hine 
mutuo acceptis cognoacere, fial ei poleslas ad aliquot dies vel septi- 
manas, ialulalo proplerea Superintendente et scripta ae relida sehe- 
dulüt tenanle iUam accommodationem ad eertum fempus faetam. 



Peslh. . 293 

AmgenUbus bihliöiheeain hane Deut äUs vitae ei felieilaiit augeal; 
auferentilnu vero e$ abalienaUanibus libras ideniy quod sacrilegis^ 
eveniai- 

Vemih. 

*Bibliolhek der Uogarischeo gelehrten Gesell- 
scliafi soll recht ansehiilich sein. Ihre vorzöglich^te Erwerbung war 
die BQchersammlung des Grafen i. Teleky. 

^Bibliothek des Ungarischen National - Museums ist 
1904 eingerichlel worden: der Graf Franz Sz^cb^nyi, Oberstkämmerer 
des KAnigreichs Ungarn, legte den Grund dazu, indem er seinem Va- 
terlande 18U2 eine beträchtliche, wohlgeordnete und Ton ihm selbst 
gesammelte Anzahl ungarischer Bücher und Handschriften zum Ge- 
schenk, machte, mit der Bedingung^ dass sie unter dem Namen der 
Sz^cbeoyi'schen Landesbibliothek in einem dazu gewidmeten Gebäude 
zun» öffentlichen Gebrauche aufgestellt werde, und die Ernennung des 
Vorstehers nnd der übrigen Beamten an derseihen ihm und seinen 
Nachkommen vorbehalten bleibe. Diese Schenkung wurde durch kö- 
nigliches Diplom bestätigt, die Sammlung 1804 nach Pesth gebracht, 
in dem Bibliolheksaale des vormaligen Paulineikiosters aufgestellt, 
und der Lesewclt geöffnet. Durch zahlreiche Beiträge von Patrioten 
und Freunden der Litteratur wuchs indessen die Sammlung so be- 
deutend an, dass man schon 1S05 bei der Wiederherstellung des 
Pesther Generalseminariums , dem das Pauliner -Kjostergebäude ein- 
gerSumt wurde, darauf Bedacht nehmen musste, den Büchern ein ihrer 
Wichtigkeit und Zahl entsprechenderes Gebäude anzuweisen, und sie 
1906 in den an die ehemalige Pauliner- Kirche stossenden Theil des 
grossen Scminarialgebäudes übertrug. Dabei Hess man es aber, zumal 
hei immer mehr und mehr überhand nehmendem Umfange der Samm- 
lung, noch nicht bewenden, sondern man fasste den Entschluss, der- 
selben eine weitere Ausdehnung, eine zweckmässigere Einrichtung und 
mit einem grösseren Gebäude auch einen ihrer Bestimmung angemes- 
seneren N^men zu geben, und auf diese Weise in ihr ein National- 
denkmal zu stiften, welches überdies noch andere Sammlungen von 
allen ungarischen Natur- und Kunsterzeugnissen in sich aufnehmen 
sollte. £in auf diesen Plan gerichteter Entwurf, welcher den Beichs- 
standen vorgelegt wurde, fand bei diesen ohne Schwierigkeit Eingang : 
das projectirte Nationalmuseum erhielt 1808 die gesetzliche Bestätigung, 
und ein in wenigen Monaten zusammengebrachter Fonds von 500,000 
Fl. B. Z. , zu dem noch andere ansehnliche Zuschüsse hinzukamen, 
setzte es in den Stand, 1813 das durch Grösse und vortheilhafle 
Lage sich empfehlende Grundstück des Grafen Batthyany in Pesth an- 
zukaufen, und unverzüglich die Restauration der vorhandenen Gebäude 
und einen Neubau zu beginnen. Bereits 1814 bezog ein Theil der 



294 Pe$ih, Pforta (Sehulpforla). 

Sammlungen das nene reslanrirte OebSvde. Die der Lilteratar ge- 
widmete Ablheituog des Museams, also die Bibliothek, umrasste da- 
mals: 1) eine vollständige und systematisch geordnete Sammlung aller 
im Drucke erschienenen Werke, Kupfer und Landkarten, welche Ungarn 
betreffen, theils Ton ungarischen, iheils ton ausländischen Schrift- 
stellem und Künstlern, im Ganten 7577 Binde; 2) eine Sammlung 
von Hilfswerken zur Geschichte und Geographie von Ungarn, sowie 
zur Mfinz* und Alterthumskunde, zusammen 2222 Bände; 3) eine 
Sammlung verschiedener chronologisch sowohl als nach ihrem Inhalte 
geordneter Handschriften, 21,210 Stftcke. In neuerer Zeit soll die 
von dem Gustos der Bibliothek Professor Dr. St. v. Horvith (f 1M6) 
hinterlassene, an seltenen Mss, und Druckwerken reiche B&chersamm« 
lung, deren Verkaufspreis auf 120,000 Fl, G. M. gestellt war, filr das 
Museum erworben worden sein. Gegenwärtig wird der gesammte 
BQcherbestand auf 180,000 Bände geschätzt, worunter - 30,000 Ton 
ungarischen BOchem und etwa 20,000 von Ungarn betreffenden, aber 
in fremden Sprachen verfassten Werken befindlich sind. 

(TfbAlt, M. de) Catalogos Bibliothecae Hangar. FriDcisci Com. Sc^cbenyi. 
2 Tomi. Sopron. 1799. iodex aller secoiid. ordinem scientiar. Pesih. 1800. 
Supplemestuoi Catalogi. Ibid. 1803. Index alter Supplemeali I. Ibid. 1803. 
SopplemeDtum 11. Sopron. 1807. 8. 

Catalogus MSStor. Bibliothecae nationalis Hungar, Sz6cbänyianO'*Regnicolaris. 
BTomi. Sopron. 1814. 8. 

Das üngrisehe National- Mosenm zu Pest|i. Wien, 1814. 4. 

^Universitätsbibliothek soll 1772 zu Tyrnau, wo sich die 
1655 gestiftete Hochschule zuerst befand, angelegt, und mit dieser 
1777 nach Ofen und von dort 1784 nach Pesth übergesiedelt wordea 
sein. Nach Edwards wäre sie erst 1792 gegründet. Sie enthielt vor 
etwa zehn Jahren gegen 60,000 Bände, wogegen die Bücherzahl 1851 
auf 65^000 Bände angegeben ist. Üas Bibliothekspcrsonal Lestand 
1846 aus einem Präfecten (Professor Dr. F. Schedel), einigen Custoden, 
zwei Ganzlisten und einem Amtsdiener. 

(Pray, G.) Index rarior. Ubror. Bibliothecae Univer&iU Bcg.'Badens. 2 Partes 
c, sopplemento partis f. Bud. 1780—81. 8. 

Fforto (BJclmlpfortA)« 

^Bibliothek der FQrsten-Schule ist 1572 gesliflet oder 
mindestens um diese Zeit durch Einverleibung des grosseren Theiies 
der Bibliothek des Benedictiner- Klosters Bosau bei Zei% ansehnlicb 
verstärkt worden. Sie wird fortdauernd vermehrt. 

Freyug, Fr. G., üescriptio membr. FJavii Josepbi e Bibliotheca Porteosi. 
Numb. 1727. 4. 

Catalogus Bibliothecae Portens. In Bertachli Chronicon a J. H. Schamelio 
editnm. Lips. 1730. 4. 

Freyug, Fr. G., Dissarlatio de cod« in meabr» eouratOi qu Aofustini Libroi 
de civiUU Bei conplectitur, in BiUioih. PorU Uj^. 1747» 4. 



Pinuif Plauen, Bnimer$f9l40, Posen. 995 

' *Kirchenbibliolhek, im Thorme der Hnuptkirehe aufbe« 
wabn. ist 1715 durch VermAohlo las der ßflchemammluog des Bürger« 
meislers J. JI. Grossmann gesliltet worden, und enthält, ausser ein 
paar Mss., Ober 1100 avm Theile sehr werlhToUe Druckschriften. 

Plauen. 

*LesebibIiothek ist 1S41 zur Benutzung der ärmeren Rias« 
sen unter den Gewerbtrcibenden und Derer, die ffir diesen Stand be- 
stimmt sind, von einem ungenannten Menschenfreunde mit einem Fonds 
Yon 155 Bänden hegröndet worden, und war, unter Beihilfe des Stif- 
ters, 1S46 bereils bis zu 700 Nummern etwa angewachsen. 

"^Schulbibliothek (Gymnasialbibliothek), im Gebäude des 
Gymnasiums und unter der Aufsicht des Bectors desselben , ist zum 
Gebrauche der Lehrer dieser AttaUlt bestimmt. Sie war früher sehr 
unbedeutend , und nur erst seit etwa 30 Jahren wird besser ffir sie 
gesorgt. Ihre Bucherzahl belief sich 1846 auf c. 1300 gedruckte 
Werke, zu deren Vermehrung seit 1845 volle 100 (vorher nur 50) 
Tlür. bestimmt sind» Den Lehrern ist die Bibliothek auf Begehren 
jederzeit zugänglich. — Zur Benutzung für die Schüler besteht neben 
ihr die über 500 Nummern starke Schülerbibliolhek, die aus den seit 
1835 eingerichteten einzelnen fünf Klassenbibiiotheken gebildet wor- 
den ist. 

*Stadtbibliothek besteht seit 1840: zu ihrer Anlegung 
zum allgemeinen Gebrauch wurden, zumeist auf Anregung von Seiten 
der Preuaker'schen Schrift über Stadtbibliolheken , 100 Thlr. aus der 
Stadtkasse bewilligt. , 

^Bibliothek des ökonomischen Vereines für den 
Voigtländischen Kreis ist 1828 von der ökonomischen Gesell- 
schaft ffir das Königreich Saelisen angelegt worden. 

Pommersfelde. 

^Gräflich Schönborn- Wiesendhaid'sche Bibliothek 
im Schlosse Weissenstein , zum Theile früher in Gaybach, enthält 
ausser etwa 3000 Bänden Druckschriften, worunter sehr alte und 
wichtige Werke sind, gegen viertehalbhundert Mss., die aus Aschaffen- 
burg, Rebdorf, der Karthause bei Mainz, dem ßamberger Michaelis- 
kloster, der fürstlich Hatzfeld'schen Bibliothek, aus Himmelsthür und 
aus St. Peter in Erfurt stammen. Mehrere dieser Mss. sind von gros- 
sem Werlhe. Der Schlossgeisüiche hat die Sammlung unter seiner 

Obhut. 

Degen, J. Fr., Beilrag zti den Nachrichten von alten Handschriften» Ansp. 
1785. — Fortsetz. I. Onolzb. 1790. 4. f rogr. 



f Grftflioli Desialy&flkfsche Bibliothek, die früh» auf 



296 P^eH, FoUd^mt My. 

dem Gule des Grafen, Durnyk, tUnd» ist vom Besitzer id neuerer Zeit 
in Posen zum öffentlichen Gebrauche aufgestellt worden: die Eigen- 
Ibumsrechte daran hatte sich jedoch der Graf vorbehalten. Die B5nde< 
sahl soll 1846 gegen 40,000 betragen haben. 

*Gymnasialbibliothek dient vorzugsweise zum Gebrauche 
der Lehrer. Fflr die Gymnasiasten besteht eine eigene Schülerlese- 
bibliolhek. 

* Raczynski'sche Bibliothek ist von dem Grafen £. 
Raczynski angelegt» und 1829 nebst einem Kapitale von 25,000 Thlr. 
zu ihrer Vermehrung und Unterhaltung der Stadt geschenkt worden. 
Sie umfasst 25 — 30,000 Bände, die in dem gräflichen Calais am 
Wilhelmsplaue aufgestellt sind» und 1845 täglich 5— -8 Uhr benuut 
werden konnten. 

WmiMämm» 

^Bibliothek der königlichen märkisch-en ökonomi- 
schen Gesellschaft, welche dem ursprOnglichen Plane zufolge 
das Fach der gesammten Oekonomie umfassen soll, um den Mitglie- 
dern bei dem Studium und der Bearbeiiung der mannigfaltigen Gegen- 
stände dieses Faches die nöthigen litterarischen Hilfsmittel bieten zu 
können, verdankt ihr Besitzthum zum grösseren »Theile Geschenken 
und namentlich den Vermächtnissen und Beiträgen des Generals 
V. Rodicb, des Ritlerschaftsrathes v. Seydlitz, letzterem 1352 Bände, 
ferner des geheimen Kriegsrathes v. Marquardt und des Superinten- 
denten Wagener. Sie tentbielt 1830 bereits 4000 Bände, und hat 
sich seitdem fortdauernd und ansehnlich vermehrt. Die Benutzung 
der Bücher ist zwar von Haus aus, wie gesagt, zunächst für die 
Mitglieder bestimmt, jedoch mit Liberalität auch Anderen gestattet 
gewe{»en. 

(Wenlz) Verzeichniss d. Bibliolhek d. Königl. mlrk. ökonomischen Gesell- 
schaft in Potsdam. Kntworfen im J. 1828. — IL Ajifl. Ealworfen im J. 1830. — 
111. sehr Termehrte Aufl. Potsd. 1836. 8. 

^Gymnasial bibliolhek, zum Gebrauche der Lehrer und 
unter der Oberaufsicht des Directors der Anstalt, ist ziemlich bedeu- 
tend , und wird nicht nur durch Ankäufe, sondern auch von Seiten 
des in Potsdam bestehenden historischen Lesevereines mit denjenigen 
Bfichern, welche den Lesecyclus durclilaufeii haben, fortdauernd ver- 
mehrt. Für die Gymnasiasten besitzt die Anstalt eine besondere 
Schülerbibliothek. 

^Bibliothek des Kadettenhauses ist durch die Böcher- 
Sammlung des Oberstleutnants G. v. Plotho (f 1620) vermehrt worden. 

Prag. 

Gapitelbibliothek des Domes zu St. Veit, eine für die 
ältere. böhmische Litteratur sehr wichtige Sanunlung« besteht theüs 



Prag. 207 

aus der 1616 vom Propste G« B. Pontanus v..Br#Ueiiberg für seine 
Nachfolger binterlassenen Büdiersammlung, thßils aus der älteren Dom« 
bibiiotliek, deren CnUlebang in eine sehr frühe Zeit ()1U, wiewohl 
der grösste Theii ihres ersten BesiUUiumes bei der Belagerung der 
Stadt 1142 ein Raub der Flammen wurde. Der damalige Bischof 
Daniel war jedoch sehr eifrig darauf bedacht, den erlittenen Schaden 
alsbald so viel wie möglich wieder zu ersetzen, und liess zu diesem 
Zwecke namentlich in Italien vieles VYerthvoUe aufkaufen. Hierzu 
kamen in der spAteren Zeit n>ehrere sehr reiche Vermächtnisse« wie: 
1414 der belrächllich^te Theil der Bibliothek des Archldiakonus 
A« V. Neczetics, 1438 die Bibliothek des Domdechanien A. v. Wilti&gau, 
1629 die des Domdeebanten. G. A. v, Radbusa und 1732 des Försterz« 
bischofs J. Mayer v, Mayerui ?on deneu die beiden letzteren besonders 
aufgestellt wurden« Nach Hirsching 17SS enthielt die Bibliothek an 
4000 Bücher und viele wichtige Mss. Der Zutritt zur Bibliothek, die 
auf dem Hradschin sieht, ist jedem Gebildeten gestattet. 

Dobrowsky, J,, fragmenlum Pragense Evangelii S. Marci Tulgo aatographi. 
Edid., lectionesq. variant. crit. recens. Prag. 1778. 4. 

*Fürsterzbischöfliche Bibliothek, auf dem Hradschin, 
enthält 6 — 8000 Bände, deren Benutzung jedem Gebildeten gestaltet ist, 

^Fürstlich v. Fürst enberg'sche Bibliothek, zu wel- 
cher um die Mitte des vorigen Jahrhunderts der regierende Fürst Johann 
Wilhelm Ernst v. Fürsteuberg durch eine Anzahl von etwa 200 Bän- 
den den Grund legte, verdaukt dem Sohne desselben Karl Egon ihre 
hauptsächliche Vermehrung. Nach Uirsching 1791 zählte sie über 
20,000 Bände, von denen die historischen verhällnissmässig die mei- 
sten waren. Von Handschriften und Inkunabeln befand sich mehres 
sehr Schätzbare darunter, sowie eine Sammlung von etwa 200 Aus; 
gaben des Horaz, dessen Studium .Karl Egon mit besonderer Vorliebe 
gepflegt hatte. Die Gesamrotzahl der Bände mag gegenwärtig mindestens 
30,000 betragen. 

^Fürstlich v. Kinsky'sche Bibliothek enthält über 
40,000 Bände. 

^Fürstlich V. Lobkow itz'sche Bibliothek, die jetzt 
nach einigen Angaben 70,000 (nach Koner nur. 50,000) Bände ent« 
halten soll, ist gegen 1780 von dem Fürsten August von Lobkowitz 
durch Ankaut der nach dem Tode des Grafen Procop Czernin für 
6000 Fl. Rh. veräusserten Majoratsbibliotbek von ungefähr 6000 Bän- 
den begründet worden. Von älter<?n Druckwerken besitzt sie vvenig, 
aber eine Anzahl schöner Mss. Letztere mögen mehr als 600 betra- 
gen, und stammen zum Theile aus der Bibliothek des Prämonstra- 
tenser- Stiftes Weissenau in Schwaben. Der Zutritt 2ur Bibliothek 
ist jedem Gebildeten gestattet. 



298 IVogf. 

^Bibliothek der k. k. patrioti0ch*5koDomi8eheD Ge- 
gellsehaft im Königreiche Böhmen, die betenders iand- und 
forstwirlhschaftliche Litleralttr, sowie eine grössere AniaM von Werken 
aus dem Bereiche der Natarwissenschafle» entbftll, ist aas den Miltein 
der Gesellschaft begründet nnd, ohne dass dazu eine gewisse jfthrliebe 
Samme ausgeworfen war, fortdauernd je nach dem Bedürfnisse der 
Gesellschaft durch die neuesten Bücher und Zeitschriften vermehrt 
worden. Die Bücherzahl belief sich 1844 auf über 4000 Bände, die 
im Gesellschaftslokale im Karolin aufgestellt waren, und zur Benutzuag 
für die Mitglieder, die allein auf das Leihen von Büchern Anspruch 
hatte'n, während der Amtsslunden O- — 12 und 3— r® Uhr bereil stan- 
den« Alle neu angeschauten Bücher und Zeitschriften ctrculirten, be- 
vor sie in die Bibliothek eingestellt wurden, unter den Mitgftedem in 
wöchentlichem Turnus. Die Zahl der so in wöchentlichem Umlaufe 
befindlichen Bücher betrag c. 1 30 Blinde und Uelte, Die Verwaltung 

der Bibliothek besorgte der Actuar Fr. Steinbart. 
Der Katalog sollte im Druck erscheinen, 

^Bibliothek der königlichen Gesellschaft der Wis- 
senschaften soll nicht allzu umfänglich sein, doch Beaditung ver- 
dienen. 

^Gräflich v. Clam-Martinitz*sche Bibliothek, auf dem 
ITradsclnn, verdankt ihre erste Grundlage jenem bekannten J. B. Prei- 
hcrrn v. Martini tz, der 1618 im Prager Bathhause zum Fenster hinaus- 
gestürzt wurde. Sowohl dieser selbst, als auch seine Nachkommen 
sorgten eifrig für die Vermehrung der Sammlung, mit der später auch 
die von dem Grafen Carl Joseph v. Martinilz von der Hagensdorfer 
Linie (f 1739) angelegte Bibliothek von mehr als 2000 Bänden ver- 
einigt wurde. Gegenwärtig soll sich die Bucherzahl auf 20 — 25,000 
Bände belaufen. Handschriften sind nur wenige darunter. Seit 1791 
führen die Besitzer vom Grafen Joseph v. Glam und dessen Gemahlin 
Anna, dem letzten Sprösslinge der Martinitz'schen Familie, den Namen 
Glam- Martinilz. Der Zutritt zur Bibliothek ist jedem Gebildeten ge- 
stattet. 

«Gräflich V. Klebelsberg'sche Bibliothek ist c. 20,000 
BSnde stark. 

«Gräflich V. Nostitz'sche Bibliothek, auf der Rleinseite, 
zu der jeder Gebildete Zutritt hat, ist von dem Grafen J. IK v. Nostitz, 
obersten Kanzler im Königreiche Böhmen, angelegt, und in dem 1600 
erbauten Palais aufgestellt worden. Als einige Jahre darauf der Bru- 
der des Grafen, der Landes-Hauptmann der Fürstenthümer Schweidnitz 
und Jauer, Freiherr O.v. Nostitz starb, wurde dessen an Haad- und 
Druckschriften ' sehr reichhaltige und in Sdiweidnitx befindliche Biblio- 
thek nach Prag gebracht, und mit der gräflichen veroinigu Guigen- 



Frag. 299 

wirtig mag diese letttere well über 10,000. Bande enthalten: wenig- 
stens enthielt sie sdion zu Hirsching's Zeiten 1788 deren nicht we- 
iiiger als 85^4, die in folgende 21 Klassen eingelheilt waren: l)An* 
tiqaitates, 139 — 2) Dietionaria , 153 — 3) Epistolae, 150 — 4) 
Genealogici, 59 — 5) Geograph!, 280 — 6) Granimatici, 64 — 7) 
Historici, 1790 — 8) Icones — 9) Juridici, 805 — 10) Mathema- 
lici, 263 — 11) Medici, 1610 — 12) Mililares, 148 — 13) Mis- 
cellanea, 232 — 14) Re« numaria, 58 — 15) Oeconomici, 75 — 
16) Oratores, 111 — 17) Philosophi, 331 — 18) Poelae, 610 — 
19) Politici, 851 -*- 20) Romane, 261 — 21) Tbeologici, 988. 
Von Handsehriflen besitzt die Bibliothek mehrere werthvoHe. 

*Kaiser Perdinand'sche Bibliothek, die aus mehr als 
20,000 Banden besteht, ist nebst einer Sammlung von c. 55,000 Kn- 
pferstichen und Handzeichnungen von Künstlern der Gegenwart, nach* 
dem der Kaiser in Prag seinen Sitz genommen hatte, dort auf dem 
Hradschin im sogenannten Toskana'sehen Palais zum öfentliehen Ge- 
brauche aufgestellt worden. 

^Bibliothek des Augustiner-Klosters zu St. Thomas, 
aaf der Kleinseite, ist mindestens zu Anfang des XIV. Jahrhunderts 
angelegt worden. Anfangs zwar nur sehr klein, vergrösserte sie sich 
doch 1360 durch das Böcliervermächtniss des Leitomischler Bischofs 
Joh. V. Novoforo schon um ein Merkliches , und wuchs in der nächst- 
folgenden Zeit mehr und mehr. Dagegen Snsserten die Hussileuslfirme 
und die itir Prag verhftngnissvollcn Jahre des dreissigjährigen Krie'ges 
auch auf die Bibliothek ihre Nachlheile, die selbst durch das Ver- 
mSehtniss zweier Bachersammlungen, von denen die eine dem Pfarrer 
H. Richter 1686 und die andere dem Freiherrn v. Blum 1698 gehört 
hatte, nicht gleich wieder ausgeglichen werden konnten. Nach Ilir- 
scbing 1768 belief sich der Bücherbestand auf über 10,000 Bände, 
worunter die Kirchen- und Profangeschichte am stärksten und besten 
besetzt war. Von Handschriften besuss die Bibliothek keine grosse 
Anzahl« was sich aus dem im XV. und XVH. Jahrhunderte erlittenen 
Verluste zum Theil erklären lässt. Jeder Gebildete hat Zutritt zur 
Bibliothek. 

^Bibliothek des Benedictiner-Klosters zu St. Mar- 

V V 

garetha, zu Brenow, zu der jeder Gebildete Zutritt hat, mag 
etwa 10,000 Bände stark sein. Zu Hirsching's Zeiten 1788 besass 
sie deren ungefähr 6000. Ueber ihre Entstehung ist nichts Gewisses 
bekannt: sie scheint aber mindestens zu Anfang des XIV. Jahrhunderts, 
gegen dessen Ende ihr der Prager Ganonicus A. de Ericino seine Bfl- 
ehersammlung zum Geschenke darbrachte, angelegt worden zu sein, 
wiewohl sich von dieser ersten Anlage her aus den Zeiten des Hus* 
Htai- iiBd dreisttgjakrigen Krieges wohl nur sehr Weniges bis vnH 



900 Prag. 

die neuere Zeit erhalten haben wird« Die erate Spur einer grösseren 
Sammlung im Kloster nach den Hussitenslürmen aeigi sieh erst 1603 
wieder. Die hauptsächlichsten Vermehrungen der Bibliothek nach 
Massgabe ihres gegenwartigen Bestandes schreiben sich aus dem XVIIK 
Jahrhunderte, in dessen Verlaufe die Aebte mit grossem £ifer für 
AnschaiTungen Sorge trugen« Aus dem Nachlasse des Abtes St. Rau- 
tenstrauch erhielt die Bibliothek in der sweiten Hälfte des XVilL Jahr- 
hunderts eine Sammlung von 1200 Banden. 

'Bibliothek der Kreutzherren mit dem rothenSierne 
mag zu Anfang des XV« Jahrhunderts , nachdem die altere Sammlung 
bei dem Brande der Gonventsgebdude 1378 ein. Raub der Flammen 
geworden war, entstanden sein. Die erste ansehnlichere Vermehrung 
wurde ihr durch den Grossmeister N. Puchner (f 1490) zu Theil, der 
für sie eine beträchtliche Anzahl von B&chern ankaufte. Hierzu kamen 
später, ausser anderen von einzelnen Grossmeistern (Graf J* Fr« v. 
Waldstein, Martin Beinlich f 1720, J. Fr. Walia f 1754) bewirkten 
grösseren Ankäufen, noch folgende Schenkungen und Vermächtnisse: 
der vom Grossmeister A. Brossius de Miglitio (f 1 580) in Wien ge- 
sammelten Bibliothek; einer kleineren Sammlung eines . Beczkowsky ; 
der Bibliothek eines Tuscbner (•(- 1771) von 2000 FL Werth — wo- 
gegen aber auch nicht unerwäbnt zu lassen ist, dass die Bibliothek 
der Kreuzherren bei dem Brande der Conventsgebäude zwischen 1635 — 
37 eine nicht ganz unempfindliche Einbu^se eriillen zu haben scheint. 
Die der Bibliothek vom Landadvokaten Scbutzbret v. Schutzwert ^f 1762) 
vermachte Sammlung von 3000 Bänden soll bis auf wenige Bücher 
wieder verschwunden sein. Nach Hirsching 1788 bejLrug die Büche^ 
zahl ungefähr 10,000 Bände, darunter mehrere Mss. Jeder Gebildete 
hat Zutritt zur Bibliothek, die in der Altstadt steht, — VS^as übrigens 
die ältere Sammlung der Kreuzherren betrifft, so findet sich die erste 
nachweisliche Spur davon im XIV, Jahrhunderte, wiewohl anzunehmen 
ist, dass wohl schon vorher der Gonvent, der sieb 1217 in Böhmen 
festgesetzt hatte, nach der Bestimmung seiner Statuten {Bibliolhßta in 
Conveniu habeaiur, unde fraires, lam pro stut, quam aliorum salutt 
scienliam haurire potsint) einige Bücher gehabt haben werde. 

*Bibliothek des vaterländischen Museums in Böh- 
men ist gleichzeitig mit dem Museum 1818 angelegt worden. Bei 
ihrer ersten Aufstellung zählte sie bereits 4561 Bände grösstentheils 
naturhislorischer Werke, 298 Mss. und 50 Urkunden, darunter die 
vollständigen Büchersammlungen des Grafen Kasp. v. Sternherg und 

des Grafen Jos. Krakowsky v. Kolowrat von dem Schlosse Breznic, in 
welcher letzteren aliein 475 zum Theile sehr werthvolle Handschriften 
und Inkunabeln befindlich waren. Unter den späteren Erwerbungen 
siiid als die vorzüglicheren folgende zu nennen: 1825 eine Sanun* 



Frag, SOI 

laDg Tun 117 Haodsehrilten (darunter die schönen Pergamentgemaide 
des Zbyssek v. Trotina), 81 Inkunabeln und 183 seltene vaterländische 
Druckschriften, die sich ausserhalb der zum Prager Erzbissthume ge- 
hörigen Bibliothek vorgefunden hatten, und vom Prager FQrsterzbischofe 

V V V 

W. L. Chlumeansky v. Prestawlk utod Cblumcan dem Museuro übergeben 
wurden; 1830 die an Slavicis reiche Sammlung des Abb^ J. Dobrowsky 
von 22&3 BSndeo, die durdi Kauf in den Besitz des Museums kamen; 
in dem nämlichen iahre die Bibliotheken Fr. v* Steutsch's und des Pfar* 
rers Al.Schimack; 1S36 eine Anzahl von 38 Mss. aus dem XIV. und 
XV. Jahrhunderte, welche die Stadt Rokycan als Geschenk darbrachte ; 
1838 die von den Ständen Oberlassene ehemalige y. Wunschwitz'sche 
Bibliothek von 567 Bänden, worunter besonders viele Ueraldische 
Werke; IS45 ein aus dem Nachlasse des Professors Mikan erkaufter 
Vorrath* von 275 bänden Druck- und 17 dergleichen Handschriften. 
Den Grundgesetzen des Museums zufolge beschrankt sich die Biblio- 
thek auf Bohemica im ausgedehntesten Sinne und auf die sogenannten 
bestimmten Wissenschaften (sciences exactes): zu den ersteren gehö- 
ren alte Schriften, die in böhmischer Sprache geschrieben oder von 
einem Böhmen verfasst, in Böhmen aufgelegt sind, oder ihrem Inhalte 
nach fiber Böhmen handeln, während zu den letzteren alle in das 
Gebiet der Mathematik und Physik einschlagende Schriften, und zwar 
nicht blos die Hauptwerke, sondern auch die auf diese, Fächer bezüg* 
liehen Hilfsbücher und Zeitschriften d€s In- und Auslandes gerechnet 
werden. Die Bibliothek, die früher auf dem Hradschin im Lokale der 
Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde aufgestellt war, steht seit 1846 
in dem dem Museum eigenthümlichen Gebäude auf dem Graben, und 
enthält gegenwärtig weit über 20,000 Bände und mehr als 1200 
Mss., die zahlreichen Urkunden, Aut^graphen, Karten u. s. w. nicht 
mitgerechnet. Der genaue Bestand Ende 1841 betrug, die Urkunden 
etc. gleichfalls nicht mit eingeschlossen, 1050 Bände Hand-, 16,695 
dergleichen Druckschriften, und zwar ] 2,939 aus dem Fache der ex* 
akten Wissenschaften, 1480 in böhmischer Sprache, 1060 Bohemica 
in lateinischer, deutscher und anderen Sprachen, 1020 aus dem Fache 
der Linguistik y meist Slavica, 196 fremder Inkunabeln und anderer 
Curiositäten. Anf AnschaiTungen, wozu eine gewisse Summe seither 
(wenigstens vor 1846) nicht festgesetzt war, werden nach Umständen 
jährlich 1000 bis 1600 Fl. G. M. verwendet. Zur Benutzung wird 
die^ Bibliothek, mit Ausnahme von 8 Tagen behufs der Revision, das 
ganze Jahr Über täglich 9 — 1 Uhr für Jedermann geöirnet. Die 
Zahl der Leser betrug vor 1846 — im allen etwas ungünstig gele* 
genen Lokale — durchschnittlich im Jahre c. 300 Personen, die der 
verliehenen Bücher gegen 200 Bände, Bibliothekar ist W. Hanka, der 
zugleich die Verwaltung des Archives und bei dieser doppelten Function 



302 IW* 

zwei AssisUnteii, einen (fir die BiblioUiek, den aadeit lif dai Arduf, 
lar Seite hat« 

'Bibliothek des PrSmonstratenser-Stiftes Strahow 
hat ihrer jetzigen ZosamnienaelzuBg nach wohl kamn frflber als 1665 
LegODDeOi wo vom Abte Vinccnlius die Bücherstomlung desJftitters 
Freys^Ieben um 33,000 Fl. fOr das Slirt angekauft wurde; denn von 
den früheren Bibliotheken des Stifles scheinen theils mehrere Feuers- 
brunste, Iheils die Stürme des dreissiigjAhrigen Krieges so viel wie 
nichts übrig gelassen zu haben» Der Nachfolger des Abtes Vincentius, 
Uteronymus llirnheim, machte sich dadurch um die neue Stiftsbibliotliek 
besonders verdient, dass er 1671 ein neues Gebäude zur Aufstellung 
der Bücher errichten, und über diese einen vollständigen systematiscben 
Katalog anfertigen Hess. Die Bücherzahl belief sich damals auf Ober 
5500. Seitdem nahm aber die Biblioüiek in raschem Wachsen immer 
mehr zu, so dass ihr Bücherbestand, der unter den Aebten Hyacinlbus 
und Vilus um neue 5000 Schriften bereichert« uud von dem Professor 
J. Ch. Schambogen (f 1696) mit dem grösseren Tbeile seiner Samm« 
lung meist juristischer Werke beschenkt worden war, bereits unter der 
Regierung des Abtes Gabriel 1741 über 12,000 Bücher betrug. Hier- 
zu kamen unter Anderen: 1775 mehr als OOGOBücher^ worunter 500 
llandschrifien , welche aus dem Nachlasse . des Archivars un4 Guber* 
nialregistrators J. J. Kiauser um 2000 Fl. angekauft wurden; ferner 
1781 die um 1000 Ducaten acquirirte Bibliothek des Ganzlislen bei 
dem königlichen Fiskalamte J. Heydel von über 18,006 Bünden; 1796 
eine Anzahl von 4 — 5000 Büchern aus dem Seminare» welches das 
Stift seither in der Altstadt für die Studirenden gehalten hatte, und 
damals auDieben musste; endlich 1705 die Buchersammlung J.A.v. 
Aiegger's. Das BibliotheksgebSude, welches schon nach Einverleibung 
der Klauser'schen Bücher kaum mehr den hinUnglichen Raum geboten 
hatte, musste daher nach Ankauf der Heyderschen Sammlung um ein 
Bedeutendes erweitert werden — eine Erweiterung, welche der Abt 
W. Mayer 1782 und in dem folgenden Jahre mit einem Aufwände von 
nicht weniger als 17,000 Fl. in sehr ausgezeichneter Weise ausführen 
liess. Was den gegenwärtigen Bestand der Bibliothek anlangt, so soll 
derselbe nach der gewöhnlichen Angabe 50,000 Binde Druck- und 
1000 Handschriften betragen; allein es mag dahin gestellt bleiben, 
ob diese Angabe die richtige ist, da sclion nach Hirsciung 1788 die 
Sammlung aus 50,000 BSnden, worunter über 1000 Mss. und 2060 
Inkunabeln, bestanden halte , und dieselbe seitdem doch fortdauernd 
vermehrt worden ist. Jeder Gebildete hat Zutritt zur Bibliothek. 
Unter den Bibliothekaren des Stiftes — welches Amt 1845 P. A* Fi- 
scher bekleidete, verdient P.A. Urban (f 1787) mit besonderer Aus- 
zeichnung genannt zu werden. 



Frag, SOS 

NiMilbertsch, k,, BesefcreilNiDg d. am Pbtfond des Bibliollieiitgeliiadts der 
k. PrämooftirateDter-IUnoDie zo Prag im J. 1794 in Fresko dargeslelU. Kalk- 
maierei. Prag. 1797, 4. Auch lat. n. d. T.: Histor.-philosopb. Descriptio picla- 
rae notae Bibliolbecae fornici indnct in Canonia Strahof. Caaoaicor. Praemon-^ 
Blrat. Pragae in monle Sion. Pr. 1797. 4, 

K. K« UniveTsilltsbibliolhek in ihrem gegenwärtigen Um- 
fange igt ang der allmahügen Vergcbmelsang mehrerer einzelnen ur* 
sprfinglieb gelbstsUlndigen und in sich abgeschlossenen Sammlungen 
verschiedener Grftsse nnil Bedeutsamkeit hervorgegangen* Unter diesen 
Sammlangen verdienen die alte Carolinische UniversiiätsbiblioUiek mit 
Einschluss der Sammlungen einzelner Collegen, die Giemen tiniscbe 
BibiiotLek der Jesuiten, sowie die neue Carolinische und die Biblio-- 
theken der in Böhmen aufgehobenen Jesuitenkköster als die historisch 
wicbligsten hervorgehoben zu werden. Die beiden ersteren, und zwar 
die alte Garolinfsche als Gtundstamra und die Giementinische als 
llauptbestandtheil , können als die bildenden, die anderen mit allen 
spater hinzugekommenen Sammlungen als die vermehrenden Elemente 
der jetzigen IJniversildlsbihliothek gelten. Die Grftndnng der alten 
Garoliniscben Bibliothek fallt mit der Errichtung des ersten grossen 
Colleginms, weiches auf den Namen eines vollständigen UoiTersiiäts* 
gebittdos mit Recht Ansprach raadien kann, zusammen» Kaiser Karl IV., 
der IS4B die Uochscliule begründet hatte, Hess 1366 ein grosses 
sieht nur fflr 12 Magister oder Professoren, sondern auch fflr alle 
akademische Verhandlungen bestimmtes Collegium, nach ihm GaroUnum 
benannt, iierstellen, und dasselbe mit den zum akademischen Studium 
ndtliigen Bftcbern versehen, vermehrte auch diesen nicht unbetrScbt* 
liehen Bücherbestand noch mit der 1370 um 100 Mk. Silber ange- 
kauften 114 Bande starken Bibliothek des Wysehrader Dechanten 
Wilhelm v., Hasenborg. Beide Samm langen bilden mit einander die 
eigentliche Carolinische Stiftung« Nachdem die Bibliothek sammt der 
ganzen Universität 13 SS ihr Lokal mit einem neuen geräumigeren 
vertauscht hatte, erlag sie dort leider bei den Prager Aufständen 1419 
und 1423 der Volkswuth zum grössten Theile. Nichts desto weniger 
wuchs sie aber wieder in der Folge, zumal durch zahlreiche und an- 
sehnliche Geschenke — unter denen eine von dem Arzte und Matlie- 
matiker Friedridi's HL J» Sindel (f 1443 oder 1444) verehrte Samm* 
long von 200 Werken, 1467 die Bibliothek des Prager Bathsroannes 
N.Hampolecz, 1500 ein vom Prager Stadtphysikus Dr. V. Salius dar- 
gebrachter Vorrath von 100 Bänden und 1555 die Bibliothek des 
Seniors der Universität S. Aerichalcus vorzugsweise zu nennen sind — 
EU sehr Iradeutendem Umfange an, so dass die Jesuiten, als ihnen der 
Kaiser Ferdinand IK 1622 die ganze Universität mit allen ihren Neben* 
anstaltenUbergab, und die Bibüotbek mit derselben in das Giemen* 
tinom wandern musste, einen an Zahl und Werth namhaften Schatz 



904 Frmg^ 

von BQchem in Empfang nehmen konnten. Mit der UnifersitItiMblie- 
thek wurden auch die Bibliotheken der eintelnen CoUegien — ^ z.B. 
des CoUegiums der Böhmischen Nation, welche 1391 Mag. J.W, ?. 
Cholyiow durch seine Sammlung begründet, und unter Anderen auch 
1407 Mag. l't y. Stuppt und 1497 der Vorsieher des Gollegiuoia der 
H. Engel Procop von Pilsen mit ihren Bflchervorrlthen vermehrt, 1535 
aber Diebe um ein Belrächlliches geplündert hallen; des Gollegiums 
der Apostel, oder nach seinem Süfter, dem üofrichter der königlichen 
Sudle M. Lauda v. Chiumczan auch CoUegium Laude genannt, von dem 
gleich bei der Stiftung 1451 auch eine Bibliothek mit eingerichtet 
worden war) des Gollegiums Nazarelh , - dem 1532 Mag. L. TrSebon 
alle seine Bficher geschenkt hatte — in das Glementinum, das den 
Jesuiten eingerSumte Dominikanerkloster zu St. Clemens, übergesiedeh, 
und dort mit den selten vorhandeuen Sammlungen vereinigt, bis sie 
aammt diesen selbst 1773 bei Aufliebung des Jesuitenordens in den 
Besitz der neu begründeten UniversilAt zurückkehrten. Zu den Cie- 
mentinischen Sammlungen war durch die von 1556 bis 1560 nach 
Prag transportirte Bibliothek des verödeten Göleetiner-Klosters auf dem 
Oybin der erste Grund gelegt worden, den, ohschon anfangs klein und 
unbedeutend, doch wiederholte und bedeutende reiche Geschenke — 
z.B. 1593 der auf 300 Thir. geschAtzlen Bibliothek des Prager Dom- 
propstes V. Gzikan V. .Rolenstein ; 1598 einer Summe von 800 Gold* 
gülden, ein Geschenk des Mährischen Statthalters J. v. Haogwitz, wel- 
ches fast ausschliesslich zu BücberankAufen verwendet wurde; im 
nftmlichen Jahre der Bibliothek der Lucrelia Yiterina ; 1600 der Samm- 
lung J. V. Pernstein's, einige Tausend Gulden an Werth; 1608 der im 
Schlosse zu Leitomischl befindlichen Bibliotliek Marions Henriquez, der 
Wittwe des Kanzlers W. v. Pernstein ; in demselben Jahre des Dr, med, 
St. Geyger ans Nürnberg, etwa 500 Thlr. an Werth; 1611 des Bücher- 
nachlasses des Pfarrers II. Codicius zuSatrcz; 1622 der auf 3000 Fl. 
taxirten Bibliothek des Wysehrader Decbanten P, Pistor — schnell za 
einer überraschenden Grösse hatten anwachsen lassen. Fast ohne 
Schaden waren theils in Folge kluger Vorsicht der Jesuiten, theils 
gewissenhafter Fürsorge des akademischen Senates die Stürme des 
dreissigjShcigen Krieges an den vereinigten Clementinischen Sammlungen 
vorübergegangen, dieselben hatten viefanehr wShrenddem durch fort- 
gesetzte Geschenke — z. B. 1625 eines ganzen Wagens voller Bücher 
Ton einem Herrn v. Frankenstein, dann der Bibliothek der Gräfin Jo- 
hanna Pruskovsky und. 1651 des Grafen G. v. Marlinitz — sowie 
später, besonders 1730 durch Ankauf der 4000 Binde starken Biblio- 
thek des Grafen F. ▼. Herberstein, so sehr zugenommen, dass die nen 
begründete UniversitSt doppelt und dreifach Das wieder vergOtet er* 
bielt, was man dem alten Garolinum zu Gunsten derieaoiten entiogen 



gehabt ^e Cl^iD9DÜbi$«htit Samoilungeo^^ wdcbe in die sogenannte 
grosse Bibliothek, ja die ans den Oybiner i^nd den alten Carolioiscben 
BQcheni bestehende kleine« die UerberstQin'sche und die meist aus den 
Zinsen eines Kapitales des P. Jac. Kresa gebildete matbeinatische Bi- 
bliothek «erfielenj, mögen bei ihrer Uebergabe an die neue Hochschule 
aus weit mehr als 24^000 Bänden bestanden haben, wovon freilich 
fast Alles, was der allen Garolinischen, der Oybiner und der Herber* 
slein'schen Bibliothek angehört hatte, durch die Umtriebe der Jesuiten 
für die Hochschule ganz verloren gegangen ist. Erst mit der lieber* 
nähme der Giemen tinischen Sammlungen sah ^ich die Universität, die 
zwar schon seit 163S unabhängig von den Jesuiten im alten Caro- 
linum zu vegetiren begonnen, und sich eine neue BQchersammluog — 
wozu durch die I7Ü1 vom Grafen Jos. Sternberg vermachte, aber 
erst 1726 ins Garolinum geschaffte eine Hälfte der Ign. Sternberg'schen 
Bibliothejt, der Hauptgrund gelegt, und 1749 von der Kaiserin Maria 
Theresia^ 4000 Douhletten der Wiener Hofbibliothek, sowie 1766 von 
dem Petersburger Schlosskaplan J. M. DörfTimayer eine 400 Bände 
starke Sammlung beigesteuert worden war — angelegt hatte, wieder 
im Besitze eines ihrer würdigen Bücherschatzes, der gegenwärtigen 
Gentralbibliothek, im gemeinsamen Bibliotheksaale des Glemenlinums, in 
den auch die sämmllichen Jesuilenbibliotheken von ganz Böhmen, wie die 
Krummauer, Neuhauser, Klattauer, Egerer, Leitmeritzer, Mariensclieiner, 
Gitschiner, Kultenbergcr , Brzeznitzer, Kommotauer, die Prager Neu- 
Städter und Kleinseitner, mit .eingezogen waren. Von jetzt an wuchs 
und gedieh die Gentralbibliothek in der erfreulichsten Weise. Unter 
den vorzüglichsten Erwerbungen, welche ihr im Laufe der folgenden 
Jahre im reichsten Maasse zu Tbeii geworden, sind gleich anfangs 
1777 die gräflich Kinsky'schen Sammlungen, aus einer grösseren auf 
45,000 Fl. geschätzten Majoratsbibliolhek auf dem Schlosse Mäzen in 
Niederösterreich und zwei kleineren Privatbesilzthfimern (darunter der 
sogenannten Militairbibliotliek) des Grafen F. Kinsky bestehend und zu- 
sammen 10,193 Bände stark, zu erwähnen. Hierzu kamen, ausser den 
Bibliotheken der vom Kaiser Joseph II. 17S1 in Böhmen aufgehobenen 
oder zur AuHiehung bestimmten Klöster und Stifter, 1781 die ur- 
sprünglich der kleinern Stadt Prag vermachte Sammlung des Bilters 
W. Wrze^owilz (f 15S3), etwa 500 Böclier; ferner 1782 eine Zahl 
von 89S Bänden als Rest der Bibliothek des Ritters J. Fr Low. Erls- 
feld, auf welche die Universität durch testamentarische Bestimmung 
von 1725 einen Anspruch erhalten hatte; 1812 ein 82 Bände starker 
Antheil an der vom Dr. oiied. Adalh. v. Zarda hinlerlassenen Sammlung; 
1813 die 917 Bände starke Bibliothek des Professers Jos. Ign. Buiek, 
wozu demselben durch k. k. Uofdecret von 1767 ein Jahresbeitrag 
von 100 Fl. bewilligt gewesen warf 1345 die für 2000 Fl. erkaufte 

Pettholdt, Bdb.D.B, ^^ 



SM »^ 

KroabKph'sehe Samttlfiirg ¥Mi 9 AM nelittti^dMBfflah^n Werkeii; in 
neaester Zett eine g«wlhlte nittsikaNMfae 9attnilmig aus dem Toma« 
«dieek'tcheii Na^lasae« Von den anfgehobeneB hOhmischea KMstern 
und Stifleni bat die UnWefsiUtabIbfiolhek ganx oder naeh Aaaschei« 
doiig des Uiibraaehbaren lalgende BflcberaanunlmigeD tu Empfang ge* 
Bommeo: der Angnstiner in der Prager Reastadt bei St Katharina 
imd bei Sl. Wenzel nnd zu Sloekan; der Barnabiter aof dem Hrad* 
sefafn UDd der Kleinseite; der ieDedicliner am Beiige B5sig, tn Riadran, 
PoiiU , in der Prager AHstadt bei St« Niklas und ztt Sazawa ; der Ci* 
stercienser zu Königsaai nnd Piass ; der Chorherren des H . Augnstimil 
anf dem Prager KarlshofSe; der Dominikaner zn. Aussig, Bndweis, 
Klattan, Nenhaus, Pilsen, Pisek nnd auf der Prager ^leinseite; der 
Franziskaner zu Annaberg bei Eger» Arnau und Bger; der Bibemer 
öder Franziskaner aus Irland in der Prager Neustadt (denen 1708 
rota Grafen Wens« Slernberg die andere Hilfto der Igm Stemberg'- 
sehen Bibliothek zum difentliebett Gebranehe nberlassen worttite trar); 
der Ki(jetaner oder Theatiner anf der Prager Kleinseite ; der Kapuziner 
itt Bischofleinitz, BöbmischLrod, Mariasoiig bei Eger und MncfaeogrStz) 
der Karmeliter zu Gbiesch nnd Patzan; der Rarthaluser zu Waldilt 
nächst Gitscbin : der M inoriten zu Kaaden , Knklena » Leitmeritz , Mies 

und Pardubitz; der Paalaner zu Bistric, Neupackau, In der Prager 
Altstadt und zu Tachau; der Primonstratenser zu NQhlhausen; der 
Serviten zu Konoged , in der Präger Altstadt bei St. Michael und zu 
Rabenslein; der Trinitarier in der Prager Neustadt; sowi6 der Bene- 
diclinerinnen zu Prag auf dem Hradschin bei St. Georg; der Ciste^ 
cienseriunen zu frauebthal; der Clarissinnen zu Krummau; der PrS- 
monstratenserinneu zu Chotuschau und Doxan. Als völlig unbrauchbar 
waren einige andere Bibliotheken, wie die der Dominikaner zu Gabel 
filr 134 Fl. 43 Kr.^ der Kreuzherren zu Zderas fQr 4 Fi.^ der Mino- 
riten zu Eule lür 7 Fl. 16 Kr. und zu Leitmeritz f&r 18 Fl. 45 Kr. 
zum Besten der UniversHfttsbibliothek verkauft worden. Was die 
Geldfonds anlangt, Über welche die iTniversitätsbibTiotbek zur theil- 
weisen Befriedigung ihrer Bedflrfnisse frfiher zu verfügen hatte, so sah 
sieh dieselbe nach Aufhebung der Klöster Im Besitze eines Kapitals 
von 8100 FU Während 18^1 bis 1827 betrug das Kapital 16,46t 
Fl. 40 Kr. W.W. , wel<5hes freilich, selbst unter Hinzurechnung von 
1458 Fl. W. W. jahrlicher BeitrSge, eine nur geringe Summe in gutem 
Gelde (1826 nur 841 Fl. 37 Kr.) das Jahr über der Bibliothek znf 
Verfügung stellte. Seit 1827 genoss diese ein jahrlfches Einkommen 
VOR 1600 Fl. C. M., seit 18SÜ voo 2500, wovon aber nicht blos die 
AnschafTungen der Bücher und deren Einband, sondern auch Fracht, 
Binftthrzoll und dergleichen, Sowie alle laufende Kanzlei- und Beioi- 
gungserfördernisse im weitesten Sinuä des Wortes zu bestreiten sind. 



Prügi. tot 

fit 9fAthtn Geldmitteln wfirde allerdings <lte Bibliothek nicht im 
"Stande gewesen sein, sich trotz aller Bflehergescbealie lu der gegen- 
wärtigen Grösse tn erheben, wenn ihr nicht von Zeit an Zeit ansser- 
ensserordentliche GeldbewilKgangen und Geldgeschenke, ein Aber 17,0M 
Fl. betragendes Nebeneinkomraen als Erlös fOr terkaurie Doubletten 
und Yor allen auch zahlreiche BQchermassen in Folge der frfiher in 
Böhmen angeordneten BAcherconfiskationen zu Theil geworden, nnd 
seH 1782 alle Prager Buchdrucker zur Abgabe von Freiexemplaren 
an die UniTersitStsbibliothek Terpffichtet wiren. Unter diesen Um- 
stSnden darf man sich nicht wundern, die Bibliothek im Besitze von 
weit mehr als 100,000 Binden zu sehen: nach amilicher Zlhlung 
1843 betmg die Bflchorzahl 101,160 Bflnde, Ende April 1851 da- 
gegen 109,880 Bande Druck- und 7062 Handschriften in 8419 Bln-^ 
den. Die Bftcher, unter denen begreiflicher Weise die altere theol<h' 
gliche, znmal katholische Litteratur am siSrksten vertreten ist, sieben 
im Clementinum, dem in der alten Stadt nahe bei der BrQcke gele- 
genen ehemaligen Jesuitencolleglum, wo sie 2 Säle, 3 lange Kloster- 
g3nge| 7 Zimmer und 1 Lesesaal einnehmen. Die theils in böhmi* 
)cher, theils in anderen Sprachen von Böhmen verfassten oder vor^ 
tagsweise über Böhmen handelnden Werke sind mit den in Böhmen 
oder Mahren gedruckten BAchern vereinigt, und za einer National 
bibliothek zusammengestellt. Ausser einem alphabetischen Universal* 
kataloge und Standrepertorien oder sogenannten Controllen, sowie An* 
flingen zum Bealkataloge, besitzt die Bibliothek Aber alle ihre BQcher 
alphabetische Partiknlarkataloge , und zwar nach folgenden Fächern: 
I---IV. Wissenschirflsknnde und Litterirgeschichte; V. Griechische Klas-' 
siker; VI. Bömische; VII. Gommentatoren der Griechischen und Bumi- 
schen Klassiker t VIII. Linguistik; IX. Poesie; X. Bhetorik; XI. die 
ftbrigen schönen Kfinste ; XH. Theoretische und praktische Philosophie; 
Xf II. Finanz-, Polizei- und Cameralwissenschalt; XIV. Deine und an- 
gewandte Mathematik ; XV. Naturlehre; X VI. Natttrgeschi«*hle ; XVII. G^ 
werhskunde; XVIII. Medicin; XIX. Geographie und Chronologie; XX« 
und XXII. Atigemeine und spezielle Profangeschichte; XXI. Kirchen* 
geschichte; XXIII. Historische Hill^wissenscharten, als Genealogie^ 
Heraldik, Numismatik, Diplomatik und Alterthumskunde ; XXIV. Geffs^ 
Ilehes Becht; XXV. Weltliches Recht; XXVI. Bibeln; XXVII. Aasleger 
derselben; XXVIII. und XXIX. Kirchenväter (griechische und Isteinisclie); 
XXX. Conciliensarnmlungen ; XXXI. Dogmatik; XXXII.' Moral und Pastoral; 
XXXIII. Liturgie; XXXIV. Homiletik; XXXV. Polemik; XXXVI. Aseetik; 
XXXVH. PoTymathie; XXXVtll. Vermischte Abhandlungen gelehrter Ge* 
Seilschaften; XXXlX — XLIV. Incunabnla typographica ; XLV — L4II. IIa- 
tionalbibliotbek in verschiedenen Sprachen ; LI V. in böhmi^icher Sprache ; 
S-^t. Grosse Ki*sky'sche Bibliothek; G.Kleine Kinsky'sche; H« Kina» 

19* 



308 Prag. 

ky'flche MiliUirbiblioÜiek ; I — IVIL Hindtehriflen in griechracher, It- 
teinisclier, italienischer, franzGsischer, spanischer, deutscher und böh- 
mischer Sprache. Hinsichtlich der Benutzung der Bibliothek ist durc|i 
die Verordnung von 1786 beslimmt, dass das Lokal zu diesem Zwecke 
täglich 8*-] Uhr offen sein solle, mit Ausnahme der Sonn- und 
Feiertage, eines Tages in jeder Woche zur Hauptreinigung des Lese- 
zimmers und Herstellung der Ordnung, des 24. und 31. Decemben, 
des Montags und Diejistags der Fastnacht, der Aschermittwoch, vou 
Mittwocli der Charwoche bis zum Osterdienstage , des Geburtsfesles 
des Kaisers, sowie der gewöhnlichen Uerbstferien vom 1. August bis 
zum 15. September, die zur aligemeinen jährlichen Revision, Reinigung 
der Bflcher (die aber nach der Bestimmung von 1826 ausserdem in 
jedem Jahre noch ein zweites Mal vorgenommen werden muss), Fer- 
ügung von Schlussrechnungen, Berichterstattungen und dergleichen be- 
stimmt sind, wlhrend welcher jedoch etwaige Besuche von Fremden 
statt6nden können. Zum Lesezimmer hat jeder Gebildete ohne Aus- 
nahme Zutritt; nur den Zöglingen der Elementarschulen überhaupt 
und den GrammatikalschQlern der Gymnasien insbesondere, ist der Be- 
such desselben nicht gestaltet« Das Recht, BQcher nach der inner* 
halb der Stadt oder in der unmittelbaren Nähe gelegenen Behausung 
(in der Regel auf die Dauer Eines Monats) zu entlehnen, besitzen blos 
die Universitflts - und Gymnasialprofessoren, deren Adjuncten und Sup- 
plenten, die Privatdocenten^ öffentlichen Behörden, (zum Amtsgebraucbe), 
die Bibliotheksbeamten, die ordentlichen sowohl als Hilfs - und Neben- 
lehrer der Realschulen und — jedoch gegen Erlegung einer Gaution 
von 15 Fl. — die Nilglieder der DoctorencoUegien und der imma* 
iriculirlen Universitätsstudenten. Seit 1828 ist diese Befugniss auch 
auf den Vorsteher des Prager erzbiscböfiichen Seminars und, unier 
seiner oder seines Stellverlrelers Daf&rhaflung, auf die Seminarzöglinge 
his zur Errichtung einer eigenen Seminarbibliothek ausgedehnt. Im 
Falle dass Jemand behurs einer litterarischen Forschung oder Be« 
arheilung die im Innern der Bibliothek aufgestellten Böcher persönlich 
und unmittelbar einzusehen und zu benutzen wünscht, so ist desshalb 
ein molivirles Gesuch bei dem k, k. Unterrichtsministerium einzureichen, 
welches dazu allein die Erlaubniss erlheilen kann. Die Zahl der Leser 
betrug nach offizieller Angabe 1843 jährlich 33,514 Personen, nach 
spaterer Millheilung laglich 100 — 250, die Professoren und Honora- 
tioren, welchen die Nebenabtheilong des Lesesaals eingeräumt ist, 
mcht mit eingerechnet, wogegen sich die Zahl der zur häuslichen 
Benutzung verliehenen Bücher das Jahr über durchschnittlich auf nicht 
mehr als 250 — 300 Bände belaufen haben soll, üie höchste Behörde 
der Bibliothek jst, statt wie früher die Sludien-Hofcommission, gegenwärtig 
das k, k» Ministerium des Unterrichts, welehes aber die höhere ufimit« 



Frag, Pruix, PrMüau. . 309 

telbareXeituDg an die k. k. StaUfaalterei in Prag übertragen hat, wogegen 
die besondere und nftchste Oberaabicht fiber die Anstalt der Bibiiolhekav 

(Dr. P. J. Safarjk) fQhrt, dem auch die allseitige Verwaltung in Hinsicht 
der Bestimmung der Ankaufe und des ganzen Geschäftsganges über- 
wiesen ist. Das Bibh'oibekspersonal besteht, ausser dem Bibliothekare, 
aus einem Gustos (Fr. Dambek); drei Scriptoren (B.Glaser, P. Fr. Bez* 
dftka und A. Zeidler), zwei Bibliotheksdienern^ einem Hausmeister und 
einem Bibliotheksheizer. 

Wydra, St, Oratio ad monnment. a Maria Theresia Aog. Josepbo Stepliog ia 
Bibliotheca Ctementina erectum, ritnq. scleroni dedicat. a. 1780 m. Jol, etc. Prag. 8. 

Doubl etten Verzeichnisse von 1784 — 89. 

Oogar, R., Beschreibung der auf d. Prager Bibliolbek sich befind. Setten- 
bejten. A. u. d. T.: Allg. böhmische Bibliothek. Prag. 1786. 8. 

Katalog d. Prager üniyersitdtsbibliothek (von c, 1370). S. Serap. 1850. 
Nr. 8— 10. 

Wolf, F., über eine Sammlung Span. Bomanzen in flieg. Blättern auf d. 
UoiTersiL-BiblicUiek zu Prag. Nebst einem Anhang Aber d. beiden f* d. ältesten 
gelt« Ausgaben d. Cancionero de roman9es. (Aus d. Dnickschririen d. k. Akad. 
d. Wiss. Philos.-llislor. Classe Bd. II. Ablb. 1. Wien. 1851.) Wien. 1850. 4. 

Hanslik, J. A., Geschichte u. Beschreibung d. Prager Unirersititsbibliothek. 
Mit einem Grandrisse. Prag. 1851. 8. • 

'Bibliothek des Vereines zur Ermunterung des 6^« 
werbgeistes in Böhmen besteht seit 1829. 

Verceichniss der in d. Bibliothek des Vereins zur Ermunterung des Gewerb- 
geistes in Böhmen bis zum 1. März 1837 forhand. Bücher u. Kupferwerke. 
Prag. 1837. 4. — Desgl. der bis Ende Jan. 1839 vorband. Bücher u. Bildwerke. 
Nach Mater, geordnet von J. J. Pratl. Das. 1839. 4. 

Preetz. 

*Predigerbibliothek besteht seit 1700, und enthält über 
8000 Bände. Ihre Grundlage bildet die BQchersammlung des Pastors 

P. Scheele. 

Dörfer, J. Fr. A., Säkulargedächtniss d. Preezer Scheelen. Predigerbibliotbek. 
Kiel. 1801. 8. ' 

PreuBlan, 
'Gymnasialbibliothek zerfällt in eine wissenschaftliche Leb« 
rer', eine Schfilerlese* und ein« Schälerleihbibliothek, von denen die 
letztere, wie auch der Name sagt, zum Leihen von Schulbfichem an 
arme Gymnasiasten bestimmt ist. Die Bändezahl dieser drei verschie». 
denen Sammlungen beläuft sich bei der Lehrerbibliothek auf c. 4000, 
bei der Sehfilerlesebibliotbek Ober 1600 und bei der SchfilerleihbibliO" 
thek^ die erst seit 1835 besieht, und vom Oberlehrer Dr. Strahl mit- 
tels freiwilliger Beiträge von Schulern errichtet worden ist, auf über 
600. Die jahrliche Ausgabe zur Anschaffung von Böchern beträgt bei 
der ersten etwa 150^200, bei der zweiten gegen 30 Tbl r., die durch 
Lesegelder aufgebracht werden. Die dritte, die Iheils durch Beiträge 
von Gymnasiasten, theils von den Zinsen eines kleinen ihr zugehörigen 



SlO PrenMlau, 9rmbmtf AtAtu. QfHdUnhirf. 



lapital«! v«rnebrt wird, litt ttU ihrttn BeiUlieii fUr difli«! ImtA 
mIm>b tiftige lluiidcn Tlialer vemugabu 



^Appony'f che Bibliothek, vom Grafen Anton Appony ah 
Familienbihlioihek begründet , ist 1835 vom Grafen Georg Appony 
nach Pretaburg gebracht» in einem eigenen Gebinde anfgeetelit, und 
der Stadt als Eigentbum überwieaen worden« Ihre Bftndezahl, die 
damals etwa 20,000 betrug, soll gegenwärtig aber 60,000 betragen. 

ColUcli« moaaaieaior. 4|oaa in meoiDriam Bibliolh«c«« Appoo. custodita sant 
fesoii. 1827. 4. 

'Bibliothek der Ungarischen gelehrten GeaelUchaft 
ist Ende tS44 eröRnet worden, und soll schon damals 00,000 Druck- 
und llandschrtflen gezählt haben. 

*Lycealbibliolhek besitzt mehrere bemerkenswerthe Mas. 

^Oymnasialbibliotbek besteht aus einer wissenschaftlichen 
BihlioUiek von flber 6000 Bänden zum Gebrauche der Lehrer der 
Anstalt und einer, meist deutsche, französische und englische Litteraiur 
enthaltenden SchQlerbibliothek. Beide Bibliotheken zusammen mögen 
leicht 10,000 Bände zählen. 

«nedliaMNirfi^i). 

Allgemeine oder Schlossbibliothek, auch grossere 
Gymnasialbibliothek, ist seit 1S33 im könijrlichen Schlosse aufgestellt, 
lind besieht aus etwa 4000 Bänden Druck- und etwas mehr als 100 
Hündscliriften. Die Mehrzahl der BQcber bildeten vorher die Servalii- 
hililiothek in der Su Servatiikirche, die ihre Begrflndung der Afibtissin 
Anna UoroUiea, Herzojsin zu Sachsen- Weimar, verdankt« Diese ent* 
scliloss sich nämlich 16SG, zur Ehre Goiiea xuvordenl, dann auch 
XU ihres Nawiens Gedächlniss und zum Nutzen des hietigeu Slifti und 
ihrer Bedienten und sludirenden ünterthanen eine Bibliothek zu stifteOi 
deren Grundlage, ausser den aehoo voiluindenen Mss« des Stiftes, der 
Aeblisstn eigene Prtvaibibliothek «nd Geschenkt der beiiactibarteD 
PArsien und Gelehrten jener Zeit, sowie neue Ankäufe ausmncbten. 
So lange das Stift bestand, lieas man sich, wie es scheint, die Ver« 
mehrung dieser Sammlung (su der 1 693 die V. B. älylius'ache Bihlie* 
thisk hinzukam) ernstlieh angelegen sein; dagegen wurde seit der 
Aufhebung des Stiftes nm die Mitte des XVlll. Jahrhonderto nichts 

"*) Eckhard, T., knrze Nschriclit von den Affentl. BiliHollieqaen za Ooedlin- 
borg. Das. 1715. 4. * 

Ejofcd. Codices Mss. QaedUaborg. Aoe. vwisntes iJeetiones s Cod. psraiUiqiia 
Snlpiiy Sefveri de Tita S. Alartioi« iiAinq. Inscriptiooes Ja cell« et besilica S. 
Niirlini, Dicla eins de trinilate> Epistolae III. de transUa eius^ Vita S. Briccii, 
Mariinl successoris et Kpjslolae III. Lnlheri et Melaochtboois ei antographis. 
Cttsdl. IT». 4, 



metir für die Bib)ioCh«k g9(l)«D, imi dai WerUivoltore derselben s^g9r 
aoler der if«»tpUJiscbeft fitgieriu^ »erütreut vad der Sudt eptriwem 
$rftt 1839, als der KMg Friedrich WUh^im lil. vo« Prevasea den 
Cymnasimn die Bit>|io4ii«k ;Eum Cigeolbniiie übergab, begainen fllr dieibe 
wieder, beefere Zeilen, indem u\^ wm die früber im Zilhergewölbe 
auCbewabrten «od apftter ^um TheiUnaeh Kaasel und (ij^itiogen weg- 
geführlen allen Brücke und Hsa« nach Quedlinburg zurückgebracht 
und dem Gymnasium mit überwiesen, eendern auch mil der Samm* 
luag desselben die beiden anderen in der Stadt vorhandenen BibNo- 
tbekep, v^n denen die eine (1692 durch die Sammlung des Juriapra^t 
i. Hubner begründet) dem Magistrale » die andere der St« Benedict!» 
kircbe gehörte '-** unter Vorbehalt der Gigenihumsrechte ihrer Besitzer 
— zu einer allgemeinen öiTentliehen Bibliothek der Stadt Quedlinburg 
vereinigt wurden. Auf die Vermdirang dieser vereinigten Sammlung 
werden jährlich etwas über 5d Thlr. verwendet, womit freilich keine 
eriicbliehen Forteoliritte bitten gemaeht werden kennen, wenn nreht 
nach auf aodcreffl Wege etntge Bereicherungen fortdaueimd hinzsge* 
kommen wireii. Die Bibliothek verdankt diese Bereichcmngcai dem 
aek l&M ins Leben getretenen historischen Lesezirkel für die Stadt 
QüedlMibnrg und die neoh&te Umgegend, der sich das Ziel geseilt 
hatte, bisiorisehe, geographische und stalistisöhe, spater auch interes^ 
sattle belletristische Bücher anzukaufen, anter den Miigliedcm behult 
der Leetfire oireidiren an lasaen, und, nachdem dies gesche^, der 
allgemeinen Bibliothek einzuverleiben. Die Bücher sind nach vier 
HauplfSchem, und zwar dem der Theeh^ie, Jurisprudenz, Philosophie 
nsut GesehieMe, «nfgettellt, ved in drei yerachiedenen Kat^^egen« einem 
wissenschaftlichen Fach-, einem alphabetiscben iXonuniil- und einem 
Inventarisationskataloge , verzeichnet. Was die Benutzung der Biblio* 
ihek betrifft, so ist diese sowohl innerhalb als ausserhalb des Lokales 
durch das Reglement von 1833 jedem Bürger der Sladt Quedlinburgi 
Jedem Slaatsdiener, Geistlichen, Schullehrer, sowie jedem anderen ge- 
bildeten und mit den Wissenschaften sich beschSifUgenden Hanne, wel- 
cher wirklich angesessen und sicher ist, zugestanden. Auch Auswär- 
tige, welche in die angegebenen Kategorien gehören, sind von der 
Benutzung nicht ausgeschlossen. Die Besitzer der verschiedenen Bi- 
bliotfieken, aus denen die allgemeine Bibliothek besteht, also der Ma- 
gistrat, die Prediger und Mitglieder der Kirchengemeinde SU Benedict! 
und das Gymnasium ^ liaben jedoch als solche hinsichtlich der Be- 
nutzung die nächsten Ansprüche auf Lesung der ihnen gehörigen Bü- 
cher nnd daher hei etwaiger Goncurrenz vor Anderen den Vorzug. 
Personen , die dem Bibliothekar unbekannt sind , müssen , wenn sie 
Bücher leihen wollen, eine Bürgschaft, entweder eines Magislratsmit« 

giiedes^ i^nr nm^ VitgUedea ^9 §)^4tveri»rflneWn * Co)l^iwii 0^ 



S12 Quediinkufi, EtMadU RaUhor, Rauänii^ a. iL Elbe. 

einer anderen bekannten nnd angesehenen Person« beibringen. Mann- 
Scripte, bSndereicbe Werke, Kupferwerke, Leiika» Landkarten und In- 
kunabeln werden gar nicht , Ton anderen Werken in der Regel nur 
Eines auf eindial verliehen« Mit Ausnahme von je 14 Tagen ta Oslem 
nnd zu Michaelis, wo die Bibliothek der Revision wegen geschlossen 
bleibt, und tu diesem Behufe auch alle verliehene Bücher luröck- 
gegeben werden mflssen (wohl auch mit Ausnahme der Schulferien), 
ist das Lokal jeden Montag 11 — 12 Uhr geöffnet, aber auf Meldung 
bei dem Bibliothekar auch zu anderer Zeit suginglich. Die Zahl der 
verliehenen BAcher betr&gt jährlich hdclistens 100 Binde. Der jedes- 
malige Gymnasialdirector, d. Z. Professor Fr. W* Richter, ist Bibliothekar. 

RegUment Ton 18^3. s. Wocheobl. f. Qaedliobarg n. die Umgegend 1833. 
Nr. 25. 



*Lycealbibliothek ist. aus der Bibliothek des ehemaligen 
Coltegiatstiftes in Baiten*Baden, wo sich dss Lyceum froher bis 1803 
beiunden hatte*), und der des vormaligen Piaristenklosters zu Bastadt 
gebildet, und seither durch Anschaffungen im Betrage von jährlich 
S60 — SO PI* regelmAtisig vermehrt worden. Die Beiiutzung war nicht 
an bestimmte Tage und Stunden gebunden, son<|em die Mitglieder der 
Anstalt, fOr welclie die Bibliothek vorzugsweise bisstimmt war, hatten 
aich im Falle von Bächerbedurfnbsen an den Bibliothekar besonders 
zu wenr|en. Die Bibliothekars teile bekleidete 1843 der Professor 
F. S. Feldbausch. j 

ÜAtlbar. 

Gymnasial btbliothek hat zu BAcherankiufen j&brlich etwa 
250 Thir, zu verwenden. 

RnndnltB m» d, Elbe* 

*FQrsllich Lobkowilz'sche Bibliothek besteht, was ihre 
Slteste Grundlage betriffl, aus den Ueberresten jener BöchersaminluDg, 
welche der gelehrte Bohusla\y von Hassenslein-Lobkowitz in der zwei- 
ten Hälfte des XV. Jahrhunderts mit grossem Kostenaufwande, theils 
während seines Studienaurenthalles in Italien und auf seinen gelehrten 
Reiiten, tlieils durch seine lilterärischen CommissionSre, angelegt, und 
auf der Burg llassenstein aufgestellt hatte. Aus dieser Sammlung 
stammen zum grösseren Theile die Handschriften und Inkunabeln, 
welche die Bibliothek gegenwärtig enthalt. Das Meiste der Hassen- 
stein'schen Sammlung war auf dem Schlosse zu Kommotau, wohin sie 
Georg Popel v. Lobkowilz gebracht halte, theils durch Brand, theils 
während eines Pöbelaufruhres vernichtet worden; und selbst die we- 

« 

*) Zeitungsnacbriehten zufolge sollte das Lycenm lind mit ihm die Bibliothek 
von Ra^udt in neaerer Zeil wieder nach Baden-Baden versalzt worden. 



nigen damals geretteten Ueberrette worden bei der vom Kaiser Bq« 
dolph II. angeordneten Gonfiseatlon der GQter des lelttgenannlen Lob« 
kowitz einer ginBltchen Zerstreoang wohl nieht entgangen sein, wenn 
sieb ihrer nicht der damalige Oberste Kanzler Zdenko Popel Freilierr, 
nachmals Ffirst y. Lobkowita angenommen, und sie als unveränsser- 
liebes Eigenthom der ganzen Lobkowits'scben Familie, wozu die Bi- 
bliothek im Testamente Bolnislaw's ausdrflcklich bestimmt worden 
war, vindicirt hätte. Die Bibliothek zählte 1843, mit Einschiuss von 
1200 werlhvollen Inkunabeln und 580 zum Theile wichtigen Hand* 
Schriften, zusammen 40,000 Binde, zu deren Vermehrung von dem 
Besitzer, dem Fürsten Ferdinand v. Lobkowitz, Herzog zu Raudnitz, 
der sich auch sonst durch zahlreiche und bedeutende Büchergeschenke 
um die Bibliothek verdient gemacht hat, jährlich 1000 Fl. CM. an- 
gewiesen waren. Die Aufsicht über die Bibliothek und das mit der« 
selben in Verbindang stehende grosse Familienarchiv führt ein Biblio« 
thekar (1843 J. J. Dworzak), dem zur Unterstützung ein Schreiber bei- 
gegeben ist. 

^Bibliothek des Benedictiner-Stiftes ist im XI. Jahr« 
hunderte gestiftet, und durch .folgende Büchersammlungen vermehrt 
worden: 1721 des Dechanten J. Nowotoes, 1724 des Ritters v. Ullers« 
dorf, 1727 des Dechanten C. J. Hdcker und IS 12 des Propstes 0« 
Conrad. Sie besitzt mindestens über 10,000 Bände, darunter mehrere 
sehr werthvollelfss. 

^Fürstlich Thnrn« und Taxis'sche Hofbibliothek ist 
1775 von dem Fürsten Carl Anselm v. Thurn und Taxis durch Ankauf 
der für die damalige Zeft sehr kostbaren Bfichersammiung des Geheim« 
rathes J. A. Freiherrn v. Ickstatt zu Ingolstadt angelegt, und in kurzer 
Zeit theils durch fortgesetzte einselne Erwerbungen, theils durch Ae« 
quisitionr der medicinischen Bibliothek des Leibmedtcus Kepike, sowie 
dreier Sammlungen kleinerer Schriflen zur Geschichte des dreissig« 
und siebenjährigen Krieges sehr ansehnlich vermehrt worden. ' Von 
diesen drei zuletzt erwähnten Sammlungen -Wurde die eine 178S aus 
dem Nachlasse des geheimen Jnslizraths Professor Uäberlin zu Heim« 
städt um 100 Ducaten, eine zweite aus 86 COnvoluten bestehende aus 
der Nosheim'schen Auction und eine dritte, die in 20 Quart- und 
einigen Octavbäoden über lOOU Pieren umfassle, aus der Bücherasction 
des Preussisch • Brandenburgisehen Comitialgesandten Baron v. Schwar- 
zenau erkanft Ein sehr beachtenswerther Gegenstand der Bibliothek 
soll eine grosse Disputationsssmmlung sein, die aus mehreren Tausend 
medficiniScben, jvristisehen, auch historischein und philologischen Schrif* 
ten besteht« Die Bücher waren zu Uirsching's Zeiten 1700 nach einem 



tl4 M0g0mkmf, 

«•a 4eni damaliset liUiolhekidireclor Bl^ron v« W«»t«rhoU entworfo« 
naa Ptone in falgendin sieben Hanj^Ulcbera «iifge«leUt; I, Mathe« 
nalik; II. die vier FecnlUlen 1) Tbeokigie, t) Philoeofibiet 3) Juri«« 
pradefif, 4) Medieia; HL Geeebiebte; IV. Pelilib; V. Pbüole«ie und 
Scbftne WieseMchanen; VI. KQoste und üandwerker; VU« HipceüaBeeo, 
deren lelite Uoierablbeüang aolebe Werke enlbieils die aicb nicht 
elasatficiren lieaaen, und auf welcbe VirgM'a Vera io^tlnffuii vam 
üomfmm imagine rerum) paiat. Zar Benntuing der 8ibli«ifaiefc, die 
ven Anfang an dem Publikum gealattel war, aind an den Woch^ntagea 
namentlich die Standen 10—12 Ubr beatimmt BiblielMw war 1843 
derBath BiosL 

lUulog der lck«UU*tch«n Bibliothek, 1777. 

«Stadlbibltothek ist in der ersten flUAe des XV.Jahrbui- 
derts angelgt werden: als ihr Stifter gilt der Caeonjeus Conrad vea 
Hildealieim, welcher 1430 der Stadt acht jniiatiacbe lUndechriftea 
¥erm«ebte> und, wenn er wirklich nicht der eigentliche jSliller der Bi* 
bliothek sein sollte, diese dadurch doch jedenfalls zuerst . vermehrte« 
Anfangs bestand die Sammlung» die bis 1653 stets der Aufsicht der 
Rathscottsulenten untergeben blieb, nur aua juristischen Werken: an- 
dere wurden nicht ang^scbalTL Dagegen fand man siqb im XVI. Jahr* 
hunderte nach EinfQhrung der KirchenrefonnaCion, um dea öfterer sieb 
tessemden fiedflrfnissen nach theologischen Büchern zu begegnen, ve^ 
anlaast, eine eigene theologische Bibliothek an»ilegen> und denselben 
154S in der lateinischen Schule einen Platz einzurJUimeni aveeerdem 
aber auch noch am Ende, des nimiiebN Jahrhunderts eine zweite 
geisüiche «der Mim^rialbibliothek einmriohleii* Die -oralere, wurde 
auf Kosten der Sudi unterbaUen, und wiederholt duneh oamtiaftf 
Geschenke, unter Anderen 1566 dureb den fcaisertkben Hofratb 
€. V. Nydbrnb, bereichert, die andere durch ei9 sehr anaefinlipbee Ver« 
m&chtniss des Steueracbreibers v. fiaas und fortgesetzte Anschaffungen 
ans der Mtnisterialkaeae vermehrt Am meisten aber geschah gieicbf 
wohl immer fOr die StadtbtblioUiek, die dadurch so aunabm» dese mia 
ihr 17S3 ün neues geräumiges Lokal zuweise m«8ste^ Bei dieser 
fielegenheit kam man zu dem glfleklicben Bntscbtusse, auch die beiden 
•ndenen vorerwibnlen Bibliotheken in daa neue LßM mit Oberzur 
tragen, «nd sie mit der sUdiisdien zu £iner Sammlung an verbinden, 
was 1784 wirklieh ausgelfibri wurde, und wodurch die Bibliothek an 
einen nicht gewöhnlieben umfange und Rei<A(hume gelangte» Ze 
Hiraehiog's Zeit 179B belief sieh ihre Bdcberzabl auf aO,000 Bflnde, 
neben denen die Bibliothek noch eine Sammlung von ^,009 Land- 
karten und eine dergleichen von über 16,000 Stück Diasertationen be^ 
aass, deren eretere 17S6 der Handelsherr Assessor AaacbliO vermncbl^ 
die nudere der Stadtkimmerer Wüd genekenkt hatte« l^eidir hat idia 



ReiekenbajO^, »Mmikrti JMr, ttmümaen^ JM^a^ Hinein. (116 

Bibli(»tiiek JpitfBr ihre ko»U>arfr4A' uad wicbtigarea Werk« an di« 
MOnciwer B«(- qnd SU4l»bü>liothek abgeben vOssen« Der gegeor 
w^rtiga BMierbeeieiid »eil ^wa 2(,990 Binde betragen* Zur Be« 
noUBBg war die Biblietbeb 1849 an jedem Woobentage, nanentlirb 
iB 4eQ iStundeB 10 — 12 Uhr, für das PnbJikuni auginglicb. Daa 

Eibliethekariai bekleidete der Prefessor Pailor, * 

Geneioer, Cb« Tb., kurz« Besclireibung d. Handscbririen io d. SudlbibliDlbek 
xn Ri'gensburg. Tb. I. Hft. 1. Bfgensb. 0. J. (fiiRoIst. 1791) 4. 

Dessen nachricbten Ton den in der Regensbnrg. Stadtbibifolbek befindf; 
nerfcward. «. seit Bftdierif nm dem XV. ibrlidt. Regensb. 1785. 9. 

CftUtefns von nattüchen a. groescnibeits «ebr «eil. Bveber« e. flaed* 
scbrilieo, die d,. 3. fiovbr. 1788 den Neisibjelenden nberlasaen werden soUen, 
Regensb. 1788. 0. (Doubl. -Cat.) 

Die Mintsterialbibliothek betr.: 

Csutogns HiMfeiliecae Minieterii evang. fUtisbonens. Retisb. 1700. fol. . 

*Biblioihek des historisehen Vereines fQr den fte« 
geolLreis soll niebi unbedentend sein« 

RelclieBliaeh (in Schlesien). 
^Stadtbibliolh^k seil gegen Ende des Xltf« Jafarbunderls ent* 
standen sein. 

Meidaenberg (in B^ihmen), 
^Bibliothek des naturfoTscheaden Veraines ist> wie 
der Verein eelbsl, erst in nenesler Zeit ins Leben getreten. 

iaela Ibel Grats« 

^Bibliothek des Cistercienser-Stiftes enthält eine Anr 
zahl bemerkenswerther Mss. 



^Sta^tbibliotbek war 1838 auf dem Spendhause au/gestcliti 
und entbidt 6B00 Binde meist ilterer philologischer, theologischer 
Qsd bislorisciier Werke , die man jedoch damals schon zn Terkenfon 
beabsicbtigle. 

&beia*u* 

*Klosterbibliotbek soll eine nicht nnbedeutende Anzahl 
ilterer üss. besitzen. - 

lliiitelii* 

*KnrfQrstliche Gymnasialbibliothek besteht ihrer Grund« 
jage nach aus denjenigen Bftcheni der ehemaligen Universkitsbibiiotiiek, 
die nach Aufhebung der Uni?ersit4t 1610 in Btnitln zurQckgeblieben, 
und nieht der Marburgs UniirersiUtsbiblioÜtek mit einverleibt wor- 
den waret^^ $ie befindet sich, in einem an das Gymnasium anstos^o; 
den Staatsgebäude, und enthalt, ausser über 2000 Programmen und 
Dissertationen, etwa 8 — 10,000 Bindti zu deren Vermehrung jährlich 
l>iO Th4r. bestianat sin4. Hit Ausnahme der Sduitferien i«t ^^ Bi« 
bliolMk ^ma <}ef»i«uch4 finea Jad^, desf^n P#r»4i|li^keit o^er SM^ 



816 Winkeln, nochUlM, Mhndirfhei'WHiirmf^BSssel. 

lang hinreichende Sicherheit gewibrt, jede Mittwoch 2 — 3 Uhr ge- 
öffnet. Die Zahl der Leser betrug 1S4I ungefihr 40 Personen, die 
der Yerliebenen B&cher etwa 600 Binde. Bibliothekar war der Gym- 
nasiallehrer Dr. C. Weismann. — • Neben dieser Gymnasialbibliothek 
und mit dieser tnter gleicher Verwaltung, jedoch in Bezug auf Fonds 
und Lokal von ihr gelronnt,* besteht eine SchAlerbibliothek, die von 
der Staatsregierung 163S angelegt worden ist, und hauptsSchlich nur 
belletristische und historische Werke und Reisebescbreibungen , zu- 
sammen etwa 800 Bände, amfasst, auf deren Vennehrung jShrlidi 
50 Thir. Torwendet werden. Sie ist im GymnasialgebSude anfgestelli, 
und, wie auch ihr Njme andeutet, zunächst nur für die dem Gymna- 
sium angehörigen SchQler zum Gebrauche bestimmt, zu welcbem 
Zwecke sie wöchentlich an zwei Tagen in den Pausen während der 
Unterrichtsstunden — während der Ferien in jedesmal vorher beson- 
ders zu bestimmenden Stunden — offen gehalten .wird. Die Zahl der 
Leser belief sich 1843 bei dieser Scbalerbibliothek 'jährlich auf 60, 
die der verliehenen Bücher «ber in Folge sehr häufigen Wechsels aaf 
mehrere Tausend Bände. 

Die Torroalige (Jnifersitätsbibliolhek betr.: 

Catalogut Bibliotbecae Acad. RiDtelianae, Rint 1698. 4. 

Fnaccii, i. N., Disaertalio de Bibljolheca ad dsodb pobl. ordinanda (ad in- 
stanralionem Bibiioib. Biotel» scripta a. 1730). V. ejusd. Oissertatl. acadeo. 
Lemgo?. 1746. 8. 

Ejnsd. pablica illo&lr. Emestioa^ Bintelieoaiam Academiae Bibiiotheca. RinU 
1733. 4. — Accessio. Ibid. 1751 • 4. 

^Bibliothek der Kirche zii St. Kunigunda ist 1708 an- 
gelegt worden. Die zu Leipzig 1698 verstorbene Catherine Elisabeth 
Herrmann vermachte nämlich der Kirche 100 älfl., mit der Bestim- 
Bung, dasi ihre Erben dafOr etwas Nutzbares fftr dielLircbe anscbaf« 
fen sollten ; diese entscbieden sieb fOr Stiftung einer Bibliothek. Die* 
selbe bestebt jetzt aus über 700 Bänden und einer Anzahl Landkarten. 

Die Verwaltung hat der Arehidiakonus. 

Barth, Ch. G., karize Nachricht Ton der« bey der Sladt- d. Knnigvnden- 
Kircbe zu Rocblilz seil einigen Jahren, aiigeCang. Kirchen - Bibliolhec , nebsl ge- 
nanem Verzeichnisse« so wohl was' die darinnen befind). Biicher, Schriffleo, Co- 
riosa, Land -Charten, Bilder n. übr. Vorralh ; als aoch die eigent). Nahmen derer 
Wobllhäter o. jedtsmahL Bibliolhecornm anbetrifft. Altenb. 1751. 4. 

IMliradorf 1»el Wiladmf. 

*Kirchenbibliotbek ist 1750 vom geheimen Kriegsratbe 
I. A. V. Ponickan zu Dresden gestiftet worden, und über 1300 Bände 
stark. 

WLÖmmeh 

^Progymnasialbibliothek, zum Gebrauche der SchQler, 
enthält — 700 Bände, auf deren Vermehrung jährlich etalamässig 



y Rotte, Romau, MonwebHf Xoftoek. 817 

20 Thir. TerweQdet werden. Die irmeren Schüler der Aostalt beueheii 
aus ibr fast ihren «änmiUidien Bedarf an Schulbüchern, 



'Bibliothek der Kirche zu St. Georg ist 1718 durch 
ein Geschenk des Geheimrathes Kanzler 0. H. FreiheirB. v. Friesen ge- 
stiftet worden, — Die auf dem freihierrlich ▼• Friesen'schen Schlosse 
befindliche Bibliothek, welche die als Staatsmänner zu ihrer Zeit be» 
rühmten Heinrich nnd Carl ▼. Friesen seit der Mitte des XVII. Jahr- 
hunderts angelegt, und deren Nachkommen beträchtlich Termehrt ha- 
ben, ist in neuester Zeit (1849) der ötrentliclien Benutzung durch den 
gegenwärtigen Besitzer Kammecherrn v« Friesen zugänglich gemacht 
worden. Die Benutzung ist unentgeltlich, und iedem, dessen Person 
hinlänglich bekannt ist, gestattet, auf die Dauer von 14 Tagen Buchet 
mit nach Hause zu nehmen. Das Lokal wird zu diesem Zwecke alle 
üittwoche 2 — 4 Uhr geöffnet,- nnd während des Winters ein geheiztes 
Zimmer fftr die Befucher bereit gehalten. Die Bibliothek muss be- 
deutende Schätze enthalten. 

*Oeffentliche Bibliothek soll sowohl ihrem Umfange, als 
Gehalte nach zu den bemerkenswertben Sammlungen der Schweiz ge- 
hören. 

IBoniiAa. 

'Gymnasialbibliothek ist 1806 durch die Bfichersammlung 
A. ▼. Gziszir's begrQndet worden. 

IBoaiaiweln. 

*ScbulbibIiothek, erst seit 1842 Tom fieclor Nuller grössten- 
theils aus eigenen Mitteln gegründet, ist noch sehr schwach — sie 
zählte 1851 erst gegen 150 Bände — und wird durch Beiträge der 
Lesenden unterhalten. 

^Bibliothek des Gewerjbe -Vereines, in neuerer Zeit 
gleichzeitig mit dem Gewerhvereine selbst von den Begründern der 
Sonotagsschule gestiftet, besteht aus c. 300 Bänden. 

IBontocic, 

*Bibriothek der Loge Tempel der Wahrheit. 
Verzeichnis d. Bäcbersammluog d. St. Joliannes - Loge Tempel d. Wahrheit 
zo Rostock. Das. 1815. 8. 

^Bibliothek der mecklenburgischen Ritter- und 
Landschaft ist 1740 durch die Bibliothek des Obersten A. F. 
▼. Basseritz auf Neuhof begründet, und 1749 durch die des Hofrathes 
Negendank Termehrt worden. 

(Lange, Cb. H.) Bibliethek d. mekleoborg. Ritter- a. Landschaft Rost. 
1780. 8. — Neoe Aafl» Das. 1823. a 

^Bibliothek des homiletisch-katechetischen Semi« 



S18 kotiodt. 

• • • , • • 

Hart ist nicht nmrangreich ; iie besitxt meist Metier äosr dem Factie 
der praktischen Theologie, namentKch Predigten. Durch die 1841 be- 
stätigten Sutnten sind zu ihrer jMirliehett Vermehrung 40 Thlr. N'/| 
and fQr Nebeoansgaben 7 iKsUmmt* 

^Societatsbibliothek. 

Koppe, 1. €., Vertei€liiii8S tf. 'BaebervMHiiilirng 4. Societit in Bosfoek. 
Das. 1806. 8. Fortseis. l-^IIL Das. l»Si--40. 8. (Bin nsnsr n, yoIUISb» 
diger Ganeralkslslog soltla später ersckeiaen.) 

*Univcr8itfttsbibli9lbek Ist im grosahere^gtiched Palais im 
aweilen^ theiiweiae anch im ersten und dritten Stockwerke anfgcsti^llti 
nnd in die eigenUicbe UnIversiUlabibliolhek und ilie KSmmercr'ache 
getheilt« Was die eraiere beüriffl, ao aoU sie 1652 tom Henog ^^^ 
bann Albrecht Ton Met kknburg durch Ankauf einer Frankfurter a. M. 
Mchiraammlung gegrnn4et worden aein — im Liber Facsnltntis pbi- 
l#sophieae in Academia Aoatndnensi beiaat es darOber Ureilidi ^wia 
MDLIIX asffieffrt ae$imo tncAonla eaS eoüec$io MUoih9ea$ etc. Zur 
Zeit, als die Universität nach BüUow wandern mnaste, blieb die lU« 
bliothek in Rostock zurück, wurde aber nach der Rückkehr der Hoch- 
acbuk mit der einstweilen Stt Batsow gesüftetett neuen Umversiiäts- 
bibliolhek — wozu 1769 der Herzog Friedrich mit Zustimmung des 
Prinzen Ludwig die in Schwerin aufgefundene Bibiiolbek der Herzögt 
Johann Albrecht, Adolph Friedrich und Christian Ludwig L, sowie 
eine Sammlung aus den Bibliotheken der Herzoge Christian Ludwig IL 
und Friedrich, zusammen 10,000 Bände, geschenkt hatte -*- 1769 
vereinigt, und dadurch ansehnlich bereichert. Zu ihren sonstigen vor- 
züglicheren Erwerbungen gehören: 1606 ein Geldlegat des Stodiosen 
P. Callenius im Beirage von 24,000 Fl. ; 1626 die Bfichersammlon; 
des Professors und späteren Oberdompredigers Dr. Ch. Siedanus za 
Schleswig; 1736 die des Hofrathes H. G. Schefirel*; 1746 des Kanzlei- 
vicedirectors H. A. Willebrand zu Schwerin; 1817 die des Vicekanzlers 
Und Oberbibliothekars Professor 0. G. Tychsen, welche anfangs ge- 
trennt von den übrigen der Universität gehörigen Büchern aufgestellt 
blieb. In neuestet* Zeit waren auch zwischen der grossherzoglicben 
Regierung und den Predigern und Vorstehern der Marienkirche wegen 
Abtretung der Bibliothek der letzteren an die Universität gegen Be- 
a^ahlung Unterhandlungen angeknüpft. Was dagegen die andere Ab- 
theiiung der Universitätsbibliothek, die Kämmerer'sche, anlangt, so ist 
diese seit 1841 durch Vermächtniss des geheimen Uofrathea und 0^ 
dinarius des Sprucbcollegiums Professor Dr. F. Kämmerer fitgentbam 
(der Universität geworden. Da damals im Bibliolhekslokale kein Plals 
zu ^irer Aufstellung vorhanden war, ao wurde sie *^ mit Ausnahme der- 
jenigen Bücher, die testamentarischer Verfügung lafalga einsCweilen 
ttoob in den Händen dea Senators Kämmerer ta OQsft^w verbleiben 



MHiia '-^ YtiflifAf in itf Behausung des IKMiottieian 1^. Baroil 
y. Netfelbhdt untergebracht, niehts desto weniger aber ancfa in diesem 
inlerimistisefaen Lokale der öffentlichen Benotzung möglichst hald xu« 
ganglich gemacht, nnd zn diesem Zwecke, mit Beibehaltung der Ittr 
den Gebrauch der Universitätsbibliothek gütigen Bestimmungen, am 
20« Januar 1844 eröffnet. Die KSmmerer'sche Bibliothek ist durch 
ihren Beichlhum an Schriften, die sich auf Mecklenburg beziehen, be* 
sonders aber durch ihre VollstSndigkeil hinsichtlich des Jus Megaiopo* 
liiannm, fßr Bostock ron grosser Bedeutung. Nach dem auf Anord* 
nung des Testators gefertigten und im Drucke erschienenen Kataloge 
zerfHllt sie in zwei Abtheilungen, von denen die eine Kämmerer's 
eigene^ sowohl handschriftliche, als gedruckte Werke und die juristi- 
schen BOcher, die andere, ausser den Mecklenburgicis , die Schriften 
ans folgenden Fächern enthalt: Geschichte mit Hilfswissenschaften 
AHgrtecbische, Bdmisdie, philologische und antiquarische Litteratur;; 
Neuere Sprachen und Nationallitteratur, Schöne Wissenschaften und 
Kott^tiB; Theologie und Philosophie; Litterarhistorische, akademische, 
biographische, vermischte und gesammelte Schriften. Die Angaben 
fiber den gesammten Bacherbestand der Universitätsbibliothek lauten 
sehr verschieden; denn wahrend die Einen die BSndezahi auf nur 
43^000 veranschlagt haben, z« B. Edwards 1846, war dieselbe nach 
Anderen I8iS schon bis auf 110-^120,000 angewachsen. Die jah^ 
liehe Dotation betragt im Ganzen 2000 Thlr. N^/,, wovon dem Brblio> 
thekariate zu den Ausgaben für Einband, Porto > Copiaiien, Beinigung 
der Bibliothek, BedOrfnisse des Bibliotheksarchives und dergleichen 
500 flberiassett bleiben, die übrigen 1500 aber zu Anschaflungen, 
'fkfaer welche theils eine Bibliothekscommission, theils die einzelnen 
Facttltaten zu entscheiden haben, bestimmt sind, nnd zwar io nach- 
folgenden 14 Baten: 1) 130 für Werke im Fache der Theologie, 
2) 130 d^r Jurisprudenz, 3) 30 der mecklenburgischen Geschichte^ 
Verfassung und Landeskunde, 4) 130 derMvdicin, 5) 60 der alteren 
Phitologie, 6) 60 der neueren Philologie, 7) 40 der orientalischen 
Lftteratur, 6) IM der historischen Wissenschaften, 9) 30 der Philo«* 
Sophie» 10) M der Physik und Chemie, 12) 120 der gesammten 
naturhistorischen Bisciplinen, 13) 20 der Cameral Wissenschaften, 14) 
500 für Werke von vielseftigerem Interesse oder gemischten Inhaltes 
^wie litterargesefaithtliche Werke, SocietatsScbriften, Eocyklopadien, 
wichtige Zettschrtflen n, s. w.), sowie zur Gompletirung defecter Werk^ 
nnd sonstiger Lücken. Die Sorge für zweckmassige Verwendung der 
Baten Kr. 1, d und 4 ist je Einem von der theologischen, joristischen 
nnd raedfciuisehen Facultat aus ihrer Mitte, auf mindestens zwei Jahre, 
n wählenden Deputirten übertragen; der Baten Nr. 5 bis 13 den lür 
gestanftt^n Bisdplinett angestellten ordenftichen Professoren der 



820 loilock. 

pbilasophiscbett F«ciiilit oder, im Falle «war Vacanz iii«iBem dieser 
FAcber, der BibliolbekscominissioD} der Baien Nr* 3 und 14 der letx- 
leren auaachiiessUrb. Diese Commiasi^a beatebt aus fünf durcb das 
UniveraillU*CoDcilium auf twei Jabre gew&blica Prplessoreii, nimlick 
je einem Mitgliede der tbeologiscbeoi jariaUacben und mediciniacbea 
und zwei Mitgliedern der philosophiacben FacuUät, sowie aus des 
]»eiden Bibliothekaren , wovon der zweite zugleick ProlofcolIfQhrer bei 
den in der Begel am ersten Sonnabende jeden Monatea (nach Befindea 
öfterer) stattfindenden Conferenzen iat. In Bezug auf die Anscbaf- 
lungen im Ailgemeinen haben die Profeasoren, denen die Verwaltung 
der Baten obliegty nicht nur von allen Docenten und beaondera den ordent- 
lichen Professoren ihrer FacultAt oder ihres Faches Vorschläge und 
Wftnscbe enlgegenzunebmen , und diese nach Befinden zu berficksicb- 
tigeUy sondern überhaupt auch die gewissenhafteste Auswahl sich an- 
•gelegen sein zu. lassen. Die den verschiedenen FaculUten und FAcbern 
«ugetbeilten Baten sollen, wenn auch keineswegs ausschliesslich, doch 
vorzugsweise zum Ankaufe neu im Buchhandel erscheinender Werke 
verwendet werden. Dabei sollen beaondera aolcbe Werke, welche 
Quellen und Hilfsmittel für wissenschaftliche Forachungen darbieten, 
oder wichtige Besullate gründlicher Studien und Beobachtungen ent- 
halten» Berücksichtigung finden, dagegen Lehrbücher und äbnlidie 
Schriften, welche Lehrer und 3tudirende in ihren PrivatbiblioUieken 
besitzen müssen, und Werke, von denen wiederholt veränderte Aufla- 
gen zu erwarten sind, unberücksichtigt bleiben, dafern nicht in ihnen 
die Ergebnisse sehr einflussreicher wissenschaftlicher Forschungen nie- 
dergelegt sind. Leere Prachtwerke, Schriften, welche blos Unterhal- 
tung gewähren, oder von ephemerem politiachen Interesse sind, ebenso* 
.Werke, die nur durch ihre Seltenheit Werth besitzen, KuprersUcbe, 
welche blos künstlerischen Werth haben, und dergleichen sollen nie- 
mals angeschafft werden, ausser wenn sie besonders wohlfeil za 
haben sind, und durch ihre Anschaffung keine wichtigeren Interessen 
in Gefahr kommen.. Hinsichtlich der Benutzung der Bibliothek sind 
durch das Begulaliv von 1840 folgende Bestimmungen, getroffen/ Hit 
Ausnahme der Sonn* und Festlage, sowie der Festsonnabende, lerner 
der Tage, an denen Viehmärkte auf der Neustadt gehalten werden, 
der Zeit zwischen Weihnachten und Netiyahr vom 24. Deoember bis 
I.Januar, beide Tage eingeschlossen, der zur gesetzlichen halbjäh- 
rigen Revision angeordneten Zeit und der allgemeinen akademischen 
Ferien, ist die Bibliothek täglich 12 — 1 Uhr, im akademischen Sora- 
mersemesler aber ausserdem noch Mittwi^cbs und Sonnabends II — 12 
Uhr zur Benutzung geöffnet. Während der allgemeinen akademischen 
Ferien soll zwar, mit AusscUmss der zur jährlichen. Beinigungjerfor^ 
derlichen Zeit, die Bibliothek dem Gebrauche nicht ginalidi Yerschlos- 



Hoiiockl 32 If 

• • • • 

Ben seto, die ölTeiitlichen Stuoden sind jedoch auf Mittwoch und Sonn* 
abend 12 — 1 Uhr beschränkt. Der Besuch der Bibliothek In den 
öffenthclien Stunden ist jedem anstandig Gekleideten jeden Standei 
gestAttet, unerwachsenen Personen dagegen untersagt, mit alleiniger 
Ausnahme derjenigen ScbOler der Rostocker Stadtschule, die eine be- 
sondere schriftliche Empfehlung des Scholarchates oder des Directorf 
der Anstsdt aufzuweisen haben. Jedem Besucher werden gegen schrift- 
liches Verlangen die gewQirschlen BQcher zur Lectöre im Lesezimmer. 
Ohne UmstSnde verabfolgt. Beschränkter ist natürlich die Benutzung 
der Bibliothek hinsichtlich des Entleihens von BQchern. Ein Recht 
hierzu haben, ausser den bei der Universität angestellten öffentlichen 
Lehrern , habilitirten Docenten und Studirenden, die vorzugsweise auf 
den Gebrauch der Bibliothek Anspruch haben, nur die den Bibliothe- 
karen und Mitarbeitern bekannten in Rostock wohnenden Gelehrten 
ond gebildeten Minner, welche durch Besoldung, Grundbesitz oder 
ironstiges notorisches Vermögen genOgende Sicherheit darbieten. Alle . 
Diejenigen, welche diese Sicherheit nicht gewahren, mUssen eine nach 
Qutbefinden des Bibliolhekariates genügende Caution leisten: Ausnah* 
men hiervon können nicht anders als mit Genehmigung des Vicekanz* 
lers gemacht werden. Ausserhalb Rostock wohnende Gelehrte der 
Mecklenburg -Schwerin'schea und Slrelitz'schen Lande müssen sich mit 
BQchergesuchen der Regel nach durch Rostock'sche Gelehrte oder an- 
dere völlig sichere Einwohner daselbst, welche für die richtige Ab* 
Sendung und Rücklieferung erazustehen haben, an das Bibliothtkariat 
wenden. In das Ausland dürfen Bibliotheksbücher nur mit der 
vollkommensten Sicherheit und blos mit Genehmigung des Vicekanzlere 
verliehen werden. Uebrigens sind die immatriculirten Studenten, so- 
wie Diejenigen, welche durch besondere Erlaubnissscheine der Imma- 
Iriculations-Gommission oder des Rectors zum Besuche akademischer 
Vorlesungen berechtigt worden, verpflichtet, die Bescheinigungen über 
zu leihende Bücher von einem der Professoren, dessen Vorlesung sie 
besaeheOy oder dem sie sonst persönlich bekannt sind, unterzeichnen 
zu lassen. Was das Ausleihen der Bücher im Allgemeinen betrifft, so 
können zwar, mit alleiniger Ausnahme sehr grosser und umfangsreicher 
Kupferwerke, die schon durch den Transport .Gefahren ausgesetzt sein 
würden, alle ausgegeben werden, doch bedarf es dazu in Rücksicht 
einiger der auidrücklichen Genehmigung des Vicekanzlers, nSmlich 
solcher Bücher, welche man jederzeit auf der Bibliothek zu dortiger 
Benutzung gewirtigt, z. B. grösserer Wörterbücher, Mecklenburgischer 
Gesetzsammlungen und dergleichen, ferner bloser Pracht- und Kunst- 
werke, Blanuscripte und anderer seltener oder schwer wieder zu er- 
langender Werke. Kup ferwerke dürfen nur an Professoren ausgeliehen 
werden, wogegen die minder kostbaren und rein wissenschafüicheni 

Petzholdt, nih.D.B, 2L 



9Sd RiMQck^ 

i^nn Wertk die Samme von 30 Tblr. N^/^ nicht Cberyteigt, md die 
pbqe Schwierigkeit wieder «nzuscbftlTen siod, auch an andere in. Ro« 
Itock wohuende Gelehrte und gebildete Männer» solern diese nur hin- 
reicheode Sicherheit bieten, und das besondere schrifiliche Versprechen 
der unbeschldiglen ZurQcklieferung geben, ausgehändigt werden können. 
Sludirende und diesen GU'ichslebende dürfen gleichzeitig nie mehr als 
lechs, l*rivatdoceuten und andere Roslocker Gelehrte höcbslens zwölf 
Bande aus der Bibliothek im üause haben. Jeder Leser ist gehalten, 
die geliehenen Bücher in den letzten vierzehn Tagen vor dem gesetz- 
lichen Schlüsse der Vorlesungen zu Ostern und Michaelis jeden Jahres 
ohne Ausnahme an die Bibliothek zurückzugeben. Was zuletzt. das 
Bibliothekarial anlangt, so ist dieses ein CoUegium, welches der Lvi* 
desregierung und zunächst dem Vicekanzler der Universität untergeben, 
und nur in besonderen Beziehungen mit der Universität verbunden ist. 
Es besieht aus einem ersten Bibliothekare, wozu seither gewöhnlich 
ein ordentlicher Professor (jetzt Professor Dr. J. Röper) gewählt wor- 
den ist, einem zweiten (Dr. £. Baron v. Nettelbladt) und zwei Mit- 
arbeitern oder Gehilfen deV Bibliothekare (Dr. G. U. F. Gädeke und 
Pr. K. Weinholtz). Ausserdem gehört noch ein Bibüolheksdiener zum 
Personal« 

Tycbsen, Q. G. , Geschichte d. öffentl. UniversitäUbibliothek u. d. Museoms 
in Rostock. Das. 1790. 4. — Dessen erste Forlsetzung. Das. 1793. 8. 

Oalil, i., Noiitia Cod. Ms. Salustii ttencf. Eoiropit fragmentmn in Bibltotheca 
Rosloch. acad. Ups. 1791. B. 

Indes libror. e Biblioiheoa Rostoch. pubL aucUoa« div^ndendor. I^IU« Roat« 
18..— 1822. 8. 

CaUlogQS Bibliothecae 0. 6. Tychsen. Praefalas est A. Tb. Hartmann. Rost. 
1817. 8. 

yentifibtttst d. ^rnehrong d. Groesharzogl. UaivarsitAltftibUoüiek im I. 
1937^38. RoU. 1837—38. a Hfie. 8. 

Bibliolbeca Kaemmereriana. Verraächtniss des Geb. Hofralbes Prof. F.Kaem- 
merer an d. Cnivers. Bibliothek In Rostock. (Das.) 1843. 8. 

Regelaliv ober die Bena^tKong von 1840. a. Serap. 1840. Nh 15—20. 

Geaekdfliiordiiung f. d. Biyialh.-Comau6sioD. s. Serap. 1849. Nr. 13. 
^Bibliothek des Gewerbe -Vereines ist 1836 eotsUn- 
den. Sie enihtit meist tfeebnologiecl« SdbriXten und Journale, auf 
deren Vermehrung seither jährlich 100 Thtr. im DurclisebniUe venven- 
det worden sind. Die AufsiciU Ober die. BtUiolhek war (Mhcr we- 
nigstens) einer 9us drei Milgliedsrn des VercinsTorslaodee bestehen- 
den Bibliotbekscommission, die Venwaitnng einem Bibtiotbekap nnd 
Kibiiotheksaurseher Qbertragea. 

Verzeicboiss d* Bäcber - Samnlnng d. Gewerbe '-Vereiaes an Boslock. B«s. 
1810. 4. 

*BibIiothek des patriotischen Vereines enthlllt gross- 
tenlheils landwirlbschaflliche Schriften und Journale. 

Verzeichniss d. Bibliothek d. meklenbarg. palriol, Vereines. Rost. 1830. 8. 
(Ist itt deo gedrackl. Prolokotlkeften fortgesetzt) 



Rolhenturg a. d. Tauh€r, MtAekhwrp mSekLf ^Mniburg, ttudolsiaH. $SS 

^Bibliothek der lateinischen Schule (m ScIiuTgeMude, 
wird vorzugsweise von den Lehrern der Anstalt benutzt, welche Böcher 
daraus geliehen erhalten, so oft sie es wfinschen. Eine gewisse Siunde 
zur OelTnung der Bibliothek tst aber nicht festgesetzt. Auf Anschaf- 
fungen werden jibrlicb 4» Thlr« verwendet« 

*Stadtbibliothek stammt aus dein XV. JahrbnoderU 
Gesncr, A. S., Notili« Bibliothecae Rotbenbiirgens. Rolb. 1728. fol. 
Kjnsd. Progr. de libror. ge^cessitate et Bibliolbecae incremento, item de 
specDio salvatoris. Holli. 1755* ioK 

Ejnsd. Progr. de Bihliotbeea Rothesburgeae. Reih« 1701. 4 
Ejasd. Progr. praemifsa Noliüa qoatuor epeculor, Vincenlä BelloTäcensU, 
Roth. i7tf4. 4. 

R^thealiarg (in Schlesien). 
*Synodalbibliothek ist 1835 begründet worden. 

*Capitelbibliothek ist .^usschtiesslicb zum Gebrauche der 
Capitelsgeisllichen bestimmt. 

* Semin arbibliolhek ist ebenfalls nur den Lehrern und 
Alumnen des Seminars zur Benutzung zugänglich, 

]iail#ln«*4t *h 

«FArstlich dfrenlliche Bibliothek, im Regiermtgsge- 
baude, befiehl aus der früheren fiirstiichen Hand- oder sogenannten 
oberen llofbfbliolhek und der namentlich zum Gebrauche des theolo- 
gischen Seminars bestimmten sogenannten unteren llofbibliothek, wozu 
1779 die BOchersammlung des Geheimrathes Ch. U. v. ketelhodt ge- 
kommen ist. Den Ilaupistamm der ersleren bilden die vom Pursten 
Lodwig Günther von Sehwarzburg-Rudolstadt hinterlassenen BAcher, 
die derseltie theRs aus eigenen Mitteln angescbaffl, theils von seinem 
Regierungsvorginger, dem F€h*sten Johann Friedrich, seinem Netfeif, 
17ft7 geerbt halte, und die 1778 zu einer dcnr Publikum zugSng- 
liehen Bibliothek zusammengestellt wurden. Dieselbe enthielt damals 
gegen 70(10 Bande, worunter die Zahl derjenfgen BQcher, die sich 
auf Scbwarzburgische Geschichte und Verwandtes bezogen, namenllicfr 
betrSehtlich war. Gegenwartig belauft ^ch die gesammlc Bünde- 
znbl anf 4§— 50,000. Zur Benutzung der Bibliothek war 1S43 der 
Donnerstag, und zwar im Sommer die StunJe von 4 — 6 und im 
Winter ton 8 --4 Uhr bestimmt. Als Bibliothekar war der gelieime 
Archivar Uefrath Dr. L. F. Hesse und ausserdem noch ein Gehilfe an- 
gestellt. 

*) Ausser den unter Rodolsladt genannleD BibUolbeken soIUb sich dort 
noch einige andere, wenn schon kleinere, doch nennenswerlbe, z.B. die des 
NatnrsMen-CaÄinels in der Lodwigsbnrg und der Stadtkircbe, liefinden. 

21* 



SM Samrtrück, Säg§n, 8aiaitr§» • 

Hm«, J.L., PrMT. 4« Ulwis ramrib. BiUiMMcat ifliicae ioferioris, <|iMe 
Radobudii e»t. 1— 111. Hud. 1782—84. 4. 

•Gymoasialbibliolhek ist in d^ Mille des XVII. Jahrkun- 
derU enlslanden« 

tearlMrfielc. 

*Gyinaa8ialbibliolhek, die nicht nnbedentend sein soll, 
war 1843 MtlLwochs und Sonnabends 9-^6 Uhr zur Benutzung ge- 
öffnet. 

SagM. ' ' 

*Progymna8ialbibliothek enthSlt eiae znm Gebrauche der 
Lehrer bestimmte Abtheilung von mehr als 2000 und eine andere 
fdr die SchOler von Ober 1000 Bänden. 

^Bibliothek des Ge werb-Vereines. 
VeneichDist d. Bibliothek d. Gewerb -Vereines za Sagan. 1830. 8. 

SAlafhurg • 

*Lycealbibliothek enthalt gegen 40,000 (1S43 nach aml- 
licher Angabe 35,331) Bände und eine Anzahl nandscliririen, darunter 
die Reste mehrerer Salzburger Klosterbibliotheken, der ehemaligen 
165S geslifteten Universitätsbibliothek, der TrOheren Ilorbibliolhek und 
die Stiflsbibliolhek der Augustiner Chorherren zu Berchtesgaden, welche 
dem Lyceom 1810 sämmtlich überwiesen worden sind. Di« Zahl der 
Inkunabeln soll sich auf 1000, die dor Ilandschriflen , von denen 
mehrere dem Vlil, und IX» Jahrhunderte angehören, auf über 300 
belaufen. Die hier und da wohl vorkommenden Angabe, dass der 
Gesammtbestand der Bücher 80 — 90,000 Bände beiragen, verdienen 
keinen Glauben. Auf die Vermehrung der Bibliothek werden Jährlich 
400 Fi. G. H. verwendet. Was den Besuch der Anstalt betrifft, so 
steigt derselbe das Jahr hindurch bis zar Höhe von 4000 (1843 auf 
4720) Personen. Die Verwaltung ist einem Bibliothekar (Professor 
emerit. und Halb Dr. J« Thanner) übertragen , und diesem zur Unte^ 
Stützung ein Gustos, sowie ein Bibliolheksdieoer beigegeben. 

^Bibliothek des städtischen Huseums» Garolioo- 
Augusteum genannt, welches durch den Sammierfieiss eines Privat- 
mannes und den Patriotismus der Einwohner von Salzburg in neuerer 
Zeil errichtet worden ist,, besitzt bereits über 3^00. Bände, wovon 
die meisten sich auf Salzburgische Provinzialgeschichte beziehen. 

^Bibliothek des Benedicliner*Stiftej tu St. Peter, 
d^s seit dem Vlll. Jahrhunderte besteht, ist schon frühzeitig angelegt 
worden — der älteste bekannte Bibiiolhekskatalog ist aus dem. Ende 
des XII. Jahrhunderts — und enthält daher einen reichen Schatz alter 
Handschriften , unter denen sich besonders mehiere für deutsche Ge- 
schichte sehr wichtige befinden. Die gesammle Bücfierzahl soll 40,000 



SülMeieh SawfferhüMien, Sehaffhatumu 125 

BSnde betragen, die in 7 Zimmern aargestelll «ind« Bibliothekar ist 
P. Gregoritts Ramer (oder llarer?). 

AalBtredel« 

*GymnasiaIbibliothek, im GymnaaialgebSode , ist vorzugs- 
weise zum Gebrauche der Lehrer bestimmt« Den Grond datu legte 
ein Candidat Pisbeck , welcher um 1770 der Scbirfe seinen kleinen 
BOcbervorralh vermachte. Dieses kleine Vermächtniss wurde anfangs 
nur durch Geschenke von Seiten der Lehrer und Schüler vermehrt, 
und wuchs daher auch nur langsam, nahm jedoch spüter durch regel- 
mässige AnscbailuBgen einen besseren Fortgang, so dasi es jetat xu 
einer Sammlung von mindestens 5000 BSnden sich erhoben hat* Von 
llandschrirten besitzt dieselbe Mos einige Wenige und nidii bedeu- 
tende* Auf Anschaffungen wird jährlich eine Summe von 60 Tblr. 
verwendet. Ausserdem hatte das Gymnasium 1844 noch eine aus 
2wei Abibeilungen bestehende und gleichfalls im Gymnasialgeblude 
aufgestellte Lesebibliolbek , deren erste 808 Bdnde starke Abtheilung 
zur Benatzung der SchQler der oberen Stufe, die zweite von 657 
Bänden für die Schfiler der mittleren Stufe bestimmt war« Beide Bi- 
bliotheken wurden jeilerzeit nach Bedurfniss geöffiael. Die Aufsicht 
über die grössere und die erste Abtheiliing der Lesebibliothek führte 
der Rector der Anstalt, Ober die zweite Abtheiluog einer der übrigen 
Gymnasiallehrer»» 

*Biblipthek der St* Katharinen-Kirche, unter der Auf- 
«ichl des Oberpredigers, soll der Beachtung nicht unwerth sein. 

ik^agerliAiifleD* 

- *Gymnasialbihliothek ist 1736 begründet worden. 

SchainiAQseii *)• 

«Bürger- oder Stadtbibliothek, die 1809 durch die 500Ö 
B9nde starke Sammlung J. v. Il'flller's vermehrt worden ist, soll im 
Ganzen 30 — 40,000 BSnde (darunter eine Anzahl bemerkenswerther 
Blss.) besitzen. Sie wurde 1843 wöchentlich einmal, und zwar Don- 
nerstags 2 — 3 Uhr, zur allgemeinen Benutzung geöffnet, und stand 

unter der Aufsicht des Pfarrers J. Metzger. 

CatstofM d. Ba>g«r* Bibliothek d. Stadt Schaffbiofen. Das. 18S4. Mti 
zwei ForUeUaogen 1835—87 n. 18S7— 39. 8. 

(Maarer -Constant) Verzeichoiss d. Incuoabela d. Bfirgerbibliolh. d. Stadt 
Schaffhaasen. Das. 1840. 8. 

CatalngDs d. Sudt- Bibliothek in SchaflThausen. Das. 1845. Nebst drei Snp- 
plementen 1847, 48, 49. 8. 

*) Aossor den unter Schaffbaasen angeführten Bibliotheken sollen noch die 
der Aerzle und Pharmacenten, des Gymnasiums, des Vereines fär Landwirthscbaft 
und des Orfizienereines, die sftmmtlich vorzugsweise nvr den betreffenden Mit' 
gliedern zug&ngUch sind, und blos nach Bedörfniss geöffnet werden, nennens- 
werth>eSn, 



I 



S86 SehaffKauimf SthUinÜx b. Lomm^Usth, Sehbiwig^ Schleuiingen. 

^SLJohanois- oder Minittcrialbibiiothek, ^zum Ge- 
brauche der Kantonsgeisüichkeil, Hebt «nter der Aufsichl eines in 
SchafThausen wohnhaften G^isUicboRi und wurde 1S43 wöchentlich 
einmal» nflmUcb OieoaUg» 11 — 12 Uhr, geöffnet. Sie besiut einige 
werthvelie HaodschrifteD. 

Btbliolbeca Mi%isierii «acri Seaphosiensis, S^aph. 1820. 8. Nebsl eiacv 
Anhange d. von 1820—24 ange^chaffleji Böcher. 

Herr'acbaftlich ?. Zehmen'iche Bibliothek sollvon einem 
Herr» v. Miititz angelegt worden aein. Einer der froheren Besitzer 
Ton Scbleinitz, Joach« Dietr« v. Böse, dem das Rittergut in den Jabrea 
16S0 bis 1742 gehörte, kaufte die lliltilK'sehe Sammlung, und brachte 
iie gegpo Ende des XVll. oder au Anfang des XVlll. Jahrhunderts nach 
Schleinitz, wo die Bficher, durch andere zaMreiche AnkHufe stark ver- 
mehrt, als unveräoiserliches Beaitzihum des Gutes fir die Dauer ihren 
Platz erhielten. Ihr Gebrauch war damals jedem Gelehrten erlaubt. 
Der tis Historiker bekunnte Pfarrer Ursinus ordnete die Bibliothek 
zur Zeit, aU er noch die Pfarrstelle in Beicha bekleidete, also in dea 
Jahren 1760—72. Gegenwärtig enthllt die Sammtiing, ausser eini- 
gen wenigen Mss. , c. 400i^ Bünde , die zum ^grösseren Theile in 
Garlenhause, zum kleineren in einem im berrscbaflltehen Wohnbaose 
befindlichen Bihliothekszimmer aufgestellt sind. Froher mnss jedoch 
^w BQclierbestand ei« weit bedeutenderer gewesen sein. Nach' einer 
unter dem Hof* und JusUzrathe Fr. v« Zehmen im September 1784 
vorgenommenen Z«nhlung fanJen sieh nicht weniger als 4392 Werke 
(nicht Bände) vor, «nd zwar in der grösseren BiMiolbek. im Garten- 
hause 153 Manuscripte, 463 theologische, 752 historische, 434 ja- 
risUsche, 134 auf das Jus publicum hezögliclie, 456 französische und 
453 philosophische Bücher, sowie iik (fer kleineren Bibliothek im Wohn« 
bauae 1031 französische, 6 italienische und holländische, 260 deutsch« 
und 221 vermischte Schriften. 

'^'Gymnasialbibliothek bat ia der zweiten Hälfte de« XVilL 
Jahrhunderts ihren Anfang genommen. Zu .ihrer Vermehmng, sowie 
zum Drucke des Programmes und ähnlichen Gegenständen ist dem 
Gymnasium jahrlich eine Summe von etwas mehr als 133 Tblr. an« 
gewiesen. 

Schlenaiing^en* 

Gymnasialbibliotbek ist 1577 durch die BAcbersamm- 
Ittffg des Grafen Georg Ernst zu Henneberg begründet, und später 
durch folgende drei PrivathiMiotbeken vermehrt worden ; des General- 
superintendenten Joach. Zehner oder Decimalor ^t 1612;, desSiipfriA- 



AA/nwMfM, Scimeeberf, SehiMnMH h GMHm. 9$fl 

t6ii4«iileii iHid Cdntntoriaiassessörs W.S^btr (f 16ft4) und dM Sit- 
]MriiteiHl6aUa Smi. Zehoer, eines Solmea des fori^enatiDten Joachiifi 
If 1II35). Neben ihr bestehl aeit ein paar Jahren eine S<^hQlerhiblio» 
Ihek, an deren Vermehning diejenige Samme» welche frOher auf 
Ankauf fon Preiablcbem f&r einaelne Gymnaaiaaien terwendet wurde, 
jetzt aussehUesslich beslimiDt ist. 

Walch, A« 6.» Profn*. von eisigen allan tenUcb. BOehim d. Biblietlrak ii 
Schlensiogen. I— IV. Schleuß' 1771—74. 4. 

Ejnsd. Progr. de nonnollis libris «ntiq. german. qaos Bibliotheca assenrat 
Scfaleosingens. Schleus. 177S. 4. 

*Schulbibliothek ist 1564 aus den in der Kirche Torge« 
fundenen BOcheni begrfihdet, und 1826 durch die BQchersammlung 
des Lehrers i.A. Jage Yermehrl worden. Sie steht unter der Auf* 
sieht des Directors der ßflrgerschule , und enlhSlt über 4500 Druck- 
schriften, die in der Sakristei der Btadtkirche aufgestellt sind, und 
Toii Jedem (Slebildeten der Stadt und Umgegend benntst werden kSnnen, 
zu wetehem Behufe das Lokal, mit Ausnahme der Sehtilferlen , jeden 
llontag in den Nachmittagsstunden offen gehalten wird. — Ausser die^ 
ser Schalbibliothek bestanden, wenigstens vor ein paar iahren, noch 
eine Lehrer- und eine Schülerbibliolbek zum Gebrauche der Knaben 
und Madchen der mittleren und oberen Klassen/ Letztere enthielt 
etwa 400 BAcher, zu deren Vermehrung jedes Rind beim Eintritte in 
die Schule 5 Ngr. als Beitrag für die ganze Schulzeit zu zahlen hatte, 
and überdies ein Schulfreund in neuerer Zeit, neben Geachenken an 
BQchern, eine jahrliche Beisteuer von 5 Thir. gab. 

Mfilter, D. Tr., Progr. de Bibliotheca Schoeeberg. I — IVIi. ^hneeb. 
1757—64. 4. 

*derrs6haft]ich ▼. SchindeTscrhe Majoratibibliothek 
ist von dem Landes&ltesten C. W. 0. A. v. Schindel auf Schönhrunil 
durch Nachtragstestament Vom 4. Oecembef 1830 gestiftet worden. 
Sie ist über 8000 Bände stark, und -steht zur Zeit noch in vier 
Simmern des hatrsfibaftltchen Schloases; deoh «vird der v.Sditndei'- 
seha ÜBiveraalerhe laut TetlameDtavorschfilt verpftichlel sein, aur ge^ 
hörfigei AeftleFlUng der Sanonnleng einen heaesderen Salon erbaut 
in laasen^ dessen ÜBterhaltung dem jedesmaKilen Beaitcer von Sehdn^ 
bnnm obliegeB aoli» Zur aionstigeh Uaurhallnng der Bibliothek bat 
der Taatater ein Kapital vtan SMN)0 ThIr. ausgesetzt« welche^ auf dem 
Seb4nbrunn*achea Doviininn eisern haftet, und mit 4 pC. verzinst we^ 
den muad : Tön diaaeD Zinsen werden 60 Thln auf die AnschaOTiini 
■e*e# Bfloker vefwendet» und die übrigen 20 de* Bibliethpkare, woiil 
der Teslal4r de» jedeantUgea OfUpkrrer (1648 l. B« Curatltdi) b«» 



996 SeKöi9hßi4e (in Sach9in), Schöningtm, Schwßk^ek, MtpeidnUx. 

Bimmi bat, aU Honorar gewSbrt Wer die BiUiothek su beouUeii 
waaacht, der hat sich die ErlaoboiM daiu vom Besitzer von Scbön- 
brunn oder dem Bibliothekar zu erbilten; bestimmte Stunde^ sind aber 
für die Besucher der Bibliothek nicht festgesetzt, die übrigens auch, 
so oft der Bibliothekar vom Orte abwesend ist , vor Jedermann ▼er- 
schlossen bleibt. Bis jetzt hat sich die Zahl der Leser jUhriich im 
Durchschnitte auf einige 20 Personen» die der ▼erliehenen Bficher auf 
c. 150 BSnde belaufen. 

Schdiüialde (in Sachsen). 
*Lese* und Schulbibliothek ist 1644 vom Viceseminar- 
director Jahn von Dresden mit einem Stamme von 44 BSnden, welche 
Einwohner des Ortes dazu geschenkt hatten, begründet, und in den 
nächstfolgenden Jahren, namentlich ^urch Beiträge einiger Buchhändler, 
bis auf 160 Bande vermehrt worden. 

""Sohttlbibliothek ist um die Mitte des XYllf. Jahrhunderts 
entstanden: ihre. Grundlage verdankt sie der Marienlhaler Kloster« 
bibliothek, 

Balleofitedt, J. A., die Nolbw«ndigkeit a. grossen Vortheile siner Scbnibibho- 
thek (bei Gelegenbeil des der Schule zu Scböningen. geschenkten Bncber- 
Schatzes). Heimst. 1751. 4. Abgedr. in Biedermannes AU. u. Neuem von Schul- 
sacben Tb. I. 

J>«rsdb6 von EiAricbtoiig einer Scbulbibliothek. Wolfenb. 1765. 4. 

Schwabach* 

^Stadtbibliothek ist nur von geringem Umfange, aber reich 
an Flugschriften dea XVI. Jahrhunderts. 

SchweldnItB* 

*Gyranasi4lbiothek h«t 1723 die J.Fr.Kirchner*scfoe, 1736 
die P. Chr. Winkelmann'sche. Brichersammlung und 1826 die des Gon- 
rectors Vogelsang erhallen. Sie war früher durchaus unzugänglich. 

Scb.önborn, C, Comment. dt Codd, duobns ex Bihliolbeca J. P. de Ludewig 
in Gymnasil Suidnicens. Bibliotbecam translatis, Yratisl. 1835. 4. Pi'ogr. d. 
Magdal. Gjmnas. 

*6räffich y. Hochberg'jche Majoratsbibliothek, auf 
Schloss FQrstenstein , ist vom Grafen Ceor. Ernst Maxim, v. Hochberg 
(^1742) gestiftet, und spSler durch die Roppan'sche Handschriften* 
Sammlung fQr schlesische Geschichte — die mindestens zum grössten 
Theile in die Fftrstensteiner Bibliothek gekommen -— vermehrt worden. 
Sie enthielt 1846 etwa 30,000 Bande, darunter 1300 dergleichen 
Ms8., die besonders fOr schlesische Gesdiichte wichtig sind. Auf neue 
Anschaffungen werden jährlich 300 Thin verwendet. Von Katalogen 
besitzt die Bibliothek einen wissenschaftlichen und einen alphabe- 
tischen. Was die Benutzung der Bücher anlangt, so ist dieselbe Je- 



SrAMtfiiiCK, S d me rin , Se^üx, SriUMeU^n, SoM. . S29 



dem gesUXieiy dessen PertönKcfakeit ansretcliende Sieherbeit bietet. 
Das Lesezimmer wird zn diesem Behufe in der Sommerzeit Tom Juni 
bis mit September jeden Sonttat>end Nachmittags und Sonntags früh, 
im Winter nur den letzten Sonnabend und Sonntag «jedes Monates 
geöffnet. Bibliothekar war 1846 der Gymnasiallehrer Dr. E. J. Golisch 
XU Schweidnitz. 

Bclawerln» 

*Gro8sherzogliche Regier ungsbibliotbek» die unter 
der Aufsicht des Archivars Dr. G. C. F. Lisch steht , soll für Mecklen- 
burgische Geschichte, wozu auch in neuester Zeit (1851) die vom 
Regierungsralh Rudioff angelegte grosse Urkundensammlung nebst an- 
deren werth vollen DiplomaLarien aus dem Nachlasse des Hofrathes 
Schmidt in Waren angekauft worden ist, namentlich bedeutend sein. 

^Bibliothek der Dom-Schule ist um die Mitte des XVII. 
Jahrhunderts begründet worden. 

^Bibliothek des Vereines für Mecklenburgische Ge- 
schichte und Alterlhumskunde ist gleichzeitig mit dem 1835 
gestifteten Vereine entstanden, und theils durch Schenkungen, theils 
durch Ankäufe y worauf jährlich 20 — 30 Thlr. verwendet wird, ver- 
mehrt worden, Ende 1^62 erhielt sie 2Ö60 Bände, worunter aber 
die typographischen Alterthülmer und Handschriften nicht mit begriffen 
waren. Die Aufstellung der Bücher ist wissenschaftlich, mit beson- 
derer Berficksichligung der historischen Hilfswissenschaften und der 
deutschen Slaatengeschichte. Hinsichtlich der Benutzung der Biblio- 
thek bestimmen die Statuten nur, dass sie jedem Mitgliede zugIngHch 
sein solle, welches flbrigens, so lange es in Schwerin wohnt, an dem 
mit dar Bibliothek in Verbindung gesetzten Lesezirkel Theil nehmen 
tan». 

Der im Jahresberiehle des Vereines znr Veröffentlichong kommeode Katalog 
wird durch üeberdrocken als selbststdodiges Verzeichniss zum Gebraacbe der ^t* 
glieder gesammelt. 

SebnttK. 

*Schulbibliothek ist 1643 von dem Lehrer Franke, der 
auch fQr den dortigen Frauenverein 1S40 eine Frauenbibliotbek ge- 
stiftet hat, begrQndet werden. Beide Bibliotheken sind noch sehr 
klein, weil ohne grosse Mittel: sie enthielten 1651 jede etwa nilr 
150 Binde und Hefte. 

Seltenstetten. 

*BibliothekderBenedictin er -Abtei besitzt, »usser'einer 
grossen Anzahl auserlesener Druckschriften, auch viele, namentlich für 
ältere Kunst wichtige Handschriften. 

Soest. 

«Erziehungsbibliothek. (?) 



SSO Sololk., S^kdirK Sw^th.y Sorau, Sftmi^ S^m^^ Suarg., Sudif. 



Kleine« S.» Raehrtcbl von der lieaen ErsiehnngeMÜetbek tn Soest» nebet 
Bemerkongen aber VoUsbil4ttnc durch LebraDStaUen« Uipz. 18(K)* & 

*Stadtbiblioth6k besieht seil 1760, und enlhllt weit Aber 
S0,000 Bande, darimler eine xienlidie AniaU von lakuDabeln. 

(HftDggi, P.) Katalog d. Stadtbibliolbek von Solotbarn. Das. 1841. — Sop* 
plem. K Oaa. 1846. 8. 

«Schalbibliothek. 
Frank, Nacbritbt von d. Grftndang einer Scbolbibltolbek. Progr. Von 1808. 

Sondershaiisen, 

*Gyinns8is1hib1iotliek hat in Folge der Restaaration der 
Kircfaenbibüolhek rücksichtlich der Gelder, die sie bisher so Böcher- 
ankauren zu verwenden hatte , einen Ausfall erlitten , da die 3 Thir. 
£xamengelder,. welche jeder Candidat der Theologie nach seiner Prü- 
fung seither an die Kasse der Gymnasinibibliothek zu entrichten ge- 
habt, nunmehr der Kirchenbibliolhek Überwiesen worden sind. 

Sorati. 

*Schul- oder Kirchenbibliolhek ist 1703 gestiftet, und 
spater durch die Büchersammtnng des Scabins PetrI vermehrt worden. 
Buffer, G., histor. Nachricht von einigen Wohllbftlern der Soraaer Scbnle e. 
von der daaigen Kirchenbibliolhek. Sor« 1801* 4« 

Spaadiia« 

«Bibliothek der SuNicolai-Kirche hat 1766 dieBacher- 
aammlung des Predigers Wagner su Germersdorf und im Jahre darauf 
die des Predigers Corthym zu Pankow erhallen. 
-> Speyer« 

«GyiHnasialbibliothek enlhlll über 10,000 BSBde» darunter 
eine ziemliche Anzahl guter philologischer und theologischer, 9«wie 
auch naturhistorischer Bücher. Sie ist die einzige voh diesem Um- 
fange im bayrischen Bhernkreise. Zu Anschaffungen sind jährlich 300 
und zur Entschädigung für den Bibliothekar 100 Fl. ausgesetzt. 

Marsard, 

*Gymnasialbibliolbek enlliält 9— 10,000 Bände. Von ihr 
getrennt bestand vor einigen Jahren eine Lesebibliothek für die Schüler 
der 1. und II. Klasse von etwa 700 und für die der III. undi IV. Klasse 
von c. 500 Bänden. 

^Bibliothek der St. Marien - Kirche soll ebenfalls eine 
nichl» unansehnliche ßüchermenge besitzen, worunter sich die ganze 
Sammlung des Syndikus Püttmann und eine Anzahl von Mss. befindet. 

StedtfeM» 

^Kirchenbibliolhek ist 1764 angelegt worden. 
Hoff^noaDO, J. Chr., Nachricht von d. Anfange n. Fortgange einer Kirchen- 
bibliolhek zu SUdlfeid, Eis. 1780. 4. 



SUndat, Sieithi, Sieyer\ Stolherg «m Harx. %9i 

Stendal ^. 

*Biblioth«k der Su Marienkirehe, deren Verwaltung dem 
jedesmaligen Prediger dieser Kirche obliegt, besteht aus der Schöne^ 
beck'schen Stiftung: sie ist niehl sehr bedeutend. 

Mettin. 

*6ymnaeialbibliothek, frOber dem Püdagoginm gehörig, 
ist zu Anfang des XVi. Jabrbunderts angelegt, und durch folgende 
BOeiversammluttgeD Termehrt worden: 1694 des Propstes A. MQller, 
1710 des Rathes Frise, und 1804 des Gonsistorialrathes Dröggemann. 
Aoeh hat man seit 1843 die Bibliothek des kflnigtichen Marienstiftes 
mit ihr vereinigt, und unter gemeinsame Verwaltung gestellt. Das 
inr Begrftndang einer orientalischen Bibliothek bei dem Gymnasium 
bestimmte Sponholiisohe Geschenk tou 100 Thlr. ist nach einer Ver^ 
fflguttg des königlichen Provinzial-Schnlcollegioms einstweilen der 
Cymiiasialkasse fiberwiesen worden, und soll hier so lange möglichst 
▼ortbeilhaft Terwaltel werden, bis sich^ das Stiftungscapitai der Absicht 
des Gebers gemäss Terdoppelt bat. 

Oelrichsy J. C. C, Htslor. Nacbricbt voo einer ansehnl. Schenknnj^ gedrnckler 
Schrtflen aa die Bibliothek des kön. «cadem. .tirmiiasioms ta Alten-Sietiin. Das. 
1765. 8. Abgedr. in Oäbnert's Poauner»ch. Biblialh. Bd. ilF, 
Die Bibliothek des Marienstifles betr.: 
Ebf rt, D. F., Progr. historiam BIbllothecae templi CoIIegiati b. Mariae enar- 
rans. Hett 1783. fol. 

^Bibliothek der Loge zu den drei goldnen Zirkeln* 
' AiphabeU Versetoboisa d. ftiicberrorralbs bey d. FreriDiarer-Loge zn denen 
3 goldn. Zirkeln. SielU (1777.) 8. 

Verzeichniss d. BächersammluDg bei d. I^ge za den drei goldn. Zirkeln in 
Stettin. Das. 0. J. 8. 

*Bibliothek des entomologischen Vereines enthielt 
Ende August 1S51 an naturwissenschaftlichen, zum grossen Theile rein 
entomologischen Buchern und kleineren Schriften 592 Nummern. 

Verzeichniss der in d. Bibliothek des entomolog. Vereins Rnde August I85I 
▼orhand. Bacher. Beilage zar Entomolog. Zeit. hr^g. tob dem Siettiner Vereine 
Oclk. «. NoYb. 1851* Statt. & 

*IIaiidatariatsbibliothek* 

Katalof d. Ilandatariatsbibliotbekcn an' Linz nad Stejar. IL Aufl. Lina« 
1843. 8* (Eine Fortsetzung sollie bald folgen.) 

^tolberK am Hars« 

«Gräflich Stolherg'sche Schiossbiblio^thek .enthält 
gegen 50,000 Bände. 

*) Ausser der unter Stendal genannten Bibliothek befindet sich dort noch 
eine kleine Sammfong in der nomkircbe, ferner eine ebenfalls nocb kleine Bl- 
bliotbet 2nm Gebrenefae der Lebrer des Gymnasiams und ehie SehnResebtbfio«' 
Ibtk Üt die Sahiiar dieser iMBtait« 



fü SUdlberg in Saehitn, Sifimni. 

BtmUber^ (in Sachsen). 
^Bibliothek des Vereines fQr volksihQmliche Bil- 
dung ist 1841 angelegt worden. 

^Bibliothek der me.dicinischen Gesellschaft ist zum 
Gebrauche der Mitglieder beslimmt, und fOr diese auf Meldung bei 
4em Bibliothekare jederseit lugänglich« 

* Gymnasial bibliotbek ist 1562 angelegt, und 1644 dmrch 
eine Anzahl von 150 Werken philosophischen, historischen und pbi- 
lologiscben Inhalts ans dem Rathsarchive Termebrt worden ; wahr- 
acheinlich stammten diese Bflcher. aus der Sammlung des als Dichter 
bekannten Professors M, Zacbarias Orlhus , die der Rath von dessen 
Erben 1579 angekauft hatte. Dem Camerarius Henning Leve (f 1709) 
verdankt das Gymnasium zur Vermehrung ihrer Bibliothek, aowie zur 
Anschaffung von Prflmienbäehern und ScholbAchem für Freischüler ein 
Kapital von ^00 FL Behufs der Benutzung wurde die Bibliothek 
1843 von dem Bibliothekar (Professor Dr. Fr. Gramer) jederzeit auf 
Verlangen geöffnet. 

^Bibliothek fflr Industrie ist stets auf Begehren lugftnglich. 

^Rathsbibiiothek, auch Stadtbibliothek genannt, ist in den 
ersten Jahren des XVIII. Jahrhunderls entstanden. Zwar hatte der 
Magistrat schon seit der zweiten IlSlfte des XVI. Jahrhunderts einen 
kleinen Vorrath von Büchern besessen; allein die Gründung und Er- 
öffnung einer grösseren Bililiothek zum Gebrauche des Publikums fSllt 
erst in das Sterbejahr des Camerarius Henning Leve (f 1709), wel* 
eher, ausser anderen sehr zahlreichen und bedeutenden Legaten, z. B. 
zur Vermehrung der Gymnasialbibtiothek und 300 Fl. zu gleichem 
Zwecke für die Bibliothek der St. Nicolaikirche, auch seine bedeutende 
BQchersammUing nebst einer gleich ansehnlichen Geldsumme — nSm- 
lich zur weiteren Vermehrung der Sammlung ein Kapital von 500 
und die Zinsen eines anderen von 1000 Fl., zur Instandsetzung des 
Lokales 200 Fl., für den Bibliothekar die Zinsen von 100 Fl. — .zum 
öffentlichen Nutzen vermachte. Leve's darauf bezügliche Anordnung 
von 1686 lautet: Meine gesammelten Bücher will ick nsilme publieis 
^sHnirei und vermncket haben, dergesCült, daa — toie hienäehst fer- 
ner bono cum Deo zu disponiren mir vorbehalte, und in der 1603 
verfassten Disposition heisst es dann ferner: i^eil ich meine Biblio» 
Iheken oder gesammelte Bücher und was dazu gehörig ist, dem pu- 
blico und ad publicos usus destiniret und vermachet habe] so will 
ich ferner ... zu gedachter meiner Bibliothek jährlicher Vermeh' 
rung und Erhaltung . . . 1000 fl, Capital vernMchet haben ^ mU 
diesem Ansuchen und Bedingen, dass solche Bibliothek i» publicos 
usus et in mei ut colleetoris et donatoris memoriam^ unier. 



und hupution des Heirm Sffniit^ uni des äUesten oder enten Herrn 
wUer den ^gelehrten Raihspirsimen durch Special ^Außieht und F«r- 
wallung des Herrn Frolonoiarii oder Secretarii, batändig assermrei^ 
augirei und sum gemeinen Gsbrauch der Herren Gelehrten monalUch 
EinmaM offen gehaUen; sonst auch ein und ander Buch gegen einen 
Versieherungssehein auf gewisse Zeit gefolget und vergönnet werden 
möge: deshalb denn die Bücher mit meinem Namen auf der ersten 
und dem Stadtseiehen auf der andren Seile signiret und ein voll'" 
ständiger Catalogus darüber gefertiget und gehalten werden solL Und 
wie ich hierdurch vorgedachte Herren, sammt und sonders, ganz dienst' 
Heh ersuchet haben wHt, solche Bemühung hochgeneigt und unschwer, 
dem FubHco xum Besten, su übernehmen: so hoffe und wünsche ich 
danäehst mit gebührendem Ersuchen, dass auch andere gelehrte und 
vermögende Personen diese meine gute Intention und Anfang zur öf- 
fentlichen StadlbibHoth^, zum gemeinen Nutzen und ihrem eigenen 
Ruhm mit Mehrem zu secundiren und fortzuführen geruhen mögen. 
Mancherlei Umstände verzögerten leider die voilistandige Einrichtung 
der Leve*Kchen Bibliothek zum öffentlichen Gebrauehe jn dem Maasse, 
dass ihre definitive Aursleitung im Ralhhause — wo sie auch noch 
jetzt stehtp anfangs im unteren Geschosse, seit 1724 im oberen Stock* 
werke — erst 1716 zu Stande kam. Die Bibliothek zählte damals 
in Allem 4363 Bände, die unter folgende Rubriken vertheilt wurden: 
Theologiea, Pfaitosophica , Guriosa, Poetica, Jus publicum, Historica, 
Jurtdiea, Literatores, Mcdica, Miscellanea, Disputationes , Exotiea. Die 
erste Vermehrung, welche der neueingerichteten Sammlung zu'Theil 
wurde, geschah gleichzeitig mit ihrer Aufstellung, und bestand in einem 
kleinen vom Magistrate seit 1577 angesammelten Vorrathe von Bfl* 
ehern, die seither in der Kanzlei ihren Platz gehabt hatten. Grösser 
war die Bereicherung der Ribliotbek unter dem Curatorium des Syn* 
dicus J. E. Gharisius seil 1726, welcher im Laufe der Jahre seiner 
Verwaltung nicht nnbeträchtiiehe Geldmittel (an 3000 Thlnjr zu An- 
sebaffungen berbeixubringen wnsste, so dass in dem von ihm ver- 
fasslen Kataloge die Bflcherzahl schon bis auf 6699 grössere Werke 
und ttogefUir 3000 Dissertationen angewachsen erscheint. Hierzu 
kamen in den nächstfolgenden Jahren die etwa 2300 Bände starke 
Bibliothek des Grafen Otto v. Löwen, sowie 17S2 eine Sammlung von 
120 Bänden aus dem Besitze der sogenannten Englischen Gesellschaft, 
die tum Zwecke des Studiums der englischen Sprache und Litteratur 
seit 1751 bestanden hatte, und sich im gedachten Jahre auflöste; 
später auch — > obwohl nach einer ziemlich langen Pause, während 
welcher Oberhaupt f&r die Bibliothek in keiner Hinsicht viel Erspriess« 
liehes gethan worden zu sein scheint — 1619 aus dem Nachlasse 
des. Gamerariai Lasgemak sowohl 100 Bände von dessen eigenem 



IS4 SfrotaNiA 

BQcIwrvorratb«» ab ««ch die 77 Binde iHIiImmI«« wtii der BibUbdiek 
schon fr&ber eventueil betiimmt gewesenen handschrifiUoben Samni« 
Inngen des Landrathes Dinoies. ferner einige kleine Kirchenbibliotbe« 
ken vnd in neuerer Zeit tlieils die drei Iftynnologiea» SeandianTita 
und Pomeranica umfassenden AUheilnngen der reichen BiblioUiek des 
Consistorial- und ScfaiOraUiM G. Chr. Fr. Mohn ike (flSil), Uieila die 
Bflchersaminlung des llofratlies Dr. Beneke. Mit fiivschlikss aller die' 
ser Erwerbungen aahlte dio Bibliothek 1946 gegen 20— BO^BOB ( 1 82B 
nur 16,600) Bande, darunter eine kleine Ansaht von Hnttd«€lirifleD. 
Zu weiteren Anschaffungen sind jährlich aus sUdlisrhen Mitteln gegen 
100 Thlr. gewahrt, wiewohl diese Sunnne durch ausserordeallicbe 
Einnahmen, z.B. dareh Zahlungen bei Cenlimationt von Conttactea 
ftber Pachtungen städlischer Landgüter, durch Vermtehtniese und Sehen* 
kungen und sonstige Anweisungen auf stadtische Kassen, oft um das 
Doppelte erhöht wird« Was die Aufstellung der Bfleher anlangt, so 
ist natörlich die frühere oben erwähnte Eintheüung jetot durchlas be* 
seitigt, und dafür folgende eingeführt: A. Theologie; B. lutisprudens 
und Politik; G. Medicin und Naturkunde; D. Philosophie, Haibematik 
und Physik; C. Geschichte; F. Philologie; G. Schdne LUleratur der 
neueren Sprachen; II. Lilterürgescbicbte, Enoyklopidien und Mis* 
cellaneen; I. Kupierwerke und Landkarten; die grSflidi Ldwen'sche 
Bibliothek. Für jede dieser Abtheilungen besteht ein Inventarium 
nach der Nummernfolge und ausserdem ftber alle zusammen ein al* 
phabetischer Nominalkatalog. Ein wissenschafUiches Verzeichntss 
scheint zur Zeit noch zu fehlen. Behufs der Benulzung ist die Bi- 
bliothek regelmassig vom 1. Mai bis 30. September Montags und Don* 
nerstags 4 — 5 und vom I.October bis BO.April Mittwochs 2 — 4 Uhr 
geöffnet, und bleibt nur alle zwei bis drei Jal»re, wenn die Coraioren 
und der Bibliothekar die allgemeine Revision vornehfliett, auf einige 
Wochen geschlossen. Wer in der Stadt ansässig oder in Verhältnissen 
bt, die der Ansässigkeit entsprechen , hat das Recht, Bücher sum Ge- 
brauche mit sich nach Hause zu nehmen,, wogegen alle Anderen diese 
Vergünstigung nur unter der Garantie eines Berechtigten zu erwnrten 
haben« Zum Verleihen von Buchern an Auswärtige ist, ausser dass 
diese ihre Sicherheit und Zuverlässigkeit nachweisen müssen, noch die 
spezielle Genehmigung eines Curators erforderlich» Eine gleiche Er- 
laubniss gehört dazu, wenn Jeinand Landkarten und Kupferwerke (wo* 
hin auch alle mit Kupferstichen, die nicht blos cechnischen Inkalts 
sind, versehene Schriften gehören) zu leihen wünscht, da solche Ge- 
genstande dem Reglement zufolge, ebenso wenig wie Lexica, Beper» 
torien und dergleichen, für gewöhnlieh ausserhalb des Lokales ver- 
borgt werden sollen. Die Ausgabe von Büchern zum Gebrauche in 
der Schule oder für Unterrichtsstunden ist dnrcbaua untersagt« Die 



Stralsw^ SmigarU 385 

Zahl Aer Lea^ tklierlu«pl beträgt jlhrllch im Dorehsdkiitto über 100, 

die der ausgeliebeoeii Bilcber etwa 200 Werke. Die AdminisUlioft 

der Bibliotbek i&t im WeseaUicben iM»ch die nlmliehe^ wie sie ton 

Anfang an eingertcfalet worden, wonacb die Oberaufsicht von swei 

Curatoren, nimlidi dem jedesmaligen ersten Syodicus und dem ersten 

geielirlen Camerarius, gef&hrt wird» die nicht nur die Auswahl und 

Anschaffung neuer Bücher und, wenn es gewflnsckt wir-d, dit Vor- 

zeigung der Bibliothek an Fremde zu besorgen haben, sondern von 

denen auch der erste das Kassen« und Beehnungswesen unter »ich 

hat, und die Manuscripleuschranke beaufsichtigt. Die sonstige Admini* 

stration gehört zu den Ubfiegenheiten des Bibliothekars (Ijymnasial* 

lehrer Dr. E. H.Zober), dem zu Handreichungen aus der Zahl iler 

Balhsdiener zwei Mann beigegebe» sind. Die Ernennung des Biblior 

thekars hängt vom Magistrale ab. Früher gab es zwei Bibliothekare: 

der ProloHOtorius war jederzeit erster, ein sonstiger Litlerator zweiter 

oder VieebiblioÜiekar, Seit der Besignation des ersten aber ist nur 

der zweite^ ebne Unterscheidung seines VerbäUntsses, geblieben. 

Alphabat. V^r^ekbniss der io d. Ralhsbibliotbek zo Stralsund befindliehen 
Bücher. Voran eine Nachriebt von d. Ci;lsieboiig n. Eiaricblunfi d, Bibliothek 
Q. den Bedingungen T. d. Benulznng derselben. Slrals. 1829. 4* Eiu erbier 
Nachtrag hierzu war schon 1844 zum Drucke vorbereilel.) 

Stuttgart. 

^Bibliothek der polytechnischen Anstalt, 1829 be- 
gründet, steht im Gebäude dieser Anstalt, und enthält einige Tausend 
Bände, zu deren Vermehrung jährlich 700 Fl, ausgesetzt sind. Gros* 
sere Werke werden aus dem Ersparnissfonds angeschalTt. Mis Aus- 
nahme der Ferien im Juli und Ende September bis Mitte October 
wird die Bibliothek zum Gebrauche der Lehrer und Zöglinge der An* 
statt, bedingungsweise auch für Techniker in der Stadt, wöchentlich 
zweimal io 2 Nachmittagsslunden geöffnet. Bibliothekar war 1S4G 
Professor H. Brutzer. 

*Gymnasialbibliothek, im Gebäude der Anstalt, ist 1786 
entstanden, und zälilt 9 — 4000 Bände, £U deren Vermehrung jährlich 
SOO Fl. bestimmi sind. Sie wird, mit Ausnahme der Schulferien 
(zweimal im Jahre), zur Benutzung der Lehrer und ScbOler der An- 
stalt jeden Soonabend Nachmittags geöffnet, und fleissig zu Rathe ge« 
zogen: die Zahl der Leser beläurt sich das iahr hindurch auf 200 
Personen und die der verliehenen Böcher a»r 800 und mehr. Die 
Aufsicht Ober die Bibliothek führte 1840 Professor Dr. J. ß. Klaiben 
Katalog d. Gynoeasialbthliothek. Stiiltg. 1840* 8. 

Königliche öffentliche Bibliothek ist eine Grdnflong 
des Herzogs Carl von WQrtemberg . und als solche eines der schön* 
stea Denkmale seines scböpferidchen Geistes» zugleich i^er »ucb eine* 



33ff Ami jMiH. 

Sammliug, die ktosichtlich ihres wirklich Oberraschend schneiten ^arhs- 
tjlumes for allen anderen IhnlichenAnstallen der besonderen Aufmerksam» 
keil wflrdig ist. Sie wurde in Ludwigsburg am 11. Pebruar 176*^, dem 
GeburUtage des Hersogs» gesliflef, von dort 1775 nach SloUgart 
Qbergesiedelt, und am 12. Februar 1777 feierlich erdlTnel; und war 
sie damals höchsCens 6f 00 Bflnde stark, so sehen wir sie jetzt, nach- 
dem noch nidit hundert* Jahre seit ihrer Errichtung verflossen sind, 
bereits im Besitse von 3400 Handschriften und; mit Einschluss der 
Dissertationen und kleineren Schriften, ungeHihr 360,000 gedruckiea 
Werken, darunter 2500 Inkunabeln und c. 0000 Bibeln in mehr als 
60 Spraclien und Mundarten. Dieser gewiss ausserordentlich ansehn- 
liche B&cherbestand ist mm grossen Theile aus mehreren früher selbst- 
stindigen Sammlungen zusammengesetzt. Schon den Grundstock der gan- 
xen Bibliothek biUet eine solche Sammlung, die vom Herzoge Eberhard 
Ludwig (f 1733) angelegte und tu Serenissimi eigenem nnd des Pu- 
bÜei auch aller Conferenx und anderer Ministrorum Reyis- und Landl' 
geln-aueh sehr dienliche Ludwigsburger Uofbibliothek , die aus einem 
aitfürstlichen und einem von der Winnentharschen und Mompelganr* 
sehen Nebenlinie herrührenden Büchervorrathe bestand, und 1747 
etwa 4000 B^nde zShIte, und der auch die im Geschichtsfache beson- 
ders ausgezeichnete Bibliothek des Professors J. Uriot, Bibliothecaire 
lecleur de S. A. S. einverleibt wurde/ Andere dergleichen grössere 
Sammlungen sind, ausser mehreren Kloster- und ritterschaftlicheo 
Bibliotheken — die, wenn auch nicht ganz, doch zum besseren Theile 
bis 1910 in die Stuttgarter fibergingen (wie die forstliche in Ellwao- 
gen, die ritterschaflticlie Bibliothek des Cantors Neckar ini Esslingen, 
die Bibliotheken des Domim'kaner- und Augustinerklosters zu Gmünd 
und des Garmeliteiklosters zu Heilbronn, die durch die 0. v. Eckh'sche 
Privatsammlung bereicherte Bibliothek des Ritterstiftes zu Komburg 
1905, die Sliftsbibliothek zu Oberstenfeld, die Bibliothek des Cister- 
cienserkiosters zu Schönthal, des Wengenklosters zu Ulm, der Augu- 
stiner zu Uttenweiler, der Benedictiner zu Wiblingen und zu Zwie- 
falten, einige kleinere nicht weiter zu rechnen) — die ehemalige Re- 
gierungsratfasbibliothek , sowie die Bibliotheken des Geheimrathes und 
anderer Behörden, der aufgehobenen Akademie und eine Anzahl Privat- 
bibliotheken und beträchtlicher Theile derselben. Was die erstere, 
die Regierungsrathsbibliotbek , angeht, so war diese vor Errichtung 
der öflentlichen durch den Herzog Carl die bedeutendste in Stutigarl, 
die nach und nach die Bächervort9the des Arztes H. Walch, des Con« 
sistorialdirectors N. Myler v. Ehrenbach (f 1677), die Bibliothek der 
Neuenstadter Nebenlinie, 1760 die Consistorialbibliothek und 1759 
einen Theil der Archivsbibliothek in sich aufgenommen hatte: sie kam 
1776 1 gleichseitig mit den Büchersammlungen der übrigen Behörden, 



Stniigaru 937 

io die öffenlliche Bibliothek« Za den der letzteren einverieibten Pri« 
vatsammloogen gehören folgendet die des PrSsidenten v. Pflug in TQ- 
bingen, um 1500 Fl. erkaoft, seit 1776; die grosse Deductionen« 
Sammlung C. S. v. Holzschuhers (f 1779), die von W. K.J. Ebner v. 
Eschenbach inNflmberg um 2600 Fl. aequirirt wurde, seit 1780; die 
am 1500 Fl. angekaufte Bibliothek des Leibmedicus Dr. Engel in 
. Stuttgart seit demselben Jahre ; die Klassikersammlung des Regienings- 
rathea G. Fr. Feuerlein seit 1781; ein im Fache der Kirchengeschichle, 
alten Drucke und fremden Lilteritur betrichtlicher Theil der Biblio« 
ihek des Prälaten Bernhard, för 800 Fl., seit dem nämlichen Jahre; 
eine Sammlung tou ÖOüO Bibeln in mehr als 6000 Bünden, die dem 
Pastor J. Lork in Kopenhagen mit 4000 d9n. und 100 holiand. Du« 
katen und einer Pension von 150 Fl. Rh. fOr ihn und nach seinem 
Ableben für die Wittwe bezahlt wurde, seit 1784; die 25,000 Bände 
starke. Bibliothek des Consistorialdirectors Gehetmralh Frommann, die 
grösste Piivatbibliothek in WDrtemberg, seit 1785; eine Sammlung 
von 1645 Bibeln des Schafl'ers G. W. Panzer in Nürnberg, für 3000 Fl., 
seit 1786; eine Anzahl von 40 handschriftlichen Folianten über das 
Baseler Concilium und etwa 200 alten Drucken aus der van der Hardt'« 
sehen Sammlung in Heimslädt, für 1000 Rtblr., seit demselben Jahre; 
die kriegswissensehaflliche Bibliothek und etwa 7000 Pläne und Zeich« 
nnngen enthaltende Sammlung des Generals F. Fr. v. Nicolai in Lud- 
wigsburg, für 15,000 FK, ebenfalls seit 1786; die hauptsächlich aus 
Inkunabeln bestehende Sammlung des Abb6 de Bulle zu Nanci, ffir 
16,000 Livr., gleichfalls seit 1786; eine grosse Anzahl meist dem 
Geschichtschreiber J. A. deThou Irfiher zugehöriger Bücher, die aus 
der Versteigerung der Bibliothek des Prinzen v. Soubise in Paris um 
8553 Livr. 14 S. angekauft wurden, seit 1789 ; die in orientalischer, 
theologischer und vaterländischer Litteratur ausserordentlieh reiche 
Bibliothek des Kanzlers Cb. Fr. v. Schnurrer zu Stuttgart (mit Aus- 
nahme de» nach Oxford verkauften arabischen Theiles) seit 1623; eine 
grössere Beihe von Büchern aus dem Nachlasse des Oberbibliothekars 
Oberstudienralh G. F. v. Lebret (f 1829); desgleichen aus der Biblio- 
thek der Königin Wittwe seit 1830; des Grafen A. Fr. Miol de Melito, 
unter König Joseph Minister des Innern in Neapel und Staatsrath in 
Madrid, seit 1631; des Rectors und Pädagogarchen Fr. D. Gräter seit 
dem nämlichen Jahre; die linguistische Büchersammlung des Generals 
Ludw. Christ. Aug. Prinzen zu Hohenlohe*Langenburg, seit 1844. 
Wirft man nach dieser Uebersicht der haupUächlicheren Erwerbungen 
der Bibliothek einen Blick auf deren pecuniäre Mittel, so ist darüber 
Folgendes zu bemerken. Zu^ Herzog Garl's, des Stifters, Zeit waren 
diese Mittel eigentlich unbegrenzt, und wurden erst 1792 auf den 
bestimmten jährlichen Fonds von BODO FL bei der Rentkammer fest* 

Ptttkoldt, Hdb.D,B, ^^ 



108 SMi^ari. 

m 

g«setst, der, obwohl er bei der Fioanzredaeitoa von 1796 bis auf 
1000 FL XQsammenschmolt, doch schon nach ein paar Jahren wieder 
bis anf 1850 FL stieg, vnd sich spftler noch betrichüich vergrösserte, 
so dass 1808 die jährliche fiianahrae der Bibliothek, mit Einschlnss 
des Ar das königliehe Naturtllenkabinet erforderiidien , jedoeh im 
Gänsen sehr unbedeutenden Anlheiles, 6715 FL betrug. Nachher 
bestand eine' Reihe von Jahren hindurch bis 1815, wo eine momen- 
tane Verringerung eintrat, der jfthrliche GeidxHschuss für die Biblio- 
thek nnd das Naturalienkabinet in 6000 FL, dann nach der ersten 
ständischen Verabschiedung der Etatssalz für die Unterballung der 
Bibliothek allein (zu Bücheranklufen, Buchbinderarbeit, Regiekosten) 
auf das Jahr 1319—20 in 5235 FL, weldie Summe aber im Laufe 
der nicbslfolgenden Jahre noch weiter stieg. Gegenwärtig belauft 
sich die lu Anschaffungen und zum Einband der RQcher jährlich be« 
stimmte Summe auf runde 6000 Fl. Uebrigens ist hinsichtlich der 
Vermehrungsmittel der ^Bibliothek, nicht unerwähnt zu lassen, dass 
sehon seit der Stiftung derselben alle Wfirtemberger Drucker zur Ein- 
Kefenmg eines Pflichtexemplares angewiesen sind. Was das Lokal 
der Bibliothek betrifft, so machte diese im Ganzen zwei Wanderungen, 
die eine von dem Schlosse in Ludwigsburg nach Stuttgart in das vom 
Grafen Ulrich VL von Wartemberg-Nenfen erbaute üerrenhaos auf dem 
Markt^tz, und die andere, bei Abbruch desselben, iil das 1807 bis 
1809 errtehtete Invalidenhans in der Neckarstrasse, wo sie 1838 in 
12 an Grösse und innerer Einrichtung ziemlich gleichen Sälen (4 zur 
ebenen Erde, 4 im ersten und 4 im zweiten Stocke), sowie 1 Plan- 
nnd 1 Handscbriftenzimmer aufgestellt war. Im Erdgeschosse standen 
die Bibeln (einen ganzen Saat füllend), die Theologie nebst Kirchen- 
geschickte (2 Säle), die Medicin nnd Miscellaneen (1 Saal) und die 
Plansammlung; im ersten Stocke die Jurisprudenz (2 Säle), Mathema- 
ük, Nainr- nnd Gewerbskunde, sdiöne KGnsle, Kriegskunst (zusammen 
1 Saal), Allerthihner, Naturgeschichte, Inkunabeln und sonstige €ime- 
lien (znsamipen ebenfalls 1 Saal), nebst den Handschriften; im zwei* 
ten Stockwerke die Geschichte mit ihren Hilfswissenschaften (27i 
Säle), die Poesie (Vs Saal), Spracfakunde, alte Klassiker und Philo- 
sophie (1 Saal). Ein dreizehnler Saal, ia der Mitte des Gebäudes 
«ind von der Höhe der beiden Stockwerke, enthielt die königliche 
Kupferstichsammlung und die zum Kunstkabinet gehörige Hahn'sche 
Planetenubr. Die früher mit der Biblioth^ verbundene Münzen - und 
Medffillensammlung von c. 14,000 Stfick besteht jetzt für sieh. Die 
Aufstellung der Bücher, über welche wissenschaftliche und aiphabetMche, 
aber keine Standkataloge vorhanden sind, ist nach einem der fiiblio* 
«hek eigenäiümlichen Plane ausgelühit: sie ist eine alphabetische nach 
dem Namen der V«riaaser oder dem ersten Hauplwort bei «BMiymen 



Sdirillen. Die 4rei VaumforiQate tiod getreait, Qnd Jete wigsen- 
flcbaflliche Fach ^emgemAss naeh diesen Fdrmateii in drei Alphabeten 
aoTgestellt« Die Wisaenschaftexi ^b^r sind in einzelne solche Fächer 
abgelheilt, die Geschichte z.B. in folgende: Litterargeschichte, Chronolpgf«^ 
J)iplainatik9 Genealogie, Heraldik, Numismatik, Allgemeine Geaebichte, 
Alle Geschichte, Deulscbe, Italienische, Französische, Spanische^ndPor- 
tusiesische, Englische, NiederUndiscbe , Scandinavische, Polnische und 
Ungariscbe, Russische, Aussereuropäische, Wörtembergische GeschiohMi^ 
Zur Benutzung ist die Bibliothek, obne Eintriit von Ferien, an allen 
Werklagcn 10—12 und 2—6 (im Winter nur 2 — 4) Uhr geöffnet, 
und der Zutritt zum Lesezimmer während dieser Zeit jedem Anstan- 
digfui gestattet, wpgegen die Eriaubnias, B(kber mit nach IJ^^e zu 
entlehnen, von Seiten des königlichen Ministeriums des Innern ein Dir 
ailema!, wennschon in stets widerruflicher Weise, nur sftmmtlichen in 
Stuttgart angestellten Staatsdienern der sieben ersten Rangklasseq ge- 
währt ist» Doch kanq auch jeder andere Stuttgarter unter Burg8€liaj[| 
Bücher aus der Bibliothek entlehnen, dafern er es nicht verzieht, 
sich die Genehmigung dazu auf seinen eigenen Namen von dem ge- 
nannten Ministerium zu erbitten. Im Allgemeinen wird diese Geneh? 
migung jedem Staatsbürger in oder ausserhalb Stuttgart, ja selbst 
jedem in Wurtemberg sich aufhaltenden Fremden ohne Umstände er^» 
theilt, sobald er nur einen wissenschaftlichen Zweck nachweisen, «nd 
die nöthige Bürgschaft gegen möglichen Verlust beibringen kann» 
Uebrigens ist die Einrichtung getroffen, dass man durch Vermijttelung 
des Bibliotbekariates, unter gleichen Bedingungen wie von de^ Stutt- 
garter Bibliothek« auch Bücher von der Tübinger Universitätsbibliothek 
erborgen kann. Kupferwerke bleiben in der Regel vom Ausleihes 
ausgeschlossen, sowie auch keine schönwissenschaftlichen Schriften 
und Romane, ausser J)ei Nachweis eines wissenschaftlichen ^weckesj 
zur Lecture gegeben werden dürfen. Jeder Entlehner ist gehalt^Pi 
jedes Jahr in der Woche vor dem Palnpaanntag^ alle in Minen Hän- 
den befindlichen Bibliotheksbücher, behufs des jährlidi vorziind>men- 
den Sturzes ohne Ausnahme zurflckzuliefem. Die Zahl der jährliefc 
ausgeliehenen Bücher beträgt im Durchschnitte c. 6000 Wer^e, die 
Bändezahl leicht das Dreifache. Das Bibliothekspersona^ bezieht am 
fii«em Hirector (Oberregierungarath E. v. Schmidlin), einem Oberbiblio- 
thekare (Oberstudienrath Dr. Chr. Fr. Stalin), einem ersten und einem 
zweiten Bibliothekare (Professor Dr. H. Hauff \ind Professor j)r^ F;*. 
Pfeiffer), einem Canzlisten und einem Ajif Wärter. 

Stiftung einer äffeutt* Bibliothek ^urch §. H. D. den regierend«» ^ßviog §n 
Wflrtemberg u. TecV d. 11. Februar 1765, aa üö.cb^ D^ro GebcMrtsfest, Peatsch 
n. franz., nebst Reden Ton J. Chr. Volz n. J. Üriot» SioUg. 4. 

Nicolai, F. Fr. V., -Maehficbten ▼on alt. n, nenen Kriegsbftehera. Stattg, 
1765, Ä> 

22" # 



t4t VMIt0H. 

(Holstehober, €.$•?.> a. Sieb«nkeM, J. Chr.) De4aeiton8 - Bibliothek- Toa 
Deatacblaad, nebtl d, dazu gebArigco Nacbrr. 4 Tble« Fraokf.^ Leipx. a, MörDb* 

1778-83. 8. 

Nast, J., literar. Nacbricbt yoii d. bocbdenlsch. BibdöhcrseUang. Statt^, 

1779. 8. 

Lork, i., die Bibdlgaschlebta in einigen fieitrigen erliatert I— II. Kopenb. 
n. Leipz^I77Q— 83. 8. 

Cabioet de M... L... D..., cont. plusiears ödit. tris rares da 15. sidcle et 

3aelq. nnes de commencement do 16. S. I. 1786. 8. — Suile d^^ditions rares 
Q Dante an nombre de 24^ S. 1. 1786. 8. (Betr. die De Rolte^sche Samminng.) 

Adier, J. G. Ch,, Bibliolbeca biblica Seren. WOrtemberg. Ducie oUm Lorkiani. 
Alton. 1787. 4. 

Calalogas libror. rarior. in Bibliotbeca Elector. Statlgardiae bia et plaries 
obvior. Stattg. 1805. 8. 

Verzeichnisa d. Donbletten d. kön. öffentl. Bibliothek in Stattgart. 3 Abtbl. 
Smttg. 1808—11. 8. 

Weckbcriin, F., Deitrfige i. Geschichte aluleotach. Sprache a. DichtkansU 
Slullg. 1811. 8. 

(Petersen, J. W.) einige Bemerknogen aber d. kön. öfTentl. BächersammlaDg 
in Stuttgart. (Ana d. Morgenbl. 1811 besonders abgedr.)^ Stnttg. u. TAb. 1811. 8. 

Bestimmungen aber d. Entlehnen Ton Büchern aus d. kön. öffenll. Biblio- 
thek. S. Regieruogsbl. 1828. Nr. 60. Ab^edr. im Serap. 1845. Nr. 5. 

Stalin, Chr. Fr., zur Geschichte u. Beschreibung alt. u. neuer Büchersanim- 
lungen im König. Würtemberg, insbesondere d. Kön. öffenll. Bibliothek in Stutt- 
gart n. der mit derselben verbünd. Münz-, Kunst- u. AlterthOmcrsammtung. Ans 
d. Wdrtemberg. Jahrb. von J. G. D. v. Memmioger besond. abgedr. Stuttg. u« 
Tab. 1838. 8. 

Die CoDsistorialbibliotbek betr.; 

Nast, J., histor.>crit. Nachricht von den sechs ersten deutsch. Bibelausgabea 
aus d. Herzogt. Würtemberg. Consistorialbibliolhek zu Sinttgard. Das. 1767. 8. 

Schelling, J. Fr., Oescriptio cod. msti hebraeo > biblici, qni Stuttgardiae in 
Biblietb. illostr. Consistor, Wirtemberg. aaaervator, cnm variar. lection. ex eo 
notatar. collectione. Stattg. 1775. 8. 

Die Bibliothek des Kombnrger Rilterstiftes betr.: 
GrSter, Fr. D., Ober d. Merkwürdigkeiten d. Comburger Bibliothek. 4 Progrr. 
Halle. 1805 — 9. 4. Abgedr. in Grater's Odina u. Teutona Bd. I. oder Bragur 

Bd.vnr. 

Die Hänz-, Kunst- ond Alterthömersammlnng betr.: 

Nummi Stnttgard. Würtemberg. Imp. XJI. prior. Rom. aere arroao aignati 
mann Dan. Moseri secret. et antiquarii. Quer 8. 

Cimeliarchium s. Thesaurus nummor. tarn aoliquiss. quam modern, aar. arg. 
et aen. Friderici Augusti Ducls Würtemberg., quod prostat Neosladii ad Goch. 
Stnttg. 1709. fol. 

Volz, J. Gh., Progr. de bistoria nnmopbylacii .Wirtemberg. Stnllg. 1761. 
fol. Abgedr. in Clemmii novae amoenitat. literar. Stuttg. 1764. 8. 

Vischer, G. Fr., Beschreibung einer aslronom. Maschine, welche sich in der 
öffentl. Herz. Bibliothek zu Ludwigsburg beßndet. Stuttg. 1770. 4. Abgedr. in 
d. Beschreibung mechan. Kunstwerke, welche unter d. Directton n. Anweisung 
Ph. M. Habn's verfert. worden sind. St. 1. Stuttg. 1774. 8. 

«Königliche Privatbibliothek ist 1810 von König Frie- 
dfich angelegt worden^ und gehört zur königlichen Kropdotatioo. Sie 
steht in den SchlossnebengebAuden, in dem ehemaligen Speisesaal der 



SMigarU S4l 

Rarlsakademje und dessen Vorsaale, einer Rotonde mit korinthischen 
SSuien, und enthalt, mit Einschluss der an das königUjshe Wilhelms* 
Stift in Tübingen lehnungsweise flberlassenen 10,000 BAnde theolb* 
giseher Werke, mindestens 60,000 fiSnde Druckschriften mit «iner 
grossen Anzahl Inkanabeln und gegen 600 Mss., worunter 300 auf 
Pergament sind; Den Hauptgrnndstock dieses Bficherschatzes, der sich 
sowohl seinem Inneren als Aeusseren nach durch Praoht gleich vor* 
theilhaft auszeichnet, bilden die Bibliothek der Deutschmeisterei in 
Mergentheim und nächst dieser die der Benedictiner Reichsabtei ron 
Weingarten, wozu nicht nur die von Friedrich schon vorher gesam* 
mehen Bflcher, sondern auch einzelne Theile der eingesogenen und 
der königlichen öffentlichen Sammlung einverleibten Stifts- nnd Klo* 
sterbiblioth^en hinzukamen. Die zur Vermehrung der Bibliothek be- 
stimmte jährliche Summe soll sehr anstflndig sein. Das Kostbarste 
und Erlesenste von neuen Kupferwerken und Praehtdrucken , nament« 
lieh im ethnographischen, kunst- und nalnrgeschichtlichen , kriegs* 
wissenschaftlichen, haukünstlerischen Fache wird fortdauernd ange« 
kauft, und hauptsächlich bei den geschichtlichen, kunstgeschichtlicheU 
und mililairischen Werken auf Vollslfindigkeit der aosgewAhlteren neuen 
Erscheinungen gesehen, auch die vaterländische Litteratur besonders 
bed^acht. Der Zutritt zur Bibliothek, die in der Regel Vor* und Nach* 
mittags einige Stunden lang geöffnet wird, steht jedem Gebildeten 
frei; doch muss dazu erst besondere Erlaubniss eingeholt werden, 
und zwar zur Benutzung der Bücher im Lesezimmer bei dem Director, 
zum Leihen von Büchern nach Haus bei dem Könige selbst. Ausser 
dem Director (1844 geheimer Legationsrath v. Lehr) ist bei der Bi* 
bitothek noch ein Bibliothekar angestellt Die anderen gleichfalls zur 
königlichen Krondotation gehörigen und mit der Bibliothek in Ver- 
bindung stehenden Sammlungen sind : 1) die Kupferstichsammlung, 
die, auf Bitten des Staates diesem geliehen, im Museum der bilden- 
den Künste aufbewahrt wird, und 2) die Landkartensammlung, die 
sich in der königlichen Kriegskanzlei im Schlosse befindet« 

Pfeiffer, Fr., d. Fellner, F., die Weingartner Liederhandschrift. (Bibliothek 
des iiterar. Vereines In Stuttgart« V.) Slallg. 1843. 8. 

^Bibliothek des Museums^ im Gebäude desselben, ist 1 SOS 
begründet, und später durch die Metzler'sche Lesebibliothek vermehrt 
worden. Ihre Bändezahl beiief sich 1847 auf 10,000, auf deren Ver- 
mehrung jährlich 2200 Fl. verwendet wurden. Zur Benutzung für 
die Mitglieder des Museums war die Bibliothek, mit Ausnahme von 
14 Tag^n in jedem Jahre, während welcher Zeit sie geschlossen 
blieb, täglich und zwar zum Entlehnen von Büchern (gegen eine 
Bürgschaft von K FL 24 Kr.) zwei Stunden , zur Leetüre an Ort und 
Stelle ab^r jederzeit geöffnet. Die Zahl der Leser betrug das Jahr 



ttt SMigati, Tmmib^eh, TepL 

A^ dbrditelaittlieb c MO, tf« der TcrlieheMa Bid^r jegen 8000 

Biad«, Der jedeiBiaUge Secrttair des Htscuns bekleidet das Amt 

des Bibliothekars. 

Kaistoff d. BiMielkek de« MateadM is Ststlffart. Das. 1886. 8. Mit 4 
Hash^igtn. — NeM Aafl. Das. 1847. S. 

^Bibliethek des kOniglicbeii Hef-Tbeaters, im Tbea- 

tergebiede, bat der König Friedncb iS02 gesüftet* Sie besiut c 

4500 Werke , xa deren Vermehmog jihrlicb 500 Fl. bestimmt sind. 

Der Zutritt ta ihr ist jeden Tag in den Vormittagsstunden lAr die 

Tbeatermitglieder und, anf Erlanbniss der Intendena» auch für Niehtr 

Mitglieder IreL Die Aufsicht Ober die Bibliothek föhrt der Requisiten- 

▼enraller. 

*Bibliothek der königliehen Centralstelle des 
landwirthschaftlicben Vereines, die 1831 mit der Central- 
stelle selbst geschaffen worden, und im Ministerium der answirtigen 
Angelegeohetten anfgestellt ist, besteht aus etwa 3500 Werken, so 
deren Vermehrung jihrlicb 300 PI. yerausgabt werden. Sie ist zum 
Entleihen ton Bfichern gegen Quittung fOr Jeden, der einen wissen* 
sehaflliehen oder praktischen 2week verfolgt, auf Wunsch jederaeit 
Sttgflnglich. Im Lokale selbst aber sind die Bücher nicht zu benutzen. 
1H% Aufsieht Ober die Sammlung hat der Secretair der Centralstelle. 

VamlMseb« 

* 

^Gräflich v. Drtenburg'sche Bibliothek rührt aus sehr 
"frfiher Zeit. Sie wurde 1806, als Graf Joseph Karl die Herrschaft 
Tambach in Oberfranken gegen die Grafschaft Ortenburg in Nieder 
baiem einlauschte, tou Ortenburg nach Tambach versetzt, und dort in 
neuerer Zeit auf Befehl des regierenden Grafen Franz Karl von dessen 
Secretair Stockmar, unter Beihilfe des Pfarrers Weidmann und €an* 
didaten und späteren Studienlebrers F. Schmidt in Memmingen, neu 
verzeichnet und aufgestellt. Ihre Bflndezahl beUuft sich auf c« 4000, 
worunter eine Anzahl ^wichtiger Mss. und Inkunabeln sich befindet 

Tepl. 

^Bibliothek des Prämonirtrateoser Stiftes Idi von 
Hfozhata, dem Gründer des Stiftes, gleichzeitig mit diesem 1197. an- 
gelegt, und unter Anderen von einem der Aebte, einem Beichsgrafen 
V. Trantmannsdorf , theih durch eine Anzahl werthvolför Mss., tfaeils 
durch Ankauf der BQchersdmmlung des Barons v. Got2 gegen Ende 
des XVIII. Jahrhunderts vermehrt worden. Sie soll sowohl ihrem 
Umfange als dem Reichthume an trefflichen Werken nach zu den be- 
deutenderen österreichischen Stiftsbibliotheken gehören. Provisorischer 
Bibliothekar war 184? Ph. Klimel. 



,TtpUlx, Truhen f Tharand, nam^ S4S 

TeRlita. 

^Bibliothek der evangeliachen Schule ist 1350» in 
Fol^e öfTentlicher Aufforderung« des Vorstandes der Teplitzer evan- 
gelischen Kirchengemeinde an die deutschen Buchhändler, hauptsächlich 
durch deren Beiträge gegründet worden. 

Teichen« 

^Bibliothek des katholischen Gymnasiums» au wel- 
eher 1814 durch die BQchersammlung des Gymnasialprlsidenlen L. J. 
Scherschnick der Grund gelegt worden ist, soll Aber 12,000 Bände 
enthalten. •— Neben ihr besteht auch eine Bibliothek für das lulhe* 
rische Gymnasium« 

ThArand» 

^Bibliothek der Akademie für Forst- und Land- 
wirthe enlhäit über 3000 Bände, darunter 600 forstwissenschaft- 
licher, 500 landwirthschaftlicher, 400 mathematischer und 1000 natur- 
wissenschaftlicher Bucher. 

Thorn* 

*Gymnasialbibliothek ist 1694 von II. Stroband, erstem 
Bürgermeister und Protoscholarchen, durch Vereinigung der alten 
Mönchsbibiiothek des Marienklosters und der älteren Rathsbibliotbek 
angelegt, und 1603 durch die Böchersammlung des Pastors E. Giiczner, 
sowie 1652 die des Predigers E. Mochinger vermehrt worden. Sie 
enthält gegenwärtig 8 — 10,000 Bände, darunter gegen 150 Mss., die 
im Gymnasialgebäude aufgestellt sind. Auf Anschaffungen werden 
jährlich im Durchschnitte 120 Thlr, verwendet. Die Benutzung der 
Bibliothek, welche jederzeit (ausgenommen wenn revidirt wird, was 
indessen selten geschieht) auf Wunsch geöffnet wird, steht vorzugs- 
weise den Lehrern der Anstalt, sonst aber auch jedem Gebildeten und 
zuverlässigen Manne frei. Der jedesmalige Director des Gymnasiums 
fuhrt die Aufsicht über die Bibliothek. 

Jaenichii^ P., Notilia Bibliotbecae Thorunens. qua de eias origine et incre- 
ment. codd. msslis alHsq. Dolala dignis, ooonnlla brevil. et siiccincte* exponoDtar. 
Access, eiusdem Oratio io laudem b. God, Krivesü. Jen. 1723. 4. 

*Bi.bliothek der altstädtischen evangelischen Kirche 
ist in der Kirche aufgestellt, und kann jederzeit von jedem gebildeten 
und sicheren Manne benutzt werden; doch haben dabei die Geistlichen 
auf Bevoraugung Anspruch. Die Aufsicht über die Bücher führt der 
jednsmalige erste Prediger an der Kirche. 

*fiathsbibliothek, im Rathhause, ist vorzugsweise zur Benu- 
tzung der Magistratsmitglieder besliramt, aber auch jedem anderen 
Gebildeloi, wenn er nur Sicherheit bietet, jederzeit zngänglicb. Ein 
besonderer Gustos der Bibliothek war 1846 nicht bestimmt. 

^Bibliothek der Stadt-Schnle ist erat in neuester Zelt 



844 2%iiii, TäiU, Torgau, Trient, TfUr. 

eoUtanden, nnd noch unbedetttrad, zumal die MiUA der Anstalt zu 
Anschaffungen sehr beschrAnkt sind. 

Thiui« 

Stadtbibltothek. 
Suioten n, CaUlog d. Sladübtbliothek in Tban. Bern. 1844. 8. 

TIM!. 

*OeffentUrhe Bibliothek ist 1774 durch die Büchersamm- 
lung des Subreotors Andrea begründet , und zwei Jahre spfller durch 
die des Kreisphysikus J. G. Galleski vermehrt worden. 

Torgan« 

*Schulbibliotbek/ deren Grundlage die alte Bibliothek des 
ehemaligen Franziskanerklosters bildet, ist vom Amtsadjuncten J. Ch. 
Klagel in Zwickau durch Testament von 1733 neu angelegt, und 1610 
durch die ßüchersammlung des Subrectors Chr. Fr. Fessler vermehrt, 
sowie 1835 von dem Justiz*Commissionsraihe Dr. Glasewald in Naum- 
burg mit einem Vermächtnisse von 500 Thir. beschenkt worden. Ihre 
BQcherzahl belauft sich auf etwa 6000 Bände, darunter 40 Mss., die 
im Schulhause aufgestellt sind. Auf Anschaffungen werden die Zinsen 
eines Capitales von 1700 ThIr. und, im Fall dass kein Stipendiat 
vorhanden ist, jährlich 50 ThIr. KIftgersche Legatzinsen verwendet. 
Zur Benutzung wurde die Bibliothek fQr Jedermann, unter Bevorzugung 
der Lehrer und Schfiler der Anstalt, 1S46 wöchentlich einmal (llitt- 
wochs 2 — .3 Uhr), auf Wunsch aber auch zu jeder andern Zeit ge- 
öffnet. Die Aufsicht ober die Sammlung führt der jedesmalige Rector 
des Gymnasiums. 

Trlent« 

*0e ffentli che Bibliothek ist in neuerer Zeit durch eine 
sehr ansehnliche Buchersammlung, welche der k. k. Amtmann und 
Vicedirector des Trienter Gymnasiums Graf B. Giovanelli (f 1846) 
nebst einer Sammlung von Allerthömern und Münzen der Stadt ge- 
schenkt hat, bereichert worden. Bibliothekar war noch vor einigen 
Jahren J. Aibertini. 

Trier« 

* Dombibliothek, unter der Aufsicht eines der Domcapitularien, 
besitzt eine Anzahl wichtiger Handschriften, die meist aus Paterborn, 
Hildesheim und anderen Stiftern des nördlichen Deutschlands stammen, 
und durch eine Schenkung des Domherrn Grafen Kesselstadt nach 
Trier gekommen sind. 

Stadtbibfiothek, vormals den Jesuiten gehörig, ist 1670 
vom Kurfürsten von Trier Jacob III. v. Eiz gestiftet, und in neuerer 
Zeit mit der Gymnasialbibliothek •*-<■ neben der aber zum Gebrauche 
ärmerer Gymnasiasten jßia^ Bibliotheca paupenmi .noch fortbeateht — 



Trier. S45 

▼erdDigt worden. Die Bäodesthi dieser vf reibigten Sammlungen» die 
• im GymnasitlgebSude anfgestelU sind, beläuft sich gegenwanig auf 
mindestens 100,000; Yor etwa 10 Jahren betrug sie offizieller Angabe 
zufolge 00,000 gedruckter BQcher, 2312 Inkunabeln und 21 IS Hand- 
schriften, welche gegen 4000 einzelne Stflcke enthielten, wesshalb 
den hier und da vorkommenden Nittheilungen, dass die Siadibibliothek 
allein aus 100,000 und die Gymnasialbibliothek überdies aus 70,000 
Bünden bestehen solle, als durchaus unrichtig zurückzuweisen sind. 
Auf AnschalTungen werden jährlich 50 Thlr. verwendet. Die Be* 
nutzung der Bibliothek bat wesentlich zum Zweck, die Bildung der 
Einwohnerschaft Trier's durch wissenschaftliche Bestrebungen zu för- 
dern. Das Lokal wird zu diesem Behufe, mit Ausnahme der Oster - 
und Weihnachtswuche, sowie der vierwöchenllichen Pfingstferien, re- 
gelmässig alle Dienstage, Mittwochen, Donnerstage und Sonnabende in 
zwei aufeinander folgenden Stunden, und zwar im Winter 10 — 12 
und im Sommer 3 — 5 (Ihr, dem Publikum geöffnet. Während dieser 
Stunden können im Lokale alle in der Bibliothek vorhandenen Bucher 
und sonstige Litteralien ohne Ausnahme, auch die der Bibliothek ge- 
hörigen Kunstgegenstände benutzt werden. Dagegen sind von der 
Benutzung durch Ausleihen folgende Gegenstände ausgeschlossen: 
Wörterbücher, Glossarien, Encyklopädien, sehr voluminöse Werke und 
die nöthigen (Nachschlage- und Handbücher; ferner Prachtwerke und 
sonstige Bücher, in welchen Abbildungen, Karten und dergleichen 
von Belang eingeheftet sind;* Handschriften und Inkunabeln; Romane 
und andere Leihbibliothekswerke; endlich alle Kunstgegensiände über- 
haupt. Im Uebrigen ist der Bibliothekar ermächtigt, jedem Bürger 
von Trier Bucher aus der Bibliothek zu leihen: da dies aber nur un- 
ter der Verantwortlichkeit des Bibliothekars geschehen soll, so ist 
Letzterer auch befugt, von Jedem, wo er es fQr angemessen findet, 
den zur Sicherstellung der Bibliothek und Deckung seiner persönlichen 
Verantwortlichkeit nöthigen Cavirschein zu verlangen. Für Söhne, 
welche noch nicht selbstständig sind, haben die Eltern, für Semina- 
risten die 'Lehrer des Seminares, für die Schüler des Gymnasiums 
und der Bürgerschule die Lehref dieser Anstalten, sowie für sonstige 
Givilpersonen die Stadtbehörde zu caviren. Ausserhalb Trier's und 
seines Weichbildes ist das Verleihen von Büchern und Litteralien un- 
zulässig. Zur Besichtigung der Bibliotheksäle wird in den oben an- 
gegebenen Stunden Jedermann zugelassen, ja für durchreisende Fremde 
sind ausserdem auch noch an den beiden Tagen der Woche, an denen 
die Bibliothek für das Publikum geschlossen bleibt, besonders die 
Morgenstunden 10 — 12 Uhr festgesetzt. Die Zahl der Leser betrug 
1844 jährlich 60 — 100, die der verliehenen Bücher 7—800 Bände. 
Jdr die allgemeinen Angelegenheilen der Bibliothek besieht ein Ausr 



S46 Trier ^ Triest, Trogen y Trxemeino. 

schttss von Mitf^Hedern des GemelDderathes, wogegen die unmittelbare 
nnd spezielle Aufsicht Aber die Sammlung einem Bibliothekar (Gymna*« 
siallehrer Ph« Laven) übertragen isU Dieser hat einen Btbliotheks- 
diener unter sich. 

Reglement f. d. BenalziiDg der Trier^scben* Stadlbibliolhek Ton 1839. 8. — 
Desgl. TOD 1849. 8. 

(Laveo, Pb.) Calalogus locaDabalor. lypograpbicor* bibiiotbecae civitatis Tre- 
virens. adjunclis quibusd. recenlioris notae libris, Treviris d. XX. m. Seplb. a. 
MDCCCLII. publ. aact. lege divendendor. Jussu et auctorit. Magistralus ejnsd. 
civitat. conscript. Trevir. 1852. 8. 

Triesf. 

^Bibliothek des Gabinetto di Minerva (einer litterari- 
schen Gescilschart) besteht seit 1S09, und enthält gegen 6000 Bände. 

StadtbibliotheU ist 1795 angelegt, und in neuerer Zeit 
durch die berühmte Sammlung des Advokaten D. de Bossetti, welche 
die Werke Petrarca's und Enea Silvio Piccolomini's, des unter dem 
Namen Pius II. bekannten Papstes , und sonst auf diese Manner be- 
zugliche Schriften enthält, bereichert worden. Sie zählt gegenwärtig 
15 — 18,000 Bände, während der Bestand vor zehn Jahren, offizieller 
Angabe zufolge, nur 13,141 und der. der seit 1754 bestehenden Bi- 
bliothek der mathematisch-nautischen Schule 1019 Bände betrug. Die 
zu Anchadungen bestimmte jährliche Dotation, welche die Sladtgemeinde 
aufzubringen hat, bleibt sich nicht immer gleich. Die Zahl der Leser 
in der städtischen und nautischen Bibliothek belief sich 1843 zusam- 
men auf 1022. 

Rossctli, D. de, Edizione singolariss. del Canzoniere del Petrarca descriU. 
ed illiistr. Con nn Fac-sim. Triesle. 1826. 8. 

Cataiogo delta Raccolla che per la Bibliografia del Pelrarca e di Pio II. e 
gia' possedata o si va conti n. dall' awocato de* Ro8selti dl Triesle. Tr. 1834. 8. 

lovilo ai BiblioOli ed ai Libraj; daila Bibiioteca Civica. Tr. 30 marz. 
1850. 4. (Die t^elrarka- n. Piccoloniini- Samml. bell*.) 

L„ Bibliografia. Tr. 14 genn. 1851. fol. (Desgl.) 

Avviso ai Bibliopbili e Librai; dalla Bibiioteca civica. Tr. 6 febbr. 1858. 
4. (Desgl.) 

Bibliograßa. (Eslralt. dall' Osservat. TriesL N.76.) Tr. 2 apr. 1852. 8. 
(Desgl.) 

Bibliografia. (Eslr. dall' O&serv. Triest. N. 272.) Tr. 23 novbr. 1852. 4. 
(Desgl.) 

Tropen. 

*Appenz eller Kantonsbibliothek besteht seit 1823» 

Appenzelüsche Bibliothek. Ver^eichniss einer beginnend. SammYang von 
Drnckschriften Appenzell. Verfasser, sowie von Drocksehriftea fremder Verfasser, 
die auf d, Kanton Appenzell Bezug haben. Trog. 1824. 8* 

Trsemefliao. 

^Bibliothek des Stiftes regulirter Chorherren soll 
sclut bedeutend seiBi und fortdauernd ansehnlich vamehri ifrerden. 



847 

Anf den ÄBkauf von BOchern und phyaikalisdieii Instrumenten sind 
1844 u B. 600 Tbk. verwendet worden. 

^Bibliothek des Mu|seums enthäU eine gute Auswahl bei-* 
letrisUscbery historischer, geographischer und politischer Werke, deren 
Zahl sich 1849 auf etwa 1400 belief. Von periodischen Schriften 
hegen im Lesezimmer gegen 50 wissenschafilicbe und unterhaltende 
und ungefähr 20 Zeitungen aus. 

^Bibliothek des evangelisch - theologischen Semi- 
nar es ist 1557, wahrscheinlich aus Ueberresten von Klosterbiblio* 
theken, angelegt, und durch die Tifern'sche BQchersammlung vermehrt 
wordeil. Nach einer Verordnung vom 20. August 1560 sollten die 
Vorsteher, ueil die Liberey noch nicht gänzlich der Nottdurß nach 
compliri aey, alle Fratikfurier Messen herichlen, was und wie viel 
Büdker aus der Mess ^Ifrachi und wie viel ein Jedes kosten werde, 
wtlche auf dasselbige mal auf ein GtUden zwanzig taxirt möchten 
werden; und ein Recess von 1593 . erlaubte dem Superattendenten 
und Magistro Domus» jeden Jahrs 10/1. an nützliche Bücher zu ver-- 
wenden, und selhige aus den Messen bringen zu lassen. Später wur- 
den die Geldmittel allmähg vergrössert, und in planmässiger Verlneh- 
rung der Sammlung mit theologischen, philosophischen, philologischen, 
geschichtlichen und mathematischen Büchern fortgefahren, so dass die 
Bändezahl 1838 schon gegen 18,000, mit Einschluss einer kleinen 
Anzahl von Mss«, betrug. Die Bücher sind nach den Formaten ge^ 
trennt, und innerhalb jedes Formates wieder nach der Sachordnung 
aufgestellt und numerirt: 1S49 zählte man 614 Folianten, 1138 
Uttartanlen und 2606 Mummern in Octav, was, da die meisten dieser 
Mummern mehrere, ja oft 8 — 10 Werke in sich fassen, einen Ge» 
sammtbestand von mindestens über 20,000 Bänden ergeben durfte. 
Die pecuniären Vermehrungsmittel bestanden 1838 in 1) 200 Fl. jähr« 
lieh aus dem Gulh'schen Stipendium, 2) den Interessen von 3000 Fl. 
Capital freiherrlich v. Palm'scher Stiftung, 3) 130 Fl. jährlich aus der 
Seminarskasse, wozu öfters noch ein ausserordentlicher Zuschuss hin« 
zukam 9 4) ungefähr 90 Fi. von der jährlich neu eintretenden Semi- 
naristenpromotion. Zur Beaufsichtigung der Bibliothek, die früher, 
unt^ der oberen Leitung des Ephorus, einem Repetenten übertragen 
war, ist seit 1835 ein eigener Bibliothekar angestellt. 

Meben dieser Bibliothek scheint noch eine zweite Seminarbiblio- 
Ihek, die des evangelischen Prediger - Seminares (in der Regel nur 
für die Mitglieder desselben zugänglich), in Tübingen zu bestehen, die 
1816 gestiftet worden sein soll. 

«Bibliothek des Wilhelms - Stiftes bestand 1838 aus 
1$,000 Maden, woton die von der königlichen Privatbihliothek ia 



348 nhhgen. 

Stuttgart lehnnngsweife ftberiassenen theologischen Werke — etwa 
10,000 Bünde, meist frOheres Kloster • Weiogarten'scües EigeDihuni -^ 
den Hauptbestandtheü bildeteD« Die übrigen 5000 Bünde waren Cheils 
mii der FacuUät von Eilwangen nach Tttbingen verpflanzt, Iheils aus 
Klosterdoubletlen ausgesucht, theils aus der Stiftung des Professors 
Feilmoser und durch neuere AnkSufe, wozu jährlich 100 Fl. aus* 
gesetat sind, erworben worden. Bibliothekar war ein Repetent des 
Stiftes. 

UniversitStsbibliothek ist, nachdem die ültere 1534 mit 
dem sogenannten Sapienzhause ein Raub der Flammen geworden war, 
erst gegen 1562 unter der Regierung des Hezogs Christoph von 
Wfirlemberg von Neuem wieder zu sammeln begonnen, und später 
durch folgende grössere Schenkungen und Vermächtnisse und Ankäufe 
bereichert worden: 1586 die 2600 Bände starke BQchersammlang des 
früheren Professors und nachmaligen Syndicus der Stadt Strassburg 
L. V. Grempp, nebst einem Geldlegate zu ihrer Vermehrung ; 1630 die 
des Professors H. Bocer; 1760 (definitiv erst 1776) die der philo- 
sophischen Facultät, ein VermAchtniss von M. Grusias und V. Müller^ 
1776 die des Martinianiseben Stipendiums; 1797 eine Bücher- und 
Capflalienstiflung des Fürstbischofes von Speier Ph* C. v. Limburg - 
Stimm; 1805 die BQchersammlung des Geheimrathes 6. D. HofTmann, 
die mit 150 Fl. jährlicher Leibrente fßr dessen Wittwe bezahlt wurde; 
1810 die des Geheimrathes L. T. v. Spittler ; 1817 die technologische 
und landwirthschaftiiche Büchersammlung des Professors Chr. W. J. 
Gatlerer in Heidelberg ; im nämlichen Jahre einen Theil der Bibliothek 
der mit Tübingen vereinigten katholischen Landesuniversität Eliwangen ; 
1818 die Bücher des Tübinger Coltegium illustre; 1819 die* Fleck'- 
sche Stiftung; 1822 die vom Professor Pfleiderer hinterlassene Bücher- 
Sammlung, die für 800 Fl. angekauft wurde ; später den fOr die Stutt- 
garter königliche Bibliothek nicht ausgewählten Bücherrest des Com- 
burger Stiftes und des ritterschaftlichen Neckarkantons in Esslingen; 
die kleineren früher bei einzelnen Universitätsinstituten abgesondert 
aufgestellten Büchersammlungen; die namentlich an Schriften über 
Würtemberg reichhaltige Sammlung des früheren Justitiars der Univer- 
sität Obertribunalralh Faber; 1838 die aus Werken über Pferdezucht 
und Reitkunst bestehende Sammlung des Stallmeisters Autenrieth, wel- 
che die Universität von dessen Erben geschenkt erhielt; 1838 eine 
vom Missionar Presbyter Häberlin in Galcutta, einem gebomen Tutt- 
linger, der Universität überlassene Sammlung indischer Hand- und 
Druckschriften; im nämlichen Jahre die hauptsächlich im Fache der 
Litterargeschiehte sehr vollständige Büchersammlnng des Göttinger 
Oberbibliothekars und früheren Tübinger Unterbibliothekars geheimen 
Justizrath J.D.Reuss; gleiehfails 1838 die im tbeologiscbeo und orienta- 



Tübingen. 849 

Itschta Ftche bedeatende, etwa 2000 Nammern starke Sammlung des 
Profesforf Steudel, wofür 1700 Fl. gezahlt wurden; 1839 die frei- 
herrlich V. Hermann'scbe Bibliothek in Memmingen; 1841 die Böcher« 
Sammlung des Professors Dr. v. Pommer in Zflrich ; die des Professors 
Dr. Herrmann in Tflbingen ; 1846 die des Rathsconsulünlen Dr. L. 
Griesinger in Stuttgart; die handsciiriftliche Hinterlassenschaft des 
Dr. Hehl, ein Geschenk von dessen Wittwe. Ausserdom sind der Uni- 
versitätsbibliothek seit 1811 zu wiederholten Malen Doubletten von 
der Stuttgarter königlichen Bibliothek und den aufgehobenen Kloster- 
bibliotheken überwiesen, und für sie aus den Bücherverlassenschaften 
der Königin Mathilde von Wfirtemberg, des Professors v. Bohnenberger, 
der Orossherzogin von Hessendarmstadt (1837) und des Rechtscon- 
sulenten v. Alberti bedeutende Ankäufe gemacht, auch die vom Mis- 
sionar Dr. Krapf in Shoa und Tigre gesammelten orientalischen Mss. 
von der Dnitersitat erworben worden. Diese und andere Erwerbungen 
haben den BQcherbestand natürlich zu sehr ansehnlichem Umfange an- 
wachsen lassen, so dass derselbe schon 1638 gegen 150,000 BSnde 
gedruckter Werke, 10,000 Nummern kleiner Flugschriften und 1888 
Mss. betrug, und gegenwärtig bis auf mehr als 95,000 gedruckte 
Werke (in c. 200,000 Banden) , 50,000 Dissertationen und ähnfiche 
Schriften und 2000 Handschriften gestiegen ist Auf die verschiedenen 
Wissenschaftsfäclier vertheilten sich die gedruckten Bucher nach der 
1851 vorgenommenen Zählung in folgender Weise: A. Philosophie 
3143, B. Mathematik und Naturkunde 5279, G. Philologie 702S, D. 
Schöne Künste und Wissenschaften 4S96, E. Staats- und Gameralr 
Wissenschaften 4586, F. Geschichte mit ihren Hilfswissenschaften 
14,421, G. Theologie 18,868, H. Jurisprudenz 16,602, 1. Medicin 
10,484, K. Allgemeine Werke 5968, L. Würtembergica 3970 — zu- 
sammen 95,264 Werke. Die Zahl der darunter befindlichen Inkuna- 
beln ist nicht unbeträchtlich. Der jährliche Zuwachs der Bibliothek 
an gedruckten Büchern beläuft sich in neuerer Zeit auf etwa 1 100 Werke 
oder 2000 Bände, zu deren Anschaffung mit Einschluss der Mss. 
eine Summe von 9000 FI. bestimmt ist. Früher^ wie 1838, betrugen 
die zu den Anschaffungen verwilligten Geldmitlei nur 6000 Fl. ordinär, 
und zwar 5000 vom Staate und 1000 Inscriptionsgelder, wozu in- 
dessen, mit Einrechnung der Einkünfte von einigen Stiftungen, z.B. 
der Grempp'schen, Fürst- Speier'schen und Fleck'schen, durch Zuwen- 
dung von Ersparnissen in anderen Zweigen der Universität zuweilen 
sehr ansehnliche Summen hinzukamen, so dass 1837 — 38 der zu den 
Anschaffungen bestimmte Fonds die Höhe von mehr als 12,000 Fl. 
erreichte« Was das Lokal, der Bibliothek betriflt, so befand sich die- 
selbe früher, von ihrer Entstehung an, in dem 1547 neu aufgeführten 
Universttälshaiue, der Aula nova. Seit 1819 ist sie im Schlosse 



850 

Hohenlöbingett im ganzen weftlKehen^ ndrdlieheii und »üdücben Flügel 
aufgestellt worden. Hinsichtlicb dieser Aufsteilang, die schrankweise 
^eht, bat man sich bei Gelegenlieit der vor ein paar Jahren erfolgten 
Lokaler Weiterung im südlichen FlQgely an nachstellenden Plan gehalten : 
Im sudlichen FlAgel, Zimmer Nr. 1. LiL B« Malhem^lik und Nalurhunde 
in 1 bis 24 Schrank ; Z. Nr. 2. Scbluss von LiU B. in 25 bis 34 Scb. 
und ein Theil von Lit. I. Medicin in 35 — 48 Seh.; Z. Nr. 3. Scbluss 
von LiLl« in 49 bis 81 Seh.; Z. Nr. 4 bis 9. Lit. IL Jurisprudenz in 
82 bis 207 Seh. (Fortsetzung in Z. Nr. 16.); Cabinet Nr. 10 — im 
westlichen Flügel, Winkel Nr. 11. ein Theil von Lit. K. Allgemeine 
Schriften in 317 bis 32S (ForUeUung in Z. Nr. 22} und Doubletten 
in 7S2 bis 790 Seh.; Z. Nr. 12. Lit.M. Manuscripte in 745— 760 Seh.; 
Z. Nr. 13. Lit. L. Würtembergica in 761— 776 Seh.; Z. Nr. 14. 
Schluss von Lit. L. in 777 bis 7^1 Seh. (Fortsetzung in Z. Nr. 11.) 
und ein anderer Theil von Lit. K. in 272—282 Seh.; Z. Nr. 15 ein 
dritter Theil von Lit. K. in 283 bis 299 Sehr. (ForUetzung in Saal 
Nr. 22); Galerie Nr. 16. Lit. £. Staats- und Cameralwissenschaften in 
208 — 238 Seh.; Z. Nr. 17. Arbeitszimmer des Oberbibliothekars und 
Lesezimmer der Universitätslehrer, mit der Registratur und den Zeit- 
schfifleo; Durchgang Nr. 18.; Z^ Nr. 19. Arbeitszimmer des zweiten 
Bibiiothekarsi des Bibliolheks- Assistenten und Amanuensis, nebst dem 
alphabetischen zum ausschliesslichen Gebrauche der Bibliotheksbeamten 
bestimmten Blälterkataloge und dem oeuen Fach- und Slandkataloge ; 
Z. Nr. 20. Arbeitsraum der Bibliotheksdiener und Ausleihelokal; Z. 
Nr. ^1. Arbeitszimmer des ersten Bibliothekars und Lesezimmer der 
Sludircnden, nebst den bibliographischen Lexicis , dem alten Fach^ 
kataloge und dem zum allgemeinen Gebrauche zugänglichen alten al- 
phabetischen Kataloge — im nördlichen Flügel, Oberer Saal Nr. 22. 
Schluss von Lit. K. in 239 bis 271 und 300 bis 316 Seh., Lit.L. 
Philologie in 329 bis 3G0 Seh., Lit. A. Philosophie in 361 bis 392 
Seh. und ein Theil von Lit. D. Schöne Künste und Wissenschaften in 
393 bis 416 Seh.; Saal Nr. 23. Bibliothek der v. Grempp'schen Stif- 
tung, die abgetrennt aufgestellt ist; Z. Nr. 24. Schluss von Lit. D. in 
417 bis 434 Seh. nebst 435 bis 442 Reserveschränken; Z. Nr. 25. 
Lit. F. Geschichte und ihre Hilfswissenschaften in 443 — 451 Seh.; Z. 
Nr. 26. Fortsetzung von Lit. F. in 452 — 477 Seh.; Grosser Saal, 
Schluss von Lit. F. in 478—606 Seh. und Lit. G. Theologie in 607— 
744 Seh. Die Gründe zu dieser Art und W^ise der Aufstellung waren 
theils durch die Anforderungen des Bibliotheksdienstes, theils dnrch 
die Rücksicht auf die Vereinfachung des Geschäftes der neuen Auf- 
stellung und durch gewisse Besonderheiten der einzeUiea Lokalitäüen» 
theils endlich durch das Bestreben, verwandte Fächer in luuniUelbare 
Nähe zusammen zu bringen, dargeboten. Die Hauptwiss^achaftoClchier 



JUHngmu SSI 

0iad dnrcbgebends» wie sich auch ms Yorstehender Uehersicht schon 
erkennen lässt, mit grossen Buchslaben, die Unterabüieüungen dagegen 
mit kleinen Buchslaben, weitere Abschnitte mit rumischen und die 
einzelnen Werke mit arabischeii Ziffern bezeichnet. Innerhalb der 
Unierabtheilungen sind die Bacher weder wissenschaftlich, noch alpha- 
betisch geordnet, sondern blos nach den Formaten gelrennt, und in- 
nerhalb der Formate nach der zufälh'gen Folge der Anschaffung ein« 
rangirl, und demgemäss auch in dem Fach- und Standkataloge ein- 
getragen. Wiewohl die Bibliothek zunächst für den Gebrauch der 
Lehrer und Zöglinge der Universität bestimmt ist, und diese daher 
auch bei Benutzung der Bücher vor Anderen den Vorzug haben sollen, 
so bleibt doch hiervon Niemand ausgeschlossen. Die Zeit des Zutrittes 
zur Bibliothek ist täglich auf die Stunden von 9 — 12 und von 1 — 4 
Uhr bestimmt; ausgenommen sind nur die Sonntage, die kirchlichen 
Fest- und Feierlage der beiden christlichen Confessionen, das Geburts- 
fest des Königs, der Markldienstag, der Nachmittag des Tübinger Mai- 
festes und die Nachmittage der Oaiter- und Uerbstrerien. Auch blei- 
ben im Sommerhalbjahre Sonnabends 1—2 Uhr ausser dem grossen 
Saale alle übrigen BSume der Bibliothek dem Publikum verschlossen. 
Während der angegebenen Stunden ist das Lesezimmer für die Lehrer 
und Beamten der Universität, zu dem vom Bibliothekariale auch an- 
deren ansässigen und fremden Gelehrten (sofern es der Raum ver- 
staltet, der Zutritt erlaubt werden kann, jederzeit zugänglich, wogegen 
das Lesezimmer für Studtrende nur Nachmittags 1 — 4, im Sommer 
Sonnabend« nur 2 — 4 Uhr geöffnet ist. Nachsuchungen in den Sälen 
siinl nur den Professoren und Phvatdocenten nach vorgängiger Meld- 
ung bei dem Bibliothekariale gestattet, und können anderen Gelehrten 
nur in besonders dringenden Fällen und blos vom Oberbibliothekare 
erlaubt werden. Zum Entleihen von Büchern ohne Bürgschaft sind 
allein folgende in activem Dienste stehende Personen berechtigt: die 
Lehrer und Beamten der Universität, die Repetenten der beiden theo- 
logischen Seminare, die in Tübingen wohnenden königlichen Staats« 
diener, Geistlichen, Lyceal- und Reallehrer, die Procuratoren des kö« 
niglicben Gerichtshofes; ausserdem auch pensionirte Professoren der 
Universität. Alle sonstige in Tübingen wohnende Personen können 
entweder, mit fiinscbluss der Studirenden, nur gegen Bürgschaft wirk- 
licher Professoren und Privatdocenten der Universität Bücher von der 
Bibliothek entleihen, oder müssen dazu schriftlich besondere Erlaub- 
nias einholen. Die Erlaubniss zur Bücherentleihung ohne Bürgschaft 
an Niehtfflitglieder der Universität wird, wenn die Bücher ausser Lan- 
des gehen sollen, von dem akademischen Senate, für Würtemberger von 
der akademischen fiibliotfaekseommission, und zwar in der Regel hoch- 
•tens auf drei Jahre und je nach Umständen anter Beschränkung der 



Zahl itr ^dcfazeitig wnririheaJca lAchcr, erthdiL Das Andahen 
TOB BAcherm fiadet im der Bcgel u des HarfimiltayituBdea statt, 
■acbdem Vonnittags schoa die Titel der B&cbcr «•■ den EntleÜierm 
den Bibliothekariate mitgetheilt wordea siad; iadesseo kdaaea die 
Lebrer sod Beamtea der CDivenitIt aosBahnaweise la jeder Zeit, wo 
das Bibliotbefcflokal geöffnet ist, Bficber sich aasbtedigea lassca. AU* 
gemeine, thcils zaoi tägiichea Dienste der Bibliothek gehörige, theils 
luffi Xachschlagea im Lesesimmer beständig erfordeiiirhe Werke wer- 
den gar nicht ausgeliehen; ferner Bandsehnftea, Inkonabeln, Knpfer- 
werke und Karten blos an UniTersitAtslebrer ond an Andere aar im 
Falle, dass dazu die Bibliolhekscommission auf Antrag des Oberhiblio« 
Uiekars die Erianbniss giehl; sodann grössere Werke tob 20 und 
mehr Bänden auf einmal nicht anders als mit besonderer Bewilligung 
eines der Bibliothekare; endlich Zeiischriflea , boTor sie eiagebiinden 
und einrangirt sind, einzig und allein und ausnahmsweise an UniTcr^ 
silälslehrer» Uebrigens mössen sänuntliche entliehene Bucher je Tier- 
zehn Tage Tor den Osler* und den Herbstferien an die Bibliothek zarück- 
geliefert werden, wie denn auch beslimmt ist, dass alle der DniTer- 
sitäl nicht angehörige Benutzer die von der Bibliothek erhaltenen 
Böcher jederzeit, sobald ein akademischer Lehrer dieselben zu haben 
w&nscbt, auf Verlangen des Bibliothekariates zurückzugehen haben. 
Wie in Stuttgart auf der königlichen Bibliothek, so ist auch in Tü- 
bingen die Einricbtung getroffen, dass man durch Vermiltelung des 
Bibliothekariates unter gleichen Bedingungen, wie Ton der Tuhinger, 
auch von der Stuttgarter Bibliothek Bücher erborgen kann. In Ansehung 
der Benutzung der freiberrlich t. Grempp'schen Bibliothek sind die Be- 
stimmungen beschränklerer Art Die Bficber dieser Bibliothek dürfen 
nur an Lehrer 'der Universität und an Sludirende, die zu den 
T. Grempp'schen Nachkommen Leulrom'scher und Grempp'seher Linie 
gehören, aber länger nicht als auf Ein Jahr, ausgeliehen werden, wo* 
gegen auf den Lesezimmern die Benutzung einzelner Werke (mit Aus- 
nahme Ton Kupferwerfcen, welche dort anderen Personen als Docenlen 
und Familienberecbiigten nicht anvertraut werden dürfen) allgemein 
gestatlet itU Die Benutzung der v. Grempp'scben Bibliothek Ton Sei- 
ten der nicht in Tübingen sich aufhallenden Familienmitglieder findet 
nur insoweit stall, als dieselben im Genüsse der t. Grempp'scben 
Stiftung stehen oder ehedem gestanden haben, und überhaupt inner- 
halb der Würlembergischen Grenzen sich aufhalten. Gleichwohl können 
in einzelnen Fällen Ausnahmen hiervon durch den akademisehen Senat 
nach vorgäDgiger Vernehmung der Familien -Arbiter zugelassen wer- 
den« Alle Bücherverleihungen aus der t. Grempp'scben Bibliothek ge- 
schehen durch Vermiltelung des jedesmaligen ersten Verwaltungsbeamtea 
der Stiftung, der auch darauf zu sehen, und im EinTemehmen mit dem 



TiUHngin, Tymau, tieherlingen, Olm. 353 

akademischen Senate Vorkehrungen za treffen hat, dass aus dem Ent- 
leihen der ausserhalb Tübingen sich aufhaltenden Familienglieder 
keine Missbrluche und keine Nachtheile fOr die Bibliothek erwachsen. 
Die Zahl der Leser bei der Universitätsbibliothek Oberhaupt belauft 
sich im Jahre dorchschnittlich auf tkber 400 Personen , die der ver« 
liehenen BQcher auf c. 1 0,000 Werke oder 20,000 Bände. Eine eigent- 
liche Revision der ganzen Bibliothek hat seither nicht stattgefunden; 
sie wird ftcherweise erst bei Gelegenheit der Anlegung des neuen 
Standkataloges vorgenommen. Was zuletzt die Beaufsichtigung und 
Verwaltung der Bibliothek betrifft, so besteht, ausser dem BibÜotheks* 
personal, eine eigene aus den Professoren der sechs Faculldten 
gebildete Bibliothekscommission, die Ober wichtige Angelegenheiten, 
besonders Ober grössere Ausgaben, mit dem Oberbibliothekare Be- 
schlass zu fassen hat. Das Bibliothekspersonal ist aus einem Ober- 
bibliothekar (Professor Dr. J. Fallati), einem ersten und einem zweiten 
Dnterbibliolhekare (Professor Dr. J. Fr. J. Tafel und Dr. K. A. Klfipfel), 
einem Bibliotbeksassistenten (K, Jäger) , einem Amanuensis (C. Fr. 

Weiss) und zwei Bibliotheksdienern zusammengesetzt. 

Reo«8, J. D. , B«8cbreibaDg einiger Handscbrin. aus d. Universit.- Biblio- 
thek ZB Tiibiogeo, nebst Anielfe über verschied. Lesarten. Tob. 1778. 8. 

Dessen Beschreibung merkwärd. Bücher aas d. Universit. - Bibliothek zu 
Tübingen vom J. 1468—1477 a. zweyer bebr. Fragmente. Tüb. 1780. 8. 

Joannes Scholasticus. De Collectiooibus qiiibusd. jar. Graecor. canon, Tu- 
bingensib. nolrtia litter. 1827. 4. (?) 

Donbfelten - Verzeicbniss von 1828. Tab. 1827. 8. 

Ewald, H., Verzeicbniss 4. oriental. Handschriften d. üniversilätsbibliotb. za 
Tübingen. Das. 1839. 4. * 

Statut r. d. Benfitznng d. königl. UniversitStsbibliotb. in Tübingen. Das. 
1850. 4. Abgedr. im Serap. 18d0. Nr. 19—20. 

FalUli, die Anfstellong d. königl. Universitätsbiblioth. in Täbingen. Das. 
1850. 4. Abgedr. im Serap. 1851. Nr. 14—17. 

Zuwachsverzeichniss d. königl. Universilalsbibliolb. ia Tübingen 1850—51. 
Tul^. 1851. 4. 

Tyrnaa. 

«Erzbisch öfliche Bibliothek ist im Laufe des XVII. Jahr- 
hunderts begründet worden. 

Ueberlingen« 

*StiUsbjbliolhek soll nicht unbedeutend und namentlich 
im Fache der älteren Litteratur ziemlich reich sein. 

Ulm. 

«Bibliothek des Museums ist für die Mitglieder desselben 
stets zugSngUch. Das Bibliothekspersonal wechselt alle Jahre. 

«Stadtbibliothek hat in gewisser Beziehung schon mit der 
von Heinrich Neidhart oder Neidhard, Doctor und Pfarrer zu Ulm, im 
Einversttndmsse mit seinen Anverwandten, Im XV. Jahrhunderte in einer 

Pittholdt, Hib,D.B. ^^ 



d54 pim.- 

Kapelle des NQnslers za Ulm gesliAeten BiblioDiek voa dOO Band^ 
;$cliriflen ihrea Anraog geoQmmeji« Zwar ist eine eigemliche sfSdlische 
Liberey erst 1516 darch die Ulrich Kraft'sche Stiftung enicbUt wor* 
den, die so ansehnlich war, dass sie auf gemeine Koeltn in die i 5 IS auf 
dem f unteren MOnsterkirchbofe neu erbaule Zimmerhfttte geschafft 
wurde — von wo man sie 1636 auf das Schwdrhausi nach dessei 
Brande 1785 wieder in die Zimmerhülle und 1622 in das jeUige 
Lokal, das sogenannte Schubhaus, übersiedelte — allein da die zum 
olTeniUchen Gebrauche gestiftete Neidharl'scba Bibliothek 1668 in die 
slfldlische selbst übergegangen ist, und deren ältesten Bestandibeil 
bildet» so kann man sie wohl auch als deren ersten Anfang gelua 
lassen. In einer Urkunde von 1443 hatten die hinterlasseoen Brüder 
und Bruders- und Schwesterkinder des Stifters hinsichtlich der Er* 
bauung der Bibliothek über ihrer Familiencapelle im Münster, sowie 
der Verwaltung und Benutzung der Sammlung Bestimmungen gelroileo, 
die in der hier folgenden und vollstilndig abgedruckten späteren Cr* 
künde von 1465 milgelheilt sind: WIR Naehgeschriben WilkelmfU 
Wylund Brohst xü Juingen Chorherr^ von der Regel Seunel Atigwlin, 
Ordens, als ein Nylharl Matheus Probst xu Zürich, Bainrick Chor- 
herre dasMs vnd Petrus aUe dry lerer der Recht Haems der ElUr 
Ambrosl Erasimus Hanns der Jünnger vnd, Lt^dwtg die Nylharl ge- 
brüder vnd vettern Wilhelm leow der EUcr, Ylalletiwen, vnd EHi^' 
belhen Nythartin Säligen Sune, Vnd Jörg leoie, Jörgen leoton •D^ 
obgenannten Tlalleowen, vnd Elisabethen Nytharltin, Miner Iknherrenj 
vnd anfrowen Sffns Süne, . Vergehen öffentlich für vnns vnd alle 
vnnser Eelich geporn Sune vnd Suns Süne, So zu Ewigen sylten, von 
vnns vnd In, Eelich geboren^ vnd kommen werden, . Vnd lügen Hund 
allermengklieh , mit disem Brief, .Als wylund der würdig hoehgelerl^ 
Her Hainrich Nylharl , Doclor vnd Pfarer zu vlme druwhunnderi 
Siner verlausten Bücher In ain lieberey zu legen, . Vnns obgenarml« 
Nythartten, Sinen Brüdern, vnd Bruders sünen, vnd Suns sünen, . M 
allen vnnsem, vnd Iren Eelichen geporen nachkommen, mannsper' 
son,, Vnnsers Stams namen, schilt vnd heims, zu der lernung, damii 
zu wartten geordnet, vnd angesehen, hat • Demnach wir obgenanni 
Nythartten,, . Zu volstrecken des obgenannten, Her Hainrich Nylharlt 
SäHgen loblichen maynung, nach Sinem abganng, von vnnserm gute, 
ain libery, In vnnser lieben frowen Pfarrkierchen , hie zu Vlme, Ob 
vnnser vorgenannt, Nythartten, Cappelle, zu Ewiger versorgnüss, vnd 
^ehältnüss der vorgemeltle» drO^hunndert Bücher, bßVfen vnd machen 
haben laussen, . Vnd die Bücher dar eyn geordnett vn^ gefeity • Vnd 
na nach abganng • des obgenannten • Meister Hainrieh Nj^hßrts säli- 
gen , Die ^vorgenannten Nytl^rt, Vnna qbgenannten *ww7ö«W»# -A^ 
^em tv*r von d^r b^^n^^tf^ . Mz^i^^t^ KyH^rUin* p Hm* Mü^mHeh 



Dim. SM 

If^Umris, tmd ir iMt $dmesler^ vnd mumen, . Ynnier ^ttmr, wm4 
4iMfrmeem saUgen^ hie m, vnmer Eelidh Sime, vnd Smi tmme • Futf 
Me du ..<« von vnn$ vnd In, Eeiieh geboren werden mammtpenpeu 
durch Iren guiUn wilien, *u dem gepmeh der gemeUten^ drikokiknäm 
Bücher j . Wie sie die NyUiarUen eelbi mu geiauesen, hand . De$ehedb 
dann wir vorgenannt, Nytharl^ vnd Leawen, . Fi>rmals zu Rigierumg^ 
vnd venehrnng, • SoUieher Egsehrieben Bücher, oin •rdniif^ genrnM^A 
Wich Pfleger . darüber gesaUi haben , • Wie wol nun die seit Ordnung 
löblich fürgenommen , vnd gesatxl ist, .IHe wir auch bg rniien Iren 
krefflen belgben lauaen, . Vnd mit diser vnneer beiserung, an kainen 
Iren Ariickeln, . abnemmg tun wollen^ • ¥e doch . so suchen m 
lannckwerrender vnd Ewiger beelenntUehaity nichi zu vil gewiHek, 
«voi vnd vebervlgssikUch mugen versehen werden , . Vnd versohinen* 
des xUteSj vebungen.des gebruehs, vemunffi vnd besserung ainerpeden 
sud^. Eröffnen vnd zu erkennen geben, . So haben wir bedauchl . da» 
die vorgemdl fürgencmane Ordnung ^ mit den nachgesehriben punkten* 
Ärlickeln.vnd saehen, . Wol xu bessern sye, . Vnd darumbe, die iü^ 
ben, Ordnung yelzo, ainmüUigklicA , mit guter vorbelraehtung ^ gebest* 
serelj vnd bessern yelso, mü Rechter wissen, vnd krafft . dils briefe^ 
Vff sollieh nachgesehriben Form^ .Des ersten, so haben wir die ge* 
mellten, .druwkundert Bücher In die liebery gehörig f In ain Register, 
utgemtlich . in registrieren . Vnd ainzairhnen laussen , • mü sollieher 
Ordnung • Das wir vnd alle vnnser nachkommen , zu Ewigen iytlen 
derselben Bücher, erkanninuss habeuy . Vnd das die durch verwechs* 
sehs\ • vss schniden • oder annder geuarlich Sachen , nicht verenndert, 
noch verkerl werden mugen y • Vnd des ain besigelt Register . in die 
liebery zu den Bücher geleü ouch vnnser yegkUehem . der des begert 
käu, • dessgleich ain besigelt Register^ gegeben, • das er vnd sin naeh-* 
komen^ zu gebruch der Bücher gehörig . die ding des furo wissen Mn 
hanndihaben, . Zu dem anndem . so haben wir yetzo abgesehrifflen Ge*- 
stall, vnd begriffen, • Wie sich nu hin furo ain yegklicher Nylhart, Vnd 
leow . dartzu gehörig, • Vnd die Prediger her Hainrich NythariM säU^ 
gen gesliffte, bredig A^ple • dem oder den, . Bücher vss der Hebery. 
gen schul oder sust, zu hem gebruch . gelihen • werden . gen den Pßi" 
gern diser Stiftung .verschriben .vnd vergüUen sullen, die selben Bü* 
eher . wider xu annltwortten, • vnd luUen die selben verschribunngen 
von toorl zu wort also, • Ich N» Verzieh offennlich für mich, vnd 
alle min Erben, vnd tun kunt allermenigklich mü disem brief . Als 
mir • N. vnd N. der druwkundert Bücher » So wylunl der würdig hocl^ 
geler t . Herr Hainrieh Nythart doelor vnd Pfarrer zu Vlme, sdliger, 
geardnetl « Vnd der Uebery .. so die Nythart sin brüder . vnd vetter. 
nach einem tad, dartzu. In vnnser lieben f^owen Pfarrkierchen, Hie 
%u vlme, In dem, turn, • Ob derselben Nylhartl CupjfeUp gebuwet, vnd 

23* 



SM Ulm. 

pemdmH Handy • Van dim $M$n druwhmitrl BiUhem mu mtiiaiii ge^ 
hnt€h gen Schul oder tnmtt ffe» Hand gelyhen, . da$ oder der yegk- 
UehSf vwkb swU ^e, guldin, Oetaxierel • tnd ange$eklagen ist, . Also han 
ich In by minen gniien iruweuy • vere^ochen vnd uferkaüsen . Vnd 
viTipriehf mit Rechter wiuen In kraft ditx Briefs, . das ich • die 
selben^ Buch oder Bücher In gulten, Eren, haUeUy Vnd nach minem 
hesien vlyss vnd vermugen, . Vor wustung und schaden hewaren, . Vnd 
In zgtt ^c. In wider In Iren • oder Irer nachkommen gewalte, In die 
Uebery xu legen » annttworttten toU^ • Ich erlange dann mü Irem wil- 
len lennger frisl . Mit solHchem vnndersehaid • Weres das die vorgt- 
txelt Buch . oder Bücher . jfe. In der xylt « vnd ich • die also In mt- 
mem gebruch . oder gewalt hette^ . schadhaft • oder gannix verwüstet* 
oder verloren wurden , • Wie oder In was sehin sich das fugte , So 
sollen ich oder min Erben ^ . von stund an • den gewultien Pßegem 
geben, . Raiehen vnd Betxalen, die vorgeschriben Summcy . Änndre sol- 
Ueher Buch oder Bücher xu kouffen • nach maynung . Her Hainrich 
Nytharix säUgen, . Vnd der annder i^gemelUen . Nythart Ordnung dar- 
veber begriffen^ . Vnd xu besser sicherhait der ding, Han ich dan be- 
nannten Pflegern^* Vnd Iren nadUtommenn, an der pfleg In p flegers 
wyse. Zu rechten geweren, gesatxt vnd gegeben • Die N. vnd N*. MU 
der beschaidennheit , • Weres das ich den vorgemeltten pflegem • das 
oder die egesehribn Buch oder Büeherf . nicht anntwortte • Jn xytt vnd 
mit vnndersehaid^ • Wievar geluttet hat, . Das als dann die benannten 
Pfleger, * oder Ir nacMtommen , fryer vrlob, vollen gewalt haben, vnd 
han suUen, ane gericht vnd ans dag, • Äld ob si wollen, mit 
gaistlichen oder welttlichen gerichten, . vnd mit dag • mich vnd alle 
min Erben, . vnd auch die benannten geweren^ . vnd Ir Erben, an a/- 
len . vnd geglichen vnnsem lütten vnd gülten , ligennden vnd varenn- 
den^ gemainlich vnd besonnder, allennthalben • vnd vnverschaidennlich, 
an xu gryffen, xu heften xu Nötten vnd xu pfewnden • In Stetten In 
Märkten p Dörfern, oder uf dem lannde, • Wie oder wa si konnden 
oder mugen» . Als vil vnd gnug bis wir In, • Das oder die vorgeschri" 
beUy Buch oder Bücher, wider xu Ire hannden geanttwort, , Vnd ob 
die sdMdhaft, verwü$tet, oder verloren weren, »die obgeschriben, sum 
geUs . Dafür betzalt haben, gar vnd genutxHeh, an allen Iren schaden,. 
Damit auch si noch, Ir Helfer, nichtxitt fräflen, . noch verschulden. 
sullen^ Wider mich die geweren, noch vnns erben, ganntx wider nie- 
man, in keinen weg, Sunnder sullen wir . das Ewigklich . belyben laus- 
sen, ane allen xornn vnd Rauch,, Vnd wir die benannten geweren. 
Bekennen dirre gewerschaft vnd sach. Nach dUx Briefs sag,. Vnd 
des alles xu waurem und ofnem vrkunnd, • So Haben wir für 
vnns vnd vnnser erben,. den gemeltten Pflegem, vnd Iren nad^kom- 
men, an der Pfleg In pflegers wyse, disen Brief .beiigeUen gegeben^ 



Ulm. 857 

mü vnmer ohgenannien HaupUaeher, vnd geweren, anhanngenden In- 
sig€l% Gehen vnd geschehen vffifc., Ich If, Der xylle frümesser . vnd 
Prediger der gesunngen frümesex, • Vnd des Bredig Ampies . so wglwud 
der wirdig hoehgeUri . Herr Hainrieh Nythari doctor, • Vnd Pfarrer 
zu Vlme, säliger gedäehtnuss, • In vnnser lieben frowen Pfarrkirchen. 
Hie XU Vlme^ gesiifflei . Vnd gewidmet häl,,Verxich offennlieh für 
mich vnd alle min Erben . Vnd iun Hundt allermenigklieh, mü disem 
Brief • Als mir die iV. Vnd N. Pfleger der druwhundert BiUher • so 
der benannt Herr Bainrieh Nyihartt säliger geordnelt . vnd der ly^ 
hery . so die Nythari sin Brüder vnd veiter, nach sinem abganng • In 
der obgeschriben • Pfarrkirchen In dem turn . ob der selben Nyihartt 
Cappell gebuwet vnd gewidmet ^ hand von den selben druwhundert 
BOehem, su minem gebrueh, Vnd stattlicherm volbringen . des Bredig 
Ampts , Vnd Gotzworts }fc, hand gelyhen, das oder die Bücher ifc.^ 
das oder der yegkliehs . vmb sovil sum guldin ifc. Getaxieret vnd an^ 
geschlagen ist. Also han ich In hinwiderumb . by minen gutten truwen,. 
vnd Priisterlichem ampt versprochen • Vnd verhaissen . Versprich vnd 
verhaissy Jetxo, mit Bechter wissen In krafft ditz Briefs, das ich 
dasselb Buch oder Bücher, ^c, In guten Eren haltten, .Vnd nach 
minem besten vlyss, vnd vermugen, vor wüstung vnd schaden bewaren 
soll, . Vnd ich soll vnd will In oueh die selben Buch oder Bücher,. 
Wenne si das oder di haben wollen . Wider xu I