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Full text of "Historisches Wörterbuch der elsässischen Mundart mit besonderer ..."

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HISTORISCHES WÖRTERBUCH 



ELSÄSSISCHEN MUNDART 

MIT BESONDEEEB BEBÜCKSICHTIGUNG 
DES FRÜH-NEUHOCHDEUTSCHEN PERIODE 

AUS DEM NACHLASSE 



CHARLES SCHMIDT. 



STKASSBURG 

J. H. ED. HEITZ (HEITZ 4 MÜNDEL) 

1901. 



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^a 



f^.Q.) 



1 bC. £0, I^OO 



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VORWORT. 



Es muss über das vorliegende Buch zunäcbst Rechenschaft abgelegt 
werden. Der Verfasser hätte es in dieser Gestalt der Oeffentlichkeit nicht 
anheim gegeben. Es ist Bruchstück geblieben. Gegen den Vorwurf der 
Lückenhaftigkeit darf es sich in sofern verwahren, als es auf Vollständigkeit 
von vornherein keinen Anspruch macht. Was es bietet, glaubten wir aber 
für die deutsche Sprachgeschichte wertvoll genug, um das Werk, auch in dem 
unvollkommenen Zustande wo der Tod des Verfassers es gelassen, dem fach- 
genössischen Leserkreis nicht vorzuenthalten. 

Als Material zur Herstellung des Wörterbuchs dienten folgende im 
Nachlass Prof. Ch. Schmidt's vorgefundene Glossare: 1° Ein Olossarima 
Qeilerianum (1869); — 2° Ein Glossarium Braniianwm ei ifvrtierianum (1880); 

— 3" Ein Glossarmm alsaticum medii aevi {2 Bände, angelegt seit 1883); 

— 4' Ein Glossarium alsaticum zur Zeitperiode 1500-1525 (1886). Geplant 
wurde ursprünglich, wie Schmidt selber schreibt, «ein Opus, das den elsäs- 
sischen und zunächst den strassburgischen Sprachschatz vom 13. Jahrhundert 
ab bis zur Zeit des Uebergangs zur neuhochdeutschen Schriftsprache voll- 
ständig enthielte.' Es sollten daher die erwähnten Glossare möglichst weiter- 
geführt, dann aber zu einem Ganzen verschmolzen werden. Nach den voran- 
gegangenen allgemeinen Sammlungen des mittelhochdeutschen Wortschatzes 
von Scherz, von Benecke-Zamcke-Mtiller, oder auch Lexer, die, bei allen 
sonstigen Verdiensten, doch den Erfordernissen einer eingehenden Dialekt- 
forschung nicht Genüge leisteten, schien der Zeitpunkt gekommen nun auch 
wieder an das von Schmeller gegebene Beispiel anzuknüpfen, und dem vor- 
züglichen Bayrischen Wörterbuch ein lexikalisches Denkmal des el- 
sässischen Dialekts zur Seite zu setzen. Geführt aber musste die Darstellung 
werden bis in die Zeit der allgemeinen Verbreitung der neuhochdeutschen 
Schriftsprache, wo denn die literarischen Quellen des Dialekts versiegen, und 
'die arehivalischen Urkunden der allgemeinen Schriftsprache immer näher 
kommen. 



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Den Versuch rechtfertigen zu wollen wäre überQüssig, zumal jetzt, wo 
das Studium der Einzel-Dialekte mit strengeren Methoden wie früher und auch 
thatkräftiger in Angriff genommen ist. Eine geschichtliche Untersuchung aller 
deutschen Mundarten auf Grund einer neuen Durchsicht des archivalischen 
Materials und mit Benutzung der uns jetzt vorliegenden Text-Ausgaben, darf 
geradezu als eine Hauptforderung der Wissenschaft an die nächste Germa- 
nistengeneration bezeichnet werden. Von der Fülle neuer Aufschlüsse, die 
ein solches Studium dereinst eröffnen muss, ist uns durch Friedrich 
Kauffmann's anregende Geschickte des schinäiischen Dialektes (1890) 
ein Begriff geworden. Charles Schmidt's Auffassung war nun, dass 
der grammatischen Darstellung die erschöpfende lexikographische Ausbeutung 
der Quellen voranzugehen habe. 

Uns, als den nächsten Angehörigen des Verstorbenen, »emt es nicht 
die Frage aufzuwerfen, ob er, der ja von berufener Seite als der «Altmeister 
der elsässischen Forschung» bezeichnet wurde, auch dieser von ihm unter- 
nommenen Arbeit gewachsen war. Der neuesten Generation wissenschaftlicher 
Germanistik hat er nicht mehr angehört. Eine strenge philologische Schulung, 
wie sie den heutigen Forderungen entspräche, ist ihm nicht zu Teil geworden. 
Es ergiebt sich dies auf den ersten Bück. Zudem kommt bei Schmidt 
der Geschichtsforscher und Literarhistoriker weit mehr zur Geltung als der 
Philologe, auch in seinen lexikographischen Leistungen. Und es trat diese 
seine Eigentümlichkeit bei ihm immer mehr in den Vordei^rund, je mehr er, 
bei vorrückendem Alter, inne wurde, dass er des gehegten Planes doch nicht 
mehr Meister würde. Zwar den Wert einer urkundlich genauen Feststellung der 
Wortformen würdigte der gewissenhafte Forscher vollkommen. Von den auf- 
genommenen Wörtern sind auch alle Schreibarten sorgfältig verzeichnet. Aber 
blos der Schreibart wegen ist keines aufgenommen. Die Schreibungen ÄfßnscA, 
trackheit u. s. w. bei Geiler, statt Mensch^ tregkeit u. s. w., haben ihn nicht 
zur Aufnahme der allzubekannten Wörter bewogen. So ging er an Manchem, 
was gerade für die Sprachgeschichte am wichtigsten erscheint, ohne Be- 
denken vorüber. Das Seltene hielt er werter als das Häufige; die Eigen- 
tümlichkeiten des Wortgebrauchs werter als die der Wortform. Wesentlich 
dies ist mit daran Schuld, dass aus der vorliegenden Sammlung nicht ein 
vollständiges historisches Wörterbuch der elsässischen Mundart, sondern nur 
ein Ei^änzungs- Wörterbuch der vorhandenen Sammlungen geworden ist. 

Von den Grundsätzen, die der Verfasser bei seiner Arbeit befolgte, 
muss wenigstens das Hauptsächlichste mitgeteilt werden. In der Vorrede 
zum Qlossariuin alsaticum medii aevi bemerkt er: «Die hier folgende Samm- 
lung bildet ein Supplement zu dem für Elsass immer noch unentbehiüchen 
Glossar von Scherz und Oberlin. Ich war bemüht dasjenige zusammen- 
zustellen, was einerseits in diesem Werke fehlt, und was andererseits in den 
von mir benützten Quellen in andrem Sinn erscheint. Ferner habe ich für 



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die von Scherz citirten Ausdrücke, bei denen entweder gar nicht oder nur 
unzureichend auf elsässische Schriften und Urkunden hingewiesen wird, 
Stellen aus solchen angeführt« Endlich hahe ich versucht, das hie und da 
Miasverstandene richtiger zu erklären. 

«Manches Interessante haben mir die Feldnamen geliefert, unter denen 
sich alte Ausdrücke erhalten hatten, die die Schriftsprache nicht mehr kannte ; 
es sind indessen nur die unterelsässiscben berücksichtigt; die oberelsässischen 
finden sich zur Genüge in dem Werke von Strobel. Die Namen der Hand- 
werker endlich, die ich in der zweiten Bearbeitung meiner Gassen' und 
EäusemanteJi vollständiger aufgezählt habe als in der ersten, brauchte ich 
nicht noch einmal anzuführen.) 

In dem Vorwort zum Lexicon Oeilerianum fügt er hinzu : «Die hier 
folgende Sammlung enthält : V Aeltere Ausdrücke, die Geiler noch gebraucht, 
die aber bald nachher aus der Schriftsprache verschwinden oder nur noch 
selten und als Archaismen erscheinen. Darunter sind tbeolt^scbe und phi- 
losophische, die Geiler ohne Zweifel grösstenteils den Taulerschen Predigten 
entlehnt hat. — 2** Volkstümliche Ausdrücke, die noch jetzt im strassburger 
Dialekt und teilweise in der Schweiz, im badischen Oberland, in Schwaben 
und selbst in Baiern üblich sind. — 3° Ausdrücke, die Geiler selber gebildet 
zu haben scheint, durch Uebersetzung aus der lateinischen Schulsprache, die 
aber nicht allgemein in Aufnahme gekommen sind. — 4° Solche, die noch 
gebraucht werden, aber in anderem Sinn oder mit Veränderung des Geschlechts, 
u. s. w. 

•Als Belegstellen, die bei den meisten Ausdrücken leicht hätten vermehrt 
werden können, habe ich, so viel wie möglich, solche gewählt, die dazu 
dienen entweder Geilers eigentümliche, originelle Manier zu charakterisieren, 
oder über Ansichten, Sitten und Gebräuche des Strassburger Volks Auf- 
schlüsse zu geben.» 

Es war dabei nicht von Belang, dass nicht alles, was in Geilers Pre- 
digten vorkommt, nicht auch sein persönliches Eigentum war; dass Manches 
von den Uebersetzern oder Nachachreibern (wie Job. Pauli) hineingetragen 
wurde. Schmidt' s Absicht war < nicht blos die Sprache des einzelnen 
Predigers wiederzugeben, sondern zugleich die, die seinen Zuhörern und 
Lesern geläufig war,> und dazu konnte er alle Sammlungen benutzen. Diesen 
Grundsätzen ist er, nach eigener Aussage, auch in seiner Bearbeitung 
Sebastian Brants und Thomas Murners treu geblieben. 

Wieviel sich schon auf diesem Wege gewinnen liess, muss sich bei der 
Benutzung des Wörterbuchs herausstellen. Wertvolle Nachträge zu Scherz 
nicht nur, sondern zu Benecke, Lexer und Grimm sind ja auf jedem Blatte 
bemerkbar und für einen der Zukunft vorbehaltenen erschöpfenden Thesaurus 
der deutschen Sprache dürften auch sie als willkommene Vorarbeit zu gelten 
haben. Die Morphologie, wenn auch ihr nicht in erster Reihe Schmidt's 



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Interesse galt, darf sich doch an manchem seiner Ergebnisse freuen. Karl 
von Bahder's Grundlagen, des neuAoeMeutscien -Lautsystems (1880) 
können fast in alleD Kapiteln bereichert, in ih^er verbuchenden Tabelle der 
Dialekt-Formen fast ilbewUi, wo die oberdeutschen Bel^e ausgeblieben waren, 
vervollständigt werden. 

Abgesehen jedoch von den Lücken, tbe sich aus der Methode selbst 
ergeben, haben sich noch andere im Gang der Arbeit eingestellt. Schmidt 
selbst klagt, «einige* von den polemischen Schriften Murners in Prosa seien 
ihm entgalten; Fischarts «barockes selbstgemachtes Vocabular> verdiene 
gesammelt zu werden, indessen «bei dem schlechten Druck der meisten 
Schriften dieses Mannes», erforderte dies eine Arbeit, die dem greisen For- 
scher seine Augen nicht mehr gestatteten. 

Die meisten Lücken sind natürlich dadurch zu erklären, dass den Ver- 
fasser der Tod ereilte, ehe das Unternehmen zu Stande gebracht war. So 
fehlt die gesamte nieder-alemannische Literatur der mittelhochdeutschen 
Zeit. Zwar aus R e i n m a r und G o 1 1 f r i d hat Oi. Schmidt genaue 
Auszüge gemacht. Bei dem Wenigen ist es aber auch geblieben; und nur 
deshalb sind die Citate hier nicht gestrichen, damit wenigstens in einigen 
Punkten die Continuität der Mundart erwiesen sei. Erst vom XIV. Jahr- 
hundert ab sind die Quellen planmässig ausgebeutet. Und doch sind 
auch hier bedeutende Lücken stehen geblieben. Es fehlt die belehrende 
religiöse Literatur, Hieronymus Gebweiler, Johann Schott, 
Bernhard Klingler, sogar einiges von Johannes Ingolt, 
von Johann Pauli, dem Nachsehreiber G e i 1 e r s ; es fehlen K e n e r ' s 
Teutsche Reime des Predigers Salomonis und Konrad Hueber's 
Ktrchenheder. Es fehlen die Schwankdichter Johann Adelphus Muling, 
der Basler Gengenbach, Martin Montanus, Johann 
W e t z e 1 , vor allem Joerg Wickram. Auch die anonymen Gedichte 
vom Staufenberger, von des Teufels I\'els, dann später die Romane von 
Giletta. Brissonnetlo, Tkeogenes und Ghariklea, Heynrkh genannt Lewe sind 
als niederalemannische Denkmäler zu betrachten oder liegen in elsässiscben 
Ausgaben vor. Schauspiele wie die von ValentinBolz, Wolfhart 
Spangenberg, ThieboldGart, Jacob Frey, Christian 
Zyrln, Johann Rasser, Samuel Israel; die Colmarer 
Meistersingerhandschrift; die Reimchronik über Peter von Hagenbaeh und 
Erhart Tresch's Burgundische Historie dürften von Rechtswegen 
im Quellenverzeiehnis nicht vermisst werden. 

Von den zahlreichen Uebersetzungen der griechischen und römischen 
Klassiker im XVI. Jahrhundert ist kaum eine oder die andere (Stein- 
h ö w e I ' s Aesop, Riiigmann's Caesar), von den grammatischen Lehr- 
büchern der Humanisten Knobloch, Kolross, Riederer, Oelinger 
u. s. w., die gerade Karl von Bahder vorzügliche Dienste geleistet 



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tiatlen, kein Einziges zu Rate gezogen. Neben den Urkundenbuchern der 
Stadt StrassbuFg und MQlhausen durfte Albrecbt's RappoUsteinisehex 
Urktmdenbuek (1890 ff.), sowie Wackernagel's und Thoramen's 
Urkundenhuck der Stadt Basel (1890 ff.) nicht fehlen. 

Es sind empfindliche Mängel. Ihnen war nicht abzuhelfen, wenn dem 
Werk das Gepräge einer persönlichen Arbeit Charles Schmidt's be- 
wahrt werden sollte. Auch in methodischer Hinsicht konnte nicht nachgeholt 
werden, was Schmidt, in seinem vorwiegend literarhistorischen Bestreben, 
dem Philologen zu thun liess. Uns oblag die Pflicht, das Hinterlassene zu- 
sammenzutragen, die vier Glossare Schmidt's, das Ergebniss einer 
immerhin gewaltigen Arbeit zu einem Einzigen zu verschmelzen, die Mängel 
aber des so eotstandenen Werkes einzugestehen. Das Eine ist mit pietätvoller 
Sorgfalt, das Andere ohne Rückhalt geschehen, durch den Sohn und durch 
den Enkel. 

Pastor Charles Schmidt, Paris. 
Prof. D' Charles A n d I e r , Paris. 



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BENUTZTE QUELLEN. 

I. TEXTE. 



AdelphoB, BArbaroBBa (Adelph., Barb.). 
StTuab. 16B0. fol. 1. AoBgabe, 1&£0. 

— UarB. FiciDUS (Fio.). von dum gesanden 
and langen Leben. 3. Theil des MedioiDa- 
rins von 160&. 

— Anhang zn Adelphns' Ausgabe von Her- 
manuB von Sachsenheim Hörin 'Hörin). 
Str. 1&12. fol. 

— Tor- nnd SchlnsBrede zn Oeilere Passion 
(PasBion). Str. 1614, fol. 

— Torrede zd QeJlers Pater Noster (Fat. 
N 8 1.) Str. 1615, fol. 

— Historia von Ehodis (Rhodis). Str. 1513, 
fol. 

— Warhafftig sag nnd red von dem Bock J. 
C. zn Trier (Heil. Bock). Str. 1512, 40. 

— TfirkiBch Chronica (Türk.) Str. 1618. fol. 
Alm«Bdbilcb«r der Stadt Su-assbarg, ItilT. 

1466. Stadt-Archiv. 

Alsatia, heransg. von Ang. Stöber. Miilhausen. 
1851 n. f. 

Alaatla dlplomatica von Schopäln. Mann- 
heim, 1772. ü B., fol 

All8W«rt (HeiEter), her. von Holland und 
Keller. Bibliothek des literariecheD Vereins, 
B. Sil. Stuttg.. 1850. 

Alte Ordn., Strassbnrger Etath Schlüsse ans 
dem 14. nnd 15. Jh. Eine Reihe von Folio- 
Bänden. Stadt'Archiv. 

Appellation (Appell.) der eelichen Priester 
an den Bischof Str. 1324, 4». 

Bihtebnch, dabey die bezeichennnge der h 
messe. Heransg. von Oberlin. Str., 1T8J. 

Der BllndenfUver bin ich genant . . . Str. 
IBM, 4«. 

Brant, 1. Narrenschiff (Nach.), in der Ansg. 
von Zarucke, Leipz. t8&4: hie und da auch 
die von Basel, 1499, iP, die Strobels. Qaed- 
linb, 1889. nnd die GÖdeke's, Leipz., 1873. 

— tt. De moribns et facetiis meusae, Thesmo- 
phagia (T h e B m.) Basel, 1490, 4°. 

— a. Cato. Basel, 1498, 4». i 

— 4. Horetos. Basel, 1499, 4°. 

— 6. Faoetns. Rentl.. 1490, 4". ' 



Braut. 6. Kleinere dentsohe Gedichte (D. 
Ged.}, Abdruck ans der Alsatia. IfiTS. 

— 7. Freiheitstafel, bei Stiobel, Beltr. zur 
dentsch. Literatar. Str., 1837. 

— 8. Biseboff Wilhelms von Honstein Waal und 
Einrit iBisch. Wilh.), im Code hist- et di- 
plom. de la ville de Strasboorg, T. 3. Str., 1843. 

— ft. Layenspiegel. Str., 1614, fol. 

— 10. Klagspiegel. Str.. 1616, fol. 
Briefbacb, enthaltend die von Nioolaos von 

Laufen gemachten Abschriften der Briefe 
des Gottesfrenndes, nebst anderen Stücken. 
Ende des 14. Jh. Folioband. Archiv des 
ÜDteT-Elsagses. 
Branfela, von dem evangelischen Anstosi 
[A n s t B s). Str. 1dS8, 4^. 

— von dem Pfaffenzehenden (Zehnden'. Str., 
1534, 40. 

Bnuischwig, Bnch der Cirurgia (C h i r.) 
Angsb, 1497, fol. 

— DistillierbDch (D i s t } Str. 1509, fol. 

— HedioiDarius (Hed.) Str. 1609, fol. 
Burckhai-dt. die Hofrödel baselischer Gottes- 

hänser und anderer am Oberrhein Basel, 
18t)0 
Botzer. 1. Dass jm selbs niemand, sunder an- 
dern leben. soll (Dass Niem.) Str. 1528. i«. 

— 3. Gmnd nnd nrsach der neuwerangen . . . 
za Strassb. (Neuer.) Str. 1526, 4°. 

— 3. Kurtzer Bericht von Disputation . . . 
zwischen Conr. Treger . . . nnd den Pre- 
digern ku Strassb. [Tregerl Str. 1534, 4f>, 

— 4. An ein christl. Eath der stalt Weissen- 
barg iW e i s s e n b.) Str. 1538, 4°. 

Capito. 1. Was man halten soll von der Spalt- 
ung zwischen Luther und Carlstadt (CarUt.) 
Str. 1534, 4». 

— 2. Antwort auf Tregers Vermanong an die 
EidnOBsensohaft (Treger). Str. 1534, 40. 

— 8. Verwarnung an die Eidgen. wider Treger 
(Verwarn.) Str. 1524, 4*. 

Oartnlaire d« Mnlhonae, pQbll£ par Hoss- 

mann. Str. 1883, 4». 
Claus von Blorelden, strassb. Barfusser, ein 



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— XU . — 



Traktkt von ihm fUr zwei Novisen des S. 
ClarenkloBters, um 1880. Im Briefboch. 

CliiBener'a Cliroiiik, heran b^. von Hegrel, 
Leipi. 1870 

Coilex dlplora. praedicatomm, aaf das Htr. 
Predige rkloster nnd die Beginenhänser be- 
zügliche ürkanden Copien. Ein Band in 1", 
me. (flandBchr, v. C. Schmidt). 

Codex dlptom. S. Tbomae. das Thomas Ka- 
pitel betreffende Urkunden. Copien. Ein 
Band in i". ms. iHandBchr. v. C. Schmidt) 

Cotm. Chronik, die älteste deatsebe Chronik 
von Colmar, heraasg. von Bernonlli, Col- 
mar, 18H8. 

Conrad von Dankrotzh«im, das heilige 
KamenbBch, heransg. Ton Pickel. Str. 1878, 

ti Deutsch« Urkunden aus dem 13 Jh Be- 
sondrer Abdruck an» der Älsatia, 1876. 

Ein echVner Dialogoe iDial.j zwischen eim 
pfarrer und eim schultheisz löSl. i". 

ElsKMiBche Predigten, 13H2. Alemannia. 1. 
und 2. Jahrgang. 1871. 1874. 

Seb. Frank. Sprichwörter. 2. Th. Fraakf 
1541, 4", 

Fries, Spiegel der Artznei Str. IBIS, fol. 

Gebete, 14. Jh. Pergamenthandsohr., 3. Hälfte 
des 14. Jh. 

— 15. Jh. Papierhan ds Chr., Ib. Jh. 

Geiler von Kaj^ersberg. 1. Wie man sich 
halten soll bei einem sterbenden menschen. 
1482 6 Bl. 40. 

— 2. Ein heilsam köstliche Fredig Doctor 
Johanns Seiler von Eeisersperg. Predicanten 
der löblichen stat Straszbarg. Die er eu 
bischoff Albrechten von Straszburg and 
andern erwirdigen Prelaten, nnd sniner 
gantzen ersamen priesterEchaft vor zeiten 
gethon hat . . . osz wolgeeiertem latein 
dnrch Jacob am Wimp Hingen in tütsche 
sprach verändert und transferirt. — Straas- 
burg, 1513. - 12 Bt. fol, 

— 3. Dise nacbgosohriben predig hatt gelert 
nnd ^eprediget ein hochgelerter andechti- 
ger doctor mit namen Johannes von Keysers- 

perg, 1439. 6 Bl. 4**. 
~- 4. Eine heilsame lere und predig. 1490. 
6,B1. 4«. 

. Der bi 
Sgoren. I 

— 5t>l>. EiD nntzlicb hnechlin das man nennet 
den Pilgrim. Augsburg, bei Lucas Zeissen- 
mair 149», 4". 

— ö»r. Cbrißtenlich bilgerschatft zum ewigen 
vatterland, frnchtbarlich ang^eigt in glych- 
nusz and ei gen seh äfft eines wegfenigen 
bilgers, der mit flysz und ylent sacht sin 
zitlich heymut. — Basel, bei Adam Petri 
voa Langendorff, 1512. fol. 

— fi. Ein sendtbrieff gethon an die würdigen 
franwen zu den Beaweren zu Freiburg im 
Breisgan, darinn sie ermanend zu der waren 
evangelischen geystliohkeit. — Strassburg, 
1499. 40. 

— 7. Der Trostspiegel 16 BI. 4*. — D*. 
Strasaburg, 1503. — 4». — Angsb., Hans 
Froschaner, 1507, 4o. — Strassb.. Job, Knob- 
loucb, 1511. fol. — Aagsb. Froschauer, 151S. 
4". — Basel, 1583. Sf. 



Qeiler von Kaysersberg. 8 Der text des 
passions oder lidens ohristi nsz den vier 
evangelisten znsammen in eyo syn bracht 
mit schönen fignren. — Straszbarg, Enob-' 
louoh, 1506. — M Bl. fol. 

— 9. Predigen tentsoh und vil gutter leeren. 
Angsbnrg, bei Hannsz Otmar, 1508. fol., ent- 
haltend : 10. Von dem berg des schauwens, 
1488. — 2». Von bilgerschaft, s, nr. 5. — 
8'^. Verschiedene im Hagdalenenkloster in 
den Jahren 1496, 1496. 1498 gehaltene 
Predigten. — 40. Von sieben eseih^en. 
Adventpredigten für 1497, 

— 10. Dis büchlin wiset wie sich ein ycglicher 
Christenmensch schicken sol zu einer gantzen 
volkomnen und gemeiner beiohL — Basel, 
bei NicIauB Lamparter. 16 Bl. f». 

— 11. Passion -des Heren Jesu Neulich osz 
dem latyn in tätsehe Sprach transferirt 
durch Johannem Adelphnm Physictim von 
Siraszburg —Straasb, beiJohann Oriiniger, 
1514. fol. 

— 13. Das Bohön buch genannt der Seelen 
Paradisz, von waren und volkammen tugen- 
den sagend. — Strassb ui^, bei Hatth. 
Schürer, lölf), 

— IS. Pater Nester. Uszlegunff über das ge- 
bette des herrcn. eo wir täglich sprechen. 
— Strasaburg, bi Uathias HnpfulT. lölö. fol. 

— 14. Das bnch granatapfel, im latjn genannt 
Ualogranatna helt in ym gar vil und manig 
haylsam and süsser underweyzong nnd leer, 
den anhebenden, anffnehmenden und voll- 
kommen mennschen. mit sampt gaystlicher 
bedentung des ausztfänngs der Kinder Israbel 
vonEgipfo, Item aln'merckliehe underricb- 
tang der gaystliohen Spinnerin. Item etlich 
predigen von dem hasen im pfcffer und 
von siben Schwestern, nnd sohayden. nach 
gaistlicher auszlegung. Augsburg, bei Hanns 
Otmar, IfilO. fol. - D«. Straasburg. bei 
Knoblouch, 1511. fol. - D''. Strassb,. bei 
Knobloch, lCil6. fol. 

— 15. Das irrig Schaf Sagt von Kleiomttti- 
keit nnd Verzweiflung. — Strasaburg, bei 
Mfttth, Schürer. 4». 

— Iftbls. Das Irrig Schafe. Das irrig sohafe sagt 
vonoleinmütigkeit und büser anfeohtung. Der 
hellisch Lew von böser anfechlunge. Erist* 
liehe Küngin von underscheid tötUcher and 
teglicher Sund. Der dreieckigt Spiegel der ge- 
bott, der beicht and wol sterben. iJer asehen- 
grüdel. Anfang der menschen in dem dienst 
gottes. Das klappermul der hinderredoDg. 
Der Trostspiegel des unvernunfftigen trau- 
rens. — Strassbnrg, bei Jobann Qreininger. 
1514. fol. 

— 16. Das booch Arbor huroana. Von dem 
menBchliehen banm, darin geschieklieh und 
in gottes lob zu lernen ist, des holtzmeyer« 
des dotz, frölich zu warten, einora yeden 
menschen nütz and gut. — Strassbnrg, bei 
Johann Grieninger. 1531. fol. 

— 17. Das Schiff der penitentz und basz- 
würknng, in teutsoh gewendt vom latin, 
au BZ seiner aygenen handtgeechrifft. — 
Augsburg, bei Johann Otmar. 161 . fol. ~ 
D». StraBBb. bei Matth. Hnpfnff. 1515. fol. 



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Geiler von Kaysersberg. ITbls. pas Schiff 
des HeilB aaff da« aller kürUeat liie aas- 
gelegt. — Strassbarg, bei Joiiaim GrüningfeF. 
Ibis. 94 Bl. fol. 

— . 18. Predig der jumelfart Ha. Dies seind Her 
predig von unspr lieben Frawen, Eine »eit 
von ihrer himelfart. — Strambarg, bei 
JohaDD Gräninger, 1612. 18 Bl. fol. 

— 19. Von dem banm der aeli^rkeit. alpha- 
beth in XXIII predigten an einem baain 
XXIU est aSzesteigen zum ewigen leben. — 
SlrasHbnrg, 1518 and 1617. 

— 19bU. Von dem Baam des ewigen Lebens 
nach dem Alphabet geordnet. — StraBEbnrg, 
bei Gruninger, 1518. 40 Bl. fol. 

— 20. Von Früchten der penitentz der ster- 
benden Kunst (hinter der Sammlang nr. 86.) 

— 21. Das Evangelibach. Das booch der 
Evangelien durch das gantK iar. — Strass- 
burg. bei Johann Qrieninger. 161Ö. fol. 

— 21 bl.. Evangelia mit usuiegang; and nsi 
dem Plenarinm nnd snuBt vil gater Biempet 
nützlich. Bumer nnd winttertheil durch das 
gantz iar. Introit, anfang der Hesz Epistel 
nnd Colleol. etc nnd auch me von den 
Heiligen and die swülÜFETangelia. — Strass- 
barg bei Johann Grieninger, 1617. fol. 

— Slter. Evangelia. Das plenarinm Dszerlesen 
onnd davon gezogen in des hoohgeleTten 
doctor Eeiserspergs nszlegang der ewange- 
lien nnd leren Anfang der Mesz. Coleot, 
Seoret, Epistel nnd Complend. Aach de 
Sanotis von den heiligen. Sommer and 
Wintertheil durch das gantz iar. Vil gater 
exempel. Priester nnd leien natzlich. — 
Strassbnrg, bei Johann Grieninger. 1622. 
fol 

— 29. Die Emeis. Dia ist das buch von der 
Omeissen. unnd aach. Her der EUnnig ich 
diente gern. Und sagen von Eigentschafft 
der Omeissen and gibt nnderveisang von den 
auholden und hexen, and vongespenst der 
geist. und von dem wütenden beer wonder- 
barlich. und oüizUcb ze wissen, was man 
«larvon halten oder glauben soll. — Slrass- 
burg, bei Grieninger, 1516. fol. — D*. ibid, 

16 n. fol. 

~~ 23. — Her der kung ich diente gern. Also 
ist dis bScbiin genant and haltet tu fnnff- 
zehen sohöner nützlicher leer and predig — 
Strasaburg, bei Johann Grieninger, lölU. fol. 

— 24. Die brösamlein dort. Keyserapergs 
of^elesen von Frater Johann Pantin bar- 
faserordens. Und sagt von den funf&ehen 
Hymelschen Staffelen die Maria ufFgeetigen 
ist, und gantz von den vier Leuwengeschrei. 
Aoch von dem Wannenkroraer, der Kaaflüt 
sonderlich hüpsche matery bei. LXn predi 
gen, natzlich and gut den menschen die 
das lesen, on Zweifel wol dadurch gebessert 
10 werden. — Straesburg, bei Johann 
Gröninger, 1617. fol. 

— 36. Das boch der sänden des monds. Von 
dem hochgelerten Doctor Eeysersperg, die 
er nenl die blatren am mand davon 
XXIX predigen and leeren gethon hat. Auch 
darbv Doctor Eeyserspergs aiphabet in 
XXIII predigen geordiniert. Nützlich and 



gut den menschen die das lesen, davon wcl 
gebessert mögen werden. -- Strasaburg, bei 
Johann Grieninger, 161S. fot. 

Geiler von Kayseraberg. 2S. Von den dry 
marien wie sie unsern heren iesam ohristam 
weiten salben and von den mucken die 
nnsE die salben verderben. Von dem senff- 
kärnlin. Und von den fruchten des wol- 
Bterbens. Angeschriben von einer eraamen 
ianckfrawen nnd die erbeten das sie aollchs 
in den druck gelasen hat, in hoffnung zo 
gat allen menschen. — Straasburg, bei Jo- 
hannee Grieninger, 1620 fol. 
' 27. Uoctor Keisersperga Po still : über die 
fyer Enangelia durchs jor, aampt dem 
Quadragesimal, nnd von ettlicheu Heyligen, 
newiich uszgängen — Strassburg, bei Jo- 
hannes Schott. IbSi. fol. 

Gersdorf. Feldbach der Wacdartznei. Str. 
1617. fol. 

Goldschm. znnft, die strassb, Goldschmiede- 
zunft, von Heyer. Str. ItWl. 

Gösli von Ehenlieim, in Von der Bagen's 
Minnesängern. Leipz., 18BS. 4fi. B. 1. 
i»i Oottesfrennde im 14. Jh. Jena, 1864. 
iC. Schmidt) 

Gottfrieds von Bagenan dentache Gedichte 
1 So hl USB seines lateinischen ma. 

Gottfrieds von Strassburg Werke, her. von 
Von der Hagen Breslau, 1833. 2 B. 

Grandidier. Oeuvres historiqaes in£dites (0. 
in^d.), popl. par Liblin. Colmar, 1866. 
6 B. 

QoMen Spil : Hie hebt sich das bAch an das 
mau nent daz guldin spil (von dem Domi- 
nikaner Ingolt). (Augsb.) Günther Zeiner, 
1472. fol. Neue Ausgabe von Sehroder, Str., 
1882. - Ich eitlere nach dem Druck von 
1479 i da dieser aber nicht paginiert ist. so 
gebe ich die Seitenzahl nach der neuen 
Ausgabe. 

Ontl. OrdD, : Ordnung dea strassb. Hofs der 
guten Leute. 16 Jh. Stadt-Archiv. Copie, 
Varia als., B. 3. ms. 

Hanaaer, Les constitntions des carapagiies 
de TAIaace au moyen-Age <Ban. , C onst) 
Colmar, 1866. 

Hedlo. Ablenung att Tregers büohlin. (A b 1 e n.) 
Str. 1524, 4«. 

— Zwo predigten von dem zeheuden (Zehn- 
den). Str, 1B34. 4". 

Heimlich Bnch, Urtheile and Beschlüsse dea 
Btrasab. Ratha. 14 n. 15 Jh. Ehmals auf 
der Stadtbibliothek. 

Heinrich von Offenbnrg, Prior der straasb. 
Augustiner, Zwei Predigten, 15 Jh. Ms. 
germ. 4*. S6 Berlin, 

Herrad : Verzeiehniss der im Hortos deli- 
ciarum vorkommenden deutschen Ausdrucke 
am SchluBS von Engelhardt, Herrad von 
LandBberg. Str., 1818. 

Histoire dn chapitre de S. Thomas (Hisl. 
de S. Th.). Strasb, 1860. 4". (C. Schmidt). 

Uohenlohe (Sigism. vonl, Ereat^büchlein. S. 
1. 1625. 4». 

Hugo von £h«nheim, strassb. Dominikaner, 
Predigten. 16 Jh. Hb. germ. 4**. 36. Berlin. 

Ingolts Fred. : Zwei Predigten des strassb. 



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XIV ^ 



Dominikftnera iDg^olt. 15 Jh. Bhmals Cod. 

B. IM, in 130. der hiesi^eii Bibl. Us. gem. 

4,0. 8Ö. Berlin. 
InTentAr des Ludwig von Odratz- 

heim, MW. S. Them. Arohiv. Varia a 1 b., 

1, 885 n f. Hs. 
InvenUr der Hetz a von Lichtenberg, 

1482. Spital-Archiv. Varia als., 1. 35«. 
Jobannltfir Necrolog : Necrolog des atrasab. 

Johanniterhaases. Folioband, 16 Jh. Str. 

Universiläts-Bibl. 
JUngates Gericht. Gedieht, Ende des U Jh, 

im Johnoniter-Hemotial, 
Kalender : Hartjrolog^nm nach dem Kalender 

der HeiUgren Str., 1484, fol. 
Kargthans, (Straesb., IfilO), 40. 
KanniKUS'Ordnang 16 Jh. Alte Ordn., B. 13. 
Küniggliofeii, Chronik, her. v. Hegel. Leipz 

1870. 

— Beilagen, in Hegels Ausgabe. ' 

— Anmerkungen, in der Ausg. v. Schilter. 
Str., 1698. 40, 

Llber coqninae des Münsterkapitels, 14 Jh 
Folioband Archiv des Unter-ElsaBses 

MKrlein, Predigtmärlein, her. von Fr. Pfeiffer 
(naoh einem straasb. Ha). Stattg. 1358. 

J. Heier. Geschichte des Streits der straaab 
Dominikaner mit dem Magistrat. 1477 nach 
Str. Urkunden verfasat' Eh mala ms. der 
Stadt-Bibl. Abachrift, Cod dipl. präd. 

RDlman Merewin, ma. : Traktate im Jo- 
hannitermemoriaL 

— 9 Felaen. her. von C. Schmidt. Leipz. 
1869. 

Hnruer, 1. Hiatori von den vier Ketzern Pre- 
digerordena (4 Ketzer). S. 1. et a (1691), 
4d. 

— 3. Narrenbeachwörung (Nb.), Ausg. v. Gö- 
deke Leipj. 1879. 

— 8. Schelmenzunft (Schelm.) Str. a. a. 4». 

— 4. Ein andechtig Badenfart (Bad.). Str., 
1614. 4«. 

— ö. Geachmat (Gcuchm.). Basel, 1619. 40. 

— 6. Virgilii aeneadiache Bücher (Virg.) 
Worms, 1643. 

— 7. Dlenspigel (ü le n 8 p.), her. von Lappen- 
berg. Leipz., 1864, 

— 8. TTebersetzung von Hnttena Schrift vom 
Holz Gayac (Gayac), in Böckinga Ansg. 
V. Hntte'ns Werken, B. 5. 

— 9. Inbtituten (I n a t i t.). Baael, 1619. 4«. 

— 10, Von Luters leren und predigen (Lnth. 
leren). (Str.), 1630. 4<i. 

— 11. An den Adel tentaeher nation (Adel) 
Anag. von Kurz. Zürich, 184B. 

— 12. Ob der Ettnig dsz England eia Ingner aei 
oder der Luther (E S d. v. E n g 1.). Kloster, 
T, 4. 

— 18. Diegatsheilige meBsetc.(Hess|. Lniem, 
1628. 4«. 

— 14. B r i e f e, bei Strebet, Beitr. zur deutsch. 
Lit. 

Mystische Gedichte, aus dem 14 Jh. Ehmals 

ma. der Stadt-Bibl. 
Nachtigall, Psalter. Augsb., 1624. 4» 
Nicolaus von Basel, Leben und ansgew&hlte 

Schriften (Nie v, Bas.i. Wien. 186Ö. (C. 

Schmidt). 



Nfcolane von Bm«I. Oesehiohte der Be- 
kehrung Tauleri (Bek. TauL] Straeab , 
1875 fC. Schmidt). 

— Traktate im Johanniter-Hemorial Ima.l. Der 
Name dea Verfosiers scheint nicht Nioolaus 
von Basel zu sein ; der Bequemlichkeit des 
Citierena wegen habe Ich ihn indeasen bei- 
behalten. Auoh war der nraprün gliche 
Dialekt der Traktat« aiehc der elaäsaiaohe; 
da aber Nioolana von Lanfen aie in diesen 
übersetzt hat, konnte ich sie unbedenklich 

Nicolans von Buel, am 18S6. Schreiber dea 
Johanniter 'Memorials nnd Verfasaer der- 
jenigen Stiidke die sieh auf die Geschidile 
des HaaseB beEiefaen. 

Nlcelaus von Straasbnrg, Predigten in Pfeif- 
fers deutschen Mystikern. Leipz , 1845, B. 1. 

Oberlin, de J. Geilen soriptis germaniois. 
Sir . 1788. 4». 

Oswald. Leutpriester des straseb. Uflnsters, 
16 Jh. Predigt. Hb. germ. 40. 35. Berlin. 

Pauli, Schimpf und Ernst. Stutig., 1866, nach 
der atraaab. Aoig. von 1522, 

Peter von Oengennach, straaab. Dominikaner- 
prior, 16 Jh. Predigt, ehmala strassb. Bibt. 

Pollio, Predig vom glauben (Predig). Str., 
lbS6. 40. 

— Was man sich gegen newen meren halten 
solle. Str., 16^6. ifi. 

R&thselbnch, Wem an Kurtzweil thet zer- 
rindeu. . . Str. s. a., 40. 

Beg. A, B, etc., Copialbücher dea Thomaa- 
atifta. S. Thomas -Archiv. 

Reinmar von Hagenan, Gedichte in r die 
Heidelberger Liederhandeehrift, her. v. Franc 
Pfeiffer. Stntlg., 1844. (Bibl. des lit. Vereins). 

Ringmaon, Cäaar, Juliua der erst rümiach 
Keiser . . . übers von Rin^mann. Str., 
1607. fol 

ScliratbMik, Practica. Str.. 1602. 4". 

SteinhSwel, Aeaop.her. von Oesterley. Töbing., 
1873. iStDttg lit. Verein}. 

1, fltraasb Stadtrecht, dentacher Test bei 
Grandidier. Bist, de l'^liae de Straabonrg. 
1776. 4«. B. a. 

Strobel, Vaterländische Geeehichte des El- 
sasses. Strassb., 1641. 4 B. 

Snppllcation dea Ffarrhers . . . zn S. Thoman. 
Basel, 1624. 40. 

Tanler, Predigten. — «loh habe «wei Ab- 
schriften der Tanlerschen Predigten nach 
den ohmaligen strassb Mas. verfertigt; ich 
eitlere nach der ersten Copie, nach Cod. 
A 89 (B) und Cod. A, 88 (Cj der ehemali- 
gen Johanniter- Bibl. zn Strasaborg. Die 
erste Zahl bei den Citaten ist die Seiten- 
zahl der Copie, die zweite bezeiahnet die 
Predigten nach Cod. A, 89 (B).> (A. d. Verf.) 

S. Thomas Fabrik, Beclmnngen der S Tho- 
mas Fabrik, 16 Jh. Nicht vollständig er- 
halten S. Thom.-Arch. 

Tranmbnch, Auslegung der Träum Danielis. 
Str , 1511. 4*. 

Trubel, demütige Erraanung (Erman.) an 
eine ganlze Christenheit. Str., 1534. 40. 

— Ein christlich Lob iLob) an die statt 
Strassb, 1524. 4«*. 



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Tacherzimft : Die strassb. Taoh«r- uad 

Weberznnft, vob Sclunoller. Str., 187». 4». 
Urkundeabach der Stadt Strassb. |Urk.), her. 

von Wigand. Str., 1S79. 40. 
Varia Alsatitsa, 2 Bände Copien vob Ur- 
kunden aas BtrasBb.Azchiven. Üb. (C.Sohinidt.) 
T«ne. Briefbach., Reime aber den sterbenden 

HeaBoben and über den Nftmen JesQ. Ende 

des 14 Jh.. im Briefbnch. 
VilliDger, Pfrnadaer der atraaBb. Allerheiligen 

Kirche. Predigt, 16 Jh. He. germ. 4o. 35. 

Berlin. 
Tindiciae tfpographicae von Schöpflin. Str. 

1760. 40. 
Weisthflmer, geeammelt von Jakob Grinun. 

OQtlJugen, 1840 n. f. B. 1. 4. 6. 
Wimphsling. Tröstlich Predig Chrysoetomi 

iChrys). überB. von Wimpheling. Str., 1614. 

fol. 
— (Keilers Synodalpredigt (Synod.), übers. 

von Wimpn. Str., 1617. fol. 



Wimpheliiig, Sendbrief des graven J. Picua 

von Mirandel . . . (M i r a n d.). Str. a. a. 4P. 
Winklerprozeaa, bei Eöhrich, Hittheiinngen 

ZOT Geschichte der evang. Kirche des Bl- 

aaaaes. Str., 1656. B. 1. 
Warm ron Geadertheim, Analegaiig der ge- 

BohriffC Jac. S[AaBUg.). Str., 16S4, 40. 

— Balaama Eselin, von dem Bann (B a 1.). 
Str., 1688. 4. 

— Trost KloBtergefangener (TtobI). Str., 
1533. 40. 

Zell, Christliche Verantwortung (V e r a n t w.). 
Str., 1623. *o. 

— CoUation auf die EinßhniDg Ant. Firns 
(Collat.). Str., 16>8, 4°. 

Ziegler, Ein schön büchlin von dem leib 
and blut ChrUti (Büchlin). Str., 1626. 4». 

— Von der waren niessnng leibs n. blnts 
Christi (Niesanng) Str. s. a. i". 

~- EnrtE regiater der Bibel . . . was ab- 
gölterei sei (Register). Str., 1684. 4«. 



II. WÖRTERBÜCHER. 



BeD«^« n. Müller. Hittelhoehdeatsobes Wör- 
terbuch (Ben.) Leipz. 1854. 3 Th. in 4 B 

DasTpodins, Dictionarium tatin o-germanicum. 
Straaab. 1&S7. 

Friscb. Tentaeh-lateiniachea Wörterbuch. 2 
Th. Berlin. 1741. 4». 

GoIljOnomasticon latino-germaniciun. Straasb., 
1620. 

OrafT, Althochdeutscher Sprachschatz. Berlin, 
1834. 7 B. 40. 

Ja«, n. Wilh. Grimm, Dentsches Wörterbuch, 
soweit es erfichienen ist. 1862 S. 

Das kleine Glossar zn Hebel'» allem annischen 
Gedichten, in dessen Werken, 4 B, Earla- 
ruhe, 1848. 



Lexer, Hittelhaohdentsches Hand-. 

wörterbaoh. 3 B i«. 1873 ff. 
Scherz. Glossariam germanionm medii aevi, 

od. Oberlin. Strassb., 1781. fol. 
Sctameller, BayerisoheB Wörterbuch. 4 B. 

StutCg., 1827, und 2, Ausg. Von Fromann. 

Uiinchen, 1872. 2 B. 
Schmid, Schwäbisches Wörterbuch. 3. Ansg. 

Stuttg., 1644. 
Stalder, Versuch eines scbweiKerisohen Idioti- 
kons. Aarau, 1812. 
Wackemagel, Wörterbuch zum altdeutschen 

Lesebach, 4. Ausg. Basel. 1861. 
Ziemann, HJttelbochdeutschea Wörterbuch. 

Quedlinb 1888. 



Disiiizcdüy Google 



DiBiiizcdb, Google 



AoImbb, abwärts, von ab und baai, besser, 
mebr; wie fiirbaBz gebildet. — Zwei Schiffe 
mit möobten an das port klimmen, . . . wur- 
den ein wenig abbtoM gefürt> (pauto inferina). 
Binema&n, CAsar 38 b. 

Abbis. Brnnschwig, Dist. 37 i>. _ «Jiorsns 
diaboli, Abieskrut.' Öersd, 92 b, _ ScabioBa 
pratensis, Teufeltabbiss. Eirscbl. 1^70. 

Abbreche. Lieb tp atze (den Docbt abbrechen). 

— «ÄntiooIiaB kam gen Jhemsalem . . . and 
beraubet den Tempel, fürt hinweg den gal- 
dia Altar, die Liechtstock, die Abbrechen die 
alle gnldin waren* (1 Macc. 1,28), Geiler, 
Axb. bnm. 113 >. — Jange Männer und junge 
Franen „knmmeQ etwann vor den Kremen zn- 
aamen, und bo muss er ir ein Blasbalck kau- 
fen, so kramet sie im ein Abbrechen, die 
Ding machen sie dann off den Ermel, nnd bo 
verstond sie einander was ee bedutet.» Id. 
Bröe. 1,95 b. 

<£manotorinm, Abbrech zum Licht>. Gemma. 
Ebenso Daejpodias. Aach noch bei OoU, 89B : 
cEmunctorinm, Bntzer, AbbretJi'. — Der Qe- 
braach Blasbälge and Lichtputzen anf die 
Aermel za heften, setzt voraus, dass es kleine 
Gegenstände waren, Symbole mit lasoiver Be- 
den ton g. 

Abbrechen. 1. Sich versagen, sich enthal- 
ten. Q«mma genun; abstinere. —»Brechen ab 
ist rechte Kunst». Brant, Thesm. b, Ö >. — 
Ein HÖnch «bncAt im sonst so vil ob, das 
er kein frend noch knrtzwil hab>. Brant, 
Nsch. 101. 

2. Abbruch thnn, entkr&ften. — Der Arzt 
«sähe doch mit der zeit das mich die kranck- 
heit Bchwechet und mir an dem leib (Abraüt*. 
Momer, Gayac. 424. 

Abbmch, Enthalte amkeit. — »Abbrwih, in 
latein abstinentia. > Geiler, Fred. n. L. ^t>. 

— ^Abbruch, als da ein Hensoh nit me isst 
dan im not ist*. Id., Sünden des H. 84 b. 

— <In Elöstem ist Ahbrwih wol nnd orden- 
Uch nffgesetut*. Id., Arbor hnm. 82 b. — 

Zuweilen auch im gewöhnlichen heutigen 
Sinn : < . . . on Schaden und Abbruch got- 
lieber und brüderlicher Liebe*. Geiler, Narr. 



26 ■>. — Etc. — Gemma gemm. : abstinentia, 
Abbreehutig. — *0b aber einer dbbrvchs 
halben sonvachwolt werden«. Momer, Gajac, 
437. — €. . . das die gerillten glieder mit 
abbrwA and abstinentz gelereC weiden.» Ibid. 
440. Etc. — Goil, 550, bat noch : •abstinentia, 
Abbruch'. 

Abbriichlicb, Abbrach thuend, enthaltsam. 
— «Allwegen werdent die erlnchtet welche 
lebent in abbrüiAliehem Lehtttt . Geiler. Selen- 
par. 44 b ; Bilg. 17 &. Btc — < . . . jren Ereu 
abbrüchlKhi Butzer, Neuer. B, 2^. — iseinem 
guten Gerücht abbriUMiiAt. Butzer. Treger 
B, 4». — 'Der warheit abbrQchlich.t Capito, 
Verwarn. B, 3 b. 

Abdewen, verdauen. — <9o hast du abge- 
detoet . . ., bist ernüchtert and anbeschwert 
von der Speise». Geiler, Geistl. Spinn. 0,4 a. Etc. 

Abdringig, so viel wie abtrünnig. Einen 
von etwas abdringen, ihn näthigen davon ab- 
zulassen. — <Es half aa in (den. Aposteln) 
kein pein äff erden, — das sie abdringig 
mi5chtea werden.». Mnrner, Bad , H, Ib. 

Abebilmen, abbrennen. — <Obe ein lant- 
herre. . . das dorf adeMrn«n wolt>. Bläs- 
heira, 14. Jh. Hananer. Constit. 380. — »Su 
weiten das lant gerwe aie&tirn«n>. Eon., 
487. — Wird in einem Dorf ein «Halatzen- 
hus> leer, ao soll man es <afstunt abbümen.> 
15. Jh. Gutleate-Ordn., 139. 

Abeleselg, nachlässig, trag. — <Ich armer 
Sünder so gar undangneroe and abeUisig bin». 
Nie. V. Basel, ms, 

Abeleesikeit, Nachlässigkeit, Yemachläs- 
sigang. — Man soll die Ordnnng halten lone 
nrdrulz und abäestikeiU. Nie. v. Laufen, me. 

AbelUte, zum Tod verurtheilte Verbrecher, 
die als Leute abgethan, als bereits nicht mehr 
ZOT menschlichen Gesellschaft gehörend zo 
betrachten sind. — «Wann man ahtlüU rihten 
wil>, sollen Brüder der 3en Franziskaner- 
Regel sie begleiten. 1473, Alte Oidn., B. 28. 

Abeutbiir, s. AvenVäre. 

Abenthiiren. Bei Geiler habe ich dies Wort 
nur in folgendem, höchst sonderbarem Sinn 
gefunden : deine Eltern 'haben dein Windlen 
ussgeweschen, die da beschissen hast oder 
ge<Aenth&rt, es heisst jetz geboffiert». Emeis 81 b. 

Abentbürer , ObenthUrer , OfentUrer , 
. 1 



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Aeentiurer, einer der aof Abenteuer ausgeht, 
Qberhaupt ein im Lande herumziehender 
UenBchj daher 1. Gaukler — «Es kam ein 
Sprecher, ein Abenthärer einmal uff des Am- 
meiBterB Stuben . . .• Geiler, Ev mit Ussl. 
46 ». — lEiu Pfaff het eins mols ein Eael, 
der was ^rob and kunt kein Vernunft galeren. 
Do sprach ein Ofenthürer . . .. was er im ZD 
Lou wolt geben, bo wolt ei im den Egel leren 
singen». Id., Bilg., 127 ». — «Ein Murraelthier, 
als die Ofentürer und die Bilger etwan uff den 
Achseln haben sitzen, und wo sie hin gont, 
so tragen sie es mit inen>. Ibid. 144 «. ~ lEin 
Abenteurer, der was gar seltzamer schwenk 
und gaacklerei, und kunt nf der Adeln ivol>. 
Humer, ülensp. 31. — <Bs war ein Abentürer, 
ein Gaukelman> . . Pauli 18. — €Ein Oben- 
türer, ein gemachter Schalksnarr>. Ib. 77. — 
QoU hat das Wort gleichfalls noch in diesem 
Sinn, 308; iMimDs, Abettthtierer, der allerlei 
kau nach thun>. 

I 2. Herumreisender Kaufmann, besonders Jn- 
' welenhändter. Im Jahr 1482 ertiess der Strass- 
burger Magistrat eine «Ordnung der Goltamiede 
and Ofentürert, worin unter anderm gesagt 
wird: «es soUent alle Ofmtürer die hie Bor- 
ger oder gesessen sein, weihe dann aemlioh 1 
galdin oder silberin Werk veil habent>, ver- 
bunden sein die Ordnung zu halten. 1466, 
finde ich in Strassburg: Herwart der Oeentürer; 
Cristian der Oeentürer; Margrede, Oventüre- 
«n. Der Ulmer Kaufmann Ott Enland redet 
in seinem Handlungsbnch (Stuttg. 1843, s. 6) | 
znm Jahr 1447 von .Hans Hurscht, der Aben- 
teirer von Straspnrg», der ihm 50 Guldin 
schuldig ist für Paternasl;er. Da solche Lente 
oft falsche Waare verkauften, nimmt Geiler 
das Wort auch für Gleissner, indem er ein 
Wortspiel daraus macht: «Ir Qlissener, ir 
Obenthürer, oben guldin und aber nnden im 
Hertzen inwendig wolfeil nochgiiltig kopferin». 
Post, 3, 102 B; 3, 60»; 2,64b. _ Auch Per- 
sonennamen: Job. Offentärer, Johanniter zu 
Strassburg, gest. 1460; Heinrich Offentürer, 
id , gest 1497. 

3. Ein liederlicher Mensch, der kein Ver- 
trauen verdient. -Die allergelertestea seind 
etwann die allergrösten Buben und gelertesten 
Abenthürert. GeUer, Brös,, I. 87 «. 

4. Quacksalber. •Wurzelgreber und ander 
Abentürer t. Fries 102 ". 

Abenthürig, seltsam, von sonderbaren Wei- 
sen; thöricht. — (Also woltest du gewaltig 
und abenteurig sein». Geiler, Geisti. Spinn., 
L, 6 ", — . Oben thürli che Brieticin schreiben», 
Zeichen irdischer Liebe. Geiler, Baum der 
Sei., 6 a. 

Aberelle, April. Scherz, L 'Aberelk gegen 
den meien — alse wunnekliche strebet». Gottfr. 
v. Str., ], 101. — <Ze mitten Abireüm'. 
1296. Alsatia 18S8, 290. — .In dem monot 
des Abreüen (1S28) blütent die reben». Closener, 
134. — »Noch dem vollen monen des Abreüen- 
gehines' (Friihlingsaeqoiiioctinm). Closener 17. 
— «. . . des AbrUleMchiMS'. Kön, 512. — «Nl 
hSrent von dem Abreüe'. Conr. v. Dank., v. 
117. — «Von Sant Martinstag untz uf anfang 
des Ahreüen'. 1469. Alte Ordn., B 13. 



Aberiaen, s. Bisen. 

Aberkobem, wieder abgewinnen, wieder 
erwerben. Vergl. Erkobem. — «Ist das ye- 
mans eine» anrechtmässig von ihm in Besitz 
genommene 'Almen de aberkoberl ist oder 
würt . . ., wer die anderwerbe begriffet . . ., 
bessert 2i|a ff» 1127. Almendbuch. 

Aberlntz, von lützen, verringern?— »Da- 
mit sie schaffen eigen nutz, ~ gebene dem 
rechten aberlutet. Braut. Layensp. 167 1>. 

Abermal, Zeichen. — <Nun was die Zeit 
da das sie meinten der Messias solt geboren 
sein, wann sie hetten. alle Aberzil und Aber- 
mcU gerechnet». Geiler, Ev. mit Usal., 8 b. 

Muttermal : «Marsilins sehreibt das etwan 
ein Kind ein Mas oder ein Zeichen mit im alf 
Erdreich bringt, und ein Abermal umb etwas 
das der Mutter begegnet was». Ibid, 141^. — 

Heute bei uns jüimoi. 

Aberw«rbe, Anderwerbe, s. Werbe. 

Aberwitz, fem.. Witzlosigkeit, Gedanken- 
schwache. Vocah, opt. 3 : senez decrepitus. 
ein Mann in der Aberwitz. — <Er ist nit 
witzig, es gat in der AberwiU>. Pauli, 810. 
~ <In die Aherwitt gehn». Ibid. ST. 

Aberzeiehen, so viel wie Abermal — 
• Rate du, wie beisst der zan. — uff dem 
all saoh wirt uszhin gan ? — Der zan beisst 
mir das jüngst gericht, — da gott all Sachen 
wol besieht . . , — und ist der zan das aber- 
zeichen». Mumer, Hb. 241. 

Aberzil, 1. Zeichen. <Eb soI ein Äbergü an 
dem Olesslin sein, wie vil du wöUest trinken». 
GeUer, Ev. mit ÜBsl,, 103»; Emeis, 71»; 7 
Scheiden, K 21i. _ .Ein Abereü was da Ja- 
cob weissagt, der Scepter würt nit von Joda 
geniimmen». Id.. Ev. mit TIssl., 8 b, — «Das 
Bind drei Abereü der ein Hensch foren sol, 
der seinen Nächsten recht lieb haben wil.» 
Id,, Pred. u. L. 109 >■. 

2. Mass. .Es solt ein Mensch ein Mass haben 
in Essen und ein Abertü in Trinken; wolan, 
also vi! und nit me. Aber euer Abereü ist bis 
nicht mer im Glass ist». Geiler, Brös., 1, 32 b. 

3. Zweck. <In allem ircm Ratschlag haben 
sie allein das Aberzil, ob es sei für einen 
gemeinen zeitlichen Nutz». Geiler, Höllisch 
Low, A, 7 b. 

AbeschüreD, Abeg«Bchüren, abBchenem. 
— .... das sü ahegeadt&rtent den rast». 
Tauler, 111 (i2). 

Abesin. 1. abgethan, aufgehoben sein, 
nicht mehr sein. Scherz, 9. — «Alle die 
atzunge die si mitenander hant gibebit und 
alle die anspräche . , , boI abesim. Schlicht- 
ung eines Streites zwischen den Herren von 
Andlau und den von Bergheim, 1300. Als. 
dipl. B. 2, 74. ~ .Unde süllent ouch alle die 
b riefe abe»in und tot, die die weher von 
Strazburg uzgesant hant». 1348. Tucherzimft, 
4. — «Daz sol hinnanvurder oSsim. 1386. 
Heiml. Buch, P 68. — «Wann ich von toda 
Wegen abgangen . . . bin, so soll dise bered- 
ung gänzlich äbsä,n.* 1403. Als. dipl., 2, Sil. 

2. Einer Sache absein, ihr entledigt sein. — 
Das fröhliche Leben gefiel mir nicht, .iob 
were sin alles lieber abegeHn. Nie. v. Basel, ISß, 

Abeelahen, Abeslagea. Scherz, 8. 



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1, Im Preis abschlagen, wohlfeiler werdai. 

— «Wenne Korn nndervilen abtilüg in einer 
erneu . . ., so alOg es in dem jore wider af.> 
E»n., 489. 

2. AbkÜTzeB, act. weglassen. — <N& t&ut 
die pfaffen also in der vasten, so lesen wir 
Bo vil der psalmen nnd vil wiaen ; z& ostern 
so atahmt wir alt nnd lesent denne eine lange 
wile drie psalmen, ein antiphone nnd ein coi- 
lecte ; nne so hochgezil knmmet. so slakent 
wir abe nnaer fröwen zit nnd preoee.) Tanler, 
184 (33). 

AMstossei, absetzen. ~ «Darzft woltent 
sS in abalosten nnd einen andern honbetman 
machen». Eon, 381. — <Donocb glie»tmt die 
Kömer disen Qregorium abe nnd macbtent 
«inen andern hobest > Ibid , 5&1. 

Abetragen. schlichten. Seherz, 9. — Zn- 
sebn, lobe sü die sache zwüschent beden 
{HUthen tOegetragm knndent>. 1430. Tncher- 
znnft, 4L. 

Abewendlg, adv. abwärts. — <Einkint. . . 
das was abevxndig des nabeis also zwei men- 
schen». Kon.. 521. 

Abfeim, Absohanm. Teim, Schaum, Ben., 
3^17. — •Pluto, aller Scbalkheit abfeynf 
Adelphne, Hörin 56 ^. 

Abflnantzen, durch Betmg ein Einkommen 
von Beiner Bestimmung abwenden. S. FinaniM. 

— Man soll die kirchlichen Einkünfte <wide' . 
mmb dabin lassen reichen, dannenhär sie , 
abgtfinantet sind». Zell, S. 3 b. | 

AbgeBcheidener, Pharisäer. — iDie die | 
fnmemsten waren nnd aller geistlicheston j 
ander dem Tolck, von welchem Voick sie ! 
ftbgesoheiden waren, wie jetz Klosterleut . . ., ■ 
die do hattent besnndere Handlungen und Oe- 1 
feit . . ., dannen her sie erlangt haben das . 
sie Messen . . , Pharisei, die Abgeteheidenen.* . 
Geiler, Post. 3, 1(B ». Etc. Etc. — .... die 
AAgeMchaidat — ander den Juden, Christen, 
Haiden, — als Pharisei, Philosophi . . .» Brant, 
Layensp. C, 5 b — 'Bio SchrifCgelehrten nnd 
Mtgescheidenttf. Brunfels, Anstoss, 3 1>. 

Abgötterer, der Abgötterei treibt. — <Ich 
wölt gern hören sagen, wa grösser abgötterer 
weren, dann yetz nnd ein lange zeit her in der '■- 
Christenheit eeind>. Wurm, Balaam, b, 3 ^. i 

Abgrunde, Aptgrnnt, Abgrunt, neutr., ' 
der Abgrund. — Das Sohiff sank >als in das , 
apgrandt'. Gottfr. v. Str., 1, 36. — «Ir 
tief abgrunde ist ane gTunt>. Ibid. %, 107. | 

— • . . . Cebergefürt in daz tieffe abegntndf. ' 
Tauler. 43 (8). — «Alle myn sündt . . . würff 
ich in das ähgrundt diner barmhertzikeit.» 
Gebete, 16 Jh. — <S. Augustinus spricht, 
das die sele habe in ir ein verborgen appet- 1 
gntnäe*. Taoler, 90 (18), nach cod. 89; Ab-' 
grundt, cod. 88. ~ «... In dem göttligen I 
grandelosen aptgrunde do alle ding inne be- 1 
halten aint>. Merswin, ms. — <Der aptgnat- 
delrM« gmnt der gotheit.> Ibid. 

Abgründig, AbgrOntlich. — «Das abgrun- 
dig vinstemiBse.* Tauler, 226 (39). — • . . . 
mit einre wilden aptgründUehtn nubegriffen- 
lioben stimme.» B. Herswin, ms. 

Abb«lnlsch, niobt daheim, abwesend. — 

— <Icb, i]U«tMMh mit meinem leib, aber 



I gegenwirtig in dem geist>. Unrner, Adet, 
H, 4 a. 

Abhänfttg, das man abkaufen oder von dem 
man sich loskaufen kann. — 'Hit keinem 
gelt abkeuffig ist der eelioh stat der Priester.» 
Zell, X, 3 >. 

Abker, Abkebrung — «Die Uenschen . . . 
die einen gantzen starcken warbaften Abker 
thnnd von allen irdischen Dingen*. Geiler. 
Selenp. 46». Etc. 

Abkriimraen, daroh krümmen, biegen, einen 
Gegenstand von einem andern lostrennen. 
j (Eher von Krimmen, mit den Klauen fassen, 
wie Eaubvögel. zerreisen). — «Sie seiad nit 
äbgekriimt gewesen von der Regel deiner 
Gebot.» Geiler, Pred. u. L. SSI». — «Also ist 
mein mensohlicher Will verknüpft nnd ange- 
bunden dem göttlichen Willen, das er sich 
nit mag abgtkrynunen von dem gättUchen.» 
I Id.. Post., 2, 48 i. 

I Abkamen, Aknmln, adj., herabgekommen, 
herabgefallen. — iln dem walt hant die 
hhber reht, . . . wunne und weide und ab' 
kumm holz». Bergheim 1H69. Weisth., 4, 
I 34Ö. — Die Huber von Suudbofeu können im 
I Wald memmen äkumin holz geschnejdetes*. 
' Weisth., 4, 154. S. Schneiden. 

Ablappen, schlaff herunterhängen. — 'Wie 
' do sind an sant martinstag — umb den kamp 
. die feiszten cappen, — so der rot kamp thnt 
I ablappen*. Murner, 4 Ketzer, C, 7 ». 
I Ablassang, Unterlasaong. — <Ablo»mng 
I guter werck.» Brant, Nsoh, 102. 
I Ablaufen, durch Laufen einholen nnd 
! wieder entreiasen. — Einer >der, von den ftn- 
' den gefangen, wider inen abgdoffen wurdL» 
I Murner, Justit. 14 ■. 

I Ablegig, müd. schwach. SchmeUer 1, 1438. 
! — 'Die armen onderthonen, ... in jn selbs 
dbkgig, erschlagen and kraftlos werden.» 
Wimpf., Chrysost. 18 ». 

Abnehmen, schlachten. — <Es fugt sich das 
er (ein Priester! ein Ferlin hei äbgenufMn* 
Pauli 164 — «Küe nnd Kelber abnemmen*. 
Brunfels, Zehnden, b, 1 *>. 

Abpfetzeu. — «Der Teulfel hatt sich auch 
nnterstanden den Keymen abtupfetten durch 
Pharaonem». Geiler, Sünden des St., 45 >. 

Abrataemisch , Abrahemacta , hebräisch. 
Scherz, 47. — Wir haben den Brief «hern Jo- 
hanse. obe daz er in iu oiroAcnMoAer spräche 
knnde gelesen». Klo. v. Basel, 334. — Die Ju- 
den, die 'die Bibel mabtent von a^rnAamwcA in 
kriesche spräche». Kön., 313. — «S. Hieronym* 
mähte die bibel. . . von dbraheMtchzh latine». 
Ibid., 521. — fEbrehemeBche spräche.» Ibid., 
236. 341. — .Du küntest vielerlei Sprachen, 
Latin, Welsch, Kriechisob. Engelsch, Abra- 
hemgdi, Tütsch, was weiss ich, wie sie alle 
heissen.. Geiler, Bröe. 2, 29 b. _ .Effata, das 
ist ein <Uirahaai»ch Wort.» Id., Ev. mit 
üssl. 184 1. Etc. — .Noch bet sie dennocht 
alle zit, — ungefar wie es sich git, — oiro- 
hemach, ttitsch und latin, — das mag mir wol 
ein betrin sin!» Hamei, Mb. 46. 

Abscbalteu, abstossen. — Sie hatten vil 
Aibeit .wie sie mit rudern und mit Stangen 
ir schiff abechiellen* . Moiner. Virg, 0, 3 b, 



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Abschatteo, Auadmek äei Haler, tma. 
ombrer. — «Die Maler wigaen das wol, nnd 
ist eia häbsche Knaat abstAatten oiei abietitH, 
weisE setzet man mit echwaTtEem ab.> Geiler, 
BrÖB. 2, 76 b. 

Abschelmen, dareh Schelmerei abdringen 
oder entwenden. — «So gibt sie es wider nff 
der Btatt — was sie toi abgadi^inet hat*. 
Homer, Oenchm., i, 3". — »Ist es nit er- 
Ucher einen Edelman, er übe sich in den 
Bachen eeines Herren, von dem er seine Lehen 
bat, weder das er im das Lehen a&KAetowf« ?> 
Zell, S, 4 b. 

Abschenlg, verabschent. — «Die Inatliche 
Hnrerei bo angenem, so gewon, bo hoch ge- 
liebt iBt, nnd die räche Erharfceit so gantz 
hessig nnd absehevng'. Snpplic B, 4>. 

Abacheonng, Abschühung, Äbsoheo. — 
«Sobald die Sei nss dem Leib ktimt, ist der 
Leib jederman ein AbKhmung>. Geiler, Schiff 
der Pen. 133 a. — Manche sagen, wenn in 
den Kirchen keine Bilder sind, «so ist ein 
Abschühung'. Ziegler, Register a, 3 ^. — tAb- 
tthemuM aller ungöttlichen Ding>. Bntzer, 
Neuer. P, 3 b. — «Die Ding waren inen ein 
AJbedtähung und kein Bere>. Wimph., Chry- 

BOflt, 16». 

Abschiffem, sich in kleine Splitter zer- 
theilen. Schifer, Splitter, Schmeller S, 88ö ; 
strassb. SchifFterle. — «Ist es Tiriasis (Art Aus- 
satz), so ist die Hut weich nnd schiffert sich 
ab'. Fries, 183 >>. 

Abachneid der Ehre, Verlänmdnng. — 
■Hinderred, Ab»ehnid der ere, verroten, und 
derglichen mer>. Brant, Nseh. 97. 

Abechrot, das was von einer, von einem 
Fälscher beschrotenen Münze abfallt. 1332. 
üik. 2, 246. 

AbBtriuken, entziehen, verweigern. Schmel- 
ler 2, 809. — «Den böszwilligen wiasen wir 
keins andern wegs krefftiger abeuttricken 
nrsach das wert des Herrn . . zd lestem». 
Entzer, Neuer. C, 3 ». — Wer will mag mich 
widerlegen, «ich wil es niemant abgtstriekt 
haben». Capito, Pfaffheit, a, 6 b. — «Sund die 
gnad nit obitriekt*. Capito. Treger, H, 2 b. — , 
«Es wil die Not erheischen, gesagter Warheit ( 
ir Beschirmung nit abeuttritken' . Ibid., F., ' 
8 '. — Die Bettelmöncbe sind gewöhnt «den 
Armen und Eungerigen ir nötig Cffenthalt 
vor dem Hundt abzustricken*. Ibid., K, 3«. 

Abttafln, 1. Abschaffen, aufheben — «...das 

San die kirchweihungen abdieg, dnncbt mich 
t gut . . ., den man miest snnat alle kirchen 
abtbun>. Hnmer, Adel, J, 2>. — Lnther will 
•das der bapst . . . etiich klöster abdieg. 
Ibid., G. 1 «. 

2. tödten, hinrichten. — Turnus überlegt 
«ob er sich tödteC Bchelligliob, — mit eignem 
Bchwert abthet gelich.» Mnmer, Virg. i. 7ti. 
— < Bei dieser Zeit in groBsen Stetten die 
(Agethonen üebelthäter, es sei mit dem Schwert 
oder mit dem Strick, den Aerzten zugelas- 
sen werden.» Fries, 32 1>. 

Abtllgen, vernichten — «Die Pen so ein 
Mensch leidet in dem Kampf . . . abtUget die 
Pen die er verwürcket in den täglichen Sün- 
den». Geiler, Irrig Schaf, C, 1 b. — Solche, die 



ihre SSnden erkennen, «aber dieselben nit 
abtäcken*. Id., Dreieck. Spiegel, Aa 8». 
Etc. — «Hie were wol zn predigen wider 
etliche Thomherren, die do nnderstond abee- 
tilgen das ampt der Predig >. Id., Pater 
noster, Q, 6 >. — «Noch blibt der argwon hie, 

— das mancher in abdUdcet iiie.> Hnmer, 
Nb. 192. — «Und gehst dn achon vier tUBond 

ffund, — noch diUkst nit ab denselben f^d.> 
bid.. 247. — «Assnems wolt allen judschen 
standt ~ (AdHeken in dem gantzen land.» 
Mnmer, Genehm, c, 4 i^. — < ... das wir ab- 
tiicken als behend — waB wir noch von deui 
manne hand>. Id., Tirg., M, 6 ». — Ein Ty- 
rann, der «das gsatz abUtget nnd umbkert*. 
Ibid., T. 4 ». ~- «Der Papst, den sie abdUetea 
andersten». Mnmer, Lath. Narr, 84. — Etc. 

Abtreib«», abschaffen. — «Wammb wir 
die Feyrtag abtreiben ... Ob jemant sogen 
wolt, man tribe die aberglanben ob.* BntEer. 
Neuer. N, 1 «, 2 ». 

Abtrewen, Abtreutoen, Abträwea, Abdrauen. 
abdrohen, durch Drohung emressen. — «Es 
sei dan das sie . . . ein Widerker thund 
denen den sie das ir, wider Got, Ber und 
Recht, abgelTöwet haben . . . was man also 
tdilröwet, das ist man schuldig Widerkemng 
ze thun>. Geiler, Sünden des M. 68 b. — 
Brant, Nsob. 169 ». — «Gelt abtrtuien: Pauli 
34. — «Den Annen den Zehnden eAdrawen*. 
Bmnfels, Zehnden c. I b, 

Abtrümlich, tAtrümiing, abtrünnig. — «Der 
Ordensmensch der nnkÜEch ist, der apostatiert 
und wärt abtrOmlich von seinem Orden.. Gei- 
ler, Brös. 2, 9 b. — .Ein Abtrümlieher, apos- 
tata, ist ein unnütz man>. Ibid. — Die Juden 
«waren abtrünnig ; als ein Frau abtrümling 
würt von irem mann, warent sie tAtrümling 
worden von Gott». Geiler, Ev. mit Uasl. 44». 

— «0 ir Abtrünüigen, wammb hassen ir das 
Paner, das Crütz Christi ?* Brant, Nach. 
208 b. — .Spricht Saiomon : ein AbtrOmiicher 
gat, het das Mul offen, winckt mit den Au- 
gen (Prov. 6, 12. 18). Ibid., 87«. 

Käme abtri^lig nur einmal vor, bo könnte 
es ein Dmckfehler für abtrünnig sein, dessen 
e und da Geiler bedient. Es erscheint 
aber mehrmals, woraus man schliessen dar^ 
dass es ein eigenes, in unsem Gegenden 
übliches Wort war. Grimm's Wörterbuch bat 
es nicht. Ist es nicht ein verschriebenes ab- 
trünnig, so mitss ea auch eine andere Wurzel 
haben als trennen; man kann an truinin den- 
ken, Stück einea «erbrochenen Ganzen, be- 
Bonders Endstück ; oder noch eher an trv- 
meln, taumeln, sich drehen (Schmeller 1,491); 
' ~ ~ sich taumelnd von etwas los- 



Abwesen, nentr. Abwesenheit. — «Umb 
Abwams willen des Eerren>. Geiler, Post. 
3, 8 b. — «Reden von den Bresten der Men- 
schen in irem Abwetert». Id., Brös. 1,68«; 
Sünden dea M. 46 b; Etc. — Er hofft daas 
«das groBz geschrei von im zn Bern ... in 
Beim abtacsen würd bedeckt». Mnmer, 4 Ketzer. 
L, 6 «■. — «... von wegen der versumniBz 
oder abtoeeens der herren*. Id., Instit. 36 b, 
— Etc. — « . . . durch langea Abtotsen eines 



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EefBeT8>. Adelphus, Barb. 11 >. — <In deim 
Abioesm . . . * Fries 64 b. 

Abwiohtig, abweichend. — Ich vertrftae 
daas ich inie der m&SBen gehandelt hftb. oder 
dem rechten abwichigt, dasB ich sollte ver- 
folet werden. Uurner. Briefe, 67. 

Äcb, Kcb, Abe, Ebe, Ohe, CoUeotiv-End- 
ang an HtLaptwörtem ; Banrnnamen ange- 
hängt, bedeutet es ein Gehölz. — «Das 
Büchedi; Epfig 1370; •BStAehe, Eraolsheim 
1361. — «Das Eichdie*, GeispolsheimlS. Jh.; 
*£i'cAcA£>, WeBthoffea 1263; das Dorf tEich- 
tAe>' später Eichhoffen. — <Das Erlohe>, 
Olwisheim 1381 ; 'Erlehe*, DIwickerBbeim 
13fii. — <DaB Espohe: Snizbad 1323. — 
Dwnehe, Spreitehe, Wügehe, B. diese Artikel. 

Acbeel, Schalter. S. am'.h Ahsä. — «Die 
Fügen der A(^eUnt. Oersd. 1 1>. — < . . . go vil 
als ein jeder anff der Aeheün tragen möcbti. 
Adelphas, Barb. 28 &. — «Falsch Iflt, die za 
beiden Achatien kännea Wasser trageii>. Pauli 
286. — <Ich will geben den Schlässel des 
haoses David über aein Achtel'. (Jes. 22,23). 
Wann, Balaam, b, 4 a. 

Acht, Abte, ein von einem Landeigenthä- 
mer für sich vorbebaltenes Grandstttck, freies 
Eigentham. — »Ein frumer par in siner Acht, 

— derselbe ist aller eren wert — wer sieh 
von »im buwen nert«. Marner, Nb. 225. 

Aechten. in die Acht oder den Bann er- 
klären. — Narren die sich lassen ^echten, 
verlüten und verbaunem Brant, Nsoh. 70. 

Aecht«r, geächteter. — «Die Aeehter . . . 
so von der statt und borckban verachtet we- 
rent.. Brant, Bisch. Wilh. 263. 

Achtet, achtelt, der achte Tag, Octave — 
<S. Dorothea, deren Achtet hüt ist>. Geiler, 
BrÖs. 2, 33 b. 

Ackerguig. I. Ackerbau. — Sie fingen an 
•sieh mit ackergang besacheo> Mnmer, Yirg., 
H, 1 b, — Qalesns hatte «des ackergang» ge- 
flossen sich». Ibid., y, 7 b. — Die Juden ha- 
ben 40 Jahr «in der wästin on Aekergang 
und on seyen gelebt». Wimph, Chrys. 14 b. 

— «Die arbeit des Aekerqangs». Kingmano, 
Caesar, 2 a. 

2. Ackergnt. — Christus kam *z& einem 
MeigerhofF oder Ackerhoff, oder zu einem 
tinltgnt üAei Adsergang.t Geiler, Post, 3,69 >>. 

Ackerlenge, Laogseite eines Ackers. — 
Graf Gottfried kam »zwo Ackerlenge oder ein 
wenig fürbaa von der stat > Closener, 79. 
Strecke von der Länge zweier Acker. — «In 
der Aekerlenge* , Feldname Dingsheim, 15 Jh. 

Ackergarre, geringes, zum Ackerbau ge- 
brauchtes Pferd (S. Gurre). — «Wan man 
üch {die Advokaten) mahnt, so thut ir schnur- 
ren, — gleich wie die geilen oakergurren' . 
Brant, Epigr. Zamcke XXX TU. 

Ackern, das Feld bauen, pflügen. — <Den 
hab ich für ein pferd geschetzt, das tag nnd 
nacht nun ackert do>. Mumer, Nb. 164. — 
«Ja wann Troi nit schon wer hin, — und 
Priamus reich als sampt zerstört, — ich hets 
geackert und geert». Id., Yirg, L. 7 b. — 
Wenn «der buer laufßi von dem pflüg. — so 
geschehe dem ackern nit genug». Id., Luth. 
Narr S6. 



Ackes, Axt. Scherz, Ib. — Die Förster von 
Haslach sollen dem Vogt bringen «vier Ackesen, 
den ir oren gantz si>it>. 1336. Weisth., B. 1, 
700. — Der Förster von Wiedensohlen «sol 
bringen ein •Aekti'. 1364. Weisth., 4, 159. 
~~ «Mit der AcJl^s holtzen». 14 Jh. Ammer- 
Echwibr. Hanauer, Constit., 347, — «Do kum- 
met der tüM am ende mit einer ackes und 
sieht einen slag dardnrch». Tauler 69 (13). «Zar 
Aekes'. Strassb. Hausname, 12ä7. 

Adamas, Adamanl. Adamaat, Diamant. 
Scherz, 16. — Maria ist «der stäfen tQgent 
ein adamas>. Gottfr. v, Str., 2, 104. — Bin 
Goldschmied der «einen berillen, der eime 
Adamaate gelich ist, in golt verwireket». der 
bessert 80 seh. 1390. Goldachm. zunft, T — 
•Die adamaat hant oraft nod art, — wer af 
erden nie geträw wart, — der sie hat. der 
mag getrüw sin>. Altswert, 43. — «Der ada- 
mant mag kum von dorn hamerschlag zer- 
brochen werden». Wimph, Chrys. 14b. 

Bei Geiler bedeutet es Magnet. — «Verbring 
dein Werck in Senfte, so wiirt man dich lieb 
gewinnen über den ziehenden Adamanten; wie 
der AdamatU Isen an sich zücht, also senfte 
die Hertzea der Menschen». Geiler, Arb. hnm. 
74 b. 

AdeUr, S. Ar. 

Adelung. Veredlang. — «Die erst Ursacb 
ist der Adelung halb, wann die QelUbd gibt 
den Wercker die aus ir geschehen ein hohem 
Adel dann sie snnst betten*. Geiler, Pred. u. 
L. Böb. 

Aderlässin, Aderlasz. S. auch Leite. — 
«Nutzbarkeit der Aderietrin*. Fries 74 b. — 
<NechsCvergangnerZeitdeBiarsM.CCCCXVin, 
da die grosz Aderl&tein was under guten ge- 
I seilen am abent und tag Valentini zu fast- 
! nacht, da die narren Kirchweihnng hieltend, 
der bach vol bluts schwam, gleich als uff saut 
Steffans tag vor den Schmitten. Doch so was 
es mir und andern artieten ein gut blutver- 
giessen, wan uff dieselbig zeit mer dan tan- 
sent menschen davon kranck worden seind>. 
Fries 167 a. — Hatte 1518 zu Strassburg wirk- 
lich ein so ausgedehntes Aderlässen statt ge> 
funden, vielleicht wegen der in diesem Jahr 
zuerst hier auftretenden Syphilis? Oder redet 
der, zur Ironie geneigte Fries von einer gross- 
artigeu Schlägerei? Von einer solchen weiss 
aber unsere Gesohichte nichts. 

Aedem, enervare, nervös eximere, ab- 
schwächen; bei Geiler aber gewiss in anderm 
Sinn. — «Der eins edert, es kund nit wissen 
oder gesagen was im wer oder gebrest». 
Geiler, Bilg 62 b, — Fig. «Es ist auch wider 
die da 10 oder 30 allegationes und canones 
her künnen sagen nnd so vil quaestiones, nnd 
de^ sie edert, so kiinntensie nit die 10 gebott 
Gottes erzalen», Geiler, Bros. 1, 19 a. — Pei- 
nigen. «Man hatts (die Märtyrer) geedert und 
gehangen». Mumer, Bad. H, 1 b. — Luther 
sagt : «du must (Mumer) selb geedert werden». 
Mnmer, Luther. Narr 115. 

Scherz, 274, leitet das Wort unrichtig von 
Etter, Zaun, ab und erklärt es durch : in den 
Zaun, in die Enge treiben. Enervare gibt 
keinen Sinn; ohne Zweifel heisst es bei Geiler 



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den Pnls fiiMeii, «as zu beiden Stilen passt. j — Die AaiBäteigen Bollen keinen L&rm m»- 
«Äedeni, knsserst nSthigren, tfimgent. Sciunid, chen <a^i(«rtagezit>. Ibid. 153. —DieAerzteder 
Schwab. Wort. 10. ' Stadt sollen keine Aasi&Uigen behandeln 

Aventfir«, Abenlhfir, Ofeiittire, 1. Aben- , •a/t«r dem soliche penonen venndiet siatt. 
tener. Scherz 64. 1166. — Tristan •dnnbte in Ibid. 316. 

vil töre, — dasz er ere nnd aventüre — von ir [ 2. hinten (im folg', die Nordseite). — Der 
genaden häte>. Oottfr. v. Str., 1, 2b9- Etc. Abt von Lutzel soll die Kirche von Lutt«r- 
— iBittere and junge löte, die dnrch frnmkeit ; bach «decken after, die barger vor, d«i Kil- 
nnd ofentüre furent in fröniede Iant>. E3n. cherre den chor>. Iri Jh. Weisth., 4, 105. 
388, am Tapferkeit tind Abenteuer willen 3. afttr Lattde, aoi dem Lande. — Sliaas- 

3. Etwas auf Abenteuer thun, Sehmeller, I, burger Handwerker stifteten eine BrüderBchaft 
13: <abentenern, span. nnd ital. aventnrare | von Oeisslem, <die mit ttfter Limde fnrent». 
anfB Geradewohl versnchen, riskiretii; vergl. \ Clos,, 119. — «Er verzerte z6 vil g&tee after 
s'aventurer, ä I'aventure. ÄfentiiT ist daher I lamJr eu farende». Eon,, 859. 
wohl im Sinn von Versuch zd nehmen. Ter- 4. AfUr der Stat, in der Stadt bernm. — 
sncb in einer mehr oder weniger geheimen «Die jnngen manne lietfent after der etat>, 
Kunst. — «so dürfft ich uffObmteur die sach um Nahrung zu Sachen. Kon , 345. 
mit jm beston>. Zell, E, i**. — Die Brüder b. after wege, afterwegen, hin und her, auf 
Heilmann baten Qutenberg «sie alle sin KUnste den Wegen bernm — «Die jnngen man die 
nnd Afentür zft leren>. 1480. Vind. typ., do- . afler wege lieffent nnd spise roabetent'. Kön., 
cum., p. 2S. 1 345. — Die Aussätzigen, «süllent niergent 

3. Schwank, Oaukelwerk. Die Oanekler «sein after teege gohn>. Gntl. Ordn,, 155. — «Leg 
gern bei den Fürsten, uff den Stuben, da sie dir dein Sun oder ein ander lieber Freund 
ir Abenthür treiben». Geiler, Bros. 1, 40''. — gefangen, du lieffest afterwegen im za helfen, 
«. . . ein Obenthür, — die ich dan weisz, ist gut denn zn dem Ammeister, denn zu dem Schnlt- 
dorför — das im die wunden Mseh helibt». heissen, dennzudemGericht>.Qeiler,HasimPf., 
Murner, 4 Ketzer, O, Sti. — «Nun hetien sie i 2 k — «Frag das Ang was es afterwegen 
zwo obenthür — da mit sie kummen seind . hab gehabt zu blitzen dis nnd dis zu seben>. 
herfnr>. Ibid., G, 4 >, — «...das er seit Id.. Baum der Sei., 38«. 

etwas abentüer und gancklerei treiben». Hut- Aftermontag, Dienstag. — «Die Schweben 
ner, ülensp. 17. — Etc. — «Ein Priester kam sprechen im Aftermontag, und wir sprechen 
von Sinnen nnd treib vil .itienlAü«r> (seltsames Zinstag». Geiler, Post. 3, 103 ^ : Fred. u. L., 
Zeug). Pauli 338. Sl i. Zur Zeit Qeilers war demnach das 

4. Laune. <Jetz so macht es ein jeder . . . Wort in Strassbnrg noch nicht sehr gebränch- 
Wie er wil nnd wie es seiner AbenthUr am lieh ; es wurde es aber später, denn Ooll, 
füglichsten ist». Geiler, Brös. 2, 73 ■. | 35. hat : «Dies martis, Zinstag, AftertnorUag* ■ 

Aefem, wiederholen. S. auch evem. — «Mit Afterschlag. 1. Scherz, 20, meint irrig es 
solchem . . . ernst redt der prophet disz wort, i sei das nemliche wie Windfall; das richtige 
das ers noch einmal äfert: Wurm, Trost, I ist von Oberlin beigefugt; tenniora arboris 
50 *>. ' eaesae Begmina, Afterechia^ ist das was naeh 

Affeht. affehtig, affenmäBsig, thöricht. — , dem Baumschlag übrigbleibt, Aeste von ge- 
•Tumbe (^ffehti lüti». Tanler, 137 (36). — «So ' Rillten Bäumen. — Haut einer Bauholz, so 
sint es alles agehlige bilde». Ibid., 148 (27). | soll er «die AffUrtlagen lassen ligen, die m't 

Affenheit.ThoTheit. Scherz, 19. — Ihr «gont 'gflt z* verbnwen eint». Bischweiler 1458. 
mit blintheit und mit affenheit umbe». Tauier. Hanauer Constit., 885. — «Die Afterslage> des 
198 (35). ~ <ajr<mAM'l und knrtzewile». Ibid., Waldes von Hugesgerüie gehören dem Meier. 
134 (34). — Sie bauen «grosse hüser und mo- , 1379. Bist de S. Thomas, p. 328. — «Was 
lent die mit affenheitt. Ibid., 144 (S7). — | Afterichieg die huber im holtz machen, mag 
LasBt «die doren ir narrenspil triben nnd irre i der meier dannen füren», Oberentzen, 1461. 
affetiheit pflegen». Clans v. Blov. 1 Weisth., 4, 133. — Die Förster von Münster 

AfTiilter, Apfolter, Affalter, meist fem., sollen «nemen S ffider afteraehlagen alle jor». 



Apfelbaum. Scherz 19. — «Ein Garten 
ApfoUem und reben». Strassb , 1379. — «Zu 
der Apfolter, Affdter,' Feldname, 18 Jh. — 
StrBBfib. Hausname, 1330. — Man boH im 
Wald von Lohr weder «grfin eichinholz, 
noch buchen, bierbonmin noch affaiter hon- 
wen». 15 Jh. Weisth., 6, 490. ~ «Zur roten 
AffoUer* Bncbsweiler 1300. — «Znr zaraeu 
j^olter». Gambsheim 1341. — «Zh Siiseling 
aßoiter>. Sultzbach 1319. — «Von der süsBen 
Affalter risent süsse epfel,. Eis. Pred., 1, 244, 
— «Wilde Affoiterbäume*. Brunschwig, Dist. 
34 b. 



1839. Als dipl., 2, 165, — •TÄ% Afteräage* 
Lutterbach gehören dem Fürster. 15 Jh. 
Weisth.. 4, 106. — (Man sol ooch die wellen 
die man nennet AffteraUge oder estwellen 
(von Ästen) nit höher geben dann ein hun- 
dert nmb 4 seh.» 1468. Strassb, Holzmarkt — 
Ordn., Alte Ordn. B. 13. 

2 Eückschlag, Nachweh. — «Wenn einer 
schon gesunt würt, so hat er Nochwehen, 
Aftenchleg. nnd die gond im weiss ich wie 
lang noch.» Geiler, Post. 3, 55», — «Wann 
nun die Sund hinweg kumpt, so bistu den- 
nocht nit gantz ledig, dn hast noch Neigon- 



Aft«r, engl, after, 1. Nach, Scherz, 19. 21, , gen zu den Sunden, das ich habitns nenn, das 
— Die Dienerinnen des Gntlentehauees «sül- 1 seind AfteneUeg and Naohwe». Id„ Ev, mit 
lent warnemmen das kein siech man a/ter ! CebI., 136 b. - «£s bleiben auch nodi im 
rehte zit> dranssen bleibe. GutI, Ordn., 181. | Menschen die Nachwewen, Nachleibeten oder 



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Jfttnehleg, die in Latin genant werden reli- [ 
qniae päcoatoriim>. Id., Bschengr,, A, 6 a. 

Agel, £ge1, Ägele, Spren. — lEnmm dar- 
naoti and zähe ein festuctun, ein A^el übe 
meiaem Aug>. Geiler, Ev. mit Ussl. 114b; . 
128 b. - cHolz brinnet lang, Henw kiirtzer, 
AgUa noch kürtzer». Id.. BrBa. 2, 32 b, — ; 
«Die Omeisen aamlen Holte, Hewblnmen nnd 
EgeUni. Id., Emeis 81 b. — «Brnder hab 
acht, ich seh an dir ~ ein Aeglin. die misz- . 
fallet niiT>. Biant, Nsch. 24. — Ein Gouch ! 
soll der Qenchin «die Aglin dez dem geren i 
schfitten» (die Spren der Kunkel). Hurner, j 
Genehm, e, 4 >. I 

Agelei, Aquilegia vulgaris. — tAgUig-, 
aqtiileia*. Gersd, 89 >>. — tAgleienviasaert. 1 
Bmnschwig, Dist. 96 a. 

Agetster, Ageleleter, BgeUter, EUler. ; 
Scherz, 21, — tjgeleisterberg', 13. Jh. — j 
.J55^te(er6*r?., 1301. Qertweiler. - <Gämter-\ 
aoffen oder Krejenangen* (Hühneraugen). I 
Bmnschwig, Dist. 28 b. 

Aegen, Agent, Spren. — <Nun hett ich im i 
Willen ich möcht den Flachs gehächelt nnd | 
die Klotz nnd die Aegnen daraasB geschüttelt : 
haben>. Geiler, Geiatl. Spinn. L 6 b. — <Da | 
GleiEsner, was stheet du ein Aegen ... in ; 
eim Ange deines NechBten?> Id., 7 Scheiden Ii 
Ib. — Mnrner, Genehm, c, 4 ». | 

AgMteJn, Angeittein, Agatein. Scherz, Sl. 
1. Magnet. -~ «Also zoch Bi gedanken . . ., 
— als der Ageitein die banken — mit der 
Sirenen sänge t5t>. Gottfr. v. Str., ], 113, nach 
einer alten Sage dass der Hagnet die Schiffe 
anzieht. — »Eehte als der AgegUin, der zühet 
noch Ime das isen>. Taaler, 69 (14). — <Zum 
Ägesteint. Strassb. Eansname, 1362. — <Ouch ' 
Bol ein jeder gonch die gencbin als ein Ag- 1 
stein IttSBen ziehen>. Humer, Geach. f, I b. — I 
•Agatein zücht nit Bo hefftig an, ~^ als so ein : 
wib wol locken kan». Ibid , h, 1 b. — .Der 
Xagnet (zieht) das eiBen, der Agstein die 
halmen». Adelphns. Passion A, 6 b. j 

2, Bernstein. — «Sin Paternoster von An-, 
gestein. krallen nnd silber>. ürk. von 1451,' 
3. Thomas-Arch. — aWie kampt es das Ag- 
stein ein Halmen ntfzücht nnd ein Hagnet 
Iaen?> Geiler, BrSs. 1, 76«. 

Nach Goll, 82: «Electmm, Ägsiein: 

Agezeli, Vergesalichkeit. — <Agejseli, das 
ist, daz man die Bünde vergissset, so man die 
bihte ze lange vristet>. Bihteb., 10. 

Agezelig, vergesslich. Scherz, 23. — *Äge- 
süieh ze g&tcn dingen». Bihteb, 49. | 

Agianrei, ein von Brant geschaffenes Wort, 
von Äglanrns, der wegen seines Neids in einen 
Stein verwandelt wurde, Ovid, Metam., 2, 760 
n. f. Vergl. Nsch. &5. — iWann das hündisch 
bellen C erben und der hinderredig neid, 
aglaurei, gestillet>. Braut, Layensp. C, ^ b. 

Ahe, Ach, Ohe, Bach. Scherz, 32. — «Ueber 
Ahf. Feldname, Gugenheim 1376. — .üf die 
alte Ohe'. KnrtzenhanBen 1869. — <In dem 
Ahelande*. Mnndolsheim 1392. — 'Aheruaat, ' 
alvensi. Herrad, 190. — In ZnsammensetEung 1 
mit andern Wörtern: Andelahe. 1080; KaltiAe, 
laOO; Musake, Musach, 1240; Sorahe. 134a. 
Etc. I 



7 — 

Aber, Aehre. Scherz, 23. — Joseph träumt 
•wie syben veisze aher vol kornes binander 
stundent nnd dobi syben mager aher*. Kön., 
2ö8. — <Weissen nnd speltze, so das noch 
mit ist in aher gegangen, so ist es gar zart>. 
Heinr, V. Offenb. — «Wo sie geaeet äcker 
und, ~ lieff sie darüber also gschwind — 
das sie kein äher niederstiesz>. Slnrner, Virg. 
z,eb; ob.— «Win, Oel, frucht mag nit wider- 
keret werden in Cmben, oliven, oder ähern*. 
Id., Instit. 28 b. 

Afaael, AcHbcI (s. das Wort), Schulter. Scherz. 
10. — «Arme nnd Ahseie beide» . . . Gottfr. 
V. Str., I, 94. — *So bütet got sin ahsek under 
unser bürden.. Tauler, 243 (42). — Er legt 
das Schaf «mit froden uf die AJiseU. Eis. Pred., 
2, 3. — «Er hette einen hoffen erden uf sinen 
.JAssrin>. Märlein, 32. -- Alexander nahm Da- 
rius <af sine ahset mit den von Perea nnd 
half in z6 grabe tragen». Kön., 310. — «Chry- 
Btoferum, den grossen man, — Der Cristnm 
uff sinre achseln treit>. Conr. v. Dank., v, 220. 
geriet in nff die Ahtel fassen». Ibid,, 



V. 403. 

Abt, Ahtewe, ELtewe, Ehtnwe, die Zahl 
acht. Scherz, 282. — 'Aht nutze». 1279. — 
«In den aht tagen darnach» . . . 1857 Eist. 
de S. Thomas. 327. 95. — tAhte erbere men- 
ner . . . Dieselben ehtewe'. 142T, Almendbnch, 
Etc. — lAhtewe und viercig mark BilberB>. 
1276. Deutsche Urk., 19 — «Diser sieche eeh- 
tevx nnd drissig jor hatte gewartet». Tanler, 
24 (5). — 'Ehtewe wurden vertriben». Sie 
.stoohetit ir ethewe z6 tode». Kön. 812. 786. 

— Eine Fran redet von zwei Dingen, sogleich 
• selten die nachgebnreo von ehtevxn'. Eis. 
Fred., 1. 310. — «Do sü ehtewe nnd fünfzig 
ior in der closen was gesin. do starp Bii>. 
Nie. V. Basel, ms. — (Der förstere sallent sin 
eAfewe» .Kothalden. Weisth., 1,683. — «Obeiides 
noch den ehtetcen*, nach acht Uhr. 15 Jh. Alte 
Ordn., B. 13, — «14 von den bnrgern und eA- 
tutee von rittem nnd von knehten.» 1834. 
Kön-, Beil., 983. — tE/itvwe nnd zwentzig 
ackere». 1373. Cod. S, Thom. 

Ahte, Ohte, Acht, Bann. Scherz, 11. — 1. 
Acht als Strafe. — «Der wirt in die Akte ver- 
bannen». Glos., 114. — 1811. Urk. 2, 1». — 
«Der andern vit dotent sü in die ohU ewic- 
liche». Glos., 122. — «Er det die atat zft Stros- 
bnrg in die ohlf. Kön., 495. — <Do det in 
der knnig in die oAte». Ibid. 589. Etc. - Wird 
jemand verurtheilt «mit ähU ... * 1890, Als. 
dipl , 2, 289. — «Wer by uns z6 ohte wnrt 
geton» , . . , geächtet. 16 Jh. Alte Ordn., B. 
14. — Ein Kind, «so daz gebom wirt, so ist 
es in der ohte . . . gottes» (bis es getanft ist]. 
Eis Pred., 1, 244. — Wer die Feiertage nicht 
heiligt, der ist in «gottes ohtf. Ibid , 3, 16. 

2. Gebannte Zeit znm Fronen, Frondienst. 

— Der Abt von Münster soll zu Türkheim 
•sin Achte dri stunt han, die erste in der 
vasten , . . Die andern zwo ctchte sint ze her- 
beste nnd ze ernen». 14 Jh. Weisth , 4, 208. 

— Zu Ohnenheim sind <drie achte r.Ä dem 
jar . . . Die drie achten ...» 15 Jh. Weisth., 
4, 239. — «Von der ohten haut (die Fröner 
von Marlenheim) das recht das sie farent in 



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das bolz und hoQwest was sie wellent>. 1336. 
Weisth., 1, 728. — Die Bürger von Kembs 
sind Bchnldigr ihrem Herrn «einen ahtetchmtter 
and ein ahtehöwef 133a Bnrckh., 147. — 
Der Abt von Eberslieimmünster hat «drige 
ahtttage imme jare, also das ime jedez hna 
«inen tagewan sol tfin*. 1330. Weisth., 1, 669. 
— iJegelich hns boI geben zt der erne einen 
man zft dem ochtev>erke>. Fegersheim. 14 Jh. 
Weisth., 1, 708, — Will me Äbtissin von 
Sschau 'haben ahtewerg, so git ir jedes hns 
einen smttar>. 1341. Hanauer, Constit., 207. 

3. Dem Herrn reserviertes Gut wo die 
Banern zum Frondienst verpflichtet waren. 
(S. Afihti — iDer Herterin achte,' Snlzbach 
1819. — Der Herren von Fleckenstein «Ofttei. 
Weiterswiller 1356. — Der Herren von Qe- 
roldseok tAhtf. Lnpstein 1383. — »Des 
Apbes Ohtet. Schweinheim 13Ö5. — Der Käm- 
merer von Neuweiler «hat ein gftt zö Lore...., 
und sint in demselben gültegt.te (gelegen vier 
oehten'. 15 Jh. Weisth.. 5, 489. 

4. Jarahtt, Joracht. Frist eines Jahrs wäh- 
rend der man sich für einen Dienst oder ein 
Amt verpflichtet, gleichsam gebannt hat. 
Scherz, 732. — Kein Knecht soll in andern 
Dienst treten, «er sy denne mit dem meister 
übereinkomen umbe die Jarahte, die er ime 
gelobet het.. 1395. Alte Ordn. — Für ein 
Jahr gewählte Beamte, »were sach das einer 
oder mer ... in solcher joracht tods abgin- 
gen ... • 15 Jh. Alte Ordn , B. 14. 

Ahtebrot, das den Frönern zn reichende 
Brod. S. das folgende. 

Ahter, Ehter. Echter. Scherz, 370. 383. — 
1. Fröner. — «Die Echter sullent einen dag 
helfen sniden . . . , und sol man in jr tUilebrot 
geben*. Eogenheim, 14. Jh. Strassb. Bez. 
Archiv. — «Zu ernen sol die ebtissin(voD Nie- 
dermtinsterj, obe si ir ght selbe erbeitet, ne- 
men . . . die ehthere .... und sol men in gen 
ir ahtebrot*. Serraershetm. 1288, Hanauer, Con- 
stit , 40. — Der Äbtissin von Niedermünster 
tththtre haben reht . . . ze howende holz zc 
irme nntze>. Nothalden, 14. Jh. Weisth., 1,883. 

2, Geächteter. Scherz, 13. (s. Aeehler), — 
•Man sol von ime rihten slee von eime echter-. 
1355.- Heimlich Bnch, f. 9. 

8. Verfolger. Scherz, 13. 270. 

Aides, Eidechse. ~ «Ein Aydes gat nff sin 
henden usz, — und wont doch in der kunig- 
huB.. Brant, Nsch. 102. 

Aksmin, s. Abkamen. 

AkoHt, Schlechtigkeit, bes Trug, Arglist. 
Scherz, 25. — «Mit valsche und mit Akustt. 
Gottfr, V. Str., 1, lÖP. - «Slit valschlieher 
klage — unde mit vil arger akust.' Ibid., J, 
199. — «Der winkel, der an minnen ist, — 
Daz ist oiust und list>. Ibid.. 1, 23-i. Etc. 

AUnt. alaun. — 'Alant und Alantleder'. 
15. Jb. Kaufhaus -Ordnung - Inula Holeninm. 
Bmnschwig, Dist, 35 a. — Kirschl. 1. 479. 

Alber. Pappelbaum. Scherz, 28. — tAlber- 
bergt. Wilgotheim, 1279. - •Alberburtut. Mit- 
teloausen, 13.Jh. — •Atbermattc. Snndhausen. 
14. Jh. — «der Albergrien' zu Strassburg. 
1263. S. Gassen- u. Häusernaraen. p. 8a7. — 
*Alberbaum, popnlus», Qersd. 93 b. 



AJ«, fem , franz. alfene, Pfriemen des Sctia- 
Btere. «Die zwen Schumacher Crispinus und 

Crispinianns denen do wurden Alen daiah 
Hena und Fnss gestochen». Geiler, Bilg'., 20h; 
Emeis 64 b; Sünden des M., 81 '. 

Alenfanz, Alafaiu, Tand, im folg.: Be- 
stechung. Scherz, 66. — «Die richter and die 
sackpfeiffen seind gleich, wann die saokpfeiff 
m&sz alweg planst haben und der richter 
Alenfane. anders ietvreders tbut nit>. Oaldin 
Spil, 37. — Betrng:Die Lutherischen sagen: 
wainm bleiben die Nonnen in den £löBCern? 
«Gott sehend denselben Aätfant!* Miirner, 
Luth. Narr, 48. — Die Spieler «wissen älUn 
fand — und bschissen gott nnd alle land*. 
Id.. Nb.. 223. Ist wohl dasselbe wie aUe- 
faoz, — «Du wilt deiner Kirchen Alefante 
bestendig erhalten». Capito, Treger N, 3 a. — 
«Der pfaffen, münch nnd seeltosen Christen 
geitz, aäenfantg. falsch leer>. Hedio. Able- 
nung, a,lb. — «Der bettelmünch bette] . , . 
ist nichts dan ein betrag, ein Alfantz'. Brun- 
fels, Zehnden, d, 3»; d, S'. — «Gott alweg 
kan die seinen erretten von dem Alfantg und 
gesohwinden lüsten (Listen) des teuffels*. Fol- 
lio. Predigt D, 1 b. 

Kurz, 196: « Über vorth eilenden Betrag, vom 
ital.: all' avanzo, zum Vortheil». Ebenso Be- 
neeke 1, 21. In Grimms Wörterb. 1, 208, wird 
die Ableitung ans dem Ital. verworibn, Za 
Strassburg sagt man noch zuweilen ein Alle- 
fanz, für: ein thörichter Mensch. 

Allefanzen, tbärichtes Zeug reden oder 
thon. — «Uff das ander, alfanttt er (Luther) 
daher, Christus hab das Sacrament gesegnet, 
und nicht die apostel». Murner, Kon. v. Engl., 
966. - <. . . das künig Heintz sein aüefantgen 
nnd afifenspil treiben mnsz>. 0. c, 96!i. 

Allerma. Das ital. all' arme; franz. aux 
armes! — Die Gallier schrieen <ali«rma nnd 
zu den waffenl* (ad arma condamant). Ring- 
mann, Cäsar, 61 >>. 

Allgemechlich, langsam. Heute bei ans : 
allgemach. — «Ein omeisslin . . . krücht al- 
gemechUch dahin». Geiler, 3 Marien, 24 b, — 
«Dn bist in ein Stat (Stand) kämmen, da dn 
wilt allgemechlieh sterben». Ibid., 11«. 

Allmntze, Almntzie, lat. almncinm, alma- 
cia, fi'anz. aurnnsse. Kopfbedeckung der Ca- 
nonici. ~ Brant, Btsch. Wilh., 285. 288. 

Almende. Scherz. 28. — 'Aitneinde, com* 
pascaus ager». Herrad. 18J. Im 13. Jh. mehr- 
mals almeinde; einmal tdoiAImeinde', Weyers- 
heim, 13. Jh. Sonst immer Almenäe, ebenso 
neutr. als fem. 

Almnse, nentr., Almosen. Benecke 1, 34. 

Alran, Alraun. Mandragora. Ducange 4, 
244. Gewöhnlich die Wurzel der Bryonia alba. 
Ueber den damit getriebeneu Aberglauben 
siehe Sehmeiler 1, ft6 nnd 2, 107. — Quak- 
salber «haben geschnitne wurtzen verglaset, 
gleich wie menschen geformiert, sprechen es 
sei olrun; ist erlogen; airun ist ein kmt, hat 
ein weisse wurtz und gewint ein kirsen, 
wechszt in den weiden. So die birten diesel- 
bigen essen, entschlatfen sie davon». Fries, 18. b. 

Alsnslich, s. Suelieh. 

Altbüsaer, von alt nnd büeaen, bessern^ 



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SeinMicker. — «Wan du ein Aitrytser (Drackf. j 
ßr AltbüMer) also findest der dir den Lymmel 
niSietet». Geiler, Bilg , 9ö b. i 

Schon im 13. Jh. hiess eine der hiesigen . 
Strassen 'ander den altbüa»em: 

Alte, masc, der Läufer im Schachspiel. ~ 
(Also nf dem schochzabelspiel der kiinig bi | 
ime hat die küuigin nnd demach die äiten*. i 
EäD., S83. — <Die oltm, and der sind zwen, 
an ietweder selten einer» Guldln Spil, 5. — | 
Geiler. Ärbor hnm., IBO* . Siehe die Stelle bei 
dem Wort Sohachzabel. ~ Frisch 1, 22. 

Aelte, fem, Alter. — »Gar wenig jetz In 
Klöater gont — in solcher lät, sie es verstont>. 
Brant, Nach. 72. — Der h. Geist ■emewert 
ans von der Aeüe des alten Menschen». Ca- 
pito, Tregor, E, 3 b. — S. Elt«. 

Alten. 1. Alt machen. — 'Liebe armet nnd 
a{M>. Gottfr. Str., 1. 180. 

2. Alt werden. Scherz, 32, — •Sü gerotent 
dUm in diseme lebende» Nie. v. Basel, 261. — 
•Ich will jung altern. Gebete, tö. Jh — «Der 
mflz vor rechter zit alten'. Altewart, B. — »Das 
erst das da grawet an dem Menschen das seind 
die Schlaf, nnd da erst das da anfahet zu 
läten in der Seel das seind die Gedanken; . . . 
siehstn von innen altent znm ersten die Ge- 
denk, nnd von aussen am Leib die Schlaf». 
Geiler, geistl. Spinn., M, 5». — «Wer dich 
gen dem bösen find, so magst do lang in . 
kriegen aXUn*. Brant, Modus prädic. St. Host, 
Arg. 1618, 40. B, eb. — Die Advokaten hal- 
len die Prozesse aaf «da s si e müssen aUeti>. 
Id., EpigT. Zamcke XXXVn. 

Alter, plnr Eiter, Altar. Scherz, 82. — 
•So der mensche nahe bi dem alter stat. . . .» 
Nie V. StraSBb., 373. - «Der dem (üUr die- 
net der Bol des alter» leben». Taaler, 803 
(52). — «Die altert wurden verracket, doch 
nit der h. drivaltikeit alter*. Nie. v. Laafen. 
Qottesfr., 88. — «Die Kirche und die Eiter 
die darzA gehorent«. Ruffaoh 1849. Weiath. 
6, 8^. — «Daz gesehirre daz zfi dem alter 
gehorte solte gleein sin». Closener, 17. Etc. 

— Papst Sixtus «satte nf. das men die messe 
Eol haben nf eime steynen alter nnd nüt nf 
eime hültzin.» Eon, 615. Etc. — «So du wilt 

die opfer bieten oder geben nf den alter » 

Oswald. — «Lieber Herr Got, der Alter pfetzt 
mich, er thnt mir wee». Geiler. Bilg. 33 a — 
•Es ist fürwar ein koBtlich Ding der Alter. 
wau der Aller leit nider in eim Menschen die 
Bewegung der Unküsoheit». Id, Narr. 30 b. 

— «Der Alttr ist ein Stöwer nnd Stiller der 
ünfiir». Ibid. — In andern Stellen ist indessen 
Alter im nentrum. 

Altvatter. I. Patriarch. — «Von Adam und 
von andern aUvettem*. Kön., 231. — «N& 
käme ich wider an die allvetter der alten e>. 
Ibid.. 860. 

2. Einsiedler. — Er gieng in einen Wald 
«i6 eime altvatteT.' Nie. v. Basel, ms. — <Es 
war ein allvater nnd den hnngert gar übel, 
ond er lief in die Etat nnd r&ft das man im 
M hilff kam.» Guldin Spil, 48. — «Der All- 
eälttr leben», DebersetEung der vitae patmm, 
ein vielgelesenes Buch, von dem die strassb. 
Bibliothek mehrere Handschriften hatte. 



Altwick, alter Weg. ~ «In loco dicto AÜ- 
loicket. Bnrgheim 12&2. — »Zb AUwicke>. 
Feldnahme 13 Jh., häafig. 

Atzoges, in einem Zag, fortwährend. Scherz. 

Amfthtig omechtig (s d. Wort), ohnmäch- 
tig, kraftlos. - «Er ist omöAtt; unde krank>. 
Gottfr. V. Str., 1, 214. — Die Menschen sint 
so gar toub und omechtig worden». Eis. Pred., 
1, 71. 

AmKt, Ornat, Omiit. Emd, Omet. Scherz, 
40. 308. 1162. «Es sol hie niemande kein 
amat banen», ausgenommen der Abt. 1380, 
Ebersheimmiinster. Weisth. I, 673. — Es «sol 
die holzmatte stan ze banne nntz das amat- 
h&we abkommet». Bühl, 15- Jh. Weisth. 4, 126. 
— ^Omat; 1922. Urk. 2, 115 — «10 soh. 
von dem Ornat zQ megeo». 1446. S. Thomas- 
fabrik. — «Mege Oinett Gonr. v. Dank., v. 
357. — <An dem ümode». Feldname, Meistrats- 
heim 1299. — «Nieman in der marg sol de- 
hein Omüt hegen noch dtrae ersten howe, 
ande sol ein gemein weide sin». Maarsmiins- 
ter, 15. Jh. Hanauer Constit , 88. Zins «von 
höwe und von .E»nde». Sierenz, 15. Jh. Burckh., 
195. 

Ambabten. Scherz, 34. ministrare. 1. neutr., 
dienen, aufwarten. — Kommt der Vogt zum 
Ding von Eschau, «so sol die eptischin ime 
anibahten' (die vorgeschriebene Nahrung lie- 
fern). 1341. Hanauer. Constit, 207. 



liefern. — Dem Huber der 
seine Mene gethan, «sol man ze tische am- 
behten ein halb viertel wins ...» Heimsbrunn, 
14 Jh. Weisth, 4, 93. 

.^.melung. Stärkmehl. — «Confecte . . . 
sol man machen von itelin zuoker one amme- 
lungi. 1470. Alte Ordn , B 2. — «Ein ome- 
lungmvsx, gesotten mit gerstenwasser», ge- 
wissen Verwundeten zu geben. Brunschwig, 
Chir. 101 b. 

Personenname: Jacob Ammelung, strassb. 
Bürger, 1478 Bernhard Amelung, Dekan von 
Sarbarg, gest. 1489. 

Amen (gewöhnlicher Omen), Ohm, Wein- 
masB, Scherz, 36. — «ö amen rotes wines», 
dem Joh, V. S. Amarin geraubt, 1300, — Der 
Äbt von Ebersmünster «von dem vodere einen 
amen ze fiirwine». Dem Vogt jährlich «einen 
halben amen nüwes wines and einen halben 
virnos». 1320. Weisth. 1, 670. 671. — Ein 
Haus zu Türckbeim das «zinset ein amen 
wines dem apte von Münster». 1861. Reg. A, 
218. ~ «7 amen wingeltz». 1812. Cart. de 
Mulh.. 115. 

•Ammelberan, amarilla*. Gersd. 89' " 
rasus amarella. Kirsohl. 1, 311. 

Ampar, ahd. antpara. Graff 3, 160; am- 
pare, das Anssehn, Thun, Benehmen. Ben. 1, 
147. Scherz, 39, erklärt ampar durch Amt. — 
«In zornmütiger .... geberde nnd ampar*. 
— Man soll im Kloster «niemannes amppar 
oder geleste verrihten oder anden». Claus 
BIov. 

Ampel, Lampe; lat. ampalla. Scherz, 



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10 



— «Ämpelle, ampQUa>. Hemd, 196. — «Vor 
dem orütze bürnent alle z'it 13 amptSen nnd 
12 kertzen*. Eon. 392. — iDo wart oocli vil 
keliche uni silberin ompeUni zerbrocbei». 
Ibid.. 698. — <6 .^ omb <h>imUm>. UlT. 
S. Thomas-Fabrik. — Sie «hatteB oley in iren 
ampeUtni. 14it6. Predigten Ingolts. — «Die 
fünf thorechten Jungfrawen betten Oel in iren 
JMpelen . . , aber sie betten nit äberigs». 
Geiler, Selenp. 79 b; Schiff der Pen. 67 »; Narr. 
2i6fl. Etc. — «Gaude Amvel, die mit Trnwen 

— hat der weit zu licht gebnwen — gott . . .• 
Brant, Bosenkr. D. Ged. 12. — <Wer die an- 
nündt Bin Ampel wol». Brant, Nach. 1U2. — 
Die klage Jungfrau. <dae sie onch mocbt zu 
bmlofft gon und ir ampd« mit ir tragen». 
Hnrner, Bad. D. 3 b. — .Ein ampul und ein 
fener, durch das wert gottes angezündt, hat 
in gelüchlet>. Wimph., Chrys. I5 ». — <AU 
er by seiner ampeln, die vil nahe erloschen, 
dsnnocht nmb sich Ibgt . . .* Bingmann, C^ 
Bar 124*. — <Til ampeln da brunnem. Panli 
44. — ^Ampeln und grosse wachskertzen». 
Capito. Treger, I, l ». — «Die nnweisen jongk- 
tVawen mit den anptbt on ol>. Wurm, Trost, 
0, 4 >. — «Am letsteo werdent jr mit leeren 
ampelu erfundem. Blinden£, B, ü >> 

Ancken Anken, gesottene Butter. — -Ei- 
ger, Anien, Käse ...» U Jh. Grempen-Ordn. 
Stsdt-Arch. — .13 Seh. 9 ^ arab ankern. 
1418. S. Thomas-Fabrik. — Das Saorament 
der Messe schmeckt einigen «als Ancen oder , 
BuCterschmaltz, umb der Feysstikeit willen 
der Andacht». Geiler, Schiff der Pen. 66 b. — 
•Das wer ein gnediger Herr, da einer ein Eu | 
stalte zn einem Bauern nnd Sprech zu im:| 
nim du von der Eu allen Nntz, Fleisch, Üilob, 
Eess und Anken und alle Eelber, nnd behalt i 
mir allein die Eat>. Geiler, Ev. mit Ussl. 
lao a. Etc. — 'Ein schaun-essen nsz itel 
zDckererbsen und ancken gemacht». Brant, , 
Bisch. Wilh. 391. - Den Bandschnh schmie- 1 
ren «mit baumül und mit caicken schon». 
Murner. Luth. Narr, 24. — • Anken oder , 
Milcfaschraaltz». Bmnschwig. Chir. Sä«-. ^ 
tAnken oder bulter». Fries .'<4 *. — 'Meyen- 
ankern. Gersd. a7». — «Wein, brot nud an- 1 
kern. Pauli 54. — «Hauff, onckw (als Zehn- 1 
den). Trubel, Lob, b, 4 1. — Im strassb. Bis- 
thum hat der Pabst erlaubt dass man «darff 
in der fasten ancken essen». Wurm. Trost, 39 >. 
And, Ande,adj.. schmerzlich, leid, weh. Scherz, ' 
41. — «Ir was daz leben onch ande-. Gotlfr. j 
V. Str. 1, 162. — Der Traum «was im sere j 
ande*. Ib. i, 186. Etc. — Schlechte Raths- 1 
herren die ihr Amt verlieren : es «thnt in nach 
irm gwalt vast and, — so sie also kommen j 
in Bchand» Brant, Laycnsp. 167 b. — Den 
Bösen ist «recht thuu ^emd und and». Ädel- 
phuB, Mörin ÖT b. , 

Ande. subst., Feind. «Er Blak sinem anden \ 
— Daz houbet mit der kappen abe>. Gottfr. i 
T. Str. 1, 99, — «Die Stangen zuckt er aber, 
wider, und lief an sinen andern. Ibid. I. 230. ' 

Anden, verb., strafen, rächen, tadeln, rü- 
gen. Scherz, 42. — Klosterleute sollen «nte- 
mannes amppar oder gelesse . . . andern. 
Claus V. Blov. — iElaget es not, noch eran- 



] det es nut». Tanler, 800 (36). Etc. ~ «Der ist 
: ein narr, der anden will — darzn sunst jeder- 
mann Bwigt still». Brant, Nsch. 31. — Schmer- 
zen, quälen. — «Unruh Eneam da fast atuUt. 
Mumer, Virg. C, 6 n. 

Anderlu, S. Lei. 

Ändern, nachahmen. — «Es ist ein Ennst 
die heiest Himica, da einer kan die Lent än- 
deren und Ire Wort, Sit and Geberd». Geiler, 
Narr. 136«. 

Anderthalb, andern Theils. — «Als ob er 
sprach: ir seind betrübt, einenthalb von mei- 
nes Todes wegen, und anderthalb nmb Forcht 
willen der Juden». Geiler, Post. 8, 10». 

An der warb, zum andern Mal. — «Do 
sprach der Herr anderwerb zu inen». Geiler, 
Post. H, 10 D ; Selenp. Sil b. Etc. 

•Andic, zelotes». Herrad, 18S. — Schmeller 

1, 99 ; andig, unwillig, unmathig. 
Andorn, raarrubium vulgare. Eirschl. 1, 

629. — «Marubium, Andorn'. Gersd. 92 b, _ 
•Andorn (so genannt well das Wasser davon) 
heilen ist die Erankheit der Kinder genant 
der Andorm. Brunschw., Dist. 33 n. Bmn- 
schwig scheint im Irrthum zn sein, wenn er 
den Namen der Pflanze von dem einer Ein- 
derkrankheit ableitet ; schon in einigen Vooa- 
bularen des 12 Jb. findet man : Andorn, mar- 
rubium, prasinm, Graff 1, 381, ohne dass da- 
bei von einer Krankheit die Rede ist. 

Anebosa, Amboss. Scherz, 46. — «ZA dem 
AnebosS'. Strassb. Hausname, 1387. — «Ane- 
büsf. Closener, 150. — S. Anfuse. 

Anegang, Anegeag, AngEing, Ang«nde, 
Anfang. Scherz. 48. — <Swen ich im alle 
mine tat — vom anegenge hergesage». Gottft- 
V. Str. 1, 57. Etc. — «Die grosse begirde die 
ich von anegenge habe gehebet zh uwere ge- 
Belleschaft». Nie. v. Laufen, ras. — «Von an- 
geng ... bis uff die zit». J. Meier, ms. — 
•Aller Sünden wurzeile nnd anegenge ist hoch- 
fart.. Bihteb., 30. — •Kumment her, je ge- 
segenten, in das rieh mjnes vatters, das üch 
bereit ist von anegenge der weite». Hugo t. 
Ehenh. — «Von Angende der Welt ist es nie 
gehört, das jeman hat anfgethon die Augen 
eines blindgebornen». Geiler, Ev. mit Ussl. 
61 1». 

Anehab, Auhab, Anfang. Scherz, 47. — 
Das LöBegeld mehrerer vom Herzog von Loth- 
ringen g^angenen Ritter war höher als das 
der andern, «wan sü der Sachen ein Anäiop 
worent» (weil sie den Streit angefangen). KÖn., 
811. — Der Anehab eines Streits. I31I. Urk, 

2, 29. — «Setz dein Sach dornff, wan da 
deinen Kinden so viel Guts verloBsest, das 
sie ein . . . Anhab haben anzufohen irHantwerck 
zu triben». Geiler, Post. 3, 83 6, —.Von dem 
Anhab der Zwietracht zwischen dem Bapst nnd 
dem Keysei». Adelphus, Barb. 17 a. — «Zu 
allen Dingen einen glücklichen A»Aii6 haben». 
Butzer, Neuer. I, 1 b. _ Die Taufe des Jo- 
hannes war «nur ein bedeutnng nnd anhcA 
unsers taaffs». Ziegler, Niessung, C, 'i^. 

Aneheber, Anfänger. — «R&leman Mers- 
win fundator und aneheber des hnses» zum 
Grünen-Wörth. Nie. v. Laufen, Gott«Bfl:., 34. 



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— < . . . du «r der aaeheii ein imhaher ^e- 
Tuen iBt>. 1400. TncfaerennfC, 19. 

AMrsterbea. ScheTE, 48. Qewölmlich mit 
dem Dativ der Person : einem anereterben, 
iirch den Tod eines andern ihm zn&Uen. In 
ftlgenden Stellen : 

1. Mit dem aocns. der Person : «Ein iegrli- 
ober haber soll sin erbe das er kaafFt oder . 
das in anerttirht, empfaben inwendig 30 to- I 
een>. Breascbwickersh., 14 Jb. Weistb. ],71B. 

3. Hit dem accoB. der Sache, diese durch 
Todes&U erbweise erwerben; «Wer es, das 
iemans . . . die guter die du in disen hof ge- 
bSrent. verkonfte, oder sü OHeraUirbe von 
erbs wegen . . . > QaatKenheim, I3T&. Weistb. 
6, 446. 

Anerstorben. 1. Darob einen Todesfall er- 
worben: «Solcher min anerstorbm erbfall». 
1484. Reg. AA, 132. 

2. Wegen eines Todesfalls Engetbeilt (S. 
aneb Vogt)-, Jnnker Wetxel «ein cmentorhtn 
ud wissentbaft voget Heintzem&nnes», seines 
Neffen. 13^8. aottesbaus zum Wolf. — Albrecht 
Wolf, «inergtorbMer Togt> seiner Neff^. 1343. 
£eg. A, 27S. 

Anestarm, das Anstürmen. — < . . . mit 
manigen wütenden anMturme». JUngstes Ge- 
richt, ms ~ iSo vil die Attettürme manig- 
Ttltiger nnd grösser sint ...» Clans, t. BIot. 

Aneal&nnen. acL, stürmisch anfallen. — 
•8o die gmwelichen bekornngen sü anutär- 
ment ... * Clans v. Blov. 

Anew«nde ;die), Aii«w«iider (der), Streifen 
Bodens zwiscben grossem Gütern, wo diese 
<an einander wenden*. Scherz, 5ä. — «Den 
Tolen» soll man (weiden ond spisen nf den 
ontwndem da die haben ofenander stossent*. 
Heimsbmnn, 14 Jh. Weisth. 4, üi. — «Man 
sol den scheler f&teren nf den antoAndem . . . 
eiaen schlag». Dettweiler, 1880. Ibid. 5, 482. 
— Ist Ding zn Notbalden, so soll der Meier 
vsrten «das ein man möbte drie atieioanden 
gegan.. IB Jh. Ibid I, 682. - -Uf die Ätie- 
wunde, die Attewandeit', 13 Jh., sehr bänfig 
all Feldname. 

Anfertigen. Scherz. 45. — Bischof Roprecht 
ond Heinz von Mblnheim versprechen, das 
Kapitel von S. Thomae wegen Eckbolsheim 
•nieme me betedingen noch ansprechen, an/er- 
■WM noch bekümbemt zn wollen. 14&1. Cod. 
dipl. S. Thom. (S. Thom. Aroh.) 

Anfnsa, Antboss. — Der Schmied braucht 
«hemmer nnd anfüsi'. Adetphns, Ficinns 18V ". 

Angebnrt. die angeborne Art. — «Gottes 
Wisheit lasst allen Geschöpften ir Ängelmrt 
ond ir eigen Wirkung», Geiler, Brös, 1, 58 ». 

Angedechtig, erinnerlich, — «Also es et- 
lichen den ersten und ehesten . . . wol atye- 
dtehtiff ist». Nie. v. Laufen, ms. 

Angedenk, eingedenk. — «Der erst Ast in 
■ . . angedenk sein des Ends, daram du gO' 
schaffen bist». Geiler, Baum der Sei. 2». — 
'BisR angedenck wo du hin gast». Braut, 
Csco, a. a ». 

AiMdenkniss, Andenken, Gedäehtniss. — 
•Als dicke jr dis tfint. so t&nt es in angedenck- 
»tuemines lodes*. Hngo v. Ghenh. 



Ang«hn. act. — «Das wir mit in mtgamd 
ein Btrit*. Murner, Schelm, a, 8 ». 

Angel, angulus, Winkel. — <Ein Angel der 
bat drei Linien> (Dreieck). Fries 49 a. _ «Es 
seind vier wind, welche her weend von den 
vier Angeln*. Ibid.. 55«. 

Angel, Stachel der Bienen, Wespen, ete. — 
«Die Immen tragen Hnnnig und babent den- 
nocbt ein Angü*. Geiler, Narr. 820 ■. — «Bin 
Scorpion ist wie eis klein Erebslin, bat bin- 
den ein Angü: Id., Bräs. 2, 90>. 

Angeltogenden. virtntes cardinales. Scherz, 
46; Ton cardo, Thürangel.— «Die vier .i«i^- 
Uigendtn*. Oswald. — «Sie bringt mit ir di« 
drei götlicben Tngenden .... die süben Ga- 
ben des heiligen Geists nnd die vier Angd- 
lugenden'. Geiler, Arb. hnm. lläb. £v. mit 
Ussl. 166 ". — «Cardinales virtotes, die vier 
AngeUugent'. Geiler, Gemma. 

Angenatnrt. von der Natur eines Wesens, 
mit sich gebracht — «Davon so mag Got 
von seiner angeiuaurten Gerechtigkeit die 
Bosbaftigen nit mit Gutem belonen». Geiler, 
Selenp. IM a. 

Angende. S. Anegang. 

Angends, angehend. Angeng», von Angang, 
sogleich. — «Ist dir din Nachbanr schuldig, 
\ilI er es dir nit geben, an^entx so rafstu den 
Burgermeister an». Geiler. Arb. bum. 142 b. 

— «Der Henschreck . . . hupft über sich off 
nnd gleich fallt er wider nider. aber angengi 

! springt er wider uff>. Id., Pred. nnd L. 22 ". Etc. 

Angenommen, scheinbar, folsch. — <Eb 
ist ein angenummener Frid, als Judas g;egen 
den Herrn Jesu het». Geiler, Arb. bum. 57 ». 

Angennmmenbeit Tanler, 94 (19), angenom- 
mene Art. Falschheit, Heuchelei. — «Das 
. heisset Angenmnmenheit. wenn ein Mensch 
sich annimmt einer Gestalt des Outen, so er 
doch in der Warheit bös ist». Geiler, Pred. 
und L. 78 b; post 2, 22 " ; Narr. 168". 

Anger, Enger, Grasfläche. Scherz, tt. — 
■Walt, heid, atiger, bluende ouwe». Gösli v. 
Ehenh.. V. d. Hagen. I, 346. — «An, iu dem 
Anger, Engen. 14 Jh., Feldname. 

AngeHcböpfl, anerschaffen. — «Wenn der 
Baum wachset nnd Frucht bringt nach seiner 
angeschöp/ten Art, es seien Biren oder Aepfel, 
so lebt er recht». Geiler. Pred. und L. 62 ". 

— «Von angeaehöpfter Natur ist der Mensch 
daizn geneigt das er einen andern . . . lieb 
hat». Geiler, Selenp. 9 ». 

Angesigen, mit dem Dativ, besiegen. Scherz, 
46 S. Anaigen. — «Do die bnrgere ir als 
wenig do sohent, do wenden! su, sü soltent 
inen angeeigen'. Olosener, 49. — Der Christ 
•Bol ime lossen an^^f«n wo man mit ime 
krieget, daz eht in alleine one got aneget». 
Nie V. Basel, Bek. Taolers, 6. — «Des sol er 
den strit behalten und angesigen zn allen zt- 
ten», Ib, — «Daz wir der wötenden weit ott- 
\ge»igen'. Bis. Pred. 1. 88. Etc. 
I Angesiht, fem., Anblick. — «Die eilende 
' AngeShtt eines Oehängten. 1461. Alte Ordn., 
B. 14. — Jesus ging mit den Jüngern auf 
den Oelberg nnd fuhr gen Himmel, «irs an- 
mtihtes* (vor ihren Augen). Tauler, W (14). — 
Jungfrauen, die der Qottesfreund in einer 



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Vision za sehn glaubte, varen so glänzend, | 
• das mioh dnhte das ich irre angetäue käme I 
erliden mShte». Nie. v. Basel. 311. — «Die] 
BÜsse angeaäa gottes>. Oswald. 

Aiige8tbar,angestberlich,ftngtitbar,ftng8t- 
haftig, ängstlich, Angsterrege ad. Scherz, 46. 
— Dem waren disin raire — sorglich unde i 
angestbäre». GottA-. v. Str. 1, 00. — 'Sin an- | 
gatbere* mis8etrüweii>. Nie. t. Basel, 300. — | 
•Do er so gar klegeliohe und tmgatberiiche 
gehörete antze in sin ende*. Nie. v. Laafen, 
ms. — •O herre, din angnthaffUger pinlicher 
tod . . .> Gebete, IB Jh. — «Ein andeohtige 
Person sol . . gegen den ansserlichen Dingen 
nit zu Sl angttbar sein». Geiler. Eschengr. B, 
g b. — «Wenn es sich begibt das du etwas 
merkliches thun must. . . , so biss nit angst- 
haftig darauf wie du es mögest volbringen 
nach dem Gefallen der Menschen*. Id.. Fred, 
und L. 145 ". — «Wer will das man ile in 
Bachen, — der thut die sach fast angtthafft 
machen*. Brant, Epigr. Capie 317. — «Es 
ist ein ang^kafftiger brieff> (angekommen). 
Ibid., 219. 

AngeEtbarkeit, Angsttmrkeit, Ängstlich- 
keit, Angst. — «Forcht, angaO>arktit nnd 
cleinmätigkeit*. Gebete. 16 Jh. — ilnnerliche , 
tmgeatbarkeit und vorbte>. Claas v. Blov. — 
Christus hat lans grosser Angttbarkeit Bluts- 
tropfen geswitzt». Geiler, Schilf der Pen. , 
75 ■; Bmeis 71 b; Bilg. ai2b. — Dasypodius: 
t Angitbarkät. anzietas>. | 

Angesthaftig. 3. angstbar. I 

Angewandt, verwandt — »Er ist dein sipt 
Blut, er ist angewandt, er ist dein Man>. Glei- 
1er, Geiatl. Spin. P, S". , 

Angewinnen.eigentlieh abgewinnen. Sehers, 
46. — 1. Rechtlich erlangen. — Ist einer, der ; 
eine Oeldbusse zu zahlen bat. iso arm das i 
man es ime nit angewinnen mähte, so mag ime 
das geriht zit geben*. 14 Jh. Alte Ordn., B. 12. 

S. Gerichilioh gegen Jemand beweisen. — 
Bleibt eine Missethat aus Yersaamniss des 
Meisters unbestraft, nnd <wirt ez dem meister 
angewunnen. er rnmet die stat>. 13 Jh. Strobel, 
1, 649. — «Nna kan ich jm nichts angeioinnent. 
Pauli 51). — «... so wüsat er mir nichts 
angeteinnen'. Butzer, Weissenb. i, 2 «. 

H. Entwenden. — Manche werden trachten 
«oba BÜ üch üwern schätz angeu/innen nnd 
verstelen miigeuo. Nie. v. Basel, Taniers 
Beck., 26. 

4. Mit Gewalt nehmen, erobern. — £arl von 
Ai^oa tgfwan Hanfriden daz Kunigrich von 
Sicilien am. CloBener, 40. Etc. 

Anglaffen, angleffen, anglefzen, von glaf- ' 
/m, gl^en, klaffen, das Maul au^perreo ; an- 
starren. — «Wilt du sie (die Weiber) ansehen, 
anglaffen, nnd vll mit inen reden. . . . Geiler, 
Sünden des H. 11 1>. — <So einer ein Frauen 
angUffet oder mit ir redt. . . » Ibid., 33 ». — 
•Wer bei den Herren ist, der muss das lernen, 
in anglefteen, anleoheln nnd loben; wer das 
nit kan, der bleibt nit lang ze Hof>. Ibid., 
31 ». — Jitghffen, ghffen, in folgenden Stellen 
ist dasselbe: «Es seint etlioh die wollen je- 
dermau angenem sein und wedlen mit dem 
Schwantz wie die Hündlin thunt. schmeichlen 



süsser Wort,^/«n(,tribeD Scbmeichelgeberd*. 
Geiler, Narr. ■<$ ». — *Q{^ü nit jedermann 
an mit Gesicht. Geschwätz oder Qedendien». 
Id., Irr. Schaaf, C, 2 «, 

Angluren, fest, frech anschauen. — «Da 
hast eins andren Mannes Fraw anglamt*. 
Geiler. BröB. 1, 33 t. 

Angstbar. S. angestbar. 

AngBtbarkeit. S. AngettbarkeÜ. 

AngBter. aus dem ital anguistara, Flasche 
mit engem Hals- - «Thnst du den Wein in 
ein Angiter, do man in dem Summer uss trinkt*. 
Geiler, Ev. m Ussl. 15 K — Noch bei Gell, 
396 : «Bombjlins, Gutter, .dn^ster*. ~ Schmid, 
Schwab, Wort. 24. 

Angater, Art kleiner Münze in der Schweiz 
und in Sttddeutschland. Scherz, '16. Beneoke I, 
46. — «10 ff baseler phennige, die man nempt 
(oigtUrt. 1877. Cart. d. Mulh , 300. — «Du hast 
den Angster im Seckel stedcen*. Geiler, Ev. 
m Dssl. 106 b; 198 b. Spruch wörtliche, aas 
der Aehnlichkeit des Lauts gebildete Redens- 
art, nm zu sagen : es ist dir Angst. 8. auch 
Grimms WÖrterb. 1, 361. — «Der Win ist zu 
Keisersperg im Elsasz gewachsen, und gilt 
ein masz XVI angiter*. Uurner, Hess, B, 3>>. 

Angsthaft. S angatbar. 

Anhab. S. anehab. 

Anhängig sein, anhängen. — «Der fürst 
diser weit. . . wUrt sein urteil entphahen, mit 
allen den die jm anltängig gewesen eindt*. 
Zell. m. 3 ■. 

Anbau, Block oder Klotz auf dem man Hole 
haut. — •Wiltu nach zu dem Bret kununen, 
so must du lassen Holtz uff dir howen, da 
must ein Anhato sein da man Holtz off hawet*. 
Geiler, Brös, 1, 8 b. 

Antaeimiech, einheimisch, daheim, heim. Im 
Lande. — •Das du din Lebtag Bürger bist, 
sesshaftig und anheimiaeh>. Geiler, Bilg. 1 a. 

— «... bis das Volck wider zerreitet und 
anheimseh kumpt*. Braut, Bisch. Wilh. 272. — 
«Die nit anluitaach sind, von der gemeinde 
nutz wogen, werdent entschuldiget (dispeuBirt) 
von der Vogtei», Mnrner, Instit. 32 b, — <Ix 
rüter, die nit anA«iinMcA waren. . .» Ringmann, 
CäBar 30 8. — «So was mein gn. herr von Speir 
auch nit anJteymiach'. Butzer, Weiss , ]l, i K 

Anken. S. Antkm. 

Ankei'en, angreifen. — Es reute Bischof 
Walther. dass er die Strassburger «nit zll 
Wickersheim bette angekeret und mit in ge< 
stritten*. Closener, 8t. Eon, ^7. 

Anklebelicheit. Tauler 339 (69), feste 
Anhänglichkeit. — «Zu welchem Gut das do 
geschaffen ist von Gott wir uqb keren bi im 
zu bliben mit Anklebelicheit an im, zuhant 
stosset 66 dich von im.. Geiler. Bilg. 122 b 

Anlangen. Scherz, 48. Gerichtlich belan- 
gen ; im folg. : auffordern sich zu erklären. 

— Der Gottesfreund schreibt an den strassfa. 
Comthur: ihr verlangt meinen Bath wegen 
des Schismas «wenne ir vcrsehent äch daz ir 
nnd andere pfafheit kürzliohe angelanget sül- 
lent werden . . . Wer kan dozu roten ebe 
daz anlangen geschiht? Wenn daz Anlange» 
beschiht. so sint ir verbunden zft dem orden». 
1380. Nie. V. Basel, 348. 



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13 



AdUm, CompromisB. ScherE, 48. — <So 
ichfif der nt zfi Strosbarg, das der bisobof 
Dsd die stifte dotent einen antos nf drige . . .> 
EöD. 673. — «Also dotent die bnrgere nnd 
biediger einen onloM ... an den biachof; 
der sprach den atUoM ob ond niteilete . . .* 
Ib. 734. Etc. 

Allleg«, Bekleidnog; Einkleidung einer 
Nonne. — «Dia memoriale sige ücb von mir 
geoppfert tt Uwere geiBtUchen Anlege nnd 
wilnngB). Clana t, Blov. 

Anleite, Besitznabme der Güter eines 
Sebnldners durch den Gläubiger. Scherz, 49: 
execntio, immisBio. — Heinrich Tu gestattet 
den Bürgern von Sehlettstadt dass kein Ge- 
richt im ElsosB <aUqnammiBsionem, qne vnl- 
gariter dioitnrj4nJ«>(e, ad possessionem bonornm 
in civitate Sletstat vel in banno ipsins civi- 
tatis existentiani», machen dürfte. 1311. Als. 
dipl. 2, 1(8. — Wird einer verurtbeilt «mit 
fthte, anleüe oder mit andern Sachen . . .• 
1890. Als. dipl. S, 389. 

AnleitHbrlef. Scherz, 49: citatio. — Wer 
Ton den Strassb argern etwas zu fordern 
hatte . . . «der solte bü für gerihte laden mit 
fnrgebotten nnd anltittbrUfeni. Kön., 682. 

Anllglich. eindringlich. — tÄiüifflieh beten, 
instanter*, (üeiler, Post. 3, 70 b. 

Anliglicheit, Eindringlichkeit. — 'Instan- 
tia, das iBt AMÜglieheit nnd Ungestütnigkeit>. I 
Geiler, Post. 8, 70 b. j 

Anmol, Ammal, Anmal, MnttennaL Ad. | 
anamali, Qraff 3, 716. Schmellei 1, 1683. i 
Heute bei nns AamoL — «Die Anmol oder ' 
Hattermali. Brnnschw., Dist. 30 *. — «Unter- 
oder Ammäi>. Ibid. 8S>>. 

Aninnt, masc, Lnst an etwas. — <3d lang 
diser Will nnd Anmut bleibet cn weltlichem 
WoUnst . . ,> Oeüer, Schiff der Pen. 11 a. — 
■Dn hast ein Anmut eq dem Ämpt, da za 
dem Ont, da eh der Frawen, da zu dem 
Hann>. Geiler, Emeis 84 a. — .So er davon 
redet oder höret predigen, so hat er einen 
natärlicben AsamU darin». Geiler, Selenp. 
121 b, — «Lieb oder Anmut der Eltern zn 
den Kindem>. Geiler, Schiff der Pen. 13 >. 
Eu. 

Anridite, fem., Bnffet anf dem die ans der 
Kflche kommenden Speisen angerichtet wer- 
den. — «Nyeman sol zfk der anndden gon 
denne die zwene stnbemeister oder der meis- 
ter, oder wen es der meister heisset; und 
wer daräber darefi get nnd selber spise ^aym- 
met . . . der bessert ein seh. . . . Nyeman 
■ol kein liecht ab dem liechtstock nemen, der 
Sber der anriehien hanget». 1466. Goldschmie- 
dsEnnft, 39. 

Anrack, Back, impnls. — <Der erst An- 
nuk oder der erst Anvank aas dem sich ein 
Henseh sn Gott kert, das ist Foroht>. Geiler, 
Has im Pf., A, 3 ■. 

Aamckfl, sofort, anf der Stelle. Aach etns 
hwA». — «Znhand wenn man sie strafet . . „ 
(MmdU ist ir Fried auB>. Geiler, Selenp. 73 b. 
— (StraokB anmdt* nach dem Gnus, da hat 
8. Johannes erkannt seinen Schöpfer>. Id., Ev. 
mit Dssl. 169 a. Etc. — <Dn feilst gleich eins 
SMdu wider davon». Id., QeiatL Spinn., H, 6 b. 



j. Absicht, Vorsatz. — «Also tust 
dn alle Ding mit Aiachiag nmb Gottes willen». 
Geiler, Fred, und L. 89 a. _ «Es ist nit mein 
Antchiag euch dies alles zu erkirnen». Id , 
Selenp. 78 ". Etc. 

Anschlagen, sich vorsetzen, beschliessen. 
— 'Gott hat angatMagen in Ewigkeit das 
du nnd ich sollent seug werden». Geiler, 
Post. 2, 8 a. _ Ein Mensch soll all wegen 
ausiAlageit beBser eu werden». Id., Selenp. 
117 b. Etc. 

Anscblftglicb, absichtlich, nach ernstem 
Vorsatz- — 'Atueliläglieh und gemeinlich was 
der Herr gesant eu den Juden, da er inen 
allein predigen solt, aber znfelligtioh, nebens 
her, so es sich begab, so mocht der Herr den 
Heyden wol predigen». Geiler, Post. 3, 'A2^. 

Anacbnanwen, heftig anfahren. — «Der 
Herr sehnauviet sie (Maria) an und sprach zu 
ir. (Joh. 2, 4). Geiler, Post. I, 84 b, - .Do 
bekratzt der Herr Beine Jünger, schnautoet sie 
an und sprach: was förchtentir ücb, ir Elein- 
gloobigen» ? Id., Post. 1, 28 b. Eto- 

Heatenoch: anschnauen; ebenso im all ema- 
niachen Dialekt, Hebel 2, 373. 

Anechnnrren, zornig anfohren. — «Wenn 
sie nichts anders von ench hond dann ein 
JjuehHurren nnd ein sanr Gesicht». Geiler, 
Has im Pf., e, 6 b. 

AnsehoweKcheit. Ansehn, Bücksicht. — 
«Also Bollent ir allen Menschen Gute thun 
allein nsa Antchourelieheü der Gütigkeit Gottes». 
Geiler, Post. 3, 62 b. 

Ansichtig, ansehnlich. — «... in beisein 
ettlioher antiehliger personen». Capito, Treger, 
h. 8». 

Anaig«!, verb. act., besiegen ; gewöhnlich 
mit dem Dativ, z. B. Closener, 39. — «Ich 
hah gerichtet nff ein bunt, — den nie kein 
mensch ansiegm knnt». Uomer, Loth. Narr, 
116. — S. angetigen. 

Ansprache. Scherz, 63. 1. Anspmch. — <Daz 
nieman in den ziten do — <i»«pnicA« het an 
kein sin g&t». Gottfr. v. Str., 1, 79. 

2. Bechlsklage. — «Üwer an»praehe, ir ant- 
wnrte, — daz man din beide vememe». Gottfr. 
V. Str., 1, 211. — (Unser antprathe, die wir 
hant» gegen den Bath von Strassborg. Bischof 
Walther, 1261. Ürk.-Buch-, 1, 366. — «Wir 
virciehent nns gegenander aller aneapraeht 
nnd klage.. 1270. Deutsche Ürk., 16. — «Die 
herren hettent vil zBsprüche und aiuaproehe 
an die von Strosbnrg». Kän., 693. Eto. Etc. 

Ansprechen, anklagen Scherz, 63. — «. . . 
daz er sich verentwürtete der Sachen die man 
in würde anepreehtnd* . Closener, 87. — «Do 
wart Symmachns mit tischen gezügen ange- 
gproehent. Eon., 625. Etc. — Die Juden forsch- 
ten ob Christue «üt spreche oder rette, daz 
misseton were, daz sü in darambe ampre<Aent 
für einen ungerehten man.. Eis. Fred., S, 18. 

Anspnwen, anspeien. — Beim Leiden Christi 
«alle schöne wart angupuwM'. Gebete, 14 
Jh. ms. 

Aasser. — «Da griff der meister in seinen 
amuer nnd zohe ein amböszlin hernsz». Panli 
300. — Anser, das franz. anse, Schleife an 
einem Gürtel, Benecke 1, 47. Dies kann in 



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der angeführten Stelle seliwerlieh die Bedeat- 
tiQg sein. Wenn Ansser nicht ein Druckfehler 
ist für Äser, Bser, Sack oder Tasche, so hat 
Panli das eine Wort mit dem andern ver- 
wechselt, was nm so eher mü^ch ist, da der 
Äser vermitteist eines Ansers an dem Gürtel 
hing. 

AnBtosB, anstossende, angränzende Gegend, 
Gräme. — <. . Einnemen und besitzen jrer 
nachbanren Asutöw. Adelphus, Barb. 10 a. — . 
Die Völker die <an den enden oder amtöwen 
der Tiirky wonem. Adelphus, Rhodis, I, 1 b, 

Anstösaer, Gränznaohbar, Bewohner eines 
Banns, der an einen andern stosst. Scherz, 
52. — <Ire naohbauren and aiutösaert. Adel- 
phus, Barb. 34t>, — <. . . das die TüUchen 
nit . . . der Qalüer provintsen . . . ÄMtOtser 
wnrdeni. Ringmann, Cäsar, 14a. — iDie er-' 
bern lüte von Rinowe und ir mutUggert. L149. 
Alte Ordn., B. 1. 

Antfogel, Antvogel, Ente. — Die strassb. 
Togler sollen verkaufen «den besten antvogel 
nmb 10 4'. 1381. Alaatia, 1867, p. 299. — 
•Es Bol nyeman deheinen samen antvogü under 
den wilden feil haben» 15 Jh. Alte Ordn., 
B. IS. — ^Antfogel oder ander gefügeU. 1400. 
Tacherznnft, 38. — «Zum AntvogeU. Strassb. ' 
Hausname, 1334. — 'Ein Vogler am Rhein . . . , 
wiirft ein Antii<igü üss . . . mit demselben 1 
&cht er darnach vil Antvägti*. Geiler, Emeis, | 
34 a; Post. 3, 101 f. — «Der man des wilden j 
AntfogeUt. Brnnsohw., Dist. 38». — Roth- I 
salb., a, 8 b. I 

AntfriateD. Beneoke 3, 409: erklären, er- 
läutern. 

Antheis, Gelübde. Scherz, 53, — tAntheiee, 
Tota>. Herrad, 193. 

AntlaB. Schent, 53 : indnlgentia, eigentlich 
Entlassung. — (Die erwnrbent mir fierzig tag 
Atillat an den prBdigen>, Entlassung vom 
Predigen. Tauler an Marg. Ebner; Heumann, 
OpasGula, Nümb., i". 

Antlit, AntlUtte, Antlitz. — «Ach, schöne 
Antiüt.. Qottfr. v. Str., 2, 111. — .Der kunig 
sach den burger an und schetzete sins ant- 
litte» eigenBcbafti. Cloaener, 54. — «Das er 
mich wol nnder min anUit sieht*. KÖn., 373. | 
— <Es was der stoltzeBte schoneste man von | 
libe und von antlyde-'. Ibid., 675. — Assuerus i 
sah Esther lin bleichem Anüit'. Tauler, 181 | 
(32). Etc. — «Das anUit was imp nffgekeret.. 
Nie. V. Basel. 164. Etc. — Die Juden spieen 
dem Herrn «under sin schone aniliu. Eis. Pred. 
1, 191. — < . . . daz im Got sin erste gesUlt 
sioa atUlitte» wider gebe», Märlein, 29. — S. 
Christoph, *wer den ansieht, dem geschieht 
kein leit, — Des tages do er sin antlit aieht>. 
Conr. V. Dank., v. 223. ~ «Die weib die in 
der Jugend schöne atttUt haad. . .> Quidin Spil, i 
63. — «Der spigel ist ein Inter gegenwnrf | 
dinesaitfitifes». Heiur. v. Offenb. —(Eine häss- 1 
liehe Frau hatte) «ein lang krtunm AnÜitttA 
Geiler. Dreieck. Spiegel, A a, 5 a. — «Der an- 
der fiel anff das Antlit nider>. Id., Nar- ' 
rensch. 38 ■, — «Der Taufteiwarff einen mit ] 
eim Stein, das im das Blut über das Anüit 
abrannt. Id., Emeis, 44«. — «Würff im nit 
kut in das AnOit: Id.. Ev. mit üssL Ö6 «. | 



— «Vil Ordenslent. . . habent zwei AntUatr*. 
Id., Narr. 135 b. (S. die Stelle unter Buseren.) 
Etc. — Butzenantlit, s, BiOi. ~ «... mit 
einem &öUchen Antlitt'. Brant, Moretus, a. 
7 b. — .GlafF des AntUtf. Id., Thesm. b, 
3 >>. — t Antlitt und IIb sie ganti verbatzen>. 
Id., Nsch. 111. — <Ub jeman dir engegen 
kumpt, — der frolich antelit hat und rnnnd*. 
Id., Faoetus, A, 3 «. — «Der Narren Aitt- 
lit ist geglettet wol, — nnd doch die hoaen 
falten voll». Mnrncr, Nb., 268. — «Sehent tteh 
im Spiegelglas, — ob üch im antlit brest etwasi. 
Ibid.. 142. — «Sie wolt im in das Aaüit foUen 
mit den feusten». Hurner, Ulensp., 17. — «Min 
Antlit Bchnheiioh verstellet*. Id. , Gayae, 
413. Etc. — .Wann er würd euwer AntUt 
ansehen. . .• Wimph.,Chry«. 16 b. — «Wie man 
das Antlit weisz machen soU. Brunschw., Dist. 
30 >. — .Ettlich tusent sind die jnen ins Ant- 
litt hatten mögen widersprechen* , Zell, b, 3 *. 

Diese Form kommt nar noch selten vor; die 
gewäbnlicbere ist Antlitz. 

«Antreehe», Männchen der Ente, Enterich. 
Brnnschw-, Dist. 38 '. Scherz, 54. 

Antritt, Stufe, Aufsteig, Schemel. Schmeller, 
1, üSO. — .Der Fnas des Antritte (eines Biihls) 
ist mit einer Maner beschlossen). Adelphus, 
Türok. D, 5 b. — «Die Wolken hast du dir 
EU einem Andritt gemacht (Ps. 104, if). Nach- 
tigall, Psalter, 263. 

Antseaaig, vor dem man sich entsetzt, 
muthig. — Günther von Schwarzenbarg «der 
z(k den ziten der frnmeste herre was und der 
atttteagigtte von dem men wüste z& sageude». 
Eon., 478. 

Antworten, fintwnrten. Scherz, 55. 324. 
Ausser dem gewöhnlichen Sinn : 

1. Abliefern, Analieftem. — «Nieman aol de- 
I keinen gefangen harin füren, er enttoort« ia 
daunedemsohattheiaseni.lBsStadtrecht.Grand., 
I 2,44. -~ .Barone und ir genoze, — Die giengen 
ie ze loze . . ., Weiher im antwvrte — sin 
I kint . . .• Gottfr. v. Str. 1, 84. — «Ze jangst« 
wart her Thiebalt gerangen und wart dem 
! künig gsantaürtttt . Cloaener, 66. — Die StraGs- 
' bnrger geboten, wer Hermann von Gerolds- 
eok .heimlichen hielte nnd in ntit den bürgern 
entwüTtetei, der würde aus der Stadt ver- 
wiesen. Ibid., 86. — Cato spricht: «e ich 
wolte das ich in Jaiina hende gaantwürtet 
wurde . . ., e wil ich mich selber doten». Eon., 
383. Etc. — «Wer von übeltetigen lüten würde 
in den dinghof geentwürtet . . ., den süllent die 
h&ber . . behüten.. Bofeheim, 1301. Weisth.. 
1680. — Ein Dieb soll in Stock bleiben «untE 
an die stunt, daz er an das geriht Wirt ge<mt- 
witrteti. Artolsheim, 1820. Ibid., 1, 698. - 
«Die zehenden, die in der eptissin* von Esehan 
.hof geanttaurtet werdent>. Rnfhch, 1349. 
Ibid., ö, 518. — «Swenne die vier wncken 
uskomment, so bo1> der Bannwart «den volen 
wider kein (nach LÜtzel) antwirten*. Heima- 
brann. Ibid., 4, 93. — «Das kom sol men 
entwürfen gein Stiossbnrg uf der herren ipi- 
cher>. Eckbolsheim, 14 Jh. Hiet deS.Thomaa, 
329. — «Alle jor, so im das maltzerkom gt- 
nntKort wirt . . .> Schaffhausen, 1474. Weistb., 
5, 478. — «Die Bannwarten aoUen Pfönder 



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15 



nehitten and sie aulworlen einem meiger>.| 
Qressweiler, 14 Jh. Ibid., 1, 704. — .Broch- ; 
monet . . . mftchet die jougen gense fliieke und i 
ajUwürtet bü naa an den spiazi.Conr. v. Dank., 
y. 170. Etc. 

S. pTEesentare, vorschlagen. — «Es Saint | 
DIU (dem Bischof) die bürgere antwurten ein 
mnns semeis ter, wen sü wellent, den siilea wir 
setzen . . .. 1296. Kon., Beil.. 990. — «Ist aber 
das ein mänssemeister . , . abegat .... so snl- 
lent meiater und rat . . . uns einen andern 
eitiwuTlen. und suüen wir dem denselben ge- 
vtlt geben*. IWS. Als. dipl., a, 83. - Die 
Pfleger des Gutleute haus es sollen lein per- 
sone E& der pfründen (der KapUnei) antKurlen 
eime cflster der merrea stifte». 15 Jh. Gut- 
leate-Ordn., 194. 

8. Sieh antwuTten, sich stellen vor Gericht. 

— <Dem gerihte antwurte er sich*. Gottfr. v. 
Str. 1, 153. — - «Der geladen wirt für gerihte, 
der Bol sich ejtttoirten zh primen>. 1^^ Stsdt- 
reeht Grand. 3, S3; lat. Text: ae prtesentare. | 

Anwenden, angreifen. — «Wo ich min vind 
selbs anetvaul, — so sprich ich ; das gotz mar- 
ter sehend. — ich bin der isenbisser>l Murner. 
Schelm, n, 7 b. — iSo daHf er alle bischöff 
sehenden, — und die cardinäl antoenden'. Id., 
Lnth. Narr. 74. — Der Teufel hat Hieb 
•angeaendtt .Wiiapii., Chrys. 6 ». — Die Armen 
werden «von den reichen überfaUen, angeioendt 
and überboldert». Ibid., 4 ». — Die Sueven 
•gedoren, wann ir schon wenig scind, ein an- 
zal rfiter . . .ameendenr. Bingmann, Cäsar, S9 K 

Anwerfen, beschuldigen, anklagen — In 
einem Eotschnldignngsbrief an den Papst 
wegen der Ludwig dem Baier gethaaen Dienste, 
sagt der etrassb. Magistrat : «daz nieman einen 
mant in ergerunge wise über sie (die Stadt) 
oftb oder sie von gewalt denheine meinnnge 
einer urteile anwerfe, darum bitte man den 
Pabst, die Stadt zu absolviren. 1338. Eon., | 
Beil., 1087. — Das Glossar der Hegel'schen ' 
Atsg , S. 1061, erklärt anaer/en in dieser Stelle 
anrichtig durch unterwerfen. — Eine Unthat, 
der änti'angeworfen iBt>.l400.Tucherzunfl, 18. 

Anzapfen, sich mit Fragen, besonders ver- 
ßngtichen, an einen wenden. — <Do hat er 
sie angetepft und gefrogt>. Geiler, Post. 8, 
90". 

Anzögen, anzeigen. — «Den Jungbrunnen 
'iget an — Johannes der AI heilig mau>. 
Vamer, Bad. L, 4i>. — <So eögt der Karsthans 
dir wol an — wie sie dich üben understan>. 
Id., Lnth. Narr, 18. — •. , . das wurt dir wol 
ein aiuögen» geben> Id., Adel, F, 3 i>. Etc, Etc. j 

— Sonst sehr oft: anzeigen. 

AnzdgnnS- Anzeigung, — iBeroubung sol- 
lieher Andacht ist nit ein aiuögung das ein 
Hensch von Gott verworffen seyi. Geiler, Irrig 
Schaf; D, 8 b, — Ibid., F, 8 a : Anzeigung, 

Anxiigig, anziehend. — «Alle seine (Christi) 
Bed, Wort, Werck, Weiss und Oeberd , - ., 
dl« ist alleseammen aneügig gewesen», hat 
die Kraft gehabt das Volk anzuziehen. Geiler, 
PosL 8, 48 b. — iDas sein sorgliche Personen, 
die also tnuügig seind, ea seien ioeh Frauwen 
oder Hansbild, davon ist fast Not jederman 
sieh vor inen z» hüten». Id., Briw. 3, S2 b. 



Apostützler, PostÜtsler, Gleissner, Heuch- 
ler. — «Also seind ir ApostüUhr, Hypocriten». 
Geiler. Post. 2,64 b. - «Einer (der Pharisäer 
in der Parabel) was ein ab gescheidener Geister, 
ein Apmtütgter und ein Gleissner». Ibid., 8, 
7t a — <Also spricht der jung Gesell: wenn 
ich nit an nneerüch Ort gieng mit den Ge- 
sellen, so wurd ich verachtet, ein Zagmetz 
genannt and ein Apottütdert. Geiler, Schiff 
der Pen. 12». — «Er wird geschätzt für ein 
Foatätiler und Fantast». Id., Pred. u. L. 
143 '. — «Ander verrucht und sellos Leat 
hassen sie und reden inen übel, , . . und nen- 
nen sie Fastütsler, Gleissner, Lufetsohen». 
Id., Narr. 203 b. gigb steht; Bastüttler. — 
•So spricht man : schow den Duckelmaser, 

— Er will allein sin ein Carthuser — Und 
tribt ein Apottülter Stodt» (stat, statna). Braut, 
Nsch., 101. — «Lecker, haben, appottutsler, 
träum prediger». Murner, von Luthers Leren, 
A, 4 ". — Dasypodius hat das Wort nicht 
mehr, in der Gemma fehlt es nooh Grimm, I, 
537, hält Fostütltr für die ursprüngliche Form 
und meint, es sei von dem ital. postiocio, 
franz. postiche, abEuleitea. — War auch in 
Schwaben üblich ; Schmid, Schwab. Wort , p. 6. 

ApostUttlerel, Apostat sierie, Heuchelei, 
zugleich Aberglauben, insofern er, wie die 
Heuchelei, falsche Religion ist. — «Also mach- 
ten sie darass superstitionem, apostüteleriet. 
Geiler, Post 2, 68 b. — .Do wolt er sie nooh 
basB riiren von irer ApoBtüUlerie und beruft 
die Scharen des Voicks das sie sollen zu im 
kämmen und zulosen was er sagen würd von 
der Apoat&lMlerie der Schriftgelerten und Ah- 
geechei denen». Ibid., 65 », ~ «Desgleichen thut 
er in andren FotMUelerUtt und Aberglonben, 
der on ZaI ist». Geiler, Höllisch Leo, B, 4 a. 

— «Wie meinstu. ob ich ein guter prediger 
gesin wer, wann ich gesagt hette . . . wie 
gut es were das man vil stempeney, aposläU- 
lerey uffrichte» ? Zell, L, Ib. — «Duron solioh 
apostütelery die einfältigen betrogen werden». 
Butzer, Neuer., I, 1 ». — «.. . das sie sieh von 
irer Apotteittlereg bekerten». Wurm, Trost, 56 *. 

ApostUtzlerisch, abergläubisch. — «Owie vil 
tausent sind durch die apostütelerüehe begi- 
nisohe Art verfürt worden» ! Zell, Y, 2». — 
«Selbs erdachte, newe, apotteittterüdm werck». 
Wnrm, Trost, 27 h. 

Apperich, die vollgesponnene Spindel. — 
«An der Euderkunkel spint man gar bald vil 
Garnes, in einer Stund 20 bis 30 appäieh*. 
Geiler, Geistl. Spinn. L, 5b; M, 1 a. 

Appetsite, Abseite, Nebenschiff einer Kir- 
che. — «Zwo appetgiten, da inne man wol 
machet capellen und eine sacristige». Nie. v. 
Basel, 313. — Appet für ab, wie in appetgot, 
appetgrund; oder appe. in appelos. 

Apresaenb«nm. ? — «Dein Mann hat den 
Apretienbaum gar Ueb ; hau in ab und leg in 
an das Feaer brennen; mag er das gedulden, 
so bit er Jens auch». Geiler, Narr. 77 b. 

Ar, Adelar. Scherz, 57. — «Sinü wort du 
sweiment als der ur«. Gottfr. v. Str. I, 87. — 
«Nie kein are so hohe geflög engegen der 
sonnen». Tanier, 804 (52). Etc. — «... Do 
waz mir wie daz ich sehe fliegende . . . einen 



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gar grossen . . . scliöiien adeka->. Nie. v. Basel, 
319. Etc. 
Arbeit, Erbeit, Mühsal, Noth. Scherz, 57. 

— •. . . alle artbeit — Die dnrch dich ie dar 
mensche leit.. Gottfr. v. Str. 2, 112. — Ein 
Kranker, der (offe zweutzig wuehen alsns 
geiag und grosse Erbeit erlait . . .• Nie. v. 
Basel, Bek. Taal, 61. — iDie yergist kam 
TOD ime. daz er genas, doch mit groEsen Er- 
beten'. Clos. 57. — König Heinrich "für gen 
Rome nnd gewan daz mit groBsen erbeiten*. 
Ibid., 66. — Obwohl mancher «lebende blibet 
antE an 80 jor, so ist doch democh vil arheit 
und Bmertzem. Kön. 344. Etc. — Gott hat 
Eva'a Sünde gestraft, <das befindet ir (Weiber) 
wol, so ir kindes in Erbeiten gont>. Nie. v. 
Basel. Bek. Taol., 46. (En travail d'enfant.) — 
«Frowen die kinds in arbeit geent>. Bransch- 
■wig, Diät. 106 •. 

Arbeitaelig, m&hselig, elend. — •. . . wand 
er leider arbeitiälie was». Gottfr. t. Str. t, 8J. 

— Cfaristns «waz ertettseltjr ane schnlde». Ge- 
bete, 14 Jh. ms. — «Daramb ist kein arbeit- 
«elt^er nnglüekhaftiger Mensch weder ein falEoh 
oder low geistlich Mensch». Geiler, Selenp., 
118 » ; Pred. n. L., 20 «. Etc. — •Etlieh arbHt- 
selig ... in die nnsinnikeit nffbrechen>, ihr 
Elend der Torsehnng vorzuwerfen. Wimph., 
Chrys. 4 a. _ Ein Knecht, der keine fran 
woUte, sagt <er woit allein arbenttelig sein>. 
Panli, 3B3. — <Obs dich schon arbetselig mAcht, 
bringts doch kein Bchadeu». Uedio, Zehenden. 
C, Ib. 

Arbeitseligkeit, UShe, Noth. Mühselig- 
keit, Elend. — -Sie was ein Wittwin . . . , 
mit dem Wort hat er ir die gantz Bürde der 
Arbeitaeligkeit nff den Backen gelegt ; wann 
man eins alt nennt, so ist sein Ärbeitseligkeit 
gantz gesagt». Geiler, Ev. mit Ussl,, 68 a. _ 
•Wa Banöberzlgkeit ist, da lernt man . . . 
wie man sich gegen allen ArbeitKlikeiten der 
Menschen halten bo1>. Id., Pred. nnd L., 
72 K Etc. — < ... sie weren in solieher er- 
bärmlicher arbeÜ8eUgkeit>. Bingmann, Cäsar, 
22 b, — «Der mensch geboren von eim weib, 
ein kurtze zeit lebent, wirt erfüll mit vil 
arbeüsdtgkeiten' (Hieb 14, 1). Wurm, Balaam, 
Lab, — Schmid, Schwab. Wort., 26. Dasy- 
podins : 'Arbeitaeiig, calamitosus ; arbeitseliff- 
%eit, miseria». 

Aren weg, Falke, faico milvns. — <Ein 
Arenweg der fleogt in eim Kreiss nmb nnd 
sieht also weit als dasgantz Landist*. Geiler, 
Oeistl. Spinn., M, 6 >>. 

Arg, schlecht, anch von Dingen gebraucht. 
Scherz, 58. — <Bin viertel wines, des arge- • 
sten noch des bastent. Münster, 1S39. Als. 
dipl. a, 164. — Zn Strassbnrg wird einer ver- 
bannt <amb daz er aru«n win ander gäten 
Termenckette». 1353. Heiml. Buch, f. 2. — 
iSie hattent gai kein argen Won.> Hnrner, 
Genehm., B. 1 », — So spricht man doeh on 
argen Won.» Id., Virg. F, ob. — iDoch so dn 
hast ein argen Won danunb . . .• Id., Lnth. 
Narr, 154. Elo. — *Wan ich uf üch trag ein 
Argvion'. Id. Nb.. 179. Etc. 

Argem, Ercera. Sehers, 340. 1. Bwchä- 
digen. — «Wer onch das ieman . . . sine 



hengest« oder pferde geergert wurdent . . .* 
1395. Eon., Beil.. 960. 

2. Verschlimmern. — «Die cristenheit sieh 
alle Kit ergert nnd ie böser und ie böser 
wart». R. Merswin, 9 Felsen, 142. — cErsol 
sich darabe bessern und nüt ergem*. Nie. v. 
Basel, Taul. Bek., 6. 

ArghertclK. boshaft. — «Archelana der 
argkerteige' . Tanter, 6(2). 

Arghertzigkeit, Bosheit, böse Gesinnung. 

— Man wird angefochten «mit arghertsiktü». 
Tauler. 6 (2). 

Argwänig, Argwenig. Scherz, 69. 1. Ver- 
dächtig. — <Ein argvenig man*. Eeimsbnuui, 
14 Jh, Weisth., 4, 93. — -Verlympt Ittt die 
do argwenig sind». Euningen, 16 Jh. Bnrclch., 
71. — 'Wo yeman kerne der sie argtomig 
bednchte, z6 dem sollent sie grifen». 16 Jh. 
Alte Ordn., B. SO. ~ «UebetscMag . . . was 
sig das dir argwemg ist». Brant, Cato. c, 2". 

— «Was sie arekwenig bedacht, (sollen sie) 
gütlich ufFhalten und es dem ammeister ver- 
künden». Id, , Bisch. Wilh. . 270. — Die 
Dominikaner wollen 'vileeMariam decken — 
pfnch! mit dem erbsündlieheo flecken, — dann 
sagen das sant Thomas lere — an einem ort 
argwemg were», Mnroer, 4 Ketzer, A, 1 b. — 
'Argwenig mecht (machte) ich min beschweren, 

— so ich allein durch frowen eren — der 
warheit wolt ein deckel machen». Id., Nb., 
50. — «Von argwenigen vögten, de suspectis 
tutoribna.. Id., Jnstit., 24«. — «Von Dr. 
H. Lnthers leren und predigen, das sie arg- 
wenig seint». Id., Titel. Etc. — Es scheint 
•die sach wer argwenig, möcht das lieeht nit 
wol lyden». KartnauSj cc, 4 >>. — Was nicht 
in der h. Schrift gegründet ist, soll man 
'argwäniff halten». Zell, M, 3 b, 

2. Einen argwenig haben, ihn im Verdacht 
haben. — «Die minne (der Welt) soltu alle 
argwenig han und solt si flihen». Bihteb., 
42. — «Swa der meister und der rat einen 
kleger argwenig haut, da sol der kleget 
swern daz er kein unrehten gezug leite». 
Stadtrecht, 1249. Strobel 1, 581. — «Es wor- 
dent etlieh von den bargern erschlagen .... 
die man argwemg hette». Closener, 80. — 
«Do Bchickete der keiser noch Philippe . . ., 
den er vor dicke hette argwenig*. Kön,, 390. 

3. Argwenig sein, einen Verdacht haben. 

— Die Fünfiuannen der Tncher, «ob iemans 
däche oder stücke machte, do sä a/rgwemg 
werent, das men solicho d&cbe . . . of den 
kouf machte . . .» 1487. Tucherznnft, 60. 

Ärgwenige, Argwohn, Verdacht. Die ge- 
wöhnlichere Form ist Argwan. — Dn sollst «den 
nsaern menschen in getwange halten . . . and 
in argwenige, und ime nüt getrüwen». Taoler, 
289. (49). 

Argwenigen, beargwöhnen. — «Der bra- 
der bedacht, es wer nit recht, — Die stimm 
argwönigt er gar recht». Mamer, 4 Ketzer. 
H, 2«. — «Darzu argwönigt er die vätter». 
0. c. K, a ». 

Artte. Scherz, 58. 1. Arche, Bundeslade. — 
«Die leviten trftgent die arke' . Tauler, 243 (42). 

2. Fischkasten im Fluea. — Es ut verbo- 
ten Hürlinge «in kein areke noch wiher eH 



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werffen . . . Wer dem andern sine vische 
niminet ... in siner arden . . > 1436. Alte 
Ordn.. B. 1. — 1819. Urk., 2, 89. 

Armefcelt, Armikeit, Armnth, Stend, 
Schwäche. Sehers, ßO. — «Des landes ar- 
nekeit: Gottfr. v, Str. 1, 86. 

Armeklicli, ärmlich. — «Do sü Bohent, 
du er so armeklichen lag, wanne er lag in 
dem stonbe . . .> Eis. Pred.. 2, 112. 

Annen, Aermen, arm machen. — «Liebe 
aniirt nnd altet». Qottfr. v. Str, 1, 180. — 
Weltliehe Minne 'blendet mich nnd ermet 
mieh>. Bihteb., 91. 

Armem, ärmer machen. — «Alao daz un- 
ser gemeinen burger nüt wnrdent gearmert 
und die gewaltigen gerieherti. 1261. Urk. Buch 
1. 355. __ 

Annnte, nentr., die Armnth. — «Dis ist daz 
wore wcsenliche annfite>. Tanler, 22 (5) Etc. Etc. 

Armntsell^, elend. — «So vil ein Mensch 
armutteliger ist Leibs halb, so vil er mer die- 
selbe ÄrmuUeligkeit entdeckt nnd zeugt nnd die 
Löt dsrdnrch bewegt». Geiler, Sünden des M., 
14a Etc. 

Armtit>eligk«it, Elend. — «Die Worheit 
würt ench frei machen . , . auch dort in 
jenem Leben von aller .ArmHtselMileit des Lich- 
aam8> Geiler. Post., 2, 2gb ; Sünden des H., 
14»; Narr-, 154 h. 

Arnen, verdienen, erwerben. Scherz, 40. — 
•So mhe es mine natnre, dirre lichome arn«n>. 
Sie. V. Basel, TauL Bek.. I3 

Ams, zn Arras fabriiirtes WoUenzeng. — 
•Arragthch.* 1401. Tneherzunft, 21 a. — «Ein 
«wartzer Arreumantel . . . Ein blo Arraman- 
neroQ'. 1418. S. Thomas -Fabrik. —BS. 
6 -) nmb ein arrtumanteJ mit einer vehen 
vedereu". 1420, Id. — «Von Arraat koufft 
ich ir ein dnch», Mumer, Oenchm. r, 4i>. _ 
Eine Bnhlerin sagt «man hab die aller 
schönsten beltz feil, Schleyer, guldin ring nnd 
geten amuo. Ibid., f, 2» — <I)ie geistlichen, 
die frommen, — die haben grienen arrau ge- 
nommen — . . . . nnd anch gelen carasf. 
Kumer, Müle, F, 2 ». 

Arsch, Gesäsa, überhaupt Hintertheil. Be- 
necke 1, fi2: Ars, — Einem Schwätzer «gieng 
der mul uff nnd zu wie einer wassersteltzen 
der arseh* Pauli, IRl. 

Artzat. Artzot. Arzt. — Weder *wzat 
noch arzatlicber list» können dich retten 
Oottfr. V Str. 1,97 — «also ick hau gehöret 
Ton arteoten, das es den lüten böse were daz 
80 Til artjiote hetteot», Tanler, 87 (18). — 
•Do gobent im die arttat ein kriestire>. Clo- 
sener. ^9. — <Zo jungest wart er siech nnd 
bände ime kein artot vor gesin». Kön., 415. 
- iGalienns, der areat was zä Bome°. Jbid. 
8S4. — «Meister Hngelin der artiat-^ 1410. 
Etc — •Avieemader arUat». Önidin Spil, 51. 
Etc. 

Artzktlnn, Artzotinn, Ertzotin, Fran _. 
Medizin treibt; wirkliche Aerctin oder blosse 
Hebamme? Za Anfang des 14. Jh. wird zn 
Strassbnrg eine Agnes, medica, erwähnt. — 
•Minne, die artatintie . . .- Gottfr. t. Str 
1, 167. — -Alle artzotte und 
16 Jb. Oiitl«nte-Ordn., 216. - 



I Erteodtin zn Freibnrg gesessen . . .' Brnn- 
schw,, Diflt 122 b. 

Artzneien. Arzneien. Arxenen. Ansen, 
Erzen. 1 Aerztlich behandein. — Haben am 
Martinstag die Huber von Elchhoffen zu viel 
gelranken, «so sol der meter inen iegUehem 
ein Stab an die hand geben: wo er das nit 
t&t, und fallet ir einer ein beln entwei. sol 
man in «ider in den hof fdren nnd artneien*. 
Weisth., 1. 685 — Es wurden Qnakaalber 
verhört «wie und in welher mosze sü die lüte 
geereeent hant>. 1409. EÖn , Beil.. 102f;. — 
Die strassb, Aerzte mnsstensich verpflichten, 
dass sie keinen des AnssatK verdächtigen 

i •arUenmt noch im kein hiilffe dfintn, bevor er 
von den Besehern examinirt worden. Qntlente- 
Ordn , 215. — <£s ist ein gemein Sprichwort: 
Artzet. arts dich selber». Geiler, Post. 2, 67b. 
-- Consultiren: Eine Frau hatte «alles ir 
Out ussgeben den Aertzeten, nnd je mer sie 
artietet, je böser es nmb Bie ward». Ibid., 8, 
106 a. _ Unwissende, die sich unterwinden 
eine Krankheit "zn artjmeien' Fries, B, 3«. 

— «Im Angnst ist nit gnt a'ttneyeit den bueht. 
Gersd. 17 b. _ «Dieweil man dich also enriert 
oder dich artmiet . . .» Adelphns, Ficinns 144b, 

— «Der Vernnnlft (musz man) znm ersten helf- 
fennndsioertan«»!". Dial.. B. 4 >. 

2,Eeinigen, —Verboten den Wein za «oriMn 
mit kalke oder mit eygerklon. c. 1311. Urfc. 
2, 32. 

Artzneinng, ärztliche Behandlang, Knr. — 
«Die cnr oder heilung der fyatelen (hat) vll 
meinungen nnd artsneyang*. Oersd. 6Sl>. 

Arzatlich, ärztlich. —-tArtatUeh meister- 
schaft > •Arniülieh Ust». Qottfr, v. Str. 1, 97. 
Arzneiknnde 

Arzenie, Arzneiknnde, Hedizin. — «Heister 
Hans Wideman, Dootor in ArtemC'. 1463. 
Etc 

Arweih, falco milvus. 8. Arenwej/. Bei Brant 
in zwei Worte getrennt; vielleicht dachte er 
an zwei verschiedene Vogel: Da sollst «gon 
nmb den brj, — als ob da »igst ein ar oder 
wyh>. Brant, Thesm. b. 7 ". 

As. Oa, Asz, Asa, Ebss, etwas das gtget- 
EOn vird, besonders Lockspeise, Futter fnr die 
Thiere, S, auch Ate. — «Drii hunde asee, nff 
gehuffet. oder viere gestrickent. Metzeral, 16 
Jh. Weisth., 4, 199. — Der verlorene Sohn «as 
mit den swiuen des nnttoie». Eis. Fred. 1. 68. 

— «Men soll in den zweien mülen (vonAehen- 
beim)jerlichBehs swin . . . ziehen und eA«M... 
mit rehtem Ehsze: 1429. Weisth. 6, 487. — 
•Der Tüfel brncht sie (die gezierten Weiber) 
als ein EiS (1. Asb'I, als ein Speiss Man ze 
faben . . . Die Weiber die sich entblüsaen vor- 
nen nnd im Bücken seint des Tüfels Aw." 
Geiler. Narr. 184 ». — Den Schafen Christi 

• etwas vorwerffen gleich wie ein au oder 
seltzlin>. Zell, q. 4 ". 

, As, Äsen, fem., Dachbalken. — Der Bann- 
wart von Riespach soll nach gestohlenem Holz 
sncbeu und es rügen «dem zimberman nnder 
der axe, dem decker nff dem thache oder uff 
der osmeK. wo er es denne findet», 14 Jb. 
Weisth. 4, 5. — «Ton jeder hertstatt ein garten- 
htkn, und soll das hfin sein das es von dem 



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— I« — 

liert äff den stampf geHiegen niAg und von i künig Cunraten*. Closener, 40. — «Dirre joD^er 
dem stampf uff die a»ea, und von der tuen off j knaben (Bonmlne and Rcmus) atie genant 
den BedeU. Dammerkirch. 15 Jh. Jbid. 4, 39. Mnoitori. Eöd.. 318. — Karl Martel <des 

Ase. — »Die Müller heltent jcweeten gn- grossen Karlen Altet. Ibid., 704. — iKeiser 
meget das gras uLd die ase in den vische- < Friderich, des jungen Keiser Frideriches Atte*. 
waatern . . . Das gras und die ase* roII man : Märlein. 2i. — »Ir alten nünne und Ettent . . . 
nicht raähen 14 Tage vor und 14 Tage nach . »Eins ist diu minne, eins ist din EUt. Conr. 
«dem meigetag>. 1406. Reg. A, 307. Schere, v. Dank., v. 139, 3£4. Etc. 
86, erklärt es durch esca; es ist aber eine . Vater. Zu Qeilcrs Zeit, wie heute, nnr noch 
Art Gras oder Schilf, das man nicht abmähen ■ in on ehrerbietigem Sinn. — «Die jungen \Vi- 
soU, weil die Fische darin laichen. | ber die60jerige Uan haben, dieselbensprechen : 

Aanz, Oaez. Abaez, lat. absu». Scherz, 62. ! wo ist der £lt? und wenn einer konipt nnd 
Seignenrs et villagea, 250. | noch im frogt, so antwortet sie : wellen ir zaai 

1. unbesetzt, vacant, sowohl von einem EttV der Etl ist dobnen, gond zu im hinuff>. 
Lehngut als von einem Amt. — «So das ro- ! Geiler, Post. 1, 22 a. _ «Es ist ein bds Ge- 
mische rieh aaetzi ist...» 1^16- Oart. de wonheit hie aufgestanden ; da oben im Land 
Mulh,, 121. — «Wirt ein hof hie ataize, das . sprechen die Kinder : wa ist mein Vater ? aber 
in einer verkoufen wil und einen andern gc- , hie so sprechen sie: wa ist der Ett?> Id. 
winnen . . .> Kbersheimmfinster, 1320. Weisth. i Ev. mit Usal. 97t> ; Fost. 4, 37» ; 3 Marien, H7 ». 
1, 671. — <Ist aber das der man stirbet oder Attich, eine Hollunderart. sambucus ebulus. 
sDst darvon gat oder vom lande gat, oder wie ! — <Im Ättich', Feldname. Mittelhansen, 13 
es (das Gut) äset wirt . . .> Sierentz, 14 Jh. : Jh. — 'In den Attichen- Bnniersheim, 14 Jh. 
Burckh., SOO. — Stirbt oder resignirt der Abt — <Attidi oder nider holder». Brunschwig, 
von Murbach, so wird die Abtei •iweCn*. L-tfiS. j Dist. SO ». 

Als dipl, 2,336. — «Wenne euch derselben Atz Scherz, 63. 1, Verköstigung. — Ein 
lehenen einsjar und tag absect on hüber ist...» i Bitter verlangt von einem Gefangenen als 
Biespach, 14 Jh. Weisth. ö, 4. — «Ob je- Losegeld «zehn tusent guldin und darzft den 
mand wisz das gotzhusgät onamig lege . . .> oto, den kosten*. Nie. v Basel, 143. — Der 
Bernhards willer, 1425. Burckh., 1U4. — Im gefangene strassb. Domprobst wurde A-ei ge- 
18 Jh. schrieb man sogar, vielleicht an das lassen, indem «er gap 400 lib. für den aU*. 
lat, absens denkend: absenlt. «Wenn auch un- j Eon.. 806. 

sere lehen eins abtenlie würde ...> Odern. ! 2. Pferdefuttcr. Recht der Qrundherren ihre 
Weisth. 4, 383. ; Pferde zu gewissen Zeiten des Jahrs auf Kos- 

3. Ohne Sitz. — «Ist euch dehein scheffel ten der Bauern füttern zu lassen. — Die Äb- 
wetee da, den sol der herre do setzen an die i tissiu von Andlau hat zu Kintzheim «einen 
stat do er billich sitzen soU. Hastach, 1336. '. atz, nnd sol man den schniden durch das ober- 
Weisth. 1. 700. j fetd dryg wege, und ist ieder wege siben 

Aspe, Espe, Zitlerpappel. — <Zen Aapen*. schuhe; und ist der at« des sehultheissen, und 
Feldname. Burgheim, 1288. — «An— ,in den darumb sol er han ein pferd do stend, da.s 
Atoen*. 13 Jb., häufig. — «Die AspAursfi. den ati esse». 15 Jh. Weisth. Ö, 400. —Will 
Ohlnngen.ldOi. [der Abt von Münster «sinen o^^ nemen nf den 

Aeasig.l.Angenehmzucssen. Tauler, 52(11): [Zeiten, so sol der niarschalk vare» mit den 
«wer alle die edele Spise hette, die die Welt pferden über wunne und weide ... Er so! euch 
hat,oneBrot,8iewerenütMsiff». — «Die Weiss, nemen siuen att an dem vierten jare» (jedes 
der Geschmack, der Geruch und andre Ding 4^ Jahri. 1339. Als. dipl. 2, 164. — In den Hof 
die dem heiligen Sacrament anhangen, darumb : von Rixhcim stellt der Vogt während \-ier 
es uns dester lustiger und ägsip«rist>. Geiler, ' Wochen ein Pferd, das man pflegen soll «mit 
Schiff der Pen. Ö6 ^. dem alt, den der banwart abschaiden sol an 

3. Zum esseu geneigt, hungrig. S. unösst^. ' den anwenden drei fusz vor der furche*. 

— Pauli, 471': «wollent mir verzeihen ob ich ^ Burckh.. 205. 

nit so a»»ig wer gewesen als es sich zimpt>. ' Atzel, Bister. — <Znr Aietlm. Strassb. 

Atbnm, Otem, Athem. Es scheint die alte Hausname, 1420. — «Ich ivolt gern Vogel 
Form Alvm, Graff, 1, 165, hatte sich im Volks- haben die da schwetzten und die da singen, 
gebrauch erhalten, während man schon Atem j als Lerchen, Nachtgallen,, . . Ätdent. Geiler, 
Bchrieb. Ben. 1, 66. — «Ich will nit auffhören j Narr. 67 >>. Etc. — «Die jungen Atiün in 
es reden, dieweil ich Athumb hab>. Ziegler, I dem nest, — die gestern erst sind eier gwest, 
Bächlin, C. 3 b. I — so bald eins usz der schalen fallt. — so 

Athemzug. — Es ist nicht möglich «das > tuts gleich wie tet der alt>. Mnrner, Nb., 160; 
man die wort der gesehrift in allen of«in«n i 109, 177. — «, ..warumb du sovil mer 
brauche!. Zell, r, 4 b. Anderswo schreibt Zelt j redest mit den otMÜn dan da redest...» 
Aihem. Id., Adel, D, 4 «. - Fig. «Du seit 

Att«,goth. Atta, altd. .dtfo; £ffe; Vater. I nit haben ein Atzelgemüt*. Geiler, Has im 
im 14 Jh., zu Strassbnrg, für Grossvater üb- i Pf. C, 5 *>. — «Seind sie etwas bei den Leuten 
lieh. — «Richwln Körner, vrowen Annen Vatter i sie reden mit inen, sie geben in Antwort, e» 
UDdederaelbenkindeJtt«». 1808. S.ThomArch. seind aber gar kurtze Wort, es ist nit ein 

— «Her Dietrich von Girbaden, sin (Diebolt AUelvierak'. Id , Geistl. Spinn, o, 8 b. — 
UnrnhaTta)jlK«>. 1367.— Conradin«woltrechen| Humer, Nb., n,3t'. — «Die Atzel ist in lati- 
sinen otten keiser Friderichen und sinen vatter | nischer znngen pica genant». Bmnschw., Dist. 



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37 t>. — Eine Gaos hat *ine federn das zwo I Capito, Tre^r, Ä, 3 1>. — lAuferstentnute' enr 
Atitlnt. Schrotb., A, 7 >. — «Eine Ateel, die | Verdammaug. Wurm, Baloam, c, 3 ■, 
vas zam und kant reden». Pauli, 347. 1 Anffung, Erhebung. Ufen, in die Hohe brin- 

Atz«leht, Atzelecht, leichtsinnig, eig. zwei- gen, Benecke 3, 17Ö. — «Die Ritter von Eho- 
farbig wie eine Elster, thöricht, un^over lässig. I dis . . . die nmb Augvng nnd merang der 

— ■Wie lange wilt du mit dinen torehten i eristenheit. .. also ritterlichgestritten haben». 
aUekhten sinnen umbegon?. Nie. V.Basel, 170. ! Adelphus, Ehodis, A, 3 a. — ....was zu 

— «So da einmal recht thast und denn wider 4^t*»tf christlicher andacht gehört». Id„ Ge- 
nnrecht, das heisaet ein atedecht Leben; . . . richtsh. A, 2 ». 

das ist ait anders gelebt denn als ein Atzel, | Angbrag, Angenbraue. S. Oughra. Schmeller 
die dort her kumpt mit wissen und schwartzen : 1, 335, Augbra. — Zigim hatte «dicke ang- 
Federn». Geiler, Bilg. 41 "; Has im Pf. C, 5 l>, 1 bragett, die schier ob der nasen zfsamen gien- 

AtzelhHit, Leichtsinn. - .Dis ist die Licht- S™ . . - Das linck augbrag ...» Adelphns, 
fertigkeit und AUelheit, do du diseni, do du Khodis G, 2 a.- Eine Frau verlangte von 

jenem, und alles das zu erschnöicken das do '"™ Mann, -er soll ir har ■"■- -'-■ — 

Bteobt nnd fleucht». Geiler. Bilg. 10 b. I»«« geben». Paati, 109. - ^• 

AtMln,8ich leichtsinnig benehmen.- .Also i "»^^i'' -^^gbrawen ^ . . 

thnstu auch, da must gtatult ban». Geiler,' Augenspiegel, Bnlle. - .Wann einer ein 
Bilg. 10 b. _ .Ich gewon in rainem Eus ,,u feien ^w«wi«<3ei uff der Nasen hat, was einer 
liden das jr^rfn und Kifllen miner bösen dardurch sieht das scheint gel». Geiler. Narr. 
Wiber. Ibid 76*" ^^^ ^! ^^ *"■"*■ '^ "' ^^^^- ^' ** • ~ *'*''' 

Aetzen. Atzen, Ehssen. Essen, nähren. ^'"^ «'" ''''"^,?"' *=.''«'' "»' ^''n aunempügel 
Scherz, 363. - Die Jäger *essent die hunde ein iüSw ' , : □ . ,an 

venig.. Tanler. 38 |8); var. ,U^t. ~ -Sechs '^^^' "<*""«•■ ^^"''^^^■, „ ^ , 

ei^-in 7.iehen und eh,zm. . . mit rechtem chs^e.. 'tZ^^ilT ' % ' ^^';«,''"w*'^'^ 
Achenheim, UÜS». Weisth. 5, 487. - <Der- ! „ ■*!^r „ 'q««^^ ' '' ^'"*'- 

selb . . . schickt in sein Dorf ... uff des er I ""^ » !!..[ ^' . ?'.■ . t.- q 

weidet und d<«( die Schwein». Geiler, Post. L-f?*''*"'"' A^^ti«'. - .Die Hexen kunnen 
2,bO «. - .Man merckl wo er ätzt den Gouch». , S^i^T^liT'" r^^tr^/w „i*"l'a*"'^'x^'" 
Brant Nsch. 64. - .Wer gouch spisen und ^'?^?*''''=''^J^* , '^' ^j^il,"* ■ 7 "^r" 
et«n sol.. Mnrner, Geuehm. K, a b. - «Eva i ^»' ^'' «° ,1"^« em ArtArfm ander dem 
die eUH iren n.aA, - mit eiAem apffel fing ; ^*'''^''' ^^'^^^^ ^« ^'"'"»*- ^^"^' S^"- 
sie CS an. . Ibid., k,S B. Etc. — Schniid, Schwab. , 
Wort. 83. 

Atzung. Scherz, 63, 1. Futter. — «Eumet n 

oder wachset äckart oder atguvg in dem ^ 

walt . . .» Pfeffingen, IS44. WeistL 5, 373. ' 

2. So viel wie Ate, 2. — Der Abt von Altorf 
soll haben «sine ateunge vor phingesten vier- i 
zehen naht. A.rtolsheim, 1820. Wcistb. i, mn. \ Anf "dem ' Linde'"7i[^°"ma''n nöclT jet/rhä^g 

3 Streitigkeit. Schere 63. dissidinro, Ais- [die Bach. - .Wie die Gens zu der Ba^ 
cordia, nach folgender Stelle : Zwischen dem ; jauffen». Trubel, Ermannng. 2 b. 
Kapitel Ton S. Themse und den Herren von ßache, Schinken, Speckseite. - .Sie werfent 
Windeck waren,_ wegen des Waldes von Hu- 1 wurst an einen BocAen»- Geiler, 7 Scheiden, 
gesgerute. «maniger hande krieg und ataunge ^s.. 2 »; Sünden des M. 38 «. 
nferalanden . . ., und nuwe at«..iir und ange- Bachen, backen. - Die Äbtissin von Bschau 
niachofersten mohtent. Beide Theile vertragen soll «dftn 6acA«. ein vierteil rocken zft iedem 
sich, .also daz hienach under uns niht en- , fi-onfesten z6 einer spenden den armen lüten». 
T™ ^,^.**'^"l^ miasehelle noch dehein oi«npe.. | Euffach, 1349. Weisth. 5, 387. — «Es mag ein 
1279. Hist. de S. Thomas, 3a6. - Der Land- i jegiich brotbecker iocAen welre hande brot er 
vogt schlichtet einen Streit wischen den „a,. ia?o. 1440. Alte Ordn-, B. 20, — Wäh- 
Herren von AndUu und denen von Bergheim, I j^^ai einer Pest wurden die Bäcker so krank 
nnd entscheidet dass «alle die ai««fije, die sie i .das aü nüt ... badwm möhtent». Kön., 773. 
raitenander gebebitnnde alle dio anspräche _ ,So mftstu fegefür liden und soll gebaehen 
sol abesin.. 1300. Als. dipl. Z, 74. - Hat em , ^nd gebroten werden». Tauler, 165 ,30). _ 
Landmann mit einem strassb Burger .Krieg .Das mel buch die stat nnd gap menglichem 
oder Etamge ■' ..l^ÜK Urk 2, 120. -, brot zft kouffende». Kön., 694. - .Wolte üch 
Benecke, 1, 760 erklart ^teuMdnrch Ter- bedunken das ir (der Bäcker, etteUcher nit 
kostigung der Kneger im feindlichen Land, (,u<Ae als er solle . . .»1467. Alte Ordn.. B. 24. 
und sagt: .in Urkunden wird Krieg und Atz- .Ein andrer der musz Öl machen oder brot 
ung öfters mit einander verbunden.. Diese ] tocften.. Geiler, Brös- 1, 14«. - <Wan ein 
Erklirung paast nicht auf obige SteUen; es ■ Man unlustig zu essen ist, so brat man im ein 
wt da nicht die Rede von mit den Waffen ge- Ey, das ander 6<wA( man im». Id , 3 Marien, 
fährten Kriegen, sondern von Streitigkeiten 2 «; Christi. Kttnigin, aa, 3 a. Etc. - «Hett 
Gber gegenseitige Rechte oder Ansprüche. [ «!„ „.uter ... ein pfannkuch oder würst ge- 

Anferatentntuz, Auferstehung. S. (7#«r- ' &acA<w.. Brant, Nsch. 75. 7Ö. — tOebachea*. 
.Die.AH#w»te«(«uMjfeau Christi», igebackcnes. Id., Bisch. Wilh. 291. - .Stru- 



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- 20 

h«D in der pfannen baehtn*. Hnrner, Genehm. '■ 
t, t B. — «Er kui villicht jn ke^D küchle 1 
jMieAmi. Ibid., b, li '. — «Da hieBE in der I 
becker baehtn'. Hnrner, ülensp. 2b. — Die ! 
Lntheriachen sagen: der Gottesdienst «hindert i 
nns an andern snchen, — die wir snnst möch- 
ten niitElich machen, — etranben oder knchlin '- 
bachem. Id., Luth. Narr. 37,42. — «...Ich 
hab den grind, dritthald flnger dick fiirmer 
mir ist gebaehen drein das har>- O. c. 142. — 
Das Brod hat Unterscheid «in der arbeit des 
bachms'. Fries 33 « — «Ir frawen sollen 
bachm. das wir brot haben». PanÜ, 96. — 
Eine Frau «bnch eine pfap mit eyer>. Ibid., 
105. — «Sie buchat strnben». Ibid , H6 

Baehofen, Backofen. — «. . . als den drey 1 
kinden in dem bachttfen das fewr nit schadet*. ' 
Gnidin Spil, 29. Etc. — «Es ist mit nns als 
mit eim Baehoffen'. Geiler, Pred. von Maria, I 
7 b ; Narr, -"lü ■>. — Hnrner, Loth. Narr, «6. j 

Bftchtan, Bechtea. — «Dsmoch so kämet 
die milte Behte, — Die noch bat gar ein gros 
gesiebte. — Die stiess Kwene broten an ein 
spisz — und briet und machte einen gBten 
frisz — and geriet in uff die absei fassen — 
und ging mitte bAtm after der gassen>. Conr. 
V. Dank., v. H99. — .SemUehe Ding vor Weihe- 
nachten thun, das ist von Heiden hie; wir j 
haben vil von Heiden; etliche Ding hat die; 
Christenheit abgetbon> ; dann erzählt Geiler '. 
wie man ehmaU den Janas geehrt habe «als 
wir den nuwen Jarstag eren, etlicb mit tan- 
zen und springen, ander mit stechen, ander 
mit DanreisB in die Stuben legen, ander mit 
bechten. ander das sie einander Gaben schicken. 
Iiebknchen, Wein, etc.>. Geiler, Emeis 47 >>, — 
«Die ander Scheit ist Butzen Antlitter tragen, 
das sein Ursprung h;it von den Heiden ; . . . 
da mnsst man bechten, Wurst samlen ; vom 
Bächo knmpt das her>. Id.. Narr. 158 ". 
— Von den Heiden, die Bachus verehrten, 
«... knmen ist sitthar — das man im land 
tunb iäthten far>. Brant, Nach 66. — BecMen 
hiess im Elsass and der nördlichen Schweiz 
am Sehlnsee des Jahrs einen fröhlichen Um- 
zog halten, om Speisen und Getränke einzu- 
sammeln, die dann zu Gelagen dienten. In 
einem Statut der hiesigen Schifferzunft, aus 
dem 16 Jh.. steht: <Als dann die Eantwercks- 
knecht oder Knaben nach alter Gewonheit in 
den Wynaohtfurtagen gebechtet, und von einer 
Stuben zu der andern, oach frnmmen Lüten 
in ire Hiisere geloufFcn sint . . ., das sol nit 
roegin ; sunder welche Handwercksknecht oder 
Knaben bechm wöUent, die mogent louffen off 
die Stuben und in der Heister Hiisere ires 
Hantwerks und nit witert. Scherz, 103, — 1540 
verbietet das S. Thomas .Kapitel das Beckttn 
auch den Bauern von Eckbolsheim. S. die 
Stelle s. V. Kolben. — Der Tag. au dem der 
Umzug stattfand, hiess in Strassbnrg Beehten- 
tag, in der Schweiz Bechteiütag. Berchlelistag. 
Brant leitet, sowie Geiler, Wort and Gebrauch 
von Bacchus und seinen Gesellen her. Ebenso 
Dasypodius: *BtcMen, bacchari; Bechtentag. 
bacchanalia». Geiler hat ganz Recht, wenn er 
der Sitte einen heidnischenDrsprungKUBchreib^ 
allein Bacchus ist unsoholdig daran; er hatte 



in unsem Gegenden keine Erinnerang znrück- 
getassen. Die Namen Bechteiütag, BerehtüiMtag 
weisen auf eine alte Feier der germanischen 
Qüttin Frau Berchta hin. S. Grimm, deatsebe 
Hythol, 172; Wörterb. 1, 1214. Aug. Stöber, 
in der Alsatia von 1862. — In der Strossb. 
Polizei-Ordnang von 1626, tit. XIII, von Un- 
fuegen auf den Gassen, erscheint das Wort 
nicht mehr. 

Backe, Becke, die Qaantität Brod die eia 
Bäcker auf einmal backt. — «Alle Badten, 
die Jeglichen (Bäcker) bachet>. 1370. Alte 
Ordn., B. 20. — «Es soll hinanfürder ein jeg- 
licher brotbecker drye tage zitrwucben bachen 
und nit minre, und k6 jeder heeke wie vil er 
wiU. 1440. Alte Ordn., B. 20. - Dem Schnlt- 
heiss von Oberbergheim soll man geben «vod 
ieder begke, die man veil bagket, zwei brot». 
14 Jh. Weisth. 4, 138. 

Backen, masc, Wange. — «BaJtb, mandi- 
bnla*. Herrad, 186. — «Er gap ime das betze 
an einen b(Mken>. Nie v. Basel, Taaler. Bek., 
10. — 'Die trehene ime fiber die backen herabe 
runnent.. Nie. v. Basel, 175. — «Der tüfel der 
rOrte ime sinen backen». Härlein. 8'. — Ein 
Mann schlug seine Frau «an einen backen, als- 
bald da ward sj erzürnet». Gulden Spil, 36. 
~ «Wenn dich einer schlecht an ein Backen, 
so büt du im den andern anch dar>. Geiler, 
Bros. 82 ''. — «Inen hangen noch träher an 
den Backen*. Id., Hos im Pf d, 1 «. 
Etc. — Es ist schändlich beim Essen «die 
backen spannen als ein leist». Brant, ThesnL. 
a. 8 «. — Ein Fresser «der sin froctot fiile 
also — als ob sie stackten im vol stro>. Id. 
Nsoh. 110. — «Gott nie die leng vertrug — 
das man in an ein backen Bahlng^.Jbid. 17. — 
•Wer andere stossen wil in sack, — der wart 
onch selbs des 6<icitenscUaat>-Ibid., 69. Backen- 
streich. Etc. — «Glich also kielent wir die 
backen' (durch Trinken). Hnrner, Schelm 
i, 3 b. _ Das Wasser «im durch beide backe». 
ran». Id , Bad., B, 4 ■. — Es «werden die 
backen geletzet und verwundet*. Id,. Qayac, 
409. — «Schlecht dich iemans an einen backen, 
so beut im den andern*. Id., Eon. v. Engl. 
916 Etc. — «Die BacUn eins Kranken 
salben mit oamillenöl*. Fries, 117 a. — «Da 
im der vetter den Backen bot» zu einem KuSE. 
Pauli. S6. — «Wie fein hawen sie sich selb» 
in die Backen*. Zell, g, 1 «. — «Mit dem gell- 
bisz und dem zaam solst du ire Backen nöten> 
(der Uaulesel. Ps. 31, 9.) Nachtigall. Psalter 
76. — Gellbisz ist wohl Druckfehler für Ge- 
bisz. 

Bäckern, foverc, wärmen, bähen, pflegen. 

— tBackem, fovere, so vil als das man einem 
Ding das da nit gantz zeitig . . , ist, zn Hilf 
kommt das es wirt als es sein sol». Geiler, 
Selenp 11« — -Bäckern, ein Ding ausbcrci- 
ten wie es nach seiner Eigenschaft sein soll». 
Ibid. 15 a, — Maria hat «dem kindlin Jesa 
selber zu essen geben und Bapp ingestrichen, 
. . . gebackret. ingewickelt». Geiler, Post. 4, 
19 a. — Schwäbisch : bächeln. Schmid. Schwab. 
Wort 34. 

Badern, sich ttbermüthig benehmen, lärmen. 

— «Es mnss als hochmütiklichen zugon und 



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21 



ist des Bochena, des fadem« kein Enda. Gei- 
ler, S Marien, 61 b 

Badmnme -~ »Also fiel des kinda göttel 
von dem steg In die l&ehen, und besudelte 
beide, sich und das kind . . . Also halfen die 
andren ft-anwen der badmfimen mit dein kind 
vider herns«- Hurner, Ulenep. 8 — Lappen- 
berg, idS, erklärt Badmnme durch Hebamme; 
ei ist aber von der Patiun die Rede; diese 
war ins Wasser gefallen nnd so nnsanber ge- 
worden, dasB sie wie die Mam von Baden 
aussah. 

Bald, adv., schnell, rasch. — •Dana gont sie 
b<äd. dann vast gemach*. Brant, Nach 13. 

Balene, Walfisch. — -Sie seind im (Christo) 
aaehgestriehen als die kleinen Fischlin nach- 
strichen den Saleneif. Qeiler, Post. 3, 49 a, 

Balge. ? — iln der Saigeti'. Feldname. 
Snfelweyersheim, litJh. — 'Zh Balge; Fäi- 
tenheim, 1882. — 'Zft WiiOatgen'. Tr&n- 
heim, 1:^36. 

Ballieren, verdorben ans polieren. — Wir 
ikünnen ansere lügen fldern, — schleiffen, 
gleiten nnd baäieren'. tfnrner, Lnth. Narr, in. 

— »Üwere wÖrter seint glat baüieret'. Id., 
Lather's Leren, E. 5 ». - «Ir velt miszbreacfae 
glatten, — die nit baitieret sein». Id. Lied, 
Kloster H, 66J —•Dünn wol baUUret leder». 
Oersd 74«. 

Baltl Ich, verwegen. Scherz. 63. — Da 
sollst berichten aob da ie deheines andern 
Menschen gCtt baulicher und frevenlicher 
bruchtost . . . denne diu gfit.« Bihteb , 6». 

Baltzer, das Haupthaar auf dem Vorkopf. 
ächerz, 87 — Papst Anieetus •satte uf, das 
ptaffen süllent baltttr haben und keinen bart> 
Eon., 511. 

Bandikeit, Bangigkeit. — (Es kämmet 
grosse bandikeit and getrenge». Tauler, 2lHü). 
EU. 

Banlere, BaBler, Banner, fem., das frans, 
bannifere. Im lö Jh. meist masc. Scherz, 9S. 

— tWelhio Bot ir Lanier« tragen»? Gottfr. v. 
Str. I, 6iJ. — «Die banier Cristi . . . Die battier 
Lucifers'. R. Merswin, ms. — Sie «hieltent do 
mit nEgevorfener 6anner>. Kön , 656. — -Do 

mahtent sich die gebaren z&samene 

mit einre bamr: Kör, $1Ü. Etc, Etc 

Bannen. Sehers. tW u. f, — 1. In den Bann 
thnn. S. ächten. — Hau mnss die Bauern, die 
ihre Zinsen nicht bezahlen, 'bannen und ver- 
löten«. Brant, Nsoh. 79. — Die Bauern «geben 
weder zins noch zehen, — bis das man sie 
mUBZ fünfmal bannen'. Hnruer, Kb. 226. 

2. Verbieten. — "Ein gemeiner Leyg ist 
schnldig zn betten an einem gebannen Firtagi. 
Geiler, Post. 2,9'.— Gebannene Feiertage, 
solche an denen es verboten ist zu arbeiten. 
Scherz, 90. — Manche Handwerker die Arbeit 
•sparen allein uff gebannen tagem. Brant, 
Xsch. 91 — 'Man solauch nit me am sontag 
»ton — nnd arme buren bannen Ion». Murner, 
Lnth. Narr, 40. 

Banschen, bangen, engl, to bang, schlagen. 

— Einem schlechten Menschen geschieht kein 
Unrecht <ob man in schlecht (schliigt) und 
bansehel'. Brant. Henr. de Hascia, de discept. 
fratr. mend. Iiil6, letztes Blatt 



Bmntier, Fanther. — •Zam£anh«-> Strassb. 
Eausname, 1394. 
Bapp, Kinderbrei. — tMaria hat dem Kindlin 

Jesu Bapp ingestrichen». Geiler, Post. 4, 19 a. 
— «Wenn du sihest das einer dich lobet, so 
haltet er dich für einen Narren nnd für ein - 
Kind, das man mit Bappen geschwelgt, er vill 
dir Bappen instreichen». Id., Sunden des 
M. 3ö>; Brös. J, ^4"; Bilg. 142». Etc. — 
«Mau weit ietz künig, fürsten, herren, — die 
man noch solt mit bappen neren». Manier, Nb. 
9a. — .Den Kinden bappen geben>. Id., 
Geuchm. e, 4 ■. Etc. — Auch in Schwaben. 
Schmid, Schwab. Wort. 34. 

Bappel, Halva vulgaris. Kirschl. 1, 122. — 
•Pflaster von Bappeln*. Fries, 153 b. — .Mal- 
va, Papellen». Gersd. yi". 

Bapphart. — •Nun dubenzüg nnd ein bapp- 
hart, — das ist mit drincken ietz die art». 
Brant, Nseh. 110. — Tubenzug, haustus im- 
modicus. Scherz, 1674. Zarncke, 462. meint 
bapphart könnte für blappart stehn, wie auch 
spätere Ausgaben es haben ; dies gibt aber 
keinen Sinn. Noch weniger passt Godecke's 
Erklärung, 235. der das Wort für Bappe, Brei, 
nimmt. Ich gestehe, dass ich nicht weiss, was 
man damit machen soll. 

Barbein, mit nackten Beinen. — Es ist 
verboten den Fischern auf dem Fischmarkt 
^barbein oder barffis* zu sein. 14 Jahrh. Alte 
Ordn., B. 13. 

Bai'chet, Barcbut, Art Zeug. — <Wan 
einer zu Ulm einen Barehet hat geraachet, 
man laszt in den nit scfaetzen, es sein ander 
lüt darüber gesetzt zu besehen; ist er gnt, so 
hencken sie das sigel daran ; ist er nit g^nt. 
so zerreissen sie in>. Geiler, Ev. mit Ussl. 
115 a. — Eis Prediger erzählt <wie die von 
Basel and von Bingen — umb ein barehot 
wellent ringen*. Mnmer, Schelm, a, SU. 

Bard, Leopard. — (Daniel sah vier Thier 
von dem Meer ussgon . . ., das drltt was ein 
Bard* (Dan. 7, 6 ; vnlg. : pardas;. Geiler, 
Narr. 2Ü3«. 

Barel, das franz. baril. Scherz. 95. — Dem 
Canonicns Johann von S. Amarin wurden 
unter anderm izwen barel und fünf amen rotes 
wines. geraubt. 1300. Cod. dipl. S, Thom. 

Baren, gebaren, sich zeigen, sich geberden, 
auftreten. — «Welcher herr nit kan herrlich 
gebaren, — der ist ein narr bei ansern jarent. 
Braut, Epigr. Copie 231. — Die Aebte wollen 
•ietzund fürstlich borew. Murner, Schelm, i, 
2 b, — Ein Bischof, der ein Adeliger ist, •im 
bistum will er fürstlich geboren'. Id., Nb. 
119. ^ "Darum ist er so ganz erfroren — das 
er wolt adelich geborent. Ibid., 200. 

Baret. Barret, Biret, lat birretum (Du- 
cange I, 68o}, franz. barette, b^ret. 1. Art 
Mütze für Männer überhaupt. — «Wiltu lernen 
ein Menschen erkennen, so nimwarwas Kleider 
er an hab, ob er gang als die Buben and trag - 
zwei Örliu an dem Barret: Geiler, Sünden 
des M. 54". — «Der Pranwcn findet man vil 
die männlich seind, wie andre Mann, und 
tragen ein Degen an und setzen Parret uCf, 
i halber über ein Or>. Id., Bros 2. 49 1>. — 
! Pauli, 102 B. — Der Bischof hatte 'ein schwartz 



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piretet uff». Brant, Bisch. Wilh. 264. — «Etwo j Vorsteher dieseB MoDate, BnrgenneiEter. PI, 
trug man erber kappen, — aber ietz btret mit ' pamosim, parnose». Kleines jüdiBoh-dentacheB 
tappen». Id., Layensp. 168 >. — iBar«tEt. WÖrterb. Prag, 1773, S. 132. — «Zunftmeister, 
bandschnch bant wir geben>. Mamer, Nb, IS. ; parnae schel nilochne>. Homheint, VerBaeh 

— Man behaapt«t «wie sant franoiBcas klag ' einCB deutsoh-lat.- nnd rabbiniachen Wörterb. 
von dir (Murner) da» da ein rot bareHin treist». | Halle, 1807, S. 48. 

Id., Lnth. Narr, 17. Bardcher, sonat auch SaTlüte.Barmannea, 

2. Speziell Doctorhut. Baretliskul, Doctoren. urBprünglich Freie, die sich zinspflichtig ge- 
' — (Die ir Paretlüliit heiBsen, das aeint Üoc- macht hatten. Schmeller, 1, 2&3. .~ Zum Ding 
tores and gelert Liit>. Geiler, Narr. I96b. _ von S. Lukart Bollen kommen die Hnber land 
tSaretlinmarren, es seint Doctores die hohe oaeh die barricher gemeinlieh, wes heiren sy 
Hoben atftragen and seint doch angelert*. ' sint . . . Die hCiber and die barridier BoUen 
Id., Narr. 14 b. — «Keiser Sygmand . . .des heiren (Probst von Oeienberg) und der 
het alwegen Doctores bei im , . . ; das ver- sinen hüten den tag und die naht». 13M. 
droEB Beine Edlen nnd Bitterschaft . . ., nnd WeiBth. 4, 21, 22. 
' sprachen anf einmal zu im : gnediger Herr, I Barte, fem.. Beil. Scherz, 97. — Pars Hand- 
narumb halten ir so vil ParetUgleut? seind j abhauen isol der Btocwarte die bartnt haben*. 
wir nit also witzigalBsie seind?» Pauli 19*i ; ; les Stadtrecht. Grand., 2, 61. —Der Meiervon 
Geiler. Brös. S, 46 b, — «ir baretlin und ir ' Sigolsheim soll am S. Moritztag «in den hof 
handBchnchslüt' (Doctoren). Mnrner, Nb-, 21. bringen ein seohseiin und eine härtet. 1820. 

— *BaTetiigleut>. Id., Statrecht, Vorrede. Weisth., 1, 6*55. — Das zweite Jahr sollen 

— «Die allen kttnig nnd keiser haben kunst die Förster von S. Pult dem Keller geben 
and gelert lüt, bareüisglüt, auch liebgehabt», «ein barte: lö Jh. libd. 5, 393. — «Zu den 
Pauli, 76. Barten'. Feldname, TruchterBheini, 1299. — 

Barg, junges männliches Schwein. Scherz. 1 Strassb. Hansname, 1301. — «Hau muss da- 
95. — Das wise farch isol ein geheilter bargk \ rnmb nicht alle Ding mit Barten behawen, zu 
Bin». Snlzmatt, 16 Jh Weisth. 4, 13«. — <Blnt|dem Rechesten durch ingon». Geiler, Bmeis 
von eira uszgesclimtten Bargt. Brunschw., ' 22 ». 
Dist. 109. I Bartet, gebartet. Benecke, 1, 90, bärtig.— 

Barb&be, Habe an baarem Geld. — Die ' Im Traum «Bich selbs bartet sehen», oder 
Trojaner nahmen den Griechen einen 'micheln ^bartet leut sehen>. Tranmb., B, 2 b; A, 61>. 
ronp von geschirre und barhnbcr. Kon., 294. '■ Bartmann, bärtiger Einsiedler.— <Ein heil- 
Bärlich, offenbar, merklich. — «Wenn du . ger Barimann, sant Hieronymus». Pauli. 383. 
merkst das du sterben mu st oder dir sonst' Bass, besser. Bei Geiler fast auf jeder Seite, 
ein grosser bäriicher Schade daruss entspringen ; Bait, Batest, snperl. — «Wo es dir tdterbaseet 
möcht . . .> Geiler, Geistl. Spinn , M, 4» ; Post, dienet.. Geiler, Geistl. Spinn, o, 3 i». ~ «So 
2, 4 a. Etc- 8. anch berlieh j dir aUerbaieit liebt zu vastea, wenn ander 

BSrmig, barmherzig. — Nur ein Narr sagt tent essen». Id , Pred. n. Leren, 91 s. — ,Ai- 
«das Qott der herr so bärmig si, nnd zürne nit i Urbatt erkennet man den Sun, so er dem 
ser.. Brant, Nsch 16. Vater glich ist». Id., Post, 1, 6>. — «DiBe 

BKi-mnng, Erbarmen. Scherz, 96 Ben. 1, | artznci hilft denen am atleinntzlichBten und 
69. — iwiewol sin (Gottes) öärmung ist on ' basz, die den hunger am allerftiwten leiden 
moszt. Brant. Nsch, 17. — Achor «do man on ; mögen». Mumer, Gayao, 438. — «Den sollen 
bärmung in verHteint». Ibid,, 23, 'sie erwälen all, — tvelcher in am basten ge- 

Barn, Barren, Krippe, Eripfe, Raufe. — fall». Id., Lnth. Narr, 52. 
<Ein Pferd, wann es schon von dem Barrett i Bataljen, Batellen, das franz. batailler. 
ledig würt, so schleift es dannocht die Halfter ' Scherz, 99. — 'BatcUjen unde striten». Gottfr. 
hernach». Geiler, Arb.hura. 11 3; Geistl. Spinn. ' V. Str. 1, 8. — Johann von Lichtenberg, zn 
M, 3D. ~ «Nit gibt man uns (den Priestern), Ruflfach 'pateüete mit den unsem», Closener, 
das wir drei oder vier Haren an dem Barren , 60. — Sie tbatteUetent mittenander». Kön.. 
haben zu ziehen, als da thun die Etoltzen ! -329. Etc. 

Bacntarins an den Bischofshöfen*. Id., Emeis Banchecbt, Banctalecht, bauchförmig. — 
9 b. — «Wie ein pferd küwt durch ein barren, \ «Die Kant ist villeicht unten bauckecht und 
also kQwt er das gebet im mund». Uumer, , oben spitz*. Geiler, Ev. mit Ussl. 16 e. Geiler 
Nb. 45. GoU, 409 : Prasepe, Kripf, farren». i erzählt er habe zu Marseille drei der Wein- 

Baraos. — «Ulf die armen Pfoffen sotten | krüge der Hochzeit von Cana gesehen, «seint 
die riehen grosaen bamosen Herren die Pfar- j formiert wie Brathäfen, die man in den gros- 
ren und die Pfründen werfen der sie nit be- 1 sen Herren h erb ergen bat, do man den Broten, 
dürften». Geiler, Bilg. 114 b. _ Scherz, 97: i so man in abzüht von dem Spiss, dorinstosst, 
«videtur legendum Baronen». Bei Geiler iat es als sie dann obnen wit seind, und mitten 
jedoch ein Adjektiv. In attfrausösiachenSchrif- buchleeht, und man domoch ein Deckel oben 
ten kommt häufig bami für Baron vor (Du- 1 darüber stUrtzt*. Geiler, Poat. 1, 2n <>. 
cange, 1, BO:i). Hat Geiler von dieser Form I Baumhacker, Holzhauer. — «Sichstu nit 
Kenntniss gehabt und darnach sein Bamoe (spricht der Tod) das ich ein Theder bin, ein 
gebildet? Orimm hat das Wort nicht in sein Baumhacker und ein Schütz? Kennestu dise 
Wörterbucli aufgenommen. — «Pames, pai- Geschirr nit die ich trag?» Geiler, Arb. 
nas, er hat gespeiset, ernähret; item, ein I hum. 7«, 
Speiser, Vorsteher, . . . Pamas hachodesch, der \ Beambahten, miulBtrare, bedienen, Mesce 



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— 23 - 

halten. — <■ . . das dieselbe messe . . . tege- flachen d'mann, die wiber befftH'. Hnrner, 
liebe gesprochen nnd &«Lim6aAtet werde*. 1402. ; Nb.. 103. — Sie twiderbefft alsit behende». 
K5n., Beil.. 1018. ' Ibid., 274. 

Beaugesten, beängstigen. — Dssä die Feinde i Befi'ideii. I. Einfriedigen, amz&unea. Scherz, 
■dich beangestent*. Eis. Pred. 2, 9. 1 lO.S. — Äcker »die enioles befridet werent mit 

Beck, Bäcker — «Von dem feuer damit eime ziine.. 1884. Ibid. de S. Thom., 382, — 
(das Brod) gebachen wiirt, het ich dir anch Eine Stelle /wischen zwei Hofstätten in der 
ZD sagen, lagz es aber den Becken zo geden- Elisabethengasse sollen die Eigenthämer ge- 
ken>. Fries 831'.— Wir «kanffen dem Bedien , mejnsam tbefriden, ver/.Qnen nnd vermnren>. 
sein brot ab». Butzer, Dass Niem., A, 2ti. — , 1408. Eeg. A, 191. — «Ist ein man der gftt 
•Ein BTolbeck'. Pauli, 32, 337. ! hat stossen uf des herrn (des Probsts von 

Beckeahnbe, Blecbhaube, Helm. Scherz, 103. | Keuweiler) gflt, der sol es befridm und be- 

— .Swer nahtes gat mit btekenhaben oder . waren». Neuweiler, 15 Jh. Weisth., 1, 755. — 
mit anderm gewefßue. äne lieht, der rumet ' Dei' Banwart von Achenheim soll jährlieh 
die stat einen monad». Stadtrecht, 1249, Stro- «howen 200 wellen, damit er den briigel be- 
be], 1, 551. — Unter den dem Canonicos Job \friden sol>. 1429. Ibid , 6, 487. 

von S. Amarin geraubten Dingen, war auch | 2. Pacare, zum Frieden bewegen, versShnen. 
teine beekehube in eime hftte». 1300. Cod. dipl. , — «Dan »il ich mich Ion gietlieh linden, — 
S. Thom. Da es den Geistlichen verboten war ' befriden lassen , , .• Murner, Luth. Narr, 119. 
Helme zu tragen, verbargen sie dieselben, , — 'Als er das selliig teil des Gallierlandes 
wenn sie über Feld ritten, unter Hüten ; ihre hefridet hette ...» (hac parte pacata), Bing- 
Helme waren mit Blech ausgefütterte Hüte. | manu. Cäsar, 46 a. 

— Den strassb. OeistUchen ist verboten ilang- , sich Began, sich Begefan, sich begehn, be- 
messer bantzer, htckelhuben, coler, spies» zu schäftigen, ernähren Seherz, H.'5. — «Es waz 
tragen. 1814. Cod. dipl. S. Thom, — «Noch do j ein closter, do worent brüder inne, die bf 
worent die meistere gewesene, wände daz sü | gingent sich irre arbeit zfi velde nnd zä holtz». 
die beckerÄaben hetent abegcton». C losen er, ^ Eis. Pred. 1, 187. — «Welcher elende man in 
129. — «Ein beekenhube mit eime fisyer». 14^7. das dorf kompt und eich darin begehen will. 
Tucherzunft, 3B. ' der soll dieselbigen recht han». Balbronn, 15 

BeckeÜDg, Backenstreich Scherz, 103. — «Ist Jh. Weisth. 5, 433, — « Die die win umb kost 
das ein ersam man eime scbalke . . , einen veilhant oder sich des znpfena wctleiitbepan, ..» 
btckeling git . . .» 1249. Stadtrecht. Slrobel. 1, 1349, Alte Ordii., B. Sl. — Kain -floch vom 
.tSI. — Ein Ritter war bo zornig über seine I lande und beging sich donoch mit ronbende». 
Frau, «daz er ir einen beckeling gab». Mär- Kon., 240. — Eine Bettlerin ihet grosse kint, 
lein, 3t. ' die sich wol mit dienende begont, so begot sü 

Bedentniisz, Bedeutung. — Die Gebote des : sich wol mit spinnende». 14 Jh. ms. — «Wer 
Alt. Test, haben «ein Bedeutnüai gehabt uff ' sich mit einer arbeit begot . . .• Pred. Ingolts. 
den künfftigen Christum». Zell, k, 1 b i - Willst du »uf höfliche Weise etwas ver- 

BedrUzen, Bedriegaen. verdriessen. Scherz, langen, «mit umbred soltn dich fteaan». Brant, 
' 104. — UebermäKsige Trauingkeit macht dass Thesm, C, 1 ». ~ «Mancher durch geschw&tz 
den Menschen «nut alletne bedrütit gotte ze | sich so begot, — er darff nit kouffen win und 
dienende, in &eilr&2i^ ouch ze lebenne». Bihteb, brot*. Id,, Nsch. 22. — iBettlen, des ver- 
73. — «Dis bedro» Petrus den faekenner ... dürbt man nit, vil bgont sich wol zu wisbrot 
Dis bedrüsset das bekentnisse.» Tauler, 77 : mit». Ibid., 62. — Einer will adelig sein, dessen 
(16). Etc. ; Vater «sich mit also begangen — das er vaeht 

Bedümen, mit Dornen besetzen, von Dorn- ' mit einr stäheln Stangen». Ibid., 74. — «Die 
hecken machen. Scherz, 104. Arbeit damit sich der gemein handwerksman 

Bedntz, Bestürzung. Betutzen. consternare, ' begat». Hedio, Zehnden, B. 1 1>. 
Schneller, 1, 558, Strassbnrgisch : verdutzen. | Begangenachaft, Beschäftigung. Art sich zu 

— •. . . gleich als im ein beduti und gehe benehmen, — «S. Ambrosias spricht, wäre 
bewegnisz des geniüts (wäre gekommen), als j rechte Freundschaft ist ein Tugend und nit 
ob er in . . . zweiffei verflossen wer>.Ringm., ein Be^iitipnMcfta/I.abergestiftefalscheFreund- 
Cäsar 115 a. 1 Schaft dassetb ist ein Be^an^ms^Aa/t». Geiler, 

Beelenden, elend machen, für elend halten, Pred. u. L. 114 s. — «Ein wild begangensehaft 
1. Betrüben. — «Spottet man sin und er ward , der weit — ist wie man steh ietz uff das gelt». 
zu Schanden, das (mIcrij in». Geiler, Bilg. 208 >., Brant. Nach. 62. - Dürften die Geistlichen 

3. Bedauern. — «Wenn er sich selber an- 1 keine Sportein verlangen, so würden sie lieber 
Sicht, das er sich beelenäe und sich über sich ; «ein ander handwerk oder begaagenseliafft 
selber erbarme». Geiler, Selenp. 39 ■. — «Das leeren». Wurm. Balaam, d, 3 ■'. 
ist ein kleglieh Ding nnd wol zu beelenden \ Begatten, anordnen. — Der Bischof «hette 
bei einem Christen mens eben*. Ibid. 64b - i begaddet und geholten . . .» «NG was ouch vor 
227 0. Etc. fefijottetdazinieglichergasse ein bürde strowes 

Befehinnss, Befehl. — «Ir seind die, die do lag». Closerier, 77, 79. 
leren und sagen die Leren, Gesatz und Befehl- ' Begeln ? — Ein Rathsherr «so von jnngen 
mtSKn der Menschen». Geiler, Post. 2, 65 >. Etc. ; tagen (im Recht) nit gebeglet und nfferzogen». 

Befelutga, Empfehlung (Gebet). — «Ein Be- \ Murner, Stadtrecht, Vorrede. 
felniiz zh der mhter gottes» Gebete, 15 Jh. Begen, Bäwen, bähen, heute bei uns bäjen. 

Beffen, beffzen. schelten, schimpfen. — «So — «Ein gebeget brot durch essich gezogen». 



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— 24 

BnuBchw., Pest., 17 '. ~ tBOwenxitii wermen 
oder BBnfft maobeii>. Oersd. 83 >>. 

Beginitcfa, beginen artig, aoheinheilig. Schon 
früh warf man den Beginen vor, nur den 
Schein der Frömmigkeit zn haben ; beginalis 
war ein Spottwort geworden. — <Wie meinsta, 
wann ich geBohworen hette, Jhesos, gots gute, 
«der sanst ein begeinisch scWürlin, und nette 
daneben in einer gleiBznerei die lent betrogen, 
wie hiszhär das Beibig beffeiniseh völcklin ge- 
thoB hatt.. Zell, Y, 2 '. 

Begirliche Kraft, die vis ooncapisoibilie 
der mittelalterlichen PByobologie. Geiler, Brös. 
1, 13» ; Fred. u. L. 19 b. Etc. 

BegÜDipfeit, Glimpfen, gUmpäicli entschul- 
digen. — iWir Geistlichen ... die sollichs 
underBtond zo beglimpfen. und aber jg nie wir es 
glimpfett, je me es Leckerie iBt>. Geiler, Post. 
1. 24 '. — WeiBs dein Nächster daes da etwas 
Böees gethan hast, <so sähst du gern, das er 
das best darzu redet und hülf es dir glimpfeii'. 
Id., Baum der Sei. -ii». Etc. 

Begrebede. Begrebde, fem. Begräbnifis. — 
■Ich habe ouch orwetet mine begräide z& dem 
vorgenanten cloBt«r> (S. Elisabeth). 1271. 
Test. Beinr, Buhenauns. Cod. dipl. präd. 

— <So sü von der hegrebede gont. e das sü 
in ir hus knmment . . .• Buffach, 1349. 
Weieth fi, 386, — Speier, «do vor alter die 
römischen klinige spulgetent ire begrebde zQ 
haben». Glos., 56. — Die drei Weisen bringen 
Christo iwiroch zb einre bezeichange siure 
begrd>ede>, Eon., 499. Etc. — iSie hat fdr- 
kommen zu salben meinen Lichnam in die Be- 
grebde*. Geiler, Post 4, 16a; Arb. hum, l<)4a. 

Begriffen. 1. Auch im Sinn von ergreifen. 

— <Do si begriffen das zil , . .» Qottfr. v. Str. 
1, 170. — .Do begreif ein kint die gleve und 
h6p sich daran». Kön., HSö. — «Was sü lätes 
begriffent, die bnndent sü also herte . . .> 
Id., Slh. Etc. — «Ist das yemana eine al- 
mende aberkobert ist oder würc . . , wer die 
anderwerbe begriffet, bessert 2>I,S>. 1427. 
Almeudbuoh. — «Weneindiebwirtäe^ri^en. ..> 
Marlenheira, 1338. Weisth. 1, 726. Etc. — «35 
wenent die sunne alznmole begriffen han>. 
Tanler, Ö7 flS). — 'Die Bitter sollent an 
dem streyt be«choren sejn, darumb das man 
eje her dem bor nit begreyffU. Guldin Spii, 29. 

2. Befollen. — Wer tmit dem siechtage 
der nssetzikeit begriffen iat . . .> Gutl. Ordu., 



besitsent . . .> Nio. v.BaBel.27S. — San Haber 
der verkaufen will, soll «die g&ten g&ter mit 
den schwachen verkouffen, nmb doe er nüt 
diegftten behebe und die schwachen vertribe». 
Aspach, 1420. Weisth. 4, 39. — •. . .Und het 
oach die stal zt Stroszburg mit sinre helfe 
manigen sig beh^eU. Closener, 42. — Die 
Worte, die iah <alle gar wol in den sliuieti 
behebet habe». Nie. v. Basel, ms. — *Dar<iff 
sü . . . die abegeschrifft bi in bthSbeat s& 
etme ewigen memoriale». Nie. v. Laufen. Oot- 
tesfr., 48. — Es «&«Aü&ent die keyser disen 
gewalt hienoch vü hnndert jor». Kön., 403. — 
<Do er das gut solle teilen . . ., do bebftbe 
ers allein». CloB , 57. — <AIbo gesigetent die 
herren and beh^ent da« velti. Eon., 840. — 
«Vormals gewonlioh die prediger kein hoBü 
noch ligende gilter bditAen, aunder bald ver- 
konften*. J. Meier. 

2. Behaupten. — Job. von S. Amarin tbe- 
Aup and bezfigete . . . daz er da verlüre . . ,> 
1300. Cod. dipl. S. Thom. — <I»is hat er be- 
hebet mit aime eide>. 1328. Eist, de S. Thonu 
:-)63. 



127. 

Begilten, begütigen, besänftigen. — Maria 
tbegieten kan den Zorn>. Brant, Bosenkr. D. 
fled. lü. — «dn begütest nas den herxen». Ib. 
18. — Turnus «wolt sich nit begüten lon>. 
Mnmer, Virg. 0, 3". 

Behaben. Beheben. Scherz, 107 u. t. 1. Be- 
halten — tBehabe ehte dise zwei püntelin». 
Tanler, ll'J(2S). - Kommt der Herzog Albreoht, 
<so l&gent denne. wie ir in wistiche bekabent'. 
Eon., 417. Etc. — Wird zn Limerfiheim ein Ding- 
hof^tfeil, und will die AebtisEin von S. Stephan 
*e8 nicht öeftoften, so mag er (der Meier) es ver- 
koafenweme er wil». Weisth. ö,4l3, — DerVogt 
<8oi das pfant nemeu und behabent. Nieder- 
hausbcrgen. 15 Jh Hist. de 8. Thom., 331. — 
•Die das denne behebent und mit eigenschaft 



'6, Aufrecht erhalten. — Die Enber vonLi- 
mersheim und die von Viche schwüren «des 
hoves reht zö bekahende: Weisth. 5, 4i2. 414. 
4. Aufhalten. — Die von Christo berührt 
I werden, «die enbehebet noch liep noch leit, bu 
kummen über sich an in>. Tauler, (i9 (14). 
I Behabang, Behauptung, Festhalten an et- 
I was. — «Eigene Behobung irre eigener würfe- 
licheit». Tauber. 211 (37). 

Behäbig, beheb, enthaltsam, kenach, elg. 
dicht verschlossen, wasserdicht. — 'Hast du 
I verlorn dein Jnngftowschaft, so biss binfur 
i keusch und behäbig>. Geiler, Schiff der Pen. 
J12ua, — «Continentes, behebe Menschen». 
Id. Brös. 2. (;9". - Heute: B'häb, g'häb, 
! aber nur im Sinn von dicht verschlossen. 
I Behi(bllcheit, Enthaltsamkeit, contiueatia. 
~ «Die Frucht des QeiBts sinl Liebe . . . 
I Behäblichiit und Kuscheit». Geiler, Bilg. 225 ^ ; 
I Schiff der Pen. l!!)b 

I Behälter , Erhalter, Bezeichnung Chrieti 
I als Heiland. Scherz, 1 10. — «Cristus unser 
' behaller . . . ,> «Symeon sprach: ich sihe 
' den öefidJifr». Kön., 281. 603. — -Hüte ist ge- 
I boren der behaller der Welt». Hugo von 
Ehenh. Etc — Johannea der Täufer «hat 
gesehen im Geist das er (Christus) ist gewesen, 
der wor Messias, der Behalter djser Welt». 
Geiler, Post. 1,20^. Etc. 

Behansen, beherbergen. — «Mein vatter 
I hat behauMt dicht. Hurner, Tirg. i, 1 ^. 

Beheb, so viel wie geheb, verschlossen, 
dicht. — 'Bist du dann deines munds beheb 
(schweigst du) — so finden wir kein wider- 
streb». Mnmer, 4 Ketzer, J, 4 1>. 

Beheften, fest machen. — «Und also be- 
heften sie das Sehiff, sie werfen den Anker 
uss». Geiler, Schiff 'der Pen. 122 a. — Bebaft, 
besessen. — «Ziehent die rüder all mitkrefften, 
— das wir nit bleiben drin (in den Klippen) 
beheffien: Mumer, Virg. J, 6«. — «An einem 
felsen stettig wart — das förder teil {des 
Schiffs] behaftet hart». Ib. 0, 3 b. _ Der Bauer 
vom Priester <umb das Tou^elt wird behaft*. 



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25 



Körner, Nb, HO. — •Uff erden igt keio meis- 
tenehafit, — die mit git me li behqfft — dann 
die kntiBt der arzenl». Ib. 101. — 'Sie böten 
bab ich hie gestrafft, — die mit nnzneht sind 
behftfft». Hnmer, Oenohm. J, 4 >. — «... jetz 
so ich mit alter bthafft bin , . .» Id., Virg. 
p, 1 b. — ,Bo wir mit leid seind hie hthaift'. 
Ib. F, 5». — Comilla war JSgerin, •allein 
mit Bchiessen vii behafft». Ib. m, 8 b. _ 
• . . . der thiere eigenschafR:, — damit du 
meer ist da behafft*. Ib. J, 2 b. 

Behend, adv„ alsobald. — «Der thet im 
mit einem Spiess sein Seiten nt^ und Heftend 
flou hemss Wasser nnd BlQt> Geiler, £v. 
mit ITsbL 92 b. 

Behend, Behende, geschickt, franr.. adroit. 

— Hau soll nicht dispatieren «mit hehtndm 
nnd subtilen worten», Taviler, 96 (19). Eto, — 
Mancher beichtet imitalse gar glosierten, &e- 
keiiden Torten, das eCtelioher bihter sich sel- 
ber usaer der sachen nüt wol gerihten kan>. 
Nie. 7. Basel, 192. Etc. — <I>ie bösen geiste 
sint so listig nnd hehende. . . .> Jüngstes Ge- 
richt — Schlan: cWer vil Beschise kan . . . 
den halt man f^r ein Weisen, da sprichet 
man das ist ein behender HaD>. Geiler, 
Emeis 1 1 *. 

Behendeheit. Behendigkeit, Geschicklich- 
keit, fr&nz. adrease. Scherz, 11:^, — <Si kande 
BchÖnin hantspil, —- schöner behendekeite Til>. 
Gottfr. V. Str. I, IIH. — «Des tUfels listige 
behendikeit'. Nie. v. Basel, ms. Btc. — Schlaa- 
heit^ «Man heisset jets Behendigkeit, wer vil 
Beschisa kam Geiler, Emels II ■ 

sich Beheren eines Dings, sich zn hoch, 
KS gat danken dafdr. Vergl. Schmeller 1, 1151. 

— Bischof Johann von Lichtenberg weihte 
selber «sine pfaffen nnd kirchen . .., das do 
ander bischove von boscr gewonheit sich 
beherent und enpfelhent den snffraganien . . . 
jft t&nde>. KÖn. 673. — «Des gehüren nam- 
mens JhesDS sol sich nieman behtrm'. Verse. 
Briefb. - Das Glosaar zu KÖn. hat, S HI8-J : 
«sich beheren, sich ku gut dünken für etwas.. 
Nach Schmeller, 1 c , wo auch das einfache 
beheren für beranben vorkommt, gehört das 
Wort EU heren, vastare, 

eich Beherren, sich einen Herrn geben, 
eines Herrn Uncerthan werden. Scherz, Il2. — 
Jeder Bürger von Eckbolsheim sohwörte dem 
Kapitel von S. Thomte «sich mit keynem an- 
dern herren ku beherrew, er habe denn KOvor 
sein Bürgerrecht aufgegeben. 15 Jh. Eist de 
8. Thom., 43t. 

Beholtzen, mit Hotz versehen. — Der Meier i den 
von Berenzwiller soll <vier jucharten mes- 
sen . . ., das er den hof behoiUe>. 1420. Weisth. 
4, 13. 

Behüren, überhören. — «Die Schüler, die | 
ir Letzen wol gelert haben, die erschrecken 
nit wenn der Schulmeister korapt und wil sie 
beh6ren>. Geiler, Arb. hum. V-i^- 

Bejag, Bejegede, Jagd. S. auch Gejegede. 

— Die Feinde «fOrent nahtes gar nohe umb 
die stat nf den bejag*. Kon., 817. - Die Bür- 
ger von Odern «sollen das bejegde haben vom 
Spttx untz an den Hirtzsprung>. 15. Jh. Weisth. 
Ö, .483. 



B«tiag, Erwerb, Gewinn. Sehers, \\i. — 
Die Hinne hat einen Sack — «in dem si ir 
däbe nnd ir b^ae — . . . ze straze veile treiti. 
Qottfr. V. Str. 1, 169. Eto. 

Bingen. I. Erlangen. Scherz, 112. — «Unde 
mag onch ich den da btgagea, ao behalt ich 
mine stat da wol». Gottfr. v. Str. 1, b'J. — 
«Got, von dir reden, Got, von dir sagen, — 
kan dincn hohsten trost bejagem. Ibid., 3, 109. 
— 3. Martin, «was er möhte bejagtn und ge- 
winnen . . ., daz teilet er alles under die ar- 
men». Eis. Fred. S, 11 1, — Die Beginen sollen 
arbeiten «das si ire notdnrft und narnnge 
desto bas beiagen miigent*. IHSS. Gotteshans 
Kom Wolf. — «Was beasernngen (der Vogt) 
do bejaget, der ist das Kweitel des probstea 
nnd das dritte teil des vogtes>. Nenweiler, 
15 Jh. Weisth. 1, 757. 

ü. Sich b^agen, sich erhalten, ernähren. — 
lEievon komet daz sich unser armen burger 
von der stat nlht bejagen mUgent in dem lande, 
alse sie billich soltent». IÜ61. Urk.Bnch I.3Ö7. 

Beiderfalt, zweifältig, doppelt. — «Des 
leibes Christi beid gestalt, ~ fleisch und bint 
auch beiderfait'. Mnrner, Luth. Narr, 24. 

Bejehen, Bejachtzen, Bejotzen, Bejetzen, 
bejahen, bekennen. — «Judea sprichet also 
vil als got begegen oder got lobem. Tauler, 
74 (15). — «Ein Jude aprichet (heisst) also vil 
also der goC begiht- Id., ißi (8I)|. Etc. — 
«Wer das bejetxet . . ., so sol es kraft han>. 
li-22. Urk. 2, 1:^7. — Die Christen «das 
selb gtaaben nnd beiotttn'. Adelphns, Ehodia, 
C, 6 b. _ «Die gevattern ... an statt des 
kindes . . . b^achteen den glanben>. Ziegler, 
Niessung, D, 4 b. _ ., , . jre ungegründte Sa- 
chen zu bejachtzen oder za bekenneni. Zell, 
V. 1 1. 

Bejehnng, Bekenntniss. — «Juda sprichet 
also vil also ein BeteAun9eGatte8>.Tanler,9(2). 

Beiel? S. das folgende. Nach Leser, 1,159, 
ist Beiel das Untersuchen der Fässer ; im folg 
ist es aber etwas anderes, vielleicht das Re- 
sultai der Untersnchnng. 

Beielen, Beigelen, Begeln, Bögein, die 
Fässer visieren. Leier, 1, 159. — Schenkt 
einer zu Neuweiler Wein aus nach angefonge- 
nem Weinbann, so sollen des Frohstes izoller 
des mans win beielen, und sollen die beiele dem 
heller von dem stift antwurten*. 1^ Jh. Weisth. 
1, 7n4, - Der Weibel von Türkheim «sei den 
tavernern irü vas beigelen'. 14 Jh. Ibid. 4, 
203. — Wenn der Banwein «anfahet. au dem 
abeude so sol der schuUheiss mit dem weibel 






ban brlchet, als dikke so er den zappfen xiehet, 
so sol er bessern 60 sch>. Münster, l.')39. Ale, 
dipt. 2, 163. — Heier nnd Bütel von Bisch- 
weiler sollen während der Zeit des Wein- 
banna «die vasz begeht'. i458. Hanauer, Con- 
Btit,, :-(26. 

Beifangen, einfangen, fest nehmen. Benecke 
i. 210, — Die strassb. Bürger .würden dich 
(Treger) nit beygefengt haben, wo nlt ein ge- 
rücht worden, das dn flüchtigen fusz setzen 
weitest.. Capito, Treger, B. ;( ". 

Beihel, neuer,, Beil. — «Mit axten, beift^-Zn...> 
Nachtigall, Psalter 188. — «Bat: es geet i: 



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das holtz. und sich hinter sich. Antwort: ein 
Beyhel uff des bawern achszelem. Räthselb. 
C 1 ". — 'Ein htihel, wol mit silber ziert». 
Mnmer, Virg. 0.6''. — «Das heihel sucht er 
an der Etatt>. Ibid., Y, 7 '. Etc. 

Beiige. ~ iGaoBen, oder mit den beigeln 
x-ogeln, oder bqb noch vögeln stellen*. 14 JL. 
Alte Ordn., B. 13. — Wahrend einer gewissen 
Jahreszeit sollen die Vogler 'die langen garn 
in lachen und in legem niit stellen, oazge- 
anrnmea mit den beiigen'. L. c. 

Beilz. S. BeUez 

Beingewant, Beinscbiene. Scherz, lli). — 
<Ir hüte und ir heingeKantt. Gottfr. T. Str. 1, 
38. — Sie hatten <gfiten hamesch und beitige- 
teant'. Kon., 4S7. Etc. — Ein Bürger verpfändet 
unter Anderm «drü pant7.er and '2 par beittge— 
wand*. 1460. 

BeinhUltzen. Brunechw , Dist. 41 1>. — Li- 
gustrum vulgare. Kirsch! 1, 673. 

Beinscb rötig, von schroten, schneiden. — 
«Wasgehawen wirl mit einem scharfiffen oder 
desgleichen, daa das fleisch und gebein dnrch- 
hawen wirt, nent sich ein beintäiretig wund*. 
Brnnschw., Chir. 94 b. 

BeiBsen, Beizen, beitzen, in einer scharfen 
Flüssigkeit erweichen oder mfirb machen) in 
Essig oder Lauge legen — tFantasten beisen 
brncht vjl sinn, — daran ich selten etwas 
gwinn; — ich miest ein starcken beieen hau, 
— solt ich wis beieett iederniani. Mnrncr, Nb. 
46. — «Hit rotem gumpst nnd essig 6etfit#n>. 
Id., Luth. Narr, 24 — «Somen oder frucht in 
wein gebeistet'. Brnnschw., Dist. 18 b, — ,ln 
essig gebeisst'. Gersd. 44 s. 

Beiasen, BeiUen, Beizen, jagen mit Fal- 
ken und dergl. ; hetzen. — 'So doch ein sol- 
licher (PfafFe) bass kan im Brett spiien, und 
den Habich bereiten und birssen und beiteett'. 
Geiler, Fost. 1, 30». —- Es ist eben als so man 
beiUel; wen man wil jagen oder beiUen, so 
hat man zwen Falcken und vil Hnnd ; und so , 
man in das Feld kumpt, so fliegen die Falcken 1 
über sich und ist ein armes Rebhünlin, das j 
kann nirgen hinkommen ; Hiigt es so erwischen 
es die Falcken, blipt es dann uff der Erden, 
so sint die Hund do und erwischen es . . .> 
Id., Bilg. 17Ö B. -— ijanker Hans will jagen, 
beiseent. Uorner, Nb. 249. ~ Prälaten, die 
<. . . hocbgewild feilen, unsinnigklichen ren- 
nen. beiUen, — den armen lüten durch den 
weitzen>. Id., Schelm, i, 2 ». — Fantasten sol- 
len «nit zu kirchen wacbtten beism. — mit 
ungestüm die andern reizeni. Id.. Nb. 49. — 
«So du (Camilla) Troianer hat erbeitet, — und 
sie mit kriege» not gereit,-,-. Id., Virg n, 
7 b. Etc. — «Jagen und beyesen, daa der herren 
lost ist». — Adelphus. Barb. ö8a. — «Die, 
Edeln Isollen sich üben) mit jagen, beissen*. i 
Fries, 62 '>. — «Ein edelman het ein sperwer i 
mit dem er beitztt. Pauli ib. \ 

Beistendig, behültlich. — «Bitt den Helligen I 
des Namen du hast, das er dir beiitändig sei^. > 
Geiler, Fred. u. L. 20 «. — «Er würd helffer i 
finden die jm beistendig weren>. Adelphus, , 
Pater Noster, A, 3 b. — .Im in dem krieg I 
bifstendig i&iat . Ringmann, Cäsar. Ö7 '. — Man 
sollte «mir beistendig sein». Zell, A, 3 b. , 



Beit, bit. Verzag. — <Hie ist kein weil 
noch beit, — wo ir hin wölt bin ich bereiti 
Mnmer, Virg, G, 1 b. 

Beiten, warten, säumen. Scherz, 113. - 
• Jemer m&s got irre müsse btiten'. Tanler, 3 
(1). — «Dia beitetetit bilze das der engel nider 
ging in den tich>. Ib. 19 (ä). Etc. — Er war 
so ongednldig zu streiten, «daz er slner bel- 
fere nflt wolt beiten: Closener, 60. — Boni- 
facius IX «weite nüt beiten nutz die 60 jor 
kement» (des Jubiläums) Kon. 678. Etc. — 
Ist ein Huber abwesend, «dem sol man beiten 
ein ganz Jon für das Zahlen seiner Zinse. 
Griesheim. 1340. Weiath. 5, 448. — Der Welbel 
von Oberhergheim soll «lüten die glogkeu dri 
stunt (Mal) z6 gericht . . .. and sol nochen- 
ander also lang ye beiten . . ., ontz das einer 
von ende des bannea in das dorff kumen mag*. 
16 Jh. Ib. 4, 142. — Haut einer Holz im 
Wald von Grendelbrnch, so ruft er dem För- 
ster; «so er ladet, so beiut er> ob der Förster 
komme. 14 Jb. Ib. 5, 416. Etc. — Hiob 
sagt: «berre, bette ein wenig, losz mich klagen 
minen smertzen». Hngo von Ehenh. — «Der 
tbor tregt das hercz in dem mund and will 
nit beytten der frag . . 'Der Weise) mag der 
frag wol erbeilen'. Guldln Spil, 26. — «Es 
stund übel wenn ein Herr ein Knecht bm- 
chen wolt und ruft im, und der Knecht Sprech : 
Herr, bHtent mein, ich muss vor gon das und 
das thuni. Geiler, Emeis 87 ». Etc. — tBeit 
ie ein klein». Brant. Thesm. a, 6 b. _ «Der 
wis schwigt und beit kunfR^ig zit*. Id., Nsch 
üä. — (HieruGateni r.n boden äcl, — do im 
gott beittet lange joT>. Ibid , 27. Etc. — 
•Tag nnd nacht der zarten beiten*. Murner, 
Genehm., n, 4i>. — «Das thatea sie on alles 
betten'. Mnmer, Virg. B. £ >>. — ■ .Und thu 
das bald, nit lenger &«it>. Mnrner. Luth Karr, 
36. Etc — «Wan du mancherlei spisen 
easen wilt. so sottn nit lang beiten von einer 
zu der andern». Brnnschw., Pest. Sb. — «Ir 
müssen mir acht tag beiten'- Pauli ,154 b. — 
«... das es eine grosse torheit wer zu beite» 
bisz sich der find menge mereten*. Bingmana, 
Cäsar, 30 b — «Solt man beiten bitz die pa- 
pisten ctlich sendten, die das Evaugelium 
predigten, es würt nymer mer geprediget». 
Butzer, Verantwort., d, 3 °. 

Beitung. das Warten, — «Noch aller diser 
beitunge . ., müatent sü dennoch zeben tage 
beiten. Tauler, 67 (13). — «Die Beilung der 
Creatoren bellet die Offenbarung der Kinder 
Gottes. Geiler, Ev mit Ussl. 122'' 

Beize, scharfe, saure Brühe, auch Lange. 
— «Es thut nit not ein man zu reitzen. ^- er 
friszt sich selbe in diser beitten>. Uurner, 
Schelm, g, 2 a. 

Beizer, Jäger mit Falken. — •- . in den 
alten joren, — do . . . gut beüsen woren>. 
Murner, Geucbm. m, 1 «. 

Bekerde, Bekehmng. — «Das ans der In- 
brunst, Ernat, Will und Fürsatz bleib den wir 
hatten in dem Anfang unser faberde* . Geiler, 
Selenp. 118 » Etc. 

Bekleiben, bekleben, bestreichen. — «Sie 
habend die (Wand) beüeibet mit Leimen on 
Sprüwer*. Geiler, Dreieck. Spiegel, Äa, 6>. Etc 



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- 27 — 

BeklitEcn, UberraEchea. Lexer, 1, 167, btX \ groBse beioninge und glast gegen dei froveu* ■ 
M für beflsken. — •Nieman lasse eich den tot | Eon-, 62S. — (Im Vater aneer:) 'las ans nit 
bdMtten nnbereit*. JiingBteB Oericbt. ; verleit werden in bekorung». Oaldin Spil, SB. 

BeknSUeD, BeknotKcn, betasten, bes. mit | Ete. — 'Nüt leite uns in böse Btlcorungt*. 
anreiues Händen. — «Der Nochrichter soll ] Oswald. — •Wachent und bettent das jr niit 
off den merkten . . . nützit von esshaften vallent in Btkorunget. Hngo v. Ehenh. — 
dingen bekn^zen oder anrüren>. er ■wolle es I tB^onmg oder Anfechtung der bösen Feind>, 
denn kaufen. 16 Jh. Alte Ordn., B 28. - Die Geiler, Selenp, 161 •>. _ ,Nit füre uns in Bi- 
Aussätzigen des Outlentehauses sollen die von ' korung oder Versuchung. Id.>, Bilg. 20'i^; 
den Leuten Schiltigheims in die Stadt getra- | Passion 38 K 

genen Beswaaren 'nit belMotan, handeln Bekratzen, tadeln mit scharfen Worten. — 
noch anrurea>. Ifi Jh. Gutleute-Ordn., 168. ' 'Do bekrattet der Herr seine Jünger, Bobanwet 

Bekummen. 1. Act. einholen. — «An dem I sie an und sprach». Geiler. Post, 1, S8>>. — 
Stade bekam er in». Gottfr. v. Str. t, 9». | «Nachdem der Herr dise Ding hat geredt, sie 

2. Einem bekommen, ihm begegnen. — «Do . gestroft and bekralzel hatvon irem Unglauben». 
btkam er mir an einer Strossen». Nie. v.Baael, ' Ibid. 3, 23b-, Fred. u. L. I8db. 

266. — 'Ime bekamtnt vil lütesengegen gandei. . Bekambem. Scherz, 116. I. Beschweren, 
MSrlein, 83. — «Wenn ein schif harabe vart, ; belasten. — Er war •bekumbert harte starke 
unde dem ... ein schif bekommet hinuf ze va- i — mit zweier bände leide», Gottfr. v. Str. 1, 
rende . . .> 1408. Weisth., 1, 691. — <Also sU 189. Etc. — «Der grünt ist zfimole bekMmbert 
kam bicz in bredi|;ergasse, so bekumbet ir | mit den creaturen». Taaler, i:7 (6). — «Mit 
Johane Jadas geswihe . . .• 1409. KÖn., Beil., j dem siechtagen der malatrie bekumbtrt nnd 
1086. — «Do bekamen inen ander Liit». Geiler, | behefft». Ib Jh. Gutleute-Ordn., 2i5. — «Nie- 
Bilg 208 ^. — «Wer im bekamt, der ist im man der got riterschaft fftret, bekümmert sich 
VeUer und gut Gesell». Ibid. 14:2 b; Pauli 90 a. I mit weltlichen Sachen». Gnidin Spil, ST. 

— Das er «lang zit n(F der strasz sich sum, i 2. Belästigen, in Noth bringen. — «Donoch 

— damit das im vil lüt bektmu. ltrant,NBoh. . . . . do behtmberlent ettelich herren das rieh». 
78. — «Wo mir derselben eins bekiimpt, — so | Glos , 47. — «Do hettent die beiden das heitge 
schlag ich Sic amb Iren mundt». Mumer, Müle, < grap nnd das heiige lant bekvmbert'. Eön.,4ü7. 
F, 4 !■. - «Da bekam im der herzog». Id., 3. Mit Schulden belasten. — Man soll des 
riensp. 83. — «Der erst priester der inen i Grfinen-Würths Güter <nüt versetzen, bekum- 
bekamen würd, der selbig solt bischoff sein» bem, verkonffen . . .> Nie, v. Laufen. GDtteEfr,42. 
Pauli 261. -- «Wenn sie einander bekamen, ' 4. In Beschlag nehmen. — Wird einem 
so gieng einer die andere strasz . .» Ibid. 38. i Gläubiger von dem Schuldner deri Zins nicht 

3. Gerathen, gedeihen, — <Üch bekoment ' bezahlt, so ksnn er dessen Güter «anegriffen, 
alle Qwer bienen deste baz>. Mürlein, 10. bekumhem und pfenden», 1418. Beg B,87.Etc. 

4. Zukommen, zu Theil werden, — «All 6. Durch Anfüllen nnKUgänglich machen, 
hant ein angefaarne bgir — wie uns das recht , encorabrer. — «Die koufmanschaft nnd fan- 
gnt hie uff erd — bekum' Brant, Nsch 103. ' tasien ... die den tempel behmberntt. Tauter, 

5. Gefallen, znaagen. — «Denen bekam das 4öl (78). — «Were es das das grap bekvmbert 
90 wol als dem hund das gras». Humer, ] were, das die gräber müstent doten dms 
riensp 9. — «Das bekam im fast wol>. haben ...» 1412. Todtengraber-Ordn. Bist, de 
Ibid. 76. I S Thom.. 409. 

Befcoren, prüfen, versochen, von küren, i Belangen. Scherz, 116. I. Zu lang dünken, 
wählen Scherz, llß. I, Kosten, franz. goüter. i — «So worent euch etteliche, die gerne werent 
Sech heute bei uns ; versuchen. — «Diu herzen, schiere ammeister worden, nnd sü vaste belan- 
diu ilin hant bekorU. Gottfr. v, Str. 2, 108 — : jeie der zehen jore.. Kön., 782. — «Die gfttge- 
«Wer ir (der Minne) süsse hat bekort'. Gottfr. [ winner hant grosze Inst in dem tegelichen 
V. Hag. ms. ■■ gewinne, daz sü der zit nüt belanget noch keiner 

S. Versnoben, franz. tenter, prüfen. — «Wie arbeit verdrüsset». Clans v. Blov. 
mühte er bi! me vershcht und bekort han> 2. Sich sehnen, verlangen. — ttit belanget in 
[das cananäiscbe Weib). Tauler, 29 (6). Etc, vil sere . . .» Gottfr. v. Str. 1, 254. — <Do ist 

Bekomng Scherz, IIb. 1. GeschmackBinn. also unlidelioh darben und also gros belangen». 
Vocab- opt.: gustus. — «Der dirte sin daz ist Tauler, 854 (Gl). — «Do belangete den künig 
bdarunge, und der git dem menschen spise noch Sant Ämando». KÖn.. 628. — «Uns hat 
und trang z& bekennende, und daz er küret alle belangt nach dir*. AJtswert, 48. — «Also 
ein ieglich ding noch sime adele nnd noch . das sein Gemüt zu allen Zeiten ein innerlichen 
siner messen». Gebete, 14 Jh. ms. Neigen und Betätigen gewinnt nach dem höch- 

2. Anfechtung. Versuchung, tentatio. — ' sten Gnt». Geiler, Pred. u, L. 5 ». Etc. 
■Virleit uns in deheine Beekorunge-. Bihtcb., Beide, Pappel, populus nigra. — «Zfi den 
1. — «Maniger hande bekorungen, es ist mit Beiden*. Feldname, häufig, 14 Jh, — 'Zö der 
hochvart, mit grite , . .» Tauler, 128 (26), - ' Beiden'. Strassb, Hansname, 1821. 

— «Got knmmet mit gruwelichen 6eitorunfm>. Beleg, Binde. ~ Lazarus «was gebunden 
Tauler, 4 |1). Etc. — «So gab ich mich gar ! nmb Hend und Füss . . . mit linenen Binden 
demütekliche in die bekorungei. Rulm. Mers- i oder Beleg', Geiler, Post. 3, 96 >. 

win. Gottfeifr., 60. Etc. — Gott übt den Belegernng.Belagerung.— <0b sie doch iren 
Kenschen «dnrch bekorunget. Nie. v. Basel, . könig fünden, — im ir &el«^un9 verkünden». 
Taul. Bek, 11. Etc. Etc. ~ «Do viel er in;Mumer, Virg. d, 8«. Etc. ~ So häufig bei 



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nathig sind. Einmal hat Äd«lphas, Tttrk., £, 
2": 'Die BdegertmM der stal Rhodis». 

Beleiden, j. Leiden machen, BchraeTzen, 
betrüben. — Gott beschirmt den, — .der von 
der Wahrheit sich nit scheidt, — das er zn 
keiner zit htieidt — sin fosz». Brant, Nach. 100. 
- lEaet du im bad Ion pflegen dir, — das 
knmpt dir zn grosen frödeu, — das dich kein 
ding mer mag btUiden». Murner, Bad, B, 2 ■. — 
«. . . das weder frost noch wetters we — dich 
ewigküch heleidet nit me.. Ibid. B. 5 t>, 

2. Beleidigen. — Eine ehrbare Gesellscbaft, 
<die ein Bchelm thnt gar btkidtn'. Uarner, 
Schelm, b, 'i ". — tViez bnch macht ich zu den 
freiden, — and euch niemans zu bdeiden'. 
Id., Genehm. J, 4 «. — "loh bhalt das uf min 
höchsten eid, — das ich mit willen niemans 
beleidl'. Id., Nb., 278. — «... das ir darnach 
mich nit me beUiden'. Id., Lnth. Narr, 7. Etc. 

Beleiten, geleiten, führen — «Sie warent 
all mit mir bereit, ~ in welches land ich sie 
beUidt. — wo ich hin weit . . .> Mnrner, Virg. 
0,41». 

Bei igen, Belegen. Belegern, belagern. 
Scherz, 117. — <Do die bnrger vemoment. daz j 
der konig in zornea wise kam and sii beligen ■ 
■wolle . . .• Glos. 40. Etc. — Die Griechen be- 
lojent die stat Troeye zwene monat.. Kdn,,:;9d. j 
Etc. — «Do der kiinig (^.has) belegen was mit ! 
sinen vienden. . .» Hngo von Ehenh. — «In i 
einer belegenen Statt so louffen alle Bnrger an 
das Ort da die feynd inbreohend» Geiler, Irrig ] 
Schaf, C, 3 b. — Der Mensch raht in Gott «als 
ein Behgener. der benotet ist., in einem gnten ■- 
Stareken Schlosz». Id., Fred, von Maria, lu «. , 
— «Als Rom findtlich btlegeret was>. Uurner, 
Genehm, o, A ^. — Porsenna tbelegeri heCftigh- 
lich die stat.. Id., Virg. c, 5 a. Etc. 

Bellez, Beilz, Pelz. Scherz. 11«. -- .Under, 
den kürsenern sint swelve. die mit des bischo- ! 
ves kost Buient vel und bellete machen, als vil j 
ir der biachof hediirf». l«s Stadtrecht. Grand. 2. i 
«Ein beüeU mit kiinigelin rücken», dem j 



heim soll man geben, «zh S. Martins mes einen 
niiwen leimberin betU^, der ir rehte uf iren ffis 
stosse». 13:20. Weisth. 1, 665. ~ «Es sint klei- 
der oder beize'. Tauler, £66 (-11); var. beiUge. 
— Stirbt eine Aussätzige, so bleiben ihre 
tBeilteermet' den andern Frauen des Haases. 
Gatleate-Ordn., 169. — «Pollicinm, dictum ein 
Brustbelts: lHi'4. Strassb, XJrk, 8, lüß. 

Belümen, beschnldigen. Scherz, 118. — Erlin 
ward ^belümet von des mordes wegen». ISSH. 
Kön., Beil., 10:ii). — Eine Fran «waz vaste be- 
lümet für unvertig». I3ä3. Heiml. Buch, f-' 6. — 
Wird ein Wechsler «fteMmet von diepstal we- 
gen. . .. IS22. Urk., 2, 245. 

Beliimnng, Beschatdignng. — Wird eine 
Begine den andern onleidlicb, «es were amb 
belümunge unküscheit oder snsz umb was bösen 
liimötes das were», so soll sie das Haus ver- 
lassen l'iW. Gotteshaas der Sehselsheim. 

Beizen. S. Pelseu. 

Bemasen. Bemasigen, Bemassen.beschmn- 1 
tzigen, beflecken. Scherz, 113. — «Wir alle' 



bemoset sint mit dötUchen BÜnden>. Eis, Pred. 
I, 82. Etc. — Eine Nonne soll sieh nicht (ver* 
Hecken und bemongen> mit Eigenbesitz. Ctana 
von Blov. — «Wie hübsch oder nnsohaffen oder 
beiruuet sie sej». Geiler, Christi. Eün. aa, 4 b. 
— «Ein weisser Stnrtz oder Schleier der einen 

I Kessel anriirt oder angerürt wirt mit bemaage- 
tenHenden. vondemAnrürenwirt er 6«»uuMt». 

I Id.. Selenp. 2ii7 1>. 

BemUsseln, beflecken. — «So wirt doch eins 
vom andern bemüiglet durch bösen Anmnt den 
eins znm andern gewinnt». Geiler, Selenp. 

Benahten, Benachten. 1. Uebemachten. 

Scherz, 119. — «Ich beTiahte in disem walde». 
Gottfr. V. Str. 1, 87. — Kanfleute liessen ihre 
Wagen «stun wo sü benahuttnt'. Glos. 56. — 
«Were ea das ein vogtsherre benahtet. . . bei 
dem meier. . .» Printzheim, 15 Jh. Weisth. ö, 
476. — «In wetem hofe die zwene stier oder ir 
einre beiuAtettt. die sol man de inne die naht 
enthalten». Ruffach, 18t9. Id. h, B8T. - Jakob 
kam zu dem Berge, «do benaMet er». Oswald. 

2. Von der Nacht überfallen werden. — «Es 
begab sich uff einmal das ein Sprecher, ein gut 
gesell, beTiaehtet und kam an ein kloster>. 
Pauli 51. 

Bendel. 1. Schmales Band zam Binden oder 
zum «Einbändeln». — B -[ umb bendel zft dem 
houbtloch an der carsukel. . . h sch.nmb blowe 
q/denbendel'.14.IS.S Thomas-Fabrik. - «10 j 
unib sacbendeli fdr Fruchtsäcke. 1416. Ibid. — 
• i .-J umb &acbendel z& dem glockelin uff dem 
Iettner>, 1417. Ibid. 

— «Was mag der sack am allerminsten 
enbern? des bendels'. Räthselb., C, 3 i>. — «Die 
hembd mit langen kragen, — die ir mit 
schwartzen bendfeii tragen». Marner, Genehm, 
m, i>> ; f, IB ; D, 4 ». — «Man flndt wol seek 
^schlechte Weiber) die sich des flissen, — das 
sie ir tochtern lerent rissen — minem sack 
den bendel ab» (mir den Beutel leeren). Id., 
Nb. 51. — «Ir müsten brüch (Hoseni und bendel 
fressen » Id., Luth. Narr, 138. — «Rollbinden 
. . and ander bendd' zum Verbinden von 
Wunden Oersd. 12 *>. — Bei der Messe trägt 
der Priester «ein leinen tnch auff dem hanpt. 
das etwan von eim köstlichen gewaut hat 
ein leisten müssen haben und zwen langer ben- 
del. damit er es umb sich gürtet, ein humeral 
haben sie es genannt». Butzer, Neuer G, 3 ^ 

•^. — Die Bannwarten von Sigolsheim «sal- 
lent brechen eine bendele trübele, die einen 
zuber bedecke». 13:^0, Weisth. 1, 665. 

Bendig. I. Bendig machen, anbinden. — 
Der Vogt kommt nach Niedcr-Ranspach «mit 
einem vogcl nnd zweien winden, and die hnnd 
sol man bendig machen, das sye niemant kei- 
nen schaden tuend». 1419. Burckh., 162. Aehn- 
lich Obermichelbach, 14')7. 0. c, 173. 

2. Gebändigt, zahm. — «Ein Hund der nit 
bendig ist, der gat nit am Seil ; wenn er aber 
bendig ist. so lauft er frölichen neben dem 
Ross am Seil». Geiler, Bros. 2, 66 b. 

Benedeien, benedicere. segnen. Benedeinng, 
Segen. — «Der Kelch der Benedeyttng, welchen 

' beiiedeyen . . ' Ziogler, Büchfin, G, 3 '. Etc. 



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- 29 — 

Bengeleht, bengelarti^. — «Klein ben^tdu | nügig biet domit — das diD gebrach fordert 
holtz*. 1468. Alte Ordn., B. IH. I eo zit>. B»nt, Bato, c, 2». 

' Bening. — «Ein swarUer uiaDtel mit einem BenHglicheit, OeoügBamkeit. — 'Die seohst 
btning tater . . . Ein tanioa mit fuhttbeni/ng Eigenschaft des Schafe ist Benüglicheü'. Geiler. 
ftiter.. 14*0. S. ThomM-Fftbrik. i Irrig Schaf, A, 6K 

Benne, Eorb mit Bädern, Korbwagen. — < Benfimen, bestimmen Scherz, 190. — Hetza 
Um bei einem Brand die Fenereiraer schnell von SehsBeUheim ihet ofFentioh verjechen daz 
an Ort nnd Stelle zn bringen. <ist geordnet j sfl . . . benümet nnd lideklichen nfgeben habe> 
das ein grosse btnne boI gemacht . . . werden», ein Hans fiir Beginen. I^-JSO. Cod. dipl. prnd. 
16 Jh. Alte Ordn., B 18. — Die Stelle eines — «Zö widemen der pfründen , . . setzent nnd 
Gärtners auf dem Harkt soll breit genug sein, I benümttU wir . . .• 15 Jh. Gutleate-Ordn., 196. 
dasB er ^ein bentte für sich legen oder gestel- j — IMe Altern 'miigent beitümen ires gutes . . .> 
len mag». (Korb, den mau vom Wagen herab c. l^lt. ürk , 3, S7. 

nahm.) 14!45. Alte Ordn., B. 3: Zunft-Ordn., BenUmnng, Bestimmung. — <In den ziten 
338. ~ «Zar Samen*. Strassb. Hansname, 'do die weltlichen priestere die kirche (zom 
1477. — «Er het sich gelegt in ein Kerlin, in ! Grünen -Wort h) besungent nnd regiertent üb 
ein Bennen . Geiler, Arb. hnm. IS ». — Benne \ benömunge nnd gnnste des bobestes . . .• Nie. 
ist ein altes celtisches Wort; tbenna lingua j von Lanfen. ms. 

gallica genas vehicnli appellatur*. Festos, ~ I Berafeln, Echeltea. — •Noohdem als der 
Dasypodius : tBmm. Benno, Karchze;n>, d. h. Herr inen hat verwisen iren Unglonben nnd 
Earrenkorb. -- Benn. Bennekarrich, heisgt noch . under die Nas geriben, nnd sie also wol be- 
jetzt der Korbwagen aaf zwei Rädern, wie rafflet nnd erbntzt hat». Geiler, Post. 8, ua» ; 
ihn die stTassbarger GSrtner nnd die Baneni Selenp. 183 b. Etc. — •Der keiser b^aflet 
onsrer Dörfer gebranchen ; franz. benon, be- sie (seine Fran) sie geb zu vil den armen», 
nean. ' Fanli, SOS. — (Anklagen domit sie das Evan- 

Bennig- Scherz. 90. 1. Des Bannes schuldig, gelinm berafflenU Brnnfels. Anstoss. IS ■. 

— <Es sind etlich fall im geistlichen rechten ; Berlimen, von ifam. Schmatz, Fett, beflecken, 
... die sollen fiir bennig gehalten werden I beschmntzen. — «Wenn man einen hträmt 
weiter weder andere siinden». Zell, I, 2 a. | odersohlägtdasimeinBlowe8(einbl8iierFleck> 

3. Gebannt, in den Bann gethan, excommu- würt». Geiler, Post. 2. 75» ; H, 71 a, — «Wenn 
niciert. — Wer Simonie trieb, den «solte man | man ein Kertz an die Haner lent, so mag sie 
für bennig han». Kön., 434. — «Er sol nit ge- 1 die Hauer nit gantz verbrennen, so berönvpt 
mein haben mit bennigen Liiten oder mit den ' sie sie doch nnd macht sie schwartz». Id., 
Jnden». Getier, Bros. 1, 96 b, — «Wo sie dich i 3 Marien, 6 b, — Am Aschermittwoch «mit 
btnnig hielten, so müsta landramig werden». . des Teufels Bauer laufen sie von eim Hos in 
Mamer, Kön. v. Engl. 908. — Uan sollte die das ander und rupfen einander, nnd etwann 
schlechten Geistlichen «als bennig, wie sie | in der Kirchen so berömen sie einander» (mit 
dann vor gottseind , . . halten». Butzer, Weiss. | Asche, zum Spott). Id., Narr. 158 !>. — 
h, 2 a. — Han behauptet, man mflsse «die ; 'MBncher knmbt melbig zu der bicht, — der 
Priester so eeliohe weiber nemen, für 6mni^ i gantz wisz werden meint und licht. — und 
halten». Zell, Collat. B, ) ». — Viele tbetmige \ gat berämt doch wider hein». Brant, Nach. 87. 
banemi begehrten vom Bann gelöst zu wer- j — «Lieber went sie ir antlit bscbissen und 
den, Zell, I, 3 b, ; sich berötnen wie ein kol». Ibid, 1)2. — Xer- 

Benfiten, Benötigen, in Noth, Bedrangniss i xes «thet doch sein hend gar wflst Iier«&in«H>. 
bringen. — «Ein Belegener, der benotet ist . . ,> < Brant, Frcih -Tafel, .S04. — Brämen, sohwei- 
Geiler, Pred. v. Maria, 10 *. — «So man ein | zerisch. 

ächloss benötigen n-itl , . ,> Id., Irrig Schaf,: Beraspeln, Berespen, tadeln, strafen. — 
Q, 5 ». I «Dia berespei und bestrofet der h. Geist». 

Beneel, Pinsel. Beneke 2, 620, — Der Haler i Tanler, 47 (10), — «Das er sich selber darumb 
gebraucht «die BeneeU. Adelphus, Fic. 136 a. | nberfiir nnd beragpelt' Geiler, Pred. n. L. 50'*; 

— •, . . wie jhener allerlei bentel uffhnb, bisz 133 ». -— «David schreit zu Gott ■ Herr, nit 
CS ein arm vol ward». Zell, K, 4 >> ' wollest mich strafen in deinen Wüten, und nit 

Benügen, an etwas genug haben, sich be- 1 wollest mich berespen in deinem Zorn». Ps. 6^ 
smügen. — «Da solt dich beniegen lassen mit ' 2. Geiler, Selenp. 217 » 

deiner Franwen», Geiler, Sünden des Hund.' Beraten, versehen, ausstatten. Scherz. 121. 
11 b. — «Gott . , . hat ein beniegen das wir I - Der König «hiez in da beraten — mit rtche- 
die bestirnten Gebot . . . halten». Id., Irrig lieber wate». Gottfr. v. Str, 1, 56. — «Ist es 
Schaf, F, 2' ; Christi, Kiinigin, aa, 6 a. Etc. I daz ein man oder ein fröwe ein dochter bero- 
Etc. — «Keinem benügt me mit sim stand». Uent . . .» 1400. Tucherzunft, 21. — «Wanne 
firant, Ksch. SO. — Das SchilT «loszt sich mit , ein erbar man ansers antwerks einen snn 
schlechtem wind benügen». Ibid. 1, — Ale- ' beratet . , .• 1437, 0, c , 56, — «Ist das etteliche 
xander «liesz doch zuletzt benügen sich — I unser bürgere ein teil irre kinde beroten 
tnit siben schuhigem erterich». Ibid. 2*j. — hant ...» o. 1311. Urk., 2, 27. 
«Lasz mit dim disch beniegen dich». Brant, Fa- 1 Berbrot, Bembrot, von beren, prästare. 
«Ins, A, 4 a. — Der Bischof «wolt sich mit Scherz, T20. Die Erklä rang. Eist, de S. Thom., 
HI. H. gülden beniegen lassen». Id„ Bisch. ' l08,note 1, ist nicht richtig. S.anch Sp«»ilefrrot. 
Wilh. 252. Etc. I — «Daz brot dem man sprichet bembrot: 

Benügig, zn&ieden. — «. . . wann du be- \ Us Stadtrecht, Grand. 3, 66. Portion Brodes, 



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30 ~~ 



den CanoniciB des Münsters gereicht, seoliB 
Laibe per Tag. — 'Berbrot', das den Canoni- 
ciB von 8. TbomtB znkommende Brod. 13 Jh. 
Hist. de S. Thom., 108. — Bern Kämmerer des 
Bischofs gehören jeden Sonntag '17 panes qui 
BXUtCJip&Dtar Bentbroti. 14 Jh. Urk., 3, 204. 266. 
Berd, ßeberd, Geberde, Benehmen, Betra- 
gen, Manier, Gewohnheit. — <. . . Das ein 
Mensch wolte verlassen Sitten nnd Berd diaer 
falschen Welt.. Geiler, Narr, 89 h. Etc. Etc. 

— Gibst da. als Eingeladener, etwas Tür das 
Gesinde, <8o spüret man an dir höflich berdt. 
Brant, Thesm. c, 6 ». — «Besser ist haben 
gut geberd, — dan alle richtum nff der crd.. 
Id., Nsch. la. — iMan sieht gar bald in gberden 
an, — was er. . . sy für ein inan>. Ibid. 11. 

— <Wer hat bos sitten und geberd. . .» Ibid. 13. 

— «Wandel mit lüten gater gehtrdt. Brant, 
Cato. a, 2 a. Etc. — (Junge berMn, alte iüt, kan 
ich zusammen nimmer fiegen*. Mnrner, Nb. Sit. 

— «Wie sie von dir berichtet werden, — gleich 
kUnnent sie dieselben berden*. Ibid. Itiü. — 
«Schnöde berd nnd böse sitt — lonffen ietz den 
narren mit>. Mnrner, Qenchm. b, 2 ». — t Durch 
mntwil und sin bösen btrdeat. Id., Schelm, a, 
■tfh. — «Den eitern ayes grosze pin, — wenn ir 
kind zu gencbcn werden — mit bösen sitten, 
öden berdent. Id., Ganchra. i, 31>, — «Sind das 
geistlich prelatisch berdm, — wenn die bischoff 
jeger werdem ? Id., Schelm, i, 2 a. — Dass «got 
damit unsere bösen berden (mores) straffe». Id., '. 
Gayac 401. — «Das wider all mein sit und | 
geberd was>. Ibid. 420. Etc. Etc. 

Berden, Geberden, sich geberden, sich be- 
tragen, sich benehmen. -- Du Alter, «din eilend 
hie must schouwen, — wenn die jungen frötich | 
berden*. Mumer, Geuchm. F, a ö. — «Find man 
ungehoblet Iüt, — die gar eu berden künttent . 
nät>. Id,, Müle, Ä, 2 '. — «Fründlicher wib sind 
nit nff erden. . ., — die so züchtig künnent 
berden*. Id., Geuohm. p, 3 ". — Die Amt- 
leute «e das sie erwelet werden, — so künnent 
sie so züchtig berden: Id., Xb. 131. Etc. 

Bere, Bahre. Noch bei una, in dem Wort 1 
SchaUbär. Vergl. Sloszbär. — «Das da ir drü 
genug hetten uff einer beren zu tragen*, Mur- ' 
ner, Ulensp. 86. 

B«re. Bär. — Er «schnufTt recht als ein alter i 
beret. Mumer, Bad. E, 3 a. — «So mir min bere 
entrin. . .• Id , Instit. k, 2". — Der Bischof j 
• weiszwol das der bore nit schimpff verstot> 
(Bern). Id., 4 Keteer, L, 6 a. 

Berehaft, fruchtbar- Scherz, 125. — «Er 
wirt als der Hirt weiden seine Schaf, in seinem 
Ana wirt er samlen die Lemmer. . ., und die 
berhaften wird er tragen», Jes. 40, 11. Geiler, 
Pred. u. L. 72 b. Etc. 

Bereiten, ausrüsten, bewaffuen. Bereit- 
schaft, Rüstung. — Kein Bürger soll «einen 
bereiten man enthalten in siore gewalt. . .» 
Solche Leute sind verdächtig, wenn sie ihren 
Harnisch und •Bereiltchaft nit abezieheu. . .» 
«mit andern geweffen oder beretUehaftr. 1322. 
Urk.. 2, 40. 42. 

Beren, tragen, hervorbringen, fruchtbar sein. 
Scherz, 124. — «Sü hiewent in euch die reben 
abe und die Aerenden (fruchtbringenden) boume>, 
KÖn., 883. Etc. 



Berendreck, Süssholzsaft. — Es verkauft 

einer Theriak, «so ists nüt dann berendreeki. 

Murner, Nb. 169. 
Berespen, echelten. strafen. Scherz, 124. S. 

Beratpein. — «Die verborgen bresten die beret- 

pet nnd bestroffet der heilige geiet>. Taaler, 

47 (10). 

Bereapnng, das Schelten, Tadeln. Scherz,lä4. 
■ — «Swer urteil, swere wort und gelos und be- 
; retpunge des nehsten». Tanler, 59 (12). 
j Berencben, lauchern. S. auch reudien, be- 

rouehen. — «Wie da bereuehen thun die bauren 
I — die hinen in eim holen Bteia>. Murner, Virg.q, 
I 4 b. _ .Sie legten gab antf den altar, — mit 
! fewr bereuchten sie in gar>. Ibid. S. ■ h. — Die 
j Heiligenbilder tbereuehen' mit Weihrauch. 
I Wurm, Trost, 60 a. 

Berfrit, Thnrn, beffroi; in folgendem: Ge- 
j rüst. Scherz, 124. — Einer der Geissler trat 
I «nf ein berfrit nnd las, . .> Closener, 111. 

Bergnht, bergieht. Beneke 1, lOö. — 'Ser- 
\geehte und gehe orte*. Kingmann, Cäsar üü >. 
'— «Die insel Khodis ist ser 6«"je(». Adeiphns, 

Ehodis Ä, 4 b. 

Berhaftikeit, Fruchtbarkeit — «Die müter- 
I lieh Berkaftikeüt der Haria. Tanler, 226(40). 
I Bericben, (berächen), strafen. — Wegen 
j einer Empörung zu Colniar Hess Herzog Bn- 
I dolph von Ostreich auch das Haus abbrecheo, 
!wo die Em[)i3rer sich versammelt hatten; in 

einer Inschrift heisst es : «er berach darunib 

dis huB, und sol niemer me wider gebnwen 

werden-. 13&8. 
Berichten 1. Zu recht machen, zum Sterbea 

vorbereiten. Scherz, 125. S. auch verriehten 
I — Die Sacrnmente «domit man die Inte be- 
Irilitet: U Jh. Hist. de S. Thom., 40«. - 
I «Treit man das heilig sacrament, — wa sie 
I die Iüt berichten went. — so loufFt der priester 
|nun allein*. Muruer, Nb. 188. 

2. Benrtheilen, urtheilen. — «Das ist wider 
die weiche alle Ding wollen erfaren, nrteiles 
und berichten zum ergsteni. Geiler, Selenp, 
49 a — «Darum ist es ellweg Sund den 
Nechsten berichten oder urteilen». Ibid. 213 *. 

3. Belehren, unterrichte». — «Wie sie (die 
Kinder) von dir berichtet werden, — gleich 
künnent sie die selben berdeui. Murner, Nb. 
160. — «Min meinung ist in disen dichten, 

— das ich ein gouch wil hie beriektea, — mit 
schimptfred und mit ernst, domit — das er ed 
wit verwatt sich nit». Id., Geucbm. G, 2 o. 

Berichtnng, Urtheil. — «Verkerte Urteil 
oder Berichlungen'. Geiler, Selenp. 213 ». 

Bering, rasch, von ring, leicht beweglich; 
zuweilen auch gering. — «Sie sint schnell 
bering bereit zu laufen». Geiler, Bilg. Iii21>. 

— Maria «soitu bering ernstlich anrufen an 
dem Anfang der Anfechtung». Ibid. 34 b. _ 
Im andern Leben wird der Leib 'bering wer- 
den, wo er gern wer, da würt er eins Wegs 
sein». Geiler, Emeis 82 ». Etc. — «Wie gar 
gering und schnell er ist zu dem Fall der 

Sund., Id., Pred. u, L. 25b ; BUg. 9 «. 

•Sind wir ft'Ölich, guter ding, — bo freuwent 
sy (die Weiber) onch gefingt. Muruer, Geuchm 

Beringe, fem., Schnelligkeit. — «Prompti- 

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tado. Beringet. Geiler, Bros. 2, 76 b. — «Die | zu Fastnacht nach Marbaoh, bo erhält er 
Thier übertreffen dich in der S«rinjie>. Id., Arb. I «einen stoaf unü ein brot und ein berttte 
hDin- 22 D. j fleisches>. 1382. Weisth- 4, 138. 129. 

Beriskftnier, Art Spezerei. 15 Jh. Eanf- 1 Berscbilling, von bereit. S. Bembrot. — 
haas-Ordn Die Gotteshausleate von Uaursmiinster •sol- 

Berle, Berlin, Perle. — 'Berle, DnioneB>. 1 vunt 15 denarioa, quod ipei dicunt 6n-«chtl/in^> 
Herrsd, 179. — «Wize berlin'. Oottfr. v. Str. | (dargebotener Schilling). 1120, Als. dipl., 1. 
1, I&I. Etc. — «Von golde und von berliti'. , 197. 

Taoler, 152 (28). — «Gleich int da« Reich der I Bertiag, Layenbruder. Schere, 138. Berlling, 
Himmel einem Kaufmann der da sncbt gute ' Schmeller, I, 263. — Es trat einer «iti Gant 
Berlin: Geiler, Sclenp. 179 b. — «Das edol i Bernhartz orden and ward ein brnder, ein 
Btrlin (Christus) gewachsen in dem reinsten i fTtt'ni;*. Pauli 83. 

Leib Uarie>. Id., Narr. STb; Ev mit Ussl. I BerUchtjgen. 1. Berichten, bekanntmachen. 
IBOi»; Pred. u. L. 47 ». Et«. — «Dniones, das ; — «Fürter ist berüchtigt bei uns . . . Capito, 
seind weisz Berlin'. Adelphus, Fic. 146 li. — j Verwarn. C, 2 1>. 

'BerUn zer^on in esstg' Pauli 166. — «Den 2. Einen einer Miasethal zeihen. Schmeller, 
hauen frewet mer ein regenwnrm dan ein i S, 21. Yor Gericht ziehen. — Der Bischof von 
bertin oder edelgestein». Fries 75 b. Strassburg hat gelobt, doss er (keinen burger 

Berlebt, mit Perlen geschniüokt. ^- «Die noch priester usser der stat berüchtigen eoUe». 
langen zöpfe, das zerptlanzte hör . . ., onder Appell, b, 2 i>. 

den beruhten schappeln und kronen>. Jüngstes < 8, Eachbar machen. — «Als dise that be- 
Gericht. — «Das berlehte crönlin das dem richtigt M-ard». Capito, Treger, C, 41, 
lfarienbildeEägehört*.1413.S. Thomas-Fabrik. | Berügen, beruhen. Ausgesprochen: berujen. 

— Elsa von Fleckenstein schenkt der Johan- i — «... das eusserliohe zucnt und erberkeit 
niterkirche unter anderm eine ccasula nigra [ ... in alten . . . geprauchen berüge. . .> Capito, 
de EBricu panno cum crncifixo de margaritis. i Treger, A, 2 >>. — «Wir wollen alle apitzwort 
mit einem berlechten crütze». 15 Jh. Joh&n- . . . hierait berSgen lasseni. Ibid. F, 1 1>. 
niter-Necrolog. 1 Berussigen, Beratzen, mit Russ beflecken. 

Berlich, bärlich, offenbar. Scherz, 127. ^^ ' — «Das seist die Lampen damit man an der 
«... wanne das sii es geton babent nmb ir ; Fastnacht nmblauft, die man an der Stangen 
dcritcA« notdnrft>. 1362. Tuoherzunft. 16. — l umbtregt, damit sie das Antlitz beruasigen der 
•Ton unsere berliehen notdurft wegen». 1407. \ Selen». Geiler, Geiatl. Spinn. P. 2 «. — Fast- 
0. c„ 32 b. — S, bärlich. I nachtnarren «die dunt sich vast benttten: 

Bermeot- S. Birment. IBrant, Nach. 111. 

Bemer, Berren, Art Fisohemetz. Scherz, I Beriiwen. S, üäwan.Reuen (nicht: bereuen). 
128. — tjffenbemer, Kegelbemer, KliageberT^er', — 'Mancher der steh noch geistlicheit . . . 
verschiedene Arten, die nicht mehr zu bestim- den es berütot. . .■ Brant, Nsch. 72. — Er <be- 
men sind. 1435. Alte Ordn., B. 1. — 'Sireiffe- rouwe die räth alle das sie zum solchen slim- 
bemer'. 1461. Ibid., B. 3; der den Grnnd streift, ' permal komen waren». Id., Bisch. Wilh. 292. 

— Ein Fischer «der sinen berren schüttet». — «Der lUgner facht an niderknuwen, ~ nnd 
1320. Sigolsbeira, Weisth. 1, 666. — «Ein Fi- 1 sagt, es hab in ser teruwen». Morner. Nb. 170. 
scher zerzerrt dorumb nit den Berren oder i — «So sol es euch bereuicen nit, — das ir uns 
das Fischgarn». Geiler, Post, 3, 10'; Bilg. , gnad hie teilten mit>. Id.. Virg. C, 3l>. — 
196 K — «Vor dem berren fischen». Mumer, I «. . . wiewol es in darnach berumen hatt». 
Sb, 253. Etc, — «Wie ein /■iscAeröerren.. !ld., Instit. 36l>. 

Id , Lnth. Narr. 155. — Goll, 362 : «tragula, I BeeBchen. versorgen, versehn. Sich besachen, 
Fitehbäm'. — Heute: ferne. Isich durch etwas versorgen, sich mit etwas 

Beropf«n, BempfeD, durch ausrupfen der j versehn. — «Zun predigern ward er (der Esel) 
Federn oder Haare kahl machen. — Die Haut | prior gemacht, — und hatt sich mit eim mantel 
«einer beropfften gansz . . . erhöcht sich mit i 6>aeAt>. Hnrner, Miile, F, 6 b, _ Schlechte 
kleinen biilen». Gersd. 74 b. — «Sie berupfften Weiber, «wann sie sich soUent biachen, — so 
der atzlen den kopS». Pauli 19. — «Es haben künnent nit ein suppen machen». Id., Nb. 
auch die armen berupfften pforrherlln müssen 1 304. — «Wer baden wil mnsz sich btsaclten — 
seckelprediger sein, uff jarzeit, uff opfern ,..> I das er auch künd ein langen machen». Id., 
Zell, B, 3 b. (Von ihren Obern im Einkommen , Bad B. 6 b, — Sie «üengen all an heyrat 
verkürzt, mussten sie für ihre Tasche predi- 1 machen, — und sich mit ackergang besaeken'. 
gen.) I Id.. Virg. E, 1 b, — Trojaner and luler 

Beroncben, beräuchem. S. auch bereuchcn, sollen «ein friden mit einander machen, — mit 
reuehen. — Der Sarg Adelochs za S. Thom» i gleichen gsatzen sich besachtn>. Ibid. 0, 8 i>._ 
«denmananderwilent6eF0ucAetmitdem roach- 1 «Wie woi es heiszt im krieg: besachen. — wenn 
vosze». Kön,, 643. i du fremd gut das diu wilt machen. . . — Das 

Berschalach ? «Vestes variae. quae dicnntur I er mit bsachm so lang tribt, — bisz nit mer in 
Beriehalach: 1806. Strassb. Urk. 3, 177. dem hus belibt». Murnor, Nh. 228. Hier ist be- 

Bencbe, Bertze. Dialektische Aussprache . aaehen requisitionniren, d. h. plündern, unter 
des Wortes Portion? — Dem Hüller von Issen- dem Vorwand sich mit dem zum Unterhalt 
heim gibt man zu Fastnacht «ein vierteil Nothigen zu versehn, — «Da wolt der soldan 
wines und ein bereche lleisches und ein pfund \ sich besachen -~ mit holtz und darusz sobiffnng 
brot». — Kommt der Zehender von Issenheim , machen». Adelphus, Tüik. P, 4 b. 



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B«SAg«, Anisage. Vergl. Geugede. — «Noch 
die bAcbB besage. . .• Ontl. Ordn., X46. 

BesHmeln. BMamen, verdamm ein. Sehen, 
189. — «Ir beiamttmt morgen» vor dage die 
antwercke>. Glos., 12^. — Sie <&e«an>«I<ent ilo 
die glonbigen menacbei». Kon., 711. Etc. — 
«Darumb wii icb dicb befornkn zm deinen vat- 
tem.. Wnrm, Bai. h. 4 a. Etc. 

Beaapp«ii, besudeln. Schmeller, 2, ü06. — 
• Dises gesind, das neb alles übe der würdigen 
rauter gottes zeitUcb neret und betapt: Zell, 
Q.2«. 

Besäst, znweilen bei Tanler für gaatt. 8. 
dieses Wort. 

Beachaben. schäbig; heate bei nns : abge- 
schaben, — "Ein vil armes röokelin, betdhahtn 
und vers!izen>. Gottfr v. Str. 1. 57. 

Beschaffen, erschaflfen. Scherz, 139. — Gott 
tbeschüf in dem anevange der weit z&m ersten 
den obersten bymel>. Kön., 2H3. — «Dis ist 
der glast der alle lieht het beschaffen'. Ihid 
503. — «Da got die frowen Evam beech&ff. . .• 
Galdin Spil, 15 — Alles Wasser «daz got ie 
beaeh&f. . .> Mersvin, 9 Felsen, 146. — Qott 
•der mich betiAaffen hat». Qebete, lö Jb. — 
«Znui ersten betchuf Oott Himmel und Erde>. 
Geiler, Bilg. 28 b. 

BeschB)Rr>n, T^nm Schalk machen dorcfa Be- 
trügerei. — 'Sie sprechent: also mass mau 
eines beschalcken, mit Listen hintergoa und im 
Red ausBEiehen>. Geiler, Selenp. 4B ■>, 

Sich BeachKmen, sich schämen. — Wohl 
dem der christlich stirbt, 'das sich die kind 
sein nit beschamraetir. Mnrner, Bad. 3,2». — 
<. . . sie sich des zu üben selbst beiehaHun>. 
Zell, S, B B. — <. . . anff das sie sich sein nit 
besehemetenr. Butser, Neuer, I. 1 b. _ «nmb des 
willen besdtemt er sich nit sy brüder zn nen- 
nen-, Wurm, Balaam, f, 3b, — «Ich weite 
mich nit beschweren noch beschemen des 
Evangelioni.Hohenlohe, A, 2^1. 

Beschauen, besuchen, visitare, — Maria "ist 
gangen über das Oebirg zu ir Mnmen Eliza- 
beth und hat sie beidiowet oder beimgesncbt>. 
Geiler, Bv. mit Ussl. 174li. 

Bescbannng, Heimsucbnng, visitatio. — 
Tauler übersetzt 1 Pet. 5, 6, ut vos exultet in 
tempore visitationis, durch: >uf das er üch er- 
höbe in der Zit der Beschötounge*. — »Fest 
der Beeghawung Harice», Hariä HeimBUchnng. 
Geiler, Ev. mit üasl. 174 h. 

Bescheid, Bescheiden, der zu nnterscheiden 
vermag, erfahren, klug. — «Alle seine Werok 
bandeln anss Rat bescheidener oder vernünfti- 
ger HenBchen». Geiler, Selenp. 185 a ; Fred. u. 
L. 13 t). Etc. — (FalBche Weisheit. . , ist um- 
sichtig, listig, besckeid sein in weltlichen Ge- 
schäften.. Id., Selenp. 49'>; 96 ■>. Etc. — 
«Manch frow ist frum und bschyd genug, — 
und ist dem man allein zu klug>. Brant, Nech. 
63. — «Alle die mit bschydem dandt — die 
wiber je betrogen handt>. Mnmer, Geuchm. 
r. 3 B. — .So bond wir mit bescheiden witz — \ 
für aller weit beh&ubt den bitK». Id., 4 Ketzer, 
B, 3 a. — "Die kanfßeut seind beseheide Kit — 
und erfaren manche land>. Ibid. B. »b. 

Bescheidenheit, Unterscheidungsgabe, eine 
Tugend. — ^BticheiderJteit, discretio». Geiler, 



Emeis, 22 1>. — «Ware Beacheidenheü ist das 
der Mensch könne vernünfttgUoheu und weis* 
lieben entscheiden). Id., Selenp.l80'>; Brös. 2, 
68 ■. Etc. 

Bescheidigkcit, Geschcldigfceit, Klugheit, 
List. — «Da ein Mensch in sinem ausserUcheD 
Wandel sich einfaltig erzölget, wiewol er den 
Falsch und die Besehadigkeit verborgen im 
Hertzen treit>. Geiler, Selenp. 16t b. _ ,ia 
einer Omeiasen würt Gottes Weisheit erkannt, 
das Gott hat semliche Bescheiäikeit künnen 
setzen in ein soUichs klein KäpSin>. Id., 
Emeis 18 1-, — «DerTeufel Wlt dich au mit gros- 
ser Gescheidigheit nnd Listigkeit». Id., Bilg. 
l«4ti ; Has im Pf. a, fi b. _ Sie "verlossen sieb 
uff bschydikeit'. Brant, Nsch. 11. -- «Uff 
bich^ikeit haut acht, ir kind>. Ibid. 24. ~ 
«Ein jeder mensch mit bschidikeit — zu btrug 
und bschisz ist jetz bereici. Braut, Horetus, 
b, 2 b. _ Gemma: «oalliditas, Gesdieidigkeitt 

— Ebenso GoU, 554. 
Bescheissen, S. Besehitsen. 
Bescheren. 1, Scheren. Scherz, 1.18. — 

•Sweig stille als das lamp, bo man es beschiret'. 
Bis. Fred, l, 2.TO. — "Hitdericus wart von 
dem Känigricbe gestossen und beschäm also 
ein mUnicbi. Kon-, 6^3. — «Wir (die Bürger 
von Kembs) sollent allen beschämen fürsten 
genoBB sin, un<l mögent wiben und mannen 
.... wo wir wellen*. 1!W3. Burokh,. 144. — 
AehnlJch, Sierenz. Ibid. 200. Da nur die Geist- 
lichen tbesehorent waren, so kann man unter 
beschomen Pursten nur geistliche Fürsten ver- 
stehn, wie der Bischof von Basel, Herr von 
Kembs nnd Sierenz, einer war. Warum b&tten 
andere Fürsten so geheiBsen ? Gibt folgende 
Stelle die Erklärung? «Die ritter sollent an 
dem streyt beachoren seyn, darnmb das man 
sye bey dem hör nit begreyff», Gnidin Spil. 
29. Auch ErasmuB redet von geschorenen 
Rittern. Colloquia famil., Antw. 1541, Milee et 
oarthusianuB, p. 210. 

2. Bestimmen — «Wenn ein Mensch in 
Sünden blibt iigen . . ., so wärt er nit selig, 
wenn er ist nit beschert zu ewiger Seligkeit». 
Geiler, Post 2, 8« ; H. 70 ■. Etc. 

Bescherren, verscharren — «Min für ist 
gar besehorrent (verscharrt, ausgelÖBcbt). Alte- 
-ert, 1-^6. 

Bescherung. Bestimmung. — «Nach Be- 
scherung und Lauf der Natur ; heidensche 
Beachemng die man in Latein nennt fatum>. 
Geiler, Selenp. 106 a. 

Bescheteweu, beschatten, mit Schatten um- 
geben oder bedecken. Scherz, 131. — Die Sonne 
ist tbescketteviet mit einre wölken». Tauler, 
36 (7). 

Beschib. Geschib, klug, listig. — «Der 
Herr war besehib und mercket die kreid wo! 
was sie meint». Geiler, Post. 2. 41» ; 3, 64 a, 

— "Der Herr sprach: Beieut jescÄtfc als die 
Schlangen.. Ibid. 3, Ö.^b, 

Beschiss, Betrug. — «Do sü befant daz ir 
ding ein beschisse waz...» 1400, Winkler- 
Procesa — «Cfinrad mit den bösen ongen» 
wird verbannt, «umbe den beschiss den er mit 
gilwerk getriben». 1403. Heiml.-Buoh, f 136. 

— «Er lügt und trügt seinen Nechsten wo er 



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kau, und on ünderlaBs atBeaehitt da>. Geiler, 
7 Sch-werter, 6, !■ ; Irrig Schaf, A, 3b ; Emeis 
11 ■. Eto. — «Der sacht bttekiw, wer lügen 
seit». Braat, Csto, b, S t>. — Juden <eii btrug 
und bBduat ietz bereit». Id., Horetna, b, 2 b. 

— tBe»d»i»g, nntrüw, sich täglich mert>. Id., 
Varia CariD. b, 5 ». — «Die weit steckt voll 
hetehivs nnd liBt>. Id-, Nach. 86. — «Der 
grosz bithiu der Alchemy). Ibid. 66. Etc 

— «Falsch und beKkiu in allem land — die 
geietlikeit getriben hand>. Homer, Nb. 308. 

— «Manebe ist so katEenrein. — het Bie bonm- 
BÜBz zwischen bein, — so weiszt sie Bolchea 
zarten btchitg — das sie sie mit dem arsz 
afbiBit>. Ibid. 141. Eto. — Qnaksalber <gon 
mit Betehitt iunb>. Fries, 13 t>, — tBeiehiu 
nnd folscheit sei niemans en hilff kDmeii>. 
Panli M. 

Beschieeeii. Beecheiaaen. 1. Seschmutzen. 

— Das Kleid ist «buehusen und nirgends 
ganz». Altswert, 5i. — «Ich beiohme mine 
hende darao> (an einem blutigen Brod]. Hngo 
V. Ehenh. — «Ander die btvAeitsm ire Eend 
mit dickem Leim>. Geiler, Brot. 1, 29 b. — 
(Wer eins andern kleid mit flisz — Büfert, 
Dnd das sin beKhiu . . > Brant, Nsch. 69. — 
Mancher, der meint, alles was glänzt sei Gold, 
oft «die hend daran beaekigzt'. 0. o. 72. — 
Fastnachtnarren «lieber went sie ir antlit 
baehiaaen', dann eich mit Asche beBtreichen 
laBsen. 0. c. 113. — «Nit weist blasen mit 
närrischer weise — in das trinkgesohirr oder 
in spise. — das man nit gedeiick, da weist 
dich fliesen — sie beid mit din speicheln be- 
tehütetf. Brant, Facetns. A, 7 a. £to. — «Wer 
sin hend nit wil be»ehU»en, — der Boll mit 
narren sieh nit rissen». Mamer, Genehm, b, 
Ib, — «So von w6st and pach von kat — 
jnng and alt beaehitsm iat>. Id., Bad. A, 
Ib. — ChristoB. beim Fusswaschen, «kniiwt 
da vor ein Aeschtscm fäsz*. Ibid. E. 1 b. — 
•Sein grawer and sein alter hart — von stanh 
im da beaehuftn wardt>. Mnraer, Virg. K, 4 b. 

— Nisos 'beaeheiis sich an dem blute ret>. 
Ibid. 0, 7 fl. — Die Dominikaner wollen «mit 
erbsiind ir (Maria) den krantz beschitteat. 
Humer, 4 Ketzer, A, 2 a. Etc. — Viele 
wenden sich «von dem rechten weg in ein 
6«ieUsjen« wagenstrasz'. Fries, B, 3>.— «Es 
ist kein st&ttlin so klein, sie habens beschissen, 
darin genästet». Braafels, Zehnden, d. 8 a. — 
In diesem Sinn noch hie nnd da in der Schweiz ; 
zu Basel hörte ich sagen : ein btschisaener 
Teller, für ein beschmutzter TelleT. 

2. Betrügen. — Ein Legat tbeaeheie und ver- 
giftet das ganze rieh mit sinre simonie*. Close- 
ner, 60. — «Wer den andern beaehitaen kan. . .* 
AltBwert. 63, — «Das aie lugent wie sie Iren 
Nechsten betriegen, beaeheiaaen mügent, gebent 
im MeoBstreck für Pfeffer». Geiler, 7 Schwerter, 
Ol 1 '. — «Eva sprach : die Schlang hat mich 
btxAiuen: Id., Sunden des M. 12b.— «Die 
Weit will beaehiaaen sein», mandus vult decipi. 
Id.. Ev. mit Uasl. 209 b. Etc. Pauli 62 ". — 
«Wer etwas findt und tteit das hin, — and 
Meint gott well das es sy sin, — so hat der 
»fei bachitaen in». Braut, Nsch. 33. — «Un- 
glück will uns mit narren btchüaent. Ibid. 38. i 



— Ein alter BÖsewieht sagt: ich «gtar mich 
rümen miner schand, — das ich bes^taaen hab 
vil land». Ibid. 8. — «Von üch wird alle weit 
beaehiasM'. Brant, Epigr. Zamcke. XXXVm. 
Etc. — «Die weit sich itznnd böslich fliszt — 
bis einer ie den andern bachiaft>. Harner, Nb. 
64. ~ «Wer den andern beaebeiatt mit Üst, — 
deraeib ietzund ein meister ist». Id., Bad. E, 
6 ». — .Wo ie die man von iren wiben — 
werent bttdtiaaen und betrogen...» Id., Genehm, 
b, 2 b. — <aIb David Bersohabe b'-acheisa. . .> 
Id., Bad. C, 1 «. — Wir werden «die sohlechten 
und weisen beschissm'. Id., 4 Ketzer, J, 4 b. _ 
Die Schelmen «mich alle beaehiaaen hand». Id., 
Schelm, a, 4 b. Etc. Etc. — Durch die Gleisanerei 
sind «vil leut nmb das jr beschisaent worden. 
Zell, Y, 2 •. 

Beechisaer. 1. Betrüger. — «Mangultelin, 
der Beachisaerin dohtermann», zu S, Fült, 1360. 
Reg. A, 224. Personenname oder spöttiBche Be- 
zeichnong? — «Die bathisaer man betriegen 
Bol, — die recht das selb zulossen wol». Brant, 
Horetns, b, 3 ". — Es sagt Jemand: «hüt dich 
vor den artzten, es sint baekiater, nemen das 
gell nnd töten dich». Fries, Vi ■. — «Ein Lut- 
beseheiaaert . Pauli 110. 

S. Befiecker. — «Dammb hat uns (die Domi- 
nikaner) auch doctor Brant — unser frawen 
beschiaaer genant». Mnrner, 4 Ketzer, B, 1 *. — 
«Maculisten er sie hiesz, — das aeind beaeheit- 
««-..Ibid. A, 4 h, 

Beschlagen, in Beschlag nehmen, bestellen, 

— «Als man zu Baden spricht, wann einer vil 
Gest hat and mer kämmen, so spricht er; ich 
kan euch nit herbergen. die Kammern und 

I Stuben seind alle beteMageu*. Geiler, Brös. 1, 
29 B, — (Der Herr schickt in ein Stettin Her- 
berg zn beachlahen>. Id., Ev. mit Ussl. 12 '. 

Beschlecken, belecken. — «Die Katzen. . . 
betehieekmt nnd fressent dae was sie darza 
mfigen kämmen». Geiler, Eachengr, a, 6 b. - 
«Er mnsz der Katzen warten, wann sie be- 
achleeken was mau neben sich setzt». Id., Brös. 
2, 79 ». 

Beschlemmen, mit Schlamm beschmutzen. 

— Es floh einer so schnell ans der Schlacht, 
I. . . das ira der kot — so hoch sin hosen hat 
beaeUembt>. Brant. Nsch. 74. 

Beschmeissen, beatnizen, beschmieren, be- 
sudeln. — «Auch ist das hol mit bint be- 
aelimeiset'. Mnrner, Virg. J, 8 «. — «Was ist 
ie gnts uff erden knmmen, das nit die bösen 
beschmeiset haben» ? Batzer, Treger, B, Sb. — 
«, . das man das Evangelion nit beaehmeiaae: 
Capito, Carlst. B, 1 b._ «Uff das ir die hende 
nit verbrennen oder beachmeisaen>. Hedio, Zehn- 
den, A, » >. 

Besehmnrben, beschmieren. ~ «Man solt 
im das Mul weidelich beaebm&rben mit Afi'en- 
achinaltz, das ist mit Schmeicheln». Geiler, 
Post. 3, 104 «. 

Bescbnaeken, tadeln. — S« gewftnn er als 
vil mit im (selber) so schaffen, das er wol 
miissig gieng ander Leat zu strafen nnd zn 
beaehnaei^'. Geiler, Pred. u, L. 134 ■. 

Beacfanotten, viel seltener Betchnitten,Vebw- 
setzung des lateinischen concise, priecise. I. Ge- 
nau, präois, exact. — <S, Thomas and Aris- 



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— 34 - 

totetea schreibent gar gnaw und beschnoUen — «Es waB ein fraw, die hat besdtuU das 

davoD>. Geiler. SeUnp. 45 b. — 'Eigentlicli 1 man sie offenlich straffen solt>, Pauli 33. — 

betchnolten davon za reden, ist das Oerechtig- [ «Wir haben beschult zn leiden» Ibid. 

Iteit do einer eim das sein nit stilt noch kein i Beavhwedem {von schwadern, schwatzen), 

falsch Drteil feit». Id., Post. 2. 10b.— Chris- ' durch Schwatzen belästigen. — <Daa er sei- 

tos «ist nit allein heiliger Gott nnd heiliger ' neni Freand die Oreu nit domit beschw^ert'. 

Mensch, snnder beschnottm heilig Gott und Geiler, Post. 6, 63'. 

Mensch». Ibid. 4, 34«, Etc. — < Der Herr gab Beaeben. 1. Besichtig:en, antersachen. — 

ineneine gar knrtKe6McAni««ieAntwort>. Ibid. Geiler, s. die Stelle nnter Barehet. — "Wer 

1, 22 =; Ärb. hum. 183»; Pater Noster, T. 4 a. eim dottkranoken bsicht den barn>. Brant. 

2. Genan, massig. eingeschränliC. — 'Ein jeg- 1 Nsch. 56. — iWenn ein gonch sei besehen 
lieber geistlicher Mensch soll bMcftnottener I werden, — so werft in nider uff die erden, ~ 
sein in zeitlichen Gütern denn ein weltlicher . und brecht dem gouch nff sinen mnnd>. Mar- 
Mensch». Geiler, Post, 3, 65 b. — Heute bei ner. Genehm, v, 2 b, — <. . . das jüngst gericht, 
uns nur noch in diesem letzten Sinn. ; — do gott all saohcn wol 6wicft{». Id.. Nb. 

BeBchÖpf«de. 1. Form. Gestalt. Scherz, 131. 341. 

— <Die hebegenüchen be»chöpfede aller crea- . 3. Besuchen. — 'Biti firünd den andern ofFt 
turen». Jüngstes Gericht. 1 bestecht'. Brant, Nsch. 2b. — «Es musz jo 

3. Erschaffung. — -Nach Adames besdxöp- \ etwas grosz hedütea, — das er (ein Vomeh- 
fede. . .» Eon., 242. mer) knmbt za arme lüten, — durch sin 

BeschSpfen. Scherz, 131. 1. Bilden, fonnare, dem&t und dbt baehem. Ibid. 111, 

— «Die Gelote» sollen «von dem mUnsetneiBler | Beseber, von der Obrigkeit angestellt. — 
bescbopfett sein (lat. Text : formata; l^s Stadt- tBesekev derer die im Verdacht sind anasätzig 
recht. Grand, 2, 66. ~ Der Mensch 'begchOpfet : ku sein, Aerzte und Scherer. 15 Jh. Gntlente- 
ia der mfiter übe von wüster materien». | Ordn., 212. Etc. — «Oesworenc Beeeher', die 
Jüngstes Gericht. , die Arbeiten der Goldschmiede prüfen nach 

2, Erschaffen. — Am 7en Tage ruhte Gott dem Werth. aoldschm.-Zunft, 73. — «Der be- 
and ihorte of von allem werke nnde beeehöp- »eher mnsz sich darnoch fliszen — das mul 
ftnde der creatnren>. Kon., 2:^5 ] dem gouch bald ufl^nrissem. Mnrner, Genehm. 

3. Stiften, einsetzen — «So hea^Mpfent und v, 3 ". 

stifftent wir ein ewig priesterpfründe. ..>15Jh. j Beseichen. I,— «Do man also beieinander 
GuÜente-Ordn,, 19;*, , sitzet und schwatzet und gut Schwenck treibt. 

Beschopfnng. Erschaffung. — «Die Engel' es heisst jetz gut Dings sein; er tribt die 
in dem Anfang irer Beichöpftatg haben Gott. . . besten Schwenck, sprechent sie, eins möcht 
gross geachtet». Geiler, Ev, mit Ussl, 115 a; I sich beseichen'. Geiler, Post. 8, 18b; Sünden 
BiU;. 28»; Arb. hom, 166b. 1 des M. 53 o. — Ein Exempei, dass dieSchwänke. 

Einen Beeehreien, ihn mit Geschrei ver- j die selbst die Gelehrten erzählten, damals so 
folgen, «crier haro sur quelqu'nn» ; da man , derb waren, dass sie znweilen den besagten 
nach altem Gebrauch, auf der That ertappte ' Effekt hervorbrachten, liefert der Canonicas 
Uebelthäter so verfolgte, so ward beschreien Peter Schott in einem Brief an Geiler, aus 
gleichbedeutend mit anklagen. S. anch Ge- Wildbad, 7. August 1481, LucubrattuncuUe. 
schrei. Scherz, 133. — Wird ein Straasburger lab. 

beraubt, so sollen die Thäter. wenn sie mit 2. Fig., betrügen. — «Wo ie die mau von 
dem Baub nach Hagenau kommen, «unde da . iren wiben — werden beschissen und betrogen, 
bischruwin werdint», festgenommen werden. — besticket oder sunst verlogen .. .• Muruer,-' 
1261. Urk.-Buch, 1, 359. — Wer sich in den i Geuchni. b, 2 b, — «Jo, isU nit bseieht, so ist 
Preihof von Blienswiler flüchtet, «e er 6s- es beschiBsen*. Ibid E, 2»; F, 1 a, 
schniioen wirt unde er gejaget wird mit ge- Besem. Besen, — ». , . die mfis got fiber- 
rihte, der sol dinne vride han>. 14 Jh .Weisth. | faren mit eime herten scharfen beseme manig- 
1.682. — Man soll «dise nnd dergleichen Wolff; valtiger bekorungen». Tauler, 178 (31). — 
auch helffen beschreient. Zell, A. 3 b, — <£in Christi «lip gar gefiillet wart mit bsemm und 
armes vögetin entpflücht, und du beschreitet ' mit geiscbeln». Eis. Pred. 2, 8. — Im Jahr 
es». Ibid. T, 3 b. i 1896 «eine mosse wines und ein retich und 

BeBChroten. beschneiden, verkürzen. Scherz, j ein beseme gnltent gliche vil, ieglihes einen 
138. — «Birne beschroten birbömelin». Feld- 1 helbeling». Kän., 870, — <1 .^ nmb besem in 
name, Kogenheim, 13 Jh. — Kein Münzer boII den refentor». 1417. S. Thomas-Fabrik, — «Man 
•beschroten oder beschnittene pfenning zer- 1 soll eynen beyehtiger brauchen als eynen 
schmeltzen». 1393, Eon,, Beil., 998. — Pfen- besem, damit man soll gar sauber keren». 
nige •beschrotteni. 1322. Urk., 3. 246, — ' Guldin Spii, 40. — «In dem Kloster hat mau 
•Ich gib Autwort das du das Pater Noster drei Besem damit man die Reinikeit (Dmckf. 
nit beschroten solt noch darzu thun». Geiler, für Unreinikeit) dannen feget . . . Der erst 
Ev, mit UsbI. 158 ». — Man soll «die lock be- Besem ist geistliche Übung». Geiler. Pred, u. 
sehrottent (habenl. Brant, Moretus, a, 7 b. — L. 79 b. — <So er kumpt und findet das das 
Man trägt jetzt «knrtz, schäntlich nnd 6«- Hus gefegt ... ist mit Besemen . . .» Id., Post. 
Schratten rück, — das einer kum den nabel 2, 54 b. 
deck». Id„ Nsch, 7. Beaesa, Besitz. — Sie kehren «von dem Be- 

Beachniden, verschulden. — «Hab ich das sesse der creatnren». Tauler, 234 (41). S, auch 
ie arab dich beschiää?» Muroer, Virg. L, 6b.|97 (19j, 



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- 85 — 

Beutzen. Scherz, 184. 136. — 1. BeUgern. j . . „ so ist raen inte nützit Goholdi^ z& geben*. 

— Die KrenzfalireT tbesatttnl Jerusalem and | Achenheim, 1433. Ibid. Ö, 480. Etc. — <So 
die andern Bteue>. Kon., 433. — Eine Stadt, ' hör ich ietz ein ander spil. ~ das gott 
die die Feinde *beiesaen hant gewaltekliche>. ein urteil bsttien will*. Morner, Nb. 24,1. — 
Eis. Pred. 1, 66. I Ein Bauer sagt, er könne wohl «vor mittag 

2. Umgeben, bedrohen. — «Wir sint mit j das gerioht beHtzen, nach mittag mi st laden., 
grazer vare (Gefahr) — Beaeteet und b e van- 1 verstehe aber nichts von Arznei. Fries, lob. 
gen>. Gottfr v. Str. 1, 207. | 2. Am Ort wohnen, wo man ein Amt hat. 

a. Anordnen Er «begTinite in schönem sinne — »Die pfarrenfresser, da einer zwü, fier oder 

— sjne rede beseUen an der stete>. Oottfr. v. ' acht pfarren hat und dieselbigen nimmer be- 
Str, t, 113. — 'Ir reht was an in beiden — sitet, sonder setzt etwan ein eilenden roen- 
Beteteet nnd bescheiden!. Ibid 1, IGS. Etc. sehen dar . . .• Sronfels, Zehnden. c, Hb. 

4. Bestimmen, dnrch Testament vermachen. ^ Beelegede, Beschlag, Zierrat von Gold oder 

— «Ich beseite auch den . . . frouwen zfi S. ' Silber. — Tullins Hostilius »was der erste der 
Elsabeth 10 vierteil geltes . . .» Vor dem bi- zö Rome kostper kleider von purpnr nnd von 
schöBichen Richter »ich disselbe selgerete besUgede anedet*. Kön , 319. — «Die goldsmit 
beseUet han>. 1371. Cod. dipl. preed. — Die j . , . mögent onch wot gantz silberin geschirre 
Gtrassb. BarfüBsler erklären, sie wollen nicht , oder gantz cleinot oder gantz beiUgede konffen 
trachten 'daz uns burger oder bnrgerin . . .\ und vcrkonfFen*. 1466. Golschm .-Zunft, 51. 

ir eigen oder ir erbe gebent oder beaetsenU. \ Besotfen, Besöiffen, ersaufen. Sehers, 136. 
1288. Eon , Beil , 972. — 'Hienoch wart Diet- ■ — «Es kummet wol ein atnrmwetter uf sjn 
mar kräng nnd beioUe eime sone Dieteriche ; schiffelin . . ., and slahent also sii in ietzent 
von Berne das Kiinigrich>. Kön.. 877. begöiffen wellent.. Tauler, 201 (80). 

b. Bestimmen, auferlegen. — Eine Fran ' BesBerbaft, strafbar. — (Wer das nüt en- 
sagt KU ihrem Beichtvater : ^beteU:e^lt mir was | dete, der wer besaerhaft worden, des ist die 
ir wellent. das habe ich wol verschuldet», besserunge 5 soh.i Dettweiler, 1860. Weisth. 
Nie. V. Basel, Taul. Beck., &2. — Der bihter l 5, 479. 

beaatte mir gar lütxel bosse dammbe. aber BeBaerlicb, znr Besserung dienend, — Die 
ich besaU« mir selber vil me>. Nie. v. Basel, wahren Frommen sind <allen menschen bes- 
niB. — <Alao beaatte er mir z6 busse das ich ; «erlicA nnd gotte lobeiich>. Tanler, 91 (lä). 
Bolte buwen eine ... oappelle». Rnlm. Herswin, ' Etc. — Du sollst <nichs fiimemen, das dem 
ms. — <Was in ir bihter . . . r.wr busz beaaUe, I andern nit beaaertieh ist>. Butzer, Neuer. N, 
das hieltent sQ alles». 1400. Winkler-Pro- 1 3 b. — <AHe ding anfs AesserZuft«! anrichten*, 
«ess. Eto. ' Hohenlohe, A, 2 K 

Beaetzang, Bestimmung. Scherz, 135. — ' Bestan. Es besteht mich, es geht mich an. 
•Was über die beaettunge geiibirt . . .• {was i — Fhnal, den der König trägt, obnicbtTriitan 
von der bestimmten Summe übrig bleibt). 1271, sein Sohn ist, antwortet: <Nein, herre. er be- 
Cod. dipl. pried. \stat mich nicht». Gottfr. v. Str 1, 59. Etc. 

Besingen. Eine Kirche besingen, Messe [ Beatftten, Bestatten, bestätigen. Bcneke 2, 
darin singen. Eine Pfrflnde besingen, die dazu 2, 610. — tWeder Juden, beiden, datten, — 
gehörende Hesse halten. Todtenfeier halten. ■ im glouben als schentlich bestatten — als wir, 

— Das Kloster znm Grünen-WÖrtb wurde den J die kristen wellen sin>. Brant, Nsch. 113. — 
Angnstinern überlassen, <die es gar lobe- Den Herrn bitten «er wöU gnädigklich be- 
uche . . . beaungent mit grosser andaht>. Nie. \ atäteu das er in euch angefangen hat>. Bntser, 
von Laufen. Goltesfr., 86. — Wir sollten eine \ Weiss, a, 8 b. Etc. 

neue Kirche bauen «und Iftgen daz sü beaun- ' BeBtecben, einem das Stechzeug anlegen. 
jflt wnrde>. Nie. v. Basel, 824. — Ich habe — Ein Ritter, der tumieren will, hat einen 
tiutes genug <das ich wol eine gbte pfr&nde '• Knappen, cder thut in an und begticht in um- 
gemache, die ich onch selber beaingen wil>. , endumb>. Geiler, 8 Marien, 35'. 
Id., ms. — «Ich ward priester nnd beaang> : Beslenoug. Pastinake. Pastinacca sativa, 
einen Altar. Rulm. Merswin, ms. — «So ye- : Kirschl. 1, 326. — «Pastinaca domestica, hei- 
mandt etwan eines seiner vorwanten oder misch moren oder Bestenoug'. Gersd. 93 b, — 
anuBt beaingen lassen wil, es sei mit vigil, ' «Iringi, distelen mit wurtzelen als die Beaten- 
beeincinuae, sibent . . .> Djal., B, 1 a. ougent. Ibid. 91 b. — Von dieser Form kommt 

Besitzen. Scherz. 136. >- t. Eine Yersamm- der spätere nnd noch heutige etsässtsche 
lang besitzen, dabei sitzen ; ein Gericht besit- '. Name dieser, nur noch selten bei uns benutz- 
ten, Gericht halten. — «Die herreu die die : ten Pflanze, Pcstnejel. Peetnägel. 
düe beaiteent . . .> 1320. Sigolsheim. Weisth. I fieetleben, bestäuben. — «Claadius, dem 
I, 665. — «Der schnltheiss sol alle hofgeding der hart noch nit mit milchharen beatoben 
beaitaen im MUnstertal von unsers herren wa8>. Eingmann, Cäsar, 109 ». 
wegen*. 1889. Als. dipl. 2, 163. — Es isol ' Bestimeln. BestQmeln, die Aeste eines 
der meiger mit den hflbem das gedinge be-' Baums zurückschneiden, von den Aesten ent- 
titäeni. Griesheim, 1340. Weisth. Ö, 447. — {blossen. — <Du niust den Banm imermeder 
•Der Probst (von Oelenbergl aol das geding ' beatimitn, da das Laster hinweg atitnUn, da 
beaitfen mit siben hähem>. Sennheim, lEi&4. Jens, nnd also hastn almegen abiuatimUn an 
Ibid. 4, 117. — 'Der vogt sol das ding dem Baum>. Geiler, 3 Marien, 12 b. — cEin 
selber beiiteen und der Schultheis neben ime eichbaum er bestümlen liesz>. Murner, Yirg. 
. . . wann aber ein vogt das ding nit btsiUet . K, 7 b. 



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BeatoBB. Beihe eingettosBener Pfahle oder j 
Stecken snr Abeperrnng eine* RaafflB. — Die 
Vogler sollen ihre «grarnleigen romen mit be- \ 
stötK und mit allen dingeoi. 11 Jh. Alte 
Ordn., B. 12. 1 

Bestosaen, verBpenen. — •So knmmet der ' 
tüfel und Aestouet die vege>. TanlerSai (63). 

Be«ach, feindlicher Anfall, Ben. 3, 2, 10. ~ 
Wigand <trib vil wort im selben b&eh — mit 
schelten nnd mit argem ba&ck*. Homer, 4 Ket- 
zer A, 4 «. 

Besnipem, besudeln. — «Wüste, heniipertt 
geistliche Keuscheic». Appet. a, 3«. 

Betagcn. 1. Den Tag abwarten, vom an- 1 
brechenden Tag betroffen werden. — «Ich 
fiirht, ez ir so wol behage, — Das si vil lihte 
da betage: Gottfr. \. Str. 1, 174. — 'Sinen ; 
ondertanen er gebot, — Daz si da wol heta- 
gelen'. Ibid. 1, 337, — «Wie dicke ich in den 
sorgen doch — Des morgens bin betagt . . .> 
Beinmar. v. Hag., 7. 

2, Zu Tag bringen, offenbaren, bezeugen, 
Zeogniss geben. Scherz, 141. Vergl. Griiii 1, 
1693. — «Die galdin weit sieh von dir (dem 
Wein) klagt, — das ir nit eig von dir betagt, 

— nnd sie dich nit gesehen hat*. Brant, Thesm. 
b, 4 8. — .Als got sein gute wolt bedagen — i 
and von seiner genaden sagen . , .> Hurner, | 
Bad. C, 5". — «Die jungen deten eine fragen, 1 

— das Christus inen wolt belogen — wo doch ! 
wer der selig pfad-. 0. c. K, ßa ; L, I b. — j 
•Davon w'er aber viL r.a sagen, — solt ich die | 
Sachen gantz betagen*. Hurner, Virg. B, b".' 

— «Des wer sie gern von im betagt-. Ibid. 
D, 2 ». — «Wir baten in das er uns sagt — 
and seines gschlechtes nns betagt'. Ibid. D, 
da. — 'Lasz dir das mündlichen sagen, — 
den welschen krieg lasz dir betageu, — der 
dir in kurtz zukünftig ist>. Ibid. J. .Ib. Etc. j 

— «Ich wil dir es sunst in früntschatft sagen, 

— on alles beschwören selbs betagen-. Murner, 
Luth. Narr, IS. — «. . . wie mir das betagt — \ 
und der arti ekel klarlich sagt». Ibid. 117. Etc. 

Betedingen, vor tiericht laden. Scherz, 149. 

— Bischof Boprecht und Heinz von Hiilnheim 
verpflichten sich, das Kapitel von S. ThomEc 
wegen des Dorfs Eckbolsheim «nieme me be- 
tedingen noch ansprechen, anfertigen noch 
bekünibern» za wollen. 1461. Cod. djpl.S.Thom. 

Betefart, Bittefart. Wallfahrt. Scherz. 145. 

— • . . von ir herren beievart>. Gottfr, v, Str. 
1. 188. — «Ich wil in kurzen ziten — In 
beteverte rite»-. L. c — «Nft ist die bettevart 
so göt. . .> Geisslerlied, Closener, 106. — 
•Vasteil, herte ligeii . bitteverle gan, gros al- 
müsen gen. . > Tauler, 404 (70). 

Betouwet, bethaut. Scherz, U8. — Die 
Blumen lachten «uz dem betouwetett grast». 
Gottfr. V. Str. 1. 10. 

Betrag, Vertrag. — «. . . das solchs nit als 
gar ne?, freiem willen, sunder usz etwas thä- 
ding, beträgde oder ander harbrochter gereoh- 
tigkeit nfferwachsen wer«. Brant, Bisch, Wilh. 
262. — «. . .als dann sin händel, Kwyträcht, 
krieg, anlasz, betrag, rachtung. , . anzeigent>. 
0. e. 263. 



lande, — koofende aller hande, — nnde ge- 
winnen, daz wir ans betrageii>. Gottfr. v. Sti. 
1, 128i — «... ob sich die armen by solchem 
almQsen betragen oder nit . .> 16 Jh. Alte 
Ordn.. B. 14. — In Egypten ^betrüg sich Haria 
. . . mit jre nolen und mit jre spillen>. Vil- 
iinger. 

Betrebt. beschmutzt. — «Als er hinus was 
knmmen, so findet er einen armen Henschen.. . 
fast betrebt von der Unfletigkeit der Strassen». 
Geiler, Ev. m. Ussl. 123b; 163«. 

Betrectaen, verscharren, mit Asche bedecken. 
Scherz, 144. — Die Olath, die ihm tbetrodten 
in dem herzen tao. Gottfr. v. Str. 1, 360. — 
Das Feuer war «eines nahteanüt wol befrocto». 
Kön-, 725. 

Betrfibed«, Betrübniis. — «Also schiet dlse 
iunge Adelheit ettewas mit betrübede von diser 
heiligen elosenerini. Nie. v. Basel, ms. — «We 
mir, was beträbeät het min lant begriffen». 
Kön., 80». 

BetrOglicheit, BetrBgniw, B«trvgeiihelt, 
Betrug. ~ «Fürsichtigkeit on Einfalt ist ein 
Belrvglieheitt. Geiler, Selenp. 163 a. _ «Umb 
Betrügmat willen des bösen GeiBtes», Id., 
Irrig Schaf, D, 4 s; Bilg. 108 b. — «Wer dat 
mit betrogenheit umbgan. . .> Brant, Nach. &3. 

— «Uf betrogetAeit ein jeder gat>. Ibid. Ö7, — 
<Hit btrügniäe gat umb jederman>. Ibid. 98. 

— «. . . der sprach allein. . . das er noch sy 

— von btrügnüt siner frowen fry>. Ibid. 84. 
Beti-iiseln, beflecken? — «Unser herre nam 

das brot ander sinen mantel and stiess es in 
sine Site nnd mähte es blutig und Bweissig 
und betrüteile es gar wol in sinen wanden». 
Hugo von Ehenh. 

Bettbrod. Oödeke : «wohl Betbrod, das nach 
dem Gebet genommen wird>. Eber, das man 
nimmt wenn man aus dem Bett auftteht. — 
«Wa wir went das früstück schlemmen, — 
und das bettbrod went verdemmen». Hurner, 
Sb, 153. 

Bette, Bet, Bete, Bet^eld, Art Abgabe. 
Scberz. 142. Seignears et villages. 67. — «Do 
niden im Land heisst es Bette'. Geiler, Post. 
3, 108 b. _ Die Obrigkeit «wann sie ir onder- 
ton beschwert, bet und stür will von ir han. ,.► 
Hurner. Nb. 106. — «Der zins, die stür und 
onch die bet, — die oberkeit erdichtet het». 
Ibid. 109. - «Schatz, betgeid, stür nnd wacht». 
Uarner, Lnth. Narr, 104. 

Bette, kleines Feld-, Hatten- oder Garten- 
stück, Beet. Schere., 144. — «üna pecia prati 
dicta ein bette>. Ernolsheim, 1338. — «3 strenge 
und ein bette: Sul/bach, 1819, ~ «2 kurtze 
bette. . . 3 bette nnd ein halb sträng.. Eng- 
Weiler, 1S21 — Stirbt ein Eigenm&nn, der 
nichts znrürklässt von dem der Herr einen 
Fall nehmen könnte, so soll man «ein bette 
louches usztelben>. Sennheim, 1354. Weisth. 
4, 118 Äehnlich, Niederbamhsupt, 138i!. ibid. 
4, 74. 

— Ein Fröner kann heimgehn , und «ein 
hette mit hanffsomen oder mit lonohe segen», 
Sennheim, 1B64. Weistb. 4, 118. 

Betten, das Bett machen. S. Grimm 1. 1733. 

— «Sie iedt, sie wescht . . .» Mnrner. Genehm. 
■ iK, Ib. 



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Betteris. Betris, Betrise, Bettrise, bett- 
lägeriger Kranker ; engl, bedrid. — <(}ot ver- 
hiiig das deT meist^r ein rehter hetteriae wart». 
Nie. V. Basel, Tanl. Bek., 61. - .Were ein 
bettriu, dem Hol mkn ein bet Uhen>. Türkbeim, 
14 Jh. AUatia, 1878, S. 430. - .Heir, mein 
Kind ligt in dem Hans ein tetriti nnd 



dem betlristn spracli : gang liin, Bund nim . . .• 
SranC, Neeb. 41. — «Paraliticus, das ist ein 
Bettaystf- Bmnschw., Dist. 103 li. — Christus 
sagt <zDm Bötrüen: Ban, hab ein getrawen, 
dir werden verzigen deine sündem. Warm, 
Balaam, d, 1 ■. 

Betttten. bedeuten, erklären. — Der geheilte 
Blinde <ba.t den Herrn gross hetütet, groEse 
Ding von im geseit». Geiler, Post. I, 86 b. _ 

• Gross machen» (raagnifioare) <ist nüt anders 
ireder einen gross betäten nnd gross verkün- 
den». Ibid. S, 86 b. — Sonst immer im ge- 
w ähnlichen heutigen Sinn. 

Betwang, Bezwang, Zwang — «Der bftehe 
lere und ir betvatic ~- Was einer sorgen ane- 
vano. Gottfr. v. Str. 1, 81, — .Darnmbe ge- 
«chach, daz in manigcn landen gros tetwang 
wart von den lüten die . , . über mere woltent> . 
Closener, 67. Hier ist das Wort im Sinn von 
Zndrang zu nehmen. — Kranke, die nacli 
Arabien kamen, mussten «durch ieiwang des 
landes milch essen, so seind sie gesnnd wor- 
den*. Fries. 149*. — «GeistHcher BeneaiKk>. 
BrnnfelE. Zehnden, b, 2l>. _ •Trübsal, Be- 
neang, Angst . . .> Bntr.er, Weiss, a, 2 1>, 

BetwingeD. 1. Bezwingen, unterwerfen. — 

• Swaz er betvmnge mit kraft, — Dax er daz 
ze eigene hete>. Gottfr. v. Str. 1, 8.^. — »Keiser 
Otto helwang welsche lant>. Closener, 86. 

S. Zwingen. — Sie <betvmngent in. houbt- 
man z6 sinde nnd keiser». Kon., 397. Etc. 

Betwln^lss, Bezwingnnas. Betwnugen- 
heit, Zwang, Gewalt. — «Ob die Betwingnüte 
sogTOK was, das dairnihtmobtestwiderstani. 
Bjhteb.. 36. — 'Die straogheit nnd belming- 
tatst' der Regeln eines Ordens. Clans v. Blov. 

— Rulman Herswin wurde der OrUnder des 
Oriinen-Wörths <von götticher betwingniMt'. 
Nie. V. Laufen. Gottesfr.. 34. — Ich gelobe 
es freiwillig, inüt von beltoungenheite'. Nie. 
V. Basel, 146. — <Nit mit BezKingnu»», als 
die Thier eingespannen werden, sonder mit 
lauter Treu on Falsch». Geiler, Pred. u. L. 
IftSb ; Selenp. 63 b. 

BetK, Betzlin, Hnnd. - <Sehlag im sein 
Hnnd. sein Betten ze todt». Geiler, Narr. 77 1". 

— .Was der thörigen Hand sein, als BettUn 
«nd die Histbellerlin. die belkn Tag nnd 
Nacht». Id., Sünden des M. 81a . 

fietce, KuEs, franz. baiser, latetn. pacem. 
<S. das Wort pacem.) — Papst Leo «satte nf, 
daz daz bete man solt geben in der messe*. 
Closener. 23. — ^Er gap imo das bette an 
sinen backen». Nie. v. Basel. Taul. Bek., 10. 

— «Er gab in das beige an den munt mit 
grossen frdjden». Nie. v. Laufen, Gott«sfr., 179. 

Beteeier. Leier 1, 242: Betschelier, franz. 
bachelier, Knappe, junger Ritter; im folg. 
apSttiach gebraucht. — «Welr man gern züch- 



I tig wer, — sie spreäien, er sei ein betteJer*. 

I Altswert. 65. 

I Bencke, Panke. — «Werden ouch an dem 
himelschen Dantz sein Harpfen, Beueken nnd 
Luten?» Geller, Bilg. 226^; EmeiB 74 a, _ 
• Man musz in päfeu vor und singen. — trnm- 
meten, beuken, orgel schlagen». Mnrnor, Nb. 
260. — Gödeke druckt: bonken, während der 
alte Text beuken hat — <Sie schlugen off 
alle Beueken oder Tmmmeu». Adelphus. Tfirk. 
B, 5«. 

Beatein, reinigen dnrch schütteln in einem 
Bentel, bes. das Hehl. — «Trösohen, malen, 
beutlen, teigmaohen . . . » Geiler, Christi. KU- 
nigin, aa, 3 s. S. bütein. 

BenteD, plUndem. — In Uailand wurde 
«alles das g^eutet das darinnen was*. Adel- 
phas, Barb. 33 ^. — Die Katholischen haben 
in Böhmen «vil stet zerrissen nnd gebeutet'. 
Capito, Treger. D, 3 ", — S. büten. 

fieyilen, einem zu viel werden, in belästigen. 
Benecke, 3, 314. Schmeller, 1, 837. — Der Geist- 
lichen aunartig leben die frnmmen etwan be- 
väet het ond beschwert». Capito, Spaltung, 
B, :; B. 

Bewaren. Scherz, 147. 1. Stärken dnrch 
das Abendmahl, das Abendmahl reichen. — 
lEines moles stnot er (Leo I) über alter und 
bewarte die lüte*. Kön., 523. Etc. . 

2. Durch das Abendmahl zum Sterben be- 
reiten. Vgl. berihten, verrihten. — Ein Pfarrer 
ctrfig nnsers harren lichamen, wanne er wolte 
einen siechen fteiooren». Closener, 149. — Die 
Beichtväter, igo sie die swestem betearm oder 
das heilige oley gebeut . . .> 1368. — «Ob der 
priester den kranken z6 hant wil bewaren. 
Bol er wescheu die hent noch dem heiligen 
oley». Gebete. 15 Jh. ms. — Zur Zeit einer 
Pest wollten Pfarrer nnd Bettelmönche die 
Kranken nicht 'bewaren mit dem heiligen 8a- 
crament*. Brnnschw., Pest, a, 3 '- — Fresser 
«asEen also das man sie mnst von dannen 
tragen und mit den h. saciamenten &eimH%n>. 
Fries, 40 b. 

3. Abwehren, sieh bewahren vor etwas. — 
«Sie wenent es mit irre wisheit also betoarea 
. . ., und meinent als sU Bolent die lideu bas 
bewart ban*. Tauler. 4 (1). 

Bewftrde. Scherz, 147. 1. Bewährung. — 
•Sit er . . . ze heuiärde wil jehen». Oottfr. v. 
Str. l, 155. — Er bot ihm «des kampfes be- 
wärde'. Ibid. I, 91. 

3. Vorbereitung /.nm Sterben, die Sterbsa- 
cramente. — Ein Theil der Bewohner von 
Sunthofen gebären zur Kirche von Logeln- 
heiiti und sollen da nehmen <touff. Vevierde 
und begrebede*. 1404. Weisth. 4, 146. 

Bewidemen, dotieren. Scherz, 149. — «Wir 
wellent das dieselbe pfründe hetaidemet sige, 
und betetdement sU in die wise als bernoch 
j geschriben stot*. Gutleute-Ordn., 194. 
I Bewinen, vino instrnere, mit Wein versehen. 
i Schmeller, 2, 928. — «Ware es sach, das ein 
, lehengnt bewient würde und der lehenman so 
, voendtlichen were nnd deu lehenherren kein 
I botschaft wissen liesse, so solle der lehenherr 
seinem gnt zu hilfe kommen in jar nnd tag. 
I "Ein heimischer soll mit dem meier überkommen 



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in drei tagen ; th&t er das nit, bo soll der meicr '. nen. mosBle man den Koth wegränmeD «mit 
das gut bewitntn lat dreien 14 tagen*. Printz- 1 bicktlm. Closener, 98. 

heim, Weisth. 5, 476. — Zahlte ein Enber seine 1 BickelD, Biekeln, mit Biekän, d. i. Würfeln 
Zinse nicht, so varde sein Gut von dem Meier, spielen, die Würfel aaswerfen, spielen iiber- 
in Qegenwsrt einiger Zeugen, für eingezogen j hanpt, gross thnn, wie einer der den Würfel- 
erklärt, um dem Schuldner Frist za geben, ' beoher recht hoch in die Höhe hält. — «So 
wiederholte man dies Urtheil eq verschiedenen , einem Uensohen ein unreiner Gedanok ein- 
Zeiten und trank dabei jedesmal, auf seine , fallet, und er den hin und her würft im Uertzen 
Kosten, eine gewisse Quantität Wein. Sewinen • und mit im bicklet. , . darnmb das er sich daran 
ist demnach so viel als für eingezogen erklären. ! erlustigen, willi . Geiler, Selenp. S12 ' ; Qv. mit 
Dieser Erklärung konnte man entgegenhalten \ Ussl. 14S >; Bros. 1, 38 ': Arb. hum. 34 '. — 
dass im Text nicht bewinen, sondern betoienen I «Ir werfents gar hoch herfar und biekelenlt wit, 
steht; man erkennt aber aus der Orthographie i das ir von Abraham her seind>. Id., Post, S, 
dass die Copie, nach der das Stück abgedruckt , 24 ■. 

ist, nicht älter sein kann als das 16" Jahrb.; Bicken, franz. piqner, behauen. — lALso 
der Copist hat einen Schreibfehler gemacht. i thunt die Buren den wilden Böumlin die noch 

Bewi&tern, überwintern. — Des Abts von jung sind, die bUken sie mit einem scharpfea 
Münster ivihe sol Öch gan über virste; beupin- [ Stein and lont es darin wachsen ein Jar, und 
tert es da jenthalben, so sol die ebtissine (von i wenn man sie abhonwet, so schelt man die 
Remiremont) das vihe eines swischentire zwei Rind darab, und das heissem ienti gtbickte 
stellen». 133!). Als. dipl. 2, lHb. Staugen, und machen oben Isen daran, untl 

Bewinnng, Verproviantiemng mit Wein. — | denn ist es einSchwinspiesB>.Qeiler,Bilg.39 ', 
Der strassb. Bath verordnet man solle keinen , Bidemen, Bidmen. erbeben. Scherz, 154. — 
Wein verkaufen «damit menglich zu bewifnung 'Die erde hidemet>. Oeisslerlied. Closener.lIU. 
kommen mög. and der feil märckt der gemein : — 'mit bidemenden vorhten>. Tauler, ^68 (46). 
nit entzogen werd., Placard 1518. : Etc. — Christus "fieng an traurig zu werden 

Bewnrrenheit. Yerwirrnng, — iln bete wol ; und betrübt sein, zittern nnd bidmem. Geiler, 
bewQTretiheit — In wunderlich verat geleit». Passion, 19 '. 
■ Oottfr. V. Str. 1, 15. — «Sin bemorrerSKit — Bienen, Bünen, Bönen, ein Fass oder Ge- 
Din tet im wol, diu tet im we>. Ibid. I, 260. fäss mit etwas wohlschmeckendem ausbiihnen. 

Bewnlniss, Befleckung. Scherz, 149. — «Un- \ Scherz, I99,imbuere.— "Es ist urab ein jnngen 
küscheit began mit Beviulnesche (sie) der TrÖ- ! Menschen wie umb ein nuw Fass ; womit man 
men>. Bihteb., 86. > es zu dem ersten binet, dononh schmackt es 

Bewiirdigen, mit Würde vnrsehn. — «Der ewiglichen». Geiler, Büg. 151 ^- — «Wann 
teuffei, der weit über alle menschen bewürdiget ; einer ein nuwe Flesch kauft, so muss man sie 
gewesen ist. . ,r Bntzer, Dass Niemand, b, 4 a. | bünen mit Muscat und mit Xeglin, und dann so 

Bezetteln, bestreuen. — «Er beeettelt den schmackt die Flesch allwegeii darvon». Id., 
apfel mit imber», Mumer. Illensp. 12.Ö. , Brüs. 1,42''. — «Der Mensch mnss inwendig 

BezUgen, durch Zeugen überführen- Scherz, mit Tugenden. . . bereitet und durchbüttet sein», 
1&3. — «Swelhe meister Johannes der anfüge Id., Selenp. 193 a. — iDeu koplf hat er also 
mit nammen zihet, mag er die bezügen selb gebient, — das er den gantzen tag nff gient>. 
dritte. . .> 1800. Cod. dipl. S. Thom.— Es steht Braut, Nsch. 75. (Er hat den Kopf so vom 
im Recht, man solle keinen tödten, «er werde j Wein eingenommen, dass er. . .) Die ErKlärung 
denne reht und redelich belüget das er den dot Zarncke's, 422, passt nicht. — 'Bönt man (eine 
verschuldet hat»- Hugo v. Ehenh. i Flasche) mit wolschm ecken den dingen, als mit 

Beswenklich. durch Zwang. — «Bezweuk- imber and gewürtz, so schmeckt sie darnach', 
lieh erfordern». Bmnfels, Zehnden, b, 9 b. | Panli 301. 

Bezwenknnss, Zwang, Druck. S. Betvmng- \ Bieverkrnt. Bieverwurz, Aristolochia cle- 
nUs. — 'Dise betwetihnuaz (der Frommen durch matitis, die für ein Heilmittel galt gegen .StVner, 
ihre Gegner) ist nit on freid und trost», Capito, > Fieber. Noch im Elsass üblich. — <Apud 
Treger, A, 4 b. • Bieverwurz-, Feldname, Krautergersheim, 1266. 

Biben. I. Beben, zittern. — Gott sind alle' — 'Zu der .Bientruiur^en». MeiBtratzheim,lH2K 
Elemente •bibende diensthaft». Gottfr. v Str. — «In Bieoerkrute*. Sassolsheim, 1354. 
1, 30. — <. . . das alle die bein biben mtigent». ' Biege, Ort wo ein Acker, ein Gewand, ein 
Tauler, 377 (65). Etc. Weg sich umbiegt; auch ein längs der Krüm- 

2. Act., erbeben machen, erschrecken. — mung gelegenes Feldstück. — «An dem Biege, 
•Die starke bibende urteil gottes», Tanler, nfdas Bige, uf den Biegt, Feldnamen, häufig, 
378 (65). 1294 u. f - .Ein Acker und ein Bieg daneben». 

• Bibenell, pimpinella». Gersd. 89 ■. — San- Offeuheim, 1416. — .lu kirchlichem Biege'. 
gnisorba officinalis. Kirschl. 1, 260. Odrat/.heim, 1416. — <In Sultye Biege, 'in des 

Biberwnrtz. Brunschw., Dist. 'iS'». Aristo- 1 von Scharroch Stejc». Marlenheim, 1346. 
lochia clematitis. Kirschl. 2, 39. S. Bieverkrul. ' Bierenpper. Biersaufer. — 'Die biersupptv 

Bibang, das Erbeben. Scherz, 153. — <An- ^ ich darzn mein, — do einer drinckt ein tunn 
gestlich &iöun^e>. Tauler, 377 (65). ! allein». Brant, Nsch. 19. - Zarncke, 331, nimmt 

Bi ekel. Spitzhake. — Ein abgehender Lehns- das Wort mit Recht für Biertrinker, nur ist 
mann soll auf dem Hof y.uriicklassen '2 bickeh. ' seine Eemerkungttberflüssig, dass <mit dem nie- 
1291. Wilgotheim. Str. Bez. Arch. — Um ein- ; derdeutschen Getränke auch der mederdentsche 
mal die Thore Sirassbnrgfi schliessen zu kön- ; Vocal Eingang gefunden zu haben scheint». 



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Suppen, sapfen, ist ein bei Seiler, Marner, etc. | 
nicht selten vorkommender Äusdrack für 
schlöffen, trinken. Auch war das Bier dtirch- 
aus' nicht im Elsass so nngewöhnlich wie i 
Zamcke meint; man kannte und braachte es 
seit dem frühsten Mittelalter. Godeke's Er- 
klämng durch Biereappenesser ist ganz un- ' 
richtig; von der Biersnppo wusste man im 
Elsaes nichts ; der Zasat;;: <do einer drinckt ein 
tann a11ein>, hätte genügt um Gödeke von 
seinem Irrthuni zn iiberi^eiigen; man kann 
wohl hyperbolisch von einem sagen, er trinke 
eine ganze Tonne Bier, nicht aber er esse eine 
Tonne Biersappe. Aach folgt gleich darauf: 
•eb narr nmsz vil gesoffen han»; die «upper 
sind Säufer. , 

Bieten, es einem wohl bieUn, ihn gut be- | 
wirthen. Scherz, 166. — Die Bürger nahmen 
die Geisstei in ihre Wohnnngen auf lund 
bättenti in wol>. Glos. 106. — «Konfe uns | 
gn&g zfi essende, das du es uns wol bietegl' 
Xic. V. Basel. 329. — ilch wil mir gütlich tän 
und wils mir selber wol bieten*. Ibid. 266. 

— «Der meier buU es meiner frau (Aebtissin 
von Erstein) wol bieten, mit wildem nnd 
zamem, fliegend nnd Hieseend . . .> Qrees- 
weiler, 15 Jh, Weisth. 1, 70&. Etc. Etc. — 
Kommt der Probst von Oelenberg nach S. 
Lukart, so mag er «eiaen oder zwen bider- < 
mannen . . . mit imc laden über seinen tisch 
in den hof, und sol maus den bieten als dem : 
herren>. 1H54. Weisth. 4, 2a. 

Bifang, von befangen, einschliessen, gros- 
seres umzäautes Gut. Scherz, 161. Seignours 
et villagea, 11. — <Prädium vulgariter nun- i 
cupatum in dem bifangt'. Diebolsheim, Vi%a, ; 

— «In dem Sivanc Bettenhofen, liWS. — ' 
■ Ein veit, heisaet der Bifanc. Kiistett. 18fi9. 

Bigürtel, Tasche am Gürtel. Scherz, l&O. 

— iZn dem BigürteU. Strassb. Hausname, lÜTÜ. 
Bihtelüte, Beichtkinder. — Der Meister 

war lunwert worden allen sinen bihtetüten'. 
Nie. v, Basel, Tanl. Bek., 23. 

Bihter. 1. Beichtvater. Sehern, 156. — Man 
sol den bihtem nit also vil ir zit nemen>. 
Tauler, 238 (41). Etc. - .Uo nara ich den 
Thauweler ztt eime bihter>. Bulm. Merswin. 
GoUesfr., &9. Etc. — Xic. v. Basel, sehr 
oft. — «Do vergap ime ein brediger, der ein 
bihter was .... in dem kelche» Kon. 464. 
Etc, Etc. 

2. Bekenner, confessor. — «Ich beviihe 
mich ... in die stercke der marteler. in die 
wisheit der hihter*. Gebote, 14 Jh. ms. — 
«... der bihter sante Galle». Conr. v. Dankr.. 
V. 304. Etc. 

Bilant. Bciland, Nebenland, Nachbarland. 
Scherz, 166. — » ... in allen den bilanden — 

— Diu Binen namen crkanden.. Goilfr. v. Str, 
1, 9. Etc. 

Bilden« r, Bildnei', Vorbild, Meister, ticherz, 
157. — Christum «süllent wir für uns setzen in 
spiegellioher wise also ein bHdeneT>. Tauler. 
270(47). — «Das wir alle gerehte gewore 6ii- 
dener . . . nochgonde werdent>. Nie. v. Basel, 
Tanl fiek., 7. — «Tier hande bildener die er 
(Christas) ans vor het getragen». Yillinger. 

— iDas ist das Exemplar, der Bildner dem 



da nachwiircken solt . . . Gott selber, alles 
das er gemacht hat nsswendig, hat er vor ein 
Bildner, heisset Idea. in im selber». Geiler. 
Sarr, 54 ». ~ tWie ein Jungfrau thnt die 
vor einem Büdner sitzt und heidensch Werk 
wiirkt, die den Büdner stets ansieht und nach 
ihm wirkt». Id. Bilg. 159 b. - .Sie (die Pfaffen) 
seind euch nit dargestellt zn eim Bildner inen 
nochzufolgen, aber ich (Christas) bin der Büd- 
ner dem ir sollent nochfolgen». Id., Post 2, 
36b; Selenp. 228»; Pred. u, L, 109". 

Bildenerm, Imagination, — «Die Fantasie 
und die Biidenerinne> . Tauler. 171 (Hl). 

Bilder, eig. Biler, meist im plur., Zahn- 
fleisch. Graff. 3, 102. Scherz, 157. — Thnn 
einem <die zene we und sint ime die bildem 
ful, so tbt ime daz ezen we>. Bihteb . 87. 

Bildung, Bild. 1. Aehnlichkeit — <Der 
Mensch istnach AtrBüdung Gottes geschaffen». 
Geiler, .\rb, hum. 184 a. _ ,0 du Seel ... die 
du gemacht bist nach der Bildung und Ge- 
leichnuss Gots». Id.. Schiff der Pen. 50 * Etc. 

— «Gedechtnüs. willen und verstand, — die 
dry stück im houpte hand " gleich bildunff, 
als man da seit, — fürwar mit der drifalti- 
keit, — in dem sind wir gotz büdung gleich». 
Mumor, Bed. F, 3». 

2. Abbildung. — »Ein andechlig Kloster- 
mensch hat ein soliohe grosse Begird zu dem 
Passion Christi, das sie nie mochl die Bildunge 
des Cruci£x ansehen, sie fiel dann uff die 
Erden». Geiler, Passion, 15 b. — »Ein büdung, 
die sie mit geferdt — hat wirckea lassen nff 
das bett, — von Enea abconterfet». Mumer, 
Virg M, 6" — -Die bildung sollent manen 
mich — an die sind im bimelrich». Id., Nb. 212. 
(Bilder auf Grabraälcrn ) — «Ich biti Jesum 
dess Büdung da ist» (an einem Cruciflx). 
Pauli SOI-. Etc. 

Bilgerin. Pilger. Scherz, 157. — Der Meier 
von Hohenburg soll machen "das kein anfügte 
geschehe von. den bilgerin, mit füre oder mit 
andere unfü^e». 14 Jh. Hanauer. Constit., 244. 

— Priester »die der bilgerin soltent warten», 
Kon., 52-1. Etc — <Bilgerin ettewie vile 
gingent ... zfi S Jacobe». Märlein, 22. — 

• ZUm Bügerint. Strassb. Hausname. 141Ö. — 
Ritter Bilgerin von Ehenheim 1284. Etc. — 

• Ein cdelman , beherbergt die Bilgerin die 
da fürgiengen». Pauli, 2ö0. 

BilgerniUs, Pilgerschaft. ~ • . . . auff das 
wir nit erliegen am weg unser walfart und 
bilgemünt'. Adelphus, Pater nostcr, B, 2 b. 

Bilich, zänkisch. Schmeller 1 , 2'>». hat Feil, 
proclium. — tBüiche Kibekeit . . . zh Kankende 
und 7.ti kriegende». Claus v. Blov. 

Bilikeit. Zanksucht. — .Vientliche Bilikeit'. 
Claus V. Blov. 

Bilie. Kugel, franz. bille Scherz, 157. — 

• Es soll nyeman an siner mülen gebuwe 
fcrren hinder sich buwen, dann er mit einer 
bälen hinder sich gewerffcn mag, also er soll 

; uff dem weideboum ston, nnd das lincke or 
in die rechte haut nemen, und den lincken 
arm do enKWÜschen usstossen. doch das der 
, elenbogen nit über den rechten arm kume, 
I nnd die büle in der haut han und in sollicher 



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gestah werffen>. Biscbweiter, 1468. Hanauer, 
ConBtit., 332. 

Billen, bellen ; prät. bal. — Das HUndlein 
•weder ez engrein noch et^ai>. Oottfr. v. Sir, 
1, 38. — iDaB hiindelin . . . bal gar Taste». 
Nie. V. Lanfen, ms. 

«BillenbaDm, popnlQS>. Oersd. 93 b. 

Biment, pigmentnin, für Eiroma. Wohlge- 
rach. Scherz, 167. — tBimente, aromata». 
Herrad, 186. 

Binetech. Spioat. Koch bo im Ober-EUaes. 
EirBchl. 2, 9. — •Bienetseh, Lapathnm, alias 
Bornes. Bieneltch Krant, Blitam». Dasyp. — 
• Spinachia, ßynetseht. Oersd. 94 b. _ tBi- 
n^tch ist gar nach glich dem mangelt». Fries, 
39 >. — Aecker mit izybela, kapszkrat oder 
byneteht. Brunschw., Ihst. 53 b. _ Nach De- 
candolle, Geographie botanjqne, Paris 1865, 2, 
846, wäre der Spinat, spinacia oleracea, erst 
im IC Jb. ans dem Orient nach Bnropa ge- 
kommen ; der ursprüngliche Name soll persisch 
sein, ispansj, worans die Araber isfanadsoh 
gemacht. Dieifenbach, 40, hat aber bereits 
atriplex, Bineach, ans einem Vocabnlar ans 
dem Anfang des 15 Jh. S. aneh Scbmeller, 
1, 345. Wenn, wie es wahrscheinlich ist, Bi- 
neUch, BinaKh nur Entstellungen des orien- 
talischen Namens Bind, so muss die Pflanze 
viel früher nach Europa gebracht worden 
sein als DecandoHe es annimmt. 

Bingelkrat. Brunschw., DisC. 51 ». Gersd. 
93 > Mercurialte perennis, Kirschl. 2. 50. 

Bir, Biere, Birne. — An einem Baum 
hingen «die aller grösten schönesten biren, 
von den ich ie gehorte sagen». Nie. v. Basel, 
211. — Andres Dritzehn schenkt Gutenberg 
einen halben Ohmen Wein und <etwie vil 
biren'. 1439. Vind, typ . docam. 12. — •Kot^e- 
fciren». 15 Jh. Alte Ordo.. B. 14. — .Bi hun- 
dert Begelsbirm: 1489. Vind typ., docum. 12. I 
— Jedem Huber von Salzmatt gibt mau, als | 
Nachtisch. <£W0 BegcUbiren. eine row, die , 
ander gebroteu». 16 Jh. Weiath. 4, 136. — ' 
Im Wintermonat bat man u. a. als Lecker- , 
bissen «ein zuckerschibe. ein Jlegelsbir>. Conr. 
V. Dankr., v. 317. — «Die Mulesel , . . lugen ' 
nach dem Schatten der Bieren au der Erden | 
. . . und lugen nit uff zu dem Baum von dem i 
die Bieren kommen sint». Geiler, Bilg. 126'':! 
Selenp. 129«; Pred. u L. 140 b Etc. — «Ein i 
Vater oder ein Mutter die versagend dick I 
einem Kind ein Biren oder einen ApCfeU. j 
Id., Pred. u. L. 87». — «Kind, die zögen; 
Biren, Aepfel ...- Id., Narr. 48b. Etc. -i 
•Einer sieht wie die guten bieren*. Brant, | 
Xfich. 76; (ein Trinker sieht am Morgen gelb , 
ans wie eine Birne). — «Ein Trinckgeschirr, i 
die gülden bien genannt. Id , Bisch. Wilh. i 
294. — 'Braten biren, zuokerachiben, — das 
ist das brassen das wir triben». Hurner, Nb. 
152. — «Konf ich nun ein pfenwert biren, — 
die schönen kiinnens fürter schiren, — die 
bösen lont sie duiiden hüben». 0. c. 203.» — 
«Oepfel, Byren . . . •Adelphua. Fio. 141 a. — 
1182 war der Winter so warm, dass «man zu 
liechtmesz gross biren sah ab haselnnsz.» 
Id., Barb. 63 b, — .Pira silvestria, wild Bie- 
ren». Oersd. 93 b. 



Birboom, Bimbaom. Heute : Blrebaiua. — 
<Z& dem birboumet. Strassb. Hausname, 1968. 

— Häufig als Feldname, 13 Jh. — Verschie- 
dene Arten: •Bettebirboumt, Wittisheim, ISIS. 
tGratebirboum'. Plobsbeim. 1420. tHeng^bir- 
boumt. Barsch, 1382. «Ein grosser Künigs- 
birboumi. Westhofen, 149t, •Regdsbirboutn* . 
Westbofen, 1491. < Winttrbirboum >. Fnreh- 
hanseu, 1296. 

Birraent, B«rmei)t, Pergament Scherz, I5S. 

— «Die vaUcben mensohen spreoheut oaoh 
abe die h. geschrift und sprechent alao : ach 
kereBl du dich noch an tinte and an bir- 
tnmteit Bulm. Herswin, ms. — Die Jaden 
«noment birment und sohreip ein ieglieher . . . > 
Eon, 506. — «1 Sf 5 seh. amb 8 Bextemen 
und 4 bletter birmentes'. Ml^. S. ThomaE- 
Fabrik. Etc. — «Ein yeglich oolligende mit 
eime beaundem berment überiogen». 15 Jh. 
Alte Ordn., B, 14. ~ Zu einem Buch «gehörent 
zS dem ersten zwey bretter die das buch zn- 
samen bindent, zfidem andern binaaiU'. Hng'o 
V. Ehenh. — «Damit bat er den Priester das 
er im wolt schaffen Dinten aud Bermtnt, za 
schreiben alle seine Sachen dem Bischof» . 
Oeiler, Ev. mit Ussl. 83 b, Etc. 

Birmenten, von Pergament. — Von den 
drei Exemplaren des Statute nbuehs der Outen - 
leute ist eines tbirmenten*, das soll auf dem 
Hof bleiben. Guti.-Ordn., 218. 

Birst^n, Birssen, später pürschen, auf der 
Jagd ein Wild aufsuchen,— «Ez gelern tebtrMn 
und jagen — Nie deheini man ao wol». Oottfr. 
T. Str. 1, 83. ~ S Beiuen. — Oeiler, Post. 
1, 80*. 

Bis, Wie, Sias, Bisz, Sei! imperativ von 
sein. Scherz, 159. — «Bts geträwe». Tauler, 
400 (ö9). Etc. — 'Wis nit unglöbig». Bis. 
Pred. 1, 283, — «Got, wt* mir Sünder gnedig». 
Ibid. 2. 10. — «Halt dich rein, — Bim gern 
allein». Gebete, 15 Jh. — «Bis fro!» *Wi* 
fro!» Altewert, -37, 26. ~ «Herr, bis» gnädig 
mir Sünder». Oeiler, Schiff der Pen. 75 >; 
Selenp. 99 >: Post. 3, 63 a. Etc, — «Bü« an- 
gedenck wo da hin gast». Brant, üato, a, 3*. 

— 'Biss demütig». Id., Facetua, A. 2*. — 
'Biaz ein stura nit alznmal», Id., Thesm. 
B, 6». Etc. Etc — tBiis gut gsell und 
frölich man». Mnrner, Nb. 71. — «Bis wil- 
kum mir». Id., Bad. C, 4 >>. — .Nun l&g, bit! 
etat" Id., 4 Ketzer, J, 4 b. _ .Arbeit frumlich, 
&t* wol bidcr». Id., Nb 167. — «Fürhin bi»! 
behutsamer». Id.. Kön. v. Engl. 492. Etc. Etc. 

— tBise iudenkig das . . .» Adelphns, Fic. 148 >. 

— . Bts* gewarnet . . .» Oersd. 20 ». — «Bm« 
nur gater ding», Pauli 188. — «Büe mein 
Wegweiser». Nachtigall, Psalter, 59. — <Bi»z 
zufriden . , .» Zell, F, 1 b. 

Bi Schaft, Beispiel. Scherz, 159, — .Der 
schäme bitschaft vinden wir an S. Marien 
Magdalenen». Bihteb., S. — Der eine soll von 
dem andern gute «exempel und hiUchaß 
nemen». Clans v Blov. 

Bise, Nordwind. Scherz, 160. — «Wider 
bise'. Feldname, Schweinheim, \W&. 

Bisa, Qebiss — .Wer sins munds nit ist 
gewisz, -— der kum hieher und nem ein Jmz 
... — darum hab ich hie biag bereit, — das 



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mui sie ia den trisBel leit>. Harner, Nb. 192. 
«Ein gebist inlegen*. L. c. 

Btttern, erbittern. — *8ii bitterent rehteir 
li«rtze wider sü>. Taaler 462. (80). 

BittUDg, Bitte. — <Nim war der siben Bit- 
ttatgt'. Fred. Ingrolts. — Das V. U. «het in 
jme beelossen sibea Bittunget. Oswald. 

BiUs, Bissen. Qrimin 2, 68. — 'Lond ir den 
barf&8c dieen biU — und sie eaoh lond under- 
dnicken>, so ist es ans mit enoh. Hurner, 
4 Ketier, J, 1 *•. 

SItEeln, beiBsen auf der Zunge. — iPfeffeT- 
liSmliu biuUt auf der Zunge>. Geiler, Emeis 
II >1 Has. im Pf. E, S>. — <Wie der Sanr- 
bmnn zD Göppingen, so man darausa trinkt, 
so bitedt und zippert es ein wenig im Mund*. 
Id., Selenp. 229 b. — Schraid. Schwab. Wort. 
70. 

Bieefchen, Gleichniss. Scherz, 1Ö2. — iEh 
sol sin ein biteKfien oder ein geliohnisse'. 
Enlm. Uerswia. ^ Felsen, Id. 

Bla, Bio, Blauw, Blow, blao. Scherz, 161. 

— €Qrüne nnd blat. Gottfr. v Str. 1, 21. 217. 

— •Bio syden d6oh.> 1418. — <10 ^ nmbe 
side nnd rot und (hl garn> 1432. 8. Thomas - 
Fabrik. — tSaffirblo . . . LmutMo . . .• Alt- 
swert, 29,44. — «Die rote nnd die ifeH«varwe>. 
Taaler, 8(1). — «Der dirte blbme der ist bto- 
(Sonnenwirbel). Viltinger. — <Es gilt im glich 
ob es bla oder rot ist). Geiler, 8 Marien. 8 >■. 

— 'Bla Enten*. Id., Sünden der M. 89«. 

— 'Blauu Enten> Id., Narr. 46 i- ; Brös. 
I, 95 b. — <Der edle blawe Jaoincte himelscher 
zirden». Id.. Fred. u. L. Ö2>. — >£in blow 
sünckend Hnl>, Id., Post. 1,39 a. _ ,Bla 
nnd rot. anob grien und gel>. Mnrner, Nb. 38. 

— «Von blavien enten predigen*. Ibid. 105; 
Schelm, a, 4 >>. — <Das ist umwunden mit siden 
blo, — und bedüt : narr hie, narr do>. Murner, 
Sb. 36. — Do sahen wir vil berg gar bU». 
Mnmer, Virg. J. 4li. — .Sie verkouffens offt 
mit btouwer hut>, werden blau geschlagen. 
Id., Genehm, i, 2 ». Etc. — «Uff gröuem 
tach bla flecken, oder uff btameta tuch grün 
flecken*. Brunschw., Medic. 188 <>. — Btn Mal, 
blanee Mal, heute bei uns Blaumöl. durch ge- 
roooen Blut blau gewordene Stellen der Haut. 
~ «So einer geschlagen ist under das ange- 
sicbt, das er btoe mal gewint . . .> Brunschw., 
Chir. 92 ■. — «Es seind crfanit meine blaiotn 
mäf (Pb. 37, 6, cicatrices) Nachtigall, Psalter 
91. — «Die Wund, das bla mal: Ibid. 96. 

BlSgen. Blefen. Bleygen, blähen. 1. Im 
pbjBischcn Sinn — «Die Frucht ist bitter . . ., 
bleift den Buch uff*. Geiler. Arb. hum. 34 «. 

2. Stolz machen. — «Die Kunst bauwt den 
Measchen nit, aber sie bieget in*. Geiler, 
Selenp. 49'. — «Der ander bki/gt sioh do- 
rurnb, das er in grossem Gewalt Ist». Id.. 
Post. 4, 39 a. — «Der Feind halt etwau einem 
UeoBchen für Oogen Gnaden und Gaben, so 
er in im bat, auf das er sich davon in Eof- 
fart blägt: Id., Höllisch Low, E, 3 b. 

9. Erzürnen. — «Zu dem andern ist da Ge- 
schwulst des Gemüts, sich bkyen, wenn du 
gedenckst wie du dich rechen wUrst*. Geiler, 
Brös. l,5ab. _ (Die stflck allesamen hatten 
sie also gestapft nnd gebissen, das sie sich 



bUyglent nnd das ein sollicher Grimm nnd 
Oroll und Eass in irem Hertzen uffging*. 
Id. Post. 2, 18b. _ Scherz, 166, sagt irr- 
thumlich zu dieser letztern Stelle: «forte pro 
bleiehtent, ut pallescerent*. — Heute: bläjett. 

Bläh, fem., leinenes Tuch um aber einen 
Wagen zu spannen. Schmeller 1, 836, Blähen. 
•Zwo Blähen*. 1616, Inventar eines Wirts- 
hauses. Stadt- Arch. 

Blaphart. 8. Blappart. 

Blarren, schauen (cf. glarren), — «Welcher 
dahin wolt blarren. dem gsche als eim der 
in das Rad der Sonnen sieht*. Geiler, Bv. 
mit üssl. 221 a. ~ «Er blarret sie an wie ein 
Kalb ein nuw Thor*. Id., Post. 3, 46 ». — «Es 
kurapt das du etwan ein Frauwen anblarreatf. 
Id.. Bros. S, 24». 

BlftHt S. Btott. 

BIfistig, Wind machend, — «Mandel oder 
ander frucht die biestig oder dempfig ist*. 
Brnnschw., Chir. 42 b. — «.BM*(i^ apeisz, als 
bouen und rüben*. Fries 70 <^. 
I Blat«r, Blatter, Bloter, Blase. Scherz, 163. 
I. Harnblase, vesica. ~ mBlatert, vesica*. 
Herrad, 188. — «Drei oder vier Erbsen in 
einer Blatter magen mer Oerümpel dan wan 
sie vol Erbsen war*. Geiler, Narr. 111 b _ 
«Semlich nerrisch Herren die gleich ich den 
Kinden mit einer Sautoblatem, die selbig 
blesst ein £nab ein wenig uff, der ander noch 
hasB, der drit noch bass, also lang bis sie 
gnug angeblasen ist. dann so werfen sie 
einander mit. zu dem letzten so stosset einer 
ein Nadel darin, so feit sie dan darnider*. 
Ibid. 125 ». — «Das Hertz ist wie ein uffige- 
bloseneBiolerdie da schwimt ufFeim Wasser*. 
Ibid. 80 b. — «Vesica, ein Blase oder BJater*. 
Gemmn. Ebenso Dasypodius und Goll. — «Ich 
hab die bkUer, lieber herr, — die vier raasz 
wins und etwas mer — fasset . . .• Murner, 
Nb. 264 — « . . den harn ausztreiben durch 
die blatert. Pries, 25 b. — «Ein blos oder ein 
blotter, wie du das nennest, von eim stier 
oder ochsen». Gersd. 70 ». 

2. Blase auf der Haut, Schwiele, vom Ar- 
beiten, vom Stich eines Insekts. — «Wenn 
ein lauEz einen beisset, so wärt ein bloter 
da». Geiler, Dreieck. Spiegel, Aa. 4 b. _ 
«Wenn sie nummen ein Für schüren nnd einen 
Hafen in Ofen setzen, so thunt sie Hendsohu 
au die Eend, das in die Gabel nit Blotem 
mach». Id., Bilg. 106 ». — Die Bauern, 
«die do dapferlich arbeiten, die hont ir Hend 
vol Knorren, Blättern nnd Schwielen*. Ibid. 
106 b. 

3. Geschwür. — Ein Aussätziger «mit 
blotem'. Tanler. 140 (26). — Sind die Tu- 
genden natürliche «so maohent su geistliche 
blotern-- Ibid. 83 (17) — « . . . dazdttvor dirae 
hertzen befindest eine grosse geswoUene 
blotere . . .* Nie. v. Basel, 317. — Die G« Plage 
war «das die lüte vol eysze und blättern 
wurdent». Kön., 263. — «Ein unwirscher zer- 
blegeter Bloterkop/t. Claus v. Blov. — Wie 



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— 42 — 

Blotler, snnder aller Bin Leib was vol Eissen, — <Es Bolt begeren bie dem win — du hoapt 
vol Geschwer ond Blottren*. Geiler, fast. ' Johannis iu ein blatt'. Ibid. Ä. 2>. — Er 
3,401). — <PDstuia. eia BloUert . Gersd. 88 ■. ; -zuckt ein blatten an der wend — nnd warfis 

— 'Die Bloter (des Äntbraxj ist vast bosz>. dem bruder zn bebend». Hurner, 4 Ketzer, G, 
Ibid. 69 >). — Die Aussätzig:en <habent auch ' 8 t>, — «Herodias begert das ir in einer ptatttt 
vil Holfcrn und eyBaem. Ibid. 74 ». — *Die oder Schüssel das hanbt Johannia fütbraehc 
peatilentEJflchea Blattern (oder) die swartzen würd», Wimph., Chrys. 7 h, _ .Er nam als- 
Blatlem, oder im Blsass sant Bärbeln S2ater>. bald schnell nsz allen den fürgeaeteten scbiisseln 
Brnnschwig, Pest. 90'. — •Carbuncnlos, in nnd blatten ein theil der speisen». Adeipbus, 
tütscher znngen ein schwartz blättert. Ibid. [ Rhodis, F, 5 ■. — In einem Kloster bringt einer 
29 a. — «Wan einem ein lansz beiszt, so wün ' .zwo blatten über einander gesturtit, und wan 
ein Blatter da>. Pauli 74. — ■Weiss gilgen- , man sie uffhebt, so ligen drii oder fier k&rten- 
wasser . . . heilet alle Bletterlin des mundesi. , apil darnnder». Pauli 168. — Die Küchen- 
Bmnschw., Dist. 127 n. — •Pustula, ein Blater Schäfte istond vol blatten'. Eedio. Zehnden, 
oder Geschwere». Gemma. C, 2 1. ~ Goll, 400: «Patina, Blatt, breit« 

4. Morbus gallicns, ~ <Dise Plagen der Schüssel», 
Blattern hont nun acht oder nun Jor mit uns 2. Platte, — (Ein steinen blatte, lit uf dem 
gewert, und wirt noch lang kein End mit | loche an der profeyen», 1416. S, Thomas- 
haben, das die Menschen gar vol Blattern Fabrik 

werdent an dem Mund, und an der Macht H. nentr, folinm; speziell Zielscheibe, — 

(Gemäch), an den Armen und an Beinen, an , <. . , . Wie die Schütiten unglich seind. die vor 

dem Hals und durch den gantsen Leip ; und eim Rein sitzent und zum Zil schiessent ; 

wie wol sie mer gewesen seint. noch so ge- einer schüssei etwenn ein gantz.en Schritt 

denckt es nie keinem Mann nnd man findet nnder das Ä<i«, der ander schiisaet einer 

es nienen in den Cronicken ; nnd faben die- halben Ellen lang ob das Blaltf. Geiler, Post, 

selben Blalem zn dem ersten an ze werden 3, KS >>. 

in dem Rachen nnd in dem Mund nnd an 4. Tonsur, — •Slalle. Corona» He^rad, 197. 

dem Gemecht der Menschen, nnd sie seint — «Min kappe noch min blatte, noch min 

verfarjichen nnd bringen grossen Schaden», kloster . . , das machet alles nüt heilig». 

Geiler. Sünden des M, 2 b, 1505 gepredigt, — Tauler, 377 (65). — -Die pfaffen süllent tragen 

•Ein jeder sol liden getnltigüch, was im Gott ■ gynewel blattete. Clos., 16 ; Kon.. 511 — -Der 

zufügt, es sein Blotern oder Pestilenz». Id., Teufel . , . zog jra die Haut und das Hör ab, 

Post. 2,86 b; 3,78«, Brös. 1,7 a, — <Daswasser ^„j macht Jm ein rote Hai» Geiler, Sünden 

zeigt mir sicherlich — das du znn blutern des M. 40». — Die Priester haben auf ihrem 

geschickt bist». Murner, Sb. 264. - Sie -kou- Kopf - .ein kugeleht 6(o(.. Brant,Moretus, a, 

ftent darumb blatttrealb .... — das sie von 3 u. __ .djp priesterlich krön oder platte*, 

blättern sind verdorben». Murner, Geuchm. i, Jd,, Bisch, Wilh, 256, - Die Priester 

2 ii. — .Die blättern hant gestraftet vil». Ibid. «tragen nff dem houpt ein blatte. Mumer. 

H, 2t>. — -Die blättern er (Hiob) onch über- ßad, F. 6«. — «Ich lüg, bi gott, wie ich im 

kam». Ibid. A, 4». — «Die Frantzosen oder djeg, — das ich dem pfaffen die blatt zer- 

i>latiem: Manier. Gayac, 399. Etc. schüeg». Id,, Nb, 273. — -So bald man 

Blatereeht. voll Geschwüren. - .Der bla- prfester würt, und die Mal uff den kopff knmi 

terecAte Lazarus.. Wimph., Chrys, 3 a. .... p^^M 159, ~ .Der pfaffen Blatten*- 

Blatieel, kleiner Fisch, der gesalzen und Butzcr, Neuer. E. 2 a, _ «Grosse oder kleine 

in Tonnen verpackt, nach Slrassburg kam. — Blatten* der Geistlichen. Wurm, Trost, 31 «>. 

16 Jh. Alte Ürdn,, B., 13. — Kaufhaus-Ürdn. ,_ ,Sie bernpfften der atzein den kopff und 

— Geiler, Sünden des M, 22 s. _ Qoll 374: machten ir ein blatten: Pauli 19. 



Blattei-arzt, im Sinn von Quacksalber. 



«Passer, Plaieissfe». - Frank 2,20'>: «du hast 

Pilsen gesaen, die Hand kleben dir». .l""blote'rär^et kömment 'öüehr-^wdcher 

Blatt. Blatte. 1 Schussel, franz, plat - ^üf^i ,,.^t^^^^ ^ _ ^^^ „ch gelernet also 

.Zinnen bluten.. 1446 - -Ein z.nnen 6/a«» , ,,i,^i^,,„ _ ^„j ^^ manches mensch ver- 

Y^K~ u'^"-"" '^"^ ^^""'" "^f^- l^^'^^t""^ fieren?. Muraer, Nb. 26. 
den Tisch bringt, und sie es gleich recht in _,„^ ■ . . r^.. ■ -nr 1 

die Blat hat geleif. Geiler, 3 Marien Bf; Bros. Bl«t«er. plur., nach Jem Eitern einer Wunde 
92«. Etc. - .Man musz das Häslin über entstandene Krusten - Ein Bettler atzt seinen 
Tisch in guldinen Blatte» tragen». Id„ Has ' J'ndorn «fetoer biilen. ein) Brant. ^sch. 
i„ Pf. e. 6\ - .Leg sie (die Speise) nit Vjder f?..- Z«;"-'''«, 402, fälschlich: Fleck, Lappen. 
in dieWa«». Brant. Thesm. b,la. - «.,,nim ^"<i'=^<^^ "etz, wunde; es ...t aber nicht die 
eben war - bisz der herr von der jAatten ^^""''^ '":,ljf.^-, ""<* ''^^ ^^^rt ist bei uns nur 
var., 0. c. a, ob (bis der Herr sich bedient"" P""'- ""'"'" 

hat . — «Wer von eim mundt fol gessen hat, ' Blecke, rumex cnspus. - .An dem Blecke: 
— und legt den wider in die blatt . . .» Brant, Feldname, Zehnacker, 1303, 
Ksch, 110. — "Die Schanwessen worend mit; Blecken Ben, l, 207. Grimm 2, 86. 1. 
limwasser gemacht und schlotterten in der act.. sehn lassen. — Es ist zu bedauern 
Matten*. Id., Bisch. Wilh. 391. — .Man dass die Affen keine Scliwänze haben, — «das 
legt in für recht wie den blinden, — als ob sie ir schäm doch etwan dekten, — den ars 
sie nit mer essen künden, — und wüsten nit nit also fürher bleckten*. Murner, Mb. 53. — 
die blat zu finden». Murner, Geucbm. £, 4 «. Ein Pferd .mit geler löwenhaut bedeckt, — 



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- 43 — 

du ^lin kl&wen furher bleckt'. Id., \irg.\ blessemeren». Id, Narr. 66 ■. — «Das künnen 
c, i'. Etc. sie wot au«iile«>r»)>. Murner, Schelmeuz. c, 

a, nentr., sichtbar sein. — Das Vogelgam 1 2 ». ~ Blasenierm, Bkaenieren, franz. blason- 
muBK man <init stro bedecken, — nnd nii; | nsr, eiu Wappen malen. Benecke, 1, ^1. 
üSich lassen bledceti'. Harner, Nb. 54. — 'Er ' Da das Wappen eines Mannes Kennzeichen 
iet mit bäumen wol bedeckt — nnd schatten, ' war, ward blasenieren vom Volk für kenn- 
das er uieudert bleckt'. Id., Yirg. R, 4 t>; Etc. ! zeichnen gebraucht. Dabei vermnthe ich dass. 

Biegen. BliyeD, blähen; hente bläjen. S. da, wo man den französischen Ursprung nicht 
blägen. Die Bohnen 'Mej/ent. Murner, Gayac i kannte, man anf den Gedanken gekommen 
491. — 'Do eim meuGch der bnoh gebiegt ist war, der Ausdruck hänge mit blasen zasammen. 
. . .» Brnnschw., Diät, 26 ■- 8o erklärt sich dessen Verwendung bei Geiler 

Blelbllch. Bliblich, bleibend, dauerhaft. — , und Murner, In ähnlichem Sinn wird das 
•■ .. da du bist wesenlich und bkiblich'. engl, to blazon gebraucht. 
Geiler, Ev. mit Ussl. IH ». _ <Sie sahen sie i BleBslin, weisser Flecken an der Stirn der 
nit in bUiblieher Weisz.. Ibid. 47«. Etc. — j Kühe, Pferde, etc. — «Als da einer ein Ku 
•Die Schätz die ir uch machen ... im Himmel, | sieht, die fornen an der Stirnen ein BlessUu 
die seind bliblich'. Geiler, Post. 3, 79 a. Etc. j hat». Geiler. Sünden des M. 26 «. — «, . . So 

— <Darnmb ist nützt nndötlich mer — und j soll er im ein Zeichen, ein Blesslin an der 
bliblich bi ans dann die ler*. Brant, Nsch. 10, ; Stirnen lassen werden*. Id., Bros. 2, 8 b. 

— 'tiedencken soll man wol dub^ — das hie. Biestig (von Blast, das Blasen), anfigeblasen, 
kein bliblich wesen sy». Ibid. ib. -— Aeneae hochmüthig. — «EttelichelütealaWeM^Bint...« 
bat Apollo ihm zu geben «ein bleiblichs ort Nie. v. Strassb., 398. 

off welBcbeni grund>. Murner, Virg. G, Sa. Bletach. — «Wer hinnanfurder einen U«t«cAe 

BIejnDg. Bläbong. — «Hasel oder ander ' oder turkouff dut>, wird für 2 Jahre verbannt 
mnsz die nabent ein blei/ung oder eigcnschaft ! nnd ^ahlt 10 pf, 1322. Urk. 4, 3, 136. — 
die so dempfig ist» Brnnschw., Chir. 43 b. «Wann sie Meister seint, so gebeut sie ir 

Blemperu, thöricht schwatzen. — «Wenn Arbeit uff Borg hinweg, und gibt man inen 
ich schon ein ding nit wcisz, — so blemper kein bar Gelt, so nemmen sie auch uff Borg 
ifhdumitherfiiri. Murner, Nb. II. — «Dn fifem- 1 von andern uff Bletsch, und wann das Zeil 
penl vil von dem glanbem. Id., Eon. v. Engl. (Ziel) kumpt, so habent sie es nit ku besaleni. 
«80. .Geiler. Narr. 104b. _ s. die Stelle aus dem 

Blenken. nnnüu hin und her laufen. Scherz, . strassburger Bechtsbuch, bei Scherz 16ö, wo- 
164. — Die rheinischen Städte ärgorten sich ' raus hervorgeht dass Bletsch ein trügerischer 
«des coslens und des blenkendes wider nnd Verkauf war. Auf Bletsch kaufen, unbedacht 
Inr.. Kon., 486. kaufen. Grimm, 2. 109. Kommt wohl von 

Blenklecht, bnnt. — <Als menig als der ; bletschen. weil man unvorsichtig hineiiibletscht. 
Leopard sin blenklecht Farbe niüge gelossen i — Dürfte man nicht vielleicht an das engl. 
... Alles ir Leben i«t ein blenklecht gemischt pledgc, Pfand, denken? Auf Bletsch kaufen, 
atzleeht Leben, denn gnt, und denn wider ' statt Geld ein Pfand geben? 
böa>. Geiler, Bilg 41 «. Bletscbeo. plnmp niederfallen. Scherz. 165. 

Bleri-en, brüllen. — «Das ich nit stund in — Sie <bletachent zbmole hernider in den 
dem Chor zu blerren und zu hülen wie ein . grünt.» Tanler, 374 (47). — «Wer einsmols 
ander Ku*. Geiler, Brös. 1. tS b. ~ «Das gehelii igen darin bletscht'. Geiler. Bilg. 165a; 
(ieschrei des Kalbes und Blerren . . .> Id . 96^ . — iWenn du das Brett hinweg züchst, 
Pater noster, D. 6 ». -- .Die Geis 6/erret . so dietsf er einsmals herab». Id.. Brös, 3. 26l>. 
DBS an allen Orten an>. Id. Arb hum. 33«. — «Sie bletschen darein u. überstürtzen>. Id.. 

— «Einer schritt, juchlzet, bröllt und blörrt, T Schwerter, G, 3 >>. — «Stracks Uetet er und 

— als ob er jetzend würd ennürt». Brant, stürtzt er liineiu, Ibid., G. 4 " 

-Nsch. til. ~ «Züchtig singen hört darz.u, — Bletscbkauf. — «Mancher ein bletzscükovff 
Dil also bltTren wie ein kä>. Murner. Nb. 79. machen kan, — do er nit viel gewinnet an>. 

— Ein schlechter Pfaffe, <so weiszt er je zu Brant, Nsch. 51. — «Ich will vom übernutz 
singen nit, — und blerrt nun wie ein esel tät>. i nit sciiriben — den man mit zinss und galt 
IbiiL 162. — «Gleich ab ein Ochs thut dut triben ~ mit lihcn, bUitschhiuf und mit 
schreien ; . . und plerret . . .• Murner, Virg. E, borgen». Ibid. 89. Et«. 

1 ^- - Cacus tblerret nngewonUch». Ibid. b, Bletten, schwatzen. — «Was man wenig 
1 ■■ — «Wir wollen dasselbig singen, blörren, ■ Menschen sagen sol, das rieht nit an dem 

— und das murmeln nit me hören». Hurner, Merkt uss; aber ein Narr nimpt der Ding nit 
I^tb. Narr 87. — «Etlich bösz vicb würd war, er blettet* an allen Orten uss>. Geiler, 
ichrejen und blerren'. Adelphus, Pater Noster, Narr 55 i). 

A, St. _ ,0a foroht der tüfel, die Kö würde Biete. 1. Fleck, kleines Grundstück. Scherz, 

bUrrttt'. Pauli. 67, — .Heulen und blerren in 166. — Strassburg kauft ein kleines Grund- 

ien tempeln». Butzer, Heuer. N, 8 b. — Schmid, stück: «daz vorgenante blet^ sol iemerme un- 

Schwäb. Wort 76. serre stette sin». 1297. — -Ein bUtt reben». 

Bleasenieren. — .Darnmb solt du in nit Sigolsheim, 1320. — 'Das KtTwartblets', dem 

liederlich ussbletsenieren, sunder solt es im Kirchwart angewiesen. Baldenheim, 1369. — 

allein sagen heimlichen*. Geller, Post. 2,60». .Uf die vier bUtten'. Feldname, Epfig. 1432. 

— «Man weiss wol wie die Gesellen Haus — «Uf das wüste blelselin'. Id. Geriweiier, 
halten, daromb darf man sie nit weiter uat- 1315. 



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2. Wunde Stelle. — •Welcher menBoh6te*««nj 
»n den beinen h>tt>. Bru ns oh w.. Media. 187 t>. 

— «Böse mden and . . . bletter>. Id., Diät, 58 b. 

— aWan einen ein floh beisset, so w^rt ein I 
rot bUtslin da>. Psdü 74. 1 

8. Kleines Stack Tnch oder Leder. — 'Eet- 1 
ner Bet7.t ein nuwen Bleteen an ein alten Bock>. i 
Geiler. Post. 3, 106 b, Bilg. IS4 b. , 

Bletzen, Fliclcen, Scherz, 166. — König ■ 
Rudolph war demiithig, «dovon bteteet er in 
einre hervarC sin wambesche». Closener, 57. 

— t6 ^ die glasefeuBter z&bteUen: 1418. — 
«Die refentorstabe zu bletien*. 1416. — •Ka- 
tern zQ hUttende: S. Thoroaa -Fabrik. Eto. — 

— «Die Schuh ftieteen.» Geiler, Emeis 79»; 
Bilg. 184''. — «Ich bin krank, . . die ArtKt 
haben teglioh an mir zu blettem. Id., Bilg. 
73», — Ein Conciltum soll die Kirche «bau- 
wen, bessern, bletsen, ob et^es daran ge- 
brochen wer. durch Teformieren». Id , Emeis 
20 b. Etc. — Ulenepiegel «iifetsete helmstettisohe 
schuh». Hurner. Ül. 7. — «Her meister muszt 
das dach wider Ion pUteeti' Ibid. 59, « . . Zwo 
eilen dache, er seit den rock mit Metern: 
Pauli, 261. 

Bletzer , essbare Theile der Eingeweide. 
Seherz, 166. — 'KSchinbleUer und Euttel- 1 
warsf. Panli 164. i 

Bletzerecht, verflickt. — «Der Hantel ist ' 
stüdtelecht, zertrent und bleteerecht'. Geiler, I 
Bilg. 46 «. — «Din Hertz ist der wüst schmat- j 
zig hUtttrecht Mantel. . Ibid. 184 b. | 

Bletzlln, kleiner Fleck. StQcklein. — «Sich i 
die Bossen an, wie sie geteilt sein wie ein I 
Schachbret, wie von kleinen Bletelin sie zn- 
samm engestücket seint. . . Das kumpt nss 
Welschland und Frankrich.. Geiler, Narr. 
28 b. 

Bli, gen. Bliges, Blei. — «Was von leben- 
«len dingen darin (in das todte Heer) knmet, 
das würfet das selbe mer anetette herus und 
wer es joch in bly vermalit., Kön., 249. — 
«4 -I das Wt zu wegende , , . .. «i zentner 
hligea pro 10 et i/j flor.. 1419. S. Thomas- 
Fabrik. — «Das ffli'Äus., 1383, .der Hof zu 
dem Büge'. 1872. Strassb. Hausname. 

Bliblicheit, Dauerhaftigkeit. — <Die Sehätz 
off disem Erdtrieh hond kein Bliblicheit'. 
Geiler, Post. 3. 79». — .Ewige Seligkeit die 
wir dort werden haben, erheischt Bliblicheit | 
die de unvermüschlet ist». Ibid. 2.29 b, 

Blic, Blickze. Blis, plötzlich ausbrechendes i 
Lieht. Funke. Blitz. Scherz, 166. ~ •Blic, ■ 
fulgur>. Herrad, 178. — »Ein lieht erschein i 
als ein bickw. Glos., 111. — Es geschieht, 
dass «der blisM keinen schaden dftt, er schre- 1 
cket nuwen die nienschen>. Eeinr. v. Offenb i 

— «So blicken! ime do in die blicke von den i 
gftten Übungen». Tauler, K97(51). — «Es wer- 1 
dent vil heller blickelin dams gonde. . . > ! 
Wem «dirre blickelin oder dirre ganeisterün ' 
nnwent ein einigestes ingeblicket. . .> Nie. v. ' 
Basel, ms. — «Schnell als der Blia: felstu 
herab. Was ist schneller u. zwitzerister den der 
Blix?' Geiler. 3 Harien, 61b. _ .Wen der 
duuder 61m; zerschlieg, — alle hefen, kanten, 
krieg 1> Murner, Nb. 66. — .Der bliic, der 
hagel und der sehne*. Id., Schelm, a, 3». — 



44 - 

•Als wie der Nix und oueh der winil — so 
schnell und geh mit schiessen sind». Id., 
Ttrg. 0, 6 b. Etc. — Einmal hat Mumer; Blitz : 

•kein blilg, kein hagel ...» Geuchm. h, I «. 

Blicken. Licht ausstrahlen, leuchten. — 
«und mag danne die sonne wol blickende und 
glentzende . . . werden». Nie. v. Basel, ms. 
Etc. — «Die blickenden, schönen, minnenkliclieD 
bjldelin». Bnlm. Merswin, 9 Felsen, 16. 

BHckschoe, Lichtstrahl. Blitzstrahl. Schere. 
166. — .Gin gar heiterer lühtender bligachot 
US dem himele fftr». Nie. v. Basel. 335. — 
«Ein lieht var blickendes scbos'. Ibid. 237. 

BHcllcb, leuchtend Benecke 1, S07. — 
•Denue blicket got so dicke blidi^em in den 
graut ... In dem bliclichen inkomende grot- 
tes.. .. Tauler, 368 (461. 

Blide 1. Wnrteaschine. — .Do mähten 
sich die kriechen uf mit blyden, katzeu . . . > 
Kön., 290. — «Als man mit blgäm daselbst . . 
sohosz. . • Bingmann. Cäsar 71 >. — «Heifis- 
annbrast, schlingen, plyden und ander intra- 
ment>. Ibid. 3» — Die Türken haben «mit 
mörsern pleyden und anderen werokeu ge- 
worffent Adelphus, Türk., G, 3 ■. 

S. Feldname. — <Zä der bliden'. Oress- 
Weiler, 13 Jh. — «Die Blide', Wald von 
Entzheim bis Altorf, 1298. 

Bliek, Weissfisch. — «Ein Fischer, deraelb 
zerzerrt dorumb nit den Berren ..., so et- 
wenn Blicken oder Stichling dorin blibeu 
hangen, und er sunst nüt anders fohet>. 
Geiler. Post. 3, 70 «■. 

Bligln, von Blei, bleiern. Scherz, 167. — 
«. . . als ein bliginer berc>. Gottfr. v. Str. 1, 
S44. — 'Daz blygin dach . . . uf dem münster*. 
Kön ,726. — «Das äJyptningesigelan denröme- 
sehen bnilen». Ib., 686. —-«... mit einer 
bliginen pullen des bobestes». Nie. v. Basel, 

Bliklotz, Flintenkugel. — 'Wellich person 
hat 100 8 wert g&ts oder darüber . . ., die so] 
haben ein hantbüohs . . . und darzCt 2 "Pi. 
bnlfers und drissig UyktÖUc. 1472. Qoldschm. 
zunft. 60. 

Blintlich, wie ein Blinder. — Es gibt Raths- 
herren «die doch des rechten nit verston, — 
und blintlich au den wenden gon>. Brant, 
Nsch 6. 

Blintzen, schlecht sehn. — Wir .leben 
blinliend in der Xacht>. Brant, Nsch. 103. 

Blinzlingen. Blintzlingen. blindlings. — 
•Du gebest unserm Hergott nit ein Lichttin, 
solt er hlintslingen daston». Geiler, Sunden 
des M. 47 b. ~ iKanstn blinUlingen von dem 
bäum an bisz zu einem andern bäum gen.. .> 
Pauli. 207. 

Blitz, auch im Sinn von Zucken in den 
Gliedern, Krampf, Unruhe — •Ich mag nit 
hüben sitzen, ich hab die BliU*. Geiler, 
Qeistl. Spinn. N. 6l>. — •Wann die Weiber 
also den Bliu haben, so wer gut das der 
Mann der Frawen wenig bass nfllagte>. Id.. 
Narr. 133 b, 

Blitzelin, für Blickelin? Schnell vorüber- 
I gchenderkleinerLichtstrahl? Soviel wie nichts? 
— Der Dienst •mich do danket nttt eines 
kleines bliUelina wert». Nie. v. Basel, 146. 



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Blitzen. 1. AusBoblibgen. — «Ein jung Pferd, i 
wenn mao daeeelb zn dem eraten einspannt, 
so blitrt es and ist Ang^st und Not>. Geiler, 
SUbrien, IS«. Etc. — Fig. «Daromb so bliUen 
sie also 'wider Gott und seine angednldig». Ibid. 
19 ', — 'Wenn man uns strafen will, sübliUen 
vir binden ond vonien>. Qeiler, £v. mit 
UbeI. 9a*; Sünden des M. 18a. 

S. Ein und ber laufen. — 'Also ist es umb 
die Kellerin in dem Hans, jeU ist sie ebnen, 
dann da nidea, und blittel stets von einem 
Ort an das ander». Geiler, Emeis 8 *. — Wer 
die O&nkler <hiesz mit arbeit nidersitzen — 

— und nit im land so nmher büteen, — der 
tet doch gott ein dienst daran>. Mamer, Nb. 
177. — «Wenn sie mwet, so mustu bliUen'. 
Id., Hole, A, ft b. — .lae Keszbettler ... die 

— allenthalbea lanffen, blileen . . .' Id., Lntb. 
Narr. 83. 

8. Sieb verneigen, springen. — «Vor dem 
Herrn neigt sieh der Üaplon tief und bliteet 
Mndea und vornen*. Geiler, Ev. mit üsal. 
69 ■; Post. 3, 80 B. — Ein Buhler •niiisz 
gutnpen und ouch bliUen, — on all vernunfft 
mit wenig wiUen». Mnraer. Sb. 327. — «Br 
masz ir gnmpen , louffen . btitsen'. Id., 
Gencbm. m, 1 *. ~ Eine Frau bangt Schmnck 
an ibren Hals, — «darüber dann kein Ins 
kftn Niitai*. Id., Nb. 113. 

4. Im eigentlichen Sinn, selten ; meist ist es 
blixen. — ■Sein federu nnd sein helme glitsen, 

— als Wetter von dem hime) blitzen'. Moruer, 
Virg. f, 7». 

Blitzlich, blitzschnell, plötzlich. Grimm, 2, 
134. — «Wenn niemans die auvf kouffen wil, 

— so gendt sie (die Wirthe) blitalich wolfeil 
dan>. — soviel Wein, dass man betrunken 
wird. Homer, Schelm, h, 8*. 

Bllx. S. Biic. 

Blixen, blilzen. — «Bs reg, es donder, bltx 
domit>. Murner, Bad. P, 5 «. — «Mit haglen, 
bliXen und des gleich». Id., Virg. K, e>. — 
«Der himel blixtn Bnefieng». Ibid. L, 1 >>. Etc. 

— iZusommerzyt so es blixet nnd dnndert . ,.• 
Bmuschw. Pest. 11 1>, — <Donnem nnd ptixent. 
BntKer, Weiss, e, 3 ■. — Der Bann ist nur 
ein igewaltfewT,da8Sj'faltnina, biti»», nennen t. 
Wurm, Bala&m, c, 4'>. — 'Blixt, donner und 
Bchrecke wer da will, gottes wort mnsz be- 
steen>. Bmnf, Anstoss, 9^. 

Bio. S. Bla. 

Bloch, Block, so viel wie Stock, cippus. — 
Einen üebettbäter soll man «legen in isere 
heilzin oder blöcker*. Geispolzbeim, 14 Jb. 
Weisth. 1, 707. 

Blochen, in den Block legen. — Wer Burgen 
stellen kann, den soll man mit dnrnen oder 
NocAm für frefel*. Hattgan, 1490. Weisth. 5, 
609. 

Blocbechnb, Holzschuh. — «Znm Bioek- 
lelttA'. Strassb. Hansname, 1367, 

Blöd, BlAd, Bohwacb. — «Mine kranke 
Nmfc nature*. Nie. v. Basel. 218. Etc. ~ «Er 
bat einen blöde» Eopff>. Geiler. Sonden des 
M., B, 8*. — «Wen ein Mensch bl6d Augen hat 
als ein Ül oder als ein Fiedermus . . .• Id., 
Brös. 2, 13 b. — Der Teufel hält einem vor 
■das er zn vil bUd nnd kranok sey>. Id, 



HöU. Leu, f, 2 a. Etc. Etc. — «Der ist oit 
gsunt, sauder gantz blödt. Brant, Nsch. 41. 

— «Unser klein, swacb, blödes loben>. Id., 
Bosenkr. D. Qed. 17. — «Das hat verberbt 
das blöd geschiecht> (das weibliche, uäml. den 
Männern zn viel getraut zn haben). Mumer, 
Geuchm. n. 4 a. 

Blöde, Bltidikeit, Schwachheit. — «Unsere 
Kjanckheit und Blödikeit wider des Feindes 
Schaickheif. Geiler, HöU. Len, f, e^. — «Die 
Guad ist ein HJlfF menschlicher BlOdik^t'- 
Id., Christi. Kün, aa, 4 a. — Die Weiber 

• gar offi durch blödikeit — me thnn, dann, 
durch ir listigkeil». Brant, Nsch. 88. — «O 
Bpiegelgöttlicherweiszheit, — erleucht menscb' 
lieber blädigkeit — ir hertz . . .■ Id., 
Layensp. 164". — Eine faule Magd sagt: 
•laez mich doch nun ein wenig nicken. — 
darnach wil ich min arbeitschioken, — mensch- 
liche blöde das erheischt, — so ich doch bin 
ouch Mut und fleisch'. Murner, Nb. 191. — 
•Ein kiselstein mnsz für usztragen, — wan 
er zn bertlich würt geschlagen, — ich wil 
gesobweigen menschlich blöt, — so man zn 
vil sie triben het.» Id., Lntb. Narr, 7. — 
«... die wider gott und sin gesetz — hand- 
lent offt usz blödigkeit>. Id , Nb. S79. — 
•So ich nun bin der sach bericht, — das solches 
US2 boszbeit nit geschieht, — allein nsz 
menschss blödikeiu. Id., Bad. H, 6*. 

Blödem, Findern, plaudern, schwatzen, 
blattiare (.Ducange, 1, 7U0). 'Btatera est sonus 
ranarumi. Gemma. — «Uod also ward be- 
schlossen das sie ire Junger wolten dar 
schicken, hnd keinen von den Käthen, uff das 
er deater ee solt versohellen und eins Wegs 
beruBs blodern'. Geiler, Post. 3, 104*. — t ... 
also das es meines bloäerens ... nit bedürfft 
hette». Zell, a, 2 «. — «Die predicantea zu 
zelten selbs nit wissen was sie pjuderen». 
Id., 0, a i>. — .... Was man so frävelich 
darvon pludert'. Ib. M, 8 t>, — Die Geistlichen 

• on allen geisi und verstand pludem und 
murmeln» die Psalmen. Butzer, Weiss, h, 8 i>. 

Blöderer, Schwätzer. — <Ich will auf die - 
Blöderer all nicht mer halten». Dial., C, 3''. 

Blof&8, BlaufuBE, Art Habicht; aooipiter 
stellaris, Goll, Onomast,, 863. — «Zu dem 
Blofüi'. Strassb. Hausname, 1408. — Perso- 
nenname ; «diota Blofueünt. Strassb. 1329, 

— Fritsche Blofus, Schöffe zn Bergbietenheim, 
1460. — (Ein faickeu, bkwfüu, sprentzerling. 

— und was man mit dem babich Ang». Mor- 
ner. Genehm, m, 1 ■'. 

Blost, Blaxt, von blasen. 1. Blasen, Hanob. 
Athem, Wind, flatus. — «Die sackpfeiCf mftsz 
j alweg blawt haben». Guldin, Spil, 87. — Der 
Pellikan «erbickt sein bercz and sein brüst, 
nnd iat sein bldt darausz und das gepUut 
|von seinem berczen». Ibid. 25. — Es ge- 
'■ schiebt etwan das, zu dem Blast des Oster- 
winds. , .. Geiler, Bilg. 11». — Ein Frosoh 
sah einen Ochsen, «da wer er im gern gleich 
gewesen nnd liess den Bbwt aussgon, nnd da 
die gerümpfte Haut vol Biost was, do sprach 
er zn den kleinen FrSscblin : bin ich nnn 
dem Oohsen gleich ?» Id., 8 Marien SS >>. — 
«Din Wanst ist allweg voll als ein Sackpfiff, 



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— 46 — 

ee gat ein Bbist von dir unden und obeu>. ' Blotzer, Spottname der Mönche; ebenso za 
Id., Bilg. 163 b, — (Nun niDsB man im ] erklären wie Blotibruder. — <Da machet dick 
ZiegeUtein wörmen and TbAoher, es ist das ein jnngres Münchlin, das ist nit sechs jar 
Krimmen und sein böse Blatt*. Id., Br9s. alt nnd kanm einer Fanst gross, das moss 
3, 38*'. — «Wer einem kleinen Blo»t eines | denn einem grossen iflof^er nachgon>. Geiler. 
Spotw9rtlins nit widersteen mag. . .> Id., Has im Ff. E 4'>. 

Fred. Q. L , 119 b. — Archimedes <vorcht es BlUd«, fiir Blide, freundlich, sittsam. Sehers, 
ging ein pioei dnrvon — das im an kreissen 166. — «Sü spraehent gar mit blöden seotteii 
ab wiird gen, — und ee er reden wolt ein worteni. Nie. v, Basel, lJsf9. — «Do sprach si 
wort — liesz er ee das er ward ormorti, gar blüdikiiehe>. Ibid, 88. 
Brant, Nsoh, 65. — Solche die nicht warten Blndermnes, Art Mnss oder Pudding. — 
können bis die Speise weniger heiss ist, «des ; «Wann du Mel nemst, Wasser nnd Honig. 
bloitei belg sie sieben vast. ~ nnd blosen . und thetest Gewärtz auch darein und rflrst 
das es wider brast*. Id., Thesm. a, 8 >i. — es anderein an der. so wer es titiBludermtuS'. 
Blasbälge, fig. für den blasenden Mund. — Geiler, Ev. mit UbsI. 19 b ; Fost. 3, 41 b. _ 
•Melonen machen vlt wind und bläit iu dem Frank 2, 168 b; tpludermuss'. 
banch.,Frie? 97 b. — «Doempfur dem priester BlUgen, BItijen, blühen. Scherz, 168. — 
ein blast nnden qbz*. Panli 360. — Der Bann «Da blüjet aller slahte list*. Gottfr. v Str. 
ist nicht mehr «dann ein angenommener Wogt 1, 3. — «Das blande bti^et manige wis». 
und Bchreckeni. Zell, K, 1 ■. Ibid. 2, 103. — Die Sonne macht, die Reben 

9. Schnauben, Zorn, Seid. — «Die friint •minn^lichen&Jä^n», Taulcr,17 (4).— «Wiees 
tragent gpgen enander blast nmb daz erbe>. , alles blüget und grünet nnd voll gottes ist*. 
Jüngstes Gericht. > Ibid. 194 (34). Etc. ~ «Er was in der blue- 

Blotteredit, an den Blattern (morbus galli- gendm jogent>. M&rlein, 82. Etc. — Haria 
cns) leidend — «Die blotterechten Leut seind , «ein bli^fndt winreb>. Gebete. 15 Jh. — EMne 
schuldig sich zu entfrembden. so wit das sie ! Fran beim Tanz tblüget wie ein Ros>. Getier, 
mit irem Gebresten nit Schaden bringen an- Narr ISÖs; Bilg. 33^^ Arb. hum. 7 >>. Stc. 
dern Menschen* . Geiler, Fost. 3,76«; Bilg.:— «Vale. blür/end und Instlicho Braut, 
128 b. Bosenkr. D. Ged. 14, - «Das blügevd leben 

Blotzbmder. Beghard, besonders als Kran- , würt geziert» durch Freude. Id., Moretus.a, 6 b. 
kenwärter und Leichenbegleitcr. ~ «Job. — «So lang der bonm im blügend stBt> Mnrner, 
Heifant, der Blotebruder*. Winkler-process, I Genehm, n. 4 b. 

1400. — «Beginen, BbiUbrüder, die sich an- 1 BlUgot, Blfiget, fem Blüthe. - «Die Mügot 
nemen der Siechen zu warten, die volbringen ' in dem meygen, die hinget schöm. Ingoll, 
vil Eebruchs ... Hut dich vor den £iot*- Fred,, 1435. — «Wenn der Mensch hat die 
brüdem, Begharden; wan der Mann siech ist, Blüget, warumb wolt er nit Hoffnung haben 
die Frau ist aber nit Bieoh ...» Geiler, Arb., zn der Frucht?. Geiler, Bilg. 32«; 188«. 
hum. 92 . — ■Pfaffen, Münch, Beginen, Blot£- ' — ■Bein hültzin blähet'. Bmnschw., Bist. 41 *•. 
blander, die jMz nit volbringcn die Werk BInk, sehen, Echüchtem. Sehers, 169. S, 
Gottes, aber . . des Tüfels Werk». Id., Narr, pleug. -— ■ ... so wirt inh bhik, von schämen 
199 a. _ ,Hie got der Lieh niemans noch, | rot». Gottfr. v. Str. 2, 101. 
wir blibent doheim nnd richten das uss mit ! Blume, masc , die Blnme. — «Aller wibe 
Beginen und Blotzbrüdent, die gond der Lieh ' Schönheit — an einen blümtn geleit . . > 
noch, und sunst niemans». Id., Post. 3, 84 ". j Gottfr. v. Str. 1. Uö. Etc. — «Do ist der 
— Arb. bam. 14", steht, statt Blitzbruder, Uüme und die frucht ein.. Tanler, 75 (lö). 
Lolhart —-■... falsch geistlicheit — münch, Etc. — «Der dirte blume der ist blo.. Vil- 
prieater. begin, blotebrüder dreit». Brant, Nach. ' linger. — «Salomon in aller siner glori nit 
07. — «Nülharten und blolebrieder — wollen als schön geziert was als der blüm anf dem 
kntcen tragen jeder, — und kUnnen weder veld>. Guldin Spil, 66. — Feldnamen : *Uf dem 
Echriben, lesen». Mnrner, Nb. 88. — «Münch, ' iWmen». Fridolsheim, 1280. — «Zu btumen*. 
pfaff, nunn, begyn, Bto(«6rt«fer . . .. Zell,l, 1 b. I Achenheim, IB Jh. — «An fil^tnen». Ittea- 

Scherz. 168, vermuthet der Name komme , heim, 1311. 
daher, dass die Begharden die Kranken des Blumen, masc. Nach Grimm, Rechtsalterth. 
Bloterhauses zu besorgen hatten Ebenso | -'S21, ist es «die Graseweide zu der Jahrs- 
Zarnke.447. Allein das Bloterhaus, das heisst zeit, wo der Wald voll Gras undBlumensteht». 
der Spital für die von der, um 1495, nach In Baiem nennt man so noch heute den Oras- 
Strassburg gekommenen Ines venerea (morbus wuchs, den Ertrag an Gras oder Heu. Sohmeller, 
gallieus) Angesteckten, wurde erst 1508 im i, 336. In diesem Sinn war das Wort bei 
Finkweiler errichtet, während schon 1400, im uns nicht gebraucht. Man ersieht ans folgen- 
ProzeasderWinkler, ein Blotzbrnder erscheint, den Stellen dass für Elsass die Erklärung von 
Joh Heifant, der Blotzbruder. Grimm, 2, ISS. I Scherz, 169. omnes agrornm proventus et 
meint die Brüder seien so genannt worden, frnctns, aHein die richtige ist, nur ist sie auf 
weil sie den Kranken ■auf den Flotz, pli3tz- I die anf dem Feld stehenden, noch nicht ein- 
lich. zu Hülfe eilten. Das scheint mir sehr geernteteu Früchte zn beschränken. S. auch : 
unwahrscheinlich. Das natürlichste ist den j geblümte Aecker. — Ein Lehner eines Guts 
Namen herzuleiten von dem gedankenlosen , zn Börsch, das dem Domsoholasticus gehört. 
Hersagen der Gebete bei den Leichenbegäng- 1 verpflichtet sich für letztern «den blümen nnd 
nissen : bittdern, blaterare. S. dies Wort. i den win von den reben zft füren» ; baut er 



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— 47 - 

das Gat Bchlecht, so mag der ScholastioDB | Blnntzenkar, popnläre Bezeichnung einer ' 
<in phenden mit dem blumen-, d. h. die auf ' mürrischen Weibsperson. — Ee wfire JesD 
item Feld stehenden Früchte als Pfand in , •unerüch, das er ein swermütig nugelossen 
Beschlag nehmen; dagegen verspricht er, im muleht blunUenkar und einen unwürsehen 
Fall von schlechter Witternng'. ein Jahr auf ' zerblegeten bloterkopf haben solte zä einer 
den Zins zn warten, <bo vil (sagt der Lehrer) gemaheLen>. Claus v. Blov. ~ Lexer, I, 316: 
so mir breste von mime teile des blümtni. I Blunsen, anfblähen Heute noch bei uns: uf- 
1291. (Strassb. Spit -Arch., B. 2, Tentschbuch, j gepttunzen, aufgebläht; demnach ein bauchiges 
f° 40). — Wollte einer zu Eüningen ein Qut | Geschirr, spöttischer Atisdruck im nemliohen 
veränssern ohne Wissen des Herrn oder Beines | Sinn wie «zerblegeter Bloterkopf». 
Meiers. <der fürlüre das gut mit dem blüme/t'. \ Blnst, Blüthe. — <Da lieng sie an zu grünen 
1^9. Bnrckh., 70. — 'Die guter mit dem j und gewann Bletter und Slustt. Geiler, £v. 
6omen und iWmen, so daraus i8t>. Zilliaheim, ! mit Ussi. 199 »; Pred u. L. 83 a. Et«. — 
lö Jh. Weistb. 4, 68. — •Derdjüm« d^r guter %.•• Pf rimmenblust . . Lindetaiust: Gersd.26)>; 
Attensch willer, 14 Jh. Weisth. 4, 10, 91 a. — <. . . das in uns uffgang ein wol- 

Blnmen, masc, Jungfrauschaft. — Alte smeckende bluit der tngent>. Adeipbus, Bho- 
Leate, <die Gott nüt anders zu geben band < dis, A, 2 «'. 

weder die Trüsen, Iren Blumen in der Jagent BlntmKtiHig, einer der Blut vergieast, — 
in aller Ueppigkeit ... verzert haben*. Geiler, •B&s der unschuldig Herr Jesu aol vergleicht 
Post. 1, 81 b. — Ein Geselle hat einer Jung- werden eim Mörder, eim Mufmdm^en Menschen 
fran >den Blumen genommen». Pauli, 24. —'...» Geiler, Schiff der Pen 90 ». 
•Ein mensch, ... der in der unküacheit ist, Bintriseig, voll blutender Wunden. — «Ein 
soerumb seinen £funi«n kummen ist>. Ibid. 62. Kind oder ein Nar der feit mit dem Antlit 

BlGmen. 1. Uit Blumen schmücken; über- ' und Uenden darein (in den Spiegel), zerbricht 
hanpt schmücken, zieren. — «Du blümest aller ' in und gond im die Scherben von dem Olass 
megde kränz». Qottfr. v. Str. 2, 102 — • . . . ; in das Antlit und in die Hende, und würt 
Ewa er mit lobe geblümet ist». Ibid. 1, 3. — j blutrissigt. Geiler, Narr. 13 ■. — Eigentlich 
•Das geblümete vetterliehe liertze gottes. Pred. ' blutri»\g (Schmeller, 1, 341); also nicht von 
Ingolts. — «Dn magst mit blianpten Worten i Riss, reissen, sondern von risen, rinnen, 
dich entschuldigen». Geiler, Narrensch. 88 b. Blütrans, blutige Wunde, BlutflDsa. Scherz, 

- »Wer noch uff erd Demosthenes, — Tullius 170. ~ Wer einen verwundet «ane lil&i- 
oder Eschines, — man geh in durch ir wisz- , rutwe», wettet 9 ff. 18 Jh. Strobel, l, 819. — 
heit nüt, — wan sie nit kündent bsehissen ' — Hat Jemand einen verwundet, und <der 

' ist — und reden vil geblümter wort». Braut. | scherer erkennet das es ein biatntnsz ist , . ,» 
rjgfh. 92. — «BiJBe stück mit Criato Wiemen». Gutl. Ordn , 152. — «Todtsohläge, wunden 
Kamer. Lnth. Narr 130, — Das Fegfeuer, «das i und blutrunaen*. Brant, Bis. Wilh. 264. - «Eine 
liesz ich gelten min gebliemptt kü». Ibid. 43. kleine blutiunss ist do einem die haut bisz 

— il'sz wolae6It)niten latin in schlecht gemein : auf das Heisch verwnnt ist, und on massen 
tStsch verändert». Wimph., Chrys. 2 ». — «Es , oder zeichen geheilt werden mag.. Brunschw., 
ist auch eine hübsche geblümte lügen , . .• Chir., 17 b. 

Brunfels, Zehnden, b, 4 «. — «Ein gebltimter ! Blntransig, aufs Blut verwundet. — .Weles 
schein». Zell, A, 2 1>. — «Ein blümet kn. an- \ das ander blutrünstig machet . . .> GutI, Ordn-, 
geslagen für 4 golden». 1&19. Gefleckte Sah; 152. 
5. Blumi. Blutatnrz, Aufruhr, Krieg. — «Be ein 

2. Geblümle Aecker, solche auf denen die solche blvtstartz ins land kommen were . . .» 
Früchte noch stehn. — Die Gärtner beklagen Murner, Briefe, 97. 

sieh dasB die Zehnder von S. Thomae ihnen, Blntatörtzang, Blutvergiessen, Hinrichtung, 
•durch ire geblümeten ackere gefaren» seien, j — «Alle die tode, die blütitürntnge. die klop- 
1402. Eist, de S. Thomas, 412. \ pele, die kolben, die wunden (der Märtyrer). 

Bliunl, gefleckte Enh. — «Man nennt kein | dis alles ging ir (der h. Cordula) durch ir 
Ko Blumi, sie hab denn ein Blesslin». Geiler, l hertze». Tauler, 313 (ö4), 
Seienp 225 t'. Blntt, blos, nackt. — «Ein nest mit siben 

BiDmpen, fallen, stürzen mit Geräosch. —' 6iu((en vögeln». Nie. v. Basel. -H|9. Junge 
• Do der vatter hört das seins sons leib also Vogel noch ohne Federn. — «Wil yeman ,,. 
Uvmpt in das wasser . . .» Pauli. 121. — «Wer i uff eine blatte hofestat buwen, und begeret 
hat QDs geheiesen on grundt der geschrifft so holtz . , .> Bischweiler, 14ÖB. Hanauer, Con- 
frävelioh tnher ^umptnl 'Zell, M, S a. i stit. 384. Xqch nicht überbaut. — <So mein 

Blnnder.l.QeringesEausgeräth.alteKleider, | fraaw (die Äbtissin von Uassmünster) wil jr 
Pack. — «Ein kiste, do man den bhinder in ! ding han gefladert, so soll sie es gebietten 
enweg fürte ., , AlLerley husrat und «ocjfc- ! vor S. Verenen mesz siben nacht: wil sie es 
Wunder-, 1466. Arch. von S, Thomae. ~ Eine , han WuK, so soll sie es siben nacht darnach 
Frau band allerlei «in ein leitachen, als ein I gebietten., GildwiUer, 1394. Weisth. 4, 98. 
Uwtider . . .» «Hast do nit ein geselten go- , 8. die Erklärung bei fladern. — «Wenn einer 
sehen, der tregt ein weiaz hlunderlin uff dem eim Boss den Schwantz blutt will machen 
meken?. Paoli, 274. I und berupfen . , ,* Geiler, Post, 8, 97 b. — 

2. Unnützes Zeug. — «. . . von bannbrieffen [ Gott hätte ein Yogeleia <wol blutt on Federn 
and des blundtrt vil, das in der kirchen ist», | gelossen, als ein Krot oder ein ander Thier. 
Zell, B, .^b. [selten wir es allein zu fressen haben». Id , 



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Silg. 126 1>. — .Haa soll sich nicht lehneu 
allein bloss aod Uuit nff den Willen Gotte«, 
es wer Got rereacht*. Id., Brös. 1, 22«. — 
Gewisse Kleider, nnd Schmuekeachen 'seind 
bloss und blutt Zieinngen> ohne Notzen. Ibid. 
1. 96 >. — 'Bltttte meitlin>, impnberes. Br&nt, 
Varia cartn. h, 5 », ~ Fürsten und Städte 
kümmern sich nicht am den Kaiser, <dbriiiDb 
ist es nit wunder gross — ob joch das rieh 
si tdutl nnd blosz». Id., Xsoh. 86, — «Der 
gg.ai berapSt maoinen kragen, — das sie in 
gantz mnsz Wulf hertragen». Murner, Hb. 63. 

— <So nnser gane mitblutter hat, mit nacktem 
lib, in herter bosz, — nf kalter erden schlafen 
masz>. Ibid. 64, — «Ist er (der gouch) schon 
blut, sie rupffent widen. Hnrner, Genehm, h, 
4 *. Etc. — «Ein bühel . . . unden biut oben 
waldecht>. Eingmann, Cäsar, 21 b. — Schmid, 
Schwab. Wort. 78. 

Bluttendig, mit Blut befleckt? oder blat- 
dnrBtig ? — *S. MartinuH, da er an seinem 
Todbett lag, da erschien im der bös Geist, 
nnd da er in ansach da sprach er zu im: 
was thust du hie du bhtlttndigs Pich, du 
findest nichts schelmigs an mir>. Geiler, 
3 Marien, 46 1>. — Schiff der Pen. 8". beisst 
es in gleichlautender Stelle: <du blatiges 
Thier» — «Den nff der stat der leaw zerrisE 

— mit&Iuten[fwenzeDenbiBZ>. Marner, Genehm. 
3, Ib. 

Blnttern, vom Geräasch, das die durch eine 
Flüssigkeit dringende Lnft macht. — iWenn 
nichts mer in dem Trechter ist, so fahet er 
an gurgeln nnd blultemr. Geiler, Emeis. 8 b. 

Blawel, Blnwelut, von bluwen, schlagen, i 
Hanfreibe. — tZttbluwele: Olwisheim, lljh. ' 

— »Bi der bluwelate*. Scherweilcr, 1861 ; | 
Kestenholz, 1356. | 

Bocbeln, klopfen, hämmern. — «Wie der 
Hagel uff den Dechern mit Steinen bochlet 
and ein Gefert machet». Geiler, Bilg- BUb . 

Bocben. I. Toben. «So dn fluchest, wütest 
und bochegt, nnd dir das Feuer zu den Äugen i 
heruss scblegt-. Geiler, Ev. mit üssl. 181 a;| 
511. — «Sollich Anfaren. bochen und boldern! 
ist ein gewiss Zeiclien das du geriirt bist mit 1 
dem Schwert des Zorns». Id., 7 Schwerter, I 
F, 6 8. — .Es darff nit vil öocA«ns und rumors.. I 
Brunfels, Anstoss, 16 ». — «Was sie auch 
Bchroyen, schelten und boc/ien. bei Jren fruchten 
kennt man sie>. Bntzer, Treyer, E, 1 ». — 
«Weder ir lügen noch bochen fürchten w1t>. 
Capito, Carlst. a, 3 ■. — «Ja, wans mit bochen 
und gewalt zugieng>. Trubel, Lob, a, S^. 

2, Auf etwas pochen, gross thun, — •Nit 
bochen, sunder dich demntiklichen halten gegen 
alle Menschen». Geiler, Ev. mit Ussl. 84 b. — 
«Und ist des BorAens und Baderns kein End>. 
Id., d Marien, 51 1>. S. die Stelle unter JBoiJern. 
Etc. — Ein übermüthiger Bauer «wil mit 
brangen jeher bocken', Mnrner, Nb. 34. 

8. Unterdrücken. — «Die selben die do merer 
oder gewaltiger seind, die tribent iren Gewalt 
über die sie mögent, nnd bodtent sie und 
untertruckent sie». Geiler. Post. 2, 41 *>. — 
«Boboam understnnd das Volk lu boehen und 
hart zu halten». — Ibid. 3, 72 *. — «Non 
hör ob die nit narren sind, — die mit gewalt 



als ein tiraun — zu regieren onderstan — 
nnd wellent boiAen iedermau». Marner, Nb. 
159. — Die Baubritter lehren ihre Söhne «wie 
man sol die puren bocheni. Ibid. üi. 

4. Einen tobend anfahren. — Ein über- 
müthiger will 'bochen jederman». Unmer, 
Nb. &&, — Von Mumer wird gesagt: «ergibt, 
bei Gott. ufF bochen nüt, — der tüfel steckt 
im in der hut». Murner, Luth. Narr. 123. 

Bocher, lärmiger Prahler. — «So es dir 
wol gat. so förcht Gut, überheb dich nit, "Br- 
acht niemans, nit thn als die Bocher tbun>. 
Geiler, Brös. 1, 36 t. — .Solch Bocher (in 
einem £ath) heissent Botzherren und nit 
Batheherren, den der Kengel in das ManI 
hangt; so ein Alter spricht: lieber Sud, thn 
hübschlich und übereil die Sach nit, bo bodiin 
sie nnd stellen sich als ob ein gantz Land 
an inen stund». Id., Sünden des M. bV*>. 
I — «Ich hab auch ranh zugesprochen den 
^Bochem>. Zoll. B. 3 ». - GoU, 311: «Thraso, 
miles gloriosus, Bochkantt. 

Boche recht, Bocherig, pralerisoh, über- 
möthig. — «Der was eines stoltzen Hertzen 
und bochereehUn Gemüts», Geiler, 3 Marien. 
47a;ölb; Ev. mit Ussl. 160». — «Daher 
kompt das wir also bochfertig, bocherig und 
stoltzlecht seind. nit anders weder ein Los 
im Grind, und ist nüt darhinder». Id., PosL 
2, 42 >>. 

Bocherle, Uebermuth, Tyrannei. — «Der 
Nam Keiser ist ein Nam der Foroht nnd 
der Hertikeit und der Böeherpt, Geiler, Eim- 
melfart Hariae, a. 4 b. — «Als ir gemessen . 
haben mit Bocherie und Strengheit nnd mit 
Gewalt gebotten den Annen». Id., Narr. 24 ^i- 

Buckel, Bocken, Art Spiel. Schmeller, S, 
43ö, hat bocicen, sagt aber nicht worin diee 
Spielen bestand. — Verbotene Spiele : «lüstels, 
böckels oder anders». 1441. Alte Ordn., B 3. 

— «Lüstelins oder bocken mit den karten», 1484. 
Ibid., B. 3. 

Böckin, Bückin, von Booksleder. — Jeder 
neue Huber soll dem Meier geben «zwen böekin 
oder cordewonische schbhe». SoherweJler, 
15 Jh. Weisth. 1, 675. Snlzmatt, 15 Jh. Ibid, 
4, tSB. — «Zwene büekine sohehe». fieims- 
brunn. 14 Jh. Ibid. 4, 92. 

BSckin, adj., gesalzenes PockelHelsch. — 
«Fleisch, halbs böchiui nnd halbe grüns». 
Blotzheim, 15 Jh. Weisth. 5, 371. — Den 
Fränem zu Eembs gibt man «ungeroden brot 
und böckin fleisch und roten win». 18K, 
Burckh 148. 

Bodem. 1. Der Erdboden, fnndus. In der 
Schweiz istBoden von Wiesenflächen gebraucht. 

— «In dem Bodemei, «uf den Boden: Feld- 
name, hänüg, 13 Jh. u. f. - «In den Bödt- 
men». Lochweiler, 1336. — «In dem mittelen 
Bodent. Lipsheim, 1824. 

2. Boden eines Fasses, eines Krngs, etc. — 
«Diegros9esanne...schieneknmea]Bein kleine 
bodemt. Tauler, 10(3). — «Er kertedem krügelin 
den bodem af>. Märlein, 21. — Ein Faas, «das 
z& beden bodemen wol verschlagen was». 
Closener, 79, — tBödeme, tngen, reiffe oder 
band oder was zti dem küfferantweroke ge- 
höret» . . . 1395. Alu Ordn. — «Ein ffider 



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nSwes wineB twischen zweien bodemett*. Selz, 
1310. Weisth. 1, 768. 

8. Oleich bedeutend mit Fasa. — Zu Bud' 
weiler, «wo man schenket, do gehört von 
yedem bod«n ein halb viertel winB» dem Klo- 
sUr voD S. Uorand. 1430. Weisth. 4, 39. 

Bodenwln, Weinabgabe der Wirthe, eine 
gewisse Qaantit&t per Boden oder Fass. — 
<Han sol dem probst (von S. Horand) geben 
den bodenwin, daz sich trifft von ye dem f&der 
wins acht moflz>. Oberspechbach, 1420. WeistL. 
4, 46. ~ Äspach, 1420. Ibid. 4, 38. 

Böglin, Böget. 1. Ton einer Jongfran, 
die sieh versündigt hat, sagte man sprichwört- 
lich: «die hat auch über das .Sä^ getreten*. 
Geiler, 3 Marien, 64 » ; Emeis, 19 «. £to. — 
*£tUeh stutgarter innekfrawen, so sie Über das 
böglin gesprungen Beind>, sohieken Eum Aiet 
<init dem seieh> und wollen wissen, ob sie 
schwanger seien. Fries, 68 1>. — «Die eem&n- 
ner möchten nit so vil ursach haben anch eu 
Zeiten über das böglin za tretten». Zell, 1, 2 i>. 

— «Wie kont ein geistlicher . . der zn selten 
fibers böglin trit. (andre] in Bann thnn?» Ibid. 
H, 4 ■. — Frank, 2, 147 l> : «Die ist frnmm 
die man bitt mit Fug nnd Zeit, and nit iibers 
RIpJün schreit». 

2. «So da keinen Gewalt hast, so lögest da 
das dn einen über das Bö^in werfest und 
SberganhleBt>, ihn betrügst. Geiler, Brüs. 1 
64 a. 

Grimm 3, 232, erklärt Böglein durch Schlin- 
gen, die man ausspannt am Vögel zn fangen, 
oder Stricke nm etwas einzuzäunen ; über das 
Böglein treten, hiesse demnach «nltra septnm 
transilire, a reeto itinore deviare-. Frisch, I, 
116, führt dagegen ein Kinderspiel an, das 
den Namen Böglein oder Bügel trug and dar- 
in besUnd. einen eisernen Ring in die Erde 
xn stoBsen, bo dass nur ein Ealbring oder 
HaUikreiB (Böglein, kleiner Bogen) her- 
vorstand, und dadarch kleine Kugeln zn 
schieben: 'big^n, ludere sphaeris per annn- 
Inm ferrenm*. Ich glaube, dass das Sprüoh- 
wort auf dies Spiel znriicbznführen ist, viel 
eher &Ib anf die Schlingen oder Stricke Grimms; 
es war ohne Zweifel Regel, nicht über den 
Ring zn schreiten, der das Bügel biess; da- 
gegen snehte der eine oft den andern darüber 
Allen zn machen. 

Bogenrttckig, mit gebogenem Rücken. — 
•In dem Alter wird man bogenrüchig». Geiler, 
Arb. hum. 177»; Brös. 1, 99»; Schiff der 
Pen. 187 «. 

Boht, Bocht, neutr., Koth. Scherz, 173. - 
Man soll «weder höht, noch harne ... in die 
gassen schütten». 1322. Ürk. S, 160. — «Gin 
unreiner stinkender sag voItoÜes> {tM.bahUs). 
Tauler, 251 i44;. — «Die natürliche mione . . . 
zerget nntze das si zfi höhte wart and under 
die erde knmmet*. Nie. v. Basel, 86. — «Das 
beia lag vor der porten . . .» Clos. 98. — «Das 
boht nnd alle nnreinekeit ustrageD>. Kön. ST9. 
Ete. — «Die wüste unreine materye des boht- 
Ahm» (Abtritt). Rulm. Merswin. Gotteafr., 74. 

— Die Schweine «ligent gerne in dem höhte*. 
Heinr. v. Offenb. — *Me»aehtnbodtt oder Kot>. ; 



BrnuBohw., DiBt 89 ■. — «Wisser htatäAotM, 
i. e. albnm graecum>. Gerad. 48 ■. 

Bolchen, gesalzener Stockfisch. — H&ndler, 
die tbolcben nnd andere gesaltzen vische ver- 
kouffent*. 15 Jh. Alte Ordn. B. 1. — «foIcAm 
von Hechel; Vaaebalehen, Körbdboldtn', die 
in Fässern oder Körben verpackt sind. L c. 

Bote, fem., das franz. ho nie. — «Zwai 
gpilten der holen'. Altswert, 89. 

Bolen, verb., Kugelwerfen, joaer ä la bonlc 
Guldin SpU, 74. 

Boler, mango, Boler, Yocab. opt. 82. Kriegs- 
maschine um Steine zu werfen. Boiler. — «Es 
hörten nit uff . . . die büchssen nnd boler oder- 
mörser . . . zn scbiessen». AdelphuB, Türk. 
D, 6». 

Bolete ? Weder bei Scherz noch bei Senecke. 
Dncange 1, 716, hat boteta, petite bonle, und 
bola, belade, boulette, maBsue. — Der Rath 
läset die Thürme nnd Thore der Stadt be- 
setzen, meint jedoch es 'wer nit not zu disen 
Zeiten die beteten zu geben, als vormals ge- 
schehen wer>. Brant, BiBch. WÜh. 242. 

Bollbrot. gewöhnliches Hausbrod. — «Das 
boUbrot sol wegen 54 lot 1 qnlnsin>. 1440. 
Alte Ordn. B. 80. — «Wer es das (ein Bäcker) 
boUebrot für simelbrot darleit oder sust zn 
swartz gebaohen hat, der soll besserni. 1440. 
Alte Ordn. B. 20. 

Bolle, Knospe. Schere, 173. — Von dem 
Hagel werden «dem flahse die boUen abge- 
slagen». Heinr. v Offenb. — «Nit wurft der 
Wind allein die Bollen nnd Blust hinweg, 
anch die Fracht guter Werk>. Geiler, Arb. 
hnm. 26 « ; Bilg. 82 '. Etc. 

Bollen, knospen, sprossen. — Die Bäume 
«das sie anfohent grünen nnd harfür boOen 
und broBsen. so wüasent ir wol das der Sum- 
mer nohe ist». Geiler, Post. 1, 4 «. 

Bomerantze, Pomerantae, orange. — «0 
Maria, sietz der blnmen, — myrtus schon, 
hoch zederboumen — und der pomerantMen 
krafft>. Brant, Rosenkr. D. Ged. 17. — «Süsz 
bomerantten, zn flnden in der Apteok>. Adel- 
phuB, Fic, 141 a. — «Sucons oransi, saÄ 
von BonAeraiUfen'. Oetsd. 94 b. ~ Borna- 
rantten stercken das hertz nnd das him*. 
Fries, 87 >. 

Bönen, 3. £t«nen. 

Borbeleht, voll Borbein, Blattern, Ge- 
schwüren ; Krankheit der Schafe. — Eb ist 
verboten «dehein borbeMtt Bchof oder hammel> 
anf die Weide zu treiben oder zn schlaoht«n. 
16 Jh. Alte Ordn. B. 13. Zunftverordn. 862. 

Borbiderbe, sehr redlich; bor, oben, sehr. 
Ironisch : nnredlich. ^- «So ist der künig euch 
nüt mit göttelioheme rehte, wanne sin vatter 
der koufte es nmb die kurfiiiEten, und mähte 
die fnrsten borbiderbe, darumb daz sn gftt 
noment, daz symonie ist». Nie. v. Basel, 342. 

BorbUne, Empore. — «Su g^ngent uffe die 
borbüne der kirchen*. von wo man anf den 
Altar sehn konnte. Nie. v. Basel, 125. 

Büren. Ein Oemiacli von Terpentin und 
Wachs, tböre es wol . . . geschickter weis mit 
den henden>. Gersd. 23 ». — Nimm Qaeck- 
silber und «vermische es mit zergangenem 



- M - 

wachs, und bore das wohl in der handt, ab ; die sollent in die ewo boten gewiBenwcrden>. 
mftn ein pflaster bereit*. Ibid. 7S'. { 15 Jli. Alte Ordn., B. 14. 

Borrll. sehr viel, — 'Oot gap mir eine; Bösen, etwas Böses thun, einen Fehler be- 
andere pinliche übnnge, die borvtl lihter was» . • gehn. ~ <Ein Schüler, bo der geboset het . . . » 
Nie T. Basel, 217. — Ironisch negativ: nioht j Geiler. Bilg. 10b». 

gar viel. — >Er was jnng und was borviltl Bossalierer, so viel als Bosse!. — «Was 
me denne iwentzig jor alt worden». Nie, v. ist ein Boattdierer? es ist einer, der alle Ding 
Basel, 80. j that and kan, er iet zu allen Setteln gericht, 

Borg, auf Burg geben, etuem der nicht so- ' er kan korhen, er kan ein Keller sein*, et«, 
fort bezahlt, etwas verkanfen in der Erwar- ] Geiler, Sünden des M. 33 1". 
tnng, dass er später seine Schuld berichtigt. ' BoBsel. Bosse, dasselbe wie BondUerer, 
Scherz, 174. — «Wo ir verkouffent. und gant . Hausknecht, geringer Knecht, homme a tont 
ir zu borg tüter denne umb bar gelt, was des j faire. — Wenn man einen Prediger dingt, 
iiberigen ist das ist alles gH mit unrebte ge- 1 fragt «nieman von der Leer, denn allein : isi ; 
winnen». Nie v. Basel. Tanl. Bek., 62. i er ein gut Gesell und ein guter Boagel?' ' 

Borpellen, Pocken, heute Barbein. — «Mor- Geiler, Post. 1, 30 ■. — *Bo»kI Arbeit thun». 
bille, Borpeüetf. tiersd. SH^. Morbillus, Du-ild., Bilg. 16B». «HaDeher in disem schiff 
cange 4, 545. | gern fert, — dann es sint vil gut hosten 

Ibtrretscfa, borago, eine Pflanee, Morner, drinn, — die grosz arbeit und kleinen gewinn 
Qajac, 426. ' — hant . . ■• Brant, Nscb. 61. — «Die Nollhart 

Bort, bald mase., bald fem. Seherz, 176. l.isind sonst niendcrt zu — gut. dan das man 
Borde an einem Kleid, franz. bordure, tresse. j mit inen thn — solche marter hostäaii^ieit'. 

— *BorU, anriphrygium>. Herrad, 197. — | Mumer, 4 Ketzer, G, 3 ■. — •.. . kein mensch 
«KrieohiBche borten* an einer Stickerei. Gottfr. i uff erden hie — dete sölUche postelarbeit ie> 
V, Str. 1, 66. — «Golt in deme borten*. Ibid, ! (wie Christas). Id., Bad. 0, 6 «. 

1, 179. — iSidene borten, mit golde beslagen, | Koaselleren. — Die Buchdrucker haben 

— und was ein töhterlein sol tragen*. Conr. 1 viel Arbeit *mit traoken und Jiosselieren, — 
T. Dankr., v. 23. — «Gevesselt an ein sidin 1 mit setnen, strioben. corrigieren>. Brant, Nseh. 
borUn*. Ibid., v, 167. )51. — Zamcke, 3S4, weiss nicht recht was 

3. Gürtel. — Isots Bock war «nahe an ir bosselieren ist; hält man das Wort zusammen 
lip getwenget — mit einem borten, der lac mit Bossalierer, so sieht man, dass es <ailerlei 
wol — Da der borte ligen boU. Gottfr. v. Handarbeit verrichten» bedentet. 
Str. 1, löO. I Boseeln, boexen, stossen, klopfen. — «Dar- 

3. Band, das franz. bord. — tBort vel ranft, i umb so sol ein MenBoh geduldig sein in allem 
labtnmt. Herrad, ISO. — Den Habera soll man i Leiden . . ., das Botslen wert nit lang; wenn 
•geben zwey gerihte von fleische, und sol das man finster Metten singet, so fiosstet man und 
Heisch an zweygen enden racken über der klopfet, es wert aber nit laug». Geiler, Emeis, 
Schüssel bort vier Anger breit>. Niederhaas- 61 ii. — Hin und her stossen : Jesus <der von 
bergen, 13 Jh. Hist. de S. Thom,, 831. — , den Juden hin und her getzogen ond g^tosäet 
Den Frönern zu Ohnenbeim soll man «geben : was worden*. Id., Schiff der Pen. 90 *. 

zwo trachten mit fleische . . ., and söllent die Bossen, schlagen, die Garben dreschen, ehe 
schusseln also sein, das der enke sol essen i sie aufgelöst sind. Schmeller, 1, äU4. Scherz, 
obwendig des Sorte« das er gnug habe ■ ■ ■» ; 176. — Die Strassb arger, von Krieg bedroht, 
16 Jh. Weisth 4, S39. — <BiBzhar eint wir ... I «iletent mit dröschende und boetetuU: Kön., 

— gesessen an des disches bort> Brant, Thesm. . 685. 

c, ö ". — *Bin jeder riszt etwas darab (vom BÖssem, Bösem, böser, schlechter machen. 
Schiff), — das es de»t minder bort me hab*. Scherz, 176. Grimm, 2, 256. «Went ir fich nit 
Id., Nsch. 98. — «Die Bort einer Wände*, bessern, so Iftgent das ir üch nit histtun*. 
Oersd. 62 b. Ingolts Pred. 1436. — «AIbo bösert sich die 

4. Brett. — «4 börter ad pielrinum*. 1388. weit*. Onldin Spil, 8. — Ob die Lente <von 

— <8-f. anib siben eichene borten'. S. Thomas. ' dir g^ögerot wurden*. Bihteb , 48. ~ •. . . es 
Fabrik, — «Der kistener, der börter oder ; sei doch wie es wil oeiöseret worden*. Mumer, 
bretter nimet . . .* 1322. Urk. 2,206. j Instit. 114 >>. — .Mt meinen es zu bessern, 

Etotch, Baseh. — «Hüte dich das du iit and es bösem'. Brunschw., Chir. 14 *. — Das 
durch die bösehe inlonffest*. Tauler, 128 (26). j Aussehen eines Aussätzigen «hebt sich an b»- 

— «Got erschein Moysea in eime bürnenden ; ser«n und grusam zu werden*. Gersd. 76 b. 
bösclie'. Kon., 261. — Sie •jagctent in den ; — «Die menschen haben sich ^6ässer<>. Pauli. 
bö»chen und weiden.. Ibid, 629. — .Alle die j SO. 

hUTsten und boume und bösehe sossent vol tu- Bosnne, Bnsitne, Bnsane, Bnsone, Bnsan- 
fele*. Märlein, 13. — «nemas dictum Rapoitz ! ne, Posaune. — •Ir ensüllenl enkein bosünen 
MacÄe*. Weitersweiler, 1367. — .Uf den 6ö8cA>. blosen*. Tauler, 213 (37). — Verboten Nachl- 
Kirweiler, 1437. — <An den böschen'. Kicd- lärm zu machen mit «frusunm* 1486. — «Ich 
heim, 1376. — «Der boseh was angezindet, — 1 thu was ich wöll. so ist mir alzeit in meinen 
brant doch nit in syna}--. Brant, Koseakr. D. Oreu die grausamlich Süm der JBwsonen*. 
Ced, 7. _ ,Das werte, — das man horte — , Geiler, Has im Pf., a, 8 b. — •. . . so tönt in 
im boseh unverzeret*. Id., Ave praeclara, : meinen Orcn die greusenlich £uson oder Tni- 
Zamke, 16l. raet*. Id., Esohengr. a, Sb. — «Die Priester 

Böse. Bettler, die <uf den obent harkäment, i mnszten trumeten mit Bttsaunen: Id., Brös. 



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9,18 ^ — •DrnmmetennDdBtintn«»». Adelphns, 
Tütk. F, ab, — tBuionen oder thrnmeten». 
Id., Bwh. 20 b. — .Mit dem gedBn der ^u- 
«wH«i>. Naobligall, Psalter, »88. — <Oott 
loben ... im Butaunen tlion>. Wurm, Trost, 
18 >>. — •BusMinen, zincken imd homer>. 
Blindenf. o, 1 ». 

Botich, sonst botecb, eogl. body, Leib,Bxnipf, 
das Hanptgebälk eines Haases. — Braacben 
die Hnber Holz für ihre Häfe, «bo soI in der 
meier geben 18 hölzer zCl eiuem botichen geime 
huse.. Leberan, 13 Jh. Weiath. 4, 264. — Dem 
Hnber dessen Hof zerstört wird, 'SolI der 
meyer eiuen bodtchtn geben in dem holtze, 
des siodt 13 höltzert. Sundhofen, lö Jh. 
Weisth. 4, 153. 

Botsehftftttu, TerbotBcbaften. Scherz, 1723. 

— 1. Activ, durch einen Boten benachrichtigen. 

— «Salomon . . . und Samaon, die von dem 
«agelgebotschaft wurden! . . .> Tanler, 4ö (9). 

— *Were es dasz ein scheSe abginge, so soll 
der meier die andern verboUchaften, dasz sie 
ein andern setzeni. Wasselnheim, 15 Jh. 
Weisth. 5, 441. 

2. Melden. — <£r het es nfi . . . har vtr- 
botwhaftet: Nie. v. Basel, 208. 

BotHchnh, Bottachnh, grober, starker Schuh, 
oder Stiefel, franz. botte. — <Znm bolsehuht. 
Strueb. Hausname, 13ö0. — «Bin Spül im 
Sack und das Meitlin im Har und Strow in 
Bottn:httehen mögen sich nit verbergen>. Geiler, 
Post. 8, 61 ". — «Bantschuch oder BolzeAuh'. 
Id., 3 Marien, 23 1>. — «Wenn du BoUschuk an 
hast und dir die Füss warm sind, so haben 
alle Glieder Nutz darvon>. Id., Brös. 2, 35 b. 

— Auch als Name; Metze Botsohnach, zn 
Arassbore, Ende des 14 Jh. 

Rottenbrot, Trinkgeld, das einem Boten 
gegeben wird, der eine gute Nachricht bringt. 
Scherz, 177. — Die Bescher der Aussätzigen 
sollen von Niemand <6oKenfrrot> nehmen. Qnt- 
lente-Ordn. -^ <. . . den wil ich heischen bot- 
ienbrot'. Altswert, 19. — <Es ist gar ein andere 
Gezügniss da einer spricht: sich, das ist din 
Tochter die verloren ist gesin, and zoigt mit 
dem Finger doniCf, weder der do seit das sie 
erst knmmen sol; wenn der erst erlangt gar 
ein ander Bottenbrot weder diser erlangt*. 
Geiler, Post. 1, 6 ". — Im Mittelalter wurde 
oft die überbrachte gute Botschaft selber Bo- 
Unbrot genannt; No&er bezeichnet sogar das 
E?angelinm mit diesem Namen (Frisch, 1, 132J. 
Eedio machte ein Verbnm daraas: 'PauluB 
. . . hat nachmals den Glauben, den er ver- 
folgt hat, gepredigt nnd das Evangelinm bot- 
ttnbrollet' . (Chronik der alten christlichen 
Kirchen, Strassb. 1530, f., 24ö >>.) Es scheint 
mir merkwürdig, dass noch GoU, 503, sagt: 
•Evangelinm, BotttnbTodt ; item, gute Bott- 
sebaft>. 

Böttlich, adj. von Bote ; die böttlichen Jün- 
ger Christi, die za Boten ansersehenen 
Apostel. -— 'Do sol men verston das sie nit 
redten von den böfüichen Jüngern nnsers 
Berreo, die do stets bei im worent, sonder 
von denen die nmb nnd nmb darafter Bossen 
in den Stetten und Castellen». Geiler, Post. 
2, 104 a. 



Böncke. — Vermummte Fastnachtnarren 
ilauffen so in böueken wist. Brant, Nsoh. 111. 
— Zarncke, 484, fragt ob das Wort mit 
hechten zDsammenhängt, zieht aber Beake, 
Pauke, vor : man thnt als schlage man Pau- 
ken. Gödeke, 240, oitirt : »der bB^, perso- 
natoB, der ein butzenantlit tregt, der ver- 
balzt und verbögket ist», d. i, verlarvt: eine 
bessere Erklärung als die Zarncke's. 

Bonm, Baum, Sarg. Mooh heute bei uns : 
Todtenbaum. — Der todte Heinrich IV ward 
lin dem boume gelassen fünf jor aton, nntz 
er wart usser banne geton». Kön., 485. — 
Stirbt ein Eigenmann zn Sundhofen, -so soll 
man ihme geben einen bäum slben sch&he 
lang». 16 Jh. Weisth. 4, 154. — Stirbt jemand 
im Eattgan, und «wöllent die erben angeerbt 
nszgehn, so sollent sie den Schlüssel nf den 
bäum legen nnd mit der leich nsz dem haus 
gähn und nit mit ihnen tragen, dann sie in 
kleider anhabend.. 1490. Weiath. ö, 607. 

Bomownllin, Bonwel, von Baumwolle. 
Scherz, 178. — •BouniwuSin dücher>. 1424. 
Tacberzunft, 39. — 'Ein boutoel roch>. 1323. 
Urk.3,128;1446.— ■aftotorfröcfo. 1451. — Etc. 
Brache, das Brachfeld, nach der Ernte. — 
Man soll das Vieh «uztriben an die brache*. 
Leberau, 13 Jh. Weisth. 4, 268. 

Brächet, Zeit, wo das Brachfeld wieder 
gepflügt wird. Scherz, 179. — Frondienste 
«quorum unnm flat tempore quod dicitur ze 
brached, alind in autampno et tertinm in 
quadragesima'. Appenwüer, 135«. Burckh., 
162. — 'Brachetfrönde, berbstfrönde und in 
den vasten.. Ibid.. 1486. 0. c-, 156. — Jeder 
I Einwohner von Ohnenheim soll «drie achte 
I zu dem jar tun, eine ze homnng und eine ze 
hroehatU nnd eine ze herbeste*. 15 Jh. Weisth. 
I 4, 239. — In dem nämlichen Sinn: <za bro- 
j chacke: Arnolsheim, 1820. Weisth. 1, 698. Zeit 
I wo das Brachfeld wieder amgehackt wird. 
! Bracht. S. Braht. 

I Brachten, brehten, lärmen, toben. — *... mit 
ranben, Stelen, brachten . , . • Mnmer, Adel, 
A, 2 b. 

Brachtig, prfichtig, prachtlich, lanttönend, 
hochfahrend. Schmeller, 1, 846: prachtlich, 
fastuosus. — «... und bleibt jm also sein 
brachtiache herrschaft erstreckt., Capito, Ver- 
warn. B, 2 s. — «Ein disputation ... in der 
er sich mit vil prachllichen und trutzlichen 
Worten vermisst ...» Ibid. C. 1 b. — Tre- 
gers •prächtige nnd schmähliche epiateU. 
Butzer, Treger, A. 4 ». — «Wan schon des 
keisers bildnüsz uff ein knpffer geschlagen 
wer, mit prachtlicher übergeschrifft, so nempstu 
es nit für goldl an» Capito, Treger, M, 3 s. 

Bracke. Breckin, fem. Jagdhund. Scherz, 
179. — <Bradcen nnde hunde>. Gottfr. v. Str. 
1, 44. Etc. ~ «Zu dem brocken'. Strassb. Haus- 
name, 1320. — «Wenn ettwen einer vier oder 
fünf junger Hund het, so spricht er: ich wil 
die zwen mir behalten, der würt gut zu einem 
Vogelhund and der ander zu einem Bracken, 
und die andern soll man ertrenken». Geiler, 
Bilg. 24b, — (Leithnnd, wind, rUden and 
brackent. Brant,Nsch. 73. — «die alt breekent. 
Mamer, Nb. 196, Schimpfwort. 



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Bnebe. Balken, PfMlea. Sehen, 179. — 
• Unb 4 bnckeit, worent eyohen, 4 Boh., &ii 
den BtftI zft kgen. . . > <Eim6 knelitie der 
locker telp die brathm d«riii zft setzen, 
2 BCk.> IUI. S. ThcmaB-Fabrik. 

Brftht, Bracht, Pracht, CMiradit, masc. 
Gwchrei, Schall, Lium, dann GroBsthnn, Luxus. 
Grimm, S, £88. S. anch Gtbrektt. - «Sunder 
rede und sonder broMt. Qottfr. v. Str. 1, 171. 

— <Ane Bchal und ane hrabt'. Ibid. 1, 307. — 
«Welch machen groBz ^esehrei und bracht, — 
die lobt man jeU and hat ir acht». Brant, 
Nach. 22. — tOebraeiU in der Kirehea». Ibid. , 
45. — 'Das tribent sie verr in die nacht, — ' 
mit ketEchen, Bchleipfen, grosBen gebracht*. 
Brant. Bosenki. Wack. 2, ](m. — Grobe Lente, 
beim Essen, «haltend oach aliein den bracht — 
mit wieBten vorten und mit werekeii>. Mar< 
ner, Schelm, e, 3 ". — «Bald schweigen sie, 
und stehn dagegen — mit aofEsereckten oren 
all, — und lasBeu von des bradUe» BohalU. 
Id., Virg. A, 7". — <Am himel fleugt« idie 
Fama) zn mitternaoht, — das mans hart flie- 
gsn mit seim braehtt. Ibid. L, 2 b, — Br kam 
«mit gsahrei nnd auch mit grossem bracht. 
Ibid. 0, 7 B. — lOede reich on bradtt nnd 
Bchalli. Ibid. B, 8 ti. — «Wie die schwein um 
mitternaebt — greinent nnd haben iren bracht. 
Ibid. V, 7 '. Etc. — .Aller zeitlicher braeht> 
und Übermut der unglanbigen>. Nachtigall, Psal- 
ter 6. Da thnst ein Eind ins Kloster, «das dein 
pracht erhalten werd. dein namme und stam- 
me bleib.. Zell, n. 3 t». — «Kit das ich jnen 
den pracht wi311 absprechen, sie aeind aber mit 
bischötFab dem prÖMt. Ibid, q. Ib. — «QroBz 
bocbfart, bracht and baberey, mit köstlichen 
kleidem, von herren und weltkindem triben 
ist». Bntzer, Neuer. H, 1 a, — .Unser feinde 
(werden suchen) jrn bracht xa erhalten durch 
geschwind list>. Appell, a, 4 ». — 'Daraoff die 

. . . patres, priores, provincialen jr bratht und 
autoritet haben». Capito, Verwarn. C, 3 >>. — 
«Es were unmüglich von sölichem pracht sie 
uff den rechten weg zu bringen». Brnnfels, 
AnstoBB, B, 1 a. — Könige «sollen ir hoffnung 
nit setEen in grossen pracht, vil rosz nnd un- 
nützen kosten». Id., Zebnden, a, 4 b. — iIq 
der weit kein grösser bracht ist dann bei den 
feisten betlern* (Bettelmönchen). Pollio, Fred., 
B, l >>. Etc. 

BrXni, Brombeere, Brombeer b trän eh, über- 
haupt Dornstranch. Scherz, 180. — tBramen, 
vepres, licet spinosa herbat. Herrad, 182. — 
Was im Wald «die bramen iiberwacheent> soll 
der Förster nehmen. BÖsenbiesen, 14 Jh. 
Weisth. 1, 690. — .Alles das ligendt holtz, da 
die brom über gewachsen Beind», soll des 
Försters sein. Reiningen. 15 Jh. Weisth. 4, 
98. — «Die BremenhurBtt, an 10 Orten, 1280 
u. f. — «Pratum an den Bremen'. S. Johann, 
1279. — «Z6 Bremen». Wittersheim, 1360, Etc. 

Braut. I, Fenerbrand, brennendes oder an- 
gebranntes Scheit. — Haben die Huber geges- 
sen, «BO sol der meiger die brende und die eschen 
ufladen, nnd boI sie füren usscr dem hof 
in sinen hof». Sundhausea, 16 Jh. Weisth. 5, 
534. — «Schur zft die brendc' ! Altswert, I2b. 

— «So seind vil die dir die Brend schüren, 



der Teufel, dein Fleisch, die Welt». Geiler, 
Has im Ff. d. Ib. — «Ein brandt vom f^ sie 
uszhar Eoeh», Morner, Genehm, j, 2 b. — 
«Tomas der fürst nam einen braitdt . . ., — 
and warff in an des thnmea seit». Id., Virg. 
f. 1 >. — «Die bnmd schieren». Id., Nb. 120. 
Sprüchw. — .Sie zohen alsbald die flammeeh- 
ten brend tut dem fear . . .> Bingmann, 
Cäsar. 183 >>. 
ü. Durch Brennen ausgerodete Waldstelle. 

— «Hinder dem broHde*. Ebersheim, 1441. — 
«Z& brande: Zehnacker, 1309. 

Brautreit« (Reite', Oereite, Oer&tli), Schür- 
eisen. Sehers. 1291. — Zu Straasburg, Bäokerei 
«zur Brantreitc', 1321. — «Ein brantereitt*, 
unter dem KncbeDgegcbiTr der Znnftstabe der 
Tneher, 1437, Tucherznnft, 34. — «Ein brant- 
reite*, unter dem Eüchengeschir der Metza v. 
Lichtenberg, 1432. (Strasb. Spit.-Arcb.,TeDUch- 
buch, fo. 108 b.) 

Braas, v. prassen, schwelgeriohes Gastmal, 
Schwelgerei. — «Die grossen gewaltigem die 
wider and für bei allem firoM stecken und 
auf den Stuben... etwan einen .BniM aofrich- 
ten.. Geiler, Schiff der Pen. 106 b. Etc. — 
• Die tmcker in dem broM nmbgon — uff ei- 
nen tag , . .» Brant, Nsch. 61. — « . .. die uff 
den praat bant acht, — schlemmen and dem- 
men tag und nacht». Ibid. 19. — Silenw 
•macht manchen im praa* verrnoht». Ibid. 66. 

— Schlechte Priester stehlen vom Kirctaengnt: 
(darnsz ir machen einen brate, — das nie des 
Stifters meinang was». Murner, Nb. 117. 

Braateln, Brast«n, prasseln. — « . . . als 
die Dorn brailelmt unter dem Feuer». Geiler, 
Sünden des H. 64 b. — Solche, die nicht war- 
ten können bis die Speise erkaltet ist, «des 
bloBtes belg sie ziehen vast, — und blosen 
das es wider braatf. Braut, Thesm. a, 8 ■■ 

BratB«lm. prasseln, auch zappeln. — Sie 
«schütten die bötten mit den vischen umb, 
das die visch bratuüen im hove». Brant. 
Bisch. Wilh. 291. — Hau erkennt dass ein 
gewisses Präparat gut ist, «so du ein tropfen 
in das für würfest, das es nun bratetit*. 
Brnnschw., Pest. 32 b. 

Brecht«it, schreien. — Hat die Sitzung be- 
gonnen, so «sol nieman breehtm noch sprechen, 
man froge jn dann». Bühl, 16 Jh. Weisth. 4, 
126. — Ein Hahn «der da kreict und hoch 
daher gat und Hpom anhat nnd lut brechtet*. 
Pauli, 304. 

Breckin, fem, von Bracke, Hündin über- 
haupt. — «Was es dann ein erstgeworfen 
HUndlin und das die Breckin vor nie kein 
Hündlin me geworfen hat, so muBSt man das- 
selhtbdten.. Geiler, Post. 4, 31 »; Emeisl7a. 

Bregeln, Bregeltsen. braten. Im Bairischen 
ist bregeln gelind kochen oder braten. Schmel- 
1er, 1. 256, 352. — «... das man inen die 
Eyer also martiren nnd bregellten muss, dsn 
südet man sie, dan brat man sie». — Qeiler, 
Sünden des M. 4 1>. — < Qebregeltea verdempftes 
fleisch». Adelphus, Fic, 166 a. 

Brehen, glilnzen. Scherz, 184, — 'Ach, 
brehender Sterne!» Gottfr. v. Str. 2, 111, — 
«Der maie frische blüti weht, — so das ir 
varw in ougen breht'. Gottfr. v. Hug., ras, — 



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*8o ging' nf miner snnneii 6reften>. Altswart, 
7S. — Bin QUdk, «der da glich ist dem Bannen 
brAen-. Ibid. t06. 

BreitfnM, Bothwelsoh, Owib, — Bin Bettler 
«stielt all brevtfuMM: Bnnt, Nseh. 68. 

Breitluul, RothwelBch, die Weite, die Haide. 

— Brftnt, Nech 63. — Ich rathe ihnen, asie 
trolten sich geschwind nnd schlecht über den 
bTtUhart weit hindan». Monier, 4 Ketier, 
O, 3- 

«BreltSBabeb, Art wilder £nte, Löffelente, 
1381. Alsatia. 1867, p. S99. 1469. Braeker, aSO, 

Bretne, Brem, Briem, Bremse. — <In die- 
sem grossen Hänfen Hocken begegnen mir 
gar fünf grosser Sremm nnd Rossmocken, die 
nns gar gern in die Sttlb fielent. Die erst 
Muck oder Briem ist ein nnordentliche Trau- 
rigkeit. . .> Geiler, 3 Marien, 16 b; Narr, 68 »■ 
' Pred. n. L 13. ». — <Ein bräm nlt In dem 
spinuwep klebt>. Brant, Nsch. 80. — «Manch 
hnmnss nnd inanah brantiutieh — hab heime- 
lich erlitten ich>. Hnmer, Ifb I. — «Hnnig 
TODSr«Men>. Brnnsehw. Dist. 70 b _ .Es ist 
nit eine kleine mnck in dem haberrnnsz, 
sonder ein grosse brtptt. Pauli, 167. Schmld, 
Schwab. Wort 96. 

Br«nbel, BrenbltD, kleiner hölzerner Zaber. 

— Ulenspiegel setzt «die wasserkant in das 
brenekiin vor dem £apfen>. Homer, Uleii- 
spiegel, ^ 

• Brennkrot, flammnla>.GeTsd. 91 « Ranan- 
coIdb. flamm Qla. 

•Brennwnrtz, incensaria> Oersd. 91 *> Cle- 
matis Titalba Kirsch). 1, 7. 

Brentzen, nachBrand riechen ; hente brentz- 
len. — tBrenteen nnd stiucken oder dem brant 
nach Bchinackens. Brnnschw., Dist. 14 >. 

Brest, adj., mangelhaft. — «Was es (das I 
Korn) brater oder kreukcr ist . . .> 1897. | 
Eist, de S. Thom., S96. i 

Brest«, Brest, Gebrest, Mangel, Fehler. : 
Scherz, 186, 486. Sowohl leibliches als geis- 1 
tiges Gebrechen. — *Nh ersach si den ge- 
bretten da>. Gottfr. v. Str. 1, 1S9. — «. . . obe 
dehein breiU were an ime . . .» 1263. ürk.- 
Bach, 1, 396. — «Der gebretU ist nft leider 
so gemeine ...» Tauler, IM (27). — Denen ist 
^t helfen, «die gebreiten bekennent>. Ibid., 
35 (7), Etc. — «Were aber daz ein eptissin 
^resten hette an Iren Zinsen . . .* Oberentzen, 
1810. Bnrckh, 309. — «Wer es, das der hof 
brett oder mangel het . . .. Stotzheim, 1412. 
WeiBth, 1. 687. — «Het der meiger af nieman 
ze clagende noch keinen gebreste des hofes 
M Ölende . . .. S. Gilgen, U Jh. Ibid. 4. 180. 
Etc. Etc — «Bin Artzet deraelb musB die , 
Siechen nit verschmohen, er musB die Qehreeten 1 
beachowen». Geiler, Post. 3, lOMi, — «In der ' 
Schofmesch seind gesnnt gemacht worden . . . 
die Menschen von allen ireo Oebresten Libes 
balb, aber im ToufwerdentgeanDt gemacht die 
Selen von allen Gebraten der Eibenni halb».' 
Ibid. a, ae i>. _ .Da lag jederman zu im selber, | 
ob er entpfind snndlicher Gebreiten'. Geiler, ' 
Selenp. 162 1>. — «Gedenck das dich din Nech- 
star onch mit dinen Gebresten liden muBS». 
II. Bilg. 60 «. Etc. — Der ist ein Narr, 1 
der «nit sin eignen breiten denekt>. Brant, 



Nsch. 24. — «Daramb seeht fiwern bretten 
an, — nnd laset die üppig hofFart stan». Utir- 
ner, Genehm v, t b. _ Alte Weiber «die hant 
ein kanst, die ist so got, — das sie all prcsten 
heilen dut>. Ibid. — «Qold and silber nimm 
da mit, — das du keinen gebreitea nit — anff 
der wegfart müsstest han>. Hnrner, Virg. B, 
6 s. — iViler ding breiten and mangel». Id., 
Oayae, 412. — «Die gebreit ist so weit kom- 
men . . .' Id., Ulensp. 91. — «Es mag sein 
das ein newer brest ein nenwe artznei erfor- 
dert». Id., Q&yac, 485 — Die Bl&tterkrank- 
heit «erstreckt sich in so fil breiten, das schier 
möeht vermeinet werden, das in ir alle kranck- 
heiten beschlossen weren». Ibid 405. 

Bresten,Oebre8teD, fehlen, mangeln. Scherz, 
10Ö. — «Dem menschen brütet das, so brütet 
dem das». Nie. v. Basel, 240. — «Weme diaer 
gezögen einer gebrütet . . .» Tauler, 110(28). 

— «Wer aber das ander anwende gebreite 
dem pferde zft fhter . . .» Fegersheim, 14 Jh. 
Weisth. 1, 709. — «Wer onch das ein hbber 
gebreate, darnm soll das ding nit hinder sich 
gan». Brinigholten, 15 Jh. Weisth. 4, 49. — 
«An im brast aller tngende niht». Gottfr, v. 
Str. I, 6. — «Es braat ime eins dinges . . .> 
Nie. V. Basel, 269(82). — Assoems sah dass 
Esther «Ire geietes gebrtut'. Taoler, 181. — 
«An dem hose da nichts gebntitt. Altawert. 86, 

— «... so sol er wissen das ime des weges ge- 
brotten ist>. Tauler, 483 (74). — «... so ist ime 
des wines gdmietent. Eis. Pred. 1, 82. — 
4. . . das riehen keisern iat gebroiten*. Alts- 
wert, 109. Etc. Etc. — Den Frauen tgebrieht 
kraCFt nnd sterck». Goldin Seil, 23. Etc. — «Eim 
brüt das, dem andern Jens». Geiler, Ev. mit Usal. 
160 B. — «Die thorechten, denen des Öles 
was gebroiten . . .» Id., Pred. n. L. 131 a. — 
«. . . Das im Kraft nnd Kunst dartco ge- 
brütet*. Id., Selenp. 82". Etc. Etc. — Bin 
Narr «vorcht im breit hie zitlioh gut». Brant, 
Nsch. 6. — «Nit das der spise üt sufera brüt'. 
Id.. Thesm. c, 6«. — Jeder sieht «wem er 
glich ay, was im gebrüt». Id, Nach. 3. — 
• Wer vilen seit waa jedem pbrist, — der hört 
gar offt euch wer er ist». Ibid. 69. — «Wo 
gelt gbrüt, do ist fröntschaft usz». Ibid. 18. 

— «. . . das selb den meistern euch gebrüst, 

— das sie der rechten kunst nicht achten». 
Ibid. 29. — «Bisto rioh, das dir nit gebräit 
. . .» Brant, Calo. &, T"». — Wissenachaft 
den Deutschen <jw6räsl nüt, wer nit der win>. 
Id., Nsch. 88. — Er «schwör ooch im gebrSit 
gantz nfit». Ibid. 60. Etc. Etc. — «Ich weisz 
was allen Schelmen briit*. Mumer, Schelm, 
a, a 8. — Wann «dir monnaye fcrwt». Ibid. 
d, 4 s. — «Er dnrt mich das im wizheit brist*. 
Mumer, Nb. 3. — «Allein ansz allen einer 
brüt'. Id., Virg C, ö ». — «In geistlichkeiC 
in vil gebriit*. Id., 4 Ketzer, D, 8 ». — «Wer 
ist dem ietzund nüt gebrisl». Id., Nb. 8. — «... 
on sie all dugent dir oe&rist». Id., Bad. F, 3 ". 

«GeuBz anaz dein nertz dem nichts gebrüt*. 
Id., Virg. Y, 1 '. Etc. Etc. — Es ist gewiss 
das jm nlic breiten mag». Butzer, Dass Niem., 
I, 1 H. _ «Es brüt dir eben nit mer . . .» Blin- 
denf A. 4 ". 
Bresthart, Brestbaftig, Gebrestlich, Ge- 



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— 64 — 

bresthafüg, mangelhaft, fehlerhaft, schadhaft, I Brt«flflch. bDchstäblich. litterBlJs; littera, 
schwach, kräDklich. — iKeiu mau sol pfalfe sowohl Buchstaben ala Brief. — <3ie ver- 
werden, der an gliden bretthaft iBt> (krüppel- | atundent die Qebott Qottes in vil üblich nnd 
haft). Kon. 523. — «Wellich tbch au bretüiaft \ briefitch, dem Bnehatabeu noch». Geiler, Fast. 
vindent . . .> 1433. Tacherznnft, 42. — '..., S, üb '. — «NicodemuB was grob, wann er 
daa ich alse gar snode and aUe gar gebrat- , hat gewont der briefitcJien Verstentniseen des 
haftig bin . . .> Nie. v. Basel, Tanl. Bek., 18. ' alten Oesatzes, und verstund das allein grob- 

— tSnsthaftig brot>. 1467. Alte Ordn., B. 1. — j lieh noch den Worten und nit noch VerStent- 
•Die sich für gebrettüch haltent>, denen hilft niss des Qeistee*. Ibid. 8, 86 a. — 'Caa brie- 
Gott. Tauler, 8ö (7). Etc. — Einer Sache brest- !_Ä«*Ä«n nnd historischen Verstentniss, so sie 
haft werden, Mangel oder Schaden daran er- 1 gelesen hettent, suchtent sie die geistlich Ver- 
leiden. — «Weihe zit ein probst von Oelenberg Btentnisgi. Geiler. Sünden des H. 11 ■. 

der kflber bedarfF . . . nmb die guter sins Brieg. 8. Brüge. 

gotzbases, ein meiger soll jnen gebieten in | Briegelia, Brilgel, kleine Brühe. — «Gsest 
den hoff, und eont jme helfFen des rechten der 1 du ein Süplin, ein BriegeUn, der Hagen em- 
gntei er brMtAa/( würde». NiedermoTGchwiller, Ipfahct allein das BriegeUn, aber alle Glieder 
1354.Weisth. 4,95. — «Gott stroftetwenn Vater ! empfahen Sots». Geiler, Em eis, dK — «. .. Das 
nnd Matter nmb Ire Sund in jrea Kinden. das ; Im sein Schwester Thamar ein Brügel solt 
sie breithaftig Kinder geberen». Geiler, Post, machen vor seinen Augen nnd im za essen 

2, 86 b ; Irrig Schaf, E, 2 >. Etc. — «daruinb geben». Id., Seelenp. 40 •, 

sind alte nnsere Werk ^ebr«s(Aa/lij». Id. Pred. BriMn, schnüren, knapp kleiden, Schere. 

Q. L. 0ö>. 1 187. — Die Franen zieren sich «mit stoltzen 

BretBtell, strassburger AnsdruckfdrBretzel. ischappeln, mit gebriaenen schähem. Gebete, 

— Am Hontag vor Fastnacht sollen die '. 14 Jh. ms. — Den Frauen ist verboten «je- 
Becherer den Küfern geben <20 pfen. für bnam rocke* zn tragen. 14 Jh Alte Ordn., B. 
bretsleBen, z6 eime nrknnde das sie zft uns 21. — Die Weiber «legeut Iren Leib in einen 
gebürent». 1896. Stadt-Archiv. Znnft-Ordn., p. . engen notstal des panmwollen rooks gepfrengt 
320. — Die Bäcker sollen drei mal wochent-l und geprie»«ni. Gnidin Spit. 67. — «Wsn er 
lieh «ecteknchen nnd breUtetUn baohen». 1493. | aber ein seidin Wammes an treit uff der Gas- 
Alte Ordn., B. 1. — «Z&r bretsUUent. Strassb. '. sen nnd steif ingebritm und ingeaestelt wer. 
Hausname, 1435. — «Wenn einer riiet gen das geb im mer Fräid weder das Hessge- 
Hagenowe schnelle, — so sol er mit ime wand». Geiler. Ev. mit Ussl. 203 b. — «Do 
bringen Srelsieüet. 16 Jb. (Cat. des Ms., 13.) kam ein junger Gesell dort her getretten, und 
— - «Der Eoraff hat im die breletä geben, — was gebriten und zerzert und het sich aas- 
darvon mag er noch vil jar leben, — pfawen, g-estrickea als steif als er immer kand > Id., 
wilpret hat er gnug ... — wan irs beim ; Geist Spinn. L, 5 ». — «Ein jnng Mensch 
liecht recht wol bescbawen, — ich nem die j das fomen hart ingebriten ist und zierlich an- 
breUtel und den pfawen, — und liesz euch gelegt». Id., Brös. 1, 98», — «Die weissen 
stärmen tag und nacht* Harner, Luth. Narr, Brnsttüoher seind gefüllt mit Baumwollen. 
122. — Kurz, 209; «bretzen?» Bretstell war, nnd stot das Wammesch offen und seind über 
wie RorafT und Pfau, Name einer der strassb, das weise Brusttuch ingebriten und kummen 
Kanonen. daher gleich als die Reisskneoht». Ibid. 1, 96 >. 

Bretten. — «Wenn der Tod an den Thüren \ — 1461 war zu Strassbarg ein Bürger namens 
rumpelt, do bretta es, so dir so wee ist und j Johann BrigKhnürer. — «Man sieht was hot- 
nit weisBt wo da blibcn solt». Geiler, Post, fart arbeit hat, — wie man sich mutz, schmier, 

3, 67»; Ev, mit Ussl. 130 ö, 131», — «Noch nestel, ferta-, Brant, Nsch, 86. — Ein alter 
dem Tod Gott niemans me erhört, es het j Gonoh soll «sich Bchbn inbriten-. Horner, 
brettet'. Id., Post. 8, 67 a ; ßv. mit Ussl. | Gtenchm. f, 3 b, — «Etlich so eng gebrim 
181 '. — Ich weiss nicht was das Wort bret- ■ waren. — wer in nun ein furtz entfaren, — 
ten hier bedeutet. Es gibt ein altdeutsches si hettent tusend eid geschworen, — sie mies- 
brittan. pandere, texere, breiten^ an aus- ten ewig sin verloren». Id., Nb. 219, fig. von 
breiten oder weben ist aber hier nicht zu | solchen, die ein zn ängstliches Gewissen zur 
denken. Frisch. 1, 186, erklärt die erste der I Schau tragen. 

Geilerschen Stellen durch «daist der bretternei BriUche. Waschbrüoke, lavoir im Flnss. 
Sarg nahe», und die zweite durch «man liegt Von britsiÄen, mit einem flachen hölzernen 
im Sarg, es ist aas mit einem». Diese Auf- ■ Werkzeug klopfen? Die Wascherinnen klopfen 
fassung scheint mir dnrchang unrichtig; das ! mit einem solchen die nasse Wasche. — «Die 

' "■ ÖMtscÄeninderBrusche». 1427. 146« Almcnd- 

baeh. — Die Einwohner von Bhodis suchten 
Sehnt»; «nnder den gewelben, hraoken oder 
britschett'. Adelphns, Türk. D. 6». 

BritBcb«, ein an einem Ende breites und 
flaches Holz, das die Fastnachtnarren tragen ; 
s. das Bild in Brants NarrenschifT, zn Kap. 
69, Ansg. von 1499, f •>. K, ] li. In Strassburg 
sagt man noch britschen für prügeln. — Ein 
Narr verdient «das man im die brOttehen 
Vergl. Brutte», Benecke, 1, 274. schlag». Brant. Nsch. 69. — «Mir solt wol 

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1 bretteu kann einen solchen Sinn nicht 
haben. Grimm. 2, 378, bat bretten. rapere ver- 
zücken; dies könnte allenfalls auf die erste 
Stelle passen : es brettet, man hat die Besinnung 
verloren ; auf die zweite jedoch passt es nicht. 
Schmeller, 1, 271, hat ein baierisches bruetten, 
fig. sich unwohl befinden ohne eigentlich zn 
wissen warum; das dürfte noch am besten 
auf die erste Stelle anzuwenden sein; die an- 
dere bleibt aber dabei nicht minder dunkel. — 



werden die brit»ch geschlagen, — wan ich 
vil nsz der schulen sogen*. Hurner. Mb. 166. 

Brochen. — «Wer fremde lande brocken 
sol . . .• Ältswert, 6. 

Brochseln, BrochzeD, prasseln. -- DerTenfel 
«fftr enweg mit dem grösten geschrei ond mit 
dem grösten drocÄadndei. Märlein, 15. — «Un- 
gehabeu win, der brocket in dem vasse» (var. 
brochten) Tanier. 853 (61). — -So hörtent su 
wie ein gar grosse windeagctose durch den 
walt herknmmet gruweliche brockitende*. Nie. 
V. Basel, 236. 

Brockt. — Ein Bauer schenkt 'seinem fiir- 
sprecben ein gute brockt, ein gute milch*. 
Pauli, 93. 

Brugea, gross thnn, Scherz, 189. — Hört 
wie der Winter «mit winde broget — uf walt 
und in geTilde>. Gosli v. Ehenh. V. d. Hagen. 
1, 147. 

Bronfog«!, 1381, zu 8 .^ zd verkaufen. 
Alsatia. 1867, p. 299. Brovogel, 1425. Alte 
Ordn.. B. 1 ; Brotfogä, 1469. Brucker. 229 ; 
eine Entenart, anas stropera. 

Brosam, Brosent, Brosnm, Brosme, der 
weiche, innere Theil des Brods. — iBrod on 
Brotem'. Bäthselb. d, 7 >>, — <Wann du zu 
trinken host den sin, — nim bromm nn kflw 
die wol fin». Brant, Thesm. b, 6 b. — 'Brosem', 
s. die Stelle bei dorn Wort Mus. Brant, 
Bisch, Wilh. 291, - .Uff das Brosemmd (eines 
Brodes) zettle dis pulver . .• Brunschw,, Pest. 
27 b, — .Nim rucken örowem, wein nndhonig...» 
Oersd. 39 B. — 'Das dein brot hat vil rinden, 
wenig brosam». Fries, 83^. 

Brtfslin, Brosamen, kleine Brodkrummen. 

— «Lasz mir nur die brös«2m werden, — die von 
deinem disoh ab zu der erden — fallent . . ,> 
Hurner, Bad. L, 8 ". 

Bro88, SprosB. — »Joh. des Täufers Spys und 
sin Essen sind gewesen Hewschreeken, Icru- 
atae, als gemeinlich die Lerer schribent , , . 
Aber etlich jeCz wollend Broasen dorusz 
machen, weisz ich waB>. Geiler, Post. 4, 4 b. 

— Als Bischof Wilhelm von Honstein einmal 
jagte, lieTen seine Bunde in die Beben und 
thaten «den armen Leuten» schaden <an den 
prosien, die erst nszgeschosseni. Brant, Bisch. 
Wilh. 297- — «Die Bäume fangen an Brosien 
nszstoBsen . . . .» «Die Äst sein vol Brmaen». 
Pauli, 818. 821. 

Brossen. — d soh. von einre alben und 
eirae amraeler z& weschen nnd zb broseew. 
1416. S. Thomas-Fabrik, 

Brossen, Sprossen. S. Bollen. 

Brost, Hangel. Vergl. Bru*t. — Der Herbst- 
monat «lot uns keinen broet'. Conr. v. Dankr. 
r. 291. 

Bmch, von brechen. Scherz, 189, — 1. <Ein 
nnwer bruek'. Nenbmch, nen orb argem achtes 
Land. Logeinheim, 1404. — S. auch Gebrecke, 
Ü/bneh. 

2. Geldstrafe für ein «gebrochenes* Gebot, 

— «Besserungen oder brücket . Dettweilei, 1880, 
Weisth. 5, 480. — Wer «noch schuldig ist , . . 
pfennigzins oder brüehe. . . .* — Adelshofen, 
14 Jh. Bist, de S. Thom. 334. Etc. 

8. UaDgel, Gebrechen. Auch Gebruek. — Sie 
denken «das sie hetten an weisheit brueh^. 



Brant. Layensp. 168 e. — Es ist kein Stand 
• donitabnäm Big nnd ^rucA», Brant. Nsch, 85. 

4. Brauch, Gebrauch. - 'Dises holtzes Übung 
nnd bmch ist nit so lang gewesen. . .> Hnr- 
ner. Gayac, 434. — «Ob des holtzes brück an 
allen orten gleich sol gehalten werden*. Ibid. 
438. — loh 'weisz das die sach des heiligen 
glaubens mit keinen menschlichen brücken 
oder miszbriichen sol verwicklet sein*. Hur- 
ner, LntH, Narr, S. — .. . .Nach der narren 
brück nnd sit*. Ibid. 46, 

Brfich. bruoch. 1. Unterhose. Scherz, 189. 
Grimm, 2, JIO. — 'Bruch, braccae*. Eerrad, 
165 — «Ettliche flohent bartäs und one &rücA>. 
CIos 79. — Die Geissler «zugent sich us 
untze in die bruch'. Ibid, 107. — «Hosen, 
brück, rock , . .> Ältswert, 58. — Der MannB- 
rock ist zu kurz, «des sibt man im dieswarz 
br&ch'. Ibid. 52. — 'Von Arrasz koufft ich ir 
ein duck, — do macht sie mir ein linen brückt. 
Homer, Geuchm, x, 4 b — .Nit ein ftrttcÄ, 
ich geschwig das hembd*, 0. c. F, 4 ». — 
Ulenspiegel «zoch die brück ab». Murner, DI. 
98. — «So haben sie dir auch zu schand — 
ein bräek dir geraalt in die hand*. Id., Lnth. 
Narr, 18. 2. 64. 137. — .Ein niderkleid oder 
ein brüeh,-wlt man es dan nent>, Pauli, 337. 

— Knrz, 207, macht über das Wort eine lange, 
unnöthige Anmerkung 

2, Feuchtes, mit Weiden etc. bestandenes 
Land. Scherz, 189. — «BrucA, palus.. Herrad, 
181. - «Das Bruch'. 13 Jh, u. f, an mehr 
wie 100 Orten. - Eevier Strassburgs, Gassen- 
a, Hansernamen, 57. 

Sieb Brachen, sieh Gebrochen. — Die 
nicht geschickt sind zu einem schauenden 
Leben, «eollent sich brucheti in einem wirk- 
lichen Leben*. Geiler, BriJB,, 1, 16». — 
tBruch dich noch eren gen dem find*. Brant, 
Donnerst, D. Ged, 24. 

Hit dem Genitiv, sich einer Sache bedienen, 
sie gebrauchen. — Die Geschöpfe «stcÄ brvthen 
müssen spis nnd dranck*. Brant, Thesm. a, 2 '. 

— «Znm erKten ist es nütz und ün — den die 
do bgeren höflich sin ^ zu brücken »ich . . . . 
adeliches gmnts*, Id„ Moret. a, 1 •>. — «Dins 
gwnnnen guts&t'ucAiJicAmäszIich*. Id.,Cato, c, 

I l a, — «Wer eigens koffs aicA brücken will. . . .> 
Id., Nsch. .19. Etc. — Eichter «die vernunfft 
sich brücken sollen*. Mnrner, Instit. a, 2 «. 

— Das «heiszt gemeiner völoker rechl, glich 
als ob sicA des rechten alle vSlcker gebruchten>. 
Ibid. 3 b. — «Darumb gebruckent äck der zit*. 
Hurner, Geuchm. n, ib. — .... so künt stcA 
... ein jeder dropfF der geschrifften brücken'. 
Id, Adel, E, 4 n. Etc. 

BrUchig, der einen Bund, ein Gesetz, die 
Ehe, etc., bricht. — «Wer do bricht das minste 
Gebot, der ist an inen allen brOckigy. Geiler, 
Bilg. 46 ». — «Wenn eower Vorfaren seind 
brüchig worden an Gott irera Schöpfer, als ein 
Frow die brüchig würt an irem Mann . . .* 
Id.. Post. 2, 20 b. Etc. 

Brnderm&s. — In der Hölle, «do sind alte 
Ding unter einander vermnscht, wie ein 
Sruderuiüs^, do Krut, Erbsen, Linsen, Gerst, 
Weyssen und Fleisch, weysz was unter ein- 
ander vermüscht ist-. Geiler, Bilg. 170 >>. 



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— M 



Brttge, Brfig, Brieg, BrQhe. Seheiz, 190. 

— «Ein brüge mit einer wnrtze». Salzmatt, 
15 Jh. Weisto. 4, 13&. ~ Den Enechten des 
Probates von Leberan gibt man in der Fasten 
Fische ; 'Sint aber nnt vische do, so sol man 
in gaben der viscbe br^gen'. S. Pult, 15 Jb. 
Weisth. b, 393. — Ein schlecht ErzogeoeT 
Üiat beim Essen die Finger «in die blaCC . . ., 
damit er mach ein näglis &rfig>, Brant, Nach. 
110. Wortspiel mit Nägelin, Qewürz, nnd den 
NIgeln der Finger. — «Bin gele briegi. Mur- 
ner, Schelm., i, 8 ». — Man soll nnr «ein wenig 
brieg von einem capnnen Bnppen>. Id., Oa^ac, 
436. — «Sopf das br^t»* (dimin.). Id , 4 
Ketzer, L, 1 ». — 'Ein Schweinen snpp oder 
br^g kleiner aohtang ist*. Wurm, Trost, 6a>>. 

Bri^e], zum Privatgebranch des Grundherrn 
bestimmte Matten. Scherz, 190. Seigneurs et 
Tülages, i03. — «Der brügeU. 1220 n. f.. in 
etwa 80 Bannen. — Der Abt von Ebersheim- 
mnnster hat izwene brügeU*. wo die Gottes- 
haasleate ihm fronen, das Hen zn machen. 
<. . . Die banwarte snllent gan an dem balmetage 
unde an iedwederm brugä ein rie stecken. 
nnde snllent damitte bundeu, das sie ze banne 
sint ..geton.. ISÜO. Weisth, 1, 669. 671. — 
Die Äbtissin von Erstein soll ihren ibriegel 
heien (umzäunen) siben naht vor S. Jörgen 
tag>. Bomanswiller, 1344. Weisth. b, 455. — 
Holz «denbrü^el z& bezünende*. Wiedensohlen, 
1364. Ibid...4, leo. - 200 Wellen ura «den 
brügeh der Äbtissin von Eschan zn «befriden>. 
Aohenheim, 1429. Ibid 5, 487. Etc. 

Brojen, brühen. — Ein Weinfass wird zu- 
erst •gebrütet in hetssem wasser». Käthselb. 
a,2». 

Bmmlen. — «Ewer Widersaoh lanft umb 
brumUn als ein Löw>. Geiler, Bröe. 1, 57>>. 

— Sehmid, Schwab. Wort. 102- 
BranlAf. S. Brutlouff. 

•Bmiinwiirtz. scrofularia> . Gersd. 94 b. 
Scrophnlaria nodosa. Kirgchl. 1. 578. 

Bninat, Hitze. — «Der Brunst der hitzigen 
Snnnen tribt dise herten Tropfen herab das 
es hagelt>. Geiler, Bilg. 81 a. ^ «Ruf in an 
(deinen Heiligen) für das Feur der Dnbenscheit, 
Oot für dich zn bitten das er dir zu Hilf 
komm und dich in der bösen flackernden 
Brunst nit wöll lassen verderben». Id., 7 
Schwerter, G, 5 a. 

Bi-Unstig, heiss. — <Die bumen und das 
ertrich wurdent also brüttstig ond hitzig . . ,» 
Kön. 767. 

Bi'untz, Harn. — Einer der eine nächtliche 
Serenade bringt, wird oft «mit Brunte begos- 
sen für seinen Lon>. Geiler, Narr. 129 b 

BrUntzIen, Brantzen. pissen Einer 

ibr&ntzlet nsz dem fensterusK>. Pauli, 28. — 
•Bnmteent, Hurner, Nb. e, 4 ». 

Brnst, Gebrast, von bresten, Mangel. Scherz, 
192. — Haben idie hofherren brüst an iren 
Zinsen . . .> Duntzsnheim, 1438. Weisth. 5, 
471. — •. . . das dehein vorteil oder brüste 
darusz erwachssen möhte>. 1492. Alte Ordn., 
B. 18. — (Hie ist an narren kein gebrwU. 
Brant, Nsch. 3. — «All kunst, ere, wisheit ist 
umbsunst, — wo an dem pfening ist gebruet>. 
Ibid. 20. — «Tantalus sitzt in wassers last. 



— und hat am wasser doch g^nut>. Ibid. 
68. — <. . . das er nach kurtzem schlechtem 
Inst — kam darnach in langen bruat». Muraer, 
Bad. m, 2 >. 

Bnutgewer, Brnstwehr, Gelinder. — Der 
Bischof bat «das man den Chor mit einer 
ftrut^wer verschlagen wolt, damit das getreng 
nit so grosz wüid». Brant, Bisch. Wijh. 254. 

Brat, Hitze. — Des Lazarus Leib «was 
ein zantzer brut, und was überzogen mit 
Grind und BloUren». Geiler, Post. S, 40 b. 

Brüte, Brat, Hochzeit, Hochzeitsohmana. 
Scherz, 192. — «Swer zfi brüten mer manne, 
voTwen oder spilman hat . . .> als erlaubt ist, 
ist strafTällig. 2teB Stadtrecht. Grand., Oeuv. 
in4d. 2, 210. — Sie «fürte mich do gar zier- 
liche hems zQ den lüten und z& den brüten 
I und euch z& andern kurtzewilen*. Nie. v. 
Basel, ms. — <Wa man zti opfer gat, es si 
zQ ersten messen, zft lieben oder z& brüten . . .> 
Vibb Stadt-Archiv. — *Am snnnentage so men 
das alleluya hinleit und brüte verbütet* (ver- 
kündet). Eon., 611. — GeldaUBgeben, «do zft 
kinttonf, do zft brüten'. Conr. v. Dankr., t. 
471. — »Ein thorecht Wib, da zu Gast ist 
geladen, oder zu einer Brut oder Westerlege 
. . .> Geiler, Post. 2, S7 «, — «Du wilt uff 
allen Hochzeiten sein, BriUm, Eilchweien. 
ersten Hessen, uff allen Stuben, in allen Bras- 
sen.. Id., Brös. 2, 71 «. 

Braten, beschlafen; brüten, fovere? — «Cleo- 
patra . . . gieng des Nachts in das gemein 
Franwenhus nnd liess sieh brüten'. Geiler, 
Narr. 181 «. 

Brüteln, brüten. — «So brüteü jeder swal- 
me sin eige.. Conr. v. Dankr,, v. 144. 

Bnttgämer, Bräutigam. — Der Dorfmeier 
«mass die Brut füren so man zur Kirchen gat, 
and den Brutgämer zu Haus füren». Geiler, 
Arb. hum. 140 b; 141 a ; 169 a. Sonst meist 
Brütegam. 

Bratlonft, Bratloof, Braotlonf, Brntlanf, 
Branloaft, Branlonff. Hochzeit. Scherz, 181. 

— Man liest «in dem evangeUo wie das ein 
brutlouft gemachet wart.. Tanler, .313 (Ö4). 
Etc. ~ «Ist das ein brutüoaff bereit wnrt 
noch unser stette reht . , .> 1822. Urk, 2, 
112. ~~ «Kumment, die geladen sint zft der 
hrutHouft'. Taulei-, .^06 (63). Etc. — «Z6 dirre 
hrunloaft ist fröide über fri3ide>. Nie. v. Basel. 
Taul. Bek, 32. Etc. — Christus «wart gela- 
den z& S. Johannes brutüuft'. Eis. Pred. I, 
81. Etc. — «Min herren hant mir (dem SchafT- 
ner) geschenckct 4 gülden z& minem brunlo\^ff*. 
1441, S. Thomas-Fabrik. Etc. — «Der Brnt- 
gom und die Brut die worent arm, und dar- 
umb so ludent sie arm Lent zn der Brutlouft. 
Geiler, Post. I, 24 «. ~ •. . . Das er lugen 
sol Fastnachtspil, Tentz, Brauthuf und der- 
gleichen weltlicher Freuden> . Id., Höllisch Low-, 
D, ob; Bv. mit Ussl. 153 »; Brös. 1, 50«. 

— «De naptiis, von brutloufflent. Murner, In- 
stit. 9 8. — «Zwischen denen personen, die 
under einander an statt sind der elter und der 
kinder . . . mögent kein bruthufften besten». 
Ibid. 9 i>, — «Unser elter griffent zammen, — 
als sie sich zur brutioufft nemen, — das sie 
kinder bringen wolten». Mnrner, Genehm, i. 



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ab. — «Dimt die hochzeitlich Ueidunj: an, 

— das ir za brutlofflmogt bestan». Id., B&d. 
D^ 2 ^- — *Allc kirchwihe, brutloff, irten, — 
und va msQ frölicli ist bi würten . . ■• Id., 
Schelm, d. B^; Lutk Narr, 48. 131. Etc. — 
•Es was em grosz hoehzeit oder brutlatiff*. 
Pauli, 25S. — «Da nan die hoehzeit des brat- 
louffs volbiaoht waren . . .• Eingmann, Cäsar, 
110«. 

Das Wort wird immer seltener ; die evaagel. 
Schriftsteller gebraachen es nicht mehr 

Bmtmiifls. — iWenu der gel Brutmu»» oss 
ist nnd verzert. denn so werdent kumraen die 
Weet^en.. Geiler, Post. 3, 69 b. 

Der UmEtand, dass das BrautmuBs gelb war, 
beweift dass es schon damals die später soge- 
nannte Eierbrflhe war, ein ans Eiern and Wein 
bereitetes Gericht, das man den Tag nach 
der Hochzeit denBesuchern vorzusetzen pflegte. 
Dasypodias hat: <Bepotia, die Nachhochzeit, 
80 man Morgens nach der Hochzeit die Eier 
isset, wider zechet in Bräutgams Hans». 
Qoll, 418. nnter demselben Wort Bepotia: 
«NachhDchzeit wo man die Eierbrü tsset>. 
In der Folge wnrde das Gericht aach den 
Freunden nach Hause geschickt, wobei so viel 
Missbrauch geschah, dass der Uagistrat, im 
Jahr 1628. «die übeiflässigen Brautsuppem 
verbot. (Polizei-Ordnung von 1638, p. 40.) i 
Heote existirt der Gebranch nicht mehr ; in ' 
meiner Jugend hijrte ich noch oft von der 
Eäerbriih reden, 

Bfl, Oebn, gen. Butves, Gebuiceg. Ban. Scherz, 
209. — Bischof Berthold von Bucheck •bessert 
onch das bistftm sere mit 6ui«». Glos., 93. — 
Jedes Volk igewan sine sunder sproohe an 
dem 6uto« des bnmes zfi Babylon». ESn., 246. 

— «. . . zft BoUioherae buvx . . .» Nie. v. Lau- 
fen. Gottesfr., 49. — «Der mbu wUrt gar vil 
wegen danne üwer gebut. Nie. v. Basel, 'Mb. 

— iSübantiretijw&utr of den stein der Christus 
ist uüt gedmbert». Tauler, 35 (7). «Hns, hof 
und hofestat mit allem gtbuiBe: 1395. Tacber- 
zunft, 17. — «Ein ganzer gehuwe, das ist ein 
hne und ein schewer>. Grube, lö Jh. Weieth. 
5, 406. 

Bnbelieren, sich wie ein Bube lüderlich 
aufführen. ~- <So sie sollen vast ntudieren 

— so gont sie lieber biü>elierent. Brant, Nsch. 
29. — «Sein vatter meiut er hab gstndiert.— , 
so hat er nichts den 6u&eZ(erf>. Mnmer, Schelm. 
b, 4 8. — «Do ich soll zu Paris studieren, — 
do ritt ich umher bubelieren*. Id., Nb. 150; 
37; 18)1. Lnth. Narr, 88. 

Bnben, Jemanden einen Buben schelten. — 
Man hat uns «gelestert, gebubt, geketzerti. 
Appell, a, 3 b. 

Bnben, BUbeln, wie bnbelitren. — 'Man- 
cher verloszt nff bättlen sich, — der spielt, 
biibt, halt sich iippelich>. Brant, Nsch. 63. — 
•Der hubt, der hbrt, derstiU>. Murner, Schelm, 
a. 7 ■. — <Wie er gebubt hat und gespilt». 
Ibid. g, 8 b. — «... du den anfang hast ge- 
tan, — durch des bispil bubt iederman». 
Homer, Nb. 247. — «. . . und ist im leid das 
er nit me — bieblen kan als vor und e>. 
Ibid. 41. 

Bubentram, Bubenstück. Trum, frustum. 



Stück. Qrimm, 2, 465. — «Besichs dnroh gott 
wol umendom, — so Bndstn nit denn frulen- 
trum». Mumer, Nb. 26. — «Das halt ich für 
ein bubentrvmt. Ibid. 119; 128. 

Buchelingen, adv., mit dem Bauch nnteu. 
Scherz, 194. — Einen Schöffen von Haslach, 
der nicht zur Sitzung kommt, soll man «under 
der swellen us dem huse zlheu, und in bwAe- 
lingen nffe ein pfett legen und z& gerihte fü- 
ren.. 1336. Weisth. 1, 700. 

Bachen, mit Lauge waschen. — Das Weisa- 
zeog der Aussätzigen soll man nicht geben 
<z& buäien noch zti waschen ussewendig des 
hofes>. Outleute-Ordn., 171. — «Ein bueh- 
bittet'. 1499. <£ucA6itf>. 1&16. Büttezum <6w- 
eften>. — «Weschen, &i4«Aen>. Hurner, Oeuchm. 
e, 4» ; k, 1 b, — «Sie Imchmt, wil sie 1 ugon 
hant>.Id.,Nb. 34. —Die Pelze < sein nun genng 
gebucht*. Id., ül. 42. 

Bach Stäben, buchstabieren. — Unwissende 
Priester «selten sie die messen haben, — so 
müssten sie es vor &tM;A«ta6en>. Uurner, Nb. 162. 

«Bnck». Brunsohw , Diet. 47 ". — «Bot 
Bück'. Gersd. 86 ». — Artemiaia vulgaris. 
Kirschl. 2, 57Ö. 

Bnckeler, Bnckler, boucUer, Schild. Scherz, 
194. — « . . mit blossen swerten und mit 
bucJceäeni'. 1332. Kon.. Annierk., 788. — «Hai- 
tent vaste den buckeler des heiigen glauben*. 
Tauler, QSi (ö5). - «Z6 dem buckeler*. Strasab. 
Hausname, 1326 — Junker Sigelin Schilt, 
«Sigelin dictus BudieUr'. 1826. — «Nement 
den Budäer des Glaubens». Geiler, Bilg. l)2b. 
(Eph. 6, 16.) 

Bnckeram, Bockeron, Zeug ans Ziegen- 
haaren, franz. bouquerant, bougran, mittellat. 
boquerannufi. Ducange, I, 727. — 'Buckeram'. 
1401. Tucherzuttft, 20. — <i üb. 2 seh. Clans 
Spete eime weber nrab bukeron, zft nnderzie- 
hende die grosse rote siden kuter . . .* tb seh. 
8 -f umb buckeron umb den selaltar uff dem 
lettenert. 1417. S. Thomas -Fabrik. — «1 lib. 
2 '/i seh. umb zwene blowe budteron. zft un- 
derziehende die grosse beiden swerkesorgei. 
1418. Ibid. — «10 -J umb zwo eilen wises 
öucfern, 3 seh. von drigen 8. Thoman druff 
zä raolende s6 den hofen gon Ffefüsheim». 
1421. Ibid. — Das bald weisse, bald gefärbte 
Zeng diente demnach theils als Futter, theils 
um Bilder darauf zu malen. 

Büdeming. — tBudemire, Omentum». Graff, 
3, 87. Scherz. 195, nach Twingers Vocab.. 
«Eottfleisch, omaauin>. Feldname: «In camp o 
dem man spriebet der büdeming'. Qrassendorf, 
1351. — «Ein matte, genant die büdeme'. 
Weyersheim, 1432. — «ZCi büdeminge', an ver- 
schiedenen Orten, 13 Jh. o. f. 

Bnff, altfrauK., buffe, Puff. Stoss. - Die 
Eelleriu und die Kinder eines PfoCFen, «die 
geben im erst rechte büff, — das er kum in 
das narrenschiffi. Brant, Nsch. 72. — Die «die 
heilig gschrifft krümmen und biegen, — die 
gcnt dem glouben erst ein büfft. Ibid. 98. — 
«. . . das uns die felsen an das schiff — zu 
beiden selten gent ein &A#»- Ibid 106. — «Der 
gut gesell sehlag dapKr druff, — von des 
cantzTers wegen euch ein pufft. Mumer, 
Geuchm. i, 2 ". 



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BUffen, das Ha&r kräuBlen, franz. boDffer, 1 hin das Wort von Iren Hertzen*. tbid. 1, 33> ; 

— (Das har büffem. Panli 140. — *Daa Haar | 33 >>. — Arb. buin. 93 ■, Bteht in einem Pas- 

buffent. Geiler, Bros. 1, 59t> ; Narr. SS» ; Arb. sas, der dem ersten der beiden angeführten 

hom. 93 1>. ~ <Uit schwebel, barz, b^en das entspricht, BuUurt», statt Buli/Mn. 

har>. Brant, Nsch, 7. — Das Haar tgebUfet Grimm's WÖrterbnch hat das Wort nicht; 

bie dem für». Marner, Nb. 276. — «Wie das man hat es wohl für einen Druckfehler ge- 

ich ir das herlin &t^>. Ibid. 329. — 'Er sol halten; das doppelte Torkommen an zwei 

acht tag zwei mal lassen scheren and dry verschiedenen Orten schliesst jedoch die Ad- 

mal das har lassen paffen, das es fin ktua nähme eines Irrthams ans. Die Erklärung bei 

werd wie einem jnngen Jeans knebli>. Murner, Scherz, 197. ist verkehrt : Ista terminatio 

Genehm. D. 4b. (tsen) anget; sie hodie apnd nos rixosos, ein 

Big. l. Schnlter. — 'Bug, armus, armilla>. Zankeisen». Frank 3, 21 », hat eine sprieb- 

Herrad, 187, 188. — Dem Boss Tristans schlug wörtliche Redensart anfbewshrt ; «das Zank- 

man ab «den buk'. Gottfr. v. Str. 1, 9A. — j eisen ziehen>, gleichsam das Schwert des 

«Die bü^t' eines zerlegten Hirsches, Ibid. 1, | Zankes ziehen; Eisen ist also hier nicht eina 
42. — «De carnibns ovinis 8 Nl^e faciant un- i blasse Verst&rknrg; nur figürlich ward später 

am frischingnm*. Liber coq. i das Wort für Zänker gebraucht. Zur Erklär- 

3. Sattetbug, Färbug, Bruatriemen des Sat- nng von Buhleiaen kann es nicht dienen, denn 

tels. — «De equo capitali. 1 seh. vom sattel man kann nicht sagen, der, der einer Fraa den 

zft bessern am büge nnd ein nuwen atosz dar- Hof macht, ziehe ein Schwert. Der Sinn des 

an e6 machen, und das Fürbouife zft bletzen>. Aasdrucks bleibt mir unklar. — Personen- 

1433. 3. Thomas-Fabrik. name: Otteman BuUis. zu Weiersheim, 1431. 

Bflhel, Bühl, Hiigel. Scherz, 195. — «Ir — Aehnlich: Conr. i'utyser, presb. präbend. 

berge fallent nf mich und ir bühei bedcckent chori eccl. Arg. 1487. 

mich!» Eis. Pred. 1, 77. — S. Arb ogast ward Biunan, Ackerbauer. Benecke, 2, 36. — 

«begraben nf S. Michels bShelt. Eon. 630. — «... als der bumman die äcker veret>. Adel- 

«Die berge nnd bühel gein Avion . . .> Ibid. phus, Fic. 16H ft. 

686. — Beinah kein Dorfbann ohne einen Bnmhart. Bumbart, Art Blasinstrument. 

'BüheU. 13 Jh. u. f S. Seigneurs et TÜlages, — «Pfiffer die da pfiffen mit schalrayen and 

90. — Sie werden «sagen den Bergen: fallet bumharten: 1322 Urk. 2,158. —«Das kleine 

über uns, und den Bühelen: bedeckent uns» PfeiHin mit den vil Lüehlin» am Dadel&acA. 

Luc. 28- 30. Geiler, SchiiT der Pen. 93», - Geiler, Harr. 178». 

Die Juacn führten Christum «bis zu dem Grot, i Biimpeln, hin und her werfen. — «Wie die 

BiAel oder Absturz des Bergs an welchem Marer den selben stein verworfen haben!, 

Berg ir Statt gebuwen was». Id.. Post, 2. also wurd onch ich von euch hin und her ge- 

68 b. Etc. — «Eneas solche rede that, auff bümpelt nnd verworfen mit üwem Hülcrn». 

einem hohen bihel stehend». Hnrner. Virg, N, Geiler, Post, 3. 48 t'. 

et. — Ein Wald «den haben viel bühetamh- Blinde. Gebünde, zuweilen Büne, einge- 
geben». Ibid. c, 3 b. Etc. — «An dem fusz hegtes Feld oder Garten. Scherz, 198, — Sehr 
und der wurtzel des Bühels . , .• Adelphus, oft nur als Feldname geblieben: «an den 
Türk. D. bb, — Cäsar «füret behend sein Bündent, 13 Jh. u. f. - Schon 774: «in&a 
volck Qlf den nächsten Bühel'. Ringinann, finc qui dicitur Scälehinbiundat. 734 Ecken- 
Cäsar, 13 ». — «Da ist ein bühet. da grab, so dorf. Tradit. wisa., p, 129. — Revier Strass- 
würstn einen schätz finden.. Panli, 207. hnrgs, 1382. S, Gassen- u. HiLusernamen, 81. 

Bfilfern, zu Pulver zerstossen. — «Wann Bnndrieme, Riemen, der in früherer Zeit 

man einer (Spinnerini eine grosse Bossheit zum Binden an der Rüstung, dann überhaupt 

wil thun, so kouft man etwas in der Apothek . als Gürtel diente, um die Kleider zusammen- 

nnd holt Tüfelstreck, das bälfert man und zuhalten. — «PetruBwoltmitChriato in den Tod 

setzt es in den Flachs», Geiler, Bilg. M b. ^een . . . , aber da es an den Bindriemen gieng, 

Bnige, lederner Sack für den Proviant, da war er der erst, der sich darvon macht». 



Scherz, 197. — tBulgen' (bnlgae) gehören zu 
dem für einen Eriegszug nothigen «Geschirri. 
Ites Stadtrecht Grand. 2, 85. 

Bnllser, Buhle. Liebhaber. — Wenn einer 
einer Frau «ein halb Jor etwenn nochgelonfen 
ist und hat den Ring an den Thüren zu Nacht 
küsset und hat ir hofAert mit der Luten. und 
das . . . im gelingt das sie im würd, so spricht 
"'"t es nit me denn das? . . . Doher karapt 



Geiler. Bros. 1, 73», — «Jelz wil es an die 
Buntriemen ga.tit . Murner, Luth. Narr. 10. — 
«Er wird gleich an die Bindriemen gehn». 
Fischart, Garg, 181. Sprichwort: er steht im 
Wasser und dieses geht ihm bereits bis an 
den Gürtel, es tritt ein bedenklicher Moment 

Bnndacbnh. 1. Gemeiner, mit Riemen ge- 
bundener Schuh. — «Ein bunUehitch, auf die 



das dieselben Bulpsen, die inen künftige Ding | bewerische art gemacht, hoch bisz i 
fürmolen im Kop^ das dieselben Ding hüb-iknü, mit dreien grossen rincken». Adelpbns, 
acher . . . seind in ihrem Dnnkeu, weder sie | Barb. 47 ^. Adelphus redet hier von Schuhen, 
an inen selber seind». Geiler, Post, 3, 26 '. ■ deren Riemen bis ans Knie um die Beine ge- 
— c, . . Das seind die Menschen die da hären ; wunden wurden, Schmeller. 1, 249. Solche 
das Wort Gottes, und aber wenn sie das jetz- 1 scheinen die elsässischen Bauern nicht getra- 
undan habent gefasset und einen guten Willen ! gen zu haben ; auf alten Holzschnitten gehn 
und Fursatz dem noch zu gon. als etwan die die Riemen nicht höher als die Knöchel : auch 
Bubften, so knmpt denn der Tiifel und nimpt die Bilder, die die Fahne der Aufständischen 



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— 69 — 

darstellen, zeigen nar einSD Sohnh mit Bie- Funtsehtur'-, nnd Bohon in seinem Catal. episcJ 
men, die nicht lang genug sind, am bis an Argent, 1607 verfasse, p. 116; noch mehr, in 
die Knie zn reichen (Tirgilii opeia. Strassb. Brant'B Ausgabe des Virgil, lb02, ist anf einem 
1602, in-fo , 329b ; Hnrner, Lnth. Narr, Str. der HolzBshnitte ein Baner abgebildet mit 
1632, 4« , N, S ».) Übrigens ist der Schah, einer Fahne, aof der ein Bandscbnh. — Dasy- 
Ton dem AdelphaB redet, der eines baieriechen ^ podius: «Conjuratio, ainBandsehuh, Zasamen- 
Banern, und die Stelle aaa einer lateinischen sobworang; conjnrati, die Bundschüher* . 
Chronik ubereetEt. — «Einer las ein buiütchuch , 3. Der Teafel «blaset dir in : non woian, so 
machen nnd sehen nit den groBsen tiiffel*. 1 wil ich betten in unser Frawen BoBenkrantz 
Pauli, 190. Sprüchwort: ein kleines Vergehnl nnd in unser Frawen Mantel, nnd dem Heiligen 
vergrössem and eine wirklich grosse Sünde das und dem das in alles Heiligen Bund- 
übersehn. — «Ein AfFenjäger wann er ein ; jchuch so vil, und ist on End>. Oeiler, BrÖB. 
Affen will fahen, so nimpt er fier oder fünf 1, 6Ss ; Sünden des H. 84 a. — £^ ist mir 
rar Buntgchudi oder Botzschach mit im .... | nicht klar, was G^eiler unter «Beten in aller 
und that ein Buntsehueh an und züoht in ' Heiligen BundttAuh* versteht; war es ein po- 
wider nss . . . Wan er dan hinweg knmpt so puläter Aberglauben ? war es, wie Oberlin, 31, 
knmmen die Affen herzu nnd wellen die Bunt- \ vennnthet, Titel eines Qebetbüehleins ? Ana 
sAuch auch an thnn>. Geiler, S Marien, S3 >>-, i der Znaammenst^Unng mit «unsrer Frauen 
Irrig Schaf, D, 8 >>. — «Wenn die Beginen | Hantelt könnte man schliesBen, dass Band- 
sehon BunUchuh anhaben, wan sie sie aber schuh hier nur im Si^n voo Fussbekleidaug 
abziehen, so haben sie kleine enge bübsehe steht; was ist aber «aller HeiligenBuadsefauh?» 
Hnrenschnh darunder>. Id , Arb. hnm. 93>. Anspielung auf den Baad der Bauern, nm 
— «Der Herr sprach zu seinen Jüngern: wenn demselben einen Bnnd der Heiligen entgegen- 
ir in ein Stat kämmen predigen . . ., nnd sie ' zusetzen? — Anch Personenname: Symunt 
das nit wöUent entp&hen . , ., so schütten Sunlsclt&ch. za Santersheim, 1399, 14S1. — 
den Staab von den Buta*ehuhen>. Id., Brös. 3, CnntzeUus dictus Buntsehüeh, zu Meder-Ehen- 
50b; Has im Pf., D, S«. Etc. — Qoll, 262 : i heim, 1389. 

•Peronatns, der Buiuüehuch an hat». — «Die BUne, fem., die zwei Stockwerke von ein- 
buntKhuh von sant ClaTen>. Brant, Nsch. 63 . ander trennende Decke. Daher: I.Stockwerk, 
(falsche Reliquie). — Au einem bein ein Stiefel, etage — Einer der Tbürme von S. Thomte 
am andern . . . «einen bunttchuch grosz». Hur- 1 wurde «zweiger bünen höher gemacht». Eon. 
ner, Luth. Narr, 8S. i 730. — «Ein Jüngling sass und schlief off der 

S. Aufruhr. — Sundsehähtr, Aufrührer. Bund- 1 dritten Büne in eim Fenster». Act. 20. 9. 
lAiAüch, aufrübrisch — Einige der Jünger Geiler, Brös. 1, 83 ». 

Christi twolten einen BunttiÄuh under inen i 2. Decke, plafond. — Vor 1830 hatte die 
nfFwerfen nnd selber herschen so er sie also \ Thomas-Kirche weder steinerne Säulen noch 
erlöset; das was ir Anschlag, und verstondent Gewölbe, senden nur «hültzin treme nnd hültzin 
also das Rioh liblich*. Oeiler, Post. 2, 40 •. — bünen'. Kün. 3. ThomaB-Archiv, Reg. A. f^ 
•Den buntschuh affwerfen». Hurner, Nb. 234. — 1 817. — Bei einem Erdbeben fiel <ein münster 
•Des Luthers 1er ein bunttchiA iBt>. Id., Luth. j mit dem sweren eteininen gewelbe> um, wäh- 
Narr, 16. Etc. — Luthers Unternehmen ist ein , rend ein anderes «mit der hültzinen büaen 
<&un(fai;hu>.Id.,Adel. K,a ■. — ■. ..das du (La- j bleip ganz stonde». Nie. v. Basel, 301, — «Ein 
ther)der6untocAuAcr groszmater bist». Id ,Ki3n I haagender messener liechtstock an der bünen'. 
V. Engl. 969. — «Sie sagen man wöll uffror und 1499. Inventar des Ludw. v. Odratzheim. — 
bun(iKAtM;Atnachen>.ZetI,z,4a.— «...dasEvan- ' «Die Spinn ...wenn ir Wepp an man ig em 
gelinm sei nichts anders weder ein verdeckter End würt abgezerret, so fasset sie es mit den 
outiiAuch>. Brunfela, Anatoss. 12 1>. _ Hau sagt Füssen alles zusammen, nnd zeucht sich eines 
von einem der gegen die Hissbränche predigt, Ganges an einem eintzigen Faden uff bitz an 
•er predigt ein bundtackuch. Ist dann Christus, i die Bätt>. Geiler, Selenp. 178 ■. — <Es stosst 
mit sampt den aposteln . . . bundtaehäclKr ge- sich nieman an ein Silen Speck die an der 
Wesen.? Wurm, Balaam, i, 4». — Die evan- 1 Bänen hangt.. Id,, Brös 1, 40t'. 
gelisohen Prediger werden «uffrürer MuAbundt- 3. Fussboden. ~ Sie untersuchten die Betten 
KhüduT' gescholten . . . Das Evangelium sei ' und «hnbend daz stron uf untz an die büne>. 
•iiffrürig,(>UMJ(8eAäAMcA..Brunfels,AnBt0BB,2a; Cloaencr, 87. — «Die hültzin büne doulfe der 
*' — Mumer hat (Nb.) ein Kapitel gegen die hert stunt». Kon. 736. — Sie «brochent die 
aufstandifichen Bauern, unter dem Titel «den büne uf obe dem kelre.. Ibid. 882 — «Sie 
^tnäKhueh uffwerfen» ; das Bild zeigt einen borten ein loch eben durch die büne und lug- 
Bauem mit einer Fahne, auf der ein grober ten, was er thet», Pauli, 116, 
Schuh zu sehen ist — Schon in der, zu An- 4. Dachboden. Noch beut« zu Strassburg: die 
*ng des 16 Jh. geschriebenen Colmarer Chro- Bühne — «1 1 seh. 8 ^ eine büne zft machende 
nik (her. v Bernouili, Colmar 1888, p. 15), 1 in das hüselin under ÄBohem .... «. . 3 soh. 
DBisgC es von dem Untergang des rheinischen I 8 -^ von der kirchen und von der crüeegane- 
Btädtebundes von 1388 : «domit nam der grosse : büne zu fegende». 1417. S. Thomas -Fabrik. — 
^i^ntiehuceh ein Ende». Femer ist zu bemer- I «Eben als ein Zwibel der uff der Büne leit, 
fen was Wimpheling in seiner 1610 geschrie- [ der keimet». Geiler, Sünden des M. 63i> ; Irrig 
oenen Biographie Geilers sagt (in Seimones et Schaf, D, 1 b, _ «Denn im Penst«r, denn auf 
i"Ü '^ractatns Keiserspergii, Strassb. 1621, f", ■ der Bünen, denn da niden im Hause, als die 
*** •); er redet da von «factiosi, vnigo die , mutwilligen Uenschen die nichts zu schaffen 



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haben*. Id.. Pred. u. L. 146 >.—<... af 
der Mmn des husz>. Homer, UleDsp. 5, 5S. 

BÜne, masc, du BühneD eines Fase es. 
Scherz, 19». S- Bienm. — «6 -f cupario, die 
f»sz z& stoppfen nnd zft triben und einen bün 
darin zu machen*. 1424. S Thomas-Fabrik. 

Büatlich, verbanden. Scherz, 198. — •. . . 
fichuldig oder büntUch sin>. 1460. Tocher- 
znnft. 78. 

Bürdigr, BUrdlich, lästig. ~ < .. was im last- 
lich und bürdlieh gewesen ist». Geiler, Pred. 
u. L. 88 *: Etc. — *Wes seind ir bärdig 
and lästig diser Frowen?* Id., Post. 2, 115 '. 
Etc. 

Bürge, Burg, Gerüst. — «Zu Bern wol 
mitten in der statt — ein bürgen man gema- 
ebet hat, — die in die höh was nffgerichl». 
Hamer, 4 Ketzer, N, ö s. 

Bnrgerisch, civilis. — CSsars Bücher «von 
dem burgeriacben krieg>. Ringm., Cäaar, 12^. 

Biirisch. S. Oeittritch. 

BUrischeit, BDrkeit, BUravhheit. bäari- 
sches Wesen, bänrische AnffQhrtuig, Grobheit. 
— «Sein Buerbeit und Grobheit entsobnldiget 
in>. Geiler, Narr. 29 «. — Zu spät kommen, 
wenn man za Gast geladen ist. «ist ein gfOsse 
BürtcheiU. Id., Post. 8, 43t'; Narr. 2lOa . — 
• Grobheit nnd BüHseheit'. Pauli, 81. 

Barne, Brunnen. Scherz. 204. Noch hie and 
da auf dem Lande. — »Ein bume ist besser 
denne Zisternen». Tauler, 460 (SO). — «Alle 
dumm aller süsseste siut in inne urapmnge, 
luter nnd frisch.. Tauler, 42 (8). Etc. — Man 
beschuldigte die Juden, *sü hettent bumen 
und andere wasser entsüfert mit vergift». 
Clos. 1U4. — tUf denselben dag also goi ge- , 
born wart, do entsprang ein bunte zft Rome>. | 
Kon. 499. Etc. — Kehre dich zu Gott, «er | 
ist der küle bumet. Oswald. Etc. — Die Bur- 1 
nm zu Strassburg, s. Gassen- und Eänserna- 1 
men. 76. — Zahlreiche Feldburw«, 13 Jh. u. f. j 

Bttmeholz, Brennholz. — Die Feinde 'ver- : 
branten das zolhns und die ziegelofen und , 
' das büntehi^ bi den ziegelofen*. Kön. 688. — i 
Jedes Haus zn Grendelbmch gibt dem Fi3rster . 
Ü -J, idammb haut sie recht bümhöU zu ha- 
wen». U Jh. Wejsth. 6, 416. — In dem Wald 
von Kintzheim darf der Keller der Äebtissin 
von Andian tburnAoU hawen in sine küchen>. 
14 Jh. Weisth. 6, 401. — Der Zunftmeister 
soll für die Stube 'bämeholt koufen und be- 
stellen zft rehter zit>. 1453. Tncherzunft, 
51 Etc. 

BUmen, brennen, — Verboten Kohlen zn 
tbvrnen von grüneme standeme holzei . Si- 
golsheim, ISiU. Weisth. I, 666. — Die Feinde 
thaten viel Schaden «mit bümende* (Brand- 
stiften). Clos. 99. — <Liesse er ouon sinen 
lichamen Mimen . . . also sant Paulus sprach». 
Tauler, .586 (67). — •Bümende minne zB got*. 
Tauler, 4 (1). Niv. v. Basel, 210. — .Die wiie 
das lieht bümet in der lucemen . , .* Kon. 
24S. Etc. — .Wenne es bümet . . .. (wenn 
ein Feuer ausbricht). 15 Jh. Alte Ordn., B. 
13. Etc. — «ündangberkeit ist ein turnender 
wint, der do diirre machet den burnen der 
gottelichen gnodcn>. Eeinr. v. Offenb. 

Bitmig, brennend. — ilr snllent haben 



bttmiffe vaekeln in nwern henden>. Tauler, 
370 (64). 

Bairetach. Brunsohw. Dist. 38 a. Oersd. 
89 b. Borrago oESoiuaUs. Heute bei ans Bor- 

Btinwt, halb seidenes, halb wollenes Zeo^- 
Schmaller, 2, 1003. — «Ein bitnat oder B»git 
. . .. 1477. Tncherzunft, 93. 

Barschaft, Banerschaft, äg. bäuerische Ma- 
nieren. — «Schlag UBz dim nint . . . burschafft». 
Branl, Thesm. c, 4 '. 

Bürste, Borste. — «Ein Igel lasset sieh 
nit anrüren, er stnsset sein Bärtten'. Geiler, 
Ev. mit üssl. 91 b. 

Bttrtsel, Steiss. — «Hau sol nemen einen 
ban und sol im den ars und den bOrUa be- 
ropffen, und saltz nngestossen damfF legen, 
und den han mit dem ars nehe halten nff die 
gebresten (Pestbeulen), das ziehet die glft an 
sich». Brunschw., Pest. Sl '. 

Bnrtzel. Brunschw., Dist. 40 b. Gersd. 93 ». 
Portnlacoa oleracea, Portulak. — *Burtedi»t 
ein Kraut, das schmecket weder sanr noch 
siiBs. isset man zum Salat*. Geiler, Has im 
Pf. A, 2 K 

BuHane. S. Botune. 

BnsHnt. eine Art Geier, franz. bnsart, boae. 

— «Du gestost wie ein Buiant. der nenieob 
Vogel zestot drei Schütz». Geiler, Narr, 160 h. 

Büschel, Packchen. — «Ein Einsidel dem 
ward ein gantz Büachei Brief von seinen 
Freunden zugesandt, da weit er sie nit nff- 
bittden noch lesen, sunder warf sie all in ein 
Feuer., Geiler. Selenp. 146 1». — Goll, 162: 
•Literarum fascicnlus, ein Bütehlein Brief». 

Base. -^ Holz hauen <z& widen.biwen, phelen 
. . .> (für eine Fischerei). 1363. Bist, de 3. 
Thom., 89. 

Btissen. 1. Ausbessern, flicken. Scherz, 205. 

— Die Jünger <bmtent ir neUe, abo sol der 
mensche sin netze das mit sÜDtliohen dingen 
zerrissen ist, büsnem. Tauler, 305 (36), - «Ein 
Bwartze geruhete kasuokel zft bümen'. 1416. 
8. Thomas-Fabrik. — «Mancher sack ist also 
gar — zerhndlet schenttich hin nnd har, — 
fieng ich in zn bieuen an, — das ich verlür das 
macherian». Murner, Nb. 51. 

2. Stillen, befriedigen. Schmeller, 1, 297. — 
Eine Nachtigall kam zu einer Ameise und 
•bat sie umb Bteur jren hnnger zu Mssseii.. 
Blindenf. B, 2 b. -. Dido «redt mit im mit 
Worten süssen, — das sie ir grosse lieb 
mocht Wissen». Mnmer, Virg. k, 7 a. — Wir 
sagen noch heute; ein Gelüst büsten 

BnaawUrdig, strafbar. Scherz, 206. — «Wel- 
chen sie dann biutwärdig fiudent . ,» 1452. 
Alte Ordn., B. 13. 

Buteil. Scherz, 206, S. die Erklärung, 
Seigneurs et villageB p. 70, note l. 

BUtelvas. Kurz, 203: «ein Fass, in welchem 
Würste aufbewahrt werden?. Es ist: 1. Sieb 
zum beuteln des Kornes. 1291. 

2. Das Oefäss, in dem in der Mühle das 
Mehl gebeutelt wird. S. Büteln. Von einer be- 
Bondern Art Tuch gemachtes Sieb fürs Mehl. 

— Jedem, der es begehrt soll der Bäcker, bei 
dem er backen lässt, (die büteifatx und mul- 
ten heim tragen . . ., und das mele in seinem 



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hose büteln». 15 Jh. Alte Ords., B. 24. — 
•Aash &oht er an and Bchmiert in basE — nf 
einem alten bütdfast, — wie das und die als 
götlicb seil, Hnrner, Lath. Narr, 105. 

Bttoln, beuteln (Eom oder Mehl). S, Beu- 
tebi. — 'Ein sester rocken, den sol er büteln'. 
1391. (S. Büteivat.) — <t>Ie brotbeeker sollen 
eime ieglicben sin mele eunder büteln'. lUT. 
Alte Ordn., B. 1. — (WeisBeubroC, wol nnd 
rein gtbvtteUt (le bene oribrata farinaa). Mnr- 
aer. Gayac, 425. — Die lutherischen Lehren 
<vie man büüe sacrament, — das wir kam 
anderthalbs rae hent>. Id., Lnth. Narr, 9b. — 
Enrz, SOS : schütteln ; es ist siebten, reinigen, 

BflteltBch, von dem man die 'B&telfas»e> 
macht. 1401. 1477. Tacherznnft, 31 ^ ; 92. 

BBt«a, erbeuten, die Beate vertheilen. Scherz, 
306. — Die Strassburger nahmen Pferde nnd 
Enhe, <Qnd bütelent and teiletent eü do under 
sieh*. Kön. 692. — Ein Banbritter schreibt 
seinen Gesellen, idas sie im helfen bäten'. 
Homer, Nb. 2S6. 

Batsdiet, Petschaft. Bitschit, 1423. Scherz, 
160. — «Das erst Gleichnasi ist von eim 
goldiaen Büta^t; eo man dasselb in ein 
Waehsz tmckt, es überkompt darnmb nit die 
Gestalt des Wacbsz, snnder das Waehsz über- 
Itnmpt die Gestalt des Sigele und BütsiAetst. 
Öeiler, Schiff der Pen. 44 b. 

Butte, Hagebutte. — Feldname: «iuxta 
tuKm*. Westhaosen. 1266. — <Das bulUneeh'. 
Barr, 1388. — «Die butlmhunt: Knrtzen- 
haoaen, 1316. 

Büttel, kleine Bntte, Znber. — Sie .schütten 
die büttlen mit den vischen nmb>. Brant, 
Bisch. Wilh. 291. 

BUttich, Bottich. Heute : Stendel. ~ <£ü{- 
Uche der Fischer». 14 Jh. Alte Ordn., B. 12. 

— 'Ein Tragebüttichm', einen Ohmen enthal- 
tend. Salzmatt, 15 Jh. Weisth. 4, 186. — «an 
bfUHehetialegetit. S&ssolsheim, 1418. Ort wo 
man Büttiäu aofsohlsgt ? 

BUtse, masc, Pfütze, sumpfiger Ort. — «An 

— in dem bütuen. bitten, bitn7ien>. Feldnamen 
an sehr vielen Orten, 18 Jh. n. f. — «Eine 
Matte, der man sprichet Bütgin'. Bckbolsheim, 
1369. Pessenbeim, 1308. Gendertheim, 1806. 

Botse. I. Maske. Scherz, 209. — -Als bitz- 
har grose personen, seh&lere nnd andere, mit 
buteen geloaffen sint . . .> (wird verboten]. 
14A6. — tlnbuUemoUloaSeat. 1466. — 'Das 
Volk ist nEF disen Tag gantz geneigt nas bö- 
ser Qewonheit zu grossen Sünden, als zn 
Fresserei und zu Hochmut . . ., zu TJnküscheit, 
Narrheit, das ist Butten oder ander Fastnacht- 
iipil zu machen». Geiler, Ev, mit Ussl. 84)>. 

— «Wie ein iede sich nfimutzt, — und siebt 
doch wie ein faslnachlbuU: Murner, Nb. 144. 

— Gödeke, irrig: Vogelscheuche. — Schmid, 
Schwab. Wort. 110. 111. 

2- Popanz, manneqain. — *Wann man Hanf 
sBgt, so steckt man einen Batzen in Acker, 
den macht man in Gestalt eines Menseben, 
und ist dijch von Strow». Geiler, Bilg. 160 a. 

— 'Hanfbute oder Vogelschflch». Ibid. 160»; 
Arb. hom. 102 " ■ Schiff der Pen. 10 ». — Es 
steht einer vor dem Hans seiner Geliebten, 
■do hat sie schleier zammenbandcn — und 



wie ein menschenkopf gewunden, — der arme 
gonch stnnd daramb dunden — und meint er 
nem ir eben war, — do was es ein «cAOAe- 
bute gestellet dar. — Wenn sie ungefor er- 
wacht, — den buteeii sie bewegen macht, — 
domit betrog sie in die nacht*. Murner, 
Geuchm. x, 2 •>. — «Sie kan mit falscbeit dich 
ergetzen, — ein gch&MuUen in das fenster 
setzen, — wenn dn wenst sie lieg selb do, — 
so ist ein butt gemacht usz stro*. Ibid. t, 
3 ^. — .Ein »diüehebuUen in das fenster set- 
zen*. Mnrner, Mfile, A, 6 b. _ S. auch Witt' 
taimtt. — Fig., Der Tenfel. .Aber der Butt 
kamt und löset dise Pfand, wann sie sint sin, 
er bat dir sie gegeben*. Geiler, Bilg. BS^. — 
•Gleich einem Hanfbutten, ab dem die guten 
fögelin erschrecken». Zell, V, 1 a, - »Sie ha- 
ben die heiligen für jren geUbutaen gebraucht*. 
Ibid. X. I b. 

8. Am Kernobst, Veberbleibset des Blnmen- 
kelehs. — 'Nim fnle öpffel und schneid das 
fnl von dem butt: Gersd. 69 h. 

4. Keim eines Samenkorns. — .Das Bütelin 
in dem Eom, das an dem ersten nfFgat, daraas 
das Keim wachsen sol* Geiler, Baum der 
SbL 23 ». 

5. Scirrna eines Geschwürs, fig. sittlicher 
Schaden. — •Eben als der Suts noch in eim 
Eissen steckt, so lang der Butt noch da ist, 
so lang schwirt der Eissen*. Geiler, Ev. mit 

I UsbI. 88 ■. — Fig. .Eine Liebe, der Eiterbulz, 
aUBs dem alle Geschwer nnd Eiter anderer 
Laster herfUrschweren* Geiler. Selen p 186». 

\ — 'Alleweil der Butt Hoffart, Begird üppiger 
Ere in dir steckt, Bö lang geet Neid in dir 
auf; thn eins, zuck den Butten dannen*. Id., 
7 Scheiden. H, 3 b. _ .Geduld zuckt von 
ersten dannen den Buteen der Trnrigkeit*. 
Id , Bilg. 61 a. — .Es steckt noch in et- 
lichen heimlicher verborgner butt dahiaden*. 
Blindenf A, Ib.— Man hat Brunfels gebeten 
vom Zehnden zu schreiben, .so oiemants mit 
dem selbigen buteen herfür wil*. Brunfels, 
Zehnden, a, 1 b, 

6. Uucus, Botz in der Nase. — .Unser 
Künig ist eben ein Mensch wie wir seint, er 
get auch äff das Hüslin, er bat auch Butten 
in der Nasen wie wir». Geiler, Ev. mit üssl. 
159 b, — Fig. .Das ist nit . . . dorumb das 
du die Worheit seist, wir hörent die Worhcit 
gern ; es ist ein andere Ursach do, es steckt 
ans ein ander Butr in der Nasen*. Geiler, 
Post. 2, 46 a; Has im Pf, A, 6 b ; Ev. mit UssL 
61 ». 

7. Schnuppe eines brennenden Lichts. — 
•Du meinst da habest das Licht der Anfecb- 
tang zu Sünden . . . gantz abgeblasen, darumb 
das du in das Kloster bist kummen, der Butt 
des Lichts ist aber noch daran, das ist die 
Neigung zu Sünden*. Geiler, Baum der Sei. 

19 b 

8. Stumpf eines Banms. — «Ein Bauer kan 
nie den Butzen mit den Wortzeln hernss zer- 
ren.. Geiler, 3 Marien, 12 ". 

9. Fig., der innerste Grund. — »Das ist der 
recht Gmnd und Butt um welles willen wir 
so gnadlos sind». Geiler, Post. 3. 19 ». 

sich Butzen, sieb fortmachen, weggehn. 



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*BuU dich, mnnich, hinder die tür!> Hamer, 
Nb. 6. — >BuU dich dennen!» (vod dannen). 
Ibid. a08. 

Bntzenantlit, Larve, Maske. — <Zn dem 
ersten zögt er (der Tod} wer der ist der die 
LarveD tre^, daa Buteenanüit ; wir haben 
alle Butgenantlil vor uns, aber in dem Tod 
thuD wir sie hinweg'. Geiler, Arb hum. 131 >>; 
Selenp. 287b ; Narr. 193 « Etc. — -Larva. 
ButzenantUt'. Gemma. Ebenso Dasypodiua und 
Gell, 296 ; bei letzterm ; «Larva, Schönbart. 
BuUenattÜiti'. 

Bntzenkleid, Maskenkleid. — *Wenn etwan 
der Herr ein schwartz Berenhnt oder ein 
ButgenMeid anthnt und uff der Erden uff allen 
Tieren krücht gegen dem Ennt, so voht denn 
der Eant an zd belleD>. Geiler, Bilg 138^. 

<Bnweholtz>, Bauholz. 14 Jh. Hanauer, 
Consttt. 18&. 

Buwen. 1. Bauen. — * .. . obe jeman de- 
keiue veete buwen wolte in dem dorfe und in 
dem banne e& Vegersheim . .. > 1312. Als. dipl. 
2, 104. — 'Stt vorhtend, daz der biaehof eine 
bürg darof buwende würde». Glos. 73. — «Sü 
-woltent einen hohen tum 6u««n>. Eon, 244. 
Etc. 

2, Anbauen. — <Wir müzen dicke freradio 
laut. . . &«aKn». Gottfr. v. Str. 1, 182. Etc. — 
<Noe was der erste der die reben buwtU: 
Eün. Sil. — <Ein gftt butom» (ein Feldgnt). 
Sehr oft, 14 u. 16 Jh. 

Bfsem, Bisam. — tByaem ist nit anders 
denn Mügztreck>. Geiler, Bilg. 172 ». 



C. Siehe K. 



Dach, plur , die Dach. — «Von hausern und 
von hohen dachen'. Murner, Tirg. F, 1 1", — 
Glocken (müssen bangen nnder den dachet». 
Id., Luth. Narr, 49. Etc. 

Dachlose, Auflösung, Zerfall des Dachs, — 
«Zervellet (ein Hubhof) von taelüoH.. .• Metze- 
ral, 15 Jh. Weislh. 4, 19B. 

DXchtnnsz. Gedächtniss. — <Ein lügner 
muBz vil dächtnuse han». Marner, 4 Ketzer, 
B, 3 a (mendacem oportet esse memorem). 

«Datae, argil1a>. Herrad, 181. 

Dalmetsch, Dolmetscher, üebersetzer. Dal- 
pietschen. Vefdalmetichen, übersetzen. — <So 
ich ein datmetech und kein dichter was . . .> 
Murner, Virg., Vorrede. — «... dan ich seins 
buehs kein macher, snnder ein dolmetsch ge- 
wesen bin». Id., Kon. v. Engt. 898. - «Vir- 
gil . , , in tütsohe reimen. . . dalmetacheU. Id., 
Virg., Vorrede. — «Wiltu sie {die Bibel) dtü- 
mslaehett .... Id . Kön. v Engl. 981. — «So 
nun ich . . . von etlichen erbetten ward, solch 
Instituten zu verdalmtUehen. . .• Id., Instit., 
Vorrede 



Dangneme, Dankneme. Scherz, 324. 1 
Dankbar. — <Diser grossen guoden solte der 
mensche also dimgneme sin...» Tanler, 150 
(28). Etc. 

2. Mit Dank anzunehmen. ~ «Ein dangneme 
gebe von gotte». Nie. v. Laufen, Oottesfr., 4C. 

— «Ein dankttemet wolgefallen and hoher 
dienst». Oapito. Treger, L. 4 a 

Dangiieniekeit, Dankbarkeit. — «. . . das 
man sich übe an dangtteToekeit des grossen 
gfttes». Taoler, 246 (43). Etc. 

Dapfer, tapfer. 1. gravis, emsL — Der 
Geistliche, «in sim gmng sol er dapffer sin, das 
er nit ein fontast erschin» (gravis incessa). 
Brant, Moretus, a, 4 ». — Am Tisch «bi her- 
ren sig dap/er und stet» (gravis et stabilis). 
Id., Thesm. a, 4 b, — Ton Buhlern «wart 
selten dapfer wort — glich wie von einem 
kind gehört» Id., Nsch. 16. — Die Bischöfe 
sollten niemand ordinieren, <es werent dann 
gantz dapfer lüt». Ibid. 73. 

2. Tüchtig, kräftig. — «Sie soUent auch 
zwei redlich tapfer mann ordnen on harneseh 
mit guten hellen parten». Braut, Bisch. Wilh. 

; 34&. Etc. — «So iebt ein jeder dapfer sich». 
Murner, Sb. 184. — «Frisch uff,... schlag 
dapfer druff». Ibid. 231. ~ «Dann macht sie 
im ein krenzlein schon, -— darnm will sie ein 
dapfem Ion». Ibid. 36. — Jndas nahm «ein 
dti^fem Bold». Ibid. 234. — «Lügt dapfer, es 
ist üwer art>. Murner, Geuchm. C, 1 >. — 
Dass die Glocken tdapffer inher brummen». 
Id., Luth. Narr, 49. — «Den orden nim ich 
dapfer an». Ibid. 131. — «Mit vilen aud 
dapffern Worten». Murner. Adel, F. 3 «. — 
Fromme Leute «die den wunderzeichen so 
dapffer knnuohafft geben». Ibid. J, 3 >. Etc. 
Etc. 

3. Wichtig. — Man soll den Bann nnr «in 
I dapffern handeln» brauchen. Uumer, Adel, 
JE, 4b. ~ Alexander von Haies, ein dapffer» 
I leren wol erkant.» Id., 4 Ketzer, D, 3i>. 

I 4 Ironisch: tüchtig. Ein Vater, stolz auf 
' das leichtsinnige Treiben seines Sohnes, sagt : 
' «es staC im dapferliehen an». Braut, Ksoh. 8. 

— Ein lüderlicher Student lernt dass er 
•dapferlich kunt gut latinum, — von der 
stat zum galgelinam». Murner, Nb. 29. 

Dapferkeit, Ernst, gravitas. — «Die dapfer- 
keit schafft das man lidt den alter . . .* Brant, 
Moretus, b, 6 b. 

Daphart, Art Mantel. Tabardom, tapardom. 
Ducange, 6, 476. Scherz, 235. — «Bin daphart*. 
dem Johann von S. Amarin geraubt. 1300. 
Cod. dipl. S. Thom. -- <ä lib. 9 .J hab ich 
gelöset abc eime swartzen dapphcart*. — «Ein 
swartzer daphart mit witeu ermein und mit 
eime lebenin ffkter», 1418. S. Thomas -Fabrik. 

— «Der dappart olim kamerarii». — tDappar- 
du» Johaunis Swop». 1419. Ibid. 

Darafter, hin und her, da und dort — *Dn 
schwankest also darafter als ein torecbter 
Jagdhund», der die Spur verloren hat. Geiler. 
Geistl. Spinn. L, 4«. — «Du bleibst nit nff 
einer Betraciitnng, du schweifst darafter im 

Gemüt hin und her». Ibid. N, 2 s. «Die 

Lerer ziehent darafter hinder sich und für sich, 
nit anders denn wie ein Katz ein Seigtnch 



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_ 63 — 

darafttr zächt, S. Ihomas, Scotas and diel DeefclacheB, Stock Leioenzeng, um etwaa 
«ndern, und machent vil Qeferts darusB>. znzadecken oder einznwiokelti. — <So bedecket 
Geiler. Post. 8, 'dl ». Etc. — «Die Jaden hatten | mao in mit einer weiasen Zwehel oder Dtek- 
amb and amb darafttr Synagogen*. Ibid. 2, l lacht . Geiler, Passion, 8 ■. 
Ifik, — (Die Bathsherren hand eigne Metzen | DeiTem, schwatzeo. — <Wann sie nüt ze 
in den HeÜHÜn darafttr ia den Winkeln Bitzen>. ' thun haben, eo fahen sie an eohwetzen und ze 
Geiler, 7 Schwerter, G, 6 &. Etc. i deffern'. Geiler, Emeis, 2b b, — Heut« heisst 

Darras, von dem franz terrasse. Verschanz' deiner» so viel als schelten. 
nng. — Geiler, Post. 8, 69«, am Band. «Val- Deheiner.keiner.— iTilnemen artzeDTsioh 
latio, ein starck Bolwerck oder ein Tarrasz». , au, — der dheiner etwas domit kan>. Brant, 
Oemma gemm. — Id einer würtemb. Urkunde Nsch. 56. — 'Yerlosz das ding zu dheiner fHst 
TOB lUt): «bei 40 Klotz Tarras ond Hand- — das du weist das dir eben ist>. Id., Cato, 
bnchsen . . .• ; hier also Art Geschütz? Ist i b, 2>>. — <Wiewal der arm bedarfF vil, — 
aber nicht zu lesen :TarraB- nnd HandbÜchsen? schenckt (der Beiohe) im niit zu dheiner y/ü* 
iSchmid, Schwab. Wort. 120.) S. nnten, Bar- 1 Id., MoretUB, b, 1 *>. Etc. 
rttbü^e. I •Dehselin, aBcia> (Bell). Herrad, 191. 

Darrasaen. verschanzen. S. auch verdar- < Deind, das franz dinde. — •Eine deind z& 
raeten. — <Do der selb einest in eim Strit 4 J'. V6ü\. Heiml. Bnch, f ' 44. — 15 Jh. Alte 
keinen Orand oder Wasen hat domit er macht Ordn., B. 13. 

darrasaen und ein Geschütt machen . . . > Geiler, ; Deinerl«i, von deiner Art. Ton Lei, Art. ~ 
Post. 8, 69 0. 'Bq hast ein Kind . . ., es lebet nnd da lebst, 

DftrresbSchM, Kanone. — «Also thut auch und ist deinerlei, es ist ein Mensch, dn bist 
der Feind, er schreckt die Kleinmütigen and auch ein Memch». Geiler, Ev. mit Ussl. 14 s. 
kampt sie an anbedacht, bringt sie in einen. Deipel. meretrix; absichtliche Entstellong 
Griisel, als man auch mit dem Ton der grossen ' von Teufel, um den Schein nicht zd haben, 
T)(xrresbiichsen thut, so man ein Stattmanr be- 1 dies Wort anezu sprechen. — ilch wil sie ei- 
schüsset>. Geiler, Irrig Schaf, Q & h, _ tWann nem Bnben gleichen, der da hat ein eeliche 
der Teufel vor dem Scbloss diner Selen lit, Frawen, and er hat auch ein Dirnen oder ein/ 
und darin schüsst mit der grossen wüsten I Z^fi^j zu Basel oder zu Eolmar>. Geiler, 8 
DarruibiMhaen. das ist mit schentUchen wüsten , Marien, 33 «. 

Gedenken dich anflehtet*. Id., Bilg. 26 J>. — j Deisem, Sauerteig. — •Deisane, ziraa*. 
<Ee ist nit loblich eim Tarn das er steif stot, Berrad, 192. — «Teysem*. 1478. Alte Ordn., 
da nie kein Darresbächt daran gericht ist ge- 1 B. 1. ~ «Nim fermentom, i. e. deisam bei einem 
eein>. Id.. Emeis, 61 b. { brotbecker*. Gersd. 40 b. .^ 'Deisem von eim 

Dartsche. Das Verbascum thapsus heisst | brotbecken>. Branschw., Pest. 2ß>'. 
•künigskertz, darumb das sein Stengel von Deissel, Deichsel S. Teitsel 
vilen gedört wnrt, überzogen mit hartz, wachs i Delben, graben ; vergl, talpa. — «Er kan 
oder bech, und staogkertzen oder dartschen , die Wnrtzeln der Sünden nit gantz heruss 
davongemacht und gebraut fUr Echoabfackeln*. delben'. Geiler. 3 Marien, 12 a. — lEin Eus- 
Brunschw. Dist., 133 b. — Tartschc. franz. i vater hat gepflantzt einen Bebaeker . . . und 
targe. ist der Name einer Art kleinen Schil- 1 dorin gegraben oder getolben ein Wjher>. 
des; im Sinn von Stangkerze habe ich Dart->U, Post 2, 46b. £tc. 
»che sonst nirgends gefunden. Delle, Teile, engl, dell, Vertiefnng, kleines 

Datt,Tartar. G3deke.80: «Tatar, Zigenner*. { Thal. — «In der deUen, Mlen, — über die teüe, 
— «Gott ist kein Böhem oder Datt, — ir j über deüet Feldname, mehrmals. 1286 n f. 
sprechen er doch wol verstat'. Brant, NsiA. ' Demmen. schlemmen, schwelgen. — «Do 
17. — «Weder Juden. Heiden, Datten, — irn i maa brassen, schlemmen und lümmen solt». 
glonben als schentUch bestatten — als wir, ! Geiler, Post. 2, 37 a, ~ «Ich wil . . . sagen 
die Kristen wellen sin*. Ibid. 112. von schlemmen und d«mni«n, füllen nnd saufen*. 

Danas. Diiss, das franz. denx. Der Zweier Id., Sünden des H. 3 s. — <0h ich schon 
des Würifela. — «Zwei ong anff dem wirffei, [ schlem and dem bis Mitternacht». Id., Bilg. 
heisst ein dause: Guldin Spil. 48. (Ausgabe ' 91 o. gic. _. fSchlemmen und d«inm«n, tag 
von 1882: du».) — «Ein Wimel der stot eben . und nacht*. Brant, Xsch. 19, — «Ich schlemm 
als fest äff eim Ess als uff eim Zinken oder i und demm. ich zere und hrasz*. Mamer, Nb. 
uff einem Sess; also ein Mensch eol steif ston|8l. — iWas vor ziten gstiftet was, — jetz 
Ulf dem Ess nnd Duts der Wider Wertigkeit, 1 hat die herschafft alles das, ~- und schlemt 
als uff dem Sess und Zinken des Glucks*, und demt frölich dovon. Ibid. 117. Etc. 
Geiler, Brös. 2, 84>'; Fred, über Maria, 13 >>. Demmen kommt last durchgängig nur mit 

Det^imeu, Dechmntj decimte. speziell Ab- i schlemmen verbunden vor; es scheint mir da- . 
gäbe für Eckern. Scherz, 227. — Wer Schweine ; her nichts zu sein als Alliteration. Schmeller, 
in den Wald schickt, «sol 4 pfen. geben zh ' 1, 871, stellt es mit unserm Dempei, Bansch. 
Dtdmen . . ., und ist des Dechmen nieman lidig ! zusammen, das auch in Baiern Üblich ist; er 
denne die schÖffen und des closters ambaht- ; erklärt Dempes durch Dampf, so daas demmen 
lüte*. Uaursmünster, 14 Jh. Hanauer, Constit., so viel wie dämpfen wäre. S. auch Zarnke zu 
84, — Wenn za Bischweiier Eckern ist, «so ' Brant, 630. Dempes kann aber auch, umgekehrt, 
sol yedes swin geben 4 ..J z& dechmüt'. 14&8, i von demmen kommen; die Verwandlung des 
(>■ c 328. — Erinnert an den frühem Schwein- ' zweiten m in ft oder p ist eino häufige Er- 
zehcnden. i scheinung. Nachdem man das Wort demmen ge- 



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64 — 



bildet h&tte, war es leicht ein volkEthfimlicheE 
Substantiv davon abEQ leiten. 

Demmen, domare, ztlbmen; nicbt zu ver- 
weohseln mit dem vorhergehenden. — «Wan 
bi)Be Neigangen in dir nj^on, bo hat dir Got 
geben die Kraft das du die mit deinem freien 
Willen magst dtminen». Geiler, Ev. mit Uaal. 
87 b. — tSoll das Fleisch getemtnet werden,. .> 
Id., Has im Pf. c, e*>. — «Dieselben haben 
gedempt die Anfechtung». Id., BrÖs. 1, 10 K 
— Pferde, «so sie sich lassen demmen, — in 
karren oder wägen zemmen . . .> HDmer.Virg. 
J. 5 !>. — ".. . ehe vil thier mochten gedatmel 
werden.. Ibid. h, 4 b, — «Wan wir die bischöff 
hon gedatml,— und ir guter hon vetschlempt. . .> 
Knrner, Loth. Narr, 128. 

Denuner, subst. von demmen, schwelgen. — 
«Schlemmer und Demtner*. Geiler, Emeis 43 b. 
Etc. — •Schlemmer und demmert. Braut, 
Nsch. 71. 

Dempfen, ersticken. Sohmeller, 1, bll. -- 
Das Evangelium, <ob mau es hat wöUen an 
eim ort dempffeu, an dem andern ort mit ge- 
walt flammet». FoUio, Predigt, B, 8 b. Etc. 

Denniu, adj. von Tanne. Zoll <von den 
denninen Bömen>, 1932. ürk. 2, 208. 

Deprer. Gddeke. 61: döbisser, Bettler fllr 
Heiligthamer und Kirchen. Botweleoh. — Braut, 
Nscb. 61. 

Dertsche, Tartsche, Schild. — Qeilei, Arb. 
hum. 41 B; 113 V 

D«eter, desto. «Uff das er degter ee soll ver- 
sehnellen.. Geiler, Post, 8, 104 '. Etc — «Uff 
das ein Mensch detterbas und sicherlioher die- 
selben halten niög, and detter minder davon 
abtrelt.. Id.. Selenp, 141 b. Etc. Eto. - Nit- j 
destemunder, nichts destoweniger. «Und dO' 
mmb wart erkant das man niitdesterminder 
Bolt mit den Jüngern darschicken die Künigs- 
knecht>. Geiler,PoBt. 3,104 K — .Usz disen . . . 
Bprttchen . . . mag detterbast verstanden wer- 
den . . .» Wurm, Trost, 22 ». — Heiligenbilder, 
wie kostlich sie auch geziert sind, «seind nit 
degtenainder götzen nnd nichtig!. Ibid. 11 ». 
Etc. — Die Feiertage sind «anfengklich ul^e- 
satzt worden das gotts wort äester offter zn 
verkünden). Ibid. 24 b. — Der Reichthnm 
hat niemand tdetter weiser gemacht*. Wimph-, 
Chrys. 10 a. Eto. — Dealer ee, dester minder, 
sehr häufig bei Braut und Uumer. 

Deumeln. S. Dümeln. 

Dentschen, TUtschen, in deutscher Sprache 
ausdrücken. — <'Ich kau es dir nit bass 
tatsdien: Geiler, Geistl. Spinn. L,Q»; Ev. mit 
Ussl. 3 b. Etc. 

Denwelicta, tauglich. — 'Dinge die zu einer 
reisz, kampB und streit su volbringen, nutz 
und deuwelich genent werden». Wimph. 
Chrys. 5 b. 

Den wen. S. Douwen. 

Denwlg. S. Döwig. 

Dich. ö'. Tick. 

Dicht, Tihte, Ben. 3, 36, Gedicht. — «Der 
diez min dicht dnrchleson hat» . Uurner, Schelm. 
0, 1 B. — iDanimb hab ich dis dicht gemacht», 
ilurner, Bad, 0, 4 >>. £tc, — Ete und da, bei 
Mumer, Gedicht, Bad. ?,!•>; Nb. 3. 

DichteD. S. Dihlen. 



Dichter, Verfasser. — Gersdorf sagt er gebe 
sich «nit in rnms wis nsz ein buehdiehter- zu 
sein, Verso des Titels. — «Heinrions Siu» 
(Suso) «der Dichter des Zeitglöcklins» (von der 
ewigen Weisheit). Geiler, Passion, 14 b. — < Der 
Dichter diss Buchs entladet und eulediget sich 
von dir. . > Id.. Dreiaekigt Spiegel, BB, 1 b. 

Dicke, Dick. Scherz, 332. 1. Adv., oft. — 
«Wir müzen ducke fremdin laut . . . bnwen». 
Qottfr. V. Str. 1, 182. Etc. — «. . . des er began, 
da lang im aller dUdeal an». — Ibid, I, 72. — 
•Was Wunders stot didce in dir uf !» Tanler, 
261 (44). Etc. — Dem Papst Gregor X «kajn 
die klegde dickt für, wie übel es in den landen 
stündet. CloB. 41. Etc. — «Also dicke es in tage, 
so wellent wir mit in striten». Kon. 8d0. Etc 

— TheodoeiuB «was also ein heilig cristeutnan, 
das er eine vigende dicker überwant mit bet- 
tende und vastende denne mit dem swerte». 
Ibid. 872. — «Qont vi) und dick' za dem saora- 
ment. Predigten Ingolts, 1436. — «. . , »Is bis- 
her vil und dtcibeechehen isti.Eäningen, 16 Jh. 
Bnrckh. 74. Eto. — «Wer vil redt, der redt 
dick zu Tü>. Brant, Nsch. 32. — «Damsz ent- 
springt ouch otFt und dick . . .> Ibid. 64. — 
«Wer nit gern hört von wizheit sagen, — der 
würt dest dicker von mir klagen». Ibid. 114. 
Etc. Etc. — «. , . das sin würd gedacht ofit nnd 
dick . .» Hurner, Schelm, g, 6 > — «Ich hab 
selbs oSt und dick gepred^et». Id., Nb. S&4. 

— «Die geistlichen und ordensliit guckent onch 
offt and dick in der kirchen». Id, Geuchm. e, 
3 >. — «Weist du nit das man oft nnd dick in 
diser landtsohafft sprechen ist, hüt dich vor 
demscherer?» Brunschw,, Pest, 34 ». — «Chris- 
tus selbs sich dick errettet von den Juden*, 
Pollio, Pred. A, i >. 

2, A^',, wiederholt. — <. . . zum dickem 
mol ermaneti. 1472. Uolsheim. Weisth. 6, 438. 
Etc. — «zum dickem Halt, bei Geiler, öfter: 
Ev. mit Usal. 71>; Geistl. Spinn. 0, 2b. Etc. 
Etc. — (Als sie zum dickem mal hon gethon». 
Hurner, Lnth. Narr, 92. — « . . als zum dickem 
mal gesehen nnd geschehen ist». Bmnschw. 
Chir. a, 2i>. — ., . . ich sag nit das sie es 
zum dickem mal selbst zugericht haben». Zell, 
H. 2». 

Das Wort kommt sehr häufig in allen 
Schriften dieser Zeit vor. Es hat sich in einer 
ei genthü milchen Redensart bis heute bei uns 
erhalten; wird einem etwas überdrüssig, so 
sagt er: «ich habs dick; es kommt mir zn oft. 

Noch im schweizer Dialekt. 

Diebe, Diech, nentr., Hüfte. Scherz, 283. — 
«. . . biz daz er im dnrch das dieeh slOg». 
Gottfr. V. Str. 1, 97. — «Verrenkung des dieltee 
oder hüffte», Brunschw., Chir. 118 «. — «Die 
Fugen oder Gleichen (sind) etlich knodeeht, 
als die Ellenbogen und die Diechem. Gerad, 
2 b. -. «Der Wolff (Schmerz) in den Dt/eehem*. 
Ibid. 64 b. 

DiemAt, adj-, demüthig. — «Wie diemwfc!» 
Gottfr. V. Str. 1, 71. — Erhalten in Prauen- 
namen: Demut, Nonne zu Hohenbnrg, 1180. 

— Zh/emvt Frau des Joh. Schspeler, Strassb. 
14 Jh, — Demudis de Ottenroden, Begine, 
1312. Etc. Etc. 

Dienst, Dienslbote. — «Wann die Dietate 



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von einem Hans in ein ander Hana kummeo, 
so miiiseD sie erat leren>. Geiler, Gmeis, 69 '. 

— tWaher knoipt es das die Dienst in eim 
Ens so selloB seint und anandechtig? . . . Die 
Herschaft ist auch etwaim ein üraach das ire 
Z>i«nsf inen ungehorsam seint.... wan sie seint 
iren Diensten hert mit Flachen und Schelten». 
14. Narr. 166 ». 

Dienstbarkeit, Diene terweisung. — Wer 
einem Andern in einer Noth zn Hülfe kommt, 
<deSE dienstbarkeit wirt oszgeBpreit». Brant, 
Facetus, A, 6 li. — Sie sind bereit «dem andern 
ihun all diemtbarkeit'. Marner, Vii^. S, 1 ». 

— Sie trugen die Bahre, tfärwar ein traurig 
dienttbarkeili (triste minie terium). Ibid. R, T >. 

Diestal. Theil eines Schweins. Von JHehe, 
Hüße, und Stat, Stelle; ähnlich gebildet wie 
HiruBtal, Stime, Mierenstal, Fett in dem die 
Nieren liegen. Schmeller, 2, 745, 746. — Ein 
Schwein gibt <duo diestid de lH libris . . . Pro 
diettal 2 scb.> Liber coqninte. 

Biet, fem., Volk. Sehers, 288. — «So waz 
es aber der fremden diet . . . ze micblem leide 
ertaget». Gottfr. v. Str. I, 99. — *Von kur- 
newftliacher diete . .• Ibid. 1, 101. — «Der 
kunig and al diu hovediet (Hofgesinde). Ibid. 
1, 46. — Dietvxg, Volkeweg, Eeerstrasse. An 
7 Orten, 1370 u. f. 

Diget. Diät. Hnmer hat dafiir: TagitaUung; 
e. dieses Wort. — «Der ist ein narr der nit 
Terstat — was im ein artzt in nöten rat, — 
and wie er recht halt sin dyget». Brant, 
Nach. 40. 

Diht«n, Dichten, ver&ssen. Scherz, 3S2. — 
■Brieve . . . tihUn: Gottfr. v. Str. 1, 113. — 
Oelasins 'dihtet vil der TmnoB>. Glos. 19. — 
Boetins tdihtete und mähte ein b&ch de con- 
eolacionejphiloBopMca». Eon. 879. Etc. — <Da 
S. Oregorius seine Bücher dichtet . . .> Geiler, 
Narr. 331 b. — «Die Bücher dichten, sie haben 
kein Oesatz das sie bindet; es macht jetz 
Bncher wer da wU>. Ibid. 32 1>. 

Dill. Qersd. 98 ■. Anethum graveolens. 
Kirschl. 1. 338. 

Diltap, Tölpel. S. Stellen bei Grimm, 3, 1151. 

— «Jo, sprach hie, lieber dillap min, — din 
trüw zu mir ist gar dohis>. Marner, Oeuchm. 

F, 4 a. I 

Ding. S. Qeding. Scherz. 340 a. f, 

Diasen, ziehen. — <Der Teufel knmpt schli- 
chen uns zu fohen und uns mit im zu düuen I 
in die Hell». Geiler, Bilg. 74 >. I 

Dintenhörnelin, Dintenfoss ans Hom ge- 
dreht. — <Znm Dintenhömelin'. Strassb. Haus- 1 
name, 1811. i 

Dippel, nach Grimm, 3, 1199, alberner 
Hensch; passt nicht zu unserer Stelle; eher I 
würde Gödeke's Erkl&rnng. Unverstand, passen, , 
wenn man Belege dafür hätte. Könnte nicht ' 
Dippel für Teufel gemeint sein ? — Wenn \ 
einen Verliebten «der dippet gar besitzt . . .> 
Unmer, Nb. 338. j 

Dipton. Oersd, 90 K Diotammas Fraxinella. j 
KirMhI. 1, 141. 

Dira«, Dienerin. Scherz, 245. — «Diener j 
und dimen so wenig irs willen mügent haben, ' 
wenne alle zit ir flis . . . gat zfl irs heiren I 
willen». Tanler, 401 (69). 



I Discblachen, Tischtuch. S. Tischiaehen. 
\ Distelzwig, Distelfinck. — «Nimst du fiir 
I dich ein IHsteUwig, darin findest do die Al- 
. meohtigkeit Gottes, der es so wonderlich, schön 
und hübsch gemacht hat. Sich an wie ein 
hübsches kleines Vogelin es ist, es kau singen 
und uff einem kleinen Zwiglin sitzen, wie es 
' so ein fines kleines Sohneblin es het, darza 
so mancherlei Farwen, gel, rot, sohwartz und 
wisse Federlin». Geiler. Bilg. 121 1; Post. 2, 
! 29 a ; BrÖs. 1, 67 b. - Sohmid, Schwab. Wort. 
il29. 

Ditzen, Rotwelsch . Gödeke , 1 14 : sich 
krank stellen. — Ein Bettler «der dtUmd 
gat>. Brant, Nsch. 63. 

Dobel. Abgrund. — «Do ward ein geist- 
licher Mensch verzackt und im Geist in die 
Hell gefürt; do each er wie das ein Leiter auf- 
gericht was in einem greusslichen feorendeu 
tiefen Vobeh. Geiler, Trostsp. L, ob. 

DKbig, TUbig, unsinnig. 'Töbig, flirens». 
Schmeller, 1. ^0. — «Die dorehteu dÖbigen 
menschen». Rulm. Merswin. 9 Felsen, 180. — 
«, . . das wir alse gar dump döbig dorehte 
menachen worden sint». Nie v, Basel, Taul, 
Bek. 88. — «. . . der tobig Hunt . . .» Geiler, 
Bilg, 144 b, — «Sohellig, blind, unsinnig, iöftis». 
Marner, Schelm, e, 1 », — «Da ward er so 
töbig ... ' Id., Ulensp. 27. — «Meyblümlin- 
wasser ist gut wenn ein dÖbiger hund einen 
gebissen hat». Brunsohw., Dist. 85 b, — Bin 
Versehn bei der Behandlung einer Himschädet- 
wunde «machet den verwundteu dobig und 
wütend». Gersd. 20 b, 

Docke, Puppe. — Dasypodias : 'Dock, pupa, 
pupulft». — «Der Pfaw ist von vil Farben 
und Spiegeln, als die Lantzknecbt seint und '. - 
die Ztocjfc«t«. Geiler, Bv. mit üssl. 144b, 

Do dem, Dottem, beben vor Angst. — 
Herodes, «da er hört das die Wisen frogten 
noch eim nnwgeboren Eünig, so geriet jm 
das hertz zu dottemt. Geiler, Post 1, 17 b, — 
«Ich weisB nit, aber es hati. lang in mir ge- 
dodert. man werff etwan den gemeinen man 
über das seil», Karthans, bb, 1 b, — Heute: 
verdattert sein. 

Döglich. 1. Tauglich, nützlich. — Lüder- 
liche Söhne «sind nit döglich zu dem gut», 
das der Vater mühsam erworben hat. Murner, 
Nb. 164. — Es «wer döglieher mir erschossen». 
Id., Schelm, i, 4 a. — «. . . das der apIas also 
fil döglich sei und nützlich». Id., Kön. v. Engl. 
897. 

2. Gültig. — «Wo jemans . . . einem andern 
. . . liesz zehen gülden versprechen, der ver- 
sprach ist döglicht. Marner, Instit. 95 b, — 
«. . . so ist das legat nit desterminder dög- 
lieh*. Ibid. 62 >>. 

Dolden, Gipfel. Krone einer PSanze. Scherz, 
264, 1647. — «Wenn der höher den boum 
von dem stogk lediget, so sol er den ddden 
in die band nemen und sol under sich schnei- 
den», Biiheim, Bnrckh. 206. — «Wenne der 
mensche kummet ufF den bAden aller volle- 
komenheit . . .» Tauler, 240 (41).— «Ufklimmen 
nf den toWen siner . . . gotheit. . Ibid. 387 (41). 
— Die Seele kommt «nf Iren «bersten tofien 
der verstentnisse». Gebete, 14 Jh. — «Sie 



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C^oügle 



habent Doden aDgefangen an der Erden, bis ' dt^ptn, das seltzam ist and sunst niemantz 
sie kommen aint von den Wartzlen zu dem j me hat>. Id , Sund, des M. &■>; Bräs. 1. 
Dolden des ZederbonuiB». Geiler, Bilg. 124 «. M"»; 2, &0»>. — Wer im Sommer nicht ar- 

— Die Schnecken 'Bieigent uff die Born bis in ! beitet, muss im Winter <&ii dem äopen eugea 
den Totden*. Id., Sund, des M. S2 =. — «Da- 1 hert, — bis« er des hangers sich erwert», 
mmb will 3. Johans uns ufferheben bis zu : Brant, Ksch. 70. — «Vil stellen jetz nacb edeln 
dem Höchsten, das wir und er den IMden er- woppen, ~ wie sie füren vil löwen doppen» 
wischen der Eeren und Qlory., Id., Ev. mit Ussl. ; Ibid. 75, 

20 ft. Etc. — «Die gipfel, do/dett und bletier». Doppel. S. Düppel. 

Branschw , Dist. 6a " — «Die ober Mdm oder «Ein DoppelsUin serge», 1446, S. Thomae- 

gipflin> des Anis. tbid. Ö9 ■>. — «Ein krant ... Arch. «ein doppebt«tmn serge>, 14Ü. Str. Bez.- 

mit eim weissen dolden nff eim Stengel». Ibid i Arch. Unter Hansrath angeführt. 

77 b. Dorebt. Dürecht, Torecht, thorLehL — «Do 

DÖlet, jemals. Vergl. Tole. — «Der pabst hetlent dorektt ktnt eine iner&rt ufgeleit>. 
hat mit dem schwert des banns mer ge- Glos. 101. — «Bistn aber hie mit dinen kran- 
Echaffl weder dolet ein mechtiger keiser mit cken dornten sinnen?» Nie. v. Basel, S4. Etc. 
eim grossen here*. Zell, C, 3 *. — 'Wie dunokt i — «Wer ist dirre dorthte snn>. Märlein. 21. 
dich, ob nit die doctorat ufT den stifften das 1 — «Fünf wiso und fünf dorehtf Jangfranen. 
gots wort mer undert ruckt haben dan daUt et-, Fred. Ingo It's.— «GeschwatznndrforecAieRed*. 
was?» Ibid. S. 2 »J. ! Geiler, HöU, Leu, d, B ". — «. . . als ddretht 

Dulme.Dalme.Doletme. endlich nun, heute Menschen davon reden». Id., Fred, von Ka- 
nooh. Scherz, M24, — Bärbel von Zabern sagt; ria, 7 a. — «Die torechttn Schaf». Id., Ir- 
zu Andreas Dritzebn: 'WöUentir nit A>im« gon ; rig Schaf, 8 a. — «Nit bisz torechUr weder 
Blaffen? . . , Hülffe got! was vertftnt ir gros ! das Füohslin», Id.. HÖH. Leu, a. 4''. — 
geltes! es möchte dofiMÜber 10 guldin haben «Darumb ist das ein thorechier Mensch, der 
oostet», 143a. Pro 7.ess Guten bergs Vind. tj-p., nunimen die Todsünd meiden wil». Id., Sund, 
docum. 6. — «Nö stosz din bücheliu in den | des M. B. 2 «. Eto, Etc. — «Der ist ein 
sack, — Est (es ist) dolme zit !■ Conr. v. Dankr., , narr und gantz dorecht*. Brant. Nsch. 13. — 
y 528. — .Wolan, du hast der Welt lange ge- ■, . . der hat worlich dorecht giust, — wen hie 
dienet, es wer doime Zeh. das dn lugtest was du die leng zu leben glust». Ibid, 46, — «0 do- 
zu schaffen hättest». Geiler, Post. 1, 34 ■ - recht ist menschlich gemiet!» Brant, Thesm. 
«Ich mein es solt dalme kein Uuck me bei im c, 2 b. Etc. — «Der ist fürwar ein dorecht man. 
sein». Id., Bros. 2, 5& ■- — Ein Kaufmann, der da wil gesuntheit han, — und sieht ein 
der Waaren erwartet, denkt: twolan, do aol- kranckheit vor nit an». — Murner, Bad. C, 3 », 
lest jetz nff den Markt feren mit dem Gut, wer — .Holoferne, ein dorecAter man». Id., Genehm. 
es hie; wenn wil es dolme klimmen ?• Id., i:. 4b. — «Ein gans hat einen tJorecAt<M sinn», 
Post, 3, 81 ". — Wan wil der Wechter dtUnu Ibid. G, 2 ». — « . . nerrische, doredUe biich- 
den Tag himen?» Id.. -^ Marien, äit m. — iEt lin machen». Uurner, Luth. Narr, 90, 101. Etc. 
ist gleich den Lüten die da wollen nff einen — «Keiner ist so tore^M, wo er sach das das 
Roiwagen sitzen ; so sagt einer nmb den Wa- fundament wich, das er nit den baw, der es 
gen zu dreppeln und ist im die Zeit also lang beschwerdt, zuvor abbrach.» Zell, e, 1 *. Etc. 
und spricht zn dem Furman: wann wellen wir i — ^Torechu werck». Capito, Treger, H, 2«, 
dtdme faren ?» Ibid. 88 li. — «Des Schimpfe wer ■ Etc. — tToreeht, eitel gelübde.» Wurm, Trost. 
(toJm« genug». Geiler, Sünden des M. 5< b. — 20 i» Etc. — «Du thorecht» voick!» Blindenf 
«Du und der sint doUme XS oder X2S Jor , A, 4l>. — «Was dorecht ist vor der weit...» 
geftoGsen und hingangen». Id., Bilg. 196 ^. \ Butzer, Weiss, b, a^. — .Es reden etlich do- 
Etc. — «Deins rieffena wer doch doime gnug. — recht wort,» Ziegler, Büchlin, Ä, 4 ■, ~ «Die 
hörtest uff, du bettest fug». — Murner, Schelm. dor«cA(»jf« weit. . . .» «Welcher solt so doredttig 
ft, 7 B. — «Der narrenwis wer dolme gnug».| sein!» Zell, 9, 3», E, ab. — tThorechtig in 
Id., Nb. 124. — «Wann ist der hoffart doim i unsinnikeit». Wimph., Chrys. 4». 
ein end?» Ibid. 144. — «Wie lang wiltu mur- 1 DSrffen, Dörfen. I. Bediirfen, brauchen, 
mein ? Es ist dolme gnug». Pauli, 71, — «Wie nöthig sein. — «Er darf nit alwegen mit dem 
das ist, hastu doUt mee wol verstanden». Zell, Mund beten». Geiler, Has im Pf. b, Ib. — 
7, 3 b.'— Er würd nit do umbgeen . . . , man «Darumb das sie nit dörffen sorgen was sie 
het jn (lo2«t mwlengst vertriben». Ibid. b,2b. thun oder lassen sollen». Id., Geistl. Spinn. 

Ueber die Etymologie des Worts, das Dasy- 1 L, a b. _ «Nit also ist es mit den Geissen, 
podius nichtmehrhatpS.dieErklärungGrimm's, da dörfft ietlich eins besundern Hirten». Id., 
2 698. Vergl. Jorme. . Irrig Schaf, A. 4 b. _ .Dise Ding dörffend me 

Donnerktapf. S. Dunnerklapf. Wort und weiter Erhlemng». Ibid., B. 8 ». Etc. 

«Donrestrale. catapulta». Herrad, 178; ei- Etc. — «Es darff da,? man gar eben 18g — 
gentlioh Blitzstrahl. ' was man vor kinden red und tftg». Braut, 

Dope, Doppe, masc., Töpe. Pfote, Tatze. Nsch. 53. — «Es darfft das man sich base fae- 

— «Er gebiit dir du solt die Katzen küssen, decht». Ibid. 6. — «Wer meint, die kinder 
aber nit an die iJopert oder an die Zen». Geiler, dörffen stroffens nicht...» Ibid. 9. Etc. — 
Emeis, 83 b. — «Die Katzen greiffend mit den «Darzu ich darff nit groBz vemunft» . Homer, 
Topen darinn» (in den Spiegel). Id., Dreieck. Schelm, a. 8 «. — Dn ehrest die Priester 
Spiegel, Aa, 4 », — «Seltzame oder ungewon- nicht, «als oh dn selb von dir hie wert, — 
liehe Speiss essen als Biberschwentz, Beren- _ nnd niemands dürffteat hie nf erd». Munter, 



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«7 



Nb. 39. -- <Es dar/ nit «ort wie in band 
^eit>. Id., 4 Ketzer, Vorrede. — «Wm äürf- 
Jen wir der gutes werckU Id., KBn. v. EagL 
y7U. — «Was dörffen wir den babst drnmb 
fragen'. Id., Lnth. Narr, 38. Etc. 

a. Wagen. — iWan ein Oberer in eim Clo- 
ster straft, so lagen sie das sie in arabringen, 
ais dörffen im gift zu eEsea geben>. Oeiier, 
Et. mit UbsI, 23 •. — .Wo findt man ietz ein 
Bolchen mao, — der mit ernst dörßt wider- 
fitan?> Unrner, Nb. 71. — Solcbe die <gott 
den herien dörffent stTsffen>, Id., Schelm, g, 
Sa. — Orsilochiis, der selbigman, — den Be- 
molns nit dorM rennen an>. Id., Virg. n, 2 >, 
— «... und darff den babst selbe grciffen 
an». Id , Lnth. Narr, 71. Etc. Etc. 

Dttrflinger, Dorfbewohner, Baner. <Wer 
sich glaubt edel geboren, — bo all sin friind 
dörfiinger waren». Mnrner, Nb. 33, 18. 

Dürftig, kühn, audax. — Ist irgendwo ein 
mächtiger Schelm, «so ist so dörßtig die ge- 
mein, — das sie es als darf von im clagen». 
Mnrner, Schelm, g, 6 «. — •Venua sich drumb 
erzürnet het, — das solchs die dörfftig (andax) 
göttin thet». Id,, Virg. r, Ü b. 

Dormenter, dormitorinm. Schlafsaal ini 
Kloster. Scherz, 849. — Der Keller «ander dem 
dormenter' des Bruderhofs, Glos. 38. — tWere 
ich priol in disem kloster, so were min gewalt 
in dem dormenter und in dem reventen. Nie. 
V. Strassb. 262. — Geiler, Has im Pf. A, 3 a, 

Domeht, Domeclitlg, dornig. — 'Sü sint 
nä einen andern strengen ruhen domehten weg 
. . . gegangen». Nie. v, Basel, ms. — «Ein dor- 
neehtiger Stengel». Brunschw,, Dist. 73 b, _ 
•Nachdem dein donuchtige meinungen . . . mit 
der Sichel der vemünfftigen nrsach . . . werden 
abgehawen . . .» Wimph., Chrys. 8>>. 

Dora, Stengel des Kohls. 8. auch Kdttong. 
Hente: Dorsch. — <Bletter gestreift von den 
doraen* des Kohls, Brunschw., Dist. 104 a.— 
«Wasser das gemacht ist von des Kappes stie- ■ 
len oder dorseet^'. Gersd. 69 b, 

Dösen, tosen, toben. — «Prassen, spilen, , 
schlemmen, dösen». Joh. Hnmer, a. 4 b. 

Dötlich, TStlich. 1. Sterblich. Scherz, 260, 
1648. — «Du miiche . - . mensche». Tanler, 
252 (44). — .. . . wan er wo! wnste, das er ein 
dmich menache was». Kon. 836. — •. . , in 
eime däiHchen libe . . .» Märlein, 27. — «Die- 
wil du dötUch biet, so snch döüiche ding ...» 
Brant, Cato, a, 8 «. — Bedenke «das du ein 
mensch and tätlich bist». Id., Nsch. Ö6. — 
■Sein leib der wirt nim döüich sein». Uumer, 
Bad. k, 1 1>. — Die Sibylle schien <nit tödüichen 
EU sein». Id,, Virg. E, 1 b. — Die Glieder, 
«die an uns (ödlKcA seind». Ibid, T, 7 t. — ., , . 
ichiff, die ein tödüiche hand machet . . .» Ibid. 
d, 4 a. — (Oott an Einem anbetten in dädt- 
IicAfln lib hat ein gefallen gehabt». Murner, 
Hess, B, 3 a. Etc. — «Wer bist du, das du dich 
forchst vor eim tödüiehen menschen?» Wnrm, 
BaL f. 8 a. 

3. todlich, Tod bringend. — .Es ist nid ein 
so tetUeh wund . . .» Brant, Nsch. bfi. 

D»tliehkelt, Sterblichkeit. — Maria Mag- 
dalena wollte dem Herrn auch das Haupt 
salben, aber «noch siner dötU^lmt wolle er 



nüt also . . . prfiret sin». Tanler. 939 (66). — 
•Diewil ich in dieser döttü^teit lebe . . .* Ge- 
bete, 16 Jh. 

Donber. S. Tauber. 

Donweii,Diiweii,D«aw«ii, verdauen. Scherz, 
261. - «Venlunden und«(dw«t>. Tauler, 123 
(24). — Die Krebse «sint hert zu krachen und 
zu denwen». Geiler, Bilg. 909 b. _ Auf der 
selben Seite steht auob verdowMtn. — «Die 
mann starok mägen haut im land, — sie mö- 
gen towen gar vil schand». Braut, Nsch. 35. 

— Von dem was der Bischof den Bathsherren 
auftischen Hess, sagte «ein guter gesell, es 
wereu vU schau wessen, aber wenig dauwMMn». 
Brant, Bisch. Wilh. 391. — -So er die suis 
nit douuxn kau». Mnrner, Nb. 153. — <Du 
hast ein schwachen kalten magen, — der nit 
dovwen kan die spis». Ibid. 264. — «Wer sich 
zu nacht füllet . . . , der hindert das natürliche 
doKwen*- Mnrner, Gayac, 464, 490. - «Die 
speisz wol döKen . . ., verdoutoent. Fries, 30 K 

— «So die speisz . . . übel gedoioet . . . würt». 
Adelphns. Fic. 136 i). — «Die weisen, nach 
dem essen so sich die speisz abgedötoet het, 
80 theten sie ein trunck». Fries, 42 b. — In- 
transitiv: .«Wielanger pfeffer döiat im magen». 
Mnrner, Lnth. Narr, 135, 

Donwong, Verdauung. — «Ein feists ketzlin 
uff den magen geleit, stercket die douwung'. 
Brunschw., Pest. 12 «, — «Kalbfleisch ist 
leichter döttwns». Fries, 31 b. — «Die töuwun; 
des magens», Adelphns, Fic. 139 b, 

Döwig, Denwig, verdaulich. — «Krebs 
sint von Natur . . . undeuwig . . , , darumb so 
dunkt man sie gewonlich etwan in, dos sie 
mürwe und deuwig werden». Geiler, Bilg. 
209 b. — «Junge hennen seind d««y», Fries, 8a a 

«Draejen, tornare,» Herrad, 191. Drttjen. 
Dregen, drehen — «Du «kanst dich dregen 
usz, dem gstanck». Mnrner, Schelm, d, 2 «. 

— Man mnss das Gayacholz in kleine Stücke, 
zertheilen , «etlicb thund das mit (reyen», 
Mumer, Gayac, 417. 

Drasen, Tressen, Franzen. — «Mit siden 
dra»e» an den orten, — und umb die draten 

' gnldin borten». Murner. Qeuchm. M, 3 b, — <8ie 
macht mir ein schön faoillet, — das an den 

i ecken drtaen het». Ibid. i, 4 e. 

Drat, Oedrat, schnell, rasch, eilig. Scherz, 
258. — «Wol balde gat ze rate, — beratet 

jiuch wol drate: Gottfr, v, Str. ), 86.— 

i Nimm das Brot, «teil das mit dinem messer 
gedrot'. Braut, Thesm. a, 6 b. _ «Wann ieder- 
man geopffert het, — so sing mir bald ge- 
schwind und drni». Mnrner, Nb. 136. — «Als 
bald ein herr komt in die stat, — so bringt 
man im die schencken drat». Ibid. 218. — 
«Das wir von dannen flüben trat'. Hurner, 
Virg. D, 7 ■. — Aeneas zn seinem Vater: 
•Komm her, mein lieber vatter, drat, — und 
sitz mir bald anff meinen hals». Ibid. G, 1 b. 

— Den Brief <wil ich jetzund nemen gedratt. 
Mnrner, 4 Ketzer, E, 6 b, — «Dar kamen sie 
gegangen gedrot». Ibid. J, 7 ». 

Drejen. S. Brauen. 
Dreispitz. S. DrispitE. 
Dreistet, drei mal. — «Alle tag Ewiret oder 
dreistet*. Butzer, Neuer, 0. 1 b. 



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Dreppeln, trippeln. — (So gut einer umb Narrenschiff, eo wie io Mumer'a Nsrrenbe- 

den Wegen za dreppUn and ist im die Zeit schwömng (Strageb 15l:i, i", N. 2i>i, item 

aho langt. Geiler, 3 Marien, 33 b. bei Geiler (Narrenschiff, 166 b, wo aber daa 

Dresenel. S. Trassetiei. Wort Dreüpite nicht vorkommt], ist ein Holz- 

Driacker, Driockers, Triacker, Theriak. schnitt, der einen Gegenstand zeigt, der drei 

— iZoni dritten mnss er (der Bilder) haben i grössere Spitzen and eine vierte kleinere hat, 
Dryockera, Spetzery, etwas das in sterck», | and den Einer vergebens sich abmüht in einen 
Qeiler. Bilg. 16 >. Etc. — <Der erst bringt | Sack zu stosaen mit den Worten: «er moBs 
uns driachers her. von Älkira aber mer>. , drin*. Dazu die Yerse : <Das ich das worlich 
Hurner. Nb. 169. ~ < . . . den lyb gesteroket sagen mag, — der dryspiU der mnsz io den 
mit demrfryacter». Brunschw., Pest. 391". — sack>. Branl, Nech.SO. «Der atosat de&rff^«pit£ 
•Etliche spinnenfresser, rerkanffen henkers- ' in den sack -- der me wil than dann er vermag; 
baben . kesselringmacher, r.anhrecher , die I — der drytpiu hört nit in den sack, — das 
schryen hie gut bewerten drtcicers, wlsaen nit leder ist fürwar zu kurtz>. Marner, Nb. 1512, 
was tyriac ist.. Fries. 13 b ' 4*, N, 2 « ; 2 b. 

Drif^, Di-iflifls, eiserner Dreifuss, Ettchen- Dieses Instrament ist ohne Zweifel das. von 
geräth um Pfannen etc. darauf zu stellen. — ; dem Daaypodius redet. Es hatte zu zwei ver- 
■Duo instrumenta dicta in vulgär! zwene ' schiedenen sprüch wörtlichen Redensarten An- 
Jn/üsse>. 1304. — «Ein Drifüas'. — «Ein 1 lass gegeben, zu der, auf die Brant und Murner 
grosser Drüfüz'. 1437. Tueherzanft. 34. — | anspielen, und zu der, die Geiler uns erhalten 
«Zwen TrifHaS'. 1516. Inventar eines Wirths- hat. Eine Sache auf einen Dretsptt; setzen, 
hauses. (Str. Studt-Ärch.) ' heisst so viel als sie höchst unsicher machen. 

Di'ispttz, dreibeiniger Schemel. Scherz, 253. : Dmm, Endstück, Ecke. Schneller, 1. 663. — 

— Zwei junge Leute werden aus Straasburg ' «Was leyt bei der wend und hat weder drüm 
verbannt, «umb dass si in einen sessel und in noch endt? Antwurt, ein kugel*. Eäthseth. b, 
ein triapiUe hiewent und sprachent. es wer : i ^. 

got, siewoltentimeeinbein abehouwen». 13Ö9. ' Driunbel, Endstück. Von Drum, Trum, 
Heiml. Buch, P 12. — «4 seh. zwei knehten Wackem., 61. — «Ein drttmfefizftheiligenböme, 
von den tischen und drispiteen zä machen, die ein drumbel in heilicwert». Ältenbeim, 1333. 
man sol brucheu in cena domini.. 1436. S. ; Drlipwin. trüber Wein, Best im Fass. — 
liiomas -Fabrik. — «2 seh. 8 -f von Trispiu «Den drüpwin mögent sü idie Wirthe) in ein 
z& machen und stellen in die stüleimrefental*. ; repsvas Gchütten>. 1453. Alte Ordn., B. 28. 
1460. Ibid. ! DrUecbe, Art Fisch, franz. barbotte. Grimm, 

Drispitz. Dreispitz. — Christas «wolt inen 2, 1460. — Er «sacht das best in allen Stücken, 
do zeigen, das sie ire sach satzten uff ein , — karpenzingly dftt verschlucken, — kalbs- 
DreispiU'. Geiler, Post. 2, 97 h. — .Er (Chris- köpf, hirn, und drüachenlebeT*. Mumer, Schelm. 
tag) stieas inen ire Red nmb, wau sie hetten e. 2 b. 

es gesetzt uif einen falschen Gruot und ufF Drüse, Beule. — «Der dirte (Sieehtag. beim 
ein DreUpiti*. Id., Ev. mit Ussl. 149 ". schwartzen Tod] sint klein drüben, nnd werdent 

Was ist Dreispitz? Dasypodias, s. v. murex. den lüten under beiden armen und obewendig 
redet von einem «drei spitz igen Eisen welches ; dem knie, in der grosse als ein haselnnsz*. 
man im Krieg nmb die Statgraben auBspreitet, Glos. 117. 120. 

das die Feind darein tretten>. Frisch, 1, 206, Drüsen. Trnaen, Trestern der gekelterten 
hat einfach ; «Fussangel, murex». Nach einem , Trauben, Hefe. — «Rehte alse der cloren gö- 
von Grimm, 2, 1392, angeführten Citat, wäre ' ten win neme und in durch träsen liesse 
Dreispitz «ein Eisen das, wie man es wirft, louffen . . . Üwer vasz noch nüt reine ist, and 
allweg ein Spitz ob sich hat». Hienach er- klebent noch (n'wen dinne». Hie. v. Basel, Tani 
klärt Grimm den Ausdruck, .die Eede auf ei- Bek. 9. ~ Die Wirthe «solleat keinen trwse- 
nen DreispiU stellen», durch «sie so einrichten I win oder sackwin in Iren kelren . . . haben». 
dass sie immer abwehrt, nach allen Seiten 1459. Alte Ordn., B. 1. — «Wir seind Trüten ; 
sichert». Das bann aber der Sinn nicht sein. ' der Wein ist oben hinweg genummen, er ist 
In beiden Stellen Geiler'a, die zwei verscbie- i abgelassen, and aeind nit mer dan noch Trüsen 
denen Predigten entnommen sind und die ! unden in dem Faas>. Geiler, Ev. mit Uasl- 
Grimm nicht nach dem Context gekannt zu '. 202a . — .Aber leider es ist davon komen . . .. 
haben scheint, handelt es sich nm verfängliche i also das wir (Deutsche) seint Trügen aller 
Fragen, die die Pharisäer an Christum gerich- Welt worden, siderher daa wir Trüw and 
tet hatten; der Herr will ihnen nicht zeigen. ' Warhaftig verloren haben». Id., Narr. 42». 
daas sie die Fragen so gestellt haben, dass — «Do soilent lugent und gewarnet sein die 
sie nach allen Seiten hin gesichert sind ; im j zu ireu alten Tagen knmmen seind und Gott 
Qegentheil, er will beweisen, dass sie nicht dem Herren nüt anders zu geben hond weder 
gesichert sind, und darum sagt GeiJer, sie ■ die Trüsen, iren Blumen in der Jngent in aller 
hätten «es auf einen Dreispitz gesetzt». Ein j Oppikeit ondBüberei verzerthaben». Id.,Post. 
Dreiepitt ist also etwas, das dem, das darauf i 1, 81 b. Etc. — Der Mensch ist «ein trütenaack*. ' 
gesetzt wird, keine feste Grundlage gewahrt j Brant, Nach. 55. 

and es der Gefahr des Umfallens aussetzt. Drnaig, voll Drusen, Trestern. — «Das 
Veig'l. Mumer : «Die ding hondt nymraer mer ! wüste (rustsre vasz». Nie. v. Basel, TauI.Bek.lO. 
bestandt, and iat als sampt Aryspiteen werk». 1 Drüssel. 8. Trüsad. 
Nb. In den ältesten Ausgaben von Branfs | Drntz, Trutz, — «Druto, das er do blibe 



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sl die wile er noch iiiDg ist!> Tanler, 8 (3). — , DUmeliij Denmelo, Dümeti. 1. Die DaQm- 
', iDieFranweD lesen die Federlin ab, niid trut«) i schranben aulegreD. Heote; dümeln, qDälei), 
i nit ein StSblin masB an Iren Cieidera sein». { peinigen. ~ Man folterte die Jndea tmit dü- 
Geller, Bröa. 8, 60 ^. — «Hau spricht, sobald j mendt'. Glos. 187. — <Donocli dümelte men 
einer ein Hünlch wiirt, so ist er ein Ärt7.et, I etliche Juden». Eon. 760. — Die Strassburger 
sie wissen also wol was inen ^esnnt oder un- fiengen einen gewiesen Zebes, «nnd dümetmt 
gesnnt ist; trat« verbotten, das inen ein Dingel in gur 8ere>. Ibid. 683. — Zwei 'wardent ge- 
abgang!> ld.,Selenp. 328 '. Etc. ~ <L&sz ston, äumelt voa des moides wegen*. 1400. Winkler- 
aag ich, dn lecker, trutth Mnrner. Nb. 91. — | prozess. — «Der Dwneltumt zu Straflflbnrg, 
Ansrnf: TroU sei geboten dem der gegen etwas ;FoUerthnrm. — «So äntr gedümetl wirt and 
redet oder handelt. jjm die glider wider in einander geriebt sind, 

•Dnbenkopf, ftunns terrae*. Oerad. 91 a. — , als die hencker wol kttnnen . . .* Brunsehw., 
Bmnschw., Dist. M e. — Fnmaria ofäcinaliB. ' Chir. 94 >. — <Es was ein bi5aer knab in einer 

Dnbholz. S. TouAhoU. etat, der ward oDt gedömtU'. Fanli, 328. 

Docken, bücken. — <Und do sie also weint, 2. Den Daumen mit Bingen schmücken. — 
do dueit oder neigt sie sieb und sabe znm ' Eine schöne Frau tgedmmUt nnd gefingerlet 
ThQrUn hinin ins Grab». Geiler, Post. 3. S<>., mit grossen guldinen ringen». Zell, y, 1 «. 

Duft, Dunst, Nebel, gefrorener Nebel an | IHimeling. der Daumen am Handschuh. — 
Bäumen, etc. Scherz. 269. — «Were es das Wird ein Huher Holz hanend ergriffen, so 
du/t oder wind kämen, das ein gefalle nfF dem j sollen die Förster ihn pfänden; <gibet er jn 
walde würde ...» S. Johann, 141.^. Weisth. 5, denne zue pfände sinen gegenriehmen ab sime 
477. — <Hit nebeis roQch, mit rifen (u/(>. : schucbe oder sinen tümtUng an einem handt- 
Altswert, 70. — «Etwas das in beschirmt vor ! schnöbe», so sollen sie sich damit begnügen. 
Sehaden der bösen Dyfften, Winden . .» Geiler, , Sandhoffen. 15 Jh. Weisth. 4, 155. 
Bilg, 16 «. — Der Vulkan warf (kolschwartze <Damler>, ^rt Kriegsmaschine. 1959. Stro- 
wolcken in den tuCft, — mit schwartzem bech, bei. 2, 325. Scherz, 260. 
mit dunst und dufft'. Murner. Tirg. J, 6 l>. — i Danden, drunten. — <Das sie mieszen dundea 
■ Der erste pfeil trang durch den lufft, — zer- 1 hüben». Murner, Sb. 113.— «Verborgen in dem 
theill die wind aud allen dufft*. Ibid. P, 4 ". wasser dunden*. Id.. Virg. d, 3 b. Etc. 

— tJhifft und dunst (ist) vergiftet». Murner. Dnnder, Donder. Donner. — Qottfr. v. Str . 
Gayac, 4M. Etc. Königsh. etc. haben Dunre. — Giftige Thierc 

Doge, Tnge, Tnbe, Fassdaube. — 'Dugem \ <also übel erschreckent ab dem dunder, das sü 
zu einer Badbitte. Wasselnheim, i338. Weisth. ' die gift von jn lont». Eeinr. v. Offenb. — <Bi 
1, 729. — «Bödeme, tugen, reiffe . . .» 1395. 1 dem dunderboumt, bei einem vom Blitz ge- 
Stadl-Archiv. — <Von eim ffider lubeti' im troffenen Baum, Feldname. Dorlisheim, 1607. 
Wald geholt, zahlt man 8 -j. Qrube, 15 Jh. i — «Am dunderslaget, Ort wo der Blitz einmal 
Weisth. 5, 406. ! eingeschlagen, Kienheini, 1351. — «Dasdunder- 

Dnl, Dohle — «Doruff gucken und Ingen |IocA'. Wahlenheim, 1351. Bosheim, 1464, — 
als ein Dui uff ein Nuss, wenn ein hübsche iGott geh es fall doruff Dunder, Hagel oder 
Fraw uff und nidergot». Geiler, Post. 3, 88 b; Blitz». Geiler, Post. 1, 33 h. Eto. — «Biszdas 
Selenp. 301 •; Arb. hum. I6OI1. — .Als ein der (««der kumbt mit für, — so wftrt verbrennt 
Dui uff einMauss». Geiler, Sunden des M. 7 «. dann körn und schür». Brant, Nach, 79, — •. .. 

— ■, . . das ein Kreig kein tuten macht.» Mor- ' den schlecht der fundw». Ibid. 84, — Brant hat 
ner, Schelm, a, 3 ^. auch : Donner, Donnerschiag^ DonneriUin, Ae- 

Dnldig, Dnltlg, geduldig, duldsam. — tTiU- rolith. D. Ged. — 'Hey, nun schlug der dunder 
tig in dembt er (Christus) inreit». Brant, ! drein». Humer, Schelm, a, 3 s. — .Das dich 
Bosenkr. Wack. 2, 1099. — «Dins vathers der blix. der dunder schlag». Ibid. g, 7 a. — 
straff lid dulteclith>. Brant, Cato, c, 2^. .— ' <Und solt der dunder darzu schlagen». Murner, 
•Daran die eitern offt sind schuldig, — und Nb, 20. — iDer dunder gibt nit solchen thon». 
iren kindem zu vil duldig: Murner, Sb. 146, ] Id , Virg. r, G K Etc. — «Huswurtz oder dun- 

— Ich <wil ir schalckheit dtdtig tragen». ' derbar-, darnmb das es gepflantzt würt uff 
Id,, Bad. H, As. — i. , , damit sie den hunger | die hüser für den dunder». Brunsehw., Dist. 
. . dest duUiger leiden». Id., Gayac, 4Ö6. ~ 70t>. — •Fnlminieren, das ist dondersetdagen* . 
«Grosr. krieg und onglück grausamlich — hond Zell, bb, 2 <. - Noch vor etwa 60 Jahren (ge- 
wir erlitten duIti^jUtcA». Id.. Virg. s, 2 ». Etc. schrieben a. 1S8S) war auch bei Straasbnrg. 
-- Zuweilen hat Murner auch geduldig, z. B. vor dem Weissenthurmthor. elnjetztzugewor- 
Oeachm. A, 4 a j g, 1 b. fenes Wasserloch, das das Dtmäer]oA hiess ; 

DnlMb. Talsch, trüb, dunkel. — Das Herz nach alter Sage wäre es durch einen Blitzstrahl 
iwürt fast verwnnd von dem Streich der , hervorgebracht worden und unergründlich tief 
Geissel deiner Zungen, es ist von derselben gewesen. 
Schnallen blaw, tülaeht. Geiler. Narr. 188 >>. Dnndern, Dondem, donnern.— <S. Johan- 

— (Falb, bleich oder dülsch far». Brunsehw., nes hat das Evangelium besehriben und ge- 
Dist. 15a. dundert also das Sant Angnstin spricht: hett 

Dult, Fest. Scherz, 266. Benecke, 1, 403. — der Johannes höher aedundAt, so heC diegaut?. 
•Vellet das ding uf einen dulledag, so sol es Welt in nit verstanden». Geiler, Ev. mit Ussl. 
sin an dem andern dage>. Heimsbrunn, 14 Jh. IS". Etc. — <Eb reg, es donder. blix da- 
Weiath. 4, 90. — <N. F Du» der jungern .. . mit». Murner, Bad. P, 5 a. — «Mit dondem 
S. Gallen Dult'. Sierenz, 16 Jh. Bnrckh., 192, \ and mit grossem thon». Id., Virg. c, 1 b. Etc. 



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Dnnke, Brodaohiitte in dar Sappe. — «In — «Kunuti ich jetz mm herreogaii, — so ist er 
Dutiken qidsb aüwegen obeo aof der Sappen 1 ale ein doppetmatt, — das er Epricht : ja. den 
liegen». Geiler, 3 Harien, IS». — .ir Sin ' kn echt sieht an, — der bnecht des harren 
and FÜinemen ist aln-egen das best, ir Dank sinn verstat, — da ja ist nein». Morner, Nb. 
off der Sappen ist der feissteat*. Id., Narr. 70. — « . . . den haltichfür eindopptengroaeh». 
96 *•. Etc. — Diese spriich wörtliche Eedens- ■ Id., Qettchm. D,;l a. — «Wer sich dise bachft 
art erklärt sich dadurcb, dass das gleichUu- , wolt überwinden, — der möcht wol doppel 
tende Wort Dunken, diinken, denken bedeutet; narren finden>. Id., Lnth. Narr, 9. Etc. 
das Dünken, der Gedanke, die Meinung ; oft Dnppeln. verdoppeln. — Er 'du^t streich 
bei Geiler. — ilr duncken uff der snppen ist ■, mit rechter Hand». Murner, Virg. P, 2 •>. 
die best*. Pauli, 167. Dnrchehten, Darchehtigen, Dnrttehteii, 

Dunkele. Dunkelheit. — «Was wir in einer ' Durchächten, Dnrcii ächtigen, ächten, in die 
i>KniteIeBehen, das sehen sieia einer Klarheit). I Acht thun, überhaupt verfolgen. Scherz, 261. 
Geiler, 3 Marien, 13 >>. 1 — <Nero, der die oristeuheit durtAehtet*. Clob. 

Dnnken, tauchen. — «Welcher meint, das er I 37, — Die fiunnen 'durdiehtetent die cristen*. 
witzig sy. — den duttcA ich dieff in narrenbrj». I Kon. 715. Stc. — «Man üch durchehtet tta 
Braut, tisch. 16. — «Het die sonn nit ire allen dingen*. Eis. Pred. 1, 238. - «Die fründe 
pferd . . . undergedunktt in das mer*. Murner, | enander umbe daz g&t durehtent'. Jüngstes 
Virg. 0, 2 a. I Gericht. — «Saul ist der sünder, der durch- 

Dünne, Tanne, TUue, Welle. — <£s ward ädU David, das ist Christus*. Guldin Spil, 38. 
ein grosse Bewegang in dem Mer, also das das ' — «Wie wol daz wir nit gedurehtiget werdeut 
Scbiffliu bedecket wart mit den Tütien des l umb den glonben mit blfttvergi essen ...» 
Meres.. Geiler, Ev. mit üssl. 30 b. ~ .Die , Villinger. — «Selig sind ir so euch die Leut 
gewaltigen berg und dünnen des meres*. hassen und euch durehäehUntt. Matth. 6, 11. 
Nächtig., Psalter 157. — «Die wasser werden Geiler, Pred. u. L. 100 b. Etc. — «... es 
erheben ire dünnem (flnctua). Ibid. 2RB. — sind die fri3sch gsin — und die hniidsmucken. 
«Der wasser dünnen seind gestillet worden*, die do bant — gtdiirechtet Egyptenland*. 
Ibid. 280. — «Do wurden die türmen oder Brant, Nsch. 29, ungewöhnliche Form des par- 
wallen uff dem mör grösser*. Adelphus, Rho- tic. — Sic «meinent gott der hab nit recht, — 
dis, Cf b^. — In den mir zugänglichen Glos- das er sie mit straff durecht'. Uurner, Scbelm. 
sarien habe ich das Wort nicht gefanden. g. ^ '. — < . deshalb sie mich durchächten 

Dnncei'klapf. Donnerklapf, Donnerschlag : ^i'"- I^-- * Ketzer, L, 7 b. — AU Paulos «umb 
von iW(i/en, abd. claffdn, Stridore, tönen. Eng- ■ gol^ dureehtiget ward.. Id., Bad. H. 1 «. — 
lisch, thunderclap. Dasypodiua, Dotiderklapf ^'^ b&ten Juuo, dass sie sie «aus haaz und 
— «Darumb du Sünder, ob etwaun dich an- bitlerm grimme - hinfürbaaz doch durcÄ- 
weygt diser Wim. entpfindeatu aina Blosts, ! ««^(«t nimm*. Id., Virg. S, l b. — «Bist du 
hörst du disen Donderklapf, würstu also ge- '■ gebunden. gedurchechU^et und zu dem tod ge- 
troffen in dinem Hertzen . - . * Geiler, Bilg. '«*'■ worden . . , ?* Wiraph,, Chrys. 17 b. — 
11 B. _ .Er (Christus) sagt inen Nomen uff, ^'^ Heiligen sind «verfolgt und dureheehtet' 
Sün des Donn»rkiapfa> . Marc. 8, 17. Geiler, Bv worden. Adelphne, Passion. A. 5 » — «... der 
mit Ussl, 12 tt. Etc. — «Da erschlag in der mosz dich durchechUn und mit dir kriegen*. 
dunnerMapfft. Pauli, 272. Pauli, 107. - «Erhalt mich vor denen so mich 

DuMter, düster. ~ Der Schein der Sonne 1 '*"'"'=;?^'""" . N»«''«?-. P^a'ter 18 - «Die 
«machet dunkel und dunster der kerzen Hehler.. . ""-a^heit . . .ist lange zeit . . durchachtet ge- 
Tauler. 206 (36). ^^"'1 ^J"^^*' ^i?**' ^l ' L 

T\ \. ■ XI- . r, T- L. j I Dnrchehter, Dnrchechter. Dar&chter,- 

DunsterniBB. Fmsteruisa. - Daa Licht der ; Verfolger. - «Severus ... der fünft durchehte^ 
Vernunft.st.eind««temM«*gegendemgott-,d^j cristeuheit.. Glos. 28. Etc. - «...Das 
Lehen. Tauler, 8S(.). .einer Gott mit Fleiss für sein Darchechler 

Düppel, Düppelhirn. Doppelkopf, Narr, bittet*. Geiler, Selenp. 77 b. ßtc. - «Wer 
Tölpel. — «Wer aber zu seinem Bruder spricht: wjl der warheit bigeatan, — der mnaz gar 
öder Kopf, Däppelhtm oder Touberich . . . , vil dwr«A(cr han*. Brant, Nsch. 101. 
Wer do uss Zorn zu seinem nechsten sprich : , Durchehtnng, Durchächtung, Dnrch- 
du Narr, du Eselakopf, du Düppel ... * Geiler, Kchtignng, DnrcfaächtnaaE, Verfolgung. — 
Poat. 3, &7 a ; fi7 b. — «Was knmpt im darauss ? gelig sind die «die truckunge und durehtunge 
er würt ein Däpfelkopf. . Id., Baum der Sei. ; Udent*. Taulor, 438 (78). — «... die hie in 
27 ^. I zeit vii duTdulchtigkeit gelitten haben Ton der 

Düppel, Doppel, doppelt. — Narren die | weit, als die lieben beiohtiger*. Guldin Spil, 
tdoppdröck im summer tragen*. Murner, Nb. , 42. — «Die Porten der Hellen nit anders seint 
62. — Ein Pferd «das duppel färben an im weder Durchechtigung der Tyrannen*. Geiler. 
treit*. Id., Virg. P. 5 b. _ .Minotaurus . . . Post. 4, 8 a. - «Wie der und der Heilig . . . 
mit dupler form*. Ibid. Q, 8 b. — <Ueber die | solliehe DurtAäehtung und Marter umb die 
(ftwpeJundfierfaltig bezalung*. Morner, Inatit, ! Liebe Gottes gelitten hat* Id., Pred. n. L. 
120a. — .So wolt ich geben düppel aold*. i 6 «.Etc. — Domitian hat «die ander (IurcA«eA- 
Id., Lnth. Narr, 109. — • ... der nimpt < fi^un^ verbracht in dem Christen glauben*, 
kein dop^ sold nit in*. Id., Schelm, a, 8 «. Pauli, 1 16. — «i>urcA«cMnu3s der gläubigen.. » 



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Jen Durchäehtunff leiden). Warm, Balaam, < der das gemein Volk>. Oeiler, Post. 2, i15 

g, 3 b. 2, Anfrichtigr. — «AIbo so lerte minne - 

Darchglestig, durch und dnrch glänzend.- ' dumehUMiche sinne — ze valsche sin ve 

-~ Nicolans sah in einer Vision td<*rd>gUstig ■ &\7.7.tn*. Qottfr. v. Str. 1. 171. 



dnrch/.ieht, — 'In dem dureftyejwde*. Feldname, Asshelm von Schweinheim, dictus i^urMchi 



Bischheim, Hi3iiheim, 14 Jh. 

DarcliUaf, schnelles Torübergehn. 
«0 werdenl wir, der Vater und ich, 
kommen, nit in einem schlechten DurehUmf, 



138Ü. 

Dnmin, von Dornen. Scherz, S64. — Beuge 
dein Haapt <under sin diM^tn kröne >. Tauler, 
352 (44). — «Drie nagel und ein durni'n ' 



Sander bUplih>. Geiler, Post. 3, 30 b. — .Ich : neu». Qeisslerliad. Glos. 106. — <Sin teil von 
will auf diss mal etwas obnen hin und in ei- 1 nnsers herren damin krone>. Eon. 407. 
nein DurcMou/ sagen.r Id., Irrig Schaf, B, 3 ^. Dürr, trocken. ~ Zu Sigolsheim folgen 

Darchneusen, genau durchforschen. Vergl. auf zwei Gedinge, wo man die Hnber be- 
Erneüen. — «Die theologen die ding al durch- : wirthet, -zwei dürre gedinge-, ohne Bewirth- 
grflnden und by eim nadelspitz 'IurcAneiMent>. !nng 1407. Weissth. 4, 217, — -Die Zybeln 
Karsthans, cc, 2 ". wachsen und kymen auf einer dürren Bänen>. 

Darchslieffen, act., durchschlüpfen. — Geiler, Irrig Schaf, D. 1 *>. 

• . . , die engen pfedelin duretulieffen'. Tauler, Dürre, fem., das trockene Land. — Jonas 
410 (71). sprach (1.9): «ich bin ein Hebreer, ein Jud, 

DarchsaDnen. mit Sonnenlicht durchdrin- , und den Herren Gott des Himmels förcht 
gen. — Es wird «aller der luft durchsunnet ich, der do gemacht hat das Mer und die 
mit dem liebte». Tauler. 803 (62). ■ Darre ... Do rugtent die Mann, das sie 

Darft, Bedürfniss. Scherz. 263. — Dürft widerkertent zu der Dürre: Geiler, Post. 
lein, nöthig sein. Darft haben, bedürfen. ~ 2, 19 a. 

«Swelre under den häbern dürft hat eines <Dtirremnre. maceria>. Herrad, 192. Dürr- 
hnses .... 1279. Bist, de S. Thomas, 326. — sucht, Schwindsucht Sohmeller, 1,Ö34. 
•Das g6t das er über dürft hat ... • Nie. v. ^ Dürsten, wagen, dürfen, von Turst, Eühn- 
Basel, Tanl. Bek„ 51. | Leit, abs;cleitet von dem verb, turrert. S. dieses 

Dnrfftig, nntemehmend, von dürfen, wagen, j Wort. Engl. I durst. — «Sit das im schmeckt 

— «Derselbe was so eins freydigen, durffti- , des schmäres rouch. — er durst den esel schin- 
den gcmüts . . . > Ädelphns. Barb. 47 ». — Sei- den oach>. Brant. Xsch. 54. — «... so getüftt 
ten in dieser Bedeutung; gewöhnlich in der i man doch seiner geschwinden art ... nit son- 
heatigen. z. B. «Haben sie nicht ein dürfftigea ' ders vertrewen* Id , Bisch. Wilh. 295. — 
leben gelürt?> Wimph,, Chrys. 611. — [Wenn «ir euch das getrosten dürtten. ■— das 
•Schwache ditr^ttf)« Satzungen*. Butzer, Neuer, i got im himel wer gestorben — und alles recht 
X, 1 b. Etc. I in grünt verdorben«. Murner, Luth. Sarr, 98. 

DürmelD, Dormeln, TitrmelQ. taumeln. — — ... da uns al keiser nnd al fürsten — 
•Sie haben den Schwindel im Kopf, inen tür- j nimerme angreiffen dürtten'. Ibid. 99. 
mett». Geiler, Bros. 1, 99 a. _ <So stet . , . | Diirstera. dürsten. — «Die gens hand gar 
der Haasvater da . . . und sohlecht in an j ein schöne art, — obschon ein nit dürstret 
den Orind das er umbtürmeü'. Id., Ev. mit | hart, — so bald ein andre drnncken hat. — 
Ussl. 119 1). — «Da gibst dem Kind einen ; drinckt sie glich an der selben stat>. Mnrner, 
Schmetterling an den Backen, das es ufiibdör- Schelm, i. 3 i — Wer von dem Wasser Christi 
meU-. Id., Post, 2, 61 b; Bilg. 141 b. Etc. - j trinkt, «dem dürstert nimmer mer uff erden». 
'Die drei kneoht dünaeUen under dem fen- , Id., Bad. L. 4 b. — Einer dessen Hals ent- 
(ter nsz uf die gassen». Mnrner, ül. 72. — j zündet ist, «in düratert ser». Fries. 83 », — 

• . .. das Ulenspigel von der bar durmflte». Bei Geiler findet man einmal diese Form: 
Ibid. 136. — Schmid, schwäb. Wort. 149. — \ «dise weltlichen Menschen, die allein ir Hertz 
S. auch Tüm>«In. uf die weltlichen Ding legen, une ie me sie 

Dnrnahte.Doniebte.Damehtekeit. Scherz, i nsz disen Bedien trincken, ie me sie düratert». 
963. Aufrichtigkeit, Wahrheit, iutegritaa. — Aber gleich darauf: «ie me sie von den 
•Er ist allen herzen bereit. — ae dumehte \ Bechen trincken, ie me sie damooh dürstet*. 
■nd ze trageheit'. Gottfr v. Str. 1, 216. Etc. | Bilg, 171 b, und sonst immer so. 

— • . ■ . den ich immer gerne bin — mit | Dürstig. von gedürren, kühn, keck, verwe- 
trüwen nnd mit durnelUekeit — an allem : gen. S. auch getüratig. — «On Zweifel, die 
dieneste bereit». Ibid. l.m. 255. Juden hetten nit so durstig di3rfen handien 

Dnrnafate, Dnmahti|r>I*<iriii!tate, Darnech- 1 wider Christum». Geiler, Schiff der Pen. 97 a. 
tig, Durnehteklich. I Etc. - «Die Latinischen die sahen das — wie 

1- Vollkommen, perfectus, streng, treu. — Tarchon also düratig was». Mumer, Virg. n, 
•Die dumehU künigin». Gottfr. v. Str. 1, 141. , B a. 

— 'Seligkeit ist ein leben daz dumeehtig Dasnm, schüchtern. — 'Er redt etwas du- 
nnd voUekomen ist*. Bihteb. 4. — Die Stra- aam daher, es geet iin nit also geschliffen 
fen Gottes sind •noch nie eigentliche nnd heruss». Geiler, Geistl. Spinn. SI, Sb. 
ditnehtikiiche verkündet worden». Nie. v. Ba- i Dosen, Duesen, sich bücken, sich ganz still 
sei, a03 (vollständig). — «Als ob sie hefti- 1 und ruhig verhalten. — •Dieweil er arm ist 
^er dumccAf^er Halter weren der Gebott we- und krank, so duset er und ist demüthig». 



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Geiler, Emeis, 60 b. — <Sie achwigen still, 
dusBtten and redent nU>. Id., Post. 3, 86»; 
SUnd. des U. 33''. — •ChristnB sprach za dem 
Her: sohweig, thv»», bisa stillt. Id., Post. 1, 
28 b. — <Btwan schmucken sie sich in ein 
-wiiibel und äu«sen>. Pauli, 29. — Heute: sich 
dnsEeln. 

Dose. S. dauss. 

Dnssen, Dnsz, da. aussen, dranssen. — <Efi 
wer umbsunst das einer die Feint weit über- 
winden die duMen weren, und het den inner- 
lichen Feint noch nie überwunden». Geiler, 
Arb. hum. 82 b. Etc. — «Wir hant vil brüder 
aussen gelon». BranC, Ssch. 106. — «Dinn ist 
es warm, duae ist es kftlt>. Mniner, Nb. 32. 

— (Das hörent die dinn und anch dumt. 
Id . MUl. A, 6 ». — <'Dnd stot ein gouch duse 
ouch dar\-or>. Id.j Geuchm. c, 3 b. — iBln 
meil von, uns, duae uff dem land> Id., Bad. 
F, ob. — <So lat er nna nit duaien Btan>. 
Ibid. C, &b. — <Do ging hinusz der alt senat, 

— der in so fliszig dueseti bat>. Humer, 
Geuchm. o, 4 ". Etc. 

Dfitte, Düte, Dutten, dim. DUtlin. Brust. 
«So seinl die Kleider an dem Kucken aussge- 
Bchjiitten bis in den Rucken hinab, und da 
vornen gond die Brüst herfür, die IHiten, sie 
möchten den fromaten und küschesten Han 
ritzen». Geiler, Narr. 127 ■. — «Selig ist der 
Hensch der nicht an dem IHüten der Sünden 
sauget*. Id., SUnd. des M. 32 b. — <Es hat 
sein Zeit und Ordnung wie lang man ein Kind 
eeigen sol, wann sie kumraen und bringen ein 
Schemel und sprechen : Muter gib mirs Dütlin; 
den Kinden sol man ein Buten geben*. Id., 
Ev. mit Usel. 106 b. Etc. - •. , . und zwei 
kind darhei — nmb ire dutlen hangen frei«. 
Jlurner. ^irg. c. 4 b, — .Mamma, ein brüst 
oder dutt'. Gersd, 84 b. — .Fleisch das drns- 
echt uud klotzecht ist, als die hoden und 
dütteri'. Ibid. Ib. — .Wirt einer gestochen 
bei der lincken dutten . . .> Brunschw., Chir. 
17». 

Dntter, Eierdotter. — .Die Gotheit (Christi) 
ist der duttem des ejea*. Geiler, Bilg. 21Sb. 
~ -Hat sin hun ein ei geleit, — ao weisz der 
pur ein solchen bscheid, — das er mir soll 
den dutter geben, — vom eierklar soll min 
frow leben, — und esz do der pur die schal 
darneben*. Murner, Nb. 110. 

Datzet, Dutzend. — 'Ein dutiet nestcl*. 
Haroer, Nb. 164; Geuchm. e. 2 •>. 

Dntzner, Art Bettler. - Humer, Nb. 61, 
Gödeke: «Genesende, die eine Wallfahrt zu 
einem Heiligen gelobt haben und sich hin- 
betteln». 



E. 



stuB sprach zu ihm: .wie lisest dn in der e?> 
Tauler, 248 (44). — Die Juden hatten .ir ce- 
rimonie nnd die gebot und den euxn und vil 
dingest. Ibid. 464 (80). E, gen. ewes, ist stete 
fem, ; es ist auffallend, dass es hier masc. ist. — 
Es kam zu Christus einer «der waz gelert von 
der it. Ela. Fred. 2, 12. — «Weihes ist das 
groste gebot an der^?,.. An disen zwein 
gebotten hanget die l und die wisaageio. 
Ibid. 2, 17. — Gott spricht: .ich habe üoh 
gehen die e des heiligen tonfes*. Closener, 113. 

3. Die alte E, die nüwe E, das alte und dfts 
neue Testament. — «Die alte e, das alte ge- 
setzede; die nüwe S, das nüwe gesetsede*. 
Tauler, 240 (49). — .Von disem sprach unser 
herre in der nuwen i, an zwein stetten in dem 
evangelio>. Ibid. 61 (12). — Den Juden «h&n 

; ich geben die alten i af deme berge Synai». 
Glos. 113. — Ein Mönch «lerte Machemet die 
alte und die nüwe £*. Kön. 631. — «Die ge- 
i schrül der heiigen e>. Guldia Spil, 24, — «Bi 
I den ziten do got die nuwe i brediget*. EU. 
Pred. 2, 11. - «Die alte Ee>, das alte Testa- 
j ment. Geiler, Ev. mit Ussl. 192 » ; Selenp. 210 ■• 
! — «Ein Heister der alten Ee>, ein Schriftge- 
lehrter. Matth. 22, 8ö. Geiler, Bllg. 46 1. — 
•Die nuwe Est, das neue Testament, Geiler, 
Ev. mit Ussl. 62»; Bilg. 40". — .Geschrifii 
. . . von alter und nuwer ee>. Braut, Nsch. 
14. — .So sie doch in der alten ee — hoch 
sind gestigen vor und e». Hnrner, Nb. 116. — 
Lobenswerthe Frauen .find ich in büchern weit 
und breit, zo voran in der alten «e>. Ädelphns, 
Morin, 55 *. 

Die reformatorisohen Schriftsteller gebrau- 
chen das Wort nicht mehr in diesem Sinn. 

4. Beligion überhaupt. — «Die heidenieche 
e*. Gottfr. V. Str. 1, 229 (daa Heidenthum). 

Eben, bequem, paaslich, recht, angemessen, 
adv. und adj. — .Terlosz das ding eu 
dheiner frist, — das du weist das dir eben 
ist>. Brant, Cato, b, 2 b, — «Jeder redt was 
im eben ist, — und klagt eich do in druckt der 

Isch&ch*, Id., Nsch. 108. — «So ist er nnt 
ein eben man, — das spil mit im za fahen an>. 
Hurner, 4 Ketzer, C, 3 ». — .Ich was mim 

I herrn ein eben man. ~ do ich die schelmen- 
stück hab than». Id., Schelm, c, 1 "■- — Gott 
• wer nna gantz ein eben man, — tmwt 
er uns wol nnd sohriba nit an.. Id., Nb. 10. — 
■ das ist mir ein eben ding, — und zn 
halten gar gering*. Id., Lnth. Narr. 181. — 
«Lasz mich dich uez dem nest erheben, — 
ob dirs, min lieber gouch, ist eben*. Id., 
Geuchm. k, 1». — «Das was der statt von 
Bern nit eben'. Id , 4 Ketzer, X, 4 b. Etc. 

Ebenbild, Vorbild, Beispiel, — <Ler von 
vil lüten ebenbäd — was du t&n oder lassen 
wilt>. Brant, Cato, b. 4 b (multornm disce 
exemplo). — Die Priester sollen den Layen 
.vortragen gat ebenbüd'. Id., Layensp. 168». 
— «Ein ebenbüd laszt mich üch sein. — ir 
öden Schelmen allgemein*. Humer, Schelm, 
k, 4«. — «Sanipson sy ein ebenbitd. — ■wie 
unsinnig und ouch wie wild ~ ein buler 
würd . . ,. Id., Geuchm. m. 2 b. 

Ebenhohe, aubst. — Unter den im Vertrag 
Strassburgs mit dem Bischof, 1359, angefiihr- 



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teD Kriegs lUABch inen, sind auch *EbenhÖhef | 
genanoC. Scherz, 267, hat : •ebenhohe Eatzen> ; 
also wahrscheinlich eine Maschine eben so 
hoch als eine Stadt- oder Bargraaiiier. Strubel 
2, 325. — ■Uf der ebenhöhte', Feldname, Kien- 
heim, 1351. Ist dieser Name von der Eriegs- 
maechine entlehnt, oder bedeutet er eine ebene, 
dache Höhe, oder ist er nur eine Entstellung 
von Ebenote? 

Ebenkrist, Mitchrist. Scherz, S67. — <Den 
SSrenkritt minnen>. Jüngstes Gericht. — 'Sinen 
£btnkristen . . . böse bilde* vorhalten (böses 
Beispiel geben). Bis. Pred. 2, 6. Etc. 

Ebeiinienach,¥itmensch, Nächster, das franz. 
semblable. Scherz, 267. — <. . . das er sinen 
ebenmentdien nüt verurteile». Tauler, 426 (73). 
Etc. — <Br gewann grose minne zA gotte und 
zft simme ebenmenschen*. R. MersM-in. 9 Felsen, 
34. Etc. — «Die minne des ebenmmscken und 
des nehsteu'. Hngo v. Ehenh, — <Heimlich 
Pfisnng wider min Ebenmenscben, oder Ver- 
klappem». Geiler.Bilg. 801 1". — «Stich heimlich 
nit zu keiner zeit — din ebenmensch durch 
hasE und neid>. Brant, Facetus, A, 6 i). 

Ebenote, bald fem., bald nentr.. Ebene. 
Otfried. I, 9. 36; Ebonoti. — «nf dem — nfi 
der ebenote'. Feldname, in 36 Bannen, IS Jh. , 
n. f. 

Eboi, Ebbei, Ebhow, Epheu. — 'Eboi he- 
dera>. Herrad, 192. — 'Weltlich Wisheit in- 
vem-ickelt sieh mit zeitlichen Dingen, ab ein ' 
Spinn in einer Spinnenwepp oder ein Hnn in 
Ebhov'. Geiler, Post. 3, 66 >i. — <Es henckt 
sich wie ebhevvi an mur>. Murner, Genehm, 
E, 1 >. — ^Ebhei, ein stud wachsend an eim 
b&nm, an der muren oder erden*. Brunschw-, 
Dist. 60". — «Hedera, £i)pAei«>. Gersd. 91 b. 

Echt, compar. ecAfer, beides nur, wen» nur. 

— <Das ist im genng, will er echter nit ver- 
irret werden». Geiler, Selenp. 100 b. _ «Ein 
Mensch der eehter von Gott erhört will wer- 
den .... Id., Post 3, 71 ■, Etc. Etc. — 
E^ lässt sieh einer schmähen, >«cAt er dar- 
von bett zins und gült*. Brant, Nsch. 68. — 
«Uan loszt es über die seien gan, ~ echt man 
eins dings mög kamen ab-. Ibid. 97. — <Dar- 
am list man im teglich messen, — ja würd 
sin echter nit vergessen». Mumer, Nb. 111. — 
«Wilto echter rein und schon — fiir got nnd 
erbere menschen gon . . .» Id., Bad. 0, 2 b. 

— <Wolan, sie mögens wol verantworten, 
können sie echt>. Zell, Y, 4 b. — Er hätte 
gote Werke gethan, «die weil er eiht den 
glauben gehalten hett>. Ibid. i, 3 b. Etc. Etc. 

Noch im allmanischen Dialekt. Hebel 3, 256. 

— S. auch Schniid, 6. 
Eehter. S. Ahter. 

Ecker, Aecker, Aeekert, Fracht der Eiche 
and der Bache. Eckern, Zeit wo diese Früchte 
von den Bänmea fallen, Schweinemast im 
Walde. An einigen Orten wurden die Früchte 
aufgelesen und nach Hause gebracht. Scherz, 
272. — «Kämet oder wachset aekart oder atz- 
ang in demselben bnchwald, die man uflieben 
möge .... so soll von iedem huse ... ein man 
Aq in, und soll (man; denen, die do ufhabend 
die eichli oder bfichli, ein husbrot geben». 
Pfe£ßngen, 1344. Weisth. 5, 373. - Die Huber 



von Hogesgerüte können ihreSchweiue «in den 
walt lan gan zfi den ziten so eekeren anegat». 
1279. Bist, de S. Thomas. 826. — «Wirt ein 
eekern und gerette von gottis gnaden ufFe den 
weiden . , ., so sülent die bürgere (mit dem 
Abt) werden zfi rote umbe dae eckim'. Selz, 
1810. Weisth. 1, 781. — Id den WaJdern von 
Ehersheimmünster «sol nieman nemen wedir 
bolz noch ackeran. an (ohne d(is Abts) nrloup; 
liset aber iemen drinne dekelnen acktTan...' 
1320. Weisth. 1, b70. — -Würdt ein ecker in 
den weiden, wer das ufFezet, das soll den 
sohwinen niemand weren». Bergheim, 1369. 
Weisth. 4, 24?i. «Zfi eekeren faren» mit den 
Schweinen. Nie derb nrnhaupt, 1382. Ibid. 4, 75. 

— «Ist es das es ecker gibt anf dem wald. . .» 
S. Johann, 1413. Ibid. 6, 477. — <Wan eckem 
ist», schickt der Abt von Schwarzach 40 
Schweine in den Wald von Drusenheim, lö 
Jh. Ibid. 1, 734 — «Dann- bringet uns usz 
dem eeter die swin — Andreas der zwölfbotte 
vin». Conr. v. Dankr., v. 351. S. Andreas ist 
der 30 Nov., es scheint nach dieser Stelle dass 
bis dahin die Schweine im Walde blieben; 
daher: «Der Eckermtmati, November. 15 Jh. 
(Stadt-Arch-, Liber vitae.) 

Edeling, Sohn eines Adeligen. — Ein Bür- 
ger «meint er si in adels etat, — wan sein 
kint (Tochter) ein edling hat». Mumer, Nb. 
128. 

Eehaftig. S. Ehaft. 

Eebalt. S. Ehalt. 

Eer. Art weibliches Kleidungsstück, — «Die 
Frawen hatten wisse Schleier uffgesetzt und 
wisse Eeren angeleit». Geiler, PoaL 3,46*. 

— «Wann du heim kumpst zu deinem Mann, 
so würfstu dein Ziert hinweg , , ., und ieist 
ein zerhudelt Eer an.. Id., Narr. 18* b. — 
•Zeitliche Güter die geben uns nit me denn 
ein alt zerschlissen Eer oder Gippen». Id.. 
Selenp. 198 fl. — «Gefeltelt eren tunt sie an». 
Murner, Nb. 269. — «Kleider, mentel, rock 
und schuh, — eren, hembder, beltz darzu». 
Id., Genehm, g, 4ii. — Die Nonnen wollen ihre 
Kutten ablegen und zum Tanz gebn, «in 
weissen eren gestrichenfin». Id., Lath. Narr, 48. 

Eer abschneiden, verlaumden. — « Eer ab- 
schneiden ist schwerer Sund weder Diebstai 
... Da dn einem seinen Lümbden stilest, im 
sein Eer abschneidest, so sohedigstu in mer, 
weder etulest im Gelt». Geiler, Sünden des M. 
28 ». Etc. Etc. 

Eerabechneider. S. Erabschneider. 

Eerer, ehrgeiziger Mensch. — «Die üppigen ' 
Erer, die von dem Wind üppiger Eer nimmer 
erfüllt werden». Geiler, Emeis,291i. 

Eergeitikeit, Ehrgeiz. — Reichtbum ge- 
biert • unnüt!;eblatenidere«-y«itÄ«(».Wimph., 
Chrys. 11 b. 

Eergrit, Ehrgeiz. — «Der Herr wolt unter- 
Imcken den Eergrit und die Hocbfart der 
zweier Jünger.. Geiler, Post. 2, 41». 

Eergritig, ehrgeizig. — «Ir die ir also 
fleischlich seind, eergritig und hochfertig und 
also wellent herfür dringen zu Hocheit . . .» 
Geiler, Post 41 b. Etc. 

Eerlich. S. Erlich. 

Eei-samkeit. 1. Ehrfurcht. — «Die Juden 



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— 74 - 

iBBBQts nit (das Wort Jebovshi Eimdern iber- ' tan ehaftige iiot>. Bihteb. 48. — <Were es 
hnpfents, ambE'rgoniA^if «illen GoUs>, Geiler, das Drlüge, krieg oder ander ehaftige not ia 
Poet. 2. 109 ». Etc das laut kerne . . .. Gatleute-Ordn., 100 — 

2. Ehrbarkeit. — ■. . . notdürftige Ding für Die Hober von Heimabrunn sollen «m der 
dich nud die dir entpfohlen sint ; für dich, \ fTottemiilen m&len dnrch das iar, es endete 
das ist für deine eigne Person, der Ertam- ; den eheftige not, das die müle von frnste gv- 
keit nach, deinem Stat und Ampt nach . . .• i atiindei. 15 Jh. Weisth. 4, 93. — Wer Nachts 
Geiler, Schiff der Pen. lOI «. 'mit Waffen geht, <von dem sol man rillten. 

Eveni, wiederholen. Sehen, 17, aeffem. i er müge sich denne rehte and ehefteklich ent- 
Benecke, I, 73, avern. — Wer eine Sünde ge- ! reden*. 1270. Strobel, 1, 328, Etc — <. . . nsz 
beichtet hat «nnd si niemerme wider evert . . . ' vilen andern eehafftigen Ursachen . . .> Hnraer, 
So er die Sünde wider evert . . .> Bihteb. 12. ' Adel, I, 2>>. — 'Es erfordert min notturfft, 

Egede, E^e. — Der Stadeler des Bischöfe ' nud zwingent mich eehafftige Ursachen . . .• 
liefert den Pflog «und die egedm>. l«" SUdt- i Id , Briefe, 80. 83. — Wiewohl ich das Ver- 
recht. Grand SJ, 81. — iDer wec der berc- bot der lutherieclien Bücher kenne, »so hat 
gassen sei alse wit sin . . ., das ein egide mich doch diinckt, das es mich nit bind, usb 
vollen wit han mftge ns and in ze varende». eehafftiger ursach». Zell, c. 3 b. 
Sigolsheim, 1320. Weisth. 1,665. , Ehalt. Eehalt, Dienerschaft, Gesinde. Scherz, 

Egedea, Eidechse. Schere, 275. — ilm Eged- 274. — Der Meier von Scherweiler <sol geben 
etieuUmde-. Berstett, 1319. — «Der Egedessen- seinem ehJuüt alle tag zwierent ein stück 
büheh. Dingsheim, 1851. , fleisch-. 15 Jh. Weisth. l, 676. — Was die 

Egel. Aegel, BIntigel. — <Egüe. sangai- Spieler verspielen, vergönnen sie ihren «fron- 
BQga>. Eerrad, 195. — «Der Egelpfül, Egelset, wen. kinden and ehalttn'. Gnldin Spil. 5ö. 
An vielen Orten, 13 Jh. u. f — <Sie seind — Hie kumen koch, eektdten, — all die des 
aach gleich einem Blutsauger, eira Egtt die hases sorg dunt walten*. Braut, Nsch. 78. 
das Blut nit von ir gibt man reib sie dann Ehrlicheit, Ehrerbietung. — «Sie bringen 
mit Nesslen in derSunnen». Geiler, Schiff der dir zu ehrlicheit — von denen die da hast 
Pen. 109 ti. — <Es hangt an jm ein egel und erleit — iren harnisch und Ire wehr*. Hurner, 
ein blatanger*. Wimph., Synod. 7 b. — <£un) Virg. 1, 4 ". 

im (dem Kranken) zu hilff mit sugen der EhL*woit, Höflichkeitsformel.— «SoBchlechst 
egeln'. Brunschw., Pest. 34 >>. — «Ein egtlan du mir ein schiielling dran. — und sprichst 
die Stirnen setzen». Fries, 176 b, — iSangui- , es sind eruiortgsin'. Mamer, Nh. 251, 
snga, ein ägel'. Gersd. 94 a. — «Der ägel EhsBen. S. Ätzen 
töchter gesang ; trag här, trag här.. (Prov. Eierklar. S. Eigerklar. 
30, 15.) Wurm, Trost, p. 2 b, i Ei^en. zeigen, offenbaren. 8. auch oigen. — 

Egelkrnt. Lysimachia nummularia. Eirschl. lEin jeder fründ sin truw dir zeigt,— wann 
1, 567. — «Centimorbium, ilgelkrult Gersd. wider wertikelt sich eigt'. Brant, Morctus, b, 
SOI». 1 «. _ .Ein bös frow stäts ir bosheit eügt'. 

Egene. Spreu. — «Zur Egenen>. Strassb, Id.. Nsch. 68. ~ Es kommt ein neuer Prophet. 
Uansname, 1416. der wird «in frummem schein sich zeigen. 

Egerde,niehtniehTbebautes Feld; nnfrucht- — bis er sein falscheit recht thut eigen'. 
barer Acker. Scherz. 275. — «L'f dem Egeräe, Id., D. Ged 37. — Ihr schlechte Pfaffen 
in dem £^r(fen>. Feldname, in etwa üO Bannen. ' «tunt den nid oft schedlich eigen, — das ir 
13 Jh. u. f. — Der Hof von Qrasenheira «sol in uf der kanzel Keigen>. Mumer, Hb. 22. — 
haben ahte rinder, die soUent gon uif die .Wann ir euch demütig erzeigten, — und 
egerdm zd weide*. 1320 Weisth. 1, 674 — . euwer böses maul nit eigten'. Id.. 4 Ketzer, 
Alle Äcker zu Eckbolsheim, •sü werent in Torrede. — Wenn sie «jm die geuchery 
holtze, velde oder in egerden . . .> 1403 Eist. , nit zeigten, — offenlich die bnlschaft eig- 
de S. Thomas, 415. — «Solliche Schwammen f^t. Id., Genehm. C, 3». _ «Han soll 
hörent uff solliche Saerifett', Üg. von der Strafe die geuchery nit eigen — und vor jangen 
die den Bösen zugehört. Geiler, Post. 3, 41 a. ' landen zeigen-. Ibid. E, 4 ». — «Wann sich der 

Egealich. schrecklich. Scherz, 275. — «Er guldin ast hie zeigt. — in disem grossen wald 
gesach . . . den egeAichen trachen-, Gottfr. v. sich eigt*. Huner, Virg R, 6 «. — «Wa sie 
Str. ', 121. — •. . . daz er den walt erfnlte sich mit eim wort me eigen, — wil ich in basz 
— mit egeslicher stimme-. Ibid. 1, 126. den kolben zeigen». Id.. Luth. Narr, 1. Etc. 

Egies. Eidechse. — «Die Kind legen etwan ' — «Wo das hertz vol andaoht . . . oder 
Eglesen in ire Geren and schimpfen darmit». rewe ist, do würt es sich anch mit eusser- 
Geiler. Arb. hora HO*». — Dasypodius: «La- liehen geperden eggen'. Butzer, Neuer. H, 4«; 
certa, ein Schlang in Italien der grösser ist A, 1 ^. 

denn bei uns ein Egleas oder Egdess-. Im Eigenrichtigkeit, S. Einrichtigkeit. 
deutschen Thoil: 'EgUas. stellio-. — Goll, Eigenechaft. Leibeigenschaft. —«Der dienst- 
376: «LacertUB, Eydechs, Egles'. barkeitundei3en(eAa_^<undeTworffen». Wimph-, 

Ehaft. Ebaftig, Eehaftig, auf E, Gesetz. Chrys. 6 ^. 
begründet, legitimus, rechtmässig, überhaupt: Eigenschafter, Eigenthnmbesitzer. — «Die 
begründet. Scherz, 277. — «Die not ist ehaft*. gritigen eigenschafter. die hochvartigen her- 
Gottfr, V. Str. 1, 114. — «Irret herren Diet- scher . . .• Claus v. Blov. 
riehen deheim cAoft not .. .• 1262. Ürk. -Buch. Eigerklar, Eierktar, Eiweiss. — Wein 
1, 375. — Man soll die Pasten nicht brechen; «mit eigerklor artzen-. c. 1311. ürk., 2,32. 



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— 7Ö — 

— «Von dem weissen Eyerctar wört geboren — «Job was ein einfältiger und gerechter 
du Hönlin.. Geiler. Narr. 217". - •. . . darin Man.. Ibid. 161 ". Etc. 

schlecht man eyerfetor». Brant. Nach. 7 lindas 4, Unwissend, nugelehrt. — •. . . ein ein- 
Gemeug mit dem man die Haare büfft). ~ falt achäflin ... das nit verstat, das es ins 
Bas Haar igepraktideit mit eierfHar — und seilgefallenist ...> Srant, Nsoh. &S. — «Lather 
geböffet bl dem fiir>. Mamer, Xb. 376. — Das istein verfiererderein/ei(i^«nchristen>.Hnrner, 
Haar, das Aeneae imit myrrhen nnd mit eyer- Adel. Titel. 

Uor — als ein veib hat gstrelet vor>. Id., ä. Dnmm. — Papst Celestinns <der waz ein 
Virg 0, 6 B. — «Vom eierklar soll min fraw eineiig man ... Er wände, er were der hei- 
leben> Id., Nb. 110. - Schaum von einem lige geist«. Closener, 66. — tEinvettig liite 
gektopfften Ei/erdart. Fries, 86 '. — iBosen- wondent es wer also». Ibid. 1)9. — <Wie ist 
wasser and Eyerktori. Gersd. 23 t'. — 'Er hat dine froge noch so gar einfeltigtl R. Herewin, 
mir voa dem weissen Eyerklar geschickt*. 9 Felsen, 84. — «Man spricht etwen: ach wie 
Panli. 339. — S. Dutter. ist das also gar ein einfaltig Mensch, er ver- 

EInenthalb, eines Theils, einerseits. Geiler, , stat sich keiner Ding-. Geiler, Selenp. 162 ». 
Post. 3, 10 B. S. die Stelle bei anderthalb. — Die Schweizer, sagt man. .sind eittfeltig. 

Einest, ein Mal. Scherz, 239. Znweilen i S"' ^" "etriegen.Murner, 4 Ketzer B, 3X 
auch im jetzigen Sinn von einst. - dn der - '?'' ?■»« .«'," '^"'Mt^"- "opff* Ib>d. C, 8 b. 
Wochen einest oder zwüreut zögon. (zum Sa- — I*'« Dominikaner .dnren mich, die armen 
rrament). Tauler. 181 (35). - 'Einest oder ^md, - das sie so recht einfältig sind.. Ibid. 

zwürent z&m tage.. 1396. Eist, de S. Thomas, °<Jl 'i , „, . , , ^ .. , ^ 

396. - Er hattT.medenne einest verschriben, Einfajt Einfaltigkeit. 1. Einfachheit - 
den kristen.. Kon. 855. - «Eren mit eime ' ij«'" «"M i«t nie .n der we t. Brant Nsch. 
Pfluge einest in dem jare.. Logeinheim, 1404. ^^- - CPT ''^T.^f"' e,nfaitikeit>. Ibid, 21. 
Weisth. 4, "46. Etc Etc. - -Etteliche gont ! - 'Schlechte emfaXUgkext ist einfreundin der 
■znm Sacrament) zu ahte tagen, und ettelieho warheit., BranI, Layensp. C, 6 a. 
7.\i dem monot egnesU. Hugo v. Ehcnh. Etc. ' 2. Ungelehrtheit. - '■ ■ ■ grob emfeltighetl 

- Am Prylag solt er Wasser und Brot erbest \ Bohlechter layen .... Brant Layensp. 164 b. 
bruchen.. Geiler, Bilg. 102 -. - • Einest hin \ ^- Dnimheit ~ .Der bruder k^7. etnfalt.g. 
ich versteinigt worden.. Ibid, 20 b. - .Du *«'* " "-"i, ™s zu sagen als bereit.. M^urner. 
sehirest all acht Tag einist den Bart ab.. * ^?t?«';-, .*■■■' '■ ....... 

Geiler. Brös. 2. n6 K _ .Du kumpst einest, 1 J'"''«"'«.- einstimmig, übereinstimmend, - 
11 Mal, X Mal, hundert Mal darvon, es kuinpt ' 4*^' '""^'^, „*""*"' '^' "*^" - : ■; „?"?'■ 
die Stund das du es einsmals bezalst-. Id^, B>fch. Wilh 249. - 'Da wart etnheüigkitch 
Sarr.78b; Selenp. 219 a. - Etc. - .Gar : f^*"' -.■ ■*l''>'l- 2&8. - Die Frau -wnrd «n- 
kum ein wund wider genist - die me dan '«% mit dir sagen.. Mnrner, Genehm, y.3«. 
einst nifgebrochen ist.. Brant. Ssch. 81. -ir" «Wiewol sie dann all «nAriyuberkummen. 
.Wiewol er mer dann einest mit Worten sich If".- ,0»y^c. 403- - ■V»" ^e"" essen und 
mercken liesz.... Id.. Bisch. Wilh, 295. -' tnacken dieser artmey ist noch nit etnheltge 
•Einest oder ein mal in der wochen.. Adel- ''^IV }°™: * ;. „. , .--■. 

Phos, Fic. 142 b. - .Noch einist oder ander- Einbeligkeit, Eintracht, Übereinstimmnng. 
werb. Ibid 133" ^ *Einlie!ligkeit mit dem Nechsten.; 'Em- 

v!„r I.. j?- * li: Ol. aan t t'- I helUgheit zwischen Gott und dem Menschen*. 

,wl '• « "''j'^- ■^''"j' "■„'■ '^;?«' ! Geilir, Selenp. 78. i 81 • B.^. - .EinhtUUkat 

«,. .V; ?«■?"•(' .ur;, «11 «lios »«htl Id., X«h. 95. - Über die 
Bm, N,ei,. 79.^ .Du hut ver.ehle «nJ , u,„ehe der Blutenikr.nklielt .1« nnder den 

s."! sTh.r\,"6°i """ ""•"'"" '"'""■■ 1 1™ -'■ "•i" "-*"■■»"•■ >•""'• '=«■•- 

2. Dngetheilt. — «Der schin der sunnen ist Einicher. irgend einer. - .Wo eineher das 
gar «Moattiy an ime selber, aber der selbe | ejm menschen seit». Murner, 4 Ketzer, J. ib- 
icuin wort ungelich enpfangea in dem g'*-- — -- - . 
Tanler. 437. — Man ergebe sich .i» deL .... _ .„„„ c»».;«,«* i,,,..™^. .u 
MKigw grnnt des . . - willen gottes.. Ibid. i Hist. de S. Thomas. 138. — 



X - .Do ich alse in diseme etnveUigen ge- . Jas sich einickerlei spenne . . , üegeoeu wur- 
bette... was. ...Nie v. Basel, ms - .Gott|aent.. Molsheim, 1472. Weisth, 5, 425. Etc. 
ist wn lauterer, etnfatiger Geist-, Geiler, Bros. , _ .d^.^ niemans üt ab im hat zu klagen noch 
;,'- ^r. '^X ■ ^S\ unteilhaffcig und . . . | einicherleig böa Wort von im mag gesagen.. 
ein einfaltiger Geist», Id . Selenp. 178 1>. ■ Geiler. Selenp. 81 a ; 208 b ; Pater Nost . C, 

8. Ohne Falsch. — .Der getriiweste und | 6 ', — ., , , ob jemandts in seinem hause oder 
wr beste, ... der einvatte marke*. Gottfr. v, uff den gassen einicfieriey widderdriesz begeg- 
«f. 1, 187, — Ein Kloster .do gar erbere i net . , .. Brant, Bisch. Wilh. 365. — Murner 
'MfaUige frowen inne worent». Nie. v. Basel, sagt, er habe nicht die Absicht, die Miss- 
J**- — Bischof Johann von Ligny «was ein- brauche «in einicfteriey weg . . . zu bescbonen.. 
/«tiff und semfmütig.. Kön. 675. — -Ir sol- i Adel, A, 3a ; Luth. Narr, 2. — .... das uns 
'"M frirsichtig sein als die Schlangen, and ' . , . niemans schuldigen kan noch mag ei'ii- 
"M/oJtijala dieTaaben*. Geiler, Selenp. 183 a. , cAerJByfrevels.,Murner,Purg. ms.— ....singen 



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mir die koiben nur ein Btücklin mer einieher- Einriehtig, eigenwillig. — tDas da nit g9- 
lei liedlins . . .> Murner. Kalender. 206. Etc. halten werdest fnr ein besonder wieigen nnd 

EingehUm. Einliorn. — iDie Hdrner der einrichtigen Heneclien, der etwas beannden 
ainj)e/itlrn>. (Ph. 21.) Nächtig, Psalter Ö2. suche weder andergemeine Menschern. Geiler. 

Biaig. Scherz, ä91. 1. Einzig. — <Si ist ir Post, ü, 6 >>. Etc. 
einiges kint*. Oottfr. r. Str. 1, 118. — «Dis Einrichtigkeit, Eigenriefati gbeit, Bigen- 
was min einig kint>. Eon. 346. — Sie <er- wille, Rechthaberei. — «Das XI Laster ist 
knnnent einen einigen gedang von gotte nüt , Einriehtigkeit, es ist so ein Mensch nff seiaem 
gedencken>. Tanler, 449 (TB). - (Wer ein i Sinn bleiben will, er ist nit za berichten, man 
einig wort dowider spreche. . .» Ibid. 449. — ' sag im was man wöU, des achtet er nit». 
•Immerweren de Trinitat, — einich in deiner Geiler, Selenp., Vorrede. 3^; 3 Marien, 9b; 
majestati. Brant, Lajeosp. 164 1>. — 'Sie hiesz Pred n. Ler. 14i) >, — Brant, Nach. dS:<Eigat- 
all weit do von ir gon, — nnd bleib gantz ricfitigk^tt, Kapitelüberschrüt. Dies ist ofien- 
bi im einig ston>. Murner, Genehm, d, 3i>. — bar die richtige ursprüngliche Form. 
•Das Christus der herr ein Kuflucht sei und EinsatE, Einsetzung. — iNun so wir von 
eynige krafTt . . .• Nachtig,, Psalter 116. solchem einsatt Christi (der Messe) nichts 

2. Allein — •Dovon schlugent sü in on i können wissen . . .> Butler, Neuer. D, 1 b. 
alle were, do er einig mit in was gevam>. Ei naidel, Einsiedler. Scherz, 294. ^ Dietrich 
Closener, 64. — «Solliche Menschen sind auch I von Bern 'erschein eime heiligen einaiM: 
gern allein und hant die Einode lieb . . ., und Glos. Sl ; Eon. SSO. — Ich habe gehört «ein 
(larumb begeren sie einig zu sein, das sie nit einsidel sitze hie nohe bi in dem walde>. Nie. 
von andern Menschen gehindert werden*, v. Basel, 324. Etc. — Es •kam ein beiliger 
Geiler, Schiff der Pen. 42 », — .Es ist nicht eintidel b& einre kirwihe gangen». Eis. Fred. 
allen Menschen zu raten das sie sich zu einem , 2, 27. — «Es be^iab sich einist das ein Ein- 
soLlichen Leben gebent darin sie vast müs- tidel besncht den aodemi. Qeiler, Sünden des 
sent einig sein-. Id., Pred. u. L. 9 b. _ Ein M. 10 *> ; Pred. u. L. 6 b. Etc. — «Vil grösser 
Glücklicher hat viele Freunde, ein Unglück- 1 arbeit hat ein narr — vrie das sin sei zur 
licher <blibt einig alle stund». Braut, Horetus, ' hellen far, —- dann kein einsydel vor ie haK 
B, ttb. — Ein Jüngling «den sie gantz einig — in aller wüst...» Brant, Sech. 86. — Hie 
hetten fnnden>. Murner, Virg. D, 4 1>. — Er und da kommt auch schon die Form Ein- 

• wolt ce sterben mit seini weib — Ee das er Siedler vor. von der die ältere nach nnd nach 
einig on sie bleib>. Adelphns, Märin, bl '■. — verdrängt ward. 

•Ich bin worden wie ein spatz der aynig ist Eintweders, entweder. — 'Eintweäera unser 
under dem tach>. Nachtig., Psalter 2Ö6. — Frawen lernen von den Metzeu in Kleidnng, 
•Das kreutz . . . durch welichs eynig der weg oder aber die Metzen lernen von nnsem 
gen himel ist>. Zell, Q. 1^. [Frawen in Kleidung*. Geiler, Brös. 2, 4A>. 

3, Bios. — «Und erzitterte ich von sime Etc. Etc. 

einigen werte*. Kön. 602, Eintzefat. einzeln. Scherz, 298. — <De 

Eiligkeit, das Alleinsein. Einsamkeit. — i kertent von dem keiser das merre teil des 

• Die göttlich Einsprechung allweg den Men- ' riches dienstman, dernoch die fürsten alle 
sehen abzeucht von weltlichen Dingen, und \ einttehtf . Glos. 144. — «Die schicket er alle 
in reizt zn Einfaltigkeit und Einigkeit seines ' . . . eingehet von ime*. Ibid. 148. — •Ich vi! 
Eertzem. Geiler, Schiff der Pen. 42». —! dir sagen von siben staffeln...; und weler 

• Einigkeit oder ein einiget Leben . . . Denn ! mensche sü alle eittehte nfgei, der kommet zft 
mag er sich geben zu steigen nff den andern ; sime nehesteni. Nie. v. Basel, 348. 

Bühel der Einikeit, oder ein Einsidelleben zu Einnng. Scherz, 296. 1. Einigung, EinheiL 

füren». Id., Pred. u. L. 8^. : — «Xa spricht S. Paulus r sint sorgvaltig zft 

Einkriegig, eigensinnig und zänkisch. ^ | behaltende die etnun^« des geistes». Tauler. 

• , . , obe du einkriegig were an dinem sunder- 1 297 (öl). — Das Concil von Pisa ist der Ueis- 
liehen sinne». Bihteb. 40. I ung <das einunge der kirchen nUt möhte sin 

Einlif, Ellif, eilf, Scherz, 292. — «In diaen , denne mit absetzunge der zweyer bebeste». 
dinghof gehörent einli/gantze bftben» Mittel- Kon. 615. Etc. 

wihr, 16 Jh. Weisth. 4. 229. — Es «süllent 2. Vertrag, Übereinkunft. — <...ob yemans 
von rittern und von knehten eylife gekosen under uns in zit derselben eynunge mit dem 
werden». 1849. Eon., Beil. 9^6. andern spenne gewännet . . .> 1473. Als. dipl, 

Einöte, EinSde, Einsamkeit, Alleinsein tivie 2, 407. 
Ebenste gebildet). Scherz, 293, — •. . . nnde 3. Durch Vertrag erworbenes Recht. — Die 
was aleine beüben, ~- nnde saget in allen unde strassb. Bürger, die eigene Backöfen hatten, 
jach — einöle wäre sin gemach». Qottfr. v, waren mit den Bäckern übereinkommen, ihnen 
Str. 1, 20. — «Wie vil zites ich gotte vor an eine jährliche Entschädigung zu gebeD;_ 1364 
der einöte geben hatte, do gap ich ime dar- ward vom Eath beschlossen dass der Burger. 
noch rehte noch also vil». Nie, v. Basel, 236. der 'pistrino suo integrum ius quod dicitur 
— 'Du (eine Closnerin) solt do an der einöte einung acqairere voluerit», den Bfickem jähr- 
dines gespuntzen warten».Id. ms. — Die Schafe lieh lä Bch. zu zahlen hätte. Stadt-Arch. Str. 
halten sich zusammen, «wenn Einöde zn der ürk., 417, 

Zeit des Tonders in schedlich ist». Geiler, Irrig 4. Recht einer Zunft anzugehören, Znoft 
Schaf, A. 7 i>, — Sonst oft, bei Geiler, im ge- 1 nnd Stubenreeht; in diesem Sinu ist das Won 
wohnlichen Sinn, masc. — •Wer becher in dem burcban feile 



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irdt and des ei'tmnaes nit enhet; die süUent Binzigiing, Vereinzelung. — Zar Beichte 
sä nemeiii und in des Bnrggrafen Hof tragen, ; gehört teintigunffe; das isi «das man dicke 
U Jh. ürk., 3. au. - Ein äoldBchmied der ' und einzeliebe bihte>. Bihteb., 12. 
für Eich arbeiten will ohne Heister zu sein. Einzlingen. vereinzelt, einzeln. ~ <Ailcs 
•sol sinen halben einung kouffen . . . ; wolte das Gott in den andern Geschöpfen eintztingen 
er aber nieister werden, so sol er sinen andern 1 zerteilt und gewirkt het>. Geiler, Bilg. 2§ K 
halben einang konffen». 1363. Golsohm. Zunft, ^ Eisa, EIbmii, ßeschwar. Scherz, 299. Hente ; 
3. — 'Eins yeglicben dfichscherers kint sol : Aisse. — •Jiüce. ulcera». Herrad, ISÜ. — «Die 
ein halben (n/nun9Vorabehaben>, 1B6S. Tncher- 1 hnndeleoketen ime (dem Lazarus) sine eiesenr. 
»nnft, 8. — «Ein yegelicher, Jer ir antwerck Eis. Pred. 1. 249. — Die 6" Plage war <daB 
nnd eyminge entpfohon wil . . .• 1460. Ibid. Tö. ! die Ittte in Egiptenlande vol ej/sse nnd blättern 

— •Doch hettent die goltsmide ire sondere { wurdent>. Eon. 268. — «Wann der Butz uss 
Habe and Iren snndemeynun^'.liSG. Golschin. dem .^Msen kampt, so kan man in darnach 
Zanft. 11. I heilen; wan dieweil der Bntz in dem Einen 

5. Cbereinkanft, die Feldarbeit nur zu ge- ' ist, so heilt er nit>. Geiler, Emeis, 50 1> ; !) 
viBsen Zeiten zu machen oder den Wald zn ' Marien. 8 b ; Selenp. 217 b. Eto, <. . . Davon 
schonen, während welcher Zeit Feld nnd Wald die hut verbrennet und eitaen oder gesohwer 
gebanntwaren. Hieand da geschah die ^nutij; entpfahet>. Mumer, Gayac, 404,410. — tEj/aaen 
nicht in Folge einer Obereinkanft, sondern oder geschwer*, Bniaschw., Üist. 37 a, _ 
sie wnrde vom Herrn oder seinem Beamten •Eyaaen die übel stinken». Oersd. 73 b. — lEin 
verordnet. — .Quando facta fnerit . , . qaod : Eit» der langen bediit den tod-. Fries, 65 b. 
dieitnr eyminge vnlgariter, ordinatio super' — Schmid. schwäb. Wort. 161. — Figürlich: 
Silvas . . .> Weissenbnrg, 1273. Als. dipl. 3, 8. «Sie mtigen nit leiden das man jnen deney«»» 

— <Ein meier boI auch eynung über holz nnd . anrür>. Zell, B, 3 li. — 'Hie hab ich den eissea 
veld machen» Oberhage nthal. 15 Jh Barckh. ! troffen». PollJo. Pred. B, 4>. 

84. — «Diewilen die einunge wehrt, bo hat, Eitelig, eitel, kommt seltep vor. — »Es ist 
min frowe (die Äbtissin von Erstein) die «>n- ' als nt«It^eHochfart, es istNarrenwerk». Geiler, 
ungen zA bannen, und der das gebot bricht, Has im Pf. B, Öl>. — Dasjpodios : <Eitdig, 
der wettet 2 seh.» Bomanswiller, 15 Jh. . nngaliB. nugatorins». 
Weisth. 5, 465. Elle, Elme, Ulme Feldnamen : .Zfl eite»». 

6. Bezeichnung der Theile des Banns, wo Wiltiaheim, 1321. — «Bi Sifritz eüenboum>. 
die Arbeit während der Mnuttg der Reihe Nordheira. 1461. — <UfeJ)ne>. Lochwiller, 1411. 
nach zQ machen war. Die entferntern Äcker i Elle, Einbogen, — «Wenn wir essen das 
blieben gebannt, bis die Ernte auf den nähern '. uns glast, so setzen wir unsere Ougen doruff, 
vollendet »ar. damit man über letztere, ohne ' legen uns dartzn uff die Ellen, schieben ein 
sie zu schädigen, fahren konnte. — Felder , mit beden Henden>. Geiler, Selenp. 153 a. 
gelegen : «In der aftem einung: Dorlisheim, I Ell«», Kraft. Scherz, 800. — •. . . da \VQchB 
1326. Königshöfen, 18S7. — <In der utsem im mU und eUeii'. Gottfr. v. Str. 1, 98. 
eitmng: Kraatergersheim, 1S33. — Inder ersten I Eilende, nentr. 1. Verbannung, Exil. Scherz, 
timaigt. Erstein, 1861. Westhofen, l.'JSS. —,800. — Papst Pontianus «wart verschicket in 
<ln der nütem «tnwn^>. Landersheim, 1345. 1 daz Eilende in ein insele, die heisset Sardinia». 
~ Alle diese Einangen setzen andere voraus, i Clos. 17. — Der Kaiser schickte Papst Mar- 

— Za Sohiltigheim waren «6 Einungem. 1331. ' tin I <in das Säende gen Crisone». Eon. 536. 

— Die Zehnder des Kapitels zum Alten 8. Etc. — Ein König hatte einen iibermüthigen 
Peter <sint nit schuldig den zehenden z& | Knecht, <er fiirtreib in in daz «IJ«nde, n& bette 
nemen in der ersten et'nun^ oder sich lossen der künig einen lieben sun, der sprach ; herre, 
'erwisen noch in der anffemeinuTOe, sie wollen I sende mich, ich will in sftchen. Domitte für 
dan es gern t&n, aber in der ijirten etnun^e i er mit dez vater wille in daz eltende nnd 
sol man sie nswisen in dem velde». Ittenheim, sachte den kneht vil manig jar>. Eis. Pred. I, 
IG Jh. Weisth. I, 734. — 'Der schnltheiss i 7Ö. — Der Sunder 'hat sich gesencket in daz 
bat das recht, wanne man die erste einung ewige eüende, daz ist in die ewige helle», 
dat, so hat er U nacht die einunge; wer die Ibid. "1, 66. — «In der eüendt verwisen und 
«mun; brichet . . ., der ist 30 seh. schuldig». | vertriben». Wimph., Chrys. 6". — In den 
Uarlenheim, 1338. Weisth. 1, 723. 'meisten Fällen hat, von dieser Zeit an, Elend 

7. GeldbuBse für Bruch einer Einnng. — nur noch den heutigen Sinn. 

•Die geswomen des dorSB hant die eynung 3. Fig., das irdische Leben. — 'Arraftt was 
zA Bobetzen». Siederspechbach, 16 Jh. Burckh. j sin (Christi) anevanc zem erste — do in diu 
99. — «Wer frefelt in holz, in velt, in aaten süze muter sin — gebar in diz eUenrie». 
oder in der almende, des evnung stet in ge- 1 Gottfr, v. Str. 2, 116. — ChriatuB «ist za uns 
walte der gemeinde . . ., und die einunge sint ' komen in diz eliende . . .> Nie. v. Strassb. 296. 
den hfibera und der gemeinde». Haningen, Eilende, ad], Scherz, 300. 1. Verbannt, 
16 Jh. Burckh., 68. — «Wer schnidet mer ! fremd. — «Der trostlose eHen<ie — der viel 
dan sin phluc reichet, den treibet der keller uf sine hende». Gottfr. v. Str. 1, 87. Etc. — 
■be and nimet die einun^; der einunge sint j «Ein schaffener der siechen und der eOenden 
iwene sch.> BÖsenbiesen, 14 Jh. Weisth. 1, 1 ... in dem spital». 1316. Spit.-Areh. — (Das 
690. — «Wo der far hinegat in matten oder sehste werg der erbermede: men sol den eflen- 
in kome, do sol er gan ane etnun^e». Dett- den herbergen; ntt ist die sele eUende, wanne 
Weiler, 16 Jh. Weisth. 5, 482. Etc. i sü ist nsgegangen us der ewigen heibergen 



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and heimftte«. Rdm. Merswin, ms. — «Der 
eüenden herberge, hoBpitium paupeium pere- 
grinoruni et exuloin», Strassb., Iü60 u. f. 

2. Elend, im heuligen Sinn. — Maternus 
sprach : «ich was, also ir wol wissent, von 
dieem dienden leben gesclieideii>. Kon. 711. 

— Otto IV starb «in sime lande zft Sahsen 
also ein Bender verhasseter man». Ibid. 445. 

— Sie thaten «von betürpnisEe swartze und 
etUnde cleider an». Ibid. 328. — «Jemerlich 
und eüende und liebeloB>. NicT-Baeel, ms. Eto. 

— «AIeo wir allein müEBen faren . , . nackende 
nnd eUende . . > Predig Peters v. Oetigenbach, 
1436. — <Die eUende angesilit> eines Ge- 
hängten. 1461. Alte Ordn., B. 14. Etc. 

Elto, fem.. vetOBtas, anch Alter ühcrhanpt. 

— iDie Achten die linden ein Schatz ver- 
boten, und die Besitzer ... des selbigen Guts 
haben nichts darvon gewiseet von Elte des , 
Zeits>. Geiler, Narr, 57 ». — «So gat hinweg , 
die EUe der Sünden nnd fohen die Hertzen , 
an sich ganlz ergeben Gott». Id., Bilg. 69». 

— S. Aeite. — Bei DasypodiuB schon mehr 
im Sinn von hohem Alter : 'Aeüe, aevitas, 
aunositasi. Item bei Goll, 133: «CauitieB, 

Emborlingen, kopfüber. — ', . . als da man 
einen emborlingen die Stegen über abwirft». 
Geiler, 7 Schwerter, G, 3 t. 

Enteis, Onmeie, Omeis, Ameise. — <Der 
Emeisbühel' Barr, 18B9. Weyersheim, 1441. , 

— «Das Ihneislock, Bmesgenlochi . Bossels- \ 
hausen, 13^. — «Der Emeiasenreitf. Gugen- 1 
heim, 1375. — «Du treger mensch, gang tzü 
der <mmeys»en und lern von ir>. Guldin Spil, 
25. — «Die Enteis, Das ist das buch von der 
Omeisseti'. Geiler, Titel.— «Ler narr, nndwürd 
der omeitz glich, — in guter zit versorg du ' 
dich». Brant. Ksch. 70. — «. . . gleich als on- [ 
meissen hand gemacht, — ein grossen hauffen | 
zamen bracht». MnrnerjVirg.S, 6 ti, — %Emeisstn \ 
eiger». Brimschw., Dist. 60 1). — *OnieyBsen\ 
eyer>, Gersd 931>. — «Ein Oaneia& huffeu». : 
Brunachw., Dist. 6 1>- — «Die omeisseti, so sich I 
färsehen nnd intragen, so nemeni sie fleissig ' 
war der fDszstapffen irs vorgengers», Adel-' 
phuE, Rhodis, L. 4 '■. 

Emzig. Emsklicb, fortdauernd, ununter- 
brochen. — «Kloppe mitem^iper vollehertunge*. 
Tauler. 62 (11). — <So sich der kranok nohet dem 
dott, so soll die doffel geschlagen werden mit 
empsigen schlegen». Gebete, 16 Jh. Tafel, Brett 
an das in einem Kloster bei solchen Gelegen- 
heiten geschlagen wurde, statt die Glocke zn 
läuten. — «Es sol sin ein empteklickes on- 
wandelbar volleherten». Tauler. 838 (Ö8). 

Enbissen, speisen, einen Imbiss halten. 
Scherz, 30ö. — «So der ahbet unde der voget 
ztL gerihte sizzent, so sol iegelich meiget deme 
vogete ein vierteil wines unde zwene kappen 
unde zwei wissü brot ; unde wellent si mit 
ime nüt enbüsen, so gebent si ime des brotes 
nüt . . .• Dem Büttel aoU man geben «ze in- 
bissenäe'. Ebersheimmünster, 1320. WeiBth. 1, 
671, 668. — Der Küster der Abtei Munster 
soll «den kirwarten geben ze enbUsende ze 
allen hochgeziten*. 1889. Ala. dipl. 2, 167. - 
Man soll zu einem Armen sprechen : «du m äst 



bi mir enbiiem. Sic. v. Basel, 303. — >Er 
enheis do zwischen nie masses noch trankes*. 

Ibid. 130. 
Endülieii, Endach«n, des Dachs beranben. 

— Im Jahr 18d8 kam ein so heftiger Wind. 
• das er vil tum nnd hüser und schüren ai- 
dflAie». Clos. 186, — Im Glossar, 1091, wird 
endahte fälschlich von endecken abgeleitet. 
S. auch Colmarer Chronik, p. 12; die Seile 
s. w. Honwetürin. 

Endebriat, Antichrist. — tEndkri^', Brant, 
Nsch. 98, Titel. — Be ist dazu kommett. 
■ das man vom bapst sagt, er sei der endt- 
chriaU Wurm, Trost, b^. ~ «Der endtcltngt 
lierrscht mit feur und Krt mit gewalt». Ca- 
pito, Treger, F, 4 «. _ «Dratz dem endchrüt'. 
Appell, B, 3 a. Etc. 

Endchriatelen. dem EodchriEt, AnticbrisL 
gemäss sein. — Wer fiber den Bann wegen 
Geldschuld nachdenkt, der möchte wohl «sa- 
gen, es endtchriatelet' . Wurm, Balaam. c, 
1 b ; e, 2 b. _ «... hie endtchrüUia es». Zell. 
0, 1 b. 

Endchristisch, was zum AntJchrist gehört. 

— «Die endtchrieiischen widersacher>. Branf.. 
Anstoss, 4 ■.. — <Han soll christlicher weist 
tänffen. nnd nit endtdtristlieher weisz». Zieg- 
ler, Kiessung, D, 3 b. — .Tyrannisch and «tidt- 
chritlüch'. Zell, m, 4 b; X, 4 a. — «0 ir end(- 
christlichen bauchvätter!» Ibid. T, ;< ». 

Endelich, zuverlässig. Scherz, 307. — >Er 
hette etwaz vernomeu — enddicher märe, — 
wu sin junkerre wäre». Gottfr. v. Str. 1, 54, 

— < . . . daz er die waren geachiht — als 
ertdeWcAen weste». Ibid. 1. 187. — «Do die 
zwene botten . . . ire Sachen endeiicAe worbent 
. . . • Clos. 91. — «Er gab «irae zwene edele 
endeliche knehte» als Begleiter. Nie. v. Basel. 
162, — «Sende einen gerittenen endeüieht» 
botten noch ime>. Ibid., ms. — Der Johanniter- 
Orden «ist ein endelicher erlicher leigen orden*. 
Nie. v. Laufen. Gottesfr. 40. — «Der sehili^ 
meiger» von S. Thomae soll auf dem Harkt 
Drescher dingen «die eitdeiichetten die er denne 
han mag». 1396. Bist, de 8, Thomas, 395. — 
Die Zeit naht wo «den endelidien suittem nnd 
getruwen arbeitern , . . gelooet würt.» ClasE 
V. Blov, — Der Eath von Mülhausen bezeugt 
dass Bernhart von Bebeinheim während er 
SchnltheisB war, sich <from, endelich nnd bi- 
derbe» erwiesen. 1395. Cart. de Mulh. 873. 

Endich. Indigo. — 'Endieh ist eine btoirc 
färb, brnchen die maier». Gersd. 68 ". 

Engellicli, Engelisch, adj. von Engel. — 
•Es ist über engelsdte versteatniss» . Tanler, 
116 (28). — «Ein engeltch leben». Ibid. 243 (48). 
Etc. — «Sie ist glich«n^fweAerägur>. Altswert, 
99. — Den S. Niclaustag begehen die Schüler 
•nnd tftnt sich und zierent sich — in «n^ 
»eher wot und lont sich Bchowen». Conr. v. 
Dankr. v. 367 (Sie kleiden sich wie Engel.) — 
«Gott hat uns geben englische Hilf und Hat 
auf das die Engel Beistand thuent». Geiler, 
Hollisch Low. A, 2 ^. Etc. — <EngUs^ 
Sprach.. Pauli, 80 ■. — «Kein mgiiaüte ver- 
nunfft, kein menschlich sinn . . . solichs be- 
griffen mag». Brant, Heiligenl. 196 a, — «Die 
engelech zierd müst hindergon, — aolt man 



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sie i.Vi den wiben g 



. Mnrner, Geuchm. 



EngelsGss. Brunschw., Diet. &7 ». Polypo- 
diom vulgare. Kirschl. 2, 383. 

Engten, beengen. — Sitzest du neben einer 
Jungfrau, 'eng sie nit, ruck nit kh iioh». Brant, 
Thesm. c, 8 b. 

Enger. S. Anger. 

Enger, lat. ftng&ria, FrondieuBt mit Wogen 
um Wein oder Frucht za führen; die Fuhr- 
leute erhielten EntBchadigung, Daa Glossar 
!:ii Hegels straaab. Chroniken, 1091, erklärt das 
Wort mit Unrecht durch beladener Baaern- 
wageu. Scher/. bOtJ. Seigneurs et villuges. 6ä. 
— Jeder Huber von BreuschwickerBheim ist 
schuldig «einen enger von BersK oder von 
Rosheim (nach Slrassburg) oder 4 Ff. pfen. 
darfüi- . . . Die h&ber ... die ir enger tünt . . ., 
aldiewyl sie auf der verte sind, sollent friede 
haben vor aller manjglicbem>. 1& Jh. Weisth. 
1,714. (Wein nach Straseburg führen für das 
Domkapitel.) — Das Frauenbaus soll jedem 
der drei Pfleger <alle jare drie engere t&n>. 
1377. Alsati», 18ia, p. -117. — Den Pflegern 
des Spitals soll dieser jährlich leinen engei- 
t4n.. 15. Jh Alte Ordn., B. 14. — Im Jahre 
1415 waren von vielem Regen die Strassen so 
schlecht, 'da/ l'i pfert vor eime wagen hnme 
Diöhtent ein f&der wines gefüren, und gap 
men 1 ff Jj von eime enger, 3 mylen oder 
riere.. KBn.. 774. 

Engliach. S. Engeliich. 

Enickel, Eninkel, Enkel. — «... die er 
in seime testaraent — seim ennickel het zu 
gesendt*. Mumer, Virg. e, 4 »■. — «... das 
ich doch meins enickela seei ^ mit solchen ga- 
ben auszerwel». Ibid., Y.i^. — Es mag einer 
•einen enickel an statt sinea sans> adoptiren. 
Mumer, Infitit. 12 ^>. — «... so fahent an die 
enickel, wibli oder menli, an sin statt zu kum- 
ment. Ibid. 47 K Etc. 

Gnisa. BruuEchw., Dist. 59 b. Anis. Heute : 
Aenes. — «Verzsbeaden die münt?,, eniag und 
komich.. Zell. Y, 2 K 

Bnke, Knecht. Scherz, 306. — Den Frönem 
KU Ohnenheim soll man «geben zwo trachten 
mit fleische . . ., und söllent die schusseln also 
sin, das der enke sol essen obwendig des Por- 
tes das er gnug habe; und sol das brot sin, 
das der enAe darabe schnide obwendig des 
knüwes, das er gnag habe>. 15 Jh. Weisth. 
4. -293. 

Enkel, Ankel, Fussknöchel. Scherz, 306. — 
• Die trugen an ir sohenkelen — Linhoscn, die 
ob ir enkden — Wol einre hende erwanden>. 
Gottfr. v. Str, 1, 89. — «Mit fliegenden echen- 
kelen, — Mit Sporen und mit enkäm — Nam 
er daz ors zen siten.. Ibid. 1, 95. — «Das 
Wasser gat mir bis an die Enodea oder bis 
an den £ncM>. Geiler, Post. 4, 40 b; s Ma- 
rien, 63 ■. — Zur Ader lassen an dem tErAel' 
eines Fnsses, Bninschw., Pest. 26 •■. — «Knie, 
Ankeln oder zehen>. Brnnschw., Chir. 67 ■. 

Enker, Anker. — Ist ein Schiff in Noth, 
•so wurffel man den enker in den Rin>. Tauler, 
107 (29), — «Der enker an dem mersohif». 
Heinr. v. Offenb. — <Wer es aber das der 
enter also tief läge ...» 1447. Alte Ordu.^ B. 



13, — •Zum Enker'. Strassb. Hausname, 1398. 

— 'Enkerrüsent, an Anker befestigte Reusen 
fttr den Salmenfang. 1447. Alte Ordn., B. 12. 

Bnkern, ankern. — < ... da eulen wir — 
Hie enkem und beliben«. Gottfr. v. Str. I, lOS. 

— «Were din eohif . . . herte geenkert an den 
herten stein . . . > Tauler, 200 (35). 

Enrnchen, sich einer Sache enruchen. sich 
ihr entschlagen, sich nicht daruin kümmern. 
Scherz, H12. — tEnrüche dich>. wenn dich Lei- 
den befällt, «lit dich und la dich». Tauler, 8 
(1). — «Was dn wider in (Gott) minnest oder 
meinest . . ., des «nrueh dich». Ibid. 366 (63). 

Enserlin ? '- «MÖcht man inen daf h. Sa- 
crament in einem i^neerUn, das wer inen lieb>. 
Geiler, 8 Marien, 41 ». 

Entädern, entnerven, schwächen. — «Wie 
Trunkenheit einen Menschen gantz entäderet 
das er onmächtig, schwach würt>. Geiler, 7 
Scheiden, L, 1 a. 

BntbKsten, von Bast, Binde, Haut; die Haut 
abziehen. — «Man muss den Hasen schinden, 
im die Haut über die Oren abziehen, spechen 
ein Theil; man muss in streifen oder eftt- 
basten, als die Jäger thond ; spricht einer zxx 
einem Jäger, man solt in schinden, er het gar 
übel geredt.. Geiler, Has imPf. C, 1*»; Post. 
2,113«. 

Entbinden, losbinden. — Da die Jünger «das 
Fülly entbundent, so sprochent zu pnen die 
Herren des Füllins . . .: was machend jr do und 
entbindent das Fülly?» Geiler, Post. 1, 3 «. 

Eutblecken, entblössen. — «Sein bmst thet 
er öfflich entblecken'. Mumer, Virg. h, 7 h. — 
Er . . . «sein wunden deckt. — damit sie nit 
würden entbleckt'. Ibid. s., 8 b. Etc. 

Entbor , Enbor, empor. — Die Vogel 
«schweben entbor'. Geiler. BrÖs. 1, 44 b. — 
«Damit er (der Teufel) dich entbor halt». 
Id.. Irrig Schaf, D, 8 b. Etc. — «. , . Nabncho- 
nosor — erhub in hoohfart sich entbor'. Brant, 
Nsch. 17. — «Das dischtnch heb entbor'. 
Id., Thesm. b, 4 b.— «Gerechtigkeit hebt uff 
entbor als voick ...» Id., Epigr. Copie, 222. 
Etc. Etc. — «Ich truw in allen nit ein hör, — 
wenn sie gott triegent schon enbor'. Mnrner, 
Schelm, a, 4 a. — Beim Tanz «wan er zu 
springen fahet an, — so hebt sie in hoch uf 
entbiiT'. Id., Nb. 156. — «Das griene gifft . . . 
schwam ob entbor>. Id., 4 Ketzer, L, 1 ». — 
«Ein guldin rock bisz nuff die füsz — entbor 
er da mit tragen liesz». Id., Virg. L, 4 a. — 
Das Banner haben wir 'getragen hoch emhar'. 
Id., Luth Narr, 80, reimt mit jar. Etc. Etc. 

Kntbriaten ; kommt blos in der Form ent- 
brosten »ein vor, einer Sache entledigt sein. 

— «So findet man anderswo Böses und Wi- 
derwertiges, das ist gewiss, deren mein Slat 
etUbrotten ist und ledig.» Geiler, Hi31l. Low, 
D, 1 B. — <Er möcht des wol entbrosten sein». 
Id.. 7 Schwerter, G, Ib. — «Wan aber einer 
allein widerkert (zurückerstattet), so seint 
die andern entfrosten», der Sache überhoben. 
Id.. Narr. 164 b. 

Entbnndenhelt, Losgebundensein, Freiheit. 

— «Er ist nienen angebunden, er hat sein Hertz 
und Gemüt nff kein Ding geheftet . , Das 
heisset Entbunden/iett; nit bass mag das Wort 



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- 80 ~ 

disGolutio geteatsohet werden*. Geiler, Selenp. i fe$t hindean&ch das dir der Kopf za der 
169 b. i Erden feit*. Geiler, Geist). Spinn. M. 6 «. — 

Sich Entfremden, aich von Beinen Land- Daa einfache nafften finde ich nur einmal : 
leoten absondern, ihnen fremd werden, sich ' <etwan so Bin^t sie, etwaa »o nqjft/eC sie, et- 
anders zeigen, sich verändern. — Geiler, Post, i wan so entgchläft Bie>. Ibid. H, 3 b. 
8, 78 ■; s. die Stelle bei Blotterecht. — <Hett ' EntnUchtem, dos wörtliche d^jeuner. — 
nit entfrembt sich Nicanor — und anders gatelt 'Wir entnieehtern uns am morgen». Murner. 
dann er thet vor, — Jndas hett nit gmerckt Nb. 152. 
sin gemüt.. Brant, Nach, 41. EntpflnlllcU. sinnlich. — >Das (geistliche) 

Entfriden, des Friedens berauben Scherz, Gut ... ist vi l ... grösser weder alles ent- 
8U. — .Keine creatiire müge (ihn) entfriden*. i pfintiich Gut.. Geiler. Schiff der Pen. 1 b. Etc. 
Tanler, 4t>6 (Bl). - Ihr soUt «dehein ding Entpfintlicbeit, Sinnlichkeit; dann Fähig- 
(thnn) das uch etUfnden mag.. Ibid, 886 (tl). ' keit der Empfindung. Sinn des Fühlens, sinn- 

— tEntfrident ir uwern nehsten, ir verlie- , üch und geistig. — .Sensnalitas. die Ent- 
rem got». Ibid. 301 (52). - .Alles das dir pfi„tlieheiti was ist die Entpßntiickett? alles 
din Hertz . . . entfriden möoht.. Geiler, Bllg. das ist es das du gemein hast mit den Thier- 
61 ». — .Die andern betrüben ... nit allein ün, Augen, Nas, Mnnd, Oren, gon, ston, . . . 
sich selber, mer euch sie ent/rwfe» ein gantze schlafen, wachen, essen, irinlten.. Geiler, Ev 
Gemeind.. Id., Selenp. mit üssi. 218«. — Der Teufel kann die Men- 

Entfrieren, aufthaneu. Heute bei ans: auf- sehen <nit betriegen noch erblinden, dann 
gefrieren. — Es war 1368 BO kalt, .das es nie durch das Fleisch und die EmpfindUgkeit'. 
tntpfror ontz s. Gregorien tage». Kön. 865. id.^ Narr. 109 b. — Der Glaube gibt dem 

Entgelt, oompensatio. — Die Pfaffheit will : Menschen 'Entpüntlicheit und Bewegung zu 
«aller weit reichtumb on entgelt besitzen und i den Dingen die er gloubt.. Id., Bilg. 12 b. Etc. 
niessen. Capito,Pfaffh.a, 3 b. , Entreden, entschuldigen. Heute : sich ans- 

Entgeltniss Losegeld. - per Bischof i^j^,, gchera, 317. - .Sich eheheftiküch 
verlangt von der Stadt, einen Gefangenen -on ; ^„trede«.. 1370. Strobel, 1, 328. 
entgdtmug der gefengnusz ledig zn zelea>. > „ . . n . ■ t 

B^nl. Bisch. Wtlh. 241. « ?"*"'???' ""*"?'r"'- .^""i""»^'«?"; 

RntD-Hniinn nntriinnan varff^^nnen _ .Tm ' ^cherz, 817. — Die Seele «ist also eutremet 

mS"Ä;r"ÄTm Sr«u^;S:r T^'^'V ' ^J'^^'f-'V '''*. -^■■ 

seiner Eer, ob er schon über jn ist.. Geiler, ' ^^ davon der luft «^r««i wart.. Kon 
Schiff der Pen. 118 b ^ ö28. Etc - , . . das die spise davon mt 

Enthalt. Stütze. Scherz. 314. - .Daz houbet | *'"''"'S'"i ^"''^ " k* Öutleute-Ordn. 164. Etc. 
ist ein enthalt der andern gelider.. Nie, v. Str. T '^^ «?f%.«'' ""'j^'?*^'^' '*'*''' "".^ *",•"" 
290. - Der Mensch .bedarf grosser helffe und ^*™ .'1™»' '^'S '""t^ohe" Menschen ire Selen 
enthaUeii>. Tanler, 238 (41)^ - .Got ir teil I «»*«"»?«'••■ Geiler Selenp. 147«. 
und ir enthalt ist.. Ibid. 16 (4). — Christi «hou- Entrichten, aus der Richtung, der Ordnung, 
bet was one allen enthaU'. Ibid., 406 (70). Etc. ; der Fassung bringen, turbare. Schmeller. 2, 
^Enthalten,unterhalten,nnterstutzen.Scherz,!86- - «Geben das Exempel m einer Loten 
314. - Zwei Bitter tenthieltent uff der veste | die wol gericht ist, die feit einem in den Dreck 
(Hombnrg) etwie dicke Symunt von Schön- i ■ ■ '^'e zerbricht nit, sie Intet aber nit mer 
ecke , . .. Kön. 809. Etc, — «Der küng wirt i »Is wo' »'s vor, sie ist entricht ; also die na- 
entfuüten durch die ritterschaft, und die ritter- ' türlichen Machten (Kräfte) werden nit zerstört, 
Bchaft wird «KÄuiten durch iren sold.. Guldin 1 aber entncht>. Geiler, Arb. hnm, 113 a. _ 
Spil 14 . .Ein warer tngenthafter Mensch, wenn dem 

Entheiasen. Scherz, 315. 1. Absprechen. - | etwas Widerwertikeit znstat, so er gescholten, 
Christus .versagete und enthies ir (dem ca- i geschmehet , . wurt, davon wurt er im Ge- 
nanäischen Weib) menschlich wesen». Tauler, ; mutwt entncltiet^. Id., Selenp. 99 b. _ .ir 
29 (Q\ i seind entrichtet über mich uss Nid und Haas.. 

2. Versprechen. — Die Meister der Stadt i W,, Post. 2. 24 b. Etc. — «Mein sei ist gar 
schwören, dass ihnen von niemand Lohen I fast entricht.. Nachtig., Psalter 16. - .Es 
etc. .gelobt noch eittÄCTJsensint.. 1371. Kön.. I Bollen enlnchtel werden alle meine feind». 
Beil. fl40. — Der Teufel <mtliiet den Juden, j I'>>d- 17. 

er wolle su mit drucken fussen durch das Entrichang, Aufregung. Scherz, S17. — 
rote mer füren.. Kön. ^S'^. j Es .ward ein grosse entrichung und zwey- 

Biitlad«n, abladen. Sich entladen, sich ent- 1 ung dnrch das gantz bist&m von Strosbnrg.. 
ledigen. — «Wolt ich «nüaden dise bürd . . .■ J. Meyer, ms. — «Desgleichen ist es vom 
Mnrner, Nb. 247. — .Nun raten zt, lägt und Hunger, Tnrst, Schlefrigkeit und andern Ent- 
bedenckt, — das wir der narren xuiBentliedentt. rteWun^^n der Sinnlichkeit.. Geiler, Irrig Seliaf, 
Ibid. 4. D, 6 a, _ .Wenn die Entrichtungen der An- 

Entnafftzen, sitzend anfangen einzuschlafen. ' feohtnngen deines Hertzen wider gestillent.. 
Vergl. vergnc^ffgen und die Bemerkungen dazu. Id., 7 Scheiden, I, 4 b. — .Das ander ist 

— «Nun sprichstn i ich entschlaf nit also, dein anvernünftig Entrichtung die in dir uff- 
aber ich entnaffte ; das heisst entnaffteen wenn gangen ist, die £r mer zu Leid tut und ein 
eins anfacht zn schlafen und zuckt doch wi- grösser Last . . . ist, dann die Person oder 
der . . . Hut dich vor dem mtnaffteen, wann der Schad, den sie gethon hat>. Id., Pred. n. 
warlich will du das vil treiben, du entachla- L. I2öb. 



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Entristen, Entrüsten, heftig bewegeo, id i veotuKt an unverordoeter «tat, <n(«eA^#t es 
physischem sowie momltschem 3inn, commo- 1 den mensohen übel; ist besnnderlich ein misz- 
rere, contnrbare. — Die Freunde die zu Hiob form den fröwlin> Fries, iu8 ». 
kamen, <sind bewep 'worden in za entrüten j EntBchtitten. Scherz, 3£Ü. 1. Ausschotten. 
and BD erzflmen». Wimph., Chrys 6 a. — — Im Dinghof ron Bergheim «so! eine bütte 
•Mein hertr. ist entrütet, mein krafft hat mich stöhn, darin man den /.insz (Wein) achüttet*. 
verlassen>. Nächtig.. Psalter 94. — «Der herr > Wer solchen bringt. «boI drei Btunt meffen. Ist 
würt sie in seinem zorn aUrUten'. Ibid. 49. | die bütle nit do. er sol entachälUn und sol 

— «Sie seind entriist und bewegt worden, die dannen gehn». 15 Jh. Weislh. 4, 24t>. 

forcbt hat sie begriffen». Ibid. HB. — «Die | 2. Vertheidigen, befreien. — «Fürt man ei- 
berg seiod etttritt worden nnd bewegt». Ibid. 1 nen gefongen durch das dorf PfefAngen . . ., 
40. — <Du hast das erdtreich erschiit und 1 so mögent (die Bürger) in enUckütlen* . 1'644. 
eMrigU. Ibid. 147. — «Dammb werden wir j Weisth. ö, 375. — Wollte Jemand einen Kora 
on forcht sein, so das erdtreich nttrüet würd-. j Tod verurtheilteu «nemen oder enUchüUen ob- 
Ibid. lln. ' wendig dem marglistein zn Nüfar. so sol der 

Entrnwen I Wahrlich! Scherz, 318. — 'Ent- 1 bischof ze Basel . . . oder die so das gebiet in- 
rüiDf, daz erblante mich!> Oottfr. v. Str. I, I hant. das weren>. i3B3, Kembs. Burckh. l44. 
17. — tEntmwen! volgetent die vernünftigen i — «Der der do Bub sncht nnd sich tnUdtüttet 
and liessent sich ime (Oott) alleine, sü kement von aller geistLcher und weltlicher Ober- 
vil edeler in.. Tanler, 4 (1). Etc. — <EntTuvitn. keit ...» Geiler, Post. 4, 27 ». — «Du sollest 
ich kan es nüt gelossen». Bngo v. Ehenh. Etc. 1 dich der Welt mUchülltn und dich ir abtbun». 

— <£ntruKwn, sprichst da, was got mich das i Id., Brös. 1, ]i> b. — «Es ist ein Eer einem 
an was er tbut?> Geiler, Post, ü, &»t>. Etc. , Menschen das er sich abscheidet nnd entscAfiltet 
Etc. — «Ja mtrwuwn.'* Marner, Lnth. Narr, au. von Eadem>. Id., Sünden des M. 4ü ». Etc. 

Entsagen. Soherz, 318. 1. Entschuldigen ' — Gallier, die sich Cäsar ergeben, begehren 
(vei^l. etUreden). — «Do begnndent sü sich 1 ihre Waffen zu behalten, sonst «mochten sie 
alle eatMagen». Eis, Pred. 2, 1. { sich gegen» ihre feindseligen Nachbarn «nit 

2. Weigern lim Grunde ist es auch ent- , entschüUen* (se defendere). Eingm., Cäsar, 
■ehnldigen). — Wir «süllent ans des mit keinen | üü b. _ «Sie begerten hilff, uff das sio sich vor 
dingen mttagtn*. \All, Kiin., Beil. a41. — der feind voick dester leichtlicher enlachütten 
«ErentMifesich gegen irsoerlengestcmöbtei.i möchten* Ibid. 53 b. 

Kön. 69ö. — Die Bäcker sollen vor den Be- EntBctaSttang, Befreiung. — Der Erauke 
schauem «kein brot nit verbergen noch ent- «hilff und tntiehüttuftg begert>. Fries, 'i >, 
*aa«n>. 15 Jh. Alte Ordn., B. 13. ! Entsetzen. Scherz, 320. L. Meist mit setzen 

Entschelfen, schälen. — «Ein Nuss die sich j verbunden : einsetzen nnd absetzen. — «Der 
enUchelft (Dmckf. enUchleift) vor der Zeit., meyer der setzet und entteUet einen vors ter.. 
Geiler, Narr. 184 «. i 1278. Bist, de S. Thomas. »27. — «Setzen nnd 

EntBchicken, ans der Schickung, d. h. ans , mUetten . . . einen meiger . , ,• 188B. Börsch. 
der schönen, richtigen Ordnung bringen, ent- ' Str. Bez.-Arch. Etc. Etc. — «Constantinus 
itellen, verderben. ■— «Wenn ir fasten, sprach i . . . wart vom leyen zft bobste gesatzt nnd 
der Herr, so sollent ir nit werden trnrlg als wart onch entsetzet'. Glos. 2S. — Otto IV 
die Glissener, wenn dieselben . . . entgchiekent ' «der entsetiet was». Kön. 445. — Hiob wurde 
oder magerent ire Angesichter, uff das sie seiner Güter •etUaetst und beraubt.. Wimph.. 
gesehen werdent.. Geiler, Post. 2, a a, — «So Chrys. 6 ». — «... Deszbalb hat sich der 
ein Mensch kein Ougen hat, so wnrt er gantz bapst entnesaeit seiner macht*. Adelphus. 
tntiehickt'. Ibid. 2, 861». — «Das erst das ein , Barb. 44 b. 

Bilger thnt, des ist er etOtehiekt sich in i 2. Die Bürger von Strassburg sollen «ir 
schlechte Kleider*. Geiler, Ev. mit Ussl. 84 b. | almenden besetzen nnd enttetttn*. 1268. Urk. 

— «Wie empfind er mer das er geschlagen I Buch. 1, 395. (Sie können sie verlohnen und 
ist mit dem Schwert des Neids? Er wird zum | durch Entfernung des Lehners wieder an sich 
andern entaehickt das er anfacht inwendig ein ' ziehen | 

Bläen nnd Qeschwollenheit empfinden*. Id., . 3. Von der Stelle bewegen, in ünmhe ver- 
7 Schwerter. F. 5 «. — «Die stetig forcht der i setzen. — Die gottliebenden Menschen sind 
pestilentz enUthickt das geblüt.. Brannschw., ' <in einen göttelichen friden gesät, das sü 
Pest. 3 ■. I weder liep noch leit, noch herte noch weich, 

Entschlttfen, einschlafen machen. Benecke, enfseteen mag.. Tanler. 418 (72). — «Hun- 
S, 3, 364. — «Was thnt die Amme der ein Kind I dert töde möhtent dise nüt bewegen noch 
verdingt ist? sie senget es, sie enlUhiäfet es*, i entsetzen'. L. c. 

Geiler, Sünden des M. 82 i> — «Adam ... I Entsitzen. 1. Furchten. Soherz, 321. — 
nachdem jn der herr im paradeisz entiehiäfft\ «Gewalt enttil* ich kleine.. Gottli-. v. Str. 
hett ...» Wurm. Trost, 1 ". j 1, lö3. — «Welre herre übel ist und zornig, 

Eatscblagen. 8. EnUlagen- den enttiUent die lüte>. Eis. Pred. 1. 242. — 

Entschlipfern, entschlüpfen. — Die Güter | «Ist es das sich der herre (Probst von Oelen- 
der Welt «entwischen nnd enttchUpffem' uns i berg) enltiltet*, so sollen die Huber ihn schir- 
ans den Händen «als ein schatten*. Wimph.. j men. S. Lnkart, 1854. Weisth. 4, -£2. — Wird 
Chrys. HK zu Odem Ding gehalten, so stellt man eine 

EDtachfipfen. ungeschaffeu, hässlich ma-| Wache aus nm zu warnen «ob iemand keme 
chen, — Benecke, 2, 2, 71. — «Wa har ; der zu euttitten were». Weisth. 5, 383. — 



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König Badolph tenlsas die verreteniBse des 
lantvolkeB>. Glos. 44. — «Do entsoseent sü 
Bich, we.n aü roisaeton hetcent». Ibid. 46. — 
<Do geriet sich der bebest enUiUen und vorh- 
ten>. Kön. 599. Etc. — «Es ist das er weder 
Gott förchtet noch den Menschen entsiteet'. 
Geiler, Pred, u. L, 55 ». — »Daa verhengt 
noch Gott oft über fruin gute Mensches, das 
sie etüsitjien nnd schlichen kleine Ding, die 
doch vor grosBen Ding nit entaeisen hant>. 
Id., Bilg. 196 b, — .Da Joseph hon das 
Archelaas im jüdischen Land regiert . . , do 
hat er sich entseMen und geförchtet dahin zn 

f)n». Id., Post. 1, 16 b. — .Sie enUosaen den 
errn and dorften nit zu im reden». Ibid. 
2, 59 a. Etc. — <Dinen gewalt entaiUtnd die 
rogel in dem lufft>. Brant, Eeiligenl. 196 & 
(perhorrescnnt). — < . . . das dn nit ab der 
dienstbarkeit , . entgitte&t und ersch reckest*. 
Wimph., Chiys. 6ii. — «Gott entsitgt man 
leider yetzo minder weder die welt>. Ädel- 
phns, Pater Noster, A, 4 a. — «Man aol sich 
entsiüen vor seinem angesicht>. Nachtig., Psal- 
ter 162. — *Sie enteasgen nnd besorgten das 
granlich schwort . . . > Adelphiis, Rhodis, E. 
2 a. — Dasypodiua kennt iinr noch sich ent- 
setx/en, stupere. 

2. In Uliruhe versetzen. S. Entsetzen. — 
'Betrübe noch etüsette nüt dinen nehsteni. 
Tauler. 

Entaitznng, Furcht. — «Liebe überwindet 
die Entsiteung'. Geiler, Post, I, 211); Sünden 
des M. 26 '. 

EntsIageii,EntBla}ieti,KDtachlagen Scherz, 
319. 1. Neotr., brechen, sich entzweien. — 
Der Männer und der Frauen «sin daran emlüg, 

— Das fronwen gent den widerspan — Das 
Bü vil lieber hant die man — Dan sü kein 
man gehaben kan>. Qottfr. v. Hagenau. ms. 

— Kaiser Mauricius tetUtlSg mit dem bobeste 
S. Gregorien.. Kon. 389, Etc. 

2. Frei la.ssen. — Bischof Friedrich von 
Blankenheim legte Steuern auf die Stifter nnd 
Kirchen; «do kerte sich der rot ^fi Strosburg 
dran und schfiffent mit dem bischove, das er 
den stiften mftsteir guter e»<sIaA«n>. Kon. 678. 

3. Nicht gelingen, ohne Erfolg bleiben. — 
iDisen krieg künde nieman verrlhten . . . , 
und wurdent vil tage uud stunden gehal- 
ten . . . , die entslägent alie>. KÖn., 8b3. — (Als 
nun der keiser (Cäsar) nit wolt, das die be- 
rednng etlicher Ursachen halben enlstMug . . .• 
Ringm., Cäsar, 16 '^. 

4. Sich ente]ahen, V> sich entschuldigen, — 
Ein Tuchscherer der für Jemand arbeitet der 
einem andern Tuchscherer noch Geld schuldig 
ist, «der bessert 5 seh., es wolte sich dannc 
derselbe entslahen . . . daz er sin nit enwuste*, 
1362. Tucherzunft, 9. — 2°. sich einer Sache 
entschlagen, sich derselben entledigen. — 
'Lidigent üch nnd ejttslakent üeh der lüte>. 
Nie. V, Basel, Taul. Bek. 20. 

BatBüefen, entschlüpfen. — «... das diese 
minneclichc übnnge nüt abeneme noch enf- 
sKefe . . .• Tanler, 393 (68). 

Entstricken, auflosen. — «Ich were des 
niht wirdig, das ich sine Bchbohriemen ent- 
alrkkt'. Bihteb. 80. 



EntsUfem, vernnreinigen. Seherz, 812. — 
Die Seele ist also entreinet und enUüfert . . .» 
Tanler, 177 (32). — «Man ziech sfl (die Jaden) 
sü bettent harnen and andere wasser entsüfert 
mit v-ergifi>, Glos. 104. 

EotTor, voraus. — «Die übertretter des 
gesatz, — die suchen dem endkriat sin schätz. 
— das er hab etwas vil enlfXM->. Brant, Nsch. 99. 

Entwaltigen. 1. Einem die Gewalt, das 
Recht zu etwas nehmen. Scherz, 322. — Ihrer 
Rechte .werden b! etUwaitigel und werden in 
benomen., 1279, Bist, de S, Thomas, 32*, — 
Einen seines Rechts tentteeltigeti'. 14 Jh, Alte 
Ordn,, B 13, 

2. Aus der Gewalt oder dem Recht eines 
Menschen nehmen. — -So dir deine hab und 
zeitliche narung genommen und entwdtigt 
seind , , ,> Wimph., Chrys. 7 n, 

Entwenken, entweichen. Scherz, 323. — 
"Dicke besazt er sinen müt . . — wie er ir 
! möhte entwenken: Gottfr, v, Str. 1, 160, Etc. 
I Entwerden. Scherz, 824, 1, Nicht za Tbeil 
I werden. — Sie verirrten sich «also daz in der 
I hirz entwart'. Qottfr, v, Str, 1. 237, 

2, Aufhören zu sein was etwas ist, die Na- 
tur ändern. — «Sol die spise in des menBchen 
lip verwandelt werden, so mds sü von not ir 
selbes entwerdeti> Taaler, 123 (24), 

Entwerfnug, Bild. Scherz, 324, — In den 
10 Geboten steht: .da soll keiue entwerffunge 
machen>, 1400. Winkler-Pro zess. Röhrich, 
1, 40, 

Entwesen einer Sache, ohne sie sein, ihr 
ledig werden, sie entbehren. Scherz, 324. — 
«Ich wil mich gerne twingen — In allen minen 
dingen, — Daz ich min und sin entuKset. 
Gottfr. V, Str, 1, 254, — Der natürliche Schlaf 
•ist uns angeboren . , „ also daz wir sin nüt 
entwesen mügent>. Eis, Pred. 1, 63, — «So 
müstent wir sterben des ewigen dodes und 
müstent entwesen des himelriches>, Ibid, 1,65. 

Entwestern. — Was dem Leutpriester von 
S, Thomte bezahlt wird «von kiutbetten in- 
zbfiirende und von binden zä entutestem . . -• 
15 Jh. Bist, de S. Thomas, 408. -- Bei der 
Taufe wurde dem Kind ein geweihtes Hemd, 
Westerhemd, angezogen, das 8 Tage nachher 
von dem Priester wieder abgenommen wurde; 
dies nannte man entwestern. — iViele haben 
«die kindlin nit baden dörffeu, der pfaff hatte 
sie dann vor umb ein pfennig oder creutzer 
entwestert, das ist, den oriaam und öl abge- 
waschen». Bntzer, Neuer. M, 2 b, — «Hie wer 
noch vil zu schreiben, ab von Abta entwe*tem 
und von dem usz nnd insegnem. Ziegler, 
Niessnng, D, 6 ", 

EntnUrken, zu nichte machen, das franz, 
dSfaire, Scherz, 324. — Der Ranch .«niKxn-M 
in garwe — an krefte und an der varwe>. 
Qottfr, V. Str, 1, 126, — Sie tentwwhUtU 
tünig Prideriohes here», Glos, 68, — Sie ««rf- 
worhtent der stette her», Kön. 840, 

Entwnrten, S, antvmrten. 

Entzücken, entziehen, entreissen, — Bal- 
thasar «was zu licht an dem gewicht, — 
darnmb wart im enteuckt sin licht>, Brant, 
Nsch, 84, — «, . . so der herr weiset das das ein 
(sein Gut ihm) enttucket ist . , ,> Mnrner, Instil, 



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111 b. _ <. , . das in der Infft lebendig ent- 
xtiekt werd-. Ibid. 133 b. — «So alle ding dev- 
nuisBea bereit seind, so entiuekl man im ge- 
mecbljoh die speisz». Murner, O&yac, 420. — 
<. . . warnmb der babet enteucket dir ^- des 
leibs ohriati bcid gestalt>. Id., Lath. Narr, 
34 — <Alle sein hab ... ist im . . . entzogen 
nnd enttucH worden«. Wimph., ChryB. 5 ». ^ 
<. . . aufT das nit der wolf and tenfei im etwas 
entraube und enttucks'. Adelphus, Fat. Nest. 
Ä, 8". 

Epff. Bmnschw., Dist. 60 ». — «Apium, 
Epßch'. Gersd. 69 a. — Apinm graveolens. 
Kirachl- 2, 31&. — .Wild J^^e.. Gersd. 89 «. 
— Pencedanum palnstre. Kirschl 1, 331. 

El-, Erz? eherner Stempel? — Die Ge- 
wichte nnd Masse von Drusenheim soll man 
■"Segen mit dem ere von Schwarzach». 16 Jh. 
Weisth 1, 736. S. 0er. 

Er abftcbn eider, Verläumder. — <Die gaist- 
lerin und die gleisanerin, die da heiEaent er- 
obichneyderin'. Guldin Spil, 81. — «3. Bern- 
hard hat Böses von München geaohriben ; die 
schalten in er wer ein Hinterreder nnd eii 
EerahstAntider*. Geiler, Sünden des M. 97b 
Narr. 32 b. Etc. 

Brannen, act., arm machen. — <Ich weisz 
der genchin noch ein zai, — die ein goach 
gantz überall — berupfTet hatten nnd erarmef i 
Mnmer, Genehm, i, Sl>. 

ErameD, erkanfen . erwerben, erläsen. 
Seherz. 336. — «Wie bitterliche sure du dii 
cristenheit eramet hest , . .> Rnlm. Merswin, 
9 Felsen, 63. — «So müstent es doch die . 
sunderlichen fründe gottes gar sure eramen 
Nie. V. Laufen, Gottesfr. 173. — «Ir woltet 
mir not ein wenig gewaLtes günnen, den ich 
doch . . . verdienet und eramet hette>. Xän. 
332. — «Tenr erkanft nnd hart eramtt mit 
seinem nnschnldigen Leiden nnd bittern Tod>. 
Geiler, Selenp. 137 ». — <Er hat dich säur 
tramet mit seiDem bittern Leiden>. Id., Has 
im Pf, C, 4». — .Herr, vatter, ich bin diu 
Creator, — die dn eramtest also but>. Mnr- 
ner, Schelm, k, 2b ; h, 1 ». — -Gedenck, wie 
snr eramtest mich». Id., Bad, C, 4 ■. — 
«... die er selbs damoch also snr — mit 
seinem blut eramet hat*. Id., 4 Ketzer, 
Vorrede. — Der Henach, den Christus 'so 
tbeur mit seiro blnt eramet hat». Zell, n, 4>. 

— *Den zorn des vatters, den wir verdient 
hatten, den hat er (Christns) eramet>. Butzer. 
Dass Niem. b, 3 >. 

BrbKren, part. erboren. 1. Geboren. — Ich 
ihatt ein schalck hinder min oren, — da ich 
erst knrtzlich was erboren*- Humer, Schelm, 
a, 2 b. — «Ich ward uff dise weit erboren, 

— do nit vil edel lüt do woren>. Id., 
Genehm. A, ab. — <lch bin die aller schönst 
uff erden — die jemer mag erboren werden». 
Ibid. n, 3 «. — «Ein frier ist, der sobald er 
erboren Ist, fri ist». Murner, Instit. & ■. — 
Heinrich VIII «als ob er uns Deutschen . . . 
Bo beschirmen erboren wer>. Id., Kün. v. Engl. 



Ketzer, D. 2 b. — Aene&s . . . »von Jnppiters 
geschlecht erboren'. Id., Tirg. B, 6 b. 

3. Angeboren. — «Das thnt wiblich erbomer 
list, — doran den wibem nit gebrist». Murner, 
Geuchm. t, 4 a. 

4. Durch Geburt erworben. — Die Helden, 
die <nns dises land haben erboren, — darin 
wir vor kein herren waren». Mumer, Virg. k, 
8 B. — Gott verhüte dass ich «wider mein 
erboren reich — im kriege solt erheben meich». 
Id., Luth. Narr, 62 (das Reich, dem ich durch 
meine Gebart angehöre). 

ErbSrmde. S. Erbermede. 

Erbarmen, elend, erbärmlich werden. — 
•Do nam es der rieh nnd liesz den armen — 
sich im eilend gon erbarmen' Mumer, Luth. 
Xarr, 28. 

Erbarmhertzig, barmherzig. — «Wir haut 
einen gfiten erbarmkerttigen got». Nie. v, Ba- 
sel, Taul, Bek. 41. 

Erbärnng, Erzengang. — «Doher kumpt 
der kinder erberftng'. Murner, Instit. A, 3 ». 

Erbeit. 8. Arbeit. 

Erbetten, warten. S. Beiten. — «Das lang 
erbeiten (Penelope's) zeigt wol an, — was ein 
küschee bertzli kan>. Murner, Geuchm. c, 
3 ft, — «... wo du würdst zu lang erbeiten'. 
Ibid, q, 4 ». 

Erbermede, Erbarinede, Erb&rmde, Er- 
barmen. Scherz, 335. — «Din erbermde'. Gottfr. 
V. Str. 2, 106. — <Die sehs werg der er- 
bermde ir hant geübet». Jüngstes Gericht. — 
«Von erbermede woltent sü das kint nüt dö- 
ten.. Kon. 429. Etc. — Judas «verzwifelt an 
der erbermede gottes». Heinr. v. Offenb. Etc. 
— «Niemantwilmitjmer&ermbf hon». Eäthsel- 
buch, a, 3 b, — <Von denen ist er beschirmet 
worden von gSttlicher Erbermde*. Geiler, Ärb. 
hnm, 76 b. £(c. — iDan sie v.\i\. im. erbämibde 
het». Mnmer, Virg. i, B «. — - «Doch het sie 
ein erbermbd mit in». Ibid. c, 5 b. — «Sein 
erbermd wert in ewigkeit». Nächtig., Psalter 
354. Etc. — Gottes ^erbärmde und grosse 
gnade». Butzer, Neuer. Ä, Ib. 

Erbermig, barmherzig. — Theodosins «was 
mute nnd gfit und erbermig'. Kon. 372. Etc. 

Erbezal, Erbtheil Scherz, 334. — «Die an- 
spräche, die wir möehtent hau uff den zehen- 
den zft Salze, von . . . unser brüder . . . Erbe- 
eal'. 1312. Ais. diyl. 3, 100. — Constantin ge- 
bot «das von küniglicher erbeeat den Idrchen 
Bolte zehenden gefallen». Eon 363. _ .Qib 
mir min erbezai, daz mich zfi reht aagehoret». 
ElB. Fred. 1, 68. 

Erbgebrest, erbliche, ansteckende Krank- 
heit. — 'Erbffebrest, morbus contagiosus, wie 
ein Erbgebreet ist die Festilentz oder Blottem 
oder so einer Inngig ist ; wann was der Ge- 
bresten seind, die von inen uselossen Dempf, 
die selben erbt man gem.. Geiler. Post, 3, 78 «. 

Erbiben, erbeben. — «Ir herze «rbtdte und 
alle ir lider». Gottfr. v. Str. 1, 176. — .... von 
dem alle menschen erbeten sülleut». Tanler, 
449 (78). 

Erbidemen, erbeben. — «Er erbidemete und 
erschrack». Märlein, 15. — «So erbidmet und 
erzittert die erde». Eis. Fred. I, 71. — «Die 
bösen Geist glonbent es onch und erbidementt. 



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Jftc. 3, 19. Geiler, Selenp. 106»; Bilg. 7Ub. j 
£tc, — «So icli solichs widAr dem schreiben 
bedenck, so erbideme ich in mir selba, also das I 
ich der fedem k&nm kan flerea>. AdelphuB ' 
Türk. C, 6 b. _ «Das erdreich erbidemt'.\ 
Nächtig., Psalter 4(i. — tErbidme in dir sei-' 
her, besser dich>. Hedio, Zehuden, B, i^^. \ 

Erbidemlich, das erbeheu macht, schreck- 
lich. — «Er hielt inen für ein gar grusenUche 
Glichniss, die do nit allein ist ein Glichniss, 
snnder auch ein erflchrockeniiohe erbidemliche 
warhaftige Historie oder Geachicht>. Geiler, 
Post. 8, i9 b. 

Erbisz. S. Erwei! 

£rb1e<;ken. erscheinen, sich zeigen, S. BU- 
clen. — Wucherer können ihr Treiben <mit 
eim. hütlin decken, — das nit die wucherzän 
erblteken'. Mamcr, Nb. 1SI5. 

Erbleigen, erbläben, aufblähen. — <So der 
magen also erfült and erpleigt ist . . .• Adel- 
phös, Fic. 142 -. 

Erblenden, blenden, blind roachen. Scherz, 
Säa. — (Entrüwe, dae erbUxtite mich, — Dait 
was daz zonber, davon ich — Min selber sus 
vergezzen han», Gottfr. t, Str. 1, 17. — «Sa- 
türlich lieb hat sie erbUndt'. Mnroer, Nb. 146. 

— Zu viel essen terbUndet das gemiet». Id., 
Qayac, 468. 

Brboren, partic. von erberen, gebären. — 
Bürger, die «von jren vordem erzogen und 
erboren* sind. 133it. Münster. Weisth. 4, 191 

— «Giler und betteler, die nit von unser stat 
erzogen und erboren sint>. 15 Jh. Alte Ordn., 
B. 13. 

Erbnten, durch Buhterei erwerben. — «Ich 
hab erbult als das ich hab>. Murner, Schelm. 
g. 8 «. I 

Erbünen, wie büne». — «Gleich als ein | 
hfiUzin Geschirr, ertreukt nnd erbünet mit' 
köstlichem Wein». Geiler, Prcd. u. L. 101 *>. 

Erbatzen. i.Anspntzen. — «Gott verhengt 
es dem Tenfe) darumb über dich, das er dich ' 
erbutzm nnd erbeitzen wil, das er dich dadurch j 
nssbereiten und schon machen 'uiU. Geiler, | 
Geistl. Spinn. H, :i b. j 

2. Schelten, — «Er verwiset im alle sine 
Laster, und alles das er uff in weiss das er j 
geton hat nnd das im übel anstot, das ribet j 
er im in die Nas und erbutst inwol». Geiler, 
Post. J, 28 ". — Heute sagen wir in letzterm 
Sinn ahbntzen. 

Erdbertetling, Art Apfel. ~ «Kleine Öpffel, 
als ertbertetling-. Gersd. 16 b. — «Ein Ertber- 
töhlitig ist wol als gut als hundert Holzöpfel«. 
Geiler, Brös. 2, äi" ; Ev. mit Ussl. 160 ". 

Erdbideme, masc , Ei-dbideman^. Erdbeben. 

— <Do kam zft Stroszburg ein also grosser 
ertbidemt'. Glos. ö3. — «Es ist in kurtzen 
joren vil jomers geschehen, ertbidemunge, hnn- 
ger . . .• Ibid. l\i. — «Ein grosser erlbidemf. 
Kön. 861. — Der Gottesfreund im Oberland 
hatte eine «Offenbarung» «in der kristnaht in 
den ziteu da die grossen erschrocken liehen 
erlbideme alle koment». Nie. v. Basel, 187. — 
«Wan in dütsclien Landen da von dem Erd- 
biäem die Stat Basel verfiel, da ist die Zal in 
Ters gesagt . . . : Ein Bing mit seinem Dorn, 

— Drei Rosseiaen usserkorn, — Ein Zimmer- 



axt und der Kruge Zal, — Da verüel Basel 
überal, — das ist da man zalt MCCCLiXI». 
Geiler, Arb. hum. 118 »; Ev. mit Ussl. 21 «. 

— Qoll, aO: «Terrae motns. JSrdbidemt. — 
Brant, D. Ged. Üb, — «Der hagel, der blitz, 
die erdbidem. Fries, 15 '. — Procession am 8. 
Lucastag «der grusamen und erschrocklicb.en 
erdbydme halb hie zu Stiaszbarg, zu Basel 
.... (a. 13561. Placard, Anf. des 16 Jh. — 
Im Traum 'Ih^idung sehen oder hören». 
Traumbuch, A, 3 ". 

ErdbrDat, Ort wo die Erde bristet, Erdspalte. 
Scherz, asü, — «An hi der erdbnut: Feldname, 
in ö Bannen, 13 Jh. n. f. 

ErdiesBen, erschallen. (Gottfr. v. Str. hat 
dieten.) — Die Vögel sangen «das das gebir^e 
sere erdot — mit so säezem riohem don>. 
ÄltBwert, 75 

Erdkimeling, junger, aufkeimender Baum. 

— Der Abt von Münster soll im Wald keine 
terdkimelinge' hauen lassen. Türkheim, 14 Jh. 
Weisth, 4, a)9. 

ErdriesBen, verdri essen. Scherz, 337. — 
«Habe ich xft vil geret . . ., daz ist mir leit. 
wanne es mag nch wol ettewas erdrosten hr^- 
beD>. Nie. V. Basel. 06. 

Ere, oft mit nnnSthig verdoppeltem r, erre, 
compar. von ehe, eher, früher. Scherz, 349. — 
«... in allen dingen, sy sigint in dieero brief 
oder in dem «ren begriffen, den si (die Lehn- 
leute) ouch gesworen hant Ke behalten». At- 
tenschwiller, 14. Jh. Weisth. 4, lO. — «Lieber 
frünt, üch wart die erre fart geschriben . . .» 
Nie. V, Basel, 327. — «Unser frowen tag der 
erreti' (Marl» Himmelfahrt). Sigolsheim, M7. 
Weisth. 4, 217. — Ächenbeim, 142». Ibid. ö, 
487. Etc. Etc. 

Eren, Erren, masc., Hausflur. Scherz, 388. 
Heute bei uns: Husere. — Findet man anf 
einem Hubhof keinen Ort für die Pferde des 
Vogts, so soll der Knecht «das feuer löschen 
und die rosz an den erren stellen», Rixheim, 
16 Jh, Burkh, 20(J. 

Eren, Eiren, altd. erftn, ararc, pflügen. 
Scherz, H38. — Die Huber von Volgelsüeim 
sollen der Äbtissin von Erstein «dri tag treu 
in dem jar uff irme gftt». 14 Jh, Weisth. 4, 
157. — Wer zu Gresaweiler «ziehend vieh hat, 
sol (der Äbtissin von Erstein) drei tag «rat 
alle jar». 16 Jh. Weisth. 1, 704. Etc. — Ceres, 
•die vant zftm ersten . , . wie men die acker 
solte wen». Kön. ii66. Etc. — «5 seh. von 
drigen ackern zfi eren'. 1423. S. Thomas-Fa- 
brik. — «Zwnrent im jar, ze lenzen und ze 
herbsten, sol man dem meyer zu Hüningen . . 
helffen wren». 1429. Burckh. 68. — Will der 
Hofherr von Riespach sein Salgut selber bau- 
en, «60 sol ein förster alle wnchen zwürent 
zö des herren pflüg gan und sol in wisen das 
er den erbern lüten nützit aberre-. 14 Jh. 
Weisth. 4, 5. — «Der Bauer . . . eret den 
Acker mit dem Plug». Geiler. Ev. mit Ussl. 
103 b. — «Das sie sollent . , . ör«n nnd bnwen 
den Acker». Id. Post. 2, 47 h, — « , . . den 
Garten eren ...» Id. Escbengr. D, 1 b. — «Ein 
hübsch frow die ein närrin ist, — ist glich 
eim rosz dem oren gebrist; — wer mit der- 
selben eren will, — der machet kmmber fnr- 



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«hen vilt. Braut. Nsch. AJ. — «Man ert den | Eifolgnug, Erlangung. — tErfoknmg and 
weg jetz zu der farch>. Ibid. 97 ^an eignet | erlangnng der weiszheiC*. Ädelphns. Fic. 186 1>. 
sich za, was einem nicht gehört). — < , . . icb 1 — Braut'S Narren Bchiff ist geschrieben (1. 115) 
heta geackert nnd getrt*. Murner. Virg. L, 7 i". | «/n ervdgung der -wiBheit, vemunfft und guter 
Pflanzen welche (wachsend nff den fMrf«n i sitten>. 

ackern*. Brnnschw., Dist. 53>. — Nach der i Erfriscbnng, Brhoinng, Rast. — 'Suchen 
Zerstörung Mailands liess der Kaber 'darinn und fragen, welches der recht Weg sei, wand- 
roit dem pfiug eren and zo acker gon>. Adel- < len denselben, so werden ir Erfriachung und 
phue, Barb. ;^.'^ b, _ «Zion würt wie ein acker i Bu finden euwern Selen.. Jerem. 6, 16. Geiler, 
gearet>. Brunfela, Änstoss, Sb. Emeia 32 b. 

Ereren, durch Pflügen erwerben. — «Sie Ergaben, von gach, durch Nacheilen fangen, 
verepileut nnd verzeren — mer dann ir pflüg | ereilen, einholen. Scherz, 339. — Tier Hirsoh 
in mag treroi'. Mumer, Nb. 261. I 'liez sich ergcAen*. Qottfr. v. Str. 1, 40. — 

£i-faren. 1. Kennen lernen durch BriUkrnng. ! 'Ich muez ein schalck subtil erffnAen, —schelek 

— 'FeLsen, auch grausamlich stein — houd i mnsz ich nun mit schelcken fahen*. Murner, 
ir erfaren all gemein». Mumer, Virg. B, 1 > | Nb. 186. 

<C7ctopea saxa experti). l Engangen. — lÄlso ist ouob einem chris- 

2. Erproben. — «Bald wolten sie all schleck | tenen Bilger Not ... das er bah starke wol 
«rfarent. Murner, Genehm, i, 2 b. — Ich <ergab j ergangene Scbu>. Geiler, Bilg. 90 ». Schuhe in 
mich das holtz zu erfi^en*. Hurner, Gayac. 419. i denen man bereits gegangen ist, die gut ans- 
Erfarnheit. Erf&rnnsz, Erfarlicheit, Er- > getreten sind, so daas sie nicht mehr drücken, 
fahrnng. — «Als uns des die£r/amuM Zeug j Ergern. S. Argem. 

ist* Geiler, Pater Nest. B, I b. — Alles Dr- ' Erglasten, Erglesten, glänzen. — 'Daramb 
theilen <stat uff knnst nnd erfnrlicheit'. Brant, ' ist er bitud geboren das die Wunderweick 
Klagsp., letztes Blatt. — «Schampt ich mich j Gottes in Im ergleeten und erscheinen*. Geiler, 
nit nsz geistlicbeit, — ich redte ubk erfaren- 1 Ev. mit Üssl. 61 b. — ., . . das sein (Christi) 
heil — wie ein solch genchery würd leit>. Angesicht ergUstet und getzwitzert als die 
Hurner, Genehm. E, 1 b. — Muiner ist ins ! heitere Sonn*. Id.. Post. S, 'JB >>. Etc. — 
Welsch land gezogen, um <von den gelehrtesten j - Maria 'die ergleilend also starcke schin des 
der rechten weiter erfarenheit zu ergründen», i tages übertrifft» Brant, Bosenkr, D. Ged. 9. 
Statrecht, Vorrede. — Der Arzt Stromer I —. «Das ergUtt die suuu der eren». L. c. — 
•spricht er hab das usz erfixreBheit'. Marner. | Jemand, dessen Tugenden «teglich mer er* 
Gayac. 428. " Luthers Unternehmungen «wider ; Bchinen nnd ergksteni. Ädelphns, Fio. 181 ■. 
alle recht, cronicken nnd erfarenheit waren*. 1 — «Do erschyn und erglestet sein (Christi) 
Id , Luth. Narr. 2. Etc. — «Die er/amheil zeigt ! ewige gotheit». Adelphus, Pat. Nost. X, 7 «. 
anders an» Zell. Q, 2 ». — «Die fleissige sorg i — «Er wür[ sein scbwert umbgeen und er- 
und erfQrnü«*derartzet». Ädelphns, Fic. \H)K'-glaeten lassen». Nachtig., Psalter 19. 

— 'Secretkunststück meiner w/arniw«».Ger8d., , Ergretschen. ertappen. Scherz. 341. — Der 
versu des Titels. — «... das doch am tag : Fuchs lauert auf die Hühner «wo er sie er- 
und durch erfamust erkundet». Barb. 25 ». ' greUchen mag». Zell, v, 2 *. — Sie haben alles 

•Erriacheleii, expiscari». Herrad, 199. Einen gesucht «bei dem sie mich hätten mügen er- 
Weiher ausfischen. ' gretKherf. Ibid- C. Ib. 

Erflauimen. entbrennen, entzünden. — «So ' Erhelligen, absch wachen, entkräften. — Die 
du erfiammest nnd entziint bist mit dem 1 Soldaten waren durch ihre Strap atzen «uszge- 
Schwert des Teufels der Unkenscheit». Geiler, . mergelt nnd erheUigtt. Ringm., Cäsar 117 b. 
7 Schwerter, G, 6 « : Irrig Schaf, H, 2 b. — Erhei-tzen, ermutigen. — Ich bin «wider 
Bas Holz «von dem fewr erflampl: Mumer. erAert«* worden». Murner, Statrecht, Vor- 



Virg. M, 5 B. — «Glich düncket mich das 
alles sampt — in äschen lag und wer erflammti 
Ibid. F, 7 ». — «Wenn ir der masz ein ma 
Tflampt, den ir domit gefesslec band . . . 
Kurner, Genehm. 0. 2 «. — Gott hat sie «so 



Erhertzigen, sich ein Herz fassen, er> 
muthigen. — «Hintennach erberttiget er und 
gedacht: da musst dessen ein End kommen». 
Geiler, OeistI Spin '" " 



gar angezüudt. — in seine Hebe erjUmpt . . .» Erhitzen, Erhitxigen. 1. Trans., erhitzen. 
Id„ Bad, H, 2». — Cnpido «mit lieb die.— «Dise Lerer sind erhiteiget gesin» (von 
kÖQi^n erjümU. Id., Virg 0,7«.— «Dido, ■ Liebe zu Gott entbrannt). Geiler, Bros. 2. ü6 ». 
die unselige fraw. — erfiommt ie mer. . .» Ib. 1 — Die Thiere eilen zum Wasser, so terhiUngt 
C, fi b, .^ «Damit das heriz er in erfiampt*. I wird der mag — von viie dir speiaz . . .» 
Murner. Luth. Narr 105. .Etc. i Brant, Thesm. a, 2K 

Ervolgeii, erlangen. Scherz. 339- — «In I 2. Intrans.. heiss werden. — «Wann wir bi 
diseme ertwj^ der menschealle volkomenheit». I den wiben sitzen — und von dem guten win 
Tanler, 1.^4 (2H). ~ .Das wir daz alle müs- j erhttten.> Murner, Genehm. E, 3 b. _ «Wer in 
sent ervoigen, des helfe uns got>. Ibid. 91 (81). | dise badstnb sitzt — und nur ein weni^ din 
Etc. — Gebete, die man sprechen soll «z&i erhitzt, — das er nur deine tropffen schwitzt». 
«rfolgen ein selig ende * Gebete, 16 Jh. — Sie | Id.. Bad. E, 3 a. 

•vertussend sich uff eigne kunst. — das sie . Erholen. 1. Erwerben. — «Grosz Alexander 
'^tvigCent r5m und gunst.» Brant, Nsch. 3S. ' lob erholt'. Brant, Nsch. 97. — «Socrates und 
— Was wir wünschen, «so wirs erfolgen, nit ; all die durch ir 1er — haut ewig tttm erliolt 
on we, begeren wir nit minders me». Ibid. 103. ', und er» Ibid. 104. — Man soll die Frauen 



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ehren <vod einer wegen — die ans erholt 
den ewigen segen». Mtirner, Nb. 42. 

2. einbringen, wieder gut machen. — Sie 
gingen unter, «do aie zu in nit nomen das 

— domit Bie erholten schuld und hasz». Biant, 
Thesm. o, 2 «. 

Eriu, Orin, ehern, von Erz. — 'Erin hafen, 
lebes>. Herrad, 186. — «. . . ein tür mm'ti . . .» 
Gottfr. V. Str. 1, 229. Etc. — 'JErin hafeii.. 
1300, Cod. dipl. S. Thom. (Joh. v. S. Ämarin). 

— Babylon hatte «hundert erin porten». Kon. . 
246. — .Fünf eren hefen.. 1427. Tucher/.anft. 1 
34. — «Ein erin giessfas?,.. 1482. — .Die tum l 
waren erin*. Altswert, 36. — Der Konig der I 
Griechen f^hrt «in seinem wappen drey ertn 
BchetIeD'. Guldin Spil, 6. Etc — .Sollichen 
Menschen ist der Himmel örin und das Erdt- 
rich eisnin.. Geiler, Pred. u. L. 137 b. _ 
iZuhant ward der Künig zornig und hieas 
Hostpfannen und ertti Hafen entzUndeni. Id., 
Selenp. 82 b; Narr. 79 b. Etc. — .Er hat 
die erinen thor zertruckt». Nachtig., Psalter, 
279. — «Vier örine oder gloekenspeisine rosz» 
auf dem Portal von S. Marcna y.u Venedig. 
Adelphns, Barb. 51 ". — Bäder .von örinen 
wassem.> Pries, 57 a. — .Ezechias hat zer- 
brochen den örin schlangeni. Wurm, Bai. 
n, 4 a. 

Eriatag, Dinstag. — Geiler behauptet, dass 
.die von Nürnberg und die Beyern> den 
Dinstag £n'gi£is nennen, .dies eris, kumpt här 
von et. erigt, weil man an diesem Tag die 
Zinsen des Geldes bezahle. Post. H, 106^. 

Erjacken, jucken machen. — Ich will .sei- 
nen rücken wol eriucken' mit Schlägen. Mur- 
ner, 4 Ketzer, C. 6 ». 

Erkicken, Erkacken, Erquiken, wieder 
keck, queck, d. i. lebendig machen. Scherz, 343. 

— «Obe ein regen kerne, das alles ertrich 
erkicket wurde . . .• Tauler, 92 (19). — Lazarus, 
.den er von dem tode erquiket het>. Eis. 
Pred. 2, 9. — Christus «Lazarum erki^ett'. 
Kon. 602. — .AIbo wart saut Matcrne zwürent 
erkicket'. Ibid. 713. — «Diaen jungeling er- 
quickete s. Arbogast von dem tode>. Ibid. 628. 

— S. Agnes den heidnischen Präfekten «er- 
Ittckete von dem tode>. Verse, Briefb. — 
.... in dem das er hat wellen Lasarum 
erkicken vom Tod>. Geiler, Post. 2, 95 », — .Le- 
digent disen Tempel, und in dreien Tagen 
wiird ich in erquicken'- Id,, Ev. mit Ussl. 60 », 

— <Nit allein die Sei . . , snndcr auch den 
armen Leib . . . erkickl er am jüngsten Tag>. 
Id., Baum der Sei. 15 ». Etc. — Ihr Fürsten 
(laszt euch erquicken aas dem schlaf». Braut 
Layensp. — Quacksalber >verheissen die tod- 
ten zu erquicken". Murner, Gayac. 441, — Vir- 
gil ist .von latinschem todt in tütsches leben 
erquicket worden». Id., Virg., Vorrede. — Der 
Stab Mercurs «damit er todten aufferquickt' . 
Ibid. L, 4 ", — .Die todten erkicketi'. Wimph,, 
Chrys, 13 b, — .... heiient die kranken, er- 
Äwcient die todten». Dial, a, 4 b. — .Die pom- 
peianisch legion erkecket wider ab der . . , 
hoffnung der hilff». Ringm., Ciisar, 105 ». — 
■Da wurden sie all erkecket und williglich 
bereit». Ibid. 111b. 

Erkiesen, erwählen. — Schiedsrichter .die ' 



wir darzS erkoien hant>. 1362. Urk. Buch, I, 
369. — •. .'. daz ich vür si nie kein wip er- 
kot'. Beinmar v. Hag. 8. — tErkiesent usßer 
ttch etlich fürateu . , .> Eon., 424. Etc. 

Erkimen, keimen. — Das Eckern dauert 
(untz das die eichein erkiment ; darnach soll 
darein niemand faren, wann die boum darasz. 
wachsen». Bergheim, 1369. Weisth. 4, 245. 

Erkimen, den Kern suchen, ergründen. — 
■Das alles ansazulegen und zu erkimen, wer 
ufFdiflMal vil zelang>.Geiler,Selenp. 14>>.Etc. 

ErklütBChen, zerdrücken. — .... das 
understund er (Milo) mit den Henden ze spalten, 
und das Holtz schnallet zu und erkiiUsehet im 
die Hend darzwischen». Geiler, Sünden des 
M. 5 b. 

Erkobem. Scherz, 344. — 1. Erlangen, reon- 
perare, recouvrer, gewinnen. — «Er truwete 
noch z& erkobemde das er wider an das rieh 
kerne». Kon. 396, — .Hette der bischof die 
reht nnd friheit erkobert, die er meinde ztt 
Strasburg zö habende . . .» Ibid. 663. — «So 
weiss der Teufel wan er in das am leisten 
erkobert und gewint das er in nit me vertieren 
mag». Geiler, Arb. hum. 181 a. — .Der Künig' 
von Cilitien» sucht wie er sein Land 'wider- 
umb möcht erkobem nnd gewinnen». AdelpbuB, 
Rhodis, E, ü 0, 

2. In Beschlag nehmen. — Der Rath erklärt, 
das Thomasstift habe «vor uns erkobert . . . 
pfaf Bilgerins und siner erben hus», wegen 
einer Schuld. 1323. Reg. C, 67. — Der Schatf- 
ner von S, Tbomae «het erkobert* zwei H&uaer, 
auf die der Eigenthümer dem Kapitel 25 B 
schuldig war. 1380. Reg. A, 16, Etc. 

3. Sich orkobern, sich entschädigen, sich 
erholen. — Ist etwas «dem menschen lelt, 
men möhte sich wol erkobem des nehsten 
tages». Tauler, 145 (27). 

Erkommen, erschrecken, Scherz, 344. — 
•Sie erschraken unde erkamen — Vil innek- 
liche sere». Gottfr. v, Str, 1, 47. — «Si erschrak 
so sere und erkatn, — Daz ez ir alle kraft 
benam». Ibid. 1, l&l. 

Erkriegen, erlangen. Scherz, 345. — Man 
muss .nüt nbelossen bitze man das erkrieget 
das man meinet». Tauler, 61 (11). — .Weler 
mensche gut erkriegen wil , . ,» Ibid. 205 (36). 

Erkripfen, ergreifen. Scherz, 345. — «Do 
erkripfete in der tüfel>. Märlein, 8. — «Der 
ritter vertuf und erkriphete ir die hant». Ibid. 
20. 

Erkrümmen, krumm werden. — «Wer in 
disen spital kumpt, — und derselb nit gar 
erknimpt . . ,» Murner, Geuchm. m, 1 b. 

Erlaben, befriedigen. — Ein Kranker, der 
nur darauf sieht .das er sin lust erlab. — 
bisz man in hin treit zu dem grab». Brant, 
Nsch. 40. 

Erlaubern, vom Laub entblossen. — «... 
die Reben geschnitten, gehackt . . ,, geheftet . , ., 
erlouberl'. Geiler, Post. 2, 47 b. 

Erlaufen. 8, Erlouffen. 

Erlebt, der viel erlebt nnd erfahren hat. 
— «Ein alter erlebter Mensch het sin Tag vil 
gesehen, gehört». Geiler, Bilg. 72 a. — 

•Ein erlebter erfarner Mensch». Ibid. 67". 

Erlechen, leck werden, austrocknen, ver- 



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— 87 — 

trocknen, versiegen. Scherz, 346. ~ Es ist ge- 1 guckt bis in das grab, — uad laszt erligen 
schebn «das erlecht«, rinnende böse bütten { schif und ^eschir>. Murner, Genehm, g, 3>>. 
ift etlichem füre gefürt wurdent», 149Ö. Alte,— «Woe, jenier wee, wo scbam erlyt'. Ibid. 
Ordn., B. 1». — «In den Hüsern da seint die | c, 2 b. — «Nun ist jetzund frouw achani er- 
geweichte Kesselin (Weichk esse!) erleckt. &b&r \ligen'. Ibid. c, iK — «Wert die zunfft schon 
nit die Weiokessel, die erlechtn Dit>. Geiler, lange dt, — es kumpt ein stnnd das sie er- 
Emeis. 50 b. Etc. — «Sit du aber förchtest der Ij/t' . Murner, Schelm. K. 3 1>. - Der Teufel. 
Stab deiner Hoffnung frlech, zerspalt . . .> Id., in seinen Versuchen Eiob zum Murren zu 
Bilg. 27 i>. — «AU wil ich dise Aeschen hon, bringen, «was erlegen gar>. Id., Qeuchm. A, 

— hab ich kein tropfen wins geton — in i^. ~ Die Ärzte sagen <daB niemans danunb 
essigkrug, ine essigfasz, — das es mir schier in schwecbe erlige wie weniger eBse>. Id., 
erleehet was». Murner, Nb. 66, — Heute: wr- Gayac. 433. — «AU weil der mensch nit gar 
Uehtn. erleit — und iebet sich in diser zeit>. Id., Bad. 

Erlegen, ermiidet. — «Die Schiffknecht J, 6 b. Etc. Etc. 
stercken die müden erlegenen Menschen und Erlonffen, Erlanfen, ereilen. Scherz, 246. 
machen sie waoker>. Geiler, Schiff der Pen. — -Do erliefen in die hunde>. Gottfr. v. Str. 
öO>; Bilg. 197fl. Etc. 1, 60. — Es soll kein Fischer, .der vor ein 

Erlengern. 1. Verlängern. — tDie prae- stat (Stelle auf dem Markt) hat, keine stat 
cepta ... zu erkngern das leben>. Adelphus. me erloufftn' (eilig in Besitz nehmen). 14 Jh. 
Fic. löl 8. Alt« Ordn., B. 12. — .Wenn ein Wolff alt 

3. In die Länge ziehen, verzögern. — <Eerr, würt . . . und mag das Gewild nit me er- 
wellest dein hilff nit von mir ertenjem). Nach- , iau^e«.. Geiler, Emcis, 41 ii. — Sie 'hant 
tig., Psalter 52. 1 die berenhut verkouft, — e das ir einer in 

Erlich, Eerlicb, Ehrlich, der Ehre werth, | crloufti. Murner, Nb. 336. — <Ein geschwinder 
ehrwürdig, ansehnlich, stattlich. Scherz, 346 ' has den niemans kan erlouffen . . .• Id., 

— .Es ist hüte der würdige erliclte tag der i Qeachm. b. 3 *>. — «Ich hab in mir manl (eben 
heiligen engele>. Tauler, 414 (72). -- «Dostundt mut, — der disz leben verachten thut. — 
hievor ein erlich erhebetgrab>. Nie. v. Laufen, | und meint er hab gar wo) gekanfft, — so er 
ms. — »Des morgendes aol man jme (dem i den tod umb ehr erlaufft'. Id., Virg. d, 7 b. — 
Probst von ölenberg; und sinen lüten erKcAeti I Diores »der auch ein gab erloffen het>, im 
imbisz bereiten>. Uohenrodern. 1354. Weisth, { Wettlauf gewonnen. Ibid. 0, 7 b. Etc 

4, 113. — Conrad III <dette eine erliche mer- ' Krlüpfen, in die Hohe heben. S. lüpfen. ~ 
fart>. CloH. 36. — Bischof Jobann »mäht . »Es was ein Wucherer gestorben, der was also 
einen erlichen spital zb Mollesheim mit erlichen schwer, das in nieman erliipffen mocht>. 
Pfründen*. Ibid. 92. — Alexander iicss Philipp ! Pauli, 129. 

•erliche begraben». Kün. 304. — Der Kranke ; Erlustigen, Erlösten, Lnstigen, erfreuen, 
«sah wol das er (Christus) ein erlich Person ergötzen. — »Da würt Got . . . erlaben und 
was>. Geiler, Post. 3,27". — »Wie man sie \ erlustigen alle geistlichen Sinn und £refft>. 
so erlich würt entpfohen>. Id.. Bilg. 2iab. — Geiler, Schiff der Pen, 116 b; Bilg. 22ö b. — 
•Du solt dich tleissen züclitiger and erlicher ! » . . . das er sich nach seinem Mutwillen er- 
Wort.. Id.. Schiff der Pen. 22 ^ - Die Ton- : Itmtige.f Id.. Höllisch Leu, d, 8 «. — »Spu- 
stti ist ein terlich /.eichen.. Brant, Moretus, | rina, der war der aller hüpschest und schönest 
a, 3 b, — .Wenn einer alt ist und erlich' Jüngling, in den alle Frauwen ire Augen 
(venerabilis). Ibid. a, 4 b. — Das 'eerlich in- ' wurffen und in seiner Hübsche sich erlüaten>. 
reiten des bischoffs». Id , Bisch. Wilh. 272. — ' Id., Narr. 37 b. — «... das er sich in sollioher 
»Die alten in eehrlicher Kleidung*. Ibid. 266. Süsse lagtige: Id., Böll. Leu, o, 3». — .Die 

— »Ein hafner usz eim erdklotz macht — ' Natur hat gern ein össerlichen Trost, in dem 
ein erlich geschirr, sunst vil veraoht — als i sie sich nach der Sinnlicheit Justice*. Id., Pred. 
kanten . . .» Id., Nach. 5H. — .Der got den , u. L, 63 8. Etc. 

iü, erliche* weib (Maria) — nun nionat irngat : Ennen. S. Armen. 

in deinem leib>. Murner, Bad. P, 4 b, — . .0 i ErtoSrdeD. ermorden. Vergl. Ben. 2, 1, 323. 
könig. du er/icA«r man>. Id , Virg. jt, 5 *. — (Zuweilen kommt auch ermorden vor, be- 
• Das hofHich erlich kleid, — das man nur zur ! sonders bei Murner.) — »Einer schrigt . . . und 
hocbzeit dreit». Id , Bad. K. 1 b. — .Hetstu blört, — als ob er jetzend wQrd ermört.. 
mich an ertichem ort — gewiszt, du hetst ge- Brant, Nsch. 61. — »Denselben frummen eren- 
SDchet dort». Id., Schelm. K. 2 ». — »Wa ein man — hab ich bösziich ermorden lan>. Mar- 
erlich gesellschafit ist . . .• Ibid. h, 2 ". — ner. Genehm. A, 1 », — Der Schacher, dem 
•Wer zuchtig kan sich erlidt dragen. — der Christus verzieh, «... zuband ward also rein 
selb mag Seligkeit erjagen*. Id.. Bad. L, 1 b. — als er ermordet hette kein*. Id., Bad. C, 

— Der Papst wird euch .entpfaheu erlichen I 3 b, — . ... als ob sie mit einer axt ein floch 
schon». Id., 4 Ketzer, F. 3 l». Etc. , ermorden woUen ... * Id., Adel, H, 3 ». 

Erliegen, mnde werden, zu Grunde gehn, Ermörschen. S. Zermörschen. 
unterliegen. S. erlegen. — .Von Kleinmütig- Ern. S, Eme. 

keit wegen erligent sie und hörent auff gutes ' Ernai-ren, altd. irnarrcn, desipere, Graff, ^, 
ze tbnn*. Geiler, Irrig Schaf, B, 1 b. — Die | 1094, zum Narren werden, — «In stätter kranck- 
HöUe .do nitPyniger trligen oder müd werden, heit er verhart, — in unsinn, bUntheit gantz 
noch die gequetscht und gepynigt werden*, emarrt». Brant, Nsch. 41. 
Id., Pater Noster, K, 4^. Etc. ~ »Mancher Eme, Em, Ernte. — tÄernimonat, au- 



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ffostus'. Herrad, 179. — Drei Frontage. «in 
der vasten. ze herbeste und ze ertten*. Türk- 
heim, 14 Jh. Weisth. 4, 2^. Etc. — .Von 
des tages über aht tage noch «rnen, bo sol das 
erste ding Bin>. Bläahetm, 15 Jh. Hanauer, 
Constit. W'i. Gte. — Frieden tnntze nach 
em«fi». Glos, 76. — Herzog Philipp «verher- 
gete die eme>. Eon. 648. Etc. — <Wennedie 
eme inkunt . . .• i396. Hist. de S. Thomas, 
396. — Juli "bringet nns die erne»- Conr. v. 
Daakr,, v, 302. — .Es seint die die im Herbat 
Wein kaafen und in der Em Kern, das eie 
es darnach thttrer geben*. Geiler, Narr. 185 «; 
Post. 3, 73 » ; Ev. mit Ussl. -W » ; &8 ». — -Kit 
wellest in eins andern ern — mit diner sicheln 
schniden kern». Brant. Facetna, A, hb. — 
.Am jüngsten tag so ist die em>. Murner. 
Nb. 17fi. — Es .komt die em, — den kernen 
zaoheiden von der kligen». Ibid. Ifi9. — Man 
Eoll nicht erst »in der ern anfahen seyen.> 
Slarner, Bad. J, 1 "- ~ .Wir sind versehen 
mit fürbitter — als in der em mit fulen 
Schnitter*. Id., Schelm o, 4 >. — <Die 
arbeit der ernen und des treechens*. Wimph., 
Chrys. 14 b, — .Es was noch nit zeit des 
sohnidta der «rnen*. Adelphus, Rhodia, B, 1 h. 

— «Das nnkraut lassen wachsen bitz an die 
tment. Zell, p, 8 a. 

EmeiSHen, erforschen. VergL Durchttetteen. 

— «Scratari». Geiler. Brös. 1, ÖOb. — «Sag 
an, wo gebent die Geschriften Zügniss von 
dir? Grsuchent sie, sprach der Herr, emöiaent 
sie, kerent die Bletter nmb*. Id., Post. 
2. 4B «. — «Also erneistent sie alle Ort, wa 
sie etwas fünden, das sie in mochten ver- 
klagen». Id., Ev. mit Usfil, 62 ". — «Dise 
Ding allesammen ersuchent, emöwent und er- 
fordernt die Heiden*. Match. 6, 32. Geiler, 
Post. 8, 8a s. Etc. - «Wen man zu unge- 
wonlicher Zit in den Rat Intet, so hörstu es. 
ein Hund hört es auch, aber du verstost das 
es etwas bedüiet ; du sprichst : man wil frei- 
lich hüt über das Blut richten ; das sucht dein 
Vernunft aus dem Lüten, das kan der Hund 
nicht, er hört das GethÖn wol, er bleibt da 
gston; warumb? er hat die Vernunft nit, die 
ein Emeiierin und ein Ersucherin ist* Id., 
Bros. 1, 44 <i. — «Br wolt alle ding emmsen*. 
Pauli, 150. — .So kan ich mir nit etvitsaen 
das ich Commentarioa Julii Caesaris* jemanden 
besser widmen solle als Kaiser Maximilian. 
Ringm . Cäsar, 2 ". — Bairisch : g'misien, et- 
was merken, wahrnehmen. Schmeller, 2, 707. 

Erneissig, neugierig, nachforschend — «Die 
emeUsig (Druckf. erneiffig) seind und wollen 
alle Ding wissen und erfaren, die werden ge- 
lert». Geiler, Brös. 1. 13 '. 

Sich Eroieten. sich bemühen, sich Genüge 
thun, sich ergötzen. — .Weltliche Freud ist 
nit blibUchen. sie verschwindet ee man sich 
ir emtefrt.. Geiler, Selenp. 229». — ."Wann 
ich mich dann erntetet hat — mit böser und 
«oküschnr dat . . . • Mumer. Genehm. B, 1 a. 

— .Athannaius, der sich vil mit im (Arius) 
emietet hat*. Zell, e, 3 a, 

Erniaten. mit Ernst verfahren, sich ernst 
lienchmcn, Enisit miichen. — .Doriii rfn fandst 
das ich oiicli kiin -■ ernsten, \\v es füg mag 



I hau*. Mumer, Schelm, k, 6 )*. — «Ein jeder 
I wiser da veretat — das ich on schimpf onoh 
ernsten kan*. Mumer, Nb. 281. — «... wie 
fast der vater emtten tnt*. Ibid. 164. — Eüa 
Thor ist, der .wo mau enutm sol wU schim- 
pfen*. Mumer, Müle, A, 2 b. 

Erobern. 1. Gewinnen. — Als Sani •daroff 
die Schlacht ero6«rt>. Murner, Oeuchm. D, 1 >. 

2. Erwerben. — «üeh ward erobert das 
üweren eigen lüten gegeben wurde* (vobis 
adqniritur). Murner, Instit. 41 ■. Etc. 

ä. Besiegen. — .Wan wir den find erobert 
hant, — dan nimpt erst unser bunt beBtaiit>. 
Mumer, Lnth. Narr 112. 

Erorten. S. Ortem. 

Erösen, anaschopfen. verwüsten, zerstören. 

— 'Man schöpft das Wasser alles aus und lat 
nit meroklichs in dem Schiff, wiewol man das 
nit gar mag erösen, ea beleibt dooh etwas da«. 
Geiler. Schiff der Pen. 22 b. — .Gottes Er- 
bermd nieman erschöpfen noch eröiea mag:*. 
Id., Bilg. 81 a. — Gottes Lästerung .kompt 
etwa daher das das Hirn des Menschen za 
vil eröst ist und lär gemacht durch Vasten, 
Studiren . . . • Id., Schiff der Pen. 64 b. — 

— Maria hat des Teufeb .grim erösl: Brant, 
Ave praecl. Zarncke, 163. — Mezentius hat 
•erÖBt manche schöne Etat, — die er allsampt 
verbeeret hat». Murner, Virg. c, 3 '. — «Die 
pfaCFengasz wollen wir eröeen*. Id.. Luth. 
Karr, 97. — «Da hat ich weder rast noch rftg 

— Mit prassen, spilen, auhleromen. döaen, — 
Als mocht mich niemands thun erösen'. Joh. 
Murner, a. 3 >>. — «Das gantz welachland war 
eröset mit gelt wegen kriegslenfF*. Adelphus, 
Türk C, 5 b. 

Erüsnng, Entleerung. — Boie Gedanken 
•kummen etwan aus Erösung dea Hirns und 
verwüsteter Peuchtikeit. * Geiler, Eaohengr. 
C, 5 8. 

Eräugen, erzeigen. S. Eigen. — Ehfrauen, 
die .jre Ueb und stete trnw eröugt*. Adelphus, 
Mörin, 5ß «. 

Erper, seltener Ertber, Erdbeere. Heute: 
Erbeer. — Gremper die «trübel. erper und 
hutteber* verkaufen, lä Jh. Alte Ordn., B. 13. 

— "Der erperbühei'. Achenheim, 1351. Kien- 
heim, 1404, — «Der eriierrein'. Waiden- 
heim. 1.H85. 

Erpleugen. von pleug, plug, furchtsam; 
erblugen, furchtsam werden; hier fnrchisam 
machen. — Darch Drohungen terpUttgt man 
kindisch rat*. Brant, Layenap, 168». 

Erquicken, S. Erkicken. 

Ersauei-n, sauer machen. Sprichw., die Nase 
ersanern, erzürnen. ~~ <Also mocht gemeiner 
frid erhalten werden, und den zarten herm 
würden die naaen desterweniger ersnurrt*. Ca- 
pito, Treger, C, -lt. 

Ei-schallen, praet. erschnl. — Der Vogel 
Gesang »enckul in dem walde*. Altewert, 14. 

Erseheinen, zeigen. — .Des glich ir narr- 
heit onch ereciteinen — die umb ein dotten 
truren, weinen*. Brant, Nsch. 83. — «Wer sie 
seind, das hat aich newiich i 



Murn 



, Gayai 



4H3. 



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— «So mag dir heil erschiettn*. Altewert, 3. — 
•Ich truwe, dir Bfille erai^ieiseti. — Alles das 
din here begert». Ibid. 9. — Dass die Speise 
•mir »tchieae zä kraft und gesiintheit>. Ge- 
bete. 16 Jh. — Einer der Jünger sprach: 'es 
iBt hie ein Kind das hat fünf gersteoe Brot 
and zwen Fisch, aber was kleokt oder er- 
«Aüfst under so vi! Volks?» Geiler, Post. 2, 
76 b. — (Alle straffen mogent nicht erat^iaten 
an eim bösen wicht*. Mnmer, Schelm, f, 2i>. 

— lOren melckcn in ein käbel — er»cheuaut 
manohem Menschen übel». Ibid. c. 6 1). — 
«... das in erschtuset zn grosser ahn. Mur- 
ner, Virg, k, 8 ", — <Das bad ertchoKt in also 
wol, — das sie noch hiit sind freuden fol>. 
Id.. Bad. A, 3«. — 'Das bad ist in so 
wol wehoiKtt ...» Ibid. k, 1 1>. — «Es ist 
mir nit übel ersc/iowMi» . Hurner. Uayac, 42t. 
Etc. — (Ein Baur hat ein Hennen die le- 
get im alle Tag ein Ey. Der Banr gedacht, 
sie hat freilich ein hundert oder zwey in ir. 
bettestn sie all eins Mals, so möchtest du 
etwas mit schaffen ; ein Ey mag dir nit er- 
«eU«Mm i du wilt sie erstechen . . .» Pauli, 12b. 

— Eine gute Ebfrau macht dass den Mann 
• der arbeit nit verdrüszt — und im drei mal 
so wol erachästt — als wer er einig und 
sUein». Adelphos, Morin, F>6 >>. — «Es ist zu 
besorgen das mein nachfolgende stück nit 
allenthalben eradtiea»eit werden». Fries. 1I8>>, 

— «Es würt euch on zweifei zu gutem er- 
#eMeuen>. Brnnf., Anstoss, 15«. — «Das hat 
mir allweg gar wol erschmsen'. Gersd. 43 b, 

— «Das selb ist im oSi wol erschoasent. 
Pauli, 293. — «Es ist vilmals zu gutem er- 
Khtmeat. Karsthans, co, :^ •>. — «Die reich- 
thnmer zu den tugenden der seien nütz (nichts) 
«■»cW««ew. Wirnph., Chrys. iOli — S. auch 
Beispiele bei iSchmeller, 'A. 409. — Atlemanisch : 
b'$chU»a€. zureichen, gedeihen. Hebel, 2. 3&'2. 

Erschieaslich. ersp Hess lieh — ■ . . er- 
tdamUeh und nützlich ...» Humer, Oayac. 
4%. -^ t ... ob der atat (der Mönche und 
Pfaffen) der Christenheit nit not noch erscliügi- 
lieh sei . . » Id., Adel. B, 1« — Es wird 
■ dir in das ewig leben ergehüsslith dienen». 
Ibid. A, 4*. Etc — Sie thun nichts «das 
göttlich oder erechieulKk aeu . Butzer, Weiss., 
t, l b. — tWarumb mit scbrifft gegen udb nit 
möge eraehieasiieh gehandelt werden». Id., 
Tregor, C. 3 ». 

• Erschisang, deliberatio». Herrad, W^. 

Erschlagen, niedersch Ingen. — «Beschwert, 
eneblagen and trurig». Geiler, Bi Ig. 59 k. Etc. 

GrochlsgeDheit, Niedergeschlagenheit. — 
•Er widerstreit solichcr Pleigheit. Erachlagen- 1 
Iteü seine Gemüts». Geiler, 7 Scheiden, I, 8 ■. 

— <Zorn,£rschlagenhcit,Zancken ...» Wimph., ' 
Chrys. 2 ». ; 

Brach marotzen, durch schmarotzen, schmei- i 
eheln, erlangen. — «Ir vermeinen villicht 1 
oDch fünffhundert ducaten zu erachmarotseni . 
Karsthans, aa. 4 ". 

Brschneicken. ergrübein, neugierig unter- ; 
BDchen. — «Du hast iiit Kuh, du habest denn 
rrtchjieiekt was man an allen Enden tut». . 
Geiler, Selenp. 6f)». ~ «Es wer ein gut 
SchiiOfkcrci. ilfls wir ilio Diiiir crscliuiicktcii die 



uns die heilig Kirch förhalt . . . ; annst er- 
neisen und enehnöeken wir all Sachen die uns 
nit angon». Id., Ev. mit Ussl. 165 *. — Heute; 
achnticken. 

Brscbrockenllch, ErHchrocklich. 1. Er- 
schrocken. — «Ir herze erbibte .... -~ er- 
schroekeiüitke si uf sacb». Qottfr. v. Str. 1, 176. 
— «Ich sprach gar eracArocteiftcÄe z6 ime . . .* 
Nie. V. Basel, 212. — Die Hirten, bei einem 
Unwetter, 'traehrockentichen darzu schweigen». 
Mnrner, Virg. E, 4 *>■ — «Alle mütter ver- 
wunderten sich, — und sahens an erachrodcen- 
lieh'. Ibid. Z. 8 b. 

3. Erschreckend, Schrecken erregend. — «Die 
erschröckenliehen plogen des gegenwerügeB 
sterböttes». Nie. v. Basel, 202. — «Ein grosses 
ungehürea erachröcketUichea wetter». Nie. v. 
Laufen, ins. — • . . . und was sine Zukunft 
also erschröekenlieh, das die beiden alle er- 
schrokent». Kon. 673, — «Ist das nit ein 
ertehroekenlich ding?» Predigt Peter's von 
Gengenbach, 1436. — «Der Lew ist ein Kunig 
under allen Thieren. er ist inen erachroeken- 
licht. Geiler. Brös. 1, 50 a. — «Das errchrocken- 
Hche Sacrament» (die Messe). Id., Irrig Schaf, 
G, 8 a, — «0 ir Richter. Gott würt ertchrocktn- 
lieh wider euch sein, ja euch und denen die 
jetz grimm und hert seind armen Lüten». Id.. 
Narr, 34 b Etc, Etc. — «Von gottes urteil so l 
er im sagen. — erackroekenlieh dem gouch ver- 
kündem. Murner. Geuchm V,.3a. — .Wie 
der Kein erachrikklich ist». Id., Bad. C, 3 a. — 
•Das ist ein erschrocAitcAegleichnusz». Nachtig., 
Psalter. 6. — «Ein ertchroekeniiche grausame 
miazgebun.. Zell, a, Hb. _ tErachrockenlich 
unchristlich frücht». Capito, Treger, B, 4 ». — 
•Ein erschrocklich goltsleaternng». Ibid. 0, 4 b, 

Ersctarockenlicheit, Schrecken, — «Das ist 
das leidig verflucht Land des Tods on Sterben, 
da ist ewige Erachroekenlieheit' Geiler, Ev. 
mit Ussl. 110 B; Selenp. f>3 «. 

Ei'achndeiii. schaudern. — «Dis alles be- 
wegt ein sollich Hertz nit das es sich von den 
Sünden keren wöll, es erachudert noch er- 
schrickt nit». Geiler, Pred. u L. äR b, 

Erschüsslich 8, Erachiesalick. 

ErschUtten, 1. Act , schütteln. — «Da hub 
man an schlahen, die lantzen brechen, spiesz 
erachütten. und mit Schwertern fechten>. Adel- 
phus. Barb. :^7 b. 

2. Neutr, erschüttert werden, schüttern, be- 
ben. — «Das Erdtrich erscAüH sich, bei dem 
Tode Christi. Geiler, Schiff der Pen 79 a. - 
Von dem Schiessen der Türken lalle gebew 
der stat erachütten. als von einem erdbidem». 
Adelphus, Bhodis, B, 4 ■. 

Ei-Behüttung, das Schütteln. — «. . . das 
man unser mit erachyttunff des haubts spottet» 
(coramotio capitis). Nachtig., Psalter nO. 

Ei-seigen, sattigen. — «. . . die Weiber wer- 
den also nit eratiget . . . Sprichet Salomon i 
es seine drei ding die niemants eraeigen mag. 
und das vierd seit: niemer rae hör uff». Prov. 
30. l-^i. Geiler, Narr. 77 b, 

Ersenfiwrn, besänftigen. — «So wer inen 
not etwas das inen tröstlich wer, das sie ge- 



UigiiizcdbyGoOgle 



verzagen in irem Oemiit, snoder das inen das 
muten und ersenftert'. Goilor, Bilg. 70 >>. 

Ersiectaen, Eraigen, versiegen. — 'All wil 
es trüft (träuft, rinnt) ersiecht es nit». Murner, 
Nb. 81. — «. . . das dein gianb nit gar aer- 
gang und ersiget. Murner, Adel. E, 2 a. 

ErHitzen, sitsen bleiben, ruhen. — <Docb 
ist ein zeit lang' die sacb (ein Frozess) also 
erKKeti'. Supplic. E, 1 t>. 

Eraprechen. — Eine geputzte Dirne geht 
in die Kirche, «und setzt sich an ein ort 
allein, — als got ergpreche: sithet mich nit, 

— wie ich so schon zu kirohen trit». Murner, 
Nb. 148. — Die Redensart wird noch heute 
zaweilen in Strassburg gehört; der Sinn ist: 
als wollte man sagen. Der UrapruBg ist mir 
nicht klar. 

Sich Ersprechen, sich besprechen. Benceke, 
2, 2, bSß. — <. . . ich masz mich ye mit dem 
zarten völoklin ein wenig ersprechen'. Zell, 
F, 2k 

Erspringen. I. Entspriessen. — iDas erste 
ris . . , davon sint este erspningen*. Gottfr. v. 
Str. 1. 67. 

2. Sich Irenen, exnltare. — -Ir Gerechten, 
erspringent euch in Gott>. Geiler, Selenp. Öd ». 

— David sagt: «mein Zung hat sich ersprun- I 
gen und frolocket>. Id., Pater Nost. D, 4 a. — I 
cHab ein erspringende (fröhliche; Hoffnung | 
gegen Gott». Id.. Bilg. 40 a. Etc 

Erstecben. 1. Ersticken machen. Ben. 2, 2, 
628. — Der tarnen «so er uf^egangen ist mit 
den Dornen, habent sie jn enteckt'. Geiler. 
Post. I, 32 D. — Er «ladt noch uff so vil der 
seck. — bisz er den esel gantz ersteeh-'. Brant, 
Nsch. 32. — 'Daram so miessent wir uns 
strecken — also lang ist nnser decken, — 
das wir uns selber nie eTtteekent. — Mumer. 
Nb. 246. ~ Er hofft dai!s «das grosz goschrei 
von im zu Bern . . . mit sweigcn (würdei gäntz- 
lich ersteckt'. Id., 4 Ketzer, L, 5 ". — Einen 
«bei der gurgel heben, das sie jn erstedcen, 
das er nit zu lant $chreige>, Zell, S, 3 >. — 
«Durch iiberilusz des iveins würt diesel über- 
Bchüt, ersteckt und getödt«. Wimph., Chvys. 10 ^■ 

2. Ersticken. — -Ein urteil über manchen 
gat, — der sich noch nie verantwürt hat — 
und sin Unschuld noch nit endeckt, — das 
schafft, er ist im sack ersteckt'. Prant, Nsch. 
97. — Herren, die Geschenke annehmen, «da- 
mit sie werden offt bewegt — das mir das 
recht bi in ers(ecW>. Murner. Schelm, d, 8 a, 

— Sic lässt «kein lügen im hals ersteck-en, — 
sie mnsz es öHich als entdecken». Id., Nb. 64. 

— Mnrner hat auch ersticken, /., B. Nb. 215, 
250. Etc. 

Erateinen, ?,u Stein werden. Vergi. verstei- 
tten. — «... da waz ir herze ersteinet'. Gottfr. 
V. Str. 1,26. 

Ersterckeii, stärken. — «Wann dich der 
Jungbrun dnt erstercken-. Murner, Bad, L, 4 •>. 

— «Da ward ersterckt mein hertj; und gemüt», 
Id,. Luth. Narr, 11. 

Erstiften, stiften. — «Die pfaffen, den man 
beichtet hie, — die hat doch s'ot erstiftet nie», 
Mumer, Luth. Narr, 146. - «Die mesz ... ist 
allein von Christo . . . erstiffu. Id., Mess, 
A, 1 t>. 



Erstlnkeii, stinkend ii-erden. — «Het er den 
wüst gewesohen ab, — so wer er nit erstuncken 
drab — und von dem dreck also verdorben». 
Murner, Bad. 0. 2 b. 

Er stocken, verstecken. — Der Prophet 
«spricht das jr hertz erstächet ist, also das ay 
sehende nit sehen». Zell, e, 2 ^ ; r, 2 i> , die 
nämliche Stelle, mit dem Wort ersUda et&t^ 
erstockt. 

Eratdtzen, über etwas stutzen, stutzig 
werden. — «Ob dem seind sie erst&tzt und 
erschrocken». Geiler, Post. 3, 41). — «Und sie 
ef-Htut;ten allesammen und verwunderten Bich>. 
Ibid. 3, 28 b; Irrig Schaf, E, 2 b 

Ersuchen, untersuchen. S. die Stellen bei 



ErBÜl'eii, ErsUrtzea, ersäuern. — <Er hat 
dich ein wenig erzürnt and hat dir die Nas 
ersärt'. Geiler. Post. 3, 102 ", — «Jederman 
woUestu sein Nas ersüren'^ ihn tadeln. Id., 
BröB. 2, 24 b. _ Christus «hat inen vor die 
Nasen ersürttl und sie hcftiglich gestochen and 
gepfetzt.. Id., Post. 2. 21 ". 

Ertanzen. — Ich meine nicht mit meinem 
Büchlein «den hanen zu erdanteen, versteet 
vor der weit wollen gesehen sein». Blindenf. 
A, Ib, 

Eitanben. Ei-tonben. I. Betäuben. — «... off 
das ich dein . . . oren nit mit iuoger red er- 
teube'. Ädelphns, Rhodis, E, 3 ». 

2. Taub werden. — Von zu viel Haar «g-ar 
mancher ist ertoubt*. Brant, Moretus, a, 7 e. 

— «Dorumb ist der blind und ertaubt — der 
nit hört wisheit and ir gloubt». Id., Nsch. 
14. — «Die annützen ding in denen wir er- 
biindent and ertaubt seind» Zieglcr, Niessang, 
C. 2 b. - < . . . wan das saltz ertoij>t und nn- 
tüchtig wirt ...» Karsth. cc, 1 b. 

3. Toll werden. — «In narrheit ist all weit 
ertaubt,— eim jeden narren man jetz gloubc». 
Brant, Nach. 65. 

SichErteln, arten, eine Art annehmen, sich 
bilden. — «Ir wibschen gcuch solt Uch des 
schammen. — das ir uff gredtsche berd dch 
erden». Murner, Genehm, m, 4 b, 

Ertzfüi-weseo. - Jairus «derselb wart ge- 
nant Archisynagogns. ein Ertefürvjeser, ein 
Fürst». Marc, 5, 22. Geiler, Post. 3, 106». 

Erwackern, erwecken, ermuntern, — «Wir 
süUent ans rehte erwackern und wacker sin 
nnd nüchtern». Tauler, 88 (18). 

Erwägen, erschüttert werden, schwanken. 

— «Wer kan der aller schamperst sin — dem 
hattet man ein glas mit win, — und lacht 
sin das das hus ervmg'. Brant. Nech. 71. 

Erwanen. aufhören, vom alten wmnen, ab- 
nehmen, sieh vermindern. — Otfried, V, 2H. 
61: sich uuanön, sich verringern — «Doch er- 
«jante die geischelfart do». Glos. 73, — «Der 
krieg erwant». Ibid. 13P. Eto. — «In Plahs- 
gasse erwante (die Feaersbrunst von 1343) an 
Heilmans has». Kön. 752, Etc. — Im Glossar 
zu Hegels Ausgabe, p. 1093, wird erwantt von 
erwenden abgeleitet und durch aufhören er- 
klärt; ich halte erwanen für richtiger) er- 
wenden ist etwas anderes. 

Erwatten. act., überstehn, durch Wat«n 
den Koth überwinden, sich wieder herans- 



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91 



machen.— <Wil erder frowen das gestatten,! 
— so Iftg er wie ers mag erieatttn, — ich i 
kau nit alzit bi im sin, — das ich im sagte : 
do wat hiD>. Morner, Nb. 2iT. 

Erwegen, erregen. — «Von der Hitze wird 
erweget ein gros turst». Tauler, 878. — «Das 
mer enetge sich!. Nächtig., Psalter 245. — 
Die Welt beklagt sich, «das wort gottes . . . 
erwege krieg und todtschläg», Capito, Treger, 
B, 4 b. 

Ei>weiz,Erbi8z, Erbse. Scherz, 355. — «Der 
erweiebüheh, in 7 Bannen, 1210 u. f. — «Das 
erweiMantt, in 6 Bannen, 1290 n. f. — «Zu 
Bpeck und eneeiMen.' Strassb. Hauaname, 1257. 
Speck nnd Erbsen, noch jetzt eine im Elsass 
beliebte Speise. — Im Jahr 1862 schätzten die 
Etraasburger £ornkäufer «daz die ertoeissen 
eins helbelings bssser woreiit wan die figen>. 
Glos. 135; Kon. 869. — «Ein matterviertel 
erweise-. Bühl, 15 Jh. Weisth. 4, 126. — «Dem 
mayer des dinghofs einen sester wisser er- 
wiesen: Oberhergheim, 1487. Weisth. 4, 141, 
• — «Die etweisloubf zn Strassb , 14 Jh. n, f. 
Oftssen- u. Häusemamen, 165. — «Ein Mensch 
der . . . allezeit emborschwimmet, zu gleicher 
Weiss als bös Erbeiasen in einem Hafen mit 
Wasser». Geiler, Selenp. sab. — «Leg ein' 
Erwiss oder Bon auf den Tisch und schrenck 
zwen Finger übereinander, nnd rier (rühr; sie 
also an, so menest du es segent zwo>. {Id.. i 
Irrig Schaf, D, 6 i». — *Erbisi mit fleischbrüe \ 
gekocht". Pries, 165 ». — Erbsele, kleine Erbse, 
aoch der Erbse ähnliche Fmcht. «Surouoh 
ErbseU'. Pauli, 166. Goll, 487: «Pisom. 
Erbeissei . 

Er wenden, abwenden, abwehren Sehers, 

356. — «Swa ich inwer arebeit — mit minem 

Übe ervxnden kan . . .• Gottfr. v, Str. 1, 20. Etc. 

Erwinden, ablassen, aufhören. Scherz, 356. 

— «...Linhosen, die ob ir enkelen — Wol einer 
hende «rtoundeni. Gottir. v. Str. 1.-^9. (Hosen, 
die eine Handbreit über dem Knöchel auf- 
hörten, nicht länger waren). — Ich «wil 
niemer enoinden, ich wil mit dieser helfe allen 
Untugenden leren sterben». Nie. v. Basel, ms. 

ErwUnschlich. dem Wunsch gemäss, voll- 
kommen, herrlich. Benecke, 3. Sil, wUnsch- 
lich. — Das Böse wird von Manchem «holt- 
selig und e<noinschlich geacht*. Wimph . 
Chrjfi. 9 a. 

ErwDrtzeln, erwachsen, — «Zu besorgen 
das etwas miszbruch . . . herusz ertourUdn 
möcht». Fries, 178 ^ 

Erzippem ? — «Du solt din Kind zimlioh 
mit Vernunft stroffen und mit der Enten er- 
tipperti'. Geiler, Bilg. 74''. 

Erzögen, erzeigen. — «Die andern zwo 
Marien haben im iChristo) auch Früntschafi't 
in seinem Leben ertögt'. Geiler. 3 Marien, 8 K 

— Gott, «der dir semliche Zeichen ereögt hat 
der Liebe». Id., Narr. 62 b, Eto. Anderswo 
hat Geiler erzeigen, z. B 3 Marion, 5 b. — 
«Wie fast ich mich in dem handel gern weisz- 
lich ereögt het . . .» Murner, Luth. Narr, 3. 

ErzSgung, Erzeigung. — «In Enögung der i 
und der Eer Gottes«. Geiler, Ev, i 



überführen, 



mit Dssl. 26 ". Etc. 
ErzSgen, dnrch Zeugen e 



durch Zeugen etwas beweisen. Scherz, 357. — 
Wird ein Angeklagter «nüt erzüget . . ., so sol 
er sine unschulde tun mit dem eide». 1314. 
Kön.. Beil., 96Ö. — «Do las man in vor die 
stücke die uf sii ivol ersüget worent». KÖn. 
784. Etc. 

Esche, Asche. — «Wie tftnt wir armen 
wurmelin, die hie noch kriechent in der er- 
den, in der es(A«i?. Tauler, 325 (56). — «Zft 
eschen miissent wir wider werden». Jüngst. 
Gericht. — Haben die Hnber gegessen, «so 
Eol der meiger die brendo nnd eschen ulladen». 
Sundhausen, 15 Jh. Weisth. 5, 534. ~ Judith 
«nam esche nfirhonpt». Peter v. Gengen ha ch, 
1436. — «Gin tnnn mit eacheii> (um Lauge 
zu machen für die Wasche). 1499. Inventar 
des Ludw. v, Odratzheim. — Das Fener «würt 
zu Nacht bedeckt mit Eseh*. Geiler, Irrig 
Schaf, B, 3 b. — «In der Esch gründlen». Id., 
Gschengr. a, 2 ». — «Was ist den Mund 
in Esclien stossen, denn sich selber demüti- 
gen ?. Id.. Bros. 2, 79 K Etc Etc. — Du 
bist «nüt dann leim, äach, erd und mist». 
Brant, Nsch. 55. — In der Pasten «wenig sich 
SU der äschen nahen, das sie mit andacht die 
entpfahen». Ibid. 112. — «. . . dann du bald 
würst zu staub und eschen'. Braut, Epigr. 
Copie, 222. ~ Es ist eine Thorheit prächtige 
Gräber zu machen «do man würffet hin — 
den äsehsack und die schelmenbein». Brant, 
Nsch. 83. -- Eine Magd «die mir verkoufft 
heimlich die esch'. Murner, Nb. 66. — «■ . . die 
esch für heiltumb lassen ston». Id., 4 Ketzer, 
0, 1 ». — «Do Troy gantz viel in eschen hin». 
Id., Schelm, h, 3 a. — «. . . solch doch selb 
lieg in der eschen'. Id., Bad. A, 2 a. — 
«. . . und sasseu nider in die eaetten-. Ibid. C. 
1 ft. — <Esch (scoria) von gebrautem bicy». 
Murnor, Gayac, 408. Eto, — Ein Gefäss wärmen 
«in der escheti oder in dem sand». Brnnschw., 
Dist. 11 a. — «Eine starke lauge von Bonen- 
stengelescAen gemacht». Fries, 160 1». -^ Der 
Kaiser Hess «die stat Iconinm zu eschen ver- 
brennen». Adelpus, Barb !>1 1>. — «Wasser 
das durch eschen laufft». Pauli, 43. — «. . . wie 
man das brot etwan hat in dem äsehen ge- 
bachen, also das es den äschen au sich hat 
genomen». Nachtig., Psalter 258. — «Du bist 
esehen nnd must widorkeren in die eschen-. 
Wurm. Balaam, g, 2 K 

Eachelouch, Aschlouch. Brnnschw.. Dist. 
58 ". — Allium asralonicnm. Schalotte. Kirschl. 
2, 182. — «Do die Ürte verhönei würt durch 
sure Söss, EscMouch oder Knobelouoh oder 
dnrch verpfefferten Pfeffer . . .» Geiler, Post. 
4, 12 a. _ .EscMouch. der soll niemer mer in 
der postilentzen gebrucht werden». Brunschw., 
Pest. 9 1». 

Eschengi-iidel. masc. 1. Magd die die ge- ,- 
ringste Arbeit zu thun hat. — «Eigenschaft 
des Eschengrüdeü. Zu dem ersten, so hangt, 
er vol Eschen, und alles das an im ist, Nas, 
Augen, Kleider, Schleier, seind berömt. Zu 
dem andern, so muss er das Feuer machen 
und gat im der bitter Bauch etwan dick in 
die Nasen. Zu dem dritten, so muss er wischen, 
Geschirr reiben, Kessel, Pfannen, Schüsseln, 
und etwann so reibt er es durch. Zu dem 



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vierdeD, so masB er braten; die Janckfrawen 1 Hitwoohea za Nacht fällen» (ABohermittwoch). 

in dem Haas die braten iiicbt, ja wol. der deiler, Oeistl Spinn. P, 4 b. 

Eschengrvdel inuss es als thnn. Zum V so] Eeeletb, Bselhaft. — Ein <eseteAler mensche». 

musB er den Kateen weren. wau sie beschleckea '. Fred. IngoltB. 

was man neben sich setzt. Zq dem VI so . EmId, für einen Eael hallen. — <Weiin die 
niues er vii in dem Haus leiden, Zn dem | grossen Lerer schon etwaun feien, so boI mau 
sibenden, so ist der Eschengrüdei dem Hans- 1 die nit narren oder e««eJri>. Geiler, Ev. mit 
vatter an dem allerliebsten, er nimpt in etwann | Ussl. 1 16 '. 

za der Ee>, Geiler, Brös i, 79 « ; Eschangr. I Eser, Proviantbentel. Scherz, .'l.'iS. — <EUn 
A. 3 ■. — Die Fran soli nicht das 'Ajchen- ; eier . . mit siden genej'et and edelstein darin 
gryddä' des Manns sein. 31arner, Geuchm. e, ' gewörket*. Glos. s4. — <Ir hant gar einea 
i i>. — Eine Klosterfrau «die was ein eschen- hübeschen «er». Kön. ^f>^. — Ein anssätzig-er. 
y grüdeU. Pauli, HS 5. — Als Seh[miifwort : «du der über Feld geht, sali unter anderm «eineti 
, Eachetigrydei, du wurm, du kot, du fauls asz». 'Mei-> haben, Gutlente— Ordn., l'^9. 
Blindeiif. B, 1 iJ. I Eas, neutr., Abs der Karten nud Würfel. — 

2. Kind das man weniger lieb hat als die I 'AufT dem wirffei stat ein aug. der beist ein 
andern und das hernmgestapfl wird, — »Du 1 ess^>. Guldin Spil, 48. — «Es gat denen gleich 
hast sechs oder siben Kinder, und ist etwan j wie einem Bretspiler, der bedürfet das er spart 
lein ISsQhengradeiin auch darunter, dem bist i und Tauss und Egi würf, ao würft er sechs 
du feind. es ist nit also hübsch und fein als : und Zinck, sc spricht er dann : der reich Herbat 
die andern; es legt etwan den rechten Schah i wil mich verderben». Geiler, Ev. mit TJssL 
an den linken Fuss; die Muter nicht es, so ' :^6 "; Brös. 2, M b; Pred. über Maria, 13 b, 
schlecht sie das Kind an ein Backen ...> Oei-I Eaaend. 1. Zum essen bestimmt. — «AUa 
Jer, Bros. S, Hl >>. | andere getregede und eisende ding . . . kleider, 

i). lEin armer Eschengrüdel, ein armer elen- , hu^rat, eisende ding oder anders». Gutlente — 
der Menscht. Geiler, Selenp 79«. | Ordn., 15". etc. — «Fleisch oder vysch, oder 

Escher. l. Das bei einer El eiderwas che über . was das ist desglichen von eseender spiseni. 
die aus Asche bereitete Lauge gespannte Tuch; | 14B(>. Golschm. Zunft, 41. — «Verhn oder de»- 
oder auch die Äsche die zur Bereitung der I glich eM*nd« spise>, 1482. Alte Ordn., B. 1, 
Lange gedient hat. — «Gedenck da bist . . . | 2. Essend, fressend. Scherz, H59. — «Eis 
ein ussgeschütter Eaeher nach der Bauch>. ' ligend pfand das sol ligen 14 tage in dem... 
Geiler, Arb. hnm. 9 1). ' gericht. und ein eisend pfand 8 tage ; auch so 

2, Der mit Asche vermischte ungelö.'iohte ' aol der meier kein eisend pfand nemen, er finde 
Kalb, dessen sich die Lohgerber bedienen. —, dankeiuiigend pfand». Slolkirch, IftJh.Weisth. 
«Will man gut Leder machen, so ist Not das i 1. 695. — «Sind es tragende pfand, so soll er 
man die Haut in einen guten icharfen Äscher 1 (der Meier) sie lassen 14 tag liegen ; sind es 
legi. Geiler, Has im Pf. C, 6 b. — «0 Paule, | aber essende pfand, so soll man sie 8 tag hinder 
dn bist gar bereit, din Hut ist wol geschlagen, | dem vogt lassen stan und nit lenger». Ent2- 
sie ist weich worden im Wasser, werstu nur . heim. Ib Jh. Weisth. 5,454. — Essende Pfander 
ouch im Escher geain, im Lo der Binden». | sind Kühe, Pferde, etc. ; liegende oder tragende 
Id., Bilg. 21 >. — «Ein Gerber bedarf mer ze i (tragbare) sind Möbel, Acbergeräth. etc. 
essen dann ein Schneider, er mass essen das j Eäshaftig, essbar. — 'Esshaftige oder trank- 
er die Hut in dem Esc/ier mög umbher werfen», j baftige Dinge». 14T8. Alte Ordn., B, 28. 
Id.. Brös. 2. HSb. I Essig. S, Aesaig 

Eacherügebottm, sorbus domestica. — «An ! Essigen, nach Essig schmecken, sauer sein, 
den eecherösebömtH' . An mehreren Orten, 1806 | — «Wenn man gen Sant Magdalenen gat, da 
n. f — «Ein stück reben das do heisset der | ich gesin bin, in den Landen ist Gewonheit 
eacherdsebouint , 1H51. Weiters w eiler. [das man dir in eim Wirtzhaus Wasser und 

Escberösel, die Frucht des eben genannten \ Wein auf den Tisch setzt, und sol keins nit ; 
Baums. ~ «Ein karrich mit escherösel zit 2 ^' , das Wasser sol nicht, es wachsen Frosch darin. 
(Zoll). 15 Jh. Alte Ordn , B. 18. | der Wein essigt und ist yerbrant; wenn man 

■Eachertuch». 1499. Inventar des Ludw. v. i aber das Wasser under den Wein tbnt, so 
Odratzheim — Leinenes Tuch, das man auf { nimptesim das£a«ichenundistgutze trinken», 
eine Bütte (Buchbütt) breitet und auf das man > Geiler. Brös. 1, 67 ". — «0 Weinschenck, was 
die Asche thut, die, mit Wasser begossen, die j glorierest du in dem Beif vor dem Haus, das er 
Lauge abgibt | mit Grünem besteckt ist, und der Wein den 

EscbescbwtngungjdasSchwingen desKorns I du verkaufest ist seiger, gebrochner Wein, 
nach dem Dreschen, von dem alten Wort , essicAef«. Id., Narr. fi9 o. — Zizim, bei den 
Ezzisch. Ezzjg (s. unten) Scherz. 3.ö8. — Der I Khodisem essend, «was süesz was das ver- 
Sohürmeier von S. Thomae soll «von der esehe- 1 schmaeht er, abeV was da essiget, das asse er>- 
swingunge nemen ein viertel weissen». 1396 lAdelphus, Rhodis. Q, 2 ^. 
Hist. de S. Thum. i)94. — tEsswingung', ib. ! Easung. Nahrung, — 3 seh. einem Knecht 
39^, I «pro salario und für essung einen tag». 1436. 

Eschi'ich. in der Asche geröstet. — -Do ,3. Thom, Fabrik, 
kam der Engel Gottes und bracht im (dem ; Esterieb. Fussboden. — «Tristanes cumpa- 
Elias) eeckrtch Brotlin». 1 Kon. 19, 6. Geiler, j niune -~ Die sasen uf den esteriiA*. Gottfr. v. 
3 Marien. 3C », Bilg. 197 « steht Esehenbrot. Str. I, 1B4, ~ « . . . und was der estrich in der 
— «Es seiiid die die sich au der esckerigen stat und die büne.. , von golde». Nie. v.Slrassb. 



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366. — «Den eslrkh er beaäte> (mit Mehl). ' struiren. In Twingers YocsbulariDs steht : 
Öottfr, V, Str. 1, 20Ö. — «Uf demMieii*cÄ>. Feld- j •Etlekum, ettica>, d. i. heotioa. In dem Vocab. 
nBmB,g70BseStreekezwiBchBnAdelshofen, lii^j ' von li82 -.'Ettkitm, Swintancht, ethica>, Dasy- 
Dod ßeichBtätt, l;J5i. 1 podins kennt das Wort nicht, aber es erscheint 

EBtricben, den Fussboden mit Steinen be- j wieder bei Qoll. »80: -FebtiB hectica, der 
le^en, die Strassen pflastern, Seherz, 360. -- ' Eticken oder 'Etkummt. Schon Ülosener {Hegel. 
• Gustrühet, Stratum.« Herrad, 198. — In der | 1, öH) hat: «der Sieehtage der da heisset 
Kirche der Johanniter ist «der hert noch 7.h | Etica». Bei Diefenbach, 24, findet sich die Er- 
entrichendn . Nie. v. Basel, 537. — DerEstricher j klärong; «der sn'inend 8iechtag>. Ans Geilers 
iBol besorgen . . das geaterichet werde zA Stellen geht hervor, dass er den Atisdruck 
rehten ziteo und g^t wetter ist>. *Eaterich' \ figürlich nimmt and ihn einem Erankheits- 
Utine: 15. Jh. Alte Ordn. B. 19. 1 zQBtand entlehnt; man denke nur an die Hitie 

BBifir, Anastener znr Ehe, Mitgift. Rcherz, die einen Schmerz erzeugt, aus welchem ein 
38^. — 2UU Hark, die Joaker Clans Bomelin 1 Einmasern nnd Eiafaulen entspringt. Man sehe 
TOD Mnthansen 'zn rehtor Eitiir lobte zA ferner die Tergieichang des etkämigen Men- 
gende! seiner Tochter. i'6i5. Cart. de Mnlh., sehen mit einem Hund, der ein hitziges, ent- 
lud. Etc. branntee Thier ist. was herkömmt <von Hitz 

Etknm, Hitze. Eifer. — <Kin guter J^t^m seines Honptes nnd Hims>, und der, wenn er 
nnd Iferen eins bescheidenen götliohen ent- 1 in Wuth geräth, die Menschen anfällt nnd 
brauten Emsts, der dir entspringt aus dem verwundet. Etkum ist also ursprünglich eine 
Brant gütlicher und chriatenlicher Lieb». Qei- 1 krankhafte Hilze, ein Fieber, und die ein- 
ler, Bilg. l:iti ". — 'Zn dem ersten, wenn er | faehste Erklärung für das Wort wird wohl 
etwas sieht das wider Oott ist, an im selber | die sein, es für eine populäre Entstellung von 
and an andern MeuBchen, so gat von Hitz Etlike zu halten, was selber eine Corrnption 
und Inbrunst stracks in im uff ein Mügen : van hectiea ist. — Nie. Mauael sagt satirisch 
wenn das wenig wert, so würd daruss ein ' von der Messe, sie habe «Etikam, den schwy- 
Sehraertz; nss dem Schmerzen entspringt dann n enden sieehtag überkummen>. Bei Griineisen, 
ein Etkum, ein Iniferen, ein Inmaseren, das , Nie. M., Stuttg, 1897, p. 4;:t%. — Bei Mosche- 
du denn anfohest in dinem Oemüt inzufulen roEch, 1, 1V6, liest man: i ich war warhaffdg 
io dich selber». Ibid. löT <•. so müde, dass ich weder ohren noch angen 

Etkamen, verbnm. — «Biser enthrant gött- mehr mocht auffthnn zu hören oder zu sehen, 
lieb bescheiden Ernst, der . . . anfohet müglich I und offt so ed<kiimmieh als ein lansz im kind- 
ttkuntm und eiferen zu werden über das Übel i bett». In der Anmerkung ist ecl^ii.mmvii er- 
und Unrecht das wider Qott den Herrn ge- i klärt durch <flbet gelaunt». Ist es aber nicht 
Schicht . . .» Geiler, Bitg. l-H? ». - Ich muss verdorben aus etkämig, und hatden nämlichen 
mich entschnldigea, dass ich hier Grimm zu Sinn? 

widersprechen wage. Wim pbeling. in der De- •Ettekncheii» sollen die Bäcker dreimal 
dicationsepistel seiner Schrift de inepta et wöchentlich backen. 149ij. Alte Ordn.. B. 1. — 
auperflua verborum resolntione in cancellis Scherz, 360. 

iS. l. et », 4"), berichtet, die Schwaben und Etter, der das Dorf umgebende Zaun. Scherz, 
besonders die schwäbischen Prediger hätten Mv, - Es «engit dekein siner Ides Abts von 
die Gewohnheit gehabt zusagen: <der Herre Eborsheimmiinster'i lüte, die innerhalp eines 
was sprechen, er was gon, er was wandelen, etheren gesessen sint, gewertf». 13^0, Weisth. 
er was gesund machen, er was lehren», statt: , 1, tTj. — Wer nicht tinnewendig etteri ge- 
er sprach, er ging, n. s. w. (so auch Brun- 1 sessen ist des dorfes, sol nit niessen an wunne 
Bchwig). Wimpheling tadelt diese <barbaries> i noch an weide noch an der almende*. 1429, 
nnd fügt bei, auch Geiler habe sie verworfen. \ Hüiiingen. Burckh., tW*. 

Sie bestand darin, darin den Infinitiv mit dem j In folgendem ist Etter Zaun überhaupt: Der 
Hilfszeitwort sein zu verbinden; ähnlich, und j Hof von Gildwiller •soll sein utnbgangen mit 
noch barbarischer, ward er mit werden ver- < siben etttm, und ein well krützweias über und 
bunden ; woraus aber nicht folgt, dass er für | über nnd ein in die lenge». 1394. Weisth. 4, 69. 
ein Adjectiv galt. Geiler, obgleich er dagegen ; Etterzeh enden, Zehenden von Gemüse nnd 
war, hat doch noch hie and da einmal in ' Obst, die in den Hausgärten innerhalb des 
dieser Weise geredet, es sei denn, dass solche , Dorfzauns oderderRingmauerwaehsen. Scherz, 
Stellen nicht ihm, sondern seinen Nachschrei- ,361. — tDer ettereehenden innewendig der 
bem oder Herausgebern angehören. ■ ringmnren». Ruffach, 1349. Weisth. 6, i(83. 

Etkfimlg. S EtUkömig. ; Etwar. 1. Irgendjemand. — *DaTamb spricht 

Ette. S, AtU. \ der Herr : get etwar durch mich ein, der würt 

Ettekömig, EtkUmig, hektisch. Seherz, 360. selig.. Geiler, Schiff der Pen. 41 i. 
— Sie waren lalse gar liebelos. mager, dürre \ i. Irgendwo. — «Tut mir ein brief etinar 
und ttUskßmäg anezflsehende worden . . . Lo dich ; zn not, — so houf ich in um ein stück brot>. 
nät wunder haben das wir eatkMiig worden i Murner.Nb.aäa. — «Hab ichaberefioartroffen», 
lint». Nie. v. Basel, ms. — -Er würd eüämiig, I Ibid. a79. 

es ifert Qnd nagt in». Geiler, Bilg. 186 ». — EDSsern, äussern, entfernen. — «Das ist 
Grimm, 3, 1174, sagt «(Ami» sei «ein dunkies, | zftmal unrecht und ewasert von got». Guldin 
schwieriges Wort, das nur in der Schweiz und Spil, 19. — «. . . von welcher an nnd eigen- 
im Elsass vorkommt». Er versucht, obwohl 1 schafft eich die gemeinen menschen selten m5- 
zweifelnd, eine altdeutsche Etymologie zu con- | gen on gefarlicheit«t'i«s«m>. Zell,Collation,A,3 1>. 



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u ~ 



Ezziacb, Ezzic, Sa&t. SchnoelleT, 1, 167. 
.E««kA, Sftt, seges.. Herrad, 181, — «J 
eigeahag'. Truchtersheim, 14. Jh., der das Saat- 
feld Dingebende Eng. — Ezgiscgun, echoD in der 
Lex Bajav., tit. X, cap. 16. 



F und V. 



Facta, Abtheilung, speciell : Theil eines 
Bachs, den man das Recht hat zum Fischen 
ubzusperren. — il-'ach, heisBet ein wasser- 
gät>. EberBheimmünster, 1381. — Während 
einer gewiBsen Zeit des Jahres sollen die 
strassb. Fifcher «kein fach noch stellonge 
machen.. 1449. Alte Ordn.. B. 2. - -Ein 
vaekreiAl' in der Ili. IllwickeTsheim, 1Ö16. 

Faciletlin. S. FtUeeUthn. 

Tackeln, flackern. — Es erschien einem 
ein Geist «in einer liehten flammen . . . alzh- 
mole vacbstndt: Tauler,' 148 (27). 

Vadem, Faden. — Christus 'kam blos an 
das cruze das ime ein vadem an sime übe 
bleip.. Tauler, 403 (70). — Die Haut ist • 
decke! des ieibs, aaz den Fädemen der sennen 
nnd der andern zusammengesetzt». Oersd. 1 

Fadenschein, fadenscheinig. — «Einer der 
ein heschabenes Mentclin an hat oder ein 
Bock der fadentchein ist». Geiler, Bros. 2, 
54 b. 

Vahl. — Der Meier von Nothalden soll 
geben jedem Förster und seinem Knecht, am 
Sonntag nach Martini, «ze essende drie Vah- 
len. der sallent sin zwo gesotten und ein ge- 
braten.. 15 Jh. Weiath. 1, 683. 

Vftha, Haupthaar. Scherz, 367, 1687. — 
tVahg, caesaries>. Eerrad, 186. 

Valant, Teufel. — »Der veige VaUmdei 
man. . .. Goitfr. v. Str. 1, 96. Etc. 

«PalewiBche, favilla«. Herrad, 181. Fäl- 
wiach, Feltoisch. noch heute in Baiem, beson- 
ders die RuBsflocken die aus der Flamme auf- 
fliegen. Schmeller, 1, 707; 2, 1042. Scherz, 386: 
Feiwisch. 

Falisen, ThUrfalle, Klinke die das Schlose 
niederdrückt. — <b 4 omb ein falysen und 
ein blatte an die schnltüre.. 142il. S. Thom. 
Fabrik. 

Fall, Todfall. Scherz, 867. Sei^eurs et 
villages, 69. Mortuarium, das beim Tod eines 
Eigenmannes an denHerrnabzugebende Vieh.— 
Die Herren «im tod went sie ouch hon den/aH, 

— zu NUrenberg iiesz man in (den Bauern) 
die val, — hie Iiesz man sie den ritten hon, 

— e das man geb den fal darvon>. Hurner, 
Nb. 109. Darvongeben, aufgeben, darauf ver- 
zichten. 

Faller. Scherz, 368, führt die folgende 
Stelle an, erklärt sie aber nicht Faüer acheint 
ein geringerer Wein gewesen zu sein, warum 
hiess er aber so? — Der Hauptkanne der 
Taoherzunft soll schworen «daz er den besten 
win Eol holen umb sin gelt; wer es ouch das 
man einen gbten /oHer gebe nngeverliche, den 
sol er ouch den gesellen holen.. 1400. Tucher- 



I zunft, 26. — Die Wlrthe, wenn sie ein Fa»a 
I anstecken, sollen «am dirten tage vaBer geben>, 
' in den Vorstädten erst am 5. Tag. 1433. Alte 
Ordn.. B. 28. 

Falsch, masc, Falschheit. — «Ander prob 
I wirt der falich bald vermerckt.. Capito, 
I Tregor, G, 4 a. — «Die Klüsznerin ward in 
I irem Falsch begriffen, (ertappt). Geiler, Höll. 
ILen, d, Ib. — «Ich sih üwern Falgeh>. Id., 
Post. 2, 20b, Etc. — <Von/aiscfi undbeechisz». 
Brant, Nach. 97. Kap. Überschrift — «Sellig 
... der sich vor falsch jetz hüten kan». Ibid. 
98. Etc. — «...durch dinen faUeh. durch 
I din glosieren — uns armen hi der nasea 
I füren». Humer, Nb. 78. — «... das er nlt 
merokt den faUch und list.. Id., 4 Ketzer, 
G. 4 b, Etc. — Das trojanisch «pferd ga- 
öffoet hat den faUch. . .. Id., Virg. E, 5 *. Etc. 
Fälteln, in Falten legen. — «Das fetOat 
oder flechten des hars>. Blindenf. A, 4 i>. — 
•Ein frantzgsisch hembd. fin gefeltelt*. Mamer, 
Geuchm. D, 3 ». 

Faltzen, um oder über etwas legen. 
— Verdammte im Tartarus, «gebunden und 
gefalteen — hin an die grossen reder (Räder) 
sind.. Humer, Virg. T, 4*. 
I Valwen, fahl, welk werden. Scherz, 1689. 
I, — «Krut das «riwete.. Tanler, 312. (37). — 
[Im Winter die Blumen «alle vabeent. Alt&- 
wert, 70. 

Fan, masc, neutr. bei Homer. Fahne. 
Scherz, 367. Heute, be= uns, masc. — «Das 
ich noch mit min selbes hant — Den hervanat 
in Iriant, . . muze nfgeatozen». Gottfr. v. Str. 

1, 69. ~ «Die Juden machent den vonen. (die 
Sudtfahne). 2. Stadtrocht, Grand,, 0. inßd. 

2, 214. — Stephanus trug «den ersten morfefep- 
fan'. Verse, Briefb. — Bei Aufläufen, etc., 
soll der Wächter aufdem Münster «uszEtrecIcen 
ein grosz vane wisz und rot.. 16, Jh. Alte 
Ordn., B. 30. — «2 seh. 10 .-f umb wis siden- 
dfich den fan z& bletzen». 1417. S. Thom. 
Fabrik. — «Zum roten fane»'. Eausname, 
Strassb. 1346, Colmar 1429. — «Hie flügt du 
evangelische /o«.. Humer, Luth. Narr, 76. — 
•Crjstliche freiheit ist das fant. Ibid. 76. — 
•Der /an desOrdens. der Johanniter. Ädelphns, 
Türk. F, 3 b. Etc. — «So einer in ein_dorff 
und den fan uff der kircheu sieht. . 



selb, . 



8 b, 



Far, Fai-b, gen. Fartoes, farbig. Sehers, 
1690. — «Cristi baner, die ist blutvar rot 
gemalet.. Rulm, Her^win, ms. — Das Heer 
«nohe bi dem strite wart rot und blutvar*. 
Kon, 877. Etc. — 'Einfar doch», einfarbig. 
1401. Tucherzunft, 2] «. — •Esehfav. asch- 
farbig, Personenname : «der Flecfievarioin 
hofstat». Strassb., 1328. — *Es(AfaT dfich.. 
1Ö16. Tucherzunft, 126. — «EintnpeZ/arblfime., 
violett. Villinger. — «Und waz Bin antlit für- 
far glenzende». Nie. v. Basel, 316. — «Der 
gotvar BChin« der in die Seele fliesst, Tauler, 70 
<14t. ~ «Mit irme gotvefiaen Hehte», Ibid. 419 
(72). — «Ein liehtvar schönes blickendes schos». 
Nie. V, Basel, 237. — «Dise menschen also 
gar minnenkliche Uhtfar schone sint. . .> Rulm. 
Merswin, 9 Felsen, 102. Tauler, 419 (72). — <Ir 
roievarwer mnnt>. Gottfr. v. Str. 2, 102. — 



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•Botenvar'. Altswert, 89. — «Er was also gar 
bleich totfar anezfisende, alse were er usser 
eime grabe genummen>. Nie. v. Saeel. 181. 

— •&'dttvar'. erdfarbig. Donnerst. Braut., 
D. Oed 24. — tBleichfar ward ir roter 
mund>. Harner, Virg. n, 7 ». — «Ein blutfar 
pantzen. Ibid. c, 4 >>. — Charons «schiff ist 
eitinfar'. Ibid. S, 2 ". — «Lilienblnmen pur- 
pw/ar». Ibid. V, 4 b. — «Ir har war vornen 
bhUfarb gantz». Ibid. E, 1 b. — 'Figüfarb 
tach>, violett. Murner, Miiie, F, 2 b. — «...und 
strelct ir das gottfarb har.. Id., Geachm. 
y, 1 ■. — «Ir göllich har war gollfarb gantz». 
Id ■ Virg. B, 7 1), — VenuB «sprach usz 
menfarbem mnadt. Ibid. F, 6 *. Etc. — 
^Grfmfar. .. Botfar. .. SchuMrUfar'.Bmaschy/., 
Dist. 34i>; 44 ■; 33li. — .Bleich und lodlen- 
fart. Adelphas, Pater Nost., A, 4 b, 

Far, Phar, Pfar. Pfor, Süer. Scherz, 1116, 
1302. — 'Der Vogt sol dem dorfe geben einen 
far*. Dettweiler, 13H0. Weisth. &, 482. — Der 
Abt von Uurbach soll «der gebarschaft geben 
einen eher und ein tiarr>. Bühl, 1& Jh. Weisth. 
4, 136. — Der Abt von Münster «sol haben 
in giDom hof einen pkarrett'. 1389, AU, dipl, 
i, 167. — Derselbe sol geben «in den stal der 
gebur^ammi einen pharren and einen eber>. 
Türkheim, 14 Jh. Weisth. 4, 209. — «Ein 
pÄarren». Amerschwihr, 15 Jh. Hanauer, Cons- 
tit., 344. — Der Heier von Ohnenheim soll 
haben «einen yÄorren». 16 Jh Weisth. 4,240. 

— «Einen pfarren'. Boftzheim, 16 Jh. Ibid. 
1, 680. — Ana dem Hof von 3. Pnlt «sol gan 
ein pfar und ein eher*. 1& Jh. Weisth. 5, 892. 
•Fleisch das von rindern und von pfören ko- 
mett, sollen die Metzger verkaufen das Pfnnd 
«amb S helbeling'. 14 Jh. Alte Ordn., B 19. 

— «Binder, pforren, knge», 15 Jh, Alte Ordn., 
B, 14. — «Die varremaUet. Woyersheira, 1382. 

— «Die jäwrrmatte-. Sundhausen, 14 Jh, — 
«Sie ist nit dorumb diu Fraw , , . das ir mit 
einander sollent leben als Aber and Moren, 
Pforen and Eüg, siiwiHch und vihisch>. Qeiler, 
Posi. 8, 47 ». — «Und wie ein jedes dorff ein 
pfar, — also hab ein jedes dorff ein far*. 
Unrner, Lnth. Narr,, 62. ~ «Und hab so vil 
in mir der narren, — me dann alle dörffer 
haben farrem. Ibid, 16. Etc. 

F»r.;Oefahr. Benecke. 3, 267. — «Wol weisz 
ich das' euwer vil seind, die bei Christo und 
■einem wort gern alle far bestanden hetteu». 
Bntzer, Weiss. K, ab. — .,., gemeine statt in 
solche far füren . . .> Ibid. E, 2 ■. 

VkT, fem., die Fahrt auf dem Flass. Scherz, 
1691 : jus navicülarinm. — Bischof Walther 
klagt: die Strassborger «werten uns unsere 
gotehuses eigene oar nnde die offene straze>. 
1261. Urk,-Bnch, 1, 866. 

Var, nentr., Fähre, — «Nieman sol kein 
rar Über Rin haben twischen der Hatren (Mo- 
der) und der Selse wand ein abbet des closters 
zd äelse; an deme seilben oare suint drie man 
sin die daz vor verricbtent*. 1810. Weisth. 
1. 768. — «nebent dem wcge ztk dem nar: 
Truchtersheim, 1306. — «an dem var bi 8. 
Arbogast'. 1369. — «in dem vare*. Feldname, 
Innenheim, 1293. 

Varch. plnr, Tartaer, Verher, Schwein. 



Scherz, 1691. — «Nieman aol deheia verher 
in der stat haben, er ent&n ez (sie) für den 
Bweinhirten». 1. Stadtrecht Grand. 2, 77. — 
Wenn Eckern ist in den Waldern von Selz, 
so sollen des Klosters «twere vorgan, und 
darnach solnt gan der bargare und der hnbere 
verere*. 1810. Weisth. 1, 761. — Nach Auf- 
lesen der Eicheln soll der Herr «seine farher 
(in den Wald) triben ahtag>. Pfeffingen, 1344. 
Weisth, 5, 37 . — «Zfi winterzit so man verher 
hartribet» auf den Markt 1435. Alte Ordn., 

I B. 24. — Die Bäcker sollen ihre 'vercher nflt 

; usser unser stat verkouffen>. 1440. Ibid , B. 20. 

I — «Gewend do die verher |jgent>. Ittenheim, 
1418. — «Die varchouH'. Gries, 1290. — «Der 
verherberg'. Localität zn Strassburg. 1306. — 
«Das verherbrS4A: Zeliweiler, 16 Jh. — «In 
dem verherdrecke' . Feldname, Bern hardsw eiler, 
1444. 

Vardel, das franz. fardean, Waarenballen. 
Scherz, 1691. — «Von dem vardel in den ab- 
ganden schiffen 4. pfen.. Zoll. 1322. Als, dipl. 
3, 188. — 'Ballen, secke oder vardeU'. 14U1. 
Tucherzunft, 21. - «Ein fardeU Papier. 16 Jh. 
Kaufhaus -Ordn. 

Faren, mit einem verfahren. Ben. 3, 346. — 
«Han sagt das sie unreehtljch haut ah ench 

jffe/ar«n . , ,» Murner, 4 Ketzer, Vorrede. 

I Färlich, gefährlich, - «Es ist /drticA einen 

I so leicht urteilen». Zell, f, 1 ». 

I Färlicheit, Ferlicheit, Gefahr. — «Wie 

. bring8tuBOgro8z/erIicÄ«i».Mnmer, Virg.S,3b. 

— «... nit on gross schaden und färlicheü: 
Zell, b, 2 », — 'FerUeheit von falschen brüdern 
nit die geringst ist.. Capito, Carlst. A, 4b. 

Fart. 1. Wallfahrt — iFärt und Kloater- 
werk und der gleichen». Zell, R. 2b; Q, i a. 

— Kirchen «dohin man fert thnt.. Batzer, 
Neuer., 0. 4 a. 

2. Mal, — «Eine nachtgall, die kam ein /ort 
zu Winterszeit zu einer ameissen>. Blindeuf. 
B, 2 b. — «Loth fündt dnreh win zur andern 
fart>. Brant, Nsch. 18, zum andern Mal. — 
«Vor Zeiten geschähe es off ein fart — das 
ein frow ein bapst wart.. Murner, Bad. B. 
6 b. — «Er wirts uns bieten also wol — uff 
ein fart, ein eintzigs moL, Ibid. L, 2)>. — 
«Ich bin auch dick und manig fart — gelegen 
also starck und hart*. Murner, 4 Ketzer, M, 
2 ■, — «Nit ein mol, wol tnsent fart .... 
Id., Bad. H. 1 •; 0, 4 ». 

Fnrweg, Verwieg, der schiffbare Teil im 
Flnss, oder Arm des Flusses, der der Sohiff- 
] fahrt diente. — «Fluvium commune, vulgo dic- 
tum vertoeg*. 1400. — «Ein ziegelofen bi den 
bedecketen brücken . . . zwisohenC dem vervege 
und dem mülgtossen dem herren v.S.Thoman», 
1366. — Ein Haus in der Spitzengasse, «stosset 
uf den farweg der Brüsche.. 1466. — Wenn 
die Fischer Netze stellen, sollen sie «das dirteil 
des besten fertwegei* offen lassen. 14 Jh. Alte 
Ordn,, B. 18. 

Vas, VasB, Fass, Oeßss. Scherz, 1698. — 
«Ein gkueoatt. Gottfr. v. Str. 1, 172. Etc. — 
■Siberin trinehtm: Tauler, 144. (27), — «Die 
guldin (XM. des Tempels. Ibid. SöO (61). — 
Sehr oft: Fass für Wein oder Waaren. — «Das 
I Schiff , . . wiewol es ein gemein Vau und Anf- 



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— ae — 

enthtLltnn^ ist aller Outer..., doch so sind' Vatten, plnr.Beiiecke. ä,301, hat es als plnr. 
nit alle D'mg geschickt gleich darein zu geen>. I von Vadt. Zann ; im folg. wohl für Fesseln. 
Geiler. Schiff der Pen. lu •. — «Chore das Vergl. das engl, fetter, FesBel. — Ein BiOer 
wihrouch/iu5rürtan. — nndBtarb ..• Braut, sagt /n einem Gefangenen, der ihn bittet naeh 
Nach. ?S. — (Andronicns nam gülden vcuzt. einem seiner freunde r.u senden, er wolle ea 
Ibid. 49. — Chorineas «die bein fieng zamen thun. «abir din geseile mN dich in andern 
lesen an. — und thet sie in ein kupferin fa»tt. vatten ligendo vinden, wanne da nft tftatt. Nie 
Mumer, Virg. H, 7 b. ; v. Basel, 143. 

Vaaant. Fasan. Scherz, 1698. — Die Vogler . Fatzeletlin. Faciletlin, Facillet. Halstnch, 
sollen geben «einen vaaanthan umb 16 4. . Schnupftuch, Scherr., STti, — <£in /olmfetliM*. 
ein vaiatUhün umb 14 -)•. 1381. Heiml. Buch, ' Ua». Inventar des Lndw. v Odratzheim. — 
^. 44, — Item, toJh. Alte Ordn,, B. l a, — «Zum «Die Facüeüin. dieRotithüchlin.. Geiler, Bros. 
wuandet. Strassb. Hausname, 1343. — <fa- 1 l, 96 b. — • ... die etwann den Weibern lieb- 
»ant, rephiener und die reier-. Mumer,' Luth 'kosen und schmeicheln nnd über Tisch für- 
Narr, 34. ' legen, Mayien oder Facüetten sohencken und 

Fasel, männliche» Thier, das Kur Zucht dient. I dergleichen!. Id., Schiff der Pen. 19 1»; Banm 
Seherz, 374. — «Die Kehendherren sollen den i der Sei. 6 ». — «Dann gibt sie im ein faciltet, 
von Breinsheim vagel genng geben, nemhiich j — das vier schwarzer trasen het». Mumer, 
varr und eher, under ir vihe». Printzheim, lü ' Nb. 86. — • . . . was sie geschencket het : — 
Jh. Weissh. 5, 47B. — Auf dem Hof von Grusen- 'zwei, dry, lier, funff /a««et, - zwei hat er 
heim sollen sein lein phateirint und ein eben. | an die kuüiv gebunden, — und eins umb &inen 
ISiHJ- Weisth. 1, 674. — «Bin vaaelrint'. Bo- 1 hals gewunden. — auch in den latzen eins g«- 
mansweiler, 1844; Ingweiler. 16 Jh. Weisth. j stossen .., das fünft trug er in sineahenden .... 
ö, 4Ö6. 40J. ! der gouch, der faciüetUs man». Id., Geuchm. 

• Vasen, vel zosen, «mbriae». Herrad, 191. | x, 1 1. fite. — Mittellat. faoitergium (Duoange, 
Scherz, 1688. — Cnscuta epithymnm. Kirechl. | 3, 180}; ital. fozzolette. Dasypudius : 'FaoeUt- 
1, Ö1J7. — Franze am ßocksaum: Die Frau , It'n, eudarium». Goil, 284 «Strophiolnni, i^at^- 
•gieng hindenan hinzu nnd berürt den Sonm'n«tIm>. Heute noch im obern Schwarzwald, 
oder die Fataett seines Kleides . . . Die Juden ; Faismetli. Hebel, i, 2ö7 ; und in Baiern, FaUK- 
hattent besundere Söom unden an den Kleidern, | nett, Schmeller, l,b97, S. auch Schmid, Schwab, 
welche Söum gewesen seind wie die Soum an ' Wort., ISU. 

den Stolen, als Sidaifagfem Geiler, Post. 3, i Fatzen, vexare. plagen, belästigen. — «Der 
106 b. — •Hit/ds«M> eine Salbe in eine Wunde | Teufel faltet dich und ficht dich an.. Geiler, 
thun. Gersd. <äl ". — •Epitimum, die faszen uff i Braeis 06 i". — «Wir lesen von einem Menschen 
dem Ele>. Ibid. 91 ». , in dem Evangelium den der Tüfel fattet». 

Fätter. fem. — Auf der First im Münster- , Ibid. 67 b, _ ,S. Paulus der wart gtfaUtt von 
thal «flollent die hfiber hau eine trnckene htttte j dem Teufel». Ibid. 61 "j. Etc. — Der Haupt- 
und einen beslutzigen stal dem vihe, und eine ! mann von Capernanm sprach bu Christo : «Herr, 
beslagen fäeere^ da sollent sie (das Vieh) sin I nit wellest umbgetribeu oder gefatet werden», 
uff den Winter». Metzeral. 15 Jh. Weisth. 4, i Luc. 7, 6. Vulg. : «domine, noU veiari«. Geiler. 
199. iPosi. 1. 27 ». — .Der ist ein Narr, der gott 

Fassen, bekleiden, — «Der lütpriester . . . | veracht . . ., — und meint er sy den menschen 
sol ein (beim Ding) grauet ze fUchseme werke j glich — das er schwig, und losr, faUen sieh*, 
oder ze künigelme>. Bühl, 14 Jh. Weisth. 4, Brant, Nsch. »4. — « . . . die sjnt nit würdig 
126. — «Der lütpriester . . . ge/aseet in wtlt- I der gesatz, — oder das man sie 1er und /uts, 
werke». Heimsbrunn, 14 Jh. Weisth 4, tfl. ! ~ doch gehören sie in narren zal». Ibid. 9b. 

Vaste, sehr, comp. Vaster. Scher«, 1691, — 1 — Wir wollen den Mumer «zu dot fotten*. 
Christo «bevalch si harte vatte — mit gebelo I Mumer, Luth. Narr, 65. — Die Lutberischen 
und mit vaste — al ir angest und ir not», j wollen alle zu Narren machen und 'mit solchem 
Gottfr. V. Str. 1,21,1. — «So er ie harter dannen \fntxen herumtreiben». Ibid. 16. — Cäsar wirft 
floch — so minne ie vaater wider zoch». Ibid. j den Helvetiem vor dass sie «die Allobroges 
1, lö. — Eine Frau «was vaste belümet für , beschwert und pe/a(W betten», Ringm,, Cäaar, 
unvertig». 1363. Heiml. Buch, f o. 6. — Eine 12 ». — Cäsars Feinde ihn «und erstunden ea 
Frau «wart alse gar etwie weinende, das sü vor |/a(Mn und betriegen». Ibid. 1U6 «. In Schwaben: 
weinende ein wort nüt nie möhte haben». Nie. [ spotten. Schmid, ibS. Im Bairiaohen ist fatttn 
V. Basel, Bek Taul., 41 . Etc — «Das hündelin | nur noch üblich im Sinn von zum Beaten haben. 
. . . bal gar vaslet. Nie. v. Laufen, ms. — «Er i Srgern durch scherzhafte Eeden oder Hand- 
det also erachlieffe und rnseete gar tusfe». I lungen, Schmeller 1, 679, so wie wir sagen 
Märlein, 2Ü. — «Nu begunde er vil vaale j vesiren. So haben es Dasypodius : 'Fattxn, 
siechen». Eis. Fred. 1. 192. — Würtembergische I irridere», und Brant (s. oben). Zarncke. 481, 
Grafen «Btaltent sich wider den kunigiRudolph) . meint das Wort «hänge wohl mit facetus zu- 
wie sü ibn mohtent verlriben . . ., und rüstent ' sammen». 

sich deruf taste: Glos. 46. Etc — «Do schrey ' Fatznng, vexatio. — 'Vexatio dat intelloo- 
eiue gans so vaste uf dem oapitolium, das der I tum, Fateen gibt Verstentniss, und was ist 
honbtman erwachete». KÖn. 8i2. Etc. — «Es I die Straf dann ein Faltung die machet dem 
geriet sü gar vtute betrüben». Yillingcr. Etc. ] Menschen Verstentniss ? Ja, wenn' die fotm»? 
Etc. — -Ein fast schöne und gut gebet». Ge- 1 zimlich und massig ist». Geiler, Ev. mit üssl. 
bete, IS Jh. j is a. 



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97 



Veeh, Veb, Vebe, bnnt, besonders von 
buntem Pelzwerk. Scherz, 377. — •7«A, 
potymitnm (pallinm)i. Eerrad, 189. — «Toni- 
cae snffaratae cum vario, valgo mit mA«- 
füttni'. 1406. Bist, de S. Thomas, ISO. — 
•Ein arrasmantel mit einer vehen vedem>. 
1160. S. Thomas - Fabrik. — .Zam vthen 
kugelliüt'. Strassb. Haasname, 1831. — 'Zum 
tehen manteU. Id. 1429. — <Neurent war wie 
die junkfraweu feeh nnd seydin tragent>. 
Galdin Spil, 68. — •Ich trog Vech und habe 
eehe Federn nnder den Henteln gefüttert > . 
Geiler. Bite. 172 b. 

Vech. Vebe, Fecb. Hermelin. — doh trag 
Vech'. Oeiter, Bilg. 17ä b. — <Gtlioh hetten 
sieb bekleidet mit Fech als die ThnmheTren>. 
Id., Ev. mit IIssl. l&S '. — IHe Geisterinnen, 



furgeet, and wenn sie in iren Häusern sind, so 
tbont sie die seiden Schauben an und henckeu 
die Ketten für und sprechen denn : ey es 
schadt tiit, es ist nit Sund, es sichts nieman*. 
Id., Has im Pf. A, 4 a. 

Fechten, präf. facht. — Sin Schild «mit 
ertz gemacht, — damit Abantes vormals 
facht*. Mumer, Virg. H, 6 ». — «Bryi dein 
bmder damit facht. — als er mit Aleides 
thetein Bchlacht>. Id. P, Ib. — Etc. 

Feddernoss, Fledermaus. — «Wie ein 
Fcddtrmu»», die ein dunckel blöd Gesicht hat 
und allwegen ussflächt in der Dunkle am 
oben Spot. . .> Oeiler, Post. B, 21 b. 

Feden. Vergl. Oef&de. — Eineii Übelthäter 
soll man dem Gericht öberliefem «als gefeset 
und gefedet als er wirt begriffen). Eembs, 
1383. Burckh. 14a 

Veder, flaumiges Pelzwerk, als Unterfntter 
in Kleidern, das altfranz. penne. ~ <£Ua 
arrasmantel mit einer veheu vedemt. 142U. 
S. Thom. Fabr. 

Federklaber. Braut, Nach. 61. S. Fcderleier. 

Federlesen, schmeicheln. — «Er muss 
Jederman den Kutzen streichen und die 
Federn yon dem Grmel Uten, ihm schmeicheln». 
Geüer, Ev. mit Ussl. 148 b ; Post. 8, 43 ». - 
Wenn dn eine Frau «anlachest und Qauckel- 
«erk treibest oder ir Federiin ablüesl, . .• 
Id., Sünden des M. 83 ". — «Muse jederman 
inn faderUaen und adnlieren». Id., Narr. 24 b- 
Sfind. d. M. 21); 31 ■, nebst dem das Wort 
erklärenden Holzschnitt, wo einer einem 
nehmen Herrn die Federn seines Falken vom 
Ärmel abliest, nm sich Uun angenehm zu 
machen. 

Federleser, Schmeichler. — DieSchmeichier 
•habent vil Namen, sie heissen die Falwen- 
hengstsch reicher, Eutzenitreicher, Kreiden - 
Streicher, FederUaw. Geiler, Harr. 195 b; 
Sind. d. M. Sl ■. Etc. — Steinhöwel. ISS, 
hat FtderHubfr. 

Bederspil, zum Vogelfang abgerichteter 
Vogel, zahmer Falke. Scherz, 378. 1711. — 
Falken «und ander schone vaürtpih. Gottfr. 
V. Str. 1, 82. Etc. — Will der Vogt nicht 
«band oder federapä darbringen, mag er das 
underwegen lassen*. Niederranspach, 1449. 
Barkh. 163. —W&hrend einer gewissen Jahres- 



zeit soll man «dehein velthnn noch vasant 
vohen. . . one mit federspÜ'. 1459. Alte Ordn.. 
B. 1. — «Man spricht gemeiulich, einem 
girigen Federspil ist gut locken.. Geiler. 
Post. 2, 36 a. — .Die pflegen irs Leibs und 
warten sein als einer seins FederepUgt. Id., 
Selenp. 228 ". Etc. — Ein Narr «wenn er 
. wisheit pflegen will, — so ist ein gouch sin 
ifedcrspit'. Brant, Nsch, 11. — «Hund, voge), 
' vederapil. . .• Ibid. 73. — Der Adel solle «keim 
federspil ein schell anhencken». Murner, Luth. 
Narr, 50. 
Pederwat. S. Wat. 

Veget, Vegot, Kehricht. Scherz, 379, — 
Man soll «kein tegotte asz in die Strasse 
schütten., c. 1311. Urk. B. 4, 2, 35. — -Zwen 
kerriche mit vegottem. 1416. — «5 .J die 
fegote bi der Kirchentüren nszfkfürende». 1417, 

— »4 -f den knehtcn zft vertrinken, den 
wftst und tegotte ufz&haben und enweg z& 
füren., 1423. S. Thom. Fabr. — ^Veget {aus 
den Häusern) in die Gassen geschüt.. 15 Jh. 
Alte Ordn., B. 28. — «Wir aeint gleich als 
der Wust und die Fegeten hinder der Thür, 
die man usshin wüA, peripsima.. Geiler, 
Emeis, 63 b. — «Brächt dir einer einen Sack 
der vot Feget nnd Unflates wer. . .. Id., 
Selenp. 120 b; Bilg. 78 b. _ .Deren {der 
Welt) wir ein fäged seind>. Hedio, Ablehnung, 
b, 8 ^. — Dasypodius : •Feget, rejeotamenta, 
peripsemata.. Schmid, achwäb. Wort. 187. 

Fegtenfel, Plaggeist, — Ein Mann der eine 
böse Frau hat, — <hell nnd vägtüfel hat 
genug.. Brant, Nsch. 64. — S. Zamcke, 406, 
andre Stellen. 

Vdhen, hassen, anfeinden, Scherz, 1711, — 
«Ist onch dehein scbeffel gevehet, den sol er 
(der Vogt) geleiten drie milen dar und 
dannem. Haslach, 1386. Weisth. 1, 700. (Hat 
ein Schöffe Feinde zu befürchten.) 

Feiel. Fiel, eigentlich viola. aber immer 
Banemfeiel, stercns. — Eine Sau, die in einen 
Garten kommt, «findet sie ein Bauren-Fnei, 
und Kegel, denn stosaet sie das Maul darein 
und hat me Lust in dem Bauren-Kegel dann 
in Vieloten oder in andern Blumen.. Oeiler, 
Selenp. 338 ». — «Wenn man ein Snwfrogte, 
ob sie lieber wolt den Ranss in einen 3ack 
mit Neglin stossen oder . . . lieber in ein 
Buren -JFyoi . . ., sie sprach sie wolt in lieber 
atoBsen in den Buren -i^^I.. Id., Post. 8, 
I 79 b. _ .Ein Bauren Veiol gehört in die Pri- 
vet oder Sprachbaus.. Id., Trostsp. L, 8 ■. 
Pauli 100 b. 

Feifei, Art Pferdekrankheit. — «Gross 
feifei und die hindschen.. Mnrner, Luth. Narr, 
46. — «Got gebe im die Feifeh ! Fries, 16 ». 

Felfelterlu, Schmetterling. ~ «Diese Fei- 
felterlin fliegen überal daraftor, sie wachsen 
liberal; wenn man fert oder auf einem Roll- 
wagen sitzt, so sieht man wol das etwann 
hundert einsmals aus einer Lachen fliegen.. 
Geiler. 3 Marien, 21 b ; OeisU, Spinn. N, 4 b. 

— Altd. Fifaltara, mhd. VeivaUer. Später 
ging die erate Sylbe verloren und es blieb 
nur Falter zurück, ans dem man dann Zwei- 
falter, Nachtftlter etc. machte. — Neben 
Feifdtcrlin erscheint in den GeÜerschen Pre- 



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di^en auch eine, offenbar mehr popnli 
Fonn, die das Anfangs F in P£, and das T 
zuweilen in D verwandelt: Pfäßetter, Pßg- 
liotder. — Der Seidenwurm «gewint Fettich 
und wün ein IfeißaUer'. Ev. mit Ussl. IS »,~ 
•Lauf den FfiffoUerlin Doch ntnb irer Färb 
willen, Dud wan du sie ergriffet, so ist nüt 
do, es ist zu Escb worden*. Bilg 54 '. — 'Die 
Frawen gleich als ein FfeifMlderlin, die ze 
Nacht umb ein Liecht fliegen, und meinen es 
sei etwas, nnd verbrennen eich selberi. Brös. 
1,36t; Post. 3, 26»; Arb. hum. Bei".—, 
Oemma : <Papilio, ein Snmmervogel. oder i 
i^l^oitw. — DBSypoditts:iy«JAotter,pftpilio.. i 
~ Ebenso floU, 878. — Noch heute wird hie | 
und da im Elsass, auf dem Lande, Pfiffhötder \ 
gesagt (zu Barr und in der Umgegend); in] 
der Schweiz ist das Wort noch allgemein im | 
Gebranch. 

Feig, verächtliche Geberde. — «Gewon- j 
heit der Walhen . . . den danraen durch zwen 
flnger stoasen, das heisst ein feig'. Pauli, 262. ! 

Veig. 1. Gefährlich, Scherz, 880. — .An ! 
dirre veigen lontwer» ward er erschlagen. 
Gottfr. V, Str. 1, S6. — «Hin vetger schach- 
zabelspil, — Daz ich immer hassen wil>. Ibid. 
1, 88. Etc. 

2. Geil, unzüchtig. — <Bist da ein Weib, 
so gesell dich zd andern erbem und heiligen, 
und nit zn den veigen nnd ankÜBchen>. Geiler, 
Schiff der Pen. 28»>. — «Der Lost den dn 
hast aus den feigen Worten und aus der Geil- 
ung.. Id.. Sund, d. M. 68 ». — «Wenn ein 
Pferd so feig wiirt das es den der darufF sitzet 
abwürft, so hat es zu vil Futters>. Id , 
Selenp 201 ■. Eto. — tFaig und gaü Studen- 
ten. Adelphus, Pat. Nost. A, 4 b. -^ <, . . dar- 
darch die irdischen glider zu feyg oder zu 
geyl werden». Zell, K, 1 b, — Der Prälaten 
«prachtiges, gemachsames, faigta, mutwilliges 
leben.. Botzer. Neuer, B, 1 b, — -Ewer eigner 
ferner, mutwilliger . , , leib>. Ibid. D, 3 >. 

Feisre. S. Fige. 

Feigel, Feiel, Feile, — «Eerabschneider 
soind die Feigü mit denen man den Best 
dannen feigelt, sie feigein den Rost ab der 
Sonden von den gaten Menschen». Geiler, 
Sund d. M. 33 «■. ; Narr. 89 '. — «Der Weisz- 
man spricht : die Wort sollen vorhin kummen 
zu den Feielen, ee dann sie auezgond von 
doiueme Mnnd.. Id., Sund. d. M. 81 b. — Goll, 
221: (Lima, FeigeU; so noch heute. 

Feigein, feilen. — S, die obige Stelle aus 
Geiler. — Einige, das Holz tfeigUten, und was 
ahgefeiglel war, mit wasser misoheten.. Mur- 
nei, Gayac, 417, 

Veigen, tödten, Scherz, 380. — «Ei, waz 
dagöterknehte — Gevellet und pewijet wart». 
Gottfr, V, Str. 1, 26. 

Feigkeit, Feigheit, Geilheit. Unzucht, — 
■ Weiche, zarte und hübsche Kleider ingebe- 
rcnd Ueppigkeit des Gemüts und Feigheit des 
Fleisches.. Geiler, Selenp. B9 s; S26 a; Sund, 
des M. 62 b. Etc. — • , . . zn Üppigkeit und 
f-f^ftei* ursach geben«. Zell, iti, 4 b. — •, ,. das 
nit unser atmusz ein ursach sei vilen zur feig- 
hcit'. Brunfels. Zehnden, c, 1 K 

Feist. Scherz, 382. 1. Fett. — «In der alten 



I a was den priestern verbotten das sü das 
\feiMete von dem geopferten fleische nüt soltent 
; essen.. Tauler, 4U9 (71), — Jeder Bäcker «mftg 
12 magere nnd 12 veitte swine haben*. 1440. 
Alte Ordn., B. 20. — 'Veieiet fleisch.. 14S6. 
Alte Ordn., B. 24. - 'Ein Theil der Menschen 
dienent Gott als die Hund irem Herren siteen 
und gond uff den hindern Füssen umb ein 
feieet Bein, alleweil das Fleisch daran iet>. 
Geiler, Baum der Sei. 11 ». — «Dem Schaf 
ist gesnnd dürre Weld, und feisaU Weid an- 
gesund'. Id, Irrig Schaf, A, 6b. — «Die 
Teller , . seint schmutzig und feitet und wüst.. 
Id., Bilg, 206 >. ~ <§o die Hend feiaatig 
oder schmutzig werden, so wüschen sie Gie 
an die Kleider.. Id., Karr. 60 •. Etc. — «Ee 
macht sein Hertz feiett in Andacht«. Id,, 
8 Marien, 31 >>. — Seh zu dass du nicht «frissest 
alles feieit allein*. Brant, Thesm. c, 3b. — 
•Wer wins und feitet dings flieset sich . . .> 
Id., Nsob, 19. — <Wer hie züht ein feiatmi 
wangst . . .. Ibid. 83. — «Der sehriber masz 
ein buren han der veitet sig . . . Ibid. 77. — 
•Ein feiteter, schlechter, barscher man.. L. c. 
(ein reicher, einfacher Bauer). — «Desselben 
kuw ist jetzund feitet, — der alten fand and 
schalkheit weiszt*. Mumer, Bad. E, 6«. — 
'Dammb lob ich doch sant Martin, — der 
gibt uns feiatte gens zum win*. Id., Luth. 
Narr, 67. — Eine •fetitte snppe*. Id.. 
Ulensp. S. — «, . . nnd schüttet das feiatt öl 
auff sie*. Id, Virg. R, 8 ». — «Den grund 
hat er da feittt gemacht mit des- selbigen 
vihes blut*. Ibid. L, 2 b. _ .. . . da äafeittter 
altar stat> (von Fett getränkt). Ibid. Z, 7 a. 
•Gleich wie der feiuete Nil — das feld alles 
begeuBset vil*. Ibid, d, ab. — Ein Bnndschah 
'feitet geschmieret woU. Uurner. Luth. Narr 
ICH, — •i*'eiwtw lutft» (coelum densum). Id., 
Gayac. 488. — Ein Advokat schwelgt mit 
dem was er von einem 'feistten puren» be- 
kommen, um dessen Sache zn vertheidigen. 
Id., Nb. 61. — «Das ist das best nff diseu 
Sachen — das sie den pfarrherr/euftn- machen». 
Ibid. 126, Etc. — Thiere .von feiteter sub- 
stantz*. Bmnschw., Bist. 16 ^. — «Ettlich leut 
seind grosz and dick aber nit feitttt. Fries. 
27 b. — .Bier macht feitet Ifit», Ibid. 45 b. — 
•Ist das schaff feitet oder mtwer ?> Pauli, 64. 
— .Ire rinder Baindfayeett. Nachtig., Psalter, 
371. — «Mein alter sol bei faieetem öl sein*. 
Ibid, 236. 

2, Fruchtbar, — Joseph träumte «wie syben 
veitzte aber vol kornes binander standent». 
Kon. 258. — «Der berg gottes ist faittt, es 
ist ein berg wie ein kcsz zamen gerunnen*. 
(Mens pinguis, mons coagulatns, Fe. 68, 16. 17.) 
Nachtig,, Psalter, 163, 

Feiste, Feisslkeit, Feisetheit, fem. Fettig- 
keit, Fett, Fruchtbarkeit. — Gott gebe dir 
• von der veiseete der erden überflüssibeit der 
frühte». Eon. 254. — Die gebratene Taube 
•muss mit der Fettste begossen werden». Gel' 
ler. Arb, hum, 98 s. — -Es ist ein Undersoheid 
zwischen Schmaltz und Feiste; das Schmaltz 
macht man aus den Netzen die inwendig seind 
im Leib, aber die Feistte ist am Fleisch», 
Id., Has im Pf. D, 4^. Etc. — •Esset das 



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<>at, so wirt eich euer Sei erluBtigea in Feiali- 
ixit*. Sei. £6. 2; Geiler, SehifF der Pen. 46>>; 
3 Uarien, 54 b. Etc. — Ulenspiegei ttKid nier- 
g6n feisxte in dem schrank>. Murner, Dlensp. 
65; a3. — •. . . auch sei die speiBz on feitJfte: 
Id., Gayac, 488. — «Die ftiatte (das Gayao) 
sclima<^ bIb terpentin*. Ibid. 416. — «Die 
feiaetin odei schmaltz». Fries, S8 '. — «Deine 
felder veiden mit faisgte erfülket>. Nachtig., 
Psalter, 157. —Will man ein Thier distillieren, 
so soll man «alle feittäceit darvon thon*. 
Brnnsehw., Dist. 15 d. — «Das nechst ander 
der hnt ist die feiatigkeitt, Gersd, 1 ■. — 
•Gesalbt mit Sie oder anderer fätttHmU. 
Ibid. 74 b. 

FeiBten, pedere. Schmeller, 1, ITJ. — Kleine 
Hände «sein niener zu ^t, dan in feisten 
hinder dem offen*. Panli, 180. — «Ein frag : 
wSlehe das best nnd gesündst seittenspil sei. 
Antvnrt : feisten, das kompt von den dermen 
damez man die Seiten maeht>. Eäthselb., a, 7 b. 

Fei, Fell. Haut. Scherz, 1718. — «Wirt ein 
man gefangen umbsehnld . . ., ao sol man jme 
Gchniden xwo gassen . . . durch das hoapt, 
füe und fleische». Bergheim, 1869. Weisth. 4, 
1*46. — Vergl. tnfl*n. 

Felber, Weide. Schmeller, 1. 710. — Felbe, 
Salix alba. Kirschl. 2, 65. — (Weisse vilgen, 
den man fäber spricht*. Branechw., Dist. 131 b. 
— «Wir haben an die/el&erbäutne imBeie saiten- 
spil anffgehenckt'. Nachtig., Psalter, 'AIR. 

Telboum, Fallbanm, Schlagbaam an Bann- 
scheiden. — <Si wiBxnaM'. Westhausen, 1265. 
~ «Wenne eines bischoft (von Basel) jeger 
kost uff die hochstrasse, so sol er die hnnde 
nfbinden nnd nöb fflrab Ion loaffen. Were aber 
dasB er fnrab keme, and kerne danne des lant- 
grafen jeger, der mag de« bischofs jeger fan 
und mag ime den renten tnmen abschlan an 
dem müxntme, das Ist siareoht». Kembs. Barckk. 
148. 



1,396. 

Velletor, Fallthor, so viel wie Väboum. — 
•Via qnae vettetor dicitnr*. Konigshoffen, 1220; 
der Weg liiess so, weil er vom Fallthor ans- 
ging, — <Zu VeUeior: Kienheim, 1393. 

Fellig machen, zum Fall bringen. — •Wenn 
der Teufel einen geistlichen Menschen feüig 
macht, so fallen! itl in im die sich daran er- 
g«rent>. Geiler. Höll. Low, Ä 6 b. Etc. 

Velm.stupor. Schmeller, 1,715. — «Dizdncht 
mioli ein wunder mer (Mähr), — Es bracht 
mir -wund er liehen vebm. Altswert, 21, 

Feiseht, adj. von Fels. — Ein tfeltekler 
hoher berg». R. Merswin, 9 Felsen, 65. 

•Velwe. Salix*. Herrad, 188. 

Tende, Fend, masc, ahd. fendo, Fasägäoger, 
speziell: Bauer im Schachspiel. Scherz, 3Bö. 
nie. — Kon, 288. — Auf dem Schach sind 
■acht fenden, die ans bedeuten die dienstleut 
oder amptleat». Gaidin Spil, 37. Etc. — Per- 
sonenname: «Johann Fendo. Hanebergen, 
laee. Et«. — Junker -NiclaUB Vfmdt' von Wi- 
hersheim. 1311. — Es ist das Wort fant, 
Knecht, woher auch fantassin. 

Venre, Fähnrich, Bannerträger.Soherz,1717. 



— «Fenr«, signifer>. Herrad, 194. — Bndolph 
von Habsbnrg «waa ein leiter und ein venrt 
der stete zfi Strosbarg*. Closener, 43. Kön. 
449. — Otto von Ochsenstein, «der bertzog 
Obrehtes venre was». Clos. 61. — «In dem 
yelde bi dem venre». Dnttelnhelm, 14 Jb. Bei 
Äckern, die einem Bannerträger gehQrten. 

Ver, Vnr, Vor. Verkürzung von Vrotee, ah 
ehrendes Prädikat dem Namen vornehmer 
Frauen oder Jnngfranen vorgesetzt. — «Ver« 
Hitzelinkelre». Strassb., 1240. — «Fem Bargen 

fotzhnst. Ibid. Iä9ä. — «FerPhjnen spitteU, 
as von Jungiraa Phyna, Schwester des Bitters 
Johann in Kalbesgasse gestiftete Spital. Kgn. 
789.— «SiibittentfSrtwrMetzenaiiaCnntzen.. 
Tauler, 90(90). — In einer Fabol: «do sprach 
derfohs: ver katze, waz können! ir?> Nie. v. 
Strassb., 393. — 'Vur Lucgart», Frau des 
Heinrich von Snlzmatt, Burggraf von Str.. 
1370. — «Für Ennelin von Pforzlieim Ulin 
aptes frowe». 1-109. Kon., Beil., 1026. — Der 
Qottesfreund, der seiner sin nlichen Natar den 
Abschied geben will, sagt : « Vür natnre, nft 
gehabent öch wol». Nie. v. Basel, 206. — «Hag 
der Spiller nnd vor Bllin sin wartin». 1394. 

— « Vor Demtkt nnd Vor Junta von Hermoltz- 
heim», Schwestern. 1296. 

Fer, fern. — Es ist ftr bisz zu sant Peter». 
Geiler, 3 Marien, lg a, — Die Seele «in ferren 
Landen wonet, zn £nd der Welt, deszhalb das 
sie ferr von Gott ist». Id., Christi. Kün., 
aa, Sl>, Etc. — Es will einer ermessen «wie 
dieff und verr sich zieh das mer>. Brant, 
Nsch. 66. — "Ob du gost wandlen verr und 
wit . . .» Id., Facetus, A, 6 ■- — «Wirtf sie 
verr von dir hindan». Id., Thesm, b, 1 a. _ 
«... in nohen und in ferren landen». Id , 
Nsch. 75. — «ein ferrer weg». Id., Bisch, 
Wilh., 279. — «Dammb so sprich ich ferrer. 
wie hernach volgt». Id., Layensp. C, 5 b. 
Etc. — Alle Schleck (die fer und die nehe 
waren». Mnmer, Genehm, i, 2>>. _ .Wo du 
hin kamst in die lender fere . . .> Id., Bad. 
P, 31". — .Da sie nun schifften anff dem mer. 



bimel gestigen also fer . 
Luth. Narr, 75. — «Die manlichen personen 
sollen zn der wiber erb gelassen werden, ob 
sie schon eins ser ferren oder witen grads 
weren». Id., Instit. 60 b. Etc. 

Ferchfelnd, Erzfeind, Todfeind ; Vereh, FercA, 
Seele als Sitz des Lebens; also Feind der an 
die Seele, an das Leben will. — «Noch hest 
du dich vor einem Gesellen zu hüten, das ist 
dein eigen Blut nnd Fleisch . . ., er ist din 
Ferehvyend, was du wilt so wil er ein anders». 
Geiler, Bilg. 134 K — «Het ich einen Ferg- 
feind, ich weit ims nit wünschen». Id., Se- 
ienp. 226 b; Post. 3, 105 a, 

Ferge, Schiffer. — .Von Stand an schickt 
der Apt . . . dem SchifFmann oder Fergen ein 
Pfennig». Geiler, Sünden des M. 65 b; Irrig 
Schaf, A, 2 b. 

Ferlin, Ferkel. Scherz, 386. — «Zwo moren, 
nnd die/eritn die von in koment». Fegersheim. 
16 Jh. Weisth. 1, 709. — Man sol! «dehein 
verlin» am Sonntaar feil haben. 1482. Alte 



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OldD., 

die J"« 

and dag des da gewont hast and dir liebt, 
so BoUent wir Frediger nüt me and seind 
weder zn broten noch eu Hieden». Geiler, 
FobL 3, 98 ■. — 'Hancher Betler, wenn da 
im za esBen ^bBt, wenn er ^set, so fert er 
darvon angedankt, nit anderB wie ein Ferlitt 
von dem Trog laait>. Id., Emeis, 40 ». 
Etc. — Eine Sau mit ihren Jnngen, «nnd 
seind die ferleiu alle weisE*. Uarner, Yirg. 
J. 1 b. ~ «Ein Bttw mit X langen feriint. 
Id., Ulensp. 24; 136. — «Es fügt Bich 
das er (ein Priester) ein ferlin het abge- 
namen>. Panli, 164. Etc ~ Hente Färel. 

Tement, Vert, Fem, Femig, im vorigen 
Jahr. Soherz, 1760. — <Es ist uüre, and waz 
ouch vert: Gottfr. v. Str. 1, 163. — (Ich) 
•bin dooh hüre nichtes wiser danne vert*. 
Beinmar y, Hag., 4. — <Dise verbUbent nnd 
sint rehte höre also wnmt nnd enwurt 
nüt drua.. Tanler, 146, (27). — «An die 
stat do loh venent was, da solte ich noch 
hüre*. Nie. V. Basel, 330; 832. — Beson- 
derg in der sprücbw ertlichen Redensart: 
htuer wie /em, jetzt wie vormals ; so schon 
bei Tauler (s. oben) ; so auch bei Geiler : 
■Wir seind eben Johannes heuer alt fem, und 
ist nit gut in uns». Bros. 1, 82 b. Etc. — 
• Da bist heuer alt ferdt . Ooiler, Geis tl. Spinn. 
I, 6''; N, 5 », — <Umb der Materion willen 
der femigen Jars». Id., Emeis, 6 «. — 
«Manchen dnnckt, er ver witzig gern, — 
nnd ist ein gane doch hür at» fem'. Brant, 
Nsch. 86. — «Es ist, dann vämig, böser hör.. 
Ibid. 89 (eB ist schlimmer dies Jahr als das 
vorige). — ■ . . .Und blib ein narr ich hür als 
fem: Mnmer, Nb. 7. — «Und biibst ein 
esel Aar ais fem: Ibid. 40. — «So er doch 
lachtet hür als fem — als ein dreck in der 
lnoem>. Mamer, Schelm, e. 3 ■. — «So bald 
er nun vom priester get, — so tut er was er 
femig tet.. Id., Nb. 170. — «Schirest dn 
in (den Bauer), so geh er me — als er femig 
tet nnd e>. Ibid. 111. Etc. — Auch noch 
bei Luther, Tischreden, 221 b. 

von Fornie», von ferne — ■...Das er im von 
femisa entgegen lief, . .» Geiler, Post 3, 39 « ; 
Arb. hura. 23 «. Etc. 

Fereche, FerHen, fem., Ferse. — Gen. 3, 
16: «Du warst auffeetzig sein irer Fertenen. 
Die Fersen ist das auBsrest nnd nidrest Teil 
im Leib». Geiler, HöU. Leu, a, Sb. — «Von 
den Fersehen bisz zar scheite! . . .> Batzer, 
Neuer. B, 1 ß. 

Fertzen. Eurtz, 317: rösten. Grimm, 3, 
1554: pedere. Keine der beiden Erklärungen 
scheint passend zu sein ; «Wir fröwen uns 
von gantzem hertzen — das ir erledigt sein 
der Bohmertzen; — jelz mögen ir euch wol 
Ion blaw ferleen, — nnd mögen jetz mit guter 
rnwen — zu euch setzen und mitfügen — 
gretlin, ketterlin. . .> Uumer, Luth. Narr, 64. 

Fesen. Vergl. die Stelle bei Gefäde, wo 
statt g^etet, gefastet steht. — Einen Übel- 
thäter soll man dem Gericht überliefern, «als 
gefesel nnd gefedet als er wirt begriffen>. 
Kembs, 1383. Burckh, 148. Ich varmuthe 



dasB Fatfien, Fest», hier kleiden bedeutet. 
S. Fassen. 

Feaen, Fasern, dünne Spreu. — «Sprüwer. 
klien, feien, kem>. Murner, Nb. 17ö. 

Fesselot, Büeobel Fasern, charpie. S. Fase. 

— 'Feieeiot' in eine Wunde <ge1egt>. — Eine 
Salbe «auif Fesselet gestrichen». Brnnschw., 
Chir. 88 B; 121b. 

Festenen. 1. Befestigen. — «Da giengen 
Bie hinweg nnd festeneten das Grab and 
zeichneten den Stein». Geiler, Ev. mit üssl. 
18 b. -. «Die Kunst sol mit Stanthaftigkeit 
g^estnet sin.. Id., Bilg. 144b. _ «Der 
Herr het sein Angesicht geteatnet und Btiff 
gestett oder gerichtet gon HiemGalem». Id.. 
Post. 8, 78 B, 

S. Gründen. — «. . .Der Bein Sach gefetttut 
hat uff LaBteri. Geiler, Seleop. ö2b. 

Festennng,Befeetigung,BeEtätignng.Scherz, 
389> — «... dnr ein gewar orkunde and ze 
einer rehten feslenunge dirre vorgeschriben 
dinge». 1297, Als. dipL 2, 67. — -Dez z6 einer 
Btetten veslenung und bestettung . . . haut 
wir. . . unser ingesigel. . .> 1406. Ibid. 2, 813. 

Fettig, Fittig, Flüge!. Scherz, IBOO. - 
Heuschrecken, «die hettent sehe vettiche and 
sehs füBBe». Kön. 412. — Der feilgebotenen 
Enten «goI man beide fettiche abehowen». 
15 Jh. Alte Ordn., B. 12. ~ An dem Münz- 
hof soll man am Sonntag vor Mittag nicht 
mehr «nfltun dann ein düre oder vettich (Thür- 
flügel) by der Stegen». 14 Jh. Urk. 4, 2, 247. 

— «Ein dischelin mit zwein fetgin', mit zwei 
Enden die man herablassen konnte. 1432. 
Inventar der Metza von Lichtenberg. — «GiD 
Hahn, bo er kreyet, so schlecht er sich mit 

, den Fettichen*. Geiler, Narr. d9 b. — «Wenn 
ein Mensch ein Siechtagen hat gehabt . . ., 
nnd das im der Artzet schon geholfen hat. 
so got er dennocht ein gantz halb Jor Fettieh 
hencken eb er gantz gesunt würt». Id.. 
Post. 1, S8b; Emeis, 13>>j Bilg. 121b. Etc. 

— Scbmid, 186. Heute noch im Sundgan ge- 
bräuchliche Redensart ; bei unB sagt man : 
«er losst d'FIeJel lapple». — «Ich bin doch 
weder gans noch vogel, bo hon ich kein 
fetticht. Mum er, Ulensp, 18. — «Erbsen, da- 
rin wuchszen wnrmlin mit fettigen*. Id., 
Gayac, 406. — Ein Herz «mit zwen fliegenden 
vetticheii'. Id., Genehm, f, 1 ■. — Dem 
Hahn den man auf eine Pestbeule setzt «zwingt 
man den Schnabel ander den vettich, das er 
dester ee biiblich ist». Brnnschw., Pest. 33 ". 

Vetser. Rotwelsch, Art Bettler. Brant, Nsch. 
62. Zarncke, 403, weiss es nicht zu erklären. 
Gödeke, HC. nimmt zusammen Elantvetzer. 
«Arbeiter, die auf dem Klant, Kirchweib, ihrer 
Nahrang nachgehn». 

Fenerblas, hölzernes Rohr dnrch das man 
das Feuer anbläst. ~ «Wem sol ich die Oren- 
blaser zagleichen F einer Feuerblaten, wann 
der Teufel blaset durch sie». Geiler. Narr. 
197 b, — «Wann eim ein Toohterlin stirbt, so 
spricht man : wolan, wie sol man im thnn ? 
es ist doch kein Enab gewesen; man spricht-. 
es ist ein Feuerblas; es ist also ein Sprich- 
wort». Id., Ev. mit Ussl. 62 b. ~ Grimm. 
8, 1586, meint dieser Vergleich eines Mädchens 



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101 



mit einer Feuerblat komme daher, weil letztere 
ein Bohr ist, des bald zerspringt; eiqb der Fa- 
r&Uelfltelle Post, 8, B4 b, ist aber ed schliessen 
duBmandarohdBaSprüohwortbedontenivoUte, 
kleine Mädohea seien höchstens gut kleine 
Dienste zd Terrichten, wie Feuer anblasen und 
dergl.; es heisst nemUeh : «Wer es ein Töchter- 
lin gesin, so wer nit vil daran gelegen ge- 
ireseD, wenn ein Tochterlin kan nnn 
Feuer holen oder ein wenig köohelm 
Fenerhaaff, Scheiterhanfen. — ' «Sie 
grosse bäum znr erden, — das seit der todten 
/«uerAoiyf werden». Mnrner, Virg, 1, 31». — 
Apollo, «dem wir ein ewig fewrhauff machen,, 

— nnd dienen in göttlichen Sachen*. Ibid. n, 
6 > (•ewig* ist nicht im lat. Text). 

Feilerspiegel, Brennapiegel. — <Dn nimmst i 
«inen Spiegel der hol ist, als FeuertpUgel seint, 
und wann da dieselben an den Sonnenschein 
hattest, so gibt es einen andern Schein von im, 
der selbig Widerglantz mit dem ersten Schein 
uff dem Spiegel entzündet Papjr oder ein 
Tuch.. Geiler, Ev, mit Ussl. 96 a. 

Fenrendig, feurig (vgl. blufendig], — «Ein 
feurendiger flnsz . . . genant . . . Fhlegeton>. 
Mnrner, Virg. T, 2 «. 

Fenstliiig, Fausthandschnh. — «Tr schlagen 
mir mit dem Feuatiing, den Decretalen, emsig 
meine seittcn*. Wurm, Bai. f, 1 ». 

Viani, Vient. Figent, Figend, Feind. Scherz, 
1B(H. 1807. — Ihren «tiHmiJen ze falle ...» «Von 
sines vienäe» hant>. Qottfr. v. Str. 1, 98. 75. 
Etc. — < . . . do er unserre etette offen vient 
was . . .. 1261. Urk. Buch. 1, 856. - -Der 
vigeiU ist durch (die Menschen) gevarn*. Tanier, 
ni (39) (der Teufel). — .Bekorunge von der 
weite und von dem fleische nnd von dem 
wände.. Ihid. li (16) (dem Teufel). Etc. — 
Wemher von Hüneburg war »ein vigent dirre 
stette zR Strossbnrg». Nie. v. Laufen, Oottesfr., 
36. — «Vergip luterlich allen dinen vigenden'. 
Gebete, 14 Jh. — Er •streit wider sin fyende>. 
Ciosener, 30. — «Davides vigende soltent an 
ime gesigen>. Eon. 270. Etc. ~ <Es d&t dem 
menschen not das er starck sige, der stritten 
sol wider sine mgmdi'. Eeinr. v. Offenb. — 
Etc. — <S. Felix der hat die SUt (Nola) lang 
Zeitbesohirmetwider Ire Figmt>. Geiler, Emels, 
3Sb. — .Da bist eim Vigmd und wilt dich 
rechen'- Id., Post. 1, 40 «. Etc. — «Die nn- 
sern bestritten den fygenU. Ädelphus, Türk. 
£,1«. — (Ft^endeder gelertem. Ädelphus, Fio. 
139 >. — Die gevöhnSche Form ist von nun 
An Feind. 

— Anch als adj., mit dem seltenen Compara- 
tiv : <Es ist nichts dem sie feinder seind nnd 
das sie roer hassen dann Armut). Geiler, 7 
Scheiden, E, I b. — <. . . das der Vygent uns 
nit letz.. Brant, Eosenkr. D. Öed., 7. — «Wer 
uff der worheit blibt. — bald der all vigtnt 
von im tribt>. Id., Nseh. 100. — Brant und 
Homer haben gewöhnlich Find. 

Flehen, fricare, reiben. — Zu geziemender 
Haltung gebort dass einer, «so er steet. nit 
fi^ an den Füssen*. Qeiler, SchifF der Pen. 
SOb. — Hai ein an der LeJmmthe gefangener 
Vogel Leim an den Federn, «man ficket mit 



Ksehen, and hilfet dannoeht etwan nit>. Id., 

Ev. mit Ussl. 40 ». 

FIckmüle, besondere Stellung der Steine bei 
dem Miihtenspiel, das heute bei uns der Nenner- 
Btein heisBt. ~ Der Teufel fir&gt einen Ster- 
benden, tob er da$ und gyenes gtonbt; do 
antwurt er im : ich glonb wie die kristenlich 
Kirch glaubt; so fraget in der Vigend and 
sprach: was gloabt die christenlich Kirch? 
nS dieselbig Frag antwortet er im nüt anders 
denn : sie glaubt als ich glaub, und ab diser 
Fickmülen liess er sich den Vigend nit trei- 
ben*. Geiler, Selenp. 101 1>. — «Du hast dir 
ein fickmülin in demselbigen Buch gemacht*. 
Jlurner, K,ön, v. Engl. 913. 

Fidem. 1. Mit Federn versehn, befiedem. 

— <Der vil verheiszt an ein Kerbholtz, — 
znletst dir fidert einen boltz*. Humer, Schelm. 
b, ü s. (Das Kerbholz wird mit so viel Ein- 
schnitten versehn, dass es einem gefiederten 
Bolz gleicht.) 

2, Lügen. Ben. 'i, 288. — Die Alchimisten 
«brietent nsx die fSoft Substanz, -^ nnd ist 
alsamt gefidert gantz.* Unrner, Nb, S5. -- 
•Mit warten bzal denselben wider. — mit 
liegen, triegen, lAg du, fider*. Ibid. bi. — 
Ein Lttgner muss «behutsam halten seinen 
mand, — man merckt snnst das er fidem 
kund*. Mnrner. 4 Ketzer, B, 3 b. — «... des 
lUg er in sein halsz, und fider als ein böser 
sathan, als er noch nie gelogen hat*. Id., 
Adel, E, 1 >. 

Vlehtin, adj. von Fiehte, Fichte. Ben, 3, 806. 

— Schreiber «die viehtin sint*. 14 Jh. Urk. 
2, 267. 

Flelbran. Art Zeug. Woher der Name ? — 
•Fielbrun wot zwentzig elen — des besten 
liesz ich nszerwelen*. Mumer, Genehm, x, 4 ". 

VieQtlich.Vigentlich.Flentlichen. I.Feind- 
lieh. — . Vigenliicke schalkeit*. Tanier, 416 (72). 
In der Krutenau wurden H&aser abgebrochen, 
«der vigentUtAen lönffe des hertzogen von 
Bnrgunde halp>. 1477. Stadt-Arohiv. 

2. Feindselig, übelgesinnt. — «Wer es . . . 
das derlehensman socu«ndfItcA«nwere. und den 
lehenherren kein botschaft wissen Hesse . . . 
Ist es sach das . . . die franw so vuendlliehm 
gewesen ist, das sit nit grspunnen hädt . . .. 
Printzheim, 15 Jh. Weisth. 6, 476. (Der Herans- 
geber. dem das allerdings schlecht geschrie- 
bene Wort unbekannt war, vermuthet es könne 
abwesend, ausländisch, bedeuten.) 

3. Feindlich, im Sinn von sehr stark, ausser- 
ordentUcb, wie sonst noch in der heutigen 
Volkssprache grausam, mörderlich, wnthend, 
etc. — «Ein Dieb am Galgen sieht übersieh 
und ligent im die Ougen wit vor dem Kopf 
und gtotteren im vientlichen und ist vientlichen 
zerschwoUen und zerbleigt*. Geiler, Post. 4, 
39. Der selbe Satiaus 3 Marien. 51 ■, wo das 
erste Mal fynüichen steht, das zweite Hai 
fetiÜüAen. — Ein «mächtiger Hund, der 
vigenüichen fast geholten hat, das was Chri- 
stns unser Herr*. Geiler, Bilg. 139 '. — «Wo 
siehst da jetzandan Menschen also flissig, 
emsthaftig sein nnd tigenllich fechten noch 

■ewigen Gütern?. Id., Post. 3. 64b. _ 
deren (den Armen) feind vil kämmen 



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osB aUen Landen». Id., Br3s. 2, 47 «. Etc. 

— Im 16. Jafarhondert ward das Wort oft 
in diesem Sinn gebraucht, unter Andern anch 
von Luther. S. Orimm. 6, 1461. 

FiesB, Fie§Bllch, kln?, listig. — «Die welt- 
lichen Mensoben. . . seind king, listig nnd.^eM 
zeitlich Qnt, Lust nnd Eer tn UbeTknmmen». 
Geiler, Post, ü, 66 », — cDo dei Herr hört 
mit seinen füaalkhm Oren. . .> Ibid. 3, 88 ». 

Fieaaheit. Verstand, Schlanheit. — 'Dahin 
her dein Fiaiheit und dein Bescheidigkeit 
oder dein angebome Vemnnft». Geiler. Selenp. 
46 >. — (Oott der Herr hat der Naturen der 
Tliiere geben ein Fieuheit und Oescheidigkeit, 
die heiss ich ir Vemanft>. Id., Emeis, 18 b. 

Fiflt«, Kibiti. — <Fifitee* von den Voglern 
gefangen und verkauft. 1425. Alte Ordn , B. 1. 

— <Ira fifittt. Feldname, Ittelnheim, 14 Jh. 

— «Zd den fifitten'. Fiirdenheim, 1518. 
Fige, Feige. 1. Eaetafige. udsiAe Fige, Esels- 

excrement. Spruch wörtlich : nichts würdiges 
Zeug. Einem eine w. F. bieten, ihn verächt- 
lich verspotten. Den Namen weUche Fige 
erklärte man durch folgende Anekdote : (vul- 
gariter Eselsflgen, qoales Fridericns Barba- 
TOBsa üediolanensibuB civibas dedit mandu- 
oandas propter contnmeliam imperatrioi eoniugi 
snae illatam». De flde concabinarum, Zarncke, 
die deutachen Univ., 102. S. auch das Bild in 
_ der Schrift Lochers gegen Wimpheliug, P Ä, 
I H B, mit den Worten: 'ich hab die feygen 
A-essen>. — Er 'meint der himel hing vol 
gigen, — da warente knm der eseUfigen*. 
Mnmer, 4 Ketzer, C, 2li; Nsch. 47. — «Wa 
ich ein klagt der narheit an, — der wolu 
für ein grosz eren han, — nnd bot mir ein 
welsche figen dran>. Murner, Qeuchm. b. S ^. 

— Er verspottet uns «and büt uns dran ein 
weUohe feigem. Id., Loth. Narr, 113. 

2. *Vigen spitzen', unter den Arbeiten der 
Buchdrucker angefahrt. Brant, Nsch. 61. — 
Strobel, 162, erklärt Vigen daroh ordnen, 
EOsanimenBBtzen, er nimmt es für fügen. Wäre 
es nicht nnwahrscheinlicb dass Brant statt 
fügen vigen geschrieben, so schiene diese Er- 
klärung besser als die abenteuerliche Ver- 
mnthung Zamcke's, 884, man habe Feigen 
zur Bereitung der Schwärze gebrancht. hur 
müsste man anoh, nach Strobel, vigen von 
spitzen trennen. Oödeke, 8t>, sagt: «Spatien 
schneiden', aber ohne Beleg. 

Figelot. Feilspäne. — <Eisen.^to<>. Brun- 
schwig , Chir. 6ö b. — •Fygeüt von isen». 
Oersd. 91 a. 

Figent S. ViatU. 

Vii^ntschaft, Feindschaft. — Er sah dass 
man es «durch vigentichaft bette getont. 
Uärlein, 36. Etc. — «Nut trag vigentachajt 
in dinem hertzen*. Pred. Ingolts. — 'So j 
habent ir kein Figentichaft gegen der Welt, . 
das ist gegen weltlichen Menschen, wenn jr ' 
eeind als sie seind». Geiler, Fest. 2, 105 b. Etc. 

Figol. S. Vioiatt. \ 

Vile, Figel, Feile. Heute bei uns : Feiel. 

— «Fifa, lima; infcn, limare». Herrad, 189. — 
Die Strassburger (fnudent die figele* mit denen 
ihre Gefangenen ihre Ketten tterfigelU hatten. \ 
Cl 08 euer, S7, 



: Villen, schinden. Seherz, 392. 160S. — 
«Wer dos versehuldet daz man schem oder 
vHien sot, daz sol der stoewerler tiüi>. 1. 
Stadtr. Grand., 8, 61. (Lat Text : dampnatio 
pellis et pili). 
Filtz,gemelner, ungezogener, grober Mensctr. - 

— 'Wan einer vil spritzete oder roubset und' 
Eengei in der Nasen hat nnd sie hinintnpfet. 
nnd dergleichen, die Ding atont übel das einer 
also ein Kegel ist nnd ein FüU>. Geiler, Ev. 
mit UbgI. 22 b; Post 2, 110 b. — .Ob er schon 
zu dem Keiserthum knmmen wer. nnd hette 
gelerte Lnt nnd Kunst gehasset. so wer er 
dennocht ein Bauer gewesen nnd ein FOts*. 
Id.. Narr. 23 >. ~— Zarncke, 414, sagt, die 
Entstehung der Bedeutung grober Hensch sei 
ihm nicht ganz klar. Sie scheint mir von dem 
groben Filz entlehnt zn sein, den man für ge- 
meine, besonders Banernhüte brauchte. Vergl. 
Brant: (Die Tertz ist von sant Grobian, Tlat- 
macherknecht singen die Sext, von groben 
Fütsen ist der Text». Nsch. Heute bei uns nnr 
im Sinn von Geizhals. 

FUtzen, walken. — 'grosz geßUte doren» 
Mnmer, Luth. Narr 66. 

FInantz, Finantserei, Wucherei. Scbmeller 
1, 723. Finanda, Ducange 3, 298. — «Wucher- 
zinsz und was solicher . . . nngöttlichen fy 
nanteen seind. . .> «Zeitlich gewinn. . ., fynan- 
txeryt. Brunfels, Anstoss, 14»; 8 «. — Die 
Pfaffen bringen die Armen in Noth 'durch ir 
geschwinde vetiMittent. Capito, Tregor, I, 1 ». 

— Die Kanfleute «können nit als heimlich mit: 
der finanti nmbgen >aU die Geistlichen. 
Blindenf. B„ 3 >. — Es werden «mancherhondt 
Ünanlten mit den armen dorechten gewisse» 
gebraucht». Zell- 0,, Ib; Q, 3^ »b; x, 3". 

— Geistliche «die auff Akt JinatUterei sitzen, 
uff der Kauffinannschafft umbreiten*. Zell, P, 
1 a, S, 2 b. 

Finantzen, Wucher treiben. ~ «Des dingK 
ist on zai, damit man fitiantxet hat». Zell, R, 
3l>, 

Findling, erfinderischer Mensch, — «List 
fand list nnd findling fund>. Mnmer, Nb 206. 

Fingerlen, die Finger mit Bingen, FingerUn 
schmücken. — Eine Frau tgefingerUt mit gros- 
sen guldinen ringen». Zell. y. 1 ^. 

Vingerlin, Ring. Scherz, 398. — Er bot 
ihm «ein vingerlin an sine hant». Gott^ed v. 
Str. 1. 61. — Dem Johann von S. Amarin 
wurde geraubt: «ein guldin vingerlin, das 
schätzte er umb 2 pfnnt.. 1800. Cod. dipl, 
S. Thom. — tFingerlin und ander klei- 
nöteri, 1663. Goldschmiedszunft, 6. — Sie 
•nam ein gar sohönes vingerlin aber irre 
hende». Niclaus v. Basel, 213, — Pharao 
<zooh ein vingerlin abe and sties es Josepe 
an sine hant». Ki3n. 268. — «Das fingerlin, 
das trägt nieraan denn der in besunderhayt 
nnd in halmlichayt verbanden ist». Guldin 
Spil, 64. ~ Es «sint euch verboten icAoic- 

vingerlin. briutevingerlin * 2. Stadtr. Grand. 

0. in6d., 2, 208. — Schauringe, nach dem lat. 
Text, annuli visitales, fiesuchringe, die man 
sich bei Besaehen zum Geschenk machte? 
oder Schauringe, weil sie an sich von ge- 
ringem Werth, nur zur Schau gemacht waren ? 



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108 



Br Steringe, solch ediebeiBröten.Ho chzeitfesten, 
die JDDgen Leate den Mädchen anboten. — 
'StoBEent im (dem verlornen Sohn) ein goldin 
Fingerlin an sin Hand>. Geiler. Poet. 2, 00», 
Ev. mit ÜBsl 52 f; 102 ■; Emeis 12 ». — Trän- 
moD von tFingerlia geben». Traambach A. 
3 a.— Hannibal hat «eins tags so vil Bönier 
erschlagen, das man Ire fingerUn mit sesteru 
hat müssen osimegsen». Ringm., Cüsar, 124 b. 
— «Ein höltzenes fingerlin das vergiildet ist, 
aod doch inwendig holt2>. Fries 81 b. 

Fingerzeigen, mit den Fingern zeigen — 
Christns sprach: Johannes der Tänfer ihat 
mich getoatt und gefingereüigt und gesprochen: 
sehet das ist das Lamp QotteB>. Geiler, Post. 
1, 6 B.. 2, 44 >. 

TinstAr^ Finsterniss. Scherz, 1809. — «Daz 
fSr hat die tugent daz es erlfihtet die vinatert. 
Eis. Pred. 1. 247. — «Do sach er, daz er 
ander not nflt hette, wenne daz er in der 
eJiutcr'w-asi.Ibid. 2.,16. — •Ettelicbesprachent, 
si sin in einer vitulrit. Nie. v. Str., 268. ~ 
•In mit der vinster lescht das lieoht>. Brant, 
.Nscb. 66. — loh zünde dem Tenfel zwei Lich- 
ter an •ond lasz gott in der finstre Bton>. 
Jlnmer, Nb. 187. — «Vom liecht die fitulre 
dannen wich». Id-, Virg. b. 1 a. — iAIb 
niemans nichts in der finstere gesach . , .■ 
Riogm., Cäs. 68 ii. — iTn der finster gantz 
on sonnen, das ist in dem keller>, Räthselb. 
a, 2,^. — »Das finstre endet die farb>. Pries 
fi4 8. — .Er hat sich verborgen in die ^«stere«. 
Nachtigall, Psalter 40. 

Vineterl Ingen, im Finstern. — Jhr <haat 
oagen nnd gesehene nüt. und harnmb so gont 
ir oach Finsterlingen*. NicI. v. Uasel. ms. — 
3Ian mnsste die Lichter loschen «und vintter- 
lingen ston*. Kön. 755. — «On ein Liecht. . . 
irestn finsterlingen )iin and weist nit wohin*. 
Geiler, Bilg. 161 1>. — «So sprechen sie: meins- 
tn nit ich künn nit /iVuterfin; zn dem Himmel 
kommen ?* Id., Arb. hnm. 161 b. _ Etc. — 
Er schlag ihm tfinsterling mit den fensten nach 
dem hopfF>. Mamer, Ulensp. II. 

FlgoJ, S. Violate. 

Firgeln, Firkeln, aasforschen, qnälerisch 
ansfragen. «Also ist es anch mit etlichen die 
also ein enge Conscientz habend und so fil die- 
selb uuderstond zu fegen darch beichten, so 
SI werdent si mee verwüstet und unge- 
sübert desshalb, das aus so vil Firglens ie 
mee und mee harfür kumraet». Geiler, Irrig 
Schaf G, 4''. — «Aber du solt nit firckeln 
nnd fragen wie das müg sin, das solt du Qot 
lassen nnd gang du des müssig». Id , Bilg. 
109 ^. — Zur Erklärung kann der schwäbische 
Ausdruck dienen : anfs Virgele, kleinlich, 
pänktlich ; Virgele, das Dupflein auf dem I, 
von virgula, feiner Strich. Schmid, 19'^. 

Firkelecht, zum .neugierigen Ausforschen 
geneigt. — «Isaac . . . Uess es am neehsten 
bliben, er war nit firkelechl, (Druckfehler sir- 
keleeht), er gloubt imkurtz« Geiler, Bilg. 110 >. 

Viro, vorjährig. Scherz, 393. — Wein und 
Fracht, die nicht im laufenden Jahr gewach- 
sen sind. — Dem Vogt von Ebers hei mm ünster 
gibt »man «einen halben amen nüwes wines 
aad einen halben mrn«« wines». 1320. Weisth, 



1., 671. — Nimmt der Propst von Oelenberg 
seine Herberge zu S. Lukart vor Weihnachten. 
(SO Bol man sy jme geben mit nüwem und 
mit vimem \\ine>. 1354. Weisth. 4. 24. Etc. 

— Der Wein gerieth 141S so schlecht, «das 
men liebertnm«» win drang denne den nüwen>. 
Kön, 774, — "8 .-J. uno servo das fime korii 
zft Iragene in eine kaste>. 1405. S. Thom- 
Fabrik. — <Vimekorn', strassb. Familienname. 
1300 u. f. — «Firner, alter starcker wein». 
AdelphuB, Fic. 162 b. 

Fimlg, vormjährig. — Den Bannherren 
soll man geben «einen fimigen hamel oder 
zween bürige>, Wasselnheim, 1499. Weisth. 
5, 44», 

FiBchentze, Fischerei, Fischrecht. Scherz, 
894 — «Wunne und weide, holtz und velt 
and die fisckenlse: Bappoltsweiler, 1316. Als. 
dipl. 2, 118 — Zu S. Morand gebort «die 
halb visdienttei. Badwiller, 1420. WeUtL 4, 
39. - 

FiBchgmb. Piscina, Weiher. — <Za Jern- 
salem was ein Fisehgrvht die nennt man in 
hebreischer Sprach Bethsaida». (falsch für 
Bethesda.) Geiler, Ev. mit Ussl. 45 b. — Dasy- 
podiüB nnd Goll, 75. habeu : «piacina, Fisch- 
grub, Weyer, Teich». 

Fischhnnd. Seehund, — «Doch sahen wir 
von weitem wol, — ein grosses, flnsters, grau- 
sams hol. — und dasselbig der mcAAund vol'. 
Mnrner, Virg. J, 2'>. 

Fitzen, mit der Buthe schlagen. — «Ge- 
denk das die Heiischen sint unsers Herrgotts 
Ruten domit er dich/trtet». Geiler, Bilg. 68». 

— S. auch Schmeller I, 580. 

Flacken, Flackeln, Flackern, leuchten. — 
Menschen, «die in grosser Hitz der Liebe 
wachen und Gott dienen und flackern als die 
Sonn nod brinnen in der Liebe Gottes«. Geiler, 
7 Schwerter. F, H b. — Das «das Feuer , , . . 
also auffeieng und flockte, und du werest gantz 
feurin». Geiler, Ev. mit Usal. 26. a. — Paulus 
ist in göttlicher Liebe entbrannt, «und also 
uff und off gefiacket bisz in den Eimel>. Id.. 
1 3 Marien 8 K — «Es ist nit not, das das 
' Fär flackere' . Ibid. 16", — «So üü flackert in 
der Liebe Gottesi. Geiler. Brös. 1, 14 ». 

Fladen, placenta. — «Der Teufel . . . stiesz 
nns ee ein Fladen ins Maul . . . Die Eint . . . 
essen morn Fladen'. Geiler. 3 Marien 15 •>. 

— «Ein Fladen über den Zun, den andern 
herwjder über-. Id.. Post. 3, 43 '. — «Da 

I sprichst: was würt syn unser Spyaz? werden 
I wir euch Fladen es^en ? Ich antwurt und 
'sprich: ja. denn die fürnempste Spjsz aller 
[Heiligen ist der Flad . . . C^hristus'. Id., 
'Bilg. 2181'; Narr. 217 B. _ .Die gewichten 
(geweihten) fladett ans nit schmecken», Brant, 
Nsch. 112. — Den Rathsherren wurde nnter 
, anderm «ein dürrer fiaden' vorgesetzt Id., 
■ Bisch. Wilh. 292. 

Fladem, flattern. — «So min franw (die 
'Äbtissin von Massmunster) wil jr ding hsn 
. gefiadert, so soll sie es gebietten vor S. 
Verenen mess siben nacht; will sie es hau 
blutt, so soll sie es siben nacht darnach ge- 
bietten.. Gildwiller, 1394. Weisth. 4,?i8. - 
Gefiadert, von fladem, flattern ; im Gegen 



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sBtE zQ blutt. nackt, ist gefladert für befiedert 
sn nehmen. Ans dem was aaf die Stelle folgt, 
geht hervor dus das qefiaderte Ding ein 
solches war, ea dem die Äbtissin selber kam 
nm Herberge bei den Hnbern zn nehmen. 
Figürlich hiess ein Ding blntt, nackt, blos, 
wenn es von keiner Mahlzeit für die Äbtissin 
begleitet war; man nannte ob gefiadert, be- 
fiedert, wenn man ihr dabei aufwartete. Znr 
Erklärung könnte man an «das Fliegende», 
das Geflügel, denken, von dem so oft in den 
Binghofri3deIn die Bede ist, wenn sie dasjenige 
angeben, was die Hnber dem Eofherrn anf- 
tischen sollen: «fliegendes nnd flieseendes», 
Yögel nnd Fische. — «DieFeifelterlin>Ia(i*ra 
nns nmb den Kopf, sie fiadem ans umb die 
Angen*. Geiler. 3 Marien 21 b. — .Also ward 
ge&ngen der Absalon, der het ein schön Har 
und floäert über sich; er reit nnder einem 
Eiehbanm, da bleib er an dem Baam hangen». 
Id., Bros. 2,91 a. 

Flam. masc. Flamme. — 'Ich verbriune 
jemerliche in disem flammen». Nie. v. Str., 
aS4. — Auch fem., z. B. Tauler, 297 (51) : «die 
flamme tringet de dnrch>. — «Wann der 
Flamm an allen Orten zu dem Tach nss- 
sohlecht nnd versumpt ist, so schreien sie 
dann Feurio». Geiler, Narr. 86 ». — < ... und 
ging der Flamm von den Fingern gegen den 
Himmel». Id., Geistl. Spinn, N. 5t>. — «Der 
fiamm schlug über das dach». Mumer, Virg. 
G., 3 a. — «... und schlecht mir dann der 
flamm in kopff». Id., Nb. 242. — <Ein 
geuchin brent mit irem gsicht — das mir der 
flam das hertz durchsticht». Id.. Genehm, 
t-, 2 8; M61e A., 5b. — 'Der flammen schlug' 
Jiura offen uaz», Id , 4 Ketzer, L. 2 » — i 
• . . . das man den flammen eicht so fere>. | 
Id., Bad. B, 6 b, — Etc. — «Der inbrünstig 
flam'. AdelphuB, Murin, 2 ■. ^ «Bot. als ein! 
flam des feuers«. Fries 65 a. I 

Flemmelin, kleine Fahne, Wimpel, das j 
franz. flamme. — «Soll die tugend ... des 
pferdes geachtet and geurteilt werden in den 
silberin zeiinen oder in hübschen Satteldecken 
and in seidin .flmimeW»?« Wimph , Chrys.öb.j 

Flammecht , flammend, — < Flammecbte , 
brend». Bingm., Cäsar 123 b. i 

Flechten, imperf. flacht, partic. gefltcht, ge- 
flacht. — Sie «namen und flcuhten ein Krön von i 
Dornen». Geiler, Ev, mit Ussl, 77«. — «Das' 
ist ein stroen hart gefiechU. Uurner, Nb. ^'i. j 
-~ Dos Aeneas Schild war «mit eisin dreifach ! 
gemacht, — drei ochsenhenten zamen gflachu. ' 
Id., Virg. K, B a. — «Sein Kleidung was ausz 
dorn gemacht — andmitrutenzusameno^eU». , 
Ibid. J. 7 «. 

Flenklecht, gefleckt. — «Die uns noch- 
knmmen, werden denn ouch also fleckUehi und j 
blencklecht'. Geiler, Bilg. 41 ". j 

Flederln. adj. von Fladcr, Ahorn. Scherz, | 
R95. — «CiphuE llgnens circumdatus argento,. 
in vnjgari tin flederin kene». iSbl. — «Oba 
lignea cum argento ornata, flederin kene mit < 
Silber beslagen». 1408. Eist, de S. Thom., ISO. | 

Fleischbank. — «Gott ist zu getrew das ,' 
er uns also uff den fietschbank geb». Wurm, 



Trost, 49 B. — Sprüchw. : einen auf die Fleitfh- 
\bant geben, ihn verrathen. Mumer, Schelm. 
' b, 2 >>., das Kapitel. 

Sich Flelssen, Füssen, sich befleissen. 
Sorgfalt oder Eifer an etwas wenden, geSissen 
; sein. — *FUüi dich ... zu dienen». Geiler, 
Irrig Schaf, G, 2 >>. — .Anoh kleine (Säaden) 
sol sich der Mensch fleitien zu fliehen» . 
Id., Fred, von Zachäns, 4 >. — «Zu dem 
schauwenden Leben sollent gefli»»en seia alle 
Geistliche». Id., Brös. 1, 14 b; BUg. 126 b, 

— «Wer uff richtnm _Ä»*set sich, — der Iftgt 
ouch das er bald werd rieh». Brant. Nsch. bO. 

— «... der schiffman ... der uff dem mer 
flüet schlofFes sieh». Ibid. 96. — FUst dich 
hierin, so gewinst du eer>. Brant. Facetns, 
A, 8 b. •Hut dich gar eben, zucht dich flisst. 
Id., Thesm. c, 3 «. — «Der rechten wisheit 
thu dich fleüien*. Id., Epigr. Copie 22ö. — EU 

— «Ein jeder soll geflüsen sein — wislich 
thun in den geschefften sein». Id., Moretos. 
a, 2 b. — iFantasten find ich mer nf erd, — 
die flisaen sich der nerschen gberd». Humer. 
Nb. 49. — Die «sich des grossen mutwills 
fleiiten, — die kirchen, kln&en hie zerreissen». 

: Id , Luth. Narr 109. — Etc. — «Hetteetu 
i dich darfur geftü»en — das dn usk wüen 
narren mecht, — die selbig arbeit würd dir 
I schlecht» (leicht). Id.. Nb. 5. — «Wereni 
I sie das tusentst mol — des gottes dienst und 
I eren vol, — als sie dem tüfel sind gefliaten-. 
I Ibid. 185. — «Es sol ein jeder gonch geftisaen 
'sin über andre gouch all nsz zu gucken». 
I Murner, Genehm, e, 8 b. ^ «Der wibschen 
art sind sie geflusen*. Ibid. n, 1 >>. — «Wan 
' denn der mensch des wbr g^Usten und leit 
sein kunst nit übel an . . .» Mumer. Bad. L, 
G 1. — «Wir reinigten da unser gewissen. — 
nnd waren mit andacht gefiinen — gen Jupiter 
I dem höchsten gott.» Id., Virg. H, 6 ». — Etc. 
I — «So ich nit für mich sehe g^Ussen' . . . Id., 
Luth Narr 78. 

Flesctae, Flasche, Krug, oft sehr gross. — 
•Ein zinnin fleschei, dem Joh. v. S. Amarin 
geraubt. 1300. Cod. dipl. S. Thom. — «unib 
eine flesche 31'» seh.» 1395. S, Thom. Fabr. — 
Man «sol geben die grosse fleache mit wine 
den stnb enges eilen . . . Die grosse fletche dftt 
18 moBsen». 1400. Tucherzunft, 27. — «Zehn 
messige fleseheii'. 1427. Ibid. 34. — «Ein fUseh 
mit win mag ouoh nit geschaden». Cour. v. 
Dankr., v, 136. — Personenname: Bitter Bnr- 
kart Fladie von Bischovesheim, 1265 Bte. — 
«Nieraan that nuwen Win ... in alte FUsehen'. 
Geiler, Post. 8, 105 b. — «Gott lasset nicht 
Weisabrot an den Beumen wachsen und FUsdien 
an den Reben». Id., Ev. mit Ussl. 62«; 
Narr. 31b; Brös. 1, 42 b. _ fite. — «Was 
der Tentsch uff erd anfacht, — so wnrd doby 
der fleschen gdacht». Murner, Schelm, i, 3 b. 

— «uf der fiesehm riemen treten». Id., Nb. 

— Etc. — Fig. Trunkenbold: «Trunekene) 
fietehen'. Mumer. Schelm, e, 4 ». — «Von' 
wibern sag ich nit allein, — die man findt 
flesiAen ietz gemein». Id., Kb 6H. — Etc. 

— «Ich meint es wer ein flach mit wein» . . , 
•Ein hültzinejIescA». Pauli 180. 301. — Singen 
in der Kirche «nsz vollem geist, nit nsz voller 



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fletchen'. Zell, F, 8 «. — «Zwo groiB blachen 
JUichm*. 1516. 

Flete. Fletik«it, Sanberkeit, SchSnheJt. 
yiät. GegenCheil von Unfl&t. — Am Kreuz 
ist ChriBto 'sinre fletikeit dÜU nit blibem. 
Eis. Pred, 1, 230. 

Flendem, Flodern. flittern, Echiminenk. — 
< . . . Lengold, das Fteudem (Drnokf. fleaderet) 
M-eltlicher Weisheitt, falsches Gold das den 
f&lBohen Sohimmer der weltlichen Weisheit 
bedeutet. Geiler, Arb. hom. 139 ■. — •LengoU 
scheint, klingelt. flotUrt. nnd ist ein arm Ding 
d»rumb.. Id., Bros I. lOQb. 

Fliechten, fleohten. — Die Winden <fliechten 
eich nff den ziinem. Brnnschw., Dist. ]2Sb, 

— Bryonia <jst ein krut flieehtmde nff den 
zünen wie winden». Ibid. lOl >. 

Fliehen, Fliegen fangen. — «Sie haben wol 
das Manl offen, als wollen siefiiehent. Oeller. 
Narr. 181 b, Lat. Text, f- Ji, 8 »: .quasi 
masoas captori>. 

Fllesse. Wasserrinne. — Sumeftksse. von 
eisern Feldbrnnnen abfliessend. An vielen 
Onen, 13 Jh. u. f. 

Fliete, fem., Flleten, masc, Schennesser, 
Lanzette. — <£in Flirten oder Schermesseri. 
Oeiler, Narr. 11 1>. — «So lidet ein Mensch ge- 
daltiglichen den fTteten in dem Gschwcr oder 
Eissen, so er bekent das im der Fliettn ist 
ein Mitwirkung der Gesuntheit>. Id., Bilg. 
tiS B ; Pred. n. L., 146 ». — <Das apostem 
(offnen) mit einer Äie(en>. Brnnachw., Pest, 
31 b. — «Thn (den Eiss) uff mit einem filetUti'. 
Gersd. 61 ». 

• Flindel, Flinder, oder Hammerschlag von 
ygin>. Bmnschw,, Dist. 8 ^. 

(Flins, silex>. Herrad, 186. Scherz, 398. 

Flitsch, Flix, Unrath in den Augen. — Eine 
Frau 'hab Füx in den Angeo. Earrensalb in 
den Oren, ein blow stinokend Hnl, gel oder 
schwartz Zen, oder sig von schweren SitteD>, 
ihr Mann darf sie desshalb nicht verlassen. 
Oeiler, Post. 1, 29 ■; Has im Pf A, ß b. — 
«Hyaopia, lippns. figteeh in aagen>. Gersd. 
84 «. — Hente sagt man Kät; ebenso Geiler. 
Er. mit üsst. 33»: «dein Augen seind rot 
und triefen nnd seind vol Kesi*. 

Floch. Floh. — «Wenn ein FlwA einen 
beisset, so würt ein rot Flecklin da>. Geiler, 
Dreieck. Spiegel, Aa, 4 b, — .Nit allein die 
Flöek fechten dich an, sunder auch die Lensz 
und die Wenteln.. Id., Has im Pf. d, 2 », 

— Etc. ^- • ... als ob sie mit einer axt ein 
floeh ermorden wolten>. Mnrner, Adel, H, 3 b, 

— Sie «zogen mir ein kleinen floch, — und 
lauffen sie den ochsen noch>. Id.. Lntfa. 
Narr 180. — «... also wil ich die flöch im 
Bcheichen>. Id., 4 Ketzer, C, 6 ■. — Ein 
Gaukler «der pnlver für die flöeh umbfiert*. 
Id., Luth. Narr 18 — «Eeasobrecken und 
ein n-ann mit floh*. Id., Nb. 89. 

«Floderayde», Flockseide, von flodtm, La- 
dern, flattern. 1477. Tncherzunft, ö3. 

Flohen, Süchten. — «Die die in die stat 
üb oder gttviolUent'. 1261. Urk.-Buch, 1,856. 

— «Wer euch das jeman sin gftt vlohle in den 
apitah von Strassburg . . . 1288. Als. dipl. 2, 
40. — «Die vorstette nnd die klöster hattent 



in die sUt gefUhet lip nnd g6t>. Eon. 817. Etc. 

— «Fliehende personen oder ae/beÄM gAt .. .> 
Niederapechbacn, löJh. Burckh, 8S.— Maria 
tjtdhet ihr Eint in grossen nötem. Conr. v. 
Dankr. v. 395. ~~ Maria hat ihr Kind 'geflieht in 
manche statt*. Mnrner, 4 Eetzer, A, 1 >. — 
Im Schloss «ist weder brat noch wein, — und 
nit ein har gHlöhet drein». Id., Luth. Narr 110. 

Flohen, Flühe fangen. — «So beiesent sie 
die Floch, sie kann vor inen nit spinnen, sie 
mnss aufoteen nnd mnss sich fiiAm*, Geiler, 

, Geistl. Spinn N. 4»; Frank. 3, 10 b. 

I Flom, Pergament. — «Glich wie ein Licht 
in einer Laternen, de das Licht schinet durchs 

' Glas oder Flomen, und der Flom oder das 
Glas von dem Licht erlüehtet wird». Geiler. 
Post. 2. 29 a. — Twingers Tocab. hat: «JtotH, 
membrana, Fei, Birmente> : bei Geiler ist es 
demnach dünnes darchsichtiges Pergament. 
Nach Frisch 1, 279, heisst FUme, fem., im 
Niedersächsischen Schuppe. 

Florieren, Flogleren, oig. mit Blnmen 
schmücken, fleuronner. 

1. Handschriften mit Miniaturen schmücken. 

— «lö seh. von 29 bftstaben z& ■fiorieren in 
dem grossen antiphoner . .>. «3 seh. 6 pf von 
7 bBataben ihfloHeeren in einem salter». 1416. 
S. Thom. Fabr. — «Der maier hat in wo) 
ftorieretf. Altawert, 20. ~- Anweisung zam 
'florieren Ulf gold>. Brunschw.. Medic. 168 ". 

2. Preisen. — Gott loben «ist daz aller 
liepste spil, — Daz ich wol wil — Für allin 
spil^iwm.. Qottfr. v. Str. 2, 109. 

'A. Neutr., prahlen, groBSthan. — «Wol 
knmmet der mensche derzfi das er dis edel 
wesen verstet und fioyeret mit den synnen 
hi« inne>. Tauler, 248 (42i. — «So kumment 
sn mit irre vernünftiger wise und ftoierent' 
(var„ flogierent). Ibid, 265 (46). — Sie «hant 
gefiogieret in hohem verstünde». Ibid. 160 (291. 

— Etc. — Das Erlangen der göttlichen Gnade 
• lit nütan jlD^tfrendem flirnünftLgemclaifende>. 
B. Merswin, 9 Felsen, 33, — «Menschen die 

: do ufgont in iren riehen sinneiichen fiogierten 
Vernunft'. Ibid., ras {Flogiert ist wohl durch 
fioaierettd zu verbessern). 

Floe, neutr., Flfisüe, fem., kleiner Bach. 
Vergl. Fliesse. — «In dem flotte*, Feldname. 
Ittenheim, 1361. — «In der fiösBe; Gambs- 
heim, 1370. 

FloBchiff. Fischkasten. Fi sohbeh älter. Sehers, 
400; nach Twingers Vocab, : scapha. — Die 
Fischer sollen «kein floschiff . . . setzen in das 
gadem., 14 Jh. Alte Ord.. B. 12, - «Wer 
dem andern seine Fische nimmet in aime . . . 
fioichiffe .... 15 Jh. Ibid., B. 1. 

Flöeaeln, Rotwelsch, ertränken. — Brani, 
Nach. 62, 

Flottichen, flattern. — Ein ins Wasser ge- 
fallener Vogel ist «mit sinen ilügeln flottichentlc 
nnd Blähende». Nie. v. Basel, 830. 

Floawen, auch «biejen, im Wasser hin und 
her bewegen, schwenken, waschen, reinigen. 
Schmeller 1, 783. 

Fiei. Flnhe, Felswand, Fela. Scherz. *iX). 
402. — «In der fl5h«t. Marlenheim, 1361. — 
<Zä flühei. FÜrdenheim 1332. — Im Meer 
•seind gar viel sorcklicher Ort; Flühen, Glnfen 



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nnd FebeD>. Getier, Schiff der Pen. i K ■ 
«Wann der Hirt über die Flu und FeUen gc 
wil nnd fiber die scharpfen Eck der hoben iwettj«!. Wickersheim, 14 Jh. — <Dkb Voehen- 



Bergr, 80 fallen die Schaf ze Tod Aber abhim 
Jd., Eroeis 31 1>, cDo foren wir gauts nah 
hinznhen — Pachyni zn den felsen fiuKen*. 
Mnrner. Virg, K. I ». 

VIDchten, fngare, in die Flncht treiben. — 
Cnpido hat zwei Pfeile, <der erst macht wnnt, 
der ander ^ücM*. Braut, Nech. 15. 

FIncken, II ück machen, xnm fliegen bereiten. 



. Waldenheim, 1S36. — <Der roc&mmn», 
Ingmarsheim, 1S2B. — «Der Vockenvitücd; 
Bietelnheira, 1331 , Weyerslieim, 1460. — «Tia 
diota zfi focken*. Gertweiler. 1324. 

Vol, maec, Fohlen, junges Pferd. Scherz. 
403. — Der Probst von Oelenberg «boI haben 
einen voUn do lonffent in dem banne*. S 
Lakart, 1364. Weisth. 1. 24. — Im Hai soll 



Gewöhntick ist es neatr. : flüok werden. Be- i der 3Ieier für die Euber «einen eofen baben>. 
necke 3, 845. — Ein Adler sagt en seinen | Gildwjllcr, 1394. Item. BaUchwiller, 1413; 
Jungen: «ir süllent strecken nnd^tiuAm üwer : Heimsbrunn. 16 Jh. Weisth. 4, 59. fO. 92. 
ge^idere und süllent leren mir noch fliegen». I Folant, Teufel. S. VeUant. — Es sprach 
Nie. V. Basel, .^30. einer zn dem Teufel: 'da böser Folanl, wa> 

FlUdsm, vom Ovränsch das eine Flüssig- roachstn da?> Pauli 337. 
keit macht die man plötzlich in ein Gefäss i Folge, spez. Leiohenfolge, Leicbenbegäng- 
giesst. Vergl. Pflettem. — «Wenn dn ein i niss. — lEs sei all weit und jedermann — 
Geschirr wilt lullen, so mnst du nit den Win . zu leid und zu der folge» gan>. Humer, Luth. 
oder das Wasser einsmala darin schütten, aber j Narr. 156. 157. 

du must gemach thnn . . ., wilt dn darüber j Volle, fem., die FflUe, das Genügende 
ylwlem nnd meinst es mus einsMals votwerden, ; Scherz. 1883. — «Hievon kan nieman die noUf 
soverschüttestdudenWin». Geiler, Bilg. 157 1. gesprechen». Tanler 283 (41). 

— Schwäbisch: flodern, andern, Schmid, 196. j Volle, masc. dasselbe wie die Volle. — *Su 
Flughart. Rotwelsch, Oeflügel, bes. Hühner. | türste eere, und man gap in den eoSem 

— Brant, Nsch. 62. | Tanler, 40 (8). — «Vor der sintflat hetteni die 
Flnbe, Tordertheil des Schiffe, — <Ein | menschen und ein ieglich tier den vollen an 

Schiff hat zwei Theil; das da fernen das über : spisem. Kon-, 244. Etc. — <Welles oncb abd 
sich gat, heisst ein Flw. Geiler. Ev. mit Ussl. arm were das es nit den vollen bette nnd 
M '; Schiff der Pen. 7 b.- .Wir nennents , heischen (betteln' müste . . .> Gutlente-Ordn.. 
hie das Flugend, wenn es Bühet voran hin>. 131. — «... untz daz in der volU geschiebt 
Id., Post, 1. 28'». von irer versessen zinse wegen • 1404. Reg. 

Flohsel, Flnhtsal. 1. Flüchtnng, Bergung B, 40. — «Den voUen tttw oder bieten, genug 
eines Flüchtlings oder seiner Habe. Scherz, thnn, die P&icht erfüllen. — Ein Huber (der 
401, FluchtsaL Benecke 8, 847. ~ «Waz in ir dem hof den vollen tfit>. Wolxheim, 15 Jh. 
frünt gehalten hant, es sie durch ftuhstU oder Weisth. 1, 714. — Etc. — « . . . das sie inen 
swie es si, daz si ouch damite snint schaffen damit den wdien bütent>. 1446. Goldecbm. 
swaz si weltent>. 1262. Urk. Bach I. 868. j znnft, IS. — Er «meinde danne das er donütte 

2. Betrügerische Uebergabe eines Guts an ■ den wlkn geton hette». 1400. Winklerprozes«. 
einen Andern, - Es soll Niemand «ein Rint , 39. — Die Zehender sollen auf den Aeckem 
ziehen der zu ime durch ftaehtal von ieman «iren coffen dfin, das sie einbenügen habent» 
i^estellet wer>- 1322. Crk 2, 161. — Man (das völlig nehmen, wozu sie berechtigt sind). 
soll kein entliehenes Gut als Widern oder Ittenheim. 16 Jh, Weisth. 1, 784. 
Schenkung bestimmen i solche Stiftungen sind Voll ei st, fem., vollständige Leistung, Fülle, 
nichtig, «wenne uns (dem Bath) dnnket. das Summe. Scherz. 1H83. — Von allem was 
sülcho gifte mit geferden sinC und durch jltiJif- Tristan that, «so was ie daz diu volieist, — 
gal geschehen sint=. c. 1311, Urk. 2, 37. Diu ir herze allermeist — An Tristanes liebe 

Vocheze, Vochenze. Fochotze. Art Kuchen twanc». dass er ihr Lieder sang. Gottfr. v, 
oder Brod, Fockentt heisst in Baiern noch Str. 1, 265. — < . , . daz ist allermeist — Mins 
heute eine Art Brod. Scbmeller 1. 685. — selbes herzen voUeitt-, Ibid, t, 17. — Gott 
«Kuchen vel vocheUen. torta>. Herrad, 167. stärkt den Menschen «mit der foUeist sines 

— «Panis qui appellatnr melvocfUttin. tM^ geistes». Eis. Pred. 1, (i'J. — Christus, «der 
locheme'. den Münster-Canonicis zu gewissen ein voUeist ist aller gnadem. Ibid. 2, 4, 
Zeiten ansgetheüt. Libor coquinae. — Die [ •Volnionet*, September. Ealender. 1484. 
Schwaben trinken Meth «an S. Michelstag, I Voppen, Rotwelsch, lügen. — Bettler die 
S. Gallen, S. Jacobstag, gleich wie die pauren 1 'voopen, ferben . . .> Brant, Nsch. 62. 

im Elsass am S. Jacobstag knobloch fressend. Fopper, Rotwelsch, Art Bettler. Nach Gö-- 
meinent welcher nit Het und focAoüim asz deke, 61: Rasende: wenn aber, nach Göd.. 
der lebt das iar nit usz>, Fries 45>>. 'Brant 114, voppen lügen bedeutet, so -werden 

Vock«. 8. Vohe. ' wohl Fopper Lügner sein. — «Grantner, Vopper 

FÖgelebt, vogelartig. — «3 seh. von dem i nnd Tegiercr.. Murner. Nb.. 61. — «BMler. 
blowen fögelehten gewande und 3 cappen und Fopper und Vagierer>. Ibid. 111. 
das widerechingewant zA bessern ... I seh. Förchlen. fürchten. — «Nit wollend äch 
von dem loten fögeleliten gewande und von fürchten'. Geiler. Irrig Schaf, B, 1 ». — Das 
5 cappen zft bessern». 14)J2. S. Thom. Fabr. Schaf <förchtet- den Wolf. Ibid., A, 6 b. _- 
Priestergewänder mit eingewirkten Figuren ■ «Der Low /örcftirf ein weissen Hauen., Geiler 
von Vögeln, Adlern, etc. 1 Ho» Leu, f, 4 a. — «Nit /örcM dir, mein Sun. 



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107 



das wir ein arm Leben haben». Id , TrostEp. 
OC, 1 ■. — «SiheBtn das mich alle Thier 
/önhtenU Id., Sünden des M., 9l>. — Etc. — 
•Wer nff der erden lit, — der darff vor vail 
siah fÖrchUn niti. BranC, Nach. £6 ■- 'Vörcht 
dJD lermeiBter>. Id., Cato, a, ä l'. — Etc. — <Er 
/dreht allein daramb die weit». Murner, Bad. 
E. &B. — < Aaoh förchlel sie Jononis zoru>. 
Id.,Virg, C, 7 «. — «Daz ir euch förehten dorffen 
nit men. Id., Lnth. Narr, 43. — «Vor ziten 
tpraeh man : föreht dir nit, — wen da gast den 
reehtea trii>. Id., Schelm, b, 1 «. — Etc 
Foren, /aren, aaf etwas achten, wahrnehmen. 

— «Ein >arr/oret keiner Zeit». Geiler, Selenp. 
169 >>. -~ «Das seind drei Aberail, der ein Mensch 
/orm 80l>. Geiler, Pred n. L. 109 >. — Ein 
Schntz«/ore( darnach dner in das Ziel sehiessi. 
Id., Selenp. 4,2 ». — «Fleisa dich sines 
Willens ze form: Ibid. 55 l>., 7 Schwerter. G. 
dli. — Etc. — Geiler hat anch echon das zo- 
sammengeeetzte Yerbam Wiüforen, die einzige 
Form in der /aren heute noch üblich ist: «Das 
du Gott dem Herren dienest, im tnüforest in 
allen Dingen . . ->. Post. 1. 31 >., Selenp, 139 »■. 

Porhel, Forelle. Sobmeller, 1. 752. — 'For- 
Aden sein besser und leichtrer verdowung> 
donn Salmen. Fries, 41 '. 

Vorbonbet, S. Fürhoubet. 

Vorht. Vorcht, Furcht. — «Ir soUent Stat 
geben der Forcht dee allerhöchsten >. Geiler, 
Mund. d. M. 64 ». — 'Knechtliche Forsht . . . 
In der Forcht des Herren». Id. Irrig Schaf 
A. 6i>, — Etc. — Dass Gott «in vor vortht 
des todes bhöt*. Braut, Nscb. 'id. — «Lad uCf 
die vorht des todes niit.> Id.. Cato, a, 6 a. i 

— Etc. — «Die /orcftt, der schrecken, grausam 
«a», Murner, Virg. E, ob. ! 

Vorhtlicb, fürchterlich. Scherz, 1891. — Es 
geschah dass der Meister «an sime Ende gar 
grosse grnweliche und gar vörhüiche geberde 
habende wart». Nie. r. Basel, Bek. Taul. 63. 

Vorhtaam. Forchtaam, fürchterlich, furcht- 
bar. Scherz, 1891. — «Er ist jung und vorhi- 
*am und ein frevel man>. Ki3n. 390. Ktc. — 
Ein Teufel «der was förhlaam und grusselich». 
liärlein, 15. — Liesae man die Gehängten am 
Galgen, «sd brehte die eilende angesiht ein 
forhtsam schreck*. 1461. Alte Ürdn., B, 24. — 
•Ein forchtsamer gott und ein erschrecklicher 
^Dtt, den die enget ferchten>. Gebete, 16 Jh. 
•Dis ist tinforchUame Stat, die Stat des Todes, 
jo forchttam und griiselich den Bösen». Geiler, 
Bilg. 149s. — «Maria ist foreMiam, erschrocken- 
lich, nniiberwintlich». Ibid. 84 >. — Manchmal 
auch, bei Geiler, im gewöhnlichen Sinn von 
furchtsam. — «Lig da. sprach er, forchUamen 
man», (metuendus). Murner, Virg. i, 4 a. — 
«Schwer, gmsame und forchttame träum». 
Brunschw., /)ist. 70 b. — Träumen «von er- 
Bchrocklichen forchtsamen dingen». Gersd. 72 b. 

Torlüffer, S. FüTlöffw. 

Färscheln, subtil und anscheinend sanft 
forschen oder fragen. — «... das er den bru- 
dcr hörte bicht — und försMet im sin einfalt 
ab». Mnrner, 4 Ketzer E. 3 ■. 

Franspnte, glücklicher Fortgang, von vram, 
vorwärts, und Spute, Eile. Benecke 3, 2, 654. 

Fnuheit, Prosheit, gnla, Gefrässigkeit. 



FrasB, FrosB, Scherz, 406. — 'vofratlieit.. 
ist, das ist z&mole ein unreine grop loch . . .» 
Tuuler, 878. (65). — Eis. Fred. 1, 88. 188. — 
Jüngstes Gericht. — «Ich han gesundet .... 
mit vrattJieit, mit gitekeit . . » Bihteb., 2. — 
«Adam und Eva mit fraatheit haben gesundet». 
Guldin Spil, 60. — «DoruBs kompt denn Hoch- 
fart, UnkÜBchheit, FroM und ander Laster». 
Geiler, Post. 2, 51 a., Selenp. 39». Etc. — 
•Fraiaheit oder Scbleclt». Id., Selenp. 131 >:, 
149 «. — Etc. — «... in /tos», hoflart, git». 
Braut, Rosenkr. Wack. 2, 1099. — .... das 
ich darzwischen nit wol wüst — ob frastheit 
oder disches zncht — solt billich haben voms 
frucht». Brant, Thesm. b. 1 1>. — «Bolismus 
ist ein hündischer froee oder unordenlich be- 
gird der speisz». Gcrad. 87 ». 

Fraae, Fresser. — «Sie leitten im (Christo; >' 
zn, er wer ein Fto»8 und ein Gesell der Sünden». 
Geiler Emeis 64 '. — «Jetzt sprechent ir (sogt 
Christus) ich sey ein Füller und ein Frot»> 
Id.. Post. 2, 48 b. _ Noch bei Goll, 806: 
«edax, ein Fraati'. — 'Haltest da ere, sitt 
und masz. — das man nit Sprech, du tigst ein 
fnu»*. Braut, Thesm. C, 5 ■, — Ein grober 
Esser «der wlirt geheissen wol ein frost». 
Id.. Nsch. 110. 

Frat, wand, entzündet. Schmeller 1, 829. — 
•Do ein mensch ser odei/ra< ist. . > Brunschw.. 
Bist 28 >> 

Fi-atrigkeit, Fratte, Entzündung. — «Sere 
oder fratrigluit oder ruhe im mund oder in 
der kelen». Brunschw.. Dist. 22 b. — Hat man 
ein Pflaster aufgelegt, «und ob ein fratte kern 
under das pflaster umb den schaden, so werd 
darumb gestrichen unguentnm album». Brun- 
schw., Pest. 82 b. 

FvanenhAOS, lupanar. — Der zwölfjährige 
Christus «kert nit in das Wiirtshus, nit in das 
Frowetihus. do man Leckerei in tribt und spilt, 
aber in das Bus sines Vaters*. Geiler, Post. 
12,79 b., Brös. 2, 68 i, Ev. mit Üssl. 60».. 
j 184». Etc. ~ «Rot ob besser wer das die mül 
brenn oder das frawenhauu. Antwort, es wer 
' besser das fratoaihauBz. do lieffen die seck 
jselbs heransz.» Eathselb. D, 1 ». — -Fluch 
I . . . hoffart und spil — und frawenhut, wurtz- 
' hueer . . .» Brant. Facetus A. 6 ». — «... sunst 
I sitzt sie in dem frovxnhus. — und ist der ere 
der boden usz.» Mnrner. Nb. Ift7;52. — .CKfene 
^ franwenheuaeT' Id.. Adel, K, 3 b. _ Dasypodius: 
I «lupanar, ein gemein Fraaenhaua.' 

Franisch, weiblich. — «Er hat erkant die 
Blödikeit des fröüehen Geschlechts*. Geiler. 
Schuf der Pen. 53 ^ — tFreuwetche. frewlicbe 
Narren.. Id.. Narr. 131 ». 

Frehte, Gefrehte. Feldmass nnd Feldname. 
j 13 Jh. u. f. Schera. 416. 1901. — Seigneurs et 
ivillages. 171. 

Freidjg, atrox. tapfer, heftig, kühn, grimmig. 
I zornig. — Es «werden uns anefehten . . , die 
freidige» wolfe» (die Teufel) Eis. Pred. 2. 109. 
— Wäre es dass «ein höber so freidig oder so 
I gewaltig were. dass einer den andern an den 
, landtag lüde . . .> (statt sich mit dem Ding- 
hofgoricht zu begnügen!. Siedermorschwiiler, 
13B4. Bernwüler, 148.1. Weisth. 4. 94. 64. — 
«Die frödigen wort die da geschehent [beim 



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108 



Spiel), durch die matug Eom nnd geväeht und 
todschlag ge8chehent>, Gnldin Spil. 71. — *Der 
Lew hat ein frtidigtr Sei dann der Eirtx, da- 
ramb so hat im Qot und die Natur geben Oe- 
wer. Waffen, Zen, Klawen. die derselben Se! 
die da freidig ist zogehören, nnd der Hirtz hat 
tiit als ein freidige Sel>. Geiler, Ev. mit VbbI. 
159 K — Der von Christo geheilte Blinde «was 
gehertzt worden . . ., wie freidig die Jnden 
worent irider den Herren, als freidig war er 
den Herren zn beschirmen, nnd aohnawet sie 
an wiewol er ein Bettier was*. Id., Post. 
2, 87 b. — (Mancher der vll gar freidig sin, 

— wogt sich an löwen, beren, BChwin>. Brant, 
Nsch. 73. — Ein EisenfreBBer «der gtar allein 
wol vir beBtan — nnd usz der fläachen freudig 
fiin>. Ibid. 85, — "Wer gots marter flncht 
beim wein, — will jetzo der freidigist eein». 
Brant, Layenep. 168 ". — < . . . also freidig ftii 
Tnrnns dar». Harner. Virg. p, 6 ■. — iDerselb 
was so eines freydigen, durffügen gemtits . . .>. 
< . . . Damit ein jeder h-et/diger man ihm nach- 
volgte . . .> AdelphuB, Bsrb. 47 ».. 66 b. — .Jlit 
welchen wassern sige kq überkomen ist und 
der mensch frtidig zu maahen>. Brnnsohw., 
Dist. 3^ •>., 5i) ^. ~ «Diewyl sie so freydig 
trntzen und drawen . . .> Brunfeis, Zehnden, 
a. Ib. 

Freidikeit. Heftigkeit. Wildheit, Kühnheit. 

— «Der Lew hat allwegen Febres, dos Kaltwee. 
Gott und die Natur haben im daB zugOBchrempt 
zn temnien sein Freidikeit*. Geiler. Brös. 1,50 i-. 

— «Den weisen freidikeit gebrist» (andacia). 
Brant. Facetus. Ä, 8". 

Freien, 8. Frien. 

Freihartsbaben. S. Freikeiter. 

Freiheiter, Freihartsbnben, Freiheitsbn- 
ben. Freiheit sknaben, Bettler, fahrendes Ge- 
.. sindel. Leute die an einigea Orten als Gauck- 
ter auftraten, an andern sich als Lastträger 
gebrauchen liessen. — <Uie Edlen spilen mit 
den Stalknechten und Freyerttbubent . (Frei- 
hartsbuben). Geiler, Narr. 159 ». ~ «So er 
das (Bntzenantlitz) abtbut und von ihm wirft, 
80 scheint er als er in Warheit ist, in eim 
grindigen unechaffnen Antlüc, und ist kein 
Junckfraw, sander vielleicht ein FTtiheitthuht. 
Id., Selenp. 227 >>. — «Du solt dich halten 
als ein FreiheiUlinab ; wie halt eich der? wann 
man einen Freiheitsknaben beladet mit Bürden 
die man im nHeit. Bürden Golt, Silber, Duch. 
Gewürz, Purpur, Edelstein nnd Berlin, so neigt 
er sich, und je me man im ufleit köstlicher 
Ding, je me und me er sich darumb neigt; 
man leg im uff was man well und wie vil 
man well, so neigt er sich und bütet darunder 
den Kücken oder die Achsel oder das Haupt». 
Id. Bilg. 109»; 190b. - <Fryheitsknaben, 
seckuffdreger». Mnrner, Schelm., c, 4 b. — 
•Hüppenbuben oder Fregheiter'. ButKcr Ver- 

Der Name Freibeüeknab kommt daher, dass 
die Bettler und fahrenden Leute im Mittel- 
alter hie und da eigene Freiheiten besassen, 
gleichsam als EntBchädigang dafür, daas sie 
überhaupt für ehr- und rechtlos galten. In 
Basel, z. B.. hatten sie gewisse Privilegien 
nebst einer besondern Freistätte auf dem so- 



genannten Kohlenbei^e. In einer Urkunde 
von 1659 (Grimm, Weisthümer. 1, 819). Aber 
das Eohtenberger Gericht. heisGt es : «dos Ge- 
richt besitzen die FrietBknabe» oder Seck- 
drager>. Sie waren Saokträger im Öffentlichen 
Eornhaus, hatten die GefängniBse and Kloaken 
zu Bäubem, und in Zeiten der Pestilenz die 
Verstorbenen zn beerdigen. S. den Anbatz 
von Bnrokhardt in Streabers Basier Taschen- 
buch anf I6&1. Von einer ähnlichen Freistätte 
zu StraBsbnrg ist nichts bekannt; das Wort 
Freiheitiknab muss jedoch üblich gewesen sein, 
ebenso müssen diese Leute anch bei ans als 
Sackträger gedient haben, sonst waren Geilers 
Anspielungen nicht verstanden worden. 1453 
kommt in einem Mandat des Magistraten FW- 
heitskiucht vor; in der Schar Wächter ordnnng 
von 1473: Friheiten und Vaszziehcr knechte- 
Also gerade wie zu Basel. Der Name war 
überhaupt im Süddentschland sehr verbreitet; 
im bairischen Landreeht von 1663 ist fVei- 
harttbi^ so viel wie Ganckler(3climeller 1, 60Si; 
in der Schweiz sagte man FreHieiter für lieder- 
liche Kerle, die sich den Herren als Tross 
anschlössen. Frisch, 1, 294. 

Freisam, S. JVetsiicA. 

FreiBame,Fre{8amkeit, Wildheit, OrauBam- 
keit. — «Die Zung der bösen Menschen die 
mit irer Freiaamkeit übertreffen die Freiatm- 
keit der grimmen Tier, spricht die Geschrift. .... 
Geiler, Selenp. 167 «. 

Freisamkrnt Brunschw.. Dist. 63 '. Gend. 
901". _ Viola tricolor, Kirschl. 1. 85. 

Preise, masc, Gefahr, Furcht Angst vor 
Gefahr. Scherz. 416. 1901. — Gott .beschir- 
met in vor weise an sele nnd an übe«. Bihteb.. 
76. — Die Freunde Gottes «sint fri ir selbes 
und aller freiaen'. Tauler, 899 (fi6). Etc. — 
Er bekam «groz angest und freite*. Gottfr. v. 
IStr. I, 126, — Hat zu Giidwiller der Vogt 
«einen freyae, die hflber sollent sein hüten 
überquer in die naht». 1394 Weisth. 4, 60. — 
«Hat unser herre der apt (von Lützel) dehetn 
freist, BO sol der vogt füren die zinse, die 
pfert nnd die lüte mit sime geleite». Lutter- 
bach, 16 Jh. Weisth. 4, 105. - Einer der 
Schrecken eiuBosst: «Der grimme belt heisset 
freis', und ist nur ein Prahler. Altswert, &3. 

Frei Blich, Freiaatn, schreckenerregend, wild. 
muthig. — Scherz. 417, «Ein eher der nz 
dem walde lief — Preislichen nnie freisam . ..•. 
Gottfr. V. Str. 1, 186. — «Die Schlangen va- 
rent gehorsam den Zouberem in dem Land 
Egipten nnd die freisamen Thter den E^n- 
sidelen» Geiler. Selenp. 19 b, _ «Anfechtungen 
der bösen Geister, des freitamea Löwen der 
da umbgat brummen». Id , Irrig SchaC, A. 
8 b, — «Bald kamen die giftigen Juden nnd 
rissen nnd zngen dem Herrn Jesu freisamlieh 
... ab seine Kleider». Id.. Schiff der Pen. 
94 3. — Ein Türke schreibt, dass die Christen 
tfregsam und nit so g»r nngBohickt lent seind». 
Adelphns, Türk. G, h». — 'Diefrgtamen und 
strytbaren Tornacher». Bingm., Cäs , 112*. 

Frensetin, kleine Franse. — «1 Üb. umb 7 
lot sydener frensdin 1418». S. Thom. Fahr. 

Fressijc. gefrässig. — Ein •freasiger föller*. 
Wimph., ChrjB. 10«. — «Des /resM^^en lÖwen 



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kyffel). Bithselb. a. Ib. — .Seind nfl die 
reichen fragiger und fäller> auch ohne FleiBch 
u den Fasttagen? Zell, K, 2\ 

FreBBling, FreBser, gonrmand. — Manche 
Geistliche sind itrewloee fTtsttinge, geitzige 
mietlinge». Capito Treger, E, 4 >>. — Bmnfeis 
Zehnden, c. 2 «. 

Frevel, Vravel, adj., unbesonnen, dann fre- 
velhaft. Scherz, 419. — 'Vrevde nÜBsetete*. 
1261. Urk,-Buch, I, 367. — .Wer aber so 
ftevd würde . . .>. Urasenheim, 13S0. Weisth. 
I, 673. — Menschen <die in also grosen fre- 
fän Bünden sint». R. Merswin, 9 Felsen, 5Ö. 

— <Eiu freod inan>. Eon. S90. — Ein junger 
Uensch, «der was so gar/retwlsinea rafites , . ,>. 
Eis. Fred., 1, 73. Et« — «Die amptleut (sind) 
daheym gar wild nnd /rewi». Guldin, Spil, 46. 

— «Der heisst frevü der unbedacht in ein 
Sach nillti. Geiler. Brös. 1, &ä ■. — 'Frevel 
und vermessea». Id.. Bilg. 162 b. Etc. 
•Es hat mich selber groazes 'wunder — das 
ich so frevel bin gewesen». Manier, Sobelm. 
f, 4 '. — 'Noch bab ich das von frevlem 
mnt gefordert . . .*. Ibid. E, 1 b. — iWie 
darffstn nan so frtwil liegen ?> (lugen). Unmer, 
Qenchm. y, 4 ». Etc. 

Frevel, sowohl temeritas, violentia, als die 
GeldbuBse daför. Schere 418. Seignenrs et 
lillages, 1% n. f. 

Freveln, einen Frevel bflssen. Scherz. 419. 

— «Wer euch, daa ieman uf ein verbotten 
gat füre, der /r««U 30 soh>. Qrnsenheim, 1Ü20. 
Weisth. 1, 674. Etc. 

Frewlicli, frowelieh, adj. von Frau, weib- 
lieh. S. FrauUeh. — «Mit bosheit wirt bewegt 
all zit — das frevAieh gemüt durch Eoiiohen 
Sit». Brant, Facetus, A, 3 a. — «Wipllohs ge- 
£ohleeht,/rBu>I»cAernammen>. Mumer, Oeachm. 
0, 3». 

Frid«, EinMedigung, Zaun. — Dem Vogt 
von Hohfrankenheim soll man «des dorfa frtde 
in dem bütze 17 schuhe weit ufthnn. dass er 
seine pferde . . . getresken und geweschen 
mSge in dem rore». 15. Jh. Weisth. 1, 74a 

Friden, pacificare. Scherz. 4S8. — <So der 
mensch gejrideter and geordneter ... in allem 
iine t&nde ist. . .> Tauler, 435. (74). — «Eine 
woleeordnete gefridett concienze». Nie. v. 
Basel. 379. 

Fridigen, den Frieden geben, berohigen. — 
• Do seind ire Hertzen gantz gefridiget worden 
von aller BetrflbnnK». Qeiler, Post. 3, 81 1. 

FrieD, Frigen, Freien. 1. Frei machen, 
befreien. Scherz, 420. — «Sin andaht (Denken) 
mag ein iegeüch mau, — Nach sinem willen 
leiten, . . . Frien oder twengen, — Sog oder 
Bo, her oder hin.. Gottfr. v. Str. 1, 233. — 
Die Seele <m&s blos sin and gefriget von 
allen bilden». Tauler, 10 (3). Etc. — <. . . daz 
dn gefriget werdest von allem unarte der 
nalure». Gebete, 14. Jh. — «Der sin hertz 
lidiget . , . und gefriget von allen oreatu- 
ren.» Peter v. Gengenbaoh, 1436. — Die Stifts- 
herren 'begerten das, dieweil sie von päpsten 
nnd baysem . . . gefreyet, das sie keinen zoll 
geben sollen». Brant, Bisoh. Wilh. 241. — 
•Erweit man mich ietz eq ein ampt, — so 
lind min nadeni alle samt — vorhin gefrit 



vor miner straf. — Was das bedüt, da merck 
ein sohaf». Mnrner, Nb. 70. — Luther will 
«das der bapst . . . alle kirchen gleich freien 
... sol , . .; das sol nit sein, als wenig ein 
keiser jederman freien sol». Id., Adel, J, 3 '. — 

. «Christus hat uns all gefreit, — das niemans 

I gült dem andern geit>. Id., Luth. Narr, 104. — 
«. . . . das gott allein die sttnd verzeihe . . . 
(und ans) von lästern freye . . . *. Capito, 
Troger, C, 1 1>. 

2. Privilögieren. — «. . . das men alle jor 
sol haben zä Strosburg eine gefrigete messe», 
Kön., 744. — Alexander V. «die barfüssen 
vaste erbi3hete \mA frigete*. Ibid., 616. — «Da- 
vor seind Pfaffen, Uüueh nnd Begynen nit ge- 
freiet: Geiler, Brös. 2. 64l>. — «Ye ein orden 
über den andern, ein closter über das ander 
. . . gefreyet ist». Wnrm, Trost, 5 ". — «Nie- 
mant mag den andern von gepotten gottes 

Ifreyen oder losschlagen». Capito, Pfaff. a, 2 *. 

' 3. Sicher machen gegen Angriffe auf die 
Freiheit. — «Es ist worüch ein grosse schand 

— das man die Strossen nit wilfryen. — das 
bilger, kouflät sicher eigen». Brant, Nsch. 77. 

— «Solt man die straszen alzit friert, — das 
bilger. kouflüt sicher sien». Murner, Nb. 84. 

4. Um ein Weib werben, heirathen. fienecke 
hat das Wort noch nicht in diesem Sinn. — 
«Wer sich nit enthalten mag, der sol freyen*. 
Wurm. Trost, 47 ■, Etc. 

Frilich, bedeutet nicht sowohl freiwillig als 
eigenwillig, mathwillig. — Man «sol ohtfrüieh 
in das laut der beschouwunge varn». Tanler, 
8 (3). — Sich «matwitl Beliehen and früichen 
an die creaturen gewöhnen». Id. 162 (30), 

Friachiiig, Frischling, einjähriges Sehwein 
oder Schaf. Scherz, 43t.— <fVu«ittnfaeovinae>. 
Ende 10 Jh. Urk.-B., 1, 38. — «Ein jerig larop, 
das do heisset ein frisdting . . . Ein swin, 
heisset ein /mcAtny». Eirchheim, 1829, Weisth. 
ö. 484. — «Ein site eines jerigen/rwcÄftfiyw». 
Marlenheim, 1838. Weisth. 1, 738, — Etc, 

Frist, Zeit. — «Des hab ich gdaeht zu 
diser friit*. Brant, Nsch. 3. — «Ein rinnend 
taoh ZQ winters friat-. Ibid. &1. — «Betracht 
... all friat — als (alles) das ein jeder reden 
ist». Brant, Cato, c, 81i. — «0 narr, gedencfc 
zu aller fri»t. — das du ein mensch und töt- 
iioh bist». Id., Nsch. 55. — Es ist ihnen 
verboten «kein spil zu tnn zu aller ffitU. 
Ibid. 76. — Gott verleihe Weisheit «den zu 
jeder friit — dir ir auzs gutem grund begern-. 
Brant, Layensp. 164 1>, — «. . , , das du jetz 
und zn diser friat — herwiderumb geschiffet 
bist». Murner, Virg, H. 2 ■. Etc, 

Fron. I. Gott geweiht, heilig. Scherz, 434 
u. f, — 'Frone getouge, dominica sacramenta». 
Herrad, 190. — «Das crütze /ron». Geisslerlied. 
Glos. 108. — «... an itm fronen creatz da 
er sieh selber seinem vatter auffgeopffert hat». 
Gnidin Spil, 43. — Die Joden hatten «bosheit 
getriban mit onsers herren frwüidiamen* 
(Hostie). Eon,, 759. Etc. — Christus gab seinen 
Jüngern «seinen fronen leib zu essen». Guldin 
Spil. 43. — «Das heiige /ron« crütz». Gebete, 
lö. Jh. — fronoUar, Fronmeaae. (Hauptaltar, 
Hanptmesse). Brant, Bisch. Wilh., 254, — 
«Von dem saeramente frone'. Marner, 4 Ketzer 



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£, 8 B. — «Do Bach er vor H&ri& /nM>. Ibid., 
J, 6 B. — «DsB Evangeli frone*. Mamer. Lied. 
tftiS. — Die Apostel «nffbraohten den glauben 
frw- Id, Luth. Narr, 41. — *Send uhb 
dein fMden frone — nnd ohriatlioli einigkeit». 
Id., Lied, 66». 

2. Dem Füreten oder dem OruDdherrn ge- 
hörend oder dienend. -- tDer bisohof aol nie- 
man das froneambaht (offioium publicum) Üben 
or ensi denne dea gesindeB sinaa goteBbuseB». 
1. Sladtr. Grand., 2, M. - tFronehotte* zu 
WiedenBoMen, ISW. Weisth, 4, 161. — Der 
JLbtiBBin von Hohenburg Büttel, •dem man küt 
fronebUtteh. BoBbeini, 14 Jh. Hanauer, Constit., 
ü64. ~ 'FronefiKher' des Abts von Ebers- 
heimmfioBter, ia20. WeiBth., 1, 66<!. — tFron- 
hof', so viel wie Dinghof, Andolsbeim, 1481. 
Herlisheim, 1454.WiedenEohIen,1364 Hanauer, 
CoDBtit , 196. Weistb. 4, 168. löU. Tarkheim, 
1364. Eeg. A., 271. Lutterbach, 16 Jh. Weisth. 
4, 105. — tDa Fronhof' sn StrasBbnTg, Platz 
zwischen dem MÜDBter nnd der bischöflichen 
Pfalz. QaBBen-Namen,277.— •Fronaeker, Fron- 
htUi, Froaematte. Fronreben* etc.. sehr oft, 

Fronde, ' tiefrSnde. Scherz, 4B6. 1. Dem 
Herrn resen-iertes Gnt, -wo die Bauern zn 
fronen hatten. — «Des lantgraven frönde*. 
Binmat. 1366. — <Der von Miilnheim frönde*. 
6eadertheim,1367.— iDerSchorbecher/nhKie 
BemolBbeim, lttT2. — Des Abts von Mnrbach 
<gefrOnde* zu Aehenbeim, 14. Jb. — «An den 
fr^nden*. Feldname an SO Orten, 13 Jb n. 
f. — Der während der Zeit des Weinbanna 
zu Münster und zn Tflrkheim aosgeEohenkte 
Wein, soll •gewachsen sin an des gotzbusea 
frOnde*. 1339. AU dipl, 2., 168. 14. Jb. Weisth. 
4, 207. — 

2. Frontag. — «Tria servilia dicta vulgariter 
dry/rontle>. Appenwiller, 1858. Bnrokb,, 153. 

FrSnen. prilnden, mit Beschlag belegen, 
für den Herrn oder BesitKer ein Gut in Be- 
Bchiag nehmen, arrcBtare. — <Eb aol nieman 
de hei neu unsern ingeseasen burger frimon 
noch bürgen heischen, der in für die sohnlde 
wol gesessen istn. 1.122. Urk. 2, HO. — S. 
Frontmg. 

FrSner, der der den Beschlag verlangt. S. 
frönm und Fronung. 

Frönling, Froner. Scherz, 440. — «aib 
meniges frönlinges unser herre (der Abt von 
Münster) bedarf . . . wenne man den frönhngen 
gebietet an dem sunnentag, weis tages sie 
koment in der wochen, ane dem samstag, bo 



— so frönt man bald den armen man, — das 
er nit bezalen kan . . . Wer die frihatng hat 
gehört, — der selb ouch frOnen von dir lert. 

— dann komt der früMr ein gros zai — und 
nf ein il, so went sie alt — bezalet sin mü 
grossem Kewalt*. Mamer, Nb. 140. 

Fros, Fresser. Scherz. 408. S. Fräs». — 
Bischof Johann v. Lfitzelbarg war <ejn fros 
nnd as ein gans oder einen cappen eft eime 
mole>. KÖn. 676. — •Dirre iBt ein trinker nnd 
ein froif. Eis. Fred. I, 329. 

Frnm. Scherz. 444. 1. Tapfer. — .Wie/rw»« 
diaer künig (Bnd. t. Habsbnrg) waz, so kam 



•Das inner Teil des Tempels, als wer es 
unser Chor da der Fronaltar ist . . ., das wart 
genant das Fronteil, sancta BBnctorum>. Gei- 
ler, Post. 2, 17 b. 

Fronang. Beschlagnahme, arrestatio. Seberz, 
486: 437. — <Eb boI iiieraans . . . arreste oder 
fronung nif der bürgere . . . guter legen». 
1322. Urk. 2, HO. — «Wo ietz ein man 
verdorben ist, — dem an lib and gut gebrist. 



frwnmeate nnd küneste heilt der ie ^ebom 
wart». Köng. 293. Etc. 

2. Tugendhaft, ehrlieh, ehrbar, bieder. — 
•VeepabiannB was ein frummer tngentlicher 
man, do übertraf doch TytnB Binen vatter an 
tagenden*, beide «worent/nnM keyser«. Kön.. 
346. — «Es ist etwan ein Eanftaian ein frum- 
mer Man, aber die Knecht seind Buben>. Gei- 
ler, Brös. 1, 96. — «Der fnim nnschaldig Jo- 
seph.. Ibid. 2, 62 b. Etc. — •Der hüt der hew- 
schreck an der sunn . , . — der hütet das ein 
frow blib frvmt. BranC, Nsch. 33. — «Eine 
froine frow sol haben gberd, — ir ODg«n 
schlagen zu der erd>. Ibid. 34. — «Wir bant 
, nit thon als j^-umme kind>. Mamer, Schelm. 
K. So, — .Torheit der wiber hab ioh taxiert. 

— die frummen nie mit schimpf beriert». Id , 
Nb. 280. — Man weiss dasB Homer «von 
frummen eren wiben — weder klag Doch 
Bcbimpff Bol trjben>. Genehm, b, 8 *. — «... 
doch hab ich etlich frumer ertzt erkeanei» 
(probiores). Murner, Gayac, 433. Etc. 

Fmmekeit. 1. Tapferkeit, Tadttigkeit. 
Scherz, 433. — «Wir haben von siner fhmdxif 
~ Märe nnd märe vi\ vemomen.. Gottfr. v. 
Str. 1, 68. Etc. — •Bittere und junge löte, 
die darob ftamkeit and ofentüre fbrent in 
frömede lant.. Xön., 288. — Sie woUtan «ire 
frumekeit erzongen*. Ibid. 827. Etc. 

2. Ehrbarkeit, Biederkeit. — <fVw)utett birt 
Eer.. Geiler, Brös. S, 89 b. Etc. — .Wer off 
sin frumkeit halt allein, — und ander arteilt 
I boB und klein, — der stoBzt sich offt an herte 
stein», Brant, Nsch. 31, — «Wer gerecht ar- 
teil sprechen wil, — sol im selbs nit trawen 
zn vil, — hab rat und volg den weisen, — 
so mag man sein frömkeit breisen*. Id., Layensp. 
167 B. — •AuBz/rwnfttCT'f wech set Würdigkeit- . 
Id., Epigr. Zarncke XXXVm. — Man findet 
• wer ein herx ietz ist, — 'das im an fnitnkeit 
vil gebrjBt», Mnrner, Nb. 206. — «, . . geiBtlich 
sein vor angesicht, — und halten dennocht 
frumkeit nicht», Id , Schelm, g. 7 b. — «... das 
ir nit von der frumkeit wichen». Id., 4 Ketzer, 
N. 8 b. — «ülenspiegel gelopt im grosie trüw 
und frumkeit*. Id. Ulensp. 91. Etc. 

Framen, Oefrnmen, Fjriimen, Fromen, verb. 
Scherz, 433. 1. Nützen. — «Die frechen Bri- 
tane — Die erkunden im da mit gefrumen*. 
Gottfr. v. Str. 1, 77. — «Da /rumtm beiden 
samt, daz list — Wider list gesetzet ist». 
Ibid. 1, 190. [Frwnten ist für ftvmt in, ihnen). 

— «GeiBtliohe rftwe ane tiptiche erbeit niht 



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rumtl der sele>. Bihteb. 68 — <Sd wfird es 
j.a viel gutem kuraen, — und alle criaten- 
menschen frumen'. Hnrner, Lnth. Narr, 41. ;v 

2. Fördern. Die Eigenleate der Äbtiasic 
von HohenboTg sohwören 'tr ere nnd ir gefüre 
i&fromeade', 14. Jb. Hanaiier, Constit, 216, — 
•. . . also das unser deheiner dem andern einig 
leit thaen soll noch frommen se thnende*. 
lall, Als. dipl. 2, 171. — «Daz sü gespiset 
vnrdent nnd gtfrontet von der reinen lere-. 
Eis Pred. V, 23. — Ob dn Jemanden ischaden 
gätete oder gefrümtett an libe oder an gGte>. 
Bihteb., 60. 

i). Etwas als Becht verleiben (oder einfach 
fördern?). — BIntgerieht »aol ein geisclicbe 
persone weder ban noch fruuten' dat. Text: 
CSC habere necdare), 1. SCadtr., Grand., 3, 47. 

4. Bestellen, halten lassen, besonders Messen. 
" Hätte ich Jemanden der «alle taee eine 
messe nmb mich frätate . . .>. Eis. Pred. 1, 64. 
~ 'Do ime sine hosfrenve .... selemesse 
frömU . . .».. Ibid. 2, 16, — Was dem Leot- 
prieiter gegeben wird, n, a. «von messe frü- 
»MB». 16 Jh. Hist. de S. Thom., 40«. — Man 
ranss zahlen <bie oppfergelt, do messe vrüment. 
C'onr. V. Dankr., v 470. 

ö. Spenden, — Die vom S. Veitstanz be- 
fallenen sollen zn Zabeni in die Kirche geführt 



Anmerk., 1088. Seherz, 1210, meint: •pfrymeit 
forte pro prime»; Prime ist die erste der canon- 
ischen Hören, 6 Uhr Morgens, was hier keinen 
Sinn gäbe. Ifrymm ist nichts anderes als das 
popnlär ans gesprochene Krumen. 

6. Thun. begebn, — -Liebe an im wnnder 
fnimett. Gottfr. v. Str. 1, 15. — «Als ich . . . 
rede ergeben sol aller minre Bünden die ich 
ie gefrümete, wan ich zft bihte nnd zb bftsze 
komen bin». Oebete, 14 Jb, 

7. Verkünden, proclamieren. Vergl. Schmeller, 
1, 819. 

FrDmen, Fromen, snbst., Nutzen. S oh erz, 445. 
— « . . , swer 7,e sinem fromtn — Mit sines 
frnndes schaden wil komen, — Der treit im 
kleine minne». Gottfr. v. Str. 1, 254. — < ... in 
/rommen und schaden». Tanler. 82 (6). — «Der 
Btette 2fi Straszburg zfi nutze and zfi/rumen». 
18S*. Kön.. Beil , 982. — ... . umb iren frum 
nnd umb iren nutz . . .». Eis. Pred. 1, 247. — 
Ein Känfer von Gutern erklärt, sie seien in 
seinen «nutznnd/romnwngentzlichen kummen». 
1437. Beg. AÄ, 29.Etc. — <Sohwätzcn me achad 
dann /rommm bringt». Brant, Nscb. 88. — «Es 
bring mir schaden oder /rummen». Morner, 
N'b. 243. — «Doch bracht das glück ir keim 
ein /rommen, dass er zn Und mocht wieder 
kommen». Id., Virg. h, 8 *. — "Das wird dir 
ewig bringen /Hirnen». Id., Luth, Narr, 69. 

Fruste, Gefrflst«, Frost. Scherz, 446. — 
(resch&he es «das die müle von früite gestände» , 
so daas man nicht malen könnte. Eeimsbrnnn, 
14 Jh. Weisth. 4. 93. — «Es kam ein also 
eros gefrvtU...'. Clos., 39. — «1363 an S, 
Thomans tage . . . do ving an eine grosse kette 
und «efnltle». Eon, 865, 

FBcbte, Feuchtigkeit. — Lüderlichen Ar. 
beitem ist nur «wol bi der winfüchl.i Brant, 



INsch. 61. — <In den coleriois ist zu vil hitz 
und dürre, — und haben mangel an füehte: 

l Mnrner, Gayac 437. 

Fneker, Handel. — Mnrner, Adel, k, 2 b. 
Fag. mase., vuoc. 1. Schioklichkeit, An- 
ständigkeit. — Er halte mit Kleidung «solob 
moBZ und füg, — das er sim ampt oncb tftg 
gentig». Brant, Moretos, a, 2K — 'So lang 
ich deC mim ampt eenüg, — hat ich vor gett 
glimpff, ere und fSg'. Muruer, Geuchm., p, 
3 a. — Ein Prediger klagt über die Sünden 
des Clerns luff der kantzel. do es hat — weder 
glimpff nnd weder fugt. Ibid. g, 3 «, — «Was 
obstat ist alles kinderspil, ^ das nooher kumpt 
das ist zu vil — nnd ist zu grob mit greten- 
schtmpff, — es hat auch weder /£j7 noch glimpff». 
Uurner, 4 Ketzer, E, 3». 

2. Das was passend ist, was sich ziemt. 
Ordnnng, Becht. — «Wolte ein Sohnlmeister 
die letzte Stat halten in der Schul, das het nit 
Fug, war ein Tborheit». Geiler, 7 Schwerter, 
G, 6 a. — •Worlich sag ich es hat kein füg, 

— es ist mit düncken nit genfig» (nemlich beim 
Bechtsprecheni. Brant, Nsch. 6. — «Sitzen bim 
ofen ist sin (des Trägen) füg*. Ibid. 92. — 
Es «sucht ein jeder sinen/i!fr'- Humer, Genehm, 
J, 1 >>. — < Wer hie sins^jr« nit finden kan , . .». 
Id., Nb. 32. — «Ist die dat (That) nit bös 
genfig. — so hab ich hie zu ston kein füg-. 
Id , Geuchm, z, 8 a, — < ... So band wir eer 
und guts genög. — nnd unser Sachen guten füg' . 
Id., 4 Ketzer, J. 6 a. 

3. Fügliche. passende Gelegenheit, günstiger 
Moment, — «Kan er üia f&g damit erwarten, 

— so schafft er im sin eigen gwin». Murner, 
Schelm, d, B ■. — «So bald den füg ein 
wib ersieht, — das er sich also gschickt er- 
zeigt . . ,». Id., Geuchm., i, 4 ». — «Judith 
mit schäm ersucht eia füg, — blsz sie zuletst das 
houpt abschlug — Holofeme irem find». Ibid. 
c, 4 a. — «Ich stand darvon. wil es hat füg*. 
Murner, 4 Ketzer. J, 2 ■. 

4. Passendes Mittel. — «Als sie kein list noeh 
\füg erfunden — das sie den bmder tSdten 

künden....» Murner, 4 Ketzer, L, 2ti, — 
Amicus «der zum jagen kondt allen füg*. 
Id., Virg. f, 8 «. - .... das ich jetz mit 
geschfitzes füg — das schedlich weib bring 
umb ir leben». Ibid. n, 6 b, 

6. Füglicher Grund. — «Die Ursacb die du 
fürwendest ... hat kein Fug noch Kraft». Gei- 
ler, Post. 8, 79 b. Etc. — .Des kriegs hond sie 
ursach und füg*. Mnrner, Virg. Y, » ■. 

6. Das Verfügen über etwas, oder aaoh: was 
einem zu Verfügung steht. — «Doch wer der 
ander mechtig gabg, — und het der glider 
grossen füg'. Mnrner, Virg. P, 2 ,». Etc. 

FUgel, das von der Bef^uchtnng durch das 
Männchen im Vogelei befindliche Samenklümp- 
ohen. — Das Eiweis «hat ein Fleoklin, nennet 
man den Füget: Geiler, Schiff der Pen. 112a. 

— Die Sele Christi »ist die Wisse des Eigs on 
allen Fügel, nit gantz glich der Wisse eins 
üblichen Eigs, wenn die Wisse hat ein Fleck- 
lin, nennt man den Fügel, aber diesen Füget 
hat unser Wisse, die Sei Christi nit>. Id., Bilg, 
218 •>. — Nach Jac. Grimm, bedeutet Füget 
ursprünglich nichts andres als Vogel. Das 



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113 — 



Wort gehört weder der elsKssischen noch der 
BchweiieriBohenMaDdartan. Vrgl. Grimm4,3B3. 

Fügeo, 1. P&Hsen — «Wer reden wil, so er 
nit sol. — der fügt in narren orden wol*. Brant, 
Nsoh. 22. 

2. Sich verfügen. — «Wir theten uns dann 
atl heim fügm: Murner, Virg. D, 8 1>, — .Er 
bat sie durch den lufft zu fliegen — nnd za 
dem flnsiem loch zu fügen: Ibid. R. 6 ■. 

8. Sich anschicken. — Daretes .ward gejaget 
hin nnd her . . . , — dann Entellns der füget 
sieh — in da zu üben gehelioh* Ibid. P, 2 b. 

4. Ganz allgemein : thnn. — <Dann ich dir 
ietz zu wiesen füg. — das du mnst haben grau- 
sam krieg*. Ibid. B, 3 ". Etc. 

PAl, fanl, morastig. Tergl. das engl. fonl. 
Scherz, 448. — «In der fulin gewando. West- 
haasen, ISOi. — «Die ftde matte*. Erauter- 
gereheim, 1266. Wickersheim, 14 Jh. — 'Das 
fuibnicht. Oberehnheim, 1848. — <Die/Uacter>, 
«der fule bume>, an mehreren Orten. 18 S)x. 
a. i. — <üf die fuiingen-, morastiscbe Orte, 
Eerzfeld, 1S06. Lixhausen. 1317. 

Fälen. 1. Faulen machen, verderben. 

5. Faul werden, faulen. — «Das körn ftilet 
in der ernen*. Clos., 133. — «Der win an den 
reben fukte>. Kön.. 774. 

Fülerei, Faulenzerei, — Der Trägen <fuk- 
rei ist mancherlei*. Mumer, Nb. 190. 

FnleEen, Fnizen, faulig schmecken. — 
'Fuütet (der Wein), man aol in nemen, das 
ist von der dt» (kommt von der Zeit, ist nicht 
der Leute Schuld). Gemar, 14 Jh. Hanauer, 
CoDBtit. 35&. — «Noch herbesto der win daz 
mere teil kräng und seyger wart nnd fuUtett'. 
Kön., 774. 

Fnlkeit, Faulheit, Trägheit. — •Fulkeit er- 
danckt ein werwort bald». Brant, Nsch. 93. 

— «Die eiter. die ir (ihrer Tochter) ftäkeit 
wissen, — and dich mit ir hont gar beschis- 
aen . . .>. Mnrner, Nb. 304. 

Füllen, nicht blas, wie GÖdeke. 160 (Mnrner) 
meint, Völlerei treiben, sondern überhaupt viel 
essen und trinken. — «Von/iU2«n und prassen*. 
Braut, Nsch. 18. — «Soffen, brassen, schlem- 
men, /ü!t«i». Mumer. Nb. 160. 

FäUerei, Falle, Fresserei. — «So dn der 
FüOerei nachhengst und dem Schleck genug 
wilt sein, nnd wilt nit ein BenQgen haben eu 
deiner Notturft, sonder allein nach Lust es- 
sen . . .». Geiler, 7 Schwerter. G, 2 b. — 'FüUerei, 
Fressen und Saufen*. Id., Selenp. 203 a. Etc. 

— «Ein strick am hals wer eim geeuudt — 
nud Wäger, dann solUch fWery trjben ....>. 
Brant. Nsoh. 19. — Wir «solten den schaden 
ansehen der teglich usz soilicher faüerei ent- 
stadt* (orapula). Mnrner, Gayac, 458. — «... 
bei den tischen sanffen, fressen, — und keiner 
füßerei vergesseu*. Id., Virg. n, B ■. — «Got 
geb was langes betten thü, — nach der fäie 
(füllei am bett ein rfi*. Id., Luth. Narr. 37. 

— «Die füUerei macht unsinnig*. Adelphus, 
FIcinus, 138 b. — «... sieh vor trunkenbeit 
bäten und anderer .^Uler«**. Fries, 1091», — 
«... als ob füüerei nachgelassen were, so man 
freiheit der speisen erlaubt, als obs nit zweierlei 
red weren, dn magst dich allerband speisz 
brauchen, und magst/ä^ret treiben*. Zell. i. 4 ■. 



FUllerich, FUller, Fresser. - •Di&fiOUrüAe 
und trunckenbolte*. Claus v. Blov. — Christas 
spricht: «jetz sprechent ir ich sei ein FüBer 
und ein Froes*. Geiler, Post. 2,481'.— «Wer 
ist der Amasa, der des Schwertes olt war- 
nimpt, denn der Teufel zum Maul an das 
Kinn greift und in zu Tod sticht? es ist ein 
Fmerüh'. Id.. 7 Schwerter, G, 2ti. — Ein 
Geiziger bedenkt nicht, dass er sein Got «eim 
^ombden /äUer spar*. Brant, Nsoh. G8r — 
«Die füBer wissen nit wie sie leben*. Mumer. 
Gayae, 466. — «Das podagra weiszlich tut. 
das es nnr bei den reichen füBem sein will* 
(crapnlones, ebrii et deliti&rii). Ibid 464. Etc. 

|— Eeiohthnm hat «nie keinen fressigen /äSB- 
und prasser gelert messigkeit*. Wimph . 

i Chrys., 10 ". 

I Fnlment, Fundament. Scherz, 1318. S. Fful- 

\ment. — «Also ir sehent dise kilche - . ., dai 
fundament, die mnres, die steine . . .*. Taoler. 
466 (79), (var. fulment). 

Fund, Fündling. Erfindung, bes. trüge- 
rische, Kunstgriff, Kniff, im plur. Bänke. 
Scherz, 460. — «Und ist der behender /Wmfe 
also vil . . *. Tauler, 27 (6). — Sie brachten 
es dahin «mit Iren listen und mit iren nöwen 
futtdtn, das . . .*. Kon.. 783. — «Das ist n& 
der nüwe /und*. Altswert, 5. — «Der Künig 
hei gern einen Fund erdacht, wie sie die 
Christen möchten ti3dten*. Geiler, 8 Marien, 
44 b. _ »Von nüwen /«ndeti». Brant, Nseh. 
7 (Moden). — «Ein fand kam dem andern 
wicht*. Ibid. — «Alt beschiBz jetz von den 
boren knnt, all tag haot sie ein uuwea/wit*. 
Ibid. ?9. — «Jetz bringt uns der frantzos ein 
/und, — das er schier gantz entblösset knmpi. 
— und dreit ein zart rein hembdlin an — 
das knm am hals beliben kan>. Morner, 
Geuchm. n, 1 b (Mode). — Sie «band betracht 
so manchen fum — wie der gouch umb sin 
federn knmpt*. Ibid. h, 4 ». — «Er nit wis7t 
ein andren fund — wie er doch zu ir kom- 
men knntf. Ibid. q. 3 K — «Holofemes datten 
zeigt uns an — was list und fünd ein wibli 
kas*. Ibid. r, 1 b. — «Noch sind vil tosend 
list und fundt. Ibid B, 3 h, — .... der mit 
betrog, mit list nnd fund — ein liebende be- 
triegen kundt*. Mumer, Virg. L, 6 ». — Sie 
•haben vil nüwer fand nnd list». Id., 
Loth. Narr 16. Etc. — «Sie machen andere 
kleidcr, nüwe und*. Pauli, 121. — «Das abtbnn 
menschlicher /und». Botzer, Neuer., F, Si*. — 
Messkleider sind «eitle /ündJi'n*. Ibid. G, 4b; 
L. 3 >>. — «Es ist . . . der geschwinden häpsi 

fündiin eins». Bmnfels, Zehnden, b, 4 ». — 

«Heimliche ond böse/äniUin^«*. Appell, b, 1 1>. 

Fündig, erfinderisch, listig. — «Welcher 



«... so fündig wissent sie geferden*. 
Geuchm. b, 8 b. — «Judith, ein findiges veib*. 
Ibid. r, 4 b. 

Fünfsig, Boaenkranz, wegen der 50 Kü- 
gelchen so genannt. «Unum pater noster dic- 
tum ein korallen funffteigt. 1376. (S. Thom- 
Areh.) — «Ein katzedonygen fimftgig^ (von 
Chaicedon). 1440. Str. Bez. Arch. — «Ein 
fänfteig mit Jaspissen*. 1440. Ibid. — Stirbt 



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eine snBsfitsige Fiaa, bo bleiben von ihrer 
HinterlsHseiiBchaft den andern Fraaen n. a. 
*h6füHfltiget. Ontlente-Ordn.., 169. — Mancher 
möeate 'ein fünfttig das selber bettet». Fred. 
iDgolte. 

VÜT, oft für «r, wie in fürbnnien = v 
bnmen, ßralinden = versUnden, (firrihen 
verzihen, etc. S. diese Wosrte. 

Pfir. 1. Fuhre, Fnhrwerk, Fahrzeug. — *] 
teil iNanen) kein für hant fiberal, -•— die 
Btieben cuher wie die yrnrnen, — vil nnder- 
Btont ea dem schiff Bchwiiumen>. Brant, NBch. 3. 

2. Fahrt. ~ Han nnterBUcht lOb man hah 
nmlt die gsnts weit /ür> (ob man dämm 
fahren kann). Ibid. 65. — Die Schifflente <ee 
sie werden eins der f&r . . . • Ibid. 96. 

Cürbleten, vor Gericht laden, — «Ich 
fSrcht eB sie ein Bottenstab, der mir wil fOr- 
biettn in dem SchnltheisBen zn kommen». 
GeUer, Büg. 76 ». 

Ffirbfindig. aosgeseiehnet. Benecke, 1, 186. 

— *Ein ort das furbümdi^ was gelegenheit 
halben und Banst nach mit fleisz bewaret>. 
SJngm. Cäsar 36 >. — In der ersten Cohorte 
einer Legion 'mnBzten fürbündipe mesner an 
dem geadileeht nnd an knnstseini. Ibid. 7 a, 

FIlrdenkeB, Verdenken, sich erinnern, 
Scherz, 1787. — <Das Ftü'denken, hominnm 
memoria». Sohmeller. 1, 745. Erhalten im Wort ; 
nnvoTdenkitch. ~ «Die recht . . . sind gewe- 
sen . . . von solcher zit die nieman v&rdmket'. 
Kirchheim, 1329. Weisth. 6, «M. - .Es ist 
niemand so alt, der die recht verdenJeen kan>. 
Yendenheim, 16 Jh. Weisth. 5, 466 (der sich 
an den Ursprung der Rechte erinnern kann). 

— Das Thomaskapitel hat gewisse Zinse zu 
Kckbolsheim genossen <so lauge daz das nie- 
man terdekte*. 1899. Reg. A, 140. — 'Je and 
ie so lang das iemau fönkht . . . *. 1430. 
TacherzDuft 1, 40. — «Bin alt harkommen, 
BOlangedasjemand/(irdmi«(>. 1488.GoldBchm.- 
Znnft, 18. 

Fflre, fem. Scherz, 460. 1, Nahrung, Unter- 
halt. — • ... Bit ich als armer füre bin, — 
Bat, herre got, was ich get&>. Gottfr. v. Str. 1, 66. 

— I>ie Bttrger von Oberhergheim sollen das 
Fronfohlen •lugäter/iirB haben». 14 Jh. Weisth. 
4, 136. 

2. Anfführung, Betragen. — «Cwer man 
pfliget mit andern wiben böser füret. Här- 
lein 19. 

Ffirelter, Voralter, antipendinm. — «Ein 
fürüter zft negende». 1418. S. Thom. Fabr. 

Fflren, nähren, füttern ? franz. fourrage. 

— iSpis die ein Mensch entpfooht, die selb 
BO lang sie in irer Art blibt, 6a fürt oder närt 
sie ein Menschen aüt; sol sie filrtn, so mnss 
sie zn nüt werden verändert». Geiler, Post. 
2, 67 a. — *Die fürmdt Kraft», vis nntritiva. 
Id^ Selenp. 67 a. 

Ffirgang. Scherz, 463, Fiirgang haben, pro- 
cedere. — Eines schlechten Rathsberrn «urteil 
mag kein fürgang hao». Brant, Lajensp. 167 b 
(es kann nicht nach demselben pro cedjrt wer- 
den, es bleibt kraftlos). ~ <Wo das recht 
ein fürgang hatt, — und sie tich rechtlich 
betten thon, — kein ander hetCens lassen 
ston ..... Murner, 4 Ketzer, Vorrede (wäre 



man streng nach dem Recht vorgegansen, 
hätte man nach dem Recht procedirt). — «Ein 
kleine irrung im anfang, — wan die nimpt 
weiters ein fürga^, — so wärt ein grosse 
irrung dmsz». — Ibid. G. 1 b, (wenn sie wei- 
ter fortschreitet, sich verbreitet). 

Ffirgebot, Gebot vor Gerieht zn erscheinen. 
Scherz, 468. — <Z& jungest versohribent die 
kurfQrsten dem künige Wentzeslao mitfürge- 
botUtt, das er kerne gein Laynstein». £än. 
497. — Wer von den Itrassbnrgem etwas zn 
fordern hat, «der solt sti für geriht« laden 
mit fürgebt^Un und anlettzbriefen». Ibid. 683. 

Forgeding, Vorbedingnng, Vorbehalt — 
Ein gonch soll all sein gut mit den weibera 
verzehren <on alles /Or^edMi^ und verschriben». 
Humer, Genohm. e, 1 ■. 

Fürgriff, Vorgreifen, Vorbehalt — «Snndet 
Fürgr^, on allen ZusatE». Geiler, Trostsp. 
£E. 2 0, — «Diser Mensch ist nit schuldig 
ein Teil, es sei welches es wöU, zn erw&len 
OD Zusatz SohletzB und Fürgriff», sunder er 
sol die Wal and Urteil ufbchlahen». Id., 
Selenp. 3091' ; Christi. Kün. CC. 3 b. _ Das 
mir unverständliche Wort SeMett führt Scherz, 
1417. auf das von Frisch, 3, 196, erwähnte 
niedersächsische Schtete znrBck, das Unkosten 
bedeutet loh weiss nicht wie ein nieder- 
sächsischer Ausdruck nach Strassburg sollte 
gekommen sein; auch passt Unkosten nicht in 
den Zusammenhang. 

Ftirheben, vorhalten, vorwerfen, — 'Der 
hebt gott sin onmächtigkeit. — der ander im 
ein marter für*. Brant, Nsoh. 86. (nerolioh 
Flacher). 

Fürhonbet, Vorhonbet. Scherz, 468. 1. Ober- 
haupt. — Ein Priester sollte predigen vor 
den ttorhovbetm and prelaten der eristenheite». 
Härlein, 81. 

S. Grasiger Band am Ende eines Ackers. 

— Wer einen Acker pflügt «und machet an 
ieglicbem ende ein fürhouft . . . > Olvisbeim, 
I49B. Weisth. 6, 470. — «Dimidias ager nnd 
ein fürhoubety. Griesbach, 1344. — «Unns ager 
mit dem fürhoupU. Dettweiler 1609. — Die 
Äbtissin von Niedermünster hält zn Sermers- 
heim 12 Rinder, «die siditt gan nmbe die 
fürhtmbeU ane schaden». Ebenda hat sie vor 
der Ernte ein Boss, «unde sol ein banwart 
deme sniden an den fürhoubeten einü bürde 
kornes, unde an den maten einü bürde gia- 
seB>. 1S86. Hanauer, Constit, 88. 

Fiirln, feurig, — «Die fiurine strale ...» 
Gottfr. V. Str. 1, 70. — «Die fürinen pfile». 
Tauler, 466 (81). — «Ein kleines swartzes 
tierlin mit /örtn ougen». Nie. v. Basel, 179. 

— «Got het eine färin mnre darumb gemäht», 
KÖn., 236. — «Ein rtannswert». Fred. Ingolts. 
~ «Der fürine Himel der Selikeit- (Em- 
pyraenm). Geiler, Pred. v. Maria, 5 ». — 
«... als in einem glüenden fmrinen Eisen». 
Id., Ev, mit Ussl. 26 a. — «Salve, o da/ttrSM 
Säle». Bosenkr. Brant, D. Ged.. 9. < Man sah 
•am himel hl&t and /arm schilt». Donnerst 
Brant, D. Ged., 23, — Der Vulkan «speiet 
feurin funcken ausz». Murner, Virg. J, 6^. 

Fürkauf. — «Wucher nnd /ärA(^>, Brant, 
Nsch. 89. — Man handelt schädlich «mit dem 



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farkouf, mit den renlen*. Hnrner, Nb. 196. 
— •Noch £fteht ei an »n fürionf triben, — 
dobi der arm mao moBz beliben, — und maeht 
ein tfirnng in dem laad>. Ibid. 195. 

Ffirkttnfer, Yoranskänfer. — tFürkeufer, 
Wnaherer nnd in gleiotieii . . . Fürtattfen and 
Thüre machen; es seiot die die im Herbst 
Wein samlen nnd ia der Ern Korn, das sie 
es darnach thürer geben». Geiler, Narr. 186 ■. 

FHrlaBz, das VoranslasBen. ~~ «Sit ich den 
fMius hab gethon — von denen die mit 
falsch ambgon, — so Qnd ioh noch die rechten 
Knaben, — die hi dem narrenschift nmbtra- 
ben>. Brant, Nich. ^. (Im vorhergehenden 
Kapitel ist von den Falschem und Betrügern 
die Rede; Brant sagt nun ein&ch, er habe 
dietelben voraus lassen gehen. Die subtile 
Erklärung Qddeke's, 3U, ist überflüssig, eben 
■odieimWörterbiichvonGriDua,3, 1406 ;4, 764. 

Fttrlauf 1. So viel wie VorUnfer, praecnr 



Fanlchtigkeit. 1. ToTsehiuig. — «Gotta 
gnad nnd fär»üAtaieit>. Brant, Nscb. 30. fi6. 
— iQota f&tiüAtigkat- . Hnmer, Adel, A, S ■. 
Etc. — < Wie grosE ist die sorg gStücher fiir- 
HdUigkeü gewesen gegen dem volok derjndent* 
Wimph, Chrys 14n. Etc. 

3. Vorsieht, Klugheit. — tFartiehtikeit on 
Einfalt ist ein Betrüglicbeit oder Listigkeit*. 
Geiler, Seienp. 162 a. gtc. ~ 'All starck and 
; all füTtiehtikeü — stot zu. mir ein, spricht 
die wisheit». Brant, Nsch. 84. ~ 'Oliehsea 
dorheit noch gelegenheit — Ist offt die grSsst 
fürnehtiktitt. Id., Cato, b, 1 b. — «Doreh 
deine (des Kaisere) fürtiehtäceitt . MnrneF, Adel, 
Ä. 4 b. Etc. 

FBrspreche, Advokat Sehen 465, — «Ist 
der färspreehe niit wise an sinen Worten z& 
tedingende . . .>. Eis. Fred S, IIS. — Wir 
haben .einen vogt nnd einen fOrtpreehen*, 
Jesnm. Ibid. 1,28?. — Es soll 'niemant in ämt 



Bor, Vorloafe, masc. Ben. I, 1047. ~- Beim 1 gericht reden dan durch sinen fürsprech*. 
Tanzen <ist hochfart und äppikeit, — und Enschingen, 1420. Weisth. 4, it. — Etc. — 
fOrlouff der nnluterkeit». Braut, Nsch. 60. — Maria «ist eine fürsprechin and eine sünerin». 
(Falsch, nntmw, bsehisz wiiit jetz gspurt, ~~- 1 Eon , 602. — iWann die Znngenkremer, die - 
das ist dem endJcrist gut f&riouff». Ibid. 9B. — Schelck, die Färspreeheit nnd Procnratores, dieh 
Warnm Oddeke, 110, die erste dieser Stellen an dem Hechten umbziehen, nnd Ghlt von dir 
erklärt durch: was znerst vom Fasz fliesst, : und deiner Widerpart nemeu .'. .*. Geiler, Et. 
sieht man nicht ein. [ mit Ussl. 89 b. _ «Die StX. Schar der Narren 

a. Schneller Lauf um einem andern zuvor- 1 ist Scbwetznarren. Ich wil hie nit reden von ~ 
zukommen. — «Die pferd ein füiiiwff betten ' den Fürtprech^, die doch die ersten seind ia 
gmacht, — wie sie inen entgegenkemen — 1 diser Schar, die sich berümen sie weiten ein 
und aller Strassen weg einnemen». Uumer, Nnss ab dem Banm reden und es sei kein 
"" ' " Brief so gut. sie wolt«n ein Loch darein 



FDrIanfen, durch Laufen zuvorkommen: 
etwas fiirlaufen. es übereilt erreichen. — <Du 
färlauffett die Anfechtung, und also hastu syn 
gewonti. Geiler, Brös. 1,42 b. — <Hancher 
färio^fft imselbs sin tag. — das gott in nim 
erhören mag>. Brant, Nsch. 47 (i 
iohnell zum Lebensende) 



reden». Id., Narr. 66«. Etc. — -Vale (Maria) 
/Qraprecftrtt». (advocatrix). Brant, Bosenkr. 
D. Qed. 16. — üngescliickte Liebhaber «mfis- 
sent ein fürsprtehen haben». Murner, Genehm. 
0, 1 ■. — «Das ist ein ampt des fänproAei». 
das er die richter bericht*. Pauli, B5. — 
I 'Christus . . . allein unser mitlernnd /ünpreA 



FOrltfiffer, VorlSffer, Diener, Ausläufer. — j ist vor gott.. Wurm, Trost, e, 4 «. — Dasy- 
loh «tet die hnstüre nf und gle oach hinus I podius : •Färtprech, advocatus, causidicas>. 
und Fant den vorUffer do sitzende». Nie. v. — Heate noch in der Schweiz gebräuchlich. 
Basel, 3S3. — • . . . sü frogete ^e/ürlöifferin 1 Fürstünder, Vorsteher. — «Ion würd jnea 
in der dosen». Nie. v. Basel, ms. | Kinder zn färständer geben*. Zell, E, S a. — 

FUrmand, Vormund. — «Der Vogt, gwalt- «Ich bin ein /»ratender, ein landsherrU fiedio, 
hftber und /äntmndt'. Brant, NsM. 70. — ] Zehnden, C, 1«. — «Höret jr fürstenderl* 
«Vogt, gwalthaber und färmutid'. Murner, | Ziegler, Register, a, 8 b, — «Die Vorstender 
Nb. 81. — «Die fürmynder oder vögt der i des worts». Hrunfels, Zehnden, C, 8 a, 
Kinder Id.. Instit. 15>>. Etc. I Fürtuch, Schurz. — «Zwilche zA secken 

FUrschos, <per ealamum resignare quod and /& färdüchem-. 1416. 8. Thom. Fab. — 
vulgariter dicitur fürnchote-. 12ö6. Strasab. | «■ . .fürdüeher und hemder . . .». Panli 184. — 
Urk.-B. 3, 64. Vergl. Veraehiessm. Schotatio. 1 «Hec ein Frau ein wüst Toch, nim eineD 

FUrfM:hntz, etwas das wie ein Schnss schnell , Eafenlumpen oder ein F^ätiuch . . .> OeQer, 



vorübergeht. ~ Die Verklärung Christi 
nit in bleibender Weiss, snnder in eim Duroh- 
louf und in eim Fürtchule, verschwand bald*. 
Geiler, Post. 2, 29 '. 

FUrsehen, vorherbestimmen. — «, . . meinen 
das 00t unrecht handelt mit denen die er nit 
predestiniert nnd fürächt zu ewigem Leben». 
Geiler, Narr. 130 1. Etc. 

Flirsehuiig, Predestination. -- «Also hastn 
was da ist Predestjuatio, Gottes FUndmng'. 
Geiler, Narr. 120 a 

Fnrsichtig. klug. — «It sollent sein für- 
tiehtig als die Schlangen», Geiler, Seienp. 
J62 a. Etc. 



Seienp. 108 b. — «Die geistlichen Vätter suchen 
otwan den Beginen und Nnnnen und den jungen 
Witwen die Bosenkranlz an den Armen, oder 
in dem Busen oder under dem Fürtuchr. 
Panli, 29 «. — Dass die Frau «ir fürt&eh nit 
nf borg hinweg lihe> (sieh einem andern gebe) 
Murner, Genehm., e, 2 a. — «Do lernt iclt für 
studieren bulen — in dem unnützen irrigen 
bäch — £u latein der megt fürdiidf. Id., 
Schelm, b, 4 ». — Zu dieser Stelle, derea 
Witz er nicht verstanden hat, macht der 
Herausgeber der Schelmenzunft, 1788, p. 81, 
die merkwürdige Note: «mächte doch ein 
bibliographischer Utterator dieses Buch niher 



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ftRieigen, von dem ich aller Htthe ungeachtet 
oiehtB hab« ansfindig machen künnen*. — «Man 
findt der geaeh no<ä mer off erden — die also 
genchiBoh künnea Verden, — das sie das 
lümmelB^ ewig leben — nmb äreden /Sr- 
<Üc& dörffen geben>. Jlorner, Qenchm., s, Sa. 

— tWo fronw Tenns fürdueh ist, — do selbest 
witz and sinne briat». Ibid. p, 2 b.— «öot 
sei gelobt, . . . das wir nnnnen, mSnoh nad 
pfaffen — das färt&ch mögen übergatFen, — 
ich mein dae selbig färtieh Bobon, — das alle 
ding macht nndergon«. Unmer, Lntb. Narr 
136. Der figürliche Sinn aller dieaer Stellen 
üt lilar genug. GoU, 365; «Praeoinctorium, 

FUrnng, Nahrung. — «Einer der do ar- 
beitet, dem KBhört me leiplicber Fürunf za, 
denn einem der nit so vil oder schwer Arbeit 
thot». Geiler, Selenp. 39 ■. — Schmid, 209. 

Fflrweaep, Verw#ser. — 1. Verwalter, 
Itagistrat. — Die Strafgerecbtigkeit «stot allein 
zu den Färviaem and denen den das Schwert 
befohlen isti. Qeiler, Post. 2, 69 b. — .Er hat 
do wollen ein Ler geben allen Regenten nnd 
Fürvxgem'. Ibid. 4, fib. 

2. SUtthalter, Vikar. — <Der Bapst ist nit 
ein Hanpt, er ist nit mar denn ein Verweier 
and Statthalter des Haupts, deB Herren Jesu: 
Geiler, Ev. mit VsBl. 37 b, — OeiBtliche, die 
viel Pfründen haben *betriegen iren FerwMW, 
er het die Arbeit nnd sie nemen den Lont. 
Id., Narr. 76 «. 

Ffirwin, Vorwein. Von dem Wein, den sie 
aossobenkeD wollen, haben die Wirthe snvor 
eine Quantität als Abgabe an den Herrn oder 
seinen Vogt abznliefem. Scherz, 448. 468. 
SeignenrB & villages, 75. — Zn Selz sollen die 
Wirthe dem Abt ./örwin geben.. 1310. Weisth. 
1, 769. — Wer tn Ebers hei mmänster <win 
Teile hat, der boI geben von dem rodere einen 
amen ze füru)me>. 1320. Weisth. 1, 670. — 
«Der vogt bat das recht, von iedem vasze das 
man schenket ... ein vierteil füneüw. Dettr 
weUer, 1380, Weisth. 5, 480. 

FtirwisBenhelt, VorherwisBen, Allwigsen- 
heit. — «Dammb Iobz gots fürviiisenheit — 
nnd ordennng der fiirBichtikeit — stan wie 
sie stot>. Brant, Nsch. 58. 

Fürziglln, eher FiirzUglln, kleines Vorzieh- 
toch, kleiner Vorhang. — -Sie musB ein Für- 
teigUit fhr dasselb Fensterlin haben, so sol 
aber dannoeht ein Li3chlin in demselben FOr- 
ttigtin Bein, das man hinein gesehen mug>. 
<3eiler, Oeistl. Spinn. 0, Ib . 

FOeepor, Fusaspur, Fnszstapfe. Scherz, 469. 

— •Vüupor, vestigium». Herrad, 181. — Man 
soll nicht <nB den fustvurm nnsers herren 
komen>. Tanler, 371 (47). 

FüSBtnch, Fossteppich ; fig. niedriger Knecht 
oder Magd. — Die Pran soll nicht unter dem 
Kann sein 'als ein füsstüt^t, aber in gleicbeic>. 
Qnldin Spil, 15. — Gott hat Eva «nit gemacht 
nBBdenFnsBen(AdamB),dBerBienitveTBc1unahen 
Bolt nnd sie halten fir ein Fitiatwäi. Die Frau 
sol ein Gesellin sein, nit Meister, sie aol auch 
nit ein Fv$HMh sein». Geiler, Emeis 17. ». — 
•I>ie EorschweBtem verachten die Ley- 
sehwestem and halten sie als FusatHuiteT nnd 



' Eaohengrüdel». Id., Esohengr. A, 8 ■. — «Nit 
das du sie (die Frau) alwegen för ein /btxlMi 
weitest haban>. Mumer, Genehm., e, I>> . — 
«Wir Bolten unB den tüfel nit me lassen reite* 
noch sein /uwtticA werden». Panli, 216. 

Fnattefelin, ÜebeTaetzung von pngillarlB, 
kleine Schieibtafel. — <ZachanB3, da er merket 
was sie wolten, da begert er ein FuttUfÜM . . ., 
da schreib er darein nnd sprach; Johannes 
ist Bein Nam>. QeUer, Ev. mit Usal. 167 b. 

Fsste, Art Schilf. — «Vierhandert galeen, 
sohiffe nnd futttn: Adelphns, TUrk. B, 3 b. — 
Ital. fasta, frane. foste. Dncange 3, 446. -- 
Brant, Nsch. 3. 

Fnsten, in die Faust nehmen Scherz, 458, 

— Ein Zenge sah, dass der Schnithebs «sin 
messer fxutet*. 1383. Eon,, Anmerk., 790. — 
•Er hette sin lang messer gejuatet*. 1409. 
Eon., Beil., 1038. 

Oabelecht, gegabelt, gahelförmig; flg.: 
zweideutig, verfänglich. — <ünd dommb gobent 
sie im (Christo) ufl . . . ein gehürnte Frag, 
ein gabeUchte Frog . . ., so vermeinten sie, er 
miisst Bich vcrsohneUen nnd in die Oab^ 
fallen). Geiler, Pots. 3, 741). — «sie hüben 
im ein gegablett Frag für oder ein gehürnte 
Frag, wa er aoss hin wolt, das er in ein 
Strick fiele>. Id., Ev. mit Ussl. 58 «., Brös. 
1, 73 a. — «Der gelert Doetor verstund wol 
warni'^b der Herr die gegahUU nnd gehümte 
Frag an in legte». Pauli 19 >. — Qnaestio 
cornuta, quaestio fnrcata, wahrscheinlich in 
den damaligen spitzfindigen Schnidisputationen 
gebrauchte Ausdrücke. 

Gabeln, das Heu mit der Gabel umwenden 
und auf den Wagen laden. — «Wer nit gablet 

— Bo die Brem zahlet, — der lauft im Winter 
um mit eim Seil — und spricht: hat jemaos 
Heu feU?» Geiler. Bas im Pf. B, 2 b. Etc. 

GabhafI, freigebig. — «Bisz gabhafft dim 
fründ all zit>. Brant, Cato, b, 4 >. 

Gach, Gehe, adj., rasch, plötzlich. Scherz, 
462. — <Ein geswindes, gmeM, olores lieht 
kam und umbefing mich». Kulm. MerBwin, 
Gottesfr., 58. — Papst Gregor isatte uf den 
Erutzegang an s. Markes tag für den gehe» 
dot». CloB., 20. — tB&büt uns vor dem gehem 
tot>. GeiBslerlied, CIob., 109. — Attila «starp 
zehant des geken todes>, Kon. 376, Etc. — 
Wer ein gewisBes Gebet spricht tder stirbt 
keins gehen dodeB>. Gebete, lö Jh. ~ «Die 
jungen solten von den alten . . . leren, das sie 
nit so gaek wüten , . .». Murner, Nb. 344. — 
«Den schum zu küwen sind wir gach, — dem 
kernen dencken wir nit nach.» Id., Schelm, 
f, 4 ■. — «Die fraw was aacfc nnd gelobt im 
die hundert dncaten». Id., Ulensp. 48. — 
Man suche einen weisen Arzt, -der nit gehe 
oder frevel sei artznei zu gebem. Id., 
Gayac 431. — «Hitzig köpff und gehe daten, — 
die hören warlioh in kein rat>. Id., Luth. 
Narr 98. — .Es möcht, ich fdrcht, erzürnen 
got, — das jüngst verhengt wiird geher todt». 
Brant, Layensp. 168 '^. — Die Argumente, die 
die evangelischen Schweizer gegen. die Messe 
vorbringen, < diene nt darzn wie sackpfiffen 
zum gehen todt>. Murner, Hess, D, B>>. 

Gach, gahes, adv. plötclich; mir ist gadt. 



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ich hkbe BUe. - «Du (die Hälie) in denne 
^aha fSrtlinde>. El£. Pred. 1, 71. — <Lazet 
in niht sin ee jKicA, — Bitet schone einander 
nkoht. Oottfr. v. Str. 1, 46. — >Es war den 
brüdarn also gaeh ~— Das sie in (den Türken) 
Mengten nach and nach*. Adelphna, Tnrk. F, 
b a. — Einem gaeh Bein nach etwas, eifÜg: 
damaoh verlangen: «Dar ist ir not nnde gatA, 

— Dem gat ei lagende naeh>. Gott&. v. Str. 1, 
190. — 'Dir ga ist nah de« menBohen riuve». 
Ibid. 2, lOe. — <Z& berge was mir gaeh: Alts- 
irert, 16. — >Lass dir zu snffen nit sin gaeh*. 
Bram^ThesiiLb.fiB. — «Wannjeder wüSEt was 
Tolgt harnooh, — im wer eu nrteiin nit so 
gOih*. Id., Nsch. 6. — Wenn enre Sühne sollen 
«stellen EDoht nnd eren nach, — so ist in eu 
dem weeen gaeh — wie sie von jn^ent hant 
gelert». Ibid. 9. — «Im was eh lonffen also 
goth . . .>. Ibid. 78. — <Zti dieser basE ist uns 
nit ga<Af. Hnmer. Nb, 14. — Salomon «liesz 
nach bnleu im sin go<A>. Id-, Genehm, ro, 
2 *. — «Also Ist got dem herren goth ~ über 
sein verlomi Undt>. Id.. Bad. C, 5 ". — »Zn 
hilff den kindeni was im goA'. Id., Virg. E, 
1 1>. — «Gen Sicilien was in goA*. IbJa. A. 
4 ". Btc. 

Qach, Goch, Gabe, Gäbe. snbBt, Eile; in 
eiser Qähe, eilig. pli3tzlich. — «Die Temnnft 
blickt darauf in einer Gähe . . .>. Geiler, Geistl. 
Spinn. 0. 6 i. P, 1 ». — «So wil ich eilents mit 
der gaeh ~ die kntten lassen nnd den orden>. 
Mnmer, 4 Ketzer, J, 2^. — Er «trang im 
hefftiklichen nach — mit gschrei nnd zwjfal- 
tiger gaeh'. Id., Virg. 0, 4 », — «Mit 
grossem gschrei nnd bhender gtxA ~ der Itha- 
cns herfürher Boch . . ■». Ibid. D, 6 b. — .Als 
was der Eom ergreiflt in gaeh . . .>, Ibid. A, 
7 1. — «... da er die zwen nnwegsam sähe 

— von dannen lauffen in der gahc. Ibid. e, 
4 b. — «Mancher hat dbz gJthe getan, — hett 
era noch eu fahen au, — do geb er nm wol 
tnsend pfnnd*. Mnmer. Nb. 244. 

Oacben. S. gahen. 

Gacblingen, gelingen, gühelingen, jählings, 
plötEÜch. — «SihstD nil teglich wie jetz diser, 
jetz jener gAditigen stirbt, die do wenent sie 
Bient gesnnt?.. Geiler, Bilg, 150 b., Post. 3, 16 ». 
Siind, des M. SO *, Etc. — Unwissende Baths- 
herm. «die Valien gächimg in nnrat>. Brant, 
Layensp. 167 b. — «Das ir nit giOiUeh in der 
hitz in dieser sach geeilet hant>. Mnmer, 4 
Ketzer, Vorrede. — «Öehelteh Alexander starb». 
Id., Genehm. G, 2 b, — «Mit seinen flfiglen 

Cieh — Hercnrina da nider wich>. Id.. 
„. L, 4l>. — Dido bittet dass Aeneas «nit 
so gtlUich ziehe ab*. Ibid. m, 3 ■>. _ .... dass 
sin hilff nit gehelich ist. snnder langsam». 
Mnmer, Gay ac 476. Etc. — «Es ist. gesehen 
worden das die lent vor [tenden gtthUngen 
starben!. Bmnschw., Pest. 13 ». — > ... sie 
meint er wer gelingen gestorben>. Pauli 105, 

— «Wie seind sie eilend nnd veriassen, haben 
anch gählingen abgenommen». Nächtig,. Psalter 
181. 

Oadem, Gaden, Scherz, 468. Plnr. Qademe 
Öedemer. 1, Schlafkammer. — «Ich habe . . . 
E& essende und z& trinkende nnd ein schönes 
Khiofyadem: Nie. v. Bas., 122. 



2. Oerwegadem (3. Garnen). AnkleidnagB- 
limmer des Priesters, Sakristei. — «So mMu 
den altar de dem winkele getflt, denne so 
mag den selben «inkel wol machen zft ebne 
geneegademe .... So dirre winkel genonuDeu 
wnrt, nochdanne so wnrt . . . die Idrche KTösaer. 
wanne do wurt nEgonde der kor nnd daz ger- 
wegadamt. Nie. t. Bas., 317. 

8. Kanfladen, Bnde. — «Ein geKontffade»- 
am Munster, i960, üeber die fnr diese Budan 
erlaubte Grösse, s. Gassen-und E&UBemamen. 
S86. — «Alle goltsmide. fronwen nnd num. 
die 9<i(fenwhaltent..>. 1368 Goldschm.-Znnft 6. 

— «Es fiol nahtes nieman klopfen in den 
gedememt. 1890. Ibid., S. — «Die gadeuten nf 
dem koufhuse., 1401. TucherEunft, 21 b. _ 
«Was die kremer in iren gademen verkoufent 
■ . .> 1494. Ibid . 30. — <Dd knmpst gar selten 
in ein Gaden, du findest des Affenschmalteea 
darin, knmpst du in ein Tuehgaden. so hebt 
man dir ein Tnch herflir ; sehen, lieber Harr, 
ab dem ist auch noch nie kein Ellen konuneB; 
Affenschmaltz ist da>. Geiler. 8 Marien. 16 b. 

— «Es ist verannftig wenn ein Eaubnaiui lot 
das Gesind, den Qadenkneeht auch Teil haben 
am Gewerb, wann sie seint dester trfiwen. 
Id., BrÖB 1, 92 b. — Die mhd. Form hat 
sich bei Geiler 1) im Diminntiv erhalten : ein 
angehender Kan&iann «zn dem ersten, so treit 
er Beinen Erom in einem Wenlin hin nnd her, 
Street nnd Spiegel ; wan er etwas überknmpt. 
so will er darnach ein Gedemii haben, und 
würt darnach ein Eanfmann>. Geiler. BrSs. I. 
92 > ; 2) im Flur, «üss allen Qädemen moes 
man es tragen in ir HanB>. Ibid. 1. 9b ». — 
«Die bro^aden' bei dem Munster. Brant Bieeh. 
Wilh,. 284. — «Der tnehman kan sin hua ver- 
blenden. -~ das im das liecht kein tiieher 
sehenden — mög. das nieman kenn den bden, 
~ darumb sind finster ire gaden' Mnmer. 
Nb. 203. — «Bim goltschmidt sitzt er in dem 
gaden>. Id.. Hüle F. 6>>. _ .Ein «-urtxkram 
oder gadent. Bäüiselb. c. lt>. 

4. Stockwerk. — Um 1366 wurden die Gtoobeit 
der Thomaskirche «eines gaden oder einer bünen 
hoher gehenket». Eon. Arch. v. S. Thom., B«^. 
A, 377. — «Vil tum dryer gaden boch>. Biiigm.. 
C&sar. 67 b. 

5. Kammer. — (Ir wein und npeiMgadea sind 
voll.. (Ps. 144. 13). Wurm, Trost. 66". 

Gaffeln, sich mit leichtfertigeD Dingen un- 
terhalten; auch gaffen. — «Als UDser Jnogk- 
frauen thund . . . die ob dem Brunnen stond 
ein Stund oder zwo zu gaffeUn, ein guten Qe- 
schwatE . . . do uffrichtem. Geiler, Post. 4, 8 >>, 
Eine ehrbare Frau soll nicht «jeden gäffiat 
an.. Brant, Nsch. 34. 

DavoB:Gä;^ri.Gä#rf«mui, Gaffer, Taugenichts. 

— •. . . die loffol, — die gassentreter nnd die ■- 
göffel'. Brant, Nsch 61, ~- «Du geffelsmui, da 
hast« gelert -- das man gott den rucken kert> . 
Mnrner, Nb. 44. ~ «Schelmen, lecker, höae 
konden, — göffämtuUr . . .>. Id , Schelm, g, 8 b. 

Gaffelstlrne. keck, frech, herumgaffendes ~~. 
Weib, Bnhlerin. Schmeller, 1,874. Scherz, 464. 

— «Nun zierent die gaffeUtiTnen den tempel 
irs leibs mit den kalbskrossen auf dem haupt>. 
Guldin Spil, 63. Der Herausgeber des Goldenen 



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Spieli, 1889, BKgt hierüber, 8. 98: «Das on- 
kWe Gtffektimen SndeTe ich jetzt in Gaffel- 
dirnea, ta Gaffel, Zunft (Lezer, Naohti., 170), 
alte ZnaftdimeD, Hören). Diese eigenmaohti^ 
Aendemng war vöUlg überäütBig, tim so mehr 
da Gaffel für Znnft im GUass nie vorkommt. 
Heine Erkl&mng wird bestätigt durch das 
\£lelohbedeDteiide Wort Hnremtin], in einem 
Traktat gegen Georg Maior (Bibl. Wilf., Varia 
39. 8): voi: rede wider die Hnrenatim Maioris. 
~ tiMt sie (die Frau) leichtfertig, feig oder 
'geil, ein O^ffeUtim, will einem jeden Bed 
DDd Antwnrt geben, will mit den Enechten 
geUui . . .. Geiler, SohÜf der Pen, 30 ». — 
■Waa Bje aber alle Gaffeiutimtn seind nnd 
Atieln nnd ganokeleohte nerrisohe Menachem. 
Id.,' Ev. mit Dssl 216 ■. — Will Jemand zam 
Arzt schicken, so soll er dasa w&hlen <ein 
besoheidne person, weib oder man..., nit 
ein gnfftlstim, kalbalatchen . . .>. Fries, 16 «. 

Sarein, anseinander gehn oder stehn. — 
«Die Schiüi richten ... die Zehen . . . das sie 
nit dort DBB hin gabeln, snnder das sie sich 
recht und Bohlecht dem Schob nach richten». 
Geiler, Bilg., 90 b. 

Sahen.gacbeu.gohen, eilen, begierigBtreben.j 
Sahen, 462, 464. — Er nahm den Helm <nnde ' 
hin Bern orse gahU'. Gottfr. t. Str. 1, 98. Etc. 

— 'Vil gench nach diser gfeneknisE gohem. 
Körner, Geachm. h, S >. (in die Gefiuigensobaft 
der Weiber eh gerathen). — ■. . . dM sie mit 
sehlffen werden nahen — dich zu verbrennen 
nnd zn fthen». Id , Virg. M. 7 b. —Es iwil 
dir gar nit gebären die zeit zq gahen. . . die 
jot. . . verordnet hat«. Id., Adel, K, 2 ». — 
(beschleooigen) — tDiehersohaft nachregieren 
gaehtt. Id., Sb. ö8. ~ tWii gäliUn fast in nnserm j 
gmüt, — das macht der Eom der in ons wiit». I 
Id., Virg B, 4 b. Etc. 

Oal ander, tat. galerita, franz. calandre, 
Hanbenlerche. Seherz, 466. — «Der zisic nnd 
der galoMdert. QattSr. v. Str. 1, 381. — 'Die 
gaBoHder sang do zestant«. Altswert, 76. — 
•Die gelanda' and die nachtgal». Ibid. &0. i 

Guee, altft*. galöe. Gälte, Galeere. — <Derj 
Venediger «d^wn». Adelphns, Türk. B 2 b Etc. 

- Biant, Nsoh i. 96. ' 
GaJgbriinneii, Brunnen mit einer Torrich- j 

tnng um Eimer hinabzolassen, Zjehbronnen. : 
Du Wort kommt schon in den von Gries- 
haber heraasgegebenen altdeutschen Fredigten 
vor, I, 114. — -Do was der Galgbronn Jacobs i 
pateoB . . . Die Samariterin bracht mir ein Ei- 
mer nnd ein Seil oder ein Strick, als denn . 
etwenn in eim Dorf jeglichs sin eigen Seil i 
nnd Eimer hat, so was aach der Oaigbronn 
def>. Qeiler. Post. 2, 70 ■. - «Ein Eimer an 
eim Galgbrunnen den man hinabzücht sq man ! 
Wasser schöpft, je me der hinabgot, je mer' 
der ander Eimer hinufgot*. Ibid. S, 71b. — , 
Geiler brancht das Wort auch fdr Ciaterne, i 
Beweis, dass es in ganz allgemeinem Sinn ge- 1 
oommen wurde: «Da namen sie den Jheremiam ' 
nnd warfen in in ein Oalgbruimm, da waa 1 
kein Wasser innen, aber Kat and WiiBt*. I 
Brds. 2. 86 b. 

DBBjpodias: «Pntens, ein (7a^6rwra, Schöpf- , 
brnnn, Sod>. — Goll, 78: •Puteos, ein Schöpf- 1 



bmnn, Oalgbrwnnen*. — S. anch Sohmeller 9, 
39; SehmJd, Bia 

Galgen, Art Oewfirs. Oalanga, Dneange, 8, 
401. QcUgan, Benecke, 1, 458. — «Oalanga, 
Galgen'. Gersd. 91 b. ~ tQaigm ist nntz denen 
die da vil bläst befinden in dem magen nach- 
dem sie geessen haben*. Fries, 41 b. _ Hin 
Kranker *fand geschriben : nlm gatgm ; ver- 
Btandt es galgenholtz, nam ein spon von eim 
galgen». Id. 90 «. 

• Galitzenstein oder vitriolnm>. 16 Jh. 
Kanfhane-Ordn. — «ZegitiB, OaäieUntteia'. 
OerBd. 95 b. 

Call, von gellen, lautes GeUohter. — 
•ChriBtus hat nit gelacht als die ein Qaä nss- 
lassen, man hört es vor der Kirchen dnss*. 
Geiler, Ev. mit 0bbI. 42 a. _ cEb seint vil 
Weg die das Antlit nngestalt machen, als wan 
einer lacht über ein Zan, ein bGbisoh Lachen, 
68 laSBt etwan einer ein Gal, man hbrt es et> 
wan fer>. Id., Arb. ham. 81 «. 

Hente bei nns : GeBtr. 

Oalreige, Gallrei, Galerte. Scherz, 466. — 

« Galreigen, pfeffer, fladen . . .> Conr. v. Dankr., 
V. 641. — «Der Sorg ist za vil nnd bringt 
keinen Nntz, er macht des Pfeffbra zn vil au 
die GaBrei'. Geiler, Post. 9, 81»; Kr. mit 
Ussl. 900 1 ; 219 a; 7 Schwerter, G. 1 •. Etc. — 
<Etlich euch, sc sie ob disch — usz pfeffer gatl- 
rey essen, viach...» Brant, Thesm. b, &<i; 
Bisch. Wilh. 391. - Schmid, 218. 

Gamander, teacriom chamaedryB. ElrschL 
1, 690. — 'Gamander oder bIomendertin>. 
Bninsohw., Dist, 66 ». — «Camedros, Oa- 
mänderU«'. Gersd. 90 >. 

Gammel, Geilheit. — «Atso tödtet man den 
fftumnel oder Geile*. Geiler.EschengT A,6^ — 
«On Füllen und Brassen gel^ der Gammd*, 
Id., Post 8, 78 b, — «Einem WagenrosB dem 
geligt der Gammel'. Id.. Brös. 3, II «; 67". 
— Durch Krankheit etc., «wird üch der gam- 
mel bald geleit>. Brant, am Schluss des modoB 
praedicandi von Host, ed. Wimpheling, Strassb. 
lbI8, 4*. — < . . der karst nnd pflüg (i. e. 
die Arbeit) legt jm wol den gamma: Zell, K, 

Bei Schmeller. 9, 46, nar Spass, Hathwille. 

Oanester, Ganelster, Gneist, Fnnke. 
Scherz, 169. — <Oaen«(er, scintillai. Herrad, 
198. ^ «. . . also das von dem fünkelin ein 
vil kleines ganeiateriin farende würde». Nie 
V. Basel, ras. — «. , , nnder den ganeittem des 
hellischen füres*. Härlein, 16. — «Dis ist dea 
heiligen geistes minnegliins enden ganeieterliM 
Bchiirebrant). Titel eines Traktats. Clans v. 
Blov. — Der h. Geist kam aaf die Jünger «in 
fares gruist'. Brant, Rosenkr. Wack. 9, 1099. 

Oanghaftig, gewöhnlich, nsoalis. Scherz, 
470. — «Zeichen, die vor der znkunft . . . 
Christi, ganghafflig sein sollen». Bntzer, Weiss, 
a. 3 ■. — Lnther sagt «der ban sei jetz gaitg- 
hafflig umb das zeitlich gut». Mnmer, Adel, 
H. 3 b. 

Gangsteige, Pfad. — «Dein gesatz ist die 
heitere zu meinen gangiteigen' (semitiB meis, 
Ps. 119, 106). Nächtig., Psalter, 816. 

Gänsen, Jagd anf wilde Gänse machen. — 
«Wer do gantet, do ein rehter zng ist, der 



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8ol die pfele die er geatelt, nezmmeii . . . 
Qmtsen, oder mit den beiigen Togeln oder ans 
nocb TOgedn stellen. . ,» 14 Jh. Alte Ordn., 
B. 18. 

Oftni«B, geftraen, verdienen, abbässen. ~ 
Bau Kämpfender schlägt einen nieder and 
Mgt: <dn ^armwt es*. 1882. Eon., Anmerk., 
791. — In der Hölle «der sünder ^arnet* seine 
Sünden. Verse. Briefb. — «Da feit dir ein 
rachticher Oedank ein: eie mnss mir es frei- 1 
lieh gamm, ich Vertrags ir nimmer*. Geiler, ' 
Geist). Spinn. N, 4i> 

Oamer, Fischer der mit Qamen fischet. 14 
Jh. Alte Ordn., B. 18. 

Gamleige, Stelle wo ein Vogler sein Garn 
auslegt. — «Es sol keinre dem andern eine 
forrüeige entweren>. 14 Jh. Vogler-Ordn. Alte 
Ordn , B. 12. 

Oarren, zwitschern. — «Die Schwalmen am 
Morgen so garren sie nud achwetzen, und ist 
on Eud>, Geiler, Ev. mit Ussl. 1191). ^ in 
der folgenden Stelle ist garren stat girren, 
kirren, am eine Consonanz her votzq bringen : 
«fir ist wol taab der das Öarreti dUs Karren 
Bit hört; sein Qethon. sein Qirren lat ein ze 
Nacht nit schlafen.. Id.. Narr. 108 ". 

Garst, ranzig. — •ßarate heringe, die lide- 
lichen sint (mag man verkaufen), aber ein 
zeichen dazA setzen . . . Weiher hering zh aber- 
gante ist>, soll nicht verkault werden. 16 Jh. 
Alte Ordn., B. 18. 

Garsten, ranüig sein. Schmeller, 1, 944. — 
«Feiszte grüne Asch für dürr und garstet rindt- 
lleisoh essen amfreitag>. Capito,TregeT, N,2 >. 

Gart, maEC. Etimalns, Treibstock besonders 
täi Ochsen zd treiben. Scherz, 473. ~ Dem 
Fröner der Fracht bringt <soü man geben 
essen nud trinkhen; (wo nicht), so soll er 
seinen gart leinen an seinen wagen und soll 
aemen einen sackh nff den vagen . . ., und soll 
in tragen z& dem wein, oud soll essen und 
trincken*. QildwiUer, 1394. Weisth. 4, 59. 

Oartiaen, Eisenspitze wie deren an den 
«Garten» waren. — «Ein mole (siehe mele), 
der jedweder siten ein spitz gartUm hat>. 
Sondhofen, 15 Jh. Weisth. 4, 15ö. 

GarDBK. Den Garu»e machen, ein Ende 
machen (gar aus), tödteo. Schmeller, I, 629 
— Dem Fürsten dieser Welt will das Evan- 
gelium «den portue machem. Zell, m, %'*>. 

Garwen, Gerw«n. bereiten, ausrüsten, bes. 
vom Ankleiden der Priester gebraucht. Scherz, 
474. — «So der prleater sich gerwet 7,e der 
messe. . .• Bihteb. 77. — In einem Traum sah 
der Qottesfrennd dass «S. Peter gerwete mich 
ond wihete mich, and ich sang mease>. Nie. 
T. Basel, 212. — «Do ging er (der Priester) 
und wolte sich gerwen zb der messe>. Eis. 
Pred. 1, 200. — Der Priester 'gerwete sich und 
ging dohin . . .> Härlein, 10. 

uarz6, OaFzftn, das franz. gargon, Knappe, 
Knecht der nicht beritten ist. Scherz, 473. — 
Wie viel Speere man im Turnier zerbrach, 
«Dftz Buln die gartune sagen, — Die hülfen 
es zesamene tragen*. Gottfr. v. Str. 1, 71. — 
Kommt der Abt von Lützel zum Ding von 
Lntterbach, «so sol der keller unsere herren 
garten geben ze essende ane nnsers kosten; 



den gerittenen knechten sol er geben ze es- 
sende and sol das rechnen anserm herren». 
15 Jh. Weisth. 4, 106. Garte ist hier was zu 
S. Lnckart «der lonfTende knecht, der den 
pferden hilft rat t&n nnd dem koch oneh hilf- 
feti, und zn Eohenrodem «der lonffende knecht 
mit den hunden». Weisth. 4, 25, 112. 

Gastbar, gastfreundlich. — «Bisz gtutbar, 
lad etwan ... die guten fründ*. Brant, Cato, 
a, 7 b. 

Gaatreilictaeit, OaatfreiheiL — <Ee stet je 
nit die gastreihlie/ieit in grossen kosteiL ao- 
wenden*. Brnnfels. Zehnden, b, 3 >. 

Gaterecht, einem Gatter ähnlich. — «Dar- 
nach wärt er (der Weberj lässig, faul oder 
unachtsam, davon machet er bos, ungfleich 
nnd gatereckt Tuch>, schlecht gewebtes Tack 
voll Lücken. Geiler, Selenp. 166 >>. 

Gatter, masc, etnfoche, aus Eolzstäben 
oder Latten gemachte Thüre. Scherz. 477. — 
Zum Beweis dass sie frei sind, sollen die 
Gotteshaneleute von Schwarzach zu Drusen- 
beim ihre Abgaben an den Vogt «dienen über 
Iren gattem, und ensol sie njeman darüber 
nötigen*. 16 Jh. Weisth. 1, 736. — SclieiBt 
ein Zinghnhn dem Schultheissen von Kieder- 
matstalt «zä krank, so solle man den gattern 
' an deme haas zuthnn nnd soll das hun l&ssen 
, laufen and soll es jagen; fleugt es über den 
. gattem, das es nit wider herein vallet, so soll 
er es nemen; feilet es aber wider herein, so 
soll man es bessern*. II Jh. Weisth. 5. 531. 
— Fliegt das Zinshnhn «über den husgatt^rt, 
so gilt es für gut. Höfen, 14 Jh. Hanauer, 
Oonstit. I8S. — (18 seh. umb hollz zb dem 
gatler in dem alten iichove. 8 Beb. dem mnrer 
zfi Jone den^teminzftmaren*. 1418. S.Thom. 
Fabr. — «Znm^t«r>. Straasb.Hausname, 1310. 

Gatzgen, gaxen. Scherz, 478. — Wenn das 
: Hahn «ein ej legt, so schrejt es and gategot 
gar lang bis das es im genummen wirt>. Oul- 
din Spil, 44. — «Ein Henn die einEj gele^ 
hat, die stot und gaxet*. Geiler, Bilg. 181 ■>; 
Post. 3, 71 b. — Schlechte Bedner tgcaeen 
durcheinander, das niemand weiss was ee ist*. 
Id., Sund, des M. 76 b. _ «Da gaxet er das 
heraasz and sprach . . . • Ibid. 56 b. — «Ein 
henne, wan sie ein ey gelegt hat, so fangt 
sie an zu gaucksen'. PanlL, 119. 

Ganch. S. Qouch. 

Gaacberei, Liederlichkeit. — «Witt du der 
Oöucherie nochgen, das ist nit ebristenlich 
gelebt*. Geiler, Post. 3, 83 » ; Brös. 2, 45 K 
Marner, Genehm., passim. 

Gauchheil, ancegallis phönicea. KirsohU 
1, 569. — tGackeit oder Kolmarhrnt». Brun- 
schw., Dist. 66 a. _ tGouchhetl'. Gersd. 98 ■- 

Ganckel, Gunkel, närrisches Zeug, Pos- 
sen. — «Mancher wünscht hüscr, frow and 
und kind, — oder das er vil golden find, — 
des glich göuektlf. Brant, Nsch. 28. 

Gaackefecht, ganklich, schwankend, thö- 
richt. — «Die selben sollen Fleschen haben 
gauckeUchte Weisen ; alte Menschen sehen inen 
zu and sprechen : wie ist der Mensch trancken 
worden?* Geiler, Sünden der M. ftb. — 
«... leichtfertig, gouekeäecht von nerrisohen 
Weisen and Geberden*. Id., Selenp. 188 »■. — 



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«Du Bolt oQoh nit afn klein gouekeietht HünN 
Ua haben, das da iemenneder mast tragea>. 
Id. Bilg. 144 b. Etc. 

Ganckelmui, Qanckler. — David <der da 
gesprungren hat vor der Äreh, wie ein ander 
~ Oaucltdntan>. Geiler. Sünden des H. 46 >. — 
<Wer artzeny sicli niemet an - nnd dooh kein 
i presten heilen kan, ~- der ist ein g^ter 
gouckeiman' . Brant, Nach. 66, — «Dem hört 
man an sin Worten an — yr&a er aj für ein 
goucketomm* . Ibid. 114. ~ «Sind ir der selbig 
gettkelman — der eich des bsdiverens nimmet 
an?> Monier, Nb. 4. — <Das ich bin ein 
gauielman. — da mögt ir Mlioh recht an 
nan». Ibid. 6. — Ein politischer Kannegiesaer. 
•der mag wol sin ein geuckebnati' Mnmer, 
Schelm, f. 1 a. Etc. — «Ein abenthürer, ein 
ffOuckelKan . . . > Panli, 16 ~ < ... als ob er 
ein geucktbnan vere*. Trnbel, Brman. 2t>. 

Ganckeln, Spiel treiben. Bewegungen machen 
bei denen man das Gleichgewicht verliert. — 
«Uan gauekett nit mit den Gaben Qottea>. Oa- 
pito, Treger, E, 1 b. — Abgmickeln, herab- 
stürzen : <Ich hab üch , , , geaeit von siben 
Staffeln die ein Mensch wider abgauckUt'. 
(Drnekf. abgaacklet). Geiler, BrÖs. 1, 41 K — 
Übergautkeln, 1. ÜberstüiEen : «wenn sie wenen 
sie wollen gar endlich den Berg nnflaufen 
und wenen sie standen gar steif, ho über- 
gauekeln sie denn und fallen». Id., Ha» im Pf. 
B, 6i>, — 2. Activ, betrügen, fallen machen : , 
S. die Stelle 8. v. Bögel. — 3. Leiohtsinnig 1 
vergessen : »jetz schleehata an du wollest das | 
oder das thon. gleich übergöcklest du den An- { 
schlag . . , nnd weist nüt mer dammb», Gei- ' 
1er, Ev. mit Dssl 196 >>. I 

Oancfcsen. 8. GaUgen. 

GebSre. passend. Scherz, 4S2. — Er sp&hte 
<ob er iemen fände da — Der im reht nnd 
gebäre — Zft siner frage wäre». Oottfr. v. 
Str 1, 55. 

Gebaren, Geboren, sich gebSrden, sich be- 
nehmen Scherz, 481. S. Barm. — *^t mbaret 
din geliche woU. Gottfr. v. Str. 1, 59. Etc. I 
— Gott 'gthoret rechte also obe er sloffe». 
Tauler. 40 (8), — lUnwissende lüte gehorent 
rechte also obe sü es riehte durchsehen ha- 



Dettweiler, 1834. — lAo dem gä>eU^, Brumath, 
1866. — <Bi den drigen ^e&diro. Limarsheim, 
1403. — 'Ein drügehäig has>. Bittersbofen, 
1S86. — <üf den Urdtgebü'. Sohwindratzheim, 
1296 Nordhansen, 1485. 

Gebende, nentr.. Binde. Scherz, 483. — <Si 
hette, ane gdieade, — Ein sohapel ufe von 
kle>. Gottfr. v. Str. 1, 341. - «Das gtbend 
über dem bracht (Beinbruch). Bmnschw,, 
Chir. 971). 

Geberd S. Berti. 

Gebertecht, bärtig. — «Also wärt es an- 
aem gebertechten Narren gon, wan sie von 
Snndcrheit des Bartes glorieren». Geiler. Narr, 
27 b, 



Gebecht. — «Wero onch das der herre 
gebeeht wer oder nrloge hette, so sol er ke- 
inen fzam Ding) mit fünf mannen». Metzeral, 
16. Jh, Weisth. 4, 198 

Gebeine (das), die Knochen, — Ursnla war 
BO «mager worden, alse das ir käme die hnt 
obe dem gebeine bleip». Niv. v. Basel, ma. - 
Otto n brachte nach Born 'sant Bartholo- 
mewes gebeine: Eon, 422. ' 

Gebeiteam, abwartend. — * . . . in gebeit- ' 
umer langinütikeit>. Tanler, 440 (76). ' 

Gebeilsambeit, ruhiges Abwarten. — Dem 
Gmnd nachgehn «in warer gebeitsamkeiU. 
Tatiler. 34 (B). 

Gebe], Giebel. Scherz, 483. Hente bei nns : 
Gäwel. — «Geschehe . . , schade an der schäre 
inse, gehein, innren . . . >. 1884. Eist, de S. 
Thom. S94. — Die Hänaer «hettent steinen 
gebd*. Kon, 764. — Feldnamen: «nfpeWf»,, 



gemachen ^ 
dipl, 3, 163. 

Gebirge. — «Unser fronwen tag als lü in 
das gebürge ging*. Gutl.-Ordn. 198. — «Dn- 
ser fronwen tag über das gebürg» (Hariae 
Heimsuchung. Lac. 1, 89). Liber vitae, Str, 
Stftdt-Arcb,, ms. 

Geblast. S Bioet. Blasen, Wind. — «Etlich 
Etnlgeng gond ansz mit grossem geblätt*. 
Fries, 70 » 

Gebümede, oeotr., coUectiv, Bänme. — 
• Aller zehende . . . ze velde, ze reben, in den 
hoven an gebSmede ... so der erste waneban 
zitig wurt ... an gebömede nnd an allen früh- 
ten . . . > Bosheim, 14 Jh. Eananer, Oonstit 
268, 278. 

OeboBBel, Geräaseh, Lärm. — «Ist es spä- 
ter, so stond die Handwercksleat uff nnd ar- 
beiten ond machen ein Oeboasel, ein Gerüm- 
mel>. Geiler, Geiatl, Spinn. 0, i », 

Dasypodins: «tnmnitnaria, Bosselung, Anf- 
lanf>. — Qoli, 107: «tnmnitua, gross Geschrej 
oder Geboeeet, Qewüll wie in einer Aufrnhr>. 

Gebotbriet (faXazT^ptuv (Matth. 23, 6); 
Lnther: Denkzettel jQebetsriemen, Pergament- 
Btreifen mit Stellen ans dem Gesetz beschrie- 
ben, welche die Jaden an die Stirn nnd den 
linken Arm zu befestigen pflegten. — «Do 
thettent sie (die Priester) eins und lertent das 
Yolck das sie soltent Gebottbrief machen nnd 
soltent die selben an iren Hüten umbher tra- 
gen ; iass dir eben sein als werent es Bischofs- 
hüt, doran die Gebott Gottes geschriben stnn- 
dent». Geiler, Post. 9, 35 », — «Die Phariseer, 
wann sie zn Gast weiten gan, so bereiteten 
sie sich daheim in iren Hüsem, die Sotbrief 
an jre Eeubter, nnd blauwe Seüro nnd In- 
flechten>, Id,, Ev. mit üsaL 48 b 

Gebracht. S, Braebl 

Gebreche. Gebmch, neu anfge brechen er, 
nr bargemachter Boden. Scherz, 485. — <In 
dem gebreche'. Hangenbieton, 1387. — «Der 
müniche gebrvch'. Eüttenheim, 1444. — «No- 
vale heiseet ein nüwer Gebrauch (Gebruch), 
also nent man es in Sehwaben.. Geiler, Ev. 
mit UbbI, 81 b. 

Gebrechetze, durch znsammenbrechen her- 
vorgebrachtes Getöse. — 1374 stürzte ein 
Theil des Johanniterhaoses ein «mit grosseme 



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ISO 



^ebrochtte und enohröckenlioheme ftbndte- 
Ue*. Nie. V. Laufen, nu. 

6ebr«ht, aeschrai. Sohen, 484. Vergl. 
Bratht. — Lobs •dein stürmen and din gros 
gebrdae-. Taaler, 468 (90). ~ <Stilie Birigend 
an gOrecht'. Altawert, 136. — «Die gebrdU- 
holde*. Hangenbieten. 1297. — • ... es ward 
mit ofhem geaohrei und gebretAt gelobt>. 
Bingm., Cäsar, 122 ". 

Gebreite, fem., (froBses, anunterbroobenes 
HerrenguC. Scberz, 485. — <Decem agri in 
nno BDlco, heissent die gebreitf. Berstett. 14 
Jh. — «16 agri in einte gehreitem . Oberhaus- 
bergen, 14 Jh. — Der Aebtisain von Hohen- 
burg tgebreite* zu Salzbad, 1300. — «Des 
olosters widemegBt, die da heissent die ge- 
breite . . ., und sint der gebreiten drie>. Fe- 
gersheim, 14 Jh, Weieth. 1, 708. — Die Togte 
von Logeinbeim «hant eine gebreiU aekerB>. 
1404. Ibid. 4, 146. - <Heramb gap der k<l- 
nig 3. Plorencien die gebreitt und die atat, 
do er inne wonende wa8>. KÖn. 633. 

Gebreat. sowohl leibliches aXe geistiges 
Gebrechen. — «Ein Arteet derselb mnsB die 
Siechen nit verBchmohen, er muss die Qe- 
bntUn beschowen». Geiler, FoBt. 3, 105t). _ 
•Li der Schofmesch seind gesnnt gemacht 
worden ... die Menschen von allen iren Qe- 
brealen Libes halb, aber im Touf werdent ge- 
snut gemacht die Selen von allen Gebresten 
der Erbsiind halb». Ibid. 3, 26 b. — «Dalag 

i'ederman zu im selber, ob er entpfind Bönd- 
icher Ofbresten'. Id.. Seleup, 152 b. _ ,Ge- 
deack das dich diu Nechster onch mit dinen 
Gebraten iiden muss>. Id , Bilg. 60 *■ Etc. 

Gebresten, fehlen, m&n^eln. S. Bretten. — 
•loh weis nit was im (einem Kranken) ge- ] 
brist'. Fries, 15 K — •Ich knnd nit finden das '. 
iz gebrast'. Ibid. 16 t>. — «Die ding haben den j 
dreien (im feurigen Ofen) nit gehrostem. 
Wimph., Chrys, 17 b. Etc. I 

Oebrestlicbeit, Mangelhaftigkeit. Schwach- i 
heit. — «NU lat got die lidunge der gebret- 
ienlicheit uf manigen menschen vallen>. Tau- 1 
1er, 347 (61). — «. . . Welche göttliche Barm- 1 
hertzigkeit genugsam mächtig und gross ist 
alle unsere Un Vollkommenheit, ffebresüicheü I 
und Kleinheit eu ersetsen>. Geiler, Fred. a. 
L Ö-i"; Selenp. 14«. Etc. i 

Gebrochtze Geprassel Vergl. brocheten. — 
Das Haus stürzte ein «mit grosseme gebroch- 
Ut'. Nie. V. Laufen, ms. S. GebreeJietee. 

Qebrokel, neutr., collectiv, die Brocken. 
— Die Hunde werden «gespiset von dem ge- 
bröckele, daz do vellet von der herren tische». 



Gebrnehen. S. brachen. 

Gebrust, Mangel. S, Brust. — «Mittelmes- 
sigkeit ist zu loben, dach die sich mer neig 
tn dem Gebrust weder za Ueberönss-. Geiiar, 
Schiff der Pen. 101 o. — «Ea ist not das man 
oft leibliche Speiss widerumb nem. anf das 
der Gebrust widernmb ersetzt werd«. Ibid 
45 a. — «Ir mögentnit hören meine Red, und 
dorumb mögent ir euch mein Qesprech nit 
erkennen; der Gebrust ist nit an mir . . .. 
meine Wort seind nit schnldig daran, snnder 



uwer bös falsch Hertz*. Id., Fost. 3, S4 b. — 
«Der^e&rtMt nnd mangel aller gäter>- Wimptu. 
Chrya. IS >. — tO^mut an fraebt>. Binsm., 
C&sar, 25». 

Gebritotig. mangelhaft. — «An dem atfick 
(Artikel) so die h&ber gtbrüttig werent gresin, 
dass ol jr ieglieher bessern mit 3 sch.> . Uolieii- 
rodero, 1364. Weisth. 4, 114. 

QebÄ. S, B&. 

Gebündniss. fem., Bündnis s, Bnnd. — 
«Hüben wir nun die gebäntnOtt des ne'wen 
testaments . . .> Ziegler, Niessang, C, 1 b. 

Gebare. Baner Scherz, 487. — «Die gd>ur«n 
von BBchowe>, 1372. Hanauer, Constit. 200. 
— •. . . das sä under die nngelerten löte, 
die gebureit, mÖgent gewiset werdent. Tokaier, 
369 (64). — Eb (soI ime geschehen also eime 
groben gebaren: Id., 191 (:14). -- «Wie gnr 
wunderliche die geburen in den dorfem in 
disen r.iten lebent». B. Merswin, 9 Felsen, 
42. — Gold geben .eim geburen, der broht« 
ein hasen». Conr. v. Dankr., v. 434. Bto. — 
•Als man siht, daz sich ettewenne ein gtbure 
nzer eime dorfe schämet daz er izzet, so er 
ob eins herren tische sitzet». Nie. v. Strasab., 
263. — «Wer ein gebure von dem lande herin- 
kummen . . .> Enge v. Bhenh. 

Qebllriach, Bilrisch, bäurisch. Scherz, 4A7. 
1. Zum Bauernstand gehörend, demselben an- 
gemessen. — Starb einer, «was er gAüriseh. 
so trugent in geburen». Glos. 121. — Sie 
«bette gar erber schinende wite gtbur»6he 
kleider an>. Nie. v. Basel, 88. 

2. Grob, nach einfach. — Der sinnliche 
Mensch «ist ze büracA nnd zfi grop>. Tauler, 
287 (49). — König Aibrecht «was ein ^O- 
rische man an den personem. Glos. 64. Kön. 
45S, — «Die kleine lere ... Ist mit gebitr- 
schen Worten geschriben, ane rime nnd ^e- 
sierdei Bihteb. 6. — «Wlltn nun sin gehal- 
ten mer — dann ein grober geburiieher man 
. . .>. Brant. Thesm b, 6 b 

Gebnrsame, fem., die Bauersohaft, bes. im 
Oberelsass gebräachlich, Scherz, 487. — Kembs, 
1388; Rixheim. 15 Jh. Burckh.. 142. 207. — 
Ohnenheim, Eiespach, Tiirckheim, 14 Jli. 
Weisth, 4, 240. 209. 

Geburschaft Scherz, 487. 1. Banerschaft. 

— •Die geburschaft von Andelahe>. 1200. Ala, 
dipl. 2, 74. — «Die geburschaft kieset einen 
hirten .... Bühl, 15 Jh Weisth 4. 126. — 
'Gebursehaft, edel, arm und rieh*. JQngstes 
Gericht. 

2. Genossenschaft, nach dem alten Sinn von 

fibäro, oahabitator, municeps. contribulis. 
ohmeller 1, 187. — Bin Fischer der einem 
andern Schaden znfügt. «der sol sin reht ver- 
loren han und sin gebarsehaft' . 14 Jh. Alte 
Ordn. B. 19. 
Gebnrtlicher Tag, Geburtstag. Scherz, 487. 

— <Da man zaite nach nuserB herren gebür- 
teiichen tag., 1310. Cart. de Stulh. 112. — 
•Das hochüit anser lieben frowen f«(HrätcA«n 
tags». J. Meyer, 1471. 

Gebnweze, neutr., Gebäude. Scherz, 488. 

— 'Das nave gebuieeit' der Johanniterkirohe. 
Nie, V. Basel, 317. __ 

Gecken scbnabd. Geck, thörichter Uensoli. 



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181 



(8ftg an, lieber geekeruiAnabel . 



■ Fries, 

e«dat. 3. Ofthat 

QedMhtllcb, smn Andenken, zum Gedächt- 
niu. — DieUesaa ist «ein ijedecMIüA opffert. 
Himiei, ESd. t. Engl. 94a 

Gedeckt, Decke — Hftn maai «atreoken 
sich noch der gedeckt: Braot. Nsh. 21. 

Gedemmer, Oeh&mmer, L&rm. — -Du 
himmeliBche Jernsalem, in dem man kein 
Hammerschlag hSrt und in weitem kein Oe- 
dmmer iat». Gleiler, 3 Marien, 39 • — «Uff 
dem Erdtrich wiiit aein ein Traeken oder Qe- 
tteng lieT Väloker, von der Zusammenachüt- 
tung des Oetöns, Oetemmtra, Gemödela oder 
Wfitens dea Meres und der Flüsat. Id., Paat. 
1, 3 b - Sohmid, Sobwäb. Wort. 134, hat 
Oethemmer. 

Oedlgene, nentr., Volk, bea. Bnrgeracliaft. 
Saherz. 490. — 1808 war ein Streit «swisoheut 
den edeln nnd dem gediegenen z& Stroabarg, 
und gesigetent die edeln, daz sü des gedigtnen 
16 eraiagent», Glos. 112. — iDas volg und 
geäigene zu Bom>. Kön. 830. — 'Die edeln 
and das gedigene kriegetent omb den gewalt 
zfl Borne*. Ibid., »39, Eto 

Qedlhen, gedeihen, vorwärts kommen, fah- 
ren. — «Wer daz gerne fdrkummen welle — 
Da« er nüt gedihe in die ewige helle . . .> 
J&Dgatea Qerioht. 

««dinge. Scherz, 49t. 1. Bald masc, bald 
fem., Zuversicht, Hoffnung. — <Sit die weit 
nnd der richtfim so valscEsint. so manet nna 
unser herre, daz wir nät grosse gedinge darzfi 
haut». Eis. Fred. % 14. - <Sun, Eab gttt 
mdinge, dir werdent dfne sUnden fiirgeben». 
Ibid. 3, 16. 

"i. fem., Bedingang. — tGediitge, conditio». 
Herrad, 199. — Bin Hans wird als Erblehn 
vermiethet, <mit sollicher gedinge . . . > 1337. 
Strassb. SUdt-Äroh , Hand. u. Ordn., B. 13. 
-- iHit alsolicher gedinge, das du mir ge- 
lobeat . . , • Nie v, Basel, ma. Etc. — «Gott 
hat in Ewigkeit angeschlagen das er uns 
welle geben ewige SeUkeit . . . aber nit bloss 
on Zusatz, annder mit Geding dnroh das Ge- 
bett . . • Geiler, Post. 2, 8 »: Brös. I, ööt; 
Narr. 186 b. - Panli,93 ■. — «Natnr, ein matter 
alter ding, — eutpfoebt nnd gebirt uff aolich 
geding — ir geschöpff, das sie oa allen wanck ; 

— sich braoheo müasen spis nnd drank>.. 
Brant, Theam. a, 3 ■. — «üff aolüoh geding | 
ein jeder har — knnt, das er oaoh von | 
hinnan far> (aterbe). Id., Nach. 63. 

3. nentr., Versammiang, Zasammenkunft. ' 

— «In dem gedinge, in'conventione», Herrad, 
197. — lOach sint wjr übereinkommen in 
eim offen gedinge . . . • 14 Jh. Alte Ordn., B. ■ 
18. Etc. — Geding. Ding, speziell die Ver- 
sammlnng der Hnber im Dinghof. Beispiele j 
nnoöthig. 

4. Vertrag. — « . . . nnd so er ein Qeding I 
gemacht hat mit den Arbeitern nmb den Tag- 
pfennif , do hat er sie gesendet in sein Be- 
ben». Geiler, Post. 1, 39 b. 

5. Gericht. — «Die wiber machten ein ge- 
ding, — weloh nader in die beste wer>. Mnr- 
ner. Genetun. D, 3 ». 



GedSratlg. S. geturtHg. 

Gedttlt , masc, Gednld, — «Ich gloab, 
wann ers gedaltig litt, — um den gedvUt be- 
lonnng bit, — das im das gott versaget nit>. 
Hnrner. Nb. 111. - «Dem «wduU ist ietz der 
boden nsz». Id,, Lnth. Narr, 7. Etc. 

Gediirstigkeit. S. GttäraUkeU. 

Oeehs. nantr., Lockspeise. Vergl, At. — 
Zn einer gewissen Zeit soll man «mit keime 
vogelgarn noch mit keime gtflue vögeln*. 14 
Jh. Alte Ordn., B. 13. 

GevKcbt, Gefecht, Anfechtung. — «Wir 
sollen Syehen und verschmehen das gevächt 
des fleyBches». Guldin Spil, 32. 

Gefäde. Vergl. Feden, — Die Bannwarten 
von Eembs aollen einen Missethäter dem Ge- 
richt «als gefäde und gevasset antwurten, als 
er denn gevangen wirt*. 1383. Bnrokh. 144. 

Gefälle, das Um&llea von Bäumen. — 
«Were es das duft und wind kirnen, das ein 
gefäüe uF dem wald würde*, jeder Einwohner 
• mag ea ufhawen>. S. Johann, 1413. Weisth, 
5, 477. 

Gevär. Geferd. Gefert sein einer Sache, 
ihr gefährlich sein, daran f vera essen sein, 
Scherz, 493. — «An swelhem dinge er sich 
versach — Daz sin friSnde wäre, — Des was 
er geväre — TTnde leite sinen fliz daran*. 
Gottfr. V. Str. 1, 216. Etc. — «Nu sind anf 
dem spil zway roch . . . nnd ist man in gar 
gefär, wie man sy nnd den küng gfleng>, 
Galdin Spil. 33. — «Die Hund selnd im (dem 
Hasen) gefär: Geiler, Has im Pf. A, 6 b, — 
'Inen ist gleich als einer Katzen, die ist gar 

fefärd MeiSB zu fachen bei der Nacht», Id. 
'red. u. L. 30 ". — «Die Hnnd wonen gern 
nnder der Uetzig, sie seind dem BInt geferd*. 
Id., Narr. 86 b. _ «loh red nit tiie von den 
verlassnen Uöncben und Pfaffen, die sein on 
das dem Tüfel nff den Schwantz gebunden, 
den ist er nit geferdt. Id.. Brös. 1, &9 K -~ 
•Die Rönber die ... im on Underloss . . . uff* 
setzig und gefert sint in nmb sinen Sohatz zn 
bringem. Id., Bilg. 176 t>. _ «Die Juden . . . 
die dem Herren alwegen aller geferett wo- 
ran*. Id.. Post, l, 7 ». — Die Handwerker 
«sind dem pfenuig also gferd' dass sie sogar 
an den Feiertagen arbeiten, Brant, Nsctt, 
91. — Die Weiber «sind den pfenning also 
geferd, — das sie all zucht, ere hont ver- 
gessen». Hnrner. Kb. 336. — Sie warfen die 
erbeuteten Waffen «in das fewr geferdt». Id., 
Virg. e, 5 «. (Welches ist hier der Sinn ?) — 
Listig; «Doch sind vi! narren also gfert, — 
an den kein wasser hilft uferd». Id.. Nb. 367. 
— «Ir baren sind alweg den pfaffen gefer*. 
Earsthaus, bb, 3 b. 

Gevengnlss, Gefängkutst». fem., Gefangen- 
nehmuDg, Gefangenschaft. — • . . . umbe die 
gewmgnieee, die mirron ja geschehen ist...*. 
1303. Als. dipL 2, 77. - Wird ein Hnber von 
Eirchheim gefangen, so soll der Vogt «deme 
nochvolgen der die gevengnitM getan het*. 
1329. Weisth, 6, 435. — «... von der ^- 
fangnisae wegen so . . . Ullin von Iltzioh tat 
an . . . Hennin Wolleben, einem burger von 
Kolmer». 1389. Cart. de Uulh. I4Ö. Eto. - 
Der Dekan von Bhinan versöhnt sich mit dem 



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II der gMete und ge- 1 
-"- ^nrkart«!! von I 
. Tieag». 1364. ; 
8tT«8Hb. Sudl-Arch., ms. — • . . . das irüch; 
nüt ... in dise aevengniu» losieut wiset» 
(Gefan^nschaft), Nie. v. Basel, ms. — «Hilf 
mir von minre g^angtüM . . . Das da hSte 
lidig viiBt TOD diDre geftngnüit . . . > EIb. 
Fred. 1, 332. — <Do hies der herre den ritter 
in gar swere gevengnüie legen . . . Werest dn 
gerne der gevmgnwe lidig ?> Nie. t. Basel, US. 

— Ein strasBb. Beamter hatte einen biseböf- 
lichen Vogt gefangen genommen ; der BiEchof 
begehrt von der Stadt denselben lon entgelt- 
nÜBK der gefengnüig ledig eu geben> (Qe- ; 
fangennehmung). Brant, Bisch. Wilh. 241. — j 
•ViT geuch nach diser gfenckniu gehen, — 
wievol gefetumite ist ein ieid>. Homer, | 
Genehm, h. 2k — «... krieg entstanden, 
lind, und domaoh gefenghaig nnd Eoeigen ; 

•der menschen». Id., Instit. 3 b. — (So | 
der herr abstellen wnrt die gefenghniUt seines , 
volcks . . . > Nachtig,, Fsafter, SS. — iDie | 
jaden, so uei der gefmgknüu waren knm- . 
nien ...» Branf., Anstoes, 14 K — 'Ist das ' 
dann die freiheit der Christen ? so halt ichs ; 
tÖT die höchste gefängknvM>. Zell, v, 1 ". — 
Was den Körper gleichsam gefangen hält, zn i 
enge Kleider : Die Frauen sollen «nit me . 
sohifirtzea mit iren brüsten, weder mit heme- ' 
den noch mit gebrisen rücken noch mit keinre ' 
ander gevmgnü»»e' . 14 Jh. Alte Ordn., B. 21. 
Geferd, Geverd, GevSrde, Absicht. — 
«Gedenck das solliches nit on Geverd Qottes j 
geschehen jst>. Oeiler. Selenp. 34 s. — .Wir 
Irenen alle Ding geschehen on Oei>erdi, von 
nngefär. Ibid. 110°, — «Ein Mees die dn on 
Q^ert, on Fürsatz dins Willens hast gebort». 
Id. Bilg, 24 a. Etc. — «Ich sandt ein botten 
heim mit gftrden'. Hnmer, Schelm, b, 4 ". — 
(Der bader wird zum liohter werden, — nnd 
urteil geben mit geferden: Id. Bad. J, 1 1>. _ 
Adam •darnmb aszsetzig ward — nszgesetzet, 
mit gtferdl, — vom paradis uff dise erd«. 
Ibid. m, 4l>. — .Ich dir hie schwere mit ge- 
ferd .... Id., Virg. S, 7 ". — .Wa dn sie ■ 
besohweren woltet . . . , ~ nnd spreohst dein < 
aegen nit mit gferdtn. — dn würdest von in I 
geschedigt werden». Id., Lnth. Karr, IT. -~ 
•Die kraiuer hant gut reich zn werden, — 
wo narren kontfen on geferden-. Id.. Schelm. 
f, 2 ». fon geferd. ungeferd. auf unüberlegte 
Weise, ohne Absicht, von nngefahr: Wer et- 
was «findet on gtverd', soll es zurückgeben. 
Brant, Nsch. 33.) ~ «Etua gerats eim on ge- 
ferdmi. Murner, Genehm. J. 1 «, - «Gott geb, 
ich rief an vngefert, — ja das mir nun ge- 
holffen werd, — es si der tiifel oder gott». 
Id.. Nb. aas. — «Die seien wer sie wollen 
anff erd, — frennd oder feind, recht unge' 
ferd: Id., Virg. k, 1 «. — «Und wer das ge- 
schehen on geferden ...» Id., Qenchm. o, 1 " 

— «Ich kam einsmols on als [».UtB) geferdt . .. 
in dootor Steffans kamer . . . • Id., 4 Ketzer, 
m, 1 b, — .An dem geatad war ttngeferd (forte) 
ein grab ...» Id , Virg. G, 6 «. 

Gefert, neutr. Scherz, 494. 1. Was zn einer 
Fahrt gehört. — «Es sol ein geferte reht 



Garnen etc. ansgerüsteter Nachen). 1447. 
Alte Ordn., B. 12 

9. Betragen, Treiben, Thnu, Gewohnlieit. 
Haltnng, Ordnnng — «AI sin geverte Aa». waa 
rieh.. Gottfr. v. Str. 1, 154. — «Min geberde 
and min gnerU'. Ibid. 1, 128. — Er erEählte 
.Von allem dem geverte — Daz er nnder in 
begie». Ibid. I, 114. — « . . . also ist dis geoerte 
do man nät nf wil achten-. Tauler. BS (8). 

— Die Pharia&er «hatten besnndere Haitangen 
and besondere Oefert in Geistgeberdeu und 
Kleidungen.. Geiler, Post. 3, 103 ". — Vor 
dem Essen twnschen die Jaden allwegeo die 
Hend, das was ir Gefert: Ibid. 1, 26«. — 

j Johannes der T&ufer .£ng ein naw Gefert 
an. das vor nie gehört was worden.. Ibid. 1, 
I 7 B. — «Sie wüUent in irem alten Oefert nnd 
Leben bleiben.. Id., Selenp. 319 a — «Du eolt 
; din Ijb also nffziehen, daa er allweg in eint 
I rechten Gefert sei. nit das er jetz en feiset 
\ si, damoch mager ... Da sagst wer, da haltest 
I din Lib in eim Gefert. aber in eim schant- 
, liehen wüsten Oefert: Id. Bilg. 162 b. _ .Uff 
I einen tag ein wochenlon — verzeren. das ist 
; ir gefert*. Brant, Nsch. öl. — Eine der Ge- 
stalten, die EeroQtea sab, «hatt on fread ein 
i ernstlich gferi'. Ibid. 103. — «Als er off dem 
I seil sasz und macht sein g«/«r(, da rnft er . . ... 
' Murner. Ulensp. 6. 

S. Wesen, populär für Gerede, Geberde, etc. 

— «Die Lerer machent vil Gefert» doraSG». 
Geiler. Post. 3, 91 s (Ähnlich noch heute bei 
nns : vil Gferts mache, beancoup d'emb&rras.) 
-~ 'S. Thomas legt es nss; Nicolaas de hyn 
macht sein Oefert auch daren nnd sein Pfennig- 
wert.. Id., Ev.mitUssl Uh >. - «Ein Zanhrer 
der macht ein wechsin Bild nnd besehirert 
das und macht sein Gefert darüber.. Id., Emeis, 
44 b. — Wenn einer «ob eim Bach stot nnd 
mit eim Besen das Wasser binder sich schlen- 
ckert. so macht der Teufel in den Wolken 
sein Oefert das es Regen würt.. Id., 3 Uarien. 
28 b. _ Der Teufel .macht dir ein Gefert vor 
dinen Ongen das dn wenest das doch nit ist.. 
Id., Emeis, 88 ". — Man macht «des Gefert» 
vil. nnd ist altes Narrenwerk». Id., Ev. mit 
Ussl. 118 Ij. — «Der abentürer treib sein ge- 
fert nnd sprang nff dem seil*. Paali, S8. 

4. Trog. List. ~ •. . . daz nüt z& wendende 
ist mit listigen geverden'. Jüngstes Gerieht. 

— Die EäuSer «sullent nieman durch geverde 
nf keinre hande gfit wisen>. 14 Jh. Alte Ordn., 
B. 19. — Die Bäcker sollen ihr Brod zu Harkt 
tragen, und «nit durch geverde in iren hüBcm 
lossen oder verbergen». 15 Jb. Ibid., B. 13. 

— Das in den deutschen Urkunden so häufige 
tonegeverdt' entspricht dem latein. sine dolo. 

— Wenn «icht herinn geirret war, — so ist 
es doch on alles gefär*. Brant, Layensp. 170 *. 

— 'Darumb so halt dich on geferd: Id., 
Thesm. a, 4 b. — .Es ist kein gloub noch 
truw uf erd, — je einer sucht den andern 
mit p/'er(.. Murner. Nb. 258. — «Als es stat 
jetzund uf erden, — so bmcht man also groäs 
geferden — wie einer gang dem andern für». 
Ibid. 73, — «. . . nnd sucht in also mit ge- 
ferden — das er wol must erschlagen werdeu*. 



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lUd. 916. — «Kein man so heilig ward nff| 
erden, — den nit der tlifel sncht miigftrdtn'. 
Id , Bad. H, & a. — ,. . . wenn die -wiber tnnd ; 
osferdeu. — so kan der tüfel baaz geberden>. \ 
Id., Qeaohm. t, 3 >>, — «Sie svolient so mit 1 
grossen gtferden — das wz dem ey ein gonch 
moBE werden». Ibid., i, 4 ■. — «Mit list und 
sSberliohen geflirden — sol ein nar geSbet | 
werden». Id., Lntb. Narr, 1. Etc. — Tregers . 
Schrift zeigt amer geferd als anwisBenheiU. | 
Capito, Trcgw, G, 1 «. 

6. Zeng, Dinge. — «8ie beisacD die Fliegen 
and die Sahnacken, und dasselbig Geferdl das 
steubt ir ander die Aagen>. Geiler, Qeistl. 
Spinn. N, 4 b. — «Die Hennen, wenn sie brüten 
wollen, BO gewinnen sie den Klook und den 
PfipfB nnd solchB Oefert'. Ibid.. N, 6b. _ 
«Du fiberkammeBt vil Äcker nnd Matten, Rent 
und Oiilt nnd des Geferts: Id., Bräs. 2, 17 1>. 

— «Es sei Himmel nnd Brdtreicli, Sonn and 
Mon, waB des OeferU ist». Ibid.. I, W^. _ 
Hanchmal, besonders bei Mamer, scheint das 
Wort keinen beBtimmten Sinn zn haben, Bon- j 
d«rn nnr ein beqnemes Uittel zn sein nm eine ' 
LSeke auszufnllen oder einen Reim zu bilden : 1 
«Ein tafel was dohin gesteh, — daran der 1 
Qlberg was gemait, — der geist ergreiff die i 
mit geftrden - nnd warff sie granaam eq der | 
erden». 4 EetEer, D, 1 >>. — <Der nar ist wol 
so groSE mit geftrden, — das wir al din Ter- 
borgen werden». Lnth. Sarr, 100. Ete. 

6. Gefahr. — «So an leib, eer nnd gat gt- 
ferd anfallet. . .. Capito, Treger, L, 7 », 

7. Schwierigkeit, Arbeit. — «Wie man sol 
das verstoD, das hat sein Gtfert'. Geiler, Post. 
8, 72 >. — «Etlich haben zu vil Unglücks nnd 
so Vit Qeftrts*. Id., Brös. 2. 341). 

8. Qeränsch. — «Wenn ein Mensch ist an 
einem End da ein gross Gtftrt oder Geschrei ; 
des Volkes ist. . .» Geiler, Selenp. 17H ». — 
<Do er (der Altvater) zn der Zellen kam, da 
hört er ein Gtfert in der Zell». Id.. Geistl. ' 
Spinn. P, 1 ". — «So kein Wjn me in dem 
Treohter ist, bo machet er erst ein Geploder 
nnd ein Gtfert. . .» Id., Bilg. 160 ». Etc. 

Oefezde, nentr., Einfassung. - «Daz gefeide 
(eines Bmnnens) was wiB marmelstein». Alts- 
ivert, 20. 

Oeffelecht, von gaffeln, nn üb erlegt, thöricht. 

— «Sie zämen ir Sund nit dester mer, sie 
seint eben als gtfftUcht als vor». Geiler, it 
Marien, 34 b. 

Oeflsten, pedere. — Wir wollen «gickoB 
goekos in sie gefiitett'. Mnrner, Lnth. Narr, 65. 

Gefolgig. folgsam. — Die Gallier sind der 
Draiden «urteilen und erkantnüssen gefolgig-. 
Bingm., Cäsar, 46 b. — Mancher Anssützige 
wnrde genesen, wenn «er einen guten artzct 
hat and jm gefSIgig wer». Oersd. 78 b. 

GeftSsE, Gesicht. — «Scblieg dich iemantz 
an einen backen, du schliegest in wider in 
das best jf^reag das er het>, Morner, Eon. v. 
Engl. 916. 

Gefrenem.gefrieren.— «Ein lanffendt Wasser, 
so das gefreuteert, so stat es still». Räthselb. 
a, 6". 

Gefrlden, Frieden schliessen. Scherz, 496. 

— «... das wir ane ei mit dem biechofe von 



Strassbnrg . . . niemer snlnt g^riden uns noch 
gesnnent. 13%. Urk.-B. 1. 390. 

Geft-ieu. befreien. Vergl. /rien. — «Wellst 
mich vor dem tod gefrygent. Brant, Rosenkr. 



D. I 



17. 



Gefrftnde. S. FrOnde. 

Oefrilr, fem., Frost - «Er hat getödt . . . 
den feigenbanm mit der gefrürt. Nächtig., 
Psalter, 197, 

GefrOate, Frost. S. FrOste. — «Er moss 
liden Hagel, Schnee nnd Bogen. Ruf nnd Ge- 
fräsu. Geiler, Bilg. 67 ■ 

GefAg, Geschicklichkeit, Fertigkeit. — Ge- 
bresten «die gebent grosaen gefug nnd . . . 
neignnge die gnade an verlierende». Tanler, 
143 (27). 

GefUge , schicklich , möglich , passend. 
Scherz. 496. — «niid were dsE g^üge — Daz 
ich zwelf znngen tr&ge . . » Gottfr. v. Str., 
1, 65. Eto. — Die Bettler suchen «ir gfiige 
namng dnroh die laut». Brant, Nech. 114. 

GefHgBl, collect, Vögel. Scherz, 496. — 
«Ich wfl üch senden etliche tier nnd gefüget, 
daz ir nie vor gesehen hant». Clos. 118. — 
«Dnder allen tieren nnd gefügele . . .» K6n. 
242. — Vogler nnd Gremper «die do wiltprete 
nnd andere gefügel . . . kouffent nnd verkouf- 
fent». 1381. Heiml. Buch, fo 41. — «Wer 
spiset daz gefügd ?• Peter v. Qengenbach, 
1436 — «, . . als gein dem samer daz g^ü- 
gel t&t». Altswert, 81. — Von einem flflehti- 
gen Mörder heisst es, man weihe «den cörper 
dem gefögel nnd die sele da sie hin geworben 
hat». Hattgau, 1490. Weisth. 5. 508 (Den 
Korper dem Galgen nnd die Seele dem Teufel.) 

— «Leicht fleisch von gefügel*. Gersd. 16 b. 

— «Das geädert gefügeh. Nachtig., Psalter, 
380. — «Alle thier nnd gefügd*. Butzer, Dass 
Niem. a, 8 «. 

GefUgen, passen, 8. fügen. — «Kein hant- 
werck ist. dem nit gtfüg — das es am fjTtag 
etwas düg> . Brant, Nsch 91. 

GefUII, so viel wie FäUerei. — Sardanapal 
lebte «in wollnst, gfüü und faderwatt». Brant, 
Nsch. 29. 

Gefare, Nutzen, Wohlfahrt. Scherz, 496. — 
«. . . daz er der siechen nnd der eilenden 
nutz nnd gefüre schaffe . . .> 1815. Strassb. 
Spital-Aroh, Brief-B, 1, 10 ». — Die Eigen- 
leute der Äbtissin von Hohenbnrg schwören 
•ir ere und ir gefüre zA fi'omende». 14 Jh. 
Hananer, Constit S46. — Die Haber schwö« 
ren «zä hanthaben des hofes natz nnd ^«/fifvt. 
Qaatzenheim, 1375. Weisth. 6, 444. 

Geflirtae, Nutzen, Profit. Für : Gefure. — 
Der Schiinneier von S. Anrelien hat «die ma- 
gesotschalen zn gefürtse*. 1396. Bist, de S. 
Thom. 394. 

Gegabelt. S. g(d>eleckt. — «Eine gegabelte 
nnd gehürnte frag», Pauli, 79. 

GegenhatE. s. z. s. Gegenstreit. -~ Will 
Jemand anf der Strasse Streit anfangen, «dem 
sol nieman gegetihatt geben». 1332. Urk. 2, 



Gegenkaffen , entgegen blicken, 
Sternen die hant ein gegtnkaffen z 
nen». Tanler. 416 (73). 

Gegenwnrf, objectnm. 1. Gegenstand. 



Die 



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124 - 



«Ich red von nalien ÜrB&ehen der Sand, die 
du BiheEt oder hörest, die da heisaen objeo- 
U, Oe^enwürft. Geiler, Narr. 99 ». — Der 
Selige im Himmel «wirt sehen vil QtgmmOrf 
als ob es nur einer wer . . .. and einjeglich 
Ding' diser (fegerueürf gantz andertobidIich>. 
Id., Schiff der Pen. 114 >. £tc — <. . . in 
veliiÄer materiell oder g^mteurffeicia begibt 
das man gelotst werd>. Wimph., Chrys. 4 b. 

— *Der gegtnwtrff des glaubens oder das 
ding das wir glanben». Capito, Treger, B, I b, 

— iSo an leib, eor and gut geferd inhUet, 
fallen sie aaoh ab, neigen sich dem wind 
nach, off gegenwürff des glücka». Ibid., L, 1 >. 

— liasz wendige gegenwürff bösz oder guts, 
wol oder übel gefallens», Fries, &3i>. 

9. Einwarf, was entgegensteht, Eindemiss. 

— «Die minne t&t versinken in den gemin- 
neten. Hie iane ist ein gegmwurf, das ist die 
Sünde; danne ist ein ander gegenwurf, das 
siat grosse nnd swere bekorungen». Tauler, 
BUS (66). — 'Nun als darch solch gepott, j 
seine achtens, weg bereit ist un der gegen- ' 
tourff, das die hnrerei gelitten wurde, schon i 
hinweg was , . .» Appell, b, 1 •, — «Dise 
gegenwOirff bringst dn fdr>. Capito, Treger, 
0, 4 b. — «Es ist EU glanben, das sich des | 
armen nnwissenden gemüt gen disen gefer- , 
liehen gegetuDürffen halt wie das wachs gen '■ 
dem flammen». Blindenf. A. 3 •. — «Sich nit ' 
lassen kümeren den gegenwurff des bapstsi. 

— Bran£. Zehnd., b, a ". ' 
OegenwUrflicb. objecüv. — 'Qtgmwärfiiehe l 

Seligkeit! ist die. die «das göttliche Wesen | 
selber znm Oegenwarf hat>. Oeiler, Pred. a. : 
L. 86 *. 

Oegenwnrte, £em. Gegenwart — Siegiengeu 
<ze einer gegeiuourte'. Gottfr v. Str. I, 04. 
Etc. — «... in oe^munlrt aller thuraherren». ' 
Brant, BiBoh. Wilh 346. — «Die da waren ! 
erber lüt — in gegenwärt nnd lange zit>. j 
Harner, Schelm, e, 1 ■. — «Die engel die im 
hinunel ston, — sein gegentoürt nimmer ver- 1 
Ion». Id., Bad., J, 6 a. ~ <Br sol das alles in | 
gegmurürt der wiber tban> Id , Geachm.. C, I 
4 b. — .In meins vatters gtgenwürtt. Id.. Virg., ! 
B, 3 b. — «In gegenurärt der zagem. Id., In- ' 
stit. 109 b. Etc. I 

Gegenwärtig, gegenwärtig. — Wir «be- i 
kennent mit diser noser gegenwärtigen ge- 1 
Schrift . . .• BalBchwiller. 1413. Weisth. 4, 
61.- Etc. — Beten <on gtgenairtigt Wamem- 1 
nng, sunder mit Änsschweiffnng des Gemuts>. : 
Geiler. Irrig Schaf. G, 6 ». — «... das sy I 
Got also on UnderlaSü gegenwürtiglUichen lieb ' 
haben'. Id., Geistl, Spinn., L, 2 b. Etc. — 'in 
nnserm gegenviertigen Gebett». Id., Patpr Nos- j 
ter, N. 4 ". — «In gegenmürtiger zit>, Marner, j 
Instit. 6 b. — Virgii hat «ein gegeatoirtigi 
ewiga lob erlanget». Id., Virg., Vorrede. Eto, 

Gegen würtigkeit, Gegenwart. — <Daa : 
Fenr ir Liebe uad Andacht mee entzündt 
ward weder verlöscht von &egenwüTtigkeit 
der Anfechtongi. Geiler, Irrig Schaf, D, I v 

— <Der Gedanck zom dicker Mal ist rettz- 
licher weder Gegetmürtigkeit'. Id., Has im 
Ff„ a, 6 >>, Etc. — «In gegenwürtikeit sine 
heres. . ,> Bingm., Cäsar, 17 ". — 'Schlangeu- 



hdmlin ... in gegewoi^rlikeit der gifft, von 
stand an Bcbwitzeni. Fries, 179 ■. — «Dein 
(Trägers) gegemcürtigkeit hindert oder fürdert 
nit>. Capito, Treg;er, L, 8 a. _ .Die rechte 
heilsame gegenwertiglüit gottes > . Batzer.Neaer., 
G, 1 ». 

Gegerwe, Gegerwede, neatT.,£leidnng, be- 
sonders Priesterkleid nng, von gerwen, garwea. 
Soherz, 498. — Rnhmsächtige Leute •machen 
venster und elter und gegenoe, und weUuit 
das man es wisse» (sie stiften Eircheufennter, 
Aitäre, Gewftndar). Tanler, 312 (87). — «EUns 
schöne persone, gekleidet rehte ab ein e-w^n- 
gelier in gar sohöneme snewisseme gegenoedet. 
Nie. V. Basel, 816. 

Gehaben (sich), sich betragen. Stdierz. 499. 
Vergl. behtäten. — «. . . das er sehe, wie ai<ji 
sine geste gehubent'. Eis. Pred. 1, 386. — 
•Das du anfaheat dich bass gehcAen dann dn 
vor wasest- Geiler, 7 Schwerter, F. 2 ■. — 
«Die die in den Betten logant nnd aich übel 
gehubent'. Id.. Post. 3, 18 ■. 

Geharsten, verharschen. — Der Oottesfrennd 
geisselte sich bia anfs Blut, rieb Salz ia die 
Wnnden nnd zog «ein herin henimede> dar- 
über, «das ea in den wunden geharaten solte«, 
nmdenSohmerzza vermehren. Nie. V.Basel, 810. 

Gehas, gehsEsig. Scherz, 499. — <Si -was 
im dannoch ^ehae*. Gottfr. v. Str. 1, IM. — 
•Der künig ime so viant wart und so gehaa. . .» 
EU. Pred. 1, 76. — «Ir süllen . . . wissen, das 
ücb alle lüte gehae werdent*. Ibid. 1, 288. 

Gebe. S. Goch. 

Gflhebe, wasaerdicht, versoblosBen. Scherz, 
499. S. beheb. — Der Küfer <sol die vasae ge- 
hebe binden». Münster, 1386. Als dipl. 2, 160. 

— «Die vaz gehebe machen...» 1322. Urk. 
2, 206. — Alexander «det machen eine gleajn 
Stuben die allumbe gehtb was, nnd lies sioh 
do inne ao des merea grant>. Kön. 311. — 
Uoses wurde <in ein gdtA lade» gelegi. auf 
den Nil. Ibid 261. — Die bei einer Feners- 
brunst zu brauchenden «stendelinr sollen «wol 
gebunden and gehebe' sein. 1496. Alte Ordn., 
B. 13. — «Es ist ein sondere kunst zu lie^n 
(lügen), das es gehtb sei und nit rin». Homer, 
Lnth. Narr, 40. — «Bat : ein fetzlein, das Ist 
wol gebunden, fast geheb, on band und on 
band, hat auch kein reiff. Antwurt ; ein ey>. 
Bäthselb., o, 1 a. 

Gebegede, nenir , dichtes Gebüsch, — «An 
dem aehegede'. Hjndiaheim, 1417. 

Genei, Damm, Weg am Wasser. Schmelter, 
1, 1021. — «Bi nuiinengehei' Gertwiller, 1267. 

— 'Gebehartz gehey. Niederschäffolaheim^ 
1348. — Gehei könnte aber auch das elsäsaiach 
auegesprochene Qehegede sein. 

Geheide. 8. Heide. 

Gebelingen, jählings, plötzlich. — Ein Baa* 
meister iknnt selten dar, danne gdtdittgen, so 
git er in (den Werkleuten) ein r^ele». Taaler, 
t»3 (34). — Den Papst Johann XII «alfig der 
tyfel, das er gehelingen starp one rüwe nnd 
bihte» Eon. 648. 

Gehelle, neutr., Übereinstimmung, Einwil- 
' ligung. Scherz, SOG. — Uan soll den Eatlt 
' «mit nnserme (dea Biacbofs) geheUe sezsen». 
1261. Urk,-B. 1, 356. — «... mit einer eptisain 



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von 9. Stephan ffchefle und willen*. OberenUen, 
ISia Barckh. S08. — <. . . mit der scheffele 
willen and geheUf. 1815. Brief-B. 1, 10«. — 
«Hit der farateu wille and gehelle: CloB. 44. 

— <Hit der »Her aeheitt und beetetange>. 
Eon. 406. Etc. — (Bin HenBch der die Sinn- 
lichkeit ItUset Meister on QttxeU seiner rechten 
Temnnft*. Oeiler, Selenp. 68'; Trost. EE, 
3 *. — 'Volllfomniene OthtOung der EertEig- 
sngen mit dem Qeiat». Id., Pred. d. L. 101 >. 
Etc. — «. . . mit willen ond gdteÜ des ca- 
pitels>. Brant. Bisch. Wilh. S94. 

Gefaellen. Scherz, 600. 1. Übereinstimmen; 
Eoweilei) mit dem gen., einverstanden sein 
über etwas. — «Er vant niht stätes an in 
zwein, — Si gekvUen so noch bdb enetn*. 
Gottfr. V, Str. 1, 15. — «Alter nnd jngent — 
Selten gAeOent einer tagent*. Ibid. 1, ei. Etc. 

— Lueifer irolte «an gotz stat sitzen nnd 
rette das mit den andern engein, daz sä ime 
dea geh^ien soltent nnd beholfen sin>. Eon. 
383. — Priam verlangte 'einen friden ein balp 
jor; des gtkfjient die kriechen*. Ibid. 298. 

8. An etwas geheUen, darüber einig werden. 

— Als die Knr^rsten Badolphs von Eabsbnrg 
Kamen nennen hörten, «do gdudlmt sfi alle 
an in die do zbgegen vorent, nnd weletent 
in>. Glos. 41, 28. 

8. Eünstimmen, einwilligen. — Sie isprechent 
alle jo and ge/tuBent darin». IdSO. Tncherznnft, 
41. — '. . . das sü . . . dartzn . . . eigentlich 
gewillet nnd gthoüen liettent>. 1447. Goldschm.* 
Znnft, SS. — 'DeTzCi gehal onch sin vatter». 
Cloi. 70. Etc. — .. . . mit gehelle Erlewins 
von Dambacb . . . der dis konffes onch aduiSen 
het.. 1867. Reg. A, 287. — .Wenn dn nnn 
die Stimm (Gotte») hörest, so lag das da ge- 
heOtst; Geiler, Post. 2, 91 •■- — «Der König 
gthaä darin und folget irem Bat>. Id., Selenp. 
86 B. — «Maria die Hntter Gotu hat in die 
Wort des Engels gehoOtn: Id., Post. 4, 8 >. 

— 'Doch mQBz der man darin geheUenf (in 
das was die Frao tbnt). Mnmer, Genehm., 
K. l*". — «Die da verwilligen und geheUen^. 
Wimph., Hirand. 6. — «Ich wolt nit Avrya 
gthaßent. Paali, 46. Etc. 

4. Aot, bewilligen. — 
herren. . -• 140S. Eist d 
«Dis riet Pompeyns den Römern und gehuUmt 
es ime die edeln>. Eon. 331. 

Gehelleaain, übereinstimmend. — «Eievon 
wart alter nnde jngent — ßeheHeiam an einer 
tugent.. Gottfr. v. Str. 1, 64, Etc. 

Gehengen, gewähren. Scherz, 601. Vergl, 
verhevgen. - Der Eaiser tgehmgett ime also 
es sin wille were>. Märlein, 32. 

Gehengnias, Einwillignng. — «Ein gunst, 
eine minne und ein gehengniste ... zu allem 
dem das gnt und göttlich ist>. Tanler, 462 
(HO). — Gnte Menschen sind manchmal trag 
«wider alle ire gehmgnwe: Ibid. 146 (37). 

Gehertze, Gehertzlkeit, Beherztheit, Mnth. 

— «Denn gab hernach Frevel oder GehertB, 
das er wider keck wärt». Geiler, Selenp. 204 ». 

— «Man spricht gemeinglich, den Geheringen 
Bteet daB Glück bei ; da sprechen die heiligen 
Lerer das vil me die Gnad der Geherteikeit 
Beistand thne». Id., Pred. a. L. 97 i. Etc. 



Oehertzt, Gehertzig, beherzt. S. die obige 
Stelle, sowie den Artikel Freidia. 

Oehenblet. S. GAÜbt. — «Wie meiostn, ob 
nit ein ungekeubleter lerer eich billiger be- 
klagte Über den geheubieten doetor der nit 
leret, das er sich nnbillich des namens an- 
neme ?. Zeü. G, 8 «. 

Gehlggen? — «Eigennutz, gunst, verbnnst 
nnd gelt, — die vier gehiggm letz alle weit'. 
Brant, Epigr. Copie aitt. 

Oehimme), TraghimmeL Vergi. Himmdta, 
Bischof Wilhelm wollte lieber mit Bewaffoeten 
reiten, «dann das er andechtiglich anter dem 
Gehimmel gangen wer». Brant, Bisch, Wilh. 
881. 

■Ein gebimmelt spanbett», mit einem Bett- 
himmel. 1499.InventardesLudw.v.Odratzheim. 

Oehirmen, znr Bnhe kommen, still wer- 
den. — «Do gehirmt und gelag der Wind*. 
Geiler, Post. 3, 18 '. — «Also das die An- 
fechtung zu Zorn. Neid, Hass, Sohleck . . . 
gehirmt und gestillet sind». Id., Selenp. 70 1>, 

Gehoben, S. Eohen. 

GehSrde, fem n. neatr., OehBr. — «Die 
gehörde die höret-. Nie- v. Str. 272. Eto, — 
Ein Tauber «hat nüt gehörde: Tanler, 244 
(48). — Die Ohren ergötzen «mit üppiger o«- 
hörde*. Eeinr. v, OfFenb. — «Der bresten der 
gthSrd seint mani^erlei>. Fries, 118 >■. — 
«AnditDS. daz gehörd>. Oersd, 68 >. 

Gehörig, auf etwas hörend, — tGehBrig 
der minneclichen stimme». Tauler, B68 (62). 

Gehorsame, fem,, Gehorsam. Schere, Ö03, 
— «In der gdiorsame der heiligen 6>. Nie. v. 
Basel, £68, Etc. — «... es wäre dann das 
die Gehorsame das gäb>. Geiler, Geistl. Spinn., 
L, 4 a. _ «Umb der Qehaname vrillen*. Id., 
Irrig Schaf. G. 4 a. Etc, — «Die nszlendisehen 
völeker, so wir under unsere gehorsame brecht 
haben». Mnmer, Instit. 1 ». — Der Obrigkeit 
soll man «anderthenige gehorsame beweisen». 
Id., Adel, D, 8 s. Etc. — «Gelübd der gehor- 
same'. Butzer, Verantw., b, 1 b ; Wurm, Trost, 
6 ». Etc. - «Die QehonamkeU: Wnrm, 1. o, 7 ". 

Gehorsamen, gehorchen. — «Man sol gott 
me gehorsamen dan den menschen». Zell, N, 
2 «. ~ «Das Wort gottes, dem wir schaldig 
seint allein zu gehorsamen: Warm, Balaam, 
e. 2 b. 

Gehngede, Hngede, Gebnbte, fem,, Qe- 
dächtniss. Scherz, 604, — «Ob du ieman ze 
liep batest in dem herzen, das du von siner 
gehugede gebösert wurdest». Bihteb. 42. — 
•Daromb snllent ir die gekügde der h. hochrit 
also hüte begon». Eis. Pred. 1, 189. — Der 
Förster von Wiedensohlen soll kommen «z& 
mitteme bomunge in den dinghof nnd sol 
bringen ein ackes nnd ein sehselin, ze soUicher 
gehugede das es (das Eolz) der herren lidig 
eigen ist», 1364. Weistb, 4, IG». 

Gehngnlsa, Gedachtniss, — «Die obersten 
krefte, gehugnüm, v ersten tnisse. und wille». 
Tanler. 116 (23). — «Erklere min gfhugnisse 
mit diner fröitchen gegenwertikeit». Gebete, 
14 Jh. 

Gehnlle, so viel wie Gehelle. — «Mit gnnste, 
willen nnd gehuüe unsere capitels ...» 1296. 
Eon.. Beil. WO. 



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Oehüre, angen«hffl, Scherz, 609. — 'Dem 
ist din heud alse gehurt — Daz ei besser» 
Diene gert»- Gottfr. v. Str, 2. 101, — <Des 
gek&ren uamroeD Jhesiu sei sich nieman be- 
neren>. Verse. Briefb. — «Daz sa^e mir, 
zarte gtitOrt'. Altswert, 30. ~ Im Winter 'ist 
ein wanne Btnbe^är>. Conr. v. Dankr., v.312. 

«Zft Gehttrwe, GehÜrbe», 1316, 1889, Ober- 
ehnheim. Kothige SteUe. Tergl. Hot 

Q«jttgede, Gejegetze, G«jK^, G«jag,Jagd. 
Scherz, BOG. — «Swer tsiit gqägede ^jinAa , . .• 
Oottfr. V. Str. 1, 197. — Er 'leite sin gejeid« 
nider>. Ibid. 1, 241. — Geht 'mit getult 
dnrch die geiegede von gotte und von den 
ereatnreni (var. daz geiegede). Tanler, 139 
(96). — König Ludwig <reit an eim gejegett 



haben da oben mit einander gegeäet, ond Un 
ich on Gevert uff dich gefallen*. Id., Er. mit 
übbI. 2211), — Fantasien tgeüetU wie die 

5'angen kelben. Unmer, Nb. 47. — *TBraiB 
;er Bach mit freuden an — Die pferd mit 
geilen vor im Büan». Id., Virg., 0, ö b. — tWi« 
die katzen mit müssen geOen*. Id., Liuh. 
I4arr, 104. 

Einmal habe ioh das Wort in iar nnsäeh- 
tigen Bedentnng gefaoden : «Ist aber (dis 
Fran) leichtfertig, feig oder geil . . ,, will mit 
den Kd echten gäüen, nnd ir Bett mit SalB 
besprengen, 'Wecholterstengel darein legen, 
oder in die Deck abziehen, so bald sie du 
anfacht, eo ist es geschehen omb sie>. Oeila, 
Schilf der Pen. 30 ». - Schmid, 225. - Da- 



in eim walde>. CIob. 70. — Eean (kam von gegen tat mir bei Geiler geUen nie im Sini 
iem. gtytgeK hangrig nnd mtide>. Kön. 3&4, 1 von betteln vorgekommen, obgleich der Ani- 
— <ui diseme twiogs nnd bau sei unser herie ' druck in Strassburg längst gebränchÜch war; 
han sin g^tgede*. Lntterbach, 16 Jh. Weisth. | 1403 wird ein Gäer a.ju ver Stadt verwies», - 
^106. — iDaa dritheil zins und g^ägU' des l 'Qmbe den Heschiss den er mit Oütuerkn- 
Waldes ist der Äbtissin von S. Johann. U13. 1 triben». Heiml. Snch. 136*. Brantsagt: <Der 
Weisth. 5, 477. — •Bsan, der was dem Vatter bettel hat onch narren vil, — all weit die 
lieb, der reit auf das Gejagt. EinamaU sprach rieht sich jetz nff gä». Nsch. 63; and Uir- 

Isaac: mein Snn Esau, bereit mir ein Speiss i "" * -■--•-- - 

von deim Gejägty. Geiler. Has im Ff., C. 2 » 



1 geut^* 



Brant, Thesm., 



Sie 



Biuu i*>vr. uu gw, iiacu. OQi uuu aLui' 

«Des heischens, gäent ist kein endu. 
Genehm., h, 4 >>. 

Dasjpodins: tGeOen, bellen, mendicarft», 
und ^geylen, lasoivire» 
• Geilnnge, iuxnria». Herrad, 194. 
GeischeT, Peitsche, Geissei. — Ein FrSiieT 
sei nemen also vil howee als er ander siner 
gatthelen getragen mag>. Harleuheim, 133S. 
Weil - ■ — ^ - 



(Veisth. 1, 738. — Die Geissler schlugen sich 



nährten sich «des geiägde»'. Murner, Tirg., 
b, 8 *. — «Es sei eiD starck nnd mechtig 
geiegde der römischen bisehoSs ...» Id., Kön. : j 

V. Engl. 907. — 'Sie walten mit dem hasen i ., ..„. 

geieg habem. Id., TTIensp. Sl. — «Übung des mit tgeü^itltt von riemen . . .• CIob."107. - 
getagt nnd fischens». Ringm., Cäsar, 2 '. Etc. Sie <s[ftg sich mit iserin snidenden geitdu' 

— «Der zücht in krieg, der uff das giegtt. I I«n>. Nie. v. Basel, ms. — Han schlng Cturi- 
Adelphns, MÖrin, 57 b. _ «Bobz und band, stum <mit besemen nnd mit geüdteinr. Eis. 
Vögel und geyägts: Brnnfels, Zebnden, b, 4 >>, j Pred. 2, 3. 

Goll, 283: «Venatio, Jagd, Gejagt; Geiacheln, geisaeln. — Paulus ward «roa 

Geil, mnnter, lustig, mathwillig. Scherz, 606, den jaden fünf werbe gegeisehtU*. Nie. v. Bs- 

— <£r was do geü onde fco>. Qotttr. v. Str. | sei, Bek. Taul. 55. — «Daz ^«ischebi diu 
1, 115. — 'Wellestu dort (Im Himmel) sin : göttelichen libes ...» Gebete, 14 Jh. — Di« 
geile ...» Ibid. 3, 117. — iZb gar vil mbt- Jnden, die Christum <viengent and jn geitdit- 
willig und sft geÜ'. Jüngstes Gericht. — (Da- 1 letit . . • Oswald. Etc. 

rumb soltn wesen geä, — Und laz alles trnren > Geischeler, Geissler. — «Do man ulti 
Biu>. Altswert, 13, — <Wir wollen geü nnd | 1349 . . . do koment gen Strosbnrg wol 200 
gemelich sin — Ich nnd die gespiln miwA geitcheter: CIob. 106. Etc. 
Ibid. 42- Etc. .— 'Ein eiufalt sobäflo geü...' I GeiBcbeliing, GeiBslong. — ChriBtUB ver- 
Brant, Nsch. 63. — «Da was der apothe- gOBs Blnt <in der geiKhdungen' . Gebete. 
ker onch etwas geü and gemlich>. Murner,, 14 Jh. 

Ulensp. 131. i Geisselmal. — Matthäus <nam den Herren 

Gellen, spielen; eich geüen. sich erlustigen. mit im in sin Hus und bereitet ein herrlich 

— <Do geütt und sprang die tochter des weibs Mol, ein Ürten, ein grosse Würtsohaft oder 
Eerodis, also das es dem känig wol gefiel». ! GeBellschaft, connvium magnum, ein Gesellen- 
Adelphus, Rhod., L, 8 ■. — ■Zizim . . . braucht moi oder ein Giaadmol'. Geiler, Post 4, 33 '. 
sich yetzo mit lagen . . ., ieCzo in wolleben, | — 'Herodes liess einist ein kostUoh Qitiä- 
essen and trinken geiiet er sich, nach art der i mal zarichten». Id., Bros. 2, 63 K 
iugent>. Ibid., E, I e. — Besonders vom Spielen! Im Mittelalter, theilweise noch im 16 JK. 
junger Thiere gebraucht: Die jungen Hunde i war im Elsass der Gebrauch, dass ein Schnld- 
'geäen mit einander nnd aach mit den alten ner und dessen Bürgen sich verpflichten 
Händen, aber sobald sie gross werden, strei- mussten, im Fall der Nichtbezahlung der 
ten sie wider die alten*. Geiler, Schiff der ' Zinse, sich an einem bestimmten Ort in einem 
Pen. 106». — <Die Katzen greifent mit den! Wirthshaus einzufinden und da auf Kosten des 
Topen darin (in den Spiegel) und wellent Schuldners als Geisel zu bleiben. Erschienen 

{eüen mit dem Kätzlin das sie darin sehent>. die Bürgen allein, so Hess der Gläubiger ihnen 
d.. Dreieckigt Spiegel, AA, 4 e. — Die Hans trefflich aufwarten und der Schuldner hatte 
sagt zum Löwen : «lieber Herr, verzeihent mir die Zeche zu bezahlen. Der Gebrauch hatte 
das ich also uff euch gefallen bin ... , wir zum Zweck, letztem durch Furcht vor be- 



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dentendes Anegaben za pünktlicher Entriii]!- 
Uaig seiner Zinsen in bewegen. S. Stellen ans 
Sehnldbriefen von 1357 Dud 1433, Hist. dn 
Chap. de 3. Thom. 95, nid Grimro, Reebts- 
alterthnmer, 6S0. 

Es ist klar hierDaeh, irie Geisselmal gleicb- 
bedentend mi t köstlicli er Makeit werden konnte. 
Siehe anoh folgende Stellen : •Einer isset das 
6iuelmai oder Sejffer nnd isaet IcoBtllehi. 
Geiler, Bros. 2, 18*». — Die BiBohöfe «die 
iren Stat nit mer hatten mögen als sie gern 
theten, darnmb so müssenl sie den Oeisad 
essen, dem einen hie ein Em lassen dem 
andern dort, and Gaben darnmb nemen nnd 
alle Jar ein Collect von den Pfaffen o(foemen< 
Id., Et. mit üssl. 214 «. — In letzterer Stelle 
kommt die Bedentang der Besteohnng dazn: 
die Bischöfe müssen den Oeiuel essen, d. h. 
die die gewisse Tergfinstignogen von ihnen 
verlangen, bestechen sie dnrch Gesobenke 
den Oeusel 
Bioh durch 



Tauler, 32» (M). — «Der heilig Geist, von 
beiden (dem Vater nnd dem Sohn) gegntttt». 
Geiler, Arb. hnm. llfiv — cDer äeütffeiatat 
wo er will.. Joh. 8, 8. Id., Ev. mit UssL 



Geisrtgeberde, religiöse Ceremonie. — •Ce- 
rimoniaiia (des mosaucben Gesetzes), das ist 
die gesatz der geutgtberdtn . . .>. tGeittge- 
bträen oder cerimonien . . . Ensserliche oaüt* 
geberden'. Zell, 0, 2b; v, 81». Etc. 

Geistler, Geister, Geisterln, Frömmler, 
der oder die vorgibt, sich einem geistlichen 
Leben zn widmen. Scherz, 507, — «Begin, 
gayatteri» nnd gleis snerin.. Qnldin Spil, 81. — 
«Devotarii et devotariae.. Oeiler. Navtc. poe- 
nit. 8 b.— Der Pharisäer in der Parabel 
«was ein abgesoheidener Qeiater, ein Apo- 
atützler nnd Glissner». Id., Post. 8, 71 o, — 
•Judaa ... als er genommen hett ein Eott 
. oder Schar der Diener von den Bischoffen nnd 
. ist figürlich zn nehmen fdr j Gleissnern oder Onstem der Juden . . .• Id., 
Malzeit oder ähnliche Mittel Passion, 39 1>. — «Es seind anch vi! fnlei 
erkaufen lassen. Zur Zeit Oeilers exiatirte, I Geister und Geieterin, die do meinent sie sei- 
zn Strassborg wenigstens, die Sitte des Geis- 1 enl im schawenden Leben, and meinent sie 
sefanals nioht mehr; nnr das Wort war in i sollen dessbalben nit berfürgon das sie den 

seinem Hprüeb wörtlichen Sinn znrückgeblie- 1 andern dienen». Id., Post. 4, 8 b. «Also 

bea ; Geiler, der nicht mehr weise, was es ' thnnd anch aaser Geiatcrin, die gon alle Tae 
bedentet. vereaebt es anf seine Weise zu er- j zu Predig, beichten, gon zn Kirchen, aber 
klären: <ein Oiaietmol, als man in dea Leis- . wan es daran kumpt, so ziehen sie den Spiese 
tongsbriefea das Mol versieht nnd versorget am Hag ab>. Id.. Bmeis, 26 a. ^ .Das ist 
and Bchribt das einer sol essen ein ffuMimot, | wider diestoltzen Domine und stoltzenFrowen, 
das iat das er nit boI ein Zacher sein and i Begynen nnd OeüUm, in denen do kein De- 
das Pfennigwert essen, sonder er sol convi- ■ mat ist.. Id., Post, 3, 33 ». — tOb er achon 
valjter leben nnd lot das Qesellenmol essen, ein HUnich ist und in seinem Gedanoken ein 
Das Wort GUsel, das wir in Brach haben, grosser Gtiitler ist . , .. Id. GeistL Spina, 
weiss ioh nit wol wo es harkumpt noch was | N, 4 b. _ .Der phariseiache hanff, die abgot- 
es sey. Ich weiss nit ob etwas sey das Oyi- \ tischen geitzigen geisOer*. Capito, Verwarn., 
wl heisset. Dommb nenn ioh ein QUtümtH i A, 8 >. — Capito's Vater war ein A'ommer 
ein Gesellenmol oder ein Wolleben, wie du i Mann, «nit ein gemeiner jeirtfar». Id., Tregor, 
69 dann nennen witt>. Post. 4, 23 ». 1 1, 1 b. _ «Wie kumpt es dann das yetzt die 

Pauli dagegen hat noch die Erinnerung an ' aller höchsten gtisüer die speisen für gemein 
den richtigen Sinn, P 41 a -. «Das heisset öi- achten?. Zell, i, J b. [Gemein, s. v. als gering, 
tdmtU, das man etwan auf ein Stat oder auf 1 nicht gut genog, unrein.) -~ Jndas verkaufte 
ein Edelmann mit, ein reidigen Hengst ! Christum um Geld, «das thnnd unser geistler 
leistet, die essen köstliche Mal, damit das i auch-. Blindenf , D, 1 a. _ Qeistglychsner. 
grosser Kosten anfgang, das man sie desier Steinböwet, 339. 

förderlich bezal and anssricht warumb man | GeiBtlicheit, Geistlichkeit. 1, Geistliches 
dann leistet*. : Leben. Frömmigkeit. Ben. I, 497, — «Darumb 

1419 verbürgt sich Graf Friedrich von Zwei- hab sorg und grosse acht — mit geiaüidmt 
brücken, enstos des Domstifls, fdr die Be- 1 und mit andacht.. Mnmer, 4 Ketzer, E, 3 b. 
Zahlung von 4O0 Oulden, die der Magistrat — <Hett ich mer geistticheit im orden gehalten 
dem Bischof Wilhelm geliehen hat; im Fall I ■ . .. D>id., E. 1 >>. _ ,Das in durch Ire 
von Verzögerung verpflichtet er sich «einen geiiüickeit — die himliseh krön werd bereit», 
edlen Knecht mit iwein reissigeu Pferden ! Ibid., C, 8 ". — «Nach Cristns leren leben . . . 
gein Strossburg in die Stat zu schicken und I in alter zucht nnd^ntÜicUeif*. Murner, Luth. 
zn stellen In eins offenen Worts Hns wellohs | Narr, ViQ. 

ans dann von den vorgenanten Meister und | 2. Geistliche, asoetisohe Hebungen, — <Wo- 
,Bate beacheiden und benant wurt*. Stadt- rumb der geist die erlogen geiatiiehkeiten er- 
Arohiv. ■ dichtet'. Murner, 4 Ketzer, C, 5 b. 

Nach Scherz, ö63, nannten noch zu seiner ! 8. Religion, religiöse Gebräuche nnd Ge- 
Zeit die Strassburger eine reioUiche Malzeit : räthschaften. — «Warznistes? \ra.B geiiüith- 
QiMütuppt fit ?■ (religio). Murner. Virg-, D, 7 n. — «Für- 

Gfliat, Wind. — Als Elias auf dem Berg war znkünffUg geiatlicheit . . . (religio) — er- 
war, «do kam ein gruwelicb geiat». Tauler, sehreckt sie dazumal weit nnd breit». Ibid., 
(Wl (66). , b, 4 B. _ Die Weiber trugen durch die Stadt 

wlsten. spirare, aushauchen, wehen, aus- i <ire geistUcheiU (ducebant saora per arbem). 
strömen. — Der Vater und der 3ohn «in us- 1 Ibid., C, 6 >. Etc. 
blngender minne geistmt den heiligen geist». | 4. Clerus. — «Pfaffen, raüoch, die geiatiich- 



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ett*. Hamer, Schelm., o, 8 >. — «Die ifift- 
Uehtit von hns eh hna — eol alle zeit im 
bettel goD>. Id., Lnth. Nkit, 86. — <EabeD 
vir ... die geiiüieheit alle refoTmiert . . .' 
Ibid. 61. Etc. 

Oeit, Geitigkeit, Geite. — Da bist eisern 
Oeld Bcliuldiff, aber •dn achtest sin nit, ge- 
denkst wenig an ein Armut und Arbeiteeligkeit, 
nnd ob dn schon etwan daran gedenkst, «o 
get es dir doch nit eh Eertzen ; das macht 
din 6eiu. Geiler, Bilg. 1 »; Pred. n. L. 45 ». 

— .Der Banren Hochfart nnd der Pfaffen 
QeHigkeitt. Id., Geistl. Spinn., U, S *-. Etc. — 
tOeitigktil ist ein wnrtzel aller lästert. Adel- 
phns, Türk., C, 5 1>. — «Es -werden me men- 
schen verdampt nmb der gatikeit willen, dan 
nmb keiner Band willen*. Pauli, 1S8. 

Oeittg, geittig. — Wäre es anch fGr einen 
ehrbaren Priester kein Unrecht «vüBeneficia 
in haben, so nemen doch die geitigen nnd 
Liebhaber diser zeitlichen Ding ein Ezempel 
der Qeitigkeit davoni. Geiler, Narr. 71 ■. — 
•Je geistlicher, je geitigert. Id., 7 Schwerter, 
G, 1 B. Etc. — 'Qtitige, die bald reich wollen 
werden>. Pauli, A6. Etc. 

Oeitze. Pfingsterze. Schere, MB. — Die 
Waldhüter von PfefSngen sollen den Bfirgem 
«die geitM des pflnges nnd das feigehoü z& 
Iren wägen dienent. 1344. Weisth. b, 378. 

— lEin Ackermann wan er en Acker fert, ao 
gat er zn dem hindersten an dem Pflng in 
der Gtitg, das er gerade schlechte Furchen 
mach». Geiler, Arb. bom. 12 b. _ Ein Bischof 
•sach einen bauersman, der verlassen het 
die gttU seines pflngs . . . otT seinem acker 
ston.. Wimph., Synod. »b. - Schmid, 826. 

Geknöpfelt, vermischt. — «Das heisset ein 
geknSpfdt Hnss, do Erbsen nnd Gersten ander 
einander geriiii seind ; das heisset ein ge- 
hnöpfeü Uuss, da zweierlei innen ist; also 
heisset das auch ein geknöpfelt Conscientz, 
wan es ist eweierlei in ir, sie ist weit nnd eng, 
und ist eng nnd weit». Geiler, Brös 1, 64 •. 
Bilg. 40 1>. — 'Sie habent vil Gnts an inen, 
aber vil Laster dameben, das ist ein geknöpfelt 
Leben». Id., Selenp. 828»; Höll. Low, C, 1 1). 

— 'Ein gdmöpfelt mflsz, da gersten, erbsen, 
Ijnsen. honen und allerlei znsamen gesoten 
ist>. Pauli. 184. 

Oeknoatecht, — iHat er kmmm Eend and 
geknoatecht« Finger, als weren sie im einmal 
abgeschnitten, so spricht man nit das es ein 
hübsch Mensch sei». Geiler, H Marien, 66 ■•. 

Gekocht, etwas gekochtes, Brei, Speise. — 
In Schwaben macht man «mancherlei gekocht 
von habermfiSE». Pries, 38 t). — ,Ein ander 
gut gekocht in diser krankheit». Ibid., 78 1> — 
iSymp oder dergleichen geköchtts>. Adelphns, 
Fic. 14611. 

Gekämpft, gehäoft. — «Ein gekumpfel 
Hess». Lac. 6, 38. Geiler. Ev. mit Ussl. 114 1>. 

Geküme. Eom überhanpt, Walzen, Gerste, 
etc. — Die Maller sollen «das gekürne nf die 
woge fGreni, dass es amtlich gewogen werde. 
15. Jh. Alte Ordn., B. 13. — Man soll «die 
genee nit mit masotknchen sunder mit gbtem 
geküme mästen». 16 Jh. Ibid., B. 14. 

Gel, gen. gelvee, gelb. — «Das eine glas 



I das fat swarti:. das ander ga*. Tanler, 4S7 (TB). 

— «Die oppfele schinet also gel nnd also 
' Bch5ne>. Ibid. 216 (37). — Am Xrens vaid 

«aller sin tip jrd». Hugo v. Ehenh. — Benneii, 
welche «schöne g^ioe göpfe» hatteiu Nie v. 
Basel. 288. — tOdioer danne Bafran». Gottfr. 
V. Str. 1, 217. — Et ward toi Angst «friiosr 
denne ein wahs». Märlein, 96. — «Die alten 
Wiber mit den gätn ScMeiem sehen hanua 
als ein gereächet StGok Fleisch nss einer 

Srim Brüe». Geiler, Narr. 88 b ; Brös, 2, 71 b; 
ost 3. es ". Ew. — «KaJbfieiech in geier 
bry«. Brant, Bisch. Wilh. 891. — «Ein gtU 
bneg». Mnmer, Schelm, i, 8« ; Nb. 114. — 
Sie «sind so ^ als salfran ist». Id., GeDchm., 
t, 3 b. ~ «So bin ich gd recht wie ein tot». 
Id., Nb. 968. — Die Harpyen, *gä lasaea sie 
ir antlitz scbawen, — das von dem htutger 
ist 80 gel*. Id., Virg., H. 4 «. — Ein «Uer 
Gouoh «sol dos kar lassen — krümmen, aU 
ob es noch gel (blond) wäre». Id.. Geoohn., 
f, Sb. — Er sUllt die Schiffe «aulf ein fidat 
Band». Id., Virg., S, 6 <>, _ .ir hant ein sadu, 
die nent man gd> (Oelbsacht). Id., Nb. 868. 
Etc. — Ein Heiliger der gut ist «fBi die gae^ 
mcM*. Zell, R, 3 >. — «Wiltutrelhar machen. . .» 
BninBchw., Medic. 184*. Etc. 

Gelangen, Verlangen. Scherz, 608. — «Man 
sol gelcmgm gestillen — Mit dem gewissen 
willen». Gottfr. v. Str. I, 226. Etc. — Solch« 
1ie «den woHust nnd bösen gtHangen dienen». 
Wimph,, Chrys. 3^. 

Gel&ngen, Verlangen haben nadt etwai. 
gelästen. — «Dich gdangt etwas zo besehanwen 
das dn wol nit sehen dörftest, es gdatigf dick 
aber.. Geiler, Selenp. 43 a. — «Das ist m^ 
Spis die ich za essen hab, noch deren hnngfert 
mich, domoch gelust nnd gdangt mich». Id., 
PuBt. 8. 72 b; Fred. n. L. 123 b. Etc. — Eine 
Frau «wann sie hüt hat alB das sie geUm^ 

— so wird es bald wieder verkauft». Brajit, 
Nsch. 79. 

OeUa, Betragen. Schere, 609. - «&r heUe 

□e maze — An rede, und an pdoj« — > 
Gottfr. V. Str. 1, 40. Btc — «Ir sltten. ir 
sinne, ir g^as . . .• Tanler, 281 (40). — Man 
hat Wohlgefallen «an kleidem.anwandeltinge, 
an hohen werten, an gde$K, an wiEheit, aa 
iWiiden». Ibid. 6 (2). — «Swer urteil, s-wer» 
wort and geUa . . .> Ibid. 69 (12). 

GelKofe. S. OtlMfe. 

Gelden. — Es «sol nieman vam zidelea 
noch gäätn in dem ban one des meigers wi*- 
sende». Tolgelsheim, 14 Jh. Weisth. 4, 167. 

Gelecht, geöffnet, zerspalten; von lockern. 
Yergl. erUclien. — Gott «hat gemacht das das 
Wasser, so her entsprang von den pefecfttoi 
Felsen, inen imermeder nochgeloufen ist». 
Geiler, Post. 9. 26 ». 

Gelege, Gelegede, Viehlager. Tergl. Legtr. 

— «Bi dem geUge*. Achenheim, 1808. — 
•Binder dem geUgedet. Eohgüft 14S6. 

Geleger, Lage. — «Das sohlosz J»ytss, 
das von natur seines gekgen wol bevestigt 
ist. . .' AdelphuB, Türk,, B, 4». — Von d^ 
Städten der alten Griechen kann man «yetxo 
kein anzeigung mgeUgere off erdboden senen». 
Ibid,, C. 4 b. 



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G)el«iterter Wagen, Leiterwagen. — *Et- 
lieb gtUitert wägen vol lDgen>. Bnlxer, Weiss., 
i, 2». 

Oelende, iienti. Scherz, 610. — 1. Feld. 
Ackerland. — *Qämde, roB». Herrad, 181. 

3. Land, Gegend. — iDas ist gebotteu in 
diiem gtUnde*. Conr. v. Dankr., v. 197. 

S. Das Anlanden. — Ein Schiff das isin ge- 
Unds do nam>. Gottfr. v. Str. 1, 82. — <Nd 
n z'Irlande kamen, — li geknde da namen...» 
Ibid. 1,190. 

Selemig, gelehrig. SchmeUer, 1, 1602. — 
Salomon bat Qott <ym zu gehen ein gäernig 
hertE>. Bntzer, Dass Niem., o, 1 ». 

Geliehen (sich) zu etwas, sich vergleichen 
damit. Scherz, 611. — < . . in gelioher wisen 
gdiehtt sich unser herre JheBUS KtistUB zfl 
eim gfiten hirten>. Eis. Fred. 1, 2S&. 

GeilchMn, Glichsen. nachahmen, heucheln. 
Scherz, 666. ~- «Si gelichtete groze iinge- 
habe ...» Qottfr. v. Str. 1, 29. — «Der ist 
mir ze allen ziten — Olichsende an der siten 

— Und allez Bmeichende bl>. Ibid. 1, 

— Lügen <mit geHchaenne gegen iemanne». 
Bihteb. 63. — <GlKhien (simulare) dorheit 
noch gelegenheit, — ist olft die grösst für- 
aichtikeit>. Brant, Cato. b, 1 b. 

Gelicbeaer, QelichBener, Oleiasner, Heneh- 
ler. Vergl. GHtaenieT. ~~ Han soll nicht die 
Almosen geben 'aleo die gliehaener tnnt>. 
Tanler, 21S (87). - Der gleiehmer betet in 
dem tempel> . Gnlden Spil, 31. — «Der sohriber, 
MchgttMr klag war groBzt. Braut, BoBenkr. 
Wack. 2, lÜUt). 

GellcbsBUg, Heuchelei. VergL GteüAatumg. 

— Man soll aufrichtig beichten, nicht «dorch 
ffdiehtungt'. Bihteb. 20- 

Geiieben, beliebt machen. Scherz, 612. 3. 
auch lieben. ~ «Swamit er sich Inkande — 
CMiebe* .... Gottfr. v. Str . 1, 107. — Man 



Geligea, erliegen. Scherz, 612. — Ist aber, 
daz er da geaiget — Uod daz das nnreht ge- 
Uget .... Gott», v. Str., 1, 85. 

Geliger, Lager, Bett. Scherz, 612. — dl 
seh. Binb grÜger in den Iceller». 1431. S. Thom. 
Fabr. Vergl. lAgerling. — «Man snchet Trost 
mit Benftem Geliger, mit zierlichen Kleidern». 
G«iler, Pred. u. L. 88 b ; Selenp. U2K Etc. 

— «Hein gelyger wört ich gantz erfenchten» 
{mit meinen Thränen). Nächtig., Psalter 16. 

Gelimpf, Glimpf. 1. Anständigkeit, guter 
Enf. Scherz, 666. — «So er mindert seins 
Dfichaten glimpff and er ... > Gnldin Spil, 80. 

— «Neig dien zn dem das machet schimpf, 

— doch halt mit Worten allzitjTJtmp/i. Brant, 
Thesm,, o, 4 *. — «Der ist ein narr, der wis 
will sin. — nnd weder glimpff noch mosz dftt 
Bchin>. Id., Nsch. II. -~ «Herr glimpfiua ist 
leider dot>. Ibid. 71. Etc. — Einen «um sin 
^mpff Qud er betriegen». MDiner, Nb. 140. 

— «So lang ich det mim ampt genug. — hat 
ich vor gott glimpff, ere und fug>. Id., Genehm., 
p, 8 e. — lEJB narr sin red sohetzt schön nnd 
tlug'a — so kan er weder glimpf noch fDg>. 
Id., Nb. 378. — «Es hat oaeh weder fug noch 
yjM»|)#>. Id., 4 Ketzer, £, 8 •. EU. 



3. Vom Oörtel herabhängender Zierrat. — 
«Da kompt dan der Glimpf an dem Gürtel in 
den Bücken». Geiler. Axb. hnm , 24 >; BrBa. 
1, 101 ". — «Die Frauen Bprechen: mein 
Olimpf kostet wol sechs oder acht Gulden, 
nnd werfen in etwan über die Achseln und 
hencken in an den Rücken». Id., Bros. 1, 101 b. 
Ganz ähnliche Stelle bei Pauli, 71 »■. -~ Das 
Vocab. von 1419 hat: tßlimpf an der Gürtel. 
pendiae. ; Ziemanu, 103. — • . . . wiewol der 
gürtet hat kein glimpf'. Brant, Nsch. 71. 

Gelimpfen, Bioh anständig benehmen. Scherz, 
667. — «Diz begunde ai ir gelimpfen ~ Ze 
bugenden . . . i Gottfr. v. Str. 1, äli. — «So 
kan ich euch nit allzit glimpffem. Murner, 
Genehm , b, 2^. 

Gelimpflg, anstellig, idonens. Sehers, DI3. 
— «Nö was ich von kind uf gar gelimpfig 
nnd gar alzfimole riche von sinnen». Rnlm. 



GeliBsen, laichen. Scherz, 938. — Han soll 
das Gras in einem Fischwasser nicht mähen, 
sonst «möhtent sich die vische nüt furbas 
in dem selben grase verbergen nnd do inne 
gdügen und den rogen gelossen». 1406. Beg. 

A, 807. 

Gell, hart. <GeUi^er Fels». Schmeller, 1, 
891. — Eine Klose <in eime herten gellen stein 
uf eime hohen beige>. Peter v. Oengenbach, 
1436. 

Gelle, harter Boden. — In der Steingelle. 
Entzheim, 14 Jh., 1471. 

Gelle, fem. Nebenbuhlerin. Scherz, 513, coa- 
cubina. — Es sitzen Frauen in der Kirche, 
«die z6 dem ersten betent, daz sich ir geUen 
hüte selber hingent». Eis. Pred. I, 340. 

Oeloehen, von lechen, auseinanderspalten. 
— 'Da ich in (den Flachs) ansach, sähe ich 
das er f^antz lauter gelochen und gekachelt 
was». Geiler, Geistl. Spinn. I, 6 b, 

Gelot, Gewicht zu einer Wage. Scherz, 514. 
Lot, Blei. — «... als oueh einem ieglichen 
bnrger nözlieh ist in sinem hnse die gehU 
der wagen zt habende». (Lat. Text: ponder« 
librarnm.) !•" Stadtreoht. Grand. 2, 6ö. — 
•OleimasBe, wiamaBse. elinmasse, gHote, sester- 
masse». Salz, 1310. Weiath. 1, 763. — «Der 
vogt soll mesz nnd geloit, klein nnd gros, 
seien». Dettweiler, 1880. Weisth. 5, 480. 

Oelonfe, Geleufe, Gelänfe. 1. Eine von 
einem Juden ermordete Jungfrau wurde in 
der S. Andreaskirche begraben; man behaup* 
tete «sü tete zeichen, und was grosses gele%^» 
und hingent die alten wip vil wasses uf». 
Glos. 188. 

3. Zusammenlanf, Auflauf. — Wird «etn 
geloufe in der sCat . . ..> 16 Jh. Alte Ordn^ 

B. SO. — «DaB geloiffe uf den gassen ...» 
1496. Ibid.. B. 13. 

3. Hin- und herlaufen. — «Hiezu darffman... 
keiuB geleüffs hin und här». Bntzer, Weiss., 
f, 4 ». 

Gelte, fem., Krug. Seherz, 616. — *2 ^ von 
der gelten zb machen do man den kuehten 
wln mit glt». 1416. S. Thom. Fab. — Den 
Frönem gibt man «fleisch geudg nnd roten 
win, iu einer gelUn mit zween bechern». 
Hüningen, lö Jh. Burckh. 69. — «Die küfer 



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BoUeot dheinen win . . . hin wegtragen, sb sj 
1d gSUen oder andftnn geschirre«. 1494 Alte 
Ordn., B. 18. ~ Bei der Hochzeit von Cana 
liess ChriBtDB «sechs güttn voll weins, die 
Eohanckt er den hochzeitleutea*. Guldin Spil, 
53. ~ <EiD käbel oder gelte vol Baßts», 
BranGcbw.. DiBt. ä8 b. 

Anob, wie noch heute Krag hie und da in 
DenlBchland, Schenke, Weinbaus: Die Äbtissin 
Ton Niedermüneter hat zn Sermersheim «eine 
oeüe; der die halten wil, boret er zft Hohen- 
burg, 80 git er der ebtissin sehs pbunt phen- 
niiigei. 1^6. Hanauer, Constit. iV. 

Gelte, gelt, gelten, adv., nicht wahr? 
Scherz, 514. — »Wer hat dich unaern rihter 
ffsmaht? QtUe, du willest mich erslahem. 
Kön. aei. — »Sieb, gelt fiie muss mich ver- 
zeihen, bitten?' Geiler, Geistl. Spinn. F. 8 K 

— *QeUm, der bat mich lieber dann da?> 
Id., BröH. 8, 80 b. Etc. - -Wie dankt dich? 
Qdt, sy küunens dem Lntber und seinen an- 
hengern sagen?. Zell, e, 1 b; Schmid, 297. 

Gelten. Ansser dem heutigen Sinn : kosten, 
anch: vergelten, bezahlen. Scher«, .^15. ~ 
«Übel mit tibelein gelten>. Gottfr. v. Str. 1, 
6. Etc. — Kaufte ein Reicher etwas bei einem 
Kanfinann, «wolt er, so galt er ime die schulde, 
irolt erB nät gelten, so getorste in der arme 
man nUt derambe beknmbern in gerihtes wise». 
CloB. 138. — Verliert ein Bürger im Dienst 
der Stadt ein Robb, «bo eoI man ime Bin bengest 
oder sin pfert gelten' 189&. Kön.. Beil., 960. 

— «Wenn wiltn den herren bezalen und im 
gdtenl du wilt ze aller zeit spilen aufF die 
fanst>. Galdin Spjl. 58. 

Gelübderer, ein durch Gelübde gebundener; 
ironisch. — «Uunch nnd nonnen, auch alle 
torechte gtHAderer: Wurm, Trost, h, 1 b. 

Gelflppe. Vergiftung. Scherz, 617. — .Dia 
«lüppe WOB also getan, — Daz Biz mit nibte 
Kunden — Gescheiden von der wunden*. 
Gottfr. V. Str. 1. 101. 

Gelost. nuBc, GelÜEte -^ <ün erden liehe 
Lieb, ßeluit, Hasz. Neid . - ,» Geiler, Pred. n. 
L. 46 b _ (Die Teil des Leibes, da der Ge- 
lüst der ünkeuscheit seinen Sitz hati. Id., 
Irrig Schat D, 6 >. — «Von Bollichem Glust 
des Teufels nach dem Waldesel der Geiat- 
lichen. . .> Id, HÖH. Len, a, 6 ». ~ «Wenn 
einer ein Ding in das Hertz und In Glust 
bringet, so gewont er da sein». Id., Brös. 1, 
42 V — «Eios riet Vernunft, das ander Gluti*. 
Brant, Thesm., b, Ib.— «Aman hat nit so 
grossen glust — das jederman in anbett. . ,> 
Id., Nsct 69. — «Vil hant zq spil so grossen 
glust. . .• Ibid. 75. — «Der hat worlich do- 
recht glust — den bie die leng za leben last>. 
Ibid. 46. 

Gemach, nentr.. Gemächlichkeit, Beqnem- 
Uchkeit, Rabe, angestärtes Leben. Scherz, 
518. — tGemaeh daz ist der eren tot». Gottfr. 
v. Str. 1, 68. — «Ach, gernder rftwe ein gftt 
gemaehi. Ibid. 2, lll, — (Des libeB gema^'. 
Bihteb. 48. — «Lüte die irs libes gemaeh 
pllegent». Taaler, 3ä7 (62). — «Wie sü sich 



180 — 

— «... er gebe denne den Arrlanen Ire Idrehen 
wider nnd Uesse bd mit gemalte. . .> (In Kohe 
lassen). Kon. 379, — Der Bischof «mbste die 
stifl« mit gemadis Ion one scheCznnge» (in 
Buhe lassen). Ibid. >>78. — •. . . Ee das ein 
Mensch darza kommet das er die Welt ver- 

i lasset und allen zeitlichen Gemach öbergibt. . .> 
Geiler, Pred u. L. 93 b ^ Bilg. 17 «. — Der 
Wein ist «ein milt ergetzlich süsz gemaeh» 
, (mite refrigerium) Brant. Thesm.. b, 4 v — 
' 'Wer lieber krieg' hat dann gemadi-, der ist 
lein Narr. Id., Nsch. 77. - In Christo <ha- 
, bcnt ir friden und ffat gemach'. Butzer, Weiss „ 
la, üb. 

Gemach, Gemächlich, adv., langsam, be- 
hntsam. S. auch ailgemächlich - «Dann g'ont 
sie bald, dann vasc gemaehi. Brant, Nsch. 
19. — «Der wis man d&t gemaeh all zit>. 
Ibid 38. ~ Hätte ilcarus gemacher gton>, 
er wäre nicht umgekommen Ibid. 48. — «Isz 
es (das Eii gemechlidt nsz der schal*. BraoL 
Tbesm.. b. 1 i». — Das Feuer «frasz die schiff 
gemeehelich-. Murner, Virg., Q. I >>. Sie ^ehn 
.allgsmechlich fusz für fusz». Id. Nb. LftO. — 
Das GayachoU «nit gehelich sonder allge- 
mechlich geeuntheit bringt». Id., Gayao. 437. 

— «Ferslu gemach, so kumest du wol dar>. 
Pauli, 168. — «Hastu nit klare schriOt. so 
far gemaeh' mit dem Abstellen der Miss- 
branche, Butzer, Neuer, L, 2b, — «Ich sag 
euch, thand gemaeh'. Dial., B, 2 >. 

Gemachsam, gemäcblicb, bequem. — Der 
Prälaten «prächtiges . . . gemachsames leben*. 
Butzer, Neuer, B, l *. — «. . . jr faal ge- 
machsam leben», Capito, Pfaffh., a, 8 •. 

Gemttcht. S. Gemechede. das Gemachte. 

Gemächt, neutr., genitalia. Schmeller, 1, 
1664. — Gegen Nasenbluten ist gut «das 
Gemächt in essig henken oder kalt wasser». 
Gersd. 30 b. — Krankheit «in der leber. dem 
bertzen, den gemeektenf. Fries, 69 b. 

Gemechede. Gemahl. Scherz. ölS. — ^'Wie 
getflt der got minnende mensche mit sime 
gemethede?' Kio. v. Basel. 262. — «Also be- 
Schach es das diBe zwei gemechede fier jor bi 
enander worcnt . .> Ibid. 105. — «Es worent 
zwei eliche gemechede. . • Märlein. 19 — «Die 
elichen gemechede'. 1486. — «Ist das zirei 

femeehede einander widement . . . buser oder 
ofe. . . 1322. Urk. ü, 113. — Hans BJiuchetin, 
Bürger, und Eatbarine. seine Frab, «meister 
Martin Böuchelin, schfiiherre der Stift zB dem 
jungen S. Peter, dtj egenanten elioheD ge- 
mechede snn>. 113S. Reg. B, 296. — Auch 
Gutl. Ordn., 160. Etc. 

Gemechede, Gemächt, Gemäch, nentr., das 
Gemachte, das Werk, auch das Machen, die 
AuBführnng, — «Was silbern gemeehde man 
vergulden wil. . .. i48;J. Goldschm. Zunft, 71. 

— «Da lobt er den Bau der Stein halb nad 
des GemecM» halb». Geiler, Ev mit Ussl. 4 «. 

— Christas spricht : «sie (die Menschen) sind 
mein gemech'. Mnmer, Bad,, E, 6 b. — «Hag- 
des gemecht» in die vorderig eintsig ma- 
teri wider brecht werden, so ist der ein 
herr der der materi ein herr ist». Id.. InetiL 
28 b (ein aas verschiedenen Stoffen künstUeh 
zDsammengesetzteT Gegenstand). — «...all« 



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gtmäeht irem mulier in willen sein maBBen*. 
Bauer, DasB Niem., a, S ^. — «Per claret 
mit honig, der ipocrasi; mit cncker gemacht 
werden, Banst in andern Btüf^ken ein gemechtt. 
Fries, 44 b, — iDie wirt feUchent den wein 
mit allerlei geynde!tt>. Dial., C, 1 u. 

Gemache) ich, gemächlich, bequem, langBam, 
Tohig. Scherz, 518. — <. . . das sanflegunde 
pfert were im vil gemeehdüher zt ritende über 
dai hohe gebiig'e wenne der wageD>. Nie. v 
Laufen, ms. — <£b was ein Bomer, der hett 
ein fronwen. die was aussen gar sittig nnd 
gtBtächtith, aber in dem hausz was sye eyn 
eDBserin». Qnidin Spiel, 17. — 'Piewil er heim 
ist . . , so ist er gar gemeehlich und still>. 
Ibid. 46. 

Oeniede, zahm. Scherz, 'itS. Hente bei uns : 
gemäh. — 'Do wart das ros also gemedt, das 
es gegen ime smeicheltei. Eiin. 30Ü. 

Gemehellcfa, einem Gemahl geriemend — 
<Ich bin es, zb dem dn dich vertrawet best 
in otmelielicheT minne.. Nie v Basel, ms. 

Gemeiner, Theilhaber, Theilnehmer, associ6 
zQ irgend einem Geschäft oder Handel. Scherz, 
Ö19. — «Heinrieh Lindenast nnd sin gemeiner, 
die sich aszdAnt vttr arozete». 1409. Eon. 
Beil., 1036. — Sehr oft in den Znnft-Ordnungen 
des 16 Jh. — Gott hat <Hariam gemachet 

EarCicipem, ein Getneinerirt, ich kan es nit 
as7. tücscheni. Geiler, Pred v. Maria, ^ b. 

— 'Dann setzen sich die gemeiner zemen, — 
fressen, soffen, brassen, schlemmen>. Homer, 
Nb. 179. — 'Damit wir nit der teufften ge- 
meiner geacht werdeni. Batzer, Neuer., F, 
4 o. — iLathers anhenger oder ^enKt'ner*. Zell, 
aa. Ib. 

UemeiDsame, Gemeinschaft — <Die gemein- 
tarne der heiligen>. Mumer, Hess, B, 2 b, 

Gemeit, fröhlich, heiter. Scherz. 531. — 
•Er wiirt so fro nnd strag nnd gemeit'. 
Taaler, 88 (181. — «Sie lachen alle nnd sint 
ffemeitt Altswert, 52. Etc. — «Sie gingen 
lit und breit — in diser regio 

— nnd 
Virg., V, 6 

Gemelich. Scherz. 468, 621. S. Gamel. t. 
Vergnägl, lustig. - «Derwasder aller Bchimpf- 
lichste nnd gemelichegte man bi den liiteni. 
Märlein, £6. — «Wir wollen geil and gemelich 
sin*. Altswert, 43. 

2. HathwilUg. — «Da was der apotheker 
oadi etwas geil nud gmliekt. Hnmer, ÜtenBp. 
131. 

S. Fiech. — «Daran ist Bohnldig vater, 
mater. — was gabent sü üch kelberfiiter, — 
dovon ir sind bo gettUüäi worden — nnd fierent 
jetz ftmtastenorden ?• Mnrner, Nb. 48. 

Gemeltze, Gemelts. Gemälde. Bild. Scherz, 
621. — Heinrich Bianghart wollte ein Denk- 
mal stiften «mit zierliobeme gemattet. Nie. t. 
Laufes, ms. — «Der heiligen gemeltie*. Rnlm. 
Herswin, ms. — «Ein gem^tevon dem jüngesten 
gerihte>. ms. — Kaiser Philipp «was ein 
ketzer nnd hies altes cristenlich gemeltt abe- 
tftn.. CloB. 33. Kön. 396 — Die Winkler 
«hieltent euch, daz nieman kein gemeUtde solte 
anebeUeni. 1400. Winklerprozess, 40. — <. , . 
doch freot er sich des gemäldt znhant> (die 



Bilder auf dem ^hJId des Aeneas). Uumer, 
Virg., e. 8 ». — «würde jemaos in ein fremoe 
tafeln molen, bo ineinen aUich, die tafel mniz 
dem gemeltt wideni die andeni bednne)ct das 
das gemeit» les ey wie köstlich es wöll) sol 
der tafel wideni. Id., tnstit-. .HQb. 

Gemerke, Anäserken, emstiidie Prühng. 
Benecke, 9, 1, H8. — Der Mensch soll sicn 
prüfen «mit tieffem gemerkt siai grundes». 
Tanler, I7 (4). 

Gemlicbkeit, Huthwillen. — «Die laohtoi 
der gemligkeit'. Mnrner, UlenBp. 101. 

Gemödel, Geräusch, Lärm, Unruhe. — *Do 
der Blind hört die Scharen ftirgon nnd das 
GerÜBch oder Gemödel der selben die voran 
hin giengent, do frogt er was das wer*. Geiler, 
Post. I, 86 B. _ <Wo vil Lüt seind, do ist auc^ 
ein gross Gerümel und Gemödel, eins riisperet 
sich, das ander hnstet». Ibid. 3, 61". _ .Was 
da durch die Oren oder Aagen von anssnen 
hinein schöpfest, bewegt auf in dir inwendig 
ein Gemödei nnd Strudel». Geiler, Pred. u. L. 
146 b. 

GemüBS, Qemose, Mos, Sumpf, sumpfiges, 
mosiges Erdreich. — Ich «veioarg mich in 
das dicke gras. ~ in einem gmöu verborgen 
lag». Murner, Virg., D, 6». 

Gemiille, Staub. Scherz, 522, Gemülbe. — 
«MoysBB sl&g sine rbte nf i&B gemalte* . KAa. 
263. 

Gemtinde, neatr.. Breite der Handfläche 
mit der Länge des seitwärts ausgestreckten 
Daumens, als Mass. Spanne. — «Ein brot eins 
gemündea wit alomb». Lohr. 15 Jh. Weisth. 
S, 4v)0. 

Gemfirr. Schmeller, 1, 164;), hat: «Stein- 
gemorre, von Mar, zerstückelt. Gestein, das 
von den Höhen in die Thäler niederrollt». — 
•Wenn der walt denn (im Winter) stat türre, 
— 60 kompt es schülpen und gemürre'. Alts- 
wert, 70. (Durch die Kälte verursachtes Zer- 
bröckeln des Gesteins?) Lexer, 1, 848, zu 
dieser Stelle : Gemurmel, Kann kaum passen. 

Oenatnrt, von Natur bOBcbaffen. — <Br 
Seite mir onch von gar vil krüter nnd steinen, 
und wie iegliches genataret were». Nie. v. 
Basel, 326. - «Das Antlit ist ein ZöigUDg 
was ein Mensch ist nnd wie er genaturt ist*. 
Geiler, Narr. 36 b. — «Also seint etlichen 
Menschen genaturtt. Id., Ev. mit üssl. 4b; 
7 Scheiden, K, Ha.— <. . . nach dem ein jeder 
gentitvTt ist>. Uumer, Gayao, 476. — «. . . nf 
das er dester basz vermerken möcht warqf 
er genaturt wer». Id., ülens^ 19. — «Wann 
der lufft . . . lieh ttich ^enofurt ist. . .» AdelpbuB, 
Fic. lR6b. — «SangnineuB, ein genaturter 
nach dem blnt; colerious, einer genaturt nach 
der colera». Pries, 20 b, 

Genegele, nentr., collectiv, Nägel — «16 
hubysin und genegäe darzft». Haslach, 133ft. 
Weisth. 1, 701. 

Genere. fem., Nahrang, Scherz, 524. — 
Eine Frau «die uff einen pfaffen wartete der 
jr genere uod gewere gebe, die bessert 6 ff>. 
1469. Alte Ordn., B. 3. 

Genesen. Scherz, bü. 1. Errettet, befreit 
werden. — «Kein mensch noch thier im flftt 
gemut», (in der Sündflnth). Brant, Layensp. 



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1S8 



168 i>. — <Es solt in lieber sein gewesen — 
doBs sie vor Troi nit weren gr\aen>. Homer, 
Virg., g, 4 b. — .Er wer vor inen nit geneien, 

— wer Venus selb nit da geweBCn». Ibid., 
h, 4 b. — «. . . Bein wie alle gfiingen gewesen, 

— bisz wir durch Luther sein genam* . Mnr- 
ner, Luth. Narr, 76. — «Der bantschnh sein 
noch me gewesen, — man ist allzeit vor In 
genetem. Ibid. 98. Etc. — »Da ward von 
den feinden so befftiglichen gestritten als von 
redlichen mannen in der boffunng und Zu- 
versicht ires geneaav. Bingm.. Caaar, 2:i «. — 
•Sie knnden nit finden das ir heil and genesen 
uff Bolichei zwitracht stünde'. Ibid. 89«. 

2. Niederkommen. — <. . . ich trage ei 
kint, — Des entrnwe ich niemer genesen*. 
Gottfr. V. Str. 1, 23. Etc, — Die Königin »ge- 
nas von schrecken eines nnzitigen kindes>. 
K6n. 444. Etc. — «Die scbwangern frowen 
drincken das (gemischten Wein) das sie vor 
zit genesen*. Brant, Nsch., 97. — Mittel «das 
die franwen leichtlich genesen*. Brunsch., 
Dist. 83 «. 

Oeng, abd, gengi. I. Leicht gehend, rüstig. 
Benecke, 1, 477. — Alexander <zu louffen vast 
geng was». Brant, Nach., 76, — Wenn der 
Wein •machet geng znr red die zting> Id., 
Thesm., o, 4 ». — Wer «ist zn allem bschisz 
der gengit, — der meint zn hoff sin aller 
lengst>. Id., Nsch. 96. — Der dicke Zizira, 
Bruder Bajazets II, war nicht «dester minder 
geschickt und geng zu springen, reiten, jagen*. 
AdelphuB, Bhcdis, Q. 2>^. 

S. Gangbar, begangen, Schmeller, 1, 921. — 
Ein Ackermann ider ein frncht seigt in lere 
scbantz, uff genge strosz und bösen grandt». 
J. Murner, b, ö o. 

3. Vorübergehend. — <Dann warlich seind 
deine pfeil (Blitze) gengt (transeunt). Nachtig., 
Psalter, 191. 

Genger, Beisender. — (Nun ist es der 
Gallier gewonheit. das sie die genger (via- 
tores) . . . still stan machen». Bingm. Cäsar, 
S9b. 

Genibele, nentr., Nebel. — Ich sah lein 
gros genibele einer gar grossen 



Kic. ■ 

GeiileB8,maBC., Einkommen, Ertrag. Benecke, 
2, 2, 89-). — «Dienstgeld, pension, lehen oder 
anderer geniese . . .*. iLeibfcgemach und eigen 
geniess . . .* Captto, Treger, K, 4": L, 1». 

— Solche die meinen •got^ellgkeit sei umb 
geniest willen». Wurm, Bai., b, l""; — Die. 
Ablasskrtimer suchen nur <iren geniest*. Bn- ' 
tzer. Weiss., g., 2«. — •Der gniesi. das ist | 
eigner notz». Zell, d, i(>. ' 

GeniesBen, mit dem Gen.. von etwas Nutzen I 
haben. Ben., 3, 1,891. — Hätte ich weniger ge- 1 
schwätzt, •ichbettsein warlich hasr. genossen — 
nnd wer düglicher mir erschossen». Murner, I 
Schelm., i, 4 B. — 'Mag ich dan gar des nit 1 

?enieasen — das wir doch beide vettern sind?» I 
d.. Lnth. Narr, ^6. 
Sehr oft mit lassen verbunden ; Scblecbte 
Weiber sagen zn Murner: «Uariam solt ir 
Beben an. — nnd ir nns lassen gnossen hau». 
Hnrner, Nb., 1S7 (uns wegen ihr verschont). 

— 'Doch wil ich Bie (die ehrbaren Weiber) 



geniesien Ion — Maria zart der eren krön». 
Id., Genehm., z. 3 ■ (wegen Maria rerschono 
ich sie). — «So lasz mich doch jetzund gS' 
niessen das alte deine Mnd nnch nuren 
woren». Id., Lnth. Narr, 13. — «Der eer wil 
ich sie genietten Ion». Ibid. 66 (sie mSgen 
siegenieBsen, ich überlasse sie ibnen). — Etc 

Oe nieten. S, Nieten. 

Genisch, Oentlst, Staub. — «Als ... der 
Sonnenschein votler StQblin und Qenüeh iet». 
Geiler, Emeis. 56 8. — .Also das dn betrach- 
test das da Esch nnd Oenütt bist». Id., Pred. 
n. L. 8i) b. 

I Genote, Gnote. genan, angelegentlich. — 
• Da solt es alles vil genoU — biebten». 
Bihteb. 74. — Sie <bevalch ime daz gar 
genoU*. Märlein, Sl. — '0 prophete, waa ge* 
denkest da, das dn mich so genote besoho- 
west?> Eon. HOD. — Der Augen •eolt da gar 
gnote wamemen». Gebete, 14 Jh. — »Wer 
der ist der einen grossen schätz het, der gmr 
not tflt das er in gar vaste nnd gar gnote vor 
den dieben hüte . . .» Nie v. Basel, Bek. 
Tanl. 26. — <Eurtz ist die zit, l&g für dich 
gnott*. Brant, Varia earm. 4, 5 ». — *Wer jn 
ansähe oder umb in stunde, die durehsah er 
genot ane». Adelphus, Rhodis, G, 2 b. 

Jegenote, Ingenote, Ignote. Scherz, &36. 

1. Sogleich, sofort. — «Die seilen iegmote 

— Der aenenden Isote — Daz ir geselle w5r« 
da.. Gottfr. v. Str. 1, 2Dl Etc. — «So wil 
Ich ingenote zfi himmelriche faren». H&rlein. 
18, — 'Du finge an an dem faShesten, und 
loBt es ingnoten an dem nidersten». Pred. In- 
golts. — Ein Mönch, der das Kloster ver- 
lassen wollte, dachte : «mShteBto ingenaU 
enwegkummen das sin nieman inne würde». 
Hugo V. Ehenh. 

2. Jetzt, dermalen. — Die Marksteine sollen 
bleiben «an den stelten dar so gesellet sint 
undMHOtestont». Udif.EiBt. de S.Thom.,4I3. — 
<. . . do ignote der brediger closter iat>. KStt. 7(>. 

— 'Do möhtent lüte heimliche . . . erdrenket 
werden, also iegenote eim beachehen ist*. 1400. 
Winklerprozese, 69. — •Also man iegnott dat 
lied singet von dem snider nnd einre geisze*. 
I40K Eon., Beil. 1034, — «Man sol die wel- 
len .. . nüt kleiner machen denne sie iegenote 
sint». 146^«. Alte Ordn . B. 18. 

•OensdiBtel, endivia». Gersd. 90 b. SoDchnt. 
Eirschl. 1. 402. 

•Genserich, potensUla». Gersd. 93 >>. Potes- 
tilla anserina. Kirschl. 1, 231. 

(GenakresB, lapistnm». Gersd. 9'2 b. Arabb. 
Eirachl. 1, 49. 

Gensiecht, gansartig.— DerAnssätzigenBa« 
•wiirt geneelecht, als einer beropfften gansz . . ., 
sie erhöcht sich mit kleinen biilen» Oer«d. 
74 b, 

Gentzen. ganz machen, wlederhere teilen. 

— ■ , . , Ein panrsman, der mit dreien krn- 
j tem in wein gekocht zerbrochene glider ge- 
IgenUet hat», Mnrner, Gayac. 434. 

Geniibelt, von Nebel umgeben, verdnukclt. 
' — 'Jetz ist im sein Verstentnnas genSheit. 
' dnnckel». Geiler. Narr. 152 «. — «Der Tempel 
' ist der genybelt Thum. wenn der Nebel lag 
I iemermeder darumb». Id., Post. S, 47 b. 



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Geiflged«, OenSge. — Sie haben <irs her- 
tzen genüfede, wunne . . .> «Zitlicher dinge 
^mfl^t. Tanler, 449. 460 (78). Etc. 

Oennghabig, genug habend, zufrieden — 
Obgleich die Weiber den Genchen alles abneh- 
men, so wird docbkeinearicb,j)eniMhabijr,daniit> 
(sie verthnn ee wieder), Marner, Genehm, i, 2 a. 

Qenngflaine, fem.. Kinlänglichkeit, was ge- 
nügt. — lüneer genuggian ist von gott, — 
aU in saut Paulns briefen stot, — das ander 
ist beginenwerk». Hnrner, Nb. 220. — «Die 
gentigsame des dodts Christi*. Id., Mess, D, 
4". 

Qennlite, Fülle, Genüge. Scherz. 526. ~ 
Im Jahr 1261 *do wart grosse genuhte frahte 
and wines, daz ein ome wines galt 2 ^ nnde 
der beste ß ^> Glos. 136. — Im Jahr 1372 
«des selben herbestes wart also giosse genuht 
Ton «ine, das man das gantze jor eine messe 
Teil vant nmb 1 ^». Eon. H70. 

GenUhte.Oentthtig, Genüge schaffend, Fülle 
bringend. Scherz, 526. — «Ein genähte zit 
wins» . . . 'Ein genütUtg zit>. Ctos. 62, 44. — 
«Das ertrieh do genähtig und fmchtber ist*. 
£on. 888. — « . . . wan es gar eint gmühtige 
erat« was». Ibid., 686. — Die Stadt Iroja war 
•die genäJitiatstt an spisen . . . > Ibid. 298. ~- 
Hau wünsent «das got gebe genühtige gbte 
jor>. Heinr. t. Offenb. 

Geploder, Geräusch das die Luft macht, 
wenn sie dorob eine Flüssigkeit dringt. — 
•Wenn man ein Taas füllen wil, so nimpt mau 
einen Trechter nnd güsset den Win dardurch, 
der laufet iemermeder in das Yass, nnd wenn 
es an das hinderst knmpt. so kein Win ms in 
dem Trechtor ist, ao machet er erst ein Oe- 
fioder nnd Gefert . . . Wenn da stirbst, so 
maohestn denn erst ein G^iloder and Gefert, 
das ist, so dir din Hertt bricht'. Geiler, Bilg. 
160 >. 



^ÜgepopeUt mit dem munde», Taoler, 189 (34), 
GBr, masc, keilförmiges Feldstück zwischen 
nrei aodem oder zwischen zwei Wegen. — 
«nuDS ager, ist ein girt. Wittisbeim, 1312. — 
<dno agri vnlgariter dicti der gere zwischen 
den zwein wegeu>. Dinsthal. 1300. — «An 
dem geren zwischen den zwein wegen». 
Schftnlitt, 1296. — <Am 9«mt>, hänüger Feld- 
name. 1340 u. f. 

Qeragen, sich recken, steif werden. — 
•Wenn ein Mensch also gestorben ist, so ge- 
ragt er, er lat sich nit mer biegen». Geiler, 
Et. mit Usil. 146 b. — «Wann die Seel TOn 
dem Leib gat. so ist der Leib kalt und 9«- 
raget'. Id., Brbs 2, 33 '. — Spricht ein Herr ; 
•es ist kalt», so sagt sein Schmeichler : «ich 
bin schier geragt'. Id., Ev. mit Dssl, 17t '. 

G«re, masc, Sohoos, Torderer Theil des 
Kleides von der Hüfte ab 1 franz. giron. Scherz. 
629. — «Tb nf dinen geren nnd schüttele dis 
t>%m«liD . . . Hin gere vot der schönen biren 
lag>. Nie T. Basel. 211. — David tnam eine 
■Imge and rünf steine in sinen geren nnd lief 
an den rjsen>. Eon. 26& (Im Glossar, 1101, 
snrieiitig durch Tasche erklärt.) — <Sie brach 
rosen in Iren geren*. Altswert, 23. — «lieg 



die Hend in den Geren und rnw nnd schlaf*. 
Geiler, Ev. mit Ussl. 86 1>. — Eine Uutter 
kann ihr Kind «nit allwegen nff dem Qeren 
sitzen haben». Id., Brös. I. 21 ». — «So andere 
ersame Frawen ze Predig, ze Mess und ze 
Vesper gond, so ligen die Menner Iren Frawen 
im Geren mit dem Haupt und müssen inen 
die LeuBs snchen». Id., Narr. 77 ■. — «Wenn 
du einem Kind etwas geben wilt, ao sprichestn 
zn im : wolan, heb den Oeren uff> (den untern 
Tordcm Theil des Kleides). Id., Ev. mitüssl. 
46 8. — «Es warent zwo Fronwen, die ein 
schalt die ander und beleidigt sie mit vil 
Schmochworten ; aber die ander hub ufF iren 
Oeren und sprach zn Ir also: schilt redlich, 
es sint itel Berlin nnd Edelgestein». Id., Bilg. 
6U B. — Ein Schlaftrunkener «würd den kopff 
schlagen in gören*. Braut, Nsch. 76. — «Wer 
brennend kol inn gören leit ...» Ibid. 36, — 
«Die aglin usz dem geren schütten . . , > Mar- 
ner, Genehm, e, 4 », — «Bin kind, des m&ter 
es am abentz nff irem schosz oder geren het>, 
Brnnschw., Chir. 54 b. — Einer «schütt (dem 
Pabst) 400 Dukaten in den geren*. Pauli, 216. 

— Gras das «kein geren vol dem garben- 
samler» gibt. Nachtig., Psalter, 'A4&. 

Gerech, gerade. Scbmeller, i, 18. Zu gerech, 
gerade, zureoht. — Christus machte «die la- 
men gerech*. Bihteb. 81. — «Was zfi nnge- 
rech stot, das sol er eü gerech stellen nnd 
setzen da yegeliches danne hin gehört». Gnt- 
leute-Ordn. 

Geretat. Ausser der heutigen Bedeutung, 
auch: gerade, richtig. Scherz, 628. — «Wir 
üch nüt den sichersten gerehtetlen weg wi- 
sende sint.. Nie. v. Basel, Bek. Taut. 87. 
Etc. — Man soll die Wagen besehen, <obo 
die oereM sind». 1463. Tuoherznnft, .07. 

«Oereige, oder milch» der Fische. 1478. 
Alte Ordn,, B. -M. 

Gei'eisig, reisend, wandernd. — Gott wird 
dich tgerayaig machen und anszreissen von 
deinem tabemackel» (Ps, 51, 7, emigrabit te). 
Nächtig.. Psalter, 130. 

Gereiese, Streit, Händel. — Werden die 
Bürger vor das Münster berufen, so soll 
keiner mit einem andern «dehein gereiste an- 
foben». 1323. Urk. 2, 168. 

Gereit, bereit, gerüstet. Scherz, 628. — 
«künig unde hof die waren do — Ze sinem 
willen gereit*. Gottfr. v. Str. 1. 116. — Adv,, 
bereits. Scbmeller, 2. 17S. — «Wir müssen 
ans nit anders lassen sein, dann als die wir 
gereid selig sein, wiewol das noch in der 
hoffnun^ ist». Bntzer, Dass Niem c, 4 b. 

Gereit«, nentr., Ausrüstung, bes. was zur 
Ausrüstung des Pferdes gehört. Scherz, 628. 

— <G«re>f«, phalerae». Herrad, 189. — «Das 

Streite [des Pferdes) si begnnden — Bemer- 
en . , . . Gottfr. V. Str. 1, 129. — «28 -f 
nmb ein gertyte, darumb das der sattel dem 
pferde nit uf den halsz rlten solte». 1423. S. 
Thom. Fabr. — <Pferdedecken und gereit*. 
Bingm , Cäsar, 29 ■. 

Geremtze, Oerems, Gitter, vergitterter Ka- 
sten. — «Durch einen engen spalt oder ein 
dünne geremtte* blicken. Taoler, 22 (5). — 
Heister Hermann ^em Maler <vod einem ^ 



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Praaenhtii^B-Arcliiv. — Es nvt lein Sfann geo 
StrasflbarK knmmen vS die Hesi, Gelt ed 
BUinlen mit einem lebeadigen Lewen in einem 
Q^tremttt. Geiler, Brös. I, 49 ». ~ Man baut 
denEeilieeDbildern <heiuer,^erem«andkeffig>. 
Bntser, Neuer. 0, 21". 

Dosypodioe: <Qeremu der Stegen, Geigen, 
Breiteren, lorica>. — Beate Krtnut, Qehremu, 
Gitter. 

Geren, begrehieD. Scherz, CS9. — tOeretU, 
■0 wlrt üch geben». Eis. Pred, 1, 93!i. — Sie 
tgertmt derombe zft beden siten, das man ire 
biiefe hören Bolte>. 139ö. TueheTEOnft. 16. - 
je mehr man die ürtheile Gottes «zn gründen ' 
gArt — je minder man darvon erfart». Brant. 
Rieh. 58. — Pfeile, mit denen Hercules itrafF 
aü (alles) das er gert». Ibid. 74. — «Der edel- 
man gert sin ein fry . . . , — der fürst die krön 
des kUnigs gert'. Ibid. 7B. — «Der ablass ist 
so zants unwert — das nieman darvon frogt 
noch gertf. Ibid. 100. Etc. — Hie and da 
auch, bei Brant. begeren, e. B. Nach. b'i. — 
< . - . welcbs doch die stett nnd einnen weren. 

— die vir irrenden selten gerent. Marner, I 
Tirg-, G, 8 >>. — Da das Kind •fälschlich sins 
Tatters lieb hat gert . . . > Ibid.. C, H K Etc. 

Hit dem gen. der Sache : Sie tgtrttnt da- , 
ininbe der worheit> (in einer Streitsache].: 
18K4. 140:). Hist. de S. Them. 892, 416. - 
Julian 'fferte des riohes so seri'. das er cristen- 
glonben verlonkent». Clas. SO. Etc. — «Nft 
biet da komen des wir hant gegeret und lange 
gebeitet>. Bis, Pred. 1, 231. Etc. 

Gerer. Schutt. Sehers, &s?B. — Niemand 
soll tgerere von lachen, von kellern oder wel- 
lere hande erde es sie, in die BrOsche . . . 
sohütteni. e. 1911. TIrk. 3, 85. — Bei dem 
fünaturz eines Theils des Johanniterhaases 
waren einige der Brüder <in dem gerer und 
ander dem getreme versunken» Nie. v. Lau- 
fen, me. — *l seh den grünt und das ge- 
iteine und das gerer von den vier grebern 
zfi tragen*. 1416. — tS ^ von dem gerer usz- 
zefüren». 1438. S. Thom. Fabr. — Wo man 
«grünt oder gerer von dechern in den gassen 
vlndet ...» 15 Jh. Alte Ordn., B. 2". - 
•Hinder einem grossen Haufen Eoltz, Stein 
und Oerert. Geiler. Selenp. 8in b. 

Oerette. — «Wirt ein eckern xtad geretle . . . 
af den weiden, so aülent die bürgere . . . 
■werden z6 rate urab da« eckern>. Selz, 1810. 
Weisth. 1, 761. 

Gering, GeriDge, im Ring, ringsumher. S. 
auch Bing. - «Man sitzt zu Gering darumb». 
Geiler, Arb, hnm 85 «. — «Die andern sessen 
all gering» umbher». Id.. Bilg. 225 «. — «Rit- 
ter, knecht und knaben ... die za gering 
ambstundeni. Brant, Bisch. Wilh. 247. — 
«Was stond ir gering umb den tisch ?• Wimph. 
Bynod. 6 ". 

Gerne, comp gemer, superl. gemeet. Selierz, 
68i. — Gott «git uns wrner Ion denne pine>. 
Hie V. Str. 273. - «Das ir nft dester gemer 
erent den h. Martin . . .> Eis. Pred. 2, 110. 

— «Die hnnde, die doch aller gemeat wonent 
bi den lüten, die lieffent zft walde». Kön. 
338. — «Ettewas das ir aller gemtit gessen 



hettent . . .* Iflc. t. Basel, IM. • 

sf! deinne ^Jler oemest bi Irem' rieht 

so tribet sB der dot (tovon>.Bn. Pred. 1,A6. 

Gemer, camarlum, franz. charnier, Beii^r 
bans. Schert, 179. — «Gebarschaft, adel, arm 
und rieh, — Slnt iii dem gemer alle gUeli*. 
Jüngstes Gericht — «Der nfiwe gtmef (von 
S. Iliomae) wart gemachet a. a 1411, and 
koste 70 üb». KSn, S, Th. Aichi», Hey. Ä, 
377. — «Wan dar Tod kdnpt, der macht du 
keiner an dem Leib den andern fibertrifit ; 
das sichfitu in dem Gemer, fn dem Beinhut 
wol>. Geiler, Atb hum. 130 t> ; Brös. I, 9ü >>; 
Bilg. 1^8 b. — . . . . bisz et fart in Am 
gemerhut'. Brant, Nseh. 32, — «Uanoher feri 
in das gemerhus' {er stirbt). Ibid. »7. — Ein 
Bettler steckt «ein gernerbein in die scblnckea» 
(nm als Krüppel zu erseheinen). Ibid. 62. 

Gerör, Bohrieht. — «Die wilden tbier des 

feröri' (Ps. 67, 31, ferae arandinis'. NaohtiCr 
'salter, 165. 

Geronch, Geruch. — tEtlioh ding s«iitd 
eins soharpffen s^rcken geroueh»'. Fries, 47 •> 

Geriehen, gartuAen. Sehers, f>32. — 1. Var- 
iangen, socken — *G*rieket aber ir — Hein 
ande hinnen varn von mir . . .• Gottfr. ▼. Su. 
l, 114. — iSwaz ir darüber gerueka — Und» 
her zft mir geabchet, — Daz ist alles getaji*. 
Ibid. 1, 109. 

2. Das heatige gernhen, daignar. — «Harik, 
wanne da die mbter gates bist, — so gerätAe . . 
von ans karen dins Idndes sorn». Jängata» 
Gericht. — «Die minne die (Gott) uns hxt 
ersäget, daz er sich uns gerichte gliehan». 
Bis. Pred. 1, 228. — «Got hat grosse <ling^ 
mit uns gericAt zu handeln». Nachtig , Psklt«r, 
S88. — Wir «haben ansaohen lasseo, das da 
(Treger) in beiseln weniger personea ... an 
handeln gerüchett*. Capito. Treger, B, 3 k. — 
«E. G. ^eruchsn keines wegs Eozugeben , . .> 
Soppel. C, 4 «^ 

H. Seinen Sinn auf etwas richten, wän- 
Bchen, beachten. — «Ein narr ist, der ein 
artzet s&eht, — des wort nnd 1er er nit gf 
r&dUt. Brant, Nsch. 40. — «Wen dB eüi 
gsellen dir ^erucAst, — oder ein trnwen früBil 
DBzsächst, - solt du nit glüok des selben jnaa 
— sonder sin leben sehen an> Id., C&Co, e, 
3 ^. — «Bisz gerecht, wer gerechtikait f»- 
rütkt, — des somen nieroer brot im s&cht^ 
Id., Facetus. A, 9 *. 

Gerltfe, Geraf, nentr., das Rufen, Gerfichtf 
Rnf. Reputation. Scherz, 632. — «Das grosse 
geschrei und das getüfe das ersohal in di« 
stat>. Märlein, 27. — Falschen «lymBt oder 
gerüff machen» dass ein Gesunder aassitaig' 
ist. Gutl. Ordn. 172. — Christas «hat d» 
wollen ein Ler geben allen Regenten . . 
das sie sollen fochten nach eim guten Nanen 
und Geruf: Geiler, Post. 4, 6 b ; Selenp. 
13 ■. Etc. - «Uff das . . . sein Q«ntff, Bam 
und Outerlambd nsebräoh durch das ganta 
Syrien-Und». Id., Pest. 2, 9 >. — «... die 
ED denen das gtrieff kommen ist, da« toh 
falscher leer ein fnrbringer sei». Zelt, b, Sa. 

Gerilhel. Lärm. Vergl. räMn. — «Es ward 
, ein grosz ^ertlAel». Murner, ülenep. IT. — 



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- ISb - 

<Du üH »in gmaM &b«r dar gutias »t»t* 1 Tsuler, 463 (80). — «Der vigent hat sin g^- 
Ibid 81. I rün« mit ime geiiabet, nnd dem hat er geloset*. 

e«nib«t. a«rMk*t, vok rnhen, rauh | Ibid. 344 (43) 
■»eben. 1. O^mktUt Zeag, BainmtaTtiges. — Oernsamllch, ruhig, still. — <Da vermeioet 
<£iB ■wuUeffntMekuakel*. 141&. 8.Thom. er sein Berti aBergerManiicbest einzukeren». 
Fab — <4.j TOB ein«! roten gemhfittm eap- i Q eiler, Pred. n L 9 s. 

pen . . . z& bletzen*. 1417. Ibid. — <16 seti. 1 fierüte, Gerod«, Rode, aasge reu tete Wald- 
8 ^ von dem ^fiien blowen /€Tuhetm gewande | stelle. Scherz, 538. Seign. et villages, 140. An 
E& bessern, vid. den goltsmide und der ber- beinah 100 Orten, IS Jh. a. f. Nach Benecke, 
lanwürtterin*. 14S0. Ibid. — «Ein lang ycru^ | 3, I. 748. ist roden, Gerodt, niederdeutsche 
aidin t&oh>. 1424. Taoberzanft, cl9. ~~ «Ein : Form ; im Elsass ist sie so häufig wie rlUCTt, 
jffwJUt semit dacbi. 1477. Ibid. Ol. Oervtt. — «Der da ein niiwen Brnch nlTbricht, 

2. Oemnzelt — 'Die weib die in der ja- ' der macht ein qüw Qeriil'. Qeiter, Ev. mit 
gend schöne antlit band, die band in dem alter Ussl. 81 b. 
gentchlü und gemmpfen antUt*. Goldii Spil. OerUwen, reuen. S. Bäwen. 
63 Geriwen, ruhen. S. Bütoen. 

Gemm, Banm. ■- Wer einen Spmng tbnn Ger&wig, rahig, — * ... So er stirbt and 
will, tritt anerst zurflek, «dovon vurt ime ein bringt die gtrttwi^ Conscieutz mit im ins 
Mfiitt und ein mäht furEftapriiigendei. Tau- Himmelreich». Ueiler, Selenp. 197 1>. Etc. — 
ler, 407 (70). — «das wir alle diser edeUr S. Itvioig. 
gebnrt gerätn in nna geben> Ibid. 282^ (4li). Gerwe. Scherz, 633. Adv., ganz and gar, 

Geriimmel. Geräusdi, Unruhe — <.*. . so ' völlig. — <BiB kam das riohe geruit an die 
wärt ein michel gtrOmmel in dem menschen*. Tütschen*. Glos. 34. Etc — «Vil gBter 
Tanler, 390 (ß7). — Bei einfältigen Menseben frühte . . . verdurbent gtrwf. Eon. 248. Etc. 
«ist des leiden o«Hlffiw«lf also vil>. Ibid. 147 '— 'Der nuws geba (soll) gantz und ^erue für 
(27). — Ein Herz, daa »gar vol jerämri« i sich gon>. Nie. v. Basel, 317. Etc. — Wer den 
stecket*. Clans v, Blov — <Wenu ein Thür j Zehnten von S.Thomse pachtet, soll ihn tgertoe 
offen ist und ein nnd ausgeet wer da wil, so j in unser schüre fiiren und dovon nütscbet 
kort man nit das Gedön und Gerümtnel des nemen . . . > lUnCze wir gertoe bezalet wer- 
Klopfens, aber allein denn so sie beschlossen .den ... > 1384. Eist, de 9. Thom. 393. — <Sü 
ist*. Geiler, Pred. u. L. 134 b. — Im Qemüth | stont niit gerice stille, nnwent halber*. Heinr. 
des Uenschen «ist ein solich Gerymmei, das . v. Offenb. 
H alles durch einander wüt und zahlet*. Ibid. j Gerwegadem. S. Oadem. 
10 ■. — «Wir haben des Gerymmela nnd des | Gerwen. S. GoTfoen. 
Geferts . . . nie mer gesehen*. Geiler, Oeistl. , Gesagt, gesetzt, was noch heute bei uns 



für 



Spinn 

Gerumpel, alles, hin und her geworfenes „ , _ „ . . . 

Osräth; äg., unruhiges Denken. — "Alt ye- 1 Tauler, 41 (8). — «Die menschen werdent 



rahig gebraucht wird. — «Dan werdent 
wol getempert nnd alle gesaat . 



r«Mm«J, das man für niht ?;ahlt>. 143S. Spit.- 
Arch.. Teatschboch, I^. lOö t>. - -Das seint 
itel Gerumpel (Druekf. Geriimel), Schusseln ' 
und Deller die noch in dem Haus afterwegen 
ligen, den Gast ans dem Haus vertreiben. Aber . \ 
selig ist der, der mit FleisB ilaa Gerümptl hin- 1 
weg thnt> Qeiler. Baum der Sei. 85 1). — \ 
•Es ist noch vii Gerumpel der Unru in im 
und es mnss ein jeglicher sein Geiümpet wis- 
sen». Ibid. H t>. I 

Das,vpodius: lAlt Gerümi^i von Kleidern, 
Geschirr oder Hosrath*. „ _ ., ._ , 

Gerumpel, GerUupel. von rumpeln, im : also es yme got füget* Tauler. 304 (h2). 
Bümlichen Sinn wie Geriimmel - 'Ein Wolf, Man meint der Welt entsagt zu haben. <sd 
so er gat und wil ein Schaf holen und ein blibet dcnne His der kleider und solich ge- 
eerimpel macht mit dem Kuss .... Geiler, sclieffede». Ibid. 887 (67). 
Emeis, SS ». — «Drei oder vier Erbsen in 2. Treiben überhaupt. — «Solich gachefede 
einer Blatter machen mer Gerumpel, Jan wan fStrai-scnlürm n. dcrgl.i ' 



dcnne die aller getasteaten nnd geordensten*. 
Ibid. 133 (2h). 

GesaateKeit, (Gesetztheit). Gemiithsrnhe. — 
Wann der Mensch «in ein gesaetekeit kummen 
sine 40 ior , * Tanler, 67 (13), - 
« ... In einer rechter beaaslikeit und götte- 
licher ordenunge . . » Ihid, 81 (17). 

Geaatz S. Gesetzede. 

GesL'heffede. Scherz. 584. 1 Beschäftigung, 
Arbeit. — «Ir jMcAf/"'« und ir pflege» Hottfr, 
V. Str 1, 236. - Sie .sullent in götem friden 
ir geacheße (rar. gtacheffede). ein iegeiiches 



<ie vol Erbsen wer». Id,.XaiT. 111 
sich dag der Herr Jesus niii grosser Untzncht 
nnd mit grossem Gerumpel gcfilrt würt za dem 
Bischöfe Caypha». Id.. Schiff der Pen. 84 b. - 
Pauli, 17 b. ä- Bierren. 

Gemne. das Raunen, heimliche Seden. 
Flüstern. Scherz, 532. — Ueber Tristan ward 
tmaaic gerune^. Gottfr. v. Str. 1, 155. — 
•SanderUohes und süntliches gerune . . von 
der lüte gebresten». Bihteb. 61. - «Solt du 
das . , . heimUohe wort in dir hören das in 
dem heiligen gerune . . . wart gesprochen 



halbe stunde*. 15 Jh. Alte Ordn., 



B. m. 

3. Ding. Wesen, in verächtlichem Sinn. — 
Der Metugerthurni war -vormols geJecket mit 
Ziegeln und was ein ah geachefede-. Kün, 731. 
•Das Gescheide». Bannscheide. Untzig. 1380. 
Geachele. Einfassung, Gitter, bes. eines 
Ofens Noch in Baiern : 'Qfengeachät. Stangen- 
, werk um den ländlichen Ofen». Schmeller, 2, 
i 394. — «8 -j dem zimbermanne der das ge- 
sdieUe mähte umb den stubofen*. 1406. 8. 
I Tbom. Fabr. — <1 seh. nmb die dämmern 



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an dem geschtU nmb den rBfeDtorofenr. 1416. 
Ibid. — Oaehek ist bier richtiger ah ge- 
»ehäie ; Schmeller leitet das Wort von SchaU ab. 

Gesehene. OMchöUe. Scherz, 6S4. f. 1. SchaU, 
Lärm. — Die Jäger kamen «mit miehelem 
ge»(MU'. Gottfr. v. Str. 1, 40. — «8i nam 
groz wunder überat — W&z des geiehelUi 
were>. Ibid. 1. 47. — «So dn Almosen gibst, 
so Bolt du nit ein Geachdl von dir machen das 
da darnmb geeret werdest». Oeiler, Bilg. 181 ^. 

2. Lärmender Zank, Strassen kämpf, Anflaof, 
Anfinhr, — iSwenue der nieister, ein geteheUe 
nider zt legenne, eendet noch den die imme 
rate sint...> IS49. Strobel, 1, 569. — Im 
Jahre 1306 'geschach ein gesebolle zwischent 
den edeln and dem gediegenen* CIob. 131. 

— Die Eömer hatten unter einander «vil ge- 
KhöUe-- Kön. 3S8. Im Jahr 1S32 <erhbp sich 
ein geschölie in Brantgasse». Ibid. 776. — 
«Wag getchÖUet nfatnnde in dem dinghove von 
den h&bern .... das Bollen aii under einan- 
der richten». Mohheim, 1473. Weisth. 5, 424. 
~ Wann ein füre nszginge oder ein getehölU 
nferstnnde .... 1495. Alte Ordo., B. 13. — 
Es soll luf dem gfit ein hnez stan, da der 
probst und hlbber sicher inne syen für ge- 
teheUe, ob B7 jemant wolte überfallen*. Brinig- 
hofen, 1510. Weistb. 4, 42. — « Were auch . . . 
das . . . sich ein gescheü erhiebe>. Braut, Bisch. 
Wilh. 265. 

6. Stelle eines Bachs, wo er ein stärkeres 
BanscheD boren lässt. — iZb Bancwiler gei- 
eäle, Bautwi-pesceU«>, an der 11t bei Bbers- 
heimmUster. 1H20. Weisth. 1, 669. 

Oescbiht. Scherz. 635. 1. Neotr. u. fem-, das 
Geschehene, das Ereigniss. die Geschichte. 

— iDa numenC si'i die gedot des geschihtea für 
sieb und crf&renC was iederman bette geton>. 
Kön. 779. — «Es stat geschriben in dem gt- 
aehieht der Römer .... Gnldin Spil. 28. — 
Sie «befrerabd sich des seltzamen geschieh^'. 
Morner, Tirg., H, 7 a. — «Vor ir aller angesicht I 

— vom himel kam ein grausam geschieht'.'. 
Ibid., G, 1 B. — -Wer ich gestorben in der 
gesdiieht ...» Murner, 4 Ketzer, m. 2 f. 

2. Fem.. Thac — iDie getäter der bösen 
geaehicM .... 15 Jb. Alte Ordn , B. 30. — 
«... bessernnge erkennen der geschickte noch». 
1437. Tucberznnft, 57. — Ähnlich, GutI -Ordn., 
149. 153. Etc. — • ... so ferre soUich ge- 
schieht uf in brocht würde . , . • 1479. Tücher- 
zunft, 9i (sofern er solcher That überwiesen 
würde). — »Ein jeglicher burger. so verre er | 
Bolich böse geschieht gewar werde . . .15 Jh. i 
Alte Ordn., B. ^8. - So lang die bösen Neig- j 
nngen <nit ussbrechen in die Werck und (?«- j 
aeMchten'. Geiler. Post. 3, 57 *. — «Redliche 
Lüte, die den Adel durch Tagenden und Er- 1 
berkeit und herlicbe Geschichten erfochten und ■ 
erlangt babeot». Ibid. 1, 17 1>. — Die die Un- 
fug treiben soll man 'darumb straffen nach 
der geichichtt (je nach der That). Braut, Bisch. 
Wilh. 365. — •Solchs werent nit menlicb ^ 

Setchichieti'. Murner, Genehm., D, 3 ". — >Gütt 
ie strafft die bös geschieht'. Id., i Ketzer, 



bei dem Wasser». Geiler, Selenp. 199 *>. — 
«Dorinn wil ich dich nnderrichten — wie dn 
dich haltst in selben gesehüAten'. Unmer, 4 
Ketzer, E, 8 <>. Etc. — 'Kin schiff . . . das 
sie von geadüeht Äinden ston an dem staden» 
(von ungefähr. Tergl. nngeechicht). Adelpkva, 
Ehodis, P, 2 ». 

4. Werk, — -Die hencker wartent ir g»- 
Schicht'. Hnmer, 4 Ketzer, N, 8 b. 

Geachirre 1. Werkzeug. — «Swelhcs ga- 
schirre er (der Bischof) bedarf zA dem sesse 
der bürge . .. 1«» Stadtr. Grand. 9, 85. — 
«Fürehocken, fureleitern und alle andere ge- 
schirrt so man bedarf» (zum Löschen). 15 Jh. 
Alte Ordn., B. 13. — «Schiff und gäehtTre'. 
alles was zn einem Handwerk nötbig ist. 14 
u. 16 Jb. Ibid., B. 12. Bto — .Etliche Werck 
verbringt sie (die Seele) on leibliche Otadiirr, 
etliche mit leiblichen Qesehirrent. Geiler. 
Irrig Schaf, D, 4 b. — «... Das er (Christus) 
söigt.das sein Hensoheit wer ein Gegd^rr 
Gottes, durch welches Geadürr Qott würoken 
wolt sollich Wunderz eichen.. Id., Post 3, 
87 «. — «Dornmb so mag man dem Sper, 
den Negeten, dem Crentz und andern Wono 
Gottes, Hochzeit maohen nnd Reverenz und 
Eer erzöigen, als dem Werckzüg nnd Geadmr 
unser Erlösung». Ibid. 3, 14 >>. — ,Spidgt- 
schirr. instrumenta luBoria . . . werden ge- 
meintich missbrncht; darumb ist es sorgliober 
zn verkaufen Spilgesehirr denn Waffetige^hirr'. 
Geiler, Brijs. 1, i04 a. 

2. Gefäas. — «Der Tod scheidet die Ot- 
ichirr der Eren von den Gtschirrm der Schan- 
den». Geiler, Arb. hnm. 130 b. 

GeschUchl, glatt, sanft. Schmeller, 2, 500, 

— «Die evangelische warheit . . . würde 
ans gachlachter machen nnd undertheniger 
aller oberkeit.. Snpplic. C, 1 V — «Alles mit 
senfften geschlachten Worten.. Zell, Y, 2 ■. 

Geachleifflich, sieb nachschleiSen, nach- 
ziehen lassend, gehorsam. — Trotz der 
schweren Gebote, hat sich das Volk 'ge- 
schleifflieh and willig erzeigt». Zell, E, ä *>. 

Geschmack, Geruch. S. auch Smaeik — 
«Das gantz Hns ist erfüllet worden von dem 
Gesckmack der Salben.. Geiler, Post. 2, 114 ■>. 

— «Es glanben etlich Doetores das dem Men- 
schen in dem Paradyss, wan er wer bliben 
in dem Stat der Unschuld, so het er den süs- 
sesten Oesehmack von im geben, das er alle 
Thier het zn im zogen, so dise Ding war 
sein.. Id., Arb. hnm. 140 b. Qto. — «Do 
süsze blumen auff dem feld — mit irem 
gschmack fristen das leben». Mnmer, Virg., C, 
8 a,— <Da gewannen sie (die mit Koth ge- 
füllten Tonnen) Iren natürlichen geachmadt'. 
Id., Ulensp. 68. — «Der bSse gesehmack des 
muuda und der zen». Fries, 118 b. — Es 
hatte Jemand einen Athem dessen •^McAmoct 
keiner erleiden mooht>. Pauli, 140. -~ «Wir 
seiad ein guter geichmack gottes» (£ Cor. 2, 
15). Brunf , AnstosB, 6 *». 

Geschmetter, Lärm, fig. eitles aathllendes 
Zeug. — «Kutten, weilen, narrenkappen, 
stricke und dergleichen, als sie dann ein 
grossen hauffen des geschntetters haben*. Warm, 
Trost, q, 4 b. 



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187 



Gescbmnek, Sohmaok. — «Der gt»(AmuiA 
and Eierd AaroniB . . > <Waramb woltan 
Tii vil gesthmudt and zierliche oUider bran- 
sben ?» Bateer, Nener., H, 3 b, 3 ». — «Klain- 
etten oder ander Ctachmütk'. Räthselb., d, 4 K 

OeBcbSpfede, fem. 1. Geschöpf — <Iah 
geloDbe an got . . , der schÖpfer ist , . - 
tuet getchöpfedf. Bihteb. 1. — 'Eb spricht 
got in dem b&ch der gesehöpff* (Genesis}, 
Qnldin Spil, 15. — «Nit aU etlicb ineinent 
and sprechent, Qott wandel dobnen bei Thiir- 1 
anglen and bekfimmer sich allein mit d* 
höehflten QeieMpften, mit den heiligen Engli 
nnd nemm eich der cidren Oesehäpften i 
u. Das ist falEohi. Geiler, Poet. Ü, 47 e. — 
«Die Ottchäpft seind nit andere denn wie ein 
Bach*. Id., Et. mit Usel. 18 a. _ .Das Bnch der 
Ottehöpft- (die Genesis). Id , Selenp. 62 ^ 176 >. 

— Die Hatnr «gebirt . . . ir gesohöpffde* - Brant, 
Theim.. a,8 >. — Uariazngleichi^chdpfdeund 
mater istgeweeea> (des Schä pfere i . Id., Rosenkr., 
D. Ged. 12. — «Das bnch der gegchöpff* 
(GenefliB). Mnraer. Adel, H, 2 >. — Das buch 
der geschöpfftt (Genesisj. Fries, 18 o. — 'Gott 
hat ein mitLiden gehebt menschlicher ge- 
idiepffdt; Adelphns, Khodis. D, 4 ■. — «Gott 
seine getdtöpfft nnderhelt mit narnng'. Näch- 
tig., Psalter, 866. — Manche predigen nnr 
■Ton den getehöpfften, wie und wenn sie gott 
geordnet hat*. Zell, Q, l-t b. — «Anbeten ein 
Creator nnd ein gesek&pfftt Ziegler, Bücblin, 
B, 1 «. 

a. Gestalt. — 'Sin gachtpfede dia was her- 
lich*. Gottfr. V. Str. 1, &8. 
Oencbrei. Scherz, 535. Vergl. Bachreien. 

— Traten die Bürger übelthäter in den Oas- 
sen, so sollen sie ihnen wehren, und sind sie 
nicht sahlreieh genng nm sie festzahalten. 
•so sollest sie nachfolgen mit dem gesehrei 
doroh die gaasen ... Sie sollen nachilen nnd 
offenlich mit Inter stimme Echreyen : gerichtjo 
und helQol' 16 Jb. Alte Ordn-, B. 80. — 
•Were es das sich in der nacht ein gescheite 
oder ein vigengetchrri erhübe . . .> 16 Jh. L. 
e. — «Wirt ein man gevangen nf gemeinem 

StaeJvrei beider höfe . . .. Sierenz, 14 Jh. 
nrckh. 198. — Wenn ein Kaufmann bei 
dem Preis seiner Waare bleibt, «so gwinnet 
er ein gnt Qtaclweii (Rnf). Geiler, BrÖs.. 
1,931»; Post. 1. 4i>. — .Böse werck ein 
bös gachreii. Mnrner, Schelm., g. 8 ^ (böse 
Werke verschaffen einen schlechten Bnf). 

— «Das gHchrei wir einem thier vergleichen. 
~ das ist so geschwind und so behend>. 
Id , Virg-, L, 1 *". — «Dazwischen flog durch 
die ganze etat — das gschrti, das warlieh 
flngel hat*. Ibid., e, 1 ». Etc. 

OflBchrift. Schere. 635, 1. Schrift, etwas 
Geschriebenes überh., Schreiben. — «Baltha- 
sar sah eines moles eine hant schriben ge- 
tehrift an sine want, das knnde nicman ge- 
lesen denne Danyeli. Eon. 284. — Der Kanzler 
soll alles was des Könip ist bewahren «mit jie- 
•cWift, mit insigeln*. Gnldin Spil, 39. — Moses 
hat «sein Gesatz in geschrifften geben, aber ich 
(Christns) hab mein Gesatz, das Evangelinm, 
nit geben in GetehriffteH, snnder in Wörtern. 
Geiler, Post. 3, 46 ' — «Sin narrheit gibt i 



er in gaämfft>. Brant, Nsch. 80. — «Het nit 
Helen aif Paris gifft — ein antwnrt geben in 
geatimfft . . .> Ibid. 31. 

a. Bach, Urkunde. — «Und wart die gS' 
Schrift gar vollebroht von diseme kriege an 
deme mendage noch dem osterdage . . . 1290*. 
CloB. 89. (Es ist das Bellum walteriannm ge- 
meint.) — TitDB übertraf «sinen vatter an 
lügenden, darnmb setzet man des sünes nanune 
für den vatter in der gttchrift und in der ge- 
meinen rede, das men spricht : Ty tus und Yespa- 
j aianns worenl fmme keyser». Kön. 347. — 
{ <Fdnf jor noch datnm diser gachriftt. 1449. 
jAlte Ordn., B. l. — Die Prediger beklagten 
jsich «mit oMcArt/i und mit werten» J.Meyer. 
1 — «Die Jnden veriiessen Barooohba. wenn 
er batt kein Oetehrifft, so wiirckt er euch 
kein wanderzeichen». Geiler, Post. 2, 45 h, 

— «Als wir das in den gadtnfften lesen» 
(nt nobis carmina dieuntl. Brant, Cato, e, 3 b, 

— «Bücher und gaihHfft man lesen sol, — 
was dn lisst das behalt auch wol». Ibid., a, 
3 a. — .Frowen sint, als diö gesehrifft seit, -- 
bös taüterin der heimlicheit». Brant, Nsch. 
ö3. — «Man findt gar manchen narren euch, 

— der ferbet nsz der gachrißt den gonch, — 
und dunckt sich striffeoht nnd gelert, — so 
er die bücber hat umbkert». Ibid. 58. — «Wer 
weltlieh und geistliche jMcAn#t durchsucht . . .. 
Mnrner, Genehm., t, 1 ", — .. . , wiowol man 
deashalb kein sonäar gestArifft finden köud . . .• 
Brant. Bisch. Wilh. 262. — «Alle getchriffi 
und recht uns enstimmen». Capito, Pfaffh-, 
a, 6 b. 

8. Die beilige Schrift. — «Das seit alle die 
geschrifl nnd das ewangelinm». Taaler, 376 
(66). — «Die heilige gesdvrift ist knmmen 
nsser dem heilige geistei. Bulm, Merswin, 
ms. Etc. — «Die geschrift seit das der bfistaha 
tötet und der geist maohet lebende». Nie. v, 
Basel, Taul. Beck. 9. Etc. — Papst Nicolaaa 
«was ein barfnsze nnd ein meister der heiigen 
geschrift'. Glos. 26. — Der 12jährige Jesus 
disputirte mit den Juden «von der hetlgen 
gesehriflt. Kön, 600. — Gregor der grosse 
«der heiigen geschrift ein hoher merer». Conr. 
V Dankr., v. 100. — «Die geschrift der heii- 
gen g>. Guldin Spil. 24. — Die Juden haben 
«allwegen geert die Bücher, umb der heiligen 
Gttchrift willen die durin stand». Geiler, 
Post. 2, 67 ». Etc. — «Die gachrifftaelertenp. 
Ibid. 2, 63 «. — «All land sind jetz voll 
heiiger geschnffl'. Brant, Nsch. 3. — <Qe- 
achriffl . . . von alter nnd nuwer ee». Ibid. 
14. — «Die heilig gsehriffi krümmen und 
biegen». Ibid. 98. — «Der ^escAri^t ein naaen 
machen». Mnrner, Nb, 9. — «Man nent uns 
meister der gesehrifft — die heilig ist nnd 
seel antrifft». Ibid. — « . . nnd das es hab 
ein bestant — usz der heiigen gesehrifft zu* 
hant». Mumer, Bad., P. 1 b. Etc. — «Die 
heilig geschrifft>. Zell, M, 8 a. Etc. 

Geschampn, gehäuft. — «Ein gekampfet 
oder geschumpft Messi. Geiler, Ev. mit Ussl, 
114 b. 

Geeohfitt, Schutt. 1. Wall, Bollwerk. — 
•Deine Tigent, die selben werdent dich nmb- 
geben mit einem Oesdtütt oder Bolwerek (Lue. 



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1», 481; . . . KU oinpt eiehu PAl, die 
sehleift mftB In dae Erdlrieh H&d itliüttet doi<- 
noch Gnind darhinder nnd macht aUo ein 
6M<9UUt>, Oeilei, PobI. ä, 8» < ; Bilg. 175 '. 
~- «EiH graben, kinder de» ein zavn gants 
veU hhz gttdtiU'. A<telt>lins, EhodiB, S, 4 >. 

S. Chkos, — «ÄbTaham sprach xam riehen 
Mann . , . : lo ist iwUsohen och und uob g'e- 
testet ein grois mechtig Qttek&tl, magnnrn 
ehaoB, ein groes Qetditut, ein Sampf oder In- 
brnch. Hab Aeht, wo »an na»nien in daa 
Erdtiieh tnibt oder grebt, do ist m nit anders 
weder als ob es allei ein xosamBieiigeBchätt 
Ding wer, all wenn man ein BlndermnBS 
oder ein CapitelmasB »acht*. Geiler, Poet. 
S, 41 b; Sobiff der Pen. 34 b. 

OescbwKr, Geschwfir. — *Qttdw>er und 
andere Sieehtagen>. Geiler, Arb. hom., ?>>; 
Bilg. 211 k. — Wanden -es Bigen gtte&r, 
itich, brneh nnd Bohnit>. Biant, Nach. 66. ~ 
«EisBen oder geichvieT*. Harner, Gayao, 404. 

— *Der gantK mnsd mit einem gachvw be- 
haffl war». Ibid. 410. — tOttchwtr im Hals>. 
Fries, 11!) '. Etc. — «Die hnnd die über die 
ffttchKtre (des Lazarai) gefallen sind*. Wimph.. 
ChrjB. 1.4 e, — (Job gang Bchloffen in allen 
Binen platern und gtgchweren*. KarsthanB, dd. 
S B. — «Znletiet so das getchwär gebrochen, 
der eyter häraaeE gefloseen iBt>. Zell, a, S b. 

— • Wie man sagt im Sprichwort : da die band 
habeoi da ej das getchvier truoket». Hedio, 
Zehnden, A, 4 b, 

Geeebweigen. 1. Sehweiges machen. — i 
<Bie ZuDg kan nieman geMfitoeigen*. Geiler, I 
Bilg. 71 ; Sünden des M. 36 «. — «Lfig und | 
geachuteig mit knnet dein mnnd>. Brant, Face- \ 
tns, A, & b. — Fantasten. Schwätzer, (die ' 
niemands kan mit woileagxchteeigeH'. Hnmer, 
Nb. 47. — Solche die nicht allein die evan- 
gelische Predigt mit annemen, sondern mit 
jrem müglichsten Üeisz nnderstoen zn gescktoei- 
geti'. Wnrm, Balaun, a, 2 K 

2. Schweigen. S aacb Silttceigen. — «...sie 
wurden solcher gottslesterung wol gaiehmei- 
gen'. Bntier, Weiss., b, 3 ". 

Oeschwesterig, Geschwisterkind. — <I>ie 
von r.wenen brfidern erboren sind, die man 
OQch geeehietsterig nennet». Harner, Inatit, 60 b. 

Geschwind, eabtil, listig Vergt. Swinde. 

— tOegchwinde and epitsfUndige glossen». i 
Capilo. Treger, 0. 3 ^. - «Hohe geschwinde \ 
verlymbdnrgen». Ibid., a, 2 ». — • , der ge-- 
achmnden bäpst fiindlini Brunl, Zehnden b, 1 
4 ». Eio, ! 

GeBi'hwiHdeD. ohnmachtig werden. Yeigl. 
Stüinen. — •Unküsoheit mag man nit bi in ' 
finden, — redt man darvon, in würd geachurin- 1 
<fen>, Mumer, Geuchm., g, 3 *. — «... Bisz | 
das ich sie im dodtbett find, oder onch das . 
in suDst gesehieindtt. Ibid., v, 8 ". — Wenn 
einem lam schniden schnell geiwindt eins ' 
Schenkel oder ander glied, so kan er das ent- i 
pflnden nit> (wenn man ihm ein gewisses 
Wasser gibt. Unrner, 4 Eetzer, m, 2 ". — ' 
«Wer das nur schmackt (den Grind), das im [ 
gesehiointt. Id., Lnth. Narr, 148. — <■ . . daz . 
im gar schier geadxwand dorab». Id., 4 Ketzer, j 
«, 4 >>. _ «Quendel Wasser, fQr die nase ge- \ 



habe«, itt jnl für j. 

Dlst. 100 >. -— «Lasz im dia haaptador, bin 
im gudutniatitt*. Frie^ 175 b 

e«W)hwiBäigke)t. S. Quwindtkmt. 

Genchwim, e«Mbwttro, neatr., Sehwun. 
Benecke, 8, T63, OeswerBc. — Gott lut ans 

• von dem fiMcÄmriN ao viler . . . meBMhai' 
gebot nnd brench, wider aoff bübsb weg . . . 
geflirt*. Bnteer, Neuer., C, 2 b _ ,. . . nnder 
Bo grossen ^MAimnit der Scheltwort*. Caplta, 
Treger B, 9 >. — «Ein gante geMobwürm der 
jezabeliBcheo diener>. Zell, D, 4 b, — «Daa 
gnchmArvi der opCfer«r and meszpfsffw*. 
Capito, Pfaffh., a. S b, — >Sti<t, clJMtar, vaA 
was des ga^uüm» iBt>. Bront, Zehitden, 
b. 1 b. 

Gesege, Gesegede, nentr-, Ansuge. S. andi 
Beaage. - Der Krieg der Stratsbarger »it 
Bischof Walther ward beschrieben «von bider- 
ber Itite geteg» die bi dieen dingen x&gegan* 
worent , . ., und snnderliohe von geMgeiU des 
grossen Einhartes . . .> Olos. 89. — *. . . noch 
gettgede des egenanten b&ehs . . .> Gntl.-Ordik 
196. 

Geuig, Richtung. S. Seigt», — Bin SchSt« 

• losxt sich bringen nsz dem gtteigt. Brant, 
Nsch. 74 

Gesengede, Gesang. — Seelmessen feiera 
and geaengedti. 147i>. Reg. AA, 



• Geserwe, pTocinctQS>. Herrad, 16P, Büst- 
UDg, Eampfl>ereit Schaft. 

Gettess«, nentr. äohers, 636. I. 'Qetäae, eloa- 
cae». Herrad. ib9. 

a. Ort Knm Sitzen. — «In dem walt, do 
waz ein gtseaat bi einem schonen barnen*. 
Nie. V. Basel, 886. Die Aassätzigen «am 

Snellinge süllent kein geseaaa haben by S. 
Helenen». Qntl.-Ordn. 141. 

.=>. Wohnsitz, Wohnhaas. — Dagobert gab 
dem h. Florenz «sin selbes geieaae zb Kircheim». 
£ön., 63S. — Ein Garten «hinder der tötscbeB 
herren gaeme* za Mülhansen. 1318. Cait d« 
Huhl.. 1S3. — «Ein has und geteaat, das ge- 
legen ist in der atat ze MQInhnseni. I8St<. Jbid 

le?. 

4. Lager. Vergl. 5«». — Die BSrger von 
Brescia «gingent in das gtatwe für den konig 
und ergobent sich und die stat>. Clos. C6. 

GeeetKede. Ge »atz, nentr. 1 . Gesetz, Statut 

— «Das gottelichey«e(«iie>. Tanler, 868 (46). 

— 'Die alte e die hatte vil geteUtde^. Ibli 
444 (77). — Die geistlichen Orden «hant vil 
geteteede*. Ibid. 299 (60) — «Des concilies 
grsetaede' CloB. 60. -- Bonjfaz VIII «mähte 
vil gesetzede in geistlichen rebten». Eon. 677. 

— Christus ward getödtet «wider die jeseUftfe 
der naturen>. Hngo v, Ehenh. — «Das ist 
das GeaaUd des Fleisches nnd das Gaaatai 
des Geistes«. Geiler, Irrig Schaf, B, 4 i-, — 
• Hau 6ndet in weltlichen Gesattden . . .* 
Ibid. F. 8 a. Fred n. L- 133 ». — .Nach dem 
als das Oeaatx gebüteC». Geiler. Christi Eiin,, 
aa, 8 t). ~ «Eb ist wider das GtaaU nnd den 
gemeinen Nutz». Id , Btüs. I, 96 b. fite — 
•Die gtaatad das wellen ban>, dasB man die 
Richter «rftff an». Brant, Cato, o, 1 ». — 
•Durch mich (die Weisheit) aiigtatiTtäX reht 



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— 18» - 



nfllton*. Id., Naoh. S4. Htfl. — «DaB venohri- 1 
teo reebl Ut du getat"- Horner, Initit 8 >>. 

— SBtDTD hat 'gesaU nnd ordnongplnen geben*. I 
Id , Tirg:., b, 3 ". — «Was in fSnfftzehen hnn- ' 
dert joTea — je getalt gemaohat woren ...» 
Id.. Luth. N»rr, 103, — «Zalenong der getatt- , 
f«ier der Locrensleri, Id., Oavac, J41. Ete. 

— 'Der Bttmer geiate gebrnchea). Ringm., 
CUsr, 17 B. — 'Flato. in dem buch das er . 
TOD den gesatite» gemacht bat>. Ibid. 6 >>. 

— iEb waren die burger Boticher geiaU and 
DQwen gebot nngewoD*. Adelphus. Barb. 29 ■. 

— fDie eeremoBien de* gttatitf Bntzer. 
Neaer., B, 4^. — <■ . . von geistliehen und 
weltlichen gemtten*. Zell. N, I a. 

2. Das alte Testament, die jüdiBoheBeligioo. 

— «Die alte e, das alte gaettedt'. Tanler, 
210 (4:j). ■— Ein Jnde sagt i 'es sint vil in 
Qiuere gaetredt gewesen, die oaeh vi) zeichen 
hant getoni. £än. 864. ~ <Die prieater des 
alten gtaaU'. Capito. Pf affh , a, 3". Ete. 

Geaetset, nliwe gesetze, nttwe fletie, 
neatr., neue Bebpflanzung An vielen Orten, 
18 Jh. n. f. 

Gesicht. S. Oeaüa. 

Geeicht, eig. Getücht, Ollederweh. — «Wan 
ein Man das Qrttn oder das Otticht hat . . . 
und sieh windet*. Geiler, Ev mit Ussl. Slli b. 

— Dasypodios: 'Gesüdtt, Zipperle. morbus 
articularis» ; item Goll, 3^7. 

GsMiht, fem. 1. Anblick. — *Wer sü alse 
tot sach, dem was relite wie er gnode von 
der getihte enpflnge'. Nie. v Basel, ms. — 
•Sin hertz möcht im allein von der gesieht 
Eerbroohen sin». Peter v Qengenb. 1436. - 

— Dia Augen ergötzen «mit unnützer ^«M». 
Heinr v Offenb. — «Närrin vil sint also gell 

— das sie ir gtiekl bald bietent feil . . . wor- 
lieh. gesiebt bringt bösz gedanck>. Brant, 
Hieb. 88. ~ lEs was ein eilend geschieht 

— nnd ein gantr. blägenlich ,9«MeAt>. Hnmer. 
4 Ketzer, N, 7 *. — Es war <em kläglich» 
glicht nnd ungehewr». Id., Tirg.. F, 6 ". Etc. 

2. Aussicht — <Do ist gar lastUohe gerihte 
von vensteren die do gont aber die mnre ns 
iB wege, zft wassere und zö walde». Nie. v. 
Basel, ms. 

H, Vision. — «Do dirre mensche dise je«Ate 
gesach . , nnd werte dise gesihte kume alee 
lange alse men ein messe mühte gesingen». 
B Herswin, 9 Felsen, 4. Eto — «Mich wart 
of eine stnnde eine gar gruweliche geiihte 
geloEsen sehen, von der gettkle ich gar usser 
messen Abele erschrack*. Nie. r. Basel, 271. 
Etc. 

Genihteklicben. adv , sichtbar. — Der h. 
Geist kam tgeaihtekliehen in eins füres wise>. 
Eis. Fred. I, 24« 

Gesihtfg. 1. Sichtbar. — Han mnss «über- 
treffen die ding die gaihtig sint», will man 
die •angesihtigeni erkennen. Tanlcr, 85)1 (67), 

3 Häbach anznsehn, «Do ich zft dem 

ersten nsging, do was ich gar inng nnd was 
oneh ettewas getihtig'. Nie. v. Basel, ms. 

Oesinde. Geschlecht, Terwandtsohaft. — 
•Die geboren werden, die schlagen des vatn 
ters und nit der mnter getinde nach». Hurner, 
InUit. 11 b. 



Geaipp«. 8. Sipp«. 

Oeslppt, verwandt. — dr haben mich g»- 
lOeht nnder meinen Verwanten, ander meinei 
letippten Franden>. Geller, Post. 1. 29») 
Banra der Sei-, Mb; Arb. hum.. 143 a. — 
•Die getiptt frnnteobaft». Mnmer, Oenchm , f. 
3 », — «Die neebsten getippten erben*. Id., 
Instit. 48 ". Eto 

Gesieder, neatr., schlammiges GewKsaer, 
das nur beim Hochwasser fliesst Lexer, 1, 
9)7. — «Gegen der alten Ganseowe Aber, 
hinder dem grien, das gantz geileder . . . Du 
geaieder in Bnmans grien*. 1449. Alte Ordn., 
B. I. 

Gealinden. S. Slinden. 

Gesmaek, 3. Sma<^: 

Gesmehe, Geamehod«, neutr.. Sdimaeh. — 
Das aalmentragen der Fischer am Pfingslea 
ist «got ein getmehe nnd der atat ein nnere>. 
1466. Uand. n. Ordn, B. S. - tGesmehtde» 
den Stadtknechten angethan. 15 Jh. Alte Orda., 
B. 28. 

Cteamide, neutr.. Schmiedearbeit. Scherz, 



8<J4 



ein kröne - 



Die ^ 



9 vil hart» 



— Die Goldschmiede sollen «kein kupferin 
gesehmyd vergolden». 148:?. Goldschm.>Znnft, 
71. — Das Eisen ist das stärkste <anter 
anderm guchmeid, also zwingt es und seroet 
alles gachmeydi Onldin Spil, 6. 

GeBoat. gesetzt, ruhig. S gaast. — <Es ist 
von uns begert . . . getost nnd kiel (kiihl> 
zn sein, kein Scheltwort gebraacben>. Capita. 
Treger, B, 8 ''. 

GespftD. S. iSpoM. 

Gespemst, neatr., vom altd. spanan, reig«i, 
locken, Lockung, Verführung. 1. Trng. Scherz, 
B88. — «OesymMte, illecebrae>. Herrad, 19Ö. 
~ Träume kommen oit «von des täfeis ge- 
epenstet. Bihteb. W. — «Ist es denne das es 
ein gespenste von dem täfel ist , . .> Nie v. 
Basel, ISO. — •leb wart dem tüfel noch allem 
sime gespenste nie holt*. Ibid., ms. — <Also 
würde sü . . . erlöset von dem tüfole und 
von sime gespensts'. Märlein, 32. — «Das ist 
des TüfeU Gespenst das wir unser Elend nit 
mercken*. Geiler. Bilg,, 204 b. tDu entsagst 
dem Tenfel und aller seiner Oezierd oder 
Gespenst: Ib , Uas im Pf , A. 2 >>. ^ .Der 
Tenfel macht dir ein Gefert vor dinen Ongen. 
das du inenest das doch nit ist ; das ist des 
Teufels Gespenst'. Id., Emeis, 3:i >. — «Ler 
hie das nit bessers ist wider die Zauberei nnd 
des Teufels Oespettst dann Got anrufen». Ibid , 
46 b. Etc. — «Es ist des teufeis gespenst. alles 
das was zn naehteU dem gotzwort dienet*. 
Zell, S, 3 ■ — -Wie solten got . . . solche 
gespenst nit . . . ein sohmaoh sein ?• Butzer, 
Neuer., H, 4 ». — «... die dem götlichen 
wort mit jrem gespenst nnd tandt . . . wider- 
sprechen». Wurm, Balaam, d, 3 a. 

3. Geisterhafte Erscbeinnng. — «Dieser 
Segen (ein kurzes Gebet) ist g&t vor den 
geben dut nnd alle Gespenet'. Gebete, 16 Jk. 

Gespenst, Gerüst, ohne Zweifel von spannen, 
anfopannen, um gleitdisam den Bogen sIdm 



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CI«wölbB ED spannen. — «Wenn man ein Ge- 
-wBlb vill machen, ao niDBB mnn vil Oeriist 
darnm maohen, ein gantz Gegpetut richtet 
man nff, und uff denselben bahilft man sich 
nntz das das OewSlb gemacht wirb, so thut 
man denn das Geräst und dasselb Oupmtt 
hinweg». Qeiler, Geistl. Spinn., 0, 3 ». 

OeBpenetekeit, Trag. — «Die £oh im ongen 
onde sin — Mit ir guperuttixü hiti>. QoÜfr. 
V. Str. 1, 840. 

Gespenstig, trügerisch. — «Din geepen- 
aligiti trngenheit — Din in so volsoher süze 
swebet . . • Oottfr. v. Str. 1, 22. - «Da si 
den lim erkande — Der geipenstigen minne . . .> 
Ibid. 1, 162. Etc. 

Geaperre, neutr., Sparnx'erk des Dachs. 
Sehers, f>a8. — »Die alte kirche wart . . . 
mit eime niiwen tache nnd gaperre gebessarti. 
Nie. V. Lanfen. Gottesfr. 36. — «Das gaperre 
oben nf dem münster>. Eon. Tää. — Die | 
Gärtner können sich eines Theils des Zehent- 
bofa von 8t. Thomae bedienen, doch so dass 
• den wenden, dem dachgesperre und der niar> 
kein Schaden geschieht. 1472. Reg;. BB, 126. 

GeBDilisch, adj. von Gespiele, Spielgenosse, 
Freund. — <Eb leidet ein Mensch den andern 
ans gesellischei oder gapütseher liiebet. Gei- 
ler. Geistl. Spinn., P, 7 s. 

Gespone. S. Gespuntte. 

Oespor, neutr., Spur. — «Wenn die Hunde 
kumment auf das Oespore da der Hirtz ge- 
lanfen ist». Geiler, Pred. n. L. 5 a. — Hunde 
der Türken, von denen man sagt «das sie 
die cristen am gespor kennen». Ädelphus, 
Rhodis, A, 5 K 

Geapnlg, Gewohnheit. S. Spulgen. — 'Un- 
sere bürgere bant einen geaptiig . . . > c. 1311. 
Urk., 2. 26. 

Gespanst, fero., Gespinst. — <£s wirt nichts 
gnts aas irer Getpunst, sie dürfen nit ge- 
dencken das uss irer Gegpumt Samet werd 
oder das hochzeitlich Eleid». Geiler, Geistl 
Spinn., P. 3 b. 

Gespantze, Gespona, mosc. u, fem.. Ge- 
liebter, Geliebte, Gemahl. — »Wir miissent 
ouch einen gegpuntten haben». Tauler, 4nO 
(78), — «Du solt do an der einSte dines ge- 
gputUten warten one aller creatnren behelf». 
Nie. V. Basel, ms. — «Lieber got and lieber 
gegpuntte miner-. Id. 208. — «leh wil miner 
fleischlichen gegpunUm urlop geben». Id. 307. 

— «Maria, ein graponsg des heiigen geistes». 
Gebete, lö Jh, — «Dein Gegpons, J. Christus». 
Geiler, Ev. mit üssl. 24 > — «Ein liplich 
gapont und geraahel». Brant, Thesm., a, d b. 

— «Ave, geepotu des höchsten worie». Id., 
Terbum bonura. D. Ged. 32. — ChrislnB ist 
«der einig: gegponU oder prütigam nnd kein 
ander, nnd die »potüe oder brud keinen an- 
dern man erkent, sunat wer sy , . . nit ein 
reine gegporUg*. Earsth., bb, i ^. — «Die edle 
getpong Christi». Zell, X. ab. Etc. 

Gest, von jesen, Gischt, Schaum. — «Wir 
sehen wie in dem Herbst der nnw Wein den 
Wust und den Gegt oben zu dem Fass usg- 
-würft.. Geiler. Arb. hiim. 130 h. 

Gestandeo. erprobt, im Alter der Reife 
stehend. — «Der gestandene mflt». Gottfr. v. 



Str. 1, 138. — Rudolph von H&bsbnrg, «der 
von alter ein gerehter gettanäener man ge- 
wesen». CloB. 41. — «Ein gestanden swert ist 
foldes wert». Altswert, 7. — «... Nit allein 
ie unschuldigen Kind, auch die geatoftdm 
Lent nnd Menschen die zu iren Tagen käm- 
men seind - . .» Geiler Narr. 176« ; Ev. mit 
UbbI. 199. — «Schimpfwort die einem jungen 
Gesellen wol anstond, die stond einem ge- 
gtanden Man Abel an>. Id., Senden des H. 
63 b. — tOestanäen alte lent». Adelpfau, 
Pio. l&6b. 

Oestficb, das Stechen, die Schlacht. — 
< . . . dann et zu Murten in dem ggtech ge- 
wesen sy, do im so not zu fliehen was . . . > 
Braut, Nsch. V4. 

Gesten, als Gast behandeln, bewirtben. 
Scherz, öS9. — Gott spricht: «ich ge»te dich 
mit wunuen eweelJche» Bihteb. 90. 

Gestellen. S. Stellen. 

Gestende, uenlf .. das Zusammenstehen einer 
Menge von Leuten. — < . . . damit das geloifffe 
uf den gassen und das geatende bi dem füre 
nit me so gross . . . werden möge .... 1495. 
Alte Ordn., B. 13. 

Gestielt. 8. Stukn. 

Geütosse, nentr. Scherz. 510. 1. Feindlicher 
ZnsammenEtoEs. S. anch Stotg. — «An deme 
gestogge wnrdent . . . zwene erschlagen». Glos. 
122. Kbu. ''76. 

2. WindsioSB. — «Über eine wile komet 
ein uDgewitter und ein gegtögge: Eis. Pred. 
i, 214. Etc. 

Gestrack, strack, steif, — Da der Prophet 
zu Jeroboam «kam nnd in straft, da streckt 
er den Arm uss und wolt den Propheten 
schlagen, da blib im der Arm also geatradi 
nnd mooht in nit mee eu im bringen». Oeiler, 
Emeis, 64 a. 

Geatreift, gestreifelt, bunt bekleidet. S. 
anch etriffeeht. — «Du treist ein Par Hosen, 
do seind Farben in, sie seind gestrifla». Gei- 
ler, Post. 3, 92 b — Fig. «Ein Samaritan, ein 
gestrifleter Jnd, der do was weder Jud noch 
Heyd». Ibid. .H, 77«; 4, :-*5 ». — «Die on- 
facliendeu Menschen, die habent an ein ge- 
gtreiflet Kleid». Oeiler, Brös. I, 10«. — «Die 
gestreiften leien, welche sich gar leichtlioh 
on wisscnheit underwinden die kraukheit zu 
artzneien». Friea, B, .1 a. — «Den gegtreiffitH 
leyen masi'. man mer uszlegnng machen, dan 
den gelerten». Ibid. 21 ". — «Gestiflete doc- 
torea und gegtreifkle leyen». Pauli, 74. 

Gestricke, neutr., gestrickte Dinge, Netze, 
Garne, etc. — Han <sol kein gestrig machen 
das enger sy danne der modelt. 14S5. AJte 
Ordn-, B, 1. 

Geatiile, neutr., Stuhl, Sitz. Scherz, 640. 
— Tom Bischof eingeladene Dienst mann 
«süUentersam^esttUs haben». l*'Stadtr. tirand. 
2, 7S, — «Der linden geetüle — Daz was von 
blumen und von grase». Gottfr. v. Str. 1. 236. 
«Ettlich (standen) in den uiederu gegtielen». 
Brant, Bisch. Wilh. 35&. — <Dud Beteten sie 
uff ein marmeln ggUä'. Muruer, Tirg., m, 1 b. 

Gestüme, fem., Buhe- — «Da ward nrberisoh 
so ein grosse gegtüme and stille, daz sie (die 



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141 



Schiffe) Bteh nit von etat bewegen inochten>. 
Bingm., Cäsar, 36 ». 

GeBHimiglich, GeBtttm, Oestttmig, rahig, 
BtiU, eig, stnmm. — «ChriBtns sprach zu dem 
Her: Bchweig, thnss, bisa still oder geiitüm'. 
Geiler, Poet. 1, 281). QeUer hat das Wort 
ftnch ala gleicht edeatend von opponanos, et- 
"was das zur rechten Zeit gethan wird ; <Fredig 
das Wort, lig an, geitüm ond iingefitüm>. [2 
Tim, 4, 2.) Selenp. 87 «. Die Vnlgata hat hier 
■opportune et importone». Dasypodins kennt 
geetüm nicht, gibt aber Import onus homo 
durch 'nngestümer, unmwiger Mensch*. — 
•Waid Dod anch meer alls war gettüm, — das 
man ir keins da hi3ret nim>. Harner, Virg., 
m, 6 ». — 'Gegtüm war bald das meer ge- 
well*. Ibid. A, 7 fl, — • . . , Das ir das meer 
gettiimig halt». Ibid., Ä, 5 a. _ <Man Bol ge- 
atümigklich and ungestümigklioh straffen», Zelt, 
A, 3 6. (2 Tim. 1, 2.) 

Gestüppe, Staob, StaabkQrnchen. S. auch 
Stüppe. — «Was siheBta ein Ägel oder Qt- 
»täpp in dem Ong deines Brnders?i Geiler, 
Post, it, 51 b. — <Wann der Sonnenschein 
etwesn dnrch ein Spalt in ein Kammer . . . 
instrimet, so sieht man in demselben Schein 
gar nntzallich vil Oeitüpf. Id., Selenp. Ititi >. 
— "Die bösen Geist in dem Luft, der also 
Til sind also Öeatüb in der Snnnen>. td., 
Bilg. ITö a. — (Mein Hertz ist ein Gasthaus, 
allea Oegtübt das da flengt das geet da aus 
und ein>, Id, Oeistl, Spinn., M, 1 b. 

OestDrm, Storm. '—•... mit gewalt in 
eime gest&rmet. Tauler, 81 (IT). — 'In disem 
geitürme werdent die velse noch hoher ge- 
brochen». Ibid. 368 (46), 

Gesiicb, neatr.. das Suchen, Verlangen. 
Scherz, 640. — «Men vindet gar wenig men- 
sehen in disenziten, die sich allein« got gent 
one aller ereaturen getucht. Kulm., Herswin. 



Geencb, Zins von an sgeli ebenem Geld. 
Wucher. — «Gar iidlich wer der Juden ge- 
tuck', im Vergleich mit dem der Christen. 
Braut, Nsch. 90. — «Jüdsoher gtuch, jnristen 
buch . . .> Mnmer, Schelm., a, 6 s. — '0 
gott, behüt vor jüdschem gsueh — und vor 
des apothekers buch'. Id., Nb.. 103. 

Geaücbt. jede Art rheumatischer Schmerr, 
— <Das gegücht im rucken , . > «Das gerücht 
und Podagra in den füssen>. Bmuschw., Dist.. 
64 t"; 4(i B. — «Chiragra, Handgegücht; Gersd 
87 ", — €HaC einer das podagra oder sonst 
getüeht, frage jn ob er nicht ein alchimist 
sei». Fries, 56 b, 

Geswaalich. Qesweslich, heimlich. Ahd., 
swfts, heimlich. — Sie haben den Feinden ge- 
schadet tgegteäslwhe und verstolnei. Qot£&. 
T. Str. 1, 857. ~ 'Gang gegwesliche hin und 
frwe . . .• Ibid. I, 148. 

6eBW«bsebt, heimlich, verheimlicht. — 
<In disen hof bärtent siben hftben, der Ist 
eine halbe w<iw!A*(!Ät>.Sulsbad, 1800. Weisth. 
5,439. — Was anderswo ein iveTslogen* oder 
<verstolen> Qat. 

OeBwihe, Schwägerin. — Scherz. 636. 
Bente bei uns ; G'schwei. — •Johans Judas 
tOKäu . . .• 1409. E9n.. Beil. 1026. - «Swe- 



her, sweger. getwihe . . .• 1456. Goldschm. 
Zunft, 42. 

Geawindekeit, Geschwindigkeit, Heftig- 
keit, Lisi. Vergl. Sviinde. Scherz, 536 — 
•Hochvart, geiwindektit, bitterkalt . . .> Tanler, 
14(4). -~ • Oesehteindtgkeiten, nfhätz nnd pba- 
riseyische fündlin>. Bmnfels. Zebnden, c, I b. 

Geewisterde, Geswistrigede, Geschwister. 
Die zweite Form setzt ein verbum getwüiri- 
gen, versehwi Stern, voraus. — iMine geswi»- 
temde algemeine . . .• 1267. Deatacbe Urk. 
13. — Sünde «gegen dinem geiioiitrider. Bihteb. 
26. ■ «Brbo von Dürningen, Gertrut, Qrede 
und Hans aine getumiterde'. 13S9. Gotteshans 
znr Krone. — iNJeman sol dem andern sine 
guter vortragen, es sy denn ein gesAwüiterde 
dem andern oder ein vatter Bim kinde . . .> 
S. Lnkart, 1854. Weisth. 4, 23. - König 
Heinrich «besante herzogen Friderich nnd 
sine gegwütterdet. Kon. 461. Etc. — «Din 
geaieütttrde ond diu zergesellen>. Conr. v. 
Dankr., v. 327. — «Eberhart von Landesberg 
nnd Cftnrat der Barrer, sin brtder, für si^ 
nnd ire gesehviistrigden-. 1384. Als. dipl. 2, 
30. — Es 'warent drie gaehwüttrgtt, nnd 
ging das ein sterben, und viel das erbe an 
die zwei gackwiaterget . . .' Kembs, 138B. 
Burckh. 141. 

Geawuht, vom ahd. gisochhan, deficere, 
langaere, Auszehrung. Schmeller, 2, 633: die 
Oesvicht. — Rulman Merswin «aneving mit 
gestouht zft serweude nnd z& siechendsi. Kic. 
V. Laufen. Gottesfr. 5ü. 

GetXus, von tanzen ? Gefolg? — «Also das 
er . . . ufF alle Oetäme, Oepreng oder Stoltz- 
heit diser Welt verzeicht; das oeisst Öetätia, 
do eim ein gross Gezotter anhanget und nach- 
got». Geiler, Selenp. 196 •>. 

Geteidingen. S. Teidingen. 

Geteloa, üppig, liederlioh, lascivoa. petulans. 
Scherz, 641. ~ «Diu smähe, diu böse — Dia 
b5Ee geteloie . . .• Gottfr. v. Str. 1, 247. 

Getemtag, Montag. — «Lere nus wie wir 
am andern Tag nach dem Sontag, das ist an 
Hontag oder Getemtag disen andern Fartickel 
betten sollen». Geiler, Pater Koster. E, 2 ■-. 

Gethat, Gedat, That. — 'Die Geihat nnd 
der Nom die sollen einander entsprechen». 
Geiler, Ev. mit Ussl., 17 1 b. — «Das Bnch der 
Gelhätm der heiligen Apostlen», Acta aposto- 
lorum. Id.. Post. 3, 38 «. — «Das Buch der 
Thäten der Apostel». Id., Irrig Schaf, D, ö '■. 
— «Wer sich bedenckt noch der gedat, — 
des anschlag gemeinklich kumbt zu spat*. 
Brant. Nsch. 14. 

Getinsen, S. Tinsen. 

Getöne, nenir., das Tönen. — Hätte «das 
ore ein getöne, so gehört es niemer enbein 
getane'. Tanler, 339(40). — Die Sterne ilauf- 
fent omb und machent das süss gedön-. Gnl- 
diu Spil, 79. Etc, 

Getonge. Getön genimg. Heimlichkeit, Ge- 
heimnisB, mysterium. — «Frone getouge, domi- 
niea saeramenta». Herrad, 190. ~ 'Getouge- 
tiunge, saeramenta». Ibid. 194. 

Getragide, Getr«gede, nentr. Scherz, 642. 
Die älteste Bedeutung ist: tOetragide vel 
eigen, possessio». Herrad, ISO. Schmeller, 1, 



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WSi — Späten alle als LabenBinittel dienen- 
den FiüolitB; «WiT stQt onoh dez übarkomen, 
Iftnt StTaiEbmrger oder ire helfer dehein ge- 
tregtiU asser Iren Btotten . . . füren, damitteti 
ist der fride» nüt gebroehen . . .• <Was sie 
getregetks vt irme eigene oder uf inne gfiie 
«ndent . . .* 1362. Urk. Bnoh. 1, S6T. 368. 

— <Db8 kern und die bonen nnd va* gtdre- 

r'» in der schüren ist . . .> 1897. Bist, de 
Tbom. '69%. - •Bocken, weissen, hsbem, 
ferste, senf, mogesot, nnsse oder welielier 
snde getregede dsA ist . . .> 1456. Ooldschm. 
£anft, 4B. Aelinlich : TaehersnnÄ, Ö9. ~- (Brot, 
vin, kom and alle ander getregede . . . Bie- 
ren, kirsen, und alles obB und alle andere 
gttrtgede*. Outleote-Ordn. 158. 

Wahrend das Wort noch in dieser allge- 
meinen Bedeutung üblich war, branoht« man 
es auch schon, wie heute, speziell für Ge- 
treide : «Weissen, rocken, gerste. habern und 
ander getregde*. 1446. Alte Ordn., B. 1. — 
4 Weler haude kom oder getregede es wolle . . .• 
1460. L. 0. 

CMrat. schnelL S. auch drat. — Der Soltan 
hat geschickt •mit oeantzeben segel ein ar- 
madt — von Alexaudrien getradt'. Adelphns, 
Tärk., F, 4 1. 

Setreme. nentr., Oebälk. Ton Tram, Balken. 

— «Also gar tieSe . . . worent sie in dem gerer 
ond under AMugetreme verBunken> (des einge- 
BtiJrEten Hauses). Nie. v. Laufen, ms. 

Gatremmel, Qeräuscb, hvna. — (Andern 
hilft da ein Getnmmel ist, da man lut ist, et- 
wann in eim Wald da das Wasser her ru- 
Bchet>. Geiler, Brös. 1, 88 b. 

Oetrenge, Getrengede, neotr.. Gedräng. 

— Bie ibrechent si<^ us diseme getnnge*. 
Tanler, 4 (1). — Die Aassätzigen sollen sich 
nicht in «das getrengede der lüte» m^hen 
Öutleote-Ordn. 187. 

Getrappel, duich Trappen verursachter 
Lärm, — Das Schaf «förchtet das Öelreppei 
seiner eignen Füss. . Geiler, Irrig Schaf. A, 6 b. 

GetrocfaliBgem, heimlich. Geiler,Emeis,70 '. 
8. rtiiroehenlich. 

GetrüBcfae GetrSet. Scherz, 543. 1. Sehaar. 

— 'Gedrüiche, cohors iDilitum>. Herrad, l89. 

— Es 'kam ein gOrätt der vinde über in 
<CoDTadiQ) und woltent in vohen». Clos. 40. 

S. Gedräng. <aelrd<eA,tnmaltas>.SclunBller, 
1, 676. — König: Albreeht ward geweiht um 
Hittemaoht. «das deste minre getrfutei wnrde> . 
Glos., 63. — Hector hatte einen Griechen ge- 
nügen, «and das er den möhte as dem ge- 
trütte bringen, do warf er den schilt an den 
rücken». Kün. 293. ~ Die Juden umstanden 
Jesum «mit grosseme getrüite'. Terse Briefb. 

Gelrttwen. S. TrätBen. 

Oetter, nentr.. Gitter, meiet Ton Bisen, wäh- 
rend der Gatter von Holz ist. — 1466 ward 
zu S. Thomas «das iserin getter mm heiligen 
grab* gemacht. 3. Thom. Aroh., Beg. A, f'. 
il77. — tloh stand hinder dem mtter und eich 
dich*. Fred. Ingolte. 1436. — Fraaenklöster 
*mit eiseren gettem oad hohen mureu>. 
Zell, e, 1 s. 

Gfltnng. S. Twtg, 

Qetürr«H, tfirren, dörfen, wagen. Scherz, 



548. — Man sollte <ein traben wassere not 
mit friheit . . . getiirren nemment. Tauler, 3^ 
(M). — ■ . . . das wir geiürrent spreehea: 
vatter unser ...» Ibid 268 (46). — > ... das 
wir die porten nüt getüreMt uftftn>. Edn 397. 

— tKum ich dich ansehen getart. Gottfr. v. 
Str. 2, 108. — < . . nnd^fardocbnüt sprechen 
pater noster*. Tanler, '208 (46). — 'Ich en- 
getar nüt begern ... t Nie. T. Baeel, 147. Etc. 

— «Den getar niemau bitten*. Eis Fred. 1, 
H2. — t ... der es getörtte bestan*. Gott&. 
v. Str. 1, 87. — Wenn isich der bürgen dn- 
heinre zb Str&iborg niht getörsU entwur- 
ten . . . > U64. Urk.-Buch, 1, 4^4. — Der 
Zollner 'geturate siu ö^en nUt erheben*. Tan- 
ler, 340 (41). — <In manigem jore engetor^e ich 
nie gedenken das ich nnsers vatters S. Do- 
minions sfla were>. Ibid. 801 (52). — <Dis 
selbe getoTMte er nüt gesagen*. Nie. v. Basel, 
149. — «Daran geforete stt nieman geschedi- 
gen>. Clos. Ö6. ~ <Ein zil über das sü nüt 
petüratmt wandeln*. Ibid. '2S. — «Sus kument 
wol 4000 mau in die stat, die vor nüt ge- 
lurtttnt darin kumen*. Eon. 836. — Haria 
tgedurgt das zart kindelin nit anrüren*. Fred. 
Ingolts, 1485. — Die Fanden tgetürrent nit 
hinder sich ziehen*. Guldin Sptl, 46. Etc. — 
«So getar im der Wolf nit genohen* Geiler, 
Bilg. 20 >. — «So sie irem Zorn ... nit ^c- 
türren oder mägen genug tun*. Id., Selenp. 
81 b. — .Die armen Btiren, die getSrreu nit 
witer gucken, denn ir Jnnckherr will*. Id., 
Post. 2. 23 «. — «S. Panlns getortt sprechen ... * 
Id., Fred. u. L. 125 •. — «Ire eigne geschwome 
Gesatzt dOrend sie übertretten* Id , HölL 
Leu, a, 7 b. — «Nieman ist . . . der worlich 
sprechen (ar, — das er si wis und nit ein 
narr*. Brant, Nsoh. S. — «Wer vor froww 
und kinder wil — von bnlschafft, bosheit, 
reden vil, — der wart das von in widerfar 

— desglioh er vor in triben tar>. Ibid. 52. 

— «E^n narr ist wer gesprechen dar, — 
das er sig rein von sünden gar*. Ibid. 31. 

— < . . . nieman gOar — KU in apreohen: was 
tastn narr?* Ibid. 47. — «Der ist ein narr, 
der rUrnen gtar, das im vil gläcks zu banden 
far*. Ibid. ^5. — «Er gdar weder got noch 
der weit trawen*. Ibid. 101. — Dienstbarkeit 
ist der menschlichen Natar enwider, «so sie 
nichts thuu noch lassen gOiar — dann das 
ein ander will ... > Brant, Freih. Tafel, HÜi. 
Etc. — < . . . Ich dos auch reden tar, — nüt 
schedlicbers dann ein gierten narr*. Mumer, 
Nb. 19. — cDem wolf kein gans nit tmwen 
tar*. Ibid. 130, — «Noch hab ich mer denn 
tusend par — die ioh ietznnd nit sagen dar*. 
Ibid. IL. — «Der ist ein arme gans fürwar, 

— der sin gnt nit bruehen dar*. Ibid. 64. 

— «leb setzte Abraham onch bar, — so weiss 
ich nit ob ich das dar*. Mnnier, Genehm., i, 
3 b. — (Ein esel sich beriemen dar, — wie 
im vil glücke zohanden far*. Id., Nb. 41. — 
«Wiewol es hoch verbotten war, — das da ein 
knecbt nit kriegen thar*. Id., Vi«., f, 1 «. — 
«Ich weiss nit ob iohs sagen tnor, — oder 
verschweigen gantz und gar*. Ibid., G, 6 b, 
Etc. — «Dsz was geist geturren ji sagen. .,> 
Zell, z, a b. — «Es würden wenig ... in der 



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*ir«lt stT&ffenfAMtYmodermegeni. Ibid.,y, 8 *. 
— Di« Sueven tgedOnn, «ftan ir Bchon wenig 
setsd. ein KREitl rütt«T , . . anweadeo'. Bingm., 
CHsar, Stt >. — tQtäb-§t ich mjck nennen 
«inen aflheheT, wftrsmb njt »nch epiaoopas?» 
Zell, a. S >>. - Cisa,! «den galliachBii rytern 
■eis leben nit vertruwen gedont*. Ringm., 
O&Bftr, 16i>. — 'Es dor»t kein meDSch ein 
Wort nit reden oder lachen mit einem an- 
dern.. Adetphns, Türk , H, 6 b, — .... das 
man die warheit gar nit sagen törH« . . . * 
Zell. X, S ^. — <Bs Iiaben ein theil thörrer 
sprMhen. das kein gott aei>. Brnnf., Anst. dl*. 

0«taratekelt. QedfireUgkett, Enhnhelt, 
Verwegenheit. — <Hit Ariheit nnd vermeise- 
ner gelörsUktU*. Tauter, 253 {«). — iDo der 
legate gesaeh des bisehoft« gebirttdieit . . . > 
Clos. öl. Etc. ~~ «Was das nit ein grosse 
&tdürstigkeit nnd ein mächtiger Frofel?» Gei- 
ler, Fred. n. L. 97 «. Bco. — •Desshalben . . 
Tengler der ffedirstigkeit Heroulis gar wol lu 
vergiiehen ist». Brant, Layensp., C, B •. — 
(Hanliohe kraffl paMrst^itMt» Ringm.. Cftsar. 
11B>. 

Getaratlg, OedUretig, TBntir, verwegen, 
köhn. Scherz. 493. M3. Vergl. Oelürren. ~ 
•Wie kunte dirra konfman so geturttig Bin, 
das er dir solle heischen das er dir nüt be- 
valeh?> Glos. M. Etc. - <N& was Alexander 
gedüratig worden nnd starg*. K6n. 803. — 
•Ich bin so starck, so bestentig nnd so ge- 
ivntig, ich getar im sageu nnder sein antlicz 
wae mir gen im gebriet*. Ouldin Spil, 44. — 
(Petrus ... der vor der Hagt verlengnet 
ket, der gleng darnach gtUtrittgUdtan fQr die 
Farbton nnd öbristen Bisohoff nnd sprach : 
wir müssen Got mer gehorsam sein dann den 
Menschen*. Qeiler, Hai im Pf., B. 5 >>. — 
<Bin junger Mensch ist nit also gedürgtig die 
andern za strofen». Id., Bilg., 71 b. — (Mann- 
hkfFiig nnd gedäntiff'. Branschw., Dist. 59 ^. 

— «Es waren kecke nnd gedörttige menner». 
Bfngm., Cäsar, 7 ■, ~ <Er var eins keeken 
ged^itigmt gemfites». Adelphns, Bod., I, 1 *. 

— t. . . welchen {Geeeteen) ob jemand ansz 
gede^rttiger frevelheit nnderetat in widerston, 
der sei schnldlg der nognaden gottes*. Id.. 
Bari». H4 b, _ «Wie dörffen wir so gtduntig 
sein, das wir den heiligen leib Christi also 
d&rffen Bcfamehen*. Ziegler, Bnchlein, D. S ■. 
-> Man wird 'türttigar ed manüeher verieh- 
«ng>. Capito, Vervara., A. ü >. — (Sie seind 
tintig, achten hoeh von jnselb, und zittern 
Biti. Bntzer, Neuer., B, 3 >>, 

GetwMig. 8. Taang. 

Oetwerg. 9. Quereh. 

Bitwingv». 8. Twingen. 

OenrawMM. 3. Ürtatam. 

Oerctteni, sieh be&ehinen wie Gerattert- 
leate mit einem Eind, liebkosen. — «Bs 
kamen off einmal fier Innokfrawes ensamen, 
lud gtftUereten einander nnd sehimpfften mit 
einander». Panli, 17. — Da* Jesnikiad er- 
uheiat einer Klosterfran innd gevetterUt nnd 
ichimpfft mit Ir». Ibid. 318. — «Die fraw 

g'ätttrt mit dem Und, küeiets nnd halsele*. 
id. 314. 
Gkwäfikt, Waeh■thnB^ Sutu. — «Zaehens 



was kleiu Chmeckt: Geller, Et. mit Usel. 
166 >. 

Gewalt, mase. 1. Gewalt, Macht. -^ 'Daz 
doch vil manik man — In michelem gewaUt 
kam». QotUlr, v. Str. I. 7. Etc. — iGeloobent 
ir das der heilige geist noch den selben gt- 
watt habe?* Nie. v. Basel, Bek Tan^. iB.Ete. 

— Rom ist das mächtigste Reich, <noch dem 
nammen z& nemene nnd niit noch dem g*- 
vaüe . . -> Eon. ^17, — 'Die Bomei hetten 
den o«wati von allen dingen*. Gnldin Spil. 
Hl, Etc. — < . . so valle ich in den gewatt 
jre hendei. Oswald. — «Ein torechter Regent, 
der da stat anff dem Tach des QewaiU'. Geiler, 
Höh. Len, a, 8 b. — «Mit dem Born des Qa- 
wüU etossmt die gewaltigen Herren*. Id., 
Irrig Schaf, a. 8 >. — «Von dem Brammen 
seines götliohen GeiioatU erbidemet das gants 
Ertreich*. Id., Banm der Seligk. 27 1>. — Der 
Doetortitel (welchen Namen oder Gewalt einer 
mnaz erlangen vom Babst*. Id , Post. 3. 3fi>. 

— Ein Richter soll (den gätlichen gewait sehen 
an*. Branl^ Koretns, b, 3 •. — Sie ibtraohten 
nit das höher gewatt -~ dest häher wider ab' 
her faltt. Id., Ksch. 38. — (Den gvHÜt man 
nit lang zit behalt — den man mosz schir- 
men mit gewütt Ibid. '19. Ete. — «Mins 
gtoalit kan sich kein man erweren*. Hnrner, 
Genehm., n, H *. — lEr hat mir allen guatt 
gegeben*. Ibid, e, 4 *. — Dass er (des gros- 
sen geuxüt» miszbmeh sich nit>. Hirner, Bad., 
G, 1 b. _ lEalt giaubeD mir mit deim gt- 
woA*. Id., Virg., D. 7 e. — (Von keinem ge- 
wtdt entsetzt werden*. Id., Lnth Narr, 71. 
Etc. — (Bischöff haben nit grossem gewatt 
weder andere priesten, Zell, E, 2 ■. — «Wer 
sich wider den geioait setst, der widerstrebt 
gottes Ordnung*. Gapito, Pfajfh., a, 1 b. 

2. Vallmaoht. — Der Eänig von Böhmen 
hatte einem andeni Fürsten (sinen gewatt ge- 
geben an der wolaage* des Kaisers. Clos. 
b8. IhnUcb: Eän. 469. — «Der geteaUtbrief 
nnd stimm, so der bischoff von Bamberg off 
den von Houston gesetzt, ward EUgelassen . > ., 
aber der gwalt des bisehofFs von Utrich . . . 
ward als nnformlioh aberkant>. Brant, Bisch. 
Wilh, 248. — (. . . so hant sie keiserlichen 
gwatt: Mnmer, Nb. 113. 

Oewattea, mit Gen., bewältigen. Scherz, 
&14. 8. aneh getealiigen. — Findet der Förster 
von Sundhansen Jemanden Holz bauen, 'den 
soi er pfenden ; mag er aber sin nit gewaiten, 
so eol er in rnoen miner froweo (der Äblis* 
sin von Hobenbnrg). 15 Jh. Weisth. 1, ti78. 

Gewalthaber, Bevollmächtigter. — Brant, 
Nach. 70. — Murner. Nb. 81. 

Oewkltlg, ausser der gewöhnlichen Be- 
deutung anoh : mit Vollmacht versehen. Scherz, 
544. — Der Abt von Bchwarzach hat zu 
Druenheim «einen gewaltigen sohnltheissen*. 
16 Jh. Weisth. I, 734. — Der Abt von Nen- 
weiler hat mea dreien xeiten getoaitigM ban* 
[privilegierten Weinverkanf), lö Jh. Weisth. 
1, 7&*. 

Gewaltigen, Gewalt anthun, oberwältlgeB, 
Violare. Seherz, 644. — (Lnerena ward gt- 
wätiget von des kunigs sun*. Gnldin Spil, 
19. — (Also Bolt da . . . mit VemunfFt dieh 



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gttoeltigmt. Qeiler, Sund, des U. 64 «. 
(Ir einer kam herfürhär gan — nnd woit 
den broder gtwaltiget hau, — stieEi: im das 
lacrameDt in hals . . .* Hnrner, 4 Eetzer, L, 
2 s. — «Wir narreD sUcken kein ander zil 

— dem der one narren gtwdtigm vil>. Id., 
Lnth. Narr, 23. — «So da (LotherV . . die 
heilig geschrifft . . . wider iren ventand ge- 
utüt^it . . .. Id . Adel, C, 4 ». Etc. - -Weli- 
cher die gesehrifit mer gncaltige, Lather oder 
die JQ ein EeUer achelten>. Zell, f, 8 >>. 

Gewände, fem. Sehen-., 544. Schmeller, ^, 
943: «Ackerbeet, terra versa et aggesta inter 
dnos BUloos, verHura>. Bei uns nicht in diesem 
engen Sinn, sondern immer eine gröBsere Ab- 
theilnng eines Banns ; jeder dieser letztem 
bestand ans mehreren Geteanden: 'die hghe 
— , knrtze — , lange — , mittele 
Geteandf. 13 Jh. u. f. 

Oewai-pamkeit, Versieht. — «M _ 
keit (caute) sah, er an vor — was die zeit 
vertiert nnd die jor>. Brant, Horetns, b, 4 a. 

Gewärtig, wartend dass man begehrt werde, 
Eum Dienst bereit. Schmeller, 3, KjOB. - De; 
Meier von Sandbansen soll einen 'Beckem 
haben <domit er dem dorf sol gewärtig sin* 
16 Jh. Weisth. 5, 594. 

Geweffen, Waffen. Seherz, 546. — «Becken- 
hnben oder ander getoeffent. 1949. Strobel, ), 
551. ~ «Sin hamesoh and sin geweffene*. lü 
Jb. Ibid. 1, 827. — •Harnisch und getoifenei. 
1270. — •Oewefine'. 1^76. Urk. 2, 8. 10. 

Oewege, Gewicht. Scherz, 646. 1. Normales 
Gewicht der Kunze. — «Ist es das si (die 
Pfennige) in eime libteren gewege geslagen 
werdent . . .• (lat. Text: pondns). 1^ Stadtr. 
Grand. 2, 72. — c22 mark silbens strazbnr- 
ger gemeges'. 1297. S. Joh. Aroh. 

Gewens«de, Gewächs, bes. das der Reben, 
Ertrag der Weinlese. — t6 omen wines, die 
der meier mag nemen an gewehtedt oder an 
oinsen*. Snlzbad. 1H0O. Weisth. 5. 430. — 
Kein Geistlicher soll Wein feil haben in seinem 
Hans, les enwere denne das einre sin gewdt- 
ttde verkaufen wolte>. 1314. Eon., Beif 1)70. 

— -So Bol min herre han sinen winban . . . 
sins gevxchstdt*'. Bühl, 16 Jh. Weisth. 4, 126. 

Gewell. Welle. S. auch QvxUe. — «Die 
Oeck beschirmt vor der Ungestümigkeit der 
OeweKen, das sy nit in das Schiff gaügen>. 
Geiler. Schiff der Pen. 29 b. _ .Das meerge- 
vieü in hoch anroch'. Unrner, Tirg, A, ßa. 

— «Das gross gnixü uns gar zerstreot». Ibid. 
H. 3 >>. — iDrei ander schiff znckt er (der 
Wind) mit im, ~ und warffs in sanägeweU 
(syrtes) schedlich hin» Ibid., A, 8«. Etc. 

Gewell, Tomitns, vom Vorb. willen, wüllen. 

— «Ein narr lonüTt wider zo sinr schell, — 
als wie ein hundt zu sim ^eweü'. Brant, Nscb. 
83. — Ein Fresser «der bi der Stegen leid ge- 
vxlh. Ibid. 76. 

Gewen, genen. gähnen. Seherz, 547. — 
Während einer Pest 'wenne ein mensche ge- 
aete, so viel er nyder und was dot Dovon kam 
die gewonheit. das men ein crütze far den 
mnnt machet so men gevet: Eon. 771. — 
•Die Menschen werden Drang und Zwang 
leiden nnd g6v>en vor Engsten*, (sperren den 



Mond anf). Geiler, Ev. mit Ussl, 4 b.— «Die 
Heichen gynen und gttpen ewiglich nnd haut 
Angst und Not noch Gnt>. Id., Post. 2, 61*. 
— Erähen: tSo dick als der Han gtwt*. Id„ 
Selenp. 213 ». Etc. — Oemma -. «OBcitare, ge- 
wett'. Ebenso Dasypodins und Ooll, 316. 

G«wend«, nentr. 1. Das Fischen mit Kör- 
ben die man nach einer gewissen Strecke der 
Fahrt umwendet. — Die Fischer sollen <bi 
nacht für gttaenäe faren, wie frage man wil 
vor tage vor ein gmoende in der woehen*. 14 
Jh. Alte Ordn, B. 13. — c. 1311. Urk. 3, 
38. — Zq einer gewissen Zeit soll man ni^t 
<vät gewmden fareD>. 1449. Alte Ordn., B. 1. 
2. Theil des Bachs wo man mit Getoendm 
fahren konnte — Die Äbtissin von Andlan 
hat im Brensohthal tdiiavisiAgewetidt'. 15 Jh. 
Weisth. 5, 414. 

Gewer. 1. Wehr, Vertheidignng. — «Ein 
Low, wenn man mit im streiten will, er stel- 
let sich auch zu GeveTt, so hat das HäAÜn 
kein ander G«w«r«, dann es wuscht aaff nnd 
lanfft hinweg!. Geiler, Has im Pf., &,&».— 
• Vil Btett sich brocht han in geieer, — nnd 
achlent jetz keins keisers mer». Brant, Nach. 
96. 

2. Waffen. — «Waffen oder Geteer, arma*. 
Geiler. Brös, \,99*>. - <H<atdgemr*. Br*nt, 
Bisch. Wilb. 244. - «Zwei spieszlin etliche 
mit in namen, oder sunst gewer'. Hnmer, 
Virg., Z. 4 b. 

Gewerbe, nentr., das Werben. — Eine Jnng- 
fran 'die was gar schöne nnd was vil ge- 
werbea umbe 8Ü>. Härlein, 9. 

Oewerde, Gewere. I. Eigentham, Besitz. 
Scherz, 54S. — «Ällerleige klfitterotte nnd 
gewerde daz junge IQte gerne hant>. Clans t. 
Blov. Nie. V. Basel, 70. — Eine Frao, der ein 
Pfaffe «genere und gewere' gibt. 1469. Alte 
Ordn., B, 3. 

Getraide. Vergl. Öetrege<it. — «Kom und 
gewerde. . .• «Die seeke mit der gewerde . . .» 
Die Hüller sollen «schaffen das jederman sin 
gewerde trneken heim knmme>. 1462. Alte 
C^dn.. B. 18. — «Die irdenschen zergengli- 
ehen gefeile, es sige burschaft oder gewerde', 
Clans V. Blor. (Zinse in Geld jeder in Fracht). 
Gewerf. 1. Art Abgabe. Scherz, 647, Seig* 
mrs et villages, fiO. — «Doben im Land 
heifist es Gewer/: Geiler, Post, 8, 108 b. — 
iStiir. Qewerf. friindtliche Hilf, üngelt. Fron- 
tag, Herrenwerck, Schirmgelt, Scbatzang, East- 
vogty, Pfleger . . » Id., Irrig Schaf, A, 3»; 
Prcd. ober Maria, 11 b. 

WurfgesohosB. — «Wider das Glas darf 
man nit . . . Gewerf scblettckem and bölren 
in einem Feld>. Geiler, Narr. 74 b. — 
(jewerff ein jeder zuher braohL — das 
als von den thürnen brachen» (Stein zum 
werfen). Marner, Virg., F, 1 b — «So aicfc 
einer mit gescbätz oder gewerff aebet> (dum 
jacnlis Indit et exeroitatur). Id., Instit. 113 b. 
Gewerren, mit Dativ, einem Schaden, Dn- 
rohe verursachen. Seherz, 547. — Du hättest 
Frieden nnd Frende «und gewurre dir niemer 
nüt, do dir n& steteelichen m&s gewerren, nnd 
in trncke sin nnd liden». Tauler, 462 (78). 
Gewilde, nentr., das Wild. Scherz, MS. — 



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«Geschehe du die jeger beider herren kement 
mit dem gtwüde nf ein gemeineD «clurei, bo 
nnt n das gewäde vt dereelben Btruse tei- 
len.. Kembs, 16 Jh. Bnrckh. 149. — Die 
Bniger Ton Pfeifingen «mSgen jagen mit hun- 
den, mit garn, aUes gewäde'. 15 Jh. Weiath. 
6,366. 

Ocwilt. von Wü, velum. verseUeiert — 
<8o mag die LejBchveBter mit koohen. SdiSs- 
seln weschen, fegen and andere Werck eben 
■Jb vU Terdienen ala die gtmUe Schwester», 
i. e. die eingekleidet« Nonne. Oeiler, Büg. 
18»". 

•€l«wiiiBig gut*, bona aeqnlsita, die Hans 
and Fran 'mit einander gewonnen hant>. 
1SE3. ürk. 2, laS. Schert, 548. 

Sewluede, Oewiueae, fem., das Gewis- 
Mn. — <Qftte meinunge mit Interre geteittent'. 
JQDgstes Oerioht. — *Ein enge EweifTelhaAtige 
Otmune und Conseientz». Geiler. Hdll. Len, 
C 1 *. — (Dein Qewitine strafft diah>. Id., 
BrSa. 1, 7 K Etc. 

GewoB, adj., gewShnt. ~ *. . . nmbeewelre- 



Eine Fran <wae sin oewm«> dass ihr Mann 
ihr immer etwas brachte. Uärlein, 13. — 
alleme gewerbe sol nns Jhesna namme sin ge- 
«0».. Terse. Briefb. — «Was dn gewon bu 
schelten bist, — d(L nit dasselb . . .> Brant, 
Cato, a, 6 ■. — Vor dem Trinken wische man 
den Hund ah, <. . . dann es gevon — ob 
disch ist, und ontji recht getbon>. Id., Thesm., 
b, B b, _ Die EaafleHte «sind gewoti zn h&n 
all rit — was man dür oder wolfeil git». Id., 
Koretns, a, b «. — <ÄUe heiren sind das gvxm 
— das sie ir oren meleken lon>. Mnmer, 
Schelm., o, 8 ». — »Wenn das were bi nns 
gewm . . ., das die wiber (in der Kirche) son- 
der ston . . -> Id., Genehm., c, 3 b. — .Eneas, 
als man war gewon, — liesc mit der tnunmen 
raffen schon*. Id., Tirg., C, 4 b. Etc — «In 
Dnsem landen kein grösserer misEbruoh gemm 
in dann baden*. Fries, 66 t>. — <ich war nit 
gemxM sn essen milch>. Ibid. 34 b. — •...das 
rOmisch volok wer gevxm den fiherwnnde&en 
nit nach eins andern erkantnnss, sonder nach 
sein selb* willen zu gebietten*. Bingm., C&sar, 
]& a. — iWaa geioon ist, acht man destmin- 
der>. Zell, e, 4 ■. — <Es ist nit gewon das 
man einander ansEblete. als liaffer die omb 
ein bleTnodt lanffen wollen». Capito, Treger, 



Sebwadems gewontt. Geiler, 8 Marien, 10 

— «Wenn sy gemeiner Speisz gaeonen . . ., 
so ist es gleich nm s; als am einen Esel der 
gneomet hat einen Pflng za ziehe», der ge- 
wonet es also das es jm nichts mer zn schaf- 
fen gibt». Id., Has im Pf., c, 4 >. - «Wann 
sie des süssen gtvoiun, so gond denn andere 
Werck heransz». Id., Sund. d. M. 68 b. Etc. 

— Wer Ritt«r werden will, moss znerst als 
SdiUdknappe dienen, «das er der hertikeit ge- 
tewi>. Srant, Horetos, a, 6 ■. — «Ich förcnt, 
de fwoH des falls zu ril, — das sie einmal 
blibt ligen 8tlU>. Hnmer, Nb. 31. Etc. — 



«Die löt in der hellen gemmttt der tfifti. als 
wir einander hie gewontn'. Fanli, 68. ~ 
«... wie die vogel auch des huiffbnteen 
gewonen'. Zell, V, 8 b. 

2. Eine Sache jinoont haben, an sie gewöhnt 
sein. — «Ich hab nit vil knnkeln nnd spinnen 
getoonet». Geiler, Geistl. Spinn., L, 3 ■. — «Ich 
hab es nit gevxmt also gantz mich mit Gott 
sn bekfimeren >. Id., HftB im Pf., b, 2 ». — 
•Swer ist recht thon, derB nit hat gtvxnd*. 
Brant, Nsch. 8. — Die Länse «der werm ge- 
wonet hant>. Hnmer, Nb. 118. 

Gewort, Bnf, Bepatation. — Ein VerUnm- 
der bat einem «gestohlen sein gnt Qewort, 
das da onder allen andern leiblichen GStem 
dieserWelt gar hoetlich ist». Geiler, Klapperm., 
B, 2». 

Gewarten, mit Worten aosdrücken. — «Das 
get über . . . alle verstentnisse nnd das man 
geteorUm oder gedenken mag». Tanler, 175 
(SIJ. 

Gewfilk, Gewölk. — «Der dnnst sich in 
dem gewükke arbeitet». Adelphns, Tfirlc, B, 
Ib. — Das Begenwasser wird -gesigen dorch 
das gewOick'. ^es, 44 >. 

GewUtfl, nentr., heitiger Lärm. — «Beokin 
Blähen oder deBglichen angewonlich geicüte 
machen». 1323. Urk. 2, 158. — Die Aos- 
sätzigen «sollent keinerley pfiffen, hfimen, 
tmmmennochandpniTiU« machen». Qntl.-Ordn, 
153. — Verboten Nachts anf den Strassen 

SiMofiCe zfi machen», mit Schreien, etc. i486, 
and. o. Ordn., B. 8. 

Geceag. S. Getüg. 

GeElmber, neutr., was von Balken and 
Brettern gezimmert ist. Scherz, 649. 1. Ge- 
bäude. Bau. — «Demötekeit sol onser grünt 
sin, nnd minne sol nnser germbtr sin». Taoler, 
160 (29). — «Der gmnt do alles das gannmer 
des menschen leben . . . nf mnsz gebowen 
Bin». Ibid. 164 <29). — «So vil ist des wnnders 
an kleidem, an spisen, an getimmere: Ibid. 
809 (58). 

3. Gerast. — «Man machte ein hoch getwn- 
ber . . ., deroff fürte man des küniges brüder 
nnd zoch in nackend ns . , .» Härlein, 26. 

GeaSg. S. Guüg. 

Oexogenlich, anst&ndig. Scherz, 550. — 
Beichten «mit schönen nnd guogettUehen Wor- 
ten, das man verstan müge, was du sagist». 
Bihuh 19. 

Gezotter, anordentliches Gefolge. — Geiler, 
Selenp. 196 b. s. die Stelle s. v. 0€täm and 
das Wort nottem. — Mancher bedenkt nicht 
dass er sterben mnss, «das er mnsz dantzen 
an dem geotter — den westerwelder nnd den 
trotter». Brant, Nsch. 83 (das Bild ist dem 
Todtentanz entlehnt). Zamke, 430, der Strobel 
vorwirft es mit diesem Wort sich zo leicht 
gemacht za haben, indem er es durch «sprin- 
gen, tanzen» erklärt, macht es sich nicht 
minder leicht, wenn er sagt: «ywHer ist die 
Reihe der am Tanz hinter einander Treten- 
den». Er fuhrt selber folgende Stelle ans 
Uumers Narrenheschwömng an: «Treit man 
das heilig sacrament ... — So louff der 

Sriester nun allein . . ., — Do aber Juncker 
lans her zoeh, — Der heu ein gantzes KMr 



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146 



nooli». Diese Stelle, ao wie die zahlreichen 
Stelleu wo Geiler Bich des Aasdrocks tottem 
bedient, die indese Zarnke nicht gekannt zd 
haben scheint, hätten ihm beweisen können, dess 
der von ihm angegebene Sinn nicht der erste 
and richtige ist, sondern dass GetotUr im 
Gegenteil ein tin ordentliches, wie wir hente 
sagen, vtreottäU» Gefolge bedentet. 

Gezowe, neutr., Geräth, Werkzeug. — «Der 
mensche ist nüt denne ein guotce dorch das 
got würket». Tauler, 128 (26). — «Sist du ein 
armes geeöweUn dorch das er (Gott) würken 
will. £. Herswin, 9 Felsen, 6. 

0«zUe, Gezog. Gezeng Scherz, .^50. 1. 
Kentr., Gefolge, Zag. — 'Guüge, magnue samp- 
tUB». Herrad, 194. — «Ir gezodi hieben si do 
— Statische wider riten.. Gottfr. v. Str. 1, 
75, — iWa si zft riten mit ir getagt . . .• 
Ibid. 1, 2ö7. — lUsBziehen mit reisigem ge- 
tüge . . .• 1419. Eän , Änmerk. 808. - «Der 
bisehoff mit seim geteugt. Brant, Bisch. Wilh. 



Ibid. S84. S%. 

2. Neatr., Kriegezeng.— <Uit graben, moren, 
toxoen, woifen und getagt'. Kon, 375. Etc. 

3. Hase., Reitzeng, nee. Pferdedecke, Tleber- 
zng'. — (Der getiuc (eines Pferdes) waz aller 
sere rieh» Gottfr v. Str. 1, ß5, — «Swebesch 
guüge mit zügel und honbetschidel. Lederge- 
tüge. Dachen geeüg*. 14&1. S. Thom. Arch. 

4. Nentr., Jagd- und Fischer eiger&th. — Die 
Sohwertfeger isolent ouch vegen des jagere 
geäuc* (des Bischofs; lat. Text: venabula), 
lee Sladtr. Grand. 2, 87. — iWatten. garne, 
berner, kiirbe oder vitcheguogt . lö Jh. Alte 
Ordn., B, 13. — Fährt ein Fischer aus, «es si 
mit welre hande guog er welle ...» 14 Jh. 
Ibid. B. i:-i. — tDie ligenden geeoge (sollen) 
den ganden gaogen rumen und entwichen». 
L. c. — <Landgonde guOge'. 1449. Ibid. B. 
2. 'Ligende gesöge' sind Garne, die man an 
einem gewissen Ort festlegt; <gande», solche 
die den flnss hinauf gezogen werden; <land- 
gondet, solche die man, nicht in Nachen, son- 
dern vom Ufer ans zieht. 

6. Neatr., Handwerkszeug. — <. . . swae er 

Cgt* bedarf zft sime antwerke . . .» 1275. 
tsche Urk. 31. Aehnlich 1322. Urk. Ü, 
208. — Man fand «die figele und die seile 
und anders geeüges vil». Glos. hl. — «Heder 
mit iren senszen und mit irme getüge das dar- 
zn gehorte». Eon. 8^. 

6. Nentr., Gespann. — Jeder EnbervonSund- 
hofen hat das Recht in den Wald sn fahren 
«mit solchem guoge als er zft ackern führ». 
18 Jh. Weisth. 4, 1^4. 

7. Uasc., freier Zug. — «Wir sprechent 
OQoh von eim frigen getagt, das ein ieglich 
mau sol faren war er will». Marleuheim, 1338. 
Weiath. 1, 729. — Die Bauern vonBischwei- 
1er isullent iren frien getog^ haben». 1458. 
Hanauer, Constit. 837. ~~ ijinlich, Heims ' 
brnnn, 14 Jh Weiath. 4, 94. 

8 Appell. S. Zuo. 

Geziig«, maso., Zeuge. — «Er wil zh diaen 
dingen — Helfe und getOge brin|;en*. Gottfr. 
V. Str. 1, 250. — «Hie aüUent wir onoh gotz 



geiäge ein». Tauler, 74 (16). — «Die getttge, 
die ime sa helfent jehen . . .» BnJbch. 1M9. 
Weisth. 5, 883. — «Das wil ich mit geeügm 
bewisen». Eon- 423. Etc — 1329. ürk. 2, 
111. Btc. — «Zu einem Gericht gehören 
vier Fei'aonen, der judex, Richter, der reus, 
Schuldig, der accuaator, Verkläger, der testia, 
GeeüO'. Geiler, £v. mit TJsal. B*; Selenp. 
b h, Etc. — «Ich nim got zu einem getü- 
gen: Wimph., Mirand. 7. Etc. — «Zwei oder 
drei geteugem. Wurm, Baiaam. b, 1 ", 

GezUgnlHB, Zengniaa. — «üoeer geaügnine 
haut ir nüt genummen». Tauler, 116 (^. 
Etc. — «Kach der geteugnüst Galieni». Gend. 
68 a. — «Ich beger nit überflnsaige gesüg- 
nü»f. Zell, c, ^ B. _ «Zeig dn an das gegen* 
teil mit satter geteugnäst, ao werden wir der 
warheit statt geben.. Capito, Treger, F, 3«. 
Etc. — «Selig seindt die da erforschen seine 
geteugkiHUten'. Wnrm, Bai., h, 4 K 

Gezfing, neatr., lingna, Sprache. — «£> 
erfordert ein iedUch auiln^ nnd sprach iren 
eigenen lonff nnd fnrgang . . .• Übersetzer 
«der ein getüng durch das ander nszlegt»- 
Eingm-, Cäsar, 3 b. 

«Gezwinelin, gemini», Zwillinge. Herrad, 
199. 

Gibig. ergiebig, zum Geben bereit. — «Hau 
würt ZQ vil g^/ig, also daa man gibt do man 
nit geben soft, den Baben nnd Spillesten». 
Geiler, Seelenp. 182 b. — «... das sie davon 
reich werden and das die QGlten gOng seien». 
Ibid. 297 ». 

Gichtig, gihtig. eingeatändig. Scherz, 551. 

— Kuckständige Ziose, der ein Lehner tgihtigt 
iat. 1897. Eeg. A, 189. — «Es sol nyemaot 
den andern pfenden, ea aige denn umb giditig 
schuld». Bisehweiler, 1468. Hanauer, ConstiL 

Oichenheintz, Gickensch weiss, Sehimpf- 
namen um einen schlechten Menschen zu be- 
zeichnen. Tergl. Gnekis gadus, eitles dummes 
Zeug. — «Du must mir wol ein gickettheintt 
sein .... oder ein leariqaaok». Mumer, EÖn.'- 
V. Engl., 969. — «Wenn ichs (ich sie) narrei 
heisz, — Bohelme, gench und gickeruehwtin. . .> 
Murner, Genehm., J, 1 h. 

Giel, masc, Kehle, Rachen. Scherz, 5!il. — 
Tristan dem Drachen «dae sper zem ptele in- 
stach . . .> Der Drache stiess «uk sinem veigen 
gieU- ein Geschrei. Gottfr. v. Str. 1, 124, 136. 

— Ein Bär «wit uf Botet er ainen güi'. Alt- 
Bwert, 15. 

Gieese, fem., Rinne. — Er «leite si in die 
gießen, — Unde lie si hine Siezen». Gottfr. v. 
Str. 1,200. 

OieBBen, masc. Arm eines Flussea, natür- 
licher oder abgeleiteter Kanal, Scherz, 561. — 
An sehr vielen Orten, hez MSUgieaaen, 13 Jh. 
u. f. — Die atrassburger Gieseen, s. Gassen a. 
Häusern amen, 129. 

GiesBfass, mit einem Hahnen versehenes Ge- 
fäSE, nebst einemBeoken,das sich in denZimmem 
befand, zam Waschen der Hände, etc. — <Sn 
txiagieaafaM auf drigen beiuen». 1438. Inventar 
der Metza von Lichtenberg. — «Andre die bet- 
ten in irem Hub, und musa gante still umb sie 
sein, sie irret wann nur ein Wurm in eim 



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Holte naget od« nur du Giatfasi tropfti 
{Mler, BrOB. 1, 28 >>; 80 >. - <SeUg ist der 
Uensch der d&s Wasser (der Bene) hat in 
Beim GieMfatt: Qeüer, Narr. 808 d. — In 
einem Testament ans dem Jahre I4M (Prät 
AtoMt): «cwei möaehin Oiettfeut, der iit eins 
«elumesBig, das ander ist mit Eveien öna 
hftngendeni. — «Ein lischt, ein gieufau, ein 
beeken nnd ein hand^tvelt. Panli, 851, 

Oiflbn, begierige verlangen. — Eine Fian, 
statt ED arbeitwi, <so stnnd sie in dem hansc 
xa giffett .... — Als volt sie za dem dantze 
pfiffea>. J. Hnraer, b, S>. — «Wer recht 
thnt . . . dem geligt der HuDger der Selen, 
und anestet nit noch giffet nit nif die Sachen 
domit die Welt mnbgot». Geiler, Poet. 3, 
61 K — <Er bleibt ewiglich giffeti nnd hnng- 
rig.. Id. Selenp. löib; Passion. 73 b. - ,So 
dir das Hertz nach Gnt gaiffet*. Geiler, 7 
Seheiden, E. 1 b. 

Glffea, BDbBt, Begierde — <Wie vil sind 
deren die . . . ein Bollioh öiffm haben nach 
der gelBtliohen Speiss?* Geiler, Selenp. 16ö>>. 

— 'Als lang du noch ein Oiffm hast noch 
den schnöden Ergetzlichkeiten diser gegen- 
wfirtigen Zeit...» Ibid. 118b. Etc. 

Oin, fem., Gabe, Scheuhnng. Scherz, ÖSl. 

— Berthold von FfirBtenberg gibt einen Tbeil 
seiner Qnter «se rehter gift Bertholde dem 
schwer . . ,. 1277. S. Thom. Aick, Beg. A, 119 «. 

— (Ginre dem man dis reht lihet oder die gift 

fit, sol von der lihnnge oder von der gift 
ebein reht haben». 1S7S. Bist de 8. Thom. 
836. — «... das ich die gift getan habe als 
dovor geschriben Btat>. 181ö. Briefb., B. 1, fo . 
10 «. — «Die vorgenante gift .... stete zfi 
habende , . . .> Nie. v. Lanfen. GottCBfr. 47. 

— Einem Kloster geschenkte Güter «in selge* 
retea oder in gifte» wisei. Eon., Beil. d7S. — 
(Ret nit Helen off Paris gift — ein antwurt 
geben in gwchrifft . . .> Brant, Nsch. 34. 

Oiftbrief, SohenknngBnrkniide. — 'Güter 
and gelt die in dem fft/ffrrw/e geschriben stont.» 
1380. Gottesbaas der Sehsselsheim. 

«Qihei caama>, Herrad, 179. Gewöhnlicher 
Gehet, Scherz, öOl, aestns. Nach Schmeller, 1, 
lOSO: trockner Dampf oder Nebel im Sommer. 

cOlkkelvech, opus polymitnm». 'Qikkelvech- 
«x*.. Herrad, 18i. 189, SchmeUer, 1, 701: 
»Oäelvech, mDltieolor>. 

6U, maso., Bettel. — «All weit die rieht 
sich jets nff ml— nnd will mit bättlen neren 
Bich». Brant, Nsch. 61. — «All weit die rieht 
flieh off den gä, — das jederman jeti bellen 
will». Mamer, Nb. 8% 

Oilei, betteln. Scherz, 606, S. snoh geäen. 

— Einer «wil mttssig gon nnd gäen». 11 Jb. 
ms. — *Wann ein främder bettler . . . lenger 
hier giiet* als erlanbt ist . . . 1478. Alte Ordn. 
B. 8Ö. Etc. — Die Höncbe gehen «heischen, 
«lim, fordern. . .1 Hnruer, Nb. tJ7. — «Des 
neisohens,atI«n«iBtkeinendi.Munier, Geachm., 
h, 4 b. 

Giler, Bettier. Scherz. 606. — «Wo es eich 
erfände das die gjfier jemans kinde leben...» 
16 JIl Alte Ordn., B. ^8. — -Anne Triererin, 
eine gHerint, wird ausgewiesen. 1356. Heim]. 
Bnch, f> 10. Etc. I 



Oilge, Lilie. Scherz, 5ö3; ward ohne Zwei- 
fel, wie heute noch, Ji^e ansgeBprocben. — 
«Da rosenbiat, da pd^MMot». Gottfr. v. Str. 
a, 102. — Haria «ein güge der drivaltikeit». 
Gebete, 14 Jh. — «Pfenninge gemünsset mit 
den engela oder mit den gägen; 1398. Kön., 
Beil. 997. — «2 seh. 10 ^ amb blo syden dftck 
zA den ffägen die nff den lettenerdüdhem 
Btont». 141ä. S. Thom. Fab. — «Maria, ein 
edele güg: GebeU, 16 Jh. — Straaeb. Hans- 
namen, 1801: «cor gägof, mehrere; «znr 
roten güie»'. 1466. — «Sie tmg ein gägett- 
iteugdt. Altswert, 34. — «Er (der anfersUD- 
dene Christas) ist mitten ander inen (den Jüng- 
ern) gestanden als ein schSne Bob ander den 
ffi^ren in eim Acker». Geiler, Post H, 10 ■; 
8, 88». Brös. 2, II». Narr. 86 «. Ete, — 
Haria, ein tgilg in dornen minnekliob». Brant, 
Verbnm bonom. D. Ged. 31. — «Die gi^m 
des feldes». Adelpbns, Passion, T, b >. — «Em 
schöne blam, ein gügen'. Pauli, 374. — «Blow 
gUgm'. BnuiBchw., Dist. 39 >. Etc. 

GoU, 4Sil: «Lilinm. GOffe: 

Glllen, gellen, scbreieu, — Ein Zorniger 
«raffet nnd giäet als ob er ieman slahen oder 
stechen welle». Tanler. 881 (66). 

Glm, gemma, Ffropfreie. — «So man pAan- 
tzen wil, so hanwet man ein Zweig, heisset 
in etlichen Landen ein Gim, von einem guten 
Baom, nnd spaltet man den Stock der vor ab- 
gesegt ist nnd stosst das Zweig darin und 
bindt man Hiess nnd Let darüber». Geiler, 
Arb. hnm. 38 b. 

Gimpelmarkt. Vergl. Orawdnarkt, Oräm- 
pelmarkt, Bathsmandat i486. Hand. n. Ordn., 
B, 2. — «Der Qümpänuircit darauf man feil 
hat alt Lampen nnd alt Hader». Geiler, Pred. 
a. L. 46 ■. — «Ein CHmpdmarckt ist zd Strass- 
bnrg». Id., Brös. 1, 83 b. — ün^elehrte 
Aerzte, die sich «mit dem nammen eins doc- 
tors off dem gimpebnarekt verkonffen». Hamer, 
Garac, 419. 

Oinen, gähnen, den Hand aufsperren vor 
Verlangen nach etwas. Scherz, 558. — «Uit 
allen ansern Binnen .... and ginender beger- 
nnge». Tanler, 138 l36). — «Dlse verkerten 
menseben ginmt also obe sü mit dem winde 
wenent geleitet werden». Ibid. 164 (30). — 
Ein Ennd, dem man Fleisch zuwirft, «lüget 
obe man ime me welle gen and gittet ; also 
tdnt die gritigen mecBchen ; wievü den got 
gutes dat. so benüget bü nüt, sii gintnt alle- 
wegent noch me gtltes». Heinr. v, OfFenb. — 
«Schweigen und ginen, dem BorafFen zasehen, 
Ginaff, samel dein Hertz». Geiler, Narr. 181 b. 
«Das er den gantzen tag off gietit, — als 
er fliegen vohen weit». Brant, Nach. 76. 
«...BO man dem roraifen eugient' Ibid. 87. 
«Er gira und gafft here und euch wider, 
ond schlecht sin engen eben nider — wie 
der hundza der metzigstat». M.arner. Nb. 44. 
— «Was gedaehtesta, da da mit gintndtm 
mund . . . mich mit verwundero ansähest ?» 
WlmpL, Synod. 9 b, — Ein Bauer stand vor 
seinem Herrn mit aufgesperrtem Mnnd; der 
Herr fragt: «wie ginatu also? du hast es 
doch vor nie gethon?» Panli, 398. — «Welche 
ding, als ere and gnt, zu veischlncken . . . ., 



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i4d ^ 



tie stetig:« ii gitKitdm soUnnd alf(lnu*> Adel- 
phne, BhodlH, H, 4 •. , 

Gllner, CHnre, dat. Oimme, jcHer. SeheiE, 
6&B. — tOinre dem hibd die relit libet . . .> 
1379. Eist, de S. Thom., 326. — (Wiltii daa 
dicb got beguode in ^'ntb velte oder in diire ?■ 
K3n. 389. — < . . . vil tneent stunt ist dh 
bue in ^mer weite». Pred. Ingolts. Btc. — 
Kin Menscli legt siab BnBBübtmgen auf, ein 
Anderer will Bie nkch&hmen, <da möhte es 
gar wol besohelieD, »Ise gbt bq gymme menschen 
vorent, das sS dlseme alse Bchedelieb der- 
gegene verent*. Nie. v. Basel, Taal. Bek. 11. 

— «Etteliebe 13te wellent dis und daB tOn, 
nnd wellent dis und gins losseui. B. Her«- 
vln, ma. 

Oippe, fem., das franz. jnpe, Kittel, Rock, 
bes. der Krmeren Lente. Schere, 663. S. ancb 
Juppe. ~ Sigelin von Hülntieim <Btach in 
einen de bet ein gippe ani. 1382. Eon-, An- 
merk. 790. — «Zur gippm*. Strassb. Hans- 
name, 1400. — •Kerne ein grosser herre zd 
dir . . . nnd bette ein sobenzeltn, ein giptin, 
angeleit . . .» Nie. v. Strassb. 2e2, — Der 
Oerecbte «siebt den Tod an als ein TTssEieher 
einer zerrisBenen Oiwen*. Geiler, Arb. hom. 
138 *. — iZeitliobe tlüter, die geben uns oit 
me denn ein alt cerschlisBen Eer oder Gipptn'. 
Id., Selenp. im ». ~ Bei der Verkläinng 
Christi «hat berfürges lochen der rot Sammet 
oder Pnrpnr der Gotheit nse dem Zwilchen 
Schantz oder QUppm der Menscheit». Id., 
Post. 2, 109 *>. _ .Die baren went kein 
gymen me>. Brant, Nach. 79. 

Dasypodias: Jüppe, lineatDnica>- 

Glr, plur. Giren, Geier. — Man fSngt 
*0Mwn mit abgezogenen EatzeD>. Geiler, Narr. 
184 •.— •... wie za den keibe n der gyr 
nacht». Brant, Epigr. Zarncke, XXXTTT. 

6irlen, nnmhig begehren, eich heftig sehneD. 

— «Wer disen duTBt (nach Gott) rebte bestot, 
der qnelet nnd girlet gar vil me noch götte- 
licher minnen». H. Merswin, ms. 

Girren, etridere. Vergl. kirren. — •Wiltn 
das dein thür nit girren, — so Boltn sie wol 
vor beachmierent. Hnrner, Schelm, f, 1 b. 

Oirstin, ron Gerste. — iWenesta das ich 
disz rnche giriHne brot möge essen?» Hugo 
V. Ehenh. 

OishUbel. Oeishübel, Oeiabüht, HQgel wo 
Geisen weiden. -- *An dem gishübel», an 7 
Orten, 14 Jh. n. f. — Der Gühübd bei Soher- 
weiler, 1318, 1389, ist 1819 Geiabü/id genannt. 

Git, Geiz, Habsucht. S. auch Geit. — «Die 
vätter unser zit, — dammb das sie verbleut 
der giti, nehmen für ihre Kinder aehleohte 
Lehrer. Brant, Nsch. 9. — <Der git tritt 
manchen ttber see». Ibid. 86. — «... das 
du nit Bamlest hie mit gut: Brant. Facetns, 
A, 3 ■. — lUfT erden ist kein malsterschafft 

— die mft^'l me si bebafft — dann die knnst 
der arzenir. Munter, Nb. 101. — < ... ist es 
aber nsz geit geschehen, das dadurch reiohtum 
erfisohet werde». Id., Gayac, 401. — «Der 
pfaffeu geil nnd wuchere! — die hon die ding 
erstifftet frei». Id., Lnth. Narr, 146. — Kirchen- 
gnt rauben, - "ist das nit ein gidt, — bo kan 
icbs nit erkennen». Id., Ueas. X i ^> 



Gttig, habeflohtlg, ffeicig. Sehen, 66«. S. 
aueh gtiüig. — «Wie rieh ein herre ist, bbä 
ist er böae nnd gitig. so bittet man in wa- 
gerne, wanne die gitigen gent nieman nfit*. 
Eis. Fred. I, 242. — «Jede fraw (die gefront 
hat) soll nemmen jr hfiUen vol komea; ist 
aber deiceine A-aw so gittig, daz sie so vü 
nimmet, daz die hfille briohet ehe sie knaibt 
zt hBBE, aie sol ez besaem mit 30 soh.* Sand- 
hofen, Ib Jh. Weiet., 4, 164. - «Ben nammen 
eins gütigen Mch». Braut. Cato, e, 8 k. — 
« . . . do fing man an ouoh gittig sin, — dfr 
stund onch uff : wer min das din>. Id., 
Nach. 80. — «Wen Bchon die pfaffen . . . §itif 
weren». Mumer, Hess, E, I t>. £tc. 

OKikeit, Babsnoht. Scherz, 664. S. »aek 
Geit. — «Ich hau gesfindet ... mit giUltmt, 
mit zome . . .» Blbteb. tt. — «Hoohfart wai. 
gilHeit und nntrnwe . . .» Eis. Fred. 1, ltt& 
-^ tGeitiieit, aller sünd ein wartz*. Ouldin 
Spil, 58. - «Der gittheit laster». Braut, Okto, 
b, 1 t>. — «UsE gittikeü als (alles) laMer 
knaU. Id., Nsch. 91. — •Oeitikeit: Unmer, 
Dlensp. 134. 

Qittea, Jett«n, jäten, — Er «beeoidel nn 
böme nnd giftet ein kmt db>. Tauler, 86 {IS). 

— « , , . das Bol man alles abehowen und Ell- 
mole Mietten*. Ibid. 86 (18). - «Solls man 
daz nnkrut (in den geiatliiMien Orden) «tjeUett, 
flo miiste man vil arbeit haben». Nie. v. 
Basel, 294. 

OUnime, fem,, Spalte, Hohlweg. Sehen, 66^ 
Anderswo: Klam. — «Uf die glamme, bi der 
Rammen', häufiger Feldname, 18 Jh. u. £ 

— i£r trug es in eins feUens glam: Alt>> 
wert, 18, 

Glan, mase. Engl., glen, Thal (?). Sohmeller, 
1,974 hat: die Oian, als Name einiger kleine 
FluBBS in Baiem, eine GUm, im bair. Rbeii- 
kreiB (?). — «An dem plan», Eohatzenheim, 
16 Jh. 

Glantz, mit dem nicht mehr üblichen plnr. 
Okntee. — Ich träumte «wie das ich eäae als« 
gar Echöne frowe sehe, das ich die sehSneE 

Slentre die von ir gingent in minen ougen 
ume erliden möhte». R. Uerswin, bu. 

Glantze, Lange. Scherz, 6M. — Biseböfa, 
die yaenhüt und gkmtrm getragen hab»>. 
Wimnh., Syn. 6 •>. 

OlKsin. S. gletiH. 

Glast, mase.. Glanz, plnr. Gleite. Sehere, 
604. — <Yon sime helme gieng ein gtattt. 
Gottfr. V. Str. 1, 180. — Ihre Augen «haut 
mir in daz herze min — Ir gleite dieke ge> 
sant». Ibid. 1, 236. — «Dnder diaen dinges 
kam Torgonde ein eohöne liebt und glaet . . . 
DiB ist der glast der alle lieht bet besehafien». 
Kon. 606. ~ «Sit ich den oiost hau ge- 
sehen, ., ,» Altswert, 106. — «Dersfcwt» der 
SoQDS. Tanler, ISb (26). — «Die reben hast 
die eigensehaft daz ait wahsent gegen ätm 
glatt der aunnen». Oswald, — «Vss des Hem 
Angesicht ging ein GUut, welotier Glatt maobi 
das Bie in entsoasen». Geiler, Post. 3, 18 a. 
Dise Feifelterliu fliegen gem_ 



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«lMf>. Brut, NwL 8a — Weia «U gitut 
4u «nüits*. Id, Thesn., b, 3 b. — .la dem 
aohein und jria*t . . . von der sonaen glanU*. 
Adelphna, Fio. 148 •>. — «Verbieadet daroh 
4m gbi»t des ifoldwi, Adelphan, Paasion, T,tK 

— «ümb mitUniMtit . . . etaabem im (C&but] 
«in ^ast vie ein fSer». Ringn.. Cäsu, 118 «. 

OlMtm. ^l&nsen. — <So die lint fiatUt 
snd widenoÜeinet . . ■• Qarad. H: 

OUn, gänalich, abfolat — (Der lien seinen 
jflBgeni den weltliehen gewaltotatt kbgeseU«- 
Ken hat*. Zell, p. i •. — «Die loreli. wie 
beirert ist, glatt nlohta ed gebiet« bat*. C»- 
;pito, Treeer, 0, S b, 

Gtfttceht, kahl. - Kin Oreia btt eine 
tffUÜMeht itirnt. Brant, Nsdi. 28.— «Die kj&d 
wordeul von beren gdöt, — die gbUfM schal- 
ten den prophet'. Ibid. 44. 

Olaobenbrfichig, den Olanben brechend, 
Tom Glauben abbUand. — Denen die tglau- 
ttmhnidHf werden», boU man aneh keinen 
•Ginnben balten, Mamer, Adel. K, 8 *. 

Öhnren, Glnreji, die Angen verdrehen. 

— lEr giaurtt mit den Angen über Bieh>. 
■Geiler, Bv. mit üssl. 191 «. — <fir glurM mit 
den Augen ob licb und sieht den Himmel 
«n>. Id., PoBt. 4, 38 t>. 

Glefe, Bleve. Sohere, 566. 1. Laiue. Spiees. 
Heiat fem., leiten mase. — «Po kom ae des 
bieohoveB here einre mit eior gUven gerantk. 
<?loB. 88. — <In der Bnlit BoboB im Pensania 
noeh eine gl^en in den nieken>. Kön. 804. 

— *Do Bleokete er eine jflefe für das hus mit 
«ime hfite». Ibid. 828. — «Donooh brabte 
mnn fier scharpfe gUfm nnd satsete im eine 
Tomen an sin heree nnd die ander an den 
Tuaken . . .* UttrleU, 26. - Der Stall des 
Dioghofe von Eohfrankenheim soll weit genug 
«aiH dasB der Togt iBieh uf einem pferde mit 
«iner fievm 14 Behob weit omb und onb ge- 
wenden kan>. 1& Jb. Weieth. 1, 743. — «Der 
Bauer der nimt es offentüob, der Sobreiber 
ttidmlieb ; der Butter mit der Olattn, der 
£ehreiber mit der Federn». Qeiler, Nan. 168 K 

9. Lancenieitar. — «Der rehte buffe {des 
Seera) . . . uf zwei tneent gl^en*. Eon. 688. 
— ' Die Sobwefaer «eralAgent des hersogen 
Tolkee anderbalp hundert gl^e» und 600 flkj- 
«enger». Ibid. Saa — 1401 bedurfte Strasa- 
knrg«vi|gelt8, von der awantsig of^^M wegen* 
die man König Bopreolit mitgab, um «Über 
iierg zb farendei. Beg. £. 

Glefen. S. Attgl^tmt. 

Glefeoier, Lanienrelter. Sehers, 566. -^ 
-«YinM diota eft dem gl^mtr>. Krgenheim, 
1484. 

GMfe«, klaOen, — ^ lOleleh als onb einen 
4er ein Eiasen . . . hat der da flrfM. ao ser- 
ntoHt man Krut oder Blunen, und nacht ein 
FlMler daruBS nnd legt es im darSher», Gei- 
ler, fir&s. 9, 64 K 

4er QI«iAen thnn, aieb den Anschein geben. 

— «Da erkennet Gatt wol, do thnat abü ge- 

Sn G«lt Mit dtr mHA m das dn In kennest». 
lUer, Has im Pf.. B, 6 *. 
CUsicUg, gelenkig, -r- «Da w^TSt nimmer 
kein gnter Fechter, wann dit nit , . . bering 
«nd nit fMcAv ^*»- ^«i^V, Bri». 1, 13 *. 



Gleiclunanc Nachahmung, HencheleL 8. 
QeUehmng. — «Wenn dem menschen die wac- 
heit abget, so nempt et sich an einer pl^c&sa- 
nun; nnd einer falschen heilikeit». OntdiB 
Spil, 8. 

Glencfcer (?). — «Welcher ältgeweader 
froweanndenQak madien wil von gimtditm, 
der Bol nnden umb aecbsthald elea wit sin*. 
15 Jh. Alte Ordn. B. 18. 

Glane, Lanze, Spiess. Nach Ben. I, 647, zu< 
sammengeaogen ans Glevene. «Sarissa (langer 
Spiea«} ein gtän^. Gol, 233. — Die Stadt Strass- 
bnrg soll «fünf mit glene» ein gants jor» für 
den Hnssitenkrieg nnterhalteo. UBS. God^ 
dipl. S. Thom. — «Nach diser red sackt er 
geeobwind sein gUneit (hasta) gegen seinen 
find». Uurner, Virg., K, 6 t>, — .Da atnndeots 
mit den langen ^JeMN, — und theten sich an 
die schilt leneu». Ibid., d, 8 ■. — «Da aehosE 
er in zu rucke noch gknen . . .> Ibid., L 1 K 
Etc. — Den Johannitern zu Bhodia er- 
schien «eine schöne iunokfraw, ein schilt und 
gUen haltende». AdalpbuB, Tfiik., F. 8^ 

Glents, Fiähling. — «Summer, Winter, 
Herbst und OkuU, das aint die fflten des 
Jora». Geiler, Bllg. 174 b, — ^)ie dritt Eiloh- 
weih . . . die was in dem (7iMU, in dem 
Hertzen». Id., Sv. mit TJsal. 67 ». — «Diae 
geistliche Plantierun^ sol geschehn in dem 



glentt herfKhrer atioht». Harne r, Virg., F, 2 •. 
— Hippoorates sagt «das der ofentc und herbst 
gesohiokte seitten seind, za ömiBa (Aderlassen) 
und arlznei sa entpfahen». Id , Oayae, 446. 

Oemma: «Ver, daa gfaUf oder der may& 
est onnm de t^n^nor temporibo« anni, qnod 
incipit in martio». — Dasypodina : fDar Gläntt 
oder Frflhling.. — GoU. 3»: .Ver, Früling, 

Gleain. von Glas. — «Ein oImwi vingerlin«. 
Gottft. V. Str. 1, 231. — «Alles das geachirre 
das zfim alter höret Bolte gteiin sin». Glos. 
17. Eon. 618. Btc. — «Ein glwm latzem>. 
1499. Inventar des Ludw. v. Odratzheim. — 
Tor deinen Feinden beacbiimt dich nichts «dan 
ein ^Issin wand, das iat dein Leib», und der 
ist noch «blilder und krenoker den ein Glase». 
Geiler, Narr. 74 b, — .Bin oldtiN kolben«. 
Gersd. 27 ■. — <OI«s*n heim mit langen rören, 
ganaat alembick». Bmnachw., Dist., 8 *, — 
Es war ein Wahnsiiuiser, des «bildet im in 
er het gbmn fSsz». Fries, fiSb. ~ ,Wir tra- 
gen ein groaeen achats io einem gUttam ge- 
Bcbir*. Pauli, 141. 

Gleatlg, gliniend. — *Ire antlic werent 
also gar^Iesfi^ luhtende sekBne ansEftsehende». 
Nie. V. Basel, WS. -^ «Das der L;b also gUrtig 
iat worden als die Sonn». Geiler, Post. 3, 29 s. 
<Daa iat der weiss gUttig Flachs der da 
ganta fein, glatt und a|^ ist». Id., Qeistl. 
Spinn., L, 8 *. Etc. 

Glett, Bleisahlacken, litha^e. 1322. Urk, 
2, 319. — 16 Jh., Kaufliaqe-OrdB. -^ tGktt, 
lithamTun)'- Gewd. 82 s 

Gliehnis«, Ahnliohkeit — Wen« einer das 
Bild eines Heiligeit malen lä^sl, iSo most 
(es) Bins yaters flictofls« 1^^; ist es e^ne 



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IM 



Heilige, <bo miuE siur froveu gUdmOu drJti>. 
Hurner, Nb. 313. — GoU ht,t unsere Seelan- 
kiftfte «EU Beiner ofekAtiA« geformireti. Id., 
Bwl., F, 8 b. 

fllichsen. S. dOuAen. 

OllctaMiier. S. QeUtAaer. 

Glidraosa. Beneoke, 2. 208, hat Gtüdaitäu 
im gewöhnlichen Sinn, die einzalDen Olieder 
des menscUiohen I/eibs. In folgender Stelle 
ist der AnsdrDok mehi w6rttjch genommen 
för Haas, Proportion der Glieder; Ea ist «nit 
lieblichere es Bchanen wan des menBchen 
leib von rechter glidtmut und proportjon ge- 
macht». FrieB, 38 b. 

Olimpf. S. GOimph. 

Olimpfen. 8. Oütmpfm. 

Glintz, Glanz. — «An dem fflintf, an dem 
tIeingliHU >.BaIbrDnn,BeTgbiatenheim,lSJh.n.f. 

Ollsen, gliflsen, glitsen, gleisen, glänr.en, 
schimmern; engl, to glister, to glitter. Scherz, 
667, 658, — DftE Gold «ist so gepallieret nnd 
glisset, dae man von sfner klorheit es käme 
mag angcBehen». Taaler, 286 (46). — «Fliegen 
in der snnnen gliatnti. Altswert, 71, — <I)q 
siebet das sein Eleid weder glittt noch wnst 
ist». Geiler, Schiff der Pen. 30 b — «... so 
mnsB der EacbengrSdel . . . GeBchirr reihen, 
Kessel und Schnsseln, es mnsB als gliUen». 
Id., Bröa. 2, SO *. — <S. Thomas liat sie 
(die Schellen) gagerwet nnd >;cfe)let das sie 
gUttm'. Id., I^rr. 4R'*>. — .Es ist fürwar 
nit alles golt das an dem sattel ettwan 
ylü<t.* Brant, Nseh. 72. — Ein Trinker 'gliaet 
in Bim angesicht, — glich als vor tag ein 
Bchmidtknccht sieht». Ibid. 7r). — <Wer nit 
mit hertz iBt trüwer frnnd, — snnder mit 
glisMvx>rt dir erachint . . . > Brant, Cato, a, 6 b. 
_ Sie «meinten, was do glitten tet, — es wer 
als gold on wi4eFred>. Mamer, Nb. 314. — 
1 . , . edelgstein, die do schinen und onch 
gUUtM*. Ibid. 113. — Gott will die Menschen 
reinigen, «das sie gUUUti wie die snnn>. 
Hnmer, Bad., A, 8 ». — «Von gold die schönen 
tfioher gUtKn: Id , Virg., C, %K — .Man 
findt jetz meiaCer die dich leren, — wie dn 
din Wörter nmb aolt keren — achliffend glat, 
nnd glittend gerben>. Id., Sohelm., e, 3 K 
— «So könnent sie die werter ferben, — ein 
dütechen text gantz fflittmd gerben>. Id., Nb. 
98. Etc. 

Gliaaener, Gleissner, Henohler. Vergl. 6e- 
Ueheaer. — «Der gUaaeiter, der do frogete noch 
dem grÖBten gebot . . . > Heinr. v. Offenb. 

fllltBchen, ansgleiton. — <Zn irer seit solle 
ire fnsE glätachtn*. (Deat 89, .%.) Ziegler, 
Bfichlin, F, 8 b. 

Glitz, Glanz, Schimmer, bes. des polirten 
Hetalls. — «Ist aber ... das Kupfer der Laster 
verborgen nnder dem CHitt der guten Gestalt, 
so sticht es doch binden nach herf3r>. Geiler, 
Selenp. 327 b. — «Sie aetzent ire Saoh nff 
den GUU: Geiler, Poet. 3. 37 ■: 7 Scheiden, 
1.6b. 

Glitzen. S. OUmh. 

GlitEig, glänzend, schimmernd. — «Ein 
losti^ Schwert gat nit ala gern nes der Seheid 
klB ein gUUiga*. Geiler, Arb. bnm. 66 *. 

Glockeaspelain, von Glookenapeiae oder 



Erz gemacht Ben. 8, 8, 611. — «Vier «ris« 
oderfIocil:«n«f)«MM«rosz>. Adelphns, Barb.5I a. 

Glorleren, gloriari, Bich rfihmen. — Der 
bBse GeiEl «will dich erbeben in Hoffkut, aia 
er hat ^thon dem Gleissner, der da glörürt 
nas seinem Verdienen». Geiler, Arb. hnm. 
17eb; Emeia, 87 •; Narr. 14b. Etc. — «Pi- 
latns floriert, als noch vil merthnn». Bliadenf., 
C, 3 b. -^ «Ich weiez wol das ty ;etct groas 
gloTj/ierm: Bntzer, Weisa., i, 8 *■. 

Glorierlich, rühmlich, ehrenvoll. — «Sie 
wnrt glimerKdt fnr den Knnig getragene 0«i- 
1er. Arb. hnm. 180 b. 

Glasleren, anslegen, deuteln, anbtilisiereB. 
— Glöulin, dim., subtile Dentnng. — leh 
sollte «ettlich ding etwas gtoeieren'. Brant, 
Nach. 101. — «...der Ke:ebrift ein nasen 
machen, — glotieren anch zn allen saehen>. 
Hnrner, Nb. 9. — < . . , nnd künts gtotierat 
alles fin>. Ibid. 30. — «Das sie kein Sachen 
(Prozesse) nit verlieren, — das komt als sanC 
von dem gUmeren» Ibid. 99. — Er «gloobt 
was im das wib glotier%t. Ibid. 8.1. — «Dan 
fahenta an glotieren schon, — wie man ir reden 
sei verstoni. Hnmer, Schelm., i. ib. — 3j« 
•weiten sich mit vil posieren nszreden . . , > 
Id., 4 Setzer, L, 8 ■. ~ Sie wollen «alled eine 
gllder beschreiben, — es müsst keins m^fa- 
«iert bleiben». Id., Lnth. Narr, 19. — Eine 
WecbselhankerTichteniBt.nachMnrner.Wuoher 
unter einem andern Namen, ea ist «ein ^IömUh, 
ein nnwer ranck». Nb. 196. 

Glotter ecbt, weit anfgesperrt (von den 
Angeu). — «Als die Angeu der Hdbs oder der 
Hatten die nnder der Fallen lit gross und 
glotterecht aeind». Geiler, Post 8. 4! ». 

Olottem. ]. Die Angen anfaperren, grosse 
Angen machen. — «Er glottert mit den Aqgen 
nnd sperrt sie eben nC als ein Dieb am Qal- 

gm». Geiler, 8 Marien, filb ; Post. 4. 38 a. — 
a wo Geiler Eich entschnldigt, dase er Sber 
Brants Narrenscfaiff predigt, sagt er : deh 
weiss aber wol wer die aeind die es verkaren, 
es seind die die gtottem und sich berümen: 
ja ich predig nit aus tütscben Bttohem als 
der nnd der». Narr. 13 b. 

3. Ein Fell das nicht hinreichend gegerbt 
ist 'glottert noch, es tat noch FIeJBchi. Geiler, 
Has im Pf., C, 6 a. — Ist glattem hier von 
dem widerlichen Aussehen eines solchen VeSlt 
zu veratehn ? 

Olotsecht, glotzig, sder blickend. — «In 
leiblicher Bewegung wiratn in Beben nit mit 
einem ausgestreckten Hals, nit mit den Angen 
wincken oder gMgechteH Augen ...» Geiler, 
Schiff der Pen, 30 b. 

Gltickhaft. glDckhaftig. 1. GlSck bringend. 
Die Spieler meinen «es tey ein stat, al» 
hausz, ein würffei, ein zeyt glMdioffter dann 
die ander». Onldin Spil, 64. — • . . die {Mdb- 
hinfftigen (günstigen) winde». Momer, Virg., 
H, 1 >. — Aeneas kam «eu den gUiciitaffU^ 
wilden des ElfBiomB». Ibid., T. 6 K 

8. Gluck habend, fortnnatua. — «Eelnlebut 

uff erd Bo glOckhoM, -^ so selig als ritter- 

schaffl:». Brant, Uoretus, b, 4 b. — «Kein 

mensch mag werden also vol (reich), — daa 

sein Teiohtnm dfig so wol, — wa «r nit 



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ist glüekhafftig (fortnnatiiB) d&nut, — er werd 
bkld arm in kartier Eit>. Id., Fkcetas, A, 
lt.. — iDie Römer hatten ein haoptman, der 
wu gantE gl'aekhe^fftig*. Faali. 801$. 

GIBcfcsal, Glüok. SelteneB Wort — • GliUktal 
der sergenglieheit ein Eeicben ist . . .> Braat, 
Kich. 26. 

GlBcidig. S. QUtgtwUg. 

Glate, Klipp«. — Im Heer sind «gsr vil 
EorelicbcT Ort, Flnben, Glufm nnd Vslsen». 
Geiler, Schiff der Pen. 4 ■. 

Glfigen, gllljeii, glühen. Schere, 56S. — 
<Die kraft des fürea gat in den stein, (' 
er rehte glügende win>. Nie. v. Str. 396. 
Man mag «vergvldet BÜber glügm nnd in hier 
oder in harne löBchen'. 1863, I99D. OaUcbm.- 
Ordn. 7. — 'Es igt not das ä^i 'Kühn giiegt' . 
Geiler, 8 Uarien. 16 K (Sprich: glieje.) 

eiflgendlg, gliiendig, glühend. — «Daniel 
nnd sine gesellen wnrdent gestosien in den 
glüg'endigen offen». Oswald. — <£in kolen 
^üätdtg sa behalten». BrtiDBchw., Dist. äti 
— «Ein glüendig und rotfar gotd>. Ädelphns, 
Fic. 138 b. 

Gliinkftn, tönen, länten. klirren. 8. anch 
Elonken. — Eine Glocke die man angezogen 
hat tönt noch fort wenn man anfbört za zie- 
hen; • Boll es aber ein Wil weren, dae man 
sie also losst gluncten, so vergot der Ton». 
GeUer, Bilg. m9t>. — .Da sie die Hend 
bemss zocb, da ^lunckelen ir die Bein fernen 
nnd was kein Fleisch daran». Id., Bros. 2, öl i>. 

Glonseii, glimmen. — «Wan das Hertz nit 
anders iat weder ein heisse Glnt, dann ligt 
die Liebe in dem Hertzen r.egltm»en*. Geiler, 
£v. mit üssl. 8ä b. — 'Die jnngen Menschen 
in denen die ünkenscbeit leit ewiglichen' zu 
gbmten als das Feor im Eissen leit verbor- 
gen». Id., Selenp. 20S « - Pfaffen nnd 
Uönche «die dort her kämmen wacklen nnd 
Bchnafen mit glunsenäen Ongen nnd Backen 
und geben einen Dampf von inen wie ein 
Btchofen». Id.. Bilg. 114 K — Christas will 
•das zerbrochen ror nit gar zerknisohen, noch 
das glüngend tocht anszlescben». Batzer. Nener., 
P, Ib. 

Gloren. schielen. — <HanB Bock, der ^- 
Ttnäe., 1974. Kön.. Anmerk. 802. 

Glnt, masc, Kohle. Beute bei nns nur iur 
brennende Kohle. — «Es mag mengelich . . . 
in den weiden glüU dingen nnd Ifouffen . . . 
vaz gi&U man fürte zfi verkonffende . . > 
1B66. OolBcbm -Zunft, 1. - «Also nam er einen 
bomenden glüt und warf den in sinen munt». 
Kön. 261. 

Glnte, fem., Art Wasser vogel.to tan ob glottis. 
nicht Glocke wie im Glossar zu Hegels Kon. 
1104. — Han soll verkaufen <ein glute zb 
4 -J». 1381. HeimL Bnch, f- 44. — 1436. 
Alte Ordn-, B. 1. — 146». Braoker. 230. 

GIGwlg. glühend. — «Ein kalter Eol so 
nsii den legt zn zweien gtüwigen Kolen, so 
m er liederlfeh (7) aD>. Geiler, Schiff der 
Pen. sab. 

Gnabem, gnappen, wanken, ansicher gebn. 
~ 'BwMz fliege, Biege nnd trabe, — krieche 
uid gmÄt*. soll Gott loben. Oottfr. t. Str. 
S, 106. — 4Dn hinckest nnd gnappest nff be- 



den Siten». Geiler, Bilg. 41 ■. — lOan ist 
das gnappen ir erloubt — mit dem are nnd 
mit dem honpt. — nnd mipt nnd gnapt die 
zart nnd rein». Hnmer, Nb. 143. — Sohlechte 
Weiber 'wellent zu der kirchen gen, — den 
gnipper mapptr triben schon». Ibid. S04. — 
Schmeichler «mässen vor dem tisch (des 
Herrn) ston gnippen gnappetx». Ibid. 188. — 
<DaB backen nnd gnappen, über nnd nnder 
sich sehen» (bei der Messe). Botzer, Neaer., 
iH, 4b. 

Gemma: «varicare, Bchrankelen, hinken, 
\gtiappen'. — Dasypodins: <vacillo, ich 
! schwanke, onoj^ mit den FSsaen». 

Gnade Grazie. — «Vor ir (Venns) standen 
drei nackende Töchtern, die bi essen drei 
QnatUn-. Geiler, Narr. 44 a. 

Gnaden, gratias agere. Dank sagen, Lebe- 
wohl sagen. Scherz, E)83. Ziemenn, 106. — 
■Wnn gnad dir got. zart baderin, — wenn 
aller nnflat ist dahin — und abgewaschen in 
I dem bad, — so zimpt sieh das ich dir genadt. 
I Hnmer, Bad,, P. 3 1". — «Domit, ir frommen 
Basler gmein, — sy üeh gaiadet grosz nnd 
klein». Id., Genehm. J. 4». — <Danimb ich 
ft-enndlicb dir genaäeni ijamqne vale). Id., 
7irg., G, 4 -. 

Gnelst. 3. Oatuaer. 

Gnippen. gnipfen, dasselbe wie gnappen, 
meist mit gnappen verbunden. — 'Bnck dieh 
da, gnipff da ... > Zell, v, 8 <>. 

Gocklisch (gankliBch). thSricht. - (Da ist 
göeüiteh Volck das mit Narren werek nmbgot». 
Geiler, Emeis, 3öt>. 

Goldstein, Probierstein. — Die h. Sehrift 
ist ider golditein an dem man ein yegklicben 
geist beweren mnsz». Capito, Treger, G, 4». 

• Goldtwnrtc.. afodiUns». Gered. SS ■. — 
Llliam martagon. Kirscht. 3, 171. 

GöUe. ? Gödeke maeht gleichfalls ein ? — 
•Wie sind ir als ein böser man ! — nf min 
giOen red ich das — nie kein man so gemlioh 
was». Hnmer, Nb. 91. 

GoUer. Iat. coUare, franz. Collier, Kragen. 
S. anch EöBer. — «Die Odler die die Praawen 
jetz tragen, das sol wol ston und tregt Nntx, 
wann sie decken inen die Hels nnd geben 
warm». Geiler, Brös. 1, 96 ». — <Dff der 
Gassen haben sie verdeckte GoOer an ) als- 
bald sie heim kommen, so werfen sie das 
hinweg und zeigen Iren Hals hin nnd Arm 
dem Knecht in dem Hns». Id., Ev, mit 
TTsel. 140 B. ~ .Dd eist wie man jetz die 
kleinen Eind, fQnf oder sebBJ&hrig motzt mit 
Scbleiem, Halshant, Qoäerti, mit aller Leicht- 
fertigkeit als weren sie XX Jar alt», Id , 
Emeis, Si '. ~ «Die fraw^n tragen samattin 
verbrämte goBer'. Pauli, 363. 

Golt, 360: «Amicolam. scapulare, OoOa". 

Oolter. Bettdecke. Schmeller, 1, 908. S. 
auch EuUer. — «Ir (Pfaffeni hond den goätef 
so hart von nns (Bauern) übergezogen, das 
wir schier erfroren seind». Dial . C, 4 ■. (Enre 
Habsncht bat one selbst das Bett nicht ge- 
lassen.) 

Oorgsen, gortieD, gurgeln. Bin Trunken- 
bold nnd Fresser <lasst wüste Eeuhsen nnd 
^or^set und kotzet». Geiler, Sünden d. H. 10 b. 



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— *WiT h&rea sit ntf esBen und trinoken, bis 
du wir et mit dem Finger greifen nnd nit 
me mögen oder gdrckaen*. Id , Selenp, 189 >. 

— Man masB trinken damit «nit die drooken- 
spia — ans ^ort««*) mach in schantlich wiB> 
(roetDS). Bi&ttt, Thesm , b, 3 t, 

CWtleriD, FrömmleTin. ~ 'Beginen and 
ander GBtlerin, die die P&terno»ter-Bingle an 
den Heben tragen*. Qeiler, Nair. 166 ■. — 
«Es eeint etliche Qotierm, Beginen nnd GleiBS- 
QeriD die allein dammb ed gont (znm Abend- 
mahl) daa sie sehent ander Lent zogon». Ibid., 
Silt'. — «Es was ein frawe, ein gOtkrin...' 
Paali, 99. 

Ootaecen, Aosnif der Yerwundening. — 
tGottegen, wie sint ir aber also nngeaaet!» 
Tanler, 40 (8). Etc. 

Gotsgab«. 8. Qotegabe. 

OStt«, fem. OötteL Fatbe. ~ <Den Lerem 
. . . nnd den Qötten and Vater and Hater mag 
kein Kind genngaam bedancken>. Oeiler, Et. 
mit U^sl. 195 ■. — 'Es geloben fnr nns unser 
Oiäen und Pfettern bis wir zn Vemonft kam- 
ment., Id.. Bilg. 128 '. — «Unser göUe bi dem 
tonf — lernent offt den narrenloof — die- 
selben kindli die sie heben». Homer. Nb. 16. 

— <0dHeI, Qmdfrau, TmifgötUi'. Id .ülensp.S. 
Goll. \i: «promater. QitU'. 
Gottespfennig, Dran^eld. • «Das er den 

ßottetpfennig dir nffgab, aU einer der etwanein 
Eanf that, der gibt ein Pfennig danif>. Oeiler, 
Et. mit TJsbI. 906 » ; Selenp., 190 '. 

Gotcfart, Wallfahrt Sehers, 569. — Papst 
Cletns «Terbannet die die pilgerin beronbent 
of der gottverU'. Kon., 607. 

Gotagobe, Gotagabe, Gottetgabe, bene- 
fieinm, Pfründe Säterz, 669. — Bin Legat 
«Terkonfte and Tergrempete goUgoben offen- 
liehen». ChiB., ÖO. — «Pfaffen, die gotsgdben 
hettent . . . > Ibid. 186. — Wir stiften «eine 
ewige priesterpffSade and gotegobt ...» Ein 
Priester «der kein ander pfrönde noch got*- 
foftehet». Oittl.-Ordn.,194.— •Pfründen, grosse 
gategtiben ...» Dia].. A. 9l>. 

Gotzhne, jede« Oott geweihte Haas. 1. 
Kirche. - iDer bisehof aot niemao das frone- 
ambaht üben, er enei danne des gesindes (de 
fomilia) «nes gotMhuM»*. ]«> Sta4tr. Grand., 
S, 44. — Gott will ans nirgends lieber «er- 
hören denne in dem goUhMe; Nie. t. Str., 
268. — Solleu die Frauen gebn «zft gotz- 
dienst sft gotehütem, so sind sy bald mdd». 
Goldin Spil, TS. 

3. Kloster. — «... die guter sins giAi- 
huMf (des Probsts von Olenberg). 1864. 
Wflistb., 4, 96. — <Daspot«ft)M> von Münster. 
1309. Als. dipl., 9, 168. - «Das gotehu» zfi 
S. Uorand». 1430. Weisth., 4, 39. 

8. BeginenhaoB. — «Vem Bargen gotehua*. 
1396. — 'Der goUhtu von Hohenlochi. 1800. 

— «Des SioksIinB gotthüten*. 1826. — «Der 
Bildin golfhut*. 1867. Etc. 

Gonch, Gftach, plar. Gench. Fem. Oeuehin. 

— GewAerei. — Geudtisch. 1. Knknk. Scherz, 
479. — «Ich hörte den gouA gnoken». Ji&t- 
lein, 18, — <Der ist gelich einem ooticA». 
Altswert, öS. — «Bf dem gotuAt, Feldname, 



an mehreren Orten, 18 Jh. o. f. — «Dar 
goudiberg*. Eienheim, 1876. KfittolBheim, 1479. 

— «Bin QautA leit seine Eier dem Grass- 
mfiökle in sein Nest». Geiler, Narr., 169 *. — 
«Wie Bol man sie versoböchen die OemAf 
loh sprich, mit der Hand>. Ibid., 169l>. — 
«Ee was ein nerrisch alt Weib, das meint sie 
soll noch XX Jar leben, wan der gwqywirt 
het ir XX mal im Wald gegockt». Ibid., 169 ■. 

— «Wir Prediger thant eben wie ein QitA- 
gcHKAt. Qeiler, Et. mit UbbI., 78 b. _ «Bin 
yoNcA singt gaokgnok dick nnd lang, — wie 
jeder vogel sin gesang*. Brant, Nsch., tö. 46. 

— «Welch im feld gaich fahen wellen. — die 
müssend gtuch za locken stellen». Hamer, 
Genehm., b, 4 ». — .Die predicanten habem 

fethon wie die geueh in den dörffem thnn, 
gackt ein aaueh einmal ...» Panli, 978. Etc. 
3, Thor, Narr. — «Es tut maniger «owet 
als überhöre ...» Gottfr. v. Str., ä. 117. — 
«... han ich tnmber goch so veriehen ...» 
Keimnar v. Hag., 8. — «Dovond seiod sie in 
irem Alter Odudi I liederliche, schlecht« Hsn* 
Bohen), lär und wan Ton aller Erberkeit». 
Geiler, Post., 9, 46 >. — «... der ist ein 
narr, ^ouch, esel, thor». Brant, Nseh., 77. — 
«... ich goueh und thor». Ibid., 68. — «Wem 
nit der gmeia nntz ist als werd als eigen 
nnts .... — den halt ich für ein nftrsoben 
gtmeht. Ibid., 18. — Ein Narr <was er sieht 
will er han onch, — das man merck das er 
ay ein goucht. Ibid., 36. — «... bi ansera 
ziten ... ist nffgestanden mancher goudt, — 
der vor ein bnrger, konfbian was, — will 
edel Bin ... • Ibid., 79. Etc. 

8. Yertiebter Narr, Bahler. — Venös sagt: 
•ich maoh ein ffoucA ose wem ich wiU. Brant. 
Nsoh., lü. — Fast aof jeder Seite der Qenoh- 
mat MnmerB ; «Er weisz wol wie die gaidtm 
singen». h,l '. — «Wer vU weisEvon^McAcry, 

— dem gibt man billJoh die eantdj». b, 4". 

— •Die wiber manchen peuthaehem troplbn — 
dermosz entblöszen nnd beropffbn . . . » h. 
8 t'. — «Ein geuiAin was in nnser statt, — 
die Bchedlichen gegnckethat». HnrnBr,Nb., 846. 

Ora, grau.. Scherz. dS4. ~ «Swan oude 
gT& . . .• Gottfr. V. Str., i, 161. — «Vor sor- 
gen mooht ich Bin worden gra'. Altswert, IL 
-—PersoneniiameD: <Onihd6«tMmatte>.We7erB- 
heim, 1984. — 'Orahdiet bonm*. NlTeratz- 
heim. 1329. 

Grftbeht, von Gräben durchzogen. — «Die 
grabthte matte». Engwellet, 1891. 

Grackeln, brachen, qoaoken wie die 
Frösche. — « — wenn die Frösche orocfabi». 
Geiler, Sünden des M., 3fi >. — Die Sehmeieh* 
1er «seind Frosch die kradce» allwegen und 
sitzen in dem Treck». Ibid., 33 b. 

Graft, fem., plor. Grefte, Graben, meist ab 
Bann — oder Gütergrenze. — «Terra diota 
Woinarefte'. Nenwoiler. 1167. — «DI die grafl: 
Enzheim, 14 Jh. Grafenstaden, 1481. — «An 

— zwiBi^en den gnften*. Oft. 1990 o. f. — 
• nnos ager mit gnfün*. Gimbrett, 1804. 

Orammatell. Grammatiker. — «Ich wolt 
dir gar tu in Tütsch können sagen, das kein 
Orammattü in LaÜn sagen könde». Geiler, 
Post, 3, 106 1>. — «... als gemeinlidi die 



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Lerer Bobribent and die rechten ffromma' 
Mim>. Ibid., 4, 4l>. 

GrunBchut. Feindiohaft — Der St&dt Con- 
ataotinopel 'haben, ron irer wördikeit und 
webtftnd« wegen, du T&rken neid nnd gram- 
tdtaft getragen*. Ädelphna, Türk., C, 4 a. 

Onüten, brnmmen. — «Der tOfel ons vdn 
anegrinen nnd ^rannen*. Verse. Briefb. — 
<ti»a Hormelthier grtimmt nnd granni nnd 
mnimlet allwegen in im selber». Seiler, Bilg., 
144 >. — «Dn verachtest Gott, dn gntiitut 
vider in>. Ibid. 87 b. _ «Kein hoffertig Mensch 
ist gednltig. sie grämten, sie belssen, sie Bchan- 
Ben allwegen nmb sich wie ein Hnnt>. Ibid. 
Stb. — iDieselbenHensohen gewinnen weder 
Bnw noch Bast in irer Conssientzien ... 
denn sie leit In Inaa tn ntsen nnd zn grcutM» 
als laug als sie lebent». Qeiler, Selenp., 38 •. 
Bto. — Eine alte Begine «greinet, grcamet 
wie die schwein, — die gern am gatter werent 
ein». Momer, Lnth. Narr, 166. 

QrftBSS. BüBsel des Schweins 8. aneh RaMi. 
— <Eia Saw... die naschet in den Eicheln..., 
nnd aber richtet den Orcmtg nimmer ob sieh 
gegen den Banra>. Geiler, Selenp., 48 b. 

Örantner. fem., Granerin. Art Bettler. 
Botwelsch. Zameke, 403: sich kranksteliende. 
Oüdeke: Epileptische. — *Qrantnert. Brant, 
Hseh., OS; Unmer, Nb., 61. — «0ra»ertn>. 
Ibid., 61. 

Grappen, grftpp«ln, tappen. — Die Jnden 
«snchtent nnd gn.pUnt nach einer Handhab, 
ob er (Christas) inen wolt schnellen mit eim 
WBrtlin das sie in möchtent begriffen (er* 
greifen). Geiler, Post, 2, 108 o. — «In dem 
80 bisE in ein floob . . . , nach dem grapp^ 
er>. Unmer, Ülensp., 49. 

Graaerln, die aas abgemShte Gras zn- 
Mmmenthnende PVan. — <8{ch frenet, herte- 
liebe grtuenn, — mein hertz ...» Brant, 
]rreih.tafei, 811. 

Grasmn, toben, wüthen. Eomig sein. — 
«So dn meinest einen ohristllehen E^at haben, 
so hestn einen orotMiidm Hnnt>. Geiler, Bilg., 
141b. 

Gruaheit. Oberlin, 86; tmcnlentia. — «So 
ein Uensoh und sonderlich die Klosteriat die 
in einer Gemein bei einander wonen, so der- 
selben eins ist geneigt sn Gra»ä»eit oder ün- 
Tertreglieheit gegen den andern ...» Geiler, 
Bf^., 90 «. 

Snuenol, Gastmal, Banket im Freien, auf 
dem Ba«e&. — «Sie glengen einist mit ein- 
ander als die grossen Herren thnn, die ett- 
wann ein öra$m^ wQllen essen, nnd kamen 
zo einem Bmanen nnd Sassen da nider>. Gei- 
ler, Brös., 2, 51 b. _ «Die Pfirsten nnd grossen 
Herren, so sie . . . die Wyher fischen and 
die Wlber oach do seind nnd die Fisch ofT- 
ls«en, so ligen sie cd Tisch wie Hader uff 
den Hatten; das helsst ein Orasmol, hab Ich 
Tom römischen König Unzimlliano gehört zn 
Kessheim». Id.. Post.. ». 76 b. 

Analogisch nennt Qeiler die Speisnng der 
UOO eU Oranmot. Post., 9, 77 ». 

Noch Im ITen Jh, war der Ansdmck in 
Baiem bei den JKgem gebränchlich. Sohmeller, 

>, m. 



Gratl«M, steigen. — «Sie ^ratisn nff alle 
Ort». Geiler, 7 Scheiden, I, 6 b. — '^erfSssig 
gehn: «Bin Hör lUe sich in ein Trog sperret 
and off allen Pieren gradUt ...» Id., BrOe., 
1, 84 b. 

Grane, fem., graues Haar, Alter. — «Wider 
die grtmwe oder da« alter knnst brancben». 
Adelphns, Fic, 166 b. _ «UuLcher w3rt von 
gr&we wider weis». Panli, 191. 

Granea, ergranen. — «Vermetdang des 
alters nnd des bald grauwmf, Adelphns, Fic, 
168«. 

GrebnlH. 1. Begr&bniss. Scherz, 668. — ' 
«Sei du der mein grebnüt zier — und opffer 
den göttem darfSr». Hnmer. Virg., d, 8 >. — 
«... wie die grebnia ist, — also ist anoh das 
gesang gerist». Id., Lnth. Narr, 160. — 
Wer hie nit wil znr grebnü gon». Ibid., 167. 

3. Grabdenkmal. — «Manch grosz narr ist 
jetz dohiu, -~ der sorg hatt nff die grtbnür 
sin, — nnd lelt daran so groBses gut, — das 
es noch manchen wundem dut». Brant, Nsoh., 
88. — «Hancher hat vil grOBser acht — wie 
er im ein grebnite macht.» Mnrner, Sb., 138. 

Gredenwerck. weibische Thorbeit- 3. grt- 
tisch — «Das ist ein Affenspil und ist Narren- — 
werck. Qredmwerek». Qeiler, Post., 4, 14 ^ 

Greibenacbinder. S. Oriebenadunder. 

Greinen. S. Qrintn. 

Gremp, mase. n. fem., fem. auch QrempUrin, 
kleiner Kr&mer, Kleinhändler, in SCraBSbniv 
bes. kleiner Victnalienhändler — «Die Ean^ 
leat und die Ön»peit und andre dergleichen 
die liegen den gantzen Tag zu scAwadeni». 
Geiler, Ev. mit Usel , 109 a. _ ,Ss ist kein 
alte hnr am Bin, — sie wellent alle grempm 
Bin». Mnrner, Nb., 196, — «Hett sie am hals 
ein müienstein ~ nnd leg doch mitten in dem 
Bin, — Bo gscbehe ir recht der grett^itermt.' 
L. c. 

Grempel, GrcmpelmaAt, GimpelmaiW, 
Haltt wo alleriei Dinge feilgeboten werden. 
— Die Verkäufer beim Tempel von Jemealem 
«haben gemacht nss elm Tempel ein Gr«mpdr. 
Geiler, Post., 8, 16 ■. — «Die Jnden hatten in 
den Vorböfen des Tempels einen GremvA- 
marekt nf^eriehteC». Ibid., 8, 80 •. — «Der 
gimpü oder granpdmarekt, do man alt haltz- 
Bch&ch, BchHohlSmel, jung hnnd nnd katzen . . . 
feil findet*. TrQbel, Brman., 2 ». — Hit dem 
Blut Christi «ein Beliehen schandtlichen ^mt- 
pämarck treiben . . .> Zell, H, S b. _ Uan hat 
• nsz dem zeichen des tai^ ein grempdmatdot 
gemacht». Ziegler, Niessnug, C, 4 ■. — In je- 
der Stadt ist «ein gympdmarckt ofCgericht mit 
ablaso. Brnnfeb, Zehnden, d, 3 «. 

Grempeln, kramen, Kleinhandel treiben. — 
«Es were alles leidlich, wie sie es grempteten', 
wenn sie nnr das Gesetz Gottes nicht um- 
Btlessen. Zell, 0, 1 ■. — Orempeln. das schon 
im mhd. vorkommt fär Handel treiben, be- 
deutet nach Dasypodins •nundinari et nnndl- 
nare», also Handel treiben auf einer Hesse, 
nundinae, oder anf einem Jahrmarkt. Orem- 
pdmaHct ist demnach soviel wie Jahrmai^ 
und nicht das nemliche wie Oimp^markt. 
Geller unterscheidet deutlich zwischen beiden; 
anf dem Qimpämarkt, der zn Strassburg, ein- 



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■1kl wöchentlicli, itattfindet, y/aräe damals, 
vie jetit Doch, meist alter Trödel verkauft, 
würend auf dem Orantidmarkt, wie Oeiler 
den bei dem Tempel beschreibt, die Opfer- 
thiere, Ochsen, Scbafe. Tauben (Post S, 80 >] 
feilgeboten woTden ; Geiler versteht kIbo einen 
wtrklieben Jahrmarkt daronter. Orempel ist 
daher nicht dasselbe wie Trödel. Zamke. 448, 
ist im Irrthnm. wenn er e^p, «ans dem Worte 
Qranpel habe sich die jetzige Form Gerumpel 
gebildet, die die Bedentnug: alter nnbranch- 
Darer Sachen angenommen hat, weil die 
Orempltr aach viel mit alten Sachenhandel- 
ten>. Gerümpd ist nicht blos eine «jetzige) 
Form ; wir nahen sie bereits oben nachge- 
wiesen ; si kömmt nicht von Grempel, sondern 
von rnmpeln, von dem Geränsch, das die alten 
Sachen machen, wenn man sie über einander 
nnd hin und her wirft; so sagt man auch 
Rnmpelkammer. 

Es scheint indessen, dass mau zo Strasshorg 
auch manchmal QrempehaariA statt Gimpel- 
mofitt sagte ; bei Dasypodius findet sich : 
tGrempämarkt, forum serutariom» ; nnter scrn- 
ta versteht ex <alt QerümpeU ; so dürfte bei 
uns das Wort .GrempeUnarla in dieser Bedeut- 
ung eine Zusammen ziebnng von Qerümpel- 
markt sein. — Auch Frank sagt irgendwo 
(Spriichw. 3, 00 b): «nnder dem alten Eisen 
auf dem Grempelmarktt. 

Grempelwerk, Oremperverfc, Handel wie 
ihn die Grempen treiben. — »Die Jnden 
worent so verrncht nit das sie aollich Grem- 
pettoerk übtent im rechten TempeU. Geiler, 
Post., 2, 17 b. _ ,iBt es . . . ein freie Gab 
einer Guttat, so gibs reichlicher umb Liebe 
willen der Togent. nnd nit in der Meinung 
eines Widergeltens ; es ist anders Grempd- 
werek und ein Eanf>. Id., 7 Scheiden. K, 
St a. — •Grempeneerck triben schmeckt gar 
wol, — firn und nüw man vermänkeln kan>. 
Braut, Nsch., da. 

Grempei-ie, Kleinhandel, bes. mit Esswaa- 
ren. — lö Jh. Alte Ordn.. B. H. — Die Ans- 



Orempler, kleiner Krämer. 3. auch Granp. 

— «Die geistlichen Wechsler und grentplert. 
Zell, Q, ü >. 

Grempler«!, Kleinhandel. — (Die mesz ist 
EU einem grewel worden durch soliohe gremp- 
lerei die man mit braucht hat>. Zell, t, äV 

— 'Sich mit grempUrei emeren. als mit ab- 
lasz . . ■ Brnnf. Anstosz, 8». — «Die 
gremplereien des ablasz*. Warm, Trost, 89 b. 

Oreudel, Grindel. Scher«, 669. 1. Kiegel. 

— tGrindel, pessulus». Herrad. 193. — <Wan 
der Dorfmeier kumpt, das ist der Dodt, der 
die Schlüssel hat zo dem fulen Grendel dines 
LeipB den er uffthat . . > Geiler, Arb. hum. 
166 b. — lUnd wan nun der Holtzmeier 
knmpt und im den Oretmel uffthut . . ■> Id , 
B Uarien, 38 ^. 

% fiSlzernes Gitterthor an einer Bannscbeide, 
Schlagbanm. — «An den M-en(j«/n>. Ittenheim, 
I2T3. — «Der grendel uf S, Arbogasts brücke*. 
16 Jh. Alte mdn., B. 80. — <Am obertor 
zwischent den zweien gretidelnt, Bpsheim, 16 



Jh. — In mehrem Theilen Strassbnrgs, tun 
die Strassen abzasperrea Biant, Bisoh. Willu, 
»81. Etc. 

Gretiach, buhlerisch, ein von Hnmer ge- 
schaffenes Wort. Hnmer braucht sehr oft des 
Namen Gret, Orede (Hargaretha) um eine 
schlechte Dirne za bezeichnen, z. B. Qeuchm., 
f, 1 b ; I, 1 b ; y, 4 e ; c, 8 » ; etc., und b«- 
BOnders Qred Müllerin. Der Name, in dioBem 
Sinn, scheint überhaupt hei dem Volk üblich 
' gewesen en sein ; auch Geiler hat sich des- 
I selben bedient Hnmer bildete davon das adj. 
I gretiich, oreditch. für bohlerisch, weibisch- — 
) «Weibische und gretiscke laute*. Zell, z, 8 ■. 
I — «Wenn ein Manu ein Gred igt> und Wei- 
berarbeit thut. Geiler,' Bros. S, 49 a. _ g. 
änch Eederlüeleut n. Gredenwerek. — «Als 
woltend ir mit greäischm berden — gantz und 
gar zu wiber werden . . .•, «Das ir uf ;redt- 
iehe berd üch ertlen». Mumer, Geuchm., m, 
4 b. — Wir 'gredtieher sind den unsere vi- 
ber>. Ibid. n, 2 s. — «Alle gnätaduH, wib-' 
sehen man . . .> Ibid. h, isb, 

Gricken, ? - <Die mausz mit irem grydxn 
sich selbs genug verraten und anzeigt hat». 
Butzer, Treger, E, 1 •. 

Griebe, fem., nicht essbares Fett. Scherz, 
669. — «Ein rint, das so gfit ist das es un- 
geverlichen by 60 oder 70 pfund unalitz oder 
griehen hat>. 16 Jh. Alte Ordn., B. 14. — «Es 
stat in dem salter : min gebeia ist mir dürre 
und ich bin uszgesmeltzet als ein grid>c>. 
Villinger Ps. 102, 4: sicut cremium, — «Er 
verkauft Schmoltz and was er het, und nan 
die Grieben in den Seckelt. Geiler, Gv. mit 
UssL. B2 b. — Die Verschwender «schmeltzent 
die Güter, äcker und Matten und Hüser, nnd 
alles das si habent, dasselb verkoufent sie 
und legent die Grieben in den Seckel». Id., 
Post., 2, 49 b. 

GriebeuecbiBder, der das Fett des gefoU- 
nen Viehs anssohmilzt - «Die Greiben- und 
Schelmenschinder die leiden den Gestank, anoh, 
umb des Gewinns willen, das inen der Nulx 
werd.. Geiler, Ev. mit Ussl.. 140 b. — ,Daa 
dann der weinzepfer wöll kummeo alle mor- 
gen drei tag lang, der scheuch zu dem ersten, 
der greibentchindeT darnach . , .» Mumer. 
ülensp., 86. 

Orfen, neutr.. 1. Sand, Kies. Sandbank, 
sandiges Ufer, Scherz, 669. — Der Pener 
•also vil ist also des grüne* in dem mere>. 
Kön., 306. — Im Himmel sind mehr Frendra 

• als griena an dem mer». Nie. v. Str.. 270. 

— <An dem grien*, Feldname, an 16 Orten, 
18 Jh. u. £ — «Die grienet des Bheins. Kön., 
689. — « Vogelgriene' am Rhein, Steilen f&r 
das Vögeln. 14 Jh. Alte Ordn , B. 12. — «An 
dem grien'. Strassb, Hausname, 1371. — 

• Wenn man einen Brunnen gräbt, so kommt 
man zuletzt «uff ein Grien, da quillt dann 
der Bmnn uff». Geiler, Narr., Itl a. — «Tama> 
riscen . . . wachsen vil in den grÜMeH de« 
Beins*. Bronschw. Dist., 119 b. 

S. Calcnlus in der Blase oder den Nieren. 

— «Morbus calcnli, das grien*. 1896. Cart- 
h&nser-Catalog. — «Ziemliehe Krankheit« 
die einen Menschen nit schellig machent, ala 



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du Grien thnt, aber massige Wee>. Geiler, 
TroBtsp., M, 2 k. — '£e sei das Onm, 
Hanbtwee, das Pebres, oder andre EranUieit, 
wu du sei>. Id. Selenp.. aoe >. — «Findit 
dn (in dem Blat eines Kranken) Bohirartc 
oder sandig' kÜmliB als das grien, so ist er 
maltsigi. Gend-, 77 ■. — «Das grün in den 
lend«n>. Brnnseliv., DisL. 86 b ; 41 ■. — <Waa 
nn Uan das GrOn oder das Gesicht hat, oder 
ein Fraw ein Kind macht und gioh windet, 
dos ist nit angednidig Bein*. Geiler. Ev. mit 
Usfll.. 216 1>. Weil in letzterer SteUe Grün 
steht statt Orim. erklärt ös Scherz, 669, darcb 
beoes, und sieht das darehana falsch von 
ihm verstandene Albergrim herbei. Noch 
Dasypodins. b. v. Ischia», und nach QoU, S2T. 
ist Grien «Ischias, sdatica, Hüftweh, OesUcht». 
In einem von Schmeller, 3, US, angeführten 
ToeabuL von 1618, heiaet es dagegen: «das 
yncM, calenli. morbDB>. Sciatiea und ealenli 
sind zwei versohiedene ErankheitBEiiBttlnde; 
da indessen der erste oft ganz ähnliche 
Schmerzen Teroreachl wie der zweite, to 
konnten beide von der alten Hedisin in ihren 
ünsseni ErBeheinnngen leicht verwechselt 
werden. Qritn ist soviel wie Sand, Eies, 
arena, calcnlns ; darum dürfen wir hier zn- 
nftchst, nicht an das <HüCtweh>. sondern an 
die vonNierensteinen hervorgebrachten Schmer- 
zen denken S. anch Frisch, 1, 873 

Gries, Grna. masc. Sand, üferaand. Scherz, 
569. — DbS SdiifF «lag an dem grittt*. Gott- 
fr. V. Str, 1. 18ü. Etc. - -Za grms'. Feld- 
name, Oertweiler, 1277. — «üf ^m>. Schaf-, 
hansen, 1399. — 4An dem gnw. Marlenheim, i 
1869 Oberehnheim, 1348. 

Oriesaen. nn Gries malen. — «Den weis- 
sen iWaitzen) grieuen*. 16 Jh. Alte Ordn.. 
B. 24. 

«Griffaljngi, Art kleiner Kamm. 16 Jh. 
Kanfin.-Ordn. 

Griffig, ergreifen könnend. - Die Seele 
ist «gotz griffig and enpfenglich*. Tanler, 
aS8 (40). 

Grim, attj., grimmig, — « . . der vertribet 
gnMmen amertzen.. Üottfr. v. Str., 3, 106. — 
Werner von Hüneburg wacde «nsser eime 
armmm wolfie ein senftmütig achoff>. Nie. v. 
lADfen. Gotteefr., 36. ~ <. . , so aiht er denne 
die grimmm lüfel.. Eis. Pred,, 1. 71. — «Vor 
httnger waa er grimme'. Altawert, 15. — 
'Qfwmethier'. Gebete, 16. Jh, ~-- «Wie grimm 
die Joden mit dem Herrn Jean nmbgiengen...> 
Geiler, Scüiff der Pen., 97"; Narr., 182». 
£tc — Daas Gott «abloEzt sinen ^mrnen 
torni. Brant, Roaenkr. D. Qed., 18. — «Der 
grimm vind>. Id., Faeetns, A, 2l>. — <Han 
macht zam ein jedes thier, — wie hert. 
^ wild, wie ^rtmm das ist». Id., Nach., 38. 
— •Orim Eomig gcach>. Jlomer, Genehm., 
6, 8b. _ .Der grimme Mars.. Id , Virg. Z, 
8». — «Als ich die wort aase grimmem sinn 
T- in Zorans weis warff her nnd bin>. Ibid., 
P,6l>, — «Werffent das schiff in meeres flnt, ■ 
-- vo es am grimm*ten waten thot>. Ibid., i, ; 
'\ ~ (Bin grimen- lan den tempelkneohten> '. 
»igen. Mnnier, LoÜi. Narr, 66. Etc - «Der 
trim hnmger.. Wimph-, Chrya., 18 ». — «Der | 



grimme tyran Hoehomet». Addphos, Tttrk., D. 
8 b.— «ünmilt nnd grgm'. — Fries, 39 b. 

QrimAkeit, Grimm. — <Alao gros ist sin 
zom nnd sine grimdceit . . .> Eis. Pred., 1, 
249. — <In forhten ain nf die grimmeiceit des 
gemeinen dodeB>. Ibid., 1, 66. — «Diser man 
würt gestraft von aeiner grimmigteil'. Panli, 
160.— «Heiner widersecher^rmmipjtMtt. Zell, 
r. Ib. 

Benecke, 1, 574 : Ormeduit. 

Grimmen, wüthen, in Zorn entbrennen. — 
•Die jngend grimj^ in Waffen gar>. Hnrner, 
Vir?., m, 6 ■. — «Eneas mocht das leiden nit 

— doBB aie so grinsten her damit>. Ibid. i, 4 b. 
Grimmen, kneipen, drücken — «Denn 

schwindelt dir im Hirn, den grimmet dich im 
Banch>. Geiler. Bas im Pf., d IK 

Hente noch bei nnB flir Leibschmerzen. 

Grimmen, enbst., Leibschmerzen. — Er 
hört es nicht gern «wen man im: dn narr, 
spricht. — und aein im sicher gifftig stimmen, 

— das er darvon gewint das ifcritn«n>. Hnrner, 
Lnth. Narr, 65. 

Grind. I. Eopfgrätze. Geiler, Narr., 196». 
'- (Dn vorchBt die md, nnd findst dea grind: 
Brant, Nach., 6. — iLaait euch den wQst nnd 
anch ieagrind — biszinöwer ongen ziehen...* 
Hnrner, Bad., 0, 8 a, — - «Lngen nnr das ir 
behntsam sind, — kein (Fran) nemen, die da 
hab den grind'. Id.. Lnth. Narr, 64. — «SchÜDh 
nit drab, ich hab den grind ... du grindbute I . . .> - 
Ibid., 143. Etc. — «Ein nngent fiir grind und 
leu8Z>. Brnnschw., Chir., 126 '. 

3. Kopf. — «Der Hausvatter . . . schlecht in 
an den Örind das er nmtnrmelt>. Geiler, Ev. 
mit Ussl.. 119 b, — «Ich weiss nit welches 
schier das best wer, ein Tochter in ein aom- 
lich Eloater thnn oder in ein Franwenhaus. 
Wann warnmb, im Eioster ist aie ein Hur,] 
BO ist sie dennocht ein Gnad&aw, aber wer 
aie in dem Franwenhans, eo schlug man sie 
nmb den Grind and müsst übel easen nnd 
trincken, man wnrf sie ein Steg anf die ander 
ab>. Id., BröB., 3, 10b. — Wer sich beim 
Essen «kratzet in dem grind — nnd l&g ob er 
kein wildpret find . . .> Braut, Nsch., 110. — 
«Der stein der falt im nff den grind'. Ibid., 
6. — «So aie nun in Jeren eind, — dan kratzen 
aie sich in dem grind . . .> daas sie «alle knnst 
nnd ler vergesaen» haben. Hnrner. Nb., 183. 

— «Ich los im oben ab im grind'. Id , Bad., 
E. 8 ••. — Im Grimd Inaen. Id., Nb. 146; 
Miile, A, 3". Etc. 

Noch jetr.t aagt das schweizer Landvolk 
sehr oft Orind statt Kopf; auch in Baiem 
nnd Oestreich ; Schinid, 348. 

Grindhanbe. der über die ganze Kopfhaut 
verbreitete Eritze-Ueberzng. — «Die Hüben 
mnst du zncken ; wan eim Kind der Grind 
obnen dannen thnt nnd im obenhin Inst nnd 
man Heyancken darnff salbet, der wachsset 
über Nacht wider ... Es thnt sein nit, dn 
muBt die Orindhat^ gar dannen zncken, dos 
ist die Wnrtzlen baruas thnn». Geiler, Ev. 
mit Usal , 81 •- 

Grindig, Er&tzig. — «Ee heiszt eben pre- 
diget, wie man eim grimdigen Uttszt, obenhin*. 
ZeU. T, 2 b. 



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Orindkolbea, die ia du Fleiaoh eindringen- 
den Wnreeln der Krfttie. — «Also tief seind 
die Oriitdixibeit ingevartxlet von der Brb- 
sünd, davon mar man ee nit gante lookeg, 
vaeluaen für üA nit destemunder>. Geil«r, 
JEt. mit Uisl., 87 ■. 

• GriHdtkrat. soabioB«», Oend.. Mb. Enan- 
tia ar*ensis- EiraoKl., 1, S70. 

Grinea, greinen, knniTBD,brnmmeB|lieDlen; 
-wird von veraohiedenen tlileriidien Stimmen 
und andern Tönen gebraoeht. Sehers, 668. 
67^ — tHia Eflndlein «weder enfrtm noch 
«nbal». Gottfr. v. Str^ 1, 38. ~ «Zwene 
hande gegennander grinaa nnd billent>. Tan- 
ter, 319 (55). — (Der vigent get nmbe also 
«in grinender ISwei. Ibid., 88 (IS). — «Law, 
die Esel greinen». Geiler, Narr., 89 >, — Wenn < 
der Sanlurt «die Sehwein üutammen wil ! 
bringen, lo machet er ein San preiMM, se | 
laufen sie alle haisn>. Ibid , 137 b. — »Sine : 
TBr die verraokt ist oss irer Angel, die kirret 
nnd greinet*. Geiler, Selenp , 61 b. — «Sie 
grinen und grannen aber alles das, das sie 
sehent und hörent, das gefeit inen nit>. Id., 
fiflg., 144 ■. Eto. — Er «lieaK in sohrigen, 
grinm. weinen*. Brant, Nsch., 10&. — Die 
uenehin sagt aom Gonch : «stand von dinem 
Eansken, griiun, — vor dem gatter mit den 
eohvineQ'. Mnmer, Genehm., v., 4 b. — «Wie 
die Schwein tun mitternacht greittetU . . .> 
Id., Virg., T, 7 «. — «Sie greinet, grantiet wie 
die sehwein». Id., Lnth. Narr., i59. — Die 
Elephanten <förohten das eüw^rnit««*. Paoli, 
803, — (Der rap hat aaoh sein geeang, eben 
als wol als die sohwanen etwan ir grittent. 
Earsth., eo, 4 b, — «'Bin pfaffenmagt . . . hat 
den p&ffen geaehlagen das er ^rymt*. Zell, 
M, 4V 

«Grlnnng. gannittira'. Herrad, 193. 

Gris, frans, gris; graa, greis, alt. Sehen, 
870. — «IHe getageten nnd die griam'. Qottfr. 
T. Str., 1, 40 — «Die füraten worent etwann 
wis, — hattent alt rat, gelert nnd grit'. 
Brant, Nach., 48. — «Hin narrheit loBst mich 
nit Bin gria, — ich bin fast alt. doch gantt 
anwis* Ibid., 8 (sin gris, sich eines Greises 
wfirdig betragen). — «. . . griu, dn alter gnl, 
— wiebistaaUo worden fall. Mnmer, Sohelm , 
g, 8 b. — «AIbo kent gri» den gromen wol.. 
Id., Nb., 73 (der jalte Bsel den jungem. 

Griaen, gran werden. Sehers, 571. — <£!e 
machet manigen alten griaetf. Gottfr. v. Str..' 

2, 117. — Im Winter «berg and tal grittnt'- 
Altewert, 70. 

GriBgraameB, mit den Zähnen knlrtchen, 
klappern; fig. erbeben.- Seheri, 671. — <Ori»- 
yrcmmen, f^emere>. Eerrad, 189. — «Do wart 
ein murmeln ond ein rnnen über den legalen, 
und griijpvmetemt alle fiber in>, Cloa., öO. ~ 
«Der tSfel der get iich noeh alae ein grii- 
grammender löwe>. Nie. v. Basel. 168. — «Do 
Wirt weinen nnd gritgramen der lene . . . Ntt 
bitten got . . . dai wir dez weinendes nnd des 
griagrmtutendea Sberig werdenti. Eis. Fred.. 

3, 90. ~ «Da dann wärt sein Weinen der 
Augen nnd gritigrammen der Z)ln>. Geller, 
Ev: nrit üssl., lOli; Port., 8, 97». — «Wa- 
rumb griugnsmmettn die Helden nnd Vtlcker 



haben unnfiti Ding gedacht ?>. Fe. S. 1, «nan 
fremneront gentes . . ? Geller, Et. mit C*^, 
9b. _ Fig.: «Jesus grittgrammet in dem 
Geist and hetrtbt sieh selber>, Jeh. 11, 33. 
G^er, Er. mit Usst., 64 >. — «We den fai- 
sehöffen die da ietz gritgramtn und lenkla^u 
in der helleB». Wlmph., Synod« 6 b. — «Hit 
den zenen griaigremmant. Brnnaehw,, Iliat^ 
19 >. 

Steinhöwel, 86. 

Grlt.mase.,erlt^eit,QalK,fiabgier. Sehers, 
571. — «Hit hoohvart, mit grile . . .> Taiü«, 
188 (36). — «Der oristanheile grit und dw 
jnden heimeliohe ifinden, die zwei erscblftgut 
die jaden>. R. Uenwla, 9 Felsen, 61. Etc. — 
Gut, das einer «In grUet wlie afhiiflete>. Mir- 
Irin, 80. — «Des bobestes und Am Mtrdinal 
grit'- Glos., 7a — Pilatos «das volg ... ba- 
ronbete, von gtüe» wegen». Eon., 340. -- «Di« 
BÜben honbtsünde . - ., hoohvart, . . . gritAmt, 
. . . eemikeit . . .» Tanler, 8ö (18). — Kaiser 
Leo «begert von gritekeit einre Itrone die ii 
einre kirchen hing>. Glos., BA. — «Ton frib- 
keit dis babeetes». Eon., 601. Bto. — «Es stot 
in uns nf gritikeit noch litlichem g&te>. Huga 
V. Ekenb. Bte. — «Ein Wnrzel aller Boaheit 
Ist der Orit'- Geiler, PosL. S,G1 a;Bmais,74b; 
3 Marien, S4 *■. Etc. 

Gritig, gierig, habgierig; engL gntij. 
Scherz, 671. — «Zornige nnd hessige nüd 
gritig»' Uensohen. Tanler. SO (6i. -- Eöaig 
Albreoht «was gar gritig noeh gAte>. Cloa., 
64. — Octavlanns «was nsser messen gritig 
noch glkte>. K5n , 388. Et« — ' «Also tAnt dl« 
gritigtn menschen ; wie vil den got gftte* dfti, 
so benüget sd nnt, bü ginent allewegsnt toA 
me g&tesi. Heinr. v. Olfsnb. Ete. — «Aho 
habent die GriUgen ein Hnnger noeh zitUcheB 
Gat>. Geller. Post.. 9. 61 ■. Etc. 

Gritten. ? — Dldo nam «so vil la^d dana 
die riemen möchten gritten — ansz einer b&ffel»- 
haut geschnitten*. Mnmer, Virg., B. 6^. 

Grol, pinr, Gralku, Groll. Fehlt bei Beneoka. 

— Der Tenfel gibt einem ein tgrauBeBliehe 
nnsohaltne Oadenok ffroUcMf, üppiger Er, «nd 
Basondeiheiten, die vast bäsz sind*. Gatlar, 
Höll. Leu, d, 9 ■. — «Wenn du das nit thast 
nsz Unwillen oder osz einem Orolimtt. Id., 
Bllg. 43 b. — In den folgenden SUllen Mu- 
nere kann das Wort schwerlich etwa* änderet 
bedenten als Drsacha zum Groll, Ursache über 
etwas angebracht es sein oder darüber n 
klagen. Beschwerde. Im mhd. hatte man du 
Verbnm grille, gral. grollen, ich gebe ainea 
rauhen Ton von mir, schreie vor Zorn, wovon 
das SnbsL Grel. Gral, Zomiohral. Ben., 1. 
673. — «Dach wil ichs in der snm al* aagva..., 
dan das wir noch im hertaen tragen, — in 
Ist der recht ^rol*. Mnrner, Lnth. Narr, tSL 

— «Ich wjl tteh geben Qwem Ion, .~ gat 
gnüen hab Ich nf der te«ehen>. Nb., 970. — 
• Wo sie ir rede nit nndsrlassen. ao wel u 
die rechten gmlien sogMi*. Genokm., f, 4 *. 

— «Wir knmment leU uff andra stoUeB. -<- 
and bringen här die rechten ynOm, — waa 
obstat das Ist kiaderapil*. i Eetaar, B, 9 *^ 
-- «Solohan argWAB ermeasen wir daroaa daa 
dn diae $iro(JM (Klagen tbw die HiaiMlDaks) 



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1B7 — 



ant BMgeHbfittet hMt. nMhdem in in Am 
bftpat nnffiitdei] knmmen biit*. Adel, b, 1 >>. 

— «Ich iril die rechten gnBm bringan, — die 
diesBtlioh eein ni «nsem dlDgen». Latk., Nur, 
4II. — (Er hat oräUm in dem kopS iteeken». 
PboI), 103. 

OmaieB, GmunuLU, ein Pferden nnd Eseln 
gegebener Name. — (Also kennt griB den 
aromen wol>. Mnrner, Nb., 72. — <Dae fkBten 
loh -wil ducken ab, ~ mein goler gnmen 
ffUrb danb>. Id., Luth. Narr, 33. 

Groppe. Art Fieoh. — «Sdileimerige fiech, 
ftia groppm . . .* Friee, 41 ■. — «Dein Ding 
ist wie ein Qroppe». da ist der Kopf (gröaserj 
dum der FUok*. Oeilei, Arb. hnm , 16t>. - 
Mnrner, Uiensp., 4i9. 

GoU, S73: •gobto capitatUB, Orop: 

Groppeu, greifen, tappen. — «Der Apt . . 
stund nff nnd gieng dem Jüngling noch 
Bchwaneken, irie drnnckene Qbusb, wenn sie 
Tot WiuB seind, bo eie gon an den Wenden 
groppt»'. Oeiler, Poet., 3, S7 i>. 

■OroB EindcB» sein, schwanger sein. Nie. 
▼. Basel, Bek. Tanl,, 43. 

Grossen, das franz. grosBir, dick, achvanger 
werden. Schere, 671. — «Do nfi die künigin 
von den enpfengnjBse geriet groutn . . .> Kön.. 
aOl. — In Nero «wfths ein frosch, und gröaute 
im« der lip also eime wibe>. Ibid., 363. 

sich Grössen, sich TergrÖBBem, zonehmen. 

— «Welt goU dae dn (das römische Beich) 
onoh gröMtst dioh>. Brant, Nsch., 96. 

GrSsBen, magni&care. preisen. — 'Hin sele 
grätaet got in allen dingen». TaDier,399 (69). 

Grosegetaaltenlieit, Achtung, Ehre — «Ein 
hoffertiger Mensch . . alsbald er sieht das ein 
•Bdrer mer n^eet weder er, anrooks ttnret 
«r daiTon, wan er sieht das dnrob des Grou- 
gthalttttheit sein Eer gemindert wnrt, das mag 
er nit erleiden!. Qeiler. 7 Schwerter, F. 4 >. 
Ein wahrscheinlich von Getier geschaffenes 
Wort, om ein lateinisches zn nbersetzen, et- 
wa magnipendinm ; ich kann diesen Anedmck 
zwar nicht nachweisen, allein er wurde dem 
mittelalterlichen parvipendinm, Verachtung, 
entsprechen (Dneange b, l!3)i dase dies mög- 
lich ist, beweist das von Dneange 4, 184, mi^ 
getheilte magnipendiBsimaSi «UlDstrissimae et 



•Der natürlich Lew. magnificns non Bolnm 
liberalis, ein reichlich grottOmgig thier . . ., 
Hiitteilig>. Geiler, BrÖs., 1, 49 «. 

Grdwen. grftwen. grau werden ; hier : grau 
machen. — Was sie anch von mir gesagt 
haben, «das grövxt mich nit nmb ein hör». 
JUnmer, Lath. Narr, 33. 

Grtbielecht, nachgrübelnd, grüblerisch. — 
«Je me sie beichten nnd sagen, je gräbdedtter 
ungeruwiger sie werden». Qeiler. Baum der 
Sei., 8 b. 

Grfldeleclit, GrUdJich, grübleriBcb. — <3ol- 
licbe nngernwige grüäleehte Menecben . . .> 
Oeiler, Irrig Schaf. F, 1 b. — .Es ist sollichen 
graäHeheH Henschen nütz das sie nit haben 
ein EU Vit enge Conscientz*. Ibid., G, 3 *. 

Grfideln, wühlen. ~ •. . . was die Eech sei 
dftriu sie griidtln . . .> Geiler, Esehengr., A, 3 *. , 



Daher Eschengrüdel. Id., Bilg., IBb; Seleup., 
97 b, — ,ViI sorglicher stück, dajin lasset 
mau grüOm'. Karsth., ec, 4 b. 

Grammen, bmmmen. — «Unnaffen, das seind ~ 
die Neidigen nnd Eessigeu, und ist nfit denn 
grttmmen nod granneu wenn sie heim kom- 
men». Geiler, BrÖB., 1, 69ti; Bilg. 87 b; Arb. 
hnm, 64b. 

Grün, friich. — Fleisch, 'grün oder ge- 
saltzem. Ib Jh. AlteOrdn.,6, 13.- Fleisoli, 
•halbe böohins und halbs orflnsi. Blotzheim. 
15 Jh. Weisth., 5, 371. .,- •Feisete gr^ne Ü8ch>. 
Capito, l>eger, N. 3 ■. — «Oesonde ;Htit« 
wannen>. Appell,, a, 3 b, 

Gründen, ergründen. — «Je me man die 
(Urtheile Gottes) zu gründen gärt, — Je min- 
der man darvon erfart». Brant, Nsch., 68. 

Grnndfmtlgen. S, Grtmdfeste». 

GnmdfeBtiing, Fundament. — Astrologie 
ist «wnitzel nnd gntndfegtimg der meister- 
schafft» der Aerzte. FrieB, 14 b. — tMagrundt- 
Jettigtmg meiner Verantwortung». Zell, c, 8 a. 

Grnndrnr, Strandung. — iDie Fürsten nnd 
Herren ... die da berauben die erbem Lüt 
in eim Schiffbrnch oder ürundrvrt. Oeiler, 
Narr,, 67 f-. — Ehe die Schiffer unter einander 
eins sind, «so nimbt die galee ein prvntHlr*. 
Brant, Nsch., 96. — <Der narr verstat siek 
nit nff für, — darumb er offt nimbt ein gnmt- 
rüT'. Ibid, 107. — «Wan das wasser wich, 
so wurden die schiff an den gruiarürm be- 
Bchedigt». Bingm.. Casar, 36 b, — Sollte da» 
Wort hier nicht den Kiel bedeuten, den Theil 
der Schiffe, der den Grund berührt? 

Grnndrtiren, stranden, den Grnnd des Flus- 
ses oder Meeres berühren. — «Wenn ein Schilf 
prwidrärt, eo nemen die Herren das Ont ; ist 
rapina» Geiler, Arb. hnm., 3Ub. 

Das barbarische Becht der GnmdrOre, daa 
heisBtaicb der Ladung der gestrandeten Sohiffe 
EU bemächtigen, ward mehrmals dnrcb kaiser- 
liche and päpstliche Befehle aufgehoben, unter 
Andern von Friedrich n, im Jahre 1336, za 
Gnnsten der straBBburger KauSente {Strobel 
1, 511); es brauchte aber lange Zeit um es 
ganz zu rertilgeo. 

Oriineht, grün, grasig. — •Der gründe 
weg». Bindemheim 1844. 

OrSnIing, maBc, Art Bebe. — «An den 
grütüingerti. Zeinheim, 1331. — 'Aia grüttUngt. 
Dinsbeim, 1366. 

GnintTesten, grnndfeetigen, fest gründen. 
•Die minne die ist gegrüntvtttent in den 
menschen». Tauler, 166(e9). ~~ Eine Hinne 
«die do nit ist gegrunlvettet in das volkumen 
leben Jesu Cristi». Predigt Ingolts. 1436, — 
«Mit Freuden des gantzen Ertreichs würt ge- 
gntntfettiget der Berg Syon». Geiler, Pred. 
V. Maria, 6 s. — Gott der «das erdtrich ge- 
grundfettel hat». Wnrm, Balaam, f, 4 ", — 
Wer die christliche Freiheit predigt, «und mit 
götlicher geschrifft ansübreitet nnd getrew- 
Üch grundtfettet . . .» Ibid., g, 1 b. 

Oräntzecht. ? — Von Speisen ist zu ver- 
meiden •was feisatlBt, ^räMtvecÜ.schlTmig...» 
Adelphns, Fic, 140 b. 
Omntzeht, zum grnntzen, brommeu geneigt 



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— Alte Leute sind oft lieblos, *gruntMtAtt\ 
nnd nrteUeelitet. Tanler, 387(49). 

ÖrUaal, Orasel, Qranen, Sohrecten. — «Die 
knder üisaoh du wir nie den Tod betrachten, 
ist der Ormtd so wir darob entpfoheii> Geiler, 
Bllg., 160 b. — (Ee iet ein Onud za hören». 
Id., PoBt.. 8, 6Sb: Irrig Schat Q. f>^. 

Onwam. 1. Oraoten erregend. — <Eb ist 
Torlioh ein gruwm band, — welcher gott 
fallet in sin hand>. Br&nt, Nach., 81. — Es 
«geBOtiacb ein grutant donneraohlag>. Id., 
Donnerst. D. Qed., 38. — «Do gesonach jm 
jrnwam p'ouer 8chad>, Mnmer, Qenchni., v, 
4 a. — «Die forcht, der schrecken grausam 
was>. Id., Tilg., E, 6l>, — iFelsen, auch 
griMUimiiidi stein — hond ir erbren all ge- 
mein*. Ibid , B, 1 a — Der Auss&teige «hat 
einprutomKlMAangesiobti. Qersd., 71 *. — Der 
AoBsätsigen igeEicht Bit ^OMorn*. Fries, 188». 

a. Bretannlich. — «Das ist ein grusam groB- 
sea wuader>. Hnrner, Geaehm , p. 1 ■. ^ <Bin 
groMsame* werok eu nnderstun, ich geschweig 
zn vollenbringeni. Id., Statrecht, Vorrede. 

— «Das grausam werok zeigt üeh wol an ~- 
das ich nit vil gescblaffen ban>. Ibid, A, 1 *■. 

8, Von Oransen ergriffen. — «Volg nach 
dem Herren am Oelberg, dem nach sEiner 
Sinnlioheit gnuam was vom Tod», es graute 
ihm. Geiler. Trostsp., 1, 9 *. — «Da weisz 
ioh nit wie es mir gieng, — dag ich ein 
ardtMom gmüt empfieng, — hin nnd her mir 
forchtaam was>. Homer. Virg., b, ah. 

QrQsel. — «Do sah er (Christas bei der 
Tochter des Jaims) die Todtenpöffer hürnen, 
wie man hie den Qrytet hüml nnd den Jnden- 
blost». Geiler, Post., 6, 107 a. 

Der Gebraach zn Straesbarg den Oräsä 
und den Jadenblost (Biost, Blasen) zn blasen, 
scheint ans dem 14. Sb. zn stammen; die 
erste Veranlassung ward frühe vergesBen, so 
dasB sich eine Sage aosbildete, die man in 
Sehilters Anmerken gen zn EönigBhofeii, p. 
1113, nachlesen mag Schilter macht die rich- 
tige Bemerkung dazu, diese Erzählung sei 
•nicht allerdings gewiss*. Zorn ersten Mal 
wird der Sitte erwähnt anno 1389, wo £0- 
nigshofen, 359, sagt ; «man hümete Ach keinen 
Jndenblos den ganzen Winter». Man ersieht 
hierans dass damals der Judenblost nichts 
neues war. Nach Scliiltet wäre er schon 1849 
eingeführt worden ; ich halte für wahrschein- 
licher dass sein Ursprung einer spätem Zeit 
angehört. Im Jahre 1983 wurden wieder, unter 
gewissen Bedingungen, Jaden in die Stadt 
angenommen (Strobel S, 4:t4) ; so wie sie 
eine besondere Kleidung tragen mnssten, so 
musBten sie ohne Zweifel auch Abends zu 
einer bestimmten Zeit in ihren HÜnsero sein, 
und dazu wurde ihnen durch das Blasen das 
Zeichen gegeben. Als sie dann 18B8 für immer 
wieder verbannt wurden, erhielt sich das 
Hürnen, an dem die Straasburger sich er- 
gQtzten und das sozusagen als ein Wahr- 
zeichen der Stadt übrig blieb. Noch im vorigen 
Jahrhundert wurde das Qrüselhom von den 
Wächtern auf dem Münster jeden Abend 
EwiBchen 8 nnd 9 und dann noch einmal um 
Hitter nacht geblasen. 



Scherz, 674, leitet Qrüael ziemlich sonderbar 
von Krause, Krug ab, «quod navicelta« for- 
mam habet», die Form eines Humpens. Bb ist 
offenbar dasBelbe Wort wie Oräsai nnd yrmii 
zuerst vom Volke gebraucht, das sich vor- 
stellte der Judenblost habe zum Zweck ätm 
Juden einen Schrecken, ein heilBames GratueB 
ein zuflössen. 

Grfiselich, grusamltch, gmaeBlieh, grmn- 
senerregead. — «Die gräsäidte angeaibt der 
bösen geiste». Oswald. Etc —Personenname: 
Henselin Orüsetditk, Layenbrnder zu S. Uarg- 
1884. — «Die ^rwsniltcA Pin der Hellen». 
Geiler, Sterb. Henseh, a, l». - «OntaaUset« 
Gedenek und Infell». Ibid. a, 71». — «DiB 
gruttlick Pin des Fegfeuers» Ibid., a, 3 >. Etc. 

— «Unter allen grautiamUehen Dingen ist das 
aller graustainliäiaat der Tod». Geiler, SeUlf 
dar Pen., 113 1*. — Xeries griff Athen tgri»- 
lult an». Braut. Nsoh., 67. — «Der prwMUch 
tod ist dir nahe». Wimph,. Chiys., 7i>. — 
•Eine gemeine fraw, deren angesicht beszliiA 
. . . nnd grüttUeh ist» Ibid., » *. — «Gfohss- 
lieher grosser missbrnoh». Ziegler, Niessnng 
A, 3«. 

Grasms, Grausen Ist es ein Druckfehler, 
oder ein Nachklang des ahd. Verb, gr&wisdm? 
Ben., 1, 585. ^ <So mns ich solehen grtuau 
han, — dasz mir mein har zu berge stsn». 
Murner, Bad , E, 1 ■. 

GrtSüsbar. menschen freundlich Sohmid, 346. 

— «Der Mensch ist grüstbof bei den Leuten, 
tut sich umb bei jederman» Geiler, 7 Sau- 
den. K, 6 b ; Steinhöwel. 69. 

GrUsabafheit, <affabilitaB oder FtüulUch- 
eit». Geüer, 7 Seheiden. 

GrÜsaeln, Grausen empfinden. — «Er be- 
wegete ir hertze zn ^osser yorhte and zt 
eime gritidntU: Härlem, 31. 

Grnwel, Gmel, Granen, Furcht, GräneL — 
•LasB dir leid sein das kein Bnwen (Beae) 
noch Orvmd in dich will» Geiler, Brös^ 9, 
80 e. — «Die andern Sobwestem betten ela 
Oruel ab ir». Id., Bsohengr., a, 6 •>. — 
Wäre die Hesse von den Menschen erdiehtet, 
so wäre es «ein gewisse abgöttery, ein jr»- 
wet nnd worer ban vor gott». Hnmer, Mess, 
A. Ib. 

Omwelicb, gräulich, grauBenerregend, — 
«Die verborgenen gruw^hen urtel gotz». 
Tauler, 387 (67). - Etc. - «lob wil über 
üch senden ein graueUdt volk». CloB., 1I3. 

— <. . . vil andere ding, das ^rutoelseft« vere 
z& sagende». Kön., 434. 

Ornwelicheit, Qranen, Schrecken. — «SÜ 
zerstübent alle von gruweUekeit.t Tanler. 174 
(31). 

Grnweln, granen. — «Do ime vor^snelte, 
daz gelost im nfl>. Tanler, 93 (B). — Bfn Ge- 
töse «abe dem mir gar sere grutettnd« tsiU. 
Nie, v. Basel, 268. Etc. — «Do geriet dem 
Eünige . . . sere gruweln'. Kön., 468. 

Oneken. 1. Wie der Knkuk mfen. — »lek 
hörte den gouoh gudxn.' Märleiu, 18. — 
•Ein Gauoh sitzt uff einem Baum und. gttdut 
eioist; einer off dem andern Baum der^veiM 
zwei Mal». Geiler, Ev. mit Ussl., 78 »>. — 
Die Frediger «Bchryen etwann wider einander 



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off der Ckotsel, der sagt das, der sagt Am 
ander und das WiderBpil, nnd scliryea wider 
ciiunder nit anden dau wie swen Q'dah itlT 
zweien Beomen wider einander gucken'. 
Id., BmeiB, 27 i>. — - «Die Enten schnattern, 
die QHnah gudcent. Id . San., 89 ■. -~ 
Fig. locken, buhlen. 'Welcher gonoh bringt 
näweu fand, — der fiir ander gench hin 
kant, — so gueketU sie ata gudcet er». Hnr- 
ner. Nb., 245. - «Fflff BJe, ffutJyuek hensli 
kam, — so bald gtukt er ir widenimb, — 
nnd laait vom Quoten nümer ab — bisz er lin 
koiupt an bettelstab. — Mancher gwAt biss 
in das grab>. Id., Oenohm., g. SX — Etc. 

— (Der gnckgancb hat fänff mal geguckt'. 
PknU, 18». 

S. Sohaaen, sehn, blicken. — <Wan er sieh 
dan wil hucken, — so beginnen die fronwen 
gueken*. Altswert, 63. — «Domff gucken nnd 
lagen als ein Dal nff ein Niis8>. Geiler, Post., 
S, 83 ■. — «Die armen Boren, die getörren 
nit witer gucken denn ir JnnslcheR will.» 
Ibid., a, 28 >. — Etc. — Ist eine Echöne 
Jnngfraa am Tisch, <bd guck und lug dir eben 
für, — hat dich gar eben, zncht dich QiSE>. 
Srant, Thesm., o. 9 ■. — Junge Leute machen 
Kniik anf der Strasse, <ob gucken well die 
mite berfUr). Id., Neoh., 61. — Gheistliche 
«die in den chor allein dant gucken.' Ibid., 
87. — <Es heisst: guck für dich, lieber min, 

— ja wiltn nit betrogen sin>. Marner, Nb., 
187. — «Komm hieher, narr, nnd lasz mich 
gtiekeni. Ibid , 8S. — <In disen Spiegel knm 
nnd guck, - guck bar, guck dar, guck eben 
drin. — ifit die gestalt im spiegel din>. Hnr- 
ner, Genehm. 1, 1 ». — Etc. — iDnreh die 
finger gucken: Snpplio . B, 3 i>. 

Qnckler, HanreL — Geiler will nicht, dass 
ein Ehemann zu oft männliche Oäste einlade. 
ans Farcht seine Pran mächte ihm nntren 
'werden; der rermntblichen Binwendang des 
Hannes : «ja man spiech ich wer ein Schmflrtz- 
1er oder ein Schmorotzer. wan ich nit etwan 
Oest lüde», entgegnet er folgendennassen: 
«es ist besser o Brnder man heiss dich ein 
Schmürtzler dan ein öuckgler, es ist weger 
ein Schmnrtsler sein In seinem Hns, dan brü- 
ten fremde Eyer nss», Narr., 78 ». — Das 
Wort kömmt vom Kukuk, der seine Eier in 
fremde Nester legt; den Vogel, der sie ans- 
brfitet, nennt Geiler einen GueÜiar. 

QBden. vergenden, prahlen. — «So der 
mansch sich rümei ond güdet von dem das 
er doch nit vermag nnd nit hat . . ■> Goldin 
Spil, 46. — iDer Rieh will allwegen güden 
nnd nStragen nnd voll ain>. Geiler, Bilg. 

Otder. Gender, fem. Gttderin, Vergeuder, 
VerBohwender, Prahler. Scherz, 643, Gender. 

— «So mftsE ich sin mins ghts ein güäer, — 
Do beisohet der goldsmiiT, do der snider>. 
Conr. V. Daoki., v. 48t. — *I>ie peu^er nnd 
die rümer ir gfitea werck>. Goldin Spil, 59. 

— «Straft man ein Geitigen, so frenwt sich 
der Qäder; straft man den O&fer, so flrewet 
sieh der Oeitie*. Geiler, Narr., löO a. — «Jn- 
das verklagt dde Maria sie ver ein Oitäerin*, 
Job. 18, 6. Geiler, Ev. mit Dssl.. 179 -. - 



Ein Chirurg soll <nit sein ein güder oder ein 
weinsehlncbi, Brnnschw. Chir., 9 ■>. — (Al- 
wagea mfisz ein Sparer ein güder haben der 
es k&n verthnn>. Panli, 193. 

Oildfg, verschwenderiBch. — «Der ander 
Gesell vor dem du dich hüten soit, das ist 
der güdig OeBell». Geiler, Bilg., 183 b. _ 
«Die schelligen nnd die güdigen, wie wol sie 
elter sind denn SSV jor, noch sind sie in 
Versorgung der gesipten manfründ». Mnmer, 
Instit , dl •. 

OSdikeit, Ottdang. Verscbwendong. Ter- 
gendnng. — «Sie machent ans dem Wucher 
ein Interesse . . ., ans Frass ein Notdurft, 
ans G^ikeit Herrtikeit*. Geiler, Dreieck. 
Spiegel, A, 6 h. — «Es ist nit zu köstlich, es 
ist kein &&äung da nnd ist nit über dein 
Gut.. Id., Bros , 1, 97 «. — Schiff der Pen., 
109 b, steht ftllschUch Oeidikeü 

Gaffe, Stecknadel. — «Die Guffen mit den 
grosBen EnSpfen ... die halten inen die Ding 
zesamen.. Geiler, Brös., 1, 96 ». — «Sie 
kromen etwan ein Heller wert Ouffem. Ibid., 
I. 92 •. ~ «. . . mit gatdin t/uffen knüpffet«. 
Hnrner, Virg., K, 8 l>. _ <ir kleidung an den 
achseln fein — mit gülden guffen bnnden ein*. 
Ibid . E, 8 b. _ GolT, 276: -ftvicnlae. Hlfftle, 

Onft, maso.. Prahlerei, üebermuth. Scherz, 
576. ~ «Also lebt sie im gufte — Für lüber) 
alle wip uf erden>, Altswert, 134. 

Gagel, Kapatze, (higdbub, Qug^iU, Spott* - 
name für Mönche : «Frantz Schätzer von Eot- 
wit Doctor, MaaricÜ QugäfntBen Intimus... > 
Wimph., Contra turpem übellum PbUomusi, 
D. 5 ». S. anch Kugeihut. — <Der Altvatter 
nam die &ugd die er nff het und warf sie 
an die Brd>. Geiler, Geistl. Spinn, N, 6 b. — 
Die Lutherischen sagen, sie wollen «ein gri- 
men zan den tempelknechten, guckdbuben,' 
gleiHzner, zögen». Hnrner, Luth. Narr, 66. — 
«Die KeBbetHer und die gugdfriUen. — die 
ir Kappen dahinden spitEen, — und allent- 
halben laoffen, blitzen». Ibid., 33. «Münohs- 
kleider nnd guglen'. Blindenf., D, 1 b. 

Gnldin, golden. Scherz, 676. — «Min arm- 
bruBt und min guldin hörn». Oottfr. v. Str., 

1, 63. — «Die guldin vaa» des Tempels. Tau- 
ler. — «Daz geschirre, daz z6 dem alter höret 
(soll) guldin oder silberin Bin*. Clos., 17. Etc. 

— Das erste Zeitalter «was giddin, wann im 
an fang der weit, da waren die menschen 
guldin in minn nnd liebe>. Gnldin Spil, 6. — 
• S. Crisostimns der guldin mund>. Ibid., 16., 

— Etc. — lAurenm, guidi»'. Geiler, BrBs.. 

2, 21 b. .- (Ein guldin Eopff», Becher. Id. 
Ev. mit/üssL, 160*. — «(TuMim Blatten». 
Id., Has im Pf., e, 6 b. - Etc. — «Das 
gülden Ealb>. Brant, Nseh , 60. - Jeder will 
jetzt haben ein Wappen, «ein krönten helm- 
und guldin feld>. Ibid., 76. — «Die giddin 
weit», das goldene Zeitalter. Brant, Thesm., 
b, 4 ■, — (Armut . . . was genem der gülden 
weit». Id., Nseh., 80. — «Freiheit wont in 
der gälden weit». Id.. Freih. taf, 303. — 
Etc. — (Jopas ... ein guldin harpffen vor 
im trug.» Mnmer, Tlrg.. D, 1 b, — iAIs sich 
der gädin ast hie zeigt». Ibid., B, 6*. — 



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*£in gvldin pfeil Kose Thruier Und*. Ibid. 
n. 8 ». — Etc. 

Gfiltgfibig, Bynon. von zinebtr. — Dil 
RBmer machten •Britanniaiii zinSEbar und 
güügebig*. Bingm., C&Bai, S >. 

Oiun, Zorn. — <So da fluchest, 'crüt«st and 
bochest, . . . das iat nicht gestraft snnder 
gerächt, dn thnst allein dinem dum und Waten 
genug*. 6eiler, Ev. mit UbbL, 182 >. Frisch, 1, 
882, bringt das Wort mit pvtnpen Eoeammen. 
ich weiBB Dicht ob mit Gmnd oder nicht. 

Onmpen, ausschlagen, »pringen. — «Der 
jnnge Esel blitzet und gumpet*. Oeiler, Sv. 
mit übbI., 8 b. _ iWeleheE Kalb der Bauer 
metzgen vil. das lasst er blitEen ond gumpt» 
nff den Malten». Id., Snnd. des H., 18«. 

— Beschädigte Bosse «wenn man sie anrürt, 
so blitzen and pumpen sie*. Id., Has im 
Pf., D, 5^; Narr., 81&. — »On ünderlasB gon 
wir EU dem Tod, and wir tantEen, springen, 
jwmpm on tfnderlosst. Id. Narr., 128 >>. 

— iSollich blitEen. gvmpen and füllen (wie es 
bei den Kirchweihen Gebrauch ist; gebärt in 
die Harcnhüser». Id. Post., 1, 34 ■. — 
•Das gabelroSE wfird gwi^en, blitzen, — bis 
EQ dem für in grossen hitEen». Mamer, Nb., 
389. (die Oabel auf der die Hexen reiten). — 
Ein Liebhaber <mnsz pumpen and onch blitEem. 
Ibid., 237 ; Genehm . m, !■ — Wenn man den 
Esel «stnpfft, so gumpet er>. Hnmer, Hess, £, 
2^. — «... er sprang ond gumpet'. Pauli, 
160. — ', . ■ wie sie das aimnsen puinpm 
lassen nnd den armen das ir vorhaltem. 
Hedio,.Zehnden. B, 4i>. 

GonpoBt, Gnmm, Compost, compositum, 
franz. compote, Eingemachtes, bes. Gemflse 
für den Winter, Sauerkraut, znweilen anch 
Kraut überhaupt. Scherz, 578. - Den Frön ern 
von Ohnenheim gibt man im Hornang u. a. 
™mpott und zwei gerichte von mäse>. Ifi Jh. 
Weisth., 1, S3d. — Der Klingler des Qatleate- 
hanses soll «helfen den gvmpott sieden». 
Gotl.-Ürdn., 176. — <£in mmpeiUtang mit 
gumptlt. 1499. Inventar des Lndv. v. Odr. — 
«Brod, gumbt und käs>. Eichhoffen, 16 Jh. 
Weisth., 1, 686. — «Gleich als de man Com- 
pott in einem Fass bat, ist es das der nit mit 
Steinen beschwert würt, so achwimt es alles 
dorcb einander embor, also verdirbt er, würt 
ebnen schimlig and mag in die Leng nie gut 
bleiben». Geiler Selenp., 114^ — «Sie machen 
ans rotem ^mptwt ein Unsa, und maas jeder- 
man raten, was es sei». Id. Sünden des 
H,, 6 1>. — «Es ist ein Sprichwort, wer sein 
Frau lobt and sein Guntpett, der wer ir bei- 
der gern ab>. Id, Narr. 77 ». — Wahr- 
sager «die nff dem Nagel sehen und Gumpett 
Bletter doroff legen and Oel daruS schütten, 
und ein junger Knab, der mosa darin sehen 
und sagen was er sieht», Id. Brös.. 1, 19 >■. 

— «Boter gumpet: Uumer, Lnth. Narr., 34 
~- «Eappea, krant do man den guMpeit asz 
machet». Oersd., 69». — •Gumpest ist weder 
kranken noch gesunden gut». Fries, 40*. — 
«Ein gumpslbüttt. 1616. Inventar eines Wirtbs- 
hanses. Str. Stadt- Ar oh. 

Goll, 407 : «Vas olitorinm, Krantfass, Gum- 
postbm*. 



Ofinlike, Stolz, Hochmath. Scherz, 638 t 
•ffuitdich, favor. gloria». Schmeller, 1, 930: 
tOünlicheit gloria'. — Die erste HaoptsSnde 
•heiEEOt Qpi^u gütitichti*. Bihteb., 31. 

Oflnnen, gönnen, — «Es seind etlieh JUnner 
die guttuen iren Weibern alle Frend». Qeilar 
Narr.. 77 a. Etc. — Sehr oft bei Brant nad 
Hnmerj ich gan, präs. indicat. — TuitaJw 
leidet Hunger und Durst, «das schafft, du er 
im selbs nit j7<m». Brant, Nsch., (if, — «leb 
hoff ich sy ein erenman, — so lang mir gott 
derselben gant. Hnmer, Schelm, a, 3*. — 
•Soliche reden nimmet an — der den Schwitzen 
Übels gaH>. Id. 4 Ketzer. Torrede. — Eto. 

Gttiin«r, Gönner. — Er suchte «wo er ir 
gnte güimer wiste». Uamer, 4 Ketzer, L. 4 k. 
— Etc. 

GÜDB. — Ein Priester stieas eine Frsn «QB- 
der Bintburgetor abe dem gimaxe in die 
treneke». IMd. Heiml. Buch, fo. 2. Auch KSn., 
Beü., 1019. 

Im Oioesar zn Kün., 1101, steht: •Gilait$t, 
dasselbe wie giesse, d, i. fliessendes Wasser. 
Bach?» Das kann es nicht sein; wäreofiMsso 
viel wie Bach, so hätte der Priester die Fran 
vom Bach in die Tränke gestossen; die Trinke 
ist aber nichts anderes als eine Stelle des 
Baehs; also: vom Bach in den Bach! üeb- 
rigens ist hier vom Bintsütergraben dieEede, 
den man nie Giessen nanute. 

Gnnsel, ajuga reptans. KirschL, 1, 6S3. — 

• Goldiu gunsel'. Branschw., Dist., 66l>. — 

• Gnlden gunUd: Gersd., 90*. 

Gilnsteln, Gunst erweisen, schmeicheln. — 

• So haben sie jnen erst daren pOnstebt, sie 
angericht, sie gelobt» . . . Zell, z, 8t>. 

Gnrgeln, dnrch die Gnrgel fliessen mit gur- 
gelndem Ton. — Es sind der PfafFen «Käler 
al vol wein, ~ der würt unsz gurgimt sösz 
hinin». Harner, Luth. Narr, 97. 

Gurre, fem., geringes Pferd, fig. schleehtes 
Weib. — «Do starp die alte gurre*. M&rleii, 
18. — «Anders ist es mit den scUefthten 
Aekergturen, mit den magern Bösslin», Geiler, 
Schiff der Pen., 10 ». — «Es ist gewonlioh 
man die Acktrmirren lasst weiden on ein 
Zanm, die andern köstlichen Pferd, die haben 
Zäum an». Id., Narr., 112 >. ~ «Es ist der 
herr wie der knecht, gani als ^rr». Brunt, 
Zehnd., c, 4 '. 

Goll, 349: «equa, merre, Stmth, Swrr». — 
Sobmeller, 2, 68, führt aus einem Tocab. ven 
14S9 an tGwT, lancinus, vidis equos». In 
Baiem wird das Wort auch für liederliche 
Weibsperson gebraucht, ebenso Euweilen bei 

IS. — Schmid, 260. 

Gusel, geil. — «Schrepfft hindan das böse 
blat, — das ach so ^usel machen dnt». Hni^ 
ner, Bad., F, 1 <>. ~ Sie halten den Teoftl 
<^r den besten frünt, — darumb sie also 
gutel seind». Id., Luth. Narr, 44. 

Giiteler. — Es war «eine gar riebe, schöne, 
wolgefrnndete jnngfrowe in derselben stat, 
die was eine güeUrin, nnd ging vil Eft bre- 
dien und zft messen». Nie. v. Basel, ms. 

Gnten, wohl thun. Scherz, 680. — «Kars 
rede von gbten minnen — Die gitel gftten 
in». Gottfr. V. Str., 1, 26a 



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161 



Gntsche, franz. conche, Rohebe«. — «Er 
ligt am Obent noch dem Esaan uff der ffui- 
echm nnd ruweC>. Geiler. Ev. mitVaal., 106 b. 

6Dtt«]ec1it. ein wenig gut. — «Wenn ein 
Siecher Tschlofen mag, so spricht man, es ist 
ein wenig gutleleekt nmb in worden». Geiler, 
Post., 2, 93 ». 

Gfitterlin. kleiner Gutter, Krog mit einem 
Hals, Fläechchen. — «Ein miigel, ein gütter- 
Un oder ein kmse, oder was trinkgeachirre 
es ist . . ... 1456. Gold8chm.-ZQnft, 36. — 
<Die Salb thut es auch nit, snnst wan sie 
[die Hexe) ein Gütterlin salbete, dasaelb für 
anch darvon». Geiler, Emeis, 54 ". — Noch 
im Oberrhein üblich, 

Gntterolf.GefasE mit engem Hals. Sohmeller, 
1, 96). — -Ein gutterolf glaez, den gemeinen 
leuten wol bekant>. Brunschw., Dist , 13 a. 

Gotthat, Wohlthat. — <Es sol ein danck- 
bar Mensch sich erkennen das er Gutthet ' 
empfoogen het>. Geiler, Narr., 1S3 b. _ ,. . , : 
das er gedenckt der Gutthäten die im Gott 
hatt bewisen». Id., Post., 2, 7 b. — Etc. 

GntthKter, Wohlthäter. — «Die TMer er- 
kennen irc Gutthätert. Geiler, Narr., 128 *>. Etc. 

Gatthagig, wohlthäCig. — tBenignitas, gut- 
Ihttgig . ■ .; wer den andern Ueb hat ... er 
thnt auch gats dem den er lieb hat, darumb so 
kan ich ea nit bass tütschen denn gutthugigt 
Geiler, Brös., 2, 38 a. 

Gntz, Gntzerei, Bettel. Vergl. Scherz, 583. 
— «... das die armen pfefilin nit off dem 
gut£, uff der finantz. nff dem raub durfften 
sitzen . . .-. «Wer meinstu der anders 
dacht hat die vil stempeneyen. die gutzereyen, 
weder allein die hungrigen prediger ?> Zell, S, 2». 

Gntzen, betteln. — Beiche Abteien sollten 
den Bettelmönchen von ihrem Ueberttoss mit- 
theilen, «das sy des guUma nit mer bedürff- 
ten>. Zell, H. 3 ". 

Gwelle, Welle. - «. . . Etlich öwdfen und 
Wassertropfen die da kommen in das Schiff 
so wir die Löcher nit verstopfen. Nimm sam 
ersten die Gweüta der Todsünden.. Geiler, 
Sthiff der Pen, 17 b. — ... - die Gvieüeti des 
QDgestümen Ueies . . .>. Id., Bilg., 60 a. 



Habe, fem , Hafen, Scherz, 585. — <Sus kert 
er wider zt der hohe -~- Da er Moroldes schif 
da vant.. Gottfr. v, Str . 1, 99, Etc. 

Haben, halten. Scherz, 585. — Welcher 
Fischer «fürbasaer bevohen wil, der sol haben 
an dem Veitwerde.. 14 Jh. Alte Ordn., B. \i. 
~ Die Feinde kamen von Strasabnrg «nnd 
Attintt ginesite der ketzergrnben>. Kon., 817. 

Habergeis, hohler brommender Kreisel. — 
Wer Gott «flieht ein ströin hart — and spilt 
im der Itabergeiat . . .• Hnrner, Hüle, A. 2 )>. 
Spruch wörtliche Redensart. Erklärung mir 
nnbekannt, obgleich man deren Sinn versteht. 

Habem, Hafer, Scherz, 586. — «Ein vier- 
ling habent'. Dossenheim, 1S83. Weisth., 5, 
449. — «Jede hftbe sol geben zwene sestere 



habem* Sigolsheim 1320. Ibid., 1, 665. — 
«Howe, hoömi nnd ander f&ter was türe>. 
Eon., 694. Etc. — «^^iemans der weder hengst 
noch pferde hat oder zühet, soll habem in 
diser statkouffen wider zft verkouffen». 1491. 
Alte Ordn, B, 28. Etc. — «Avena, Hohem*. 
Gersd., 89 «. — tBaber ... ist ein speisz der 
thiere und nit der menschen.. Fries, 38 b. 

HSberin. S. Hebrin. 

Habersack — «Wenn sie dem gouch bereit 
den disch — und hat im hertzspis druff be- 
reif — ist es dann als man mir das seit, — 
denn ich sin hab gar kein bescheid, — so hat 
die selbig spis ein gesohmack, — nnd ist wit 
über den he&rensaek'. Humer, Genehm-, k, 4 >. 

— «Wil es dan je beschworen sin, — und 
hilfft auch weder guck noch gack, — ao sing 
ich nit den habersack: Id., Luth. Narr, 22. 

Man sieht ans Fischart, Garg., 36, dasa der 
Hobertack ein obscönes Lied war. Wenn Mur- 
ner auch in der Stelle der Geuohmatt auf 
dieses Lied anspielt, wie wohl anzanehmen 
ist, so ist dieselbe noch obscöner. 

H&big. 3. Hebig. 

HSbigkeit, Kargheit. — «Kargheit, Z&he 
und Hähigkeit, die ist wider die Geidikejt*. 
Geiler, Schiff der Pen., 109 b. 

Hacker, Rebmann, vom Hacken des Wein- 
bergs. Schmeller, 1, 1048. GoU, Onomast.. 58. 

— Der Mönche Fasten ist «allein ein later 
nasenspiel; das das sie fisch fnr fleisch, und 
uff einmal fressen, ein häeier hackt zwen tag 
Weingarten darbei,heissen sie gefasteti. Butzer, 
Weiss., d, 2 t). — Schwere Speisen sind nur 
gut «den trSschern und hackem: Fries, 32 b. 

Hader, Trödel, Lumpen. — Geiler, Fred. u. 
L., 45 1. S. die Stelle a. v. Gimpdmarkt. — 
«An demselben Qankel spinst du zimlich, nn- 
glUckhaftig Hadern und Kiichinlumpen». Gei- 
ler, Geistl. Spin., I, 3 b. 

Hadermetz, zänkische Fran.S. Hederlittkut. ~~ 

— «Es feit selten wenn man zu einer Frauwen 
spricht, sie sei ein Hadermete, es ist etwas 
daran das sie zenckig ist». Geiler, Er. mit 
ÜBsl., 16 > ; Sünden d. M., 40 b. 

Goll, 31i!. nimmt es anch als masc: «Yitili- 
gator, Hadermete, der gern zanket and hadert». 
Ebenso schon bei Frank. Sprichw., 1, 35 b. 

Hafen, Topf «Erin hafm lebes>. Herrad, 
186. - «Fünf eren hefen*. 1427. Tucherzunft, 
34. — Der Koch sass «obe eime hafene mit 
mftse in der küchin bi dem füre». Nie. v. Ba- 
sel, 129. — «Der locherehte hafe durch den 
die louge gegossen wurt». Heinr. v. Offenb. 

— Der Meier soll haben «schussele und löffel 
und einen Afl/en.. Metzeral, 15 Jh. Weiath., 4, 
19R. Etc. — «Von eime wagene mit hefenen, 
do git ein wagen ein hafen*. (Zoll). 14 Jh. 
Urk-, a, 210, — tHäfen, kessel darin man 
kocht». B&thselb., o, 2 '. — «Ein hafen ge- 
dolben ... in eim omeiszhuffen>. Brunschw., 
Dist., 60 b, — «Conficior dise stuck under 
einander in einem newen hafen>. Gersd., 29 a. 

— «Der haf mag den hafner nicht fürdem 
zum veraton oder reden . . .> «Der hafner vor- 
kaufft sein hafem. Butzer, Dass Niem., a, 2 >; 
2 b. _ «... die gessen band das fleisch meines 
votcks . . . und band zerbrochen jr gebein nnd 



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verschlagen wie in eim irta hofm and wie 
Oeiachin mitte dea ha^' (Uicha 8, 3). Wonn, 
BsUam, b, 3 '. — *Die fttitchhäftn bei den 
Eoptiein». Sappl., A, 2 a. 

Hafenreff, Hafenkorb, Gestell Eum Aufbe- 
wahren der Töpfe. — «Als ob man das Einn 
in ein Hafenreff hiengi. Geiler, Navic fat., 
B, 7 B. — Ein Glaa <in ein hafenreff* setzen 
an die Sonne. Branschw.. Dist, 13 1>. _ «Ver- 
deraptfte haffenreff' (ironieoh). Fries, 16 ". 

Haft, verpflichtet. Scherz, 688. — Ein 
Schuldner erklärt, er sei fdr das empfangene 
Kapital 'iMft worden reht wer 2& Binde gegen 
mengelichen». 1319. Heg. C. 42. Etc. 

Haftung, so viel wie Bi&ng. ScherK, G8d 
Seigneurs et vilUges, 1 1. — <Ein matte, heisset 
die haftungf. Weyersheim, 13 Jh. — «In der 
hafftungei. Geiapolsheim, UBO. 

Ha^elecht, dem Hagel anBgesetKt. — «Ein 
hagdeiAter Weg». Geiler, Bilg., 59 «. 

Hagelkoch erin, Hexe die Hagel macht. — 
Geiler, Geistl. Spinn., 0, S *, — Vergl. Emeis, 
44 b; 55*', sowie den HolEBchnitt 36 1>, wo 
drei Hexen Töpfe in die Höbe halten, ans de- 
nen Begeu and Hagel emporsteigt. Merkwürdig 
ist der Ausdrnok Hagel kochen ; bei Grimm, 
Hythol , 615, findet sich nichts, das ihn er- 
klären könnte. — Körner, Nb., hat Hagelaieder, . 
nnd : «Alte Weiber sind so blind — das sie 
Hertzenleid nnd Schmerzen — fogeut zd eim | 
gantzen Land — dem sie den Hagel gsotten \ 
hand*. 

Hagel Bchlecbtig, vom Hagel lersohlagen ; 
flg. nnbranohbar. — «Das allernngliickhaftigHt 
(Xind) das wir nnmmen haben, das do hagel- , 
achlethtig ist, knoderechtig und hofferig, das 
selb gehent wir Gott dem Herrn heim>, thnn 
es in ein Kloster. Geiler, Post., 4, 30 ». — 
Obst das <klein, steinig, fanl, >uigel9ehiechtig> 
ist. Djal., B, i «. 

Dasjpodins; tSageltiMeehfig, i&a vom Hagel 
geschlagen ist, grandinatasi. In der Schweiz 
neisst hageUdüäthtiga Obst solches, das hart 
nnd nngeniessbar ist, nnd ein hagelichläcfUiger 
Mensch ein roher, grober Hensch. Bei Geiler 
ist es im Sinn von nnbranohbar. 

Ha^n, masc. Stier. Scherz, &90. — «Ein 
vaseinnt nnd ein vaselschwin, das ist ein hagen 
und ein eben. Herlisheim, 134B. Bnrckh.. 313. 

Hagen, TerbageD, hegen. — Ein Jäger 
durchzieht alle Orte <do man verhag, wart 
und versteck; — mancher verschcicbt me dann 
er jagt, — das schafft er hat nit recht gehagt'. 
Brant, Naoh., 73. 

Habe), Hohel, masc, Hacken an dem der 
Kessel Über dem Feuer hängt. Leier. 1, 1144, 

— (Ein haheU. 1499. Inventar der Küche des 
Lndw. V. Odratzh. — «Ein hohel: 1432. In- 
ventar der EQche der Metza v. Lichtenberg. 

— 'Ein hohtl' in der Eücbe der Tucheratube. 
1427. Tacherzusft, 34 (Im Brnckfehlerver- 
zeichnias wird ea durch Hobel verbessert !). 

Häl, achlüpfrig, nicht trocken, bloa, nackt. 
Scherz. 594. — ^HaeU, lubricuB>. Eerrad. 193. 

— *Ein niiwe geboren kint iat hei nnd krank», i 
Nie. v. Basel, 268. — «ünder der Aden hant | 
(ist man) reht als ain geschunden kautz>. ' 
Qaldin Spil, 63. — dr weg sol werden finster 



und häl: Naebtigall. Psalter, 8^. — «Welche 
solch demütigkeit aod armot nit erzeigen . . ., 
wiirte hiä umb aie ateen». Wurm, Trost, Sb. 

Halber, halb. — «Ea iat kein böaers Ej, 
dann das häCber gebrütet iat>. Geiler, Eas im 
Pf., a, 4 >. — «Da sprichat ... ich ker auch 
alle mal mein Hertz zu Gott. Ja, halbtr. ein 
Handt hast da doben, und die ander ^ndt 
hieniedeD>. Id., 3 Marien 16 ■. — (Mancher 
der liesz sich AoKer acMnden — nnd im alle 
viere mit aeilen binden, — das im allein ging 
gelt daruBZi. Brant, Nach., 68. — Einen 
achlecbten Tater wünschen die Kinder den 
Tod. «doch im geschieht wol halber recbt>. 
Ibid, 86. — «Per brnder was i^ier AoOcr 
tot>. Murner«^ Ketzer, c, 4 >>. — Mne Frau. 
die ihre Ehre^ vergisst «ist mer dann halber 
tot>. Id., Nb., 236. ~- «Als ich . . . müsst schon 
halber bettlen gon>. Id., Geacbm., j, ] b. 

Halbpferd, Manlthier. — «Hengst pferde 
oder htObpferde: 1323. ürk.. 2, 183. — In den 
e-Bäaaiachen Weiathümem hetast es oft. der Herr 
oder aein Vogt komme zu einem Ding mit 
dritthalb, siebenthalb, achlhalb, etc. Hoss. 
I Zöpfl (die Dingböfe, Heidelb. 1860, S. 141) 
nimmt Halbross für eqnns caatratns ; es ist 
I aber ein Haulthier. Im Weiathum von Breuach- 
I wickersheim wird ausdrücklich geaagt. der 
Vogt komme «mit nünthalp rose, da« ist mit 
lacht rosaen nnd eim mnlei. Grimm, Weisth., 
I 1, 718. 

I Halde, fem., Abhang eines Berges oder 
: Hügels. Scherz, 695. — 'Halde, clivas». Her- 
rad. 180. — «Ein holden stapft er hin m tal>. 
Gottfr. V. Str. 1, 126. — «Do ich kam die 
' holde abe . . .> Nie. v. Basel, 333. — «An der 
holde: Feldname, sehr oft. 13 Jh. n. f. 

Halde, für Halt, Hinterhalt. Scherz, 601 : 
insidiae. Schmeller, 1, 1100. — Der Herzog 
floh nnr dass «er dem kunig ein haUie abgt- 
wan>. CloB. 61. 

Haie, fem., die äussere Hülse der Nasa. 
Benecke, 1, 676; Verheimlichung. — Sehmel- 
ier, 1, 1074. 

Haller, Heller. Scherz, 696. — «Von d^n 
geladen karriche drie Schilling AoUer* (ZoUl 
1322. Als. dipl. 2, 128. — Mau gibt einen 
Armen «vier haUer oder sehsse> Taaler, 464 
(79). — «Nüt eins hallen wert.. Nie. v. Ba- 
sel, ms. — «Ealtau ist ein Arm von dem 
Rein and lanfet ob der Stat hin geen Saat 
Arbogast, da man ein EaUer gibt Aber za 
faren und wider herüberi. Geiler, Ev i 
üssl. 319 K — Ott anch Helkr, z. B. I 
Narr. 6Ü b. — <, . . cb man uns tiimmer 
haüer git>. Hnmer, Schelm., b, 3 >. — «1 
weit ich nit ein haäer geben — am die ^ral . . 
Id. Nb. 174. — «Wenn jeder nur eia haller 
leit, — so wolt ich ein vermiegen haii>. JJ., 
Müle, F, 1 a. Etc. — An andern Stellen bat 
Id., Heuer. 

Halm. Scherz, 698. — «After haltHe and 
howe», nach der Korn- und Heu-Ernte. Gru- 
senheim, 1830. Weisth. 1,674. — Können die 
Mönche meine Gründe widerlegen, so «will 
ich jnen den höhnen geben*. Wurm, Trost, 34 •. 

Halmen, Korn bauen und ernten. Sehen. 
18. — Lehnsleute, die ein Qat «vormoU be- 



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sesita, geBnitten, gehowet Diid gehalmet het- 
tenl . . -> 1007. Beg. A, lo9. — -Wer ein 
giüt howet and Aoltnet, das in den dinghof 
msel . . ■> Dontzenhcim, 14ü8. Weisth, 6, 
471. Etc. 
Halsberg. mEisc., Panzer. Sehet!:, &99, 600. 

— Einem Verwnndeten «daz fleiBch und da,t. 
bein— dnrch boeen and dDrch&aI«6«reaehein>. 
Goltfr. V. Str. 1, 97. Etc. — Ritter Joh. Han- 
wart vermacht dem Bitter Conrad Eoyer Bei- 
nen • meliorem halteberg*. lä04.S. Thom. Arch. 

— iTasten oder vaehen . . . oder haUberge 
tragen» (als BuBsübang aaf der btossen Haut). 
Taster, 129 {26). — <Sü habent herinhemde 
angetragen nnd katsberge, and alse vil gevas- 
tet>. Ibid. 466 (80). 

HalBen, Heilsen, nrnhahen, um armen. 
Scberz, 600, 648. — Sie 'kasBete mich nnd 
heüifte mich>. Nie. v. Basel, 2Sü. ~ <So vart 
des menBcbcn Bele ei^ heiUi:n und ein ambe 
vang von dem vatter» Id., ms. — «Darins . . . 
hielt Alexandrnmi. Ki3n. äL>9. — Aussätzige 
sollen Gesandenicbt <aii)bevobeii. Anisen noch 
küsBen>- Qotl. Ordn. 161. — Eine Mutter hat 
ein Eind, ibIs heUsttt, trnckt e» an irfiroBt». 
Qeiler, Emeis, m, 6 «, — Sie «wolt in nmbfa- 
hea and haUen*. Paali, 107. Etc. 

Holsberr, der HalBgerecbtigkeit über aeine 
Eigenleote hat. ~ <E!in eigen Mann mnss thnn 
waa sein Batsherr villi. Geiler, Post. S, 33 a. 

— (Vor allen Dingen sol er . . . Gott er- 
kennen ala seinen Schöpfer and Ealsherrent. 
Ibid. 8, 81 b. — .Ein eaelman oder ein andrer 
hanotman oder haluhtrri. Adelphus, Barb, 
.11 b. 

Halsslahen,, act , einen an den Hals Bchla- 
gen. — «... also das er (der Teafel) mich 
haUtlahe in anvebtender bekomngBn>. Nie. v. 
Basel, 87. 

Halsstarek, aas halsstarrig zusammenge- 
zogen — Wer ao «mfitwillig und haimtarck* 
wäre, dass er einem Gebot Kuwider handelte., . 
15 Jh. Alte Ordn., B. 28. — < ... in seinem 
nintwillen A<ii[«^g(arc£ machen». Mnrner, Adel, 
B, 3 b. — Liebe macht thaigstarck>. AdelphsB, 
Mörfn,2 *■. — «Bei den hahiitctrien biUFet keine 
Terantwortnng . , , Sie werden ;e mer and 
leoger haUKtärckef. Brunfels, Anstosa, 13 \ 

HaUstttrken, halsBtarng machen, — Sor- 
gen dass die <nit gehtüituirckt werden, welche 
vermeinen das Evangelinm mit dem scbirert 
D&nrichten», Brnnf,, Anstoas, a, 1 b. 

Halaatreich, Schlag an den Hals, Backen- 
Btreich. Scherz, 600, — «Die backen- and hdU- 
ttreieh» die Christus empfing, Gebete, lö Jb. 

— «Der Salutreich würt binden zorüok ge- 
ben, über den Nack her». Geiler, Passion, 
49 b. — tpie mit dem Hand bekennen Christum 
.,.nnd doch mit den Wercken verjengnen . . ., 
die geben dem Herren die Salutreich'. Id., 
Scbiff der Pen, 88 ^ ; Narr. 0ä » ; Arb, hnm. 
61 1>. — *Ton tudutreich. spüwcn, geschach 
im we>. Braut. Rosenkr Waok. 2, 1C99, 

Halflsacbt, HalBweb. — •. . . ob dich die 
BaUnicM oder Eelengeswnlst des Frass und 
Püllerei bekümmert». Geiler, Passion, 11 b. 

HaltoBg, etwas das gehalten wird, Sitte, 
Qebraacb. — iDorumb hatten aie besnndere 



Gebot ovi Ealtutigen> Geiler, Post. 3, 106 <>. 

Etc. 

Harn, Hamm, masc, Schinken. Scherz, 601; 
engl. Aom. — Am zerlegten WiBeschwein lässt 
man •diehamen an den siten». Salzmatt, 16 Jh. 
WeiBth,4, 136.— tEinrückgrotdnrchein wilde 
sn, — und umb die bruat und umb die hammen, 
— so schrib mir achthalb Schilling zfisam- 
men». Conr. v. Dankr., v. 43'*. — «Wie ein 
Metzger ein Schwein bei dem Hamen zu der 
Metzige füret». Geiler, Selenp. 88 &. — «Die 
Hammen benckt man in den Raach». Id., Arb. 
hnm. 131 >. — «Sie werden gon geen Ba- 
prechtsaaw oder gen Schilcken oder anderswo 
uff die grünen Eeidett, Hammen zerlegen and 
Sehweinehammen easen, disem Hochzeit ze 
eren» (Anffahrtstag). Id.. Narr. 109 b. — «Es 
lügen die Buben das man Hammen darbei 
sengt». Id., Emeis, 34 ^. ^ «Anff den anffarts- 
tag zerlegt man die hammtrtt. Bntzer, Neuer., 
0, 1 K. — «Sie band gelogen, das man möcht 
hammen darbei sengen». Zell, R, 3 >. 

Gull, 424 : «Perna, der vorderschweinene 
Hamm'. Noch beute in der Schweiz gebr&ach- 
lich. 

Harn, masc, ein Feldname. Niederdeutsch 
ist der Hamm ein umzänntes Stück Feld. 
Schmellcr, 1, 1106. Ist dies auch aufe Elsass 
anwendbar? — «In dem ham*. Hindisbeim, 
1318, Limersheim, 14 Jb. — «In dem ftamme». 
Nordhaasen, 1808. Diebolsheim, ISaS. — «Pra- 
tnm dictum der hammei. Sermersheim, 1413. 

Hamen, Fischernetz. — «Ein i^wcAAommcn 
oder garn». Eäthselb., b. 2 ». — «Du wilt 
Fiach vohen mit einem güldenen Beren oder 
Hamment. Geiler, Bilg. 196 K 

8. Frisch, 1. 407. 

Httmmcn. mit dem Hammen fangen. — 
«Wen der Tüfel also hemmet mit dem Ham- 
men, der kumpt kam darvon, er greinet, er 
grnmpt, wintzlet, thnt selten gut». Geiler, 
Arb, bum. 64 b. 

HKmmen, eig. einem Thler den Fuss (den 
Hamm) aufbinden, am es am entlaufen zu 
hindern; dann überhaupt am Gehen verhin- 
dern. — «Wenn ein Pferd ledig wirt von 
I dem Barn . . „ nichts destminder kegt im 
die Halfter hintennacb. und mag leicht hämen, 
ao fachet man es wider». Geiler, Geistl. Spinn., 
M, 3 b. 

Handelbar, Handaam, das franz. maniable, 
etwas das sich leicht behandeln, gebrauchen 
[äsBt. — (Was ist es nun das diae Liebe in 
dem Menschen kreftiget . . . und handeB>ar 
machet? . . , Wiltu nnn eine soliche . . . 
hantsam« ausbereit Lieb überkommen zu Got 
deinem Herren, Bo behalt seine Gebott ge- 
truwlicben». Geiler. Selenp. 10 b; n ». 

Handeln, mit den Händen betasten. — Die 
Aussätzigen sollen die von den Leuten von 
Scbiltigheim nach Strassbnrg getragenen Ess- 
waaren «nit beknotzen, handeln noch anrUren». 
Gutl. Ordn. 158. — Es nahm einer ein glü- 
hendes Eisen, «er hfip es uf nnd liandeite es 
wie er wolte». Märlein, 28. 

Haftdfan. S. Hatüfane. 

Handlich arbeiten, Handarbeit treiben. — 
«Wolt Gott das diss wol waruemen etliche 



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PerBonen, die nnder der Qestalt Gott and der 
Andacht anznh&ngen, nüt handtUeh würcken 
w611en>. Geiler, Eechengr., D, 1 ». — 'Handt- 
iiehe Arbeit». Id , Pred. n. Ler. Sl^b. Etc. 
Handwirknng, Uebersetmng des Wortes 
Chirurg. ~ (Cbirargis, das ist Hantwirthittg 
in der wnndertziiie>. Brunschw., Chir-, a,2b. 

— Gerad., 19 ». 

HandE wehet. 8. Ztoehd. 

Hanekrot, masc , das Krähen des Hahns. 
Scherz, 602. — <Znm lumekrott. Strassb. Eans- 
name, 1398. 

Han^sen, Hengisen. Scherz, 650. I.Wage. 

— <Bin hangisem. unter dem Eüchenger&the 
der Hetza v. Lichtenberg, 1432. — «Zum 
hangiitH'. Strassb. Haasname, 1405. 

2. Sangiam, Hengiiä, der Beamte der die 
Wagen, Gewichte etc. üh erwacht, was an- 
derswo der Heimbnrge. — Der Abt von Münster 
hat das Recht <in der statt Tüiekheim z& 
setzen . . . seinen }tti>geiaen>. 1SI3. Als. dipl. 
3, 107. ~ «Der Schultheis böI setzen weibel 
and hengiaä'. Türkheim. U Jh. Weisth. 1, 
207, — «Der hmgysü hat das recht, das er 
alle kommesse und wiameHse selgen und 
zeichenen sol>. Münster, 13S9. AIb. dipl. 2, 164. 

Hantfane, masc, Handtuch, bes. das Tnch 
dessen sich der Priester bei der Messe be- 
dient am die Hände abzutrocknen. Scherz, 
610. — tSantfane. mantile*. Herrad, 18ä. — 
<3 4 amb ein sohindelladen die stolen und 
die kandfauen darin zft legende». 141S. 5. 
Thom. Fabr. — Claas Eochersberg vermacht l 
der Kapelle der Outleate a. a. <alb, humeral, 
stol nnd Aani/an». Gutl. OrdB. — «Der Prie- 1 
ster, angethon mit der alben, stolen und Aanl- 
fimt. Gebete, 16 Jh. — «Ein riemen, des end 
haben sollen zusamen gehefft sein, hat er (der 
Priester) an den linken arm müssen henken, 
nnd hat geheisson der manipel oder das 
hcmätfan'. Putzer, Neuer., Q, 'i «. 

iHantveste, chirographum, Privilegium». 
Herrad, 188, 19:', Urkunde. Scherz, 605, 610. 

— Bischof Berthold Hess ein neues Siegel 
machen und verbot den Gebrauch des alten; 
da wurden «etlich lüte zwivelhaft, ander welem 
ingesigele man solte Aanlw»f«n versigeln; des 
kam die etat überein, under welem ingesigel 
handvettan gemacht wiirdent, so soltent sü 
kraft bao». Glos. 139. 

HaDtfesten. 1. Durch Handfeste, eigen- 
händige Unterschrift, bestätigen. — Die Strass- 
bnrger Bürger, «versehen und gehantfesttt mit 
friheit ...» 16 Jh. Briefb. B. 

2. Festhalten, handhaben. — Die Schöffen 
von Orendelbroch schwören «die recht . . . r.ft 
behalten und zh handfeftet». 15 Jh. Weisth. 
6, 415. — Der Ooldsohmiedemeister soll 
schwüren, <«as stück und artickel in disem 
b&ch Stent, jtft halten and z& hantfesten*. 
1466. GoldBchm.-Zanft, 80. 

Hantger, adj. — In dem Memorial des 
Orünen-Wörths sind Bilder <umbe daz das 
b&ch desto hanigeter si». Briefb. (Gottesfr., 
Copie.) 

Hantgift, fem., Geschenk. Scherz, 607. — 
Zu Weihnachten wird jedem Pfleger des Spitals 



^r sein Gesinde gegeben «b seh. zfi hantgift*. 
1466. Alte Ordn.. B. 28. 

Hantlangen, Handreichung thnn. Hente bei 
uns erhalten im Wort Handlanger. — Der 
Kaplan der Gatenloate soll einen Schüler 
haben <dei ime diene, hantlenge . . .• OatL- 
Ordn. 196. 

Hantqnehel.Hantzwehe), Handtuch. Scherz, 
61ü. S, auch Zweliel. — «Ein hantguekel* dem 
Joh. V. Amarin gestohlen. 1300. Cod. dipl. 3. 
Thom. - 1322. Urk. 2, 164. — .7 eleu 
halpdfiches zi einre hantuehdn: 1416. — 
<3i|t seh. S ^ umb ein handqwehel: 1430. — 
«Zwo Aanti[t0«Ahnzfl veschen». 1482. S. Thom. 
Fabr. Etc. — «Wies hantewelem . 3. Lnkart. 
1364. Hohenrodern. 15 Jh. Weisth. 4, Sa. 
113. Etc. 

Hantseln, mit der Hand berühren, streicheln. 

— iMansuetUB, quasi manu ossuetas, der sn 
der Hand gewenet istMind lasset sich hanUd» 
und anrären als ein zam Tier». Geiler, Selenp. 
97 a. — .Ob du' dich selbst an deinem Ge- 
burtglid nnzüchti glich angeriert oder ge- 
hantelet hottest . . .• Id., Dreieckigt Spiegel. 
FF, Ib; Arb. hum. 9 b. 

Har. Hör. neatr., Flachs. Scherz, 614. — 
•Bor, Unnm». Herrad, 181. — 'Dm hargarten». 
Meistrazheim, 1299. Nordheim, 13 Jh. Ergen- 
heim, 1851. — «An dem guldinAor*. Küoheim, 
1404. 

HBren ? — « , . wie ein hären vol vögel 
ist» (Jerem. 6, 27). Wurm, Bai., b, 3 b. (Lather : 
Vogelbauer.) 

Harfen, Harpfen, die Harfe spielen. — Sie 
können «lateu, harfen, gigen. singen». Mamer, 
Nb. 28. — «Sie karpfft mir von dem krieg 
einmol». Id., Genehm., p. 1 a. Etc. 

Harnafch, Harnesch, Harnisch. Scherz, 615. 

— «Si gewannen AanwscA und gewant». Gottfr. 
V. Str. 1, 64. Etc. — Jeder Bürger «sol haben 
einen gflten AomascÄ». 14 Jh. Alte Ordn.. B. 
13. — Jeder Zunftgenosse «sol haben sinen 
gantzen hamesch'. 139b. Id. Etc. — Ein tri- 
ger Bürger «wjl sein Hamasch and Bantzer 
herfürsuchen, das leit hinder dem Offen und 
ist rostig -worden». Geiler, 8 Marien, 36 ■; 
Narr, 16011; Bilg 165 b; 198 b. — «Ein hoffer- 
tiger and neidiger Mensch ist bald in dem 
Sarneedi', ist bald erzürnt Id., BrSs. 1, 53 ■; 
Narr. 187 ". — Es war ein K*önig «und soff 
ein Mal