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Full text of "Frisk"

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GRIECHISCHES 

ETYMOLOGISCHES 

WORTERBUCH 

VON 

HJALMAR FRISK 
BAND I: A— Ko 




HEIDELBERG 1960 
CARL WINTER • UNIVER SITATS VERLAG 



Alle Bechte vorbehalten. © 1960. Carl Winter, UniversHateverlag, 

eegr 1822 GmbH., Heidelberg. Fotomechanische Wiedergabe nur mit 

ausdrucklicher Genehmigung durch den Verlag. Imprime en Allemagne. 

Printed in Germany. Archiv-Nr. 3180 

Satz und Druck: Hubert <fe Co., GOttingen 



Yorwort zum ersten Band 

Die vorliegende Arbeit will das sein, was der Titel besagt: 
ein griechisches etymologiscb.es Worterbuch. Es ist kein 
indogermanisches Worterbuch nach griechischen Stichwortern. 
Worter aus anderen Sprachen sind mithin nur in dem Umfang 
herangezogen worden, in dem sie fur ein richtiges Verstandnis 
ihrer griechischen Verwandten in Betraeht kommen. Dem- 
gemaB wurde nur solche Literatur angefuhrt, die fur die Er- 
klarung der betreffenden griechischen Worter von Belang ist. 
Das Schwergewicht wurde dabei auf die neuere Literatur 
gelegt. Von alteren Arbeiten sind nur die wichtigsten angefuhrt; 
fur weitere Angaben wird grundsatzlich auf die Arbeiten von 
Boisacq, Walde-Pokorny und Walde-Hofmann mit ihren aus- 
fiihrlichen und bequem zuganglichen Bibliographien verwiesen. 

Der Raum, der durch die Beschrankung der Literatur- 
hinweise erspart wurde, ist einer kurzen Ubersicht der Wort- 
bildung zugute gekommen. Die Annahme diirfte berechtigt 
sein, daB eine solche ttbersicht, bei der nicht wenige morpho- 
logisohe und semantische Einzelfragen gestreift wurden, 
namentlich die klassischen Philologen, an die sich dieses Buch 
auch wendet, interessieren wird. Auch den Indogermanisten 
und den Orientalisten, die dem Griechischen ferner stehen, 
diirfte eine Zusammenstellung des einschlagigen griechischen 
Wortmaterials willkommener sein als eine vollstandige Kegi- 
strierung aller entfernt verwandten Formen aus anderen 
Sprachen. Wer diese kennen zu lernen wunscht, kann sie in 
den Spezialworterbiichern bzw. bei (Walde-)Pokorny leicht 
finden. 

Eine Bemerkung uber die Stellungnahme des Verfassers zu 
gewissen Theorien und Entdeckungen der letzten Jahrzehnte 
diirfte nicht unangebracht sein. 

Zunachst die Laryngaltheorie. DaB die idg. Ursprache in 
einem fruhen Stadium Laryngale besessen hat, ist selbstver- 
standlich moglich. Fiir ihre vorgeschichtliche Existenz sprechen 
insbesondere die langvokalischen und zweisilbigen Ablaut- 
reihen, die sich mit Hilfe dieser Theorie in das iibrige Ablaut- 
system leicht einfiigen lassen. DaB die sog. prothetischen 



VI Vorwort zum ersten Band 

Vokale des Grieohischen und des Armenischen mitunter auf 
Laryngale zuruckgehen, die im Hethitischen als solche be- 
standen haben oder als gutturale Frikativa auftreten (&ij/m 
'wehen' : huyant- 'Wind'), laBt sich ebenfalls sagen. Weit frag- 
licher ist die These, daB das heth. ft auch in anderen Fallen 
einen Laryngal vertritt. Man muB sehr schwierige und unwahr- 
scheinliche analogische Vorgange vorauBsetzen, um die wider - 
spenstigen hethitischen Fortnen in die verschiedenen Laryngal- 
syBteme hineinzuzwangen. Wenn somit der behauptete Zu- 
sammenhang des heth. h mit eventuellen voridg. Laryngalen 
als unbewiesen gelten muB, so ist das um so mehr der Fall bei 
anderen einzelsprachlichen Erscheinungen, die von einigen 
Gelehrten als Auswirkungen ehemaliger Laryngale betrachtet 
werden. 

Fur die griechische Etymologie fallt sowieso die Laryngal- 
theorie, sie mag prinzipiell nooh so wiehtig sein, nicht schwer 
ins Gewieht. Die offenbare genetische Identitat von dya>, lat. 
ago, aind. djati usw. wird nicht greifbarer, wenn man als gemein- 
samen Ursprung eine ,,Wurzel" g^eg- ansetzt. DaB daziov und 
heth. ha&tai auf ein idg. Wort fiir 'Knochen' zuruckgehen, 
bezweifelt niemand. Bs ist fiir diese Frage gleichgultig, ob die 
o-Farbung des griech. Anlautvokals mit dem h- in Verbindung 
stehfc und ein ehemahges idg. g 3 e- vertritt. Wie man auch iiber 
die Tenues aspiratae und ihre behauptete larjTigalische Vor- 
vergangenheit denkt, kann die Identitat von lart]v und aind. 
dstham, von nkarvg und aind. pj-thiih nicht in Abrade gestellt 
werden. 

Weittragende Folgen wiirden dagegen fiir die griechische 
Etymologie entstehen, wenn sich die sog. protoidg. oder 
pelasgische Theorie eines Tages bewahren sollte. Die zahl- 
reichen Wurzeletymologien, nicht zum wenigsten von dunklen 
Eigennamen, die auf dieser gebrechhchen Grundlage aufgebaut 
worden sind, konnen zwar in vereinzelten Fallen als moglich 
bezeichnet werden, haben aber offenbar keine beweisende 
Kraft. Solange die Morphologie des „Pelasgischen" unbekannt 
bleibt und keine genauen Wortgleichungen an den Tag ge- 
fordert worden sind, die die Aufstellung sicherer Lautgesetze 
ermoglichen, muB diese unbekannte Sprache fur die Erklarung 
der vielen etymologischen Ratsel des Grieohischen in Wegfall 
kommen. Trotz meiner ausgesprochenen Skepsis gegeniiber den 
bisherigen Ergebnissen dieser eigenartigen Forschung haben 



Vorwort zum ersten Band VII 

indessen die darauf beziiglichen Arbeiten in weitem Umfang 
Erwahnung gefunden. Wer sieh fur diese Fragen interessiert, 
durfte sich mit Hilfe der Literaturhinweise darin weiter orien- 
tieren konnen. 

Meine Stellungnahme zu den Ergebnissen der mykenischen 
Forschung durfte von vielen, vielleieht von alien Seiten Wider- 
spruch erfahren. Die Kritik wird sich in erster Linie gegen den 
unleugbaren Mangel an Konsequenz richten, die in dieser 
Hinsicht meine Arbeit kennzeichnet. Der Grund dieses Mangels 
ist vor allem darin zu suchen, daB sich meine Auffassung unter 
dem Eindruek der laut gewordenen Kritik und Antikritik mit 
der Zeit verschoben hat. Leider fehlt noch ein erschopfender 
Bericht uber den Gang der Entzifferung, der allein den Fern- 
stehenden in Stand setzen wiirde, sich in dieser Streitfrage ein 
selbstandiges Urteil zu bilden. Unter solchen Umstanden ware 
es vielleieht konsequenter gewesen, die mykenischen Formen 
ganz beiseite zu lassen, dies um so mehr, als sie sowohl wegen 
der unbeholfenen Orthographie wie wegen der meist unsicheren 
Interpretation hochstens in Ausnahmefallen die etymologische 
Beurteimng beeinflussen konnen. Zuletzt habe ich mich dafiir 
entschieden, wenigstens vorlaufig die Richtigkeit der bisherigen 
Entzifferung vorauszusetzen und die sich daraus ergebenden 
Lesungen, allerdings mit gebuhrender Kritik, zu buchen. 

Ein etymologisches Worterbuoh zu schreiben ist nie ein 
sehr erfreuliches TJnternehmen. Der Stempel des Besserwisser- 
tums, der einer solchen Arbeit leicht anhaftet, wird sich ganz 
besonders bemerkbar machen, wenn sie zu einer Zeit hervor- 
tritt, wo der Optimismus, zumal der angehenden Forscher- 
generation, nicht immer reife und wohliiberlegte Vorschlage 
der 6ffentlichkeit iibergibt. Auch die intensive etymologische 
Wirksamkeit des ausgehenden 19. und des anfangenden 20. Jh.s 
ladt mitunter zu Kritik ein. Gewifi wird niemand den groBen 
Forschern dieser Bliitezeit der Indogermanistik einen Vorwurf 
daraus machen, dafl sie in ihrem wohlverstandhchen Streben, 
die vergleichende Methode fiir die Wortforschung auszuwerten, 
die Tragweite dieser Methode nicht seiten iiberschatzten. 
Zweifellos hat aber die damalige Indogermanistik unsere 
Moglichkeiten, die nur allzu oft sehr verwickelten wortgeschicht- 
lichen Prozesse einer entfernten Vorzeit klarzulegen, zu hoch 
veranschlagt und gleichzeitig die irrationalen und schopferi- 
schen Krafte nicht hinlanglich beachtet. 



VILE Vorwort zum ersten Band 

So hat sich der Verfasser der vorliegenden Arbeit der Aufgabe 
nicht entziehen konnen, die bisherigen Ergebnisse der griechi- 
schen etymologischen Forschung einer durchgreifenden Revision 
zu unterwerfen. Diese Revision wurde iibrigens schon von 
Boisacq eingeleitet. Schon Boisaoq hat viele der damals vor- 
liegenden Etymologien abgelehnt oder als mehr oder weniger 
zweifelhaft bezeichnet. Es hat m. E. keinen Sinn, diesen Ballast 
verfehlter oder schlecht unterbauter Hypothesen, die ja nur 
fur die Geschichte der Forschung von Interesse sein konnen, 
weiterzuschleppen. Wer diese Geschichte kennen lernen will, 
kann ja iibrigens nicht nur das hochverdiente und in seiner 
Art klassische Werk von Boisacq immer zu Rate ziehen; er 
wird in der 'Regel auch bei Walde-Pokomy, sehr oft auch bei 
Walde-Hofmann die gewiinschte Auskunft finden. 

Es bleibt mir nur iibrig, alien denen zu danken, die ihr 
Interesse fur die vorliegende Arbeit kundgegeben und sie auf 
diese oder jene Weise gefordert haben. 

Je nachdem die einzelnen Lieferungen erschienen sind, haben 
sie die Aufmerksamkeit zahlreicher Rezensenten auf sich ge- 
zogen und ihrem Verfasser nicht nur eine sehr nutzliche und 
willkommene Kritik, sondern auch ein freigebig gespendetes 
und zu neuen Anstrengungen aufforderndes Lob eingebracht. 
Viele Kollegen haben durch Zusendung ihrer Arbeiten meine 
Muhen erieichtert. Wiederholt habe ich das reiche bibliographi- 
sche Material des Thesaurus Linguae Graecae in Hamburg 
einsehen und dadurch die Liicken meiner eigenen Sammlungen 
ausfullen konnen. Fiir ihr mir dabei gezeigtes liebenswiirdiges 
Entgegenkommen bin ich den leitenden Kraften des Thesaurus, 
insbesondere den Herren Professoren Dr. Bruno Snell und 
Dr. Hans Joachim Mette, Dr. Ulrich Fleischer und Dr. Gerda 
Knebel, sehr zu Dank verpflichtet. 

Besonderen Dank schulde ich den wissenschaftlichen Rat- 
gebern des Verlags Winter, Herrn Professor Dr. Hans Krahe 
und, nach seinem Riicktritt, Herrn Professor Dr. Walter Porzig. 
Sie hatten die Giite, sowohl Manuskript wie Korrektur durch- 
zugehen und dabei mehrere Versehen und Verstofle gegen den 
deutschen Ausdruck zu entfernen. Einen ebenso aufrichtigen 
Dank spreche ich endlich dem Verlag fiir sein verstandnis- 
volles Entgegenkommen und der Druckerei fur ihre voll- 
kommene Bewaltigung des nicht leichten Satzes aus. 

Goteborg, im August 1960 Hjalmar Frisk 



Abkiirzungen 

Fur die Autoren und die literarischenWerke gelten die- 
selben Bezeichnungen wie in Liddell-Soott-Jones' A Greek- 
English Lexicon. Ausnahme : H. = Hesychios. AuBerdem werden 
Sappho und Alkaios nach der Ausgabe von Lobel und Page, 
Poetarum Lesbiorum Fragmenta (Oxford 1955) zitiert. • — Ich 
schreibe k statt c, also z. B. Iaok. und Kra. Aber ch ist beibehalten. 

Die Abkiirzungen fur Spraohen und Dialekte sind die in 
der sprachwissenschaftlichen Literatur iiblichen und diirften 
ohne weiteres verstandlich sein. — Zu bemerken noch: EN = 
Eigenname. ON = Ortsname. PN — Personenname. VN =Volks- 
name. — LW = Lehnwort. 

Fiir die "wissenschaftliche Literatur gelten folgende 
Abkiirzungen : 

Abh. = Abhandlung(en). 

Acme = Acme. Annali della Facolta di Filosofia e Lettere 

dell'Universita Statale di Milano. 1948ff. 
Acta Or. = Acta Orientalia. Leiden 1923ff. 
AfdStnSpr. = Archiv fiir das Studium der neueren Sprachen 

und Literaturen. Elberfeld bzw. Braunschweig 1846ff. 
Ahrens Dial. = H. L. Ahrens, De Graecae linguae dialectis. 

I— II. Gottingae 1839 u. 1843. 
Ahrens Kl. Schriften = H. L. Ahrens, Kleine Schriften. Bd. 1. 

Hannover 1891. 
AmJArch = American Journal of Archaeology. Baltimore 

1885ff. 
AmJPh = American Journal of Philology. Baltimore 1880ff. 
Ammann -ixog — A. N. Ammann, -ixoz bei Platon. Ableitung 

und Bedeutung. Mit Materialsammlung. Freiburg 

(Schweiz) 1953. 
AnFilCl = Anales de Filologia Clasica. Buenos Aires 1949ff. 
Ann. di Pisa = Annali della R. Scuola normale superiore di 

Pisa. Pisa 1873—1930. Ser. 2. Bologna, Pisa 1932fF. 
Ant. class. = L'Antiquit6 classique. Louvain 1932ff. 
AvrtdwQov = AvtIScoqov. Festschrift Jacob Wackernagel gewid- 

met. Gottingen 1923. 
Arbenz (Adj. auf -i//os) = C. Arbenz, Die Adjektive auf -i/jog. 

Diss. Zurich. Tubingen 1933. 



X Abkiirzungen 

Arb. Inst. Sprachw. = Arbeiten aus dem Institut fur allge- 

meine und vergleichende Sprachwissenschaft, hrsg. 

von W. Brandenstein. Wien 1948ff. 
Hex- *Ef- = ■MpzaioAoytxi) iq^^sQlg ('E<p. aQX-)- Athen 1837ff. 
Arch. f. Pap. = Archiv fur Papyrusforschung. Leipzig 1901ff. 
Arch. f. Beligionswiss. = Archiv fur Religionswissenschaft. 

Freiburg, Leipzig, Tubingen 1898ff. 
Arch, glottol. it. = Archivio glottologico italiano. Roma 1873ff. 
Arch. Linguist. = Archivum Linguisticum. Glasgow 1949ff. 
Arch. Or.= Archiv Orientalnl. Praha, Paris, Leipzig 1929ff. 
Arch. Philol. = Archivum Philologicum. Kaunas 1930ff. 
Arch. slav. Phil. = Archiv fur slavische Philologie. Berlin 

1876—1929. 
Ark. f. nord.sfil. = Arkiv for nordisk filologi. Christiania bzw. 

Lund 1883ff. 
M. = Afrrjva. Athen 1889ff. 

Ath. Mitt. = Mitteilungen des deutschen archaologischen In- 

stituts. Athen. Abteilung. Athen 1876ff. 
Atti 1st. Veneto = Atti dell'Istituto Reale Veneto 1857ff. 
Aufsatze Kuhn = Aufsatze zur Kultur- und Sprachgeschichte . . . 

Ernst Kuhn gewidmet. Miinchen 1916. 
Bauer Gr.-dt. Wb. = W. Bauer, Griechisch-deutsches Worter- 

buch zu den Schriften des Neuen Testaments und der 

ubrigen urchristlichen Literatur. 5. Aufi. Berlin 1958. 
BB = Beitrage zur Kunde der idg. Sprachen, hrsg. von 

A. Bezzenberger u. a. Gottingen 1877 — 1907. 
BCH = Bulletin de eorrespondance helWnique. Paris 1877ff. 
Bechtel Dial. = F. Bechtel, Die griechischen Dialekte. 1 — 3. 

Berlin 1921—1924. 
Bechtel Hist. Personennamen = F. B., Die historischen Per- 

sonennamen des Griechischen bis zur Kaiserzeit. 

Halle 1917. 
Bechtel Lex. = F. B., Lexilogus zu Homer. Halle 1914. 
Bechtel Namenst. = F. B., Namenstudien. Halle 1914. 
Becker Das Bild des Weges = O. Becker, Das Bild des Weges 

und verwandte Vorstellungen im fruhgriechischen 

Denken. Berlin 1937 (Hermes, Einzelschriften Heft 4). 
Beitr. z. Namenforsch. = Beitrage zur Namenforschung. Hei- 
delberg 1949ff. 
Benfey Wurzellex. = Th. Benfey, Griechisches Wurzellexikon. 

Berlin 1839—1842. 
Benveniste Noms d'agent = E. Benveniste, Noms d'agent et 

noms d'action en indo-europeen. Paris 1948. 
Benveniste Origines = E. B., Origines de la formation des noms 

en indo-europeen. I. Paris 1935. 



Abkurzungen XI 

BerlAkAbh. (Sb.) = Abhandlungen (Sitzungsberichte) der 

preuB. (deutschen) Akademie der Wissenschaften zu 

Berlin. Phil. -hist. Klasse. 
Bibl. ecol. haut. et. = Bibliotheque de l'ecole des hautes etudes. 

Paris. 
Biblos = Biblos. Revista da Faculdade de letras da Uni- 

versidade de Coimbra. 1925ff. 
Bjorck Alpha impurum = G. Bjorck, Das Alpha impurum und 

die tragische Kunstsprache. Uppsala 1950 (Skrifter 

utgivna av K. humanistiska vetenskapssamfundet i 

Uppsala 39 : 1). 
BlaB-Debrunner = F. BlaB, Grammatik des neutestamentliohen 

Griechisoh, bearbeitet von A. Debrunner. 10. Aufl. 

Gottingen 1959. 
Bloch Suppl. Verba = A. Bloch, Zur Geschichte einiger supple- 

tiver Verba im Griechischen. Diss. Basel 1940. 
v. Blumenthal Hesychst. = A. v. Blumenthal, Hesychstudien. 

Stuttgart 1930. 
Boll, di studi fil. e ling. sic. = Bollettino del centro di studi 

filologici e linguistici siciliani. Palermo 1953ff. 
Bosshardt (Die Nomina auf -evg) = B. Bosshardt, Die Nomina 

auf -evg. Diss. Zurich 1942. 
Bourguet Dial. lac. = E. Bourguet, Le dialecte laconien. Paris 

1927. 
BphW = Berliner philologische Wochenschrift (seit 1921 

PhW = Philol. Wochenschr.) 1880ff. 
Bq = E. Boisacq, Dictionnaire etymologique de la langue 

grecque. Heidelberg — Paris (1907— )1916. Vierter 

Abdruck 1950. 
Brugmann Demonstr. = K. Brugmann, Die Demonstrativa der 

idg. Sprachen. Leipzig 1904 (Sachs. Ges. Abh. 22 : 6). 
Brugmann Distr. = K. B., Die distributiven und kollektiven 

Numeralia der idg. Sprachen. Leipzig 1907 (Sachs. 

Ges. Abh. 25 : 5). 
Brugmann Grundr.' = K. B., GrundriB der vergleichenden 

Grammatik der idg. Sprachen. I, II : 1 — 3. 2. Aufl. 

StraBburg 1897—1916. 
Brugmann K. vergl. Gr. = K. B., Kurze vergleichende Gramma- 
tik der idg. Sprachen. Leipzig 1904. 
Brugmann Totalitat = K. B., Die Ausdrucke fur den Begriff 

der Totalitat in den idg. Sprachen. Universitatsprogr. 

Leipzig 1893—1894. 
Brugmann-Thumb (Brugmann 4 ) = K. B., Griechische Gramma- 
tik, 4. Aufl. von A. Thumb. Munchen 1913 (Handbuch 

der Altertumswissenschaft II : 1). 



XII Abkiirzungen 

Brunei Aspect verbal = J. Brunei, L'aspect verbal et l'emploi 

des preverbes en grec, particulierement en attique. 

Paris 1939 (Collection linguistique 45). 
BSL (c.r.) = Bulletin de la societe de linguistique de Paris 

(comptes rendus). Paris 1868ff. 
BSO(A)S= Bulletin of the School of Oriental (seit 1938: and 

African) Studies. London 1917ff. 
Buck Synonyms = C. D. Buck, A Dictionary of Selected 

Synonyms in the Principal Indo-European Languages. 

Chicago 1949. 
BursJb. = Jahresbericht iiber die Fortschritte der klassischen 

Altertumswissenschaft, begr. von K. Bursian. Berlin 

bzw. Leipzig 1875ff. 
Buttmann Lexilogus = Ph. Buttmann, Lexilogus. Berlin 1818 — 

1825. 
Byzantion = Byzantion. Paris-Liege 1924ff. 
Byz.-neugr. Jbb. = Byzantinisch-neugriechische Jahrbucher. 

Berlin bzw. Athen 1920ff. 
ByzZ = Byzantinische Zeitsehrift. Leipzig 1892ff. 
Celtica 3 = Celtica. 3. Zeuss, Memorial Volume 1955. 
Chantraine Etudes = P. Chantraine, Etudes sur le vocabulaire 

grec. Paris 1956 (Etudes et commentaires 24). 
Chantraine Form(ation) = P. Ch., La formation des noms en 

grec ancien. Paris 1933. 
Chantraine Gramm. hom. = P. Ch., Grammaire homerique. 

1—2. Paris 1948—1953. 
Chantraine Parfait = P. Ch., Histoire du parfait grec. Paris 

1927. 
CIG = Corpus inscriptionum Graecarum. I — IV. Berolini 

1825—1877. 
Class, et Med. = Classica et Mediaevalia. Copenhague 1938ff. 
ClassJourn. = The Classical Journal. Chicago, Wilmette, 111. 

1905ff. 
ClassPhil. = Classical Philology. Chicago 1906ff. 
Class Quart. = Classical Quarterly. London 1907ff. 
ClassRev. = Classical Review. London 1887ff. 
Coll. Latomus = Collection Latomus. Bruxelles 1939ff. 
Comment. Aenip. = Commentationes Aenipontanae. Innsbruck 

1906ff. 
Corolla linguistica = Corolla linguistica. Festschrift Ferdinand 

Sommer zum 80. Geburtstag dargebracht. Wiesbaden 

1955. 
Curtius = G. Curtius, Gnindziige der griechischen Etymologie. 

5. Aufl. Leipzig 1879. 
Danielsson Gramm. u. et. Stud. = O. A. Danielsson, Gramma- 

tische und etymologische Studien. 1. Uppsala 1887. 



Abkurzungen XIII 

Danielsson Zur metr. Dehnung = O. A. D., Zur metrischen 

Dehnung im alteren griechischen Epos. Uppsala 1897 

(Skrifter utgifna af K. humanistiska vetenskapssam- 

fundet i Uppsala 5 : 16). 
Danske Vid. Selskab = Det Kgl. Danske Videnskabernes 

Selskab. 
Debrunner Wortbildung = A. Debrunner, Griechische Wort- 

bildungslehre. Heidelberg 1917. 

Debrunner s. auch Schwyzer u. Wackernagel. 
Del. 3 = Dialectorum Graecarura exempla epigraphica 

potiora (= Delectus inscriptionum gr. editio tertia 

renovata). Ed. E. Schwyzer. Lipsiae 1923. 
Delebecque Cheval = E. Delebecque, Le cheval dans l'lliade. 

Paris 1951 (Eludes et commentaires 9). 
Deubner Attische Feste = L. Deubner, Attische Feste. Berlin 

1932. 
Die Antike = Die Antike. Zeitschrift fur Kunst und Kultur des 

klass. Altertums. Berlin, Leipzig 1925ff. 
DLZ = Deutsche Literaturzeitung. Berlin 1888ff. 
Don. nat. Schrijnen = Doiram natalicium Schrijnen. Nijmegen- 

Utrecht 1929. 
Doxa = Doxa. Rassegna critica di antichita classica. Roma 

1948ff. 
Eberts Reallex. = Reallexikon der Vorgeschichte, hrsg. von 

M. Ebert. 1—15. Berlin 1924—1932. 
Egli Heteroklisie = J. Egli, Heteroklisie im Griechischen mit 

besonderer Berucksichtigung der Falle von Gelenk- 

heteroklisie. Diss. Zurich 1954. 
Ehrlich Betonung = H. Ehrlich, Untersuchungen iiber die 

Natur der griechischen Betonung. Berlin 1912. 
Ehrlich Sprachgesch. = H. E., Zur idg. Sprachgeschichte. 

Progr. Konigsberg 1910. 
Emer(ita) = Emerita. Boletin de Lingiiistica y Filologia Clasica. 

Madrid 1933ff. 
Eos = Eos. Commentarii societatis philologicae Polo- 

norum. Leopoli 1894ff. 
'Emrvfiptov Swoboda = 'Enixvpfiwv Heinrich Swoboda dar- 

gebracht. Reichenberg 1927. 
Eranos = Eranos. Acta philologica Suecana. Upsaliae bzw. 

Gotoburgi 1896ff. 
Ernout Aspects du vocab. latin = A. Ernout, Aspects du 

vocabulaire latin. Paris 1954 (Eludes et commentaires 
18). 
Ernout Leg 616m. dial. = A. E., Les elements dialectaux du 

vocabulaire latin. Paris 1909. 



XIV Abkiirzungen 

Emout Philologica = A. E., Philologica. 1—2. Paris 1946— 
1957. 

Emout-Meillet = Dictionnaire etymologique de la langue latine 
par A.E. et A. M. Paris 1932 (3. Aufl. 1951). 

Et. celt. = Etudes celtiques. Paris 1935ff. 

Etrennes Benveniste = Etrennes de linguistique offertes par 
quelques amis a Emile Benveniste. Paris 1928. 

Falk-Torp Wb. = H. S. Falk und A. Torp, Norwegisch-dani- 
sches etymologisches Worterbuch. 1 — 2. Heidelberg 
1910—1911. 

Feist Vgl. Wb. (d. got. Spr.) = S. Feist, Vergleichendes Worter- 
buch der gotischen Sprache. 3. Aufl. Leiden 1939. 

Festgabe Kaegi = Festgabe Adolf Kaegi von Schulern und 
Fretoden dargebracht. Frauenfeld 1919. 

FestgruB an Bohtlingk = FestgruB an Otto v. Bohtlingk. 
Stuttgart 1888. 

Festschr. Bezzenberger = Festschrift A. Bezzenberger . . . dar- 
gebracht. Gottingen 1921. 

Festschr. Dornseiff = Festschrift F. Dornseiff zum 65. Geburts- 
tag. Leipzig 1953. 

Festschr. Hatzidakis = ApieQco/ia efc i 1 . N.XazZtSdxiv. Mfjvai 
1921. 

Festschr. Kretschmer = Festschrift fur P. Kretschmer. Beitrage 
zur griechischen und lateinischen Sprachforschung. 
Berlin 1926. 

Festschr. Lambros = Unvqldrnv II.Ad^nQoq. A&r)vrjaiv 1920. 

Festschr. (Vilh.) Thomsen = Festschrift V. Thomsen . . . dar- 
gebracht. Leipzig 1912. 

Festschr. Zucker = Festschrift fur Friedrich Zucker. Berlin 
1954. 

Fick = A. Fick, Vergleichendes Worterbuch der idg. Spra- 
chen. 4. Aufl. 1—3. Gottingen 1890, 1894, 1909. 

Fick Odyssee = A. F., Die homerische Odyssee. (BB Suppl. 
Bd.). 

Fick Vorgr. ON = A. F., Vorgriechische Ortsnamen. Gottingen 

1905. 
Fick-Bechtel PN = Die griechischen Personennamen, nach 

ihrer Bildung erklart und systematisch geordnet von 

A. F. 2. Aufl. mit F. B. Gottingen 1894. 
Flensburg Die Basis TER- = N. Flensburg, Studien auf dem 

Gebiete der idg. Wurzelbildung. 1. Die einfache Basis 

TER- im Idg. Lund 1897. 
Forsch. u. Fortschr. = Forschungen und Fortschritte. Berlin 

1925ff. 
Forster 'Enlxgoaoq = H.Forster, Zur Geschichte der griechischen 

Komposita vom Typus inlxQvaog. Diss. Zurich 1950. 



Abkiirzungen XV 

Foumier Les verbes „dire" = H.Fournier, Les verbes „dire" en 

grec ancien. Paris 1946 (Collection linguistique 51). 
Fraenkel Denom. = Ernst Fraenkel, Griechische Denominativa 

in ihrer geschichtlichen Entwicklung und Verbreitung. 

Gottingen 1906. 
Fraenkel Nom. ag. = E. F., Geschichte der griechischen 

Nomina agentis auf -ttjq, -tcoq, -tj?s (-t-). 1 — 2. StraB- 

burg 1910—1912. 
Fraenkel Wb. = E. F., Litauisches etymologisches Worterbuch. 

Heidelberg-Gottingen 1955ff. 
Friedmann Die jon. u. att. Worter = B. Friedmann, Die 

jonischen und attischen Worter im Altlatein. Helsing- 

fors 1937. 
Friedrich Wb. (Erg. h.) = J. Friedrich, Hethitisches Worterbuch. 

Heidelberg 1952—1954 (Erganzungshefte 1957ff.). 
Frisk Adj. priv. = Hj. Frisk, Uber den Gebrauch des Privativ- 

prafixes im idg. Adjektiv. Goteborg 1941 (GHA 47: 11). 
Frisk Etyma Armen. = Hj. F., Etyma Armeniaca. Goteborg 

1944 (GHA 50: 1). 
Frisk Indogerm. = Hj. F., Indogermanica. Goteborg 1938 

(GHA 44 : 1). 
Frisk Nom. = Hj. F., Zur indoiran. und griech. Nominal- 

bildung. Goteborg 1934. 
Frisk Subst. priv. = Hj. F., Substantiva privativa im Idg. 

Goteborg 1947 (GHA 53 : 3). 
Frisk Suff. -th- im Idg. = Hj. F., Suffixales -th- im Idg. Goteborg 

1936 (GHA 42 : 2). 
GDI s. SGDI 
GEL s. LSJ 

GGA = Gottingische gelehrte Anzeigen. 
GGN s. Gott. Nachr. 

GHA = Goteborgs hogskolas arsskrift. 1895 — 1953. 
Glotta = Glotta. Zeitschrift fur griech. u. lat. Sprache. 

Gottingen 1909ff. 
Gnomon = Gnomon. Kritische Zeitschrift fur die gesamte 

klassisehe Altertumswissenschaft. Berlin 1925ff. 
Gonda Ancient-Indian ojas = J. Gonda, Ancient-Indian ojas, 

Latin "augos and the Indo-European Nouns in -es/-08. 

Utrecht 1952. 
Gonda Aelxvv/ti = J. G., Aeixw/ti. Diss. Utrecht 1929. 
Gonda Moods = J. G., The Character of the Indo-European 

Moods. Wiesbaden 1956. 
Gonda Reflexions = J. G., Reflexions on the Numerals ,,one" 

and ..two" in Ancient Indo-Eur. Languages. Utrecht 

1953. 



XVI Abkiirzungen 

Gott. Abh. bzw. Naehr. = Abhandlungen bzw. Nachrichten 

der Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen. 
Grammont Dissimilation = M. Grammont, La dissimilation 

consonantique. Dijon 1895. 
Greene Moira = W. Ch. Greene, Moira. Fate, Good, and Evil 

in Greek Thought. Harvard Univ. Press. Cambridge 

Mass. 1944. 
Groselj Razprave II = M. Groselj, Razprave II. Ljubljana 

1956 (Acad. Scientiarum et Artium Sloveniea. Class. 

n). 

Grundr. germ., indo-ar. usw. Philol. = GrundriB der german. 

usw. Philologie. StraBburg (Berlin). 
GUA = Goteborgs universitets arsskrift. 1954ff. 
Giintert Gdtter und Geister = H. Giintert, Von der Sprache der 

Gotter und Geister. Halle 1921. 
Giintert Idg. Ablautprobl. = H. G., Idg. Ablautprobleme. 

StraBburg 1916. 
Giintert Kalypso = H. G., Kalypso. Bedeutungsgescbichtliche 

Untersuchungen auf dem Gebiet der idg. Sprachen. 

Halle 1919. 
Giintert Labyrinth = H. G., Labyrinth (Sb. Heidelb. 1932— 

1933:1). 
Giintert Reinrwortbildungen = H. G., tTber Reimwortbildun- 

gen im Arischen und Altgrieohischen. Heidelberg 1914. 
Giintert Weltkonig = H. G., Der arische Weltkonig und Hei- 

land. Halle 1923. 
Gymnasium = Gymnasium. Zeitschrift fur Kultur der Antike. 

Heidelberg. 
Hamm Grammatik = Eva-Maria Hamm, Grammatik zu Sappho 

und Alkaios. Berlin 1957 (BerlAkAbh. 1951 : 2). 
Handes Amsorya = Handes Amsorya. Zeitschrift fur armeni- 

sche Philologie. Wien 1887ff. 
Havers Sprachtabu = W. Havers, Neuere Literatur zum 

Sprachtabu. Wien 1946 (WienAkSb. Ph.-hist. Kl. 

223 : 5). 
Hehn Kulturpflanzen = V. Hehn, Kulturpflanzen und Haus- 

tiere in ihrem Ubergang aus Asien nach Griechenland 

und Italien. 3. Aufl. von O. Schrader. Berlin 1911. 
Herm. = Hermes. Zeitschrift fur klassische Philologie. Berlin 

1866ff. 
Hermann Silbenbildung = E. Hermann, Silbenbildung im Grie- 

chischen und in den anderen idg. Sprachen. Gottingen 

1923 (Erg. h. 2 zu KZ). 
Hermann Spracbwiss. Komm. = E. H., Sprachwissenschaft- 

licher Kommentar . . . aus Homer. Heidelberg 1914. 



Abkiirzungen XVII 

v. Herwerden Lex. suppl. = Lexicon Graecum suppletorium et 

dialecticum comp. H. van Herwerden. 1 — 2. Ed. altera. 

Lugduni 1910. 
Hesperia = Hesperia. Journal of the Amer. school of class. 

studies at Athens. Cambridge, Mass. 1932ff. 
Hirt Ablaut = H. Hirt, Der idg. Ablaut, vornehmlich in seinem 

Verhaltnis zur Betonung. StraBburg 1900. 
Hoffmann Dial. = O. Hoffmann, Die griech. Dialekte. 1 — 3. 

Gottingen 1891—1898. 
Hoffmann Makedonen = O. H., Die Makedonen, ihre Sprache 

und ihr Volkstum. Gottingen 1906. 
Hofmann Et. Wb. = J. B. Hofmann, Etymologisches Worter- 

buch des Griechischen. Munchen 1949. 
Holt Les noma d'action en -aig = J. Holt, Les noma d'action en 

-aig (-xiq). Etude de linguistique grecque. Aarhus 1940. 
Hommages a Bidez et Cumont = Hommages a J. B. et a F. C. 

1948 (Coll. Latomus 2). 
Horn Neupers. Etymologie = P. Horn, GrundriB der neuper- 

sichen Etymologie. StraBburg 1893. 
Huber Comm. Aenip. 9 = J. Huber, De lingua antiquissimorum 

Graeciae incolarum. Wien 1921 (Commentationes 

Aenipontanae 9). 
Humanitas = Humanitas. Coimbra 1947ff. 
Hubschmann Armen. Gr. = H. Hubschmann, Armenische 

Grammatik 1. Leipzig 1897 (Bibl. d. idg. Gramma- 

tiken, 6). 
Idg. Jb. = Indogermanisches Jahrbuch. StraBburg bzW. Berlin 

1914ff. 
IF(Anz.) = IndogermanischeForschungen (Anzeiger), StraBburg 

bzw. Berlin 1892ff. 
IG = Inscriptiones Graecae. Berolini. 

Innsbrucker FestgruB = Insbrucker FestgruB, von der philos. 

Fakultat dargebracht. Innsbruck 1909. 
Irmscher Gotterzorn = J. Irmscher, Gotterzorn bei Homer. 

Leipzig 1950. 
1st. Lomb. = Reale Istituto Lombardo di scienze e lettere. 

Rendiconti. Milano. 
Jacobsohn Arier und Ugrof. = H. Jacobsohn, Arier und "Ogro- 

flnnen. Gottingen 1922. 
Jb. f. kleinas.Forsch. = Jahrbuch fur kleinasiatische Forschung. 

Heidelberg 1950ff. 
JCeltStud. = The Journal of Celtic Studies. Baltimore, Md. 

1949ff. 
JHSt. s. JournofHellStud. 
Johansson Beitr. = K. F. Johansson, Beitrage zur griech. 

Sprachkunde. Uppsala 1890 (TJTJA). 

Frisk, Griech. etym. WOrterbuch II 



XVIII Abkiirzungen 

Jokl Untersuchungen = N. Jokl, Lmguistisch-kulturhistorische 
Untersuchungen aus dem Bereiche des Albanisohen. 
Berlin und Leipzig 1923. 
JoumAmOrSoc. = Journal of the American Oriental Society. 

New York (New Haven) 1843fif. 
JournAs. = Journal asiatique. Paris 1822ff. 
JoumofHellStud. = The Journal of Hellenic Studies. London 

1880 ff. 
Journof Phil. = The Journal of Philology. London 1868ff. 
JournofTheolStud. = The Journal of Theological Studies. 

(London) Oxford 1899 ff. 
Kalen Quaest. gramm. gr. = T. Kalen, Quaestiones gramma- 

ticae graecae. Gotoburgi 1918 (GHA 24: 1). 
KalitsunakisS Mittel- u. neugr. Erkl. = J. Kalitsunakis, Mittel- 
und neugriech. Erklarungen bei Eustathius. Berlin 
1919. 
Kapsomenakis Voruntersuchungen = S. Kapsomenakis, Vor- 
untersuchungen zu einer Grammatik der Papyri der 
nachchristlichen Zeit. Miinchen 1938. 
Kleinas. Forsch. = Kleinasiatische Forsehungen, hrsg. von 

Sommer und Ehelolf. Bd. 1. Weimar 1927. 
Klio = Klio. Beitrage zur alten Geschichte. Leipzig 1901ff. 

Kluge(-Gotze) = F. Kluge, Etymologisches Worterbuch der 

deutsehen Sprache. 17. Aufl. Berlin 1957. 
Knecht TeQipi^QCfzoi; = Th. Knecht, Geschichte der griech. 
Komposita vom Typ regipifiPQOTog. Ziiricher Diss. Biel 
1946. 
Korner Horn. TierWelt = O. Korner, Die homerische Tierwelt. 

2. Aufl. Miinchen 1930. 
Krahe Das Venetische = H. Krahe, Das Venetische. Seine 
Stellung im Kreise der verwandten Sprachen. Heidel- 
berg 1950 (Sb. Heid. 1950 : 4). 
Krahe Die Spr. d. Illyrier = H. K., Die Sprache der Illyrier. 

1. Teil: Die Quellen. Wiesbaden 1955. 
Krahe Lex. altillyr. PN = H. K., Lexikon altillyrischer Per- 

sonennamen. Heidelberg 1929. 
Kretschmer Einl. = P. Kretschmer, Einleitung in die Ge- 
schichte der griechischen Sprache. Gottingen 1896. 
Kronasser Vgl. Laut- u. Formenlehre = H. Kronasser, Ver- 
gleiehende Laut- und Formenlehre des Hethitischen. 
Heidelberg 1955. 
Kuiper Nasalpras. = F. B. J. Kuiper, Die idg. Nasalprasentia. 

Amsterdam 1937. 
Kuiper Proto-Munda Words = F. B. J. K.,Proto-Munda Words 
in Sanskrit. Amsterdam 1948. 



Abkiirzungen XLX 

Kurylowicz fit. indo-eur. = J. Kurylowicz, fitudes indoeuro- 

peennes. 1. Krak6-w 1935. 
KZ = Zeitschrift fur vergleichende Spraohforschung auf 

dem Gebiete der idg. Sprachen, begr. von A. Kulin. 

Berlin, Giitersloh, Gottingen 1852if. 
Lagercrantz Lautgesch. = O. Lagercrantz, Zur grieeh. Laut- 

geschichte. Uppsala 1898 (UUA). 
Lang. = Language. Journal of the Linguistic Society of 

America. Baltimore 1925ff. 
L'Ant. class. = Ant. class. 

Latomus = Latomus. Revue d'etudes latines. Bruxelles 1937ff. 
Lejeune Adv. en -Qev = M. Lejeune, Les adverbes grecs en 

-&ev. Diss. Paris. Bordeaux 1939 (Publication de 

l'univ. de Bordeaux 3). 
Lejeune Traits de phon. = M. L., Traite de phon^tique. Paris 

1947 (Coll. de phil. class. 3). 
Le Museon = Le Museon. Revue d'etudes orientales. Louvain 

1882ff. 
Les et. class. = Les etudes classiques. Namur 1932ff. 
Leskien Bildung der Nomina = A. Leskien, Bildung der Nomina 

im Litauischen. Leipzig 1891. 
Leumann Horn. Worter = M. Leumann, Homerische Worter. 

Basel 1950. 
Leumann Kl. Schr. = M. L., Kleine Schriften. Zurich u. Stutt- 
gart 1959. 
Leumann Lat. Gr. = M. L. und J. B. Hofmann, Stolz-Schmalz, 

Lateinische Grammatik. 5. Aufl. Munchen 1926 — 1928 

(Hb. d. Altertumswiss. II : 2). 
Lewis-Pedersen = H. Lewis and H. Pedersen, A Concise Com- 
parative Celtic Grammar. Gottingen 1937. 
LeWy Fremdw. = H. Lewy, Die semitischen Fremdworter im 

Griechischen. Berlin 1895. 
Ae£. &QX- = Ae£txoy>Qa<ptxdv Aqxbiov xtjq )i6at)i xal viag iXXrjvixfjg. 

1—6. Athen 1913—1922. 
AeS.AeXr. = Ae^Moygaqiixov AsXriov. Athen 1939ff. 
Lexis = Lexis. Studien zur Sprachphilosophie, Sprachge- 

schichte und Begriffsforschung. Lahr i. B. 1948ff. 
Liden Armen. Stud. = E. Liden, Anmenische Studien. Goteborg 

1906 (GHA 12 : 2). 
Liden Stud. = E. L., Studien zur altindischen und vergleichen- 

den Spraehgeschichte. Uppsala 1897. 
Ling. Posn. = Lingua Posnaniensis. Poznan 1949ff. 
Listy filol. = Listy filologicke. Prag 1874ff. 
Lobeck Proll. = C. A. Lobeek, Pathologiae sermonis Graeci 

prolegomena. Lipsiae 1843. 

II* 



XX Abkurzungen 

Lobeck Rhem. = C. A. L., PrifiaTixov sive verborum Graecorum 
et nominum verbalium technologia. Regimontii 1846. 
LokotBch Et. Wb. = K. Lokotsch, Etym. Worterbuch der 
europaischen Worter orientalisohen Ursprungs. Heidel- 
berg 1927. 
LommelFemininbild. = H. Lommel, Studien iiber idg. Feminin- 

bildungen. Diss. Gottingen 1912. 
LSJ = H. G. Liddell and R. Scott, A Greek-English 

Lexicon. New Ed. by H. S. Jones. I-II. Oxford 1925 — 
1940. 
LTJA = Lunds universitets arsskrift. 

Luther „Wahrheit" u. „Luge" = W. Luther, „Wahrheit" und 

„Liige" im altesten Griechentum. Boma-Leipzig 1935. 

Luther Weltansicht u. Geistesleben = W. L., Weltansicht und 

Geistesleben. Gottingen 1954. 
Liiders Schriften = H. Liiders, Philologica Indica. AusgeWahlte 

kleine Schriften. Gottingen 1940. 
Maia = Maia. Rivista di letterature classiche. Messina- 

Firenze 1949ff. 
Marg Charakter = W. Marg, Der Charakter in der Sprache der 
fruhgriechischen Dichtung. Wiirzburg 1937. Inaugural- 
Diss. 
MAWNied. N. R. = Mededeelingen der Kon. Nederlandsche 
Akademie van Wetenschappen. Afd. Letterkunde. 
Nieuwe Reeks. Amsterdam. 
Mayrhofer (Wb.) = M. Mayrhofer, KurzgefaBtes etym. Worter- 
buch des Altindischen. Heidelberg 1953ff. 
Mayser Pap. = E. Mayser, Grammatik der griechischen Papyri 
aus der Ptolemaerzeit. 1 : 1—3, II : 1—3. Berlin und 
Leipzig 1906—1938. 
Meister HK = K. Meister, Die homerische Kunstsprache. 

Leipzig 1921. 
Meisterhans 3 = K. Meisterhans, Grammatik der attischen In- 

schriften. 3. Aufl. von E. Schwyzer. Berlin 1900. 
Mel. Bidez = Melanges Bidez. 1—2. Bruxelles 1934 (Annuaire 
de l'institut de philologie et d'histoire orientales et 
slaves. 2). 
Mel. Boisacq = Melanges E. Boisacq. 1—2. Bruxelles 1937— 
1938 (Ann. de l'mstitut de phil. et d'hist. orient, et 
slaves. 5, 6). 
Mel. Cumont = Melanges F. Cumont. Bruxelles 1936 (Ann. de 

l'inst 4). 

Mel. Desrousseaux = Melanges offerts a A.-M. Desrousseaux. 

Paris 1937. 
Mel. Emout = Melanges de philologie . . . offerts a A. Ernout. 
Paris 1940. 



Abkurzungen XXI 

Mel. van Ginneken = Melanges de linguistique . . . offerts a 

J. van Ginneken. Paris 1937. 
Mel. Graux = Melanges Graux. Paris 1887. 
Mel. Levy = Melanges I. Levy. Bruxelles 1955 (Ann. de 

l'inst 13). 

Mel. Maspero 2 = Melanges Maspero 2. Le Caire 1934 (Mem. de 

l'inst. francais, t. 67). 
Mel. Navarre = Melanges offerts a, M. O. Navarre. Toulouse 

1935. 
Mel. Pedersen = Melanges linguistiquea offerts a. M. H. Peder- 

sen. Aarhus 1937 (Acta Jutlandiea IX : 1). 
Mel. Saussure = Melanges de linguistique offerts a M. F. de 

Saussure. Paris 1908. 
Mel. Vendryes = Melanges linguistiques offerts a M. J. Ven- 

dryes. Paris 1925. 
G. Meyer Alban. Stud. = G. Meyer, Albanesische Studien. 1 — 4. 

Wien 1883—1895. 
G. Meyer Alb. Wb. = G. M., Etymologisches Worterbuch der 

albanesisehen Sprache. StraBburg 1891. 
G. Meyer Gramm. 3 = G. M., Griech. Grammatik. 3. Aufl. Leipzig 

1896. 
L. Meyer = L. Meyer, Handbuch der griech. Etymologie. 

Leipzig 1901 — 1902. 
L. Meyer Vgl. Gramm. = L. M., Vergleichende Grammatik der 

griechisehen und lateinischen Sprache. Berlin 1. 

(2. Aufl. 1882—1884). 2. (1865). 
Meyer -Liibke Rom. et. Wb. = W. Meyer -Liibke, Bomanisches 

etymologisches Worterbuch. 3. Aufl. Heidelberg 1935. 
Minos = Minos. Revista de fllologfa egea. Salamanca 195 Iff. 
Mitt. d. Vereins klass. Phil. = Mitteilungen des Vereines klassi- 

scher Philologen in Wien. 1924ff. 
Mnem. = Mnemosyne. Bibliotheca philologica Batava. 

Lugduni Bat. 1873ff. 
Mvr\\ii)Q %6qiv = Mvrjfir]i; %6qiv. Gedenkschrift Paul Kretschmer. 

1—2. Wien 1956—1957. 
Mod. Phil. = Modern Philology. Chicago 1903ff. 
MondOr. = Le monde oriental. Uppsala 1906 ff. 
Morgenstierne Pashto = G. Morgenstierne, An Etymological 

Vocabulary of Pashto. Oslo 1927. 
Moulton-Milligan Vocab. = J. H. Moulton and G. Milligan, 

The Vocabulary of the Greek Testament illustrated 

from the Papyri and other Unliterary Sources. 1 — 8. 

London 1914—1929. 
MSL = Memoires de la SocWte' de linguistique de Paris. 

1868ff. 



XXII Abkiirzungen 

MU = Morphologische Untersuchungen auf dem Gebiete 

der idg. Sprachen. Von H. Oathoff und K. Brugmann. 
1—6. Leipzig 1878—1910. 
Musee beige = Musee beige. Louvain et Paris 1897ff. 
Mus. Helv. = Museum Helveticum. Basel 1944ff. 
Muhlenbach-Endzelin (Lett.-dt. Wb.) = K. Muhlenbach, Let- 
tisch-deutsches Worterbuch, erganzt und fortgesetzt 
von J. Endzelin. 1—4. Riga 1923—1925. 
MunchAkAbh., Sb. = Abhandlungen bzw. Sitzungsberichte der 
Bayerischen Akademie der Wissenschaffcen. Miinchen. 
Munch. Stud. = Miinchener Studien zur Sprachwissenschaft. 

Miinchen 1952ff. 
Nachmanson Magn. = B. Nachmanson, Laute und Formen der 

magnetischen Inschriften. Uppsala 1903. 
Neisser Zum Wb. des RV = W. Neisser, Zum Worterbuch des 
Rigveda. 1—2. Leipzig 1924, 1930 (Abh. fur die Kunde 
des Morgenlandes 16 : 4, 18 : 3). 
Neophilol. = Neophilologus. Groningen 1916ff. 
Neue phil. Unters. = Neue philologische Untersuchungen. 

Hrsg. v. W. Jaeger. Berlin 1926ff. 
Niedermann Bssais d'etym. = M. Niedermann, Essais d'etymo- 

logie et de critique verbale latines. Neuchatel 1918. 
Nilsson Cults = M. P. Nilsson, Cults, Myths, Oracles, and 

Politics in Ancient Greece. Lund 1941. 
Nilsson Gr. Rel. = M. P. N., Geschichte der griechischen 
Religion. I— II. Miinchen 1941, 1950 (Handbuch der 
Altertumffwissenschaft V : 2, 1 — 2). 
Nilsson Primitive Time-reckoning = M. P. N., Primitive Time- 
reckoning. Lund 1920. 
N. Jbb. (f. d. klass. Alt.) = Neue Jahrbucher fur das klassische 

Altertum. Leipzig 1898 — 1927; ersetzt durch 
N. Jbb. (f. Wiss. u. Jugendbild.) = Neue Jahrbucher fur Wis- 

senschaft und Jugendbildung. Leipzig 1928ff. 
NTS = Norsk Tidsskrift for Sprogvidenskab. Oslo 1928ff. 
OLZ = Orientalische Literaturzeitung. Berlin 1898ff. 
Onians The Origins of Eur. Thought = R. B. Onians, The 
Origins of European Thought about the Body, the 
Mind . . . Cambridge 1951. 
Onomastica = Onomastica. 1 — 2. Lyon et Paris 1947 — 1948. 
Orbis = Orbis. Bulletin international de documentation 

linguistique. Louvain 1952ff. 
Or. u. Occ. = Orient und Occident. 1— 3. Gottingen 1862—1866. 
Osthoff Etym. parerga = H. Osthoff, Etymologische parerga. 

1. Leipzig 1901. 
Osthoff ZGdP = H. O., Zur Geschichte des Perfekts un Idg. 
StraBburg 1884. 



Abkiirzungen XXIII 

Paideia = Paideia. Rivista letteraria dir. da V. Pisani. Arona, 

Genova 1946ff. 
Paideuma = Paideuma. Mitteilungen zur Kulturkunde. Frank- 
furt a.M. 1938ff. 
Pannonia = Pannonia. P6cs (Ungarn) 1935ff. 
Par. del Pass. = La Parola del Passato. Napoli 1946£f. 
PBBeitr. = Beitrage zur Geschichte der deutschen Sprache und 

Literatur, hrsg. von Paul und Braune. Halle 1874ff. 
Pedersen Cinq. deel. lat. = H. Pedersen, La cinquieme decli- 

naison latine. Kobenhavn 1926. 
Pedersen Hittitisch = H. P., Hittitisch und die anderen indo- 

europaischen Sprachen. Kobenhavn 1938. 
Pedersen Lykisch und Hittitisch = H. P., Lykisch und Hitti- 
tisch. Kobenhavn 1945. 
Pedersen Tocharisch = H. P., Tocharisch vom Gesichtspunkt 

der indoeur. Sprachvergleichung. Kobenhavn 1941. 
Pedersen Vergl. Gramm. = H. P., Vergleichende Grammatik 

der keltischen Sprachen. 1 — 2. Gottingen 1909, 1913. 
Pedersen Zur tochar. Sprachgesch. = H. P., Zur tocharischen 

Sprachgeschichte. Kobenhavn 1944. 
Persson Beitr. = P. Persson, Beitrage zur idg. Wortforschung. 

1 — 2. Uppsala 1912. 
Persson Stud. = P. P., Studien zur Lehre von der Wurzel- 

erWeiterung und der Wurzel variation. Uppsala 1891 

(UUA). 
H. Petersson Ar. und armen. Stud. = H. Petersson, Arische und 

armenische Studien. Lund 1920 (LUA 1 : 16, 3). 
H. Petersson Et. Miszellen = H. P., Etymologische Miszellen. 

Lund 1923 (LUA 1 : 19, 6). 
H. Petersson Griech. u. lat. Wortstud. = H. P., Griechische 

und lateinische Wortstudien. Lund 1922. 
H. Petersson Heteroklisie = H. P., Studien iiber die idg. 

Heteroklisie. Lund 1921. 
Phil(ol). = Philologus. Zeitschrift fur das klassische Altertum. 

Gottingen, Leipzig 1846ff. 
Philol. Stud. = Philologische Studien. Leuven 1929ff. 
Ph(il)W(och) = Philologische Wochenschrift; vgl. BPhW. 
Pok. = J. Pokomy, Idg. etymologisches Worterbuch. Bern 

1949—1959. 
Porzig Gliederung = W. Porzig, Die Gliederung des idg. Sprach- 

gebiets. Heidelberg 1954. 
Porzig Satzinhalte = W. P., Die Namen fur Satzinhalte im 

Griechischen und im Indogermanischen. Berlin und 

Leipzig 1942. 



XXIV Abkiirzungen 

Preisigke Fachworter = F. Preisigke, Fachworter des offent- 
liohen Verwaltungsdienstes Agyptens in den griech. 
Papyrusurkunden der ptol.-rom. Zeit. Gottingen 1915. 
Preisigke Wb. = F. P., Worterbuch der griech. Papyrusurkun- 
den. 1—3. Berlin 1914—1931. 
Preisigke-Kiessling = Preisigke Wb., bearb. u. hrsg. von 

B. Kiessling. Berlin, Marburg 1944ff. 
Prellwitz (Wb. 1 ' 1 ) = W. Prellwitz, Etymologisches Worterbuch 

der griech, Sprache. Gottingen 1892. 2. Aufl. 1905. 
ProceedAmPhilAss. = Proceedings of the American Philological 
Association. Hartford 1869ff. (Suppl. zu TransAmPhil 
Ass., s. d.). 
p.-W. = Bealencyclopadie der classisehen Altertumswissen- 
scha¥t, begr. von Pauly, neu hrsg. von G. Wissowa 
u. a. Stuttgart 1896ff. 
BE = P.-W, s. d. 

Bedard (Les noma grecs en --njs) = G. Bedard, Les noma grecs 

en TT/Q, -rig. Paris 1949 (Etudes et commentaires 5). 
BEGr. = Bevue des etudes grecques. Paris 1888ff. 
BEIE = Bevue des Etudes indo-europeennes. Bucarest 
1938ff. 

'Prjlta = 'Prj[ta. Mitt, zur idg Wortkunde, hrsg, v. 

W. Wust. Miinchen 1955ff. 
Bend. Ace. Lincei = Bendiconti della Beale Accademia dei 

Lincei. Boma 1892ff. 
Benou Monogr. sanskrites = L. Benou, Monographies san- 

skrites. I— II. Paris 1937. 
Bev. arch. = Bevue archeologique. Paris 1844ff. 
Bev. beige de phil. = Bevue beige de philologie et d'histoire. 

Bruxelles 192 Iff. 
Bev. celt. = Bevue celtique. 1—61. Paris 1870—1934 (Fortges. 

als Et. celt.). 
Bev. de l'instr. publ. = Bevue de l'instruction publique en 

Belgique. Bruxelles. 
Bev. de phil. = Bevue de philologie, de literature et d'histoire 

anciennes. Paris 1877ff. 
Bev. et. anc. = Bevue des etudes anciennes. Bordeaux 1899ff. 
Bev. et. armen. = Bevue des etudes armeniennes. Paris 1920ff. 
Bev. et. lat. = Bevue des etudes latines. Paris 1923ff. 
Bev. et. slav. = Bevue des etudes slaves. Paris 1921ff. 
Bev. bitt. et as. = Bevue hittite et asianique. Paris 1930ff. 
Bev. int. d'onomastique = Bevue internationale d'onomas- 

tique. Paris 1949ff. 
Bev. int. et. balk. = Bevue internationale des etudes bal- 

kaniques. Beograd 1934ff. 
BhM = Bheinisches Museum fur Philologie. Bonn 1833ff. 



Abkiirzungen XXV 

Bichel Worte fur Erde = A. Richel, Worte fur Erde ... in der 

homer. Sprache. Diss. Frankfurt a.M. Koln 1936. 
Ric. ling. = Ricerche linguistiche. Bollettino dell'Istituto di 

Glottologia dell'Universita di Roma 1950ff. 
RIGI = Rivista indo-greco-italica. Napoli 1917ff. 
Risch = E. Risch, Wortbildung der homerischen Sprache. 

Berlin 1937. 
Riv. fil. class. = Rivista di filologia ed istruzione classica. Torino 

1873ff. 
Riv. stud. or. = Rivista degli studi orientali. Roma 1907ff. 
Rohlfs Wb. = G. Rohlfs, Etymologisches Worterbuchderunter- 

italienischen Grazitat. Halle 1930. 
Romance Philology = Romance Philology. Berkeley and Los 

Angeles 1947ff. 
Rottger Substantivbildung = G. Rottger, Studien zur plato- 

nischen Substantivbildung. Wurzburg 1937 (Kieler 

Arbeiten zur klass. Phil. 3). 
Ruijgh L'elem. ach. = C. J. Ruijgh, L'element acheen dans la 

langue epique. Amsterdam 1957. 
RV = Rigveda. 

Saeculum = Saeculum. Jahrbuch fur Universalgeschichte. 

Miinchen 1950ff. 
Sandsjoe Adj. auf -aiog — G. Sandsjoe, Die Adjektive auf -mo?. 

Diss. Uppsala 1918. 
Satura Berolinensis = Satura Berolinensis. Festgabe der Alten 

Herren zum 50jahr. Bestehen des akad. philol. Vereins 

der Univ. Berlin. 1924. 
de Saussure Mem. = F. de Saussure, Memoire sur le systeme 

primitif des voyelles dans les langues i.-eur. Leipzig 

1879. 
de Saussure Rec. = F. de S., Recueil des publications scienti- 

fiques. Geneve (u. Heidelberg) 1922. 
Sachs. Ges. (Ak.) Abh. (Ber.) = Abhandlungen (Berichte) der 

sachsischen Gesellschaft (Akademie) der Wissenschaf- 

ten zu Leipzig. Phil. -hist. Klasse. 
Sb. Heidelb. = Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie 

der Wissenschaften. 
Scheller Oxytonierung = M. Scheller, Die Oxytonierung der 

griech. Substantive auf -id. Diss. Zurich 1951. 
Scherer Gestirnnamen = A. Scherer, Gestirnnamen bei den idg. 

Volkern. Heidelberg 1953. 
Schmid -eog u. -ewg = S. Schmid, -eoq und -eioq bei den griech. 

Stoffadjektiven. Diss. Zurich 1950. 
J. Schmidt Kritik = J. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie. 

Weimar 1895. 



XXVI Abkiirzungen 

J. Schmidt Pluralbild. = J. Schm., Die Pluralbildungen der 

idg. Neutra. Weimar 1889. 

Schrader Sprachvgl. u. TJrgesch. = O. Schrader, Sprachver- 

gleichung und Urgeschichte. 3. Aufl. Jena 1906 — 1907. 

Schrader- Nehring Pveallex. = O. S., Reallexikon der idg. Alter- 

tumskunde. 2. Aufl. von A. Nehring. 1 — 2. Berlin 

1917—1928. 
Schulze Kl. Schr. = W. Schulze, Kleine Schriften. Gottingen 

1933. 
Schulze Q. = W. S., Quaestiones epicae. Gutersloh 1892. 
Schulze ZGLE = W. S., Zur Geschichte lateinischer Eigen- 

namen. Berlin 1904 (Neudruck 1933). 
Schwyzer = E. Schwyzer, Griech. Grammatik. I. Band. Miin- 

ctten 1939 (Hb. d. Altertumswiss. II : 1, 1). 
Schwyzer-Debrunner = E. S. u. A. D., Griech. Grammatik. 

II. Band. Munchen 1950 (H. d. A. II : 1, 2). 
Scientia = „Scientia". Rivista di szienza. Bologna usw. 1907ff. 
Seiler Steigerungsformen = H.-J. Seiler, Die primaren griech. 

Steigerungsformen. Hamburg 1950. 
Sertum philol. Johansson = Sertum philologicum C. F. Johansson 

oblatum. Goteborg 1910. 
SGDI = Sammlung griechischer Dialektinschriften. Gottin- 
gen 1884—1915. 
Shipp Studies = G. P. Shipp, Studies in the Language of 

Homer. Cambridge 1953. 
Sjolund Metr. Kurzung = R. Sjolund, Metrische Kiirzung im 

Griechischen. Diss. Uppsala 1938. 
Slavia = Slavia. Praha 1922ff. 
Smyth Ionic = H. W. Smyth, The Sounds and Inflections of the 

Greek Dialects. Ionic. Oxford 1894. 
Snell Ausdriicke = B. Snell, Die Ausdrucke fur den Begriff des 

Wissens in der vorplat. Philosophie. Berlin 1924. 
Solmsen Unt. = F. Solmsen, Untersuchungen zur griech. Laut- 

und Verslehre. StraBburg 1901. 
Solmsen Wortforsch. = F. S., Beitrage zur griech. Wort- 

forschung. 1. StraBburg 1909. 
Solmsen-Fraenkel EN = F. S. und E. F., Idg. Eigennamen als 

Spiegel der Kulturgeschichte. Heidelberg 1922. 
Sommer Ahhijava-Urk. = F. Sommer, DieAhhijava-Urkunden. 

Munchen 1932. 
Sommer A. u. Sprw. = F. S., Ahhijavafrage und Sprachwissen- 

schaft. Munchen 1934. 
Sommer Hb. d. lat. Laut- u. Formenlehre = F. S., Handbuch 

der lateinischen Laut- und Formenlehre. 2. u. 3. Aufl. 

Heidelberg 1914. 
Sommer Lautst. =F. S., GriechischeLautstudien. StraBburg 1905. 



Abkiirzungen XXVII 

Somrner Nominalkomp. = F. S., Zur Geschichte der griech. 

Nominalkomposita. Miinchen 1948. 
Sommer Zum Zahlwort = F. S., Zum Zahlwort. Miinchen 1951. 
Soter = Soter (Zeitschrift fur Beligionswissenschaft ; lit.). 

Kaunas. 
Specht Ursprung = F. Speeht, Der Ursprung der idg. Dekli- 

nation. Gottingen 1944. 
Sprache = Die Spraehe. Zeitschrift fur Sprachwissenschaft. 

Wien 1949ff. 
Sprachgeseh. u. Wortbed. = Sprachgeschichte und Wortbe- 

deutung. Festschr. A. Debrunner. Bern 1954. 
Stand u. Aufgaben = Stand und Aufgaben der Spraehwissen- 
schaft. Festschr. fur W. Streitberg. Heidelberg 1924. 
Streitberg-Festgabe = Streitberg-Festgabe. Leipzig 1924. 
Stromberg Fischnamen = R. Stromberg, Studien zur Etymo- 

logie und Bildung der griech. Fischnamen. Goteborg 

1943 (GHA 49 : 3). 
Stromberg (Greek) Prefix Studies = R. S., Greek Prefix Studies. 

On the use of adjective particles. Goteborg 1946 

(GHA 52 : 3). 
Stromberg Pflanzennamen = R. S., Griechische Pfianzennamen. 

Goteborg 1940 (GHA 46 : 1). 
Stromberg Theophrastea = R. S., Theophrastea. Studien zur 

botanischen Begriffsbildung. Goteborg 1937. 
Stromberg Wortstudien = R. S., Griechische Wortstudien. 

Goteborg 1944. 
Studia Indo-Ir. Geiger = Studia Indo-Iranica. Ehrengabe fur 

W. Geiger. Leipzig 1931. 
Studia in hon. Acad. d. Decev. = Studia in honorem Acad. d. 

Decev. Academic Bulgare des sciences. 1958. 
Studi bait. = Studi baltici. Roma 1931ff. 
Studi etr. = Studi etruschi. Firenze 1927ff. 
Stud, itfilcl. = Studi italiani di filologia classica. Firenze- Roma 

1893ff. 
Stud. z. idg. Grundspr. = Studien zur idg. Grundsprache, hrsg. 

v. W. Brandenstein. Graz-Wien 1952 (Arbeiten aus 

dem Institut fur allg. u. vgl. Sprachwiss. 4. Heft). 
Studies Robinson = Studies presented to D. M. Robinson. 

1 — 2. Saint Louis, Missouri 1951 — 1953. 
Studies Whatmough = Studies presented to J. Whatmough. 

's.-Gravenhage 1957. 
Sturtevant Comp. gr. 1 - 2 = E. H. Sturtevant, A Comparative 

Grammar of the Hittite Language. Philadelphia 1933. 

Rev. ed. New Haven 1951. 
Siitterlin Denom. = L. Sutterlin, Zur Geschichte der Verba 

denominativa im Altgriechischen. 1. StraBburg 1891. 



XXVHI Abkurzungen 

Symb. Hrozny = Symbolae ad studia Orientis pertinentes 

F. Hrozny dedicatae. 1—3 (Arch. Or. 17—18). Praha 

1949—1960. 
Symb. Oslo. = Symbolae Osloenses. Oslo 1922ff. 
Symb. (phO.) Danieleson = Symbolae philologicae O. A. Daniels- 
son oblatae. Uppsala 1932. 
Symb. Bozwadowski = Symbolae grammaticae in honorem 

J. Bozwadowski. 1 — 2. Cracoviae 1927—1928. 
Thieme Der Fremdling im BV = P. Thieme, Der Fremdling im 

Bgveda. Leipzig 1938 (Abh. f. d. Kunde d. Morgen- 

lkndes 23 : 2). 
Thieme Studien = P. Th., Studien zur idg. Wortkunde und 

Beligionsgeschichte. Berlin 1952 (Sachs. Ak. Ber. 

98:' 5). 
Thomas Stud, zur lat. u. gr. Sprachgesch. = E. Thomas, 

Studien zur lateinischen und griechischen Sprach- 

geschichte.' Berlin 1912. 
Thompson Birds = D'A. W. Thompson, A Glossary of Greek 

Birds. A new ed. London 1936. 
Thompson Fishes = D'A. W. Th., A Glossary of Greek Fishes. 

London 1947. 
Thurneysen Grammar = B. Thurneysen, A Grammar of Old 

Irish. Dublin 1946. 
Traditio = Traditio. New York 1943ff. 
TransAmPhilAss. = Transactions (and Proceedings) of the 

American Philological Association. Hartford usw. 

1871ff. 
Trans. (Cambr.) Phil. Soc. = Transactions of the (Cambridge) 

Philological Society. London 1854ff. (1881ff.). 
Trautmann AltpreuB. Sprachdenkm. = B. Trautmann, Die 

altpreuBischen Sprachdenkmaler. Gottingen 1910. 
Trautmann Balt.-slav. Wb. = B. T., Baltisch-slavisches Wor- 

terbuch. Gottingen 1923. 
Treu Von Homer zur Lyrik = M. Treu, Von Homer zur Lyrik. 

Wandlungen des griech. Weltbildes im Spiegel der 

Sprache. Miinchen 1955. 
Trumpy Fachausdrucke = H. Trumpy, Kriegerische Fachaus- 

driicke im griech. Epos. Diss. Basel 1950. 
Usener Gotternamen = H. Usener, Gotternamen. Bonn 1896. 
UUA = Uppsala universitets arsskrift. 
Vasmer (Buss, et.) Wb. = M. Vasmer, Bussisches etymologi- 

sches Worterbuch. 1—3. Heidelberg 1950—1958. 
Ventris-Chadwick Documents = Documents in Mycenaean 

Greek. By M. Ventris and J. Chadwick. Cambridge 

1956. 
Vox Bomanica = Vox Bomanica. Zurich 1936ff. 



Abkiirzungen XXIX 

Wackernagel Akzent = J. Wackernagel, Beitrage zur Lehre 

vom griech. Akzent. Basel 1893. 
Wackernagel Dehnungsgesetz = J. W., Das Dehnungsgesetz 

der griech. Komposita. Basel 1889. 
Wackernagel Hell. = J. W., Hellenistica. Gottingen 1907. 
Wackernagel Kl. Schr. = J. W., Kleine Schriften. I — II. 

Gottingen 1953. 
Wackernagel Syntax = J. W., Vorlesungen iiber Syntax. 

I— II. Basel 1920—1924. 2. Aufl. 1926—1928. 
Wackernagel Unt. = J. W., Sprachliche Untersuchungen zu 

Homer. Gottingen 1916 (S. 1—159 = Glotta 7, 161— 

319). 
Wackernagel Verm. Beitr. = J. W., Vermischte Beitrage zur 

griech. Sprachkunde. Basel 1897. 
Wackernagel(-Debrunner) = J. W., Altindische Grammatik. 

Gottingen. I. 1896. II : 1. 1905. II : 2 (von A. De- 

brunner). 1954. Ill (mit A. D.). 1930. Nachtrage zu 

Bd. I (von A. D.). 1957. 
Walde LEW 1 - 2 = A.Walde, Lateinisches etymologisches Wor- 

terbuch. Heidelberg 1905. 2. Aufl. 1910. 
W.-Hofmann = Lat. et. Wb. von A. W. 3. Aufl. von J. B. 

Hofmann. Heidelberg 1938—1954. 
WP. = A. W., Vergleichendes Worterbueh der idg. Spra- 

chen. Hrsg. u. bearb. von J. Pokorny. 1 — 3. Berlin und 

Leipzig 1927—1932. 
WienAkAnz., Dks., Sb. = Anzeiger bzw. Denkschriften, 

Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften zu 

Wien. 
Wiener Eranos = Wiener Eranos zur 50. Versammlung deut- 

scher Philologen in Graz. Wien 1909. 
WienStud. = Wiener Studien. Zeitschrift fur klassische Philo- 

logie. Wien 1879ff. 
v. Wilamowitz Eur. Her. = U. v. Wilamowitz-Moellendorff, 

Euripides Herakles. Zweite Bearbeitung. Berlin 1895 

(Neudr. 1909). 
v. Wilamowitz Glaube = IT. v. W., Der Glaube der Hellenen. 

1—2. Berlin 1931—1932. 
v. Wilamowitz Hellen. Dichtung = U. v. W., Hellenistische 

Dichtung in der Zeit des Kallimachos. 1 — 2. Berlin 1924. 
v. Wilamowitz Horn. Unt. = U. v. W., Homerische Unter- 
suchungen. Berlin 1884. 
v. Windekens Le Pelasgique = A. J. van Windekens, Le 

Pelasgique. Essai sur une langue indo-europeenne 

prehellenique. Louvain 1952. 
v. Windekens Lex. etym. = A. J. v. W., Lexique etymologique 

des dialectes tokhariens. Louvain 1941. 



XXX Abkiirzungen 

Winter Prothet. Vokal = W. Winter, Studien zum „prothe- 

tischen Vokal" im Griechischen. Berner Diss. Hamburg 

1950. 

Wissmann Nom. postv. = W. Wissmann, Nomina postverbaha 

in den altgermanischen Sprachen. 1. Gottingen 1932. 

Word = Word. Journal of the Linguistic Circle of New 

York. 1945ff. 
WuS = Worter und Sachen. Heidelberg 1909ff. 
Wurzb. Jb. = Wurzburger Jahrbucher fur die Altertumswissen- 

schaft. Wurzburg 1946ff. 
Wurzb. Stud. (z. Altertumswiss.) = Wurzburger Studien zur 

Altertums-wissenschaft. Stuttgart 1931ff. 
Wyss -awri = U. Wyss, Die Worter auf -awrj. Diss. Zurich. 

Aarau 1954. 
WZKM = Wiener Zeitschrift fur die Kunde des Morgenlandes. 

Wien 1887ff. 
ZDMG = Zeitschrift der Deutschen morgenlandischen Gesell- 

schaft. Leipzig 1847ff. 
Zeitschr. celt. Phil. =. Zeitschrift fur celtische Philologie. Halle 

1897ff. 
Zeitschr. f. agypt. Spr. = Zeitschrift fur agyptische Sprache 

und Altertumskunde. Leipzig 1863ff. 
Zeitschr. f. d. Wortf. = Zeitschrift fur deutsche Wortforschung. 

StraBburg 1901—1914. 
Zeitschr. f. neut. Wiss. = Zeitschrift fur neutestamentliche 

Wissenschaft. GieBen 1900ff. 
Zeitschr. rom. Phil. = Zeitschrift fur romanische Philologie. 

Halle 1877ff. 
Zeitschr. slav. Phil. = Zeitschrift fur slavische Philologie. Leip- 
zig 1925ff. 
Zephyrus = Zephyrus. Salamanca 1950ff. 
ZII = Zeitschrift fur Indologie und Iranistik. 1 — 10. 

Leipzig 1922—1936. 

Z(0)NF = Zeitschrift fur Ortsnamenforschung bzw. Namen- 

forschung (ab Bd. 14). Munchen bzrw. Berlin 1925ff. 

Zumbach Neuerungen = O. Zumbach, Neuerungen in der 

Sprache der homerischen Hymnen. Diss. Zurich. 

Winterthur 1955. 

Zupitza German. Gutt. = E. Zupitza, Die germanischen Guttu- 

rale. Berlin 1896. 
Ziva Ant. = Ziva Antika. Skoplje 1951ff. 



GRIECHISCHES 

ETYMOLOGISCHES 

WORTERBUCH 



4-verneinendes (privatives) Prafix (a oreQtjuxov) ; daneben, ur- 
spriinglich nur antevokalisch, dv-. Durch Wegfall anlautender 
Konsonanten (F-, a-) ist die urspningliche Verteilung gestort 
worden: aiaog (< *d-Ftaog) neben neugebildetem aviaog hat 
Formen wie a-o£og neben urspriinglichem &v-o£og ( : Aat) 
hervorgerufen. a(v)- war im Griechischen wie in den ubrigen 
idg. Sprachen anfanglich nur in Verbaladjektiven und 
Bahuvrihibildungen zu Hause. Frisk Adj. priv. 4ff., 44 ff., 
Subst. priv. 8ff., Wackernagel Syntax 2, 284ff., 1, 282f., 
Puhvel Lang. 29, 14ff. — tjber pleonastiscb.es d(v)- s. zu 
d^ekregog. 

Gr. d(v)- findet sich in den meisten idg. Sprachen wieder, 
z.B. aind. a(n)-, lat. in-, germ., z.B. got. un-, idg. *#.-. Damit 
ablautend die Satznegation *ne in lat. ne-scio, ne-faa usw., 
gr. viell. vi-nodeg (s.d.) \mdvt)Xeijs (s. ikeog). MehrereBildungen 
konnen altererbt sein, wie av-vdg-og — aind. an-ttdr-d-, ftyvco- 
rog = aind. djnata-, lat. ignotus. — Seltene Nebenformen von 
av- sind v- {v-tfve/iog, v-<o86g, vgl. vrjXerjg oben) und dva-, 
s. Schwyzer 431 f. Fragliche Ablautspekulationen bei Gray 
Language 1, 119ff. ; dazu Nehring Glotta 16, 248. 

4- kopulatives Prafix (a d&Qoiorixdv) ; durch Hauchdissimilation 
und Psilose auch d-, das analogisch weiterwuchern konnte: 
Una!-, dnkovg; &Ao%og, ddskqidg; aneSog 'eben', afliog 'reich'. 
Identisch mit aind. sa- (sd-ndman- 'mit demselben Namen, 
gleichnamig*), lat. aem-, aim- (aim-plex), idg. *am-, schwache 
Ablautform von *sem in aind. sdm 'zusammen', lat. sem-el 
usw., s. slg; vgl. auch S/iog, &/ia. — Aus der Bedeutung *zu- 
sammen, mit etw. versehen' erwuchs wahrscheinlich das 
sog. a inirartxdv (intensivum), z.B. &-edvov noAwpegvov Hes., 
vgl. s. v. iv. Das Prafix d- ist nicht inuner vom prothetischen 
d- oder von d- in zweisilbigen Wurzeln zu trennen (vgl. 
dfi6Aya>, dvrjg, drj/ti). Schwyzer 433 und 41 If., aufierdem noch 
Sturtevant Language 15, 148ff. (zweifelhaft). 

4- in kleinasiatischen Namen, z.H.TUhjifiQa: Svpfiqa. Kretschmer 
ist geneigt, nach dem Vorgang Forrers darin ein (chattisches?) 
Artikel-Prafix zu sehen; Glotta 21, 86ff., 22, 108 A. 3, 24, 218f., 
32, 182f., 200ff. — "Ober eine ahnliche Erscheinung im 
Ulyrischen (Aneviaxan Penestae usw.) Krahe IF 57, 126f. 

S Interjektion (seit H.), elementare Bildung, vgl. Loewe KZ 54, 
103 ff., Bjorck Alpha impurum 152. Davon afaj 'seufzen, 
stohnen'. Schwyzer 716. 

Frisk, Griech. etym. WSrterbucU 1 



2 idaxog — Spayw" 

aaarog ep. Wort unsicherer Bedeutung: vvv pot ofioaaov d.Srvyog 
vSaiQ I 271 ('unverletzlich'?), ae&tos a. <p 91, /5 fun- 
truglich'?), xdgTog a. A. R. 2,77 funuberwindlich'?). Schon 
wegen der unklaren Bed. is* die Herkunft nicht sicher zu 
ermitteln. Gewohnlich zu drrj gezogen; s. d. und ddto. Vgl. 
MPaxtoi- apiofieis H.? 

fiaSa' &>6eux. Adxmveg H. s. &&rpi. — daSeiv anoQeia&ai, danelv 
H. s. adtjv; im Sinn von dxkiv, hmelofau, ddtxelv s. avddvw, 

&a£co 'mit offenem Munde auaatmen' (Arist.), davon aaofiog 
(Arist.). Wohl onomatopoetisch (Schwyzer Melanges Pedersen 
73 A. 2). Anders Solmsen Unt. 284 (zu arj/u). Vgl. a£a> aus d. 

aavdtt- eldoc ivoniov naQa AXxfiavt o>? Aqiaroipdv^ H. Nach 
Schulze Q?38 als *avaav9a zu otfg, was vor allem wegen der un- 
klaren Bildung (vgl. olvdv&rj ; oder zu av&ogfl Chantraine For- 
mation 369) sehr zweifelhaft ist. Vgl. auch Bechtel Dial. 2, 366. 

£anrog in der epischen Formel x ei e e S danroi, x e iQ a S ddnrovQ 
(Horn., Hes.), danach xfjrog a. Opp. Nach den Scholien zu 
A 667 und nach Eustathios soil Aristophanes demovg gelesen 
haben, das E. entweder mit dnelv oder mit ineoftai verbinden 
will. Bechtel Lex. s. v., der wie Wackernagel BB 4, 283 f. 
aenrog als die urspriingliche Lesart ansieht, deutet %■ "• als 
'Hande, deren Grofie man nicht aussprechen kann'; wenig 
iiberzeugend. Vgl. demog, dmoenrjs. 

aaxoi; kontr. drog 'unersattlich' aus *d-ad-rog ep. neg. Verbal- 
adjektiv zu 8-fievat 'sattigen', 8. ddtjv und iaai. Vgl. &t)zog. 

&&ta 'schaden, verletzen', Med. 'in Verblendung handeln', fast 
aussehlieBlich episch; auBer darai (J 1 91 = 129) nur Aorist- 
formen aaaa, -d/irjv, kontr. &aa, ddofrrjv. Primares Verb, Aor. 
*dfd-oai mit themat. Prasens *dfd-ercu > daxai, dazu noch 
die orx-Bildung ddoxer tp&elgei, /JAcbrrei H., xareflaoxe- xaii- 
PAayievH. Verbalnomina : dfd-rr] (Alk. addra) > arr) 'Schaden, 
Schuld, Verblendung', s.d.; daoig in daoi-<poeog- /SAdjV tpigcov 
H. Vgl. noch deoi<pQ<ov und Bechtel Lex. s. v. — Unerklart. 
Hypothesen bei Bq s. Sxtj und WP. 1, 211. Vgl. yardXai. 

afjct ■ tqoxoq fj 0ojj H. Im letzteren Sinn nach Specht KZ 59, 120f. 
zum horn. Ipf. atfe 'rief'. Specht zieht ferner heran dfirJQer 
qdei und dfHooer £jiuio&ei, doQvfiei H., auBerdem noch dfiag 
(afScaQ cod.) im Sinn von /toi}. Sehr hypothetisch. Vgl. avdrj, 
deldm. 

apayva- $66a Maxedoveg H. Dunkel. Gehort hierher phryg. Hyvig, 
"Yayvu; — fdyvig (N. eines phryg. Athleten) ? Kretschmer 
Glotta 3, 156f., Pisani Rev. int. et. balk. 3,1 (5) 25 A. 3 
(mit Lit.). 



&(3axifc nur Akk. sg. (aol.) dpdxtjv <pqiva (Sapph.) 'jjcr^jov xai 
nggov' (EM). Davon dftdxrjoav 8 249 'jjffwxcwai'' (?) und d/fcwrtfd- 
/tevos Anakr. Vom Nomen oder vom Verbum geht aus 
af}axtf/xa>v aXaXoi, davverog H., vgl. Schwyzer 522: 2, Chan- 
traine Formation 173. Wegen der nicht genau festzustellenden 
Bedeutung bleibt die Etymologie unsicher. Falls eigentlich 
= 'aAaXoq, stumm' empfiehlt sich die alte Herleitung aus 
fSdtco (fHfiaxrai, /Sdf «s). Die Ankniipfung an ftdxvQav, fSeftr)xa, 
ftdxrar loxvQoi H. (Walker CI. Rev. 5, 448, Bechtel Lex. 3f. 
mit weiterer Lit.) wird von WP. 2, 104f. mit Recht in Zweifel 
gezogen. 

dpdvraoiv av&flaaiv H. Aus *dfifSdvraoiv dissimiliert nach 
v. Blumenthal HeBychst. 2 ; kaum iiberzeugend. Schmidt 
andert in dfidirzeaoiv dvafiaxsiv. 

cipal;, -xog m. 'Brett (zum Rechnen, Zeichnen, Spielen), TafeP 
(Kratin., Arist. usw.). Dem. dfidxiov (Lys. usw.), dflaxlaxog. 
Herkunft unbekannt. — Die Herleitung aus hebr. 'dbaq 
'Staub' (s. Lewy Fremdw. 173) uber '*mit Staub bestreute 
Zeichentafel' ist aemantisch willkurlich. Lat. LW abacus, 

(ipapiordiv ywauatofiEvrjv, xaftaiQO/idvrp> xarafttp>lotg. Kvtiqioi H. 
Unwahrscheinliche Hypothese von Schrijnen BSL 32, 67. 

&papo- dqlyavov (rd iv) Maxedovla H. Vielleicht mit dfidgaxov 
irgendwie zusammenhangend; s. d. W. mit Lit. 

fipeis- fyex H. Nach Bonfante RIGI 19, 167 f. illyrisoh mit 
aus idg. g v h wie in vlfia- %t6va. Krahe IF 58, 133 erwagt da- 
neben Lautsubstitution von gr. <p durch illyr. 6. 

dp^XTepo?, woraus dftekisQla, d^eXTege^ofiai, att. Wort, 'einfaltig, 
dumm'. Wahrscheinlich mit pleonastischem Privativprafix fur 
ptfaegog ursprunglich 'sittlich gut', dann herabsetzend 'gut- 
miitig, schlicht, einfaltig', Wackernagel GGN 1902, 745 ff.; 
vgl. Fraenkel Glotta 20,94. Kaum mit Benfey Wurzellex. 1, 
321, Osthoff IF 6,6f., Seiler Steigerungsformen 93 als Bahu- 
vrihi 'ohne das Bessere'. Wieder anders Osthoff MU 6, 177, 
Hatzidakis Glotta 11, 175f. 

&(3^p* olxrjfia arodg e%ov, ra/ieiov. Adxcoveg H. Nach v. Blumen- 
thal Hesychst. 2f. illyrisch (zu idg. bher- 'tragen'), was von 
Kretschmer Glotta 20, 249 mit Recht abgelehnt wird. Wohl 
einfach mit dffjrjg 'Luff identisch, vgl. schwed. vind 1. 'Wind' 
2. 'Boden', Frisk Eranos 32, 54. 

fipiv • iMrtjv, oi di nevxtjv H. Zu lat. abies, s. W.-Hofmann. Nach 
Mayer KZ 66, 96f. aus idg. *ab- 'Baum', das in einer Reihe 
illyrischer und skythischer (iranischer) Namen wie %.{iai, 
ftfigoi, A$ixr\ = 'YAata (St. Byz.) erhalten sein soil. 

ritpXaS£<i>€* fjSimg H. Wohl mit Vokalvorschlag zu fikadvg und 



4 &(3Xr)Xp6c — &(Jp6<; 

weiterhin zu dfiaAdvva), fiikdofiai. Naheres bei Winter Prothef. 
Vokal 31 f. 

ipTirjxpA? 'schwach', bei Homer immer im Veraanfiang, spater 
audi im Versinnem (A. R. 2, 205), vereinzelt auch in der 
Proaa. Bei Nik. Th. 885 dptyxefe. Sonst pXrixQ^g, s. d. Das 
anlautende („prothetische") d- ist dunkel, vgl. Waekernagel 
Glotta 2, Iff., Winter Prothet. Vokal 31. — Leumann Horn. 
Wdrter 56, 340 betrachtet df}A.TixQ6g als die ursprungliche 
Form, woraus fiAqxQis durch Verschiebung der Wortfuge 
entstanden mire. 

AfOwtttf dfiXa^ig. Kg^reg H. Daza in kret. Inschr. dfikoma. 
(Vaxos) und xaxapXcaiea&m (Gortyn). Zu ftXdnxm, {IXdjiri, s. d. 
Das Schwanken von n ~ /? ist wegen der unsicheren Etymo- 
logie nicht'sicher zu deuten, vgl. Fraenkel Glotta 2, 36f. Ab- 
zulehnen v. Blumenthal Hesychst. 25. 

ipoXci?* neQifioHai vnd EixsXmv H.Wohl zu d/SdAA»jc (s. d.) durch 
Volksetymologie. Unwahrscheinlich v. Blumenthal Hesychst. 
2: aus *d[t(pipoXeii; mit Subendissimilation, Assimilation und 
Vereinfachung der Doppelkonsonanz. 

&[3oX&i» hellen. Epik (A. R., Kail.) '■= avxifioXito. dfioXfjaax- anav- 
Ttjocu H. Davon dftolrjTvg 'Begegnung', -iJto>p 'der begegnet' 
(Antim.). Prellwitz Glotta 19, 126 vergleicht ijfioAov fj/tag' 
xa&' S anaremmv sig ravrdv, ^ eSxaiQov, iegdv H., das nach ihm 
ein Prafix i}- < idg. d- enthalten soil. Wie d- in dfioMco zu 
erklaren ist, erfahrt man nicht (nach Schwyzer 433 eopu- 
lativum). 

dpiXXT]? 'Art Mantel' (Kaiserzeit). Wird allgemein und wohl 
richtig als LW aus lat. aboUa (seit Varro) erklart, s. W.-Hof- 
mann s. v. Gegen diese Ahnahme konnte allerdings die masku- 
line Form von AfioXXrjg sprechen, die aus dem fern. aboUa nicht 
ohne weiteres verstandlich ist, wahrend gr. Maskulina auf 
-7jc im Lat. in Feminina auf -o ubergehen, Waekernagel Syntax 
2, 44. Jedenfalls wohl urspr. sizilisch; vgl. dfioXetg. 

ippion^v fiaariylav H. Winter Prothet. Vokal 31 erwagt An- 
schluB an ftriQiv&og, pig/us 'Soil' usw., was sowohl wegen der 
unerklarten Bildungsweise wie wegen der Bedeutung zweifel- 
haft scheint. 

&(3p6{ 'zart, weichlich* alt, vorw. poetisch. Fern, d^ga 'Lieblings- 
zofe' hell. u. spat (nach Lewy Fremdw. 68 u. anderen aus 
aram. habrd 'Genossin'). Abl. : d/?gdr)js, dPooavrrj; denom. 
&Pf>vvo/icu, -co 'weichlich leben, groBtun, sich brusten', bzw. 
'weichlich behandeln'. Von L. Meyer 1, 614, Debrunner GGA 
1910, 9, Schwyzer 481 zuij/fy (eig.'in Jugendkraft strotzend') 
gezogen. Hypothetisch. 



dppoxd^to — &ya!&6q 5 

(ippord^oi 'jn. verfehlen' nur Konj. Aor. dpQord£o/xev K 65. Abl. 
aPgdragig H., Eust. Vielleicht nur metrisoh bedingte Urn- 
bildung von *&Pqotw/isv (Schwyzer Mel. Pedersen 70). S. 
dfiaQTdvco. Zu -fig- fur -jM/Sp- s. Schwyzer 277. 

AppArovov (d-) n. 'Stabwurz' (Thphr., Nik. usw.). Herkunft un- 
bekannt; wohl (volksetymologisch umgeformtes) LW. Abzu- 
lehnen Hoffmann Die Makedonen 40 f. m. A. 7. 

dpporot- ixivarv QaXaaoimv elSog H. Daneben afi^Qvrror eldog 
ixlvtav d-dkaaalmv und die kurzeren Formen fiQvnos (Ar.) und 
pQvaaos (Arist.). Kuhne Vermutungen bei Winter Prothet. 
Vokal 30 : zu fioQ/tvQog N. eines Meerflseb.es und fernerhin zu 
Pevxtog 'tief (?). 

dpuWv /Ja#t5 H. v. Blumentbal IF 49, 175 erwagt illyrische 

Herkunft (= 'grundlos', zu f}v&6g). 
dpupraxrj f. N. einer Sauce, 'vTidrQifi/ia (SoqPoqixov' (Kom.). 

Herk. unbekannt. 

&yn- verstarkendes Prafix, vorwiegend in alterer Spracbe, z.B. 
dya-xkefe 'mit grofiem Ruhm'. Zur Funktion stimmt vollig 
das lautlicb anklingende aw. aS-, z.B. ai-aojah- 'mit groBer 
Starke'. Schwyzer KZ 58, 184 erwagt, -a nur als „phonetische 
Stutze" zu betrachten. Gewohnlich wird dya- mit fiiya ver- 
bunden; die dabei vorauszusetzende Grundform idg. *tp4(a)- 
ist wenig erfreulich. 

Mit aya- verwandt ist dyav 'zu sehr', viell. Akk. eines ver- 
schollenen Nomens; zum unklaren -a- s. zuletzt Bjorck Alpha 
impurum 44f. Davon dyd£eiv in /xijdiv dydfeiv A. Supp. 1061 
( : prfiiv dyav). — Ob ayafiai 'sich wundern', auch 'beneiden, 
entriistet sein' zu &ya- gehort, ist etw. unsicher. Es sieht jeden- 
falls aus wie ein primares Verb auf zweisilbiger Wurzel, vgl. 
Schwyzer 680. Thematische Umbildung in dydopai (Hes., 
Alkm.), daneben dyalo/iat (ep. ion., Neubildung nach Svaoaa : 
vaio> usw., Risch 284), dyd&nat (Pind.). Aor. dyda(a)aa$ai 
usw. Nominale Ableitungen: ayr\ 'Verwunderung, Neid* (Horn, 
usw.), dyda/iara (S. Fr. 885, vgl. Nauck z.St.), &yaa(a)ig H., 
EM. — Vgl. dydUofiat, dyavaxiico, dyavdg. 

fryalMg, -Cdog f. 'KnaueP, selten (Pherekyd. u.a.). Etym. un- 
bekannt. Hypothetisch GroSelj Ziva Ant. 2, 65. Altere Lit. 
bei Bq. Vgl. unter dya&6;. 

dyocStS^ 'gut, tiichtig, trefflich' im weitesten Sinn von Personen 
und Sachen, aOgemein seit Horn. Unerklart. Seit Legerlotz 
KZ 8, 416 (zuletzt Bartoli Arch, glottol. it. 32, 97ff.) vergleicht 
man oft die germ. Sippe got. gops, nhd. gut, mnd. gaden 
'passen' usw., ferner (Bezzenberger BB 13, 243) aksl. god-b 
'(rechte) Zeit', goditi 'gefallen' und — in der Annahme einer 



6 iy*** *" 11 — AY ava,€T ^ w 

ursprunglichen Bed. 'umklammern, festhalten' — aind. 
gddhya- 'was festzuhalten ist' usw. (wozu femer auch dya&u; 
'Knauel' aus *siri-ghadhi-); alles hdchst unsieher. — Erne 
Grundform *ghadh- hatte eigentlich zu d-xa&og fuhren mussen, 
einer Form die tatsachlich in dxa«6v dyafidvB.. vorliegt. Das 
-y- ware nach Giintert BphW 37,265 sekundar nach dya- em- 
getreten. Naeh Speoht Ursprung 256 und Havers Sprach- 
tabu 56 ist die ten. aspirata durch Gefuhlsbetonung ver- 
ursacht (?). Weitere Lit. bei Bq und WP. l,531ff., 834. S. 
auch %daioQ. . 

Von dyaMz werden in alterer Zeit keine Ableitungen ge- 
bildet. Erst seit dem Hellenismus (namentlich in der Septua- 
ginta) erscheinen dyaMrr)S, dya&ma^vri; dya&om mit dyd&a/ta, 
dyaMvoi mit dyd&waig (fruher dafur ager?}, dv^e/a usw.). Auch 
die Zusammensetzungen sind fast ausnahmslos spat (fruher 

. und allg. ev-). 

&vtiXXo(iai 'stolz sein, sich freuen' (seit Horn.), daneben dydAAco 
'verherrlichen' (Pi. usw.). Abl. ayaX/ia eig. 'nav iq>' $ xk aydX- 
Xeiai (Schol. Ar. Th. 773) 'Stolz, Schmuck, (Gotter)statue', 
vgl. Wilamowitz zu Eur. Her. 49, Porzig Satzinhalte 241 ; — in 
malam partem dycd/tof kot&oqla H., vgl. u. dyaMid&i. — Fur 
dydUo/tai, -m erscheint in spaterer Sprache dyaMidoiiai, -idco 
nach den Verben auf -idm (Schwyzer 732); davon dyaXMaan, 
-fa/ta. Von dyaXXidofiai ferner ayalfadfrr lotSogettai H., vgl. 
zur Bildung Schwyzer 734, Mel. Pedersen 63£f. ; daneben dydX- 
Ato?- XoldoQog H. — Ob auch der Pflanzenname dyaXXlg (h. Cer., 
Nik.) zu dydkfafiai gehort, sei dahingestellt; vgl. dvayaUk- 
dydXJlofiai sieht wie ein Denominativum von *dycMg aus 
(Schwyzer 725); weitere Ankmipfungen (dya-1, /xeyaht-f!) 
zweifelhaft. Vielleicht ist dyavo? (mit Stammwechsel A ~ v) 
verwandt. 

dyiXoxov n. 'bitteres Aloeholz' (Dsk. usw.). Orientalisches LW, 
nahere Herkunft unbekannt. Vgl. Schrader-Nehring Beallex. 
39f. 

&YO|M(i s. dya-. 

•Aya^iJivtov, att. Vasen Aya/tia/icov, auch Aya/tiftfuov, -nev(v)<ov 
(Nachmanson Glotta 4, 246). Nach Prellwitz BB 17, 171 f. 
aus *Aya-/ii5/tatv 'machtig waltend' ; s. noch Stolz Innsbracker 
FestgruB 13ff. Kretschmer Glotta 3, 330f. zieht dagegen mit 
Curtius 311 das Hinterglied zu pivos und pbeiv, indem er 
die Form mit -an- durch eine Art vulgarer Assimilation zu 
erklaren sucht. S. auch Fiesel Namen 65 ff. 

fiyav s. dya-. 

dyavaxT&j 'aufgeregt, entnistet sein', att. und spat; davon 
dyavdxrr)Oie 'Entriistung'. Nicht sicher erklart. Vielleicht 



dydt-vvicpoi; — Syyixpo? 7 

expressive Bildung auf -<acriu> wie vhaxr&o) ( : «5Ada>) zu 
*dyav(ie» (vgl. dydvrj/iai- daxdhXm, dyavaxr& H.) und weiter- 
hin zu dydo/iai, aya/iai (laxavda) : laxa> usw.) im Sinn von 
r sich entriisten'. Frisk Eranos 50, 8ff. 

&Y<S-wiq>os, -ov 'mit vielem Schnee', dichterisches Kompositum 
aolischen Ursprungs. Vom Wurzelnomen viq>- 'Schnee', in 
vi(p-a Akk. sg., s. vei<pei. Zur Bildung des Hinterglieds s. 
Sommer Nominalkomp. 64. 

&ya.v6$ 'mild, sanft', poet. (II. usw.) und spat. Ohne Etymologie. 
Die Ankniipfung an aya/xai ist semantisch unbefriedigend. 
AnschluB an ydvog n. 'Glanz' (Bechtel Lex. nach Doderlein) 
erklart u.a. das d- nieht. S. auch dydXXofiai. 

&Y0"*6a> 'gastlieh aufhehmen, gern haben, lieben' (seit II.), er- 
weiterte Form ayand£a> (ep. u. lyr.). Daraus als retrograde 
Bildung dydaiTj '(christliche) Liebe' (spat, vor allem LXX und 
NT). Sonstige Ableitungen dydnr\aig (Arist. usw.), dyanr/Oftog 
(Men.), dydmjfia (Kaiserzeit). — Dunkel. Anknupfung an dya- 
erklart weder Bedeutung noch Bildung (Hinterglied zu 
ndopai nach Prellwitz ; dagegen u. a. Lagercrantz KZ 34, 383). 

dytxptxiSv N. verschiedener Pilze (Dsk. u.a.), nach dem ON. 
XyaQta (Sarmatien). Strdmberg Pflanzennamen 122. 

dyau6<; etwa 'verehrungswurdig, edel' ep. und poet., spate Prosa, 
bei Homer immer von Konigen und Herren. Nach Schwyzer 
IF 30, 430ff. (gegen Schulze Q. 64) aolisch = dya-F6g; viell. 
zu aya/iai. Anders Curtius 172, Solmsen KZ 29, 111, Burger 
REIE 1,447 ff. 

&ya.\>p6<; Epithet unsicherer Bed. ('stolz' ?, 'verehrungswurdig'?), 
vereinzelt bei Hes., Hdt. u. a. Umbildung von dyavog nach 
yavqog. 

&YY a P<>S m. 'reitender persischer Eilbote' (X., Theopomp. Hist, 
usw.), vereinzelt auch als Adjektiv, z.B. ayyaqov tzvq 'Signal- 
feuer' (A. Ag. 282). Ableitungen: dyyaQtfCog = ayyaqog (Hdt.), 
Subst. dyyaQrfCov 'die Einrichtung der ayyaqoC (Hdt. 8, 98, 
wo die Einrichtung beschrieben wird). Denominatives Verb 
dyyaqedm 'zur Frone (fur den Beforderungsdienst) heran- 
ziehen' (Ev. Matt., Pap., Inschr.); davon dyyaqeorrig 'zur 
Frone Herangezogener* (Pap. VI p ) und dyyaqela 'Fronleistung 
(fur den Beforderungsdienst)' (Pap., Inschr., vgl. Preisigke 
Fachworter s. v.), pi. dyyaqelai 'cursus publicus' (Inschr. III P ) ; 
auf dyyagela bezogen dyyagixog (Pap.) — Hellenist, und spate 
Nebenformen iyyaQevco, -im, -la, wohl nach dem Prafix ev-, 
s. Ernault-Hatzfeld Rev. et. anc. 14, 279ff. — Zunachst aus 
persischer Quelle, aber letzter Hand (ebenso wie die Institution) 
wahrsch. babylonisch (aus agru 'Mietling', s. Jensen bei Horn 



8 fiyYeAos — iyelpw 

Grdz. d. pers. Etymol. 28 und 254). Zur Sache Rostowzew 
Klio 6, 249ff., vgl. noch W.-Hofmann s. angarius. 
iyyAoq m. 'Bote, Gesandter' (seit II.). Denominatives Verb 
dyyiXXco 'Botschaft bringen, melden', Nominalabstraktum 
dyyeXla 'Botsehaft'. Horn. dyyeAfyg m. 'Bote' wurde wahr- 
scheinlich von einem epischen Dichter durch falsche Inter- 
pretation des Genetivs (tj?j) dyytUr\g geschaffen, s. Leumann 
Horn. Worter 168ff. Danach }J dyysMrj im Sinn von 'Botin' 
bei Hes. Th. 781. Andere Ableitungen: von dyyekia : dyyeXua- 
rrje, -(oris 'Bote, -in' (poet. u. selten seit h. Merc. 296) ; von 
&yyBkog : dyysAtwfe 'zum Boten gehorig, engelhaft' (spat) ; von 
dyyiUco : 5yyeX/xa 'Meldung' (E., Th. u.a.), dyysXnxog 'mel- 
dend' (spat), dyyiAreiQa 'Botin' (Orph. H. 78, 3; nicht ganz 
sicher). , 

Die friihere Zusammenstellung mit aind. dngiras-, N. 
mythischer Wesen, beruhte auf der Ansieht, daS diese Ver- 
mittler zwisehen Gottern und Mensehon waren. Da das ganz 
unsicher ist, bleibt diese Etymologie sehr fraglich. Vermut- 
lich ist Syyetog auf unbekannten Wegen aus dem Orient ein- 
gedrungen. Vgl. Syyaqog . 

*YY°S n - 'GefaB' seit Horn., vorw. poetisch; davon dyyelov, das 
mit der Zeit das Grundwort, namentlieh aus der Prosa, ver- 
drangt. Dem. dyyldiov (Thphr. usw., falsch -etdiov). Zur Be- 
deutung vgl. Brommer Hermes 77, 356. — Unerklart, viell. 
Mittelmeerwort (Chantraine Formation 418). Die Versuche, 
Syyog aus dem Indogermanischen zu erklaren (s. Bq, WP. 1,38; 
60, Pok. 46f.), haben zu keinen sicheren Ergebnissen gefuhrt. 

fiYY«>W(w 4d$, OTcupvArj H. — Mit unerklartem Nasaleinsehub 
(wie in ngr. kret. dyyovgog 'jung, Jungling', dyyovQi 'Gurke') 
und sekundarem spirantischem t)bergangslaut zu a-a>Qo$ 'un- 
reif, griin' ; vgl. ngr. dymgog, ayovgos 'unreif, grun, Jiingling', 
dyovglda 'unreife Traube' usw. Aus dem Mittel- und Neu- 
griechischen stammen mpers. angur 'Weintraube', agypt.- 
arab. ag'g'ur 'Gurke'. Kretschmer Glotta 20, 239f. — Ob 
&yyovgog- eldog nhzxovvxog H. (daneben yovQog 'Kuchenart' 
Sol.) damit etwas zu tun hat, sei dahingestellt. Zum letzt- 
genannten Wort vgl. Winter Prothet. Vokal 46. 

(iyelpoj 'versammeln' (seit Homer). Mehrere Ableitungen, vor 
allem dyoqd, s. d. W.; mit demselben Ablaut dyogog 'Ver- 
B ammlung ' (E. in lyr.). Die iibrigen Bildungen enthalten in 
weitem Umfang die Schwundstufe dyvg-; dariiber Schwyzer 
351. So 

SyvQv; 'Versammlung, Menge' (H. usw.) mit der gelaufigen 
Zusammensetzung narrjyvQis 'Allversammlung, grofie (Fest)- 
versammlung', woraus weiterhin navrfyvQl^m, -lOfiog, -uc6g. 



&ydXrj — dy^cpia 9 

Arkad. dafiir navdyoqaig, TcavayogCa. — dytfQTrjg 'Bottler' mit 
den Denom. dyvgrd^to (Od. usw.) und dyvgrevm (Str.), wovon 
dyvQzeCa; mat dem Adj. dyvgnxdg (Str., Plu. u.a.). — dyvgr^Q 
'Bettler' mit dyvQTQta 'Bettlerin' (A. Ag. 1273). — dyvg/t6g und 
ayvq/ia. 

Die Bildungen auf dysg- haben die Verbindung mit dem 
Verbum besser gewahrtt ayegaig 'das Versammeln, Mustern 
des Heeres' (Hdt.), dyeg/iog 'das Sammeln von Geld, Truppen 
usw.' (Inschr., Arist.), dyegftoavvt} (Opp.), dyegrag 'Ein- 
kassierer' (IG 14, 423 I 35; Taurom.). — Endlich findet sich 
ayag- in ayaggig 'Zusammenkunft' (10 14, 759, 12; Neapel). 
Auch ayoQQig- dyogd, a&qoiaig H. kann, falls aolisch, dieselbe 
Stufe vertreten; vgl. Chantraine Formation 280. 

dyelgio hat keine direkten Entsprechungen in anderen 
Sprachen. Es wird gewohnlich und wohl mit Recht zu 
yigyega- noXkd H., rd ydgyaga'Gewinamel, Haufe' (s.dd.Ww.) 
gezogen, wobei d- verschieden beurteilt worden ist, vgl. 
Schwyzer 433 A. 5, WP. 1, 590, Winter Prothet. Vokal 14.— 
Eine mit -■&- erweiterte Form liegt in ep. fjyegd&ovrai, -to, 
•ftea&ai vor; vgl. zur Bildung Schwyzer 703 A. 1 m. Lit. Die 
einmaligen Formen rjyegi&ovrai (J* 231) und rjyege&eo&cu 
(K 127 nach Aristarch) haben aus metrischen Riicksichten 
ihren gedehnten Anlaut aus dem gewohnlichen fjyeQe&ovro 
bezogen; s. Schulze Q. 149, Wackernagel Dehnungsgesetz 38, 
Chantraine Gramm. homerique 98, 328. 
diyiXi) 'Herde, Schar' seit Horn., in alterer Zeit vorwiegend 
poetisch, mit dem Adj. dyeXalog 'zur Herde gehorig' (seit 
Horn.), dem Adverb dyehrfidv 'nach Herdenart' (B. u. a.), 
dem Subst. dyeMrag 'Fuhrer einer dyefat von Knaben' (Hera- 
kleid. Hist.), dem Verbum dyeM^o/iai 'sich versammeln' 
(Arist.); vom letztgenannten die spater belegten dyeXaorueog 
'gregarius' und dyiXaa/ia. Selten und spat dyeXixog, dyeXt£<o, 
dyeAio/uig. — Isolierte Abzweigung von &yco, s. d. Ein l- 
Suffix tritt auch auf in lat. agilis (und aind. ajird-1) 'beweg- 
lich, rasch', agolum 'Hirtenstab', s. W.-Hofmann s. w. m. Lit. 

Ay^p6a (cod. -aa)- imiog, oyxvrj H. Hakedonisch fur axegSog. 
Fick KZ 42, 150, Fraenkel KZ 43, 211. 

&Y^P<">X° < 5 'hochherzig', auch 'hochmiitig, stolz' (ep. poet., auch 
spate Prosa). Davon dyega)%(a f. 'Hochherzigkeit, Hochmut, 
Anmafiung' (LXX, Plb. usw.). — Wahrscheinlich Zusammen- 
bildung von yigag exeiv (Horn, usw.) mit a copulativum. 
Vgl. dor. yegcoxla {Ax. Lys. 980) ; dazu Schwyzer Glotta 
12, 9 und Gramm. 218 A. 1 m. Lit. 

iyixpuf fiala. Taqarzivoi H. Fur *dygirgia, von dygito. Mc 
Kenzie CI. Quart. 15, 48. 



10 fiyij — &yx- 

fiyrj s. dya. — 

&y^vcop ep. u. poet. Epithet unbekannter Bed. fmannhaft, 
mutig' ?). Davon dyrfvoQirj (Horn, usw.), wozu noch dyrjvoQiat 
(Nonnos). Das Vorderglied ist mehrdeutig; man hat darin 
sowohl Sym (Hoffmann Glotta 28, 32f.) wie dya- und ayafiai 
finden wollen; s. Sommer Nominalkomp. 169f., der fur Ver- 
bindung mit ayapat eintritt. — Verfehlt Kuiper MAWNied. 
NR. 14: 5, 207. 

iy^paxov n. Pflanzeimatne, 'Origanum onites' (Dsk.). Big. 
'nicht alternd', zu yriQdmtm, yfJQaq. Semantische Parallelen 
bei StrSmberg Pflanzennamen. 103. 

'AyrjaiXa?, von fiyio/xai (lak. HArEHIAAZj.Zvr Psilose Schwyzer 
RhM 78, 215ff. 

iy^Ttop s. fiyiopai. 

fiyio? 'heilig, geweiht', fehlt bei Horn., Hes. und den Tragikern 
(dafur dyvog). Neben ayiog (dreisilbig) steht seit Homer 
d^ofiai ( < *ayj,o/iat) 'verehren' mit einer verechiedenen, durch 
die Wortlange bedingten Lautentwicklung. Von Syiog ferner 
die spaten Nomina dytdrjjg und dyuoovvr) (LXXu.a.), die 
Verba dyl£m 'weihen, heiligen' (Pi., S. u.a.) und dyid^co 
(LXX usw.) mit den Nomina dyia/xoz 'Totenopfer' (D. S.), 
ayiaofios 'Heiligung' (LXX, NT), aylaofia 'Heiligung, Heilig- 
tum' (LXX); dyiorrJQiov 'Weihkessel' (Inacr. Perg. 256, 9), 
dyiaxnriQiov 'Heiligtum' (LXX) und dyurtvg 'Zeremonie' 
(Kail.). — Eine nominale Erweiterung auf -or- (dyiarog 
nur Et. Qvd. s. v. dyiorela) wird audi vorausgesetzt von 
dyioxetio} 'heilig, rein sein; heilig halten, weihen' (PI., E. 
usw.) mit den Ableitungen dytarev/ia 'Heiligtum' (Prokop.) 
und dyiareia 'Weihe, Heilighaltung' (Isok. usw.). 

Etymologisch nicht sicher erklart. Die herkommliche Zu- 
sammenstellung mit aind. ydjati 'durch Opfer und Gebete 
verehren' lafit sich weder beweisen noch strikt widerlegen; 
das Gerundivum ydjya-, formal = ayio;, findet sich nur bei 
dem Grammatiker Vopadeva (Debrunner GGA 1910, 9). Der 
Vergleich mit lat. sacer (Meillet BSL 21, 126f.), der einen 
Auslautwechsel k : g voraussetzt, ist kaum vorzuziehen. — 
Zur Bedeutung s. WiUiger Hagios. BeUgionsgeschichtliche 
Versuche und Vorarbeiten 19: 1 (1922), Nilsson Geschichte 
d. griech. Rel. 1, 61ff. (dyiot;, dyvdg, tegds), Roloff Glotta 32, 
114ff. mit weiterer Lit. 

&Y>c- Stamm einer weitverzweigten Wortsippe, die im Griechi- 
schen wie in anderen idg. Sprachen durch zahlreiche Nomina 
vertreten ist. Das Aind. hat das primare Verbum atncati 
'biegen, kriimmen' (idg. *dnq-eti). — Die Bildungen ordnen 
sich am besten nach den verachiedenen Suffixen. 



dyx- 11 

Mat /-Suffix: 

dyxdkrj f., gew. pi. 'gekrummter Arm, Armvoll' (Archil., A. 
usw.). Demin. dyxaXig, gew. -ides (II. usw.), im Epos aus 
metrischen Riieksiehten dem Grundwort vorgezogen. Die 
Lesung ayxakov (Akk. sg.) 'Armvoll, Biindel' h. Merc. 82 ist 
nicht ganz sieher. — Von dyxdkr) das Denominativum 
dyxaMfr/iai 'auf die Arme nehmen' (Semon. usw.) mit den 
Nomina actionis ayxdfaopa (Tim. Pers.), dyxahafiog (Pap.). 

dyxvXog 'gebogen, krumm' (II. usw.) mit den Denominativen 
dyxvXlm 'zuriickbiegen' (Aret.) und dyxvkom 'biegen' (Ar. u.a.) ; 
aus diesem dyxvkco/xa 'Schlinge' (Gal.), -mots mediz. Terminus, 
Bez. krampfhafter od. gelahmter Zustande (Gal. u.a.). 

dyxvXrj 'Riemen, Schlinge (am WurfspieB), Haken, Tiir- 
angel usw.' (B., Hp., S., E. usw.). Abl. dyxvXijrog 'mit dyx. 
versehen' (A.), dyxvXig f. 'Haken' (Opp.) mit dyxvktdarog 
'mit Schlinge versehen' (Hp. ap. Gal.), dyxvhov 'Schlinge* 
usw. (Mediz.). — Zum w-Formans vgl. ayxvoa unten, aufier- 
dem aind. anku-sd- 'Haken', anku-ra- 'junger SproB' (Bed. 
wie awno. oil 'Keim'); zum /-Suffix noch ahd. angul 'Fisch- 
haken, Angel', awno. 61 f. 'Riemen' (kann mit dyxvh\ sogar 
identisch sein), oil 'Keim' und mehrere andere germ.Worter. — 
Eine J-Ableitung ohne vermittelnden Vokal liegt in dyxXav 
axoh&v H. (richtig iiberliefert?) vor. 

Mit n-Suffix: 

dyxwv, -&vog m. 'Ellbogen', Dat. pi. dyxdoi (Opp., Strat.), 
vgl. dyxdg unten, auch von mehreren hervorspringenden 
Gegenstanden (seit II.). Spate Deminutiva: ayxdiviov, 
•taxog, -laxtov. Denominativum dyxajvi£a> 'sich auf den Ell- 
bogen lehnen' (Com. Adesp., Gloss.) mit dyxcovio/*6g (Eust.). 
Femininbildung ayxoivai 'Arme' (Horn. u.a.). — Mit alter 
e-Abtonung im Suffix in-riyxevideg pi. Benennung ernes 
Schiffsteiles, s. Bechtel Lex. s. v. — Zum Nebeneinander der 
I- und n-Suffixe vgl. z.B. lat. umbo, -onis neben 6/iq>aX6g, 
umbilicus. 

Mit r-Suffix: 

dyxvga 'Anker' (Alk. usw.) mit sparlich belegten Ab- 
leitungen wie dyxvqanog 'ankergeformf (Ph. Bel.), dyxvotov 
(Ph. Bel. usw.), dyxvol£a> 'jm. ein Bein stellen' (im Ring- 
kampf; alte Kom.). LW lat. aneora, vgl. Devoto Scientia 
16, 32. 

Mit s-Suffix: 

dyxog n. 'Bergschlucht, Felsental' (H. usw., selten), formal 
= aind. dnkas- n. 'Biegung, Krummung' (RV 4, 40, 4). Zum 
Kompositum piaydyxeta Sommer Nominalkomp. 174 f. m. 
Lit. 



12 &f\a6<; — &yM>ea&ai 

Mit tro-SufGx: 

ayxungov '(Angel)haken' (Od. usw.) ; Bildung unklar, s. 
Chantraine Formation 333 f„ Schwyzer 532, Specht Ursprung 
142. Vereinzelt vorkommende Abl. dyxlargiov, dyxtargevco mit 
dyxiargevtix6g und dyxiargsia. 

Mat 3-Suffix?: 

dyxdg- dyxdXag H. Wahrscheialich dureh MiBverstandnis 
von IP^ll entstanden, Bechtel Lex. 7; vgl. unten. 

Zwei Adverbia: ayxa&ev 'in die Anne (nehmend), auf den 
Ellbogen (gestiitzt)' (A., vgl. Lejeune Les adverbes grecs en 
-&ev 323f.), und dyxdg 'in die Arme' (Horn., Theok., A.R.), 
davon dyxd&fiai 'auf die Anne nehmen' (H. u.a.). Da dyxdg 
aufier <P 711 nur vor Vokal erscheint, hat man darin entweder 
einen elidierten Dat. pi. mit Schwundstufe von dyxmv (dyxdai 
■wie <pgaat) oder eine elidierte Form von *dyxdae sehen wollen. 
Bechtel Lex. 7, Schwyzer 631 A. 5. 

Neben dyx- steht mit abweichendem Vokalismus oyxog. 
Zum Ablaut a : o vgl. aufier Schwyzer 340 die Lit. zu 
ayco : oyfiog. 
Ay^**? formelhaftes Epithet, fast ausschliefilich episch und 
lyrisch, etwa 'glanzend, herrlich, stattlich' od. a. (Die kretisehe 
und kyprische Glosse dyXadv yXcupvgav ist naeh Leumann 
Horn. Worter 272 A. 18 durch MiBverstandnis einiger Homer- 
stellen entstanden). — Norninale Ableitung dyXata 'Pracht, 
Glanz' (H. usw., auch PN; zur Bed. vgl. Porzig Satzinhalte 
208 f.), denom. Verb dyXat^w 'schmueken', gew. Med. 'glanzen, 
sich ergotzen'. 

Wohl als *dyXaF6g zu verstehen. Wird gewShnlich zu 
yalr\V7\ usw. gezogen; naheres bei Bechtel Lex., Winter 
Prothet. Vokal 14. Vgl. dyavdg, dyavdg. 
"AyAaupo? Tochter des Kekrops, eine der Pflegerinnen des 
Erichthonios, eig. 'die klares Wasser hat', von dyXaog und 
einem Wort fiir 'Wasser', das u.a. in avavgog 'wasserlos' (s.d.) 
enthalten ist. E. Maafl Ath. Mitt. 35, 337ff., Kretschmer 
Glotta 4, 346. Vgl. Usener Gottemamen 135ff., Nilsson 
Gr. Rel. 1, 294; 414. — Das bei Nik. Th. 62, 441 vor- 
kommende Adj. ayXavgog = dyXaog scheint durch eine will- 
kurliche dichterische Umdeutung des PN entstanden zu sein. 
SyXI?, -i&og f. 'KnoblauehkopP (Ar., Hp.), wahrscheinlich mit 
yiXyig (s. d.) verwandt. Davon, mit sufflxalem -Idiov, dyXCdia- 
oxogoda H. Verfehlt Specht Ursprung 255. S. auch Winter 
Prothet. Vokal 14. 

&yX6ea9xxr pXdmEa&ai H. Nach v. Blumenthal IF 49, 176 hyl- 
laisch oder vielmehr messapisch, zu got. agls 'schimpflich' 
usw. (?). 



Ayv*? — &Y<>p& 13 

ayv6$ 'heilig, rein' (Od. usw., vorw. poetisch) ; zur Bedeutung 
Roloff Glotta 32, 114ff. m. Lit. Nominate Abl. dyv6xr)g 'Rein- 
heit' (NT u.a.). Verbale Abl. 1. dyvsvco 'als heilig betrachten, 
rein sein, reinigen' (ion. att.), wovon dyvela 'Reinigung', 
ayvev/ia, dyvevrriQiog, dyvevnxog; 2. dyvl^m 'reinigen, weihen* 
(poet., sp.), wovon ayvw/jta, -10/16$, -unixog u.a., aber auch 
dyvhrjg 'Reiniger' (Lyk. u.a.) mit AnschluB an die Nomina 
auf -tTJ7?, vgl. Redard Les noms greos en -tt]q 11. — Mit 
ay tog verwandt (s. d.) und wie dies ohne sichere genaue Ent- 
sprechung in anderen Sprachen. Aind. yajnd- 'Gottesver- 
ehrung, Opfer' kann formal dazu stimmen. 

&yv°q f. m. Baumname, 'Vitex agnus caatua' {h. Merc. usw.). 
Ohne Etymologie. Liden IF 18, 506 vergleicht asl. jagnedb 
'Schwarzpappel'. tJber volksetymologische Deutungen und 
falache Lehnuberaetzungen s. Stromberg Pflanzennamen 154. 
Kuhne Spekulationen iiber die Bildung bei Specht Ursprung 
173. S. auch Rohlfa WB a. v. 

<Syvoh.i, a£ca, lorfa od. ?Jfa, edya, dyrjv od. i&yrjv (zu idyrj am 
Versende A 559 s. Wackemagel Unt. 141, Chantraine Gramm. 
horn. 18) 'zerbrechen'. Seit Homer; gew. im Komp. xardyvvfii 
mit d aus -a- fay- (s. Bjorck Alpha impurum 42, 147 m. Lit.) . — 
Zahlreiche Verbalnomina: ayr) (a- sieher A. R. 1, 554: 4. 941 
und Numen. ap. Ath. 7, 305a im sechaten Fufle: xvfiaxog dyjj, 
bzw. dyfjg; dagegen dyr\v, bzw. neoiayrp Arat. 668 und 688, 
ebenfalls am Versende, vielmehr zu ayw) 'Bruch(stuck)' (A., 
E. usw.); mit Reduplikation und Ablaut loiyri (< *Ft-Fmy-rj) 
'Schutz gegen den Wind', falla eig. 'das Siehbrechen' (des 
Windes; | 533), auch im Komp. imcoyal, -i\ (e 404 usw.) aus 
*£m-FiFcoyal dissimiliert (andera Bechtel Lex. s. v.) 'ge- 
schiitzter Ort, wo sich Wind und Wogen brechen'. — dy/iog 
m. 'Bruch, steiler Abhang' (Hp., E.), ay/ia 'Bruch(stiick)' 
(spat), agog (vom <r-Aor.) = dynog (Kreta), ala Stadtname 
VdSog, d.h. Fdfrg (Hdt. 4, 154). — ayog n. H., EM. 

Wohl ala *Fdy-wfii zu toch. wak- etwa 'bersten', Kaus. 
'spalten, unterscheiden', wakam n. 'Besonderheit, Vorzug* 
(vgl. zur Form dy/wg, aber davon unabhangig gebildet). Auch 
lat. vdgina 'Scheide' konnte allenfalls hierher gehoren, vgl. 
Scheide zu acheiden (Pisani REIE 3, 59 ff., der auch vervdctum 
'Bruchacker' aus *vere vactum heranzieht). — dyvvfii ist oft, 
aber falsch, mit orjyw/ii, unter Annahme eines idg. r-Weg- 
falls, zusammengestellt worden. 

iyviu;. pi. -vdeg 'Weber8teine' (PIu., Poll., Hdn.). Unerklart. 
Verfehlt Prellwitz KZ 47, 305f. Vgl. Chantraine Formation 366. 

&yopi '(Volks)versammlung, -splatz, Markt, Handel, Verkehr' 
(aeit Horn.). Ableitungen: dyoQTjTTJg 'Redner' (ep.), auch auf 



14 Sy°? — a YP« 

dyogdofiai zu beziehen, s. Fraenkel Nom. ag. 1, 25f., Redard 
Les noma grecs en -rrjg 5f., 10. — Mehrere Denominativa : 
1. dyogdo/icu '(in der Versammlung offentlich) reden' (ep. ion. 
poet., aber nur in vereinzelten Formen) mit dyogrjrvg 'Be- 
redsamkeit' (ep.) und dyogaxgog 'Redner' (Delphi) ; 2. dyogevai 
'da.' (seit Horn., als Simplex selten im Attischen, s. Wacker- 
nagel Unt. 220ff., Fournier Les verbes „dire" 41 ff.), wovon 
die seltenen und spaten Nomina dyogevnfjg 'Redner', -ttjqiov 
'Redestelle', -aig 'Rede'; 3. dyogdtoi 'auf dem Markte ver- 
kehren, einkaufen' (ion. att.); davon dyogaoig 'Binkauf' (PI. 
u.a.), boeot. dyogaaaig (s. Holt Les noms d'action en -aig 49f.), 
dyogaola 'da.' (zur Bildung Chantraine Formation 85), dyogao- 
fwg 'As.' (LXXu.a.), -aa/ia, gew. dyogdo/taxa 'Einkaufe, (ein- 
gekaufte) jWaren' (D. u.a.); ferner das Nomen agentis 
dyogatmjg 'Einkaufer' (X. u.a.), fem. dyogdargia (Pap.), mit 
dyogaarixdg 'zum Handel gehorig' (PL u.a.). — Verbalnomen 
zu dyelgai, s. d. 

ayoi; n. 'Fluch, (Blut)schuld', auch 'Siihne' (Hdt., A., Th. u. a.), 
ayea- TBfievrj H. (lesbisch? Beehtel Dial. 1, 115). Zusammen- 
setzung iv-ayrjg 'fluch-, schuldbeladen' (Hdt., S. u.a.); davon 
ivayi£a) mit ivayiofiog und ivdyto/ta, ferner die seltenen und 
spaten Adj. evdyiog (nach dyiog) und ivayixog. Das Oppositum 
Ev-ayrjg (Parm., S. usw.) 'schuldlos' wurde mit &yiog assoziiert, 
vgl. Edhayrjg (Styra, V»). Daraus das Simplex dyr)g (Emp. 47; 
von der Sonne). 

Unter der Annahme eines Ablautwechsels wird ayog all- 
gemein mit aind. dgas- n. 'Unrecht, Siinde' verglichen. Diese 
ansprechende Etymologie sehlieSt die sonst naheliegende 
Moglichkeit aus, mit den Lexikographen des Altertums 
(Et. Gud.) ayog als psilotische Form von &yog mit tiyiog zu 
verbinden. 

4y oot ^S- Bei Homer (A 425 usw.) nur in der Formel eXe yalav 
dyocrza), gewohnlich als '(die zum Fassen gekriimmte) Hand' 
gedeutet. Hellenistische Naehahmer (A. R., Theok.) benutzen 
es daneben irrtumlich im Sinn von 'Ellenbogen, Arm'. Im 
Suffix stimmt dyocndg zu den semantisch verwandten nakaarf) 
'flache Hand, Breite von vier Fingern', aind. hdsta- 'Hand', 
nhd. Faust, aksl. gnstb 'Handvoll' usw., s. Solmsen Wort- 
forschung Iff., Frisk Suff. -th- im Idg. 17. Nach Solmsen 
a.a.O. als „Sammler" aus *dyoQ-orog zu dyeigw, vgl. zunachst 
aksl. gnstb. Fragliche Kombinationen zur Stammbildung bei 
Specht Ursprung 225. Abzulehnen Ehrlich Betonung 44 f. 
(zu yefiu>). 

fiypo f. 'Jagd, Beute' (seit Od., vorw. poet.); dygevg 'Jager* 
(Pi., A., E. u.a.); dygevw 'erjagen' (Hdt., S., E., X. u.a., 



«YP« 15 

gewohnlicher als dyqetig), wovon dygevTitjs 'Jager' (Sol., S. in 
lyr. usw.), dygevryg 'ds.' (Theok., Kail, usw.), dygevfia 
'Jagdbeute, -netz' (Sol., A., B., X., u.a.); zu dyghrjg, Bed. 
unsicher, vgl. Redard Les noma grecs en -ttji; 236 A. 58; — 
dygcoaaco 'jagern' (e 53 usw.), vgl. Schwyzer 733 f. 

dygico 'greifen' (Horn, [nur Ipv. dyget, -re; aber vgl. Wacker- 
nagel Unt. 166f.], Sapph., Archil, u.a.), aol. Ipv. xardygEvrov, 
Ptz. Aor. dygiftevra, -res, Verbaladj. dygerai (Kos). Nom. ag. 
dygi/icov (-/icbv) 'JagdspieB, Jager' usw. (A., H., EM)\ Davon 
dygiftiov 'Beute' (AP). — Vgl. auch Z,coyqim. 

Zusammensetzungen: auf -dyga: nvgdyga 'Feuerzange' 
(Horn., Kail.), xgedyga 'Fleischzange' (Ar. usw.) ; — dSovrdyga 
'Zahnzange', noddyga 'FuBfessel, Podagra', x^igdyga 'Hand- 
gicht', vorw. mediz. Termini ; — auf -dygerog : naktvdygerog 'was 
zuriickzunehmen ist, widerruflich' (ep. seit II.), avrdygerog 
'selbstgewahlt' (ep. seit Od.), 'selbstwahlend' (Semon., Opp.). 

Die Komposita auf -dyga und -dygerog sind wahrscheinlich 
als Zusammenbildungen von einem Verbalstamm dyg- zu 
betrachten. 

Wie sich dyga und dygico zueinander verhalten, ist nicht 
klargelegt. McKenzie CI. Quart. 15, 47 f. und 126 will, wenig 
uberzeugend, dygico von ayga, dygetco trennen. Er ziehfc die 
letztgenannten Worter zu dygog, wovon zunachst dygevg eig. 
'zum Felde gehorig' mit nachtraglicher Beziehung auf die 
Jagd, dann aus diesem dygeHco und endlich daraus (nach 
Ihjgeijeiv : frqga) dyga. Aber die Chronologie der Belege ist 
einer solchen Annahme nicht gunstig. Ansprechender scheint 
seine Hypothese, dygico sei aus dem Verbaladj ektiv 
-dyqeros entstanden, das eigentlich zu dyeigm gehore wie 
-aygirtjg in innaygirrjg, xcokaxgizTjg (aus -aygirrjg, s. d.) u. a. 
Gegen dygico als Denominativum von dyga mit Recht 
Schwyzer 727 A. 1. Eine Entscheidung wird dadurch er- 
schwert, daB dygico und aigico einander beeinfluBt zu haben 
scheinen (avxdygeiog wie av&algerog, dyqi&svra wie alge&ivra, 
vgl. noch die Kontamination 'Eiaiygenog auf kleinasiat. 
Munzen bei Imhof-Blumer 1,165); da aber auch algico 
dunkel ist, bleiben die gegenseitigen Beziehungen ungewifi. — 
Zur Geschichte und Verwendung von dygico s. Vendryes Mel. 
Boisacq 2, 33 Iff., K. Wlaschitn Studien zu d. idg. Ausdrucken 
fur Geben und Nehmen. Diss. Wien 1927 (ungedruckt; vgl. 
Kretschmer Glotta 19, 207ff.). 

Aus anderen Sprachen werden zum Vergleich herangezogen : 
aind. ghasi-ajra- an. key. VS 21, 43, Bed. unsicher, gew. als 
'zum Verzehren antreibend' erklart; aw. azra- an. key. im 
Ausdruck vdhrkam azrodaidlm 'die auf Raub ausgehende 
Wolfin' (Vid. 18, 45); aufierdem eine keltische Gruppe, kymr. 



16 iypetcpva — &yp<aoTis 

aer 'Schlacht, Kampf ( < *agra, eig. *'Hetze'), ir. am. 'Nieder- 
lage' (< *agrom), gall. Volksname Veragri. 

dtYpettpvo f. 'Egge' (AP 6, 297), dyglfpn f- 'Egge, Harke' (Hdn., 
H.). Wohl mit Fick* 1, 404 zu ygiq>dcr&cu- ygdtpew. Adxcoveg. 
ol di (tieir xal dfivooeiv H. Das anl. d- ist hier wie ofters nicht 
geniigend erklart. 

AYP 1 ^« n<e ' c «i' nixQalverai H. Vielleicbt fur dyglaxerou. Jedenfalls 
zu dygiog wie dygiaCvco; vgl. dA#aivo> : dXMaxm und aMHjoxco. 
Verfehlt v. Blumenthal Hesychst. 24 (zu axgog). 

&yp6<; m. 'Feld, Acker'. Davon dygiog 'agrestis, wild' mit 
mehreren Ableitungen: &ygiox7\g f. 'Wildheit' (PL, D., X. u.a.), 
dygwo/xai, dyguSca, dygialvco 'wild werden bzw. machen'. Ferner 
dygorrig m. (n 218, B., vgl. Fraenkel Nom. ag. 1, 57) und 
dygorrig m. 'Landbewohner, landlich' (E. u.a.), auch dygd>rrjg 
(E., vgl. deop<bzris usw.) und dygdxxzTjg (S., E. usw.), Bildung 
unklar; gegen Anknupfung an ed- 'essen' mit Recht Bechtel 
Lex. s. v. aygmtrcig. Die Erweiterung dygoubrrjg (Horn, usw.) 
ist wahrscheinlioh am Versende entstanden, Risch 32. — 
Zum Komparativ dygdregog Bechtel s. v, tjber dygerrjg s. dyga. 
Altes Erbwort, das urspriinglich das unbebaute Feld be- 
zeichnete und in mehreren Sprachen erhalten ist: aind. djra-, 
lat. ager, germ., z. B. got. akrs, arm. art. Die allgemein ver- 
breitete Ansicht, daB idg. *agros als 'Trift' eine Ableitung 
von *ago 'treiben' sei, ist nicht zu beweisen, aber s'ehr an- 
sprechend. Die Ansicht Ungnads Language 13, 153, idg. 
*agro8 sei aus dem Sumerischen entlehnt, ist unhaltbar. — 
Das Kompositum dygoixog, dygoixog 'Landmann, landlich, 
baurisch' ( < *dygo-Foixog 'der sein Haus auf dem Lande hat, 
auf dem Lande wohnend') hat im Neugriechischen zum 
Oppositum ygoix6g = vorf/iwv Anlafi gegeben; davon ferner 
ygoixtb 'verstehen, horen' (Hatzidakis, s. Glotta 14, 208f.). 

fiYP U7tvo S 'schlaflos, wachsam' (ion. att.). Ableitungen: dyovmla 
'Schlaflosigkeit, Wachsamkeit', dyovmxbdtjg 'Schlaflosigkeit 
verursachend' (Hp., vgl. Chantraine Formation 431), dygvn- 
veto 'schlaflos sein, wachen' (Thgn. usw., LXX, NT) mit 
dygvTtvrftrig 'Wachter' (Man.) und dygvmrt^tixog 'wachsam 
(machend)' (D. S., Plu., Pap. u.a.). 

Die gleich gebildeten ayg-avAog 'sein Lager auf dem Felde 
habend' und dyg-oixog (s. dyg6g) fuhren auf die Deutung 
'seinen Schlaf auf dem Felde habend, auf dem Felde schlafend', 
s. Wackernagel Venn. Beitrage 3f. Die schon fruh einge- 
tretene Anknupfung an dygico hat die Bedeutung beeinfluBt. 

&ypuxrzi$, -tdog, -stag 'Feldkraut' (£ 90 usw.),Fem. von dygtoarrjg, 
s. dygog. Bechtel Lex. s.v., Stromberg Pflanzennamen 117. 
Vgl. auch Kalitsunakis bei Kretschmer Glotta 3, 315f. 



8,-pna. — #VX<» 17 

fiyuio, pi. dyvial 'Strafie, Weg' (seit II., vorw. poetisch). Ablei- 
tungen: Ayvieti? m. ,,StraBenhort", Bein. des Apollo (Kom., 
E. usw.), wovon der Monatsname Ayvirjol; (Argos); Ayvidrrjg 
m. 'ds.' (A.), auch 'Stadtbewohner' (Pharsalos), vgl. ayvirjrw 
x(o/j.fjrat H.; fern, dyvvaxic, (Pi., E. in lyr.). — dyvia, eig. „die 
hinfahrende' ' (intr.), ist der Form nach ein reduplikationsloses 
Ptz. Perf. Akt. zu aym. Verfehlt Specht KZ 64, 62f. („Stelle, 
auf der gefahren worden ist"). Zum Akzentwechsel Debrunner 
GGA 1910, 10, Wackernagel Gott. Nachr. 1914, 118f. 

fiyxi Adv. u. Prap. 'nahe' (poet, seit II.). Daneben dyxo-di, 
-#ev, ayxov. Komp. daaov, daaorsgto, Sup. ayxiora, -ov, wozu 
das adjektivisohe ayxiaroq (mit ayxurtetict), -sla, -evg u.a.), 
auch daaiara nach daaov. Sehwyzer-Debrunner 547 mit 
weiteren Hinweisen, auJBerdem Seiler Steigerungsformen 44ff. 
Von ayxiara wurde dyxicrclvog 'nahe beieinander' (Horn.) 
gebildet (Chantraine Formation 204, Schwyzer 491 ; unrichtig 
Fraenkel Gnomon 21, 38, Glotta 32, 20). Zu dyxicnedav (Lo- 
kroi) = ayxioTrjddv s. Fraenkel Glotta 20, 84 f. 

ayxi kann als erstarrter Lokativ eines Wurzelnomens 
(Bed.?) zu &yx<o erklart werden (Schwyzer 622), sofern man 
nioht vorzieht, darin eine direkte Bildung zu ayx® nach 
nsQi, avrt zu sehen. — dyx6-ftax°? (H. usw.) wohl nach rtjM- 
lia.X<K (nur als PN bekannt), s. Schulze Kl. Schr. 128, Triimpy 
Fachausdrucke 113f. 

&YX&gh[» 'Art Geschwulst, die den Tranenkanal versperrt' (Gal. 
19, 438). Nach Galenos von &yxi und &y>. Stromberg Wort- 
studien 95 f., der ihm zustimmt, erklart einleuchtend das -X- 
aus dem synonymen aiyUcorp. Vielleicht hat dyxttwy sogar 
sein ganzes Hinterglied von alylAmip bezogen. Im Vorderglied 
Bteckt aber vielmehr das Verb ayx<o 'zuschnuren'. 

*YX 0UOet Pflanzenname, 'Ancbusa tinctoria' (Thphr., Dsk.), auch 
xardyxovaa (Ps.-Dsk.), vgl. noch ipevddyxovaa (Plin.); Die 
daneben bestehende Form iyxovaa (Ar., X.) scheint ursprung- 
lichen Zusammenhang mit ayx<o, der sich anscheinend begriff- 
lich erklaren lafit (Stromberg Pflanzennamen 64) zu ver- 
bieten. Durch Kontamination mit x^vcoyi entstand dyx^vcorp 
(Dsk.), s. Stromberg 159. 

^YX W 'zuschniiren, erdrosseln' (seit II.). Ahleitungen: dyx^vt] 
'Strick, das Erdrosseln' (vorw. poetisch; Bildung wie neQovri, 
dxovr\ und andere Werkzeugnamen) ; da von wiederum dyxovioq 
'zum Erhangen dienend' (E., Nonn.), dyxovdm 'erdrosseln' 
(Man.). Lat. LW angina (zuletzt Leumann Sprache 1, 205). — 
dyxxrjQ, -fjQos m. „Zusammenschnurer", Gerat fur Zusammen- 
schnurung von Wunden (Cels. Med., Plu. usw.), vgl. Bjorck 
UUA 1932:5,82 m. A. 1. 

Frisk, Griech. etym. W6rterbnch 2 



18 4y<i> — &Saifc 

ayx<o hat eine genaue Entsprechung in lat. ango 'zu- 
sehnuren, beengen'. Dagegen fehlt im Griechisehen der weit- 
verbreitete w-Stamm: aind. amhii- 'eng', got. aggwus, arm. 
anQU-k, aksl. oeb-hb, lat. *angu- in angi-portum. — Vgl. dyxi; 
aueh d\i<prp. 

&yta 'treiben, leiten, fiihren; ziehen, gehen'. Zahlreiche Ab- 
leitungen, z.T. altererbt (s. unten), und Zusammensetzungen 
(an-, eia-, ef-, xar- usw.). dyog 'Anfuhrer' (poet, seit II.), 
der Form naeh mit aind. ajd- 'Treiber' identisch, aber trotz- 
dem vielleicht griech. Parallelschopfung, aus Zusammen- 
bildungen wie axqaxryyog (dariiber Sommer Zum Zahlwort 12 
A.l) herausgelost. — dyrj 'Transport' (Chios), wohl auch im 
Sinn von 'Lauf, Windung' (Arat.) ; s. ayvv/M. — dywr, -cdvog 
m. 'Versammlung, Wettkampf usw.' (II. usw.) mit dycbviog, 
aycovia, dycovidm, dytovidzrjg; dywvi^ofiai, wovonferner dycbviaig, 
dywviofta, dyionorrjg, dyomarix6g u.a., vgl. Rottger Sub- 
stantivbildung 51. — axxmq, -ogog 'Fuhrer' (A.), auch EN 
(H. usw.), lat. actor wohl davon unabhangig gebildet. — 
dyfia- xXifi/ia H. — Reduplizierte Nomina: dycoyog m. 
'Fuhrer, fuhrend' (ion. att.), dycoyij 'Fuhrung usw.' (ion. att.) 
mit dycoyevg, dywyi/tog, dycbyiov, dycoyaiog, dyatyixd. — Uber 
■ayirrjg in Zusammenbildungen {dqxi)y£xr\g usw.) s. Fraenkel 
Nom. ag. 1, 59ff., Sommer Zum Zahlwort llf. — Mit Ab- 
laut wahrscheinlich atyavov 'Speiche' (Frisk Indogermanica 
17f.). — Vgl. noeh ayvia, a£iog, &£cov, dyih\, oy/iog; auch 
dygog. — Eine Weiterbildung von ayco ist dylvefievat, dyivico 
(ep. ion.), fast nur im Prasens, Bildungsweise unklar, vgl. 
Brugmann-Thumb 340, Schwyzer 696; s. auch Chantraine 
Fitrennes Benveniste 14f. Daneben dor. atol. dyveio. 

ayco ist ein altes thematisches Prasens mit genauen Ent- 
sprechungen in aind. djati, aw. azaiti, arm. acem, lat. ago, 
air. -aig, awno. aha (nur intr. 'fahren, reisen'), toch. ak- 
(B auch dk-) 'fuhren'. Das Verb war vielleicht ursprunglich 
nur im Prasens vorhanden, Specht KZ 63, 225 und 270 
(Aor. u. Fut. ijXaoa, ildco); gegen diese Suppletivtheorie 
wendet sich Bloch Suppl. Verba 14ff. 

&Say|x6^' xvrja/iog H., auch S. TV. 770 nach Phot. (codd. 
dday/idg); dSaxrco' xvrfiofiai, dda^rjaar xvfjaai, ddax&' xv<f, 
xvrfoei X£<pakr\v. yr\kaxpq H. usw. Durch Vokalassimilation 
aus 66a- entstanden (J.Schmidt KZ 32, 391 ff.), s. 6dd£ . 

&6«fc, -eg 'unerfahren, unkundig' (Hdt., Pi. usw.). Negatives 
Verbaladjektiv zu dafjvai, s. d. (falls nicht zu einem ver- 
schollenen *8dog 'Kunde'; vgl. dqvea). Seit Homer auch die 
erweiterte Form ddarj/xcov im AnschluB an datf/itov. 



&8aX<Ji; — &SeX<pe6g 19 

dSaX6£- aofioXog H. Nach v. Blumenthal Hesychst. 6 makedo- 
nisch fur al&aXog. 

dSdfjia?, -avrog m. Bez. eines harten Metalls ('StahP; seit Hes.), 
'Diamant' (sicher bei Thphr. usw.). Ableitung dda/xdvrivoq 
(Pi., A. usw.). — Wegen der Bedeutung fremder Herkunft 
(mit volksetymologischer Angleiehung) verd&chtig. Falls echt 
grieohisch, eig. 'unbezwinglich' (8dfivt]/ii) und mit dem EN 
Md/xag (Horn.) identisch. Zur BMung vgl. dxdfiag (II. usw.) 
und Chantraine Formation 269, Schwyzer 526: 3. 

dSdpe^ct • eiq^vtj H. v. Blumenthal Hesychst. 24 vergleicht 
dragaiia und nimmt illyrischen Ursprung an. Sehr unsicher. 

&S£px?) f. und -r\g m., ddagxog m., -iov n. 'Salzablagerung am 
Schilf ' (Dsk., Gal.). Mit lat. adarca (seit Plin.) identisch und 
wie dies wahrscheinlich aus dem Gallischen entlehnt, vgl. 
ir. adarc 'Horn', aus bask, adar 'Horn' mit kelt. ifc-Suffix. 
Pokorny Zeitschr. celt. Phil. 14, 273; 16, 112. 

SSSauov £rj(>6v. Adxwveq H. Von at,a und aSog. Fraenkel 
Gnomon 21, 39, Glotta 32, 22 mit Fick u. a.; anders Peterson 
AmJPh. 56, 64ff. : aus *dddaXsog (= d£ .) und a$og . — Davon 
d^avrog- naAaidTrjg xal xovig H., vgl. Fraenkel ebd. 

&8eXcpe<5$ Horn., att. A8eX(p6q (wahrscheinlich durch Kiirzung 
entstanden) 'Bruder', ddefaperj, -<pr\ 'Sehwester' (seit Pindar 
[-ed]; vgl. Lommel Femininbildungen 11). Davon ddefapi&iog, 
-8h\, att. -dovg, -8f} 'NeflV, 'Nichte' ; auBerdem ddetyldtov 
Demin. (Ar. u.a.), dSeAtpixog 'bruder- oder schwesterlich' 
(Arist. usw.), ddefafoTrig 'Bruderschaft' (LXX usw.), ddeA<pt£a> 
'zum Bruder annehmen' (Hekat. u.a.) mit dd&X<pi!-iq (Hp.). 
Aus a copulativum und einem Wort fur Mutterleib, wahr- 
scheinlich *86Xq>og n., also *d-deA<peo-6g , vgl. H. : adekpol- oi 
ix rijg avzfjg delqrvog yeyovoTeg. dekqwg ydq fj fitfrga. (Anders 
Wackernagel Unt. 52f. mit Solmsen KZ 32, 519ff. u.a.: aus 
-eio-, eig. Stoffadj.). Die Entstehung und Bedeutungsentwick- 
lung von ddehpog hangt mit dem Schicksal des ererbten idg. 
Wortes fiir 'Bruder', <pgdrr]g, zusammen, das auch von ent- 
fernteren Verwandten innerhalb der Grofifamilie wie den 
Vettern gebraucht wurde und infolge der etymologischen 
Verknupfung mit den als politischen Termini benutzten 
(pgdrga, <pgargla selbst einen pohtischen Sinn erhielt. Im 
Gegensatz dazu hebt ddeAqxSg die miitterliche Linie hervor 
und kann mit mutterrechtlichen Sitten innerhalb der vor- 
griechischen Bevolkerung Griechenlands in Zusammenhang 
stehen. Kretschmer Glotta 2, 20 Iff. (auch liber Stamm- 
bildung), 27, 25f. (gegen die abweichende Auffassung Her- 
manns IF 63, 100f.). S. weiter s. v. SeXqwg. 

2* 



20 dSewofc — &8»)v 

&8euxV)$, -ig ep. Beiwort (Od., A. R. u.a.) unbekannter Be- 
deutung. Wie IJoAv-SevxTig setzt auch d-devxtfg ein Nomen 
*devxog n. voraus, dessen weitere Anknupfungen (lat. duco 
usw., Lagercrantz KZ 35, 276) man auf sich berulien lassen 
mufi. Vgl. devxer (pQovzlfei H., ivdvximg etwa 'sorgfaltig' ; 
ddevxrfg also etwa 'rucksichtslos'. In einem Seholion zu A. R. 
1, 1027 wird devxog mit yXevxog glossiert; ob echte Tradition 
oder Scholiastenkonstruktion, laflt sich nicht entseheiden. — 
Der Name Aevxaiicov kann aus *Aev>caMan> dissimiliert sein, 
s. Bechtel Lex. s. ddevxtfg. 

&Sij • ovoavog. Maxedaveg H. Mit gr. cdft^Q identisch. 

&8t]|xov^o] 'unruhig, angstlich sein* (Hp., PL, X. usw.); davon 
adri/iovla (Epikur., Plu. u.a.), ddrjfioavvi] (Demokr., X.). — 
Falls die bei Nik. Fr. 16 vorliegende Kiirze des d- auf alter 
Tradition beruht und nicht durch nachtragliche Assoziation 
mit dem a privativum entstanden ist, darf man mit Allen 
CI. Rev. 20, 5 m. A. ddrjfiovsa) zu darjvou ziehen und mit 
Debrunner Mel. Boisacq 1, 266 als aus *ddar)fiovd(o kon- 
trahiert auffassen. Wagt man dagegen mit ursprunglicher 
Lange des d- zu rechnen, liegt es nahe, darin einen Vertreter 
der Sippe von tfdvg zu sehen. Leumann Horn. Worter 309 A. 82 
fafit das Ptz. ddrj/tovecov als eine epische (hexametrische) Er- 
weiterung von *ddtffia»> auf, das zu *&d£a> aus drjSeco (von drjdtfg) 
gebildet worden sei. Vgl. Bechtel Lex. s. ddtm, Dial. 3,268. 

&8^v, -hog f. m. 'Druse' (Hp., Gal. u.a.). Ableitungen: ddevcodrjg 
(Plu., Mediz.), ddevoeidtfg (Mediz.). 

Von de Saussure MSL 6, 63 mit lat. inguen, -inis (nach 
unguen, scmguen, abdomen) '(Geschwulst in der) Scham- 
gegend' identifiziert, idg. *i$g*6n. Nisi, ekkr m. 'glans, glan- 
dula, tuber' mit awno. ekkvenn 'glandulosus, tuberosus' 
(Bugge BB 3, 115) kann eine, anders gebildete, damit ab- 
lautende Form, urg. *enkua-, idg. *eng»o- darstellen. Da- 
gegen kann veq>gog nur mit willkurlichen Kunstgriffen hierher 
gezogen werden. 

&8t]v 'bis zur Sattigung, genug' (II. usw.) vielleicht Akkusativ 
ernes Substantivs, das in &8r)-<payog 'gefraBig' vorliegen 
konnte; vgl. noch &ada unten. Davon ddaiog 'zur Sattigung 
fuhrend, unangenehm' (Sophr., H.). Das zugrunde liegende 
Verb ist in mehreren Formen belegt, wie ifievai (II.), Aor. 
daai, AoaaQai (ep.) 'sich sattigen', s. d., dazu das Verbal- 
adjektiv a-arog, s. d. 

Der mit 6 erweiterte Stamm liegt in zahlreichen Ab- 
leitungen vor: 

&8rp> s. oben. Hierher auch dada- Ivdeia. Adxwveg. ovrto xai 
Af)i<noq>a.vrig ev yXaaaaig H. Davon (oder von *aadog) daSelv 



&SIocvtov — aSpdc, 21 

dzioQela&ai, doaeiv H. ; s. Frisk Subst. priv. 16. — ddog m. od. n. 
'Sattigung' (A 88). — ddivdg 'dicht gedrangt, reichlich' (vorw. 
ep.). — &8q6s, s. d. — a6/j,(oXrj, s. d. — Unklar ist die Bildung 
von aari, s. d. 

Der Stamm &6- kann eine genaue Entsprechung in arm. 
at-ok' 'voll, ausgewachsen' (vgl. ddgdg) haben, Frisk Etyma 
Arm. 16ff. In den iibrigen Sprachen findet sich dafur eine t- 
Erweiterung: lat. satis, got. saps 'satt' usw., s. Frisk a.a.O. 

&S[<xvtov n., auch ddlavrog m. Pflanzenname, 'Adiantum' 
(Thphr. usw.), eig. 'was nieht benetzt werden kann'; zur Er- 
klarung Stromberg Pflanzennamen 74f. 

A8£xr) 'Nessel' (Ps.-Dsk. 4, 93). Bildung wie ektxr) 'Weide', aber 
sonst dunkel. Die Ankniipfung an Worter fur 'Nessel' in 
anderen Sprachen, z. B. ahd. nazza, nezzila, mir. ne-naid 
(Siitterlin EF 4, 92) stent und fallt mit der hochst unsicheren 
Herleitung aus einem idg. Grundwort mit anlautendem 
sonantischem n-: *yd-ika. 

aSiv6; s. ddtjv und ddgog. 

fiSi£* <hg Anioiv, d&gooi, fj iaxAqa H. Im Sinn von aftgooi falsch 
fur dXie; im Sinn von eaxdqa nach v. Blumenthal IF 49, 179 
makedonisch ( — lat. aedes). 

d6(icoXV)- dnogla, dhycogla, ayvoia, tfavxla H. mit Nebenform 
ddftcoMa- fj ayvoia Suid. aus Kail. {Fr. 338), dd/ioktrj EM. Da- 
von ddnwXib' dxtjdiw Suid., dS/imkeiv dyvoeiv fj dyvatfiovelv fj 
dxtjdiav EM. Falls eig. 'gesattigter Zustand' (> 'tJberdruB, 
Gleichgultigkeit, Vernachlassigung') zu &Stjv mit suffixalem 
-fitoX-. Frisk Eranos 41, 52, wo ausfuhrlich uber die Stamm- 
bildung. 

A8wSv dyvdv. Kqtjtceq H. Wohl nur hyperkorrekte Aussprache, 
durch den bisweilen vorkommenden "Qbergang 6v > yv 
(AgidyvT)) verursacht. 

&5oX£<rx7)$ m. 'Schwatzer, Plauderer', vgl. Bjorck Alpha im- 
purum 142, 41 (alte Kom., PL usw.), auch (spat) dddXeoxog. 
Davon ddoAeoxia, -em, -ixdg. Vielleicht mit verbalem Vorder- 
glied aus *dado-MoxriQ zu dadeiv dx^eiv H. aus *d-ofddeiv, 
vgl. dadfiQ Thgn. 285 (aus ddaffi verbessert). S. dvddvai, fjdfx;. 
Boisacq s. v. nach Schulze Q. 452f. Andere Vorschlage bei Bq. 

dSpala • al&gta H. Wohl makedonisch. Vgl. v. Blumenthal 

Hesychst. 5. 
"Aopaaroq 'der nieht weglauft'. tJber den Sinn dieses Namens 

s. E. MaaB Byz.-ngr. Jbb. 5, 179ff. 
iopacpafyx; s. drgdfat-vs. 
aSpdq 'voll, dicht, ausgewachsen, reif' (ion. att.). Ableitungen: 



22 fiSpoot — 4et8o> 

dSQorrjg 'Starke' (hell. u. spat; iiber den homer. Akk. d(v)8go- 
rrjxa s. dvi/jg) ; adQtivco 'reif machen', med. 'reif werden' mit 
aSgvvaig; vereinzelt auch d<5o&o, ddodo/iai. AuBerdem ddQcodtjg 
als Pflanzenname, Stromberg Pflanzennamen 82. 

Ableitung auf -go- von dem in d.8t)v (s. d.) u. a. vorliegenden 
Stamm dd-. Naheres iiber die Bildung unbekannt; das nah- 
verwandte ddivog konnte auf einen r-w-Stamm schliefien 
lassen. Frisk Etyxna Armen. 17f. m. Lit. 

<£5pua- nijola /iov6£vfat. Kvtvqcoi. . . . ZixeXoi di adova Xeyovai rd 
(if^ka, Tiagd di Arrtxotg dxQodqva. H. Auch oi tvXoi oqoxqov, 
di' &v 6 loro^oevg dgfidCerai. H. Steht fur *S-8gva 'aus einem 
Baum bestehend', aus d- und dgvg. Lit. bei Bq; zu dem 
Pflanzennamen s. auch Stromberg Wortstudien 46. 

"AS(»>vi$, -idog, auch Adcov, -og. Die gelaufige und sehr bestechende 
Ansicht, da6 Adcovcg ein semitischer Name ware (vgl. hebr. 
'adon 'Herr'), wird von Kretschmer Glotta 7, 29ff. bestritten. 
K. sieht stattdessen darin eine Ableitung von ddeiv, dvddvto. 
Fiir semitische Herkunft noch W. W. Graf Baudissin ZDMG 
70, 423 ff.; dagegen, mit neuen Argumenten, Kretschmer 
Glotta 10, 235f. (alteste Form Admvtg, mit spir. asper, in- 
schriftlich aus Tarentum belegt). Unhaltbar Pisani Rend. Ace. 
Lincei 6: 5, 5f., vgl. Kretschmer Glotta 20, 250f. 

&E&X05 m., -ov n. ep. ion. poet., [aJFe&Xa ark. (10 5 : 2, 75), att. 
kontr. d#Aog, -ov 'Miihsal, Wettkampf, Kampfpreis'. Ab- 
leitungen: defrfaov 'Wettkampf, Kampfpreis' (ep.), deftXiog 
'zum Wettkampf gehorig' (Thgn., Kail.), &&Xiog 'ungliicklich' 
(att.) mit d&XioTTjg; — d(E)&Xeco, -eva> 'sich bemuhen, wett- 
kampfen' mit d(e)fth)TiriQ, -r^g, d(e")#Xr]fta, -aig, -twos. Zur 
Bedeutung vgl. Triimpy Fachausdrucke 150f. 

Unerklart. Fruchtlose Deutungsversuche sind verzeichnet 
bei Bq; s. fernerWP. 1, 223, Pok. 84, Giintert WeltkSnig 70 f. 

detSco, att. efdeo 'singen, besingen'. Ableitungen: doidrj, <pdrj 
'Gesang, Lied', woraus doldi/iog, (bSixog. Nom. agentis doidog, 
d>86g 'Sanger'. Davon (oder von doidrj) doidido) ep. = deldai 
(vgl. Sehwyzer 732/3); von d>df) 'iiidelov Gebaude (in Athen) 
fur musische Wettkampfe (vgl. Chantraine Formation 61). 
Ferner aeio/ia, fofia n. 'Gesang, Lied' (ion. att.) mit qapdrvov 
(PI. Kom.). qopog m. 'ds.' (PI. Kom.). 

Zu avdrj, aber nahere Beziehungen unklar. Nach der geist- 
reichen Annahme Wackernagels KZ 29, 151 f. ist deidco aus 
einem reduplizierten Aorist *d-fe-fd-eev entsprungen, der 
zuerst durch Dissimilation *d-fe-t8-Eiv ergeben hatte, wie 
(f)euieiv fur *fe-fn-££v steht. Zu dem so neugeschaffenen 
Prasens detdco ferner doiddg usw. Aber nach dhctj, dX-aXx-eiv 
(neben dlet-m) zu sehlieBen, hatte man neben avdr) einen Aorist 



Aelpto 23 

*df-avdelv erwartet. — Die Zerlegung in eine Wurzel av- 
(s. afia) mit zwei Erweiterungen: rji (> ei oder rj) und d: 
df-el-8-co, df-rj-d-mv neben ad-8-ri (Speeht KZ 59, 119ff., Ur- 
sprung 28 1 ) ist sehr kunstlich. Abzulehnen Diehl RhM 89, 96 f ., 
iiber den Gebrauch ebenda 91 f. 

1. (ietpco, att. algco, wahrscheinlioh zum Fut. att. dgco aus 
dsgto neugebildet (anders Brugmann KZ 27, 196ff.) 'empor- 
heben, aufheben'. Verbalnomina : agotg f. 'Hebung' (Arist. 
usw.; xdragaig Th.) ; dgrr)g s. d. — Unerklart. Gegen den sonst 
einleuchtenden Vorschlag von Buttmann Lexilogus 1, 260 
A. 5 und von Breal MSL 16, 149f., deign als Denominativum 
von dtfg abzuleiten wie nhd. luften, nschw. lyfta von Luft, 
spricht die verschiedene Quantitat des anlautenden d- ; doch 
ist dieser Binwand vielleicht nicht entscheidend (Frisk Eranos 
32, 55f.). Verfehlt Margadant IF 50, 122. — Mit aelgto ist 
fierrjoQog, att. ^erdcogog, aol. neddogog 'in die Hone gehoben' 
semantisch verkniipft. Es kann aber auch eine Hypostase 
von dr/g sein. Vgl. alcbga, altogico; s. auch 2. ag/ia. 

2. ielpto, nur mit avv, 'zusammenbinden, zusammenkoppeln' 
(K 499 avv S' rjeigev l/iaoi, O 680 nlavgag awaelgerat tmtovg), 
vgl. (walgsrar owdmsxai H. Mit Solmsen Untersuchungen 
289£f. wahrscheinlich von delgco 'heben' zu trennen. Neben 
dem primaren Verb steht ein Nominalstamm -aog-, etwa 
'Band, Koppel', in *rerg(a)-dogog, rergdogog, kontrah. rergco- 
gog 'mit vier Koppeln, zu vieren gekoppelt, vierspannig' 
(seit Od.); davon TergdogCa 'vierspanniger Wagen' (Pi.). 
Zu owaelgco ebenfalls awdogog, avvrjogog 'zusammengekoppelt, 
Gatte, Gattin' (seit Od.) mit dem Denominativum awcogl^co 
'zusammenkoppeln' (E., Nik. u.a.) und der Ableitung att. 
awcoglg, -Idog f. 'Zweigespann' ; von awcoglg stammt awcogt- 
xeverai 'fahrt mit einem Zweigespann' (Ar. Nub. 15), das als 
Grundlage erwartete *awcogixog fehlt; von awcoglg ebenfalls 
awcogtaar^g 'Lenker e-r awcoglg' (Luk.), das eigentlich ein 
Verb *awcogidCeiv voraussetzt. — Als Kontrastbildung zu 
owrjogog dient nagrjogog, nagdogog (II. usw.) 'beigeschirrt(es 
Pferd)', auBerdem 'ausgestreckt' und 'unvemunftig' (dariiber 
Leumann Horn. Worter 222ff.); ebenso scheint neben 
owaelgco ein nagaelgco existiert zu haben, allerdings nur in 
einer abweichenden Verwendung belegt: 77 341 jiagrjigfrrj di 
xdgr\ 'der Kopf hing zur Seite', vgl. Leumann a.a.O. Auch 
die vereinzelt vorkommenden dnr)ogog 'weit entfernt', inrjogog 
'dariiber hangend', xarrjogog 'herabhangend' (mit xarmgtg 
'herabhangendes Band') warden von Solmsen hierhergezogen, 
aber wenigstens die beiden letztgenannten gehoren vielmehr 
mit fisxriogog, fierecogog zusammen, s. 1. delgco und dijg. 



24 40lioi — dfeWia 

Zu de/gfu 'anbinden' gehort mit regelmafiiger o-Abt6nung 
das Nomen actionis aoqrr) eig. *'das Anbinden, das Anhangen', 
konkret 'angebundener, angehangter Gegenstand, Sack (zum 
, Anhangen)' (Men. usw.), als mediz. Ausdruck Bez. der Bron- 
chien und der schlauchahnlichen Aorta (Hp., Arist. u.a.). 
Ferner das Nomen agentis od. instrumenti dogrtfa, -ye°S m - 
eig. *'Anbinder, Anhanger', 'das Koppel an dem das Schwert 
hangt, Wehrgehenk'; der o-Vokalismus ist nicht erklart: 
nach aog (Schulze Q. 206) oder dogrijl, kaum aoliseh. — Da- 
neben doQTTjg (Pap., H.) und dogreig (H.). 

Eine denominative oder deverbative Bildung liegt im Ptz. 
dogrrj&dg 'aufgehiingt' (AP) vor. — aogzga n. pi. 'Lungen- 
lappen' (Hp.) nach den Nomina auf -tqov, Chantraine For- 
mation 331 f. 

Unsieher aog, -ogog n. 'Schwert', s. d. — Hierher dgrdco 
'aufhangen', s. d. Vgl. noch Sag. 

Eine iiberzeugende auBergriechische Ankniipfung fehlt. 

Gewohnlich wird detgm 'anbinden' zu einer Wurzel uer- 

'binden, anbinden, anhangen, Schnur, Strick' gezogen mit 

Vertretern im Baltischen und Slavischen, z.B. lett. vefu, 

vert 'reihen, sticken usw.', auch 'einfadeln', lit. vine 'Strick', 

aksl. obora (< ob-vora) 'Strick'. In Betracht kommt auch alb. 

vjer 'aufhangen' (falls nicht zu ielgm 'emporheben'), femer 

mit anl. su- lit. sveriit und eine Menge anderer Worter, die 

ungeniigend untersucht sind, s. die Zusammenstellung bei 

WP. 1, 263ff. m. Lit., fur das Albanesische noch Jokl Unter- 

suchungen 194. — Zur Vokalprothese in delgto Harl KZ 63, 18. 

&&MH- ol ddeXydg ywalxag loxnxoteg H., alXior ovyya/iPgoi H., 

daneben elXloveg bei Pollux 3, 32 (of di ddeXtpdg ytffiavreg 

JfioyafipQot, fj otyya/ipgoi. fj /taXXov avyxrjdsarai xal nagd xolg 

noir\xalg elXloveg), das metrische Dehnung von *iXUn/eg (bzw. 

*£Xloveg) sein kann. In aUtoi konnte itazistische Schreibung 

fur *§Xioi (*SXioi) vorhegen; anl. d- in deXtot wohl kopulativ. 

Urverwandt mit awno. svilar m. pi. 'Schwager, deren Frauen 

Schwestern sind', idg. *sue-lo-, sue-liio(n)-, Z-Ableitungen 

vom Reflexivum *sue. Vgl. Specht Ursprung 166, aufierdem 

Mezger Word 4, 99. 

SeAXa, ep. diXXrj, aol. aveXXa 'Sturmwind'. Ableitungen: AeXXw, 

-ovg f. N. einer Harpyie (Hes.); deXXaiog, ferner auch deXXdg 

'sturmschneU* (S.), deXXjeig (Nonn.), deXXmdtjg (Sch. II.). 

Hierher ferner der Vogelname deXXdg (H.) und deXXov- raxv 

EM; zu bemerken auch deXXrjg (xovlaaXog r 13), vielleicht 

nach SeXXa aus doXXfe umgebildet. Retrogrades Verb: 

diXXeiar Ttvel EM. 

Bildung wie OveXXa von &tj/tt (vgl. de-T/i6$), zunachst zu 
einer i-Ableitung, die auch im Keltischen belegt ist: kymr. 



#e[i|Aa — SZ<o 25 

awel f. 'Wind, Hauch' u.a. Grundform also *dFeX-ip bzw. 
-jfl, vgl. del fa]- mrorj H. 

oEepfia n. 'Bogen' (Kail.). Falls eigentlich 'Bogensehne' (vgl. 
vevqo. 'Bogensehne', auch 'Bogen'), wahrseheinlich kiinstliche 
Zerdehnung aus a/u/.ia 'Knoten, Band'. — Uber den EN 
r E%&Miaz (Kail.), eig. Kurzname fur Exi-firi^og °d- a., aber 
vielleicht als ex<ov ae/i/ta gedeutet, s. Ziegler RhM 87, 74ff. 

iifyi s. atigm, aUgdvco. 

&emo$ poet. Adj. unsicherer Bedeutung, vgl. obtziov toxvQ&v, 
dolxrjTov (Abresch a&ixxov) H. In der tlberlieferung durch 
aarvzog (s. d.) oder &efavtog (A. Supp. 908, Ag. 141 usw.) 
zurackgedrangt. Herkunft unsicher; neben enog erwagt 
Wackernagel Stud, itfilcl. 5, 27ff. Verwandtschaft mit inm 
'besorgen'. 

Aepdrzoq- xoxltag H. Von Muller Mnemosyne 46, 153 erklart als 
„aereis pedibus praeditus", von idg. *aioa 'Bronze'. Unwahr- 
scheinlich. Vgl. fjEQogxuvog. 

<$e<ra ep. Aor., immer mit vvxra(g) verbunden, 'zubringen'. 
Dazu Prasens diaxco, dianovxo (Hdn., H., EM). Zu aind. 
vdsati 'verweilen', got. wisan 'sein', arm. gom 'ich bin' usw. 
(L. Meyer KZ 22, 530ff.), fraglieh dagegen heth. huii-zi 'er 
lebt' (Kurylowicz fit. indo-eur. 74). tJber das (prothetische?) 
d- Solmsen Unt. 267. Die ursprungliche Form &fea-aa glaubt 
Bechtel Lex. in der Variante diooa/iev n 367 erkennen zu 
k6nnen. Vgl. Sarv, iarla. 

4ea(cpp<t>v (Horn., Hes.), falsch fur daal-q>qan> 'geschadigt am 
Verstande' Buttmann Lexilogus 1, 212, Bechtel Lexilogus 
s. v. mit antiken Gewahrsmannern. Davon deaiq>Qo<r&i>r} 
(Horn., Hes.). Zu ddat; vgl. daai-q>6Qog- pXdfitjv <pdQcov H. 

&£etov • Amarov. HixeXoi H. Davon der Konjunktiv d^eTat&icovri 
(Delphi, SGDI 2034, 17). Unerklart. Vgl. Fraenkel Gnomon 
21, 39, Hermann Melanges Boisacq 1,467. 

*?1X^?» •£$ 'ajiavarog, owextfs, unablassig' (Horn.). Bei H. auch 
d£axig und d&xdg' ddiaheimov. Vgl. Suidas dfyxsg' ddtexeg- 
Aus *d£aexijs, das uberall bei Homer zulassig ist und fur 
*d-dia-extfg stehen kann. Schulze Q. 471, Bechtel Lex. 

4?ov fiikav, vyiijAov H. v. Blumenthal Hesychst. 33 schlagt an- 
sprechend vor, statt /iSAav fieyav zu lesen; sein Erklarungs- 
versuch (aus *ay-iov, zu ayav und piyag) ist dagegen sehr 
fraglieh. 

1. ££co 'trocknen, dorren' (poet, seit D.); daneben a^a 
'Trockenheit, Hitze' (hell. Dichter) ; im Ausdruck aaxog . . . 
nencdayfiivov atfl (x 184) gewohnlich als 'Rost, Schimmel' 
erklart. Bildungsweise und Verhaltnis zu a£a> unklar. — 



26 8£<a — &i)[u 

Ableitungen: d^dvopat (h. Few.), a£atvco (Nik.) 'austrocknen', 
beide deverbativ. Adj. d£aMog 'durr' (II. usw.), vgl. loxaMog, 
aiazaXeog und andere Synonyme; das Z-Suffix steht vielleicht 
mit dem n-Sufflx in d£dvo/j.ai, d^atvoi in Verbindung (De- 
brunner IF 23, 4 und 43, Chantraine Formation 253f.). — 
tJber addavov s. d. 

Hire nachsten Verwandten haben a£a> und afa in 6ech. 
apoln. ozd 'Malzdarre', 6ech. slov. ozditi 'Malz dorren', idg. 
azd-. Daneben mit gutturalem Auslaut german. Worter wie 
got. azgo, ahd. asca 'Asche'. Idg. As- erscheint u.a. in lat. 
areo 'trocken sein', wohl auch in ara, alat. asa 'Altar' (wozu 
vielleicht auch heth. haSSa- 'Herd' nacb. Pedersen Hittitisch 
164), aind. dsa- m. 'Asche, Staub'. Dasnahere Verhaltnis dieser 
Worter zueinander ist nicht aufgeklart; Spekulationen bei 
Specht Ursprung 201, 219, 232. Weitere Lit. bei Bq und 
Pok. 69. — Anders iiber a£a Fraenkel bei Winter Prothet. 
Vokal 7, Glotta 32, 22, Lexis 3, 55f. S. auch dialog. 

2. 3£w 'seufzen, stohnen', s. 3 Interjektion. 

&rfi<liv, -ovog f. (m.) 'NachtigalT (seit Od.), auch drjdcb, -ovg 
f. (S. und Ar. in lyr.), aus *dfrjdu>v (dpt]86va- drjdova H.). Ab- 
leitungen: drjdovlg f. (E. usw.), dtjdovidevg m. (Theok. 15, 121 
nach Valckenaer fur dr]dovis , 6g), dtjdoviog (A., Ar.). — Zu 
deldto, avdrj ; die naheren Beziehungen sind nicht festzustellen. 
Ansprechend ist der Vorschlag Sohnsens Unt. 238, 266, 
afqd-tibv als Dehnstufe der in add-tf durch Schwundstufe ver- 
tretenen Wurzel (a)ued- zu betrachten. Dann ware drjd-wv 
von ;feAt-<5a)j>, TevftQ-rjdwv usw. morphologisch zu trennen. 
Anders Specht, s. delSco. 

fi»)iu 'wehen' (ep. poet.). Zum Formenbestand Schwyzer 680. — 
Ableitungen: drjrr] f., d^TTjg m. 'Wind', vgl. Leumann Horn. 
Worter 268 A. 13; dazu noch die selteneren und ebenfalls 
poetischen aTj/ia, ar)aig. Auf ein t-Sufflx geht auch drfo-vgog 
'luftig, windschnell usw.' (poet.) zuriick, vgl. aind. v&tula- 
'windig'. Eine sekundare Ablautstufe de- (aus dfe-, vgl. unten) 
liegt wahrscheinlich vor in detfidv to nvev/ia, woraus drptog, 
8. d.; ebenso in aeXXa, s. d. Neubildung aog' Jtvevfia fj arjfia 
(cod. la/ta) H. Unverwandt dagegen dr)Q. 

(xrjjii ist ein altes athematisches Prasens, bis auf d- mit aind. 
vd-ti 'wehen' identisch. Vgl. noch die germ, und slav. Worter 
fur 'wehen', got. wai-an, ahd. wa-jan, waen, aksl. v&-jp. Neben 
der griechischen Ableitung auf -ta- in drftrf steht im Indo- 
iranischen ein Substantiv auf -to-, aind. vd-ta- m. 'Wind'. 
Dafur bieten mehrere Sprachen eine (urspr. partizipiale?) 
Bildung auf -nt(o)- wie lat. ventus, got. winds, toch. A want, 
heth. huuant- 'Wind' mit anlautendem Laryngal ( = d- in 



S^p — &8«pl?w 27 

atjfiil). Naheres bei Solmsen Unt. 270ff., Persson Beitrage 
7ff. mit teilweise unsicheren Verkniipfungen, Pok. 8 Iff. 

6tf\p, rjEQoq f. 'Nebel, Gewolk' (so immer Horn., vgl. Louis Rev. 
de phil. 74, 63ff., Hes.) m. gew. '(niedere) Luft' (ion. att.). 
Der Nominativ djjg durch Dissimilation (Brugmann IP 38, 
117), davon att. Gen. dsgog; spater ion. Nom. »yjfe. Aol. aSr/g, 
dor. d/Jjfe ( = avrjQ) H. Ableitungen : tfsgosig, fiegosidrii; 'dam- 
merig, umwolkt'; ferner avg-a 'frische Luft, leiser Luftzug' 
(e 469 usw., poet.). 

arjQ gehort nicht zu arj/M, sondern ist ein Wurzelnomen 
unbekannter Herkunft. Nach Meillet BSL 26, 7ff. eig. 'sus- 
pension', zu delgto 'emporheben' (s. d.) ; Bedenken bei Frisk 
Eranos 32, 51 ff. S. auch Fraenkel Glotta 32, 23. 

(i^cruXo*; Sn. Asy. E 876 a/javka Sgya. Wahrscheinlich Umbildung 
von alavXos 'frevelhaft' (alavka qe^eiv £403 usw.) nach un- 
bekanntem Vorbild {aijfiil, dtfovgotf). Andere Erklarungen 
bei Bechtel Lex. und Brugmann Sachs. Ber. 1901, 94. 

dVjcropoi; s. &>]/u. 

&r)T05 in ftdgoog arjTov <Z> 395 (#. adrov Q. S. 1, 217). Vgl. H. 
arjTor dxogsoroi, SmXtjoroi, dtfrovg- /isydXag. Hdn. Gr. 1,220 
arjToq- 6 dxaxdnavaxoq. Die Erklarung durch dxdgsoroi, 
abiXtjoroi laBt auf Assoziation mit a/ievou, daai schliefien; von 
aatog, cEto£ unterscheidet sich Stjtoq somit durch die (sekun- 
dare?) Verlangerung des Vokals. Vgl. auch alr^xog. 

&9t£pv] f. (alte Kom.), auch d$r\gr\, -a f. (Hellanik., Sophr. usw. ; 
von dfttfg beeinfluBt?) 'Weizenbrei, Speltgraupen'. Davon 
d&agcoSrjg (Ruf. Med.) und ddrjgajfia 'Art Geschwulst' (Gal.). — 
Unerklart; nach Plin. N. H. 22, 121 agyptisch. AnschluB an 
dfrrjg scheint weder lautlich noch begrifflich m6glieh zu sein. 

49-^Xyeiv d/iiXysiv H., EM. (i^)a&6Xysxai (Hp.), von Gal. mit 
naglexai, diexMercu erklart. Erinnert an d&eAf}d£etv dirj&elv 
(H.), d&£Xf}ETar dirj&sirai {AB), dftehdEraf 8ir)fteiTat, (Diokl. 
Com.) usw., s. Fick BB 16, 287, 290; 18, 142 und Solmsen 
Wortforschung 9 A. 1. Wegen dfiiXflu) erwagt Solmsen fur 
dfteXdm eine Grundform *d&eXQ v -io), doch liegen vielmehr 
verschiedenartige Kontaminationen vor, ebenso wie d&iXym 
im Auslaut offenbar vom bedeutungsverwandten dfiikym be- 
einfluBt wurde. Im iibrigen dunkel. 

&9<cpl£u> 'gering achten, veraehten' bei Homer nur im Prasens- 
stamm u. zw. immer mit Negation; spater auch im Aorist 
und in bejahenden Satzen. Dazu dfidgiOTog- dtpgovriorog 
Zonar., A. Fr. 128 (cod. -irov). — Nicht sicher erklart. Seit 
Leo Meyer Vgl. Gramm. 2, 23 oft aus einem *a0ego? = aind. 
ddhara- 'unten befindlich' hergeleitet, s. Bechtel Lex. Persson 
Beitrage 52 vergleicht ansprechend ddegeV dvorjrov, dv6aiov 



28 'A9^vr) — ibpayivrt 

H. und erw&gt Verwandtschaft mit aind. dhar- 'festhalten, 
tragen' usw. (s. &q6vos). 

'A9^v»] ep. poet. ; dor. usw. A&dva, gemeinhellenische Stadt- 
gottin, die aus der gewappneten Palastgottin der mykenischen 
Zeit hervorgegangen ist und letzten Endes auf eine haus- 
schutzende Schlangengottin der minoischen Zeit zuriickgeht. 
Nach der Gottin wurde die Stadt A&fjvai, dor. A&avcu, be- 
nannt. — Davon A&ip>alog 'athenisch, Athener' (seit H.) 
mit dem substant. Fern. A&rjvata, -tj, das auch als Name der 
Gottin vorkommt (88mal im Epos). Daraus (iiber A&rjvda) 
durch Kontraktion die attische Form A&tjvd. 

Wie die Gottin ist auch ihr Name vorgriechisch und un- 
erklart. Ausfuhrliche Darstellung bei Nilsson Gesch. d. griech. 
Religion 1/ 405ff. mit weiterer Lit., aufierdem Kretschmer 
Glotta 27, 243ff. m. Lit. - Verfehlt v. Windekens Le Museon 
63, 99 ff. 

&9^p, -igog m. 'Granne an der Ahre, Achel, Spreu', auch 
'Schneide, Spitze einer Waffe' (seit Hes.), d&rigrjloiyoi; 'Worf- 
schaufer (eig. „ Achelverderber" ? ; Od.). Ableitungen: a&e- 
glvt] f., -ivog m. 'Art Stint, Atherina hepsetus' (Arist. usw.), 
vgl. Chantraine Formation 204, Thompson Fishes s. v. ; 
d&egtjtg, -Idog f. 'stachelig' (Nik.), d9eQ(bdTjg (Thphr.). — 
Neben afrqg stehen einige Worter mit Nasal in ahnlichen 
Bedeutungen: dr&igiS, -txos m.= d&^Q, auch 'Ahre, Halm' 
(II. usw.), dv&dgixog m. 'Stengel des Asphodelos, Asphodelos- 
Pflanze' (alteKom., Thphr. usw.), davon dv9eQixd>6r\q (Thphr.). 
Mit dem ortsbezeichnenden Suffix -emv: dv&egecbv, -cofoc m. 
'Kinn' (II. usw.). Hinter dv&igi^ und dv&Egswv liegt vielleicht 
ein Nomen dv&ego- (Bechtel Lex. b. dv&egewv, Krogmann 
Glotta 23, 220ff., der als Bedeutung 'hervorragend' ansetzt 
und auch &v&oc; anschlieQt, idg. andh- 'hervorragen' ; un- 
beweislich). — In Betracht kommen ferner ein paar Namen 
der Wespe oder Waldbiene: dv&otfvrj, dv&grjdcbv, s. d. — Vgl. 
noch dv&Qvoxov und av9g<07ioQ. 

Etymologie unbekannt. Ob die nasalierten Formen durch 
volksetymologische Anknupfung an av&og zu erklaren sind, 
bleibt unsicher; noch zweifelhafter ein idg. Ablautwechsel 
andh-: ndh- (> gr. d&-). Fruhere Erklarungsversuche bei Bq 
und WP. 1, 45; vgl. auch W.-Hofmann s. odor, das schwer- 
hch mit dihijg verwandt ist. 

&9payivr| Pflanzenname, 'Clematis vitalba' (Thphr.). Morpho- 
logisch ganz dunkel. Das Vorderelement d&ga- erinnert an 
das folgende Wort und wiirde zu einem Schlinggewachs nicht 
schlecht passen. Andere Deutungsversuche bei Stromberg 
Pflanzennamen 108. 



ad-pa; — ala 29 

&8-pa£- Sg/ia. 'Podioi H. Mit aind. vandhiira- m. 'Wagenkorb (aus 
Gefleeht)' zu nhd. winden und verwandten Wortern (WP. 1, 
261). Idg. uendh- : wqdh- (> gr. [F\a&-). Lid6n Streitberg- 
Festgabe 227. — Nach Ban&teanu REIE 3, 149 dagegen 
kleinasiatisch. — Vgl. xdwa&gov. 

d&plii) 'betraehten, anschauen, erwagen' (seit II., vorw. poet.). 
Ohne Ableitungen; nur von dv-, 8i-a&gi,(o finden sich ver- 
einzelt dv-, di-dfigrjoiq. — Nicht sicher gedeutet. Seit Ahxens 
Kl. Schriften 1, 447 und Fick* 1, 468 oft mit iv&gsiv <pvMaaetv 
H. zusammengestellt, wozu ferner dgtfoxco- vow H., &grjoxeva> 
usw. Hoffmann Festschrift Bezzenberger 78 f. geht von einem 
Nomen *d-#g-o$ 'auf ein Ziel gerichtet, loshaltend' aus, das 
idg. dher- 'halten' (s. dgfoos ) und a copulativum enthalten 
soil. Vgl. d&QooQ. — tJber Gebrauch und Bedeutung von 
d&gdco handelt Prevot Rev. de phil. 61, 246f. 

a9-p6og und (att.) d&goog (spiritus asper wiederhergestellt nach 
anas, &M<z) 'zusammengedrangt, versammelt, insgesamt' (seit 
Horn.). Davon d#gol£co (d-) 'versammeln' (ion. att.) mit den 
Verbalnomina a&goiaiQ, a&goiapa, -o/ioq und dem Adj. 
d&goio-cixos vorw. Gramniatikerterminus 'kopulativ, kollek- 
tiv*. — Den besten Vergleich bietet aind. sadhriy-anc- 'nach 
einem Ziele hingerichtet, vereinigt' (Brugmann Totalitat 
14ff.); vgl. d&gs'm, ftgdvog. Die Bildungsweise von d&gooq ist 
aber nicht geniigend aufgeklart (abzulehnen Brugmann IF 
38, 135ff.: *&-Qqo-i-oq eig. 'zusammenhaltend gehend'). — 
Risch 179 vergleicht dM6-&goos; urspr. also „zusammen- 
rufend"? 

49iifw 'spielen, sich belustigen", vorw. poet, seit II., nur im 
Prasensstamm. Ableitungen: a&vg/xa 'Spiel, Unterhaltung' 
(seit II.), im Plur. auch 'Schmucksachen', mit dem Deminu- 
tivum ddvo/idriov. Ein Deverbativum ist dfrugeveo&ar nai&iv, 
/tiyvveiv, axigrav H. — Erwagenswert ist die Anknupfung 
Perssons Beitrage 577 A. 1 an eine besonders im Baltischen 
und Slavischen vertretene Sippe, z.B. lit. padurmai 'mit TJn- 
gestum', russ. dun 'Torheit', idg. dhuer- 'wirbeln, sturmen, 
eilen'. Das d- wird gewohnlich als Schwundstufe von idg. *en 
'in' betrachtet. Vgl. Mm, dv<o, ftovgo;. 

at 'wenn' s. el. 

ala f. 'Erde' (poet, seit II.). Ohne Ableitungen. Nach Brug- 
mann IF 15, 94ff., 29, 206ff. eigenthch 'Mutter' und mit 
lat. avia identisch, vgl. EM 11, 24 ala- <6nd Rvgr/valmv rrftk xai 
fiala. Sehr unsicher. Noch zweifelhafter Jacobsohn KZ 38, 
295 f., Philol. 67, 484f.: zu aind. sasydm 'Feldfrucht', kymr. 
haidd 'hordeum'. Vgl. yaia und /uzia; dazu Giintert Reim- 
wortbildungen 126f. 



30 aia^co — alycipoe 

aid£<o 'achzen, jammern, klagen' (Tragg. u.a.). Davon alayfia 
'das Achzen', alaxros 'zu bejammem', alaaxr^s eig. 'der 
Jammerer', N. der Pflanze idxtv&o; (Nik.). — Eig. 'al(at) 
rufen', von der Interjektion al, die mit ahnlichen Bildungen 
in andereh Sprachen elementarverwandt ist. 

atSv^s, ion. alr/vys 'grausig, duster' (poet., ion. att.), im Sinn 
von 'ewig' (A., Lyk.) nach alel umgedeutet. Mehrere Deu- 
tungsvorschlage. Nach Wackernagel Verm. Beitrage 7 aus 
*aaif-avr)s 'mit grausigem Antlitz' ( : lat. saevus und ein Wort 
fur 'Antlitz', s. djitjvtfs)- Anders, weit unwahrscheinlicher, 
Froehde BB 7, 325, Flensburg Die Basis TER- 52ff., Prell- 
witz Glotta 19, 98 u. 104. 

Alas, -frog N. von zwei homerischen Helden, 1. Alas TeXaiiw- 
vios, A., Sbhn des Telamon, Konigs von Salamis, 2. Alas 
'OtAijos, A., Sohn des Oileus, Anfiihrer der Lokrer. Zur lat. 
Namensform Aiax (dureh oskische Vermittlung?) s. Fried- 
marai Die jon. u. att. Worter im Altlatein lOf. m. Lit. — 
Nach Ansicht mehrerer Forscher (s. Kretschmer Glotta 15, 
192f.) war A tag ein alter Erdgott; der Name ware somit aus 
ala abzuleiten (vgl. TeAa/uwv — TdvraKos — Hrkag). Nach 
Bliimel IF 43, 272f. ware Alas von ala in der ursprunglichen 
Bedeutung von 'Mutter' gebildet: Alaq 'Sohn der echten 
Frau, der Mutter', im Gegensatz zu Tevxgos 'Sohn der Kebse' 
(revxQog- ddefypos v6&og H.). S. auch Danielsson IF 14, 386ff., 
Kretschmer Glotta 33, 12f. 

atyav&r) f. 'WurfspieC (Horn., AP). Herkunft unbekannt. In 
formaler Hinsicht stimmt alyaviij zu den Baumnamen und 
Tierhautbezeichnungen auf -tr\, -da, fir/Mr], meter), xwit) usw. 
(Chantraine Formation 91 f . ). Falls alyaviij nach dem Materiale 
benannt worden ist, bietet sich mit Schrader KZ 30, 461 f. 
zum Vergleich der Name der Eiche, urg. *aik-, idg. *aig-, der 
sich auch in alytkanp (s. d.) und lat. aesculus verbergen kann. 
Unerklart bleibt dabei das Element -av- ; Grundwort *alyavos 
wie nXdravogl — Dagegen faBt Thumb IF 14, 345 alyaver] 
als Ableitung eines Nomens *alyavov 'das Werfen, Wurf- 
geschoB' (Bildung wie Sgenavov) mit Anschlufi an idg. aig- 
'(sich) heftig bewegen' (aind. ijati), das u. a. in alyes' xvfiara 
(s. al£) gesucht worden ist. — Wieder anders Bechtel Lex. 
(nach Diintzer: zu alxprj). [KN.: Ausfuhrlich und anders 
jetzt S. Laser Gymnasium 60, 115ff.] 

alyeipo? f. 'Schwarzpappel' (vorw. ep. und poet.). Abl. alysigcav 
'Pappelhain', alyelgivog, alyeiQlrrjs 'zur Pappel gehorig' (alle 
hell, und spat). — Die Zusammenstellung mit aiylXmtp, alyavir) 
(Schrader KZ 30, 461) kommt uber eine allgemeine begriff- 
liche und lautliche Ahnlichkeit nicht hinaus. Unwahrschein- 



atyitxXii; — odytXw^t 31 

lich iiber die Stammbildung Specht "Ursprung 165 (alysi-gog?). 
Naeh Sommer IF 55, 260 ist alyeigo; wie alyi&og und zahl- 
reiche Eigennamen mit Aly- (Atyiva, Aiyai usw.) vorgr.-klein- 
asiatisch. Wieder anders Winter Prothet. Vokal 46f. 
oiYi«X6?m. 'Gestade', auch als ON, z.B. die Kiiste von Achaja 
(seit Horn., ion. att.). Ableitungen: alyiMeiog, alyiaXevg, 
aiyiahxog, -khrjg, -XwdriQ, seit hell. Zeit belegt {AlyicdeXg als 
Name der Kiistenbewohner von Achaja Hdt.). — Wird ge- 
wohnlich mit atyeg- rd xvpara. Acogielg H. (vgl. auch Artem. 
2,12: xal yog rd peydfat xvfiaxa alyag iv tjj awif&elq Myo/isv) 
in Verbindung gebracht. Das Hinterstuck ware naeh Hirt 
IF 37, 229 f. Gen. von &?.<; und das Ganze aus einer Ver- 
bindung iv alyl dXog 'an der Brandung des Meeres' ver- 
selbstandigt. Anders Kretschmer Glotta 27, 28 f. mit Bechtel 
Lex. : zu HAtoftai als sog. Zusammenbildung wie d»cvcdos, 
„von den am Strande sich brechenden Wellen". Von den 
morphologischen Schwierigkeiten abgesehen, setzen diese 
Erklarungen voraus, daB alyee = xtfpara ein besonderes 
Wort sei und nicht einfach ein metaphoriacher Gebrauch von 
a?f 'Ziege'. — Agaisch? (Chantraine Formation 248); vgl. zu 
alyeiQOQ. 

otyiOtiXXo!;, -dates m. 'Meise (Parus)' (Ar., Arist. usw.). Von 
alyi&og (alyia&og) 'Hanfling'? , (Arist. u.a.) nicht zu trennen; 
Ursprung unbekannt. Vgl. Thompson Birds s. w. 

aiyUii]> 'hoch, steil' (nhgr], hood?; ep. poet.). Seit Uljanov 
(s. Solmsen Untersuchungen 73 A. 1) wird -Aty, gewiB richtig, 
mit lit. lip-ti zusammengestellt und das Ganze als '(nur) von 
Ziegen erkletterbar' gedeutet, was weit zweifelhafter er- 
scheint. Vgl. afoy Jterga EL, wohl eigentlich 'unersteiglich' ; 
das anscheinende Simplex My nhga iq>' fjg Hdcog crrdfet 
diirfte aus dem Kompositum abstrahiert sein (Solmsen, vgl. 
Persson Beitrage 152 m. A. 1). Verfehlt Wecklein MiinchSb 
1911: 3 (s. WP. 2, 403, Kretschmer Glotta 5, 302). — Seiner 
Bildung naeh erinnert alyl-Aiip an a'M-oip. 

aiytXdxJj, -aijios m. eine Eichenart (Thphr.), auch 'Flughafer' 
(Thphr. u.a.), aufierdem 'TranenfisteP (Dsk., Gal.; zur Be- 
deutung Stromberg Pnanzennamen 87). Als Name einer 
Eichenart wird alyiXcoy) allgemein mit dem Stammelement 
in alyavirj und alyetgo; verglichen. Der Ausgang -Acoy> wird 
von Kretschmer Glotta 3, 335 zu Mnr] 'Schale, Rinde' ge- 
zogen (vgl. auch H. X&y x^aftvg), indem er an eine schon von 
Cuny IF 26, 2 Iff. zitierte Pliniusstelle erinnert (Hist.nat. 
16, 6, 13): aegilops fert pannos arentes . . . non in cortice 
modo, verum et e ramis dependentes. Andere Versuche mit 
dem Worte zurechtzukommen: Cuny a.a.O., Pisani Bend. 



32 otyls — «ty*») 

Ace. Lincei 6: 4, 351 ff., beide unannehmbar. tJber aiy- noch 
Speoht Ursprung 89, KZ 68, 196 (phantastisch : zu ai(F)<ov 
mit Wechsel y, : g). — Stromberg Pflanzennamen 137 will 
nach Senn alythatp von alyiXog 'Flughafer' (Theok., Babr.), 
eig. 'Ziegenpflanze', ableiten, was indessen nur auf alyiXmy 
in derselben Bedeutung passen wiirde. 

otyts f. 'Ziegenfell' (E.Kyk., Hdt. 4, 189); Bildung wie vefiglg 
usw., Locker Glotta 22,71. Gewohnlich (H. usw.) Bezeich- 
nung des Schutzmantels oder des Harnisches des Zeus und 
der Athena, der auch als Schild gebraucht wird. Bei dem 
Schiitteln der alyig erschrecken Gotter und Menschen. Nach- 
homerisch wird aiylg auch im Sinn von 'Sturmwind' gebraucht, 
z.B. A. Oh. 593 (lyr.). In dieser Bedeutung ist aiylg wahr- 
scheinlicb! von in-aiyiCct) 'einhersturmen' (vom Winde; B 148, 
o 293 usw.) beeinfluBt. Neben in-aiyiCco auch xaz-aiy(£(o 
'herabsturmen' (A., spat); davon als retrograde Bildung 
xaxaiylg 'Fallwind' (Demokr. usw.). Beide Verba lassen sich 
als Metaphern erklaren. Schon Hdt. 4, 189 betrachtet die 
Aigis der Athene als ein Ziegenfell, eine Auffassung, die von 
vielen neueren Forschern mit Recht verteidigt worden ist. — 
Eine andere Deutung (s. zuletzt Kretsehmer Glotta 27, 28) 
leitet alytg von einem Verb *alya> her = aind. ejati 'sich be- 
wegen, erbeben', wozu aufier alyh) auch alyeg- rd xtiftata H. 
gehoren soil. Auch Thumb IF 14, 314ff. geht von idg. aig- 
'schiitteln' aus (vgl. alyavirj), das aber volksetymologisch mit 
ali und anderen Wfirtern zusammengeworfen ware. Zu 
aiylo%og Epithet des Zeus (H. usw.) vgl. yawfo%og. 

1. atyX*) f. 'Glanz' (ep. poet.). Ableitungen: alyXrjeig 'glanzend' 
(ep. poet.), alyXdxag, -jri)g Beiname des Apollon (Inschr. 
Anaphe, Thera; A. R.) ; atyXdfa 'glanzen' (Man.). Von Bechtel 
tJb. die Bezeichnungen der sinnl. Wahrnehmungen 119 und 
Thumb IF 14, 343f. mit aind. ijati 'sich bewegen, erbeben' 
(vgl. aiyav&r]) verbunden. Dann muB die Ahnliehkeit zwischen 
AmiXXcov AayeXdrag (Anaphe) und AnoXXcov AlyXdrag (Anaphe, 
Thera) auf Zufall beruhen, oder aber das Appellativum alyh] 
ist vom Eigennamen AlyXa aus "AayXa (vgl. v. Wilamowitz 
Isyllos von Epidauros 92 ff.) zu trennen. Falls wiederum 
AayeXdrag mit alyh/ zusammenhangt, steht dieses fur urspr. 
*aayXa; zum Lautlichen Schwyzer 276. Bechtels Versuch, 
Lex. s. v. (vgl. auch Prellwitz BB 23, 67 und Winter Prothet. 
Vokal 47), darin eine Zusammensetzung mit der Wurzel in 
yeXdaat zu sehen, ist schon wegen des dabei unaufgeklarten 
ersten Elementes anfechtbar. Vgl. auch seine Bemerkungen 
Dial. 2, 551 f. 

2. etlyXT] 'Ring'. Von Lewy KZ 59, 188ff. aus dlyXag- dfupitieag 



atyuni6$ — "AiSrj? 33 

y.a.1 yi&faa. ra neoi rrjv vviv rov oqotqov H.; aly(t)Aia.' dcocrv- 
ktdm H. und anderen lexikalisch belegten Wortern erschlossen 
und aus hebr. 'agil '(Ohr)ring* als LW erklart. Hypothetisch. 
In einigen der von. Lewy angefiihrten Falle kann es sich 
sehr wohl um metonysohen Gebrauch von cuyfaj 'Glanz' 
handeln. 

tdyvm6q m. 'Geier' (vorw. poet.). Kann von aind. rji-pyd- Bei- 
wort des Raubvogels 6yen&- ('Adler, Falke'), aw. 9rszi-fya- m. 
'Adler' (vgl. ag^Kpog' aerog nagd IHgaaig H.), arm. arcui 
( < *arci-wi) 'Adler' nieht getrennt werden. Die Form ergab 
sich durch volksetymologische Umwandlung nach at!; und 
nach yvyr (ein Vorderglied dgyv- = aind. rju- anzunehmen, 
ist nicht notwendig). Brugmann IF 17, 361ff., wo auch eine 
unhaltbare Vermutung iiber das dunkle Hinterglied (zu 
iniivai; zum Vorderglied vgl. 1. dgyog und dgeyto) ausgesprochen 
worden ist. Anders Pisani Rend. Ist. Lomb. 77, 539ff. Vgl. 
Thompson Birds s. v. 

aiyu>Xi6^ oder alymfaog m. N. einer Eulenart (Arist. u.a.). DaB 
die Lesart ahwfaog (Arist. HA 563 a 31) unrichtig ist, geht 
aus den heutigen unteritalischen Formen agolio usw. vor; 
Rohlfs ByzZ 37, 55. — Etymologie unbekannt. Vgl. Thompson 
Birds s. v. 

&i8r)Xo€, -ov 'verhafit, verderblich', auch (vorw. spat) 'unsicht- 
bar, dunkel' (ep. poet, seit Ilias). Zusammenbildung aus 
a privativum und Ideiv mit ^Ao-Suffix, also eig. 'nicht anzu- 
sehen'. Unrichtig Bechtel Lex. und Frisk Adj. priv. 7 (nach 
Buttmann) *'unsichtbar machend' ausdenominativem *dfi8em. 
Wieder anders Risch 101 und Thieme Studien 50 A. 3. 

"Ai&r)s, -ov att., AiSr/g jiingere ion. Poesie (Semon., Herodas), 
Atdag, -a dor. (bei d. Tragg.) ; Atdrjg, Atdag, -ao, -em ep. poet. 
Neben dem a-Stamm kommen im Epos und in hellenist. 
Poesie auch Formen eines kiirzeren Konsonantstammes 
A'id- vor: Aidog, -i, -a, wobei im Ausdruck "A'Cdog scam (ver- 
einzelt auch sonst) der Anlautvokal metrisch gedehnt wird 
(dagegen z.B. "AiSoode Peprjxei). Die u. a. von Thieme Studien 
35ff. vertretene, an und fiir sich verlockende Annahme, der 
Konsonantstamm bezeichne ursprunglich die Unterwelt, der 
davon abgeleitete a-Stamm dagegen den Gott der Unter- 
welt, lafit sich nicht ohne Willkur aufrechterhalten, s. 
Nilsson Gesch. der griech. Religion 1, 426. — Ableitung: 
Aidcovevg ep. poet., ohne erkennbaren Unterschied gegeniiber 
dem Grundwort; vgl. Risch 145. 

Die Erklarung dieses schwierigen Wortes, das den Gott der 
Unterwelt bzw. die Unterwelt bezeichnet, dessen eigentliche 
Bedeutung indessen unbekannt ist, hangt vor allem von der 

Frisk, Griech. etym. Worterbuch 3 



34 ctfSo|*ai 

Beurteilung des Anlautes ab. Wenn man die Vokalkiirze als 
urspriinglich betraohtet, was ohne Zweifel am meisten fur 
sich hat, und auBerdem die Aspiration, fur sekundar halt, 
bietet sich die Analyse d-fid(-a)- mit einer seit dem Altertum 
(PI. Org. 493b, Kra. 403a) angenommenen Bedeutung 'un- 
sichtbar' (oder vielmehr 'nicht anzusehen', vgl. dtSrjiog, auBer- 
dem aidrjg, d'tdvog). Urn der att. Aspiration gerecht zu werden, 
setzt dagegen Thieme a.a.O. eine Grundform *d-/w5- an, die 
mit aind. sam-vid- 'sich zusammenfinden,' sich vereinigen' 
(auch auf das Totenreich bezogen) identisch ware und eigent- 
lich das Sichzusammenfinden der Vater im Jenseits bezeichnet 
hatte. Da fid- irn Sinn von 'finden' im Griechischen sonst 
unbekannt ist, miisse es sich urn einen aus der idg. Vorzeit 
ererbten Ausdruck und eine ebenso alte Vorstellung handeln. 
Diese beiden Deutungen setzen voraus, daB die Vokallange 
in 'Atdrjz, Aidrje sekundar sei (Verallgemeinerung der epischen 
Dehnung? Schwyzer 266; anders Solmsen Unt. 74ff.). — 
TJmgekehrt betrachtet Wackernagel Verm. Beitrage 4ff., 
weniger wahrscheinlich, die Vokalkiirze als sekundar und 
erhalt dadurch AnschluB an lat. saevus. Wieder anders 
Smyth Ionic 102: zu ala (dariiber Wackernagel a.a.O.); 
Danielsson IF 14, 387 f. : zu aloAog, dtaaco als „der Eilige, Un- 
gestume, Gewaltige", Bez. eines Todesdamons. Weitere Lit. 
bei Fraenkel Norn. ag. 2, 168f. m. A. 2. 

Der Ausdruck A'idog xwirj 'Tarnkappe' (£845 usw.) kann 
(trotz Lamer RE 11, 2619, J. Roeger A1A02 KYNEH, DiBB. 
Graz 1924, Rretschmer Glotta 15, 175f., Thieme o. c. 42) 
schwerlich vom Namen des Unterweltsgottes getrennt werden, 
s. Nilsson o. c. 426f. m. A.l. Man hat somit schon in epischer 
Zeit A'id(-d)- mit der Vorstellung des Unsichtbaren verkniipft. 
ai8o(juxi 'sich scheuen, verehren* seltenes und poet, primares 
Verb (alSeo, aldofievoc, aldero, Horn, usw., vgl. Chantraine 
Gramm. hom. 1, 310f.) neben dem gewohnlicheren aidioficu, 
a. unt en). — Von aldo/xcu, bzw. von einem alteren athema- 
tischen Verb stammt aidd>g f. 'Scheu, Ehrfurcht' (II. usw.); 
zur Bedeutung und Geschichte dieses wichtigen Begriffes 
R. Schulz Alddx;, Diss. Rostock 1910; von Erffa AlSu>g und 
verwandte Begriffe in ihrer Entwicklung von Homer bis 
Demokrit (Philol. Supp. 30: 2, 1937); iiber alddig bei Homer 
Verdenius Mnemosyne 1944, 47 — 60. 

Von aldcbq gehen aus: 1. aiSolog (< -oa-iog) 'Scheu ein- 
flofiend, verschamt' (ep. poet, seit II.) mit dem substanti- 
vierten Ntr. to aldoiov, gew. Plur. rd aldola 'Schamteile' (seit 
H.), wovon aldoimdr]Q und aldo'Cxog. 2. das Kompositum 
dv-aiS^g 'schamlos' (seit H.) mit avaldeia usw. 3. aldioficu 
(aus aidia-w/jai, vgl. Fut. aid£oo/i<u und dvcu&rjs, -£g) 'sich 



&t8»Xog — ottel 35 

scheuen, verehren' aber auch 'sich versohnen' (ion. att. seit 
Horn.). Zu aldio/tat gehort aldeaig 'Verzeihung, Begnadigung' 
(D., Arist., vgl. Holt, Les noma (Taction en -oiq 52f., 157 A. 1), 
aldecrros 'ehrwurdig' (Plu.) mit aldeffrixos (Schol.) ; ferner 
aldfowv 'verschamt, bescheiden' (X., Arist. usw., Chantraine 
Formation 173) mit aidrjfiovixog und -ftoaHvt] (spat, selten). 
Der nachklass. Prosa gehort aldeaifiog 'wovor man Achtung 
und Seheu hat', daneben aldtfoifiog (Orph.), s. Arbenz Die 
Adjektive auf -i/io? 95 f., 89; naeh dem Sinn und den Belegen 
zu schlieBen wurde aldeaifiog direkt zu aldio/iai, nicht zu 
aldeaig geschaffen; von aldioipog (in byz. Pap. auch als Titel) 
aideoi/idTijs (Pap.). 4. aldooiJVT) — aldrjfioovvr] (AB, Phot.). 

Unter der unbewiesenen, aber nicht unmoglichen Annahme, 
dafi aid- fur idg. aizd- steht, wird atdofiai seit Solmsen IF 13, 
137, Walde KZ 34, 622 u.a. gewohnlich mit got. aistan 'sich 
scheuen vor' und weiterhin mit aind. Idi ( < *izd-) 'preisen, 
verehren' verglichen. Wenn man d ais Determinativ ab- 
trennt, kann man ferner nhd. Ehre und verwandte germ. 
Worter einbeziehen. Weiteres bei WP. 1, 13, Pok. 16, W.-Hof- 
mann s. aestimo. 

AtSuAos- %kji5 c (H., EM). Wohl mit Schmidt aus dtdtjXog 
(E897) entstellt. Anders Leumann Glotta 32,218 A. 4. 

atSwcrtra (cod. aidwaaa) • rfjg aMfjg rd reixla H. Nach v. Blumen- 
thal Hesychst. 5f. illyrisch fur aWovaa. 

alet (ion. poet.), aifel (Kypros, Lokris, Phokis), del (att., auch 
dreimal bei Horn., s. Wackernagel Unt. 146; iiber alel bei 
Horn, noch Marg Charakter 51ff.) 'immer'. — Aus *alfio-i, 
Lok. eines s-Stamms, der in derselben Funktion ohne Endung 
in alis (dor.) und im Akk. aim erscheint. Neben dem s-Stamm 
steht der n-Stamm in alh 'immer' (ep. poet.) und almv (s. d.). 
Zu alel, -ev s. auch Bj6rck Alpha impurum 91 u.6. — Die 
a- und n-Stamme sind Erweiterungen eines tt-Stamms, der 
dial, vorliegen kann, z.B. aol. ali(v), Sx(v) aus *alf-i(v), 
kypr. 4-f.atg 'fur immer', s. Schwyzer 619 m.-A. 6, Fraenkel 
IF 60, 142ff. — Ableitung diSiog 'ewig' (ion. att.), wovon 
dXduiTTjQ 'Ewigkeit' (Arist., hell.). 

Der M-Stamm ist als solcher auch im Indoiranischen be- 
wahrt, z.B. aind. dyu- n. 'Lebensdauer' ; daneben 1. ein 
w-Stamm, Lok. dyun-i, der mit alh, aldtv vielleicht direkt zu 
verbinden ist (Meillet MSL 9, 368); 2. ein *-Stamm dyus- n., 
vgl. ale's usw. Hypothesen iiber die Verteilung der n- und s- 
Stamme bei Speeht Unsprung 539; vgl. auch s. alyUmip. 
Neben idg. *aj,u-n- (diu-en-), ajVe- (dj.u.es-) stehen *aiu-o- 
und aiu-i- in lat. aevum, bzw. got. aivn-ns (Akk. PL), "ber 
o-Stamm ist auch in tarent. ali?j 'immer' (Instr.) vermutet 



36 aUXoupos — aUMXr) 

worden; auflerdem noch, aber schwerlich mit Recht, in 
Stjv-cuos, s. d. — tlber den vermuteten Zusammenhang mit 
der Sippe von lat. invents a. Danielsaon Gramm. u. etymol. 
Studien 1, 49 A. 1, Johansson Beitr. zur griech. Sprachkunde 
139, Benveniste BSL 38, 107. 
at^Xoupo? m. f. Tiername, wahrscheinlich 'Kater, Katze', nach 
anderer Auffassung 'Wiesel' (Hdt., Ar. uaw.), auch alfovoog 
(Arist. u.a.). Wohl Kompositum von aidlog (< *aleXog) und 
ovgd: 'mit beweglichem Schwanze', Buttmann Lexilogus 2, 68, 
Schmidt KZ 32, 324 nach EM 34, 8 aUovgog nagd rd aloUeiv 
xal avdyuv r^v ovgdv xai xivelv, was allerdings sehr wohl auf 
Volksetymologie beruhen kann. Anders, gewifl nicht besser, 
Ehrlich Betonung 128ff.: aua *fmFigovgog dissimUiert, zu 
lat. vlverrct 'Frettchen', Ut. vaiveris 'Mannchen von litis od. 
Marder' usw.; noch anders Schrader KZ'30, 462, BB 15, 128. 

orient, att. auch ouzos m. (vgl. Schwyzer 266) 'Adler', auch 
metaphorisch als term, technicus, z.B. 'Giebel(feld)'. Mehrere 
Ableitungen, z.T. mit technischer Bedeutung: deridevg m. 
'junger Adler' (Ael., Aesop.), dsx'nr\g (Xi&og, Ael. u.a.), dermdtjg 
(Philostr. usw.), alsrdeig (Opp.); alexiaiog 'zum Giebelfeld ge- 
horig' (Inschr.); auBerdem die Substantive diTcofia 'Giebel- 
feld' (Hp., att. Inschr. ; vgl. Chantraine Formation 187), 
derioaig 'Giebelung, gewolbtes Dach einer %e\d>vrf (Ath. Mech., 
vgl. die gleichgebildeten Denominativa bei Chantraine For- 
mation 279, Holt Les noms d'action en -aig 152). 

Zunachst fur *alferog = aiperdg- detog. Ilegyaioi H. Wohl 
aus *afi-Exog zu lat. avis mit sekundarem (augmentativem) 
ETO-Sufnx wie in vwpetog, nvgezdq u.a.; Schulze Kl. Schr. 75 
A. 5, Schwyzer 501. 

al?T)6s, auch aitrjiog, episches Adjektiv unbekannter Bedeutung 
(etwa 'kraftig, riistig'). Nebenform a%rjeig (Theopomp. Kol.), 
a%dev efaQatpeg pAdorrifia H. Trotz der eingehenden Behand- 
lung von Danielsson De voce al^rpg quaestio etymologica 
(Upsala 189,2) unerklart. Andere Deutungsversuche s. Bq. 

airjTOS nur als Attribut von nikmg E 410; Bedeutung un- 
bekannt. Vielleicht metrisch bedingte Variante von dtjrog, s.d. 

atS^kXT) f., alficdog m. 'RuB' (Hp., E., hell.), als Adj. = al&a- 
Meig Nik. Th. 659. Mehrere Ableitungen: al&oMeig (poet, seit 
II.) 'ruBig, raucherig, rauchfarben', auch vom Licht des 
Blitzes wie E.Pft. 183 (lyr., ob = 'feurig, brennend'?); al&a- 
Uog 'ds.' (A.R., Nik.); alVaMcov, -tavog (Theok. 7, 138, Bei- 
wort der reniyeg, wohl farbenbezeichnend; wahrscheinlich 
metrische Verlangerung im Versschlufl); cd^aXwdrjg 'ds.' 
(Arist., Gal.). Unklar ist al&aAidag- rd ev ra> crtrcp yivopeva, 
fj rovg iv t<o vSati azaday/tovg tov iXaiov H. — Denominatives 



at&Vjp — aX&t* 37 

Verb al&aXoa), -oofiai 'rufiig maehen' bzw. 'werden' (E., Lyk. 
u.a.); davon, oder direkt von al&akog (vgl. Atimaig s. alexog), 
al&aX6oeiQ 'RuBwolken' (Max. Tyr. 41, 4). 

Von al&m. — aWaloq wird von Fiek u.a. wenig wahrschein- 
lich mit ahd. Ital 'eitel', ags. Idel 'idle' zusammengestellt. 

aUWjp, -egog f. m. '(reine) Luft, (klarer) HimmeP (seit Horn.). 
Mehrere Ableitungen: ai&grj, -d 'ds.' (poet.); alftgtr), -ia 
'heiterer Himmel, schones Wetter' (ion. att.) neben ai&giog, 
-ov 'zum Himmel gehorig, heiter' (ion. att.) ; die Neutralform 
afflgiov neben dem Deminutivum al&gidiov wird in der Kaiser- 
zeit als volksetymologische Wiedergabe von lat. atriwm ge- 
braueht. — al&gog 'frische kuhle Luff (? 318 al&gq> xal 
xafidrq) dedfitjftevov), auoh = al&gtov (Pap.). Vgl. afflgel- 
X£ijiat,£i H., alftgivov nqio'Cvov H. 

Daneben mit (sekundarer?) Hochstufe des Suffixes: 
al&egtog 'in der Luft befindlich, zum Himmel gehorig' (Trag. 
usw.), auBerdem die vereinzelt und spat vorkommenden 
aWegwdrjg, alftegubdrjg, aWeghrjg; afflegoofiai. — Tiber al§tfg 
und aWgri als Hinterglied (vnalftgiog, flnai&gog) Sommer 
Nominalkomp. 151 f. 

Ableitung von cu&co, wohl nach Muster von dtfg (Meillet 
MSL 26, 17); Schwyzer 480: 9a vermutet in alftr)g ein altes 
Neutrum. — Eine alte Ablautform liegt vor in fflagdg 'heiter' 
(Alk. usw.). tJber das angebliche aind. *ldhrtya- Frisk Nom. 
1 1 f . m. A. 2, wo auch iiber indische Verwandte von i&agog. 
Das danebenstehende Verb l&alveiv (A.D., H.) laBt auf einen 
r-«.-Stamm sehlieBen. 

al9ta 'anziinden', vereinzelt intr. 'brennen, leuchten' = al&ofiai 
(seit II., vorw. poet.), nur Formen des Prasensstammes. 
Neben dem Verb stehen zahlreiche nominale Ableitungen, 
die z.T. altererbt sein konnen: al&og m. 'Brand' (E.) = aind. 
idha- m. 'Brennholz', ahd. eit m., ags. ad 'Glut, Scheiter- 
haufen' ; al&og 'funkelnd, gliihend', auch 'brandfarbig, dunkel', 
vgl. Sommer Nominalkomp. 119f., wo auch uber alftotp 
'funkelnd, dunkelfarbig' gegen Hoffmann Glotta 28, 66 f. — 
al&og n. 'Brand' (A. R.) = aind. edhas- n. 'Brennholz'. — 
aWtav, -mvog (seit II.) = al&o\p, ai&og. — al&ovaa f. „die 
gluhende" = 'wo die Sonne gluht', 'Saulenhalle' (ep.); 
al&vta f. N. eines von der Farbe benannten Wasservogels 
(s.Thompson Birds s.v.), auch Beiname der Athene, s. Kiock 
Arch. f. Religionswiss. 18, 127ff. mit den Einwendungen 
Kretschmers Glotta 9, 229f. — ai&^eig 'brandfarbig' (Nik.), 
al&tfg 'brennend' (Kratin. 88, falls nicht = al&fjg aus alfrrjeig) ; 
aWivog (H., EM). — Als Vorderglied aldi- in Al&i-oy „mit 
verbranntem Gesicht", Volksname, mit Al&iontg, Al&tonia 



38 aixd£ci — fttafc 

usw.; Ableitung auf -at- in A'tMxeg thessal. Volksname, eig. 
Farbenbezeichnung, Schulze Kl. Schr. 125f. 

tTber die r- (r- : «-) und Z-Ableitungen s. alfirjg und al&dlri. 
Eine Z-Ableitung ist auch in ai&6Xixeg 'Brandblasen' (Hp., 
Gal.) verbaut ; zur Bildung usw. vgl. nio/KpoXv^ 'Wasserblase' 
und Stromberg Wortstudien 91 f.; unsichere Kombinationen 
bei Specht Ursprung 209. 

Eine Weiterbildung von afflco mit eigenartiger Bedeutungs- 
entwicklung muB in cd&vooto 'heftig bewegen' (Sapph., Pi. 
usw., auch prafigiert: dv-, 8i-, xax-, n<xQ-) vorliegen; das 
Verbalnomen al&vypa 'Glanz, Funke' (Plb. u.a.) hat im 
Gegensatz zu aMhixriJQ 'sich heftig bewegend' (Opp.) die 
metaphorische Entwicklung von aldvoom nicht mitgemacht. 
Vgl. Debrunner IF 21, 239, der auch auf das wohl retrograde 
xarai&vl; (d/ipgog- 6 xarai-dvaacov H.) hinweist. 

Ein anderer Ablaut erscheint in Magog, i&ab/m (s. ald^q), 
vielleicht auch in xax-i&qg, s. xeyxei. 

Eine genaue Entsprechung von al&oi gibt es nirgendwo. 
Das Aind. kennt im Verb nur die Schwundstufe idh-, Prasens 
mit Nasalinfix i-n-ddht, '&r entnammt' (womit das Nasal- 
suffix in Mhtlvm in entfernter Verbindung stehen konnte). 
Dagegen kaiin al&og m. und n. alt sein, s. oben. Das Latein 
liefert mehrere Nomina: aedes, aestas, amtus, ebenso die 
iibrigen Sprachen, z.B. aw. aesma- m. 'Brennholz', lit. iesme 
'ds.% ahd. eit (s. obeii), awno. eisa f. 'gluhende Kohle'. Da- 
gegen kann awno. eldr, ags. ailed m. 'Feuer' wohl nur entfernt 
damit verwandt sein (idg. *ai-l-t). 

<xlx&£ci- xaXel H. Pisani D7 58, 243 vergleicht osk. aikdafed, 
das er als 'proclamavit' erklart. Eine andere, ebenfalls un- 
sichere Kombination (lett. aidn&t 'laden, rufen') wird von 
Pok. 15 mit Recht in Zweifel gezogen. 

aix&XXcd 'sohmeicheln, liebkosen', nur Prasensstamm (Trag., 
Kom., hell. u. spate Prosa). Sieht aus wie ein Denominativum 
von alxdXog- x6Xa£ H., das aber ebensowohl eine retrograde 
Bildung sein kann. Ebenso alx&lr)- dndir) Zonar. — Etymologie 
unbekannt. Unwahrscheinlich Machek Listy filol. 72, 69 f. 

&ixVj<; (aXx&g X 336), att. alxfc aus *&-ftx-fe neben ion. poet. 
deixtfg 'unziemlich, schmahlich'. Privatives Verbaladj. zu 
eoixa, dual. e-'Cx-xov. Das -ei- in deixrjg wohl nach elxd£a>, 
ehuhv usw. (schwerlich als Bahuvrihi zu *elxog). — Davon 
aetxelr), alxela, alxia 'unziemliche Behandlung, Schmach'; 
&eixt£co, alxt£a>, -oficu 'mifihandeln' mit alxiofia (Trag., Lys.), 
alxwfiog (D., LXX usw.). In &eut£Xiog, alx£hog (poet, seit 
Horn.) liegt eine Erweiterung des gleichbedeutenden asixrjg, 
alxtjg vor, Frisk Adj. priv. 7. — S. ebtc£a>, loixa. 



etlxXoi — alpctai& 39 

abcXoi* al ycoviai rov fiiXovg H., s. afy/iiy. 

alxXov (aixXov) n. 'Abendmahl der Spartiaten' (Epich., Alkm. 
u.a.). Davon avalxAeia- adeutva H. Daneben alxvov Seinvov 
H., Suid. — Vgl. aixd&r xaXel H. Sonst ungedeutet. Ob 
alxdlkco 'aehmeicheln' damit zu verbinden ist, seheint fraglieh. 

aiXivo^ m. 'Klaggesang' (Trag. u.a.), vereinzelt auch adjek- 
tivisch gebraucht Tdagend' (E. Hel. 171), wovon alXiva als 
Adverb (Kail., Mosch.). Etymologie unbekannt; Boisacq ver- 
mutet phrygische Herkunfb (wie fiir eXeyog). Der Anklang 
an die Interjektion al und an Xlvog (s. d.) kann nieht zu- 
fallig sein. 

atXioi s. aiXtoi. 

alpux n. '(fliissiges) Blut', alt und haufig. Zahlreiche synonyme 
Adjektivableitungen, die aus demBedurfnis nach expressiven 
und nicht abgetragenen Ausdrucken entsprosaen sind: 
alpardeig 'blutig' (ep. und poet.); al/iarrjQog (poet.), auch 
alfiygog (Man.); alftar(bdr]g (Hp., Th., Arist., hell.), auch 
alp&driQ (Luk., vgl. s. alfta>dsa>) ; aifiarixdg (Ariat. u.a.), 
alpdrivog (Arist.); aiftaXiog {AP, Nonnos); alfitov (E.), alficbviog 
'blutrot' (Ath.) ; al/xarirTtg 'blutahnlich' (Hp., Thphr. usw.) ; 
alfiOKOTtds (E.), alficoTiog (Ph. u.a.). In ahnlicher Verwendung 
kommen auch Komposita vor wie Ivaifiog, fi<paifiog. — Ferner 
die Subatantiva al/idg 'Blutatrom' (S.); alfidrtov Demin., auch 
Name eines Gerichts (Arr., M. Ant., Inachr. Kos, Milet u.a.), 
aifiarla 'spartaniache Blutsuppe' (Poll.). — Als denominative 
Verba sind zu nennen: 1. alfidaoa), -drro) 'blutig machen od. 
sein' (ion. att.); davon spate Subatantiva: atfiay/iog, at/j.a^ig; 
aufierdem die Adjektiva al/taxrog, aiftaxrixog; 2. ai/xaz6(o (ion. 
att.) mit alfidraaig (Gal.); 3. ai/imltat (A., Arist.). 

al/ia hat, wahrscheinlich infolge sprachlicher Tabuvor- 
atellungen, daa alte Wort fur Blut, Sag, eraetzt. Sichere 
auflergriechische Verwandte fehlen. Seit Fick wird al/aa oft 
mit ahd. seim 'Honigseim' verglichen; vgl. auch Loewenthal 
PBBeitr. 49, 416, Oehl IF 57, 27. Anders Sommer Lautat. 
29ff. : zu aind. is- 'Saft, Trank' (ebenso Porzig IF 42, 258 und 
Havers Sprachtabu 182). Vgl. auch aiovdco. 

at|juuji& (seit Od.) 'Umfriedigung, Zaun, Mauer', aus Stein 
(so sicher Hdt. 2, 138), wohl auch aus Dornen, vgl. alpoL- 
dgv/iot. AlaxvXog Alrvalacg H. Ableitung al/iaot<t>dris (PL). — 
Seit Froehde BB 17, 318 wird alpaoid gewShnlich mit lat. 
saepes verglichen, so zuletzt Specht KZ 68, 124 mit dem 
Versuch, einen Wechsel p : m morphologisch zu begriinden. 
Andere Vorschlage bei Bq und WP. 2, 464. — Zur Betonung 
vgl. Scheller Oxytonierung 87 f., zur Bedeutung Pieard Rev. 
Arch. 1946, 68f. 



40 alfxtiXog — ahioq 

ctl[ioXo$, auch (als metrische Variante) alfivAiog (ep. und poet.). 
Davon ai/ivkla (Plu.). Meist von Worten gebraucht und ge- 
wohnlich mit 'schmeichelnd' wiedergegeben. — Zur Bildung 
vgl. OT<o/j,vAot; 'geschwatzig'. Direkter Zusammenhang mit 
ahd. seim 'Honigseim' (Schrader KZ 30, 463) ist semantiseh 
ansprechend, aber naturlich ganz unsicher. — Von Guntert 
Gotter und Geister 103 als „listig berechnend" zu al/imv 
gezogen. 

ctifMdS&i) 'stumpfe Zahne haben, wie es durch Saures bewirkt 
wird' (Hp., Kratin.), alfimdia 'Stumpfheit der Zahne' (Hp., 
Arist., Dsk. u. a.). Von at/iaidia stammt ai/zo>Sida> 'alfimdia 
empfinden' (Hp., Arist. usw., ngr. /icrvSuo, (iovdid£<o), wovon 
wiederum alftcodiaofio? H. Eine retrograde Bildung ist al/ubdijg 
im Sinn yon *al[ia>8ia habend* (Gal.; daneben al/t-cbSrjs 
'blutig', zu cdfia). 

al/j,(od£<o und alficodia setzen zunachst ein *al/j.a>86t; voraus, 
sofern alficodico keine Zusammenbildung vom Typus nofaog- 
xeco ist (vgl. Schwyzer 726). Das Hinterelement ist von 68<bv 
'Zahn' schwerlieh zu trennen; im iibrigen ist das Wort un- 
klar. — Solmsen Wortforsch. 25ff. sieht im Vorderglied 
*al-/tog einen Verwandten von germ. *sai-ra- in got. sair, 
ahd. ser 'Schmerz', awno. sa/r 'Wunde'. 

ai|xa>v, -ovos nur E 49 HxaftdvdQwv alfiova &r)Qr)^, Bedeutung un- 
sicher feifrig'?, 'kundig'?) und somit auch etymologisch 
nicht zu erklaren. Verzeichnis alterer Etymologien bei Bq, 
aufierdem Fay IF 26, 27 ff. (zu aemtdor usw. als 'raptor, 
rapax'), von Kretschmer Glotta 3, 335 abgelehnt. Das Wort 
kommt auch in thessalischen Namen, z.B. 7nnal/j,a>v Alfiovoc, 
zum Vorschein; Bechtel Dial. 1, 203. 

alvo? m. 'Rede, Lobrede' (ep. ion. und poet., spate Prosa), 
auch 'BeschluB' (Inschr.). Vereinzelt aXvr\ (Hdt.). — Neben 
alvoq steht das primare dvalvo/iai 'leugnen, sich weigern' 
(vorw. poet, seit II.) aus * dva-aivojiai (vgl. dva-vevm), 
Bechtel Lex.; unwahrsch. Stolz WSt 25, 133ff. (zur Neg. dv-, 
die aber nur prafigiert vorkommt). — Ableitung alvdco, -rjoco 
usw., sekundar -earn usw. (Wackernagel Unt. 180f.), 'ruhm- 
lich erwahnen, loben, preisen', auch 'beschlieBen', vorw. ep. 
ion. poet. (att. dafiir ijiaivico), aol. (Hes.) alrr/fii. Davon 
alveaiq 'Lob' (LXX, NT), alvrjots (Ph.). Selten ist die er- 
weiterte Form aivlfr/icu 'loben' (Horn. ; vgl. Schwyzer 736), 
gewohnlich das denominative (deverbative?) alviaaopiai, -rr-, 
ion. att. (spate Prosa auch aivlaaa), in der verschobenen Be- 
deutung ('sinnvolle Rede halten' >) 'dunkel, in Ratseln 
sprechen'. Auf aiviaaofiai gehen mehrere Nomina zuriick: 
alny/ia 'dunkle Rede, Ratsel' (Pi., A., PI. usw.) mit alviyfia- 



otv6? — ai? 41 

Tmdrjg, aiviyfiariar^g, alviy/iariag, alviyfiazixog ; — aiviy/tdg 
'ds.' (att.); aivtgig 'ds.' (Plot.). — aivixrtfg 'der in Jtatseln 
redet' (S.), alvtxrijg (Timo), aivixrvQicog (A.). 

Etymologie unbekannt. Fruhere Bemuhungen (Osthoff BB 
24, 199ff.) s.Bq, WP. 1, 2, Pok. 11. Zum Gebrauch von 
ahog s. E. Hofmann Qua ratione enog, fiv&og, ahog, Xoyog . . . 
in antiquo Graecorum sermone adhibita sint. Diss. Gottingen 
1922. 

aiv6; 'schrecklich' (ep.ion., poet.), gewohnlieh als Vorderglied 
in poet. Komposita, dagegen keine Ableitungen. Uber den 
Ausdruek alvd&ev aivmg Leumann Horn. Worter 258f., uber 
adverbielles aivd ibid. 166. — Unerklart. Bisherige Ver- 
mutungen sind notiert bei Bq, WP. 1, 2, Pok. 10. ahog kann 
vom synonymen dewog formal beeinfluflt sein. 

alvu(j.ai, nur im Prasensstamm, 'greifen, nehmen', vorw. ep., 
oft mit ei- verbunden. Davon e£-airog 'ausgegriffen, aus- 
erlesen' (Horn., A. R. usw.). Zu ahvpai gehort ein Nomen 
*ahog, wahrscheinlich altererbt ( = aw. aeta- m. 'Strafe' als 
'der gebuhrende TeiP ? ; vgl. alxia), das ein Denominativum 
airim hervorrief, s. d. 

Zu toch. B ai- 'geben' (A e-), wie alvv/iai nur prasentisch, 
heth. p-ai 'geben' ; Frisk Indogermanica 8ff. Von idg. ai- 
'greifen' vielleicht auch lat. ae-muhts („der nach etw. greift", 
Frisk Eranos 41,53), auBerdem die PN Aetor (illyrisch? 
Krahe Glotta 23, 112f.) und Aimos (venet., Krahe ibid.). 
Zur Bedeutung von alvv/tai s. die Diss, von K. Wlaschim 
(Titel s. ayga, aygeat). Vgl. alaa, airim, ahia, dlaira. 

olvto, Aor. fjvai 'die Korner von der Spreu reinigen', naherer 
ProzeB unbekannt ('dreschen', 'worfeln') (Pherekr., Hp.). 
Daneben dvito (Ar.i^r.694, Lesung unsicher, Ath„ Paus.Gr.), 
d<pavea> Ar. Eq. 394 (v. 1.), a<pt]va- exoipa, a<pf)var to rag eTtria- 
fiivag xQt&ag x E Q a i rglyai H.; auBerdem alvcov Jirloooov, rjvag- 
xotpag und ydvai (= favai)- negmrlaai (cod. -nrvaai, vgl. 
Solmsen Unt. 280). Davon nach Fick KZ 42, 146f. "Aviog PN. 
Bechtel KZ 46, 374 zieht auch den Phratrienamen favidai 
(ArgoB) heran. 

Zum Vergleich bietet sich lat. vannus 'Futterschwinge' ; 
ferner ahd. winton 'worfeln', got. dis-winpjan 'fax/iav', die aber 
beide wie lat. ventilare 'worfeln' von den Wortern fur 'Wind', 
ahd. wint, got. winds, ausgehen, mit denen alvca hochstens 
indirekt (als nasalerweiterte Tiefstufe von idg. ue- 'wehen') 
verwandt sein kann. Die Bildung von dvico ist dunkel; die 
Herleitung aus *a-Fav-£a> (Solmsen Unt. 272) ein Notbehelf. 
S. noch Sommer Lautst. 54, 104, Brugmann IF 3, 259f. 

a!^, alyog f. 'Ziege' selten m. 'Ziegenbock' (seit Horn.). Auch 



42 al6Xo$ — atovito 

iibertragen als Name eines Wasaervogels (dazu Janzen [s.u.] 
17) und im Sinn von 'Meteor' (Arist.). Ableitungen: atyeiog, 
alyeog 'zur Ziege gehorig, Ziegen-' (Horn, usw., vgl. Chan- 
traine Formation 60, Sohwyzer 467f.), spater auch alyivog 
und aiyixdg (Pap.). — Auflerdem alylg 'ZiegenfelT s. d., 
alyldiov Demin. von a?f (Pherekr., Antiph. usw.). Vgl. noch 
alyiXog s. alyifomp. Eine Metapher liegt wahrscheinlich vor 
in alyeg- rd xvficaa. Acogislg H., s. alyiakdg. Inwieweit das 
Wort fur Ziege in griechischen Ortsnamen enthalten ist 
(Alyai, Alyalog, Alyiva usw.), ist strittig; vgl., aufier der 
Literatur zu aiyiaXog, Sommer IF 55, 259f. (vorgriechisch), 
V. Burr Nostrum mare (Wiirzb. Stud, zur Altertumswiss.) 
Stuttgart 1932. 

<nf ist mit arm. aye 'Ziege' identiseh. Es wird von Specht 
KZ 66, 13 (a. auch Die Ausbreitung der Indogermanen, 1944, 
10 f.) aus ungeniigenden Griinden als gemeinsames Lehnwort 
der Indogermanen bei ihrem ersten VorstoB auf die Balkan- 
halbinsel betrachtet. Als tiefstufige Form wird gewohnlich 
aw. tzaena- 'aus Leder' beurteilt. — Hochst unsichere, z.T. 
entschieden verfehlte weitere Kombinationen bei A. Janzen 
Bock und Ziege (GHA 43 [1937:5]) 9ff. Anfechtbar auch 
Meillet Rev. d. 6t. slav. 5, 9. Zu den vielen Namen der Ziege 
im Idg. s. Liden Armen. Studien 13 f. Zum a-haltigen Voka- 
lismus Specht Unsprung 204 A. 1, Kuhn KZ 71, 145 f. 

at6Xo$ 'schnell beweglich, schillernd, bunt' (ep. poet.). De- 
nominative Verba, alle selten: aUXXoi (nur Prasens) 'schnell 
hin und her bewegen' (v 27), 'Farbe wechseln' (Med., Hes. 
Sc. 399), 'buntmachen' (Nik. Th. 155). —cdoXeco = 'noutlUm' 
(PL Kra. 409a) mit aioXtjaig 'schnelle Bewegung' (Sch. Pi. 
P. 4, 412). — aioMfa 'bunt ausstatten' (S. Fr. 912) mit 
aio&iofia 'Buntheit' (S. Ichn. 319). — aloXdopai 'rastlos sein' 
(Hp. Mul. 2, 174b, Lesung unsicher). — Ferner sparlich be- 
legte Sekundarableitungen: cdoXlag m. Fischname, vgl. Strom- 
berg Fischnamen 23, Thompson Fishes s. v., aioXeiog EM, 
aloXldag- TioixLXovg, raxeig H. 

Etymologie unsicher. Nach Fraenkel Gnomon 22, 239 aus 
*(F)ca-F6X-og mit dissimilatorischem Schwund des anl. F- zu 
uel- 'walzen, drehen, wenden' in elXim (s. d.) ubw. — Anders 
Fick, L. Meyer (s. auch Benveniste BSL 38, 107); noch an- 
ders Danielsson IF 14, 386ff., s. Aidqg. Das Kompositum 
aUXovQog setzt, falls hierher gehorig, ein alteres *aieXog vor- 
aus, das durch Vokalharmonie seinen e-Vokal umgefarbt 
hatte. NaheresbeiBechtelLex. Zur Bedeutungvgl.W. Schulz 
Das Farbenempfindungssystem der Hellenen. Leipzig 1904. 

atov&w 'befeuchten, bahen' (Hp. u.a.). Davon die Verbalnomina 



atndXog — alpiut 43 

alovrjoig und aldvrjfta. Etymologie unbekannt. Zwei vergeb- 
liche Deutungsversuche von Fick GGA 1894, 229 und Bezzen- 
berger BB 27, 144. 

ccln6Xo£ m. '(Ziegen)hirt' (seit Od.), aua *aiy-n6Xog. Ab- 
leitungen: abioXea> (nur Prasensstamm) '(Ziegen) weiden' 
(A., Lys., Theok. u.a.); alnofoa n. pi. (-io» sg.) '(Ziegen)- 
herde(n)' (H. usw.); alnokixog (Theok. u.a.). — Wie /3ot>- 
xoAog (s. d.) ist al(y)-jiok>g ein sog. synthetiaches Komposi- 
tum, dessen Hinterglied zu neAai, nekofiai, lat. colo usw. 
gehort. DeSaussure MSL 6, 161 f. Weitere Lit. bei Bq. Ab- 
zulehnen Pedersen KZ 36, 88 und Lagercrantz Melanges 
Boisacq 2, 59 (zu lat. opilio usw.). tft>er den Wegfall von -y 
s. Schwyzer 398. — Die Hesyehglosse cdnoXog- xdmjAog naga 
Kvnqloig beruht nach Leumann Horn. Worter 271 f. auf will- 
kurlicher Deutung von q 249f. 

alno? n. 'steile, schroffe H6he' (A., E., Hp. u.a.); davon 
abieivdg (< *al7iea-vog) 'steiT (poet, seit H.). Dagegen ist 
alnrJEtg (alnfcoomi 87, danaeh A.R. 2, 721 und AP 7, 273) 
nur eine Erweiterung von ainvg (Schwyzer 527: 3; verfehlt 
Thieme Studien 71). — Neben ahtog steht ahwq 'steil, jah' 
(meist ep. und poet, seit II.). Die abweichende Stamm- 
bildung in aind (ccfotd gie&ga & 369, Versende) und abitfv 
(tioXiv . . . alnrjv y 130 usw., immer am Versende) ist offenbar 
metrisch bedingt. Hierher wahrscheinlich ahpa, s. d. — Un- 
erklart; phantastisch Brugmann D7 37, 155ff. 

1. olpa f. 'Schmiedehammer' (Kail. Fr. 129). Von H. auch mit 
a^lvrj erklart. Dunkel. Nach Prellwitz, dem Schwyzer 474 
zustimmt, von aigto. Andere Versuche bei Bq. 

2. olpa f., oft Plur. algai 'Unkraut im Weizen, Lolch' (Kom., 
Arist., Thphr. u.a.). Ableitungen: alqivog 'aus Lolch be- 
stehend' (Dsk. usw.), alQ&drjg 'mit Lolch vermengt' (Thphr.). 
Denominativum ig-cugoofieu 'sich in Lolch verwandeln' 
(Thphr.). — Unklar der Bildung nach ist algomvov n. 'Sieb' 
(At. Fr. 480); nach Grimme Glotta 14, 17 orientalischer Her- 
kunft. — Die Zusammenstellung von alga mit aind. eraka f. 
'eine Grasart' hat Specht KZ 66, 12 in ein neues Licht 
bringen wollen, indem er annimmt, das Wort sei in beiden 
Sprachen aus einer orientalischen Quelle entlehnt. 

aip&o 'greifen, nehmen', Med. 'an sich nehmen, wahlen', seit 
altester Zeit als Simplex und mit Praverbien; Aorist, bis auf 
spate Formen (dv-fJQr]oa Q.S. u.a.), ikeiv. — Ableitungen: 
aiQEaig 'Einnahme, Wahl, Partei' (ion. att.) mit aiQzaifiog 
'einnehmbar' (X., vgl. Arbenz Die Adjektive auf -i/iog 63); 
aiQETog 'zu nehmen, zu wahlen, erwahlt' (ion. att.), alQerixo; 
"zu wahlen, Parteiungen anstiftend', auch auf alqeaig zu 



44 otlpfouvov — alaaMoq 

beziehen (spat); aigezrig 'Erwahler' (Vett. Val.), auch Titel 
eines Bibliotheksbeamten (Pap.) ; xaftaiQirrig 'Zerstorer' schon 
Th.; fern. aiQexlg f. 'Erwahlerin' (LXX), wohl retrograde 
Bildung von atger/fto 'auserwahlen' (hell, und spat), das als 
Denominativum von alQBzog verstandlich ist (Schwyzer 706 : 4). 
Von ai@£Tt£co wiederum alQeriarrfg 'Erwahler, Parteiganger' 
(Plb., D.L. usw.). — Zum Gebrauch von oIqeio s. die Diss, 
von K. Wlaschim (Titel s. ayga) ; zur Bildung der Tempus- 
stamme Fraenkel Nom. ag. 1, 228 f. 

Mehrere Erklarungsversuche, von denen, keine befriedigt: 
Brugmann IF 32, Iff. (zu oQfir) usw., s. d.), McKenzie 
CI. Quart. 15, 46f. (geht von e^-atgerog aus, das aus e^-atrog 
und -dygerog kontaminiert ware; it-aigem somit alter als 
aigico, was zu den Tatsachen schlecht stimmt, vgl. Kretschmer 
Glotta 13, 272). — Kret. alXsco ist aus aigico und SXeiv konta- 
miniert; pamphyl. dyk£a&io aus dygeto und Ifalv; weitere 
Mischformen bei Vendryes Mel. Boisacq 2, 331ff. 

atfxSrcivov s. 2. alga. 

otfKi) s. 1. deign). 

oloo f. 'Anteil, Lebenslos, Geschick, Gebuhr' (vgl. Krause 
Glotta 25, 145f.), ep. lyr. dial, (zur Verbreitung der ganzen 
Sippe s. Solmsen Wortforsch. 71ff.). — Ableitungen: aloiog 
'giinstig, gebiihrend, billig', auch mit iv-, i£-, xar-, nag-, 
wovon alotoofiai 'als giinstiges Zeichen aufnehmen' (Plu., 
App.); alm/iog 'vom Sehicksal bestimmt, angemessen, ver- 
nunftig' (ep. usw.) neben iv-aioifiog und dvalai/xog 'unan- 
gemessen' (Emp.), vgl. Frisk Adj.priv. 14; zu alatog und 
alai/iog Arbenz Die Adj. auf -iptog 18ff. — Mit Prafix ver- 
sehenes Denominativum dv-cuot/i6io '(*den gebuhrenden An- 
teil) verbrauchen, verzehren' (ion.), wovon dvaiaificbfiara 
'Kosten' (Hdt.); xarcuoiftdo) 'ganzlich verbrauchen' (Kom.; 
xazalatfiog = alai[iog H., also Hypostase von xar' alaav). Von 
alaifiog ferner als Adjektivabstraktum alainiai nXovzov 'ge- 
buhrende Anteile des Reichtums' (A. Eu. 996). Zu aiaifivdm, 
aloviivda), alov/ivrjTtig s. bes. — Mehrere EN: Atacov, Aiaiag 
usw., s. Solmsen a.a.O. 

aloa gehort letzten Endes zu alwftai, ist aber zunachst als 
Fernininableitung auf -la des in osk. aeteis 'partis', gr. *ahog 
(s. ahioo) vorliegenden t-Stammes zu verstehen, vgl. Krause 
a.a.O. Eine ablautende Form sucht Fick (Odyssee 20) in 
taaaa&ai- xXrjgova&ai. Aiafiioi (H.) und im Gen. sg. laarjg 
(t 42 = 549), wie er fur das allein iiberlieferte larjg lesen will; 
letzteres jedenfalls etwas fraglich (zustimmend Bechtel Lex. 
s. v. Xaaa und Schwyzer 474: 3). 

aloaxo?- 6 xr\g ddqmjg xXdSog, ov xazixovrsg tifivow rovg #eot5i 



atoiXa>v — ditaaco 45 

H. (Plu. 2, 615b). Nach EM 38, 49 mit dem Vogelnamen 
igl&axog synonym. Herkunft unbekannt, vielleicht vor- 
griechisches (kleinasiatisches) Lehnwort (Nehring Glotta 14, 
183; Krause KZ 67, 214 m. A. 4). 

oiadXoJv m. 'Falkenart', vgl. Thompson Birds s. v. (Arist., Ael., 
Plin.), oloipcov eldog Mgaxog H. Herkunft unbekannt. Nach 
Krause (s. aloaxog) thrakisch. Nach Kretschmer Glotta 11, 281 
aus einempelasgisch-tyrrhenischen *alaaQog = hgog substanti- 
viert. Aber das synonyme legal; gehort nicht zu leoog 'heilig', 
sondern, wie Kretschmer selbst hervorhebt, zu (f)ieg6g 
'rasch\ 

AT<n]7tos m. FluB in Kleinasien. Unwahrscheinliche Deutung 
von Krause KZ 67, 213f. (thrakisch; eig. „Wildwasser"). 

atc9«voti.oi, vereinzelt ala-Do/iai, Aor. alofteo&cu, Fut. aiafrrj- 
asa&ai 'empfinden, wahrnehmen, bemerken' (ion. att.). Ab- 
leitungen: alafrrjaig 'Wahrnehmung, Kenntnis' (ion. att., vgl. 
Holt Lea noma d'action en -aig 121), seltener (Arist. usw., 
auch E. A4 1243) '(Gegenstand der) Empflndung'; auch 
ala&rjoiri (Aret.) = ala&rjaig. — ala&rjrog 'wahrnehmbar' und 
(auf alafajoig beziiglich) aia&ijrixog 'der Wahrnehmung fahig', 
beide vorwiegend als philosophische Termini gebraucht; — 
ala&rjvfjQUiv 'Sinnesorgan' (Arist. usw.), aiad-rjvqg m. 'Wahr- 
nehmer' (PL). — Wird allgemein auf *d/«r-#- mit AnschluB 
an aim 'wahrnehmen, horen' zuruckgefuhrt; dieselbe idg. dh- 
Erweiterung kann auch in lat. audio, falls aus *auiz-dh-io, 
vermutet werden. Vgl. atw und W.-Hofmann s. audio. 

6!a9*i>v oder vielmehr &io#ebv (iT468), ato&e (7 403) 'aus- 
hauchen' (&v/iov). Mit a'iov ( = to aninveov Eust.) in aiov fjrog 
(O 252) irgendwie verwandt; weitere Ankniipfungen ganz 
unsicher. Vgl. Bechtel Lex. 

dtooto (ep. lyr. Hdt.), gaoco (Pi., Trag.), arrco (att. Prosa, 
selten), Fut. dtfto (wonach spates Prasens in-aft,w, Zingerle 
Glotta 19, 74) c sich schnell bewegen, ansturmen, losfahren', 
vereinzelt trans, 'schwingen'. Anl. d- immer lang im Epos 
mit Ausnahme von vnat^si (<P 126; wohl zufallige Kiirzung, 
vgl. Chantraine Gramm. hom. 110; von Hermann IF 35, 170f. 
aus ungenugenden Griinden als Aolismus betrachtet), dt|») 
(A. R. 3, 1302), sonst vorwiegend kurz. — Ableitung dXx-ri 
'Ansturm' (O 709, Opp. H. 4, 651); auBerdem das Wurzel- 
nomen ai'£ in dveficov dixag A. R. 4, 820, als Hinterglied (Zu- 
sammenbildung?) in nohi-d'C^, xoovft-aCl;; auch rgix-aixegl 
(s. d.). 

Nicht sicher erklart. Nach einer zuerst von Osthoff 
PBBeitr. 8, 271 vorgetragenen Deutung eine Intensivbildung 
*fai-fix-ia> und mit aind. ve-vij-yd-te 'zuriickweichen' zu ver- 



46 atouXos — alaxo? 

gleichen. Semantisch nicht unmittelbar einleuchtend; auBer- 
dem muB /- dissimilatorisch gefallen sein, da jede Spur da von 
fehlt (Solmsen TJnt. 189). Wegen der Lange des I zieht 
Danielsson IF 14, 386ff. vor, von einem Nomen *aif-lx- 
aiiszugehen, vgl. Midrjg und atetes. 

atouXo? 'ungebuhrlich, frevelhaft' (Gegensatz diaifiog) vereinzelt 
bei Homer und anderswo (h. Merc. 164, AP 7, 624), dazu 
alovAo-egydg (Max. Astrol.) nach alavXa (ji&iv (Horn.). Un- 
erklart. Wertlose Versuche verzeichnet Bq. Vgl. drfavAog. 

aloujivdcL), meg. alai/zvaco, „herrschen", vorw. administrativer 
Terminus. Davon alav/ivr/r^e (® 347 v. 1.) (Bed. unklar), 
alavftv^zrjq (alaifivdraQ) Titel eines leitenden Beamten in ver- 
schiedenenj Stadten (Inachr., Arist. usw.), bei Homer & 258 
gewShnlich als 'Kampfordner, -richter' erklart. Fern, alov- 
fiviJTie (Suid.). Ableitung cdavfivt]reCa 'Amt eines aiaviivTjrtje' 
(Arist. u.a.); in derselben Bedeutung das Verbalnomen alov- 
fivijrvg (Miletos). — Postverbal (falls nicht aus *alavfivog, s. u.) 
ist aiaiifiviov Bez. des Povhevrfeiov in Megara (Paus.). 

Die von Prellwitz und Brugmann Sachs. Ber. 1901, 94 vor- 
geschlagene Ankniipfung an alaa (iiber ataifiog, *aloi(icov, 
*alatptvog) ist von Solmsen Wortf. 36ff. und Fraenkel Nom.ag. 
1, 172f. naher ausgefuhrt worden (-v- fur -i- durch Assimilation 
an die folg. Labiale?; dagegen Schwyzer 275 Zus. 1 m. Lit.). 
Zweifel bei Chantraine Formation 216, der ebenso wie 
v. Blumenthal Hesychst. 33 an fremde (asianische) Herkunft 
denkt. 

oloxo? n. 'Schande', pi. 'Schandreden, -taten'; 'HaBliehkeit' 
(seit n.). Daneben die primaren Komparativ- und Super- 
lativbildungen aloxlwv, caaxiazos und, mit dem Wechsel 
zwischen ro- und w-Stamm, einerseits alaxqdg 'schandlich, haB- 
lich', anderseits das denominative aiaxvvco 'beschimpfen, haB- 
lich machen' Med. 'sich schamen' (seit II.) mit dem retro- 
graden aiaxvvtj 'Schande, Scham' (ion. att.). Der w-Stamm 
noch in AloxMog. Vgl. Leumann Glotta 32, 217 und Seiler 
Steigerungsformen 76f. — Ableitungen: 1. Von aiaxgdg : 
aloxodrris 'HaBliehkeit' (selten: PL Org. 525a, Ep. Eph. 5, 4), 
alaxgoavvrj (Tz.). 2. Von ataxia) (-ofiai): alaxwr^g 'Schander' 
(A. Ch. 998), cuoxw-T-rjAde 'schiichtern, bescheiden', auch 
'schandlich' (PL, Arist.) mit adaxmrrjUa (Plu.) ; das -t- stammt 
aus dem Oppositum dv-alaxwroQ (Alk., att.) mit dvcuaxwrla, 
-rico, -rrina; sekundar aiaxwrdg (Ps. Phok.). Daneben die 
noch selteneren alaxwxrjQdg und aiaxwrtxog. 

Die Bedeutung, z.T. auch die Form legen einen Vergleich 
mit got. aiwiski n. 'alaxvvrj' nahe. Die Grundformen werden 
indessen einigermaBen verwickelt (alaxog aus idg. *aig»zghos 



celx&i) — atcpvT]? 47 

< aig^hs-qos, aiwishi aus idg. *aigvhes-qiiom1). Vgl. aufier 
Bq, wo altere Lit., Brugmann-Thumb 117, Feist Vgl. Wb. 
d. got. Spr. b. aiwiski. 

aiT&o 'fordern, begehren' (ion. att.), oft rait Praverb, an-, i£-, 
noQ-aixim usw. Ableitungen: 1. alrtjaig 'Forderung, Bitte' 
(ion. att., naheres bei Holt, Les noma d'action en -etc 126) 
mit ahrjoifios (Arbenz Die Adj. auf -tfios 88f.); 2. alrrj/xa 
'Forderung, Bitte, Postulat' (PL, Arist. usw.) mit ahrj/iarixos 
wadalTt]fiax(bdi}g; 3. ahrjx^q 'Bittsteller' (Pap., D.C.); daneben 
wxTftvxoc, (Arist., D.L.), vielleicht direkt vom Verb oder von 
atTTjois; 4. allium = ahico (ep. seit Od.). 

ah&cD ist ein Denominativum von *ahog, s. alaa und alw/iai. 

dtxris m. (Theok. 12, 14; 20), dor. dtrag (Ar., Lyk., AP) 'Ge- 
liebter'. Fem. dixit (Alkm. 125, Hdn.). — TJnklar. Gewohn- 
lich zu evtrfg 'mild, wohlwollend' gezogen, s. d. Nach Diels 
Hermes 31, 372 und Bechtel Dial. 1, 203 zu dtco 'auf einen 
h5ren\ 

oitio?, -a, -ov 'schuldig, verantwortlich, Urheber' (ion. att.); 
davon (oder direkt von *alxos, s. unten) ahla 'Schuld, Ver- 
antwortlichkeit, Anklage, Ursaehe' ; auch 'Krahkheit' (Bickel 
Glotta 23, 213ff., Bjorck Glotta 24, 251ff.). Von ahla (oder 
allenfalls von alxiog) das denominative akidoftai 'beschul- 
digen, anklagen', sekundar umgebildet alxid£ofiai (X., D.C. 
u.a.). — Weitere Ableitungen: Von ahidofiai: ahlaaiz 
(Antipho, Arist. u. a.) und ahla/ia (A., Th.) 'Beschuldigung, 
Anklage'; dagegen ahiaxog (Arist., Plot.) 'Ursaehe habend, 
bewirkt' (to ahiaxov 'Wirkung, Bewirktes' im Gegensatz zu 
to ahiov 'Ursaehe') wegen der Bedeutung eher direkt von 
ahla; von xd alxiax6v geht aus $ ahiaxixfi Tttcaaig eig. 'Kasus 
des Bewirkten' (Wackernagel Syntax 1, 19). — Von ahla 
(bzw. to alxiov) : ahiwSt]q 'ursachlich usw.' als philosophischer 
Terminus (hell, und spat), ebenso (Chantraine Formation 
186f.) ahla>fia (Pap., Act. Ap.) = alxla/ia; mit demselben 
Vokalismus auch ahlmaig (Fust.) = ahtaaig. 

Formal liegt es sehr nahe, in alxio; (und ahla) eine Ab- 
leitung des auch dem Verb ahico zugrunde liegenden Nomens 
*ahoe 'Anteil' (s. alw/iai, ahico) zu sehen. Auch begrifflich 
ist diese Herleitung gut mdglich; vgl. besonders, mit ahnlicher 
Ubertragung auf das Rechtswesen, aw. aeta- 'Strafe*. — Zur 
Erhaltung des -xi- s. Schwyzer 270: 3 m. Lit. 

al<pv7)£ Adv. 'plotzlich' (E. IA 1581, Hp. Int. 39), weit gewohn- 
licher und alter O-altpvijs (Horn., Pi., Trag., att. Prosa, Arist. 
u.a.). Umgekehrt ist das Adj. altpvldiog (A., Th., Arist. u.a.) 
gewohnlicher und alter als i£aupvldios (PL, Gal.). Andere Bil- 
dungen: aUpvrjdlg, -86v (Hdn.). — Wahrscheinlich mit altpa 



48 «tXI*V) — *i w 

verwandt, s. d. Direkter Zusammenhang mit atpvw, acpaq ist 
nicht glaubhaft. 

aixpVj 'Laiizenspitze, Lanze', iibertr. 'Krieg' (ep. poet., Hdt., 
sonst selten in d. Prosa; mm Gebraueh bei Homer s. Triimpy 
Fachausdriicke 52ff.). Ableitungen: aixfirjeig 'lanzenbewaffnet' 
(A., Opp.); aixfirj r V? 'Lanzensehwinger' (ep. poet.), daneben 
alxiirjra E 197 (zur Erklarung Schwyzer 560), fern. aix/trjTig 
EM; sekundar aixnv r Ve (°PP-> Q- s -> Nonn.); — a-hm- 
Trjgiog 'lanzenbewaffnet, kriegerisch' (Lyk. 454 am Versende, 
vgl. Chantraine Formation 45). — Denominativran: at^dfco 
'die Lanze schwingen', auch 'mit Lanze bewaffnen' (ep. 
poet.). — Ein festes Kompositum ist alxp-dfomog 'Kriegs- 
gefangener' (ion. att.) mit mehreren Ableitungen: fern. 
alxnahcorik, Adj. alxftafooTimg, Abstr. alxpcdcoola. Dazu zwei 
Denominative, beide hell, und spat: at'^aAcoT/fta und 
(seltener) alxncdcorsvio. Von aixpa).WTt£m: alxpaXwciorrig und 
alxnaAooTiafws. 

Wegen alxXor al ywvlai rov fteXovg H. auf *aix-a/m zuriick- 
zufuhren und mit lit. ieSmas, apreuB. aysmis 'BratspieC 
(< ■h(s)tn-) am nachsten verwandt. Schmidt Zur Geschichte 
d. idg. Vokalismus 1, 76, weitere Lit. bei Bq, WP. 1, 7f., 
Pok. 15. — Ein anderer Ablaut liegt vor in kypr. Ix/ia/ievog 
(= l X p.i oder sogar = ly/t-1 Beehtel Dial. 1,448) 'ver- 
wundet', Ixria- dxovriov H., iktccq (ep. lyr.) 'nahe', eig. „an- 
stoBend", vgl. zur Bed. aind. ghandm 'nahe' zu Aon- 'schlagen'. 
In Betracht kommen ferner: lydig f. (Sol., Dsk. u.a.), lyS?) 
(Hp., Hdn.) 'Morser', das von Xlydog 'ds.' beeinnuBt worden 
ist (Osthoff bei Solmsen Wortf. 172, Giintert Reimworter 158), 
auch t|, s. d. Mit demselben Ablaut wahrscheinlich lat. ico 
'treffen, verwunden', vgl. W.-Hofmann s. v. 

ol«l« Adv. 'schnell, plotzlich' (Horn., poet.), davon alyrjQdg 
'schnell, rasch' (Horn., Pi. u.a.; zur Bildung Schwyzer 482:7, 
Chantraine Formation 232). Wahrscheinlich mit Sommer 
IF 11, 243 zu alnog, ainvg („jah") als *ala-o-&; wegen des aus- 
lautenden -S vgl. Schwyzer 622 f. Hierher wohl auch altpvrjg 
aus *aln-a-vd-g. 

4tco 'wahrnehmen, horen' (ep. ion. poet., in att. Prosa nur in- 
ato) 'verstehen', Bjorck Alpha impurum 149f.), Ipf. d'Cov, nach 
Schulze KZ 29, 251ff. = Kl.Schr. 344£f. urspr. Aorist mit 
hinzugebildetem Prasens atco; Spuren eines ursprunglichen 
Prasens *deCco vermutet Schulze u.a. in dec dxovei, aere- 
dxovaare H. und in in-ievr E. HF 773 (lyr.). S. noch Beehtel 
Difllekte 3, 191 f. Von inatco, inqo ferner inrjaa (inrfiaa) und 
In-dXorog 'wahrgenommen, entdeckt' (Hdt. u. a.). 



altiv — dncdxTfta 49 

Der urspriingliche Aorist ai'ov kann auf *afia-ov zuriick- 
gehen und mit aind. avl§ Adv. 'ofifenbar' ablauten, vgl. auch 
aksl. (j)avi Adv. 'kund, offenbar'. Mit heth. uhhi 'ich sehe', 
au&zi 'er sieht' besteht hochstens eine entferntere Verwandt- 
sehaft, desgleiehen mit aksl. umb 'Verstand' (aus *au-mo-). 
Vgl. auBer Schulze 1. c. Schwyzer 686: e, WP. 1, 17, Pok. 78 
mit weiterer Lit. 

otcov, -mvog m., auch f. 'Leben(szeit), Zeit(dauer), lange Zeit, 
Ewigkeit' (seit Horn.). Ableitungen: alwviog 'andauernd, be- 
standig, ewig' (PL, hell., NT) mit aiwviorrjs 'perpetuitas' 
(Gloss.). — almvifeiv Verewigen, ewig sein* (Dam., Phot., 
Suid.) mit aldivia[ia 'Verewigung, Denkmal' (Ostr.). 

Aus *alfcbv, einem ra-Stamm, der auch in alh vorliegt. Da- 
neben der s-Stamm im Akk. aim (A. Oh. 350 fur al&va nach 
AB 363 mit Ahrens) und aldg, aiei; weiteres s. alsi. — Zur 
religiosen Bedeutung von alwv und almviot; s. Owen Journ. 
ofTheolStud. 37, 265ff., 390ff.; zum Begriff im allg. Stadt- 
miiller Saeoulum 2, 315ff. 

atcbpa 'Schwebe, Hangebett, Schaukel, schaukelnde Bewegung' 
(PL, D.H., Plu. usw.). Daneben almgdw, gewohnlicher -ioftai 
'erheben, hangen', Med. 'schweben, hangen', auch ubertragen 
(Pi., ion. att.). Zusammensetzungen: aw-, faeg-aKogiopau, 
•im. — Verbalabstrakta : aicbgrjaig (vorw. mediz.), aw- (PL), 
ineg- (Hp.) ; awjgrjfxa (B. in lyr., Lyk.). — Die einzigartige 
Grundform *fcu-Fmg-a enthalt sowohl Intensivreduplikation 
wie Dehnstufe, ebenso *fai-f<og-im, das als ein deverbativea 
Intensivum (Iterativum) zu verstehen ist, vgl. Schwyzer 423, 
647 : a 1, 720 : 2. Davon wahrscheinlich als postverbales 
Nomen das spater auftretende und seltenere*.Fat/ r C(>ea > almga. 
— Zu 1. deigm 'emporheben'; vgl. auch alb.vjer 'aufhangen' 
s. 2. delgm '(zusammen)binden'. 

fixaiva 'Spitze, Stachel' (A. R., AP), auch als Langen- bzw. 
Flachenmafi von 10 (100) Fufi (Thessalien, Kleinasien, 
Agypten). — Ableitung auf -ia des in dxmv (s. d.) vorliegenden 
n-Stammes, vgl. Chantraine Fonnation 109, Schwyzer 476: 4. 

dxaxaXts, -Idog f. Name verschiedener Pflanzen (Dsk. u. a.) ; 
vgl. aMOHakUz' Sv&og vagxlaaov. Kgrjre; H. — Orientalische 
(agyptische) Herkunft wahrscheinlich; die Worter mit dx- 
{axav&a usw.) haben die Form beeinnussen konnen. 

&xdcxT)xa episches Epithet unbekannter. Bedeutung, auf Hermes 
(Horn., Hes., Suid.) und auf Prometheus (Hes.) bezogen. 
Ableitung dxaxr/aios (von Hermes; Kail.. Paus.). — Falls die 
Hesychglossen dxaxkig- awleig und dxaxieV awiel auf echter 
Tradition beruhen, ergibt sich eine ansprechende Deutung 

Frisk, Griech. etym. Wflrterbuch 4 



50 Axoodoc — &xav9-a 

als 'avvsTog', zu dxtf usw.; vgl. acviua. Hoffmann BB 17, 328. 
Andere Deutungen s. Bq und Chantraine Formation 28. 

dbcocxtcc f. Baum- und Pflanzenname 'Akazie', 'Ginster' (Dak., 
Aret.). Fremdwort, vgl. zu dxaxaUg. 

dxaXavd-t; = dxav&lg, s. axav&a. 

focaXappefar); nur im Vers ef dxaXaQQetrao fia&vQQoov'QxEavoio 
{H 422, t 434). Fur dxaXa-QQeFi-Tijg, eine Zusammenbildung 
von dxakd und (5ia> mittels des Suffixes -tj??. Im selben Sinn 
auch dxcddggoog (Orph.). Das als Adverb fungierende Vorder- 
glied kommt nur noeh vereinzelt vor (Hes., Sapph.), daneben 
Glossen wie dxaMv fjovxov, ngdov, fiedaxov H.; Adv. dxaXcog 
Eust. — Gewohnlich wird dxaXd als ein neutraler Plural an- 
gesehen (Bechtel Lex., Waokernagel Unt. 87), was jedooh 
nicht ganzisicher ist, s. die Falle bei Schwyzer 622: 8. Zum 
Vergleich melden sich dxtjv, dxecav (Buttmann Lexilogus 
1, llf.), ferner ffiia (Bechtel Lex. 23). Adjektiva auf -aXo- 
sind selten: ojiaXog, dnaXoq u.a. (Chantraine Formation 245; 
zu draXdg vgl. s. v.). 

dxctX^cpr) 'See-Anemone, Brennessel' (alte Kom., Arist., Dsk. 
usw.), bei Thphr. HP 7, 7, 2 dxakwpri. Vielleicht unter Bin- 
fluB von dxav§a und anderen Wortern mit dx- umgebildet; 
Ursprung sonst unbekannt. Semitische Etymologie bei Lewy 
Fremdworter 50. Beispiele von 6fe-Suffix in Baum- und 
Pflanzennamen bei Specht Ursprung 267. Vgl. Thompson 
Fishes s. v. — Nicht iiberzeugend Groselj Ziva Ant. 2, 205. 

Sxav&ot 'Dora, Distel', Bez. verschiedener stacheliger Pflanzen 
(Stromberg Pflanzennamen 17), auch 'Riickgrat', (seit Od.) 
und axav&og m. 'Barenklau' (Acanthus mollis). Aus axav&a 
stammen mehrere Adjektiva : dxdv&ivog, dxav&d>&r]g, dxaxftixdg, 
dxcar&TjQ6g, dxav&tfeig 'aus 5.x. bestehend'. Ferner die Substan- 
tia dxdv&tov (Demin.), dxav&Cag Art Haifisch, Art Heu- 
schrecke (vgl. Stromberg Fischnamen 47, Wortstudien 17), 
dxav&tg Vogelname fDistelfink' oder 'Hanfling', vgl. Thomp- 
son Birds s.v.), auch Pflanzenname, dxavfruXXig Vogelname 
(Thompson s.v.), dxavftlwv 'Igel', dxav&ea Pflanzenname, 
dxav&ediv und -0C&V 'Dorngebusch, spinetum', dxav&r\Mi Bed. 
unbekannt. — Denominatives Verb dxav&oo/iai 'Dornen er- 
halten' (Thphr.). 

Die Erklarung aus *dxav-av&a, bzw. *dxav-av&og von 
axavog und dv&og ist hypothetisch, aber ein Kompositum 
*dx-av&a 'Stachelblume' (Kretschmer Einleitung 403 A. 1) ist 
nicht besser. Noch anders (5xav-&a) Solmsen Wortf. 264. — 
Hierher gehort wohl auch dxa\av&ig = dxav&ig (Ar. u.a.); 
nach Niedermann Glotta 19, 8ff. durch Umstellung aus 
*dxav&allg, nach Bq durch Dissimilation aus *dxav-av&ig. 



Sxavos — £xaro$ 51 

axavo? m. Distelart, 'Atractylis gummifera', 'dorniger Frucht- 
kopf* (Thphr.); daneben axav, -vog LXX (4.ifow. 14, 9). Ab- 
leitungen: dxavtxdg, dxavcodrjg, ferner dxavlt,m (alle Thphr.) 
und dxdvcov H. — Zur Bildung vgl. fidXavog, nXdravog, 
gdyavog, nvavog usw. ; zugrunde liegt das Element dx- in dxtf 
usw., zur n-Erweiterung vgl. noch axaiva, axwv, dxdvrj. 

fccotp^;, -eg 'winzig, kurz', gewohnlich in adverbiellen Rede- 
wendungen (von der Zeit) oder in sonstigon Mafibezeich- 
nungen, z.B. iv dxagel (xqovov), dxagij (Ax., D., Luk. u.a.). 
Davon dxagialog 'winzig, gering' (D., Arist. u.a.), zur Bildung 
vgl. Mafiadjektiva wie araSialog, nXe&giaiog usw. (Chantraine 
Formation 49). Hierher wahrscheinlich auoh dxagl n. 'Milbe' 
Arist. HA 557 b 8). 

Nach alter Deutung zu xslgco, ixdgijv (wie i/iiyTjv : d/*iyrjg) als 
'unscherbar', vgl. to Pgaxv, 3 ovde xeigai ol6v re H. — Vgl. 

XOQOg. 

axapov xwphuv H. Unerklart. Gegen Zusammenstellung mit 
lat. aquilus 'dunkel', lit. aklas 'blind' (Fick KZ 19, 266f. 
u.6.) s. W.-Hofmann s.v., Endzelin Don. nat. Schrijnen 399 f. 
Vgl. dyxQav (itiana. AoxqoI H. (nach ayxit WP. 1, 34). 

&xap6;- orniatvsi zov iyxitpaXov t) vrp> xe<paXrp>. EM 45, 13. Vgl. 
die gleichbedeutenden lyxagog und lyxgog. Kann somit die 
schwache Form von iv enthalten (Schulze KZ 29, 263f. 
= Kl. Schr. 358). 

8y<aoxa. Kratin. 126, dxaaxq. Pi. Fr. 28 Adv. 'sanft, ruhig' = 
fja^XOig, /lakax&g, (IgaSicog H. Davon dxaoxatog A. Ag. 741 
(lyr.). Zu dxrjv, dxicov mit eigenartiger Bildung. 

fixaoros* fj atphdafivog H. Falls aus *&xag-arog, urverwandt mit 
lat. deer, -ris 'Ahorn*, ahd. ahorn (zum letztgenannten vgl. 
besonders axagva- &aspvr\ H.), gallorom. *akar(n)os 'Ahorn' 
(Hubschmied Rev. celt. 50, 263f.). Ausfuhrliche Behandlung 
bei Osthoff Etym. Parerga 1, 187ff., dazu W.-Hofmann s. 
1. acer, Pok. 20. Zur Bildung vgl. zunachst nkaidviaxog; 
Naheres bei Chantraine Formation 302 (verfehlt Osthoff a.O. : 
-OTo- zu se- 'saen'). 

Sxaxoq f. (m.) 'Nachen' (Thgn., Pi., Hdt., Th. usw.), 'nachen- 
ahnlicher Becher' (Kom.), mit den Demin. dxdriov, auch 
iibertr. 'Art Frauenschuh', (Ar., Th., Plb.) und dxarrjvdgiov 
(Olsson Arch. f. Pap. 11, 219). Von dxarog ferner dxdreiog, rd 
dxareta (sc. larla) 'die kleineren, am Nebenmast befindlichen 
Nebensegel' (X., Luk. usw.) ; dxarlg f. 'TausendfuBer' (Steph. 
Med.). — Als technischer Terminus wahrscheinlich Lehnwort. 
Oft, aber ohne Grund, zu dx- 'spitz' (s. dxr\) gezogen. Anders 
Winter Prothet. Vokal 12: zu xrjrrjvr]' nkoiov piya d>g xrjrog 
H. (?). 

4* 



52 6atax%ij» — &afjpaxos 

dtxaxi£co s. &xof*ai. 

dxaxfiivoq ep. Ptz. (Horn., Opp.) 'gescharft'. Reduplizierte 
Bildung, wahrscheinlich aus *dx-ax-a-/ievog zu dx--f\ usw. (Lit. 
bei Bechtel Lex.). Anders (zu £yx°s) Schwyzer Glotta 12, lOff. 

&xeuei- Tiygct. Kfagioi H. AuBerdem sehr unsichere Konjektur 
Leg. Gort. 2, 17. S. dxovay. 

dut&av, -eovoa, -eovre 'schweigend, stumm', horn. Ptz., auch 
axiom unflektiert (vgl. Leumann Horn. Worter 167 m. A. 16). 
Von finiten Formen nur der nachtr&glich hinzugeschaffene 
Opt. dxioig (A.R. 1, 765). Daneben dxtfv horn. Adv. = dxicov, 
gewohnlich im Ausdruck dxty iy&ovro ouoTtjj. Spater auch 
als Objekt dxr/v exsv (Mosch. 2, 18), dxip> rjysg- ijtwxto- ijysg 
H. Bei Pi. p. 4, 156 der Instrumental dxa. — Ableitungen: 
dxrjviov- i\av%ovEM4A, 1, dxaUg (s. dxaXaQqekr\g), &xaaxa sive 
dxaaxq. (s. d.). — Damit lauten ab: rjxa, ijxiarog und, mit 
bewahrtem Spir. asper, ijxiarog, iJTTav, s. dd. Unhaltbar iiber 
dxrjv Prellwitz Glotta 19, 120f. (-17V verstarkender Zusatz). 

&xf\ 'axftrj aidJJQov' Suid., H. (cod. a-typy). Daneben dxtg, -Idog 
f. Bez. allerhand spitzer Gegenstande wie Nadel, Pfeil, 
Widerhaken, MeiBel (ion. att.), wahrscheinlich Ableitung 
(Umbildung) eines verschollenen Wurzelnomens, vgl. Schwyzer 
465. Von dxCg gehen mehrere Nomina aus: dxlSiov 'kleiner 
Widerhaken' (BCH 29, 572), dxidcoSrig 'spitz' (Thphr.), dxidat- 
rog 'ds.' (Paul. Aeg. u.a.), auch Pflanzenname wie dxtdmrdv 
(Dsk.), auBerdem das passive Verbaladj. ^xtdm/ihog (10 2, 807) 
und das Komp. dxidoeityg (Prokl.). — Dagegen ist axiaxXem 
(Gen. pi. BGU 1028, 12; 16, IIP, Bed. unsicher) aus lat. aci- 
seulum 'der kleine, spitze Hammer der Steinmetzen' entlehnt, 
vgl. Schubart z. St. — Eine reduplizierte Form liegt in dxtoxri 
vor (vgl. dyarytf) 'Spitze (einer Lanze, eines Schwerts usw.)* 
(Horn., Theok., Opp., spate Prosa). 

dxrf, axis, dxancf) enthalten alle ein Element dx-, das u.a. 
in den bedeutungsverwandten Sxouva, Hxavog, &xon>, dxpq, 
axgog, fjxtf vorliegt, s. dd. 
1. (ix^paTO? 'unversehrt, unbeschadigt', auch 'unbefleckt, rein', 
in d.er letztgenannten Bedeutung von 2. dx^garog 'unver- 
mischt, rein' beeinfluBt. Vorw. ep. und poet. Eine davon ab- 
geleitete Nebenform ist dxygdowg (h. Merc, AP u.a.). Ahn- 
liche Bildungen: dxrJQiog '(von den xrjgeg) unbeschadigt, un- 
versehrt* (ep. seit Od.), dxdgatog 'unversehrt, unzerstort' 
(ion. att.). Von dxigcuog: dxegatorrig (Plb.), dxegcuocrirri (Suid.), 
dxegaioo/icu (Eust.). 

Von diesen Privativa fuBt dxrJQtog offenbar als Bahuvrihi 
auf xriq, PI. xrjgeg Tod(esgottin)' ; dasselbe durfte auch bei 
dxrfgatog der Fall sein (xtfg-alvm A. Supp. 999, spat, von xtfe 



AxVjpaTOi; — &k(jl^ 53 

gebildet, kann nicht zugrunde liegen), sofern nieht metrische 
Dehnung fur *d-xiga-rog unter Einwirkung von *jjg vorliegt, 
vgl. dxigcuog und 2. dxrjgarog. Dagegen enthalt d-xiga-iog den 
Verbalstamm xega-, der erweitert auch in xega-t£co erscheint 
(kaum denominativ mit Schwyzer 735 unten). — Altere Lit. 
bei Bq. Weiteres s. xtjq. 

2. aacfipaxos 'ungemisoht, rein', norov a. A. Pers. 614, wohl auch 
vdcog a. Q 303 (nach Schulze Q. 234£f. zu 1. dx^gaxog). Davon 
abgeleitet dxrjgdotog (olvog) « 205. Im selben Shine steht, wie 
Bechtel Lex. s. dxrjgdaiog bemerkt, /S 341 axgrytov nmdv, das 
offenbar zu xegdwvfii gehort. An den obengenannten Stellen 
wurden somit dxrjgarog und dxrjgdaiog mit xegdwvfii jedenfalls 
assoziiert und als 'ungemisoht' gedeutet. Unsioher ist indessen, 
ob ein dxrjgarog im Sinn von 'ungemisoht' von Anfang an 
existiert hat. Dann mufi es aus metrischen Riicksichten bzw. 
nach xr)g fur *d-xiga-rog stehen (Bartholomae IF 3, 8). 

&xiSv6$ 'schwach, winzig' (ep., auch Hp.). Unerklart. Leere Ver- 
mutungen sind bei Bq notiert. Zur Bildung Schwyzer 489, 
Chantraine Formation 194. Nebenform dxidgdg (Kyrills Gloss.) 
mit dxidgmnd^w dfifttvwii& H. Vgl. dxigdg. 

dKtvduo]? m. 'krummer Sabel der Perser und Skythen' (Hdt., 
X., Luk. u.a.). Aus dem Iranischen; nahere Herkunft un- 
bekannt. Unter dem Einnufi von dxivdxrjg scheinen dxCvay/ia 
= rlvay/ia (Lyr. Adesp. 30B) und dxivaypdg- nvay/i6g, xlvrjaig 
H., evtl. durch *dxivdaam = rivdaaco vermittelt, zunachst in 
der Sprache der Komodie aufgekommeii zu sein (Mansion 
Les gutturales grecques 64). 

dutip6^ 'schwach' Theok. 28, 15 (Sxigog, aol.), Nik., als v. 1. Hes. 
Op. 435, EM. — dxigrj- da&EVtj, dxig&g' eihxfiibg, drgipag H. 
Dunkel; vgl. dxtdvdg, dxtdgdg. — Bei H. auch dxigdg- 6 poggag. 
Vgl. Hoffmann Dial. 2, 222, Bechtel Dial. 1, 116. 

ioouh, -ovg f. 'Popanz' (Plu. 2, 1040b), nach anderen (Zen. 1,53) 
'eitles Weib'. Auch EN (Plu. u.a.). — Davon dxxl£ofiai 'sich 
verstellen, sich zieren' (PL, Men., Alkiphr., Luk. u.a.). Lall- 
wort der Kindersprache, vgl. lat. Acca (Larentia), aind. akka 
(Gramm.), auch kleinasiatisch (Kretschmer Einleitung 351). 
Vgl. Guntert Kalypso 53 f. 

&x|i^ 'Spitze, Scharfe, Schneide, HShepunkt, rechter Zeitpunkt' 
(ion. att.) ; der Akkusativ dxfirp als Adv. 'eben noch', ngr. 
dx6/iT], vgl. Kretschmer Glotta 22, 234f. gegen Hatzidakis 
JHhp/a 41, 79ff. Ableitungen: dxpaiog 'voll ausgewachsen, 
rechtzeitig' (ion. att.), dx/trjvog 'voll ausgewachsen' (y> 191, 
Paus.). Denominatives Verb dxfic£,(o 'in voller Kraft, attf dem 
Hohepunkt stehen' (ion. att.); davon 1. dxnacnr)g = dx/ialog 



54 fix|*Tjvos — &xoItt)$ 

(Hdn.), o£ axfiaaral N. eines gymnastisehen Klubs in 
Thyatira (Inschr.); 2. dxfiaarixog = dx/xaZog (Hp., Gal. u.a.). 
Ableitung auf -firi desselben Wurzelelementes wie in 
dx-awa, ax-r), ox-qoq usw. Dieselbe Bildung kann in schwed. 
dial, dm 'Sumpfgras, Cladium mariscus' vorliegen, dessen 
Zuruckfuhrung auf urgerm. *ay>ma- (idg. *ak-mo-) durch das 
flnnische Lehnwort ahma 'Equisetum' wahrscheinlich gemacht 
wird (Liden Sertum philol. Johansson 110). 

fix|iy)vo? 'nicht essend, nuchtern', viermal in T, sonst nur bei 
hellen. Dichtern. Nach einem Soholion zu T 163 von aol. 
axfia, das von Hesych mit vrjOTBia, evdeia erklart wird. 
Bechtel Lex. vergleicht (nach Fick BB 28, 109) xopmoa- 
yifiovaa H. ; dann ware axfia als eine Zusammenbildung von 
a privativutn und der Schwundstufe -xft- zu betrachten. Sehr 
unsioher. Noch fraglichere Kombinationen sind bei Bq 
verzeichnet. Neuer Versuch von Pisani AnFilCl 5, 93. 

Sxfuov, -ovog m. 'Ambofi' (ep. ion. poet.), vereinzelt aueh 
'Meteorstein' (Hes. Th. 722), = oHqcjcvoq H., = aXeTQifiavoQ. 
Kinqioi H. — Deminutivum ax/xoviov (Aisop.), zu bemerken 
ferner das Syntheton ax/ud-fte-Tov n. (Horn.) 'Untersatz des 
Ambosses', Zusammenbildung mit dem Verbalstamm von 
ridytii durch Hinzufugung des Kompositkjnssufflxes -to-. In 
derselben Bedeutung dxfio-&i-rr)g Poll. 10, 147. 

Altes Wort fur 'Stein', das in mehreren Spraehen auftritt : 
aind. dSman- m. 'Stein, Fels, Himmel' (als Steingewolbe vor- 
gestellt, Reichelt IF 32, 23ff., Fraenkel KZ 63, 183f., vgl. 
axftcov im Sinn von 'Meteorstein' und 'Himmel'), wovon 
a&mar-a- 'steinern' mit Wechsel n : r; aw. asman- 'Stein, 
Himmel', apers. asman- 'Himmel' ; lit. SSmens, lett. asmens 
m. pi. 'Schneide'. Daneben ohne Palatalisierung lit. akmuo, 
-ens 'Stein'. — Das Verhaltnis der genannten Worter zu aksl. 
kamy, -ene 'Stein' und zu der germanischen Gruppe awno. 
hamarr 'Hammer' (eig. aus Stein), auch 'Felsenabsturz' u.dgl. 
lafit sich auf keine bestimmte Formel bringen. Vielleicht ist 
ein Wort fur 'Stein' mit der Gruppe idg. ah- in axaiva usw. 
schon in waiter Zeit kontaminiert worden. Vgl. zu dieser 
schwierigen Frage H. Petersson Heteroklisie 26, Guntert 
WuS 11, 140, W.-Hofmann s. 2. acer. 

Sxwjotk; 'Riickgrat' (A.R. 4, 1403 iri axvrjtniv); als Pflanzen- 
name Nik. Th. 52. Das Wort ist durch falsche Zerlegung 
xax' axvrjoriv von urspr. xaia xvrjaTiv (x 161) entstanden. 
Wackernagel Glotta 2, 1, Fraenkel Glotta 4, 42, Leumann 
Horn. Worter 49 mit weiterer Lit. 

&xofo)s, -ov m., sekundar zu axoirtg f. gebildet (s. Chantraine 
REGr. 59— 60, 225 f.), 'Lagergenosse, -in, Gatte, -in' (ep. 



&xoXo{ — fixopov 65 

poet.). Von a copulativum und xoixri oder xolrog 'Lager' (zur 
Stammbildung Chantraine Formation 26flf. und 113f.; zum 
Akzent Schwyzer 385). S. xeifiai. 

&coXo£ m. 'Bissen, Broeken' (g 222, AP, J.) ; nach Stratt. 47, 7 
boot. Auf einer phrygischen Inschrift (Jahresh. 8 Beibl. 95) 
fiexog axxcdog ri. Fremde Herkunft nicht unwahrscheinlich. 
Die Anknupfung an aind. afoiati 'essen' (seit Curtius 114) lafit 
die Bildung unerklart. Vgl. axvkog. 

AndXou&oi;, -ov 'begleitend, Begleiter, -in, entsprechend' (att. 
und sp. Proaa, Kom.). Deminutivum axoXov&iaxog (Ptol. 
Euerg.). Abstraktbildung dxohovMa 'Gefolge, Reihenfolge, 
Konsequenz' (vorw. philosoph. Terminus). Denominatives 
Verb dxoAov&ea) 'folgen' mit dem Verbalsubst. dxo\o6&r)aig 
(Arist.) und dem Adj. axoXov&rjnxog (Arist. usw.). — Von 
a copulativum und xeXeu&og 'Pfad' mit Ablaut wie in tpQrjv: 
aq>(>wv, vgl. Schwyzer 355 Zus. 2. Nicht iiberzeugend Fraenkel 
Melanges Boisacq 1, 375. 

&k6vtj 'Wetzstein' (Pi., alte Kom. u.a.). Davon das Verb 
axovdoi 'wetzen, scharfen' (ion. att.) mit den nominalen Ab- 
leitungen dxovqoig (H., Suid.), dxovrjrrjg (Ed. Diocl., Hdn.); 
ferner die Nomina dxoviov Name eines Augenheilmittels (Dsk.), 
dxoviag Fischname (Numen. ap. Ath. 17, 326a). 

Bildung auf -ovij wie neQovrj, pehivij usw. (Chantraine For- 
mation 207) von dx- in Sxaiva, dx(ir\ usw. Zum re-Suffix vgl. 
ax<ov. 

Ak^vitov n. Giftpflanze, 'Aconitum' (Thphr., Dsk. u.a.). Davon 
dxovmxog (X.). — Nach den Alten von dxovnl 'ohne (voran- 
gehendes) Bestauben', d.h. 'ohne KampP (dxovirog Q. S.) ; 
'muhelos', also eig. 'unbezwingbar' wegen der nicht zu iiber 
windenden todlichen Wirkung. Semantisch unbefriedigend 
Versuche dem Inhalt des Wortes gerecht zu werden bei 
Juthner Glotta 29, 73ff. mit Lit., Stromberg Pflanzennamen 
150 A. 1. — Verfehlt Lagercrantz Eranos 35, 35f. S. auch 
Kretschmer REIE 1, 171 ff. 

Sxopva f. Distelart (Thphr.). Stromberg Wortstudien 17 ver- 
gleicht xogvog, nach H. sizilisch fur xevrQopvQalvr], und axogvog' 
xoQvog, fivQolvij to q,inov; der Name sei volksetymologisch auf 
dx- 'spitz' bezogen worden. Von axoova stammt nach Strom- 
berg dxoqvog (oxoQvog) = 'drreAe/Sog, ndgvoyi' (H., Phot.), weil 
die Heuschrecken unter den Disteln leben und sich von diesen 
nahren. Ebenso von xogvog xogvoip 'Art Heuschrecke', vgl. auch 
dxav&iag von axav&a. Zum Anlaut vgl. noch Winter Prothet. 
Vokal 12. 

fixopov n. 'Wasser-Schwertlilie, Iris Pseudacorus* (Dsk., Gal.). 



56 3x0? — dtxoox^ 

Dunkel, von den Alten auf xoqt) 'Pupille' bezogen, s. Strom- 
berg Pflanzennamen 98. 

«xo? n. 'Heilung, HeilmitteF (ep. ion. seit H., vorw. poetisch). 
Denominatives Verb dxiofiai 'heilen, ausbessern' (ion. att.). 
Von dxdofiai stammen mehrere Nomina actionis und agentis 
(zu den letztgenannten s. Fraenkel Nom. ag. 2, 13ff.) : 1. dxia- 
para 'Heilmittel' (II., Pi., A., Inschr., vgl. Chantraine For- 
mation 183) und dxeofio? 'Heilung' (Kail.) mit dxeofiwv 
Wxnixov H. 2. &xeatg 'Heilung' (Hdt., Inschr., vgl. Holt, Les 
noma d'action en -on; 111) mit axioifio? 'heilend' (Plu.) und 
dxiaiog Beiname des Apollon (Paus.), aufierdem dxeolaQ- 
larQoi Phot. — 3. dxiarcoQ Beiname des Apollon (E. Andr. 
900), fem. dxearogk (Hp. Flat. 1, Sn., vgl. Lejeune Bev. de 
phiL 76, 12^; Nominalabstraktum dxearogla 'Heilkunde' 
(A.B. u.a.). 4. dxeorrJQ 'sanftigend' (xaXivos S. 00 714 lyr.) 
mit dxEOrrJQios 'heilend' (App.) und dxeazrjQwv 'Schneider- 
werkstatt' (Lib.) ; auBerdem Axeart]gl8t]e EN (Styra). Mit den 
Nomina auf -Tag, -xr\g stehen in Verbindung die Feminina 
dxeorglg 'Hebamme' (Hp.) unddjdSareia'Schneiderin' (Antiph., 
Luk.). 5. dxeozris m. 'Flicker, Schneider' (X., Lyk. usw.), fem. 
dxeartSES 'Eisenbarren in Schmelzofen' (Dsk. 6, 74). 

Nomina instrumenti: 6. dxiarga f. 'Stopfnadel' (Luk., Pap.), 
aber 7. dxeorgov n. 'HeilmitteF (S.), vgl. Chantraine For- 
mation 333. 

Hinzu kommen die Adjektiva: dxearog 'der Heilung fahig, 
heilbar' ( N 1 15, Hp., Antipho), ursprunglich von Sxoq gebildet, 
aber verbal umgedeutet und auf dxio/icu bezogen; dxecnixog: 
dxeorixt} xifyn 'Flick-, Schneiderkunst' (Demokr., PI. u.a.). 

Neben Sxog steht das seltene dx»J 'Heilung' (Hp. MocU. 21), 
das wahrscheinlich ein Postverbale von dxioftai ist (Schwyzer 
460). Von dxri vielleicht *&xt(iog Cic. Att. 10, 12a, 4, s. Arbenz 
Die Adj. auf -ifiog 93, Thomas Stud, zur lat. u. gr. Sprach- 
geschichte 125ff. 

Eine iiberzeugende Etymologie von Slxoq fehlt. Die Zu- 
lassigkeit einer Anknupfung an air. hlcc 'Heilung', kymr. iach 
'gesund' (Fick* 2, 222) hangt zunachst davon ab, ob ir. I fur 
urkelt. jfl stehen kann, was unsicher ist, s. die Lit. bei Bq und 
WP. 1, 195. 

do«xrr^ 'Gerste' (Nik. Al. 106). NachH. kyprisch; nach Schol. 
Z 506 thessalisch als Benennung aller Lebensmittel, vgl. 
Bechtel Dial. 1, 204. Denominatives Verb im Ptz. dxoaxr\aaz 
(frwioj) Z 506, O 263. AuBerdem dxoartXa- iXdxiora H. Mit 
Schwund des anl. Vokals xoaral = dxoorTJ H. — Seit Prell- 
witz und Hoffmann Dial. 1, 278 als Ableitung des in lat. 
acu8 -ens n. 'Granne, Spreu' vorhegenden «-Stammes be- 



&xouo> 67 

trachtet, der auch von den germanischen Wortern got. aha, 
ahd. ahir n. usw. 'Ahre' vorausgesetzt wird. Etwas abseits 
liegen lit. akslis 'h61zerner BratspieB', russ. ostb 'Spitze, 
Granne usw.'. Der Bildung nach ware dxoa-xrj als substanti- 
viertea Femininum („die Grannige") mit lat. onus-tiU, venua- 
tus (locua-tal) zu vergleiehen, was natiirlich moglich ist, 
ebenso wie AnschluB an die groBe Gruppe der Bildungen von 
ax- in axaiva, dx/i^ usw. in Betracht kommen kann. S. aueh 

dxouw 'horen', auch 'gehorehen, im Rufe stehen'. Zahlreiche 
Ableitungen: 1. dxovrj (ep.), dxotfj (zum Lautliehen vgl. dxr\xoa 
und Schwyzer 348; dxovrj vom Prasens abgeleitet? Porzig 
Satzinhalte 230) 'Gehor, Kunde', auch 'Ohr'; zum Plural 
axoal 'Ohren' oder 'Stimmen' vgl. Wolters Hermes 49, 149ff., 
Weinreich Hermes 51, 624. Deminutiv dxotdwv 'Ohrchen' 
(Gloss.). Denominatives Verb dxod£fl m dxotisis H. (vgl. indessen 
dxovd£ opai unten) mit dem davon abgeleiteten Nom. ag. 
axoaOTrJQEg- dqxv *K naqd Meranovrloig H. — 2. dxovaig 'das 
Horen', plur. 'Laute' (Arist., Phld., Plot.), dxovoifiog 'zum 
Horen geeignet' (S.), vgl. Arbenz Die Adj. auf -ipo; 81. — 
3. &xova/ia 'das GehSrte, Laut, Geriicht, gehorte ( = miind- 
liche) Lehre' (S. OC 518 lyr., X., Arist. usw.), vgl. Rader- 
macher Festschrift Kretschmer 162 f. Demin. dxovofidrio* 
(Ps.-Luk. Philopatr.), Adj. dxovafiarixdg (Iamb.). — 4. dxova- 
rife 'Horer, Schuler' (Men., D.H., Phld. u.a.; fiir alteres 
dxeoarfe, vgl. Fraenkel Nom. ag. 2, 68) und dxovarfJQiov 
'Horsaal, Zuhorerschaft' (Gal., Them., Porph.). — 5. dxovardg 
'horbar, audiendus' (A. Merc, ion. att.) mit dxovaxl^m (auch 
auf dxovorqi bezuglich) 'horen machen' (LXX); daneben 
dxovarixds 'auf das Horen bezuglich" (Arist., Epik. u.a.). — 
AuSerdem zwei Deverbative : dxovd£ofiai (selten -d£o) 'horen, 
lauschen' (Horn., Hp.), vgl. Schwyzer 735 oben, Melanges 
Pedersen 69, Chantraine Gramm. horn. 338 ; formal konnte 
es auch von dxovt) ausgehen. Desiderativum dxovaelco (S., H.). 
— Oft mit Prafix: tinaxova) mit vnfjxoot; (zur Vokaldehnung 
Schwyzer 397 f.), aberohne Dehnung inaxor) (JJXS.,Ep.Bom., 
Pap. Masp.). Ebenso inaxovco, inrjxoog, xaraxovm, xaxr)xooq 
usw. 

Bei der Erklarung von dxovm sind zwei Wege gepruft 
worden: 1. Zusammenbildung dx-ovo-j,co 'scharfes Ohr hin- 
halten', von dx- in axaiva usw. und ov~; (Fick BB 1, 334, 
Johansson IF 3, 199), vgl. dxQodo/iai 8. dxoog; 2. zu got. 
hausjan 'horen' (Delbriick KZ 16, 271), wobei d- entweder 
Schwundstufe von idg. *en- 'in' sei (Prellwitz) oder fiir idg. 
*sm- stehe (Schrader KZ 30, 465) oder einfach prothetisch 
ware (Benveniste BSL 32, 76, Meillet BSL 36, 107). Neben 



68 'Axp&YCb; — &xpi|3ifc 

dxoim und hausjan, die nach Frevot REGr. 48, 70 ff. ala 
Desiderativa zu erklaren sind, atande als primares Verb axefei 
mit weiterem Ansehlufi an xoico usw. (Prevot 1. c, Bezzen- 
berger BB 27, 145f., der das anlautende d- dem lett. sa- in 
sa-jusi 'fuhlen, bemerken' gleichsetzt). — Kretschmer KZ 33, 
663 ff., Glotta 27, 26 sucht die beiden Deutungen gewisser- 
maBen zu vermitteln, indem er in hausjan Wegfall des Anlaut- 
vokals in idg. als- 'spitz' annimmt. Wer axoiico nach 1. zu 
erklaren vorzieht und dennoch dxe<6ei davon nicht trennen 
will, muB dxevei als Neubildung nach der Proportion elXrjAov&a : 
eXevaofiai = *dxrjxovoa : dxevei verstehen, was auBerst un- 
wahrseheinlich ist. 

'Axpaya?, -avtog m. f. FluB und Stadt in Sizilien, wahrschein- 
lich illyrischen Ursprungs. Kretschmer Glotta 14, 87ff. 

&xpaifc, -eg Beiwort des Windes (/? 421, f 253, Hes. Op. 594, 
Cic<4M. 10, 17, 9, Adv. axgaei nXelv Arr.) als 'scharf wehend' 
gedeutet, aber urspriinglich wahrscheinlich = 'auf den Hohen 
wehend', von dxgog (&xga, axgov, s. d.) und arjfii mit kom- 
positioneEer Dehnung und tJbergang in die s-Stammflexion. 

dxpoicpv^?, -£g 'lauter, rein, unversehrt' (fast nur poet. und spat). 
XJnerklart. Wertlose Vermutungen sind bei Bq verzeichnet. 

&xp&xoXo£ 'heftig ziirnend' (att.) mit dxg&xoMa, ion. (Hp.) 
dxQrjxoklrj; denom. Verb dxgaxoXito (PI.). Big. „mit unge- 
mischter Galle", aus *dxg&x-%oXog, von *dxgdg = axgdrog, 
vgl. dxQrjTo-xoXog (Hp.) und eixgdg — eSxgdrog 'wohlgemischt'. 
Spater (Arist. usw.) nach dxgog in dxgoxoXog, -la umgestaltet. 
Brugmann IF 17, 8, Fraenkel Nom. ag. 1, 84ff. Dasselbe 
Vorderglied wird von Brugmann a.a.O. 174ff. in dxgrjnedog- 
■fj dyafrrj (soil, yij) H. vermutet. 

&xpE(ict>v, -ovog m. (Akzent nach Hdn. Gr. 1,33; Has. gew. 
-i/icov) 'Ast, Zweig', zur Bedeutung Stromberg Theophrastea 
141 f., 54f. (Simon., E., Thphr. usw.). Davon axgeftovixi] 
(dnoqwaig) Thphr., vgl. Stromberg 98 A. 1. — Seit Benfey zu 
axgog gezogen; zur Bildung Brugmann GrundriB 2 2: 1, 241, 
Schwyzer 522, Chantraine Formation 172f. Die apokopierte 
Form xgejimv (Eratosth.) kann durch AnschluB an xge/idvwui 
veranlaBt sein. 

(ixpipVji;, -eg 'genau, sorgfaltig, sparsam, strong' (ion. att.) ; auch 
als Stilbegriff, s. WeBdorfer Die 0iXoao<pla des Isokrates 95 f. 
Abstraktbildung dxglfieia 'Genauigkeit usw.* (ion. att.). 
Mehrere Denominativa : 1. dxgifiow (Schwyzer 731f.) 'genau 
ausfuhren, genau kennen* (att. und spat), auch intr. 'genau 
sein' (Arist.). Davon dxgipwoig 'genaue Beobachtung' (J.) 
und dxglfiatfta 'genaue Ausfuhrung, genaue Kenntnis' (Phld., 



&xp(S — <5ixpo$ 59 

Epikur.). 2. dxoj/Jev'co 'richtig benutzen, genau unterrichten' 
(S.E., Did., Pap.). 3. dxgtf}d£co mit axQifiaofidq, -aofia, -aorrjs 
'genau untersuchen', auch 'stolz sein' (pass.), bzw. 'genaue 
Untersuchung', 'Untersucher', auch 'Gebot, Gesetz', 'Gesetz- 
geber' (LXX, Aq., Thd.). 

Unerklart. Nach Schwyzer Glotta 12, 12£f. zu axgog und 
Eipai mit fruhem Itazismus; altere Versuche, alle unbefriedi- 
gend, sind bei Bq zu findon. 

dxpiS, -Cdog f. 'Heuschrecke' (0 12, Ar., Arist., hell.). Deminutiv 
dxqidiov (Dsk.). Nicht sicher gedeutet. Stromberg Wortstudien 
15ff. (wo iiber fruhere Vorschlage) zieht ansprechend, auf 
mehrere Bedeutungsparallelen gestiitzt, dxgig zu xgit,m 
'schreien'; der Anlautsvokal bereitet allerdings gewisse 
Schwierigkeiten. Winter Prothet. Vokal 15 vergleicht xegxa- 
dxglg H. 

fixpioriv xXemgiav, dKexglSa. &gvyioi H. Dunkel. Zum phrygi- 
schen Suffix -(i)stia s. Kretschmer Glotta 22, 205 f. 

&xpodio(uii '(aufmerksam) horen, horchen' (ion. att.), 6 dxgocb- 
fievot; auch 'der Leser' (Philostr.). Mehrere Ableitungen: 
dxgoaoig 'das Anhoren, Gehorchen', auch 'Vorlesung, Horsaal' 
(ion. att.). — dxQoa/Mi 'das Gehorte, Gegenstand des HSrens, 
Gerticht, Vorlesung, Gesang' (X., Arist., Plb., vgl. Rader- 
macher Festschrift Kretschmer 162f.), im Plur. auch personifi- 
ziert 'Vorleser, Sanger' (Plb. u.a.); davon dxgoafiarixds '(nur) 
zum Anh6ren bestimmt' (Plu. u.a.); ferner die ngr. Denomina- 
tiva dxovQfid£<o, xovgpaivio 'horen' (Hatzidakis; s. Glotta 4, 
333). — dxQoazTJs 'Zuhorer, Schuler', auch 'Leser' (att., hell.) 
mit dxgoazixog. — axgoaTygiov 'Horsaal, Zuhorerschaft' (Act. 
Ap., Ph., Plu.). — Eine Weiterbildung Uegt in dxgod£o/iai 
(Epich.) vor. 

Schon Fick BB 1, 334 hat in dxgodo/xat ein Kompositum 
von axgog und oSg erkannt. Das Wort ist eine sog. Zusammen- 
bildung, d.h. eine Ableitung des Ausdrucks axgov o$g, eig. 'die 
Ohrspitze machen, die Ohren spitzen', Frisk GHA 56: 3, 21. 

fixpo?, -a, -ov 'auBerst, oberst, hochst, an der Spitze befindlich' ; 
daneben seit alters axga f., axgov n. 'das aufierste Ende, 
Spitze, Hohe, Vorgebirge', 'to agicnov xal xdXXiatov' EM; 
Horn, xar' dxgrjg (jkUio?) 'von der oberen (Burg) binab', 
xar' axgr)&ev, att. xar' axgag 'ganzlich', s. Leumann Horn. 
Worter 56 ff.; zu axgov noch Krahe IF 58, 141; axgog eig. 
adjektiviertes Substantiv? (Frisk D7 56, 113f.). Sehr ge- 
brauchlich als Vorderglied wie in dxgonoXig (fiir alteres 
&xgt) ndhg. Frisk D7 52, 282 ff., Risch D7 59, 20), immer in 
lokalem Sinne; danach dxgatfg eig. 'auf den Hohen wehend'. — 
Neben dxgog, -a, -ov steht dxgig, -to; f. 'Berggipfel' (Od., h.Cer., 



60 dxralvo) — focrta 

immer im Plural; im Sing, mir Epigr. Or. 1035, 8). — Ab- 
leitungen von axoog (-a, -ov): dxgalog, -ala 'auf der Hohe, auf 
der Burg lebend', Beiname verschiedener Gotter, vgl. Paton 
CIRev. 21, 47f., auch = axgog (Opp.). — dxgia- f\ A&rjvd iv 
Agysi H. (auch Name anderer Gottinnen), dxglar ra &xga 
t<5i> dgecov H. — Substantiva: dxgdxrjg 'hochster Punkt, 
auSerste Grenze, Vollendung' (Hp., Arist., Phld. usw.). — 
axgaiv, -covog m. 'Extremitat' (Hippiatr. 7), Demin. dxgwvd- 
giov (ibid.), Abstraktbildung dxgmvCa A. Eu. 188, wahrsehein- 
lich 'Verstummelung' (vgl. dxga>Tr]giao/i6g unten). — dxgartij- 
qiov 'der aufierste, vorragende Teil, Vorgebirge, Schiffs- 
schnabel, Giebelvorsprung', pi. auch 'Extremitaten' (ion. 
att.); wahrscheinlich direkt von Sxgog gebildet mit tjber- 
springungjeines Zwischengliedes, vgl. etwa deo/idg: [dea/i(brTjg:] 
deaficor^giov, s. noch Fraenkel Nom. ag. 1, 204 A. 2, Sehwyzer 
470. Von dxgtOTiJQiov : dxgcorrigid^co 'die dxg. entfernen, ver- 
stiimmeln, amputieren' (ion. att.; vgl. dstgcoregfjaar x6y>ai ^ 
dxgeicoaai H.), auch 'ein Vorgebirge bilden, wie ein Vorgebirge 
hinausragen' (Plb., Str.). Davon die VerbalnominaSaxga)- 
Ttjgiaafiog (Dsk. u.a.), dxgwTrjglaoig (Gloss.). — Vonlaxgog 
werden auch Verba gebildet: dxgltto 'auf den Fufispitzen 
gehen* (E.), = 'rd &xga iaMeiv' Sch. <P 12; dxgcbooer dxgoarai, 
ixmv ov% vnaxovet, ngoonoielxai H., s. Frisk GHA 56:3,22. 
Es gibt in den iibrigen idg. Sprachen viele r-Ableitungen 
des Elementes die-, die mit Sxgog, Sxgig am nachsten verwandt 
sind: aind. a&ri- f. 'Ecke, scharfe Kante', catur-aira- 'vier- 
eckig' (vgl. indessen auch oxgig), lat. deer, -ris, re (alte Vrddhi- 
bildung? Frisk IF 56, 113f.), gall. EN Ayrotalus 'mit hoher 
Stirn', air. er 'hoch\ alit. aitraa, aksl. ostn 'scharf'. tJber 
akro- in illyrischen Namen a. Krahe Pannonia 1937, 310 A. 40, 
Karg WuS NF. 4, 183. — Heth. hekur 'Felsfgipfel)' bleibt 
fern, vgl. uber dieses Wort Sommer Ahhijava-Urk. 317f. — 
Weitere Verwandte s. axcuva, dxr\, dx/xr/ usw., auch Sxgig. 

&KTa(vto 'au&ichten' (A. Eu. 36, endow od. (Sdaiv; Trag. Adesp. 
147, fthog), Aor. axraivwoai (Anakr., PL, vgl. Immisch Phil. 
Woch. 48, 908), tinoaxraivovTo- ergs/iov H. als v. 1. in y> 3 fur 
vjtegtxraCvovro (n6deg). Trotz der Bedeutung wohl am besten 
zu aym als Erweiterung von *dxrdco oder *&xr<o (s. uber diesen 
Bildungstypus Sehwyzer 705f., Melanges Pedersen 70). Zu 
-alva> vgl. besonders xgvoralveo. Die von Boisacq heran- 
gezogenen r-Bildungen dxoXaaralvco : dxoXaarog, dXaaralvai : 
dttaoxog sind als Ableitungen lebendiger Verbaladjektiva mit 
dxralvco nicht vergleichbar. 

dxrte, dxrrj {., auch dxriog m. 'Holunder, Sambucus nigra' 
(Emp., B., Hp., Thphr. usw.). Davon Sxrivog (Thphr.). Etymo- 



&xr^ — JbcuXog 61 

logie unbekannt. Daraus lat. acte (Plin., Ps.-Apul.), ahd. atuh, 
at(t)ah. 

l.&xx^ f. 'Vorgebirge, Felskuste, schroffes Ufer, Landzunge, 
Kante' (seit H. ; in der alteren Sprache vorwiegend poetisoh). 
Ableitungen : dxratog, -a, -ov 'an der Kiiste gelegen, zur Kiiste 
gehorig' (Th., Hp., Kail. u.a.). Fern, dxraia auch Pflanzen- 
name (Plin.); dariiber und iiber die Pflanzennamen dxrtov 
und dxrlvrj Stromberg Pflanzennamen 115. — axrtog Beiname 
von Pan (Theok.) und Apollo (A. R.), axriov = dxrrj (Ael.). — 
dxrhrjg m. 'Kiistenbewohner' (A. P.), dxr. (f.C&og) 'Stein aus 
Piraus oder Argolis' (IQ, S.; vgl. Redard Lea nom grecs en 
•rtjg Index 266), nerQog dxring (Ath. Mitt. 31, 143). NachPlu. 
2, 668b gehort hierher auch ein Verb dxrd£a> 'schmausen', 
eig. *'am Ufer schmausen'. Es handelt sieh aber vielleicht 
eher una eine Ableitung von 2. dxrrj, die irrtumhch an 1. dxrrj 
angeschlossen worden ist. 

Nicht sicher gedeutet. Die herkommliche Erklarung aus 
dx- 'spitz' ist allenfalls moglich. Das Wort hat im Anlaut 
nicht Digamma besessen. 

2. dxr^ f. 'Korn' (ep. poet.), oft Armrjregog oder dk<plrov dxrrj. 
Etymologie unbekannt. Koine Spur von anl. Digamma. Die 
vergeblichen Deutungsversuche sind bei Bq verzeichnet. 

dxTT)p(s, -Idog f. 'Stab' (Achae. 21), 'Holzstange zum Stiitzen 
der Deichselstange' (Poll. 10, 167). Durch Univerbierung 
von dxralvm (*dxrda>) und igeldm entstanden? 

iunls, .Xvog f. 'Strahl, Licht' (vorw. poetisch von Horn, an), 
auch 'Speiche' (AP). Ableitungen: dxnvonog 'mit dxrlvsg ver- 
sehen' (Inschr. Delos TV" Michel 815, Ph. u.a.), dxriv<i>br\g 
'strahlenahnlich' (Philostr.), dxrtvrfidv Adv. 'strahlengleich' 
(Luk.). Ofters als Vorderglied. 

dxrlg ist wie dekcplg, yXfD%lg, <bd(g usw. gebildet und setzt 
wie diese ein Nomen voraus. Am nachsten steht aind. aktu- 
'Strahlung, Nacht' (zur Bedeutung s. Renou Monographies 
sanskrites 2, 6). Damit verbindet man seit Joh. Schmidt 
Pluralbild. 212ff. got. uhtwo f. (urg. *waytwcm.-) 'Morgen- 
dammerung' und, mit anderem Ablaut, lit. anksti 'fruh'. 
Weiterer Anschlufi an die WSrter fur 'Nacht' (s. v6£ ) ist 
hypothetisch. Vgl. aufier Schmidt und Renou die Literatur 
bei WP. 2, 338f., Feist Vgl. Wb. d. got. Spr. s. uhtwo; aufler- 
dem Giintert Reimwortbildungen 66 f. 

ixuXos m. und f. 'die eCbare Eichel, Frucht der Steineiche* 
(x 242, Pherekr., Arist., Theok., Thphr. u.a.). Von Solmsen 
KZ 34, 79 und Persson Beitr. 825 f. mit aind. a&nati 'essen' 
verbunden. Hypothetisch. Vgl. dxokog. 



62 &CUV — &Xa£c£>v 

Sxcov, -ovxog (fiir alteres *-ovoj) m. 'WurfspieB, Wurflanze' 
(poet, seit II., spate Prosa, vgl. Triimpy Fachausdrucke 
52 ff.). Auf axcov fuBen mehrere Nomina: Demin. dxovxiov 
(h. Mere. 460, Hdt., PL usw.), dxovxlaq m. 'Schlangenart', 
'Meteor' (wegen der Schnelle; Nik., Plin. u.a.), dxovxlAog m. 
= dxovxlag (H., EM). Ferner das Verb dxovxL^m 'einen Wurf- 
spieB schleudern' (seit II., vgl. Triimpy 108 f.) mit mehreren 
Verbalnomina : 1. dxovxiaxtfg 'SpeerkampP (II., zur Bedeutung 
s. Benveniste Noms d'agent 70) ; 2. dxovxiaig 'Speerwerfen' 
(X.); 3. axovTLOfiog 'Speerwerfen, Wurf (X., Str., Arr. u.a.); 
zum Verhaltnis von dxovxiaig und axovxia/idg (-flog konkreter 
gefarbt) s. Holt Les noms d'action en -aig 133 f., Glotta 27, 
182ff.; 4. dxovxia/ia 'Wurfweite' (X.), 'WurfspieB' (Str., Plu. 
u.a.); 5. dpovxiala = dxdvxiaig (SIO 1060, 1062), vgl. Chan- 
traine Formation 86. — Nomina agentis: dxovxiaxrjg m. (II. 
usw.), vgl. Schwyzer 600a; dxovxiaxrjo 'ds.' (E.), wohl Neu- 
bildung, vgl. Chantraine 325. Bei Opp. und Nonnos auch als 
Adj. gebraucht; iiber dxovxioxiJQ im Sinn von 'Springbrunnen' 
Zingerle Glotta 19, 72 f. — dxovxio-x^Qiov 'Wurfmasehine' 
(Agath.). — dxovxiaxixog 'zum Speerwerfen gehorig' (PL, X. 
u.a.). 

axcov ist eine n-Ableitung des in dx-^j usw. vorliegenden 
Elements; vgl. insbesondere dxovt], axcuva, axavog, axccv&a. 
Aus anderen Sprachen: aind. aidni- 'Pfeilspitze usw.', lat. 
agna 'Ahre', germ., z.B. got. ahana 'Spreu', awno. ogn, pi. 
agnar 'Spreu'. 

iXdpotOTO?, spater dXdpaoxQog m. und dXdpaaxQov n. 'SalbgefaB', 
oft aus sog. Alabaster gemacht (Hdt., Kom., Inschr.). Demin. 
dkafidoxiov (Eub.). Sonstige Ableitungen: dAafSdoxQiov n. und 
dXafiaoxQivr) (sc. Xidoxofila) 'Alabasterbruch' (Pap.); dXafiaoxoi- 
xrjg (Xtfiog) m. 'Alabaster', dXajiaoxixig nixga (Kallix.), vgl. 
Redard Les noms grecs en -trig 52; dXafidoxQivog (Pap.); 
dXaflaaxQcbv m. 'Alabasterbruch* mit dXafSaaxQtovtxrig 'Arbeiter 
eines Alabasterbruchs' (Pap.), s. Redard 35. 

Nach Sethe BerlAkSb. 1933, 888f. aus agypt. *'a-la-baste 
'Gefafi der Gottin Ebaste* (= Bubastis). 

iXoti^wv, -ovoq m. f. 'Marktschreier, Prahler' (ion. att.), auch 
adjektivisch gebraucht. Ableitungen: dXa£ovixog 'prahlerisch, 
stutzerhaft' (Hp., X., Arist. usw.), dXa£ovCag = dAcrfcov (Hdn.), 
dXa^oavvrj 'GroBtuerei' (Aq.). — Verbum: dXa£ovevofiai 'groB- 
tun, prahlen' (Kom., Redner usw.). Davon dXa£ovela, dXa£d- 
vevfia. 

dXa^div ist mit dem thrakischen Volksnamen AXaZwv 
identisch, der zum Appellativ geworden ist. Bonfante BSL 
37,77ff. 



&X<ud-cp££ — &Xdo(juxi 63 

&Xai9«p^> %Xwjqw, rjXio&eQig H. Unhaltbare Spekulationen bei 
Prellwitz Glotta 19, 119. 

&X<xAdc Interj., auch personifiziert AXaXd (Pi.); daneben dXaXai 
(At.), das auch als pluralisches Subst. '(Kriegs)gesehrei, Jubel' 
(Pi.) vorkommt. — Davon dXaXr/rog m. '(Kriegs-, Sieges-, 
Angst Jgeschrei' (II., Hsd., Pi. u.a.). Die Auffassung Leumanns 
Horn. Worter 211, dafi dXaXrycdg eigentlich zu dXdXrjfiai 'umher- 
schweifen' (s. dXdo/tai) gehore und dureh Umdeutung von 
77 78 auf dXaXd bezogen worden sei, ist nicht ohne Bedenken. 
— Denominatives Verb dXaXd£a> (Sehwyzer 716:3) 'dXaXd 
rufen, ein Geschrei erheben' (vorw. poetisch, auBerdem X. 
und spate Prosa). Davon drei Nomina: dXaXay/jog (Hdt., E., 
Arr. u.a.), dXdXay/ia (Kail., Plu.), dXaXayfi (S.). 

Primare Interj ektion, elementarverwandt mit z.B. aind. 
alaM-bhdvant- (RV., 'munter rauschend', vom Wasser). Vgl. 
Theander Eranos 15, 98 ff. mit den Bemerkungen Kretschmers 
Glotta 9, 228ff. Ahnlich eXeXev, 6XoXv£co. 

&XAXuy5j -vyyog f. etwa 'Schlueken, Schluchzen' (Nik. Al. 18). 
Expressive Kontamination von Xvyg "■Schlucken' und einem 
anderen Wort, vgl. die Bildungen s. dXiito und dXdofiai. 

&Xdo(uxi 'umherirren, umherschweifen, in der Verbannung 
leben', Aor. dA»J#jjv (vorw. ep. und poet.). Daneben die in- 
definiten Perfektformen dXdXtja&ai, &X<zXi$fievog (fast nur 
Horn.), beide mit Prasensbedeutung, womit der unregel- 
mafiige Akzent zusammenzuhangen scheint, s. Wackernagel 
Gott.Nachr. 1914, 117f. Eine Umbildung von dXdofiai ist 
dXatvco (vgl. Sehwyzer 733). — Postverbales Nomen : aXrj 
(Od., Hp., Trag., spate Prosa); daraus erweitert dXela (AB, 
H.). — Nomen agentis: dXifcrig m., auch Adj., dor. dXdxag, 
auch EN, vgl. Bjorck Alpha impurum 165, dXijTig, -idog f. 
'Bettler, Fliichtling; umherirrend' (Od., Hdt., Trag. usw.) 
mit dXt]rix6g (D. Chr.). Von dXrjrrjg das denominative dXt]Tetia> 
'(als Bettler od. Fliichtling) umherirren', davon dXTjreCa, 
dXazela (A., E. in lyr., spate Prosa). Neben dXrJTTjg vereinzelt 
dXrftriQ als Name eines Tanzes (Arristox.), dazu bei H. dXtfrwQ- 
ieQEvg, wohl eig. „Bettelpriester". — Von dXdo/xai auch dXrj/tcov 
'umherschweifend' (Od., AP) mit dXT/fioavvrj (Man. u.a.). — 
Nomina actionis: dXrjtvg 'das Umherirren' (Kail., Man.), vgl. 
Chantraine Formation 291; &Xt]fia- oSoinogla H. — Aus der 
reduplizierten Form stammt die ganz besondere Bildung 
dXdXayi- v nXdvr\ H., nach Leumann Horn. Worter 211 auch 
dXaXrjT'J) 77 78, was etwas zweifelhaft scheint, vgl. s. dXaXd. 
dXdofiai ist ein altes Intensivum auf -dofiai, das in lett. 
aluot 'umherirren' sein nachstes Gegenstiick hat (Fick BB 2, 
264). Ob auch lat. ambulo hierhergehort, ist strittig, s. W.- 



64 AXadq — fi^aoxo; 

Hofmann und Ernout-Meillet s.v. Vgl. 2. aMa, dXvco, fjXdaxm, 

&XlOQ. 

&X<x6g 'blind' (Horn., Trag. inlyr., A.R.). Denominatives Verb 
dXadm im Aoriat dXaaaai (Od., AP), vgl. Wackernagel Unt. 
127. Davon akacorvg (t 503) 'Blendung, Blindheit', vgl. Ben- 
veniste Noms d'agent 68. — Die abstrakt-logisch unanfecht- 
bare Erklarung aus Mm 'sehen' (Bq s. Xdco, Bechtel Lex. s. 
dXaog) hat gegen sich, da6 man fiir den Begriff 'blind' einen 
anschaulicheren Ausdruck erwartet. 

&Xan&£b» 'zerstoren, erschopfen, plunderri" (vorw. Horn.), Aor. 
dXdna^a, Fut. dXandim. Davon dXcmaSvog mit analogisch ein- 
gefuhrtem -8- (Schwyzer 489) 'aufgerieben, schwach', meistens 
mit Negation (Horn., Hes.). Ableitung ahmaSvoa^vq (Q. S.). — 
Im selben Sinne gebraucht Aisch. zweimal (Th. 47, 531) das 
Futurum Xcaidqsiv (Ag. 130 zweifelhaft) ; das Prasens Xandoaoi 
wird von den Medizinern als terminus technicus 'ausleeren' 
verwendet. Bei A. Eu. 562 liest man nach Musgrave Xanadvov 
(cod. Xen-) — dXcmadvdv. Zu bemerkennoch Xcaidfeiv ixtcevovv, 
dtp' o$ xal t<3 SQvypta H. 

Etymologisch dunkel; gegen Ficks (l 4 , 5) Ankniipfung an 
aind. dVpa- 'klein', lit. atpstii 'verschmaehten, ohnmachtig 
werden' mit Recht WP. 1, 92, Pok. 33. Weitere Lit. ebenda 
und bei Bq. Ob das anl. d- prothetiseh hinzugefugt oder 
sekundar verlorengegangen ist, laCt sich kaum entscheiden. 
Vgl. XcaidQt]. 

fiXaoxo? ep. und poet. Beiwort von nh&og, &xo;, auch als herab- 
setzende Anrede (aXacne, z.B. X 261) gebraucht. Denomina- 
tives Verb dXaaxim (Horn., Kail, u.a.), inaXaarJjoas (a 252, 
A.R.), Bezeichnung einer Gemutserregung. Aufierdem dXa- 
aralvw dvanaMw H.; EM. — Ursprungliches Nomen agentis 
dXdcncoQ, vgl. dvdxrcaQ, dwdorcog, xtIotcoq usw., entweder von 
dXaarioi oder direkt von HXaaroi; gebildet (vgl. Schwyzer 
531 : 1), hom. EN, Attribut von Gottern und Gottinnen, aber 
auch von Menschen, wahrscheinlich ionischen Ursprungs, 
Fraenkel Nom. ag. 1, 216f., 69. Nebenform dXdoroQog (A., S. 
u.a.), Ableitung dXaaxogla (J.). 

Seit Prellwitz BB 13, 145, Solmsen KZ 34, 445, IF 3, 92 
wird aXaorog mit antiken Gewahrsmannern gem als privatives 
Verbaladjektiv zu Xav&dvo/xai erklart: *'wer oder was nicht 
vergessen wird oder werden kann, unertraglich' ; davon 
dXaareco *'etw. unertraglich finden, emport werden, ziirnen', 
eine formal tadellose, aber inhaltlich sehr hypothetische 
Deutung. Vgl. zur Bedeutung noch v. Wilamowitz zu Eur. 
Herakles v. 911. — Anders Muller Don. nat. Schrijnen 649fiF., 
Mnemos. 57, 116ff.: zu Xam 'sehen' mit d- aus *#-, Schwund- 



&\yo$ — &\£<x 65 

stufe von iv („invisus, invisor, qui invidendo nocet"). Wieder 
anders Prevot Rev. de phil. 61, 249ff. : zu Xdw 'sehen' mit 
prothetischem d-. Abzulehnen Prellwitz Glotta 19, 119. 
Weitere Lit. bei Bq (mit Add. et corr.). 

otXyo? n. 'Schmerz, Leid, Kummer' (vorw. ep. poet.). — Ab- 
leitungen: dXyewog (aus *dXyEO-vog), ep. dXsyeivog (vgl. dX6y(a) 
'schmerzhaft, kummervoU'; dXyivdeig 'As.' (poet.; metrisehe 
Umbildung s. Chantraine Formation 271, vgl. auch Schwyzer 
527 f.); dXyrjgog 'ds.' (LXX) wohl eher auf dXyiw zu beziehen, 
vgl. Chantraine 231 ff.; dQyaXiog, dissim. aus *dXyaXeog 'ds.' 
(vorw. ep. poet., nicht bei den Tragg.), naheres bei Debrunner 
IF 23, 10 f., Severyna Melanges Boisacq 2, 239 ff.; davon 
aQyaAeoTTjg (Ph., Eust.). — Denominative Verba: 1. dXyeco, 
-r/aco 'Schmerz empfinden, leiden, bekummert sein' (ion. att. ; 
Schwyzer 724: 1, vgl. auch Leumann Horn. Worter 113). Da- 
von aXyrjaig 'das Leiden' (S., Ar., spate Prosa) und aXyr]/J.a 
'das Leid' (Hp., S., E., Men. usw.; zum Bedeutungsunter- 
schied Holt Les noms d'action en -aig 148); ferner dXyrjdcov 
'Leid' (ion. poet., PI. usw.); iiber dXyrjQog s. oben. — 
2. dXyvvco, -o/iai 'in Schmerz versetzen', bzw. 'Schmerzen 
empfinden' (vorw. trag. und sp. Prosa). Von dXyvvm: aXywoig 
(Phlp., Olymp.) und dAywTrjg (Zos.). — Neben aXyog stehen 
die primaren Komparationsbildungen dXyimv und dkyiaxog 
(Horn., Trag.; Schwyzer 539, Seiler Steigerungsformen 85f.). 
Wahrscheinlich zu dXiyw, s. d. 

(4X8otvoi 'wachsen lassen, starken' (A.), Aor. ijXdave (<r70 = to 368). 
Daneben dAdrjoxa) 'wachsen* ( "^599), 'wachsen lassen' (Theok.) 
und dXdiaxdvco (Hdn. Gr. 2, 716). Iterativprateritum dA<5»}- 
oaaxe (Orph. L. 370). — Postverbal aXdij 'Wachstum' (Hdn. 
Gr. 1, 311); scheinbar davon abgeleitet, aber vielmehr vom 
Verb ausgegangen ist dXdr/eig 'wachsend' (Max.), ebenso 
dXdrjfitog 'wachsen machend' (Method, ap. EM). — Als Hinter- 
glied findet sich -aXd^g: dvaXdrig 'nicht gedeihend, unfrucht- 
bar' (Hp., Ar., Arat.), veaXdfjg (Opp.) und veoaXdrjg (H.) 'neu 
gewachsen', alle direkt vom Verb gebildet. 

dXdalva), rjXdave und dXdrjaxai sind Umbildungen ernes un- 
bekannten Wurzelverbs, das eine <5-Erweiterung des in 
av-cd-Tog (s. d.) vermuteten Verbalstamms enthalt (Schwyzer 
702: c a mit Nachtrag). Vgl. dX&alva. 

1. iXia. (aMal, vgl. dXeaiveiv unten), ion. dXirj 'Warme', insbes. 
'Sonnenwarme' (ep., ion. att.). — Ableitungen : dXeeivdg 'heifl, 
der Sonne ausgesetzt' (ion., X., Arist. u.a.), nach (paeivog usw. 
gebildet (Chantraine Formation 196); dXvxQog 'lauwarm' 
(Nik., EM), nach fiaXvxgdg (oder daraus durch falsche Inter- 
pretation als VdXvxQog entstanden? Debrunner GGA 1910, 6), 

Frisk, Griech. etym. Worterbuch 5 



66 &X6x — dXiyw 

vgl. dXvxzQdv eSdivov H.; dXeov QeQ/iov fj jfAtagdv H.; nicht 
v6llig sicher dAeife (S. Ph. 859 lyr.; dSerg Reiske). — De 
nominative Verba: 1. dXeoUvto 'erwarmen, sich warmen' (Hp. 
Archil., At., Arist., Men.), im Attischen nach Eust. 1636 
aspiriert: dX-; davon dXeavjixog 'zur Erwarmung geeignet 
(S. E.). — 2. dAedfa) 'warm sein', auch 'erwarmen' (Arist. 
Gal., H.). 

dXia ist vermittels des Suffixes -da von einem Verb ab 
geleitet, das im Griechischen verloren gegangen ist, aber im 
Germanischen und Baltischen fortlebt, z.B. ags. swdan 'lang 
sam verbrennen", nhd. schwelen (Hochstufe), lit. svllti 'sengen' 
(intr.; Sehwundstufe wie im Griech.). Pick* 1, 580, Sommer 
Lautst. 111. Weiteres s. eiXrj. 

2. &Xia, ion. flMrj 'das Ausweichen, Entrinnen, Schutz' (ep.ion.) 
aus *dX£F-d (nach <pvyrj? Porzig Satzinhalte 232). Verbal - 
nomen von dXeopai aus *dXefo/iai, vgl. dXevm (Trag. in lyr.), 
Aor. dXetiaa&ai neben dMaoftai 'ausweichen, entfliehen' (ep. 
ion.). Ein anderes Verbalnomen ist dXscoQi) 'das Ausweichen, 
Schutz' (ep. ion., hell.), aus *dXef-coXrj mit Dissimilation 
(Chantraine Formation 243, Sohwyzer 258). Denominatives 
Verb: dXsetvco = dXeofiai (ep.), wahrscheinlich von einem 
Nomen *dXef-ev- (vgl. Schwyzer 521); der komplettierende 
r-Stamm in SlXeoq- aletoQlav H. Eine Bildung auf -d£co, ent- 
weder denominativ von dXia oder deverbativ von dXeo/iai, 
ist bewahrt in dXed^Eiv xqvtitbiv rj TiQofSdXXeiv, xai eigyeiv, 
d<pavl£eiv H. 

Neben *dXef-o/j,ai steht mit anderem Ablaut in derselben 
Bedeutung dXv-oxo) (ep., trag., sp. Prosa), Fut. dXvSco mit 
analogisch eingefuhrtem £ (Schwyzer 708 A. 5, vgl. Debrunner 
Melanges Boisacq 1, 252 f.). Erweiterungen davon: dXvoxd£io 
und dAvoxdvai (ep.). 

dXio/iai und dXvaxco werden gewohnlich zu dXvto und weiter- 
hin zu dXdo/iai (Erweiterung ev : v) gestellt, s. dd. 

&X4yu>, nur Pras., gew. mit Negation, 'auf etw. achten, sich um 
etw. kummern' (ep.lyr.). Erweiterungen: dXeyit,<o und dXey vvco, 
beide nur Pras. und Impf., vgl. Schwyzer 736, bzw. Risch 
253. — Von dXiyco das Hinterglied -t)Xeyr)g (kompositionelle 
Dehnung) in den Syntheta dvo-TjXeyrjg 'schmerzvoll' (ep.) und 
dv-rjXeyrjg 'der sich um nichts kiimmert, riicksichtslos' (Q.S.), 
wahrscheinlich auch bei Homer fur TavrjXsyrjg einzusetzen 
(Bechtel Herm. 39, 165f., Leumann Horn. Worter 45, der mir 
die semantischen Schwierigkeiten zu uberschatzen scheint). 
Ein Substantiv "aXeyog anzusetzen, ist jedenfalls nicht not- 
wendig, denn auch das Adj. dXeyeivog laBt sich anders, und 
zwar als eine Umbildung von dXyeivog nach dXeyca erklaren. 



aXeiaov — &XcLq><>> 67 

dXiyo, eig. 'Schmerz, Leid iiber etwas empfinden' und dXyog 
'Schmerz, Leid, Kummer' sind wegen der ubereinstimmenden 
Bedeutung zusammenzuhalten unter def Annahme eines 
Ablautwechsels dXey- ~ dXy- (vgl. dAefco : ahtrf). Dabei ist 
die ohnehin anfechtbare Zerlegung in d- (Schwundstufe von 
iv-) und Xiyca (Hermann IF 35, 171) aufzugebeh. Weitere 
Beziehungen sind ganz unsieher, vgl. WP. 1, 160; 2, 423. 

SXeutov n. "Trinkgefafl mit zwei Henkeln' (s. Brommer Herm. 
77, 356f., 363f.) (Horn., Kail., Ath.), aXeiaog m. (Ar.). — Die 
Zusammenstellung mit got. leipu (Akk. sg.) 'Obstwein', ahd. 
lid 'geistiges Getrank' unter der Annahme einer Grundform 
*(d)XeiTf-ov (Schulze KZ 29, 255 = Kl. Schr. 358 f., weitere 
Ankniipfungen bei Bq und WP. 2, 392) muB bei einem 
Geratenamen dieser Art als hochst unsieher betraohtet 
werden. Eher Mittelmeerwort. 

&XeltT)S m. 'Frevler' (Horn., A.R.), dXe'mg f. (Hdn.). Ableitung: 
dXenela- f) dfiaQTia Suid. — Mit qualitativem Ablaut: aXohrjg 
'Raeher' (Emp.), AXolng Beiname der Athena (Lyk. 936); 
dXoirdg 'Frevler' (Lyk. 136), atonal- xoival, dfiaQTCoXat, noivai 
H. Denominatives Verb: aXoneveiv dXnrJQiog elvcu EM. 
aXoirtfeooav xoivrjv, avavSqov H. — Mit Schwundstufe: dXvtai- 
va>, Aor. rjXirov 'freveln, sich an jn. versundigen' (ep. poet.). 
Der Aoriststamm als Vorderglied z.B. in dXiro-gevog 'gegen 
Freunde fehlend' (Pi.), mit metriseher Dehnung z.B. jj/Uto- 
ftrjvog 'den (rechten) Monat verfehlend', d.h. 'zu fruh geboren' 
(II. usw., vgl. Sommer Nominalkomp. 125ff.). — Ableitungen 
von dXixslv : dXijtfficov 'verwiinscht, verderblich' (II., Kail., 
A. R.) mit dXiTtj/noavvrj 'Frevel' (Opp.) ; Subst. dAhi)fta 'Frevel' 
(AP). Von dXnelv wohl auch dXarjgiog 'frevelnd, siindhaft' 
(att.); *dXnr)Q nicht belegt, aber vgl. dXtiqia- f) dfiaQzoiXog 
Et. Qvd. 2 und dXirgog unten; dXnrjQog 'ds.' (S. OK 371, falls 
nicht falsch fur -tjQiog) ; erweitert in dXnrjQtmdrjg 'verwiinscht, 
verderblich' (PI., D. C). — Neben dXiralvco steht dXiTQog 
'Frevler, Schelm', auch Adjektiv (ep. poet., auch sp. Prosa) ; 
der Suffixwechsel kann auf einen alten r-n-Stamm hindeuten. 
Danach dXirgalvio = dXvtalvm (ep. poet.), vgl. Fraenkel Arch, 
philol. 7, 21 ff. Eine andere Verbalableitung ist dXiTgico A. 
Eu. 316 (dXiTQtav codd.: dXtrcov Dorat). Abstrakta von 
dXiTQog: dXirgia (S., Ar.), dXixgoavyrj (A. R., ^4Pusw.). 

Sichere Verwandte dieser wegen der Ablautsvariationen 
offenbar alten Wortsippe fehlen. Seit Fick 4 1, 533 vergleicht 
man die germanische Gruppe ahd. hid, awno. leidr 'un- 
angenehm, verhafit', nhd. Leid. WP. 2, 401. Zum anlauten- 
den d- (prothetisch?) Harl KZ 63, 18. 

dXeUpGi 'einolen, salben' (ion. att.). — Mehrere Ableitungen. 



68 dXexxpucov — &K£%u> 

Verbalabstrakta: 1. aXeupag, -arog 'Salbol, Salbe' (ep. ion. 
poet.), daneben aXeupa n. (alter?, Schwyzer 520: 8), wovon 
l&t.adeps (W.-Hofmann s.v.); Ableitung dXeupaxhrig (.agrog) 
'mitOlgebackenesBrot' (Epich.). — 2. dXoitprj 'Salbung, Salbe, 
Sehmiere', auch 'Rasur', (ion. att.) mit dem Adjektiv dXoupaiog 
(Lyk. 579) und den ebenfalls seltenen dXoupelov 'Salbungs- 
zimmer' (Eust., Chantraine Formation 60 f.) und dXoKpdm 'mit 
Pech beschmieren' (Aq.). — 3. aXeiyicg 'das Salben' (ion. hell.). 
— 4. aXeiupa 'Salbol, Salbe' (ion. att.) mit dXei/i/idriov (Diog. 
ap. D.L.) und dXec/iftazcbdrjg (Hp.). Daneben aol. ahnna (EM 
64, 40). — 5. dXeicpag f. 'Ausstreichen, Rasur' (Pap.). — 
6. dXelfiov 4> %gmvxax oi dXet^izai H. — Nomina agentis: 
aXeinzriQ 'Einsalber, Lehrer der Athleten' (Arist., hell.) mit 
dXsuirixog (Plu. u.a.); dXemrrjg 'ds.' (Man.) mit dem Fern. 
dXelnrgia (Lys., Kom.). Davon oder direkt von dXeiqxo das 
nomen loci und instrumenti dXeinzrjgiov (Alex. Kom. usw.). — 
dXeiipevg (Inschr. Priene). 

dXetqxa gehort nach allgemeiner Annahme zu Xlnog (s. d.) 
usw., wovon es sieh durch sekundare Aspiration und Vokal- 
prothese unterscheiden soil. 

(iXexTpxxiv, -ovog m. f. 'Hahn, Huhn' (ion. att.). — Mehrere 
Ableitungen, alle sparlich belegt. Demin. dXsxzgvoviov 
(Ephipp. Kom.); dXexrgvdveiog (Hp.), dAexrgvovmdrjg (Eunap.); 
dXexzgvaiva £. 'Huhn' (von Ar. Nu. 666 gebildet), dXexxgvovig 
f. 'Huhn' (Sohol. ibid.). — Das appellativisch gebrauchte 
dXexrgvcov iat aus dem gleichlautenden epischen Eigennamen 
entstanden. Bildung wie dXxvcbv, rrjgvwv (Schwyzer 487); 
Grundwort dXixrcog, -oqoq m. 'Hahn' (ion. poet., sp. Prosa) mit 
der Feniininbildung dXexxogig 'Huhn' (ion. dor.) wie drjdovlg 
zu dqdtibv (Lejeune Rev. de pbil. 76, 12). Weitere Ableitungen: 
Demin. dXexroglaxog (Babr. u.a.); dXexrdgetog (Aet.), dXexrogi- 
devg 'Kiichlein' (Ael., vgl. Chantraine Formation 364), 
dXexrogiov n. 'Huhnerhof (IGRom.). 

dXexrcag, eigentlich. Nomen agentis von dte£m 'abwehren' 
(s. d.), ist aus dem epischen Eigennamen AXixrcog hervor- 
gegangen, wohl ursprunglich als scherzhafte Bezeichnung 
dieses kampflustigen Tieres. Fick Curt. Stud. 9, 169; weitere 
Lit. bei Bq 109 If. und Pok. 32, bes. Fraenkel Nom. ag. 1, 
164ff.; 2, 28 A. 1. - Anders Schlerath KZ 71,28f. 

&X3|<i> 'abwehren, verteidigen' (ep. ion. poet., X. usw.). Als 
Vorderglied oft dXel-(i-), z.B. in AX££avdgoq, woraus nach 
Kretschmer heth. AlaManduS (Glotta 13, 205ff., 21, 244ff., 
24, 242ff., 33, 22f.). Auch Sommer halt diese Gleichung fur 
moglich, aber nur unter der (wenig wahrscheinlichen) Voraus- 
setzung, dafi der Name urspriinglich kleinasiatisch sei und 



&kk\«a 69 

von den Griechen volksetymologisch zurechtgelegt ware (IF 
55, 187ff., Nominalkomp., bes. 186ff.); vgl. auch Bjorek Alpha 
impurum 333ff. — Ableitungen: dAigiov 'Heilmittel' (Nik.), 
&Xe£ig 'Hilfe, Abwehr' (Aristid., EM). tJber dMxrmg, dXsx- 
TQvcbv (aus dXeg-r-) 8. bes. — Auf den mit -rj- erweiterten 
Stamm (vgl. dXe£ tfaco) gehen mehrere Bildungen zuriick: dAs- 
Stjaig 'Abwehr, Hilfe' (ion.), aMfyfia 'Abwehr, Heilmittel' 
(ion. poet., sp. Prosa) ; aAeg jjtjjjj 'Verteidiger, Heifer' (vorw. 
ep.) mit fern. dXeS tfreiQa (AP, Nonn.) und den Abl. dAegijTrJQiog 
'abhelfend', dAef ?jT7?{H0t> 'Heilmittel' (Hp., Thphr. usw.) ; da- 
neben dAe|»jTcof> (S.); auBerdem dXetjrjrixog (Alex. Aphr.). 

Neben dem zweisilbigen Stamm dAef- steht der einsilbige 
und s-lose Stamm dXx- im reduplizierten Aorist dXaXxelv (ep 
poet.), wozu in spatererEpik dasFuturum dAaXxr)aw (A.R/ 
und das Prasens dXdXxco (Q. S.) hinzugebildet wurden. Hier 
her ferner der Stadtname AXaXxofieval (Bootien), die Bei 
namen der Athene AXaXxo/ievr) (Chios) und AXaXxofievrjig (II.) 

Als Wurzelnomen steht dkx- im epischen Dativ dXx-l; sonst 
herrscht die Ableitung dXx-rj 'Abwehr, Hilfe, Starke, Kraft 
(vorw. ep. poet, und sp. Prosa). Davon dXxr)eig, dor. dXxdg 
'wehrhaft, tapfer' (h. Horn., Pi. usw.), erweitert in dXxrjarrjg 
(Opp.) nach dA<pt]orrfg, wfir}<rcrjg; fernef dXxaiog (E. Hel. 1152 
lyr.). Als Hinterglied nach den s-Stammen umgeformt in 
£TEQ-a\xtfq 'der einen Partei helfend' (vorw. ep. poet.) u.a. ; 
daneben der alte i-Stamm in av-aXxig (ep., vgl. Schwyzer 450) 
mit dvaXxelrj (ep.) nach den Nomina auf -elt] (Porzig Satz- 
inhalte 217). Unklar ist die GrandlagevonaAxtjuo? (vorw. poet, 
seit Horn.), s. Arbenz Die Adj. auf -i/nog 13 und 31, Schwyzer 
494 f. Die Hesychglosse dXxfialog • veavtaxog H. ist entweder 
aus dxftaiog entstellt oder damit kontaminiert ; vgl. noch 
dXxfiagig- &Xxi/tov H. (nach ev/iagig). — Ein anderes Verbal - 
nomen ist dXxag n. 'Schutzwehr' (ep. lyr.). Nomen agentis: 
dXxrrfe, -fJQOQ 'Abwehrer, Beschiitzer' (Horn., Pi.) mit dXxrfjgiog 
'heilend' (Nonn.) und dXxxtjqiov n. 'Heilmittel' (Nik.). 

Von dhi- geht ferner aus dXxd&co 'beistehen' (A., S. nach 
Gramm.), vgl. d/iwdftw und Schwyzer 703; ebenso, mit -d£eo, 
dXxd£a> 'Starke zeigen' (EM), fjXxd£orzo- ijfivvovTO H.; davon 
aXxda/iara (S.). 

Hierher noch mehrere Eigennamen, AXxfidv, -ftiwv (-fialmv, 
vgl. Bjorek Alpha impurum 111), -nfyr) usw. Zu "AXxrjOTig 
(altes Ethnikon thessalischer Herkunft) s. Weber RhM 85, 
161 ff. 

Zu enaX!;ig (aus *£naXx-rig) 'Schutzwehr, Brustung' (ion. 
att.) von enaXi^w, IjiaAaAxelv s. Holt Les noma d'action en 
-aig 78 mit unsicheren Vermutungen iiber das semantische 
Verhaltnis zu dXxq. 



70 &\io> 

&X£Eia> ist mit aind. raksati 'beschtitzen, bewahren' identisch. 
Der einsilbige und s-loae Stamm dXx- ist dagegen nirgends 
mit Sicherheit wiederzufinden. Der Vergleich mit ags. ealgian 
'schiitzen, verteidigen* ist indessen erwagenswert, aber die 
ubrigen german. und bait. Worter, die herangezogen worden 
sind, z.B. got. alhs 'Tempel', lit. elkas, alkas 'heiliger Hain', 
liegen etwas abseits. Versuch, die Zusammenstellung seman- 
tisch zu motivieren, bei Meringer WuS 9, 107ff. — Bar- 
tholomae Sb. Heidelb. 1916: 9, 10 erwagt Verwandtschaft mit 
miran. ark 'Arbeit, Anstrengung, Miihe'. 
dXeco, Aor. rjXeaa, ep. aXeooa 'mahlen' (ion. att.). — Zahlreiche 
Ableitungen. Nomina actionis: 1. dXe-ara '(Weizen)mehr 
(Inschr. Miletos, VI a ) aus *dXe-fara, woraus mit metrischer 
Dehnung l dXelara (Horn.), vgl. Schulze Q. 226 und Hdn. 2, 
472, 12, wo der Sing, aXeiao aus aXeao erklart wird. Thema- 
tische Umbildung in aXe-vg-ov, gew. pi. aXevoa '(Weizen)- 
mehF (ion. att.); verfehlt Specht Ursprung 114. Davon 
dXevgivog und dXevQ(b8r\g (Mediz.), dXEvgirijg (agrog), s. Redard 
Les noms grecs en -ttjs 88. — 2. &Xt)rov, -ra 'Mehl' (Hp., 
Sophr. u.a.) mit sekundarem r\, wohl nach aftTjrog. Davon 
dXtfoiov nav to dXrjXea/xivov H., lakon. dXrfiov. — 3. dXexog m. 
(Plu.) und dXrjrdg (Babr.) 'das Mahlen'. — 4. &Xeoig und 
aXrjOig 'da.' (Gp.). — 5. dXsopuig 'da.' (J.) und aXeafia 'Mahl- 
gut' (EM), beide mit unursprunglichem a. — 6. aXr/fia n. 
'Mehl', iibertr. 'ein durchtriebener Mann' (S.). — Nomina 
agentis: 1. ovog dXtvqg 'der obere Muhlstein' (Gortyn, X., vgl. 
Schwyzer 499 und Fraenkel Nom. ag. 2, 57 f.), im selben 
Sinne ovog dXercov (Alexis). — 2. dXerglg 'Miillerin' (ep. poet.), 
vgl. Chantraine Formation 329, mit dXexgevw 'mahlen' (ep.). — 
Nomen instrumenti: aXeargov 'Mahlkosten' (Pap.), s. Chan- 
traine 332 m. Lit., Schwyzer 532. — AuBerdem das Adj. 
dXerixog 'zum Mahlen gehorig' (Pap.). — Zum unklaren dXe- 
rglfiavog m. 'Morserkeule' (Ar. u. a.) vgl. Schwyzer 263 und 
438. 

Erweitere Verbformen liegen vor in dXrj&co 'mahlen' (Hp., 
Thphr. usw., Schwyzer 682) und in dXivm = Xenxvvto (Phot, 
aus S.); zum letzteren dAiv[v]dv dfivdgov H., s. Giintert IF 
45, 345. 

dXeco ist wahrschemlich aus einem thematischen Prasens 
hervorgegangen (Schwyzer 682:4). Die in *&Xefag, aXevgov 
vorliegende Bildung auf -F(a)g- hat ihr genaues Gegenstiick 
in arm. aletvr 'Mehl'. Auch das Verb kehrt, mit anderem 
Vokal im Stammauslaut, in arm. alam 'mahlen' wieder. Auch 
im Indischen und Iranischen ist diese Wortsippe vertreten, 
z.B. nind. (hindi, bengali) ata 'Mehl', npers. ard 'Mehl', aw. 
aSa- { < *arta-) 'gemahlen', vgl. Bailey Trans. Cambr. Philol. 



&Xr)frifc — SXVjs 71 

Soc. 1933, 60. (Unsicherer ist aind. dnu- 'fein, diinn'; urihalt- 
bar dariiber Specht Ursprung 125, wo weitere Lit.) Dagegen 
fehlt sie in den librigen Sprachen; vgl. /jtJAjj. 

&krfrfl$, dor. dAd&TJg 'wahr, wirklieh' (allg. seit Horn.). — Ad- 
jektivabstraktum akrfodr\, -eld und dXri&eia (junger, Schwyzer 
469) 'Wahrheit, Wirklichkeit'. Zur Begriffsentwieklung Bult- 
mann Zeitschr. f. neut. Wiss. 27, 113ff. — Denominative 
Verba : dXtf&evco 'die Wahrheit reden' (ion. att,), akTj&ifrpat 
'ds.' (Hdt., sp. Prosa). AuBerdem dXrjMtlw (PHolm.) in der 
technischen Bedeutung 'mit (wahrem) Purpur farben', vgl. 
ngr. dial, dXrj&ivog 'rot' (Rohlfs ByzZ 13, 544); anders Lager- 
crantz ad loc. — Von dXrf&evm weiterhin die spat belegten 
dXyfievoig 'Wahrhaftigkeit' (S. E.) und dXrj&evrjjg 'der stets 
die Wahrheit spricht' (Max. Tyr.); auBerdem das Adj. 
dXrj&evnxog 'wahrheitsliebend, aufrichtig' (Arist. u.a.). — 
Neben dXrfl-fig stehen die erweiterten Bildungen dXr)&ivog 
(ion. att., vgl. Chantraine Formation 201) und dXtf&ixog (Ps.- 
Kallisth.). 

dXrj^g kann ein Bahuvrihikompositum von a privativum 
und *Xij&og, dor. Xd&og (Theok.), oder Xrfth} (seit Horn.) sein; 
direkte Beziehung auf Xtf&co (seit Horn.) ist indessen auch 
moglich. Eigentliche Bedeutung somit 'wer nicht verborgen 
ist, offenbar'. Vgl. W. Luther „Wahrheit" und „Luge" im 
altesten Griechentum. Borna-Leipzig 1935, Frisk GHA 41 
(1935: 3), 18. 

SXifc (dXtfg) 'versammelt, zusammengedrangt' (ion.). — De- 
nominatives Verb dXl£a> 'versammeln' (ion. poet.). Abstrakt- 
bildung dXlrj, dor. dXCa '(Volks)versammlung\ Erweiterte 
Form dor. dXtaia '6s.', att. rjXiaia 'Veraammlung (der Richter), 
Volksgericht, Gerichtshof (zum Anlaut vgl. unten). — Davon 
rfXidZoftai 'in der fjhala sitzen' (Ar.) mit rjXiaarTJg (dor. dX-) 
'Volksrichter', falls nicht direkt vom Nomen nach Muster 
von dtxaortfg (von dixd£<o, aber auch auf 6lxr) beziiglich) u.a.; 
Adj. r)Xiaorix6g. — Nomina actionis: fiXiaaig 'das Sitzen im 
Volksgericht, Gerichtsamt' (att.), dXlaaaig (Tegea) 'Versamm- 
lung' ; dXlaofia Bed. unklar (Gela). Ein urspr. Nomen agentis 
ist aXiaxrrjQ- xonog ev 4> d&Qol£ovrai oi ZixeXoi H., viell. eig. 
Heroenname, s. Fraenkel Nom. ag. 1, 161. — Zu dMa auch 
der Monatsname AXcaiog (Dreros). 

In derselben Bedeutung wie &Xr\g findet sich im Aolischen 
doXXr/g (s. d.). Falls urspriinglich identisch, miissen dXrjg auf 
*d-faXvrjg und doXXrjq auf *d-foXvrfg zuruckgefuhrt werden; 
zum Lautlichen Schwyzer 283. Zugrunde liegt dann ein 
Substantiv *feXvog, wozu *a-faXvtfg und *d-foXvrjg (mit a co- 
pulativum) die Schwundstufe (idg. /) darstellen; eventuell 



72 dT^aivw — aXi(38uti> 

kann diese Schwundstufe auch in das Substantiv eingedrungen 
sein. Eine andere Form der Schwundstufe liegt wahrschein- 
lich vor in dXav£<og- dXooxegwg Taqavrlvoi H. und in afXavecog 
Bed. unsicher (Elis). Hochstufe vielleicht erhalten in deXXtfs; 
vgl. indessen s. asXXa. — Das anlautende ?}- in att. rjXiala 
usw. kann nur als falsche Ionisierung eines dorischen 
(argivischen) Lehnwortes verstanden werden, vielleicht im 
AnschluB an rjfaos; s. Ed. Meyer Philol. 48, 187. — Das Sub- 
stantiv *F£X-voq 'Gedrange, Menge', mit demselben Suffix wie 
Mhos, 0/j.rjvos usw. gebildet (Chantraine Formation 420), 
gehort zu sUeo, s. d. Vgl. aXig, doXXrjq. WP. 1, 295f. m. Lit., 
besonders Solmsen TJnt. 285ff. 

&Xdtx(vto, -oftai Tieilen', bzw. 'heil werden' (ion. hell.), dX&elv 
vyidCsiv (Hp. ap. Gal. 19,76), aX&ero (II.). Futurum dX&tfoofiai, 
-aco (II. usw.). Daneben dX&rjaxm oder aXftioxw (Hp.). — 
Postverbale Substantiva, beide nur lexikalisch belegt: aXfta- 
■freqcmela H., aX&og- (paQfiaxov EM. Dazu dX&Evg- larQdg H. 
Auch dXftJjeig 'heilsam' (Nik.) ist direkt vom Verb gebildet. 
Hierher ferner der mythische Name AX&aia und der damit 
identisehe Pflanzenname (ArtMalve, Thphr. usw. ; vgl. Strom- 
berg Pflanzennamen 81 mit teilweise unrichtigen Schliis- 
sen); daneben dXftioxot; (Ps.-Dsk.), vgl. das synonyme l^laxog. 
— Das Fut. dXM£opat (Aret.) ist nach dem Oppositum nvge- 
go/iai (von nvqiaam) gebildet ; dazu aX&sgig 'Heilung' (Hp., 
Aret.). — AuBerdem dX&EOTrjota 'Heilmittel' (Nik.), vgl. %a- 
QicnrjQia, IXacnriQiov u.a. (Chantraine Formation 63 f.). — 
Zum Eigennamen HX&rjnog, auch ftl$r\tpog, Bechtel Hermes 
56, 228. 

dX&atvm beruht auf einer #-Erweiterung des in av-aX-rog 
(s. d.) vermuteten Verbalstammes (Schwyzer 703/J). Vgl. 
dXdalvm. 

(iXtpo?, -avrog m. 'Leichnam, Gestorbener' (PI. R. 387 c, H.), 
auch von Styx (S. Fr. 790) und ubertragen vom Weinessig 
(Hippon., Kail.). — Die antike Erklarung als 'saftlos' aus 
a privativum und Xifldg ist leere Spekulation; die modernen 
Erklarer sind aber nicht gliicklicher gewesen. Lit.: Lawson 
ClassRev. 40, 52ff., 116n\; v. Wilamowitz Herm. 54, 64; 
Immisch Arch. f. Religionswiss. 14, 449f.; Wahrmann Glotta 
17, 252 f.; Kretschmer Glotta 28,269; Petersson Gr. u. lat. 
Wortstudien (1922) 3f.; zur Bildung vgl. noch Schwyzer 
526:4. 

<xXip8ou> r (sich) ins Meer versenken, verstecken' (Lyk., Kail.). 
Vom Etym. Gud. aus aXg und *f}6vco, das aolisch fur Svai ware, 
erklart. Andere, ebenso lose Vermutungen sind bei Bq ver- 
zeichnet. 



AXC-ptios — fiXi? 73 

AXlyxio; 'gleich, ahnlich' (ep. poet.). Unerklart. Der Vergleich 
mit aksl. lice 'Gesicht, Wange' und anderen slavisehen 
Wortern (s. Bq) ist willkiirlich, vgl. WP. 2, 399. Gewohnlicher 
als dMyxiog ist das ebenfalls poetische evaXtyxiog, dessen ge- 
naues Verhaltnis zum „Simplex" sich nicht feststellen lafit; 
vgl. Stromberg Greek Prefix Studies 120ff. 

aXi^ct • i\ Xevxrj t<5v devdgcov. Maxedoveg H. 'Populus alba, Silber- 
pappel'. Nach Kretschmer Glotta 15, 305f. und anderen 
(s. auch Kretschmer Glotta 22, 104f.) mit ahd. elira, got. 
*alisa in span, alisa, russ. ohcha 'Erie' identisch; vgl. noch 
alte germanische Orts- und FluBnamen, z.B. Alisa (Krahe 
Beitr. z. Namenforschung 3, 165ff.). Hierher auch mit Fick 
der thessalische Ortsname DAtf d>v. Wahrscheinlich mit Hatzi- 
dakis Glotta 23, 268ff. als Lehnwort im Makedonischen aus 
einer nordlichen Sprache zu betrachten. Das Suffix ware 
nach Hatzidakis dasselbe wie in {m'£cc, yv£a, xovv£a. Anders 
Baric und Pisani, s. Mayer Glotta 32, 46 f. 

&Xb) ■ xdnqog. Maxedoveg H. Unerklart. — Nach E. MaaO RhM 

74, 472 eig. = do&evrig, ddtivaxog, zu aktv fjXi&iov, fidraiov, 

xevov, eXaxpQov H. (?). 
AXixoxxafloi; Pflanzenname, 'Physalis Alkekengi' (Dsk., BOU 

1 120, 37), in dh-xdxxafiog zu zerlegen; vgl. Stromberg Pnanzen- 

namen 114. 

riiXivS&i), dXlvSco, Aor. rjXloa 'walzen 1 (Ar., hell, und spat). Dazu 
&Xivdov dgofiov dgfidrcov EM, H. — Verbalsubstantiva : 
akivdrjaiq 'das Walzen' (im Staub, von Athleten; Hp., Ruf.), 
dfavdrj&Qa 'Walzplatz' (Ar., Phryn.). — Bildung wie xvAivdem, 
xvMvdw. Naherer Ausgangspunkt unbekannt, jedenfalls zu 
derselben Wortsippe wie eiMm, 11Xa> usw. Zum Ablaut vgl. 
besonders fakq (cod. vaXy)- ax&hr)^ H. und SAvoig. 

(iXtveiv (cod. -veiv)' dfalqieiv H. aXivac inaXeltpai H. Iv-aXaXio/tha 
'eingeritzt' (Kypros). — Verbalnomen ahvatg tow igyaorrjalov 
(Epid.), vgl. Holt Les noms d'action en -aig 137 A. 1. Zu 
dAw[v]ov s. dtea>. 

aUvm steht wahrscheinlich zunachst fiir *dfav-loo und gehort 
zu lat. lino 'beschmieren, bestreichen', urspr. n-Prasens (Perf. 
levi) wie aind. linati (Gramm.) 'sich anschmiegen', falls eigent- 
lich 'ankleben' ; in Betracht kommt ferner air. lenaid 'folgen' ; 
Naheres bei WP. 2, 389. 

&Xi£, -xog m. 'Speltgraupen' (Chrysipp. Tyan. ap. Ath.). Wohl 
mit Walde LEW 2 25 zu dMm; Bildung wie tAtf, xoh.% u.a. 
(Chantraine Formation 382f.). Anders, wenig iiberzeugend, 
Specht Ursprung 114: zu dkirpaoca- ahpvta (s. d.) usw. — 
Daraus entlehnt lat. alica. 



74 fiXio? — dXx^ 

&Xio£ -a, -ov 'fruchtlos, vergeblich', wovon dXioco 'vereiteln', 
beide ep. und poet. (S.). — Man pflegt &Xwg mit ijXi&iog, 
jjXdoxco zu vergleichen und weiterhin zu dXdofiai zu ziehen. 
Der Spiritus asper bleibt aber dabei ungeklart. Spuren von F- 
sind nieht vorhanden, vgl. Sommer Lautst. 98. Schwyzer 461 
A. 5 erinnert an den Ausdruck eig $da>Q ygdipeiv; somit zu SXgl 

fiXiS Adv. 'in Menge, genug' (fast nur ep. und poet.). Da von 
dXidlcog- Ixavwg, fiergicog H. Die Form ydXr ixavov H. be- 
statigt die Zugehorigkeit zu elXco 'zusammendrangen', aXr\g, 
doXXr^g (s. dd.). In &Xig sieht Solmsen Wortforsch. 1, 155ff. 
ansprechend einen erstarrten Nominativ, und zwar entweder 
eines Abstraktums 'Gedrange' oder eines Adjektivs 'gedrangt'. 
Abweichend Meillet BSL 16 p. C (altes Adv. wie avis, X 0> Qk' 
aind. bahih). 

&kxayib> 'verunreinigen' (LXX). Davon dXlayrj/ia 'Verunreini- 
gung' (Act. Ap.). — Expressives Wort unbekannter Herkunft. 
Bq erinnert an dXlveiv. Kontamination mit einem anderen 
Wort? 

&A(axo|xai, Aor. aXwvai 'gefangen werden' (bei Horn, nur Aor., 
sonst ion. att.). — Ableitungen: akmaig 'Einnahme, Gefangen- 
nahme' (ion. att., vgl. Holt Les noma d'action en -aig 105) 
mit dXiboi/iog 'einnehmbar, faBlich' (vgl. Arbenz Die Adj. auf 
■ifiog 61 f.); dXiopa = dvdXm/ia, 'Aufwand' (boot. Inschr.), vgl. 
dvaXioxo) und Fraenkel Nom. ag. 1, 119. — aXcovdxt)- dvdXio/ia. 
XaXxidelg H. unklar; wahrscheinlich verdorben. — Thess. 
FaXlaaxirai und ark. FaXdvroig bezeugen anlautendes /- ; Aor. 
idXwv somit aus *tj-F&X<dv; der Asper kann von aigeiv, eXelv 
eingedrungen sein (Sommer Lautst. 101). — Das i in dXlaxo/iai 
kann zum Suffix gehfiren, ein Ablautswechsel mit to (aus cm) 
in dX&vai (Schwyzer 709 : 4) ist wenig wahrscheinlich und 
jedenfalls nicht zu beweisen; co auch nicht mit Schwyzer 743 : 2 
aus <ov unter Heranziehung von aXvaig (s. d.). 

Gewohnlich wird FaXioxopat, als *'gerissen werden' zu lat. 
vello 'rupfen, raufen', got. wilwan 'rauben', arm. gokmam 
'stehlen' und weiterhin zu gr. ovXri gezogen. Vgl. auch 
dvaXlaxoi und elXoiTeg. Zum Gebrauch von aXlaxofiai s. die 
Abhandlung von Wlaschim (Titel unter ayqa). 

dXlcpoXof yhog dgvog H. — Cuny MSL 19, 199ff. vergleicht 
AXltpXoioq 'Meerkork, Meerrinde (einer Eichenart)' und will 
dementsprechend dXbpaXog aus &Xg und *q>aX(o)- erklaren mit 
AnschluB an tpeXXog, tpXoog, <pXoiag. Ebenso unbefriedigend 
Specht Ursprung 114 (zu dXaxpog, dX<pog usw.). 

&Xu]«* nixga H., s. alyiXup. 

1. &XxVj 'Abwehr, Hilfe'. S. dX££a>. 



&Xkt) — &XXdoo(d 75 

2. fiXxr) 'Elch' (Paus. 5, 12, 1 ; 9, 21, 3). Wie lat. dices, alee (seit 
Caesar) aus dem Germanischen entlehnt. Am nachsten steht 
ano. elgr aus urg. *al3i-, woneben eine Form mit Anlauts- 
betonung anzunehmen ist, urg. *al%-, auf die dices und dXxrj 
zuriickgehen. Die westgermanische Form lautet dagegen mit 
e- an : ahd. elho > nhd. Elch, ags. eolh, und weicht auch in 
der Stammbildung ab, urg. *£lxa(n)-. Slavische Formen wie 
russ. losb 'Elch' fuhren auf idg. *olkis zuriick und ko'nnen also 
mit ano. elgr identisch sein. Eine dritte Ablautsform wird in 
aind. fsya- 'Antilopenbock* vermutet. — Unter Abtrennung 
eines suffixalen -h- wird ahcrj ebenso wie eine Menge anderer 
Worter, u.a. eXaqioi; (s. d.), sehr hypothetisch und unwahr- 
seheinlich auf eine idg. „Farbwurzel" *el-, *ol- 'rot, braun' 
zuruekgefuhrt, WP. 1, 154f., Pok. 302ff., W.-Hofmann s.alees 
mit Lit. Noch kuhnere Kombinationen bei Specht Ursprung 
113ff. 

AXxutov und aXxvtbv (nach aXg), -ovog f. 'Meereisvogel, Alcedo 
ispida' (ion. att.). — Davon dXxvovlg r ds.' (A. R.), dXxvovldeg 
(ri/ieQai) 'Tage der Wintersonnenwende, wo das Meer ruht und 
der Eisvogel sein Nest baut' (Ar. u.a.), auch dXxvoveiot (Arist.) 
genannt. — In dXxvd&v umgebildet (Hdn. Gr. 2, 285) nach 
den iibrigen Vogelnamen und sonstigen Bildungen auf -ddtv. — 
Daraus entlehnt lat. alcedo. 

Herkunft unbekannt; wertlose Spekulationen sind bei Bq 
und W.-Hofmann angefiihrt; s. aufierdem Pok. 304. Ausfuhr- 
liche Darstellung bei Thompson Birds s. v. 

&XA& 'aber, sondern'. S. aXXog. 

(4XX5.;, -dvrog m. 'Wurst' (Hp., Kom. u.a.). Nicht sicher gedeutet. 
Nach einer Hypothese von Kretschmer Glotta 1, 323 eig. 
*'Knoblauchwurst' aus *dXXd-f£vr- von dor. *aXXd aus dem 
Oskischen, vgl. aXXtjv M%avov. Ixalol H. (messapisch nach 
v. Blumenthal Hesychst. 15) und lat. alium. 

iXk&oata, -array, Aor. dXXd^ai 'verandern, vertauschen' (seit 
Horn.). Oft mit Praverb: dia-, it;-, iv-, em-, xara- usw. — 
Ableitungen: dXXayrj (vgl. dXXayrjvcu) Tauseh, WechseF (att. 
hell.) ; davon byz. dXXdyiov 'permutatio, collegium militum' 
>ngr. dXXdyi 'feierlicher Zug, Reihenfolge' (Psaltes Agz-'Etp. 
27, 99ff.). — dXXay/ia 'Austausch, Preis' (Hp., LXX u.a.), 
dXXayfMg 'ds.' (Man.). — 3AXa£ig 'Austausch, Tauschhandel' 
(Arist.); davon, bzw. direkt von dXXdaaco, dXXd£i/ia (soil. 
tfidria) Pap.; Gloss, 'mutatoria', vgl. Arbenz Die Adj. auf 
-i/iog 97 ; erweiterte Form aXXa^ifidgiov (Pap., Olsson Symb. 
Oslo. 4, 62 f.). — dXXaxruedg 'zum Austausch gehorig' (PL, 
Arist. u.a.), dXXdydrtv 'abwechselnd' (Hdn.), dXXd$ • evtjXXay- 
/ihcoQ H., in-, naq-, dpq>-aXM£ (Hp., Th., S., X. usw.). 



76 aWii? — tfXXo? 

dXXdaam ist von aXXog abgeleitet, und zwar entweder durch 
Veirnittlung ernes nominalenGutturalstammes (dXXd^t dXXaxov, 
-#»??; weder die weite Verbreitung von dXXdaaco noch die 
Bedeutung macht direkten Zusammenhang glaubhaft) oder, 
nach unbekanntem Vorbild, mit suffixalem -daam. Vgl. De- 
brunner IP 21, 218f., 227, Schwyzer 725: 4. 

(SXAl!;, -txog f. 'xXafitig', auch 'i/tJioQnTj/ia' H., EM, Suid., die das 
Wort als thessalisch betrachten und es aus hellenistischen 
Dichtern (Kail., Euph.) zitieren, vgl.Hoffmann Dial. 2, 224. — 
Dunkel, daraus entlehnt lat. alicula, s. W.-Hofmann s. v. 

&XXo5an6s 'von anderswoher, fremd' (ion. att.). Von aXXog mit 
derselben Bildungsweise wie rTjXsdaTiog, nmncodanog, nodcmog, 
rj/tedcmdg. Gewohnlich als dXXod-ajiog erklart mit altem neu- 
tralem (lat. aliud) oder analogisch eingefuhrtem -<5-. Das 
Hinterglied ware mit lat. -inquus (longinquus usw.) iden- 
tisch, idg. -nqvo-. Bechtel Lex., Schwyzer 604 A. 1 m. Lit. 
Anders MeiUet BSL 28, 42 ff.: -Scaiog ein sonst unbekanntes 
Suffix (?). 

6cXXo|xai, ep. Aor. dXro (Quantitat unbekannt, vgl. Schwyzer 
751 m. A. 1) 'springen, hiipfen' (seit Horn.). — Verbalnomina 
&Xfia 'Sprung' (ion. poet.), auch als Sportterminus, s. Jiithner 
WienStud. 53, 68ff. ; &Xaig r das Springen' (Hp., Arist. usw.). — 
Aus *&X-io/icu und mit lat. salio identisch. Weitere Verwandte 
(WP. 2, 505) sehr fraglich. In Betracht kommt immerhin aksl. 
slbpati 'aXXofiaC mit slov. sl&p (aus *8oVpo-) 'Wasserfall, 
Schwall, Woge'. Verfehlt Specht KZ 68, 124: slav. p wechsele 
mit fi in aX/ia, da das griechische Verbalnomen natiirlich eine 
einzelsprachliche Neuerung ist. 

&XX.O; 'anderer'. — Abstraktbildung dXXorrjg f. (Arist. Komm.) — 
Adjektivbildung auf -olog (nach roiog, nolog, olog) dXXolog 
'andersartig, verschieden' (ion. att.); davon dXXouirrig 'Ver- 
schiedenheit' (Hp., PL) und dXXoKodqg 'von fremdem Aus- 
sehen' (Aret., Vett. Val.). Denominatives Verb dXXoiow 'ver- 
andern' (ion. att.) mit dXXolcoaig 'Veranderung, Verschieden- 
heit' (PL, Arist. u.a.), dXXoCm/ta 'da.' (Damox.) und dXXouoTi- 
xog (Arist., Gal.). — Uber dXXdaaco s. bes. — Mehrere Adverb- 
bildungen: aXXo&ev usw., dXXaxfj usw. Zu dXXodaTwg s. bes. — 
Durch Wiederholung entstanden dXXrjXcov (Schwyzer 446 A. 8, 
614). — Von einem Adverb auf -xq-, das der Bildung nach 
aind. anyd-tra 'anderswo' entspricht, stammt dXXorotog 'alie- 
nus, anderen gehorig, fremd' (seit II.). Davon wiederum 
dXXoTQtoTijg (PL, Arist. u.a.), dXXorouia) (ion. att.) mit dXXo- 
zQiaoig (Th., hell.). Schwyzer 326 Zus. 5, 630f. : 6. — Aus dem 
Neutr. aXXa stammt die Partikel dXXd (Schwyzer-Debrunner 
578). — Uber aXXo- in dXXo-tpoovico, ~-(pdoam vgl. fjXdoxaj. 



otXjjLot — aXooru8 vrj 7 7 

aXXog, kypr. attoj entspricht ganz arm. cm/£, lat. alius, got. 
aJ/tff, air. aife 'anderer' (gall. Allo-broges), tooh.B alye-k, A 
aM; (mit sekundarer Entpalatalisierung nach mattah 'selbst', 
Pisani 1st. Lomb. 75, 8). Fraglieher Versuch, dXXog mit aind. 
aryd- (urspr. Bedeutung unbekannt, eig. 'fremd'?) zusammen- 
zustellen bei Specht KZ 68, 42ff. Neben idg. *alio- steht 
*anio- in aind. anyd- 'anderer'. Hypothesen iiber ihr gegen- 
seitiges Verhaltnis bei Debrunner REIE 3, 1 ff. 

aXfMt (Lyk. 319) = aXaog, s. d. 

dXoaa) 'dreschen' s. aXwtf. 

&\6t) f. 'Aloe' (Dsk., Plu. u.a.). Wie aydXoyov (s. d.) orientalisches 
LW aus unbekannter Quelle. Vgl. auBer der dort genannten 
Lit. auch Lewy Fremdw. 36. 

&\o%, -xog f. 'Furche' (Trag., Kom.). Mehrere Nebenformen : 
adXag (Hes., Hdt., Pi. uaw.) &Xxa, -ag Akk. sg. und pi. (ep.), 
<bXa£ EM 625, 37, als dorisch bezeichnet, aus der Lit. nur 
durch das Komp. 6/i-d>Xaxeg (A. R. 2, 396, nach den Soholl. 
dor.) bekannt. Ferner evXdxd 'Pflug' mit dem lakon. Fut. inf. 
evXa£elv (Orac. ap. Th. 5, 16). Umbildung zum a-Stamm 
mit gleichzeitiger Aspiration des Gutturals aueh in avXdxw 
i\ vwig H. Aufierdem SXoxeg (cod. oXoxevg)' avXaxeg H. — Ab- 
leitungen: aXoxfcoi 'Furchen Ziehen, pfliigen' (Ar., Lyk.); 
avXaxl^m 'ds.' (Pap. usw.) mit dem Verbalnomen avXaxia/wg 
(Pap.). Aufierdem von aSXa£ die seltenen und spaten Nomina 
aiXaxoeig (Max.), avXaxmdiqg (Eust.), avXdxiov Demin. (Schol.). 
Das Verhaltnis der verschiedenen Formen zueinander 
kanii nicht mit volliger Sicherheit festgestellt werden. Nach 
Solmsen Unt. 258ff. steht ep. &Xxa(g) fur *doXxa(g) aus 
*afoXxa(g) mit sekundarer Kontraktion (xard d>Xxa NT 01 
fur ursprungliches *xai' SfoXxa). Durch Umstellung von 
*aoXx- ware <5Ao£ entstanden. Neben der Vollstufe *d-FoXx- 
stehe die Schwundstufe *d-FXax- in aSXag und, mit ver- 
sehiedener Vokalprothese, *i-FXax- in etiX&xa. Die iibrigen 
Formen seien durch Verschrankungen hervorgegangen. (Ver- 
fehlt v. Blumenthal Hesychst. 43.) — Nach Pisani JF 53, 29 
gehort atiXag zu avX6g und ist von aAof und den iibrigen 
Formen zu trennen. 

aXo£ usw. gehort als altes ablautendes Wurzelnomen zu 
dem in lit. velleU, aksl. vlekp, aw. varak- 'ziehen, sehleppen' 
vorliegenden Verb, Grundbedeutung also 'die (sich) Ziehende'. 
Eine Parallelbildung liegt in eXxcu (idg. selq-) vor. Die Ver- 
suche, idg. llelq- und selq- in eine gemeinsame Grundform 
suelq- hineinzuzwingen (zuletzt Specht KZ 66, 25f.), haben 
wenig Wert; eher liegen alte Reimworter vor. 

dXoouSvr) f . Beiwort der Thetis Y 207, der Nereiden A. R. 4, 1599, 



78 £XnviOTO$ — SX? 

Name einer Seegottin 8 404. Eigentliche Bedeutung unsieher; 
oft mit &Xg und tiding verbunden ala „Meereswoge", s. fidcog. — 
Qdvtu' iyyovoi, ovvrgoym und ifdvr]g' eldibg, efineigog H. sind 
naturlich aus dXoavdvrj erschlossen. 

&XnvL<no£ Pi. I. 5 (4), 12; enaXnvog Pi. P. 8, 84 = rjdvg, ngoorjvrjg 
(Soh.); dXnaXiov aycairjrdv H., woraus dgnaXiog durch Dissi- 
milation entstanden sein kann, vgl. dgndCio. Hierher auch 
nach Bechtel Namenstudien 5f. der Name AXTioviSrjg (Insohr. 
Karthaia). — Statt ahtvioroQ will Wackernagel KZ 43, 377 
mit guten Griinden *&Xmorog lesen, das somit eine regelrechte, 
auf der Schwundstufe (vgl. unten) gebaute primare Super - 
lativbildung ware und tatsachlich als Eigenname iiberliefert 
ist {A. Pers. 982 ; Text allerdinga luckenhaft). Als Hinterglied 
enthalt inkthivog einen r-n-Stamm *aXnag, dXnv-, woneben 
aXnaXlog wie niaXeog neben niag, nicov (vgl. *Hhuov in AXno- 
vldrjs). Vgl. Benveniste Origines 15; ungeniigend Bechtel I.e. 
und Stromberg Greek Prefix Studies 94f. S. auch Seiler 
Steigerungsformen 79 f. 

akn- aus *FaXn- gilt als Schwundstufe von *Feht- in 
IXnoftat, IXnig, s. d. 

fiX§, dXog m. 'Salz' (sehr oft Plur.), f. (nur Sing.) als poetische 
Benennung des Meeres (nach ddXaoaa oder als Kollektivum?) ; 
seit Arist. aXag, -arog n. aus dem Akk. plur., s. zuletzt Leu- 
mann Horn. Wdrter 160 f. m. Lit. — Mehrere Ableitungen. 
1. dk-fir) 'Salzwasser, Salzlake' (seit Od., vgl. Chantraine 
Formation 148) mit zahlreichen Ablegern: dX/iala 'ds.' (Ar., 
Nik.), dlfidg (eXala) 'eingepokelte Olive' (Kom. usw.), dX/ivgog 
'salzig, bitter' (seit Od.), nach Schwyzer 482 : 6 aus *dXvgog 
(vgl. dXv-x6g) umgebildet; von dXfivgog stammen dXfivgcbdrjg, 
dX/ivgorrjg und die Verba dXpvgltco, dXuvgom, auBerdem noch 
dX/tvgig f. 'salziger Boden, salzige Plussigkeit' usw., vgl. 
7iXi)fivgig und dXifivgrfeig (s. fitigo/zat), auBerdem Chantraine 
231 ; von aX/itj ferner dXn^eig (A.) und dX/ieva> 'einpokeln' 
(Dsk.) mit dXftevaig, dXfievzi^g. — 2. dXiog, (-a), -ov 'zum Meere 
gehorig' (ep. poet.) mit dXidg f. 'Fischerkahn' (Arist., D.S.). — 
3. dXia f. 'SalzfaB' (Kom., hell.). — 4. aXivog "aus Salz be- 
stehend' (Hdt., Str.). — 5. dXifiog 'zur See gehorig' (Trag. 
adesp., LXX), SXifiov Pflanzenname, vgl. Arbenz Die Adj. auf 
■i/iog 20, Stromberg Pflanzennamen 97, 114. — 6. dXhrjg 
'salzig, zur See gehorig' s. Redard Les noms grecs en -zrjg 39, 
88, llOf. — 7. dXl£a> 'salzen' (Arist. usw.) mit dhofidg (Sor.), 
dagegen nicht dhafia 'Alisma plantago' (Dsk.), s. Stromberg 
115 (unerklart). — 8. Nach dXiog, aXivog u.a. und in An- 
lehnung an dXi- als Vorderglied (fur dX- nach den i-Stammen, 
nicht lokativisch mit Schwyzer 476: 5, 1; s. auch BoBhardt 



dXoo; — &Xo£a 79 

Die Nomina auf -evg 32) dXisvg 'Fischer' (seit Od.) mit 
dXisvco 'fischen' (LXX, NT, Plu. usw.), -evofiai (auch Kom.), 
und dXievrixog 'Fischern od. dem Fischen gehorig' (PL, X., 
hell.); von dXtevm wiederum dXtevrrjg 'Fischer' (Kerk.), von 
dXievg oder dXisvm: dXtela 'Fischfang' (Arist., Str.), von dXisvw : 
dXlev/ia 'ds.' (Str.). — 9. dXi-ddrjg 'Seemann' (S. lyr.). — 
10. dXt-aQog 'salzig' (Eust.). — 11. dXv-xog 'salzig' (Hp., Arist. 
u.a.) mit dXvxoxrjg (Arist.), dlvxlg f. 'Salzquelle' (Str. u.a.), 
dXvxd>dr]g (Hp.; auch Thphr. HP 9, 11, 2 fur codd. dXixmSr/g 
zu lesen), dXvxela 'das Einsalzen' (Ptol.); die w-Erweiterung 
wird auch im FluBnamen AXvq vermutet. — 12. Vom Neutr. 
to aXag stammen die spaten Bildungen dXdrtov (Demin.), 
dXdrtvog, dXarfcco und dXanxdv 'salarium' (Gloss.). — Zur Be- 
deutung von dA? s. Lesky Herm. 78, 260ff., Blumner Philol. 
26, 447, Kopp Das physikal. Weltbild d. fruhen griech. Dich- 
tung. Diss. Freiburg (Schweiz) 1939, 75. 

Altes Wort, das in den meisten idg. Sprachen erhalten ist : 
lat. sal (sekundareLangung), arm. al (i-Stamm), lett. sals, aksl. 
solb (i-Stamm, wohl sekundar neben dem Konsonantstamm 
in slam 'gesalzen' aus *solm), toch.B salyiye, A sale. Eine d- 
Erweiterung in got. salt 'Salz' usw., arm. alt, und im Balt.- 
Slav., z. B. lit. said-its 'sufl', aksl. sladb-H 'ds.' ; zur Bedeutung 
s. J. Schmidt Pluralbild. 182. Auf Grand von aksl. slam, air. 
salann 'Salz', gr. dXaaiv vet (Suid.) setzt Schmidt a.a.O. einen 
obliquen Stamm *sal-n- neben den Nom. *sal-d oder *sal-i 
an, eine unsichere Annahme, fur die jedenfalls der an- 
scheinend spate griechische Ausdruck keine Stiitze bilden 
kann. S. auch, mit teilweise hypothetischen Annahmen, 
Benveniste Origines (Index 217). — Das Wort fehlt im Indo- 
iranischen, sofern nicht aind. salild- n. 'Meerflut' als *'salzig' 
hierher gehort (Thieme KZ 69, 215 A. 1). 

fiXoo? n. '(heiliger) Hain, geweihte Statte' (seit II.). — Ab- 
leitungen: dAffaJd^'zumHain gehorig' (E. in lyr., Thphr. usw.), 
dXorfideg vv/iipai (A. R., nach NrjQrjideg usw.) ; dXaivtj 'Parietaria 
lusitanica' (Thphr., Dsk.); aXoa)/ia und dXaatv = aXaog (Aq.). 
Unerklart. Der Name des hi. Tempelbezirks in Olympia 
ZlXrig f., der nach Paus. 5, 10, 1 mit akaog gleichbedeutend 
ist, legt fur akaog eine Grundform *&Xxlog nahe; das synonyme 
dXfia (Lyk.) erklart sich formal am einfaehsten aus dX- 
'nahren' (s. dXdalvco, aX&alvw). HXrig und aXaog mithin eigent- 
lich Verbalnomina „Wuchs, Wachstum", was indessen seman- 
tisch ziemlich blafi und nichtssagend ware. S. aufier Bq WP. 
1, 90 A. 1, wo auch andere Deutungen erortert werden. 

SXo£cr aXvnov H. Hypothese bei v. Blumenthal Hesychst. 34: 
aus *d-Xvy-ia zu Xvyoog, XevyaAiog. 



80 &Xuxtoji&>t) — &X6to 

&XuKTon^8T) (Hes., A. R., AP usw.) Bezeichnung einer Fessel, 
wahrscheinlich nach dem Vorbild von larojiedrj (Od.) gebildet, 
s. Bisch IF 59, 26 m. Lit. Vorderglied nicht ganz klar; nach 
Schulze KZ 28, 280 (= Kl. Schr. 360) zu aind. ruj- 'brechen', 
was von Risoh nicht ohne Grand bezweifelt wird, indem er 
dafur einer Kontamination von aforcoq und aQQrjxrog (n&5w; . . . 
deorjxrov; AXvrovg 2V36f.) unter Mitwirkung von dXvaxm, 
dXv£a> das Wort redet. 

&Xuoi$ f. 'Kette, Fessel, Kettensehmuck' (ion. att.). — Davon 
die hellen. Deminutiva dXfoiov und dXvaiSiov, auBerdem 
dXvatd-mrog 'aus Ketten bestehend' (Plb., D. S. usw.) und 
aXvorjSov 'in Ketten' (Man.). — Bigentlich 'Windung' aus 
*fdh)-Ti£, zu FeXv-xqov 'Umwindung', elXvca 'umhullen' (s. d.) 
usw. Frisk Eranos 43, 225 ff. 

SXuaoov n. Pflanzenname (Dsk. usw.). Von a privativum und 
Xvoaa 'Wut', wegen der angeblichen Heilkraft des Samens 
(Dsk. 3, 91). Vgl. Stromberg Pflanzennamen 91. 

&Au-ra<; m. = oaf}do(p6QO$ f) [iaariyo<poQoq (EM 72, 15), elische 
Polizeibehorde (Inschr., EM). Davon wahrscheinlich als De- 
nominativum a forearm (cod. dXvTcnai)- nagcarjQei H. Kompo- 
situm dXvrdQxrjg 'Befehlshaber der aXvtaf (Inschr., Luk.). — 
Aus *fcdv-rdg „Stabtrager" zu got. vkiIus 'Stab', awno. vglr 
'runder Stab' s. Bechtel Dial. 2, 863, G6tt. Nachr. 1920, 247; 
nach Krahe Glotta 22, 123f. illyrischer Herkunft. 

&Xfao nur Prasensstamm bis auf dXaXtio&cu- (popEia&cu, dXveiv H., 
'auBer sich sein', vor Schmerz, vor Angst, gelegentlich auch 
vor Freude, 'irren' (poet, seit II., spate Prosa). — Nominale 
Ableitungen, vorwiegend von den Medizinern gebraucht: 
dXvo/uis mit aXvoficodr)*;, &Xvais, dXvxr] 'Angst, Unruhe' ; s. auch 
dXdXvyg. Retrograde Bildung aXvg 'Unruhe', auch 'Lange- 
weile' (Hp., Zeno, Plu. u.a.). — Verbale Bildungen: dXvaxm 
mit dXvoxd£co und dXvaxdvco s. 2. dXia. — dXvaaco, Fut. 
dXvg(o — dXvco (ep. ion.), -aam wohl nur erweiternd; Stamm 
dXvx-, vgl. dXvxrj, jedoch nicht ausgeschlossen. Ein x-Element 
auch in dXvx-z6a>, Peri. dXaXvxxrjtiai (ep. ion.) 'sich angstigen' 
und in dem erweiterten dAuxrdfco 'sich angstigen, irren' (B., 
Hdt.), vgl. Schwyzer Melanges Pedersen 70, Bechtel Lex. 
s. d/USco. — Weiterbildungen auf -crrdCco, -crralvco (vgl. 
Schwyzer a.O., Gramm. 706 : 4) : dXvordZco- dXvm H. und 
dXvtnaivm, dXvo&atvco H., EM; die Form mit (auch Nik.) 
vielleicht in Anlehnung an ao&evrjs, -ito, vgl. dXva&heia- 
do&iveia EM 70, 45. AuBerdem aXvafi/taivco 'schwach, krank 
sein' (Kail.) und dXvdfiaiveiv dXvetv, dnoQeivK.; Naheres bei 
Debrunner DJ 21, 23. 



SXtpa — &\ip6c, 81 

dXvco wird wie aXeo/im (s. 2. dXia) als eine w-Erweiterung 
(Vorbild?) von dX- in dXdo/iai (s. d.) betrachtet. t3ber die ver- 
fehlte Zusammenstellung mit aind. rosati 'aufgebracht sein' 
s. WP. 1, 88 A. 1, Pok. 27 A. 2. 

fiXcpa n. (PL, Arist. usw.) aus hebr. 'aleph mit hinzugefugter 
Vokalstutze (Sohwyzer 140 y m. Lit.). Ebenso {Hjra aus hebr. 
beth. Durch Zusammensetzung dXydprjTog m. f. ; naheres bei 
Schwyzer KZ 58, 199ff. 

&X<pdv<o (Kom., E.), dXrpaivco (H., EM), Aor. dAyefv (seit Horn.) 
'verdienen, erwerben'. — Ableitung: dXipi?j 'Erwerb' (Lyk.), 
aXcprjOiQ (Gloss.). Hierher oder zu aXtpi das in Opposition zu 
(bfiTjOTtfg gebildete dX<pi\oxr\z in dem ep. Ausdruok dvigeg 
dhfr\axal (Od. u.a.), auch als Fischname (Epich. u.a.'), mit 
dXtp?}<mx6s (Arist. u.a.), vgl. Stromberg Fischnamen 56f., wo 
Zusammenhang mit dXcpalvw im Sinn von 'd/ielpw, dvrtxataX- 
Xdaato' (unverwandt; zu dX<po<;1) vermutet wird. 

Der thematische Aorist dXtpeiv fallt bis auf den Akzent 
lautlich mit aind. drhati 'verdienen' zusammen und hatte 
vielleicht vor dem Aufkommen von dXydvco prasentische 
Geltung. dfopr) stimmt formal ganz zu lit. algd 'Lohn', iat aber 
damit nicht urverwandt, sondern parallele griechisehe Neu- 
bildung. Nach Fraenkel Gnonom 22, 236 enthalten die griech. 
Worter sonant. / im Gegensatz zu der Vollstufe (el-, ol-) der 
indoir. und bait. Worter. — Ausfuhrlich fiber dXq>dva> Froehde 
BB 3, 12f. 

#Xcpi n. 'Gerstengraupen, Gerstenmehl' (A. Ger. 208), PL aXtpixa 
(seit II.), woraus ein neuer Sing. dXiptrov, bei Horn, nur im 
Ausdruck dXxphov dxrr). Urspriinglicher Plural vielleicht 
*aX(pava als i-n-Stamm wie aind. dsth-i, asth-n-da 'Knochen', 
vgl. dXlcpaxa.- &Xq>ixa r; aXevqa H. — Ableitungen: dX<pnr]Q6q 
(Antiph., Herod.), dX<pnevs 'Miiller' (Hyp.), dXgnrevco 'Gerste 
mahlen' (Hippon.) mit dXyixeCa (Hyp., Poll.) und dX<pireiov 
(Poll., AB). Aufierdem dX<pniO[<i6q 'das Einmischen von 
Gerstengraupen' (Inschr. Delos) wie von *dXq>ixl£eiv; dXiptrrjdov 
(Dsk.). 

afapi kann mit alb. el'p, el'bi 'Gerste' (aus idg. *albhl N.pl.) 
identisch sein, s. zuletzt Jokl Festschrift Kretschmer 92. 
Hierher auch nach Vasmer Stud. z. alb. Wortforschung 1 
(Dorpat 1921) 16ff. turko-tatar. usw. arba 'Gerste' aus iran. 
*arbi. aXqii hangt wahrscheinlich mit dXq>6g zusammen (vgl. 
Xevx' SXipixa 27 560), s. Osthoff IF 8, 66 f. m. Lit., aufierdem 
Specht Ursprung 68 und 114. Zur Bedeutung noch Moritz 
Class. Quart. 43, 113ff. 

&X<p6£ m. 'weifier Ausschlag, lepra' (Hes., Hp., Plat., Thphr.). 
Ableitung dXq>wdijs 'leprosus' (Gal., Vett. VaL). Als Adj. bei 

Frisk, Griech. etym. W8rterbuch 6 



82 dXcoi*! 

Hesych: dXtpovg- Xevxovg, daneben dXaxpovg- Xevxovg. Da von 
afapivta- rj Xevxtj. IIsQQaifiol H. 

dXipog ist mit lat. dttms, umbr. alfu 'alba' identiseh; eine 
Erweiterung mit idg. d-Suffix <s. xe/idg) liegt vor im germ, 
und slav. Wort fur 'Schwan', z.B. ahd. alhiz, aksl.lebedb. 
Unter den zahlreichen Ortsnamen, die hierhergezogen worden 
sind, sind besonders zu erwahnen die Flufinamen AX<pei6g, 
lat. Albula, ferner lat. Albis = nhd. Elbe, auch ano. eljr 'FluB' 
als Appellativ, falls eig. „Weifiwasser" (vgl. Schulze BerlAkSb 
1910, 797 = Kl. Schr. 120f., WP. 1, 93, Pok. 30) ; zu den Flufi- 
namen jetzt besonders Krahe Beitr. z. Namenforschung 4, 40ff. 
— Die Form dXaxpog (H.) kann an und fur sich an arm. alavmi 
'Taube' (idg. *ah-bh-n-) angekmipft werden; auf eine zwei- 
silbigeWurzel vor -bh- scheint auch die Intonation von serb. 
lab&d 'Schwan' zu fuhren (PedersenKZ 38, 313). Hierher wohl 
auch aXipi (s. d.). Ausfuhrlich iiber dXrpog Osthoff IF 8, 64ff. 
— Da idg. bh als Suffix in Farbenbezeichnungen sehr ver- 
breitet ist, offnet sich die Moglichkeit, al(o)- als Stamm- 
element abzusondern, wodurch eine Briieke zu den ver- 
schiedenartigsten Farbenbezeichnungen und Bezeichnungen 
farbiger Gegenstande geschlagen wird, s. insbesondere die 
z.T. sehr abenteuerliehen Spekulationen bei Specht Ur- 
sprung 114f. 
&X(>)^ f. 'Tenne, bebautes Land, Garten' (ep.), auch 'Hof (um 
Sonne und Mond)' (Arat.). Daneben aXwg, Gen. -to, auch -coog 
und -(ovog, zu welch letzterem ein neuer seltener Nom. aXcav, 
'Tenne', auch 'Getreide auf der Tenne' (Pap.), iibertragen 
'Rundung' von verschiedenen Gegenstanden (Schildrand, 
Sonnen- und Mondscheibe, Vogelnest, Sonnen- und Mondhof 
usw. ; ion. att.). — Ableitungen: dXwevg 'Landwirt, Bauer" 
(A.R., Arat., bei Horn, als Eigenname); dXaieivog (AP) und 
dXwtog (Nik.) 'zur Tenne gehorig', AXmidg, Beiname der Ar\<b 
(Nonn.). — dXwv-'w. 'Tenne, Getreide auf der Tenne' (Pap., 
Ath. u.a.), Demin. dXmv-iov (Gp., Hdn.); dXwv-ixog (Pap., 
Ed. Diocl.). Denom. dXmv-Evo/iai (App.), dX(ovt£co (H.) 'auf der 
Tenne arbeiten'. — Vom Vokalstamm abgeleitet dXodw, ep. 
dXoidco 'dreschen, zerschlagen', auch als Hinterglied in Jicrro- 
aXoiag usw. (att. und spat, Schwyzer 451: 4). Davon dXorja/j-og 
'Dreschen', dXorjTrjg 'Drescher', dXotjTQa pi. 'Drescherlohn', 
samtliche aus den Pap. bekannt. Auch dXoirprjQ 'Drescher' 
(Nonnos, AP), dXo(l)riaig (EM, Gloss.). 

Herkunft unbekannt. Die kyprische Hesychglosse aXova- 
xrjnot, womit kypr. a.la.vo (= aXfco?) irgendwie zusammen- 
hangt (Hoffmann Dial. 1, 71), lafit auf ein urspriingliches 
*dXo>Fr) schlieflen, dessen Verhaltnis zu aX<og mehrdeutig ist ; 
viell. co aus 6u (Schwyzer 479 : 7 mit A. 7). Nach Schwyzer I.e. 



aXu>nTj§ — 'A(xa^u)v 83 

eigentlich 'Bund', zu idg. uel(u)- 'winden', aber dann mussen 
die kyprischen Worter ausacheiden. Weitere, noch unsieherere 
Ankmipfungen bei Bq, WP. 2, 407 f. m. Lit., bes. Solmsen 
Unt. 104ff. Auch semantisch sind d%(ar\ und tiling noch der 
Erklaning bedurftig. 

4Xxojo)5, -sxog f. 'Fuchs' (ion. att.). Mehrere Ableitungen, alle 
ziemlich sparlieh belegt: Demin. dXomlxiov (Ar.); dAamexir], 
-i\ 'Fuchsbalg' (Hdt. u.a.); aXwnexia Name einer Haar- 
krankheit (Arist.), in dieser Bedeutung auch dXamsxlaoig 
(Gal.), vgl. Holt Lesnoms d'action en -aig 137 A. 3; akomexiag 
m. 'mit dem Zeichen des Fuehses gebrandmarkt' (Luk.); 
dXmnexlg f. = xvvakamrfe (X.), auoh 'Kopfbedeckung aus 
Fuchsfeir (X.) und 'Art Weinrebe' (Plin.); in der letzt- 
genannten Bedeutung auch dXmnixemg (H.), wohl mit An- 
spielung auf die Fabel des Aisopos (Stromberg Pflanzen- 
namen 139); dXomExidevg m. 'junger Fuchs' (Ar.), vgl. Chan- 
traine Formation 364; auBerdem die Adjektiva dXmnixeiog 
(Gal. u.a.), dXconexwdrjg (H., EM). — Ferner das Denomina- 
tivum dkiOTiexi^co 'sich als Fuchs benehmen', d. h. 'hinter- 
listig sein'. 

aXmnrj^, -exog entsprieht bis auf den Stammauslaut arm. 
alues (e sekundare Dehnung), Gen. -esu 'Fuchs'. In Betracht 
kommen auch andere Worter fur 'Fuchs' oder ahnliche Tiere, 
zunachst lit. lape und lett. lapsa (mit s aus idg. h = gr. xl). 
Aind. lopaid- 'SchakaF und mp. ropas 'Fuchs' weichen im 
Vokal ab (urspr. Diphthong). Noch entlegener sind lat. volpes 
'Fuchs', lit. vilpiSys 'wilde Katze'. Es ist unmoglich, diese 
Worter auf einen Nenner zu bringen. Falls alle iiberhaupt 
miteinander verwandt sind, muB es sich z. T. um Ent- 
lehnungen, vielleicht auch um absichtliche Verdrehungen in 
euphemistischer Absicht handeln. Lit., auBer WP. 1, 317f., 
Nehring Glotta 14, 184, Liden KZ 56, 212ff., Fraenkel KZ 63, 
189f., Hermann KZ 69, 66. — Eine Kurzform ist dXamd (Alk., 
H.), dXmmog (Hdn.), vgl. Schulze KZ 52, 311 ; eine Vermutung 
iiber die Entstehung bei Sommer Nominalkomp. 5 A. 5. Da- 
von dAa>;i«t!er dnxvevet H., vgl. ngr. (Kreta) Xayovevm 'nach- 
spiiren' von Xaywg, Kukules Hex- '^f- 27, 70f. 

fifjwt 'zusammen, zugleich'. Ableitung afivdig (aol.) 'zusammen'. 
Enthalt die Schwundstufe des in elg, 6/iog vorliegenden idg. 
sent-, som-. Uber das unklare auslautende -a s. Schwyzer 
622:8. Neben d/ia steht dor. dfia, eig. Instrumental, s. 
Schwyzer 550. — Vgl. 2. d/ido/iai und die ebenda genannten 
Worter. 

'Afia£<i>v, -ovog, gew. pi. (seit II.) mit den Ableitungen Afia- 
£ovldeg (Pi., Kail.), Afia£ovixog und Afta£6viog (beide spat). 

6* 



84 fi|*o«-os — ' AtK&S'eia 

— Nicht sicher erklart. Naoh Lagercrantz Xenia Lideniana 
(1912) 270ff. aus einem iranischen Volksnamen *ha-mazan- 
eig. Appellativ 'Krieger', vgl. apataxaQav (ir. har- 'machen')- 
noXe/islv. IleQaai H. Vgl. (idxofiai. — TJnwahrscheinlich 
Jacobsohn KZ 54, 278 ff.: echthellenisoh aus *a-mangion- 
„die Mannlose", zu aksl. rnpzt. 'Mensch' usw. 

fi|iO»o? f. 'Sand' (ep.). Davon dfia&lTig f. 'im Sande lebend' 
{xoyxog, Epich.), auoh ON (J., s. Redard Les noms grecs en 
-vrjs 164); drj,a&d>dr)g 'sandig' (Str.), Afia&ovg kypr. ON. 
Denominatives Verb d/ia&vvio 'zu Staub machen, (als Sand) 
zerstreuen' (ep. poet.). — Wahrscheinlich mit Hauchdissi- 
milation zu mhd. sampt aus idg. *sam3dho- ; daneben mit 
urgerm. Assimilation md > nd nhd. sand usw. Gewohnlieher 
als afia9og r iBt ipdfia&og, das wie y>d/ifiog zu yirjv usw. gehort; 
daneben das jiingere afifiog. Zwei ursprunglich verschiedene 
Worter sind wahrscheinlich wechselseitig miteinander kon- 
taminiert worden, s. Giintert Reimwortbildungen 119f. 

dfuugJidxcTo;, (-n), -ov episches Beiwort unsicherer Bedeutung; 
vom Epos drang es auch in die lyrische Sprache ein. Wegen 
der nicht naher feststellbaren Bedeutung schweben alle Er- 
klarungsversuche in der Lufb (: [uaeqag, /lai/ido), paxo/iail, s. 
Bechtel Lex., Debrunner GGA 1910, 12). Da das Wort wahr- 
scheinlich schon den Rhapsoden nicht recht verstandlich war, 
wurde es in verschiedenen Zusammenhangen ziemlich will- 
kurlich gebraucht. 

(iuoXSuvcj 'zerstoren, schwachen, entstellen" (ep. ion.). Wahr- 
scheinlich faktitives Denominativ von *dfiai.Svg, bis auf den 
(prothetischen?) Anlautsvokal = lat. molUs (< * moldifis), 
aind. mrdti- ; mit anderem Ablaut arm. mdh. Falls nicht 
prothetisch, konnte d- im Anschlufl an die Privativbildungen 
hinzugefugt sein (oder nach d/ictAds?). Neben *d-fiaXdvg ateht, 
mit anderer Behandlung des sonantischen I, flXaSvg in pXaSelg 
(s. d.)- ddvvaroi i£ ddwdzcov H., wohl auch in /Uoc&Sa (Konj. 
Hp. Aer. 20) ; ferner, nach einer glaubhaften Vermutung bei 
Gal. 19,88, pXadaQds < *fihxd- 'sehlaff', mit dem bekannten 
Suffixwechsel v : go (cdaxovn : aloxo6g). Vgl. pikdopai, paX- 
daxog, auBerdem dfiaMg und apflMs, des weiteren auch 
Pteirva und fivkt], Altere Lit. bei Bq und WP. 2, 288. 

*Au4Xdcta, ion. -ein oder -in f. Mythisches Wesen (Jungfrau, 
Nymphe), aus dessen nie versiegendem Horn u.a. das Zeus- 
Kind ernahrt wurde (ion. att.). — Davon Aftcdfolov Landhaus 
des Atticus in Epirus (Cic). Retrogrades Verb dfiaX^evm 
= xqitpm (S., H., EM). — A/mX&eit) geht wahrscheinlich auf 
A/iak&ea-ia zuriick; durch sekundare Umbildung entstanden 
ApdkMn und AfidX&eia (Schwyzer 469:4; kaum richtig 



fifjuxXXa — fijjia^a 85 

Wackernagel Syntax 2, 288). Grundwort also *d-/icd&fc zu 
*fidA&OQ, das formal = aind. mfdhas- n. etwa 'Vernaehlassi- 
gung, Fehlschlag, Mangel' sein konnte. Vgl. naX&axot;. 

<S|juxXXa f. 'Garbe' (Soph, u.a., dficdXoderiJQ 'Garbenbinder' II.). 
Davon dfiaXXevm 'Garben binden' (EM) und d/iaXXetov (dfidX- 
Xiov) (Kail. Kom., H., Eust.). — Femininableitung auf -w von 
einem Z-Stamm, der ehestens an dfido/nai 'sammeln, haufen' 
und S/ia anzukniipfen ist ; zur Bildung vgl. lat. simul usw. 
Solmsen Wortforschung 193f. 

&(j.aXoy(a f. v. 1. Alkiphr. 4, 18, 10, Gloss. ( = dftSriQiTio/ids, 
garrulitas). Von dftaXdyog- cpMaQoq, garrulus (Gloss.). — 
Nicht sieher erklart. Nach Latte Glotta 32, 37 f. (mit Wila- 
mowitz) haplologisch fur *dfiaXXoXoyla eig. 'Garbenlese', 
dann 'das dabei gesungene Lied' = 'Geschwatzigkeit'. Sehr 
hypothetisch. 

d|xaX6? 'schwach, zart* (ep. poet.). Davon wahrscheinlieh 
dfiaXfXJot- d<pavl£ei H. und d/iaXdnTto (S., Lyk.), nach flXdnxw, 
ddnrco, s. Debrunner IF 21, 212. — Nicht sieher gedeutet. 
Vielleieht zu einer Sippe 'zerreiben, mahlen' (s. fivXrj) und mit 
d/iaXdvva> (s. d.) indirekt verwandt. Man zieht hierher auch 
dpfSXvg 'kraftlos, stumpf aus *d-/iX-vg. In beiden Wortern 
ware somit d- als prothetisch zu betrachten. Vgl. Winter 
Prothet. Vokal 31. S. auch ftaXax6g. 

&(id(( Mc ^ u €> -v(d)os f. 'die an zwei Pfahlen hochgezogene Wein- 
rebe' (Sapph., Epich.). Unerklart. 

6niay.t]\i<;, -[dog f- 'eine Baum- oder Strauchart mit efibaren 
Fruchten', vielleieht 'Mispel* (Hp., Aristomen., Ath.14, 
660c — e). Aus der ausfuhrlichen Beschreibung bei Ath. geht 
hervor, daB die Gewahrsmanner iiber die Bedeutung uneinig 
waren, und ebenso, dafl die Form wechselt (6fioftr]M$, imptrjXlQ). 
Jedenfalls Femininableitung eines *d/id-firiAog mit Beziehung 
auf prjXov. 

&|idvav* &fia£av H. Nach v. Blumenthal Hesychst. 34 aus einer 
unbekannten idg. Sprache (Grundform *sm-aks-na) und mit 
Sfiaga verwandt. Sehr fraglich. — Nach Banateanu REIE 
3, 145 kleinasiatisch. 

djjuivSaAov = dtpavig (Hdn. aus Alk.), davon d/iavSaXoV dqxtvl&i, 
(tXdbtrei H. Nach Hdn. zu d/xaXMvm; ebenso (zweifelnd) Brug- 
mann Grundr.* 1, 437 (aus *dpdXdaXos dissimiliert). 

Snurfqa, f. '(vierradriger Last)wagen' im Gegensatz zu &Q(ia, dem 
zweiradrigen Streitwagen (ion. att. seit II.). Mehrere Ab- 
leitungen: dfiaglg f. (Hdt., Ar.), &fid£iov (Arist.), beide demin.; 
a/iagialog 'wagenlastschwer' (D., X., Arist. usw.), zum maB- 
bezeichnenden Suffix -laiog Chantraine Formation 49; dfta^t- 



86 <i|idpa — &fxapetv 

xog 'zum Wagen gehorig' (Thphr.); d/ia^grjg eig. 'an den 
Wagen gefugt' (A. Ag. 1054), mit volliger Verblassung des 
Hintergliedes 'zum Wagen gehorig' (E. Or. 1251); dfiaShrjg 
'zum Wagen gehorig' (AP), dfiatitig = aygwang (Ps.-Dsk.), 
dftagevg 'Kutscher' (D. Chr.), auch 'Zugtier' (PIu., Philostr.). — 
Verb: d/ia£evco 'rait einem Wagen befahren' (Hdt. u.a.), 'in 
einem Wagen fahren' (Philostr., AP), auch 'Kutscher sein' 
(Plu., in diesem Shine von d/tagevg). — Eine Zusammen- 
bildung mit i-hai 'gehen' und dem ro-Suffix ist dfia^viog 'mit 
Wagen befahrbar' (odog, Pi., X.), gewohnlieh Subst. f. Tahr- 
strafie' (ep. ion., Pi., S., Inschr. usw.). 

Von einer urspr. Bedeutung 'Radergestell' {Q 189, 266) als 
Bezeichnung der beiden Raderpaare samt den Achsen aus- 
gehend aieht Kretschmer Glotta 9, 216; 12, 216f. darin eine 
Ellipse fur &fia£a xvxXa (aus dfia und a£ct)v) mit sekundarer 
Singularisierung und Ubertragung auf den Wagen. Zustim- 
mend Adrados Emerita 17, 146f. mit der anspreehenden Ab- 
andoning, daS d.pa£a eine Zusammenbildung von djia und 
al-cov mittels des Suffixes -la darstelle. — Die Erklarung als 
„Einachser" (Meringer KZ 40, 217ff., Schrijnen Neophil. 4, 
277 ff., Reichelt WuS 12, 113) ist mit der Konstruktion der 
vierradrigen 8[ia£a nicht vereinbar. — B&nateanu REIE 
3, 136f. nimmt ohne Not kleinasiatischen Ursprung an. 

&|x&pa, (dfi-l), ion. d/idor] f. 'Graben, Kanal' (vorw. ep. poet.). 
Ableitungen: d/iagr/iog (fida>Q, Nonn.), d/iagta (H., EM); a/ia- 
qevio 'durch Kanale leiten' (Aristaenet., H.), wovon dpaQEVfia- 
d&Qolo/xata fioqfioQov H. — Die Ankniipfung an di-, eg-a/adv 
im Sinne von 'auf-, ausgraben', afitj 'Schaufel, Hacke' (Schulze 
Q. 365f., Solmsen Wortforschung 194ff.) mit demselben 
Suffix wie in x a Q<H>Q<t, rdqtQog u.a. stdBt auf gewisse formale 
Schwierigkeiten. Cronert s. v. erinnert an kypr. dtiiQacpi. Auf- 
fallend ist der Anklang an heth. amijfl,r(a)- 'Kanal' (G. Neu- 
mann bei Friedrich Heth. Worterbuch s.v.). Orientalisches 
Kulturlehnwort? — Ankniipfung an alb. ami „FluBbett" 
und FluBnamen wie Amantia, Amana usw. sucht Krahe 
Beitr. z. Namenforschung 4, 52 f. 

&u.&paxov n., -og m. 'Origanum Majorana, Majoran' (Pherekr., 
Thphr. usw.). Ableitungen: d/iagaxivog 'aus M.' (Antiph. usw.), 
dfiagaxoeig 'M.-ahnlich' (Nik.). Vgl. dftaqv- oolyavov (to ev) 
Maxedoviq. H. Orientalisches LW, mit aind. maruva(ka)- 
'Majoran' verwandt. Aus dem Griech. stammt lat. amaracum, 
-us, mlat. maioracus, maiorana, woraus die modernen Formen. 
Weitere Kombinationen bei Bertoldi Riv. fil. class. 60, 338 ff. 

dt(uxpctv dxohov&elv, nei&eaftai, dfiagrdvetv H. — v. Blumenthal 
Hesychst. 34 zerlegt das Lemma in zwei gleichlautende 



ofAapxAvu) — &)jiaTa 87 

Worte, von denen ersteres ein Denominativum von a/j,r)QOS 
H. = SfiriQog im urspriinglichen Sinne von 'Begleiter' sei, 
letzteres zu d/j,aQrdveiv gehore. Sehr hypothetisch. 

auapxdvoj, Aor. d/iaQtelv {aol. Ind. jj/ifiQoxov) 'verfehlen, sich 
irren' (ion. att.). Ableitungen: d/iagxia 'Fehler, Irrtum, Ver- 
sehen' (att. hell. ; zur Bedeutungsgeschichte s. Hey Philol. 
83, Iff., 137ff.); im selben Sinn dfidgxiov (A.), dfiaQxag (ion. 
und spat), dfidQrijfia (att. hell.), d/iaQxcoArj (Thgn., Rhian. 
u.a.), dfiagxwMa (Hp., Kom.); sekundar dfiaQxcoko? 'Sunder' 
(Arist., hell., vgl. Frisk Indogermanica 15 A. 2). Privatives 
Adj. vr)fieQTr)i, va/i- (ep. poet.) 'unfehlbar, untriiglich' mit 
vd/iigreta (dor.) 'Unfehlbarkeit* (S., vgl. Bjorck Alpha im- 
purum 128f., 230). — Bildung und Herleitung unklar. Ver- 
mutungen von Froehde BB 20, 215ff., Osthoff IF 8, 11, 
Sommer Lautstud. 30ff., 38 sind bei Bq in Kurze referiert. 

ajiapT^ (Aristarch, sonst unriehtig -rfj gesehrieben) 'zugleich, 
gleichzeitig' (Horn., Sol., E.). Davon d/iaQxrjdrjv (Schol. <Z> 162, 
H., wahrscheinlich aueh N 584 fiir 6/iaQX^8tjii zu lesen, 
Wackernagel Unt. 70). — Erstarrter Instrumental eines 
Verbaladjektivs *a/iaQxog 'zusammengefiigt, -treffend' (dga- 
Qiaxco), wovon andererseits das denominative dfiagxiw 'zu- 
sammentreffen' (poet, seit II.). Bechtel Lex. s.v. Anders 
Pisani 1st. Lomb. 77, 545ff. — In der alexandrinisehen Uber- 
lieferung dringt, namentlich beim Verbum, die vielleicht aus 
dem Attischen stammende Form o>- durch, s. Wackernagel 
a.a.O. 

&(JLaptiaoci> 'funkeln, schimmern' (h. Merc, Hes., hell, und sp. 
Epiker) nur im Prasensstamm belegt. Davon verschiedene 
Nomina actionis: d/iaQvy/ia, aol. -xfia 'das Schimmern, das 
Funkeln' (Hes., Sapph., B., Theok. u.a.), afiagvyr) (V metr. 
gedehnt) 'ds.' (h. Merc, usw.), dpaQvyg 'ds.' (Hdn., H., zur 
Bildung Sohwyzer 498: 7). Nasaliertes Suffix auch in Afiaqvy- 
xevs (W 630) und in dem dunklen dfiagvyxvata- $oexQv%la H. — 
Ein Nomen agentis ist dfiagvxxa- xovg 6<p&alfiovg H. ; falls rich- 
tig iiberliefert wohl kret. Dual = a/iaQvxxa 'die Funkelnden'. 
Sichere Erklarung fehlt; gewohnlich zu fiaQfiaigco (s. d.) ge- 
zogen. Jedenfalls wird -vaom als rein griechisehes Ableitungs- 
element aufzufassen sein, wodurch der Vergleich mit lit. 
mirkti 'die Augen schliefien, blinzeln' und anderen ahnlichen 
Wortern (s. Bq mit Lit.) hinfiillig wird. Der anlautende d- 
Vokal ist wie ofters von problematischer Natur, vgl. Winter 
Prothet. Vokal 20. 

djjwiTO, got. key. im Bundesvertrag zwischen den Atolern und 
Akarnanen (SIO 421 A 5 und 26; III a ), nach Soteriades (z.St.) 
und Schwyzer RhM 72, 434ff. = a86?.a>g und mit Baunack 



88 &\iau(t6$ — 6ntAo[uu 

Philol. 65, 317f. in &-ix<na (vgl. atirdpaTog) zu zerlegen. S. auch 
Kretschmer Glotta 12, 188. 

d(xaup6? 'triibe, dunkel, schwach' (ep. ion., poet., hell, und sp. ; 
zur Bedeutung vgl. v. Wilamowitz zu Eur. Herakles 124; 
formale Analyse unrichtig). Nominate Ableitungen nur die 
seltenen d/jtavgorrjg (Gal. u.a.) und dftavgta — caligo {Gloss.). 
Denominatives Verb d/iavgoofiai, selten dfiavgom 'triibe usw. 
werden bzw. machen' (ion., poet., hell, und sp.). Davon 
dfiatigcooig 'Verdunkelung, Triibung' (Hp., Arist. u.a.) und 
dfiavQcofia 'ds.' (Plu.). — Die synonyme Bildung dftavglaxw 
— dfiavQoco (Demokr.) hat sich nicht durchgesetzt. 

Neben dpavQog steht das seltene fiavgog oder fiavgog (Hdn., 
Gal., H.), wahrscheinlich Riickbildung aus [tavgoofiai, -6m 
(Hes., Thgh., A.), das durch Wegfall des Anlautvokals (vgl. 
die Belege bei Stromberg Wortstudien 44 f.) aus dfiavgoo/iai 
entstanden ist. Wertlose Vergleiche bei WP. 2, 223. Vgl. 
dpvdgpg. 

1. &(jufcu> 'schneiden', bes. in (for-, diafidco'&b-, zerschneidenusw.', 
'mahen, ernten' (ep. ion. poet, und spate Prosa). — Ab- 
leitungen: aixTjzog m. 'Ernte, Erntezeit' (ep. ion. poet.), dfirj- 
Tvg f. (Hymn. Is.), dfir\xi\g 'Schnitter' (H., Theok., Nonn.), 
dfttfreiga f. (EM), dfi^rglg f. (Poll. 1, 222). Daneben d/irfirig 
(Porph.). Nom. instr. dfirprfigiov 'Sichel' (Max. Tyr.), Adj. 
d/xrjTixog 'zum Schneiden geeignet'. — Ob auch a/^aAAa 'Garbe' 
und d/idga 'Graben, Kanal' hierher gehoren, bleibt fraglich, 
s. dd. Ebenso ist die Zugehorigkeit von &/ir] im Sinn von 
'Schaufel, Hacke' (Ar., Xen., Geop.) wegen der Bedeutung 
etwas zweifelhaft und hangt davon ab, ob Si-afidm, i£-afidm 
'aufreifien, aufgraben' von d/idca 'mahen' zu trennen sind; 
s. die Lit. unten. 

Wenn ahd. maen, ags. mawan 'mahen' urspriinglich 'schnei- 
den' bedeutet haben, bieten sie sich zum Vergleich mit 
dfidw, a/j,7]rog wiirde sich dann fast ganz mit mhd. mat, ags. 
mad 'das Mahen' decken. Weitere Beziehungen (lat. meto, 
heth. hameih(a)- 'Fruhjahr' usw.) sind ganzlich unsicher, s. 
Bechtel Lex., WP. 2, 259, Benveniste Or. 157. — In apt) 
'Schaufel, Hacke' sieht Schulze Q. 365 A. 3 ein anderes Wort, 
das von Solmsen Wortforschung 195 u.a. mit aksl. jama 
'Grube' verbunden worden ist ; Morgenstierne Acta orientalia 
7, 200 vergleicht pashto yum 'Spaten'. 

2. &(Jt&0(Jiai 'sammeln, haufen" (ep. ion. poet, und spate Prosa, 
vorw. in Komp. en-, xax- usw.), selten dfidco (spat). Erklart 
sich am einfachsten als Ableitung von a/ia; es konnte aber 
auch ein schwundstufiges Deverbativum sein. Jedenfalls ist 
S/tTj, eig. SfiTj ( >lat. hama, seit Cato) 'Wassereimer' (Plu.) 



<S(iP») — <4|ipA\i<; 89 

nicht das Grundwort, sondern entweder eine retrograde Bil- 
dung oder unabhangig davon entstanden. Von a/itj stammt 
dfitg f. 'Nachtgeschirr' (Ar. usw.). Als weitere Verwandte 
kommen in Betracht dfiviov und avrAog, wohl auch a/xaXKa 
(s. dd.). 

An a/it) erinnert begriffsmaBig lit. semiii, simti 'schopfen' 
mit sdmtis 'SchopfloffeP ; ferner wird lat. sentlna 'Schiffsboden- 
wasser' hierhergezogen. Es bereitet keine ernstliche Sebwierig- 
keit, a/it] und semiii, mit a/ia, d/ido/iai auf ein gemeinsames idg. 
sem- 'ems, zusammen' zuriickzufuhren. Vgl. Bechtel Lex. m. 
Lit., bes. Solmsen Wortforschung 180ff., TO. 2, 487, 489ff. 

#u.(3r] • fj rfjg hvog ofQvg x&v xvXXaiv danlSiov H., 'erhohter Schild- 
rand, Wulst* (Demokr., Hp., Gal.). Vgl. ajififav. Verfehlt 
v. Blumenthal Hesychst. 4f. (illyrisch, zu <peQio). 

&\i.fii%, -ixog m., auch afifSixogm.'<po$6xeiA.ogxvXi£' (Ath. ll,480d), 
'Art Becher', auch 'Destillierhelm' (Posid. usw.). — Ausgang 
wie in xvfo£; das Stammelement wahrscheinlich auch in 
&fipT], a/ipcov (s. dd.). Kaum mit Chantraine Formation 376 aus 
dem Semit. entlehnt. 

&|ApXouctax<i) s. dfuiXaxlaxm; vgl. auch dfxpXloxto. 

&(J.(3Xtox<o (PL), -dvo) (Max. Tyr. u. a.), (i^-)afipX6o/iat, -6o) (ion. 
att.), -dim (Max.), -(boxeiv to dreteg yewrjaai, zd tp^elqai 
fiqiyog (Suid.), -waasiv (bftOTOxelv H., Aor. (e%-)apf}X&aai 
'eine Fehlgeburt tun, die Leibesfracht abtreiben'. — Von 
dfipAoo/iai, -6m gehen mehrere Ableitungen aus: a/.if3Awoig 
'Fehlgeburt, Abtreibung' (Lys., Arist. u.a.) mit d/j-PMoi/ios 
(Max., vgl. Arbenz Adj. auf -i/xog 88), dfipAco/ia (Antipho 
Soph., Aret.), dfifiAcoojidg (Aret.); ferner das Nomen instru- 
menti dfi^XcorijQwv (Orib.) und das Adj. dftpXconxog (Gal.). 
Eigenartig ist die Bildung von dfif}Aa>#Q(diov 'fehlgeborenes 
Kind' (Ph.), auch 'abtreibende Arznei" (Poll.), -Idiog 'Fehl- 
geburt verursachend' (Aret.): an -&go- ist ein neues Suffix 
-idiov hinzugefugt worden, vgl. Chantraine Formation 373 
und 68 ff. 

Ankniipfung an /xvXr) 'Mifigeburt' (Hp., Arist.) und be- 
sonders an das fernliegende fiiXeog (Fick KZ 20, 169f., Froehde 
BB 7, 327) ganz hypothetisch. 

duPXui;, -eia, -v 'stumpf, sehwach' (ion. att.). Metrische Er- 
weiterung d/tf!Av6eooa (SftlxXt), Man.). Ableitung d/4fSXvT7]g 
'Abstumpfung, Schwache' (Arist., Plu. u.a.). Denominative 
Verba: 1. d/i^Mvco 'abstumpfen, schwachen' (ion. att.); davon 
d/ifiXwaig (Arist.-Komm.), dfipAwrtJQ (Poeta de herb.), d/*/JAw- 
zixdg 'Schwache verursachend' (Dsk. u.a.). 2. d/ifiXvobooio 
(-<otto>) 'schwachsichtig sein' (PL, Hp., Plu., Luk.), eig. von 
*dpfl\v-<oip, vgl. d/xfiXv-omdg, auch dfifihanog, d/*/Md>y; Schwy- 



90 &n(Jp6oio<; — djxetpto 

zer 733 £, Sommer Nominalkomp. 3ff., Hoffmann Glotta 28, 
24 A. 1. 

dpfiMg stent wahrscheinlich fiir *&ixX-vq, vgl. dyuaAoj, /wA»7, 
jttoAaxo;. WP. 2, 285; 292. 

4(j.pp6aio? s. figorog. 

#[Apiov, -tyvo? m., nach Gal. 18a 340 attisch fur ion. a/i/S*?, 
'Gefafirand, Bez. versehiedener erhohter od. ansteigender 
Gegenstande' (in Anlehnung an dvafiafaw) (A., Eup. u.a.). — 
Zur Bildung s. Chantraine Formation 162, Schwyzer 487: 4; 
sonst unklar. Die Ankniipfung an avaflaivw (Prellwitz) ist 
ebenso anfechtbar wie der alte Vergleieh mit lat. umbo. 

&(16&uoto;, -ov, Zusammenbildung von d privativum und 
fie&vca, als Adj. 'dem Rausch nicht verfallend' (Plu., Gp.) 
oder, aktiv, 'rausehhindernd' (Dsk.); als Subst. ntr. (fem.) 
'Heilmittel gegen Trunkenheit' (Plu. u.a.), auch Pflanzen- 
name (wegen der heilbringenden Wirkung gegen den Rausch, 
s. Stromberg Pflanzennamen 91). Der Amethyst „ist be- 
nannt naoh der lila-violetten Farbe des in so hohem Grade 
mit Wasser verdiinnten Rotweins, dafl er nicht mehr trunken 
maehen kann" (Clausing Glotta 20, 292). 

&(JL£ip<i>, -o/j,ac 'wechseln, (ver)tauschen, eintausehen', med. auch 
'antworten, vergelten usw.' (alt und hauflg). — Neben dem 
alten Verbalnomen a/ioifiri (s. unten) erscheint seit der hell. 
Zeit (Plb., LXX) die Neubildung afteixpig 'Wechsel, Austausch 
usw.' mit dfiemriKog. Seit alters weit verbreitet war dagegen 
dfioifilj mit verschiedenen Bedeutungen und Sinnfarbungen : 
'Wechsel, Tausch(handel), Vergeltung, Dank, Antwort u.a.'. 
Von afioiflri wiederum mehrere Ableitungen: dfioipalog 'ab- 
wechselnd' (Pi., Emp., Hdt. usw.), d/ioifiddiog 'ds.' (Opp., 
Q.S., AP; vgl. dfioifladii und andere Adverbia unten); 
d/noiPifiaiov 'Vergeltung, Lohn' (IORom., Lydien; zur Bildung 
Chantraine Melanges Maspero 2, 219ff.). Ein vereinzeltes Sub- 
stantiv ist dpoipevg ,,Vertauscher", Benennung des Poseidon 
bei Lyk. 617. — Mehrere Adverbia: dfioiprjdlg, (en)afiotfladig 
(Horn, usw.), vgl. Schwyzer 631 : 9, usw. — Das Denomina- 
tivum dfioif}d£co 'vertauschen' tritt erst spat auf (Men. Prot.). 
— Neben d/toipr/ steht seit II. das Nom. ag. (Adj.) afioifiog 
'ablosend, zum Entgelt', sowohl als Simplex wie vor allem 
als Hinterglied. — Spate Gelegenheitsbildung dfiei^w = 
dfioifiri (Eust.). 

Ohne sichere und genaue Entspreehung. Seit Walter KZ 
11,430 vergleicht man u.a. lat. migrare 'wandern' als De- 
nominativum von *migros 'den Ort wechselnd'. Durch Ab- 
trennung eines j^-Suffixes kann man auch lat. mu-nus usw. 
(idg. mei-) heranziehen. W.-Hofmarm s. migro, WP. 2, 245. 



&(j,etv<ov — dn^pyco 9 1 

dp.e(va>v 'besser, tiichtiger, vorteilhafter' (alt und haufig). Ent- 
halt echtes ei, somit nicht aus *a/j,£via>v. Unerklart. Nach Ost- 
hoff MU 6, 303ff. aus einem Neutram a/tsivov, d.h. a priva- 
tivum + Subst. */ieivov 'Minderung' hervorgegangen, das als 
Komparativ umgedeutet und als Komparativ flektiert worden 
ware. Seiler Steigerungsformen 120, wo weitere Lit., fuhrt 
d/ieivcov auf *d-/ieivj,atv, zu */iivvq, zuriick. 

&|xe(pco 'berauben' (Pi.). djia/ielQco (q 322 v. 1., Hes. Th. 801, 
A.R., Nonn.). Seit Solmsen KZ 29, 354 als Neubildung fur 
d/tegda) zu d/itoom, d/ieo&ijvai gedeutet. Vgl. Leumann Horn. 
Worter 162f. Die Erklarung ist allerdings von Solmsen selbst, 
Wortforschung 11 A. 1, angezweifelt worden. 

&y.£hy<x> 'melken' (alt und haufig). Sparlich belegte Ableitungen: 
d/ioXyoc (s. bes.), dfioXyrj (Hdn.), d/wXyevg und dfioXyiov 'Milch- 
eimer' (Theok.), dfioXyddeg /So'ef 'Milchkuhe' (S. Ichn. 5). Zu 
dpokyaioq, d(ioXydt,ei s. d/xoXyoQ. — • Als Hinterglied u. a. in 
inn-rj/xoXyoi „Stutenmelker", Bez. skythisoher und anderer 
Nomaden {N 5, Hes., Kail.). — a/ieXgig 'das Melken' (Pi., 
LXX); zum Pflanzennamen d/teX&vr] (Ps.-Dsk.) s. Stromberg 
Pflanzennamen 160, der die gleichgebildeten d/iegaivrj und 
iXiivrj vergleicht. — dfiEXxxfiga H. als Erklarung von dgaxTfjga. 
Altes Verb, das in ahd. melchan, ags. melcan 'melken' ein 
genaues Gegenstiick hat. Daneben mit langem e (das auch 
den griech. und germ. Formen urspriinglich zugrunde liegen 
kann) lit. meliu, mit Schwundstufe aksl. mfazp, mir. bligim. 
Lat. mulgeo kann entweder Schwundstufe oder alten o-Vokal 
enthalten. Vgl. noch alb. mjel (Mann Lang. 26, 382) und 
toch.A malkant (Prat. Med.). Wahrscheinlich ist mit Meillet 
(vgl. auch Brugmann Grundr. 2 2 : 3, 99) von einem ablauten- 
den athematischen Wurzelprasens *m£lg-mi, *mlg-enti auszu- 
gehen, das sich formal mit ai. mdrj-mi, mrj-dnti 'abwischen' 
vollig deeken kann. Bei Urverwandtschaft muB in den euro- 
paischen Sprachen eine Bedeutungsverengung vorliegen. 
Anderseits kann ai. mdrjmi von o/idgyw/ii nicht getrennt 
werden. Zusammenfall von zwei verschiedenen Wortern? 

Spcvai 'sich sattigen' (<2> 70, 4. Fufi), s. dam. 

&|X€VT]v6; 'kraftloa, schwach' (ep. ion. poet., hell, und spat). Da- 
von d^evrjvcoaev N 562. Wahrscheinlich aus d/ievTJg (E.) er- 
weitert, vielleicht nach dem Vorbild von dxfirjvdg (Od.). Kaum 
mit Bechtel Lex. aus *dneveoav6q. Vgl. noch Schwyzer 490: 6 
m. Lit. 

&(j.£pY<o 'abpfliicken, ernten' (lyr., hellen. Ep.), auch von den 
Oliven = 'auspressen' ? (Kom. Adesp. 437 ; d/iegya) • to ixmil^a) 
Hdn.). — Davon nach allgemeiner Annahme dfiogyr] 'ftlhefe' 
{Hp., Thphr., Dsk.), woraus entlehnt lat. amurca, amurga 



92 &pipS<»> — &|M)5 

(s. W.-Hofmann) ; Nebenformen dfiogyrjg, Sftogyog, d/iogyig; 
ngr. /zovgya, fiovgyog a. Kapsomenos ByzZ 36, 316f., vgl. auch 
Psaltes Festschrift Hatzidakis 66ff, — Nom. ag. in iibertrag. 
Bed. &/j,oQyoi- noXecog oXe&qoi Kratin. 214; ahnl. Emp. 84. — 
dfiogyetig 'Olpresser' (Poll.), afioQy/ia- atiAkeyfia, dgrv/ia H. — 
Unklar ist die Herkunft von dfioQylg, -Idog f. 'der Stengel von 
Malva silvestris' (At.) ; ob nach der Insel Amorgos benannt? — 
Adj. d/iogyivog Beiwort von £«tcov und anderen Kleidungs- 
stiicken (Kom., Aeschin.), vgl. dftdpyeia' %qm)iaxog elSog, and 
vqaov Jifiogyovvrog Suid. 

Vielleicht mit oftogyvvfti 'abwischen', aind. mar j -mi '6s.' 
(vgl. s. d/ii^yw) verwandt. Aus dem Lat. wurden hierher- 
gezogen mergae 'Mahgabel' und merges 'Ahrenbundel' ; un- 
sicher. Vgl. (W.-Hofmann s.v., WP. 2, 283f. 

dcuipSo) 'berauben' (ep. poet.); zur Bedeutung (aueh 'verletzen, 
schadigen' oder sogar 'blenden'?) Persson Beitr. 219f., 
Fraenkel Phil. 97, 172f. Davon nach Stromberg Pflanzen- 
namen 65 d/iegotvri (Dsk.). — Eine kurzere Form bei H. : 
/xiQdei' xioXvei, pX&nTEi, ftsQ^elaa- oreg^etcra. — Sichere Ver- 
wandte fehlen: AnschluB an aind. mrdndti, mardati 'zerreiben, 
zerdrucken' (vgl. [ictqahxo und WP. 2, 278 m. Lit.) scheint 
allenfalls moglich. Bechtel Lex. 38 zieht auch fJQadvg 'lang- 
sam' (aus */igaSiig) hierher. 

4|»few (bfionAdrai H. Nach Fick KZ 44, 336f. indisches Fremd- 
wort (vgl. aind. dmsau 'die beiden Schultern'). Kritik bei 
Kretschmer Glotta 5, 302. 

(4p.eu<Toa&ai (Aor., Fut. d/iefoeo&at) 'iibertreffen, iiberschreiten' , 
auch 'Handel treiben' (vgl. Bechtel Dial. 2, 778) (Pi., Euph., 
Gortyn). — Ableitung: dfievcrifiog = jioge^at/^og (A. R. 4,297 
nach EM 82, 11; vgl. Arbenz Adj. auf -iftog 100 und das 
Vorderglied in dfievaC-noQog, -enr\g, Pi.). Dagegen d/ioifd 
'Tausch' (Korinth) umgekehrte Schreibung fur d/ioijid, s. 
Fraenkel KZ 43, 208 m. Lit. 

Nut unsichere Anknupfungen. Aus dem Griechischon ver- 
gleicht man dfivvm (s. d.), aus anderen Sprachen lat. moveo, 
lit. mduju 'abstreifen, abreifien', aind. mtvati 'schieben, 
drangen' usw., WP. 2, 252 f. ; auQerdem heth. mauizi 'fallen' 
(Pedersen Hittitisch 172 m. Lit.). 

&|l^x<oa- deivd. Taqavzlvoi H. Nach v. Blumenthal Hesychst. 14 
messapisch: a-me-k-u-a, zu me- 'messen'. AuBerst hypo- 
thetisch. 

S(U)5, -tjrog m. mit dem Deminutiv dfirjriaxog 'Kuchenart' (Kom. 
u.a.). Etymologie unbekannt. Vgl. a/ui&a- Ideo/ia noidv, xai 
dgrvfia cog Avaxqemv (139) H.; auch PHamb. 90, 18. • 



&(ita — 4|i.v6i; 93 

&\xl<x {., -Cag m. 'Art Thunfisch, die in die Fliisse geht' (Kom., 
Arist.). Unerklart. Thompaon Fishes s.v. vermutet agyp- 
tischen Ursprung (mehi, mhit Fisehname). Vgl. noch Strom- 
berg Fischnamen 128. 

fiuiXXot f. 'Wettkampf, Kampf (ion. att., nicht bei Homer 
belegt). Denominatives Verb : dfiiXXdo/iai 'wettkampfen, sich 
eifrig bemuhen' (ion. att.) ; davon d/tMrjrtfe 'wettrennend' 
(S.), d/iMrjrrJQioq 'zum Wettkampf gehSrend' (Philostr., 
Aristid.); dftMrjzixog 'ds.' (PL); d/ilXXrjfia 'Wettkampf ' (S. in 
lyr., Insehr. Kyr.). 

Aus *&/*-lX-ia (vgl. &6eXhx, apcdka usw., Schwyzer 475, 
Chantraine Formation 99, Specht Ursprung 328), ja-Ab- 
leitung eines J-Stammes, der zu der Sippe von a/j,a, elg, <W? 
gehort; genauer Ausgangspunkt nicht bekannt. — Verfehlt 
Adrados Emerita 17, 119ff. (zu apa und IXrf). 

&|j,ix9«cX6eooa ungedeutetes Beiwort von Lemnos (Q 753, 
h. Ap. 36), danach Kail. Fr. 18,8 a/iix&aAoeooav . . . fiiqa, von 
ihm also mit d/tCxty assoziiert und als 'neblig' verstanden. 
Nach einem Scholion zu Q 753 dagegen = etidaC/icov. Andere, 
ebenfalls unsichere Deutungen aus alter und neuer Zeit bei 
Leumann Horn. Worter 214 A. 8, vgl. noch ibid. 273. 

<S|iuo<; f. 'Sand' (PL, X. usw.). Ableitungen: &fifi(bdr)g (Hp., 
Arist.), Sfi/uvos (Peripl. M. Rvbr.), dfi/xhrjg m. (sc. M&og), auch 
dft/im; f. 'Sandstein' (Plin., Isid.). tJber Anfitrrig als FluB- 
namen Redard Les noms grecs en -tjjs 130 usw. — Konta- 
mination von d/ia&og und ipd/tfiog, s. dd. 

&(xv(ov n. 'Opferschale' (y 444), zur Bedeutung s. Brommer 
Herm. 77, 357 und 364. Wahrscheinlich zur selben Sippe wie 
dfido/iai, aber die Bildungsweise ist nicht genugend auf- 
geklart. Solmsen Wortforsch. 183 geht von einem Verbal - 
nomen *&/icov 'Becher', eig. „Sammler", aus, wovon d/ivtov 
ein Deminutivum ware. 

&|xv6$ m. f. 'Lamm' (S., Ar., Theok., LXX usw.). Besondere 
Feniininformen: dftvifj, -a (Kos, Gortyn u.a.), dpvdg (LXX 
usw.), dpvig (Theok.). Adjektiva: dpveiog (Theok.), d/ivaiog 
(Pap.) 'aus Lamm(fell) gemacht'; daraus wohl ubertragen 
d/xveiov, dftvlov, auch dfivewg, dfivtog 'inneres Hautchen des 
Fotus' (Emp., Hippiatr., Sor., Gal.). — Unklar und zweifel- 
haft: dfivoa- TiQo^arov, oi di dftvdg H. 

dpvdg kann mit lat. agnus urverwandt sein (gemeinsame 
Grundform idg. *ag*nos). Im Keltischen, Germanischen, Sla- 
vischen kommen ahnliche Formen vor, die jedoch in Einzel- 
heiten voneinander abweichen: air. Han mit anlautendem 6-, 
aksl. agn% mit anl. o- oder a-, ags. Ionian, engl. yean 'lammen' 
aus urg. *aunon mit mehrdeutigem Anlaut. Naheres Thur- 



94 &[i.oio<; — d(j.opP6i; 

neysen A Gram, of Old Irish 137, WP. 1, 39, Pok. 9, W.-Hof- 
mann s. agnus. 
6ipoLO$- xaxog. EixeXot H. Nach v. Blumenthal Hesychst. 15f. 
illyrisch. Er vergleicht [lolxog = x&Qig (Soph. 168), nach 
Bechtel Dial. 2, 285 mit lat. muto urverwandt (andere Auf- 
fassungen bei W.-Hofmann s. muto). Wenn diese Deutung 
richtig ist, steht a-fioiog (von *fiotog) neben uoi-rog wie &-<poQog 
neben (poo-xog (unrichtige Analyse bei v. Blumenthal). 

&lioXy6q, bei Homer nur im Ausdruck (ev) vvxrog dfioXycp. 
AuBerdem A. Fr. 69, 6 iegag vvxrog dfioXyov und, als Adj., 
E. Fr. 104 a/j,oXyov vvxra (H.), vgl. unten. Orph. H. 34, 12 
<5t' dftoXyov | vvHxaq iv r\ov*/(ir\oi,v. — Ableitung dfioXyaiog : fidt,a 
dfioXymr] Hes. Op. 590 (vgl. unten), dfioXyaiov ftaorov dvaaxo- 
fievog API 1 , 657 (Leon.). — Verb: d/ioXydfef /j,earjfi^QtCei H. 
Falls Verbalnomen von dfieXyco, muB dfiokydg urspriinglieh 
die ,,Melkung" bezeichnet haben (Oxytonierung dann aller- 
dings sekundar). Die Beziehung auf Melkung und Milch ist 
im Leonidasepigramm bewahrt, vielleicht auch im Ausdruck 
ftd^a dfioXyafy bei Hes., wo es indessen von Proklos und im 
EM s. fjtdt,a als dxuala gedeutet wird : xo yag dfioXydv ini xov 
dx/ialov xlftzxai. Dieselbe Interpretation findet sich auch bei 
Eustathios zu O 324 wieder : 'A%aioi Si xard rovg yXwoooyqacpovg 
dfioXydv ttjv dxfjtrjv q>aai. Wahrscheinlich ist diese Erklarung 
nur aus dem Epos herausgelesen und hat somit keinen eigenen 
Wert (Leumann Horn. Worter 274). Mehr Glauben verdient 
die Hesychglosse dfioXyd^et,- fiearj/ipQi^Ei. — Das Wort d/ioXyog 
war schon im Altertum umstritten, wie u.a. aus H. hervor- 
geht: d/ioXyov vvxxa- EvQinlSr/g M.Xx(itfvt] Zotpeodv xai oxoreivrjv. 
ol de fieoog rfjg vvxxbg xa&' 8 dfiiXyovatv. Eine sichere Deutung 
steht noch aus; nach Nilsson Primitive Timereckoning 35 f. 
bezieht sich der Ausdruck auf die Melkstunde am Beginn 
oder am Ende der Nacht. Verfehlt Charpentier Symb. phil. 
Danielsson 13ff. (dariiber, mit eigenen Deutungsvorschlagen, 
Kretschmer Glotta 22, 262 f.), Sinclair ClassRev 39, 98ff., 
Jacoubet REGr 37, 399ff. Weitere Lit.: Kretschmer Glotta 
11,108; 13, 166f.; Wahrmann Glotta 13, 98ff., Leumann 
Horn. Worter 164. 

d(j.6pa - OE/iidalig £<f&fj avv fieXm H. Auch Philetas ap. Ath. 14, 
646d. — Davon duooixrjg agxog (LXX), woneben die Schrei- 
bungen d/ioQfiixtjg (Ath.) und d/iogyhag- nXaxovvxag H., beide 
= dfioQfhrjg; vgl. Redard Leg noms grecs en -xr\g 88. Grund- 
form somit *d[i6ofa. Unerklart. 

d(AOpp6<; m. f. 'Begleiter(in), Hirt' (Kail., Nik., Opp.), dfiogfldg 
f. (A.R.); auch d/iog^evg (Opp.), wohl retrograde Bildung von 
dftogfieva). — Abgeleitetes Adjektiv dfioofiaXog Beiw. von 



<4[A<$PYT) — d(j.7rXaxlaxa> 95 

^agd(5gai (Nik. Th. 28, 489), Bed. unsicher, von den Scholl. 
mit Tioifievixal oder axorEiva>dsig erklart; vgl. dazu EM 85, 20: 

d/tog ftfjg xai d/iogflEg • arj/ialvei rd /leaovvxnov TtaQarfjv oq<fvr\v 

aq/iaivei xal rov dxofov&ov. — Denominative Verba dfiog^im 
(Antim.) und dftogftevco (Nik.) 'begleiten'. — Dagegen dfiog- 
filTTjQ zu d/ioga. 

Unerklart. Uber altere und neuere Deutungsversuche s. 
Pisani 1st. Lomb. 77, 541, der selbst von *d[ioQ-fi-6g ausgeht, 
zu d/Mzg-T?} (aus *dfiag-ari][^]) und firjvai (?). 

dfjuSpyr], djiopyls s. dfiigyco. 

*a(ju>5 in ovdafiog, dfiov, d/j,fj, d/ioi, dfima-yi-noig usw., indefiniter 
Pronominalstamm, mit aind. sama- (eukl.) 'irgendeiner, 
jemand', got. sums 'ds.' identisch. Zu a/ia, slg. Vgl. Schwyzer 
617:4b. 

aixoxov ep. Adv. (seit II.), vielleieht 'unaufhorlich, unermud- 
lieh', besonders im Ausdruck afiorov fie/iaibg. Daraus das Adj. 
difiorog (Theok., Mosch.; unsicher Simon. 37, 16). — Da sich 
die Bedeutung von ajioxov nioht sicher feststellen lafit, sind 
alle Erklarungsversuche hypothetisch. Vgl. Bq s.v., Beohtel 
Lex., Pisani 1st. Lomb. 77, 547 f. 

S[i.neXo$ f. 'Weinstock, Weinrebe" (alt und haufig). — Zahl- 
reiche Ableitungen. Deminutiva: dfiniXiov (Ax., Hp.), d/t7isMg 
(Ar.), aueh Vogelname = dftneMcov, s. unten. Adjektiva: d/t- 
nsMeig 'rebenreich' (ep.); dftnsXivog 'vom Weinstoeke' (Hdt., 
Arist., Plb. usw.), d/i?iefaxdg 'ds.' (hell, und spat), dfiniXtog 
'ds.' (Ph., Ach. Tat.), dfinEXibdrjg 'rebenreich' (Poll., H.). 
dfinEXlng (yfj, xigoog) 'Weinbau' (Pap. usw., Redard Les noms 
grecs en -xr\g 107f.) mit dfinsXiTixog (Pap.). — Substantiva: 
dixTiEXwv m. 'Weinberg' (Alschin. 2, 156 [v. 1.], hell, und spat), 
auch d/tnekewv (Theok., AP), Demin. dfiTZEAtovidiov (Pap.); 
dfineXeia 'ds.' (Inschr. Cherson., naeh (pvTsia). — a/xneXluiv m. 
Name eines unbekannten Vogels (Dionys. Av., S.Thompson 
Birds s.v.). 

Die Versuche, afwtEXog aus dem Idg. oder dem Semit. zu 
erklaren (s. Bq), sind erfolglos geblieben. Ohne Zweifel ist 
a/insAog ein mediterranes Kulturwort. — tjber vorrom. 
*ampua und dessen eventuelle Beziehungen zu afineXog s. 
Hubschmid Zeitschr. f. rom. Phil. 66, 15ff. 

<i|XTtX<xxiaxa>, auch d/ipXaxiaxio, spates und seltenes Prasens zu 
Aor. rjfinXaxov (ij/ifi-), Perf. Pass. fjfinXdxtjfiai 'fehlen, sich ver- 
gehen, verlieren' (poet., nicht Horn.). — Nomina actionis: 
dfinXaxla 'Vergehen' (poet.) mit dfinhtxi&xig f. = Isgd vooog 
(Poet, de herb.); daneben a/tnlaxiov (Pi. P. 11, 26) und dfiTikd- 
xrj/ia (poet, und spate Prosa). 



96 &|j.7tp6v — &|Ao5p<4<; 

Wenn die Schreibung mit -p- urspriinglich ware, konnte 
man an dfiflMoxa), viell. auch an /Udf 'weich, schlafl" denken 
(vgl. Ehrlich Betonung 55). Dies ist aber hochst zweifelhaft, 
s. J. Schmidt KZ 37, 28f., Schwyzer 210: 4. Somit muB 
dfinXaxlaxm als nooh unerklart gelten. 

&(JL7tp6vn. (Akzent nach Et. <?en.,H.) 'Zugleine' (Inschr.V — IV a ). 
Ableitung: afMQevco 'mit einer Zugleine ziehen, achleppen' 
(E. ap. Phot., Kail., Lyk.), i^-annqevm (Ar. Lys. 289), wovon 
als retrograde Ableitung i^afiTtqov 'Oehsengespann' {Gloss.); 
ow-a/j,7iQ£va> (Arist.). — d/inQsvrrjs ovog (S. ap. Phot.). — 
Technischer Terminus unbekannten Ursprungs. 

S(j.to>5, -vxog f. m. 'metallenes Stimband (der Frauen, der 
Pferde)', xQ va -<*t lnv £ 'nut goldenem Stirnbande'; spater auch 
als 'Zaumf verstanden (ep. seit II., poet.). Poetische Er- 
weiterungen sind d/iTtvxrfJQes (A.), dfinvxTrjQia und d/invxco- 
[lava (S.). Ableitung: dfinvxd^Oi '(mit einem Stimband) auf- 
binden' {AP, EM). 

Komponiertes Wurzelnomen (oder Zusammenbildung) aus 
dfi- = dva- und -jiu£, zu nvxa 'dicht, fest', Ttvxvoq. TJrverwandt 
mit aw. pusa (idg. *puka) 'Diadem', zu dem sich a/inv^ ver- 
halt wie z.B. nQoa-<pv£ zu cpvyrj; vgl. auch dv-wf. Liden 
Symb. phil. Danielsson 148ff., Benveniste BSL 34, CR. 41, 
der weitere iranische Formen ebenso wie das toch. LW psuk 
'Kranz' heranzieht. Aus dem Iranischen stammt ebenfalls 
arm. psak 'Kranz, Diadem usw.'. 

&|XTT(OTi; f. 'Ebbe' (ion., Arist., hell.). Ableitung: d/inwrlZ<o 
'ebben' (Ph., Eust.). Nebenform zu dvdnaniq (Pi., spat), eig. 
fern. Nomen agentis zu dvcmtvm, dftnmri; {■d-dXaaaa) = re- 
sorbens undo, (Hor.). Schulze KZ 56, 287; 57, 275 (= Kl. Schr. 
361). S. auch Fraenkel Nom. ag. 1, 116 m. A. 2. 

&|AV>Y6<i>.i} f-, dp&ydaAov n. 'Mandel' (Kom., Hp., Arist. usw.), 
auch dpivydcdog f. (Luk.). Mehrere Ableitungen: dpvydaM; f. 
= d/ivyddXt] (Philox., Plu.), Dem. d fivySdXiov (Hp.). Adjektiva : 
dfivyddfovos 'aus Mandel bestehend' (X., Thphr.), d/ivyddXioq 
'mandelformig' (Pap.), dfivydaAdeiq 'da.' (Nik.), dpvydaXwdrjq 
'ds.' (Thphr.). — dftvydcdia, -rj 'Mandelbaum' (Eup., Hp., 
Arist., Thphr. usw.), d/tvydaXCTTjg 'Wolfsmilch' (Dsk., Plin., 
vgl. Redard Les noms grecs en -ttjs 69). 

Fremdwort unbekannten Ursprungs. Fruhere Erklarungs- 
versuche s. Bq. Daraus entlehnt lat. amygdala, auch amid- 
dula, amyndala, amandula, woraus ahd. mandala 'Mandel'. 

&(i.uSp6Q 'dunkel, schwer zu erkennen, schwach' (ion. att.). 
Daraus erweitert d/ivdgrjeii; 'ds.' (Nik.)- Adjektivabstraktum 
dfiv6Q6x7)i; 'Dunkelheit, Schwache usw.' (Ph., Gal., Plot.). 
Denominativ dfivdQoopai, -6a> 'dunkel usw. werden' bzw. 



'machen' (Ph., Arist.-Komm.); davon dfivdQcoaig (Arist. - 
Koiran. usw.). 

Unklar. Beziehung zu, bzw. Umbildung nach dem syno- 
nymen d/tavgog nicht unmoglich. Prellwitz denkt an aksl. 
iz-mtdeti 'schwach werden'. 

afjiuXo? m. 'Kuchen (aus feinstem Mehl)' (Ar., Theok. usw.), 
a/ivXov n. 'Starke(mehl)' (Dsk., Plin., Inschr., Pap.). Demin. : 
apvliov n. 1. 'Kuchen' (Plu.), 2. 'Starke' (Hp., Arist.); von 
1. d/jvXarov 'Kuchen' (Sch. Ar. Pax 1195); von 2. djiuXidrnzov 
'Art Chiton' (Hermipp.). Bildung wie d?MOida>Tog, xeiQidooTog 
(Schwyzer 503: 4, Chantraine Formation 305). 

Eine Deutung als 'ungemahlen', von ftvXrj (vgl. ajivlov 
oteqqov, ImXaaiov EM), die sich formal aufdrangt, bleibt noch 
begrifflioh zu reohtfertigen. 

d[XU(XCov ep. Epithet, nie von den Gottern gebrauoht, etwa 'edel, 
herrlioh, trefflich, schon', eig. 'untadelig', zu ftvfiaQ, nach H. 
aolisch fiir fico/tag, /xw/wg 'Tadel' (s. d.). — djAvpwv: /iv/iag wie 
&7isIqu>v : TiEigag (r-w-Stamm). 

Ajjuivco 'abwehren, helfen', med. 'sich verteidigen, sich rachen', 
erweiterte Prateritalform tf/ivva&ov (Imperf. oder Aor. ?, s. 
Schwyzer 703 m. A. 6 m. Lit.). • — Ableitungen: dftvvTWQ 'Ab- 
wehrer, Heifer, Racher' (Horn., Simon., E. usw.), auch PN; 
d/nvvrfJQeg 'die nach vorn gekehrten Spitzen der anwachsenden 
Hirschhorner* (Arist.); d/tvvriJQios 'zur Abwehr geeignet' (PL, 
hell, und spat), wahrscheinlich direkt vom Verb gebildet 
ebenso wie das Nomen instr. dfivvTrJQiov (PL, hell, und spat) ; 
d/tvvTtxog 'ds.' (PL, Arist. usw.). — dfivvrgdv (A. ap. Phot, ohne 
Erklarung). — d/i6vrT]g 'Verteidiger' (Phot., Hdn.), auch PN, 
vgl. xrjQ-a/ivvTrji; (Lyk.); d/ivviag 'ds.' (Ar. Eq. 570, wohl mit 
Anspielung auf den PN). — a/j.vva 'Abwehr, Vergeltung, 
Rache' (Theop. Kom., hell, und spat; Riickbildung, s. 
Schwyzer 475 : 5, Chantraine Formation 101 ; das Kompositum 
XEi/J.-d/j,wa = xhalva na%eia (A. Fr. und S. Fr.) ist als Zu- 
sammenbildung zu beurteilen. 

Wie xXivm, nkvvm ist dfivvca eigentlich ein Nasalprasens 
(Schwyzer 694); zugrunde liegt also ein Element dfiv-, das 
man in d/ievaaa&ai (s. d.) wiederzufinden glaubt (urspr. Be- 
deutung somit *'wegschieben'). 

duu?, vdog f. 'SiiBwasserschildkrote' (Archig. ap. Gal.). Nach 
Stromberg Fischnamen 81 Kontamination von i/j.vg 'ds.' und 
d/ttcc 'Thunfisch, der in die Fliisse geht'. 

&p.\ioaiii 'ritzen, zerkratzen' (ep. ion., hell, und spat). Zahlreiche 
Ableitungen: 1. d/ivxrj 'Rifl, Wunde', wovon afiv%iaiag (PL 
Ax. 366 a, Bed. unsicher; zur Bildung Chantraine Formation 
49) und dfj.vxd>dr]g 'rissig, aufgesprungen' (Hp., Thphr.), auBer- 

Prisk, Griccb. etym. Worterbuch " 



98 d|xuaxp<5s — A(«pi&?w 

dem &(ivxr]d6v etwa 'oberflachlich, leicht* {EM); 2. dftvx/Jog 
'Wunde' (Theok.), dfivy/idg cj. in A. Ch. 24; 3. a/ivy/ia 'das 
Zerraufen' (S., E.); 4. a/j,v£ig 'das Zerkratzen' (Orph., Ach. 
Tat. u.a.). — Adv. d/ivi (ifttpvaa Nik.) = ,u(Ui5 (Euph.). — 
Adj. dfivxrixog 'aufritzend, irritierend' (Plu., Mediz.). — Aufier- 
dem a/ivxdXcu- ai axldeg tcuv fiehmv H., EM; zur Bildung Chan- 
traine Formation 245ff., Schwyzer 483: 4. 

Ohne genaue Entsprechung. Seit Curtius 546 vergleicht man 
lat. mucro 'scharfe Spitze, Schwert, Degen' (von einem Adj. 
*muk-ros 'spitz'), auBerdem, noch unsioherer, lit. musti 
'schlagen* (Vani8ek) und ags. gemyscan 'betriiben, plagen' 
(Holthausen IF 48, 266). 

&[*uaxp<4<; 'unbefleckt, rein* (Parth., H., EM), auch d/ivxQog 
(S. ap. Phot., Suid.) und d/j,vxvog, d/uvyvog, dfivaxagog (Suid.); 
dfiovxa' xa&agevovoa Adxcoveg H. — d/j,vaxfjvaf xa&dgcu, ayvi- 
aai H. 

Expressives, vielfach umgebildetes Adjektiv. Zu [ivoxog- 
fiiao/ia, xfidog H. Vgl. dnofivooco, fiv^a. 

&[*<paalr) (Iniow) 'Sprachlosigkeit' (P 695 = d 704, A. R., Bion) 
= d<paalr\ von wfaxog (tprj/ii), mit d/«- aus dv-, antevokal. Form 
fur d-, wohl nur aus metrischer Bequemlichkeit. Andere Er- 
klarangen bei Bq. 

a[A<pr)V, -evog (Theok. 30, 28, aol.) = avxrjv 'Nacken% daneben 
nach Jo. Gramm. Comp. 3, 16 aol. ai!<pip>. Nach Schulze GGA 
1897, 909 A. 1 aus *dyxf-rj v ' von *dyxv- = aind. atnhu- 'eng' 
usw. (s. ayx<a) ; kaum iiberzeugend. Vgl. av%i)v und Pok. 43. 

&(Ji<pl Adverb 'herum, auf beiden Seiten' (ep.), Proposition 'um' ; 
dfitpig Adv. 'ringsum, auf beiden Seiten, auseinander', seltener 
Prap. 'ringsum, aufierhalb' (ep.), vgl. Schwyzer 631 : 9, 
Schwyzer- Debrunner 436ff. m. Lit., Solmsen Wortforschung 
177ff. Altererbtes Adverb (idg. *ambhi) u.a. mit lat. amb(i)-, 
am-, an-, alb. mbi 'bei, auf, an' identisch. Daneben mit 
Schwundstufe (idg. *mbhi) im Keltischen, Germanischen und 
Indoiranischen, z.B. gall, ambi-, air. imb- 'um'; ahd. umbi 
'um', aind. abhi-tas, aw. aiwito 'zu beiden Seiten'. Vgl. 
&ficpa>. — Durch Hauchdissimilation d/in- in dfin-exo) und 
ahnlichen Fallen. — Zu mehreren epischen und sonstigen 
Komposita mit dfi<pi-, d/i<p-i]QS<pyg, dfitpi-^Qorrj, djiq)i-Xvxr} usw. 
s. aufier Schwyzer- Debrunner a.a.O. Bechtel Lex. s. vv. und 
unten zu den betreffenden Hintergliedem. 

d[JKpid^aj 'bekleiden, anziehen' hellenistische Neubildung nach 
den Verba auf -dfeo fur dfi<piewv/ii neben d/tyietco vom Aorist 
dfitpi-eoai. — Ableitungen : dfMfiacig, dfi<p(aofta, d/i(piaa/i6g 'An- 
zug' (hell, und spat). 



'AjjKpidcpao? — (ijitpopeui; 99 

'A|LcpicJipao£, att. -dgewg, N. eines Sehers und Konigs in Argos. 
Nach Borgeaud Beitr. z. Namenforschung 1, 102ff. illyrisch 
aus *ambhi-sarauos „qui habite sur les deux rives du *Sarauos 
ou de la *Saraua" (??). 

&H<plov od. aficpiov (Sch. D. T. 196) 'Gewand' (S., D.H., Inschr.). 
Von d/itpi oder (vielmehr) Abkurzung von dn<pleofia u. dgl. 
Vgl. Coulon Phil. 95, 45 f., Gregoire und Goosaeng Byzantion 
13, 396 ff. 

&|icpt7to^o? f. (Horn., Hdt., vgl. Lommel Femininbildungen 2), 
m. 'Dienerin, Diener', auch (als Diener[in] der Gotter und 
Gottinnen) 'Priester(in)' (ion. poet., zur Verbreitung s. Erika 
Kretschmer Glotta 18, 72). — Ableitungen: d/MpmoMov 
'Wohnung eines d.' (10 4, 39, Aigina, V a ), dfttpmoXia 'Amt 
eines d.' (D. S.). — Denominativa : dfupuiofevco 'als d. beschaf- 
tigt sein, besorgen, warten' (ep., Hdt.), d/i<pinoMw 'ds.' (Pi., 
B. usw.). 

Altes Nomen agentis, mit lat. anculus 'Diener, Kneeht' 
identisch ; dieselbe Bildungaweise aueh in aind. abhi-cara- 
'Diener' (nur lexikalisch belegt); mit anderem Prafix pari- 
card- 'Diener' (sehon ved.). Zu dfitpi-niXofiai; s. neAo/icu, auch 
fiov-xokog. Uber die Bedeutung usw. ausfiihrlich Pax WuS 
18, Iff. 

AjxcpioprjT^w (att., auch Hdt.), -ySdrew (ion., wohl auch aol., 
rhod.) 'auseinander gehen, umstreiten, beanspruchen'. — Ab- 
leitungen: dfitpia^Trjaig Rechtsausdruck : 'Streit, Anspruch, 
Gegenbehauptung' (att., hell, und spat) mit dfi<piaPtjrrJGi/iog 
'strittig, umstritten', s. Arbenz Die Adj. auf -i/xog 54f., 58; 
d/MpiafirjTrjriKdg 'zur d/i<pia(iriTr]oig gehorend' (PI.). — d/i<pia^- 
Tt}/iia 'Streitfrage, Streitigkeit' (PL, Arist. usw.) mit dfi<pto- 
^rjrrjuarixoQ (Aps.). — Neben dnywfSmia) : d/j,q>w§aatr) (ion. 
usw.). 

Zusammenbildung von d/tiptg und fiaivuv ((Hjvai) 'ausein- 
ander gehen', virtuell von einem (nie existierenden) *d/ J t<pw^rj- 
Ttjs (vgl. EfinvQi^-xr\Q), bzw. *dfi<piofldTiig (vgl. nagai-^dTrjg). 
Vgl. Fraenkel Nom. ag. 1, 34 und 117 (teilweise abweichend). 

d[Xcpopeu5 m. (ion. att.), durch Haplologie aus d/tipi-tpoQevg (ep.) 
entstanden, zweihenkeliger konischer Krug, auch als Mafi fur 
Flussigkeiten gebraucht. — Ableitungen: dfitpoQtdiov (oder 
-eidiov, s. Schwyzer 471 A. 4 m. Lit.) (Ar.), d/upoQioxog m. 
(D., Inschr.) ; d^npogiov (Gloss.); unklar d(iq>OQEiq>- <poQrlq> H. — 
d/i(poQhr]g als Adj. (dymv 'Wettkampf mit einem d. als Preis', 
Kail. Fr. 80), als Subst. unsicherer Bed. PSI 5, 535, 31, s. 
Redard Les noms grecs en -rrjg 106 f.; dfitpogixog (Schol.); 
d/upoglg Adv. (Eust.), daraus ein Verb d/tyoQitio irrig er- 
schlossen (Eust.). 

7* 



100 &&Mpou8l<; — AvA 

Eigentlich = „Zweitrager", d.h. ein Krug, der beiderseits 
getragen wird, aber als Nom. instr. gebildet. Nicht mit 
Sohwyzer 477 ein Bahuvrihi, aus *d/j,<pi-<poQog „was beiderseits 
einen Trager hat" erweitert. — Daraus entlehnt lat. amphora 
nrit Dem. ampulla. 

dtpcpouSLi; an. key. q 237 d/i<pov8ig dsioag. Wahrscheinlich ist mit 
Tick Odyssee 312 dfitpwdig zu schreiben, aus *dn<p(oFadig 'an 
beiden Ohren\ Vgl. i^wflddia- evmna. Adxooveg H. — Beehtel 
Lex. s.v. 

a|X(pco 'beide', spater durch d/mporegog 'beidseitig, beide' ver- 
drangt. Davon d/uplag- ydvog oivov H., s. Baunack Philol. 70, 
356. — Mit lat. ambo identisoh; ein ahnlicher Anlaut auoh 
in toch.A ampi (aber B antapi, anpi). Die iibrigen Sprachen 
zeigen nasallose Formen: aind. ubhdu, aw. uva, aksl. oba, lit. 
abu; im Germanischen, z.B. got. bai, fehlt auch der Vokal. 
Eine siohere Erklarung des sehwankenden Anlauts stent 
noch aus, s. WP. 1, 55, Pok. 34f., Ernout-Meillet s. ambo. — 
Zusammenhang mit d/upl ist augenfallig; Urverwandtschaft 
oder sekundare Angleichung? 

&(i.ajjxov n. N. einer indischen Gewiirzpflanze (Hp., Arist., Thphr. 
usw.). Ableitungen: d/too/tlg f. 'falsches Amomum' (Dsk., Plin., 
Edict. Diocl.); dfico/iiTrig (Mfiavog, Dsk.). — Orientalisches LW. 
Vgl. xivvd/iio/xov. 

4[io>oa?- xoe/idoag. Taoavrivoi H. Nach Immiseh Leipz. Stud. 
8, 276 aus dve/iwaag als „Allegroform" entstanden. Zu- 
stimmend v. Blumenthal Hesychst. 13 („wohl vomTrocknen 
der Wasche genommen"). 

o(xwo-Ye-7K>>? 'auf irgendeine Weise' (att.). S. *dfiog. 

oijicoxov = xaordvetov (Ageloch. ap. Ath. 2, 54d). Herkunft un- 
bekannt. 

fiv (ion. att., ark.), Modalpartikel, mit den Fragepartikeln lat. 
an, got. an etymologisch identisch. Vgl. Schwyzer-Debrunner 
305f., 558 m. weiterer Literatur, Chantraine Gramm. hom. 2 
(s. Index). 

&vd (ion. att.) Adverb, Praposition und Praverb, durch Elision 
und Apokope av, dv; lesb. thess., ark. kypr. 6v 'hinauf, ent- 
lang\ — Altes Adverb, auch im Iranischen und Germanischen 
zu belegen: aw. ana, apers. and. 'auf — hin, langs'; got. ana, 
ahd. an(a), ags. on 'an'. AuBerdem vielleicht in lat. an- 
helare, an-testarl und in arm. am-bafnam 'erheben' u. a. Dagegen 
ist aind. dnu 'entlang' wahrscheinlich fernzuhalten, s. 
Wackernagel Symb.phil. Danielsson389f.; vgl. avev. Naheres 
iiber den Gebrauch Schwyzer-Debrunner 439ff. — Neben 
dvd steht avo), gewohnlich Adverb, selten Praposition 'hinauf, 



AvctyaXXls — dvoxw? 101 

(nach) oben' ; davon avco&ev, dvcoTEQco, dvcDzdroj. Zum aus- 
lautenden -co s. Schwyzer 550. 

4vaY<xXXl5, -idog f. (auch m. H.) Pflanzenname, 'Anagallis' 
(Dsk., Longos u.a.). — Dunkel. Nach Prellwitz von dvd und 
dydXXw. Vgl. dyaXXlg s. dydXX.o/xat. 

AvdyxT) (seit II.), ep. ion. Erweiterung dvayxaii] (vgl. Schwyzer 
469) f. 'Zwang, Notwendigkeit'. — Ableitungen: dvayxatog 
'zwingend, notig', auch 'blutsverwandt' (seit II.), wovon 
avayxmoTTjg f. 'Blutsverwandtschaft' (att., hell.), auch 'Not- 
wendigkeit' (S. E.); dvayxaicbdris 'unentbehrlich' (dvayxaua- 
SsaTEQa Sch.). — Denominatives Verb: dvayxd^co 'zwingen, 
notigen' (ion. att., nicht bei Horn.), wovon dvdyxaa/xa 
'Zwang(smittel)' (J.) ; dvayxaari^Q 'Zwinger' (Amorgos), dvay- 
xaorrjgiog 'zwingend' (D. H.); dvayxaanxog 'ds.' (PL, Arist. 
usw.). 

Nicht sicher erklart. Man vergleicht einige keltische Worter 
fiir 'Not(wendigkeit), Schicksal' wie air. ecen, kymr. angen 
(Fick 4 2, 32); auBerdem aus dem Germanischen z.B. ahd. 
ahta, nhd. Acht 'feindliche Verfolgung' (Brugmann Grundr. 2 
1,382); dazu noch heth. henkan 'Tod' (Kurylowicz Symb. 
Rozwadowski 1, 101, Pedersen Hittitisch 183f.), WP. 1, 60, 
Pok. 45 m. weiterer Lit., W.-Hofmann s. neco. — Die Ver- 
mutung, dvdyxrj sei postverbal gebildet aus dvayxd^to, eig. 
*'in die Arme nehmen' (Schwyzer 734 A. 8), verstoBt u.a. 
gegen die Chronologie der Belege (s. oben). — Andere Vor- 
schlage: zu iveyxsiv (Giintert Weltkonig 185) ; aus dv- privati- 
vum und einem Wort fiir 'Arm' (vgl. dyxmv; Gregoire Mel. 
Desrousseaux 185f., dazu Deny Mel. Boisacq 1,295; nicht 
zu empfehlen). 

dvayupig f., -og m., auch ovoyvQog (Nik., Ps.-Dsk., volksetymo- 
logisch nach ovog^, Stromberg Pflanzennamen 155), Pflanzen- 
name, 'Anagyris foetida' (Ar., Gal., Dsk. usw.). Davon der 
att. Demenname AvayvQovg, Adv. AvayvgovvTo&ev u.a., Adj. 
Avayvgdaiog (Ar., PL u.a.). — Etymologie unbekannt. 

&va(vo[xai s. alvog. 
&vaioi|Ji6(i> s. alaa. 

avaxax; exuv Tivog 'Acht haben auf etwas' (Hdt., Hp., Pl.Kom., 
Thuk. usw.). Aus *dva-xomg, von *dva-xoog, Verbaladjektiv 
zu einem iterativen Verb *dva-xoia> 'auf etw. achten', s. 
xoem. Zur Kontraktion vgl. d^vo-xcav eig. „Schafwiichter", 
'Schafskopf (Ar.), aus *dfivo-x6wv. Debrunner GGA 1910, 6 
(mit Baunack und Meister). — Anders Schulze Q. 505, 
Kl. Schr. 674 und Fraenkel Nom. ag. 1, 96, Gnomon 23, 373: 
zu aval; in dem hypothetischen Sinn von 'Schiitzer, Heifer'. 



102 &vocx<<>x^ — fived; 

dvaxcoxV) a. dvoxmx^. 

AvaXet- o%oM&i. TaQavTivoi H. Nach v. Blumenthal Hesychst. 
28 = dv-aXeyei 'sich um nichts kiimmem', entweder durch 
Korruptel entstellt oder vielmehr durch Schwund des y und 
Kontraktion. Verfehlt, weil Verba nie mit d(v)- privativum 
negiert werden. Latte andert in dvaXealvei. 

dvaXCoxo), Fut. dvdkmam, Aor. dvrjXmaa, wozu ein neues Prasens 
dvdXom 'aufwenden, verbrauchen, verschwenden' (ion. att.). — 
Ableitungen: dvakmaig 'Aufwand, Verbrauoh' (ion. att.), dvd- 
Xeo/ia 'Aufwand, Ausgabe' (vorw. att.), dvr\hojxa (Pap., 
Inschr.), sekundares Simplex dXutfia (boot., Fraenkel Norn. 
ag. 1,119); Demin. dvaXwfidriov (Ph., Pap.). dvaXcor^g 'Ver- 
schwendcr' (PL); dvafcorixog 'verschwenderisch, verbrauchend' 
(PL, Ph. u.a.). — Aus *dva-FaUaxco eig. r aufreifien', bzw. r an 
sich reiBen', Verzehren'. Vgl. dkioxoftai. 

&voXto£ 'unersattlich' (yaarrfo Od., Kratin.). — Negiertes 
Verbaladjektiv von dem in lat. alo, air. alim, awno. ala 
'nahren', got. alands 'rge(p6^evog'' vorliegenden Verb, das im 
Griechisehen auch in vedh)g c munter, stark' vermutet worden 
ist (s. auch Baunack Phil. 70, 355f. mit einer sehr fraglichen 
Kombination), aber sonst nur mit Erweiterungen erscheint: 
dXdaivco, a~/3aiva> (s. dd.). — Aind. anala- 'Feuer', nach den 
indischen Etymologen eig. 'der Unersattliche', das von 
Schulze KZ 54, 306 (= Kl. Schr. 215) hierhergezogen worden 
ist, ist wahrscheinlich dravidisches LW, s. Schrader KZ 56, 
125ff., Mayrhofer Wb. s. v. 

&lvo%, urspr. /aval;, -xrog m. 'Herrseher, Herr, Furst' (eig. 
'Schiitzer, Heifer, Retter'? s. Leumann Horn. Worter 42ff. 
mit Lit.), pi. (f)dvaxeg N. der Dioskuren, (poet, seit Horn.). 
Fem. (F)dvaaaa (aus *favax-id) 'Herein' (poet, seit Horn.). 
Abstraktum dva£la 'Herrschaft, Befehl' (Pi., A.), auch auf 
dvdaam beziehbar; Adj. dvd£toq 'fiirstlich' (Sch.). — Von 
(F)dvaxeg : (F)avdxetov 'Tempel der Dioskuren' (att., nwgr. 
usw.), Avdxua pi. 'Fest der Dioskuren' (Lys. u.a.); dvaxdtaiog 
Adj. (Rhegion, s. Chantraine Formation 42). — Denomina- 
tives Verb dvdaaco 'Herrscher sein, herrschen' (poet, seit 
Horn.). — Zugehorigkeitsadj. auf -teqoq (vgl. dygozegog, 
dgiaregog) in agaisch ua-na-ka-te-ro = favaxregog, -ovl 

Unerklart. Nach Meillet Mel. Glotz 2, 587ff. u.a. (z.B. 
BoBhardt Die Nomina auf -evg 22ff., wo auch iiber ava£- 
fSaoihevg) Fremdwort. Die vorgebrachten Erklarungsversuche 
haben hochstens hypothetischen Wert : Schwyzer Glotta 6, 86 
A. 1, Meringer WuS 9,114, Ribezzo RIGI 12,96, Pisani 
Rend. Ace. Lincei 6:6,174 (auch zum Lautlichen), v. Win- 
dekens Le Museon 61, 278ff. Uber das (sekundar hinzu- 



&vccpfar]5 — tfvaupo; 103 

getretene?) -t- auSerdem Doppler (s. Glotta 17,245; abzu- 
lehnen). — Zu toch. B riakte, A rikat, das fernzuhalten ist, 
Pedersen Tooharisch 31. — Phryg. vanaktei stammt aus dem 
Grieehischen. 
dvapiTTj? westgriechisch fur vr]Qirr]g (Magnien MSL 21, 59), s. d. 

&va-ppix<&o[i.ai 'mit Handen und FuBen emporklettern', auch 
dQQtxdo/iai (Hellanik., Ar., spaterProsa; von Lukian als ver- 
alt et verpont ) . Davon dvaQqiyrj a 'f'das Emporklettern' ( Arist . ) . — 
Iterativ-intensive Ableitung von einem verschollenen pri- 
maren Verb ohne sichere Entsprechungen. Unhaltbar Solmsen 
IF 13, 132ff.; vgl. noeh Ehrlich Betonung 53. 

dvoto-caXu^to 'aufweinen, aufsohluohzen' (Anakr. 43, 4). Vgl. 
aoxaXv%eiv (zu lesen -v^eivt)' dva[fi]Xvt,Eiv, xXaieiv H., veo- 
oTaAuf - veoddxQvrog H. Danach ordXv£ fpostverbal) statt 
ordXr^ zu lesen bei Zonar. = araXay/xog. — Mit Prellwitz zu 
araXdaam, -aQta 'traufeln, tropfen'. Zur Bildung vgl. yQvt,m, 
lt$?a>, 6XoXv£w, ororvCco und andere Lautausdriicke. 

dvaoxiSojvoi; • dvarETa/ievog H. Unhaltbare Vermutung von 
Fiek BB 18, 140: zu amd^g — fiaxooq. Vgl. Pisani 1st. Lomb. 
73: 2,23. 

dvam>pT6Xi<; Hetarenbeiname (Hippon. 110). Femininbildung 
zu einem Nomen auf -oXtjg von dvaovQo/iai 'die Kleider herauf- 
ziehen, sich aufdecken'; dasselbe Suffix u.a. im bedeutungs- 
verwandten oi(p6Xt]g, -Xig. Das -t- stammt wahrscheinlich aus 
einem Nomen auf Dental *dvaavQrrjg, -rig. Bechtel KZ 49, 
118. 

&vocupo£ m. 'GieBbach, Strom' (Moseh., Nik., Lyk. u.a.), auch 
thess. FluBname (Hes.). Naeh Persson IF 35, 199 und 
Kretschmer Glotta 10, 51 ff. eig. „wasserlos", von dem im 
Sommer austrocknenden Wasserlauf ; vgl. die Erklarung von 
(ivavQog in EM: 6 el- vera>v awiardjiEvog nora/jog; s. aueh 
Xagadga. — Von dv - privativum und einem Wort fur 'Wasser', 
das als Simplex nicht belegt ist, aber sowohl in ayXavQog (s. d.) 
wie (sehr hypothetisch) in ^rjaavgog und KhravQog gesucht 
wird (Kretschmer I.e.); vgl. noch den Quellnamen Avga 
(Nonnos), den thrak. Flufinamen AvQag ebenso wie italische 
(illyrisehe) Flufinamen wie Metaurus, Pisaurus (Krahe IF 
48, 216 A. 5), denen Pisani Beitr. z. Namenforschung 2, 65ff. 
noch Isaurus (Lucanus) hinzufiigt. — Das Hinterglied wird 
als *avga angesetzt (Persson, Kretschmer); moglich, aber 
keineswegs zwingend, vgl. avvdgog : vdmg : vdgog, -a. Jeden- 
falls war das Wort urspriinglich ein r-Stamm und mit aind. 
vdr-(i), wahrscheinlich auch mit toch. A war, B war nahe 
verwandt. Dasselbe Wort wird auch im Germanischen ge- 



104 avSavto — &v8pino8ov 

sucht, z.B. awno. awrr m. 'NaG, Wasser' (Persson I.e.; die 
Bed. ist allerdings sehr unsicher). — Vgl. eqot], ovgavog. WP. 
1, 268f., Pok. 80f. ; zu Avgag noch Brandenstein Archiv 
Orientalni 17, 73f. m. Lit. — Anders angesohlossen (an FIN. 
Avara, Avantia, aind. avatd-, lett. avudts u.a.) bei Krahe 
Beitr. z. Namenforschung 4, 49 (vgl. ebd. 115). 

<xvSdva>, Aor. ddelv (ep. aol. Ind. svadov), ep. Perf. edda 'gefallen' 
(vorw. ion. und poet.). Zur Prasensbildung Schwyzer 699; 
att. rjdo/iai (s. d.), dor. viell. dddvm aus dddvovza- aQeattovra H. 
zu erschlieBen (Baunack Phil. 70, 353; vgl. h)&dva>). — Ab- 
leitungen: aboc, 'BeschluB' (Halik., Thasoa), adrjfta- yirjtpiafia 
H.; auflerdem fdSigig 'BeschluB' in yddtSig- ofiokoyia und 
adits' ofioXoyia naqa Taoavrivoiq H., zunachst zu *fadl£ofiai 
mit weiterem AnschluB an (f)ddog; Bechtel Dial. 2, 419. 

Genaue Entsprechungen zu den griechischen Formen liegen 
nirgends vor. Das Altindische hat ein damit eng verwandtes 
thematisches Wurzelprasens svddati, -te 'sich gefallen lassen, 
gefallen' ; lat. suddeo 'raten' weieht dagegen in Form und 
Bedeutung stark ab. Der /-Laut wird aufier dureh aol. etfade 
( < *S-afa8-e) auch durch kret. if ads und lokr. fefadrjqoTa 
bestatigt. — Verwandt sind fjSofiai, fjdvg (s. dd.). S. auch 
aa/isvog und av&ddr/g. 

SvSrjpa, rd (selten sing. avdrjQov) 'erhohte Ufer oder Rander der 
Fliisse und Graben; Erdaufwurf, Rabatte, Weinbeet' (Hyp., 
buk., hell. u. spat). Davon dvSrjQsvnjg 'Rieselmeister des 
Weinlandes' (Pap.). — Unerklart. 

&v8iv05* nEqlnaxog (cod. tieqi navxog) H. (<nat>d TaQavTivoig> 
e sequenti linea hue revoc. Hemsterhusius). Davon dvdiveu) 
(cod. dvaSivlco)- tiequicltw H. — Nicht sicher erklart. Nach 
Pokorny Zeitschr. celt. Phil. 21, 101 illyrisch und mit dv-rjvo&e 
usw. urverwandt. Pisani Ist. Lomb. 75: 2, 32f. zieht vor, es 
als messapisch mit ital. andare 'gehen' zusammenzustellen. 

ivSpdmoSov n. 'Kriegsgefangener der als Sklave verkauft worden 
ist', 'Sklave' im allg. (ion. att. ; zur Verbreitung E.Kretschmer 
Glotta 18, 76). — Ableitungen. Deminutivum dvdQanodiov 
(Hyp., Diph., Pap.). — Adj. dvdQanoddid-qg 'sklavenmaBig' 
(PI., Arist. usw.), wovon dvdQanodwdia 'Sklavengesinnung' 
(Arist., Plu.). — Denominatives Verb dvdQanodt^a), -o/tai 'in 
Knechtschaft versetzen, als Sklaven verkaufen' (ion. att.). 
Davon sind abgeleitet: dvdqanddiaig 'Knechtung' (Xen.), 
-tofidg 'ds.' (att.). — avSqanodiarrfg 'Sklavenhandler' (att.); 
dvdQaJiodionxog 'zum Sklavenverkauf, -handler gehorig' (PI., 
Eup.) ; drdqanodiarriQiog 'ds.' (Tz.). 

Der Plural dvdQdnoSa (urspr. Konsonantstamm; Dat. pi. 
avSqanodeoai H 475) „MensehenfiiBler", woraus sekundar der 



&v8p(XXV7) — dVEfXtivY] 105 

Sing. avSgdnodov , wurde nach rsTQanoda 'Vierfufiler' ge- 
schaffen; Brugmann Grundr. 2 2: 1, 21, Wackernagel KZ 30, 
298, Sommer Nominalkomp. 35, Leumann Horn. Worter 157f. 

dv8pdx vr ) f- Pflanzenname, 'Portulaca oleracea', auch 'Sedum 
stellatum' (Thphr., Dsk. u. a.), avdgaxvog f. (Paus.) ; auch mit 
Dissimilation avSgax^r] (Thphr. u. a.), avdgax^og (EM, Thphr. 
v. 1.). — Unerklart. 

ov8p€i<p6vnr), 'EvvaUm a. (II.) im VersschluB nach dQyB'C<povrrjg 
(s. d.); v. Wilamo'witz Horn. Unt. 299 A. 10, vgl. Wacker- 
nagel Unt. 172. 

divSpia; s. avtjQ. 

'AvSpofxdxT] Die Gemahlin Hektors (II. usw.); so gcnannt, weil 
ihr Mann in der Mannerschlacht zu Hause ist, wie Hektors 
Sohn seinen Namen HoTvdvaS, d.h. 'Stadtherrscher, Stadt- 
schutzer', nach den Taten seines Vaters erhielt. Kretschmer 
Glotta 12, 103. Anders iiher Aorvdvag Roussel REGr. 32,482ff. 

Svcucx; m. 'Wind' (seit II.). — Mehrere Ableitungen: rjvsjjoeig 
'windig, windreich' (metr. Dehnung, wonach dor. dvE/iosig ; 
ep. poet.) ; dvEjxcbhog 'eitel, unniitz' (ep.), aus *dvs/id>viog durch 
Dissimilation, bzw. nach dem Synonym dnoyxbAiog (Bechtel 
Lex., Chantraine Formation 43; Risch 113 erinnert an 
dnarrjXiog) ; dv£(j,d)dr)g 'windig' (Hp., Arist., hell. u. spat); 
dvsfiiaiog 'windig, eitel' (PL, Kom., Alkiphr. u.a.), nach den 
MaBadj. auf -latogt (woriiber Chantraine 49). — dvEfiwxag- 
ovog aqpeTog, Ugog, rolg dve/ioig &v6fievog iv Tagavrlvotg H. ; 
dve/j.a>rig Epithet von Athene (als Windstillerin; Paus.). — 
AvEfiia 'Blahung' (Hp.). — dvE/j.divri s. d. — Denominative 
Verba: dve/noo/^ai 'vom Winde aufgeblaht werden' (Hp., PL 
usw.); dvE/ilCo/j.ai 'mit dem Winde treiben' (Ep. Jak.). 

Gr. dve/iog ist mit lat. animus formal identisch; auch aind. 
dnila- m. 'Wind, Luff kann dazu stimmen, falls aus *anima- 
dissimiliert. Zum mo-Suffix Porzig Satzinhalte 285f. In 
Betracht kommt ferner arm. holm 'Wind' (mit Dissimilation 
aus n-m), aber der Anlaut macht Schwierigkeiten; s. dariiber 
Liden Armen. Stud. 39 A. 1, Petersson KZ 47, 246, Meillet 
BSL 26, 11. Eine andere Bildung im Keltischen, z.B. kymr. 
anadl 'Atem' (mit ^o-Suffix). — Zugrunde liegt ein zwei- 
silbiges Wurzelverb, aind. dni-ti 'atmet' ; vgl. got. us-anan 
'ausatmen' und Schwyzer Mel. Boisacq 2, 231 ff. — S. auch 
ao&ixa und dvrai. 

dv€(jui)vt) Pflanzenname, 'Windblume' (Lehniibersetzung), 
(Kom., Thphr. usw.). Ableitung dveficovig f. = dve/iiuvrj 
tj/tegog (Nik., Nonnos). — Prellwitz' Herleitung aus avEfiog 
sucht Stromberg Pflanzennamen 77 mit verschiedenen 



106 &vevexet — #vr)9t>v 

Argumenten zu stiitzen. Unwahrscheinliche semitische 
Etymologie bei Lewy Fremdw. 49. 

Avevrrel" dgveiTai H. Nach v. Blumenthal Hesychst. 34 = 
*dvaiverei; vgl. dvalvo/iai und alvsrdg. Eher mit Cocceius 
aus avaiverai entstellt. 

fiveu 'fern von, ohne' (seit II.). Nebenformen: avsw (Epidauros), 
avEvg (Olympia), avcg (Megara, hell. Dichter), vgl. Schwyzer- 
Debrunner 535:4a. Davon avevfre(v) (ep. lyr.) und dn- 
dvev&ev (ep.), auch als Adverbia 'fern ab' gebraucht. 

Seiner Bildung nach erinnert avsv an den alten Lokativ 
eines w-Stamms; es ist aber ohne genaue Entsprechung. Man 
vergleicht einerseits die germanisehe Gruppe got. inu 'ohne' 
( <*enu), ahd.anu = ohne ( <*enu) und aind. arm 'entlang', 
anu-sdk 'nach der Reihe'; anderseits aind. sanu-tdr 'abseits', 
lat. sine usw. Bei der letzten Annahme ware avsv entweder 
eine psilotische oder eine ,,s-lose" Form; das eine ebenso un- 
wahrscheinlich wie das andere. Literatur bei Bq, W.-Hofmann 
1, 677 (s. ignosco), WP. 1, 127f., Pok. 318, Waokernagel Symb. 
phil. Danielsson 390 A. 1. Vgl. s. &teq. 

&ve<pi6q m. 'Vetter' (seit II.) mit sekundarem Fern, dveipid 'Base' 
(Isok., Xen. usw.). Andere Ableitungen: dveyiiadovg (vgl. 
ddsXcpidovg) m. 'Sohn des Vetters' (Kom., D. u.a.), auch 
dvetpcddrjg (Pachnemunis, Iamb.) ; dazu dvEipiadi) "Tochter des 
Vetters' (Ar.). Abstraktbildung dveipioTrjg, -rjrog f. 'Vetter- 
schaft' (PL, Lex ap. D.). 

Bis auf das anlautende, gewiB prothetische d- (anders 
Schwyzer 433:4) entsprieht dveipiog vollig aw. naptya- 'Ab- 
kommling', aksl. netvjb 'Neffe', idg. *nept-iio-, das eine Ab- 
leitung des Wortes fur 'Enkel, Neffe', aind. ndpat, lat. nepos 
usw., idg. *nepot-, darstellt; vgl. venodeg. 

aveco, dveio 'schweigend, still', ep. Pradikat zu pluralen Sub- 
jekten bis auf y> 93 dvsco r)azo. Davon dveoazaaln- ftdfifiog H. — 
Von Eust. zu WAS, im allg. auch von den Neueren, als 
Adverb aufgefaBt (so vielleicht schon Aristarch, s. Buttmann 
Lexilogus 2,2); die gewohnliche Schreibung Svetoi ware dann 
wegen der angeblichen adjektivischen Funktion bei pluralen 
Subjekten eingefiihrt. Vgl. Chantraine Gramm. hom. 1, 249 
m. Lit. — Das Wort ist dunkel; die bisherigen Erklarungs- 
versuche (s. Bq mit Add., Bechtel Lex., WP. 1, 114) sind 
erfolglos geblieben. Vgl. zuletzt Groselj 2iva Ant. 4, 168. 

av>}9-ov (-vv-), -tov n. 'Dill' (aol., att., hell. u. spat). Ableitung 
dvr)&ivog 'aus Dill gemacht' (Theok., Dsk. u.a.), dvri&hijg 
(olvog, Gp.). LW unbekannten Ursprungs; vgl. Mjia&ov und 
andere Pflanzennamen auf -§ov (-&og) bei Chantraine For- 
mation 368. 



dvVjvoS^v — &v^p 107 

&\rt\vod*» A 266 (q 270) ep. Plusquamperfekt (Perfekt) s. 
iv&elv. Vgl. auch av&og am E. 

<&vV)p, dvdgog, avdga (ep. auch dvega, wonach dvegog usw.; zur 
Flexion s. Schwyzer 568/3) 'Mann, Mensch' (seit II.). Uber 
Sinn und Gebrauch s. Vock Bedeutung und Verwendung von 
dvr\g und av&gmnog. Diss. Freiburg (Schweiz) 1928; Chan- 
traine REGr. 59 — 60, 219ff. ; auch Sommer Nominalkomp. 
177ff. — Zahlreiche Ableitungen: Demin. dvdglov (Kora., 
E. Theok.); daraus vielleicht, mit denominalem vr-Suffix, 
dvdgidg, -dvrog 'Menschenbild, Statue' (Pi., ion. att.), vgl. 
Kretschmer Glotta 14, 84ff., weitere Literatur bei Schwyzer 
526: 3 u. 4; verfehlt Szemerenyi KZ 71, 215); dvdgig f- 'Weib' 
(8m.); dvdg(s)(ov m. 'Mannergemach' (ion. att.) mit dvdgmviov 
(Delos) und dvdgwvlng '6s.' (Lys., X. usw., vgl. Redard Les 
noms grecs en -rt]g 110). Abstrakta; dvdgela (-r]irj, -la) 'Mann- 
haftigkeit, Tapferkeit' (ion. att.) ; dvdgoTrjg, -rfjro; 'Mannes- 
kraft' (77 857, Q 6), viell. als *8goxrp:a zu lesen, vgl. 8g(by> und 
Leumann Horn. Worter 221 m. Lit. i]vogk-r\ 'ds.', ion. Urn- 
setzung von aol. avogia (aus -gia), vom Metrum begiinstigt 
(Kretschmer Glotta 24, 245f.), wahrscheinlich aus einem 
Kompositum (vgl. evavogia Pi.) abgetrennt, s. Leumann 
Horn. Worter 109f., 123 m. Lit.; daraus dvogeog (S.). — 
Adjektiva: dvdgelog (ion. usw. dvdgij'iog, vgl. Chantraine 
Formation 52, Schwyzer 468: 3) 'mannlich, mannhaft, mutig', 
wovon dvSgsiorrjg 'Mannlichkeit' (X., Ti. Lokr.) und das De- 
nominativum dvdgeiow 'mutig machen' (LXX), -oojxai 'Mann 
werden' (Prokl.), wovon wiederum dvdgelcopa (Metrod.); — 
jiinger dvdgixog 'zum Manne gehorig, mannlich, mannhaft' 
(vorw.att.; zu dvdgelog — dvdgixog Chantraine Formation 
389, 391 f.); dvdgonsog 'menschlich' (ep.; -/j,eog wohl = aind. 
-maya-); dvdgdidrjg 'mannhaft' (Emp., Isok. usw.); dvdgcoog 
'zum Manne gehorig' (Muson., Gal. u. a.). — Denominativa : 
dvdooo/iai 'Mann werden' (Hdt., Hp., E. usw.), -oco 'zum 
Manne machen' (Lyk.) ; dvdgvvo/iai 'Mann werden' (Ps. 
Kallisth.); dv8glt,ofiai 'Mann werden, sich als Mann zeigen' 
(att. usw.), -lt,m 'zum Manne machen' (X.); davon avdgia/ia 
(Max. Tyr.) und dvdgio/iog (Poll.) 'mannliches Auftreten'. — 
Uber dvtfg als Hinterglied (-rjvcog, -avSgog) ausfuhrlich Sommer 
Nominalkomp. 160ff. mit weiterer Lit. und kritischer Erorte- 
rung anderer Auffassungen ; s. auch zu AM^avdgog s. dle£co. — 
Kuiper MAWNied. NR. 14: 5 will, wenig wahrscheinlich, in 
-rjvwg und in vaig-oyi ein altes Abstraktum *aveg, *avag 'vital 
energy' (idg. *ner-; auch in aind. su-ndra- u.a.) finden. 

dvtjo ist mit arm. ayr, Gen. arn 'Mann' identisch (zum Laut- 
lichen Bonfante Melanges Pedersen 20 A. 1) und entspricht 



108 Sva-cpov — «v8«s 

bis auf d- aind. rid (Stamm nar-), ital. ner- in osk. ner-um 
'virorum', lat. sab. Ner-6 usw. (s. W.-Hofmann s. neriosus), 
kymr. ner 'chef, maitre' (Loth Rev. celt. 41, 207 f.), aXh.njer 
'Mann, Mensch' (vgl. Mann Lang. 28, 38). Dagegen mufl die 
Heranziehung von heth. irvnar-, luw. annar- in innarauatar 
etwa '(Lebens)kraft, hoheitliche Macht' und anderen Bil- 
dungon (zuletzt Kammenhuber Munch. Stud. z. Sprachwiss. 
3, 36) immer als sohr hypothetisch betrachtet werden. — 
Anl. d-, das auch in neuphryg. avao erscheint, stellt entweder 
eine Prothese dar oder beruht auf altem Ablaut. Es fehlt in 
dgditp' av&Qamog H., falls, wie wahrscheinlich, aus *vQ-ci>y). — 
Vgl. vwqeI. 

SvOefiov s. dv&og. 

dv&epeiov, dv9^pi!; s. dd-rJQ. 

dv&iotc, -ov m. Fischname, 'Labrus anthias' (Anan., Kom., 
Arist.). Wegen der Farbe so genannt, zu av&og, s. Stromberg 
Fischnamen 26. 

otv&os n. 'Blume', oft ubertragen (seit II.). — Sehr zahlreiche 
Ableitungen. 1. Substantiva. Deminutiv dv&vXXiov (M. Ant., 
Dsk. usw., zur Bildung Leumann Glotta 32, 214ff.), auch 
Pflanzenname wie dv&vXXig (Dsk., Plin.) und av&vXkov (Ps.- 
Dsk., Plin.); dv&r t hov v. 1. fiir dvUlhov (Dsk. 3, 156; 4, 121), 
auch = xav&rjfaov (Charax); dv&dXiov Pflanzenname, vgl. 
Chantraine Formation 74; dv&dgtov EQv&n/ia H. (deminutiv - 
hypokoristisch). — dv#»}Ajj 'die Federkrone der Barmen' usw. 
(Thphr., Dsk.), auch auf dv&ea> zu beziehen; da von dv&nXag 
m. etwa 'Blumenhandler', vgl. Olsson Aegyptus 6, 247 ff. — 
dv&E(l>v m. 'Blumenfiur, Garten' (Amasia), dv&cbr (Gloss.). — 
dv&TjSibv f. 'Biene' (vgl. dv&QTjdwv und Chantraine 361), audi 
Pflanzenname. — dv&oavvi) 'Bliite' (AP). — dv&lag s. bes. — 
Piv&earijQia n. pi. 'Blumenfest, Fruhlingsfeier' (ion. att., vgl. 
Chantraine 63, Schwyzer 470: 7) mit dem Monatsnamen 
Hv&eOTrjQicbv. — Eine unabhangige Parallelbildung ist av&E/iov 
n. 'Blume, Rosette, Palmette' (poet, seit Sappho) ; kaum mit 
Leumann Horn. Worter 249ff. aus dem in der Ilias fiir den 
Versschlufi geschaffenen dv&e/toEig (-oevra, -oevti; Vorbild 
fivE/xoEVTa, -osaaav) und 7ioXv-dv&e/j,og (Sapph.) riickgebildet ; 
dazu sind die Ableitungen zu zahlreich. Davon dv&e^cbdrig 
'blumenreich' (poet, seit Sapph.), dv&E/icoTog 'ds.' (Attika), 
dv&e/ilg Pflanzenname, auch 'Blumchen' (Nik., J. u.a.), 
dv&Efiiaiov Pflanzenname (Alex. Trail.), dv&ifxiov 'Bliite, bes. 
als Verzierung gebraucht' (X., Thphr. u.a.); auch die hom. 
PN Av&Efilcov und Xv&s/tidTig (Leumann a.a.O.), ferner der 
ON Av&E/iovg (Makedonien). Aus av&E/iov ferner die poetischen 
Verba dv&efti£ofiai und E7iav&£jiii£co (A., bzw. S. in lyr.). — 



«v»pa? 109 

2. Adjektiva. av&ivog 'aus Blumen bestehend, stammend, 
blumig, bunt' (i 84, Hp., Arist. usw.); dvfhjgog 'blumenreich', 
vorw. iibertr. 'frisch, glanzend, iippig' (8., E., Ar., Isok., X. 
usw.), viell. eher von. dv&doj (Chantraine Formation 232, 
Schwyzer 482:7); davon dv&rjeorrjg (Soh.). Die iibrigen 
Adjektiva sind vereinzelt und spat: dv&rjeig 'hellfarbig', 
av&rj/ian 'blumenreich' (vgl. auch dv&eco), dv&ixog 'rait Blumen 
versehen', av&ifiog 'aus Blumen stammend'; vgl. Arbenz Adj. 
auf -iftog 102. — 3. Verba. dv&ea> 'bliihen' mit verschiedenen 
Praverbien, sehr oft iibertragen (A 320 av&ijoai, ion. att.); 
davon av&tjaig 'Bliite' (Thphr., Plu.), i£-av&ia> mit i£dvftt]aig 
(Hp., Th. u.a.) und eidv&n/Jia (Hp., Arist. usw.), dv&rjfia 
(Sch.) ; — retrograde Ableitung av&rt 'das Bliihen, Bliite' (PI., 
Nik., Ael.); verbales Adj. dv&Tjrixog = dv&ixog (Thphr.). — 
dv&l£a> 'mit Blumen bedecken, bunt machen, farben' mit ver- 
schiedenen Praverbien (Hdt., S., E., Arist. usw.); davon 
dv&ia/nog 'Glanz' (PHolm.). 

av&og ist mit aind. dndhas- n. 'Kraut' formal identisch ; die 
iibrigen bei Pok. 40 f. angefuhrten Gleichungen sind un- 
beweisbar (alb. ende 'Bliite', s. G. Meyer Alb. Wb. 5) oder 
verfehlt (arm. and 'Feld', toch. A ant, B ante 'Flache', s. 
Liden Mel. Pedersen 89ff.). In Betracht kommt dagegen alt- 
fries, dndul 'Marschgras' usw. (Sehwentner KZ 69, 244 nach 
Holthausen); weit unsieherer ahd. usw. andom (Loewe, s. 
Sehwentner KZ 71, 32). Zusammenhang mit dvrjvo&ev (so 
auch Schwyzer 339) ist nicht zu beweisen; vgl. zu diesem 
Wort s. ev&eIv. 

Sydpai;, -dxog m., gew. pi. av&gaxeg 'Glutkohle', iibertr. 'Kar- 
funkel, Karbunkel' (ion. att.). — Mehrere Ableitungen: 
Demin. dv&gdxwv (Thphr., Inschr. usw.); dv&gaxid 'Glut- 
kohlenhaufen' (I 213 usw.), vgl., aufler Chantraine Formation 
82 und Schwyzer 469 : 5, Scheller Oxytonierung 66f. ; dv&ga- 
xiag „Kohlenmensch" (Luk., vgl. Chantraine 93); dv&Qaxhrjg 
m. N. eines Edelsteins (Plin.), -Xxig f. 'Art Kohle' (Plin.), vgl. 
Redard Les noms grecs en -xr\g 45, 50 und 52; dv&gaxwv m. 
'Kohlenhaufen' (Hdn.), dv&gdxcofia 'ds.' (Dsk.) ; zur nominalen 
Ableitung Chantraine 187; dv&gaxdgwg- carbonarius (Gloss.). 
— Adjektiva: dv&gaxwSrjg 'kohlenahnlich' (Hp., Arist. u.a.), 
dv&QaxrjQog 'zu Kohlen gehorig' (Alex., Delos), dv&gdxivog 
'aus Karfunkel, karfunkel-farbig' (LXX.Pap.). — Denomina- 
tive Verba: 1. dv&gaxoofiai 'zu Kohlen verbrannt werden' 
(A., E., Thphr.), auch 'ein Geschwur bilden' (Aet.); davon 
dr&gdxcoacg 'Verkohlung' (Dsk.), auch 'Geschwur, Karbunkel' 
(Paul. Aeg., Gal.). — 2. dv&Qaxevw 'Kohlen verbrennen, ver- 
kohlen' (Ar., Thphr. u.a.); davon postverbal (evtl. von 



1 10 &v&p>)8el>v — Sv^pwrco? 

av&ga£) dvfigaxEvg 'Kiihler, Kohlenbrenner' (App., Aesop., 
Them.); qnXav&gaxEvg schon Ar., vgl. Bofihardt Die Nomina 
auf -evQ 50; ferner dv&gaxEvrrjg 'ds.' (And., Ael.), dv&gaxEia 
'das Kohlenbrennen' (Thphr.). — 3. dv&gaxl^w 'auf Kohlen 
rosten oder dorren' (Ar., Pap.) ; davon als retrograde Bildung 
dv&gaxtdEg 'kleine Fische zum Rosten' (Philyll.); vgl. inav&ga- 
Hides 'ds.' (Ar.) von ijtav&gaxit,a>. 

Unklar. Vgl. indessen arm. anf-el 'Glutkohle', wozu noch 
georg. *nf in v-a-nt'-ab 'ich entziinde' (Vogt NTS 9,333); 
bildungsmaflig weichen allerdings die Worter stark von- 
einander ab. — Verfehlt Winter Prothet. Vokal 45. 

&v&pT]5wv, -ovog f. 'Hornis' (D. S., H.); — dv&p^vr] f. 'Wald- 
biene, Wespe' (Ar., Arist.), woraus dv&grjvmv n. 'Wespennest' 
(Ar. u.a.) imit dv&grjvimdrjg 'wie ein Wespennest gebaut, 
rohrig' (Plu.). — Neben dv&Qrj8d)v, dv&grjvrj stehen TEV&gr}dcbv 
f. (Arist., Dsk.), XEvftgrpnn (Nik.) mit TEv&grjvwv (Arist.) und 
TEv&Qrjvi(bdtjg (Hp., Demokr., Plu.; in der tJberlieferung stark 
entstellt, teilweise zweifelhaft). — Zu beachten ferner 
3iE/j,<pQT]dd>v f. 'Art Wespe' (Nik.) und dv&rjdcbv f. 'Biene' 
(Damokr. ap. Gal. u.a.), nach av&og umgebildet. Auch die 
ubrigen Worter haben einander formal beeinfluCt und ent- 
ziehen sich deswegen einer genauen Analyse. Fiir dv&grjvrj 
und dv&Qrjddyp kommt Verwandtschaft mit d&rjQ, dv&igiS usw. 
in Betracht (naheres bei WP. 1, 45; Pok. 41); zEv&grjvr, und 
rev&QTjdcuv konnen aus tsq&q- dissimiliert sein und eine 
Reduplikationssilbe enthalten (vgl. &gwva£- xr\tpr\v. Adxmveg 
H.) und gehoren dann zu figeo/uai, d-ogvfiog usw.; vgl. dazu 
(mit teilweise irrigen Sehliissen) Winter Prothet. Vokal 45. — 
Anders, wenig iiberzeugend, Ehrlich Betonung 143: eig. „mit 
Stachel versehen", von rig&gov 'Ende (einer Segelstange)' ; 
er vergleicht besonders TEd-grjdtbv jigcogevg H., das aber eine 
scherzhafte Bildung der Seemannssprache nach den Tier- 
namen auf -rjdiav (Chantraine Formation 360 f., Sohwyzer 529) 
sein diirfte. 

SvQ'puoxov, aueh iv&gvaxov n. 'Kerbel' (Sapph., Kom., Thphr.). 
Bei Pollux 6, 106 dv&giaxog m., wovon dv&giaxiov Ad%avov 
e%ov av&og, 6>g avrjd-ov. fj to avvtjoov H. — Unerklart. Vielleicht 
zu d&rig, dv&igil; wegen der stacheligen Friichte. 

&v9-p<ono£ m. 'Mensch', auch 'Mann' (seit II.); vereinzelt f. 
(meistens verachtlich) 'Weib'. Lit. s. dvrjg. — Mehrere De- 
minutiva, gewohnlich mit verachtlichem Nebensinn: dv&gw- 
mov (E., Kom., D., X.), dv&gcomaxog (E., Ar., PI. u.a.), 
dv&gomdgiov (Kom., Demad., Arr.). — Weitere Ableitungen: 
av&gwndy rj ywf) Tiagd Adxcooiv H. (zweifelhaft) ; dv&gwnsr), 
-nr\ f. 'menschliche Haut' (Hdt., Poll., vgl. Chantraine For- 



Avla 111 

mation 91); dvftQumorrig f. 'Mensehlichkeit' (Ph., S. E. usw.). 
— Adjektiva: dvftgwnewg, ion. usw. -rfi'og (Chantraine 52, 
Schwyzer 468: 3) 'menschlich' (meist in hoherem Stil), 
dv&Qwmvog 'ds.' (ion. att., vorw Kom. und Prosa), dvftqm- 
mxog Ms.' (PL, Arist. usw.). — Denominative Verba: 1. 
av&Q(ont£o(iai 'sich wie ein Mensch benehmen' (Ar., Luk.); 
davon (falls nioht direkt von avftqumog, vgl. Chantraine 142f.) 
dvftQwmofidg 'Menschheit' (Aristipp.); — 2. avftQcujievo/iai 'sich 
wie ein Menseh benehmen' (Arist. u.a.); — 3. avftgrniwo/iai 
'Mensch sein' (Plu.). 

Trotz wiederholter Anstrengungen nicht aufgeklart (s. die 
Zusammenfassung bei Seiler Glotta 32, 225ff.): 1. Aus *dvdg- 
mn-og 'mit Mannesgesicht begabt' (Hartung, Pott, s. Curtius 
307). Dabei bleibt ft fur <5 unerklart; unwahrscheinlich 
Devoto IF 60, 63ff. (illyrisches Wort; ft fur 8 iibertriebene 
Reaktion gegen die nordliche Abstammung) ; unwahrschein- 
lich ebenso Kretschmer Glotta 28, 245f. (*dvdg-d)jiog mit Spir. 
asper nach oQ(ia>). 2. Aus *avdQ-dmoq 'mit mannlichem Aus- 
sehen' ; das Hinterglied zu got. saifvan 'sehen' usw. (Brug- 
mann IF 12, 25ff.). 3. *dvftQ(o)-mnog 'mit bartigem Gesieht' 
(vgl. rum. barbat 'Mann'); das Vorderglied zu dvftsQEihv, 
dvfteQig, s. dftr)Q (Guntert Sb. Heidelberg 1915: 10). 4. Verbal- 
nomen zu dvaTQenm 'der Aufrechte' (G. Meyer Gr. 3 210). 
5. Verbalnomen zu avajQiqiw 'der Zogling, der Genahrte, der 
Korperliche' (Brugmann Festgabe Kaegi 29ff., Pisani Rend. 
Ace. Lincei 6: 4, 361 ff., Acme 1 : 3, 272). Noch anders Holt- 
hausen KZ 47, 312 (zu dvftr/Qog); Fick BB 18, 136 (zu ahd. 
muntar); Ribezzo RIGI 16, 72ff. {*&v&qu> + nog „die unten 
Lokalisierten", zu aind. ddhara- usw. mit dv- aus n- [?]). — 
S. noch Pisani Studitfilcl. 12, 300, Petersen AmJPhl 56, 64ff., 
Prellwitz Glotta 15, 128ff., 16, 151f., Krogmann Glotta 23, 
220ff., Kretschmer Glotta 19, 220, Chantraine Melanges 
Cumont 121 ff., Groselj Ziva Ant. 4,168, Schwyzer 426 A. 4. — 
An avftgomog erinnert entfernt heth. antuhsai 'Mensch' 
(Kretschmer Glotta 9,231f.); Versuch, die beiden Worter 
zusammenzubringen, von W. Petersen AmJPh 56, 59 f. 

&vfa, -ttj f. 'Plage' (ion. att. seit Od., aol. ovla). — Ableitungen: 
dviagog, -tjQog (ion. att. seit Od.) 'lastig', auch (selten) 'be- 
triibt'; avia n. pi. 'ds.' (A. Pers. in lyr.), retrograde Bildung 
nach Muster von <pMa : tpihog. — Denominative Verba: 
dvidco 'beleidigen, belastigen' (ion. att. seit Od.); daneben 
dvtdCco (ep. seit II.; zur Bildung Schwyzer 734 ft). 

Nicht sicher gedeutet. Am meisten empfiehlt sich Leo 
Meyers und Wackernagels (Glotta 14, 54f.) Vergleioh mit 
aind. dmiva f. 'Plage', der indessen eine Dissimilation der 



112 Aviyp6s — fivro 

Labiale m-u zxt'n-u voraussetzt. Weniger glaubhaft zu lat. 
onus usw., s. WP. 1, 132f. m. Lit., Pok. 321f. 

Aviypi? 'lastig' (Nik., Kail., Opp. u.a.); dviygov dxd&aQrov, 
cpavXov, xaxov, Svotodeg, doepig H. — Unerklart. Zusammen- 
hang mit vit,co (J. Baunack RhM 37, 474, v. Blumenthal 
Hesychst. 34; zum Lautlichen vgl. Schwyzer 299: 6) wenig 
glaubhaft. Noch unwahrscheinlicher Ehrlioh Spraohgesoh. 61 f. 
(zu lat. niger; vgl. zu diesem s. vepQog). 

&vvt? • fii]TQdg ij naxQog ^ttiq H., IG 7, 3380 (Bootien) ; daneben 
dvu> im Akk. dvwv IG 9: 2, 877 (Larisa). Ehestens elementar- 
verwandt mit heth. annas 'Mutter', vgl. auch hannai 'GroB- 
mutter', lyk. %nna 'Mutter' (Pedersen Lykisch und Hittitisch 
26 m. A.); ferner mit arm. Aon 'GroBmutter', lat. anna ■ 
'Pfiegemutter', ahd. ana '(Ur)groBmutter, Ahne' u.a. Naheres 
m. Lit. Pok. 36f. 

Avoxtox^j dvaxcoxv (s. unten) f. 'das Anhalten, die Hemmung', 
bes. 'Waffenstillstand' (Th.u.a.). — Denominative Verba: 
avoxwxevw, dvax- 'anhalten' (tr. u. intr.), 'zuriickhalten, hem- 
men' (Hdt., S., Arist. usw.); daneben dvaxtoxeto (Hp.), wovon 
dvax<i>xr\oig = avfinrcoaig, dvoxn usw. (Baech. usw. ap. Erotia- 
nos s.v.). — Reduplizierte Bildung von avexm wie di-oxcoxtf 
von Siixo) ; s. fyw- Die weit verbreitete Form dvaxtoxti* -svco, 
-eco, naeh dva- in antekonsonantiseher Stellung, war durch 
die Verdunkelung der Bildungsweise bedingt; vgl. Chantraine 
Etrennes Benveniste 12f. 

dv^roxia (a 320) Bed. unbekannt. Avonaia f. (Hdt. 7, 216) der 
Teil des Oeta, der durch den Verrat des Ephialtes bekannt 
geworden ist, und der steile Pfad, der iiber ihn fuhrte. Da- 
neben dvonaiov (Emp. 51) mit unklarer Bedeutung, vgl. Diels 
ad loc. — Schon im Altertum ein dunkles Wort ist dvonata 
fruh verschiedentlich erklart worden. Bechtel Lex. sieht 
darin nach dem Vorgang Werners Curt. Stud. 6, 349ff. eine 
Hypostasierung des Ausdrucka dva rfj 6afj 'oben an der Dach- 
luke' und deutet es als 'ObergesehoB'. 
fivra, avrrjv Adv. 'gegeniiber, ins Gesicht' (ep., zum Gebrauoh 
Boiling Lang. 27, 223ff.). — Ableitungen : dvrdeig 'feindlich' 
(Pi., dor.). Denominatives Verb dvrdco 'entgegenkommen, 
-gehen' (ep. poet.) mit dvrr/oeig- ixeaiai, hzaveiai, Ixezelai H. 
(dem Sinne nach zu avTOfiai, s. unten). Daneben dn-avxdco 
(att., ion. usw.) mit dndvTrjoig 'Begegnung' (S., Arist. usw.) 
und d7idvT V na 'ds.' (E., LXX). - Scheinbar primar, aber in 
Wirklichkeit von dem Wurzelnomen *dvr- (s. unten und 
Schwyzer 722: 8) abgeleitet ist dvTOfiai 'begegnen, angehen, 
flehen' (ep. poet.). 



fivxoi — Avxl 113 

avra ist als Akkusativ eines alten Wurzelnomens anzusehen, 
von dem der Lokativ in dvri (s. d.) vorliegt; avrrjv wie br\v, 
nXrjv uaw. Urspriingliche Kasusfunktion noch in ev-avra 
{ = iv avra) usw., s. Schulze Kl. Schr. 669, Wackernagel 
Syntax 2, 225. Vgl. got. and(a)- 'entgegen', lit. ant, alit. u. 
dial, antd 'nach — hin, auf, uber'. 

otvxai ■ dve/ioi. dvrdg • nvodg H. Wahrsoheinlich mit Soaliger 
in dfjrai, drjrag zu andern. Stnrtevant (s. Lang. 19, 308) 
verteidigt die Lesung der Hs. und betrachtet avzai als eine 
Ableitung von *an- 'atmen', s. ave/iog. 

ivxaxaloc, m. 'Art Stor' (Hdt., Lynk., Ael.), auch adjektivisch 
(appositiv) gebraucht (Antiph.). Etymologie unbekannt, 
wahrsclieinlich zurechtgelegtes Fremdwort, vgl. Hdt. 4, 53 : 
xt)xed xe fieydla dvdxav&a, xd dvxaxaiovg xaMovoi (scil. ol 
BoQva&EvsiTai). 

ovt&tos 'Biirge' (Kreta). Eig. „der, weloher an Stelle eines 
anderen Sehaden (art)) leidet", als Bahuvrihikompositum. 
E. Kretschmer Glotta 18, 91 (nach Blafi und Fraenkel). 

&vnr)pi?, -(dog f. 'Strebepfeiler, Stiitze' (E., X., hell.). Deminu- 
tivum dvT7]f>idiov (hell.). — Durch Riickbildung aus avTeoslSaj 
'dagegen stiitzen, sich entgegenstemmen' mit Vokaldehnung 
in der Kompositionsfuge abgeleitet ; vgl. Fraenkel Glotta 4, 34, 
der indessen irrtumlich in -rjoid- die Sehwundstufe von 
ioeida> (vgl. Horn. iorjoidarai, -to; Hss. falsch -oe<5-) sucht 
unter Hinweis auf xaXatg zu xaXd dddsiv, wo aber eine der- 
artige Sehwundstufe fehlt. Somit ist -id- vielmehr als Suffix 
abzutrennen mit Verstummelung des Verbalstamms bzw. 
Haplologie ahnlich wie z.B. in iyxXig zu iyxkivm, ijinig zu 
ijinlvw oder, noch harter, eyxoig 'Kuchen aus Ol und Honig' 
zu eyxeodivvfii, s. Stromberg Wortstudien 14f. (wo indessen 
iyxgtg mit Unrecht zu eyxqivm gezogen wird). Zu dvxr]qlg hat 
man dann eine Bildung auf -tog gewagt : avxr\owg • axrjfitov, xai 
xavd>v 6 nooaxslfievog rfj ftvoq H., naeh Muster von naylg : 
nay log, pw/j.tg' [iw/uog usw. 

fivrrjoxi^ nur in xax' avxrjaxiv ftefievr) neqixaXkia dicpQov (v 387) 
'gegeniiber'. — Zusammenbildung zu avrrjv laxaa&ai, wobei 
die „Stammform" avxrj- als Vorderglied eingetreten ist. Als 
Hinterglied fungiert die antevokalische Sehwundstufe -ax- 
mit sufflxalem -t-, vgl. l^aaxig aus "i^-av-ax-ig. Schwyzer IF 
30, 434ff. (wo indessen einer etwas abweichenden Analyse 
der Vorzug gegeben wird), Bechtel Lex. s. v. 

dvxt Preposition und Praverb, auBerdem als Adverb in Bahu- 
vrihikomposita 'angesichts, gegeniiber, anstatt'. — Ableitung 
avxiog 'gegenuberstehend, entgegengesetzt' (alt u. haufig; att. 
Prosa jedoch lieber ivavxiog, s. unten). Davon dvriddeg f. pi. 

frisk, Griech. etym. WOrterbuch 8 



114 dvTiAveipa — fivrXo<; 

'Tonsillen' (Mediz.). Denominativ dvxioo/iai 'sich entgegen- 
stellen' (ion. poet., att. Prosa dafur ivavxioofiai). Vom Ntr.pl. 
dvxia 'gegemiber' (Adv.) dvxido) (mit ep. Zerdehnung dvxioto), 
nachhom. dvxidt,a> (zur Bildung Schwyzer 734$, Chantraine 
Gramm. horn. 1, 357) 'entgegenkommen, an etw. teilnehmen, 
angehen' (ep. ion. poet.). — Zusammensetzungen : ivavxi, 
dnevavxi, naxtvavxi (dor. hell., Wackernagel Hell. 3ff.) mit 
ivavxiog 'gegeniiberstehend' (ion. att., vgl. auch evavxa und 
Stromberg Greek Prefix Studies 118). 

dvxl, mit aind. dnti 'gegeniiber', lat. ante 'vor', heth. hanti 
'getrennt, gesondert' identisch, ist eigentlieh Lokativ eines 
Substantivs, das in heth. hanza (= hant-s) 'Vorderseite, 
Front' bewahrt ist. Eine andere Kasusform ist dvxa, s. d. 
Einzelheiten bei WP. 1, 65ff., Pok. 48ff. mit weiterer Lit. 
S. auch AxaXdvxr} mit hypothetischen Kombinationen. 

dvridv€ipa f. Beiwort der Amazonen (II.), als Nachbildung 
davon Beiwort der Athena (Koluth.), auflerdem nur Pi. Ol. 
12, 16 axdaig dvxidveiQa. — Bildung wie xvdi-dveiga, ficon- 
dveiqa, Hypostase von dvxl und dvqq, eig. 'mannergleich' (vgl. 
dvxl&eog 'gotterahnlich' ) aber auch als 'Mannern entgegen- 
tretend, mannerfeindlich' aufgefaflt (vgl. dvxi&sog spat auch 
'gottfeindlich'), auflerdem als Bahuvrihi: axdaig dvxidveiqa 
'Kampf in dem Manner gegeneinander auftreten'. Snell 
Gnomon 10, 417, Sommer Nominalkomp. 171 mit Lit. 

dvriKpu (ep.), avTixQvg und xaxavrixQv (att., hell. u. spat) 'gerade 
gegeniiber, geradeaus'. Zu dvxl, aber sonst unklar. Nach 
Kretschmer Glotta 4, 356 zu avrmQova) 'entgegenstofien' ; da- 
gegen erwagt Chantraine Gramm. hom. 2, 148 Zusammen- 
hang mit xdqr]. Zur Bildung vgl. Schwyzer 620a I. 

SvtXoi; m. 'Schiffsbodenwasser, Kielwasser' (ep. poet.). — Ab- 
leitungen: dvxkla 'Kielraum, Kielwasser' (Ar. u.a.), auch 
"Behalter' (Pap.), dvxMov 'As.' (Ar.). Denominatives Verb: 
dvxXeco '(das Schiffsbodenwasser) schopfen, pumpen, aus- 
schopfen, erschopfen' (vorw. ion. poet.) mit mehreren spaten 
Verbalnomina : dvxXrjaig 'das Ausschopfen', dvxXrjofiog 'ds.', 
avxXrjfia 'Sehopfeimer'. — dvxXrjxrjQ 'Ausschopfer, Schopf- 
kelle' mit dem Fern. dvxkrjXQia (Schol.) und dem Adj. dvxlr\x-i]- 
Qiog; dvxXrjx^g m. 'ds.'. — dvxXrjxtxog 'zur Bewasserung 
dienend' (Pap.). 

dvxXog steht wahrscheinlich psilotisch (als ionisches Wort, 
Chantraine iStrennes Benveniste 23) fur *dvxXog mit Hauch- 
dissimilation und Assimilation des fi fiir *d/j.-&Xo-g (Solmsen 
Wortforsch. 189; vgl. Chantraine Formation 375); vgl. lat. 
semtina 'Schiffsbodenwasser' und lit. semiii 'schopfen' ; weiteres 
s. 2. djudo/uctt. 



&vto|xcci — &%tvri 115 

aVTOfJLOi s. avra. 

&vt6|X0U9' oKoXonag. HikeIoI H., avro/iog 'Palisade, Zaun' (Tab. 
Herod.). Fur dvdro/iog, zu dvareftvu>. Sehr zweifelhafte An- 
knupfung an lat. antemna 'Rahe' (s. zu diesem Worte W.- 
Hofmann) bei v. Blumenthal Hesychst. 16. 

avxpov n. 'Hohle, Grotte' (Od., poet.). — Ableitungen: dvTQwdrjg 
'hohlenreich' (X., Arist. usw.), avrgalog 'in Hohlen hauaend' 
(E.), dvrgiddeg f. pi. 'Grottennymphen' (AP, Phryn.), vgl. 
xQrjv-iddeg, oQEOTiddeg; avrorjig f. 'in Hohlen hausend' (Antip. 
Sid.), zur Bildung Chantraine Formation 345 f., Schwyzer 
464: 3. — avTQov, woraus als LW lat. antrum, ist wahrschein- 
lich mit arm. ayr 'Hohle' identisch, Pisani KZ 68, 161 f. Die 
umstrittene Herleitung aus idg. an- 'atmen' (s. ave/iog) wird 
aufs neue von Schwyzer verteidigt (Mel. Bq 2, 234 A. 1, KZ 
68, 222, Gramm. 532: 3: = „wo es dunstet"). 

fivru?, -yog f. 'Schildrand, Wagenkranz', 'Rundung' iiberhaupt 
(II., poet.); zur Bedeutung s. Delebecque Cheval 177f. — 
Bildung wie a/mv§ (s. d.), aus dvd und einem Wz.nomen 
-Tuf zu revxco, tetvxsZv. Vgl. zur Bildung aueh xarahvS 
'Sturmhut, Sturmdeckel' (K 258). 

avufju, themat. dvvw, dvvai ; *avfco > &v<o ; mit Dentalerweite- 
rung dvvzco, att. dvvjio (Schwyzer 704:1), Aor. rjvvaa (sekun- 
dar, s. unten) 'zustande bringen, vollenden' (alt u. haufig). — 
Ableitungen: avvaig 'Vollendung, Erfolg' (ep. poet., sp.Prosa), 
wovon dvvoi/iog 'erfolgreich, fordernd' (X., PL usw., vgl. 
Arbenz Die Adjektive auf -i/iog 35 u. 37) ; avvofia 'ds.' (Schol.). 
— dv-r/vv(a)rog 'unausfuhrbar, endlos' (seit Od.); danach das 
positive dvvarog (dv-) 'tunlich' (E., X. usw.), dvv(a)Tix6g 
'wirksam' (X., Arist. usw.). — dvvrrjg = lat. exactor (Just.). 
Das Prasens avvfit ist mit aind. sanoti 'gewinnen' im Grunde 
identisch, s. Schwyzer 696/8. Mit diesem Verb ist auch heth. 
sanh-zi 'er sucht, er strebt' verglicben worden, s. z. B. Pedersen 
Hittitisch 185. — Vgl. av&ivrrjg. 

fivwyct Perf. mit Prasensbed. 'befehlen' (ep. ion. poet.), sekun- 
dares Prasens dvwyca (vgl. Schwyzer 767d:a). — Ableitung 
dvmyrj 'Befehl' (A. R., Argos). — Aus av-mya 'laut aussagen', 
mit fj 'er sprach' (aus *eg-t) ablautend; eine dritte Ablaut- 
form im Lateinischen und Armenischen: lat. aio (aus *dg-io), 
adagio 'proverbium' ; arm. ar-ac 'proverbium', Pras. asem 
'sagen' (mit sekundarem s aus idg. 1c). Vgl. f^ii. Einzelheiten 
bei WP. 1, 114, Pok. 290f., W.-Hofmann s. aio. 

&%ivt] f. 'Axt, Beil' (seit II.). Deminutiva: dgivdgiov, d£ivldwv 
(J.). — Alter Waffenname, mit lat. ascia 'Axt' und germa- 
nischen Wortern fur 'Axt', got. aqizi usw. verwandt, aber im 

8* 



116 &%io$ — &oCp<; 

einzelnen unklar, wahrscheinlich Wanderwort. Morphologi- 
scher Deutungsversuch bei Specht Ursprung 150, 239, 326f. 
Weiteres bei W.-Hofmann s. ascia, Feist Vgl. Wb. d. got. Spr. 
s. aqizi, WP. 1, 39, Pok. 9; s. auch Vasmer Zeitschr. f. slav. 
Phil. 15, 119f. 

#£lo€ 'wtirdig, wert' (alt u. haufig). — Abstraktbildung df «z (aus 
df t-ia Frisk Eranos 43, 220) 'Wert, Lohn' (ion. att.). Denomina- 
tives Verb df toco, -oo/iai 'fur wurdig, wert erachten, verlangen' 
(ion. att.). Davon die Verbalnomina 1. d£la>/j.a 'Wertachtung, 
Wiirde, Verlangung' (att. hell. u. spat) mit dem Demin. 
dftcojudTioj" (Arr.) und dem Adj. dguofiarixog 'wurdevoll' 
(hell, usw.); 2. a&cooiQ 'Wertachtung, Anspruch, Ansicht' 
(Hdt., Th., E. usw., vgl. Holt Les noms d'aetion en -aig, 
s. Index). * 

Allgemein zu aym im Sinn von 'wiegen' (vgl. lat. agina 'die 
Schere an der Waage' und W.-Hofmann s. v.) gezogen, zu- 
nachst zu einer nominalen r-Erweiterung, viell. *a£ig 'Ge- 
wieht'; somit eig. 'wichtig'. 

&|o>v, -ovog m. 'Radachse, Achse' (seit II.). — Ableitungen: 
Deminutiva dl-oviov, dgovlotcog (hell.); Adj. dldvtog 'zur Achse 
gehorig' (AP). — Alter Begriff und altes Wort; vgl., mit ab- 
weichender Stammbildung, aind. dks-a- m. 'Achse' ; lat. ax-is 
=lit. aS-is = aksl. os-b '6a.'; ahd.ahsa f. 'Achse'; J-Er- 
weiterungen z.B. in awno. pxull m., kymr. echel f. 'Achse', 
lat. ala (aus *aks-ld) 'Achsel, Fliigel'. Alle diese Worter setzen 
einen s-Stamm voraus, der vom Verb ag- 'treiben, in Be- 
wegung setzen' (s. ayw) ausgeht ; vgl. die Ausfuhrungen bei 
Benveniste Origines (s. Index). — Vgl. d>afa; aufierdem WP. 
1, 37, Pok. 6, W.-Hofmann s. ala mit weiterer Lit. 

&<X,o$ m. 'Diener (ernes Gottes)' (A. ^.231 [lyr.], Kail. Fr. 
353 [= Del. 249?], IG 9: 1, 976 [Korkyra, metr.]). aofor 
vivriQEtai, degdjiovTES, axoXovftoi H. — Ableitungen: doC/a 
'Bedienung (eines Gottes)' (Epigr.); denominatives Verb 
do&cu 'dienen' (A. Fr. 54, H.). — Im selben Sinn o£og im 
ep. Ausdruck otog ?lgt]og, falls = fteQ&nwv A., vgl. dCei'a 
(cod. 6£eiea)' fteQaneia H. 

ofyg 'Begleiter', mit o£og 'Ast' homonym, kann wie dieses 
aus idg. *o-zd-o-, d.h. Prafix o- und Schwundstufe von sed- 
'sitzen', auch 'Platz nehmen' (vgl. 6dog), entstanden sein, 
also eig. 'comes, Begleiter'. d-o£og kann ein verdeutlichendes a 
copulativum enthalten, vielleicht unter EinfluB von doaaim 
(s. d.), aoooog. Brugmann IF 19, 379 gegen Schulze Q. 498, 
wo (mit Bernhardt und Pott, vgl. Curtius 241), formal etwas 
abweichend, aber an sich auch moglich aoCog aus *d-aod-Lo-g 
erklart wird. Vgl. auch Fraenkel Nom. ag. 1, 189. 



doXWjs — Sma>.6q 1 17 

doXXV)?, -eg 'zusammengedrangt, in gesohlossenen Massen' 
(ep. poet.). — Ableitungen: doXXi^m 'zusainrnendrangen, ver- 
sammem' (ep. poet.) und doXXer owdyei H., woraus doXXrjaig 
(EM). Adverb aoXXrjdrjv 'zusammen' (Mosch., Opp. u.a.). — 
doXXr\g wahrsoheinlich aus *d-foXvi}g, aol. fur *d-FaXvr)g ; 
weiteres s. dXrjg. 

&op, -oqoq n., aoQag Akk. pi. q 222 (wahrscheinlich fur aoga aus 
Hiatusscheu eingefuhrt, s. Sommer Nominalkomp. 137 m. 
Lit., Leumann Horn. Worter 283 A. 37) 'Schwert' (poet, seit 
II.) zum Gebrauch s. Triimpy Fachausdriicke 60ff. ; in spaterer 
Poesie (Kail., Opp.) auch auf andere Waffen bezogen. — 
Keine Ableitungen. — Kompositum ^jwcrdopog, xQ va< ioQ-a, ->■ 
ep. poet. Beiwort versehiedener Gb'tter und Gottinnen, auch 
des Orpheus, 'mit goldenem Schwert', nach anderen 'mit 
goldenem Tragband, Gehange' (vgl. unten), auch EN Xgvadcog 
(Hes. u.a.). 

aog wird gewohnlich als Wurzelnomen von dslgco mit der 
urspriingliehen Bedeutung von 'Gehange' gedeutet (Prellwitz, 
Solmsen Unt. 292), was fur xQvadoQog an einigen Stellen un- 
zweifelhaft gut paBt. Der o-Vokalismus ist entweder ur- 
spriinglich oder aolische Schwundstufe; letzteres ist mit 
Riicksicht auf das neutrale Genus vorzuziehen. "Vgl. 2. deigco. 

oiopov fioxXov, nvX&va, ftvQcoQov. Kvngioi H. Aus *am-uoros 'ver- 
schlieBend' (s. dg) ; vgl. zunachst aksl. za-vori> '[ioxX6g', russ. 
za-v6n> 'mit Stangen gesperrter Durchgang' (Solmsen Unt. 
297), Verbalnomen zu aksl. za-vreti 'schlieBen' ; weiterhin 
lit. su-verti 'schlieBen', aind. api-vrnoti 'verschlieBen', lat. 
operio 'ds.' usw. ; s. Schulze Kl. Schr. 672, Bechtel Dial. 
1, 445, WP. 1, 280 ff. 

ioprrfj, dopn^p s. 2. ds(Q(o. 

&ooa^d>, nur im Aor. doaarjaai belegt (Mosch. 4, 110), 'helfen, 
beistehen'. — Ableitung doaar\xr)g m. 'Heifer, Beschutzer' 
(Horn., A.R. u.a.; vgl. Benveniste Noms d'agent 36); vgl. 
oaarjrfjga' fior)&6v und ioaarjxriQ' imxovgog, rificogog, dvri rov 
doaorjTtJQ H.; dazu Fraenkel KZ 42, 128f. — doaaiio kann 
entweder ein iteratives Deverbativum oder ein Denomina- 
tivum sein, in letzterem Falle von *aoaooq, das schon von 
Curtius 460 f. mit eno/iai, lat. sequor zusammengestellt wurde 
und somit als *a-oaaog auf idg. *srn-soq lf -ios (vgl. lat. socius) 
zuruckzufuhren ist. S. Snofiai und ondwv. Weitere Lit. bei Bq 
und Bechtel Lex. s.v. dooorjTrJQ. 

aaaxMq 'zart, weich' (ion. att.). — Davon anaXla 'Zartheit' 
(Gp.) und anaXiag 'saugendes Ferkel' (D. L. 8, 20; nicht ganz 
sicher); auBerdem andXiav -9v/ia deXydxiov H. — Denomina- 



118 droxv-ri to — * Anaxo\ipi« 

tives Verb dnaXvvo) 'weich machen' (X., Hp. usw.) mit 
dnaXvo/iog (Hp.) und dnaXvvTrjg (Zonar.). 

Zur Bildung vgl. o/iaXog, draXog, dxaXog (in axakaQQekrjC.) 
u.a. bei Chantraine Formation 245. Sonst dunkel; die zahl- 
reichen unsieheren Vermutungen verzeichnet Bq. 

dnavrdico s. arret. 

fiita? 'einmal' (seit Od.). — Aus a < *sm- 'ein' (vgl. elg) und 
-nag, von jcrjyvv/ii (vgl. odd!;, Xd£, dvafiii usw.). Nahere 
Analyse unsicher. Nach Schwyzer 620 a 1 ist -g adverbial 
(bzw. genetivisch-ablativisch) = 'eines Steckens' ; nach Brug- 
mann IF 27, 259 u.a. Nominativ 'ein Stecken vornehmend'; 
nach Schulze KZ 33, 395 = Kl. Sehr. 314 A. 1 antevoka- 
lischer Lokativ aus *a.naxxi [?]. 

dnotpyta f. N. einer Pfiahze, die ihre Blatter auf der Erde hat 
(Thphr. HP 7, 8, 3). Nach Stromberg Wortstudien 30f. von 
aQyoq 'weiBglanzend' (vgl. auch agyefiov, doye/urnvr)) wegen der 
Farbe, von der allerdings nichts bekannt ist. 

te; 'all, ganz' (alt und haufig). Aus d- (vgl. elg) und nag, s. d. 

&n6xr\ f. 'Tauschung, Betrug' (ion. att. seit II., zur Bedeutung 
s. Luther „Wahrheit" und „Luge", bes. 97ff.). — Ableitungen: 
cbicmjAo? 'betriigerisch' (ion. att. seit II.), vielleicht von 
dnardoi, s. Chantraine Formation 241 f., Schwyzer 484, 
dnarrjXiog 'ds.\ metrische Variante zum Vorherigen (Od., 
Nonn.); dnazeibv, -cbvog m. 'Betriiger' (Hp., Demokr., PI. 
usw.), vgl. Chantraine 163. — Zu dndrvXXa (Kerk., POxy. 
1082 Fr. 39) vgl. i^anarvXXm (Ar.) und Leumann Glotta 32, 
219 A. 3. — Denominatives Verb: dnardto 'tiiuschen, be- 
triigen' (ion. att. seit II.). Davon dndrrjatg 'Tauschung' (LXX, 
Phld.), dndrrj/ia 'Trug' (Gorg. u.a.), dnarr/ficav 'triigerisch' 
(Orac. ap. Zos.), dnarrfXixog 'ds.' (PL, Arist. usw.), dnaxryxr\g 
'Betriiger' (Gloss.). — Vereinzelt dnaxevco = dnazdoj 
(Xenoph. 11). 

Unerklart. Semantisch ansprechend und morphologisch 
allenfalls moglich ist Kuipers (Glotta 21, 283) Anknupfung 
an fjnegonevg in der Annahme, dndrr) stehe fiir *dnv-za von 
einem r-n-Stamm *aicaQ, *dnvog. Seine weiteren Kombina- 
tionen (zu lajuzw, Imofiai und sogar aind. dka- n. 'Leid, 
Schmerz') sind aber entschieden verfehlt. Die Heranziehung 
von novTog, ndrog, got. finpan usw. (Pedersen Cinq, decl.lat. 
65 A. 1, Moorhouse Class. Quart. 35, 93ff., s. noch Bq) uber- 
zeugt nicht. 

'Ancrroupia n. pi. 'Apaturienfest', altes Nationalfest der Ionier, 
bei dem die neuen Geschlechtsmitglieder in die Phratrien ein- 
gefuhrt wurden (ion. att.). Daneben, als Namen der Aphro- 



dunuptviov — dtnciX^ 119 

dite, AnaxovQia, Anaxovqido., auch (retrogr.) Anazovqt] (Troizen, 
Pantikapaion, Phanagoria), auBerdem Atkitovqov 'to zrjt; 
A<pQodhr]c. Ieqov' (Str. 11, 2, 10). Ferner als Moiiatsname an 
verschiedenen Orten Anaxovoidiv, -ecov, auch AnaxoQidtv 
(Amorgos). 

In letzter Instanz aus a copulativum und TiarrjQ, zunachst 
wohl als Ableitung eines adj. Kompositums dTtdzovQog ge- 
bildet, vgl. Kretschmer Glotta 2, 210; 4, 336. Wenn, wie 
wahrscheinlich, ajidrovQog eine ionische Form ist, liegt es 
nahe, eine Grundform *anaTooFog, = ofiondxmQ 'von dem- 
selben Vater' anzusetzen. Aber die Funktion des F ist dunkel ; 
zum lautlichen Vergleich melden sieh indessen aind. pitrvya- 
'Vatersbruder' (Schulze Q. 79 A. 3), lat. patruus 'ds.' und 
andere Formen mit w-Suffix; s. /itjrQvid und W.-Hofmann 
s. pater. 

drcracptviov- Adxwveq xo.q6oiiov Xi&ivrjV . . . H. Enthalt nach 
Groselj Ziva Ant. 3, 195f. ein vorindogermanisch.es Wort fiir 
c Stein', nag}-, neq)-, das auch in dem Inselnamen IUcpvoQ, 
vielleicht auch in Tldrpoi bewahrt worden ist ( ?). 

&7CCKpiax<») (nao-, ef-)> Aor. dncupelv, spat dncupfjoai 'tauschen, 
betriigen' (ep. poet.). Das Prasens ist wahrscheinlich zum 
reduplizierten Aorist neugebildet worden, s. Chantraine 
Gramm. horn. 1, 317, 398. Zur Bedeutung Luther „Wahr- 
heit" und „Luge" 101 ff. — Dunkel. Von Curtius zu cottoj 
usw. gezogen. Dazu vielleicht dnoq>(l>faog, s. d. 

fotCKpo^' E7ioy> to oqveov H. Onomatopoetische Bildung mit dem 
in Tiemamen gewohnlichen Suffix -a<pog. Chantraine For- 
mation 263, Specht Ursprung 266. Vgl. lat. upupa. 

dneiXV] f., gewohnl. im Plur., 'ruhmredige VerheiBung', gew. 
'Drohung' (ion. att. seit II.). Daneben, wahrscheinlich als 
denominative Ableitung (vgl. unten), dnsMco 'prahlend ver- 
heiBen', gew. 'drohen' (ion. att. seit II.). — Davon sind ab- 
geleitet: diiEiXr(ir\Q m. 'Grofisprecher, Droher' (poet, seit II.) 
mit dem Fern. dnEik-qxEiaa (Norm.); spater dneihytr]q, c ds.' 
(D. 8., J.). Adjektiva: djtedyrriQioq 'drohend' (Hdt.) und 
dnEihycixoc, r ds.' (PI., X.). Nomina agentis: djisiX^fiaza 
'Drohungen' (S.), dnEih\ai<; r ds.' (Phld.). 

Wegen der mehrdeutigen Form etymologisch unklar. 
Chantraine Gramm. hom. 1, 353 erwagt Identitat mit dn-eMca 
'zurtickdrangen', wobei diiEikrj postverbal ware. Die Be- 
deutung 'prahlend verheiBen' ist dieser sonst anspreehenden 
Annahme nicht ganz giinstig. — Im AnschluB an die Aus- 
fuhrungen Froehdes BB 19, 240ff., laut denen eine Grund- 
form *dnE/.-vl- anzusetzen ware, wobei ferner d- einer Pra- 
position *^i- (vgl. a copulativum) entsprechen wiirde, ver- 



120 ine ip&j 105 — &rc-ep&6) 

gleicht Bezzenberger BB 27, 149 lett. pelt 'schmahen, ver- 
leumden' ; weiterhin kommen in Betracht (mit „beweglichem" 
s-) got. spill n. 'Sage, Fabel' und die entsprechenden germa- 
nischen Worter ebeneo wie arm. afa-spel 'Sage, Sprichwort' 
(Liden GHA 39: 2, 46ff.). S. noch WP. 2, 676f., W.-Hof- 
mann s. 2. appello. 

&jt€ip£aio<;, dnepciaios 'endlos, unermefllich' (ep. poet.). 
Metrische Dehnungen, die miteinander rhythmisch ab- 
weehseln (Chantraine Gramm. hom. 1, 101), fur *dxeg£Oios, 
eine erweiternde to-Ableitung von *d-ji£g-£Toq, das ein pri- 
vatives Verbaladjektiv zum Prasens tcsIqco (s. d.) darstellt. 
Schulze Q. 245. — In derselben Bedeutung steht andgirog 
(x 195, Hes. TTi. 109 u.a.) mit unklarem -1-. Die Erklarung 
aus *aneQi x i-roQ (zu levai, Schulze Q. 116 A. 3, Bechtel Lex.) 
iiberzeugt nicht. Vgl. noch Schwyzer 106 A. 3 (wenig be- 
friedigend). 

dneXXai (Akzent?) f. pi. (10 5: 1, 1144, 21; 1146, 41; Gytheion 
I a ), naeh H. = ar/xol, ExxXrjatai. — Ableitungen: AnEXXaloq, 
-aiwv dor. Monatsnamen (Delphi, Epidauros, bzw. Tenos); 
aTtsKXala, rd 'Opfer, die bei der Versammlung einer Phratrie 
dargebracht werden' (Delphi); aneXlaxdg- iegcitv xoivwvotiq 
H. — Denominatives Verb dneXkat^w, lakon. fiir ixxXr,<nd^a> 
(Plu., H.). 

Nach Solmsen Wortforsch. 18 f. aus idg. *y,-pel-ja, Schwund- 
stufe von iv und einem dem lat. pello 'stoBen' entsprechenden 
Verb, also eig. 'das HineinstoBen, Hineintreiben'. Dagegen 
mit nicht triftigen Argumenten Lagercrantz Melanges Boisacq 
2, 57ff., der als ursprungliche Bedeutung 'das Herausrufen' 
ansetzt und dadurch bei lat. wppello, populus, got. spill (vgl. 
dneiMj) AnschluB findet. Idg. Grundform somit *apo-pelia, 
in der die Proposition wenig angemessen erscheint. Noch 
andere Erklarungen bei Bq. — Verfehlt Baric (s. Mayer 
Glotta 32, 75): makedonisch, zu 6<piXXw. 

fineXo? n. 'Wunde' (Kail. Fr. 343). — Unerklart. Man erwagt 
Zusammenhang mit jieX-oq 'Haut' usw. oder mit lat. pello 
'stofien'. Naheres bei Bq und bei WP. 2, 58 f. m. Lit. 

&n-cpd(» 'ausgieBen' (Thphr., Str. usw.). Davon dnegaatq 
(Thphr., Plu. u.a.). Daneben i^-Egdco 'ausspeien, ausschiitten' 
(ion. att.) mit i^igafia 'das Ausspeien' (NT u.a.), i^Egaaiq 
'Farbfliissigkeit* (PHolm. 15, 39). AuBerdem 61-, xar-, xare$-, 
fier-, aw-egdco, alles hell. u. spat. 

Wahrschemlich mit Debrunner IF 48, 282 denominativ zu 
ega 'Erde' (vgl. eqa^e) mit einem Scholion zu Ar. Vesp. 993 : 
i&Qaaw eig zrp> yrjv fj,erafiaXib. ega yog f\ yrj. Somit bedeutet 
it-egav eigentlich 'auf die Erde ausschiitten'. Bei der Bildung 



Anepelaioq — 071X601; 121 

der spateren Komposita war der Zusammenhang mit dem 
obsbleten Iqo abhanden gekommen. 

(irrepeloio? s. aneiQEOiog. 

&id\vi\ f. '(vierradriger) Wagen' (ep. poet. u. spat) ; zur Be- 
deutung (mit &fia£a synonym) Delebecque Cheval 174f. — 
Dunkel. Verbindung mit nfjvog 'Gewebe', lat. pannus 'Tuch' 
(Bezzenberger BB 27, 149, Meringer KZ 40, 228) ist abzu- 
lehnen. Zu bemerken das synonyme Reimwort xandvd 
(Xenarch. 11, thess.), vgl. Guntert Reimwortbildungen 152; 
dazu das apokopierte nr\va- anrp>r\ bei H., vgl. Stromberg 
Wortstudien 45; abweichend Winter Prothet. Vokal 13. — 
Nach Banateanu REIE 3, 141 kleinasiatisch. 

dnrjv^?, -ec, 'unfreundlich, hart' (vorw. ep. u. spate Prosa). Ab- 
leitung &nr\veia f. 'Unfreundlichkeit, Harte' (Thphr., A. R. 
u.a.). — Vgl. zur Bildung jiQdvtfg (iiQrjvtfg) und TiQoatjvr/g 
(nQoadvrjc). Zusammensetzung von and (bzw. tiqo, Ttoog) mit 
einem nicht sicher zu bestimmenden Hinterglied, bzw. 
Suffix. Nach Benfey Or. u. Ooo. 1, 193 und anderen (s. 
Kretschmer Glotta 22, 246f.) von *f)Vog n. 'Gesicht' = aind. 
*&nas- n. 'ds.', vgl. dnana- n. c Mund, Gesicht'. Nicht besser 
Brugmann Grundr. 2 2: 3, 332 f. (zu got. ansts 'Gunst' usw.); 
noch unwahrscheinlicher Prellwitz Glotta 19, 94 ff. 

anrjopcov s. AnovQag. 

cmiov n. 'Birne', amog f. 'Birnbaum' (nicht immer auseinander- 
gehalten, vgl. Wackernagel Synt. 2, 17; PL, Kom., Thphr. 
usw.). — Wie lat. pirwm, pirus mediterranes Kulturwort un- 
bekannten Ursprungs. Das anlautende d- ist nach Kretschmer 
Glotta 21, 89, Boisacq Rev. de l'instr. publ. 55, Iff. (wo auch 
Lit.) ein vorgriechisches Prafix. 8. auch Winter Prothet. 
Vokal 13. 

&moq (el dnirjg yairjg Horn.) s. cbro. 

T Am$, -eutg, -idog, -log m. N. eines in Agypten verehrten gott- 
lichen Stiers (Hdt.); N. eines mythischen Konigs von Argos 
(A.). — Herkunft unbekannt. Vgl. die Einwande Kretschmers 
Glotta 19, 176 gegen Vurtheims Ankniipfung an oottcd. 

an\6o<;, anXovg, auch anlog (vgl. Brugmann IF 38, 128ff.) 'ein- 
fach, simplex' (alt und haufig; fehlt zufallig bei Homer; vgl. 
die Ableitung anXotg unten). Gegensatz StTiXoog, dutXovg, auch 
SmXog 'zweifach, doppelt, duplus' (seit Horn.). — Ableitungen: 
anXotg f. (%Aaiva, Horn., AP) mit dem Deminutivum dmXotdiov 
(Pap.); dnXoixog 'einfach, schlicht' (hell. u. spat). — Abstrakt- 
bildung anloT^g f. 'Einfachheit, Schlichtheit' (X., Arist. usw.). 
— Denominative Verba 1. otiXooi 'entfalten, ausbreiten' (spat) 
mit den vereinzelt belegten, ebenfalls spaten &7t).maig und 



122 &n6 — &no-SiSpdtoxb> 

IbiXwfia, ebenso wie anX(x>xixog; 2. ankott,ojiai 'einfach, ehrlich 
handeln' (X., D. C. u.a.). 

dnXog, mit lat. simplus formal identisch, kann damit ur- 
verwandt sein und ein idg. *sm-pl-o-s (vgl. elg) fortsetzen. 
Dasselbe Hinterglied erscheint, auBer in 6i-nX6g, lat. du-plus, 
auch im Germanischen, z.B. got. twei-ft (Akk.) 'Zweifel'. 
(Nicht hierher dagegen mit Hahn Lang. 18,90ff. heth. sanna- 
pilis leer, allein', das aus dem Adverb sanna-pi 'vereinzelt' 
abgeleitet ist). Es handelt sich entweder urn ein Wurzelnomen 
'Falte' (wobei das Ganze ein Bahuvrihikompositum ware) 
oder um ein Verb 'falten' ; in diesem Falle haben wir es mit 
einer Zusammenbildung zu tun (vgl. 6l<pgog). S. WP. 2, 55f. 
s. pel- 'falten'. — Die Form dnXooq ist noch nicht befriedigend 
erklart. Kretschmer Glotta 12,218 erwagt volksetymologisehen 
AnschluB an -nXoFog 'fahrend', zu ntew. Anders Brugmann 
IF 38, 128ff. (Kritik bei Kretschmer a.a.O.) und Persson 
Beitr. 750. Vgl. dmMaiog. 

6.n6 (amo) 'fern, weg, (fern) von' Adv. und Prap. Altererbtes 
Adverb und Praverb = aind. dpa, air. apa 'von — weg', lat. 
ab, germ., z.B. got. af 'ah'; unsicher dagegen heth. appa 
'darnach, zuriick, hinter, nach' (vielmehr zu om-fte% ?, vgl. 
Friedrich Heth. Wb. s. v. m. Lit.). Zum Gebrauch Schwyzer - 
Debrunner 444ff. — Davon ano-&sv neben anco&ev 'von feme, 
fern von' (vgl. Schwyzer 628, Lejeune Les adverbes grecs 
en -#£i> 332). — Von and vielleicht ebenfalls nach der antiken 
Deutung das Adjektiv aniog im Ausdruck (tj/Ao^sv) e!j dnir\g 
yalrjg (A 270, jT 49, r\ 25, n 18). Zweifel bei Schwyzer 461. — 
Die Vokallange in dniav yalav S. OC 1685 (lyr.) ist durch 
Vermischung mit dem alten Namen des Peloponnesos Anla 
(yfj) verursacht. Vgl. Buttmann Lexilogus 1, 63ff. 

&7xo-8i5paox<o, Aor. dn-edQav 'weglaufen' (alt u. haufig; nicht 
II., vgl. indessen Hdgyorog unten); daneben ix-didodaxm; das 
Simplex ist dagegen fast nirgends sicher belegt. — Ab- 
leitungen: anodgdoig 'das Weglaufen' (ion. att.); Sodofiog 'das 
Ausreifien, die Flucht' (ion. att., vorw. poetisch). — adgdarog 
intr. 'der nicht weglauft' (Hdt. u.a.), auch als EN yldorjarog, 
jldgaaTog (II. usw.); Fem. Adgdareia N. der Nemesis 'der man 
nicht entfliehen kann' (A., PL; zur Bildung Schwyzer 475 
m. Lit.); auch XdgrjOTivrj, vgl. Schwyzer 465, Schwyzer- 
Debrunner 177. — Erweiterte Verbform 8oaaxdt,w = anodi- 
dgdaxca (Lex ap. Lys. 10, 17; Zen.), dnodoaaxdg'oi (Tz.); davon 
Sgdaxaaig H. — bgdnixrig m. 'Fliichtling, entlaufen' (ion. att.); 
Herkunft des -n- unbekannt; direkter Zusammenhang mit 
dem aind. Kausativum drdpayati 'zum Laufen bringen' un- 
wahrscheinlich ; Vermutungen bei Specht KZ 68, 122ff. 



&n6-epae — 6noX<x6u> 123 

Mehrere Ableitungen, vorwiegend spat: dgamexiQ, 6ga7iEridt]Q, 
dgaTierlaxog, dganerixog, dgaTiETivda. Denominatives Verb dgame- 
revoi 'ausreifien, davonlaufen' (att. u. spat) mit dganhEv/Mi 
(Diokl. Kom.) und Sgansrsia H. Abgekurzte Form dgdnwv H. 
Dem athematischen Wurzelaorist s-dga-v entspricht formal 
das aind. Wurzelprasens dra-ii 'er entlauft' (daneben auch die 
Intensivbildung ddri-drati). Sonstige Ankniipfungen sind un- 
sicher (: ahd. zittaron 'zittern', slav. *dropy 'Trappe' in poln. 
cech. drop usw., Maohek Zeitschr. f. slav. Phil. 17, 260). — 
Vgl. doa/ieiv, dgo/iog. 

drto-epoe s. dnovgag. 

&twS9«<tto5 vom Hunde des Odysseus (g 296), etwa 'verachtet, 
verwahrlost, ungepflegt'; danaoh Lyk. 540, Kail. Ft. 302, 
Plu. 2, 159f. — Das Oppositum jioAv-fieorog 'viel-erfleht' 
(Kail.) ebenso wie EN, z.B. "Eq[i6-#eotoi;, boot. Sio-qiEiaxog, 
wozu noeh a-ftcoros CEgivvg H.) zu stellen ist, sprechen ent- 
schieden fiir die Zerlegung dno-ftEOTog zu {Haoa.o&ai (Doeder- 
lein Horn. Gl. 3, 366 usw.). Wegen der (kaum ernstliehen) 
Schwierigkeit, der Proposition dno- gerecht zu werden, zieht 
Leumann Horn. Worter 64f. die antike Auflosung in d- 
no&eOToq, zu nod-eco, vor, was wegen der erwahnten Parallelen 
bedenklich seheint. Auch bei dieser Deutung gehort ano&EOroq 
letzten Endes zu der Wortsippe von &eooao&at, s. d. 

Snoiva pi. 'Wergeld, Losegeld, BuCe' (vorw. poet, seit H.), sg. 
anoivov metr. Inschr. (IQ 14, 1389, 1, 10). Denominatives Verb 
dnoivdw, -dofim 'Wergeld fordern' (Lex ap. D. 23, 28, E. Rh. 
177). — HapJologische Substantivierung von *djio7ioivog, zu 
dnoxivw gebildet nach Muster des Paares noivt) : rivm. Vgl. 
Fick BB 18, 136; 138. 

&n6xuvov n. Pflanzenname, 'Cynanchum erectum' (Dsk., Paul. 
Aeg., Gal.), nach H. auch = yudfa (i.Ejn,iyfiivr\ <pag/j,dxq> icgog 
dvaigecrtv xvvibv. Eigentlich Substantivierung eines Adjektivs 
*dnoxwog 'dem Hunde abgewandt, feindlich'. Naheres bei 
Stromberg Wortstudien 26. 

&7ioXivTiov n. wahrsch. Pflanzenname (andgra djiof.avrlov PMag. 
Lond. 1, 121, 209, II1 P ). Unhaltbare Ankniipfung an Xevtiov 
'leinenes Tuch' bei Stromberg Wortstudien 27. 

dcnoAauto 'genieflen' (ion. att., „von Haus aus kein feines Wort" 
Wackernagel Unt. 229). Davon die Verbalnomina dnokavaig 
(att., s. Holt Les noms d'action en -atg 193 mit Hinweisen), 
dnokavofia (sp.) 'GenuB' und das Adjektiv dno?.avaTtxog 'dem 
GenuB ergeben, genieBbar' (Arist., Plb. usw.). 

Ein entsprechendes Verb ist auBerhalb des Griechischen 
nicht anzutreffen. Gewdhnlich wild dnoXavto mit Xeia, dor. 
M.id (aus *}jdf-id) 'Beute' zu einer indogermanischen Wort- 



124 &noXeiv[a] — 'AroSAAwv 

sippe lau- 'erbeuten, geniefien' gezogen, die vorwiegend in 
verschiedenen isolierten Nomina vorliegt wie lat. lucrum, (aus 
*lu-tlo-m) 'Gewinn', germ., z.B. got. laun n. 'Lohn', aksl. low, 
'Fang, Jagd', loviti 'fangen, jagen' u.a.m. (dagegen aind. 
lotra-, lota- 'Beute' wohl mind, aus loptra-, vgl. Waokemagel 
Ai. Gramm. 1, 91). Curtius 362 mit alterer Lit.; naheres bei 
WP. 2, 379f., W.-Hofmann s. lucrum. 

&7ioXetv[<x] • dnooroiqieiv. Adxmves H. Aus ano-noXslv naeh 
Thurneysen Glotta 12, 145. Vgl. anvXimvai. 

'An6XKtav, -covog m. Gottername. Dialektische Nebenformen: 
AnsXXiov (dor.), AjieiXwv (kypr.), AnXow (thess.). — Seit 
J. Schmidt KZ 32, 327ff. wird die Form AnoXXcov als ana- 
logisch nach dem Vok. AnoXXov erklart, der seinerseits dureh 
Vokalharmonie aus 'AneXXov entstanden ware, vgl. noch die 
PN AneXXiatv, AneXXfjg usw. Aus kypr. AnelXwv laBt sioh eine 
Grundform *Ane?da>v erschlieBen, die auch dor. AtieXXcov, aber 
nicht thess. AnXow erklart. — Ableitungen: AnoXX&vioq 'zu 
A. gehorig' (Pi. usw.), substantiviert in verschiedenen Be- 
deutungen, auch EN, fern, -tdq; AnoXXatviaxog 'ds.' (Ph. u.a.); 
Deminutivum AnoXXcov Loxog (Delos, Ath.); AnoXXiovuov 
Monatsname (Halikarnassos) ; AnoXXowiaarai m. N. der 
Apolloverehrer (Rhodos), vgl. z.B. AoTeuiotaorai und Chan- 
traine Formation 317. 

Etymologie unbekannt. Die Versuche, AnoXXtav aus dem 
Indogermanischen zu erklaren, haben zu keinem iiberzeugen- 
den Ergebnis gefuhrt. Von den verschiedenen Hypothesen ist 
immer zu nennen die auf Prellwitz BB 24, 214ff. zuriick- 
gehende und u.a. wiederholt von Kretschmer (Glotta 13, 242 
A. 1; 15,191; 18,205; 27,32; 31,102) befiirwortete Zu- 
sammenstellung mit einem Substantiv *cbieXog 'Kraft', das 
in oXiyTjneXlt) 'Ohnmacht' (s. d.) usw. vermutet wird und im 
Germanischen u.a. in awno. aft n. 'Kraft' vorliegen soil; 
dazu noch mehrere illyrische PN, wie Mag-aplinus, Aplo usw. 
(Krahe IF 57, 117f.). (Kritik dieser Deutung bei Sommer IF 
55, 176 A. 2 und bei Nilsson, s. unten). — Anders Solders 
Arch. f. Religionswiss. 32, 142ff. : zu AniXXar ar/xol H., eig. 
etwa „Steinfiigung", von a copulativum und neXXa- Xi&og 
H. (?), wegen der groBen Bedeutung, die die heiligen Steine 
im Kult des Apollon hatten; Einwande bei Kretschmer 
Glotta 27, 32. — Ganz unannehmbar Ehrlich Sprachgesch. 
32f., Hopfner KZ 49, 253ff. AlteTe Deutungen bei Bq. 

Da der Gott Apollon zweifellos aus Kleinasien stammt, ist 
wahrscheinlich auch der Name kleinasiatischer Herkunft. Zu 
vergleichen ist in erster Linie 1yd. PXdans Artimuk (vgl. s. 
Agreuig). TJnsicher aber moglich ist die von Forrer erwogene 
und namentlieh von Kretschmer Glotta 24, 203 ff. verfochtene 



<X7t6[i.£Xi — &nocpptx£ 125 

Identitat mit heth. J.ap-pa-li-u-na-as, das wahrscheinlich 
einen Gott bezeichnet, aber vorn verstiimmelt sein kann, 
vgl. Sommer IF 55, 176ff. — Auf vier Altaren aus dem 
inneren Kleinasien hat Hrozny Archiv Orientalni 8, 171 ff. 
einen Namen Apulunas in hethitischer Hieroglyphenschrift 
erkennen zu konnen geglaubt; die Lesung muB aber als sehr 
hypothetisch betrachtet werden. — Naheres bei Nilsson 
Gr. Rel. 1, 498ff. (bea. 523ff.) mit ausfuhrlichen Literatur- 
nachweisen; s. noch Chantraine L'Ant. class. 22, 68 m. Lit. 

&7z6[teM n. 'Met-art, die von dem Wasser bereitet wurde, mit 
dem man die Honigwaben wusch' (Dsk., Gal. u.a.). Das 
Prafix druckt eine Abart mit pejorativem Nebensinn aus, 
s. Stromberg Wortstudien 29 f. 

&7TO|xijoa(i> s. /ivoao/xai. 

dnoupa? Aor. Ptz. act. 'wegnehmend, beraubend' (II. 9mal, 
auBerdem v 270 und Pi. P. 4, 149 [: dnovgaig]) fur *d3io-/pd; 
(zur Schreibung vgl. Schwyzer 224, Lejeune Traite de phone- 
tique 154 u. 197). Umstrittene Form. Vielleicht wie (xara-) 
xrdg zu exrd (sekundiir Surd), Sxra/iev Neubildung zum ep. 
asigmatischen Aor. 3. Sg. am-rjvQd (= an-i\-Fq& mit gedehntem 
Augment), Ptz. med. anovQ&fievos Hes. iSc. 173. Barytonese 
wohl naeh dem a-Aorist ; anders (aolisch) Wackernagel Gott. 
Nachr. 1914, 119; vgl. Schwyzer 385. Zu aTirjVQa weiterhin 
1. Sg. anr\vQ(av (nach dem Typus irl/ia : irl/icov); Einzelheiten 
mit Lit. und Kritik abweichender Ansichten bei Schwyzer 
740 A. 5; vgl. noch Chantraine Gramm. hom. 1, 356 u. 379f., 
Sinclair ClassRev. 39, 99 f. — Ein entsprechender ff-Aorist 
wird in hom. cmo-ffjegae 'riO los' vermutet; fur eine Wurzel 
Feq- 'reiflen, greifen' bietet das Indogermanische mehrere An- 
haltspunkte (s. WP. 1, 286f. und 280 zu 12. uer- 'aufreifien, 
ritzen' und 6. -uer- 'ergreifen, nehmen'), die aber fiir das 
Verstandnis und die Beurteilung des griechischen Wortes 
wenig abgeben; vgl. indessen zu 1. dgvco und evglaxco. 

&n<Kppdc;, -ddoc f., auf rjfisoa. bezogen, 'unglucklicher Tag, an dem 
keine Volksversammlung und kein Gericht gehalten wird' 
(PL, Lys., Plu., Luk.), als tibersetzung von nefastus Plu. 
2,518 b (djicxpQddes nihil = portae nefastae); selten auf 
maskuline Begriffe bezogen: dnoqiQag av&QconoQ Eup. 309; 
/?fo? Luk. Pseudol. 32. 

Wird allgemein mit ygdfco, (pgadrj, (pQad/iiov verkniipft, 
wobei -<peds als ein postverbales Wurzelnomen im AnschluB 
an die Nomina auf -de, zu beurteilen ist, Chantraine Formation 
351, Schwyzer 507 (unklar Stromberg Greek Prefix Studies 
38 f.). Vgl. auch verstummelte bzw. haplologische Bildungen 
wie avTj]Qis, s. d. 



1 26 &7to<pc«)Xio? — Snxw 

&Tto<pcoXi.O£ ep. und poet. Adj. (seit Od.) unsicherer Bedeutung, 
von den Alten als ' dvE/imhog, /idzmog', d.h. 'nichtig, eiteP, 
erklart. Zum Vergleich bieten sich einerseits 8<pelog (Schulze 
Q. 242), anderseits, u. z. besser, amxpeiv anaTfiocu H. (Doeder- 
lein Horn. Gl. 3, 55, Fick KZ 41, 198ff.); somit eig. 'triige- 
risch'. Noch anders Bezzenberger BB 5, 318, Ehrlioh Spraeh- 
gesch. 29f. Zur Bildung vgl. Chantraine Formation 43. S. auoh 
anaqiiaxoi, das von ano<pelv nicht getrennt werden kann. Zum 
o-Vokalismus (aolisch?) s. Chantraine Gramni. hom. 1, 25 f. 
m. Lit. 

dnoxEipoptoro? (falsch -fiioixog, s. Wackernagel Glotta 14, 55) 
eig. 'den Lebensunterhalt von den Handen bekommend' = 
Von seinen Handen lebend' (Hdt., X.), eine Zusammen- 
bildung von filorog und and xeiqoiv. Daneben, im selben Sinne, 
dnoxEiQofliog (Poll., H., Suid.). 

6tnnot 'Vater' (Kail., Pap., nach EM 167, 32 makedonisch). 
Hypokoristisches Lallwort, vgl. ndnna, arret, an<fa. — 
„Grammatikalisierte" Form annag Titel eines Priester- 
beamten (Magnesia, Lydien) = rgo(pevg H. Vgl. toch. B appa- 
kke 'Vater'. 

drnptySa (A. Pers, in lyr.), anpVE, (S., PI. usw.) 'fortwahrend, 
festhaltend, unablassig', Adv. auf -(y)Sa bzw. -f, Schwyzer 
620 und 626. Syntheton aus a intensivum und tiqiw 'sagen, 
mit den Zahnen packen'. — Naeh EM 132, 53 auch yevog ti 
dxdvihig (Kvtiqioi) ; vgl. aber &qtii£ s. aon£t,a. 

dnpo^ii;, -(dog f. N. eines Strauches, 'Dictamnus albus' (Pythag. 
ap. Plin. HN 24, 158). Unerklart, 

imepioit; 'flugs, schleunigst' (Hes., Parm., A.R.). Zu ameQog 
'befliigelt, schnell' (Trag. Adesp., H.), von d copulativum und 
Ttrsgov, mit metrisch bedingtem -iwg. Rupprecht Philol. 78, 
395f. gegen Fraenkel Glotta 2, 29ff. — Davon diiTEQvooofim 
'mit den Fliigeln schlagen' (Archil.; naeh jireQvaao/nai von 
KT£Qv£) mit Neubildung aTCXEQVofxai (Arat.; nach a<pva> : 
d<pvooa> usw., s. Fraenkel 1. c). 

dwrroen^? Beiwort der Hera (0 209) unsicherer Bedeutung. 
Vielleicht mit Wackernagel BB 4, 283f. (vgl. auch Eulenburg 
IF 15, 162) kontrahiert aus *a-Enzo-Enrjg 'der Worte aus- 
spricht, die nicht gesprochen werden sollten'. 

finxcj 'haften, (an)kniipfen, anziinden', gew. Med. ibiro/iai 'an- 
fassen, beriihren' (seit II.). - Ableitungen: d(pr) 'das An- 
ziinden, das Beriihren, der Griff usw.' (Hdt., PL, Arist. usw.) ; 
davon, oder vielmehr als Deverbativum von amto, aipdw 
"betasten' nur Pras. (II., Opp., AP); erweiterte Formen 



&nuXuovai — &p& 127 

d<pdaaco 'ds.' (ion. hell.) und atpd^er avad&xexai H. — ayiig 
'das Beruhren' (Hp., PI., Arist.); aysog n. 'Verbindung', pi. 
'Gelenke' (ep.); zur Bildung Scliwyzer 513; a/i/ta 'Schlinge, 
Knoten, Band' (ion. poet.) mit dem spaten Denominativum 
d[i/Ma:l£a>, wovon d/n/tiartafiog, und dem Deminutivum 
dfi/xdziov (Gal.). — dtplg, -Idog f. s. bes. — anroa f. Demin. 
aiiTQwv 'Docht einer Lampe' (Schol.). dnrcbdwv 'Spange' (als 
Schmuckstuck ; Pap.), wohl nach ivcbdwv = ivcbnov. 
Vielleicht auch dqr&a, s. d. — Vgl. noch avatp^. 

Unerklart. Vgl. die kritischen Erorterungen Kretschmers 
Glotta 7, 352. — Nach Pisani 1st. Lomb. 73 : 2, 28 avis 
*anfco zu aw. dfdnte 'sie werden erreicht'. 

&7ro>,iu>vai IQ 5 (2) p. xxxvi D 1, 20 (Tegea IV a ) stent nach 
Thumeysen Glotta 12, 145 haplologisch fur *dnv-noAia>vai 
'zuriickerstatten' ; vgl. s. djio/.siv. 

dtropa (Eust.), dntpiov (Eust.), dncpaQiov (Xenarch., Smyrna), 
dntpidwv (Schol.); auch drop/a (Poll., H.), dmpvg m. (Theok.). 
Schmeichelnde Anrede an den Vater und an andere Personen, 
auch unter Liebenden. Elementarschopfung, vgl. das un- 
aspirierte anna usw. Dazu Chantraine REGr. 59 — 60, 245, 
Kretschmer Glotta 16, 184 m. Lit.; zum Lautlichen Lejeune 
Traite de phonetique 61. 

Spec, dip, enklit. 6a, woraus mit Elision q" 'natiirlich, eben, dann; 
also' (seit II.). Daneben kypr. eo(a) H. — Zu lit. if, lett. ir 
'und; auch, sogar' aus idg. *r; daneben hochstufig lit. af, 
lctt. ar Fragepartikel ; vgl. das ebenfalls hochstufige lq(a). 
Naheres bei Schwyzer-Debrunner 558 f. ; s. noch Hoenigs- 
wald Lang. 29, 288ff. Zu dgaQiaxa), oqti (s. dd.). — Zum aus- 
lautenden -a vgl. auch Schwyzer 622 f. m. Lit. 

$p6, ion. &Qrj f. 'Gebet, Fluch' (ion. att.). — Ableitungen: 
dgalog 'zum Gebet, zum Fluch gehorig, fluchbeladen' (trag.) ; 
dqarog, -r\- 'fluchbeladen, Gegenstand des Gebets ausmachend, 
erwiinscht' (poet, seit II.) mit dganxog (Stoik.). Denomina- 
tives Verb dgdo/iai 'beten, verwiinschen' (poet.), oft in 
Komposita in-, xar-agdo/iai (ion. att. usw.). Davon wiederum 
dQrjtrjQ m. 'Beter, Priester' (II. usw.), f. do^retga (Kali., A.R. 
u. a.), aQrjTrJQiov 'Ort zum Beten, zum Fluchen' (Plu.). 

Aus ark. xdragfog 'verwunscht' ist eine Grundform *dgfd 
zu erschlieBen, die die wechselnde Quantitat des d- erklart. 
Das auslautende -a in att. dqd ist wahrscheinlich aus dem 
Verb (-jdgdofiai oder dem gewohnlichen Plural dpat ein- 
gefuhrt; vgl. die Lit. bei Schwyzer 188 A. 2. 

Unerklart. Nicht mit Sturtevant Comp. gr. 1 87, 2 35 zu 
heth. aruuai- 'sich niederwerfen, anbeten, huldigen'. Altere 
Deutungsversuche bei Bq s.v., WP. 1, 182. 



128 apa[So<; — apapiaxco 

apaGo? m. 'Getose, Gerassel, Klappern (der Zahne)' (if 375, 
Hes./Sc. 404, Kail. Dei. 147, Hid. 5,3). Daneben, wohl de- 
nominate, dga/Ssw 'rasseln, erklirren, klappern' (ep. seit II.). - 
Zum Suffix vgl. doQvfioq, xovafios usw. (Schwyzer 496, Chan- 
traine Formation 260), zum Staram agadog, dgdCco. Onomato- 
poetisoh; vgl. Giintert Reimwortbildungen 145 f. 

&pdY8rjv, apays«*, apay|JuS<; s. dgdaaco. 

apaioq m. 'heftige Bewegung im Leibe, Herzklopfen' ^ (Hp., 
Nik.). Davon aQad<rjO>ei- &oqv^oei, ragdSei und dQddrjzm- 
xexovijTai (?), avyxExvxai H.; vgl. noeh dgdfrvmv igsMZovoiv 
H. — Zur Bildung vgl. xeladog, o/iadog usw. (Chantraine For- 
mation 359, Schwyzer 508). Onomatopoetisch, vgl. aga^og. 
S. auch WP. 1, 139, Pok. 330 mit fragwertigen auBer- 
griechischen Ankniipfungen, auBerdem noch Bechtel Dial. 
3, 281. 

opa^o, auch dggd£co 'knurren (vom Hunde)' (D. H., Ael., Poll., 
Plu.). Daneben agg^ca (AB) und das reduplizierte dgagifa 
(Ammon.). Onomatopoetisch, vgl. agafiog und agadog. 

opaii? (ag- Hdn. Gr. ; auch hss.-lich iiberliefert) 'diinn, schwach, 
schlank', als term, techn. auch 'locker, poros' (ep. ion. poet, 
hell.). — Mehrere Ableitungen: dgaiorrjg 'Loekerheit' (Gegen- 
satz nvxvofqg ; Hp., Arist. usw.) ; dgaubdrjg 'poros' (Gal.). Fakti- 
tives Verb dgaioco 'locker maohen' (Hp., Arist.) mit den 
Nomina dgatw/ta, dgalcoaig. 

Unerklart. Da das Wort wahrscheinlich mit f- anlautete 
(Sommer Lautst. 114, Uhlenbeck PBBeitr. 30, 261), hat es 
Specht KZ 59, 63, wenig iiberzeugend, als *fagaoaog, Positiv 
zu gqaxog aus *Fgdaiaxog ('diinn' > 'leicht zu tun' [J]) er- 
klaren wollen. 

apixT), nach Ath. 11, 502b aolisch fur qndXr]. AuBerdem 
dgd<x>rfvy <fidh\v H. — Etymologie unbekannt. 

fipaxo? m., auch n. eine Hiilsenfrucht, 'Lathyrus annuus' (Ar., 
Thphr. usw.), auch als Konsonantstamm aga£ m. (Pap.). — 
Deminutiva: dgaxig, dgaxlaxog (Gal.), dgdxtov (Gal., Pap.). 
Adjektiva: dgaxudrjg 'aea«os-ahnlich' (Thphr.), dgaxtxog 'aus 
d. bestehend' (Pap.). 

Etymologie unbekannt. Nach Gehring Glotta 14, 1 klein- 
asiatisch. Lat. arinca 'Art Spelt' bleibt fern. 
apoplaxw, Aor. 2 dgagelv, Aor. 1 agaai, Perf. agaga (intr.) 'zu- 
sammenfugen, verfertigen, ausriisten' (seit H.). — Neben 
dgagiaxco stehen mehrere Nomina, die von einer Wurzel dg- 
ausgehen, ohne sich direkt auf dgagiaxm zu beziehen. So ag/ia, 
OQfiog, aQfiovCa, dgtiofa, ag/iaXid, dgxvg, ag&gov (s. dd.). Direkt 
von agaga: dgagoraig 'fest angefiigt' (A., E., PI. usw.). — 



dpAaaco — apax^l 129 

AuBerdem sind zu erwahnen: ag/tevog 'passend, ausgeriistet', 
isoliertes mediales Wurzelpartizip (poet, seit II.) mit dem 
substantivierten n. pi. agfieva, s. d. — Ferner dg&fiog 'Ver- 
bindung, Bund, FreundschafV (h. Merc. 524 u.a.) mit ag&/uog 
'verbunden, befreundet' (ep. ion.) und dg&/j,ica 'sich vereinigen' 
(II., A. R.) ; vgl. Porzig Satzinhalte 237 (nach dea/iog), Triimpy 
Fachausdnicke 187. — dg/ir/ 'Vereinigung' (Hp., Chrysipp., 
Q. S.) ; ag/id f. 'Vereinigung, Beischlaf ' (delphisch, Plu., H.). — 
aQOiov dlxaiov H. ist wahrscheinlich aus dv-dgaiog heraus- 
gelost, s. Frisk Adj. priv. 7, Triimpy 182f. — S noch dgi&fiog, 
dgeiwv, dgeaxm und dgezrj, ann, d/iagzri, Sag. 

Der reduplizierte Aorist dgagelv, woneben das alte Perfekt 
agdga, hat sein nachstes Gegenstiick im armen. Aorist arari 
'ich machte' (Pras. afnem) . Das Prasens dgagioxa) ist neu- 
gebildet, s. z.B. Chantraine Gramm. hom. 1, 317. DasWurzel- 
element dg- ist sonst in einer Reihe von Bildungen ver- 
schiedener Sprachen zu Hause, s. die einzelnen Worter und 
WP. 1, 69ff., Pok. 55f. 

apdaaio, Aor. dgd^ai 'schlagen, stoBen, klopfen' (vorw. poet, 
seit II.), ofters in Komposita wie an-, aw-, xar-agdoam. Davon 
die Nomina dgayfiog 'das Schlagen, das Gerassel' (Trag., Lyk., 
H.), agayfia (E., Sor.); Adv. dgdy-drjv 'mit Getose' (Luk.). An 
diese Nomina mit y schlieBt sich an das sekundar ent- 
standene dgdyeiv anagdaaeiv H. 

Etymologisch unklar, vielleicht onomatopoetisch ; vgl. 
agapog. Ob gaxtm, grjoow 'schlagen' damit verwandt ist 
(Bechtel Lex. 293 nach J. Schmidt), bleibt fraglich. 

dpocox&Se^' rd negvaivd xXr'mara H. Daneben dgeaxai- xKrjfiara, 
fiorgveg H. und ogeaxdg- to ovv rolg fSorgvoiv d<patge&iv xlrj/xa H. 
Dunkel. Stromberg Wortstudien 53 f. versucht die erwahnten 
Worter mit dem synonymen oo%ri (nach Harpokration s. 
oaxoqiogoi = xXrj/ia f)6rgvg &£r)grr}iiivovg e%ov) in Verbindung 
zu bringen. Vgl. avgoaxdg. 

'ApdTUO?m. lokrischerMonatsname = November ( — Dezember) 
SIG* 855. — Zuniichst aus *Agdrvia n. pi. 'Ackerfest', von 
*dga-Tvg, Verbalnomen von dgo-m 'pflugen' ; vgl. zum a- 
Vokalismus kret. aga-rgov = ago-rgov usw. Schwyzer Glotta 
12, If. Uber Bildung und Bedeutung noch Benveniste Noms 
d'agent 73. 

dpdXiSva f. N. einer Hulsenfrucht, 'Lathyrus amphicarpus' 
(Thphr.). — Vgl. agaxog, agaxog; spnst dunkel. Vgl. Chan- 
traine Formation 109. 

dpdxvT) f. 'Spinne, Spinnengewebe' (Hp., A., Arist. usw.), 
dgdxvrjg m. 'Spinne' (Hes., Pi. usw.), woneben agaxvog m. 
(A. Supp. 887). — Mehrere Ableitungen : dgdxvwv 'Spinnen- 

Friek, Griech. et ym. WSrterHicli 9 



130 #P a X°« — 'ApYe'i<p6vrr)s 

gewebe' (Od., Kom., Arist. usw.), auch als Deminutivum 
'kleine Spinne' (Arist.), mit dQaxvirodyg 'spinngewebe-artig' 
(Hp., Arist., Dsk.) und dem Denominativum aqaxvioofim, -6m 
'mit Spinnengewebe iiberzogen werden, bzw. xiberziehen' 
(Arist., Nonn.). Von dgaxvij ferner die Adjektiva dgaxvcoSrjg 
'spinngewebe-ahnlieh' (Arist., Ael.), dqayy^ig (Nik.) und 
aQaxvalog (AP) 'zur Spinne gehorig', ebenso wie das Denomina- 
tivum a.Qaxvdo/j,ai 'ein Spinnengewebe spinnen' (Eust.). — 
ae<*X vr l x£ S' dgaxvai H. ist eine Umbildung nach oyfjxeg, 
/ivQ/Mjxeg, axmkrjxeg usw. 

dQdxvt), falls, wie wahrscheinlich, aus *aQax-ava, hat ein 
genaues Gegenstiick in lat. arane,us m. 'Spinne', ardnea f. 
'Spinngewebe' aus *arak-sneios. Weitere Verwandtschaft mit 
dqxvg (s. d s ) usw. ist nieht wahrscheinlich. Naheres bei W.- 
Hofmann s. ardneus. 
iipaxo? m. (Gal.) spatere Form fur aQaxog (s. d.). 

fippT)Xos m. 'rundes Schustermesser' (Nik. Th. 423), auch iiber- 
tragen von einer geometrischen Figur (Papp.); naheres 
dariiber Thompson CIRev. 56, 75f., Beazley ibid. 116. Vgl. 
auch oq^Xoi yaQ rd deg/iara H. s. v. dvdqprjXa. — Fremdwort 
unbekannten Ursprungs. 

Appivw) • xqiag. Eixekot H. Zu lat. arvlna 'Fett, bes. um die Ein- 
geweide', aus dem es wahrscheinlich entlehnt ist (Ribezzo 
RIGI 12, 196). Nach v. Blumenthal Hesychst. 16 messapisch 
und mit arvlna urverwandt. Vgl. W.-Hofmann s. arvlna. 

dcppOXr) f. 'Schuh, der den ganzen Fufi bis an den Knochel 
bedeckte' (Hp., A., E.). Deminutivum dgfivtig (Theok., API.), 
Adjektiv dgfivfaxog (Delos IIP). — Orientalisches LW aus 
unbekannter Quelle. Vgl. agfivHa und auCerdem dgfivxn- tov 
vnodrjuaxog H., das kaum richtig tiberliefert sein kann. S. 
auch Knauer Glotta 33, 114 A. 1. 

'ApYaSct? (-fjg) m. pi. N. einer der vier ionischen Phylen in 
Attika und anderswo, nach Plutarchos Solon 23 = to igyanxov. 
Herkunft unbekannt; vgl. die Bemerkungen von Frisk bei 
Nilsson Cults 147 A. 17, wo u.a. die dunkle Hesychglosse 
dQyddeg- eldog tpvrov herangezogen wird. S. auch Fraenkel 
Nom. ag. 2, 180f. m. Lit. 

ApyaXioc, aus *&Xyateoq dissimiliert, zu alyoq, s. d. Davon 
dQyateoTtjg f. (Ph., Eust.). 

'ApYe'i<p<ivTT)i; Epithet des Hermes (Horn. usw.). Metrische Um- 
bildung von *A(>yo<p6vTr)g (Kretschmer Glotta 10, 45ff.). Nicht 
sicher gedeutet. Die antike Erklarung als „Argost6ter" wird 
von Kretschmer Glotta 24, 236f. und 27, 33 (gegen Chan- 
traine Melanges Navarre 69 ff., der es als vorgriechisch an- 



fipY^^Xa — dipYiAwnta 131 

sieht) verteidigt: „T6ter eines ortliehen autochthonen Un- 
geheuers, des Eponymen der Landschaft Argos, und Befreier 
der Welt von dem tjbel." — Ganz anders Heubeck Beitr. z. 
Namenforsehung 5, 19ff. (mit weiterer Lit.): ,,sich duroh 
&QyoQ (d.h. 'schnell sich verbreitenden Glanz, strahlende 
Schnelligkeit od. a.') auszeichnend" (zu ev&eveia usw.); kaum 
einleuehtend. 

apycXXa- otxrjfia Maxedovixov, onet> &eg/ia(vovreg Xovovrai Suid., 
woneben SpyiXXa, agyiXa f. 'unterirdische Wohnung' (Magna 
Graecia, Ephor. u.a.). Daraus alb. ragdl' 'Hiitte' nach Jokl 
IF 44, 13ff. Sonst unerklart. Beziehung zu aQyMog 'weiBer 
Ton' scheint fraglich. 

(ipyeXocpoi m. pi. (Ar. V. 672). Naeh den Sch. und nach AB 8 
'die FiiBe des Schaffells', attisch fiir nodewveg, auch 'unbrauch- 
barer Abgang' im allg. — Vielleicht mit Bq eine scherzhafte 
Zufalligkeitsbildung des Ar. ; die antike Herleitung aus dgyog 
und Xocpog kann jedenfalls unmoglich richtig sein. 

&pyE|xov n., auch -og m. 'weiBer Fleck im Auge, albugo' (Hp., S., 
Thphr. usw.), auch Pflanzenname (Plin.). Verhalt sich zu 
*a.Qyog in dgyEar^g, dgyevv6g wie av&efiov zu av&og. Vgl. Chan- 
traine Formation 132. Weitere Beziehungen s. 1. dgyog. — 
Ob die mohnartige Pflanze dgyefuovt) 'Papaver Argemone' 
(Krateuas, Dsk. u.a.), die nach Dioskurides als Heilmittel 
gegen weiBe Flecken in den Augen gebraucht wurde (vgl. 
Stromberg Pflanzennamen 87), ihren Namen wirklich von der 
Augenkrankheit bezogen hat, sei dahingestellt. Zur Bildungs- 
weise aind dann dvEfiwvr), laoi<bvrj usw. (Chantraine 208) zu 
vergleichen. Volksetymologische Umbildung eines Lehnworts 
ist naturlich nicht ausgeschlossen. Die Erklarung aus hebr. 
'argdmdn 'roter Purpur' (Lagarde Gott. Abh. 35, 205, vgl. 
Lewy Fremdw. 49f.) ist allerdings semantisch wenig be- 
friedigend. 

Apyewds, &pY€OT^$ s. aQyog. 

&pyf]q, -fjrog usw., ep. auch -eri, -era, spates fern, dqyezig 
'blendend weiB, glanzend' (poet, seit II.). Poetische Erweite- 
rung dQyqo-Trfg 'ds.' (B., A., Theok.), vielleicht nach <h/iT](TTTJg 
(Schwyzer 500 A. 1; anders Fraenkel Nom. ag. 1, 142f.). — 
Bildung wie yv/ivrjg usw. (Chantraine Formation 267, 
Schwyzer 499) und zu 1. dqyog 'glanzend' (s. d.), dgyeorrfg, 
aqyevvog usw. gehorig, aber schwerlich direkt auf den <r-Stamm 
*agyog (vgl. auch ev-agy^g, -ovg) zuruckzufuhren. 

dtpYiXwr^? (Archil. 160, Beziehung unsicher wegen derschwanken- 
den tfberlieferung), dgyihneg pi. (Nik. Th. 213, von exiSvai, 
nach den Scholl. = extevxoi, d.h. 'weifllich'). Zu agyi- in 
dgyt-xegawog usw. (s. dqy6g) und hneiv, somit eig. „der das 



132 fipyiWia — dpy<S? 

Weifie verlassen hat" mit Umstellung der Glieder fur *lin- 

agyr/g, vgl. lm-avyr\q usw. 
apyiXAa s. agyelXa. 
apyiXXoi;, fipyiXo? f. VeiBer Ton 1 (Arist., Thphr., Opp.), agyiXXa 

f. 'ds.' (Gal.). Davon dgyil(X)u>dr)g 'tonartig' (Hdt. usw.). — 

Wahrscheinlich zur Sippe von 1. dgyog mit A-Suffix, vgl. 

Chantraine Formation 249, Schwyzer 483. Lat. argilla ist 

griechisches LW. 
"Apyo? n. N. mehrerer Stadte, von denen die Hauptstadt in 

Argolis die bekannteste ist (seit II.). Davon Agyeioi, sg. -og 
'Bewohner von Argos' (seit II.), wovon lat. Arglvl nach 

Achlvl. — Unerklart, sicher vorgriechisch. v. Windekens 
L'Ant. class. 19, 400f., Le Pelasgique 18f. usw. erwagt 
„pelasgische" Herkunft (zu gr. dgxeca, lat. arx usw.). 
1. &py<5s 'weifiglanzend', auoh 'sehnell beweglich' (vgl. aind. 
rjrd- unten; seit II.). Ableitungen: dgyaivw 'weiC sein' (E., 
Opp., Nonn.) ; dgying (a/tneXog Verg., Plin.) ; femer dgydg, -a m. 
(Achae., Aesohin. u.a.), agyoXagva. (Suid.), Bez. verschiedener 
Schlangenarten. — Dazu als EN mit regelmafiig verschobenem 
Akzent TLgyog m. (seit Od.) und Agyco f. „die Schnelle", N. 
eines bekannten mythischen Schiffes (seit Od.). 

Neben dgyog hat es einen neutralen cr-Stamm gegeben, der 
aufier im Kompositum ev-agyrjg in zwei Ableitungen bewahrt 
ist: 1. dgyea-Trjg m. Attribut des Siidwindes (vorog, II. ), des 
Westwindes (Ziyvgog, Hes.) 'hell, klar' (in faktitativem Sinne), 
auoh (mit regelmafiig verschobenem Akzent) Agy£oTt]g als 
Name dieses Windes (Arist. usw.) ; nur Erweiterung von dgyfjg 
bei Nik. Th. 592; 2. dgyevvog aus *dgyea-vog Veiflglanzend', 
aol. Form (II.); aus dem Epos von anderen Dichtern (E. in 
lyr. usw.) iibernommen; — dagegen ist dgyrjstg, dor. dgydeig, 
kontr. dgydg -dvxog 'weiflglanzend' (A. in lyr., Pi., Orph.) nur 
eine Erweiterung von dgyr\g (s. d.), s. Schwyzer 528. — Das 
als Vorderglied auftretende dgyi- (s. unten) liegt dem ep. 
dgyi-oeig (v. 1. dgyivoetg) zugrunde (B 647, 656) ; dgyivosig auch 
A. R. 4, 1607 und AP 7, 23, vgl. noch Agyivovooai, mit dem- 
selben v-Suffix wie in dgyewog ; zum Ausgang vgl. (patdi/ioeig 
und andere erweiterte Formen bei Schwyzer 527 Mom. 3. 
Zum Vorderglied dgyi- in dgyi-novg, dgyi-xegavvoq, dgyi- 
66ojv usw. stimmt der Funktion und Bedeutung nach aind. 
rji- in rji-pyd- (vgl. alyvntog). Diesem Vorderglied entspricht 
als Simplex rj-rd- 'glanzend, schnell'. Da dgyi- und dgyog sich 
auf dieselbe Weise zueinander verhalten, mufi dgyog durch 
Dissimilation aus *dgy-gog entstanden sein (Wackernagel 
Verm. Beitrage 8f.; zum Wechsel t : go Schwyzer 447 mit 
weiterer Lit.). 



&p yd? — fipyopo? 133 

Das wurzelhafte Element dgy-, das in einer Reihe griechi- 
scher Worter vertreten ist (s. agysfiov, dgyrjg, agyvgog usw.), 
findet sieh in zahlreichen anderen Spraehen wieder, z.B. lat. 
argentum (s. agyvgog), aind. drjuna- 'weiB, licht', toeh. A arhi, 
B arkwi 'weiB', heth. harkiS 'weiB, hell', illyr. FluBname 
Argao (Krahe IF 58, 211f.). Ein anderer Ablaut muB in aind. 
rjrd- und sorait aueh in dgyog vorliegen. 

Ob dgyog 'rasch' = aind. rjrd- 'As,.' ein anderes Wort dar- 
stellt (zu lat. rego usw., WP. 2, 362f. mit Persson Beitr. 828 
A. 1), ist strittig. Nach Bechtel (s. Lex. 57) ist der Begriff 
des Leuchtens aus dem der sehnellen Bewegung geflossen, 
was an und fur sich ohne Zweifel moglich ist. In Anbetracht 
der weit verbreiteten und offenbar uralten hierhergehorigen 
Farbworter miiBte es sich dann um eine sehr friih eingetretene 
Bedeutungsverschiebung handeln, bei der die Vorstellung der 
Bewegung ganz in den Hintergrund gedrangt ware. Eher ist 
von einer ursprunglichen Anschauung auszugehen, der sowohl 
das Leuchten wie die schnelle Bewegung inhariert; Pok. 64 
nach Schulze Kl. Schr. 124 A. 6. 

2. &py6q 'untatig, unwirksam' (ion. att.). Davon agyla 'Un- 
tatigkeit', dgyeco 'untatig, unwirksam sein' (beide ion. att.) 
und mit rein formaler Erweiterung dgywdtjg 'untatig' (Aesop.). 
Aui3erdem dgyig f. „die Unwirksame" = 'Nacht' (Orph.) und 
dgyevo/tai = dgyico (Gal.). — Durch Kontraktion aus 
d-(F)egyog (seit II.) entstanden, Bahuvrihikompositum von 
a privativum und (f)egyov (s. d.). 

oipyupo? m. 'Silber' (seit II.). — Mehrere Ableitungen: dgyvgeog, 
dgyvgovg 'silbern' (seit II.), dgyvgeiog 'ds.' (att.), dgyvgcbdrjg 
'reich an Silber' (X.). — dgy6gwv 'Silber(munze), Geld' (ion. 
att.; zur Bildung Chantraine Formation 58) mit dgyvgixog 
'Geld betreffend' (hell. u. spat). Deminutivbildung, meistens 
veraehtlich, dgyvglSiov (Kom , Isok. u.a.). — Ferner dgyvglg 
'silbernes Gefafi' (Pi., Pherekr. usw.), dgyvghrjg, f. -trig 
'Silber enthaltend', als Pflanzenname „Silberkraut" (Strom- 
berg Pflanzennamen 26), aueh 'Geld betreffend' (X., Plb. usw.), 
dgyvgwg m. Pflanzenname (H.), aueh Sol. = dgyvgeog (Alkm.), 
dgyvQcoTat pi. N. einer Behorde in Sillyon, vgl. Fraenkel 
Nom. ag. 1, 170. — Denominative Verba: 1. dgyvgoofiai, -6u> 
'mit Silber bedeckt od. versehen werden', bzw. 'versilbern' 
(Pi., Dialex. usw.) mit dem Verbalnomen dgyvgojfia 'Silber - 
geschirr' (Lys., Antiph. usw. ; kann aueh direkt von aoyvgog 
gebildet sein), wovon das Deminutivum dgyvgeo^dnov (Ait.) 
und das Adj. doyvgcofiaxiHog (Ephesos). 2. dgyvni^o/iat 'Geld 
erpressen' (Din., J. usw.) mit dgyvgia/iog (Str., Ph. usw.). 
3. doyvgevw 'nach Silber graben' (D. S., Str.); unabhangig 
davon (wohl nach %af.xEvxi>tr\, vgl. Chantraine Formation 396) 



134 fipywpos — fip8i? 

aqyvQevxixr) f. (sc. x&x vr l) 'Silbersehmiedekunst' (Eustr.). — 
Ofter als Vorderglied, z.B. deyvQo-neCa (II. usw.), von Thetis 
u.a., nach Pisani Rev. et. anc. 37, 145ff. r mit einem Fufi von 
SUber' wie kelt. Agyevroxogog. 

agyvQog hat eine unmittelbare Entsprechung in messap. 
argorian (: agyvowv) und argora-pandes (aua *arguro-pondios1 
Krahe Spraohe 1,39; s. aufierdem Mayer Glotta 24,192 
gegen Ribezzo, der Entlehmmg aus dem Griechischen an- 
nimmt). Ea gent zunachst von demselben w-Stamm aus, der 
in agyv-<pog (s. d.) und weiterhin in aind. drju-na- c weiB, lioht', 
lat. argu-tus usw. vorliegt (dagegen kaum in toch. B arkwi, 
s. Pedersen Tocharisch 109, und noch weniger mit Specht 
Ursprung 114 in arc-une mit suffixalem -une). Andere 
Sprachen haben dafur einen n-Stamm, der in lat. argentum 
klar hervortritt und mit Recht auch in aw. vnzatam und aind. 
rajatdm angenommen wird (Vermutungen uber den Weehsel 
bei Specht a. a. O., der aber in seinen Kombinationen weit uber 
das Beweisbare und Wahrscheinliche hinausgeht); wieder 
andersarm. arcat' (wieerifcaf'Eisen'). — Die formale Variation 
lafit vermuten, daB der Gebrauch des Silbers bei den Indo- 
germanen jedenfalls wenig eingebiirgert war, schlieBt aber 
dessen Kenntnis nicht aus. Das Germanische, Baltische und 
Slavische haben ein anderes Wort irgendwoher entlehnt 
{SUber, lit. sidabras, aksl. avrebro usw.). Vgl. Schrader-Nehring 
Reallex. 2, 394, Ipsen Stand und Aufgaben 228. 

apyixpoi; 'weifiglanzend* (Horn.), aqyvcpeoq 'ds.' (Horn., Hes. 
usw.). Von demselben Stamm wie agyv-gog vermittels des q>o- 
Suffixes gebildet, das u.a. in Farbenadjektiven zu Hause ist, 
Chantraine Formation 263, Schwyzer 495 m. Lit. Unwahr- 
scheinliche Vermutung iiber -v- (aolisch fur -o-?) bei Chan- 
traine Gramm. hom. 1, 25. 

«p8o f. 'Schmutz' (Pherekr. 53). Daneben agdaXog 'ds.' (Erot., 
H.); nach Erot. auch = av&Qconog 6 fiij xa&aQibg t,Siv; aodd- 
Hovg- elxatovg H. (t). Vgl. Worter wie al&aloq, nxvaXov (Chan- 
traine Formation 245). Denominatives Verb aqdaMw 'be- 
schmutzen' (Hp., LXXu.a.). 

Dunkel. Die semantisch mogliche Ankniipfung an dgSio 
'benetzen' (Curtius 229) wird durch die Kiirze des anlauten- 
den d- in agda erschwert. Der Ausgang ist mehrdeutig: ent- 
wederaus-e<5id(> -gzdd > -gdd) oder mit sekundarer Kiirzung 
aus -ij nach Schwyzer 476 Mom. 6 (mit weiterer Lit.). 

SpSis, -tog f. 'Pfeilspitze' (Hdt., A. Pr. 880 [lyr.]), 'PfeiT (Lyk.). 
Davon dgStxog 4 cpagitga H. 

Nicht sicher erklart. Vielleicht zu air. aird (aus *ardi-) 
'Punkt, Spitze, Himmelsrichtung' (Fick 4 2, 19; 1, 356), anord. 



SpSco — Apetojv 135 

erto (aus *artjan) 'aufstacheln, anreizen', mind, ali (aus *adi, 
idg. *fdi-) 'Biene, Skorpion' (Liiders Schriften 429). 

apSo) (a- naeh Hdn. Gr. 2, 109) 'bewassern' (ion. att.). — Ab- 
leitung tigS/idg 'Triinkplatz' (ep. seit II.), erweiterte Form 
agdrj^/wg (Lyk., Nik.; vgl. Chantraine Formation 137, 
Schwyzer 493). AuBerdem agdaviov 'Wasserkrug usw.' 
(Gramm.), aqdafaa' rovg nv&iievag t&v xega/tidcov, ovg evwi 
yoQyvQag xaXovaiv H. — Eine formale Erweiterung ist aqdevco 
(A. Pr. 852, Arist., hell. u. spat, Schwyzer 732 mit A. 7 
m. Lit.) mit mehreren Ableitungen: aqdeia 'Bewasserung' 
(Str., Plu. usw.), aQdsvaig 'da.' (Plb. u.a.) mit aQdevoi/iog (H., 
vgl. Arbenz Die Adj. auf -i/iog 86); aQdevrrfg m. 'Bewasserer' 
(Man.). Zu bemerken noch das Kompositum veo-aQdrjg (0 346). 
Etymologieunbekannt. Die anlautende Lange will Kretsch- 
mer Glotta 3, 294 f. aus *a-faQSa> erklaren mit prothetischem 
Vokal vor dem Digamma, das dureh das Kompositum veo- 
aQdrjg nahegelegt wird. Die Ankniipfung an eQQadarai (aus 
*fefQadarai) mit Curtius u.a. und an lett. werdlt 'sprudeln', 
lit. versme 'Quelle' (Ehrlich Sprachgesoh. 30f.) ist kaum 
haltbar, erstens weil 6 in EQQadarai. (zu gaiVco) wahrscheinlich 
sekundar entstanden ist (Schwyzer 672), zweitens wegen der 
stark abweichenden Bedeutung der baltischen Wortsippe. — 
Weitere Literatur bei WP. 1, 148f. und 268f. 

'Ap&fouaa f. Name verschiedener Quellen, z. B. auf Ithaka (v408), 
vgl. v. Wilamowitz Glaube 1, 186. Davon XQe&ovoiog (AP). 

Zwei verschiedene Hypothesen sind vorgesehlagen worden : 
1. zu dQEOxco, &Qexr) als „die Gefallige", vgl. Schonhrunn, ngr. 
xaXoflQvot. (Aly Glotta 5, 57 f.); 2. zu idg. *redho etwa 'quellen, 
flieBen', das in mehreren europaischen FluBnamen, z.B. 
Badantia ( > nhd. Bednitz), gespiirt werden kann (Krahe 
PBBeitr. 71, 476f., Beitr. z. Namenforschung 2, 230f.). 

&pevf\ f. 'Verwunschung, Drohung' (II.). Davon aqEtdco 'drohen' 
(Hippon.). Ein stammverwandtes Kompositum ist inriQeia 
(gemeingr. e), s. d. 

Gewohnlich mit aind. irasyd 'tJbelwollen, Neid (?)' (RV. 
5, 40, 7) identifiziert, was nicht unmoglich, aber sowohl wegen 
der Form als auch der Bedeutung etwas bedenklich ist. 

Vgl. OLQT). 

dpetcov 'besser, tiichtiger, edler' (Horn, und altere Poesie), 
primarer Komparativ neben dem schwachstufigen Superlativ 
aQiaxog, s. d. — Die Moglichkeit der von Giintert IF 27, 67 
vertretenen Auffassung, dgeiW sei wie Xaniov u.a. ein unechter 
Komparativ, der durch Umformung eines Positivs agsiog 
entstanden ware, hat Seller Steigerungsformen 116ff. im 
Prinzip zugegeben, jedoch mit der wesentliehen Abanderung, 



136 Apeoxio — &p-/\ 

daB er anstatt des von Giintert angenommenen dgeiog 
'kriegerisch' ein gleichlautendes *agstog im Sinn von ' Vorteil, 
Nutzen bringond' (zu agog- SqjeXog H.) anzusetzen geneigt ist. 

dcptexto, Aor. dgiaai 'befriedigen, gefallen' (seit II.). — Vom 
Prasensstamm : ageoxog 'gefallig, schmeichlerisch' (Arist., 
Thphr.) und auch (nach den zahlreiohen Abstrakta auf -eta, 
vgl. Chantraine Formation 89f.) dgeoxeia 'gefalligos, 
schmeichelndes Wesen' (Ariat., hell.). Eine retrograde Ab- 
leitung von ageaxela ist dgeaxsvo/iai 'sich schmeichlerisch 
betragen' (Klearch., Plu., M. Ant.) mit dgeaxsv/ia (Plu., 
Epikur.) und dgeaxevTixog, (M. Ant.). — Vom Verbalstamm : 
agemg 'Gefalligkeit' (PrienelP). Ebenso,mit ,,anorganischem" 
a (Schwyzer 503, Chantraine 305), dgearog 'angenehm, beliebt' 
(ion., poet.,' hell.) und dgearrjg m. „Versohner", N. eines 
Opferkuohens zur Suhnung eines Gottes (Inschr., Ael. Dion, 
u.a.) mit dgEarrjgwg 'versohnend' (D. H.), dgearr]gia (&vola) 
und dQEarriowv (Inschr.); dazu nooh Agearcog PN (Hes. u.a.) 
und dgea/iiov 'honorarium' (Stiris, vgl. Schwyzer 493 A. 10). 
Das Prasens dgi-axm und der Aorist dgs-aat fufien auf einer 
zweisilbigen Wurzel, die auch in dgeimv und dge-rrj (s. d.) 
vorliegt und eine Wechselform zu dem einsilbigen dg- in 
aQagioxo), dgagelv usw. (s. d.) darstellt. Vgl. die Lit. bei 
Schwyzer 708 A. 8. 

&pexi\ f. 'Tiichtigkoit, Starke usw.' (seit II.). Davon die seltenen 
Denominativa dgerdo) 'gedeihen' (Od. und spate Prosa) und 
dgeroofiai 'tiichtig sein' (Simp.). 

Die Bildung von dgE%r\ ist nicht ganz klar. Man kann es 
entweder als eine primare Bildung von age- in dgi-axat, 
dgi-aai oder aber, u. zw. wegen der Bedeutung besser, als 
eine sekundare Bildung vom Nominalstamm in dge-tiov auf- 
fassen. Vgl. die Lit. bei Schwyzer 501; aufierdem Prellwitz 
Glotta 19, 88f. (= „das Gut-sein", Abstraktbildung von idg. 
*aro-s 'fiiglich, gut, passend' ; hypothetisch). Anders Branden- 
stein Archiv Orientalni 17: 1, 81 f. ('Fiigung, Fug', zu dga- 
gloxco). — Zur Bedeutung s. u.a. noch KeyBner Gottes- 
vorstellung und Lebensauffassung im griech. Hymnos, Stutt- 
gart 1932, S. 50 u. 160ff. 

<&p^ f. 'Schaden, Unheil, Verderben' (Horn., Hes., A. in lyr.). 
Verwandte Bildungen sind das ep. Partizip dgri/isvog 'fieftta/ii- 
fiivog' (Horn.) und agog' f}?.dpog dxovoiov H., mit dn-agig- 
vyieg H., wohl auch der Gottername 31gr]g, s. d. Wenig wahr- 
scheinlich betrachtet Porzig Satzinhalte 321 dgrj als eine 
Neubildung zu dgrj/iivog fur das altererbte agog und fur dgeirj. 
Spekulationen iiber die Stammbildung (alter e-Stamm?) 
bei Bechtel Lex. 



&pV)Y<jJ — dp^v 137 

Hierher dgeiij (s. d.); weitere Beziehungen unsicher, vgl. 
WP. 1, 151, Pok. 337, Duchesne-Guillemin BSL 41, 155, der 
toch. A rse etwa 'HaB' hinzufiigt. Altere Literatur bei Bq. 
Verfehlt Ehrlich Spraohgesch. 31 f. (aus *Faqd zu (f)igQ(o, 
got. wairsiza 'schlimmer'). 

&(yf\y<xi 'helfen, beistehen (gegen etw.)', vorwiegend poet, seit II. ; 
zur Verbreitung usw. s. Erika Kretschmer Glotta 18, 99 f. — 
Abloitungen: agj/fig 'Hilfe, Beistand' (A., S.), aq-rjydiv, -ovog 
m. f. 'Heifer, -in' (poet, seit II.) mit aQtjyoavvrj 'Hilfe' (/LP, 
Epigr.). Mit altem Ablaut aQwyrj 'Hilfe, Beistand' und 
dgwyog, -6v 'Heifer, helfend' (beide vorw. poet, seit II.); 
Versuch, aQijSi; und aQwyrj semantisch zu differenzieren, bei 
Holt Les noms d'aetion en -aig 145f. 

Nicht sicher erklart. Wird gewohnlich mit einer germa- 
nischen Wortsippe, ahd. geruohhen, as. rokjan, awno. rekja 
usw. 'Sorge tragen, Riicksicht nehmen' (mit altem o-Vokalis- 
mus) vergliehen und weiterhin, in der sehr hypothetischen An- 
nahme einer Bedeutungsentwicklung 'aufrichten' > 'Sorge 
tragen', zu lat. rego, gr. oQsyco (s. d.) usw. gezogen. Die daraus 
folgende Gleichung dgrrycov = aind. raja 'Konig' (Schulze 
Kl. Schr. 172 A. 3 mit Fragezeichen) bleibt aber aueh unter 
dieser Voraussetzung recht zweifelhaft. — Zur Vokalprothese 
s. Harl KZ 63, 18. 

ApVjv (Gortyn fagriv), Gen. dgvog usw., neugebildete Nominative 
dgvog (Aesop.), aQrjg, agvov (Pap.) 'Schaf, Lamm' (seit II.). — 
Ableitungen: aqveiog 'vom Schaf od. Lamm' (ion. att.), wie 
alyeiog, fioeioq usw. (Chantraine Formation 50 f.); dgvea f. 
'Schaffell, -pelz' (Hdn.), 'Schafzucht' (POxy. 2, 297, 8; richtig 
iibersetzt?) wie alyeaww. (Chantraine 91); oqvs'iov 'Metzgerei' 
(Didym.), wie xvayeiov usw. (Chantraine 61). Deminutivum 
agviov 'Lammchen', auch 'Schaffell' (Lys. usw.); volkstiim- 
liche Erweiterung agixa (Akk.) - oqqbv Tigofiaxov H., ftdgixoi 
(=/.)• aQveg H. (Chantraine 403). — AuBerdem agvaxig 
'Schafpelz' (Ar., PL, Theok. usw.), wohl haplologisches 
Femininum von *&qv6-vclxos (adj. Bahuvrihi von vuxry, 
Schwyzer 263). — Fraglich dagegen dgvewg, aQvevz-qo (s. d.). 
Vgl. noch *etfv, das aus Komposita wie tzoM-qqtjv (aus 
*7ioXv-fQrjv) herausgelost werden kann (zur Form des Hinter- 
gliedes s. Sommer Nominalkomp. 66ff.). 

aQrps, aus faqrjv, ist mit arm. gam, -in (n-Stamm) 'Lamm' 
identisch. Eine Erweiterung davon liegt vor in aind. uran-a- 
m. 'Widder, Lamm', falls aus *tiurana- (Hiibschmann Pers. 
Studien 1 50 A. 2) ; ebenso in npers. barra 'Lamm' aus *uarnaka, 
vgl. ropers, varak 'Widder'; idg. *urren-. Entfernter damit 
verwandt ist lat. vervex 'Hammel'. AJle diese Worter konnen 
Ableitungen eines Wortes fur 'Wolle' sein, das in aind. ura- 



138 " A P*)S — &pi-8e(xeTOS 

bhra- m. 'Widder' (eig. „Wolltrager"?) vermutet worden ist. 
In Betracht kommt noeh eIqoq 'Wolle' aus *eqFoq, falls aus 
*f£f}Fog dissimiliert, s. d. 

"Ap7)5, HQscog usw. (zur Flexion Schwyzer 576), boot. lesb. 
Hqevs, der griech. Kriegsgott, auoh Raohe- und Schwurgott 
(Arkadien, Athen usw., s. Kretschmer Glotta 11, 196 ff.), 
metonymisch fiir 'Krieg* (Trumpy Fachausdriioke 152f.). — 
Davon das Femininum ZIqehi in ark. rdv A&dvav rav Zlgetav 
und das Adjektiv^gejo?, ion. Aotfi'og, lesh.AQEviog (Zevq 'Aqeiog 
Epirus, ZIqsioq nayoq Athen). AuBerdem der Name AQTjrddrjg 
(Bechtel Namenstud. 11). — Vgl. noch Kretschmer Glotta 
15, 197. 

Wahrscheinlich mit den alten Grammatikern und Lexiko- 
graphen (ZiB. EM 140) zu dgrj 'Schaden, Unheil, Verderben', 
vgl. noeh mit Schulze Q. 454ff. agog- pMfiog dxovaiov H. Die 
Stammbildung ist indessen noeh nicht aufgeklart : weder der 
Versueh von Sehulze 1. c., die verschiedenen Flexionsformen 
auf verschiedene Stammformen zuriickzufuhren, noch die 
Hypothese Bechtels 1. c, darin (wie in aqri) einen alten e- 
Stamm zu sehen, kann als iiberzeugend betrachtet werden. — 
Verfehlt Fennell ClassRev. 13, 306; Ehrlich KZ 38, 90ff. 

&pd-[i6<; s. dgaQloxa). 

SpSfov n. 'Glied, Gelenk', auch als grammatischer Terminus 
'Glied, Artikel' (Hdt., Hp., S., E., Arist. usw.). - Ab- 
leitungen: dg&QiTig (voaog) 'Gicht' (Hp. usw.) mit aQ&QiTixog 
(Hp., Gal. usw. ; auch direkt auf ag&gov zu beziehen) ; dqftQixog 
'zum Gelenk, zum Artikel gehorig' (Gal., Gramm.) ; dQ^Qcadrjg 
'mit Gliedern versehen' (X., Arist., Gal.) mit aQ&Qwdla (Gal.). 
Denominatives Verb : aQftgdofiat, -oco 'gegliedert sein, gliedern' 
(Hp., Hermipp., X. usw.) mit aQ&Qcooig 'Gliederung' (Phld., 
Str. u.a.). 

Von oq- in aQaQiaxo) usw. (s. d.) mittels des #£)o-Suffixes 
(Schwyzer 533, Chantraine 374). 

Api- untrennbares verstarkendes Praflx 'gut, sehr' (vorw. 
poetisch seit II.) in aQi-yvcarog, -SeixETog, -Ttgenrjg usw. Wohl 
zu OQiozog (s. d.) usw. — Die verlockende Gleichung mit aind. 
ari- in ved. ari-gurta-, ari-stutd- (Reuter KZ 31, 594 A. 1, 
Neisser Zum Worterbuch des RV 1, 98ff., 2, 19ff.) hangt von 
der Bedeutung des umstrittenen aind. Prafixes ab ; auflerdem 
kommt dafiir auch das synonyme egi- in Betracht. — Gegen 
die Zusammenstellung mit aind. ari- m. 'Fremder, Fremd- 
ling' (Thieme Der Fremdling im Rgveda 159ff.) mit Recht 
Specht KZ 68, 42 f. 

api-SebceTCx; 'hochberuhmt' (ep. seit II.), wahrscheinlich nicht 
zu SeiHWfii, sondern mit metrischer Dehnung fiir *&qi- 



&pi-$r)Xo£ — &pi<rtep6i; 139 

Sbxetos (Schulze Q. 242), thematisches Verbaladjektiv bzw. 
Zusammenbildung auf -ero- von Sex-, s. Srjdixarm. 

&pt-$r)Xc>5 ep. (seit II.) fur dgl-driXog 'sehr deutlich, leicht er- 
kennbar'. Nach Fick 1, 454 und Schulze Q. 244 A. 1 (vgl. 
noch Bechtel Lex. s.v.) aus *-<5tr/Aos zu dearo usw., s. d. 
Wohlbegrundeter Zweifel an dieser Erklarung bei Shipp 
Studies 50 ff. 

Ap&lixx; m. 'Zahl, Anzahl, Zahlung' (allg. seit Od.); duroh 
Metathese d/M&gog, -ia> (ion., vgl. Sehwyzer 268). — Nominale 
Ableitung dgift/xiog 'zur Zahl gehorig' (spat). Denominatives 
Verb aQi9/ieo) 'zahlen' (seit II.) rait den Nomina actionis 
aQi&ftriiia (A., Seeund.), dgi&fitjaig (ion. hell.) 'Zahlung' (vgl. 
Holt Les noms d'action en -aig 126) und dem Adjektiv dgififirj- 
nxog 'zur Zahlung gehorig', vorw. als 1. 1. 'arithmetiseh' (PL, 
Archyt., Arist. usw.); ferner das Nomen agentis &Qi&fir]Trjg 
([PL] Just. 373b neben /lergrir^g). 

Ableitung auf -$fto- des in vr\gi-xog 'zahllos' vorliegenden 
Wurzelelements dgi- ; vgl. noch die PN 'Enr\gvtog, ark. JJeSd- 
gnog und das ark. Appellativum 'ETtdgiroi r die Auserlesenen', 
Wackernagel Unt. 250 m. Lit., Philol. 86, 133ff. - AuBer- 
grieehische Beziehungen unsicher; man vergleicht die germ. 
Sippe awno. rim n. 'Rechnung', ahd. rim m. 'Reihe(nfolge), 
Zahl', air. rim 'Zahl' ; auflerdem noch lat. ritus 'Gebrauch, 
Sitte usw.% die alle auf eine Wurzel rl- zuriickfuhren, von der 
also gr.aQi- eine (vokalprothetische?) Variante darstellen 
wiirde. 

l.&ptg, -idog f. 'Drillbohrer' (Hp., Kail. Kom. usw.); term, 
techn. unbekannter Herkunft. Die Bildungsweise ist dieselbe 
wie in dxig, doxlg, aavig usw. (Chantraine Formation 337, 
Sehwyzer 465). 

2. Apl?, -Idog f. Pflanzenname, 'dgaxovrla fiixgd' (Ps.-Dsk., Gal. 
u.a.). Deminutivum von agov; vgl. auch zum Folgenden. 

&ploccpov n. Pflanzenname, 'Arisarum vulgare' (Dsk.). Hangt 
irgendwie mit agov (s. d.) zusammen und scheint den Ausgang 
von aaagov und anderen Pflanzennamen bezogen zu haben 
(Stromberg Pflanzennamen 157f.); die Einzelheiten bleiben 
dunkel. 

&pioxep6$ 'der linke, links' (seit IL), mit dem kontrastbildenden 
(differenzierenden; vgl. Benveniste Noms d'agent 115ff.) 
Suffix -TEQo- zum selben Grundwort wie agia-rog. Davon der 
Pflanzenname dgiaregEmv (Plin., AeL) = nsQiaregecbv und Um- 
bildung nach diesem; s. Stromberg Pflanzennamen 153. — 
Die linke Seite wurde urspriinglich als gluckverheiBend auf- 
gefaBt; so auch in lat. sinister, ahd. winister, aw. vairyastdra- 
'links' (sofern nicht ein uralter Euphemismus vorliegt). Fiir 



140 apiiTTOv — apxavr) 

die Griechen waren die linksseitigen Omina ungiinstig. Zum 
Problem im allg. s. J. Cuillandre La droite et la gauche dans 
les poemes homeriques. Paris 1944. — Anders iiber dgiozsgog, 
wenig uberzeugend, Ribezzo RIGI 9, 251 f. 

opicrov n. 'Fruhstiick', in der klass. Zeit am Mittag ein- 
genommen, ,, dejeuner" (seit II.). — Davon zwei Denomina- 
tiva: 1. dgtazdm 'fruhstiicken' (ion. att.) mit dgiaztftr'jg 'Fruh- 
stiicker', d.h. der zweimal taglich iflt (Hp.), agiazrjzmog 'der 
das Fruhstuck liebt' (Eup.), dgiazrjzrigiov ' Refektorium' (BCH 
15, 184). 2. dgiazlZm 'mit einem Fruhstuck bewirten' (Ar.usw.), 
■i,t,ofiai 'fruhstiicken' (Hp.); zur Bedeutung Schwyzer 736. 

Eig. ,,Fruhessen", Zusammenbildung aus einem Lokativ 
dgi (aus *ahg-i, s. r]gt) und der Schwundstufe der Wurzel id- 
'essen' (s. &a#ico) vermittels eines ro-Suffixes: *alEQi-d-zov; 
naheres Bechtel Lex. s.v. 

apia-zoq 'der beste, erste, vornehmste' (seit II.). — Davon 
aQiarivdrjv Adv. 'nach Geburt und Rang' (att. usw.; zur 
Bildung Schwyzer 627), woraus durch Substantivierung 
dgiazlvddg m. (Sparta). — Eine substantivierende Umbildung 
nach den Berufsnamen auf -evq (fiaoikevg usw.) bzw. Riick- 
bildung aus dgtorevecv (Leumann Horn. Worter 138 mit Bofi- 
hardt Die Nomina auf -evg 25) ist dgiorEvg, vorw. Plural, 
Horn, dgiarfjeg 'optimates' (seit II., vgl. Schwyzer 476). Von 
dgiazevg oder direkt von agiazog (vgl. Schwyzer 732) kommt 
dgiazevw 'der erste usw. sein, sich auszeichnen' (seit II.) mit 
dgiazEia f. 'Heldentat' (Gorg., PL, S. usw.) und dgiazEvzocog 
'auf den aQiarevg, bzw. das dgiozsvEiv beziiglich' (Max. Tyr., 
Plu.), die auch von dgiozEvg ausgehen konnen (vgl. Chantraine 
Formation 88ff., 396). Ebenso dgiozsla, ion. dgiazrj'Ca n. pi. 
'Heldenlohn, Siegespreis', selten sg. dgiazslov. Dagegen 
dgiazelog 'zu den agiazot gehorig' (D. H., Plu.) direkt von 
agiazog, vgl. Chantraine 52. — Spate Bildungen von dgiazEvm 
sind dgiozsvzrjg m. 'Verbesserer' (Secund.) und dglazEv/xa 
'Heldentat' (Eust., Gp.). — Zahlreiche Eigennamen : Agiazcav, 
Agiaximv u.a. 

agiazog gehort als primarer Superlativ zum hochstufigen 
Komparativ dgeloiv (s. d.). Als Verwandte kommen in erster 
Linie in Betraeht das Prafix dgi- und das Nomen dgEry. 
Weitere Beziehung zu dgagioxa) (Guntert IF 27, 58) bleibt 
hypothetisch ; vgl. noch Schwyzer 538 A. 11. 

opixa s. dgrjv. 

(ipiXaoum s. dvaggi%do/iat. 

ipn&vt)- to gdnixa & zov azrj/^ova iyxazu7iAEXovai dia^ofisvai H. 
Seit Curtius 341 zu agxvg (s. d.) gezogen mit demselben Suffix 
wie in dgendvt), xaTtdvrj, &iyydvr\ und anderen Geratenamen 



'ApHa? — fipxxo? 1 4 ] 

(Chantraine Formation 198f., Sohwyzer 489f.). Vgl. noch 
agxev&og. 
'Ap*<i<;, pi. 'ApxdSe; Volksname, vgl. s. agxrog. 

&pxe\J&o$ f. 'Wacholder, Juniperus' (Hp., Thcok., Thphr. 
usw.). — Davon agxev&ig, -Idog f. 'Wacholderbeere' (Hp., 
Thphr. usw.) mit dgxew&idirrjg (olvog) 'Wein aus Wacholder- 
beeren' (Dsk. 5, 46 ed. Sprengel, vgl. Redard Les noms grecs 
en -xn\g 95); Adj. dgxev&ivog 'aus a.' (LXX, Dsk.). 

Wegen der zum Flechten verwendbaren Zweige vielleicht 
nach Liden IF 18, 507f. zu agxvg 'Netz' mit griechischer ■&- 
Erweiterung eines w-Stamms (vgl. Chantraine Formation 368, 
Schwyzer 510f.). Jedenfalls nicht besser mit Persson Beitr. 
964 (nach Endzelin KZ 44, 59ff.) zu lett. e(r)zis 'Wacholder', 
aind. rksara- m. 'Spitze, Dorn'. Fremder Ursprung ist 
natiirlich keineswegs ausgeschlossen. 

apxeio, Fut. dgxeaca, Aor. dgxia(a)ai 'abwehren, helfen; ge- 
niigen, hinreichen' (seit II. )r — Davon die Vorbalnomina 
agxeaig 'Hilfe' (S., Thera) mit dgxeai/iog 'helfend' (Syrien; vgl. 
Arbenz Die Adj. auf -ifiog 93) und agxeafia H. (als Erklarung 
von agxog). Auch agxog n. 'Abwehr' (Alk., H.), das wie ein 
Grundwort von dgxeco aussieht, ist vielmehr wegen der ge- 
ringen Verbreitung eine (postverbale) Ableitung davon. — 
Unklar ist dagegen die Bildung, z.T. auch die Bedeutungs- 
entwicklung von agxwg (ep. seit II.), urspriinglich wohl 'zu- 
verlassig, sicher 1 , aber auch (sekundar nach dgxitot) r hin- 
reichend, geniigend', vgl. Buttmann Lexilogus 2, 35ff., 
Perrotta Studitfilclass. 4, 253; vielleicht ist von einem 
primaren Verb oder einem Wurzelnomen unbekannten Sinnes 
auszugehen. — Vgl. noch jio8dgxr)g. 

Da dgxeco kaum als ein Denominativum von agxog anzu- 
sehen ist (s. oben), steht nichts im Wege, es mit lat. arceo 
'verschlieBen, abwehren' gleichzusetzen. Aus anderen Sprachen 
gehort hierher das armen. Verbalnomen argel 'Hindernis' ; 
unsicher dagegen das primare hethitische Verb hark- 'halten, 
haben' (s. Friedrich Heth. Wb. 56) ; noch zweifelhafter lit. 
raktas 'Schlussel', ahd. rigil 'Riegel'. Naheres bei Pok. 65f. 
mit weiterer Literatur. 

fipxxo? f. (m.), jiingere Form mitErleichterung derKonsonanten- 
gruppe, evtl. unter volksetymologischem Anschlufl an dgxeco, 
agxog m. f. (seit LXX) 'Bar, Barin', auch als N. eines Stern- 
bildes 'Ursa maior', 'der Norden' (seit II.; vgl. Scherer 
Gestirnnamen 131 ff.). — Deminutive Ableitungen: dgxrvXog 
(Poll.), aqxvlXog (Sch. Opp.), aqxiXog (Eust.) ; letzteres nach 
Bechtel Dial. 2, 780f. auch zu lesen bei H. fur agxrjXa- 
. . . Kgfjreg ttjv vaigiya ( = 'Lrel, StacheLschwein') ; aber agx-qXog 



142 &pxv>£ — appLa 

ist auch iiberliefert bei Kallix. und Ael., und zwar im 
Sinne von 'Pantherjunges, Art Panther'. — Auch die 
ubrigen Ableitungen, die sich vorwiegend auf das Stembild 
und den Norden beziehen, sind ziemlich sparsam belegt: 
dgxrixog 'nordlich' (Arist. usw.), okkasionell 'zum Baren 
gehorig' (Pap.); dgxrqiog 'ds.' (Luk., Lib., Nonn. ; nach 
iwog von log); aQxfrJeiog 'zum Baren gehorig' (Dsk., D.Chr. 
usw.; nach aiyewg, fioeiog usw.); dgxTfj (aus -erf) f. 'Barenfell' 
(Anaxandr. ; nach naQdakir) usw.); agxTiog 'nordlich' (Nonn.), 
&0ctwv n. Pflanzenname, 'Inula Candida' (Dsk., Nik., Plin. ; 
nach dem Baren genannt, s. StrombergPnanzennamen 118). — 
Denominatives Verb doxTevco, -evo/tm 'als Barin (im Dienst 
der Artemis Brauronia) auftreten' (Lys., Sch. Ar. Lys. 645). — 
Ob der Vplksname Agxddeg als „Barenmanner" hierher- 
gehort, ist dagegen sehr zweifelhaft, s. Sommer A. u. Sprw. 
63f. m. Lit. u. Kritik anderer Ansichten. 

agxrog ist der griechische Vertreter einer alten Bezeichnung 
des Baren, die in einer Reihe idg. Sprachen erhalten ist : 
aind. fksa-, aw. arSa-, arm. arj, YeX.ursus, kelt., z.B. mir. 
art. Unsicher dagegen heth. hartagga- N. eines Raubtiers. 
Im Germanischen und Baltisch-Slavischen wurde der alte 
Name durch Tabu von anderen Bezeichnungen verdrangt; 
vgl. dariiber zuletzt Emeneau Lang. 24, 56ff. Dafi der alte 
Name des Baren, gr. agxrog usw., seinerseits auf dieselbe 
Weise in uralter Zeit entstand, ist sehr wahrscheinlich. Die 
alte Deutung als „Zerstorer, Schadiger" (zu aind. rdksas- n. 
'Zerstorung, Beschadigung', aw. rah- 'beschadigen' ; so zuletzt 
Specht KZ 66, 27, Ursprung 7 u. 37) ist lautlich haltbar, 
sofern man rdksas- von eg^^to (s. d.) trennen will. — Altere 
Literatur bei WP. 1, 322. 

&pxx>q, -vog f., meist im Plur., 'Netz' (ion. att.), oqxvov 'ds.' 
(EM, nach dwrvov), auBerdem oqxvXov dixrvov H. — Keine 
weiteren Ableitungen. 

Nicht sicher gedeutet. Nach Liden IF 18, 507f. als „das 
Geflochtene, das Gewobene" mit agxsir&og und dgxavrj (s. dd.) 
zum slavischen Wort fur 'Weide', russ. rokita, serb. rdkita, 
slovak. rak$ta usw., urslav. *orkyta, idg. *arqu-ta, wozu nach 
Bezzenberger BB 21, 295 A. 1 noch lett. erkuls 'die Spindel, 
das Armchen am Spinnrade, darum der Flachs gewickelt 
wird'. Dagegen kaum hierher dgdxvTj usw. (Walter KZ 12, 377 
usw.; s. Curtius 341). — Es liegt kein AnlaB vor, mit Grimme 
Glotta 14, 17 OQxvg und doxdvi) als orientalische Lehnworter 
zu betrachten. — Altere Literatur bei Bq. S. auch dqxiQxr). 

1. Sp(xa n. (pi.) 'Wagen', bes. 'Streitwagen', 'Gespann' (vorw. 
poet, seit II.; zum Gebrauch bei Horn. Delebecque Cheval 
170f.). — Davon dg/ndTeiog , 'zum (Streit)wagen gehorig' 



fipjjia — dpfxctXid 143 

(E., X. usw. ; vgl. Chantraine Formation 52), dg/iaroEig 'ds.' 
(Kritias), dg/iaT(rt]g 'im Wagen fahrend' (Philostr., Pap., vgl. 
Redard Les noms grecs on -rrjg 111), Demin. dg/tdnov (Gloss.). 
Zwei okkasionelle Denominativa : dgfiazevo) 'einen Wagen 
treiben, fahren' (E. Or. 994), dgfiariCo/xat 'in einen Wagen 
hinstellen' (Lyk.). - Zu dgfia als Hinterglied s. Sommer 
Nominalkomp. llff. 

Verbalnomen von dg- 'fiigen' in dgagtaxoi; wegen des 
Spiritus asper ist vielleicht ein urspriinglicb.es Suffix -opa 
anzunehmen (Schwyzer 523, Chantraine Formation 175); 
der Spiritus asper findet sich indessen auch in den iibrigen 
Bildungen mit ^-Suffix: dg/idg, dgfto^oj, dgfiovia, dg/xahd; vgl. 
dazu Meillet MSL 10, 140 A. 1, Sommer Lautst. 133ff. — 
Die auBergriechischen zahlreichen Worter mit m-Suffix von 
ar- 'fiigen', z.B. lat. arma pi. 'Waffen, Riistung', armentum 
'Herde, Grofivieh' (formal zu agfia stimmend, aber davon 
unabhangig gebildet), arm. y-armar 'passend, angemessen'; 
mit anderem Ablaut aind. Irmd- m. 'Vorderbug', lat. armus 
m. 'der oberste Teil des Oberarms', got. arms 'Arm' usw., 
haben fur das Verstandnis der griechisehen Worter kein un- 
mittelbares Interesse. — Banateanu REIE 3, 138f. halt ohne 
Grund dg/xa ebenso wie die meisten anderen gr. Worter fur 
'Wagen' fur kleinasiatisch. 
2. fipjia n. 'Speise, Nahrung', naeh Hellad. ap. Phot. p. 533 B 
von Hp. benutzt ; im Plur. schwach bezeugte v. 1. (fur ag/teva) 
bei Hes. Th. 639. — Falls iiberhaupt riehtig, entweder zu 
algoi, -ofiai im Sinn von 'ergreifen, zu sieh nehmen' (tpogfidv 
iegdg ydg anogov . . . aigmv S. Ph. 707) oder zu dgagloxw, vgl. 
agfieva im Sinn von 'Speise' und dgfiahd. — Aufierdem bei 
H. als Erklarung von vaiyaXev/iara r\ vcoyaXlcfiara- rd xard 
Xemov ideo/tara. oi de rd /trj eig xograoiav, aXXd Tgvqpega agfiara, 
womit ngr. (Pont., Kapp.) dgfiazh 'weiblicher Schmuck' zu 
vergleichen ist (Kukules Xqx- 'E<p. 27, 61 ff.). 

dptxocAd Pflanzenname, 'Raute', = mrjyavov dygwv (Dsk.); naeh 
Ps.-Dsk. 3, 45 syrisch fiir Tiijyavov xrjnalov. Daneben dgfiagd 
(Pap.). Aus dem Semitischen, vgl. arab. harmal 'Raute'. 

dpHCtAid f. 'zugeteilte Nahrung, Speise' (Hes., Theok., A.R., 
Pap.). Daneben, im Vokal naeh dgjuotw usw. umgebildet, 
ag/tofaa, -ea (Pap.), aufierdem dgpuila- dgrvftara. Agxddeg H., 
das im Suffix mit dg/iafad ablauten kann, s. Hoffmann Dial. 
1, 101, Bechtel Dial. 1, 388. Die iibrigen bei H. iiberlieferten 
Formen, dg/noyaka- rd dgrvfiara. Tagavxivoi (an falseher Stelle) 
und dg/Kafiala (s. &g/ti(oXa) konnen schwerlioh riehtig sein. 
Kuhne Erklarungsversuche bei v. Blumenthal Hesychst. 26. — 
Zu notieren noch das denominative fjQ/icd(boaTO- eXaftev H. 



144 fipfievM — opixovta 

aQixahd enthalt ein suffixales Element -pal-, das seinerseits 
aus einem //-Suffix orweitert sein kann (Frisk Eranos 41, 50ff.). 
Der dadurch gewonnene AnschluB an dgfioQ usw. leuchtet 
semantisch nicht unmittelbar ein; vgl. indessen &Q/isva im 
Sinn von 'Speise'. Scheller Oxytonierung 88, wo naheres iiber 
die Bildung, erinnert noch an 2. &Q/ua 'Speise, Nahrung'. Zu 
den Bildungen auf -id noch Chantraine Formation 82 und 
Schwyzer 469 und 483. 

op[AEva n. pi. (selten sg.) 'Segel, Takelwerk; Werkzeuge, In- 
strumente; Speise' (ep. ion. seit Hes.), eig. 'das Ausgeriistete, 
Ausriistung', Substantivierung von &q[ibvoq, s. dqaQiaxm. — 
Davon dg/iEvi^ca 'segeln' (Gloss.), ngr. auch 'besorgen, leiden 
u.a.' (Papageorgiou A&. 24, 459ff.). — Die Auffassung Leu- 
manns Horn. Worter 311, naeh der clq/ievov, -a aus einem 
homerischen Dichtorausdruck entwickelt ware, ist kaum zu 
halten. 

dp(x6^co, att. -otto), Aor. d§ft6aai, dor. &Qix6£ai, 'zusammen- 
fugen, -passen, verbinden' (seit II.). — Ableitungen: dauo<rr?fc, 
dor. -rrjQ m. Amtstitel, insbes. der spartanischen Statthalter 
in den von Sparta abhangigen Stadten (Insehr., Th., X. usw.), 
aQ/idoTcoQ (vavficnibv A. Eu. 456) etwa 'Befehlshaber', vgl. 
Benveniste Noms d'agent 31 und 45; aufierdem die seltenen 
Nomina agentis &Qfioofia 'zusammengefugtes Werk' (E. Hd. 
411), aQfioou; 'das Stimmen eines Instruments' (Phryn., 
Theol.Ar.) mit aQfioanxog {Theol.Ar.). — Daneben, mit -y- 
(vgl. dor. aQjioka, aQ/xoxrai) : &Qfj,oyrj 'Zusammenfugung', 
vorw. als term, techn. der Literatur, der Musik, der Medizin, 
der Malerei (Eup., Plb., D. H. usw.). 

Seiner Bildung nach ist d&udCco ein denominatives Verb, 
dessen genauer Ausgangspunkt allerdings unbekannt ist. Das 
darin enthaltene /u-Suffix erscheint u.a. in dgfiog 'Fuge, 
Gelenk, Nagel' (S., E., Ph. Mech. usw.) mit dem lokativisohen 
Adverb dgfiol 'soeben, jiingst' (A., Pi., Hp. usw.; vgl. Persson 
Eranos 20, 82 ff.) und in aQfiodtoQ 'zusammenpassend, an- 
gemessen, bequem' (seit Thgn.), dessen -8- von dem -C- in 
dQfid^w schwerlich zu trennen ist. Vgl. noch dg/ioiftara- 
aQTVfiara H. und Schwyzer 467 A. 4; aufierdem Specht 
Ursprung 340. Weitere Verwandte s. 1. agpa und aQaoioxco. 

dp[iovta f. 'Fiigung, Fuge, Bund, Ordnung usw.', oft als 
musikal. term, techn. (seit II.; zur Bedeutung im allg. s. 
Porzig Satzinhalte 209f.; ausfuhrlich B.Meyer Agfiovia. 
Bedeutungsgeschichte von Homer bis Platon. Ziir.-Diss. 
Freiburg [Schweiz] 1932). — Davon (nach den Adjektiven 
auf -ixoi;) in musikalischem Sinne aQ/xovixog (PI. usw.) ; 
aufierdem die seltenen do/wvio;, -t'o>? 'passend, harmonisch' 



ap[x6<; — &pv£o|xai 145 

(LXX, J., Ph. usw.), dQfioviwdrjg (Sokr. Ep.). — Denomina- 
tives Verb dQ/iovt^io 'zusammenfiigen, bilden" (AP). 

Das Adjektivabstraktum tig/iov-ia (zur Bildung im allg. 
Schwyzer 468f., Chantraine Formation 78f.) setzt ein Adjektiv 
doftwv voraus, das nur als EN belegt ist und als solches im 
Patronymikon Ag/iovl8t]g {E 60) enthalten ist. Es liegt auBer- 
dem als Hinterglied im Kompositum fSrjT-dQficov 'Tanzer' 
(& 250, 383 ; s. d.) vor und kann auch als Grundlage von 
aQfioawoi vermutet werden, nach H. aQxfj rig Iv Aaxedat/iovi 
im rfjg dixoa/iiag r&v ywaix&v. Es ist wie 1. ag/xa (s. d.) von 
a.Q- 'fiigen' mittels eines Suffixes -men-, man- abgeleitet. — 
Vgl. dgaQiaxco. 

apjx6<; s. aQito'Qw. 

Sp(xuXa- vnodrj/iara. Kvngwi H. Die Ahnlichkeit mit Aq^Mtj 
(s. d.) kann natiirlich nicht zufallig sein. Entweder haben wir 
es mit verschiedener Wiedergabe ein und desselben Fremd- 
wortes zu tun oder ist aQfivXa aus dgjivXr) durch volksetymo- 
logische Angleichung an die Sippe dg/xdCco usw. entstanden. 
Alter indogerm. Suffixwechsel /} : /i (Specht Ursprung 269) 
ist selbstverstandlich ausgeschlossen. 

dpvaxti; s. dgrjv. 

&p\tei6$, riehtiger dgrrjog (s. unten), att. dqvewg m. 'Schafbock, 
Widder' (seit II.). Att. dqveutg laBt auf ein urspriingliches 
ionisches aQvrpg schliefien, das in der Homeruberlieferung 
von oQVEiog verdrangt ware (Wackernagel Akzent 32). — 
Fem.pl. dgv^ddeg, -ddcov (aol., Del. 3 644, 15); dazu aQvrjtg, 
-tdog f. Name eines Festes in Argos (Ael.). Hierher auch 
Agvidddg (Kerk., Thumb IF 9, 302). 

Seit alters zu (f)dQijv gezogen, wobei die digammalose 
Form mit Meister HK 200 als ein Element der lebenden 
Sprache der Dichter gegenuber dem traditionellen Foqtjv zu 
erklaren ist. Sowohl wegen des fehlenden Digamma wie wegen 
der Bedeutung hat aber Meillet IF 5, 328 f., wahrseheinlich 
richtig, dgvetog aus *dQavsiog (d. h. *dQav-rjfog), zu <Hqotjv, als 
das mannliche Tier erklart, vgl. oiv agveiov im Gegensatz zu 
drjkw x 572. Naheres iiber die Wortbildung Bechtel Lex. ; 
zur Bedeutung Benveniste BSL 45, 103. S. auch aQvevcrjQ. 

&pv£o(im, Aor. dgv^aaa^ai leugnen, verneinen, abschlagen' 
(seit II.). — Ableitungen: aQvrjoig 'das Leugnen, die Ver- 
neinung; die Negation' (Trag., PL, D., Gramm.; vgl. Holt 
Les noms d'action en -atg 146f. u.a.) mit dgv^ai/iog (S.; vgl. 
Arbenz Die Adj. auf -ifiog 81; nach d/KpioPrftTJoifiogl) und 
dQVTjTixdg 'verneinend, negativ' (Chrysipp., Numen. usw.). 
AuBerdem die wahrseheinlich postverbalen an-agvog und 
l^-aqvog (ion. att.) von an-, ef-agvio/Jcu. 

Frisk. Grlech. etym. Worterbuch ™ 



146 (ipveux^p — Spov 

Nicht sicher erklart. Die Zusammenstellung mit arm. ura- 
nam 'vemeinen' (Bugge Beitr. zur etym. Erlauterung d, arm. 
Sprache 38f.) hat Meillet BSL 26, 19f. wieder aufgenommen. 
Sie setzt einen Ablautswechsel ar : or voraus (arm. uranam 
kann aus idg. *6r- entstanden sein, mufi es aber nicht). Kuhne 
Hypothesen bei Mayrhofer KZ 71, 75ff. ( : zu aw. rah- 'ab- 
triinnig sein', intens. ran&yeiti, kaus. r&nhayeiti [?]) und bei 
Miiller-Graupa PhilWoch. 61, 43ff., 91ff., 167 (: zu dgrjv 
'Book' [?]). 

apveUTVip, -rjgog m. 'Taucher', auch als Vogelname (Horn., Arat., 
H., auch Hdt. durch Entlehnung aus dem Epos, Fraenkel 
Norn. ag. 1, 207). — Ableitung dgvsvrrigia n. pi. 'Taucher- 
kiinste' (Arat.). — Daneben die jiingere Bildung dgvEvzrjg m. 
als Epithet eines Fisches (Numen. ap. Ath., Eust.; vgl. 
Stromberg Fischnamen 50 m. Lit.). 

dgvevrrjg setzt als Nom. agentis zunachst ein Verb dgvevco 
voraus, das tatsachlich bei Lykophron belegt ist; ob alte 
Bildung oder aus dgvevrrjg von neuem riickgebildet (so 
Fraenkel Nom. ag. 1, 9f.), sei dahingestellt. Die antike Her- 
leitung aus dgtfv (Sch. AT zu M385: dgvEvzrjg 6 xvfiiazrjg, 
nagd rovg agvag' oixoi ydg xvjiiarwaiv &aneg rdv ddga xvgh- 
TovjEg) diirfte im Prinzip richtig sein; nur ist das Grundwort 
nicht dgrjv, sondern dgvetog (s.d.) aus *dgavt]/6g; dgvevco also 
eig. 'mache einen Bocksprung'. Ein Zwischenglied *dgvevg 
vorauszusetzen (Bechtel Lex. 63), ist in Anbetracht der stark 
produktiven Verba auf -evo> nicht notwendig; vgl. Fraenkel 
a.a.O. 

&pvu|xai, Aor. dgia&ai 'erlangen, erwerben, gewinnen' (vorw. 
poet, seit II.). Verbalnomen agog n. 'Nutzen' (A. Supp. 885, 
Lesung zweifelhaft; H., Eust.). — Aus dem Ausdruck /j,w&6v 
agvva&ai ist das Kompositum fj.ioQagvdw 'um Lohn dienen' 
(ion. att.) erwachsen; das vermittelnde Nomen /iiofiagvog 
(jiio&dgvrjg) ist tatsachlich bei Poll. 4, 48 und bei H. s.v. 
neldTat, (bzw. Phot., H., Suid.) belegt, aber vielleicht trotz- 
dem als postverbal zu betrachten. 

agwfiai ist ein altes schwachstufiges vu-Prasens (s. Schwyzer 
696), das in arm. afnum (Aor. an) 'nehmen' sein genaues 
Gegenstiick hat und auch in aw. arsnow- 'gewahren, zuweisen', 
heth. arnuzi 'hin-, herbringen' vorliegen kann (falls nicht zu 
ogwm, aind.rndtt; s. die Lit. bei Friedrich Heth. Wb. s.v.). 

fipoxXov = (ptdXt) (Nik. Ft. 129). Unerklart. 

fipov n. Pflanzenname, 'Arum, Natterwurz, Art Schilfrohr' 
(Thphr., Dsk. usw.). Nicht sicher erklart. Oft zu lat. (h)arundo 
'Rohr' gezogen, s. W.-Hofmann s.v. mit Lit. — Vgl. 2. dglg 
und dgiaagov. 



fipo? — &p6oi 147 

Spo? = 1. = oyeXog H., s. agvu/^at; 2.= (IMfSog dxovowv H., s. dgj;. 

oiporpov, kret. dgargov (vgl. unten) n. 'Pflug' (seit II.). — Zahl- 
reiche, meistens spate Ableitungen, die z.T. mit den primaren 
Bildungen von dgom semantisch konkurrieren : dgozgirrjg 
(falsch -rjrtjs) 'zum Pflug gehftrig' (AP, vgl. Redard Les noms 
grec en -zrjg 37), dgozgalog 'agrestis' (AP), dgozgwg Epithet 
des Apollo (Orph., auch auf agoTrjg beziiglich). — Denomina- 
tive Verba: 1. dgozgevm 'pfliigen' (Pherekyd., Lyk., Nik., 
Babr.) mit dgozgevg 'Pfliiger' (Theok., Bion, Arat. ; Versende, 
vgl. BoBhardt Die Nomina auf -evg 67), dgozgevzrjg 'da.' (AP) 
und dgozgev/ia 'das Pfliigen, das Saen' (Poet. ap. Stob.); 2. 
dgozgidco = dgoa (Kail., Thphr. usw., vgl. Schwyzer 732) mit 
dgozgiaoig (LXX u.a.) und dgozglafia 'gepfliigtes Land' 
(Sch. Ar.) ; 3. agoxgioa) = -ida) (LXX) ; 4. dgorgid^w 'pfliigen' 
(Pap.) mit dgozgiaaxrjc, (EM) und dgozgiaajidg (Sch. Opp.). 

agozgov, mit -o- wie in dgdm usw. fur alteres ( ? ) agazgov 
(kret.), ist ein altes Nomen instrumenti, das als Benennung 
des Pfluges in zahlreichen idg. Sprachen erhalten ist: arm. 
arawr, lat. aratrum (mit sekundarem a nach arare), mir. 
arathar, awno. ardr. Daneben stehen andere Bildungen: lit. 
drklas, aksl. ralo, beide mit Z-Suffixen (*ara-tlo-, bzw. -dhlo); 
noeh anders toch. AB are (mehrdeutig). — Vgl. dgoa>, agovga. 

Spoupa f. 'Aekerland, Land' (vorw. poet, seit II.), auch als 
MaBbezeichnung (in Agypten; Hdt., Pap.). — Davon einige 
Ableitungen: dgovgatog 'landlich' (ion. att.), dgovglzrjg 'ds.' 
(Babr., vgl. Redard Les noms grecs en -zrjg 22); zwei De- 
minutiva: dgovgiov (AP) und dgovglSiov (Pap.); auBerdem die 
zur MaBbezeichnung gehorenden dgovgrjSov n. 'Flache, die 
nach dem ArurenmaB vermessen ist' (Substantivierung eines 
Adverbs *dgovgt]dov), dgovgio/idg 'Vermessung nach Sgovgai 
(als von *dgovgi£eiv), beide aus Agypten durch die Papyri 
bekannt ebenso wie das latinisierte dgovgazlov 'Flureinteilung' 
(VIP). 

ugovga ist eine feminine Ableitung auf -la von einem Verbal - 
nomen *aQo-fag 'das Pfliigen', zu dgdoo (s. d.), und heiflt somit 
eigentlich 'Land zum Pfliigen, Bauen' (s. Schwyzer 520 oben). 
Mit *agofag, einem alten r-n-Stamm, ist zunachst zu ver- 
gleichen mir. arbor (aus *aruf), Gen. (air.) arbe (aus *aruens) 
'Getreide'; vgl. Benveniste Or. 20f., 112f.; s. noch W.- 
Hofmann s. annus und WP. 1, 70f., Pok. 63. - Die Zu- 
sammenstellung mit aind. urvdra f. 'Fruchtfeld, Saatland', 
aw. urvara f. 'Pflanze' (zuletzt Otrebski KZ 66, 246 f.) ist 
nicht haltbar. 

&p6<i>, Aor. dgdaai 'pfliigen, ackern, pflanzen, bauen' (seit H.). — 
Mehrere Ableitungen. Nomina agentis: dgozrjg m. 'Pfliiger 

10* 



148 &pma&<a 

usw.' (seit II. ; vgl. Benveniste Noms d'agent 35 und 44), 
sekundar dgorrjg m. (ion. att., poet. ; vgl. Fraenkel Nona. ag. 
1,215). — Nomina actionis: 1. agorog m. 'das Pflugen, 
(gepfliigtes) Land, Saatland, Saat(zeit)' (seit II.); davon 
dgaxy\awg {coqtj Arat. 1053, nach den Zeitadjektiven auf 
-r)aiog, s. Chantraine Formation 42) und dgonxog 'zum 
Pflugen brauohbar' (Gal.; auch auf dgoco direkt beziiglich); 
2. agoaig 'das Pflugen usw.' (Arist., Arat., AeL), sehon in 
alter Zeit konkretisiert 'Ackerland' (Horn, usw., vgl. Ben- 
veniste Noms d'agent 75, Porzig Satzinhalte 336; nicht 
riehtig Holt Les noms d'action en -aig 78: „possibilite de 
labourer"), wovon dgoai/iog 'anbaubar' (Thphr., Str. usw.; 
vgl. Arbenz Die Adj. auf -cftog 47); vereinzelt mit sekundarer 
Lange agtaaig (Pap.) und dgo')m/iog (8. Ant. 569; durch das 
Metrum gefordert, vgl. Arbenz 48) ; 3. agcofia 'bebautes Land, 
Saatfeld' (S., Kom.; naeh den hoehstufigen Bildungen auf 
-co/ia, -t]fia; vgl. Specht KZ 63, 210); 4. dgoa/tog 'das Ackern' 
(Pap.) ; 5. *dgarvg im Monatsnamen Agdrvog, s. d. - Ein 
altererbtes Nomen instrumenti ist Sqotqov, s. d. — S. noch 

&QOVQO.. 

dgoto ist ein altes primares Verb auf zweisilbiger Wurzel, 
in der -o die Tiefstufe (idg. a) reprasentiert ebenso wie -a in 
den dorischen Formen agargov, Agdrvog (s. dd.), Fut. herakl. 
dgdoavri, ther. rhod. evdgarov (vgl. dazu Sehwyzer Glotta 
12, If.). Eine sichere Erklarung des Wechsels -o : -a steht 
noch aus; s. Sehwyzer 362 und 683 m. Lit., aufierdem Specht 
KZ 66, 211. — Aus anderen Sprachen sind zu erwahnen lat. 
arare (urspriinglieh athematisch mit wahrscheinlich sekun- 
darem a fur a aus idg. a) und die s-Prasentia mir. airim, got. 
arjan, lit. ariu (Inf. drti), aksl. orj? (Inf. orati). Die Bedeutung 
ist iiberall 'pfliigen, ackern'; die Zuruckfuhrung auf eine 
Wurzel en- 'zertrennen' (Specht KZ 68, 42 A. 2) ist gelinde 
gesagt hypothetiseh und ohne jedes Interesse. 
&pnd£o>, Aor. dgndSac (Horn., Pi. usw.), dgndaai (ep. ion., att.) 
'raffen, rauben' (seit II.). — Neben dgndCoi steht in einigen 
Nomina ein Gutturalstamm, der dem Verb zugrunde liegen 
kann: &gjia£ f. 'Raub' (Hes. Op. 356), m. 'Rauber' (Ar., 
Myrtil. usw.), auch attributivisch (adjektivisch) gebraucht 
mit dem Superlativ dgnaylazazog (Leumann Mus. Helv. 2,11); 
agnayri 'Raub, Beute' (seit Sol.), dgndyij 'Harke, Rechen' 
(E., Men. usw.); dgnayog m. 'Haken' (A., S.), auch EN. — 
Von &gna£ bzw. agnayri wahrscheinlich dgnayevg 'Rauber' 
(Them. ; vgl. Boflhardt Die Nomina auf -evg 73), wohl auch 
*dgnayd>v im lat. LW harpago 'Enterhaken' (seit Plaut. ; 
Leumann Sprache 1, 210f.; vgl. harpaga, harpax). — Von 
agitata} dagegen dgnaxrrjg m. 'Rauber' (ep. seit H.) mit der 



apnaXto; — &pncS^5 149 

seltenen Ersatzform dgnaxTi^g (Kail.); ferner die Nomina 
actionis dgnay/wg 'Raub, (unerweiterte) Beute' (Plu., Vett. 
Val.; Ep. Phil. 2, 6, wozu Jaeger Hermes 50, 587ff.), dgnayfia 
'ds.' (Lyk., LXX), dgrcaxrvg f. 'Raub' (Kail.; vgl. Benveniste 
Noms d'agent 72). — dqndyiov 'Art GefaB, an die xteipvdQa 
erinnernd' (Alex. Aphr.). — Diesen Nomina schlieBen sich 
einige Adjektiva an: aqnayifioq 'geraubt, gestohlen' (Kail., 
AP u.a. ; vgl. Arbenz Die Adj. auf -tfioq 100), erweiterte Form 
aQTiayifialos 'ds.' (Orph. u.a.; vgl. Chantraine Melanges 
Maspero 2, 219ff.); dgnaxrixog 'rauberisch' (Luk. usw.), 
aQnaxTriQWQ 'ds.' (Lyk.). AuBerdem das Adverb dgTtdydtjv 
'hinraffend, gierig' (A.R., Opp., Aret.). 

Im Vergleich zu den Gutturalbildungen sind die an den 
Aorist dgndaai anzukniipfenden Formen weniger stark belegt : 
aqnaafia (PL, Men. usw.), dgnao/nog (Plu.), dgnaaiq (Phryn.), 
dgnaaxwoc. (Arist., Phld.), agnaaog N. eines Raubvogels 
(Ant. Lib.). 

Wie erwahnt, laBt sich dgnd^o) unschwer als ein Denomina- 
tivum zu einem Gutturalstamm dgnay- erklaren. Hinter 
diesem nominalen Gutturalstamm liegt wahrscheinlich ein 
einsilbiges Element Sqti- (wovon dgjid£o> an und fur sich eine 
formelle Erweiterung auf -d£a> sein konnte, s. Schwyzer 734). 
Dies kann in cijwwj 'Sichel', aueh N. eines Raubvogels, ver- 
mutet werden, s. d. Dagegen ist das poetisehe und spate Ptz. 
dgnd/ievog (AP, Nonn.) eine sekundare Bildung nach den 
Aoristptz. auf -d/ievog. — Vgl. noch agnvg, aqnvia, dgnaMog. 
apndXioig 'reizend, erwunscht, angenehm' (poet, seit Od., vgl. 
Debrunner IF 23, 17), -ecag 'mit Wohlbehagen, gern'; auch 
'heftig, wegraffend' (Ar. Lys. 331 [lyr.], A.R., 4P usw.). — 
Daraus erweitert dgndhfia- dgnaxxd, ngoaipiXf) H. (nach 
xaQndhfiog, Arbenz Die Adj. auf -ipog 29); auBerdem dgnaXd' 
dgnaxrixd H. Denominatives Verb dgnaM^ca 'gern aufnehmen, 
willkommen heiBen' (A.), dgnaXlZofiaf dofiivcog dixofiai H. — 
Durch Kontamination von dgnaX- und dgnay- scheint 
dgndXayog m. N. eines Jagerwerkzeugs (Opp. K. 1, 153) ent- 
standen zu sein. 

aQiiaXioQ ist durch Dissimilation aus dXnaXiog, zu dhi(v)ia- 
jog (s. d.), enaknvog entstanden. Die undissimilierte Form ist 
tatsachlich bei Hesych dhtakaiov (leg. -6ov) • dyanrjrov bewahrt. 
Sekundarer AnschluB an dgnd^a) erklart sowohl den Spiritus 
asper wie die Bedeutungsentwieklung. Debrunner GGA 
1910, 14, Wackernagel KZ 43, 377f. 
ipneSfe (dg-) 'eben, flach' (Nik. Th. 420). Erweiterte Form 
dQTiedoeiQ (Antim. Kol., H.). Denominatives Verb dgnedlaar 
6/taJLlom, £da<pioai H. — Ankniipfung an nidov liegt nahe 
(vgl. a-nedog 'eben, flach'), aber die Herleitung aus dgi-ned^g 



150 op7re86vir) — &pni<; 

(Did., Hdn., Hoffmann Dial. 2, 235) uberzeugt nicht. — 
Daneben mit abweichendem Anlaut igTiedoEaaa' enlnedog H.; 

vgl. s. EQ&VQIQ. 

apne&Svr] f. 'Seil, Faden des leinenen Brustharnisches, Strick 
um Wildbret zu fangen, Bogensehne usw.' (Hdt., X. usw.), 
auch -edibv f. (AP, J. usw.). Zur Bildung vgl. die Werkzeug- 
namen auf -d(bv und -6vr\ (Schwyzer 529f. und 490, Chantraine 
Formation 361 f. und 207). — Davon dgnedovil^eiv Xcanodvzelv. 
xal did andgzov drjgdv H. — Unerklart. Der Vergleioh mit 
aind. arpdyati "anbringen, einstecken, befestigen' (seit Curtius 
341) ist semantisch wenig zutreffend; aufierdem ist arpdyati 
ehestens als eine indische Neubildung zu betrachten. AnschluB 
an agnrj, dgndt,(a befriedigt auch nicht fur den altesten Ge- 
brauch des Wortes. Die bei H. gegebenen Erklarungen sind 
offenbar durch nachtragliche Assoziation mit dgndt,<o bedingt. 

fipnel^a f. etwa 'Hecke, Zaun' (Nik., pi. ; vgl. agnit^ag- rovg 
aifiamwdeiq rdnovg. oi di teix*] xai negifioXovg. ol Si td xhnaxcbdr) 
X<x>Qia H.). agxcE^og f. 'ds.' (Mylasa). Daran erinnern agmoai - 
al/iaaial. ij Tdg>govg und agni£- eldoq dxdv&rjg. Kvngioi H. — 
Etymologie unbekannt. Die Anknupfungen an dgni], agnedovt), 
dgjidfeo (Prellwitz, L. Meyer, s. auch Schwyzer 473 A. 5) 
iiberzeugen nicht. 

SpTTT) f. (soit II.) 'Sichel', auch N. eines Raubvogels (metony- 
misch nach den sichelformigen, gekriirnmten Krallen; 
naheres bei Bechtel Lex., Thompson Birds). Daneben bei H. 
das maskulinisch umgebildete aQjtrjg („Sichler")' eldoq dgviov. 
■fj Ixxlvog. KQfjreg. Nach Leumann Horn. Worter 294 ist der 
Vogelname (auch in Kreta) der Homerinterpretation ent- 
sprungen; kaum iiberzeugend. Wegen des als kretisch ge- 
gebenen &Q7iTjg sieht Bechtel Dial. 2, 781, schwerlich mit 
Recht, darin einen alten e-Stamm. 

agnrj ist bis auf den Auslaut mit aksl. snpb, lett. sirpe 
'Sichel' lautlich identisch und wahrscheinlich urverwandt. 
Aus anderen Sprachen konnen hierher gehoren lat. sarpio 
und sarpd, sarpere 'die Weinstocke beschneiteln' und ahd. 
sarf 'scharf, rauh'. Naheres bei W.-Hofmann s. sarpio. Fur 
agTirj orientalische Entlehnung anzunehmen (Grimme Glotta 
14, 17), ist somit iiberflussig. — Aus agnrj oder einem nahe- 
stehenden Grundwort stammen wahrscheinlich agnal; (eig. 
„mit Krallen versehen"?) und dgndyt), die ihrerseits die 
Grundlage des Verbs dgnd^m (s. d.) haben bilden konnen; 
vgl. WP. 2, 501 gegen Wood ClassPhil. 3, 74. 

ipnt?, -Idog (-(dog) f. 'Art Schuh' (Kail., Suid.). Nach EM 
148, 36 = xorjTtig. — Unerklart. Etwa zu Hotii] nach der 
Form? 



'Apnoxpd-tTf)5 — &ppr\tp6poq 151 

'ApTtoKpdTT)? (Agji-), auch Kagnoxgdrrjg (Inschr., Pap. u.a.), aus 
agypt. gar-pe-chrot. SittigKZ 45, 242ff., Levy REGr.26,262. 

"Apnoia f., gewohnl. im Plur., 'die Harpyien', unheimliche 
Damonen, die rait dem Sturmwind verkniipft werden (seit 
II.). Daneben die offenbar alte Dualform Agenvid (Aigina). — 
Reduplikationsloses substantiviertes Partizip auf -via wie 
ayvia, afflvta usw. (Sohwyzer 541). Die zweisilbige Stamm- 
form in Agenvid (das neben Agnma steht wie dgoyvia neben 
ogyvia) ist fur die sonst naheliegende Ankniipfung an agmj, 
dg7id£a> (von denen indessen der Spiritus stammt) nicht 
giinstig. Der Ausdruck Agnviai dvrjghpavro (£ 371 = a 241) 
laBt vielmehr auf Verwandtschaft mit iginro/nai 'raufen, ab- 
rupfen, fressen' (s. d.) schlieBen. Beohtel Lex. 

&p7tu^ 'Liebe' (Parth.). agnvv egcora. AioXelg H. — Naeh EM 
148, 35 naga to dg7idt,eiv rag <pgivag, was semantisch zweifellos 
moglich ist. Man muB dann eine Art Riickbildung mit Ab- 
streifung dea Verbsuffixes annehmen. 

dcppdpT]- dvga. olov yeg<g>ov H. — Nach Lewy Fremdw. 130 
semitisch, zu hebr. 'drab 'fleohten'. Verfehlt H. Petersson 
Fran filol. foren. i Lund. Sprakliga uppsatser IV (Lund 1915) 
139f.: zu aggros, lit. rezgis 'Korb', lat. restis. 

&p(p)otptiv, -&vog m. 'Handgeld, Unterpfand' (Antiph., Is. 
usw.). — Davon dggaftcoviCerai' dggaf)6)Vi diSorat H. — 
Semitisches LW, vgl. hebr. 'erabon 'Unterpfand'; naheres 
bei Lewy Fremdw. 120, s. auch Schwyzer 153, 316. — H. 
glossiert dggapibv auch mit ayxiargov. Unwahrscheinlicher 
Erklarungsversuch bei Lewy Fremdw. 130. 

appaxoi; = dfiexdargofpog (PI. Kra. 407 d; auBerdem R. 535c, 
Ax. 365a; dvegog dggdroio Euph. 24 mit falscher Lange). — 
Aus *d-fgdr-og, zu idg. uert- 'wenden, drehen', s. gardvav. 
Schwyzer RhM 80, 209ff., Sommer Nominalkomp. 86. 

&ppT]vVjs Theok. 25, 83 t,dxorov re xal dggrjvig (scil. firjgiov; vom 
Hunde) ; nach H. aygiov, dvoxegig. — Davon dggipBiv Xoidogelv. 
xal ywaixi ngog avdga dtatpigea&ai H. — Expressives Wort 
unbekannter Herkunft. Ob von dg(g)d^o) 'bellen, heulen' (so 
Prellwitz Glotta 19, 104) mit Bildung nach axgi]vr)g, dnrp^gt 

&ppr)cp6po<; f. N. der Madchen, die in Athen die Symbols der 
Gottin Athena in Prozession trugen (Paus., Plu. usw.). — 
Davon das Abstraktum dggi)<pogla 'Prozession der dggrjipogoi' 
(Lys.; ausfuhrlich dariiber Adrados Emerita 19, 117ff.) und 
das Denominativum dggrj<pogia> (At., Din. u.a.). AuBerdem 
das substantivierte zd dggt]<pogia (Sch. Ar., EM). — Daneben 
mit anderem Anlaut iggt](p6gog, -im (Inschr., naheres bei 
Meisterhans 3 15 A. 67); ferner igarjcpogog, -la (auch igae-, 
egao-; Inschr., Sch. Ar.). 



152 4ppixdo|xai — apaTjv 

Nicht sicher gedeutet. Schon die Alten erklarten es aus 
iggtjrog 'ungesagt, geheimnisvoll' (mit unverstandlicher Unter- 
/druckung der Silbe -to-; fur ein athematisches dggrjx- fehlt 
' jede Stiitze), bzw. aus egatj 'Tau', auch N. einer der Tochter 
des Kekrops. Vgl. G. Meyer Gr. 3 353 A. mi Lit., Debrunner 
GGA 1910, 14f. Verfehlt Fick KZ 43, 132f. (aggrj attisch fiir 
igarj). 

dppix<xo|xai s. avaggixdofiai. 

appixo? f. (m.) 'Korb' (Ar., Thphr., AP), agoixog (D.S., Marm. 
Par., Amorgos). Derninutivum dggixk f. (Ath.). — TJn- 
erkliirt. Verfehlt Petersson KZ 47, 256f. (s. WP. 2, 374) und 
Specht Ursprung 251 und 256. Dasselbe Suffix wie im 
synonymen avgi%og u.a. (Schwyzer 498, Chantraine Forma- 
tion 402). i 

dppu>Scto s. oggooSea). 

apaea - Xei/iwveq H. — Nicht sicher gedeutet. Nach Schwyzer 
513 (mit Curtius 298 und Froehde BB 21, 191) zu a e <5a) 
mit suffixalem -aog wie in alaog usw. Specht Ursprung 319 
halt agaog fiir eine alte Nebenform zu akaog mit indogerma- 
nischem Schwanken zwischen I und r; nicht zu empfehlen. 

&pocvix6v, aQQEvtxov n., auch dggevcxij f., 'Arsenik' (Arist., Thphr., 
Str. usw.). — Orientalisehes LW, letzter Hand aus mpers. 
*zarnlk 'golden, goldfarbig' (vgl. npers.-arab. zarnlx, zarnlq 
'Arsenik' und s. zu x^V' X^ w Q°s)> wohl durch semitische Ver- 
mittlung (syr. zarnlka 'Arsenik') mit volksetymologischem 
AnschluB an dgoevtxog, aggevtxog 'mannlich'. Lewy Fremdw. 55 
nach Lagarde; vgl. noch Hiibschmann IF 19, 457 m. A. 4, 
Schrader-Nehring Reallex. s.v. 

dp<rr)v, -evog (ep.), aggr/v (att.), egaijv (ion. lesb. kret. usw.), 
agar/g (lak.) 'mannlich'. — Komparationsformen dggevregog 
'mannlich' (ark.), Igaevairegog (el.), beide vielleicht sekundar 
fur agarjv gegeniiber {hjkvzEgog (Benveniste Noms d'agent 
117f.). — Ableitungen: dgoevtxog, -gg- 'mannlich' (hell. u. 
spat), igaEvixog (Pap.), dgaivwg (Teuthis); dgainov n. 'mann- 
liches Kind' (Pap.) — Adverb aggevwSwg 'mannlich' (LXX). — 
Abstrakta: dggevoTTjg f. 'Mannlichkeit, masculinum' (Stoik. 
usw.), dgaEvcofia 'mannlicher Same' (Sch. Opp.), vgl. die ahn- 
lichen denominalen Bildungen auf (at) pa bei Schwyzer 523, 
Chantraine Formation 187. — Denominatives Verb: dggevoo- 
ftai 'Mann werden, sich als Mann benehmen' (Luk., Ph. usw.). 
Ion. usw. ggarjv ist mit aw. apers. arian- 'Mann, Mannchen' 
identisch; die Tiefstufe in agaryv, &qqtjv erscheint in dem ab- 
geleiteten aind. fsa-bhd- 'Stier'. Dazu ferner nach aller Wahr- 
scheinlichkeit aind. ar?ati 'fliefien' ; vgl. die synonyme Reim- 
bildung aind. vfsan- zu vdrsati 'regnen' (s. zu igarj, ovgavog, 



&px&$r\ — "ApTejiis 153 

oigsm); dazu Benveniste BSL 45, lOOff. — Die weiteren An- 
knupfungen bei Bq, WP. 1, U9ff., Pok. 336 sind hypothetisch, 
z.T. verfehlt. — Vgl. dgveidg, dgvevrrfg. 
dpxdpy) f. N. eines persischen und agyptischen Mafies (Hdt., 
Pap.). — Davon in den Papyri mehrere Ableitungen; dgrdfliog 
'eine A. messend', dgraptalog 'ds.° (naoh den Mafiadjektiven 
auf -(i)alog Chantraine Formation 49), dgTaflkwg od. -islog 
'ds.' ; vgl. zur Bildung xorvMeios (-islog), von xov6Xr\, usw. 
(Mayser Pap. I 3, 95); Abstraktum dgra^iela (-pela, -jSi'a) 'Ab- 
gabe von einer Artabe'. 

Das Wort ist wahrscheinlich agyptischen Ursprungs. Vgl. 
Hultsch P.-W. s.v. 

fipxajioi; m. 'Metzger, Koch' (S., X., Epikr. usw.). — Davon 
agra/new 'schlachten, zerstiickeln' mit dgrdprjaig 'das Schlach- 
ten' (Thebe). — Nach Eustathios 577, 45 = 6 eig &gna Tefivwv 
und somit haplologisch fur *dgrl-ra/iog, bzw. *dgro-raftog 
'kunstgerecht zersehneidend' (durch Zusammenbildung). Eine 
bessere Erklarung ist jedenfalls nioht gefunden. Vgl. 
J. Schmidt Kritik 83f. ; s. agn und dgxog; auBerdem Agre/xig. 

dprdco 'anbinden, an-, aufhangen, abhangen' (ion. att.). — 
Davon die Nomina actionis agrrjfta Bezeichnung verschie- 
dener Gegenstande wie 'Ohrgehange' (Hdt.), 'angehangtes 
Gewicht' (Arist. u.a.) usw.; aorrjOig 'das Aufhangen' (Papp.), 
dvaQXTjaig 'ds.' (Thphr. usw.), dgTtja/iog 'ds.' (AB). — AuBer- 
dem das konkrete dgrdvtj 'Strick, Schlinge (zum Hangen)' 
(A., S.), nach dem synonymen nlexzavr] und anderen Gerate- 
namen auf -dvtj (Schwyzer 489 f., Chantraine Formation 
197ff.). 

dgrdai aus *dfEgrdai ist eine sekundare Verbalbildung, die 
sich zum primaren deigca 'anbinden, aufhangen' (s. d.) verhalt 
wie z.B. lat. gesture zu gerere. Die Entstehungsweise ist im 
einzelnen nicht aufgeklart, s. Schwyzer 705f. mit Lit. Vgl. 
noch dgrjjg, dgzrjgla. 

&pre(i^^ 'frisch, gesund' (ep. seit II.). — Davon zwei spate Ab- 
leitungen: Aqte/ieo} 'gesund sein' (Nonn.), dgrefila 'Gesund- 
heit' (Max., AP, Prokl.). — Unerklart. Mehrere vergebliche 
Deutungsversuche : haplologisch aus *dgTi-defirjg (zu defiag, 
Prellwitz); do- = dgt- (vgl. dgnedrjg) und *riftog (zu tj^eAeco, 
Fick-Bechtel Personennamen 439, vgl. Hoffmann Dial. 2, 
235). Noch anders Ehrlich Betonung 43 A. 2. 
"ApT€(ii5, dor. Agrafiig, -iSog, -nog f. Gottinnenname (seit II.). — 
Ableitungen: Agrefilatog, Agrafilrtog m., auch Agrefiiauov, 
Monatsname (Th. usw.), -ov n. 'Artemistempel' (Hdt., Ar. 
usw.), auch '(kleines) A.-bild' (Hyp.); Agraphia n. pi. 'A.- 
feier' (Delphi). — dgre/iidrjiov n., dgzefiiola f. Pflanzennamen, 



154 dtpr£[xu>v — apT^p 

vgl. Stromberg 100. — Agre/iiaiaaral m. pi. N. der A.- 
verehrer (Athen), wie von *dgzE/j,iaid£a>; vgl. AnoXXcoviaazal 
usw. (Chantraine 316). 

Der Name Agrefiic, eracheint aueh in. lydischen Inschriften 
(Artimu&, Arlimu)., Artimu-k; vgl. zu Anohkwv) ; ob aber der 
Name deswegen als lydisch anzusehen ist (v. Wilamowitz 
Hellenistische Dichtung 2, 50; Glaube 1, 324), bleibt fraglich. 
Noch zweifelhafter ist die Annahme illyrischer Herkunft (aus 
illyr. *artos 'Bar', Sanchez Ruiperez Emerita 15, Iff. und 
Zephyrus 2, 89ff.). Kretsohmer Glotta 15, 177 erwagt sog. 
,,protindogermanischen" Ursprung. Die Erklarungen aus dem 
Grieohischen selbst sind ebenfalls hypothetisch. Gegen die 
Deutung als „Bareng6ttin" (zu agxzog 'Bar'; zuletzt Pisani 
Rev. et. anc. 37, 149f.) s. Kretschmer Glotta 27, 34, der an 
der Ankniipfung an agzajJ,o<; r Schlachter' festhalt. Aber die 
Schreibung Agza/ug mit -a- ist vielmehr auf Volksetymologie 
zuruckzufuhren, vgl. Schwyzer 256. Wertlos Glaser Mitt. d. 
Vereins klass. Phil, in Wien 6, 55ff. — Naheres bei Nilsson 
Gr. Rel. 1, 451 ff.; vgl. noch die Einzelheiten bei Sanchez 
Ruiperez 1. c., aufierdem Chantraine L'ant. class. 22, 67. 

<ipr^(juov, -ovog m. 'Bramsegel, Bramstange' od. ahnl. (Act. Ap. 
27, 40, vgl. Moulton-Milligan Vocabulary s. v.), Bed. unsicher 
bei Lyd. Mens. 2,12. Deminutivum dgxe/uobviov (Tz. ad Lyk. 
359). — Lat. LW artemo(n) seit Lucil. als Name eines 
Segels od. ahnl., bei Vitr. 10, 2, 9 aufierdem = 'der dritte 
Kolben im Flaschenzuge'. 

Technisches Wort, dessen Sinn und Geschichte noch der 
Aufklarung bedarf. Die lautlich naheliegende Ankniipfung 
an dgzeo/uai oder dgxdoi nach den Geratenamen auf -fi(ov 
(Chantraine Formation 172, vgl. Schwyzer 522) entbehrt bis- 
her einer semantischen Motivierung. 

dcpT^ouou 'sich riisten, bereit machen', auch in Komp. dv-, 
nag-agzeo/iai (Hdt., Arr.). — Ableitung agrrjcns (Hdt. 1, 195; 
aber v. 1. agziaig, von dpTtfeo). — Daneben dgzi^m (vgl. ahem : 
alriCoj) 'bereit machen, ausriisten* (Theok., D. S. u.a., xaz- 
aQTiCa) Hdt. usw.), das indesson aueh auf agzi (s. d.) zuriiek- 
gehen kann. 

Letzten Endes geht dgzeo/iai auf dg- in dgagiaxm zuriick; 
als Zwischenglied diente wohl eine nominale Bildung auf -t-, 
vgl. Schwyzer 705f. Direkte Ableitung von agzi ist nicht 
glaubhaft. Vgl. noch inaQxr\c, 'geriistet' (Od., A. R.), wohl von 
ETiaQTi^o) (Hp., A. R.). Ein neutrales Subst. *agxog anzusetzen 
(Schwyzer 512), ist unnotig. — S. auch dgreficov. 

Ap-ri^p m. 1. ,,der Erheber", Gegenstand womit etwas getragen 
wird (LXX Ne. 4, 17 [11]): aus *dfeg-ztjg, zu 1. delgco 



apxrjpta — apTiaXa 155 

'erheben'; 2. eine Art Schtihe (Pherekr. 38, H.): kann als 
,,Anbinder, Angebundenes" zu 2. Aeiqio 'anbinden' gehoren; 
allenfalls auch zu dgxdat mit Haplologie fur *dgxt]-xr/g. Dazu 
ngr. (pont.) dgxdgia 'Socken'; Amantos Ag%.'E<p. 28, 85ff. 

&pTY]pta f. 'Arterie', auch 'Luftrohre' (Hp., PL, Arist. usw.); 
zur Bedeutung vgl. StrSmberg Wortstudien 60. — Davon 
dgxrjgiaxog (Mediz.) und dgxrjQididrjg (Gal. usw.); auBerdem 
dgxtjglaaig 'Bronchitis' (Isid. Etym. 4, 7, 14) als von einem 
Krankheitsverbum'*dgT?7{>tdco (Schwyzer 732), nach ytmglaaig, 
igv&giaaig usw., vgl. Holt Les noms d'action en -aig 137 A. 3. 
Wie das semantisch nahestehende dogxrj (s. 2. delgw) wahr- 
scheinlioh zu deign) 'anbinden, aufhangen' aus *degxTjgla; 
somit zunachst Abstraktbildung von *d(F)eg-xrjg mit kon- 
kreter Bedeutung wie in Xavxavfy 'Kehle', xoi/.ia, xagdla und 
anderen Korperteilbenennungen, s. Chantraine Formation 81. 
Die Bedeutungsentwicklung scheint in ahnlichen Bahnen 
wie bei dogxtf verlaufen zu sein. 

Spxi Adv. 'gerade, eben, erst' (als Simplex nicht bei Homer; 
vgl. indessen unten). — Davon agxiog (seit II.) 'angemessen, 
richtig, bereit', auch 'grad' (von Zahlen), mit dem Nomen 
dgxioxtjg f. (Arist.), dem Adverb dgxidxig 'gerademal' (PI.) 
und dem Verb dgxtdCco 'grad oder ungrad spielen' (Ar. usw.) ; 
davon wiederum dgxiaa/iog (Arist.). — Von agxi ferner (falls 
nichfc Nebenform von dgxiojxai, s. d.) dgxl£a>, gewohnl. die-, 
i£-, xaxagxiCio 'ordnen, einrichten, ausriisten' mit mehreren 
nominalen Ableitungen; vom Simplex dgxiaxijgeg pi. Beamten- 
bezeichnung in Elatea. — Als Vorderglied findet sich agxi in 
zahlreichen Zusammensetzungen, gew. mit temporaler Be- 
deutung 'eben, jungst'. Einige hauptsachlich alte Komposita 
zeigen indessen einen abweichenden Sinn: so dgxi-enrfg, 
dgxt-<pgwv, agri-nog (Horn, usw.) ; dgxi-xeig, dgxi-fteXrjg (PI. usw.), 
wo agxi ehestens adjektivisch als 'richtig, gerade' zu deuten 
ist. Anders Knecht Tegyiifipgoxog 16: eig. 'nahe', vgl. lit. artl 
'nahe bei' ; zu dgxisnrjg s. auch Bechtel Lex., schwerlich richtig ; 
zum ganzen Bildungstypus auBerdem Pisani Ist. Lomb. 73 : 
2, 33ff. m. Lit. 

agxi hat eine genaue Entsprechung in arm. ard 'soeben, 
jetzt', das wie agxi auch als Vorderglied benutzt wird, z.B. 
ard-a-cin 'soeben geboren, dgxi-yevrjg' . Es erklart sich am ein- 
fachsten als erstarrter Lokativ eines Konsonantstamms 
*dg-x-, etwa 'Fligung, Ordnung', von do- in dgagiaxw. 
Schwyzer 622. Anders Benveniste Or. 1, 98: -i Akk. sg. n. — 
Nahe verwandt ist lit. artl 'nahe bei", vgl. oben. 

dprtctXo n. pi. N. eines Ohrenschmucks, 'Ohrringe' od. ahnl. 
(aol., Poll. 5, 97). — Unerklart. Ob zu agrtog mit suffixalem 



156 3prO£ — dpxuio 

-aXo-, das in mehreren teehnischen Termini zu Hause ist 
(Schwyzer 483f., Chantraine Formation 245f.)? 

Sproi; m. 'Brot' (seit Od.). Davon das seltene Deminutiv 
dgrtaxog m. (Hp. ( Dsk., Gal.) und dgrlaxiov (Damokr.). Von 
den sehr zahlreichen Komposita mit agrog als Vorderglied ist 
zu erwahnen dgro-xdjiog 'Brotbacker' (ion. att.) ; das Hinter- 
glied zu niaao), niTicov (s. dd.), wohl mit Metathese derselben 
Art wie in lit. kepti, 'backen' fur *pekit = aksL pekp, aber 
davon unabhangig. Lit. bei Schwyzer 298 f. und Bq s. <%rog. 
Urspriingliohe Lautfolge mit bewahrtem Labiovelar in 
agaisch a-to-po-qo — dgzonoq-'oil 

Nicht sicher gedeutet. Zugehbrigkeit zu dg- 'zusammen- 
fugen, verfertigen' als Verbalnomen auf -rog (Prellwitz) ist 
wohl nicht 1 ganz ausgeschlossen (vgl. ag/ieva und 2. agfia), 
aber sehr unsicher. Nach Pisani Ricerche Linguistiche 1, 141 
ist agrog aus einem iranischen *arta- 'Mehl' entlehnt, vgl. aw. 
asa- 'gemahlen', npers. ard 'Mehl', zu idg. al- 'mahlen', s. 
dAeco. Hubschmid Sardische Studien (Bern 1953) 104 erinnert 
dagegen mit Recht an bask, arto 'Mais(brot)', aspan. artal 
'especie de empanada' usw. und betrachtet dementsprechend 
agrog als Substratwort. 

dpTUU) 'zuriisten, bereiten', auch von der Speise 'wiirzen', oft 
mit Prafix wie e|-, xar-agrvio (seit II.). — Davon einige 
Verbalnomina : 1. dgrvfia 'Wiirze, Gewiirz' (ion. poet., spat) 
mit den spaten Ableitungen dgzv/udriov, dgrvfiartodrjg, dgrv- 
fiarixog; dgrv/idg und agrvfiarag m. 'Gewiirzhandler' (Pap.; 
zur Bildung Chantraine Formation 31 f., Schwyzer 461 mit 
Lit.; auBerdem Petersen ClassPhil. 32, 121ff.). — 2. agrvaig 
'das Zurichten, Wiirzen' (Ph., D. S. usw.). — 3. dgrvrrjg N. 
eines Beamten (Thera). — 4. AuBerdem das Adj. dgrvnxog 
'zum Wiirzen geeignet' (Sch.); dgrvrixov n. 'Wiirze 1 (Sammelb. 
5224, 50). 

Neben dgrvco steht seit alters, vorw. episch, mit sekundarer 
v-Erweiterung (dvco : dvva> usw., Schwyzer 727 f. ; zum Aspekt 
[determinativ?] Brunei Aspect verbal 88) dgrvvto mit der 
postverbalen Bildung dgrvvag m. N. eines Beamten in Argos 
und Epidauros (Th.); auch agrvvoq (Plu. u.a.), vgl. Schwyzer 
491. 

dgrvw muB seiner Bildung gemafi ein denominatives Verb 
sein; das vorauszusetzende Nomen ist indessen nur bei H. 
belegt : dgrvg • avvra^ig, dgrvv • ipMav xai avfifiaaiv fj xgiaiv, ist 
aber wohl trotzdem alt. Mit diesem dgrvg stimmt namlich 
arm. ard, Gen. ardu 'Ordnung' und lat. artus -us m. 'Gelenk, 
Glied' formal ganzlich iiberein. Es kann somit eine vor- 
griechische <w-Ableitung vonar- 'fugen' in dgagcaxco vorliegen; 



apua — <ipou> 157 

vgl. noch die verwandten aind. rtu- m. 'bestimmte Zeit, 
Ordnung usw.', aw. ratu- m. 'Richter(spruch), Zeit(abschnitt)'. 
Porzig Satzinhalte 338 ff. 

apua- xd 'HQax?.e(axixd xdqva H. — Die formale Beziehung von 
&qvov zu dem gelaufigen synonymen xdgvov liegt auf der Hand ; 
vgl. Stromberg Pflanzennamen 155f. H. bringt noch afiaQd- 
xd IJovTixd xdgva. — Mit agva vergleicht G. Meyer Alb. Wb. 17 
alb. are f. 'NuBbaum', aksl. orechb 'NuB', wozu weiterhin lit. 
riesas, riesutas c NuB', lett. rieksts '(Hasel)nufi', apreuB. bucca- 
reisis 'Buchecker' (Trautmann Altpreufi. Sprachdenkm. 314, 
Balt.-slav. Wb. 241). Das nahere Verhaltnis dieser Worter 
zueinander bleibt noch aufzuklaren; die morphologische 
Analyse bei Specht Ursprung 62, 146, 236 ist allzu schematisch, 
um iiberzeugen zu konnen, da spate Entlehnung und sekun- 
dare Angleiehung in Betracht zu ziehen sind. Vgl. die Aus- 
fiihrungen Fraenkels Gnomon 22, 238, wo parallele Ent- 
lehnung aus unindog. Quelle vermutet wird. 

apu(3aXXoi; m. 'Sack, Beutel, der zusammengeschniirt werden 
kann' (Stesich., Antiph.), 'kugelformige GieBkanne mit 
schmalem Hals' (Ar., Ath.). Deminutivum aQv^aXXig f. (H., 
EM). — Nach H. und Fraenkel Glotta 4, 35 aus oqveiv und 
fSdlkuv durch asyndetische Verbalverbindung. Die Erklarung 
setzt u.a. voraus, daB die Bedeutung 'GieBkanne' gegeniiber 
'Sack' primar sei, was sehr zweifelhaft ist. Wahrscheinlich 
entweder agaisches oder vielmehr mit Krahe (brieflich) nord- 
balkanisches (illyr., maked.) Lehnwort; vgl. zu jiaXXdvxiov. 

1. apuio, mit r-Erweiterung (Schwyzer 704) in att. dgvxa), lesb. 
(Alk.) aQVTtjfievoi, Aor. dgvaai 'schopfen' (seit Hes.). — 
Mehrere Ableitungen: aQvarrjQ, -iJQOQ m. 'Loffel, Kelle', auch 
als FliissigkeitsmaB (Alk., Semon., Hdt. usw.); daneben 
&QVTriQ (Dsk., Pap.). Fern. aQvaxQ-lg, -idoq (AP), gewohnl. 
aQvxaiva 'ds.' (Ar., Antiph., Thphr., Pap.) mit direkter An- 
lehnung an dgtrrco, s. Chantraine Formation 109; Deminu- 
tivum agvxaivtov (Lebena II a). — dqva-xig f. 'Loffel' (S.); zur 
Bildung und zum LautHchen Schwyzer 504, Chantraine 275f. ; 
dagegen in Komposita ixv-, Cco^u-, oiv-riQvaig (Kom. usw. ; das 
Simplex aQvaig nur Afric. Kest.). Deminutivum aQvaxixoq 
m. (Kom., Aegina). — Im selben Sinn noch dgvadvrj (Timo), 
vgl. Xexdvr\ und andere Geratenamen Chantraine 198, auBer- 
dem Stang Symb. Oslo. 2, 65f. ; dgvadg (Delos), wohl ehestens 
Berufsbezeichnung 'Schopfer' (Schwyzer 461 m. Lit.); in der 
Bedeutung dagegen abweichend aovaog m. 'Weidenkorb' 
(Hdn.), vgl. xd/iiaog, nexaooq und andere griechische, bzw. 
fremde Nomina auf -oog Schwyzer 516, Chantraine 435. — 
Dazu noch die Adjektiva dgvxrjoifiog (wie von *dgvxT]aig, AP) 



158 dpuio — &PX<iS 

und dgvoi/iiog 'schopfbar, trinkbar' (Sch.), vgl. Arbenz, Die 
Adj. auf -i/j,og 100f.; dgvanxog 'zum Schopfen dienend' (Ael.). 
dgvca steht wahrscheinlich fiir *fagv<o (vgl. (F)agvaad/iEvog 
Hes. Op. 550) und kann als primares zweisilbiges Verb (mit 
sekundarem a in dgvaxrig u.a.) zu arm. gerem '(gefangen) 
nehmen', weiterhin zu evqUjxo) 'finden' und air. /war 'inveni' 
gehoren, vielleioht auch zu mir. feraim 'ausgieBen'. Ablauts- 
maBig verhalt sich (f)agvco zu svgioxco wie {fagvg zu figi-^io ; 
zu (f)agvco : arm. gerem vgl. xaMnzw : air. celim. — Frisk 
Eranoa 50, Iff. mit semantischen Parallelen und Kritik 
anderer Erklarungsversuehe. S. auch elgsgov. 

2. ipuw 'sprechen, rufen', nur lexikalisch belegt: dgver dvzl 
<tov> My ei, fioqi; dgvovoaf Myovoai, xekEvovaai; dgvaao&ai' 
imxaMoao&ai H. Nach EM 134, 12 syrakusanisch. 

Unerklart. Von Meillet BSL 26, 19f. zu dgveojxat (s. d.) 
gezogen. Man konnte auch bei (F)eq<x> usw. 'sagen' AnschluB 
finden. 

<kpX^ f. 1. 'Anfang, Ursprung' (seit II.); 2. 'Herrschaft, Re- 
gierung' (seit Pi. ; vgl. Deubner Herm. 43, 640). — Ab- 
leitungen: Von 1: dgxaiog 'urspriinglich, altertiimlich, alt' 
(seit Pi.; vgl. Sandsjoe -alog 7 m. A. 1) mit dem Abstraktum 
aQxai6Trfi f. 'Altertumlichkeit' (PL, D. H. usw.) und zwei 
spaten Denominativa : 1. dgxatCca 'altertiimlich sein', vom 
Stil usw. (D. H., Plu.) mit dQxa'Ca/i6g 'Altertumlichkeit' in 
Stil und Sprache (Men., D. H. usw.); 2. (dgxaidoftcu :) dgxcuco- 
#stg (xQovoq) 'veraltet' (Pap. VIP). Von dgxawg auch dgxalxog 
'altmodisch' (Ar., Antiph. usw.; vgl. Chantraine Formation 
393). — Von 2 : dgxixog 'zur Herrschaft gehorig, zum Herrschen 
befahigt' (A., Th., PI. usw.; vgl. Chantraine 386), spater auch 
auf 1. dgxv bezogen (Phld. u.a.). Ferner das Deminutivum 
(in verachtlichem Sinn) dg%tSiov (Ar., D.) und die gewohn- 
liche Ortsbezeiehnung dgxrj'Cov, dqxeiov 'Regierungsgebaude', 
sekundar 'Behorde', mit dQXEnliTt)g (Dig.) und dgxeiconxog 
(Lyd.); das dorisierte dgxerag m. 'Herrscher, zum Herrscher 
gehorig' (E.), das auch auf agx<v zuruckgehen konnte 
(Schwyzer 500) ; drei Titel von Priesterinnen : dgxing (Thasos), 
dgxht) (Syros), beide falsch mit -ec- geschrieben, und dgxijig 
(Amyklai). — Das denominative dgxEvco 'der erste sein, 
gebieten' (ep. seit II.), auch als beamtlicher Terminus (Paphos, 
Kos), gehort wohl eher zu dgxii, s. d., falls nicht einfach eine 
Erweiterung von agxto nach paaiAsva}, dgiaxE^u). 
dgxrj ist Verbalnomen von &qx<»> s - d. 

1. &PX&S Verbalnomen von aojrai, s. d. 

2. 4px«S? m. 'Mastdarm, After' (Hp., Arist.). Etymologie un- 
bekannt. Oder einfach = 1. dgxog als scherzhafte Ironie in 



8pXfc> — AaaXify; 159 

euphemistischer Absioht? — Verfehlt Prellwitz KZ 47, 295, 
s. WP. 1, 143. Nach Froehdo BB 21, 325 und Specht TTr- 
sprung 238 (vgl. auoh 254) Nebenform zu oggog; ganz will- 
kurlich. 

fipxco, Aor. apfai 'der erste sein' = 1. 'anfangen, beginnen' 
(zum Gebrauch bei Homer s. Bradafi PhilWooh. 50, 284f., 
Porzig Satzinbalte 46ff.; attisch gewohnl. Medium); = 2. 
'herrschen' (seit II.). — Davon das Nomen agentis dgxog m. 
Tiihrer, Anfuhrer' (ep. poet, seit II.) mit dem denominativen 
dQXEvco 'der erste sein, gebieten' (ep. seit II.), aueh als amt- 
licher Terminus (Paphos, Kos), vgl. Leumann Horn. Worter 
295; es konnte allerdings auch eine Erweiterung von &qxu> 
nach fiacsikevw, dgiOTevw sein. Gewohnlicher ist das partizipiale 
&qx<ov, -ovrog m. 'Befehlshaber', N. der hoehsten Beamten, 
namentlich in Athen, 'Archont' ; Fern. dg%ovxig (Cat. Cod. 
Astr.) kiirzere Form dgxk (Tenos). Seltene und spate Ab- 
leitungen: dgx^vxixog 'zum Archonten gehorig' (AP, Pap. 
usw.), dgxovrevca 'Archont sein' (Olbia), dQxovTidco 'zu herr- 
schen wiinschen' (Sch., Lyd.). — agy/iaTa n. pi. 'Erstlings- 
opfer' (£ 446) = dndgyixma (Ar. u.a.), dnaQxai; daneben 
aQx/iara H. mit analogisch bewahrtem -£-. — Zu dgxA s. bes. 
Unerklart. — Die bisherigen Deutungsversuche, alle wert- 
los, sind bei Bq und bei Schwyzer 685 A. 4 verzeiehnet. — 
Vgl. OQxafiog. 

&pco(ia n. 'Gewiirz, wohlriechendes Kraut' (Hp., X., Arist. usw.). 

Davon einige hellenistische und spate Ableitungen: agco/ian- 

xog, dQWfiarhrjg, dQ(o/iaTa)dtjg und das Denominativum dgto- 

(iarl£a> 'wiirzen, nach Gewiirz riechen oder schmecken'. — 

Unerklart. Hypothese bei Wood ClassPhil. 21, 63ff. 

Saoi Aor. Inf., daneben d-fisvac, wahrscheinlioh als athema- 
tischer Wurzelaorist aufzufassen (die Lange kann metrisch 
sein) mit dem Konj. ea>/iev (aus *rj-6-fiev) ; Fut. aaeiv '(sich) 
sattigen' (Horn.). Aufierdem bei Hes. Sc. 101 das thematische 
Prasens Serai (so cod. Laur. ; die ubrigen Hss. darai, daa fur 
athematisches oder kontrahiertes d-rai stehen muB, vgl. 
drat- nXrjQovTai H.). Naheres bei Solmsen Unt. 93f. Negiertes 
Verbaladjektiv a-arog > drog s. d. 

Altes "Verb, das nur in vereinzelten Formen erhalten ist. 
Ableitungen davon sind d-th)v und a-ar] (s. dd.), die sich vom 
Verb ganz losgelost haben. Andere idg. Sprachen haben nur 
isolierte Bildungen bewahrt, die wie die griechischen Formen 
entweder auf eine idg. Hochstufe sa- oder auf eine Tiefstufe 
8d- zuruckgehen, s. zu dSrjv und aarj. 

AooXifc nach EM 151, 49 bei A. (Fr. 319) = '&<p e ovTig, d/iigifivog' 
als Attribut von [tavia. Davon nach EM bei Sophron (113) 



1 go &oA|iiv9 , os — ftopoXo? 

dodteia (cod. aoatea) = 'a/ieQipvia hoX d/.oyimla. - Nach 
£Mvon rsalr\ = '<peovrk', aber eher von <rdAo S (mit Ubergang 
zum <r-Stamm), nach H. u.a. auch = 'q^ovrig, roea*!?', das 
mit adXog 'unruhige Bewegung' identisch ist, s. d. Von 
daaXfe und daaAetv (cod. dadXetv)- d<pQ<»>Tio&i)vm ist (TaA,?, aucn 
adXa (H., Phot., Suid.) dann eine retrograde Bildung. 
4odu.iv9o? f. 'Badewanne' (Horn., davon vereinzelt auch in 
der iibrigen Lit.). Agaisches LW mit demselben j>#-Suffix 
wie in den vorgr. Ortsnamen K6qiv&oq, TtXwfio? usw. (Chan- 
traine Formation 371, Schwyzer 510). Sonstunklar. - Gaerte 
PhW 1922 888 und v. Blumenthal IF 48, 50 ennnern an 
sumer.babyl.osom 'TongefaO fur Wasser', v. Blumenthal 
auch, u. zwar weit weniger uberzeugend, an den FluBnamen 
und ON Asamus, bzw. Anasamus in Moesia inferior. Auch die 
Ankniipfungen an verschiedene andere Namen bei Guntert 
Sb Heidelb. 23: 1, 23f. und bei Alessio Stud, ltalfilclass. N.b. 
20 121 ff. sind als sehr hypothetisch oder als irrig zu be- 
trachten. Verfehlt ebenfalls Pisani Rend. Ace. Lmeei 6: 5, 5f. 
Erklarung aus dem ..Pelasgischen" bei van Wmdekens 
Le Pelasgique 3 usw. - Vgl. Kretschmer Glotta 20, 251 ; 
22, 253. Altere Versuche sind bei Bq registriert. 
aaopov n. 'Haselwurz, Asarum europaeum' (Krateuas, Dsk. 
usw.). Kiirzere, nicht grazisierte Form &ooq (Aet., Suid.). 
Davon daaqiir]c, {ohoc,; Dsk., Gp.). 

Dunkel. Nach Prellwitz von &or), nach Lewy Fremdw. 47 
semitisch, nach Krause KZ 67, 213 wiederum thrakiseh (zu 
idg ah- 'Spitze', entweder von den Blattem oder eher von 
dem scharfen Aroma [?]). - Vgl. noch d e iaaQov und Strom- 
berg Pflanzennamen 158. 
aofieoxo.; Verbaladj. von a^vvfit, 'unloschbar, ungeloscht' 
(seit U ) Als Subst. entweder vom „ungeloschten Kalk 
(rhavog) oder von einem brennbaren Mineral unbestimmter 
Art. Dagegenniemals'Asbest' (= d/iiavrog). DielsKZ 47, Mitt. 
«aSoXoc f. (m.) 'RuB, Kohlenstaub' (Hippon., Ar. usw.), 
doBokr, f. (Semon., Dsk., Gal.; zur Form Schwyzer-Debrunner 
32 A. 4). - Davon vereinzelt belegte Ableitungen: dapoAwdrj? 
'ruBig' (Dsk.), dopoMev fiiya, iyr,Mv, fitXav H., offenbar von 
einem Gebaude, und die Denominative (do^oMo/im) nojSolw 
phot (Macho u.a.), dopoMto (Aesop.), dopokaivezar fuscatur 

(Gloss.). „, ... , . , , 

Unklar. Zum Vergleich sind einige Worter fur Asche , 
'trocken usw. herangezogen worden, z.B. gr. a> ^orren, 
trocknen', got. azgo, ahd. asca 'Asche', arm.oAw Asche, 
azazim 'dorren', die miteinander z.T. starke Ahnlichkeiten 
aufweisen. Die morphologische Analyse von aa^oXog ist 



'AoyeXdiTas — Sa&|ia 161 

schwierig. Ob darin wirklich als Hinterglied das Substantiv 
fioXos („Aschen-wurf") steckt (Prellwitz u.a.; auch Pok. 69, 
Fraenkel Lexis 3, 57 und Schwyzer 440 mit verschiedenen 
Deutungen des angeblichen Vordergliedes), ist sehr zweifel- 
haft. Vgl. a£co und die dort zitierte Literatur. 

'AayeXira^ Epithet des Apollo (Anaphe). — Vgl. s. 1. atyXrj. 

&aeXyf]<; 'ausgelassen, schwelgerisch, freeh' (att.). Davon 
dasXyeia 'Ausgelassenheit usw.' (att., hell.). Denominatives 
Verb doeXyalvco (wie vyialvw zu vyur\g usw.) 'daeXyr\c, sein' (att.) ; 
vereinzelt daekyem (Sch.); davon wahrscheinlich unabhangig 
(vgl. Chantraine Formation 178) dadXyijfia (Plb., Pap. u.a.). — 
TJnerklarte Nebenform: dadXyav vfiqiv, dfieXeiav; daaXydvag - 
tpo^EQog H.; vgl Havers IF 28, 194ff. 

Mehrere vergebliche Erklarungsversuche : Havers 1. c. 
( : bootisch fiir *d&e?.yrjg ; Bedeutung nicht giinstig) ; Prellwitz 
KZ 47, 295f. (: lett. ttdzums 'Geschwulst' usw. [?]); Pisani 
KZ 68, 163f. ( : arm. elc 'verdorben, schleeht', z-elc 'aus- 
schweifend, unziichtig'; lautlich unmoglich). 

acr), aol. acrd f. 'Ekel, Unbehagen, VerdruB' (aol. ion., PL, E. 
usw.). Abgeleitete Adjektive daTjQog (-d-) 'ekelhaft, lastig' 
(aol., ion. usw.), do&drjq 'ds.' (Hp., Plu. u.a.). Verb, wahr- 
scheinlich denominativ (vgl. unten), dadofiai {-dm Thgn.) 
'Ekel usw. empfinden' (aol. ion., Arist. u.a.). 

Mit einer urspriinglichen Bedeutung 'tJbersattigung' ge- 
hort &or) zu d-aai, d-/ievai, aber die Bildungsweise ist unklar. 
Nach Solmsen Wortforsch. 242 ff. mit analogisch bewahrtem 
oder wiederhergestelltem crd-Suffix zur Tiefstufe d-, idg. *«a-. 
Die Identifizierung von dadofiai mit lat. satiare (Brugmann- 
Thumb 350), wobei aarj postverbal ware, setzt eine im Griechi- 
schen sonst nicht vorhandene t-Erweiterung voraus, um von 
anderen Bedenken zu schweigen, s. Solmsen 1. c, wo auch 
gegen eine Grundform idg. *sa-tia. Bessere Stiitze im Grieehi- 
schen hatte ein ursprungliches *ado-d, Erweiterung vom 
cr-Stamm in &dog 'Sattigung, t)berdruB' (II.); die Verein- 
fachung des -a- in den aolischen Formen (bis auf das un- 
sichere daaagoreQag Sapph. 77) ware dem epischen EinfluC 
zuzuschreiben; s. Schwyzer 321 m. Lit. — Vgl. dam, ddrjv, 
dSfioXlrj. 

&rd-fia n. 'schweres, kurzes Atmen, Keuchen', als mediz. Ter- 
minus 'Asthma' (ion. poet, seit II.). Davon das von den 
Medizinern gebrauchte Adj. da&fj.arm6g, vereinzelt da&fiarlag, 
da#fiaTU)Sris ; ferner das Denominativum do$/j.aivw 'schwer 
atmen, keuchen' (seit II.) ; daneben die spate Bildung doftfid£a> 
{AB); unsicher da&fidofiai (Pap., vgl. Kapsomenakis Vor- 
untersuchungen 26 A. 4), wovon immerhin ao&firjOig (Gloss.). 

Frisk, Griech. et j*m. WOrterbuch 1 1 



162 oloiXXa — doxdXapos 

Die Bildung von aod/ia ist im einzelnen etwas unklar. 
Jedenfalls ist es eine d^ua-Ableitung (vgl. i-&/xa usw.), wahr- 
scheinlich von an(i>)- 'atmen' in ave/uog (s. d.). In der so 
gewonnenen Grundform *ava&[j.a (vgl. die Literatur bei 
Schwyzer 337) bleibt das -a- noch zu rechtfertigen; vgl. in- 
dessen l-o&fiog; ahnlich }a,t.halare 'hauchen', falls nach ge- 
laufiger Auffassung aus *an-sla- (denominativ). — Altere 
Erklarungen bei Bq. 

SoiXXa f. 'das iiber dem Nacken auf beiden Schultern ruhende 
Tragholz' (Simon., Pap. u.a.). — Unerklart, wahrscheinlich 
LW (vgl. Schwyzer 308). Unwahrscheinliche semitische Ety- 
mologie bei Lewy Fremdw. 110. ,,Pelasgische" Erklarung bei 
van Windekens Le Pelasgique 7 Iff. 

dalpotxtx; m. 'Art Heuschreeke (ohne Fliigel; Dsk., Gal.). Agyp- 
tisehes LW? Vgl. Stromberg Wortstudien 16. 

fiai?, -wg f. 'Schlamm, Unrat' (0 321, Nik., Charito). — Davon 
damdrjg (A. Supp. 31 [lyr.]) ; fur *daid)5ttg nach dem Homonym 
von aarjt; vielleicht auch aaiog als Epithet von Xeifimv B 461 
(mit Eust.), falls nicht einfach zu Aala. 

Nicht sicher erklart. Von Schulze BerlAkSb. 1910, 793 
(= Kl. Schr. 116f.) mit ai. dsita- 'dunkelfarbig, schwarz' 
(vgl. ai. hdri- 'gelb' neben hdri-ta- 'da.') zusammengestellt 
unter Heranziehung zahlreicher semantisoher Parallelen (die 
indessen nicht alle stichhaltig sind). Dabei muB d- (= ai. «-) 
aus idg. n- erklart werden, wodurch sich idg. s in aaig ge- 
halten zu haben scheint, vgl. Schwyzer 307. — Unannehmbar 
Krause KZ 67, 21 If.: aaig eig. "spitzer Fluflsand, Steingriefl' 
zu ale- 'Spitze' als thrakisches LW. Altere verfehlte Er- 
klarungen bei Bq; s. noch van Windekens Le Pelasgique 13 
usw. 

4okoXo|3o5 m. Eidechsenart (GDI 3123 [Korinth], Nik., Ant. 
Lib.). Daneben die langere (urspriinglichere?) Form aattaka- 
(iwTrjg (Ar., Arist.), vgl. ya?.ed>rt]g neben yaXeog; ohne an- 
lautenden Vokal axaA.af)d>Trjg (Orak. ap. Eus. PE 5, 12) ; besser 
beglaubigt xaA.af36rr)g (LXX, Pap.). Aufierdem bei H. xaXa- 
pvartjg (argivisch) und sogar aaxoKaxa (?); vgl. Chantraine 
Formation 403; dazu xwXwrrjg (Arist., Babr. ; s. x(b\ov). 

Unerklart; wahrscheinlich agaisches LW. Der Ausgang 
-fiog findet sich in mehreren Wortern unbekannten Ursprungs, 
darunter in einigen Tiernamen; s. Chantraine 260ff. Verfehlt 
Prellwitz s.v. — Die schwankende Form laCt auf volks- 
tumlichen Ursprung schlieflen; vgl. Winter Prothet. Vokal 
18f. Zur Benennung der Eidechse s. Schrader-Nehring Real- 
lex. 230f. 



doxaXacpo? — &mti<a 163 

ioxoXatpoc, m. N. eines unbekanriten Vogels, vielleicht einer 
Eulenart (Arist., vgl. Thompson Birds s. v.). Daneben xdXatpog- 
doxdkatpog. Mdyvrjieg H. Das Suffix -rpog ist in Tiernamen 
wohlbekannt ; im iibrigen dunkel. Zum Anlaut vgl. Winter 
Prothet. Vokal 17. 

doxaXioviov (xgo/nvov) n. 'Zwiebel aus Askalon' (Palastina). Vgl. 
Stromberg Pflanzennamen 125. 

tkoxdvrr]? m. 'schlechtes Bett, Totenbahre' (Ar., Luk., AP). 
Unerklart. 

&oxaplZ,a> s. axaiQco. 

daxapU;, -Idog f. 'Eingeweidewurm, Springwurm, Stechmiicken- 
larve' (Hp., Arist.). Ableitung: daxaQidmStjg (Hp.). Daneben 
axagldeg' eldog iX/iiv&cov H. — Nach L. Meyer, Prellwitz, 
Stromberg Wortstudien 24 postverbal zu daxaQi^a> "springen, 
hiipfen' ; semantisch nicht ganz iiberzeugend. — Dt. Spring- 
wurm ist Lehniibersetzung. 

acmapoi; m. Art FuBbekleidung, auch ein musikalisehes In- 
strument, 'Klapper, xQoraXa H. Ahnlieh Poll. 4, 60. Vgl. 
daxrjgd' eldog tj tcoj> xaata.vi.mv H. — Unerklart. 

doxeX^? (x463), als Adverb daxsMg (a 68, <5 543), -img {T 68), 
Bedeutimg unsicher. Gewohnlich zu axeAAto 'ausdorren' und 
einem unbelegten *axiXog 'Diirre' gezogen; also entweder mit 
a privativum 'nicht ausgetrocknet, weich' {vgl. neQi-oxelr/g 
'ringsum getroeknet, hart') oder mit a copulativum 'aus- 
r ,etrocknet' — 1. 'saft- und kraftlos', 2. 'hart'. Keine dieser 
Deutungen paBt ohne gewisse Schwierigkeiten an samtlichen 
Stellen. Vermutlich war das Wort schon zur Zeit der episohen 
Dichter der lebendigen Sprache fremd und die Bedeutung 
somit schwankend. Bechtels Versuch, Lex. s.v., von der 
ersten Bedeutung aus dem tatsaohlichen Gebrauch gerecht 
zu werden, ist nieht ganz iiberzeugend. S. aueh Winter 
Prothet. Vokal 18 m. A. 2, der auf daxaXecog- ayav ax\i)Q<og 
H. (falsch fur daxeXioigl) aufmerksam macht. 

&ax£pa f. 'Winterschuh mit Pelzfutter' (Hippon., Herod., Lyk.). 
Deminutivum daxEQiaxog m. (Hippon.). — Nach Prellwitz zu 
doxeco; vielmehr Fremdwort (lydisch?, vgl. Kretschmer 
Glotta 27, 37; s. auch Schwyzer 61). 

&ox£(i), Aor. daxfjaai 'verarbeiten, schmucken' (vorw. ep. ion. 
poet.), 'iiben, ausiiben' (vorw. ion. att. Prosa und Kom.). Vgl. 
H. Drefiler The usage of aaxem and its cognates in Greek 
documents to 100 A. D. (The Cath. Univ. of Am. Patristic 
Studies 78) Washington 1947. — Mehrere Ableitungen, 
Nomina actionis : aoxrjoig f. ' (gyronastische) Ubung' (ion. att.), 
'Lebensfiihrung, Askese' (hell. uaw. ; s. Pfister Festgabe fur 

11* 



164 Amafi^q — 'AoxXt)tci65 

Ad. DeiBmann [1927] 76ff. ; vgl. auch Holt Les noms (Taction 
en -aig 123); aaxri/xa n. c tJbung' (Hp., X. usw.); doxeia (H.); 
postverbale Bildung aaxi] f. = aoxqaig (PI. Kom.). — Nomina 
agentis : daxt]rr\g m. 'der kiinstlich und beruf lioh Eingeschulte', 
bes. 'der Athlet' (att.), 'Eremit' (Ph.); unsicher daxrjrrjQ 
(Poet. ap. Gal. Protr. 13) mit Fern. daxrjXQia 'Nonne' {Cat. Cod. 
Astr.). — Adj. (von daxr\xr\g oder von aaxr\aig oder sogar 
direkt von daxew) daxrjxixog 'arbeitsam' (PI. Lg. 806a), 'zum 
Athleten gehorig' (Ar.), 'asketisch'. 

Keine Etymologie. Altere Erklarungsversuche bei Bq. 

doxT]9-^5 (f 255 nach Eustathios daxs&isg fiir dox?]&hg — -&elg, 
kaum richtig; vgl. Leumann Horn. Worter 263 A. 3 m. Lit.) 
'unversehrt, wohlbehalten' (vorw. ep. aber auch Tegea und 
Epidauros). — Scheint ein Substantiv *axij&og n. 'Schaden' 
vorauszusetzen, das mit einer germ.-kelt. Wortsippe, got. 
skapis n. 'Schaden', ir. scathaim 'verstiimmeln, lahmen' 
zusammengestellt worden iat (Osthoff PBBeitr. 13, 459), was 
moglich ist unter der Voraiwsetzung, dafi # die idg. tenuis 
aspirata th vertreten kann. 

'AoKXr)Tti6?, dor. -dmog m. ; dialektale Nebenformen AlaxXaniog 
(epid. u. troiz.), Aaylamog (boot.), Aaxakamog (thess.), Aaxak- 
niog (gort.), Aloylafiiog (Erzfigur aus Bologna mit korinthischen 
Schriftzeichen), vgl. Kretschmer Glotta 30, 116. Urspr. Heros 
(II.), dann Heilgott, anfanglich in Epidauros beheimatet. 
Ausfuhrlich daruber E. u. L. Edelstein, Asclepiua. A Collec- 
tion and Interpretation of the Testimonies. 1 — 2. Baltimore 
1945. — Davon das Patronymikon Aaxhrpiidbr\g m. (seit II.), 
mit AaxXrjmddEiog N. eines Metrums usw. (Heph. u.a.); 
AaxXrjmeia (-idsia) n. pi. 'A.-fest' (PI. usw.); AaxXrjmEiov n. 
'A. -tempel' (Plb., Str.); Aaxhr\max6g (Aristid., Dam.); Aaxlr}- 
maoxai {-an-) m. pi. N. der A.-verehrer (Rhodos usw.; vgl. 
zu AQTBfiiaiaaral s. Agxe/Mg). — daxhr\nidg f. Pflanzenname 
(Dsk., Gal.; vgl. Stromberg Pflanzennamen 99). 

Die zahlreichen alteren Versuche, AaxXrjmog aus dem 
Griechischen zu erklaren, woriiber P.-W. 2, 1643, Gregoire 
(s. unten) 40ff., miissen als gescheitert angesehen werden. 
Einen neuen Versuch dieser Art macht H. Gregoire (unter 
Mitwirkung von R. Goossens und M. Mathieu) in der Arbeit 
Asklepios, Apollon Smintheus et Rudra. Bruxelles 1949 
(Mem. Acad. Roy. de Belgique. Classe des lettres. 2. ser. 45), 
indem er AoxXrpiwg als „le heros-taupe" zu oxdXoy, dondkal; 
'Maulwurf ' zieht mit Hinweis auf die behauptete Ahnlichkeit 
zwischen dem Tholos in Epidauros und dem Bau des Maul- 
wurfs. In sprachlicher Hinsicht steht dieser Vergleich auf sehr 
schwachen FiiBen, da die wechselnden Formen des Heilgott- 
namens, die nach Kretschmer 1. c. auf pelasgisch-tyrrheni- 



&ax6t; — doxtuXia 165 

schen Ursprung des Naraens schliefien lassen, mit den eben- 
falls wechselnden Namen des Maulwurfs nur eine entfernte 
Ahnlichkeit aufweisen. 
aaxdq m. 'die abgezogene Haut', gew. 'der daraus gefertigte 
lederno Schlaueh' (seit II.). Deminutiva: daxiov (Hp., Krates 
Kom. u.a.), daxidiov (At., Posidon.). — Weitere Ableitungen: 
doxhrjg (sc. vSQooyj) m. 'Art Wassersucht, Patient dieser Krank- 
heit' (Epikur, Mediz.; vgl. Redard Les noms grees en -r?;g 
104); — aoxw/ia 'lederne Polsterung' (als Ruderunterlage; 
Ar., Ruf. u.a.; zur Bildung vgl. Chantraine Formation 187, 
auBerdem Morrison ClassQuart. 41, 126f.); Demin. doxco- 
jxaxiov (Hero). — Zu doxdiha s. bes. — Denominatives Verb 
daxd>aaro- r)%$eo&r) H.; vgl. ngr. daxoqwaib = yovaxcovw, 
oyxovfiai 'vor Zorn (wie ein Schlaueh) aufschwellen' Kukules 
XeX-'E<P- 27, 61 ff. 

Dunkel. Altere Erklarungen bei Bq (darunter ein Versuch 
von Baunaek Stud. 1, 258ff., daxog und daxew zu verkmipfen). 
Die Neueren sind kaum glucklicher gewesen: H. Petersson 
Et. Miszellen 15 (zu vdxog; s. Kretschmer Glotta 15,197), 
Specht KZ 66, 220 (zu aind. dtka- 'Bekleidung, Gewand' ; 
sowohl Form wie Bedeutung erregen Bedenken). — Zu be- 
merken Faoxdn>6ag boot. EN; aber bei Homer fehlt jede Spur 
von F- in daxog. Vgl. Kretschmer Glotta 9, 21 5f. 

Saxpcc* dgvg axaonog H. Hubsehmid Sardische Studien (Bern 
1953) 83f. vergleicht treffend bask. azJcdf 'Art Eiche', wozu 
noch (vor)lat. aesculus 'Berg-, immergriine Wintereiche'. Es 
wiirde sich somit um ein Substratwort unbekannter Herkunft 
handeln. 

aoxupov n. (-og H.) 'Art Johanniskraut, Hypericum' (Dsk., 
Gal.). Unerklart. 

AaxcoXict n. pi. 'Schlauchfest' z,u Ehren des Dionysos, der 
zweite Tag der landlichen Dionysien (Sch. Ar. PI. 1129). 
Daneben &axcoXid£<x> (At. PI. 1129), nach den Sch. 'an den 
d. auf eingefetteten Schlauchen hiipfen', wovon nach Poll. 
9, 121 doxcoAiaofiog, sonst (Arist. u.a.) 'auf einem Bein 
hiipfen'. Die Deutung von daxwXidt,<o als Denominativ von 
daxwXia kommt auch bei Poll, vor und liegt unzweifelhaft 
am nachsten; eine Herleitung von daxmXia aus daxog mittels 
eines ^o^Zo-Suffixes (vgl. Chantraine Formation 243f., 
Schwyzer 484; anders, nicht vorzuziehen, Wackernagel Gott. 
Nachr. 1902, 140) leuchtet auch unmittelbar ein. — Unter 
Berufung einerseits auf oxojXo ftaTi£a> 'auf Stelzen gehen' 
(Epich.), anderseits auf dyxtohdSev aXXeo&ai Korjreg (AB 
1, 327, 5), dyxmXidt,<av dXXoftevog zu> iregco nodi H. will 
Schulze Q. 141 A. 2 (vgl. auch Debrunner GGA 1910, 6) ein 



166 aa[ievo<; — iumalpta 

Grundwort *aaxo>kos < *av-oxa>Xos ansetzen. Aber dann ware 
entweder aoxcbXia von daxm'kidt.m zu trennen, was nicht zu 
empfehlen ist, oder das Wort ware — falls iiberhaupt 
authentisch und nicht Scholiastenerfindung — als retrograde 
Bildung nur volksotymologisch auf daxog bezogen (so Liddell- 
Seott-J.). Eher ist anzunehmen, daB dyxcofadta) das laut- 
ahnliche daxmXtdCco im Sinn von 'auf emem Bein hiipfen' 
semantisch beeinfluBt hat. — aaxa>Xit<o (PI. Sttvp. 190 D) ist 
nach den zahlreiohen Verba auf -it,m umgebildet. 

aa(4.evo<; 'erfreut, froh' (ion. att. seit II.). Davon ao/ievi^to 'mit 
Freude aufnehmen, zufrieden sein' (hell. u. spat) mit doftevto- 
poq 'Zufriedenheit' (Ph.). Daneben dofievew (Din.). 

Isoliertes Partizip unsicherer Herkunft. Nach Buttmann 
Ausf. Sprachl. 2, 10 und J. Schmidt KZ 27, 320, denen sich 
u.a. Schwyzer 749 A. 3 anschliefit, als sigmatischer Aorist 
aus *fdd-o-/ievo<; zu dvddvco, jjdoficu (s. dd.) ; zu beachten in- 
dessen, daB sowohl die hss. Uberlieferung wie gewisse Gram- 
matikernachrichten fur den Lenis sprechen, s. McKenzie 
ClassQuart. 20, 193f. — Anders Wackernagel Verm. Bei- 
trage 6: zu veo/iat aus *ns-a-menos, indem er, auf einige 
Homerstellen gestiitzt, als urspriingliche Bedeutung 'gerettet' 
ansetzt, was indessen kaum notig ist, s. Bechtel Lex. s.v. 
Andere, nicht iiberzeugende Motivierung fur AnschluB an 
veoficu Meringer WuS 9, 116f. 

&<nz&l£oyjai, Aor. aondoao&ai 'freudig empfangen, begriifien, 
kiissen' (seit II.). Davon die Verbalnomina danaa/MQ (Thgn. 
usw.), Arrnaofia (E., Ph. usw.), dajiaazvg f. (Kail.; vgl. Ben- 
veniste Noms d'agent 72f.) 'GruB, Liebkosung'. — Ein altes 
Adjektiv (seit II.) ist dondaiog 'willkommen, freudig', von 
dand^o/xai nach den zahlreichen Adjektiven auf -atos ge- 
bildet (Schwyzer 466, Chantraine Formation 41). AuBerdem 
(neben dem alten Verbaladj. danaaroo) auch donaortxog 
'freudig, freundlich' (Plb. usw.). — Uber die expressive und 
volkstumliche Infixbildung donaxd^oficu (Kom. Adesp. ; = to 
darcd^ofiai. neTiaixrai H.), wozu danax&g' (piXocpQovwt; H., s. 
auBer Schwyzer 417 A. 1 und 644 m. Lit. auch Frisk Nom. 
62 ff. 

Nicht sicher erklart. Vielleicht zu andco als „an sich ziehen" 
mit neugebildetem Prasens; anlautendes d- dann entweder 
mit Radermacher WienStud. 41, Iff. prothetisch oder mit 
Kretschmer Glotta 12, 189f. aus *dv-ond£o/tai. — Altere 
Literatur bei Bq. 

&ona(p(d 'zucken, zappeln', nur Prasens (ion. poet, seit II.). 
Keine nominalen Ableitungen. Erweiterte Form (wie von 
einem Verbalstamm *danaQ-) danaQi^a) (Arist.), vgL doxa(>i£a> : 



(fcoroiXotvtos — aoroxXou? 167 

oxaiQO). — Das damit gleichbedeutende, aber erheblich 
spater und sparsamer belegte onaiQw (Arist., A. R. usw.) will 
Giintert Reimwortbildungen 146 durch Kontamination mit 
oxaiQco erklaren; es kann aber auch direkt mit lit. spiriit 
'mit dem Fufie stoBen' gleichgesetzt werden. Jedenfalls ist 
d- in aanaiQm ein sekundares Element und als solches eher 
als rein lautliche Vokalprothese (Literatur bei Schwyzer 412) 
als mit Kretschmer KZ 33, 566, Glotta 12, 189f. aus prafi- 
giertem dv- = dva- zu erklaren. 

dojtdXaS'O? f. (m.) N. verschiedener dorniger Straucher (Thgn., 
Kom., PL usw.) ; zur Bedeutung s. Dawkins Journ. of HellStud. 
56, 7. — Etymologie unbekannt. Der Versuch Solmsens 
Wortforsch. 21 A. (m. Lit.; s. auch Persson Beitrage 2, 803), 
aandXa&oz durch Ankmipfung an anakvaaerai' OTiagdaaerai, 
raQdaoerai H. ; oyalaoaeiv • rifiveiv, xsvxelv H. usw. (s. dajzdAaf ) 
aus dem Indogermanischen zu erklaren („woran man sich 
reiBt, ritzt, Zupfer, Reifler"), hat hochstens hypothetischen 
Wert. Eher LW (Schwyzer 510, Chantraine Formation 368). - 
Altere, ganz unbefriedigende Erklarungen bei Bq. 

dondXai;, -axoo. m. 'Maulwurf' (Arist., Antig., Ael. usw.; zur 
Bedeutung Thompson CIRev. 32, 9ff.). Daneben analog m. f. 
(Arist., LXX, Ael.), aayakai. m. (Babr., Str., Hdn.) und 
o<pdl.a£ (Paus.). 

Da -a| in Tiernamen ein gewohnliches Suffix ist (xoQati, 
axv\a£, ti6qto.£, vqci£ usw., Schwyzer 486, Chantraine For- 
mation 378), kann man fur (d)and\a£ AnschluB bei einer sehr 
weitverzweigten Wortsippe, idg. sp(h)el- 'spalten, absplittern, 
abreifien' (WP. 2, 677ff. m. Lit.), suchen, die im Griechischen 
u.a. durch anoMg 'abgezogenes Fell, Harnisch' (s. d.) ver- 
treten ist. Mithin ware (d)andXa^ „der AufreiBer" od. ahnl. 
Anlaut. d- ist dabei prothetisch (Schwyzer 412, Kretschmer 
Glotta 21,89); nach Winter Prothet. Vokal 19 ist dagegen 
fur die Kurzform eher Apokope anzunehmen. — Hierher wird 
auch gezogen a<paXdaaeiv tE/iveiv, xevreiv H., das sogar ein 
Denominativum des in oydXal; vorliegenden Gutturalstammes 
sein konnte, sofern -daaeiv nicht als ein einheitliches Suffix 
zu beurteilen ist (Schwyzer 733). — Das synonyme axdXoip 
ist damit nicht verwandt, s. d. 

dtmdAous - tovc; Ix&vag. A&a/idveg H. — Daneben aojiafaevg 
'Fischer' (Nik., Opp.) und danahevco 'fischen, angeln' 
(Aristaen., Suid.) mit aonaXievTr/Z 'Fischer' (PL). Diese 
Formen, deren gegenseitiges Verhaltnis mehrdeutig ist (vgl. 
BoBhardt Die Nomina auf -evg 65f.), scheinen nach afaevg 
usw. gebildet worden zu sein (nicht mit Schwyzer 476 A. 5 
aus *dojiaX-aXiEvg). Auch aonaXia- iov dAiew; ioyaaia (H., 



168 dtajtApayo? — &<mls 

Suid.) kann fur danakiela stehen und somit von danaXievm 
ausgehen. Direkt von danaXog dagegen wohl danaklaai- 
ahevaai, oayrjvevoai (AB 183). Vgl. Fraenkel Nom. ag. 2, 62f. 
Unklar. Von Solmsen Wortforsoh. 21 A. wird danakog zu 
lat. squalus N. eines groBen Fisehes, awno. hvalr 'Walfisch', 
apreuB. kalis 'Wels' unter Annahme von prothetischem d- 
gezogen. Wieder anders Fick BB 18, 141; s. WP. 2, 541. — 
Eher mit Huber Comm. Aenip. 9, 21 Mittelmeerwort. 

&O7idpaY0£ s. da<pdoayog. 

dcCTTcdaio? s. da7id^o/j,ai. 

(iaTcepxe? Adv. 'eifrig, heftig, unablassig' (Horn.). Mit a copula- 
tivum (intensivum) direkt von onegxco 'drangen, einher- 
stiirmen' (s. d.) gebildet; vgl. Chantraine Formation 427. 

dfoTTero? 'unendlich, unernieBlich' (ep. poet, seit II.). Eigentlich 
'unsaglich', a-on-erog, als negiertes Verbaladjektiv zu ivvenco 
(aus *iv-aen<o), evi-an-eiv (s. d.). 

&<miS^£ etwa 'ausgedehnt, geraumig', nach gewissen Gewahrs- 
mannern (vgl. Fraenkel KZ 43, 202 ff.) in A 754 8i domdiog 
Tiedioio zu lesen statt 8id amdeog n. — Wenn riohtig, ehestens 
aus a copulativum (intensivum) und einem Nomen *amdog 
bzw. einem dazugehorigen Verb (s. ojildiog), s. Fraenkel 1. e. 
Nach Beehtel Lex. s. damg dagegen aus *dv-ani8rig 'entlang 
gebreitet'. — Die Lesung amdeog erklart sich am einfachsten 
aus einem Adj. *amdvg, vgl. Schwyzer 513 A. 11 m. Lit. Un- 
wahrscheinlich Leumann Horn. Worter 58 ff.: (d) amdeog 
durch Mifiverstandnis von domSag 17 774 entstanden. 

1. &tml$, -Idog f. 'Schild', eig. 'Rundschild' (im Gegensatz zu 
adxog, Triimpy Fachausdriicke 20ff.; seit II.). — Deminutiv- 
bildungen: danldiov (Hermipp., Men. u.a.), auch Pflanzen- 
name (Dsk. ; vgl. Stromberg Pflanzennamen 55), domdtoxi] 
und -laxog (LXX, Inschr. usw.), donidtoxwv (Inschr. u.a.), 
domdioxdotov (Lyd.). — Andere Ableitungen: domaxr\g 
'schildtragend(er Krieger)' (II.), sekundar damarrjQ (S., E.) 
und dajitazcoo (A. Ag. 404 [lyr.]), vgl. Chantraine Formation 
327 u. 325f., Fraenkel Nom. ag. 1, 22 u. 137; 2,29; dazu 
damanxog (D. H.). — Daneben daiudirrjg (S. Fr.), wohl nach 
onXiXTjg; gewohnlicher dambid>xr\g (II., Theokr., Plb., AP), ur- 
spriinglich metrisch bedingt (Meister HK 30), aber auch durch 
arQaricorrfg gestutzt; vgl. Redard Les noms grees en -rrjg 
41; — danMeig 'aus Schilden bestehend' (Opp.), aber vgl. zu 

2. danlg. — AuBerdem damdeiov Bed. unsicher (Inschr., Pap.); 
vgl. die zahlreichen Bildungen auf -eiov bei Mayser Pap. I 

3, 12ff., auBerdem damdela' rag nivxdg rdtv aamdwv H. — 
Seltenes Denominativum : danism 'schirmen' (Lydien, H., 
Suid.). 



Aonlq — doTOKp t? 1 69 

Herkunft unsicher. Die Deutung als „die dem Kampfer 
entlang gebreitete Fliiche" aus *dv-antg, zu onldtog usw., s. 
damdrjg (Bechtel Lex.), iiberzeugt nicht; auch die Zusammen- 
stellung mit lit. skydas r Schild' (Bezzenberger BB 1, 337f. 
usw., s. Bq und Pisani 1st. Lomb. 73: 2, 23) muB als un- 
befriedigend betrachtet werden, s. WP. 1, 50 A. 1. — Der 
Gedanke, in danig einen Baumnamen zu suchen (Sohrader 
BB 15, 285), ist an und fur sich ansprechend; die Ankniipfung 
an ahd. aspa c Espe' usw. scheitert indessen daran, daB in 
diesemWort die urspriingliche Lautfolge -ps-, nicht -sp-, war ; 
s. WP. 1, 50. — So liegt derm die Vermutung nahe, daB die 
danig im Gegensatz zu dem einheimischen adxog wie viele 
andere Waffengerate von einem fremden Volke mitsamt 
der Benennung iibernommen wurde; vgl. Triimpy a.a.O. 

2. &anl$, -Idog f. N. der agyptischen Kobra 'Coluber haie* 
(Hdt., Ar. usw.). Davon damdoetg (Poet. ap. S. E., Opp.). — 
Falls nicht Fremdwort, wohl = 1. dojilg wegen des beim An- 
griff schild- oder scheibenahnlich erweiterten Halses. — 
Unannehmbar Holthausen IF 39, 64. 

fi<mXr)vov n., -og m. Pflanzenname. Daneben dan'krp.ig- jioxdvrjg 
eldog H. — Von a privativum und ankrjv wegen der ver- 
muteten Fahigkeit der Pflanze, die Milzsucht zu heilen. 

aoTtpii; f. Eichenart, 'Quercus Cerris' (Thphr.). — Unerklart. 
Nicht zu ahd. aspa 'Espe' usw. (Hoops Waldbaume 122) 
wegen lett. apsa und anderer Formen, die die urspriingliche 
Lautfolge -ps- bewahrt haben, s. WP. 1, 50. 

&oaa, att. arret = rivet; aaaa, att. arra = ariva n. pi. S. rig. 

&otoo«Ss m. 'Meerkrebs' (Philyll., Arist. usw.). Daneben oaraxog 
(Aristom. u.a. ; nach Ath. 3, 105b attiseh), woraus daraxog 
durch Vokalassimilation (J. Schmidt KZ 32, 390). 

Eig. ,,mit Knochen versehen, Knochentier", alte x-Ab- 
leitung des in ai. asthdn-, asthn- (z.B. Gen. asthn-dh) vor- 
liegenden n-Stammes (Nom. dsthi, vgl. oareov). Idg. Grund- 
form ware somit *osthn-q6-s. Dasselbe Suffix erscheint als 
kompositionelles Element im aind. Bahuvrihi an-dstha + ka- 
'ohne Knochen'. Zur Bedeutung vgl. mind, atthi-taco 'Krebs' 
aus *asihi-tvacas- 'knochenhautig' (Schulze KZ 43, 380 = Kl. 
Schr. 376 m. Lit.). — Vgl. auBer ooziov auch dazQdyal.og, 

OCSTQaXOV. 

4oT0t<p(?, .{dog f. 'getrocknete Weintraube, Rosine' (Tegea, ion. 
att.), daneben oazayig (Kratin., Nikopho) und atwpig (Hp., 
Theok., LXX usw.). — Ableitungen: darcupidiTig (6ai£; AP, 
vgl. Redard Les noms grec en -zrjg 111, Schulze KZ 62, 258); 
aza<p(8iog und ara<ptdhrjg (olvog; Hp. bzw. Orib., vgl. Redard 
99); auch OTcupidevzalog (Hp.; wie von *arag>idevrrjg, *ara(pi- 



170 Soxaxus — &trn/)p 

devm). Denominatives Verb ozcupidooj 'Weintrauben trocknen, 
Rosinen bereiten' (Dsk., Op.). 

Bildung wie xedglg, xscpaMg und andere Pflanzenteile bzw. 
-produkte; der Stamm erinnert an azaqivlrj 'Weintraube' 
(s. d.); sonst unklar. Zur Frage des Anlauts (prothetischer 
Vokal oder Vokalwegfall?) Winter Prothet. Vokal 19 und 21 
m. Lit. 

#CTaxu$ m. 'Kornahre' (ep. ion.). Prothetisehe Form von 
ardxvg, s. d.-Winter Prothet. Vokal 19 glaubt eher an Apokope. 

&crtEficpifc Test, starr' (poet. s. II.). Adv. daze/i(pe<og (Od.). — 
Von einem verschollenen Nomen *orefi<pog, bzw. Verb *aze/i<poi 
etwa 'stiitzen, driicken, pressen' ; vgl. aze/tqwAa n. pi. 'aus- 
gepreCte O^liven', s. aueh aro/iipog und ore/ificD. Das d- ist 
dabei copulativ aufzufassen: 'zusammengedriickt, -gepreflt' 
(Bq); anders Beehtel Lex. mit Curtius u.a.: 'der nicht 
gedriickt, nicht geprefit werden kann'. 

(ioTepon^ f. 'Blitz' (K 154 v. 1., Pi., Ar.). — Ableitungen: 
aoTEQomjrriQ, -°v m - Beiname des Zeus (II. usw.); daneben 
dozegojifjza xegavvov (IO 14, 641) nach hom. agyrjra xegavvov; — 
dazsgonaiog (Corn.).— Neben aoregoTirj steht das gewohnlichere 
ozegonrj (seit II.), auGerdem noch dazganr\ (Hdt. usw.) mit 
aazgdnzm (seit II.), s. d. ; dieselbe „schwache" Stammform 
auoh in azgond' dazganrj. Hdyioi und azogndv (cod. -zidv)- 
rrjv dazQanrjv H., woraus das Zeusepithet Zzogndog (Tegea); 
vgl. Porzig Satzinhalte 255f. 

Wahrscheinlieh mit Curtius eig. „Stern-auge" von aazrjQ 
und on- (in oy> 'Auge', oxpofiai usw.) mit dem Kompositions- 
suffix -tj (onfi 'Offnung, Loeh' !), eine Deutung, die durch aria. 
p'ayl-akn 'Blitz' (von p'aylem 'glanzen', bzw. p'ayl 'Glanz' 
und ahn 'Auge') und areg-akn 'Sonne' (von arew 'Sonne' und 
akri) sehr an Wahrseheinlichkeit gewinnt (Meillet Handes 
Amsorya 41, 757ff., s. Idg. Jb. 13 VIII 98; BSL 34, 131). - 
Ganz anders Winter Prothet. Vokal 35. — Die Form azeoonrj 
kann entweder die einsilbige Stammform enthalten, die in 
ahd. Stem usw. vorliegt (wobei dazegonrj als sekundarer An- 
klang an aarrjg zu erklaren ist), oder dureh Apokope ent- 
standen sein. Vgl. Scherer Gestirnnamen 20f. 

fiomrjvo^ 'elend, unglucklieh' (Rhenea II a ). Denominativ 
aazrjveV ddwazei H. Der „athemat." Plural aozfjvEg' zalainm- 
qoi, dvazvyelg H. ist wahrscheinlieh verderbt. — Nach EM 
159, 11 nagd to firj axdaiv firjd' olxrjaiv ex Elv - Von a privativum 
und demselben Hinterglied wie in dvazr^vog, s. d. 

&<rvf]p, -igog m., im Plur. gewohnl. Sozga, sekundarer Sing. 
aargov (Schwyzer 581 Zus. m. Lit.) 'Stern', auch ubertragen 



&otXiy? — &<n6q 171 

in verschiedenen Bedeutungen (seit II.). — Zahlreiche Ab- 
leitungen, vorw. hell. u. spat. Deminutiva : dareQianog, oft 
ubertragen (Kail., Thphr. usw.) mit dareQimaov (Apollon.); 
aarrjoidtov 'stemartiges Ornament' (Pap.). — Adjektiva: 
aOTEQoeig 'gestirnt, mit sternartigen Verzierungen' (II. usw.); 
darsQwrog 'ds.' (Inschr. III a ); daregiog 'gestirnt, sternartig 
usw.' (Arat., Kali, usw.) mit Ntr. daregiov, u.a. als Pflanzen- 
name (Krateuas usw., vgl. Stromberg Pflanzennamen 48, 50) ; 
doTBQiaios 'sternahnlich' (Kleom. u.a.); dareQixog 'zu den 
Sternen gehorig' (Theol. Ar.), darsQwdrjg (Sen.). — Substantiva: 
dareQcag Fisch- und Vogelname (Philyll., Arist., vgl. Strom- 
berg Fischnamen 28, Thompson Birds 57); doTEQhijg {M&og) 
N. eines mythischen Steins (Ptol. Heph. u.a., vgl. Redard 
Les noms grecs en -rr/g 52), fern. dareQirig Pflanzenname 
(Ps.-Apul., Redard 69). — Zur Schwundstufe in aaxQa 
(aOTQov): aarQiov 'sternartiges Ornament' usw. (Inschr. usw.); 
darQfpog 'gestirnt, zu den Sternen gehorig' (AP, Phlp.); 
doTQixog zu den Sternen gehorig' (Philostr. usw.); dargalog 
'gestirnt' (Nonn. u.a.). — Zwei seltene Denominativa : 
dareQtCm 'in Konstellationen ordnen' usw. (Hipparch. u.a.); 
darsgou) 'in Sternen verwandeln, mit Sternen versehen' 
{Placit., Seh.). 

doTiJQ stimmt im Anlaut zu arm. astl 'Stern', im Stamm- 
auslaut zu dem entsprechenden Wort im Keltischen, Germa- 
nisehen und Tocharischen, z.B. bret. sterenn, got. stairno, 
toch. B scirye. Die iibrigen Sprachen, die das Wort bewahrt 
haben, lassen sowohl idg. -r wie -I zu : aw. Akk. sg. stdr-dm, 
aind. Nom. pi. tdrah, Instr. stf-bhih, lat. stella aus *ster-ld 
oder (wohl besser) *stel-na. — Die Ankniipfung dieses alten 
Wortes fin* 'Stern' an ein idg. Verb ster-, stel- 'ausbreiten, 
ausstreuen', z.B. lat. sterno, aksl. steljg (seit Kuhn KZ 4, 4), 
ist ganz hypothetiseh. Verfehlt Krogmann KZ 63, 256ff. und 
v. Windekens Revue beige de phil. 21, 141 ff. (zu idg. ds- 
'brennen'). Herkunft aus dem Sumerisch-Babylonischen 
(Iitar 'Venus'; z.B. Ipsen IF 41, 179ff.) muB als vollig un- 
bewiesen und aufierst unwahrscheinlich betrachtet werden, 
vgl. Schrader-Nehring Reallex. 2, 481, Speeht KZ 62, 249 
m. A. 3, Scherer Gestirnnamen 23. — Lett, stars 'Ast, Strahl' 
und damit verwandte Worter (Fraenkel Gnomon 22, 236) 
sind schon wegen der stark abweichenden Bedeutung fern- 
zuhalten; s. dazu WP. 2, 628 und 637 mit anderen Kom- 
binationsmoglichkeiten. — Ausfuhrlich iiber die ganze Wort- 
gruppe Scherer Gestirnnamen 18ff. 

fioTXiY? s. oar fay £. 

&<tt6<; s. aoxv. 



172 aoTpapSa — &axpAyaXoq 

aarpapSoc (Akz. unsicher) nalt,eiv (Herod. 3, 64). Bedeutung un- 
bekannt. Bildung wie xgvfida, xvfida, filyda usw. (Schwyzer 
626). Dunkel; in Betracht kommen: daxgdnxm, aaxgd^r], 
audi oxgeyco. Lit. bei Bq. 

daxpdpr) f. 'bequemer Sattel, Mauleselsattel' (att.). Davon 
doxgafieva> (PL Kom. 39), doxgafil£(o (A. Supp. 285). — Her- 
kunft unbekannt, wahrscheinlich technisches LW, vgl. 
Chantraine Formation 262 : 8. Verwandtschaft mit d<3Tga$r\g 
(Prellwitz) ist nioht zu begriinden. 

dorpap^?, -kg 'gerade, fest' (Pi., Hp., PI., Thphr. usw.). Davon 
doxgafii&iv 6jiaXit,eiv, ev&vveiv H. mit daxgafiiaxrjg. Erweiterte 
Form daxgafiaXi&iv (EM), nach den Verba auf -aXi&iv 
{xgoxaXl&iv u.a.). — Zu oxgaflog (s. d.), axgeftXog, axgoflikog 
usw. Das jedenfalls privative Adjektiv kann entweder von 
einem neutralen «-Stamm oder direkt von einem Verb 
ausgehen. 

ioTpayaXo? m. 'Halswirbel, Sprungbein, (daraus gemachter) 
WiirfeP (seit II.), daxgaydXr) f. c ds.' (Anakr., Herod.). — 
Mehrere nominale Ableitungen: Demin. daxgayaXiaxog (Delos 
II a u.a.). Ferner daxgayaXcoxog 'aus d. gemacht' (Krates Kom. 
usw.) mit dem Femin. daxgayaX.cax^ Pfianzenname (Philum. 
u.a.) ; zu den Bildungen auf -(co)x6g von Nomina s. Schwyzer 
503 : 4, Chantraine Formation 305 § 243, auBerdem Krahe 
IF 48, 224f. ; — daxgayaXwdrjg 'd.-ahnlich' (Tz.), daxgaydXewg 
'talaris' (Aq.). — AuBerdem doxgayaXlxig 'Art Iris' (Gal.), 
aaxgayaXivog 'Goldfink' (Dionys.). — Vom Denominativum 
daxqayaki^u) 'wurfelri' (Kom., PI.) stammen daxgaydXiaig 
'das Wurfeln' (Arist.), aaxgayaXiaxf\g 'Wiirfelspieler' (Kom.), 
Adj. daxgayaXiaxixog (Eust.). — Eine hypokoristische Sub- 
traktionsbildung ist aaxgig f. = daxgdyaXog (Kail.) mit 
daxgl£(o (Poll.); dazu, mit volkstiimlichem (hypokoristisehem) 
j;-Suffix, daxgixog m. (Antiph.), vgl. Schwyzer 498. 

daxgdyaXog ist mittels eines A-Suffixes (vgl. Chantraine 
Formation 247) von einem alten Wort fur Knochen gebildet, 
das auch dem Wort fur Meerkrebs daxaxog zugrunde liegt und 
einen r-n-Stamm enthalt, der im Griech. in oaxg-axov, oaxg- 
ewv, im Altind. in asthn-dh (Gen.) zutage tritt. Daran ist ein 
-y angefugt, das wahrscheinlich aus dem Nominativum 
stammt und mit dem gutturalen Element in den altind. r-n- 
Stammen, z.B. dsr-k, Gen. asn-dh 'Blut' (vgl. lag) identisch 
ist. Das anlautende d- ist wie in daxaxog durch Vokal- 
assimilation (Vokalharmonie) entstanden. Aufier der Lit. bei 
Bq und WP. 1, 185f. s. bes. Benveniste Or. 7 und 28. Un- 
annehmbar Winter Prothet. Vokal 37 ff. — Vgl. daxaxog, 
oaxgaxov, oaxgvg, oaxiov. 



&<rcp<xX6£ — octtu 173 

&dTp<x\6<; 4 6 tpaQog (= 'Star') vno QsTraXcov H. — Erinnert auf- 
fallend an das lat.-germ. Wort fur Star, lat. sturnus, ahd. 
stara f. usw. (Ourtius, Fick). Ankmipfung an den in sturnus 
verbauten w-Stamm (iiber *daxQvlog, s. Schwyzer 483 : 4) ist 
dann nicht ausgeschlossen. Nach Wood u.a. (s. WP. 2, 649) 
zu aazr)Q. Vgl. W.-Hofmann s. sturnus, aufierdem Winter 
Prothet. Vokal 19, Thompson Birds s.v. 

&.<jT$a.id\ f. 'Blitz' (Hdt., A., PI. usw.; Epos dafiir (a)oTEQOJir), 
wolil aus metrischen Griinden). — Davon daxQanalog (Arist. 
usw.) und dorgdmog (Orph.); aufierdem a.OTQa7ir)86v (Aristo- 
bul.). — Neben aOTQajirj stent, mit dem Aussehen eines 
Denominativs, daTQamco, Aor. dcnQaipai 'blitzen' (seit II.) mit 
den sparlich belegten aOTQaytig (Suid.) und dazQanrixog (Seh.). 
Spater belegte poetische Nebenform axodnxw (S., A. R. u.a.), 
dazu neugebildet ozoanri (EM). 

Wenn, wie seit alters angenommen wird, darqanrj zu 
(a)oTeQonri gehort, mufi die innere Silbe einen alten Ablaut 
(vgl. dazQa-ai) enthalten, vgl. Schwyzer 360. DerWegfall des 
d- im Hinterglied bleibt indessen etwas auffallig, wenn auch 
eine idg. Tiefstufe (d)q v - moglich ist; man hatte *darQ07iifj, 
*darQonr(x> erwartet. Oder wurde *daro6m(a von daxQanrm 
nach Muster von den zahlreicheren Verba auf -dirau abgelost, 
wozu sekundar daroanrjl — Vgl. doreQonrj mit Lit. 

fiaxpis, fiarpixog s. daxgdyaXog. 

ctorru, -eog, att. -ewg n. 'Stadt' (seit II.). — Ableitungen: danxog 
'stadtisch' im eigtl. Sinn (A., Th., Lys. usw.) mit produktivem 
wo-Suffix, auch auf darog (s. unten) beziiglich ; mitunter darvxog, 
in Anlehnung an uotv, vgl. Schwyzer 498, Chantraine For- 
mation 394; — dazelog 'stadtisch' in ubertragenem Sinne, 
'fein gebildet, hiibsch usw.' (att., Arist. usw.), vgl. zu diesem 
Begriff Lammermann Von der att. Urbanitat und ihrer Aus- 
wirkung in der Sprache. Diss. Gottingen 1935. Davon die 
spaten doTeioTtjg (Vett. Val. u.a.) und doreioovvi] (Lib.), das 
denominative daret^oum (Str., J. usw.) mit dore'Co/tog (Demetr. 
Eloc., D. H. usw.) und doTd'iaua (Tz.), aufierdem noch 
doTe'ievoucu (Sch.). — dcxixng m. 'Mitbiirger' (S.) nach 
noMxrjg. — Eine sehr eigcnartigo Bildung ist aarvoov 'Stadt, 
Stiidtchen' (Kali., Nik.). 

Fruher belegt als die schon genannten Ableitungen ist 
darog m. 'Biirger, Mitbiirger' (seit II.), das fur *darf-6g, mit 
Ankniipfung an die hochfrequente Nom.-Akk.-Form, stehen 
mufi, vgl. thess. faarfog unten. Davon aartog = darcxog 
(Kreta, Stymphalos, Delos). 

aarv aus fdarv (in boot, fdanog Gen., ark. faaorv-oxa) 
(Gen.), vgl. thess. faarfog usw.) entspricht bis auf die Quanti- 



174 'AoToiva^ — Aotpapayo^ 

tat aind. (ved.) vdstu n. 'Wohnstatte' (daneben das erheblioh 
spater belegte und wahrscheinlich jiingere vastu n. 'Ort, 
Ding'), wozu sioh noch messap. vastei (Dat., Krahe Glotta 
17, 100) und toch. A wast, B ost 'Haus' gesellen. Dieser 
Bildung zugrunde liegt ein altes Verb, das u.a. in ai. vdsati 
'verweilen, wohnen', got. wisan 'verweilen, sein', vielleicht 
auch in heth. huiS-zi 'er lebt' erhalten ist. Das Griech. hat 
dagegen nur die zweisilbige Form asoa (Aor.), s. d. — Neben 
der iw-Ableitung in aaxv usw. stehen andere nominale Bil- 
dungen, z.B. got. wists f. 'Wesen, Natur' (aus *ues-ti-s, vgl. 
'Earta), air. foss 'Ruhe' (aus *uos-to-s). — TJnerklart bleibt der 
griech. a-Vokal, der zu der sonst herrschenden e-o-Serie (z.B. 
got. wisan : was) nicht stimmt. — Zum Lenis s. Schwyzer 227 
m. Lit. , 

'Aarudva? vgl. s. AvdQo/idxrj. 

Aaop^s 'unrein, schmutzig, hafilieh' (Plb., LXX, Phld.). — 
Etymologie unsicher. Vielleicht aus o copulativum und 
*avQog, Verbalnomen zu avgco 'schleifen, zerren' mit derselben 
Bedeutungsverschiebung wie in avgfia, avqqxrtoi; 'Kehricht, 
Unrat'. 

dcrucpr) f. Art xaaia (Peripl. M. Ruhr. 12, Dsk. 1, 13). — Fremd- 
wort unbekannter Herkunft. 

&oii<pi]Xo? Adj. unbekannter Bedeutung, etwa 'riicksicht los, 
beschimpfend' oder 'toricht'? (7 647, Q 767, Q. S.). — Nach 
den Schol. zu Ven. A und Beehtel Lex. zu ooyoQ. Curtius 512 
vergleicht noch Stavtpoc., aiovtpog- navovgyog H., aa<pr\g,. Andere 
Versuche, alle sehr unwahrscheinlich oder unmoglieh, bei Bq. 

i5a<paXxo? f. (m.), -ov n. 'Asphalt, Erdharz' (Hdt., Hp., Arist. 
usw.). — Davon daydkxiov 'Asphaltklee' (Dsk.; vom Geruch, 
s. Stromberg Pflanzennamen 62) ; daipakiixn; 'erdharzig' 
(fiitilot; usw., Str., D. S. u. a., Redard Les noms grecs en -hr}c, 
108); aayaXTibdrjg 'dem A. ahnlich, voll von A.' (Arist., Str. 
u.a.) mit cuHpakrwdevoftai 'mit A. iiberziehen'. — Denomina- 
tives Verb aa<paXr6(o 'mit A. bestreichen' (LXX) mit da<pdX- 
rwaig (Suid.); auch da<pakTi£ot) 'wie A. riechen' (Dsk.). 

Negiertes Verbaladjektiv von oydMea&ai. ,,Der Asphalt 
ist dasjenige Bindemittel, das die Mauern vor dem otpdkleo&ai, 
dem TJmgestofienwerden, schiitzt." Diels KZ 47, 207ff. mit 
Kritik semitischer Etymologien. Zur „kausativen" Bedeutung 
des Verbaladjektivs vgl. dfii&varog. 

1. iatpipayoq m. 'Schlund, Kehle' (X 328, Plu., Q. S.). Vgl. 
aydoayoq- ftgoyxog, Tpdj^Aoc, Xai/iog, rpotpog H., = (pdgvyS 
(Apion ap. Phot.). — TJnerklart. Vielleicht mit 2. doydgayos 
identisch als *'(hohler) Stengel, Rohre', s. Persson Beitr. 1, 
444. Die apokopierte Form durch Assoziation mit o<pagayeo/Mu 



dotpapayos — 'Axa^avnj 175 

'prasseln, zischen'? — Nach Fick 1,574 zu lit. springstii, 
springti 'wiirgen' (intr.). Unannehmbar Winter Prothet. 
Vokal 20. 

2. aacpapayoq, auoh doTtdgayog m. 'Spargel, junger Trieb' (Kom., 
Thphr., Plb. usw.). Davon datpagayia 'Wurzelstock des 
Spargels' (Thphr., vgl. Stromberg Theophrastea 84, 114) und 
daipaQaycovia 'Spargelkranz' (Plu.), vgl. fcvcovla, Qodajvla usw. 
Hatzidakis A&. 28, 1 14. 

Unter den vielen Wortern, die als nahere oder entfemtere 
Verwandte in Betraoht kommen (s. WP. 1, 672ff.), seien er- 
wahnt: gr. atpaQayiofiai 'strotzen, voll sein', lit. spurgas 
'Sprofl', ai. sphurjati 'hervorbrechen'. Die naheren Be- 
ziehungen dieser Worter sind aber schwierig festzustellen 
sowohl wegen der schwankenden Form wie vor allem wegen 
der mannigfachen Sinnfarbungen. Fur doydgayog kommt 
auBerdem Entlehnung in Betraoht. 

&mp68e\o$ m. lilienartige Pflanze, 'Asphodill' (Hes., Arist. 
usw.). — Ableitungen: datpodskog Adj. 'mit A. bewachsen' 
(Od., h. Merc. ; zum Akzentwechsel Sehwyzer 420) ; doyodeM- 
drjg 'A.-ahnlich' (Thphr.), doyodihvoq 'aus A.' (Luk.). — 
Fremdwort unbekannter Herkunft. Altere Deutungsversuche 
bei Bq. 

(iaxaXdco (Horn., auch Archil, und E.), gewohnlicher da%dkX<ii 
(ion. att. seit Od.), beide nur im Prasensstamm (mit" Aus- 
nahme vom vereinzelten Fut. doxaM) 'sich argern, betriibt 
sein'. — Wohl mit L. Meyer und Curtiua (s. Bq und Bechtel 
Lex.) von einem (nur virtuell existierenden?) Adjektiv 
*aoxaXoq 'der sich nicht halten kann', Zusammenbildung von 
a privativum und dem Aoriststamm ax-slv mittels eines aXo- 
Suffixes. 

&axiStx>poq m. 'der wilde Eber' (A. Fr. 191, Skiras 1). — Wahr- 
scheinlich mit Kretschmer KZ 36, 267 f. dorisch fiir *dv-axe- 
Sogf-og 'der Lanze widerstehend', „Trotzespeer" als ur- 
sprungliches Epithet; vgl. ftev-eyxr/g, /tev-aixfirjg ; s. auch zu 

dMxrtOQ (S. dkEXTQVtov). 

ioxlov n. 'Triiffel' (Thphr. HP 1, 6, 9). - Unerklart. Unhaltbar 
Prellwitz KZ 46, 172. SemitLsche Etymologie bei Lewy 
Fremdw. 31. 

dTapupttT)*; (agrog) eine Art Brot (Sopat.). Von Arapvgia, alter 
Name von Rhodos. Vgl. Redard Les noms grees en -lxr\g 88. 

AtoAAvtt] f. N. einer mythischen Jungfrau, aus Arkadien und 
Bootien bekannt (seit Hes.). — Etymologie unsicher. Die 
naheliegende und schon friih laut gewordene Erklarung als 
Femininum von dxdXavrog, also 'die gleichwertige (Frau)', 
d.h. 'mannergleich' wie dtnidvecga, hat Kretschmer Glotta 



176 &T<tX6? — &TapTT)p6s 

3, 266ff. und 22, 251 unter Kritik anderer Ansichten wieder 
aufgenommen. Hoffmann Makedonen und nach ihm Branden- 
stein Atalante (Wien 1949) deuten es als 'mit zartem Antlitz', 
von dralog und *di>T- 'Vorderseite, Antlitz' (s. dvrl), unter 
Vergleich von PN wie Ev-dvja, Agi-avrog. — Volksetymo- 
logische Umbildung eines ungriechischon Namens? 

6naX6<; 'kindlich, jugendlieh, zart' (poet, seit II.). — Denomina- 
tives Verb drdUw (nur Prasensstamm) 'munter umher- 
hiipfen', trans, 'aufziehen' (poet, seit II.) mit dxaljiaxa- 
naiyvia H. — Mit innerer Reduplikation (Schwyzer 648) 
dzndlXco 'aufziehen, pflegen' (poet, seit II.). Davon drndXrag 
m. 'Pflegevater' (Gortyn), vgl. Debrunner IF 21, 90. 

Nicht sicher erklart. Nach Leumann Glotta 15, 153ff. und 
Horn. Worter 139ff. ist dxaMg aus dem Ausdruck dzcJA 
•pgovewv ausgelost, der seinerseits durch Zerlegung von dra- 
Xaygovewv entstanden ist. Wie dokoygovewv aus dolo-ygmv 
usw. ist draXaupQcwewv aus draXdcpgcov erweitert, das wiederum 
als Gegenstiick zu Ta/Aygcov geschaffen wurde. — Diese 
scharfsinnige aber etwas verwickelte Hypothese hat vor 
allem den Vorzug, daB sie den sonst schwerverstandlichen 
Kompositionsvokal a erklart. Vgl. die Bemerkungen von 
Boiling Lang. 27, 74. — Altere Etymologien, alle ganzlich 
unbefriedigend, bei Bq. 

&t&Xi>(jivo<; f. = xoxxv^^ea, 'Pflaumenbaum' (Nik. Al. 108). 
Herkunft unbekannt, ohne Zweifel Fremdwort; vgl. Solmsen 
Wortforsch. 64 A. 3. Zur Bildung Schwyzer 524, Chantraine 
Formation 216. 

&T(4p adversative Konjunktion 'dagegen, aber usw.' (vorw. 
poet, seit II.). Zusammenfugung aus *dr = lat. at (wohl auch 
in got. ap-pan 'aber') und ag (s. d.). Vgl. avx-dg und W.- 
Hofmann s. at. Zum Gebrauch Schwyzer- Debrunner 559, 
Chantraine Gramm. hom. 2, 344, 352f. 

dxAppOKTOi; 'unerschrocken' (Pi., B.). Privatives Verbaladjektiv 
von einem unbelegten *xagfidoa(o oder *xagfidZ<x>, zu zdgpog, 
xagfieco (s. d.), sofern nicht einfaeh eine expressive Umbildung 
von dxag^g, dxdgPrjxog. — Vgl. dxdgpvxxog (Euph., Nik.) von 
Tag/ujoo(D 'erschrecken' (Lyk.), s. d. 

&ta.(mit6q, dxagnog s. dxganog, dxgamxog. 

dTapxT)P<Ss ep. Adj . (seit H.) unsicherer Bedeutung, 'riicksichtslos, 
verderblich' (?). Daneben dragrdraf jiXdnxei, novel, Xvntl H., 
Bildung wie dgrdui (s. d.). Sonst dunkel. Stiirmer IF 47, 299 
geht von einem unbelegten *axagzog 'unzerreiblich' (vgl. 
dxega/ivog, xeigco) aus ; ahnlich schon Bechtel Lex. mit allerlei 
morphologischen Kombinationen. Uber andere Hypothesen 
s. bei Bq. 



&T(ia9aXos — (ircevife 177 

dx&aO-aXos 'unbesonnen, iibermutig, frevelhaft, verblendet' 
(aol. und ion. seit II., auch spate Prosa). — Davon dxaoftaMai 
pi. (so immer Horn.), sg. -It], -la (Hes., Hdt., Pi. usw.) und 
dxao&akkw (nur Pras. Ptz., a 57, x 88). 

Unerklart. Hypothese bei Frisk Eranos 31, 2 Iff.: Ab- 
leitung auf -aXog von *&Tao#og mit Hauchversetzung fur 
*a-&agaxog = ai. d-dhrsta- 'unwiderstehlich', zu &d@oog, &ga- 
avg, vgl. dxdo&aha i&gaavvexo (Ael.). — Oft, aber mit Unrecht, 
zu art] gezogen (Hesychios, Schwyzer, Lagercrantz, Pisani); 
dagegen Frisk a.a.O. und Leumann Horn. Worter 215 A. 10, 
wo auch andere VorsehJage besproohen werden. — Unhaltbar 
Pisani IF 54, 295ff. 

Axeip^s poet. Adj. (seit II.) unsieherer Bedeutung, etwa 'un- 
versehrt, hart'. — Schon wegen der nicht feststellbaren Be- 
deutung etymologisch mehrdeutig. Gewohnlich zu xeigoj 
'aufreiben', lat. tero gezogen, u. zwar entweder mit der in 
xeqv, XQva> vorliegenden w-Erweiterung aus *dxeQF-rjg (Froehde 
BB 20, 218, Ehrlich KZ 39, 570, Bechtel Lex.) oder etwa mit 
der t-Erweiterung in lat. trlvl (und -ragco??, Specht) aus 
dxegl-rfg (Specht KZ 66, 212) oder endlieh mit metrischer 
Dehnung fur *dxegr)g (Schwyzer 286). — Naeh Wackernagel 
Verm. Beitrage 14ff. aus *dx£go-rjg zu xigaoftai 'trocken 
werden', also eig. *'nicht trocken, frisch'; ahnlich (aus 
*dx£ga-irjg) Brugmann- Thumb 148. 

&t£(j.(3io nur Prasens 'in Schaden bringen, berauben', Med. 'zu 
Schaden kommen, verlustig gehen' (ep. seit II.), auch 'schelten* 
(A. R. durch falsche Interpretation von <p 312, s. Leumann 
Horn. Worter 33). Davon dxififiiog- fiEnyi/ioigog EM. — Nicht 
sicher erklart. Vielleicht mit Bezzenberger BB 1, 69 zu aind. 
dabhnoti 'beschadigen', dambhd- m. 'Betrug' mit Verlust der 
Aspiration nach Nasal wie in fidfifSog gegeniiber xtfh\na, 
txcupov usw. und mit derselben Entwicklung wie in nvvdag 
gegeniiber ai. budhna- 'Grund, Boden' (Schwyzer 333). Anl. d- 
dann wohl ,,copulativ". Die Einzelheiten bleiben unklar, vgl. 
WP. 1, 850f. m. Lit.; s. auch Pisani Rev. intern, et. balk. 
3, 18 A. 3. Altere Literatur bei Bq. 

4tev^?, -eg 'straff, unverwandt, aufmerksam' (Hes., Pi. usw., 
vorw. poet.). Davon dxevitco 'starren, mit unverwandtem 
Blick hinsehen' (Hp., Arist. usw.) mit dxeviofiog (Thphr. u.a.) 
und dxiviaig (Paul. Aeg.). 

Eig. 'mit Spannung' aus a copulativum (ion. Psilose) und 
einem Subst. *xivog n. 'Spannung', formal = lat. tenus n. 
'Schnur mit Schlinge', wohl auch = Adv. terms 'bis an', eig. 
'Erstreckung', ai. tanas- n. 'Nachkommenschaft', s. Solmsen 
Wortforsch. 22 f., Fraenkel KZ 43, 206. - Vgl. xeivco. 

Frisk, Griech. etym. WBrterbuch 12 



178 «xep — &xt?o> 

(Strep Prap. 'ohne, fern von' (ep. ion. trag., auch spate Prosa). — 
Davon ax£g$E(v), aol. arsg^a 'ds.' (Pi., A. u. S. in lyr., Hdn.) 
und mit dno kombiniert (vgl. Schwyzer 632: 2) dnaxEgfttv, 
auch als Adv. (II. usw.). 

dreg, psilotisch fiir *drig (aol. Barytonese oder Proklise? 
Schwyzer 385) ist mit dem german. Adv. ahd. suntar 'ab- 
gesondert, aber', nhd. sonder(n) usw. identisoh; idg. *sr),-t6r. 
Daneben, mit anderer Stammform, aber im Suffix uberein- 
stimmend, ai. sanu-tdr 'abseits von, weit weg'. — Lit. bei Bq 
und WP. 2, 494f. Vgl. azEgog (s. eteqoq). 

&Tepa(xvo; 'hart, unerbittlich' (ion. poet, seit Od., Arist. usw.). 
Davon die Abstrakta dzEga/ivia (Hp.), dTEgafivortjg (Thphr.) 
und das erweiterte Adj. dregaftvcoSrjg (Gal.). — Von a priva- 
tivum und einem Nomen *rEgafxa (s. relgio, teqtjv), eig. 'ohne 
Aufreibung'; s. Frisk Adj. priv. 5f., Sommer Nominalkomp. 
11 A. 2. — Neben drigafivog steht in derselben Bedeutung 
das themavokallose dTEgd/twv (Ar., PI., Thphr. u.a.). 

&xepo£ dor. usw. fur Sregog s. d. 

dxewv isoliertes Ptz. (Y 332, Hdt. 7, 223, Kail. Fr. 537). Von 
Bechtel Lex. zu art] gezogen (vgl. Schwyzer 705: 3) und mit 
'verblendet, tollkuhn' od. ahnl. wiedergegeben. Dann ist 

Y 332 dreovxa mit Synizese oder sogar d(f)a-reovra zu lesen, 
s. v. Blumenthal Herm. 75, 427 f. — Altera Hypothesen bei Bq. 

6txi) f. 'Schaden, Schuld, Verblendung', auch personifiziert (ion. 
poet, seit II.), 'BuBe' (Gortyn). Zur Bedeutung Havers KZ 
43, 225ff. (urspriinglich 'Schlag'?), aufierdem Stallmach Ate. 
Diss. Gottingen 1950. — Ableitungen: drtjgdg 'verblendet, 
unheilbringend' (Thgn., A. usw.) mit drrjgta (PI. Kom., X.); 
drdo/xai (dfardo/iai, s. unten) 'Schaden leiden' (S., E.) 'einen 
Prozefi verlieren, eine Geldstrafe erleiden' (Gortyn, Gytheion). 
— Kompositum av-azog, auch an-azog (Gortyn). 

Aus dfdrtj kontrahiert, wie aus avdra (Alk., Pi.) und dem 
Denominativum dfaxarai (Gytheion ; auCerdem dyazao&ai 
[= dfa-]' {JXdmeo&ai H.) hervorgeht. Somit ist anlautendes d- 
als lang anzusehen, wozu indessen Archil. 73 (v. Blumenthal 
Herm. 75, 427 f. dafur aatj; aber s. Leumann Horn. Worter 
215 A. 10) und A. Ag. 131 (Hermann aya) im Widerspruch 
stehen. — dfd-rt] ist ein Verbalnomen von *dFd-aai, s. 
ddai. — Der Vorschlag, azrj in zwei Worter zu zerlegen (Bechtel 
Lex. s. drico, Benveniste Melanges Pedersen 498), ist nicht 
zu empfehlen. 

4xT)ji.eX^s s, TrjfieMca. 

&xt^b), Aor. drla(a)ai 'nicht achten, unbesorgt sein, verachten' 
(II. , Trag., A. R. u.a.). — Bildung auf -(i)Ca> zu dem in xua 
(s. d.) vorliegenden Stamm; vgl. das synonyme ovx dteyitw, 



AtitoiXXo) — &T(i6<; 179 

das vermittelnde privative Adjektiv fehlt und ist vielleicht 
nur virtuell vorhanden gewesen. Vermutungen daruber (von 
Froehde BB 20, 220 f. und Schulze Q. 64 A. 4) bei Bq. Vgl. 
Risch 166 und das spater und weit sparlicher belegte drlco. 

driraXXco s. dzakog. 

Artw 'nicht ehren' (Thgn. 621, Orph. L. 62). Zufallsbildung, 
antithetiseh zu rica geschaffen nach Muster von rijidw : 
dri/idw (von ariftog ausgehend, aber nach riftdco umgebildet). 
Vgl. das fruher belegte driCca. 

"AtXas, -avrog m. 'Atlas' (Od., Hes., Hdt., A. usw.), N. eines 
Gottes, der die Saulen des Himmels tragt; urspriinglich 
wahrscheinlich N. eines arkadischen Gebirges, der dann 
durch das Epos allgemein verbreitet wurde und besonders 
(durch ionische Seefahrer?) auf das Atlasgebirge in West- 
afrika iibertragen wurde, s. Solmsen Wortforsch. 24; iiber 
Atlas als Personifikation der Weltachse Tieche Mus. Helv. 
2, 65ff. — Davon ArXavrtg f. (Hes. usw.), u.a. Name einer 
mythischen Insel, nach Brandenstein Atlantis (Wien 1951, 
= Arb. Inst. Sprachw. 3) = Kreta; ferner AzXavnxog (E., PL, 
Arist. usw.) und ArMvretog (Kritias). 

Zusammenbildung von a copulativum und dem in xXfj-vai 
vorliegenden Stamm rAd-, wobei Umbildung nach den vr- 
Stammen in Betracht kommt (zu bemerken MrXdyevicov 
Hes. Op. 383), vgl. Schwyzer 626 und Kretschmer Glotta 
7, 37 A. 1. — Der Name des afrikanischen Atlasgebirges ist 
indessen auch mit berberisch ddrar 'Berg' in Beziehung 
gebracht worden, so namentlich Steinhauser Glotta 25, 229 ff., 
wobei sich der Verf. bemuht, die phonetischen und morpho- 
logischen Schwierigkeiten zu beheben. Ahnlich Brandenstein 
Archiv Orientalnf 17: 1, 69ff. (mit vielen abenteuerlichen 
Spekulationen) : volksetymologische Umbildung von berb. 
ddrar nach dem griechischen Namen. 

&T|A^v, -hog m. 'Diener, Sklave' (Kail. u.a.). Daneben ajfisvog 
m. (Archil., s. POxy. 8, 1087 Kol. 2, 38, Kail. Fr. 538), auch 
Adj. = SovXixog (H.). Femin. dr/^evig 'Dienerin' {EM), auch 
dd/isvldeg (EM) nach S/icag, dfiwrj (Wackernagel GGN 1914, 
119, Fraenkel Glotta 32, 24; Lexis 3, 55ff.). Andere Ab- 
leitungen dr/nevia 'Sklaverei' (Man., AP), drfievwg 'muhsam' 
(Nik.). Denominativum dr/nevm (fiir *dTfievevoi, Nik.). 

Unerklart; wahrscheinlich kleinasiatisch, von der alexan- 
drinischen Kunstpoesie aufgegriffen, s. Fraenkel Gaomon 21, 
39; s. auch Debrunner GGA 1910, 6f. 

&T|x6; m. 'Dampf, Dunst, Rauch' (A., Arist. usw.), drfirj f. 'ds.' 
(Hes. Th. 862). — Ableitungen: dTfilg f. (zur Bildung Schwyzer 
464f.) 'feuchter Dampf, Dunst' (Hdt., PL, Arist. usw.) mit 

12* 



180 Sxos — &Tpan6$ 

axfiidmSrjg (Arist. u. a.) und dx/iidoo/tat 'in Dampf verwandelt 
werden' (Arist.). — dx/j,codt)g (Arist., Thphr. u.a.), at/iiCm 
'dampfen, dunsten', auch auf dx;iig beziehbar (S., X., Arist. 

u.a.). 

Aus dexfiog kontrahiert, vgl. dex/riv xo nvevpa, aexpa- 
(pX6£ H. Dtiroh Abtrennung eines suffixalen Elements -x-fio- 
(vgl. Schwyzer 493, Chantraine Formation 136) erhalt man 
AnschluB an a(f)eUa (s. d.) aus *afe-hla und letzter Hand 
wahrseheinlich an arjui; anderseits meldet sich auch dvx/irj 
(s. d.) zum Vergleich. Zu einem fraglichen Ablaut dfe- : d(F)v- 
s. besonders Solmsen Unt. 27 If. - AuBerhalb des Griechi- 
schen ist an ai. atm&n- 'Seele', ahd. atum 'Atem' zu erinnern, 
die, obgleich unverwandt, eine ahnliche Bildungsweise zeigen. 
Vgl. Bq und WP. 1, 221f. 

5to5 aus aaxog kontrahiert, s. d. 

oVcpaxts, -idog f. Distelart (Gal.). Von axgaxxog mit (dissimila- 
torischer?) Erleichterung der Konsonantengrappe, vgl. agxog 
neben agxxog. Zur Bildung s. Chantraine Formation 344, vgl. 
auch Stromberg Pflanzennamen 105. — Eine andere Deminu- 
tivbildung ist dxgaxxvlUg, s. axgaxxog. 

aTpoKTO? m. (f.) 'Spindel' (Hdt., PL, Ar., Arist. usw.), aueh 
'Pfeil' (S. ; a. xo^ixog A. Fr. 139), nach Th. 4,40 lakonisch. - 
Deminutivum dxgdxxiov (Epic. anon, in Arch. Pap. 7,9, Fr. 10; 
auch POxy. 14, 1740, 2). Ferner dxgaxxvl(X)ig, -Idog 'Spindel- 
distel' (Arist., Thphr., Theok. u. a.) ; zur Bildung vgl. Schwyzer 
485, Chantraine Formation 252, Leumann Glotta 32, 214ff. 
Die Ahnlichkeit mit ai. tarku- 'Spindel' springt in die Augen. 
Beiden Wortern scheint ein (nirgends belegtes) primares Verb 
der Bedeutung 'drehen, winden' zugrunde zu liegen, zu dem 
lat. torqueo ein Intensivum darstellt (Leumann Lat. Gramm. 
318). Wie in axgaxog, ondgxov u.a. ist in axgaxxog der Tiefstufe 
ein To-Sufflx hinzugefugt worden, vgl. Chantraine Formation 
300f. Anl. d- bleibt wie oft dunkel. Gr. x gegeniiber lat. qu 
in torqueo ist regelmafiig, wenn man mit Schwyzer 299 gr. x 
aus idg. q* vor Konsonant entstanden sein laBt oder mit 
Walde lat. qu in velares q + M-Suffix zerlegt; letzteres jeden- 
falls etwas fraglich. — Hierher u.a. noch alb. tjerr 'spinnen' 
(Pedersen Zur tocharischen Sprachgeschichte 19; sehr zweifel- 
haft dagegen das daselbst angefuhrte toch. tsark- 'qualen'); 
weitere Verwandte bei WP. 1, 735, W.-Hofmann s. torqueo. — 
Vgl. dxgtxr\g. 

frcpano;, ep. dxagnog f. 'Pfad, FuBsteig' (ion. att. seit II.). 
Davon axganl^m 'durchwandern' (Pherekr.). — Erweiterte 
epische Form dxagnixog (o 234), nach d/tafrrds, s. d. und 
Kretschmer KZ 38, 129. 



&ip&<pa%x>q — axpuY«TO? 181 

Verbalnomen, wohl als Zusammenbildung aus a copula- 
tivum und einem Verbalstamm xqolii- bestehend, der auch in 
TQaitew 'keltern', eig. 'austreten' (s. d.), mit o-Stufe in 
xgonlovxtf indxow H. vorliegt. 

(ixpicpa^uc;, -vog f. 'GanseiuB, Atriplex' (Hp., Ar., Thphr. usw.). 
Nebenformen, z.T. volksetymologisch bedingt: ddgdq>a^vg 
(ddg-), dvdgdq>aivg, dxgdqiaSig, vgl. Hdn. Gr. 1, 539; 2, 49; 467 
und Stromberg Pflanzennamen 160 m. A., wo weitere Lit. — 
Etymologie unbekannt. Daraus entlehnt lat. atriplex, vgl. 
W.-Hofmann s. v. 

&Tpcx^£, Adv. -£g, -smg 'genau, bestimmt, zuverlassig' (ep. ion. 
poet., hell.) ; iiber Bedeutung und Gehrauch Luther „Wahr- 
heit" und „Luge" 43ff., s. auch Becker Das Bild des Weges 
105 ff. und Leumann Horn. Worter 304f. — Ableitungen: 
AxQexeia, -eir) (-it)) 'der genaue Sachverhalt, Wahrheit' (ion., 
Pi. usw.); dxQsxdxrjg 'ds.' (Sch.). Denominatives Verb dxQexicu 
'genau usw. sein' (E. Fr. 315). 

Wohl als *'unverdreht', 'unumwunden' mit Curtius und 
Benfey (s. Bechtel Lex. s.v.) zu arQaxxog (s. d.) und ai. tarku- 
'Spindel' aus a privativum und *xgexog n. 'Drehung'. Ein 
Problem bietet des Gutturals wegen lat. torqueo; die Zer- 
legung von qu in q und suffixalem u ist ein Notbehelf. — 
Andere Erklarungen bei Bq. 

axptpa, dxgefiag s. xgefto). 

axponavnai^ Adj. unsicherer Bedeutung (76? 5 (1) 278f.; lakon. 
Knabenagoninschx.) ; daneben ngaxonavnaig. Wohl mit 
Kretsehmer Glotta 3, 269f. ddgondfiTuug zu lesen = 'der reife, 
ausgewachsene Ttd/inaig'. S. auch Bechtel Dial. 2, 324 und 
v. Blumenthal Hesychst. 24f. 

iTpiiyexos ep. Beiwort des Meeres, auch des Athers, spater (AP) 
auch auf andere Begriffe ubertragen, von den Alten als 'un- 
fruchtbar', zu xgvyda), gedeutet, aber auch (Hdn. Gr. 2, 284) 
im Sinn von 'unermudlich wogend' zu rgvca gezogen („naqd 
to xgveiv 7iXeovao/j.(b"), eine Deutung, die in neuerer Zeit u.a. 
von Wecklein MiinchAkSb 191 1 : 3, 27 aufgenommen worden 
ist: *dxgverog zu axgvxog wie dxlexoq zu axixog; von *dxgvexog 
durch Entfaltung eines y-Lautes dxgvyexog ; ganz willkurlich. 
— Dagegen nach Brandenstein PhilWoch 56, 62 f. von xgv£ 
'ungegorener, triiber Wein' vermittels eines davon ab- 
geleiteten Verbs, also 'nicht getriibt, fern, abgeklart' ; morpho- 
logisch nicht ganz befriedigend. — Unhaltbar Pisani Ist. 
Lomb. 73: 2, 41 ff. — Von diesen Deutungen scheint die als 
'unfruchtbar' den Vorzug zu verdienen, wenngleich das 
formale Verhaltnis zu xgvydco noch der Aufklarung bedarf. 



182 a-cra — &ttt)y4s 

Zur Bildung vgl. Schwyzer 502, Chantraine Formation 300 ; 
s. nooh Leumann Horn. Worter 214 A. 8, 

1. oiTTa Vok.'Vaterchen' (Hom.).FamiliaresLallwort elementarer 
Natur, das u.a. in mehreren indogerm. Sprachen wiederkehrt 
und ohne Zweifel ein gemeinsames Erbstiick darstellt: lat. 
atta und, mit durchgefiihrter Flexion, heth. attaS, germ., z.B. 
got. atta, -ins usw. ; mit suffixaler Erweiterung aksl. otbOb. 
Vgl. Chantraine REGr. 59-60,244. S. auch anna und W.- 
Hofmann s. atta. 

2. aTXa = Tiva, arret = anva. S. rig. 

dTrayas, -a m. (Ar., Hippon. u.a.), axxayrjv, -ijvog (Arist., 
Thphr.), auch dxxayfjg, -eog (Opp.) 'Art Rebhuhn, Tetrao 
francolinus', vgl. Thompson Birds s. v. Zur Bildungsweise 
Schwyzer 461 und 487, Chantraine Formation 31 und 167; 
zum Lautlichen Bjorck Alpha impurum 63 und 272. Deminu- 
tivum aTtayrjvdQiov (Gramm.) und, mit Anlautsverlust, 
rayrjvdQtov (Suid., Lex. de Spir.) wie raytfv = mjayrjv (Suid.); 
vgl. Stromberg Wortstudien 45. Eine andere Ableitung ist 
der Fischname drraylvog (Dorio ap. Ath., Hs. -eivog), wohl 
nach der Farbe, s. Stromberg Fischnamen 120. Zur Bildung 
vgl. xoQaxivog, iQV&givog usw., Schwyzer 491, Chantraine 
Formation 204. 

Unerklart ; nach Ael. N. A. 4, 42 onomatopoetisch nach 
dem Geschrei. — Hesych bietet ein anklingendes azxaflvydg- 
elSog oQveov. 

AttAkt)?, -ov m. und azraxvg (LXX), arraxog m. (Aristeas, Ph.). 
Art Heuschrecke. Unerklart. Vgl. zu drrekapog. 

fixxava ■ rr/yava. xai nkaxovg 6 en avr&v oxeva£6/ievog H. Deminu- 
tivum drravideg' nXaxovvreg Sv&Qvnzoi H. Andere Ableitung 
drravirriQ 'Art Kuchen', neben TTjyavhrjg (Hippon.) und 
xayr\vixr\g (Ath.); vgl. Redard Les noms grecs en -xr\g 87f. 
und Lambertz Glotta 6, 4 A. 5. — Unerklart. Nach Ernout 
BSL 30, 92 etruskisch. 

dxx&pctyos m. 'Brosamen, Biflchen, xo ikdxioxov' (Ath., Kail., 
H.). Volkstiimliches Wort ohne Etymologie. 

ArxeXapo?, -epog m. 'kleinniigelige, eBbare Heuschrecke' (Hdt., 
Eub., Arist. usw.). Unerklartes Fremdwort. Semitische Ety- 
mologie bei Lewy Fremdw. 17 A. 1. Vgl. noch Stromberg 
Wortstudien 16, der sowohl fur dxxD.afiog wie fur andere 
Namen der Heuschrecke mit agyptischer Herkunft rechnet. 

4ttt)y6? m. 'Bock' (Magn. Mae. IP; Eust. ad i 222). Nach Eust. 
war dxxr\yog unter gewissen Ioniern im Gebrauch; Arnobius 
5, 6 bezeichnet das Wort attagus 'hircus' als phrygisch. 



&TTOfAoci — aijv^ 183 

a-rrofiai 'das Gewebe anzetteln' (Hermipp. 2). Da von aa/ia 
'Kettenfaden' (AB) neben gewohnlicherem dlaofia (Kail., 
LXX, Nonn. u.a.) von Sid!^o[iai = arrofiai (Nikophon), s. 
unten. — arro/iai steht fur ar-lo/im; daneben di-d&fiai durch 
analogische Entgleisung nach den auBerprasentischen Tem- 
pora (Debrunner IF 21, 216). 

Herkunft unsicher. Nach Bezzenberger BB 5, 313, Bechtel 
Lex. 130f. zu tjtqiov, s. d. Anders G. Meyer BphW 1891, 570 
und Alb. Stud. 3, 24 : zu alb. ent, int 'das Gewebe anzetteln' 
(dazu auch Mann Lang. 17, 21), wozu auBerdem noch ai. 
dtka- m. 'Gewand, Mantel' (?). 

&tu£o[«xi, Aor. Pass, arvx&dg, spatere Epik drv^co, Aor. drtifat 
'erschrecken' (itr., bzw. tr.; ep. lyr. seit II.). Davon dT«?»?Ad? 
'schrecklioh' (A. R.). — Nicht sioher gedeutet. Benveniste 
Melanges Pedersen 496ff. und Sapir Lang. 12, 175ff. ver- 
gleichen heth. hatugi- 'schrecklioh, furchtbar', Mann Lang. 
28, 32 alb. tus 'erschrecken'. Altere Erklarungsversuche, alle 
verfehlt, bei Bq. 

o5 Adv. 'wieder, abermals, hingegen' (vorw. poet, seit II.), als 
Prafix in av-xdrreiv avax<0Qelv, dva%dCea&ai H. — Mit lat. au- 
in au-fugio usw., bait, au-, aksl. u- 'weg, ab' identisch, auBer- 
dem wahrscheinlich mit aind. dva '(her)ab' verwandt. — Das 
idg. Adv. *au 'zuriiek, wieder' ist sowohl im Griechischen wie 
in anderen Sprachen Verbindungen mit anderen Adverbien 
und Partikeln eingegangen : so ctS-te (vgl. av-r-dg, 8-te usw.), 
afi-ri-s, ati-ri-v (vgl. av-zi-xa), a8-fti, afi-&i-c, a$-&e (naheres 
bei Schwyzer 629); vgl. aus anderen Sprachen oak. auti 
= lat. aut; lat. autem; sehr fraglich dagegen got. auk ( = gr. 
aS yef?) 'denn, aber, auch' und sonstige damit identische 
germanische Partikeln. 

otucttvoj, axtaXioq s. avo;. 

a.ua<\rf\ = avaviri '^Qavrmrj voaoq, Dorrsucht' (Hipp, gloss.), 
Kontamination von aioq, avalrca, bzw. avavzri, und anrw 
'angreifen, entziinden', vgl. xogSayiog 'DarmverschluB, Darm- 
verschlingung' mit den Bemerkungen Strombergs Wortstudien 
lOOf. 

axrffi f. 'Lichtstrahl' (im Plur., vgl. Schwyzer-Debrunner 43), 
'Licht, Glanz' (vorw. poet, seit II.). — Ableitungen: avyrjeis 
'lichtaugig' (Nik.), avyhrjg (Xl&os) N. eines Edelsteins (Plin.; 
vgl. Redard Les noms grecs en -ttjs 52 f.); avylzig Pflanzen- 
name = dvayaXXlg fj 0oivixfj (Ps.-Dsk. ; vgl. Redard 67, 70 und 
Stromberg Pflanzennamen 25). — Denominative Verba: 
1. avyd&iiai, -a£co 'klar sehen, bestrahlen, leuchten' (poet, 
seit II., LXX usw., vgl. Prevot Rev. de phil. 61, 252f.) mit 



184 crf>8^— aO»&5rj? 

den seltenen Verbalnomina afiyaafia (LXX) und avyaafiog 
(Placit.), aufierdem avydareiQa 'Licht gebend' (Orph.). 2. avyico 
'leuchten' (LXX). — Fur sioh steht aByog bei H. als Erklarung 
von r)cbg, wohl postverbal, und Aiya> f. N. eines Hundes (X.), 
wobl Kosename, s. Schwyzer 478, Chantraine Formation 115ff. 
Wahrsoheinlich altes Verbalnomen zu einem verschollenen 
primaren Verb. Dazu zieht man alb. agoj 'tagen', agume 
'Morgenrote, Morgen' (Persson Beitr. 369 A. 2) ; in Betracht 
kommt auch aksl. jug* 'Siiden, Siidwind' (Bemeker IF 10, 
156, Fick KZ 20, 168; anders iiber jucp, Berneker Etym. WB 
458). 

a6S^ f. '(menschliche) Stimme, Laut, Rede' (poet, seit II.). — 
Ableitungen: avdr]eig 'mit (menschlicher) Stimme begabt' 
(poet. seit^H.) ; denominatives Verb avddco, Aor. avdfjam 'reden, 
spreehen, einen anreden' (vorw. poet, seit II.) mit der er- 
weiterten Form avdd£o//,ai, -d£co, Aor. avdd£aa&ai und avddoa- 
a&ai 'ausrufen' (Hdt., Kail., Lyk. usw.). — Nebenform aol. 
afldat f. (Sapph.), Neubildung naeh den Nomina auf -co. — 
Zur Bedeutung und Gebraueh von avdr) und Ableitungen s. 
Fournier Les verbes ,,dire" 229f. 

avd-ij gent als Verbalnomen von einer einsilbigen Tiefstufe 
der Wurzel aued- aus, deren Dehnstufe in d(f)r]8-mv vor- 
liegen kann und die auch in aeldm erscheint, wenngleich die 
nahere Analyse strittig bleibt. Eine andere einsilbige Wurzel- 
variante bildet das Hinterglied in 'Hai-(F)o8og und findet 
sieh noch in Foddv (geschr. yodov) • yorjra und foddv (geschr. 
y-)- xXatsiv H.; s. noch ovdrjeaoa. Dazu die Sehwundstufe in 
vdeco usw. — Dieselbe einsilbige Wurzelform erscheint in 
aind. vddati 'spreehen, reden' mit der Sehwundstufe ud-, z. B. 
im Ptz. ud-itd-, und in lit. vadinii r rufen, nennen' ; Dehnstufe 
z.B. aind. vada- m. 'Laut, Ruf, aksl. vada 'calumnia', ahd. 
far-wasan 'verneinen'. Sehr fraglich dagegen toch. A watk-, 
B watk- 'befehlen'. — Vgl. s. drjdcbv, aeidw, vdeco, ovdrjeaoa 
m. Lit., aufierdem WP. 1, 251 f., Pok. 76f. m. Lit. 

auepiiio, Aor. aveotioai 'zuriickziehen' (Horn., Pi. u.a.). Aol. 
aus *dv-f£Qvo> iiber *6\F-Feqv(o, Bechtel Lex. s. v., Schwyzer 
106 und 224 m. Lit. Weiteres s. eqvw. 

ocud£8r);, -eg 'selbstgefallig, anmafiend' (ion. att.). — Davon 
avfiddeia, auch -la (Suffixiibertragung, Schwyzer 469, Chan- 
traine Formation 88) 'Selbstgefalligkeit, AnmaBung' (att., 
hell. u. spat); av&adixog (Ar.). Denominative Verba av&adl£o- 
fiat (PL, Them.) mit av&ddiofia (A.) und av&adid^ofiai (J. usw.) 
'selbstgefallig usw. sein'. — Aus *avro-fddrjg, Zusammen- 
bildung von avrog und dem Verbalstamm in ad-elv durch 
Krasis in der Kompositionsfrage; ion. (kontrahierte) Neben- 



&o9^vr»)5 — auxVjXox; 185 

form avrcbdyg nach A. D. Pron. 74, 9 und H. Weiteres s. 
dvddvo). 

o68^vrr)5, -ov m. 'Urheber, Ausfuhrer, Selbstherr', auch 
'M6rder', vgl. unten (Hdt., Trag., Antipho, Thuk., Plb. 
usw.). — Ableitungen, alle nachklass. und spat: Fern. 
av&evTQia = xvgla (Lydien ; zur Bildung Chantraine Formation 
106); av&Evrla 'Machtvollkommenheit, Selbstherrschaft' 
(LXX, Pap. usw.); av&svnxog 'zuverlassig, riehtig, authen- 
tisch' (Pap. u.a.). Denominativa : 1. av&evr£at 'Herr sein iiber 
etwas, zu etw. bereohtigt sein' (Pap., NT) mit av&evrrina- 
auctoramentum (Gloss.); 2. av&evrlta) trans, 'etw. in seinem 
Machtbereich haben' (BOU 103, 3). 

Die Nebenform avro-evzrjg (S. OT 107, nach den Sch. auch 
El. 272) ebenso wie das gleichgebildete avvevrrjg- cwegyog H. 
lassen auf ein Hinterglied *h>Tt)g schlieBen, das die Vollstufe 
der in dvvw 'zustande bringen, vollbringen' vorliegenden 
Wurzel enthalten kann; av&evrrjg ware somit eine Zusammen- 
bildung von avrog und dem betreffenden Verb mittels des 
Suffixes -Tr\g = 'der selbst etw. vollbringt'. Die Bedeutung 
'Morder' kann entweder als Euphemismus erklart werden 
oder durch Assoziation mit §eiva> entstanden sein, s. Fraenkel 
Nom. ag. 1, 237 ff., wo ausfuhrlich iiber Bedeutungsgeschichte 
und Verbreitung. — Anders Kretschmer Glotta 3, 289ff. (s. 
auch 4, 340) : in av&ivTrjg seien zwei Worter zusammen- 
gefallen, *avro-&ivri]g zu &eiva> (durch Haplologie) und 
*avr-evrrig mit unklarem Hinterglied. — Zur Geschichte von 
av&evrrig im Neugr. und Turkischen s. auch Maidhof Glotta 
10, 10 m. Lit. 

<x58a 'gleich hier, dort, sogleich' (ep. seit II.), spater mit aiftig 
kontaminiert 'wieder' (Kali., Lyk. u.a.). Wahrscheinlich 
durch Haplologie aus avro&i entstanden (Meillet MSL 20, 
106f.). — Att. aS&ig, rhegin. ai&iv scheinen aus einer Mischung 
von aWi und adrig bzw. aSnv hervorgegangen zu sein 
(Schwyzer 629). Zu den adverbiellen Endkonsonanten -g und 
-v, die letzten Endes mit alten Kasusendungen in Zusammen- 
hang stehen, s. Schwyzer 619 f. 
ctulccxoi (iV41 (ploy l laoi aoXMeg f)i ftveXXri | apgofioi aviaxot) 

aol. fiir *a-FiFa%o\. mit Verschiebung der Silbengrenze 
(Schwyzer 224) zu iaxn (aus *fifaxrj) und a-, nach Aristarch 

copulativum (intensivum) 'mit vereintem (lautem) Geschrei' ; 

nach Apion und Hesych, weniger wahrscheinlich, privativum 

'ohne Geschrei, lautlos' ; . flgo/iog wird ofters von Feuer, Wind 

und ahnlichen Begriffen gebraucht. 
oOx^Xw?* ecu; V7id TvQqryvwv H. Nach Kretschmer Glotta 14,310 

in a&orihog oder avarjk zu andern und zu etr. usil 'Sonne' 



186 aOXod; — <*&X6s 

= angebl. sabin. *ausel in Auselii, Aurelii zu ziehen; *ausel 
■wild von Kretschmer Glotta 13, 111 als Kontamination von 
idg. *ausos (s. ecog) und *sduel (s. fjXiog) erklart. Berechtigter 
Zweifel bei Fraenkel KZ 63, 172. 
auXtx§ s. aXo£. 

auXV) f. f 'auBerer oder innerer Hof, Wohnung' (seit II.). — 
Ableitungen: avXewg 'zum Hof gehorig' (seit Od.), wohl nach 
eqxeloz gebildet; selten und spat avXatog (LXX) mit der 
Substantivierung avXala f. 'Vorhang' (Hyp., Thphr. usw.), 
aueh avXela (Andania) ; — avXiov n. 'Landhaus, Hurde, Grotte' 
(h. Merc, u.a.) ; Adj. avXiog 'zur adXrf bzw. zum avXiov gehorig' 
(A. R. u.a.); avXla- SnavXig t) r\ fiixga avXr\ (AB 463); — 
avXix6g 'zum Hof gehorig' (Plb., Phld. u.a.). — Deminutivum 
atiXldiov (Thphr.). — avXirrjg {avX.tjxrjg H.) 'Meier, Verwalter 
des Viehhofes' (S., A. R.; vgl. Redard Les noms grecs en 
-rrjg 37).— avX-iddsg (vvfupai, API.), vgl. xQr)v-id8eg u.a. Chan- 
traine Formation 357, Schwyzer 508; anders, kaum riehtig, 
Jiithner 'EmTv/tfiiov Swoboda 113 (zu avXiov 'Grotte'). — 
Denominatives Verb avXi£,Ofiai, Aor. adXiaaa&ai 'im Hof 
liegen, im Freien iibernachten, lagern' (ion. att.) mit den 
seltenen und spaten Verbalnomina avXiotg (Ael.), avXia/iog 
(Sm., H.), aiiXiana (Sch.), auflerdem mit dem Nomen loci 
a&XwTriQiov (Herm., Aq.). 

Neben avXtf steht mit anderer Stammbildung aSXig, -iv, 
-idog f. 'Nachtlager (im Freien)' (poet, seit II.). 

atiXri, adXig sind A-Ableitungen der in l-avco 'ruhen, iiber- 
nachten' (s. d.) vorliegenden Wurzel, die auch in arm. aw-t' 
'Stelle des Ubemachtens' und ag-anim 'iibernachten' vorliegt. 
EineWeiterbildung des in avXr\, atiXig erscheinenden Z-Stamms 
ist vielleicht toch. B aulare, A olar 'Genosse' (Schneider IF 
57, 199); anders v. Windekens Lexique etymologique s. v. — 
Ob auch &EOa (s. d.) hierher gehort, bleibt sehr unsicher. 

ccOXTjpa s. eBXqQa. 

auXi? s. avXrj. 

a\iX6q m. 'Rohre, rohrenartiger Korper, Flote' (seit II.). — 
Ableitungen: Deminutivum avXiaxog 'Rohrchen, kleine Flote' 
(Thgn., Hp., S., Arist. usw.), aAXidiov (Alex. Trail.). — avX&v 
m. f. 'hohlenartige Gegend, Schlucht, Tal, Graben' (ion. att.) ; 
zum lokalbezeichnenden (augmentativen?) cov-Suffix s. 
Schwyzer 488, Chantraine Formation 164, Humbert Melanges 
Boisacq 2, Iff., Petersen ClassPhil. 32, 121 ff.; davon Demin. 
avXwvloxog m. (Thphr.), avX.uyv-ia.8eg (vv/xcpai, Opp.; vgl. 
avX-iddeg zu avX.r/), AvXmvevg Beiname des Dionysos (Attika), 
avXwvifa H. — av?.a>j6g 'mit Rohre versehen' (A.). — Deno- 
minatives Verb avX.£a> '(die Flote) blasen' (ion. att.), wovon 



a5?w 187 

wiederum mehrero Nomina : avArjoig 'Flotenspiel' (PL, Arist. ; 
vgl. Holt Les noms d'action en -aig 127 A. 4), avXrj/ia 'Floten- 
stiick' (PL, At.); avfa\xr\g (ion. att.) und avXrjrrJQ (ion.) 
'Flotenspieler' mit den Femininbildungen avXrjrgig (ion. att.), 
Demin. avfajTQidiov (Theopomp. Hist, u.a.), und avXr)TQia 
(D. L.); von avXrytr\g das Adj. avXtjrixog 'den Flotenspieler, 
bzw. das Flotenspiel, die Flote betreffend' (PL, Arist. usw.; 
auch auf avMw, avXog beziiglich). — Dazu die Nomina loci 
avXt]rr]Qiov ON (H.) und avXrjTtjQia- avXwv &rjxrj H. — Eine 
Bildung fur sich ist adXtl; (cod. oCi/Wf)- <pXhp H. ; zur Bildung 
vgl. besonders %6Xi^, aber auch avXlt-ai im Sinn von SQapeiv 
H., nach Baunack Philol. 70, 361 vom Ablaufen des Wassers; 
daneben avXlgai- araaidaai H. von avXtj. — Zur Bedeutung 
des unklaren adXcomg, Beiw. des Helms (II.), vgl. Krisehen 
Philol. 97, 184ff., Triimpy Fachausdriicke 44. 

avXog hat mehrere nahe Verwandte in anderen idg. Sprachen. 
Formal damit identisch sind lit. aulas m. 'Stiefelschaft', 
nnorw. aul 'der hohle Stengel der Angelica*, wahrscheinlich 
auch lat. ohms 'Hohlung' (mit Metathese; naheres bei W.- 
Hofmann s.v.); hierher ferner mit geringen Abweichungen 
in der Bildung z. B. lit. aulys, aksl. ufojb m. 'Bienenstock' 
(eig. 'hohler Baumstamm'); apr. auiis 'Schienbein', aulinis 
'Stiefelschaft' ; aksl. ulica f. 'Gasse'. 

Ob dagegen arm. ul, uli 'Weg' mit Pedersen KZ 39, 459 
hierher gehort, ist sehr fraglich, da der Anlaut mehrdeutig ist. 
Falls hierher, ist ein Ablaut & anzusetzen. Beiseite bleibt 
jedenfalls yli 'sehwanger', s. Meillet Esquisse 2 48 mit Lit. und 
einer anderen (unsicheren) Deutung. Alter Ablaut (eu- ?) mufi 
ebenfalls vorliegen in awno. huann-joli 'der hohle Stengel der 
Angelica'. — Pok. 88f., WP. 1, 25f. mit weiterer Lit.; vgl. 
noch Guntert Reimwortbildungen 154 (avXog : lit. aulas, 
xavXog : lit. kdulas vorgr. Reimworter). S. auch svavXog. 
a\i^<o, erweitert av£dvco (ion. att.; zum Aspekt [determinativ ?] 
Brunei Aj-pect verbal 6), de^ca (poet, seit IL), afi£vv(t> (Aesop.), 
Aor. avtifjoai, spat (Nonnos u.a.) ael-fjoai. 'mehren, fordern; 
wachsen' (zur Bedeutung s. auch Gonda Ancient-Indian ojas 
77f.). — Mehrere Ableitungen. Nomina actionis: a$£r)Oig 
(ion. att.), avfyota (personiflziert ; Hdt. u.a.), aH^rj/ia (Hp., 
E.), at>£i) (PI. u.a.), ai^ig (H., v. 1. Pl.Phlb. 42d) 'Vermehrung, 
Wachstum'. Nomen agentis av|7jr»yc m. 'Vermehrer' (Orph.), 
aufierdem als Bez. der Gottin des Wachstums Av£ w (Paus., 
Poll.; zur Bildung Schwyzer 478, Chantraine Formation 
115ff.). — AuBerdem av£lg, -idog f. 'das Junge des Thun- 
fisches' (Phryn. Kom., Arist., Nik.; vgl. Stromberg Fisch- 
namen 127), von av£w oder av£r]. — Adjektiva: atifyTixog 
'wachsend, mehrend' (Hp., Arist. usw.), avgifiog 'ds.' (Hp., 



188 aCos 

A. u.a.; vgl. Arbenz Die Adj. auf -ifiog 50ff.), crifyoog (Nik.; 
unsicher); die beiden letzteren wohl eher von avS--q als von 
cruf to. 

avl-co und d(f)e§ca stellen zwei miteinander ablautende 
Wechselformen eine8 und desselben Stammes dar, der 
seinerseits eine (urspriinglich wahrscheinlich nur prasentisehe) 
«-Erweiterung einer idg. Wurzel aug-, aueg- ist, die in ihrer 
einsilbigen Form mehrfach vorliegt: lat. augeo, germ., z.B. 
got. aukan 'sich mehren', awno. auka 'vermehren', lit. dugti 
'wachsen' (dessen Stofiton die Zweisilbigkeit der Wurzel 
verrat). Die s-Erweiterung, die iibrigens mit dem s-Stamm 
in lat. augu8-tus, aind. ojas- n. 'Kraft, Starke' in Verbindung 
stehen kann, erscheint in lat. auxilia n. pi. 'Verstarkungen', 
auxilium fHilfe', lit. dukstas 'hoch', toch. B auks-, A oks- 
'wachsen'. — Die zweisilbige Form aueg-s- ist in dieser Gestalt 
auBerhalb dea Griechischen nicht nachweisbar, sondern nur 
in der einsilbigen Variante ueg-s-: germ., z.B. got. wahsjan, 
aind. vaksdyati 'wachsen lassen', aw. vaxS- 'wachsen (lassen)' 
zu belegen. Es liegt nahe, lat. vegeo als die s-lose Form davon 
zu betrachten, wozu dann weiter mit Dehnstufe ai. vdja- m. 
etwa 'Kraft, Gewinn' od. ahnl., germ., z.B. got. wokrs m. 
'Zins', nhd. Wucher. Da aber vegeo und Verwandte, nach den 
mutmafilichen altiranischen Vertretern der Sippe, z.B. ap. 
vazraka- 'groB', zu sehlieflen, palatal es g enthalten, mufl das 
als sehr zweifelhaft betrachtet werden. 

Anderseits begegnet eine Schwundstufe ug-s- in den aind. 
Ptz. Pras. uksant-, uk§dmdna- und im awest. Prasens uxSyeiti 
'wachst' ; die s-lose Form endlich in aind. aw. ugrd- 'gewaltig, 
stark' mit demselben r-Stamm wie in aw. aogan n. 'Kraft' 
neben dem «-Stamm in aw. aojah- = aind. ojas- n. 'Kraft', 
lat. augus-tus. — Zum Ablautwechsel vgl. besonders ahi-r\ : 
atet-co. - Weitere Lit. bei WP. 1, 22f. und bei Pok. 84f. 
ado;, att. atog 'durr, trocken' (seit II.). — Mehrere Ableitungen. 
Adjektivabstraktum avoTTjg f. 'Trockenheit' (Arist.); als 
solches fungiert auch avovrj (Archil., A. in lyr., Herod.), 
Bildung wie xaXlovr), fidovr) usw. (Schwyzer 490, Chantraine 
Formation 207), aber naheres Vorbild unbekannt. — Er- 
weiterte Adjektivformen : avaXeog 'durr, trocken' (poet, seit 
Hes.) nach d^aXeog, iaxakiog u.a.; vgl. auch avaivio (Schwyzer 
484, Chantraine Formation 253); avr)Qog (AP), vgl. avorrjQog 
unten; auflerdem avaov irjgov H. mit demselben s-Suffix wie 
in ovaog, yavaog usw. (Schwyzer 516, Chantraine 454). — 
Denominatives Verb : aiaivco, avaivm (Komp. an-, dq>-, xax-, 
tcaft-avaivco) 'trocken machen, dorren'; davon avavotg 'das 
Austrocknen' (Arist.; vgl. Holt Les noms d'action en -oig 
136 A. 1), avao/idg 'ds.' (Hp., AB), vgl. fiaoalvco : (iaoao/wg 



axipa — aiipiov 189 

und Schwyzer 493, Chantraine 141 f.; auBerdem avavrr) 
(sc. voaog) 'Dorrsucht' (Hp.), vgl. Stromberg Wortstudien 
100; s. auch avaynj. — Das bei Hdn. belegte avw SfjQaivco 
(aufierdem d<pavei Ar. Eq. 394, das indessen Solmsen Unt. 277 
in aupavel, von dvica = aiva>, andern will) sieht wie ein primares 
Verb aus, ist aber wahrseheinlich sekundar nach einem ur- 
alten denominativen Bildungstypus (Schwyzer 723) neben 
afiog entstanden. — Davon aiaig (EM). 

Neben afiog aus idg. *sausos (vgl. unten) stehen zwei bedeu- 
tungsverwandte Adjektive: avaxakeog 'struppig, schmutzig' 
(ep. seit Od.; vgl. avaXeog usw. oben und Bechtel Lex. s.v.) 
und aiarrjQog 'herb, strong' (Hp., PL usw.) mit avartjQia, 
avarrjQorrjg, die von einem mit -t- gebildeten Nomen (*aiarog 
n.? Schwyzer 482 A. 14) auszugehen scheinen; zu beachten 
immerhin das synonyme xavar-siQa. 

aiog, aiog geht uber havog (Dissimilation) bzw. iiber *adhog 
(Dissimilation und Hauchversetzung, vgl. Schwyzer 220 
oben) auf *havhog zuriick und ist mit lit. sausas, aksl. sudvb, 
ags. sear, mnd. sor 'trocken' identisch: idg. *sausos 'trocken'. 
Dagegen ist aind. 4osa- (aus *sosa- assimiliert) m. 'das Aus- 
trocknen', auch Adj. 'trocken machend', obwohl damit 
formal identisch, sowohl wegen der abweichenden Bedeutung 
wie wegen des spaten Auftretens als ein neugebildetes 
Verbalnomen zu Msyati (s. unten) zu betrachten. Hierher 
noch alb. &ah 'trocknen', denominativ aus *sausnio (vgl. das 
davon unabhangige avalvai). — Neben idg. sous- steht, damit 
ablautend, sus- in aind. ius-ka- (aus *sus-ka-, vgl. oben) = aw. 
huska-, apers. uslca- 'trocken', wahrseheinlich auch in lat. 
sudus 'trocken, sonnig' aus *suz-do- (anders WP. 2, 520). Der- 
selbe Ablaut auch in mehreren Verbalformen, z.B. aind. 
Ms-yati, lett. sust 'trocken werden'. Weiteres bei WP. 2, 
447f., W.-Hofmann s. sudus m. Lit. — S. auch avxfiog. 

aupa s. ar)Q. 

aGpi- raxdog (AB 464). Als Vorderglied in avQi- fid-Tag 'schnell- 
schreitend' (A. Fr. 280), Zusammenbildung von a$Qi (falveiv 
(firjvai) mit dem Suffix -rrjg. — Etymologie unbekannt. Vgl. 
avQol. 

aupiov Adv. 'morgen' (seit II.). Davon avgl^eiv to elg avQiov 
vnsQTi&ea&ai (H., EM), avQivog Adj. 'morgend' (Gloss.). — 
Erweiterung (nach arjuegovt) aus *a$gi, einem erstarrten 
Lokativ eines r-Stammes, der auch als Hinterglied in der 
Zusammenbildung ayx-av-gog (vv£) 'dem Morgen nahe' (A. R. 
4, 111) vorliegen konnte. Diese einmalige Form erklart sich 
aber unschwer als eine leichte Modifikation von *ayx-avQiog, 
Hypostase des Ausdrucks ay%i Trjg ovqiov. 



190 ctupol — ao-roxpa-roap 

Sein nachstes Gegenstiick hat ovqiov aus *avagi.-ov (vgl. 
Schwyzer 282 und 349) in lit. ausr-d 'Morgenrote', das eben- 
falls auf ein idg. Nomen *ausr- zuruckgeht. Daneben mit 
anderem Ablaut aind. usr-d- 'morgendlich'. Weiteres s. icog ; 
vgl. auch fj'ixavog. 

oupol - Xayoi [toavgoi] H. Vielleicht zu a$Qr raxing H. — Nach 
Keil Herm. 23, 317 und Latte Glotta 32, 41 f. ist dvQoi 
( = d/?pot) # Xdy<v>oi zu lesen. Naoh Pisani Rend. Aoo. Linoei 
6: 8, 342 f. (mit Kritik anderer Ansichten) ligurisch; sehr 
hypothetisch. S. aueh Lagercrantz Symb. phil. Danielsson 
146 f. (mit unhaltbaren textkritischen Schlussen). 

ax>(X>Gx6.q, -ddog f. N. einer Weinsorte (Parth.), aueh = to xara 
fioTQW xXijfia (Eratosth.). — Ableitung auf -dg (vgl. do^d?, 
xonvdg und andere Pflanzennamen auf -dg bei Chantraine 353) 
von einem *avQ-oa%og, Bahuvrihikompositum mit oaxog, 
oaxf] 'junger Zweig der Weinrebe mit Trauben' als Hinter- 
glied ? Das Vorderglied ist freilich unklar. Vgl. doao^ doeg und 
Stromberg Wortstudien 53. 

audio? s. avrdg. 

auoraX£o£, a{tair\p6$ s. aSog. 

auTap 'aber, hinwieder' (ep. kypr.), aOTe 'abermals, wiederum' 
(poet, seit H.). S. ad und drag. 

&Ut£<i), AiiTfi s. 1. avm 'schreien, rufen'. 

auxtxa Adv. 'auf der Stelle, sogleich' (seit II.). — Zeigt den- 
selben Ausgang wie xrjvixa, r\vixa, noxa, oxa usw. ; zum Anfang 
vgl. aS, caiTi-v, auch avzog. Im einzelnen unklar, vgl. Schwyzer 
629 Zus. 1 m. Lit. 

aOTfju 1 ) f. 'Atem, Hauch, Dunst' (Horn., Q. S., Opp.). Daneben 
dvr/xrjv, -ivog m. (IP 765, y 289). — Erinnert nach Form und 
Bedeutung stark an aercjia ■ 9?Adf , der//,6v • to nvevfia H., die einer- 
seits schwerlich von drfiog (s. d.) getrennt werden konnen, 
anderseits mit arj/u verwandt zu sein scheinen. Aber die 
Einzelheiten bediirfen noch der Aufklarung; unbefriedigend 
Solmsen Unt. 271 und Schwyzer 493. 

auT66iov Adv. oder Adj. im Akk. (# 449) unklarer Bedeutung, 
wahrscheinlich 'auf der Stelle, sogleich'. Nach einer antiken 
Deutung = c| avzfjg Tfjg odov iXftovxa, nach Schulze KZ 29, 
258 aus *avro-6ifov mit Hinweis auf avT-f/fiaQ 'am selben Tage' 
und auf aind. sa-divah 'sogleich' ; also zu lat. dies und zu 
Zevg, s. d. Geistreich, aber unsicher; vgl. auch Sommer 
Nominalkomp. 75 A. 5. 

ccuxoxpdtTtop, -oQog m. f. 'Selbstherrscher, mit unumschrankter 
Gewalt versehen' = lat. imperator (att. hell. ; vgl. Fraenkel 
KZ 42, 116ff.). Davon die in der Kaiserzeit gebildeten o?5to- 



ai>r6\iuxo<; — auri? 191 

xgazoQla, avroxQaTOQixog, avroHQarogevm usw., zur Wieder- 
gabe der entsprechenden lat. Begriffe invperium, imperatorius, 
invperare usw. Fem. avroxQareiga (Orph.). — Statt avroxQarrjg 
(zu xgdciog, XQareto) nach den Nomina agentis auf -tcoq urn- 
gebildet; Schwyzer 531 A. 11 (mit Lit.). 

ouT6|xaxos, (-rj), -ov 'auseigenemAntrieb, von selbst geschehend' 
(seit II.). Abstraktbildung : avro/xarla N. der Gliicks- und 
Zufallsgottin (Phi.); denominatives Verb: avrofiarl^m 'e>gen- 
machtig handeln', Med. Von selbst geschehen' (Hp., Xen. 
usw.) mit afirofiaTiOfiog 'was ohne mensehliches Zutun ge- 
schieht, Zufall' (Hp., Alkid., D. H. usw.); auflerdem avro- 
[laiElv H. als Erklarung von avrog>aQiCeiv. 

Alte Zusammenbildung von avrog und der Schwundstufe 
der in fti-/u,ov-a, fii-fia-fiev, /livoq (s. dd.) vorliegenden Wurzel 
mittels des Suffixes -to?. Phonetisch stimmt -/tarog zum 
Hinterglied in lat. com-mentus und zu den selbstandigen 
Partizipien ai. maid-, lit. mintas 'gedacht' usw. Zum Bildungs- 
typus s. Chantraine Formation 303f., Schwyzer 502f. m. Lit. 

afrrds 'selbst' (seit II.), in den obi. Kasus auch als anaphorisches 
Pronomen der 3. Person gebraucht. (o) avTog 'derselbe, der 
namliche'. — Ableitungen: avTfrrjt; (sc. oIvoq) Bed. strittig, 
s. Redard Les noms grees en -xr\c, 96, auch 'alleinig' (Arist.); 
avTOTtjg f. 'Identitat' (S. E.); — tgh5to't?jc f. 'ds.' (Arist. u.a.); 
denominative Verba Tavroofiai 'identifiziert werden' (Dam., 
Prokl.), Ta-drlCm 'als Synonyme benutzen' (Prokl., Eust.). — 
Sehr zahlreiche Komposita, woriiber Vintschger Die avro- 
Komposita sprachwissenschaftl. klassifiziert. Progr. Gmunden 
1899; vgl, noch die Ausfuhrungen bei Sommer Nominalkomp. 
83ff., 153ff. — oSt(oq Adv. (mit oppositivem Akzent, vgl. 
ovtwq neben ofaog usw.; Schwyzer 384) 'gerade so, fur sich 
allein, lediglich usw.' mit verschiedenen modalen Sinn- 
farbungen. Teilweise konnen diese in einer alteren konkreten 
Bedeutung von avrog wurzeln, die bei seiner Grammatikali- 
sierung verlorenging, aber auch in der Ableitung avaiog 
'eitel, vergeblich' (Ibykos) erhalten blieb. Ein zwingender 
Grund, wegen gewisser Homerstellen ein besonderes avrco; 
'eitel, nichtig' neben avrmg 'gerade so, fiir sich allein' (zu 
avrog) anzunehmen (Doederlein, Froehde, s. Bechtel Lex., 
ebenso Schwyzer 614), scheint nicht vorzuliegen. 

Da die grammatische Bedeutung 'selbst' jedenfalls aus 
einem alteren konkreten Gebrauch hervorgewachsen ist, 
dieser aber unbekannt bleibt, haben alle etymologischen Ver- 
suche einen sehr beschrankten Wert, vgl. die Lit. bei Bq 
und bei Schwyzer 613f. So konnte an und fiir sich das von 
Froehde BB 20, 193ff. fiir avrcug 'eitel, nichtig' zum Vergleich 



192 ai&x^w — "^X^S 

herangezogene germanische Adjektiv, got. aups, aupeis, nhd. 
ode usw., auoh fiir avrog in Betracht kommen. — Vgl. Mezger 
Word 2, 229. 

or&xeu) 'sich riihmen, prahlen' (Hdt., A. usw., vorw. poet.). — 
Verbalnomina : avxrjfia 'Prahlerei, Zierde' (Pi., S., Th. usw.) 
mit a^xvf lar ^ 'Prahler' (Sch., Euat.) und avxrjuanxog (Eust.) ; 
av%r\aio, 'ds.' (Th., Aq.); retrograde Bildungen 1. av%?\ 'ds.' 
(Pi. ; avx<iv xavxtjaiv H. ; verfehlt Guntert Reimwortbildungen 
153f.) mit avxijeig (Opp., AP), falls nieht vielmehr direkt von 
avxim; 2. aixog 'ds.' (Sch.). Andere Ableitungen: avxaMog 
'ruhmredig, stolz' (Xenoph., H., vgl. besonders ftaQaateog zu 
ftdqaog, daqaslv), avxrjTrjt; m. (Poll.), avxr)Tmog (Sch.). — 
Zusammensetzung (mit verbalem Hinterglied) xBVE-av%r\g 
'eitel prahlend' (II. usw.). 

Unerklart. evxonai, euxtj lassen sich lautlich damit nicht 
verkniipfen. 

oux^v, -hog m. 'Nacken, Hals', aueh iibertragen von einer Land- 
oder Meerzunge usw. (seit II.). — Ableitungen: atixivwq 'zum 
Nacken gehorig' (Od. usw.) ; Demin. avxevwv (An. Ox., Eust.), 
atixwiag m. 'mit Stiernacken versehen' (Gloss.). — Denomina- 
tives Verb avxBvl^a) 'den Hals abschneiden' (S.), 'am Hals 
greifen od. binden' (Ph., Hippiatr.) mit adxw iaT1 JQ m - (Lyk., 
Hippiatr.). 

Neben atixtfv steht aol. afi.<pr)V (Theok.), auflerdem noch 
av<prjv bei Jo. Gramm. Comp. 3, 16, das aber sehr zweifelhaft 
ist, vgl. Solmsen Wortforsch. 118 A. 2. Das gegenseitige Ver- 
haltnis dieser Formen zueinander bleibt unklar. DaB sie ur- 
sprunglich zusammengehoren, ist nicht zu bezweifeln; 
vielleicht sind sie sogar im Grunde identisch. Schwyzer 296 
setzt fur afMprjv (nach Schulze GGA 1897, 909 A. 1; vgl. auch 
Solmsen Wortforsch. 118 m. A. 1) eine Grundform *dyj;/ r -j?v, 
zu aind. amhti- 'eng' usw. (s. ayxco), an, die durch Vorweg- 
nahme des Labials auch avxyv ergeben hatte; vgl. noch 
Pisani Ricerche Linguistiche 1, 182ff. Aus dem Armenischen 
gehort jedenfalls hierher aivji-k' (PL) 'Hals', s. Adontz 
Melanges Boisacq 1, 10 m. A. 2. 

auxfJwi? m. "Trockenheit, Durre, Schmutz' (ion. att.). — Ab- 
leitungen: avxfiTjQog 'trocken, schmutzig' (ion. att.; zur 
Bildung Chantraine Formation 232 f.) mit den seltenen 
avxprigorrig, avx^t]Qla, avxuriQwdrjg; at>xnu>drig 'ds.' (Hdt., E., 
Arist. usw.) ; dazu die einmaligen oder sehr seltenen avxfi^ig 
(h. Horn. 19, 6; vgl. Schwyzer 527, Chantraine 272f.) und 
adx/tateos (Choeril., Amynt.; nach a^aUog u.a.; Chantraine 
253 f.). — Denominatives Verb avxfiio), auch avxiiaw, 'trocken, 
schmutzig sein' (ion. att. seit Od.). — avxfiaxjig 'Schmutz' 



aOw — ctflw 193 

([Gal.] 16, 88), eher aus av%/x6g erweitert (vgl. Chantraine 279) 
als von einem unbelegten *avxfioo/iai abgeleitet. — Eine 
spate Nebenform ist adx/itf f. (Q. S., Phryn.). 

Zu afiog (Curtius usw.) mit einem suffixalen Element -^i"-. 
iiber dessen Entstehung und weitere Beziehungen allerlei 
unsichere Vermutungen vorgebracht woTden sind, s. WP. 2, 
447 f., Schwyzer 493 A. 4 m. Lit. 

1. ofioi (nur Ipf. ais), Aor. dvaat, Fut. avow 'laut schreien, 
rufen' (poet, seit II.). — Davon dvrrj 'Geschrei, lautes Rufen' 
(vgl. Triimpy Fachausdriicke 153ff.), woneben avreco = avm 
(beide poet, seit II.); diirem, das bis auf das spate tftiTrjaa 
(Nonn., Epigr. Or.) nur im Prasensstamm vorkommt, kann 
sowohl denominativ von diirrj wie deverbativ von aftw sein 
(Schwyzer 705 f.). — avovr) 'Geschrei' (Semon. 7,20; vgl. Marg 
Charakter 17). 

Die expressive Bedeutung von avco usw. laflt onomato- 
poetischen Ursprung vermuten. Entfernter Zusammenhang 
mit ivytf, ivCco (s. d.) ist wohl nicht ausgeschlossen ; im iibrigen 
dunkel. Hypothesen sind notiert bei WP. 1, 210, Bq s. 
avreco. — Specht KZ 59, 121 trennt atfe von aiiocu, diSrrj usw. 
und zieht es zu avdr), deidco, a/Sa- rQO%6g fj fior) H. ; s. dd. 

2. auco 'Feuer holen' (e 490, Med. Arat. 1035). Mehrere Kom- 
posita, vor allem ev-avw 'anziinden', Med. 'Feuer holen', auch 
iibertr. (ion. att.) mit evava^a 'Funke' usw. (hell. u. spat) und 
evavoig (Phi. Kim. 10; auch vom Wasserholen) ; — i£-avoar 
E&Xeiv (H., auch PI. Kom.) mit i^avarrjQ 'Feuerzange, xgedyQa' 
(A., Inschr., Poll, usw.); — xar-avaar xaravrXfjoai (cod. 
xaravhr\aai), xaradvoai H.; vgl. noch xa&avoai' dqpavlaat H. ; 
unsicher xaravostg (Alkm. 95) ; — nQoaavm 'anbrennen' 
(S. Ant. 619, lyr.). — AuCerdem nvQavazrjg m. ,,Feuerholer", 
'Lichtmotte' (A., Arist., Ael.), nvqavaxqa f. 'Feuerzange' 
(Attika), nvqavtrzoov n. 'ds.' (Herod., cod. nvQaargov), alles 
Zusammenbildungen aus jivq aveiv. — Dazu mit analogisch 
geschwundenem a yotv-avrig' olvo%6r) H. 

Falls, wie wahrscheinlich, die Beziehung auf das Feuer 
sekundar ist, kann avw aus *a$ow bzw. *avaico mit ano. ausa 
bzw. lat. haurio (mit sekundar em h-) identisch sein. Der 
Vergleich mit lit. sduja 'Handvoll als Mafi' (Schulze Kl. 
Schr. 191) konnte auf Zusammenfall von zwei verschiedenen 
Verba hindeuten. Zur Sache s. besonders Schulze a.a.O.; 
iiltere Lit. bei WP. 1, 27 f. Vgl. W.-Hofmann s. haurio. — 
Vgl. auch dyvoaio. 

3. auo> = lavco (Nik. Th. 263, 283), s. d. 

4. oOw ^TjQaiveo (Hdn.) s. aSog. 

Frisk, Griech. etym. Worterbuch 13 



194 &(paSl<x — <5tcpeXV)i; 

&cpaSta f. 'MiBfallen, Feindsohaft' (Eup. 34). — Daneben 
acpadog 'verhaBt, verfeindet' (EM) und dyddiog 'ds.' (Hdn.). — 
Ableitungen von d<pav6dvco, dtpadelv (Od. usw.), s. dvddvu. 

&<p<fa«] {., auch arpaxog (Schwyzer-Debrunner 30) 'Wicke, Vicia 
angustifolia' (Pherekr., Ariat. usw.). Von Dsk. und Gal. naoh 
Aussehen und Gebrauch mit tpaxog 'Linse' verglichen. Das 
anlautende d- sucht Stromberg Wortstudien 46f. als privativ- 
pejorativ zu deuten; auch Haplologie aus *dno-(pdxt] (vgl. dno- 
Xivov, drco-ixeh usw.) konnte in Betracht kommen (Frisk Subst. 
priv. 20). Die Stammbildung bereitet gewisse Schwierigkeiten, 
die Stromberg zu beseitigen versucht. — Anders Prellwitz 
und Lewy, s. Stromberg a.a.O. Vgl. auch Winter Prothet. 
Vokal 13. 

&cpa(juu>Tai an. pi. Bez. der Sklaven in Kreta (Str., Ath.). Eig. 
'Leute die im Zustande der a<pafila (= ayri/xLa) leben, von 
denen es keine cprifir) gibt', Bechtel G6tt. Naehr. 1920, 252 f. ; 
s. nooh Redard Les noms grecs en -rrjg 9, 29. Vgl. dgirjfiovvrag- 
dygotxovg H. 

Sxpap Adv. "sofort, sogleich' (ep. lyr. seit II.). Davon dydfrteQog 
komp. Adj. (V311) 'schneller'; dtpagei- ra%Ecog xai dxonmg 
(EM, H., Suid.). — Nicht sieher erklart. Wahrscheinlich mit 
drpvo) verwandt; vielleicht urspr. neutraler r-n-Stamm. Vgl. 
Schwyzer 519, 624 A. 5. 

dcpdpxiq f. N. eines immergriinen Baumes, 'Arbutus hybrida' 
(Thphr.). — Nicht sieher erklart. Nach Stromberg Wort- 
studien 27 ff. als „Netzpflanze" zu dgxvg, dgxavrj, wobei dno- 
eine Relation ausdrucken soil; vgl. die ahnlichen Bildungen 
dno-Xivov, dno-fitki, in denen indessen efoio- ehestens privativ- 
pejorativ ist (dagegen in dno-anhpog 'Rosmarin' privativ- 
aufhebend: 'gegen Milz(leiden) sehiitzend', vgl. ami-xvvov). 
Die Aspirierung dq>- erklart sich nach S. durch die aspirierte 
Form dgxvg (Et. Gen., Paus. Gr.). — Alles sehr unsicher. — 
Uber das mit dydgxr] irgendwie (iiber *&<paQxlg, *dtpagxidevio J .) 
in Verbindung stehende d<pagxtdevrov dygevrov, ddvaiaaxov H. 
s. Stromberg a.a.O. 

&<pdi<j0b>, &<p6uo, s. ajizw. 

&cpotup6£ 'schwaeh, ohnmachtig, kraftlos' (ep. ion. poet, seit 
II.). — Davon dipavgorrjg f. (Anaxag.). Denominatives Verb 
dtpavgovTcu (Erot., v. 1. d/aavgovTat) als Erklarung von dfiaXdv- 
vtxai. — Unklar. Wahrscheinlich aus dftavgog und einem 
bedeutungsahnlichen Wort (cpavkog, yXavgogl) kontaminiert. 
Risch 64 denkt fragend an nupavaxw, <pdog. Altere Versuche 
bei Bq. 

&(peX.-fis, -£g "einfach, schmucklos' (ion. att.). — Ableitungen: 
dipeXeta, -elr] f. (Hp., Antiph. usw.); spat dtfeX6xr\g f. (Act.Ap., 



&tpevoq — &<pXaoxov 195 

Vett. Val.), vgl. Chantraine Formation 298. — Nioht sicher 
erklart. Nach Persson Beitr. 2, 797 A. 3 eig. „ohne Un- 
ebenheit", von a privativum und *<peXog "ri., das u.a. auch 
in cpeXXevg 'unebener, steiniger Boden' (s. d.) vorliegen soil. 
Ebenso Pisani 1st. Lomb. 73, 494. 

acpevo? n. (auch m., wohl nach uXovtoq, vgl. Fehrle PhilWoch. 

46, 700f.) 'Reichtum, Vermogen' (ep. poet, seit II.). — 
Davon (mit Vokalsynkope und auffallender Endbetonung) 
d<pveioQ, d<pveog 'reieh, begiitert' (poet, seit II. ; iiber Gebrauch 
und Bedeutung Hemelrijk Ilevta en IlXovrog. Diss. Utrecht 
1925). Daraus durch Ruckbildung ayvog n. (Pi. Fr. 219). — 
Erweiterte Form a<pvrf(ia>v (Antim.) nach noXvxTij/imv und 
anderen Adj.auf -thmdv. — AlsHintergliedindenEN/di-.^Ae-, 
Ti/n-aqiEvrjg. — Denominatives Verb acpvvsi, dtpvw/Ei- oXpiCst 
H.; qvSov dcpvvvovrai' nXoviovaiv Suid. (vgl. Schwyzer 728). 

Unerklart. Die Zusammenstellung mit ai. djmas- n. 'Besitz, 
Reichtum' (Breal MSL 13, 382 f. ; vgl. s. o/itivtj) ist u.a. von 
Pisani Ist. Lomb. 73, 515 wieder aufgenommen worden unter 
Annahme einer Grundform *apsnos- (> &<pvog), die die 
offenbar altere Form a<pevog nicht beriicksichtigt. — Altere 
Versuche bei Bq und WP. 1, 679. „Pelasgische" Erklarung 
bei van Windekens Le Pelasgique 74 f. 

AcpVjTCop, -ogog m. Epithet des Apollon (/ 404), von a<pir)fii, s. 
Fraenkel Nom. ag. 1, 14f., 42, somit eig. ,,Entsender", aber 
nahere Bedeutung unklar. Die antike Erklarung als 'Bogen- 
schutze' ist von Kraus WienAkAnz. 87, 516ff. in Zweifel ge- 
zogen worden; nach ihm vielmehr „Aussender" = 'der Gott, 
dem man vor der Ausfahrt opfert' (?). — Nach Eustathios 
und den Scholl. (alternativ) = 'Prophet' (Eust. 6fto(prjTWQ), 
also aus a copulativum und <ptj/tt, eine unrichtigo Deutung, die 
auch bei H. dyrjroQEia- fiavTsla erscheint. 

&<pdtx, gew. im Plur. aip&at f. Art Kinderkrankheit, c Mund- 
schwamm'. — Davon d<p&codr]g und dqr&dco (Hp.) mit aq>&r)atg 
(Hippiatr.). — Unklar; vielleicht zu &tit(o. 

Acplct f. 'Feigwurz, Ranunculus ficaria' (Thphr. HP 7, 7, 3). — 
Unerklart. Die volksetymologische Anknupfung an dqsihai 
(to av&og) bei Thphr. sucht Thiselton-Dyer JournofPhil. 33, 
206 f. mit zweifelhaftem Erfolg semantisch zu begriinden. 
Eher LW. 

deploy- fSca/idg H. Wertloser Deutungsversuch von E. Maafi 
Arch. f. ReligionswLss. 23, 228. 

oipXaoTov n. 'der Auslaufer des Schiffshecks, der Knauf am 
Schiffshinterteile' (O 717, Hdt, 6, 114 u.a.). Nach Diels KZ 

47, 209 f. (m. Lit.) und Bechtel Dial. 3, 285 eig. „das was die 

13* 



196 dcq>Xoio|x6€ — 'Acppo&trn 

Zertriimmerung verhiitet oder verhiiten soil", von a priva- 
tivum und <pldm 'zertriirnmern', was unzweifelhaft wie eine 
Volksetymologie klingt. Wohl eher mit Hermann G6tt. Nachr. 
1943, If. vorgriechisch. Verfehlt Winter Prothet. Vokal 16. — 
Daraus lat. wplustra, -drum. 

49X0101x6? m. 'Schaum, Geifer' (O 607). — Verbalnomen auf 
-Ofiog zu etpfadev SieQqeev, dian£<pXoidev Siaxexvrai, netpXoidhai- 
(pXvxraivova&ai H. usw., s. <pXiSdto. Anlaut. d- ist als copulativ 
(intensiv) zu erklaren, sofern man nicht vorzieht, Konta- 
mination mit dem synonymen aq>Q6g anzunehmen. 

&pvcj Adv. 'jahlings, plotzlich' (A., E., Eup., Th., D. usw.), 
selten und spat Sxpvtoq {Epigr. Or. 468; vgl. Schwyzer 405, 
624 A. 5). — Wahrscheinlich mit acpaQ verwandt (s. d.) und 
wie dieses aus einer erstarrten Kasusform eines nominalen 
r-n-Stammes hervorgegangen (Schwyzer 520). Dazu zwei 
Nebenformen bei H.: dqivog- e£aiq>vrig und ayvidia- a<pvidav, 
aipva); letzteres aus alqwidiog kontaminiert, vgl. aX<pvr\g. — 
Altere Deutungen bei Bq. 

&<p6p8iov n. 'Exkremente' {yaazQog, Nik.). — Aus *a<podiov (von 
ayodog 'Exkremente') euphemistisch (nach yoQog) oder 
drastisch (nach noQdrj) verdreht? 

«tppa f. 'Art Pflaster' (Aet. 15, 14). Ohne Etymologie. 

fitppuroa f. Pflanzenname = daxXrjmdg, d.h. 'Feigwurz' (Apul. 
Herb. 15). — Unerklart. Ob Bildung auf -100a zu dtpgogl 

'A<ppo8lT»] f. die Gottin der Liebe (seit II.). - Da von die 
Deminutiva AtpQodndQwv N. einer Augensalbe (Gal.), Acpgo- 
dnciQidiov 'Liebling' (PI. Kom.). Ferner das Adj. ArpQodloiog 
'zu A. gehorig' (ion. att.) mit den substantivierten A<pQo5ioiov 
'A.-tempel', dq>qo8iaia n. pi. 'LiebesgenuB usw.' ; zum letzteren 
das Adj. d<pQO&ioiaxog und das Denominativ d(fQodiaid^io 'der 
Liebe genieBen' (ion. att.), wovon acpQodiaiaa/xog, d<pgo8iaiaarrjg 
'Wollustling', d<pQo8iaiaarixog ; dagegen AyQodioiaozai N. der 
Aphroditeverehrer (Rhodos) von A^Qodirt], vgl. AnolXwviaaxai, 
s. AtioXXcov. 

Herkunft unbekannt. Unhaltbare Erklarungen aus dem 
Griechischen (Kretschmer KZ 33, 267), bzw. aus dem Indo- 
germanischen (E. MaaB N.Jb.f.d.klass.Altertum 27, 457 ff.; 
dazu die Kritik Kretschmers Glotta 6, 305 f.). - Da die 
Gottin selbst aus dem Orient oder dem ostlichen Mittelmeer- 
gebiet stammt, ist ihr Name zweifelsohne vorgriechisch. Der 
semantisch naheliegende Vergleich mit der semitischen 
Gottin der Fruchtbarkeit Astoret, Astarte (Hommel N.Jb. 
f.klass.Philol. 125 [1882], 176), die von Grimme Glotta 14,18 
wieder aufgenommen worden ist (allerdings mit der wenig 



&cpp6i; — icpuooco 197 

iiberzeugenden Annahme, die Gottin sei durch hethitische 
Vermittlung zu den Grieohen gekommen), muB in sprach- 
licher Hinsicht immer als moglich gelten, da bei diesem 
Namen mit starker volksetymologischer Angleichung zu 
rechnen ist. — Abzulehnen Hammarstrom Glotta 11, 215f. : 
Aq>Qodlrr] eig. 'Herrin, Vorsteherin, Fiirstin', vorgriechisch zu 
dem ebenfalls vorgr. ngvtavig, etr. (e)prdni. — Ausfuhrlich 
iiber Aphrodite Nilsson Gr. Rel. 1, 489ff. 

Atppi^m. 'Schaum, Geifer' (seit II., vorw. poet.). — Ableitungen: 
d<p@(bdrjg 'schaumend' (Hp. usw.), depQiosig 'ds.' (Nik. u.a.; 
metrisoh bedingt, s. Chantraine Formation 272). dfpQing, 
-idog f. 'Art d<pvrf (Arist. usw., s. Bedard Les noms grecs en 
-Trig 81 m. Lit.). Mehrere Denominativa : 1. acpqeo) 'schaumen' 
(II., Hp.); 2. a<pQit,(o 'ds.' (ion. att.) mit dtpQWftog (Mediz.) und 
a<pQioxr)g m. (AP, codd. falsch dcpQ7}arr}g ; Sch.); 3. d<pgidco 'ds.' 
(Opp.; zur Bildung Schwyzer 732); 4. dipooo/nai 'ds.' (Theol. 
Ar.). — Auch dtpglovg- d&egag H. ist gewiB hierherzuziehen. 
Nicht sicher erklart. Die Zusammenstellung mit dem 
reduplizierten arm. p'rp'ur 'Schaum' (Meillet BSL 31, 51 f., 
wozu weiterhin, sehr zweifelhaft, ajieigco usw.), wobei d- 
prothetisch ware, ist verlookend, aber nicht strikt zu be- 
weisen. — Die alte Gleichung mit aind. abhrd- n. 'Wolke', 
o/ifiQog usw. (s. Bq) ist wegen der abweichenden Bedeutung 
aufzugeben. 

&cpur) f. 'Fischbrut, kleine Fische verschiedener Art' (Epich., 
Ar. usw.; im Att. nur im Plur. naeh H. s. dcpvcav rifirj; zum 
Sachlichen ausfuhrlich Thompson Fishes s. v.). — Ab- 
leitungen: Demin. dtpvdwv (Ar. ; zum Lautlichen Schwyzer 
199); dqjvwdrjg 'weifilich' (Hp.). Denominatives Verb d<pvw 
'weifilich, bleich werden' (Hp.), wahrscheinlich retrograde 
Ableitung aus d(pvd)6rjg nach ddxvco : Saxvcbdrjg u.a. (Chan- 
traine Formation 431). 

Unerklart. Die Zuruckfuhrung auf a privativum und <pvo) 
(woraus die Mittelmeerbez. nonnats) ist wohl als Volks- 
etymologie zu verstehen. Unrichtig Bechtel Dial. 3, 285: 
dqpvrj nach der Farbe benannt, vgl. dyvwdqg und drpxxo (die ja 
im Gegenteil aus d<pvr) stammen). Noch andere Versuche bei 
Bq. 

&«puay€T<5<; m. Bed. unsicher, 'Schlamm'? (A 495, Opp.), von 
Nik. adjektivisch gebraucht als Epithet der Wassersucht und 
des Nektars (Al. 342 bzw. 584; auf dqwaaco bezogen). — 
Bildung wie avQcperog usw. (Schwyzer 501, Chantraine For- 
mation 300) ; sonst dunkel. 

dcpuooco, woneben &<puw in ££-a<pvovieg (I 95), e£aq>vovoiv 
i£avT?.rjoovoiv H., Aor. d<pvo(a)ai, Fut. dtpvgw 'schopfen' 



198 *Axaif*^vr)i; — 'A/ouol 

(ep. poet.). — Davon einige sparlich belegte Ableitungen : 
&<pvo/i6g (Suid.) und ouptioifiog (Sch.), auch aqm^ijiog (Nik. ; 
vgl. den Gutturalstamm des Fut.). Vom Prasensstamm 
aqivaaav rrjv xotvXtjv <7ioqol> Tagavrivoig H. Unsioher aqivara- 
xorvkr], ord/ivog H. und dcpvxQig (cod. d<pvrgig)- dgvraiva (cod. 
aQJiawa) H. 

Unerklart. Unglaubhafte Deutungsversuche bei Bezzen- 
berger BB 27, 151 (zu lat. imbuo) und Oehler (s. Schulze Q. 
31 1 : dg> -\- va-, Schwundstufe von ava- in 2. a#« 'Feuer holen'). 
Das Prasens ayvooco ist wahrscheinlicb. vom Aorist aus 
gebildet (Schwyzer 717 m. Lit.), ebenao &<pv<o (Debrunner 
Mus. Helv. 2, 199). 

'Axotiji^vT)?, -Eog, -ovq m. Ahnherr des altestenpersischenKonigs- 
hauses (Hdt. usw.) — apers. HaxamaniS. — Davon Axaifievl- 
8ai pi. Nachkommen des A., vornehmer persischer Clan, aus 
dem die persischen Konige hervorgingen (Hdt. usw.); 
AxatfiEviog 'persisch, Perser' (A. PL usw.) ; Axatfievia ein Teil 
Persiens (St. Byz.); A%aifievJTig f. Beiname Babylons (Epi- 
phan.), vgl. Redard Les noms grecs en -rrjg 188. — dxai/ievlg, 
-(dog f. Pflanzenname (Ps.-Dsk., Plin.); sum Namenstypus 
Stromberg Pflanzennamen 134ff. 

Gr. -at- in Axai-/ievt]g gegenuber -a- in apers. Haxa-maniS 
ist wahrscheinlicb. von TaXat-fzevrjg, TIvhxi,-jxivr)g usw. ein- 
gedrungen (vgl. Schwyzer 448 m. Lit.). Anders Jacobsohn 
KZ 54, 261 f. : -at- von der Stammform haxai- = aind. sakhay- 
(?); dazu Kretschmer Glotta 18, 226. 

&Xafvr] f . 'Art Brot, das von den Weibern an den Thesmophorien 
gebacken wurde' (Semus 13). — Ohne Etymologie. 

&Xatvi\$ m. 'Hirsch im zweiten Lebensjahre, SpieBer'; dxatvr] f., 
auch dxauvT) 'Reh' (Arist., Babr. u.a.). — Ableitung axauverj 
f. 'Hirsch- od. Rehfell' (A. R., Opp.). - Unerklart. 

"Axaiot pi. m. N. eines griechischen Stammes, 'Achaer', sg. 
Axatog 'achaisch* (seit II.), f. Axaiai, sg. -d (vgl. Schwyzer 460 
m. A. 4). — Ableitungen: Axaitg, -Cdog f. 'das Achaerland' 
(sc. yala) oder 'die Achaerin' (sc. ywrj), auch Axaii'dgt. (seit II.); 
Axai'ixog, att. AxdXxog (vgl. zum Lautlichen Schwyzer 265f.) 
'achaisch' ; Axaurj, att. Axdta f. N. einer thessalischen und 
peloponnesischen Landschaft 'Achaja', auch Stadtname 
(Rhodos usw.), vielleicht als Axaia (dreisilbig) zu lesen, vgl. 
unten. — Denominatives Verb d^afftev £W.r]vlC£iv H. 

Der Volksname Axaioi aus Axatfoi (wovon lat. Achivi) ist 
auch aus agypt. Quellen bekannt: iigypt. 'q'jw'i', gewohnlich 
als Aqaiwaia gedeutet. Ebenso haben viele Forscher, nament- 
lich Kretschmer (vgl. unten), in heth. Ahhijava griech. 
Axaiia aus *Ax<xifia (bzw. *Ax<iifa ; diese Form noch in dem 



Stadtnamen Axaiat; vgl. Kretschmer Glotta 21, 227) wieder- 
erkennen wollen. Gegen eine voreilige Identiflkation von 
Ahhijava und A%aua hat vor allem Sommer wiederholt das 
Wort ergriffen (Ahhijava-TJrk., A. u. Sprw., IF 55, 169ff.). — 
Referat der friiheren Diskussion bei Sohwyzer 79f. ; dazu 
bes. die neue Behandlung von Kretschmer Glotta 33, Iff., 
wo naeh Schaeffer Ahhijava mit der mykenisch-achaisehen 
Niederlassung Enkomi auf Kypros identifiziert wird. 

Da der ursprungliehe Sinn des Namens A%awi unbekannt 
ist, sind alle Etymologien leere Spekulationen. Nach Giintert 
Weltkonig 73, WuS 9, 130ff. soil es als *„die Gefahrten, 
Freunde" mit aind. sdlcha, apers. haxa- (vgl. s. Axcu/thr);) 
'Genosse, Freund' identisch sein; dazu Kretschmer Glotta 
15,190; 17,250. 
dx<iXiov n. Pflanzenname, = oidrjQiTig, aX&aia. (Hippiatr.). — 

Ohne Etymologie. 
&X«vt) f. N. eines Mafles = 45 nidifivoi (Ax., Arist.) ; 'Kasten' 

(Phanod., Plu.). — Unerklart. 
dxapvux;, -d> m., auch axagvog, dxdgvdg (Kallias Kom., Ath., 
Arist.) Fischname =6Q<pd><;, viell. 'Barsch'. Andere, ahnliche 
Formen: dxdgva, axfyva (cod. -Act) H.; dxaQvdv (Ath.), dxdqvat 
Mfieai H. — Zum gv-Element, wohl fremd, Chantraine 
Formation 208f., Schwyzer 491. Sonst unklar. — Zur Sache 
Thompson Fishes 6f. 
dx*™]?. -°*> m - 'Achat' (Thphr. usw.). Unerklartes Fremdwort. 
Semitische Etymologien bei Lewy Fremdw. 56. — Der FluS 
Achates auf Sizilien ist wahrscheinlich nach dem Stein 
benannt, nicht umgekehrt. Auch der PN Achates stammt 
vom Steine. Vgl. Lewy ebd. 
axcp&oi; f. (m.) 'wilder Birnbaum, Pyrus amygdaliformis' (Od., 
S., Theok. usw.). Zur Bildung Chantraine Formation 359, 
Schwyzer 508. — Nicht sicher erklart. Von Bugge BB 18, 184 
und Mann Lang. 28, 34 mit alb. darde 'Birne' verglichen; von 
Jokl Festschrift Kretschmer 89ff. weiterhin zu idg. gher(s)- 
'starren' (WP. 1, 610; Pok. 445f.) gezogen unter der ganz 
hypothetischen Annahme einer Bedeutungsentwicklung 
'Dorngebiisch' > 'wilder Birnbaum'. Anlaut d- ware kopu- 
lativ. — Alterer Versuch bei WP. 1, 608 und Bq s. dxgdg; 
vgl. d. W. S. auch Schrader-Nehring Reallex. 147. 
dxepcoi.;, -ISog f. 'Weiflpappel, Populus alba'. — Da dxega>k 
in erster Linie als eine Ableitung auf -iq zu beurteilen ist, 
kann das Endelement -wig (aus *-(oaig1) schwerlich direkt 
mit lit. uosis und anderen baltisch-slavischen Wortern fur 
'Esche' verglichen werden (Prellwitz BB 24, 106f.; weitere 
Lit. bei Bq und WP. 1, 184 A. 1). Zu der im iibrigen an- 



200 'Ax^pwv — fix»°l«ti 

sprechenden Zusammenstellung mit AxeQcav s. d. — Abzu- 
lehnen Machek Lingua Posnaniensis 2, 152. 

'Ax^poiv, -ovrog m. N. mehrerer Flusse, auch mythisoher Strom 
der Unterwelt (seit Od.). — Ableitungen: Axegovowg (A., Th. 
usw.), f. -idg (PI., X.); jungere Bildung Axeq6vt(e)ioq, f. -idg 
(E. usw.). — Vielleicht ir-Ableitung von einem Nomen 
*&%eQog 'Teich, See 1 , das auch in einigen baltisch-slavischen 
Wortern, lit. ezeras, azeras, apreufl. assaran, oksl.jezero 'See', 
gesucht worden ist (s. zuletzt Krahe Beitr. z. Namenforschung 
2, 235f. mit alterer Lit.; anders Vaillant BSL 29, 38ff.); hier- 
her noch nach Jokl in Eberts Reallexikon 6, 39 und 43 der 
Volksname Oseriates (Ober-Pannonien ; Plin., Ptol.); vgl. 
Mayer Glotta 24, 189. Somit ware Axegcov eigentlieh 'teich- 
bildend, aumpfbildend'. Aber die Hesychglosse dxsQovaia- 
vSara e/.d>dr] ist natiirlich vom Namen des Unterweltsstromes 
gebildet und somit kein direktes Zeugnis fur die ursprungliche 
Bedeutung des Appellativs. — Zur jr-Ableitung s. bes. 
Kretsehmer Glotta 14, 97 f. Von *ax£$og vielleicht auch (mit 
unklarer Bildung) dxEQcotg, s. d. 

*X^ V > -W>05 m. 'arm, durftig', nach der Form zu urteilen (Chau- 
traine Formation 166f., Schwyzer 487) wohl eigentlieh ein 
substantivisch.es Appellativum, etwa „Habenichts, gueux" 
(Theok., Epigr.). — Davon dxrjvla 'Armut, Entbehrung' 
(A., Ar.). Erweiterte (umgebildete) Form dxr/velg- xevol H. — 
Neben diesen dorisehen Formen haben Lexikographen das- 
selbe Wort in ion. att. Lautgestalt bewahrt: fJx ,f i VE S' xevol, 
nrcoxol H.; dazu, mit anderer Stammbildung, fix-dvw 
7CT(oxeva> Suid. (vielleicht als *ixdvw zu lesen, vgl. unten); 
als Hinterglied (nach den adj. c-Stammen) in xreav-^xv?' 
nivrjg H. — Die Form dexrjveg- nhr\xeg H. beruht auf Volks- 
etymologie (a privativum und e^co). Unsicher ob hierher 
dxaiog (IQ 3, 1385). 

Neben &xrjv usw. steht mit anderem Vokalismus ixavdeo 
'begehren' (Horn., Babr., Herod.), wozu vielleicht noch das 
unsichere Ixoq (A. Supp. 850, lyr.). Auch im Indoiranischen 
scheint derselbe Vokalwechsel a (aus ait) : I vorzuliegen; vgl. 
einerseits aind. (hate 'begehren', aw. izyeiti 'streben, verlangen 
nach', anderseits aw. azi- m. 'Gier, Begierde' usw. Vgl. 
Wackernagel Verm. Beitrage llf.; weitere Einzelheiten bei 
WP. 1, 40f. - Toeh. A akal, B akalk 'Wunsch, Begierde' 
(v. Windekens Lexique 6tymologique 11) sind mehrdeutig; 
abzulehnen der Vergleich mit toch. B yoko 'Durst' (Pedersen 
Tocharisch 42). 

fixdofUd, Aor. dx&eo&ijvai 'beladen, belastet sein', gew. iibertr. 
r sich gedruckt fuhlen, betriibt sein' (seit II.). Daneben &x&og 



n. 'Ladung, Last, Burde', aueh iibertr. 'Beschwerde, Muhe' 
(vorw. poet. s. II.); Verhaltnis zu ax&o/iai unklar, vgl. 
Sohwyzer 723. — Mehrere Ableitungen, meist sparlich 
belegt. Von &x&og : d%&eiv6g 'lastig, unangenehm' (E., X. 
usw.), wozu noch die seltenen dx&rjQog (Antiph. 94, unsicher), 
ax^rjBiQ (Mark. Sid. 96), dx&rjftcov (Man. 4, 501); letzteres 
kann auch von ax&ofiai ausgegangen sein. Denominatives 
Verb ax&l£co 'laden' (Babr.), aufierdem dx&tfoag (zu lesen 
ax&loas?)- yofiwaag, rjyovv 7iXt]Qa>aag H., wie von *ax&E(o. — 
Von dxftofiai, evtl. aus ax&og erweitert: &x&r]da>v, -ovog f. 
'Last, Belastigung' (A., Th., PI. usw.); zur Bildung vgl. 
dXyrjdwv u.a., Schwyzer 529 f., Chantraine Formation 361. 

Nicht sicher erklart. — Wenn man in ax&o[iai, &x&og das 
%■ als verbal-nominales Formans abtrennt, was unzweifelhaft 
am nachsten liegt (vgl. z.B. {Sqi&co : figl&og : flQiaQog; nXrj&m : 
nXfj&og : nlfinXrjfii), bleibt ein Gutturalstamm d^-, bzw. dx- 
oder dy- iibrig. Dadurch erhalt man AnsehluB an axo/uai, 
axvv/iai 'betriibt sein, trauern' (Curtius 63 und 190; danaeh 
Brugmann, Schwyzer u.a.), wobei indessen die konkrete Be- 
deutung 'beladen sein', bzw. 'Ladung' sich schwerlich er- 
klaren liiflt. Walde in WP. 1, 40 A. 2 (ahnlieh schon Prellwitz) 
ist deshalb geneigt, von ayco im Sinn von 'fortschaffen' auszu- 
gehen, wovon ax-'&og 'Ladung', ax&ofim 'beladen sein'; die 
iibertragene Bedeutung 'sieh gedriickt fuhlen' ware durch 
Assoziation mit den lautahnlichen aypiiai, axvv/iai begiinstigt. 
Vgl. auch dx&ia>. 

'AxiXXeu?, ep. auch AxiXevg Sohn des Peleus und der Thetis 
(seit II.). Davon AxiXX-qtog, f. AxMrfg, att. AxlXXeiog. — Das 
Schwanken XX — X, das in dem entsprechenden Schwanken 
aa ~ a in X)6va(a)evg ein Gegenstuck hat, ist nicht sicher 
erklart. Nach Sjolund Metrische Kiirzung im Griechisehen 
(Diss. Uppsala 1938) 29 ff. ist AxiXevg durch metrische Kiir- 
zung veranlafit; ahnlieh Chantraine Gramm. hom. 1, 110. 
Zweifel bei Debrunner IF 57, 149. Schulze Q. 230 A. 2 sieht 
in AxiX(X)evg zwei hypokoristische Wechselformen eines un- 
bekannten Vollnamens. 

Die antike Herleitung aus &xog 'Schmerz, Trauer' hat 
Kretschmer Glotta 4, 305 ff. wieder aufgenommen, indem er 
ein vermittehides *d£tAog ( v gl- dgyiXog von aqyt) usw.) an- 
setzt. Eher ist vorgriechischer Ursprung anzunehmen, s. z.B. 
Debrunner 1. c. Vgl. die Ausfuhrungen bei BoBhardt Die 
Nomina auf -evg 139f. 

4%^? (spater -tig), -vog f. 'Nebel, Finsternis, Dunkel' (ion. poet, 
seit II., hell. u. spate Prosa). — Ableitungen: Adjektiva: 
dxXvwdrjg 'neblicht, triibe' (Hp., Arist., hell, usw.); dxXvoeig 



202 Sx v *l — Sxvu|xai 

'trube, dunkel' (Epigr. ap. Hdt., hell. u. spate Epik). Deno- 
minative Verba: &x&vco 'dunkel werden oder machen' (ep. 
seit Od.) mit &x^vatg 'Verdunkelung' (Syn. Alch.); dxMvo/iat, 
'dunkel werden' (Q. S.); zur Bildung Schwyzer 727 (unten) f., 
733 s ; axhioojim, -6m 'dunkel werden, bzw. machen' (Thphr. 
u.a.)- — Fur sich stent dx^vSiav d-qvmea&ai H. nach den 
Krankheitsverben auf -lav (Schwyzer 732), anscheinend mit 
einer hiatustilgenden <5-Erweiterung; wahrscheinlich liegt eine 
Kontamination mit ^At<5av [x^iSiav) vor. 

&xMc kann bis auf das Genus und die darauf beruhende 
Vokallange mit apreufi. agio n. (w-Stamm; Pauli, s. Kretsoh- 
mer KZ 31, 332) identisch sein. - Die Heranziehung des 
reduplizierten arm. alj-a-m-ulj-k' (pi.) 'Finstemis' (Meillet 
MSL 10, 279; vgl. H. Petersson Arische und armen. Studien 
124ff.) setzt, auBer der an sich moglichen Metathese von 
idg. gh-l, noch eine Palatalisierung des gh in j voraus. Alb. 
vdgvll 'dunkel, schwachsichtig' (Mann Lang. 28, 38) mufi 
wegen des Anlauts ausseheiden. 

oxvt] f. 'Spreu, Schaum, Flaum' (poet, seit II., auch Hp.). 
Davon dxviodeQ- ax v V ofioiov H. — Zum Vergleich melden 
sich einerseits — mit anderem Suffix — a%vQov 'Spreu', ander- 
seits — im Suffix dazu stimmend, aber im Guttural ab- 
weichend — lat. agna (aus *ac-na) 'Ahre', got. ahana 'Spreu' 
usw. (vgl. zu axcov). In Jetzterem Falle ware also fur dxvrj 
eine Suffixform -sna (vgl. Schwyzer 327) anzusetzen mit An- 
lehnung an einen «-Stamm (vgl. zu dxoOTij), falls man nicht 
EinfluB von &x v Q 0V m & ursprunglicher Aspirata annehmen 
will. Weitere Lit. bei Bq und WP. 1, 30 m. A. 3. - Vgl. 

&XVQOV. 

£xvu|iai, Sxojaou, e P- P* z - anch dx^vrnv, a%imv (vgl. unten) ; Aor. 
dxax^o&m, axaxelv, dxaxrjaat, Perf. dxdxrjfiai, wozu ein neues 
Pras. dxax%ofiai, -it,a> 'betriibt sein, trauern', Akt. 'betriiben' 
(ep. lyr. seit II.) ; es kommen hinzu die seltenen Prasentia 
dxaxvvw (Antim.), dxdxofiai (Q. S.) und dxvda8r]iii (Alk.81), 
Umbildung auf -d£m von *&xvr}/ii, *ax va f ial (neben &xvvpai, 
vgl. Schwyzer 693 A. 4, 716 Mom. 4). — Daneben als altea 
Verbalnomen &xog n. "Trauer, Leid, Schmerz' (vorw. ep. lyr. 
seit II.); auBerdem dxvvg, -vo<; f. (Kail.) nach axvvfiai. 

Der neutrale s-Stamm a#o? hat eine genaue formale Ent- 
sprechung in dem ursprunglichen neutralen s-Stamm got. 
agis n., ags. ege m. 'Furcht, <popoQ' ; der Bedeutungsunterschied 
ist aber nicht zu iibersehen. Zu dieser und anderen nominalen 
Bildungen gosellt sich das primare thematische Ptz. got. 
un-agands 'furchtlos, d<p6fimg', das zu dem ebenfalls thema- 
tischen axo/iai stimmt; parallele Neubildungen sind indessen 



*XP<*S — *X»>pa 203 

bei so produktiven Formkategorien natiirlich keineswegs aus- 
geschlossen, vgl. Jacobsohn KZ 45, 342. — Das Praterito- 
prasens got. 6g 'ich furchte' ebenso wie air. ad-agor 'ich 
furchte' (beide aus idg. a oder o) bestatigen die aus anderen 
Griinden wahrscheinliche Annahme, dafl &xvv/iai ^ kei den 
vu-Prasentia zu erwartende schwundstufige Wurzelform ent- 
halt. — In &xeva>v konnte der Rest eines nasallosen athema- 
tischen Prasens *a.%sv-jM (neben &x-v-v-fiai) bewahrt sein; das 
daneben stehende dxscov kann sicb zu &xoq wie xgareiov zu 
xgdrog verhalten, s. Schwyzer 696/3, 724 Mom. 1. Anders 
urteilt uber diese mehrdeutigen Formen Fraenkel Melanges 
Boisacq 1, 366f.: dxecov aus *&xef-cov, ax^wv dagegen aus 
*&xsv-io)v; letzteres auch Sehulze Q. 64; vgl. noch Fraenkel 
Lexis 2, 194f. Nach K. Meister HK 33 ist das immer am 
Versende (gegeniiber d#eW im Versinnern) auftretende 
axsvwv vom Metrum verursacht. 

&Xp6l$, -ddog f. 'wilder Birnbaum und seine Frueht, Pyrus amyg- 
daliformis > (Kom., Arist. usw.). Davon dxQddivog (Dsk.) und 
der parodierende Demos-name AxgaSovaiog (Ar. Ec. 362). — 
Bildung wie olvdg, egivdg und andere Baum- und Pflanzen- 
namen (Chantraine Formation 356 f.), aber sonst dunkel. Ob 
das ausgesprochen suffixale 6 in &xQ-dd- mit dem 8 in dem 
synonymen, aber ganz anders gebildeten dxegdog (s. d.) zu- 
sammenhangt, ist zweifelhaft. Vielleicht umgebildetes Fremd- 
wort. 

axpeiov Akk. sg. n. Bedeutung unsieher (dxQeiov idwv B 269 ; 
a. 8' eyikaaae a 163; d. xld&iv Theok. 25, 72); als Vorder- 
glied in dxQeno-yehog Adj. (Kratin.); dxQsimg yekdv (API.). — 
Wohl einfach mit dxQelog 'nutzlos, eitel' (s. xoA) identisch. 
Zum Syntaktischen s. Schwyzer- Debrunner 77 £. — Andere 
Auffassungen sind bei Bq notiert. 

#XP l » ^XP l S (zum Auslaut Schwyzer 404 f., 620) Adv., Prap. und 
Konj. 'bis zum Ende, vdllig; bis (zu); so lange als' (seit II.); 
&xqoi (Korkyra; nach den Adv. auf -oi). — Vgl. fisxQh das 
sich durch das dazu genau stimmende arm. merj 'nahe' als 
alt erweist. Wahrscheinlich ist &xQ l durch Kontamination 
von /1&XQ 1 un( i einem unbekannten synonymen Adverb ent- 
standen. Naheres s. fisxgi- 

axupa n. pi., selten -ov sg., 'Spreu' (ion. att.) ; kollektiver Sing. 
dxvgdg oder axvgog m. 'Spreuhaufen' (Kom.). — Mehrere ver- 
einzelt belegte Ableitungen: dxvgcbdrjg (Arist. u.a.), dxvgivog 
(Plu.), d%vgix6g (Sammelb.), dxvglzig, -tdog f. (AP; zweifelhaft); 
Subst. : dxvQOQiog m. 'Eintreiber der aj£tij>ov-Steuer' (Ostr.), 
dxvQwv, -ibvog m. 'Vorratshaus fur Spreu' (Delos), axvgiog m. 
'Spreuhaufen' (Heraklea). Denominatives Verb dxvgoco 'mit 



204 AxupJAicil — &J>°PP°S 

Spreu bestreuen oder mischen' (Arist., Thphr. usw.); davon 
axvQcoaig (Arist.). — Fur sich steht, mit unklarer Bildung, 
a X VQ/tiai f. PI. 'Spreuhaufen' (£'502, AP 9, 384, 15; auoh 
byzant. und neugr.; s. Scheller Oxytonierung 4ff., 85ff., auch 
iiber die Bildung m. weiterer Lit. ; dazu noch Fraenkel Glotta 
32, 18); dieselbe Bildung auch in dxvgfiiog (Arat. 1097, 
Attribut von a/irjTog), vielleioht aus axvQfiial dichteriseh neu 
geschaffen; zweifelhaft dxvQfidg (At. V. 1310; Konjektur von 
Dindorf fiir dxvQog). 

In Form und Bedeutung erinnert &xvqov an &xvrj, das alt 
zu sein scheint (s. d.), aber vielleioht von &xvqov beeinnuflt 
worden ist. Sonst dunkel; Zusammenhang mit &xwg (s. d.) 
immerhin denkbar; s. zuletzt Benveniste Or. 20 und 36 
(&xvQov: aixfr] alter r : n-Stamm?). Abzulehnen Petersson 
KZ 47, 267f. (s. WP. 2, 510). 

dx u Pf" a t s. &xvga. 

3X"P» -oqo? m. (Ar. Fr. 410, Hdn. Gr. 2, 937), d X mQ, -coqo; 
(Alex. Trail., Dsk. usw.) 'Grind, Schorf, Kopfausschlag'. — 
Ableitungen: dx<OQ6drjg (Aet., Hp. Liqu. 6 als v. 1.); axayqiio 
od. -idco (coni. in Paul. Aeg. 3, 3) 'von &xcoq leiden'. — Hier- 
her auch apogee rd nhvqa. evioi 6i xqciviov H. 

Unerklart. Nach Guntert Gotter und Geister 102 f. zu 
Axeqoiv usw. (s. d.). tiber eine ebenfalls verfehlte Deutung 
Bezzenbergers s. WP. 1, 64. Vgl. &xvqov. 

&}> Adv. 'zuriick, riickwarts, wieder' (ep. seit II.). Davon aipeqov 
= fiaregov, ndkiv (Alk., H., Zonar.), nach tiaxEQov erweitert. — 
Mit lat. abs 'fort, zuriick' identisch. Verhaltnis zu dim unklar. 
Zum auslautenden -5 vgl. e| und die iibrigen bei Schwyzer 
620 angefuhrten Adverbia auf -g (-f, -yt). 

diJ>[v9'iov n., auch aipivfiog f. (m.) und dytv&ia f. 'Wermut, 
Artemisia Absinthium' (Hp., X. usw.). — Ableitungen: 
dytiv&ivog (Alex. Trail.), dipiv^krjg olvog (Dsk. usw., s. Redard 
Les noms grecs en -Trjg 96) ; aufierdem dyiiv&arov 'Trank aus 
Wermut bereitet' (Aet., Alex. Trail.) und dyiv&driov (Pap. ; 
nach den Nomina auf -dnov) ; vgl. lat. absinthiatum (vinum). 
Schon das v#-Element laBt auf vorgriechischen Ursprung 
schlieBen, vgl. Schwyzer 61. 

&HS» -Idog f. 'Masche eines Netzes, Radfelge, Gefuge usw.' 
(Kretschmer Glotta 10, 233 f.). Erweiterung bzw. Umbildung 
auf -Id- eines unbekannten Verbalnomens zu ibizw, s. d. 

iStpoppoi; Adj., -ov Adv. 'zuriickgehend, zuriick' (poet, seit II.). 
Eig. wohl „mit dem oqqos abgewandt", vgl. naiiv-oqaog; dazu 
Wackernagel Unt. 1 A. 2 (wo fiir go statt qo in atpoQQog 
Dissimilation erwogen wird) und 226 A. 1. Anders Bechtel 



otco — pa 205 

Lex. s. v. : ayoQQoc, falsch fur dyogoog. — Die Form atpoQQOog 
in ayioQQoov 'Qxeavolo (S 399, « 65) ist entweder aus aip und 
qooq mit dem Kompositionsvokal -o- selbstandig gebildet oder 
vielmehr von mpoooog nach goog umgestaltet. Weiteres s. Sqqos. 

otto '(sich) sattigen' s. dcrcu. 

&<*>v, -0V05 Art Fiseh (Epich., H.). Auch (im Plur.) Name eines 
Gewandes (PAmh. 2, 3a II 21; IIP). - Unerklart. 

1. #a>poi node; von Skylla gesagt (/i 89), auBerdem im Gegen- 
satz zu den onia&ioi nodes (Philem. 145). Nach Aristarch 
= SxcaXot; „roi>g yao "Icovag Xiyeiv q>aal xr)v taokfjv &qtjv xal 
wqaiav" (Sch. fi 89). Nach 8IG 1037 (Miletos IV-ID>) ist 
wqtj ein Teil des Opfertieres, aber von der xmkfj getrennt. 
Bechtel (s. Lex.) vergleicht lat. sura (Naheres bei W.-Hof- 
mann s. v.) und ubersetzt : 'Beine, die keine Waden haben' ( ? ). 

2. ficopos m. 'Schlaf (Sapph. 57); unsicher Kail. Fr. 177, 28 
Pfeiffer. Nach EM 117, 14 = (bgog, „xara nXeovaofiov rov a 
firjdiv nkeov arjfiaivovTog. (hoot; yao 6 vnvog". — Weiteres s. 
(boos; v gl- auch acoTecu. 

d(or£(o, nur Prasens, mit iinvov als Objekt K 159, x 548, als 
'schlafen' erklart, wobei vnvov als Akk. des Inhalts fungiert 
(vgl. Schwyzer-Debrunner 75f.); in derselben Bedeutung 
absolut Simon. 37, 5. — Von H. wird dagegen der Ausdruck 
dcorelre (yXvxvv vnvov, x 548) mit dnav&lfeie rov vnvov glossiert ; 
von amxog, s. d. — Die tJbersetzung 'schlafen' legt, falls 
richtig, Zusammenhang mit (dem allerdings unklaren) amoog 
'Schlaf nahe ; die Stammbildung bleibt indessen dunkel (vgl. 
Schulze Q. 72 und 99, auBerdem Bechtel Lex.). Oder verbirgt 
sich hinter dem -t- ein r : n-Stamm vom Typus vdcog : vdaxogt 

&ortoq m., -ov n. 'Floeke, Flaum, feine Wolle; das Feinste in 
seiner Art' (ep. lyr. seit II.). Ableitung awzeveiv anavfti^eoftai 
H., vipaiveiv AB. — Seit Buttmann Lexilogus oft als urspriing- 
liches Verbalnomen (*„das Wehen") zu arjfii gezogen; 
semantisch und formal gewifi moglich. Die dabei voraus- 
setzende o-Abtonung ist sonst nirgends belegt (got. Prat. 
waiwo ist Analogiebildung). 



1. {la Interjektion, das Bloken eines Lamms imitierend 
(Hermipp. 19). Elementarschopfung. 

2. pa A. Supp. 892 (lyr.) wird als Kurzform von fiaaiXev ge- 
deutet. Vgl. Schwyzer 423 A. 2. Var. lect. na. 



206 (Jotpdljeiv — pctppVjv 

(Sapi^Eiv to <^>)> diriQ&QcofiEva Xeyeiv. evwi de floav H. Daneben 
fSa(Sl£co, -vt,m (Zenod.). — Nominate Formen: /?d/?af m. 
'Plauderer' (Archil., Lyk.); pdfiaxoi- fed 'HXeicav rsTTiyeg, 
fed IIovTixiov 8i pdrgaxoi H. — Onomatopoetisehe Elementar- 
schopfungen wie viele andere ahnliche Bildungen; vgl. u. a. 
Papal, PaCco, Pav£a>, papgdCco, pdPaXov; auch pdgPagog, paPvg- 
rag, Po/iPog usw. "fiber entsprechende Bildungen in anderen 
Sprachen s. z.B. Pok. 91, W.-Hofmann s. bahit. 

Papal Ausruf der Verwinaderung (E., Ar., PL usw.); erweiterte 
Form paPaidi (Ar.), vgl. Kretschmer Glotta 22, 254. Ele- 
mentarschopfung; vgl. PaPdCca und nanai. Daraus lat. babae. 

pdpaKa- rdv ydXXov H. Mit pdpa£ 'Plauderer' (wegen des Ge- 
schreis) identisch. Vgl. E. MaaB RhM 74, 469ff. 

PaP&avoi;- xurgag E ^og H. Unter Heranziehung von iftp a - 
xavhr/g ■ to fiera rov Tagfyovg xal arearog axEvaCdfievov Pg&fia H. 
erschliei3t Latte Glotta 32, 41 eine unreduplizierte Form 
*Pdxivog (-ov), die, selbst vielleicht kleinasiatisch, in lat. 
bacchinon (Greg. Tur.) vorliegen soil (woraus frz. bassiri). — 
Hypothetisoh; vgl. W.-Hofmann s. baccmum. 

pap<bm)i; m. Beiwort des Pan (Kratin.), des Dionysos (Corn.); 
nach EM 183, 45 und H. teila = dgxyorfs, jiaviwdr^g, teils 
= XdXog, xgavyaaog. "Vgl. /ta/Jdfai- ogxriaaa&ai bzw. /Sa/Jdfw, 
s. d. Im Sinn von dgxrjortfg bzw. ogxrjaaaftai nach Bechtel 
BB 23, 248 zu pi/ipi§ 'Kreisel, Wasserstrudel, Hummel' ( ? ), 
s. d. Vgl. noch v. Windekens Beitr. z. Namenforschung 4, 126 
mit kuhnen semantischen Kombinationen. 

P&paAov xgavyaaov. Adxcoveg H. Onomatopoetisches Lallwort, 
vgl. PaPdlm usw. ; zur Liquida vgl. XdXog und Bildungen auf 
bal- bei Pok. 9 If. — Zum lautahnlichen spatgr. Lallwort 
PaPdlia 'Wiege' Oehl IF 57, 11. — pdPaXov aiSolov ist, falls 
richtig iiberliefert, eine nasallose Variante von pdftPaXov 
Ifidriov. xal to aldolov. ®gvyeg; vgl. Latte ad loc. mit Lit. 
S. auch paXXtov. 

P<xp^p- o %-grig H. Phantastische Hypothese bei Groseli 2iva 
Ant. 3, 196. 

P a PpA?w 'zirpen', von den Zikaden (Anan., H.). Onomato- 
poetisehe Reduplikationsbildung, vgl. PaPd£a) mit weiteren 
derartigen Fallen. 

pappn^v vnoaTaaig iXaiov xara Maxedovag H. — Nach Hoff- 
mann Maked. 73 f. zu p<btrw. Er zieht auch heran papria?- 
pogPogog, nrjXog, nach EM 186, 1 tarentinisch . Fur letzteres 
erwagt v. Bhunenthal Hesychst. 20 messapischen Ursprung 
(Endung -uoa). — Alles hypothetisoh. 



pocpiipTcu; — pA£w 207 

PopOpTOi;- d iiaQdfictiQOG H., auch PN (s. Latte ad loc), Nomen 
agentis auf -rets (vgl. Chantraine Formation 319) von einem 
Verb *ftafivQ<o, bzw. Umbildung eines Nomens, vgl. lat. 
baburrus 'stultus, ineptus' ; reduplizierte Elementarschopfung. 
Vgl. die ahnlichen Bildungen oben und die Beispielsanrmlung 
bei W.-Hofmann s. babit, wo auch Literatur. 

payato?- 6 fidrawg. fj Zevq &Qvyiog. /liyag. noMg. raxvg H. 
Die Glosse ist nicht in Ordnung, s. Solmsen Wortforschung 
139 A 1. Sowohl die Zusammenstellung mit apera. baga- 'Gott' 
usw. (vgl. fidyog) als auch die mit *bhagos 'Buche' (vgl. Zevq. 
<pr)ya>vaiog, Torp IF 5, 193f. Kretschmer Einl. 198f.) ent- 
behren daher der Grundlage. Mdglicherweise ist der bi- 
thynisehe Zevq Bakrjog (s. fia.\r\v) gemeint. 

pAyo?- xkdana agrov <i}> fid^rjg. xai fia.otA.evi; y.al <rtgaxr\y6g. 
Adxcoveg H. Wohl mit Latte (z. St.) als Kontamination von 
Fdyoq (zu ayvv/u) und dyoq zu erklaren. Dagegen nach Pisani 
KZ 67, 111 im Sinn von (SaaiXevg = apers. baga- 'Herr, Gott' 
(vgl. den Volksnamen Bayaddoveg Kretschmer Kleinas. 
Forsch. 1, Iff., Glotta 18, 232). Kritik bei Petersen AmJPh 
56, 64ff., der wenig iiberzeugend eine Kontamination von 
ayog und (SaaiXevg annimmt. Vgl. auch Belardi Doxa 3, 197. 

P<xSa£* xlvaidog &g A/iegiag H. S. fSdxakog. 

pa5r)v Adv. 'Schritt fur Schritt, langsam' (seit II.). Davon 
Pa8tt^b> 'einherschreiten, marschieren' (ion. att., fast aus- 
schliefilich Prosa) mit mehreren Nomina: flddiaig 'das Einher- 
schreiten' (ion. att.), fiabiOfiAg ds. (PL; vgl. Chantraine For- 
mation 147), flddiofia 'ds.' (X., D. u. a.) mit fSadiafiariag m. 
(Kratin.; volkstiimliche Bildung, s. Chantraine 93); post- 
verbales Nomen flddog in jiddov f)a.di£eiv (Ar. Av. 42), s. 
Fraenkel IF 28, 224f. — Auflerdem das Nomen agentis 
fSadioT-^g m. 'Fuflganger' (E.), ovog ftadiorrjg 'PaBgiinger, 
Zelter' (Pap.) und das Adjektiv fSadiartx6g 'zum Schreiten 
geeignet usw.' (Ar., Arist. usw.). 

Adv. auf -Srjv, wohl urspriinglich Akkusativ eines Nomens 
(vgl. Schwyzer 626), von fjalvo); s. d. 

pdSiov s. 2. fidrog. 

pdt^to 'schwatzen, sprechen' (poet, seit II.; zur Bedeutung und 
Gebrauch Fournier Les verbes „dire" 49ff.), vorw. im 
Prasensstamm ; peftaxrat & 408. — Davon f)d£ig 'Sage, Ruf, 
Kunde' (lyr. u. trag.), fidy/iara pi. (A. Pers. 637 in lyr.). — 
Eine parallele Bildung ist fidoxeiv • Myeiv (zu tilgen mit 
Latte?), xaxoXoyelv H.; vgl. das bedeutungsahnliche Xdoxeiv. 
Herleitung aus *fldx-axeiv (Schwyzer 708; vgl. Bdxig) ist 



208 p&d-pov — patvu 

moglich, aber kaum notwendig. Von pdaxetv ist pdoxavog 
(s. d.) schwerlioh zu trennen. 8. auoh afiaxrjg. 
Onomatopoetisch, vgl. fla(}d£a>. 
pd&pov s. ffiilroj. 

Pa9-ui; 'tief, hooh', iibertr. 'reichlich usw.' (seit II.). Komp. und 
Sup. Pa-Mr EQog, -taxog; vereinzelt jid&iov, fidaaov, (idftiarog 
(Seiler Steigerungsformen 52). — Davon $a&tixr\g 'Tiefe' 
(Phld., Luk. u. a.). Faktitives Verb {ta&vvco 'vertiefen, aus- 
hohlen' (seit II.); itr. 'in die Tiefe gehen, sinken' (Ph. u. a.); 
davon pdftvOfia 'Vertiefung' (Thphr.). Zu BafrvXog, -v?.Xog s. 
Leumann Glotta 32, 218. — Neben fiadvg stehen ffiv&og n. 
'Tiefe' (poet, seit II.) und das gelaufigere, aber spater auf- 
tretende fid&og n. (ion. att.), auch als ethiseher Begriff, s. 
Zucker Philol. 93, 3 Iff. 

Die etymologische Einreihung von /SatfiSg hangt von der 
Beurteilung des hochstufigen fiev&og ab. Wenn man diese 
Form als eine analogische Neuerung ansieht (nach nh&og, 
Schwyzer RhM 81, 201 mit Thurneysen, Risch 125f.; dagegen 
Seiler 1. c), kann (Sa&vg die Tiefstufe von fifjaaa (s. d.) ent- 
halten. Andernfalls bleibt es ohne Anknupfung. S. auoh 
fidaoog und fiv&og. 

P<xt<x f. 'Amme' (Str., Inschr., s. Wilhelm Glotta 16, 277). — 
Ausdruck der Kindersprache ohne Etymologie. 

Patpu? m. 'Pelikan' (Hdn. Gr., H. ex Philet., Choerob.). Zum 
Suffix vgl. oqtvI;, Ipvg usw. (Chantraine Formation 397). 
Sonst ohne Anknupfung. 

palv<» 'gehen' (seit II.), nur Prasensstamm, mit zahlreichen 
Komposita: dva-, dno-, eh-, ifi-flaivw usw. Neben dem ge- 
laufigen fiaiva) gibt es mehrere andere, vereinzelt belegte 
Prasentia: 1. fSdoxw, nur in dem hauptsachlich als Inter - 
jektion gebrauchten Ipv. (Idoxe, -re 'auf!' (vorw. II.; zur 
Bildung vgl. unten); ferner die reduplizierten 2. /Jt/Sdcrxco 
(seit II.), gewohnl. Kausativ (Schwyzer 707 A. 2; weitere 
Einzelheiten bei Waokernagel Unt. 18 A. 2); 3. /5t/9)j,uj 
(plpd/ii), -dm (zu eflrjv, s. unten) in jSijSds, /StjStov, fiifia 'schreiten' 
(ep. dor. ; vgl. Chantraine Gramm. horn. 1,300); daraus er- 
weitert 4. ftijid^m (nachhom.) kausativ 'bringen usw.'; 
5. flifido&cov in /lox^d p. (II.), metrische Verlangerung von 
fiifidg am Versende (Pisani Ist. Lomb. 77, 535ff. m. Lit., 
aufierdem Fraenkel IF 60, 144f., Chantraine Gramm. horn. 
1, 327, Shipp Studies 37). — Nioht hierher pa/ipaivcov (K 375) ; 
s. d. 

Als Jotprasens steht fialvw zunachst fiir *[}dv-ia>, weiterhin 
fiir *pdfi-ia> (vgl. unten) mit antevokalischer Form der 



(Jatvio 209 

Schwundstufe vor dem Halbvokal neben der antekonsonan- 
tischen Form in ftd-axco ebenso wie in mehreren nominalen 
Ableitungen: 1. flda tg 'Schritt, Gang, Grund, Boden' (seit Pi. 
und A., in Komp. seit II.) = aind. gati-, s. unten. Davon 
fidoi/iog 'gangbar, zuganglich' (S., Tim. usw. ; vgl. Arbenz 
Die Adj. auf -ifiog 46ff.). 2. fiaxrjQ, -rjQog m. ,,der Treter" = 
'Schwelle, Basis usw.' (Amips., Inschr. usw.). 3. -$dxr\g, -ov 
m. zu Komposita: dva-, ana-, i/t-, xara(i)-, naoa(i)-fidxr\g 
usw. (seit II.) als Ableitungen von dva^aivco usw., auBerdem 
in Zusammenbildungen mit nominalem Vorderglied, z.B. 
arvXo-fid-rrjg; daneben -{iarrjoiog, ebenfalls zu den kompo- 
nierten dva-, dno-fiaivm usw.; das Simplex $axr\qiov (Ae/og) 
nur Ps.-Phok., auBerdem das Fern. ftaxrjglg (xkl/iai) AP. 
4. -fiaxog zu Komposita (dvapaivm usw.): dva- (dp-) fiaxog usw. 
(seit II.); fiaxog als Simplex (sehr selten) 'gangbar, zugang- 
lich' (X., Arr. u. a.); daruber z.B. Chantraine Formation 
302 ff. Zu -fidxtjg und -fiaxog gehoren als Nominalabstrakta 
Bildungen auf -ala, z.B. vneofiaoia 'Ubertretung, Frevel' (ep. 
lyr.). Ferner sind als Denominativa davon abgeleitet Verba 
auf -evw und -eu>, z.B. efifiaxevm 'betreten, einen Besitz an- 
treten' (trag., D. usw.); selten Simplex pared) 'besteigen' 
(Theok., AP), fiarsvco 'zertreten' (Pap.); 5. -fidg, -ddog f. in 
ififidg ; s. d. 6. fid&oov 'Grund(lage), Stufe, Sitz, FuflgestelT 
(ion. att.), auch fid&ga (Ar. u. a.), mit fia&gixov, fid&gotaig 
(Inschr.) und anderen seltenen Ableitungen. 7. fia&fiog und 
fiaapog m. 'Stufe, Ehrenstufe, Schwelle usw.' (hell. ; fia&filg f. 
'Stufe, Schwelle, FuBgestell' schon Pi.); davon fia&jucbdrig und 
fiafi^rjdov (spat). 

Die auflerprasentischen Tempora von fiaivco, fidotcw werden 
von einer anderen Wz. fir]- (fid-) gebildet: ifirjv (das auch als 
Aorist zu elm und eQXOftat dienen kann, Bloch Suppl. Verba 
63 ff.), fir)aofiai (faktitive Neubildungen efirjoa, firjaco nach 
eorrjoa, axrjam), fiifirjxa (seit II.). Davon die Ableitungen 
fifj/ia, fia/ia n. 'FuBtritt, Stufe, Rednerbuhne usw.' (h. Merc 
usw.; = aw. gaman- n. 'Schritt') mit fir)fiaxit^oixai 'aus 
schreiten' (hell.) und fir)jxaxiaxrig m. (Olympia IV a , Ath.) 
ferner fir\kog (fiakog) m. 'Schwelle' (II., A. u. a.), fir\kd n. pi 
= nedtka (Panyas.); zum Suffix Chantraine Formation 240 
AuBerdem -fir]xr\g, -ov m. in Zusammenbildungen wie lp 
nvoifir)-xr\g (xqinovg) 'iiber dem Feuer stehend' ( W 702) ; auch 
in diafirj-xrjg m. 'Zirkel, Bleiwaage usw.' (Ar., PI. u. a.; von 
diafifjvai) usw., s. Fraenkel Nom. ag. 1, 33 f. ; vgl. noch 
d/iquafirjrew. 

Das Jotprasens fiaivco ist mit lat. venio identisch (zur Be- 
deutung 'gehen' und 'kommen' vgl. Porzig Satzinhalte 330f.) ; 
ebenso entsprechen einander die sfc-Prasentia fidaxe und aind. 

Frisk, Griech. etym. Worterbuch 14 



210 pai6q — patxT) 

gdcchati 'er geht' (wozu noch lit. glmstu 'geboren werden', 
falls mit Leumann IF 58, 120 -stu aus idg. -sko; zur Bed. 
unten; unsicher dagegen toch. A kurnsam 'ich komme', 3. pi. 
kumsenc; wegen 3. sg. kumnds usw. wohl aus -na-sh- mit 
Wegfall des n zwiaohen m und s; vgl. Pedersen Tocharisch 
170). In beiden Fallen liegt Tiefstufe der Wz. g*em- vor mit 
sekundarem Ubergang von -m in -n; dariiber Schwyzer 309. 
Die Hochstufe erscheint z.B. in got. qiman 'kommen', aind. 
d-gam-am 'ich ging' (Aor.), wahrscheinlich auoh in lit. gemu 
'geboren werden', falls eig. '(zur Welt) kommen' ; zur Bed. 
aufler Leumann a.a.O. noeh Porzig Gliederung 209; hierher 
somit auch ifld&r] • iyevvrj&t] H. ? — Unter den hierher- 
gehorigen Nomina ist alt fldaig = aind. gdti-, beide vor- 
wiegend; in Komposita gebraueht wie die entsprechenden 
Bildungen im Lat. (z.B. con-ventio) und Germ. (z.B. got. 
ga-qumps). Alt ebenfalls -flazoq = aind. (-)gata-, lat. -ventus. 
Das reduplizierte (Ufirjpi hat ein genaues Gegenstiick in 
aind. jigdti 'er geht' ; ebenso stimmt der Aor. i^ijv vollig zu 
aind. d-gd-m 'ioh ging' ; das Nomen flijfia zu aw. gd-man- n. 
'Schritt'. — Wie sich die idg. Wurzelformen g*em- und gVa- 
zueinander verhalten, ist unklar; wahrscheinlich liegen ur- 
alte Kreuzungen vor. An g*a- erinnert, gewiB nicht zufallig, 
die bedeutungsverwandten drd- (a. arcoSiSgdaxco) und siha- 
(s. larrjfii); vgl. dazu WP. 1, 678. Naheres iiber diese sehr 
weitverzweigte Wortsippe WP. I.e., Pok. 463 ff., auBerdem 
Ernout-Meillet und W.-Hofmann s. venio. Vgl. noch (Sepaioq, 
(UprjXog, (Smfiog, /SaoTrdJcu, fSrjrdQticov. 

(3ai6<; 'klein, gering' (ion. poet.); Horn, dafiir jj/3ato?; 8. d. — 
Davon fiaiwv, -ovoq m. N. eines kleinen Fischea = (IXevvo; 
(Epich.), vgl. Stromberg Fischnamen 32, Chantraine iStrennes 
Benveniate 10; im Sinn von '/lergov nagd AXE^avdQevai (H.) 
falsch fur (Id'Cov, s. jSdi'g. — Unerklart. 

pd'ic, -iv f. 'Palmblatt' (LXX, Pap.), pdiov (/SdiV) n. 'ds.', auch 
'MeB-stange' (Ev. Jo., Pap.). — Davon Adj. fSdXvot; (Sm.) 'aus 
Palmblatt', (latvr) f. 'Palmzweig' (LXX). — Aus kopt. bai; 
vgl. Schwyzer 582. 

(3o(tt) f. '(Ziegen)fell, Rock oder Zelt aus Fell' (Hdt., Sophr., 
Theok. usw.), auch iibertr. 'warme Stube einer Thermen- 
anlage' (Magnesia, Mantinea; vgl. v. Wilamowitz Hermea 35, 
540 A. 2). — • Davon (lahoova ■ rdv evtsXtj av<5ga und (lands ' 
EvreXrjq yvrvr\ H. Dagegen (lahiov • (lordvrj i/upEQfjS dtxzd/xvui, 
tfyovv y\r)x<ovi H. aus (IXhiov entstellt, s. (Ihixov. 

Aus flahr] stammt nach Thumb Zeitschr. f. d. Wortf. 7, 
26 Iff. got. paida 'yvtuiv und andere germ. Worter, ahd. pfeit 
f. 'Hemd, Rock' usw.; aus dem Germ. firm, paita 'Hemd'. 



patxuAoi; — poumjpta 211 

Hierher wahrscheinlich auch (mit fc-Suffix) alb. petke 'Gc- 
wand'. Herkunft sonst unbekannt. — Alters Lit. bei Bq, 
WP. 2, 104, Pok. 92f.; auBerdem noch Pisani Sprache 1, 138 
und (mit einer sehr fraglichen idg. Etymologie) Krogmann 
KZ 71, 121 ff. 

polxuXo? m. Art (magischer) Stein (Sotakos von Karystos bei 
Plin. N. H. 37, 135), der naeh Dam. Isid. 94, 203 vom 
Himmel fiel, nach H. u. a. von Kronos verschlungen wurde ; 
auch N. eines Gottes (Syrien). Dem. (JanvAiov (Dam. u. a.). 
— Herkunft unbekannt. Nach Zuntz Class, et Mediaeval. 
8, 169ff. (wo ausfuhrlich iiber die Quellen) mediterranes 
Fremdwort, woraus vielleicht auch sem. bethel als Gottes- 
name. 

(Sdxavov n. 'Kohl' (PFay.), auch 'Kohlsame' (Mediz.). Dem. 
fiaxdviov (POsl.). — Zum Suffix vgl. X&xavov und andere 
Pflanzennamen bei Chantraine Formation 199. Sonst un- 
erklart. 

$axT\hoc, m. 'Verschnittener, Eunuch im Dienst der Kybele, 
weibischer Mann' (Kom., Luk. u. a.). Unerklart; vgl. xdprjXog 
und xdhrifiot; in ahnlicher Bedeutung. Nach E. Maafi RhM 
74, 472ff. und Nehring Sprache 1, 165 liegt Metathese vor; 
anders Kretschmer Glotta 16, 192. — Zur Bedeutung noch 
Lucas RhM 88, 189f. 

paxxapu;, -i3og, -iv f. 'Salbe aus der Asarumpflanze' (ion., 
Kom. u. a.). Auch pdxxaQ n. = aoagov (Plin.). Daneben 
fidxxaQt n. (Aret.) und fidxxaQ n. (Ps.-Dsk.). Lydisches Wort 
nach Sch. A. Pers. 42 ; vgl. pdxxagig • . . . alXoi di [ttiQov Avdov 
H. — Vgl. Fraenkel Nom. ag. 2, 176 A. 

|3ax6v neaov. KQfjreg H. Von Bechtel Dial. 2, 782 im AnschluB 
an Fick BB 29, 196 zu einem Verb *pdxw, Aor. *i^dxov 
'wuchtig sein' und zu fidxrQov (s. {iaxTrjQia) gezogen; vgl. 
noch ftdxrai • laxvqol H. Zur Bedeutung vgl. oxrJTZTeiv 'stiitzen, 
aufstemmen', aber auch 'niederstiirzen'. — Vgl. zu dpaxrjg 
und fiaxTrjQia. 

paxTT)p(a f. 'Stab, Stock, Szepter (als Wahrzeichen der Richter)' 
(att., Arist. usw.). Daneben die vereinzelt belegten fiaxxriQiav 
(Ar., Men.), paxrrjQidiov (H.), PaxrrjQiz, 46og f. (Achae.f?]). — 
Eine andere Bildung ist pdxxpov n. 'Stock, Knuppel' (A. 
und E. in lyr., Theok.). Davon ftaxTQevco 'stiitzen' (Arg. metr. 
in S. OC) mit fidxTQevna (E. Ph. 1539 [lyr.]), falls nicht direkt 
von fidxTQov, vgl. Chantraine Formation 186f. — f}axrt]Qeva> 
(Suid.) ist von fiaxTrjQia beeinfluBt. 

paxrr/Qia ist eigentlich eine Abstraktbildung von *jiaxrrjo, 
das neben fidxTqov stent wie aQoxrjg neben oqotqov. Eine andere 

14* 



212 Bdotx°? — |3a>.ov€iov 

Ableitung desselben Wurzelelementes ist in pdxrai • toxvQoi H. 
vermutet worden. Das zugrundeliegende Verb vielleicht im 
Partizip flaxov, s. d. — Aus dem Latein gehort hierher 
bacvlum 'Stab, Stock', wohl aus *bak-tlo-m (anders Pisani 
REIE 3,53: axis *ba-tlo-m durch osk.-umbr. Vermittlung) ; 
aus bacvlum wiederum als LW fidxXov 'Stock, Keule' (Aesop. 
u. a.) mit f}a.xXl£m 'priigeln' (Pap.), ebenso (als Ruckbildung) 
air. bacc 'Haken, Krummstab' usw. Dagegen sind die aus 
dem Germanischen und Baltischen herangezogenen Worter 
(s. z.B. Pok. 93) von sehr zweifelhaftem Wert. 

Bdxx o ? m - N. des Dionysos und seiner Diener, auch des 
Zweiges, den die dem Gotte Geweihten tragen (Xenoph., S., 
E. usw.). Davon Bdxx 7 ) f. 'Bacchantin' (A., S., E. usw.), 
(iaxxeva), JZaxxevg, Baxxeiog und mehrere andere Ableitungen 
(vgl. Boflhardt Die Nomina auf -evq § 71), wie das Grand- 
wort vorwiegend poetisch. Zu ^axxdco (von Bdxxog, A.) s. 
Schwyzer 726 A. 2: — Fremdwort unbekannter Herkunft. 
Mit Bdxxog hangt irgendwie zusammen 1yd. Baki- in 
Bakivalis = AiovvoixAsovg, wohl eher Entlehnung aus dem 
Griechisehen als (mit v. Wilamowitz Glaube 2, 63) urn- 
gekehrt. Nach v. Windekens Beitr. z. Namenforschung 4, 
125ff. zu fiafSat, jDapdxTrjg usw. 

(JAxxoXosm. = aqxog anodhrjg (Nik. Fr. 121). Nach H. eleisch. 
— Unerklart. 

piXaypo? m. N. eines SiiBwasserfisches, wahrsch. eine Karpfen- 
art (Arist.). Andere Formen sind: pdXeoog, fiaXivog ({Sagivog), 
paAXiQoq (Arist.). — Herkunft unbekannt. Vgl. Thompson 
Fishes s. v., Stromberg Fischnamen 39. Eine sehr unsichere 
Vermutung bei Bofihardt Die Nomina auf -evg 49 A. 2. 

pctAaveiov n. 'Badstube, warmes Bad' (Ar., Thphr. usw.). 
Dem. fiaXavidiov (Pap.). — Daneben entweder als Grundwort 
oder wohl eher durch retrograde Ableitung (xvaipslov : xvcupevg 
usw.) poXaveti? m. 'Bader' (Ar., PL usw.) mit fiaAaveva) 'ein 
Bad aufwarmen, Bader sein' (Kom.) und fiaXavevTrjg 'Bader' 
(Pap.), flaXavEVTQia (Poll., Lib.), paXavevtixog (PL, Pap.); 
auflerdem PaXavhtjg (-ettrjg, vgl. Redard Les noms grecs en 
-T»js 12, 38) 'Bader' (Plb.), PaMviooa (AP) und fiaXavlg (Suid.) 
'Baderin', fiaXavixog 'zum Bad gehorig' (Seh.). Fiir sich steht 
fiaXavdoiov n. 'Badelaken' od. ahnl. (Pap., Inschr.) mit dem 
lat. Suffix •arium. 

Unerklart. Der auf Froehde bei Fick 1, 404 zuriickgehende 
Vergleich mit aind. galana- 'traufelnd, das Traufeln' (Lex., 
Gramm. ; von galati 'herabtraufeln'), der zunachst ein Nomen 
*pdAavog, -ov 'BegieBen, GuB' (von fidXXco '(be)werfen', okkas. 
'mit Wasser, Blut usw. bewerfen, bespritzen') voraussetzt, 



pdiXavo? — pdXapi? 213 

ist aus verschiedenen Griinden sehr unwahrseheinlich. 
Erstens ist die Zusammenstellung von fSdXXco mit galati sehr 
zweifelhaft (s. fidXXa>); zweitens heiBt fidXXa) nur okkasionell 
und sekundar 'bespritzen' ; drittens erwartet man fiir die aus 
dem agaischen Kulturkreis eingefuhrte Sitte des Badens in 
warmem Wasser keine auf vorgr. idg. Spraehgebrauch zuriiek- 
gehende Benennung. Entweder ist also fiaXaveiov (und flaXa- 
vevg) agaisch wie dadfiiv&og (s. d.), oder es ist im Griechischen 
selbst geschaffen. Die formal sich aufdrangende Anknupfung 
an pdXavog 'Eichel' (mit allerhand teohnischen Nebenbedeu- 
tungen) bleibt aber semantisch zu begriinden; ob von fidXavog 
— 'Verschlufl-Zapfen', woraus paXavelov eig. *'verschlossener 
Raum'?? — Aus (SaXaveiov stammt \&t.bal(i)neum. 

poXavo? f. 'Eichel, eichelformige Fruoht, Dattel', iibertr. von 
verschiedenen eichelformigen Gegenstanden, z.B. 'Verschlufl- 
Zapfen', auch Fischname (seit Od.). — Zahlreiohe Ableitungen, 
die sich z. T. an die technischen Sonderbedeutungen von 
fidXavog anlehnen. Substantiva: (iaXdviov 'Eicheltrank' (Ni- 
koch.), 'Stuhlzapfchen' (Mediz.), fiaXavtg 'Pflock, Pfropfen' 
(Hp., Pap.), fiaXavhtjg (Xifrog) 'eichelformiger Stein' (Plin.), 
-trig 'Kastanienart', vgl. Redard Les noma grec en -rr/g 53 
und 70. Adjektiva: fSaXavoorog 'mit einem Pflock befestigt, 
mit Eicheln geschmiickt' (Parm., X., Ath.), ftaXavd>8r}g 'eichel- 
ahnlich' (Thphr.), (iaXdvivog 'aus Datteln gemacht, dattel- 
farbig' (Thphr., Pap.), fiaXavrjQog 'eichelahnlich' (Thphr.). 
Verba: 1. paXavi£a> 'Eicheln abschiitteln' (AP, Zen.), 'ein 
Stuhlzapfchen anbringen' (Hp.) mit ftaXavia/iog (Hp., Zen.) 
und fiaXdvioig (Gloss.); 2. (JaXavoco 'mit einem Pflock be- 
festigen, zuriegeln' (Ar.); von diesem Verb in einer ver- 
schiedenen Bedeutung oder direkt vom Nomen (vgl. Chan- 
traine Formation 279) fJaXdvwfoig] 'das Recht, Eicheln ein- 
zusammeln' (10 5 [2] 456, Megalopolis). 

Erbwort mit Verwandten in mehreren anderen Sprachen. 
Am nachsten kommt arm. halin, Gen. kalnoy 'Eichel' mit 
eno-Suffix gegemiber -nno- (-awo-) in pdXavog; ablautende und 
mit Dental erweiterte Formen liegen vor in lat. glans, -ndis, 
russ.-ksl. zeliidb (aus *zelpdb), alb. ISnd m., tosk. lends f. 
'Eichel'. Eine ganz abweichende Bildung dagegen im Bal- 
tischen, z.B. lit. glle aus *giliia 'Eichel'. Einzelheiten bei 
Pok. 472f. mit weiterer Lit.; auBerdem Dumezil BSL 40, 53, 
Manu Lang. 17, 21. — Nach Specht KZ 66, 74 (mit Curtius 
Grundz. 475) gehoren fidXavog und verwandte Worter zur 
Sippe von fidXXm als ,,die herabgefallene Frucht"; sehr 
hypothetisch. 

P&Xotpi<;, auch fidXXaqig Pflanzenname = fiqvov, Xvxvig (Ps.- 
Dsk.), 'fjordvr} zqiipvXXog' (H.). — Unerklart. 



214 PoXatioriov — paX(X)V)v 

potXauoTLov n. 'Blume des wilden Granatapfels' (Dsk., Gal., 
Pap.). Davon fiaXavonvog, fiakavorqivog (Pap.). — Unerklart. 

PotXpi?, -idog f. 'Start- und Zielschnur, -strick, -pfahP (att.), 
iibertr. 'Brunnenloch' (Gal.), wo von j3a?.f}id(i>dr]g c mit Aus- 
hohlungen versehen' (Hp.) ; vgl. zur Bedeutung Wendel Herm. 
69, 345. — Bildung auf -Ig wie xQrjTtlg, xvrjiiig u. a., aber sonst 
dunkel. Als technischer Terminus gewiB LW. Nach Groselj 
Ziva Ant. 4, 164ff. vorgrieohisoh (zu AeX<poi usw.). 

pdXe Interj. m. Opt. 'o daB doch!' (Alkm., Kail.); auch ajiaXs 
(a fidXs) m. Ind. und Inf. (Kail. u. andere). — • Wahrseheinlich 
nach P. Diels KZ 43, 190ff., Kretschmer Glotta 3, 162 (s. 
auch Debrunner GGA 1910, 15) Ipv. Aor. von /SctAAco und 
mit der ljtauischen Permissivpartikel te-giil identisch. 

P>aki6q 'weifigefleckt, scheokig' (E. in lyr., AP), 'schnell' (Opp. 
u. a. ; nach Vorbild von agyog). Mit verschobenem Akzent 
(Schwyzer 380, 635) BaMoq als Name des Pferdes Achilla 
(II.). — Davon wohl /SaA/a • dip&aXfiia H. 

Vgl. zur Bildung noXiog und andere Farbenadjektiva auf 
-i(F)6q (Schwyzer 472, Chantraine Formation 123); sonst 
dunkel. Wegen des im Indog. sehr seltenen 6-Lautes hat man 
wiederholt fremden Ursprung vermutet; so Solmsen KZ 34, 
72 ff. (thrakisch), Pok. 118 und Groselj Ziva Ant. 3, 203 
(illyrisch), v. Windekens Le Pelasgique 75f. mit Georgiev 
(pelasgisch), Schwyzer 68 A. 3 (makedonisch?). — ■ Unwahr- 
scheinliche idg. Etymologie bei Sehulze Kl. Schr. 117. An- 
knupfung an fidXXoi (Bq, WP. 1, 691) ist schwer semantisch 
zu rechtfertigen. 

potXii; = olxvg aQyiog (Ps.-Dsk.). Davon fiafadixd {xaQva; Pap.). — 
Zum Vorhergeh.? 

PaXAAvriov (besser beglaubigt als fiaXavriov, s. BlaB-Debrunner 7 
§ 11 A. 2) n. 'Beutel, Geldbeutel' (Kom., Thphr. usw.). Dem. 
fialXavxidiov (Eup., Hid.). — Nicht sicher gedeutet; nach 
Krahe (brief 1.) nordbalkanisch, zu lat./oWisusw. Vgl. fiaXXlov. 

pdtXXexa • yfjcpov H. Von Schmidt ad loc. mit lat. (iber.) bal(l)uca 
'Goldsand, Goldkorner' verglichen; s. auch W.-Hofmann s. 
balux und Belardi Doxa 3, 198 m. Lit. 

P<xX(A)^v, -rjvoq m. 'Konig' (A. Pers. 657 [lyr.], S. Fr. 515 [lyr.] 
u. a.), auch N. eines mythischen Steins (Ps.-Plu.). Davon 
paXArjvaiov {ogog) = fiaaikixov o. — Unerklart. Nach H. u. a. 
phrygisch. Von Fick (s. Solmsen Wortforsch. 138f.) zu lat. 
debilis usw. gezogen. Jedenfalls kleinasiatisch ; vgl. Solmsen 
a.a.O. und W.-Hofmann s. debilis mit weiterer Lit. Ab- 
zulehnen v. Windekens Le Museon 61, 280 (zu toch.A wal, 
B walo 'Konig'). Man konnte an aram. ba'lena 'unser Herr' 
denken. 



paXXr]Tiis — pdXXu) 215 

{3aXX?]TU^ f. Name eines Volksfestes in Eleusis, bei dem naeh 
Ath. 9, 406 dff. Steine geworfen wurden; nach H. = ioQxrj 
A&rjvrjaiv, em Ar\fio<f(bvxi rq> KsXeov dyofievt]. Vgl. auoh L. Deub- 
ner Attische Feste 69. — • Wegen der schwerverstandlichen 
Stammform (trotz des Futurums fiaXXr)-aw; vgl. fSsXe-nva, 
pX?j-/ia) verdachtig, ein volksetymologisch angepafltes LW zu 
sein; vgl. Schwyzer 291. S. auch Benvoniste Noras d' agent 73. 

ftaXXl^o) = fidXXm (Sophr.), auch = xco/id^to, %oqevw (Ath. 
u. a.), aus Sizilien und Magna Graecia bekannt (Ath. 8, 
362b f.). Davon paXXiafiot; 'Tanz' (Alex., Ath.) und f}aXXi<Trr}s, 
woraus lat. ballista 'Schleudermaschine' (seit Plaut.); fiaX- 
Xiarga 'ds.' (Prokop.). — Erweiterung von fidX}.a>; zu der 
nieht ganz klaren Bedeutungsentwicklung s. Paessens BhM 
90, 146ff. und Radermacher ebd. 91, 52ff. mit weiterer Lit. 
Lat. ballare 'tanzen' kann wegen der abweichenden Form 
schwerlich direkt aua fiaXXl^m entlehnt sein. — Die Zu- 
sammenstellung mit dem aind. an. Xey. (fc>B) balbaUti 'wirbelf 
(Wackernagel Ai. Gramm. 1, 181) ist aufzugeben. 

pctXXtov n. '<paXX6<; (Herod.). Davon BaXXloiv EN (Axionik.), 
lat. Ballio (Pt.); auch der thrak. Volksname TQt-fiaXXoll — 
Falls fiaXXiov, wie ansprechend vermutet worden ist, zu der 
Sippe von <paXX6g gehort, mufi es einer anderen indog. Sprache 
(dem Thrak. -Phrygischen?) angehoren. Vgl. Bechtel Dial. 3, 
286, Wahrmann Glotta 19, 162. Hierher vielleicht auch 
fid(fi){laXov 'aldoiov', s. d. 

pdXXu;, -eu>g f. Pflanze mit wunderbaren mediz. Eigenschaften 
(Xanth. 16). — Dunkel. Vgl. die anklingenden Pflanzen- 
namen f}d?.(X)aQtg, ftaXXcoTr/. 

pAXXw, Aor. (SaXelv, Perf. fiepXr}xa, Fut. §aXu>, auch f}aXXr)Oco 
(vgl. zu ffaXXrycvq) 'werfen, treffen' (seit II.). Ark. diXXm in 
eo-SeXXco = EX-^dXXo), auch fe/Uco (EM, vgl. unten). Zahlreiche 
gebrauchliche Komposita: ava-, dno-, in-, ir.-fldXXw usw. mit 
mehreren Ableitungen. — Davon viele Nomina, vorw. 
actionis od. instrumenti: 1. floXog m. 'daa Werfen (eines 
Fischernetzes), Zugnetz, Zug' (vorw. poet, seit A.) ; in Kom- 
posita (auch Prosa), z.B. nqofioXog m. 'Vorsprung' usw. (seit 
Od.) zu TiQopdXXca; vgl. Leroy Melanges Boisacq 2, 101 f. — 
2. floXri f. 'das Werfen, der Wurf', von Wurfwaffen, vom 
Donnerkeil, von den Sonnenstrahlen usw. (vorw. poet, seit 
II.); zahlreiche Ableitungen von Komposita, die auch der 
Prosa angehoren. — Von jiolog und foXrj: fioXk, -(do; 'Wurf- 
geschoB, Wiirfelfall, Wurfel' (LXX, Plu., AP), auch 'Senk- 
blei' (Sch.), wovon poXldtov (Olymp.), aber in dieser Be- 
deutung vielmehr postverbal zu f)oXl£(Q '(das Senkblei) aus- 
werfen' (Act. Ap. 27, 28, Eust.), Pass, 'ins Wasser sinken' 



216 pAXXco 

(Op.); fi6Xifj.og 'verschoben, vertagt' (Gonni, Chios), vorw. zu 
Komposita: dva-, ex-, e/i-^6 Xi/j,og usw., s. Arbenz Die Adj. 
auf -ijiog 60f., 52, 55 ff. ; fioXeog (X(&og) 'zusammengeworfen' 
(Inschr.); §oXe<bv m. 'Diingerhaufen' (Din., Nik. u. a.), vgl. 
xongdv und andere Nomina auf -(e)mv bei Schwyzer 488, 
Chantraine Formation 164; fSoXiorixog 'fur das Zugnetz be- 
stimmf (Plu.). — 3. fiiXog n. 'WurfgeschoB', bes. 'Pfeil, 
WurfspieB', auoh 'Waffe' im allg. (seit II.); davon rd peXixd 
(Ath. Mech.); vgl. indessen auoh fiekovr). — 4. (teXe/tva n. pi. 
von *fJeAE/ia (vgl. pXrjfta unten), sek. sg. fitte/ivov 'Pfeil, Wurf- 
spieB' (poet, seit II.). — 5. -pXrjg zu Komposita, z.B. nQojSXrjg, 
-rjrog 'vorspringend, Vorsprung' (seit II.) von jtqofidXXcD. — 
6. pAfjfia (fiir *Pele/*a, Speoht KZ 63, 207ff.) 'Wurf, Wurf- 
geschoB,, Wunde' ; zahlreiohe Ableitungen von Komposita, 
z.B. TiQopXijfia 'Vorsprung, Schutzwehr, Problem usw.' (ion. 
att.). — 7. -fiXrjOig nur vereinzelt zu Komposita, z.B. avdflXijoig 
'Aufschub' (seit II.). — 8. -fSXrjarQov (mit unklarem a, vgl. 
Chantraine Formation 334, Schwyzer 706) in d/i^Xtjargov 
'Zugnetz usw.' (Hes., Hdt., A. usw.); vom Simplex pXi)OTQi£<o 
'heftig werfen, schiitteln' (Hp., Xenoph. u. a.) mit $Xr\OTQi,a)x6g 
(Hp.). — 9. -fSXrj&Qov in rd E/ifiXri&Qa 'Verladekosten' (Pap.), 
vgl. Schwyzer 532 A. 4. — 10. ^aXXrjtvg und 11. pXijTQov s. bes. — 
12. Fiir sieh stent fioXerionog 'das Angeln' (Orao. in Ath. Mitt. 
25, 399) von *^oXetCC(o, das (iiber *fSoXer6g1) auf fioXog zuriick- 
zugehen soheint. — Die Nomina agentis sind dagegen selten. 
Vom Simplex nur fiAifiEiQa diarwv (Alex. Aet.); zu den Kom- 
posita treten, fast ausschliefilich seit hellenistischer Zeit (fiera- 
ftoXsvg D.), Nomina auf -evg, z.B. dfupifSoXevg, auf; auBerdem 
SiapXiJTwg (Man.) = didfioXog. Als Hinterglied endlioh eine 
Bildung auf -evrjg in der Zusammenbildung ixarrjfieXe-TTjg 
(II. usw.) = ExarqfloXog. — Adjektiva: Zu den Komposita 
Bildungen auf -$Xr\xix6g und -fiXtfaifiog; Adverbia auf -drjv, 
z.B. naQafSXrjdrjv (II. usw.). — Als Deverbativum wird all- 
gemein fioXiw angesetzt auf Grund der epischen Perfekt- 
formen pe/ioXrjaTO, fiEfioXruihog usw.; kaum notwendig, s. 
Frisk Eranos 40, 86f., auBerdem Chantraine Gramm. hom. 
1, 435, Shipp Studies 43 f. — Zum epischen Gebrauoh von 
pdXXco nebst Ableitungen s. Triimpy Faohausdriicke 104ff., 
Porzig Satzinhalte 112f. 

Ion. att. fSdXXoo und ark. deXXeo (mit sekundarer Assibilation 
£eXXco) reprasentieren versehiedene Ablautstufen eines Verbs, 
das wegen des weohselnden Anlautes einen urspriinglichen 
Labiovelar g»- enthalten hat. Die Geminata -XX- erklart sioh 
entweder aus einem Jotprasens *jiaX-im (z.B. Brugmann- 
Thumb 347) oder, vielleicht besser, aus einem (urspriinglioh 
athematisehen) Nasalprasens *ftaX-v-a-a>, athem. *^dX-v-t]-/u 



PaXXcor^ — (Sccppalvto 217 

(Speoht KZ 59, 98, Wackemagel-Debrunner KZ 67, 159f.); 
die dafur angefuhrten Griinde smd allerdings nicht zwingend. 
Auf jeden Fall ist die von /SoMco reprasentierte Schwundatufe 
als alt zu betrachten; das hochstuiige diXkm (CeXkm) stammt 
aus dem Aorist ICbXev efSatev H., der, wie z.B. ste/ae, eigent- 
lich athematisch war (Specht a.a.O.). Das neben flaA; dsA- 
(durch Analogie /SeA-) stehende /S/bj- in (Se-flXri-xa usw., das 
auf eine zweisilbige Wurzel schliefien laBt (vgl. nooh fSik-fiva), 
hat ein genaues Gegenstiick in aw. ni-yra-ire 'sie werden 
niedergeschleudert' ; in Betracht kommt auch toch. A B kla- 
'fallen'. Die zweisilbige Wurzel wird durch aind. ud-gurna- 
'emporgehoben* (Schwundstufe wie in purnA- 'voir gegen- 
iiber nXtj-grjg) bestatigt, s. Wackernagel-Debrunner a.a.O., 
wo auch andere aind. Formen besproohen werden. — Sehr 
unsicher ist dagegen, ob aind. galati 'herabtropfeln', ahd. 
quellan 'hervorquellen' usw. (s. Bq s. jSdAAco, WP. 1, 690f., 
Pok. 472 f.; vgl. auch zu /JAtifco) hierhergehoren; dariiber 
Wackernagel-Debrunner a.a.O.; auBerdem Fraenkel KZ 71, 
39 (gegen Verbindung mit lit. guleti 'liegen'). Weitere Lit. 
bei Schwyzer 693 A. 9. — Vgl. noch ^ovlojim, fidhavog, fieXovr], 

paXAu-r^ f. Pflanzenname, 'Ballota nigra' (Dsk.). — Unerklart. 
Vgl. die ahnlichen pdkfAJagig, fidkXtq und Stromberg Pflanzen- 
namen 151. 

PccX{«5<; ■ orfj&og H. Unerklart. Nach GroSelj Ziva Ant. 3, 196 
vorgriechisch. Zum Suffix vgl. Xat/iog und andere Korperteil- 
namen. 

p&Xcccpov n. 'Balsamstrauch, duftendes 01 davon, Balsam' 
(Arist., Thphr. usw.). — Ableitungen: fSatoafilvr] ' povtp&aXfiov' 
(Ps.-Dsk.), 'oTiofidkra/iov' (Plin.); zur Bildung Stromberg 
Wortstudien 38; — fSaloa/itbdsg n. 'xaff/a-ahnliche Rinde* 
(Plin.). 

Aus dem Semitischen entlehnt; vgl. hebr. baJdm, arab. 
baSam 'Balsamstrauch' und Lewy Fremdw. 41. Zu den 
fremden Pfianzennamen auf -a/iov, -a/iog s. Schwyzer 494, 
Chantraine Formation 133. 

Pa(i.palvoj 'mit den Zahnen klappern, stottern' (if 375, Bion, 
AP). Onomatopoetisches Intensivum. Ahnliche Bildungen in 
ahnlichen Bedeutungen: /JajU/Saxtifo (Hippon.), pafif}aXv£a> 
(Phryn., H.); vgl. yoyyit,o> u. a.; auBerdem fia/i^akelv H. und 
pa/ipaXiaorv;, schwach bezeugte v.l. h. Ap. 162 fur y.QE/ipa- 
haorvs; s. Weber RhM 82, 193 A. 2. — Vgl. zu /Sa/Sdfetv, 
fidflaXov. — Die Deutung 'taumeln' (z.B. Schwyzer 647, zu 
jiaivca) ist wenig glaubhaft. 



21 S pa(x(3paScuv — pAjrtw 

pa(i(3paStbv, -ovog f. Art Sprotte (Epioh., Sophr.). Vgl. die 
synonymen fisfiflQdg, /le/t^Qag. Vielleicht nach der Lautgebung 
benannt undmit fianfigaafioQ' xax^aa/iog; fja/ipQaoaei • dgylCe- 
rat (Kyr.) verwandt; ausfuhrlich iiber dieses Benennungs- 
prinzip Stromberg Fischnamen 63 ff. Zur Bildung vgl. Tier- 
namen wie rev&Qrj&d>v, regrjddjv (Schwyzer 529f., Chantraine 
Formation 360f.). 

pdvauao;, -ov Adj. und Subst. m. 'gewerbetreibend, Hand- 
werker'; iibertr. 'gemein, niedrig' (ion. att.). Davon ftavavaia 
'Handwerk, handwerksmaBige, niedrige Gesinnung' (ion. att.), 
flavavoixog (X., Arist.). — Unerklart. Nach EM 187, 40 aus 
*flavvavoog dissimiliert, von fiavvog 'Ofen' und ava>, was aller- 
dings zu H.s Erklarung von fiavavata, fidvavoog gut stimmt 
(fiavavala A naaa liyyr} 8ia nvgog. xvgiwg de rj nsgl Tag xa/iivovg. 
xai nag rexvhqg xaAxevg rj xgvaoxoog fldvavoog) , aber trotzdem 
nach Volksetymologie schmeckt. Nach Brugmann RhM 62, 
634ff. aus *iidvavaog dissimiliert, zu /xavaverai • nageXxerat H. 
und weiterhin zu fiavog. Semantisch wenig befriedigend. — 
S. auch die Kritik anderer Ansichten bei Kretschmer Glotta 
21, 178. 

Pctvcoxdi; m. 'Art Geschirr, das als MaJ3 gebraucht wird' (Pap. 
III a , Kallix.). Demin. fiavmriov (Pap.). Zum Ausgang vgl. 
das bedeutungsverwandte xipcorog; sonst dunkel, offenbar 
(agyptisches?) Fremdwort. 

pdcTiTio, Aor. pdyiat 'tauchen, eintauchen', bes. 'durch Ein- 
tauchen harten, farben' (seit Od.). — ■ Viele Ableitungen: 
1. payr) 'das Eintauchen, Stahlung, das Farben, Farbe' (ion. 
att.) mit fiacpixog 'zum Farben gehorend, geeignet' (Ph., Luk. 
usw.); 2. ftdnna 'Farbe, Bruhe' (PL, Arist., Nik. u. a.); 
3. fidyig 'Stahlung, Farben' (Antiph. Soph., Perikt.). — ■ 
Nomina agentis: fSacpevg 'Farber' (PI. usw.), wohl zunachst 
von flaqrrj, vgl. BoBhardt Die Nomina auf -evg § 133, mit 
fiayuov 'Farberei' (Str., Pap.); fidnrrjg m. 'Eintaucher, Bader' 
(Eup.), auch N. eines Edelsteins (Plin.); fern. fidnrgia (Eup.). 
— Adj. (ianriHog (Sch. u. a.). — Die erweiterte Verbform 
(Ja7iTi£a> '(ein)tauchen, taufen' (Hp., PL, hell. u. spat) trat 
an die Stelle von (Samco, weil dies fast ausschliefllich iiber- 
tragen = 'farben' benutzt wurde. Davon die spat belegten 
Nomina: f}anriOfmg, fidnna/xa, pannes ig 'Taufe', ftanrtorrjg 
'Taufer'. Durch Metathese daraus (Jinrd^cti (Epich., Sophr.), 
vgl. Solmsen Unt. 44, Schwyzer 268. 

jidnrm wird allgemein als altes Jotprasens mit awno. kvefja 
'niederdriicken, untertauchen, ersticken' (wozu aschwed. kvaf 
n. 'Tiefe' u. a.) gleichgesetzt. Die Nebenform flvnreiv • 
fiamtQeiv H. wird daher von Schwyzer RhM 81, 202 als eine 



pdpa&pov — pdpf3apo<; 219 

andere Form der Schwundstufe (vgl. yvvfj gegeniiber flavd; 
s. auch zu {Srjooa und fiadvg) beurteilt. Aber abgesehen davon, 
daB man eher *yvjiTstv erwartet hatte, erklart sich pvmeiv 
unschwer als eine Neubildimg nach dvmsiv (s. 8vio) oder 
vielleicht noch besser nach dem gewohnlichen und bedeutungs- 
verwandten wvjtretv. — Weitere, sehr unsichere oder ent- 
schieden abzulehnende Kombinationen bei Bq, WP. 1, 674, 
Pok. 465 f. 

pdpa&pov, ep. ion. ^eqe&qov (aol. Form?, Chantraine Gramm. 
horn. 1, 114), woraus iiber *(1sq&qov (nach Kretschmers Regel) 
durch Dissimilation f}s#eov (Krates), ark. Ceqs&qov (fur <5-; 
vgl. t,eXXm = dekXm s. fidXkw) n. 'Schlund, Abgrund', bes. der 
Felsenschlund fiaQa&qov in Athen. — Davon PaQa&Qcbdrjg 'voll 
von Abgriinden' (Str., Ph., Plu.). — Verbalnomen zu ftifi- 
Q(aax(o (s. d.) 'verschlingen, verzehren'. Vermutungen zum 
Vokalweohsel fiege- : fiaqa- bei Spocht KZ 59, 117 (urspr. 
pi S E& e ov, pi. *paQa&Qd1), Borgstrom NTS 16, 142 f. — Uber 
sehr fragliche illyrische Verwandte s. die kritischen Bemer- 
kungen von Krahe IF 58, 220. S. aufier jSt/Sgc6crxa> auch flogd. 

pdpano^- tyfrvg nomg H., auch (als N. eines SuBwasserfisches) 
in einer boot. Inschrift; daneben flaQxaiog (Theognost.). — ■ 
Unerklart; vgl. Thompson Fishes s. v., Lacroix Melanges 
Boisacq 2, 52. 

(3(ipa§, -xog m. (Epil.), pVjpif]? (Ath. usw.), H. auch /S»fea£; 
Trdgal (Test. Epict.) Bezeichnung eines Gebacks. ,,Der schwan- 
kende Anlaut laBt auf fremden Ursprung schlieBen" (Bechtel 
Dial. 2, 368). Nach Groselj Ziva Ant. 3, 197 wahrscheinlich 
illyrisch und mit lat. fermentum 'Garung, Sauerteig', nhd. 
Brot verwandt. Vgl. fiaqr^xeg. 

pdp(3apoi;, -ov Subst. m. und Adj. 'Auslander, auslandisch, 
Nieht-Grieche, ungriechisch', auch 'ungebildet, roh' (ion. att., 
bei Homer im Komp. fiaQ^aQoqimvog, von den Karern B 867). 
— Ableitungen: {SagpaQixog 'auslandisch, fremd' (Simon., Th., 
X., Arist. usw.) mit flaQfiaQimov N. eines Kleidungsstiickes 
(Pap.); fiaQflaQuidrig (Sch., Tz.). — Denominative Verba: 

1. (3aQPaQl£a> 'sich auf Barbarenweise betragen', bes. in bezug 
auf die Rede, 'es mit den B., d.h. den Persern halten' (Hdt., 
X., Arist., hell.) mit fiaQ^aQiafiog 'der Gebrauch fremder 
Sprache und Sitte, Sprachfehler' (Arist., hell.) und dem Adv. 
(iaqPaQiarl 'in barbarischer Weise, Sprache' (Ar., Plu. u. a.). 

2. pagtiaQoo/jai 'zum Barbaren werden, verwildern' (S., 
E. u. a.). 

Onomatopoetische Reduplikationsbildung, mit aind. (nach- 
ved.) barbara- 'stammelnd', pi. Bez. nichtarischer Volker, 
identisch. Ebenso sumer. barbar 'Auslander', sem.-babyl. 



220 pAppiTO? — pipiX 01 

barbaru 'der Fremde'. Nach Weidner Glotta 4, 303f., Specht 
KZ 66, 11 und Lexis 3, 70 stammen fidgflaQos und aind. 
barbara- aus babyl.-sumer. Quelle. Aus /Jag/Sago? lat. barbarus. 
Das Wort hat sieh gewiB zuerst auf die Sprache bezogen, 
s. Specht a.a.O. (gegen Weidner) und Schwyzer 78 mit A. 5. — 
tiber ahnliche Bildungen in anderen idg. Sprachen WP. 2, 
105 f., Pok. 91 f. 

pdpPiTO^ f. oder m., spater aueh -ov n. ein lyraahnliches viel- 
saitiges Instrument (Pi., Anakr. usw.) mit dem Denomina- 
tivum /JagjSm'Cto (Ar.) und dem davon gebildeten /}ag/?iT«mJg 
(Sch.). — Daneben fidgfiixog (EM 188, 21, als aolisch be- 
zeichnet; vielleicht die ursprunglichere Form, vgl. Beehtel 
Dial. 1, 1,18, Schwyzer 257), auch flag/iog (Phillis ap. Ath. 14, 
636 c; unsicher Alk. 143, 4 Reinach) und fSdgcoftog (Ath. 4, 
182f., Euph.). — Fremdwort unbekannter (phrygischer?) 
Herkunft, s. Str. 10, 3, 17. Nach Groselj Slavisticna Revija 
4, 250 zu q>OQ(tiy£ (?). 

papSrjv • xo fiidCeo&ai yvvalxag. Afinqaximxai H. — Nach v. Blu- 
menthal IF 49, 178f. als illyrisch zu idg. bher- 'spalten'; nach 
Pisani RhM 97, 62 A. 14 ebenfalls illyrisch, aber zu idg. bher- 
'tragen', lat./orda 'trachtig, schwanger'. Beehtel Dial. 2, 282 
zieht es dagegen als *FaQdfjv zu aqdakog 'Sehmutz'. S. auch 
Latte z. St. mit Hinweis auf Pischel BB 7, 334, der aind. 
mj-dndti 'zerreiben' vergleicht (sum Lautlichen Schwyzer 277). 
— Alles hypothetisch. 

P<4pr)H€?. Nach £71/188, 37ff. = xd o$Xa xatv ddovr<av, aiayoveg, 
roXvntj usw. Im Sinn von 'xoMnr\ auch fiaQaxeg H. Wie ftdgai 
'Art Geback' von Groselj 2iva Ant. 3, 197 zu lat. fermentum 
usw. gezogen(?). 

1. (3api£, -iSog, -tog f. 'agyptischer Nachen, eine Art Flofi' 
(Hdt., A. usw.). Agypt. Wort, vgl. kopt. barl 'Nachen'. Aus 
(Sagig lat. bdris, barca (< *bdrica) 'Barke', vgl. W.-Hofmann 
s. v. Zur verstarkenden Form flovfJaQig (Philist. 56) s. Chan- 
traine iStrennes Benveniste 16. 

2. fiapu;, -iSog, -Ecog f. 'Turm, Palasf (LXX, J. u. a.). Wahr- 
scheinlich mit Krahe IF. 57, 116 aus dem Illyrischen mit o 
aus au dureh illyrische Monophthongisierung; vgl. /Jatigi'a • 
oixta EM (aus dem Messapischen). Dazu mit anderem Ablaut 
pvQiov, s. d. 

papfTT)S m. N. eines Vogels (Dionys. Av. 3, 2). — Wohl von 
2. fiaQig; Redard Les noma grecs en -xrjg 81 vergleicht fragend 
nvgyixrjg (Beiwort von axgovfrog Gal. 6, 435). 

pdcpixoi- agveg H. S. agrjv. 



P<xpv<4(JLevo<; — ftapti; 221 

papv&|xcvo£ (att. und kork. Epigramm) = uagvduevog (s. 
(idQvafiai), wohl durch Dissimilation (Kretschmer KZ 35, 
605, Fraenkel Glotta 2, 37). Anders J. Schmidt Kritik d. 
Sonantentheorie 27 m. A. 1 und Sohwyzer277: aus idg. 
*(m)bf-. 

(3fip°S m. oder -or n. Art Gewiirz (Mnesim. 4, 62). Unerklartes 
Fremdwort. 

|3apu€£- devdga H. S. (3ogiag. 

(lap<\»xec aldolov nagd Tagavrivoig. nai negovrj H. — Nach 
v. Blumenthal Hesychst. 10f., Zeitschr. f. ON-forsch. 12, 65f. 
illyrisch-messapisch zu lat. ferio, foro, (pdgvyS usw. ; die Be- 
deutungsentwieklung lafit sieh verschieden auffassen. Zum 
Suffix vgl. lat. verruca, festuca usw. 

ftapo£ 'schwer(wiegend)', vom Ton 'tief (seit II.). — Abstrakt- 
bildung fiagvrrjg, -r/rog f. 'Schwere, Wuoht; Tiefe' (att. hell.). 
Denominative Verba: 1. pagvvco 'beschweren, driicken, be- 
lastigen', Med. 'beschwert werden' (seit II.) mit fidgwoig 'Be- 
sehwerang' (Artem., Plot.; zum Typus s. Holt Les noms 
d' action en -mg 136 m. A. 1) und flagwrixog 'beschwerend' 
(Arist.) ; 2. fiagv&w 'von der Schwere niedergedriickt sein* 
(ep. vereinzelt seit II.), nach uivv&m, <p&ivv&(o usw. (Chantraine 
Gramm. horn. 1, 327); 3. Poqew s. unten. — Eine Umbildung 
von fiagvg nach pgiagog ist, falls richtig iiberliefert, (Saovaoov • 
loxvgov, OTEQifiviov H. — Neben fiagvg steht fidgog n. 'Schwere, 
Last', als Simplex erst Hdt. und A., als Hinterglied (xakno-, 
olvo-Paetfg) schon II.; es wurde nach Muster von anderen 
Wortpaaren (vgl. Porzig Satzinhalte 246 f.) zu fiagvg neu- 
gebildet oder wenigstens im Vokalismus (fiir *{tigog, *deoog, 
vgl. unten) danach umgeformt. Davon fiaovhhov 'Instrument 
ran das Gewicht von Fliissigkeiten zu messen' (Hero), wie 
ETtog : invMwv usw. (Leumann Glotta 32, 214ff. m. Lit.). — 
Das epische Partizip {>Ef}agr)dig (oXvto fcfiagtioTEg, -ora y 139, 
t 122) geht von olvofSagr/g (4 225; daneben mit metrischer 
Verlangerung am Versende olvopageioov 1 374, x 555) aus 
wovon auch olvopagico (Thgn.); daraus das mediale fleflagri 
fievog (PL usw.) und das athematische primare fidgrjfiai 
(Sapph. Supp. 25, 17), endlich auch fagem (Hp. Morb., spat) 
vgl. K. Meister HK 175, Schwyzer 724; davon $dgr\oi.g (Iamb. 
Inschr. Thrakien). — tJber ngr. fSageco, auch 'schlagen' 
Hatzidakis Glotta 22, 132. 

pagvg ist mit aind. guru-, aw. gouru-, got. kaurus 'schwer' 
formal und semantisch identisch; nahe kommt, mit regel 
maCigem tjbergang in i-Stamm aber mit nicht ganz klarem 
Vokalismus, lat. gravis. Die Hochstufe liegt u. a. vor im aind 
Komparativ gdrlyan (gegeniiber der Sekundarbildung fSagv 



222 pAoavo? — pooiXcu? 

teqoq), die Schwundstufe u. a. in lett. gruts 'sehwer' = osk.-lat. 
brutus 'de.' ; vgl. noch pgiagog, figifr<o (s. figl). Naheres z.B. 
bei Pokorny 476f.; s. auch Fraenkel KZ 69, 77f. (iiber bal- 
tische Verwandte). 

|3<4aavo£ f. 'Probierstein, Priifung, Untersuchung (durch die 
Folter),Qual' (Thgn., Pi., ion. att.), semantisch teilweise post- 
verbal zu (iaaavi^oi. — Davon ^aaavhrjg Xi&og (H., Ptol., 
vgl. Redard Les noma grees en -rtjg 53). Denominatives Verb 
PaoavtCo) 'an den Probierstein reiben, (die Echtheit) prufen, 
foltern' (ion. att.) mit fiaoivio/iog Tolterung' (Alex., Apok.), 
gewohnlich von pdoavog ersetzt; paoaviorrjg m. 'Untersucher, 
Folterer', f. -largia (Antipho, Ar. u. a.); §aaaviarr)oiov 'Folter- 
kammer (Theopomp. Kom. usw.), ra paoaviarrjgia 'Folter- 
instrumehte' (Plu. u. a.); Adj. fiaaanavrigiog 'zur Folterang 
dienend' (J.). 

Letzten Endes stammt jidaavog aus agypt. bahan, Bez. einer 
Schieferart, die von den Agyptern als Priifstein des Goldes 
verwendet wurde. Zu den Griechen kam das Wort u. a. durch 
lydische Vermittlung ({Idaavog als Avdla Xlftog bezeichnet 
B. 22); der Wandel von ft in a (s) ist unklar. Sethe BerlSb. 
1933, 894ff.; vgl. Kretschmer Glotta 24, 90. — Bei Plin. 36, 
58 wurde basaniten in basalten verschrieben, woraus Basalt 
und andere moderne Formen, s. Niedermann Mus. Helv. 2, 
127f. 

(3aaiXeui; m. 'Konig', von den Perserkriegen an namentlich der 
Perserkonig, 'Fiirst, Herrscher' (seit II.). — Zahlreiche Ab- 
leitungen, da-ranter mehrere miteinander konkurrierende und 
einander ablosende Femininbildungen, alle von beschranktem 
Gebrauch, da der Begriff der Konigin und der Furstin vor 
dem des Konigs und des Fiirsten ganz zuracktritt: fiaaiXeia 
(aus *-T]f-id; Od., ion. poet.); (3aaMg (S., E., PL), auch als 
Adj., s. unten; flaaiXrjtg (Man., Epigr. Or. 989,3), als Adj. alt, 
s. unten; flaoiXiaaa (Inschr. Athen 33 7 a , Kom. usw.; nach 
ublicher Annahme nach Kihaaa, <X>oiviaaa und anderen Bil- 
dungen zu w-Stammen, die allerdings einer anderen sozialen 
Schicht angehoren); fiaaiXivva 'Gattin des &qx(ov flaoiXevg in 
Athen' (D., Men.; wie Kogivva, &lXivva usw., wohl hypo- 
koristisch, Schwyzer 491; anders Chantraine Formation 205); 
$aolkt\ (S. Fr. 210; Riickbildung aus fiaaiXeia nach IItjve- 
Xoneia : IlTjveXoTirjl, BoBhardt Die Nomina auf -evg 24). — 
Zwei Deminutiva: fiaoiXiaxog, auch iibertr. als Schlangen-, 
Fischname usw. (Hp., hell. u. spat; vgl. Stromberg Fisch- 
namen 91 f.), @aoiXidiov (Plu.; vgl. Chantraine Formation 70). 
— Adjektiva: PaoiXrj'Cog (Od., ion., aol., poet.), (iacsiXeiog (att.); 
f. auch fiaoiXrjtg (seit II.), -Xig (E. usw.); n. substantiviert 



fJAoxavo? 223 

paoiXrj'iov, fiaolfaiov, gew. pi. -r\ia, -eta 'koniglicher Palast' 
usw. (ion. att.); fiaaiXixdg (Hdt., A. usw.), auch substantiviert 
in verschiedenen Ausdriicken. — ■ Patronymikon : paatXeidrjg 
'Prinz' (PL Kriti. 116c). — Abstraktbildung : paoiXrjtrj, att. 
-da 'Konigswiirde, Konigtum' (Hdt. usw.) mit dem Desidera- 
tivum fSamXsidco 'nach der Konigswiirde trachten' (Kom. 
Adesp., J.). — Denominative Verba: fiaoikevto 'Konig sein, 
herrschen' (seit II.) mit dem einmaligen Nom. agentis fiaai- 
Kevtcoq (Antim. ; vgl. rjyrfiioq) ; paoMCco 'zur Partei des Konigs 
gehoren, der Konigswiirde nachstreben' (Plu., J., App. u. a.) 
mit fSamXiaTai N. einer kgl. Gilde (Inschr.). — Adv. fiaoiXLvda 
Spielterminus (Poll.). — Agaisch pa-si-re-u. 

AuBer PaaiXsvg besitzt das Griechische noch zwei Worter 
fur 'Konig, Herrscher', das sioher altererbte xolgavog (s. d.) 
und das unerklarte, wahrscheinlich fremde a.va£ (s. d.). Von 
diesen ist fiaaikevg das jungste, s. dariiber Waokernagel Unt. 
209ff. und Boflhardt Die Nomina auf -evg 22ff. Die bis in 
die neueste Zeit (z.B. Thibau Revue Beige de phil. 25, 582ff., 
v. Windekens Le Pelasgique passim, Fraenkel Gnomon 22, 
239) wiederholten Bemiihungen, ftamketig aus dem Indog. 
herzuleiten, sind erfolglos geblieben. Auch die Versuche, an 
kleinasiatische und andere sprachlichen Elemente anzu- 
kniipfen (Wackernagel und Boflhardt a.a.O., auflerdem 
Kretschmer Glotta 10, 222, der an libyisch fldrrog = {SaaiAevg 
[Hdt. 4, 155] erinnert, und v. Windekens Le Mus6on 61, 
283 ff. mit Lit. und willkiirlichen eigenen Kombinationen), 
kommen iiber allgemeine Vermutungen nicht hinaus. So muJ3 
(SaaiXevg immer noch als ein wenigstens in Einzelheiton un- 
klares Fremdwort betrachtet werden. 
pdaxavoi;, -ov Adj. und Subst. m. 'beschreiend, verleumderisch, 
behexend; Verleumder' (att. usw.). — Davon fiaoxavla 'das 
Beschreien, Behexen, Verleumdung' ; fiaoxdviov 'das Behexen, 
Zauber'; fiaoxoovvr] 'ds.' (Poet, de herb., mag. Pap.), haplo- 
logisch fur ftaax(av)oovvrj (Schwyzer 263). Neben fidaxavog 
das wohl denominative Paaxalvco 'beschreien, verleumden, 
behexen, beneiden' (vgl. Schwyzer 700, 725) mit fiaaxavrixos 
und d-pdoxavTog 'dem das Behexen nicht schadet bzw. schaden 
mochte' (zum optativischen Sinne Kretschmer Glotta 27, 
229), auch aktiv 'nicht behexend' (Pap. u. a.). 

Da sich als Grundbedeutung dieser aus der attischen und 
spateren Lit. wohlbelegten Wortsippe 'beschreiend, be- 
schreien' empfiehlt, liegt es nahe, in jldoxavog ein Verbalnomen 
des bei H. belegten fidoxeiv ■ Xeyeiv, xaxoXoyelv zu sehen mit 
weiterem AnschluB an das onomatopoetische fiasco (a. d.). 
Indessen kann fidoxeiv im Sinn von xaxoXoyeiv auch eine 
semantische Riickbildung aus pdoxavog sein, wobei fur 



224 paoxa? — fi&oooq 

fidaxavog als Zauberwort nordlicher Ursprung in Betracht 
kame (Kretschmer Einleitung 248 A. 4, G. Meyer IF 6, 106), 
vielleicht von einem thrako-illyr. Vertreter von cprjiii, ydoxw, 
idg. bha- 'spreohen' (Walde LE Wb* s. fascinum, der auoh fur 
fSdoxeiv denselben Ursprung erwagt). — Uber das mit 
pdoxavog irgendwie in Verbindung stehende lat. fascinum s. 
W.-Hofmann s. v. mit ausfuhrlichen Lit.-Hinweisen. 

pacKa?, -d m. Entenart (Ar. Av. 885, v.l. Ariat. HA 593b 17), 
zur Bildung vgl. drraydg, iXaaag und andere Vogelnamen 
Chantraine Formation 31, Sehwyzer 461. — Daneben (Sooxdg, 
-ddog (Arist. ibid., Alex. Mynd. ap. Ath. 9, 395 d, wohl volks- 
etymologisch = fioaxdg c sich nahrend, genahrt') und (paaxdg, 
■ddog f. (Alex. Mynd. ibid.) ; H. registriert alle drei Formen. — 
Thompson Birds s. fioaxdg erinnert an sardisch busciu und 
anklingende italienische Dialektformen. Sonst dunkel. Zu 
fiooxdg ■ (paaxdg • ■fAiflioi H. bemerkt Latte fragend: „<IX> Xv- 
gioi? (propter /? pro <p)." 

paaxauXir)i; ein Hausgeriit unbekannter Art (POxy. 1, 109, 22, 
III — IVp). Bedeutung und Herkunft unbekannt. Grenfell- 
Hunt denken fragend an lat. vasculum. 

paaKCUToU" (paaxldeg, dyxdXai. pdeaxioi* Seafial <pgvydvo)v H. — 
Naeh Fick BB 29, 199 (vgl. auch Hoffmann Makedonen 61) 
makedonisch und mit lat. fascia 'Binde, Band', fascis 'Bund, 
Bundel' urverwandt. Demgegenuber muB (paaxideg die grie- 
chische Lautform reprasentieren. Unsicher ist, ob qpdaxcokog 
'Mantelsack, Banzen' hierhergehort, s. d. — Naheres bei 
WP. 2, 135f., Pok. Ill m. Lit. 

pdoxfa) s. /Sdfco und fiaivca. 

paaadtpa f. 'Fuchs' (Sch. Lyk. 771), 'Tracht der Bacchan- 
tinnen' (EM, AB, H.), wohl eig. 'Fuchsbalg' (metonymisch) ; 
'Bacchantin' (Sch. Lyk. 771, EM), im Plur. Titel einer Tra- 
godie des A. (Sch. Ar. Th. 135); 'Dime (Lyk., EM). — Davon 
ftaoodoiov 'Fuchs' (Hdt. 4, 192; Libyen), flaaoaQig 'Bac- 
chantin' (Anakr.), 'Fuchs' (H.), jiaacraQevg Beiname des 
Dionysos (Hor., Corn.), pdooagog = [Idxxog (Orph.); paa- 
oaoixog = $ax%ix6g (AP); denominatives Verb dva-^aaaagico 
(mit Tmesis) 'im Taumel aufjubeln' (Anakr.). — Naheres bei 
Pisani Stud, itfilcl. N.S. 11, 217ff.; s. auch BoBhardt Die 
Nomina auf -evg 76 f. 

Ohne Etymologie; Hypothese von Pisani a.a.O. 

pdooo£ • ovderigcog • fj flrjaoa H. Vielleicht mit Sehwyzer RhM 
81, 199f. (wo gegen die herkommliche Akzentuierung fldaoog) 
aus *fid&-oog (zum Suffix Sehwyzer 513 m. Lit.). Uber die 
Moglichkeit, vulgarlat. basaus 'niedrig' daraus herzuleiten, 



paord — pdraXo; 225 

s. Kretschmer Glotta 22, 258 f. ; dazu W.-Hofmann s. v. 1, 
851. — Vgl. fjijaoa und {Sa&vg. 

paara - vnodrj/utTa. JraXimrai H. — Johansson IF. 19, 121 ver- 
gleioht ansprechend paard als messapisch mit ahd. usw. bast 
'Bast' ; weitere Ankniipfungen unsicher. Nach Jacobsohn 
Zeitschr. f. d. Alt. 66, 238 ff. als iranisches (skythisches) 
Wanderwort = aw. ap. basta- 'gebunden' (vgl. jmcr/ia, jiev- 
ftegdg), der Form nach verlockend, aber saohlich unzulanglich 
begriindet. XXbeT die sehr fragliche Verwandtschaft mit lat. 
fastis (vgl. s. ftaaxevrai) s. W.-Hofmann s. v. 

Paoxd^to, Aor. fiaaxdaai, spat jSaerrctfat '(empor-)heben, tragen, 
ertragen, fassen' (poet, seit Od., hell, und spat). — ■ Seltene 
Ableitungen: fidorayfia 'Last' (B., Plb., Plu. u. a.), fSaoTayr} 
'Transport' (Lyd.) mit fiaaraydgwg 'Transportarbeiter' (Pap.), 
fiaordyiov 'Schultergehenk' (Eust.),/9acrraxT»js"rrager' (Gloss.), 
fSaaraxnxcog (Seh.). — Hierher noeh fid<3Tga%'ig ■ rovg %Qa%r)- 
kovg. BoMoroi H. (EM), wahrscheinlioh aus fidaxaxag (von 
pdcna!;, vgl. fidara^ und Bechtel Dial. 1, 303) durch Ein- 
wirkung von Tgdxqkoq entstellt oder damit kontaminiert ; in 
paarQaxr)Ai£ei • rgaxrjM^ei H. und (iaargaxaXlaai • rgaxr/hdaai 
EM ist die Vermischung noch weiter gegangen. 

Nicht sicher erklart (altere Versuche bei Bq). Auch die 
Anknupfung an {Lafovo (s. Schwyzer Melanges Pedersen 70) 
bedarf einer naheren semasiologischen Begriindung. Somit 
bleibt auch die formale Zerlegung unklar; jedenfalls ist 
-(T)d£a) als suffixales Element abzutrennen. Schwyzer 
Gramm. 706 ist geneigt, in -oTaCeo eine Erweiterung von 
*-arto angeblich = lit. -stu, aksl. -stp zu sehen. 

potouvla; m. Art Kuchen als Opfergericht, aus der Hekate-Insel 
bei Delos bekannt (Semos 3). — Ohne Etymologie, gewifl 
Fremdwort. Vgl. v. Wilamowitz Glaube 1, 264 m. A. 2. 

P&tccXo;* xaranvymv xal dvSgoyvvog, xlvcudog, IxlvTog H., nach 
Harpokration von Eup. (82) = ngwmxog gebraucht. Davon 
fiaxaM&ficu 'wie ein fidxaXog leben' (Theano), -it,m (rd onia&ia, 
von einem Pferde) 'hin und her drehen' (Hippiatr.). Eine 
Kurzform (vgl. Chantraine Formation 31 f.) ist paxdg • 6 naxa- 
(psgrjg. Tagavxivoi H. ; daneben {iadag • xivcuSog d>g Afieglag H. — 
Nach Aeschin. 1, 126; 2,99 wurde Demosthenes in seiner 
Jugend Bdx(x)aXog genannt, „di aiaxgovgytav xivd xai xivat- 
Slav"; diesen Spitznamen legt D. (18, 180) auch sich selbst zu. 
Damit wurde wahrscheinlioh auf seinen Sprachfehler an- 
gespielt, A fur g zu sprechen und somit fiir jiarragi^Eiv 'poltern, 
brudeln' (eine andere Redeschwache des D.) paxxaMfew zu 
sagen; s. Hoist Symb. Oslo. 4, llff. 

Frisk, Gricch. etym. Worterbuch 15 



226 poTivr) — (3axpax°? 

Als volkstiimliche Benennung entzieht sich pdrakot; einer 
genauen Analyse (vgl. Chantraine Formation 247). Be- 
ziehung zu fiarico 'besteigen, bespringen' scheint immerhin 
moglich, obgleich natiirlioh sehr unsicher (fiaddq dann nach 
fiddr)v, fiadi^iot). Kaum besser mit Specht KZ 66, llf., Lexis 
3, 70 (nach Johansson KZ 36, 343) als orientalisches LW zu 
aind. batd- etwa 'Schwachling' (an. Xey. RV 10, 10, 13). 

paxdvr] = naxdvr) (Matro). Groflere Verbreitung hat das Demi- 
nutivum fiardvtov (Kom., Pap. ; nach H. sizilisch). Vgl. dazu 
die Wiedergabe von lat. p durch /} in /JdreAAa, /SareAAtov (Pap.) 
aus lat. patella. Umgekehrt z.B. lat. buxus gegeniiber jiufo?; 
dazu Sommer Hb. d. lat. Laut- u. Formenlehre 197. 

pSxiaxr) f. Art Becher (Diph., Arist., Delos u. a.). Demin. 
pandxiov 1 (Pap., Delos). — Technisches Fremdwort ohne 
Etymologie. 

1. (3&tO£ f., auch m. r Brombeerstrauch, Dornbusch' (seit Od.), 
m. 'Stachelrochen' (Epich., Arist.), wegen der Stacheln mit 
einem Brombeerstrauch verglichen (Stromberg Fischnamen 
47); (Sdrov n. 'Brombeere' (D. S.), vgl. Wackernagel Syntax 
2,17; Schwyzer-Debrunner 30. — Ableitungen: (tat La (fla- 
xidt) 'Brombeergestriipp' (Pi.); fidnov N. des Maulbeerbaums 
auf Salamis (Parth.), vgl. Stromberg Pflanzennamen 53; /!<m'c 
N. einer Bochenart (Epich., Ar., Arist.); vgl. /Sdro? im selben 
Sinn, ausfuhrlich Thompson Fishes s. v. ; Vogelname (Arist. 
HA 592b 17: dgvtg axwktjxoqidyoi;), vgl. Thompson Birds s.v. ; 
Pflanzenname 'Crithmum maritimum' (Plin., Colum.) ; {Sduvov 
'Brombeere' (Gal.); fiaroeig 'dornig' (Nik.). — Nicht hierher 
dagegen Barieia = orj/xa MvqIvtji; (B813) und der PN Bdreia 
(Hellanik.), die vielmehr als illyrisch zu betrachten sind, s. 
Heubeok Wurzburger Jahrbiicher 4 (1949—50), 202ff. 

Ohne Etymologie. Bertoldi Glotta 21, 258 ff. erinnert an 
[lavrta 'Brombeere', durch Dsk. 4, 37 fur Dakien bezeugt, 
und an mehrere Namen verschiedener Straucher auf ibe- 
rischem und gallo-romanisehem Gebiet, die das Element 
ma(n)t- enthalten. Es handelt sich nach ihm urn ein weit- 
verbreitetes Mittelmeerwort. 

2. (3aTO<; m. FlussigkeitsmaB = agypt. aQTdfSrj, att. fiETQtjj^g 
(LXX, NT, J.), auch pddog geschrieben. Davon fiddiov = 50 
fsorat (Pap.). — Fremdwort, = hebr. bath. 

pdTpaxo? m. (mit mehreren dialektalen Nebenformen, s. 
unten) 'Frosch' (att. hell., auch Hdt. 4, 131), als N. eines 
Fisches 'Lophius piscatorius' (Arist., Ael.; vgl. Stromberg 
Fischnamen 92 f.). — Mehrere vereinzelt belegte Ableitungen. 
Deminutiva: jiazgaxK (Nik.), auch Bez. einer froschgriinen 



PoTToplIJto 227 

Kleidung (Ar. u. a.); Paxqaxiov (Paus.), Pflanzenname 
'Ranunculus' (Lehniibersetzung; Hp., Dsk., nach dem Stand- 
ort, vgl. Stromberg Pflanzennamen 119); fiarQaxidiov (Plu.); 
[SaTQaxioxoi ■ fiegog ti rfjg xi&dgag H. ; zur teohnischen Funktion 
des Suffixes Chantraine Formation 408. — fSmqaxhriQ, -trig 
(/U'#o?; nach der Farbe, Plin., Pap. u. a.; s. Redard Les noma 
grecs en -rr)g 53). Adjektiva: fiaTQaxefiJog 'froschfarben' (Ar., 
Nik.), pargaxeiovg c ds.' (Attika IV af ), ntr. Pargaxiovv N. eines 
Gerichtshofes in Athen, nach der Farbe des Anstriehes (Paus.). 
Denominatives Verb: fimQaxit,m 'sich wie ein Frosch be- 
nehmen' (Hvppiatr.). 

Zu (IdTQaxog, das nebst seinen Ableitungen in der Literatur 
dominiert, sind allerhand Nebenformen, hauptsachlich aus 
lexikalischer Quelle, bezeugt: ion. [Id&Qaxog mit regelmafliger 
Hauchversetzung (Schwyzer 269); auch fSorgaxog (Hp.) und 
Pgoraxog (Xenoph. 40, vgl. Beehtel Dial. 3, 109); dieselbe Um- 
stellung des q in pgardxovg • Pargdxovg H. ; — ftgovxerog • 
. . pdrgaxov de Kvngwi H. (nach jj(n>xdo/uu, vgl. Schwyzer 182) ; 
pvg&axog ■ fidzQaxog H. ; pgvnxoi • fidrgaxoi /xixgol exovrsg ovgdg 
H. (nach figvco); — sogar figiayxovrjv ■ pdrgaxov. &a>xnig H. 
(schwerlich richtig; vgl. zunachst iaxeca, laxy; ahnlich das 
ebenfalls korrupte pgoyxog- pdrgaxog H.); auch pilxavog, 
PMxagoq, pXi X a(g) (H., EM, Suid.); pXhaxog (H.). — pdpaxof 
V7i6 'HXslwv rernyeg, vad I7ovnxa>v de pdrgaxoi H. (/to/?d£a>, 
s. d.). — Neugr. Formen bei Hatzidakis Lexikogr. Archiv 
(Anh. X#. 26) 48ff., s. auch G. Meyer IF 6, 107 f. — Die zahl- 
reichen Wechselformen beruhen teilweise auf volksetymo- 
logischer Umdeutung, hangen aber wahrscheinlich auch mit 
den Tabuvorstellungen zusammen, die im Volksglauben den 
Frosch umgeben. 

Wie die Mehrzahl der Namen des Frosches in verschiedenen 
Sprachen, ist auch pdrgaxog ohne Etymologie. Samtliche Er- 
klarungsversuche aus alter (Bq, WP. 1, 698 f.) wie aus neuer 
Zeit (v. Windekens Le Pelasgique 76 ff.) sind erfolglos ge- 
blieben. Zum ^-Suffix in Tiernamen Specht Ursprung 255. 

paxTapt^ta Bez. eines Sprechfehlers, etwa 'poltern, brudeln' 
(Hoist Symb. Oslo. 4, 11; vgl. p a rragia/ioig • q>\vaglaig H. ; 
vereinzelt bei Hippon., PI. [Tht. 175d?], Cic, Luk.). Davon 
parragia/iog (Phld., Porph., H.), ParraQiaTrjg H. Daneben 
Bdrragog (Herod.). — Fine ahnliche Bildung ist paTroXoy^w 
'plappern' (Ev. Matt. 6, 7, Simp.) mit parroXoyia • agyoXoyla, 
dxaigoXoyla H.,vgl. noch den EN Bdrrog (Hdt. 4, 155), nach 
einer Tradition = iaxdipcavog xai rgavXdg. S. auch pdraXog. 

Onomatopoetische Worter; vgl. z.B. lat. butubatta; zu 
ParroXoyew bes. Blafi-Debrunner 7 Anh. § 40 m. Lit. 

15* 



228 (3aupaco — $ax»t6$ 

Pau(3dta 'schlafen' (E. Fr. 694 u. a.), auch faktitiv 'einschlafern' 
= xoifi%a) (H.); 'beschlafen' (Meister Herodas 859f.). Davon 
fiavficov m. = o/Uff/Sog (Herod.), wohl auch fiavfld)- ri&rjvr] 
Arjfirjreog. orj/ialvei 6e xal xoMav, cug naQ HZ/inedoxXei (fr. 153) 
H.; weitere Belege bei Headlam-Knox zu Herod. 6, 19; zur 
Bildung Sohwyzer 478. — Erweiterte Form poupaXC^o) 'ein- 
schlafern' (Alex. 229); vgl. zu pavxakdco. 

Urspriingliches Lallwort, s. Oehl IF 57, 18f. mit Parallelen 
aus mehreren Sprachen; dazu noeh Schulze Kl. Schr. 680. 

(JoO^to, dor. fiavadca 'bellen', vom Hunde; iibertr. von Personen 
'schmahen, rufen usw.' (A., Kom., Theok.). Davon §avaTix6q 
(Sch.). Auch pavpvCo> (Pap.). 

Expressive Verbalisierung der Lautimitation fSav fiav 
(Kom.), Vom Hundegebell. Ebenso lat. baubor 'bellen', lit. 
baubti 'briillen', vom Rinde uaw. Sohwyzer 716, W.-Hofmann 
s. baubor m. Lit., Pok. 95. 

pauxaX&uj 'einschlafern, einlullen, in den Schlaf wiegen', iiber- 
haupt 'pflegen' (Krates Ep., Luk., Aret.) mit {iavxdXtfOiQ 
(Krates Ep., Ruf.) und fiavxaXtj/ia (Sokr. Ep.). Postverbal 
f$avxdXr\ 'Wiege' (Sor.). — Daneben f)avxaAi£a) '6s.' (AB, H.). 
fiavxaXdm und pavxaX%co sehen wie Denominativa von 
fiatxaXoc, aus, das nur im EM 192, 20 bewahrt ist: fiavxaAov 
fiakaxi&fievov, TQv<peQov, xal mQa'iarov. Es handelt sich jeden- 
falls um eine expressive Erweiterung auf -aX- von ftavxog 
(s. d.); vgl. fiavf}aX%a) neben f}avfida> und die Adj. auf -aXog 
bei Chantraine Formation 245 und 247, Sohwyzer 483. 

pauxdAiov n. Bez. eines enghalsigen GefaBes (Pap. u. a.), 
pavxaXig, -tSog f. N. eines KuhlgefaQes (Sopat., AP). Dazu 
mittelgr. $avxr\. — Agyptisches Wort, aber Vorbild unklar. 
Ausfuhrlich dariiber Nencioni Riv. degli stud. or. 19, 98 ff. — 
Vgl. xavxdXiov und fftxog. 

(3«uk6? 'geziert, affektiert' (Arar. 9), als Vorderglied in fiavxo- 
navovgyog (Arist. EN 1127b 27). — Davon (oder von pavxl- 
Co/xai) fiavxldeg pi. 'Art Frauenschuhe' (Kom., Herod.; zur 
Bildung Schwyzer 464f., Chantraine Formation 337f.). Deno- 
minativum pavxltoficu, -CC(o 'geziert sein, &Qvnxzaftai (Alex. 
Kom., H., AB) mit pavxiafxaxa pi. 'Geziertheit, TQvtpEQco^ara 
{AB, H.) und jlavxiofios 'Art Tanz' (Poll., H.). Aufierdem der 
EN Baucis. — Eine A-Erweiterung liegt in fiavxakog vor, 
s. (iavxaXdco. 

Familiares Wort ohne Etymologic. Zum Ausgang vgl. 
yXavxog, <poXxog und einige andere mehr oder weniger unklare 
Adjektiva. Reiohes Material zum x-Suffix bei Specht Ursprung 
186ff.; aufierdem Solta Sprache 2, 122ff.; die Vermutung 
einer ursprunglichan Ich-Deixis schwebt ganz in der Luft. 



paOvo? — p8eXop<5$ 229 

pauvo<; m. 'Schmelzofen, Brennofen', auoh = yvrgonovg 
(Eratosth., Max. Tyr. u. a.) ; H. auch ftavvtj • xdfiivog fj ywvevxr]- 
qiov. — Technisches Wort unbekannten Ursprungs. Vgl. zu 
ffdvavaog. 

Pauplot f. messapisch = oixia (EM 389, 25). Davon ftavqiAQev 
= oixo&ev (Kleon Sik. 2). — fiavgla unterscheidet sich nur 
im Ablaut (idg. ou) von fivqiov, s. d. Vgl. auch 2. jiaqig. 

p8aXXu>, fast nur Prasens (vereinzelte Aoristformen [IddXag, 
pdrjXcuo) 'saugen, melken' (PI., Arist. ubw.). — ■ Davon fiSdXaig 
'das Saugen' (Gal., Aet.) und pdaXevg 'Melkeimer' (Sch.), vgl. 
zunachst ajioXyEvg 'ds.' und andere Nomina instrumenti bei 
BoBhardt Die Nomina auf -evg 21. Semantisch damit un- 
vereinbar scheint dagegen fidaXoi- gayideg d-aXdooiai. y.ai 
rpXifieg XQiood>dsig H. 

(IddXXw ist ein Jotprasens mit regelmaBiger Schwachstufe 
der Wurzel; die Hochstufe liegt in fideXXa (s. d.) vor, auBer- 
dem in fidiXXm = fidaXXu Sch. Theok. 11, 34. Aufiergriechische 
Verwandte fehlen. UnwahrscheinlichWinter Prothet. Vokal 34. 

pSeXXot f. 'Blutegel' (ion. att.), auch = fidsXXiov (spat). — 
Denominative Verba: pdeXXltw 'Blutegel ansetzen' (Mediz.), 
fSSeXXd^erat • a/isXyerai Erot. 

(ideXXa ist eine feminine to-Ableitung, ,,die Saugerin", u. z. 
entweder von der hochstufigen Verbalwurzel (SdeX- oder von 
einem unbekannten Wurzelnomen. Vgl. fSSdXXio, auch fSXirveg. 

p8£XXiov n. 'Harz 'der orientalischen Weinpalme' (Dsk., Plin. 
u. a.), auch fidiXXa (J. usw.). — Orientalisches LW, vgl. 
hebr. b e dolah, assyr. bndulhu. Naheres bei Lewy Fremdw., 
Schrader-Nehring Reallex. 1, 84f. 

p6eXop6$ 'ekelhaft, abscheulich' (att. hell. u. spat) mit pdeXvgia 
'ekelhaftes Wesen' (att., Hp., hell. u. spat) und dem Denomi- 
nativum fldeXvQEvofiai (D.). Neben ftSeXvQog steht das von 
einem Gutturalstamm gebildete Jotprasens p8eA0aao[zcti 
(-TT-), Fut. fidsXiigofiai 'Ekel empfinden, verabscheuen' (att., 
Hp., hell. u. spat), Akt. -vooa>, -vttco 'Ekel verursachen* (LXX 
u. a.) mit verschiedenen /i-Ableitungen: ftdeXvy/iia 'Ekel, See- 
krankheit' (Kratin., X. u. a.), fideXvy/iog (LXX), (IdeXvytia 
(LXX, NT); Verbaladj. pdsXvxrog, auch in pSeXvxTgonog (aus 
*P8sXvxTo-TQonog A. Eu. 52) ; ahnliche Silbendissimilation auch 
in BSeXv-xXewv (Ar.)? Der Guttural, der auch in fideXvxQog 
(Epich.) auftritt, hat wohl zunachst nur expressiven Wert, 
vgl. Chantraine Formation 225 f. 

pdEXvQog (wahrseheinlich fiir -vXog, Leumann Glotta 32, 223 
A. 2) und pdeXvaoo/xai gehen auf einen Stamm (Adjektiv?, 
vgl. Schulze Kl. Schr. 124 A. 1) fiSsXv- zuriick, von f}8i-a> 



230 pteto — p^Xos 

mittels eines At>-Suffixes (vgl. &fj-Xv-g) gebildet. Das A-Suffix 
allein in PSeXXcdv • XQSfimv fj pdecov, fldsXsa&ai • xoiXioXvrsiv H. 
(dafiir mit Latte u. a. (IdvXXcov und jidEVvva&mt), aber aufler- 
dem in pdoXog 'Gestank' (Kom. Adesp. 781; auoh in yaXeo- 
flSoXov, s. yaXerj) ; vgl. Schwyzer 459. — Naheres bei Kieckers 
IF 30, 190ff. (mit in Einzelheiten anderer Auffassung) und 
s. pdico. 

pSiko, Aor. fideoai (AP) und fldevoai (Hierokl.) 'flsten' (Kom. 
u. a.) mit pds-a/ia (Gloss.). Daneben die Neubildungen 
pS-uAAo) '(vor Furoht) fisten, fiirchten' (Ar. u. a.) und f}d£v- 
vvfiai' ixxevov/tai rtjv xoiXiav Suid. (fidevso&ai H., richtig?; 
fragliche Kombination bei Specht Ursprung 351 A. 1); vgl. 
Schwyzer 685, 697 und 736, Debrunner IF 21, 97f. — Davon 
fidoXog und fidiXXa>v ( ? ), auch fideXvQog und fideXvaaonai (s. dd.). 
Altererbtes onomatopoetisches Verb, das auoh im Baltisch- 
Slavisohen und im Latein vorhanden ist: gr.russ. bzdetb, 
kl.russ. bzdity, pezdity, lit. bezdu, bezdeti (aus dem Kl.russ.?), 
lat. pedo aus *pezdo; idg. pezd-, pzd- > bzd-. Somit steht 
f}8ea> zunachst fur *f}zdsco ; zum Schwund des z Schwyzer 326 
Zus. 5. Naheres bei WP. 2, 68 f., W.-Hofmann s. pedo. — 
Vgl. das lautlich anklingende niodo/icu. 

(3£ftaiO£ 'fest, sicher, standhaft* (ion. att. usw.). — Davon 
$e,$aioxr\g f. 'Festigkeit, Sicherheit' (PL Th. usw.) und das 
Denorninativum /SejSaioco 'befestigen, (ver)sichern, verburgen' 
(ion. att.) mit mehreren Ableitungen: nwgr. fitfiaionriQ, ion. 
att. fiefiaiaiTr)/; 'Biirge' (vgl. Fraenkel Nom. ag. 1, 158, 160, 
214; 2,206; Brika Kretschmer Glotta 18,90, Benveniste 
Noms d' agent 43 f.), f. f}ePcud>TQia (Pap.), Adj. {Sepaicouxog 
'bestatigend' (Epikt., S. E., Pap.); — fJEpalwoig 'Befestigung, 
Burgschaft' (Th. usw.), fie/ialcofia 'Beweis' (J.). 

Pefiaiog enthalt eine reduplizierte Form von fifjvai und 
kniipft sich dadureh am besten an das Perfektum pEprjxa, 
Ptz. foPawg 'ich stehe' an, wozu auch die Bedeutung gut paflt. 
Demgemafi will es Wackernagel Unt. 113 A. 1 aus */Se/?a-t>er-«>g 
(vgl. *Fid-vo-iog > Idviog) erklaren, was jedenfalls moglich 
zu sein scheint. 

p^PnXo?, dor. fHfiaXog 'ungeweiht, profan, offentlieh' (Trag., 
Th., PL usw.) mit dem Denominativum fiepTjXoa) 'entweihen' 
(LXX, NT usw.), wovon ^rjXwaig (LXX, Ph.). 

Wie [Seflaiog scheint fHprjXog eine Ableitung vom Perfekt 
/3e'/S»)-»a zu sein, obwohl die Bildungsweise der Aufklarung 
bedarf. Deshalb schlagt Schwyzer IF 45, 252 ff. vor, darin 
eine alte sakrale Hypostase von *§e $i)Xov „vor (aufierhalb) 
der Schwelle (sc. des Tempels)" zu sehen, von *$k = lit. bi 
'ohne' und firjXog (vgl. pro-fanus). Die Hypothese setzt u. a. 



PeppASa — peX6v7i 231 

voraus, daB kyren. pdfiaXog aus /SejS- assimiliert ist; vgl. die 

Bedenken bei Kretschmer Glotta 18, 235. 
PcPpaSa- a&EQivTjV H. S. ftEjj,fif)dg. 
P^ppo?" &ya&6q, XQyfrrdQ, xaXog H. — Nach GroSelj 2iva Ant. 

3, 197f. vingrieohisches Wort, zu lat. for (c)tis usw. (?). Vgl. 

das folg. 
Peppi? 'einfaltig, torioht' (Hippon.). H. auch /fe/i/Jgog • rervyco- 

ji&vog, TiaQETog. — Unerklart. 

Pei£Xo7te£ • i/tavTEg olg dvadovai Aaxedmnovioi rovq vixr)<p6f>ovq H. 
— Naoh Solmsen Unt. 255 aus *FieX- zu yig ( = Fig) • Ifidq, 
lat. vied 'binden, flechten' usw. ; naoh Kalen GHA 26 [1920]: 
2, 105ff. (wo ausfuhrliche Behandlung) aus *FsiGEX-EXoneq zu 
aind. vestate 'umwickeln' und *SXoq>og 'Zipfel, Band, Riemen', 
vgl. &QyEXo<poi usw. (?). 

petouai, peo(jiai, pto(xai Horn. s. fSiog. 

pcXor ijXwg xal avyr), vtw Aax(bvcov H. — S. 1. EiXrj 'Sonnen- 
warme'. 

pcXefjiva s. fJdXXco. 

BcXXepocp6vT7)5 m. N. eines argivischen Heros (Z 155 usw.), 
von den Alten als „Toter des Belleros" gedeutet. Wie AqyeX- 
(povrrjg unterliegt auch BeXXEQO<p6vTi]g dem Verdacht, ein 
zurechtgelegtes Fremdwort zu sein (Malten Hermes 79, 10ff., 
Schwyzer 62). Das Hinterglied wird sonst allgemein als 
„T6ter" erklart; in dem Vorderglied sieht Kretschmer Glotta 
24, 237 f., 273 und 31, 92ff., darin den antiken Gelehrten im 
Prinzip folgend, den vorgriechischen Namen eines ortlichen 
Damons oder Unholdes. — Sehr kiihn und wenig wahrschein- 
lich Heubeck Beitr. z. Namenforschung 5, 25ff. (mit Referat 
anderer Deutungen): Vorderglied *fiEX(X)EQog zu JIeXtIcov, 
Hinterglied zu Ev&dvsia. 

pcXXoOvT]? - TQtoQXIS- Adxtoveg H. Unsichere Hypothese bei 
Groselj Ziva Ant. 4, 166: vorgriechisch, zu cpaXXog, lat. Battio 
usw. 

PcX6vn f. 'Nadel' (att., Arist., Batr.) mit dem Deminutivum 
fieXovig (Hermipp.) ; beide auch als Fischnamen, s. Stromberg 
Fischnamen 36 f. — Bildung wie neqovr) und andere Gerate- 
namen bei Chantraine Formation 207. 

Die in formaler Hinsioht naheliegende Ankniipfung an 
(jSeAog,) fiaXXco (s. die Lit. bei Bq) stofit auf semantische 
Schwierigkeiten. Fick 1, 404 zieht daher jieXovi] (wie auch 
fiiXog) mit SiXXi&Eg • otprjxeg (s. d.) zu lit. geliit, gelti 'stechen', 
was begrifflich entschieden vorzuziehen ist. Auch fiiXog kann 
sehr wohl hierher gehoren, vgl. o&peXrjg diarog Horn., ist 



232 p^X-repo? — p^pi^ 

aber dann offenbar mit fialXw asc-oziiert worden, was den 
Anlaut /?- fur 6- erklaren kann, sofern man nioht aolischen 
Ursprung annehmen will. 

p&xcpoi; (Horn., poet.), pcXxitov (naehhom.), Superlativ 
fieXxaro<; (A.), peXriarog (att. uaw.), dor. (Theok.) fUrriaros 
(At > vr) 'besser, der beste'. — Von fieXrlcov : /JeArtdx^c 'Uber- 
legenheit' (Soh.) und das Denominativum fiefaciAm (Ph., Plu. 
usw.) mit PeXtiwois (Ph., Plu. u. a.); aufierdem mit doppelter 
Steigerung PeXTtu)T<eg>og (Telesill. 6; nicht ganz sicher). — 
Uber a-pet.TEQog s. bes. 

Gegen die Anknupfung an fiovXofiou (Lit. bei Persson Bei- 
triige 210 A. 1; zuletzt Seiler Steigerangsformen 91ff.) spricht 
vor allem das durchgehende /?-, das wegen seiner Verbreitung 
nicht gut aolisch sein kann und sich auch schwerlich durch 
Assoziation mit fiovX.ofiai erklaren lafit. Beachtung verdient 
immerhin kret. dsXrov ■ dya&ov (Phot.). — Deshalb wohl doch 
besser mit Ahrens KZ 8, 358 f., Osthoff IF 6, Iff. zu aind. 
bdlam n. 'Kraft', lat. de-bilis 'kraftlos', aksl. boljbjb 'grofier' 
usw. (aber nicht mit Pisani 1st. Lomb. 76: 2,23 toch.A 
empele 'stark, gewaltig'). Die Hauptschwierigkeit liegt aber 
in der Bildung, wobei namentlich das -r- unklar ist. Hypo- 
these bei Seiler I.e. (wo auch Lit.): ein begrifflieh kom- 
paratives *f}sXr6c, 'erwiinscht' > 'vorgezogen, besser' wurde 
auch formal, einerseits zu ^eXteqoq (fieXrarog), anderseits zu 
fSeXxliov (fHXriarog), gesteigert. 

P^f^Pi?, -Ixoq f. '(Brumm)kreisel' (Ar., Kail.), auch 'Wasser- 
strudel' (Opp.), 'Wirbelsturm' (H.) und 'summendes Insekt, 
Hummel' (Nik., Parmeno). — Davon Ps/npix6dris 'kreisel- 
ahnlich' (Ath.), Pe/i^ix^o) 'kreiseln' (Ar.). Vgl. auch mit 
anderer Bildung fte/iflQEl, PehP(q)evei • divEvet H. 

fiEfiflig (zur Bildung Chantraine Formation 382, auBerdem 
Specht Ursprung 211 mit buntem Vergleichsmaterial) gehort 
mit Pofifios 'dumpfer Ton' (s. d.), aind. bimba- m. n. 'Scheibe, 
Kugel usw.', lett. bamba 'Kugel, Ball', lit. bambu, bambeti 
'brummen' und vielen anderen Wortern familiaren und ex- 
pressiven Charakters zu einer umfassenden Wortgruppe, die 
lautmalend oder allgemein lautsymbolisch Schalleindrucke 
oder allerhand aufgeblasene oder aufgedunsene Gegenstande 
bezeichnet; es handelt sich dabei mindestens ebensosehr um 
elementare als um erblich bedingte Ubereinstimmung. Die 
Annahme einer Schwundstufe in papdy.rrig (s. d.), fia$6£a.i 
steht auf sehr schwachen FuBen. Laut- und begriffsahnlich 
sind ne/Kpii, 7io/n(p6Av£ (s. dd.). — Naheres bei WP. 2, 107ff„ 
Pok. 93 ff.; reiches Material aus dem Nordischen (mit Lit.) 
bei Liden GHA 40 (1934: 3) 48 ff. 



P€(i-PP*« — P^5 233 

Pe[xppd^, -ddog f. eino Art Sprotte (Aristomen., Numen. ap. 
Ath.). Daneben fiefifigdg (Kom., Arist. u. a.) mit /xe/tpgadiov. 
Auch PepQada • a&egivriv und (is/ifiidiov • 1%&v8iov Xsnxov H. 

Stromberg Fischnamen 67f. vermutet dissimilatorische 
Reduplikation von /Jod£o 'brummen' mit Beziehung auf die 
angebliche Lautgebung dea Fisches. — Vgl. (3afif3gadd>v. 

pevO-oi; s. fla&vg. 

pepPepiov n. 'armliehes Kleid' (Anakr. 21, 3). Reduplizierte 
Bildung, vgl. fieggov und fieigov • daav, auch fiiggoS • Saov. 
Maxsdoveg H. — Daran erinnert lat. hurra 'zottiges Gewand, 
Wolle', reburrus 'widerhaarig' (Fick KZ 22, 203). Sonst ohne 
Ankniipfung. Vgl. W.-Hofmann s. v. und s. birrus. S. auch 
fivgoa. 

PepHVi?- dxgig H. — ■ Bildung wie dxgig; zum Stamm vgl. die 
Synonyme (igvxoq, (IgEvxog, figovxoq, -a, Pgov%oq, figavxoq, -a, 
figoxog; dazu Stromberg Wortstudien 17 und unten s. pgovxog. 
Unmogliche Analyse der „Wurzel" bei Specht Ursprung 
168 u. 6. 

P€pvca>[£e8-ct • xXr]Qa>ad>iiE&a. Adxwveg H. Dazu das irgendwie ent- 
stellte jieggeai • xXr}ga>aai. — Wahrscheinlich mit Kretschmer 
KZ 35, 605 und Fraenkel g,Glotta 2, 37 zu fiigog, /tsigo/iai 
durch Dissimilation aus fieg-v- (eine andere lautliche Er- 
klarung bei Osthoff IF 6, 8ff.). Nach v. Blumenthal Glotta 
18, 153 f. dagegen illyrisch, vgl. zunachst <psgvrj 'Mitgift'. Auch 
in pegcovercbv • dXM dvercov H. will v. Blumenthal Hesychst. 3 
ein illyrisch -messapisches fieg' = cpeg(e) finden. 

peG6o<; n. Bez. einer kostbaren Frauenkleidung (Sapph., Kail, 
u. a.). Nach EM 195, 52 = ayakfia in Hermione. — Un- 
erklartes Fremdwort. Verfehlte idg. Etymologie bei Fick 
BB6, 211. 

(J^Xttfiot • xd>h)pa, (pqdyfia iv norajiq). Adxoiveg H. Dazu messen. 
tjXrj/ia. — Aus *Fk\-vr\fia, s. eiA.a> und dMjg. 

pTjXi? und Prjn.cc s. jiaivm. 

P^?> ^TO°? (auch firjxog, s. Schulze Kl. Schr. 703) m. f. 'Husten' 
(ion. att.). — Ableitungen: Deminutivum fir\%iov, auch 
Pflanzenname 'Hustenkraut, Tussilago farfara' (Lehmiber- 
setzung), als Heilmittel gegen Husten (Lehmann KZ 41, 94, 
Stromberg Pflanzennamen 85f.); in derselben Bedeutung 
auch firixotov (Paul. Aeg.). fir)xia(g), -iai 'Heiserkeit' (Niko- 
mach. Math., Menipp.). — fii]%<nbriq und firjxixog (Mediz.). — ■ 
Denominativum prjaaco, Aor. ()rj£ai 'Husten' (ion. att.) mit 
firjyua (Hp.). 

Wie mehrere andere Krankheitsbezeichnungen stellt auch 
das Wurzelnomen /3?jf als Nomen agentis das Leiden als eine 



234 p^puAXcx; — pr]Tocp[j.cov 

lebendige Macht dar (ohne daB man es sich darum mit 
Radermacher WienAkSb 202, 1 S. 10 A. 2 als einen „Husten- 
damon" vorzustellen braucht). An und fur sich kann /?»;£ 
auch postverbal zu ptfooco sein. — Herkunft unbekannt, 
vielleicht urspriinglich onomatopoetisch. 

P^puXXo? f. K. eines Edelsteins, 'Beryll' (LXX usw.), firiQvXhov 
'ds/ (LXX, D. S.). Davon firjQvAfaog Pflanzenname (Ps.-Dsk.) 
und prjgvXXirtjg (Xi&og, Cat. Cod. Astr.). — Mit dem Stein ist 
auch die Benenmmg im hellenistischen Zeitalter aus Indien 
gekommen: prakrit veruliya aus veluriya (sanskritisiert 
vaidurya-). Das Wort ist dravidisch und wahrscheinlich von 
Velur, jetzt Belur, N. einer Stadt in Siidindien, abgeleitet, 
s. Master BSOAS 11, 304ff. — firjgvXXog ist aus ^qvUiov 
riickgebildet, s. Leumann Glotta 32, 215 A. 6. 

Prjaoa, dor. Paaaa f. 'Schlucht, Bergmulde, Tal' (poet, seit II.), 
iibertr. als N. eines Trinkbechera (Ath.); im letzteren Sinn 
auch flr)a(o)tov (Pap.). — Ableitung fJrjoorJEtg (Hes. u. a.). 
Wenn man fiev&og als Neubildung ansieht (vgl. zu fia&vg), 
kann (jtfaoa aus */?d#- wl als feminine Ableitung eines Wurzel- 
nomens (vgl. unten) oder eines Verbs (Schwyzer 473 f.) die 
Hochstufe von pa&vg enthalten. Aus anderen Spraehen ist 
besonders zu vergleichen aw. vi-gd&- f. 'Schlucht', Wurzel- 
nomen wie *ftt)&-, */?d#- ; daneben steht im Altindischen das 
thematische Verb gdhate und das ebenfalls thematische Nomen 
gaha- m. 'Tiefe' ; die Wortsippe ist auch im Keltischen ver- 
treten, z.B. air. baidim 'untertauchen, ertranken'. — Aus- 
fuhrlich iiber firjaoa Schwyzer BhM 81, 193ff. (auch iiber 
ngr. ON); WP. 1, 665, Pok. 465. Vgl. pv&og. 

Pfjxa s. aX<pa. 

PrjTiiptwov m. "Panzer' (# 250, 383, Man., Nonn.) „and tov 
rJQfioa/ievcog fiatveiv" H. Daraus als scheinbares Grundwort 
flr]TaQ/Mg Tanz' (A.R. 1, 1135). — Das Hinterglied kann 
nicht gut von dgftov-la usw. (s. d.) getrennt werden und regiert 
als Verbalnomen das Vorderglied (vgl. z.B. noXv-xr^fimv; 
dazu Sommer Nominalkomp. 12 m. A. 2, 117). Dies enthalt 
ein Nomen von flrj-vai, iiber dessen Bedeutung und Form 
sich nichts mit Bestimmtheit sagen laflt. Ansprechend ver- 
mutet Pisani 1st. Lomb. 73 : 2, 35 Haplologie aus */%iar- 
oq/j.(ov; nach Brugmann Sachs. Ges. Ber. 51 (1899) 199 A. 1 
ist das Vorderglied entweder *pTjrog, *$r)xr\ oder (mit Dissi- 
milation) *(3tjtqov = aind. gdtram 'Glied'. Anders Belardi 
Doxa 3, 198: p-q-r- (Nom. *^rjg) wie 6w-r- (Norn. dwg). — 
Abzulehnen Bechtel Lex. 81 f. ; s. Knecht Tegyti/i^Qorog 34 
und Schwyzer 442 A. 6. 



pto — (3iPpu)cfku> 235 

pla, pt») f. 'Kraft, Gewalt' (seit II.). — Ableitungen: /St'atog 
'gewaltsam' (seit Od.) mit /Srawmjg (Redner); (iiwcdg m. 
'stark' (Alkm., Pi., AP). Denominatives Verb (iido/im, fhda> 
(seit II.; wohl urspriinglich primar, vgl. unten), erweitert 
fttafcopm, fiidCvj (seit II. ; metrisch abweohselnd, Shipp Studies 
119; zu fiia : fiidofiai : f5id£,o[iai ausfuhrlich Sehwyzer Me- 
langes Pedersen 66) ' Gewalt anwenden, bewaltigen.erzwingen' ; 
■ — von Ptd£oficu : Ptaa/j.6<; 'Gewaltanwendung' (Eup. usw.), 
jiiaorris (Ev. Matt.) und ^laarrjQ (Gorg.) 'gewalttatiger Mensch', 
fiiaazixog 'Gewalt iibend' (PI., Arist. usw.). — Zu Piveco s. bes. 
In /Jt'a ist ein altes zweisilbiges Wurzelnomen bewahrt, das 
in identisch gleicher Form auch in aind. j(i)y& 'tjbergewalt' 
fortgesetzt wird; zum Lautlichen Meeussen KZ 65, 261 ff. 
Zu dem nasalinfigierten ji-n-dti und dem hochstufigen thema- 
tischen jayati bietet das Griechische dagegen keine Ent- 
sprechungen, ebensowenig wie das Prasens pidofim im Alt- 
indischen ein Gegenstiick hat. Zum Futurum ^irj-aerai (Emp.) 
vgl. indessen das im Ablaut identisohe Futurum jyd-sydti. 

pipdc£u>, pipdc?, pip&o&tov, pipdoxoj s. Palvco. 

plpXo?, alter (s. unten) fivfiXog f. N. der agyptischen Papyrus- 
staude, 'Cyperus Papyrus', 'Papyrusbast, -rolle, Papier' 
(Hdt., A. usw.). — Davon fSvphvo; (seit Od.), fttflhvos (Pap.) 
'aus Papyrus gemacht'; /S«/SA(d (Akz. naeh Wackernagel- 
Debrunner Phil. 95, 191f.) 'Papyrusbeef (Tab. Heracl.; un- 
sicher, s. Scheller Oxytonierung 47). — Ferner f}vf}Mov, durch 
Assimilation pipXlov (woraus /3t'/3Aoc; anders Kretschmer KZ 
57, 253 A.) 'Papier(blatt), Buch' (ion. att.; zur Bildung 
Chantraine Formation 59); davon (}if}foax6<; 'zum Buch ge- 
horig, gelehrt' (Plb. usw.). Deminutivbildungen: fSifSXtdiov 
(/St)-) 'Biichlein, libellus' (D. usw.; aus /Hiffki-ldiovl Schulze 
Q. 353; anders Chantraine 69); aueh piflA(i)dQiov (flv-), 
fit{tt.(i)a@Cdiov, (ii(}fadd@iov. — Durch Riickbildung steht -/?t/Mo? 
(zu ptfiXiov) fur *-fiifiXwq im Hinterglied, s. Debrunner IF 
60, 42 f. 

Der Papyrusbast (und danach die Papyrusstaude) wurde 
nach der phonikischen Hafenstadt Byblos (Oubla, O e bal) be- 
nannt, von wo aus der Bast nach Verarbeitung zu den Griechen 
exportiert wurde. Lewy Fremdw. 172; auSerdem Sehwyzer 
141 m. A. 4, 153. — Anders Alessio Studi etr. 18, 122. 

pippcjoxto, pdfiecQxa, epQwv usw. '(auf)essen, verzehren' (seit 
II.; zu den einzelnen Formen s. unten). — Mehrere Ab- 
leitungen, die alle von der Wurzelform /?geo- ausgehen. 
Nomina actionis: fSqanvt; (ep. poet.) und fSqwaiq (ep. ion. hell.) 
'Speise, Nahrung' (Versueh einer semantischen Differen- 
zierung bei Benveniste Noma d' action 67; noch unglaubhafter 



236 pi5u(i)oi 

liber die Bedeutung Holt Les noms d'action en -aig 80ff. ; 
vgl. noch Porzig Satzinhalte 184); im selben Sinn auch figa/ii} 
(ep. seit Od.) und few/ia (ion. att.) mit (Sgwpiduov (Ath.) und 
f}Q<o/iaTiC(0 'zu essen geben' (Aq.); aufierdem ftganov (: nox6v\ 
E., X. usw.); von flgcbmg : jigmaijiog 'eBbar' (A. usw.; nach 
jiori/iog, sdwdtfiog, Arbenz Die Adj. auf -ifiog 50f.). — Nomen 
agentis: Pgmxr\g 'Fresser, fressend, verzehrend' (A. usw.), im 
Sinn von 'Motte' auch Pgcoarrjg (Aq.). — Adj. {Sgcanxog r ge- 
fraBig' (Hp., Arist. u.a.). — Deverbativum : f}gcoael<o 'zu 
essen wiinschen, hungrig sein' (Kail.). — Zu fSov-pgwong 
s. bos. 

Das Verb /Jt/Spcoraco nebst den obengenannten Ableitungen 
hat sich vom Perfekt fiifigmxa (II.; vgl. nEjicoxa; daneben der 
einmalige Opt. flejlgd>ftoi,g A 35; vgl. dazu Chantraine Gramm. 
hom. 1, 429; anders, nicht besser, Schwyzer 662), (H^QOijj.ai 
(A.), wohl auch vom Aorist efiguv (h. Ap. 122) aus zu einem 
vollstandigen Paradigma entwickelt: Fut. pgd>oof.iai (hell.), 
Pras. flifigrfxjxa) (Babr.), $go>t,m (Herod.), ava^Qwaxwv (H.). 
Auch neue Aoristformen traten hinzu: if}gd>&7}v (Hdt.), 
sflgojoa., -fa (hell., vgl. figotiai). — Sogar die altesten Formen 
dieses weitverzweigten Paradigmas stehen isoliert. Nur das 
Verbaladjektiv pgwrog 'eBbar' (E. X. usw.; alt?) kann im 
Ablaut zu lit. glrtas 'betrunken' und zu aind. glrnd- 'ver- 
schlungen' stimmen, obwohl das etwas unsicher ist; s. zu 
dieser schwierigen Frage Schwyzer 360 f. Sonst weichen die 
verschiedenen Sprachen stark voneinander ab: z.B. arm. 
Aor. 3. sg. eker (idg. *e-g*er-et = gr. *edsge, *efi£ge) neben dem 
Pras. utem (zu idg. ed) mit demselben Suppletivsystem wie 
urspriinglich fur das Griechische vermutet werden kann; 
aind. Perf. jagara (idg. *gVe-gVor-e = gr. *pefiogE), Aor. garat, 
garlt, wozu Pras. girdti, formal=aksl. zwp, aber trotzdem 
wahrscheinlich parallele Neubildungen ; lat. vordre, s. zu fiogd. 
Das griechische System hat sich somit schon in altester 
Zeit ausgeglichen, wobei die Wurzelform /3gcu- von einem 
nicht sicher festzustellenden Ausgangspunkt weiterwucherte. 
Unabhangige Bildungen haben sich nur in pdgaftgov und 
pogd (-flogog) ebenso wie in dcm abseitsstehenden Segrj 
(s. dd.) erhalten. 

Pi5u(i)oi, piSeoi „Aufseher", Bez. spartanischer Beamten, die 
mit Aufsicht viber die mannliche Jugend beauftragt waren 
(Lakonien, Messenien [II a — Kaiserzeit], Paus.). — Aus 
*ftdva-ioi, d.h. der Schwundstufe des Ptz. Perf. eldcug; vgl. 
hom. ftdvia (s. olda). Eine ahnliche Bildung ist in fiifiatog 
vermutet worden, s. d. — Ausfuhrlich iiber die Form, ein- 
schlieBlich des Akzents, Kalen Quaestiones grammaticae 



pi?axlwv — pto S 237 

graecae (GHA 24 [1918]: 1) 5ff., wo audi oine unsiohere 
Theorie uber den Ubergang v(i) > e. S. auch Schwyzer 540. 

pi^oottwv fiixQwv Ai&cov Suid. Lewy KZ 59, 190 vergleicht u.a. 
aram. bizqa, blz e qa 'abgebrochenes Stuck, Scherbe, Steinchen'. 

pixoc; m. 'Gefafi mit Henkeln', auch als Mafl (Hdt., X., Pap. 
usw. ; zur Verbreitung Solmsen Wortforsch. 65 m. A. 2). — • 
Deminutiva: fiixlov (Pap., Dsk. [v.L], Op.), fiixidiov Suid. 

Wahrscheinlich agyptisches Wort; vgl. ag. bsk.t 'OlgefaB 
als Mafl gebraucht' (Nencioni Stud, itfilcl. 16, 223). S. auch 
[lavxdXtov. 

piveo), Ipf. ftiveaxdfirjv, Fut. pivrjoai 'coire, futuere, to fHa 
filyvva&ai (Kom., Sol. ap. H.). — Davon das desiderative 
fitvijTida) {At., Luk.), wic von *f}ivtirris; vgl. dyi/rjTidw : [ojr^rijg :] 
tbveo/iai. 

Niedriges Wort, das sioh eben deswegen einer genauen 
Analyse entzieht. Gewohnlich zu (Ma 'Gewalt' gezogen (vgl. 
Cdei • flivei H.), aber weder aind. jindti 'iiberwiiltigen, be- 
driicken' noch das nur bei den Gramm. belegte Ptz. jl-na- 
= *fHv6g geben eine befriedigende Ankniipfung. Auch der 
Anschlufi an npers. gayad 'futuit' (Liden IF 19, 328) bleibt 
bei einer unsicheren Wurzeletymologie stehen. 

(3i6? m. 'Bogen', auch 'Bogensehne' vereinzelt moglich (Triimpy 
Fachausdriicke 66f.; II. usw.). Keine Ableitungen. — Bis auf 
den Auslaut mit aind. j(i)y&, aw. jya 'Sehne (des Bogens)' 
identisch; zum Lautlichen Meeussen KZ 65, 261 ff. Da die 
fern. o-Stamme im Indoiranischen, u.a. durch Umgestaltung 
zu o-Stamjnen, verlorengegangen sind, wiirde ein urspr. fern. 
Pioq den Stammunterschied erklaren, s. Schwyzer-Debrunner 
32 A. 4. — Unsicher ist die Zugehorigkeit von lit. gijd 'Faden', 
aksl. zi-ca 'Sehne', s. WP. 1, 194 m. Lit., Pok. 481. 

pio? m. 'Leben(sfuhrung), Lebensunterhalt, Vermogen' (seit 
Od.). Daneben als primare Bildungen Piot^ f. 'Leben(sart), 
Lebensunterhalt' (vorw. poet, seit Od.), ploxo? m. 'Leben, 
Lebensgut' (poet, seit II.; nach &dvarog neugebildet?, s. 
Porzig Satzinhalte 343) mit dem herabsetzenden Deminutiv 
fjmriov (Ar.); mit anderem Vokalismus kret. fSieTog (vgl. 
unten); auflerdem als vereinzelte Umbildung nach den 
Adjektivabstrakta fiioxrfia Akk. (h. Horn. 8, 10 am Versende). 
— Von fttoToq oder fiiorcq (nicht von jStdfjy?) das Adj. pioTqaiog 
'lebenserhaltend, lebenslang' (A.R., AP u.a.; nach ^gorrjaiog 
usw.; vgl. Chantraine Formation 41 f.); ferner das denomina- 
tive piorevw 'leben, sein Leben erhalten' (Pi., Th. usw.), 
wovon ffiorsia (X., Plb.) und fjioreviia (Sokr. Ep.). 

Neben /St'o? stand ein primarer langvokalischer Wurzelaorist 
£pto>-v, ptco-vai (seit II.), zu dem nach und nach die ubrigen 



238 (3lo S 

Tempusformen hinzugeschaffen wurden: d-Aor. Med. trans, 
(kaus.) ipiwoao (& 468), Akt. intr. i[)la>aa (Hdt.), Fut. fiicoaoftat, 
Perf. ftefllioxa, auflerdem das auch kausativ gebrauchte 
(dva)fiimoaad-ai, (ava)(Sid>oxo/iat,; zuletzt, fur £co-w, £rjv, das 
Prasens (Si6a>. Alt war dagegen das futurisch gebrauchte 
P&>|iou, fieri (O 194 u.a.), fielo/iai (X431; metr. Verlange- 
rung?), fiwpeo&a (h. Ap. 528; Umbildung nach ifSicov?); zur 
Erklarung s. unten. — Von ifiicov usw. : filcoaig 'Lebensweise' 
(LXX, NT u. a.), ferner (oder von (Hog) flicorog 'lebenswert' 
(att.) mit fticoTixos; 'auf das Leben beziiglich, lebensfahig' 
(Arist., Plb. usw.). Dagegen $1601/10; 'lebensfahig' (Hdt., 
Soph, usw.) zunachst nach &avdoi/iog (: ftdvazog) von filorog 
oder fiios in Anlehnung an ifiicov; unklar Arbenz Die Adj. auf 
■ifiog 71 f. t— Fiir sich steht, mit d aus idg. gu (s. unten), herakl. 
ivdediconora, falls = ififiefiiwxoTa, vgl. Schwyzer 300. 

Der Aorist ifiicov fuBt auf einer zweisilbigen idg. Wurzel 
gHio- mit schwundstufiger Anfangs- und hochstufiger End- 
silbe. Die entsprechende e-Stufe, gHie-, liegt in v-yirjq (mit 
Ubertritt zu den <j-Stammen) vor, s. d. Neben dieser Wurzel- 
form stehen im Grieehischen noch folgende : 1 . Als rhy thmische 
Wechselform gHo-, g*ie- in £cu-co, trjv (s. d.). 2a. Mit redu- 
zierter Endsilbe -6 (vgl. So-toq : dl-dco-fti) in flio-Trj, fSlo-rog 
(vgl. aoo-rog), idg. gHjp-; ebenso in filo-g, das somit als ein 
zweisilbiges Wurzelnomen betrachtet werden darf; vgl. in- 
dessen unten. 2b. Mit reduzierter Endsilbe -e{d-£-r6g : zt-&r)-fii; 
idg. gHia-) evtl. in kret. ftlerog, falls nicht Umbildung nach 
den Nomina auf -nog. 3. Mit hochstufiger Anfangssilbe und 
reduzierter Endsilbe, wobei der Reduktionslaut vor dem 
hinzutretenden Themavokal gesetzm&Big wegfiel: gtei(v)o; 
g*ei(a)e- in fiiofiai, fieri, die dann als kurzvokalische Kon- 
junktive des Aorists ifiicov zu gelten haben. Die Erklarung 
dieser offenbar alten Formen kann indessen nicht als sicher 
betrachtet werden, s. Schwyzer 780 m. A. 8, Chantraine 
Gramm. hom. 1,452 m. Lit.; jedenfalls verfehlt Bechtel 
Lex. s. fielofiai. 

Die ubrigen idg. Sprachen bieten von dieser vielgestaltigen 
Wortgruppe keine Formen, die den oben genannten un- 
mittelbar entsprechen. Wir miissen uns deshalb mit einem 
Vergleich der einschlagigen Wurzel formen begniigen. Wir 
finden dabei: 1. die in i-filco-v vorliegende langvokalische 
Stufe idg.^ijo-, gHie- in aw. jya-tu- 'Leben' = aind. *jiya-tu-, 
nach jtvati in jlvdtu- umgebildet ; aw. jya-tu- entspricht, wenn 
zweisilbig gelesen, idg. gHo-, gHe- in fc6-cu, £rj-v; 2. die fiir 
fieofiai angenommene Hochstufe g*ei(d)-, gVoi(d)- in aw. gaya- 
'Leben', aind. gdya- m. 'Lebensgut', idg. gVoi(»)d-; 3. die fiir 
fiiorog usw. angesetzte Schwundstufe gHjp- vielleicht in arm. 



(Slppos — pXdpTj 239 

kea-m 'ich lebe' (vgl. arm. ara-wr 'Pflug' gegeniiber uqo-tqov) ; 
anders Meillet Esquisse 2 110. — Dagegen vermifit man im 
Griechischen die einsilbige Reduktionsatufe gH-, die z.B. in 
aw. jl-ti-, aksl. zi-tb, wohl auch in lat. vita, osk. biitam (Akk.) 
vorliegt (vgl. W.-Hofmann s. vivo). Auch die davon ausgehende 
M-Erweiterung in lat. vlvus, aind. jlvd-, aksl. iim, usw. 'lebendig' 
und in vivo, aind. jivati, aksl. zivp 'leben' fehlt im Grie- 
chischen, wo sie indessen in Z,wF6c, (s. Ccu-o>) zutage tritt. 
(Nach Specht KZ 62, 111 A. 2 ist deshalb flim-vai vongHio(u)- 
ausgegangen ; jedenfalls nicht zu beweisen). Die kurzvokalische 
Nebenform gHuo- in got. qius, air. beo lebendig' ist auch fur 
fSiog (als *fiiFoq) angesetzt worden (z.B. WP. 1, 670), ohne 
Not und nicht wahrscheinlich, s. Meillet BSL 26, 16ff.; 
jedenfalls sind jiio-zrj und plo-ros am leichtesten als Primar- 
bildungen verstandlich. 

ptppoi; m. 'Art Uberwurf' (Artem., Pap.). Deminutiv fiioolov 
(Pap.). — Aus lat. birrus 'ds.°, urspriinglich wohl keltisch, 
vgl. mir. berr, kymr. byrr 'kurz\ W.-Hofmann s. birrus m. 
Lit., auflerdem Friedmann Die jon. und att. Worter im Alt- 
latein 92. 

pt-rraKO? m. 'Papagei' (Eub., Ktes.). S. tparaxo; ; dazu Nehrung 
Glotta 14, 184f. (Entlehnung aus einer asiatischen Sprache). 

pXd(37) f., fttdpog n. 'Schaden' (ion. att., nicht Horn.). Davon 
fiXa^EQog 'schadlich' (Hes., ion. att.), zu d/SAa/J??? wie z.B. 
xgareoos zu axoaTfjt; (vgl. Schwyzer 482); auflerdem, nach 
den poetischen Adj. auf -oeig, pXafloEig (Nik.) und pXafivoaeiv • 
f}fax7tTeo#ai H. — Neben fiXdflrj, fiXdfloQ steht seit alters (II. 
usw.) das primare (JAdm-cco, jlMipai, ifiXdfltjv 'schadigen', ver- 
einzelt (T 82, 166 = v 34) ohne Prasenssufnx /JAd/Jerai; nach 
gewohnlicher Annahme (Schwyzer 685, Chantraine Gramm. 
hom. 1, 311) eher alt als zu i{SXdfir)v neugebildet. Von pXdnroo: 
fiXanrixog (Ph., Arr. usw.) und ffXcmTrJQiog (Opp.); vgl. Chan- 
traine Formation 396 bzw. 43 ff. ; auflerdem fiXdipig (PL). — 
Im Kretischen mit abweichendem Stammauslaut und Voka- 
lismus: dfiXoTzig- afiXafiit; H., aphonia = d/JAd/?eia, xara/SAa- 
ne&ai = -eo&ai (Inschr.). Die durchgehende Schwachstufe 
der Wurzel (kret. -Xo- steht dialektisch fur -Act-) hat vom 
Prasens und von dem ?/-Aorist aus samtliche verbale und 
nominale Formen erobert. Die Nomina fiXdfirj und pXdfios 
sind also wenigstens in ihrer jetzigen Form dem Verb gegen- 
iiber sekundar; vgl. aber unten. 

Da fiXaji- wegen der kretischen Formen sehr wohl aus 
PXan- assimiliert sein kann (Schwyzer 257), ist es moglich, 
damit aind. mfe- f., markd- m. 'Beschadigung, Zerstorung', 
mfk-td- 'beschadigt', marcdyati 'beschadigen' und ent- 



240 pXoyis — pXo? 

sprechende awest. Formen, mshrk- f. usw., gleiohzusetzen. 
Mit pMnrio kann alao (das allerdings unsichere) aind. mfc-ya-ti 
identisch sein. Hinter /SAd/3-??, j9Ad/S-o? liegt dann wahrschein- 
lich ein Wurzelnomen */JAdy = aind, mfc-, aw. mghrk-. — 
Dagegen bloiben lat. mulceo, muled sowohl wegen des Guttu- 
rals wie wegen der Bedeutung fern, s. W.-Hofmann s. w. 
Vgl. auch fiXdcxpiyxog. 

pXoyt?' x-qUg. Adxcovsg H. — Hochst unsichere Vermutung bei 
v. Blumenthal Hesychst. 23 f. mit einem Versuch, audi 
ftXai<q>- fihjTrj. Adxwveg H. daran anzuschliefien. 

pXaSei?' d6vvaroi i£ adwdrwv, (3Xa8ap6v exXeXvfiivov, yavvov, 
pXa&av vca&QcJg, auch {SAadov ddvvarov (fur fttaSvvl) H. — 
flAaSvg ( = aind. mrdu-, lat. mollis) und jiXaSaqog sind auch 
in der Literatur zu verspiiren, s. d/iaXdvvca und Debrunner 
IF 60, 324. Die herkommliche Zusammenstellung mit d/iaX- 
dvvco wird u. a. von Fraenkel IF 51, 149 verteidigt. — Un- 
annehmbar v. Blumenthal Hesychst. 15: messap.-illyr. zu 
tpkadeiv. 

pX<ua6£ 'auswarts gekriimmt, krumm(beinig), sich ringelnd' 
(Hp., X., Arist. usw.). Davon als Erweiterung pXmocbdt]g, 
ferner pXcuaoTrjq und das denominative fiXaiaoo/iai mit fiXai- 
amaig (allea Arist. und Gal.). — Bildung wie yavaog, yafiytog, 
Xo£6g und andere volkstumliche Worter (Chantraine Formation 
434, Speeht Ursprung 199f.). Sonst unerklart; daraus wahr- 
scheinlich trotz der abweichenden Bedeutung (durch oskische 
Vermittlung?) lat. blaesus 'lispelnd, lallend'; s. W.-Hof- 
mann s. v. 

PX&?, -xoq m. f. 'schlaff, stumpfsinnig, dumm', auch als Fisch- 
name (Erot.) ; zur Erklarung Stromberg Fischnamen 33f . — 
Davon fiXaxixog und pXaxwdrjg 'ds.' ; ^Xaxortjg ; auch fiXaxlag • 
ix&vg notog H. — Denominatives Verb jiXaxevca 'schlaff usw. 
sein' mit fSXaxeia und (iXdxevfia. 

Im Gegensatz zu den zahlreichen sekundaren Ableitungen 
auf -df , die namentlich der attischen Komodie angehoren 
{yavga£, nXovraS, azofupag usw.), hat das mutmafllich primare 
und adjektivisch gebrauchte flXdg nebst Ableitungen einen 
weniger affektiven Stilcharakter und demgemaB eine weitere 
Verbreitung (Hp., Heraklit., PL, Ar., X., Arist. usw.). Wegen 
des d mufi es ins Ion.-Attische von auBen her eingedrungen 
sein; vgl. Bjorek Alpha impurum 267 f. — Wenn, wie wahr- 
scheinlich, fxa.Xa.x6g damit zu verbinden ist, unterscheidet es 
sich ablautsmaflig davon nur durch die einsilbige Hochstufe 
*/iXd- > (IXd-, die sich u. a. sowohl im Indo-Iranischen, z. B. 
aind. mla-td- 'weich' (dazu Thieme KZ 66, 235ff.), wie im 
Keltischen, z.B. air. mldith 'sanft, weich' (< *mla-ti-), findet; 



pXdm-rio — pXaacpr)[j.£0) 241 

sehr fraglich dagegen lat. flaccus, a. Ernout-Meillet und W.- 
Hofmann s. v. — Verwandt ist pXtjXQog, s. d. ; vgl. noch 
fiaXaxog, fivXi], dfiaXdvva und andere daselbst genannte Worter. 

pXdiTCTOJ 8. /SAd/fy. 

pXaaxdvtj, Aor. fiXaaxetv intr. 'keimen, sprossen' (A., Pi. 
usw.), Fut. pXaorrjoa) (Thphr.), Aor. 1 ifiXdarrjaa 'hervor- 
bringen' (Emp., Hp. usw.), Perf. fSepXdaTrjxa (Hp. usw.), 
i^Xdarrjxa (E.); dazu neue Prasentia pXaarew und /JAaordco, 
wohl denominativ, s. unten. — Verbalnomina: fSXdarrjfia 
'Keim, SproB' (A. usw.; zur Bildung Chantraine Formation 
177f.), danach vereinzelt fiXaarrj/idg 'Wachstum, SproB' (A.); 
/MdoT»;OT£ 'das Keimen, das Sprossen' (Arist., Thphr.) mit 
{tXaoTrjTixog 'keimend, sprossend' (Thphr.). Daneben direkt 
vom Verb fSXaarixog 'ds.' (Thphr. usw.). Als Riiekbildungen 
vom Verb sind zu betrachten flXaarog 'Keim, SproB, Stengel' 
(Hdt., S., Thphr. usw.) und jSAdcro? auch 'Ursprung, Geburt' 
(S., PI. usw.); zur Bedeutung Fraenkel Nom. ag. 2, 138f., 
wo auch iiber den Plur. pXdora. Deminutiv (iXaardgtov • eAtf 
dfineXov EM. Erweiterte Form pXaatEia (Nik.), nach den zahl- 
reichen Nomina auf -eiov (Chantraine 60f., Mayser Pap. 1: 
3, 12ff.). — Von pXaoTog, fiXdarrj wahrsoheinlich (iXaariot 
'keimen' (Thphr.) und pXaardca 'hervorbringen' (LXX) 
ebenso wie fSXaordw (An. Ox.). 

Der Aorist fiXaoreiv, von dem schlieBlich alle iibrigen ver- 
balen und nominalen Formen ausgehen, lafit sich in fiXaa-relv, 
jiXa-csTElv (s. /Sa<rrd£<o) oder *fiXaft-Tsiv zerlegen. Im letzten 
Fall bietet pXu&Qog 'hochragend' (s. d.) einen moglichen An- 
halt (Schulze KZ 28. 281 = Kl. Sehr. 362); sonst kann man 
bei fioXeva) 'die Auslaufer beschneiden' (s. d. und pXwaxw) 
Ankmipfung suchen. Bei einer Analyse (IXao-Tetv macht das 
a Sehwierigkeiten. Zum r-Element vgl. Schwyzer 704ff. — 
Aus anderen Sprachen bietet nur ahd. blot usw. 'Blatt' einen 
semantisch anspreehenden Vergleich (Hirt PBBeitr. 23, 
305 f.); es gehort aber wahrsoheinlich zu lat. fids usw., s. 
<pvXXov. 
P>a<Kpr)[iia>, f}Xao<prjftfjoa.i 'schmahen, lastern, verleumden' 
(PL, Redner, Arist. usw.). Daneben pXauxprifila 'Sehmahung, 
Verleumdung, Gotteslasterung' (Demokr., E., PL, Redner 
usw.) und, erheblich seltener und im ganzen spater, pXdaq>rj/iog 
'lastemd, verleumdend, der Verleumder' (D., Arist., LXX 
usw.). 

Nach den Belegen zu schlieBen sind pXaag>r]fi£w und 
ftXaayrtfiia (vgl. besonders die gegensatzlichen Begriffe 
£ti<pr]/iea> und eviprj/xia) alter als ihr angebliches Grundwort 
pXda<pr)/j,og. Es handelt sich somit wahrscheinlich um eine 

Frisk, Griech. etym. W5rterbuch 1° 



242 pXaxTol — pX£v(v)fi 

Bildung wie xaXhsgico (: xaM iegd), dvdgaya^io), dvSQaya&la 
(: avrjQ dya&og), 6BiQoro/j,ea> (: Seiqtjv te/aveiv), tioXioqtceco, 
nokioQHia (: noXig, EQxog), die nach dem Muster von z.B. 
olvoxoew : oIvo%6oq : olvov %eiv direkt aus einer Wortgruppe 
gebildet worden sind, vgl. Schwyzer 726. In f3Aaa<pr]/iE<D, 
f}Xao<pr)[iia fungiert als Hinterglied (prifirj; der vordere Bestand- 
teil hat mehrere hypothetisohe Deutungsversuche hervor- 
gerufen (flXdfiog, ftiXsog usw., s. Bq). — Es verdient notiert 
zu werden, daB auch die Synonyme xEgrofiio), Xoidogio) (s. dd.) 
in ihren Anfangsgliedem unklar sind. In alien diesen Fallen 
haben wir es mit expressiven und volkstumlichen Wortern 
zu tun, die einer logischen Zerlegung spotten. 

pXaxxol- naidagisverai H. — Latte ad loo. vergleioht lat. 
blatio, blatero 'plappern, schwatzen', mit denen es als Lall- 
wort wenigstens elementarverwandt ist, vgl. /?a/Sdf<». — 
Andere Hypothese bei Debrunner GGA 1910, 7. 

PXoutt) f. 'Pantoffel, Sandale' (Kom., PL, Herod.). Deminu- 
tivum (IXavriov (Ar. u. a.). Faktitives Verb (SXavrovv • vnodesiv. 
fj nXrjaaeiv aavdaXim, oi di vnodrj/j,a.Tt H. (aus Men.). — Fremd- 
wort, vgl. Schwyzer 61. — fiXavdeg- ifi^ddsg usw. H. ist nach 
i/xflddEg aus fSkavzai entstellt, evtl. umgebildet. 

pXEiiEctlvti) (aMve'C pXe/ieaivcov, -vet ® 337 usw., immer am Vers- 
ende) 'sich briisten, trotzen'. Daneben djiXEfi-qg 'kraftlos' 
(Nik., Longin.), -eu>q 'unmafiig' (?; Panyas.). — Bildung wie 
fiEveaivco und vielleicht als Reimwort dazu geschaffen, s. 
Giintert Reimwortbildungen 151 m. Lit. Es steht jedenfalls 
neben *fiM[iog in d-flXEfirjg wie fiEVEatvm neben fiivog und ist 
als denominativ davon zu verstehen; naheres s. jievecuvw. 
Ohne Etymologie. 

pX€v(v)S f. (Hp. u. a.), pXevvoi; n. (Arist.) 'Rotz, Schleim'. — 
Ableitung fJXEvvcbdrjg 'rotzig, schleimig' (Hp., Arist.). Daneben 
§XEv(v)6g 'rotzig, schleimig, dumm' (Epich., Sophr.), mit 
regelmafiig zuriickgezogenem Akzent fiXivvog m. N. eines 
Fisches (Sophr., Opp., H. als Erklarung von ataXtg), vgl. 
Stromberg Fischnamen 29. 

Da die Gemination expressiv sein kann (Meillet BSL 26, 
15f.), wird jede Erklarung sehr unsicher. An und fur sich 
durfte nichts hindern, fSXsvvog auf * /xXed-a-vog zuriickzufuhren 
(Schwyzer 322 m. Lit., Lejeune Traite de phonetique 105; 
anders Specht KZ 62, 213f.) mit AnschluB an aind. urna- 
mradas- 'wollen-weich' ( = gr. *-j}XE6rig), Pras. mfdnati, mar- 
dati, auch (vi)-mradati (< *-mled-eti) 'erweicht' (zu mrdu- 
'weich' ; s. d/iaXdvvco), mft-s-na f. '(guter) Lehm', wozu u. a. 
noch, mit unsicheren Grundformen, aind. manda- m. n. 
'Schaum von gekochtem Reis', mir. blind 'eines toten Marines 



PA&«jj — px&papov 243 

Speichel' ; s. Brugmann IF 6, 103 A. 1; WP. 2, 288, Pok. 718. 
Der sehr beschrankte Wert dieser Kombinationen liegt 
indeasen auf der Hand. 

pXinw, Aor. flAeyiai, iibrige Formen spat 'blicken, sehen, 
schauen', oft mit Proposition, dva-, dvrt-, dno- usw. (vorw. 
att., hell, und spat, nicht bei Horn.; zur Bedeutung Bloch 
Suppl. Verba 105 f.). — Ableitungen: (SXeipig 'das Sehen', 
dvd-, dvzi-fiXsyiig usw. (X., Arist. usw.) mit fSXeiplag N. eines 
Fisches (Stromberg Fisehnamen 42); fiMfifia 'Blick, Auge' 
(att. usw.) ; daneben vereinzelt fiXenog 'ds.' (Ar., vgl. Schwyzer 
512) und pXenrjaig '6s.' (Ar. [falsehe Konj. in PHolm. 16, 33], 
nach aiaikjaig usw., s. Chantraine Formation 279). — Adj. 
fiXenTixdg 'mit dem Sehen begabt' (Hdn. u. a.). — Expressive 
Deverbativa: flXETtd^ovzeg • (iMjiovrec und ftXensrvtei ■ ffXsnsi 
H., viell. fur pXeneTifei, vgl. xq£/iexI£ei (Debrunner IF 21, 
268). — Zu fSX£cpaf>ov s. bes. 

Statt fiXinoi stent bei Alkman 23, 75 noxi-yXmoi Opt. (da- 
gegen Epid. [IV*] TioTi-fiXiyag) wie yXe<pagov fur f}Xe<paQov 
(auch Pi.); das Sehwanken /? ~ y legt die Annahme eines 
labiovelaren Anlauts g*- nahe, der durch Dissimilation vor 
dem folgenden n sein labiales Element eingebuBt hatte, s. 
Schwyzer 298 f. m. Lit. ; vgl. noch v. Blumenthal Hesychst. 
21, der auf maked. yXinov = fSX&Tito hiriweist. — Etymologie 
unbekannt. 

pX^TUe?- at [SSeXXai H. — Als Bildung auf -rv- ist fiXfavg zu- 
nachst als ein Nomen actionis zu verstehen, das in ein Nomen 
agentis iibergegangen ist (vgl. z.B. die Beispiele bei Brug- 
mann Grundr. 2 2: 1, 610f.); der Akzent, wenn richtig iiber- 
liefert, wie in ftdgrvg u. a. Der Stamm findet sich aueh in 
xarafiXe'&ei und xafiXeei • xaxanlvEi, flXei • f}Xlooet, dfiiXyei, 
jSXdZsi H. ; zu bemerken noch ^Xm/xog (s. d.) und fiXfjQ • SeXeag 
H., EM (als aolisch bezeichnet), das nieht nur fur *pXrj-aQ 
(Schulze Q. 102f.), sondern auch fur */?As-ag stehen kann. 
Zum Vokalismus in /Ue'-rug usw. vgl. z.B. tite-q6v. Somit 
bedeutet flXervg eigentlich 'das Trinken' > 'die Trinkerin' 
(vgl. pdeXXa). Weitere Verwandte s. SeXeciq. Vgl. auch fiXiJQat. 

pX&pocpov, gewohnl. pi. -a n. 'Augenlider', poet, auch 'Augen' 
(seit 11.). — Davon pXEyagideg f. pi. (selten sg.) 'Augen- 
wimpern', auch 'Augenlider' (Ar., X., Arist.); im selben Sinn 
pXecpaQixidEg rgixeg (Paul. Aeg. ; vgl. Redard Les noms grecs 
en -Tr)g 105) ; fiXetpaQixog 'auf die Augenlider bezuglich' (Cael. 
Aur.); {5Xe(paQit,(o 'blinzeln' (Sch.). 

Wie neben flXenm yXenm, so auch neben f)XE<pa.Qov yXetpagov 
(Pi., Alkm.). Urspriingliche Verwandtschaft mit fiXeiuo ist 
nicht glaubhaft, aber wahrscheinlich wurde es im Zusammen- 

16* 



244 pXijpai — (JXr)Xp6? 

hang mit dor Bedeutungsverschiebung zu 'Augen' damit 
assoziiert, wobei auch der Anlaut naoh (SMnco umgebildet 
werden konnte (Brugmann Grundr. 1 2, 1157 A. 1). — Un- 
wahrsoheinliche Etymologien sind bei Bq notiert. 

pXrjpcu- al xvidai. aXkoi x°Q rov - °' 1 ^ xS)V oanqitav rfjv xaM/trjV H. 
— Unhaltbare Hypothese bei Stromberg Wortstudien 54 f. 
Die Bedeutung 'xoqtos', d.h. 'Futter' maoht eine Ankniipfung 
an die Wortsippe von pkfjg (s. P^etveq) moglich. 

pXrjorpt^to s. fid\\a>. 

pXfjxpov nur O 678 gvorov xoXXr\rbv plr[tQoiai. Wort unsioherer 
Bedeutung; vgl. die tastenden Erklarungen bei H.: rijg 
a/idirjQ tqoxoL otpfjveg. s/ifSk^fiara. ol di yo/upovg xal ovpPoXdg 
a£6v(ov, also 'Reif, Ring' oder 'Pnock'. Die Ankniipfung an 
PdXXm ist wegen der unsicheren Bedeutung nieht strikt zu 
beweisen. — Das faktitive Ptz. pkrjremaag 'mit p. versehend' 
wird von H. mit i[ifiaXu>v erkliirt. 

pXrjx^, dor. pldx& (vgl. unten) f. 'Geblok' (ft 266, A. Th. 348 
[lyr.], E. Kyk. 48 [lyr.]). Daneben pXrjxAopxi 'bloken' (Ar., 
Theok. u. a.), der Form naoh denominativ aber in Wirklich- 
keit wahrscheinlich eine unabhangige Intensivbildung wie 
Pgvxdoiiat, nvxdo/iai usw. (s. Schwyzer 683), wobei das friiher 
aber vereinzelt belegte pXrjxn bAb postverbal zu beurteilen 
ist. _ Von Pfyxdofiai auch pXrix^/iog (Ael., Nonn., wie 
pvxri&ftdg u.a,), PWxW a H., pX7] X dg (Opp., naoh /iijxtfc, 
Schwyzer 508) und pXr/x^d P 1 - 'blokende Tiere' (Eup., Ael., 
wie iQTcetd u.a.). — Aufierdem pirixmdrfi 'blokend' (Babr.), 
zunachst von pXrjxn- ~ Erweiterte Verbalform /JA^dCco 
(Autokr.). 

Alte Elementarschopfung, die indessen gleichzeitig mit 
mehreren gleichartigen und gleiehbedeutenden Wortern in 
anderen idg. Sprachen genetisch verwandt sein kann, z.B. 
cech. blekati, mnd. bleken > nhd. bloken; ohne Guttural 
russ.-ksl.6K/ati, lett.bl&t, mhd. 6te;'en;mit Dental germ., z.B. 
ags. blcetan, ahd. blasen; alles mit (urspr.) e-Vokal. Das nur 
bei den Tragg. in lyrischen Abschnitten vorkommende pXdxd 
muB ein Hyperdorismus sein; zu beachten pXrixdopai bei 
Theok. 

pXfJxvov n., auch pXiJXQov (Dsk., Sch.), Mxqa H. 'Farnkraut'. 
— Ohne Etymologie. 

pXT)Xp6? 'schwach' (ion. poet.). Daneben dpXrjxQog (Horn, usw.; 
s . d.). — Wahrscheinlich zu pXd$ (s. d.), aber im Gegensatz 
dazu echt ionisch. Das -x- kann als expressiv-volkstumlich 
erkliirt werden (vgl. die Beispiele bei Chantraine Formation 
225 f., Schwyzer 498); der Umweg iiber einen tr-Stamm 



pXifowv — pXooopis 245 

(*/iXdx-a-Q6g, s. WP. 2, 290) ist entbehrlich. Abzulehnen 
Bechtel Glotta 1, 71, Lexil. s. dpXrjXQpg (zu /laXaxr)). — Zum 
Pflanzennamen fIXrjxQog, der damit identisch sein kann, 
Stromberg Pflanzennamen 24. 

pXVJxfcJV, -covog, ion. yXr\%(av, dor. yXa%<x>v f., auch $hr\x<i>, -ovg 
usw. (dariiber Schwyzer 479) Art Minze, 'Mentha pulegium' 
(h. Cer. usw.). — Davon pXrjxwvlag als Attribut (Apposition) 
von xvxeoiv (Ax.); zahlreiche semantische Parallelen bei 
Chantraine Formation 94f. ; — (tt.rjx<i>viov (Sch.). AuBerdem 
yXr\xoivht]c, (olvog; Dsk., Gp. usw., vgl. Redard Les noma 
greos en -xr\g 96). 

Herkunft unbekannt, wahrscheinlich Fremdwort. Der 
Weehsel /?- — y- kann auf Dissimilation beruhen (Schwyzer 
299). tjber eine volksetymologisehe Ankniipfung an @?,ijxdoftai 
Stromberg Pflanzennamen 155. 

[3X!(ji<i^a> 'antasten, driicken, quetschen, z.B. die Frauen- 
briiste' (Kom., Hp.), auch = fJXhrm (EM). Verbalnomen 
fikijxaaig • r\ rwv tit&wv ftXiipig H. — Davon ist nicht zu 
trennen f}Xi/id£ at • fiaardaai (wohl 'fassen' od. ahnl. ; nach 
Latte korrupt), dn/idacu H. mit pXlftt]- TiQonrjXaxiafidg, vfigig 
H. EM, wenigstens semantisch postverbal. — Unerklart. 

pXl-rov n. 'Melde' (Hp., Kom., Thphr., Dsk.). Davon einige 
volkstiimliche und herabsetzende Personenbezeichnungen : 
phrdg f. 'altes Weib', fifaxo-ndmiag Schimpfname unsicherer 
Bedeutung (Ar. Nub. 1001; oder zu fieXit), fSXhwvag- rovg 
evrjdeig H. — ■ Daraus entlehnt lat. blitum 'Melde', als Bed.- 
LW auch bliteus 'abgeschmackt, blode, albern', beide seit 
Plaut. 

Unklar. — Von Persson Beitrage 1, 213 und Anderen als 
*fiX-irov zu fivXrj, dftaXSvva) (s. dd.) usw. gezogen mit Hinweis 
auf nhd. Melde zu idg. mel-dh-. 

pxixrw, analog. $Xit,(o (H.), Aor. fiXlaai 'Honig ausschneiden, 
zeideln' (att., Arist.). — Davon ftPuorrjQig f. 'zeidelnd', Bei- 
wort von x^Q (AP), zu *^Xi<rxrjQ 'Zeidler'; vgl. BXiorlxt] EN. 
Aus *{iXir-iu> (Fick 1, 516), Denominativum von fiiXi, -nog 
'Honig' mit bemerkenswerter Schwundstufe ; vgl. Schwyzer 
723 m. A. 8, Meillet BSL 27, 124. 

pXix<*>8r)$ (Hp.), fiXiyavmdr^g (Diph.) 'klebrig'. — Offenbar mit 
dem synonymen yXtoygog, yXlxo/iai irgendwie zusammen- 
hangend, u. z. daraus entweder durch Dissimilation (vgl. s. 
fiXrjymv) oder durch Kontamination mit einem anderen Wort 
entstanden. 

pXocrop<5<; Adjektiv unsicherer Bedeutung, vorw. poet, (seit II.), 
aber auch PL, Thphr. u. a. — Vereinzelte Komposita und 



244 pXfjpou — p7tf)XP<4<; 

hang mit der Bedeutungaverschiebung zu 'Augen' damit 
assoziiert, wobei auoh der Anlaut nach fiMna) umgebildet 
werden konnte (Brugmann Grundr. 1 2, 1157 A. 1). — Un- 
wahrsoheinliche Etymologien aind bei Bq notiert. 

pXfjpai- al xvldai. aXXoi xoqtw. oi di rwv oanqiatv rijv xaXdfitjv H. 
— Unhaltbare Hypothese bei Stromberg Wortstudien 54 f. 
Die Bedeutung 'xoqtoq, d.h. 'Futter' macht eine Ankniipfung 
an die Wortsippe von fiXfjQ (s. {SMtvec,) moglich. 

pXr)arpl£(>> s. (SdXXco. 

pXfjxpov nur O 678 ivarov noXXrytbv pXiJTQoioi. Wort unsicherer 
Bedeutung; vgl. die tastenden Erklarungen bei H.: t^c 
a/j.d£rjq tqoxoi. a<pfjvsg. i/ipX^^ara. ol Si yo/Mpovg xal ovppoXag 
dSovcov, also 'Reif, Ring' oder 'Pflock'. Die Ankniipfung an 
fidXXm ist wegen der unsicheren Bedeutung nicht strikt zu 
beweisen. — Das faktitive Ptz. pXrjTQwaai r mit §. versehend' 
wird von H. mit EfifSaXibv erklart. 

pXrjx^, dor. pXa X d (vgl. unten) f. 'Geblok' (/* 266, A. Th. 348 
[lyr.], E. Kyk. 48 [lyr.]). Daneben pX»)x<ioiAai 'bloken' (Ar., 
Theok. u. a.), der Form nach denominativ aber in Wirklieh- 
keit wahrsoheinlich eine unabhangige Intensivbildung wie 
Pgvxdoiiai, nvxdo/iai usw. (s. Schwyzer 683), wobei das friiher 
aber vereinzelt belegte pXrjxv ^ postverbal zu beurteilen 
ist. _ Von pfyxdofiai auch pXtjxV^o? (Ael., Nonn., wie 
fivxr)$fi6g u.a.), pXr/XW" H > $*W/M (OPP-. nach /")*«?> 
Schwyzer 508) und pXrjxrird pi. 'blokende Tiere' (Eup., Ael., 
wie iQnerd u.a.). — Aufierdem pXr]x<bdriQ 'blokend' (Babr.), 
zunachst von pXrjxrj- — Erweiterte Verbalform pXrjxd£(o 
(Autokr.). 

Alte Elementarsehopfung, die indessen gleichzeitig mit 
mehreren gleichartigen und gleichbedeutenden Wortern in 
anderen idg. Sprachen genetisch verwandt sein kann, z.B. 
cech. blekati, mnd. bleken > nhd. bloken; ohne Guttural 
russ.-ksl. blejati, lett. bUt, mhd. bl&jen; mit Dental germ., z.B. 
ags. blcetan, ahd. blajen; alles mit (urspr.) e-Vokal. Das nur 
bei den Tragg. in lyrischen Abschnitten vorkommende pX&xd 
mu6 ein Hyperdorismus sein; zu beachten fJXi)xdofiai bei 
Theok. 

pXfjXvov n., auch pXfjxQOv (Dsk., Sch.), PXrJXS a H - 'Farnkraut'. 
— Ohne Etymologie. 

pXT)XP<5(; 'schwach' (ion. poet.). Daneben dpXr)XQog (Horn, usw.; 
a. d.). — Wahrscheinlich zu 0M£ (s. d.), aber im Gegensatz 
dazu echt ionisch. Das -x- kann als expressiv-volkstumlich 
erklart werden (vgl. die Beispiele bei Chantraine Formation 
225f., Schwyzer 498); der Umweg uber einen a-Stamm 



pXi^X wv — pXooopds 245 

(*jjt).a.K-a-Qoq, s. WP. 2, 290) ist entbehrlich. Abzulehnen 
Bechtel Glotta 1, 71, Lexil. s. dflXrjXQog (zu fiaXdxrj). — Zum 
Pflanzennamen fIXrJXQog, der damit identisoh sein kann, 
Stromberg Pflanzennamen 24. 

pA^X 00 ^ -utvog, ion. yX-^xoiv, dor. yAa;f<ui' f., auch fllrtx<h, -ovg 
usw. (dariiber Schwyzer 479) Art Minze, 'Mentha pulegium' 
(h. Cer. usw.). — Davon f}Xr]x<ovlag als Attribut (Apposition) 
von xvxewv (Ar.); zahlreiche semantische Parallelen bei 
Chantraine Formation 94f. ; — $Xi)x<j>viov (Sch.). AuBerdem 
yXr]x<»vhr]g (olvog; Dsk., Op. usw., vgl. Redard Les noms 
grees en -Trig 96). 

Herkunft unbekannt, wahrscheinlich Fremdwort. Der 
Wechsel jS- ~ y- kann auf Dissimilation beruhen (Schwyzer 
299). tjber eine volksetymologische Ankniipfung an flXrjxdoficu 
Stromberg Pflanzennamen 155. 

pXi^d^to 'antasten, driicken, quetschen, z.B. die Frauen- 
briiste' (Kom., Hp.), auch = fiXhra) (EM). Verbalnomen 
fiXifiaoig • r) xmv nr&am &Xty>i,g H. — Davon ist nicht zu 
trennen fJAifid^cu • jiaardaai (wohl 'fassen' od. ahnl. ; nach 
Latte korrupt), dn/idaai H. mit fSXifiij- nQonr]Xaxiofi6g, SPgig 
H. EM, wenigstens semantisch postverbal. — Unerklart. 

pXl-rov n. 'Melde' (Hp., Kom., Thphr., Dsk.). Davon einige 
volkstumliche und herabsetzende Personenbezeichnungen : 
fiXvtdg f. 'altes Weib', ^Xiro-fidfi/nag Schimpfname unsicherer 
Bedeutung (Ar. Nub. 1001; oder zu /j,eXi1), (IXhaivag- rovg 
evrj&eig H. — Daraus entlehnt lat. blitum 'Melde', als Bed.- 
LW auch bliteus 'abgeschmaekt, blode, albern', beide seit 
Plaut. 

Unklar. — Von Persson Beitrage 1, 213 und Anderen als 
*/nX-trov zu fivXt), dftaXSvvo) (s. dd.) usw. gezogen mit Hinweis 
auf nhd. Melde zu idg. mel-dh-. 

pXtrrto, analog. /?A/£to (H.), Aor. pXloai 'Honig ausschneiden, 
zeideln' (att., Arist.). — Davon $Xiaxr\Qig f. 'zeidelnd', Bei- 
wort von ydo (AP), zu *j}Xicnijg 'Zeidler'; vgl. BXiaxlxr\ EN. 
Aus *nXn-ico (Fick 1, 516), Denominativum von fidXi, -nog 
'Honig' mit bemerkenswerter Schwundstufe; vgl. Schwyzer 
723 m. A. 8, Meillet BSL 27, 124. 

pXiXcI)8r)s (Hp.), pXixarmdtjg (Diph.) 'klebrig'. — Offenbar mit 
dem synonymen yXioxQog, yXixoftai irgendwie zusammen- 
hangend, u. z. daraus entweder durch Dissimilation (vgl. s. 
fiXrjx,(ov) oder durch Kontamination mit einem anderen Wort 
entstanden. 

pXocrupi5<; Adjektiv unsicherer Bedeutung, vorw. poet, (seit II.), 
aber auch PL, Thphr. u. a. — Vereinzelte Komposita und 



246 pXxi^w — pXwaxto 

Ableitungen: fSXoovgojmg f. (A 36; -com; Man.; zur Quantitat 
des i Schwyzer 463 A. 5 m. Lit., Chantraine Gramm. hom. 
1, 208), -wtioq [AP, D.P.), -cause (Dual, Opp.); fiXoavQofi.fia.Toc; 
(Kerk.), flXoavgotpgwv (A. in lyr.). — jiXoavgoTrjg (Eust.). 

Ohne sichere Etymologie. Kuhne Hypothese von Leumann 
Horn. Worter 141 ff. (wo ausfuhrliche Behandlung): ein rein 
literarisches nnd kiinstliches Wort, aus dem hom. Komp. 
pXoovgcbmg eig. 'geieraugig' oder c geierantlitzig' (von Fogyoi) 
herausgelost ; (JXoavg(6g) also eig. 'Geier' und ala aolisch aus 
idg. *g*Uur(os) mit lat. voltur(us) 'ds.' identisch. — Jedenfalls 
ist fiXoavQog ein sehr altertiimliehes und poetisches Wort, 
iiber dessen eigentliche Bedeutung schon fruh Unsicherheit 
herrschte. 

pXu^co, Aof . jiXiaai 'hervorquellen (lassen), hervorsprudeln' 
(poet, seit II. und spate Prosa) ; daneben pXuu> (LXX, A. R. 
usw.) und fSXvcndvw (Prokop. u. a.); auch mit Proposition 
(oltio-, ex-). — Verbalnomina: fiXvaig (AP), ftXvafia, ex-~ 
(Pap., Hdn.), fSXva/iog (Gloss.); Adj. jiXvdiov vygov, t,iov H. 
An $Xvt,w erinnern xXv£w, q>Xv£.o) (vgl. Giintert Reimwort- 
bildungen 149); zu fiXvco vgl. q>Xva), aueh fSgvco. Eine Er- 
weiterung liegt in fiXvaxdvca vor (vgl. pXaordvco und Schwyzer 
700) ; von (tXvt^w ist jiXvdiov nicht zu trennen (Schulze KZ 54, 
301 = Kl. Schr. 362); pXvco ist zweifellos sekundar. — Seit 
Fick 1, 36; 404 vergleieht man aind. galati c herabtropfeln', 
ahd. quellan usw. (vgl. s. {SdXXco). 

pXco9-p6<; 'hochgewachsen' (von Baumen, ep. seit II.). Keine 
Ableitungen. — Wenn aus */iXco&g6g, kann fiXco&gog mit 
einem arisch-germanischen Wort fur r Kopf eng verwandt 
sein, aind. murdhdn- m. 'Kopf, oft iibertr. 'Gipfel usw.', 
ags. molda m. 'der obere Teil des Kopfes, Scheitel'. Sogar 
direkte Ableitung von einem idg. r-n-Stamm kann vorliegen; 
zur Entsprechung gr. gco: aind. ur < idg. I Schwyzer 361. In 
Betracht kommt auch toch. A malto 'zuerst' (Fraenkel IF 
50, 6f.). — Anders Pisani KZ 62, 271 (zu toch. mrac). — 
Vgl. pXcoaxoj und fieXa&gav, auch pXaardva). 

pXcopui; m. 'Bissen, Stuck' (Kail.), oxrd-fiXaifiog (Hes. Op. 442). 
Davon fiXojfiidiov (Eust.), fiXcofiialog (Philem. ap. Ath. 3, 114e; 
cod. fSXio/ilXiog). — Verbalnomen zu fiXiet in xafiXiei H. (s. 
PXerveg), nach yxofiog gebildet (Giintert Reimwortbildungen 
151. — fJXojfioi' argafioC H. muB ein anderes Wort sein (nach 
GroSelj Ziva Ant. 3, 198 zu fidXXo)[1]). 

pXtboHCO, Aor. fioXelv, Fut. fioXovfim [fiXm^ai, (IXw^w Lyk.), Perf. 
fiififiXaixa, auch mit Prap. xara-, ngo-, ex- usw., 'gehen, 
kommen' (vorw. poet., auch dor., seit II.). — Davon ngofioXr\, 
gew. pi. -at 'Vorsprung, Auslauf ' (Ar., Kail.) ; als Zusammen- 



Podypia — PoV) 247 

bildungen avro/iolog 'Uberlaufer' (Hdt., Th. usw.) mit avro- 
fioXico, -la, -tjois und ay%Ljio\ov (?JA#e, II. usw.) altes Abso- 
lutivum, s. Waekemagel Mus. Helv. 1, 226ff. — Zu efttw ■ 
icpavrj, <ji%Ero, ecntj ; ay%iflXd>g • don naocbv H. gehort fSXcooig • 
Tiaqovaia H. 

Das Prasens fiXcbaxco aus * /xXcb-axco (vgl. fioX-eiv, lii-fifiXco-xa) 
hat aufierhalb des Griechischen keine sichere Entsprechung. 
(Naeh v. Windekens Lexique etymologique s. v. zu tooh.A 
mlosk-, mlusk- etwa 'entrinnen'). Dagegon kehrt der Aorist 
auf slavischem Gebiet wieder, z.B. serb. iz-mbllti eig. *hervor- 
kommen lassen', d.h. 'vorzeigen', slov. mollti 'hinstrecken, 
hinhalten'. Weitere, z.T. unsichere Verwandte, bei WP. 2, 
294f., Pok. 1, 721f. — AblautsmaBig ist /noXeiv als die o-farbige 
Hochstufe einer zweisilbigen Wurzel zu betrachten, von der 
pXcboxco wahrscheinlieh die idg. Schwundstufe mj-, moglicher- 
weise die langvokalisohe Stufe mid- reprasentiert (Schwyzer 
360ff.). — Vgl. ftXcodoog und jxoXevco, auch /leXaftgov und 
fi&Xo). 

fJodypia n. pi. ' Stierschilder' (Horn., AP). — Zusainmenbildung 
aus fiovg aygiog 'wilder Stior'; das Komp. Bodygwg als FluB- 
name (Lokris) schon B 533. — Zu fioaygog 'Wildstier' (Philo- 
str.) vgl. avaygog 'Wildschwein' und Schwyzer 439. 

(3o^ f. 'lauter Ruf, Geschrei'. Daneben poAw, Aor. fiofjoai (ion. 
aueh fiwaai) 'laut rufen, sohreien 1 (beide seit II.) mit selten 
vorkommenden Ableitungen: $or\Tvg 'Ruf' (a 369 ohne merk- 
baren Unterschied von f}orj % 77 und 133; voreiliger Versuch 
einer semantischen Differenzierung bei Benveniste Noms 
d'agent 70), fidd/ia, (S6r)na 'ds.° (A. u.a.), fiorjcng 'ds.' (Thd., 
Quint.); fSorjTrjg 'Rufer' (Hp. ; kaum mit Fraenkel Nom. ag. 
1, 165 ^ojjtj/j, von /3o?j), fem. fSoang (aidd) 'laut' (A. in lyr.). 
Hierher auch der Fischname f}6d£, fSorjg, /S<5>£ (Bpich., Ar., 
Arist. u. a.)?; vgl. Stromberg Fischnamen 66, Bjorck Alpha 
impurum 62. — Zu fiori&dco, -&6og, -&6g und /Jfoorgeco s. bes. 
Formal kann fSodca entweder ein Denominativum von porj 
oder ein intensives Deverbativum vom Typus noidofiai sein, 
wobei §orj als postverbal zu beurteilen ware. Die eigene Be- 
deutung und die Bildungsweise der semantisch verwandten 
yodco, [ivxdofiai usw. (Schwyzer 683) entseheiden zugunsten 
der letzteren Alternative. — Aus anderen Sprachen melden 
sich zum Vergleich das aind. Intensivum joguve 'laut aus- 
sprechen' und eine balto-slavische Gruppe, z.B. lit. gaudziu, 
gausti 'heulen', aksl. govorb 'Larm'. Diese konnen aber ebenso- 
gut zu yodco gehoren; bei einer solehen Gruppierung kann 
man auch eine germanische Gruppe, z.B. ags. clegan (< urg. 
*kaujan) 'rufen' einbeziehen. Eine Zuruckfuhrung von yodco 



248 polios — p<J9-po? 

auf eine vor der anzunehmenden Schwundstufe yv- (yoy-yv-^w) 
entlabialisierte Wurzel g v ou-, woraus auch /Soda) (Aufrecht 
KZ 1, 190), ist bedenklioh. So liegt der Gedanke nahe, mit 
Persson Beitrage 898 A. 2 und Anderen /Soda) aus einer Laut- 
imitation bu (a. fivag) mit formaler Anlehnung an yodco 
(Giintert Reimwortbilduiigen 162 A. 1) herzuleiten. — Lat. 
boo, bodre ist aus jjodco entlehnt (W.-Hofmann s. v.). 

po»)S'6o5, dor. /Sod#o'oj, att. und Hdt. fJorjO-i? (vgl. unten) 'der 
auf den Ruf zu Hilfe eilt, helfend, Heifer' (seit II. ; zur Be- 
deutung Schulze Kl. Schr. 188). Davon als Denominativum 
atol. fiodfioEOi, lesb. ftd&orj/ii, dureh Hypharese (Schwyzer 252) 
dor. fto&Moi, att. und Hdt. poTjS-eu) 'auf den Ruf zu Hilfe 
eilen, helfen' (zur Verbreitung E. Kretschmer Glotta 18, 
96f.). — iAbleitungen. Von fjoa&oog bzw. $orfto(o)g: atol. 
fioa&oia. (< *f}oa j &ofia), att. fiorj&Eia. (Umbildung nach den 
Nomina auf -eid [Schwyzer 469] mit Umfarbung des Vokals 
naeh fiorj&ioi) 'Hilfe'. Von porj&ea): als Riickbildung fJoTj&og 
(evtl. aus (iorjftoog kontrahiert ; s. Schwyzer 469 und Sommer 
Nominalkomp. 26 A. 4); ferner porj&rjoig '(Ab)hilfe, Heil- 
mittel' (Hp. u. a.) mit (iori&rjaifiog (Thphr. ; vgl. Arbenz Die 
Adj. auf -ifiog 93) und $or\$r\xv>i6g (Arist. u. a.); florjd*r]/j,a 'ds.' 
(Hp., Arist., Plb. u. a.) mit §orf&Tj/^arix6g (Dsk.). 

fiot]&6og ist eine Zusammenbildung aus einem Ausdruck 
(ent) fiorjv &eiv od. ahnl. (vgl. Schulze a.a.O.). Nachbildungen 
von fiorftiw, fiotyfrog sind die synonymen fiorjdgofieco (Eur., 
Phi. u. a.) mit dem Festnamen fioTjdgo/Ma pi. (D. usw. ; davon 
die Monatsnamen Bor]dQo/ti<ov und Boydoo/uog) und fSoTjdQoftog 
(E.; zur Verbreitung E. Kretschmer a.a.O.). 

(&9'po5 m. 'Loch, Grube, Graben, Vertiefung' (seit II.; zur 
Bedeutung s. Hutchinson JHSt. 55, 1 ff. ; auch als Sport- 
terminus, s. Jiithner WienStud. 53, 68ff.). Deminutivum 
fio&Qiov (Alkiphr., Op.), auch 'kleines Eitergeschwiir (Hp.). 
Denominative Verba, vereinzelt belegt: fio&Qem (Nonn.), 
(to&Qevw (Op.), fio&Qow (Gal. u.a.), /Jo^o/fto (Heliod. ap. Orib.) 
'eine Grube graben usw.'. — • Neben /Sd#ooj steht in derselben 
Bedeutung und mit demselben Stammwechsel wie z.B. in 
alaxgog : aloxvvofiai (vgl. auch Schwyzer 481, Chantraine 
Formation 208) po&vvog m. (Kratin., X., Arist. u.a.); Derni- 
nutiv fiodvvtov (Zos. Alch.), Norn. ag. (io&wmrrjg 'Graben- 
zieher' (Aq.). 

pofigog und fio&wog sind kaum von einer weitverzweigten 
Wortgruppe der Bed. 'graben usw.' zu trennen, die u.a. von 
folgenden Wortern vertreten ist: lit. bedu 'stechen, graben', 
bedre 'Grube', lat. fodio 'graben', fossa 'Graben', gall, bedo- 
'Kanal, Graben', kymr. bedd 'Graben' ; in Betracht kommen 



Boio>T<5,;— poXp6§ 249 

auch germ., z.B. got. badi 'Bett', heth. padda- (pidda-1) 
'graben', toch.A pat- 'pflugen'. Diese Etymologie setzt in- 
dessen voraus, entweder daJ3 ein idg. bhodh- ausnahmsweise 
schon vorgriechisch zu bodh- dissimiliert sei, oder dafl (So&qoq 
seinen Anlaut von Pa&vg bezogen hatte, was nicht ausge- 
schlossen ist; vgl. Alkiphr. 3, 13 eftpa&vvag po&Qia. — Nach 
H. Petersson Heteroklisie 128 ff. gehort poftgog dagegen mit 
anlautendem Labiovelar zu yv&iaawv Siogvaatov H. und 
weiterhin zu fla-dvg usw. (s. ftv&og). 

B0UOT65 gew. pi. Bouarol, sing. gew. Botcbriog (vgl. K. Meister 
HK 14) Volksname (seit II.). — Deminutivum Boimxlbiov 
(At.); weitere Ableitungen: Botwria Landschaft in Hellas 
mit fioimxiaxog (DelosIIl a , Str.) und pouorixog (D.S., Plu.); 
f. Boianig (X.). Denominativum /Joioradjco (-/feu) 'es mit den 
Bootem halten, bootisch sprechen' (Aeschin., X. u.a.). 

Von Schulze ZGLE 30 mit dem Bergnamen Bolov ooog in 
Nordepirus zusammengestellt, der naoh Krahe IF 57, 121 
illyrisch ist. Nicht mit Radermacher und antiken Gewahrs- 
mannern als „Rinderland" zu pomrrjg usw.; s. Krahe a.a.O. 

(3<J>.piTov n., -og m. (Thphr., Dsk.), p6Xpi&og (PMag. Par.; nach 
anvQcvd-og, oneXe&og usw., s. Chantraine Formation 367); 
daneben (JdXixov, -og (Kratin., Ar.) 'Kuhmist'; zur Be- 
deutung und Verbreitung Rohlfs ByzZ 37, 54f.; davon floXi- 
nvog (Ar.) und (SoMraiva N. eines iibelriechenden Fisches 
(Arist.). — Vgl. zu poXpog. 

Die gewohnliche Annahme, poXirov sei dureh progressive 
Dissimilation aus poXpirov entstanden (Sohwyzer 260, Solmsen 
BphW 1906, 722), ist kaum uberzeugend. Eher ist PoXpirov 
eine euphemistische oder scherzhafte Angleichung an poXpog; 
die Form der Komodie und der niedrigen Sprache wurde 
wohl als zu derb empfunden. Fur pdXirov ist Ankniipfung an 
pdXXw, fioXog zu erwagen, vgl. bes. floXewv 'Diingerhaufen'. 
Die Schwierigkeit, die in der nicht aufgeklarten Ableitung 
liegt, hangt offenbar mit der Volkstiimlichkeit des Ausdrucks 
zusammen. 

PoAp<S<; m. 'ZwiebeF (att., Arist., Thphr. usw.). — Mehrere 
Deminutiva: PoXptov (Hp.), PoXpdQtov (Epikt.), poXpioxog (AP) 
'kleine Zwiebel' ; fioXpidiov N. eines starkrieehenden Fisches 
(Hp.). — Dagegen miissen fioXpinov (Gal.), poXPirivrj (H., vgl. 
auch Arist. und Speus. ap. Ath. 7, 318e), die ebenso einen 
Fisch bezeichnen, zu poXpirov gehoren. Die Beurteilung vom 
Fisehnamen fioXpmg (Epich.) hangt vom Akzent ab: falls 
PoXplxig, zu PoXpog; falls dagegen PoXPirlg, zu PoXpirov. Vgl. 
Thompson Fishes 33, Fraenkel Nom. ag. 2, 174 A. 1; auch 
Redard Les noms grecs en -njg 85. — Sicher von PoXpdg 



250 poX€<5?— (36(xpo? 

kommt der Pflanzenname jSoA/?iV»? (Thphr., s. Stromberg Theo- 
phrastea 86). — Auflerdem flokf$w8r]g (Thphr.). 

Lautsymbolische Reduplikationsbildung ohne direkte Ver- 
wandte (lat. bulbus ist LW). Rein lautlich erinnern daran 
einige Ausdriioke fur runde od. ahnl. Gegenstande, z.B. lat. 
bulla 'Wasserblase usw.', fSvXXd- fSeftvo/iiva H., lit. burbulas 
' Wasserblase' usw., vgl. f)o/j.f}vMg a. f\6(if)og ; ferner arm. bolk 
'Radieschen', aind. balba-ja- m. Grasart, 'Eleusine indica', eig. 
„balba-geboren". Genetische Verwandtschaft kann fur ami. 
palar 'pustula' in Betraoht kommen (doch sehr unsicher). 
S. WP. 2, 111, Pok. 103; auch W.-Hofmann s. bulbus (mit 
reicher Lit.) und flwkog. 

poXe6?, poX4w, poXctbv s. fjdXku). 

p6Xiv9'OS m. Tiername, viell. 'Wisent', = fiovaaog (Arist.). — 
Wegen fiovaaog viell. aus *f)6viv&og dissimiliert. An fiovg 
(sekundar?) angelehnt; sonst dunkel, wahrscheinlich vor- 
griechiseh (Krahe Die Antike 15, 180). Nach v. Windekens 
Le Pelasgique 79ff. pelasgisch. 

p6(j.po£ m. 'dumpfer Ton' (ion. att. usw.) mit f)ofif)(t>dr)g (Ael., 
Gal.), fiofifirieig (API., Nonn.; poetische Bildung, vgl. Chan- 
traine Formation 272, Schwyzer 527), f)ofif}tx6? (Soh.), Adv. 
fSo/iprjdov (A.R., Luk.). — Daneben po|xp&o 'dumpf tonen' 
(seit II.) mit f}6fif)r)oig (LXX), jSo/ijVfc (AP), f]ofif}rJTQia fern. 
(Orph.), PonPtjTmog (Eust.). — Po^pA^ Interjektion, als 
ironisehe Imitation eines schwiilstigen Stils (Ar. Th. 45), mit 
intensiver Reduplikation f]oftf}aXofloju,fldS (ibid. 48). — Mit 
ftdfifiog hangen zusammen: 1. pofiflvkidg (Akz. nach Hdn. 1, 
116; ion. att.) 'summendes Insekt, Hummel', auch ubertr. 
als Bezeichnung eines enghalsigen Kruges (wegen des beim 
Ausgiefien entstehenden Lautes; oder zu fioftfivMgl), ebenso 
fSofifSvXrjv hrjxv&ov H. und flo/iflvMa- xorpir) iv Boimrlq H. 
(richtigiiberliefert?); Denominativum f}ofiflvXid£a> (Arist.); — 
mit anderer Sinnfarbung: fSofiftvf.ida.g- Tio/KpoXvyag H. — 

2. f)6[if}v£, -vy.og m. 'dumpftonende Flote, der tiefate Ton der 
Flote' (Ar., Arist. usw.) mit fSo/ifivxiag (xdXauog; Thphr.) und 
BofifSvxA f. N. einer Flotenspielerin (Theok.) ; auch = 'Hummel' 
od. ahnl., wovon floufivmov Art Biene usw. (Arist. u. a.). — 

3. f!o/ifSev£(Dv • tov&oqv£(ov, flo&v; f)oufSovva&iv fSoEv&vso&at H. 
Gehort mit f>rufli£ (s. d.) zu einer grofien Wortgruppe laut- 

imitierenden oder lautsymbolischen Charakters, die sich auch 
mit den s. fiof.fiog besprochenen Bildungen beruhren. AuBer 
den s. fle/iftii genannten Wortern seien noch erwahnt: lit. 
bimbalas, lett. bambals 'Kafer', russ.-ksl. bubem 'Trommel', 
alb. bumbulit 'es donnert', ano. bumla f. 'Trommel' ; mit der- 



P6p$u% — poppopt^ei 251 

selben Bedeutung wie fionflvMg lit. bumbulas, bufbvlas ' Wasser- 
blase'. Lat. bombus ist gr. LW. — • Lit. s. yS^jJif und f}oA.fS6g. 

[36|i.pu^, -vxo; m. 'Seidenwurm' (Arist., Alkiphr.). — Davon 
fio/iflvxtov c Kokon des Seidenwurcns' (Arist.) und fioiiflvxivog 
(Lib., Ps.-Kallisth.). — Orientalisches LW, vgl. osm. tiirk. 
pambuk 'Baumwolle'. Daneben ira/t/Uaf (Suid.), nafifjaxig 
(AP) 'Baumwolle' ; durch Assimilation @afi{Sdxwv (Suid.), 
f)a./upaxosidrjg (Dsk.); zunachst aus mpers. ■pambak 'Baura- 
wolle', woraus auch arm. barribak, oss. bdmbag 'da.'. Aus dem 
Iran, stammt wruss. bambdk usw. ; aus dem Grieeh. lat. 
bomhyx (Plin. usw.) und spatlat. bamhax, bambagium mit ital. 
bambagia. Daneben ital. bombagio, frz. bombasin usw. Die 
Quelle von russ. bumaga 'Baumwolle, Papier' ist strittig; 
viell. aus dem Ital., s. Vasmer Russ. et. Wb. s.v., wo auch 
weitere Lit. — S. auch Lokotsch Et. Wb. d. europ. Worter 
or. Ursprungs Nr. 1617. 

(36vaa(c)o5 m. 'Wisent' (Arist., Str.). — Unerklartes Fremd- 
wort. Vgl. fidfovd-og. 

popd f. 'Jrafi (eines Raubtiers)' (ion. att., vorw. poetisch). 
Daneben fioqdg 'gefraflig' (Ar. Pax 38 u.a.), wie &oog usw. 
gebildet (Schwyzer 459), aber trotzdem vielleioht aus Zu- 
sammenbildungen wie dr][io-{16Qog (s. u.) herausgelost; vgl. 
Porzig Satzinhalte 304. 

RegelmaBiges Verbalnomen (Chantraine Formation 18f.) 
zu einem primaren Verb, das mit gewohnliehem e-Vokalismus 
im arm. Aorist e-her 'er aB' und in lit. geriil, gerti 'trinken' 
vorliegt, aber im Grieeh. von dem anders gestalteten fiijiQwoxto 
(s. d.) ersetzt worden ist. Lat. vorare kann, falls nicht iterative 
Sekundarbildung, von einem Nomen *vord = fiogd ausgehen. 
— Eine alte Zusammenbildung mit verbalem Hinterglied ist 
dt)fio-f}oQO£ 'das Volk verzehrend' (II., ebenso dvfio-ftoQog), 
das beziiglich des Hinterglieds mit aind. aja-gard- „Ziegen 
verzehrend", 'Boa' und aw. aspo-gara- 'Rosse verzehrend' 
identisch ist; lat. carnivorus (Plin.) ist dagegen eine gelehrte 
Neubildung nach griechischem Vorbild, s. W.-Hofmann s. 
voro. — Vgl. /Si/Sgcuffxco, pdga&Qov, diqr). 

p6paoaoi; rn. Bez. der in der Bliitenscheide eingeschlossenen 
Frucht (Dsk. 1, 109, 5). — Agyptisehes Wort; vgl. arab. bosr 
'unreife Dattel'. 

f&paxov s. fyd&v. 

Poppopt^ef yoyyv^et, /xoXvvei. Kinqioi H. mit (ioofiogia/iog (Cael. 
Aur.) = fioQpoQvynog; Poppopo^uj 'knurren' (vom Magen) 
(Hp.) mit poofioQvyri • jiotog rig ijxoq, ov xai xoQxoQvyfjv xakovaiv 



252 p6ppopo$ — (3opte? 

H., ftoQpoQvy/iog c ds.' (Hp.); im selben Sinn auch fiog^ogcoaig 
(Archig. ap. Aet.), als ob von fiogpogoo} (a. fiogfiogog). 

Onomatopoetische Reduplikationsbildung. Zusammenhang 
mit pogfiogog ist wegen der stark abweichenden Bedeufcung 
nicht einleuchtend ; bei Wortern dieser Kategorie ist ander- 
seits mit den unerwartetsten und seltsamsten Bedeutungs- 
veranderungen (etwa iiber die Kinderspraehe?) zu rechnen. 
In flogfiogi&i gehen iibrigens die beiden Vorstellungen zu- 
sammen . 

pippopo? m. 'Schlamm, Kot' (ion. att.). — Ableitungen: 
Bogpogtrcu N. eines Vereins in Thera (Inschr.) und einer 
manichaisch-gnostischen Sekte (Epiph. u. a.), vgl. Redard 
Les noma grecs en -xr\g 189, 217, 259 m. Lit. — Pogpogdxhjg 
Voll Schlamm, schmutzig' (ion. att.). — Denominative Verba : 
fSogfiogow 'mit Schlamm fallen' (Arist.), /So0/?ogi'£co 'schlamm- 
artig sein' (Dsk.) ; = hoIvvei H. — Vgl. auch zum Vorherg. 
Expressive Reduplikationsbildung, vielleicht onomato- 
poetisch (vgl. fSog^ogi^ei). Falls Erbwort, kann es zu russ.-ksl. 
usw. bara c Sumpf, illyr. Metu-barbis (Inselname, eig. „zwischen 
Siimpfen"?) und einigen anderen weniger sicheren oder sehr 
unsicheren EN und Appellativen gehoren, s. Vasmer Russ. 
et. Wb. s. 6am, Krahe Glotta 22, 125 und Sprache 1, 39 mit 
weiteren Angaben. — Die Zusammenstellung mit arm. hork 
'Schmutz' (Bugge KZ 32, 12) setzt eine an und fur sich 
mogliche idg. Grundform *gVorgH(or)o-8 voraus. 

popte?, -ov, kontr. poppa?, -d (att.), fiogerjg, kontr. fiogijg, -ho 
(ion.), fioglaig (lesb.) m. 'Nordwind, Norden', auch EN (seit 
II.); zur Bed. im allg. Nielsen Class, et Mediaeval. 7, Iff. — 
Ableitungen: (jogewg, ion. poQrjwq (zur Bildung Chantraine 
Formation 52, Sehwyzer 468: 3) 'auf den Nordwind beziiglich, 
nordlich' ; fern, auch poQefiJdc, floQT)idg, vorwiegend als Patro- 
nymikon (A., S. usw.) ; in dieser Funktion auch Bogrjtg (Nonn.) ; 
mask. Entsprechung Bogeddrjg, -rjiddrjg (D.S., AP; vgl. 
Fraenkel Nom. ag. 2, 184). Neben fidgewg vereinzelt belogte 
andere Bildungen, fast alle spaten Datums: fioggalog (A. 
u. a.), fiogeiaiog (API.); fiogsivog, S^og(g)iv6g (Pap. usw.; vgl. 
Wackernagel Unt. 104 A. 1); pogiaxog (IQRom.), jiogefjTi; f. 
(D.P.). — Bogeaazal N. der Verehrer des B. in Athen (H. ; 
vgl. AnoXXuiviaaral usw.) und Bogeaa/xol N. des Festes (H., 
wie von *fiogedtleiv; vgl. X8wviaa/i6g und ddtovcdCeiv) . — Lokal- 
adverbia: fSoQerj&sv, (ioggd&ev, fioggd&sv usw. — Denominatives 
Verb: fiogevw 'vom Norden kommen' (vom Sturm; Thphr.). 
Nicht sicher gedeutet. Von Prellwitz ansprechend als 
'Bergwind' zu einem Wort fur 'Berg' gezogen, das mit 
wechselnder Stammbildung und wechselndem Ablaut in 



(Waxco 253 

niehreren idg. Sprachen vorkommt : aind. girl- = aw. gairi- 
'Berg', lit. glre 'Wald', aksl. gora 'Berg', wozu noch illyr. bora 
'Berg' in Namen (Krahe IF 57, 125ff.); s. noch deigdg. Dem- 
nach waren die 'Ytieq-Poqeoi eig. 'die jenseits der Berge 
wohnenden' (Pedersen KZ 36, 319). Die Stammbildung ist 
indessen nioht ganz aufgeklart; Vermutungen bei Pedersen 
Cinq. decl. lat. 66 und bei Schwyzer 461. (Zu den Windnamen 
auf -lag im allg. Chantraine Formation 95.) Hierher noch 
nach Mann Lang. 17, 21 alb. goren m. 'Norden'. — Andere 
Etymologien von (iogeag bei WP. 1, 682 und Bq; dazu 
Pedersen a.a.O. A. 1. — Noch unsicherer ist die Zugehorig- 
keit von fiaQveg • dhdga H. (Osthoff Etym. Parerga 1,48); 
anderer Vorschlag bei WP. 1, 689 m. Lit. 
(36axoi (seit II.), Fut. fioaxijaco (seit Od., aber s. Chantraine 
Gramm. horn. 1, 446), an. Xey. f)d>oeo&e (A.R.I, 685; vgl. 
unten) ; iibrige Formen e^oaKrfi-i)v , fisfioaxrjica, EpooxrjOa hell, 
und spat 'auf die Weide treiben, weiden', Med. 'sich nahren, 
weiden'. — Abgeleitete Nomina actionis: pooxrj 'Futter, 
Weide' (A. E. in lyr., Arist., Pap.); poaxrjjia (vgl. fioaxifj-aco) 
'ds.', aber gew. (im Plur.) 'Vieh auf der Weide, Herden' 
(Trag., X., Arist. usw.) mit fioa>crjjxaT<a8rjg (Str. usw.) ; fiooxrjmg 
'Futter' (Sm. u. a.). — • Nomina agentis: jioaxog 'Hirt', auch 
'sich selbst ernahrend' (Aesop, u. a.); wohl aus Zusammen- 
bUdungen wie yr)QO-(loax6g (S. usw.) verselbstandigt, vgl. 
Schwyzer 541; fem. (Soaxdg 'sich (selbst) ernahrend, ernahrt' 
(Nik., Aet.) mit pooxddiog (Nik.); vgl. fiaoxag; PooxrJTioQ 
'Hirt' (EM, Sch.). — Neben diesen Wortern, die alle von der 
ursprunglich auf das Prasens beschrankten cr«-Erweiterung 
ausgehen, linden sich altere Ableitungen von der Verbal- 
wurzel: fiooig 'Futter' (T 268 u. a.); /1ot6v 'Weidevieh', bes. 
'Schaf (poet, seit II.) mit (i6xe(i)og 'aus Schaf bestehend' 
(Pap. u. a.), fioxavrj (s. d.) und f!oT£a> 'weiden' (Nik., H.); 
(totriQ 'Hirt' (o 215, Trag., spate Prosa; vgl. Fraenkel Nona, 
ag. 1, 215; 2, 2f.) mit fiozriQixog (Plu., AP); fem. pdreiQa 
(Eust.); daneben /JcoTcug (Horn., AP; Fraenkel op. cit. 1, 14f., 
Benveniste Noms d' agent 29 mit Versuch einer funktionellen 
Differenzierung von jioTrjQ); in Zusammenbildungen -$<jyir\g 
und -ftortjg (ov-fld>-Tr]g, i7i7io-(i6-xr)g, Fraenkel 1, 35); — als 
Vorderglied in pcou-dveiQa 'Manner ernahrend' (ep. seit II.); 
umstrittene Bildung, s. zuletzt Knecht TeQxpifipQorog 11, 
auflerdem Sommer Nominalkomp. 170, 178, 180f., Pisani Ist. 
Lomb. 73: 2, 33ff. 

Sowohl Bedeutung wie formale Struktur lassen darauf 
schlieBen, daC die Sippe von fioaxco altererbt ist. Am nachsten 
kommt lit. guotas 'Herde' (Fick 1, 408), das mit dem seman- 
tisch nahestehenden /3oto» bis auf den Ablaut (dw-gov : 6o-rog) 



254 B6anopoq — poxdvr) 

identisch sein kann. Aus lit. gaujd 'Herde, Rudel', guju, 
guiti 'treiben geht indessen hervor, dafi lit. guotas einen 
reduzierten Langdiphthong ou enthalten hat, worn im Grie- 
chischen als Schwachstufe o eintrat; vgl. denselben Prozefl 
in aol. n<hva> 'trinken' (aus poi- neben pi- in nlvco) : norov 
"Trank\ — Weitorer AnschluB an fiovq raw. (Hirt Der idg. 
Ablaut 31) ist schon aus semantischen Griinden etwas be- 
denklich, da pdaxm keineswegs speziell von Rindern, sondern 
„mindestens ebenso oft und gem von Schafen, Ziegen, 
Schweinen, Pferden, ja uberhaupt von alien lebenden Wesen" 
gebraucht wird (Wackernagel Unt. 245). Zu bemerken ist 
die allgemeine strakturale Ahnlichkeit mit den Sippen lat. 
posed und gr. Tioifirjv (s. d.). 

Bdanopoq m. N. mehrerer Meerengen, aber vorziigl. = die 
Meerenge von Konstantinopel, auch auf den Hellespont be- 
zogen (Hdt., A. usw.). — Vereinzelt gebrauchte Ableitungen: 
Boanogeiog, -log, -hrjg (S.), Bormogeiov N. eines Tempels (Deer, 
ap. D.), Boanogr\vog, -dvoq 'Bewohner des Konigtums von B.' 
(Str.); zur Bildung Chantraine Formation 206; Schwyzer 490 
in. Lit. 

Eig. „Rinderfurt", aus *Booa-7iogog durch Hypharese ent- 
standen; s. zuletzt Kretschmer Glotta 27, 29. 

P<5arpoxo$ m., pi. auch poorgvxa [AP), 'Haarlocke', auch 
iibertr. in verschiedenen Bedeutungen (poet, seit Archil, und 
A., auch Arist. [als Insektenname] und spate Prosa). — Ab- 
leitungen: Deminutivum ^oargvxiov, auch 'Weinrebe' (Arist., 
AP), fioarQvym- are/KpvXa H.; vgl. porgvyog s. fiorgvg; — 
PooTQvxa>dr)g " (Philostr.), poorgvxfrrjg (olvog) 'Weintrester' 
(Aet. ; vgl. Redard Les noms grecs en -rrjg 96), auch N. eines 
Steins (Plin.); f}ooTQvxr}S6v 'in Locken, lockenweise' (Luk.). 
— Denominutiva: poorgvx%<» 'in Locken legen' (Anaxil., 
D.H.), fiooTQvxoofiai 'sich locken' (Ach. Tat.). 

Zum Z -Suffix Schwyzer 498, Chantraine Formation 402 
(unklar Specht Ursprung 254); Herkunft unbekannt. Von 
Froehde BB 10, 295f. mit awno. kvaster 'Quast' und ver- 
wandten germanischen Wortern verglichen, wozu noch lat. 
vespices pi. 'dichtes Gestrauch', aind. guspitd- 'verflochten, 
verschlungen', alb. gjeth 'Laub, Zweig', aserb. gvozd 'Wald' 
usw. ; alles semantisch und formal sehr hypothetisch. Weitero 
Lit. bei WP. 1, 644f., bes. Persson Beitrage 125f. 
porivrj f. 'Weide, Futterkraut, Gras' (seit II.). — Deminutiva 
pordviov (Thphr., Dsk.), poravtdtov (Sch.); adjektivische Ab- 
leitungen poravixog (Plu., Gal. u. a.), /?otcivc6<% (Ath. u. a.); 
poet. Adverb fioxavrftev (Opp.) ; denominatives Verb ^orav/ftu 



p6rpo<; — pou(3dtXiov 255 

'das Unkraut ausjaten' (Thphr., Pap. u. a.) mit ftoTavio/j,6g 
'das Jaten' (Pap.). 

Steht neben porov wie TiXexravrj neben nXsxrog, doxavov 
neben doxog, Xexavt] neben Xexog, 6g<pavog neben lat. orbus 
usw. (Chantraine Formation 199, Schwyzer 490) und setzt 
jedenfalls eine nominale r-Ableitung von jio-axoj (s. d.) voraus. 
Anders Meillet BSL 25, 103: x Hiatkonsonant ; dazu Schwyzer 
289. 

p6xpu?, -vog m., pi. auch fioxgva (Euph.), 'reife Traube, Wein- 
traube', auch iibertragen von traubenahnlichen Gegenstanden 
(seit II.). — Mehrere Ableitungen, vorwiegend spat: fiorgvov 
'Beertraube', auch als Pflanzenname = &Xdom (Thphr., 
Ps.-Dsk.); Deminutivum fiorgvdiov (Alex. u. a.). Adjektiva: 
fiorgvoeig 'traubenreich' (Ion. Eleg., A. R. usw.; poetische 
Bildung, s. Schwyzer 526f., Chantraine Formation 270ff.), 
^oxQvibdtjg 'traubenartig' (E., Thphr.) und die vereinzelt be- 
legten fiorgvrjQog 'vom Traubengeschlecht' (Thphr., vgl. 
oivrjQog usw. Chantraine 233), fiorgviog 'ds.' (AP), fiorgvcorog 
'mit Trauben geschmiickt' (Delos II a , vgl. xagvtoxdg usw. 
Chantraine 305, Schwyzer 503). — florgvtrrjg, -trig (kl&og) 
Perlenart, 'Kalamine' (Dsk., Gal., Plin. usw., vgl. Redard 
Les noms grecs en -rtjg 53). — Adv. fioTgvdov (seit II.). — 
Nomen agentis: fiorgevg 'Winzer' (Pap., vgl. Sgenrsvg 'ds. 1 , 
dpogyevg [von djiogyr)] u. a., BoBhardt Die Nomina auf -svg 
81 ff.). — Denominativum: fSorgvoo/iat, 'Trauben bilden' 
(Thphr.). — Isoliertes Nomen actionis: fiorgv/uog- rgvytjrog 
H., wie von *^orgva> ; vgl. Schwyzer 492. — Durch Kreuzung 
von f}oozgvxog und fioxgvg entstanden fiorgvxog 'Haarlocke' 
und PooTgv%wv 'Weinrebe', s. fSoorgvxog und Giintert Reim- 
wortbildungen 148. 

Begrifflieh gehort ftorgvg zu ajineXog, olvog usw., was 
zweifellos fiir fremde Herkunft spricht (Meillet MSL 15, 163). 
Unbefriedigende idg. Etymologien (Fick, H. Petersson) bei 
Bq und WP. 1, 671; 2, 109; s. noch W.-Hofmann s. botiUus. 

poua* dyekr] naldcov. fiovayog • dyeXdgxyg, 6 Ttjg ayiXrjg agxtov Tiaig. 
Adxmveg H., auch Inschr. (neben fiovayog). Hierher noch 
ovfifiovcu • avvca/iorai. av/uf}ovdd<d>ei • vneg/iaxei- Adxwveg H. — - 
Nach v. Blumenthal Hesychst. 9 illyrisch = <pvr\ ; semantisch 
unbefriedigend. Vgl. Bechtel Dial. 2, 368 f. und Kretschmer 
Glotta 17, 242 m. Lit., die an das offenbar damit zusammen- 
hangende flovoa.- dyiXr) Tig EM (zu oeveivl) erinnern. 

(JoufJiXiov n., gew. pi. -la 'Art Armbander' (Kom., Inschr.), 
auch = aygwg aixvog (Hp., Ps.-Dsk.). — Technisches und 
familiares Wort ohne Etymologie (oder etwa von fiovflahg 
nach dem Stoff?). Nach Fraenkel Glotta 2, 34ff. aus stei- 



256 PoOPaXi? — poupciv 

gerndem /?ou- und einem mit fidXavog zusammenhangenden 
Hinterglied (?). Daraus (nach Fraenkel) durch Dissimilation, 
evtl. durch volksetymologische Ankniipfung an Bovnakog, 
povndXtva (Delos) und fiovnaXideg • neQiaxsXldeg H. 

PoiipoXi^, -i(5)ogi., povpaXog m. '(afrikanische) Antilope' (Hdt., 
A., Arist. usw.), spater auch 'Buffer (Agath.), vgl. Persson 
Beitrage 1, 38; Schrader-Nehring Reallex. 1, 52; 2, 263. 
Davon fiovfidlEiog (Hdt.). Lat. LW bubalus. — Wahrschein- 
lioh zu flovg, aber in der Bildung dunkel. Die lautliche Iden- 
titat mit lat. bubulus 'zum Rinde gehcirig' diirfte zufallig 
sein ; an genetisohen Zusammenhang mit aind. gavala- 'wilder 
Buffer ist nicht zu denken. — Nach v. Windekens Le Pelasgi- 
que 79 f. aus fSov-fiaAos mit pelasgischem Hinterglied (zu 
fiohv&og,' q>aXX6g usw.). 

potipcccms f. 'Leiste, Schamgegend' mit jiovf}aarixd n. pi. 
'Heilmittel gegen Wunden in der Schamgegend' (Aet.). — 
Zu fiovfiibv, aber im iibrigen unklar. 

PouPt)ti^, -tog (Akzent?) f. gew. als „Rinderfurt", „stream for 
watering cattle" erklart {Tab. Heracl. 2, 13, 14). — Alsdorisch 
nicht zu e/fyv (e(S&v). Eine Grundform *-fSa-srig (Schwyzer 
270) uberzeugt nicht; die Zusammenstellung mit lit. getis 
'Viehtrift' (Fick 1, 407, Bechtel Dial. 2, 418) ist hypothetisch. 
Fremde Herkunft (Kretschmer KZ 30, 579, Fraenkel Nora. 
ag. 1, 116 A. 1) scheint nicht glaubhaft. 

pouppcoaTi? f. 'Heiflhunger' (12 532, Kail. u. a.), auch als 
Gottin personifiziert (wie Ilevla, Plu., s. Schulze Kl. Schr. 
399 A. 5). — Enthalt wie die synonymen fiovfafiog, fiovneiva 
u. a. ein steigerndes (Sou- (Schulze a.a.O., Schwyzer 434); das 
Hinterglied zu /Jt/Jocucrxcu, wahrscheinlich nach dem synonymen 
vfjarig (Risch 35), aber nicht als Nomen actionis ( = figCbaig), 
sondern als Nomen agentis wie in afinonig (s. d.). 

Poupcov, -wvog m. 'Leiste, Schamgegend' (seit II.); auch, zu- 
nachst elliptisch als mediz. Terminus, 'Druse neben der 
Scham, bes. in krankhaft geschwollenem Zustande' (Hp., 
Arist. usw.); spat auch {tofifiwv (Moeris, Hdn. ; volksetymo- 
logische Verdrehung nach pofiflog). — Ableitungen: §ov- 
Pwvioxog "Verband fur die Leiste' (Heliod. ap. Orib.; vgl. 
yQa<pioxog, xvxklaxog und andere [mediz.] Geratenamen bei 
Chantraine Formation 408), povjiwviov „Drusenpflanze", 
'Aster amellus' (Dsk., Stromberg Pfianzennamen 87); /Jou- 
fiwvwdrjg und fjovftioviaxog (Mediz.). — Denominative Verba: 
PovfSarvida} 'an geschwollenen Schamdriisen leiden' (Ar. usw. ; 
vgl. onXrpndo) und andere Krankheitsverba auf -idco Schwyzer 
732) mit f}ov(}a>viaoig (Gal.) ; fiovftwvoo/iai 'einen /}. bilden' (Hp.). 



f3ouY&'ic — poux6Xog 257 

Bildung wie fivcbv, aiayiov und andere Korperteilnamen, 
aber sonst unerklart. Der alte Vergleioh mit aind. gavlni f. 
du. 'Teil des Unterleibes in der Gegend der Geschlechts- 
teile', etwa 'die Leisten' (Bugge, Fick) ist begrifflich ver- 
lockend; wir hatten dann mit zwei unabhangig voneinander 
geschaffenen volkstumlichen oder vulgaren Ausdriicken zu 
tun. Die Zusammenstellung mit flovvog 'Hiigel', (Svw 'voll- 
stopfen' usw. (Persson Beitrage 250ff.) setzt voraus, dafl die 
Bedeutung 'Druse 1 od. ahnl. die altere ist oder daB fiovflcbv 
von einem (unliterarischen) Worte dieser Bedeutung ab- 
geleitet ist. — Verfehlt Charpentier KZ 46, 44 ff. 

pouyAie Vok. etwa 'Prahlhans' (N 824, a 79). — Enthalt 
dasselbe verstarkende praflxale §ov- wie flovflQcoaTiq (s. d.), 
Povxoqv^ol, fSovTiau; usw.; das Hinterglied zum Prasens yaim 
(vgl. bes. xvde'i yaicov). Das d in -yd'Cs ist somit sehwerlich 
iiolisch fur *-ydfie (Schulze Q. 68; Zenodot schrieb povyrjle, 
vgl. Chantraine Gramm. hom. 1, 22), auch nicht metrisch 
gedehnt, sondern steht fur *-yai-i£; das ganze ist somit eine 
Zusammenbildung. 

£00x6X05 m. 'Rinderhirt', auch adjektivisch (appositiv) ge- 
braucht (seit II.). — Zahlreiche Ableitungen {Sovxokiai 'Rinder- 
herden' (h. Merc, Hes., Hdt.; anders Porzig Satzinhalte 214), 
fiovxoha (-wv) 'ds.' (Hdt. usw.); flovxoXelov 'Amtsgebaude 
des agxcov fiaoiXsvg (Arist. Ath. 3, 5; vgl. nQvravelov usw.); 
PovxoMg f- Subst. und Adj. 'Weide, zur Weide gehorig' 
(D.H.); PovxoMoxog Art Verband (Gal.; vgl. povpcovioxos s. 
fiovfiwr) ; fiovxoMvrj • xiyxXoc. to oqvbov H. ; vgl. Thompson 
Birds s. v.; ftovxoXixog 'den Hirten betreffend', „bukolisch" 
(Theok. usw.). — Zwei Denominativa : 1. PovxoAecq 'Rinder- 
hirt sein, (Rinder) weiden' (seit II.), auch iibertr. = 'sich 
selbst od. andere mit etw. (z.B. Hoffhungen) fiittern', 
'tauschen'; davon fiovxoXrjaiq 'das Weiden' (Plu.), f)ovx6Xt]/j,a 
'Tauschung' (Babr.), $ovxofarftr\q • dnareiov EL, povxoXlai 'das 
Weiden' (A.R.), aber auch (im Sing.) = xaxoXoyla H. — 
2. Povxofad£o[iai, -id£co 'Hirtenlieder singen' (Theok., Moseh., 
nach ddcovidtco usw., vgl. Schwyzer 735) mit ^ovxoXiaarijg 
'Sanger eines Hirtenliedes' (Theok.) und flovxoXiaofiog 'Hirten- 
gesang' (Ath., v.l. -tafiog als von -lt,w, so Eust.). — Aus 
fiovxoXoq auch, zunachst als Kurzname, Bovxog (Theok.); 
davon Povxaiog (Theok., Nik.). 

Alte Zusammenbildung von /3oug und neXofiai (zum Laut- 
lichen s. Schwyzer 298), die im Keltischen ein genaues Gegen- 
stuck hat: mir. buachaiU, kymr. bugail 'Hirt'. Daneben mit 
anderer Lautentwicklung ainoXoi; und d/j.<pt7ioXog (s. dd.). Der 
Labiovelar wird in agaisch qo-u-ko-ro 'fSovxoXog' vermutet. 

Frisk, Griech. etym. Worterbueh 17 



258 pouxoviorVipiov — (3o6Xo|iai 

— Gegen die irrige Herleitung aus xeXXm s. zuletzt Wahr- 
mann Glotta 17, 242. 

ftouxovio-r^piov (lORom. 3, 484, Oenoanda IIP). Von Heber- 
dey-Kalinka Reisen in sudwestl. Kleinasien 2, 70 einleuchtend 
als 'Arena fur Stierkampfe' erklart unter Hinweis auf xo- 
vioTrJQiov (Vitr., Pergamon) = tcovlazQa 'Arena'. Dagegen 
nach Radermacher WienStud. 32, 203 f. = fivxavioTrJQiov 'Ort 
wo sich die Herolde, pvxaviarrJQeg (s. Pvxdvrj) aufhielten, 
Auktionshalle' mit ov nach lat. bucina und -o- fur -a-, das 
auch sonst in hellenistischer Zeit vorkommt; lautlioh nicht 
unmoglieh, aber sachlich wenig passend. 

pooXinlot f. „Ochsen-hunger", 'Heifihunger' (Timokl., Arist.); 
davon povXifiidco 'HeiBhunger haben' (Ar., X., Arist. usw.) 
mit povUfilaaig (Plu.). Ableitung von povXtftog, das eig. 
adjektivisohes Bahuvrihi ist: 'verhungert' (Alex.), aber aueh 
= jiovfa/jiia. (Plu. u. a.) steht durch formalen Anschlufi an 
folios. Vgl. Risoh IF 59, 59 m. A. 2. — PovXi/*(t)a>dris (Mediz.) 
und povXi/icuira) (Suid.) = PovXi/ntdai. — Enthalt als Vorder- 
glied (Sovg in derselben steigemden Funktion wie in povfigcooug, 
fiovyaie usw. (s. dd.). — Nach PovXifila, PovXi/j,og bildeten 
hell. Dichter fiovneiva. 

poiiXofxai 'wollen, wiinschen' (ion. att. seit II.). Dialektische 
Nebenformen : ark. kypr. eretr. (auch Horn., vgl. Chantraine 
Gramm. hom. 1,311) poXo/itm, lesb. poXXofiat, dor. (kret.) 
pdiXofiai; thess. piXXofiai, hoot. PeIXo/it), dor. (Herakl. usw.) 
drjXofiai, lokr. delph. deiXofim. Die iibrigen Tempusformen 
gehen alle vom Prasens aus: PovXrjoo/icu, ipovXrj&rjv, pepovXij- 
ftat; zu pepovXa (A 113) s. unten. — Davon als Nomina 
actionis: 1. pouX^ 'Wille, EntschluB; Rat' (seit II.; zur Bed. 
Porzig Satzinhalte 229 f.). Dialektale Nebenformen: dor. ark. 
pmXd, lesb. /So X Xa. Abgeleitete Adj.: povXalog 'zur /?. gehorig' 
(att. usw.) nebst den seltenen und poetischen povXrjetg 'wohl- 
beraten, klug' (Sol.) und povXiog 'ds.' (A.). 2. povXqoig 
'Wille, Absicht, Testament' (att.). 3. PovXrjfia 'ds.' (ion. att.) 
mit povXrj/idnov 'Testament' (Pap.). — Von PovXrj als Deno- 
minativum PovXevw (pcoX-, poXX-evo)), -o/iai '(sich) beraten, 
beschlieflen' (seit II.), oft prafigiert ov/i — /, mit zahlreichen 
Ableitungen: 1. PovXevfia 'BeschluB, Plan' (ion. att.) mit 
PovXevjxdxwv (Ar.); 2. PovXevoiq 'Beratung, Anschlag' usw. als 
juristischer Terminus (att.); 3. PovXela 'Ratsherrnwiirde' 
(Ar., X. usw.; vgl. noXizela u. a., Chantraine Formation 89); 

4. povXelov 'Rathaus' (Chalkedon, Delphi; vgl. do^etov usw.). 

5. Nomen agentis povXevrtfg 'Ratgeber' (seit II.; vgl. Fraenkel 
Nom. ag. 1, 186 m. A. 1), f. PovXevrig (A. Fr.; Fraenkel 1, 
164); dazu Pov),evrix6g 'beratend' (att. usw.), auch PovXevrrj- 



pouXOxd? 259 

Qiog 'ds.' (A.; vgl. Schwyzer 467, Chantraine 43). Daneben 
6. als unabhangiges Nomen loci: PovAevtijqiov 'Rathaus, Rats- 
saaF (ion. att.; Chantraine 63). — BovXevg Bein. d. Zeus 
(Mykonos), auoh EN (Apollod.), von /SovAjj oder fiovXevm, 
s. BoBhardt Die Nomina auf -evg 98. 

Die obengenannten Prasensformen konnen alle, mit Aus- 
nahme von poko/im, auf *fl6A.oofim bzw. *PeAoo/tai, *<5eA<7o/jat 
zuruckgefuhrt werden und stellen somit eigentlieh einen 
kurzvokalischen Konjunktiv des cr-Aorists dar. Die volun- 
tativ-prospektive Bedeutung des Verbs hat die konjunk- 
tivisohe Form hervorgerufen, die dann als Prasens Indikativ 
umgedeutet wurde (vgl. Wackemagel Syntax 1, 60) und zu 
dem Verbalnomen *(ioXod (vgl. yovrj, nvorj usw.) AnlaB gab. 
Neben diesem medialen Aorist stand anfanglich ein aktives 
intransitives Perfekt mit prasentiseher, wahrscheinlich inten- 
siver Bedeutung *§s^o>.a 'es ist mein (fester) Entschlufi', 
von dem eine indirekte Spur in nQo-flefiovXa 'ich ziehe vor' 
(A 113) mit neueingefuhrtem ov nach fSovko/iai (anders Brug- 
mann IF 32, 184) bewahrt sein mag. Zu bemerken auoh 
pamph. pOXEjiEvos (Schwyzer 728 m. Lit.), das vielleicht als 
iterativ-intensiv aufgefafit werden kann (zum Typus Schwyzer 
719 [S 1). — Vom Perfekt aus wurde dann der o-Vokal (und 
das /?-) sekundar auf den cr-Aorist *^6Xao/iai fur *(Si2.a-, *6eXaofiai 
iibertragen. Bei der Ausbreitung des o-Vokals kann auch das 
Substantiv povArj mitgewirkt haben. Auch das primare 
thematische Prasens fioXofiai scheint seinen Vokalismus auf 
ahnliche Weise erhalten zu haben. (Anders Specht KZ 59, 
104: polo/tat antevokalische Schwundstufe wie noXvg, nohq.) 
Ubrigens konnte fiokofiai (aus *f)£tenm) auch als kurzvoka- 
lischer Konjunktiv zu einem athematischen Wurzelaorist be- 
trachtet werden. — Hoffmann Dial. 2, 312, Fick BB 6, 212, 
Meillet IF 5, 328, MSL 20, 130f., Kretschmer Glotta 3, 160ff. 
(wo ausfuhrliche Behandlung). Anders iiber /Sou/Uj z.B. 
Porzig Satzinhalte 229f., Lejeune Iraite de phonetique 132. 
Da durch den Wechsel fi- ~ d- labiovelarer Anlaut fiir 
fiovAo/uu gesichert ist, stellt es sich unschwer zu (SdMco mit 
einer Bedeutungsentwicklung „sich (im Geiste) auf etw. 
werfen", pdXXea&ai iv dv/xm, /j,era (pgeal od. ahnl., s. Kretschmer 
a.a.O. Die Starke Bedeutungsverschiebung hat fruh zu einer 
durchgreifenden Umgestaltung des Formsystems gefiihrt, bei 
der der strukturale Zusammenhang mit fidMco verlorenging. 
— tjber das Verhaltnis zwischen f}ovtoftai, i&eAco und Xfjv 
s. Braun Atti R. Ist. Veneto 98, 337ff., Rodiger Glotta 8, 
Iff., Wifstrand Eranos 40, 16ff. 
PouXvnS? m. eig. „Rinderausspannen", 'Abend' (77 779 = < 58 
im Ausdruck fiovXvrov de, At., A.R. usw.). Davon PovAvow; 

17* 



260 (3ouv<5<; — (3oo<; 

(Arat.). — Zusammenbildung von fiovg od. M-w [Xv- wie z.B. 
in lat. ao-lu-tus) mittels des To-Suffixes wie in d/xa^-i-rog, 
dxfio-'&E-rov usw. (Chantraine Formation 303). Versuoh, 
fiovXvrog in eine semantische Reihe einzuordnen, bei Porzig 
Satzinhalte 343. — Cic. Att. 15, 27, 3 verwendet dafiir in der- 
selben Bedeutung die modernere Bildungsweise fiovXvaig 
(wie ex-Xvaig usw.). 

(Jouv<5 S m. 'Hiigel, Buhl' (Hdt., Philem., LXX, Plb. usw.). — 
Mehrere sparsam belegte Ableitungen: flovvig f. 'hiigelig' (A. 
in lyr., von der Erde, in den Mund der Danaiden gelegt; 
vgl. fiovoig usw. Schwyzer 464) ; iibrige Ableitungen hell, und 
spat: Deminutiv ftovvlov (Priene II a ), fSovvcbdrjg (Plb., Plu.), 
Bovvaia ("Hq(i) 'Hiigelgottin' (naeh dem Ort des Tempels, 
Paus.), Bovvkrjg (Ildv, AP; vgl. Redard Les noms grecs en 
-tr\g 207); fSovvlCoo 'anhaufen' (LXX). — Hierher wohl auch 
(nach dem Standort) die Pflanzennamen fiovvidg Art Rube 
(Agatharch. usw.) und flovviov 'Bunium ferulaceum' (Dsk.), 
vgl. Stromberg Pflanzennamen 117. 

Von Hdt. 4, 199 als kyrenaisch bezeichnet, somit wahr- 
scheinlioh LW. Die Anknupfung an fiovflwv, flvm (a. dd.) hat 
wenig Wert. — Vgl. auch fSmvhrjg. 

PounaXt&e.;, fJourcdXiva s. flovfidXiov. 

0ou<;, fioog, Akk. dor. und H 238 §<bv, wozu dor. Nom. f)a>g; 
att. Akk. flovv nach fiovg (Einzelheiten z.B. bei Schwyzer 
577; s. auch unten) f. m. 'Rind, Kuh, Ochse' (seit II.). — 
Ableitungen: Deminutiva floidiov (Ar. usw.), auch fiovdiov 
(Hermipp., Pap., nach fiov-g, vgl. Chantraine Formation 69), 
fio'iddoiov (Ar.). — fiovxr\g 'Rinderhirt', auch Adj. 'vom Rind' 
(A. E. in lyr., Theok. usw.); fioevg 'Riemen von Rindsleder' 
(/? 426 am Versende, nach oxevg, vgl. Boflhardt Die Nomina 
auf -evg 30f.); fiocov, -&vog m. 'KuhstalT (Heraklea). — 
Adjektiva: fioeiog, fioeog 'vom Rind' (seit II., vgl. Schmid 
-eog und -eiog 24f.), Subst. f. fSodr\, fioetj 'Rindsfell' (seit II.); 
danach mit K-Suffix fioet-xog (Th. u. a.) und fio-Xxog (Elis, 
Priene; vgl. Chantraine 393, Schwyzer 498) ; auch fidiivog 
(Gloss., Eust.); fiocbdrjg (Adam., Apollon. Lex.). Als Hinter- 
glied in Zusammenbildungen auflerdem -floiog, z.B. ivved-fioiog 
(II.) aus *-fiofw- = aind. gdvya- (vgl. unten). — Denomi- 
natives Verb fiooio 'in einen Ochsen verwandeln' (Eust.). — 
Zu Bovxog, fiovxaiog s. (iovxoXog. Uber steigerndes fiov- s. 
fiovfiqaiarig, fiovydei, fiovXiftla. Als Vorderglied steht fiovg 
(fiov-, fio-) auflerdem in zahllosen Komposita. 

Altes Erbwort fin* 'Rind, Kuh, Ochse (Stier)', das in einer 
Reihe von Sprachen unverandert oder mit leisen Modi- 
fizierungen bewahrt ist: aind. gauh (= *fi<ovg > fiovg), Akk. 



poua<5<; — Ppapeu? 26 1 

gam (= f$a>v, vgl. oben), lat. bos (aus dem Osk.-Umbr.), 
Gen. pi. bourn = fiowv — aind. g&vam, umbr. Akk. bum = 
fi&v; femer arm. hov (w-Stamm) 'Kuh', air. bo 'Kuh', germ., 
z.B. ahd. chuo, toch.A ho, hi, B keu 'Kuh', lett. guovs 'Kuh', 
aslav. gov-Q-do 'Rind'. Idg. Grundform Nom. *g-ous, Akk. 
*g*6-m, daneben g v 6u- z.B. in po(f)-6g, fio(F)-i = aind. Lok. 
gav-i, lat. Abl. bove. Davon *g^ou-io- in -f)o(F)iog = aind. 
gdvya-, auch arm. hogi 'Butter 1 . S. noch ixarofifir). — Die 
Annahme, die Indogermanen hatten das Wort und den Be- 
griff von den Sumerern entlehnt (sumer. gu, *gud 'Stier, 
Rind', z.B. Ipsen IF 41, 175), scheitert sohon an der aehr 
verwickelten und offenbar hochaltertiimliohen Morphologie 
des idg. Wortes; vgl. Specht Ursprung 32 f. — Naheres bei 
WP. 1, 696f., Pok. 482f., W.-Hofmann s. bos. 

poua6<; f., nur im Dat. {iovooi (Orchomenos, Arkadien, Schwyzer 
664, 15; 18) nach gewdhnlicher Annahme 'Rindertrift' aus 
*f}ov-o6fog (mit Kontraktion, vgl. Schwyzer 450), vgl. firj- 
Xoaor/' odog, 6i fjg nqofiaxa ikavverai. 'Podmi H.; Zusammen- 
bildung mit asvm (s. d.). Anders Schwyzer Glotta 12, 5 A. 1, 
Fraenkel Glotta 32, 22: = ion. (Svooog 'Tiefe, Grund'. 

Pout(t)i? f., auch PoxSty) 'FaB in Form eines abgestumpften 
Kegels' (Hero, Aet.). Deminutivum Povriov (Hippiatr.). — 
Ohne Zweifel Fremdwort = lat. buttis 'FaB'. Vgl. auch jivrivt} 
und (Lanlov, pcoolov (s. d.). 

PoiixOpov n. 'Butter' (Hp., Arist., LXX usw.). Davon flovrv- 
QtvoQ (Dsk.). Eig. 'Kuhquark', aus fiovi und rvgog, der Form 
nach ein neutrales substantiviertes Bahuvrihikompositum, 
wie fjovara&fiov (: ora&ftog) usw. Daneben, mit AnschluB an 
tvqoq, fiovrvoog (Gal.). Aus fiovTvgov stammt lat. butyrum, 
woraus weiterhin die westgermanischen Formen, ahd. butera 
usw. — Vgl. Schrader-Nehring Reallex. 1, 177f., Olck P.-W. 
3, 1089ff. 

Pp<4" adsXtpoi, vno 'Hluwv (cod. IXekov) H. Wohl zu <pgaxr\g, 
u. z. als illyrisches Element des Dialekts (alb. vela). Vgl. 
Kretschmer Glotta 3,33; s. auch Schwyzer 65 A. 2 (S. 66) 
und Latte z. St. 

ppctpEo; m. 'Kampfrichter, Richter, Anfiihrer' (Trag., PL; 
zur Bedeutung BoBhardt Die Nomina auf -svg 41 f.). — 
Denominatives Verb fSgafievai 'richten, entscheiden' (Isok. 
usw.) mit fSgafievTTJs = Pgafievg (Is., PI. usw.; vgl. Fraenkel 
Nom. ag. 2, 63), flgdflevfia 'Richterspruch' (S.), pgapda 'Ent- 
scheidung' (E., Lyk.), (Igapeiov 'Kampfpreis' (Men., Ep. Kor. 
usw.). 

Unerklart. Zu den schon bei Bq gebuchten ganz hypo- 
thetischen und anfechtbaren Deutungsversuchen konimen 



262 (3pdpOXov — (Spce8\S? 

inehrere neue derselben Art hinzu: WP. 1, 686 (lit. gerbti 
'ehren'), Groselj SlavistiSna Revija 4, 262f. (pegvcbfis&a, s.d.), 
Georgiev IF 60, 17 Iff. und v. Windekens Le Pelasgique 82 f. 
(aind. brdmti 'sprechen', allerdings versohieden motiviert). — 
Eher mit Debrunner Eberts Reallex. 526, Chantraine For- 
mation 125 vorgriechisch und unbekannten Ursprungs. 
ppdpoXov n. 'Schlehe' (Theok. usw.), ppApuXo? f. 'Schlehdorn, 
Pnums spinosa', auch 'Schlehe' (Aret., AP usw.). — Un- 
erklartes Fremdwort. Zu bemerken nooh /Sga/Sttt)? = dve/Muvr] 
f) (poivixij (Ps.-Dsk.). 

PP«Y°S* SXog H. — Erinnert an figdxog, flgdxea 'seichte Stellen' 
und von Fick BB 29, 199f. als makedonisoh damit identi- 
fiziert. — Anders, kaum besser, nach Zupitza (s. WP. 2, 235) : 
zu ahd. bruoch 'Bruch, SumpP . 

PP«YX°S m. 'Heiserkeit, Braune' (Hp., Th., Arist. usw.), auch 
pdgayxog (Hippon.), figdyxn f - (Xenokr.) 'da.' und fjgayxla- 
f\ negngdxrj^og dXytjddtv H. — Ableitungen: figayxaMog 'heiaer' 
(Hp., vgl. Debrunner IF 23, 37, Chantraine Formation 255), 
jiQayxcbdrjt; 'der Heiserkeit anheimgefallen' (Hp.), auch (Igayxog 
'heiser' (AP). — Daneben ala Denominativum, evtl. als 
deverbatives Intensivum figayxdw 'von Heiserkeit, Braune 
angegriffen sein' (Arist. usw.), auch ftgayxidw (Arist. u. a.; 
nach den Krankheitsverba auf -ida>, nicht mit Schwyzer 732 
von figdyxia); erweitert figayxtdCoiafe- nvfyoia&e H. — Mit 
anderer Bedeutung (Sgdyxia pi. 'Fischkiemen, Luftrohrenaste', 
auch fiagdyxia, fiagdxvta (Hdn., H.). 

Die semantische Beruhrung und formale Ahnlichkeit mit 
(Sgoyxog 'Luftrohre' springt in die Augen; sie hat offenbar 
den Bedeutungsiibergang bei figdyxta verursacht. Der Ver- 
gleich mit dem Aorist figaxelv 'rasseln, krachen' (Johansson 
KZ 36, 345 f.) laBt sich nicht naher begriinden. Aufierhalb des 
Griechischen scheint das sonst isolierte air. brong(a)ide 
'heiser' eine annehmbare Ankniipfung zu bieten (Fick 2, 186). 
— Zur Vokalentfaltung in fjdgayxog usw. s. Schwyzer 278, 
831 mit Lit. 

Ppa5\i<; 'langsam, trage' (seitll.). Steigerungsfonnen Pgadvregog, 
-rarog, auch figadiiov und fidgdicnog, auBerdem pgadlaraxog 
(Ael.); s. Seiler Steigerungsformen 56 f. m. Lit. Vgl. noon 
figdooarv s. fiqaxvg. — Ableitungen : figadvTrjg, -rrjrog 'Lang- 
samkeit' (aeit II.; zur Endbetonung Schwyzer 382 m. Lit.), 
pgddog 'ds.' (X., Epikur., nach dem Oppositum xdxog). Deno- 
minatives Verb (Sgadvvco 'zogern, verzogern' (A., S., PI. usw.) 
mit figadvoftog (Sch.). 

Kann mit lit. gurdiis 'saumselig, langsam', lett. gufds 'miide, 
matt' als idg. *g>->fdus identisch sein (Fraenkel Phil. 97, 172, 



Ppd(h» — ppdoooj 263 

KZ 69, 76ff.). Anders Bechtel Lex. (zu d/xigdw), noch anders 
Walter KZ 11, 437 u. a. (zu lat. gurdus 'stumpf'). Kritik bei 
Fraenkel a.a.O., W.-Hofmann s. gurdus. 
ppdO-o n. 'Sebenbaum, Juniperus sabina, Cedernart, Juniperus 
foetidissima' (Dsk.), auch pipocxov n. (D.S., Sm., Dsk.). — 
Semitisches Wort, vgl. aram. b e rat, hebr. hfras, assyr. buraSu 
'Cypresse'. Lat. bratus N. einer vorderasiatischen Cypressen- 
art. Lewy Fremdw. 34, Schrader-Nehring Reallex. 1, 671, 
Cuny Rev. et. anc. 20, 223ff. Zum w-Stamm in f}gd&v vgl. 
fioiXv, jxiav, awgv (Chantraine Formation 119), auch ddxgv 
= 'Harz' o.a. Peripl. M. Ruhr. 30. 

ppdxotva- rd aygia Xdxava H. (Pherekr., Luk.). Hypothese von 
Prellwitz u. a. : zu ahd. moraha, ags. moru 'Mohre'. Anders 
iiber die germ. Worter Knutsson Die germ. LW im Slavisohen 
(LUA 1929) 31f. 

ppaxelv avvievat, pgdSai ' ovXXapeTv, daxeiv, xaxamelv H. Hierher 
noch Svaflgdxavov 8va%EQsg, . . . dvaxaxavoijtov H. — Schon 
von Roth KZ 19, 223 zu aind. mriati 'beruhren, anfassen' 
gezogen. Die anklingenden und teilweise synonymen pgdtpcu • 
avD-afieiv, avaXiboai, xgtjtpai, $r)Qsvoai und jlgdivieiv • io&teiv, 
xgimretv, d(favit,Eiv, ra> otq/aolti eXxeiv, rj arevd^eiv konnen von 
fidgtpai, fidgitreiv beeinfluBt sein. Auch jigaxeiv und [idonreiv 
sind direkt miteinander verglichen worden unter Annahme 
einer Assimilation von x an das anlautende ji- zu n (Lit. bei 
Schwyzer 302) ; kaum iiberzeugend, s. fidgnrco. — Zu flgaxelv 
nach Persson Beitr. 79 A. 1 auch fjgdxsrov . . TiXfj&oc; und 
PgdTTStv • 7i\r}&6v£iv, fiagvveiv H. — Andere Kombinationen 
bei WP. 2, 283, W.-Hofmann s. merx, Belardi Doxa 3, 200. 
Vgl. auch /Sgdfat. 

ppdxo?- xd?.afiog. i/xdrtov tcoXoteMq H. S. g'dxoQ. — Anders 
Belardi Doxa 3, 199 f. 

Ppdnxeiv, pgdyiai 8. pgaxelv. 

Ppdoab>, /?gd£ft>, att. figdxxo), auch ex-Pgtjaam (Gal.), Aor. figducu, 
ipgdo&rjv, Fut. figdaw, Perf. ^sfigaa/iai 'aufsehiitteln, werfen, 
worfeln; aufsprudeln, sieden' (ion. att.). — Davon fSgaofiog 
'das Aufsehiitteln, Erdbeben usw.% ^gda/ia 'das Aufschiitteln, 
Sieden usw.' mit Pgao(iaT(a<; Art Erdbeben (Posidon. u. a. ; 
vgl. fivxr/rlag aeiafiog, oeia/iaziaG usw. bei Chantraine For- 
mation 94f.), figdoiQ 'das Sieden' (Orib.); — f}gdcnr]Q m. 'Auf- 
schuttler' (vom Erdbeben, Arist.), jigacrtrjo 'Getreideschwinge' 
(Gloss.). 

Von Bezzenberger BB 27, 152f. mit lett. murdet 'auf- 
sprudeln', lit. murdynas 'quellige Stelle im Boden', murdau, 
tniirdyti 'etwas im Wasser usw. riittelnd behandeln' ver- 
glichen. — Der Vokalismus ist mehrdeutig. 



264 ppdaatov — pp£(M>> 

Ppdaatov Komparativ, s. pQaxvg. 

Ppaxetv rjxfjoai, y>o<pfjoai H. Ind. fiqdxe, e^Qaxe 'krachen, 
knarren' (ep. seit II.). Expressives Schallwort, vgl. Pgvxdo/iat. 
S. auch pgdyxog. 

Ppaxtcov, -ovog m. 'Oberarm, Arm' im Gegensatz zu nfjxvg = 
'(Unter)arm' (seit II.). — Davon ftgaxioviov 'Armspange' 
(Delos II a ), fiQaxtoviarriQ 'da.' (Plu. u. a.) ; vgl. TiodiarrjQ 
(ninkog A.), ifaxTiJQes 'Ohrgehange' (Ar., Lys.), amgjQoviarfJQsg 
'Weisheitszahne' (Hp. u. a.) und andere Gerate- und Korper- 
teilnamen bei Chantraine Formation 327 f. Auflerdem (Sgaxid- 
Xiov, -aQiov (Sm., Th., Aq.) und /Soa^tdAtov (Alex. Trail.) im 
AnschluB an lat. bracchiale 'Armspange', bracchiolum 'Arm- 
chen', s. unten. 

Nach Pollux 2, 138 wird der Oberarm /Soa^iW genannt, 
on earl rov 7i^x E0) Q poaxvTeQog ; vgl. Bechtel Lex. s. v. Wohl- 
begriindete Bedenken bei Seiler Steigerungsformen 42 f. — ■ 
Daraus als LW lat. bracchium, woraus ferner kymr. braich 
usw. ; vgl. W.-Hofmann s. v. 

ppaxu? 'kurz' (Hdt., Pi. usw.) mit pgaxvTEQog, -rarog, Pqdxiarog; 
fioaxiwv nur Choerob., H.; sonst im Sinn von '(Ober)arm', 
s. bes. ; auflerdem als an. key. fiqaaawv re voog (K226), falls 
nicht zu (igaSvg (nach fidoamvl), s. Seiler Steigerungsformen 
43, 56 f. gegen Curtius Grundz. 6 672. — Davon pgaxvrtjg, 
-xrjrog 'Kiirze' (PL, Th. usw.; zur Betonung Sehwyzer 528 
A. 7), auflerdem Pgdxea n. pi. 'seichte Stellen' (Hdt., Th. 
usw.; aus Pqaxia mit Akzentverschiebung ? ; vgl. Sehwyzer 
380; to {Sodxog nur Prokop.). Denominatives Verb poaxvvio 
'abkiirzen' (Hp., PL usw.). 

Altes Wort, das in genau ubereinstiminender Gestalt im 
Indoiranischen und Germanischen bewahrt ist: aind. (ved.) 
muhuh, muhu Adv. 'plotzlich', muhurtd- n. 'kurze Weile, 
Augenblick', mind. Form fur *mrhu-, aw. manzu- 'kurz' in 
manzu-jlti-, manzu-j(l)va- 'langes Leben' bzw. 'langlebig' 
(vgl. 6 (Hoc, pgaxvg Hp.), sogd. murzak 'kurz'; ahd. murg(i) 
'kurz', ags. myrge 'kurzweilig', got. *mawrgua Grundlage von 
ga-maurgjan 'verkurzen'; idg. *m^ghu-; daneben im Voka- 
lismus abweichend (unurspriingliche Hochstufe?) lat. brevis 
aus *mreghu-i-. WP. 2, 314 m. Lit., auflerdem Wackernagel 
Glotta 10, 22f., Bloch Don. r.at. Schrijnen 369. 

Pp^YfKX, pQty/tog s. pgexfiog. 

Pp^fico nur Prasensstamm 'brummen, brausen, rauschen' (poet, 
seit IL). — Davon mehrere Verbalnomina: 1. Pqo/xo; 'Ge- 
rausch' (poet, seit IL, sp. Prosa) mit pgofiiog 'rauschend' 
(Pi.), gew. Bo6fiio; als Beiname des Bacchos (A., Pi. usw.), 
auch 'bacchisch' (E. usw.; vgl. v. Wilamowitz Eur. Her. 366); 



pp£v5ov 265 

fern, figofiidg (Pi. u. a.); in derselben Bedeutung pgojii(bdr]g 
(AP), fem. Pgofitcorig, auch 'Bacchantin'; denominatives Verb 
pQO/tid^ofiai = ft<m%Evw (AP); iiber figo/tog als Pflanzenname 
= 'Hafer' (Hp., Thphr. usw.), wegen seiner vermuteten 
Kraft gegen Blitzschlage zu schiitzen, s. Stromberg Pflanzen- 
namen 79f. mit zahlreiohen Parallelen; — 2. pgovrrj 'Donner' 
(seit II.) mit jigovralog 'donnernd' (Arist. u. a.), flgovTtbdrjg 
(Agath., Vett. Val. usw.), (igovxEtov 'Donnermaschine' (Poll.), 
Bgovrrjg N. eines der Kyklopen (Hes. ; zur Bildung Schwyzer 
561), BgovTrjOiog (Zevg) — Jupiter Tonans (Mon. Anc. ; zur 
Bildung Chantraine Formation 41 f.), figovnpixog (Eust.); 
auch (Sgovria N. eines Edelsteins (Plin. ; wegen der schiitzenden 
Kraft); Denominativum figovrda) 'donnern' (seit II.), auch 
pQOVTa£a> (Pap., H.); vgl. Porzig Satzinhalte 262 und 343; — ■ 
3. -(JQE/iE-rrig in Zusammenbildungen wie igi-, vy>i-figEfie-TT)g 
(poet, seit II.); — 4. -(Sgiv-rdg in dvai-i-pgEV-Tdg 'donner- 
beherrschend', dgyi-fSgfo-xag (lyr.); daraus ftgsvxai' figovxaC 
H.? — Zwei deverbative Bildungen : l.pgofiico (Iterat.-Intens.) 
'rauschen, suminen' (poet, seit II.; vgl. Schwyzer 719 m. 
A. 11); zu ngr. (Kreta usw.) figo/tEi, flgofil£ei 'es stinkt' s. 
Hatzidakis Glotta 22, 130ff. und unten s. pgw/j,og; 2. figco- 
/ido/iai 'schreien (von Eseln u. a.)' (Ar., Arist.) mit (Sgcb/nqoig, 
figwpriEig, pgoofirjraig, fig<ofir)rr)Q. — Auflerdem pgefieairani • 
fj%a>v H., vgl. zu fi^E/iEalvoj. 

Die Ahnlichkeit mit lat./remo 'brummen, brvillen, tosen', 
ahd. breman 'brummen, briillen', kymr. brefu 'briillen' usw. 
(s. WP. 2, 202f., W.-Hofmann s. fremo) kann kaum zufallig 
sein, aber eine lautgesetzliche Zuriickfuhrung dieser samt- 
lichen Verba auf ein gemeinsames idg. bhrem- ist wegen des 
/?- in /Sge/jeo unmoglich. So kann man fur /Spe/ico mit einer un- 
aspirierten onomatopoetischen Variante brem- auskommen 
(vgl. Persson Beitr. 36 A. 1 mit allzu weitgehenden Schlussen), 
sofern man nicht vorzieht, iiber mrem- bei jiog/j,vgco An- 
kniipfung zu suchen, was kaum besser ist. Andere, noch 
entferntere MSglichkeiten bei Bq. Vgl. xgefiExl£a> und cpog/iiy^. 
pp£v8ov eXayov. flgivxiov " r) xeqiakfi xov sXdqiov (H., EM). — 
Messapisches Wort, das auch in mehreren ON, z.B. Bgsv- 
xeoiov = Brundisium, eingeht. Verwandte im Nordgermani- 
schen und Baltischen, z.B. nschwed. dial, brind(e) 'mann- 
liches Elentier', norw. brund 'Mannchen vom Renntier', lett. 
briedis 'Elen, Rothirsch' (wohl germ. LW); vgl. noch ohne 
Dentalsuffix alb. bri, brini 'Horn, Geweih'. — Lit. bei Pok. 
169f., aufierdem Krahe Glotta 17, 94 A. 4, Fraenkel Gnomon 
21, 39 m. Lit. und Glotta 32, 24, Rix Beitr. z. Namen- 
forschung 5, 115ff. Unannehmbare Kombinationen bei 
Specht Ursprung 120. 



260 Pp^v&os — PpexfJ.65 

pp£v&o£ m. 1. N. eines Wasservogels (Arist., Ael.; vgl. Thomp- 
son Birds s. v.), 2. 'Stolz' (Ath.), 3. = 'rvfipog' H. — fSqiv&ov 
jxvqov ii <rwv 7iaxe(ov>, d>g (Sdxxagig, oi Si avftivov fivgov H. 
Davon figivfiEiov (fivgov; Sapph., Pherekr.); figiv&iva- gi^dgia 
Tivd, olg igv&galvovrtu ai yvvalxeg rag nageidg H.; fioev&ivaf 
avdivcp H.; — figev&vg, -vog f. 'Parfiim aus fioev&eiov fivgov 
(Phld.). — Pgev&ii • &gidamvt]. Kiingioi H. — Neben diesen 
seltenen, z.T. nur lexikalisch belegten Nomina steht ein weit 
gewohnlicheres Verb ppev8iSofi.ai nur Prasensstamm 'sich 
briisten, stolz gebarden, anmafiend auftreten (att. und spat), 
auch fSgsvHvofiai (AP), wozu jedenfalls Pgev&og im Sinn von 
'Stolz' postverbal ist. Ob dagegen der Vogel naoh seinen 
Bewegungen benannt ist oder das Verb vom Vogelnamen 
ausgeht, ,lafit sieh kaum entscheiden. Dasselbe gilt vom Verb 
gegeniiber (Iqev&ov = fivgov nebst Ableitungen. Uber das 
isolierte figiv&og = 'rvfifiog' ist ebenfalls sohwer zu urteilen. 
So schweben alle Etymologien tatsachlioh in der Luft. 
Fruhere Versuche bei Bq und WP. 1, 699; s. auch W.-Hof- 
mann s. grandis. — Zu erwagen ist die Zugehorigkeit von 
PgivdEiv ■ &vftova&ai, egsM^eiv H. als illyrisch (v. Blumenthal 
Hesychst. 6, Krahe DLZ 1930, 1654) ; anders, gewifi nicht 
besser, bei WP. 1, 686. S. auch Latte z. St. und Alessio Studi 
Etruschi 15, 190ff., der fighnov, figivdov (s. d.) heranzieht. 

pp£rct€, -eog n. 'holzernes Gotterbild' (A. usw., auch sp. Prosa). 
Davon der Spitzname Bgexcov (Attika), Bechtel Namen- 
studien 13 f. Sonst keine Ableitungen. — Mittelmeerwort 
ohne Etymologie, vgl. Benveniste Rev. de phil. 58, 128f. 
Indogerm.-pelasgische Erklarung bei v. Windekens Le P61as- 
gique 15f., 33 f. 

PP*<P°S n. 'Neugeborenes, Kind, Tierjunges' (auch ^266; 
vorw. poet., auch Hdt. und spate Prosa). — Seltene und 
spate Ableitungen: jigE<pvkXiov Demin. (Luk., Eust.), Pgeywdrfg 
'kindisch' (Ph. u. a.), (Sgeyixog 'ds.' (Ph., Eust.), pgetpo&ev 
'von Kindheit an' (Eust.). Ala Vorderglied in figeyo-xrovog 
'kindertotend' (Lyk.), -xofiiw, -rgofpiio (Eust., Tz.). 

Zu vergleichen ist aksl. irebg, irebbcb 'Fiillen', von dem 
sich figeyog nur durch die Stammbildung und die Stellung 
der inneren Liquida unterscheidet : (igiyog < idg. *g v rebh-, 
zreb? < *g*erbh- (durch slav. Metathese). Sonst isoliert. Un- 
sieher ist wegen des Nasals mir. brommach 'Fiillen' ( < *g*rom- 
bhdkos) ; iiber aind. gdrbha- 'Mutterleib, Leibesfrucht' s. 
&Efapvg. 

Ppex(t6; m. 'Vorderhaupt, Oberschadel' (ep. seit E 586), da- 
neben mit sekundarem -yfi- (vgl. Schwyzer 206 A. 1) figey/tci 
n. 'ds.' (Stratt., Hp., Arist. usw.); auch figEy/iog (EM), f}g£xi* a 



Pp^Xw — Ppl 267 

(v.l. Alkiphr. 3, 5). Vgl. Porzig Satzinhalte 283 f. — Keine 
Ableitungen. 

Die Ankniipfung an Pqex 10 'benetzen', weil dieser Teil des 
Schadels bei den neugeborenen Kindern noch weich ist (Hp., 
Arist.), uberzeugt nicht. Seit GraBmann KZ 12, 93 gewohn- 
lich mit einem westgermanischen Wort fur 'Gehirn' zu- 
sammengestellt, ags. brcegen, mnd. bragenusw. (urg. *brasna-), 
wobei der Anlaut verschieden beurteilt wird: mregh- oder 
b(h)regh-, vgl. Persson Beitrage 35. Sehr unsicher. — Ben- 
veniste BSL 31, 80 erinnert an aw. msnzu- 'Wirbel des Halses 
und Riickens' und verschiedene neuiran. Worter fur 'Hals', 
die ebenfalls auf uriran. *mrz- zuriickgehen. 

pp€X0J, Aor. Pqe^cu, pQExftrjvai, fiQaxrjvai 'nassen, iiberfluten', 
auch 'regnen (lassen)' (vorw. ion. poet., hell, und spat). — 
Ableitungen: fyoxrj 'Regen, Bewasserung, tTberschwemmung' 
(Demokr., Thphr., Pap. usw.) und die seltenen /Saoxeroj 
'Regen' (AP, nach verog), fJQox/uos 'das Benetzen' (EM) mit 
ftQOXfi(ASr)g (Demokr.), fiqiy/ia (Erot.). — Von fie o XV< *Pq°X°S> 
evtl. direkt von Pgixo) : @(>oxk 'Tintenfafl' (AP), jigoxiov 'As.' 
(Pap.), Pqoxixos 'regnerisch' (Cat. Cod. Astr.). 

Seit Prellwitz und Bezzenberger BB 27, 153 (s. auch Traut- 
mann Balt.-slav. Wb. 182) zu lett. merguot 'sanft regnen', 
merga 'sanfter Regen', russ. morositb 'fein regnen' usw. ge- 
zogen, die alle auf idg. merg(h)-, morg(h)- zuriickgehen gegen- 
iiber mregh- in Pq£x"> (vgl. zu /Sgeyo;). Man kann gegen diese 
Etymologie einwenden, dafi bei (Sqbxo die Vorstellung des 
Durchnassens, des Uberflutens iiberwiegt, wahrend die balto- 
slavischen Worter den Begriff des feinen Regens ausdriicken. 
Unter Vergleich mit frz. noyer 'ertranken' aus lat. necdre 
'toten', auch 'ersticken', und nvlystv 'ersticken', auch 'er- 
tranken', pass, 'ertrinken' (weitere Beispiele bei Schulze Kl. 
Schr. 148ff.) vermutet deshalb H. Fraenkel Glotta 12, If., 
fieeX * se i urspriinglich 'ersticken', woraus 'zudecken, iiber- 
fluten' (so bei Pi.); dazu als Verbalnomen /Jod/og *'Wurgung', 
'Wiirgeschlinge' (s. d.). Vgl. fyvxiog. 

pp^oaciv to fierta $r\xoc, avamveiv. enoi TaCra x m 6k tov o 
ygdfovai (Gal. Lex. Hipp.); PQrjoaei- fSrjaasi H. Davon 
pQfjypa • dnoTirvOfia and ■dcoQaxot;, naqa ImtoxQ&tsi H. und, 
nach Bechtel Namenstudien 12f., auch der boot. PN BgEtxiSaz 
( = Bqtjx-). — Expressives (onomatopoetisches) Reimwort zu 
ftrjoaeiv, vgl. Pgaxelv. — AuBerdem das lautimitierende 
fiQrjOOOvoiv • ^Ar]X(ovrai. qxovel to. .Tgd^ara H. 

Pp' (/?of) • ini rov fisydXov xai iaxvQov xai ^aAE.toti rfflerai H., 
auch = Pqi&v (A. D.). Als Vorderglied z.B. in /fgi-fjmio? 'stark 
schreiend' Beiw. des Ares (TV 521), Zusammenbildung mit 



268 ppux — (3pt?w 

rpv&w, Bgidgecog myth. EN (A 403 usw., Bechtel Lex. s. 
figitfiivog, Immiach RhM 47, 294, Heubeck Wiirzburger Jahr- 
biicher 4, 214f.), Pqitjqov • peydKmg xexagio/ievov H. (vgl. zu- 
letzt Sommer Nominalkomp. 139 gegen Hoffmann Glotta 
28, 23f.). — Neben diesem nur als Vorderglied belegten /?ot- 
steht das Adjektiv Ppiccp6s 'wuchtig, schwer' (op. seit II.) 
wie das Oppositum ^aActgdg neben xaAl-yQcov; hinzu kommt 
f}Qiaa> 'wuchtig machen od. sein' (Hes., Opp.) wie xaAaco, 
somit vielleicht Riickbildung aus fjgiagdg ; vgl. Sehwyzer 682 f., 
Bechtel a.a.O. — Alt und verbreitet ist die #-Erweiterung in 
Ppt&b), fSepQl&a, wozu Pqlaai, 'wuchtig, schwer belaatet sein', 
auch 'belasten' (ion. poet, seit II., sp. Prosa, vgl. Sehwyzer 
703, Risch 217) mit den seltenen pgi&vg 'wuchtig, schwer 
(poet, sehj II.), figlftog n. 'Wucht, Last, Schwere' (Hp., E. 
usw.), (igi&oovvrj 'ds.' (II., Nonn., vgl. die zahlreichen horn. 
Nomina auf -avvr\ bei Risch 138, Porzig Satzinhalte 72, 226). 

— S. noch flglfir), flgtfidofiai; auch /Sgi'tco und vffgig. 

Mit groflter Wahrscheinlichkeit zu /Sagug, von dem es sich 
durch die Schwundstufe der Wurzelsilbe und die t-Erweiterung 
unterscheidet ; neben dem einsilbigen I wohl zweisilbiges ta 
( < iia) in fjgia-gdg ; vgl. zu 1 . dgveo. Eine analoge w-Erweiterung 
liegt vor in lat. (osk.-umbr.) brutus = lett. gruts 'schwer'. 

— Nach einer scharfsinnigen Vermutung von Wackernagel 
KZ 61, 197f. hat pgi- ein Gegenstiick in aind. grl-smd- m. 
'Hochsommer', eig. *'die Zeit des heftigen, starken Sommers' ? 
(zu sdma '(Halb)jahr', aw. ham- 'Sommer'). — Sehr fraglich 
ist dagegen die Heranziehung von air. brig 'Kraft, Macht, 
Wert' und verwandten keltischen Wortern (Fick 2, 185). 

Ppia = no fag, reixog, thrakisches Wort (Str. 7, 6, 1), figiav 
xrjv in dygoig (axgoigt) xdj/irjv H. — Zu toch. A ri, B riye 
'Stadt', < *uriia. Liden Aufsatze fur Kuhn 143ff. Hierher 
vielleicht auch giov 'Berghohe, Vorgebirge' (s. d.). 

Pplyxa* to fiixgov. Kvngioi H. pplyxo; m. N. eines Seefisches 
(mittlere Kom. bei Ath. 322 e), nach H. = ix&vg xrjrcodTjg, 
was zu den Angaben bei Ath. schlecht stimmt (Thompson 
Fishes s.v.); auflerdem bei H.: dvwSogxag • figiyxo; (cod. 
pglxxog) 6 (£#«?, vno @r)fiala>v, wozu Stromberg Fischnamen 58. 
Auch als PN (Eretria). — Unerklart; vgl. Bechtel Dial. 1, 446. 

Pp[£<o 'sehlafrig sein, einnicken' (A 4, 223, A.), Aor. e/Jgifa 
(E. Rh. 826 [lyr.], v. 1. efigioa), /?g/faf vnvdjaai, vvard^ai; 
figia&dg • VTivdiaag H. ; /3gtfa>, -ovg f. = evvjivtofiavrig (Semus 5). 

— a^gixiov • . . aygvmov, dfigitj • eygrjyogcog H. (vgl. zur Bildung 
dngi£ und Sehwyzer 620). — Unerklart. Ankniipfung an figi-, 
Pgl&co usw. (Curtius Grundz. 475, vgl. somno gravatus) scheint 
nicht ausgeschlossen. 



ppl&to — (Jp6YX°S 269 

Pp(9-o) s. PqL 

pptxeXoi- ot juev roue laxunodag, and rov fidgovg «at rov t-vAov • 
oj <5e pagfldgovg • A idvfiog di xa r gay ma. Ttgoawnela, nagd Kgarlvw, 
olov /?oot<5 slxeXoi, iv Esguploiq H. — Unerklartes Wort un- 
sicherer Bedeutung. Nach GroSelj 2iva Ant. 4, 166f. als vor- 
grieohisch zu <pgtxeg " xdgaxeg H. 

(3p[|xr)- djieiAjj. «ai yvvaixeta aggrftonoita H., was sich auf A.R. 
4, 1677 Mrjdeirjg flgtfifl 7ioXv<pagpdxov beziehen diirfte ; sehr frag- 
liche Konjektur h. Horn. 28, 10 (von Athena) ; auBerdem 
wahrscheinlich Orph. Fr. 79 = 'das Brullen'. Daneben figifiog • 
fieyag, xaXe7iog H., Bgifid> Bein. der Hekate und Persephone 
(A.R. u. a.), (lQifid)8r}i; (Herni. ap. Stob. [?]). — Mehrere 
Verba: ppifJLaotiou etwa 'ziirnen, vor Zorn schnauben' od. 
ahnl. (At. Eq. 855, Phld.) mit ^gi/irjfia (H., APl.[l]), gewohn- 
licher £fi-(3gifidoftai (A. usw.) mit ififlglfiri/ia, ejiflgifiriaig (LXX 
usw.); fiQifioofiat 'ds.' (X., Ph.) mit (igtfiioaig (Phld.), fSgiftahe- 
rai " &vfialvBrai, ogyi&rai ; figifid^mv " rfj rov Xiovrog £od>/*£»>og 
qxovfj, flgifidCei • ogyp sig avvovalav. Kvngioi H. 

Sparlich belegte Wortgruppe, die schlieBlich auf eine nomi- 
nale /i-Ableitung von /Jot- in /Sotaodg, figi&w zuriickgehen muB; 
Bedeutung etwa 'Schwere, Wueht, Gewalt, ITngestiim'. Die 
sehr sparsamen Belege der fraglichen Worter, die im Sprach- 
gefuhl keine festen Wurzeln hatten, machen eine genaue 
Bedeutungsbestimmung unmoglieh. Vgl. Solmson KZ 42, 207 
A. 2 m. Lit. — S. auch opgi/iog. 

Ppitu- yXvxv. Kgrfzeg H. — Unerklart. Als Vorderglied in 
BpiTO-jxapxi? Bein. der Artemis auf Kreta, aueh N. einer 
Gottin od. Nymphe auf Kreta und Dreros (Insehr., Kail., 
Str.). Davon Bgirofidgna n. pi. Fest auf Delos (Insehr.). — 
Naeh Solin. 11, 8 = 'dulcis virgo'; das Hinterglied seit 
Diefenbaeh (s. Solmsen KZ 35, 483 A. 1) zu lit. martl 'Braut, 
Jungfer', krimgot. marzus 'nuptiae'. Daneben auch Bgiro- 
fiagmg, -fidgneta (Kreta); nach Marinatos Agx- AeXr. 9, 79ff. 
zu Mdgnrjoea, N. einer verwandten Gottheit in Atolien, und 
von Wahrmann Glotta 19, 170 als die urspriingliche Form 
angesehen, woraus Bgiropagrig, wenig wahrscheinlich, durch 
Dissimilation entstanden ware. Andere Nebenform Bgvro- 
fiagrig, s. Wahrmann a.a.O. — Abzulehnen Magnien (s. 
Glotta 21, 178). 

PP*YX°S rn. 'Luftrohre, Kehle' (Hp., Arist. u. a.). Davon 
flgoyxia n. pi. 'Luftrohrenaste' (Hp. u. a.), pgoy/Jr] f. 'Rohren- 
system zwischen Herz und Leber' (Hp., vgl. dgrrjgla), flgoyxelov 
'Luftrohrenknorpel' (S. E.). — figoyxoirrig 'Halsoffnung eines 
Kleids' (J.; vgl. rgoTtojrrjg 'Ruderriemen' = rgonog und die 



270 pp6(*o?— PpoT6? 

Sekundarbildungen auf -t^q bei Chantraine Formation 327f.). 

— Denominativum pgoyxid&i • xaramvei H. 

Vielleicht zu pgoSai (s. d.), fJQoxftog mit unerklarter Nasal- 
infigierung. 

Pp6|iOi;, ppovn^ S. pQEflCO. 

(3p<5?eu Aor., in der Lit. vorwiegend dva-, xaxa-^go^ai 'wieder 
einschlucken, verschlucken' (ep. seit // 240, (5 222; pgoliai als 
Simplex H. [= Qwpfjam], AP), avafeoxev (A 586), Perf. dvafii- 
Pe°X sv (P 54 nach Zenodot fur dvapiflQvxsv). — Daneben 
PpiX^o? m. 'Schluck, Schlund' (Hp., Theok., AP u. a.) mit 
^Qox&codTjz 'seicht, untief (?; Nik. Th. 366, EM) und ^qoxM^m 
'einen Schluck nehmen u. ahnl.' (Arist. u. a.). 

Der o-Vokalismus, der im Perfekt zu Hause ist, fallt im 
Aorist auf; aolischer Ursprung liegt nahe, vgl. fSqdiai • . . xma- 
mslv H. Die nicht seltene Schreibung (Form) jsara-/J(><ufai 
(Ar., Lyk. u. a.) beruht auf alter Vermischung mit pifytoaxa). 

— An pgox&og, wohl zunachst als Nom. actionis „das Ver- 
schlucken" zu verstehen, erinnern mehrere Korperteilnamen 
wie yvd&og, orrj&og, ygovftog uaw. (Schwyzer 510f., Chantraine 
Formation 367, Specht Ursprung 253 f.; auch Pisani Ist. 
Lomb. 73: 2, 44f.); das jedenfalls suffixale -&og liiflt ver- 
schiedene Auffassungen zu. — Aus anderen Sprachen sind 
einige germanische und keltische Nomina zum Vergleich ge- 
eignet: mhd. krage 'Hals, Kehle, Nacken, Kragen', meng. 
crawe 'Kropf der Vogel', die als Sekundarbildungen oder 
Nomina agentis auf idg. *gVrogh-$n (gr. *f}Qo%riv; vgl. av^fyv 
usw.) zuriickgehen konnen, und air. bragae 'Hals, Nacken', 
mkymr. breuant 'Luftrohre' u. a. aus urkelt. *brag-, idg. zu- 
nachst g*rogh- (g^fgh- ?). Weiterer AnschluB an die Sippe von 
piftQwaxo), pdga&Qov ist dann zu erwagen. Fick 1, 410, Kret- 
schmer31, 405; weitereLit. beiBqund WP. 1, 683. — Hierher 
wohl auch figoyxog. 

(3pox6<; m. f. 'Mensch' als sterbliches Wesen aufgefafit, 'der 
Sterbliche', auch 'sterblich' (poet, seit II.). — Davon figoxeog 
(t 545 usw.), Pq&teios (Archil., A. usw.) 'zu den Sterblichen 
gehorig, menschlich' (vgl. Wackernagel Unt. 69 A. 1, Schmid 
■sog und -eiog 28 f.); fSgorijatog 'ds.' (Hes., Pi. usw.; nach 
Waxrjmog, <pdorr/aiog usw., vgl. Chantraine Formation 4 If.; 
unrichtig Fraenkel Nom. ag. 2, 151 nach Schulze: zu fcorai- 
yvvaly.sg H., vgl. Latte z. St.). — Altes Privativkompositum 
a-fifigorog (vgl. unten) 'unsterblich, gottlich' (daneben als 
einmalige Neubildung d-fSgoTr} [vv£] S 78, vgl. dfifpifSgoTi] 
[damg] 'den Mann rings deckend' B 389 usw. ?, s. auch 
PgoTog) mit dfifigooiog 'zu den Unsterblichen gehorig, gottlich' 
und dem Abstraktum dfifJQoolr) eig. ,,Unsterblichkeit", kon- 



np&xoq — ppouxos 271 

kretisiert 'Ambrosia', von den Gottern als Speise usw. ge- 
braucht (samtl. poet, seit II.). 

flgorog, aolisoh fiir *Pgar6g, ist mit arm. mard 'Mensch* 
formal und begriff lich identisoh (idg. *mrto-s) ; dazu, der 
Form naoh ubereinstimmend, aber durch die partizipielle 
Funktion semantisch abweichend, aind. mrtd-, aw. mvnta- 
'tot', wozu noch lat. mortuus, aksl. mrbtm 'tot' (Suffix naeh 
vivus, zivb) ; das negierte Oppositum in aind. a-mfta-, aw. 
a-mdia- 'unsterblich' = a-^Qorog, aber auch 'nicht tot, 
lebendig'; vgl. dazu Thieme Studien 15ff. mit feinsinnigen, 
aber unnotig zugespitzten und nioht immer iiberzeugenden 
Auslegungen. — Neben ftgorog steht mit anderem Ablaut 
fioQTog ■ av&gamog, &vt]r6g H. = aind. mdrta-, aw. mardta- 
'der Sterbliche, Mensch'. — Als alte, im Griechischen isolierte 
Verbalnomina gehoren flgorog und ftogrog zu einem idg. Wort 
fiir 'sterben', das u. a. in lat. morior, aind. mriyate, lit. mirti, 
aksl. mreti, arm. meranim, vielleicht auch in heth. mer- 'ver- 
schwinden, absterben' vorliegt; dazu nooh got. maurpr 
'Mori' usw. Einzelheiten bei WP. 2, 276, Pok. 735. — Vgl. 
auch fiagalva). 

Pp6to? m. bis auf ftekava (Iqotov (co 189) nur am Versende in 
der Formel pgorov al/iaToevra (H 425 usw.), gewohnlich als 
'geronnenes Blut' erklart. Davon, ebenfalls formelhaft, 
figoroeig in evaga pgoroevta (Z 480 usw.) und pgozoevT avdgdygia 
(E 509) ; auBerdem das einmalige fa^goTCD/neva xev%ea (A 41 
= Q.S. 1, 717; danach Stesich. 42 dgdxcov . . . xdga fcflgoru}- 
fiEVog). 

Wahrseheinlieh aolisch (in Lautgebung und Akzent) fiir 
*pQar6g und eng verwandt mit aind. murtd- 'geronnen' (Pras. 
murchati), zu dem es sich verhalt wie arga-rog (aol. argo-rog) 
zu aind. stlr-nd- 'ausgebreitet' (Bugge KZ 19, 446). — Anders 
Leumann Horn. Worter 124ff.: figorog aus aftpgorog, das von 
einem Dichter falsch als dvalfiaiv gedeutet wurde. — Hierher 
vielleicht mit Schulze KZ 29, 257 f. (Kl. Schr. 361 f.) auch 
apyipgorr] (danig B 389 usw.) als 'corpus undique tegens' zu 
einem Wort fiir 'Korper' (*pQor6vt), vgl. aind. mirti- 'Korper, 
Gestalt' (andere Auffassung s. figorog). 

Ppouxo? m. Art Heuschrecke (Thphr., nach H. ion.). Daneben 
figovxog (LXX, Ph. usw.), figovxa (kypr., H.); figavxog (kret.), 
flgavxt) {AB, H.), fige<v>xog- rj fiixgd dxglg, vixb KgrjTwv H., 
Pgvxog (H.), figoxof drreAe/Soi, dxgldeg H. 

Von diesen Formen ist figvxog (und figovxog) schon von EM 
(danach Fick 1, 409) mit Pgvxco 'gierig abfressen, mit den 
Zahnen knirschen' zusammengestellt worden. Die formale 
Ahnlichkeit kann indessen sehr wohl auf sekundarer volks- 



272 Pp6x$°S — Pptixoi 

etymologiseher Angleichung beruhen. Sonst sind diese volks- 
tumlichen Worter nicht befriedigend aufgeklart. Der Ver- 
gleich mit russ. brykath '(mit den HinterfiiBen) ausschlagen', 
klruss. brykaty 'mutwillig herumspringen, laufen' und anderen 
slavischen Wortern aus idg. breuq- (v. d. Osten-Sacken IF 
28, 146f.) hat einen sehr beschrankten Wert. — Zum Vokal- 
wechsel vgl. Schwyzer 198. S. auch pegxvCg. 

ppix&o? s. figo^ai. 

pp6xo? m. 'Schlinge (zum Erhangen), Strick, Band, Maeohe' 
(ion. att. seit Od.). — Davon figoxk 'Masche usw.' (AP, Opp.) 
und Pqox<ot6c. 'aus /S. bestehend' (Neophr., Aq., Sm.; zur 
Ableitung aus einem Nomen Chantraine Formation 305, 
Schwyzer 503). 

Fiir eine Grundform *ngoxog spricht ixoqottov ix <pXotov 
ntey/ia ii, & Exvnrw aUrjkovg roig AtjfirjrQioig H. Herangezogen 
hat roan daher einige slavische Worter, z.B. aksl. mreza 
'Netz, Schlinge', serb. mrSza 'Netz' (< idg. *me,nghia), ferner 
lett. merga, mafga 'Gelander usw.', lit. mdrika 'Stuck Lein- 
wand, kleines Fischemetz , (idg. *mordgh-skd1); naheres bei 
Vasmer Rubs. et. Wb. 2, 119 m. Lit. — Wegen des auf- 
fallenden a-Vokals unsicher ir. braig 'Kette', braga 'Ge- 
fangener, Geisel'; Erklarungsversuch von Walde Stand und 
Aufgaben 178. — WP. 2, 272f. nach Liden Stud. 14 u. a. — 
Vgl. Pqexoi (eig. 'erwiirgen, ersticken'?) und fieQfitg. 

PpuaAHJoiv SiagQijaawv H. (zu qtjooo) = 'stampfen', vom 
Tanzen). — Davon figvahyixov • \po<pov, tfx ov - flgvaAlxTai • 
noXenMoi dgxtjaral ■ 'pevedovnoC "Ipvxog xai Exr\aixogog H. — 
Von *{SgvaXog (-r), -mi), nominale Ableitung unbekannter Be- 
deutung von figvoj (s. d.), bzw. A-Erweiterung desselben, vgl. 
zu fiavxaXaco. Zur Bedeutung vgl. Pgvdoofiai • dva^axxEvaoftat 
fiexd nvog xivrjoetog H. 
ppuxto, Aor. pQv$ai, Fut. figv£w 'beifien, gierig abfressen', 
nicht immer von figvxio 'mit den Zahnen knirsehen' zu unter- 
scheiden (Kom. usw. ; nach Moer. u. a. attisch). — Davon 
Pgvy/tog (Eup.), Pgvyfia (Nik.); pgvxerog- xavxov T<j> Pgvyficp, 
xal pQvxrt&fiog dfiotmg. Acagcelg H. ; vgl. daxexov bzw. PgvxTj&nog; 
— pQvxedavoq • nohxfdyog ... H., vgl. nevxeSavog u. a. ; — 
Pgvydriv 'dicht bei' {AP). 

Unter der Voraussetzung, x in figvxw sei fiir y oder x aus 
figvgai, §gv£o> durch Entgleisung sekundar entstanden (Ost- 
hoff ZGdP 313f.), kann Pqvxw aus *g*rug(h)5 mit aksl. gryzp, 
grysti 'nagen' identisch sein; damit ablautend lit. grduziu, 
grduiti 'nagen'. Auch arm. krcem 'nagen' aus *kurcem kann 
dazu stimmen, wenn man dieselbe analogische Metathese 
wie in t'urc, Gen. t'rcoy 'yvdftog' (zu xgwy<o) usw. annimmt; 



ppuros — Ppux lc S 273 

daruber Liden Armen. Stud. 34 f . m. Lit. ; c in krcem ( < idg. g) 
kann ubrigens aus dem synonymen araeern 'essen' eingefuhrt 
sein. Aua dem Keltischen werden auBerdem herangezogen 
air. bron 'Kummer', kymr. brwyn 'stechender Schmerz' 
(urkelt. *brugnos). — WP. 1, 697f. m. Lit., Pok. 485 f. 

PpuTO? m., -ov n. 'Gerstenbier' (Archil., Hekat. u. a.), auch 
figoxhog, Pqvttiov (H.). — Daneben Ppurea (-ia) n. pi. 'Wein- 
trester, xa orE[i<pvXa (Ath., Aret., H.). — Ableitungen: 
f}gvrivog (Kratin.), figvrixog (Antiph.). 

Thrakisches Wort, das bis auf die Vokalqualitat mit awno. 
ags. brod, ahd. prod 'Bruhe', air. bruth 'Glut' identisch sein 
kann (idg. *bhr&tos, -om). Begrifflich amnachsten kommt lat. 
dejrQtum n. 'der eingekochte Most, Mostsaft', eig. 'das Aus- 
gekochte, Vergorene', Verbalnomen neben deferv(e)o, defer- 
vesco 'ausgaren'. Somit alte Benennung eines uralten Ver- 
fahrens und uralten Produkts, letzten Endes von einem Verb 
der Bedeutung 'aufbrausen (beim Garen, Brauen usw.)' mit 
zahlreichen Ablegern und Verwandten, u. a. \at.ferv(e)6. 
Aus thrak. figvrea, -ia stammt duroh illyrische Vermittlung 
(vgl. alb. bersl) lat. brisa 'Weintrester'. — Reiohes Material 
bei W.-Hofmann s. defrutum, auBerdem WP. 2, 167f., Pok. 
143f.; dazu noch Bruch IF 40, 241ff., Pisani JCeltStud. 1, 51 
(mit hypothetischen romanischen Kombinationen). — Vgl. 

aUCll (pQEdQ, {fOQVVfO. 

(3p0x&O|j,ai., Perf. peflQvxa (mit Prasensbed.), Aor. (jgv%rjaaa&ai 
'briillen, heulen' (vorw. poet, seit II., spate Prosa). — Ab- 
leitungen: {Sgvxn&nog 'Gebriill, Geheul' (Arist., Opp. u. a.), 
f}Qv%r]tia 'ds.' (A., API., Plu.) ; retrograde Bildung Pgvx^ (Opp., 
vgl. Pqvxw); — $gvxr(tr\g 'Briiller, brullend' (AP), $Qv%r)%rig 
c ds.' (Doroth.), (lgvxr]Xix6g (Tz.). — f}gvxr)86v 'rait Gebriill' 
(A. R., Norm.). — Erweiterte Verbform ftgvxavdo/iai (Nik.; 
vgl. Schwyzer 700). — Hierher auch figovxexog- . . fidxgaxov 
8i Kvngioi, (iQvxoq • xrigv!; H. (auch figvxog). — ■ Zum Formen- 
bestand vgl. Fraenkel Nom. ag. 2, 95 A. 3 (S. 96). 

Die Bedeutung des intensiven, bei Horn, alleinherrschenden 
Perfekts fiepgvxa (vgl. fiifivxa, xexgaya und Schwyzer- 
Debrunner 263), zu dem nach den Schallverben auf -dm 
(Schwyzer 683) das Prasens Pgvxdo/iai mitsamt dem noch 
spateren Aor. figvx^aaa&ai hinzugebildet wurde, legt onomato- 
poetischen EinfluB nahe, ohne daB man deswegen auf die 
naheliegende Ankniipfung an Pgvxco (s. d.) zu verzichten 
braucht. Expressiver Ausdruok und als solcher mannigfachen 
umwandelnden Assoziationen unterworfen. 

ppuXio? '(unter)seeisch, tief (A., Tim., A.R. u. a.). Daneben 
vnofigvxa 'unter dem Wasser', urspr. als Adj. im Akk. Sg. 

Frisk, Griech. etym. Wortertraeh 18 



274 PP^X" — pptico 

faBbar (e 319, Hdt. 7, 130; vgl. Bechtel Lex. s.v.), dann 
sicher Adv. (Arat., Q.S. u. a.). Im selben Sinn vnofigvx 10 ? 
(ion. seit h. Horn. 33,12, hell.); danach sieqi^qvxioq 'rings 
umflutend' (S. Ant. 336 [lyr.]). Nach Muster von wro/Sgupog : 
vnoflQvxa bildet Opp. H. 2, 588 zu Pqvx i °S don Akk - &QvX a 
'Meerestiefe'. 

Alle diese Bildungen konnen von einem Nomen *Pqv£, 
Pqvxos etwa 'Wasser, Meer(estiefe)' ausgegangen sein; zur 
Bildung von vTmfigvxa, vnopQvxiot; Schwyzer-Debrunner 532. 
Weitere Beziehungen unsicher. Begrifflich nahe liegt figexo> 
(das indeasen vielleicht von einer anderen Grundvorstellung 
ausgeht, vgl. s. v.) ; dabei ware *j$qv% wie ayvgig neben 
ay deco usw. als Schwundstufe zu betrachten (Schwyzer 351). 
— Schwerlich mit Bechtel Lex. 323 zu ptfiQvxe (Quantitat!, 
*jSg«'| eig. „der Briiller"?). 

ppuxoj nur Prasensstamm 'mit den Zahnen (rove, odovrai) 
klappern', auch intr. (Hp., Nik., Act. Ap. usw.). — Davon 
(lovxri (odovTcov) 'das Zahneklappern' (A.R., Q.S.), figvxtf&fios 
(Men., falls nicht von fjovydonai,), figvyftoi; (Hp., Ev. Matt. 
u. a.); Adv. povxr)66v (AP). 

Expressives Wort, das formal und semantisch einerseits 
an pevxw 'nagen', anderseits an figvxdofiai 'briillen' erinnert. 
Nahe kommt arm. kr6em atamanc 'mit den Zahnen klappern' 
(vgl. kreem s. fSgvxa>) ; aber arm. c kann mit gr. x nicht gleich- 
gesetzt werden, sondern mufl auf sekundarer Umbildung 
beruhen. 

ppuoj nur Prasensstamm (bis auf fevoas Prokop.) 'sprossen, 
treiben, sprudeln, strotzen' (poet, seit II., spate Prosa [auch 
trans.]). Davon fiovats (Suid., Eust.), figvafiog (Ark.), auch 
EN wie Bovas, Bgvawv. — Erweiterte Form fyvatco 'da.', 
auch ubertr. (poet, seit A., Epik. u. a.), nur Prasensstamm 
bis auf fSgvdoofim ' dvafiaxxEvao/j,ai fierd rivog xivrjosayg H. 
(sehr unsicher dvefigvaiav Ar. Eq. 602). Davon povaa/toQ 
'Uppigkeit' (Plu.), Bgvdmrjs Beiname des Pan (Poet. ap. 
Stob.). — Pptiov n. '(See)moos, Bliitenkatzchen' (Hp., Arist., 
Thphr. usw.) mit fiQvd>dr]s 'moos-, katzchenahnlich' (Alex. 
Aphr., Dsk. usw.); auch, mit Anknupfung an fSovw, 'iippig, 
iiberwachsen' (Arist.), in dieser Bedeutung auch figvoeig 
(Nik.); flQvwvrj, {Sgvoyvla 'schwarze, weiBe Weinrebe' (Nik., 
Dsk. usw.; zur Bildung Chantraine Formation 207 f.); Demi- 
nutivum figvcovlg (Nik.). — Zur J-Ableitung in fJqvaXlZ<ov 
s. d. — Denominatives Verb povoo/iai 'mit figvov bedeckt 
werden' (Arist.). — Bemerkenswertes Kompositum: £|x(3puov 
n. 'Neugeborenes (Lamm)' (i 245 u. a. ; wohl auch A. Eu. 945 
[lyr.]), 'ungeborene Leibesfrucht' (Hp., Arist. u. a.), von 



Pp&H.o<; — pu8^s 275 

Pqvco mit iv nach Muster von g/inedog, £yxe<paf.og und anderon 
nominalen Hypostasen. 

Eine iiberzeugende Etymologie von Pqvcu fehlt. Mehrere 
Vorschlage, u. a. zu lat. frutex (Osthoff MU 5, 85ff.), zu ahd. 
krut 'Kraut' (Persson Stud. 123). Weitere Lit. bei Bq s. v., 
W.-Hofmann s. frutex und ve.ru, WP. 1, 689. — Ala mut- 
maBliches Verbalnomen von PqiSco steht {Iqvov ziemlich ver- 
einzelt da; vgl. indessen &vov 'Baum mit wohlriechendem 
Holz', falls zu -frvo) '(verbrennend) opfern'. 
PptbfAO? m. 'Gestank', falsch fur fieo/iog (LXX, Gal. u. a.) 
wohl in Anlehnung an Pqmua (vgl. Ev. Mark. 7, 19). — Davon 
PQCQIico/hjg, PQO[i6driq 'stinkend' (Str., Plu., Ath. usw.); 
ffgcofiim (-o-) 'iibel riechen' (Al.). 

Mit Pgopoq 'Gerausch' identisch; das Wort ist im Sinn 
von 'Furz' aus der akustischen in die Geruehssphare iiber- 
gegangen, vgl. ngr. xgovto 'stoBen, farzen, stinken'. Hatzidakis 
Anh. zu m. 27, 3ff., dazu Kretschmer Glotta 9, 222f., 11, 98. 
Anders z.B. Kalitsunakis, s. Glotta 12, 198. Vgl. auoh ngr. 
Pqo/ieT 'es stinkt' s. fae/ico. — Daraus lat. bromus, bromosus, 
exbromo. 

pOa? m. 'Uhu (Arist., D.C.). Aus der Lautimitation /?£ nach. 
den Nomina auf -dg (Schwyzer 461, Chantraine Formation 
27 f., 30). Daneben nach den Verba auf -fw p6£co (fivag 
£/3ti|e D.C., vgl. Schwyzer 716). Postverbal fiv^a = fivag (Nik.). 
Elementare Schallnachahmung: arm. bu 'Eule' (= georg. 
bu), npers. bum 'As.', lat. bubo 'Uhu', bulg. buh 'ds.\ Weiteres 
Material bei WP. 2, 112f., Pok. 97f, W.-Hofmann 119, 
Schrader-Nehring Reallex. 2, 216. — Vgl. fivtcT^g und podco. 

PiSpXo? s. piplog. 

P»P<5S = 'uearog, nkr\qr\g, fieyag' (Sophr. 115 aus Suid. u. H.). 
Familiare Reduplikationsbildung, mit piiw, fivvim (s. d.) usw. 
verwandt. Zu den Wortern auf -pog s. Chantraine Formation 
261. Vgl. Specht Ursprung 264. 

Pu9-<5? m. '(Meeres)tiefe, Grund' (ion. poet., hell.). Davon 
fiv&iog 'zur Tiefe gehorig, tief (spat), Fern, pv&izig (ydu/iog 
AP; vgl. Redard Les noms grecs en -Tfjg 23). Denominativum 
pv&C£(o 'vereenken' (S., Plb. usw.) mit Pv&iauog (Hid.). 
Auflerdem das Ptz. fivftomaa ( e 7fa) 'in die Tiefe gehend' 
(Nik. Th. 505). — Daneben puoa<i£ m. 'Meerestiefe, Grund' 
(II., Hdt., Arist.) mit Pvaao&ev 'aus der Tiefe' (S., Kail. usw.). 
Bemerkenswerte Komposita: apvaaog 'grundlos' (Hdt., A., 
E., Ar.), Subst. f. 'Abgrund, Unterwelf (= hebr. tehom, 
LXX, NT, Pap. ; zur Bildung und Bedeutung vgl. Schwyzer 
RhM 81, 203); — pvooodofievw 'tief, heimlich erdenken' (Od., 

18* 



276 Puk&vtj — puv^o) 

Hes., danaoh spate Prosa), metrisch bedingt fur fivooodo/iiea) 
(Eust., Suid.) wie olxodofiea) usw., s. K. Meister HK 31, 
Chantraine Granim. hom. 1, 368. — Nebenform fivooa (Opp.) 
naoh firjaoa ; Z-Erweiterung in fivaaaXoi ■ (to&goi, fivaaaXevovri • 
rat fiv&u> i<pixvov[ievq> H. 

Hinsi'chtlich des Inlauts erinnern fiv&6<; : pvooog an fiaftvc, : 
pdaaog; Grundform von fivoooc. entweder *Pv&i6g oder *fiv&o6s, 
vgl. Schwyzer a.a.O. — Die Hesychglosse yv&loaarv • dioQvaocov 
lafit auf labiovelaren Anlaut schlieBen, wodurch Verwandt- 
schaft mit fifjoaa (und fia&VQ) nahegelegt wird. Dann verhalt 
sich yvMaawv zu firjooa, fia&vi; wie yvvr/ zu boot, fiavd; das /? 
in fivdos, pvoooq ware von fiijooa, fia&vg iibernommen. Schwyzer 
RhM 81, 201f. (Gramm. 296), wo aueh das unsichere aw. 
guda- her&ngezogen wird. Weitere Beziehungen s. prjooa; 
vgl. auch nv&jxrjv. 
PukAvt) f. 'Jagd-, Signalhorn' (Plb. usw.). Davon fivxavdm 'in 
Horn blasen (Plb.) mit pvxdvrjfia (App.) und pvxavr/riji; (Plb., 
App.); auch §vxaviarr)c, (Plb., D.H.) von Pvxavitw (Eust., 
vgl. unten) ; davon auch fivxaviOfios 'dumpfer Ton (Nikom., 
Ptol.). 

Aus lat. bucina entlehnt mit Suffixiibertragung nach 
Muster von machina: /nrjxavij (Niedermann IF 37, 147f. gegen 
Cuny Mel. Saussure 108 ff., der Entlehnung aus einem un- 
geschwachten *bucana durch die unteritalischen Griechen an- 
nimmt). Abzulehnen Haupt AmJPh 47, 310, vgl. Wahrmann 
Glotta 17, 255. — Neben pvx- (vgl. PvZa>, pvxrrjg) kommt 
auch die genauere Wiedergabe (iov- vor. Direkt aus dem 
Latein stammt povxivaTcag (Lyd.) = bucindtor; von bucina 
ebenfalls j$ovxivi£a> (S.E.). — S. auch PovxonaTrJQiov. 
[3iixTT)S m. Beiwort des Windes, nur in pvxrdcov aviftcov x 20, 
von den Alten durch nveovxmv, qroor[T(bv erklart (danach Lyk. 
und Orph. A., auch ohne Hauptwort im Sinn von 'Sturm- 
wind'). — Falls mit den Alten = 'blasend', zu psflvxwo&ar 
jiengrja&u <nagd> OerraXolg H. (Hoffmann Dial. 2, 224, 
Bechtel Dial. 1, 204) und weiterhin zu /Swetu (s. d.). Nach 
Fraenkel Nom. ag. 1, 19 A. 1 dagegen zu /5i5£a>, pvgai 'wie 
ein Uhu heulen' (s. fivd?). — Anderssprachige Beispiele von 
Jfc-Erweiterungen sowohl des schallnachahmenden bu wie von 
bu 'aufblasen', die aber fiir die Erklarung von Pvxrtjg belang- 
los sind, bei WP. 2, 112f. und 116f., Pok. 97f. und 100f., 
auch Bq s. v. 
puveco (Hdt., Ar.), auch Pvvto (Hdt.), fiv^m (Aret., H.), /Stiw, 
Aor. fivoai, Fut. Pvoio; pipvauai (seit Od.), ifivo&riv, (naqd)- 
pvarog, oft mit Proposition dia-, em-, naqa-, xqo-, 'voll- 
stopfen, anfiillen'. — Ableitungen: pvopa 'Pfropf (Hp., Ar. 



ptivrj — ptipoct 277 

u. a.), pvorga 'ds.' (Antiph., Luk.); Adv. fiv^r/v ( aus *fiva-dr)v, 
vgl. unten) 'dicht gedrangt, eng aneinander' (Hp., Th. usw.), 
wozu sekundar flvtfiv mncvov, avverov, yavgov d£ xal jieya H. 
— AuBerdem mit A-Suffix und Assimilation (oder expressiver 
Gemination) fivXXa' fteftva/ieva H., wozu das denominative 
f)epvMa>G&ai • fiepvG&ai H. 

Wie xvvim lafit sich flvveco als ein infigiertes Nasalpriisens 
*f}v-ve-o-a> auffassen, wobei /Jw- sogar ein schwundstufiges 
fivv-a- (3. PL *ftvvaovn, daraus diafivverai Hdt. 2, 96 ?, vgl. 
Schwyzer 692) fortsetzen konnte. Die Erklarung setzt fur 
fivvim ein sehr holies Alter voraus. In Frage kommt auch 
*Pvo-vi(o mit sekundiirem -eco, vgl. z.B. iv-dwdio neben dvvw, 
dvio. — Zum Vergleioh eignet sich zunaehst alb. m-bush 'an- 
fiillen', ferner einige keltische und germanische Worter fiir 
'Beutel, Tasohe', z.B. mir. buas auch 'Bauch' (idg. *bousto-), 
ano. posi, ags. posa, ahd. pfoso, urg. *ptisan- (idg. *b&son-) ; 
aufierdem z.B. aschw. pusin 'geschwollen' ; alb. m-bush und 
mir. buas konnen jedoch auch idg. bh- enthalten. Auszugehen 
ist von einer weitverbreiteten Imitation des Aufblasens 
b(h)u, p(h)u, die zu jeder Zeit neugebildet werden konnte; 
die genetiaehen Vergleiehe sind also mit Vorbehalt zu emp- 
fehlen. Vgl. fiv§6g, fiovflav, fjvrava. — Reiehes, aber etwas 
ungesichtetea Material bei WP. 2, 114ff., Pok. 98ff. 

ptSv*) f., /Wvj, -ecu; n. (nach xlxi, xo/i/n usw.) 'Gerstenmalz' 
(Pap., Aet.). Sehr zweifelhaft ^vveiig • oxevaofid ti xqI&ivov 
H. (trotz Lagercrantz ad PHolm. 15, 33), viell. aus dem Gen. 
fivvewg falsch erschlossen. — Fremdwort unbekannter Her- 
kunft. 

pupiov- oixqfia, (Svgw&ev olxo&ev H., (EM). — Measapisches 
Wort, das aich bis auf das io-Sufflx im Germanischen wieder- 
findet: ano. bur n., ahd. agB. bur m. 'Hiitte, Zimmer, Kafig' 
(urg. *bura-). Hierher wahrscheinlich auch fivguog • oraft/io; 
H., s. v. Blumenthal Hesychst. 3. Daneben mit anderem 
Ablaut fiavgla, pagit; (s. dd.). S. auch Krahe IF 57, 116. — 
Alles r-Ableitungen eines Worts fiir 'wohnen', s. <pva>. 

(3upp6?- xdvftagog. Tvggrp>ol H. — Nach der Farbe genannt, aua 
gr. jivqqoq, = lat. burrus 'feuerrot, scharlachrot' (Paul. Fest. 
31). Fohalle Melanges Vendryes 157f., dazu Kretschmer 
Glotta 16, 166. 

pOpocc f. '(abgezogene) Haut, Fell' (ion. att. Beit Hdt.). — 
Mehrere spate Ableitungen: Deminutivum (ivgaig (H.); 
pvQaivo; 'ledern' (D.C.), fivgoixog 'ds.' (Op.), auch 'von 
Gerbern benutzt' (Hippiatr., zu ^vgaevg), PvqocoStjs 'ds.' 
(Gal.); • — fivgoevg 'Gerber' (Act.Ap., Artem., Pap.) fiir 
iilteres pvgoodey>r]<; (At. PL usw.) mit Ableitungen, vgl. Bofl- 



278 Piioaoi; — pcoXrJTTji; 

liardt Die Nomina auf -evg 76; daneben pvgosvw 'gerben' 
(H.) und pvQaelov 'Gerbgrube' (Sch.). — Denom. pvgoow 
'rait Hauten bedecken' (Ath. Mech.). — Alt nur fivgolvi) 
'Lederriemen' (Ar. Eq. 59, 449, wegen des Wortspiels mit 
fivQOivr)). 

Technisches LW ohno Etymologie. 

puaao? f. „Byssos", feine Flachsart und Leinwand, auch auf 
baumwollene und seidene Stoffe bezogen (Emp., Theok., Str. 
usw.). — Davon fitiaoivog 'aus p. gemaeht' (seit Hdt.); 
Pvaocofia 'Netz aus £.' (AP; zur Bildung vgl. nejiXw/ia usw. 
Chantraine Formation 187). — Durch semitisohe Vermittlung 
(hebr. aram. bus, Lewy Fremdworter 125f.) aus dem Agyp- 
tischei) (wid Linnenart). s. Spiegelberg KZ 41, 127ff. 

Puoxa§ m. ; 'Schnurrbart' (Antiph.), fivaraya- nmymva H. — 
Wahrscheinlieh aus /nvcrcaS nach fivvew umgebildet, vgl. 
[ivoai- imdeivai, (pogrcHaat, xgvifai H. Nach Giintert Beim- 
wortbildungen 128 Fremdwort. 

pO-tava- novdvXoi. ol 8e pgvrava H. — Bildung auf -avov (Chan- 
traine Formation 197ff., Schwyzer 489 f.); gewohnlich ebenso 
wie fSvr&ov nXfj&og H. (expressive Gemination, falls nicht 
dial, fur fivarov) und (Ivrzog- yvvmxog alSolov H. als volks- 
tiimliche Dentalerweiterung des imitativen bu 'aufblasen' 
(s. pwim) betrachtet. — WP. 2, 115 nach der ausfuhrlichen 
Behandlung von Persson Beitrage 254, 272, 274. 

PutIvt)' Xdyvvog tj dftig. Tagavrlvoi H. Daneben nvxht] 'mit 
Weidenzweigen oder Bast umflochtene Weinflasche' (Poll.), 
Titel einer Komodie des Kratinos. — Wie viele andere Gefafi- 
namen ohne Etymologie. Daraus vlat. butina mit weiteren 
Entlehnungen ins Germanische, z.B. ags. byden, ahd. butin, 
nhd. Biitte; aus dem Germanischen Ann. putina, russ. bodnja 
usw., s. Vasmer Russ. et. Wb. s.v. Auch lat. buttis 'FaS' 
mit but(t)icula, butticella hangt damit irgendwie zusammen 
(W.-Hofmann s.v.). — Neugr. Formen und ON bei Georgakas 
ByzZ 42, 78. 

Piop6? Bez. eines Gebrechens, nach H. = x^og, Ttrjgog (irrogog 
cod.); bei Plu. Fr. inc. 149 mit xcoipog koordiniert; im Neugr. 
= 'stumm'. — Bildung wie mXopog, xXafifiog usw. (Chantraine 
261, Specht Ursprung 262f.); nach Groselj Ziva Ant. 4, 168f. 
als 'stumm' onomatopoetisch zu $<n$vt,uv oaXni&iv H. 

pwXVJTTK m. (Ath.), auch PwXh V g (Gp., Gal.) 'Pilz, spez. Cham- 
pignon'. — Davon pcoXr/Tiov 'pilzformige Schale', P(aXr\xagia 
mvaxut (Pap.), pwtyrlvog agrog (Ath.), nach der Form. Aus 
lat. boletus (seit Sen.), das nach Niedermann IFAnz. 29, 31f. 
seinen Namen von der Stadt Boletum in Spanien bezogen hat; 



P&Xos — PujvCtt)? 279 

formal und sachlich nicht ohne Bedenken, s. W.-Hofmann 
s. v. Bedenklioh ebenfalls Machek Lingua posnaniensis 2, 48 : 
ftcoXrJTtig sei aus derselben Quelle wie slav. bbdla 'Champignon' 
entlehnt. (Nicht beaser iiber die slav. Worter bei Vasmor 
Buss. ot. Wb. 1, 93.) — Die Form /JcoAt-njg, nach den zahl- 
reichen Ableitungen auf -irrjg, hat auch die Bedeutung 
'Wurzelknolle der Lychnis', offenbar durch Assoziation mit 
(i&Xog, erhalten und ist auch ins Latein (Plin.) tibergegangen. 
Naheres bei Redard Les noms grecs en -Tr/? 70. 

pioXoi; f. (m.) 'Erdscholle, (Erd)kloB' (seit II.). — Mehrere 
Ableitungen. Deminutiva fitoXiov (As., Arist.), fScoXdgiov (Str. 
usw.) ; — fiwXig • /idtyg eldog n iv rait; ftvaiatg H. ; (JtoXovai 
nach Einigen = xoXwvat; vielleicht ficaXcovm zu schreiben (H. 
aus S.). — Adj. pcoXoidrjg (Thphr., Pap.), fitbXivog (H.); Adv. 
(icaXrjdov (Dsk.); Verbalnomen ftwkcDOig 'Klofibildung, Zu- 
sammenballung' (Pap.) als von *f}a>X6ofiai; vgl. die Bildungen 
ohne Verb bei Chantraine Formation 288. — Alt ist /?<3Aa| 
f. = fi&Xog (poet, seit Pi.; e'gt/SeoAaf wie eglfiwXog seit II.); 
vgl. die Sekundarbildungen auf -af bei Chantraine Formation 
379. Davon ficoXdxiog (Pi.), fiioXaxiov (H., Zonar.). 

Nicht sicher erklart. Vielleicht urspriinglich lautsymbolisch 
und zu fioXpdg (s. d.) usw. 

pto(x6? m. 'Stufe, (Wagen)gestell', bes. 'Altar' (seit II.). — 
Zahlreiche Ableitungen. Deminutiva: flcofitg 'Staffel' (Hdt.), 
(im/iCaxog techn. Terminus mit verschiedenen Spezialbedeu- 
tungen (Hero, Nikom. usw.), Pa)/nla>aov (Pap.), ficottioxdgwv 
(Inschr.); fidt^ai • 6 ftixgog (fat/tog, vTioxogionxaJg H. — flco/iirig 
(sc. yfj) 'geweihtes Land' (Pergamon); — flco/xiargia 'Prie- 
sterin' (Nik.; nach den Bildungen auf -largia zu -l&iv, Chan- 
traine Formation 106); /Sw/idf • ftm/ioXoxog H., volkstumlieh- 
pejorative Bildung, Chantraine Formation 381 f.; Bjorck 
Alpha impurum 263 A. 1 ; davon jtw/idxev/ia (Sch., EM). — - 
Adj. P<i>/uog (S., E. usw.), auch Monatsname (Lamia); P(o/Mx6g 
(Kibyra), fScoixialog (S.). — ficbfiEvoig- fSw/tov idgv/na H., wie 
von *f}a>fievco, vgl. zu fiuiXwotg s. jidtXog. — Hierher auch als 
Denominativum f}d>/ir]vev • cbfiooe H. von *(}a>/j.a(vu> '(mit der 
Hand auf dem Altar) schworen'. 

Verbalnomen mit auffallender 6-Stufe zu e-firj-v ie-fid-v); 
zur Bedeutung vgl. z.B. fidoig und apers. ga&u-, npers. gah 
'Platz, Statte, Thron' (von ga- = fid-, fit]-). — Verfehlt 
E. MaaB Arch. f. Religionswiss. 23, 221 ff. (vgl. Wahrmann 
Glotta 17, 244), Lewy KZ 55, 32 (sem. LW). — S. auch Porzig 
Satzinhalte 262, 286 f. 

Pojvtxris, -rag m. ' fiovxoXog' (Kail., H., Suid.). Eig. dor. fur 
{Sowhrig (von (lowog, s. d. ; vgl. fimvirag- roiig ev dygq> H.) mit 



280 



Pcopeu? — Y^Pa^ov 



volksetymologischem Anschlufi an fiovq, /?<%. Redard Les 
noms grecs en -Tjyc 39. — Nicht mit Baunack Phil. 70, 367 = 
*fs(i>Fhaq. 

Pwpeti? m., fagidiov n. 'Seebarbe' (Xenokr.), auch fiovgidiov 
(Alex. Trail.). — Nach BoBhardt Die Nomina auf -evg 61 
aus P&qoi • 6(p&aX/ioi H., weil neben den fsmgiSia u. a. auch 
die TvyXidia erwahnt werden. Ebenso Stromberg Fischnamen 
42 f. mit anderen Beispielen desselben Benennungsmotivs. 
Aber fi&goi stent wahrscheinlich fiir *fa>goi (s. ogdm) ; ander- 
seits kann fiwgevg von den gleichbedeutenden kopt. bori, 
arab. burl nicht getrennt werden, s. Thompson Fishes s.v. 
— Zu den EN auf Bioq- (Bmgog, Btigaxog, Biogi/xog) s. BoB- 
hardt a.a.O. 

Ptootov n. Bez. eines Hausgerats; Deminutivum Pmmdia (Pap., 
vgl. unten). Aus fiwrtov ara/ivlov H. mit Ubergang von 
rt > m, s. Olsson Symb. Oslo. 4, 62f.; davon fioTdgiov (Zos. 
Alch.). Die Femininform fiwoiSiai (bis) ist wahrscheinlich 
nur schlechte Orthographic fiir -Idia; Olsson erwagt daneben 
Ubergang ins Femininum nach Xfav&og, ardfivog usw. — 
Ohne Etymologie; vgl. f}ovr(r)ig. 

pcoorp^co nur Prasensstamm 'rufen, anrufen' (poet, seit Od.). 
— Zu podm wie Elaorgico (ep. ion. seit II.) zu elavvw, IM-eai, 
xafaorgia) (Kail.) zu xaXim. Expressive Erweiterung, urspriing- 
lich auf einem nominalen re e -, ^o-Suffix aufgebaut (vgl. 
Risch 266), aber im einzelnen unklar. — Bechtel Lex. ver- 
gleicht die lit. Deverbativa auf -teriu, tereti. 

(3u>Td^€iv (SdXXeiv H. S. ymdlai und ovrdm. 

(JcoTiaveipa, pa>TG>p usw. s. f}6axa>. 



Y« dor. usw. fiir ye, s. d. 

yipo^ov rgv^Xlov H.; xafiaQa pi. (Akz.?, Pap. Ilia), auch 
f. sg. (Edict. Diocl., s. unten) ; tdparog ■ jiifraf Ix&vtjqoq nagd 
Ilaipiotg H.; aufierdem f.]a^a&a xgla Cumont Fouilles de 
Doura-Europos 372, 13. Zum Lautlichen Schwyzer 209. 

Orientalisches LW, viell. aus einem unbelegten sem. Fern. 
*kabbat (H.Bauer bei W.-Hofmann s. gabata; vgl. xafios). 
Aus derselben Quelle lat. gabatfhja 'Schale, Schiissel, holzernes 
GefaB' mit verschiedenen Ablegern: gr. xa^a&a (Edict. Diocl.), 
kalabr. gdvata 'catino di terracotta', franz. jatte, ahd. gebiza, 
gebita 'Efigeschirr'. Aus ngr. ya^d&a tiirk. Jcuvata. S. W.-Hof- 



yayivris— Y&yypa.wa 281 

mann a.a.O., auflerdem Hubschmid Rev. int. d'onomastique 
4, 19. — Daneben Y«Peva • of vf!d<pia, -fjroi rgvfikia H. ; Bildung 
unklar, neugr. Formen bei Kukules 'Aqx- 27, 61 ff., unterital. 
bei Rohlfs WB 399; s. noch Hubschmid a.a.O., Belardi 
Doxa 3, 200. 

Y<XY<iTY)<; (sc. Xt&og) m. 'Pechkohle, Gagaf (Orph., Plin., Dsk. 
usw.). Nach Plin. 36, 141 von rdyag Stadt und FluB in 
Lykien. Daraus lat. gagates, wovon franz. jais, dt. Gagat usw. 
Vgl. Redard Les noms grecs en -rtjg 53, 234. 

YaYY°" VElv '[ to iterta yiXwrog nQoanait,eiv H. — Redupliziertes 
Schallwort, seit Fick (1, 33 und 398; 2, 109) zu aind. ganjana- 
'verachtend, besiegend' (formal = *ydyyavog), ags. cane 
'Hohn, Spott' ( = aind. ganja-, nur lexikalisch belegt). — 
tiber lat. gannio und einige keltische und slavische Worter, 
die besser beiseite bleiben, s. W.-Hofmann s.v., WP. 1, 535, 
Pok. 352. — Vgl. auoh yoyyvCw. 

Y<iYY a t"»v «• (A., Opp.), yayyafXT) f. (Str.) 'Netz, bes. zum 
Austernfang'. — Ableitung yayyafievg- dhevg, 6 rfj yayyd/irj 
EQya&fievog H. Daneben yayyanevrrjg 'ds.' (conj. EM ), vielleicht 
nach dXiEvrrjg neben dfaevg; evtl. von *yayyaftevco (BoChardt 
Die Nomina auf -evg 82). — Als technischer Terminus der 
Entlehnung verdachtig. Falls indogermanisch, kann es zu 
yevzo r er fafite' (s. d.) gehoren. 

YOYY^tov n. 'Geschwulst, tfiberbein' mit yayyhfodrjg (Mediz. 
seit Hp.). — Mcht sicher erklart. Nach L. Meyer mit Intensiv- 
reduplikation zu ay fag, yekyig, ydfav&oi, ytfav&oi (s. dd.), 
denen Solmsen Wortforsoh. 223 einige slavische Ausdriicke 
fur 'Geschwulst, Driise usw.', z.B. aksl. ibly, hinzufiigt. 
Weitere hypothetische Verwandte bei W.-Hofmann s. galla, 
WP. 1, 612, Pok. 357. 

YiYYPaiva f. 'Brand' (Hp., NT, Plu. usw.). Davon die Adj. 
yayyqaivimg und yayyQaivmdrjg, das Denominativum yayygat- 
voofiai mit yayyqalvmaig und yayyQatvwfia (alles Hp. usw.). 
— Intensive Reduplikationsbildung mit demselben Suffix 
wie in yayldaiva. Als nachste Grundlage hat wahrscheinlich 
ein Nomen gedient, dessen Form sich nicht genau feststellen 
laBt (vgl. Chantraine Formation 108 f.); moglich sind z.B. 
*ydyyQ<ov, *ydyygog, auch ydyyga, nach Alexander Polyhistor 
bei St. Byz. s. rdyyqa eine Benennung der Ziege. Schon die 
Alten haben ydyygaiva ansprechend mit ygdeo 'fressen', 
athem. Ipv. ygda&t, verkniipft. Ob die Intensivreduplikation 
schon beim "Verb vorlag (*yayygd<o, *yayygaivw) oder sich 
erst beim Substantiv einstellte, ist nicht zu entscheiden. — 
Niiheres bei Solmsen Wortforsch. 231 f. 



282 Y a ^^ — Y ^ 00 ? 

yaS^- xipcoTog H. Wertlose Vermutung bei Winter Prothet. 
Vokal 17. Nicht zu trennen von ydvdiov • xifidniov H. Zum 
Vergleich bietet sich lat. gandeia N. eines Fahrzeuges bei 
den Afrikanern, s. W.-Hofmann s.v. S. noch Belardi Bend. 
Ace. Lincei 8 : 9, 620 mit weitgehenden Kombinationen. 

Y<x8o$ N. eines Fisches, auch ovog benannt (Dorio ap. Ath. 7, 
315f.). Daneben yddagog (Diogenian) = yaCdaQiov (Pap. 
VI — VHP), ngr. yaidaQog. t^ber anklingende Benennungen 
des ovog oder ovlaxog, yaXlag, yaMegiag, xeXXaolriq usw. s. 
Stromberg Fischnamen 130f. 

Y«i?a f. 'Schatzkammer, der konigliche Sohatz' (Thphr., OGI 54, 
22 [III a ], Plb. usw.); als Vorderglied in yaC,o-yv'ka& 'Schatz- 
wachter' mit yafryvAaxEa) und ya£oq>vhdxiov (alles hell.). 
Keine Ableitungen. — Nach Pomp. Mela 1, 64 u. a. persisch, 
vgl. mpers. ganj. Aus dem Griechischen stammt lat. gaza, 
wohl auch syr. gam. 

Yfitla f. 'Erde', auch personiflziert (poet, seit II.). — Seltene Ab- 
leitungen: ymrj'Cog 'aus der Erde (Gaia) entsprossen' (poet, 
seit Od.; nach den Adj. auf -r\'vog, vgl. Chantraine Formation 
52), yaimv 'Erdhaufen' (Tab. Heracl. 1, 136) neben ya-edrv 
(IG 14, 322 II 83, Halaesa), ycuoco 'in Erde verwandeln' (Tz.). 
— Unter den Komposita ist zu nennen dor. yamo%og, lak. 
yatAFoxog, ep. yair/oxog Beiw. des Poseidon, s. d. 

Unklar. Vielleicht Kontamination von ala, fiala und yfj 
(Schwyzer 473 m. Lit.). 

You&oxo? m. (dor.), lak. yaidfoxog, ep. ycurjoxog (seit II.) Bei- 
wort des Poseidon (sekundar auf Zeus usw. bezogen) eig. 
Bedeutung unbekannt, gewohnlich als 'erdbewegend, Erd- 
erschiitterer' (= ivvoal-yawg, s. d.) erklart; das Hinterglied 
jedenfalls zu 6xia>, lat. veho usw., was verschiedene konkrete 
Sinnfiirbungen zulafit. Nach Borgeaud KZ 68, 221 f. = 'Heim- 
fuhrer d.h. Gemahl der Gaia' = Iloaeidwv (s. d.). An eine 
Kultlegende erinnernd, nach der Poseidon Inniog in Gestalt 
eines Hengstes die in eine Stute verwandelte Demeter d.h. 
die Erdgottin besprungen habe, erwagt Kretschmer Glotta 
5, 303 eine Deutung raiav 6%Evmv oder Taia dxovfievog in 
erotischem Sinne; die Glossierung mit oxsvcov kann insofern 
in die Irre fuhren, als dies Verbum wahrscheinlich nichts mit 
oxio) zu tun hat, s. BoBhardt Die Nomina auf -evg 30 (zu 
oxevg). — Wieder anders Nilsson Gr. Rel. 1, 419 als Alter- 
native (nach Hesych) : 'unter der Erde fahrend' (von Poseidon 
als altem FluBgott). — Auch die exakte Deutung des Zeus- 
epithets aiyioxog (s. alyig) muB als unsicher gelten. 

yalaoq m., auch yalaov n. Bez. eines WurfspieBes (Plb., Ph. 
Bel., LXX usw.). Wie lat. gaesum aus dem Gallischen. — 



YoUw — y<4*« 283 

Daneben yaiaaxai, -01 'mercennarii' (Plb.) aus lat. gaesatl 
'mit einem g. bewaffnete gallische Soldtruppen', vgl. die EN 
Qaesato-rlx, Gaeso-rlx, vandal. Oaise-ricus, got. Rada-gaistis 
(Kretschmer Zeitschr. f. d. Alt. 66, 8, Jacobaohn ibid. 219ff.). 
— Andere keltische Formen sind z.B. air. gae, korn. gew 
'Speer'. Hierher noch das germ. Wort fiir 'Speer', ahd. as. 
ger, ags. gar, anord. geirr m. ; uber die naheliegende Annahme 
eiiier Entlehnung aus dem Keltisohen Schrader-Nehring 
Reallex. 2, 425. — Weitere Ankniipfungen sind hochst un- 
sicher, vgl. s. #afog. Wie bei vielen anderen Waffennamen ist 
mit fremdem Ursprung zu reohnen (nach Ath. 6, 273 f. war 
yalaog iberisch). Vgl. noch L. Hahn Rom und Romanismus 
im griech. Osten 49. 

yoclu) 'sich freuen' (xvds'C yaicov) s. ydvv/tm und yrj&eco. 

ydXo, ydXaxrog n. 'Milch' (seit II.); seltene oblique Formen 
Dat. ydXaxi (Kail. Hek. 1, 4, 4), Gen. ydXarog (Pap.), rov 
ydX.a (PL Kom.). — Ableitungen: yaXdxnov 'Milchtropfen' 
(M. Ant., verachtlich deminuierend), pi. 'Milchkuchen' 
(Alkiphr.); yaXaxrlg (nerga) N. eines Steins (Orph.) = ya- 
Xaxxixr)Q (Dsk.; vgl. Redard Les noms grecs en -xr/g 53), beide 
auch als Pflanzennamen = TiftvjxaXXog (Aet., Gloss.; nach 
dem Milchsaft, s. Stromberg Pflanzennamen 58, Redard 70) ; 
ydXal; N. eines weiBen Schalflsches (Arist. ; vgl. Stromberg 
Fischnamen 109; zur Bildung Chantraine Formation 379); 
ydXiov s. bes. • — Adjektiva: yaXaxxcbdrjg 'aus Milch bestehend, 
mit Milch gemischt usw.' (Arist., Hp. u. a.), yaXdxxivog 
'milchfarben' (AP, Pap.). — Denominative Verba: 1. yaXax- 
ri'Cco 'milehahnlich sein usw.' (Dsk. u. a.) mit yaXaxriOfiog 
'das Saugen' (Mediz.); 2. yaXaxxoofiai 'zu Milch werden' 
(Thphr. u. a.) mit yaXdxxmaig (Thphr.); 3. yaXaxxidta 'von 
Milchuberfulle leiden' (weil der AbfluB verhindert ist, Poll., 
H.). — Durch Assibilation entstanden Formen mit £: yaXa!;ia.g 
(xvxXog) 'die Milchstrafie' (D.S., Luk. usw.; zur Bildung 
Chantraine 95; daneben im AnschluB an das Grundwort 
yaXaxxlag Ptol.); yaXd^ia n. pi. N. eines Kybelefestes in 
Athen, bei dem ein Milchgericht ya\at;ia gespeist wurdo 
(Inschr., Thphr., H.), davon raXa^imv Monatsname auf Delos 
(lnschr. III a ). Danaeh yaXa^alog und yaXagrjeig 'milehahnlich, 
milchweiB' (Nonn.). — Fur sich steht yaXar/tov ■ Xdxavov 
aygiov H., seit Fick BB 28, 108 als Zusammenbildung von 
ydXa und rifivco erklart (vgl. ydXiov); eine Sekundarbildung 
*yaXaxr-fi6v (Stromberg Pflanzennamen 58) ware hart, aber 
vielleicht nicht ganz unmoglich. — Unklar ydXayya 'Alpinia 
officinarum' (Aet.). — Eine alte Zusammenbildung aus ydXa 
und {Hja&ai ist yaXa-&r)-vog 'milchsaugend' (vorw. poet, seit 



284 Y&Xas — yaK&ri 

Od.) ; zum Suffix vgl. dyavdg usw. (Schwyzer 452), auch TtOrfvi) 
(unklar Bechtel Lex. s.v.). — Neben ydXa steht yXdyog n. 
(poet, und selten seit i?471) mit den spaten, ebenfalls poeti- 
schen yXayegog, yXayoeig; auBerdem nEQiyXayr/c; (II 642, wo- 
nach veoyXayrjg [Max.]) und ykayam (AP); andere Formen: 
yXaxcovreg • fiearoi ydXaxxog H. ; xXdyog ■ ydXa. Kqtjtes H. (zur 
Erklarung unten) ; mit hypokoristisoher Gemination yXaxxov • 
yaXafirjvdv H. — Uber ydXa als Hinterglied Sommer Nominal- 
komp. 83. 

Altererbtes Wort fur 'Milch', das indessen auCerhalb des 
Griechischen nur in lat. lac bewahrt ist (altes Fremdwort?, 
Porzig Gliederung 132); Grundform somit *glakt-, das in 
yXaxro-ydyog (N 6 usw.) vorliegen kann, falls nicht vielmehr 
sekundarfe Synkope. Daraus, mit Schwund der Endkonso- 
nanten und Vokalentfaltung in der einsilbigen Nom.-Akk.- 
Form (vgl. zu yvvrj) ydXa, wozu analogisch ydXaxTog. — Die 
r-losen Formen yXdyog, yXax&vzEg und xXdyog sind nicht 
sicher erklart. Die Annahme J. Schmidts Pluralbild. 179, das 
-t sei urspriinglich wie z. B. in aind. yakf-t (s. fJ7iag) nur im 
Nom.-Akk. zu Hause, ist allenfalls moglich, aber ebensogut 
kann ein sekundar reduziertes *yXdx[r] zugrande liegen. 
Die Formen yXdyog und xXdyog lassen verschiedene Deu- 
tungen zu; wahrscheinlich ist yXdyog aus *yXdxog assimiliert 
(Solmsen IFAnz. 19, 31); xXdyog kann umgekehrt eine Meta- 
these sein (Schulze KZ 33, 399 = Kl. Schr. 304; anders 
Kretschmer KZ 33, 471, v. Blumenthal Hesyehst. 25); nach 
Havers Sprachtabu 122 ware die Umstellung durch Tabu 
verursacht, was schwer zu begriinden sein durfte. — Aus lat. 
lac mir. lacht usw. Dagegen ist altchin. lak (aus *glak oder 
*klak) 'Kumys, sauerliches Milchprodukt' jedenfalls in erster 
Linie ein nordasiatisches (tiirkisches) LW, vgl. tiirk. dial. 
raky, araky; daraus u. a. arab. 'araq, japan, sake usw., s. 
Karlgren DLZ 1926, 1960f. — Vgl. Schwyzer IF 30, 438ff., 
Kretschmer Glotta 6, 305. — Abzulehnen Hirt IF 21, 173f. 
(vgl. Kretschmer Glotta 1, 373), Meillet MSL 17, 60, Miiller- 
Graupa Glotta 19, 69ff., Mann Lang. 28, 33 usw. — Vgl. 
WP. 1, 659, Pok. 400f., W.-Hofmann s. lac. Zu den ver- 
schiedenen idg. Ausdrucken fiir 'Milch' s. Ernout-Meillet s. lac, 
Buck Synonyms 385. 

YAXo? 1 yrj. Jiagd EvxXhip H. L T nsichere Vermutungen iiber 
mediterranen Ursprung bei Belardi Doxa 3, 200. 

yaX^T), yaXfj f. 'Wiesel, Marder' (ion. att. seit Hdt., Ar.), auch 
als Fischname (Ael.), vgl. Stromberg Fischnamen 108. — 
Davon yaXiSevg 'junges Wiesel' (Krat.), nach ?.vx-idevg und 
anderen Nomina auf -idevg (Chantraine Formation 364; vgl. 



Ya\e6q— ya'X.'fytr] 285 

unten); yaXewxrjg 'Eidechse' (Ar., Arist.), 'Wiesel' (Luk.); 
zur Bildung vgl. Sehwyzer 500; auoh 'Schwertfisch' (Plb., 
Str.), vgl. s. yaXeog. — Bemerkenswerte Komposita: yaXe- 
dyxcov (Arist., Plu.), auoh yaXi-dyxcov (Hp.; nach den zahl- 
reiohen Vordergliedern auf -t: dgyt-, xvdi-, xaXXc- usw.; vgl. 
unten) eig. 'wieselarmig', d.h. 'mit kurzem Oberarm', vgl. 
Solmsen Wortforsch. 225f. ; yaXeo-fidoXov n. „Wieselfurz", 
'Taubnessel', eig. substantiviertes Bahuvrmikompositum, 
= yaXrfoxpig ,,Wieselauge" (Dak.) ; zur Namengebung a. Strom- 
berg Pflanzennamen 138f., Lehmann IF 21, 193 A. 1. — 
Zu yaXeog s. bos. 

Die Bildung von yaXerj macht es wahrscheinlioh, dafl das 
Wort ursprunglich das Fell bezeichnete, vgl. aXamex-ir) usw. 
(Chantraine Formation 91), auch lat. galea unten. Die zu- 
grunde liegende Wortform bleibt unsicher. Seit Osthoff 
Etym. parerga 183f. vergleieht man lat. glis 'Hasel-, Bilch- 
maus' und aind. giri-, girika f. 'Maus' (nur lexikalisch be- 
legt). Die Bildungen yaX-idetig und yaXi-6.yx.mv lassen sich 
jedoch nicht als Zeugnisse eines ehemaligen griechischen 
t-Stammes verwerten, s. oben. — Fern bleibt (trotz Sehwyzer 
299) kymr. bele 'WieseP (vgl. W.-Hofmann s. feles). — Von 
der urspriinglichen Bedeutung 'WieselfelP seheint lat. galea 
'Helm aus Leder' auszugehen, vgl. xvvet] eig. 'HundsfelP, 
gew. 'Sturmhaube'. — Aus yaXir\ stammen nach Hesseling 
Neophilologus 6, 207 ff. auch ital. galea, -ia, ndl. galei usw. 
Bez. eines Schiffes (wegen der Gesohwindigkeit). 

ya^-ei? m. 'Haifiseh' (PI. Kom., Arist. usw.), auch = yaXit] 
(Aret.). — Davon yaXetodrjg 'haifischartig' (Arist.), yaXednrjg 
'Schwertfisch' (Plb., Str.; vgl. unten), auch yaXa£iag = yaXeog 
(Gal.) mit unerklartem AnschluC an yaXa£(ag 'MilchstraBe' ; 
bemerkenswertes Kompositum yaXea>vv/iog = yaXeog (Phy- 
lotim. ap. Gal.), Kontamination von diesem und xaXXirnvvfiog 
Bez. eines Fisches, s. Stromberg Fischnamen 108 f. 

Dafi der Haifiseh nach dem Wiesel benannt wurde, hat 
Stromberg a.a.O. wahrscheinlichgemacht, aber die Bildungs- 
weise von yaXeog ist unklar. Zur Not konnte eine Riickbildung 
aus yaXediTrjg (von yaXerj) nach Muster von daxaXafiwzrig : 
aaxaXafiog vorliegen. — Ausfiihrlich iiber yaXeog Thompson 
Fishes s. v. 

YaXi^vT), dor. yaXdvd 'Stille', bes. 'Meeresstille' (seit Od.). — 
Mehrere Ableitungen: yaXrjveia (yaXdveia) = yaXr\vr\ (Eur. in 
lyr.), vielleicht nach dem sinnverwandten oaqprjveia; nicht 
von yaXrivrjg (nur Arist. Phgn. 811b 38, nach den Adj. auf 
-(Tjvjtfg); yaXrjvair) (A.R. 1, 1156: vgl. dvayxalr] neben dvdyxt]); 
daneben das Adj. yaXijvalog (AP, Epigr.); Demin. yaXryvidiov 



286 Y<iXi — ydXos 

(Gloss.). — yaXt}vog 'still, ruhig' (E., PI., Arist. usw. ; eher 
nach den Adj . auf -rjvog zu yaXr\vr\ neugebildet als mit Schwyzer 
514 eine davon unabhangige i>o-Ableitung von einem cr- 
Stamm) mit yaXrjvorrjg (S.E.); yaXrjViog (Luk.), yaXqvcbdrjg 
(Schol.). Durch Vermischung mit den zahlreichen po-Adjek- 
tiva (nicht alter r-n-Wechsel) entstand yaXrjgog H.; daneben, 
nach den Adj. auf -egog, yaXegog H., vgl. ysXavrjg und yekaQrjg 
s. yeXdio. — Denominative Verba: yaXr\vit,m 'Meeresstille 
hervorrufen', intr. 'still sein' (Hp., E. usw.) mit yaXrjviafiog 
(Epikur.); yaXr)vid£(o 'still sein' (Hp. u. a.), yaXrjvidai 'ds.' 
(Epikur. usw.). 

yaXrfvrj, yaXdvd, wie das sinnverwandte oeXrjvr] gebildet, 
stent fur *yaXao-vd und geht somit von einem nominalen 
cr-Stamm saus, der mit anderem Ablaut in yeXwg, ysXaa-rag 
usw. und auch in dem bei Jo. Gramm. Comp. 3, 1 als aolisch 
bezeiohneten yeXrjvr] (fur *yeXavva wie oeX&vval) vorliegt. Zur 
Bedeutung, eig. 'Heiterkeit', vgl. ysXelv Xdfineiv, av&e'iv H. 
Ablautsmafiig stimmt yaXrjvt] zu arm. calr 'Gelachter' ; 
weiteres s. ytXdm. Vgl. noch yXr/vtj, yXfjvog. 

Y<4Xl- ixavov PI. Fiir *fdXi; s. dXig. 

YOtXiayxwv s- yaXitj. 

yaXta?, yaXXeploc; usw. Fischnamen, s. yddog. 

ydXivS'Oi - IfUfiiv&oi. oi 6s ydXt&oi H. Daneben yeXiv&oi • eQefiivftoi 
H. — Nach Solmsen Wortforsch. 223 zu yiXyig usw. (s. d.). 
Pelasgische Etymologie bei v. Windekens Le Pelasgique 9 u. 6. 

yaXiov n. 'Taubnessel, Galium' (Dsk. 4, 95). — Zu ydXa, weil 
es zum Gerinnen der Milch als Lab gebraucht wird (Dsk. 
I.e., vgl. Stromberg Pflanzennamen 108). — Daneben (ibid.) 
yaXdnov (vgl. dXdriov und den Gen. ydXarog) und yaXaioiov 
(dunkel). — Nach Fick BB 28, 108 ist ydXiov Kurzform "fiir 
yaXar/jov (s. ydXa); eine direkte Ableitung von ydXa scheint 
auch moglich. Andere Namen. der Taubnessel, yaXeofidoXov 
und yaXrjoyig, legen indessen auch fiir ydXiov Zusammenhang 
mit yaXerj nahe. 

yAXXia- ^vrega H. Vielleicht mit Liden KZ 61, 22f. als *fdXXia 
aus *fdXvia zu eiXvcn 'winden, drehen usw.' ; vgl. besonders 
awno. nil n., Dat. pi. -jum 'viscera', idg. *uel-io-. Zur Laut- 
entwicklung vgl. lesb. thess. ardXXa aus *ardXvd und die 
Diskussion bei Schwyzer 283 c. 

Y<4Xw?, -<o att. (nach Hdn. Gr.), ep. Dat. sg. und Nom. pi. 
yaXoqj, Gen. pi. yaXowv (II.) 'Schwester des Marines'. — Alter- 
tiimliches Verwandtschaftswort, das nach Hermann Gott. 
Nachr. 1918, 222f. ursprunglich die unverheiratete Schwester 
des Mannes bezeichnete. Am nachsten kommt lat. glos 



ya^p6<; — yaueu> 287 

'Schwester des Marines' (sekundar 'Frau des Bruders') ; hierher 
noch arm. tal 'da.' (i-Stamm ; mit t- fur c- wohl nach taygr 
'Bruder des Mannes', s. zu darjg) und einige slavische Worter, 
z.B. spatksl. zbfova 'ds.'. Sehr unsicher yeXagog • adelyov yvvq, 
&QvyiOTi H. (fur *yekafog'! Hermann a.a.O.). — Im Auslaut 
stimmt ydlmg, gewiB nicht zufallig, zu jidrgmg, fiijrgcog (a. dd.) ; 
wenn diese Ubereinstimrnung alt ist, mufi hom. yaM(>> durch 
Ubertritt in die o-Deklination erklart werden. Einzelheiten 
bei Solmsen KZ 34, 39 und 45, 98; reiche Lit. bei W.-Hof- 
mann s. glos. 

"WPP^S m - 'Schwiegersohn, Eidam; Schwager', poet, aueh 
r Schwiegervater' und 'Brautigam' (seit II.). — Seltene und 
spate Ableitungen: ya/xfigd 'Schwagerin' (Pap.), yafifigoTidevg 
r Sohn eines ya/nfigog' (Iamb., nach ?.eovridevg usw.), ydji^gia • 
dwga ij belnva ya/if!gov H., ya/xfigevo} 'sich verschwagern' 
(LXX, J.). 

Zum Vergleich melden sich die Benennungen des Schwieger- 
sohnes in anderen Sprachen, die indessen alle von yafifigog 
mehr oder weniger stark abweichen: lat. gener, alb. dhender, 
dhdnder auch 'Brautigam', aind. jdmatar- = aw. zamatar- 
mit sekundar hinzugefiigtem -tor- nach anderen Verwandt- 
schaftsnamen, vgl. aw. zamaoya- (aus -mavya-) 'Bruder des 
Schwiegersohnes' (Grundwort unbekannt) und aind. jaml- 
'verschwistert, verwandt', f. auch 'Schwiegertochter'. Fur 
sich stehen die baltisch-slavischen Benennungen : lit. zentas, 
aksl. zeVb, lett. znuots, letzteres = yvcorog Terwandter'. Aus 
dem Aind. wird noch herangezogen : jam- 'Freier, Buhle', 
wobei -a- eine nasalis sonans rp. vertreten miiBte. Abweichend 
heth. kaena-, gaena- 'Verschwagerter, Verwandter'. 

Die balto-slavischen und albanesischen Worter werden 
gewohnlich zur Sippe von yiyvofiai gezogen (lit. zentas, lett. 
znudts usw. nach Schulze KZ 63, 113 vielmehr zu yiyvwaxui) ; 
ob auch lat. gener dahin gehort oder nicht vielmehr nach 
genus usw. umgebildet ist, bleibt unentschieden. Anderseits 
kann yafifigog von yafteco, yd/xog beeinfluBt sein. Die schwan- 
kende Formengebung der betreffenden Worter verrat volks- 
tiimlichen Ursprung und volksetymologische Umbildungen. 

— Reiche Lit. bei W.-Hofmann s. gener. Vgl. ya/iea>. 

ya|ji<«» 'heiraten' (vom Manne), 'sich verheiraten' (vom Weibe), 
Pras. (Inf. u. Ptz.) wahrscheinlich seit Od., Fut. ya[ie.w {yafiib), 
Aor. yfjfiai (beide seit II.), Perf. yeydprjxa, -nftat (att.); spate 
Formen ya/iijaco, eydfirjaa, eya/irj&nv ; einmalige Futurform 
ya/jeaaerai I 394 Verheiraten' (Aristarch dafiir ye /idaaerai). 

— Daraus riickgebildet ya[ioq m. 'Heirat, Hochzeit' (seit 
II.) mit yafxixog (PL, Arist. usw.), ydfiwg (Mosch., Opp. u.a.), 



288 ytxjjLfjiot — y<hli\>6$ 

yafiit,(o 'verheiraten' (A.D., NT). — Von ya/ieco: yafisz-q 
'Gattin, Frau' (seit Hes.); von yd/iog: yafiezr}q 'Gatte, Ehe- 
mann' (A., E., X. usw.) mit ya/udrig (AP u. a.). — Ohne 
sieheren Ausgangapunkt, vielleicht von einem I-Nomen 
(Sohwyzer 483), ya/irjfaog 'hochzeitlich' (seit A.) mit dem 
Monatsnamen rafirjXwyv (Attika, Arist. u. a.) ; auch yaptfXev/ta 
'Ehe' (A. Gh. 624 [lyr.], freie poetische Bildung, vgl. Chan- 
traine Formation 186) ; Z-Suffix auch in yd/ieXa n. pi. 'Heirats- 
opfer' (Delphi V a ) und rafilhoq Monatsname (Dodona). — 
Zu yafitfoifiog 'nubilis' (Gloss.) s. Arbenz Die Adj. auf -ifiog 88. 
— Sekundare Erweiterung ya/itaxofiou (Arist. usw.; vgl. 
Sohwyzer 709); Desiderativum ya/trjoela) (Alkiphr.). 

Schwerlich von yafifigog zu trennen, das allerdings auch von 
yafiico se^kundar attrahiert sein kann. Falls mit yaft^Qog ur- 
verwandt, kann yapieco wegen seines palatalen Anlauts nieht 
(mit Hermann Gott. Nachr. 1934, 61, Kretschmer Glotta 26, 
65, E. MaaB RhM 77, 1 ; dagegen Wahrmann Glotta 19, 214) 
zu ysvro, vyyBfiog = avXXafirj, ysfiai usw. gehoren, was sonst 
immerhin moglich ware. Gegen Ankniipfung an flaivco 
(Georgiev) Kretschmer Glotta 26, 65, Specht Gnomon 13, 
172f., Schwyzer 720 A. 12. Da die Sippe von yafifiQog sonst 
keine Verba enthalt, bieten sich fur die Analyse von ya/i£ca 
keine auBergriechischen Vergleichspunkte. Auszugehen ist 
von einer zweisilbigen Wurzel ya/xe-, von der der Aorist 
eyr/fid (dor. Syd/ia) eine einsilbige Reduktionsstufe reprasen- 
tiert, vgl. Specht KZ 59, 96. 

ydtijia n. (X. u. a.), yiftfia (Demokr.) Buchstabenname. Demi- 
nutivum ya/i/iarlaxwv (Lyd. Mag.). — Aus dem Semitischen, 
vgl. hebr. glmel und das Wort fur 'Kamel' : hebr. gamal, 
aram. gamla, nilnub. ham (Schwyzer 140 m. A. 4). 

YajupirjXol f. pi. (selten sg.) 'Kinnbacken eines Tieres' (poet, 
seit II.). Daraus riickgebildet ya/iqml (Lyk.). — Bildung wie 
TgdxT)Ao<; usw. und kaum von ydjMfog, yofuplog zu trennen. 
Der a-Vokalismus macht indessen Schwierigkeit : volkstum- 
liches Wort oder Schwundstufe *yaq>- ( = aind. jabh-) mit 
wiederhergestelltem Nasal? — • Wenig wahrscheinlich mit 
Pedersen (s. WP. 1, 534) zu russ. gubd 'Lippe' und ver- 
wandten slavischen Wortern. 

Ya(i4*6? 'krumm' (Ar. Nu. 337 [lyr.], Hp., Arist. u. a.) mit 
yafiymzrjQ, ya/nyidofiai (Arist.) und yaftyxoXij (H.). Kompositum 
yafixptbvv^ (poet, seit II.), ya/itp(bvvxog (Epich., Arist. usw.) 
'krummkrallig'. — Offenbar zu yvdfiTtrcco (s. d.); der Wegfall 
des -v- erklart sich unschwer als dissimilatorisch, wenn man 
ya/itpog als eine Riickbildung aus dem friiher belegten verbalen 
Reduktionskompositum yajiipwvvyjo)- ansieht, s. Leumann 



Yovoi — ydpya 289 

Horn. Worter 156 m. Lit. Dadurch eriibrigt sioh die An- 
nahme einer Kontamination von yvd/j,7irco und xd/xmca 
(Giintert Reimwortbildungen 115f.). 
-yavai (cod. ydvai) • nEQiTcrlaai (cod. -vaai) H. Fur favai, s. alvco. 

1. y^ vo ? n - 'Erheiterung, Glanz, Erquickung' (poet, seit 
Sapph., A.). — Davon als Erweiterung ydvm/xa = ydvog 
(Ph., Plu. usw., vgl. Chantraine Formation 186 f.), ferner 
yav<b8r)Q (Thphr.) und das Denominativum yavoo/iai (spat 
-6w) 'heiter, glanzend warden (erheitern, polieren usw.)' 
(Anakr., Ar., PI. usw.) mit ydvcoaig 'das Polieren usw.' (Plu. 
u. a.), yavmzr/g (Gloss.). — Denominativ yaveiv XevxaLveiv 
(H., EM). — Verbalnomen zum Prasens ydvvfMu (s. d.) nach 
den Nomina auf -vog (wie yXfjvog u. a. ; vgl. auch Schwyzer 
512 Mom. 3). S. auch dirjyaveg. 

2. yavo^' nagadeiaog (nach EM kyprisch), ydvea • xrjnovg H., 
vielleicht auch inschriftlich belegt (Kypern, Mytilene). — 
Aus hebr. gan 'Garten', vgl. Lewy Fremdw. 114. 

Y«4vu(xai 'sich erheitern, sich ergotzen' (poet, seit II., spate 
Prosa), aufierprasentische Formen, alle vom Prasens ydvv/xai 
gebildet, nur vereinzelt belegt (Fut. yavvaao/j,ai schon II.). — 
Davon yavvfiara • agrv/iara (AB), yavvafima (Paul. Sil., nach 
fjdvanaxa), woraus durch Rhotazismus yavvgfiaTa H. (Baunack 
Phil. 70, 374f.); yavvgov Xevxov, f)6v, iXagov H. {yavegdv EM). 
Als Vorderglied in ravv-fi^dijg usw. Zu ydvog s. bes. — Er- 
weitertes Prasens yavvaxofiai (Them. u. a.). — Hinzu kommen 
die epischen Partizipformen yavdcovTeg, yav6caoai usw. 'glan- 
zend, sehimmernd' (seit II.), Neubildungen nach den Verba 
auf -avdm (vgl. Risch 274, Chantraine Gramm. hom. 1, 360), 
aufierdem das spat belegte Pras. Ind. yavocoaiv (Arat. 190) 
und yavdaaai • a/irj^ai, rjdvvai H. 

Wenn man ydvvfiat als nasalinfigiertes Prasens in yd-v-v-fiai 
zerlegt, was fiir diese Bildung ein sehr hohes Alter voraus- 
setzt (vgl. zu nlvw), erzielt man AnschhiB an yavgog und 
das Jotprasens yaiw aus *yaf-tw, weiterhin auch an yi)&£u) 
usw., s. d. 

YttneXelv d/isMv H. Bechtel KZ 44, 354 vergleicht die EN 
arg. rayiiag, delph. rdyxov, auBerdem noch, ganz willkiirlich, 
ags. ceaflas pi. 'Kinnladen' (eigentliche Bed. 'oscitari, Maul- 
affen feil halten'). Vgl. Kretschmer Glotta 5, 307. 

Y<*p Partikel 'gewifl, denn, namlich* (seit II.). Aus ye ag (s. dd.). 
Zum Gebrauch Schwyzer-Debrunner 560. 

Y<&PY a " alyeigog H. — Fiek Vorgr. Ortsnamen 82 vergleicht 
damit den attischen Demennamen ragyiytxog und rdgyaQa 
(Troas). 

Frisk, Griech. etym. Worterbuch 19 



290 



YopyeeXl^w — yApo? 



yopYoXl^w 'kitzeln' (PI., Arist. usw.) mit yagyahopuSs (PL, 
Hp., Arist. usw.). Riiekbildungen ydgyaXog (Ar. Th. 133) und 
yagydXt] (Kom.). Daneben yayyaXlfa (Phryn.) mit yayyaUdeq ■ 
yeXaolvoi H. und yayyahdm (H.). — Onomatopoetische Bil- 
dung mit Intensivreduplikation (fur *yaX-ya?i-), vgl. Schwvzer 
259 und 647. * 

Y*PYopa n. pi. 'Menge (Leute)* (Kom.), dissimilierte Form 
ydgyaXa ■ nXrj&og, noXXd H. Davon yagyagk • &6qvPo; H. und 
yagyalgm 'wimmeln' (Kom., Sophr.); auch yagydgrai- Xi&oi 
a&ro(pveig (H.)? Mit anderem Vokal yegyega- noXXd H. 

Intensive Reduplikationsbildung onomatopoetischer Natur, 
die mit ayetQco, vielleieht auch mit dyoardg (s. dd.) in eine 
Gruppe ahnlicher Worter gehort, die alle ihrer Art wegen 
einer genauen morphologischen Analyse Widerstand leisten, 
z.B. lit. gurgulys 'Wirrwarr von Faden, dichter Schwann 
(von Vogeln)', gurguole 'Menge, Masse (Leute, Bienen)', gretd 
'dicht zusammen, nebeneinander', lat. grex 'Herde, Schar'; 
vielleieht auch mir. graig 'Pferdeherde' und andere keltische 
Worter (Pok. 382), falls nicht mit Thurneysen KZ 59, 6 aus 
dem Lat. ; unsicher aind. ndgara- 'Stadt' ; nach Tedesco Word 
3, 80ff. aus *nr-gara- „Mannerversammlung", nach Meile 
BSL 45 p. IV vielmehr dravidisch; — zu aind. gand- 'Schar', 
das auch hierhergezogen worden ist, s. Kuiper Proto-Munda 
Words in Sanskrit (Amsterdam 1948) 54f., der es als vor- 
arisch ansieht. — Weitere Lit. bei WP. 1, 590, Pok. 382 f., 
W.-Hofmann s. grex. 

YopYoplSto 'gurgeln' (Orib., Sch.) mit yagyagia/tdg (Alex. Trail.) 
und yagyoQiafidrtov 'Gurgelwasser* (Marcell. Emp.). Post- 
verbal yagyagewv m. 'uvula', auch Xuftrohre' (Hp., Arist.); 
zur Bildung vgl. besonders dvdegecov 'Kinn', auch <Kehle\ 
Mit anderem Vokalismus yigyegog ■ Pgoy X og H. — Onomato- 
poetische Reduplikationsbildung, vgl. Schwyzer 423. — Die 
Sippe von {Sipgwoxw hat damit nichts zu tun. 

Yipxav gdpdov. Maxeddveg H. Vgl. ydgga- gafidog, ydgoava- 
ygfyava. Kgfjreg H. und yiggov, s. d. — Abzulehnen Specht 
Ursprung 206 und 236: s ~k idg. Sufflxwechsel. Bezzen- 
berger BB 27, 165 vergleicht lett. zars 'Ast, Zweig', was von 
Muhlenbach-Endzelin Lett.-dt. Wb. s. v. abgelehnt wird. — 
Nach Pisani Acme 1, 312 zu figdxog • xdXafiog und lat. virga, 
sehr unwahrscheinlich. S. auch Belardi Doxa 3, 200f. 

Y<ip«5 m. (A., S., Kom.), auch n. (Pap.), ydgov (Str.) 'Fisch- 
bruhe, Kaviar'. — Spate Ableitungen: Deminutivum ydgiov 
(Arr., Pap.); yagdgiov und yagrjgov 'GefaB fur y.' (Pap.); 
yaginxog (Pap.); yaglvog und yaglaxog Fischnamen (Marcell. 



Yoppi<o(xeSti — ya.\j).i$ 291 

Sid.) ; zur Bildung usw. StrSmberg Fisohnamen 41 und 88. — 
Herkunft unbekannt. Daraus lat. garwm. 
Yappiib|xe8-of koidoQovfiE&a H. — Expressives Wort, zunachst 
zu lat. garrio, -Ire 'schwatzen, plaudern', weiterbin wahr- 
soheinlich zu yfjQvg usw., s. d. und Bechtel Dial. 2, 369 m. 
Lit. — Anders Georgiev (s. Sehwyzer 299) : zu degicu • loidogiai 
H. (s. d.). 

yaar^p, -rgog, -zigog (zur Flexion Sehwyzer 668, Chantraine 
Gramm. horn. 1,96 und 215) f. (nach vrjdiigl Wackernagel- 
Debrunner KZ 67, 162) 'Bauch, Mutterleib, Magen, Magen- 
wurst' (seit II.). — Mehrere Ableitungen, vorwiegend aus der 
Volks- und Fachsprache : Deminutivum yaargiov (Miletos V a 
usw., vgl. Sehwyzer 470); ydcsxga, -r) r der Bauch eines Ge- 
fafies, ©in bauchiger TopF (II., Inschr. usw., vgl. firjrga und 
Sehwyzer 532, Chantraine Formation 24); ydargmv 'Dick- 
bauch' (Alk., Ar. u. a.), ydargig m. f. 'Fresser, bauchig' (seit 
Ar.), yaargmdrjg 'bauchig' (Hp., Ar.). Denominativum 
yaargl^m 'auf den Bauch schlagen, sich den Bauch fullen' 
(Ar., Theopomp. usw.) mit yaorgiofiog (Sophil.). Oft als 
Vorderglied (yaargo-, yaargi-). 

Ohne Zweifel mit Prellwitz KZ 47, 297 f. und Lagercrantz 
GHA 26 (1920): 2, 65ff. aus *ygaa-zrjg als „Fresser" zu ygdm 
(s. d.); formal = aind. grastar- 'Verfmsterer' (als astron. 
Terminus), eig. „Verschlinger" ; vgl. ngr. yXdarga 'Blumen- 
topf mit anderer Form der Dissimilation, dazu Kretschmer 
Glotta 12, 219. Andere Deutungen von Bragmann IF 11, 271 
A. 1 (zu yefim) und Szemerenyi WuS NF 1, 154ff. (s. yivra). 
— Beispiele verschiedener Benennungen des Magens bei 
Janzen Zeitschr. f. slav. Phil. 15, 54f. 

YOtTiXai" ovXal H. Seit Kuster und Ahrens allg. in yazetXai 
geandert (Bechtel Lex. 339 dafiir yazrjAai) und als FazuXai 
zu wzedrj gezogen, s. d. Die ev. Wurzelidentitat ist selbst- 
verstandlich auch mit suffixaler Verschiedenheit vereinbar. 

Y<xiA6s m. 'Melkeimer, Schopfeimer, Krug, Bienenkorb' (seit 
Od.); yavXog mit Akzentverschiebung (s. Hdn. Gr. 1, 156) 
Bez. eines (runden) Lastschiffes (Epich., Hdt., Ar. usw., vgl. 
Chantraine Etrennes Benveniste 7). — Davon yavMg (Opp.) 
und yavkixog (X., von yavXog). 

DaB yavXog von yavXdg nicht zu trennen ist, wird durch 
die semantischen Parallelen bei Solmsen Wortforseh. 217 
wahrscheinlich gemacht. Falls indogermanisch, wird es am 
besten zusammen mit ycoXeog und yvaXov (s. dd.) zu ahd. kiol, 
awno. kioll 'Schiff (sehr unsicher aind. [lex.] gola- 'runder 
Wasserkrug') gezogen und dadurch in eine reich verzweigte 
Wortfamilie eingeordnet, die im Griechischen u. a. auch durch 

19* 



292 Y au vdbo]s — ya.\ja6$ 

yvQog vertreten ist. — Dieser idg. Etymologie steht aller- 
dings eine Erklarung aus dem Semitisohen entgegen, die 
dureh die Angabe bei H. s. yavXoi: xai rd &omxixa xckola 
yavXoi xaXovvxai eine gewisse Stiitze erhalt. Der von Lewy 
Fremdw. 151 und 210 aus dem Phonikischen herangezogene 
Inselname Oawl bietet aber dafiir einen sehr schwaehen 
Anhalt, und sonst bleibt zum Vergleich nur hebr. gvlla 
'Olkrug' ubrig. 

youvdxT)? m. (Pap., Peripl. M. Ruhr., Clem. Al.), auch (mit 
Assimilation?, vgl. Schwyzer 257) ■xavvdv.r\g (At. V. 1137, 
Men., Arr., Pap.) und xawdx-rj f. (Pap.) Bez. eines persischen 
Pelzes. — Deminutivum yavvdxiov, Komposita xavvaxo- 
nloaog, -TiowQ (Pap.). 

Persisches (altiranisches) LW, aus *gauna-ka- 'haarig, 
farbig' zu aw. gaona- 'Haar, Haarfarbe' ; andere iran. Formen 
bei Morgenstierne Pashto 25. Aus dem Iranischen ebenfalls 
assyr. gunakku N. eines Kleidungsstuekes; aus yavvdxrjg lat. 
gaunaca (seit Varro). — Naheres bei Schwyzer ZII 6, 234ff. 

Y«0po5 'stolz, iibermutig' (Archil., E. usw., spate Prosa). — 
Ableitungen: yavgdi 'Prahler' (Alk.), yavgorrjg 'Ubermut, Aus- 
gelassenheit' (Plu.). Denominative Verba: yavqidm 'sich 
briisten, stolz sein' (Kratin., X., D. usw.; zur Bildung 
Schwyzer 732) mit yavglafia (LXX, Phld. usw.); yavooofiai 
'ds.' (E., X. usw., -6m 'stolz machen' Plu., D.C.) mit yavgotfia 
(E., Aristid.). 

Zu ydvvfim, yaim, yrj&sw (s. dd.). Eine r-Ableitung auch in 
mir. guaire 'edel' (aus *gaurios). 

yccbaamoq (Str.), yavadnrjg (Varro) Bez. eines zottigen Kleider- 
stoffes, 'Fries'. — Nach Jokl (brief 1.) bei W.-Hofmann s. 
gausapa aus einer indog. Balkansprache entlehnt, vgl. alb. 
gezof 'Pelz aus Fellen, Mantel'. Aus dem Griech. stammt lat. 
gausape(s), -a, -urn,. — Gegen Entlehnung aus dem Assy- 
rischen (guzippu, kuzippu Bez. eines Kleids, H. Lewy KZ 
58, 26 ff.) s. Hofmann a.a.O. 

yauod? (yavoog) 'auswarts gekrummt, schieF (Hp.). — Da von 
yavoddag • rpevdrjg H., wohl eig. substantivisch ; vgl. besonders 
Zi/iddag (von Si/xcov, aifiog, Schwyzer 509 m. Lit.); denomi- 
natives Verb yavaom (Sor., H.). AuBerdem eyyavoov • evaxafifiov 
H., vgl. Stromberg Greek Prefix Studies 127. 

Zur Bildung vgl. fSXaiaog, Aoljog und andere bedeutungs- 
und stilverwandte Adjektiva bei Chantraine Formation 434, 
Solmsen Wortforsch. 244. — Genaue auflergriechische Ent- 
sprechungen fehlen. Wird gewohnlich mit yavXog, yvgog, yva/Lov 
usw. zu der allumfassenden Sippe idg. geu- (geu-) 'biegen, 
krummen, wolben' gezogen; die allgemeine Bedeutung ebenso 



ye — yelxutv 293 

wie der schwankende Vokalismus und die wechselnden 
Formantien beschranken den Wert der landlaufigen Zu- 
sanimenstellungen. Da sioh das cr-Suffix sehr wohl aus dem 
Grieehischen selbst erklaren lafit, haben Vergleiche mit 
semantisch abseits liegenden ahnlichen Bildungen in anderen 
Sprachen (WP. 1, 558, Pok. 398) kein Interesse. 

y€, dor. boot, ya hervorhebende Partikel 'gerade (nur), eben, 
jedenfalls' (seit II.). — Verbindungen wie e/ieye, aeye legen 
einen Vergleich mit got. usw. mi-k, pu-k sehr nahe; doch 
kaim mik auch nach ik 'ego' gebildet sein (Sommer IF 42, 
130f.). Funktionell verwandt ist -%i, wozu aind. hi; daneben 
aind. ha und gha; — lit. ne-gii, ne-gl 'nicht', aksl. ni-ze 
'neque', toch. -(d)k in ns-ak 'ego' (Mask.) usw., heth. ammuk 
'me, ego' usw. konnen sowohl idg. g wie gh enthalten. — - 
Einzelheiten bei Wackernagel-Debrunner 561 m. Lit.; dazu 
Pok. 418. 

Y^ycova altes Perfektum 'sich (beim Rufen) vernehmlich 
machen, zu erkennen geben, verkunden' (vorw. poet, seit 
II.; zur Bedeutung Wackernagel Unt. 156f.); neben dem 
auch als Prateritum (Plusquamperfekt) gebrauchten ysycovs 
auch iyiymve, iyeywvei, eyeymvevv (-eov) mit den Inf. yeymveftsv, 
-sir, wozu das Ptz. yEywveovreg (Chios V a ) ; Imperativ yiymve 
(A., E.) wozu yeycoveiro) (X.) und 3. sg. Pras. Ind. ysycovel 
(Arist.); neugebildeter Aorist yeycovfjaai (A.), Fut. -rjoio (E.). 
— Spates Verbalnomen yeycbvrjois (Plu.). Aus dem Ptz. Perf. 
yeya>vu>; entstand das Adj. yeycavog, -6v 'laut vernehmlich' 
(A., Antiph., spate Prosa). Neubildung auf -iaxco: yeycovloxa) 
(A., E., Th. u. a.). 
S. yiyvmaxm. 

yeToov, yelaaov n. (E., Ar., Thphr. usw.), yeioog n. (LXX, 
hellenist. Inschr.) 'Vorsprung, Sims, Zinne'. — Deminutivum 
yelmov (J.); yeiaoifxa 'schrages Dach' (Poll.; zur Bildung 
Chantraine Formation 186f.); ysiocooig- to rijg axiyr\g iHx ov 
H. (EM), viell. von yeiaooj (EM), aber vgl. Chantraine 288. 
Nach Steph. Byz. s. Movoyiaaa karisch. Jedenfalls Fremdwort 
wie viele andere Ausdrucke des Hausbaus, vgl. Schwyzer 62. 

yetxcov, -ovog m. f. 'Nachbar', auch adjektivisch 'benachbart' 
(seit Od.). — Spates Femininum yehaiva (AB, nach Texrcuva 
usw.). Die iibrigen Ableitungen gehen entweder von der 
Hochstufe yeirov- oder der Schwundstufe yenv- aus. Mit 
Hochstufe: yeirovia 'Nachbarschaft' (PL, Arist. u. a.) woneben 
yenoveco 'benachbart sein' (A., Kail. u. a.) mit yenovTjfta 
(Alkm., PI. u. a.) und yeiTovrjcng (Luk., Plot.). Ein anderes 
Denominativum ist yenovevco (Hp., X., Str. u. a.) mit ysirovela 
(Megalop. II — I a , Phld. u. a.). — AuCerdem yeiroavvrj 'Nach- 



294 yeXavSpiv — yeXdui 

barschaft' (Str., nach den Nomina auf -oavvrj) mit yeirdowog 
(AP). — Die Schmmdstufe kennzeiohnet besonders ysirvidco 
'benachbart sein' (S., Ar., D. usw.) mit den Ableitungen 
ysvzviaaig (Arist.) und ysnvktfia (H.). Postverbal yeirvia 
'Nachbarschaft' (hell, und spat) mit yeutviaxog (J.), yeirviog 
(Pap.), yeirveo) (Pap.). Erweiterte Verbform yecrvidCco (Aesop.). 
Durch Kreuzung entstanden ysirovtdco (Theopomp.) und 
ystroviaaig (Termessos IIP), vgl. Radermacher Glotta 25, 
199. — Als Hinterglied steht endlich die Sohwundstufe in rd 
Msrayekvia N. eines Festes in Milet (V a ) mit dem Monats- 
namen Merayeirvicbv (ion. att.), woneben in deraelben Be- 
deutung Uedayehvtog usw. (Rhodos, Kos, Chalkedon). 

Falls die Abstufung am Stammende alt ist und nicht als 
analogisphe Neuerung eintrat, muB yehoiv ein erhebliches 
Alter haben. Eine Etymologie ist indessen noch nicht ge- 
funden. 

YeXov8p6v yvxQov H. (an unrichtiger Stelle). — Erinnert an 
lat. gelidus usw., aber die merkwiirdige Bildungsweise laflt 
ein Textverderbnis vermuten. Unwahrscheinlieh Specht Ur- 
sprung 130 m. A. 1. Naoh v. Windekens Le Pelasgique 5 
pelasgisoh. 

Y«A4w, Aor. yeXdo(a)ai (seit II.), dazu ysXdao/iat, iyeXdodyv, 
yeyeXaapai (att. usw.) 'lachen'. — Ableitungen: y&Xaopa 'das 
Lachen' (A., vgl. unten), yeXaarvg 'da.' (Kail.), yeHaorrjg 
'Lacher, Spotter' (S.) mit yeXdaxQta (Sch.), iyyeXaarijg (E., 
vgl. Fraenkel Nom. ag. 2, 35), yeXaaig (EM), woneben yeXdai- 
/iog (Stratt., Luk., wahrscheinlich direkt von yeXdco; etwas 
abweichend Arbenz Die Adj. auf -ifiog 82 und 84). — ysXaaivog 
'der Lacher' (Ael., Anaxandr.), im Plur. 'Vorderzahne, 
Backengriibchen' (Poll., Alkiphr. usw.), kaum von *yeXaa-, 
s. u. — Erweiterte Verbformen yeXdaxw (AP) und yeXaodto 
(PI-)- — Neben yeXdca steht Y^ w ?> -euros (ep. Akk. yiXm als 
Variante von yiXam, yeXov, att. Gen. y&Xco) m. 'das Lachen, 
Gelachter' (seit H.), wozu, wahrscheinlich als denominativ, 
yeXwm (Od., vgl. Chantraine Gramm. horn. 1, 365f.) und das 
Adjektiv yeXolog (seit B 215, wo yeXolXog, wohl metrisch, vgl. 
Schwyzer 467 und Chantraine 1, 168) mit yeXot6rr]g (Ath.) 
und den Denominativa yeXoidco (sicher h. Ven. 49) und ye- 
Xoid£a) (LXX, Plu. u. a.) mit yeXoiaa/iog, yeXoiaoTi^g, yeXoiacrti- 
xog (hell, und spat). — Wie aldoiog neben aidmg, rjoiog neben 
■fjwg steht yeXoiog neben yiXmg; dem daraus erschlossenen 
Stamm yeXcoa- tritt an die Seite yeXaa- in d-yeXaa-rog 'ohne 
Gelachter, fluster' (seit #307; vgl. dyeQamog zu yegag und 
Frisk Adj. priv. 18 A. 1), vielleicht auch in yeXairfg (Pi.), 
wenn aus *yeXaa-vrjg (fur *-v6g? Schwyzer 513; davon yeXavdoi 



Y01YT) — reXXti 295 

B.), vgl. Benveniste Or. 125, und in yeXagtfg • ycMjvt). Adxcoveg 
H., falls aus *yeXaa-q^g; vgl. auch unten; — somit auch in 
ye Adco, yeXda-aai aus *ythus-{(a (anders Specht KZ 63, 221: 
fur *y£Xa-/ii,, *yeX&-(o, zweisilbiges primares Verb; ebenso 
yeXao/ta fur *y£Xa-fta). — Endlich bietet das Aolisohe den 
o-Stamm yiXog m. (vgl. egcog : eQog : iqaardg). 

Von ysXcog unterscheidet sich das synonyme arm. calr, 
Gen. calu 'Gelaehter' (woneben ci-calim 'laohen') hinsichtlich 
des Ablauts (cal- — gr. yaX-, vgl. yaXifoij; somit yiXaig fur 
*yaXd>g naoh yeXdco, yeXao-1) ; arm. -u konnte an und fur sich 
zu -m(a)- in ydXwg stimmen, ist aber mehrdeutig. Der Nom.- 
Akk. auf -r kann zur Not in yeXagtfg und yaXrtf>6g (s. yaXtfvtf) 
vorliegen. Wenn somit die morphologischen Einzelheiten etwas 
unklar bleiben, besteht kein Zweifel iiber die sehr naho Zu- 
sammengehorigkeit der griechischen und armenischen Worter. 
— Die urspriingliehe anschauliche Bedeutung ist in yeXeXv 
Xdjjme.iv, dv&elv H. bewahrt. — Vgl. yXr/vr), yXfjvog, yaXrfvt), 
auch reXsovreg. 

Y^XyTl n. pi. 'Trodel(waren)' (Eup., Luk.). Nach H. auch = 
{Sdfifiara, xal aiQaxxoi, Hal xriveg. Dazu yiXyei • PanrCCet, 
XQio/tart£ei und yiXyia' m/jvt), tmd&r], xovgdXia H. 
Volkstumliches Wort ohne Etymologie. Vgl. yiXyig. 

yiXyi$, -Idog, -l&og, pi. yeXyeig, y6Xyi&eg f. 'Knoblauchkopf, seine 
Zehen' (Thphr., Hp., AP). — Davon yeXyiddopiai 'sich in y. 
verwandeln' (Thphr.), yeXyi&eveiv • dnarr]Xoyeiv H. 

Das synonyme ayXtg (s. d.) macht die Annahme einer redu- 
plizierten Grundform *yiX-yXig moglich. Weitere Beziehungen 
zu yayyXCov (s. d.) und zu idg. gel- 'ballen, Gerundetes, 
Kugeliges' (WP. 1, 612 m. Lit., Pok. 357) ermangeln einer 
naheren Begriindung. Vgl. bes. Solmsen Wortforsch. 222 ff. 
und Stromberg Theophrastea 85 f. ; auch Specht TJrsprung255. 

reXeovreg pi. N. einer der vier ionischen Phylen; daraus der 
Eponym reXicov, nach Hdt. 5, 66 Sohn des Ion, auch Epi- 
theton des Zeus (Attika). Daneben rXedvrcov cpvXfji. (Attika; 
vgl. Schwyzer 682 A. 3). — Eigentliche Bedeutung un- 
bekannt; Ankniipfung an yeXelv Xdpneiv, dv&eiv H. („die 
Glanzenden" o. ahnl. als Bez. einer Adelsklasse) ist ohne 
Zweifel moglich. Vgl. Nilsson Cults 147 m. A. 16; zum Laut- 
lichen Schwyzer 243. 

rcX7.it>, -ovg f., aol. r£XXa> N. eines Gespensts (Sapph.); nach 
H. eldcaXov 'Efi7iovat]g to rwv du>Q(or, twv naQ&evcov, auch 
SalfKov, rjv ywalxeg rd veoyvd naidla ipaalv dgnd^etv. — Dazu 
mgr. und ngr. rvXov Art Gespenst, s. Maas ByzZ 17, 224 f., 
Kretschmer Glotta 2, 331. 



296 Y^w — Y^ vv " 

Y^ftw nur Prasensstamm 'voll, angefullt, belastet sein' (ion. 
att.). — Davon yo/iog 'Schiffsladung, Fracht, Last' (ion. att.) 
mit dem faktitiven yo/tow 'beladen' (Babr., Pap. u. a.), 
woraus yoftioatg (Pap.); poet, ye/iog n. 'Last' (A. Ag. 1221). 

— Deverbativ mit kausativer Bedeutung (vgl. Schwyzer 717) 
ye/iCCco, Aor. ye/ilcrai 'anfiillen, befrachten' (A., Th., D. usw.) 
mit ye/iw/ia H. (als Erklarung von ye/iog); daneben yejiooy 
'ds.' (Pap.). 

Einen sioheren Verwandten haben ye/j,co, yofiog in umbr. 
kumiqf Akk. pi. f. 'gravidas' ( = gr. *yo/xlag von *y6fiiog)> 
woraus als LW lat. gumia m. f. 'Schlemmer, Fresser'. Da- 
durch wird die Zusammenstellung mit dem lautlich iden- 
tisehen lat. gemo (seit W. Meyer KZ 28, 174) sehr wahr- 
scheinlich ,(dagegen Walde 1 und Emout-Meillet). Eine Be- 
deutungsubertragung auf das seelische Gebiet '(vor Kummer) 
belastet sein' > '(vor Kummer) seufzen, stohnen' hat niohts 
Auffallendes. — Weitere Kombinationen s. yevro. 

Yeved, yeverj s. yiyvofim. 

Y^veiov, yeveidg s. ydvvg. 

Yevva f. 'Geburt, Herkunft, Geschleoht, Nachkommenschaft 
(vorw. poet, seit Pi., A.). Davon yewdSdg m. 'edel (von Ge- 
burt)' (Ar., PI. usw.; parodistisch-ironische Bildung, Bjorck 
Alpha impurum 51ff.), att. yevvrjxT)g 'Gesehleohtsgenosse' (Is., 
D., PI. usw.); yevvixog 'edel' (Kom., PI. u. a.); dagegen 
yevvr\eig 'erzeugend' wegen seiner Bedeutung zu yevvdco, s. u. 

— Alt ist yevvaiioq 'von guter Abstammung, edel, tuchtig' 
(ion. att. seit E 253) mit yevvawr-rjg (E., Th. usw.), yevvaid^co 
'tiichtig sein' (Sch.) und yevvatCofiai 'ds.' (Suid.). — Neben 
yevva, yevvaXog steht yevv&ii) 'zeugen, hervorbringen' (Pi., 
Hdt., A. usw.) mit mehreren Verbalnomina : 1. yevvrjfia 'das 
Erzeugte' (S., PI. usw.; auch yevrjfia in Anlehnung an yevog) 
mit yevvrjfianxog (J.) und yevvrj/j.aTiCco (Aq.); 2. yivvrjOig 'Er- 
zeugung' (E., PI. u. a.); 3. yevvr\ir\g 'Erzeuger' (S., PI. u. a.); 
4. yevvrjrwQ (A., E., PI. u. a.) und yevvt]rrJQ (App.) 'ds.' mit 
yEvvrJTEiQa (PL), yevvrjrQia (Phryn.); zu den Nomina agentis 
vgl. Fraenkel Nom. ag. 2, 19, Chantraine REGr. 59 — 60, 
249f. — Von yevvdco auBerdem die Adjektiva yevvrjTixog 'er- 
zeugend' (Arist. u. a.) und ysvvrJEig 'erzeugend' (Emp.). 

Dafl yevva. postverbal zu yevvdco ist, hat Wackernagel KZ 
30, 300 und 314 mit Recht behauptet. Bedenken erweckt 
immerhin yevvaiog, das wie eine Ableitung von yevva aussieht. 
Sowohl wegen seines fruheren Erscheinens wie vor allem 
wegen seiner weiteren Verbreitung ist man aber trotzdem 
geneigt, es anders zu beurteilen. Mit Fraenkel Nom. ag. 2, 21 
von einem verschollenen *yevvq (zu *yevvdvai) auszugehen 



soheint wenig ratsam, vgl. Sandsjoe Die Adj. auf -aiog 5. 
So kann man sich immerhin fragen, ob nicht ysvvalog mit 
Schwyzer Glotta 5, 195f. (vgl. Scheller Oxytonierung 114f. 
m. A. 1) fiir *yevealog stent oder eine expressive Gemination 
enthalten kann, die spater auch in yevvdco und yevva eindrang 
(vgl. Meillet BSL 26, 15f., Chantraine Formation 46). — 
Die Bildung von yevvdm ist strittig. Es ist von den vd-Verba 
(ddftvtjfii, dafivdco) nieht zu trennen, aber der Stamm yev-, 
der trotz Wackernagel Unt. 175 als regelmafiige Schwund- 
stufe einer zweisilbigen Wurzel (idg. gn-) schwerverstand- 
lich ist, muB Umformung nach yevog usw. erlitten haben; 
Vermutungen dariiber von Brugmann Grundr. 2 II: 3, 307 
A., vgl. noch Schwyzer 694 A. 1. — • Weiteres s. yiyvofiai. 

Y^vo? n. 'Geschlecht, Abstammung, Familie, Gattung usw.' 
(seit II.). — Davon yevtxog 'zum y. gehorig' (Arist. usw.; 
vgl. Chantraine Formation 390f.); zu fi yevix-q (nz&aig) 
'Genetiv' Wackernagel Syntax 1, 18f.; yevio/wg 'Einteilung 
(des Ackerlandes) in Klassen' (Pap.), wie von *yevit,eiv, nach 
den Verbalnomina auf -(i)a/iog, vgl. Mayser Pap. 1: 3,62. 
yevrma (LXX, Pap. u. a.) mit yevrjfiaTiov (Pap.) fiir yhvrjfia, 
s. d. sub yevva. — Sehr oft -ysvrjg als Hinterglied, z.B. ev-yevr/g, 
d-yevrjg; vereinzelt d-yivetog 'kinderlos' (GDI 1891, 29, Delphi). 
Mit lat. genus n., aind. j&nas- n. (an. eig. RV. 2, 2, 4, zweifel- 
hafte Lesart) formal und begrifflich identisch. Altes Verbal- 
nomen zu yiyvofiai, s. d. 

Y^vxo n. pi. 'Eingeweide' (Kail., Nik.), nach H. = xge'a, 
onXdyyva. — Ohne Etymologie; nach Eust. thrakisch. Nach 
Szemerenyi WuS NF 1, 156f. (wo naheres iiber die Belege) 
zu yaoTrjQ (s. d.). 

Y€vxiav^ Pfianzenname, 'Gentiana' (Dsk., Hp. Ep.). Daneben 
yevridg Qi£a (Androm. ap. Gal., Dsk.), wohl fiir *yevnavdg, 
Chantraine Formation 353. — Gemafl Dsk. 3, 3 nach dem 
illyrischen Konig Gentis benannt; dafur konnte — aufier 
dem mehrdeutigen Suffix — der Umstand sprechen, daB die 
Pflanze in den Alpen gedeiht, vgl. Stromberg Pflanzennamen 
135. — Zu den verschiedenen Namensformen des betreffenden 
illyrischen Konigs, gew. Oent(h)ius, s. Krahe Lex. altillyr. 
Personennamen 53 f. 

Y^vto 'er fafite, er griff' (II.). • — Das athematische yevro ist 
wie Xexio 'er legte sich' zu beurteilen, d.h. als ein medialer 
Wurzelaorist, evtl. als ein sigmatischer Aorist mit analogisch 
ausgedrangtem a (*Xex-a-ro, *ye/j,-a-ro; zu fi s. unten), vgl. 
Schwyzer 751 Zus. 2 m. Lit. In beide Verba ist die Hochstufe 
aus Systemzwang sckundar eingefuhrt worden. Dagegen liegt 
nach Wackernagel Unt. 175 A. Schwundstufe einer zwei- 



298 ytvvS 

silbigen Wurzel (idg. *grpto) vor, eine phonetiscb. sehr hypo- 
thetische und morphologisch kaum notwendige Annahme. 

Zu yevro aus *yE/j.ro gesellen sich der Ipv. dno-ye/is • a<psXxe. 
Kvtiqioi und das Verbalnomen Sy-ysfiog • avXXaftrj. ZaAa/tivioi 
H., wohl auch ydyyajiw 'Netz' (s. d.). — Aus anderen Sprachen 
werden hierhergezogen mir. gemel 'Fessel', lett. gumstu, 
giimt 'greifen usw.' ; auch aksl. &bmp, ieti 'arpiyyuv, compri- 
mere'. Das aksl. Wort leitet bedeutungsmafiig uber zu gr. 
yefim 'voll(gestopft) sein* (s. d.), das sich somit als thema- 
tisches Prasens neben dem athematischen (sigmatisehen) 
Aorist yevTO auffassen laBt. — Arm. cim, (em 'Zaum', imlem 
'zusannnendriicken' scheiden dagegen aus, da Palatalisierung 
von arm. k (aus idg. velarem g) nicht zu beweisen ist. — 
Weitere, sehr unsichere Kombinationen bei WP. 1, 572f. mit 
reicher Lit., Pok. 368 f. S. auch ya/iia>. 

Y^vos, -vos f. (tJ bisweilen metrisch gedehnt) 'Kinnbacke, Kinn', 
auch iibertr. 'Schneide des Beils' (seit II.). — Auf hoch- 
stufigem Stammauslaut basiert die Ableitung yh>eiov (aus 
*yevef-iov) 'Kinn, Kinnbart' (seit II.), wovon yeveids 'Kinn- 
bart", auch 'Kinnbacke, Wange' (poet, seit Od.); ysvsidTrjg, 
-rJTtjs, f. -axis, -fjrig 'bartig* (Theok., Kail., Luk. usw., vgl. 
i>7trivrJTT)s), ysvsMrjs 'ds.' (Hdn.); yEVEiaorrJQ 'Kinnriemen' 
(Poll., vgl. PQaxiovicntfQ u. a. s. fSgaxlcov) ; — ferner die De- 
nominative yeveidoi 'einen Bart bekommen (haben)' (seit 
Od., vgl. xoftdm), yeveidfo 'ds.' (Philem., Theok. usw., auch 
auf yeveids beziehbar) mit yevelaoi; (Plot.), yevsidaxa 'ds.' 
(PL, X.). — Von yivvg auch (nach den Nomina auf -nte) 
yevrjtq 'Schneide des Beils' (S. Ant. 249 Gen. yevfjdog). 

Altererbtes Wort, das in mehreren Sprachen bewahrt ist, 
bisweilen mit leisen Modifikationen: als urspriinglicher u- 
Stamm im Keltischen, Germanischen und Tocharischen, z.B. 
air. giun, gin 'Mund', kymr. gen 'Wange, Kinn', pi. geneu, 
got. kinnus 'Wange', toch. A ianw-e-m du. 'die beiden Kinn- 
backen' ; es kommen hinzu lat. gena 'Wange' (nach mala 
umgebildet, aber mit bewahrtem u in denies genu-lnl 'Baeken- 
zahne'), arm. cnawt 'Kinnbacke, Wange' (aus "cin-awt, idg. 
*{jen-). Auch aind. hdnu- f. 'Kinnbacke' ist letzten Endes 
mit yivvg identisch; das anlautende h- (fur /-) muB auf sekun- 
darer Entgleisung beruhen. Aw. zanu- in zanu-drajah- nach 
gewohnlicher Deutung 'im Vorstrecken des Kinna bestehend' 
ist in dieser Hinsicht zweideutig; die Vokallange ist jeden- 
falls unurspriinglich. — Die Suche nach einer primaren Be- 
deutung 'Kriimmung, Winkel' (zu lat. genu, s. Guntert WuS 
11, 124ff. m. Lit.) hat keinen Sinn, vgl. Kretschmer Glotta 
19, 210f. — S. auch yvd&og. 



yepdvBpuov — fepyipuLOS 299 

yepavSpoov s. yegcov. 

•fipavoc, f. (m.) 'Kranich' (seit II.), auch ubertr. 'Kran' und 
alsFischname (s. Stromberg Fischnamen 120). — Ableitungen: 
yegavlg Art Verband (Mediz.), yegavtTig N. eines Steins (Plin., 
vgl. Redard Les noma grecs en -rqg 53), yegavlag 'mit Kranich- 
hals versehen' (Phryn.), yegdviov 'Geranium', auch yegavoyi- 
qcov benannt (Stromberg Pflanzennamen 54 und 159); yeQa- 
vit,(o 'wie ein K. schreien' (Gloss.). — Ausfuhrlich iiber 
yigavog Thompson Birds s. v. 

Idg. Name des Kranichs, der aus mehreren Sprachen be- 
kannt ist, u. z. entweder wie im Griechisohen mit n-Suffix 
oder mit M-Suffix; wahrscheinlich liegt alter Stamm- und 
Deklinationswechsel vor. Der n-Stamm erseheint in arm. 
krim-k, im Keltischen, z.B. gall, tri-garanos 'mit drei K.', 
kymr. garan, im Germanischen, z.B. ags. cran, ahd. kran-uh, 
in lit. garnys 'Reiher, Storch' ; der w-Stamm ist gesichert 
durch lat. grus, ebenso wie durch baltisehe und slavische 
Formen, z.B. lit. girve, aksl. ieravb. — Neben dem thema- 
tisehen yigavog ist durch H. auch ein n-Stamm iiberliefert, 
yigrjv (oder yegi/jv). Das Wort war wohl urspriinglich ein 
Nomen agentis, ,,der Rufer, der Kraehzer" o. a., zu aind. 
jarate, grndti 'rauschen, singen' usw., s. Solmsen Wortforsch. 
119. Neuere Lit. zur Flexion usw. bei W.-Hofmann s. grus, 
auBerdem Speeht Ursprung 127 und 161. 

Y^pccs -aog oder -cog n. 'Ehre, Ehrengabe, Belohnung" (seit 
II.); urspr. Bedeutung 'Alter', s. yfjgag. — Ableitungen: 
ysgaidg 'alt' (seit II., vorw. poet., vgl. Wackernagel Unt. 208f. ; 
Akzent wie nahuog) mit yegaidxrjg (Pap.); ysgda/xiog 'ehren- 
voll, ehrwurdig' (poet, seit h. Merc, vgl. Schwyzer 493 A. 10) ; 
Komp. d-yegaa-rog 'ohne Ehrengabe' (poet, seit II.); deno- 
minatives Verb yegd£m 'ehren' {EM). — Neben yigag steht, 
wahrscheinlioh von einem alten r-Stamm (Benveniste Origines 
16; anders Schwyzer 516 nach J. Schmidt), Y€pap6§ 'ehr- 
wiirdig' (poet, seit II., spate Prosa), spater auch = yegaidg 
(A. in lyr. usw.), fern. yegaiga (II. [v. 1.] u. a., s. Bechtel 
Lex. m. Lit.); davon yegalgco 'ehren, auszeichnen' (seit II.). 
Eine nahe Entsprechung von yigag liegt vor in aind. jards- 
(i.t) 'Alter' (Bildung wie aldcbg); ein r-Stamm konnte in 
lat. glarea 'Kies' eingehen, falls aus *grdrea zu grdnum usw., 
vgl. W.-Hofmann s. v. — Verwandte sind yigcov, yrjgag, 
ygavg, s. dd. Vgl. auch yegyigifiog. 

yepyipmoq Art Oliven (Kail., Ath. u. a.). — Unerklart. t)ber 
die Zusammenstellung mit aind. jarjara- 'zerbrechlich, hin- 
fallig' (und gr. yegmv usw.) s. Arbenz Die Adj. auf -i/iog 104 
m. A. 58. 



300 ycpSio? — yippov 

yepSioq (Akz. unbekannt) m. (f.), auoh yegdig 'Weber' (Pap. 
seit II a ). Besondere Femininformen yegdla (Edict. Diocl.) 
und yegdiaiva (Pap.). Sonstige Ableitungen yegdiaxdg 'zura 
Weber gehorig' und yegdicbv 'Weberschuppen' (Pap.). Kom- 
posita: yegdiogafidiarrig (Pap.), yegdonoiov (Gloss.). 

Mit lat. gerdius (seit Lucil.) identisoh, aber sonst unklar. 
Das Wort ist wahrscheinlich aus dem Grieoh. ins Lateinisohe 
gewandert, nieht umgekehrt. Auch hebr. girda'a 'Weber' usw. 
diirfte aus dem Griech. stammen, s. H. Bauer u. a. bei 
W.-Hofmann s. v. 

yep^vio? horn. Beiwort des Nestor, naeh den Alten von einer 
Stadt rsgrjva oder rdgrjvov in Messenien, vgl. £elvog iwv . . . 
nag' iTcnoddfioiat reg^jvoig (Hes. Fr. 15, 3). Delebecque Cheval 
38 vergleipht die stehende Formel yegrjviog bmora Nearmg 
mit dem vereinzelt vorkommenden Ausdruck yegcov innr\Xdxa 
Niaxmg (y 436, 444) und will aus diesem Grunde yegrjviog 
fur synonym mit yigcav erklaren. Aber der letztgenannte 
Ausdruck ist offenbar eine Naohbildung von yegcov Innrjkdxa 
IlrjXEVQ (H 125) u. a. — Noch anders Mahlow und Diintzer 
(Bildung wie dyirjvrig), s. Kretschmer Glotta 18, 204. 

ycpotos, yepohav, yipvs s. yiqatv. 

Y^ppov n. Bez. verschiedener aus Flechtwerk gemachter Gegen- 
stande, c Schild aus Flechtwerk' (Hdt., X. u. a. ; yeggoqmgoq 
'Schildtrager' PL, X. u. a.), 'Umzaunung, Bude, Wagenkorb 
usw." (D., Str. u. a.), auch 'Rute, Pfeil' (Eup., Allan., = 'to 
aidolov' Epich.). — Davon yeggddia- argorcr/gidia H.; zur 
Bildung Chantraine Formation 72, Schwyzer 487. — Auch 
yigavfiov (yigai/tov Latte) • axgov afaevrixov xaM/j.ov H. kann 
hierher gehoren (vgl. yiggov = 'Rute'), aber die Neben- 
formen yevai/iov (-vr- Musurus) H. und xegai/iov (Sch.) machen 
jede Deutung hypothetisch, vgl. Arbenz Die Adj. auf -ifiog 80; 
jedenfalls nieht mit Latte zu dyelgco. — Mit a-Vokalismus 
ydgga- gdfidog und ydgaava- rpgvyava. Kgfjreg H.; im Suffix 
abweichend ydgxav • gdfidov. Maxedovsg H. ; s. d. 

Bis auf den Akzent ist yiggov aus *yegaov (vgl. ydgaava 
und Schwyzer 284 f.) mit awno. kiarr n. 'Gebiisch, Gestrauch', 
aschw. lcicerr, nschw. karr n. 'Sumpf, Morast' (urg. *Jcerzd-), 
formal identisch: idg. *girso-m n. ; die nordische Betonung 
muB eine Neuerung sein; zur Bedeutung Liden Stud. 7f. 
Verschiedene nordische Worter zeigen idg. o-Vokalismus, 
z.B. awno. und nnorw. kass (aus *kars) 'Weidenkorb', urg. 
*kdrsa-, idg. *gorso-s m. ; weiteres s. Liden a.a.O. Daneben 
Schwundstufe in ydgaava und ydgga. — Auch arm. car 
'Baum', pi. 'Gestriipp' kann hierher gehoren, falls palatales g 
anzusetzen ist ( = gr. *ydgaov) ; dabei fallen einige bei Liden 



Y^pu>v 301 

herangezogene, in Bedeutung und Form etwas abseits 
liegende aind. Worter weg; vgl. WP. 1, 593. — Aus yigga pi. 
stammt lat. gerra f. 'Rutengeflecht'. 
Y^pwv, -ovTog m. 'Greis', oi yigovreg 'die Alton' als amtlicher 
Terminus (seit II.), auch attr. als Adj. 'alt' (poet, seit II.). — 
Mehrere Ableitungen: ysgovoiog 'den Alten zukommend' 
(Horn.; zum Lautlichen Chantraine Formation 41, Schwyzer 
270), abstrakte Kollektivbildung yegovaia 'Rat der Altesten, 
Senat' (in Sparta, Karthago usw., D., Arist. usw.) mit 
yegovalag 'Mitglied der y.' (Sparta), yegovaiaaxr/g 'ds.' (Plb., 
Hyettos; nach den Bildungen auf -laarrjg Chantraine 316ff., 
vgl. Fraenkel Nom. ag. 1,176; 2,71), yegovoiaxog 'zur y. 
gehorig' (Teos). — Mit bewahrtem -in- im AnschluB an das 
Grundwort: Deminutiva yegovnov (At., X. usw.), yegovrdgiov 
(Gloss.); yegovrinog 'zu den yegovreg gehorig' (PL, Str. usw.), 
ysgovTEiog (Ar.), ysgovriag • Tt&nnog H. Denominativa : 1. ye- 
qovtsvo) 'Senator sein' (Sparta), mit yegovrela (Ephesos) ; auch 
ysQovxia (X., nach yegovr- fur yegovaia). 2. yegovrtdco 'altern' 
(D.L., nach den Krankheitsverben auf -idco, Schwyzer 732). 
— Neben ytgcov, yegovr-, eig. Part. Pras. (s. unten), stehen 
einige sparlich belegte Bildungen auf yegv-: yegvg und ysgvrag • 
yigcov H., wohl nach ngiaflvg und ngeafivrag (Schwyzer 463, 
Redard Les noma grecs en -rr)g 11 und 29; anders Leumann 
Glotta 32, 224 A. 1 mit Referat anderer Ansichten). Die EN 
regvXog, rigvUog und Tsgvg, -vdog (Akz. unbekannt) sind als 
Koseformen fiir rdgav zu beurteilen (Bechtel Namenstudien 
15, Leumann a.a.O.). — Von den Formen auf -oi- erkliirt 
sich ysgoirav ndnnov. Kgrjreg H. unschwer als invertierte 
Schreibung fiir yegvrav wie Hoixiog fur IIv- (zum Letzt- 
genannten Schwyzer 195; anders GroSelj 2iva Ant. 3, 198); 
ysgola n. pi. 'alte Geschichten' (Korinn.) kann, falls richtig 
uberliefert, Neubildung nach den Adj. auf -olog sein (nach 
Bechtel Dial. 1, 304 von yegcag, das nur als EN auf Chios 
belegt ist und sich als sekundare Namensform erklaren laUt, 
s. Namenstudien 15f.). — Sehr fraglich ist (trotz Scheller 
Oxytonierung 33 A. 2) yegwvta (H.), vgl. Latte z. St. — 
yegcoxla (Ar. Lys. 980) ist vielleicht graphischer Ausdruck 
fiir lak. yegm'ia (Baunack Phil. 70, 486f., v. Fritz AmJPh 66, 
196f. ; anders Wackernagel Unt. 208 A. 2; vgl. noch Schwyzer 
218 A. 1). — Eine hellenistische Neubildung ist yegdv-dgvov 
'alter Baum(stamm) > , eig. Substantivierung von ysgdvdgvog 
(Thphr. usw.), nach /leMv-dgvov 'Kernholz' (Thphr.; vgl. 
to fiiXav dgvog f 14), s. Stromberg Theophrastea 99; verfehlt 
Specht Ursprung 142 ; daneben yegdvdgveg H. nach dgvg. 

yegwv ist mit aind. jarant-, osset. zarond 'Greis, alt' iden- 
tisch. Das Wort kann im Altindischen (RV.) noch als Part. 



302 yeuo|ji,ai — y&pOpa 

zu dem im BV. vereinzelt belegten, auch kausativ benutzten 
Praaena jdrati 'alt machen, werden' (gew. juryati, jtryati 'ge- 
breehlich, alt werden') betrachtet werden; es hat sioh aber 
iiberall fruh vom Verb isoliert, vgl. Specht KZ 63, 215ff. — 
Andere Bildungen dieser weitverzweigten Wortaippe sind 
arm. cer, -oy 'Greis' ( = gr. *yigo-g), nperB. zar 'da.' ; nach 
gelaufiger Annahme auch, mit Z-Suffix, germ., z.B. ahd. karal, 
axio.karl 'Mann', nhd. Kerl; s. aber Porzig Sprachgesch. u. 
Worthed. 348. Fur sioh steht das Wort fur 'Korn', lat. 
granum usw., vgl. auch ytyaQTOv. — Weiteres bei WP. 1, 
599f., Pok. 390f., W.-Hofmann s. granum. — Vgl. ydgag, 
yrjgag, ygavg. 

Ye>io(xai, Aor. yevaaa&ai, Fut. yevaofiai, Perf. yiyev/tai 'kosten' 
(seit II.), i vereinzelt yevco, ysvoai 'kosten lassen' (Hdt., att.; 
vgl. Schwyzer-Debrunner 234), sekundar athemat. yev/ie&a 
(Theok. 14, 51). — Ableitungen, alle ziemlich sparsam belegt: 
yevua 'das Kosten, Speise' (ion. att.) mit yev/xarixog (Tanagra 
III a , Bed. unsicher), yevoig 'das Kosten, Geschmack usw.' 
(Demokr., Arist. u. a., vgl. Holt Lea noms d' action en -ait; 
124), yev&/x6g 'ds.' (Nik., vgl. Chantraine Formation 137, 
Schwyzer 493), yevarrjg 'der Schmecker' (Chios), yevarrjgiov 
'Becher zum Kosten' (Kom.); Adj. yevarimg 'zum Kosten 
gehorig' (Arist. usw.). 

Das Kompositum a-yeva-rog 'nicht kostend, unerfahren' 
(att. usw.), wozu spater yevorog (Arist.), erweist eine Grund- 
form *ysvo-o/iai, die zu dem primaren germanischen Verb 
got. kiusan, ano. kjosa 'priifen, wahlen', ahd. as. kiosan 
'schmecken, priifen, wahlen' genau stinrmt, aber trotzdem 
vielleicht eine Neuerung ist, s. Ernout-Meillet s. gustus. Da- 
neben stehen andere Bildungen wie das ebenfalls primare, 
aber schwundstuflge aind. jusdte, -ti 'kosten, geniefien' und 
die deverbativen lat. gustare = ahd. as. koston 'kosten, 
schmecken', aind. joq&yate 'kosten, Gefallen finden' = got. 
kausjan 'kosten, priifen'. Von den verschiedenen Verbformen 
lebt im Griechischen nur yevo/tai weiter; auch die Verbal - 
nomina gehen samtlich, einschlieClich 5-yeva-rog (gegeniiber 
aind. d-jus-ta-), auf das hochstufige yev(o)- zuriick. Weiteres 
bei WP. 1, 568f., Pok. 399f. m. Lit. — Nach Specht Spraohe 
1, 49 ware der w-Laut in yevo/iai ebenso wie in anderen Aus- 
drucken des Essens und Geniefiens sakraler Natur(?). 

Y&pupa f. (ion. att.), boot. pd<pvga, kret. ddipvQa, lak. dltpovga 
(H.) 'Briicke', in der H. oft als 'Damm, Erdwall* erklart 
(dagegen Lamer, s. unten). — Davon das Deminutivum 
ye<pvgiov (Ael.) und yeqwglg • nagvt] rig ini ye<pvgag, d>g TfgaxXicav 
H. (auch mit einer anderen Deutung) ; ferner die Denomina- 



Y?) — xn&tf* 303 

tiva 1. yEcpvQda) 'eine Briicke schlagen' (ion. att.; II. 'auf- 
dammen'?, vgl. oben) mit yecpugmaiq 'tJberbruckung' (Str., 
Arr. u. a.), yeyvgrn/xa 'Briieke' (J.), yeqmQon^g 'Briickenbauer' 
(Plu.). 2. yeqivQ^O) 'verunglimpfen, verhohnen* (Plu.), nach 
H. „inel iv 'EXevaivi em rrjg yEffriqag roig fivaxrjQioig xa&e£6/ievoi 
HaKomxov rovg naqunrtaq" ; davon ye(pvQia/jag (Str.), yeijmQifSx^q 
(Plu., H.). 

In der Bildung mit dem sicher idg. dyxvQa ubereinstimmend, 
macht yiqivQa auch durch den Anlautswechsel, der auf labio- 
velares g>- sehliefien lafit (evtl. gu-, s. Schwyzer 298 und 301), 
den Eindruck eines Erbworts. Dunkel bleibt indessen y-; 
gegen dissimilatorischen "Verlust des labialen Elements wegen 
des folgenden <p (Schwyzer 298 f. m. Lit.) Lejeune Traite de 
phonetique 38 A. 2. — Angesichts der nahen Beziehungen 
zwischen Griechisch und Armenisch kann die auffallende 
Ahnlichkeit mit arm. kamurj 'Briicke' (Meillet BSL 22, 17 
und 36, 122 mit Bugge; von Hubschmann Armen. Gramm. 
1, 457 abgelehnt) trotz der lautlichen Unregelmafligkeit (<p 
aus idg. bh ware arm. w; umgekehrt jj/iag gegeniiber arm. 
awr) kaum zufallig sein. — Oft als vorgrieohisch erklart, so 
von Lamer IF 48, 230 A. 4, PhilWoch 1932 = Festschrift 
Poland 123ff. (dazu Kretschmer Glotta 21, 158 und 22, 259), 
Krahe Die Antike 15, 181. — Verfehlt Loewenthal WuS 10, 
182f. (eig. 'Flechtwerk', zu yvyiog usw.). 

Y»), dor. yd, kypr. Jd f. 'Erde, Land' (seit II.); ion. plur. yiai 
Neubildung (Schwyzer 473 A. 4 m. Lit., Schwyzer-Debrunner 
51, K. Meister HK 172,253). — Ableitungen: Deminutiv 
yrjSiav (Ar., X. usw.); die Adjektiva yqCvog 'irden, irdisch' 
(ion. att.), dor. yd'Cvog, ys(odr]g 'erdartig, erdig' (PL, X., 
Arist. usw.), ysrigdg 'da.' (Hp., PI. usw., vgl. s. iyyoQovvreg) ; 
vereinzelt yrjrr]S (S. TV. 32) 'Landmann', vgl. yairm • yecogyol 
H. und Redard Les noma grecs en -xr\g 36; Denominativum 
yeoo/xai 'zu Erde werden' (D.S.). — Als Vorderglied in zahl- 
reichen Komposita yr\- (ya-), gewohnlich yew- aus yrj-o- (spat 
auch ye-rj- aus yij-rj-, ye-o- und yeto- nach -yeiog aus -yrj-iog) : 
yrj-yevqg 'erdgeboren' (ion. att.), yr\-'kocpog (PL, X. u. a.), 
yea>-Ao<pog (X., Plb. usw.) 'Erdhiigel', yeco/ierQla, 4r\ 'Feld- 
meBkunst' (ion. att.), yecogyog 'Landmann' (ion. att.) aus 
yt)(-o)-FoQy6g oder -fegyog, vgl. yaffsgydg- <6> dygov nia&mx^g. 
Adxwveg H. 

Ohne Etymologie. Vgl. yaia und ala. 

yiftiui (seit II.), dor. yd&im, Perf. ytyrfoa (poet, seit IL), dor. 
yeyd&a, Aor. yrftrjoai, yaftfjoai (Horn., Pi. usw.), spates Pras. 
yrfiofiai, yrj-frw, yd&to 'sich freuen'. — Wenige Ableitungen: 
yrj&oovvr, (ep. seit IL, Ph.), yrfodawog 'freudig' (poet, seit II.; 



304 YTj&uXXts — Y»jpaS 

vgl. Bisch 138f., dazu Porzig Satzinhalte 227 mit Versuch, 
die Worter bildungsgeschichtlich einzuordnen; s. auch Frisk 
Eranoa 43,220); spat yrfiog n. (Epikur., Plu. u. a.) und 
yrj&aXiog (Androm., ap. Gal.). AuBerdem noch yaaaav ■ rjdovriv 
H., falls mit Baunack Philol. 70, 376 aus *yd&-iav. 

Wegen lat. gavdeo, gamsus sum wird yrj&ew gewohnlich 
auf *yaFE&em (evtl. -aU(o) zuruckgefuhrt, das seinerseits als 
*yaf-e»-em zu zerlegen ist (vgl. Schwyzer 703). Die Kon- 
traktion muB sehr friih gefolgt sein (Kretschmer Glotta 4, 324 
und 337 gegen Jacobsohn KZ 43, 42ff.) und auoh fur das 
Perfekt (urspr. *ye-yaf-a zu yalwt; vgl. Chantraine Gramm 
horn. 1, 429) mafigebend gewesen sein. Dadureh wird An 
schluB an yaiw aus *ydf-*a>, yavgog, ydvv/tai ermoglicht (s 
dd.). Dafe graeco-lat. Priisens *gauedheio, das als alte ldg 
Bildung auffallend ist, steht im Ganzen isoliert da; in Be 
tracht kommt immerhin lit. dzaugiuos 'sich freuen', falls aus 
*gaudzitXos umgestellt (Hirt BB 24, 280). 

YT^uXXt? (dor. ya&-), -Idog f. (Epioh., Eub., Nik. u. a.), yVJ&uov 
n. (At., Thphr. u. a.), Y^ T£l0V n - ( Ar -> Anaxandr., Kail, 
u a.) N. einer Zwiebel (vgl. Stromberg Theophrastea 84). — 
Nicht sicher erklart. Von Kalen GHA 24 (1918): 1, 103 ff. in 
yr,.&vUk zerlegt und als 'Erdsackel' erklart; entsprechend 
will er aus yr/frvov ein *9vov 'sacculus' (auch in rrj&vov postu- 
liert) gewinnen. Dabei wird das ebenfalls gut beglaubigte 
yrjteiov nicht beriicksichtigt. 

Yfjpas, -aog, -cog n. 'Alter' (seit II.). — Ableitungen: y n gai6g 
'alt' (seit Hes. ; vgl. zu yegaiog s. yegag), yrigaMog 'ds.' (Anakr., 
Xenoph., Pi., A. usw.; s. Debrunner IF 23, 13f.; nach den 
Adj. auf -aXiog; nicht mit J. Schmidt und Schwyzer 516 von 
einem alten a-losen Stamm yr)ga-), yygdeig 'ds.' (Alk., vgl. 
Chantraine Formation 272f.). AuBerdem yfcewv 'Distelflaum' 
(Arat., Nik.) und yrjgdviov yegav<oyegmv> H.; zum Be- 
nennungsmotiv vgl. Stromberg Pflanzennamen 159 A. 1 ; 
yriQdnwv H., mit tygdCa glossiert. — Daneben yrfiiuswa 
'altern' (seit II.), Aor. 3. sg. iyr/ga, Part. yr\gdg (II. usw.), 
Inf. y V gdvcu oder y V gdvai (A., S., vgl. Schwyzer 682 mit 
Beferat auch anderer Ansichten); Aor. 1 eyrjQaaa (Hdt., A. 
usw.; auch kausativ gebraucht nach lepvoa: ecpw usw., 
Schwyzer 755y); Fut. yrjgdaofica, -oto (ion. att.), wozu spater 
yeyfaaxa, iyr)gd&r]v. Neugebildetes Prasens y^gdco (X. usw.); 
Aor. yqqdg (Xenoph.) nach da/ieig usw. (anders Specht KZ 
59, 85). — Von yr\gdaxm: yfjedaifiog 'alternd' (Tlos), vielleicht 
iiber yrigaaig (Ammon., Suid., vgl. Arbenz Die Adj. auf 
■ifiog 88); daneben yqgavaig (Arist.) nach vyiavaig (Chantraine 
281). 



Neben yigag mit alter Vokalkurze in der iibertragenen 
Bedeutung 'Ehre(ngabe)' steht yfjQag mit auffallender Vokal- 
lange in der urspriinglichen Bedeutung 'Alter'. Da die Lange 
gleichzeitig dem Verb eignet, spricht alles dafiir, dafi sie vom 
Verb auf das Nomen ubertragen wurde, wodurch yegag formal 
und semantisch isoliert wurde; nur in yegaidg hat sich die 
alte Bedeutung bewahrt. — Eine sichere Erklarung des rf 
steht indessen noch aus. Gegen die Annahme einer tJber- 
tragung von rj^rj, ??/3dco (seit Osthoff IF 19, 235ff.) spricht 
der Umstand, daB sich bei Homer noch ?7/3do> und yrjgdaxta 
gegeniiberstehen. Die sich gegenseitig erganzenden Parallel- 
bildungen rjpdoxco und yrjgda) sind erst nachhomerisch. Die 
Nomina yigag und ■ijfir] weichen im Formalen allzu sehr von- 
einander ab, um eine Vokalentgleisung wahrscheinlich zu 
machen. So ist man geneigt, das rj dem zweisilbigen Aorist- 
stamm in iyrJQa, yt]gdg (s. oben und vgl. aind. jari-mdn- 
' Alter') zuzuschreiben; die entsprechende Lange im ved. 
s-Aorist jdri-suh (3. pi.) bietet allerdings dafiir keinen ge- 
niigenden Anhalt. — Vgl. ysgag, ydgwv, ygavg. 

yrfi\>$, dor. ydgvg, -vog f. 'Stimme, Ton, Ruf ' (poet, seit II., 
spate Prosa). — Davon yrjgvui, yagvco 'anstimmen, singen, 
verkiinden' (poet, seit h. Merc, Hes.) mit yrigvfia (A., Plu.). 
Isolierter hochsprachlicher Vertreter einer Sippe, die 
namentlich im Keltiachen zahlreich reprasentiert ist; Dehn- 
stufe wie in yrjgvg u. a. in air. gair f. 'Geschrei'. Aus dem 
Germanischen werden hierhergestellt got. kara f. 'Sorgo' 
und die damit identischen ags. cearu f. 'da.', ahd. chara f. 
' Wehklage' ; vereinzelte entlegene Bildungen aus dem Arme- 
nischen und dem Iranischen verzeichnen WP. 1, 537, Pok. 
352 und W.-Hofmann s. garrio. Aus dem Griechischen noch 
mit expressiver Gemination yagguofte&a • Xoidogov/te&a H., s.d. 

yiyitpwv n. 'Weinbeerkern' (Simon., Ar. usw.; zu den Be- 
zeichnungen verschiedener Kerne vgl. Stromberg Theo- 
phrastea 140). Davon yiyagncCq • aracplg H., yiyagrwdrjg 'kern- 
ahnlich' (Thphr.). — Beduplizierte Bildung, gewohnlich zur 
selben Familie wie lat. granum, nhd. Korn, Kern usw. ge- 
zogen (s. yegwv) ; vgl. auch Schwyzer 423. — Fremder Ur- 
sprung ist selbstverstandlieh keineswegs ausgeschlossen. 

rtyot?, -avrog m., gew. pi. 'Giganten', Benennung eines wilden 
riesenhaften Volkes (seit II.), bei Hes. als Sonne der Gaia 
dargestellt. — Davon einige spate und sparlich belegte 
Adjektiva: riydvreiog, -ralog, -tutdg; auflerdem riydvxiog als 
Monatsname (Lokris, Phokis). Ebenso als Vorderghed in 
Fiyavro-fiaxia (PI. u. a.) usw. 

Frisk, Griech. etym. WSrterbuch 20 



306 Y l YY'S — ylfvona.1 

Reduplizierte Bildung; zum Suffix vgl. HfSavreg, Kogv- 
pavreg, dXlfiavxeg usw. (Sohwyzer 526 : 4) ; wahrscheinlich vor- 
griechisch (Kretschmer Glotta 14, 99). — Von H. Petersson 
Et. Miszellen 15f. zu lett. gdgans 'langer Strick, Riese' ge- 
zogen; wohlbegriindeter Zweifel bei Kretsohmer Glotta 15, 
197. 

yiyylq, -tdog f. N. einer Rubenart (Alex. Trail.); davon ytyyidiov 
Art Mohrriibe (Dsk.). — Volkstumliches Wort (Stromberg 
Pflanzennamen 21), vielleicht mit Solmsen Wortforsch. 213f. 
fur *yeyylg mit Assimilation zu yoyyvXog, s. d. Bedenken bei 
WP. 1, 638. 

YiYY^ 10 ^?' yagyaXio/uog and x ei 6<*> v > y&Xwg H. — Onomato- 
poetisch, vgl. ylyygog. 

YtYY^w^oS \yvyl-) m. 'Tiirangel, Turzapfen, Gelenk' (X., Arist., 
Epid., Delos usw.). — Davon yiy(y)Xv/iiov (Anthem.), yiyyXv- 
ficadrjg (Arist.), yiyyXv/tcoTdg (Ph. u. a.) mit yiyyXvfioo/nat (Hp.).. 
Technischer Terminus unbekannter Herkunft (vgl. Schwy- 
zer 423). Verfehlt H. Petersson Griech. und lat. Wortstud. 8f.. 
(zu air. glun 'Knie' usw.). Anderer Versueh bei Prellwitz, 
vgl. WP. 1, 618. 

Y'YYP ? m -» -<*S m. N. einer kleinen phonikischen Flote oder 
Pfeife (mittl. u. neue Komodie). Davon ytyygd'ivog f y.-ahnlich' 
und yiyygavx6g 'fur y. bestimmtf (Ath.) ; yiyygiai • atiXol fivxgol,, 
Sv olg tiqcotov fiav&dvovoiv, yiyygaafiog ■ fj%og, yiyygi • im<pcovt}fid 
■ti em xazafifoxtfoet Xeyofievov. xai eldog avXov H. — Mit g- 
Suffix und Dissimilation: yiyyXagog (Poll.), yiyyXdgiov (AB). 
Nach Ath. 4, 174f. von riyygrjg, phonikischer Name des 
Adonis. Vielmehr expressive onomatopoetische Bildung aus 
*yig-yg-o- dissimiliert, vgl. zu yfjgvg und yegavog; reiches 
Material bei WP. 1, 592, W.-Hofmann s. gingrio, -Ire 'schnat- 
tern, von Gansen'. ■ — Lat. gingrina 'genus quoddam tibiarum 
exiguarum' (Paul. Fest.) ist griechische Entlehnung. Eine 
ahnliche Bildung ist yiyyXiofiog, s. d. 

YtY vo ( lal > ion. usw. yivofiai (mit Assimilation und Dehnung, 
Schwyzer 215), thess. boot. yivv\im (Neubildung, Schwyzer 
698), Aor. yevia&ai, Perf. yiyova, yeya/xev, Med. (neugebildet) 
ysydvriftai, Fut. yevrjoofiat; jungatt. usw. yevri&rjvai und yevrj- 
■frrjoopai; transitiver s-Aorist yelvaoftai (ep. usw., aus *yev-a-, 
nahere Analyse unsicher; s. auBer Schwyzer 756 besonders 
Waokernagel Unt. 175 mit kuhner Erklarung), wozu ysivo- 
fie&a, -fiEvog (wohl entweder fur yi(y)vo/iat, Schwyzer 715, 
oder fur yev- mit metrischer Dehnung, Specht KZ 66, 204 f. 
nach Schulze Q. 182ff.); athemat. Wurzelaorist eyevro (Hes. 
usw.; wohl analogische Neubildung, vgl. Schwyzer 678 f. m. 
Lit.) 'geboren werden, werden, entstehen'. — Zahlreiche- 



Ylyvojiai 307 

Verbalnomina, z.T. altererbt. Nomina actionis: 1. yivog und 
yovog, yovrj (s. dd.). 2. ysved, ion. -7J 'Geschlecht, Nach- 
kommenschafb' (vorw. poet, seit II.; zu der eigenartigen 
Bildung s. Chantraine Formation 91). 3. yev6-#Ar) (poet, 
seit II.) und y&ve-ftXov (A., S.) 'ds.' mit yevi&hog und den 
seltenen und spaten yeve&faaxdg, yeve&Atdwg, yevE&kico/ja, 
yeve&Aid£w. 4. yeve-rrj 'Geburt' (Horn., Arist. u. a.) mit 
revexvXXiQ Kosename der Aphrodite als Schutzgottin der 
Geburt (Ar. u. a. ; vgl. Chantraine 252 und Leumann Glotta 
32, 218 A. 3). 5. yeve-aig 'Geburt, Ursprung' (seit IL). 6. yiv- 
vd (a. d.). — Nomina agentis: yevd-rcoQ (ion. dor. poet.) und 
yeve-rt]Q (Arist. usw.) 'Erzeuger'; Versuch einer Bedeutungs- 
differenzierung bei Benveniste Noms d'agent 46; Fern. 
yevereiga (Pi. usw.) aus -zqiq. (Schwyzer 381); y£vi-rrjg (ion. 
poet.) 'Erzeuger', auch 'Sohn' (aus dem Komp. aiei-yevirrig 
usw., s. Fraenkel Nom. ag. 1, 48); davon yeveaia. n. pi. 'Feier 
der dahingeschiedenen Vater, Parentalia' (Hdt. usw.), spater 
'Geburtsfest' durch Anschlufi an yevertf, yeveaig, vgl. Jacoby 
Class. Quart. 38, 65ff. ; zu yevsrcog und yev£TT]g auch Chan- 
traine REGr. 59 — 60, 246ff. — Sonstige Ableitungen: yvqoiog 
'von echter Abkunft, eehtburtig' (seit II. ; zunaohst von einem 
verschollenen Nomen, vgl. Scheller Sprachgesch. und Wort- 
bed. 399ff.); yvcorog, -rrj 'Verwandte(r), Bruder, Schwester' 
(ep. seit II. ; oder zu yiyvcboxtol, s. unten) auSerdem in Zu- 
sammenbildungen -yvrj-rog, z.B. xaal-yvrj-rog 'Bruder' (s. d.) 
und -yv-og in veo-yv-og 'neugeboren' (h. Horn, usw.), mit 10- 
Ableitung in 6/i6-yv-iog 'von gleieher Abstammung', vorw. 
als Bez. der Stammgotter (Trag. usw.). 

Altes Verb, von dem mehrere mit den griechischen genau 
iibereinstimmende Formen nebst zugehorigen Verbalnomina 
(die allerdings teilweise auf parallelen Neuschopfungen be- 
ruhen konnen) in anderen Sprachen vorliegen: redupl. Prasens 
yiyvo/j.a.1 = lat. akt. gigno 'erzeugen' ; thematischer Aorist 
iyevero = aind. them. Impf. ajanata (Pras. jdnate, -ti = lat. 
genit) ; Perf. yiyova = aind. -jajana. Ferner die Nomina yevog 
und yovog (s. dd.) ; y ever cog, yeverrjQ = lat. genitor, aind. jdnitar- 
und janitdr-, yevereiga (aus -TQta) = aind. jdnitri, lat. genitrl-x; 
yeverrj = lat. Genita Mana N. einer Gottin (dagegen yeveaig 
Neubildung nach den hochstufigen zweisilbigen Nomina fiir 
die alten schwundstufigen aind. jail- 'Geburt, Familie', lat. 
ndti-6, ags. (ge)cynd 'Art usw.' ; zur Abstufung im allg. vgl. 
Borgstrom NTS 16, 144f.); yvcorog = lett. znuots 'Sehwieger- 
sohn, Schwager' (nach Schulze KZ 63, 113 vielmehr zu 
yiyvcbaxco) ; vgl. noch ahd. knot (got. Dat. knodai) 'Geschlecht' ; 
•yv-og in Zusammenbildungen = z.B. lat. prlvi-gn-us 'ab- 
gesondert geboren' = 'Stiefkind', veo-yv-og : got. niu-kla-hs 

20* 



308 Yiyv&axta 

'ds.' (aus *-kna- [idg. *-gn-o-] dissimiliert) ; -yv-iog in 6fi6- 
yv-iog = gall. Abe-gnia. — Zahlreiche andere Formen aus 
verachiedenen Sprachen bei WP. 1, 576ff., Pok. 373ff., W.- 
Hofmann s. gigno. 
YiY v <* >0>t< " , > i° n - usw. yivcbaxco (vgl. ytvoftai neben ylyvopcu), 
epidaur. yvcbaxa), Aor. yvmvai, Perf. eyvmxa, Fut. yvdtoofiai, 
mit analog, -a- yvcoafrijvai, syvcoapai, spater cr-Aor. yvdioao&ai 
(Man.) 'erkennen, kennenlernen' (seit II.). — Ableitungen : 
yv&oig 'Erkenntnis, Einsicht' (ion. att.), oft in Komp., z.B. 
dvd-yvmaig 'das Wiedererkennen, das (Vor)lesen' zu dva- 
yiyvmaxm 'erkennen, (vor)lesen' ; yvd>firj 'Erkennung, Gedanke, 
Ansicht' (Thgn., Hdt., Pi. usw.j mit yva>/j,lSwv (Ar.) und 
yvco/iixog (spat); selten yvwfia 'Kennzeichen, Ansicht' (Hdt., 
A. usw.) >mit yvm/iarEvco (PL usw.); gewohnlich dagegen 
yvwjiwv ru. (f.) 'Kenner, Beurteiler usw.' (ion. att.; daraus 
wahrscheinlich lat.-etr. groma, lat. norma, s. W.-Hofmann 
s. w.) ; zu yvcbfir), yvmacg s. bes. Snell Die Ausdriicke fur den 
Begriff des Wissena in der vorplat. Philosophie. 1924; — ■ 
yvcorog 'erkannt, bekannt' (II., S.), gewohnlich mit analog, -cr- 
yvmoxog (A., S., PI. usw.; ayvcoarog seit Od.) wie in yvaxmjQ 
'Identitatszeuge, Burge' (X., Pap., vgl. Schaefer Mus. Helv. 
6, 49ff.) und yvwo~zr\g 'ds.' (LXX, NT, Pap. usw.); ofters in 
Komp., z.B. dvayvcbarrjC zu dva-ytyvcoaxo) (vgl. oben); ebenso 
yvaxmxog 'zur Einsicht gehorig, theoretisch' (PL, Arist. usw.) 
und das Denominativum yvcoarevca 'die Identitat erkennen' 
mit yvaxnela (Pap.). — Fur sich stehen mit g-Suffix yvcbgtfiog 
'erkennbar, bekannt, nobilis' (seit Od.) und yvcooltco 'er- 
kennen, kundtun' (ion. att.) mit yvd>Qiaig, yvd)Qia/xa, yvwgio/tog, 
yvooQiOTTJg, yvcogiarixdg (PL, Arist. usw.); zu Grunde liegt ein 
nominaler g-Stamm (*yv<bQov1), Einzelheiten bei Arbenz Die 
Adj. auf -ifiog 24 und 31 f. ; vgl. aueh unten. — Mit abweichen- 
dem Vokal Ayvo&o 'nieht (er)kennen' (seit II. ; r\yvolr\aa mit 
falschem -oi-; s. z.B. Chantraine Gramm. horn. 1,99) mit 
dyvoid, ayvoid (att.), wahrscheinlich naeh voeto und Zus.- 
setzungen, avoid, ftvoid usw.; die Annahme eines Adjektivs 
*&yvo-Fog (Schwyzer 472 A. 8 mit Solmsen und Anderen) 
neben dyvwg, dyvmrog 'unbekannt' (seit Od.) ist (trotz lat. 
cognitus) entbehrlich. 

Das Prasens ytyvcoaxco ist bis auf die Reduplikation (epi- 
daur. yvutoxco) mit lat. (g)nosco, apers. x&n&sa- in xinasahiy 
'du sollst merken' (Konj.) usw., wohl auch mit alb. ■hoh 
identisch ; dem Aor. Opt. 2. sg. yvolrjg ( = *yvolirjg) entspricht 
aind. jneydh (yvcboaofiai dagegen spate Parallelbildung zu 
aind. d-jnasam) ; identisch sind ebenfalls yvcwog, lat. notus, 
aind. jnaid- (wozu noch air. gnath 'gewohnt, bekannt', toch.B 
a-kndtse 'unwissend'). In alien drei Sprachen hat sich die 



ylvvos — yX&(j.<i)v 309 

einsilbige langvokalische Wurzelform mit 6-Farbe fast aus- 
nahmslos durchgesetzt (vgl. noch fyvcoxa, lat. nom, aind. 
jajfiau usw.), ebenso in aksl. znajp, znati 'erkennen'. Aus 
diesem Rahmen fallt im Griechischen auBer der Neubildung 
dyvoeco (s. oben) nur das semantisch isolierte yiycova (s. d.); 
es laBt ein altes Ablautsystem ahnen, das sioh auch sonst, 
z.B. in got. usw. kann, pi. kunnum, Part, kunps 'bekannt' 
(daneben z.B. ags. cnawan 'know' aus idg. *gne-), lit. zinklas 
'Zeichen' (mit StoBton aus einer zweisilbigen Wurzelform 
*gend-), pa-iintas 'bekannt', pa-i{stu 'ich erkenne', arm. Aor. 
can-eay 'ich erkannte' (mit Tiefstufe) verrat. — Zu yvcogifiog 
vgl. lat. ignore, dessen o aber wegen des isolierten und darum 
alten a in gnarus als Neubildung verdachtig ist (W.-Hofmann 
s. gnarus m. Lit.). — Die Gleichung yvwmg = lat. noti-6 
= aind. -jnati- kann natiirlich in Anbetracht der groBen 
Produktivitat der betreffenden Suffixe auf Neubildung be- 
ruhen. Das gleiche gilt von den ebenfalls ubereinstimmenden 
yvu>[ia, aruss. znam% (unsicher phryg. xvovfiavei [Dat.] 'Grab'). 
In seiner allgemeinen phonetischen Struktur an das Verb 
fiir 'geboren werden, erzeugen' erinnernd (s. ylyvofiai), unter- 
scheidet sich yiyvcoaxco davon vor allem durch die fruh urn 
sich greifende Wurzelform grid-. DaB diese beiden Verba 
ursprunglich identisch gewesen waren (s. die Lit. bei WP. 
1, 578, W.-Hofmann s. nosed, vgl. noch s. y6vv), ist eine An- 
nahme, die sich strong genommen weder beweisen noch 
widerlegen laBt, aber eben deswegen wie alle derartigen 
Hypothesen, die mit ganz unbekannten vorgeschichtlichen 
GroBen operieren, vollig ohne Interesse ist. 

ylvvog m. Bez. des Maulesels (Arist., Str., H.), auch yivog 
(Ialysos). — Fremdwort unbekannten Ursprungs. Vgl. zu 
Sviwoq. 

yXiyo? s. ydXa. 

y\6Z,oy 'einen Gesang (pites) erklingen lassen' (Pi. Fr. 97) ; vgl. 
ykayydfei • xixgaye H. (Kyr.). — Onomatopoetisch, vgl. 
xAd£a>. — Man vergleicht seit Fick und Zupitza einige germa- 
nische Worter, z.B. awno. klaka 'zwitschern'. 

yX&fMdv, -cuvos (Kom., Lys.), yAa/itigd; (Hp., H., EM) 'trief- 
augig'. — Von yXd/iog • fiv^a H. nach den Adj. auf -wv (trrgd/Scov 
usw., Chantraine Formation 161) bzw. -vq6q (tpXeyvQdg usw., 
ebd. 231). Dazu das Denominativum yXapdw (Poll., Moer.) 
und yXd/ivSog = ykafivgog mit yAa/iv£ida> {EM), nach /xv^a 
oder fiir yXaffioJ-fiv^og. — Das langvokalische yh]/td>drjg = 
yXa/xvQ6$ (Gal.) ist durch Kreuzung mit hjficbdrig entstanden. 
Nicht sicher gedeutet. An yM/ioov usw. erinnem einige 
baltische und germanische Worter, z.B. lit. glemes, gUimes pi. 



310 Y7.6.VOS — yTuuxntfa 

'Schleim', engl. clammy 'klebrig, zah' ; aufierdem alb. ngl'ome 
'feucht, frisch' (WP. 1, 617 m. Lit., Pok. 361). — Aus dem 
Griechischen stammt lat. glamae 'Augenbutter', s. W.-Hof- 
mann s. gramiae m. Lit. 
yXAvo? m. 'Hyane' (Arist.). — Davon der Fischname yXdvig, 
-105, (-ecus), -«5o? m. (f.) 'Silurus, Wels' (Kom., Arist. u. a.; 
yXdviog Hdn.), so genannt wegen seiner Gefrafiigkeit und 
seiner Lautgebung, s. Stromberg Fischnamen 70; ausfuhrlich 
iiber den Fisch Thompson Fishes s. v. — Ohne Etymologie. 

yXapli;, -(dog f. 'MeiBel' (S., Delos III a , Kail, u. a.). — Bildung 
wie die semantisch verwandten ygayig, yXvcplq, xontg usw. 
(Chantraine Formation 338). Erklarung sonst unsicher; nach 
H. Lewy KZ 55, 24 aus *yQa-Qig dissimiliert, zu ygdm 'fressen, 
nagen'. 

YXouk6? bei Horn. (II 34) und spateren Dichtern (Trag. usw.) 
vom Meere, naehhom. entweder auf die Farbe 'hellblau, blau- 
grau' oder auf Liohterscheinungen 'funkelnd, leuchtend' be- 
zogen. — Mehrere Ableitungen: yXavxog N. eines Fisches 
(Kom. usw.; zum Benennungsmotiv Stromberg Fischnamen 
23f., zum Sachlichen auoh Thompson Fishes 48) mit den 
Deminutiven yXavxidiov und yXavxiaxog (Kom.); yXavxla fj 
yXavxiov • fioravr) rig H. (Plin.) ; auch 'Mohnsaft' (Dsk., Gal.) 
und N. einer Entenart (Ath.), beide nach der Farbe; ykavxi- 
davov N. einer Augensalbe (Gal.), nach den mannigfachen 
Geratenamen auf -avov (Chantraine Formation 198f.), an- 
scheinend iiber *yXavxCg; yXavxivog Attr. von l/idnov (Plu.) 
mit yXavxividiov = yXavxidiov (Amphis); yXavxeiovg (£iTC0- 
vlaxog, Attika IV a ). — yXavxorrjg (Arist., Plu., Corn.). — 
Denominative Verba: 1. ep. Part. yXavxiomv 'funkelnd, 
glanzend' (nach /leidiomv? Leumann Horn. Worter 151); 
2. yXavxi^co 'y. sein' mit yXavxwpog (PHolrn.); 3. yXavxom 
'y. farben' (PHolm.), yXavxoofiai 'den Star bekommen' (Hp., 
J.) mit yXavxcaaig (Hp., Gal.) und yXavxca/ta 'griiner Star' 
(Arist., Mediz.), das indessen auch direkt von yXavxog aus- 
gehen kann (vgl. Chantraine 186f. ; yXavxoofiai dann sekun- 
dar?); 4. yXavaaco 'leuchten' (H., EM), diayXavoaco A. B. 1, 
1281; vgl. Xevxog: Xevaam. — Mehrere Eigennamen: rXavxog, 
rXavxt) (seit II.), rXavxmv, -low usw.; auch als Vorderglied. — 
Zu yXavxwnig s. unten. 

Die gewohnliche Ankniipfung an yaXrjvr), yeXdco usw. (s. dd.) 
kommt (auch mit Hilfe von *dyXafog) iiber eine allgemeine 
Ahnlichkeit nicht hinaus. Da das ep. Attribut der Athena 
yXavxwmg, nach fiowmg zu schlieBen, als 'die Eulen-augige' 
bzw. 'die Eulen-antlitzige' zu verstehen ist, kann yXav£ 'Eule' 
schon aus diesem Grande schwerlich eine hypokoristisehe 



Kiirzung von yXavxcbmg (Prellwitz) sein. — Nach Leumann 
Horn. Worter 148 ff. erwuohs yXavxog auf rein literarischem 
Wege aus dem miBverstandenen Vorderglied in yXavxmmg, 
das sehon von den epischen Dichtem als adjektivisch (mit 
wechselnder Bedeutung) aufgefaBt wurde. 

Y>.awv6? m. Art Chiton (Poll. 7, 48). — Unerkliirt. 

-yAaOl;, -xog f. 'Nachteule' (Kom., Arist. usw.). — Nach den 
Alten von yXavxog wegen des funkelnden Blickes, was von 
Thompson Birds s. v. (wo ausfuhrlich zum Sachlichen) als 
Volksetymologie abgelehnt wird. Nach Prellwitz aus yXavxai- 
mg hypokoristisch gekiirzt; vgl. dazu s. yXavxdg. Einige Vogel- 
namen mit A-Suffix notiert Specht Ursprung 204. 

yXacpup6<; 'ausgehohlt, hohl' (ep. lyr. seit II.), 'geglattet, fein, 
zierlich' (Kom., Arist. usw.). Davon yXaqivQorrjg 'Glatte, 
Eleganz' (Ph., J., Luk. u. a.) und yXa(pvola 'ds.' (Plu., Iamb.). 
— Vereinzelt yXaqm n. 'Hohle, Grotte' (Hes. Op. 533) und 
yXdqxo 'aushohlen' (Hes. Sc. 431), 'einritzen' (ClassRev. 12, 
282; KoptosIlP; richtig?). 

Die Bildung von yXa<pvqog (wohl aus -vXog dissimiliert, 
Leumann Glotta 32, 223 A. 2) scheint auf einen w-Stamm 
*yXa<pvg hinzudeuten (Xiyvgog : Xtyvg usw.). Ob das einmalige 
yXdcpv eine Altertiimlichkeit darstellt, bleibt immerhin etwas 
fragwiirdig; ebenso kann yXd<pa> als an. Xsy. im Sinn von 
'aushohlen' gegeniiber yXayvQog sehr wohl sekundar sein. 
Wenn es viel spater in der Bedeutung 'einritzen' wieder er- 
scheint, macht es (falls iiberhaupt richtig gelesen bzw. ge- 
schrieben) den Eindruck einer Kreuzung von yXvtpoy und 
ygdqpco. Der Gebrauch von yXag>vo6g im Sinn von 'geglattet 
usw.', der sich auch stilistisch gegen die friiher belegte Be- 
deutung 'ausgehohlt' abhebt, setzt eine Grundbedeutung wie 
'sehaben' voraus, oder aber es liegt eine Versehiebung der 
Assoziationen vor. — Eine ansprechende Ankniipfung bieten 
einige slavische Worter fur 'aushohlen, nagen', z.B. bulg. 
glob m. 'Augenhohle', Sloven, globati 'aushohlen, nagen'. 
Dagegen ist russ. globd 'Querbalken, lange Stange' keine 
Stiitze fiir die Ansetzung einer urspriingliehen Bedeutung 
'schaben, glatten', da es wahrscheinlich nicht zu glob usw. 
gehort (Vasmer Russ. et. Wb. s.v.). 
ykiiwt, "fkitpapov s. §Mnu>, fi\£<paQov. 

YX^vtj f. 'Augapfel' (Horn, [auch als verachtliche Anrede © 164, 
vgl. Porzig Satzinhalte 347], S.), auch 'Augenstern, Pupille' 
(Ruf. Onom., H.), ubertr. 'Gelenkhohle' (Gal.), 'Wabe' (AB, 
H.). — y^ vea n - pl- 'Schaustucke, Schmucksachen' (Q 192, 
A. R. 4, 428), 'Sterne' (Arat.); sg. yXfjvog = yXrjvT) (Nik.), 
= (pdog H. — Ableitung yXrjvtg (/<? 5 [1] 1447, 9, Messene 



312 Y^X WV — Y^ 01 ^? 

III— II B ) Bed. unbekannt. Ein hellenistisches Kunstprodukt 
ist yXrjv = yXrjvr] (Hermesian.), vgl. Schwyzer 584 A. 6. 
EN: rXrjvos, rXrjvig, rXrjvo'), rXrpievg, vgl. Bofihardt Die 
Nomina auf -svg 130. — Unsicher ist die Bedeutung von 
TQi-yXr/va (iefiara Horn.); auBerdem rgCyXr)vog als Attribut 
der Hekate (Ath.). 

Neben yXrjvrj, yXrjvog stehen einerseits ycdtfvr), yeXcog, ander- 
seits yXaivol' rd Xa/j,ngvafiara rmv TieQiXBcpaXai&v, olov darigeg 
H. Eine Zusammenfuhrung aller dieser Worter unter einen 
Hut setzt eine zweisilbige Wurzel mit Vokalwechsel voraus: 
yeXa-, yaXa-, yXm-, yXi\- ; letzteres kann sowohl urg. yXrj- wie 
yXa-, sogar auoh yXaa- enthalten. Sohwierigkeit bereitet dabei 
nur yXai-vot; die Ansetzung von idg. ffldi- ist naturlich ein 
Notbehelf. (Anders, ebenao hypothetisch, iiber den a(i)-Vokal 
Specht tfrsprung 322). Auoh die Gleichsetzung von yXaivoi 
mit ahd. kleini 'glanzend, zierlieh, fein, klein', ags. clmne 
'clean' hat bei der knappen Dokumentierung dea griecbischen 
Wortes wenig Wert (-ai- in yXaivoi sekundar, etwa von dem 
Oppositum xeXaivogl). — Zu -vog in yXrj-vog vgl. xrfj-vog, 
&q>evog, Sdvog, auch ydv-og usw. (Chantraine Formation 420, 
Schwyzer 512f., Porzig Satzinhalte 295). — Nach Machek 
Listy filol. 72, 70 gehort zu yXifi>T] slav. zrSnica 'Pupille' fur 
*zl6n-ica nach zbriti 'sehen' durch Volkaetymologie. — Lamer 
IF 48, 231 f., der fiir yXtfrr) eine Grundbedeutung Tiippchen' 
ansetzt, halt das Wort fur agaisch. 

YAlfawv, dor. yXdxcov s. $X-f\%<»v. 

yXla, yXlvn, yMov s. yXoi/tg. 

yXivoq (ykeivog) m. 'kretischer Ahorn' (Thphr.). — Ohne 
Etymologie. 

yXloFxpo? 'klebrig, gierig, karg' (ion. att.). — Davon yXtoxQcov 
'Geizhals' (Ar.), yXiaxQ6Tt]g 'Klebrigkeit, Knauserei' (Arist., 
Thphr. usw.), yXiaxgia 'da.' (Sch.). Denominative Verba: 
1. yXioxQalvoficu 'klebrig sein' (Hp., Gal.) mit yXloxQao/ta 
'Pflanzenleim' (Hp. u. a.) ; 2. yXiaxQerio/j.ai 'knauserig sein' 
(M. Ant.). 

Zu yXCxofiai, yXoiog (s. d.). Die Bildung bleibt im Einzelnen 
dunkel, was offenbar mit dem Gefuhlston des Wortes zu- 
sammenhangt, vgl. Chantraine Formation 225. Eine rein 
grammatische Analyse (zu *yXiax<o aus *yXix-axa> oder mit 
Metathese aus *yXix(e)a-go-1, Walde-Pokorny 1,619 bzw. 
Schwyzer 328) ist unter solchen TJmstanden etwas zweifelhaft. 

yXouSs m. 'klebriger Stoff, Harz, Gummi', auch Benennung 
des klebrigen, mit SchweiB gemischten Ols, das nach dem 
Ringen mit dem Striegel abgestrichen wurde (Semon., Hdt., 
At., Arist. u. a.); sekundar Adj. (Pap.; aber Ar. Nu. 449 



ehestens Subst.). — Davon yXoicbSTjQ (PL, Arist. u. a.) ; yXoidg • 
?5 xaxorj&rjs innos xal noXvdtfxrrjg jiagd SoqioxXsi H., yXoirjg, 
-rfioQ m. (Hdn., H., ^EAf; zur Bildung Chantraine Formation 
267). Denominative Verba yXoioo/tai 'klebrig werden' (Dsk.), 
yXoid^m 'die Augen schlieflen, e-n schief, miBtrauisch an- 
sehen' (Hp., H., EM). — Neben yXoiog steht in derselben 
Bedeutung, aber mit anderem Ablaut y\ia (EM) ; aufierdem 
mit r-Suffix y^' vt 1 {EM) mit yXivcbdrji; (Dsk., Ath. u. a.) ; 
zu yXla ferner yXiov • evrovov, laxvQov (H., EM, Bust.), wohl 
auch yXi&zai • nai^ei, anazq. H., yXi&aai • to nal^eiv EM. — 
Mit geminiertem T-Suffix yXltrov yXoiov (H., Eust.). — 
Primares Verb mit ^-Suffix yXlxoticu, bis auf iyXigdurjv 
(PL Kom.) nur im Prasensstamm, eig. 'an etwas kleben', 
d.h. 'heftig verlangen' (Hdt., att.); postverbal yXixog (H.), 
yXi%<b (EM). — Zu yXloxQog s. bes. 

Falls aus *yXoiF6g, hat yXoiog eine genaue formale Ent- 
sprechung in russ. dial, glev 'Schleim der Fische' (slav. 
*gl6vb aus idg. *gloi-uo-s), wahrscheinlich auch in ahd. kleo, 
Gen. klewes 'Klee* (urg. *klaiuaz ; naeh dem klebrigen Saft 
der Bliite). Wenn dagegen = *yXoi£OQ (mit expressiver Gemi- 
nation), besteht Identitat mit ags. clceg 'Lehm, clay' (urg. 
*klai$az). — Das v-Suffix in yAlvrj, das auch in russ.-ksl. 
glhvb 'Schleim, zahe Feuchtigkeit' (idg. *gloi-no-s) und in 
russ. glina 'Ton, Lehm' (idg. *glei-na) erscheint, stammt aus 
einem Nasalprasens, air. glenim (*gli-nd,-mi), ahd. klenan 
'kleben, schmieren'. — Die Hesychglosse yXtrtov erklart sich 
wie lat. glittus 'klebrig' am einfachsten als expressive Ver- 
doppelung des f-Suffixes in lat. gluten n. 'Leim' (aus *gloi- 
t-en- ; wohl alter r-n-Stamm, s. Benveniste Origines 104) und 
lit. glitus 'klebrig*. — Zu yXla gesellt sich am nachsten russ. 
glej 'Ton, Lehm' (aus *ghjb). — Ohne auSergriechische Ent- 
sprechung ist dagegen yXlxofiai; andere Beispiele von x~ 
erweiterten Prasentien bei Schwyzer 702. — Zahlreiche 
weitere Vertreter dieser Sippe bei WP. 1, 619ff., W.-Hof- 
mann s. gluten, Pok. 362 f. 

yXoup<SQ m. 'Gold' (AP, H.), yXovQea • xQvoea H. — Nacn H. 
phrygisch. S. xXo)Q6g. 

yXout*? m. 'Hinterbacken', du. (X.) und pi. 'Gesafl' (seit II.). 
Davon yXothia 'da.', auch Bez. tuberkuldser Erhabenheiten 
des Gehirns (Gal.). — Zur Bildung vgl. das synonyme 
jiqcoxtoq. — Kann mit sloven, gluta, gluta 'Beule, beulen- 
artige Geschwulst' (falls aus *glout-) bis auf den Ausgangs- 
vokal identisch sein; auch daa semantisch etwas abseits 
liegende ags. dud m. 'mass of stone, rock', neng. cloud 
'Wolke' kann bis auf den Ablaut (idg. u) dazu stimmen. Ohne 



314 Y^ UK ^S 

<-Suffix dagegen aind. (ved.) glau-h m. 'Klumpen, Auswuchs' 
(mit Langdiph thong). Schwyzer 501 A. 10, 577 A. 11 erwagt 
darum fiir yXovzdg erne sekundare r(o) -Flexion wie bei XgG>?, 
-rog. — Buntes Material bei Bq, WP. 1, 617ff., Pok. 361f. 
YXuku? 'suB, angenehm' (seit II.); zu den Steigerungsformen 
yXvxiav, yXiaamv, yXvxvregog, yXvx(e)i6Tegog Seiler48ff. — 
Mehrere Ableitungen: yXvxcov individualisierend (Ar. Ek. 985, 
wie nXazvg : TlXdxwv u. a.), auch als EN, wozu rXvxdweiog 
(Heph. u. a.); poetisehe Erweiterung yXvxoeig (Nik.); Demi- 
nutivbildungen: yXvxddtov 'Weinessig, SuBigkeiten' (Choerob., 
H.; zur Bedeutung vgl. tfdog = o£og), yXvxCSiov (Pap.). — 
yXvxlv(v)dg m. 'Kuchen, mit siiBem Wein hergestellt' (Seleuk. 
ap. Ath., als kretisch bez., H.). — Abstraktbildung yXvxvrrjg 
'SiiBigkeitj' (Hdt., Arist. usw.). — Denominative Verba: 
1. yXvxalvco 'versuBen' (Hp., Arist. usw.; vgl. nixgaivto; nicht 
*yXvxvvm wie ri&vvw wegen der Folge v — v, Schwyzer 733; 
jedoch yXvxvo/ia [Lib., Sch.] nach ijSvOfia) mit yXvxavaig 
(Thphr.) und yXvxavnxog (S.E. u. a.); 2. yXvxd£co 'ds.' (LXX, 
Epikt. usw.) mit yXvxaofta, yXvxaojudg (LXX u. a.) ; yXvxaaia 
'Familienliebe' (Sammelb.); 3. yXvxl£ca 'ds.', auch intr. 
(Pagae, Op. u. a.) mit yXvxia/wg (Kallix. u. a.); 4. iy-yXvaam 
'siiBlich sein' (Hdt. 2, 92 ; iyyXvxvg erst Dsk. ; vgl. Xevxog : 
Xsvaam usw. Schwyzer 725); daran bildungsmaBig ange- 
schlossen yXv£ig 'siifier Wein' (Phryn. Kom. u. a.); auch 
yXev£ig • ohog giprj/ia <e%a>v> H., vgl. y Xevxog. — Alte aber 
seltene Parallelbildung ist yXvxegog (poet, seit Od., spate 
Prosa; vgl. xgarig : xgarsgog und Chantraine Formation 229 f., 
Schwyzer 482 f.), f. (mit regelmaflig zuriickgezogenem Akzent) 
rXvxiga als EN mit rXvxigiov. — Mit Qeminata: yXvxxdv 
yXvxv und yXvxxa • i\ yXvxvrrjg H. ; gewohnlich als *yXvx-F-ov, 
-a erklart, falls nicht expressive Gemination (vgl. Chantraine 
Formation 124). — Fiir sich stehen die Pflanzennamen yXvxr) • 
Pozdvt) rig iSwdi/tog H. und das sehr eigenartige yXvxv/ntf = 
yXvxvggi£a (Hp. ap. Gal.), von *yXvxv/iog wie rjdvfiogl; vgl. 
auBer Schwyzer 494 A. 3 die zahlreichen Pflanzennamen mit 
yXvxv- als Vorderglied bei Strdmberg Pflanzennamen 63. — 
Im Ablaut abweichend "yAeuxos n. 'Most, siifler Wein' (Arist., 
Pap., Gortyn usw.) mit yXevxivog 'aus y. bereitet' (Dsk., 
Mediz.), yXEvxhrjg (olvog) = yXevxog (Arist.-Komm.); yXevxqaag 
'von y. berauscht' (H.); auch yXevxr) = yXvxvrtjg (Sch.) und 
yXev£ig, s. yXv£ig oben. 

Falls yXvxvg zu lat. dulcis gehort, wie gewohnlich an- 
genommen wird, muB yX- fiir dX- (durch Assimilation an das 
folgende xt) stehen, was sich weder beweisen noch widerlegen 
laBt. Auch der u-Vokal ist als vermutete Schwundstufe un- 
regelmaBig; vgl. indessen zu Xvxog. • — Zu arm. k'alcr 'sufl', 



yXiScpto — xk&aaa 315 

das bisweilen hierhergezogen wird, s. zu rjdvg. — Das hoch- 
stufige yXevxog ist spate Neuerung naoh den. vielen gleich- 
gebildeten neutralen a-Stammen. 

yX&pco, Aor. yXvyai, Fut. yXvipco 'ausmeifieln, gravieren' (ion. 
att.). — Nomina actionis: yXvcprj 'das Eingraben, Stieh' (D. S., 
Plu. usw.), yXvji/jia 'das Eingegrabene, Petschaft' (Eup., Str., 
Pap.). Mehrere Nomina agentis oder instrumenti : yXvtpig, 
gew. pi. -i5eg 'Kerbe(n), bes. am hintem Ende des Pfeil- 
schaftes' (seit II.), auch 'MeiBel, Messer usw.' (J., AP u. a. ; 
vgl. axle,, oxaqilg und Porzig Satzinhalte 352); yXvtpavog 
'Schnitzmesser' (h. Merc. u. a. ; vgl. ipdayavov, dq&Tiavov und 
andere Nomina auf -avov, -avog (-avrfj bei Chantraine For 
mation 198ff.); yXvysiov 'ds.' (Luk.); iQ/ioyXv<peiov 'Bildhauer 
werkstatt' (PL), Zusammenbildung von 'Eg/j.dg yXvipeiv 
yXvyevg 'Bildhauer, Graveur' (J. u. a.), zunachst von yXvqtrj 
s. BoChardt Die Nomina auf -evg 73 ; daneben yXvyevrrjg 'ds. 
(Pap. VIP), wie von *yXv<p£vco ; yXvTvrrJQ = yXtiyavog (AP) 
yXvTiTTjg 'Graveur' (API.) mit yXvirrixog (Poll.). — Adj. yXvyixr} 
{rixvij; Thrake). 

Der durchgefuhrten Schwundstufe in yXvipm nebst samt- 
lichen Ableitungen steht im Germanischen ein primares Verb 
mit bewahrtem Ablautswechsel eu : ou : u entgegen: z.B. ahd. 
Pras. klioban 'klieben, spalten', Prat, kloub, Opt. klubi. Auch 
lat. glubo 'abschalen' vertritt als altes primares Verb wahr- 
scheinlich die Hochstufe eu, obwohl es an und fur sich ebenso 
wie das deverbative ahd. klubon 'klauben, zerpfliioken' ein 
(sekundar verlangtes?) u enthalten kann. Hierher vielleicht 
noch russ. glyboko 'tief usw., s. Vasmer Russ. et. Wb. s.v. 

yXwp6v vo/mv H. — Kukules Aqx- 2 "7> 61ff. vergleicht ngr. 
(Karpathos, Kypros) yXcogdg = xXaigdg; xAcogovd/ii 'Gras'. 
Anders Latte z. St. 

YXokjoo, att. yXcurra, ion. auch yX&aoa (s. unten) f. 'Zunge, 
Sprache' (seit II.). — Davon die Deminutiva yXa>oo&Qiov 
(Dsk., Pap.) und yXaaaidtov (Zen.); ferner yXd>ooT)fia 'Pfeil- 
spitze' (A.), 'altertumliehes od. dialektisches Wort' (Quint., 
M. Ant. ; zur Bildung Chantraine Formation 186) mit yXtoa- 
OTj/iarixog (D.H.); yXwaambr]g 'gesprachig' (LXX u. a.), 
yXcoooog 'ds.' (Hdn.) ; yXaxJotg 'Zungenentziindung' (Hippiatr.). 
— yXorrTig 'Miindung der Luftrohre, Ansatzstiick, Stimm- 
ritze' (Hero, Luk., Gal.), auch N. eines Vogels (Arist., vgl. 
Thompson Birds s. v.); yXmxxixog 'zur Zunge gehorig' (Arist.); 
denominatives Verb yX<mx'iX,(o 'mit der Zunge kiissen' mit 
yXarrtiofiAg (AP). — Unter den Komposita ist zu nennen 
yXcbaa-agyog 'gesprachig' (Pi., J. u. a.), aus yXmaa-aXyog 'ds.' 
dissimiliert ; danach oro/iagyog, vgl. Stromberg Wortstudien 



316 Y^wxe? — yv^ 010 ? 

31 nacli H. Lewy KZ 55, 24f. ; anders (zu iqy6g 'schnell be- 
weglich') Willis AmJPh 63, 87ff. 

Eig. „mit Spitze, Staehel versehen", la-Ableitung von 
yAco^-se, s. d. Die ion. Form yXdaaa, die von der Schwund- 
stufe ausgeht, ist vielleicht aus einem Faradigma yX&aaa, 
*y\aaoag entstanden; der urspr. Tonsitz kann in yXtoaadc 
(Pind.-Pap.) bewahrt sein (Schwyzer 474 m. Lit.). — Nach 
Havers Sprachtabu 60f. (mit Specht) soil yXmaaa durch 
Sprachtabu das alte Wort fur 'Zunge' (lat. lingua usw.) ver- 
drangt haben. Es kann aber mindestens ebensowohl volks- 
tumlich-expressiv sein. 
yXcbx e ? f- pl. 'Grannen der Ahren' (Hes. Sc. 398). — Davon 
yXcoaaa, s. d. ; ferner yAcoxtg, yJ.coxtv, -Zvog f. 'Spitze des Jooh- 
riemens, ides Pfeils usw.' (seit II.) ; Bildung wie dxrlg, dsktpig 
usw. Davon yXcoxivcarog (Paul. Aeg.). 

Ohne sichere Ankniipfung. Die Zusammenstellung mit 
serb.-ksl. usw. glogh 'Dorn' (Bezzenberger-Fick BB 6, 237) 
wird zuletzt von Machek Lingua Posnaniensis 2, 145 an- 
gezweifelt. 

vva8-[JwJs m. (Horn., E.), yvA&os m. (ion. att.) 'Kinnbacken, 
Backen'. — Davon der Parasitenname rva&orv mit Pva&cbreiog, 
rva&oovi&rjg und 7~Va#coragtov (Plu., Luk., Longus). Denomi- 
natives Verb yva&dco 'an den Backen Bchlagen' (Phryn. Kom.). 
yva&fiog ist eine Umbildung von yvd&og nach den be- 
deutungsverwandten hxijidg, f}Qe%n6g, 6<p#a2./i6g u. a. — Zu 
yvddog stimmt bis auf den Ablaut lit. idndas 'Kinnbacken', 
lett. zudds 'Kinn, scharfe Kante' ; die lit. Akzentuierung ver- 
rat eine zweisilbige Wurzel, die in yvd&og in reduzierter Form 
vorliegt. Weitere Beziehung zu yevvg ist glaubhaft. Auch 
xdvadoi • mayovsg, yvd&oi H. wird von Hoffmann Makedonen 52 
als makedoniseh herangezogen; es kann aber ebensogut zu 
xvwSwv, xvwdaXov gehoren, s. Specht KZ 59, 113 A. 1, v. Win- 
dekens Le Pelasgique 13 A. 1 (S. 14). — Spechta Analyse 
von yvd&og (Ursprung 87 und 254) bedeutet keinen Fort- 
schritt. 

Yvd(jwrT<i), Aor. yvdfiipai, Verbaladj. yva/tnrog 'kriimmen, 
biegen' (poet, seit II.). — Davon yvafi7rt¥jQ 'Kiefer' (Androm. 
ap. Gal.), yvdfiipig 'Biegung* (EM); vgl. auch ya/iy>6g. Ohne 
inneren (dissimilatorisch geschwundenen?) Kasal yvdnrei- 
xdfiTiTEi und yvcmrdg = yvafinxog H. 

Da yvdfuira) offenbar von xdfinra) beeinflufit worden ist 
(vgl. auch xvdfi7tT(o), schweben alle Erklarungen in der Luft. 
Sehr unsichere Vermutungen bei WP. 1, 581, Pok. 370. 

Yvdnrw, "yv&peeXXov, Y veM P c, i? usw. s. xvdTvtw. 

yv^oio? mit yvqoioTTjg (Arist., Pap. u. a.) s. ylyvofim. 



Tvtcpcov — yo&ta 317 

Tvlq>wv s. Kvupcov. 

yv&pos m. Tinsternis' (Arist., Chron. Lind. usw.). — Davon 
yvogxbdrjg (LXX); yvotpiag N. eines Windes (Lyd. Mens.; zur 
Bildung Chantraine Formation 96); yv6q>sov fiekav H. ; 
yvo<p6a> Verfinstern' (LXX). — Spate Form fur dvo<pog, s. d. 

YwiS-os n. (Lyk.), m. (H., auch yvv&og) 'Hohle, Grube'. — 
Bildung wie fid&og, fiv&og, aber sonst dunkel. Daneben 
yvutpotl* vdnat H. 

yvu§ Adv. 'knielings' (ep. seit II. ; zur Bedeutung auch Erbse 
Glotta 32, 240ff.). — Von yovv (s. d.) mit Schwundstufe und 
analogischem -f nach nvt;, Adf usw. (Schwyzer 620). Dieselbe 
Schwundstufe auch in yvtinexof ixrera/iivoi, deiXoi, aAAot <5e 
xaxT]<p£ig und einigen anderen (z.T. unsicher iiberlieferten) 
aus ydvv und nlme.w erwachsenen Zusammenbildungen bei H. 
Eine Kurzform davon ist yvvniovei; • arvyvoi, xarqyeig, &ToXfioi, 
TidQeifiivoi. xai /xaXaxol, and rov elg yovv nem<oy,ivai H. 

Yvcbplpo;, yvtopUJoi s. yiyvcboxto. 

•yvwris 'Verwandter* s. ylyvo/iai. 

yodcio, Fut. yoyoo/iai (spat -Tjcreo), Aor. yorjaai (Amorgos u. a.), 
isoliertes Prateritum 3. pi. yoov Z 500 (entweder Imp. = 
yoeov durch Hypharese oder neugebildeter Aorist wie Sxxvnov, 
vgl. Chantraine Gramm. horn. 1, 392 A. 1; s. auch Leumann 
Horn. Worter 186f.) 'jammem, klagen' (poet, seit II.). — 
Davon yoryz, -rjrog m. 'incantator, Zauberer, Betruger' (ion. 
att.) mit yorjTixdg (Arist. u. a.) und yorpevm 'bezaubern' (PL, 
D. u. a. ; ngr. ytjTevco, Kretschmer Glotta 16, 183 m. Lit.), 
wovon yorjTeCa und yofoevfia (PL u. a.), yo^xevaig (Plot.), 
yo7]XB.vtvnog (Poll. u. a.), yorftevzQia (Eust.); Fern, yorjrig (AP). 
— Neben yodm steht Y^°S m - 'Klage' (ep. lyr. seit II. ; zum 
Gebrauch vgl. Porzig Satzinhalte 86) mit yoegog 'klagend, 
beweinenswert' (A., E. in lyr.), analogische Keubildung yorjgog 
(Lyk. u. a.), yowdrjg 'da.' (PL, Arist.), auch yoedvdg (A. in 
lyr.), nach 6Xo(pv6v6g, o(iegdv6g usw. (vgl. Schulze Kl. Schr. 
398) ; aufierdem yor\fuav (API., Nonn., eher auf yodco zu be- 
ziehen, vgl. Chantraine Formation 173f.). 

Wie podm, ftvxdofiat usw. (Schwyzer 683) ist yodco als eine 
deverbative Intensivbildung aufzufassen und ydog somit post- 
verbal. Sehr nahe steht das germ. Iterativum (Intensivum) 
ahd. gi-ketven 'nennen, heifien', ags. ciegan 'rufen, nennen' 
aus urg. *kaujan (— gr. *yof£ai). Daneben mit tiefstufiger 
Wurzel und hochstufiger Reduplikationssilbe das aind. 
Intensivum jo-guv-e 'laut aussprechen*. — Eine wohlbekannte 
r-Ableitung ist aksl. govon, 'Larm' mit govoriti 'larmen' (russ. 



318 Y<iYYP S — Y°YY"^°? 

usw. auch 'sprechen'). — Vgl. zu /Jo?}, /?odeo; auBerdem WP. 
1, 634 und Pok. 403 mit weiterem Material. 

y6yYP°S m - 1- 'Meeraal' (mittlere Kom., Arist.); 2. '(krank 
hafter) Auswuohs am Stamme namentlich der Olive' (Thphr.), 
— Von 1. das Deminutivum yoyyglov (Sch. Opp. H. 1, 113): 
ebenso yoyyg<bSt]g H. (yoyygcodrjg Tfjg eXaiag ex<pvaig als Er 
klarung von yoyygog); im selben Sinn yoyygoeiSi^g (Arist.) 
Von 1. auch yoyygaivn etwa 'angeschwollene Driise imHalse : 
(Hp., Gal.; zur Bedeutungsubertragung vgl. jjoigdg 'ds.', 
von x°i6°S 'Ferkel' ; Bildung wie xgorwvn = 2. yoyygog). — 
Als botanisch-medizinischer Terminus ist yoyygog zweifels- 
ohne nur eine TJbertragung von yoyygog = 'Meeraal' ; sowohl 
die Massigkeit und Dicke wie die Gefrafiigkeit des Fisches 
konnte das Bild veranlassen, vgl. z. B. xagxlvog, lat. cancer. 
Oft, z.B. von Fohalle Melanges Vendryes 157ff. (vgl. dazu 
Kretschmer Glotta 16, 166) im Sinn von 'Meeraal' als Mittel- 
meerwort betrachtet ; vgl. indessen yoyyvXog. — Lat. conger 
{ganger) ist griechisches LW. 

yoyy^ut 'murren, unwillig, miirrisch sein' (LXX, NT, Pap. 
u. a., nach Phryn. ion.). — Davon yoyyvo/iog (Anaxandr., 
LXX usw.) und yoyyvaig (LXX) ; yoyyvorrjg (Ep. Jvd., Thd.) 
und yoyyvaog (Thd., Hdn. ; vgl. Chantraine Formation 435); 
yoyyvarixog (Erot., EM). — Bei H. auch yoyygv&iv und 
yoyygvaai • dig x°LQ°S ipowijoai, nach ygv^siv. 

Schallwort ohne sichere Entspreehung. Aind. ganguyati 
'laut aufschreien', gunjati 'summen' zeigen eine allgemeine 
elementarbedingte Ahnlichkeit. — Vgl. yayyalveiv. 

yoyyiiXo^ 'rund' (A., S., PI., Ar. u. a.). — Davon substantiviert 
(mit regelmafiigem Akzentwechsel) yoyyvXog „der Runde" = 
'xovdvXog, die geballte Hand' (Sch.), 'aXvv&og, wilde Feige* 
(Nik.). Sonstige Ableitungen: yoyyvXtg (Kom. usw.), yoyyvXn 
(Str., Dsk. usw.) 'Rube', auch 'rundes (kompaktes) Brot' 
(Ar.), yoyyvXlStov 'Pille' (Mediz.); yoyyvXcbdrjg 'rundlich' 
(Sch.); Denominativum yoyyvXXm 'runden' (Porson Ar. Th. 
56 fiir metrisch unmogliches yoyyvXl^m nach yoyyvX<X>eiv • 
avargirpeiv H.); yoyyvXevfiara • azgoyyvXevfiara H. von *yoyyv- 
Xeva) (falls nicht mit Schmidt nach der Buchstabenfolge 
-Xmfiaxa, dir. von yoyyvXog). — Fiir sich steht, als Imitation 
der Tragikersprache, yoyyvX6xr\g Bed. unsicher, etwa 'Feuer- 
ballschleuderer' ?, Bez. d. Zeus (Lyk.). 

Neben yoyyvXog, wie axgoyyvXog 'rund' (vgl. auch dyxvXog, 
xannvXog) gebildet, steht ydyygog 'Meeraal' (s. d.), eig. „der 
Runde, Massige", Substantivierung von *yoyygog 'rund', vgl. 
AlayvXog : alaxgog ; dazu noch das individualisierende yoyyaw ' 
fieogdg H. ; zur Bedeutung vgl. lat. pinguis, crassus. — Der 



y<58o — y6[L(poq 319 

in yoyyv-Xog verbaute M-Stamm kann eine genaue Ent- 
sprechung haben in awno. kpkkr 'Klumpen'^ urg. *kanku-z, 
idg. *gongu-s (Solmsen Wortf. 219 naoh Zupitza). Solmsen 
zieht ferner heran yiyyig, yiyyidwv Benennungen von Riiben- 
arten (s. dd.) aus *yeyyiq unter Annahme eines gewiB mog- 
lichen Ubergangs e > i vor Nasal (vgl. Schwyzer 275), mit 
Assimilation an das folgende i. In Betracht kommt dann 
auch lat. gingivae 'Zahnfleisch' (vgl. W.-Hofinann s.v.), wozu 
noch mit Schwundstufe lit. gungulys 'Ball' usw. (vgl. yoyyvXog, 
Specht KZ 55, 20 f.; an Urverwandtschaffc ist indessen kaum 
zu denken). Wir erhalten somit eine tadellose idg. Reihe 
geng-, gong-, g%g- in nominaler Funktion ('Klumpen, Ball' 
od. a.), deren Wert allerdings duroh den expressiven und 
lautsymbolischen Charakter der betreffenden Worter einiger- 
maBen beeintrachtigt wird. 

y6Sa- evTEqa. Maxedoveg H. ■ — Gewohnlich zu aind. gudd- n. 
'Darm\ ndd. kut 'ds.' gezogen (WP. 1, 559, Pok. 393 mit 
buntem Vergleichsmaterial). Anders Latte z. St. : fur yoXa zu 
%oMg, xofa£. 

yoSfiv xkateiv. Kvtiqioi. — yodov ydrjra H. — S. avStf; ab- 
weichend Latte z. St. 

Yoe8v6g, yoepdq usw. s. yodco. 

yoiTO- olg H. — Mit Fick BB 29, 200 als Sg zu lesen aus yol yot 
(als Vokativ) vom Grunzen des Sohweins (AP 11, 327). — 
Verfehlt Gray AmJPh 62, 89 ff. —Vgl. yordv Cv. Maxedoveg H. 

yoXoivd- %Xa>Qa. i) yolovd H. — Nach GroSelj Slavisticna Revija 
4, 263 f. zu aksl. zelem 'grun' usw. (a. xM*l)- Latte halt, nieht 
ohne Grand, sowohl diese Glossen wie das folgende yoXofievn- 
jioxdvr) fiir korrupt. 

Y<>X\ipiov xehxpog. olxeiov TaQavrlvoig H. — Fiir *foAvoiov zu 
eikvco 'umhullen', s. d. — Nach v. Blumenthal Glotta 18, 146f. 
messapisch, vgl. fivowv. 

Y<S|ao$ • f (Ofiog H. — Latte z. St. andert die Erklarung in ftcofiog ; 
v. Blumenthal Hesychst. 15 A. 1 neigt dazu, yofiog als messa- 
pisches (bzw. hylleisches oder makedonisches) Komodienwort 
zu xe<o (aus *§h(o)u-mos) zu ziehen. — Beides hypothetisch. 

Y<$M-<P°S m. '(holzerner) Pflock, Nagel' (seit Od.), auch als Fisch- 
name (Gloss.; nach der Gestalt, Stromberg Fischnamen 36), 
'Zahn' (H.). — Davon yo/tg>[og (pdcbv) 'Backenzahn' (ion. att.), 
yofKphrjg 'Art Styrax' ( Aet. u. a. ; Redard Les noms grecs en 
-Tjyj 70), yofiydgiov Fischname (Sch.; vgl. yo/upog). — Denomi- 
native Verba. Von yo/jupog : yofupoopai, -6m 'mit Pflocken be- 
festigt werden bzw. befestigen, bes. von Schiffen" (A., Ar. usw.) 
mit yo/iipcoaig (Gal., Sch. u.a.), y6ft<pwfia 'Gefiige, Pflock' (Plu., 



320 Y°vVj 

Longus u.a. ; auch direkt auf ydfupog beziehbar); yonqxorrJQ 
'Schiffbauer' (AP; vgl. Fraenkel Nom. ag. 1, 137), yofitpto- 
ttjqiov 'Zapfen' (Delos III a usw.); yoftipamxfi ri%vr\ 'Schiffbau' 
(PL). — "Von yofiqiloQ : yo/iq>id£a> 'Zahnschmerzen haben, rait 
den Zahnen knirschen' (LXX) mit yo/ttpiaofiog (LXX) und 
yofupiaaig (Dsk.). 

Altes Erbwort fiir 'Zahn', wohl urspriinglich 'ReiJ3zahn' 
(vgl. unten), das in mehreren Sprachen bewahrt ist: aind. 
jdmbha-, alb. dhe'mb, aksl. zgbb, lett. ziidbs, toch. A ham, 
B heme,; dazu noch xdfi^ovg- odovrag yoftq>lovg H.; nach Krahe 
IF 60, 297 illyrisch. In iibertragener Bed. germ., z. B. ahd. 
kamb 'Kamm' (Kollektivum ; nicht = 'bezahnt', was morpho- 
logisch unzulassig ware), und lit. zarhhas 'Balkenkante, scharfe 
Kante'. ■*— Wegen der abweichenden Bedeutung wird y6fi(pog, 
wenigstens im Sinn von 'Pflock, NageF, bisweilen von den 
iibrigen angefuhrten Wortern getrennt und dafur zu lit. 
gimbe 'Nagel zum Aufhangen, Knagge' gezogen, s.WP. 1, 576. 
Die Bedeutungsverschiebung lafit sioh aber unschwer aus dem 
Gebrauch der ReiBzahne als Pflocke erklaren, s. Porzig 
Gliederung 184f. — Seiner Bildung nach erweist sioh idg. 
*gombhos als Verbalnomen; zugehorige Verbformen liegen vor 
im aind. Aor. jambhisat 'nach etw. schnappen', mit dem 
Intensivum janjahhy&te 'ds.', wozu das Iterativum jambhdyati 
'zermalmen'; ferner lit. zembiii, zembti '(zer)schneiden', aksl. 
zebp 'zerreiBen' ; vgl. Specht Ursprung 86f., weitere Lit. bei 
Vasmer Russ. et. Wb. s. zub (S. 462f.). 

yov^ f., y^vo? m. 'Erzeugung, Nachkommenschaft, Geschleoht, 
Same' (seit II., vorw. poet, und technisch, vgl. unten). — 
Davon yovt/j.og 'zeugungskraftig, lebensfahig' (ion. att. ; vgl. 
Arbenz Die Adj. auf -ifiog 54 und 58f.) mit yovi/j,6rrjg 'Zeu- 
gungs-, Lebenskraft' (Theol. At. u. a.) und yovincbdrjg (Orph.) ; 
yonxog (Arist.), yovoeig (Nik.), yovwSrjg (Hp.); yovlag xet/iaiv 
'Sturm, der das Geschlecht heimsucht' (A. Ch. 1067; nach den 
Windnamen auf -lag, s. Chantraine Formation 95); yovddeg- 
(irtreQeg. Adxcoveg H. Als 2. Glied von Kompp. erscheint -yovog 
1. in Ableitungen von Verbalkpp. von yiyvea&ai, 2. in Bahu- 
vrihi wie dlyovog, deoyovog, 3. in Nom. agentia wie naidoydvog. — 
yovsvg 'Vater, Ahn', gew. yovei? m. pi. 'Eltern' (h. Cer., Hes. 
usw.), nach toxEig, roxevg, s. Boflhardt Die Nomina auf -evg 28. 
Davon yovsvm 'erzeugen' (Thphr. usw.) und yovela (Hdn.). — 
Durch Kreuzung von yov- und yen- entstanden die sparlich 
belegten yovtjua = yivrjfia (Pap.), yoved = yeved (Phaistos), 
yovif.' yevvq. H. 

Ala altes Verbalnomen zu yiyvoficu ist yovog mit aind. Jana- 
ta. (=aw. -zona-) 'Geschlecht, Leute', auch 'Mensch* 



Y6vu — y°PY^S 321 

identisch. Daneben yovrj wie anoQa. neben anoqog usw. Die 
starkere Tendenz zur konkreten Spezialisierung, die die 
Barytona auf -og (als die im ganzen altere Schicht) im Ver- 
gleich zu den Oxytona auf -»? kennzeichnet (Bolelli Studitfilcl 
N.S. 24, 91ff., Chantraine Formation 20f.), laBt sich bei 
yovog nur insofern verspiiren, als es poetisch auch im Sinn 
von 'Sohn' (als Fern. 'Tochter' E. IA 793) gebraucht wird. 
Vgl. noch Porzig Satzinhalte 251. — S. auch yiyvofiai und 
yivog. 

■yivu, Gen. (*y6vf-aros >) yovarog, ep. ion. yovrarog, ep. auch 
yowog (aus *yovf-6g), pi. yovara, yovvaza, ep. auch yovva 
'Knie' (seit 11.), auch 'Glieder, Knoten an den Halmen' (Hdt., 
X., Thphr. ; vgl. Stromberg Theophrastea 101). — Davon 
yovaraidrjg 'mit Knoten versehen' (Thphr. u.a.) und mehrere 
Denominativa : yowd^ofiai 'jmds. Kniee umfassen' (ep. seit II. ) 
mit yovvao/ta (Lyk.) und yovvaa/iog (Eust.), auch yowdopai 
{nur Prasensstamm) 'ds.' (zur Bildung Fraenkel REIE 2, 34ff. 
und Schwyzer 734: zu [Ad/te] yovvmv; aus der Ritualspraehe, 
Shipp Studies 40); yovaxoo/xai 'Knoten erhalten' (Thphr.), 
yovarlCco 'die Kniee beugen usw.' (Kratin., Aq. u.a.). — Zu 
yvv£ und ycovia s. bes. 

Altes Erbwort fur 'Knie', das in mehreren Spraehen be- 
wahrt ist. Nur im Ablaut des Stammvokals weichen davon 
ab heth. genu, lat. genu (idg. $), aind. jdnu, mpers. zanuk 
(idg. o, auch e moglich) ; dagegen mit idg. 6 wie y6vv aber im 
Auslaut modifiziert toch. A hmw-ern, B kenlne 'die beiden 
Kniee' (du.), arm. cun-r (auch idg. o an sich moglich), pi. 
<eig. du.?) cun-g-k' (aus gonu-1); mit Schwundstufe der An- 
fangssilbe z.B. aw. znu-byas-6tt (Dat. pi. ; vgl. yvv-£); ebenso, 
aber mit gleichzeitiger Hochstufe des Stammendes und Hinzu- 
fiigung eines thematischen Vokals germ., z. B. got. kniu (urg. 
*kney,-a-, idg. *gneu-o-, vgl. zu Sqvq; zu den germ. Formen 
noch Smith Lang. 14, 95 ff.). Weitere Einzelheiten zur Stamm- 
bildung und Flexion Schwyzer 520. — Ankniipfung an 
yiwg (s. d.) unter Annahme einer „Grundbedeutung"'Winkel, 
K nimm nng' bleibt ganzlich unsicher; daS yiyvo/tai ein 
Denominativum von yovv ware (Lit. bei W.-Hofmann a. 
genii, aufierdem z.B. Onians The origins of European thought 
1 74ff. ), ist schon aus morphologischen Griinden ausgeschlossen ; 
zur Bedeutung vgl. Benveniste BSL 27, 51ff. — Uber den 
horn. Ausdruck &ewv iv yovvaai xeXrai Schwyzer AvxidcoQOV 
283ff. — Vgl. iyvvrj und yowog. 

y6o$ s. yodw. 

vopY^s 'furchtbar, schrecklich' vom Blick oder Anblick (A., E., 
X. usw.), spater auch 'kraftig, lebhaft, behende' (auch ala 

Frisk, Griech. etym. WOrterbuch 21 



322 Y°PY u P tt — Y ourt " T0V 

Stilbegriff ). — Davon yogyoTTjg 'Kraft, Lebhaftigkeit' (Hermog. 
u.a.), yogyta — agilitas (Gloss.) und die Denominativa 
yogyoofiai 'unbandig sein', vom Pferde (X.), yogysvm 'sich leb- 
haft benehmen, sich emsig bemuhen' (Pap., Sm., H.). — ■ 
Schon bei Homer rogym, -ovg f. N. eines weiblichen Ungetums 
mit versteinemdem Blick, wovon rofvy-ehj xeyalri (Horn. ; zur 
Bildung Schulze Q. 254 m. A. 4); pi. gew. Togyoveg (seit Hes.), 
wozu neue Singularformen Togyova (Akk.) usw. (E.); davon 
rogyovsiog (A. Pr. 793 usw.), rogyavr) (Hdn.), rogyovd>6t]g 
(Sen.) und die Pflanzennamen rogyovsiov und rogyovidg 
(Ps.-Dsk. u.a.; vgl. Stromberg Pflanzennamen 101). — ■ Nach 
den Fem. auf -dg, -Ig: rogydSeg (S. Fr. 163), von H. mit 
afaddeg erklart; daneben rogyldeg- al 'Qxeavldeg H. — PN 
rogyv&icoy & 302 (Bildung unklar) und Togylag mit Togyleiog 
'Gorgias-ahnlich' (X. u.a.) und yogyidg~a) 'wie G. reden' 
(Philostr.). 

Unbefriedigende Brklarungen bei Osthoff Etym. parerga 
1, 44ff. (air. garg(g) 'rauh, wild', aksl. groza 'Graus, Schauder') 
und Pedersen KZ 39, 379 (arm. karcr 'hart'). Nach Leumann 
Horn. Worter 154f., wo weitere Einzelheiten, vielmehr Riick- 
bildung aus yogyeby) [yogyamig), yogyomog (A. usw.) ; somit ware 
von rogyco auszugehen, das jedenfalls ebenso wie Mog/iw den 
Eindruek einer volksturnlichen Reduplikationsbildung macht. 

yopyupa Hdt. 3, 145, yegyvga Alkm. 132 (Akz. unsicher) f. 
'unterirdischer Abzugskanal', auch als Gefangnis gebraucht 
(EM, H.), nach H. s. dgddfaa auch 'Unterlage der Dach- 
ziegel'. — Davon yogyvgiov (Sparta). — Unerklarte Re- 
duplikationsbildung; zum Wechsel o : e in der Anfangssilbe 
(o aus e assimiliert?) Schwyzer 255 m. Lit. Im selben Sinn 
steht xogxogia (Kork. II a ). 

youvis m. Bed. nicht ganz sicher, wahrscheinhch mit EM und 
Orion = vy>r)koq tonog, 'Buhl, Hugel' (ep. ion.). Wenn der 
thessal. ON rdvvog (r6woi, rovvovaaa) damit identisch ist 
(Fick BB 23, 21 und 34), war *yovfog die urspriingliche Form, 
die seit alters (EM) als eine thematische Erweiterung von 
yow betrachtet worden ist. Von Tovvoq, *Tovvog wahrschein- 
lich als eponymer Name rovvevg B 748, s. BoBhardt Die 
Nomina auf -evg 1 1 1 f. — Die lautliche Ahnlichkeit zwischen 
yowog (ahofjg) und russ. gumno 'Tenne' (Pisani Rend. Ace. 
Lincei 6: 4, 359f.) muC zufallig sein, s. uber das slav. Wort 
Vasmer Russ. et. Wb. s.v. 

youfcx; m. Art Kuchen (Sol. 38, 3). Vgl. yvgig, yvgivr]. 

YOutt5tov n. 'Art Kuchen' (Chrysipp. Tyan. ap. Ath. 14, 647 o). 
Aus lat. gutlatus, -um (seit Martialis) 'getiipfelt, gesprenkelt' 
(von gutta 'Tropfen'). 



YpAai — YPini? 323 

Ypaai f. pi. N. eines Wassertiers (Peripl. M. Rvbr. 38). — In- 
disches Wort, vgl. aind. grdha- auch 'KrokodiT, grahd- 
'Krokodil, Alligator, Schlange usw.'. Naheres bei Goossens 
Le Museon 59, 621ff. 

ypipav axacpiov, ($6§gov H. Ngr. (Lakonien usw.) ygdfia = 
rgmyXt], 'Hohle, Loch', oft in ON, vgl. Georgakas ByzZ 41, 
360f., Rohlfa WB 461. — Wohl mit Kretschmer Arch. slav. 
Phil. 27, 234 (naeh Loewe) aus dem Germ., got. ahd. graba 
'Graben, Grabscheit'. Man kdnnte auch an illyr. Ursprung 
denken, vgl. zum Flgd. 

Ypipiov n. 'Holz einer Eiohenart, FaekeP (Stratt., Amelias, 
wohl auch S. Fr, 177 [cod. ygaploig]). — Aus einem illyr. 
Wort fur 'WeiBbuche, Eiehe', *grahu, das in umbr.-illyr. 
Graboviu8 'Eichengott', Beiname des Iupiter enthalten ist und 
noch im Neugriech. lebt: ygdfiog (Epirus), ydpgog (Arkadien). 
Hierher auch als urverwandt das slav. Wort fur 'Hagebuche', 
russ. grab usw., ebenso wie apreuB. wosi-grabis 'Spindelbaum'. 
Lit. bei Vasmer Russ. et. Wb. s.v., auBerdem Specht KZ 
66,58, Ursprung 63, Georgakas ByzZ 41, 361 f., Porzig 
Gliederung 148. 

Ypata, YP S ^S s - ygavc. 

rpaix<5s Volksname, „Grieche" (Marm. Par. Ilia, Arist. Mete. 
352 b 2, hell.), Pgaix-i) = Oropia (NO.-Attika). — Davon 
Fgavxixrig 'griechisch' (Lyk., St. Byz. ; Redard Les norm grecs 
en -Trig 123), ygaixl^oi 'griechisch sprechen' (Hdn.) mit 
ygaixtari (EM). • — Dieser Name, ursprunglich den epirotischen 
Doriern von ihren illyrisehen Nachbarn beigelegt, wurde von 
den Italern ubernommen und von ihnen auf samtliche 
Hellenen iibertragen. Der Gebrauch des Wortes in der 
hellenistischen Lit. geht teilweise auf lat. Oraeci zuriick. — 
Ohne ifc-Suffix erscheint der Name in lat. Grains, messap. 
graias, grahis. Zugrunde liegt der epirotische Volksname 
rgdeg, dessen Ursprung unbekannt ist. — Einzelheiten bei 
Schwyzer S. 80 Nr. 4 und 497 A. 7 m. weiterer Lit., aufler- 
dem Jaeobsohn KZ 55, 37, Kretschmer Glotta 30, 156 f. — 
rgaixeg = al twv Wlr\vmv prfiigeg (Alkm. 134) ist Umbildung 
von ygavg nach ywaixeg. 

Yp&niq '6 iggvndcof/evog, gerunzelt, runzelig' (EM), 'abgestreifte 
Haut einer Schlange usw.' (H.), auch S. Ichn. 177 in un- 
bekannter Bed. Nach H. auch N. eines Vogels. — Daneben 
ygdnxrig 'runzelig' (Eust.) und yganlvr\g- olvog rgayvg H., EM; 
vgl. ygatdofiai 'alt werden', vom Wein. — Volkstumliches 
Wort unklarer Bildung, letzten Endes zu ygavg r yfjgag usw. ; 
vgl. besonders yrjgag = 'abgezogene Schlangenhaut'. 

21* 



324 YP&aos — YpoKpto 

ypdoo^ m. 'Bocksgeruch' (Kom,, Arist. usw.). — Davon ygdacov 
'wie ein Book riechend' (M. Ant. u.a. ; vgl. z.B. yvd&cov von 
yvd&oq und Leumann Sprache 1, 207 A. 13) mit ygaacovla = 
ygdaog (Archig. Med.). — ygdaog steht metonymiach fiir 
'Book' = „Nager, Nascher", von ygdco, s. d. Zum tro-Suffix s., 
auBer Chantraine Formation 433 if. und Schwyzer 516, bes. 
Solmsen Wortforschung 232 f. 

Ypau£, Gen. ygddq (Einzelheiten der Flexion bei Schwyzer 574), 
ep. ion. ygr)tiq (zum Akz. a. unten), ygrjvg f. 'alte Frau' (seit II.), 
auch iibertr. von der runzeligen Haut auf der Milch (Ar., 
Arist.) und als N. einer Meerkrabbe (Artem., H., vgl. Strom- 
berg Fischnamen 95; im selben Sinn ygaia [Epich.]). — Eine 
synonyme Erweiterung nach den Femininen auf -id ist ygaia 
(poet, seit Od., auch als Adj. = 'alt') fur *ygalfa aus *ygdf-id 
mit der Kollektivbildung ygaijila rj ygania (d.h. ygaifia)- 
navr/yvgig. Tagavrivoi H.; vgl. Scheller Oxytonierung 32. — 
Ebenso, nach den Oxytona auf -Ig, ygdtg, -iSog (Charito u.a.), 
dor. ygavig (Kail.), mit dem gewohnlichen Demin. ygdtdwv, 
ygqdiov (Ar. usw., verachtlich). — Von ygavg : ygad)8rjg 'nach 
alter Weiber Art' (Chrysipp., Str., NT usw.), von ygaia : 
ygatokeag' novrjgdg fj oke&glaq ygaiag H., nach den Adj. auf 
-oXrjg (die tfbersetzung 6).e&glaq ist Volksetymologie). — 
Denominative Verba. Von ygavg : ygatZ,m 'die ygavg von der 
Milch entfernen, abschaumen' (Ar.); von ygaia : ygaioo/nat 
'alt werden', vom Wein (AP). 

Alte, eigenartige und nicht sicher erklarte Ableitung der 
Sippe yigiov, yegag usw. Nach Schulze Q. 448, dem sich 
Schwyzer 480 anschliefit, aus *ygd-iv-, d.h. der einsilbigen 
langvokalischen Ablautstufe ygd- (neben yegd- in yiga-g usw.) 
und einem Suffix -iv- wie in vvg 'Sohn' (pi. v kg usw.). Wie 
v(i)vq, eig. ,,die Geburt", ware somit das Oppositum ygrjvg (als 
altes Oxytonon; anders Berger, s. unten) eigentlich eine ab- 
strakte Primarbildung ,,das Altern"; vgl. noch zu rrjiSaiog. 
Andere, z.B. BrugmannlF 9, 372 (vgl. noch 18, 429f., 29,209), 
sehen in dem -v- eine alte Erweiterung, die auch in aw. zaurvan- 
'Greisenalter' vorliegt und ebenso in arm. cer-oyt' 'Alter' (von 
cer 'Greis'), aind. Jdrutha- N. eines Damons u.a. gesucht 
worden ist, vgl. Wackernagel-Debrunner Aind. Gramm. II: 
2, 499 m. Lit. (dagegen yegvg wahrscheinlich nach ngiofivq, 
vgl. zu yegaiv; sehr unsicher toch. kur 'schwach werden, 
altern", Duchesne-Guillemin BSL 41, 146). — S. noch Berger 
Munch. Stud. z. Sprachwiss. 3, 5f., wo auch Lit.; aufierdem 
H. Petersson Et. Miszellen 16. — Vgl. yigatv, yigag, yfjgag, 
auch ygdmg. 

YpAcpw, Aor. ygdtpai 'einritzen, schreiben' (seit II. [Aor.]), auch 
ygoqxo (Melos; vgl. unten). Oft mit Prafix: dva-, im-, aw- 



Ypacpio 325 

usw. — Zahlreiche Ableitungen. Nomina actionis: 1. ygamveg 
f. pi. 'Kratzer' (co 229), 'Schreibzeichen' (A. B. 4, 279), vgl. 
Porzig Satzinhalte 183. 2. ygaipyj 'Ritzung, Gemalde, Schrift 
usw.' (ion. att. ; ygoipd epid.) mit ygatpixdg (ion. att. ; auch auf 
ygdrpm beziiglich). 3. ygd<pea n. pi. = ygdfifiara (arkad., el.). 
4. ygatprjiia = ygdfijia (AH). 5. ygafifirj 'Linie, Start- und Ziel- 
linie usw.' (Pi., PL usw.) mit ygafiftixdg 'linear, geometriseh' 
(Gal., Plu. usw.), ygafifiiaiog *ds.' (Dam.), yga^tficoSrjg (Thphr.) ; 
davon auch ygafifiiar^g N. eines chirurg. Instruments (Mediz., 
vgl. pgaxtov-iOTTJe) und ygati/itordg (Eust. ; yga/ifii£a> nur als 
unsichere Lesung Eust. 633, 63). 6. ygd/*/j.a, gew. pi. -ara 
'Linie', gew. 'Schreibzeichen, Schreiben, Brief, Gesetz usw.' 
(ion. att.) ; daneben ygdaofia (ark. ; aus *ygdq>-a/za), ygdftpaxa 
(arg.) und ygdnnara (aol., Balbilla) ; zum Lautlichen Schwyzer 
317 Zus. 1 und 523f. m. Lit., auBerdem Specht KZ 62, 213 
A. 1 (nicht besser) und Fraenkel Philol. 97, 163 f. — Zur Bed. 
des Kompositums didygafi/ia (von dutygdqxa) Bikerman Rev. 
de phil. 64, 295 ff. — Von ygd/ifia, -ara gehen mehrere Bil- 
dungen aus: Demin. ygafifidrwv (Luk.), yga/iftdgiov 'Gewicht 
von 2 Obolen' (Aet., von ygd/ifia als Bez. eines Gewichts); 
ygafi/iaretig 'Schreiber, Sekretar' (att. usw.) mit yga/i/iarevw 
'Sekretar sein' und ygapfiarslov 'Schreibtafel usw.', Dem. 
yga/ifiar(e)ldiov (att. usw.); von yga/ifiarevco yga/i/iareia 
'Sekretariat' (Pap., Plu. u.a.); Einzelheiten bei BoBhardt Die 
Nomina auf -evg 55 f. ; — yga/x/ianxdg 'zu ygd/x/ia(ra) gehorig, 
Grammatiker, Philologe' (att. usw.) mit ygafifiartxev'ofiai 
'Grammatiker sein' (AP); f. yga/iftarixtj (te'/vj;) 'Grammatik 
usw.*; ygaftfiariorrjg 'Sekretar', gew. 'Elementarlehrer' (ion. 
att.), eher von ygdfifia nach den zahlreichen Nomina auf 
-torr/g als von dem seltenen ygaftfiarfcoo (Herod., messen. boot, 
usw.); dazu ygajifiariortxrj 'Elementarunterricht' (Phld., Ph. 
usw.). — 7. ygafi/ios 'das Schreiben' (als Handlung, Hdn.). — 
Nomina agentis (instrumenti) : 1. ygaqievg, dor. ark. auch 
ygo(pe6g 'Maler, Schreiber' (Emp., att., hell.; zunachst von 
ygaqirj; zu dia-, im-ygatpevg usw. BoBhardt Die Nomina auf 
-evg 39f.) mit ygaqselov 'Pinsel, Griffel, Schreibstube' (Arist., 
Pap. u.a.). 2. yganrrjg 'Schreiber' (AP), woneben durch 
Kreuzung ygamevg (Sch.). 3. ygatpiq 'Griffel' (PL, LXX, AP 
u.a.; y go fig epid.); im Sinn von 'Stickarbeit, Gemalde' (AP, 
Norm.) von yga(prj. 4. ygayloxog N. eines mediz. Instruments 
(Cels.). 5. Viele Kompp. mit -ygdyog als 2. Glied. — Als 
2. Glied -yga<poq in pass. Bedeutung (aygayog usw.). — 
Desideratives Deverbativum ygay/eico (Gloss.). 

Der im Paradigma von ygaqxu vorauszusetzende ursprung- 
liche Ablaut ist schon in vorliterarischer Zeit, wahrschein- 
lich vom Aorist aus (anders Specht KZ 59, 103), zugunsten 



326 Ypa<p<xio$ — yp»]Yopea> 

der Schwundstufe abgeschafft worden; auoh die Ableitungen 
wurden von. diesem Ausgleich betroffen. Nur die hauptsach- 
lich auf dor. Gebiet beschrankten ygcnpd, -it;, -svg, -ev<a, 
ovyyQoq>og, avrlygoqiov usw., wonach auch das Prasens ygotpw, 
zeigen einen abweichenden o-Vokalismus, der wie in oxgoiprj 
usw. eine alte Hochstufe, allerdings mit Metathese naoh 
ygdqxo (vgl. unten), enthalten kann, s. Bechtel Dial. 2, 116. — - 
Ein Gegenstiick zu ygdqxo mit urspriinglicher Hochstufe, idg. 
gerbh-, bietet das germ, primare Verb ags. ceorfan 'schneiden, 
kerben', woneben mhd. kerben (schw. Vb.); ein Verbalnomen 
davon ist im Slavischen, z.B. aksl. zrSbii 'Los' (eig. *'Kerbung, 
gekerbtes Stabchen'?) vermutet worden. Naheres bei Vasmer 
s. zirebei m. Lit. ; entfemtere Verwandte, die fiir das Grie- 
chische ohne Belang sind, bei WP. 1, 607f., Pok. 392. — 
S. auch ygitpaa&ai. 

ypaijxxioi; = y.dgafiog, 'stacheliger Meerkrebs' (Diph. Siph. ap. 
Ath. 3, 106d). — Herkunft unbekannt, vielleicht Mittelmeer- 
wort. Die allgemeine Ahnlichkeit mit ital. (g)ravosta, nhd. 
Krebs, Krabbe und anderen germ. Wortern ebenso wie mit 
icdgapog (s. d.) laBt keine Schliiase zu. 

Ypdto 'nagen, fressen' (Kali. Fr. 200), athem. Ipv. ygda&i 
(kypr.), yga- <pdye. Kvngioi H., prafigiert xayga 1 xarayayag. 
EaXanlvioi H. (dazu Bechtel Dial. 1,421 und 446). Nebenform 
ygatveiv ia&Uiv H. (nach den Verba auf -aivuv). — Davon 
ygdarig f. 'Grunfutter' (Pap., Hippiatr.); die gewohnliche 
Nebenform xgdarig (Ar., Arist., Pap. usw.), durch die Selten- 
heit von ygdco bedingt, mufi auf volksetymologischer Ver- 
bindung mit einem anderen Wort beruhen; gegen die An- 
nahme einer Assimilation an das folgende t (s. Schwyzer 257) 
mit Recht Guntert Reimwortbildungen 155f., der allerdings 
wenig wahrscheinlich (wie auch Sommer Krit. Erlauterungen 
60) xgdarig als die urspriingliche Form ansieht. Von ygdarig : 
yQaoTi£a> 'futtern' {Gp., Hippiatr.) mit ygaaria/xog (Hippiatr.) ; 
xgaarl^ojiai 'weiden' (Sophr.). — Daneben ygdaaig (PHamb. 
39 II, Up) nach den Nomina auf -aig. — Zu ygdaog s. bes. 
Hierher auch yaorrfg und ydyygaiva, wahrscheinlich auch 
ygcbvog, s. dd. 

Altes volkstumliches Wort, das mit aind. grdsate 'fressen, 
versehlingen* identisch sein kann (fur ygdco ist auch eine idg. 
Grundform *<7fs-o moglich, fur grdsate auch *gresetai). Aus 
dem Germanischen gehort wahrscheinlich hierher anord. kr3s 
f. 'Leckerbissen', idg. *gres-a; unsicher dagegen lat. gr&men, 
s. W.-Hofmann s.v., wo auch weitere Lit. Ein anderer Ab- 
laut auch in ygcbvog, s. d. 



YpJJvo? — yp6v&o$ ^' 

Yprjvo? m. 'Netz, netzartiges Kleid der Bacchanten' (Eratosth.) 
= Aygtjvov (H., Poll.), das die urspriingliehe Form sein mufi 
(von ayga, dygico; zum Suffix vgl. aayrjvrj). Zum Wegfall deB 
d- s. Stromberg Wortstudien 45. 

YptvTTi? m. 'Gerber' (Hdn., H.). — Von yglvog, d.h. Fglvog- 
8&Qixa H., JKM, naoh Eust. aol. Auch yglvTrjg mufi somit eine 
Schreibtischform fur fglvrtjg sein. 

Yptnos m. 'Reuse' (AP, Artem., D.L.)= ygtyog m. (Plu., Opp., 
Pap.), das gewohnlieh iibertragen = 'Ratsel' steht (Ar., 
Antiph., Demetr. usw. ; vgl. Chantraine Etrennes Benveniste 
20), sekundar als Adj. 'dunkeP (Hdn. u.a.); davon yQupinr^Q 
'Dunkelheit' (Hdn.). — Von yginog : ygmevg 'Reusenfischer' 
(Sapph., Theok. u. a.) mit ygmevm (Zonar.) und ygmrjtg 
(texvti, AP);ygincov 'ds.' (AP); Denominativa ygmtm (Syrien), 
ygml^m (Lib., H. u. a.) mit ygimofia (EM, Zonar.). — Von 
ygifog : ygupwdris 'ratselhaft' (Luk., Ath.), ygicpevco 'gebe 
Ratsel auf' (Ath.). 

Zu yglnog, ygZpog gibt es keine genauen Entsprechungen 
oder nahere Verwandte. Eine allgemeine Ahnlichkeit zeigen 
einige germanische Worter, mhd. krebe m. 'Korb', anord. 
kiarf, kerfi n. 'Biindel, Bund', die aber einen e-Vokal enthalten, 
auBerdem aind. grapsa- 'Bundel, BuscheF. Versuche, mit dem 
grieeh. I zurechtzukommen bei Pok. 387, WP. 1, 595 (nach 
Liden Stud. 9 ff.). Kuhne Kombinationen bei Specht Ursprung 
159. — Vgl. auch yiggov. 

Yptouv, -mvog m. 'Schwein' (Hdn. Gr. 2, 249, H.). — Onomato- 
poetisch, v. ygvkog s. ygv, auch ygo/xydg. 

YpKpSoSw ygdxpetv, ol 8e £vetv xal a/ivoeeiv. Adxcovsg H. ; ygiqxo- 
fieva (aXyrjtiara Hp. Prorrh. 1, 100, Erot., H.). — Intensiv- 
bildung, mit ygdqxo verwandt, aber im Vokalismus nach 
einem unbekannten Muster (oxagupaa&cu und Verw. ?, s. d.) 
umgeformt. Hierher wahrscheinlich &yg(e)i<pva, aygUpr) 'Egge, 
Harke', s. dd. 

Ypojitpis, -ddog f. (H.), ygo/i<pig, -tog f. (Hippon., H.), yg6/*(paiva. 
f. 'Sau' (Gloss.). Daneben ygofirfd^m 'grunzen' (Gloss.). — 
Expressive Worter, deren lautsymbolischer Charakter auf der 
Hand liegt. Vgl. mit identischem Anlaut das synonyme ygvt,io, 
mit identischem In- und Auslaut axojx<pdt.(a 1aut reden'. Die 
Nomina sind gewifi postverbal. — Nieht mit Goldberger 
Glotta 18, 60 zu ygdqxo. — Ob lat. scrofa 'Muttersehwein, Sau' 
daraus entlehnt ist (s. W.-Hofmann s.v.), sei dahingestellt. 

YP<iv9-o? m. 'geballte Faust' (PAmh. 2, 141, 10, IVp, Sch., 
Gloss.), 'Handbreite' (Aq., Hero), auch 'Handgriff an einer 
Maschine'. — - Davon ygov&cav dvatpvarjaig, rjv ngmzrp fiav&d- 



328 yp6o<po; — YpG 

vovaiv avXrjzal xai xi&aQiozal (H., Poll.), wozu noch (mit Be- 
ziehung auf ygdv&oc;!) ygovdayverjetai (cod. -#ov-) m Qvpovrat H. 
Die morphologische Mehrdeutigkeit von ygdv&og macht jede 
Erklarung hypothetisch. Bine allgemeine suffixale Ahnlich- 
keit zeigenmehrere andere Korperteilbenennungen wie arrj&os, 
liaaftoq, Pqox^oq, xvoftoi;. Bei Abtrennung von & wird uber 
*yg6u-&os Anschlufi moglich an einige germanische Worter, 
z.B. anord. krumma f. 'Hand', ahd. krimman 'driicken, 
kratzen, kneifen', weiterhin an lat. gremium 'SchoG' und noch 
einigo Ausdriicke des Sammelns und Pressens. Direkte An- 
kniipfung an lit. grumdau 'von oben gewaltsam stoBend 
stopfen' ist wegen der starken Produktivitat der lit. Iterativ- 
Intensiva auf -dau sehr unwahxscheinlich (vgl. das primare 
grumiii, gfiimti 'hineinpressen, -stopfen'). Auch slav. (russ. 
poln. usw.) gromdda 'groBer Haufen, Masse' (daneben lit. 
gramatas) ist gewiB eine slavische Neubildung auf -ada. — 
Reiche Lit. bei WP. 1, 591, W.-Hofmann s. gremium, Vasmer 
Russ. et. Wb. s. gromdda. 

yp6a<po$ m. Benennung eines Wurfspeers (Plb., Str., Plu.); ol 
yQooyofidxoi = lat. velites (Plb.). — Technisches LW un- 
bekannter Herkunft. 

Ypu, gewohnlich mit Negation, Bez. einer geringen GroBe oder 
eines geringen MaBes, oft von Lauten (Ar., D., Men. usw.); 
nach Sch. Ar. PI. 17 vom Grunzlaut des Schweins, offenbar 
lautimitierend; nach H. auch = 6 vtio xa> ovv%i qvtioq (im 
selben Sinne auch ygvg nach den Nomina oder Adverbia auf 
-f ) und = yQvrrj ; nach Suid. Ben. einer kleinen Miinze. — 
Davon mit verbalisierendem -fco (Schwyzer 716; nicht aus 
*ygvd- oder *ygvy-) ypi^io, Aor. ygviai 'grunzen' (Ar. usw.) 
mit ygvofiog (Agathokl.) ; mit A-Suffix ypuXo?, expressiv (hypo- 
koristisch) geminiert ygvXXog 'Ferkel' (Ath., Plu., Zonar.), 
auch iibertragen als Bez. des Aals (Diph. Siph., Nik.; wegen 
der Dicke und der Lautgebung, s. Stromberg Fischnamen 
68f.); auBerdem als PN rgvXog, -wv usw. (Bechtel Hist. 
Personennamen 581); das anseheinend davon abgeleitete 
ygvXlCw (ygvXXi^co, von Phryn. verworfen) erscheint schon bei 
Ar. und D.; davon ygvXio/tdg 'das Grunzen' (Arist.); auch 
ygvXXr, • vwv (pcovrj H. Die Zeitfolge der Belege laBt vermuten, 
daB ygvXog 'Ferkel' (ebenso wie ygvXXr)) postverbal ist und 
daB ygvXi^co eine expressive A-Erweiterung en t halt (nach 
■8-gvXim, -j'£a>, d-gvXoqt). — yoyygv^etv, yoyygvaai (H.) sind durch 
Kreuzung mit yoyyvCetv (s. d.) entstanden. 
Das lautmalende ygv£a> hat nahe Entsprechungen in lat. 
grunnio, grundio, ags. grun(n)ian, ahd. nhd. grunzen usw.; 
Naheres bei W.-Hofmann s.v. Aus dem Griechischen gehort 



YpuXXo<; — ypGji6§ 329 

noch hierher ygmvadsg • frfiXeuu oveg und ngr. yovgovvi 'Schwein' ; 
s. Kretschmer Glotta 13, 135. — tTber ygvhAog 'Karikatur' 
und ygvAAio/Aog Bez. eines Tanzes s. bes. 

ypuXXoi; m. 'Karikatur' (Plin. HN 35,114); ygvXXo-ygaq>£<o 
'karikieren' (Phld.). Auch Bez. eines unanstandigen Tanzes 
(Phryn. PS p. 58 B.); im selben Sinn auch ygvXhan6g, wozu 
sekundar ygvXXog = 6 ogxovfievog (ibid.). — Die Worter 
werden von Phrynichoa als „agyptiseh", d.h. heUenistisch 
bezeichnet, vgl. Latte Glotta 34, 190f., wo auch iiber die 
Bedeutung. Sonst dunkel; gegen Herleitung aus dem PN 
rgvXXog (Plin.) Latte a.a.O. 

Ypu(i£a (codd. oft -aia), -da f. 'Kasten fiir alte Kleider, Trodel- 
ware usw.' (Kom., Phld. usw.), ygvfteond>i.t]g (Luk.). In ahn- 
licher Bed. YP" Tr ) f- 'Sehmuckkasten, Tand, Fischbrut' 
(Sapph., Pap., Peripl. M. Rubr. u.a.); ygvro-doxrj (AP), 
•nd>kt\g (Kos, Pap.). Davon ygvrdgiov Demin. (Zen., Pap.); 
ygvreveraf nagaaxevdCerai H. 

Die Bildung von ygv/xea, -aia, -eia hat kein naheres Gegen- 
stiick; zu yg&tt] vgl. ■xlair\. Beziehung zu ygv als Ausdruck fiir 
ein kleines MaJ3 scheint sicher. Seit Osthoff MTJ 4, 124 wird 
ygv/iea zu lat. griimus 'Erdhaufe, Hiigel', ags. cruma 'Brot- 
krume' usw. als „Zusammengekratztes" gezogen; weitere, 
noch unsichrere Kombinationen sind bei W.-Hofmann s. 
grumits referiert. Ein Wort dieser Art und dieser Bedeutung 
bietet dem Etymologen ganz besondere Schwierigkeiten. — 
Aus ygvfiia wahrscheinlich lat. crumlna 'Geldbeutelchen, 
Borse' ; ausfuhrlich dariiber Pfister IF 56, 200 ff. Ebenso wird 
ygvrtj als Quelle von lat. scruta n. pi. 'altes Geriimpel, Trodel- 
ware' betrachtet. 

Ypuviv= oixvg aygiog (Ps.-Dsk. 4, 150). — Nicht sicher erklart. 
Nach Andre Les 6t. class. 24, 10 zu ygvaei = rjjfet (Arist. Pr. 
876 b 15) wegen des fliissigen Inhalts. 

Ypov6$ m. (Horn. Ft. 18, Lyk. 86, 294), ygovvog m. (Kail. Fr. 
anon. 84) 'dtirres Holz, Fackel'. Vgl. noch ygvvrj- hpavaDTog 
(Theognost. Kan. 108). Hierher auch der Stadtname rgvveiov, 
rgwoi (Aolis) nach Fick BB 23, 22 u. 213. — Ohne Etymo- 
logic. Hypothese von Prellwitz bei Bq s.v., WP. 1, 651, 
Pok. 406. 

Ypuji6? 'mit einer Habichtnase, krummnasig, gekriimmt' (PL, 
X., Arist. usw.). — Davon ygvj(6xr\g (X., Arist. u.a.). Denomi- 
native Verba: ygvTioofiai 'krumm werden, von den Nageln' 
(Hp., Alex. Aphr. u.a.) mit ygvncoatg (Mediz.); auBerdem die 
bei H. und anderen Lexikographen belegten ygvnja), ygvnaivm 
und, mit Nasalinfigierung nach dem Typus Aa/t/Jdvco, ygv/i- 



330 ypiixT] — ytiaAov 

Ttedveiv ygvaovcrfrai, avyxd/j,7iTEiv H. Ein thematisoher Aorist 
eygvnov (wie Sxjvnov) ist literarisch belegt in der speziellen 
Bedeutung 'gekrummt werden, von der Erde bei einem Erd- 
beben' (Melanth. Hist. 1) ; ebenso yav eygv/ifiivav (Gortyn). In 
derselben Bedeutung auch das erweiterte yQvnavl£a) (Antiph. 
Soph.) und yqvndviog (ebd.), -wie von *yo , 6navov, in anderer 
Bed. yQvn&faov yeQovrwv. rj ygvndviov H. — Neben ygvnog 
steht, der Form nach als Wurzelnomen, der Vogelname YP$"J*> 
-nog m. 'Greif' (Aristeas ap. Hdt., A. usw.) ; vgl. yvtp, axwyi, 
yAaiff usw. Davon yovnai' al veoaaiai rdjv yvna>v. oi di yvnai 
H. ; offenbar nach letzterem gebildet. — yovfiog - yovip H. ist 
nach den Tiernamen und Adjektiven auf -fioq (Chantraine 
Formation 261) umgebildet. 

Die allgemeine Ahnlichkeit mit ags. crumb, ahd. krump 
'krurrvm* usw., ist unverkennbar ; die germ. Worter lassen 
aber mehrere Deutungen zu, vgl. WP. 1, 596 und Kluge- 
Gotze Et. Wb. d. deut. Spr. s. krumm. — Die Zusammen- 
fuhrung von yovfiia, yq&trj, ygvnog unter ein gemeinsames idg. 
greu- 'kriimmen, gekrummt, mit gekrummten Fingern 
kratzen' od. ahnl., das wiederum eine ew-Erweiterung von 
ger- 'drehen, winden' (vgl. s. yvgya&og) ware (s. Pokorny 388 f., 
WP. 1, 597f.), geht weit iiber das Beweisbare hinaus. — 
Nach Giintert Reimwortbildungen 132f. ist ygvyi von yinf mit 
Angleichung an ygvTzdg umgebildet. Grirnme Glotta 14,17 
nimmt ohne Grund Entlehnung aus dem Akkadischen (karutm 
'Greif, Cherub'; vgl. hebr. k'rub und Lewy Fremdw. llf.) 
unter hetbitischer Vermittlung an. 

YpiSni) s. ygv/iio. 

YPtovo? 'hohl, ausgehohlt, tief' (Lyk., Nik.), ygwvq 'Hohle, Loch, 
Backtrog' (Nik., AP), ygwvovg H. in versehiedenen Sonder- 
bedeutungen. — Aus *yQcoa-vog zu ygdm, s. d. 

Y^ctXov n. 'Hohlung, Wolbung, z. B. eines Panzers, eines Fasses, 
eines Tals usw.' (ep. lyr. seit II.), urspr. auch 'Hohlung der 
Hand', vgl. iyyvaXl^m unten. — Davon yvakog Beiw. von 
M&og (Kail. Fr. anon. 331), mit Akzentverschiebung yvaXog 
m. 'wiirfelformiger Stein' {EM 243, 12); yvdlag Bez. eines 
Bechers (Megara und Makedonien, Ath. 11, 467 c ; vgl. Solmsen 
Wortf. 216). Zusammenbildung iy-yvaA-i£co 'einhandigen' (ep. 
lyr. seit II. ; vgl. Schwyzer 736). Davon unabhangig iyyvaXov 
(Orion) = kyxoiXov und nach diesem gebildet. — Mit anderem 
Suffixvokal yveXiov • xohiov H. 

Zur Bildung vgl. ayxtD.r), dfitpaUg usw. (Chantraine For- 
mation 245 ff. ). Die fur iyyvaXlCw vorauszusetzende Bedeutung 
'Hohlung der Hand' spricht fiir Zusammenhang mit lat. vdta 
'ds.', arm. kalum 'nehmen, fassen', die indessen beide formal 



yxtyai — Y^ 1 )? ^31 

mehrdeutig sind, s. W.-Hofmann s.v. Als naehste Grundlage 
ware dann ein Z-Stamm *g(u)uel-, *g(u)uf.- 'Hohlung (der 
Hand)' anzusetzen. Ohne J-Suffix aw. gav- 'Hand' usw., s. 
iyyvdco. tXber weitere, z.T. entlegene und unsichere An- 
kmipfungen s. yavAog, yvrjg, yvgog, ywkeog. 

YUY a '" n&nnoi H. (cod. Tidfinoi). — Falls richtig iiberliefert, als 
kleinasiatisohes Wort zu heth. huhhaS 'GroBvater', hierogl.- 
heth. huha-, lyk. %uga- 'mutterl. GroBvater (?)'. Groselj 2iva 
Ant. 1, 256, Whatmough Lang. 25, 288. — Brandenstein 
Sprachgesch. u. Worthed. 65 zieht noch heran den lydischen 
Konigsnamen rvyr\g ebenso wie (sehr fraglich) den biblischen 
(angebl. skythischen) Volksnamen Magog. — Lat. aims, arm. 
hav 'GroBvater' usw. (Sturtevant Lang. 4, 163, Pedersen Ly- 
kisch und Hittitisch 25 f. u. a.) lassen sich lautlich mit yvyai 
usw. nicht vereinigen. 

yuyris, -ov m. N. eines Wasservogels, viell. 'Rohrdommer 
(Dionys. A v. 2,16). — Wahrscheinlich onomatopoetiseh nach 
dem Laute, vgl. Thompson Birds s.v. Nach Liden Uppsala- 
studier tillegn. S. Bugge 92 f. mit Vorbehalt zu lit. giizas, 
-utis 'Storch', awno. kjuklingr 'Kiichlein' usw. 

•yuris, -ov m. 1. 'Krurnmholz am Pflug' (Hes. Op. 427, 436), 
agorgov adr6yvov 'Pflug, an dem Krurnmholz und Scharbaum 
aus einem Stuck bestanden' (Hes., A. R.); 2. gew. im Plur. 
'Ackerlander, Wiesen' (Trag., Tab. Heracl., Pap.), auch als 
MaBbezeichnung in rergd-yvog usw. (Horn, usw.); vereinzelt 
als Fem. iiberliefert, vgl. yvq' fidrgov jiXe&qov H. ; auch ytiog m. 
(Pap.); 3. 'das Gefiige der Halsknochel' (H., Poll.). 

Wegen des maskulinen Genus ist fur yvr)g schwerlich mit 
Solmsen Wortforsch. 216f. von einer abstrakten Bedeutung 
'Biegung', sondern vielmehr von einer konkreten Bezeichnung 
eines krummen Gegenstandes auszugehen, woraus sich die 
verschiedenen Bedeutungen metaphorisch entwickelt haben. 
Letzten Endes liegt indessen wahrscheirdich ein Verbal- 
abstraktum *yvrj 'Krummung' zugrunde (vgl. Schwyzer- 
Debrunner 33 A. 2, Specht Ursprung 357). Ob das rj zur 
Wurzel gehort, ist sehwer zu entscheiden; auBerdem ist eine 
Grundform *yv[a]d- moglich, vgl. insbes., mit anderem Ab- 
laut, npers. goSa 'Winkel, Ecke'. — Unklar ist die Bedeutung 
von dfi<pi-yvog ep. Beiwort von eyxog, S6qv (Horn., A. R. ; da- 
nach S. Tr. 504 [lyr.]); daraus metrisch erweitert &fi<piyvrJEig 
ep. Beiwort des Hephaistos 'an beiden Seiten (Beinen) 
krumm' (?). — Zur selben Sippe wie *yvr), yvyg gehoren die 
sinnverwandten yvaXov, yola, yvoog usw. (s. dd.). "Ober die sehr 
unwahrscheinhche Heranziehung von lat. bura, buris 'Krurnm- 
holz am Pflug 1 (zuletzt Pisani KZ 71, 123ff.) s. W.-Hofmann 



332 yxtia. — y\>V^i 

s. v. — Pelasgische Kombinationen bei v. Windekens Le 
Pelasgique (s. Index). 
yuia n. PL 'Glieder' (ion. poet, seit II.), auch 'SchoB' {fir/tgog y. 
h. Merc. 20); aelten Sg. yv lov = 'Hand' (Theok. 22,121), 
'Korper' (Pi., Hp.). — Davon yviom 'lahmen' (ion. poet, seit 
II.) mit dem postverbalen Adj. yviog 'gelahmt' (Kail., Lyk. 
u.a.). 

Ableitung auf -io- von einem Nomen, das auch als Grund- 
lage von yvrjg vermutet worden ist ; die Ansetzung der Grund- 
form hangt somit von der Beurteilung von yvr/g (s. d.) ab. 

YUX165 {yvXiog) m. 'Tornister' (Ar. usw.), auch N. eines Tieres, 
'Igel' ?, 'Stachelschwein' ? (Sophr. 73). Daneben mit ex- 
pressiver (volkstiimlicher) Gemination y6XXiov dyyslov nXex- 
t6v H. und die Fischnamen yvXXlaxoc Ix&veg noioi H., yvXdgiov 
=/iv£lvog (Sch. Opp. H. 1, 111); auch yvXXdq' eldog noxr\qiov, 
naga MaxeSoaiv H. mag hierhergehoren. — Man vergleicht 
einige nur im Vokalismus (Ablaut) davon abweichende germ. 
Wdrter wie awno. kyll 'Sack, Tasche zum Aufbewahren von 
Mundvorrat', ahd. kiulla 'Tasche, Ranzen', s. die Lit. bei 
WP. 1, 555 und W.-Hofmann s. vola. Weitere Verwandtschaft 
mit yvaXov usw. ist wahrscheinlich. 

YUXX6? m. (Milet VI-— V»), Bed. unsicher, 'Steinblock' ?, 'Stein- 
wurfer?; nach H. xvfiog, rj rergdycovog XC&og; daneben yvXXoi- 
aroXfioi H. (von Latte als korrupt angesehen). — Davon 
yvXXiva' Egeiaftara, yeiooi H. ; dagegen yvXXdg' eldog Tiorrjgiov, 
nagd Maxedoaiv, ybXXiov ayyelov nXexrov H. wohl zu yvXiog, 
b. d. — Ohne Etymologie. Lewy KZ 55, 72f., der an hebr. 
golel 'Rollstein' erinnert, erwagt semitische Herkunft. 

YU[jlv6? 'nackt, unbedeckt, unbewaffnet' (seit II.). — Zahlreiche 
Ableitungen. Substantiva und Adjektiva. 1. yv/ivdg, -ddog f. m. 
'nackt' (E.); oft postverbal zu yvfivd^ofiai = 'geiibt' (E., 
Attika) ; kollektiv = 'geiibte Mannschaft' (Amorgos, Asty- 
palaia, Kos). 2. yvixvqg, -fjrog m. 'leichtbewafiheter Krieger 
zu FuB' (Tyrt., Hdt., E. usw.) mit yv)ivr\zix6g (X., Str., Plu.), 
yvfivijaiog (Arist., Str. u.a.) und yvfivrjre^oi 'leichtbewaffnet 
sein' (Plu.), auch 'nackt sein' (lEp. Cor. 4, 11; durch Beziehung 
auf yvftvog), wozu yvftvTjrela 'leichtbewaffnete Mannschaft' 
(Th.), 'Nacktheit' (Corn., Ptol.) ; — erweiterte Form yv/j.vTJrt]g, 
f. -fjng 'nackt' (Lyk., Luk., Plu.). 3. yv/ivixog (dydtv) 'gym- 
nastisch' im Gegensatz zu litTtixog, fiovaixog (Hdt., Th., PL 
usw.). 4. yv/xvrjX6g 'arm' (H., EM, nach voarjXdg usw.). — Ab- 
straktbildung yvfivorrjg f. (LXX, NT, Ph. usw.). — Denomina- 
tive Verba. 1. yv/xvoofiai 'sich entbloBen' (seit II.), -6a> 'aus- 
ziehen' (Hdt., S.) mit yv/ivcuaig (Th., LXX usw.). 2. yvfivd^ofiat 
'sich (nackt) iiben* (korperlich und geistig; ion. att. ; -dCa> 



yx>vfi 333 

r uben' sehr selten) mit mehreren Ablegem: yv/ivaOTrjg 'Turn- 
lehrer' (PL, X., Arist.) mit yv/ivaarixdg 'zur (Korper)ubung 
gehorig 1 , fj yv/ivaaTixr) (tixvri) 'Gymnastik' (ion. att.) ; yv/tivaa/ia 
'tftning' (D.H., J., Ph. usw.), yvfivaoiq 'ds.' (Poll.); yv/tvdaiov 
'korperliche tfbung' (Pi., ion. att., im Plur.), 'Schule fur 
korperliche und geistige tJbungen, Gymnasium' (att., hell.) 
mit yv/ivaatd>drjg (Cic); yvfivaota '(korperliche) Ubung' (att., 
hell.); zum Auagang -aim, -ala Schwyzer 469f. m. Lit. — 
Vereinzelt das Deminutivum yv/ivaaidiov (Arr.) und yvft- 
vaarrjQwv (Gal., Aristaenet.), wie dixaorrJQiov. — 3. yvuvisvw 
'entbloBt, nackt sein' (P. Boss. Georg. 3, 28, IV p). 

Altererbtes Wort, das in mehreren indog. Spraehen bewahrt 
worden ist. Die wechselnden Formen beruhen teils auf 
lautlichen Vorgangen (Dissimilation), teils wahrseheinlich 
auch auf tabuistischen Verdrehungen. Im Westen (Lateiniseh, 
Keltisch, Germanisch) finden wir Formen mit Dentalsuffix, 
z.B. lat. nudus, air. nocht, got. nagaps, nhd. nackt, awno. 
nakkuVSr. Ihnen gegeniiber stehen im Osten teils dehnstufige 
Formen ohne Suffix, z.B. lit. nuogas, aksl. nagh, teils Formen 
mit ra-Suffix, aind. nagnd-, aw. mayna- (Dissimilation?; 
weitere iran. Formen bei Bailey Trans. Phil. Soc. 1945, 6f. ; s. 
auch Charpentier Acta or. 7, 188 ff., wozu Morgenstierne ebd. 
199), gr. yv/xvog; die germ. n-Formen wie ano. nakinn, afries. 
naken konnen ihr Suffix von den n-Partizipien bezogen haben. 
Auch heth. nekumanza, das durch deft e-Vokal von den 
iibrigen Formen abweicht, kann nach den Adjektiven auf 
-want- (wofiir -mant- nach u) neugebildet sein. Mit e-Vokal auch 
arm. merk, zunachst aus *meg»ro- (vgl. aw. mayna-), aber in 
Einzelheiten dunkel; anders Benveniste Rev. et. armen. 10, 
187. — Das dem Griech. allein eigene y- ist, wie m- im Irani- 
schen und Armenischen, offenbar sekundar. Der u-Vokal kann 
wie in j>u£ ein Reflex des folgenden Labiovelars sein, die Laut- 
gruppe -fiv- diirfte idg. -g*n- fortsetzen, vgl. d/tvog (nach v 
ware allerdings -yv- zu erwarten). Neben yv/ivog ist auch 
Twfivoq iiberliefert (H.), das dissimilatorisch fiir *vv/ivog stehen 
kann; zu bemerken noch dnoXvy/iarog- anoyviivwoig. Kvtiqioi 
H. (trotz Bechtel Dial. 1, 445 schwerlich richtig; vgl. auch 
Latte z. St.). Eine befriedigende Erklarung des y- in yv/ivog 
ist noch nicht gefunden (eine Entwicklung *wyvog > *fivyv6g 
> yv/xvog iiberzeugt nicht) ; vgl. Kretschmer Glotta 3, 335, 
Fick BB 6, 214, Bechtel Dial. 1, 445, Pisani Rend. Ace. Line. 
6: 4, 345 ff. Weitere Einzelheiten mit reicher Lit. bei W.-Hof- 
mann s. nudus. 
■ywvV), yvvaixoq f. r Weib, Frau" (seit II.), boot, pavd (Korinn.), 
PI. Pavrjxag- ywalxag H.; unsieher kypr. jSovd (Kretschmer 
Glotta 5, 266, Schwyzer 275). — Zahlreiche Ableitungen und 



334 yvwf\ 

Komposita, fast alle von dem Stamm ywaix(o)- ausgehend 
und denen von dvrjg (dvdgo-) parallellaufend. Ausnahmen 
bilden nur yvvvig, -idog m. 'weibischer Mann' (A., Ael. u.a.) 
mit hypokoristischer Gemination und Stammbildung und 
yvvaiog in yvvaia dwga (Od.), danach (pvfj ywalr) (Mosch. 2,45); 
yvvaiov n. 'Frau' (att., zartlich und verachtlieh, spat auch 
= yvvri), vgl. deLXaiog, //.draws; nicht mit Schwyzer 583 vom 
Vokativ yvvai); agaisch ku-na-jaV, aufierdem yvvat-fiavrjg 
(r 39 usw.) = ywavxo-ji. (Chrysipp. Stoik., Ph. usw.) nach 
naXai-, i&ai- usw. — Vereinzelt belegte Deminutiva : yvvaixd- 
giov (Diokl. Kom., Epikt. u.a.), ywaixiov (Longos), ywaixia- 
xiov naidiaxiov H. — yvvaixlag m. 'weibischer Mann' (Eup. 
u.a.; wie veaviag); yvvaixioviTig 'Frauengemach' (Lys., Men. 
usw. ; vgl t Redard Les noms grecs en -rrjg 110), selten ywaixcav 
(X., wie dvdgcbv). — Adjektiva: ywaixrjiog, -eiog (seit Od. ; wie 
dvdgrjiog, -eiog), yvvaixtxdg (Arist. u.a.; wie dvdgixoq rein 
gattungsbezeichnend), ywaixcadr/g (Plb. usw. : dvdgmdrjg), 
yvvaixr/gog (Diokl. Kom., Phryn. ; nach novtjgog usw.). — 
Denominative Verba: yvvaixi^co, -ofiai 'sich weibisch be- 
nehmen' (ion. att.) mit ywalxioig (At., Lib.) und yvvaaao/wq 
(Plb. u.a.); yvvmxoojiai, -6a> 'weibisch sein bzw. machen' (Hp., 
Ph.). — tTber die Stammbildung von yvvr] als Hinterglied 
(a- dvdgo- xard- /iiao- tpiXoyvvog, d- r]fii- xaXXi- dgai- yiXoyvvai!;, 
dyvvaixog, d- rjfii- xaxo- xara- /iiao- noXv- <piXoy6vaiog, d- 
dvdgo- ftiao- veo- noXv- q>iXoy6vt}q) Sommer Nominalkomp. 
62 f. ; zu den Einzelheiten der Flexion Schwyzer 582 f. 

Altes Wort fur 'Weib, Frau', in der Mehrzahl der idg. 
Sprachen erhalten. Griech. yvvri, P av <*> beide mit (verschieden 
gefarbten) Reduktionsvokalen, haben ein genaues Gegenstiick 
in aind. (ved.) gnd 'unirdische Frau, Gottin' (oft zweisilbig 
gelesen), aw. gana 'Frau'. Zum unerklarten Stamm yvvai- 
stimmt arm. kanay- in den Pluralformen kanay-k' (Nom.), 
kanay-s (Akk.); das -x- hat man in messap. gunakhai 
'yvvaixl' (?), ebenso in altphryg. bonok (griech. LW?) wieder- 
finden wollen (Lit. bei Schwyzer 583 m. A. 4). — Der labio- 
velare Anlaut, der schon aus dem Wechsel y- und /?- zu er- 
schliefien ist, wird u.a. bestatigt von got. qino (n-St.), air. ben 
(a-St.) 'Frau', beide aus idg. *q*era-. Die Hochstufe, die im 
Griech. zugunsten der durchgefuhrten Schwachstufe elirniniert 
wurde, erscheint noch u. a. in arm. kin, apr. genua, aksl. zena, 
aind. jdni-, toch.A idm. Dagegen Schwach- bzw. Schwund- 
stufe in air. ban- (in Komp.), Gen. sg. mna (aus *bnS-s). 
Aufierdem Dehnstufe, z.B. got. qens (i-Stamm) 'Frau'. 
Weitere Formen bei WP. 1, 681 f., Pok. 473f. m. Lit. ; s. auch 
Vieillefond Melanges Saunier (s. REGr. 57, 267). Wie das 
urspriingliche Paradigma lautete, lafit sich nicht mehr fest- 



Y»iJW) — Y°P*$ 335 

stellen, da iiberall Ausgleichungen stattgefunden haben. — 
Nicht hierher fivdo/j.ai 'freien', sondern zu pd/irq/tai, (iipvrjoxai; 
s. Benveniste Spraohgesch. u. Wortbed. 13ff. 

fintri' xollojjia yrjg, ftaM/irj, ycovia. — yvnag- xafajfiag, xai 
&aAd(iag. ol di yvnmv veoaaidg (durch Beziehung auf yvtp, s. d.). 
ol 6i rag Kara yfjg olxrjoeig, ol 8i on^Xata ... H. ; 'Hohle' 
(Kail. Aet. Oxy. 2080, 73). — Seit Johansson IF 2, 50 (weitere 
Lit. bei WP. 1, 560) zu einem germanischen Wort fur 
'Kammer, Hohle, Stall usw.', anord. kofi, ags. cofa, nhd. 
Koben usw. gezogen. Aw. gufra- 'tief, geheimnisvoll' ist wahr- 
soheinlich femzuhalten, s. Mayrhofer Wb. s. gabhvrdh. — Zu 
yvndgiov, das wie ein Deminutivum aussieht, vgl. s. yvtp. 

yiincovei; pi. Ben. von Tanzern in Sparta Poll. 4, 104: ol di 

yvjicaveg £vAlvcov xcbXcov emflaivovTsg a)g%ovvTo, diacpavfj ragavri- 
viSia ajxne'/pjxs.voi. Daneben vnoyvncavsg. — Unerklart. 

YupyoriMs m. (Akz. nach Hdn. Gr. 1, 145) 'Weidenkorb, Fisch- 
reuse' (Ar., Arist. usw.); auch yvgya&ov [BQV 1092, 29) und 
yegya&og (POxy. 741, 5). Deminutivum yvgyd&wv (PHolm. 
18, 17). — Technisches (volkstumliches) Wort, im Ausgang 
zum synonymen xdXa&og (mit stammhafbem &) stimmend, 
aber sonst unklar. Ankniipfung an die weitverzweigte Wort- 
sippe ger- 'flechten' (s. yeggov) ist gewifl moglich. 

yopivo? s. yvgog. 

yupts, -sag f. 'feinstes WeizenmehP (Dsk., Pap., Ath. usw.). 
Auch yvgiog (PSI 4, 428, 44, III s ; nicht ganz sicher). — 
Davon yvglvtj Art Kuchen (Luk.), yvghrjg (agrog) 'Brot aua y.' 
(Ath., Gp., H. ; vgl. Redard Les noms grecs en -rrjg 88f.), 
yvgiorijgtog (Gloss.). — Technisches Wort ohne Etymologie. 
Vgl. yovgog. 

Yup<5? 'rund, gebogen, krumm' (t 246 : yvgog iv wfioiaiv, D. H. 
usw.). — Daneben yvgog m. 'Rundung, Kreis, Baumscheibe' 
(Thphr., Plb., LXX usw.) mit yvgiog 'einen y. bildend' (Anon, 
ap. Suid.), yvgakdog (Opp.). Denominatives Verb, sowohl auf 
yogog wie auf yvgog beziiglich (letzteres teilweise postverbal?), 
yvg6ca 'rund machen, krumrnen, einen Kreis machen' (LXX, 
Nik., Arat. usw.) mit yrigwoig (Pap., Qp.); auch yvgevoi 'in 
einem Kreis laufen' (Str., Babr.). AuBerdem yvgicnog 'ge- 
bogen' (Sch.) wie von *yvgi£w (dieses ngr. 'kehre um'), 
yvgrov xrxpov H. (wohl nach xvgrog). — Von yvgog {yvgog) auch 
yvglvog m. 'Kaulquappe' (PI. u.a.) mit yvQivcbdr/g (Arist.). — 
Hierher auch ON wie Tvgai nirgai (8 500), s. Bechtel Lex. s. v. 
Auszugehen ist zunachst von einem zur Sippe geu- 'krum- 
men' (s. yvaXov mit weiteren Hinweisen) gehorenden r-Stamm 



336 v04* — Y wv ' a 

(vgl. zu xvgiog), der namentlich im Armenischen in ver- 
schiedenen Ausformungen mit wechselnden konkreten Be- 
deutungen vorliegt, z.B. kor 'krumm' (idg. etwa *gouero-), 
kuf-n 'Riicken', kr-ukn 'Ferse' (< *guro-); des weiteren lit. 
gufnas 'Hufte, FuBknochel', norw. kaure 'krause Locke', mir. 
guaire 'Haar* u.a.m., s. WP. 1, 556f., Pok. 397f. (hauptsach- 
lich nach Liden Armen. Stud. 11 Iff.). 

Yt>4», yvimg m. 'Geier' (II., E., Arist. usw.). — Ableitungen: 
yvmdg (jierga) 'von den Geiern bewohnt' (A. Supp. 796 [lyr.]; 
vgl. oQear-idg usw. Schwyzer 608); yvmvog 'zum G. gehorig' 
(Luk.), yvmaiog 'ds.' (Tz.), yvn6dt)g 'Geier-ahnlich' (Arist.). 
Auch yvnaQiov, viell. ursprunglich zu yvm\ (s. d.), wurde 
wenigstens auf yvyi bezogen (yvnagloig xai nvqyidloig Ar. Eq. 
793). — ' 

Einsilbiger Vogelname wie das Reimwort yqwp und wie 
oxwy, yXavi; usw. Wird allgemein zu geu- 'kriimmen* (s. yvqdg, 
yvaXov usw.) gezogen; dieselbe ji-Erweiterung wird auch in 
yvnr\ vermutet. 

Yui^o? f. 'Gips, Zement' (Hdt., PI., Thphr. usw.). — Davon 
yviplov (Pap.), ymfut-t] 'Gipssteuer' (Pap.), yvyiivog (EM), 
yvyHodrjg (Sor.); denominative Verba: yvxpom 'mit Gips iiber- 
ziehen' (Hdt. u.a.) mit yHyimaig (Op.) und yvycorfg (EM); 
ympit,m '6a.' mit yvytio/iog (Pap.) ■ — Aus dem Semitischen, s. 
MuB-Arnolt TransAmPhilAssoc. 23 (1892) 70. 

ytoXeis m. 'Hohle, Schlucht' (Arist.), ymX{e)ioi- ani^Xaia. xal ai 
TtQog ftdXaoaav xaradvaeig H.; Plur. ycoXe(i)d (Nik., Lyk.). — 
Seit Fick 1, 408 zu lit. guolis, lett. guol'a 'Lager, Schlafstatte, 
Nest' (lit. gvliu 'sich legen, liegen') gezogen, wozu nach Liden 
Armen. Stud. 48 f. auch arm. kalal 'Hohle, Schlupfwinkel' 
Wegen der Bedeutung zieht Solmsen Wortforschung 217 m 
A. 2 vor, ywXeog an die Sippe geu- in yvaXov usw. anzukniipfen 
(Unwahrscheinlieher Versueh, alle die genannten Worter bei 
geu- 'krummen' unterzubringen bei Persson Beitrage 1, 106f. 
2, 936 f.). Da das Reimwort (pwXeog sowohl formal wie seman 
tisch ymXeog hat beeinflussen konnen, ist eine sichere Be 
urteilung kaum moglich. — Vgl. zuletzt Fraenkel KZ 71, 40 

Ywvla f. 'Ecke, Winkel(maJ3)' (Hdt., PL usw.). — Deminutivum 
ywvtdwv (Luk., M.Ant.). Weitere Ableitungen: ymviaiog (PL 
Kom., LXX usw.), ywvirfioq (Delphi; nach den Adj. auf -tfXog), 
yamd>dr]g (Hp., Th.), ycovtaxog (Prokl. u.a.); auch ymrtog (Pap. 
VIp); — ymvid^m (Porph.) mit ycoviaofiog 'Abmessen, Ab- 
zirkeln' (Ar., Lys.); ycovioofiai (Dsk., Prokl.) mit ymvlto/ui 
(Eust.) und ymvlioaig (Archig. Med.). — Zum Hinterglied 
•yotvoq in Tgl-yiuvog usw. (wie -jSj/Mog zu pifiXlov usw.) s. 
Debrunner IF 60, 40 ff. 



yukx; — SaSuaoouai 337 

Die offenbare Verwandtschaft mit yovv (s. d.) verlangt 
eigentlich eine Grundform *yovf-ia, die aber lautlich nicht 
befriedigt. Eine Grundform *ya>vF-ia andrerseits hat in aind. 
jdnu eine unzureichende Stiitze. Einzelheiten bei Debrunner 
a. a. O. 

Y&os' ftvijfisiov H. Hypothese von zweifelhaftem Wert bei 
v. Blumenthal Hesychst. 15 A. 1 : als measapisch (bzw. make- 
donisch oder „hyllaisch") aus idg. *ghouos neben *ghouos zu 
gr. xov?- 

Ytono?- xoXoiavg. Maxeddveg H. Nach Lesny KZ 42, 297 f. = 
yvnag ; nach Hoffmann Maked. 47 = axwnag. Woblbegrundete 
Bedenken bei Kretschmer Glotta 3, 307. 

ycopuxi? m. (f.) 'Kocher' (<p 54, Lyk. u. spat). — Herkunft un- 
sicher. Nach Benveniste Melanges Boisacq 1, 42 S. skythisches 
LW (vgl. zu to|ov), u. zw. aus dem alten Wort fur 'Rind' 
(a. fiovg), iran. Tia- in rco-pdQT)g usw., und einem unklaren 
Hinterghed, viell. zu npers. ruda und "Verw., gew. 'Darm, 
Eingeweide'; in der von B. fur yat-Qyrcdg angesetzten Be- 
deutung 'abgezogenes Fell' (vgl. insbes. arab. rauSaq 'ds.'), 
woraus durch tfbertragung 'Gegenstand aus Rindsleder', muB 
es sich um ein anderes Wort handeln, s. Morgenstierne KZ 
61, 29f. 



8a- Prafix in da-q>oiv6g, vorw. von Tieren, gewohnlich als 'sehr rot' 
erklart (ep. poet, seit II.) und dd-oxiog 'sehr schattig' (ep. poet, 
seit Od.). Mit verstarkendem Sia-, aol. fa- gleichwertig und 
wahrscheinlich aus diesem hervorgegangen, obwohl die Be- 
dingungen unklar sind (Schwyzer 330, Lejeune Traite de 
phonetique 96 A. 2; auch Sjolund Metrische Kiirzung 25f., 
Chantraine Gramm. horn. 1, 169 mit metrischer Erklarung). — 
Piir ddoxiog (wonach mit falscher ttbertragung des a daane- 
xalov nokv(pvM.ovIL.) kommt auch Verwandtschaft mit daavg 
(etwa durch Haplologie aus *daav-axiogJ) in Betracht, vgl. s.v. 

8a Interj. (Trag. in lyr., z.B. A. Eu. 874 olot 6d <pev), nach 
Sch. Ag. 1072, EM 60, 8 dorisch fiir yd, yfj, das Kretschmer 
(s. At]fi^rr]Q) auch in dor. AafidrrjQ und in dor. IIoTeiddv (s. 
IIooEidwv) wiederfinden will. 

SfiYiis, -vdog f. 'Wachspuppe' (Theok. 2, 110, Erinn.). Tech- 
nisches Fremdwort ohne Etymologie. 

SaSfaaopaL 'zerrissen werden* (Sophr. 117, H.); H. auch 
datSvaaea&ai- ihcsa&ai und datfrjooovai (fiir SaMooovoil) 
paoavifrvot. — Seit Roscher Curt. Stud. 4, 199 und Osthoff 
IF 5, 282 mit lat. duco = got. tiuhan 'ziehen' verglichen (s. 

Frisk, Griech. etym. W5rterbuch 22 



338 8a€Y<i — 8aifa 

auch ddevxrjg, ev8vxeojq), mit Intensiv-Reduplikation unci 
schwachstufiger Stammsilbe: *8aidvxio/xai. Dabei kann da- 
spate Sohreibung fur dm- sein (Sohwyzer 841). 
Saryto* olda, inimaiiai H. Die Riohtigkeit der Lesung (8aeia> 
Latte mit Pearson) wird durch ngr. (Kappadokien) 8aya> 'ich 
weifi' glaubhafb gemacht (Kretschmer Glotta 12, 215 m. Lit.)- 
Umgangssprachliche Kurzung fiir olda eycb (vgl. Schwyzer 
769 A. 1). 

Adeipoc f. N. einer Erdgottin in Attika, der ein triichtiges Schaf 
geopfert wurde (Pherekyd., Lyk., Inschr.), auch Aaiqa (A. Fr. 
277, Inschr.). — Aaeiqlrr]? m. N. ihres Priesters (Poll.). 

Bildung wie Kredreiqa, xv8i-dveiqa usw. Nach gewohnlicher 
Annahme zu dafjvai (s. d.), u.zw. als altes Fern, zu aind. dasrd- 
Vundert^tig' (vgl. 8at-<pqcov; urspr. Aaiqa aus *8daqud y 
worans Adeiqa nach Kredreiqa usw.?). Falls diese semantisch 
wenig begriindete Zusammenstellung iiberhaupt richtig ist, 
kann Adeiqa direkt zu 8afjvai nach den erwahnten Mustern 
gebildet sein (Aaiqa dann itazistische Schreibung?). Anders 
Nilsson Arch. f. Religionswiss. 32, 82f., Kern P.-W. 4, 1980f. : 
Fern, zu Sarjq, „die Schwagerin", was ebenfalls semantisch 
schwer zu begriinden ist. 
Safjvai, ep. auch Sar/fievai intr. Aor. 'lernen' (ep. poet, seit II.), 
Fut. darjoo/iai, Perf. 8eSdr\xa, 8e8acbq (seit Od.), 8e8dr)/xai 
(h. Merc, usw.), redupl. Aor. in kaus. Bed. SeSae 'lehrte' (Od.), 
3. pi. 8e8aov H., Inf. deddao&ai wohl fur 8e8aeo&ai (jt 316), 
sekundar 8de, £6ae (A. R.), 8a[i]fjaar Si8d£ai H.; Pras. 
diSdoxco, s. d. — Ableitungen: datjficav 'kundig' (ep. ion. seit 
II.) mit 8ar}fioovvTi (A. R. u.a.); privative Zusammenbildung 
d-8arj; (s. d.); 8drjOig (EM); unsicher Adeiqa, s. d. 

Der Stamm 8a- kann auf idg. *dns- zuruckgefuhrt werden, 
wodurch Anschlufl an 8rjvea erreicht wird. Mithin liegt in 
Sarjvai die Schwundstufe von idg. dens- vor, das noeh in aw. 
didainhe 'ich werde unterwiesen' und in mehreren nominalen 
Fonnen, z. B. aind. dasrd- 'wundertatig' erscheint. Aor. 8e-8a-e 
somit aus *de-d%s-e-t. — ■ Vgl. Srjvea, 8i8daxm, 8at<poa>v. 
8oV)p, Akk. -iqa, Vok. 8deq, Gen. pi. Sdeqcov Q 769 (Versanfang) 
und 762 (II.), hellenist. und spat auch Akk. und Dat. sg. 
Saiga, Satqi, Nom. pi. 8eoeg (Lydien), Gen. sg. 8rjqog 
(Bithynien), vgl. unten, 'Bruder des Gatten, Schwager'. — 
Keine Ableitungen (vgl. Adeiqa). 

Altertumliches Verwandtschaftswort, mit den gleichbedeu- 
tenden aind. devdr-, arm. taygr, lit. diever-ls, aksl. dever-b. 
genau ubereinstimmend ; griech. Grundform somit *8aifi}q 
(dazu Saiqi aus *8aifqi und *8aifqcbv fur das metrisch un- 
bequeme daiqiov ? ; weiteres zur Laut- und Stammbildung bei 



8at — SouSaXXco 339 

Sohwyzer 266 und 568). Lat. Uvir ist am Ende nach vir urn- 
geformt, zeigt aufierdem 'sabinisches' I- fur d- und umgangs- 
spraohliehea e fur ae. Auch das hierhergehorige germ. Wort, 
ahd. zeihhur, ags. tacor, das dureh den Guttural abweicht, ist 
von einem anderen Wort (zu lit. Idigonas 'Bruder der Frau' ?) 
beeinflufit. 

Sat f. 'im Kampf isolierter ep. Dat. (auch Hes. Th. 650, A. Th. 
925) eines Wurzelnomens *6avg mit neugebildetem Akk. 
daiv (Kail. Fr. 243). — S. <5t?ft>s und 8atm. 

6ai immer nach Interrogativ xi, nmg 8ai 'was, wieso derm?' 
(a 225, m 299 [beide sehr fraglich]; Kom., E. u.a.; oft falsch 
fiir 66). — Neubildung zu dr) nach vrj : vai. Schwyzer- 
Debrunner 563 m. A. 3, 570. 

5ai8t4AAco nur Prasensstamm 'kunstvoll arbeiten, verzieren' 
(ep. poet, seit II.) mit daldaX/ia 'Kunstwerk' (Theok. u.a.). — 
Daneben SctiStxXov n. 'kunstvolle Arbeit, Zierat' (ep. poet. 
seit II.), Aai&aXog N. eines mythischen Kiinstlers (II. usw.), 
iaiiaXoc, 'kunstfertig, kunstvoll' (A. usw.); auch dmddXeog 
(ep. poet, seit II., vgl. /tag/taiga) : naQ/idqeog usw. bei Schulze 
Kl. Schr. 118 A. 3; nach Leumann [s. u.] metrische Variant* 
zu JioXv-daldaXog 'reich an Zierat, sehr kunstfertig'); er- 
weiternde Umbildung daidaXoeig (Q.S., Nonn., wie namaXoetg). 
— Vereinzelt belegte Denominativa : SaidaXdm (Pi.), 
ScitdaXevofiai (Ph.) mit SatdaXevroia 'gesehickte Arbeiterin' 
(Lyk.). 

Das Verhaltnis zwischen daiddXXco, datdaXog, SaldaXov ist mehr- 
deutig. Leumann Horn. Worter 131ff. ist geneigt, von einem 
Mittelmeerwort daldaXov 'Zierat' auszugehen, woraus einer - 
seits das Denominativum daiddXXco, anderseits das Bahuvrihi- 
kompositum noXv-datSaXog 'reich an Zierat, vielverziert', als 
Beiwort einer Stadt oder eines Volkes als 'sehr kunstfertig' 
umgedeutet; daraus wiederum das Adjektiv SaldaXog 'kunst- 
fertig, verziert, kunstvoll'. — Dem gegeniiber steht eine her- 
kommliche und an sich tadellose indog. Etymologie, nach der 
daiddXXco eine intensive Reduplikationsbildung ist, u. zw. ent- 
weder als Primarbildung (wobei SaldaXov, SaldaXog postverbal 
sein miissen) oder als Denominativum von SaiSaXov, -og; vgl. 
Schwyzer 647 und 725. Aus dem Griechischen werden noch 
hierhergezogen SeXzog und SrjXeo/zai, s. dd. In Betracht 
kommen auch ddXXer xaxovgyel H. und doXcov 'kleines Segel, 
Segelstange' (Plb., D. S., Poll.). S. auch zu doXog. — Aus 
anderen Sprachen kommen zahlreiche Worter der Bedeutung 
'behauen, spalten' hinzu, die von einer Wurzel del- ausgehen, 
aber untereinander eine reiche Variation bieten und fiir die 
nahere Erklarung der griechischen Vertreter recht wenig 

22* 



340 8ai8\Soo€o9«i — Satpcov 

abgeben, z.B. lat. dolare 'behauen, bearbeiten' (deverbative 
Iterativbildung), aind. ddr-dar(%)ti 'zerspalten' (reduplizierte 
athematische Intensivbildung, vgl. 8a.idd.XAa>, s. aber auch zu 
8ega>), dalayati 'apalten', dalati 'bersten', air. delb 'Gestalt, 
Form' (aus *del-ua), mhd. zoll m. 'zylindrisohes Holzetiick 
usw., ZoW, lit. dalis 'Teil, Anted', russ. dolja 'ds.'. — Weiteres 
reiches, z.T. ungesichtetea Material bei WP. 1, 809 ff., W.- 
Hofmann s. 1. dolo. 

SaiSuooca9 i ai • SAxeo&ai H. S. daSvaaofiai. 

8at£fa>, Aor. Satgai, Perf. Ptz. 8e8aCy/ievog 'zerschneiden, durch- 
bohren' (ep. poet, seit II.). — Davon Sa'ixrrjg „Zerteiler" Bei- 
name des Ares (Alk.), auch attributivisch von yoog (A. Th. 
916 [lyr.]); in dieser Verwendung auch Satxrcog (ydftog 
A. Supp. 798 [lyr.]) ; SaXypog (EM) ; als Hinterglied -daturas z. B. 
fiijUodaixrag (B.); daneben xagno-Sawzai (Gortyn); viell. zu 
Saio/iai mit analogischem -a-, das auch in 8e8aia/j.ivov (ebd.), 
Saio&eig (E. in lyr.) vorliegen kann, s. Fraenkel Norn. ag. 

1, 194. — Deverbative Bildung auf -£a> von 8alo/iai (vgl. 
Schwyzer 736), s. d. Nicht mit Schulze Kl. Schr. 370 de- 
nominativ von *8&-fog (Sa-tEO/iai). 

Salpcuv, -ovog m. f. 'gottliche Macht, Geschick, Gott' (seit II.). — 
Zahlreiche Ableitungen. Adjektiva: 1. 8aifi6viog 'zum 8. ge- 
horig, vom Geschick, von Gott gesandt' (seit II.) ; zu 8aifi6vis 
als Anrede s. die Monographic von E. Brunius-Nilsson 
Aaifione. Diss. Uppsala 1955; n. dat/ioviov 'gottliche Macht', 
„Daimonion" (ion. att.); 2. Sai/iovixog 'da.' (Plu.); 3. Saipovta- 
xog 'ds.' (PMag. Osl. 1, 143; nach xvgiaxog u.a.); 4. 8aifiovid>8i]g 
'einem 8. gleich' (Ep. Jac., Prokl. u.a.). — Seltene und spate 
Femininbildungen: dayiovlg (Prokl., Herm.) und Sai/wviooa 
(PMag. Leid. W. 16, 48); vgl. fiaoMg, fiaaifoooa. — Fragliche 
Abstraktbildung Sai/xovJj (Alkm. 69?, A. Eu. 727 T), s. die Lit. 
bei Schwyzer 524. — Denominative Verba: 1. Saifiovdo) 'von 
einem 8. heimgesucht werden, besessen sein' (A., E., X. usw.), 

2. 8aifiovid(o 'da.' (Phld.), 3. 8aifiovr]Ti$- daifiovl&rcu. Kgfjxsg 
H., nach den Krankheitsverba auf -da, -idea und -TjTidco 
(Schwyzer 731 f.); 4. 8aipov%onai 'ds.' (Philem., NT usw.) mit 
datftoviafiog (Vett. Val.), 'vergottert werden' (S. Fr. 173, H.); 
5. Satfiovid^o/iai = 8aifiovidco (Pap.). — Oft als 2. Glied von 
Komposita: 1. Bahuvrihi (fiagv-, 8va-, ed- \nav-, rgia-, vneg-], 
eX&QO-, loo-, xaxo-[rgia-], xoikuo-, oAfiio-, 6fto-, tpiXo-); 2. Sub- 
stantive (dya&o- 'guter Geist', dv&giono- 'vergdttlichter, 
Mensch', dgxi- 'Oberdamon', avxo- 'urbildlicher Damon', 
Pqoto- 'Halbgott' H., 0eo- 'niedre Gottheit', vexv- 'Totengeist', 
vexvo- "Totengotf, nXavo- 'Truggeist', xvgavvo- 'Ubertyrann*, 
<pvya8o- alchemistische Bez. des Quecksilbers) ; dazu komische 



Salofiai 341 

Augenblicksbildungen (jSAejic-, xgovo-, vaxo-, ooqo-, rgvyo-); 
3. Bektionskomposita (a)deiai-. 

Zu dalofiai (s. d.), u. zw. wahrscheinlich im Sinn von' Verteiler, 
Zuteiler' (vgl. v. Wilamowitz Glaube 1, 363) ; vgl. insbesondere 
apers. baga-, aksl. bog* 'Gott' neben aw. baga- 'Anteil, Los', 
aind. bhdga- 'Anteil, Los, Geschick; Zuteiler, Herr', zu bhdjati 
'(zu)teilen'. Nach Porzig IF 41, 169 ff. dagegeneig. „ZerreiBer, 
Fresser (der Leichen)" als urspr. Totengott, was sich indessen 
mit der tatsachlichen Bedeutung von SaCftcov schwer ver- 
einigen laBt. Abzulehnen v. Windekens Le Museon 63, 104 ff. 
(„pelasgisch"). — Ausfuhrlich iiber Salftmv Nilsson Gr. Rel. 2 
l,216£f. tJber die Bedeutungsentwicklung in neuerer Zeit 
('Damon' usw.) s. auoh Chantraine Aspects du vocabulaire 
grec et de sa survivance en francais. Paris 1954 (Institut de 
France 1954: 19). 

SaCopai '(ver)teilen' (Od., Pi.), 8atvu{u, Aor. daiaai, Fut. Sataco 
*'ver-, *austeilen', 'bewirten', Med. 'schmausen' (poet, seitll., 
auch Hdt.) im Saio/iai (8gxov h. Merc. 383). — Mehrere 
Verbalabstrakta : 1. daCg, -rog f. 'Portion, Speise, Mahlzeit' 
(vorw. poet, seit II.), Kompp. afigo-, 6fi6-; 2. datrrj 'Mahlzeit' 
(poet, seit II.); 3. dairvg, -Hog f. 'ds.' (X 496; nach iSrfitig u.a., 
Porzig Satzinhalte 340, Chantraine Gramm. hom. 1, 96) mit 
dairvficbv, -ovog m. 'Gast' (seit Od. ; zur Bildung Chantraine 
Formation 173); erweitert dairvftovevg (Nonn., vgl. fjyeitmv: 
-ovsvg); 4. daimg 'Verteilung (des Eigentums)' (Gortyn) mit 
daiadvr] = nxiaavr\ (EM; vgl. ddoig in ahnlicher Bedeutung), 
dafoifiov (-iov EM)- idcodt/iov H. ; 5. daiSfuig 'Verteilung, ver- 
teiltes Land' (Inschr.) ; Versuch einer semantischen Differen- 
zierung der Nomina actionis bei Benveniste Noma d'agent 
66 f. — Nomen loci: SaiTrjgcov (EM). — Nomina agentis: 
Sangog 'Zerleger, Vorschneider' (poet, seit Od.) mit Scurgoavvai 
pi. 'die Kunste des Vorschneiders' (n 253, Versende; vgl. 
Porzig Satzinhalte 226); denominativ dangevm 'zerlegen, vor- 
schneiden' (ep. seit II.) mit dacrgsla (Hdn.); Aalzwg als EN 
(& 275), owdaixcog 'conviva' (A. in lyr.); — daneben dcurgov 
'Anteil, Portion' (A 262; vgl. Chantraine 331); — SalrT/g als 
Priestertitel (E. Fr. 472, 12), als Hinterglied in hayo-dahag 
(A. in lyr.) usw., s. Fraenkel Nom. ag. 1, 193f. — Fur sich 
stent dairaXsvg 'Schmauser* (A., Ar. u.a.), zunachst von einem 
A- Nomen ebenso wie 8aiTa?.do[iai 'schmausen' und SairaXovgyla 
(Lyk.); weitere Vermutungen bei BoBhardt Die Nomina auf 
-evg 36. — Eine Erweiterung von Saiopcu ist 6at£a>. Zu dalficov 
s. bes. 

Zu Saiofiai (mit analogisch bewahrtem -i-) stimmt aind. 
ddyate 'zerteilen, Teil haben, zerstoren*. Neben dieser di- 



342 84'ios— 8<xlw 

phthongischen Form stehen aber monophthongisohe mit a- 
bzw. t-Vokal, z.B. dd-ti 'abschneiden', di-ti- 'das Verteilen'; 
auBerdem noch das vokallose d-yd-ti 'abtrennen, teilen'. Alle 
diese Formen konnen nur vereinigt werden unter Annahme 
einer ursprunglich langdiphthongischen Wurzel dai-, die 
einerseits da-, anderseits im Ablaut dai- (<foi-) und di-, letzten 
Endes sogar d(d)- (zunachst aus da- abgeschwacht) ergeben 
hatte. — Hierher auch drjfiog (dor. ddfiog), s. d. ; aus dem 
Germanischen und dem Armenischen noch einige Worter fur 
'Zeit', wie ags. tlma, anord. time 'Stunde, time', urg. *ti-man-, 
idg. *dl-mon- (vgl. 6al-fia>v), ahd. zlt, anord. tid 'Zeit', wahr- 
soheinlich = arm. ti 'Alter, Zeit', idg. *dl-t(i)- (vgl. dai-r- 
in Saig). — S. noch dario/im und ddnrco. 

H'ioq s. drji'ag. 

Scctcppcov 'kundigen Sinnes, kundig, erfahren', duroh sekundare 
Ankniipfung an Sat 'im Kampf (s. d.) auch 'tapfer' (ep. seit 
II.). — Kompositum mit q>grjv (s. d. ; vgl. a-tpQwv usw.); das 
Vorderglied aus dao-i- zu aind. das-rd- 'wundertatig' (s. 
Adeiqa) mit demselben Wechsel von idg. i und ro wie z.B. 
in xvdc-dveiga und xvdqog (Schwyzer 447 m. weiterer Lit.). — 
tTber das Wortspiel dfi<p' DoWjjfi:' datcpgovi daiezai tfroQ (a 48) 
s. Risch Eumusia. Festg. f. E. Howald (Zurich 1947) 88. 

SaUri 'anziinden', intr. Perf. didrja 'lodern, brennen', Ptz. 
dedav/ievog, Aor. Safjvai, ixbafifl ( = -ffj) ' ixxavfrfj. Adxmveg H. 
(poet, seit II.). Kompp. dva- (A., Ar.) xara- (H.). — Viele Ab- 
leitungen. 1. ddog n. (aus *ddfog) 'Fackel' (Horn., Q. S.) mit 
Sdvog aus *SafEO-v6g 'zur Fackel geeignet, trocken' (o 322, 
At. Pax 1134 [lyr.]). 2. date; m. 'Feuerbrand' (poet, seit II.) 
aus SdFeXAg ( = dafte&og- dahog. Adxwveg H.), SaeXog (Sophr.); 
ddfog : dafek-og wie viyog : ve<piA-r); daneben davXov fjfiC<pkex- 
rov £vAov H. Deminutiv SdXlov (Ar.) ; ddXog auch = fieXdvovgog 
iX&vg H. (nach den Leuchtorganen, Stromberg Fischnamen 
55 f., oder wegen des schwarzen Schwanzes?), metaphorisch 
'ausgebrannter = alter Mann' (AP), mit hypokoristischer 
Gemination 8al\d>' f) dnonXrixrog. oi Se ti)v eI-ojqov nag&ivov 
fj yvvalxa TZQEa^vreQav . . . H. 3. datg (aus *8aflg), -Idog, att. 
ddg, 8q86g (vgl. unten) f. 'Fackel' (seit II.), wovon das Deminu- 
tivum dqdiov (Ar., Hp. usw.), dqdlg 'Fackelfest' (Luk.), 
dddivog 'zur Fackel gehorig, aus Kienholz' (Gal., Aet.), 
8a8('o8r\g 'harzig' (Thphr., Plut.) zu Sag 'Harz(uberfulle)' als 
N. einer Pflanzenkrankheit (Thphr.); ebenso dqdoofiai 'von 
Harziiberfulle befallen werden' mit dqdcoaig (Thphr.), s. 
Stromberg Theophrastea 167. 4. davaxeg- -tfo/j,d?.a>neg H., vgl. 
Bechtel Dial. 1, 118, Groselj Ziva Ant. 2, 206. 5. daegov 
fie?.av. xai to xaidfisvov H., vielleicht auch Emp. 90 fur daXegog. 



Sdxvco 343 

6. SarjQov Ssg/iov, xav/iaTrjQov, Xa/ingov, ngoipaveg H. 7. Sar]9/iov 
£fi7iQt]<jfiov H., zur Bildung vgl. Chantraine Formation 137f.; 
Latte mit VoB dafiir Sai&uov. 8. davxog- 6 tigaotig. xai (lozdvrj 
Ttg Kgtjitxrj H., s. s.v. 9. Hierher wahrscheinlich auch in 
iibertragener Bed. dot 'im Kampf ' aus *Saf-l, Lok. von einem 
Wurzelnomen *davg (Schwyzer 578). — Zu erwahnen auch 
das Kompositum &£om-Saeg (nvg, M 177 usw.) 'gottlich 
flammend', eher zum Aor. Sarjvai als zu Sdog. 

Wie u.a. aus Sedavfihog hervorgeht, steht Salco ale Jot- 
prasens fur *Saf-iia; auf das daraus durch Metathese (wie in 
kor. Aidalfcov) entstandene *Salf<o muB att. Sag (Sdig aus 
*Saif-ig) zuriiekgehen. Das Perfekt SeSrja aus *ds-Saf-a ent- 
sprioht bis auf den Reduplikationsvokal aind. du-dav-a 
(Gramm.), wozu mit regelmafiiger Sohwundstufe das Prasens 
du-no-ti 'brennen, qualen'. Weitere aind. Formen bei WP. 

1, 767, Pok. 179f. Die Sippe hat zahlreiche Vertreter im 
Keltisehen, z.B. air. doim 'sengen, brennen'; aus dem 
Germanischen gehort hierher das schwundstufige sfc-Prasens 
ahd. zuscen 'brennen'. Weitere Verwandte s. Siirj; auch drji'og. 

Sdxvto (ion. att.), Aor. Saxeiv (seit II.), Srjiiai (Luk.); Fut. 
Sd£o/j,ai (Hp.), drj£o/Acu (E.); Perf. SeSr^/tai (Ar.), SeSay/ievog 
(Pi.), didrjxa (Babr.), dedaxa (AP); Aor. Pass, Srjy&fjvai (S.), 
Saxrjvai (Aret.); Verbaladj. a-Sr/xrog (Hes., Hp. usw.) 'beiBen', 
auch 'stechen' (von Insekten), 'verletzen', Kompp. dfiqii-, 
ova-, &VTI-, dno-, 8ia-, iv-, im-, Kara-, aw-, vtieq-, vno-. — 
Mehrere Ableitungen. 1. Von Sax- in Saxeiv usw.: Sdxog n. 
'BiB, Stich', oft konkret 'beiBendes Tier' (Pi., A., B. usw.) = 
Saxerov (Ar., Thphr. usw., vgl. igjiezov u.a.), Sayfiog 'BiB, 
Stich' (Ruf.), Sdy/na 'ds.' (Nik.), Sdxia' rd aygia dgvi&dgia H. ; 
— ddf = d<5df (Opp.) mit 8a£-aa/i6g = dday/uog (Ti. Lokr. ; 
nach fiagaofiog usw., vgl. Chantraine Formation 141 f.). 

2. Von 8tjx- in Srj^ofiai usw. : drjy/ia 'Bifl, Stich' (A., S., X. usw.), 
dr)y(iog 'ds.' (Hp., Thphr. usw.), Sfj^tg 'ds.' (Hp., Arist. usw.); 
Sijxzrjg 'BeiBer, beiSend' (E. Fr. 555, Plu., AP) mit Sr)xnjgiog 
'ds.' (E.) und Sijxzixog (Arist. usw.); SrjS, Srjxog 'Holzwurm' 
(Tz.) nach aiprj^ usw. 3. Vom Prasens: SaxvmSrjg 'beiBend, 
stechend' (Hp., Gal.), Saxvrjgog 'ds.' (Phld. u.a. nach odvvrjgog 
usw.), Saxvlg- dgveov eldog H., Saxvdg 'BeiBer' (Phryn.). — 
Expressive Erweiterungen : Saxvd£a> (A. Pers. 171, AP), 
dayxdvia (Hdn. usw.). 

Der Aorist Saxeiv ist mit dem aind. Prasens ddiati 'er beiBt* 
formal identisch ; das Perf. daddmda ( = gr. *SiSoyxa) ebenso 
wie viele Nomina, z.B. ddmia- 'BiB, Bremse' erweisen, daB 
a als Sehwundstufe einer Nasalwurzel denk- fungiert. Mithin 
ist St]x- in dtjljofiai usw. als sekundare Hochstufe zu Saxeiv 



344 S&xpu — SdxTuXo? 

nach Muster von Xr\yo)iai : Xafietv anzusehen. — Auch das 
Germanische hat mehrere Nomina bewahrt, z.B. ahd. zangar 
'beifiend, seharf , zanga, anord. tgng 'Zange'; bierhernochalb. 
dane 'Zange' aus *donk-nd (vgl. Mann Lang. 28, 40). 

Sdxpu n. (poet, seit II., auch Peripl. M. Ritbr. 30 = 'Harz', vgl. 
s. ftgadv), Dat. pi. ddxqvoi (auch Prosa), Sdxgvov n. (seit II., 
aus ddxQva neugebildet, Debrunner Melanges Pedersen 202ff.) 
'Trane, Harz'. — Kompp. nagd- Saxgv Pflanzenname (Ps.-Dsk.) 
und viele Bahuvrihi auf -SaxQvg. — Ableitungen. Deminu- 
tivum SaxgvSwv als Pflanzenname (Ps.-Dsk., Alex. Trail.); — 
daxQv-oeiQ 'triinenreich' (poet, seit II., vgl. Risch Mus. Helv. 
3, 255f.), daxQvcbdrjs 'tranend, nassend' (von Wunden, Hp., 
Thphr. usw.); denominatives Verb daxQvco '(be)weinen' (seit 
II.) mit &6xQv/j,a 'was beweint wird' (Orac. ap. Hdt. 7, 169), 
'Trane* (A., E.); hell. *ddxQv/ta zu lat. dacruma, lacrlma, s. 
zuletzt Leumann Sprache 1, 206. 

Altes Wort fur 'Trane', das auch im Armenischen, Germa- 
nischen und Keltischen erhalten ist: arm. artasu-k' pi. (aus 
*draJeu-, vgl. unten), sg. artawsr (aus *drahu-r); germ., z.B. 
ahd. zahar, nhd. Zahre (urspr. pi.), got. tagr (mit grammat. 
Wechsel); kelt., z.B. abret. door, air. der, idg. *dakr(o)-. — 
Daneben ahd. trahan, nhd. Trane aus urg. Hrahnu-, idg. 
*draknu- mit demselben Anlaut wie im Armen. ; vielleicht ist 
von idg. *drakru- auszugehon, woraus dureh Dissimilation 
die versehiedenen Formen entstanden sein konnten. — Ein 
bis auf den Anlaut zu ddxgv usw. stimmendes Wort bieten 
die ostlichen Sprachen: aind. dJru-, aw. asru-, bait., z.B. lit. 
aiard, toch.A akar, vgl. Porzig Gliederung 185 und 202. Eine 
befriedigende Erklarung ist noch nicht gefunden; vielleicht 
liegt alte Kreuzung mit einem anderen Wort vor. Bemerkens- 
wert ist heth. iShalyru- n. 'Tranen(strom), Weinen', im Aus- 
laut iibereinstimmend, aber sonst ganz abweichend; eine Ver- 
mutung dariiber bei Sturtevant Comp.gr. 1 143, s. auch 
Kronasser Vgl. Laut- und Formenlehre des Heth. 87. — 
Altere Lit. bei WP. 1, 769, Bq, s.v.; auflerdem W.-Hofmann 
s. lacrima, wo auch allerhand glottogonische Spekulationen 
besprochen werden; dazu noch Sapir Lang. 15, 180 ff. (eben- 
falls glottogoniseh). 

1. 8AXTUX05 m. 'Finger' (auch als MaB usw.), 'FuBzehe' (ion. 
att.); 2. Glied in vielen besitzanzeigenden Kompp. — Ab- 
leitungen. Seltene Deminutiva: SaxrvMdiov (Ar.), daxrvXCoxog 
(Lebadeia), daxrvXig (Steph. Med., Plin.); — SaxrvXtog m. 
(-ov n.) '(Finger)ring' (Sapph., Hdt., Ar. usw.) mit dem 
Deminutivum daxzvMSiov (Delos in*, Pap. u.a.), auch 
daxrvMdgiov, -idgvov (Pap., aus -vdgiov [Chantraine Formation 



SdxxuXoi; — S&jxap 345 

72 f.] dissimiliert bzw. umgestellt), daxTvfay&Qov (Them.; zur 
Bildung Chantraine 373), daxTvArjftga 'Fingerhandsehuh* (X. 
usw., Chantraine ebd.); — SaxrvAirig Pflanzenname (Dsk. ; 
nach der fingerdicken Wurzel, Stromberg Pfianzennamen 37, 
Bedard Les noms grees en -rtjg 70), Saxrvfetfg N. eines Meer- 
fisches (Ath.; nach der GroBe, Bofihardt Die Nomina auf 
-svg 84f.). — Adjektiva: daJtTvA.-ia.Zog 'fingerbreit' (Hp., 
Arist. usw.), daxrvfaxog 'zum Finger gehorig, daktyliscb.' 
(Ath., Longin. usw.), SaxrvXarrog 'mit Fingern versehen' (Ion. 
Trag., Didym. ap. Ath.). — Denominatives Verb daxrvM£<o 
'mit dem Finger zeigen usw.' (H., Eust.) mit daxrvXiOTr/g 
(Pap.) Berufsbezeichnung unklarer Bedeutung, vgl. Preisigke 
Worterbuch s.v. 

Keine iiberzeugende Etymologie. Boot. SaxxvXiog (Tanagra), 
dessen -xx- sich schwer aus -xr- erklaren laBt, legt eine 
Grundform *8dxxvAog nahe; der dadurch gewonnene leidliche 
AnschluB an ahd. zinko 'Zinke' ist jedoeh semantisoh wenig 
befriedigend. Bei einer ursprunglichen Lautfolge Sax-rv- 
kommt auch Verwandtschaft mit got. tekan 'beruhren', 
anord. tdka 'nehmen' in Betracht. Weitere Hypothesen bei 
W.-Hofmann s. digitus, wo auch reiche Lit. 

2. 6dxTuXo<; 'Dattel' (Arist. usw.). — Kaum mit 1. identisch, 
sondern eher aus einem semitischen LW (arab. daqal usw.) 
wegen der Ahnlichkeit zwischen dem Dattelpalmblatt und 
den ausgespreizten Fingern volksetymologisch umgebildet; 
vgl. Lewy Fremdw. 20 f. 

S5X6? s. Saim. 

Sa(i&£<i> s. ddfivrjfii. 

8a|x&XT)£, -ov m. 'Bezwinger, Zahmer' (von Eros, Anakr.), 
'junger (noch zu zahmender) Stier* (Arist., AP); f. Mfiafag 
(A. usw.), dapidlri (E., Theok. usw.) 'junge Kuh', Deminu- 
tivum Sa/idAiov (Pap.) ; Sd/taAog 'Kalb' ? (Hdn.) ; — denomina- 
tiv Sa/j.aXCC<o 'bezwingen, zahmen' (Pi., E.). — Uber Adfiafag 
als EN Schmid Philol. 95, 118 A. 123. 

Von ddfivtjui, da/idaai (s. d.); zur Bildung Chantraine 
Formation 236f. Direkte Beziehung zu air. dam 'Ochse' (aus 
*damo8) und anderen keltisehen Wortern ist nicht glaubhaft. 
Vgl. noch W.-Hofmann s. damma 'Gemse, Rehkalb usw.'. 

Sdjjuxp, -aQzog f. 'Gattin, Ehefrau' (poet, seit H. ; zur Bed. 
Gernet Melanges Boisacq 1 , 393 ff. ) ; ddfiogrig • ywr\ H. (aol. ). — 
Ohne Ableitung. 

Nicht sicher erklart. Nach Schulze KZ 28, 281 f. (= Kl. 
Schr. 364) eine Zusammenbildung des Wortes fur 'Haus' (s. 
ddnedov, deaTvirrfg und 66(iog) und der Wz. dp- in aQaglaxai 
usw. mittels eines Dentalsuffixes ; daraus Sd/ioQ-r-ig mit einem 



346 Sau.vr)(u 

verdeutlichenden e-Suffix (Schwyzer 451 m. A. 3). — ■ Andere 
sehen in ddfiag ein altes Neutrum auf -q (vgl. nhd. Frauen- 
zimmer); s. zuletzt Benveniste Origines 30, Lejeune Traits de 
phon. 34 A. 3 (altere Lit. bei Bq). 

Sd|AV7)fu, 3. sg. auch dafivq. (viell. fur aol. ddfivd, Schwyzer 694), 
Aor. dafido(o) at, intr. da/iijvai, Perf. 5id[irjfiai (alles poet, seit 
II.); zu 8a/nda(a)ai neugebildetes Prasens dafid£co (A. usw.), 
Fut. da/idaaw, 3. sg. da/ig. (II.), Aor. Pass. 8a/j,a-a-&fjvai (II. 
usw.), auch (nach Sid/irjfiat, usw.) 6[irj&fjvai (II. usw.) 'bezahmen, 
bandigen, bewaltigen', bes. von Pferden. Komp. vno-. — 
Ableitungen: 8/ii]ttjq ("ainrav) 'Bandiger' (h. Horn,., Alkm.), f. 
dfirJTEtga (II.), d/tfjaig (Innwv) 'Bandigung' (II.); d-dfirjg, -rog 
f. m. 'ungebandigt, unverheiratet' (seit Od.), auch a-dnrj-rog 
'ds.' (seit II.), daneben d-ddfia-a-rog (II. usw.), d-dd/ia-rog 
(Trag.), 8/idTEa (dor.), da/iaarea H. ; zu dddfiag s. bes. — 
Vereinzelt belegte Simplicia der Wurzelformen da/ia- und, 
mit AnschluB an 8d/ivt]/j.i, dafiv-: Aapalog 'Rossebandiger', 
Beiwort des Poseidon (Pi.), dafidreiga (AP), nav-dafidTrng 
'Allbandiger' (poet, seit II.), spates f. navda/idxeiQa ; ddfiaatg 
und dafiaanxog (Sch.), dafidorr/g ([Epich.] 301 [?], Gloss.); 
da/tvfjng' 8a/id^ovaa, xifirnQog; dd/ivog- htnog. TvQQtjvoC H. ; als 
Vorderglied in ddnv-innog (Orph.) usw. — ■ da/xaowviov und 
Sa/nvaftevr) Pflanzennamen (Dsk., Ps.-Dsk. ; als Liebesmittel, 
Stromberg Pflanzennamen 92). — Zu Sa/idfyg s. bes. Kaum 
hierher Sfubg, s. d. 

Das Prasens dd/ivr)/j,i, aol. dd/iva/ii hat eine genaue Ent- 
sprechung in air. damnaim 'festbinden, (Pferde) bandigen' 
und geht wie dies auf eine zweisilbige Wurzel zuriiek, die in 
Safid-aat zutage tritt; daneben die einsilbige langvokalisehe 
Form in Sfi7]-&fjvai (dor. d/m-). Die Sippe hat zahlreiche Ver- 
treter, besonders im Altindischen, Lateinischen, Germanischen 
und Keltischen (in Betracht kommt noch heth. damaS-zi 'et 
driickt, bedrangt' mit s-Erweiterung [Kronasser Vgl. Laut- 
u. Formenlehre 175] ), aber die verschiedenen Worter stimmen 
nur selten zueinander. Zu bemerken indessen nav-dafiaTioQ 
= lat. domitor, aind. damitdr-; es kann sich jedoch dabei urn 
unabhangige Parallelbildungen handeln. Dazu als Hinterglied 
in Zusammenbildungen l7ino-]8a/iog (seit II.) = aind. arim-] 
dama- 'den Feind bewaltigend' ; fraglicher dagegen (a-)dfitj- 
rog : aind. dantd- (sicher Neubildung lat. domitus). — Die 
alten Prasentia lat. domare = aind. damaydti bzw. ahd. 
zamon (hierher viell. heth. damaS-zi s. o.) und got. ga-tamjan, 
nhd. zahmen = aind. damdyati sind im Griechischen nicht' 
vertreten. — Urspriingliehe Verwandtschaft mit dem alten 
Worte fiir 'Haus' (s. dofiog und 8ea7t6rr]g) ist moglich. 



Sav&xrj — SdrceSov 347 

Sav&xT] f. Ben. einer kleinen persisehen Mtinze, wenig iiber einen 
Obol; iteyero 6e %al 6 roig vexgoig dido/xsvog ofioAog H. (Kail., 
Poll., EM). Aus dem Persisehen, vgl. npers. dana(k) 'das 
Viertel einer dram (Drachme)', eig. 'kleines Korn\ Weiteres 
bei WP. 1, 831, Horn Neupers. Etymologie No 535f. 

Actvotol m. pi. 'Danaer', griechischer Stammesname (Argos), 
von Homer als Gesamtname fiir die Grieehen gebraucht. Naeh 
einer alten tTberlieferung hatten die Danaer ihren Namen 
von dem aus Agypten stammenden Konig Danaos bezogen. ■ — 
Kretschmer Glotta 24, 15ff. sieht in den Danaern die Leute 
des Skythenkonigs Tanaus, die im 15. Jahrh. aueh naeh Argos 
gekommen und dort mit den Grieehen verschmolzen waren. 
Hierher naeh Kretschmer auch die FluBnamen Tanais und 
Donau, ebenso der indoiranische Volksname Ddnu- und das 
davon abgeleitete aind. Danavd-, im RV usw. Bez. gotter- 
feindlicher Damonen. 

8Av8t)?, -r\xog m. Ben. eines groBen Hundes (Ps.-Kallisth. 2, 33 
cod. B). — Herkunft unbekannt. 

8dvo? n. 'Gabe' (Euph. 42), 'Darlehen, SchukT (Kail. Epigr. 
48). — Ableitung 8<xveiov n. 'Darlehen' (D., Arist. usw.) mit 
Saveiaxog (Cod. Just.) und dem Denominativum Savst^ca, 
-ofim 'ausleihen, borgen' (att., vgl. Schwyzer 735 A. 6; hell, 
auch daviCm), wovon ddvEio/ta 'Darlehen' (Th., D. usw.), 
Saveiofiog 'Darlehen, Borgen' (att., Arist. usw.) und davEiaTijg 
'Wucherer, Glaubiger' (LXX, NT, Ph. usw.) mit davstotixog 
(Thphr., Pap., Plu. usw.). — Eine parallele Form ist Sdvag- 
jiEQldag. Kaffvarioi H. ; vgl. dazu Schwyzer 488. 

Im Ausgang zu den sinnverwandten atpsvog, xrfjvog usw. 
stimmend, kann ddvog ein suffinales v enthalten und die 
Schwundstufe des in Swqov : lat. donum, enthaltenen r : n- 
Stammes reprasentieren (vgl. Curtius Grundz. 237). Anders 
Fiek 1, 238 und 451 Brugmann Grundr. 2 2 : 1, 256: zu dazeofiai 
(s. d.); vgl. bes. aind. dind- 'geteilt' angebl. = *davog. 

84? mit 6a£aofiog s. ddnvm. 
S6.oq s. dalco. 
8andvT) s. ddmo). 

SdncSov n. 'Fuflboden, Erdboden' (vorw. poet, seit Od.), da- 
neben t^dnEdov (Xenoph., Paros). — Ohne Ableitungen. 

Eigentlich ,,Hausboden", alte Zusammensetzung von der 
Schwundstufe des in $Ea-naTr\g und d6fi-og (s. auch ddfiag) 
vorliegenden Wurzelnomens und nidov. Eine nur im Stamm- 
auslaut abweichende Entsprechung scheint im Nordgerma- 
nischen erhalten zu sein: awno. topt, (a)schwed. tomt 'Bau- 
platz' (Bugge PBBeitr. 21, 42), die auf urg. *tum-feti- (= *da- 



348 Sdm; — Sap&xai 

jieSi-) zuriiekgefuhrt werden konnen. Dasselbe Vorderglied 
liegt wahrscheinlich auch in lit. dim-stis 'Hof, Gut, Hofraum' 
vor (Fraenkel Lit. et. Wb. s. v. mit Lit.). — Die Form £cbtedov 
muB umgekehrte Schreibung sein nach dem Wechsel fa- : 8a- 
als Intensivprafix (Solmsen RhM 60, 500, Schwyzer 330) ; vgl. 
£axoQog. 

8dm;, -idog f. 'Teppich, Decke' mit dem Deminutiv danidiov 
(Kom.). — Wahrscheirilioh mit Guntert Reimwortbildungen 
151 volksetymologische Umbildung von rd-mg, xdnr\g (s. d.) 
nach ddnedov. 

S&ntb), Aor. ddyiai 'zerreifien, zerfleisehen, verzehren' (poet, 
seit II.) . Kompp. ano-, 8ia-, xa-za-, davon xaxaSandvt) und 
xaxadanavdm (Hdt., X.). — Vom Verbalstamm: Scmdvr) 
'Aufwanft, Kosten' (ion. att. seit Hes. Op. 723; vgl. oxdnxm : 
axamxvTi) mit mehreren Ableitungen: dandvvXXa (Kerk. ; 
kiinstliches Deminutivum, vgl. Leumann Glotta 32, 219 A. 3) ; 
8anavr)Q6g 'verschwenderisch' (PL, X. usw.) mit danavrjQia 
Arist.); denominativ danavdm 'aufwenden, verzehren' (Hdt., 
att.) mit dcmdvrjfia (X., Arist. usw.), dajidvt]Oig (Aristeas) und 
danavtjxixog "verzehrend' (S. E. u.a.); 8anavr\xr\g nur EM; 
postverbal ddnavog = 8<mavr)Q6g (Th. 5, 103 ; Plu.) ; vereinzelt 
danavov/ieva (Andania I a ) wie von danavoa) oder -ico. — Vom 
Prasensstamm das vereinzelt belegte dcbixqg 'Zerreifier' (Lyk.), 
falls nicht vielmehr 8dn-rr]g; vom Aoriststamm 8ay>- mit X- 
Suffix daip-iAtfg 'iippig, reichlich, freigebig' (ion., Arist., hell.; 
SatpMg Emp., wohl alter, Solmsen IF 31, 461ff.) mit datplXeia 
(Arist., Plb. usw.) und SayiXevofiai (LXX, Ph. u.a.); zur Bil- 
dung vgl. die Lit. bei WP. 1, 764; zur Bedeutung A.Wilhelm 
Glotta 25, 269 ff. — Zu dagdamxco s. bes. 

Das als Grundlage von ddn-xto anzusetzende dan- ist als 
Wurzelnomen in lat. daps '(Opfer)mahl' tatsachlich vorhanden, 
ebenso im tochar. Prateritum tap- 'essen' (Fraenkel IF 50, 7) ; 
das jj-Suffix in Sandvt] hat em nahes Gegenstiick in lat. dam- 
num 'Aufwand, Verlust' und awno. tafn 'Opfertier, Opfer- 
mahl', beide aus idg. *dap-no-m, ebenso wie in arm. taum 
'Fest' (aus *dap-ni-). Auch aind. dapayati c teilen' konnte ur- 
verwandt sein, ist aber formal nicht eindeutig, von der ab- 
weichenden Bedeutung zu schweigen; zu den ubrigen, sehr 
fraglichen Kombinationen s. WP. 1, 765 f. — Bei Abtrennung 
von -n- kann natiirlich weitere Anknupfung an Sa-xiofiai 
(s. d.) erwogen werden. — Lat. dapino ist LW aus Sanavdca. 

Sap&TCU f. pi. Ben. von Kuchen, die bei EheschlieBung von 
. einer Phratrie dargeboten wurden (Delphi V — TV*); dagaxog 
m. Ben. eines thessalischen Brotes (Seleuk. ap. Ath. 3, 114b, 
Nik.); daqarov n. (Koropa VI — V»; nicht ganz sicher). 



8dpSa — 8ap9-dvco 349 

Der Vergleich mit aind. durvd Art Hirsengras, mndl. tarwe 
'Weizen', engl. tare 'Unkraut, Lolch' (zuletzt Specht KZ 66, 
18ff.; altere Lit. bei WP. 1, 803) oder gar mit lit. dirva 
'Acker, Feld, Flur' usw. (vgl. Fraenkel Lit. et. Wb. s.v.) ist 
in jeder Beziehung zweifelhaft. — Vgl. dgdfitg. 

8&p6or nehooa H. — Wahrseheinlich lautnachahmende Re- 
duplikationsbildung mit lautliehem Anklang an aind. dardurd- 
'Frosch, Flote usw.', lit. dardeti 'klappern, rasseln, schwatzen', 
air. dardaim 'brullen (vom Hirsch)' usw. ; weitere Formen und 
Lit. bei WP. 1, 795, Pok. 203f., Fraenkel Lit. et. Wb. 83. 
Andere Kombinationen bei Belardi Doxa 3, 202 (AdgSavoi 
usw.). 

SapSalvei* fioXvvei, dveddodave- dvefioXwe H. — Nach Specht 
KZ 66, 203 f. als Sag-d-cuva), -dvco (vgl. dXdaiva), -dvcu) zu einem 
Wort fiir 'Kot', das auch in ags. tord n. 'Kot', awno. tordyfill 
'Mistkafer', ebenso wie in lett. dirst 'cacare', lit. dirse 'Hintern, 
Hinterteil' vorliegt. Auszugehen ist von idg. der- 'sebinden, 
abspalten' (s. dsQco); daodalvto somit eig. 'abscheiden', ags. 
tord (aus idg. *dr-tom) 'Abscheidung'. Nach Fick KZ 44, 339 
hierher noch der illyrische Volksname Aagdaveis eig. „Schmutz- 
flnken" ; das Wort konnte somit auch illyr.-makedonisch sein, 
wodurch sich auch andere Anknupfungen bieten, s. Fraenkel 
Lit. et. Wb. s. dirse, WP. 1, 861. 

SapSfomo 'zerreiBen, verprassen' (Horn., Hp., Ar., Luk.) nur 
im Prasensstamm bis auf daoSdxpxi (Opp.), dagdaipaf gfj^at 
OTiaqdiai, SeddgSaq/e- xaTafiefigcoxe H. — Intensive Redupli 
kationsbildung, u. zw. entweder zu ddnxoi mit schwer erklar 
barem g oder, semantisch weniger ansprechend, aus *8 
ddgnrm bzw. *8ag-8gd7irm zu Sginm. — Lit. bei Bq s.v., WP, 
1, 764, Schwyzer 647. 

Aapcixd; (oraTtfg) m. N. eiaer persischen Goldmiinze (Hdt., 
Th., Ar. usw.), auch Aagixdg (Herod.) und -t^d? (Sparta), vgl. 
Schwyzer 196 A. 2 m. Lit. — Von den Griechen jedenfalls als 
„Dareiosmunze" (vgl. louisd'or), nach dem Bild des Konigs, 
verstanden. Wahrseheinlich wurde auch die Miinze von den 
Griechen nach dem Konig benannt. Abweichend betraehtet 
Horn Neupers. Etymologie Nr. 654 Aageixos als eine volks- 
etymologische Zurechtlegung von *daglx6g = babyl. da-ri-ku 
(Bed. unsicher) aus apers. *dari- = aw. zairi- 'gelb' (vgl. s. 
xXmodi); dagegen Schwyzer IF 49, lOff. 

SapMvo) als Simplex im Prasens nur Hierokl. in GA, Aor. 
edga&ov v 143; sonst meist xaxa-daQ&avoi (seit PI., vgl. 
Schwyzer- Debrunner 476), auch eyxaza-, imxara-, avynara-, 
ferner noch dno- und naga-, Aor. -dga&elv (Od.), -dag&Etv, Perf. 
-deddgdrjxa (att.), spater Aor. -dao&ijvai (vgl. Schwyzer 759 



350 S&p/e/ip — SaemAyfr 1 ? 

A. 3) 'einschlafen'. Vorwiegend und urspriinglich nui im Aorist 
gebraucht (Pras. [xaft-Jevdm). — Keine Ableitungen. 

Die allgemeine Ahnlichkeit mit aind. drd-ti c schlafen\ lat. 
dormio 'ds.% aruss. ksl. dremati 'schlummern' ist nicht zu ver- 
kennen; das & kann ohne Zweifel ein sekundares Formans 
sein, vgl. Benveniste Origines 191, Chantraine Gramm. horn. 
1, 329. Uber Versuche, die verschiedenen Formen miteinander 
in Einklang zu bringen, s. die Lit. bei WP. 1, 821. Weitere 
Lit. bei W.-Hofmann s. dormio, Vasmer Russ. et. Wb. s. 
dremdtb. 
SApfeJip' to 6.716 rov fieydtov daxrvlov etil tov /uxqov Sidarrjfia. 
ddQiv a7it l d t a/j.T)v. Aoxddeg. H. S. 2. dcbgov. 

bapxa (v. I. ddxaq) Art aaala (Dsk. 1, 13). Daneben ddgxavog 
= eov&Qodavov (Ps.-Dsk. 3, 143); zur Bildung vgl. axavog, 
@d<pavoq usw. (Stromberg Pflanzennamen 144). — Unerkl&rte 
Fremdwcirter. 

6dpx£^* dea/iai H. S. dgdooo/tai. 

Sapnt]- aaoyavr], xocpivoQ H. 'Korb'. — Nach Giintert IF 45, 
347 Kreuzung von xdon-r] (s. d.) und *ddq<fr\ — aind. darbhd- 
'Grasbuschel, Gras' usw. (WP. 1, 808, Pok. 211f.); nach 
Bechtel Dial. 2, 289 kann d- fur t- ,,der vulgaren Sprech- 
weise" zugeschrieben werden. 

8<^5, dados s. &aia>. 

S&axiXXo; m. N. eines unbekannten Fisches (Arist. HA 591 a 
14: rionerat raj /Jog/Jo'ga) xal xojiqu)). — Scheint der Form 
nach ein geminierter Kosename zu sein (Schwyzer 485). Wood 
AmJPh 48, 303 erklart es aus dd-oxiog 'schattenreich' (s. 
da-); iiber Fischnamen, die von axid abgeleitet sind, z.B. 
axlaiva (nach der dunklen Farbe), s. Stromberg Fisch- 
namen 27. 

SaarcXfJTis f. (o 234, Theok.); auch daanXijg, -fjzog f. (Simon., 
Euph., Nonn. ; -fjze als m. du. Nik.), daanlrjxrjg m. (An. Ox.). 
Beiwort der Erinyen, der Hekate, der Eumeniden usw.; Be- 
deutung schon in der Antike unbekannt. — Bildung wie 
Xeqvfjnq, xwrjysrig usw. (Schwyzer 451). Mehrere Erklarungs- 
versuche. Bei einer Zerlegung daa-nXfjrig erhalt man einen 
formal sehr ansprechenden, semantisch ungeniigend begrun- 
deten Ansehlu