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Full text of "Illustriertes Prachtwerk sämtlicher Taubenrassen"

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THE AMERICAN MUSEUM 

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NATURAL HISTORY 





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sämtlicher <!y.^4~ 

TflUBEH-RflSSEH 

Hundert farbige Bildertafeln mit über 400 nach der Matur 
aufgenommenen Darstellungen nebst Musterbeschreibungen 



uon 



E. Schachtzabel -Halle a. S. 



-D D a- 



Würzburg. 

Druck und Verlag der Königl. Uniuersitötsdruckerei H. Stürtz fl. Q. 



Yl,(' 







it vorliegendem Buche übergeben wir der Öffentlichkeit ein Prachtwerk, das als Er- 
gänzung zu dem Kram er' sehen Taschenbuch der Rassegeflügelzucht gedacht ist. 
Es werden gewiß viele Liebhaber und Züchter des großen Heeres unserer Tauben- 
arten die Herausgabe eines illustrierten Standardwerkes der Taubenrassen als Notwendigkeit 
längst empfunden haben. — 

Als Urstamm der heutigen Taubenwelt gelten nach Darwins zwingender Beweisführung 
die Arten der gemeinen Felsentaube. Von ihnen ausgehend hat sich im Laufe der Jahrhunderte 
ein Geschlecht herausgebildet, das mit seinen charakteristischen Merkmalen in Körperbau und 
Federbildung sowie Farbe und Zeichnung seinen Beschützer, den denkenden Menschen, zwang, 
zur Rassenzucht vermittels geeigneter Paarung überzugehen. Als erstes Ziel galt die Schaffung 
von Rassen, nachdem dies erreicht ist, gilt es, diese Rassen, die wir zu den Naturdenkmälern zu 



zählen haben, zu erhalten und dem Ideale näher zu bringen. Die letzteren Ziele bestehen immer 
und ewig für den Züchter. Um ihm das Streben nach diesem Ziele zu erleichtern, entstand das 
vorliegende Werk. Wir hoffen, daß es die empfindliche Lücke auf dem Gebiete der hohen 
Rassen- und Sport-Zucht ausfüllt, den Geschmack, wo notwendig, bildet und verbessert und dem- 
gemäß dem Anfänger als nützliches Lehrmittel, dem Züchter aber als vertrauter Ratgeber dient. 
Das Werk soll durch die dargestellten Tiere das Ziel zeigen, welches zu erstreben ist. Möge 
es aber auch dazu beitragen, immer weitere Kreise für die Taube und ihre Zucht zu gewinnen. 

— »Menschenwerk ist Stückwerk". — So sind wir denn uns auch vollkommen bewußt, 
nicht für jeden ein „Ideal" von einem Taubenbuche geschaffen zu haben, aber wir hoffen, daß 
es jedem Züchter etwas bringt, und damit sind wir belohnt. 

Es ist uns eine erfreuliche Pflicht, allen denen zu danken, die uns ihre rassigen Tiere 
zwecks bildlicher Darstellung überließen. Die Namen dieser Züchter sind in einem der Einleitung 
angegliederten Verzeichnisse aufgeführt, Desgleichen danken wir den Spezial-Vereinigungen für 
freundliche Überlassung der Musterbeschreibungen der in Frage kommenden Arten sowie allen 
denjenigen Herren Spezialzüchtern, die die Original -Aquarelle ihrer zur Verfügung gestellten 
Tiere einer Begutachtung mit unterzogen haben. 

Im besonderen sei ferner gedankt den Herren Blume- Hildesheim, Körber- Chemnitz, 
Kommerzienrat du Roi- Braunschweig, S iede- Magdeburg, Str übe- Bernburg, Studti-Oliva und 
Dr. Trübenbach-Chemnitz, welche uns bei der Schaffung von Ideal-Bildern vielfach unter- 
stützten. Schließlich verdient besondere Anerkennung der Künstler, Herr A. Seh o euer, dem alle 
nach dem Leben aufgenommenen Original-Aquarelle zu verdanken sind. 



EINLEITUNG. 




ie Taube ist seit Jahrtausenden ein besonderer Liebling fast aller Völker der Erde und 
keine Macht wird imstande sein, dieser Liebhaberei Einhalt zu tun. So haben denn 
auch schon die erlassenen Gesetze und Verordnungen in früheren Zeiten niemals einen 
Rückgang in dieser Liebhaberei herbeiführen können, auch fernere Maßnahmen werden nicht ver- 
mögen, dem idealen und nützlichen Streben wirksam entgegenzutreten. 

Der eine dient mit seiner Zucht der reinen Liebhaberei und dem idealen Streben, der 
andere dem realen Geschmacke. Beides sind die Triebfedern, die zur Domestikation und zu der 
außergewöhnlich großen Verbreitung der Tauben beigetragen haben. Das Halten von Edelrassen 
oder Haustauben zu verbieten, wie dies mannigfach angestrebt wurde, hätte auch keinen Zweck, 
weil diese nicht, wie die gewöhnliche Feldtaube die Nahrung auf dem Acker des Landwirts 
suchen, sondern von ihrem Besitzer jahrein, jahraus gefüttert und sorgsam gepflegt werden. Diese 
Tiere sind ihrem Besitzer auch viel zu wertvoll, um sie dem Raubvogel oder einem lüsternen 
und erbarmungslosen Jagdfreunde in die Klauen zu spielen. Wir hoffen und wünschen, daß 



diese Liebhaberei nie erlahmen möge, 



denn sie hält so manchen von unnützem Beginnen' und 



Taten ab und trägt im besonderen durch die Aufzucht und Pflege solcher Tiere dazu bei, auf 
das Gemüt des Menschen und auf die Jugend veredelnd, für die Tierwelt im allgemeinen aber 
schützend zu wirken. 

Obgleich die Rassenzucht in Tauben zweifellos sehr alten Datums ist, so muß doch 
zugegeben werden, daß erst in verhältnismäßig neuerer Zeit wesentliche Erfolge erzielt worden 
sind. Der Grund war in dem früher mangelnden Austausch der Gedanken und Tiere der Züchter 
zu suchen. Diese Leute lebten in gewisser Einsamkeit, züchteten meist nach eigenem Gutdünken 
und ohne erprobte Anleitung. Mit Schaffung moderner Verkehrsmittel, wie Post und Dampf- 
schiff, trat ein merklicher Aufschwung ein, weil man durch sie neue Arten von Tieren oder 
frisches Zuchtmaterial ohne allzugroße Schwierigkeiten einführen konnte. Einen rapiden Auf- 
schwung nahm die Veredelung der vorhandenen sowie die Schaffung einzelner neuer Rassen im 
vergangenen Jahrhundert, nachdem das wichtigste unserer Verkehrsmittel, die Eisenbahn, geschaffen 
wurde und im besonderen sich Männer fanden, die in den Fach-Zeitschriften und durch Bücher 
belehrend wirkten. Welche Fortschritte in der Veredelung einzelner Rassen zu verzeichnen sind, 
wollen die verehrten Leser und Kritiker an den auf der gegenüberstehenden Seite dargestellten Tieren, 
einer Römertaube aus einem älteren Werke, einer Pfau-Taube aus einem Buche des Jahres 1790, 
eines Möwchens, eines Bärtchen-Tümmlers und einer Perücke nach den von Gottlob Neumeister im 
Jahre 1836 entworfenen Original-Zeichnungen und im weiteren an einer Trommeltaube und einer 
Pfaffentaube nach Fürerschen Original-Zeichnungen ersehen. 

Legt man an die Bilder den Maßstab der heutigen Zucht dieser Arten an, so wird man 
zu der Überzeugung kommen, daß nicht nur außerordentliche Fortschritte gemacht worden sind, 
sondern daß der denkende Züchter und willensstarke Liebhaber Erstaunliches zu leisten imstande 



gewesen ist. Nach diesen tatsächlichen Erfolgen wird man nicht mehr an der Wegzüchtung 
dieses oder jenes Schönheitsfehlers an einer Taube zweifeln können. 




Perücken taube. 



Blauhohliger Trommler. 



Pfaffentaube. 



Wiederholt wurde uns bei der Vorzeigung der einzelnen Aquarelle bedeutet, daß es nicht 
zweckmäßig sei, die Tauben -Abbildungen in dem vorliegenden Werke zu sehr zu idealisieren; 
Nichtkenner der Rasse würden sonst falsche Vorstellungen in sich aufnehmen und unerfüllbare 



Forderungen an die Rasse stellen. Nach unserer Ansicht muß ein Buch, wie das vorliegende, 
feste und bestimmte Normen stellen, es muß Modelle, Ideale zeigen, wie sie dem wirklichen 
Züchter und Liebhaber vorschweben; sie sollen ihm die Richtschnur seines Wirkens geben, damit 
er nicht planlos seine Zeit verschwendet. Das Ziel, die Rassen den Idealen näher zu bringen, 
wird und muß erreicht werden; man vergleiche den Stand der Rassen aus den Jahren 17Q0 und 
1836 (d. h. die vorstehend dargestellten Tiere) und man wird zugeben müssen, daß es erreicht 
werden kann. Wie sollte der Anfänger seine Zucht einrichten, wie sollte er richtig zu Werke 
gehen können, wenn er kein Ideal vor Augen hat? 

Der Laie wird vielleicht nicht in allen Fällen die Farbenabstufungen an den einzelnen 
Bildern, soweit sie auf dem Gegensatz zwischen Licht und Schatten beruhen, als zutreffend 
erachten und auch nicht jede Stellung einzelner Tiere auf den Bildern als richtig anerkennen. 
Wir halten es daher mit dem Autor der Aquarelle, Herrn Seh oen er- Würzburg, für zweckmäßig, 
hier einige Erläuterungen, wie folgt, zu geben: 

1. Über Licht und Schatten. 

Beschaut ein nicht künstlerisch gebildetes Auge einen Gegenstand bei Tageslicht, so wird 
es z. B. einen schwarzen Hut einfach schwarz, ein zusammengeballtes weißes Taschentuch nur 
weiß sehen. Ebenso ergeht es ihm bei andersfarbigen Objekten. Geht der Laie aber mehr auf 
das Studium der Beleuchtung und Schattierung ein, so wird er bemerken, daß der schwarze Hut 
auf der dem Licht ausgesetzten Rundung viel heller, grauer erscheint als auf der Seite, welche 
sich dem Lichte entzieht, also im Schatten liegt. Aber selbst die Schattenseite ist nicht völlig 
schwarz, denn das Licht in dem Raum reflektiert in die dunkelsten Schatten und hellt dieselben 



mehr oder weniger auf. Ein vollständiges Schwarz gibt es nur in einem Raum, wo jeder Lichtstrahl 
ausgeschlossen ist, also in einer photographischen Dunkelkammer ohne Beleuchtung. Auch das 
weiße Tuch ist nur auf dem höchsten Lichte weiß, auf der Übergangsstelle zum Schatten ist es 
dagegen hellgrau, im Schatten selbst sogar dunkelgrau, von den verschiedenen Reflexfarben, die 
aus der Umgebung des Gegenstandes kommen, nicht einmal zu sprechen. Hat nun der schwarze 
Gegenstand einen Glanz, z. B. ein Zylinderhut, so wird man auf dem höchsten Licht einen ganz 
hellen, beinahe weißen Punkt oder Streifen gewahren, der je nach der Himmelsfarbe am Mittag 
blaugrau, bei rotem oder gelblichem Abendlicht dagegen rötlichgelb erscheint. 

2. Über Perspektive und Luftperspektive. 

Ist ein Gegenstand dem Auge des Beschauers sehr nahe, so wird er demselben ziemlich 
groß, im Licht hell, im Schatten dunkel erscheinen. Die Unterschiede von Licht und Schatten 
sind also ziemlich schroff. Je weiter sich aber der Gegenstand vom Auge entfernt, um so kleiner 
wird er wirken und die Farben werden weniger grell, Licht und Schatten weniger hart, mehr 
verschwommen, aussehen. Das Licht eines weißen Gegenstandes würde etwas grau abgetönt, der 
Schatten eines schwarzen Objektes weniger tief, also mehr dunkelgrau sein. Zurückzuführen ist 
dieser Vorgang auf die blaugraue Färbung der Luft, bezw. des Dunstes oder Nebels, der in der 
Atmosphäre, wenn auch nur in kleinen Teilen, stets vorhanden ist. Man kann dies auch an 
einem bewaldeten oder felsigen Berg beobachten. Der Wald wird in großer Entfernung nicht 
mehr grün, sondern blaugrau oder mehr violett erscheinen, ebenso die Felsen, an denen man in 
der Ferne fast gar keine Unregelmäßigkeiten oder Schluchten mehr unterscheiden kann. Wenn 
also auf ein Bild mehrere, nicht in gleicher Entfernung stehende Gegenstände von weißer Farbe 
gemalt werden, so müssen, da Strichkonturen möglichst vermieden werden sollen, die entfernteren 



weißen Gegenstände, da sich schon etwas Dunst dazwischen legt, einen leichten grauen Ton 
erhalten, damit sie sich von den vorderen abheben und die Formen und Umrisse derselben gut 
erkennen lassen. 

Betrachtet man eine Taube von der Seite, so wird man immer die Verhältnisse und Maße 
untereinander vergleichen können, z. B. Länge der Flügel zur Höhe, des Schnabels zum Kopf, 
des Schwanzes etc. Ganz anders aber verhält es sich, wenn sich das Tier von vorne oder hinten 
zeigt. Eine Taube, würde von vorne gesehen nie auf ihre Länge zu taxieren sein, weil man nur 
die Brustbreite sieht und der ganze übrige Rumpf sich verkürzt, hinter die Brust tritt und von 
dieser verdeckt wird. Ebenso ist es mit der Beurteilung des Schnabels, der von vorne gesehen 
immer ganz kurz erscheinen wird. Dasselbe gilt beim Beschauen der Beine, die in der Natur 
meistens einen stumpfen Winkel bilden. Von vorne werden sie als eine gerade, senkrechte Linie 
erscheinen. Halb von der Seite gesehen, wird das Tier zwischen obigen Beispielen die Mitte 
halten. (Lehre der Perspektive.) 



-s^Ä^ 



Inhalts- Verzeichnis 

und Angabe der Züchter, von welchen zur Herstellung der Original -Aquarelle Tiere als 

Modelle verwendet wurden. 



(Die aufgeführteil Nummein bezeiclmen die Tafel-Nummern, auf denen die einzelnen Arten abgebildet sind.) 



1 Römer: ( M. Schultz -Reinickendorf, W. Lautenschläger - Weißen- 

2 RÖmeP : i fcls, G. Voigt-Rötha und Schulz-Rauscha. 

3 Montauban: G. Hipp-Kitzingen. 

4 Huhnseheeken: G. Gerner-Ludwigshafen a. Rh. 

.5 Florentiner: G. Krauße-Leipzig-Go., A. Bergter-DöHtz, L. Porzel- 

Lauscha, 
a Malteser : l G. Kämpfe-Leipzig, S. G. Rauscher-Bamberg, Schanze- 

7 Malteser: i Mickten, M. Wittmann-München. 

8 Carrier : A. Sünn-Köln-Ehrenfeld, K. Plankenhorn-Essingen. 

9 Dragon : W. Berkhan-Hannover, A. Ebert-Abtsgemünd. 

10 Indianer: Fr. Fricke-GroB-Salza. 

11 Bagdetten, Nürnberger: J. G. Mederer-Hersbruck , F. Seum- 

Obenirsel, K. Bickel-Xürnberg. 

12 Bagdetten, französische: E. Landgraf-Döllnitz, G. Kämpfe- 

Leipzig, M. Vandercolme-Lille. 

13 Show Antwerps: L. Porzel-Lanscha, O. Müller-Blankenburg i. Th. 

14 Show Homer" ( ^' Ki^ber-Chemnitz, K. Lenk-Werdau, Pastor 
,, _,, „ ' Evers-Glentorf, Baxmann-Halle a. S., O. Sommer- 

1o Show Homer: ) wolfenbüttel. 

IG Reise-Brieftauben: B. Wadenklee, J. Greser und A. J. Deßloch- 
Würzburg. 

17 Ausstellungs-Brieftauben: Pastor Evers-Glentorf, F. Meyer- 

Erfurt, H. Giese- Braunschweig, A. Strobel - Schkeuditz , E. 
Schachtzabel-Halle a. S. 

18 Strasser" f ^' "^issecke- Quedlinburg, P. Mankel-Dörnigheim, L. 
^_ „ ' Steffan-Lampertheim, J. Harth-Kloppenheim, M, Fertl- 



19 Strasser: 



Scli\\%abach. 



20 
21 

22 

23 
24 
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27 

28 
29 

30 

31 

33 
34 



LuehStauben: H. Pfeffer- Gifhorn, H. O. Otto-Markueukirchen, 

E. Krebs-Halle, L. Porzel-Lauscha i. Thür. 
Modeneser : A. Täschner-Torgau, H. Funke-Aschersleben. 

Lerchen. Koburger und mehliehte: Dr. MüUer-Swinemünde, 

A. Opitz-SchinöUn, H. Becker-Cassel, L. Mengel-Marburg, R. 
Funke- Bnrkersdorf, L. Feller-Zwötzen. 

Lerchen, Nürnberger und mehliehte: F. Buhl-Schwabach. 

Gimpeltauben: ( F. Krumm - Offenbach, J. Mayer- Rosenheim, 
Gimpeltauben : \ Ch. Zeilinger-Mühlhof, Schachtzabel-Halle a S. 
Lockentauben : H. Bauer-Regensburg, T. Pöverlein-Nürnberg. 

H. du Roi-Braunschweig, Albert tmd Dr. R. 
Trübenbach-Chemnitz , H. Mattick-Halle, O. 
Wehner-Salzungen. 

I H. Schierloh-Habenhausen, F. Malsch-Stein- 
bach, K. Plankenhorn-Essingen. 

Weißseh wanz-Farbentauben: K. Weiß-Chemnitz, Dr. Müller- 

Swincmünde, E. Stoll-Markneukirchen, F. W. Voigt-Eibenstock. 
Mönchtauben: E. Ahnert-Rottluff , G. Müller- Rabenstein, H. 

Lüschen-Bant, 
Thüringer Weißköpfe: K. Katterfeld, O. winkler und P. 

König I-Ruhla. 
Thüringer Mäuser- I F. Michel-Suhl, Schmidt-Speckswinke), 

u. Weißlatztauben : i P. König I-Ruhla. * 

Pfaffentauben, einfaehkuppig : G. Bauer-Nürnberg, K. Lüdicke- 

Alterode, F. Kurz-Schorndorf. 
Pfaffentauben, doppelkuppig: P. Hahn-Chemnitz, P. Schlegel- 

Sachscnburg, C. Lüdicke-Altcrode, A. Möller-Cumbach. 



Eistauben und | 
Porzellantauben i 

Starenhalstauben : 
Starenhalstauben : 



35 Sehwalben, Nürnberger: T. Pflier- Nürnberg, G. G. Hipp- 

Kitzingen. 

36 Schwalben, andere: O. Karl-Zella-St. Bl., H. Schanerliarnmer- 

Tiefuit. 



37 Sehildtauben: | 

:^8 Sehildtauben: | 

(Flügelseheeken 

39 u. Flügeltauben 
{ belatseht 

40 Flügeltauben, belatseht 



H. Lentzsch, F. Seeliger-Halle a. S., Max MüUer- 
Langenstriegis, E. Lützelberger-Sonneberg. 
( K. Bachmann-Grimma i. S., F. Seeliger und H. 
Mattick-Halle, E. H. Uhlmann-Gersdorf, Max 
[ Müller-Langenstriegis. 

P. Renz-Adorf, H. Delitzscher-Hohen- 



lauben, H. Herbst-Köln-Nippes, M. Kunze-Neudörfel i. S. 

41 Flügeltauben, glattfüßig: E. Tzschach-Steinach, J. Kramer- 

Kassel, F. Krumm-Offenbach. 

42 Sehnippentauben : R. Hellner-Radeberg, Dr. MüUer-Swinemünde. 
(Sehwlngentauben : Hugo Peschke-Döbeln und R. Hüller-Leipzig. 

43 Mondtauben : Hugo Peschke-Döbeln i S., J. Klingeberg-Gronau. 

Iweißbindige Farbentauben : A, Trübenbach-Chemnitz. 
I Sehmalkaldener Mohrenköpfe : E H. Uhlmann-Gersdorf. 

44 Altdeutsehe Mohrenköpfe, ( L.Hildebrand-Schlüchtern.R Hüller- 
I Brüster und Latztauben :^ Leipzig, H. Brückner-Löwenberg 

45 Trommeltauben, Bueharen, doppelk. blaue und musel- 

köpflge deutsehe: W. R. Bachmann -Erfurt, O. Bock- 
Göhren bei Zöschen, P. Hahn-Chemnitz, K. Greiner-Lauscha. 

46 Trommeltauben, doppelkuppige, einfarbige: E. Kirsten- 

Rochlitz , A. Knaut - Erfurt , P. Herrmann - Ostritz i. S., A. 
Rudolf-Halle a. S. 

47 Trommeltauben, doppelk., Dresdener u. weißbündige : 

C Beyer-Lommatzsch, Dr. Gottweiß-Eisenach. 

48 Trommeltauben, doppelkuppige, gemönehte: H.Döppmann- 

Köpenick, G. Hübner-Neugattersleben, E. Klob-Prittitz. 

49 Trommeltauben, sehnabelkuppige: P. Jügelt-Dresden N , 

P. Halin- Chemnitz, M. R. Reichelt - Markneukirchen i. S., 
K. M. Forbrig-Reudnitz (Reiiß). 

50 Trommeltauben, Vogtländer: R. Otto - Scheibenberg, M. R. 

Reichel-Markneukirchen, E. Stoll-Markneukirchen i, S., P. Renz- 
Adorf i S. 

altdeutsche Trommeltauben: F. Seeliger- 

Junghans-Langenberg, A. Knaut-Eifurt. 
W. Streller-Reichenbach i. V , Fedder-Bremen- 
Schw., H. J. Vetter - Rupprechtsau , J. Knal> 
Würzburg, G. Lam])arter-Lud\vigsburg i. W. 



51 Erbsgelbe und 

Halle, E. O. 

52 Pfauentauben: 

53 Pfauentauben: 



5t 
55 
56 
57 

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59 

60 
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71 

72 
73 

74 



Perüekentauben 
Perüekentauben 



Dr. Trübenbach - Chemnitz, O. Friederich- 
Wflrzburg, R. Zacharias - Regensburg, G 
Lamparter - Ludwigsburg , Fedder - Bremen- 
Schw., H J. Vetter - Rupprechtsau. 
Kröpfer, altdeutsche : C. Klimmer-Domholzhausen, PI. Dittrich- 
Kohlfurt, H. Lüschen-Bant. 

Kröpfer, andere deutsehe oder böhmische: H. Brückner- 

Löwenberg i. Schi , Leo Jäger-Graupen i. Böhmen. 
Kröpfer, Steiger: H. Schmidt-Jauer, R. Jaschke-Striegau. 

Kröpf er, Verkehrtflügel, belatseht und glattfüßig: 

G. Franke-Markranstädt i. S , Ing. Jahnke-Nordhausen, Hamers- 
Grünwinkel i. B. 
Kröpfer, Pommersehe: Andreas Boldt-Ellerbeck b. Kiel. 

( Ledosquet-Boppardt a Rh , H. Kreutzer- 
Kropfer, englische : J Frankfurt a M., M Eckstein-Oberkassel 
Kröpfer, englische : 1 ^' Düsseldorf, R. Hambüchen-Düsseldorf, 
I O. Friederich- Würzburg. 

Englische Zwergkröpfer undNorwichkröpfer : R. Fieisch- 

hauer-Leutzsch- Leipzig, H. PechanReichenbach i. Schi. 
Kröpfer, französische: Martin Schaad - Frankfurt a M., H 

Kreutzer-Frankfurt a. M. 
Kröpfer, Brünner: A. Albrecht-Bernburg, G O. Deschler-Gauting, 

G. Krauße - Leipzig-Go., G Härtung- Naunhof i. S, Oberst 

Rübesammen-Halle a. S. 

Kröpfer, Amsterdamer: F. Siede-Magdeburg. 
Holländer, sogen. Sächsische: A Schlenzig-Altstadt-Borna- 

MÖWChen, deutsche einfarbige : F. Siede-Magdeburg, G. Möller- 
Bremen. 

Möwchen, deutsehe sehildige: F. Siede-Magdeburg, Dr. Lavalle- 
Schiffmühle, F. Rönnau-Kiel. 

Möwchen, deutsche farbensehwänzige : Kahlenberg-Bremen, 

Wieghorst-Hamburg. 
Möwchen, spitzkappige (TurbitS): F. Siede-Magdeburg, Dr. 

Trübenbach-Chemnitz. 
Möwehen, anatoliSChe: Dr. Lavalle - Schiffmühle , Vetter- 

Ru|iprechtsau. 
Möwchen, Blondinetten: B. Stnibe-Bernburg, F. Rönnau-Kiel. 
Möwchen, Satinetten: B Stmbe-Bernbiirg, F. Rönnau-Kiel. 

Möwehen, chinesische: A. Trübenbach und Dr. R. Trübenbach- 
Chemnitz. 

Möwehen, chinesische, sehildige: R. Rudolph-Halle a. s. 



75i 

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78 

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81 
S2 

8:J 
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86 

87 
88 



Möwehen, egyptisehe : H. J. Vetter-Rupprechtsau. 

Owls: Fr. Fricke-Gi-. Salze. 

Möwehen, andere: Helmmöwchen (Domino- oder Vizop- 

MÖWehen) U. TuPblteen: Habermann-Hallea. S. 

Italiener: H. Lüschcn-Bant. 

Tümmler, langsehnäblig. Hanno versehe Weiß- und Rot- 
augen : G. Maxe-Hannover, L. Braiins-Obernjesa, H Evers- 
Hildesheim, C. Riegel-Kassel, C. Meyer-Peine. 

Tümmler, langsehnäblig, [ F. Siede-Magdeburg, W. Heyden- 
Weißsehläge mit Bart: | Halberstadt, C. Hoffmann- Wolfen- 
Tümmler, langsehnäblig, büttel, M. Osborg-Halberstadt, O. 
Weißsehläge mit Bart: l Hesse-Aschersleben. 

Tümmler, langsehnäblige, Weißsehwänze und Weiß- 

Sehlag Weißsehwänze : G. Fischer-Magdeburg, A. Tiedge- 
Magdebnrg. E. Storch-Kassel. 

Tümmler, langsehnäblige, Kasseler: w. Diele und O 

Pfannkuch-Kassel 

Tümmler, langsehnäblige, einfarbige : W. Rüff-Calbe a. S. 

M. Osborg-Halberstadt. 

Tümmler, langsehnäblige, Stralsunder; P. Jahnke, Greifs- 
wald, C. Bindseil-Stralsund. 

Tümmler, langsehnäblige, Tiger, Stipper, Brander: 

G. H. Kisselbach-Kassel, E. Storch-Kassel, W. Dreves-Braun- 
schweig, B. Griiltner-Rohnstock. 

Tümmler, langsehnäblige, Elstern: Fr. Becker-Caibe a. s, 

R. Tietz-Magdebiu'g. Oberst Rübesamen-Halle a S , A Böhmer- 
Magdeburg. 

Tümmler, langsehnäblige, Galizier: Schmidt -Rüdenhausen 

luid R Bhime-Hildesheim. 

Tümmler, langsehnäblige, Danziger Hoehflieger: E. G. 

Olschewski, C. A. Bracklow und W. Sonuiier-Danzig, L VoPi- 
Stendal. 

Tümmler, langsehnäblige, Stargarder Zitterhälse: E 

"Will-Posen, W. Isken-Kassel , Oberst Rübesamen-Halle a S. 

Tümmler, langsehnäblige, Berliner: Von den MitgHedern 

des K-lubs für langsehnäblige Beilincr Tümmler (Sitz Berlin). 

TUmmler, mittelsehnäblige, Berliner:! Vo" den Mitgliedern 

mj, , , ,..,,. „ ,. { des Klubs Berliner 

Tümmler, kurzsehnablige, Berliner: | Tattbenzüchter,i906. 



89 Tümmler, Hamburger : 



90 



Tümmler, Hamburger: 



Mittelsehn., getigert: H. Klodt 

und C. Ehmke-Hamburg. 

Weißsehwänze und Weißsehlag 
Weißsehwänze: h. Barth und E. 

Stephani-Hamburg, R. Jüttner- 
Kassel 
Elstern : "W. Runge- Hamburg. 

Farbensehwänze : W. Bülow- 

Lockstedt. 
Weiße: W. Rode-Altona. 

l Tümmler, Märkische Elster: O. virgenz-Neudamm. 

i NÖnnehen: H. Schülbe-Langenhorn b. Hamburg, 

91 Tümmler : O. Sommer-Wolfenbüttel. 

I CalOtten : F. Zerbst - Kassel, G. Landahl - Altona. 

92 Tümmler, Österreiehisehe Mittel- u.Mittel-Langsehnäbel : 

W. Reich-Kassel, W. Wernicke-Kassel, G. H. Kisselbach-Kassel. 

93 Tümmler, Österreiehisehe Kurzseh näbel: Kappert j-Stettin, 

Duble-Stettin, O. Tenner-Glauchau, G. H. Kisselbach-Kassel. 

94 Tümmler, Königsberger und Posener Farbenköpfe : 

Dr. Sladowsky-Graudenz, M. Schünke, J. Kaczwarock und E. 
Will in Posen. 

95 Tümmler, Altstämmer und Reinaugen: R Blume-Hildes- 

heim, C. Studti-Oliva, Olschewski-Danzig, M. Schünke-Posen, 
G H. Kisselbach und Hoffmann-Kassel. 

96 Tümmler, deutsehe (Elbinger) Weißköpfe: C. Studti- 

Oliva^ Olschewsky-Danzig, H. Friauf-Kassel. 

97 Tümmler, kurzsehnablige, Stettiner: G Kienitz - Stettin, 

R. Kappert y-Stettin. 

98 Tümmler, englische: G. Krebs-Regensburg, F. E. Fricke-Groli- 



Salze, 



99 Diverse : 



100 Diverse: 



Knab- Würzburg, G. Voß-Köln. 
Lahoretaube : W. Mankel-Hochstadt. 
Mookeetaube : J. Hördemann-Harleshausen b. Kassel. 
Libanontaube: F. Siede-Magdeburg. 
Kapuziner : W. Diele-Kassel. 

Tunesisches Möwehen, französischer Zucht- 
richtung: F. Alber-Ravensburg. 
Eiehbühler-Taube : Eisenhauer-Herzberg. 

Orientaliseher Roller: Knab-Würzburg. 
Glattfüßige gehämmerte Eistaube (Forellen- 
taube) : P. Deußmg-Ruhla. 



Abbilöungen. 



'"^" 



TAFEL 1. 



Römer. 



Stammland: Frankreich. Der Vorfahre des Römers soll eine 
sehr starke, etwas kurze Taube mit schleppenden Flügeln und 
■wenig- hoch getragenem Schwänze gewesen sein, die aus Cam- 
panien (Süditalien) nach Frankreich eingeführt wvirde. 

GröfJe: Höhe von der Sohle bis zum Scheitel 24-28 cm, Länge 
von der Schnabelspitze l)is zum Schwanzende 48 — 55 cm. Diese 
Maße erreichen meist nur Ijlaue, fahle und weiße Tiere. Flügel- 
spannweite bei blauen, fahlen und weilsen nicht unter 97 cm, Ijei 
rot, gelb, schwarz nicht unter 93 cm. ZAvecks Feststellung der 
Weite wird das Tier mit ausgebreiteten Flügeln auf den Rücken 
gelegt und von Flügelspitze zu Flügelspitze gemessen. 

Gestalt: Sehr kräftig und lang gestreckt, im Verhältnis zur Größe 
tief gestellt. 

Kopf: Länglich und stark, wenig gewölbt, Stirn mittelhoch, auf dem 
starken, frei beweglichen Halse mit der Gesamtstärke des Körpers 
gut harmonierend. 

Schnabel: Mittellang und stark, an der Spitze leicht gebogen, bei 
blauen Tieren schwarz, bei fahlen hellhornfarbig, bei den anderen 
Farbenschlägen je nacli dem Gefieder hell- oder dunkelfleisch- 
farben. Bei scliwarzen Tieren ist etwas dunkler Oberschnabel 
zulässig. Schnabelwarzen lang und glatt, weiß bepudert. 

Augen: Bei weißen ist die Iris dunkelbraun, bei den anderen 
Farbenschlägen weiße Iris und schwarze Pupille. Augenrand leb- 
liaft rot, mäßig breit und nicht wulstig. 

Kehle: Etwas voll, dabei doch gut gebogen — schön geschweift. 

Hals: Am Rumpfe breit und voll, in der Länge ■ dem Verhältnis 
der Größe des Tieres entsprechend. 

Brust: Sehr breit und voll, gut abgerundet. 



B au chpart,ie: Breit und hervortretend, ziemlich wagerecht. 

Schultern-: Sehr kräftig. 

Rücken: Breit, nach hinten wenig abfallend. 

Flügel: Lang, fest geschlossen, leicht am Körper liegend, das 
Schwanzende beinahe erreichend und auf den Seitenfedern der- 
selben ruhend. 

Schwanz: Lang und breit, etwas abgerundet, möglichst wagerecht 
getragen. Federzahl in der Regel 12, ausnahmsweise auch einige 
mehr. 

Beine: Stark und kräftig, verhältnismäßig kurz, unbefiedert. 
Farbe je nach Alter rot bis rotbraun und grau. Nägelfarbe wie 
Schnabelfarbe. 

F a r b e n n d Z e i c h n u n g : B 1 a u e : Kopf, Hals, Schwanz und Unter- 
leib sind einen Schein dunkler als die Flügeldecken, Rücken bis 
zu der Schwanzdocke weiß. Die Außenfahnen der beiden Eck- 
federn des Schwanzes sind weiß, zeigen am Ende aber eine blaue 
Einfassung. 

Fahle: Flügel, Kopf, Oberhals cremefarbig, Bauch etwas heller, 
Schwanz einen'Schein dunkler wie Flügel, Brust und- ünterhals 
gehen ins Lachsfarbene über. Rücken und Unterseite dei- Flügel, 
sowie alles was die Flügelschilder decken, ist weiß. Äußere 
Schwanzfedern weiß gesäumt wie beim blauen Farbenschlag. 

Weiße: Durchgehend rein weiß, das Federkleid muß auch einen 
gewissen Glanz zeigen. 
G r b e F e h 1 e r : Rote oder gelbe Iris, Schleppflügel, schiefer dunkler 
Schnabel bei fahlen, roten und gelben Tieren, fleckiger Schnabel 
bei weißen, behoste, schwache Figur, bei den blauen schlechte 
Farbennüance, bei fahlen eine Farbe wie versengt oder sehr dunkel. 



TAFEL 2. 



Römer. 



Staramland: Frankreich. Der Vorfahre des Römers soll eine 
sehr starke, etwas kurze Taube mit schleppenden Flügeln und 
wenig hoch getragenem Schwänze gewesen sein, die aus Cam- 
panien (Süditalien) nach Frankreich eingeführt wurde. 

Grösse: Höhe von der Sohle bis zum Scheitel 24—28 cm, Länge 
von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende 48—55 cm. Diese 
Maße erreichen meist nur blaue, fahle und weiße Tiere. Flügel- 
spannweite bei blauen, fahlen und weißen nicht unter 97 cm, bei 
rot, gelb, schwarz nicht unter 9.8 cm. Zwecks Feststellung der 
Weite wird das Tier mit ausgebreiteten Flügeln auf den Rücken 
gelegt und von Flügelspitze zu Flügelspitze gemessen. 

Gestalt: Sehr kräftig und lang gestreckt, im Verhältnis zur Größe 
tief gestellt 

Kopf: Länglich und stark, wenig gewölbt, Stirn mittelhooh, auf dem 
starken, frei beweglichen Halse mit der Gesamtstärke des Körpers 
gut harmonierend. 

Schnabel: Mittellang und stark, an der Spitze leicht gebogen, bei 
blauen Tieren schwarz, bei fahlen hellhornfarbig, bei den anderen 
Farbenschlägen je nach dem Gefieder hell- oder dunkelfleisch- 
farben. Bei schwarzen Tieren ist etwas dunkler Oberschnabel 
zulässig. Sehiiabelwarzen lang und glatt, weiß bepudert. 

Augen: Bei weißen ist die Iris dunkelbraun, bei den anderen 
Farbenscblägen weiße Iris und schwarze Pupille. Augenrand leb- 
haft rot, mäßig breit und nicht wulstig. 

Kehle: Etwas voll, dabei doch gut gebogen — schön geschv/eift, 

Hals: Am Rumpfe breit und voll, in der Länge dem Verhältnis 
der Größe des Tieres entsprechend. 



Brust: Sehr breit und voll, gut abgerundet. 

Bauchpartie: Breit und hervortretend, ziemlich wagereeht. 

Schultern: Sehr kräftig. 

Rücken: Breit, nach hinten wenig abfallend. 

Flügel: Lang, fest geschlossen, leicht am Körper liegend, das 
Schwanzende beinahe erreichend und auf den Seitenfedem der- 
selben ruhend. 

Schwanz: Lang und breit, etwas abgerundet, möglichst wagerecht 
getragen. Federzahl in der Regel 12, ausnahmsweise auch einige 
mehr. 

Beine: Stark und kräftig, verhältnismäßig kurz, imbefiedert. 
Farbe je nach Alter rot bis rotbraun und grau. Nägelfarbe wie 
Schnabelfarbe. 

Farbe und Zeichnung: 

Rote: Das Gefieder des ganzen Körpers bis in die Schwanz- 
und Flügelspitzen zeigt eine schöne, lebhafte (kastanien) braimrote 
Färbung. 

Gelbe: Die goldgelbe Farbe ist am beliebtesten, eine glänzende 
reine zartere, lielle oder kräftigere dunkle Tönung ist ebenso muster- 
giltig. 

Schwarze: Das ganze Gefieder tief schwarz und grünglänzend. 

Grolje Fehler: Rote oder gelbe Iris , Schleppflügel , schiefer 
dunkler Schnabel bei roten und gelben Tieren, Peehschnabel bei 
schwarzen und fleckiger bei weißen, schwache Figur, blauer oder 
lilaugrauer Hals, Brust und Rücken bei roten und gelben Tieren ; 
matte, schwarzblane oder graue Farbe bei schwarzen. 



TAFEL 3. 



Montauban. 



Stammland: Südwestliches Frankreich, speziell die Stadt Mon- 
tauban. 

Größe: Etwas kleiner als die Römertaube, 52 — 54 cm, von der 
Schnabelspitze bis zum Sehwanzende. 

Gestalt: Kräftig, etwas aufrecht, im übrigen tiefe Stellung. 

Kopf: Breitschädelig, lang und etwas abgeplattet, Muschelhaube. 

Schnabel: Fleischfarben bei weißen und hellscheckigen, roten und 

felben, etwas dunkeler bei den übrigen Farbenschlägen. Länge 
V2 bis 3 cm bis zum Mundwinkel, kräftig. 
Augen: Bei weißen dunkel, bei schwarzen, roten, blauen und braunen 

Iris orangenfarbig; Augenrand rötlich, nicht sehr entwickelt. 
Kehle: Eingewölbt, d. h. gut gebogen. 
Hals: Kurz, voll, Gefieder am' Hinterhals nach Art der Bucharen 

abstehend. 
Brust: 15—16 cm breit imd kräftig vortretend. 
Bauchpartie: Breit und gut gerundet. Kumpf bis zum Bürzel 

(öldrüse) ca. 20 cm lang. 
Schultern: Kräftig, ca. 15 cm breit. 



Rücken: Breit, nicht gewölbt, nach dem Schwanz zu etwas abfallend. 

Flügel: Etwas lose am Körper anliegend, lang, ein Flügel aus- 
gespannt 48—49 cm, beide 94 — 96 cm. Die Spitzen reichen ziemlich 
an das Schwanzende und ruhen lose auf dessen Seitenfedern, 
ohne sich zu kreuzen. 

Schwanz: ca. 20 cm lang, breit und aus kräftigen Federn bestehend, 
infolge der tiefen Stellung und der vom etwas aufrechten Haltung 
der Taube berührt der Schwanz fast den Boden. 

Beine: Kurz und kräftig, nackt, lebhaft rot, Zehen kräftig. 

Farbe und Zeichnung: Weiß, schwarz und gescheckt. Zu den 
Seltenheiten gehören rote, blaue, braune und besonders gelbe. 
Alle Farben sollen intensiv (satt) sein. Schwingen, Schwanz und 
Oberschwanzdecke sollen die gleiche Farbe zeigen als die anderen 
Körperteile, doch wird im allgemeinen mehr Gewicht auf breite 
Brust, kräftigen langen Körper und gute Muschelhaube gelegt. 

Grobe Fehler: Zu schwache Figur, kleine schmale Muschelhaube, 
zu starke Schleppflügel, nicht flugfähig, schmale Brust und zu 
kurzen Körper. 



TAFEL 4. 



Huhnschecke. 



Stammland: Österreich. 

G es t a 1 1 : Kräftig aber elegant in der Erscheinung. 

Kopf: Etwas lang, mittelmäßig gewölbt, mit dem Schnabel und 
der Stirn eine scliöne langgezogene Bogenlinie bildend. 

Schnabel: Fleischfarbig; ziemlich lang und kräftig, Spitze etwas 
gebogen, Warzen stark, ziemlich breit aber flach. 

Augen: Tiefliegend, ziemlich groß, mit am Kopf flach anliegenden 
karminroten Rändern, Iris orangegelb. 

Hals: Möglichst lang, oben dünn, aufrecht getragen, Kehle gut 
ausgeschweift. 

Brust: Sehr breit und gedrungen, nicht gespalten. 

Bauchpartie: Befiederung ziemlich voll, knapp anliegend, am 
Steiße etwas flaumfederig. 

Schultern: Sehr breit. 

Rücken: Breit, möglichst kurz und nach hinten etwas aufwärts 
ragend. 



Flügel: Kräftig, breit am Bug, ziemlich fest an den Leib gezogen, 
nicht zu lang. Schwingen geschlossen. 

Schwanz: Möglichst kurz, nicht zu breit, etwas hoch getragen, 
nicht senkrecht und nicht gespalten. 

Beine: Lang, stark hers-ortretend in den Schenkeln, gestreckt, 
Zehen lang, gespreizt, von hellroter Farbe. 

Farbe und Zeichnung: Kopfseiten, Latz bis zum Brustbein, 
Flügelschilder und Schwanz farbig, alles andere weiß, also auch 
der Rücken. Der Kopf soll einen 4 — 6 mm breiten, vom Schnabel- 
ansatz an über den Scheitel laufenden und dann in das Weiß des 
Halses übergehenden weißen Streifen zeigen. Vorderhals und Brust 
müssen farbig sein. Farben: schwarz, rot, gelb, blau mit schwarzen 
Binden, blau-schwarz gehämmert, chamois, blau mit weißen Binden, 
fahl mit roten Binden und braun gehämmert. Letztere vier Arten 
selten und wenig rassig. 

Grobe Fehler: Nackte Stellen am weißen Kopfstreifen und an 
den Augen, farbige Brust an beiden Seiten bis unter die Flügel, 
zu schwache Figur, abgeflachter Kopf, dunkles Auge, dünner 
Schnabel, langer, abfallender Rücken und tief getragener Schwanz, 
starker Schilfschwanz. Farbige Federn im vorgeschriebenen weißen 
Rtlcken sind nur als kleiner Fehler anzusehen. 



TAFEL 5. 



Florentiner. 



Stammland: Italien. 

Größe und Gestalt.: In der Haltung und Größe der Malteser- 
taube ähnlich, erscheint sie jedoch weniger zusammengedrängt als 
diese, auch nicht so hochgestellt, trägt den Schwanz etwas 
weniger aufrecht und nicht so kurz. Die Erscheinung ist sehr 
massig, kräftig, gedrungen, gut abgerundet und vollkommen 
huhnartig. 

Kopf: Schön gewölbt und gedrungen gegen den Schnabel hin ver- 
laufend, Wangen abgeflacht, Stirn etwas abgesetzt, stets glatt. 

Schnabel: Verhältnismäßig kurz und stark, die Spitze des Ober- 
schnabels ein wenig gebogen, Färbung bei schwarzen und blauen 
schwarz, bei roten fleischfarbig, bei gelben lichtfleischfarbig. 
Schnabelwarzen gut entwickelt, lein gekörnt, weißlich. 

Augen: Etwas tiefliegend, Augenstern schwarz, Iris lebhaft orange- 
rot. Augenringe schwach hervortretend, sehr schmal, weißlich- 
fleischfarben. 

Hals: Unter der Kehle eingebogen, gegen die Brust sich ver- 
stärkend, vom Kopte nach dem Rücken ziemlich senkrecht ab- 
fallend, im übrigen voll und kräftig und nicht so lang als der 
der Huhnschecke. 

Brust: Sehr breit, hochgetragen und etwas abgeflacht. 

Bauchp artie: Gut gewölbt, Hinterpartie einschließlich Keil vor- 
tretend und flaunifedrig. 



Schultern: Sehr breit. 

Rücken: Möglichst breit und kurz, nicht gewölbt, ^^elmeh^ wage- 
recht verlaufend, Bürzel mit dem Schwänze etwas aufsteigend. 

Flügel: Kurz und sehr kräftig, lose anliegend und mit den Spitzen 
über dem Schwanz ruhend, d. h. nur ganz lose auf diesem aufliegend. 
Schwingen gesclilossen. 

Schwanz: Gleichmäßig breit, nicht fächerförmig, vom Rücken 
aufsteigende Haltung, Keil dicht mit Daunen befiedert. 

] Beine: Kräftig, von roter Farbe, bis zu den Knien federlos, Schenkel 
sehr kräftig, gut befiedert und etwas vorstehend; Zehen selir 
lang, gerade, gut gespreizt. Nägel lang und wenig gebogen, 
hornfarbig. 

Farbe und Zeichnung: Grundfarbe weiß ; Kopf, Flügelschilder, 
Schwanz und obere und untere Schwanzdecke farbig. Man 
züchtet die Taube in schwarz, rotbraun, gelb und blau, letztere 
mit zwei schwarzen Querbinden auf den Flügeln und einem 
gleichen Bande im Schwänze. Die Kopfmaske soll gleichmäßig 
abgesetzt sein, am Hinterkopfe abschließen, sich gegen den Hals 
herunterziehen und an diesem 2'/2 — S'/s cm unter dem Schnabol- 
ansatz enden ; am farbigen Halse sollen die Federn Metallglanz 
zeigen. Alle Farben sollen intensiv sein. 

Grobe Fehler: Langer Rücken, zu schmale Brust, tief getragener 
Schwanz, dünner langer Hals, sehr matte Fai-be. 



TAFEL 6. 



Malteser. 



Stammland: Mit Sicherheit bisher nicht ermittelt; nach Dar'win 
stammt sie von der spanischen Taube, dem „Leghom-Runt" ab, 
während Priitz als Stammland der Familie der Huhntauben Indien 
bezeichnet. 

Erscheinung: Elegant und stolz, hoch aufgerichtet. 

Gestalt: Groß, hochgestellt, vollkommen huhnartig, kräftig, jedoch 
nicht zu schwer, sehr kurz und mäßig breit, Kopf so hoch getragen, 
daß er, wenn die Taube im Affekt ist, beinahe den Schwanz 
beriihrt. 

Kopf: Lang, wenig gewölbt, nicht flachstimig, flachwangig, hoch- 
getragen. 

Schnabel: Stark, mittellang, Oberteil wenig nach abwärts gebogen, 
bei weißen liell, bei andersfarbigen dunkel ; Warzen glatt. 

Augen: Nicht herausgetreten; bei weißen dunkel, bei schwarzen, ge- 
scheckten, blauen und geliämmerten dunkel mit gelber bis perl- 
farbiger Iris, Augenraud glatt und von möglichst lebhafter Farbe ; 
fahle rote und gelbe mit gelber bis perlfarbiger Iris, Augenrand 
je nach Grundfarbe des Gefieders grau bis fleischfarbig. 

Kehle: Scharf ausgebogen. 

Hals: Sehr lang und dünn und etwas abgesetzt aus den Schultern 
tretend, nach dem Kopfe dünn verlaufend; in der Mitte des Halses 
etwas vortretender Halswirbel (Knoten) wird bevorzugt. 

Brust: Ziemlich breit, hoch gehoben, nicht zu tiefes Brustbein und 
nicht sogen, gespaltene Brust. 

ßauchpartie: Voll, Bürzel breit und aufgestülpt, flaumfedrig. 

Schultern: Breit und kräftig. 



Rücken: Kurz, breit, gegen den Bürzel zu aufsteigend. 

Flügel: Am Bug breit, tief und lose anliegend. Schwingen kurz und 
schmal, gut anliegend, die Spitzen hochgetragen, weder seitlich 
hängend, nocli zwischen dem Schwänze liegend (Spaltschwanz), 
auch nie unterhalb des Schwanzes liegend. 

Schwanz: Kurz, voll, das Ende der Schwanzfedern eine gerade 
Linie Tiildend, nicht gespalten, sehr lioch getragen, der Keil mit 
flaumartigen Federn voU besetzt. 

Beine: Gestreckt und breit auseinander stehend. Schenkel: Sehr 
kräftig, lang und sehr sichtbar ; Schenkelfedern nicht zu lang ; gut 
anliegend. Füße : Stark, gerade, sehr lang. Zehen : Lang, kräftig, 
gespreizt, die Nägel bei weißen hell, bei andersfarbigen dunkel. 

Färb enschläge sowie Farbe und Zeichn ung: Schwarze, 
rote und gelbe. Alle Farben müssen rein und satt sowie an 
allen Körperteilen gleichmäßig auftreten. 

Der blaue Farbenschlag kann von hellerer oder dunklerer Farbe 
sein, nur rein in Farbe; Schwingenspitzen dunkel. 

Blaugehämmerte gleichen den blauen in allen Teilen, nur die 
Flügeldecken tragen schwarze Punkte — die bekannte gehämmerte 
Zeichnung, auch die Grundfarbe hat ein dunkleres Blau. 

Rot fahl mit Binden. Grundfarbe fahl mit dunkleren Quer- 
binden auf den Flügelschildern. 

Grobe Fehler: Flacher Kopf; zu dünner und langer Schnabel: 
langer, schiefer, gespaltener, zu breiter und nicht hoch getragener 
Schwanz; zu langer Körper, engstehende und beim Kniegelenk 
nach innen gebogene Beine; sogen, gespaltene, schmale und tief- 
hängende Brust und gebogenes Brustbein; über den Schwanz 
hinausragende Flügelspitzen. 



TAFEL 7. 



Malteser. 



Stammland: Mit Sicherheit bisher nicht ermittelt; nach Darwin 
stammt .sie yon der spanischen Taube, dem „Leghom-Runt" ab, 
wälirendPriitz als Stammland der Familie der Huhntauben Indien 
bezeiclmet. 

Erscheinung: Elegant und stolz, hoch aufgerichtet. 

Gestalt: Groß, hochgestellt, vollkommen huhnartig, kräftig, jedoch 
nicht zu schwer, sehr kurz und mäßig breit, Kopf so hoch getragen, 
daß er, wenn die Taube im Affekt ist, beinahe den Schwanz 
berührt. 

Kopf: Lang, wenig gewölbt,' nicht flachstimig, flfxhwangig, hoch- 
getragen, nur glatt. 

Schnabel: Stark, mittellang, Oberteil wenig nach abwärts gebogen, 
bei wpißen hell, bei andersfarbigen dunlcel; Warzen glatt. 

Augen: Nicht herausgetreten ; bei weißen dunkel, bei schwarzen, ge- 
scheckten, blauen und gehämmerten dunkel mit gelber bis perl- 
farbiger Iris, Augenraijd glatt und von möglichst lebhafter Farbe ; 
fahle rote und gelbe mit gelber bis perlfarbiger Iris, Augenrand 
je nach Grundfarbe des Gefieders grau bis fleischfarbig. 

Kehle: Scharf ausgebogen. 

Hals: Sehr lang und dünn und etwas abgesetzt aus den Schultern 
tretend, nach dem Kopfe dünn verlaufend; in der Mitte des Halses 
etwas vortretender Halswirbel (Knoten) wird bevorzugt. 

Brust: Ziemlich breit, hoch gehoben, nicht zu tiefes Brustbein und 
nicht sogen, gespaltene Brust. 

Bauchpartie: Voll, Bürzel breit und aufgestülpt, flaumfedrig. 

Schultern: Breit und kräftig. 

Kücken: Kurz, breit,^ gegen den Bürzel zu aufsteigend. 



Flügel: Am Bug breit, tief und lose anliegend, Schwingen kurz und 
schmal, gut anliegend, die Spitzen hochgetragen, weder seitlich 
hängend, noch zwischen dem Schwänze liegend (Spaltschwanz), 
auch nie unterhalb des Schwanzes liegend. 

Schwanz: Kurz, voll, das Ende der Schwanzfedern eine gerade 
Linie bildend, nicht gespalten, sehr hoch getragen, der Keil mit 
flaumartigen Federn voll besetzt. 

Beine: Gestreckt und breit auseinander stehend. Schenkel: Sehr 

kräftig, lang und sehr sichtbar; Schenkelfedern nicht zu lang; gut 

anliegend. Füße: Stark, gerade, sehr lang,. Zehen: Lang, kräftig, 

gespreizt, die Nägel bei weißen hell, bei andersfarbigen dunkel. 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: 

Braune sollen ein gleichmäßiges dunkelkaffeebraunes Feder- 
kleid zeigen, doch ist auch etwas lichtere Färbung nicht als Fehler 
anzusehen. 

Braun gehämmerte: Braun mit rotbraunen Binden, Flügel- 
decken mit helleren Punkten (gehämmerte Zeichnung). 

BrannmitBinden: Grundfarbe hellbraun mit dunkelbraunen 
Querbinden auf den Flügelschildern. 

Schecken treten fast nur in blau und schwarz auf. 

Mu.sel- oder Sprinzelköpf e haben kleine weiße Federn 
am Kopfe, mitunter auch am Flügelbug. 
Grobe Fehler: Flacher Kopf; zu dünner und langer Schnabel; 
langer, schiefer, gespaltener, zu breiter und nicht hoch getrap-ener 
Schwanz; zu langer KOrper, engstehende und beim Kniegelenk 
nach innen gebogene Beine; sogen, gespaltene, schmale und tief- 
hängende Brust und gebogenes Brustbein; über den Schwanz 
hinausragende Flügelspitzen. 



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TAFEL 8. 



Carrier. 



Entworfen von Sünn- 
Cain-Ehreofeld. 



Stammland: England. 

Größe: Von Schnabelspitze bis Schwanzende ca. 43—45 cm. 

Gestalt: Stolz, aufrechtstehend, markig. 

G »■sieht: Gerade, von Schnabelspitze bis Mitte Auge gemessen 
50 — 55 mm. 

Kopf: Schmal, flach, Hinterkopf scharf abgerundet. 

Schnabel: Lang, kräftig, gerade, fleischfarben. 

Scbnabelwarzen: Inder Mitte gewölbt, am Ober- und Unter- 
schnabel möglichst gleichgut entwickelt. 

Augen: Dunkel mit orangefarbener Iris, groß, lebhafter Ausdruck. 

Augenwarzen: Gleichmäßig, aus drei Ringen bestehend, dünn, 

gesundes Aussehen, kreisrund. 
Kehle: Tief ausgerundet, mit Hals und Sohnabel möglichst rechten 

Winkel bildend. 
Hals: Lang und dünn vom Ansatz bis zur Kehle. 
Brust: Mäßig breit, wenig gewölbt. 
Bauchpartie: Wenig entwickelt. 
Schultern: Breit. 



Rücken: Lang, flach, nach dem Schwänze abfallend, Oberrücken 
etwas hohl. 

Flügel: Lang, dürfen sich nicht kreuzen, sollen aber den Rücken 
gut decken. 

Schwanz: Gut geschlossen, soll den Boden nicht berühren. 

Beine: Schenkel breit angesetzt, lang und kraftig, Laufe mittel- 
lang, sehr kräftig, Zehen lang, gespreizt. 

Farbenschläge: Schwarz: tief schwarz; Braun: Dunkles Braun 
(schokoladenfarbig). Sind die Tiere der Sonne ausgesetzt, so ver; 
blaßt diese Farbe. Blau: Möglichst helles Blau (nie weißen Rücken). 
Weiß: Rein, ohne falsche Federn. 

Sonstiges: Das Gefieder soll kurz und hart sein, fest geschlossen 
und eng am Körper anliegen. Die Spitzen der Deckfedem sollen 
glänzend sein. 

Grobe Fehler: Sehr dünner Schnabel, sehr warzig-harte Augen- 
ränder, starker Hals, Kehlwamme, unregelmäßige Warzenbildung 
auf dem Oberschnabel. 

Ein etn^as dunkler Schnabel oder Sehnabelspitze bei blauen und 
schwarzen Tieren darf als großer Fehler bei sonst rassigen Tieren 
nicht angesehen werden. Das gleiche gilt bei wenig entwickelter 
Unterschnabelwarze. 



TAFEL 9. 



Dragon. 



Entworfen von W. Ber1>han- 
Hannover. 



Stammland: England. 

Größe: Mittelgroß. 

Gestalt: Kompakt, kräftig, gedrungen. 

Kopf: Recht breit, nicht flach oder eckig. Keilkopf, also hinten 
breiter als vom. 

Schnabel: Kräftig, nicht übermäßig lang, Unter- und Oberschnabel 
gleich stark. Gerade, geschlossen, stumpf. 

Augen: Kühn, feurig, Iris, außer bei weißen, rubinrot. Bei weißen 
ist das Auge dunkel. 

Kehle: Oval. 

Brust: Breit, vorstehend. 

Bauchpartie: Von der Brust ab oval verlaufend. 

Schultern: Stark, muskulös, gutgeschlossene, anliegende Kurve 
bildend. 

Rücken: Breit und flach. Recht breit zrwischen den Schultern, 
nach dem Schwänze zu schmal verlaufend. 



Flügel: Kräftig, über dem Schwänze 
Verhältnis snir Größe der Taube kurz. 



geschlossen getragen, im 



Schwanz: Kurz. 

Beine: Kurz, Schenkel kräftig und muskulös. 

Farbe und Zeichnung: Blau, blaugehämmert, rot, gelb, weiß, 
grizzle (Pfeffer und Salz), Silber, ferner silber-, braun- und rot- 
gehämmert. 

Schnabelwarze: Von vom nach hinten ansteigend, also hinten 
breiter und höher als vom, Dreieck -Form, von feiner Struktur, 
fest geschlossen, nicht rauh oder brüchig, nur am Oberschnabel. 

Augenwarzen: Im Vergleich mit der Größe und Stärke des 
Schnabels nur mäßig groß, hinten etwas kleiner als vom, fest an- 
liegend, von feiner Struktur. Bei blauen, gehämmerten, Silber 
und Grizzle so dunkel als möglich. 

Gesamteindruck: Lebhaft, robust, kurz und gedrungen, kühn, hart . 

Grobe Fehler: Dünner Schnabel, schmaler Kopf, lange Feder. 

Leichte Fehler: Etwas ^-auhe Schnabelwarze, nicht ganz dunkle 
Augenwarze, Mangel in Farbe bezw. Zeichnung. 



TAFEL 10. 



Indianer. 



Stammland: Wahrscheinlich Indien, in England zur Rassetaube 
herausgezüchtet. 

Größe und Gestalt: Kurz und gedrungen (eingezogen), breit ge- 
baut und tief gestellt, Länge 36—38 cm. 

Kopf: Kurz, breit vor und hinter den Augen, darf also unmittelbar 
hinter dem Schnabel nicht schmäler sein, von der Schnabelspitze 
bis zum Hinterkopfe kreisrund ; von Augenring zu Augenring soll 
der Kopf 25 mm messen. 

Schnabel: Kurz, stumpf, .an der Wurzel stark und breit, Ober- 
und Unterschnabel gleich stark, nach unten gebogen, geschlossen, 
fleischfarbig. 

Schnabel Warzen: Breit (möglichst wie Kopf breite), aufgetrieben, 
aber glatt, in der Mitte durch einen Einschnitt geteilt; Unter- 
schnabel hat eine Warze von annähernd gleicher Größe, je nach 
dem Alter des Tiers, wie die oberen; außerdem zu beiden Seiten 
des Unterschnabels noch je eine kleinere, mehr rötliche (nicht 
weiß bepuderte) Warze, welche die Mundwinkel decken. 

Augen: Groß, perlfarbige Iris; Augenringe groß (bis 25 mm Durch- 
messer), zirkelrund und gleichmäßig in den Ringen, äußerer Ring 
etwas aufgetrieben, vom Auge abstehend, Farbe möglichst karmin- 
rot, im ganzen einen breiten, dicken, ziemlich vom Kopf abstehen- 
den zirkelrunden Kreis bildend. Die Ringe sollen gebildet werden 
durch dicht aneinander liegende, feste (nicht schwammige) Warzen, 
die mehr oder weniger tiefe Einschnitte (Furchen) aufweisen; sie 
sollen etwas über den Kopf hinausragen, sollen parallel laufen 



und nicht etwa nach dem Schnabel neigen. Nach innen — dem 
Auge zu — sollen die Ringe sich nicht ausdehnen. 

Kehle. Klein, scharf gebogen. 

Hals: Kurz, stark auf den Schultern aufgesetzt, an der Kehle dünn 
und rund, etwas nach rückwärts gebogen. 

Brust: Recht breit, stark vortretend, gewölbt. 

Rücken: Kurz, an den Schultern etwas hohl. 

Flügel: Ziemlich lang, wenig geschlossen, daher die Schenkel 
deckend, Schwingenspitzen rulien lose auf den Seiten desSchv/anzes. 

Schwanz: Nur wenig länger als die Flügelspitzen, ziemlich schmal. 

Beine: Schenkel und Füße sehr kurz, erstere von den Seitenfedern 
und den Flügeln verdeckt, Füße nackt und dunkelrot von Farbe. 

Farben undZeichnung: Schwarz, braun, rot, gelb, weiß (sämtlich 
einfarbig), selten blau und gesprenkelt, schwarze und gelbe zeigen 
die intensivste Farbe. 

Bemerkungen: 1. Die Vorschriften für Schnabel, Schnabel warzen, 
Kopf und Augenringe beziehen sich auf völlig ausgewachsene 
Tiere. Ein- oder zweijährige Tiere zeigen eine solche Entwicke- 
lung noch nicht. 

2. Der kleinere, deutsche Indianer, der in Kopfform dem eng- 
lischen sehr nachstand, sowie der französische Indianer, der stärkere 
Form und höhere Beine hatte, ist in Deutschland auf den Aus- 
stellungen nicht mehr anzutreffen. 

Grobe Fehler: Dünnen, langen Schnabel, schmale Stirn, eckigen 
Kopf, schwache Augenringe, hohe Beinstellung. 



TAFEL 11. 



Nürnberger Bagdette. 



Aufgeetellt vom Spezialklub für 
Nürnberger Rassetaubeu. 



Stammlanrt: Der Orient. 

Größe: 42-43 cm. 

Gestalt und Haltung: Kräftig, stolz aufgerichtet. 

Kopf: Lang und schmal ohne Ecken, gewölbt. Der Hinterkopf soll 
leicht abgerundet in den Hals übergehen. 

Augen: Groß und kühn. Die Farbe derselben ist bei den Weißen 
und Schecken dunkelbraun, bei den Gelben, Roten, Blauen, Ge- 
hämmerten und Schwarzen rotäugig; also rote Iris. 

Augenrand: Ca. 15mm, lebhaft rot. 

Schnabel, auch Hörn genannt: Die Farbe desselben ist bei 
Weißen, Gelben, Roten, Schwarzen und Schecken fleischfarbig; 
bei den einfarbig Blauen und Gehämmerten hornfarbig. Bei den 
einfarbig Scliwarüen ist gebrannter Oberschnabel zulässig. 

Die Länge des Schnabels ist von der Stirn bis zur Schnabel- 
spitze gemessen 40 — 42 mm. Er muß kräftig, gut geschlossen, 
der Bogenlinie des Kopfes folgend, schön gebogen und stumpf sein. 

Der Oberschnabel darf den Unterschnabel nicht oder nur un- 
bedeutend überragen. 

Die Schnabelwarzon sind herzförmig und weiß gepudert. 

Hals: Lang, schlank und hübsch gebogen, Kehle gut ausgerundet. 
Hals, Kopf und Selmabel bilden eme Bogenlinie, in schöner, gleich- 
mäßiger Rundung, ebne jede Unterbrechung. 



Brust: Breit und stark vortretend. 

Kücken: Breit und leicht gewölbt. 

Flügel: Mittellang, vom Körper etwas abstehend, vorne breit, nach 
hinten spitz verlaufend. Schwingen kurz. 

Schwanz: Ziemlich kurz und wenig über die Flügelspitzen hinaus- 
ragend. 

Bauch: Lang, mäßig rund, 

Beine: 11 — 12',', cm lang, stark, vom Kniegelenk abwärts unbe- 
fiedert und von roter Farbe. 

Farbe und Zeichnung: Die Nürnberger Bagdette kommt in 
fast allen Farben, sowohl gescheckt, geherzt wie einfarbig vor. 
Erstere sind durcligehends besser und feiner in den Rassemerk- 
malen. 

Die Farben sind satt und glänzend. 

Von Darstellung einfarbiger Tiere wurde abgesehen, da diese 
selten auf Ausstellungen gezeigt werden und meist sehr mangel- 
haft sind. 

Grobe Fehler: Druck (Vertiefung) zwischen Kopf und Schnabel, 
breiter, flacher Kopf (sogenannter Säbelhieb), spitzer, dünner 
Schnabel und kurzer Hals. 



TAFEL 12. 



Französische Bagdette. 



Stammland: Frankreich. | 

Größe und Gestalt: Kräftig, gestreckt (je größer desto wertvoller), | 
stolze Haltung, scheues und flüchtiges Temperament. i 

Kopf: Vorderkopf ziemlich lang, Hinterkopf sehr scharf gebogen, 
etwas eckig, Stirn und Scheitel flach und schmal, Schnabel, Stirn 
und Scheitel sollen eine gerade Linie bilden. i 

Schnabel: Ziemlieh lang, stark und gerade, an der Spitze nur leichte i 
Biegung, Unterschnabel muß ebenso stark sein wie der Oberschnabel. ! 
Schnabel, Stirn und Scheitel sollen keilförmig sein. Schnabel- 
farbe fleischfarbig, nur die Blauen können hellhornf arbigen Schnabel 
mit dunkler Spitze haben. 

Schnabel Warzen: Verhältnismäßig lang, flach «ads'iSeischf arbig 
(nicht bepudert). 

Angen: Groß und lebhaft, etwas vorstehend, Iris perlfarbig, bei 
weißen Tieren dunkles Auge noch zulässig; Augenraud breit, 
fleischrot, Gewebe fein, gut anliegend. 

Kehle: Scharf gebogen, fast eckig. 

Hals: Schwach ans den Schultern tretend, lang und dünn, hoch- 
getragen (lotrecht), in der Mitte eine Biegung nach vorn (vor- 
stehender Halswirbel). 1 

Brust: Breit und leicht abgerundet, vor die Schultern etwas vor- 
tretend, Brustbeui etwas vorstehend. 



Bauchpartie: Vorderleib etwas fleischige Hinterleib wenig ent- 
wickelt. 

Schultern: Breit, hochgetragen, etwas vorstehend. 

Rücken: Lang, etwas hohl, nach dem Schwänze schmal verlaufend 
und etwas abfallend. 

Flügel: Mittellang, gut geschlossen, vom hochgezogen, lose an- 
liegend, an der Brust etwas vorstehend, Spitzen auf dem Schwänze 
fast aufliegend. 

Schwanz: Gut geschlossen, im erregten Zustand fast horizontale 
Haltung, sonst der Rückenlinie folgend. 

Beine: Sehr lang und stark, nicht breit auseinander stehend, im 
Knie nur leicht gebogen, Zehen lang und gespreizt, Läufe und 
Zehen lebhaft rot. t 

Farbenschläge: Schwarz, blaugehämmert, rot, gelb, gescheckt 
und weiß; letzterer Farbenschlag am meisten vertreten. 

Sonstiges: Gefieder stark und knapp, so daß nackte Haut vam 
Oberhalse, an- den Schultern und dem Brustknochen zum Vorschein 
koramt.'-.'iitltere Tiere zeigen in der Regel starken Hals und 
Kopf soAViö warzige Augenränder von blasser Farbe. 

Grobe Fehler: Dünner, krummer Schnabel, abgesetzte Stirn, 
nicht vortretender Halswirbelknoten, kurzer starker Hals und 
kurze Beine, blasser Schnabel und Augenränder. 



TAFEL 13. 



Show AntAverp. 



Dem Werke „Der Show Homer 

und Show Antwerp" Ton Körber 

mifc Genehmigung des Verfassers 

entnommen. 



St am ml and: England. 

Größe und Gestalt: Kräftig, kühn und anfreeht. 

Kopf; Groß, dick, in Form oval bei den mittel- und langgesich- 
tigen Tieren. In Profil gesehen eine schöne Bogenlinie von der 
Spitze des Schnabels über den Kopf bis zum Genick bildend. 
Der Hinterkopf so dick als möglich; Backenknochen breit und 
kraftig, Wangen voll und o-ut gerundet. Bei den kurzgesichtigen 
Tieren soll der Kopf, von der Seite gesehen, rund sein und nicht 
oval, wie bei den vorgenannten^ auch muß der Kopf recht breit 
und das Gesicht voll und rund sein; die Entfernung vom Auge 
bis zur Warze einerseits und andererseits bis zur Nackenlinie 
muß möglichst groß sein. 

Schnabel: Schwarz, so kräftig als möglich, stumpf au der Spitze, 
geschlossen; Ober- und Unterschnabel von gleicher Stärke. 

Warze: Von mäßiger Grösse, weich, glatt, flügelartig angelegt, 
nicht grob und plump, auch soll dieselbe die Bogenlinie des 
Schnabels und Kopfes nicht übersteigen. 

Auge: Groß und glänzend, rote Iris, kühn; das Auge darf nicht 
zu hoch liegen. Äugenrand dunkel bei jungen, heller bei älteren 
Tieren; kreisrund, fein im Gewebe nnd trocken, so sclnnal wie 



möglich, kann jedoch zwischen Auge und Schnabelwarze etwas 
stärker sein. 

Kehle: Ohne Wammenbildung. 

Hals: Mäßig lang, von der Brust nach dem Kopf dünn verlaufend. 

Körper: Groß, gute Form; Brust stark gewölbt, breit und voll; 
Schultern breit und vorstehend ; Rücken lang nnd flach. 

Flügel: Kurz, breit, gut geschlossen, leicht auf dem Schwänze 
ruhend. 

Schwanz: Kurz, Federn breit, Spitze nur wenig über dem Boden 
getragen. 

Beine: Mäßig lang aberstark; muskulöse Schenkel, gut gespreizte 
Zehen, Farbe der Füße dunkelrot. 

Farbe und Zeichnung: Außer den drei d argestsellten 
Tieren giebt es noch blaue mit schwarzen Binden und blauge- 
hämmerte. Diese letzteren beiden Schläge werden in Deutsch- 
land fast gar nicht gezüchtet. 

Fehler: Dünnen Schnabel, unterbrochenes Profil, schmale Stirn, 
zu hohe Beine, lange Flügel und langer Schwanz. 



TAFEL 14. 



Show Homer. 



Dem Werke „Der Show Homer 

und Show Antwerp" von Körbei' 

mit Genehmigung des Verfassers 

entnommen. 



Stammland: England. 

Größe und Gestalt: Kräftig, aufgerichtet, kurz, gewandt in 
allen Bewegungen. 

Kopf: Groß, langes Gesicht, breite Stirn, im Profil eine ununter- 
brochene BogenUnie von der Spitze des Schnabels bis zum Nacken 
bildend. Die verlängerte Stirn muß die gleiche Stärke wie der 
Schnabelansatz haben, so daß Kopf und Schnabel, von oben ge- 
sehen, keilförmig erscheinen, also ohne seitliche Vertiefungen. 

Schnabel: Von mittlerer Länge, Ober- und Unterschnabel kräftig, 

feschlossen ; Farbe dunkel, bei hellem Gefieder ist hellhomf arbiger 
chnabel kein Fehler. 

Warze: Möglichst klein, weiß, fein geädert, nicht geperlt wie bei 
den Dragons, in der Mitte geteilt = V, nicht = V geschlossen. 

Auge: Perlauge (weißgrau), mattrötlichgelb kein grober Fehler; 
soll in der Mitte des Kopfes sitzen. Angenrand schwarzgrau, 
sehr klein und fest; der Augenrand soll jahrelang in gleicher 
Größe und Farbe bleiben. 

Kehle: Fein ausgeschweift. 



Hals: Kurz, am Rumpfe breit und voll, nach dem Kopfe allmählich 
dünn verlaufend. 

Rumpf: Kurz aber kräftig, breite Schultern, Brust gut gerundet, 
Rücken breit und flach. Rumpf soll von den Schultern bis zur 
Schwanzspitze einen keilförmigen Eindruck machen. 

Schwanz: Kurz und schmal, gut geschlossen, nach unten gerichtet. 

Schenkel und Füße: Kurz und kräftig, unbefiedert. 

Gefieder: Glatt anliegend, Flügel kurz, Schwungfedern breit und 
gut übereinander fassend. Wenn die Taube aufrecht steht, müssen 
die Flügel fest am Körper liegen und der Rücken vollständig 
gedeckt sein. 

Farbe und Zeichnung erläutern die dargestellten Tiere. 

Fehler: Dünner Schnabel, schlecht geformte Warze, schmale, ein- 
gefallene Stirn; starker, weißer oder roter Augenring, rotes oder 
ganz dunkles Auge, Warze am Unterschnabel. Dicke Kehle 
(Wammebildung), offener Rücken, langer Schwanenhalz, lang ge- 
streckter Körperbau ; breiter, schiefer oder hochgehaltener Schwanz 
(Fächerschwanz); weißer Sattel oder Steiß, lange Storchbeine, 
befiederte Beine und Zehen. 





fehlerhafte | vorscijriftsmäljige 
Stirn-und Warzenbildung. 




TAFEL 15. 



Show Homer. 



Dem Werke „Der Show Homer 

und Show Antwort)" von KSrber 

mit Genehmigung des Verfassers 

entnommen. 



Stammland: England. 

Größe und Gestalt: Kräftig, aufgerichtet, kurz, gewandt in 
allen Bewegungen. 

Kopf: Groß, langes Gesicht, breite Stirn, im Profil eine ununter- 
brochene Bogenlinie von der Spitze des Schnabels bis zum Nacken 
bildend. Die verlängerte Stirn muß die gleiche Stärke wie der 
Schnabelansatz haben, so daß Kopf und Schnabel, von oben ge- 
sehen, keilfönnig erscheinen, also ohne seitliche Vertiefungen. 

Schnabel: Von mittlerer Länge, Ober- und Untersclmabel kräftig, 
geschlossen ; Farbe dunkel, bei hellem Gefieder ist hellhomf arbiger 
Schnabel kein Fehler. 

Warze: Möglichst klein, weiß, fein geädert, nicht geperlt wie bei 
den Dragons, in der Mitte geteilt = V, nicht = V geschlossen. 

Auge: Perlauge (weißgrau), mattrötlichgelb kein grober Fehler; 
soll in der Mitte des Kopfes sitzen. Augenrand schwarzgrau, 
sehr klein und fest; der Augenrand soll jahrelang in gleicher 
Größe und Farbe bleiben. 

Kehle: Fein ausgeschv/eift. 



Hals: Kurz, am Rumpfe breit und voll, nach dem Kopfe allmählich 
dünn verlaufend. 

Rumpf: Kurz aber kräftig, breite Schultern, Brust gut gerundet, 
Rücken breit und flach. Rumpf soll von den Schultern bis zur 
Schwanzspitze einen keilförmigen Eindruck machen. 

Schwanz: Kurz und schmal, gut geschlossen, nach unten gerichtet. 

Schenkel und Füße: Kurz und kräftig, unbefiedert. 

Gefieder: Glatt anliegend, Flügel kurz, Schwungfedern breit und 
gut übereinander fassend. Wenn die Taube aufrecht steht, müssen 
die Flügel fest am Körper liegen und der Rücken vollständig 
gedeckt sein. 

Farbe und Zeichnung erläutern die dargestellten Tiere. 

Fehler: Dünner Schnabel, schlecht geformte Warze, schmale, ein- 
gefallene Stirn; starker, weißer oder roter Augenring, rotes oder 
ganz dunkles Auge, Warze am Unterschnabel. Dicke Kehle 
(Wammebildung), offener Rücken, langer Schwanenhalz, lang ge- 
streckter Körperbau ; breiter, schieter oder hochgehaltener Schwanz 
(Fächerschwanz); weißer Sattel oder Steiß, lange Storchbeine, 
befiederte Beine und Zehen. 



TAFEL 16. 



Reise-Brieftaube. 



Gesamteindruck: Eine Taube toit der Größe einer kräftigen 
Feldtaube, mit stolzer Haltung, feurigem Blick und lebhaftem 
Temperament. Der ganze Körper soll nicht langgestreckt, sondern 
verhältnismäßig kurz and gedrungen sein. 

K o p f : Kräftig entwickelt, iji seiner oberen Linie eine tadellose 
Kurve bildend, die an der Schnabelspitze als fast gerade Linie 
beginnt und sich über die Stirn weg zum Nacken ;ils sehr gleich- 
mäßige Bogenlinio ohne jede Einbuchtung und Erhöhung aus- 
breitet. 

Sohnabel: Verhältnismäßig kräftig, gut geschlossen, Oberschnabel 
nicht vorstehend. Er soll keilförmig ohne jeden Absatz in die 
Kopfliuie übergehen. 

Augen: Dunkel mit roter Iris, bei mehr langschnäbeligen Tauben 
ist helle Iris statthaft. Angenrand von grauer oder weißlicher 
Färbung, glatt. 

Kehle: Schön ausgeschnitten, ohne Wamme. 

Hals: Kräftig und mäßig lang, an den Schultern voll. 

Brust: V^erliältnismäßig breit, gut ausgeprägt aber nicht übermäßig 
vorragend. 

Körper: In der Bru.stpartie am kräftigsten entwickelt und nach 
hinten sich schnell verjüngend. 

Flügel: Kräftig entwickelt, gut bemuskelt, möglichst breite 
Schwingen, die auch im Oberflügel sehr gut entwickelt sein 
müssen. Sie sollen in der Kulie den Rücken 2ut bedecken und 



nur eine möglich;^t kleine Stelle an der Schwanzwurzel offen 
lassen. Schwingen nicht übermäßig lang, in der Kühe sich über 
den Schwanzfedern zusammenlegend, sodaß beide Flügelspitzen 
einander berühren. 

Schwanz: Schmal; die Federn dicht übereinanderliegend, nur 
wenig über die Flügelspitzen hinausragend. 

Beine: Von rötlicher Farbe, nicht sehr hoch, sodaß die Taube 
nicht stelzfnßig erscheint, kräftig entwickelt mit kräftigen mittel- 
langen Zehen, Zehen und unterer Lauf unbefiedert. Die Krallen 
wie Schnabel schwarzhornfarben. Bei roten, besonders hellroten 
oder hellrotgelben und fahlen Tauben ist ein bräunlicher Anflug 
bei Schnabel und Krallen gestattet. Bei weißen Tauben ist 
heller Schnabel mit hellen Krallen gestattet. 

Gefieder: Fest und glatt anliegend, in allen Farben vorkommend. 
Bei gehämmerten Tauben ist erforderlich, daß die Schuppen auf 
dem Gefieder gleichmäßig- verteilt und entwickelt sind und sich 
nicht Flächen ohne Schuppenbildung zeigen; bei Tauben mit 
Binden, wie blau und fahl, sollen die Binden nicht zu breit und 
gut abgegrenzt erscheinen, ohne einen Anflug von dritter Binde 
zu zeigen. Bei einfarbigen Tauben soll die Färbung des Eückeu- 
gefieders eine gleiche sein. 

Als grobe Fehler gelten : Rötliche Färbimg der Augenringe, 
heller Schnabel besonders bei einfarbigen blauen und gehämmerten 
Tauben, befiederte Läufe, deutlich ausgeprägte Kehlwamme. 



TAFEL 17. 



Deutsche Ausstellmigs-Brieftaube. 



Form lind Haltung: Kräftig, gedrungen, etwas aufrechte 
Haltung. Der Täuber soll von der Scnnabelspitze bis zum 
Schwänzende im gestreckten Zustande nicht mehr als 36 bis 38 cm, 
die Täubin nicht mehr als 35 bis 37 cm messen. 

Schnabel: Mittellang, an der Basis stark, nach vom etwas spitz 
verlautend, Nasenwarzen gut entwickelt, aber nicht wulstig, 
sondern glatt, bepuderte Außenflächen. Farbe dunkel bei blauen, 
gehämmerten, scnwarzen und ziegelroten, hellhornfarbig bei den 
.mderen Arten. — (Weiße müssen fleischfarbenen Schnabel haben.) 

Kopf: Über dem Auge breit, nach der Stirn und dem Schnabel 
schmal verlaufend, Schnabel und Stirn müssen eine schwache ßogen- 
linie bilden, die ohne Unterbrechung in den gewölbten Kopf über- 
laufen soll, Hinterkopf nach dem Halse in guter Rundung abfallend. 

Auge: Etwas vortretend, dunkle Pupille, Iris ziemlich breit, orange- 
farbig bis rot, Blick kühn und scharf, Augenrand nicht rimzlig 
schmal und von hellgrauer Farbe, welche bei den hellen Farben- 
schlägen ins fleischfarbene übergeht. Weiße haben dunkle Augen. 

Kehle: Scharf ausgerundet. 

Hals; In den Schultern voll und breit, nach dem Kopfe dünner 
verlaufend, gut aufgerichtet; im übrigen kurz. 

Brust: Gewölbt, breit und nicht tief getragen, auch nicht zu sehr 
hervortretend. 

Schultern: Breit ; Rücken: Nach dem Schwänze leicht abfallend. 

Rumpf: Gedrungen, möglichst kurz. 

Bauch; Kurz und gewölbt. 

Flügel: Am Bug etwas vorstehend, gut geschlossen. Schwingen 
breit, damit der Unterrücken von dem Flügelschilde uno den 
Schwingen gut gedeckt wird. • . 

Schwanz: Kurz, die Schwingen höchstens um IVs Ms 2 cm übei-- 
ragend, geschlossen, leicht abfallend. Die SchwÄnzlage soll eine 
Verlängerung der Rückenlinie bilden. Eine Schwanzfeder (Total- 
länge) soll mcht über 13 cm messen; (12 cm Ideal). .D|f Fahnen 
sollen breit seiR. 

Beine: Kräftig, möglichst^ kurz, unbefiedert, Schenkel muskulös, 
Farbe je nach dem Alter des Tieres graurottbis rot. Zehen wie 
vor, mit dunklen Krallen bei den blauen, schwarzen, gehä.uinerten 



und fahlroten , sowie hellhornfarbig bei den übrigen Farben- 
schlägen. 
Gefieder, Farbe und Zeichnung: Das Gefieder soll fest an- 
liegen, es soll also hart und die Federn kurz sein. Alle Farben 
sollen rein und gleichmäßig auftreten, sie dürfen auch des üb- 
lichen Glanzes nicht entbehren. Binden, wo solche vorhanden 
sind, werden schmal und durchgehend verlangt, die bekannte ge- 
hämmerte und gelerehte Zeichnung muß eine regelmäßige sein. 
j Farbenschläge: Blaue mit schwarzen Binden. Farbe 
einschließlich Rücken und Oberschwanzdecke rein taubenblau, 
Hals schai-f metallisch grünschillemd, Binden schwarz, Querband 
des Schwanzes mattschwarz; blau gehämmerte: Farbe tmd 
Zeichnimg wie vor, Flügelschild gleichmäßige schwarze Tupfen 
j (hier treten Tiere von heller und dunkler Grundfarbe auf); 
gelerehte: fahlgraue (hellgraue) Grundfarbe, Binden und 
, Lerchenzeichnung sowie Schwanz binden, von dunkelbraun- 
I grauer Farbe, Hals dunkelgrau mit schwach grünmetallischem 
Glänze ;bra unrote: dunkel ziegelrote Farbe, Schwingen, Schwanz 
[ und Hinterleib hellblaugrau oder fahlrot; braunrot gehäm- 
I merte: Farbe wie vor, die regelmäßig gehämmerte Zeichnung 
j . zeigt die Farbe der Schwingen und des Schwanzes; mehl fahle: 
Grundfarbe mehlfahl, Hai.? und Schwingen etwas dunkler, ersterer 
leicht metallgrün schillernd , Flügelbinden und Schwanzbinde 
brannschwarz; silberblaue: Grundfarbe silberblau, Bauch und 
Unterschwanzdecke mehr silbergrau, Hals, Schwingen und Schwanz 
etwas dunkler, ersterer metallisch glänzend, Flügelbinden und 
Schwanzbinde braunschwarz, der Kopf darf die dunklere Farbe 
des Halses nicht haben; rotsil berfahlo: sie zeigen wenig 
Abweichung von den silberblauen. Die Farbe ti-ägt statt des 
silberblauen einen silberfarbenen, aber ins rote schillernden Ton, 
Hals ins rotbraune übergehend , Flügelbinden und Schwanzbinde 
dunkelbraun, Schwingen etwas dunkler als die Flügelschildfarbe. 
Die Kopffarbe soll von der Grundfarbe nicht abweichen. Wie 
bei der blaugehämmerten Brieftaube tritt auch bei der rotsilber- 
fahlen Varietät eine hellere und eine dunklere Farbennuance in 
der Grundfarbe auf; eTbsgelbe; Grundfarbe elfenbeingra,u, 
Hals, Binden und Querband im Schwänze gelb. Einfarbig 
schwarze, rote, gelbe, weiße: Jede Farbe muß gleichmäßig 
an allen Körperteilen auftreten, die schwarzen sol'en metallgrünen 
Hals zeigen. 



TAFEL 18. 



Farbentaubeii: Strasser. 



Stammland: Niederösterreich und Mähren. (Nach Baldamus- 
Koburg und Scholz- Wien hat die Wiege des Strassers in Nikols- 
bnrg gestanden.) 

Gestalt: Stark und kräftig, gedrungen, doch nicht so kurz als 
die Florentinertaube. 

Kopf: Ziemlich groß, Stirn nicht flach und ziemlich breit, vom 
Schnabelansatz bis zum Genick eine Bogenlinie bildend; glatt oder 
spitzkappig. 

Augen: Iris orangefarbig, Augenrand schmal, bei roten und gelben 
Tieren fleischfarbig, bei den anderen Farbensohlägen grau. 

Schnabel: Stark und ziemlich lang, Oberschnabel an der Spitze 
leicht gebogen. Bei roten und gelben Tieren fleischfarbig, bei den 
anderen Farbenschlägen dunkel, Schnabelwarzen wenig entwickelt. 

Kehle: Gut gerundet, ohne Wamme. 

Hals: Mittellang, breit aus den Schultern vortretend. 

Brust: Sehr breit und voll. 

Rücken: Breit an den Schultern, gerade, verhältnismäßig kurz. 



Flügel: Kräftig, verhältnismäßig kurz, Schwingen geschlossen una 
auf dem Schwänze ruhend. 

Schwanz: Ziemlich breit, gerade getragen, von mittlerer Länge, 
er soll die Schwingen nur wenig überragen. 

Beine: Ziemlich kurz, kräftig, bis zu den Schenkeln unbefiedert. 

Farbe und Zeichnung: Grundfarbe weiß; Kopf, Flügel, Rücken, 
Bürzel, Schwanz und Keil (Unterschwanz) farbig; alle Farben 
sollen rein und satt (intensiv) sein. Die Farbe des Kopfes muß 
an der Vorderhälfte des Halses etwas in den sogenannten Latz 
reichen und von da zu beiden Seiten regelrecht nach dem Hinter- 
kopf ^'erlaufen. Die Schwingen der blaugehämmerten und blauen 
Farbenschläge sollen dunkel auslaufen, der Schwanz muß eine 
dimkle Querbinde zeigen. Füße lebhaft rot. 

Farbenschläge: Rot, gelb, schwarz, blau. 

Grobe Fehler: Dunkle oder zweierlei Augen, ganz dunkler 
Schnabel bei roten und gelben Tieren, Schilfschwanz und schil- 
fige Schwingen, weiße Schwungfedern, farbiger Bauch, zu farbige 
Schenkel, ganz weißer Rücken, unreine Farbe in den Flügel- 
schildem und -Schwingen, befiederte Füße. 



TAFEL 19. 



Farbentauben: Strasser. 



St ammland: Niederösterreich und Mähren. (Nach Baldamus- 
Koburg und Scholz-Wien hat die Wiege des Strassers in Nikols- 
burg gestanden.) 

Gestalt: Stark und kräftig, gedi'ungen, doch nicht so kurz als 
die Florentinertaube. 

Kopf: Ziemlich groß, Stirn nicht flach und ziemlich breit, vom 
Schnabelansatz bis zum Genick eine Bogenlinie bildend; glatt oder 
spitzkappig. 

Augen: Iris orangefarbig, Augenrand schmal, bei roten und gelben 
Tieren fleischfarbig, bei den anderen Farbenschlägen grau. 

Schnabel: Stark und ziemlich lang, Oberschnabel an der Spitze 
leicht gebogen. Bei roten und gelben Tieren fleischfarbig, bei den 
anderen Farbenschlägen dunkel, Schnabelwarzen wenig entwickelt. 

Kehle: Gut gerundet, ohne Wamme. 

Hals: Mittellang, breit aus den Schultern vortretend. 

Brust: Sehr breit und voll. 

Rücken: Breit an den Schultern, gerade, verhältnismäßig kurz. 



Flügel: Kräftig, verhältnismäßig kurz, Schwingen geschlossen und 

auf dem Schwänze ruheutl. 
Schwanz: Ziemlich breit, gerade getragen, von mittlerer Länge, 

er soll die Schwingen nur wenig überragen. 
Beine: Ziemlich kurz, kräftig, bis zu den Schenkeln unbefiedert. 

Farbe und Zeichnung: Grundfarbe weiß ; Kopf, Flügel, Rücken, 
Bürzel, Schwanz und Keil (Unterschwanz) farbig; alle Farben 
sollen rein und satt (intensiv) sein. Die Farbe des Kopfes muß 
an der Vorderhälfte des Halses etwas in den sogenannten Latz 
reichen und von da zu beiden Seiten regelrecht nach dem Hinter- 
kopf verlaufen. Die Schwingen der blaugehämmerten und blauen 
Farbenschläge sollen .dunkel auslaufen, der Schwanz muß eine 
dunkle Querbinde zeigen. Füße lebhaft rot. 

Farbensehläge: Getigert, g■esch^lppt, blau, blaugehämmert und 
blau mit Binden. 

Grobe Fehler: Dunkle oder zweierlei Augen, ganz dunkler 
Schnabel bei roten und gelben Tieren, Schilfschwanz und schil- 
fige Schwingen, weiße Schwungfedern, farbiger Bauch, zu farbige 
Schenkel, ganz weißer Rücken, unreine Farbe in den Flügel- 
schildern und -Schwingen, befiederte Füße. 



TAFEL 20, 



Luchstaube. 



Aufgestellt vom Klub der 
Luchstauben-Züphter. 



Stamtnlaud: Kiakau und Umgegend. 

Länge: Von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende 38 — 40 cm. 

Gestalt und Hai tung: Feldtaubengestalt, jedoch viel größer 
und stattlicher, Größe und Breite sind die wichtigsten Merkmale, 
sehr lebhaft. 

Kopf: Ziemlich groß, glatt, mit ziemlich hoher, breiter Stirn. 

Schnabel: Mittellang und dunkel von Farbe. 

Augen: Gelbrot mit feurigem Glanz. 

Kehle: Scharf gebogen. 

Hals: Kurz und breit mit Luftkropf. 

Brust: Sehr breit und voll, Brustumfang 32—33 cm, erscheint, 
durch den aufgeblasenen Kropf noch bedeutender an Umfang. 

Rücken: Ziemlich kurz, sehr breit, etwas gewölbt. 

Flügel: Ziemlich kurz, aber breit, Flügelbuch von den Brnstfedern 
bedeckt, die Flügelspitzen berühren sich über dem Schwänze. 

Schwanz: Ziemlich kurz, etwas breit, mit breiter dunkler Binde 

am Ende. 
Bauch: Sehr voll und bedeutend im Umfang. 



Beine und Füße: 
siclitbar. 



Kurz, unbefiedert und rot, Schenkel nicht 



Farbe und Zeichnung: Es gibt 1. einfarbige in blau und 
schwarz, beide mit Itreiten, weißen Binden^ die bei den blauen 
schwarz gesäumt sind, 2. geschuppte, die beliebteste und am 
meisten verbreitete Spielart. Die Schuppenzeichnung soll sich 
auf das ganze Flügelschild erstrecken und möglichst gleich- 
mäßig sein. Das Grundgefieder des Flügels ist weiß und jede 
sichtbare Feder der Flügeldecke ist am Ende mit einem dunkel- 
blauen oder schwarzen gleichmäßigen Endsaum versehen*). Die 
Flügelschwingen sind entweder reinweiß bei den Weißschwingigen 
(sog. Polniselien) oder dunkel, schwärzlich bei den Dunkel- 
schwingigen (sog. Karpathen). 

Bei den Weißschwingigen ist das Vorstehen dunkler Farben 
auf den weißen Schwingen, bei den Dunkelschwingigen sichtbares 
Weiß bei geschlossenem Flügel (sog. Schilf) verwerflich. Der 
Bauch soll möglichst dunkelblau sein, jedoch ist ein kleiner weißer 
Fleck zulässig. 

Grobe Fehler: Schwache Figur und flache Brust, langer, den 
Römern ähnlicher Rücken, schlechte Farbe und Zeichnung, weniger 
als sechs weiße Schwingen bei den Weiß-, viel Schilf bei den 
Dunkelschwingigen, bestrümpfte Beine, dunkles Auge. 



*.) Anm.: Wir unterscheiden zwei Arten: die vorerwähnte und die mit f.trbigem Flügelschild, dieses liat weiße, scliwarzgesäumte Zeichniuig. Die erst- 
erwähnte Gattung ist durch ein Versehen nicht zur Darstellung gelangt. 



TAFEL 21. 



Modenesertaube. 



Stammland: Oberitalien, speziell Modena : doch soll sie Ähnlicli- 
keit mit der Indischen Flugtaube haben und wird von da nach 
Italien eingeführt worden sein. Nach Deutschland zuerst durch 
Baldamus imd Prütz. Mitte der 70 er Jahre des vergangenen 
Jahrhunderts eingeführt. 

Gröiäe: Länge 29 — 30 cm. 

Gestalt: Schön runde Körperform, edle Haltung, den Schwanz 
etwas hochgetragen, doch bei weitem nicht so hoch wie der 
Malteser oder der Florentiner. 

Kopf: Ohne Haube, schön gewölbt, Stirn soll nicht zu sehr ab- 
gesetzt sein. 

Schnabel: Mittellang, bei den dunklen Varietäten schwarz, bei 
den anderen hell. Er darf nicht dünn, sondern soll verhältnismäßig 
stark sein. Nasenwarzen kurz, ziemlich flach und weiß bepudert. 

Augen: Lebhaft, dunkel mit orangefarbener Iris. Augenrand 
wenig entwickelt, matt fleischfarbig bei hellen, dunkler bei den 
anderen Arten. 

Hals: Mittellang und kräftig gebogen. 

Kehle: Nur mäßig ausgeschnitten (gebogen). 

Brust: Breit und gewölbt, ohne Spalte. 

Bauchpartie: Voll, Hinterteil ziemlich breit und rund, in der 
Aftergegend etwas Flaum. 

Schultern: Breit. 

Rücken: Kurz, nicht abfallend. 

Flügel: Kurz, an der Brust lose, nach hinten fest geschlossen, 
ohne zu kreuzen, das Schwanzende nicht ganz erreichend, doch 
aufliegend. 



Schwanz: Kurz, wenig hochgetragen, gut geschlossen. 

Beine: Schenkel kräftig und stark sichtbar. Ständer unbe- 
fiedert, mittelstark, gerade und von hochroter Farbe. Füße 
kräftig mit hochroten, gestreckten Zehen. 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung. In Deutsch- 
land sind nur einfarbige mit gezeichneten Flügeln (melierte oder 
karpfensclmppig) = Schietti und weiße mit farbigem Kopf, Flügel 
und Schwanz = Gazzi beliebt. 

Schietti : Diese hat eine schwarzblaue, mitunter auch blaugraue 
Grundfarbe an allen Köi'perteilen ; nur die Flügelschilder sind 
von hellgelber oder gelbgrauer Farbe, jede Feder mit dunklerer 
Schuppenzeichnung. 

Gazzi: Grundfarbe weiß, Kopf, oberer Vorderhals, Flügel ein- 
schließlich der langen Schwingen, Schwanz mit oberer und unterer 
Schwanzdecke farbig. Sämtliche Farben sollen intensiv sein und 
einen gewissen Metallglanz zeigen. Die Kopfzeichnung der „Gazzis" 
geht vom Scheitel nach der Stirn, nimmt die beiden Kopf- und 
Backenseiten, die Kehle imd die Vorderhälfte des Oberhalses ein. 
Hinterhaupt und Genick ist weiß. Die farbige Zeichnung soll 
eine symmetrische Form und Abgrenzung zeigen. An Farben- 
schlägen von letzterer Gattung hat man schwarze, kupferfarbene, 
braunmarmorierte, rote, gelbe, blaue mit schwarzen Binden, 
blaugehämmerte, gelerchte, fahle mit braunen Binden und gelb- 
geschuppte. 

Grober Fehler: Zu schwacher, langer Schnabel, gebrochene 
Augen, bei dunkelfarbigen Tauben weiße Schnabelflecken; ein- 
seitige und in Spitzen ausartende Halszeichnung; weißer Stoß 
am Bug des farbigen Flügels; farbiger statt weißer Rücken beiden 
Gazzi, 5 farbige Befiederung an den Schenkeln, weiße statt farbige 
Unterschwanzdecke, sog. X-Be 



Körperform. 



-Beine und zu plumpe oder lange 



TAFEL 22. 



Farbentauben: Koburger und Nürnberger Lerche. 



Nürnberger Lerche. Nr. 1 u. 2. 

Stammland: Bayern, speziell Nürnberger Gegend. 

Länge: 33 — 35 cm. 

Gestalt: Die einer kräftigen Feldtaube. 

Kopf: Länglich, gut geruudet, Stirn etwas schmal und wenig hoch. 

Schnabel: Mittellang, an der Spitze leicht nach unten gebogen, 
wachsfarbig. 

Augen: Duirikel bei der einen, dagegen mit orangefarbiger Iris 
bei der anderen Gattung. Augenrand schmal, leicht fleischfarbig. 

Kehle: Gut nach innen ausgesehweift. 

Hals: Mittellang und -stark. 

Brust: Nicht allzubreit oder tief, leicht gewölbt. 

Bauchpartie: Wenig entwickelt. 

Schultern: Wenig breit. 

Rücken: Ziemlich lang, leicht abfallend. 

Flügel: Lang, geschlossen, auf dem Schwänze getragen. 

Schwanz: Lang, geschlossen. 

Beine: Ziemlich kurz, nackt, von roter oder blauroter Farbe. 

Farbe und Zeichnung: Kopf, Hals und Brust hellgelb, etwas 
metallglänzend, Bauch mattgelb, nach den Schenkeln und dem 
Keile ins hellgraue verlaufend. Grundfarbe des Flügelschildes 
und der Schwingen elfenbeinfarbig, die Flügelschilder (Blatt) sollen 
die schwarzbraune Zeichnung in Form eines möglichsten Dreiecks 
haben; diese Zeichnung endet vor den Binden, die gleiche Farbe 
haben müssen. 

Eine Unterart der Lerche ist die Nürnberger Mehlichte, die zur 
Zucht der Lerchen mit notwendig ist. Sie gleicht in allen Teilen 
der vorbeschriebenen hat aber nur Binden, sonst muß das Flügel- 
schild rein sein. 

G i-obe Fehler: Dunkler Schnabel, graue Ohren (Uacken), graue Kehle, rostige 
Schwingen mangelhafte FlUgelschildzeichnung. 

Kobui'ger mehlfahle. Nr. 3. 

Die Koburger mehlichte oder m'ehlfahle Taube ist eine Neben- 
art (^ Koburgv Lerche. ' 

Gestalt, Kopf, Augen, Schnabel, Kehle, Hals, Brust, Rücken, 
Flügel, Schwanz und Beine werden wie bei der Koburger Lerche 
verlangt, jedo(>li mit depi Unterschiede, daß die mehlfahle Taube 
einen rein fleischfarbigen Schnabel haben soll. 
Stamm land: Wie das der Koburger Lerche. 
Farbe und Zeichnung: Mehlfahl mit zwei schmalen, schwarz- 
grauen Flügelbinden, gelbe Brust wie bei der Lerche, blaugrauer 
Kopf, silberglänzender Hals mit einem Stich ins grünliche. 



Flügelschwingen dunkler als die Flügelschildfarbe, Schwanz etwas 
bläulich grau mit dunklem Querbande. 
Grobe Fehler: Anflug von dritter Flügelbinde, mangelhafte Brnstfarbe, allzu- 
Bchwacher Körper, Römer- oder Bagdettenkopf und -Schnabel, dunkler Schnabel, 
ganz weißer Rücken, 

Die Gattung wird in der Literatur bereits im Jahre 1879 als eine konstante 
Art und als Nutztaube bezeichnet, 

Koburger Lerche. Nr. 4 u. 5. 

Stammland: Thüringen, Hessen u. Oberfrank., spez. Sachsen-Koburg. 

Gestalt: Kräftige, scldanke Taube von keckem, energischem, 
flüchtigem und etwas scheuem Charakter. Das zu erstrebende 
Idealtier soll eine Flttgelspannweite von 75—80 cm haben. 

Kopf: Schmal, nur leicht gewölbt, also nicht allzu hohe Stirn. 

Augen: Lebhaft mit rötlichgelber Iris und fleischfarbigem, schmalem, 
glatten Augenrande. 

Schnabel: Fast über mittellang, gerade, Oberschnabel an der 
Spitze ganz leicht gebogen, nur hier mit hornfarbigem Anfluge, 
sonst hell. Schnabelwarzen hell und klein. 

Kehle: In ovaler Linie schön nach innen gebogen, ohne Wamme. 

Hals: Breit aus den Schultern, hervortretend und nach dem Kopfe 
schlank verlaufend. 

Brust: Breit und etwas vortretend. 

Rücken: Leicht abfallend. 

Flügel: Lang und fest am Körper anliegend, nicht gekreuzt. 

Schwanz: Lang und geschlossen. 

Beine: Rot, mittemoch, unbefiedert, gestreckt, mit kräffigen ge- 
spreizten Zehen. 

Farbe und Zeichnung: Kopf schiefergrau, nicht blau und nicht 
gelb oder rötlich. - Brust hellockerf arbig. Die Farbe darf nicht 
zu weit nach dem Oberhalse und auch nicht zu tief nach der Brust 
gehen, sie soll nach beiden Richtungen allmählich verlaufen 
und demgemäß keine allzuscharfe Abgrenzung zeigen. Hals von 

fanz mattgrüner, also stumpfer und nicht tief grün schillernder 
arbe. Rücken und Flügel von hellgrauem Grundton mit gleich» 
mäßiger, kleiner und dunkelgrauer Schuppung; Binden von 
gleicher, dunkelgrauer Farbe. Die Grundfarbe soll der von 
trockenem hellem Schieferstaub, die Zeichnung des Rückens 
und der Flügel dagegen derjenigen von nassem Staub hellen 
Schiefers ähneln. Die Schwingen erster Ordnung sollen möglichst 
dunkel sein. Schwanz hellgrau mit dunkelgrauem, • breitem Bande. 
Grobe Fehler: Martgelhafte Zeichnung der Flügelschilder, verschwo{nmeno 
Rückenzeichnung, gelber Kopf, dicker (RömerVKopf, dunkter, stark gebogener 
(Bagdetten)-Schnabel, zu kleine Kigur. befiederte Beine Ebenso fehlerhaft sind 
dunkle Augen, gehämmerte oder schwarze Schuppen- und Bindenzeichnung, 
ganz weißer Unterriicken, langer dünner Hals, vortretender Haiswirbel. 



TAFEL 23. 



Farbeiitaubeii: Kiipfergimpel. 



stamm land; Dalm.itieD mid Illyrien oder Österreich und Ober- 
bayern. 

Gestalt: Der Feldtaube gleich, aber schlanker und eleganter 
gebaut, sowie lebhafter in der Erscheinung. 

Kopf: Schmal und leicht gewölbt, spitzkappig oder glattköpfig; 
der Schwarzflügel ist nur spitzkappig beliebt, Spiegelgimpel und 
Blauflügelgimpel treten in der Melirzahl glattköpfig auf. 

Schnabel: Ziemlich lang, Oberschnabel an der Spitze leicht ge- 
bogen. Farbe des Schwarzflügelgimpels je heller je besser 
(dunkler Anflug gestattet), des Spiegelgimpels fleischfarben, des 
Blauflügelgimpels dunkelhornfarbig oder schwarz. 

Auge: .Sehr lebhaft, dunkel mit orangefarbenem Augapfelring, 
Augwirand wenig entwickelt, von leicht rötlicher Farbe. 

Kehle: Gut ausgerundet (scharf ausgeschnitten). 

Hals: Ziemlich lang und verhältnismäßig dünn. 

Brust und Bauch: Brust mäßig breit und wenig vortretend, 
Bauch schwach entwickelt. 

Rücken: Nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Mäßig lang, fest geschlossen, auf dem Schwanz leicht 
aufliegend, das Schwanzende nicht ganz erreichend, nicht gekreuzt. 

Schwanz: P'est geschlossen, die Schwingenspitze nur wenig über- 
sagend, nicht gesenkt getragen. 

ßbinc und EMiße: ünbefiedei't, korallenrot bis braun (je nach der 
Grundfarbe und dem Alter des Tieres), ziemlich kräftig, zu hohe 
Beine nicht beliebt. 

Farbe und Zeichnung: a) S cli'war.af lügelgirapel: Kopf, 
Hals, Brust, Baucli unä Schenkel bis einschließlich Keil kupfer- 
bronzefarbig. Die i'arbe soll wie hochpoliertes rotes Kupfer 
glänzen, je feuriger desto besser, sie muss sich über die erwähnten 
Köl-pertoile gleichmäßig erstrecken und nicht vom Bauche ab 
matt werden. Flügelschilder, Rücken und obere Schwanzdecke 



tiefschwarz mit käfergrünem Glänze ohne jede Beimischung von 
Purpur- oder violetter Farbe. Außenfahne der Schwungfedern 
sowie Schwanz rein schwarz, b) Spiegelgimpel: Kupferfarbe 
wie beim Schwarzflitgelgimpel, nur ist diese etwas durrkler und 
ähnelt einem braunrot, der Metallglanz tritt auch nicht so intensiv 
hervor wie bei der ersteren Gattung. Rücken, obere Schwanz- 
decke, Flügel und Schwanz rein elfenbeinfarbig; doch sind die 
Schwungfedern und die Federn des Schwanzes mit je einem leicht- 
farbigen Fleck (Spiegel) versehen, der aber nur bei den aus- 
gebreiteten Flügeln und dem Schwänze gesehen werden darf, 
farbige Binden, selten ohne solche, c) Blauflügelgimpel: 
Kopf, Hals, Brust, Bauch, Schenkel und Keil wie beim Schwarz- 
flügelgimpel. Die Kupferfarbe hat aber in der Regel einen Stich 
ins Blaue, was auf die Flügel- und Schwanzfarbe (Urfarbe der 
Taube) zurückzuführen ist. Flügel, Rücken, obere Schwanzdecke 
und Schwanz rein blau (etwas hellere oder dunklere Farbe ist 
zugelassen), olme oder mit schwarzen Bifiden, Schwingenspitzen 
dmikel auslaufend, Schwanz mit dunklem Querbande am Ende. 
Bei den Arten zu a und c kommen auch Tiere mit weißen 
Scliwingen vor ; als Vorschrift werden 6 zu 6, 7 zu 7 oder 8 zu 8 
verlangt. Tiere mit Mönch- oder Pfaffenzeichnung treten auch 
auf, sind aber stets unrein in Zeichnung (weiß am Bauch und am 
Rücken). 

Grobe Fehler: a) Schwarzflügelgimpel: Mangelhafte Spitz- 
kappe, gTüne, gelbliche oder rußige Kupferfarbe (Bronze), schwarze 
Schenkel, blauer Schwanz, blaurote Bauchfarbe, fehlender Glanz 
auf den Flügelschildern und dem Rücken, Anflug von roten 
Binden auf den Flügeln, grauer oder blauer Rücken, schwarze 
oder graue Keilfarbe. — b) Spiegelgimpel: Mangelhafte Spitz- 
kappe, zu blaurote Kupferfarbe, zu helle Sehenkel, grauer statt 
roin elfenbeinfarbiger Rücken, hellgraue Keilfarbe, nicht durch- 
gehende oder verschwommene Binden, farbige Flecke auf den 
Flügelschildern. — c) Blauflügel gimpel: Unreine Kupfer- 
farbe, zu grüner Hals, zu dunkler Kopf, weißer Rucken, Anflug 
von Binden bei hohligen Tieren, zu blaue Schenkel, blauer Keil. 



TAFEL 24. 



Farbentaubeii : Gloldgimpel. 



Stammland: Dalmatien und Illyrien oder Österreich und Ober- 
bayem. 

Gestalt: Wie Kupfergimpel. 

Kopf: Wie Kupfergimpel. 

Schnabel: Ziemlich lang, Oberschnabel an der Spitze leicht ge- 
bogen, Farbe bei Schwarz- und Blauflügelgimpel hellhorufarbig, 
je heller und reiner desto besser, bei Spiegelgimpeln fleischfarben. 

Auge: Sehr lebhaft, dunkel mit orangefarbenem Augapfelring, 
Augenrand wenig entwickelt, von leicht rötlicher Farlje. 

Kehle: Gut ausgerundet (scharf ausgesclmitten). 

Hals: Ziemlich lang und verhältnismäßig dünn. 

Biust und Bauch: Brust mäßig breit und wenig vortretend, 

Bauch schwach entwickelt. 
Rücken: Nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Mäßig lang, fest geschlossen, auf dem Schwanz leicht 
aufliegend, das Schwanzende nicht ganz erreichend, nicht gekreuzt. 

Schwanz: Fest geschlossen, die Schwingenspitze nur wenig über- 
ragend, nicht gesenkt getragen. 

Beine und Füße:' Unbefiedert, korallenrot bis braun (je nach der 
Grundfarbe uud dem Alter des Tieres), ziemlich kräftig, zu hohe 
Beine nicht beliebt. 

Farbe und Z eich nung: Kopf, Hals, Brust, Bauch, Schenkel 
und Keil bei allen Arten goldgelb — etwas heller oder dunkler 
ist nachgelassen — die Farbe muß sich über alle die genannten 



Körperteile gleichmäßig erstrecken. — Schwanz, Flügeldecken 
und Rücken des Schwarzflügelgimpels tiefschwarz mit 

frünschillemdem Glänze, Außenfahnen der Schwungfedern sowie 
chwanz rein schwarz. — Rücken, Flügeldecken und Schwanz 
des Spiegelgimpols rein elfenbeinfarbig, Schwung- und 
Schwanzfedern mit je einem farbigen Fleck (Spiegel) versehen, 
der aber in geschlossenem Zustande des Flügels und des Schwanzes 
nicht sichtbar sein darf. Flügelbinden schmal und durchgehend, 
von gleicher Farbe wie Brust, Hals usw., selten ohne Binden. 
— Rücken, Schwanz und Flügeldecken des Blauflügelgimpels 
rein blau, letztere ohne oder mit schmalen schwarzen, das ganze 
Flügelschild durchquerende Binden. Die blaue F^rbe hat einen 
leichten Stich ins Gelbe, je blauer die Farbe bei sonstigen Rasse- 
merkraalen, je feiner das Tier. Eline etwas hellere oder dunklere 
Farbe ist nachgelassen. Schwingenspitzen dunkel auslaufend, 
Schwanz mit dunklem Querbande. — Für die weißschwingigen 
Arten, die gemönchten, oder mit weißer Kopfplatte versehenen 
Tiere gilt das bei der Beschreibung der Kupfergimpel Gesagte. 

Grobe Fehler: a) Schwarzflügel: Mangelhafte Spitzkappe, 
zu grüne oder rußige Halsfarbe, schwarze Schenkel, zu blauer 
Schwanz, grauer Keil, fehlender Glanz auf Flügeln und dem 
Rücken, Anflug gelber Binden, blauer oder grauer Rücken. — 
b) Spiegel gimpel: Weiße Ohrflecke, grauer Bart, weiße 
Schenkel, grauer Rücken, grauer Keil, fleckige Flügelschilder, 
verschwommene oder gezackte Binden. — c)Blauflügelgimpel: 
Grüner oder rußiger Hals, weißer Rücken, Anflug von Binden bei 
hohligen Tieren, blaue Schenkel, blauer Keil, gelbgefleckte Flügel- 
schilder, graue statt blaue Farbe. 



I 



TAFEL 25. 

St am ml and: Orient. Bestimmte Anhaltspunkte liegen aber nicht 
vor. Mit mehr Recht kann man für die rot- und blauschimmligen 
Lockentauben Österreich - Ungarn , für weiße Frankreich oder 
Holland bezeichnen. Die ersten beiden Arten kamen zur Zeit 
unserer ersten Ausstellungen aus Üsterreieh nach Bayern, die weiße 
Varietät war bereits im 18. Jahrhundert über Frankreich, Holland 
und Deutschland verbreitet. 

Gestalt: Die der Feldtaube, nur hat sie loseres Gefieder als diese 
und der werße Farbenschlag ist etwas kräftiger. 

Kopf: Verhältnismäßig klein, mehr schmal als breit, Stirne mittel- 
hocb. Der weiße Farbenschlag kappig oder glattköpfig, die 
anderen Farbenschläge glattköpfig. 

Schnabel: Lang, dünn, Oberschnabel an der Spitze leicht gebogen. 
Farbe dunkel, bei dem weißen Farbenschlage fleischfarben (wachs- 
gelb), ohne Flecke, Nasenwarzen wenig entwickelt, Oberfläche 
bepudert. 

Auge: Nicht groß, dunkel mit orangefarbiger oder roter Iris. 
Auch der weiße Farbenschlag hat im Gegensatz zu anderen weißen 
Tauben den farbigen Augapfelring. Augenrand wenig entwickelt 
und von blasser Farbe bei weißen, dunkler bei den anderen Arten. 

Kehle: Gut gerundet (ausgeschnitten). 

Hals: Ans den Schultern voll hervortretend, mehr kurz als lang, 
nach dem Kopfe ziemlich dünn verlaufend. 

Brust: Mehr breit als schmal und gut gewölbt, demgemäß vor- 
tretend. 

Rücken: Wenig gewölbt, an den Schultern breit, nach dem 
Schwänze leicht abfallend. 

Flügel: [n den Schildern (Flügeldecken) etwas breit. Schwingen 
geschlossen, auf dem Schwänze sich fast berührend, das Schwanz- 
ende aber nicht erreichend, Bug lose an der Brust ruhend. 

S chwanz: Fest geschlossea und etwas länger als die Flügelspitzen, 
fast horizontal getragen. 

Beine und Füße: Niedrig, je nach dem Alter des Tieres lebhaft 
rot bis rotbraun. Die farbigen und die weißen glattköpfigen 
Tiere kurz befiedert (bestrumpf t, behost), die weißen kappigen 
Tiere mit Latschen von mittlerer Größe. Eine kurzfedrige Latsche 
darf aber als Fehler nicht angesehen werden. 



Lockentaube. 



Farbe und Zeichnung: Man unterscheidet blau- und rotschim- 
melige, sowie weiße und schwarze Lockentauben. Alle anderen 
Arten, wie rotschildige und gelbschimmelige, sind neuere Kreu- 
zungsprodukte, die noch unvollkommen sind. 

Rotschimmel: Diese sollen ein Ziegelrot als Grundfarbe zeigen, 
Kopf leicht gesprenkelt, vereinzelt auch weiß, was als Fehler 
nicht anzusehen ist. Hals, Brust, Vorderleib und Flügelschilder 
dimkelschimmelig, Hals am dimkelsten gesprenkelt. Flügelbinden 
rein braunrot, Schwingen, Schwanz, Hinterleib mit oberer und 
unterer Schwanzdecke weiß Letztere Körperteile zuweilen leicht 
gesprenkelt. 

Blauschimmel: Bei diesen gilt als Grundfarbe blau, und zwar 
hell oder dunkelblau. Der Hals erscheint durch den blaugrünen 
Metallschimmer etwas dunkler als Brust und Flügelschilder, Binden 
schwarz, mindestens grauschwarz, Schwanz wie Schwingen blau, 
ersterer mit dunklerem (mattschwarzem) Querbande, letztere mit 
ebensolchen Schwingenspitzen. Der Unterleib soll etwas heller 
sein. Die oberen Schwanzdeckfedern müssen mittelmäßig hellblau 
(aber nicht zu hell) gesprenkelt sein, also etwas abstechen von 
der Schwanzfarbe. Keil hellblau. 

Weiße: Die weißen Lockentauben müssen in allen ihren Körper- 
teilen eine rein weiße Farbe besitzen und dürfen keinen gelb- 
lichen Anflug zeigen. 

Schwarze: Diese sollen tie f schwarz und mit grünem Käferglanze 
versehen sein. 

Grobe Fehler, welche von der Prämiierung ausschließen: Rot- 
schimmel: Blauschimmelige Brust, im Schwanz und den 
Schwingen farbige Federn, dunklen Keil und oben ebensolche 
Schwanzdecke, zu heller Schnabel, zu unregelmäßige oder ganz 
kurze Lockenzeichnung. Perl-, gebrochenes oder dunkles Auge. 

Blauschimmel: Rot- oder braunschimmelige Brust, zu heller 
Schnabel, zu unregelmäßige oder ganz kurze Lockenzeichnung ; 
Perl-, gebrochenes oder dunkles Auge. 

Schwarze: Andere als reinschwarze Federn, blauschwarze Farbe mit 
sichtbarer dunklerer Bindenzeichnung, fleckiger- Schnabel, fehler- 
hafte Lockenzeichnung wie zu 1 und 2. 

Weiße: Ober- oder Unterschnabel dunkel oder dunklen Anflug, 
vorhandene farbige Federn, gebrochene. Perl- oder dunkle Augen, 
sogen. Fischaugen, fehlerhafte Lockenbildung wie zu 1 und 2. 



TAFEL 26. 



Farbentanben: Eis- und Porzellan-Taube. 



Nr. 1 Porzellantanbe. Nr. 2 bis 5 Eistauben (Nr. 3 sog. schlesisclie oder rotängige, Nr. 4 geschuppte Eistaube). 



Stammland: Der dunkeläugigen Eistaube Sachsen, der rotäugigen 
Schlesien und die Lausitz, der Porzellantautif Schlesien. 

Gestalt: Die der Feldtaube, nur etwas gedrungener, 33— 35 cm. 

Kopf: Länglichrund, Stirn ziemlich hoch, stets glatt. 

Schnabel: Lang und dtxnn, dunkel; Nasenwarzen klein, weiß. 

Augen: Dunkel ohne farbige Iris. Schwarzbindige und schwarz- 
gehämmerte haben orangefarbige Iris. 

Kehle: Gut ausgeschweift. 

Hals: Kurz, leicht nach vorn gestreckt, an den Schultern voll, 
nach dem Kopfe dünner. 

Brust: Breit, tief und vortretend. 

Rücken: Zwischen den Schultern breit, nur wenig nach dem 
Schwänze abfallend. 

Flügel: Mittellang, auf dem Schwänze ruhend. 

Schwanz: Mittellang, gut geschlossen, mit dem Rücken eine Linie 
bildend, nur wenig gesenkt. 

Beine: Kurz, stark belatscht, lange Schenkelfedem (glattfüßige 
Tiere siehe Tafel 100). 

Grundfarbe: Rein lichtblau, so hell und zart als möglich (die 
Farbe soll derjenigen des Eises auf reinem, klarem Wasser ähneln). 
Kein Körperteil soll eine andere Farbennuance tragen, soweit 
nicht Zeichnungsfarben in Frage kommen. Bei den geschuppten 
Arten ist ein etwas dunklerer Ton der Grundfarbe nachgelassen, 
die auch besonders am Halse ausgeprägt ist. 

Farbenschläge und Zeichnung: 1. Einfarbig ohne Bin- 
den (hohlf lügelig): Farbe wie vorstehend festgelegt, nur die 
Schwingenspitzen laufen in einen dunkleren Farbenton aus und 
der Schwanz soll eine Querbinde von gleichem Tone zeigen. 
2. Einfarbige mit weyjen Binden: Zeichnung wie vor, 



nur die Flügelschilder_ haben noch je zwei schmale , reinweiße 
Binden, die am hintern Rande schwarz (schmal) eingefaßt sein 
sollen. 3. Weiß geschuppte: Zeichnimg wie 1, mit dem 
Unterschiede, daß die Flügelschilder (aber auch nur diese) drei- 
eckige, rein weiße, mit schwarzer Einfassung versehene Flecke — 
Schuppen — haben. 4. Porzellantaube: Wie zu 3 mit dem 
Unterschiede, daß : a) die Schuppeilzeichnung in je einem Punkte 
auch auf den Schwingenspitzen und der Schwanzbinde verlangt 
wird. Als Fehler ist es nicht zu betrachten, wenn diese Zeichnung 
sich auf den übrigen Körper ausdehnt ; b) die einzelnen Schuppen 
zwischen dem weißenJFleck und der schwarzen Einfassung noch einen 
leicht gelbrötlichen (marmorartigen) Übergang zeigen: 5. Die ein- 
farbige Eistaube mit schwarzen Binden, und 6. die 
schwarzgehämmerte oder schwarzgeschuppte Eis- 
taube. Beide haben dunkles '^uge mit roter oder gelber Iris. 
Die eine schöne schmale schwarze Binden, die andere außerdenr 
noch die bekannte gescliuppte oder gelTämmerte Zeichnung. Gleich 
wi% die dunkeläugigen und rotäugigen NürnbergerJLerchen, sowie 
die dunkeläugigen, schwarzen und blauen Weißschwänze und die 
rotäugigen Rot- und Gelb- Weißschwänze je eine Rasse bilden, 
sind auch die Vorgenannten als einer Rasse zu betrachten. 

Grobe Fehler: Unreine oder zweierlei farbige Augen bei den 
unter 1 — 4 genannten Arten; kurze Schenkelfedem und kurze 
Latschen; schwarzer Anflug in der Bindengegend bei Hohltlügeln ; 
brandige Binden bei dem Farbenschlage ad 2 imd brandige 
Stellen in der Schuppenzeichnung und den Binden zu 3; schilfige 
Schwingen bei den Arten zu 1, 2, 5 und 6 — etwas Schilf in den 
Schwingen bei weißgeschuppten und porzellanfarldgen Tieren soll 
als grober Fehler nicht angesehen werden. — 

Von der ältesten Art, der glattfüßigen einfarbigen imd 
gehämm<e"ten oder geschuppten Eistaube war zur Darstellung eini 
Tier zuerst nicht zu erhalten. Bei Anfertigung der letzten Tafel 

^ — 100 — gelang es aber, ein Exemplar darzustellen. 



TAFEL 27, 



Farbeiitaiibeii: Starenhals und Marmoistar. 



Stammland: Thüringen und Süddeutschland. | 

Gestalt: Der Feldtaube arleich, schlank jrobaut. I 

Kopf: Länglichrund, schnialo wenig hohe Stirn, kappig oder glatt- 

köpfig. 
Schnabel: Schwarz. j 

Augen: Dunkel mit roter Iris, Augenrand schmal und pflaumen- 
blau. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Hals: Mittellang, oben schlank. 

Brust: Etwas vortretend, gut abgerundet. I 

Rücken: An den Schultern etwas breit, nach hinten abfallend. 

Flügel: Gut geschlossen, Schwingonspitzeu sollen das Sehwanz- 
ende beinahe erreichen. 

Schwanz: Ziemlich lang, gut geschlossen. | 

Beine und Füße: Kurz, lebhaft rot, unbefiedert. - | 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Nr. 1: ' 
Marmor-Star: Grundfarbe schwarz mit Halszeichnung wie 
zu 2 ; Flügelschildfedern schwarz mit weißer Säumung, Schwingen j 



schwarz mit Finkenzeichnung — jede Schwungfeder soll vor dem 
Ende einen weißen Punkt zeigen. — Nr. 2 bis 4: Schwarze 
und blaue. Als Hauptmerkmal bei beiden Farbenschi. ^Igen gilt 
die sogenannte Starzeichnung (Halbmond) , welche am Halse 
reinweiß hervortreten muß. Ein mit braunem oder schwarzem 
Flimmer durchsetzter Halbmond bei jungen Tieren ist zulässig. 
Die reinweiß verlangte Zeichnung des Halbmondes bedingt nicht, 
daß die ganze Feder weiß sein muß, sondern daß eine reinweiß 
gezeichnete Spitze die andere gut deckt und so der Halb- 
mond gut weiß, knapp anliegend hervortritt, während unter den 
weißen Deckfedern, die rein glänzend schwarzgrünen Halsfedern 
zu sehen sind. 

Grobe Fehler des schwarzen Starenhalses: Mattes oder 
zu violettes Gefieder (nicht tiefschwarz) , blauer oder melierter 
Keil, Schilfschwingen und ebensolcher Schwanz, dritte Binde, 
rostiger Halbmond (d. h. rötliche Federn in der Halszeichnung), 
bei älteren Tieren ebenso in den Binden, Federfüße oder soge- 
nannte Hosen, gezackte oder sehr breite Binden. 

Grobe Fehler des blauen Starenhalses: Federn an 
den Beinen und Füßen, sehr graublaue Farbe des Gefieders, 
helle oder fahle Schlugen, dritte Binde, weißer Bauch, Rücken 
oder Keil, gezackte oder sehr breite Binden. 



TAFEL 28. 



Farbentanben : Starenliälse (mehrfach gezeichnete). 



Stammland: Süddentschland. 

Gestalt: Der Feldtanbe gleich, schlank gebaut. 

Kopf: LängUch nind, schmale, wenig hohe Stirn, kappig oder 
glattköpfig. 

Schnabel: Schwarz bei dtmkelköpfigen Tieren, fleischfarbig bei 
gemönchten Tieren; die Starenhalsblassen müssen fleischfarbigen 
Ober- und schwarzen Unterschnabel haben. 

Angen: Dunkel mit fenrigroter Iris bei dnnkelköpfigen, sowie 
dunkel bei weißköpfigen Tieren; Augenrand bei weißköpfigen 
Tieren blaß bis fleischfarbig, bei dunkelköpfigen pflaumenblau. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Hals: Mittellang, oben schlank. 

Brust: Etwas vortretend, gut genmdet. 

Rücken: An den Schultern etwas breit, nach dem Schwänze ab- 
fallend. 

Flügel: Gut geschlossen, Schwingenspitzen sollen das Schwanz- 
ende beinahe erreichen. 



Schwanz: Ziemlich lang, gut geschlossen. 

Beine und Füße: Kurz, lebhaft rot, unbefiedert. 

Farbenschläge: 1. Silberschnppen-Mönche: Grundfarbe 
schwarz, Kopf weiß ; an Stelle des Halbmondes am Halse zieht 
sich ein l'/2 — b cm weLSes mit schwarzem Flimmer durchsetztes 
Band um den ganzen Hals; Flügelschilder weiß, jede Feder mit 
rein schwarzer Sämnung, Schwingen imd Schwanz weiß ; stets spitz- 
kappig. 2. Starenhals-Blasse: Grundfarbe schwarz, Kopf- 
platte und Binden weiß, Halszeichnung wie bei dem gewöhnlichen 
Starenhals; Mnschelhaube. 3. Starenhals-Mönch: Grandfarbe 
schwarz, Kopf, Flügelbinden, Schwingen und Schwänz weiß, Hals- 
zeichnung wie bei 2; Spitzhaube. 4. Silberschuppe: Sie ent- 
spricht der Zeichnimg des Silberschuppen-Mönches (1), hat nur 
dunklen Kopf und ebensolchen Schwanz mit Schwingen; letztere 
sollen die Finkenzeichnimg aufweisen wie Nr. 1 auf Tafel 27. 

Grobe Fehler: Geschuppter Nacken und Schenkel, rostiger An- 
flug in Star- und Flügelschildzeichnung bei Silberschuppen und 
Marmorstar; fehlende Finkenzeichnung ; Schimmel am Kopf, Bauch 
und Oberschenkel; schwarzer Oberschnabel bei der Starenhals- 
Blasse und -Jlönch. ilm übrigen vergleiche die Fehler bei der 
Beschreibung Nr. 28). 



TAFEL 29. 



Farbentauben : Weißschwanz. 



Stammland: Deutschland (großlatscbige Weißschwänze Sachsen, 
glattfüfiige Thüringen, sowie glattfüßige und schwachbelatschte 
Süddeutschland). 

Gestalt: Die der Feldtaube, etwas gedrungenere Form, Länge 
33—35 cm. 

Kopf: Rund, Stirn gewölbt, ziemlich hoch, glatt. In Süddeutsch- 
land werden auch kappige Tiere gezüchtet. 

Schnabel: Lang und dünn, bei roten und gelben Tieren fleisch- 
farbig, bei den anderen schwarz; Nasenwarzen klein und weiß. 

Augen: Dunkel, ohne farbige Iris bei den schwarzen, blauen und 
kupferfarbigen sächsischer Zurichtung, mit orangefarbiger Iris 
bei den übrigen Arten. 

Kehle: Gut gerundet. 

Hals: Kurz und gedrungen, voll in die Schultern übergehend. 

Brust: Breit, mäßig gewölbt, vorstehend. 

Rücken: Leicht gewölb*- und wenig nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Ziemlich lang und breit, auf dem Schwänze ruliend. 



Schwanz: Geschlossen, die Schwingenspitzen nur wenig über- 
ragend, mit dem Rücken in gerader Linie leicht abfallend, be- 
rührt ziemlich den Boden. 

Beine: Kurz; Schenkel- und Fußfedern stark entwickelt, bei der 
sächsischen schwach belatscht oder glattfüfiig bei den anderen 
Zuchtri chtungen . 

Farbenschläge und Farbe und Zeichnung: Gelbe, rote, 
kupferfarbige ohne Binden, schwarze und blaue ohne und mit 
weißen Binden, sowie schwarze und blaue mit weißgeschuppten 
Flügelschildern. Der Keil (Unterschwanz) muß bei allen Arten 
rein in Farbe sein und dem Grundgefieder entsprechen, während 
die obere Schwanzdecke weiß und am Bürzel scharf abschneiden 
soll. Der kupferbraune Weißschwanz soll im Grundgefieder 
dunkel, der Federsaum grünglänzeud sein, Oberkopf kupferbraun 
bis kupferrot. Jede JDeckfeder des Flügelschildes soll feine 
schwarze Säuraung tragen; Schwungfedern erster Ordnung dunkel 
mit hellbrauner Säumung. Der süddeutsche Züchter verlaugt 
braungesäumte Schwingen mit brauner Finkenzeichnung. 

Grobe Fehler: Fehlender weißer Stirnfleck, schilfiges Gefieder, 
fahle Schwingen und Schwanz bei roten und gelben Tieren. 
Rost in der weißen Flügelscliildzeichnung, fahler oder mit weißen 
Federn durchsetzter Keil — Unterschwanz — zweierlei Augenfarbe. 



TAFEL 30. 



Farbeutaubeii : Mönclitaube. 



Stammland: Sachsen, Thüringen, Schlesien. 

Gestalt: Die einer Feldtaube, nur etwas stämmiger und federreicher. 

Kopf: Schmal und etwas lang. 

Schnabel: Lang, besser schwach als stark, Oberschnabel an der 
Spitze nach unten gebogen. 

Augen: Dunkel, ohne farbige Iris, Augenrand fleischfarben. 

Kehle: Etwas ausgeschnitten. 

Hals: Mittellang, aus den Schultern voll vortretend. 

Brust: Voll, breit und tief. 

Rücken: Lang, an den Schultern breit, nach hinten abfallend. 

Flügel: Ziemlich breit, reichen bis zum Schwanzende. 

Schwanz: Je breiter die einzelnen Federn, um so besser, geschlossen. 

Beine und Füße: Kurz, Schenkel, Beine und Füße lang und 
voll befiedert. (Eine dichte, volle, wenn auch nur mittellange 
Fußbefiederung i.st einer längeren, lückenhaften vorzuziehen.) 



Farbenschläge: Schwarz, blau, rot und gelb, mit und ohne 
Bhiden, sowie blauweißgeschuppt und schwarzweiß-geschuppt. 

Farbe und Zeichnung : Das Grundgefieder ist farbig, Kopf, 
die langen Schwungfedern, Schwanz, Sehwanzdecke, Keil und 
Latschen sowie Binden sind weiß. Die Farbe soll gleichmäßig 
und intensiv sein, die Binden schmal und durchgehend, der Kopf 
weist die bekannte Mönchzeichnung auf; sie reicht bis unter das 
Auge. Hauptsache ist scharfe Farbenabgrenzung Ob die Mönch- 
zeichnung etwas tiefer oder höher ansetzt, kommt erst in zweiter 
Linie in Betracht. Von den langen Schwungfedern müssen die 
ersten 7 — 9 weiß sein; die Farben zwischen Schwanz und Körper 
müssen sich in scharfer Linie begrenzen. Schenkelfedern (Geier- 
federn) sind farbig, die Fingerfedern des Flügels sollen auch 
farbig sein. 

Grobe Fehler: Fahle Farbe, fehlerhafte Mönchzeichnung (Kopf- 
schnitt), bunte Backen, farbiges Auge, zu wenig weiße Schwingen, 
weißer Bauch und Bücken, fehlende oder recht lückenhafte Fuß- 
befiederung, zu kurze und zackige oder unreine (brandige) Binden. 
Schimmel im Genick, fleckiger oder dunkler Schnabel, weniger als 
je 7 weiße Schwungfedern. 



TAFEL 31. 



Farbentaubeii : Thüringer AVeißkopf. 



st a m m 1 a n d : Thüringen, speziell Rulila, Brotterode, Schmalkalden. 

Gestalt: Kurz, gedrung-en, tiefgestellt. 

Kopf: Flach gewölbt mit breiter voller Kappe, letztere nicht zu 
hoch angesetzt. 

Schnabel: Laug und dünn, fleischfarben. 

Augen: Gelb bis rotbraun. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Hals: Kurz und federreich. 

Brust: Breit und voll, vortretend. 

Rüc ken : Zwischen den Schultern breit, leicht nach hinten abfallend. 

Flügel: Festanliegend, die Spitzen berühren sich auf dem Schwänze. 

S c h w a n z : Mittellang, mit dem Rücken in gerader Linie abfallend. 



Beine und Füße: Kurz mit dichter Schenkel- und Fufibefiederung, 
Latschen möglichst lang. 

Farbe und Zeichnung: Rot, gelb, schwarz, mausfahl und 
braun, blau, silberfarbig, mehlfarbig, gehämmert, gelercht mit 
entsprechenden schmalen Binden. Der weiße Mönchkopf muß 
in scharfbegrenzter kreisförmiger Linie gegen die farbigen 
Federn abschneiden. Der Schwanz und die Latschen sind weiß ; 
die Geierfedem farbig. (Zuweilen kommen auch gelbe und rote 
Nestjunge mit weißen Binden oder total schilfigem Gefieder vor, - 
welche sich zum großen Teil reinweiß vermausem. Zur Winter- 
zucht werden diese sehr geschätzt.) 



i 



Keil und obere Schwanzdecke: 
scharf abgegrenzt. 



Weiß ohne farbige Federn 



Grobe Fehler: Dunkler Schnabel, schlechte Begrenzung des 
weißen Kopfes, zweierlei Augen, fahle oder schilfige Schwingen, 
weißer Keil. 



4 



TAFEL 32. 



Farbeiitauben: Mäusertaube. 

Siehe Abbildungen Nr. 2, 3 und 5. 



Stammland: Thüringen und Hessen. 

Gestalt: Der Feldtaube gleich. 

Kopf: Flach gewölbt, breite Muschelhaube. Kopfplatte weiß, sie 
muß eine gerade Linie bilden vom Mundwinkel durch das Auge 
bis zur Haube. 

Schnabel: Lang und dünn, Oberschnabel fleischfarben, Unter- 
schnabel dunkel, bei roten und gelben Tieren fleischfarben. 

Augen: Dunkel, matter Hautrand. 

Kehle: Gut gerundet. 

Hals: Mittellang, nach oben dünn verlaufend. 

Brust: Breit, gewölbt. 

Rücken: Zwischen den Schultern breit, leicht nach hinten abfallend. 



Flügel: Fest anliegend, die Spitzen berühren sich über dem 
Schwänze. 

Schwanz: Weiß mit je zwei bunten Federn rechts und links; von 
oben gesehen sieht der Schwanz weiß aus, von unten betrachtet 
muß er der Grundfarbe entsprechend aussehen, Keil weiß. 

Beine und Füße: Glatt, rot. 

Farbe und Zeichnung: Gelb, rot, schwarz, hohlig, blau, ge- 
hämmert, gelercht, weißgeschuppt, mehlicht, alle Farben satt und 
gleichmäßig. 

Keil und obere Schwanzdecke: Weiß. 

Grobe Fehler: Schlechte Begrenzung der weißen Kopfplatte, 
Federn an den Beinen, heller Unterschnabel bei dunkelgefärbten 
Tieren, fahle Flügelspitzen, zweierlei Augen. 



Thürioger Weißbrust- oder Weißlatztaube (verkehrter Mohrenkopf). 

Siehe Abbildungen Nr. 1, 4 und 6. 

Entweder glatt von roter Farbe, oder mittel- 



Stammland: Thüringen, speziell Suhl, Zella St. EL, Mehlis, 
Schmalkalden , Schleusingen, Steinbach-Hallenberg, Ruhla und 
angrenzende Ortschaften. 

Gestalt: Kurz, gedrungen, tiefgestelJt. 

Kopf: Flach gewölbt, mit breiter, farbiger, nicht zu hoch ange- 
setzter Kappe. 

Schnabel: Lang und dünn, an der Spitze leicht gebogen, fleisch- 
farben; bei den dunklen Varietäten hornfarbig mit dunkjem An- 
lauf an d%r Spitze, jetzt noch zulässig. 

Augen: Gelb bis rotbraun, kleiner Augeniand. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Hals: Mittellang, federreich. 

Brust: Breit und voll, vortretend. 

Rücken: Zwischen den Schultern breit, leicht nach hinten abfallend. 

Flügel: Fest anliegend, die Spitzen berühren sich auf dem Schwänze. 

Schwanz; Mittellang, federreich, nach unten neigend. 



Beine und Füße; 

stark' belatscht. 

Farbe und Zeichnung: Blau, silberfarbig, mausfahl, gelercht, 
gehämmert, ziegelrot und -gelb, isabellfarbig, mehlicht, rot und 

f eibgehämmert mit Binden, einfarbig rot, gelb und schwarz. Der 
^opf und Vorderhals bis zur Brust von der Kappe aus in scharfer 
Grenze gegen das Grundgefieder an der B^ust schön abgerundet, 
die Latschen und der Schwanz sind weiß. Die Geierfedem oder 
Hosen, die Kappe und der Hinterhals sind der Grundfarbe ent- 
sprechend. 

Keil und Schwanzdecke: Weiß. 

Grobe Fehler: Ganz dunkler Sohnabel, schlechte Begrenzung des 
weißen Latzes am farbigen Grundgefieder, zweierlei Äugen, fahle 
Scliwingen, bunte Schwanzdecke, farbige Federn im weißen ßrust- 
felde oder im Schwänze, Hinaufreichen des Weißen von den Ober- 
schwanzdeckfedern bis zum Rücken. 



i 



TAFEL 33. 



Farbentauben: Pfaifen, einfachkuppig. 



(In Süddeutachland „Blassen" genannt.) 



Stammland: Mittel-, Süd- und Westdeutschland. 

Gestalt: Die einer Feldtaube, von kräftigem, gedrungenem Körperbau. 

Kopf: Etwas gewölbt, ziemlich breit, mit Muschelhaube. 

Augen: Dunkel, Augenrand matt. 

Sohnabel: Mittellang, hellfloischfarben ; bei schwarzen und blauen 
Tieren wird der Unterschnabel schwarz, bezw. dunkelhomfarbig 

verlangt. 

Kehle: Rund, etwas ausgeschnitten. 

Brust: Voll und breit. 

Rücken: Kurz, mäßig steil abfallend. 

Flügel: Mittellang, breit und anliegend. 

Schwanz: Mäßig lang, nach hinten gesenkt. 

Beine: Kurz, mit dichter Schenkel- und Fußbefiederung. Latschen 
mäßig lang (5 — 6 cm genügen vollständig). 

Farbe und Zeichnung: Das Hauptmerkmal der Pfaffentaube ist 
die Kopfzeichnung. Während der ganze Körper (ausgenommen 
die Flügelbinden) farbig ist, zeigt der Kopf die weiße Platten- 



zeichnung. Diese wird begrenzt durch eine gerade Linie, welche 
vom Schnabelwinkel durchs Auge nach der Muschelliaube laufend 
zu denken ist. Das Weiß der Kopfzeichnung muß gerade bis zur 
Haube reichen, darf aber nicht in diese übergehen. Einfachkup- 
pige Pfaffen kommen vor in blau, schwarz, rot, gelb, silberblau. 
Geschuppte Tiere treten nur vereinzelt auf. Bei schwarz-weiß- 
geschuppten, sowie blau-weißgeschuppten Pfaffen soll sich die 
Zeichnung gleichmäßig über die Flügeldecken vorteilen. Außerdem 
achte man beim blau-weißgeschuppten Farbenschlage darauf, daß 
jede Feder neben der weißen Schuppenzeichnung die schwarze 
Säumung aufweist, da sonst die Zeichnung verschwommen wird. 
Gelbe, rote und schwarze Pfaffen seien intensiv gefärbt. Die blauen 
Tiere sollen ein helles Mohnblau zeigen; weißer Rücken oder 
rötliche Brust sind verpönt. Die einfachkuppigen Pfaffen (Blassen) 
ohne Nelke haben mit Ausnahme des blauen Farbenschlages, der 
auch mit Binden gezüchtet wird, keine Binden. 

Grobe Fehler: Mangelhafte Kopfzeichnung (Mönchkopf); dunkler 
Oberschnabel ; weißer Unterschnabel bei schwarzen und blauen 
Pfaffen; schmale Haube; gedrehte vmd spitze Schnabelrose; gelbes 
Auge; schlechte Farbe; weiße Federn im Keil, in den Latschen 
oder im Hinterhals (Schimmel) ; hohe schmächtige Figur ; fehlende 
Fußbefiederung; ungleichmäßige Färbung. 



•• TAFEL 34. 



Farbentauben: Pfaffen, doppelkuppig. 



Stammland: Sachsen und Thüringen. 

Gestalt: Die einer Feldtauhe, von kräftigem, gedrungenem Körperbau. 

Kopf: Etwas gewölbt, ziemlich breit, mit Muschelhaube und Sehnal)el- 

nelke. 
Augen: Dunkel, Augenrand matt. 
Schnabel: Mittellang, hellfleischfarben; bei schwarzen und blauen 

Tieren wird der Unterschnabel schwarz, bezw. dunkelhornf arbig 

verlangt. 
Kehle: Rund, etwas ausgeschnitten. 
Brust: Voll und breit. 
Rücken: Kurz, mäßig steil abfallend. 
Flügel: Mittellang, breit imd anliegend. 
Schwanz: Mäßig lang, nach hinten gesenkt. 

Beine: Kurz, mit dichter Schenkel- und Fußbefiederung. Latschen 
mäßig lang (5 — 6 cm genügen vollständig). 

Farbe und Zeichnung: Das Hauptmerkmal der Pfaffen taube ist 
die Kopfzeichnung. Während der ganze Körper (ausgenommen 
die Flügelbinden) farbig ist, zeigt der Kopf die weiße Flatten- 
zeiclmung. Diese wird begrenzt durch eine gerade Linie, welche 



vom Schnabelwinkel durchs Auge nach der Muschelhaube laufend 
zu denken ist. Das Weiß der Kopfzeichnung muß gerade bis zur 
Haube reichen, darf aber nicht in diese übergehen. Doppelkuppige 
Pfaffen kommen vor in blau, schwarz, rot, gelb, silberblau mit 
und ohne weiße Binden. Geschuppte Tiere treten nur vereinzelt 
auf. Die schwarze Bindensäumung bei blauen Pfaffen sei mög- 
lichst scharf und schmal. Bei schwarz-weißgeschuppten , sowie 
blau-weißgesohuppten Pfaffen soll sich die Zeichnung gleichmäßig 
über die Flügeldecken verteilen. Außerdem achte man beim blau- 
weißgeschuppten Farbenschlage darauf, daß jede Feder neben 
der weißen Schuppenzeichnung die schwarze Säumung aufweist, 
da sonst die Zeichnung verschwommen wird. Gelbe, rote und 
schwarze Pfaffen seien intensiv gefärbt. Die blauen Tiere sollen 
ein helles Mohnblau zeigen ; weißer Rücken oder rötliche Brust 
sind verpönt. Sind Binden vorhanden, so sollen diese rein weiß 
und schmal sein. Die Schnabelnelke sei möglichst federreich und 
halbkreisförmig nach vom geneigt (ziemlich halbe Rosette). 

Grobe Fehler: Mangelhafte Kopfzeiclmung (Mönchkopf); dunkler 
Oberschnabel; weißer Unterschnabel bei schwarzen und blauen 
Pfaffen; schmale Haube; gedrehte und spitze Schnabelrose; gelbes 
Auge; schlechte Farbe; weiße Federn im Keil, in den Latschen 
oder im Hiuterhals (Schimmel) ; hohe schmächtige Figur ; fehlende 
Fußbetiederung ; ungleichmäßige Färbung. 



TAFEL 35. 



Farbentauben: Bindige und geschuppte Schwalbe. 



Stammland: Deutschland. 

Gestalt: Die einer Feldtaube, nur möglichst größer und schlanker. 

Kopf: Etwas lang, flach gewölbt, Stirn hoch, kap pig oder glatt- 
köpfig (letztere nicht beliebt). 

Augen: Groß, dunkel mit blassem Hautrand. Iris (farbiger Bing 
im Auge) nicht vorhanden. 

Schnabel: Lang, dünn, an der Spitze leicht gebogen, Nasenwarzen 
wenig entwickelt, weiß. Farbe des Oberschnabels bei schwarzen 
und blauen Tieren schwarz, bei roten und gelben Tieren fleisch- 
farbig. Unterschnabel stets fleischfarbig. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Brust; Breit, etwas gewölbt und vortretend. 

Rücken: Ziemlich lang, nach hinten etwas abfallend. 

Flügel: Lang, die Spitzen sollen fast bis zum Schwanzende reichen 
und auf diesen aufliegen, jedoch nicht kreuzen. 

Schwanz: Lang, fest geschlossen. Derselbe darf nicht zu tief 
getragen werden. 

Beine und Füße: Kurz, belatscht oder glattfüßig. 

Farbe und Zeichnung: Die Kopfplatte ist farbig. Die Farbe 
soll in einer Linie vom Mundwinkel, etwas unter der Mitte des 
Auges, bis zum Hinterkopf gehen, wo sie von der Kappe begrenzt 
wird. Letztere muß rein weiß sein. Bei glattköpfigen Exem- 
plaren darf die farbige Platte nicht den Hinterkopf bedecken. 
Die KajJpe darf nicht zu hoch oder zu weit abstehen, sie muß 
breit sein und au den Seiten in einer Muschel enden. Die Flügel 
mit Ausnahme der oberen Deckfedem, welche das Herz bilden. 



sowie die Latschen sind farbig, die anderen Körperteile dagegen 
weiß. Die Schenkel und Fußfedern (Latschen) werden voll und 
möglichst lang verlangt. Erstere müssen weiß, letztere farbig 
sein. Alle Farben müssen gleichmäßig satt und glänzend er- 
scheinen. 

Es gibt folgende Farbenschläge: Rot, gelb, schwarz, blau 
sowie die von der blauen Farbe ausgehenden Unterarten. Die 
Spielarten rot, gelb, schwarz sind ohne oder mit weißen Binden 
resp. Strichen. Die Binden müssen schmal und ohne Lücken sein. 
Der weifje Oberrücken (Herzzeichnung) soll breit abgegrenzt sein, 
so daß sich stets ein schmaler farbiger Flügel ergibt. Die ge- 
schuppten Exemplare, die ab und zu in diesen Farbenschlägen 
auftreten, sind meist mangelhaft, am besten sind noch die schwarz- 
weißgeschuppten. Die Schuppenzeichnung läuft in den weißen 
Binden aus. Von blau- und silberfarbigen Tieren gibt es mehrere 
Spielarten: Einfarbige, einfarbige mit weißen oder schwarzen 
Binden, gehämmerte mit schwarzen Binden, weißgeschuppte mit 
weißen Bmden, isabellfarbige ohne oder mit weißen Binden, mar- 
morierte und gelerchte. Letztere werden sehr oft mit dem Ham- 
merflügel verwechselt. Ein schöner Lerchenflügel ist sehr selten, 
er muß auf den Flügeln und in den Binden die fahle Lerchen- 
farbe und Zeichnung haben und regelrecht gelercht sein. Voll- 
plattige Schwalben haben nie so lange Schenkel und Fußfedern 
wie die Flügeltauben. Nur die schwarzen machen hiervon zu- 
weilen eine Ausnahme. 

Grobe Fehler: Schlechte Zeichnimg, unreine Binden, bunte Muschel- 
haube, zu bunte Latschen, weiße Federn in den Flügeln oder 
farbige im Schwanz, weißer Stoß am Flügelbng, zu viel weißer 
Unterflügel. 



TAFEL 36. 



Farbentaubeii: Nürnberger Schwalbe. 



ÄufgestelH Tom Spezialklub 
für Nürnberger Rassetauben. 



Stammland: Süddeutschland. 

Größe: 35— 37 cm. 

Gestalt und Haltung: Die einer langgestreckten Feldtaube. 

Kopf: Schmal, leicht gewölbt. 

Haube: Sogenannte Muschelhaube, nach vom liegend und auf 
beiden Seiten mit einem Federwirbel, Nelke genannt, als Abschluß 
versehen. Die Farbe derselben ist rein weiß. 

Augen: Dimkel, mit rötlichem Augenrand. 

Schnabel: Dünn, an der Spitze leicht gebogen. Die Farbe des- 
selben ist bei gelb und rot hellhomfarbig ; bei schwarzen ist der 
Obersclmabel schwarz und bei den blauen und blaugehämmerten 
dunkelhomfarbig. Der Unterschnabel ist bei allen Farbenschlägen 
hellhomfarbig. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Hals: Kurz und gedrungen. 

Brust: Breit, gut gewölbt. 

Rücken: Breit, leicht abfallend. 

Flügel: Lang, auf dem Schwänze leicht aufliegend. 

Schwanz: Geschlossen und über die Flügelschwingen hinausragend. 

Bauch: Lang. 

Füße und Zehen: Kurz und dichtbefiedert; normale Zehenbefie- 
derung 3 — 5 cm. 

Farbe und Zeichnung: Die Nürnberger Fee (Samtschwalbe) 
kommt in gelb, rot, schwarz, bhCu mit schwarzen Binden, blau 



ohne Binden, blaugehämmert, lerchenfarbig und silberblau mit und 
ohne schwarze Binden vor. 

Das Gefieder ist glatt. 

Die Farben sind satt und glänzend. 

Die Grundfarbe ist weiß, bis auf: 

a) Die farbige Kopf platte, welche tief bis unter die Haube 
reichen muß und hier scharf abschneidet; nach unten ver- 
läuft sie in grader Linie vom Schnabelwinkel zur Mitte des 
Auges und von hier zum Hinterkopf resp. bis zur Haube. 

Als Fortsetzimg der farbigen Kopfplatte befinden sich 
in den Schnabelwinkeln kleine nach abwärtsgehende, eben- 
falls farbige Mücken, in süddeutschen Züchterkreisen kurzweg 
Schnörrchen genannt. 

b) Die Flügel und Schwingen, welche ebenfalls sattfarbig sind 
und innen die gleiche Farbe wie außen zeigen, wenn aucli 
etwas matter. 

Die Fußbefiederung vom Kniegelenk abwärts, welche 
sattfarbig ohne weiß sein muß. 

Die weiße Herzzeichnung, gebildet durch die reichen 
Rückenfedern, soll breit und scharf sein und weit in die 
Flügelschilder hineinragen, wodurch eine schmale Fitigel- 
zeichnung hervorgerufen wird. 

An beiden Seiten des Körpers, nach dem Schwänze zu 
verlaufend , befinden sich im Gefieder fetthaltige lüele 
(Schmalzkiele genannt), die wegen ihres Einflusses auf das 
satt glänzende Gefieder, von der Nürnberger Fee verlangt 
werden und als hervorragendes Rassemerkmal gelten. 

Als grobe Fehler gelten 1. das Fehlen obiger Schmalz- 
kiele, 2. matte Farben, 3. schlechtsitzeude Haube, 4. weißer 
Stoß am Flügelbug, 5. große Stulpen an den Schenkeln und 
Latschen au den Füßen. 



TAFEL 37. 



Farbentauben: Schildtaube mit Latschen. 



Stammland: Thüringen und Sachsen. 

Größe und Gestalt: Mittelgroß, Gestalt der Feldtanbe, nur 
etwas federreicher und voller. 

Kopf: Länglich, gewölbt, Stirn mäßig hoch, glattköpfig, einfach- 
kappig oder doppelkappig. 

Schnabel: Fleischfarbig, mittellang, schwach, an der Spitze leicht 
gebogen. 

Augen: Dunkel, Augenrand schmal, blaß oder leicht fleischfarbig. 

Kehle: Schön ausgerundet, ohne Wamme. 

Hals: Kurz, voll aus den Schultern tretend. 

Brust: Breit, tief und etwas vorstehend. 

Bauchpartie: Wenig vortretend. 

Schultern: Breit. 

Kücken: Breit, lang, nach dem Schwänze kaum' merklich abfallend. 

Flügel: Mäßig lang, gut anliegend, die Spitzen lose auf dem 
Schwänze ruhend. 

Schwanz: Nur wenig über die Flügelspitzen hinausragend, ge- 
schlossen, ziemlich wagerecht getragen. 

Beine: Kurz, Schenkel mit langen Geierfedern, Läufe und Zehen 
stark befiedert. 



Farbenschläge: Rot, Gelb, Blau und Schwarzschilder mit 
weißen Binden. Hohlige sowie Blaue mit schwarzen Binden und 
Geschuppte treten selten auf, letztere sind stets mangelhaft in 
Farbe und Zeichnung. 

Farbe undZeichnung: Die Grundfarbe ist weiß, nur die Flügel- 
schilder sind farbig. Außer der Decke des Flügelschildes muß 
auch der Stoß nebst den Fingerfedern farbig sein. Die blauen 
Schildtanben zeigen helleres und dunkleres Blau; dies darf als 
Fehler nicht betrachtet werden. Die farbigen Schilder dürfen 
an den Schultern und dem Rücken nicht schließen, sondern es 
soll vom Unterhals (Nacken) bis zur Mitte des Rückens ein weißer 
spitzer Winkel vorhanden sein. Die Kappe, wenn sie vorhanden 
ist, soll eine gute Muschelhaube sein, nicht abstehen, sondern sich 
nach dem Kopfe neigen und an beiden Ohrlöchern in einem kleinen 
Wirbel (Muschel) enden. Die Schnippe, auch Nelke, Sträußchen 
oder Schnabelrose genannt, muß eine halbe Rosette bilden und 
nach vorn geneigt sein, etwas Unterbau ist gestattet. In jedem 
Flügel sollen die 9 bis 10 längsten Schwungfedern weiß sein. 

Grobe Fehler: Fleckige Flügelschildfarbe, schilfige und rostige 
Binden, farbige Schenkel und Geierfedern, hellfarbige Iris, sehr 
mangelhafte Kappe, schiefe oder zu sehr gestüzte Nelke, ange- 
laufener Schnabel, sehr schilfige Schwingen zweiter Ordnung, 
weißer Stoß am Flügelbug. 



TAFEL 38. 



Farbentauben: Schildtaube, glattfüßige. 

(Beschreibung für latschige Tafel 37.) 



Stammland: Bayern, Thüringen und Süddeutschland. 

Gestalt: Die einer Feldtaube. 

Kopf: Schmal und leicht gewölbt, Stirn etwas hoch. 

Schnabel: Mittellang, an der Basis etwas stark, Farbe hell. 

Auge: Bei allen Farbenschlägen dunkel, Augenrand fleischfarben. 

Kehle: Leicht ausgerundet. 

Hals; Mäßig lang. 

Brust: Etwas breit und vortretend. 

Rücken: An den Schultern mehr breit als schmal, nach dem 
Schwänze leicht abfallend. 

Flügel: Lang, anliegend und geschlossen. 

Schwanz; Lang, geschlossen, etwas länger als die Schwingen- 
spitzen. 



Beine und Füße: Lebhaft rot und etwas kräftig, nicht hoch- 
gestellt. 

Farbenschläge: Gelb, rot, blau, schwarz gehämmert. Schmalz- 
kiele bevorzugt, diese nennt man Samtschilder. Außerdem gibt 
es noch gelerchte, silberblaue mit und ohne Binden, fahle mit 
gelben und mit roten Binden. 

Zeichnung: Grundfarbe weiß, nur die Flügelschilder (Deckel 
oder Flügeldecke) sind farbig; vom Hinterhals zum Rücken zeigt 
sich hierdurch ein kleines weißes Herz, welches ans der regel- 
rechten Flügelzeichnung imd der Grundfarbe entsteht. An beiden 
Seiten des unteren Flügelgelenkes soll die Taube einige farbige 
Federn zeigen (Sträußchen oder die Finger genannt), die den 
weißen Flügelsaum bedecken. 

Grobe Fehler: Dunkler Schnabel, rote oder gelbe Iris, farbiger 
Rücken und ebensolche Schenkel, schilfige Schwingen zweiter 
Ordnung, zu matte Farbe. 



TAFEL 39. 



Farbentaubeii: Fitigeltaube mit Latschen. 



Stammland Kappige: Königreich Sachsen. — Glattköpfige: 
Schlesien, Böhmen und die Lausitz. — Böhmische Flügelschecke: 
Böhmen. 

Gestalt: Wie die Feldtaube, etwas größer und federreicher. 

Kopf: Gewölbt, etwas hohe Stirn, Muschelhaube bezw. Kappe 
(sächsische Zucht), glattköpfig (schlesische und böhmische Zucht). 

Schnabel: Mäßig lang, Oberschnabel an der Spitze leicht gebogen; 
Nasenwarzen wenig entwickelt, Oberfläche weiß; Oberschnabel 
bei schwarzen und blauen Tieren und deren Unterarten mit 
Schnippe schwarz, bei denen ohne Schnippe, sowie bei der roten 
und gelben Varietät und deren Unterarten fleischfarbig. Unter- 
schnabel stets fleischfarbig. Gelerchte und silberfarbige sollen 
wachs- oder hellhornfarbigen Schnabel haben. 

Augen: Dunkel , rotschillernd blasser oder fleischfarbener Augenrand. 

Kehle: Gut ausgeschnitten. 

Hals: Mittellang, mit Brust und Kücken gut abgerundet. 

Brust: Breit, gut gewölbt, vortretend. 

Rücken: Lang, möglichst breit, wenig nach hinten abfallend. 

Flügel: Mäßig lang, etwas breit, auf dem Schwänze aufliegend. 
Schwanzfende nicht erjeichend, nicht gekreuzt. 

Schwanz: Lang, gut geschlossen, fast horizontal getragen. 

Beine und Füüi?: Kurz, Stellung so tief als möglidi. 



Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Der farbige 
birnenförmige Stirnfleck (Schnippe) gut abgerundet, ca. 1 cm breit, 
nach dem Schnabel zu sich verschmälernd, er darf sich nicht bis 
an die Augen ausbreiten; Kappe nach vorn liegend, wenigstens 
nicht weit abstehend, an den Ohrlöchern in einen kleinen Wirbel 
(Muschel) verlaufend. Flügel ausschließlich der Schulterdeckfedern, 
welch letztere weiß sind und das sogenannte Herz bilden, farbig 
und schmal. Herz soll groß und gut abgerundet sein. Schenkel- 
befiederung lang und voll, Farbe derselben rein weiß. Latschen 
der Farbe der Flügel entsprechend. Die Latschen sollen lang- 
und vollfederig sein. Flügeltauben existieren in allen 4 Haupt- 
farben und deren Untervarietäten, und zwar in schwarz, blau, 
rot, gelb, mit schwarzen und weißen Binden und weißgeschuppt; 
außerdem findet man auch Lerchenflügel (mit der Flügelzeichnung 
der Lerchentaube) und mehlfarbige mit braunen Binden, sowie 
blaue Hammerflüwel (schwarzgeschuppte). Die weißen Flecke 
der blauweiß- und silberweißgeschuppten Flügeltauben müssen 
mit einem schwarzen schmalen Saum umrandet sein, wie auch 
die äußere Seite der weißen Binden beider Arten mit einer 
schmalen schwarzen Einfassung versehen sein muß. Binden (Striche) 
möglichst schmal und diuxhgehend, ohne Lücken. Bei den Flügel- 
schecken soll eine Feder um die andere in den Schwingen als 
auch auf den Flügelschildorn farbig sein. Die letzte äußere 
Schwungfeder in jedem Flügel eines Tieres muß farbig sein. 

Grobe Fehler: Schwarzer Unterschnabel, farbiger Flecken an 
der Kehle oder an den Mundwinkeln, auf der Schulter und auf 
dem Rücken, welch letzterer die Herzzeichnung beeinträchtigen, 
weiße Federn in den Flügeln und farbige im Schwanz, mehrere 
weiße Federn in den Latschen, sehr schiefe Schnippe und Kappe, 
Schleppflügel, rostige Flügelbinden , schilfige oder zu fahle 
Schwingen. 



TAFEL 40. 



Farbeiitaubeii: Flügeltaube mit Latschen. 



Staininland: Kappige: Königreich Sachsen. — Glattköpfige: 
Schlesien, Böhmen und die Lausitz. — Böhmische Flttgelschecke : 
Bölunen. 

Gestalt: Wie die Feldtaube, etwas größer und federreicher. 

Kopf: Gewölbt, etwas hohe Stirn, Muschelhaube bezw. Kappe 
(sächsische Zucht), glattköpfig (schlesische und böhmische Ziiclit). 

Schnabel: Mäßig lang, Obersehnabel an der Spitze leicht gebogen; 
Nasenwarzen wenig entwickelt, Überfläche weiß ; Oberschnabel 
bei schwarzen und blauen Tieren und deren Unterarten mit 
Schnippe schw^arz, bei denen ohne Schnippe, sowie bei der roten 
und gelben Varietät und deren Unterarten fleischfarbig. Unter- 
schnabel stets fleischfarbig. Gelerchte und silberfarbige sollen 
wachs- oder hellhornfarbigen Schnabel haben. 

Augen: Dunkel, rotschillernd blasser oder fleischfarbener Augenrand. 

Kehle: Gut ausgeschnitten. 

Hals: Mittellang, mit Brust und Kücken gut abgerundet. 

Brust; Breit, gut gewölbt, vortretend. 

R ü c k e n : Lang, möglichst breit, wenig nach hinten abfallend. 

Flügel: Mäßig lang, etwas breit, auf dem Schwänze aufliegend. 
Schwanzende nicht erreichend, nicht gekreuzt. 

Schwanz: Lang, gut geschlossen, fast horizontal getragen. 

Beine und Füße: Kurz, Stellung so tief als möglich. 

Fa rbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Der farbige 
birnenförmige Stinifleck (Schnippe) gut abgerundet, ca, 1 cm breit, 
nach dem Schnabel zu sich verschwälernd, er darf sich nicht bi« 
an die Augen ausbreiten; Kappe nach xoru liegend, wenigstens 



nicht weit abstehend, an den Ohrlöchern in einen kleinen Wirbel 
(Muschel) verlaufend. Flügel ausschließlich der Schulterdeckfedern, 
welch letztere weiß sind und das sogenannte Herz bilden, farbig 
und schmal. Herz soll groß und gut abgerundet sein. Schenkel- 
befiederung lang und voll, Farbe derselben rein weiß. Latschen 
der Farbe der Flügel entsprechend. Die Latschen sollen lang- 
und vollfederig sein. Flügeltauben existieren in allen 4 Haupt- 
farben und deren Untervarietäten, und zwar in schwarz, blau, 
rot, gelb, mit schwarzen und weißen Binden und weißgeschuppt; 
außerdem findet man auch Lerchenflügel (mit der Flügelzeiehnung 
der Lerclientaiibe) und mehlfarbige mit braunen Binden , sowie 
blaue Hammerflügel (schwarzgeschuppte). Die weißen Flecke 
der blauweiß- und silberweißgeschuppten Flügeltauben müssen 
I mit einem schwarzen schmalen Saum umrandet sein, wie auch 
die äußere Seite der weißen Binden beider Arten mit einer 
schmalen schwarzen Einfassung versehen sein muß. Binden (Striche) 
möglichst schmal und durchgehend, ohne Lücken. Bei den Fitigel- 
schecken soll eine Feder um die andere in den Schwingen als 
auch auf den Flüo-elschildern farbig sein. Die letzte äußere 
Schwungfeder in jedem Flügel eines Tieres muß farbig sein. 

Doppelkuppige Flügeltauben sieht man nur noch selten; für 
Form der Haube und Schnabelkuppe gilt das bei der doppel- 
k üppigen Schildtaube gesagte (Tafel 37/38) ; die Sclmabelkuppe soll 
aber nicht weiß sein, sondern die Farbe des Flügels zeigen. 

Grobe Fehler: Schwarzer Unterschnabel, farbiger Flecken an 
der Kehle oder an den Mundwinkeln, auf der Schulter und auf 
dem Rücken, welch letzterer die Herzzeichnung beeinträchtigen, 
weiße Federn in den Flügeln und farbige im Schwanz, mehrere 
weitie Federn in den Latschen, sehr schiefe Schnippe und Kappe, 
Schleppilügel , rostige Flügelbinden, schilfige oder zu fahle 
Schwingen. 



TAFEL 41. 



Farbeiitaubeii: Glattfüßige Flügeltaiibe. 



Stainmland: Thüringen. 

Gestalt: Gleich einer Feldtaube, nur elegantere und langge- 
strecktere Figur. 

Kopf: Länglich und schmal, mittelhohe Stirn, glattköpfig, selten 
kappig. 

Schnabel: Mittellang, dünn, gerader Oberschnabel, an der Spitze 
leicht gebogen , bei schwarzen , blauen und blaugehämmerten 
Oberschnabel schwarz, bei silber- und lerchenfarbigen die Spitze 
des Oberschnabels helÜionifarbig, nach der Schnabelwurzel heller 
verlaufend, Unterschnabel stets hell wachs färb ig, wie über- 
haupt bei den roten, gelben und sonstigen hellfarbigen Arten der 
ganze Schnabel hell wachsfarbig sein muß. 

Augen: Dunkel mit schmalem hellfleischfarbenem glattem Augen- 
rand umgeben. 

Hals: Im Verhältnis zur sächsischen Flügeltaube mehr lang als 
kurz, nach dem Kopfe dünn verlaufend, leicht gebogen. 

Kehle: gut gerundet. 



Brust: Etwas breit und mäßig gewölbt 

Rücken: Lang, wenig nach dem Schwänze abfallend. 

Schwanz: Verhältnismäßig schmal und lang. 

Beine und Füße: Lebhaft rot, luibefiedert, mehr niedrig als hoch. 

Farbe und Zeichnung: Der ganze Flügel mit Ausnahme der 
Federgruppe des Oberarms, ebenso die Schnippe farbig, das übrige 
Gefieder ist weiß. Die Federgruppe der beiden Oberarme der 
Flügel bilden auf dem Kücken ein möglichst breites weißes Herz, 
wodurch recht schmale lange farbige Flügel hervortreten. Bei 
blauen und silberfarbigen Tieren und dessen Nebenfarben müssen 
die Schwingenspitzen 1.- Ordnung dunkel sein. 

G r Ij e Fehler: Dunkler Unterschnabel, helle Schnabelspitze bei 
dunkelfarbigen, dunkle Schnabelspitze bei hellfarbigen Tieren ; 
graue oder blaue Fleckchen an den Augenwarzen, bei hohligen 
Tieren starker Anflug von Binden, blasse Schwinge^, mehrere farbige 
Federn um die Augen, auf dem Herz, zu beiden Seiten des Kör- 
pers und an den Schenkeln, dunkler Unterschnabel, zu matte Farbe. 



TAFEL 42. 



Farbentauben: Belaischte Schnippentaiibe. 



Stammland: Königreich und Provinz Sachsen. 

Gestalt: Wie die Feldtaube, aber kräftiger und federreicher. 

Kopf: Gewölbt, hohe Stirn. Volle Kappe (muschelhaubig) oder 
glattköpfig. Erstere etwas hoch angesetzt. 

Schnabel: Verhältnismäßig lang, an der Spitze leicht gebogen, 
Nasenwarzen wenig entwickelt und weiß; Schnabelfarbe fleisch- 
farbig, bei Schwarz- und Blauschnippen Oberschnabel dunkel. 

Augen: Dunkel, Augenrand fleischfarbig. 

Kehle: Gut ausgerundet. 

Hals: Mehr kurz als lang, aus den Schultern voll vortretend, 
nach dem Kopfe dünn verlaufend. 

Brust: Breit und vortretend. 

Rücken: An den Schultera breit, etwas lang, nach dem Schwänze 
wenig abfallend. 

Flügel; Mäßig lang, nicht allzusehr geschlossen, auf dem Schwänze 
aufliegend. 



Schwanz: Schön geschlossen, gleich breit. 

Beine und Füße: Kurz, Schenkelbefiederung lang und voll, 
lange volle Latschen. 

Farbe und Zeichnung: Grundfarbe weiß, Stirnfleck (Schnippe) 
farbig. Ebenso Schwanz mit oberer und unterer Schwanzdecke. 
Die Farbe muß rein und gleichmäßig sein rnid soll scharf von 
dem Grundgefieder abgrenzen. Schnippe (Stirnfleck) an der Schnabel- 
basis 4 mm breit, Länge 10 — 12 mm, birnenförmig. 

Farbenschläge: Rot, gelb, schwarz und blau. Der blaue 
Farbenschlag muß am Schwanzende eine dunkle Querbinde tragen. ' 

Grobe Fehler: Dunkle oder warzige Augenränder, zu tief an- 
gesetzte, nicht volle, nicht runde oder abstehende Kappe. Heller 
Oberschnabel bei Blau- und Schwarzschnippen, angelaufener, 
fleckiger oder dunkler Schnabel bei Rot- und Gelbsohnippen. 
Zu kurze oder sehr nach vorn stehende Latschenfedem, weißer 
Unterschwanz (Keil), Schilfschwanz. 



Glattfüßige Schnippentaube. 

Stamm l and: Thüringen und Süddeutschland. 

Im übrigen wie bei der belatschten Gattung mit dem Unterschiede, daß erstere also glattfüßig^ ist und ein fester anliegendes Gefieder 
zeigt, sowie etwas schnittiger und gestreckter erscheint. 



TAFEL 43. 



Fai'beiitaiibeu: Schwingen- nnd Mondtaube sowie Farbentaube mit weißen Binden. 

Nr. 1 u. 2 Schwingentaube, Nr. 3 u. 5 Mondtaube, Nr. 4 weißbindige. 



S t a m m 1 an d : Deutschland. 

Gestalt: Die der Feldtaube, nur etwas gedrungener und eleganter 
in der Form. 

Kopf: Gewölbt, Stirn ziemlich hoch, glatt, nur die Schwingen- 
taube (auch Storchtaube genannt) hat zuweilen Querhaube. 

Schnabel ; Laug und dünn; fleischfarbig bei den roten und gelben 
Schwingen tauben, bei gelben weißbindigen und bei gelben Mond- 
tauben, hellhomf arbig bei roten weißbiudigen und rotgezeichueten 
Mondtauben sowie dunkelfarbig bei den anderen Arten. 

Augen: Dunkel bei den Schwingen- und Mondtauben, dunkel 
mit orangefarbiger Iris bei den einfarbigen Farbentauben mit 
weißen Binden. 

Kehle: Gut ausgeschweift. 

Hals; Kurz und voll, nach dem Kopfe sich verjüngend, etwas nach 
vom gestreckt. 

Brust: Breit, tief und vortretend, gewölbt. 

Rücken: Ziemlich lang, nach hinten nur wenig abfallend. 

Flügel: Lang, fest geschlossen, auf dem Schwänze ruhend. 

Schwanz: Gut geschlossen, die Schwingen nur wenig überragend, 
mit dem Rücken in fast gerader Linie abfallend. 

Beine: Kurz, gut belatscht oder 'glattfüßig (letztere sieht man 
selten). 



Arten und Farbenschläge: 1. Die Schwingentaube tritt 
in rot und schwarz, seltener in gelb und noch seltener in blau 
auf. Die 12—14 längsten Schwungfedern mit deren Deokfedem 
am Stoße sowie der sogenannte Schlag und die Latschen sind farbig, 
die übrigen Körperteile weiß. 

2. Die Mondtaube — die fälschlicherweise auch Schweizer- 
taube genannt wird — hat man nur im gelben und roten Farben- 
schlage. Die Grundfarbe der gelben Mondtaube wird elfen- 
Ijeinfarbig verlangt, der rotgezeichnete Farbenschlag zeigt einen 
Stich ins Blaue. Die Farbe der Zeichnung ist ein zartes mattes 
Gellj, bei der anderen ein etwas abgetöntes Braunrot. (Die 
Schweizertaube ist nicht dargestellt, sie ist äußerst selten noch 
anzutreffen. Sie ähnelt der Moudtaube in der Grundfarbe, erstere 
ist nur etwas dunkler. Die Binden sind nicht so scharf ausge- 
prägt, und der Hals zeigt nicht den Halbmond, sondern einen 
Ijreiteren Ring, der sieh auch auf den Hinterhals ausdehnt.) 

3. Von den weißbiudigen Farbentauben, die nicht sehr 
verbreitet sind, hat man gelbe, rote, schwarze und blaue. Sie 
sollen rein in Grundfarbe sein, Schwingen und Schwanz dürfen 
keinen anderen Farbenton als die übrigen Körperteile aufweisen. 
Binden schmal und olme Unterbrechung. 

Grobe Fehler: Dunkle Schnäbel bei den hellfarbigen Arten,, 
zweierlei Augenfarbe , mangelhafte Binden , unreine oder wenig 
intensive Farben, fahle Schwänze und Schwingen bei roten und 
gelben weißbmdigen, sowie fahle Schwungfedern bei Schwingen- 
tauben, zu hohe Beine. 



TAFEL 44. 



Farbentauben: Mohrenkopf, Rrüster oder Latztaube. 



Schinalkaldener, großl atziger und gewöhiilicliei- 
Mohrenkopf. 

Nr. 1. GrolJlatziscr oder altdoutsclier Mohrenkopf. Nr. 2. Scliinsil- 
kaldener Mohrenkopf. 

Stammland: Deutschland (des ersteren speziell Sohmalkalden und 
Umgebung). 

Größe und Gestalt: 36 — 38 cm ; der Feldtaube gleich ; etwas ge- 
drückte Stellung, die ersteren beiden voller im Gefieder (lang- 
federiger). 

Kopf: Gut gewölbt, ziemlich hohe und breite Stirn; der erstere 
kappig, letztere kappig oder glatt. 

Schnabel: Lang, diiim ; hellhomf arbig bei roten, fleischfarbig bei gel- 
ben gewöhnlichen Mohrenköpfen ; schwarz bei allen anderen. Augen: 
Dunkel, ohne farbige Iris. Kehle: Ziemlich gut ausgeschweift. 

Hals: Kurz und etwas gedrungen bei den ersten beiden, etwas 
schlanker bei der letzten Gattung. Brust: Mäßig breit und etwas 
vortretend; Bauch wenig entwickelt. Schultern und Rücken: 
Schultern etwas breit am Halse ; Rücken flach und nur wenig nach 
dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Ziemlich lang, geschlossen, die Spitzen auf dem Schwänze 
ruhend, nicht gekreuzt. Schwanz: Geschlossen getragen, mit 
dem wenig abfallenden Rücken eine gerade Linie bildend. 

Beine: Kurz; Schenkel, Füße und Zehen stark und verhältnismäßig 
lang befiedert bei Schmalkaldenem und großlatzigen Mohren- 
köpfen; weniger voll und lang oder gar nicht befiedert bei dem 
gewöhnlichen Mohrenkopf. 

Farbe und Zeichnung: 1. Schmalkaldener Mohrenkopf: 
Wie auf dem Bilde dargestellt, nur in schwarz vorkommend. 
Obere und untere Schwanzdecke müssen mit dem Schwänze, dem 
Kopfe und einem Teile des oberen Vorderhalses farbig sein; Ge- 
fieder etwas lose und lang. 

2. Großlatziger Mohrenkopf, auch altdeutscher ge- 
nannt: Er unterscheidet sich von der ad 1 genannten Art nur 
durch den ganzen farbigen Vorderlials und die teilweise ebenso ge- 
färbte Brust sowie durch die gewöhnliche MuscheUiaube, sofern 
das Tier nicht glattköpfig ist. Man trifft nur den schwarzen Farben- 
schlag, seltener den blauen an, rot und gelb existiert nicht. Bei 
glattköpfigen Exemplaren ist auch der Hinterkopf farbig. 

3. Gewöhnlicher Mohrenkopf: Er unterscheidet sich in 
der Zeichnung gegen den zu 2 genannten nur durch die Zeichnung 
am Halse und der Brust. Es ist neben dem Schwänze mit oberer 



und unterer Schwanzdecko nur der Kopf bis zur Kappe (die weiß 
sein muß) und der Vordcrluils auf .3—4 cm unter die Kehle farbig. 
Die vorkonnnenden Farben sind schwarz und blau, seltener rot 
und gelb. (Diese Taube ist nicht dargestellt.) 

Grobe Fehler- Mangelhafter Hut und Kette (Kappe und Halsachloß), weiße 
Federn am Auge, schilfiger Schwanz, zweifarbige oder gelbe Augen, sehr hohe 
Beine bei 3; mangelhafte Farbe und Zeichnung, unIcot<^ekte Kappe, Schilfschwanz, 
hohe Beine bei den anderen Gattungen. 

Brtister oder Latztaube. 

Nr. 3, 5 u. 6 Latztaube, Nr. 4 Brüster. 

Stammland: Deutschland. Der glattköpfige Brüster war früher 
meist in Sachsen, der spitzkappige in Thüringen, die Latztaube 
in Thüringen und Süddeutschland anzutreffen. 

Gestalt: Die der Feldtaube, aber elegantere Haltimg ; Länge 36 — 38. 

Kopf: Gut gewölbt, ziemlich hohe und breite Stirn. Brüster glatt- 
köpfig oder spitzkappig, Latztaube breitkappig mit Muschelhaube. 

Schnabel; Lang und dünn, hellhomf arbig bei roten, fleischfarbig 
bei gelben und schwarz bei schwarzen und blauen. Augen: 
Dunkel ohne farbige Iris bevorzugt, sind aber bei dem Rückgang 
der Rassen nur wenig anzutreffen. Kehle: Gut ausgeschweift. 

Brust: Bei glattköpfigen Brüstem breit und tief ; bei den anderen 
weniger breit und vortretend, mehr hochgeschürzt. Banchpartie: 
Besser entwickelt bei klattköpfigen Brüstern als bei den anderen 
Arten. Schultern: Bei klattköpfigen Brüstern etwas breit. 
Rücken: Flach, leicht nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Lang und breit bei glattköpfigen Brüstelm, schmal und 
geschlossen bei den übrigen. Schwanz: Mäßig lang und ge- 
schlossen; bei glattköpfigen Brüstem etwas voller. 

Beine: Kurz ; glattfüßig bei spitzkappigen Brüstem, etwas kurz 
belatscht bei den glattköpfigen. Latztauben treten glattfüßig und 
schwach belatscht auf. 

Farbenschläge: Brüster (Figur 4 der Tafel) meist nur in rot 
und gelb, seltener in schwarz und blau auftretend. Latztauben 
(Figur 2, 5 u. 6 der Tafel) rot, gelb, schwarz und blau. Erstere 
beiden Farbenschläge sind vorherrschend; blau kaum noch zu 
finden. Die Zeichnung ergibt sich aus den dargestellten Tieren. 

Grobe Fehler: Mangelhafte Zeichnung oder Farbe, zweierlei Augenfarbe, 
fehlerhafte Kappe. 

Bemerkung: Die Latztaube wird in Süddeutschland „Brüster' genannt, 
ein Name, der nicht zutreffend ist. Schon Neumeister nannte 1836 diese Taube, 
wie alle Thüringer Züchter, „Latztaube '. 



TAFEL 45. 



Troiiimeltaube : Bucharische. 



Nr. 1 11. -i BiK'liaviscIie Tviiiiiineltaube, Nr. 2 n. 4 DentseliH, iloppclkuppiL'-e (s. Musterbese.hreibiing Talel 4(j). 



S t a m m 1 a 11 d : Buchara - TurlcPstan. 

Gestalt; Die der deutsi'hen doppolkuppis'on Trommler, alier ver- 
möge des langen und lockeren Gefcders stärker erscheinend. 
Lfinge 40 — 42 cm. 

Kopf: Flach und breit mit sehr breiter, lockerer und hochange- 
setzter Muschelhaube, deren Struktur .■sich weiter nach ilen Hals- 
seiteu und dem Genick Jiinzieht als bni der deutschen Troinmel- 
taube. Die Schnabelknppe (Nelke) wird von einer Rosette ge- 
bildet, die den Schnabel l)is zur Spitze und die Augen bedecken 
soll; sie wird in ihrer hinteren Hälfte von der Kappe völlig ein- 
geschlossen. 

Sehnabel: Mittellang, stark, hellhornfarbig. 

Augen: Dunkel mit jjerlf arbiger Iris. 

Kehle: Au.sgernndet, bei dem lockeren Geheder nicht siciitbar. 



H aJ s: Kurz und voll; die Federn des oberen Hinterhalses sind nadi 
dem Kopfe gewachsen, wodurch das Halsgefieder gesträubt ersdieint. 

Brust: Sehr tief, breit und vortretend, gut gewölbt. 

Rücken: Breit und hohl an den Schultern, nach dem Schwänze 
nur wenig abfallend. 

Flügel: Verhältnismäßig lang und breit, die Spitzen erreichen 
das Schwanzende und liegen lose auf dem Rande des Schwanzes. 
Schwanz: Breit und lang. 
Beine: Sehr kurz, Schenkel und Beine voll und lang befiedert. 

Farbenschläge: Weiß, schwarz und schwarzgetigert oder ge- 
scheckt. Farbe und Zeichnung müssen bei Beurteilung hinier 
die anderen Rassenmerkmale zurücktreten. 

Grobe Fehler: Kleine, das Auge freilassende Rosette, zweierlei 
Augenfarbe, sehr schwacher Körper, hohe Beine. 



TAFEL 46. 



Trommel taube: Deutsche doppelkuppige. 



Stammland: Von der russischen stammend, in Deutschland zur 
wirklichen Kasse durchgezüchtet. 

Größe und Gestalt: Etwas größer als die Feldtaube, starke, 
fleischige, voll- und langfederige Taube mit etwas aufrechter, 
doch tiefgestellter Figur. 

Kopf Ziemlich kräftig, stärker und breiter als bei den schnabel- 
kuppigen und glattköpfigen Arten. 

Kopfputz: Kappe oder Haube möglichst breit (rund), sowie feder- 
reich, dabei gut anliegend. Schnabelrose oder Nelke zentrale 
Anordnung (halbe Eosette), nach vom geneigt, ohne Stutzfedern, 
etwas Unterbau gestattet. 

Sehnabel: Dunkel beim schwarzen und blauen Farbenschlage 
sowie bei den getigerten ; fleischfarbig bei gelben, roten und fahlen. 
(Beim roten Farbenschlage jedoch kann angelaufener Schnabel 
vorläufig nicht als grober Fehler gelten.) 

Augen: Beim weißen Farbenschlage dunkel, bei allen anderen 
Farbenschlägen dunkel mit orangefarbiger (gelber) Iris, marmor- 
farbige Iris, welche den alten deutschen Trorameltauben eigen 
war, zulässig. Augenrand schmal und grau bei blauen und 
schwarzen, fleischfarbig bei roten und gelben Tieren. 

Kehle: Voll, doch ausgerundet. 

Hals: Kurz, stark. 

Brust: Möglichst breit, voll und vortretend. 



Bauchpartie: ziemlich entwickelt. 

Schultern: Breit. 

Rücken: Breit, nach hinten wenig abfallend. 

Flügel: Kräftig und breit, mit langen Schwungfedern, beinahe 
das Schwanzende erreichend. 

Schwanz: Reichlich lang mit breiten Federn. 

Beine und Füße: Schenkel befiedert (lange Geierfedem); Füße 
dicht und voll belatscht. Hauptsache ist dichte, volle Fußbetie- 
derung oline Lücken. Die Latschen sollen sich nicht nach 
vorn, sondern nach der Seite ausbreiten. 

Farbe und Zeichnung: Einfarbige schwarz, weiß, rot, gelb, 
blaue sowie blaue imd silberfahle mit Binden blaugehämmert, 
gelercht, getigert, gemuselt. Deutliche schmale Binden, bei blauen 
und fahlen Tieren, scharfe Hämmerung bei geschuppten Tieren, 
bei getigerten möglichst gleichmäßig über Kopf und Flügel ver- 
teilte Scheckenzeichnung. 

Grobe Fehler: Schwache, hochge stellte Figur, matte Farbe, 
blauer oder brauner Schein bei schwarzen, roten und gelben 
Tieren, schmutzige Farben sowie unregelmäßige Zeichnung und 
weißer Rücken bei blauen und gehämmerten, Stutznelke, zu 
schmale oder schiefe Haube, zu kurze imd lückenhafte Fußbe- 
fiederung. 



TAFEL 47. 



Trommeltaube' Deutsche doppelkuppige. 



Nr. 1 u. 2 Weifibindige, Nr. 3 u. 4 Dresdener. 



Staramland: Sachsen. 

Größe und Gestalt; Nur wenig stärker als die der Feldtaube, 
etwas aufrecht, doch tiefgestellte Figur, eher lang als kurz. 

Kopf: Ziemlich kraftig, nur wenig stärker und breiter als bei den 
schnabelkuppigen und glattköpfigen Arten. 

Kopfputz: Kappe oder Haube möglichst breit (rund), sowie feder- 
reich, dabei gut anliegend. Schnabelrose oder Nelke zentrale 
Anordnung (halbe Rosette), nach vorn geneigt, ohne Stutzfedern, 
etwas Unterbau gestattet. 

Schnabel: Hell. 

Augen: Dunkel mit orangefarbiger (gelber) Iris, hellmarmor- 
farbige Iris zulässig. Augenrand schmal und blafi. 

Kehle: Voll, doch etwas ausgerundet. 

Hals: Kurz, doch nicht so voll als bei der einfarbigen doppel- 
kuppigen Trommeltaube. 



Brust: Möglichst breit, voll und vortretend. 

Bauchpartie: Mittellang. 

Schultern: Möglichst breit. 

Rücken: Ziemlich breit, nach hinten abfallend. 

Flügel: Ziemlich breit, mit langen Schwungfedern, beinahe dns 
Schwanzende erreichend. 

Schwanz: Reichlich lang. 

Beine und Füße; Schenkel befiedert (Geierfedem) ; Füße dicht 
und voll belatscht. Hauptsaclie ist dichte, volle Fußbefiedej-ung 
ohne Lücken; übermäßig lange Fufäbefiederung ist der Rasse 
nicht eigen. 

Farbe und Zeichnung: Rot und gelb, farbiges Grundgefieder, 
nur Flügelschilder reinweiß. 

Grobe Fehler: Zu viel Blaurot im Gefieder, weiße Federn in 
den Latschen, in den Schwingen, an den Schenkeln und am Kopfe. 



Einfarbige doppelkuppige Tromnieltaube mit weißen Binden. 



Diese Taube entspricht in allen Teilen der Dresdener Trommeltaube. Nur in Farbe und Zeichnung weicht sie von dieser ab. Alle 
4 Grundfarben, schwarz, blau, rot und gelb sollen an allen Körperteilen gleichmäßig auftreten, die Binden sollen schmal und rein weiß sein. 



TAFEL 4S. 



Troiimieltaube: Deutsche, doppelkuppig gemöiichte (ßerubiirger). 



S tammhxud; Von dPT russischen stammond, in Anhalt zur wirk- 
lichen Rasso durchgozü eiltet. 

Größe und Gestalt: Etwas grölier als die der Feldtaube, starke, 
fleischige Taube mit etwas aufrechter, doch tiefgestellter Figur, 
etwas laug, vollfederig. 

Kopf: Ziemlich kräftig, stärker und breiter als bei den schnabel- 
kuppigen und glattköpfigen Arten. 

Kopfputz: Kappe oder Haube möglichst breit (rund), sowie feder- 
reich, dabei gut anliegend. Schnabelrose oder Nelke zentrale 
Anordnung (halbe Eosette), nach vorn geneigt, ohne Stntzfedern, 
etwas ITnterhau gestattet. 

Schnabel: Stets fleischfarben. 

Augen: Dunkel. 

Kehle; Voll, doch etwas ausgerundet. 

Hals: Kurz, stark. 

Brn.'^t: Möglichst breit, voll und vortretend. 



B a u c h p a r t i e : Mittellang. 

Schu Item: Breit. 

Rücken: Breit, nach hinten etwas abfallend. 

Flügel: Kräftig und breit, mit langen Schwungfedern, beinahe 
das Schwanzende erreichend. 

Schwanz: Reichlich lang mit breiten Federn. 

Beine und Füße: Schenkel befiedert (lange Geierfedern); Füße 
dicht und voll bolatscht. Die langen Fußfedern (Latschen) sollen 
sich nicht nach vorn, sondern nach der Seite ausbreiten. 

Farbe und Zeichnung: Farbenschläge schwarz, rot, gelb, blau, 
fahl (Mönchzeichnung) , weifjer Kopf bis etwa 1 cm unter dem 
Auge, 8 — 10 weiße Schwingen, weißer Schwanz, weiße Latschen. 
Das Weiße des Schwanzes erstreckt sich bis zum After. Rücken 
und Bauch müssen farbig sein, ebenso die Schenkel- und Geier- 
fedem. 

Grobe Fehler: Hornschnabel , zweierlei Augen, schiefe oder 
Stutznelke, zu schmale Haube, matte Farbe, v\'eißor Bauch. 



TAFEL 49. 



Trommeltaube : Deutsche, schnabelkuppige. 



Heimat und Abstammung: Von der altdeutschen stammend, 
in Sachsen und den angrenzenden Fürstentümern herausgezüchtet. 

Größe und Gestalt: Ziemlich so groß wie die doppelkuppigen 
deutschen; Haltung etwas aufrecht; Gefieder etwas knapper als 
bei der einfarbigen doppelkuppigen Trommeltaube. 

Schnabel: Dunkel beim schwarzen und blauen Farbenschlage 
sowie bei den getigerten, fleischfarbig bei dem gelben, roten, und 
fahlen. 

Kopf: Etwas kleiner als bei der doppelkuppigen Trommeltaube. 

Augen; Orangefarbige Iris bei allen Farbenschlägen mit Ausnahme 
des weißen, welcher dunkle Augen haben muß. Hellmarmoriertes 
Auge bei den farbigen Arten zugelassen, Augenrand schmal. 

Kopfputz: Schnabelkuppe mtiglichst federreich, gut nach vorn 
gelegt, etwas Unterbau erlaubt, doch kein eigentlicher Schnabel- 
stutz. 

Kehle: Etwas voll, doch gerundet und ohne Wamme. Hals kurz, 
voll aus den Schultern tretend, nach dem Kopfe dünner auslaufend. 

Brust: Breit und voll. 

Bauchpjxrtie: Mittellang. 

.Schultern: Breit. 



Rücken; Breit, nach hinten nur wenig abfallend. 

Flügel: Kräftig und breit, mit langen Schwungfedern, beinahe 
das Schwanzende erreichend. 

Schwanz: Reichlich lang mit breiten Federn. 

Fußbefiederung: Sehr dicht und lang: reiche Schenkelbe- 
fiederung. Die langen Fußfedern (Latschen; sollen sich nicht nach 
vorn, sondern nach der Seite ausbreiten. 

Farbenschläge: a) Un gezeichnete: Schwarze, weiße, blaue, 
fahlblaue, rote und gelbe; b) bindige: Blaue mit schwarzen Binden, 
blaue mit weißen Binden, silberweiße mit grauen Binden, rotfahle 
mit tiefroten Binden, gelbfahle mit tiefgelben Binden ; c) andere : 
Blau, rot, gelb, lerchen-, silbergeschuppte oder gehämmerte. 

Zeichnung: Bei bindigen Tieren schmale durchgehende Binden, 
bei geschuppten und geliämmerten gleichmaßige Zeichnung auf 
lichtfarbigem Grunde. Alle Farben sollen rein und intensiv sein. 

Grobe F ehler: Rötliche, brandige Binden, heller (weißer) Rücken, 
schmutzige dunkle Färbung bei dem blauen Farbenschlage und 
dessen Unterfarben (blaugehämmert, gelercht und silberweiß); 
unreine weiße oder wässerige Färbung bei weißbindigen blauen; 
blauer Schein (Anflug) beim roten und gelben Farbenschlage und 
bei den diesen verwandten Färbungen; matte bräunliche oder 
bläuliche Farbe bei schwarzen, rötliche Brust bei blauen Tieren. 



TAFEL 50. 



Trommeltaube: Deutsche, schnabelkuppige , gemöuchte (Vogtländer Weißköpfe). 



Heimat und Abstammung: Von der Altenburger Trommel- 
taube stammend, im oberen Vogtlande vervollkommnet. 

Größe und Gestalt: Ziemlich so groß wie die doppelkuppigen 
deutschen; Haltung etwas aufrecht, Gefieder etwas knapper als 
bei der doppelkuppigen Trommeltaube. 

Kopf: Etwas kleiner als bei der doppelkuppigen Trommeltaube. 

Kopfputz: Schnabelkuppe vollfederig und regelmäßig, gut nach 
vorn liegend, etwas Unterbau erlaubt, doch kein eigentlicher 
Schnabelstutz. 

Schnabel: Mittellang und fleischfarbig. 

Augen: Dunkel, Augenrand blaß. 

Kehle: Gut gerundet. 

Hals: Kurz, voll aus den Schultern tretend, nach dem Kopfe dünn 
auslaufend. 

Brust: Breit, gut gewölbt, tief tragend und vorstehend. 

Bauchpartie: Flach. 

S c h u 1 1 e r n : Breit. 

Rücken: Breit, nur wenig abfallend. 

Flügel; Kräftig mit langen Schwungfedern, Spitzen nur wenig 
kürzer als der Schwanz. 



Schwanz: Verhältnismäßig lang mit breiten Federn. 

Beine: Kurz. 

Fußbefiederung: Sehr reichlich, dicht und lang ; reiche Sehenkel- 
befiederung. Die langen Fußfedem (Latschen) sollen sich nicht 
nach vom sondern nach der Seite ausbreiten. 

Zeichnung: Kopf bis '/2 cm unter das Auge weiß, nach dem 
Ohr zu ein kleiner Vorstoß, 6—9 Schwingen und die Latschen 
weiß; Schwanz farbig (bei hellen Farbenschlägen meist sehr hell- 
gefärbt, doch stets eine intensiv gefärbte Schwanzbinde enthaltend) ; 
Keil und Scheukelfedern farbig. 

Farbenschläge: a) Blau-, rot-, gelb- und lerchengeschuppt (im 
Vogtlande „gewürfelte", Blauwürfel usw. genannt); b) rot-, 
gelb- oder hirsefahl (im Vogtlande „Rot-, Gelb- mid Hirse- 
melbel" genannt); c) wildblaue mit schwarzen Binden und silber- 
blaue mit lerchengrauen Binden : d) schwarze, bei welchen Binden 
nicht sichtbar sein dürfen. 

Grobe Fehler: Rötliche brandige Binden, heller (weißer) Rücken, 
schmutzige dunkle Färbung bei dem blauen Farbenschlage und 
dessen Unterfarben (blaugehämmert, gelercht und silberweiß); 
unreine Färbung; blauer Schein (Anflug) beim roten und gelben 
Farbenschlage und deren verwandten Färbungen ; matte bräun- 
liche oder bläuliche Farbe bei schwarzen Tieren. 



TAFEL 51. 



Trommeltaulbe. 



Glattköpfige gabelschwänzige (sog. altdeutsche). 

Nr. 1, 2 u. 4. 

Stammland-. Provinz Sachsen und Sächsisch-Thüringische Landes- 
teile, sowie Schlesien. 

Gestalt: Kräftig, gedrungen, tiefgestellt. 

Kopf: Stark vollbaokig, Stirn hoch, Kopf schön nach hinten ab- 
gerundet, stets glatt. 

Schnabel: Etwas kräftig, bei schwarzen und blauen dunkelhorn- 
farbig, bei gelerchten und silberfahlen hellhornfarbig, bei weißen 
fleischfarbig. Augen: Bei den weißen Tieren dunkel, bei anders- 
farbigen dunkel mit perl- oder marmorfarbiger Iris. 

Hals: Kurz, stark, nach der Brust und dem Rücken voll und breit 
auslaufend. Brust: Sehr breit, tief und vortretend. Kücken: 
Sehr breit, nach hinten nur wenig abfallend. 

Flügel: Breit, anliegend, mit langen Schwungfedern, deren äußere 
das Schwanzende ziemlich erreichen. Schwanz: Außergewöhn- 
lich lange und breite Federn. Er soll nach beiden Seiten sich 
gleichmäßig teilen; hierdurch erhält er die Form einer Gabel. 
Die Zahl der Schwanzfedern soll sechzehn betragen. Es kommen 
auch Exemplare mit 18 Federn vor; die meisten Tiere sind jedoch 
infolge der vernachlässigten Zucht nur vierzehnfedrig. 

Beine und Füße: Schenkel mit starkbesetzten Geierfedern, Beine 
und Füße voll belatscht, doch nicht übermäßig lang. 

(Die ursprüngliche Rasse war vom Kniegelenk bis einscblieBlich der Zehen 
nackt oder nur bestrümpft Auch heute kommen noch solche Exemplare vor.) 

Farbenschläge:!. Silber fahle oder graue mit dunklen braun- 
grauen Binden und ebensolcher Schwanzbinde. 

Grobe Fehler: Rötliche oder gelbe Brust, ganz "weißer Rücken, zu höhe Stellung. 

2. Gelerchte: Etwas dunkler in der Grundfarbe als die silber- 
fahlen; Flügeldecken von der Schulter bis zur ersten Binde regel- 
mäßig gejercht, Schwanz mit braungrauem Rande. 

Grobe Fehler: Zu hohe Stellung, rötliche oder gelbe Brust, dnnkler Oberrücken 
(Flügelschild, mangelhafte Lerchenzeichnung). Die Grundfarbe darf nicht ins 
Blaue, SchuppenzeichnuDg und Binden nicht ins Schwarze übergehen. 

.3. Blaue: Reines helles Feldtaubewblau mit 2 schwarzen Binden, 
Brust- und Halsfedem grünschillernd ; Schwanzbinde dunkel. 

Grobe Fehler; Zu hohe Stellung, weißer Rücken, graue Grundfarbe, rötliche 
oder gelbe Brust. 

4. Blau gehämmerte: Etwas dunkel im Blau, regelmäßig ge- 
hämmerte Zeichnung mit dunklen Flügeln und dunkler Schwanz- 
binde, Hals grünschillernd. 

Grobe Fehler: Weißer Rücken, zu hohe Stellung. 



5. Schwarze: Gleichmäßig tief schwarze Farbe, Hals grünschillernd. 

Grobe Fehler: Matte Farbe mit sichtbaren dunkleren Binden, heller Rücken, zu 
hohe Stellung. 

6. Weiße: Reinweiße Farbe. 

Grobe Fehler: Angelaufener Schnabel, bunte Latschen, bläulicher Rücken, zu 
hohe Stellung. 

Einschnippige, erbsgelbe. 

Nr. 3. 

St am ml and: Die sächsischen Fürstentümer und das Königreicli 
Sachsen. 

Größe: Mittelgroß. 

Gestalt: Gedrungener Körper. 

Kopf: Nicht zu lang nach hinten gezogen, schön abgerundet und 
über dem Schnabel mit einer Nelke versehen. Kopfzierde: 
Schnabelkuppe (Nelke) möglichst federreich, gut nach vorn liegend, 
etwas unterbau erlaulst, doch kein eigentlicher Schnabelstntz. 

Schnabel: Mittellang und fleischfarbig. Augen; Dunkelbraun 
ohne farbige Iris, Augenrand fleischfarbig. 

Kehle: Schön gerundet, ohne Wamme. Hals: Mittellang, an 
den Schultern voll, nach dem Kopfe zu schwächer verlaufend. 

Brust: Breit, schön gerundet, tief getrag-en. Bauchpartie: Flach. 
Schultern: Breit. Rücken: Breit, nicht zu lang gestreckt, nach . 
hinten nur wenig abfallend. 

Flügel: Anliegend getragen, ziemlich lang und breit. Schwanz: 
Geschlossen, aber nicht zu schmal. 

Beine: Kurz, sehr stark und lang belatscht, mit gut befiederten 
Schenkeln (Geierfedern). Die langen Fußfedern (Latschen) sollen 
sich nicht nach vorn, sondern nacli der Seite ausbreiten. 

Farbe und Zeichnung: Der Kopf bis V* cm unter das Auge, die 
Flügel mit dem Herz, der Rücken, der Hinterleib, die Schenkel 
und Fußbefiederung sowie der Schwanz sollen weiß abgetönt und 
zwar elfenbeinfarbig sein. Der Hals, die Brust bis einscJdiefilich Vs 
der Bauchpartie und die Binden sollen eine gleichmäßig gelbe 
Farbe haben. Eine gelbe Binde nahe am Ende der Schwanz- 
federn ist nicht als Fehler zu betrachten. Die gelbe Farbe soll 
an der Bauchpa.rtie scharf abschneiden, dagegen vom Halse uacli 
dem Rücken allmählich verlaufen. Die Binden sollen gut durch- 
gehen und möglichst schmal sein. 

Grobe Fehler: Blaugrauer Anflug der gelben Farbe des Halses, der Brust 

imd der Bauchpartie, fleckiger Rücken, gelbe .Augen, zu hol j Beinstellung, schiefe 

■oder zuviel gestützte Nelke, graue Farbe an den Ohrmuscheln, dritte Binde, feh- 
lende Schenkelbe^ederung. 



TAFEL 52. 



Pfautanbe. 



Aufgestellt vom Klub der 

Perücken- und Pfautauben- 

KÜchter, gegr. 1906. 



iS t n m m 1 a n d ; Ostindien. 

Kopf; Klein, fein, schlangenköpfig, ohne Kappe oder Haube. 

Schnabel: Fein, fleischfarbig bei weißen, roten, gelben, schildigen, 
geschwänzten ; dunkel bei schwarzen und blauen , von mittlerer 
Lfinge, der Oberschnabel an der Spitze ein wenig gebogen. 

Schnabelwarze: Klein und glatt. 

Augen: Dunkel bei weißen und solchen, bei denen die weiße Farbe 
die vorherrschende ist, perlfarbig bei farbigen Pfautauben. 

Nacken: Fein, leicht und graziös gebogen. Die Länge des Nackens 
soll der Länge des Rückens entsprechen, so dass der Kopf dicht 
auf dem Kissen aufliegt und nicht etwa durch den Schwanz ge- 
steckt wird (zu langer Nacken). 

Körperbau: Klein, kur.?; und rund. Der Rücken in der Mitte 
etwas hohl. 

Kissen und Schwanz: Die Kissen recht voll und massiv; 
so hoch als möglich die Schwanzfedern hinten und vorn bedeckend. 
Das vordere Kissen dient als Ruhepunkt für den Kopf und schafft, 
je stärker, ausgebreiteter und dichter es ist, um so leichter den 
massiven dichten Schwanz. Das hintere Kissen, aus den sogen. 
Keilfedern gebildet, verhindert, je stärker es ist, um so mehr 
den Trichterschwanz. — Der Schwanz: Etwas konkav, kreis- 
rund auf beiden Seiten leicht den Boden berührend, recht dicht 
und massiv, aus langen, sehr breiten Federn gebildet. Jede Feder 
die anc^ere überdeckend wie Schuppen , ohne Drehfedern. Die 
Frisur soll höchstens 5 cm von der Spitze herabgehen und nicht 
zerschlissen sein. Zu vermeiden ist zu weit herabgehende Frisur, 
die den Sciiwanz oft dünn luid durchsichtig erscheinen läßt. Die 



Anzahl der Schwanzfedern ist nicht maßgebend für die Qualität 
des Schwanzes. 

Beine und Füße: Beine recht kurz, niclit Stelzenfüße, und frei 
von Federn unter der Hocke. Füße klein, fein und niedlich, 
leuchtend rot. 

Haltung und Gesamterscheinung: In Paradestellung steht 
die Taube auf den Zehenspitzen. Der Kopf wird ganz rückwärts 
in graziöser Weise getragen und liegt mit dem Nacken fest auf 
Rücken und den Schwauzkissen auf. Die Brust wird soweit als 
möglich aufrecht und zurückgeworfen getragen. Flügel etwas 
tief, aber geschlossen, die Schwingen unter den tiefsten seit- 
lichen Schwanzfedern getragen. Schwanz ganz leicht konkav, 
also so flach und breit als möglich, aufrecht getragen, d. h. 
von der Seite gesehen genau senkrecht, recht geschlossen 
und straff , weder nach hinten herabfallend (Trichter-Schwanz), 
noch nach vorn überfallend (Schirm-Schwanz). Der Nacken ist 
in ständigen, zitternden, nach rückwärts ausgeführten Bewegungen 
begriffen. Der Körper ist ebenfalls in ständiger zitternder Be- 
wegung, stets bemüht, das Gleichgewicht zu suchen. 

Befiederung: Hart und recht dicht. 

Z e i c h n u n g u n d Farbe: Weiße reinweiß, d.h. silberweißgläuzend. 
Farbige und gezeichnete: Tief satt und glänzend gefärbt. Bei 
Schildern ca. 6 — 7 Schwingen weiß. Die Binden bei blaugeschil- 
deten reinschwarz. 

Stand ardfarben: Weiß, blau bezw. bl angehämmert, rot, gelb, 
schwarz. Geschildete m rot, gelb, schwarz, blau, blaugehämmert. 
Farbenschwänzige in schwarz, blau, rot, gelb. Weißschwänzige 
in schwarz, blau, rot und gelb. 



TAFEL 53. 



Pfautaiibe. 



Aufgestellt vom Klub der 
Perücken- und Pfautauben- 
züchter, gegr. 1906. 



Stamm land: Ostindien. 

Kopf: Klein, fein, sehlangenköpfig, ohne Kappe oder Haube. 

Schnabel: Fein, fleischfarbig bei weißen, roten, gelben, schildigen, 
geschwänzten; dunkel bei schwarzen und blauen, von mittlerer 
Länge, der Obersclmabel an der Spitze ein wenig gebogen. 

Schnab elwarü e : Klein und glatt. 

Augen: Dunkel bei weißen und solchen, bei denen die weiße Farbe 
die vorherrschende ist, perlfarbig bei farbigen Pfautauben. 

Nacken: Fein, leicht und graziös gebogen. Die Länge des Nackens 
soll der Länge des Rückens entsprechen, so dass der Kopf dicht 
auf dem Kissen aufliegt und nicht etwa durch den Schwanz ge- 
steckt wird (zu langer Nacken). 

Körperbau: Klein, kurz und rund. Der Rücken in der Mitte 
etwas hohl. 

Kissen und Schwanz: Die Kissen recht voll und massiv; 
so hoch als möglich die Schwanzfedern hinten und vorn bedeckend. 
Das vordere Kissen dient als Ruhepunkt für den Kopf und schafft, 
je stärker, ausgebreiteter und dichter es ist, um so leichter den 
massiven dichten Schwanz. Das hintere Kissen, aus den sogen. 
Keilfedern gebildet, verhindert, je stärker es ist, um so mehr 
den Trichterschwanz. — Der Schwanz: Etwas konkav, kreis- 
rund auf beiden Seiten leicht den Boden berührend, recht dicht 
und m'assiv, aus langen, sehr breiten Federn gebildet. Jede Feder 
die andere überdeckend wie Schuppen, ohne Drehfedern. Die 
Frisur soll höchstens 5 cm von der Spitze herabgehen und nicht 
zerschlissen sein. Zu vermeiden ist zu weit herabgehende Frisur, j 
die den Schwanz oft dünn und durchsichtig erscheinen läßt. Die ! 



Anzahl der Schwanzfedern ist nicht maßgebend für die Qualität 

des Schwanzes. 

Beine und Füße: Beine recht kurz, nicht Stelzenfüße, und frei 
von Federn unter der Hocke. Füße klein, fein und niedlich, 
leuchtend rot. 

Haltung und Gesamte rscheinüng; In Paradestellung steht 
die Taube auf den Zehenspitzen. Der Kopf wird ganz rückwärts 
in graziöser Weise getragen und liegt mit dem Nacken fest auf 
Rücken und den Schwanzkissen auf. Die Brust wird soweit als 
möglich aufrecht und zurückgeworfen getragen. Flügel etwas 
tief, aber geschlossen, die Schwingen unter den tiefsten seit- 
lichen Schwanzfedern getragen. Schwanz ganz leicht konkav, 
also so flach und breit als möglich, aufrecht getragen, d. h. 
von der Seite gesehen genau senkrecht, recht geschlossen 
und straff, weder nach hinten herabfallend (Trichter-Schwanz), 
noch nach vorn überfallend (Schirm-Schwanz). Der Nacken ist 
in ständigen, zitternden, nach rückwärts ausgeführten Bewegungen 
begriffen. Der Körper ist ebenfalls in ständiger zitternder Be- 
wegung, stets bemüht, das Gleichgewicht zu suchen. 

Befiederung: Hart und recht dicht. 

Zeichnungund Farbe: Weiße reinweiß, d. h. silberweißglänzend. 
Farbige und gezeichnete: Tief satt und glänzend gefärbt. Bei 
Schildern ca. 6 — 7 Schwingen weiß. Die Binden bei blaugeschil- 
deten reinschwarz. 

Stand ardfarben: Weiß, blau bezw. blaugehämmert, rot, gelb, 
schwarz. Geschildete in rot, gelb, schwarz, blau, blaugehämmert. 
Farbenschwänzige in schwarz, blau, rot, gelb. Weißschwänzige 
in schwarz, blau, rot und gelb. 



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TAFEL 54. 



Perückentaube. 



Entworfen von Dr. Trübenbach-Chemnitz 
und festgelegt iu der II. General-Versamm- 
lung des Klubs der Perücken- und Pfauen- 
tauben-Züchter. 



Stammland: Indien. 

Hut: Lang und dicht in Feder. Qutgeschlossen, d. h. also ohne 
Lücken, weder Spitz in der Mitte, noch eckig an den Seiten, 
sondern gut abgerundet. Bis zur Stirn, d. h. soweit als möglich 
vorwärts reichend, gut auf dem Kopfe aufliegend, aber nicht von 
unten herauf, sondern von oben herabkommend. 

Kette: Sehr dicht und lang in Feder. Flach an den Wangen 
anliegend und von der Seite gesehen bis über die Augen und 
den Schnabel reichend, gut geschlossen unter dem Schnabel. 
Soweit wie jaöglich in gut nach vom ausgebauter Form nach 
unten gehend. Glatt und massiv an beiden Seiten, keine sogen. 
hängende, also zu weiche, lose Feder, oder keine zu steife harte 
Feder. 

Mähne — Kamm: Kühn geschwungene, gut nach hinten und 
oben ausgebaute Form, sogen, hohe Mähne, vergleichbar mit dem 
scharf geschnitteneu Kamm eines Shetland-Ponys. Je höher die 
Mähne , je weiter ausgebaut , je steifer und geschlossener bei 
dichter Feder sie ist , um so höher ist ihr Wert. Die Mähne 
endet im Hut, gleichsam von oben auf diesen herabstürzend. 

Allgemeine Form der Feder, d.h. der Kombination von Hut, 
Kette und Kamm : Von der Seite gesehen : so breit und so hoch 
als mögjich ; von vom und hinten gesehen : so schmal als möglich. 



Rose: Rund und deutlich geformt, einer Chrysanthemumblüte ver- 
gleichbar. Vom Zentralpunkt gehen die Federn strahlenförmig 
nach allen Seiten und bilden so Kette, Mähne und Hut. 

Körperhaltung, Form und Größe: Piahlend und heraus- 
fordernd, aufrecht mit herausgedrückter Brust, etwas nach rück- 
wärts gebogenem gestrecktem Hals. Kopfhaltung ähnlich der 
eines edlen, scharf durch Aufsatzzügel gezäum.ten Pferdes, so daß 
der Nacken möglichst stolz herausgedrückt wird. Keine kriechende 
Haltung mit Hängebrust und vorgestrecktem Kopf. Die Brust 
schmal. Der Körper so schmal als möglich und möglichst klein, 
Beine kurz. 

Kopf, Schnabel, Auge: Kopf klein und rand in Stirn. Schnabel 
kurz und stark, weiß in Farbe. Bei schwarzgem. Perücken ist 
dunkler Unterschnabel kein Fehler. Auge perlfarbig. 

Zeichnung und Farbe: Korrekt geschnitten, d. h. der Kopf- 
schnitt wird durch eine Linie begrenzt, die vom Mundwinkel aus 
mitten durch das Auge gezogen wird. Was darüber liegt, ist 
weiß, was darunter liegt, ist farbig. Farbe reich und glänzend, 
frei von gehämmerten oder schattierten Flecken, 6 — 7 Schwingen 
auf jeder Seite weiß. Schenkel, Bauch, Rücken und Hinterleib 
bis zum After farbig. Schwanz weiß. 

Standardfarben: Weiß, getigert, schwarzgemöncht, rotgemöncht, 
gelbgemöncht, blaugemöncht. 



TAFEL 55. 



Perückentaube. 



Entworfen von Dr. Trubenbach-Chemnitz 
und festgelegt in der II. General-Versamm- 
lung des Klubs der Perücken- und Pfauen- 
tauben-Züchter. 



Stammland: Indien. 

Hut: Lang und dicht in Feder. Gutgesohlossen, d. h. also ohne 
Lücken, weder Spitz in der Mitte, noch eckig an den Seiten, 
sondern gut abgerundet. Bis zur Stirn, d. li. soweit als möglich 
^•orwärts reichend, gut auf dem Kopfe aufliegend, aber nicht von 
unten herauf, sondern von oben herabkommend. 

Kette: Sehr dicht und lang in Feder. Flach an den Wangen 
anliegend und von der Seite gesehen bis über die Augen und 
den Schnabel reichi^nd, gut geschlossen unter dem Sclmabel. 
Soweit wie möglich in gut nach vorn ausgebauter Form nacli 
unten gehend. Glatt und massiv an beiden Seiten, keine sogen, 
hängende, also zu weiche, lose Feder, oder keine zu steife harte 
Feder. 

Mähne — Kamm: Kühn geschwungene, gut nach hinten und 
oben ausgebaute Form, sogen. " hohe Mähne, vergleichbar mit dem 
scharf geschnittenen Kamm eines Shetland-Ponys. Je höher die 
Mähne, je weiter ausgebaut, je steifer und geschlossener bei 
dichter Feder sie ist, um so höher ist ihr Wert. Die Mähne 
endet im Hut, gleichsam von oben auf diesen herabstürzend. 

Allgem eine Form der Feder, d.h. der Kombination von Hut, 
Kette uijd Kamm : Von der Seite gesehen : so breit und so hoch 
als möglich; von vorn und hinten gesehen: so schmal als möglich. 



Rose: Rund imd deutlich geformt, einer Chrysanthemumblüte ver- 
gleichbar. Vom Zentralpunkt gehen die Federn strahlenförmig 
nach allen Seiten und bilden so Kette, Mähne und Hut 

Körperhaltung, Form und Größe: Prahlend und heraus- 
fordernd, aufrecht mit herausgedrückter Brust, etwas nach rück- 
wärts gebogenem gestrecktem Hals. Kopfhaltung ähnlich der 
eines edlen, scharf durch Aufsatzzügel gezäumten Pferdes, so daß 
der Nacken möglichst stolz herausgedrückt wird. Keine kriechende 
Haltung mit Hängebrust und vorgestrecktem Kopf. Die Brust 
schmal. Der Körper so schmal als möglich und möglichst klein, 
Beine kurz. 

Kopf, Schnabel, Auge: Kopf klein und rund in Stirn. Schnabel 
kurz und stark, weiß in Farbe. Bei sohwarzgem. Perücken ist 
dunkler Unterschnabel kein Fehler. Auge perlfarbig. 

Zeichnung und Farbe: Korrekt geschnitten, d. h. der Kopf- 
sclmitt wird dur''h eine Linie begrenzt, die vom Mundwinkel aus 
mitten durch das Auge gezogen wird. Was darüber liegt, ist 
weiß , was darunter liegt, ist farbig. Farbe reich und glänzend, 
frei von gehämmerten oder schattierten Flecken, 6 — 7 Schwingen 
auf jeder Seite weiß. Schenkel, Bauch, Rücken und Hinterleib 
bis zum After farbig. Schwanz weiß. 

Stand ardfarben: Weiß, getigert, schwarzgemöncht, rotgemöncht, 
gelbgemöncht, blaugeniönclit. 



TAFEL 56. 



Kröpf er: Altdeutsche. 



Stammland: Deutschland. 

Gestalt: Tiefe Stellung, langgestreckt (46 — 48 cm), wenig auf- 
gerichtet, etwas plumpe doch angenehme Erscheinung. 

Kopf: Groß, ziemlich flach und breit, Stirn gut gerundet, glatt 
oder spitzkappig, letztere nur noch selten. 

Schnabel: Ziemlieh lang und stark, Farbe je nach Gefiederfarbe 
hell oder dunkel, Schnabelwarzen nicht allzustark, weiß bepudert. 

Augen: Bei weißen dunkel, bei den anderen Farbenschlägen 
dunkel mit gelber oder orangefarbiger Iris. 

Kehle: Erscheint durch den Kropf stets voll, sonst spitzer Winkel. 

Hals: Je länger je besser; Kropf sehr groß mit länglicher Form, 
er soll sich bis in die Brust ausdehnen. 

Brust: Sehr breit, erscheint aber kurz, da sie im aufgeblasenen 
Kröpfe verschwindet. 

Schultern: Sehr breit. 



Rücken: Lang, nach dem Schwänze eine abfallende Linie dai-- 
stellend. 

Flügel: Sehr lang und breit, auf den Schwanzseiten ruhend, ver- 
einzelt gehen die Spitzen über das Schwanzende hinaus. 

Schwanz: Lang und ziemlich breit, er bildet mit dem Bücken 
nicht immer eine gerade Linie, sondern zeigt mit den Schwingen- 
spitzen eine etwas aufsteigende Form. 

Beine: Kurz, stark und unbefiedert, Zehen ziemlich lang, Schenkel 
durch die Seitenfedern bedeckt. 

Farbenschläge: Weiß, schwarz, blaugehämmert, fahl mit roten 

Binden, Tiger und Schecken. 
NB. Größe, Länge, starker Kropf und gute Form kommen bei der 

Beurteilung zuerst in Frage, dann erst die Farbe und Zeichnung. 

Grobe Fehler: Kurzer Hals und kurzer Körper, wenig Kropf- 
bildung, kurze Schwingen mit kurzem Schwänze. 



TAFEL 57. 



Kröpfer: Thüringer, Schlesischer und Bölimischer. 



Nr. 1 Thüringer, Nr. 2 Böhmischer, Nr. .3 u. 4 Schlesische Kröpfer. 



StaniJiland: von Nr. 1 Thüringen, Nr. 2 Böhmen, Nr. 3/4 Schlesien. 

Gestalt: Kürzer als der altdeutsche Kröpfer, ziemlich aufrecht- 
stehender Körper mit walzenförmigem Kropf, Länge des Thüringer 
38 — 40, der anderen 3fi — 38 cm. 

Kopf: Verhältnismäßig lang und flach, Stirn mäßig hoch (gewölbt), 
ad 1 und 2 stumpf spitzkappig, ad 3 und 4 glatt. (Die Spitzkappe 
ist nicht so spitz und scharf ausgeprägt, sie zeigt auch am Hinter- 
kopf einen Knick durch Teilung der Hals- und Kopffedern.) 

Schnabelr Mittellang, kräftig, an der Spitze leicht gebogen; bei 
Weißköpfen soll er fleischfarbig, bei den anderen Arten dunkel sein. 
Nasenwarzen nicht sehr entwickelt, bei Weißköpfen mehr fleiscli- 
farbig, bei dunklen weiß bepudert. 

Augen: Bei Weißköpfen dunkel, bei den anderen dunkel mit 
orangefarbiger oder gelber Iris; Augenrand bei ersteren fleisch- 
farbig, bei letzteren hellgrau. 

Kehle: Tritt wegen des Ki-opfes nicht in Erscheinung. 

Hals: Ziemlich lang, aufrecht, Kropf gut aufgeblasen (walzenförmig). 

Brust: Wegen des aufgeblasenen Kropfes sieht sie kurz aus, ver- 
hältnismäßig breit, Brustbein lang und vollfleischig. 

Schultern: Breit und gewölbt. 

Rücken: Lang und verhältnismäßig breit, nach dem Schwänze 

stark abfallend. 

.» 

Flügel; Lang und ziemlich breit, liegen lose am Körper, die 
Spitzen berühren sich auf dem Schwänze, kreuzen sich aber nicht. 



Schwanz: Lang, nicht sehr breit, er bildet mit dem Rücken eine 
abfallende Linie und berührt fast den Boden. 

Beine: Kurz, unbefiedert, kräftig, Schenkel durch die Federn gut 
gedeckt. 

Farbenschläge: 

1. Gemönchter oder Thüringer: Schwarz, blau, rot und 
gelb. Erstere beide weißen Kopf und weiße (je 6 — 9) Schwung- 
federn , dunklen Schwanz ; rote und gelbe weißen Kopf , eben- 
solche weiße Schwingen, weißen Schwanz und weißen Unterleib 
bis einschließlich der Schenkel. 

2. Schlesische: 

a) Blau-, Rot- und Gelbschimmel. 

b) Platten- oder We ißkopf kröpf er: Schwarz, blau, 
blaugehämmert, lerclienfai-big, rot und gelb. 

3. D e^ Böhmische Kröpfer kommt in schwarz, rot, gelb, blau, 
blaugehäramert, liclitblau, fahl, lerchfarbig, und mit weißen Binden 
vor. Die Binden sollen dieser Rasse (nach Angabe des Herrn 
Jäger -Graupen i. B., dem wir die Beschreibung verdanken) aber 
erst durch Einkreuzung Schlesischer weißbindiger Weißplatten 
angezüchtet worden sein. 

Grobe Fehler: Zu kurzer Hals, sehr mangelhafte Kropfbildung, 
zweierlei Augenfarbe, befiederte oder zu hohe Beine, mangelhafte 
Zeichnung, zu matte Farben. 



TAFEL 58 



Kröpfer: Steiger. 



Awfgestoljt von der Vereinigung 
znr Zucht des Steiger Kröpfers. 



St am ml and: Österreich oder Preußisch-Schlesien. 

Gestalt und Haltung: Schlank, ziemlieh aufrecht, lebhaftes 
Temperament ; Länge 36 — 40 cm. 

Kopf: Länglichrund, mit ziemlich flacher Stirn. 

Schnabel: Weiß, lang, und ziemlich dünn, nur an der Spitze 
wenig gebogen. 

Augen: Perlfarbig, mit schmalem Hautrand umgeben. Hautrand 
hell bis fleischfarben. 

Kehle: Scharf gebogen. 

Hals: Ziemlich lang, etwas nach rückwärts gebogen. Kropf an 
den Seiten ziemlich flach, nach vorn und nach dem Kopfe zu am 
weitesten ausgedehnt. 



Brust: Kurz und ziemlich breit. 

Rücken: Lang und gerade. * 

Flügel: Breit, lang, auf dem Schwänze ruhend. 

Schwanz: Lang und mäßig breit. 2 cm länger als Flügel. 

Bauch: Lang und flach, ziemlich breit. 

Beine und Füße: Unbefiedert, Schenkel wenig sichtbar. 

Farbe und Zeichnung: Einfarbig, ohne Abzeichen, hauptsäch- 
lich in schwarz, rot und gelb; weiß, blau nicht ganz nach Standard, 
über vorwärts schreitend. Farbe möglichst satt und glänzend. 
Große Kropfbildung ist orsti.'S Erfordernis. 



TAFEL 59. 



Kröpfer, auch Elster-Kröpfer genannt. 



Nr 2 u. 3 aufgestellt vom Klub der 
Züchter aller Arten Elsterkröpfer. 



1. Verkehrtfltigel (belatscht). 

Stammland: Deutschland und Böhmen. 

Gestalt: Hoch aufgerichtet, mehr schlank als plump, hochgestellt, 
stolze Haltung. 

Kopf: Glatt, schmal, etwas flach, Hinterkopf gut abgerundet, 
Stirn mittelhoch. 

Schnabel: Mehr lang als kurz, fleischfarbig bei roten und gelben 
Tieren; schwarze und blaue sollen dunklon Oberschnabel und 
fleischfarbigen Unterschnabel haben. Nasenwarzen glatt und weiß 
bis rosa. 

Augen; Dunkel, Augenrand fleischfarbig bis blali. 

Kehle: Durch den Kropf verdeckt, ziemlich spitzen Winkel bildend. 

Hals: Langgestreckt, Kropf groß und von länglicher Form, nach 
dem Kopfe voller. 

Brust: Nicht vortretend, damit die Taille des Tieres noch zur 
Geltung gelangt. Brust und Bauch möglichst gestreckt. 

Bücken: Wenig breit an den Schultern, lang, nach dem Schwänze 
schmäler, ziemlich steil abfallend. 

Flügel: Nicht sehr breit aber lang, lose auf dem Schwänze ruhend. 

Schwanz: Lang, nicht zu breit, er soll mit dem Rücken eine 
ziemlich gerade abfallende Linie bilden. 

Beine: Lang, Schenkel etwas vortretend, nicht so eng als der 
englische Kröpfer stehend, Geierfedern voll und lang, ebenso die 
Latschen. 

Farbenschläge: Schwarz, rot, blau, gelb. Blauer und gelber 
Farbenschlag haben die gleiche Zeichnung wie die dargestellten 
Tiere in rot und schwarz. Alle Farben sollen rein und satt sein. 
Soweit die farbige Zeichnung aus den Bildern nicht zu ersehen, 
ist sie nachstehend ergänzt: Rücken sowie obere und untere 
Schwanzdecke müssen farbig, der Hinterleib weiß sein. Zwischen 

■ dem Stirnfleck und dem farbigen Hals und Hinterkopf muß ein 
1 cm breiter weißer Streifen vorhanden sein. Es gibt Tiere ohne 
farbige Stimplatte, die zu Zucht- aber nicht zu Ausstellungs- 
zwecken dienen. 

Grobe Fehler: Kurze oder zu schwach befiederte Beine und 
Sehenkel, kurzer Hals, wenig Kröpfbildung, mangelhafte Farbe 
oder Zeichnung, weißer Rücken, zu kleine Figur. 

2. Glattfüßig Verkehrtflügel mit weißein Rücken. 

S t a m m 1 a n d : Deutschland und Böhmen. 

Gestalt: Schöne Erscheinung. Länge von der Scheitelspitze bis 
Schwanzende 46 '/a cm. 



Schnabel: Mehr lang als kurz , fleischfarbig, Nasenwarzen mittel- 
kräftig. 

Augen; Dunkel, Augenrand fleischfai'big. 

Kehle: Durch den Kropf verdeckt, sonst einen spitzen Winkel 
darstellend. 

Hals: Ziemlich lang, Kropf verhältnismäßig groß von länglich 
breiter Form bis an die Brust reichend. 

Brust: Nicht vortretend, Brustumfang unter den Flügeln gemessen 
24 1/2 cm. 

Rücken: An den Schultern breit, nach dem Schwanz schmäler 
und ziemlich abfallend. 

Flügel: Nicht sehr breit aber laug, Klafterweite 76 — 80 cm. 

Schwanz: Lang, nicht sel'.r breit, soll mit dem Rücken nach dem 
Schwanzende eine gerade abfallende Linie bilden. 

Füße: Bcinlänge bis Zehenspitze 14 bis 15 V^ cm. Schenkel be- 
fiedert, vom Kniegelenk ab unbefiedert; die Schenkel sind durch 
die Bauchfedern verdeckt, daber den Anschein der niederen 
Stellung, Füße korallenrot bis blaurot. 

Farbenschläge, Farbe und Zeichnung: Der Verkehrtflügel 
mit weißem Rücken kommt in schwarz, blau, silberfahl, grau und 
geschuppt vor; der rote und gelbe Farbenschlag kommt auch 
schon mit farbigem Schwanz und weißen Rücken vor, jedoch 
noch in schlechter Verfassung. Farbe und Zeichnung ist aus den 
Bildern nur zum großen Teil ersichtlich, ergänzend wird daher 
bemerkt, daß obere und untere Schwanzdecke farbig, der Hinter- 
leib weiß sein soll. Schöne korrekte Kopfschnippe ist zulässig. 
Der rote und gelbe Farbenschlag hat weißen oder fahlen Schwanz. 

Grobe Fehler: Unkorrekte Kopfzeichnung, schilfiger Schwanz, 
weiße Federn in Ober- oder Unterschwanz, schlechte Rücken- 
zeichnung, zu kleine Figur. 

3. Glattfüßig Verkehrtflügel mit farbigem Rücken. 

Derselbe ist gleich dem mit weißem Rücken, nur mit dem 
! Unterschied, daß also vor allem der Rücken farbig sein muß. 

Er ist etwas kleiner, hat dagegen eine sattere Farbe als ersterer. 
I Größe: Von der Sehnabelspitze bis Schwanzende 42 — 44 cm. 

Brustumfang: Unter den Flügeln gemessen 22 — 23 cm. 

Flügel; Klafterweite 74 — 76 cm. 

Beinlänge: 14 — 15 cm. 

Der Verkehrtflügel mit farbigem Rücken kommt in schwarz, 

rot und gelb \'or. Der blane Farbenschlag ist noch nicht ganz 

durchgezüchtet 



TAFEL 60. 



Kröpfer: Pommersche. 



Stammland': Vorpommern (soll, wie alle federfüßigen Kröpf er, 
aus Holland eingeführt worden sein). 

Gestalt: Kräftig, stärker als der englische Kröpf er, lang, Haltung 
aufrecht. 

Kopf: Kräftig ohne allzu hohe Stirn, glatt. 

Schnabel: Mäßig lang, kräftig ; bei weißen und farbenschwänzigen 
fleischfarbig , bei den anderen Farbenschlägen dunkel ; heller 
Schnabel ist auch bei rot- und gelbgeherzten anzustreben. Nasen- 
warzen mäßig entwickelt. 

Augen: Dunkel bei weißen und farbenschwänzigen, sowie dunkel 
mit roter oder gelber Iris bei den übrigen Farbenschlägen. 

Kehle: Gut nach innen gebogen, aber durch den Kropf verdeckt. 

Hals: Recht lang gestreckt, der Kropf von großem Umfang und 
stark in die Brust übergehend. 

Brust: Breit und mit dem Bauche gut entwickelt, ohne Taihe. 



Rücken: Hinter den breiten Schultern wenighohl, nach dem Schwänze 
möglichst steil abfallend. 

Flügel: Lang, gut anliegend und das Schwanzende nahezu be- 
rührend, ein wenig gekreuzt auf dem Schwanz beeinträchtigt 
nicht den Wert eines sonst rassigen Tieres. 

Scfaw)anz: Lang und möglichst breit. 

Beine: Möglichst hoch, Schenkel mit langen Geierfedem, Füße 
stark und lang belatscht; Untersehenkel und Lauf zeigen einen 
Winkel, weshalb das Bein weniger senkrecht steht als beim 
rassigen englischen Kröpfer. 

Farbenschläge: Weiße, weiße mit farbigem Schwanz — nur in 
schwarz und blau — , schwarz-, blau-, rot- und golbgeherzte. Die 
Arten treten außer der weißen auf Ausstellungen nur noch selten 
auf. Die Farben sind nicht allzu intensiv. 

Grobe Fehler: Schwache Kropf bildung, kurzer Hals, schmale 
Schr-.ltem; kurzen Körper, tiefe an den glattfüßigen Kröpfer er- 
innernde Stellung, mangelhafte Schenkel- und Fußbefiederung. 



TAFEL 61. 



Kröpfer: Englische. 



Stammland: AValivsclieinlieli von dem aJton Holländer oder dem 
PommerscliPii abstannnend, in England , speziell in London, seit 
mehr als 200 Jahren herausgezüchtet. 

Gestalt: Langer, sf:hlanke^- und hochaufgeriehteter Körper, lange 
dünneTaille. Ein rassiges Tier soll in gut blasender Stellung von der 
Schnabel- bis zur iMittelzehen-Spitze eine senkrechte Linie zeigen. 
Bewegungen lebhaft. 

Kopf: Gut gewölbt, Stirn mäßig hoch, verhältnismäßig klein, 
stets glatt. 

Schnabel: Gestreckt, ziemlich kräftig, fleischfarbig bei weihen 
und gelbgeherzten, hei Ihornf arbig bei roten, dunkel bei sclnvarz-, 
blau- sowie fahlgeherzteu : Nasenwarzen weiß bepudert. 

Augen: Dunkel bei weißen, dagegen dunkel mit roter oder rot- 
gelber Iris bei den übrigen Farbenschlägen. Augenrand fleiseh- 
oder blaßfarbig bei hellfarbigen sowie hellgrau bei den dunklen 
Farbenschlägen. 

Kehle: Ziemlich spitzen Winkel bildend, nur sichtbar wenn das 
Tier nicht bläst. 

Hals: Sehr lang ; der kugelige Kropf soll sich vom Kinn aus nach 
oben wölben, daß der Schnabel in ihm eingedrückt liegt, nach unten 
soll er nicht zu tief zur Brust gehen , da andernfalls die vorge- 
schriebene lange und dünne Taille leiden würde ; der Hinterhals 
erhält durch den aufgeblasenen Kropf eine entsprechende Aus- 
buchtung; Nacken etwas eingebogen. 

Brust und, Bauch: Die Brust verschwindet in der schlanken 
dünnen Taille — Taille, Gürtel oder Weste nennt man den Körper- 
teil zwischen Kropf und Schenkel — die Taille soll so lang und 
.so schmal als möfflich sein. 



Rücken: Schmal und lang, zwischen den Schultern etwas hohl, 
steil abfallend. 

Flügel: liang, schmal, fest geschlossen, Spitzen auf dem Schwänze 
liegend, niclit gekreuzt. 

Schwanz: Schmal und geschlossen, an der Spitze wie abgerundet, 
mit dem Rücken eine Linie bildend, etwas länger als die Flügel- 
spitzen. 

Beine: Länge vom Kniegelenk (oberste, sichtbare Gelenk am 
Rumpfe) bis zur Spitze der Mittelzehe bei feinen Tieren 16 bis 
17 cm, — gewünscht werden 18 cm — ; die Schenkel sollen vom 
Ansatz ))is zum Fersengelenk möglichst dicht zusammenstehen 
und scharf hervortreten , während die Ferse (Kniegelenk) etwas 
nach hinten und innen gebogen erscheint; die Läufe sollen etv/as 
nach außen gerichtet sein, sie dürfen indessen nur so breit stehen, 
daß sich die inneren Zehenspitzen noch berühren. 

Die Befiederung der Schenkel und Läufe soll aus kurzen, nach 
unten gerichteten, gleichmäßig und glatt anliegenden D-menfedern 
und die der Zehen aus etwas längeren, aber schmalen Federn 
bestehen. Die Schenkel sollen so weit als möglich am Hinter- 
körper angesetzt sein, da hierdurch sich eine lange Taille ergibt. 

Farbenschläge: Weiße, ferner schwarz-, blau-, lichtblau-, fahl-, 
rot- und gelbgeherzte. Farbe und Zeichnung er-gibt sich aus den 
dargestellten Tieren. Die Deckfedern des Körpers sollen mög- 
lichst lang sein. In der Bewertung sind Figur, Kropf >nid Beine 
in erster, Farbe und Zeichnung in zweiter Linie zu berücksichtigen. 
Rot- tmd gelbgeherzte Tiere haben weißen, alle anderen geherzten 
Tiere farbigen Schwanz. 

Grobe Fehler: Mangelhafte Kropf bildung, kurze Hals, starke 
Taille, breiter Rücken, zu kurze Beine, mangelhaft'^ Farbe und 
Zeichnnnff mit einem andinvn Raoscufelder vereint. 



TAFEL 62. 



Kröpfer: Englische. 



Stammland; Wahrscheinlich von dem alten Holländer oder dem 
Pommerschen abstammend, in England , speziell in London, seit 
mehr als 200 Jahren herausgezüchtet. 

Gestalt: Langer, schlanker und hochaufgerichteter Körper, lange 
dünneTaille. Ein rassiges Tier soll in gut blasender Stellung von der 
Schnabel- bis zur Mittelzehen-Spitze eine senkrechte Linie zeigen. 
Bewegungen lebhaft. 

Kopf: Gut gewölbt, Stirn mäßig hoch, verhältnismäßig klein, 
stets glatt. 

Schnabel: Gestreckt, ziemlich kräftig, fleischfarbig bei weißen 
und gelbgeherzten, hellhornfarbig bei roten, dunkel bei schwarz-, 
blau- sowie fahlgeherzten : Nasenwarzen weiß bepudert. 

Augen: Dunkel bei weißen, dagegen dunkel mit roter oder rot- 
gelber Iris bei den übrigen Farbenschlägen. Augenrand fleisch- 
oder blaßfarbig bei hellfarbigen sowie hellgrau bei den dunklen 
Farbenschlägen. 

Kehle: Ziemlich spitzen Winkel bildend, nur .sichtbar wenn das 
Tier nicht bläst. 

Hals: Sehr lang ; der kugelige Kropf soll sich vom Kinn aus nach 
oben wölben, daß der Schnabel in ihm eingedrückt liegt, nach unten 
soll er nicht zu tief zur Brust gehen, da andernfalls die vorge- 
schriebene lange und dünne Taille leiden würde; der Hinterhals 
erhält durch den aufgeblasenen Kropf eine entsprechende Aus- 
buchtung; Nacken etwas eingebogen. 
.f 

Brust und Bauch: Die Brust verschwindet in der schlanken 
dünnen Taille — Taille, Gürtel oder Weste nennt man den Körper- 
teil zwischen Kropf und Schenkel -^ die Taille soll so lang und 
so schmal als möglich sein. 



Rücken: Schmal und lang, zwischen den Schultern etwas hohl, 
steil abfallend. ■ - 

Flügel: Lang, schmal, fest geschlossen, Spitzen auf dem Schwänze 
liegend, nicht gekreuzt. 

Schwanz: Schmal und geschlossen, an der Spitze wie abgerundet, 
mit dem Rücken eine Linie bildend, etwas länger als die Flügel- 
spitzen. 

Beine: Länge vom Kniegelenk (oberste, sichtbare Gelenk am 
Rumpfe) bis zur Spitze der Mittelzehe bei feinen Tieren 16 bis 
17 cm, — gewünscht werden 18 cni — ; die Schenkel sollen \-om 
Ansatz bis zum Fersengelenk möglichst dicht zusammenstehen 
und scharf hervortreten, während die Ferse (Kniegelenk) etwas 
nach hinten und innen gebogen erscheint; die Läufe sollen etwas 
nach außen gerichtet sein, sie dürfen indessen nur so breit stehen, 
daß sich die inneren Zehenspitzen noch berüliren. 

Die Befiederung der Schenkel und Läufe soll aus kui'zen, nach 
unten gerichteten, gleichmäßig und glatt anliegenden Dunenfedern 
und die der Zehen aus etwas längeren, aber schmalen Federn 
bestehen. Die Schenkel sollen so weit als möglich am Hinter- 
körper angesetzt sein, da hierdurch sich eine lange Taille ergibt. 

Farbenschi äge: Weiße, ferner schwarz-, blau-, lichtblau-, fahl-, 
rot- und gelbgeherzte. Farbe und Zeichnung ergibt sich aus den 
dargestellten Tieren. Die Deckfedern des Körpers sollen mög- 
lichst lang sein. In der Bewertung sind Figur, Kropf und Beine 
in erster, Farbe und Zeichnung in zweiter Linie zu berücksichtigen. 
Rot- und gelbgeherzte Tiere haben weißen, alle anderen geherzten 
Tiere farbigen Schwanz. 

Grobe Fehler: Mangelhafte Kropf bildung, kurzer Hals, starke 
Taille, breiter Rücken, zu kurze Beine, mangelhafte Farbe imd 
Zeichnung mit einem anderen Rassenfehler ^•ereint. . 




-ura 



TAFEL 63. 



Norwicli-Kröpfer und Englische Zwergkröpfer. 



Norwich-Kröpfer. Nr. i, 5 u. 6. 

Stamm land: Die Hauptstadt der englischen Grafschaft Norfolk 
mit Namen Norwich. Die Rasse soll seit Jahrhunderten in Eng- 
land bekannt sein. 

Gestalt: Aufgerichtet, Länge 40 — 42 cm, im Körperbau und der 
kurzen Stellung als auch im Temperament den Arten auf Tafel 
57 ähnelnd, nur hat der Kropf eine Ballonform. 

Schnabel: Etwas kurz und kräftig, je nach der Gefiederfarbe 
heil oder dunkel, bei weißen rein fleischfarbig ; Nasenwarzen weiß 
bepudert. 

Augen: Dunkel mit orangefarbiger oder gelber Iris, weiße Tiere 
sollen dunkle Auge« haJjen. Augem-and schmal, blaßfarbig bei 
den zarten und hellgrau bei den dunklen Farbensehlägen. 

Kehle: Ziemlich spitzen Winkel bildend, wegen des Kropfes selten 
zu sehen. 

Hals: Möglichst lang, Kropf kugelförmig, an der Brust gut ab- 
gesetzt, auch den Hinterhals etwas auftreibend. 

Brust: Breiter als beim englischen Kröpf er; auf Länge der Brust 
und des Bauches wird Wert gelegt. 

Eücken: An den Schultern etwas breit, scharf abfallend. 

Flügel: Gut ge.5chlossen, eng anliegend, etwas kürzer als der 
Schwanz. 

Schwanz: Gut geschlossen und etwas lang. 

Beine: Kurz wie bei den deutschen Weißkopf-Kröpfern. 

Farbenschläge: Schwarz, blau, rot, rotfahl, gelb und weiß. 
Farbe und Zeichnung ergibt das Bild. Das sogenannte Herz 
(die Halbmondzeichnuug am Ka-opfe), Unterbrust und Bauch sowie 
Schenkel und Flügelspitzen sind stets weiß, der Schwanz also 
bei allen fai'bigen Exemplaren der Grundfarbe entsprechend. 

Grobe Fehler: Zu kurzer Hals, schwacher Kropf, befiederte oder 
hohe Beine. 

Englische Zwerg- Kr öpf'er. Nr. 2, Su. 4. 

Die englische Musterbeschreibung besagt folgendes: 
Kopf: Fein, klein im Verhältnis zur Größe des Körpers. 
Schnabel: Feine, gerade Kiefer, der obere leicht an der Spitze 
gebogen, Farbe bei schwarzen und blauen schwarz, bei anderen 
Farben fleischfarben, Warze klein und fein im Gewebe. 
Augen: Groß und mit mildem Ausdruck, Farbe bei den bunten 
rötlich oder orange, bei den weißen dunkel (Ochsenauge). 



Kropf: Groß im Verhältnis zur Größe des Vogels, gut vorstehend 
ohne übermäßige Ausbauscliung, Gestalt ganz liugelförmig und 
gebogen hervortretend aus der Spitze der Taille in einem plötz- 
lichen Winkel, gut nach vorn in der Lage, nach hinten auf dem 
Halse verlaufend. 

Schultern: Klein, flach, hoch und fest am Körper liegend. 

Rücken: Schmal, kurz und hohl. 

Rumpf: Gewöhnlich schlank, schmal, flach, gerade und glatt. 

Brust : Schmal, gerade, lang, sehr wenig Kiel zeigend. 

Bauch: Schmal und spitz nach dem After zulaufend. 

Flügel: Ivurz und flach, dicht am Körper, die Taille und den 
oberen Teil des Schenkels zeigend, spitz zulaufend an den Schwing- 
federn, die kurz sein sollen, eng im Gewebe, spitz auslaufend am 
Ende des Schwanzes, auf welchem sie ungekreuzt liegen sollen. 

Schwanz: Kurz, schmal, in gerader Linie mit dem Rücken, rimd 
am Ende und den Boden berührend. 

Glieder (Beine und Füße): Vorderansicht, von der aus nach 
hinten gut gebaut, Einfügung dicht, Schenkel gerade, keine Aus- 
buchtung, etwas vom Knie nach innen, von dort bis zum Fuße 
etwas nach außen gebogen. — Seitenansicht, wenn man der 
Linie des Körpers folgt mit konvexer Linie an der Vorderseite 
der Schenkel bis zur Haxe, etwas konkav an. der anderen Seite 
und gerade von der Haxe bis zum Fuß. Im allgemeinen sind 
die Glieder länglich, sowohl Ober- als Unterschenkel lang, be- 
sonders der letztere, die Knochen fein, dicht und egal befiedert, 
ein strumpfähnliches Aussehen darstellend und mit Zehen, die 
bis an die Spitze gut befiedert und ausgebreitet sind -mit ziemlich 
langen Federn. 

Gestalt: Frei, lebhaft, sich ausdehnend, anmutig mit leichter, 
aufrechter Haltung, beinahe senkrecht vom Auge bis zum Ballen 
des Fußes. 

Farbe: Blau, silber, creme, schwarz, rot, gelb, standardbunt, weiß. 

Zeichnung: Vorstehende Farben bedecken die Tiere mit Ausnahme 

1. eines kleinen weißen Halbmondes auf dem Kröpfe, dessen 
Spitzen bis ungefähr einen halben Zoll von jedem Auge reichen; 

2. von wenigen weißen Federn auf den Schultern in Gestalt einer 
Rose und weißen Schwungfedern, 3. von einem weißem über den 
ganzen Körper unter den Linien umschließendem Zentrum der Taille. 
Bei schwarzen und blauen ist die Farbe des Schwanzes dieselbe 
wie die des Körpers, die blauen haben schwarze Flügelbinden. 
Bei roten und gelben ist ein buntfarbiger Schwanz vorzuziehen, 
wenn so gut wie die Farbe des Körpers. 

Größe: So klein und schlank als möglich. 



TAFEL 64. 



Kröpfer: Französische. 



Stammland: Das nördliche Frankreich. 

Gestalt: Hochaufgerichtete, elegante Haltung, langen schlanken 
Körper, munteres Wesen. 

Kopf: Gut gerundet, etwas hohe Stirn. 

Schnabel: Lang und kräftig, bei weißen und gelbgeherzten muß 
er fleischfarbig, bei roten hellhornf arbig und bei den anderen 
Arten dunkel sein; Nasenwarzen weiß. 

Augen: Dunkel bei weißen, sowie dunkel mit gelber L'is bei den 
übrigen Farbenschlägen; Augenrand schmal, blaßfarbig bei den 
hellen und grau bei den dunklen Farbenschlägen. 

Kehle: Ziemlich spitzen Winkel bildend, wegen des Kropfes aber 
wenig sichtbar. 

Hals: Je länger je be.sser, bei aufgeblasenem Kröpfe sanft nach 
hinten ausgebogen ; Kropf stark und kugelig, oben den Schnabel 
ziemlich einschließend, an der Brust scharf abgesetzt, daß die 
Taille gut zum Vorschein kommt. 



Brust: Brust und Bauch lang und schmal, darf schwach vortreten. 

Rücken: Schmal und lang, steil abfa'lend. 

FUigel: Lang, schmal, fest geschlossen, am Flügelbug etwas lose, 
in der Mitte des Körpers fester anliegend, etwas kürzer wie der 
Schwanz, auf diesem liegend und etwas gekreuzt. 

Schwanz: Schmal und geschlossen, etwas länger als die Flügel- 
spitzen, mit dem Rücken eine gerade, abfallende Linie bildend. 

} Beine: So hoch wie möglich, vom Ansatz bis zum Knie eng ge- 
1 stellt; das Gelenk Am Rumpfe tritt scharf hervor, hierdurch er- 
scheinen die Beine etwas abgesetzt; im übrigen dem englischen 
Kröpfer entsprechend, jedoch mit dem Unterschiede, daß der 
französische glattbeinig verlangt wird; kleine auftretende Federn 
an den Beinen und Zehen sollen nicht als großer Fehler gelten. 

Farbenschläge, Farbe und Zeichnung sowie grobe 
Fehler: In diesen Punkten gelten die für den großen englischen 
Kröpfer aufgestellten Normen. 



TAFEL 65. 



Kröpfer: ßrüimer. 



Stammland: Österreich. 

Gestalt: Zarte, lange und elegante, aufrechtstehende Figur; leb- 
haftes Temperament. 

Kopf: Länglich, flach und schmal, Stirn mittelhoch. 

Schnabel: Mittellang, dünn; weiße, isabellfarbige, rote und gelbe 
einfarbige sowie rot- und gelbgestorchte sollen fleischfarbigen, alle 
dunkelfarbigen Arten schwarzen Schnabel haben. Nasenwarzen klein. 

Augen: Dunkel bei weißen Tieren, mit orangefarbiger oder gelber 
Iris bei den anderen Gattungen; Augenränder schmal, glatt, blaß 
bei den hellfarbigen sowie hellgrau bei schwarzen und blauen 
Tieren. 

Kehle: Gut ausgerundet, aber wegen des Kropfes wenig sichtbar. 

Hals: Lang, leicht nach rückwärts gebogen; Kropf form mehr 
kugelig als walzenförmig, hochangesetzt und nach dem Kopfe 
und Schnabel am vollkommensten (größten Umfang) ; der Schnabel 
soll auf dem Kröpfe so aufliegen, daß ersterer kaum sichtbar ist. 

Brust: Brust und Vorderbauch, welche die „Taille" darstellen, lang, 
schmal (dünn); Brustbein lang und Hach; Taillenumfang also 
recht knapp. 

Schultern: Recht schmal. 

Kücken: Lang und steil abfallend. 



Flügel: Schmal und lang, fest geschlossen, am Bug und Stoße 
etwas abstehend, auf dem Sehwanze ziemlich aufliegend und etwas 
gekreuzt. 

Schwanz: Etwas länger als die Flügel spitzen, fest geschlossen. 
mit dem abfallenden Rücken eine gerade Linie bildend. 

Beine: Schenkel an beiden Seiten des Brustbeines möglichst an- 
liegend, etwas nach vorn gebogen, daß sie außergewöhnlich vor- 
treten; Läufe lang und mit den langen Zehen unbefiedert und 
von lobhafter Farbe. In ruhender Stellung der Taube tritt das 
Kniegelenk etwas nach rückwärts, ist ein Tier aber in Aufi'egung 
oder treibt der Tauber seine Täubin, so reckt sich ein rassiger 
Brünner derart, daß er eine fast senkrechte Stellung einnimmt 
und vor allen die Schenkel und Läufe, abgesehen von dem Fleisch- 
ansatze an ersteren, eine senkrechte Linie bilden. 

Farbenschläge: Weiß, isabellfarbig; schwarz- rot- und gelb- 
gestorcht; einfarbig schwarz, rot, gelb und blau ohne, letztere 
mit schwarzen Binden; ferner die letztgenannten vier Arten und 
isabellfarbige mit weißen Binden. Die Farben der nicht darge- 
stellten Tiere sollen ebenso gleichmäßig, rein und intensiv sein 
als wie sie das zugehörige Bild zeigt. 

Grobe Fehler: Kurzen Hals, wenig Kropf, kurze Beine, starken 
Körper mit wenig Taille, mangelhafte Farbe oder Binden mit 
einem weiteren Rassenfehler vereint. 



TAFEL 66. 



Kröpfer: Sächsische und Holländer Ballonkröpfer. 



Sächsische. 



(Sogenannte Holländer.) 

Nr. 1 u. 2. 



Stammiand: Sachsen und Thüringen. 

Gestalt: Hoch aufgerichtet, schlank und ziemlich hochgestellt, 
stolze Haltung. 

Kopf: Glatt, schmal, mittellang, etwas hohe Stirn, Hinterkopf gut 
abgerundet. 

Schnabel: Lang und dünn, an der Basis stark; fleischf arbigboi weißen, 
isabellfarbigen und gelben, hellhornfarbig bei roten und dunkel 
bei blauen und schwarzen Tieren; Nasenwarzen glatt und weiß. 

Augen: Dunkel, Augenrand fleischfarbig bis grau, je nach der 
Grundfarbe des Gefieders. 

Kehle: Durch den Kropf verdeckt, im anderen Falle einen ziem- 
lich spitzen Winkel darstellend. 

Hals: Je länger, desto besser ; die Länge eines guten englischen 
Kröpfers wird aber nicht verlangt. Kropf verhältiüsmäßig groß, 
von länglicher Form, bis an die Brust reichend, vom Hinterkopf 
nach den Schultern einen kleinen Bogen bildend. 

Brust: Nicht vortretend. Brust und Vorderleib möglichst lang, 
damit eine hübsche Taille zum Vorschein kommt. 

Rücken: Möglichst lang und schmal, nach dem Schwänze steil 
abfallend. 

Flügel: Nicht breit, lang, die Spitzen berühren sich am Ende auf 
dem Schwänze, sie sollen am Bug möglichst lose anliegen. 

Schwanz: Lang, nicht breit, soll mit dem Bücken eine möglichst 
gerade, nach dem Schwanzende abfallende Linie zeigen. 

Beine und Füße: Verhältnismäßig lang, Schenkel vortretend, 
Geierfedem voll und lang, ebenso die Latschen. 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Weiße, 
isabellfarbige, schwarze, blaue, rote und gelbe mit weißen Binden, 
die farbigen auch ohne, die blauen aber mit schwarzen Binden. 
Die Farben treten nicht satt auf, von einem einfarbigen Ideal- 
Tier muß aber selbstverständlich reine, satte Farbe ohne jede 
Schattierung oder Abstufung verlangt werden. 

Die Rasse ist bis auf die Isabellen sehr vernachlässigt, es 
darf daher an korrekte Binden und reine Farben jetzt noch kein 
allzustrenger Maßstab gelegt werden. 



Grobe Fehler: Kurze Beine, kurze Fuß- und Schenkelbetiederung, 
plumper Körper, kurzer Hals, schlechte Farbe, sehr mangelhafte 
Binden. 

Holländer Ballon-Kröpfer. 

Nr. 3 u. 4. 

Stammland: Holland, speziell Amsterdam. 

Gestalt: Kurz und breit, sonst zierlich, tief gestellt mit großem 
Ballonkropf. 

Kopf: Gut gewölbt, klein, glatt. 

Schnabel: Mäßig lang und stark, gerade, fleischfarbig bei weißen 
und gelbgeherzten, hellhornfarbig bei roten uud dunkel bei blau- 
und Schwarzgeherzton Tieren, Schnabelwarzen weiß. 

Augen: Dunkel bei weißen und mit rotgelber Iris bei den anderen 
Varietäten; Augenrand schmal und blaß bei hellfarbigen sowie 
grau bei den dunkelfarbigen Arten. 

Kehle: Ansgernndet, selten sichtbar. 

Hals: Lang, zitterhalsig, pfautaubenartig nach dem Rücken gebogen, 
der Kropf ist sehr groß imd dehnt sich gleichmäßig nach allen 
Seiten aus, so daß der Hals vollständig verschwindet (bei anderen 
Arten markiert sich der Hals im Genick auf dem aufgeblasenen 
Kröpfe noch). 

Brust: Gering von Umfang, flach, aber etwas breit, kurz. 

Rücken: An den Schultern etwas hohl, kurz und ziemlich steil 
abfallend. 

Flügel: Ziemlich breit, kurz, auf dem Schwänze ruhend. 

Schwanz: Kurz, gut geschlossen, mit dem Rücken eine gerade 
abfallende Linie bildend. 

Beine: Schenkel wenig sichtbar, Beine ziemlich kurz und ein- 
schließlich der zierlichen Füße schwach befiedert. Zehen können 
auch nackt sein. 

Farbenschläge: Weiße und geherzte. Letztere in blau, silberblau, 

fahl, schwarz, rot und gelb. Die Zeichnung ist die gleiche wie 

bei dem englischen Kröpf er, sie ist selten korrekt und die Farben 

sind außer blauen und deren Unterfarben wenig intensiv. 

Das Gefieder ist etwas kurz, geschlossen und gut anliegend. 

Grobe Fehler: Langer Körper, wenig Kropfbildung, kurzer Hals. 





':.^ 




3 i 



TAFEL 67. 



Mö wehen : Deutsehe, einfarbige. 



S t a m m 1 a ii d : Deutschland. 

Gestalt: In allen Körperteilen niöglielist kurz; stolze, kokette, 
Haltung ; ca. 30 — 34 cm lang. 

Kopf: Möglichst kus;elrnnd, breit und hoehstirnig, volle Backen. 
Die Stirn muß mit dem Schnabel eine schöngeschwungene ununter- 
brochene Bogenlinie bilden. Glattköpfig oder rundkappig. (Die 
Eundkappe muß den Hinterkopf in lialbkreisform völlig um- 
schließen und an beiden Auslaufen einen Wirbel bilden.) 

Schnabel: Kurz, dick angesetzt, die Stirnwölbung nach unten 
ohne Einknickung fortsetzend, gut geschlossen, bei blauen schwarz, 
bei übrigen fleischfarbig. Schnabelwarzen gut ausgebildet, aber 
ohne Wucherungen. 

Augen: Groß, hoch sitzend, Iris bei schildigen, farbenschwänzigen 
und weißen dunkelbraun, bei den übrigen orangefarben. Augen- 
rand blaß. 

Kehle: Mit gut entwickelter Wamme. Bei ganz kurzen Schnäbeln 
kann die Wamme naturgemäß nicht so deutlieh hervortreten wie 
bei etwas längeren. 



Brust: Breit, gewölbt hervortretend und hoch getragen. 

Jabot: Federreich und regelmäßig gebildet. 

Schultern: Breit. 

Rücken: Kurz. 

Flügeln: Fest am Körper anliegend, das Schwänzende nicht ganz 
erreichend. 

Schwanz: Kurz. 

Beine: Kurz, rot, ohne Beliedorung. 

Far be n sc h 1 äge: 

Einfarbige: Weiß, blau, silberblau, gehämmert, sciiwarz, rot, 
gelb. Letzlere drei Farben müssen satt und glänzend sein ; die 
blauen und silberblaueu liaben schwarze Binden. 

Grobe Fehler; Langer dünner Schnabel, schmale flache Stirn, 
grobe lange Figur, schmale Brust, Würfelkopf, gerader Schnabel, 
fehlendes Jabot. 



TAFEL 68. 



Möwclieii: Deutsche, scliildige. 



Stammland: Deutschland. 

Gestalt: In allen Körperteilen möglichst kurz; sfoize, kokette 
Haltung; ca. 30 — 34 cm lang. 

Kopf: Möglichst kugelrund, breit und hochstimig, volle Backen. 
Die Stirn muis mit dem Schnabel eine schöngeschwungene ununter- 
brochene Bogenlinie bilden. Glattköpfig oder rundkappig. (Die 
Eundkappe muß den Hinterkopf in fialbkreisform völlig um- 
schließen und an beiden Ausläufen einen Wirbel bilden.) 

Schnabel: Kurz, dick angesetzt, die Stirnwölbung nach unten 
ohne Einknickung fortsetzend, gut geschlossen, bei blauen schwarz, 
bei übrigen fleischfarbig. Schnabelwarzen gut ausgebildet, aber 
ohne Wucherungen. 

Augen: Groß, hoch sitzend, Iris bei schildigen, farbenschwänzigen 
und weißen dunkelbraun, bei den übrigen orangefarben. Augen- 
rand blaß. 

Kehle: Mit gut entwickelter Wamme. Bei ganz kurzen Schnäbeln 
kann die Wamme naturgemäß nicht so deutlich hervortreten wie 
bei etwas längeren. 

Brust: Breit, gewölbt hervortretend und hoch getragen. 



Jabot: Federreich und regelmäßig gebildet. 

Schultern: Breit. 

Rücken: Kurz. 

Flügeln: Fest am Körper anliegend, das Schwanzende nicht ganz 
erreichend. 

Schwanz: Kurz. 

Beine: Kurz, rot, ohne Befiederung. 

Farbenschläge: 

Schildige; Blau, schwarz, rot, gelb; letztere drei Fiirben satt 
und glänzend. Ferner : blau-, rot-, gelb und lerchenfarbiggeliäm- 
mert, silbersehildige mit schwarzen und roten Binden, mehlfahle 
mit braunen Binden, gelbfahle mit gelben Binden, blaue mit 
schwarzen und weißen Binden, porzellanfarbige. 

Grobe Fehler: Langer dünner Schnabel, schmale flache Stirn, 
grobe lange Figur, schmale Brust, Würfelkopf, gerader Schnabel, 
fehlendes Jabot, farbiger Bauch, weiße Federn in Schild und 
Schwanz. 



TAFEL 69. 



Möwchen: Deutsche, kappige und farhenschwänzige. 



Stammland: Deutschland. 

Gestalt: In allen Körperteilen möglichst kurz; stolze, kokette 
Haltung; ca. 30 — 34 cm lang. 

Kopf: Möglichst kugelrund, breit und hochstirnig, volle Backen. 
Die Stirn muß mit dem Schnabel eine schöngeschvvnngene ununter- 
brochene Bogenlinie bilden. Glattköpfig oder rundkappig. (Die 
Rundkappe muß den Hinterkopf in Halbkreisform völlig um- 
schließen und an beiden Ausläufen einen Wirbel bilden.) 

Schnabel: Kurz, dick angesetzt, die Stirn Wölbung nach unten 
ohne Einknickung fortsetzend, gut geschlossen, bei blauen schwarz, 
bei übrigen fleischfarbig. Schnabelwarzen gut ausgebildet, aber 
ohne Wucherungen. 

Augen: Groß, hoch sitzend, Iris bei schildigen, farbenschwänzigen 
und weißen dunkelbraun, bei den übrigen orangefarben. Augen- 
rand blaß. 

Kehle: Mit gut entwickelter Wamme. Bei ganz kurzen Schnäbeln 
kann die Wamme naturgemäß nicht so deutlich hervortreten wie 
bei etwas längeren. 

Brust: Breit, gewölbt hervortretend und hoch getragen. 



Jabot: Pederreich und regelmäßig gebildet. 

Schultern: Breit. 

Rücken: Kurz. 

Flügeln: Fest am Körper anliegend, das Schwanzende nicht ganz 
erreichend. 

S chwanz: Kurz. 

Beine: Kurz, rot, ohne Befiederung. 

Farbensch 1 äge: 

Farhenschwänzige: Blau, schwarz, rot und gelb. — Ober- 

und Unterschwanzdecken farbig- 
Weiß schwänzige: Blau, silberfahl (perlfarbig), schwarz, rot 

und gelb. 

Grobe Fehler: Langer dünner Schnabel, schmale fläche Stirn, 
grobe lange Figur, schmale Brust, Würfelkopf, gerader Schnabel, 
fehlendes Jabot, schiefe Kappe, farbiger Bauch bei schildigen, 
weiße Federn in Schild und Schwanz bei den schildigen und 
farbenschwänzigen Tieren, farbige Federn im weißen Schwänze. 



I 




TAFEL 70. 



Möwchen: Spitzkappige (Turbit). 



Stammlaiid der verbesserten Kasse: England. 

Gestalt: Nicht ganz so gedrungen wie Owl, vielmehr infolge der 
kecken und koketten Haltung netter erscheinend, Länge 30 bis 
32 cm. 

Kopf: Verhältnismäßig groß, breit, an den Seiten gut abgerundet, 
Backen stark entwickelt und gut markiert, Schnabel, Stirn und 
Kopf eine scharfe, nicht unterbrochene Bogenlinie bildend, 
welche in der Spitzkappe geschwungen ausläuft. Letztere soll 
hochangesetzt, geschlossen sein und spitz auslaufen. Kappe und 
Hinterhalsfedern sollen einen Kamm bilden. 

Schnabel: Stark, sehr kurz, breit in der Wurzel, gut schließend. 

Augen: Groß, infolge der stark entwickelten Backen hervorstehend, 
von nußbrauner Farbe. Augenrand hellfleisohfarben bis grauweiß. 

Kehle: Die Wamme füllt die Kehle (zwischen Hals und Schnabel) 
vollständig aus. 

Hals: Kräftig, zurückgebogen getragen, kurz, sehr breit. 

Brust: Breit und vortretend, stark gewölbt, hoch getragen. 

Jabot: Von der Wamme bis zur Brust reichend, nach beiden 
Seiten des Halses gerichtet, vollfederig, also stark entwickelt. 



Bauchpartie: Kurz, verhältnismäßig breit und gewölbt. 

Schultern: Recht breit. 

Rücken: Kurz, Oberrücken breit, nach hinten sich verjüngend und 
eine schräg nach dem Schwänze abfallende Linie bildend. 

Flügel: Kurz und breit, geschlossen, gut am Rumpfe anliegend und 
aut dem nur wenig längeren Schwänze aufliegend getragen. 

Schwanz: Kurz, aber länger als beim Owl, geschlossen und ein 
wenig über der Erde getragen. 

Beine: Schenkel kurz, Füße nackt, kurz und von schön roter Farbe; 
bei älteren Tieren braun, oder graurot. 

Farbenschläge, Farbe und Zeichnung: Grundfarbe weiß, 
nur die Flügelschilder farbig, schwarz, blau mit schwarzen Binden, 
rot; gelb, gehämmert, fahl, silberfarbig mit dunkelbraunen Binden 
und dunfarbig. Das ganze Gefieder soll kurz und geschlossen 
sein und dicht am Körper anliegen. 

Grobe Fehler: Langer, dünner Schnabel, schmaler, flacher Kopf , 
gerade oder flache Stirn, gerader, spitzer Schnabel, dünner Hals, 
tiefer Kehlausschnitt, schmale Brust, langer Rumpf, hohe Bein- 
stellung, breite Kappe. 



TAFEL 71. 



Möwchen: Anatolier. 



Stammland: Asien, speziell Anatolien. 

Getalt: Sehr kurz, ziemlich gedrungen dabei sehr zierliche feine 
Form und hochelegante vom aufgerichtete Erscheinung; 28 bis 
30 cm. 

Kopf: Kurz, zirkelrund, mit dem Schnabel eine ununterbrochene 
Bogenlinie bildend wie diese selten andere Orientalen aufweisen, 
vom Schnabelansatz aus breit augesetzt, nach dem Genick etwas 
schmäler verlaufend, glattköpfig. 

Schnabel: Kurz, breit und dick, von der Stirn scharf abfallend, 
hellfarbig. 

Augen: Groß, dunkel, ohne sichtbar farbigen Augapfelring, Augen- 
rand fahl oder hellfleischfarben. 

Kehle: Kurz, durch die Wamme wenig markiert. 

Jabot: Nicht allzusehr entwickelt. 

Hals: Kurz, voll, stark nach hinten gebogen. 

Brust: Breit, gewölbt und vortretend. 



Bauchpartie: Kurz, gut entwickelt. 

Schultern: Breit. 

Kücken: Kurz, nach dem Schwanz abfallend und schmäler ver- 
laufend. 

Flügel: Kurz, fest geschlossen und anliegend, liegen auf dem 
Schwänze und erreichen dessen Ende beinahe. 

Schwanz: Kurz und gut geschlossen, etwas wagrecht getragen. 

Beine: Kurz, unbefiedert, je nach dem Alter des Tieres lebhaft 
rot bis graurot. 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: 

a) Schildmöwcheu in schwarz, dunfarbig, blau und fahl. 
Grundfarbe weiß, Flügelschilder (Deckel) und Schwanz farbig. 

b) Farben schwänze in denselben Farben wie zu a. Ober- 
und Unterschwanzdecken sollen auch farbig sein. 

c) Einfarbig weiße. 

Grobe Fehler: Unterbrochenes Profil, schmale Stirn, geraden, 
dünnen oder langen Schnabel, langen Körper, hängende Flügel. 



TAFEL 72. 



Möwchen: Blondinetten. 



Stammland: Kleinasien. 

Gestalt: Kurz und gedrungen, kokette Haltung; 30—32 cm. 

Kopf: Wie bei den deutschen Möwchen, glattköpfig oder spitz- 
kappig, letztere bevorzugt. 

Schnabel: Wie beim deutschen Möwchen. 

Augen: Orangefarben, sonst wie bei dem deutschen Möwchen. 

Kehle: Wie bei dem deutschen Möwchen. 

Brust: Wie bei dem deutschen Mowchen. 

Jabot: Federreich und regelmäßig gebildet. 

So h u 1 1 e r n : Breit. 

Rücken: Kurz. 

Flügel: Fest am Körper liegend, das Schwanzende nicht ganz er- 
reichend. Die großen Schwungfedern je mit einem weißen läng- 
lichrunden Fleck (sog. Spiegel). 

Schwanz: Kurz, jede einzelne Feder ebenfalls Spiegel. 



Beine: Kurz und bis an die Zehenspitzen gut aber kurz befiedert. 
Farbe und Zeichnung: 

a) Einfarbige : Blaue, silber und schwarze, alle drei mit weißen 
Flügelbinden. 

b) Geschuppte: Blau, schwarz, rot, gelb und alle möglichen 
Zwischenfarben. Die Geschuppten treten in zwei Arten auf, die 
eine, bei denen jede einzelne Flügelfeder, deren Grundfarbe hell ist, 
mit einem schmalen farbigen Rande versehen ist, die andere mit 
der sog. Pfeilspitzenzeichnung, in dem jede Flügelfeder in eine 
dreieckige zweifarbige Spitze ausläuft. Je heller die Grundfarbe, 
desto schöner. Bei den ganz hellgezeichneten leiden in den 
meisten Fällen die Schwingen und besonders die Schwänze in der 
Zeichnung, indem sie statt der runden Spiegel meist mit farbiger 
Säumung auftreten. Eine Ausnahme machen die schwarzge- 
schuppten, die nur gesäumte Schwanzzeichnung haben. 

Grobe Fehler: Grobe Zeichnung und schlechte Farbe, langer 
dünner Schnabel, schmale Stirn, mangelnde Fußbefiederung, 
fehlende Spiegelzeichnung, bei einfarbigen rote oder schwarze 
Binden, klobige Figur. 



TAFEL 73. 



Mö wehen: Satinetten und dahingehörige. 



Stammland: Kleinasien. 

Gestalt: Kurz und gedrungen, kokette Haltung; 30 — 32 cm lang. 

Kopf: Wie bei dem deutschen Möwchen, glattköpfig oder spitz- 
kappig, letztere bevorzugt. 

Schnabel: Wie beim deutschen Möwchen. 

Augen: Orangefarben, sonst wie bei dem deutschen Möwchen. 

Kehle: Wie bei dem deutschen Möwchen. 

Brust: Wie bei dem deutschen Möwchen. 

Jabot: Federreich und regelmäßig gebildet. 

Schultern: Breit. 

Rücken: Kurz. 

Flügel: Fest anliegend, das Schwanzende nicht ganz erreichend. 



Schwanz: Kurz, jede einzelne Feder mit einem länglichrunden, 
weißen Fleck (sog. Spiegel). 

Beine: Kurz und bis an die Zehenspitzen gut aber kurz befiedert. 

Farbe und Zeichnung: Flügelsehild und Schwanz farbig, alles 
übrige Gefieder reinweiß. 

a) Satinette: Scliild mit heller Grundfarbe, jede Feder gesäumt 
oder mit Pfeilzeichnung wie bei den Blondinetten. Die Farbe 
differiert vom zartesten hellgelb bis schwarz, bei klarer Zeichnung- 
meist Schilfschwänze. 

b) Brünette: Wie vorige nur braungeschuppt. 

c) Bluette: Schild einfarbig blau mit weißer Binde und kor- 
rektem Spiegelschwanz. 

d) Silverette: Wie vorige nur silberfarbig. 

Grobe Fehler: Farbiger Bauch, grobe Zeichnung und schlechte 
Farbe, langer dünner Schnabel, schmale Stirn, mangelnde Fuß- 
befiederung, fehlende Spiegelzeichnnng, rote Binden bei ein- 
farbigen, rote klobige Figur. 



TAFEL 74. 



Möwchen : Chinesische. 



Stammland: Die Gattung soll mit Ägyptischen Möwchen aus 
Nord-Afrika eingeführt worden, der Name „Chinesische Möwchen" 
von Dostriveause— Paris ein willkürlich angenommener sein. 

Gestalt; Zierlich, möglichst kurz, von tiefer Stellung mit auf- 
gerichteter edler Haltung bei mehr langem als kurzem Hals. 

Kopf: Möglichst kurz, rund, Stirn nicht ganz so breit wie bei besten 
Orientalen. Ununterbrochenes Profil muß angestrebt, Würfelköpfe 
weggezüchtet werden. 

Schnabel: Möglichst kurz und der Bogenlinie des Kopfes nach 
unten folgend , bei den farbigen dunkel , bei weißen, sehildigen 
und farbenschwänzigen fleischfarben. 

Augen: Wie bei allen Möwchenarten groß und lebhaft, bei dunkel- 
farbigen mit orangefarbener Iris. Augenrand hellgrau bei blauen, 
blaß bei den übrigen Arten. 

Kehle: Gut ausgerundet, durch den Kragen wenig sichtbar. 

Federstruktur des Halses und der Brust: Sie besteht 
aus dem Kragen der unter dem Kinn ansetzen und vorn gut ge- 
schlossen sein soll ; dem Polster oder Kissen, dessen Federn meist 
nach oben und nur teilweise seitwärts gerichtet sein müssen. 
Polster oder Kissen wird durch eine horizontale Linie von der 
Federstruktur des Bauches in gut sichtbarer Linie getrennt. Die 
ältere, auch noch zu Eecht bestehende Zuchtrichtung verlangt 
außer c^m Kragen eine von der Brust bezw. von einem Punkte 



derselben ausgehende sogenannte Strahlenrosette. Diese soll oben 
so langfederig sein als die erstbeschriebene Federstruktur. 

Hals: Etwas länger und weniger voll als bei den Orientalen. 

Brust: Möglichst breit und etwas vorstehend. 

Bauch: Kurz xmd nicht allzusehr vortretend. 

Schultern: Mäßig breit. 

Bücken: Mäßig breit, nach dem Schwänze schmäler und etwas 
abfallend. 

Flügel: Möglichst kurz, gut geschlossen, Bug von der Bruststruktur 

bedeckt, 

Schwanz: Kurz, gut geschlossen, an dem Ende abgerundet. 

Beine: Lebhaftrot, kurz, also tiefe Stellung, an der Vorderseite 
der Schenkel der sogenannte Stoß , ein flaumenfederiges Polster, 
auch Puffe genannt. 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Die Haupt- 
farbenschläge sind blaue mit schwarzen Binden und einfarbig 
weiße; dami sind zu nennen schildige oder gedeckelte in allen 
Farben. Die anderen Farbenschläge sind nicht nur in bezug auf 
Form, sondern auch auf Struktur unvollkommen. 

Grobe Fehler: Zu gerader, langer, spitzer Schnabel, flaclie 
Stirn und abgeflachter Kopf. 



TAFEL 75. 



Möwchen: Ägyptische. ni. i, 2, 3 



Stammland: Ägypten. 

Gestalt: Kokett, dabei doch kompakt und gedrungen, aufrechte 
Haltung, munteres Wesen. Das kleinste und zierlichste aller be- 
kannten Möweheuarten; Länge 27 — 29 cm. 

Kopf: Kugelrund, mit breiter, steilabfallender Stirn ; das Profil 
darf nicht unterbrochen sein. Der frühere, eckige, sogenannte 
Würfelkopf ist nicht mehr beliebt. Backen scharf vortretend. 

Schnabel: Sehr kurz und dick, mit der Stirn und dem Scheitel 
eine Bogenlinie bildend. Bei blauen und schwarzen Tieren ist 
der Schnabel dunkel , bei gescheckten und weißen fleischfarbig. 

Augen: Groß und lebhaft, orangefarbige Iris bei den farbigen, 
dunkelbraune bei weißen und geschwänzten Tieren. Augenrand 
grau bei den dunklen, dagegen blaß bei den hellfarbigen Varietäten. 

Kehle: Ausgerundet, durch die Wamme wenig sichtbar. 

Wamme: Nicht zu groß, aber voll. 

Hals: Recht kurz,' voll, kräftig, breit auf der Brust angesetzt, 
nach rückwärts gebogen. 



Brust: Voll und stark gewölbt. 

Jabot: Wenig entwickelt, möglichst kurzfederig und gekräufielt. 

Schultern: Im Verhältnis zum Körper breit. 

Kücken: Kurz. 

Flügel: Kui-z, fest geschlossen, gut am Körper liegend und auf 
dem Schwänze lose getragen. 

Schwanz: Kurz, geschlossen, etwas abgerundet und nur wenig 
länger als die Flügel. 

Beine: Füße unbetiedert , korallenrot und kurz. Stellung so tief 
wie möglich, Schenkel nur wenig sichtbar. 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Blaa, ge- 
hämmert, schwarz, gescheckt und weiß. Gescheckte meist 
blauweiß, treten nur noch selten auf, desgleichen rote und gelbe. 

Grobe Fehler: Spitzer gerader Schnabel, flache schmale Stirn, 
unterbrochenes Profil, hohe Stellung, lange Flügel und Schwanz, 
sogenannter Hakenschnabel. 



Möwchen: Owls (Englische). 



Nr. 4 u. 5. 



S t a m m 1 an d : England. 

Gestalt: Kräftiger als das deutsche Möwchen, sehr kurz und 

gedrungen, nach hinten etwas spitz verlaufend, tiefgestellt. Länge 

32-34 cm. 
Kopf: Kugelförmig, dick, kurz und breit, ohne Haube; die Backen 

sind stark entwickelt; Stirn breit, fällt in schöner Rundung steil 

ab. Kopf mit Schnabel zirkelruud, aber auch von vorne gesehen 

soll er rund sein. 
Schnabel: Kurz, dick, breit und nach unten gerichtet etwas 

hakenförmig. Mit Kopf und Stirn eine schöne ununterbrochene 

Bogenlinie bildend. 1 arbe hornfarbig. 
All gen: Groß, ziemlich nahe am Schnabelansatz befindlieh, durch 

die kräftige Backenentwicklung etwas vorstehend; orangerote Iris, 

Augenrand hellgrau. 
Wamme: Nicht sehr groß; soll aber als Rassekennzeichen vor- 
handen sein. Kehlausschnitt infolge des kurzen Schnabels kaum 

vorhanden. 
Hals: Kurz, rund und stark, nach hinten getragen. 
Jabot: Stark entwickelt, federreich, möglichst gekräuselt und 

kompakt. 
Brust: Breit, hoch getragen, stark vortretend und gut gewölbt. 



Bauchpartie: Gut entwickelt {breit und rundlich), nach dem 
Keile etwas flach verlaufend, Bürzel aber noch etwas gewölbt. 

Schultern: Breit und gut gerundet. 

Rücken: Breit in den Schulten, etwas gewölbt, kurz, nach dem 
Schwänze abfallend. 

Flügel: Kurz, am Bug breit, geschlossen, auf dem etwas längeren 
Schwänze getragen. Schwingen gut geschlossen, nicht gekreuzt. 

Schwanz: Kurz, geschlossen, etwas über der Erde getragen, an 
der Spitze ziemlich gerundet. 

Beine: Füße kurz, nackt nnd rot (bei älteren Tieren etwas dunkler 1 ; 
Schenkel von den Seidenfedem bedeckt, also nicht vortretend. 

Farbenschläge, Farbe und Zeichnung: Mausfahle, blau 
und silberfarben mit schwarzen Binden ; auf dem Gefieder liegt 
ähnlich wie bei der Eistaube, ein reifartiger Puder. 

Außer den beiden Farben soll es noch geschuppte, weiße, 
schwarze, rote und gelbe geben, die indes in bezug auf Rassemerkmale 
noch unvollkommen genannt werden. Gefieder kurz . dicht am 
Rumpfe anliegend. 

Grobe Fehler: Dünner Schnabel, schmaler, eckiger Kopf, unter- 
brochene Bogenlinie, breite, rote Augenränder, fehlendes Jabot, 
schmale, hochgeschürzte Brust. 



TAFEL 76. 



Möwchen. 



Italienische Möwchen. 

Nr. 1 u. 2. 

Stammland: Italien. 

Gestalt: Kurz und gedrungen; unterscheidet sich von anderen 
Möwchen durch hohe Beinstelhmg und huhntaubenähnliche Schwanz- 
haltung; Länge 30—32 cm. 

Kopf: Glatt; etwas flacher als bei sonstigen Möwchen von feiner 
Form; Stirn auch nicht so hocli und breit, Hinterkopf etwas 
eckig, Slots glattköptig. 

Schnabel- Schwarz, kurz, breit und dick, etwas nach unten ge- 
bogen, jedoch nicht so, daß man von einer „ununterbrochenen 
Bogenlinie" reden könnte. 

Augen: Groß und lebhaft, etwas oberhalb des Kopfmittelpunktes 
gelegen, Iris orangefarbig; Augenrand pHaumenblau bis blaugrau. 

Wamme: Nur in mäßiger Ausdehnung vorhanden. 
Hals: Etwas länger und dünner als der eines rassigen deutschen 
Möwchens mit merklicher Biegung nach dem Rücken. 

Jabot: Nicht sehr entwickelt. 

Brust: Stark entwickelt, breit und voll liei-vortretend, hochge- 
tragen. 

Bauch partie: Gut entwickelt. 

Rücken: An den Schultern breit, kurz und ziemlich wagerecht. 

l'^lügel: Etwas von der Brust abstehend, am Bug ziemlich breit, ; 
sonst kurz und geschlossen, auf dem Schwänze aufliegend, Feder- i 
fahnen schmal. 1 

Schwanz: Hochgetragen, im übrigen kurz und geschlossen. ; 

Beine: Etwas hoch, nackt, von roter Farbe. ^ 

Farbenschläge sowie Farbe und Zeichnung: Silber- j 
puder: Unterfarbe ist schieterblau, Spitzen der Deckfedern eis- 
blau, ebenso Silberpuder mit schwarz getupften Flügeldecken und 
schwarzen Binden, einfarbige m weiß, rot, gelb und schwarz sind 
in Deutschland noch nicht gezeigt worden, auch blaue mit den 
vorbeschriebenen Abzeichen treten nur äußerst selten auf. 

Grobe Fehler: Zu schmale Stirn, wenig gewölbter Kopf, langer 
gerader oder dünner Schnabel, langer Körper. 



Domino- und Turbiteen-Möwchen. 

Nr. 3 Domino-, Nr. 4 u. 5 Turbiteen. 

Stammland: Domino-Möwchen: Aidin, Türk. Vilajet in Kleinasien. 
Tubiteen-Möwchen : wahrscheinlich Smyrna. 

Gestalt: Das Domino-Möwchen ähnelt in Gestalt dem Ana- 
tolier, Turbi teen sind etwas länger und maßiger als Anatolier. 
Länge 31 — 33 cm bei ersteren und 32 — 34 cm bei letzteren. 

Kopf: Möglichst rund, mit dem Schnabel eine ununterbrochene 
Bogenlinie bildend, breite Stirn, spitzkappig oder glatt. 

Schnabel: Kurz, breit und stark, von dunkler Farbe, er soll der 
Bogenlinie des Kopfes folgen. 

Augen: Groß, dunkel mit orangefarbiger Iris, Augenrand wenig 
entwickelt, fleischfarbig. Turbiteen mit wenig Kopfzeielmung 
zeigen vielfach dunkle Augen und holleren Schnabel. 

Kehle: Wenig sichtbar, da durch die Wamme verdeckt. 

Hals: Kurz und voll (starkl, wenig nach hinten gebogen. 

Jabot: Gut entwickelt und gut geteilt, nicht zu lang. 

Brust: Voll und gut vorstellend. 

Baue hparti e: Kurz aber gut gewölbt. 

Rücken: An den Schultern breit, kurz, nach dem Schwänze etwas 
abfallend. 

Flügel: Verhältnismäßig kurz und gut geschlossen, ruhen leicht 
auf den Seiten des Schwanzes. 

Schwanz: Gut geschlossen und l'/2- 2 cm länger als die Schwingen- 
spitzen. 

Beine: Domino-Möwchen: kurz, imbefiedert, rot bis graurot; Tur- 
biteen : kurz und bis an die Zehenspitzen kurz befiedert. 

Farbenschi äge, Farbe und Zeichnung: I.Domino: Schwarz-, 
Blau-, Braun-, Rot und Gelbsohilder (blaue haben schwarze Bin- 
den); außer den Flügelschildem soll der Schwanz mit oberer und 
unterer Schwanzdecke sowie der Kopf in der auf dem Bilde darge- 
stellten Zeichnung farbig sein. Sämtliche Farben sollen intensiv sein. 
11. Turbiteen kommen in sehr satter Färbung vor in gelb, rot 
und schwarz, femer gibt es noch blaue mit schwarzen und silber- 
fahle mit braunen Binden. Grundfarbe weiß. Stirnflock, beide 
Backen und die Flügelschilder farbig. Die verlangte Stirn- und 
Backen -Zeichnung ergeben die dargestellten Tiere, sie wird 
äußerst selten in solcher Korrektheit erzielt. 

Grobe Fehler: Gerader oder zu dünner Schnabel, fehlendes 
Jabot, zu unterbrochenes Profil, schmale Stirn. 



TAFEL 77. 



Tümiiiler: Langsclmäblige. 

Hannoversche Weiß- und Rotaugen. 



Aufgestellt vom illgemeinen 

Klub Hannoverscher Hoch- und 

Soloflieger- Züchter. 



S tarn ml and: Provinz Hannover. 

Gestalt: Lang, wagreclite Haltung, kräftig, kurz auf den Beinen. 

a) Weißaugen : 

Kopf: Hohe Stirn, nacli dem Hinterkopf sanft abgerundet, nicht platt. 

Schnabel: Keilförmig, kräftig, langgestreckt, vv achsfarbig, mit 
ziemlich stark ausgebildeten Naseuwarzen; die Spitze des Ober- 
schnabels muß einen der Grundfarbe des Tieres entsprechenden 
kleinen Fleck (Korn) aufweisen. 

Augen: Augenfleisch weiß, dasselbe muß gleichmäßig rund das 
innere Auge umschließen und ein breites, zartes (nicht warziges) 
Gewebe zeigen; das innere Auge (Iris) möglichst weiß mit kleiner, 
dunliler Pupille. 

Hals: Bei aufgerichteter Figur schlank, nach dem Rumpfe zu recht 
kräftig werdend. 

Brust: Voll, kräftig, möglichst breit und gut entwickelt. 

Flügel: Gut am Rumpfe anliegend, keine Hängeflügel. 

Schwanz: Kräftig, flach getragen (nicht muldenförmig), die Flügel- 
spitzen dürfen denselben nicht überragen. 

Füße: Rot und unbefiedert. 

Farbenschläge: Weiß seh läge kommen in schwarz, braun, 
blau und fahl, sowie in gelbgebändert und weiß, Schimmel 
in schwarz und blau, und Weißschwänze in schwarz, braun, 
fahl und blau vor. 

Farbe und Zeichnung: Bei schwarz, braun und weiß eine 
gleicluj*äßig satte Grundfarbe. Bei blauen, fahlen und gelb- 
geb änderten sollen die Flügelbinden sicli ^•on der Grundfarbe 



kräftig abheben. Vom Schimmel gilt das gleiche, im Schwänze 
von der Spitze an fingerbreite Grundfarbe, dann gleichmäßig ent- 
wickelter Schimmel (Spiegel); die weißen Schlagfedern sollen 
in beiden Flügeln möglichst gleichmäßig, und zwar nicht unter 
7 in jedem Flügel sein. Die blauen sollen ein tiefes, sattes 
Blau zeigen. Die fahlen sollen eine blaufahle Farbe haben. 
Bei beiden Farben sind Schuppen und helle Rücken zu verwerfen. 
G elb geb änderte sollen in der Grundfarbe weiß sein; die 
Brust möglichst tiefgelb ; der Kopf der Grundfabe annähernd ent- 
sprechend. Bei weißen, soweit dieselben Stahlaugen sind, 
ist der Schnabel, das Innere des Auges mit dunkler Pupille, 
sowie das Augenfleisch bläulich augehaucht. Bei weißen Weiß- 
augen ist weißes, zartes Augenfleisch imd Wachssclmabel Be- 
dingung, letztere beiden Spezies ohne jedes Kom. 

b) Rotaugen: 

Kopf: Wie bei den Weißaugen, nur etwas stärker entwickelt. 

Schnabel: Desgleichen, etwas stärker entwickelt, besonders die 
Warzen, das Kom ausgeprägter, Farbe des Schnabels lebhaft 
rot, nach dem Kopfe zu blaurot. 

Augen: Das innere Auge gleichmäßig breit umschließendes, blut- 
rotes, nicht fleischrotes, zartes (nicht warziges) Augenfleisch , rot 
durchwirkte Iris, kleine dunkle Pupille. 

Hals und Brust: Wie bei Weißaugen, im ganzen etwas stärker 
entwickelt. 

Flügel, Schwanz, Figur und Füße: Wie bei den Weißaugen. 

Farbenschläge: Weißschläge in schwarz, blau und weiß . Scliim- 
mel und Weißscliwänze sind bei den Rotaugen selir selten. Neuoi-e 
Farben: fahl, braun, rot, gelb inid gelbgebändert. 



TAFEL 78. 



Tümmler: Laiigsclmäblige. 

Weißschläge mit Bart (Bärtehen). 



Kntwoi*f6n von M. Oaborjj 
in Halberstadt. 



Stainmland: Dcutscliland. 

Gestalt: Vornehm, elegant und schlank. Je jünger das Tier, desto 
besser trägt es in der Begel die gewünschte Form zur Schau. 
(Die Kassigkeit läßt sich nur in Figur, Kopf- und Schnabelbildung 
erkennen. Gestalt, Kopf, Schnabel, Hals, Flügel, Beine, alles so 
lang als möglich.) 

Kopf: Lang ausgezogener, schmaler Vorderkopf mit flacher Stini, 
Scheitellinie zwischen den Augen schmal ; zarte Nasenwurzel : 
von der Spitze des Schnaliels führt — von der Seite gesehen — 
eine möglichst gerade Linie bis auf den Scheitel , von hier mit 
sanftem Bogen ilijer den Hinterkopf zum Nacken ; von vorn (oben) 
gesehen, erscheint der Kopf mit dem Schnabel beinahe keilförmig, 
ohne Kappe. 

Schnabel: Lang, dünn, spitz auslaufend, möglichst geradeaus 
gerichtet, wachsfarben, am Grunde rosa - fleischfarbig, anliegende, 
feinhäutige Nasenwarzen (bei manchen mit wenig Kalkpuder). 

Auge: Feurig, kleine Pupille, weiße Iris (Glasauge), fleischroter 
Augenrand. 

Kehle: Ausgeschweift; je tiefer ausgekehlt, desto vorteilhafter für 
die Figur. 

Hals: Schlank, dünn in seinem Oberteile. 

Brust: Nicht zu breit, abgerundet. 

Flügel: Lang, kräftig, anliegend. 

Schwanz: Soll bei aufgerichteter Haltung des Körpers den Boden 
nicht berühren. 

Beine: So lang wie möglich, kräftig, beinahe parallel stehend. 
Läufe und Zehen dunkelrot und unbefiedert. 



j Gefieder: Straff anliegend, ohne Kappe. 

I Zeichnung und Farbe: Der weiße Bartfleck: Nicht zu 
klein, nicht übermäßig groß, schneidet oben mit dem Unterschnabel 
ab, gleichmäßige Rundung. 

I Die weißen Schwungfedern oder „Schläge": 7—9 Stück 
I in jedem Flügel, „Kurzschlag" mit 6 und „Breitschlag" mit 10 
Federn ebenfalls angängig. 

! DasübrigeGefieder: Gleichmäßig intensiv gefärbt bei schwarzen, 
roten, gelben und niilchfahleu ') Bärtehen ; bei blauen, stippblauen ^), 

I niansfahlen^) und lerchengrauen ebenso, nur mit dunkleren Flügel- 

j binden und ebensolchem Schwanzspiegel; rotstreiflge ■*) haben 
bläulich-weiße, gelbstreifige ^) gelblich-weiße Grundfarbe, beide 

j Streif er mit entsprechender Hals- und Brustzeichnung und den- 

! selben Flügelbinden. 

Fehler: a) Kopf : Runder oder eckiger Kopf, Vorderkopf kurz und 
! gewölbt, Scheitellinie zwischen den Augen zu breit, Stirn zu breit und 
I hoch ; der Vorderkopf darf sich nicht hinter der schmalen Nasen- 
j Wurzel plötzlich verbreitern (als wäre er von der Seite einge- 
kniffen) ; zu starker Hinterkopf. 

b) Schnabel: Stark, kurz, stumpf, Hörn- oder Pechschnabel, 
schwarzer Auflug am Schnabelgrund und an den Nasenwarzen. 

e) Augen: Rötliehe Iris, Fisehauge, zu breiter Fleischhantring (Augen- 
rand). 

d) Hals: Kurzer, dicker Hals; nach hinten gebogen. 

e) Beine: Kurze oder auseinanderstehende Beine ; Strümpfe bis auf 
die Zehen. 

f) „Latzbart" (nach unten oder den Seiten hin ausgefahren). Augen- 
bart, Kleinbärte, einseitiger Bart („Halbbart"), kein Bart. 



■) In Braunschweig „silberfahl". — ^) - 
s) Gelbatreifer. — «) Gelblich gefärbte, milchfalile B 
Binden auf.) 



Pickblau und blaugebämmert aucli genannt. — ^) In Magdeburg und [lalberstadt „silberfahl". — ' 
Bärtehen werden „isabellenfarbige" genannt. (Silberfahle, also milchfahle und mausfahle, treten 



•*) Rotstreifer. — 
mit und ohne 



TAFEL 79. 



Tiinimler : Langscliiiäblige. 

Weißschläge mit Bart (ßärtchen). 



Kntworlen von \I. Osborg 
in Halberstadt. 



Stammiand: Deutschland. 

Gestalt: Vornehm, elegant und schlank. Je jünger das Tier, desto 
besser trägt es in der Regel die gewünschte Foj-m zur Schau. 
(Die Ras.sigkeit läßt sich nur in Figur, Kopf- und Schnabelbildung 
erkennen. Gestalt, Kopf, Sehnabel, Hals, Flttgel., Beine, alles so 
lang als möglich.) 

Kopf: Lang ausgezogener, schmaler Vorderkopf mit Üacher Sfcirn, 
Scheitellinie zwischen den Augen schmal; zarte Nasenwurzel: 
von der Spitze des Schnahels führt — von der Seite gesehen — 
eine möglichst gerade Linie bis auf den Scheitel , von hier mit 
sanftem Bogen iiber den Hinterkopf zum Nacken ; von vorn (oben) 
gesehen, erscheint der Kopf mit dem Schnabel beinahe keilförmig, 
ohne Kappe. 

Schnabel: Lang, dünn, .^pitz auslaufend, möglichst geradeaus 
gerichtet, wachsfarben, am Grunde rosa ■ fleischfarbig, anliegende, 
feinhäutige Nasonwarzen (bei manchen mit wenig Kalkpuder). 

Auge: Feurig, kleine Pupille, weiße Iris (Glasauge) ileisehroter 
Augenrand. 

Kehle: Ausgeschweift; je tiefer ausgekclilt, desto vorteilhafter für 
die Figur. 

Hals: Schlank, dünn in seinem Oberteile. 

Brust: Nicht zu breit, abgerundet. 

Flügel: Lang, kräftig, anliegend. 

Schwanz; Soll bei aufgerichteter Haltung des Körpers den Boden 
niclit berühren. 

Beine: Ro lang wie möglich, kräftig, beinahe parallel stehend. 
Läufe und Zehen dunkelrot und imbefiedert. 



I Gefieder: Straffanliegend, ohne Kappe. 

j Zeichnung und Farbe: Der weiße Bartfleck: Nicht zu 
j klein, nicht übermäßig groß, schneidet oben mit dem Unterschnabel 
i ab, gleichmäßige Rundung. 

i Die weißen Schwungfedern oder „Schläge": 7—9 Stück 
i in jedem Flügel, „Kurzschlag" mit 6 und „Breitschlag'' mit 10 
' Federn ebenfalls angängig. 

! DasübrigeGefieder: Gleichmäßig intensiv gefärbt bei schwarzen, 
; roten, gelben und milchfahlen ') Bärtchen ; bei blauen, stippblauen ^), 
mausfahlen ^) und lerchengrauen ebenso, nur mit dunkleren Flügel- 
j binden und elaensolchem Schwanzspiegel; rotstreifige*) haben 
bläulich-weiße, gelbsti-eifige^) gelblich-weiße Grundfarbe, beide 
Streifer mit entsprechender Hals- und Brustzeichnung imd den- 
selben Flügelbinden. 

Fehler: a)Kopf: Eunder oder eckiger Kopf, Vorderkopf kurz und 
gewölbt, Scheitellinie zwischen den Augen zu breit, Stirn zu breit und 
hoch ; der Vorderkopf darf sich nicht hinter der schmalen Nasen- 
wurzel plötzlich verbreitern (als wäre er von der Seite einge- 
kniffen); zu starker Hinterkopf. 

b) Schnabel: Stark, kurz, stumpf, Hörn- oder Pechschnabel, 
schwarzer Auflug am Schnabelgrund und an den Nasenwarzen. 

c) A u g e n : Rötliche Iris, Fischauge, zu breiter Fleischhautring, (Augen- 
rand). 

d) Hals: Kurzer, dicker Hals; nach hinten gebogen. 

e) Beine: Kurze oder auseinanderstehende Beine; Strümpfe bis auf 
die Zehen. 

f) „Latzbart" (nach unten oder den Seiten hin ausgefahren). Augen- 
bart, Kleinbärte, einseitiger Bart („Halbbart"), kein Bart. 



') In Braunschweig „silberfahl". — ^) Pigjiblaa und blaugehämmort. auch genannt. — ä) In Magdeburg und Ilalberstadt „silberfahl". — *) Eotstreifer. — 
°) Gelbstreifer. — ') Gelblich geiUrbte, milchtahle Biirtchen werden „isabellenfarbige" genannt. (Silberfahle, also milchfahle und mausfahle, tfeteu mit und oh n u 
Binden auf.) , 



TAFEL 80. 



Tümmler: Langschnäblige. 
Weißschwanz- und Weißschlag- Weißschwänze. 



Stammland: Dänemark. 

Größe und Gestalt: Ein wenig voller als der deutsche Bärtchen- 
tümmler, immerhin schlank, ziemlich aufgerichtet und lebhaft; 
Länge 35 — 36 cm. 

Kopf: Lang, schmal, der Vorderkopf soll von der Stirn nach dem 
Sehnabel schmal verlaufen, flache Stini, Schnabel und Vorderkopf 
sollen eine gerade Linie bilden ; Hinterkopf gut abgerundet, glatt. 

Schnabel: Möglichst lang, schwach und spitz verlaufend, wachs- 
farbig, an der Basis mit den Schnabelwarzen fleischrot. 

Augen: Dunkel mit perlfarbiger (elfenbein) Iris, Augenrand fleischrot. 

Kehle: Gut ausgeschweift, je tiefer desto feiner zeigt sich die Figur. 

Hals: Mittellang, an der Kehle dünn, nach den Schultern etwas 
stark verlaufend. 

Brust: Nicht zu breit, möglichst hoch getragen. 

Bauchpartie: Wenig entwickelt. 

Rücken: An den Schultern etwas breit, in gerader Linie ziemlich 
steil nach dem Schwänze abfallend. 



Flügel: Lang, geschlossen, am Körper liegend, die Spitzen er- 
reichen beinahe das Schwanzende, liegen aber nicht auf diesem 
auf, sondern zu beiden Seiten unter demselben. 

Schwanz: Geschlossen, schmal, etwas hochgetragen. 

Beine: Möglichst lange Läufe, unbefiedert, Farbe dunkeirot, 
Schenkel wenig vortretend. 

Farbe und Zeichnung: Schwarz, blau, rot, gelb; (die blauen 
mit schwarzen Binden); die Zeichnung erläutern die Bilder; Ober- 
und Unterschwanzdecke weiß. Große Schwierigkeiten bietet 
die Schnabelfarbe, sie wird bei schwarzen Tieren selten, bei 
blauen überhaupt nicht erreicht; bei letzteren ist daher dunkler 
Schnabel gestattet, auch muß für die beiden Farbenschläge jetzt 
noch ein dunkler Fleck an der Spitze des Oberschnabels zuge- 
lassen werden. 

Bemerkung: Für die beiden Rassen wird die Figur eines rassigen 
Bärtchentümmlers angestrebt; sie sind aber jetzt noch etwas 
stärker im Schnabel, Kopf und Körper. 

Grobe Fehler: Brdte, abgesetzte Stirn, eckiger Kopf, zu breite 
vortretende Brust, zu kurze Beine, mangelhaftes und ungleich- 
mäßiges Farbenkleid. 



TAFEL 81. 



Tümmler : Langschnäblige, 



Casseler. Nr. i, 2. 



Gestalt: Der Feldtaube ähnlich, etwas höher und aufrechter gestellt. 

Kopf: Vorderkopf mit Sehnabel soll langgestreckt sein, nach dem 
Oberkopf zu mit kleiner Rundung, nach dem Hinterkopf zu rund 
abfallend, kappig oder glatt. 

Sehnabel: Rosafarbig, ohne Schnipp, jedoch ist bei schwarz, braun, 
rot, blau und fahl dieser zulässig. Form soll lang und gerade 
sein (nicht keilförmig), zirka 23 — 2J mm vom Mundwinkel bis zur 
Spitze. Nasenwarzen flach und glatt. 

Augen: Kleine schwarze Pupille, weiße Iris. Augenlider voll entwickelt 
und von lebhafter Farbe, sie sollen einen Kranz um das Auge bilden. 

Hals und Brust: Hals mittellang und dünn mit schön ge- 
schwungenem Kehlaussclinitt. Brust voll und schön gewölbt. 

Rücken: Rücken und Schwanz nicht wagrecht, sondern ein klein 
wenig nach unten gesenkt getragen, jedoch darf der Schwanz den 
Boden nicht berühren. 

Schwanz: Der Schwanz soll schmal und geschlossen sein. Bei den 
Farben blau, fahl, isabell, rotstreifig und gelbstreifig soll am Ende 
des Schwanzes ein breites Band (Spiegel), etwas dimkler als die 
Grundfarbe der Taube, sein. Flügel: Am Rumpfe lose ansitzend. 
Die Flügelspitzen sollen fast an das Ende des Schwanzes reichen und 
auf diesem voreinanderstoiJeu, so daß dieselben sich nicht kreuzen. 

Beine: Mittelhoch, Oberschenkel etwas aus den Bauchfedem her- 

Einfarbige. Nr. 3 u. 5. Sie sollen die Formen 



Stralsunder Hochflieger. Nr. 4. 



Heimat: Stralsund. Hier ist er zu Anfang des vorigen Jahr- 
hunderts entstanden. 

Allgemeine Erscheinung: Mittelgroß, schlank, hochgestellt, 
graziös, deu Eindruck eines guten Fliegers machend, leichter, 
hoch aufgerichteter Gang. 

Farbe: Rein weiß. 

Gefieder: Kurz und fest anliegend. 

Kopf: Flach, schmal und eckig, Stirn mit dem Schnabel eine ge- 
rade Linie bildend. Scheitellinie vollständig gerade, weder konkav 
noch konvex, wagerecht verlaufend. Stirn und Scheitel einen 
scharfen, möglichst großen stumpfen Winkel bildend, je größer 
der Wmkel, desto flacher der Kopf. Scheitel und Hinterkopf 
ebenfalls einen scharfen, möglichst rechten Winkel bildend. Die 
Kopfseiten laufen vom Hinterkopf bis zum Auge parallel, dann 
verjüngen sie sich allmählich, so daß der Kopf auch an den Seiten 
ohne Ansatz in den Schnabel übergeht. Vorderkopf möglichst lang. 

Schnabel: Lang, gerade und dünn; Oberschnabel an der Spitze 
leicht gebogen, von blaßroter Farbe, die nach hinten in ein inten- 
sives Rosarot übergeht. Die Länge des Schnabels muß mit der 
Größe des Kopfes harmonieren. 



Aufgestellt vom Allgemeinen TBmmler- 
züchter - Klub (Sitz Gassei). 

vortretend. Füße, wie Unterbeine bis zum Kniegelenk 'mbefiedert. 
Farbe lebhaft rot, Nägel hellfarbig. 

Farbenschläge: Weiß, schwarz, braun, rot, gelb, blau, fahl, 
gelbstreifig, rotstreifig und isabellfarbig. Schwarze tief schwarz 
glänzend. Braune dunkelbraun (schokoladenfarbig). Rote hell 
(ziegelrot). Bei den gelben muß die Farbe lebhaft gelb sein ohne 
Anflug von blau. Die Blauen soll feldtaubenblau mit schwarzen 
Binden sein. Die Fahlen hell mit dunkelbraunen Binden. Gelb- 
streifer gelbfahl mit schmalen gelben Binden, Rotstreifer fahl mit 
schmalen roten Binden, die Isabellen gelbfahl mit gelben Binden. 
Die letzteren sollen keine weißen Schwingen, sondern isabell- 
farbige mit Spiegel haben. 

Besondere Merkmale: Alle farbigen Tauben müssen, außer 
Isabellen, weiße Schwingen haben, und zwar so, daß die Schwingen 
erster Ordnung, das sind die ersten 10, weiß sind. Jedoch sind 
9x9, 8x8, 7x7 noch annehmbar, weniger als diese sind als 
kleine Fehler zu betrachten. 

Grobe Fehler: Hohe, runde Stirn; breiter, sowie platter Kopf; schiefe und 
dünue Kappe; dicker, kurzer, schwarzer und Bakenschnabel; dunkle, warzige 
und dicke Schnabelwarze ; Anflug eines weißen Bartes ; schmales, blasses und 
warziges Augenfleisch; steile Rückenlage ; Fächerschwanz, Hängeflügel; Flügel- 
spitzen auf dem Schwanz sich kreuzend; sichtbarer weißer Streifen vorn an den 
Flügeln (knöchlich); matte Farbe bei schwarz, braun, rot und gelb; bei blau und 
fahl dunkele, schuppige Farbe, sowie rostige Binden ; Fehlschwingen, das sind 
farbige Schwingen da wo weiße sein sollen. Weniger als je 5 weiße Schwingen, 
zu kurze oder befiederte Beine und Füßo. 

der auf Tafel 80 beschriebenen Tümmler haben. 

Aufgestellt vom Klub der Züchter des Stralsunder 
Hochfliegers am 2. November 1908 in Stettin. 

Nasenwarzen: Möglichst flach, wenig hervortretend, in der 
Jugend glatt. 

Auge: HellperUarbige Iris, kleine Pupille, möglichst dicht unter 
dem Scheitel liegend, aus dem Kopfe hervortretend. Das Auge 
ist mit einem breiten Hautrande umgeben; derselbe muß gleich- 
mäßig um das Auge verteilt und lebliaft rot gefärbt sein. 

Kehle: Zirkelrund, tief ausgeschnitten. Hals: Lang, dünn und voll- 
ständig gerade. Oben möglichst dünn, nach uuteu sich ganz allmäh- 
lich verstärkend, zwischen Hals und Armrand eine leichte Vertiefung. 

Brust: Rund, schmal und tief, wenig hervortretend. 

Rücken: Vollständig gerade. 

Flügel: Lang, fest geschlossen, aber lose wie beim Edelfalken 
am Körper anliegend, das Schwanzende fast erreichend, lose auf 
diesem ruliend, sich nicht kreuzend. Schwanz: Lang, gut ge- 
schlossen (schmal), möglichst wagerecht getragen. 

Beine: Lauge, aus dem Gefieder hervortretende Unterschenkel, 
mittellange, nnbefiederte, rein rote Läufe und Zehen. 

Grobe Fehler: Sehr loses Gefieder, i-under Kopf, volle Kehle. Wamme, Vor- 
kopf, ganz blasse Augenränder. Schwanenhals, Hängeflügel, X-Beiue, im Ge- 
fieder liegende Untersehenkel, niedrige Stellung, plumpe Figur, vollständig rote 
Iris, gebrochene und Faulaugen. 



TAFEL 82. 



Tümmler : Langschnäblige. 



Stipper. Nr. 1 u. 2. 



Stammland: Dänemark. 

Gestalt: Dem Brander entsprechend. 

Kopf: Etwas kräftiger als der des Branders. 

Schnabel: Desgl., homfarbig bei Gold- und hell bei Silberstippern. 

Augen: Perlfarbig, rosagefärbter Augenrand bei Silber-, dunkler 
bei Gold- und Kupfer-Stippern. 

Hals, Brust, Rücken, Flu gel und Schwanz wie beim Brander. 

Beine: Mäßig lang, unbefiedert, rot. 

Farbe und Zeichnung: Grundfarbe des Silberstippers weiß mit 
Silberabtönung und zahlreichen schmalen schwarzen Spritzen am 
Gesamtkörper. -Je schärfer sich die Farben gegenseitig von- 
einander abheben, desto schöner ist das Tier. Der Goldstipper 
zeigt hellgelbe oder hellrötliche, und der Kupferstipper sattgelbe 
bezw. rotbräunUche Grundfarbe. Die Flecke sind bei ersteren 
grau- und braunschwarz, bei letzterem blaugrau, schwarz- 
braun. Auf den weißen Schwingen und Schwanzfedern ist gelb, 
grau und schwarz vorhanden. Beim Kupferstipper noch braun 
und schieferblau. Die Farben sollen satt und glänzend sein. Der 
Stipper ist im Nestkleide fast einfarbig, je nach dem Farben- 
schlage weiß, blaßrötlichgelb oder silbergrau, nur Hals und 
Brust zeigen meist dunklere Schattierung. 

Grobe Fehler: Starker Kopf, kurzer dicker Schnabel, allzu hohe 
Stirn, zu niedrig gestellter, kurzer Körper, gebrochene oder Fehl- 
augen, zu schmutzig verschwommene Farben. Einfarbige Schwanz- 
federn. 

Tiger. Nr. 3 u. 4. 

Stammland: Dänemark. 

Gestalt; Soll dem Brander ebenbürtig sein, ist aber jetzt noch 
etwas voller. 

Kopf: Wie beim Brander, glatt. 

Schnabel: Möglichst lang und dünn, mit der Stirn eine Linie bil- 
dend, bei Rot- und Gelbtigem rosafarbig, bei Schwarztigern dunkel. 

Augen; Perlauge, perlfarbige Iris', Hautrand hell bis grau. 

Hals, Brust, Rücken, Flügel und Seh wanz wie Brander. 

Beine: Mittellang, unbefiedert, rot. 



Farbe und Zeichnung: Kopf, Oberhals, Schwingen und Schwanz 
farbig. Unterhals, Brust, Rücken und Bauch mit schmalen, 
kleinen und regelmäßig verteilten Flecken versehen. Die vorge- 
schriebene Zeichnung erscheint erst nach der Mauser, im Nest- 
kleide sind die Tiger nahezu einfarbig. 

Grobe Fehler: plumper Körper, breite hohe Stirn, zu dicker 
kurzer Kopf, dunkelhomfarbiger Schnabel bei gelben und roten 
Tieren; weiße Federn im Schwanz oder in den Schwingen; allzu un- 
regelmäßige Zeiclinung, große weiße Flecken auf dem Rücken 
und schlechte Färbung, gebrochenes oder gar ein dunkles Auge. 

Brander (Peuertaube). Nr. 5. 

Stammland: Dänemark. 

Gestalt: Elegant und schnittig, aufrechte Haltung. 

Kopf: Lang und schmal feine langgezogene Partie, dementsprechend 
schmale, flache Stirn, stets glatt. 

Schnabel: Lang und dünn ; mit der Stirn eine ununterbrochene 
gerade Linie bildend; feine, bepuderte Nasenwarzen, der Schnabel 
muß pechschwarz gefärbt sein. 

Augen: Perlfarbige Iris, kleine Pupille mit breitem, schmalem 
Hautrand. 

Hals: Lang, schlank, und dünn nach oben zulaufend, hinten steil 
abfallend, Kehle ausgeschweift. 

Brust: Gewölbt, nicht zu breit und stark. 

Rücken: Lang und gerade, breit zwischen den Schultern, nach 
hinten schmal verlaufend. 

Flügel: Lang, fest geschlossen, sollen sich auf dem Schwänze 
höchstens berühren. 

Schwanz: Geschlossen, mit dem Rücken möglichst in einer Linie 
verlaufend. 

Beine; Lang, Läufe und Zehen dunkelrot. 

Farbe und Zeichnung: Gefieder kurz, festgeschlossen. Grund- 
farbe tiefkastauienbraun. Alle Schwanz- und Schwungfedern zeigen 
schwarze Säumung. In der Mitte muß jode Feder, der Grundfarbe 
entsprechend, kastanienbraun gefärbt sein. Der Schwanz zeigt 
außerdem noch ein gleichfarbiges Band. 

Grobe Fehler : Niedriggestellte, zu starke Figur, dicker Kopf, 
hohe Stirn, zu kurzer und starker Schnabel, gebrochene Augen, 
einfarbig rote oder schwarze Schwingen und gleichfarbiger 
Schwanz, zn helle, ziegelrote Grundfarbe, befiederte Füße. 



TAFEL 83. 



Tümmler : Laiigsclinäblige. 
Elstern. 



Aufgestellt vom Klub'der Züchter 
langschnäbligsr Tümmler. 



Stammland: DeutscUand. 

Gestalt: Hochgestellt schlank, schnittig wagerechte Körperhaltung, 
nach dem Schwänze zu etwas abfallend. 

Ko p f : Lang, flaclie Vorderstim, ohne Ecken und Verstärkung am 
Hinterkopf. 

Hals: Lang, dünn, nach dem Rumpfe zu etwas stärker werdend. 

Schnabel: Dünn und lang, mit dem Vorderkopfe fast wagerecht 
auslaufend, bei gelben, roten, silber und gelerchten, schwarz und 
hellschnäblig blauen rosafarbig, bei beiden letztgenannten ist 
ein geringer Schnabeltipp kein großer Fehler. Bei pechschnäb- 
ligen blauen und Galizier Elstern soll der Schnabel schwarz und 
die Nasenwarzen blaugrau sein. 

Auge: Das Auge soll möglichst in der Mitte des Kopfes liegen, 
bei ganz flachköpfigen Tieren liegt es der Stirnfläche näher. Der 
Augenrand und die Lider sollen mit Ausnahme bei pechschnäbligen 
blauen und Galiziem rosafarbig, die Iris soll hell und ohne Blut- 
äderchen, die Pupille möglichst klein und dunkel sein. Bei pech- 
schnäbligen blauen und Galiziem soll der Augenrand blaugrau 
sein. Das feurige Auge ist der Hauptvorzug der langschnäbligen 
Elster. 



Flügel: Die Flügel sollen festanliegend über dem Schwänze ge- 
tragen werden, ohne sich zu kreuzen 

Gefieder: Das Gefieder soll knapp anliegend und glänzend sein. 

Zeichnung : Die Zeichnung ist die allgemeine Elsterzeichnung, sie 
soll bei allen Elstern mit Ausnahme der Galizier und Silber sich 
auch auf den Rücken ausdelmen. 

Farbe: Die Farbe soll bei allen Farbenschlägen satt und glänzend sein. 

Beine: Die Beine sollen lebhaft rot, unbefiedert und möglichst lang 
sein. Die Kniegelenke sollen nicht zu weit nach hinten durchge- 
drückt geti'agen werden. 

Bewertung nach Funkten. 

Punkte : 

Flacher Kopf 30 

Gute Figur mit hoher Beinstellung .... 20 
Langer, dünner, rosafarbiger bezw. schwarzer 

Schnabel 20 

Feuriges Auge 20 

Satte Farbe und korrekte Zeichnung . . 10 

Znsammen 100 



I 




TAFEL 84. 



Tümmler: Langschnäblige. 

Danziger Hochflieger. 



Aufgestellt vom Klub der Dan- 
ziger Hochfliigtauben- Züchter, 
gegr. 1904, Sitz Danzig. 



Heimat: Danziger Gegend. ! 

Gestalt: Langer und schnittiger Tümmler mit äußerst lebhaftem ! 
Temperament. 

Kopf: Lang und schmal, mit zum Schnabel vorgezogener, niedriger, ! 
flacher Stirn. Ohne Ecken und Kanten soll der Kopf in gerader i 
Linie in den Schnabel übergehen ; nur mit Kappe. 1 

Kappe: Breit, von einem Ohr zum andern reichend, ohne Lücken, 
hoohangesetzt, ohne abstehende Genickfedern. | 

Schnabel: Lang, dünn, hellfleischfarben, ohne nennenswerte Nasen- 
warzen, an der Spitze ein wenig gebogen; dunkelfarbige Tauben 
können eine dunkle Sehnabelspitze haben. Von der Schnabel- ' 
spitze bis zur Stirn mifät derselbe 12—14 mm, von der Spitze bis 
zum Mundwinkel 19 — 20 mm. 

Schnabelwarze; Klein, weiß, von feinstem Gewebe. 

Hals: Kurz bis mittellang, mit geschwungenem Kehlausschnitt. 

Auge: Perlauge, das in verschiedenen Schattierungen auftritt. Mau 
unterscheidet helle und dunkle Marmoraugen, Milchaugen, hell- 
blaue und dunkelblaue Augen. Vor der großen Mauser ist das 
feine Auge fast trübaugig. Das Perlauge entwickelt sich erst bei 
zunehmendem Alter. Der Augenrand soll bläuliehweiß und schmal 
sein. 

Figur; Lang, niedrig, auf nackten Füßen. Die Taube mißt Ijei 
normalen Figuren von der Schnaljelspitze bis zum Scliwnnzende 
33 - 36 cm. Die Brust kräftig und niclit zu Ijreit. 

Flügel; fiie sollen auf dem Schwanz anfliegen und erreichen niclit 
d.-is Schwanzende. 



Schwanz: Mit 14 — 18 (selten mehr) langen, breiten Federn, von denen 
oft 2 Fahnen aus einem Kiel wachsen; breit, flach oder gewölbt. 

Farbe: Weiß, schwarz, blau, fahl, dunkelgemasert, hellgemasert, 
rot- und gelbbnnt, schwarz- und blanbunt Schimmel in allen 
Farben. 

Flug: In dem Flug der Tauben ist die große Ausdauer zu be- 
wundern. Sie fliegen ruhig schwebend in kaum sichtbarer Höhe 
bisweilen so ausdauernd, daß, wenn sie im Sommer bei hellen 
Tagen am Spätnachmittag herausgelassen werden, sie die Nacht 
durchfliegen. Eine Fliigdaner von 6 Stunden ist nichts Seltenes. 
Schwanzreiten oder gar Purzeln ist verwerflich. 

Allgemeines: Es ist empfehlenswert, den Danziger Hochflieger 
weder mit anderen Kassen zusammenzuhalten noch zu jagen, da 
derselbe seinen eigenen Flug hat. AVenn gut eingewöhnt , sind sie 
nur einmal täglich, und zwar zur selben Zeit zu jagen. Vor dem 
Jagen dürfen die Tauben niemals ganz sattgefüttert werden. Eine 
kleine Futtergabe von ca. 20 Körnern pro Kopf genügt vollkommen. 
Gesättigte wie auch fette Tauben können niemals eine größere 
Flugleistimg bewältigen. Sobald die Tauben abgeflogen haben, 
müssen sie gleich in den Schlag;- zurück und darin die übrige 
Zeit des Tages verbleilien. Ein Herumsitzen auf den Dächern 
verdirbt die 'tauben und sie werden niemals das leisten, was richtig 
trainierte Tauben fertig bringen. Zu Nest treibende Paare sollte 
man niemals mitjagen. Sie stören durch ihr Liebesspiel den ganzen 
Flug und verderben die guten Flieger. Der Danziger liebt einen 
.geräumigen, möglichst hochgelegenen Schlag mit freier Aussicht. 

Grobe Fehler: Dicker Kopf, dicker Schnabel, dicke Schnabel- 
warzen , abgesetzte Stirn , rote Augen, Fischaugen, Faulaugen, 
breiter Augenrand, hochgestellt, kurze oder plumpe Figur, spitz- 
sehwänzig, schiefe odei' spitze Kappe, Augensohirme. 



TAFEL 85. 



Tümmler: Langscliiiäblige. 
Stargarder Zitterhals. 



Aufgestellt vom Klub der Züchter 
des Stargarder Zitterlialses. 



Stammland: Pommeni. 

Gestalt: Lang und schnittig , wagerechte Körperhaltung, welche 
durch das Zittern nicht verändert werden darf, ist anzustreben*). 

Kopf: Möglichst flach mit langer Vorderstim, klein und zierlieh. 

Hals: Lang, dünn, nach hinten gebogen und am Rumpfe ein wenig 
stärker werdend. Er muß recht weit und oft nach hinten durch- 
gedrückt werden (gluckerhalsig). 

Schnabel: Dünn und lang ; bei gelben, roten, weißen und gelerchten 
hell, bei schwarzen, blauen und gehämmerten dunkel, jedoch ist auch 
bei letzteren Farbenschlägen die Herauszüchtung hellschnäbliger 
Tiere anzustreben. ; 

Augen: Tümmlerauge (mit heller Iris) ohne feurigen Augenrand. 

Brust: Mittelbreit, scharf vorgedrückt und darf beim Zittern j 
nicht gehoben werden. 

Rücken: Hohl. 

Flügel: Am Körper fest anliegend und über dem Schwänze leicht 
kreuzend. 

Beine: Mittelhoch, entweder ganz glatt oder belatscht. 

Farbenschläge: Weiß, gelb, rot, blau mit schwarzen Binden, 
schwarz, geiercht, gehämmert, eulig usw. Bei allen Farbenschlägen 
ist auf satte Farbe und Farbenglanz großes Gewicht zu legen. 



Gefieder: Fühlt .sich bei edlen Tieren weich und seidig an. 

Grobe F e h 1 e r : Klobiger, massiger Körper; breite Brust; schlechte 
Stellung und Haltung und schlechtes Schlagen ; Heben der Brust 
beim Schlagen; dickkreuzig und dickköpfig: fehlerhafte Kappen; 
Strümpfe statt Latschen. 

Nach Punkten lassen sich die einzelnen Rasseeigentümlichkeiten 
etwa folgendermaßen bewerten : 

Punkte : 
L Gute Stellung und Haltung und gutes Schlagen 

(verbunden mit langem Halse) 40 

2. Kleinheit und Eleganz der Figur 20 

3. Sattheit der Farben und korrekte Zeichnung . . 20 

4. Vorschriftsmäßig langer Kopf, fiachstimig mit 
hellem langem Schnabel bei allen Farben- 
schlägen 15 

5. Beine (nicht zu niedrig stehende 5 Tiere) ... 5 



Zusammen: 100 

Auf kappige und belatschte Tiere kommen außerdem bei tadel- 
loser Beschaffenheit der Kappen und Latschen 20 Punkte, so 
daß bei gleicher Qualität kappige und latschige Tiere den glatten, 
falls alle drei Schläge in derselben Klasse ausgestellt sind (was 
aber besser zu vermeiden ist) vorzuziehen sind. 



*) Diese BostimnniDgeii wurden erst nach Fertigstellung des Bildes festgesetzt. 



TAFEL 86. 



Tümmler: Langschnäblige. 

Berliner (lange). 



Aufgestellt vom l. Spezialzflcliter- 

Khib für laugsclinäbelige Berliner 

Tümmler tSitz Berlin). 



Heimat: Berlin. 

Figur: Die Figur der Taube ist eine schlanke und schnittige, die 
Haltung eine stolze und aufrechte. Die Schönheit der Haltung 
wird nicht unwesentlich durch den wagerecht getragenen Kopf 
und Schnabel gehoben. 

Schnabel: Dünn, nach vorn spitz zulaufend, nicht unter 19 mm 
lang (von der Nasenwurzel bis zur Schnabelspitze gemessen). Über 
den Unterschnabel greifender Oberschnabel, sogenannter Über- 
schnabel, streng verpönt. Bei den blaubunten dunkelfarbig, bei 
den perl- und isabell bunten wachsfarben. Nasenfleisch flach auf- 
liegend. 

Kopf: Lang, schmal, flachstimig; wenn geradlinig gedacht, hinten 
nach dem Halse zu rechtwinklig abfallend. 

Auge: An der Schädeldecke liegend, perläugig mit schmalem, der 
Zeichuungsfarbe angepaßtem Augenfleisch. Roter Augenrand ver- 
werflich. 

Hals: Dünn, lang gestreckt, an der Kehle tief ausgeschnitten an- 
setzend, ohne Wammenbildung. 

Körper: Ebenfalls lang und gestreckt. Die Brust schmal. Der 
Rücken nach dem Schwanz zu allmählich abfallend. Der Schwanz 
muß geschlossen getragen werden. 

Flügel: Fest anliegend, an der Brust etwas hervorstehend, die 
Schwingen sollen auf dem vSchwanze getragen werden ohne sich 
/.n kreuzen. 



Beine: Lang und dünn, besonders hoher Unterfuß, mit vom Körper 
aus fest anliegendem, auf den Zehen verlaufendem Gefieder. Ge- 
lenke nach innen durchgedrückt. 

Farbe: Die blaubunten sollen ein dunkles Blau zeigen; die Farbe 
der perlbunten soll hell perlfarben auslaufen; die isabellbunten 
sollen hellzartcremefarben sein. 

Zeichnung: Die Zeichnung ist eine bunte, d. h. sie zeigt die be- 
kannte Eist' rzeichnung mit weißem, herzförmigem Fleck. Das 
Herz muß in der Mitte des Halses sitzen. Der Schwanz darf 
nicht spiegelschwänzig sein. 

Punktwertung: Figur und Haltung 15, Schnabel 10, Kopf 15, 
Auge 10, Hals 10, Körper 10, Füße 15, Farbe und Zeichnung 15, 
Sa.: 100. 

Von den vorgenannten Farbenschlägen, den geelsterten (bunten 
Tieren fallen auch rein weiße mit vollem , dunklem Auge 
und auch echtängige, sogenannte schwingige, von letzteren ist 
auf der Tafel em perlfarbenes zum Ausdruck gebracht. Bei 
Punktbewertung kommen bei lieiden 25 Punkte und zwar für 
Auge und Zeichnung in Fortfall, so daß ein solches Zwischen- 
produkt mit 75 Punkten als idealschön zu bezeichnen ist. Zur 
Zucht, es sei dies hier ausdrücklich bemerkt, sind dieselben uner- 
läßlich und daher wertvoll. 



TAFEL 87. 



Tümmler: Mittelschnäblige, Berliner. 



Aufgestellt Tom Klub Berliner 
Taubenzüchter 1906. 



1. Weißscliwänze. 



Heimat: Berlin. 



Schnabel: Mittellang. Dunkel bei den schwarzen, blauen, euligen, 
kupfrigen , schwarz- und kupfrig getigerten. Wachsfarben bei 
den roten, gelben, perlfarbenen, isabellfarbenen, rot- und gelb- 
getigerten. 

Kopf: Keilförmig gestreckt, glattköpf ig oder rundkappig. 

Augen: Perläugig mit schmalem, der Schnabel färbe entspre- 
chendem Augentleisch , außer bei den gelben und roten, die ein 
rötliches Augenfleisch besitzen müssen. 

Hals: Lang gestreckt. 

Körper: Schlank und hochgestellt mit schmaler Brust und langem 
Kücken. 

Flügel: Spitzen unter dem Schwanz getragen, ohne jedocli die 
Erde zu berühren. 

Schwanz: Lang und stark (12 Federn). 

Beine: Hochgestellt mit stark entwickelten Latschen und Hosen 
(Geierfedem). 

Farbenschläge: Schwarz, rot, gelb, kupfrig, blau, eulig, perl- 
und isabellfarben, die ersten A-ier Farben auch in getigerter Zeich- 
nung. 

Zeichnung: Vollkommen einfarbig von satter Farbe (ausgenommen 
die kupfrigen, die schwarze »Schwingen zeigen müssen) bis auf den 
rein-w^fien Schwanz, der oben an der Fettdrüse und imten am 
After ganz gerade abschneiden muß. 



2. Schwillgigschwänze (Weißschlag- 
Weißschwänze). 

Bis auf Schnabelfarbe und Zeichnung mit den WeiGschwänzen über- 
einstimmend. 

Schnahelf arbe: Dunkel bei den blauen, euligon und kupfrigen. 
Wachsfarben bei den schwarzen, gelben, roten, perl- und isabell- 
farbenen. 

Zeichnung: Einfarbig, von satter Farbe. Weißer Schwanz genau 
wie bei den Weißschwänzen beschrieben. Weiße Schwingen, min- 
destens sieben big höchstens zehn. Die Abgrenzung der weißen 
Schwanzfedern von den farbigen Körperfedern muß mit der der 
j weißen Schwingen so abschneiden, daß eine ununterbrochene 
1 Linie entstellt. Weiße Latschen, ohne jede bunte Feder bis zum 
Kniegelenli;, wo die farbigen Federn der Hosen scharf abgegrenzt 
beginnen 
Die Fliiu'pl müssen auf dem Schwänze 2'etraa'en werden. 



3. Elstern. 

Auf diese Taube trifft die Beschreibung der Körperformen, wie sie 
bei den Weißscliwänzen (ad 1) gegeben wurde, genau zu. Hervor- 
zuheben ist nur noch, daß die Kehle scharf ausgeschnitten ver- 
langt wird und die Tiere eine ganz besonders >olle und lange 
Latschenbefiederung haben sollen; die Flügelspitzen müssen auf 
dem Schwanz getragen werden. Die Schuabelfarbe sowie die 
Farbe des Augenfleisches stimmt bei den einzelnen Farbenschlägen 
mit denen der Schwingigschwänze überein. 

Farbenschlilge: Blau, perlfarben, isabellfarben, schwarz, rot und 
gelb. 

Zeichnung: Reine Elsterzeicimung ohne jede Abweichung. 



TAFEL 



Tümmler: Kurzschnäblige, Berliner. 



Heimat: Berlin. 

Schnabel: Kurz und breit (dick), nach unten geneigt, jedoch mit 
der Stimlinie einen stumpfen Winkel bildend, stark entwickelte 
Nasenwarzen, ohne jede etwa unförmige Wucherung (genau wie 
beim Altstämmer). 

Kopf: Kurz und rund, möglichst kugelförmig und hochstirnig, glatt, 
seltener mit anliegender Muschelhaube, außer bei den Streifigen, 
die nur glattköpfig vorkommen. 

Augen: Perlauge mit .schmalem, feinem Augenfleisch. 

Hals: Kurz und krumm, in stets zitternder Bewegung dem ßücken 
zugeneigt, gut ausgebildete Wamme. 

Brust: Recht breit, stark gewölbt, in der Mitte senkrecht geteilt 
erscheinend. 

Flügel: Kurz und breit, am Körper und an der Brust derart dicht 
anliegend, daß die Brustfedern die Schulternknochen decken. Die 
Schwingen sollen stets unter dem Schwänze getragen werden, 
olme jedoch auf der Erde zu schleppen. 

Rücken: Kurz, zwischen den Schultern breit. 

Schwanz: Kurz und geschlossen. 

Beine: Sehr kurz und stark bestrümpft, 

Figur und Haltung: Eine kleine, kurze, gedrungene und niedrig- 
gestellte Taube von eleganter und koketter Haltung. 

(In diesen Punkten sollen sämtliche Berliner kurzen Tauben 
Übereinstimmung aufweisen. Die bei den verschiedenen Farben- 
schlägen abweichenden Punkte: Farbe des Schnabels und des 
Augenfleisches sind bei der nun folgenden Beschreibung jener 
festgelegt.) 

Farbe und Zeichnung: 

a) Eulig: Die Grundfarbe ist hell blaugrau mit schwarzen 
Flügelbinden. Die einzelnen Federn setzen mit einem etfl^as 
dunkleren Saum ab, sie dürfen jedoch nicht dunkel oder schwarz 
geschuppt erscheinen. Die sich über den ganzen Körper 
erstreckende Färbung schwankt vom dunklen Blauenlig bis 
zum hellen Silbereulig. Die Schwingen sind dunkelblau mit 
schwarzblauem Saum. Der Schwanz zeigt am Ende einen sich 
von der übrigen Körperfarbe abhebenden dunkleren Saum. 

S c h n a b e 1 f a r b e : Blauschwarz. 

Faj-be des Augenfleisches: Blauschwarz. 

b) Blau: Einfarbig dunkelblau mit schwarzen Flügelbinden. 

Farbe des Schnabels und des Augenfleisches: 
Blauschwarz. 

c) Perlfarben: Einfarbig hellperlfarben mit schwarzen Flügel- 
binden. 

Schnabelfarbe: Hell. 

Farbe des Augenfleisches: Hell, der Zeichnungsfarbe 
angepaßt. 



Aufgestellt rom Klub Berliner 
Taubenzüchter 1906. 

d) Rotstreifig: Rein weiß mit satten, kräftig gefärbten, roten 
Flligelbinden. 

Schnabelfarbe: Blauschwarz. 

Farbe des Augenfleisches: Blauschnarz. 

e) Gelbstreifig: Ebenfalls rein weiß mit satten gelben Flügel- 
bindeu. 

Schnabelfarbe: Hell. 

Farbe des Augenfleisches: Hell. 

f) Kupfrig: Glänzend rotkupfi-ig, sogenanntes kosselkupfrig, 
das sich ül)er den ganzen Körper in gleichsatter Färbung er- 
streckt mit Ausnahme der Schwinge]!, des Schwanzes sowie 
der Beinbefiederung, die schwarzblaugefärbt eine wirkungs- 
volle Zeichnung zur Geltung bringen. 

S c h n a b e 1 f a r b e : Blauschwarz. 

Farbe des Augenfleisches: Blauschwarz. 

Außerordentlicher Wert wird auf die Farbe derZehen 
gelegt, die unljedingt schwarz sein müssen. 

g) Kupfertiger: Genau wie f). aber Rücken und Flügeldecken 
weißgefleckt (getiegert). 

h) Hell blau bunt: Die Zeichnung ist die sogenannte bunte, 
d. h. sie weist die bekannte Elsterzeichnung mit weissem, 
herzförmigem Fleck auf. Von diesen fallen wie von allen 
„bunten" Rassen sogenannte Schwingige und Weiße. (Siehe 
auch die Musterbeschreibung des „langen" Berl. Tümmlers.) 
Die Farbe ist ehi ganz helles und zartes Blau, so daß die 
Taube ungemein zart und fein erscheint. 
Schnabel färbe: blauschwarz. 
Farbe des Augen fei seh es: blauschwarz. 
i) Perlbunt: Die Zeichnung entspricht genau der unter h ge- 
schilderten. Die Far))e zeigt den hellperlfarbenen Ton. 
Schnabelfarbe: hell. 

Farbe des Augenfleisches: Ebenfalls hell, 
k) Isabellbunt: Ganz genau wie die vorhergehenden Perl- 
bunten. Die Farbe soll weich, hellzartcremefarben sein. 
1) Silber bunt: Die Zeichnung genau wie h. Die Farbe ist 
eine Zwischenfarbe von hellsilbergrau und weiß , so daß die 
Taube oft rein weiß erscheint. 

Farbe des Schnabels und des Augenfleisches 
Hell. 

Die imter h — I beschriebenen Farbenschläge sind seltener 
krumm- und zitterhalsig anzutreffen, doch sind wir über- 
zeugt, daß auch diesen jenes Charakteristikum der Berliner 
kurzen Taube mit Leichtigkeit als konstante Eigenschaft 
anzuzüchten ist. 



I 




TAFEL 89. 



Tümmler: MitteLschnäblige, Hamburger. 



Aufgestellt von Mitgliedorn des 
Eimsbfittelei' Tauben-Klubs. 



1. Weißschwäiize, 2. Weißschlag-Weißschwänze, 3. Schimmel oder getigerte. 



Stammland: Hamburg und Umgebung. 

Gestalt: Den Hamburger Elstern und Farbenschwänzen gleich, 

(Tafel 90). 

Kopf: Rund, mit gut anliegender runder Kappe und gut entwickel- 
ten Eosetten oder glattköpfig. Stirn leicht gewölbt. 

Schnabel: Nicht über mittellang (1 cm) besser kürzer als länger. 
Farbe bei blauen und silberblauen Weißschwänzen, Weifischlag- 
Weißschwänzen und Ijlaii und schwarz getigerten dunkler Schnabel 
zulässig, alle anderen Farbenschläge sollen fleischfarbigen Schnabel 
haben. 

Auge: Perlfarbig, Augenrand schmal, rötlich, blafif arbige sind vor- 
zuziehen. 

Kehle; Ziemlich scharf ausgeschnitten. 

Hals: Kurz, gedrungen und nach hinten gebogen. 

Brust: Rund, breit und hervortretend. 

Bauchpartie: Kurz, etwas nach unten gewölbt. 

Rücken: Gerade, nach hinten etwas abfallend. Im ganzen ziem- 
lich kurz. 

Flügel: Anhegend und möglichst auf dem Schwanz ruhend. 

Schwanz: Mäßig lang und geschlossen. 

Beine und Füße: Recht kurz und unbefiedert zu 1 und 2, zu ?i 
befiedert. 



Farbe und Zeichnung: 

1. Weißschwanz: Der weiße Schwanz muß mindestens mit 
der 7. Schlagfeder, besser jedoch bis zur 9. Schlagfeder heran- 
gehend, aDschneiden. 

Fehler: Weiße Deckfedern an der oberen Innenseite der Flügel 
(sogen. Stöße). (Es sind dies die Federn, die die ersten Sclilag- 
federn decken). Bei rot und gelb, bläuliche Farbe unter den 
Flügeln. Farbiger Unterschwanz. Bei blau-, silber- und isa- 
bellenfarbigen die verschwommenen Binden. Ebenso bei den 
letzten dunklere Federn auf der Schwanzwurzel (doppelter Sattel). 

2. Weißschlag-Weißschwanz: Wie die vorigen. Schwin- 
gen \on 6—9 Federn, möglichst gleichmäßig. Die Deckfedern 
der Schwingen müssen nach Möglichkeit weiß sein. Schön ist es, 
wenn die ?^ Knöchelfedei-n farbig sind. 

Fehler: Weiße Federn an den Augenwinkeln und unter dem 
Schnabel (Schnabelbart). Farbiger Untevschwanz. Weiße Bauch- 
und Oberschenkelbetiederung. Doppelter Sattel, )jei blau, .silber- 
und isabellfarbigen. 

3. Schimmel oder getigerte: Schwarz, rot, gelb und blau. 
Man unterscheidet dunkle und helle Schimmel. Bei beiden Schwanz 
und Schwingen intensive Farben. Der dunkle Scliimmel : Das 
sogen. Herz soll hell getigert sein, ebenso die Brustzeichnung bis 
zum Brustluiochen. Der helle Schimmel soll nur farbige Schwingen- 
und Schwanzzeichnung zeigen. Die Oberschenkel sollen lang, die 
Unterschenkel und Füße kürzer befiedert sein. 

Fehler: Weiße Federn im Schwanz und in den Schwingen. 



TAFEL 90. 



Tttinmler: Mittelschnäblige. 



Zn Nr. 1 n. 3, 5 u. i. 

Aufgestellt von Mitgliedern des 

Eimsbüttler Taubenklnbs. 



Stammland der ersten drei Schläge: Hamburg und Um- 
gebung ; der Schwedter Elstern die Mark. 

Gestalt und Haltung: Die eines schlanken Möwchens, zierlich, 
hübsche Erscheinung; Länge 33 — 35 cm. 

Elstern. Nr. 1 u. 3. 

Kopf: Bund mit gut anliegender runder Kappe und gut entwickelten 
Rosetten oder glattköpfig. Stirn leicht gewölbt. 

Schnabel: Nicht über mittellang (1cm) besser kürzer als länger. 
Bei schwarz, rot und gelb hellfarbig, bei blau-, silber- und isabell- 
farbig dunkel gefärbter Schnabel zulässig, Warzen zart. 

Auge: Perlfarbig, Augenrand schmal, rötlich, blaßfarbige sind vor- 
zuziehen. 

Kehle: Ziemlich scharf ausgeschnitten. 

Hals: Kurz gedrungen und nach hinten gebogen. 

Brust: Rund, breit und hervortretend. 

Bauchpartie: Kurz, etwas nach unten gewölbt. 

Rücken: Gerade, nach hinten etwas abfallend. Im ganzen ziem- 
lich kurz. 

Flügel: Anliegend und möglichst auf dem Schwanz ruhend. 
Schwanz: Mäßig lang und geschlossen. 
Beine und Füße: Recht kurz und unbefiedert. 

Farbenschläge und Zeichnung: Schwarz, rot, gelb, blau, 
Silber ujid isabellfarbig. Die letzten drei ohne dunklere Schat- 
tierungen (Schatten am Hals). Kopf, Hals, Brust, Rücken und 



Schwanz farbig. Flügel und Bauch weiß. Die Bmstzeichnung muß 

gerade sein und bestmöglichst mit dem Brustknochen abschneiden 
'as sogenannte Herz auf dem Rücken darf nicht zu breit (über- 
geba'jt) und nicht zu schmal sein. Jedenfalls muß die Zeichnung, 
scharfe Abgrenzungen zeigen. 

Fehler: Farbige Schenkel (Hosen). Farbige Federn an den Flügeln 
(Stöße). Farbige Federn an der Bauchwand unter den Flügeln. 

Farbensch'wänze. Nr. 5. 

Die Merkmale sind die gleichen wie bei der Vorigen, nur wird hier 
möglichst kleine Pupille verlangt. 

Farbenschläge und Zeichnung: Schwarz, rot, gelb, (blau und 
silberfarbig seltener). Der farbige Schwanz ist ooen und unten 
gleichmäßig abgegrenzt. 

Fehler: Weißer Unterschwanz oder Schief el im Schwanz (Schilf - 
schwänz); gebrochene oder dunkle Augen. 

Weiße. Nr. 4. 

Sie gleichen iu allen Teilen den Farbenschwänzen, sind aber ohne 
jede farbige Abzeichen. 

Elstern, Märkische. Nr. 2. 

Diese Taube hat große Ähnlichkeit mit der vorgenannten Hamburger 
Elster, weshalb sie hier eingefügt wurde. Sie unterscheiden sich 
nur durch befiederte Beine und Füße. An Farbenschlägen kommen 
fast die gleichen vor wie bei der Hamburger Elster. 



TAFEL 91. 



Tümmler: Mittelsclmäblige. 



Aufgestellt von Uitgliedern des 
Eimsbütteler Taubenklubs. 



Nr. 1, 2 u. 3 Kalotten, Nr. 4, 5 u. 6 Nönnchen. 



Stammland: Nordwesten Deutschlands. 

Gestalt: Zierliche Figur, einem etwas gestreckten Möwchen sehr 
ähnlich; lebhaftes Temperament; Länge 34 - 36 cm. — Die Kalotte 
ist meist etwas kürzer. 

Kopf: Rund, mit gut anliegender runder Kappe und gut entwickelten 
Rosetten oder glattköpfig. Stirn leicht gewölbt. 

Schnabel: Nicht über mittellang (1 cm), besser kürzer als länger; 
Farbe bei roten und gelben Nönnchen Üeischfarliig, bei schwarzen, 
blauen und silberfarbigen dunkel ; bei schwarzen, roten und gelben 
Kalotten tleischfarliig; bei den anderen dunkler zulässig. 

Auge: Perlfarbig, Augenrand schmal, rötlich, blaßfarbige sind vor- 
zuziehen. Schwarze und blaue Nönnchen haben dunkleren Augen- 
rand. 

Kehle: Ziemlieh scharf ausgeschnitten. 

Hals: Kurz, gedrungen und nach hinten gebogen. 

Brust: Rund, breit und hervortretend. 

Bauchpartie: Kurz, etwas nach unten gewölbt. 

Rücken: Gerade, nach hinten etwas abfallend. Im ganzen ziemlich 

kurz. 
Flügel: Anliegend und möglichst auf dem Schwanz ruhend. 



Schwanz: Mäßig lang und geschlossen, 

Beine und Füße: Recht kurz und unbefiedert. 

Farbe und Zeichnung: 

.1) Nönnchen: Schwarz, rot, gelb (blau und silberfarbig seltener). 
Kopf, Schwingen und Schwanz farbig, die übrige Zeichnung weiß. 
Die Kopfzeichnung, die lanzettenförmig nach vorn nach dem Hals 
herunterführt, wird nach liinten durch die weiße Kappe begrenzt. 
Farbige Schwingen nicht unter 6 — 9 möglichst gleichmäßig. Der 
farbige Schwanz muß oben wie unten gleichmäßig abschneiden. 
Bei den schliclitköptigen ist die Zeichnung dieselbe. 

Grobe Fehler: Farbige Federn in der Kappe, unkorrekte Ab- 
grenzung der farbigen Zeichuimg, schilfige Schwingen und schilfigen 
Schwanz. 

b) Kalotten: Schwarz, rot, gelb, blau, silber- und isabellen- 
farbig. Der farbige Schwanz muß sowohl oberhalb wie unter- 
halb gleichmäßig abschneiden (eingesetzt sein). Die farbige Kopf- 
plattenzeichnung muß voll sein, bis an die weiße Kappe sich er- 
strecken und mit den Augen und dem Schnabel abschließen. 
Grobe Fehler: Farbige Federn unterhalb der Augen (Brillen) 
in der Kappe und den Rosetten. Gebrochene oder dunkle Augen. 
Die übrige Zeichnung ist weiß. Bei seh lieh tköpfigen ist die 
Zeichnung dieselbe. 



■ ^>'- lr*r 




TAFEL 92. 



Tümmler: Österreichische mittel- und langschnäblige. 



Wiener (weißer) gestorchter. Nr. 1. 

Kopf bau: Auffallend zart, seicht, ein längliches Viereck bildend, 

daher Scheitel, Schlafe und Stirne markiert. 
Schnabel: Schwarz, mittellang, zart, geradlinig, dünne Nasenhaut- 
Augen: Groß, an der Oberfläche liegend, Iris hellgrau ohne Blut- 
ringe. 

Augenringe: Zart, dünn, glatt, zweireihig, grauschwarz, glänzend. 

Hals: Auffallend zart, mittellang. 

Brust: Anmutig gegründet, schmal. 

Rücken: Proportioniert, gegen den Schwanz geradlinig abfallend. 

Flügel: Angezogen zu tragen. 

Füße: Mittellang, lebhaft gefärbt, glatt oder behost, nie belatscht, 

schwarze Nägel. 
Schwanz: Schmal, mit dem Kücken eine Linie bildend, darf den 

Boden nicht berühren. 

Zeichnung: Mit Ausnahme der Schwung- und Sehweiffedern rein 
weiß, doch sind auch weißschwänzige Exemplare vorhanden, welche 
sogar, wenn sonst gleichwertig, vorzuziehen sind. Die Storch- 
zeichnung hat äußerst zart zu sein, sie darf nur die Spitzen der 
Schwung- und Schwanzfedern einsäumen. 

Fehler: Runde Kopffonn, Nasenansatz, hängender, langer, derber 
oder lichter Schnabel, blutunterlaufene Iris, lichte Augenringe, 
plumper Hals, gebogener Rücken, schlaffe Flügel, verstecftte 
Schenkel, weiße Nägel, Hängeschwanz. Bei mehrjährigen Tauben 
können Sprenkel am Kopfe oder Halse nachgesehen werden, ein- 
jährige Tiere sollen jedoch reinweiß sein. 

^ Wiener Weißschilder. Nr. 2. 

Die Wiener Weißschild-Tümmler unterscheiden sich in der Form 
und Bauart nur ^\'enig von den dunklen gestorcliten (b). Der 
Schnabel ist bei roten und gelbeji Weißschildein kürzer, der Kopf 
etwas runder, Hals etwas voller und kürzer und die Brust vor- 
tretender. Rot und ü'clb sind aui besten herausgezüchtet, haben 



hellen Schnabel und fleischfarbige Augenränder. Der in der Ent- 
wickelung noch begriffene schwarze Farbenschlag hat dunklen 
Schnabel und dunkle Augenränder. Ersterer hat auch die Länge 
des dunklen gestorchten Wiener Tümmlers. Die Zeichnung ist 
aus dem dargestellten roten Weißschilde ersichtlich. 

Wiener dunkle gestorchte. Nr. 3—5. 

Kopf bau: Schmal, länglich, seicht mit markiertem Scheitel und 
ebensolchen Schläfeu, flache, zum Schnabel sanft abfallende Platteu- 
form, somit nicht steilstirnig. 

Schnabel: Glänzend schwarz, lang, dünn, geradliniff, dünne Nasen- 
haut. 

Augen: Groß, an der Oberfläche liegend, Iris hell ohne Blut- 
ringe. 

Augenringe; Zart, dünn, glatt, einreihig, dunkel. 

Hals; Lang, dünn, aufrecht getragen. 

Brust: Schmal, ohne große Wölbung. 

Rücken; Proportioniert, gegen den Schwanz geradlinig abfallend. 

Flügel; Im Gelenke angezogen zu tragen. 

Füße: Hoch, die Schenkel aus dem Bauchgefieder stehend, dünn, 
lebhaft gefärbt mit schwarzen Nägeln. 

Schwanz: Auffallend schmal, mit dem Rücken eine gerade Linie 
bildend, darf den Boden nicht berühren. 

Die Farbenschläge und Zeichnungen sind auf der zugehörigen 
Tafel sub -S— 5 dargestellt. 

Fehler: Runde Kopfform, sti-ile Stirne, hängender, kurzer, dicker 
oder lichter Schnabel, blutunterlaufene Iris, lichte (rötliche) Augen- 
ringe, plumper Hals, vorgewölbte Brust, gebogener Rücken, schlaffe 
Flügel, versteckte Schenkel, kurze Füße, weiße Nägel, weilii' 
Federn beim Nasmiaiizatz (Pinsel), mattfarVjige oder grünlich- 
scliillernde Platten- oder Halssprenkclfärbnng, grauer '^auch, 

■ \\oißes Schweiffuttw'. H.-ingeschwanz. 



TAFEL 93. 



Tümmler: Österreichische kiirzschnählige. 



Wiener Geganselte. Nr. I. 

Auge: schwarz, sogenanntes Kirschauge, groß und ausdrucksvoll. 

Zeichnung: Die farbige Zeichnung hat im Nacken keilförmig zu 
beginnen, sich nach der Brust zu allmählicli zu verbreitein, die- 
selbe in ihrer Unterhälfte, in schöner Rundung zu begrenzen und 
am Rücken eine Herzforni darzustellen. Außerdem ist der Schwanz 
farbig, alle anderen Körperteile weiß. 

Farbenschläge: rot, gelb, schwarz, fahl und blau; letzterer in 
Abstufungen vom Dunkelblau bis zum Hellsilberblau. In allen an- 
deren Punkten haben sie den Anforderungen, welche an einfarbige 
Wiener Kurzsehnabeltümmler gestellt werden, zu entsprechen. 

Fehler: Perlaugen, farbiger d. h. hochgeschnittener Hals, durch- 
brochene (offene) Brust, farbiges Kreuz, weißes Seh weif futter; 
bei blaugeganselten das Fehlen oder Verschwommensein des 
Schwanzauges (Talers). Formenfehler gleich den bei den ein- 
farbigen Kurzschnabeltümmlern angeführten. 

Wiener Einfarbige und geschwingte. Nr. 2, ,3, 4 u. 7. 

Größe und Haltung: Dem deutschen Reinauge ähnelnd, auf- 
rechte Haltung. 

Kopf: Klein, hoch, breit und steilstirnig, flache Plattenform, mit mar- 
kiertem Scheitel, ebensolchen Schläfen, somit einen Würfel bildend. 

Schnabel: Kurz, dick und kolbig, an der Wurzel breit, lichtrosafarbig, 
von der Stirne rechtwinkelig abstehend, mit glatter Nasenhaut. 

Augen: Groß, an der Oberfläche liegend, Iris perlfarbig ohne Blut- 
streifen, Pupille entwickelt, Augenring zart, flach, zweireihig, 
orangerote Färbung mit dem Mundwinkel nicht verwachsen. 

Hals: Die Mittellänge übei'rageud, dünn und schlank beginnend und 
zur Brust in anmutiger Rundung abfallend, emporgerichtet getragen. 

Brust: Voll und rund, die Flügelbeuge überragend. 

Rücken: Proportioniert, gegen den iSchwanz geradlinig abfallend. 

Flügel: Geschmeidig, im Gelenke angezogen zutragen, Scliwung- 
federu'das Schwanzende nicht erreichend. 

Schenkel: Mittellang, enganliegende Befiederung. 

Füße: Zart, lebhaft rot gefärbt, raittellang. 

Schwanz: Geschlossen und so zu tragen, daß er den Boden nicht 
berührt. 

Farbenschläge: Rot, gelb, schwarz, fahl stoekblau. mit und ohne 
weiße Endschwingen, weiß. Als geschwingt sind nur -:olche Tauben 



anzuerkennen, welche mindestens drei und höchstens sieben weiße 
Endschwingen besitzen. 
Fehler: schmale, schiefe Stirn (Nas>..iansatz), vorgebaute (gewölbte), 
sogenannte Almondsstime, bogenförmiger Scheitel (Rundkopf), 
spitz zulaufender, hängender, d. h. nach abwäts gerichteter 
Schnabel, schuppig wuchernde Nasenhaut, aufgeworfene, soge- 
nannte Indianer-Augenringe, nachgezogene (geschleifte) Flügel, 
Kappen jeder Art, gefiederte Beine, matte Färbung. 

Zur Gruppe a) gehören folgende Tümmlerarten : 1. der weiße, 
2. der rote, 3. der gelbe, 4. der schwarze, 5. der fahle (lerchenfar- 
bige), 6. der mehrfarbige (Harlekin), 7. der Mohreck (Morettel), 8. der 
stockblaue Tümmler (Züchtung der N .eit), sämtlich weißschnäblig. 

Zur Gruppe b) gehören folgende Tümmlerarten: 9. der stock- 
blaue, 10. der genagelte (gehämmerte), 11. der Schimmel, 12. der 
wilde, 13. der blaugedachelte, 14. der schwarzgedachelte (schwarz- 
schnäbUg), 15. der rotgedaohelte, 16. der gelbgedachelte (weiß- 
schnäblig), 17. der dunkelgestorchte, 18. der weißgestorchte 
(schwarzschnäblig), 19. der rotgestorchte, 20- der gelbgestorchte 
(weißschnäblig), 21. der schwarzgestorchte (schwarzschnäblig), 
22. der blaue, 23. der blaue Kibitz (schwarzschnäblig), 24. der 
rote, 25. der gelbe Kibitz (Züchtung der Neuzeit, weißschnäblig), 
26. der Schwarzscheck (schwarzschnäblig), 27. der Rotscheck, 
28. der Gelbscheck (weißschnäblig). 

Prager. Nr. 5. 

Diese Taube soll die gleiche Figur zeigen wie die vorbeschriebenen. 
An Farbenschlägen gibt es ein dutzend Arten. Blaue und Blau- 
schimmel in allen Schattierungen, Schwarz-, Rot- und Gelb-Tiger, 
Streifige, Isabellen und einfarbig schwarze. In Deutschland tritt 
meist nur der hellblaue weißbindige Prager auf, der auf der Tafel 
dargestellt ist. 

Budapester (weißer) gestorchter. Nr. 6. 

Er unterscheidet sich von den Wiener einfarbigen Tümmlern (a) 
in der Form nur wenig. Nur eine etwas längere imd zartere Form 
zeichnet ihn aus. Farbe und Zeichnung ist die gleiche wie beim 
Wiener (weißen) gestorchten. N\ir die Schwingen zeigen eine etwas 
melierte Farl)e. Wie bei dem letzterem, treten aucii beim Buda- 
pester glattfüßige und liestrümpfte auf. 




iffi 



TAFEL 94. 



Tümmler: Mittelschnäblige. 

Königsberger Farbenköpfe. Nv. 2, 4, 5 u. 6. 



Aufgestellt vom Klubdor Züchter 
Königsberger Farbenköpfö. 



Stammland: Ostpreußen. 

Größe: 30— 34 cm, je Heiner je besser. 

Gestalt und Haltung: Lebhaft mit stolzer möglichst hochstehen- 
der Haltung. 

Kopf: Dick und rund, mit möglichst breiter hoher Stirn. 

Schnabel: Dick, kurz, möglichst weiß. 

Augen: Perläugig mit blassem bis rotem Augenfleisch. Gelbe Augen 
sind fehlerhaft. 

Kappe: Breite Rund- oder Kronenkappe, die mindestens von einem 
bis zum anderen Ohr reichen soll. Setzt sich die Kappe weiter 
nach unten fort, so ist das besonders schön. 

Kehle: Scharf geschnitten. 

Hals: Kur?-, breit, leicht gebogen. 

Brust: Breit, vorstehend, stark gewölbt. 

ßücken: Gerade, nicht zu breit, leicht nach hinten abfallend. 

F"lligpl: Mäßig lang-, fest geschlossen und auf den Seiten des 
Schwanzes aufliegend. 



Schwanz: Mittellang, fest geschlossen und mit dem Rücken eine 

gerade nach hinten leicht abfallende Linie bildend. 
Bauch: Rund, nicht zu breit. 
Beine: Kurz und möglichst starke Befiederung. Latschen je größer 

desto wertvoller. 
Farbenschläge: Schwarz, blau, rot und gelb. Außerdem weiße 

und rosenflügelige, die zur Zucht notwendig sind. 
Die Zeichnung ergeben die dargestellten Tiere. Bemerkt wird 
noch, daß die Kappe vorn farbig, nach hinten aber weiß sein soll. 
Die Schwanzfarbe muß oben und unten egal von dem weißen Rumpf- 
gefieder scharf abgegrenzt sein. 
I Fehler: Zusammengcdriickt großer Rumpf und wenig temperament- 
voll, zu tief im Genick sitzende Kappe, sowie schiefe und nicht volle 
! Kappe, schattierter Unter-, sowie Schimmel- oder Sonnenschwanz, 
! weiße Federn in oder unter den Schwanzfedern, sehr kurzer, sehr 
I eckiger, spitzer und schmaler Bart, nicht genügend satte Farben, 
I namentlich in den Schwanzfedern. 



Posener Farbenkopf. Nr. i u. 3. 



Entworfen von E. Will-Poseii 



Starami and: Stadt und Provinz Posen (weit über hundert Jahre 
hier immer in derselben Weise gezüchtet). 

Größe: Die Größe eines kräftigen Tümmlers, z.B. eines Bilrtohen- 
tümmlers, aber gedrungener. 

Gestalt: Elegant, schlank, schnittig; in der Haltung halb auf - 
gerichtet (wie Stralsunderj ; kühnes temperamentvolleä Aussehen. 

Kopf: Klein, rund, zierlich, breite, volle Stirn (edler Rundkopf wird 
erstrebt, wie bei einem mäßigen Altstämmer, (nicht knochiger, 
massiger Schädelbau), stets mit einer breiten, schönen Mnschel- 
haube geziert. 

Schnabel; Mittellang (je kürzer, desto besser; an der Wurzel 
breit angesetzt; hell, nur bei Schwarz- und Blauköpfen ist ein 
kleiner dunkler Stipp an der Spitze gestattet, bei Gelb- und Rot- 
köpf en,«iicht. 

Augen: Helle Iris (Tümmlorauge) ; gewünscht wird recht breite, 
weiße Iris bei kleiner Pupille, so daß das Auge recht weiß aus- 
sieht. Augenrand wie beim Königs!). Farbenkopf. 

Kehle: Wie beim Königsb. Farbenkopf. 

Hals: Lang oder mindestens mittellang. nach oben zu dünner 
werdend, stolz emporgetragen. 



Brust; Mittelbreit, ziemlich gedrungen, wird gehoben getragen. 

Bauchpartie: Voll und breit. 

Schultern: Breiter und gedrungener als Bärtchen- oder Stral- 

sunder-Tümmler. 
Rücken: Rund, voll, dicht befiedert, halb aufgerichtet (wagerechte 

Haltimg ist verpönt). 
Flügel: Stark, kräftig, gut geschlossen auf dem Rücken getragen, 

Spitzen erreichen nicht das Schwanzende. 
Schwanz: Ziemlich lang , etwas schräg nach unten gehalten, 

farbig. 
Beine: Über Mittellänge, rot, kräftig und stets ganz un- 
befiedert. 
Farbe und Zeichnung: Wie beim Königsberger Farbenkopf: 

Kopf bis zur Muscheihaube, Backen, Kehle und Schwanz farbig 

(schwarz, blau, rot oder gelb), Grundgefieder weiß. 
Grobe Fehler: Grober, langer flachgestreckter Kopf mit langem 

dünnem Schnabel ; befiederte Beine; mangelhafte Zeichnung (z.B. 

zu kurze Kehle, weiße Backen usw.); schlechte unreine Farbe ; 

plumpe, klobige Figur, kurzer, dicker Hals, wagerechter Stand, 

schlechte Kappe. 



TAFEL 95. 



Tümmler : Kurzschnäblige. 



Aufgestellt vom Klub der Alt- 
stämmer-, Reinaugen-und Weiß- 
kopf-Züchter. 



Stammland: Die Provinzen Brandenburg und Pommern. 



Gestalt: Eine kleine, kurze, graziöse, niedrig gestellte Taube. 

Kopf: Kugelförmig, kurz mit breiter, Loher gewölbter Stim. In 
der Eegel glatt, seltener mit Rundkappe. 

Schnabel: Aufierordentlich kurz und stumpf (sogen. Erbsenschnabel), 
in einem kleinen (flachen) Winkel sich dem Kopfe harmonisch 
anschließend, also kein Möwchenschnabel und auch kein Almond- 
schnabel, sondern etwa ein Mittelding zwischen diesen beiden 
extremen Schnabelstellungen, Farbe hell. Altstämmer mit schwar- 
zer Grundfarbe dürfen dunkel angelaufene Schnäbel haben. 
Schnabelwarzen bei älteren Tieren gut entwickelt. 

Augen: Hell, sogen. Perl- oder Glasaugen, Eand von blasser bis 
rötlicher Farbe und möglichst dicht au den Schnabel heranreichend. 
Weiße Altstämmer haben dunkle (schwarze) Augen. 

Hals: Lang, jedoch nicht übermäßig, von mittlerer Dicke. Der 
Hals soll in der Erregung des Tieres möglichst stark zittern 
oder doch, wenn die eigentliche Zitterhalsigkeit wenig oder gar 
nicht vorhanden ist, krumm gehalten werden, d. h. das Tier soll 
den Hals nach hinten durchdrücken, wodurch ilim in markanter 
Weise der Stempel der Hochrassigkeit aufgedrückt wird. 

Brust: Breit, schön gewölbt und voll hervortretend. 

Rücken: Kurz, zwischen den Schultern möglichst breit, manchmal 
hohl (Senkrücken), mit hervorstehendem Bürzel. 

Reiiiaugeii. 

Stammland: Provinz Preußen. 

Gestalt: Eine kleine,kurze, elegante, möglichst niedrig gestellte Taube. 

Kopf: Rund, dick, möglichst kugelförmig, mit breiter, hoher ge- 
wölbter Stirn, ohne Vorkopf, glattköpfig oder rundkappig. 

Schnabel: Sehr kurz, stumpf, mit gut entwickelten Warzen, in 
einem kleinen (flachen) Winkel- sich dem Kopfe harmonisch an- 
schließend wie bei dem Altstämmer. Farbe hell, weißrosa. 

Auge: Hell, sogen. Perl- oder Glasaugen, Rand von blasser bis 
roter Farbe, möglichst breit. 

Hals: Schlank und schön gebogen. 



Altstämmer. Nr. 4, 5 u. 6. 

Beine: Niedrig, Füße zierlich, beide kurz befiedert. 
Flügel: Breit und kurz. 



Schwanz: Kurz, den Rumpfverhältnissen entsprechend. 

Farbe und Zeichnung: Einfarbig in schwarz, rot, gelb, selten 
blau. Farbe soll satt sein. — Geelsterte in gleichen Farben. 
Bei diesen sollen die Flügel, der untere Teil des Rumpfes, die 
Fußbefiederung und die Brustzeichnung (Herz) weiß sein, alles 
andere farbig. — Weiß gespitzte in den gleichen Farben. Diese 
sind farbig' bis auf eine Anzahl weißer Sclilagfedern. Der untere 
Teil der Fußbefiederung ist ebenfalls weiß. Die Zahl der weißen 
Schlagfedern spielt keine Rolle, doch sehen gleichmäßige, breite 
weiße Schläge schöner aus als schmale. Ausschlaggebend 
bei der Beurteilung ist ein derartiger Vorzug aber nicht. Ge- 
spitzte Altstämmer haben gewöhnlich einen mehr oder weniger 
großen weißen Afterfleck. — Weiße mit dunklenAugen. -Ge- 
tigerte in schwarz, rot und gelb. Die Schwingenfedern und der 
Schwanz sollen farbig, alles andere möglichst regelmäßig getigert 
(gefleckt) sein. 

Grobe Fehler: Langer, dünner Sclmabel, schmale Stirn, langer 
Vorkopf, lange stelzenartige Beine. Fehlen der Fußbefiedermig, 
sehr lange gestreckte Figur, grobe Abweichungen von der vor- 
schriftsmäßigen Zeichnung, sehr schlechte Farbe. 

Beurteilung nach Punkten: Kopf 25, Schnabel 25, Figur 1.5, 
Augen 15, Zeichnung und Farbe 15, Füße 5, Summa 100 Punkte. 

Nr. 1, 2 u. 3. 

Brust: Breit, schön gewölbt. — ■ 

Rücken: Kurz, zwischen den Schultern möglichst breit. 

Beine: Niedrig, Füße kurz, beide entweder glatt oder kurz befiedert. 

Flügel und Schwanz: Kurz, den Rumpfverhältnissen entsprechend. 

Farbe: Weiß. 

Grobe Fehler: Langer, diümer Schnabel, schmale Stim, langer 

Vorkopf, übermäßig lange Beine, sehr lang gestreckte Figur, 

dunkle Augen. 
Beurteilung nach Punkten: Kopf 25, Schnabel 25, Figur 15, 

Farbe 15, Augen 15, Füße 5, Summa 100 Punkte. 



TAFEL 96. 



Tiimiiiler : Kiirzschiiäblige. 

Elbiiiger Weißköpfe. 



Aufgestellt vom Klub der Alt- 

stäramer-, Keinau^eu- und Weilj- 

kopf-Züchter. 



S tarn ml and: Ost- und Wcstpreufäen, speziell wohl EDiing und 
Umgebung. 

Gestalt: Eine kleine lebhafte, elegante Taube. 

Kopf: Emid, hochstirnig, breit und gewölbt. Zuweilen zeigt sich in 
der Mitte der Hirnschale eine kleine Vertiefung, wodurch eine Platte 
entsteht, welche die Stirn besonders prägnant hervortreten läßt. 
Die Taube gewinnt dadurch an Wert. Stets glattköpfig. 

Schnabel: Kxu'z, hellHeischfarben, mit möglichst flickeu Warzen 
und mit der Stirn entweder einen rechten Winkel, ohne jeden 
Nasenausatz, oder einen flachen Winkel (wie bei den Altstiimmern 



und Eeinaugen) bildend. 
Schnabel ausschlaggebend. 

Perl- 



sogen. 



Bei der Beurteilung sind Kopf und 



oder Glasaugen. R.and von blasser bis 



Augen: Hell, 
roter Farbe. 

Hals: Schlank und schön gebogen. 

Brust: Schön gewölbt und voll liervortretend. 

Rücken: Kurz. 

Beine: Kurz und unbefiedort. 

Flügel und Schwanz: Kurz, den Rumpf Verhältnissen ent- 
sprechend. 

Zeichnung: Kopf weiß, er wird vom 
etwa '/2 — 1 cm unter den Augen resp. 
laufende scharfe Grenze (dem sogen. 

Brust, Vorderrücken und Flügeldecken sind farbig." Die 10 SchT\'iii- 
gen erster Ordnung sollen weiß sein, doch genügen auch weniger, 
die Mindestzahl ist sechs. Unterrücken und Schwanz reinweiß. 
Bauch und Schenkel entweder weiß oder farbig. Oft vermischen 
sich die farbigen mit den weißen Federn am Bauch und an den 
Schenkeln. 



farbigen Hals durch eine 
dem Schnabel ringsherum 
Schnitt) getrennt. Hals, 



Farbe: Schwarz, blau, rot, gelb, isabellenf arbig. silberfarbig mit 
schwarzen oder roten Binden; letztere, auch rehfarbig genannt, 
lieben die Züchter besonders dann, wenn das Gefieder schwarz 
gespritzt ist. 

Grobe Fehler; Sclnnale Stirn, langer dünner Schnabel, große 
lange Figur mit flacher Brust, schwarze Augen. 

Beurteilung nach Punkten: Kopf 25, Schnabel 30, Figur 15, 
Angen 15, Zeichnung 15, Farbe 10, Sa. 100 Punkte. 

Anfängern und weniger eingeweihten Züchtern möge folgemir 
Zuchtanleitung dienen. 

Es würde von einem Züchter Elbinger Weißköpfe falsch so- 
haudelt sein, wenn er ein im Kopf und Schnabel feines Tier, i):i< 
einen bunten Kopf oder Schwanz hat, oder andere Mängel in 
der Zeichnung auf\veist, von der Zucht ausschließen würde, l^in 
Buntkopf darf an keine hochgeschnittene Taube gepaart werden, 
weil die Jungen fast ausnahmslos bnntköpfig werden würden. 
Da freut man sich, wenn man eine tief geschnittene Taube be- 
sitzt, die jedoch rein im Kopf sein muß. Buntköpfe mit tiefge- 
schnittenen gepaart, bringen in der Nachzucht fast ausschließlich 
reingezeichnete, gutgeschnittene Junge. 

Buntsehwänzige paart man mit weißbäuchigen reinscJiwänzigen, 
und man wird fast ausscliüeßlicli reinschwänzige Junge bekommen. 
Es ist sehr falsch, zu glauben, daß diese reingezeichneten .Jungen 
in der Nachzucht wieder bunte Junge bringen werden. Das ist 
durchaus nicht der Fall. Solche reine Junge ivird man natü]-- 
liclr nicht gleich wieder an bunte bringen, sondern zuerst nooli 
einmal an reingezeichnete. 

Was die Farbenzusammenstellung anbetrifft, so sei bemerkt, daß 
man schwarz mit schwarz, und schwarz mit dnnkelsattrot panrt. 
wodurch schöne scliwarze Junge erzielt werden. 



TAFEL 97. 



Tttiiiiuler : Kurzseliiiäblige. 



Stettiner. 



Aufgestellt von Riclisrd Koppen 
und Rudolf Kappert i — Stettin. 



Slam ml and: Deutschland und Osterreich, speziell in Stettin heran- 
f<eziichtet seit Beginn der 70 er .Jahre des vorigen Jahrhunderts. 

Grösse: Möglichst klein. Gefieder kurz und fest geschlossen, 
dicht am Rumpf anliegend. 

Gestalt: Elegant, aufgerichtet, kurz, breit und voll. (Einem 
feinen Reinauge gleichkommend). 

Kopf: Klein, □förmig, an der Stirn steil al>fallend. 

Schnabel: Etwas nach unten gerichtet imd ganz kurz, dick und 
stumpf, je nach Farbenschsag pechschwarz oder liell. 

Augen: Hell, bei BraunbSndern und Euligen auch dunkel, pflaumen- 
blau. 

Kehle: Eng \md Hals dünn ansetzend, nach der Brust zu voller. 

Brust: Breit und etwas vorgedrückt. 

Banchpartie: Abgerundet, leicht abwärts gesenkt. 



Schultern: Leicht anliegend. 

Rücken: Von den Schultern bis zum Schwanzende eine schräg ab- 
fallende, gerade Linie. 

Flügel: Auf dem Schwanz nicht gekreuzt aufliegend, mit dem 
Schwanzende al lachneidend. 

Schwanz: Kurz, proportioneil zum Tiere. 

Beine: Ziemlich kurzbeinig, der Oberschenkel vom Gefieder bedeckt. 

Farbe und Zeichnung: In fast allen Farbenschlägen. Haupt- 
farben sind jedoch : blau mit schwarzen Binden, weiße Kot- und 
Gelbstreifer, Eulige hell, dunkel und weißbrüstig, ebenso Tiger 
in allen Farben. 

Grobe Fehler: Phnnpe große Figur, langer resp. mittellanger 
Schnabel, großer Kopf mit spitzer Nase (Vorkopf;, zu hohe Ständer. 



TAFEL 98. 



Tümmler: Englische kurz- und mittelschnäblige. 

Nr. 1 Bärtchen, Nr. 2 u. 3 Almonds, Nr. 4 Tippler, Nr. 5 Weißkopf. 



Stammland: England. 

Größe und Gestalt: Dem deutschen Altstammtümmler ähnlich. 
Niedliche kecke Figur von tiefer Stellung; Länge ca. 26 bis 30 cm. 

Kopf: Vorderkopf und Stirn sehr hoch und stark nach vorne ge- 
wölbt, letztere soll mit dem Schnabel einen rechten Winkel bilden; 
Hinterkopf und Genick nach dem Halse eine abfallende Bogen- 
linie bildend. Durch die stark entwickelten Backen wird aber 
dem Kopf eine fast runde Form verliehen. 

Schnabel: Kurz, gerade und von heller Farbe; dünn. 

Augen: Groß, perlfarbig, etwas vorstehend; Augenrand schmal 
und blaß. 

Hals: Kurz, Oberhals dünn und rund. 

Brust: Sehr breit, stark gewölbt, über den Hals erheblich vor- 
tretend. 

Rücken: Kurz, leicht gewölbt, nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Ziemlich breit, geschlossen, hängend getragen, daß der 
Rücken sichtbar ist ; Flügelspitzen sollen neben den Schwanzseiten 
liegen und fast den Boden berühren. 

Schwanz: Leicht geschlossen, an der Spitze abgerundet und mit 
den Schwingen fast den Boden berührend. 

Beine: Sehr kurz, Schenkel nicht sichtbar, Läufe imd Zehen un- 
befiedert. 

Arten und Farbenschläge: Heinrich Märten teilt sie ein in: 
a) Allmond: Diese sind mehrfarbig. Tauber braunrot oder gelb- 
rot, je nach Alter; jede Feder soll einen schwarzen Fleck haben, 
der teHweise am Saum, teils auch in der Mitte der Feder liegt. 
Die Schwingen und der Schwanz haben weiße Flecke. Die 
Grundfarbe wird mit dem Alter dunkler und nimmt die schwarze 
Zeichnung zu, dagegen werdet! die weißen Flecke und Streiten 
kleiner. Im ersten Jahre sind die Tauber rötlich gelb, die schwarze 
Zeichnung nur angedeutet. Im dritten Jahre ist er am regel- 



mäßigsten gezeichnet, vom vierten Jahre ab wird er schon zu 
dunkel. Die Täubinnen sind gelb, mit wenig schwarzer Zeichnung, 
aber desto mehr weiß in Schwingen und Schwanz; auch diese 
werden mit dem Alter etwas dunkler, aber lange nicht so wie beim 
Tauber. Man hat auch sehr hellgrundige Almonds, die der Eng- 
länder mit „Splash" bezeichnet und nur für Zuchtzwecke 
geeignet sind. Bei diesen ist Kopf und Hals mattgelb, Brust, 
Flügel, Rücken und Schwanz gelblich-grau-weiß mit viel Schwarz, 
b) Agates: diese sind scheckig in rot und gelb, oder einfarbig 
rot oder gelb mit etwas Weiß in den Schwingen und dem 
Schwänze, c) Kites: diese sind braunschwarz. d)"Mottles: diese 
sind ganz einfarbig in schwarz, rot und gelb, haben nur auf der 
Mitte des Flügels, nahe am Bug und zwischen den Schultern 
einzelne weiße Federchen, sogenannte Rosen, wie sie die englischen 
Kröpfer haben. Je regelmäßiger diese Zeichnung, je wertvoller die 
TauDe. Die unter b bis d beschriebenen sind den Almonds in allen •■ 
Körperteilen gleich, e) Baldheads (Weißköpfe) : in schwarz, rot, gelb 
und blau. Kopf, Rücken, Schwanz, Schwingen und Bauch sind 
weiß, sonst farbig. Die weiße Kopffarbe schneidet ab vom Unter- 
schnabelansatz in gerader Linie nach dem Hinterhalse, dicht 
unter dem Genick und zwar so, daß unter dem Auge ein 2 mm 
breiter Streifen weiß ist. Es ist kein Fehler, wenn das Weiß etwas 
tiefer hinunter geht, so daß auch die Kehle weiß ist. f) Beards 
(Bärtchen) : Auch diese kommen in den vier Haupt- und Neben- 
farben vor und unterscheiden sich von den Weißköpfen nur da- 
durch, daß der Kopf farbig und nur die Kehle (Bart) weiß ist. 
Der Bart reicht bis an das Auge, darf aber nicht bis hinter das 
Auge reichen und zu tief über die Kehle hinausgehen. Die 
blauen und silberfarbigen Bärtchen und Weißköpfe haben schwarze 
Binden, die schwarzen und blauen Bärtchen auch dunkle Ober- 
schnäbel. Obgleich die letzten beiden Varietäten in allen Punkten 
— außer Farbe und Zei'^hnung — den Allmonds gleich sein sollen, 
so ist dies nur seltener der Fall; sie sind etwas gröber 
in der Form, der Kopf ist mehr rund, die Stirn nicht so vor- 
tretend, obgleich auch hoch, breit und steil abfallend. Der höchste 
Punkt des Kopfes bildet nicht die Stirn, sondern die Mitte des 
Kopfes, auch tritt die Brust nicht so bedeutend vor und sind die 
Schnäbel fast durchweg etwas kräftiger. 



TAFEL 99. 



Diverse Tauben. 



Kapuzinertaube. Nr. 1. 



Stammland: Asien. 

Größe und Gestalt: Klein und keck, Haltung aufrecht. 

Kopf: Ziemlich rund, breite, volle Stirn. 

Schnabel: Stark, kurz, der Bogenlinie des Kopfes fast folgend, Farbe schwarz, 
Schnabelwarzon gowölmlich, weiiä bepudert. 

Augen: Dunkel mit breiter, hellperlfarbiger Iris, Augenranfl hellgrau. 

Hals: Mitteliang, aufrecht getragen. Am Oberhalse (Genick) sitzt eine Art Quer- 
haube Sie ähnelt mehr der einer Perüekentaube aus alten Zeiten als einer guten 
f^uerhaube. Die Federn teilen sich am Hiuterhals und stehen in vorhin tnismäßig 
reicher Entwickelung nach oben und zu beiden Seiten des Halses nach Torn und 
nach unten, auch die von der wagereehten Scheitellinie nach dem Rücken stehen- 
den Federn des Hiuterhalses liegen nicht glatt an, sondern stehen ab. 

Kohle: Wenig scharf ausgeschweift. 

Brust und Biiuch; Nicht allzubrcit, etwas vorstehend, Bauch gewölbt. 

Rücken: An den Schultern etwas breiter, ziemlich stark nach dem Schwänze ab- 
fallend, in der Biii-zelgegend etwas gewölbt. 

Flügel: Lang, am Vorderkörper anliegend, die Spitzen etwas schleppend zu beiden 
Seiten des Schwanzes getragen 

Schwanz: Lang, kräftig; nicht der Rückenlinie folgend, sondern mehr wagerecht 
getragen, so daß die FUigelspitzen oft unter ihm liegen, 

Beine: Kurz, unbefiedert und von roter Farbe. Oberschenkel in den Bauchfedern 
versteckt. 

Farbe und ZeicJinung: Die Taube kommt nur in schwarz vor. Das Gefieder 
ist weich und tief schwarz mit grün schillerndem Glänze. Den grün schiUeruden 
Glanz können selbstverständlich nur die Deckfedern, nicht aber die Schwingon- 
und Schwanzfedern zeigen. 

Grobe Fehler: Matte Farbe, gebrochene oder dunkle Augen ohne perlfarbige 
Iris, befiederte Beine, fehlerbatte Perücke 'Haube). 



Libanoutaube. Nr. 2 u. 



o. 



Stammland: Asien. 

Größe und Gestalt: Dem Hannoverschen Tümmler ähnlich; aber ohne hohlen 

Rücken. 
Kopf: Glatt, leicht gewölbt, Stirn niäCng hoch. 
Schnabel: Mittellang, gerade, etwas stai'k, Farbe bei blauen mid blaugeschuppten 

dunkel, bei schwarzen und roten fleischfarbig, Nasenwarzeu länglich. 
Augen: Dunkel mit orangefai'biger Iris, Augenrand schmal und pflaumenblau bei 

dunkeischnäbligen sov/ie fleischfarbig bei hellschnäbligen Tieren. 
Hals: Von mittlerer Länge, etwas stark. 
Kehle: Wonig scharf ausgerundet. 
Brust: Gewölbt aber wenig vortretend. 
Bauch: Wenig vortretend. 
Rücken: Lang, nach dem Schwanz abfallend. 
Flugei: Lang, lose an der Br-ist liegend, im übrigen geschlossen und lose auf 

dem Schwänze ruhend, 
Schwanz:' Die Schwingenspitzen etwas überragend, geschlossen. 
Beine: Kräftig, ziemlicli niedrig, unbefiedert, lot bis blaurot. 
Farbenschläge, Farbe und Zeichnung: Schwar/.e, rote und blaue sowie 

blaue mit weißgeschuppten Flügelschildern. Alle Farben sollen gleichmäßig und 

sehr intensiv sein Schwingen [erster Ordnung und der Schwanz sollen weiße, 

die sogenannte Spiegelzeichnung haben, wie solche auf den Bildern dargestellt 

ist. Blaue und blaugeschuppte Exemplare sollen außerdem weiße eehwai-z- 

gesäumte Binden haben. 
Grobe Fehler: Mangelhafte (matte) Faibe, unregelmäßige Spiegelzeiclmung sclül- 

figer Schwanz und Keil {Unterschwanz), dunkler Schnabel bei roten Exemplaren. 



Lahoretaube. Nr. H. 



Stammland: Das Lahoregehiet iu Indien. 

Größe und Gestalt: Sie ähnelt der Libanontaube, ist aber länger und kräftiger; 
etwas aufgerichtet. 

Kopf: Glatt, verhältnismäßig kurz, breit uud gewölbt, Stirn hoch und gewölbt. 

Schnabel: Nicht zu lang, stark, Spitze leicht nach anten gebogen, Nasenwarzen 
weißbepudert. Oberschnabel bei schwarzen und silberfarbigen dunkel, Unter- 
schnahel fleischfarbig. Gelbe und rote sollen hellen Schnabel haben. 

Augen: Groß, dunkel, Augenrand schmal und fleischfarbig. 

Hals: Kurz, stark, leicht nach vorn geneigt; Kehle nur flach ausgeschweift. 

ßrust: Breit, wenig vortretend, aber gut gerundet, 

Bauchpartie; Breit, nicht zu laug, gerundet, 

Schu 1 tern: ßreib. 

Rücken: Oben breit, lang, nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Am Bug recht breit, nur lose geschlossen, leicht auf dem Schwänze ruhend 
(nicht kreuzen). 

Schwanz: Mittellang, leicht geschlossen, die Schwingenspitzen etwas übeiTagend. 

Beine: Kurz, Füße kräftig, glatt oder bestrümpft. 

Farbenschläge, Farbe und Zeichnung: Vorherrschend sind der schwarze 
und silberfarbige Schlag — letzterer ohne Binden. — Blaue, rote und gelbe werden 
selten gezeigt. Stirn, Ober- uud Hinterkopf, Hals, Nacken und die Flügelachilder 
sind farbig, die Backen, Kehle. Vorderhals. Brust, Bauch, Schwanz, Schwingen 
und die Fußbefiederung müssen weiß sein. Der farbige Oberkopf darf nicht bis 
zum Auge gehen. Die Lahoretaube hat am Kopf und Hals die gleiche Zeichnung 
wie die Huhnschecke, aber in umgekehrter Richtung. — Die Farben sollen inten- 
siv se n. 

Grobe Fehler: Mangelhafte Zeichnung, matte Farbe, zu schwacher Körper, ge- 
brochene Augen. 

Mookeetauit)e. Nr. 4. 

Stammland; Indien. 

Größe: Wie die gewöhnliche Taube. 

Gestalt: Sie ähnelt, abgesehen vom Schwänze, eicer gut zitterhalsigen Pfautaube. 

Kopf: Länglich, schmal, Stirn etwas gewölbt, spitzkappig. 

Schnabel: Mittellang, schwach, Oberschnabel fleischfarbig, Unterschnabel dunkel. 

Augen: Verhältnismäßig groß. Iris schmal und perlfarbig Cmeist sind sie aber 
dunkel), Augennind schmal und blaß, 

Hals; Ziemlich lang, schwanenartig, nicht stark, zitterhalsig, sehr nach hinten 
gebogen. 

Kehle: Sehr scharf ausgeschweift. 

Brust: Ziemlich hoch getragen, nicht zu breit, stark vorstehend. 

Bauchpartie: Kurz, gerundet. 

Rücken: Kiu'z, nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Ziemlich breit, aber geschlossen, auf dem Schwänze aufliegend. 

Schwanz: Geschlossen, die Flügelspitzen nur wenig überragend. 

Beine: Kurz und unbefiedert. 

Farbenschläge, Farbe und Zeichnung: Schwarz , braun und blau mit 
schwarzen Binden, Kopfplatte bis zui" Unterkante des Auges weiß; auch die 
zwei längsten Schwungfedern fselten mehr) sind weiß. Alle Farben aollen rein 
und intensiv sein. Rote, gelbe und weiße sind uns noch nicht zu Gesicht ge- 
kommen. Dem weißen Farbenschlage soll das Perlauge fehlen. 

Grobe Fehler: Schlechte Farbe, mangelhafte Kopfzeichnung, wenig oder gar 
nicht zitterhalsig. 




2 3 



TAFEL 100. 
Möwchen: 



Diverse Tauben. 



Tunesisches (franz. Zuchtrichtnng). 

Nr. 1 n. 2. 



Heimat: Stadt Tunis in Ägypten. 

Größe: Das kleinste aller Möwchenarten. 

Gestalt: Lieblich, untersetzt, kurz, keck und elegant, Körper vorn 
breit, hinten sehr schmal. 

Kopf: Dem Körper angepaßt, klein. Im Gegensatz zu dem deutschen 
Standard wird Würfelkopf mit abgerundeten Winkeln (Ecken) ver- 
langt: der Kopf soll also weder laug noch rund sein. Gesicht ziem- 
lich breit, Hinterkopfknochen so viel als möglich n i c h t sichtbar. 

Schnabel: Kurz und gebogen, weniger stark als beim Owl, 
Seh aabelwarzen glatt. Augen: Groß, etwas vortretend, bei weißen 
mid weißen mit farbigem Schwanz dunkel, bei den farbigen dunkel 
mit orangefarbiger Iris. 

Hals: Kurz und etwas nach hinten gebogen. Wamme sichtbar 
von der Kehle bis zur Krause. Taille: So klein und kurz als 
möglich. Krause: So reichlich entwickelt als möglich. Brust: 
Hoch und nach vorn getragen, Kopf etwas zurückgeworfen. Rücken: 
Schmal nach dem Schwänze abfallend. 

Flügel: Geschlossen, gut anliegend. Schwanz: Geschlossen, nur 
wenig die Schwingen überragend. 

Beine: Kurz, unbenedert, lebhaft rot. 

Farbenschluge und Zeichnung: Weiße, weiße mit blauen oder mit scnwar- 
zem Schwanz, schwarze, blaue mit schwsrzen Binden, blaue mit sehwarzge- 
schuppten Flügelschildern, silberfahle, rote und rotgeschuppte. 

Grobe Fehler: Zu starke Figur, langer, gerader und dünner Schnabel, schmale 
Stirn und schmaler Kopf, Fehlen des Würfelkopfes. 

Eichbühlertaube. Nr. s. 

Stammland: Die Schweiz, speziell Eichbühl bei Bern. 

Größe und Gestalt: Wie die gemeine Taube, nur etwas länger, 
scheues Wesen, geduckte Stellung. 

Kopf: Etwas lang, oben abgeflacht, daher kantig ; Stirn lang und flach, 
glatt. 

Schnabel: Mittellang und stark; blaue und gehämmerte haben 
schwarzen, silberfahlo und gelerchte hornf arbigen Schnabel; 
Warzen etwas kräftiger als bei der Feldtaube, mehr breit als lang. 
Augen'. Dunkel, Augenrand schmal, bei den blauen Arten grau, 
bei den andern etwas heller. Kehle: Gut ausgeschweift. 

Hals: Mittellang, an den Schultern etwas kräftig, nach dem Kopfe 
dünn verlaufend. Brust uud Bauchpartie: Brust gewölbt, 
etwas vorstehend, Vordorbauch etwas vortretend, Hinterleib wenig 
entwickelt. Schultern and Rücken: Schultern mehr breit als 
schmal, Rücken lang, etwas gewölbt, nach dem Sehwanze leiclit 
abfallend. 



Flügel: Lang, kräftig, gut geschlossen und am Körper liegend, 
auf dem Schwänze lose ruhend, — nicht kreuzend. Schwanz: 
Lang, geschlossen, nur wenig nach dem Boden neigend. 

Beine: Kurz, mit kleinen Federn bewachsen — bestrümpft — 
Zehen nackt und je nach dem Alter von roter bis blauroter ;'arbe. 

Farbe und Zeichnung; Blaue ohne und solche mit schwarzen Binden sowie 
bl aue mit schwarzer Hammerflügelzeichnung, Schwingenspitzen dunkel au.° lu Tend, 
Schwanzbiiide mattschwarz; ferner sind noch silberblaue mit dunklen iinden, 
dunklen Schwingenspitzen und ebensolcher Schwanzbinde sowie gele- hte zu 
erwähnen. Die gelercbten haben eine lerchengehämmerte Zeichnung, eufalls 
dunklere Schwingenspitzen als die Grundfarbe des Flügelsehildes und ein gleich- 
gefärbte Scbwanzbinde. Beide Arten sind selten. 

Grobe Fehler: Mangelhafte Farbe, befiederte Zehen, rote Augenränder, gt wölbter 
Kopf. 

Orientalische Roller. Nr. 4. 

Stammland: Kleinasien. 

Größe und Gestalt: Etwas kräftigeren Körper als der deutsche 
Bärtchen-Tümmler, niedriger gestellt, etwas hohlen Rücken. 

Kopf: Etwas lang und glatt, leicht gewölbt. 

Schnabel: Lang, Ansatz kräftig, fleischfarbig — an der Spitze 
heller als in der Warzengegend. — Nasenwarzen gut entwickelt, glatt. 
Augen; Dunkel mit weißer oder perlfarbiger Iris, Augenrand 
nicht stark entwickelt, blaß bis fleischfarbig. 

Hals: Mittellang, an den Schultern stark, nach dem Kopfe dünn ver- 
laufend, Kehle unterm Schnabel voll, dann scharf nach innen gebogen. 

Brust: Breit, ziemlich tief, aber wenig vorstehend. B a u c h p a r t i e : 
Infolge des kräftigen Körpers etwas breit, sonst aber flach. 
Rücken: Breit an den Schultern, kurz, nach dem Schwänze ab- 
fallend, infolge des etwas hochgetragenen Schwanzes hohl er- 
scheinend. 

Flügel: Verhältnismäßig lang, lose am Körper liegend und etwas 
schleppend getragen. Schw anz: Breit und lang, wenig gehoben 
und in der Mitte geteilt zu tragen, 14 Schwanzfedern. 

Beine: Kurz, kräftig und unbefiedert, teilweise auch mit Federfüßen. 

Farbe und Zeichnung: Zwei- oder mehrfarbig. Almondsfarbige sind vorherr- 
schend, dann gibt es noch Stipper (silberweiße mit schwarzer Sprenkelung), 
kupferige mit Silberhals, silberblaue mit braunen Binden, blauschwarze mit ge- 
.sprenkelter Halszeichnung. Auf Farbe und Zeichnung wird weniger Wert als 
auf hohes Fliegen und Rollen oder Burzelu gelegt. 

Grobe Fehler: Dunkler Schnabel, dunkle Augen oder solche mit gelber Iris, 
geschlossener Schwanz, 

Geschuppte Eistauhe mit roter Iris (Schlesische). 

Nr. 5. 
Sie entspricht der auf Tafel 26 beschriebenen geschuppten Eis- 
taube, ist nur glattfüßig. Die Eistauben waren ursprünglich glatt- 
füßig. In Sachsen nennt man das dargestellte Tier Forellentaube. 



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