HANDBOUND
AT THE
UN1\ F.RSITV OF
TORONTO PRESS
uyo
INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT
FÜR
ALLGEMEINE
SPRACHWISSENSCHAFT
UNTER MITWIRKUNG DER HERREN
L. Adam \\\ Rennes, G. I. AscoLi in Mailand, F. A. Coelho in Lissabon, 0. Donner
IN Helsingfors, H. L. Fleischer und G. von der Gabelentz in Leipzig, A. S.
Gatschet in Washington, R. Lepsius in Berlin. A. Leskien in Leipzig.
G. Mallery in Washington, F. A. March in Easton, F. VON Miklosich und Fried-
rich MÜLLER in Wien, Max Müller in Oxford. G. Oppert in Madras, H. Paul
IN Freiburg, A. F. Pott in Halle, W, Radloff in Kasan, L. de Rosny in Paris,
k. H. Sayce in Oxford, W. Scherer und H. Steinthal in Berlin. J. Storm in
Christiania, J. Vinson in Paris, W. D. Whitney in New Haven, W. Wundt in Leipzig
UND ANDERER GELEHRTEN DES IN- UND AUSLANDES
begründet und herausgegeben
F. TECHMER.
IV. BAND.
mit 1 STAHLSTICH, :i TAFELN UND 8 FIGUREN.
Heilbronn, issq.
GEBR. Henninger
PARIS:F. ViEWEG. NEW YORK: B. Westermann & CO. TURIN: H.Loescher.
BOSTON: C arl Scho e nho F.
p
3
Druck von Breitkopf & Hartel in Leipzig.
Papier von Ferd. Flinsch in Leipzig.
1
INHALT DES IV. BANDES.
TeCHMER f.: VORWORT zu ANALYTICAL COMPARISON I
BOPP F. : ANALYTICAL COMPARISON OF THE SANSKRIT , GREEK . LATIN , AND
TEUTONIC LANGUAGES (1820) 14
Humboldt W. v.: über analytical comparison (brief an F. Bopp. 1821) 61
Pott A. F. : Einleitung in die allgemeine Sprachwissenschaft.
ZUR litteratur der Sprachenkunde Amerikas 67
SÜDAMERIKA 77
NORDAMERIKA 83
Müller F. -Wien: die Entstehung eines wortes aus einem suffixe ... g"
Brugmann K.- Leipzig: das nominalgeschlecht in den idg. sprachen . . loo
Techmer F, : zur Lautschrift mittels latein. Buchstaben und artikula-
TORISCHER nebenzeichen HO
Balassa J.-Szekes-Fehervar: phonetik der ungarischen spräche .... 130
BaLASSA J. : BESPRECHUNGEN 158
Techmer F.: Bibliographie 1886 160
I. SAMMELWERKE l6o
II. EINZELWERKE 1 72
RÜCKBLICK 224
NACHRUF AUF F. ChR. LuDW. HeRRIG 33S
Techmer F. : vorwort zu J. Wilkins' essay 339
WiLKiNS John: essay towards a real character and a philosophical
language, London, 1668, part iil concerning natural grammar . . 349
CHAPTER X. OF ORTIIOGRAPHY 350
CHAPTER XI. OF VO^YELS 354
ClIAPTER XII. OF CONSONANTS 357
CHAPTER XIII. OF COMPOUND LETTERS 36 1
CHAPTER XIV. OF ACCIDENTS OF LETTERS 365
R. DE LA GraSSERIE-ReNNES : de LA CLASSIFICATION DES LANGUES 374
I PARTIE: CLASSIFICATION DES LANGUES APPARENTEES 377
Thiele J.: Register 3SS
PERSONENREGISTER 38S
SACHREGISTER 393
Rudolf Straiiok sr Leipzig
J^^^'j /iC7 ^p
ANDE NKEN
Franz Bopp
GEWIDMET.
VORWORT DES HERAUSGEBERS
Eine ausführliche Darstellung des Lebens und eingehende Besprechung
der Werke des Begründers der indogermanischen Sprachwissenschaft für diese
Zeitschrift zu schreiben hat Herr Prof. Lefmaxx übernommen . welchem von
der Familie Bopps dessen litterarischer Nachlaß zur Verfügung gestellt worden
ist. Da der Umfang dieses Lebensbildes über den Rahmen eines Heftes der
I. z. hinausgewachsen ist. so wird dasselbe in einem Supplement zu diesem
Bande erscheinen, sobald es vollendet ist. Mittlerweile verweise ich auf Benfev:
GESCHICHTE DER SPRACHW. 1869. S. 37O 379, 47O 515; BrEAL: IXTRODUCTION
Ä LA grammaire comparee ... DE M. Franc. Bopp. I. 1 866 — IV. 1872 ; Guigniaut:
NOTICE HISTORIQUE SUR LA VIE ET LES TRAVAUX DE M. FrANC. BoPP , LUE DANS
LA SEANCE PUBLIQUE ANNUELLE DU IQ NOV. l86g; DELBRÜCK : EINLEITUNG IN D.AS
SPRACHSTUDIUM . EIN BEITRAG ZUR GESCHICHTE DER METHODIK. DER VGL. SPRACH-
FORSCHUNG , 1880; 2. A. 1884. S. I ff. Auf die Bedeutung von Bopps Abh. :
ANALYTiCAL coMPARisoN hat Benfev Icidcr nicht, wohl aber Breal I. S. XXXI f..
GuiGNiAUT S. II und Delbrück S. g ff. aufmerksam gemacht. Wenn nun diese
für die Geschichte der Sprachw. und ihrer Methodik so wichtige Boppsche
Schrift sonst seitens der Sprachforscher nicht die verdiente Berücksichtigung
und Verwertung gefunden hat . so liegt das wohl daran , daß sie so schwer
zugänglich gewesen ; ich habe mich wenigstens bisher vergeblich bemüht ein
Exemplar zu erwerben. Ich darf deshalb wohl erwarten, daß es den Lesern
der I. z. willkommen sein wird, wenn ich mit Erlaubnis der Familie Bopps in
diesem Bande analytical comp.^rison nebst einem noch unveröffentlichten
Briefe W. v. Humboldts an den Vf. über diese Abh. zum Abdruck bringe.
Nachdem ich mich auf die oben gen. Werke über Bopp bezogen . darf ich
mich hier wohl auf einige wenige einleitende Bemerkungen beschränken . um
die Stelle zu kennzeichnen . welche axai.vtical compark^ox in der Sprachw.
wie unter Bopps Schriften einnimmt.
Die Verwandtschaft der griech.. lat.. gcrman. u. aa. Sprr. unter sich wie
mit dem Skr. war ja bereits vor Bopp erkannt worden, unter andern von
Leibniz und W. Jones, von welchen ich darauf bezügliche Stellen i. z. III. 341.
bzhw. 295, angeführt habe. Der wissenschaftliche Beweis der Verwandtschaft
war aber noch keineswegs erbracht. Wir lesen bei Fkiedr. Schlegel: über
/, ¥. Teciimkr.
DIE SPR. UND WEISHEIT DER INDER, 1 8o8 , S. 28: 'Jcncr Unterscheidende Punkt
aber, der hier alles aufhellen wird, ist die innere Struktur der Sprr. oder
die verg-leichende Grammatik, welche uns ganz neue Aufschlüsse über
die Genealogie der Sprr. auf ähnliche Weise geben wird, wie die vgl. Anatomie
über die höhere Naturgeschichte Licht verbreitet hat."* Friedr. Schlegel unter-
schied einen 'Stufengang der Sprr.': auf der untersten Stufe die einsilbige
chinesische Spr. , welche die Nebenbestimmung der Bedeutung durch mecha-
nische äußere Hinzufügung von für sich bestehenden Wörtern bezeichne; auf
der obersten Stufe die indische und verwandte Sprr., welche die Verhältnis-
begriffe durch innere Veränderung und Umbiegen der Wurzel Flexion) an-
deuten und organisch entstanden seien. Die Wurzel sei auf dieser höchsten
Stufe ein Keim, der sich lebendig entfalte. Auf Zwischenstufen ständen der
chines. näher die amerikanischen, der ind. näher die semitischen Sprr. (S. 45 ff.).
W. V. Humboldt schrieb in Adelungs mithridates S.A. 34 (1816)': 'Nicht
die einzelnen ohne weitere Analyse aufgegriffenen Wörter zweier Sprr.. son-
dern die Analogie der Wortbildung, zusammengenommen mit dem ganzen
Umfang ihrer Wurzellaute , muß man vgl. , um über ihre Abkunft und ihre
Verwandtschaft ein gegründetes Urteil zu fällen . . . Möglichst genaue Feststel-
lung der Ausspr. und strenges Studium der innern Analogie sind die Grund-
festen alles etymologischen Studiums. ' Übrigens hatte J.S.Vater, welcher
nach Adelungs Tode (1806) den mithridates fortsetzte und vollendete (181 7),
der grammatischen Analyse schon mehr Aufmerksamkeit zugewendet, sowohl
im mithridates wie in seinen spätem Schriften. * Und vordem hatte Othmar
Frank: Fragmente eines Versuchs über dynamische Spracherzeugung nach vgll.
DER PERS. , IND. UND DEUTSCHEN SPRR. UND MYTHEN, 1813, mit BcZUg auf die
Sprachzergliederung der alten ind. Grammatiker und die 'weniger glücklich
durchgeführten Versuche' von Fulda für das germ. Gebiet, geäußert: 'Es ist
möglich, daß sich solche künstlichen Analysen, wenn sie von richtigen Ideen
aus begonnen würden, auch wirklich in der deutschen, pers. u. aa. Sprr.
durchführen ließen, wobei sich die innere Verwandtschaft jener beiden unter
sich und mit d. Skr. am besten bestätigen müßte, ja die schon vorhandene
Analyse dieser wohl sogar als Muster gebraucht werden könnte.' Leider ist
der Versuch Franks, welcher namentlich vom Pers. ausgeht, weniger gelungen,
als diese Bemerkung erwarten ließ. Die streng wissenschaftliche Verwirk-
lichung der von seinen Vorgängern nur angedeuteten vgl. Zergliederung und
Grammatik blieb Bopp vorbehalten, wenigstens für die indogerm. Sprr.^
^ Vgl. auch seine spätere Abh. an essay on the best means of ascertaining the affi-
NiTiES OF oriental languages, transact. ROY. AS. SOG. II., 1828 ; im Auszuge I. z. II. 43.
^ ANALEKTEN der SPRACHENKUNDE, 182O, DIE SPR. DER ALTEN PREUSSEN, 182I. VER-
GLEICHUNGSTAFELN DER EUROP. STAMMSPRR. UND SÜD-, WESTASIATISCHER, l822.
3 Über die Ergebnisse der vgl. Zergliederung der semitischen Sprr. im Mittelalter siehe
MuNK, jouRN. AS. 1850, XVI und Neubauer, notice sur la lexicographie hebraique, journ.
AS. 1861. Für die ugrischen Sprr. s. P. Hunfalvy : die ungarische sprachw., litter. be-
richte i. 75 ff. Die Ähnlichkeit der ungar. mit den finnischen Sprr. hatten bereits Amos Come-
Nius, Olav Rudbeck, Leibniz (vgl. LZ. III. 341) bemerkt. Den Beweis der Verwandtschaft mit
dem Lappischen versuchte Jon. Sajnovics (demonstratio idioma ungarorum et lapporum idem
esse, 1770: zu i'iihren, nicht bloß durch Vgl. von Ausspr., von Wörtern und Hilfswortern, sondern
VORWORT ZU ANALYTICAL COMPARISOX.
Nachdem Bopp sich auf der Schule zu Aschaffenburg eine tüchtige Kennt-
nis der klassischen und neuern Sprr. erworben, ging er 1812 nach Paris, um
dort orientalische Sprr., namentlich Skr., Pers., Hebr. und Afab. zu studieren,
die semitischen unter Leitung von Silvestre de Sacv. ' Im letzten Jahre
seines Aufenthalts in Paris 18 16 erschien sein Erstlingswerk: über das kon-
JUGATIONSSYSTEM DER SKRSPR. IN VGL. MIT JENEM DER GRIECH., LAT.. PERS. UND
GERM. SPR. , herausgeg. von seinem frühern Lehrer Windischmann. In dieser
Arbeit ist die Anregung unverkennbar, welche Bopp Friedr. Schlegel und
den Philologen der altern holländischen wie der deutschen Schule, namentlich
G. Hermann, sowie auch teilweise S. de Sacv verdankt. Doch läßt die wei-
tere Ausführung den selbständigen Forscher erkennen, welcher auf induktivem
Wege, seines Zieles wohl bewußt, vorgeht und die Irrwege seiner Vorgänger
geschickt meidet. Sein Streben ist nach S. 137 dahin gerichtet: Men Grund
und Ursprung der grammatischen Formen [zunächst der Konjugation] der-
jenigen Sprr. zu erklären, die mit dem Skr. in engster Verwandtschaft stehen.'
Sein Mittel zu diesem Zweck ist die vgl. Zergliederung, welche, wie wir ge-
sehen, zwar bereits empfohlen und angestrebt, aber vor ihm noch nie in so
wissenschaftlicher Weise geübt worden war. Insofern hat er Grund zu sagen
S. 12: 'Da ich mich aber in meinen Behauptungen nie auf fremde Autorität
stützen kann, indem bisher noch nichts über den Ursprung der grammatischen
Formen geschrieben worden, so muß ich sie mit triftigen Beweisen belegen.'
Gleichzeitig damit hat B. auch zuerst den Beweis für die Verwandtschaft der
ind. mit der griech.. lat., pers. und germ., Spr. wirklich erbracht. Die folge-
richtige Durchführung der vgl. Zergliederung und der strenge induktive Be-
weis der Verwandtschaft der gen. Sprr. ist also die eigenste That Bopps in
dieser seiner ersten Arbeit. An Friedr. Schlegel erinnert S. 7 : "^ Unter allen
bekannten Sprr. zeigt sich die geheiligte Spr. der Indier als eine der fähigsten,
die verschiedensten Verhältnisse und Beziehungen auf wahrhaft organische
Weise durch innere Umbiegung und Gestaltung der Stammsilbe auszu-
zudrücken.' Von F. ScHL. weicht er jedoch ab und nähert sich der Auffas-
sung der gen. Philologen, wenn er fortfährt: *^Aber ungeachtet dieser bewun-
derungswürdigen Biegsamkeit gefällt es ihr zuweilen, der Wurzel das Verbum
abstractum einzuverleiben.' An Hermann und Sacv schließt B. sich darin an.
was er S. 3 von dem Zeitwort im allgemeinen bemerkt. Herm. folgt der damals
herrschenden logischen Auffassung des Satzes, wenn er de emendanda ratione
GR. GRAM. 1801, S. 127 tres partes orationis unterscheidet, quot sunt partes
cogitationum. Atque unaquaeque cogitatio . . . tribus omnino constat iisque
necessariis partibus: prima quam subjectum philosophi vocant . . . sccunda.
auch von Suffixen, ])ilclungssill)en und Konjugation. • Clrammatiscli erwies die Übereinstimmung
des Ungar, mit dem Finnischen und Esthnischen Sam. CIvarmatiii : ai'FIMTAS LlNorAE hungakicak
CIM 1. INGUIS FENNICAE ORIGINIS GRAMM.\TICE DEMONSTRATA , I799. womit N. RkV.US Grammatik
1803 — 6 und A. M. RiEin.s magyarische gr.vmm., 1S58, zu vgl. Bknkkv hebt 'die für ihre Zeit
ganz ausgezeichnete, erste wirklich wissenschaftliche Sprachvgl. von Sam. (,1v armatiii' in seiner
GESCH. DER srRAciuv. besonders hervor. Sie sollte bald von lioiT in den Schalten gestellt
werden.
' Vgl. I. 7.. III. S. XXVII.
5 F. TixnMEK.
quam pracdicatum appellant . . . tertia dcniquc, quac copulae nomcn habet.
Vgl. S. 173: Est enim haec verbi vis, ut pracdicatum subjecto tribuat atque
adjungat. Hinc facile colligitur proprie unum tantummodo esse verbum: idque
est verbum esse. Dem entsprechend Bopp, konjuo. S. 3: 'Das Verbum . . .
ist bloß das grammatische Band zwischen Subj. und Prädikat ... Es gibt
unter diesem Begriffe nur ein einziges Verbum, nämlich das sog. Verbum ab-
stractum, sein, esse.' So findet B. als äußeres Kennzeichen des Futurs as
;S. 66), des lat. Imperf. bhü (S. g6), anderseits als Kennzeichen des schwachen
germ. Präteritums die Wurzel von thun (S. 151); vgl. 156: 'Wenn im Engl,
der Gebrauch des Zeitworts do als Hilfsverbum so herrschend ist, und wenn
auch im altern Deutschen dieser Gebrauch bestand, so dürfte dieses vielleicht
darin seinen Grund haben, daß dieses Zeitwort schon im ältesten Germ, mit
ungebeugten Wurzeln verbunden ward, um deren Nebenbestimmungen auszu-
drücken.'' Was die Personen en dun gen betrifft, so hatte bereits Scheidius,
PROLEGOMENA AD ETYMüLOGICUM LINGUAE GRAECAE , IJQO, S. XLIV ff. die Ver-
mutung ausgesprochen : syllabas esse a pronominibus . . . resectas . . . Sunt
enim litterae hae, syllabaeve, o, uu, m, )iiev, |uec, mus, proprie particulae
pronominum antiquissimorum, vel ipsa pronomina adhuc usitata, determinandis
verbi personis unice inservientia, ut apud Gallos pronomina separata je. tu . . .
Adformantes syllabicas et asyllabas grammatici hebraei pronomina ejusmodi
vocant, qua de re diximus ad analog, p. 279, 280. B. bemerkt nun konjug.
S. 147 : 'Es scheint mir keinem Zweifel mehr unterworfen zu sein, daß die
Buchstaben, die ich in diesem Versuche Kennzeichen der Personen zu nennen
pflegte, wirkliche Pronomina seien. Schon aus der griech. und lat. Spr. ließ
sich dies mutmaßen ; die Kenntnis des Altind. bringt es meiner Meinung nach
zur Gewißheit. — Wenn der Genius der Spr. mit bedachtsamei" Vorsicht die
einfachen Begriffe der Personen mit einfachen Zeichen dargestellt hat; wenn
wir ob dessen weiser Sparsamkeit dieselben Begriffe an Zeit- und Fürwörtern
auf gleiche Weise ausgedrückt finden, so erhellet daraus, daß der Buchstabe
ursprünglich Bedeutung hatte, und daß er seiner Urbedeutung getreu blieb.
Wenn ehedem ein Grund vorhanden gewesen ist , warum m ä m mich , und
tam ihn heißt, und nicht letzteres mich, und ersteres ihn: so ist es gewiß
aus demselben Grund, daß nun bhavami ich bin, und bhavati er ist heißt
und nicht umgekehrt. — Wenn das Zeitwort wegen mannigfacher Neben-
begriffe, die durch bedeutsame Flexion auszudrücken ihm zukommt, nicht auch
die allzu wichtigen Begriffe der Personen durch eigene Mittel — durch innere
Biegung — auszudrücken vermochte, wenn es sich desfalls Zeichen beigesellen
mußte, deren Bedeutung keinem Zweifel Raum ließ : so konnte es mit Recht
keine andern Buchstaben wählen als die, welche seit dem Ursprung der Spr.
die ihm auszudrückenden Begriffe mit vollständiger Klarheit darstellten.'' Die
weitere Vgl. zeigt, wie sehr auch nach dieser Seite B. seine Vorgänger über-
holt hat ; wie behutsam er deren Fehler zu vermeiden verstand, ohne freilich
selbst unfehlbar zu sein; mit wie scharfem Blick er bei seiner vgl. Zergliede-
rung in der Mannigfaltigkeit das Übereinstimmende herauszufinden wußte. Es
war das zunächst eine besondere Anlage für diese Bethätigung, welche durch
Übung im Laufe der Jahre gepflegt und vervollkommnet wurde.
VORWORT ZU ANALYTICAL COMPARISON. n
Mit Unterstützung der bayrischen Regierung ging B. nun nach London,
wo er zu einigen von den englischen Orientah'sten in Beziehung trat , welche
wie WiLKixs und Colebrooke die Kenntnis der ind. Spr. und Litteratur. die
sie an der Quelle geschöpft, den europäischen Gelehrten übermittelten. Hier
trieb er namentlich Skr., unter andern auch mit W. v. Humboldt, wie er es
in Paris mit A. W. v. Schlegel gethan. Wie fruchtbar der Aufenthalt in
London für B. war, zeigt die neue engl. Bearbeitung des Gegenstandes seines
ersten Werks , welche er als i . Artikel in den neubegründeten annals of
oriental literature im Juni 1820 Teil l. i — 65 unter dem Titel: analytical
COMPARISON OF THE SANSKRIT, GREEK , LATIN, AND TEUTONIC LANGUAGES, SHEWING
THE ORIGINAL IDENTITY OF THEIR GRAMMATICAL STRUCTURE Veröffentlichte. Eine
in Aussicht gestellte Fortsetzung ist nicht herausgegeben; die annals hörten
mit dem ili. Hefte auf zu erscheinen. Auch hat sich im litterarischen Nach-
laß, wie ich erfahre, kein weiteres engl. Ms. vorgefunden. Der Fortschritt im
Vgl. zum KONJUGATIONSSYSTEM von 1816 ist bedeutend. War sich B. schon in
der ersten Arbeit seines hohen Zieles bewußt, so ist er jetzt auch seiner
Methode, in deren Handhabung seine Hauptstärke liegt, sowie der Ergebnisse
im ganzen sicher. Das zeigt schon der neue Titel, in dem die Zerlegung
neben der Vgl. zum Ausdruck kommt, als Mittel die ursprüngliche Überein-
stimmung des grammatischen Baus der gen. Sprr. zu erweisen. Es sollte also
wohl nicht bloß das Konjugationssystem , sondern der grammatische "^Orga-
nismus " überhaupt in Betracht kommen ; in der That ist aber in dem vorlie-
genden Teil nur das Zeitwort zu einem gewissen Abschluß gebracht.
Nach einigen einleitenden Bemerkungen über die Wichtigkeit der gram-
matischen Zergliederung und Vergleichung zeigt B., daß die griech., lat. und
germ. Sprr. (das Slaw., Pers., Armen., Georgische zieht er vorderhand noch
nicht in den Kreis seiner Untersuchung) nicht etwa vom Skr. abgeleitet seien,
wie das noch F. Schlegel, spr. u. weish. d. ind. S. 3 behauptet hatte, son-
dern daß sie alle mit dem Skr. Abarten einer Ursprache seien, der das Skr.
in den meisten, aber keineswegs in allen Formen verhältnismäßig am nächsten
stehe. In seiner Transskription oder vielmehr Translitteration des skr. Alpha-
bets schließt er sich in Rücksicht auf seine engl. Leser an W. Jones und
Dr. Wilkins an, z. T. mehr als gut ist. Der Phonetik und Graphik der altind.
Grammatiker zollt er gebührende Anerkennung, rügt jedoch, daß sie mit dem
Buchstaben für ä auch zugleich c und ö bezeichnet hätten, welche letztem
kurzen Vokale sie in der gesprochenen Spr. nach seiner Ansicht unterschieden
haben müßten. '
Neu i.st in der engl. Bearbeitung der Abschnitt über Wurzeln. B. geht
hier von den skr. Wurzeln aus , dem Ergebnis der Zergliederung der altind.
^ Von dieser Ansicht ist ]>. später leider unter dem Einlluß von (.Irimms r.uAMM. I. 594 zu-
rückgekommen. Er sagt voi,. (.KAMM. ^ I. §3: 'Unter den einfachen Vokalen fehlt es dem
altindischen Alphabet an einer Bezeichnung des griech. e und , deren Laute , im Kall sie im
Skr. zur Zeit seiner Lebensperiode vorkamen, doch erst nach der Festsetzung der Schrift sich aus
dem kurzen a entwickelt haben können, weil ein die feinsten .•\I)stufungen des Lautes darstellendes
Alphabet [das gilt weniger für die Vokale als für die Konsonanten; gewiß auch die Unterschiede
zwischen ä , c und ö nicht vernachlässigt haben würde, wenn sie vorhanden gewesen wären.'
g F. Techmer.
Grammatiker. Er behauptet; ihr Wesen bestehe in der Einsilbigkeit, welche
auch für das Lat.. Griech. und Germ, gelte'; die Wurzeln der arab. und ver-
wandten Sprr. dagegen seien nicht auf eine Silbe beschränkt, sondern im all-
gemeinen an drei Konsonanten gebunden. Die semitischen Wurzeln gestatten
eine mannigfachere innere Beugung . während letztere bei den einsilbigen
Wurzeln natürlich nur eine beschränkte sein könne'': das Skr. und die ver-
wandten Sprr. seien deshalb in ihrer Wortbildung mehr auf äußere An-
fügung angewiesen. Er tritt damit in Gegensatz zu Fr. Schlegel, welcher
den Ursprung der grammatischen Formen nicht untersucht und den Begriff
'Flexion'' zu einseitig gefaßt habe. Anderseits nimmt er hier auch zu Scheidius
in Betreff der Personenendungen Stellung : er stimmt dessen Auffassung im
Grunde bei, kritisiert aber seine unwissenschaftliche Methode.
An die vgl. ZergUederung des Zeitworts tritt er hier mit derselben logi-
schen Auffassung des Satzes, seiner Teile und besonders des Zeitworts heran,
wie in seinem konjugationssystem. Mit Hermann^ kennt er nur 3 wesentliche
Redeteile: Subjekt, Prädikat, Kopula, welche im Zeitwort verbunden auf-
treten: Po t est unites in itself the three essential parts of speech, t being the
subject, es the copula, and pot the attribute. After these observations the
reader will not be surprised if in the languages, which we are now comparing,
he should meet with other verbs, constructed in the same way as potest,
or if he should discover that some tenses contain the Substantive verb, whilst
others have rejected it. or perhaps never used it. He will rather feel inclined
to ask, why do not all verbs in all tenses exhibit this Compound structure?
and the absence of the Substantive verb he perhaps will consider as a kind
of ellipsis. Die Leser von heute, welche durch jene ältere logische Voraus-
setzung nicht mehr beeinflußt sind , brauchen bei dieser sehr verführerischen
Stelle nicht erst zur Vorsicht gemahnt werden; es wird sich ihnen von selbst
die Beobachtung aufdrängen, daß B. das Verbum ab.stractum in seiner Zer-
legung wohl zu häufig gefunden, weil er es eben überall gesucht hat. Nach
dem Verbum abstractum behandelt Vf. das Zeitwort überhaupt mit allen seinen
Teilen, welche die Zeit, den Modus, die Personen u. s. w. bezeichnen. Das
Augment vgl. B. mit dem a privativum. Auch wer nicht mit dieser Auf-
fassung einverstanden ist, wird mit Interesse die allgemeinen Bemerkungen
über die sprachliche Bezeichnungsweise lesen, welche daran geknüpft werden:
It is gratifying to observe, how with apparently few means, by a wise employ-
ment of them, languages succeed to convey in an unequivocal manner, an
immense number of ideas 32 [2b]. Besonders hervorzuheben ist, daß B. gern
^ Vgl. A. F. Bernhardi : Anfangsgründe der sprachw., 1805, S. 106: 'Alle Wurzehvörter
sind . . . einsilbig und obgleich ihre Gesamtexistenz eine Fiktion ist , so liegen sie doch als aus
dem absolut einfachen der Spr. gebildet, ihr als ein wirkliches zu Grunde. Die Fiktion besteht
nämlich nur darin, daß stillschweigend vorausgesetzt wird : sie hätten als solche einmal existiert.'
< ^ B. läßt bei diesen als innere Beugung nur noch gewisse Vokalveränderungen und die Ver-
doppeluug gelten.
3 Vgl. auch S. DE Sacy : principes de grammaire generale, 1799; 8^ ed. 1852, S. 24:
Le verbe etre exprime seulement l'existence du sujet et sa liaison avec l'attribut . . . Dans le?
verbes autres que' le verbe etre. le verbe et l'attribut sont compris dans le meme mot.
VORWORT ZU ANALYTICAL COMPARISOX.
jede Gelegenheit benutzt, die neuem und lebenden Sprr. zur Vgl. heranzu-
ziehen, wenn auch sein Hauptziel, die Erklärung des Ursprungs der gramma-
tischen Formen , ihn nötigt, im ganzen möglichst die ältesten Denkmäler der
Sprr. in den Vordergrund zu stellen; letzteres hat er für die ind. Spr. leider
nicht in gebührendem Maße gethan. Von Analogiebildung spricht er S. 46,
vgl. I. z. III. 403.
Kein Forscher hätte derzeit Bopps axal. comp, besser würdigen können
als W. V. Humboldt. Es dürfte deshalb den Lesern willkommen sein, daß
ich S. 61 ff. aus Bs. litterarischem Nachlaß einen Brief veröffentliche, welchen
\V. V. H. über anal. comp, an den Vf. gerichtet und den Herr LEF^L\^-x mir
gef. überlassen hat.' Bopp kehrte nun nach Deutschland zurück und verlebte
einen Winter in Göttingen, wo er eine Selbstanzeige für die Göttinger gel.
ANz., 1821, schrieb. In der Anzeige sagt B. S. 550 ff. : 'Diese Abh. ist z. T.
eine Umarbeitung der deutschen Schrift über das konjugationssvstem der
SKRSPR. IN VGL. MIT JENEM DES GRiECH., LAT. etc. , von wclchcr SIC sich in der
Darstellung hauptsächlich dadurch unterscheidet, daß sie die Grammatik der
vgl. Sprr. gleichzeitig entwickelt, wodurch eine leichtere Übersicht der Über-
einstimmungen gewonnen wird. Die pers. Spr. ist ausgelassen . teils um die
Aufmerksamkeit nicht zu sehr zu zerstreuen und um in den Schranken der.
einer periodischen Schrift angemessenen, Kürze zu bleiben, teils weil der Vf.
ein ausführliches Werk herauszugeben beabsichtigt, worin alle mit dem Skr.
verwandte Sprr. behandelt werden sollen , also neben dem Pers. auch das
Armen, und die in der Sprachgeschichte so merkwürdigen slaw. Mundarten.
Indem die erwähnte Abh. dem Vf. dieser Anzeige angehört, so darf der Leser
hier keine Beurteilung derselben erwarten , sondern bloß eine nähere Ausein-
andersetzung des Inhalts und des eigentlichen Zwecks , der den angestellten
Untersuchungen zum Grunde liegt. Es war nämlich nicht einzig die Absicht
des Vf., die Verwandtschaft der angegebenen Sprr. zu beweisen, sondern noch
vorzüglich, durch ihre Zusammenstellung und wechselseitige Vgl. über Ur-
sprung und primitive Bedeutung der ihnen gemeinsamen grammatischen For-
men Aufschlüsse zu erlangen, die sich aus spezieller Erforschung der einzelnen
Sprr. an und für sich nicht leicht ergeben können. Ein solcher Zweck war
aber zu erreichen nicht wohl möglich, ohne zugleich denjenigen, welche den
angestellten Untersuchungen zu folgen geneigt sind . von deni' innigen Zu-
sammenhange des Skr. mit verschiedenen europäischen Sprr. . wie es uns
scheint , eine volle Überzeugung zu gewähren. In wiefern diese Behauptung
gegründet sei, wird ein Blick auf die S. 17. 18. 20, 22 |in dem Abdruck hier
bzhw. S. 25, 26, 28, 2q] etc. gegebenen Paradigmata zeigen . . . Einige kleine
Abweichungen der griech. Konjugation von der skr. werden S. 15 und 22
[S. 24 und 2 gl daher erklärt, daß die griech. Spr. |li am Ende eines Wortes
stets in v verwandelt, daß |u niemals ein Wort schliel.U, es sei denn daß ein
Vokal apostrophiert sei. Daher kommt es denn auch. dal.\ während im Skr.
und Lat. der Acc. sincf. durch m bezeichnet wird . im Griech. statt dessen
^ Man vgl. aber auch Koskgartkns Besprechung der annai.s oi' grient, irr r., Jkn. litzt.
1821 , Sept.; A. \V. Sciii.EGEi. : rkfi.exions sur i/ktudk des i.angi'es asiat. . 1S32, S. 3ifi". ;
Cur. Lassen, ind. niisi.. III. 77 IT.; R. c;.\rneti-, piin.oi.. soc, London I. 265, II. 165, III. 9, 19.
j_ F. TlXlIMER.
ein V steht, z. B. tarn (ihn oder diesen), istum, tov . . . Ein 2. im Griech.
ebenso standhaft befolgtes Gesetz ist die Abwerfung des t am Ende eines
Wortes (auch das verwandte b kann sich an dieser Stelle nicht behaupten . . .
so ist cpairj-, eqpa- = päyat. apät. Die lat. Spr. ist in dieser Hinsicht duld-
samer als das Griech. , indem sie dem t am Ende eines Wortes sehr gern
diesen Platz vergönnt, wie in amat, erat, etc.; ja sie trägt selbst in dieser
Hinsicht den Sieg davon über das Skr. , weil sie t selbst im Falle eines vor-
hergehenden n am Ende eines Wortes beibehält. Formen wie amant, ama-
bant, erant etc. kommen im Skr. nicht vor, weil diese Spr. das t am Ende
eines Wortes abwirft, wenn ein n vorhergeht ... In den übrigen Teilen der
Konjug. ist die Skrspr. nicht minder übereinstimmend mit der griech. ; sie hat
z. B. in Gem.einschaft mit ihr und dem Lat. und Got. , ein durch Reduplikation
o-ebildetes Präteritum . . . Was den Ursprung der grammatischen P^ormen an-
belangt, so werden die Personalendungen der Zeitwörter für wesentliche Be-
standteile wirklicher Pronomina angesehen, der Beweis wird aber bis dahin
verschoben, wo in dem 2. Teil der Abb. die Fürwörter im besondern abzu-
handeln sind ..." Dem Verbum substantivum wird ein sehr bedeutender Ein-
fluß auf die Konjug. der Verba attributiva zugeschrieben.'
1822 folgte B. einem Ruf an die Universität Berlin, welchen er der Em-
pfehlung W. V. Huj.iBOLDTS verdankte. Dort las er in der Akad, der Wiss.
eine Reihe von Abhh., welche in gewissem Sinne als die Ergänzung und Fort-
setzung seiner engl. Schrift angesehen werden können. Ihr gemeinsamer Titel
ist: VGL. ZERGLIEDERUNG DES SKR. UND DER MIT IHM VERWANDTEN SPRR. I. VON
DEN WURZELN UND PRONOMINEN I. UND 2. PERSON, 1823; IL pEER DAS REFLEXIV,
1824: III. ÜBER DAS DEMONSTRATIVUM UND DEN URSPRUNG DER KASUSZEICHEN,
1825 26; IV. ÜBER EINIGE DEMONSTRATIVSTÄM?^IE UND IHREN ZUSAMMENHANG MIT
VERSCHIEDENEN PRÄPOSITIONEN UND KONJUNKTIONEN, 183O; V. ÜBER DEN EINFLUSS
DER PRONOMINA AUF DIE WORTBILDUNG, 183O 3I. Da BeNFEY Und BrEAL auf
den Inhalt dieser akad. Abhh. nicht näher eingehen, so seien mir hier einige
Bemerkungen darüber gestattet. In Abh. i spricht Bopp zuerst von 'Wohl-
lautgesetzen" der gen. Sprr, , deren Übereinstimmung 'sich auch in Sprr.
zeigen, die sonst in keiner Berührung miteinander stehen, sie finden ihren
Grund in den Sprachorganen selbst.' Er nimmt dann die W'urzelfrage wieder
auf S. 126: ""Die Wurzel wird gefunden, wenn man von einem W^orte alles
ablöst, was irgend einen grammatischen Nebenbegriff andeutet, wie die Kasus-
endungen des Nomens und das Ableitungssuffix, wodurch es zu einer beson-
dern Klasse von Nominen gestempelt wird, die Personalendungen der Zeit-
wörter, und das, was die Tempus- und Modusverhältnisse bezeichnet, und
wenn man überhaupt nur das übrig läßt, was alle von einer Quelle ausgehende
Wörter miteinander gemein haben." Indem er zu den Pronominen übergeht,
rügt er den Fehler der ind. wie europ, Et>'mologen% daß sie die Pronominen
Von denselben Wurzeln ableiten, woraus Verba und andre Redeteile ent-
springen', womit Abh. V. 13 zu vgl.: 'Vor den Wurzeln der übrigen Rede-
^ S. die spätere Abh. vgl. Zergliederung I., Berl. akad. 1823.
^ Bei letztern hat er besonders die holländische Philologenschule im Auge.
VORWORT ZU AXALYTICAL COMPARISON . I I
teile, die wir Verbalwurzeln nennen mögen, zeichnen sich . . . die der
Pronomina und verschwisterten Präpositionen und Konjunktionen durch die ge-
drängte Kürze aus.' Letztere werden in der vgl. gramm. § 105 den Verbal-
wurzeln als 'Pronominalwurzeln" gegenüber gestellt. In der ill. Abh. S. 71 ff.
gibt er in der Frage nach dem Ursprung der Kasuszeichen der symbolischen
Erklärung Spielraum, wie auch noch später in der vgl. gramm. ^ § 113. 206.
226 und sonst, was doch wohl auf W. v. Humboldts Einfluß zurückzuführen
sein dürfte.
Neue Anregung brachte das Studium von J. Grlmms d. gramm. B. be-
sprach sie in einem längern Aufsatz, jahrb. f. wiss. krit., Febr. und Mai 1827,
wieder abgedruckt mit neuen Anmerk. unter dem Titel vokalismus. 1836,
wonach ich berichte. Beachtenswert sind hier und in der Folge , z. B. auch
in der Vorrede zur i. A. der vgl. gramm., die aus dem Gebiet der Natur-
wissenschaft entnommenen Vgl. und die wohl mehr bildlich als in ihrem eigent-
lichen Sinne zu verstehenden Bezeichnungen. So vok. i : ^Die Sprr. sind . . .
als organische Naturkörper anzusehen, die nach bestimmten Gesetzen
sich bilden , ein inneres Lebensprinzip in sich tragend sich ent^vickeln , und
nach und nach absterben. . . . Eine Grammatik in höherm, wissenschaftlichem
Sinne soll eine Geschichte und Naturbeschreibung der Spr. sein; sie soll, so
weit es möglich ist, geschichtlich den Weg ausmitteln, wodurch sie zu ihrer
Höhe emporgestiegen oder zu ihrer Dürftigkeit herabgesunken ist; besonders
aber naturhistorisch die Gesetze verfolgen, nach welchen ihre Entwickelung
oder Zerrüttung oder die Wiedergeburt aus früherer Zerstörung vor sich ge-
gangen/ Seine Anschauung von dem sprachl. Gesetze spricht er vok. S. 15
in folgenden Worten aus : 'Auch suche man in Sprr. keine Gesetze, die festern
Widerstand leisten als die Ufer der Flüsse und Meere.' Beachtenswert ist die
Bopp eigentüniHche Auffassung von Guna und Wriddhi im Skr. vok. S. 6:
'Guna und Wriddhi sind im Skr. 2 Arten von Diphthongierungen , die sich
beide durch den Vortritt eines a vor einfache Vokale, kurze oder lange, be-
sonders vor i und u erklären. In der ersten Art verschmilzt das a mit dem
folgenden Vokal ... Im Wriddhi sind beide verbundenen Vokale hörbar, aber
nur eine Silbe bildend, wie in den deutschen Diphthongen ai und au ... ar
ist Guna und är Wriddhi des R-Vokals. Es wird hierdurch . . . klar, daß
Guna in der Vortretung eines kurzen und Wriddhi in der eines langen a be-
steht."' Wie Grimm gezeigt hatte, daß der ' Umlaut' durch die Natur des
Vokals der Endung bedingt sei, sucht B. nun zu beweisen, vok. S. loff. , Maß
auch der Ablaut von der Beschaffenheit der Endungen herbeigezogen werde.'
Er stellt gegenüber :
Skr. Got. Giicch.
veda vidima vait vituni oiba ibiLiev
vet£a vida vaist vituth oiaBa laie
veda vidus vait \-itum oibe iCTacTi
und fährt dann fort: 'Wir bezweifeln daher nicht, dal.^ es die Endungen sind,
welche einen Einflul,^ auf den Wurzelvokal äul^ern, ihn erweitern, wo sie schwach
^ Zur Kritik dieser Auffassung des \Vriddhi vgl. schon Lasskn, lnh. min . 111. 45 i\.
12
F. TliCIIMEK.
sind, und ihn in seine ursprüngliche Einfachheit zurückführen, wo sie selber
sich mehr ausdehnen." B. nimmt hier an, daß der Ablaut 'mechanisch^ durch
das Gewicht der Endungen bedingt sei. wahrend Grimm ihn auf psychologische
dynamische' Ursachen zurückführte. ■B. geht ferner auf die Deklination und
ihre 'starke' und *^schwache' Form ein; leider aber nicht auf Grimms Laut-
verschiebungsgesetz. Diese Seite, welche bald von Pott mit besonderm Er-
folg gepflegt werden sollte, wie ich im Supplement zum \".. dem Andenken
an Pott zu widmenden Band der i. z. näher ausführen werde, berührt B. nur
obenhin am Schluß vok. S. 130: 'Treffliche Belehrung über das germ. Laut-
system in sinniger Vgl. mit dem der verwandten Sprr. erhalten wir vom Vf.
S. I — 595. Mangel an Raum verhinderte uns aber. Einzelheiten hervorzuheben
und Betrachtungen daran zu knüpfen.'^
Die reichen Ergebnisse all seiner frühern Arbeiten hat B. dann in seiner
VGL. GRAMM. DES SKR., SEND, ARMEN., GRIECH. . LAT. . LIT., ALTSLAW., GOT. UND
DEUTSCHEN Zusammengefaßt, deren i. Aufl. in 6 Lieferungen 1833 — 49 erschien.
Die Vorrede beginnt: 'Ich beabsichtige in diesem Buche eine vgl., alles Ver-
wandte zusammenfassende Beschreibung des Organismus der auf dem Titel
genannten Sprr. ''. eine Erforschung ihrer physischen und mechanischen
Gesetze und des Ursprungs der die grammatischen Verhältnisse bezeichnenden
Formen. Nur das Geheimnis der Wurzeln oder des Benennungsgrundes der
Urbegriffe lassen wir unangetastet." Unter dem 'Organismus' versteht B. hier
wohl das aus einheitlichem Ursprung entwickelte grammatische System. Nach
Breal hat Bopp mit 'physischen' Gesetzen Lautgesetze (vgl. oben 'Wohllaut-
gesetze'), mit 'mechanischen' Gesetzen Gewichtsgesetze (lois de gravite), also
Avohl eine Art Kompensationsgesetze ^ der Vokale und Silben gemeint. Eine engl.
Übersetzung der vgl. gramm. ist von Eastwick unter den Auspizien von Wil-
son 1845 — 53 veröffentlicht worden.^ Breals franz. Übersetzung habe ich be-
reits erwähnt. Eine 2. deutsche Ausgabe ist 1857. eine 3. 1868 erschienen.
^ Die Einteilung der Flexionen in 'leichte' und 'schwere" hat B. dann auch in seine Skr.-
Grammatik eingeführt.
^ Weitere Untersuchungen haben dann die Abhängigkeit des Ablauts vom Accente erwiesen,
welcher leider in den bis dahin in Europa veröffentlichten Skr.-Grammatiken vernachlässigt wor-
den war, wie W. v. Humboldt mit Recht in seinem Briefe S. 65 rügt. Vgl. zunächst nament-
lich A. Holtzmann: über den aelaut, 1844 und C. W. M. Grein, ablaut, 1862.
3 Die hier in Frage kommenden Lautverschiebungsgesetze , die des Hochdeutschen ausge-
schlossen, hatte schon Rask in seiner Preisschrift: undersögelse om des gamle nordiske eller
islandske sprogs oprindelse , 1818 und Vater in seinen vgltafelx der europ. STA^LMSPRR.
UND SÜD-, westasiatischer, i822 dargestellt.
4 Bopp faßt sie in der Vorrede zur 2. A. seiner vgl. gramm. unter der Bezeichnung des
indoeuropäischen Sprachstamms' zusammen.
5 Vgl. oben das im vokalismus über Ablaut angeführte.
^ Vgl. die Besprechung dieser engl. Übersetzung vom Okt. 1S51 unter comparative philo-
logy I. Wir lesen daselbst S. 30 : his conjugations-system was translated into English as early
as 1820, in the annals of oriental literature iANAlytical comparison . . .;. Schon eine
oberflächliche Vgl. zeigt, daß es sich nicht um eine Übersetzung, sondern um eine neue Bearbei-
tung des Gegenstandes handelt, wie ja auch B. in seiner Selbstanzeige und in der Vorrede zur
I. A. seiner vgl. gramm. angibt, anal. comp, ist von Pacht ins Deutsche übersetzt worden in
Seebodes neues arch. f. philol. u. päd. II.
VORWORT ZU AXALYTICAL COMPARISON.
13
Auf den Inhalt dieses klassischen Werkes brauche ich wohl nicht weiter ein-
zugehen. Mir kam es hier ja namentlich darauf an. die Bedeutung anzudeuten,
welche die Abh. analytical comparison unter den Arbeiten von Bopp und für
die Geschichte der Sprachw. hat. Der folgende Abdruck ist, selbst mit Bei-
behaltung einiger nicht ganz folgerechter Äußerlichkeiten im Satz, genau nach
der Originalausgabe, deren Seiten am Rande angegeben sind. Nur habe ich,
um die liegenden Buchstaben ganz der Transskription der i. z. vorzubehalten,
statt ihrer gesperrt setzen lassen. Viele Druckfehler sind ohne weitere Be-
merkung berichtigt worden ; sie stammen zum großen Teil von der ungewöhn-
lichen Verwendung des ^ als Zeichens der Länge her. Mit Recht schreibt
W. V. Hu.MEOLDT an Bopp, in diesem Bande S. 65: 'Es kann den Leser miß-
leiten und ihm eine falsche Vorstellung geben. ^ Es ist deshalb für v das ge-
bräuchliche Längezeichen - gesetzt worden.
Leipzig.
F. T.
ANALYTICAL COMPARISON
OF THE SANSKRIT, GREEK, LATIN, AND TEUTONIC LANGUAGES, SHEWING THE ORIGINAL
IDENTITY OF THEIR GRAMMATICAL STRUCTURE. BY
F. BOPP.
[ij It is now very generally admitted. that there exists a similarity between
the Sanskrit and several of the languages, which by conquest or other causes,
have obtained the most extensive adoption over both ancient and modern
Europe. No person. however, not practically acquainted with the language of
the Brahmans, could be aware that there exists a coincidence so exact and so
universal throughout all portions of grammar as is really the case. Many
resemblances are evident at first sight. others are discovered by more careful
investigation, and the more closely we analyse the recondite structure of the
kindred tongues, the more we are surprised to find them constantly developed
by the same principle.
A careful inquir>' into the analogy of the Sanskrit with the above men-
tioned European languages must, on many accounts, be considered as truly
valuable. It shews the higher or lower degree of affinity by which nations,
who in the remotest antiquity wandered from the land of their ancestors into
Europe, are connected with the present inhabitants of India. It shews, secondly.
that those refinements of grammatical construction by which the Sanskrit is so
advantageously distinguished from all the spoken dialects of the Indian world,
already existed in that remote antiquity, when colonies, leaving their Asiatic
seats, transplanted into Europe their native tongue; because by the same
refined grammar which distinguishes the Sanskrit from the Bengali, Tamul,
Hindustani, and the Mahratta languages, &c. it is connected with the Greek.
Latin, and the ancient Teutonic dialects. among the latter. particularly with
the Gothic. Hence we may conclude that the beauties of the Sanskrit language
[a'i are not the work of the learned or the priesthood, as some might be inclined
to suppose; but that they really were in daily use in the mouth of the people,
and were so strongly impressed upon their minds , that they did not forget
them in their transmigrations beyond distant mountains and seas. We might
farther conclude, that a nation, possessing a language so polished in so early
a period, where we are altogether abandoned by the light of histor>\ must be
able to boast of a very ancient literature , and it is credible that those who
remained in 'their native country, or more in its vicinity; for it is probable
ANALYTICAL COMPARISON.
15
that what we call Sanskrit was spoken also in its primeval form by the an-
cient Persians and Medes; would think upon means to preserve in their purity
the tenets of their religious and civil institutions ; that they might deliver to
their successors the venerated traditions of their ancestors , they would pro-
bably invent means of writing them down before their brethren who wandered
abroad, could recover sufficient leisure for that purpose. Therefore, what the
Brahmans teil us, concerning the antiquit>^ of their Vedas. and other religious
writings , Stands upon a more solid ground than they perhaps themselves are
aware, and before the contrary has been more efifectuall}' proved than has yet
been done, we may with due precaution and necessary restrictions , listen to
the reports of the Hindus , who are certainly not merely guided by vanity
when they so unanimously speak of the high antiquity of part of their
literature.
Another and not less important reason. which makes a critical comparison
of the Sanskrit with its European sisters , worthy to be undertaken , is the
light thrown thereby upon each of the languages compared , and the clearer
view we thence obtain of the most ancient forms of each respectively, and
probably some conception of the original and primitive signification of a great
part of the grammatical inflections common to all. It is chiefly by comparison
that we determine as far as our sensible and intellectual faculties reach . the
nature of things. Frederic Schlegel justly expects, that comparative gram-
mar will give us quite new explications of the genealogy of languages, in a
similar way as comparative anatomy has thrown light on natural philosophy.
I do not believe that the Greek , Latin , and other European languages lSJ
are to be considered as derived from the Sanskrit in the State in which we
find it in Indian books; I feel rather inclined to consider them altogether as
subsequent variations of one original tongue , which , however , the Sanskrit
has preserved more perfect than its kindred dialects. But whilst therefore the
language of the Brahmans more frequently enables us to conjecture the pri-
mitive form of the Greek and Latin languages than what we discover in the
oldest authors and monuments, the latter on their side also may not unfre-
quently elucidate the Sanskrit grammar. That is to say. whilst the Sanskrit
has preserved many grammatical forms , which can be supposed to have for-
merly existed in Greek, Latin. Gothic, &c. there are instances where the revcrse
is the case, where grammatical forms, lost in the Sanskrit, have been pre-
served in Greek or Latin. To explain this fact it will be necessary to öfter
a few remarks, which shall be more fuUy investigated in their proper place.
The first person of the Sanskrit verb is generally indicated by an m . this m
in the present tense is foUowcd by an i, thus b'avämi significs I am. the
second and third persons are b avasi, thou art, b avati, he is, plur. b avanti.
they are. From thesc persons the middle form ' is derived by the slight
change of the terminating vowel i into e; b avati. b axanti, b avasi. be-
come b'avatc. b'avantc, b avasc; corresponding with the Greek biboiai.
bibcvtai, bibcaau VV'e should expect that analogous to this, b'avämi would
^ Called by Dr. Wii.kins, in bis c.uammar, iho proper form.
i5 y- Boi-p.
makc in thc middlc form b'avämc, but herc thc m, which is thc charac-
teristic of the first person, is lost, togcther with its prcceding vowel, and only
the terminating e remains, so that we find b'ave instcad of b'aväme. If the
analogy of the Sanskrit language alone was insufficient to produce a conviction
that this must have originally been the middle form of b'avämi, the Greek
forms bibo|uai, TUTTTO)aai, &c. would inform us that me (|Liai) characterized the
first person of the present tense, middle form, in that ancient Asiatic tongue,
before it was transplanted into Europe. The Latin also has preserved the
original shape of some inflections, at present lost in Greek and Sanskrit, and,
[4] whilst there is a pronoun extant in the two latter of which the former has no
vestige, a few adverbs and derivatives, as tam, tum, tot, totus. tantus
excepted ; there is one pronoun in Latin, complete in declension, which has,
with the exception of a few cases, some adverbs and derivative pronouns,
become obsolete in Sanskrit, and has left scarcely any traces in Greek. This
subject, I hope, will be found of sufficient importance to require some further
explanation, which shall be given in its proper place.
But before we enter upon our comparison, it will be necessary to explain
the manner in which the Sanskrit words occurring in this essay will be written
in the Roman character. The Sanskrit aiphabet contains 50 Single letters, and
the Roman only 23, if we comprise the y and z. But as it is inconvenient
in matters of grammar to represent one single letter by two or three. as is
too frequently the case, I shall endeavour to propose a method by which this
can be almost entirely avoided. With respect to the vowels , it will be suf-
ficient to State, that after the example of Sir William Jones and Dr. Wilkins,
I here make use of the Italian orthography as the basis, distinguishing the
long from the short vowel , in Sanskrit represented by partic'ular letters , by
nieans of a grave accent.' In a few instances, however, where grammatical
difierences are expressed only by the length or shortness of a vowel, I have
made use of the prosodial signs, in order to attract more effectually the atten-
tion of the reader. Those who are unacquainted with the Italian, will do well
to follow the French pronunciation, with the exception of the vowel u, which
is to be pronounced as in the English word bull, where it has no accent,
and like the word rule, where it is marked with a grave accent." Besides the
vowels known in European languages, the Sanskrit has an r, considered as a
vowel, with a sound much the same as that of the syllable ri in the English
word merrily where the i is scarcely heard. In fact the r is the only con-
sonant which can be pronounced without the help of any vowel, and it is
therefore not at all to be wondered at that the Hindus cojisider it as a vowel,
where it is neither preceded nor followed by another vowel, and that they
have invented a particular letter for it, which it will be thought well to repre-
[5] sent by our common r, with a point under it (r.). Sanskrit grammars speak
also of an 1 vowel, but this letter scarcely ever occurs, and it is therefore
not necessary to embarrass ourselves with the invention of a mode of repre-
senting it.
^ Jnstead of the grave accent the common sign of length has been put m this repiint
for reasons given on p. 13. F. T.]
ANALYTICAL CO.MPARISON. IJ
It is proper to be acknowledged, that the Italian language has preserved
most faithfuUy the Latin pronunciation, and we may be assured, that the Single
vowels, at least, were pronounced in Latin as they still are pronounced in
Italian. It will be desirable therefore that, in order the better to comprehend
the following comparisons, the English reader would follow the Italian pro-
nunciation in Latin words also, laying aside for a little while his peculiar
inanner of pronouncing them, by which he distinguishes himself, not much in
favour of truth, froni all the Continental nations. With respect to the Greek
pronunciation, I believe, that for the single vowels at least, that of Erasmus
is to be preferred, conformably to which ri corresponds to the Sanskrit e, and
is to be pronounced like a French e with a circumflex accent. as in the word
tete; its corresponding short vowel e is rather to be pronounced like the French
e in the word bonte. i has always the sound of i in French, either short or
long, and u that of a French, if not rather of an Italian u. Following this
pronunciation, the similarity of the Greek with the Sanskrit will appear more
striking than by that generally adopted in England.
With regard to the consonants we have to observe, that in Sanskrit each
has its corresponding aspirate, to express which the Indian aiphabet is fur-
nished with particular letters. It will be convenient to indicate these by the
Greek sign of aspiration, in order to avoid representing one letter by two;
conformably to this I write b'avati, he is, and not bhavati. There is a
letter in the Sanskrit aiphabet having exactly the sound of an English ch, which
we may use, as the only instance of two letters expressing a single sound.'
Its corresponding aspirate will regularly be accompanied by the Greek sign of
aspiration (ch'). Another Sanskrit letter has the sound of an English j, or of
an Italian g before e or i ; I represent it by j . Where words , in which this
letter occurs, are used in Latin or Greek, we generally find a g or y hi its
place; as for instance, Jana, (nom. Janas) race, family, people (les gens),
genus, Tevoc; janitri, mother, genitrix. Teveieipa : räjä, king. rex,
reg-is (il rege), räjati, he reigns, regit; jänu, knee (a neuter noun),
genu, T ovu ; rajatam, silvcr, argentum; jarä, decrepitude. old age,
Yfipac, &c.
There are three kinds of sibilants in the Sanskrit aiphabet. One corre-
sponds to the common English s, as in the word sama, similar similis,
6|Li6c, the same); another has a slight aspiration, and might be accompanied
by the Greec Spiritus lenis (s'). This s* very frequently is changed into k,
but only after established rules of euphony, and we find that where words are
in Sanskrit written with this s', in Greek and in Latin a k or c are its usual
Substitutes; for instance, das'a, ten, dasamas the tenth. correspond to the
Greek and Latin, beKu and decimus; and the root drs'. to sec, which forms
draks'yämi, I shall sec, answers to the Greek verb bepK-uu, &c. The third
Sibilant has a strong aspiration, and is therefore to be marked with the Spi-
ritus asper (s'). It scldom occurs at the conimenccmcnt of a word, unless
' It might be given also hy a Z, to wliich we could conventionally adjoin the sound of the
English ch. I generally use a Z wlien I write Sanskrit with Roman chavaclers for my own use,
to gain time.
Techmkr, ztsciir. IV. 2
jg V. Boi'i'.
it be confüLinded with one of thc two preccding sibilants, most frcquently it
is a change of thc first s. reproduced by the rules of euphony. The Sanskrit
alphabct contains four difierent n's, vvhich are respectively used as the following
letter may chance to be a guttural, palatal, cerebral, or dental consonant, bat
as the three first scarcely ever occur at the commenccment of a word. and
as we have no occasion to use them in this essay, \ve have no need to fix
upon any sign for distinguishing them from the common n. It will be more
necessary to mark with a point, after the example given by Dr. Wilkins, a
peculiar kind oft and d. called cerebral, together with their aspirates, that
they may not be confounded with the common dental t or d. as d, t, d', t'.
The letter y wherever it occurs in this essay, in Sanskrit or Gothic words, is
always to be considered as a semi-consonant, and to be pronounced as in the
English word year ; it answers to an Italian and German j .
Before we quit this tedious but unavoidable subject, we may be allowed
7 to pay a tribute of deserved praise to the admirable system by which the
aiphabet is arranged by the Sanskrit grammarians; in the original gramm.ars
the letters are classified with the most scientific skill, in an order founded upon
the natura of the organs of speech by which they are respectively articulated.
Many sounds. which other languages are obliged to express by several letters,
can be represented by single ones in the Sanskrit aiphabet, which also has
particular characters for short and long vowels, and even for the diphthongs
ai and au; but those connected with one another in sound bear also a simi-
larity in the shape by which they are expressed. There is only one defect
of which we may accuse the Sanskrit aiphabet, namely, that the short a, the
short Italian e and o are not distinguished from one another. For I cannot
believe , that in the language of the Brahmans . when it was a vernacular
tongue, the akära had always the power of a short a, and that the sounds of
e and o nev^er occurred in it ; I rather think that the sign used for the short
a, was put also to express a short e and o. If this was the case. it can be
accounted for why in words common to the Sanskrit and Greek, the Indian
akära so often answers to e and o, as for instance, asti, he is. eöTi; patis,
husband, ttocTic; ambaras, sky, ö)ußpoc, rain, &c.
The languages, which we shall now endeavour to shew. as being intima-
tely connected with the Sanskrit, are the Greek. Latin, and the ancient Teu-
tonic dialects. Among the latter we prefer the Gothic, as the oldest, and, there-
fore probably, bearing the greatest similitude to its Asiatic sister. Ulphila's
Gothic translation of the Gospels, which has happily escaped the destruction of
time, was made in the fourth Century. We dare boldly affirm, that the language
of Ulphila has a closer resemblance to the Sanskrit than to the English, although
in the latter, as belonging to the Teutonic stock, there is not e.xtant any
grammatical inflection, which might not with facility be deduced from the
Gothic. The reader himself can apply our remarks on the Gothic to its kindred
dialects, ancient and modern, and he will find that among the modern, the
German chiefly abounds in grammatical coincidences with the Sanskrit. Similar
[8! coincidences preserved in the Slavonian dialects are too striking to be entirely
overlooked. and among Oriental languages, the Persian, Armenian. and, we
ANALYTICAL COMPARISON.
19
may add. the Georgian. caii be proved to have had one origin with the Sans-
krit, the sacred language of the Hindus. We shall perhaps have an oppor-
timit}^ of speaking of these in one of the following numbers. confining our-
selves at present to those of a more general interest.
O F THE ROOTS.
Were we inclined to foUow the example of the first grammarians. and
to form a grammar by an analysis of speech. we should at the end of our
labour only be led to discover those simplest elements which we call roots.
and from which the Indian grammarians derive all words. from which also the
larger portion. with the exception of pronouns. numerals, and particles. really
do proceed. It will be well to avail ourselves of the labours of the first gram-
marians, and beginning with the simplest elements. contemplate the roots
developing themselves under our own sight, as we may say. into various
ramifications. The character of Sanskrit roots is not to be determined by the
number of letters, but by that of syllables, of which they contain only one;'
they are all monosyllables. a few excepted. which may justly be suspected of
not being primitives. A Sanskrit root may contain as few letters as are re-
quisite to constitute a monosyllable, that is to say. a Single vowel is sufficient.
and it may also accumulate as many letters as can possibly be united into
one syllable. I shall give examples of the two extremities; 1 is a root. com-
mon to three languages, signifying to go. In Sanskrit we may form from it
Imas. we go, in Latin imus, Greek iVev, or after the Doric dialect. i'uec.
Svask is a root, which Hkewise signifies going in Sanskrit: in this we find
coUected four radical consonants with one vowel. The reader will observe.
that in its first elements the Sanskrit shews a strong contrast to the Arabic
and its sister languas^es. The nature of an Arabic root is not to be deter-
mined by the number of syllables, but by that of radical letters. Three of
these quadriliteral verbs being not to be considered as primitives . neither less.
nor more. characterize an Arabic root. among which letters. the short vowels.
which are necessarily used to articulate the radical consonants, are not to be
counted. An Arabic root may be a monosyllable, if the second radical is an
elif, waw. or ya, as säl. käl. being pronounced in grammar säla. käla,
the last short vowel does not really exist in the spoken language, which agrces
more with the Hebrew. But the greatest proportion of Arabic roots contains
two syllables. as Katab. bara, atar &c. Roots like the above mentioned
T cannot possibly occur in Arabic.
Wherever we are enabled to rcduce, with an\- certaint)-. Latin, Grcek,
and Teutonic verbs or nouns to their roots. we find them alwaj's to be mono-
syllables. as for instance. da, sta. mon. min. (moneo, memini , frag,
(frango, fregi:, vid. voc, &c. corresponding to the Sanskrit roots. da. to
give, st'ä. to stand, man. to mind. b'anj, to break, vid. to know. vach.
to speak. Examples of Greek roots are cpa cpcitu Sansk. b ä, to shine, eb
^ The vowels a and i , lerminat'mg verbs uf ihe l'ifth aiul tenlh conjug.ations , rem.iin only
in certain tenses, and theiefore cannot he considered as belonging to the root.
2*
2Q F. Boi'r.
\lhuj), Sansk. ad, to eat; beiK (beiKVUiai, beiEoi), Sansk. dis', to shew: future
tense, dck-s'yami, I shall shew. There are, however, roots in Greek. which
bear evideiitly thc character of having two syllables, as for instancc. öpef forms
the verb öpeT^u. But if we consider, that frequently words, which the Greek
has in common with other languages , are distinghuished in the former by a
prefixed o, as övo|aa, name, nomen; Sansk. näman nom. näma: öbouc.
öbovT-oc, dens, dent-is, Sansk. danta;' öcppuc, eye-brow, Sansk. b'rü,
Hkewise a feminine, whose nom. is b'rüs, &c. ; if we pay due regard to these
and many similar cases, we shall be inclined to take pej as the primitive root
of öpi^ix) , which would agree with the German root reck ^r ecken), of the
same signification.
As examples of Gothic roots may be cited, slep (slepan) to sleep,
Sansk. svap; var Vary an) to prevent, Sansk. vr, which forms värayati,
he prevents, Goth. vareith; vas (vasyan) to clothe, Sansk. hkewise vas:
[io]vai (vaian) Sansk. vä, expressing in both languages the motion of the air,
vaivoun vindos, which occurs in Matt. Vll. 25, signifies, 'the winds blew;^
in Sanskrit I often met with vavau väyuh, the wind blew, vavau being
formed by the reduplication , like the Gothic vaivoun, whose singular is
vaivo.
If we can draw any conclusion from the fact that roots are monosyllables
in Sanskrit and its kindred languages, it is this, that such languages cannot
display any great facility of expressing grammatical modifications by the change
of their original materials without the help of foreign additions. We must
expect that in this family of languages the principle of copnpounding words
will extend to the first rudiments of speech , as to the persons , tenses of
verbs, and cases of nouns, &c. That this really is the case, I hope I shall
be enabled to prove in this essay, in Opposition to the opinion of a cele-
brated German author, who believes that the grammatical forms of the Sans-
krit, and its kindred languages, consist merely of inflections, or intermodi-
fications of words. Mr. Frederic Schlegel, in his excellent work on the
language and philosophy of the Hindus, very judiciously observes, that lan-
guage is constructed by the Operation of two methods: by inflection, or the
internal modification of words, in order to indicate a Variation of sense, and
secondly, by the addition of suffixes, having themselves a proper meaning.
But I cannot agree with his opinion , when he divides languages , according
as he supposes them to use exclusively the first or second method. into two
classes, reckoning the Sanskrit language, and those of the same family. in the
first, under the supposition that the second method never is used by them.
I rather think that both methods are adopted in the formation of all languages,
the Chinese perhaps alone excepted, and that the second, by the use of sig-
nificant suffixes, is the method which predominates in all. Reduplication, for
instance, is found in languages, which scarcely use any other mode of modi-
fying words. The Arabic, and its sister languages, are considered by Mr. F.
^ The Greek adverb oödE will be better derived from tlie verbal root AAK, to Ijite , con-
nected with the Sanskrit root das", (forming the future dak-s'yämi); of the same signification.
ANALYTICAL COMPARISON .
2J
Schlegel as having a remarkable tendency to use the second method . and
he very ingeniously obsen-es: *^\Vhere the first and most essential forms. as
those of persons in verbs, are marked by incorporated particles, hav^ing an in-
dependent meaning themselves, in their separate State, and where a propen- 'n
sity to adopt similar Suffixes shews itself in the ground work of the language,
there \ve may safely believe that the same circumstance has taken place in
other instances, where the addition of foreign particles cannot now be so
certainly recognized ; we may be convinced that the language generally belongs
to this class (which uses suffixes) notvvithstanding it has already assumed a
higher character by means of mixture and artificial refinement.' The indica-
tion of the persons of verbs in the Sanskrit language, and those of the same
origin, Mr. F. Schlegel considers as being produced by inflection: but
ScHEiDius shews very satisfactorily, with respect to the plural at least, that
even the Greek verbs make use of pronouns, in Compound structure with the
root, to indicate the various persons. With respect to the singular, he would
have succeeded much better if he had not limited himself to the corrupt form
in Lu. terminating the third person of the present tense. in ei, where I cannot
perceive any pronoun incorporated; — but had extended his view to the form
in fii. terminating the third person in the Doric dialect with tu Scheidius
commits another fault, namely. that in speaking of the pronouns he stops at
the nominative, whilst the crude form of nouns ma)' be better extracted
from the oblique cases. In this way it is easy to discover that to is the
radical form of the Greek article, which is originally nothing more than a
pronoun of the third person, and is used as such in Ho.mer. This to, bereft
of the final vowel . becomes an essential dement of verbs in their third per-
son, singular, dual and plural, as, biboTi \ biboTOV, bibovTi. I have no doubt
but it can be proved, with as much certainty at least as in the case of the
Arabic, that Sanskrit verbs also, form their persons, by compounding the root
with the pronouns, upon which subject I shall offer a few remarks in its proper
place. Mr. F. Schlegel does not enter into an)' inquiry of the origin of
what is generally called grammatical inflection, this subject belonging not to
the plan of his highly instructive work; if he had been induced to undertake
it, it would certainly not have escaped his usual sagacit\" and profoundness of [12I
thought, that the greatest part of those inflections are mercly additional par-
ticles, whose proper signification, where it can be discovered. is more or less
connected with the modification of scnse induced b)' thcm upon the \-erb or
noun. The only real inflections which I considcr possiblc in a language. whose
elements are monosyllablcs, are the changc of their vowels and the rcpetition
of their radical consonants, othcrwise called rcduplication. These two modes
of inflection are used in the Sanskrit and its kindred dialects to their füll
extent, and often even, particularly in the former, to a useless redundancN'.
I mean without indicating a modification of the sense. The Arabic, together
with its sister languages. hax'ing mostl}' roots of two syllables, is natural!}- capable
' Used in the Dovic dinlect , in which the original form of words is the most f.iithfully
preserved.
22 F. Bor...
of a o-reater numbcr of internal inflections, this faculty it particularly displays
in its formation of nouns, deriving from the roots a great number of them,
without the help of foreign additions, whilst the Sanskrit forms almost all its
nouns by means of a great number of Suffixes, of which many are easily
reduced to their own roots. In other parts of grammar the Arabic almost
entirely neglects its capability for inflcction ; the verbs, for instance, have pro-
perly two tenses only (bcsides an imperative mood) : a present. which also is
used as a future tense, and a preterit; and these two tenses are chiefly dis-
tinguished by their mode of joining the pronouns, the former affixing them be-
fore, the latter suffixing them after the verb, as for instance, TAktub, NAktub,
thou writest, wewrite; katabxA, katabNA, thou wrotest, \ve wrote. ' The
Sanskrit grammar contains a great variety of tenses and moods, partly formed
by composition, partly by means of inflection, as we shall endeavour to shew
in the foUowing chapter.
[13] OFTHEVERBS.
A verb, in the most restricted meaning of the term, is that part of speech.
by which a subject is connected with its attribute. According to this defini-
tion it would appear, that there can exist only one verb, namely, the Sub-
stantive verb, in Latin esse; in English, to be. But even these are some-
times used as attributive verbs, as in the phrase, Deus est, There is a God;
here the attribute ascribed to the subject Deus, is expressed by the verb
est, he is. This verb is more generally used as a mere grammatical copula,
without conveying the idea of existence. In the phrase, homo est mor-
talis, the verb est merely ascribes the attribute mortaiis to the subject
homo; we do not think at all of its expressing existence. In fact, existence
is sufficiently expressed by the word homo, which conveys a complex idea,
comprising that of existence. The only quality, supposed as unknown or not
expressed by the w^ord homo, is mortality, which the verb est attributes to
the subject. One who does not exist, cannot die, and it would be superfluous
to say , first, that man exists, and then State that he is subject to death.
Again , if we do not renounce the idea of existence , which est, used as an
attributive verb, expresses, then the phrase, homo est mortaiis. instead
of a simple logical proposition, offers a complex one. If after having said
â– "This man is..." one stops saddenly, the hearer remains in expectation
of what this man is, the word is appearing to him only a connecting particle,
which does not inform him of any thing, but is only the mean of informing.
The Spanish language makes use of estar, derived from the Latin stare%
as a Substantive verb, but here certainly we abstract from the original mean-
ing of Standing, as it may be applied to subjects sitting or lying.
^ I have here in view the spoken Arabic, which agrees more than the literary with the
Hebrew. The latter has a few tenses more, formed by terminations following the final radical.
So the aorist YAktnb, which alone occurs in the spoken dialect, gives origin to YAktubu,
YAktuba, and YAktubanna. It would lead us too far beyond our immediate object to enter
into any discussion, whether these tenses existed originally in the language, or whether they are
an invention of .grammarians after the time of Mahommed.
- The French imperfect j'etois, originally written j'estois, comes from the same verb.
ANALYTICAL COMPARISON.
It appears to me, that it is from the want of a mere grammatical copula,
that languages make use for this purpose of a verb already attributive; but
among attributive verbs, to be is certainly the most convenient, because every
subject, to which an attribute is ascribed . exists , or is at least supposed to 14'
exist. An attribute which may be expressed by an adjective can be induded
in the verb itself, and such attributive verbs incHne more towards the nature
of adjectives than that of verbs in their grammatical functions. Languages
of a structure similar to that of the Greek, Latin &:c. can express by one
verb of this kind a whole logical proposition, in which, however. that part
of speech which expresses the connexion of the subject with its attribute,
which is the characteristic function of the verb , is generally entirely omitted
or understood. The Latin verb. dat, expresses the proposition. he gives, or
he is giving: the letter t, indicating the third person, is the subject. da ex-
presses the attribute of giv'ing , and the grammatical copula is understood.
In the verb potest. the latter is expressed, and potest unites in itself the
three essential parts of speech, t being the subject, es the copula. and pot
the attribute.
After these observations the reader will not be surprised, if in the languages,
which we are now comparing. he should meet with other verbs. constructed
in the same way as potest, or if he should discover that some tenses con-
tain the Substantive verb, whilst others have rejected it, or perhaps never
used it. He will rather feel inclined to ask, why do not all verbs in all tenses
exhibit this Compound structure? and the absence of the Substantive verb he
perhaps will consider as a kind of ellipsis. That he may be better enabled
to form his opinion, it will be well to begin our comparison with the Sub-
stantive verb, explaining its entire conjugation, from which it will be easy to
make due application to that of other verbs. There are two roots in Sanskrit
expressing to be, As and B'ü, answering to the Latin roots Es and Fu:
the former is almost solely employed to express the grammatical junction be-
tween subject and attribute, it is defective in its conjugation, and. in some
measure, irregulär : the latter has a complete conjugation, it supplies de deh-
ciencies of the former. like the Latin Fu; and almost all words connected
with the idea of existence are derived from it. In several Teutonic dialects,
ancient and modern, the verb Substantive is formed from two ditierent roots.
corresponding with those in Sanskrit. The English root Be has a striking 15]
similarity with the Indian B'ij; and As assumes in English the form of Ar
iforming thou art, we are, iS:c.', the change of S into R being extremely
frequent in Sanskrit as well as in several of its kindred languages. In German
the first and second person, singular, of the present tense, ich bin, du bist,
correspond with the Sanskrit root B'ü, and all the remaining persons, with As.
The present tense, which expresses the real conjunction of a subject with its
attribute, without any restriction, is formed in Sanskrit by the mere addition
to the root of the characteristics of the person. These are throughout all
the tenses, with a few exceptions, j\I for the first person. singular and plural.
V for that of the dual; T for the third person of the three numbers, and.
the present tense cxcepted . for the second. plural: S for the second of the
24 F. Boi'i'.
Singular, and T for that of thc dual, and the plural of the present tense,
and indeed of man\- tcnscs, particularly of the middle form, also of the
Singular number.
In exact conformit)' with the Sanskrit, M is also the characteristic of the
first person. singular and plural. in the Greek. Latin, and Teutonic languages,
but in the Gothic onl)' of the plural. In Greek )li is ahvays changed into v,
at the end of a word, a Situation in which )lA never appears. and therefore in
Greek v is the characteristic of the accusativ^e case. which is denoted by an m
in Sanskrit and Latin. This rule extends to the first person of verbs, where
V takes the place of )li . if it is not foUowed by any termination. In the
language of the Franks also, n distinguishes the first person. singular, of the
present tense. and in the plural, where this characteristic is foUowed by the
termination es. it assumes its original form m. as machon, I make. machomes
\ve make. In Latin the m of the first person singular has been more care-
fully preserved in the conjunctive than in the indicative mood. where it remains
in the imperfect and pluperfect only, and in the future tense of the third and
fourth conjugations : the present tense of the verbs sum and inquam ex-
cepted.
The characteristics of the other persons in Greek. Latin, and the Teutonic
languages will likewise be found to agree, more or less. with those of the
[i6l Sanskrit. That these characteristics are real pronouns . or the radical con-
sonants of them, will appear perfectly evident when we come to treat of the
declension of pronouns.
In the present tense the pronominal consonants I\I, S. T of the singular
number and of the third person plural, are articulated with a short i. Mi
joined to the root As. forms asmi. I am. 'EZ. which is to be considered
as the root of the Substantive verb in Greek. connected with the syllable \xi,
should form ecTjai . but the radical Z. foUowed by the characteristic M. was
changed in the Doric dialect into M. emui) for sake of euphony. in the same
way as the Sanskrit dative tasmai. to him. has assumed in Gothic the form
of thamma. More generally eG[xi was contracted into ei)ui. whilst in the
plural, ecfjuev is more common than its contract form ei^ev. The Latin deri-
ved from the root Es the obsolete form esum. which was changed into sum;
in Gothic the radical S is rejected in the first person of the present tense.
but im, I am, is perhaps the only instance of the Gothic preserving the cha-
racteristic m in the singular. By the addition of the pronominal syllable si,
to the root As, should be formed assi in Sanskrit, but one s has been
rejected, and asi, thou art, agrees with the Latin es and the Gothic is.
The ancient ecTcri in Greek. derived from the root 'EX by the addition of the
pronominal syllable Oi, has certainly preserved the original form in its great-
est purity. 'EcTcTi was in later times contracted into eic, like ecTjui . into ei)ai.
The Sanskrit third person asti. he is . is almost entirely identified with the
Greek ecTii , from which also the Latin est, and the Gothic ist ate little
different. In the plural, as well as in the dual, the Indian root As loses, in
an irregulär way. its radical vowel, but the characteristic M in the first
person plural of the present tense . receiving the termination a s . we find
ANALYTICAL COMPARISON. 2=)
smas", we are , instead of asmas. in which \ve recognize the Doric e(J)aec.
which again claims. with greater appearance of right. to be considered as the
original form. In Latin we have sumus and the ancient esumus. in Gothic
si}'am. The second person in Sanskrit is st'a, you are. instead of ast'a, 17]
which we find preserved in the Greek ecTie : the Latin estis corresponds more
with the Indian dual st'as. which is used instead of ast'as. In the Gothic
siyuth, we find the second person indicated by an aspirated t. as in the
Sanskrit. The third person in the ancient language of India is santi. they
are, which will be found exactly to resemble the Latin sunt and the Gothic
sind. The Doric evtl, which was changed into eicri by the influence of the
same principle that transformed tutttovti into tiitttouctu is certainly mutilated.
and as in all the persons hitherto considered. we found the radical Z inherent.
we might fairly conclude that the original shape of evTi was crevii. er eaevTi.
which would be analogous to iüjxiv and ecTie.
The foUowing table ofifers a coherent view of the present tense of the
Sanskrit verb Substantive :
Sing. Dual. Flur.
1 As mi S \"as S mas
2 A si S t' as S t'a
3 As ti S tas Sa nti.
In Order to shew the conjugation of the present tense in a more regulär
verb, we choose the root Pä. to reign , which may be compared with the
Doric-Greek, Latin, and Gothic roots. OA. Da, and Hab:
Sing.
Sansk.
Greek.
Latin
i.
Goth.
I
Pä
mi
cpa
fii
Do
Haba
2
Pä
si
Cpl'l
c
Da
s
Habai s
3
Pä
ti
qpa
Tl
Pll
Da
uir.
t
Habai th
I
Pä
mas
qpa
^ec
Da
mus
Haba m
2
Pä
t'a
cpa
T6
Da
tis
Habai th
3
Pä
nti
(pa
VTl
Da
nt
Haba nd
Dual.
Sansk.
Greek.
Goth.
I Pä
vas
H
ab
os
2 Pä
t'as
(pa
TOV -
H
ab
ats
^ Pä
tas
oa
TOV
Note. The Dual was e.xtensively used in the language of the Goths. it
occurs very frequently in the gospels translated by Ulimui.a. The first person 18.
always terminates in os, perhaps but little differing from the Sanskrit termi-
nation vas. The second person has ts for its charactcristic . which is joinod
^ S at the end of .1 woiil is subjectod in Sanskrit to several clianges, depcndiny; upon tlie
rules of euphony, hui it will he well in ihis compaiison to preserve it always in its original form.
26 ^^- Bon'.
to thc verb by one of the vowels, a, i, u, ai or ci. In thc gospel of J(jhx,
C. XIV. 23, Christ, speaking of himsclf and his clivine Father, says: Kai irpoc
auTÖv e\€U(T6)a€0a, Kai inoviiv irap auTUJ TTOuiao|Liev; this Ulphila has translated
Word for vvord, cmploying the prcsent tense with a future signification. in
the foUowing manner: yah du imma galeithos, ya salithvos' at imma
gatauyos. Mark XIV. 13, Christ says to two of his disciples: UTraYete. this
is translated by gaggats; in Sanskrit it would be gach'atam. In the first
person pkiral the Frankish dialect öfters a more striking similarity than the
Gothic to the Sanskrit, Greek, and Latin, having the termination mes. ans-
wering to the Sanskrit mas, the Doric laec, and the Latin mus. The whole
of the present tense of the Frankish language will perhaps be found to coin-
cide more than the Gothic with the above languages. The root Mach is
thus conjugated:
Sing.
Plur.
1 Macho n
Macho mes
2 Macho s
Macho t
3 Macho t
Macho nt
The first person sing, agrees with the Greek termination ov in the imperfect
and second aorist; for the Frankish dialect seems in conformity with the
Greek, to change a final m into n.
The middle voice expresses the reflection of the action upon the actor
himself, but is often used in Sanskrit with an active signification. In order
to efifect its derivation from the active voice, those persons terminating with
an i, change this vowel into e; so b'avati, he is, b'avanti, they are. and
b'avasi, thou art, are changed into b'avate, b'avante, b'avase. If the
Greek ai had the sound of a French ai , which is that of an Indian e , then
the Greek derivation of biboiai, biboviai from the Doric and original forms of
the active voice , bibujii , bibovTi , would agree exactly with the method em-
ployed in Sanskrit ; the second person bibocTai sapposes the active to have
been bibiucTi, but cri, which characterizes in Sanskrit the second person of the
present tense, active voice, has in Greek only been preserved in ecr-cfi. thou
â– 19] art. From the first person biba))ni is derived the middle form b{bo|nai , after
the same principle. In Sanskrit the characteristic of the first person is lost in
the Singular, throughout all tenses of the middle voice; b'avämi, I am, does
not form b'aväme, as might have been expected, but b'ave, which certainly
cannot claim such high antiquity as the Greek bibo|uai. As TUTTTO|uai, TUTnecTai
(which has been changed into TUTTieai and tuttti,i and TUTTTexai are in com-
plete analogy with bibo)aai , &c. we may thence conclude that the present
tense of all active verbs terminated originally in )ai, (Ti, ii. The change of
TiJTTTO)ai, TUTTieTi iuto TUTTTO) , TUTTiei has not affected their derivatives of the
middle voice, which, having preserved the original form, point out the primi-
tive State of their corresponding persons of the active.
All the persons of the Sanskrit middle voice are not in such intimate
connexion with their corresponding persons of the active voice, but one
^ This is the acciisative, plural, of salithva.
ANALYTICAL COMPARISON.
principle chiefly predominates in the formation of the middle voice. in Sans-
krit as well as in Greek , namely , the increase or lengthening of the termi-
nation. I consider therefore the origin of the middle form as the mere result
of inflection. in its restricted use, without the help of foreign addition. The
foUowing table exhibits the conjugation of the present tense . middle voice,
in comparison with that tense of the active.
Sing.
1 B' avä mi B' av e
2 B' ava si B' ava se
Dual.
B'avä vas B'avä vahe
B'ava t'as B'ave t'e
B'ava tas B' ave te
3 B' ava ti B'ava te
Flur.
1 B'avä mas B'avä mähe
2 B'ava t' a B' ava d've
3 B'ava nti B'ava nte.
Potential mood. — After the present tense the potential mood is
treated of in the Sanskrit grammars. Its characteristic is a long i inserted
between the root and the pronominal characteristics , to which is prefixed in
most of the conjugations a long a in this tense. so that the above i is to be
changed into the semi-consonant y, according to the rules of euphony. '
Whatever may have been the original pronunciation of tutttoi.ui, Tuvpaiiai, 20
and biboinv, Tiöeiriv , &c. it is certain that the vowel i, inserted just in the
same way as T is in Sanskrit, between the root and the personal termination,
characterizes the Greek Optative. Also in Gothic, this way of forming the
potential mood prevails, from Sokyam, we seek, is derived, Sokyaima, we
may seek. Although it becomes pretty evident, by the proper names occurr-
ing in Ulphila's translation of the Gospels, that ai was pronounced in Gothic
as in French, namely, like a long e, this contracting of two vowels into one
sound does not prevent each of them from retaining its proper signification.
In Sanskrit i is always contracted into c with a preceding a, without aftect-
ing its meaning, thus jayait becomes jayet, he may be victorious, the tAvo
words nama idam are contracted one, n am cd am, according to the rules
of euphony. Even in Greek TLH|)aifii was probably pronounced tupscmi; in
this Word i still remains the only characteristic of the Optative, as well, as in
TiGeiriv, biboiriv, &c.
The Indian root As, to be, rejects, in an irregulär way, its radical vowel
throughout the whole potential mood, making Syäm, I may be, instead of
Asyäm. The conjugation of Syäm may be compared with that of Siem.
occurring in Plautus, and with the Gothic Siyau:
^ That I am aiithoiized lo consider i as the cssential characteristic of the potential mood
appears from the middle voice, where ä is not placed before the pronominal lerminaiions, and
therefore the y resumes its primitive form, as ad y ä t, adi t a. Il appears also from the first and
fourth conjugations, where ä is not placed before the personal characteristics, but because of the
a preceding in these conjugations, the i is contracted with it into ö, as b avet, instead of
b' ava lt.
28 r. Borr.
Sing.
Sansk. Lat. Goth.
1 Syä m Sie m Siyau
2 Syä s Sie s Siyai s
3 Syä t Sie t Siyai
Flur.
1 Syä ma Sie mus Siyai ma
2 Syä ta Sie tis Siyai th
3 Syus Sie nt Siyai na.
Note. Syäm, syäs, &c. is properly instead of siäm, släs, &c. which
[21 agfees perfectly with the Latin siem. sies. In Latin and the Doric dialect.
we might add also the language of the ancient Franks, the M of the first
person is in the pkiral ahvays followed by the termination us. ec, es. but in
Sanskrit mas appears in the present and future tense only, in the others s
is rejected, and syäma therefore agrees more with the Gothic siyaima than
with the Latin sie mus. It may be proper to observe, that it seems not im-
probable that in Sanskrit also, mas originally stood in all the tenses, and
that in admas, we eat (ebo|uec) , pämas, we reign. &c. the termination as
properly denotes plurality, whilst m which belongs also to the singular, indi-
cates the first person. It may perhaps not be out of place here to observe.
that Sanskrit nouns also indicate plurality, in the nominative and accusative,
by the termination as. corresponding with the Greek terminations ec and ac.
and with the Latin es of the third declension.
The Gothic language loses the characteristic of the third person . in the
Singular and plural of the potential mood. With respect to the Indian syus.
they may be. I have to observe, that here also the third person seems to me
to be unexpressed, and the termination us only to indicate pluralit>^ In the
second preterit also, which is formed by reduplication, the third person termi-
nates with us in the plural and dual, the only difierence. I perceive, between
the two numbers is this, that the dual expresses the third person by its usual t.
which the plural leaves out. Thus in b'ab'üvaxus, both are, I find plurality
expressed together with the third person; in b'ab'ijvus, they are. I consider
the idea of plurality alone is indicated , the usage of the language supplying
the want of the pronominal characteristic. From the conjugation of the pre-
sent tense of the Substantive verb, in Greek, we could easily draw the con-
clusion that ' EX is the root of it. If this be the case , we cannot but con-
sider the Optative eTr|V as a corrupt form, the radical I being rejected. Euiv
Stands probably instead of aeinv or ecTeiriv. It is very well known how
addicted the Greek language is to reject 0. particularly where it Stands bet-
two vowels — eTUTTTeao is changed into eiuTTTeo, which b}- contraction be-
comes eruTTTOU ; according to the same principle of rejecting ü tutttgio is
formed from tutttoicto.
[22 The striking analogy between the Greek optative. particularly of that of
verbs in )ai. and the Sanskrit potential mood will appear in the clearest light
ANALYTICAL COMPARISON.
29
by comparing payam 'instead of paiam] I may reign, with qpair|v . I
may speak :
Sing.
1 Päyä m qpairi v
2 Päyä s cpair) c
3 Päyä t qpaiii
Dual.
Päyä va -
Paya tarn qpaitiTOV
Payä täm qpaniTr|V
Plur.
1 Päyä ma cpa.üi uev '
2 Päyä ta 90.111 le
3 Päyus qpair) üav
Observ^ations. — The }i of the first person is in Greek changed into
V , conformably to the prevaling principle of the language , which does ntDt
permit the use of a final |u. The characteristic of the third person is wanting.
and so it ahvays is. where it would stand at the end of a word. Neither t
nor b ever close a word in Greek, unless the final vowel be omitted, because
of a vowel beginning the following word ; and thus it is accounted for , why
we have 6. i'i, TO'. and not TO'A or TOT like the Sanskrit pronoun sas, sä,
tad, or tat. of which the accusative case is tarn, täm, tad or tat. cor-
responding with tov, t)iv. t6. The Latin language has , in many instances.
preserved the grammatical forms in a purer State than the Greek. the neuter
of several pronouns is in it denoted by a d : neither does the Latin acknow-
ledge the propriety of rejecting the final t. but the Italian, following the
example of the Greek and yielding too much to the love of euphony. rejects
the final t of its parent tongue; amabat becoming amava. In the middle
voice the Sanskrit Suffixes a short vowel to the characteristic of the third
person singular, this method being followed in Greek also, the final pre-
vented the characteristic t from being rejected in the middle voice. The long
a which precedes in Sanskrit the pronominal letters throughout the active, is
omitted in the middle voice, and its corresponding r) in Greek, which is really
an astonishing coincidence, foUows the example, — dadyät, he may give,
forms dadit-a, and dadyäma, we may give, dadimahi: and so in Greek 23
biboir) . which originalh' must have been written biboüiT. forms biTOiT-o . and
biboirmev makes biboiineöa. The similarit}', which qpairiTOV , (pau'iTiiv . evince
with päyätäm. päyätäm. where the second and third persons dual in both
languages, are distinguished mcrcly by the measurc of the personal termina-
tion. is too striking to be overlooked.
The first conjugation. as we have already observed. does not in the
Potential mood prefix a long a to the personal characteristics . but as this
conjugation in the first four tenscs suffixcs an a to the root, this vowel is
contracted with the 1. indicating the potcntial mood, into e: so the root pach
forms pachet, paches, pachema. \c. which agrees with the Latin landet,
lau des, laudemus, &c. Now, if this striking analogy is not merely acci-
dental, which can hardly be believed of a language so constanth^ following
I preserve intentionally the primitve form, instead of the contracted q)aiTOV. qpaiu€v, &c.
,Q F. Boi'P.
the grammatical principlcs of thc Sanskrit, thcn \ve must admit. that laudem,
es, et, (Is:c. are contractions of laudAim (agreeing with edim of PlautuS;
where a would be the character of the first conjugation (laud being the root) .
and i that of the conjunctivc. It is worthy of remark, that even in Italian
thc conjimctive is constantly characterized by an i: amo becomes ami, amate,
amiate, amano, amino, ho, I have, is changed in the conjunctivc into
abbia, &c. It is very improbable that we should succeed in exphiining with
certainty the original meaning of every syllable or word, which in grammar
produces a slight modification of the sense of verbs or nouns, but this ought
not to prevent us from seriously inquiring into it. The reason why the vowel
i expresses the potential mood cannot be discov^ered in Greek, in Latin, nor
perhaps in any other European language, but in Sanskrit the radical dement
1 expresses wishing, desiring; and what syllable could be more properly
employed to indicate an Optative than the one to which the Hindu grammarians
had given the primär)^ signification of Känti, having desire? I will not
affirm that this is the primitive meaning of the root i , and that the gram-
marians had a sufficient reason for putting Känti at the head of their ex-
planation , but certain it is, that Imas has , among other significations , that
[24' of, we desire or wish. Now it is remarkable that the sense expressed in
Sanskrit, and the languages here compared with it, by a syllable, signifying
desire , incorporated into the verb , is in English , and often in German also,
expressed by detached auxiliary verbs, having the primary signification of
wishing.' The German mögen has frequently this signification, and the
English may is of the same origin, derived from the Saxon magan, in Gothic
likewise magan. It is the genius of modern languages to express, by sepa-
rate words, what in ancient languages was united into one body. In Sanskrit,
Greek, and Latin, &c. the pronouns, for instance, are suffixed to the verb,
but in English, German, French, &c. they are placed separately before, and
where the pronouns , formerly united with the verb , have left some remain-
ing traces , they have now lost their signification , and therefore a repetition
of the signs of the persons is become necessary. In the French, ""nous
aimämes' the first person is expressed twice. and so is the third person in
the German er liebt, he loves. The third person Singular is generally indi-
cated by a t in German verbs , in conformity with the Sanskrit , Latin , and
Gothic, but notwithstanding this t, originally a pronoun of the third person,
the pronoun er is alvvays placed before the verb.
Imperative Mood. — That we may preserve the order in which the
conjugation is exhibited in Sanskrit grammars, I shall now proceed to treat
of the Imperative. This mood has no particular characteristic to express com-
mand , like as we discovered in the preceding tense , an incorporated 1 , in-
dicating wish , or desire. It is , however , sufficiently distinguished from the
present tense by its personal terminations, which in the dual and plural it
has in common with the potential mood, and generally also with that preterit,
which is formed by a .prefixed a. The first person singular is expressed by
In NoTKER we read, 'l mahta baldur weinon', vellem vehementer ploiare.
ANALYTICAL COMPARISON.
31
an n instead of an m, and the second by an h instead of s. In this person
the root As, to be, is entirely irregulär, also in the second and third persons,
dual and plural , its radical vowel is rejected, which rejection could certainly
not have taken place but subsequently to the age , when emigrating colonies
introduced into Greece and Italy, languages so intimately connected with that 25
of India. If we restore the rejected a, then Asta, Astäm, Astäm will be
exactly identified with ecrie, ecriov, ecrroiv, and the Latin este. Other coin-
cidences will be discovered in the foUowincr table :
Dual.
Asä va
S tarn, ecr tov
S täm. ecr tuuv
Sing.
1 Asä ni
2 Ed' i
3 As tu, ecr tuu, es to
Plur.
1 Asä ma
2 S ta, ecr xe, es te
3 Sa ntu, SU nto.
The similarit>^ between the imperative of the Sanskrit. Greek, and Latin
languages will be better understood by comparing that of the roots Pä, OA.
and Da.
Sins.
1
Pä
ni
2
Pä
hi
cpa 61
3
Pä
tu
qpa TUU Da t
1 Pä ma
2 Pä ta
3 Pä ntu
Pä va
Pä täm
Pä täm
cpa TOV
cpa TUUV
Ph
cpa Te Da te
cpci VTOV Da nto.
Note. Sanskrit roots of the first, fourth , sixth. eighth. and tenth con-
jugations do not join any pronominal letter to the second person singular. of
the imperative mood; so, for instance , b'^ava-si, thou art . makes b'ava.
Herewith agree the Greek verbs in uu and all Latin verbs . as TUTTTe , ama.
mone, audi, &c. Also in the Teutonic dialects. the second person singular
of the imperative is generally the mere root. without an\- addition but a vowel.
Only the Gothic dialect uses the potential mood as imperative. The Attic
form of the third person plural , cpcivTuuv. is more than cpcxTuuCTav. usod in its
place, analogous to päntu and danto, and more conformable also to the
practice prevailing in the Doric dialect. of indicating plurality b>' an v prc-
fixed to the charactcristic of the third person.
P'irst prcterit Tense. — This tensc is formed b\- mcaiis of a short a.
prefixed to the verb in the same way as the Greek augment. This a I can- 26
not consider as a mere inflection. in the restricted mcaning of the word, but
it rather appears to have nothing to do with the root of the verb. and to be
a foreign addition enducd with a proper signification. I do not bclicxo that
■5 2 !*• Borp.
at first it specifically expressed past time, and that therefore it possessed ori-
ginal adaptation to form a preterit tense: but languages are very seldom
capable of expressing fuUy what they prctend to express ; of every thing in
nature, of every animal, of every plant, speech can seize only one qualit>'. in
Order to express the whole by it. The elephant is called in Sanskrit dantin
nom. danti) from its teeth. or dvirada fendued with two teeth . or from
his trunk serving him for a hand, he is called hastin or karin nom. hasti,
kari); from his habit of taking water in his trunk, and then drinking when
he pleases, he is called dvipa twice drinking). Were the Sanskrit to express
all the qualities of the elephant by one word, it would be obliged to join all
those mentioned together, and to add a great number of others. The serpent
is called, from its motion sarpa, or pannaga, going not with feet. from
päd, foot . na, not, and ga, going;; or uraga, going upon the breast.
This will remind us of that passage of Scripture, in which God cursing the
serpent, says, "^Because thou hast done this, thou art cursed above all cattle,
and above every beast of the field; upon thy belly shalt thou go, and
dust shalt thou eat all the days of thy life.' Besides many other names the
serpent has also, in Sanskrit, that of pavanäs'ana, wind-eating. Although
in .this language, admirable for its beautiful structure, the reason of appellation
is much easier ascertained than in Greek and Latin, it is however sometimes
impossible to discover from what quality a thing has received its name : the
less striking qualities not seldom give rise to the appellation of objects. It is
gratifying to observe, how with apparently few means, by a wise emploj'ment
of them, languages succeed to convey in an unequivocal m^nner, an immense
number of ideas. But, as language is incapable of expressing all qualities, even
of material things, by one word: being obliged to indicate one quality only;
how could it be constantly possible fully to convey the finer shades of modal
1 27^ and temporal meaning ? And if languages here likewise bend to the necessity
of sometimes expressing a part. how can the philologist always determine with
certaint}', what part is expressed, and what supplied by the usage of language ?
Precisely such is the case with the a , prefixed to verbs in order to form a
preterit. What it originally signified , I do not know , but this I know , that
it is prefixed in the same manner to nouns with the sense of a negative or
privative particle : for instance, adina, happy (not miserable), anindita, dear
(not despised) , abala, weak (without strength) , &c. It would not by any
means be contrary to the general practice of languages, if by the words adina,
anandita, exceeding the primary sense of the negative particle a, the Sanskrit
had also signified one who has been miserable, who has been despised
— but who is not now miserable, not now despised : in that case there might
have been a closer connexion between a negative and a preterit, than would
be evident at first sight : or in other words , the particle a, expressing in its
primitive sense negation, can very properly in a secondary meaning indicate
past time, that is to say, deny the existence of the action or quality with
respect to the present time. One might ask , why in this way a is not as
well employed to form the future tense , for neither in this tense does the
action or quality expressed by the verb , actually exist : but the usage of
ANALYTICAL COMPARISON.
33
language is despotic, arbitrarily employing its means, without control. An-
other objection could be taken against the original identity of the negative a
and the a expressing past time, from the case of the first being employed in
Greek iinder the form of a, the second under that of an e, so that different
forms ansvver to different meanings. But it is very often the case , that one
original word produces , in languages originating from others . two , three , or
more words, with slight variations in form and meaning ; and this practice has
particularly contributed to the copiousness of the English language. For in-
stance, to stay and to stand have the same origin, both are variations of
the Sanskrit root St'ä, to stand. I stay agrees with the German verb, ich
stehe, signifying I stand, of which the preterit is, ich stand I stood), which
is considered as a new root in English.
The personal terminations of the first preterit, in Sanskrit, are. in some 28j
measure, different from those of the present tense, but this difference. in my
opinion , does not contribute any thing to the change of the sense , which is
sufficiently and solely expressed by the prefixed a. It ought to be noticed
also, that these terminations, whilst they differ from those of the present tense,
agree generally with those of the potential mood, the signification of which is
much more widely remote than the present tense from that of the preterit.
In Greek it is likewise the augment only, which evinces the true characteristic
of the imperfect, the terminations of the dual and plural, the third person ex-
cepted, agree with those of the present tense. The perfect agreement of the
Sanskrit first preterit with the Greek imperfect will be fuUy explained by a
comparison of the conjugation of Apäm with that of the Doric eqpav.
Sing. I Dual. 1 Plur.
1 Apä m eqpa v Apä va Apä ma eqpa juec
2 Apä s ecpa c Apä täm eqpa tov Apä ta ecpa re
3 Apä t ecpa I Apä täm eqpd ti-|v Apä n eqpa v
Note. It has been already observed, that the Greek is abhorrent to the
use of a T at the end of a word. With respect to the language of the
Hindus we have now to remark, that in the State in which wo find it pre-
served in that portion of their literature remaining extant, as far as I have
been able to ascertain by a careful examination, a final t never occurs with an
n preceding. This letter, preceding a final t, always causes it to be rejccted.
So, for instance , to the accusative of the present participle adant-am.
(edent-em, ebovx-a) , to the plural adant-as (edent-es, ^bov-iec) to the
feminine adan-tl, answers the nominative masc. adan. ebiuv ', instead of
adant, ebovT. One might say that t is afraid in Sanskrit to appear at the
end of a word, preceded by an n, and that the Greek t is still more timid :
wherever they can avail themselves. if I dare so say, of the shelter of a fol-
lowing vowel , then they resumc their dcserted Station. Thus. as from the
Singular ab'avat, he was, the niiddlc voico is dcrivcd by suffixing an a,
' It is the practice of the C'iieek to lengtlieu tlie vowel, wlien in tlie nominative of tl-,e
third declension tlie final con-onant is rejected,
TeCHMER, 2TSCI1R. IV. >
7 4 F- Bopp
[29I making- ab'avat-a; in a similar way from ab'avan. thcy wcre . or rather
from ab'avant (as it originally must have becn writtcn is produccd the
middle voice ab'avant-a. It is scarcely neccssary to add. that, in the Greek
middle voice likevvise , eiuTTTOVi-o and eruTTTeT-o prove the anterior existence
of the active forms eiuTTTüVT and tiuTTTex. From these obser\^ations it would
follow that in apän and ecpav ' there is only pkiralit}^ expressed, for. in the
present tense, pänti and cpavii are distinguished from their corresponding
Singular päti and qpaii by mean of an n prefixed to the characteristic of the
third person. This way of indicating pUiraHty I consider as a mere inflection.
because a nasal is sometimes even inserted in the midst of a root. where it
may be regarded as modifying onl}' the pronunciation of the vowel. and in
the Sanskrit aiphabet the anusvära, a sign which may represent any of the
five nasals. is ranged among the vowels.
It will not be out of its place here to observe. that the Gothic language
has a passive . which is formed in exact analogy with the above mentioned
ab'avata. eiuTTTeTO. ab'avanta. eTUTTTOVTO. namely, by additionofan a to
the personal characteristics. 'Ni liugand. ni liuganda' is Ulphila's trans-
lation of the Greek text. Bie urravbpeuHV, übe uTravbpeuHViai; they neither
marry, nor are given to marriage. S. Mark XII. 25. — "Afletanda thus
fravaurhteis theinos'' is the Gothic translation of dqpeuuvxai (Joi ai d|uap-
Tiai Oh, Thy sins are forgiven thee. S. Luke V. 20. — Afletanda is derived
from the active afletand. — Conformably to a rule of euphony a final S in
Gothic is always changed into Z. when a vowel is joined to it, therefore the
second person singular , terminating with S in the active , pannot become S a
in the passive, but Za. However. as haitis, vocas, haitith, vocat. do not
form the passiv^es haitiza and haitida". but haitaza, haitada. changing
into a the vowel i. which in the active connects the personal characteristics
with the root: — it puzzled the grammarian Hickes, and whilst he explains very
properly the origin of the above liugand-a, afletand-a, and other similar
[30] forms, in order to explain haitaza, haitada. afnimada^ &c. he has recourse
to the passive participle. formed by a suffixed d. But unfortunately the roots,
hait, nim, &c. do not form their passive participle by a suffixed d. but an
n, conformably to the English participles. taken. given, &c. Besides, there
exists no participle formed by z or s; the nominative. sing. masc. only has s
for its characteristic, which disappears in the oblique cases. Hickes ought to
have considered , that in Greek also . Tcftric , thou standest, does not form in
the middle voice Tcrtricrai . but Taxacrai . resuming its radical a. for which in
the active, an r\ has been substituted. From the first and third person. plural,
haitam, haitand, and from the first, singular, haita, one would expect the
second and third to be haitas. haitath, but, although the usage of language
' I shall perhaps sncceed in proving eqpaöav, which is more commonly used for eqpav, to
be of a Compound form , when I shall have occasion to speak of the incorporation of the Sub-
stantive verb with the attributive verbs.
^ Th is always changed into d, when followed by a vowel.
3 Prauf^tes hauhistins haitaza; •npo(pr\Tr\(; v\\)iaT6 Kh]Qr\Oy]. Luke I. 76. — Afni-
mada af im sa bruthfaths; (öxav) dTtapGr) Ott' auTiJÜv 6 vu)H9io^. Matt. ix. 15.
ANALYTICAL COMPARISON.
35
here chose an i. to connect the personal characteristics with the root. this has
not affected the passive, where the a resumes its place.
Where the active already terminates with an a. in the passive, this vowel
is changed into au. much after the same principle that changes the final i
of the present tense. Sanskrit and Greek. in the middle voice ' into e being
the contraction of ai and ai . as b'avante. TumovTai . from the active
b'avanti and the Doric tutttovti. The third person. plural. of the potential
mood terminates with na instead of nda) having lost its pronominal letter d,
in the passive this d has preserved its place, and the foUowing a is changed
into au: thus andhausyaina originally andhaus\-ainda). audiant. makes
andhausyaindau". audiantur: gaumj'aina. videant 'gaumyainda ,
produces gaumyaindau'. videantur.
To return now to the Indian Substantive verb As. we have to observe. l3i]
that this root. belonging to a conjugation which does not add any servile
vowel or syllable. requires necessarily a vowel to connect the pronominal con-
sonants m. s. t with the root. in the singular of the first preterit. which Pä.
as well as the Greek OA, could receive without the interference of a foreign
vowel. It is generally a short a which performs this office to those roots of
the second conjugation terminating with a consonant. Thus ad. to eat. which
out of ääd, produced by the augment. makes ad. contracting by a rule of
euphony two short vowels into their corresponding long one (as r]h in Greek
originates from eeb). forms in the singular of the first preterit. ädam. adas,
ädat. The Greek language is here. as in many other instances. less regulär
than the Sanskrit, because it interposes between the root and personal cha-
racteristics. sometimes an 0. sometimes an £. making fibov ^ flbec, r\he iibei-o"
and not ribov, fiboc, or r|bev. fibec, &c. which would. at the same time. be
more regulär and more conformable to the example given in the Sanskrit
grammar. In the plural and dual, where the pronominal consonants are fol-
lowed by vowels. the interfering a. being unnecessary. disappears. as ädma
(fibo-)uev;. and not äd-a-ma. The root As makes by the augment äs, con-
tracted from aas. and so in Greek the root 'EZ produces j'ic instead of eec.
The first person singular is äsam in Sanskrit, in the second and third person
1 is chosen as intermediate vowel. therefore äsis. äsit stand for äsas. äsat.
The Greek verb Substantive is mutilated in the singular of the preterit . and
this mutilation . I believe . is due to the hatred the Greek idiom constantly
shews against Z.^ As ctutttov Stands for the first person. singular. and for
' In Greek tlie passive is in almost all tenses ihe same with the miiKUe voice; but the
Sanskrit has a proper charakteristic of the passive, naniely, the Insertion of the syllable ya be-
tween the root and the personal terminations, which are the same as those of the micklle voice.
Thus Pate is the middle voice of Päti, and I'äyate the passive. It might be said that the
change of i into c indicates the reflection of the action upon the subject, which the passive has
in common with the middle voice, and that the syllable ya indicates that the subject does not
himself perform the action.
- Oti ... €iaaKOUö9»]aovTai, ei . . . andli a usy ain d a u. Mail \i. 7.
3 'OiTUJi; äv 9aiviJüai toTc; ctvGpuJTTOK;, ei gaumyaindau mann am. Matt. vi. 5.
•* fjöov would be formed by analogy, but is not in actual use.
5 Even in Sanskrit S is liable to much change, or to total suppression, but only when it
3'
36
F. Boi'P.
A s ma
n ^ev
A's ta
ficr te
A"sa n
fjcra V
[32] the third, plural, originating in the first casc fvom tTUTTTO|n (plur. eTUTrTO)a-ev,
middlc form tTUTTTOin-r'iv) , in the latter from eiUTTTOvi ; eTUTTTOvi-o) ; thus we
may conclude from ricfav, thcy were, which somctimes we find changed into
fjv, in Hi:RO])t)Tus , Hesiüd , &c. that the first person singular was originally
likewise fjcrav (ricrd)Li-riv, agreeing with the Sanskrit äsam). The rejection of
the syllable (Ja, which happens occasionally in the third person, plural. be-
came general with respect to the first of the singular. If this was primitively
r\(Jav, the second and third must have been rjcrac and Y\6e. But leaving the
decision of this question to those who make the Greck language the ob-
ject of particular investigation , and who cannot but be aware of the love of
abbreviation. predominant in this language, particularly when Z is concerned,
we shall only compare the dual and plural with the first preterit of the Indian
Substantive verb.
Sing. Dual.
1 A"sa m A"s va â–
2 A"sT s A's täm fjcy tov
3 A'si t A"s täm \\ü Trjv
The persons here compared with the Sanskrit make it highly credible that
y\ixev originated from iia-iaev , which would be distinguished from the cor-
respondent person of the present tense, ecTiaev by the mere augment. which
distinguishes also ecT-te from rjcT-xe.
The S of the Latin root Es is changed into R in the imperfect, a change
which very frequently occurs in Latin, and even in Sanskrit S" is often changed
into R, but only at the end of words, and according to invariable rules. In
consequence of one of these , for instance , patis mama, conjux meus pr
rather mei, ofme) is changed into patir mama, because a final s, preceded
by an i, is always changed into r, when the foUowing word begins with m.
Also in all the Teutonic dialects, the Gothic excepted, the change of s into
r frequently occurs ; in the Icelandic this permutation is quite characteristic.
The Gothic was, I was, for instance, whose plural is wesum, is in German,
in both numbers. changed into war (ich war, wir waren); the English pre-
serves the original s in the singular, and changes it into r in the plural — -
I was, we were. To give another instance, where an original s is changed
[33] into r in Latin , I shall mention the genitive plural of the first , second . and
fifth declensions, terminating with rum; but instead of musarum we find the
obsolete form musasum. This I am the more inclined to consider as the
original form, because it is connected with the Sanskrit, in which all the pro-
nouns terminate their genitive plural, with säm, or, when this termination is
preceded by an e , with s'äm, because s always is changed into s', when
appears at the end of a word. In this case it is, conformably to general rules, either changed
into visarga, havtng the power of an h, or into r, or it is changed into 5, together with the
preceding a , or it is dropped entirely ; only in a few cases it retains its original shape. The
Latin language proves itself more indulgent than the Greek and Sanskrit to S. Where it does
not Substitute ai» r for it, it is always preserved, as well in the midst as at the end of a word :
but to the transmutation of S in*o R, the Latin is excessively addicted.
ANALYTICAL COMPARTSOX.
37
foUowing- an e. E'täsäm signifies istarum'. and käsäm quarum. of which
the masculines are etes'äm. kes'äm. istorum. quorum. Pronouns more
usually preserve the oldest forms of declension . and . in English . it is well
known . the pronouns only. have preserved any traces of declension by final
terminations. as. he. his. him ; who, whose. whom. — whilst all other words
have laid aside the use of them. As a consequence of this fact. \ve may
presume, that säm. the characteristic of the genitive plural. was extended
originally also to other nouns of the first declension', at least the supposition
is rendered probable by the Latin using the termination rum. which is not
merely confined to pronouns. The tendency for changing S into R is too
conspicuous not to be observed, and therefore we cannot doubt that eram
Stands instead of esani^. which would agree with the Sanskrit äsam, and at
the same time be analagous with the conjunctive esem, which in the oldest
Latin Stands for essem. the s having in later times been repeated. Con-
formably to the principle abo\'e explained. esem would be derived from esam.
by the Insertion of i. the characteristic of the potential mood. and ai would l34]
have been contracted into e. as it generally happens in the Sanskrit language.
Second preterit tense. — Fast time can also be indicated in Sanskrit
by a mere internal inflection without having recourse to any thing foreign to
the root. by the repetition of the first letter of the radical. which letter. when
it is a consonant is articulated by the vowel of the root. This vowel always
becomes short. if it be a long one, and the initial consonant. if aspirated. is
changed into its corresponding tenuis.-^ Thus Tup. to kill, makes by the
reduplication tutup. D'üs' of similar signification makes düd Gs': Lis". to
lessen, makes Ulis". However the root B'ü. to be. notwithstanding it has an
ü as radical vowel. does not make by the reduplication bub'ü, but bab'ü;
besides , all roots with an r vowel . articulate . for sake of euphon}' , the re-
peated consonant with an a. thus B'r- to bear. Ter makes bab'ar. What
may be considered as an exception in Sanskrit, becomes regulär in Greek. in
which. whatever may be the radical vowel. the repeated consonant is always
articulated with an e. and thus TYTT does not make tututt, but t6tutt.
A more striking resemblance with tutup. in regard to the i)rinciple of
^ The fii'st Sanskrit declension comprises the first and second of the Latin language , the
masculines and neuters terminaling their nominative , singular, with as and am, agree with the
Latin terminations us and um; and the feminines in ä, answer to the first Latin declension.
^ I cannot pass over in silence an cid Etruscan form of the first person plural uf the Sub-
stantive verb , found in the 5th Eugubian table: 'Vutu: asama: ku vertu: asaku: vinu:
sevakni', which Lanzi translates: 'Vovinius ([uartum assuni. vinum hornum.' He con-
siders asama as makiiig one word witli viitu, and observe> that devotare, occuiing in l'LAiTrs,
ought to be remembered. — sacciu mi liniua kikisca, t. i. p. 367. — In anolher part of
the snme work lie observes, that asama is connected wiih eöjuev, or a similar Greci>m. Accord-
ing to my opinion, it is more noarly connected with cranius, if re^tored to esamus, its original
shape. But ratlier than wiiii tlie Clreek and Latin, ii agrees witli the Sanskrit äsma (we were' ,
from which it merely dilTers by an a . connecting the personal termination witli the root.
3 There are a few other rule^ to be observed with respect to the repetition of an initial
consonant, for wliicli we mu-t refer to ilie Sanskrit Cirammar of l)r. Wii.kins.
38
F. Bopi',
reduplication, exprcssing past time, is secn in the Latin cucurr, formed from
the root Curr, thc first person, plural, is cucur r-i-mus, very similar to its
corresponding tutup-i-ma, and so momord-i-mus agrees with thc Sanskrit
mamard-i-ma' , vve bruised. In the Gothic language also, the prcterit tense
is frequently formed by reduplication , but the repeated consonant is ahvays
articulatcd with ai, without any regard to the radical vowel. The root Fah
makes faifah — 'Ainshun ni faifah ina', «be'ic eiriacrev auTOV, Johx mii.
20. Tek forms taitok — 'Taitok mis sums', rivpaio fia Tic, Luke VIII. 46.
Vai forms vaivo — 'Vaivoun vindos% eirveucrav oi dve)Lioi. Maith.
VII. 25. &c.
[35] ^^^ second preterit in Sanskrit has this peculiarity, that neither the first
or third person singular, nor the second of the plural number, are indicated
by the usual pronominal characteristics ; and these three different persons are
all alike in their termination, joining only an a to the final letter of the root,
if it be a consonant. Thus tu top a" signifies both , I, and he killed , and
tutupa signifies you killed. However old this rejection of the personal cha-
racteristics may be; because even in Greek the first person singular of the
perfect terminates in a, and not in its usual v; and in Gothic the first and
third person singular of the preterit are always alike, and where this tense is
formed by the reduplication , or by the change of the radical vowel . there
the first and third persons, singular, terminate in the final letter of the root;
— notwithstanding all this, I consider that the Omission of the pronominal
signs in three different persons, in Sanskrit, was not a defect of the language
in the primitive State, whilst Greek, Latin, Teutonic, Sanskrit, &c. still
continued one and the same Speech. In that remote age tutöpaM, tutöpar,
tutupaxA, or tutupixA, or something similar, may perhaps have occupied
the place of those mutilated forms we have mentioned. At least the Greek
can boast of having preserved in the second person plural its usual le : teiu-
TTaie is therefore certainly older, and more in conformity with the constant
analogy of the Greek and Sanskrit languages, than the Indian tutupa. In
Latin also momorditis appears nearer to the original form than in Sanskrit
its correspondent mamarda, which should be mamardita, to agree with
the first person mamardima. In Gothic the second person plural is marked
by th, as in all other tenses. The Greek language has also this advantage
over the Sanskrit, that it has preserved, in the middle voice, the characte-
ristics PL and T, which are foUowed by the termination ai : XeXu )aai, XeXeY |uai,
XeXu Tai, XeXeY Tai, suppose an active XeXu |ui, XeXey |ui- &c. from which they
would be derived , like bibo Tai, bibov Tai, from the Doric bibuu ti, bibo vti.
[36] In Sanskrit the second person of the middle voice is indicated by s e . cor-
responding with the Greek cTai, in XeXuaai. This suffix se is either directly
joined to the root, or by means of the vowel i; from the rootD'ü, to shake.
^ The vowel i is very frequently used in Sanskrit as well as in Latin, to connect all kind
of Suffixes with the root.
In the singular of this tense , the radical vowel receives that increase, which in Sanskrit
grammars is called guna, it is the change of a, i, u, r respectively into ä, e, ö, ar.
ANALYTICAL COMPARISON.
39
comes dud'üs'e' which leads to the conjecture, that originally, besides the
active form dud'öt'a, where the second person is expressed by the syllable
t'a, there might have existed also dudös'i, from which dud'üs'e would
proceed, in the same way as in the present tense. d'avase. from its cor-
responding active d'avasi.
The following table offers a coherent view of the second preterit, active
and middle voice : the application to the Greek and Latin can be made by
the reader himself.
Singf.
Active.
1 Tutöp a
2 Tutöp i t'a
3 Tutöp a
Middle voice.
Tutup e
Tutup i s'e
Tutup e
Dual.
1 Tutup i va ; Tutup i vahe
2 Tutup a t'us Tutup ä t' e
3 Tutup a tus Tutup ä te
1 Tutup i m a
2 Tutup a
3 Tutup US
Plur.
Tutup i mähe
Tutup i d've
Tutup i re.
Note. It has been elsewhere observed". that in the third person plural
there is only plurality expressed, by the termination us, which in the dual
is preceded by a t, the proper characteristic of the third person. In the
middle voice, this person terminates with ire; how this termination is con-
nected with the active voice, whence it is derived, and what part of it pro-
perly expresses the third person (if this person is really expressed), I have
not yet been able to discover.
Roots beginning with a consonant and terminating with a single conso-
nant, form this tense, if their radical vowel is a short a, by changing it into
0, with the exception of the first and third persons, singular, of the active 37]
voice. Thus the roots Tras, Svap , Tap, &c. form tresima, .we feared,
svepima, we slept, tepima, wc burnt. It scarcely requires to be noticed,
that this inflection is used also in Latin, to indicate past time ; cepimus,
fregimus, egimus, &c. being formed exactly like the above Sanskrit prc-
terits. But particularly in the Teutonic dialects, ancicnt and modern, the change
of the radical vowel is most frequently used to indicate past time. and ever\-
vowel is capable of undergoing a change for this purpose. In Gothic, for in-
stance, the preterits band, twoh, staig, are derived from the roots Bind,
to bind, Twah, to wa.sh , and Steig, to go. Frequently reduplication and
' S in the midst of a word, is nlways changed into s' wlien preceded by any olher vowel
thaii a short or long a.
^ See p. 21.
40
F. Boi>r.
a mutation of the radical vowel unite to form the same pretcrit. as gaigrotun'.
they wept, from the root Gret: lailot. he let. from Let. In Latin the
perfect tenses peperci. fefelli. from Parc and Fall, unite likewise two in-
flections. of which cach by itself would be sufficient to express past time.
Although reduplication and change of the internal vowel are very fre-
quently employed in Gothic, there exists another method of forming the pre-
terit tense, which, in fact, is extended to the greatest number of verbs. This
method consists in suffixing d or t to the root , either immediately or by
means of i ; the first and third person singular have no characteristics . and
terminate with a, like the second preterit in Sanskrit. Thus comes from the
root Sok the preterit sok-i-da, signifying I sought, as well as he sought:
the second person is sok-i-das. From the root Og comes oh-ta. ohtas,
ohta, I feared. &c. I do not regard this method of forming the preterit as
the original invention of the Teutonic language. nor must d or t be considered
as characteristics of past time. but it originates from a participle. common to
the Teutonic dialects with the Sanskrit. Latin, and other languages of the
same stock. This participle is förmed in Sanskrit by the suffix ta, joined
either immediately to the root, as in tyak-ta, abandoned, jita, vanquished.
or by the insertion of i , as in lik'-i-ta. written . kül-i-ta. skreened. Its
nominative, singular, is in the three genders. tas. tä. tam, corresponding
138] respectively with the Latin tus, ta, tum, and the Greek toc, tri, tov.^
The suffix has commonly a passive sense, indicative of the influence of an
action already fulfiUed, not now fulfilling . upon the subject, as in the above
mentioned jitas, one who has already been vanquished. In neuter verbs the
suffix t a has an active signification , and often Stands instead of a preterit
tense, thus gato vanam, gone to the forest, may express quite the same
as jagärna vanam, he went to the forest. It is therefore no wonder that in
the Teutonic languages. this passive participle serves to form a preterit tense
with an active signification. In Gothic the root Sok forms the participle
sok-i-ds, quaesitus, sok-i-da. qusesita, sok-i-th, quaesitum. The final s
of sokids is the sign of the nominative, it is rejected in the neuter, which
has no characteristic of the nominative and accusative cases.^ It must neces-
sarily be rejected also to form a verb, and the termination a then takes its
place, thus in produced sokida. I sought. From the root Og comes the
participle, oh-ts, oh-ta. oh-th, and thence the preterit oh-ta. I feared;
the radical g being changed into h. for the sake of euphony, because of the
following t.
An evident proof. that there is a connexion between the passive parti-
ciple and the preterit tense , is , that only such verbs as form the passiv^e
^ Roots beginning with a double consonant, in Gothic , repeat only the first , as in Greek
Y€TPCtcpa, KEKXiKa, &c. and in Sanskrit, taträsa, bab'räja, &c.
^ Greek words, formed by this suffix. more generally have the signification of Latin words,
formed by the suffix bilis; but frequently they agree in signification with the Sanskrit suffix
tas, and the Latin tus, as Tzoir]j6<;, eÜTjuriTOc;, See.
3 Tlie Gothic language prefers th at the end of a word, but when by any grammatical in-
flection it is to be foUowed by a vowel, it is changed into d.
ANALYTICAL COMPARISOX. /]. I
participle by the suffix d. derive their preterit tense in the maniier just de-
scribed: others. which use the suffix an. to form the passive participle. employ
either the redupHcation or the change of the radical vowel . in order to ex-
press past time. For instance. Nim forms the participle numans. numana.
numan. prehensus. a. um. its preterit is nam. I took. orhetook: Hait.
to call, forms the participle haitans, and the preterit tense haihait.
The method of deriving tenses from participles has obtained extensive
use in Bengali : Karite. Karile. Kariyä, form karitäm. kariläm. kari-
yäm. In Persian the preterit tense is always derived from the passive parti- 39
ciple : ber-deh. borne. agreeing with the Sanskrit b r-tas or b r-tah. of
the same signification. forms berdem. I bore. Also the Greek verb contains
a tense which seems to me to be derived from a participle : I mean the
aorist passive etuqpG-rjv , eboG-rjV . together with its derivatives . which I con-
ceive may proceed from the passive participle TuqpS-eic. bo6-eic. substituting
for the termination eic . the personal terminations rjv , i]C, x]. &c. If I am
right in this conjecture, there is 110 wonder why eTuqp6r|V, eboöiiv . with an
active termination. have a passive sense. and even never occur in the middle
voice. like other tenses of the Greek passive. The passive sense of eiucpöriv.
eboGriv is expressed by the letter 6 Coming from the participle. and therefore
the termination may be, without prejudice, that of the active voice. Parti-
ciples in Greek are generally deduced by grammarians from their correspond-
ing tenses of the indicative . and so xuqpBeic and boGeic must be so good as
to descend from eTuq)9r|V and eboBiiv : but I cannot conceive why they might
not have been previously formed . or why the usual practice of placing the
participles at the end of the conjugation. should exert such a great influence
upon the origin of grammatical forms. Languages sometimes have unfortu-
nately taken just the reverse course of what the grammarians have thought
proper to assign them.
To return to the Indian xerb Substantive, we have to observe. that roots
beginning with a vowel are likewise reduplicated in the second preterit. but
the v'owel repeated, and the initial of the root. are both subjected to the
general rules of euphony, and so it may happen that the augment and redupH-
cation produce the same effects. Thus, for instance, the root As makes äs
by the augment, contracting the prefixed ä with the radical a into ä, agree-
ably to a rule of euphony. By the Operation of the same rule. As. making
by reduplication a-as, forms also in the second preterit äs: but we are not
therefore authorized to say. that the preterit of which we are now speaking.
is formed by the temporal augment, if the root begin with a vowel. Besides.
it is not in all roots, whose initial is a \-owel. that the same eftects are pro-
duced by the augment and the reduplication. I'or instance. the root UrvL^o
makes with the augment örv, instead of a-urv. a and u being contracted
into ö, conformably to a rule of euphony: b}- the reduplication. ürv is changed
into ürv (instead of üürv). because by another rule of euphony. two short
vowels of the same power are changed into their corresponding long one.
The Sanskrit language is in general much more regulär than the Greek, and
particularly the change of vowels is cntireh- founded in nature. there is no
4-
F. Boi'i'.
arbitrary usage of language. Thus , for instance . it is quite natural that ä
twice repeated should produce ä, two ü's ü, because, two short vowels being
pronounced successively without stopping, the voice naturally produces a long
one. It is not so apparently natural why a and i, and likevvise a and u. when
they meet together, are contracted, the former into c, the latter into ö: but
we find that in French ai and au are pronounced just as are in Sanskrit e
and ö. originating from the union of a-i and a-u. Therefore this pronuncia-
tion of two vowels with one sound must have a natural cause.' The Greek
language is much more arbitrary in its contractions ; there can scarcely be
given any reason , why o o produce ou and not rather uu , why e € are
changed into ei and not into x]. With respect to the augment and redupli-
cation of verbs, beginning with a vowel, the Greek follows more the method
of the Sanskrit grammar, which we may call the natural method of contrac-
tion. Agreeably to the same principle , which in Sanskrit produces äs from
ääs and ürv from üi;irv, there is formed in Greek i^YCipov from et(eipov.
produced by the augment; also, Jn^pKa from ii^epKa, by the reduplication.
As ri very often Stands instead of a long a, and not seldom answers to the
Sanskrit ä, therefore it is natural that dvuTut make by the reduplication iivuKa.
contracted from ddvuKa. In the imperfect the initial of dvuTUJ may pass into e
a and e being frequently confounded with one another) in order to accom-
modate itself to the prefixed augment. and thus may the r) of i^vutov be
[41] resolved. The verb övo|LidZ;uj will form by the reduplication 6ov6\xaKa. but
the two short vowels are changed into their corresponding long one as in
Sanskrit üiirv is contracted into ürv. The Greek aiphabet has no particular
letters for i and u. short or long, but ußpiZiuu, which is short, becomes long
by the reduplication — ußpiKa instead of uußpiKa. Now, if övonaliX), ußpiDju,
iKeTeuuu, &c. form also in the imperfect, d)v6}xaZov ußpiZiov, iKeieucv, I should
rather be inclined to say, that verbs, beginning with certain vowels, have the
reduplication already in the imperfect, than to explain their perfect as ori-
ginating by the temporal augment.
A few perfect tenses , which really are formed by the augment, namely,
eafa, eujcr|uai, euuvriiuai, together with eoiKa, ecX-rra, eopf«, do not appear to
afford sufficient proof, that no verb beginning with a vowel has the redupli-
cation in the perfect tense, whilst the perfect uuv6)aaKa has certainly as much
claim as the Sanskrit preterit ürva (I injured) to be considered as produced
by reduplication.
Mr. Buttmann derives the augment in general, syllabic and temporal,
from the reduplication , and , according to his opinion , the e of eiuTTTOV is
the remaining vowel of the syllable le, which begins the perfect tense leiucpa,
after the rejection of the repeated t. He observes, at p. 15g of the 6th edition
of his excellent Grammar, "Also, in the perfect tense, the temporal augment
originates from the vowel e. For, as the usual reduplication consists in the
^ It is clear also why e and 5, when followed by another vowel, are in Sanskrit, changed
into ay and av , namely e and 5, containing the Clements of ai and au, their final vowels i
and u pass naturally into their corresponding semi-consonants. when another vowel is rapidly
pronounced after them ; the first element a can remain unaltered, without producing any hiatus.
ANALYTICAL COMPARISON.
43
repetition of the initial consonant accompanied by an e. therefore. if the verb
begin with a vowel, there can only an e be prefixed to it, which e. together
with the foUowing vowel, constitutes the temporal augment/ In my humble
opinion, the e of the augment has nothing to do with the v^owel w^hich arti-
culates the repeated consonant of the perfect ; if it had. then the coincidence
of the Greek imperfect and aorist with that Sanskrit preterit which is charac-
terized by a prefixed a , would be more apparent than real. The Sanskrit
augment a has no connexion at all with the reduplication , because the re-
doubled consonant is generally articulated by the vowel of the root : T u p
forming tutup and Lis', lilis'; now, if the first preterit of these roots were
utöpat iles'at, instead of atöpat, ales'at, then it might be said that
there exists some connexion between the reduplication and the augment, which 42
then also would be a mere inflection, whilst, in its actual State, I consider it
as an affix which had its proper signification.
The following table offers the conjugation of the second preterit of the
Sanskrit verb Substantive, active and middle voice.
Active.
1 A"s a
2 A~s i t'a
3 A's a
Sing.
Middle voice.
A"s e
A"s i s'e
Ars e
Dual.
1 A^s i va
2 A's a t'us
3 A"s a tus
A"s i vahe
A"s ä t'e
A's ä te
Plural.
I A"s i ma A"s i mähe
2 A s a
3 A's US
As i d've
A~s i re
Note. The second person singular. active, if it were formed analogous
to dud'ö-t'a, chakar-t'a, sis'it-t'a, &c. by joining the pronominal cha-
racteristic immediately to the root. then äs-t'a would offer a striking coin-
cidence with r\oQu. It remains, however, questionable. whcther the (J ot iiCTGa
is radical, or whether it is to bc considered as belonging to the personal ter-
mination. The latter is rathcr more probable, because aBa fretiucntK- cx-
presses the second person in Greek, as in TiBii aGa, eiTrii (J6a. fc9n aOa. &c.
From this reason the coincidence of rjcrGa with the Sanskrit iisit'a is not
really so great as it may appear. 1 am. however, of opinion. that liÖricrGa,
emricrGa, &c. do not proceed from liBnc eiTTiic b}- adding to the er. charac-
tcristic of the second person, the syllable Ga, but I believe that the whole
termination crGa is intimately connected with t a , w hich frequently indicates
the second person singular in Sanskrit, particularly in the middle form, being
in the active confined solely to the second preterit. The Greek language is
44
F. Bori'.'
very fond of prcfixing ü to 6, as in manifestly evinced by the passive parti-
ciple formed by the suffix 6eic ; but prefixing (J to the 6. there is formed
[43^ öi(T0eic, )uvricr6eic, xP^c^ö^ic, &c. Thercfore it is 110 wonder if the Grcek has
formed oQa out of tlic Sanskrit tcrmination t'a.
The Latin root Es is not separately in use in the perfect tense, where
the root Fu assumes its place. But one might suspect, from the general
analogy, that si. sisti. sit, would be the perfect of Sum. or esi, esisti,
esit; that of the obsolete Es um.
Besides the tenses already explained to the reader. and thcir correspond-
ing ones of the middle voice, the Sanskrit root As has not preserved any other
forms in a disconnected State, but, if we turn our attention to the attributiv^e
verbs, we might expect, agreeably to the principles before developed, that
we sliould discover it here and there to be incorporated in them. The Greek
root 'EZ has still a future tense used disconnectedly , which however, in my
opinion, is only a present tense of the middle voice, employed by the usage
of language with a future sense. Were we to derive a verb in uu from the
root 'EX, it would be tcTuu, ecTeic, eöei. as the root AEF produces Xcyuu,
Xexeic, XeY£i; the active ecTuu does not occur, and has perhaps never been in
use. but its corresponding middle form, ecTOjLiai, ecTr], ecTeiai is used with a
future sense. Instead of ecrerai, we find more generally ecriai, which certainly
is nothing eise than the middle voice of ecTii (he is) produced b}' the change
of i into ai, as bibo-xai is derived from the Doric, and original active bibuj-Ti.
The Greek verb Substantive is the only verb in |ui, which has preserved xi in
the third person singular, through all dialects, whilst in otl\er verbs this genuine
Sanskrit termination distinguishes the Doric dialect, the faithful preser\'er of
the original forms. In the second person also, the Sanskrit termination si
is merely confined to the verb Substantive (ecT-CTi ; even the Doric dialect has
rejected the i in other verbs. There is another coincidence with the Sanskrit,
almost exclusively confined to the root 'EZ; I mean the direct junction of the
pronominal characteristics to a root terminating with a consonant. The con-
nection of the pronominal terminations with the verbal root. without the inter-
[44 Position of any servile vowel or syllable, is the characteristic of the second
conjugation in Sanskrit: a conjugation indeed not containing any great number
of verbs. The root Pä which we have chosen as paradigm, belongs to it.
and likewise the root of the verb Substantive, As. If like the first, this con-
jugation inserted an a, this root would form the present asämi, asasi, asati:
the Greek follows this method in the middle voice, or. not to be misunder-
stood, in the future tense: there we have e(J-o-|aai, e(T-6-|U60a. &c. instead of
e(J |uai, lo |ue9a.
We must not forget the Homeric form i'b|uev, which Stands quite isolated
in the Greek, and requires the elucidation of the Sanskrit grammar. In proof
of this we observe, that the Indian root Vid, signifying, to wit. to know, be-
longs to the second conjugation, and in conformity with its rules, forms in
the first person plural, of the present tense, vidmas, we know; analogous
to this, Homer formed Tb)aev, which he perhaps pronounced with the digamma
Fib|uev, or, agreeably to the Doric dialect Fib)uec. For. the Homeric root'IA
ANALYTICAL COMPARISON.
45
answers to the Sanskrit and Latin root Vid; FIA was in later times changed
into EIA. The second person of vidmas is vitt'a (instead of vidt'a), d be-
fore t' being ahvays changed into t, by a rule of euphony. Also Xbie or
Fibie would have been intolerable to the ear of a Greek , therefore the final
radical was changed into ü /i'cTTe). The change of b into CT is ver>' common
in Greek, and always happens in the perfect , passive, with respect to roots
terminating with b, because a is preferred to b before )u, although the junction
of h\x is not at all inconsistent with euphony, and we find in Hesiod the par-
ticiple TipoTTecpabiLievoc , in Pin])ar KeKab|uevoc, which were afterwards changed
into 7TpoTre(ppa(7|uevoc, KCKaaiuevoc. It is stränge that the Sanskrit forms, from
the root Vid, another present tense, assuming the terminations of that pre-
terit , which is formed by reduplication ; but it is still more stränge that the
Greek root ib , or Fib , follows , even in this irregularity. the example of the
Sanskrit. Changing the radical vowel i into e ; a change which is frequent in
the Sanskrit conjugation , but does never indicate any modification of the
sense; the Sanskrit root Vid derives veda, vett'a, veda, I know, thou
knowest, he knows; herewith agrees the Greek oTba, oTcJöa, oibe. It is to be 45
observed, that the Sanskrit d is changed into t before t'a, indicating the
second person ; the Greek b has disappeared entirely before aöa , unless it
be supposed that 0a alone expresses the second person, and that the preced-
ing CT is the Substitute of the radical b. This, however, is not probable, be-
cause there is no other instance of 0a, instead of oQa, indicating the second
person. and the same b is rejected also in the future tense eWoiaai. The
German verb ich weiß, Coming from the Gothic root vit (vi tan) to know.
has likewise in the present this coincidence with the preterit, that the first
and third person are alike ; ich weiß, du weißt, er weiß.
To return to the verb Substantive we must observe , that the Latin ero
Stands instead of eso, the radical s of the root Es being changed into r, as
in the imperfect eram. Eso would agree with the Greek ecToj , which does
not occur, but is the active of the middle form e(TO|uai. Instead of ero we
find in the oldest writers also esco, where the radical s is connected with c.
which, like the Greek k, is frequently found placed after s. In Greek we
have from the root ' EZ the imperfect tcTKOv , :\hich often occurs as well
separately as in connection with attributive verbs. losing in the lattcr case its
initial e; — ireiLiiTeö'KOv, ßaiveaKOV, bd|ava(TKe, &c.
Of the future Tense of attributive Verbs. — The future of attri-
butive verbs, in Greek, I consider as being nothing more than the conjunction
of an attributive root with the present tense of the Substantive verb 'EI.
provided with uu for the tcrmination, to which the usage of language has
given a future signification. Mr. MATihUAfc: observes, with rcason , that tauü
in the middle voice iao}.ia\] is properly the characteristic of a future tense.
'Eauu or ^ao)Liai, in connection with the roots OA, AP. MAX. AIA . produces
ÖX eauj, dp ecTo), imx ecro,uai, aib tcro)Liai. Whilst jLiäxouai produces the future
f.iax ecro)Liai, )iiaxeo|Liai niakes )Ltaxn(JO|uai, because the e joined to the root |iiax,
and the initial of the Substantive verb. tcToiLiai, are confiumded together into
46
F. Bopi-,
i-|, and thus |uaxncrof.iai Stands instead of juaxe ecTouai. Future tenses , which
like öp eCTuu, ö\ ecTuu, &c. seem to have preserved the original shapc, are not
(46 vcry frequent; usually. as Mr. Maithiae observes. either the e or ö" of eauu
and ^cro|Liai are rcjected . and this rejection respectively characterizes the first
or second form of the future tense. Whether the first or second rejection
is to take place , particularly depends upon the final radical letter of a
verb; some verbs have both forms. 'OX ecro), which is used by Homkr.
is found in the same author abbreviated into ÖX ew , in the middle voice
ÖX eo^ai, and the third person öX eerai was by him contracted into öX
eiTtti. Ap eao) was abbreviated into d'p (Tuu. and dp euj. and the latter is con-
tracted into dpuj. The roots KYP, AY, produce Kup (Tai, Xu auu : and BAA.
ZTEA, form ßaX euu, üxek euu, contracted into ßaXuj (TieXuj. Now, if Mr. Matthiae
is right in stating that effuj is the proper characteristic of the future tense,
then we may beliex'e that the verb Substantive, either unaltered or abbreviated.
makes part of every future tense. Agreeably to this principle. even eü ou|uai
contracted from ed eo|uai , would be considered as the abbreviation of ea-
ecro|Liai. It may appear stränge, that the verb Substantive should enter into
conjunction with itself. and ecroO|uai, at first sight, might appear a strong
argument against my explanation of the future tense; but let us observ^e that.
when it had become general . in the languages derived from the Latin , to
form the future tense by joining the present tense of the auxiliary verb avoir.
to the Infinitive of any attributive verb, then even the verb avoir, following
the current of analogy. formed the future tense by compounding its own
present with the Infinitive. The present of avoir, when 'it is suffixed in this
manner to infinitiv^es, undergoes such abbreviations. in the plural particularly.
that it would scarcely be possible to recognize it. if in the Langue Romane, or
the language of the Troubadours, it had not sometimes been placed separately
from the Infinitive. A French author remarks upon this subject. ""Souvent ils
ont [les Provengaux]. entre les deux verbes qui forment leur futur, insere un
article , un pronom ou autre particule , et quelquefois plusieurs . comme s'ils
eussent prevu qu'on pourroit un jour confondre le verbe principal avec le verbe
auxiliaire qui compose ces temps. Jen rapporterai ici plusieurs exemples que
[47j'ai recueillis en lisant les ouvrages de nos anciens Provengaux. Compatar
vos ai , je vous compterai ; dar vos n'ai, je vous en donnerai : dir vos ai.
je vous dirai ; dir vos em, nous vous dirons, gitar m'etz. vous me jeterez.^'
The Provengal Infinitive aver is contracted into aur, when it enters
into conjunction with the present tense ai", to form the future; aur ai
would properl}- signify. I have to have : and so it might be said that ecToOiuai
^ See MEM. DE l'aCAD. des INSCRIPTIONS et BELLES-LETTRES, TOM. XXIV. REMARQUES SUR
LA LANGUE FRAN^OISE DES DOUZIEME ET TREIZIEME SIECLES , COMPAREE AVEC LES LANGUES PRO-
VENgALE, ITALIENNE ET ESPAGNOLE, DES MEMES SIECLES^ PAR M. DE LA CURNE DE SAINTE-PALAYE,
p. 684. Upon this subject may also be consulted Mr. Raynouard's grammaire de la langue
DES TROUBADOURS and Mr. A. W. Schlegel 's observations sur la langue et la litterature
PROVENgALES.
^ The plural avem, we have, loses its radical element av, and presen-es only the termi-
nation em, when it enters into composition with an Infinitive. Thus amar em (instead of
amar avem) will appear more mutilated than 6X eUD for 6X eöuJ.
ANALVTICAL COMPARISON.
47
originally meaiis . I am to be. The difference, however. between the Greek
and Proven^al future is, that 'EI. being a root can nev^er be employed in
Speech without entering into connection with some particle or other.
In Sanskrit the future tense is formed by conneqting with the unaltered
root the word Syämi, Syasi. &c. the conjugation of which will be seen in
the foUowing table.
Sing. Dual. Plural.
1 Syä mi Syä vas Syä mas
2 Sya si Sya t'as Sya t'a
3 Sya ti Sya tas Sya nti
If the reader will compare this with Syäm, Syäs. Syät, &c. the
Potential mood of the root As% he will, I beheve. be led to the opinion
that Syämi likewise is derived from As. The only difference indeed is,
that Syämi has the termination of the present tense". placing, for instance.
in the singular and third person plural, an i after the pronominal consonants.
But Syämi has, in common with Syäm, the essential characteristic of the
Potential mood , namely , the I inserted between the root and the personal
terminations, which I, as it has been observed, signifies in Sanskrit, to wish.
Syämi Stands for Siämi, T before ä being changed into y. in conformit}- to
a rule of euphony. It may be supposed, that the root As would have had[48'
a future tense originally, and it seems to me credible that Syämi is this
future tense, being lost by lapse of time in disconnected use, and being found
at present extant only compounded with attributive roots. It is not unfrequentK'
the case in other languages, that words become obsolete in a disconnec-
ted State, and are preserved only as Clements of Compounds. To
give an example, the Latin word ficus, doing, making. from the root Fac-\ is
never used separate: but in composition with male, bene, and other words.
it forms maleficus, beneficus, honorificus"*, &c. One would think that.
before these Compounds could have originated, their single members must
have been in existence. But suppose that ficus was never in separate use.
still it must be considered in maleficus as being itself a word. Had the
verb facio, and all nouns of the same root become obsolete, then the word
ficus, and ficium (the latter forming beneficium. sacrificium. officium)
would probably have been called by grammarians inflections or terminations;
but what are called inflections are mostl}' distinct words. whose ori-
gin and primitive meaning is obscure, or not sought for.
There is the more reason to considcr S>'ämi as the luturo ot the \'crb
Substantive, because the future and potential mood express s)'nonymous modi-
' See p. 20.
^ See p. 17.
3 The vowel a is very frequently changed into i in Latin.
â– * The i between honor and ficus, I hclieve, is here . ns it is veiy comnioniy, only the
mean of connection l)et\veen llii; t\\o nienil)ers of the Compound, nnd not the dative termination.
Honor, although it may bc tlie nominative, is liere tlie crude form, from which all ca-;es,
honor-is, honor-em, &c. procoed.
48 F- ^«•'P-
fications of sense. Neithcr in the one nor in thc other does the action or
quality really exist , but having its being only in the mind of the Speaker, is
thought possible, is concluded from reasons, is desired or conditionally pre-
dicted. It is therefore not to be wondered at, that in grammar both tcnses
bear the same characteristic, in Sanskrit an i, expressing desire. The English
auxiliary verb to will, which , like GeXuu in modern Greek , is employed to
indicate future time ' , dos not much difTer in signification from the German
[49] auxiliary verb mögen, signifying to wish, which is employed as may !from
the Anglo-Saxon magan) in English, to exprcss the potential mood. But
something more conclusive than these theoretic reasonings can be practically
shewn by a language having the future and potential mood in reality the same ;
this language is the Gothic. The tense, which Hickks mentions as future. is
exactly the same with the potential mood; later grammarians deny the Gothic
language to have a future tense, and it will therefore be proper to give a
few instances , where Ulphil.\ translates the Greek future by the potential
mood :
Mark IX. ig. 'Q feveä dTTiaTOC, eujc TTOie Tipöc u)aäc edOLiai; eujc ttotc
dveEo|uai u|uüuv; — O kuni unglaubyando, und hva at izvis Siyau? und
hva Thulau izvis?
Mark IX. 35. "'Eaxai TrdvTuuv e^xaTOC, Kai Trdviujv bidKOvoc. — Siyai
allaize aftumist yah allaim andbahts.
Mark X. 7. "EveKev tbth KaTaXeiijjei d'vGpuuTroc töv Ttaiepa aux» Kai niv
miiepa. — Inuh this bilaidai manna attim seinamma yah aithein.
V. 8. Kai eacvrai oi buo eic adpKa laiav. — Siyaina tlio tva du leika
samin.
In Sanskrit Syämi is either joined immediately to the verbal root. or by
means of an inserted i, as for instance, Dä-syämi, I shall give, bou (Juj :
Tan-i-s yämi, I shall extend. In Gothic the preterit of the potential mood
exhibits a similar connexion of an attributive root with an au.xiliary verb,
joined either immediately, or by the mean of an inserted i. From the root
Og is derived oh-tedi, that I might fear; from Sok comes sok-i-dedi,
that I might seek. In the corresponding tense of the indicative this combi-
nation takes place only in the plural number — Sok-i-dedum, we sought,
or rather, we did seek. The Gothic dedi is so nearly connected with the
English did that it scarcely needs any further proof to shew that sok i dedi
is a Compound term; besides, we find in Ulphila the word missadeds. a
criminal deed , a Compound word , the second member of which seems ori-
ginally to have been a passive participle, like the Latin factum; the final s
characterizes the nominative , and ought to be rejected to form deduM, we
did, dedEiMA, we might have done. The verb tauya, I do, seems to be a
slis^ht Variation from the radical element of the Substantive deds; but this
^ A. W. Schlegel observes very properly : — 'Ce que nous devons ou voulons faire est
toujours dans.l'avenir ; cest ponrquoi , dans plusieuis langues , les verbes devoir et vouloir,
comme auxiliaires , indiquent le futnr.' See observations sur la langue et la litteratüRE
TROVENgALES.
ANALYTICAL COMPARISON.
49
tauya, in the plural of the preterit indicative , and in both numbers of the [50]
Potential mood, enters into conjunction with itself, forming tav-i-dedum,
\ve did do, tav-i-dedi% I might have done. Here I must again remind the
reader of the Provengal futiire tense aur ai, I shall have, or properly, I
have to have.
There is another future tense in Sanskrit which is worthy of notice. be-
cause the verb Substantive is a constituent part of it Ukewise, if I am not
deceived by its analysis. The third person of the three numbers appears to
be nothing eise than the nominative masculine, of a participle having a future
sense, and formed by the suffix tr, as, for instance. dätr from the root Da.
In the nominative case the r of the suffix irregularly disappears, and an ä is
placed after the t, thus data signifies daturus , the accusative is dätär am.
daturum, the nominative of the dual and plural number is dätär au and
dätär as datur i, dator es). This nominative, without any alteration or
addition, Stands for the third person of the future tense above mentioned,
according to the respective numbers; data (daturus) may express daturus
est, and dätäras, (daturi) may signify also daturi sunt. In the other
persons the nominative singular of the participle enters into conjunction with
the present of the verb Substantive, — dätäsi"", daturus es, — as will be
seen in the following table.
Sing. Dual. Plural.
1 Dätäsmi Dätäsvas Dätäsmas
2 Dätäsi Dätäst'as Dätäst'a
3 Data Dätärau Datäras.
The French author^, above quoted, observes, with respect to the future
tense of the Provengal language, that the Troubadours often placed an
article, a pronoun, or other particle, and sometimes several, between the
tvvo verbs forming the future tense, as if they had foreseen that at some
future period the principal and the auxiliary verb, which compose this tense,
might be confounded together. In order to shew that the ancient Hindu
poets were not less endued with foresight, I shall extract from the kämävana .51]
and MAHÄBH.^RATA a few examples of the Separation of the participle from
the verb Substantive by words interposed.
Kat'am ätmasutän hitvä trätä parasutän asi
Quid, propios-filios deserendo servaturus alius filios es?
Kin karömi vasö brühi räjni karttä tad asmi te
Quid faciam? voluntatem die, regina; facturus istud sum tibi.
In a similar way as we found the third person of this future tense ex-
pressed by the nominative of a future participle , so , I believe , the second
person, plural. of all tcnses of the Latin passive voice . is expressed by the
' The root Tau is changed into Tav before .i vowel, in confoimity with .1 Sanskrit rule
of euphony, requiring the change of u into v before any vowel.
^ See the present tense of the root As, p. 17.
3 M. DE Sainte-Pal-WK.
Techmer, ztschr. IV. A
50
F. r.ovv.
nominative, plural, masculine, of a participle, formed in Sanskrit by the suffix
mänas, mänä. mänam. to which corresponds the Grcek suffix |aevoc, i^ievri,
|uevov, and we have reason to believe also that it existed in ancient Latin
under the form of minus, mina, minum. Ama mini would be the nomi-
native case , plural , masculine , of such a participle. which was in use in the
Etruscan language, where we find dikamne, saying , and pelmener, the
dative plural, answering. according to Laxzi, to the Greek TTe\o|uevoic, from the
verb TTe\o|uai. In the Etruscan dialcct o is equivalent to the Latin tcrmination us,
and or to the nominative plural in i ; thus screhto. screihtor, subato, suba-
tor, are found in place of the Latin, scriptus, scripti, subactus, subacti.
The second person, plural, of the imperative mood, amaminor, is an ancient
plural termination, like screihtor, subator; in Cato we find prasfamino,
and in Festus famino, as the second person singular of the imperative, and
these obsolete forms agree with screhto, subato. The internal vowel of the
suffix minus having been rejected, we find, alumnus, vertumnus, properly
participles, used as substantives. As the Greek participle, formed by laevoc,
may have an active or passive signification , according as it is used in the
middle or the passive voice: so alumnus, formed by the same suffix, ex-
presses with an active sense, qui alit, and with a passive sense, qui alitur.
Vertumnus agrees with the Sanskrit participle vartamänas', signifying
turning, from the root, vrt, to turn.
[52] After rejecting the termination us, the suffix min-us- forms substantives
of the third declension, changing in the nominative singular the internal vowel
i into e, as similar nouns in Greek, formed by |Liev, are changed in the nomi-
native case into ixr\v . by lengthening the vowel , where the v terminates the
word, "" Those substantives, of course, may have an active or passive sense,
conformably as the usage of language determines , but the latter is more
common. Discrimen, discrimin-is, quod discernit; stramen, quod struitur ;
legumen, quod legitur; prefamen, preface, what is said at the commence-
ment, &c. I cannot help mentioning the word Carmen, a poem, properly
signifying, quod factum vel creatum est. and so far answering to the Greek
TToiriiua from TTOieo). In Sanskrit karman signifies deed [from the root kr,
to make) a neuter, rejecting in the nominative case its final n, forming karma,
the genitive is karman-as, answering to carm.in-is.
Of the third Preterit. — Besides the two preterits whose conjugation
has already been explained . there is another in the Sanskrit language very
little differing, where it is simple, from the first, formed by the augment. The
only difference indeed, is, that the peculiarities of the different conjugations,
which are preserved in the first, disappear in the third preterit. The third
^ The Sanskrit suffix mänas forms participles of the middle voice, but when preceded by
the syllable ya, they receive a passive signification; vrtyamänas expresses qui vertitur.
^ It m^y here be observed, that the above suffix tr forms also substantives, corresponding
in sense to Latin nouns in tor; thus dätà ¤ram may signify datorem, as well as daturum ; the
former sense being more common. It is evident that tlie Latin suffixes tor and turus, are of one
origin, differing only in declension.
ANALYTICAL COMPARISOX.
51
conjugation. for instance, distinguishes itself from the rest by repeating the
initial consonant of the root in the first four tenses : thus Da produces dadä
mi , I give, to which answers the Greek bibuu |ai. The first preterit is adadä m,
I gave, identified, by the Greek ebiboiv ; the third preterit. losing the repeated
syllable, is adäm. It is nothing wonderful that the Greek, which has hitherto
been found so constantly to reflect, if I may so say. the Sanskrit, follows
this example, opposing eboiv to adäm. The first conjugation. in Sanskrit,
joins an a to the root: thus B'ü makes in the first preterit ab'avat, he was.
ab'avas, thou wast, &c. changing the radical ü into av. because of the
foUowing a; the third preterit, rejecting this a, joins the personal characte- [ss]
ristics immediately to the root: thus is produced ab' üt. ab'iüs, &c. One
would think that if the Greek root AY could produce the second form of the
aorist, it should be eXuv, eXuc. &c. because the imperfect interposes an o. or
some other short vowel , between the root and the personal characteristics,
making eXu ov. eXu ec, &c. agreeing with the Sanskrit ab'avam. ab'avas.
The root TYTT would, in the second aorist, reject the t, which in several
tenses is added to the root , and thus eiUTTOV would be distinguished from
eiUTTTOV. But many verbs never use the second, or simple, aorist. and AY
and TYTT produce eXu aa, etutt cra, by the Operation of composition. which
it will be well to explain first. by examples from the Sanskrit language.
I shall therefore observe . that those roots which do not form the third
preterit in the manner just described, enter into combination with äsam, the
first preterit of the verb Substantive, placing, however, the augment before
the attributive verb, and, not to express past time twice in the same word,
äsam, contracted from ääsam, would become äsam, by losing its augment.
Now, as it has been observed throughout the whole conjugation of the verb
Substantive , that its radical a is often in an irregulär way rejected , therefore
it will appear less surprising that sam, sIs, sTt, in a Compound structure
Stands for äsam, äsTs, äsit, &c. Let us observe also, that aste, ase, &c.
the. middle voice of asti, asi, when it enters into composition with the pre-
positions viati (vi-ati). loses its initial a. so that the root As seems to have
a propensity to reject its initial letter, when entering into composition with
foreign Clements.
The root S'ru", to hear, by connexion with the Substantive verb, forms
as' raus' am, I heard; for the radical vowcl in this tense is increased, i and
u being rcspectively changcd cithcr into c and 5. or into ai and au: a radical
a always becomcs ä. Because of the preccding au. the s of the substantix^e
verb receives an aspiration, by a rule of euphon}' already scvcral timcs men-
tioned. The conjugation of sam. sTs. sIt. in conjunction with as'rau, ma}* 54^
be compared with the first preterit of the root As. as it is exhibitcd in page 32 :
whereby it will become evident that it diffcrs from this (~>nl\' b\- the loss of
the initial v^owel.
' This root, beginning with that s\ which is fiequently cli.ingod into k, (see p. 6 , may be
compared with the (Ireek KAY 'kXuuj' of the same signilicatioii.
52 F. Boi'P.
Sing. Dual. Plur.
1 As'raii s'am As'rau s' va As'rau s ma
2 As'rau s'is As'rau s' tarn As'rau s' ta
3 As'rau s'it As'rau stäm As'rau s' us.
Note. The third person plural, terminating with us, agrees more with
the second preterit äsus, they were. than with the first, äsan. But the root
Lih, to resemble, and those of the same class with it, in the conjugation of
this tense, have san, not sus, in the third person plural; alek s'an', they
resembled. The first person singular. as'rau s'am, I heard, is analagous
with £\u Ca, of which the middle voice is eXu crd|u i-jv, preserving the charac-
teristic of the first person, which in the active has been lost. The root Tap ,
to shine, forms atäp sam", analogous to the Greek etUTT (Ta, eKpurr öa eiuTT
Oäji r]V, eKpuTT crd|u rjv . The second and third person, atäp sis, atäp slt,
are more in conformity with the Latin sep sisti, sep sit, scrip sisti. scrip
sit, from the roots Sep and Scrib, in union, I believe, with the verb Sub-
stantive; the augment not being used in Latin. The Sanskrit root Vah of
the same signification as the Latin Veh (veho), forms avaks It, he carried;
if you retrench the augment, you will recognize a preterit certainly very
similar to the Latin vec-sit (ve.xit). Roots terminating with a consonant
either reject the verb Substantive in those personal terminations beginning
with t. or they insert a vowel between the s and t, because atäp sta and
alek s'ta, as second persons plural, would sound too harsh to ears accu-
stomed to a refined euphony. Thus instead of atäp sta, ydu shone, as would
be expected from the first and third persons, atäp sma, atäp sus. we find
atäpta; for alek sta, we find alek s'ata, agreeing with eiuTT cTaie. We
have elsewhere observed, that the first person äsam, I was, leads us to ex-
[55] P^^^ ^^ the second and third persons. äsas, äsat, which would also be con-
formable with the first preterit of attributive verbs, in which as and at corre-
spond by exact analogy with the first person am. In Compound structure
the verb Substantive often forms sas and sat in the second and third persons,
as, for instance, in the preterit of the root Lih, and others following the
same analogy. The second and third persons of alek s am are alek sas,
alek s'at, in conformity with etutt (Tac, etuTT CTaT-o. In order to give a
coherent view of the Sanskrit third preterit, simple or Compound, according
as it answers either to the Greek second or first aorist, I choose adäm and
alek s'am for comparison with the Greek ebuuv and £Tutt (Ja.
Sing.
Sans. Greek.
1 Ada m ebuu v
2 Ada s ebuu c
3 Ada t ebuj
Middle voice Adät-a. ebox-o.
^ If h and s meet together, the first letter is changed into k, the latter into s, conformably
to a rule of eoiphony. Lek 'for lik) produced in thi-; way from lih, may be compared with the
English Word like.
^ Here the s of the auxiliary verb preserves its orighial shape, because the conjunction of
p and s is perfectly according to euphony.
AXALYTICAL COMPARISOK.
53
Dual.
1 Ada va
2 Ada tarn
ebo
TOV
3 Ada täm
ebo
Pliir.
TTiV.
I Ada ma
ebo
)Liev
2 Ada ta
ebo
xe
3 Adus
ebo
aav
Sing.
1 Alek s'a m erurr Ca (ctutt adu iiv)
2 Alek s'a s eiurr cfa c
3 Alek s a t eiuTT cre
Middle voice Alek s'a t a eiuTr (Ja t o.
Dual.
I Alek s'ä va
2 Alek s'a täm etuTi üa tov
3 Alek s a täm eiuir crd iriv.
Plur.
1 Alek sä ma eiuTu Oa laev
2 Alek s a ta eiuTi cra re [56]
3 Alek s'a n eiuTi üa v
Middle voice Alek s'a nt a ctutt öa vi 0.
The preterit of As is sometimes joined to an attributive root. not imme-
diately , but by the mean of an inserted i, as atöp i s am, atöp i s'ma, I
killed, we killed. &c. Sometimes the suffixed S has the reduplication through-
out all persons the third and second excepted ; for instance, ayäsit. he went.
ayäsis, thou wentest, ayäsisam. I went, ayäsis'ma, we went. Sic: this
is the most evident proof that sis'am and sis'va, as well as sis and sit.
are to be considered as particular words. Now , if this cannot be denied . it
naturally foUows , that also the Greek and Latin forms. eiurr üa. vec sit
(vexit) , are Compounds, because their similarity with atäp sam and aväk
s'it is too striking to be considered as merely accidcntal. ' But we do not
e\en need to have recoursc to the Sanskrit to pro\'e the Compound structure
of the Greek and Latin preterits. 'ET is in Greek, and l-^s in Latin, the root
of the \'crb Substantive. The former produces . by means of the augment,
ilCTav. which in the fu'st pcrson has becn abbreviated into f]v. b>" the rejection
' Heie I coiisider the veib Substantive to be joiaed to the root, as I sliall il^cwliric^ ondea-
vour to prove.
- Ilere it inay bc observed, that the roots Dru and Sru form llii.s icu>c uy im.-.ui> of the
reduplication, before which they place the augment, without joining tlie verb Substantive. Thus
we recognize in adudruvam, asusruvam, bolh signifying I ran. the form of the Clreek
pluperfect.
54
F. BoiT,
of the syllablc cra. ' Without the augment we find eaav for i^aav in the third
person plural, and in the first person singular ^a, whcre the radical I and the
personal charactcristic are rejected. Froni ^a proceeds the second person eac,
in the plural eaie, instead of ecrac , eaaie , which , losing the initial vowel.
make part of the first aorist. It has been observed in its proper place, that
the perfect of the Latin root Es would be esi, esisti, by analogy with the
obsolete present esum, or si, sisti, conformably to the present sum. This
we may conclude from the analogy of the Latin language, as legi is the
perfect of lego. There is nothing incongruous with the usual fate of languages
that si should have become obsolete as a separate word, and have been pre-
served in Compound structure like the Sanskrit Syämi, apparently the future
tense of the root As.
[57] In Sanskrit there are many verbs that never use the verb Substantive in the
second and third persons singular of third preterit, but suffix it in all other
persons, for instance, avädit, he spoke, avädls, thou spokest, aväd i s am.
I spoke, aväd i s'ma, we spoke, &c. In Latin, all the perfect tenses join
the verb Substantive, in the third person plural, although they are simple in
the other persons ; and those which contain it already in the preceding per-
sons, use it redoubled in the third person, plural, as scripserunt. for
scripsesunt, similar to the Sanskrit ayäsis'am, I went. The Latin root
Fu, which supplies the want of a separate perfect to Es, is simple as far as
the third person plural, where fu erunt Stands undoubtedly for fu esunt.
In the Etruscan language we find also in the singular, fust, he was, from
fu est. It scarcely need be mentioned that fu er am and fu- ero are the com-
bination of the imperfect and future ofEs, with the unaltered Fu. This root
contains, properly, nothing to indicate past time, but the usage of language,
having supplied the want of an adequate inflection , fui received the sense
of a perfect, and fu eram, which would be nothing more than an imperfect,
that of a pluperfect, and after the same manner fu ero signifies, I shall have
been, instead of, I shall be.
As there is so strong a tendency in Latin to change s into r, one might
feel surprised that essem, whose most ancient form is esem, does not be-
come erem in Compound structure with fu, so that we should have fu erem
or fu irem instead of fu issem; but the present esim, which would answer
to the ancient indicative esum, but loses its initial, when placed separately,
in Compound structure with f u , changes its s into r, making fu er im in-
stead of fu esim, which would be analagous to fac sim (faxim) used for
the simple present faciam. In the imperfect conjunctive of attributive verbs,
the s of the combined Substantive verb is always changed into r, if we except
the ancient forms fac sem (faxem) and es sem for ed sem) which are used
for fac erem and ed erem. But these two e.xamples will be sufficient to
prove that also ama rem, mone rem, &c. originate from ama sem. mone
sem, if the reader will remember what has been several times observed
respecting the tendency of s to be changed into r, in the Sanskrit and several
^ See p. 32.
ANALYTICAL COMPARISOX.
55
of its kindred languages, particularly in Latin; and if I have succeeded in 58]
shewing that every attributive verb should properly contain the verb Substan-
tive, to perform the function of a grammatical copula. If it cannot be denied
that facerem, ederem, originate from fac sem. es sem. then it will natu-
rally follow that also the infinitives fac ere, ed ere, &c. must be considered
as Compounds. Besides for ed ere (ed ese) \ve find es se instead of ed
s e , d before s being changed into s for sake of euphony. in the same manner
as pos se is produced from pot se by a similar change. E is properly, in
Latin, the termination of a simple infinitive, active ; and the root Es produced
anciently ese, by adding e: the s having afterwards been doubled, \ve have
esse. This termination e answers to the Greek infinitive in ai, eivai, emiie-
vai^, &c. If I have succeeded in my endeavours to shew that etutt Oa is a
Compound , then it will naturally follow, that the infinitive tutt Oai offers the
same Compound structure. Zai answers to se in es se (ed se), pos se:
and. according to the theory of Mr. Matthiae, tutt (Jai would be an abbre-
viation of tutt eOai, w'here we have the Latin ese completely.
Hitherto we have only seen the root Es in conjunction with attributive
verbs, but, as Fu is synonymous with it, expressing Hkewise the grammatical
junction between subject and attribute, why should it not as well have its
part in the conjugation of attributive verbs ! I hesitate not to affirm that,
whilst in da rem, Es is united with Da; in the indicative da bam, this
attributive root is connected with f u , performing the function of a grammatical
copula, ascribing the attribute da to the subject expressed by m. The cor-
responding indicative to da rem would be da ram (instead of da eram)
and a conjunctive mood analogous to da bam would be da bem, because
the change of a into e is characteristic of the conjunctive mood. As the
usage of language chooses two different copulas for the indicative and con-
junctive, a greater dissimilitude is thereby produced between the moods than
mere modal difiference would require.
Fu, as it has been observed, answers to the Sanskrit B ü, in form and [59]
signification. The Greek 0Y (qpuoi) has something altered the primeval sense.
A Sanskrit aspirate B is changed in Latin either into f, which is properly an
aspirate p, or into b, dropping the aspiration. The first change takes place,
vvhen B'ü becomes Fu in Latin, the second is perceived in tibi, which may
be compared with the Sanskrit tuK yam (from tub'iam) signifying to thee.
The Sanskrit termination b'yas, of the dative plural, becomes bus in Latin.
But instead of bubus, we find in the Etruscan monunicnts . buf Tab. IV.)
and for i-bunt we find in Lucii,. akrax. i-font. It naturally fi^Uows. that if
bam in da bam is the Substantive verb, bo in da bo must be the same.
because bam and bo are distinguished just in the same niannor as oram and
ero. Bo, bis, bit has a striking similarity with the Anglo-Saxoii beo. bys,
byth, the future tense of the verb Substantive, a similiarit}' not possible to
' I consider the .incient infinitives in jLievai .as derived from the pnrticiiiles in |nevO(;, by
substituting the termination ai for oc, ; the termination may also be rejected entireiy, and |Liev only
remain. In Latin there is formed a kind of infinitive, called gerund , from the parliciple in ndus.
56
F. Boi'i'.
bc considcrcd as mcrely accidental, because thc Anglo-Saxon, belonging to
the Tcutonic stock, has a close affinity with the Sanskrit, and therefore also
with the Latin. In the Latin tables of Guhbio', we find instead of erunt.
eriront and erafont. In thc first case Es (changcd into Er) is connected
.with itself. so far resembling the Provengal future aur ai. I have to have.
and the Greek ecrou)Liai, 1 am to be, if the latter is really an abbreviation of
ecre(JO|uai ; in the second case (era fönt) Es is connected with a word syno-
nymous with itself. Those ancient forms make it probable that da bam and
da bo might originally have been written da fam, da fo. in which state
fam and fo are more nearly connected with fu-i, fu-o, or fi-o.
The Sanskrit root B' ü . as already has been observed , has two preterits
formed by the augment; the first is ab'avat; as, am; the second ab'üt,
ab'üs, ab'üvam, the first person being not in complete analog}' with the
second and third. From ab'avam, I was, may be deduced bam. omitting
the augment, by an abbreviation similar to that producing malo, nolo, from
ma-volo and ne-volo. Ab'üvam agrees more with the Latin fui, which
is used separately, particularly if we pay regard to the ancient form fuvi.""
[60] It would be more difficult to prove amavi to be a Compound, than amabam:
it is not , however , the habit of the Latin language to introduce v in the
midst of a word without some reason^, and the change of b or f into v is
not so great as to remain unattempted in languages; we recognize amabam
in Italian under the form of amava; we see also, by the Provengal future
tense dir ai, dir em, (je dirai, nous dirons;, the latter for dir avem,
that words entering into conjunction with others are liable to great alterations
or contractions, in order that the Compound might have more the appearance
of a simple word; languages manifest a constant effort to connect hetero-
geneous materials in such a manner as to oßer to the ear or eye one perfect
whole , like a statue executed by a skilful ' artist , that wears the appearance
of a figure hewn out of one piece of marble. What still more makes me con-
sider ama vi as a Compound, is , that it appears improbable that possum
(pot sum) which contains the Substantive verb in all other tenses, should be
simple in the perfect potui, the same as pot vi. My humble opinion, not,
indeed, produced that I may force it upon the reader, is, that where Es be-
gins to be supplied by Fu, there possum begins to connect itself with fu,
abandoning sum; but where Fu itself enters into conjunction with Es, as in
fueram, there the root Pot contains two auxiUary verbs.
The Greek language has, in common with the Latin, the peculiarity of
suffixing, in some tenses, the verb Substantive in the third person plural,
^ See Lan'zi, saggio di Lingua etrusca.
^ The V in fuvi ought not to be confounded with that in lau da vi, but it was usual in
ancient Latin to cliange u before a vowel into uv, thus is produced pecuva, which is found
for pecua, and fuvi for fui. In Sanskrit ü before a vowel is eitlier clianged into v alone, or
into üv, as in ab'üvam, I was.
3 The Sanskrit words navas, new , nava, nine , &c. prove the anliquity of the v in tlae
Latin words novus, novem, which I would not with the celebrated Vossius, derive from the Greek
veo^, and evv^a by the introduction of a v.
ANALYTICAL COMPARISON.
5/
whilst all the other persons are void of it. For instance . etiGe crav, ecria
(Jav, ebibo crav, elev'fvv oav: of which the middle form would be eiiBe aavTO,
ecTtd CTavTO , &c. but after rejecting the verb Substantive, \ve have eiiBevio.
ecTTavTO. The optative likewise enters into conjunction with the verb Substan-
tive , which. however, does not extend to the middle voice — Ti9ein crav.
TiGeTvTO, not xiGei cravxo. The verb Substantive eiriv, a corrupt form, instead
of cTeiriv or ecreiriv, exhibits a combination with itself. producing eir| oav. but :.6i,
the simple form et ev is more commonly used. In Sanskrit däyä sus. they
may give, is the third person . plural, of the precative mood. which has no
other distinction from the potential than the rejection of the additional letters
and syllables peculiar to the different conjugations. After this rejection the
precative mood enters . the second and third persons singular excepted . into
combination with the verb Substantive, which uses the terminations of the
first preterit. all but the third person plural, it having the termination of the
third preterit; and therefore we have däyä sus for däyä san, which would
offer a more striking similarity to biboir) CTav. Sus. however. is distinguished
from the third preterit äsus, they were, in the same way as crav from fiaav.
that is by the rejection of the initial vowel. The foUowing table offers the
complete conjugation of the Sanskrit precative mood, so that the reader will
be able to compare the suffixed Substantive verb with the first preterit of the
root As.'
Sing. Dual. Plur.
1 Däyä sam Däyä sva Däyä sma
2 Däyä s Däyä stäm Däyä sta
3 Däyä t Däyä stäm Däyä sus.
It has been observed tliat in the conjugation of the Greek verb Substan-
tive, the radical Z very offen is rejected: this rejection might sometimes have
taken 23lace where ' EL entered into combination with attributive verbs. But in
this case it remains impossible to ascertain the Compound structure. It may
be Said that eboBriv contains the verb Substantive in its whole conjugation rjv.
iic 11, &c. being joined to bo9, the remainder of the participle boGeic after
the termination eic is rejected. But it may be answered. in Opposition to this
Solution, that r\ in eboGiiv, eboGric, &c. is nothing more than the medium of
connecting the pronominal characteristics with boG, such connexion being im-
possible without the Intervention of a vowel. Therefore we dare onl}' afftrm,
that the third person, plural, eboGn crav. contains the verb Substantive, because
it is recognized in its radical consonant, Z. The third person. plural. of the
imperative mood. TUTTttTuu cfav. biboTUJ üav — merits a particular notice. 62
because the v^erb Substantive is joined after the characteristic of the third per-
son, crav being joined to the singular tutttctuj, biboTLU.
The Latin passive forms amat ur, amant ur. would. in some measure,
agree with this mode of joining the verb Substantive, if this r also result b\-
a permutation of an original s: and this appears not quitc incredible. if we
compare the second person ama ris with the third amat ur. l^ther in one
' See p. 32.
58
F. P.Ol'!'
or the othcr there must be a transposition of letters, to which the Latin
language is particularly addicted. If ama ris, which might have been pro-
duced from ama sis, has preserved the original order of letters, then ama
tur must be the, transposition of ama rut or ama sut, and ama ntur that
of ama runt or ama sunt. If this be the case , the origin of the Latin
passive can be accounted for, and although differing from that of the Sanskrit.
Greek, and Gothic languages, it is not produced by the invention of a new
grammatical form. It becomcs clear also, why many verbs. with a passive
form, have an active signification ; because there is no reason why the addition
of the verb Substantive should necessarily produce a passive sense. There is
another way of explaining ama ris, if it really stand for ama sis; the s may
be the radical consonant of the reflex pronoun se. The introduction of this
pronoun would be particularly adapted to form the middle voice, which ex-
presses the reflection of the action upon the actor; but the Greek language
exemplifies the facility with which the peculiar signification of the middle voice
passes into that of the passive, for in most of the tenses the two voices are
not at all distinguished from one another.
Before we draw to a conclusion our comparison of the verbs, I shall öfter
a few remarks upon the characteristics of the different conjugations in Sanskrit,
and point out such Greek or Latin verbs as could be classed with one or
other of them. The Sanskrit verbs are divided into ten conjugations ; the
characteristics of the three first we have already had occasion to mention,
in which it has been observed that the first introduces a short a between the
root and the personal terminations. For instance , the root Srp' forms
[63] sarp a ti, he creeps, sarp a si, thou creepest, sarp a t'a. you creep. With
this may be compared all Greek verbs in uu that constantly interpose a vowel.
generally a short one , between the root and the personal termination . and
thus epTT € xe agrees with sarp a t a; in the first person the interposed vowel
becomes long in Sanskrit; and thus, sarp ä mas does not so completely
agree with epir |U6V (Doric epir jaec) , where a short vowel is interposed.
In Latin it is particularly the first conjugation that adds an a to the root,
which we shall compare with the first of the Sanskrit language. All Latin
verbs, in fact, add some vowel or other to the root, unless it terminate with
a vowel, like Da, Sta, &c. The second conjugation joins the personal ter-
minations immediately to the root, like Pä ti from Pä, and thus in Greek
the Doric cpa xi from OA; the root As forms, after the same principle. As
ti, he is, andVid forms Vi d mas, we know, which we have already com-
pared with the Greek io xi, and i'b )aev, or, with the digamma Fib )aev. The
third conjugation is distinguished by the repetition of the first radical letter,
thus Jan forms jajanmi, I produce, which agrees with the Greek YiTVOiuai
and the Latin gigno, it having been observed that the Indian j always be-
come T in Greek and g in Latin. The Sanskrit root Da forms dadämi, I
give, which is identified with the Greek biba)|ui. The fifth conjugation inter-
poses the syllable nu between the root and the personal terminations, thus
^ Sarp might as well be taken for the root.
ANALYTICAL COMPARISON.
59
A"p forms äpnumas, we obtain. Trp produces trpnumas, we are pleased;
in Greek the addition of the syllable vu to a verbal root occurs very frequently.
beiKvuiaec (Doric form). Zieü^vuiuec, priTVUfjec. &c. are formed after the prin-
ciple of the above Sanskrit verbs, from the roots AEIK, ZEYf, 'PHP. The
roots A"p and Trp may be recognized under otTTTuu, a7TT0,uai, lepTTuu. which
do not insert the syllable vu , and thus in Sanskrit the roots Dis'. to shew,
forming the future dak s'yämi, Yug-, to join (jungo' . B'anj or B'aj, to
break frango, fregi) which could be proved to be connected with the above
Greek roots of similar signification, never use the syllable nu. The sixth con-
jugation is only a slight Variation of the first, prefixing an a to the personal
terminations. The seventh inserts a nasal in the midst of the root. thus Rud'
forms rund'mas% we confine, with which we may compare the Latin tango. '64
frango, and the Greek Xavedvuu, Xajaßdvuj from the roots Tag, Frag. AA0,
AAB; the latter corresponds with the Sanskrit root Lab', to obtain. The
eighth con3ugation adds to the root the vowel u, thus Tan forms tanömi",
I e.xtend, tanumas, we extend, to Avhich we may compare the Greek verbs
Tttvuuu (tuvuilii), ö\\u|ii. The ninth conjugation adds nä to the root. for in-
stance, strnäti, he spreads, answering to the Latin sternit, where n does
not belong to the root, forming the perfect stravi , and the supine Stratum.
Greek verbs likewise very frequently suffix a servile v to the root. by which
method are produced , kXivuu, Kpivuu, xeiuvuu, from the roots KAL KPI , TEM.
The tenth conjugation, in Sanskrit, is distinguished by an i joined to the
root, and the Latin fourth conjugation has the same characteristic. The fourth
is the only conjugation of the Sanskrit grammar , wherein no analogy with
the Greek or Latin is discoverable, it placing the syllable y a before the per-
sonal terminations as nahyati, he fastens , from the root Nah. shewing.
however, by the future nak s'yämi, that it is identical with the Latin root
Nee, producing nee to, nee sui -nexui). For. it ought to be observed.
that the cbaracteristics of the different conjugations extend only to the first
four tenses, disappearing in the future tense. in the second and third preterits,
answering to the Greek perfect and aorists, &c. ; conformably to the same
principle the Greek verb beiKVU)Lii does not form in the future beiKVucriu but
beiEo), in the perfect and aorist bebeix«, ebeiEa, not bebeiKVUKa, ebeiKvuaa. i^c.
Of the Sanskrit derivative verbs I shall only mention the repetitives and
desideratives. The former are very properly indicated by means of the re-
duplication, without joining any foreign particlc to the root: the radical vowel
is increased in the repeated syllable, and thus Hu, to sacrifice. produces höhu,
to sacrifice often. Du, to shake, makes död u. The desiderative verbs havc
likewise the reduplication, but, besides this. they suffi.x the sj'llable sa to the
root, which becomes s'a, conformably to a rule of euphony. when the vowel
i is introduced to form the connection betwecn the root and the suffix. A
radical a and r, short or long, are changed in the repeated syllable into i.
thusB'ä to shine, Man tothink, Trp, to be pleased, Dru. to run, produce. 65
^ In the Singular the inserted nasal receives an a, as lunad'nii, I coutlne.
" U is chaniied into ö in the sinsjular nvniiber.
6o F. Bopr.
bib'äsa, mimansa. titarp i s a and dudrüs a. Bib'äsa. to wish to shine,
may be compared with TTicpaucTKUJ, I bring to light. which. although no desi-
derative, is formed after the same principle from 0A. Dudrüs' a, to wish to
run, answers not quite so perfectly to bibpdcTKuu, formed from the root APA.
It may be added, that. what has been observ^ed in this essay with respect to
the practice of joining the verb Substantive to attributive v^erbs. in order to
indicate the connexion between the subject and its attribute. which eise would
remain unexpressed, leads to the conjecture that the syllables sa and aKOJ.
in the above derivatives, proceed from the roots as and 'EX. We need not
here repeat that 'EZ forms the imperfect eCTKOV. I was, and that in ancient
Latin we find esco, I shall be.
Wilhelm v. Humboldt an F. Bopp
ÜBER
ANALYTICAL COMPARISON.
Berlin, den 4ten Januar 1S21.
Ich bin wahrhaft beschämt, Ew. Wohlgeboren so gütigen und ausführ-
lichen Brief vom 20. Juni v. J. erst heute zu beantworten. Ich erhielt ihn
aber erst spät, und als -ich auf dem Lande war. Das Lesen Ihrer interessanten
Schrift zog mich dergestalt an, daß ich den Vorsatz faßte, nunmehr einen
ernstlichen Versuch mit der Erlernung des Sanskrit zu machen. Dennoch
konnte ich hierzu erst in der Mitte Novembers, wo ich zu meinen Büchern in
die Stadt zurückkehrte, kommen. Nachdem ich nun einige, wenn auch noch
sehr geringe Kenntnis erlangt habe, bin ich zu einer neuen Lesung Ihrer Ab-
handlung geschritten, und kann Ew. VVohlgeboren nicht sagen, wieviel Nutzen
und Vergnügen ich daraus geschöpft habe.
Sie ist gewiß der erste so ausgezeichnet gelungene Versuch einer ver-
gleichenden Analyse mehrerer Sprachen, und über die Richtigkeit der aufge-
stellten Hauptsätze kann, meines Erachtens, kein Zweifel obwalten. Sie haben
vollkommen bewiesen, daß auch das Sanskrit nur durch Agglutination seine
grammatischen Formen bildet, und daß der von Fr. Schlkgki, gemachte Unter-
schied zwischen Sprachen, welche diese, und andern, welche die Infie.xion
anwendeten, so wie ich immer geglaubt, ein aus mangelhafter Sprachkenntnis
entstandener Irrtum ist. Es ist ungemein zu wünschen, daß Ew. Wohlgeboren
diese Arbeit fortsetzen, und auch die Deklinationen, und dann die Wortbil-
dung selbst abhandeln mögen.
Gegen einiges einzelne aber hätte ich allerdings Bedenken, ob ich gleich
selbst noch sehr zweifelhaft bin, ob Ew. Wohlgeborcn Meinung nicht die rich-
tige sein möchte. Ich gestehe aber, daß ich mich noch nicht recht davon
überzeugen kann, daß das Futurum der gricchisclien Konjugation, samt der
davon abgeleiteten Zeiten, aus einer Verbindung der Stammsilbe mit dem
Auxiliare entstanden sein soll. Schlagende Beweisgründe, daß dies geradezu
unmöglich sei, wüßte ich allerdings nicht anzugeben. Allein die Behauptung
selbst scheint mir auch nicht solche zu haben, welche die Überzeucung' ab-
52 Wilhelm v. Humboldt
nötigten. Daß der Gebrauch dieser Verbindung gerade die Bedeutung des
Futuri gegeben habe (S. 45), kann doch einer willkürlichen und nicht ganz
natürlichen Annahme ähnlich scheinen. Ew. Wohlgeborcn führen zwar das
französische j'aimer-ai an, und so wie man ich werde lieben durch ich
habe zu lieben umschreiben kann, so könnte man es wohl auch durch ich
bin da, um zu lieben. Allein geradezu erlaubt das Griechische doch wohl
nicht die Zusammenstellung mit dem Französischen. Dieses ist eine aus wirk-
licher Korruption einer vorhandenen gebildeten Sprache entstandene, und diese
Konjugationsform gehört gerade dieser Korruption an. In solchem Verhältnis
stand, wie ihr ganzer Bau beweist, die griechische Sprache offenbar nicht. In
den französischen und in ähnlichen spanischen Phrasen findet man auch, wie
Sie selbst bemerken, das Pronomen zwischen beiden Verben eingeschoben.
Auch dies feht hier. Daß Sprachen für die Haupttempora eine Bezeichnung
haben, ist in sich sehr natürlich und gewöhnlich, und es ist mir nicht glaub-
lich, daß dem Griechichen eine solche, für das Futurum ganz eigentliche ge-
fehlt haben sollte. Im Fut. 2 ist die Verkürzung (Elision des Doppelkonso-
nanten) , Zusammenziehung, und in einigen Verben die Buchstabenveränderung
sehr merkwürdig. Wäre das Fut. 2 immer Verbindung mit dem Auxiliare, nur
mit weggeworfenem er (so wie das Fut. i oft in dieser Annahme e wegwirft)
so ließe sich, dünkt mich, nicht erklären, warum crteWuj in criaXo) verwandelt
wird. Diese Veränderungen scheinen mir wahre Inflektion, Absicht des Reden-
den , dadurch , daß er das Wort für das Ohr auffallend macht, die Aufmerk-
samkeit auf eine andre Zeit, als die gegenwärtige, zu richten. Eine ähnliche
Beschaffenheit kann es mit dem ö Fut. i haben, und die Wahl dieses Buch-
stabens ist nicht unnatürlich, da er kein wahrer Buchstabe, sondern mehr ein
verstärkter Hauch, ein Zischlaut ist.
Indes sind dies mehr Einfälle als Widerlegungen , und ich setze selbst
auf dies Raisonnement um so weniger Wert, als ich doch auch glaube, daß
in der griechischen Konjugation sehr leicht eine mit dem Auxiliare stecken
kann. Der Aor. i Pass.. ja die ganze Konjugation in oi sieht allerdings völlig
so aus.
Ein andres Bedenken habe ich gegen die Vergleichung des Augments
mit dem a privativum. Die Annahme scheint mir zu künstlich. Ich stimme
zwar auch Ew. Wohlgeboren Meinung bei, daß es nicht wahrscheinlich ist,
daß der das Augment bildende Vokal gerade Vergangenheit bedeutet habe,
und nun aus ihm und dem Verbum ein zusammengesetztes Wort gemacht sei.
Aber die Sprache will in vielen Fällen mit der Beschaffenheit der Töne eines
Wortes den Begriff nachahmen, und es scheint mir ebenso natürUch, daß sie
daher dem Ausdruck der Vergangenheit Silben, vorzüglich tönende Vokale
voranschickt, um dadurch die Vergangenheit gleichsam zu malen, als daß
sie dem Futurum durch Accentuierung oder sonst mehr Raschheit oder Stärke
gibt, um die Kraft des Entschlusses und Willens, dessen Begriff sich immer
an die Zukunft knüpft, auszudrücken. Ew. Wohlgeboren erwähnen gegen
Ihre eigene Behauptung, daß dann auch die Futura Augmente haben müßten.
Hierbei muß ich bemerken, daß ich nicht begreife, wie Wii.kins in seiner
Grammatik § 157 das 7. Tempus, welches nach § 154, 155 eben dies Fut. 2
ÜBER ANALYTICAL COMPARISIOX. 63
ist, zu denen rechnen kann, welche a vor der Wurzel annehmen. Nach der
Stelle in Ew. Wohlgeboren Schrift scheint dies nicht der Fall zu sein, und
die § 350 und f. gegebenen Beispiele haben auch kein Augment.
Eine zugleich sehr scharfsinnige und richtige Bemerkung ist es, wo Ew.
Wohlgeboren S. 39 sagen, daß die Sprachen oft einen ganz umgekehrten
Gang genommen haben, als der ist. welchen ihnen die Grammatiker anweisen.
Sie erwähnen dies bei Gelegenheit der Ableitung der Tempora vom Partizipium.
Gewiß haben Sie sehr recht, daß die Partizipien der Bildung der Konjugation vor-
ausgehen, nicht aber nachfolgen, obgleich auch dies mit Unterschied verstan-
den sein will. Das Partizipium ist der konstitutive Begriff des Verbi, welches
nichts andres ist, als die Zusammenfassung eines Subjekts mit einem Parti-
zipium. Ich kann bei dieser Gelegenheit die Bemerkung nicht unterdrücken,
daß Ew. Wohlgeboren, wo Sie S. 13 vom Verbum sprechen, mir die von Sil-
VESTRE DE Sacy iu Seiner allgemeinen Grammatik vorgetragenen Ideen im Sinne
gehabt zu haben scheinen. In demjenigen, was Sie gerade berühren, ist auch
nichts , das ich nicht unterschreiben möchte. Allein sonst leugne ich nicht,
daß ich. nach genauem Studium der SAcvschen Schriften hierüber, mich über-
zeugt habe, daß seine allgemeine Grammatik wirklich ein höchst schwaches
Buch ist, was auch viel Irriges enthält. Dagegen scheint mir Bernhardi in
seiner kurzen Sprachlehre ungemein geistvoll und im einzelnen richtig. Es
gibt auch in diesem Buch Kapitel, die ich nicht für gelungen halte, allein die
Entwickelungen der grammatischen Urbegriffe scheinen mir \-ollkommen er-
schöpfend. Vergleichen nur Ew. Wohlgeboren in beiden Büchern einmal die
Lehre der Tempora, wie konsequent und philosophisch sie in Bernhardi ist.
und gerade diese gründet sich auf die richtigen Begriffe vom Partizipium und
ist nur durch sie möglich. Bei dieser Gelegenheit wünschte ich wohl von
Ihnen zu hören, ob das Sanskrit auch alle 12 Tempora so vollständig, sei es
auch durch Umschreibung, bildet, als das Griechische durch seine Konjugation,
durch TUYXOtvou und lueXXuu. Merkwürdig ist es, daß das Mexikanische hierin aus-
gezeichnet vollständig ist. Wilkins scheint mir von keinem festen Begriff von
der Zahl der möglichen und notwendigen Tempora ausgegangen zu sein, wie
doch jeder Grammatiker sollte, um beurteilen zu können, wie die \on ihm
bearbeitete Sprache hierin die Forderungen des Denkens erfüllt. Um aber
auf das Partizipium zurückzukommen, so geht dasselbe, als durch den Begriff
und seinen Inhalt gegeben, gewiß der Bildung der Konjugation voraus, aber
als wirklich mit bestimmter Endung versehene grammatische Form mag es
doch in manchen Sprachen und Fällen wohl erst nach der Konjugation und
durch sie selbst gemacht werden.
Außer dem ungemein grollen Interesse , welches mir der Hauptinhalt
Ihrer Schrift eingeflöBt hat, ist sie mir auch in \iclcn Nebenpunkten überaus
k.hrreich gewesen. Mehreres habe ich darin gcfiuulen. was entweder in Wh.kins
nicht steht, oder was wenigstens mir darin entgangen war, so z. B. die \'er-
wandlung des s' in k.
Ew. Wohlgeboren Brief, dessen Ausführlichkeit mich sehr gefreut hat.
ergänzt zum Teil Ihre Schrift, da er sich über die Deklination erklärt, über
welche jene nichts enthält. Es ist mir neu gewesen, daß die Deklination
64
Wilhelm v. Humboldt
durch die Pronomina entstehen solle. Von einer Seite erscheint mir die Sache
auf den ersten Anblick sehr einleuchtend. Es ist ein scharfsinniger Gedanke,
daß die Pronomina an die Substantiva gehängt werden , um ihnen Leben zu
geben, und in der That ist es in allen Reden des gemeinen Volks auffallend,
wie dasselbe sehr oft das Subjekt nicht eher auf das Verbum bezieht, als bis
es ein Pronomen dazwischen geschoben hat, wie wenn man sagt, der Mann,
der geht dort. So würde ich also ohne Bedenken die Endungen der 2. Dekl.
im Griech. für das den Endungen nachgesetzte Pronomen halten. Die andern
mag man auf ähnliche Weise erklären können. Allein woher stammt nun die
Deklination der Pronomina selbst? Diese Frage scheint mir eine eigne Be-
antwortung zu erfordern.
Ich möchte überhaupt glauben, daß sich das Entstehen der Deklination
nicht auf eine Art allein erklären lasse.
Oft entstehen gewiß die Kasus aus wirklichen Präpositionen. An einigen
amerikanischen, den vaskischen und andern ist dies unverkennbar. Ich habe
mir auf diese Weise auch immer unsern Genitiv s des Manne-s erklärt, und
diesen Endkonsonanten als den Überrest von aus angesehen. Im Griechischen
und Lateinischen aber möchte ich nicht behaupten, daß sich nur ein einziger
Kasus so ableiten ließe.
Eine andre Entstehungsweise scheint mir in dem Zusammenschmelzen
mehrerer Dialekte in eine allgemeine Sprache zu liegen. Es ist auch sonst
bekannt, daß mehrere grammatische sogenannte Flexionen nur daher kommen,
daß man in einer Periode der Bildung vielen an sich gleichbedeutenden For-
men einen bestimmten Unterschied anwies. So müßte ich mich sehr irren,
wenn nicht de-r und de-n bloßer Dialektunterschied wäre, und in einem
deutschen Dialekt 'ich denke im schweizerischen) den auch als Nominativus
zählte.
Eine dritte Art fügen nun Ew. Wohlgeboren sehr scharfsinnig durch die
Verbindung gleichbedeutender, aber verschiedener Pronomina mit den Stamm-
silben hinzu. Allgemein, glaube ich, läßt sich hierüber nichts entscheiden,
sondern man muß in jeder einzelnen Sprache ihre Eigentümlichkeit auffassen.
Ew. Wohlgeboren haben gewünscht, daß ich Ihnen über Ihre Schrift und
die Grundideen derselben meine Meinung umständlich sagte , und dies wird
mir für die Weitläufigkeit dieses Briefes zur Entschuldigung dienen. Ich muß
Sie dessenungeachtet um Erlaubnis bitten, noch über mein eignes Sanskrit-
studium einiges hinzusetzen zu dürfen , und Sie um die Erteilung Ihres ein-
sichtsvollen Rates zu ersuchen.
Ihre Abschrift einiger Seiten des hitopadesa hat es mir allein möglich ge-
macht, nur das Lesen anfangen zu können Ich kann jetzt alles lesen, ohne
weiter nachzusehen , wenngleich die eigentliche Geläufigkeit nur mit der Zeit
kommen kann.
Damit Ew. Wohlgeboren den Standpunkt meiner Kenntnis oder vielmehr
Unkenntnis beurteilen können, so schicke ich Ihnen eine Abschrift dessen,
was ich mir über die ersten Verse Ihres nalus für mich angemerkt habe. Ich
lerne ohne alle mündliche Hilfe. Wilken, der Sanskrit getrieben hat, ist
lange wieder davon abgekommen; Link macht nicht eigentlich fait davon;
ÜBER ANALYTICAL COMPARISOX.
65
Bernstein sehe ich nicht, und außer diesen dreien und mir mag niemand hier
nur lesen können. Ich habe zuerst Wilkins' Grammatik teihveise genau ge-
lesen, teilweise eben nur durchgesehen. Dann habe ich die mir von Ew.
Wohlgeboren geschickten einzelnen Bogen über den hitopadesa stellenweise
gelesen, endlich mich, auch mit Hilfe des Wilson, den leider noch nicht ich
selbst besitze, den aber die Bibliothek hat, an Ihren nalus gemacht. Dies
zieht mich am meisten an, allein ich halte es für gut, mit diesen drei Arten
des Studiums abzuwechseln.
Das Alphabet habe ich so gründlich, wie möglich, studiert. Es ist von
einer wunderbaren Regelmäßigkeit und Vollständigkeit. Allein was mich
daran immer hindert und stört, ist, daß es für mich wenigstens völlig tot ist.
Ich kann mir durchaus keinen Begriff machen über sehr viele Punkte : über
die cerebralen Konsonanten, die Verschiedenheiten der Nasenlaute, wenigstens
in den ersten vier Klassen, den Unterschied der Aussprache des Anusvära
und entweder des m, oder eines der verschiedenen n, über die des Visarga.
das ja nicht bloß ein h . sondern immer ein ah zu sein scheint . auch wenn
ein i vorausgeht. Ich wage daher nicht laut zu lesen, und möchte wissen
wie Ew. Wohlgeboren es machen um im Laut z. B. 7; und rT zu unterscheiden.
Überhaupt möchte ich das Sanskrit die toteste aller toten Sprachen nennen.
Denn ich habe in der dicken Grammatik von Wilkins auch nicht eine Zeile
über den Accent gefunden, auf dem doch in der Sprache alles Leben, ja
selbst alle Unterscheidung der W^örter. der Individuen der Sprachen, beruht.
Was davon vorkommt, ist nur immer Quantität. Darum gestehe ich. kann ich
Ew. Wohlgeboren nicht ganz darin beitreten, daß Sie die langen Vokale mit
einem Accent, und nicht mit einem Längezeichen bezeichnen. Es kann den
Leser mißleiten und ihm eine falsche Vorstellung geben.
Noch unbegreiflicher wird mir die Materie des Accents im Sanskrit, wenn
ich an das häufige Koaleszieren zweier Wörter in eins denke, was die Schwie-
rigkeiten des Verstehens so sehr vermehrt. Manchmal ist allerdings dies
Koaleszieren nur Sache der Rechtschreibung und der Sitte, sowie auch Ew.
Wohlgeboren in der Vorrede des nalus Sich so darüber auslassen , daß man
sieht, daß eine gewisse Willkür darin Hegt. Wenn z. B. ein Wort mit einem
schweigenden Konsonanten schließt, und das andre mit einem Vokal anfängt,
so wäre es zwar eine große Erleichterung . wenn man . wie man nicht thut,
die reell getrennten Wörter auch im Schreiben trennte, allein man begreift
doch , daß dies im Accent nichts ändern kann, sondern daß jedes Wort den
seinigen behält. Allein wie mag es da gewesen sein, wo End- und Anfangs-
buchstaben zusammen in einen dritten übergehen, oder sich auch sonst nur
verändern? Sind da beide Worte unter einen Accent gekommen, wie ein
Wort eigentlich immer nur einen hat. oder nicht? Eine accentlose Sprache
läßt sich nicht denken. Ist aber die Accentlehre im Sanskrit ganz unter-
gegangen, oder existiert sie in Unterweisungen, und wird nun. da sie zum
Verständnis nicht hilft, übergangen.' Hierüber wünschte ich sehr durch luv.
Wohlgeboren Aufklärung zu erhalten.
Eine sonderbare Sitte ist es auch, das kurze i. untl allein dieses unter
allen Vokalen, vor den Konsonanten zu schreiben, nach dem man es ausspricht.
Techmer, ztschk. IV.
5
55 iJV.ER ANAI.YTICAL COMl'ARISON.
Das ganze Kapitel des Sandlii habe ich mit so vieler Genauigkeit als
möglich studiert. In Wilkins sind aber die Regeln wenig geordnet, ich möchte
sie beinahe verwirrt nennen. Ich habe mir zu meinem Gebrauch sie ganz um-
gearbeitet. Auch ist das Kapitel , wie man sieht , nicht recht vollständig.
Überhaupt wäre eine andre Grammatik ein großes Bedürfnis. Wilkixs scheint
mir unschätzbar , als ein großes Repertorium von Wörtern und Paradigmen,
allein die Leichtigkeit der Übersicht, die Aufstellung viele Fälle umfassender
Regeln u. s. f. fehlt ganz. Die Deklinationen sind unendlich leichter, als sie
bei ihm scheinen. Die von ihm verschmähte Tafel der Endungen (§ 69) dient
doch zu einer viel faßlichem Grundlage , als seine zahlreichen Paradigmen.
Ich komme durch die Deklinationen viel besser durch, wenn ich erstlich immer
genau trenne , was wirklich veränderte Endung , und was nur innerhalb des
Wortes selbst vorgehende Umwandlung ist, und zweitens immer mir anmerke,
wo die Endung von jenem Grundschema abweicht. Die Kasusendung, welche
mit Konsonanten beginnt '4 und H, ist mir, auch wegen ihrer Regelmäßigkeit
sehr aufgefallen. Sollte sie nicht aus Präpositionen entstanden sein? Sehr
wunderbar und abweichend von andern Sprachen ist auch der sogenannte
crude State der Wörter, von welchem der Nominativus hernach wieder abweicht.
In der 8. Dekl. ist dies vorzüglich häufig. Sind diese Formen, als selbständig,
bloß abstrahiert von den Fällen, wo sie. wie in einigen Gattungen der Komposita,
in undekliniertem Zustand vorkommen, oder haben sie einmal zur wirklichen
Sprache gehört, so daß sie in ihrem rohem Zustande mit in die Rede eintraten '!
Sehr angezogen haben mich die Kapitel über die Bildung der Deriv^ativa.
Aber ich dächte, daß auch diese müßten befriedigender und systematischer
gefaßt werden können. ,
Ich studiere, bis jetzt wenigstens, das Sanskrit bloß der Sprache, nicht
der Litteratur wegen, aber ich bin vollkommen überzeugt, daß es für jeden,
der Sprachstudium treibt , ein unerläßliches Bedürfnis ist , es so tief , als nur
immer die Umstände erlauben, zu kennen. Können mir daher Ew. Wohlgeboren
aus Ihrer eignen Erfahrung Ratschläge geben, wie ich vielleicht mein Lernen
noch zweckmäßiger einrichten kann, so werden Sie mich ungemein verbinden.
Den Brief an Herrn Vater habe ich besorgt. Den gegenwärtigen addres-
siere ich an Ihren Herrn Vater nach Aschaffenburg.
Ich wünsche von Herzen , daß es Ihnen recht bald gelingen , oder viel-
mehr schon gelungen sein möge, eine vorteilhafte Anstellung zu erhalten. Ich
kann mir nicht denken, daß nach demjenigen, was Sie bereits geleistet haben,
man Ihnen nicht damit entgegengekommen, und die Art selbst Ihrer Wahl
überlassen sollte. Es wird mich sehr freuen , wenn Sie mir erlauben wollen,
Ihnen manchmal zu schreiben, und wenn ich. wie bisher, auf Ihre gütigen und
ausführlichen Antworten rechnen darf.
Verzeihen Ew. Wohlgeboren, daß ich nicht eigenhändig geschrieben habe.
Ich schreibe aber so schneller, und dachte mir auch, daß es Ihnen lästig sein
müßte, einen so langen Brief von einer so undeutlichen Hand, als die mei-
nige ist. zu lesen. Mit der herzlichsten Hochachtung Ihr
Humboldt.
EINLEITUNG IN DIE ALLGEMEINE SPRACHWISSENSCHAFT.
ZUR LITTERATUR DER S P R AC H E N K U N D E AMERIKAS.'
Eine gewisse Übersicht iaber die Völker und Sprachen dieses neuen Welt-
teils gewährt J. S. Vater, einstiger sprachbeflissener Gelehrter in Halle, im
AüELUNGSchen mithridates Bd. Ill 2. Abt., S. V — VI; vgl. S. 370 und 3. Abt.
S. III — V nach der von ihm beobachteten Hauptteilung in Süd-. Mittel-
und Nordamerika, obschon die geographische und ethnographische Schei-
' [Potts einl. in die allg. sprachw., welche hier nach dem hinterlassenen Ms. des am
5. Juli vor. J. verstorbenen Vf. fortgesetzt wird, gehört bereits der Geschiclite unsrer Wissenschaft
an. Ihr erster Teil eröffnete die neugegründete i. z. Der Vf. und Herausgeber haben sich im
Eingange I. i darüber ausgesprochen, wie diese Arbeit entstanden. Der Herausg. wünschte die
1. z. mit einer kürzern Übersicht über die bisherigen Ergebnisse der Sprachforschung einleiten zu
können und war überzeugt, die Leser würden mit ihm dem Nestor unter den Sprachforschern
Dank wissen, daß er jenen einleitenden Rückblick auf die Ergebnisse der Wissenschaft freundlich
übernommen , deren Fortschritt derselbe seit mehr als 50 Jahren so wirksam gefördert hatte und
deren Litteratur wohl kein lebender Forscher in solchem Umfange kannte. In seiner bescheidenen
Weise begann der Vf. die Abhandlung mit folgenden Worten; 'Gegenwärtiger Gesamtüberblick
über das weite Gebiet wissenschaftlicher Sprachforschung wird abseiten des gütigen Lesers außer-
ordentlicher Nachsicht bedürfen.' Der Vf. war sich wohl bewußt, daß er bei seiner großartigen Auf-
fassung der Aufgabe, die er hier übernommen, letztere wohl nicht so zu Ende führen könnte, wie
er wünschte, daß er namentlich nicht im stände sein dürfte, die sprachwissenschaftliche Litteraiur
bis zur Gegenwart zu vervollständigen. Mögen nun jüngere Sprachgelehrte, welche sich vorsich-
tiger auf kleinere Gebiete beschränken und die nicht so auf das Ganze als auf ihr besonderes
Gebiet achten, jeder für sein besonderes Fach, in der neuesten Litteratur Lücken finden: die spä-
tem Forscher, welche die Cieschichte der Sprachw. nach ihren Quellen studieren, werden auch in
diesem letzten Werk des Vf. die Vielseitigkeit wie die Schärfe seines Urteils anerkennen und
staunen, wie er ein derartiges Unternehmen noch nach dem Sosten Lebensjahre hat vollenden
können. In der Herausgabe des vorliegenden Abschnitts zur littek.\TL'R der si'R.\cUENKiNnE
AMERIKAS haben die Herren G. v. i). Gahelentz und A. S. Gatsciiet, denen größere Bücher-
sammlungeir über die amorik. Sprr. zur ^■erfügung stehen, mich freundlich unterstützt. Eine voll-
ständigere lÜbliogr. der Sprr. der nordamer. Indianer hat mittlerweile J. C. PlEl.iNG verötTent-
licht : l'l^OOl'--. SHEETS OK A HIULIOHR.M'IIV ol^ IHK I..\NGV.\GES OK TUE NORTH A.MF.RICAN INDIANS,
Washington, 1885, 4". i — xii, i — 1135. — taitLioGR. ok the eskimo i.angi-age, W.vsh. 1SS7, S".
V, 116. — luiii.ioc.R. OK THE siouAN L.\NGUAGES, Wash. 1887, 8". V, 87. Mit den Sprachen
Australiens wird Toi is Rückblick abschließen. Der nächste Hand der l. z. soll seinem .\mienken
gewidmet werden. In einem Supplement dazu gedenke ich ein Lebensbild und eine Sammlung
kleinerer Schriften, ev. auch l'uverötTentlichtes aus ilcm littorari^chen Nachlaß des Verewigten
mit Erlaubnis seiner I'amilic herauszugeben. F. T.]
68 A. F. Pott.
düng sich nicht einander völlig decken. Er zählt aber für Südamerika XI Num-
mern mit mehrfachen Unterabteilungen : dergleichen für Mittelamerika nur IV,
und für gedachten Weltteils Norden V. Trotz gewaltiger Fortschritte seitdem
in dahin einschlägiger Kenntnis sind wir doch immer noch mehrfach im ganzen
und grossen auf Vaters natürlich wenig ausreichende Anordnung angewiesen.
— Von Wichtigkeit außerdem noch immer: Gilij, saggio di storia americana,
3 Bde., Rom 1780 — 82. Desgleichen des berühmten Exjesuiten Lorenzo Hervas:
CATALOGO DE LAS LENGUAS DE LAS NACIONES CONOCIDAS, WOVOU Bd. I MaDRID iSoO.
In Friedr. Müller, grundr. der sprachw. i. 1877. S. 85 ff., 11. 181 ff. die
amerikanischen Sprachen mit Litteratur. In Trübners catalogue of dict. and
GRAMM. oF THE PRINCIPAL LANG. AND DiAL. der Zahl nacli gcgcn 5 CO Sprachen
und Mundarten.
Gerade zur Kenntnisnahme von Sprachen dieses Weltteils sind bereits
von früh ab allerhand, meist zum Behufe von Bekehrung der Eingebornen
verfaßte Hilfsmittel, wie Grammatiken, Vokabulare, Katechismen u. dgl., durch
eingewanderte Europäer , zumal Missionare (Spanier , Portugiesen , Holländer,
Schweden, Franzosen u. s. w.) zum Druck gelangt. Allein da sie nur in ge-
ringer Anzahl pflegten nach Europa herüberzukommen, insonderheit da, außer
den Missionszwecken, früherher nur wenig Begehr nach dergleichen vorhanden,
erklärt sich, daß solch, für den Sprachforscher der Jetztzeit so höchst nötiges
Handwerkzeug meist überaus selten , und, wenn überhaupt, dann doch unge-
mein schwer, auftreibbar geworden. Z.B. in Brockhaus, bibliogr. f. ling.
Nr. I S. II für 30 Rtlr. angeboten: arte de la lengua moxa con su vocäb.
Y CATEC. von dem Jesuiten Pedro Marban; Imprimatur- Lima 1701. S. mithr.
III. S. 563. arte de LA lengua DE LOS INDIOS BAURES DE LA PROV. DE LOS MOXOS,
CONFORME AL ms. ORIG. DEL P. AnTONIO MaGIO (1749), Y DEL P. FrANC. DE AsIS
CoPARCARi (1767'?) PCR L. Adam y C. Leclerc, Paris 1880, 8°, mit kurzem
Wb. von d'Orbigny.
Wieder ab drücke gehörten und gehören daher noch immer zu den
schon seit lange und öfters von mir zum Heile der Wissenschaft angeregten
frommen Wünschen. Und lagen dergleichen auch bereits in der Absicht W. v.
Humboldts und Ed. Buschmanns mit mancherlei Vorarbeiten zu neuen Ver-
öffentlichungen über amerikanische Sprachen. Das ist zu ersehen aus dem
STARGARDTSchen Katalog antiquarischer Bücher Nr. 135, Berlin 1881, worin
auch 'Originalmanuskripte und Werke von Ed. Buschmann sowie W. und A. v.
Humboldt' namhaft gemacht sind. Zufolge Steinthal aber in seiner Ztschr.
XIII. S. 261 befindet sich jetzt die Königl. Bibliothek zu Berlin im Besitz
sämtlicher von W. v. Humboldt hinterlassener Werke, die sich auf Sprach-
forschung beziehen. Darunter auch mehreres über die Sprachen Amerikas
(vgl. i. z. I. 383).
Weiter ist aber dann auch jetzt bereits abseiten gelehrter Gesellschaften,
oder auch selbst von einzelnen, dem oben angegebenen Bedürfnisse mehrfach,
jedoch nicht immer in wünschenswerter Wohlfeilheit für den Käufer, entgegen-
gekommen. Beispielsweise: arte del idioma zapoteco por el p. fr. Juan de
CORDOVA. REIMPRESO POR ACUERDO DEL C. GENERAL MaRIANO JiMENEZ, GOBERNA-
DOR CONSTITUCIONAL DEL ESTADO DE MICHOACÄN DE OCAMPO, BAJO LA DIRECCION Y
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIICVS.
69
CUIDADO DEL DR. NiCOLÄS LeÖN , DIRECTOR FUNDADOR DEL MUSEO MICHOACANO Y
MIEMBRÜ DE VARL\S SOCIEDADES SCIENTIFICAS. MoRELIA, IMPREXTA DEL GOBIERNO
EX LA ESCUELA DE ARTES , 1886. IXTRODUCCION LXXIX lind 223 S. 8°. Auf
S. 22 1 wird für Beendigung des Originals der Ausg. angegeben: en Mexico.
en casa de Pedro Balli . a. de 1578. Auf der Rückseite des Titels der
erneuerten Ausg. steht Edicion de 350 ejemplares, und. da zufolge des Köhler-
schen Antiquariums in Leipzig Mie mexikanische Regierung hier\-on nur zwanzig
Exemplare für den Handel bestimmt hat\ erklärt sich, wenn dieses je ein Exem-
plar nicht zu wohlfeil berechnet. Aus S. IX ersieht man aber, wie einschlägige
Werke auch selbst in Mexiko zu den äußersten Seltenheiten gehören, und mit
£ 50, und mehr, erkauft worden sind. Zu Hause ist die Zapotekasprache zu-
folge S. VII als Vulgaris in Valle Guaxaca Novae Hispaniae'. Es reden aber
dieselbe S. XVIII f über 250000 Individuen, obschon nicht mehr rein; und
mundartlich zerfällt sie in Zapoteco del Valle, Z. miahuuteco im Valle
Grande): Z. serrano (Sierra del Norte und Z. villalto (Villa Alta' ; endlich
Z. tehuantepecano, zu ersehen aus carta del sr. Maxuel Martixez Gracida,
1886. GEOGRAFIA de las LEXGUAS Y carta ETXOGRÄFICA de MEXICO precedidas
DE UX EXSAYO DE CLASIFICACIOX DE LAS MISMAS LEXGUAS Y DE APUXTES PARA LAS
IMMIGRACIONES 'DE LAS TRIBCS POR EL LIC. MaNUEL OrOZCO Y BeRRA , MeXICO
1864. XIV, 392 S., 4°. In den Add. der arte S. 222 wird aber erwähnt:
APUXTES PARA UX CATALOGO DE ESCRITORES EX LEXGUAS IXDIGEXAS DE AMERICA.
POR JoAQUix Garcia Icazbalceta, Mexico 1886. S. weiter unten. — evaxge-
LIARIUM, EPISTOLARIUM ET LECTIOXARIUM AZTECUM S. MEXICAXUM EX AXTIQUO COD.
MEX. XUPER REPERTO DEPROMPTUM C. PRAEF., IXTERPR.. ADXOT., GLOSS., FACSIM. ED.
B. BioxDELLi, MiLAXo 1858. Lix uud 576 S. Ein Werk des Missionars Berxh. de
Sahagux. der von 152g — 1590 in Mexiko lebte. 12S S. gr. 4°. Originaltext mit
lat. übers, von besonderer Wichtigkeit für die Kenntnis der Aztekensprache.
Bei solcher Bewandtnis ist mit um so freudigerm Danke das selbstlose
Verdienst des Herrn Dr. Julius Platzmaxx anzuerkennen . was derselbe sich
um die Sprachenkunde erworben hat. Durch ihn nämlich ist dem wißbegie-
rigen Forscher nunmehr schon eine stattliche Reihe auf Süd- und Mittelamerika
bezüglicher Sprachwerke von hohem wissenschaftlichen Werte wieder zugäng-
Hch gemacht, indem er sie auf seine Kosten mittels Druckes (sogar in. wohl
nicht gerade nötiger faksimilierter Form) erneuern ließ. Von 1858 — 64 in der
Bai von Paragua (s. dessen Reise), hauptsächlich mit Herstellung von Bildern
brasilianischer Blumen und Früchte beschäftigt, wandte derselbe seine Auf-
merksamkeit auch den indianischen Idiomen zu. wovon u. a. sein, Leipzig
1876 erschienenes Buch: verz. eixer Auswahl [von ihm gesammelter] amerika-
nischer GRAMMATIKEN, KATECHISMEN' Zcuguis ablegt. Aus dicscm ünguistischett
Schatze haben wieder das Licht erblickt Lkipzig bei Teuüxer: arte de gkamm.
da LINGOA MAIS USADA NA COSTA DO ÜKASIL jd. i. HugUa Tupi IKIIA PKI.O P.Jo-
SEPH DE AnCHIETA [f I597]- l'Ul'.LICADA 1\)K JuLIO Pl.ATZMANN. KDIC.'VO FACSl-
milaria stereotvpa 1876. nachdem bereits 1874 eine billigere Ausgabe und
außeidem eine deutsche Bearbeitung herausgekommen. hYMuer: Antonio
Ruiz DE Montoya, arte, üocahulario, tesoro v c.viecismo de la i.exgua gua-
rani, publ. nuevam. POR JuL. Plaizmanx. 4 voll. 8'\ 1876. In der introd.
70
A. F. Pott.
VITAE GRAMMATICORUM, QUI USQUE AD ANN. 1675 SCRIPSERUNT DE LINGUIS AMERICAE
MERIDIONALIS. P. LuiZ FlGUEIRA, ARTE DE GRAMM. DA LINGUA BRASILICA. NOVA
ED., ANNOT. POR F. Allain, Erneuerung der 2. Ausg. von 1687, Rio de Janeiro
1880. Behandlung andrer Sprachen in PLArzMANNSchen Wiederabdrücken:
des Aymara, einer Schwester des Quichua, in Süd-Peru, Bolivia, Argentina:
VOCABULARIO DE LA LENGUA AYMARA COMPUESTO POR EL P. LuDOVICO BerTONIO.
novam. publ. POR J. Platzmann. ed. facsim. 2 voll., Lips. 1879, 872 S. ; sowie
dess. : arte [worunter im Sprachgebrauch der Spanier stets 'Grammatik' zu ver-
stehen] . CHILIDu'gu' SIVE TRACTATUS LINGUAE CHILENSIS OPERA BeRNARDI HaVE-
STADT. ED. novam CUR.AVIT JuLIUS PlATZMANN. 2 VoU. LiPS. 1883. XVIII,
952 S. Mit Melodien, 6 Taf. und i Karte. Desgl. 1887: arte y gramatica
GENERAL DE LA LENGVA QUE CORRE EN TODO EL REYNO DE CHILE, CON VN VOCAB. ,
Y CONFESSONARIO. COMPUESTOS POR EL PADRE LuYS DE VaLDIUIA DE LA COMPAN~IA
DE IeSUS EN LA PROUINCIA DEL PIRU. IVNTAMENTE CON LA DOCTRINA CHRISTIANA, Y
CATHECISMO DEL CONCILIO DE LiMA EN ESPAN~OL , Y DOS TRADUCIONES EN LENGUA
DE CHILE . . . CON LICENCIA. EN LiMA POR FRANCISCO DEL CaNTO , A. 1 6o6.
VOCABULARIO DE LA LENGUA MEXICANA. COMPUESTO POR EL P. FR. AlONSO DE
MoLiNA. 1880. 4°. — Von Platzmann selbst verfaßt: glossar der feuerlän-
DiscHEN SPRACHE, 1882. — Außerdem hat derselbe Jan. 1885 der HALLESchen
Universitätsbibliothek das seltene Werk verehrt : arte y vocabulario de la
LENGUA LULE, Y TONOCOTE , COMPUESTOS CON FACULTAD DE SUS SUPERIORES. POR
EL PADRE Antonio Machoni de Gerden a, de la compan ia de Iesus. en Madrid.
A. DE 1732. Auch dahinter catechismo y doctrina christiana in den er-
wähnten Sprachen. Der Wiederabdruck des Buches Buenos Ayres 1877 ist
zufolge Platzmann "^ nachlässig und ohne Verständnis '. Das Lule (mithr. III,
2. S. VI und 506) an der Westseite des Paraguay, wird von fünf Völkerschaften
gesprochen. Nämlich, außer Lule und Tonocote, noch von dreien mit
gleichem Naraensausgange Isistine, Toquistine und Oristine. Die Zahlen
ARTE S. 58 lauten: i. Alapea, 2. Tamöp und 3. Tamlip mit gleichem
W'ortbeginn. Von 4. Locuep aber schon, verm. weil man den Daumen außer
Acht ließ, werden die weitern Zahlen durch Addition (despues, darauf) ge-
bildet. 5. Locuep moitle alapea, d. h. despues de quatro. Vgl. S. 85:
yny (im Sg. verbleibend: Tag) tamlip {3) moitlem (Despues de tres dias).
9. Locuep moitle locuep alapea d.i. 4 + 5, letzteres jedoch 44-1.
10. Ysyavömp, was sagen wolle: los dedos de ambos manos son diez. Das
erklärt sich dann wohl aus ys mano, sowie ya con, und yanonp todo. An
Verwandtschaftsnamen zeigt sich arte S. 92 — 97 ein übergroßer Reichtum,
wie älterer und jüngerer Bruder u. dgl. m. Mozo (jung) zalä; mozos zala-
til; aber moza quilä, PI. quilatil doch wohl zum folg, Gue muchacho, a
(enfant), PL cuel. voc. S. 94. Im voc. S. 86: Umueel madres von umue
madre ; jedoch in der Grammatik S. 9 hat der PI. umueelp, mit seltener
Pluralendung Ip. — Bemerkenswert ist aber, daß auch hier, wie in andern
Indianersprachen, recht lange Bildungen nicht fehlen. So z.B. arte S. 24
der Opt. tacluumaicilomnö O si quieserades etc. aus maisic ich will (im
voc. S. III. Maig, Imp. may querer), mit angehängtem no, wovor lom,
Euer, und vorn taclug, Imp. tacluü arrojar.
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
Powell, J. W., first, second, third. fourth annual report of the bureaü
OF ETHXOL. TO THE SECRET. OF THE SmITHSOXLAN INSTITUTION 1879 1883. VVaSH.
4 v'oll : Contains: Powell, mythol. of the north -amer. indiaxs. Yarrow,
H. C, mortl'ary customs of the IND. G. Mallery, sign language OF THE am.
IND., etc. J. W. Powell, contributions to north american ethnology, Wash.
1877 sqq. tribes of the northwest, by Gibbs, ÜALL-etc; with vocabülaries.
Morgan, L. H., houses ant) house life, 1877. Steph. Powers, tribes of Cali-
fornia, mit Vokab., 1877. Owen J. Dorsey, the dhegiha language (ömaha,
ponka) ; Riggs, Dakota dictionary, 2. ed.; Gatschet , A. S., the klamath
language of southwestern OREGON [untcr der Presscj.
Neben diesen höchst rühmlichen Bestrebungen werde hier eines gleich-
falls höchst verdienstlichen Sammelwerkes gedacht , worüber näheres von G.
Gerland im Gott. GEL. ANZ. 1882, Stück 14.. Es war zuerst betitelt : coleccion
linguistica americana von Ez. Uricoechea; dann collection [jetzt biblio-
THEQUEj LiNGUiSTiQUE americaine. Bd. I enthält von eben genanntem Herausg.
Gramm., Vokab. und Texte der Chibchasprache 'segun antiguos manuscritos
anonimos e ineditos\ Paris 187 i. Vgl. :mithr. III. 2. S. 701. 705. 'Der
Stamm der Muyscas sollte eig. immer mit den Namen Chibchas bezeichnet
werden; denn Muysca bezeichnet in der Chibchasprache bloß *^Menschen,
Leute\ Humboldt, Ansichten der natur, 18-I.9, Bd. II. 376. Freilich be-
zeichnen sich auch andre Völkerschaften mit dem Allgemeinnamen für ^Menschen.
Ja die Chiquitos im Osten von Peru nennen sich selbst Naquiüofieis d. i.
Mensch, Mann, zufolge Hervas, catäl. d. l. , S. 66. — Bd. II. gibt, gleich-
falls von U., Paris 1877, mit Zusätzen und Verbesserungen, Vokab.. Texte
und grammatische Notizen der Paez spräche in Columbia, wovon Euj. del
Castillo y Orozco, vocab. paez-castellano 1755, der Vf. ist. Um so wichtiger,
weil einzige Arbeit über die Sprache der Paez oder Paecesindianer (am
obern Cauca und am Patia bei Popoyan , welche hiernach sprachlich den
Chibcha keineswegs nahe stehen. — Den lil. Bd. (1878) bilden Bretons kar.aibi-
scHE GRAMM. (1667) Und Übers. ins Kar. (1664), in Faksimileausgabe von den
bekannten Amerikanisten L. Adam und Ch. Leclerc herausgegeben. — Bd. IV
(1878) enthält das öfters hrsg. Ouichuadrama Ollantai mit Übers, und Kom-
mentar von Pacheco Zegarra. — In Bd. V, 1878, R. Celedons gramm., katkch.
U. VOKAB. DER GOAJIRASPRACHE. T. VI. ARTE Y VOCAK. DE LA LENGUA CHIQUIIA
[mithr. III, Abt. 2, S. 567] POR L. Adam v V, Henry. — T. vii. arte de la
LENGUA DE LOS INDIOS BAURES DE LA PROVIXCIA DE LOS MOXOS. Beide PaRIS 1 88o
nach alten Mss. Siehe später.
A BIBLIOGRAPHICAL C.VrALOGUE. OF BOOKS , TRANSLATIONS OF THE SCRIPTURES,
AND OTHER PUBLICATIONS IN THE INDIAN TONGUES OF THE UNITEÜ STATES. WITH
BRIEF CRITICAL NOTES. WASHINGTON, C. ALEXANDER, PRINTER. I S4Q. 8°. 28 S.
CATALOGUE OF THE BOOKS IN THE LANGUAGES OF THE XORIU AMERICAN INDIANS,
PREPARED AND PRINTED UNDER THE PATRONAGE OF THE A.MEK. HOARP OF COMMIS-
sioNERs FOR FOREIGN MISSIONS, befindet sich im 27. annual report dieser Gesell-
schaft, Boston 1836.
Selbst nur von dem Vorhandensein mancher, (.»bschon gedruckter Bücher
solcher Art sich zu unterrichten war nicht gerade leicht gemacht vor Er-
72
A. F. l'OTT.
scheinen von: the literaturk of american aboriginal eanguages , by H. E.
Ludwig ; with additions and corrections by prof. W. W. Turner, edited by
NicoL. Trübner, London 1858. 258 S, 8°. Ein Werk, dessen auf drei Per-
sönlichkeiten (darunter nicht am wenigsten auf den, auch durch seinen bibliogr.
GUIDE To AMERICAN LITT. 185g, und sonst, rühmlichst bekannten Verleger) sich
verteilendes Verdienst in gebührender Weise hervorzuheben ich mir in Hayms
PREUSS. JAHRB., Bd. II, Heft I, S. 65 79 (ein blick auf die ALLG. SPRACHEN-
KUNDE u. DEREN LITT.) habe angelegen sein lassen. Dies bibliogr. Wk, ist ziem-
lich nach der Art von Vater-Jülg (s. davon die Anz. durch mich alz. 1848,
Nr. 132 ff.) eingerichtet, indem es seine Angaben über die Hilfsmittel zur
Kenntnis der verschiedenen Sprachen Amerikas alphabetisch ordnet. Dasselbe
sollte den i. Teil einer, allerdings höchst wünschenswerten, allein schwer aus-
führbaren allgemeinen bibliotheca glottica bilden, ist aber wegen Mangels an
Teilnahme nicht weiter gediehen (Bild und Abriß des Lebens von Nik.
Trübner in Hackländer, über land u. meer 1874, S. 655. Auch Nik. Trübner
in ILLUSTR. ZTG., JuH 1871, S. 92 mit Erwähnung mehrerer wichtiger hierher
fallender Verlagsartikel) . In Trübners höchst schätzenswertem american and
oriental record, Nov. 1861 , Nr. 51, S. 586: apuntes para un catälogo de
escritores en lenguas indigenas de america. por Joaquin Garcia Icazbalceta
(s. oben), Mexico. Se han impreso 60 ejemplares en la imprenta parti-
cular del autor,- 1866. In 12 carre broch., p. XIII, 157. £2. 2 s. Seule-
ment quelques exemplaires des 60 imprimes sont parvenus en Europe. Ein
leider doch recht seltsames und fast nur eiteler Bibliomanie fröhnendes Ver-
fahren, an dessen Stelle Überss. aus dem minder bekannten Spanischen etwa
ins Latein, in leichter käuflichen Ausgaben von allgemeinerm Nutzen sein
würden. — Desgl. im TRüBNERSchen record 1884, S. 80 manches wichtige.
Schon im record new series. Vol. V, No. 7 — 8, p. go wurde verkündet:
Dr. D. G. Brinton of Philadelphia has set himself the task of coUecting and
preserving the literature of the aboriginal races of America, which sooner
or later are destined to become extinct. Allerdings ist Gefahr im Verzuge und
wäre es ein von der Jetztwelt an der Nachwelt verübter Frevel, wollte sie
nicht an Nachrichten über die, durch natürliche Verhältnisse den Schwächern
bevorstehende Schicksale retten , was noch zu retten ist. Bereits erschienen
sind aber sieben Bände seiner library of aboriginal american lit. : nr. I. the
CHRONICLES OF THE MAYAS. II. THE IROQUOIS BOOK OF RITES BY HaLE. III. THE COMEDY-
BALLET of GÜEGÜENCE. IV. A MIGRATION LEGEND OF THE CREEK IND. BY A. S. GaTSCHET.
V. THE LENÄPE and THEIR LEGENDS. VI. THE ANNALS OF THE CAKCHIQUELS. VII. NA-
HUATL SONGS.
BrINTON, D. G., ABORIG. AMER. AUTHORS and THEIR PRODUCT.; ESP. IN THE
NATIVE LANG.: A CHAPT. IN THE HIST. OF LIT. PhILAD. V Und 6o S. 8°. Zum
Kongreß der Amerikanisten in Kopenh. 1883. It is an extended review of the lit.
efforts of the red race in their own tongues, and in Engl, Lat., and Spanish.
Daniel G. Brinton gab heraus (s. Trüeners rec. 1885, S. 107) : a pamphlet on
Polysynthesis and Incorporation as characteristic of American lang. [Sehr
richtig!] The conclusion he arrives at are as follows: The structural processes
of Incorp. and Polysynth. are a much more influential dement in the morpho-
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
73
logy of lang, than has been conceded by some recent writers. 2. They are
clearly apparent in a number of Amer. lang., where their presence has been
heretofore denied. 3. Although so long as \ve are without the means of ex-
amining all Amer. tongues, it will premature to assert that these processes
prevail in all, nevertheless it is safe to say that their absence has not been
demonstrated in any of which \ve have sufficient and authentic material on
which to base a decision. [Das Othomi dürfte aber in der That eine Aus-
nahme machen!] 4. The opinion of Duponxeau and Humboldt, therefore.
that these processes belong to the ground-plan of Amer. languages, and are
their leading characteristics must be regarded as still incontroverted in any in-
stance. — Brinton D. G. i , gramm. of the cakchiquel lang, of Guate-
mala: TRAXSL. FROM A MS. IX THE LIBRARY OF AMER. PHILOS. SOG. Im CALIFOR-
NiAN jouRX. , v; Jahrg. , Nr. 8, (Sax Fraxcisco 1874) ist S. 4 enthalten: eix
BESUCH DER Baxcroftschex BIBLIOTHEK. In dicscr befinden sich hier "^aus dem
Gebiete der Philologie ca. 150 verschiedene alte Grammatiken und Vokabu-
larien der alten Indianersprachen, unter welchen besonders hervorzuheben
sind das seltene aztekische Wb. von Molixa, Editio 1571 und unsers deutschen
Prof. Buschmanns großes ['?] Werk über die Sprachen der Pacificküste.' —
Baxcroft (Hubert Howe . the xative races of the pacific states of xorth
AMERICA, New York, 1875. 5 Voll. gr. 8°. cartes et fig. 140 M. Cette
importante publication est sans contestation le meilleur ouvrage qui ait ete
ecrit sur les races indigenes du Pacifique et de TAmerique centrale.
T. I. Les races sauvages (the wild tribes du Pacifique. 11. Les nations civilisees
du Mexique et de TAmerique centrale. III. Mythol. et Linguistique des deux
races (sauvages et civilisees). IV. Archeologie, monuments, dessins avec de
nombreuses figures sur bois. V. Hist. ancienne. (Migrations et orig. des nations
civilisees) Suivi d"un index complet de tout l'ouvrage.
Albert Gallatix, xotes on the se.mi-civilized-xatioxs of mexico. vucatax
axd cextral america ; in traxsact. of the amer. ethxol. sog. vol. i. 8°. 1845.
II. 1848. Derselbe hatte g Jahre früher in den transact. of the am. axtiq.
sog., Vol. II. eine Klassifikation nach den Sprachen gegeben of the Indian
Tribes east of the Rocky Mountains within the U. S. and the Brit. possessions.
— MEXIKO IM füxftex jahrhuxdert uxsrer zeitreghxuxg (xagh chixesisghlx
quellen) VON Karl Fr. Neumann, ausl. 1845, Juni, Nr. 165 ft". Neum.ann
sagt: ' Tungusen, Mongolen und ein großer Teil der Türken bildeten ursprüng-
hch , nach den wesentlichen Merkmalen der körperlichen Gestalt wie nach
den Elementen ihrer Sprache, eine einzige Völkerfamilic . innig verwandt mit
den Eskimo — die Skralinger oder Zwerge der Normänner — und ! mit
den Stämmen und Horden der neuen Welt. Es haben sämtliche ameri-
kanische Sprachen, wie Gallatixs ins einzelne gehende Forschungen Bar in
den BKiTR. ZUR kexxtxis des RUSS. REICHS. I. 270) zeigen, eine solche Aiin-
lichkeit ['physiologische', was nicht ohne weiteres den Schlul.^ auf 'genealogi-
sche' gestattet!], dal.^ man. so \crschicden auch der W'ortreichtum sein mag,
zu einer gemeinschaftlichen Quelle zurückgeführt wird. Hiermit gelangen auch
alle Untersuchungen über die Weise, wie Amerika bevölkert wurde,
zu ihrem endlichen Schlüsse.' D. h., falls die Sache sich überhaupt be-
j. A. F. PcyrT.
währt, viel zu früh jubiliert. Mit den Berufungen Neumanns sieht es denn
doch etwas mißlich aus. So mit der: 'die ursprüngliche Einheit mehrerer
dieser Völker spiegele sich noch in ihren Genealogien, den ältesten geschicht-
lichen Systemen aller Völker, welche nur einen Stammvater kennen, auf den
Türken, Mongolen und Tungusen ihren Ursprung zurückleiten, (the shajrat
UL ATRAK, OR GENEALOGicAL , LoNDON 1838.)'' Was bcwicse denn diese Ver-
wandtschaft von Altaistämmen für eine solche mit Idiomen von Indianern?
Es wird dann aber in Nr. i68 das Reich Fusang zu Hilfe genommen, worin
Mexiko gesucht wird. Es erzählte aber von jenem im Jahre 499 u. Z. ein
buddhistischer Geistlicher, mit Klosternamen Hoei-schin (d. h. allgemeines Mit-
leiden). Möglich, daß einmal chinesische Seefahrer an die amerikanische Küste
verschlagen wurden, wie schon lange vor Kolon mit Irländern (s. Münchener
gel. anz. VIII. 636) der Fall gewesen. Was folgte aber daraus für die erste
Urbevölkerung Amerikas '! —
Oben genannten transact. of the amer. ethn. sog. , in welchen sich,
wenn auch nicht ausschließlich, doch vieles auf Amerikas Sprachen (bei Gal-
latin Vol. I. auch wichtige Angaben über Kalender, Astronomie, Chronologie,
mexikanische Abbildungen; desgl. von Turner über himjaritische Inschriften
in Arabien) befindet, ist in der allg. lit.-ztg. 1849, Sept., Nr. 197 — 201
eine weitläufige Besprechung von mir gewidmet. — Vol. II. der transact.
enthält Hales indians of north-west america with an introd. by Gallatin.
Es werden dort aber 32, auch in meinen rassen, S. 235 wiederholte, Sprach-
klassen Nordamerikas erwähnt. Vom höchsten Norden i. Eskimos, die vom
atlantischen bis zum stillen Ozean reichen. Meletema de ling. grönl. orig.
EJUSQUE DE CETERIS LINGUIS DIFFERENTIA V. SEMESTR. SOG., HaFN. I746. T. II,
S. 137 ff. Schon 1750 erschien von P. Egede ein Grönländisches Wörterb.
sowie 1760 GRAMM, grönlandica danico-lat. Von Kleinschmidt haben wir
eine grönl. Grammatik, und als bestes Wörterb. dieser Sprache gilt Klein-
schmidt, SaM. , GRÖNLANDSKE ORDBOG , UDG. VED. H. F. JÖRGENSEN , KjÖBENH.
187I, XII, 460 S. — PfIZMAIER, KENNZEICHNUNGEN DES KALALEKISCHEN SPRACH-
STAMMES in ösTERR. AK. 1884, S. 87 — 166. Kalalek, auch Karalek ist in
Grönland und auch in Labrador der besondere Name für einen Grönländer.
Angeblich verderbte Aussprache von skraelingr, bei den Isländern so viel
als 'Schwächling." — 2. Kenai, Cooks inlet or river. Radloff, wörterb.
DER KiNAisPR. , Petersb. 1854. — 3. Athapascas, von der Hudsonsbai bis
zum stillen Ozean herunterwärts im Osten der Stony Mountains östlich und
westlich vom Mississipi zusammen 17 Sprachen, und die übrigen 15 im Westen
des Felsgebirges.
Adam, L., les classifications, l'objet, la Methode, les conclusions de
LA linguistique , Paris 1882. Adam, L., examen gramm. compare de seize
LANGUES AMERICAINES [mONTAGNAIS, ALGONQUIN, CHIPPEWAY, CRl, iroquois, hidatsa,
DAKOTA, CHACTA, NAHUATL , MAYA , QUICHE , CARAIBE , CHIBCHA , KECHUA , KIRIRI,
guarani], Paris 1878. Von demselben : etudes sur six langues amer. dakota,
CHIBCHA, NAHUATL, KECHUA, QUICHE, MAYA, PaRIS 1878, 8°, 165 S. AdAM, L,
Y V. Henry, arte y vocab. de la lengua chiquita sacados de manuscr. ine-
DITOS DEL SIGLO XVIII, PaRIS 1880. XVI Und 136 S. (bIBLIOTH. LINGUIST. AMERIC).
ZUR LITTERATLR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
— LuciEN Adam , du parler des hommes et du parler des femmes dans la
LANGUE CARAiBE, Paris 1879. Siehe V. Tschudi , ORGAN. S. 85, 89 Und hier
weiter unten.
J. G. ShEAS LIBRARY OF AMER. LINGUISTICS. Vol. I. 1859. NOUV. YoRK ent-
hält DICT. ONONTAGUE [Irokeseu]. II. GRAMM. LINGUAE SELICAE, 1861. III. EUDEVA
[mithr. III., Abt. 3. S. 158, 165, und s. u. de Pimentel], heve, dohema [So-
nera]. IV. mutsun [Californien] . Arroyo de la Cuesta (F. Fel.) vocab. of the
MUTSUN LANG. 1 MUTSUN-SPAXISHJ OF ALTA CALIFORNIA. 4°, NeW YoRK 1862. 96 S.
V. piMA, nevome [Mexiko. Sonora]. VI. yakama [am Columbia", vii. san Antonio
MISSION, CALIFORNIA. VIII. MUTSUN, S. IV. GRAMM. MUTSUN (NATURALES DE LA MISION
DE SAN Juan Bautista, California) New York 1861, 48 S. Nur in 100 Ex. ge-
druckt. Dann xii. xiii. chinuk. X. mohawk. XI. clal-lam [Fukastraße]. IX. mik-
MAK [Neuschottland], 1864.
Weiter gibt Trübners record Nov. 1869 willkommene Kunde von Büchern,
worin amerikanische Sprachen erläutert worden. Darunter das schon vorhin
besprochene vocab. en lengua castellana y mexicana, compuesto por el padre
Alonso de Molina, Mexico, schon 1571 (ausgeboten zu 13 Pfund). Desgl.
Gramm, des Mexikanischen von Sandoval, de Tapia, de Vetancourt. So-
dann, und man staune, welche Buntheit von Sprachen, über vierzig, welche
vielfach in sich grundverschieden und einander stammfremd, sonach keines-
wegs bloße Abarten eines einheitlichen Thema sein sollen, nur allein in
dem mexikanischen Reiche vorhanden. S. 587 : cuadro descriptivo y com-
PARATIVO DE LAS LENGUAS INDIGENAS DE MEXICO. POR D. FrANC DE PiMENTEL.
CONDE DE HeRAS, OBRA PREMIADA POR LA SOG. MEXICANA DE GEOGR. Y ESTADISTICA.
2 Vols. 8°. LH und 542, vi und 432 S. Mexico 1862. 1865. 39 M. — The
first Vol. treats of the foUowing languages : Huaxteco. Mixteco, jNIame or
Zaklohpakap, Othomi or Hia-hiu, Mexicano, (Nahuatl or Azteca.
Totonaco, Tarasco, Zapoteco [s. früher], Tarahumar. Opata or
Teguima, Cahita and Matlatzinga or Pirinda. — The ll. Vol. anah-ses
the foUowing: Yucateco or Maya, Tepehuan, Cora, (Chora orChota).
Pima or Nevome, Quiche, Cakchiquel y Zutuhil, Eudeve, (Heve or
Dohema), Mixe, Mazahua orMazahui. Guaicura orVaicura, Cochimi
y Laimon, Chaüabal, Chiapaneco, Chol, Tzendal, Zoque y Tzot-
zil, Joba, Lipan, Päpago, Piro, Tubar, Cuicateco, Mazateco y
Chuchon, Pame, Serrano, Opata, Comanche, Mutsun, Tatchc or
Telame, Tejano or Coahuilteco, and on various idioms of Alta California.
Der häufige Ausgang -teco ist aztekisch, nur das o als Adjektivendung auf
Rechnung der spanischen Sprache zu setzen. — Besonders rühmend wird
erwähnt: gkografia de las lenguas v carta etnogräfica de cLA.sn"ic.vru)N de
DE LAS MISMAS LENGUAS Y DE APUNTES PARA LAS IMMIGRACIONES DE LAS TRIIIUS
POR EL Lic. Manuel Orozco v Berra, 4", pp. Xl\ and 322. wmi an Kruxo-
GRAPHicAL M.W, Mexico 18O4. ^ I. i6s. — Auf der nämlichen Seite des
REcoRD in dem Mazahuaidiome, wovon der MrrnRinAri:s keine Kunde hat:
DOCTKINA Y ENSEN AN^A KN LA LENGUA .ALV^'AHLA DE COSAS MIY ITILF.S V PRO-
UECHOSAS PAR.V LOS MINISTROS DE DOCTRINA . . . l'OR DlKGO DK NaGKRA YaNGLAS.
Mexico 1637.
76
A. F. Pott.
In Stephen D. Peet, the american antiquarian Vol. I, Nr. 2: Albert
S. GaTSCHET, SKETCH OF the KLAMATH LANG. Und in Nr. 3: MYTHOLOGIC TEXT IN
THE KLAM. LANG. wiTH coMMENTS. Außerdem in Nr. 2 von dems. : the test
OF LiNGUisTic AFFiNiTY. Desgl. von ihm Vol. V, 1883, Nr i, 2: specimen of
THE chu'meto lang. 'The Chümeto lang, is a dialect of the Mutsun linguistic
family of California belonging to its eastern or Miwok subdivision' etc. Desgl.
PHONETICS of the KAYOWE lang. READ I5EFORE THE CiNCINNATI MEETING OF THE
AMERICAN ASSOC. FOR THE ADVANCEMENT OF SCIENCE, 1881. GaTSCHET, ZWÖLF
SPRACHEN AUS DEM SÜDW. NORDAMERIKAS, WeIMAR 1876.
HaYDEN; CONTRIBUTIONS to the ETHNOGR. and PHILOL. OF THE INDIAN TRIBES
OF THE MISSOURI VALLEY, Philad. 1862. Die 4 Gruppcn : Algonkin: Ara-
poho; Pawnee; Dakota, Daran schließt sich, mit Vorwort von Hayden,
ETHNOGR. AND PHILOLOGY OF THE HIDATSA INDIANS , BY WASHINGTON MATTHEWS,
Washington 1877. 239 S. Auf S. 88 — 23g hidatsa gramm. and dict.
ETUDES PHILOL. SUR QUELQUES LANGUES SAUVAGES DE l"a:MERIQUE. PAR N. O.,
ancien MISS. Montreal 1866. In der i. Abt. wird Kritik geübt an School-
CRAFT, DU Ponceau u. aa. 2. behandelt den grammatischen Genius von Al-
gonkin und Irokesisch, während 3. hiervon Vokabulare liefert. — Das
Werk von du Ponceau, mem. sur le Systeme gramm. des langues de quel-
ques NATioNS iNDiENNES DE l'amerique DU NORD, Paris 1838 hatte den, vom
Grafen Volney ausgesetzten linguistischen Preis davon getragen und ist viel-
leicht deshalb mit über sein wirkliches Verdienst geschätzt. W. v. Humboldt
wenigstens läßt in Charakterisierung z. B. des Delawarischen in versch.
DES Sprachbaues) seinen Vorgänger weit hinter sich. — Einen dankenswerten
Überblick liefert auch die kleine von der Talvj d. i. T. A. L. v. Jacob mit
dem Namen ihres Vaters, weiland Prof. in Halle) verdeutschte Schrift J. Picke-
rings über die indianischen sprachen AMERIKAS, Leipzig 1834, mit Nachweis
dahin gehöriger Litteratur S. 80. — Auch hat sich Schoolcraft nicht geringe
Verdienste erworben wie um die Kenntnis der einheimischen Bevölkerung Ame-
rikas überhaupt, so auch um die ihrer Sprachen in : hist.. cond. and progress
OF the INDIAN TRIBES OF THE u. s. In Bd. 2 uud 3 linguist. Abt. — In Smith-
SONIAN CONTRIBUTIONS TO KNOWLEDGE bringt Vol. IV. WaSH. 1852 : GRAMM. AND
DICT. OF THE DAKOTA LANG., COLL. BY THE MEIMBERS OF THE DAKOTA MISSION, ED.
BY REv. RiGGs, XII, 64 und 338 S. 4°.
H. C. V. D. Gabelentz behandelt in beitr. zur sprachenk., 1852, 3 Hefte
(s. meine Anz. bl. f. litt, unterh. , März, 1853, S. 354 — 56), außer dem
Idiome der Dajaken, einer auf Borneo wohnenden Abzweigung der Malayen,
zwei amerikanische Sprachen, wovon das Kiriri dem Süden, das Dakota
dem Norden gedachten Weltteils zufällt. Riggs' gramm. and dict. of the
DAKOTA lang., 1852, gibt auf S. XII die Dakotabibliographie mit einer Liste
der Titel von 18 darauf bezüglichen Büchern. Dann aber vom Jes. Mamiani,
GRAMM. DA LINGUA BRAZILICA DA NACA^O KIRIRI, UCU cdicrt RiO DE JaNEIRO, 1877.
Einsicht in Amerikas Sprachen ist in Deutschland namentlich durch Ed.
Buschmann nach gar vielseitigen Richtungen gefördert. S. den STARGARDTSchen
Katalog Ms. und Drucke S. 6 ff. und das Verzeichnis der Berl. Ak. Schriften
S. 38. Dahin gehören denn: der athapaskische sprachst., 1856. das apache
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE .AMERIKAS.
77
ALS EINE ATHAPASKISCHE SPRACHE ERWIESEN, 3 Tlc. 1860 63. VERW. DER KINAI-
IDIOME DES RUSS. NORDAMERIKAS MIT DEM GROSSEN ATHAPASK. SPRACHST. AZTE-
KISCHE ORTSN., 1853. DIE SPUREN DER AZTEKISCHEN SPR. IM NÖRDL. MEXIKO UND
HÖHERN AMER. NORDEN, ZUGLEICH EINE MUSTER. DER VÖLKER U. SPRR. DES NÖRDL.
MEXIKOS U. EIN AUSFÜHRE. GEOGR. REGISTER, 2 Bde., 1859. GRAMM. DER 4 SONO-
RISCHEN HAUPTSPRR., VORZ. TARAHUMARA, TEPEGUANA, CORA UND CAHITA. 3 Abt.
1864 6g. LAUTVERÄND. AZTEK. WÖRTER IN DEN SONOR. SPR., 1857. DIE ORD-
NUNGSZAHLEN DER MExiKAN. SPR., 1 880. B.s letzte Arbeit. — pimaspr. u. die
SPR. DER KOLOSCHEN, 1857. Vgl. ARTE DE LA LENGUA NEVOME QUE SE DICE PIMA
PROPIA DE SONORA; CON LA DOCTRINA CHRISTIANA Y CONFESSIONARIO ANADIDOS cd.
by B. Smith]. Gr. 4°, New York 1862, 98 und 32 S. Nur in 160 Ex. gedruckt.
S Ü DAM E R I KA.
In REVUE DES DEUX MONDES, NoV. 1877, S. I48 76: LES RACES INDIENNES
DANS l'amerique DU SUD, vou Emile Daireaux. — S. 1 60 : d'Orbignv, portant
la lumiere dans ce chaos a reduit ä trente-neuf nations differentes et
groupe en trois races toutes les tribus eparses depuis lequateur jusqu'au Cap
Hörn, fondant son classement sur la philologie. d'Orbignv, l'homme ameri-
CAIN I. 412, z.B. über Pescharäh. Über die Sprache der Feuerländer
(s. Platzmann vorhin!, bei denen oft das Wort Pesseräh gehört wurde, be-
merkt Forster, reise III. 328, es fänden sich darin Wörter mit einer Menge
von Mitlautern und Gutturalen. Das chl, welches in England den Einwohnern
des Fürstentums Wales eigen sei , komme darin vorzüglich oft vor, und Svas
ihre Sprache vollends unverständlich machte, w^ar, daß sie durchgehends sehr
stark lispelten.'' In Platzmanns Besitz (seit 1884) die älteste chilenische
Gramm, von Valdivia, Lima 1606 (mithr. S. 403). — Febres, gramm. chilena
und Dicc. chileno-hisp. , Santiago 1846; ein Wiederabdruck der Ausgabe,
Lima, 1765.
Das AUSLAND Nr. 50, 1861 vgl. mithr. III. 419), hat aus einem Berichte
über die 3Jähr. Gefangenschaft des Franzosen A. Guinard unter den Pata-
goniern S. 1178 folgendes: "Das Gebiet der Patagonier zerfällt in drei Ab-
schnitte. Der erste beginnt an der westlichen Grenze des Staates Buenos
Ayres und wird von den Pamperos oder Pampabewohnern im engern Siimc
bewohnt, die wieder in 6 Stämme zerfallen. Weiter gegen W., zwischen dem
See Urre Lafquen und den Kordilleren, erstreckt sich ein Waldland, welches
den Mamueltsches angehört, die sich abermals in ö Stämme abteilen. End-
lich südlich vom Rio Negro, wo die patagonischcn Steppen im engern Sinne
erst beginnen , zählt man 9 Horden von Indianern [in dem Namenausgange
wolle man beachten, da(.^ darin zufolge mithr. lU. 307, 400 che Mensch. \*olk,
enthalten]. Die Poyutsches, Pucltsches, Caillihet schcs d. i. Bcrg\-olk.
mit het mithr. S. 418 . Tschewetsches. Cagnecawetsches. Tschao-
tsches, Wilitsches, Dilmatsches, Vakanatsches d. i. wohl 'l'\il.U'olk\
wie Yacana-Cunn)', mithr. 417]. Sämtliche Stämme sprechen die nämliche
Sprache mit so geringen dialektischen Verschiedenheiten, dal.^ , wer auch nur
eine Mundart kennt, leicht sich bei allen Patagoniern verständlich machen
~g A. F. Pott.
kann. Anthropologisch wie sprachlich verwandt mit diesen seien auch die
Araucos oder Araukarier [so mit r an zweiter Stelle und nicht n steht da\
Höchst merkwürdig ist, daß sie, obschon das Pferd erst wieder nach Amerika
eingeführt wurde, dennoch die besten und verwegensten Reiter der Welt ge-
worden.^
GoRNALL, F., LES LANGUES BRfiSILIENNES. MONOGR. BIBLIOGRAPHIQUE DES
LIVRES LES PLUS INTERESSANTE CONSIDERES SOUS LE RAPPORT DE LA LINGULSTIQÜE
DU BRESiL, Buenos Aires, 1882, 32 S. 8°. — Cavalcanti (Amaro) the brazi-
LIAN LANG. AND ITS AGGLUTINATION, RioJaNEIRO 1883, III, I 79 S. 8°. Der
Ausdruck; 'Brasilianische Sprache^ umfasse die verschiedenen, seit Entdeckung
des Landes dort gesprochenen Dialekte, worunter Guarani und Tupi die
wichtigsten. Ihr Verhältnis untereinander sei ähnlich dem zwischen Hoch- und
Niederdeutsch. Guarany was spoken principally in the south part of Brazil
and Tupy along the coast, at the time of discovery. and now, in the central
parts of some provinces and the north, especially in Pard, Amazonas, and in
the . . . border territories. The language of cultivated people, as it is known,
is the Portuguese. (Pref.) — Dias, A.. G., dicc. da lingua tupy chamada
LiNG. GERAL DOS iNDiGEN. DO BRAZIL, Lips. 1858. 8°. Über die brasüisclie
Hauptsprache sind wir auch noch anderweit unterrichtet.
CHRESTOM. DA LINGUA BRAZILICA, FELO DR. ErNESTO FeRREIRA FraNCA, LeIPZ. ,
Brockh. 1859. — Aus der bibliographia da tupi ou guarani [die verbreitetsten
beiden Idiome Brasiliens, s. oben] tambem chamada lingua geral do brazil por
Alfredo DO Valle Cabral, Rio de Janeiro 1880, 81 S., 4°, kann man sich über
den Reichtum von Schriften unterrichten, welche Brasiliens Sprachen betreffen.
Es werden darin T. I aufgezählt 20 Gramm.: von Nr. 21 — 39, ^Wörterbb. und
Vokabulare von 40 bis 50; Katechismen. In T. II, Nr. 68 — 191 Werke, wo-
rin Bemerkungen über südamerikanische Idiome zerstreut vorkommen. Z. B.
Nr. 138: in Francis de Castelnau, Expedition, Paris 1850 — 51. 27 vocabu-
LAIRES INDIENS. ANNALES DA BIBL. NACIONAL DO RiO DE JaNEIRO , Vol. VI,
1879, Fol. Darin ms. guarani da bibl. nag. do Rio de J. sobre a primi-
TivA CATECHESE DOS INDIOS DAS MissÖES. KastiHscli voii MoNTOYA, durcli einen
andern Jesuiten ins Guarani übersetzt, jetzt mit portug. Übers, und gramm.
Erklärung des Abaiieenga. — VII, 1880, enthält: vocabulario guarani pelo
DR. Baptista Caetano de Alimeida Nogueira , der es mir verehrte. Zufolge
Nebentitel: vocab. das palavras guaranis usadas pelo traductor da ""conquista
espiritual"" do padre A. Ruiz de Montoya. S. oben. Es sei nicht ein Voka-
bular im eigenthchen Sinne. Vielmehr enthalte es zu einem großen Teil dic-
§öes simples, gls. immer einsilbig, sozusagen wurzelhaft, woraus andre dic-
^öes sich ableiten oder womit andre zusammengesetzt sind. — ensaios de
SCIENCIA POR DIVERSOS AMADORES , I III, RiO DE J. 1876 80. Enthält ANTI-
GUiDADES DO AMAZONAS, darunter runenartige Abbildungen und von Nogueira:
APONTAMENTOS SOBRE O ABANEENGA, d. i. Hugua indigCUa jNoG. VOC. S. 16, 318),
sowie das Vaterunser. — Celedon , Raf., gramätica , catec. i vocab. de la
LENGUA GOAJIRA. CON UNA INTROD. I UN APENDICE POR E. UrICOECHEA , PaRIS
1878. Die Sprache der Eingebornen der Halbinsel Goajira im Estado del
Magdalena fSüdam.) mit Vergleichung des Karibischen und einem Vok. der
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIK.\S.
79
Guamakaspr. Ferner von Celedon: gram, de la lengua köggaba cox voca-
BULARios Y catec, Paris i886.
In des Prinzen Maximilian zu Neuwied reise nach Brasilien, 1815 — 17,
gedruckt 1820 — 21, nicht wenige Sprachproben der Botokuden, Mascha-
caris u. s.w.. wie auch solche in v. Eschwege. Brasilien, die neue welt,
1824. Keane, on the botocudos, mit Notiz über deren Sprache im journ. of
ANTHROP. inst. OF GR. BRIT. 1883. S. 2O9 DoBRIZHOFFER , HIST. DE ABIPO-
nibus, Viennae 1784. 8°. 3 Voll. — J. J. Cuerro. apuntaciones criticas sobre
EL lenguaje BOGOTANO, 3. ed., 8°, BoGOTA 1 88 1 , ^ I. — Schomburgk. remarks
ON EIGHTEEN LANG.' AND DIALECTS OF INDIAN TRIBES INHABITING GUIANA, LoNDON
1848. 20 S. 8°. Crevaux, Sagot et Adam, grammaires et vocab. roucou-
YENNE, ARROUAGUE, PIAPOCO ET DAUTRES LANGUES DES GUYANES , PaRIS 1882.
292 S. 8°. Bedeutendes Material für Südamerika ist sodann hinzugekommen
durch V. Martius" wichtiges Werk: beitr. zur ethnogr. und sprachenkunde
AMERIKAS, zumal des so viele Völkerschaften in sich beherbergenden Brasiliens.
L ZUR ETHNOGRAPHIE, mit einem Kärtchen. IL zur sprachenkunde. Leipzig
1867, 2 Bde. Wörters. verschiedener Dialekte der Tupispr. S. 5 — 122. Dann
Wörters. von einigen andern Sprr. und Dialekten aus verschiedenen Gegenden
Brasiliens S. 123 — 286, und ferner von einigen Sprr. und DialL, die in den Nach-
barländern des nördlichen Brasiliens gesprochen werden S. 287 — 324.
DiCT. GALiBi Karaibisch; S. 327 — 370. Weiterhin Pflanzen- und Tiernamen im
Tupi, vgl. mit den Synonymen andrer Sprachen. Zuletzt Ortsnamen der
Tupisprache S. 489 — 548. Auf dem Kärtchen sind die ehemalige Verbreitung
und die mutmaßlichen Wanderungen der Tupis , sowie jetzigen Hauptsprach-
gruppen verzeichnet. Vgl. unten v. Tschudi. peru.
Peru. Markham. quichua gramm. and dict. Nodal (dr. J. F.), elementos
de GRAMÄTICA quichua Ö IDI0:\IA de los YNCAS. CuZCO 1880 81. ORGANISMUS
der khets"ua- SPRACHE VON J. J. V. TscHUDi. Leipzig 1884. Das Werk darf, laut
Vorrede, durchaus nicht als eine Sprachlehre des heutigen Kuskodialekts
angesehen werden. Vielmehr forscht diese Arbeit über eine der entwickeisten
Indianersprachen nach den phonetischen, morphologischen und anaU'tischcn
Gesetzen dieser Sprache und bemüht sich, deren Entwickelungsgang und mit
ihm deren Geschichte zu verfolgen und die notwendig sich daraus ergebenden
Schlüsse zu ziehen. Diesem forschungseifrigen und berühmten Reisenden ver-
dankten wir schon viel früher ein höchst wichtiges Werk von der. allgemeiner
in Peru üblich gewordenen Sprache : die kechuasprache. spräche, u. sprach-
proben. wöRTERB. 3 Abt. Wien 1853. In dcss. vv.kv n. 220 fr. werden In-
dianer-stämme dieses Landes aufgezählt, von deren Sprache größtenteils nichts
bekannt. Über sprachverschiedene Stämme s. insb. S. 226 — 27. 570 tt". S. 301
heißt es : 'Wie sich noch gegenwärtig die wilden hulianer der Urwälder in plu-
siographisch scharf begrenzte Stämme trennen , so schieden sich in frühern
Zeiten auch die Peruaner des Gebirge? und der Küste in bestimmte Rassen :
aber durch die immer \\eiter sich ausdehnenden l'.roberungcn derinkas wur-
den sie allmählich miteinander \-erschmolzen.' Indem diese nämlich eine . die
von den Römern befolote. Politik, die dort näher beschrieben wird, auch ihrer-
gQ A. F. ToTT.
seits handhabten , waren schon zur Zeit der spanischen Eroberung die ver-
schiedenen Tribus als solche eingegangen. Nach Tschudis Untersuchungen
war Peru übrigens in frühester Zeit von drei großen, in ihrer Schädelbil-
dung sehr verschiedenen Stämmen bewohnt, i. Stamm der Chinchas oder
Yungas, deren Sprache die Yunga war. 2. im Hochlande von Mittelperu
Stamm der Huancas, deren Sprache die Chinchaysuyo war. Der 3. be-
wohnte das ausgedehnte per u bolivianische Plateau, südlich vom Gebirgs-
knoten von Asangaro. 'Von diesem Stamm ging die Dynastie der Inkas aus,
die im Verlauf von wenigen Jahrh. alle übrigen Stämme unter ihr Joch beugte;
seine Sprache war die Ouichua. in den südlichem Gegenden die Aymarä.
In einigen Gegenden der südperuanischen Departem. Puno und Cusco kommt
dieser Stamm noch in seiner ursprünglichen Reinheit vor." — Weiter erschien
von TSCHUDI 1875: OLLANTAI, EIN ALTPERUANISCHES DRAMA AUS DER KECHUASPR.
ÜBERS. UND KOMMENTIERT. In TrÜBNERS RECORD 1883, S. 5 I : REPLY TO CRITICISM
ON THE QUICHUA DRAMA OF OLLANTAY BY GENERAL MiTRE. DicSCm wirft darin
Markham vor, daß er mit Unrecht jenem Drama rein und ausschheßlich spa-
nischen Ursprung zuschreibe, ollanta, an ancient ynca drama, ed. in the
ORIG. QUICHUA WITH AN ENGL. TRANSL., NOTES AND INTROD. BY Cl. R. MaRKHAM,
London 187 i.
A. V. Humboldt, reise T. II, S. 503, gibt an, wie Karaibisch und Kan-
nibalisch gleichbedeutend sei. Es werde dadurch überhaupt Kraft, Tapfer-
keit und eine gewisse geistige Überlegenheit bezeichnet. Die Karaiben be-
wohnten die kleinen Antillen oder karai'bischen Inseln, aber auch die Nord-
küste von Südamerika. Auf den Inseln habe ein beträchtlicher Unterschied
zwischen der Sprache der Männer und der "Weiber bestanden, vgl. Humb.
REISE V. 16 ff. Ob die Abweichung jedoch auf denselben Gründen beruhe,
wie bei den, mehr am Alten haftenden römischen Matronen (Cic. de or. III. 12,
§45), worauf er sich beruft; oder, darf man hinzufügen, bei den Tzako-
n innen im heutigen Griechenland, deren Männer auswärts der heimischen
Sprechweise entfremdet werden: das w^äre noch sehr die Frage. Man hat
nämlich die nicht ganz unglaubhafte Vermutung aufgestellt, der Sieger habe
häufig den verschonten weiblichen Teil fremdsprachiger Feinde geehelicht.
MiTHR. III. 677. Zufolge H.Barth, entdeckungsr. T. I, 152 hätte sich mit
den Kel-owi (d. h. Angesessenen von Owi) in Afrika ähnliches vollzogen.
Deren ursprünglich barbarischer Charakter ist durch Verheiratung mit dem
weiblichen Teil des eroberten Landes mehrfach verändert. Auch sei 'ihnen
dadurch die Haus sasprache ganz ebenso geläufig geworden, wie ihr ursprüng-
hches Auraghiye, obgleich die Männer untereinander sich gewöhnHch des
letztern bedienen. Über fremde, mit europäischen gemischte Idiome kann
man sich übrigens unterrichten aus Schuchardt, kreolische studien : IV. über
DAS MALAIO-SPANISCHE , ÖSTERR. AK. 1883, S. I5I Uud V. ÜBER DAS MALANESO-
ENGLISCHE S. 162. VI. 1884: ÜBER DAS INDO-PORTUGIESISCHE VON MANGALORE S. 26.
Auch sonst Kreohsch; so in: aria-boekoe. 3 T. Paramaribo 1868 — 81, 204,
57, 98 S. Religiöse und Volkslieder, aria-singi nanga dem wyze vo dem
2. DRUK, A HABi 46 NjoE ARiA MORO [ncun Arier mehr], Stolpen 1870. Wey-
GANDT, G. C., GEMEENSAME LEERWYZE, OM HET BASTERD OF NEGER-ENGELS GH OP
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. öl
EEN GEMAKKELIJKE \VYZE TE LEEREN VERSTAAN EN SPREEKEN, PARAMARIBO I798.
2 Bll., 144 S. — NATUÜRLIJKE EN ZEDELIJKE HISTORIE DER VOOR-EYLANDEN VAN
AMERIKA. MET EENEN C.\RAIBA.A.NSCHEN WOORDEN-SCHAT, DOOR Ch. DE RoCHEFORT,
ROTTERD. 1662, 361 S. THE MALE AND FEMALE DIALECT OF THE CARIB , BY
LueiEN Adam, aber auch (s. jedoch mithr. III, Abt. 2, S. 559). the male and
FEMALE DIAL. IN CHIQUITA, EY-V. FlEURY im XII. Vol. ("1879) ^Cr REVUE DE LING.
ET DE PHiLOL. COMP. PAR GiRARD DE RiALLE. in wclchcr Ztschr. fast ausschließ-
lich außerhalb des indoeuropäischen Stamms stehende Sprachen behandelt
werden, S. Peet, S. 252. In jenem 12. Jahrg. auch noch the galibi lang.
BY DUPONT.
Die karaibischen Männer aber bedienten sich während des Krieges unter-
einander einer vor Frauen und Jüngern geheim gehaltenen Redeweise.
S. RocHEF. voor-eyl. a. a. O. S. 361 — 62. Also etwa wie eine geheime künst-
liche Sprache als in Nordostafrika gebräuchlich erwähnt wird. Hunzinger,
OBERÄG. S. 258, Kremer, äg. I. 131. Oder ähnlich den Gauneridiomen Rot-
welsch, frz. argot, span. gerigonza (Jargon des Bohemiens, voleurs etc. ,
germania. — Nicht genug damit findet sich bei nordamerikanischen India-
nern eine besondere Zeichensprache, globus, Bd. XXXVII, Nr. 17, 1880,
S. 26g — 271. Dann in Peet, the amer. antiquarian, II, 1880, S. 218 — 28
hauptsächlich nach Vorgang des Prinzen von Neuwied: the sign lang, of the
UPPER MISSOURI. BY coL. Garrick Mallery. Von dcms. (s. S. 251, Smiths.
INST., vgl. TeCHMERS I. Z. I. I93): INTROD. TO THE STUDY OF SIGN LANG. AMONG
THE NORTH AMER. INDIANS AS ILLUSTRATING THE GESTURE SPEECH OF MANKIND.
Also, wie die z.B. in Klöstern (s. Leibniz, i. z. II. ii6), bei Taubstummen
u. s. w. Letztere verständigen sich leicht mit Wilden. Siehe E. B. Tylor,
FORSCHUNGEN ÜBER DIE URGESCHICHTE DER MENSCHHEIT, ÜBERS. VON H. MüLLER,
S. 68. Kleinpaul, zur theorie der geberdensprache, Steinth. ztschr. vi. —
Desgl. befindet sich in Keane, ethnol. of egypt. sudän, S. 169: on african
symbolic MESSAGES, BY THE REv. C. A. GoLLMER. African symboHc lang,
consists of messages which the natives in the Yoruba country, West Africa,
in the absence of writing, and as a Substitute for the same, send to one another
in Order to indicate and communicate their mind. This is efifected by means
of a variety of tangible objects, such as shells, feathers, pepper, corn, stone.
coal, sticks, powdcr, shot, razor etc., by which they convey their ideas, feel-
ings and- wishes, good and bad, and that in an unmistakable. and if possible
more forcible manner than can be done by writing, as the object transmitted
is seen , the Import of it known , and the message vcrbally delivered by the
messenger sent , and repeated by one or more other persons accompanying
the messenger for the purpose as the importance of the message is considered
to require. Z. B. Verschiedenheit nach der Zahl der Cowries. Diese, als
Münze geltende Muschel erinnert auffallend auch im Xamenklange an Skr.
kaparda m., zufolge Pwi:. eine gewundene kleine Muschel, welche sowohl als
Münze wie auch als Würfel gebraucht wird: Cypraea moneta.
Techmer, ztschr. IV.
32 A. F. Pott.
MITTELAMERIKA.
Am kultiviertesten waren zur Zeit der Eroberung die Völker von Mexiko
und Peru, Daher uns auch deren wichtigste Sprachen vorzüglich durch
Spanier und Portugiesen bekannter geworden. So denn, außer dem peruani-
schen Quichua, das Aztekische, als eig. Mexikanisch. Außerdem erregt
ja bei ihnen der Ansatz zur Schrift (Hieroglyphen und, als Gedächtnisschnüre,
die Quipposi noch ein ganz besonderes Interesse in den Augen des Linguisten.
Das große Prachtwerk des Lord Kingsborough , antiquities of Mexico , ent-
hält auch Facsimiles of ancient Mex. paintings and hieroglyphics. 9 Vols.
London 1831 — 48 (^210). Von solchen Hieroglyphen spricht auch A. von
Humboldt, vue des cordilleres, S. 51, mithr. ili, Abt. 3, 323. Rau, Ch., the
PALENQUE TABLET IN THE U. ST. NATIONAL ISIÜSEUM. WITH 2 PLATES AND I7 FIG.
4°, Wash. 1879 (enthält: Hist. of the Pal. tablet. — Explorations of Palenque.
The temple of the cross. — The group of the cross. — Aborig. writing in
Mexico, Yucatan and Central Amer. — App. : Notes on the ruins of Yucatan
and Central Amer.). — Rosny, L. de, essai sur le dechiffr. de l'ecriture
HIERAT. DE l'aMERIQUE CENTRALE. LIVR. I, 2. AVEC PLANCHES COLOR. FOL. PaRIS
1877. — In Th. Gage, reisebeschreibung nach neuspanien, Leipzig 1693 (auch
mit einigen Angaben über die Poconchi spräche) findet sich S. 403 die merk-
würdige Notiz, das mexikanische Dorf Amatitlan führe seinen Namen ' Brief-
stadt " daher, daß seine Einwohner unter Montezuma die Verpflichtung gehabt,
Briefe und sonstige Sendungen zu besorgen. Man pflegte, was man wollte,
auf Baumrinden zu schreiben oder zu kratzen, und gleich Briefen nach allen
Orten, selbst bis nach Peru, zu versenden. — Rätselhaft ist noch die von
E. Förstemann herausg. Mayahandschrift der DpESDENcr Bibliothek. In Brin-
TONS LiBR. of ABORIG. AMER. LITT. (s. schon ob.) findet sich von ihm hrsg.
the maya chronicles in der Mayasprache von Yucatan. Vgl. Trübner, record
1883, S. 36. Perez, Juan Pio, dicc. de la lengua maya 4°. Merida de Yucatan
1866 — 77. X. XX. 437 S. Brasseur de Bourbourg, manuscrit troano. etudes
SUR LE SYSTEME GRAPHIQUE ET LA LANGUE DES MAY AS. 2 VOLS. ET SUPPL. AVEC
70 PL. EN CHROMO, FOL., Paris 1870. Lc I. vol. rcnfcrmc la monographie des
mss. palenqueens, Texposition et l'explication de chacun des caracteres con-
serves dans l'alphabet et le calendrier mayas du P. Diego de Landa, leur Classi-
fication methodique avec leurs variantes et l'explication interlin. des premiers
folios du ms. Troano. Le 2. vol. cont. la traduction de la gramm. maya
de S.-Bonaventure, une chrestom. et un dict. maya-fran§ais-espagnol. — In
ORIGINAL-MITT. aus der ETHNOL. ABT. DER KCL. MUSEEN ZU BeRLIN. I. Jahrg.
Heft I, Berlin 1885, E, Seler, notizen über die spräche der colorados von
ECUADOR, S. 45 — 56, — Basalenque, P. Fr. D., arte de la lengua tarasca,
SACALO A LUZ EL R. P. FR. NiCOLAS DE QuiCHAS ; EN MeXICO , POR FrANC. CaL-
DERON, 17 14. REIMPR. BAJO EL CUIDADO DEL DR. A. PenAFIEL , MeXICO i886,
xxxvii. 87 S. 4°.
über Mexiko im allgemeinen belehrt uns in vorzüglicher Weise Edward
B. Tylor, anahuac: or mexico and the mexicans, ancient and modern, Lond.
ZUR I.ITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 83
1861. — Caballero, D. J., gram, del idioma mexicano segun el sistema de
Ollendorff. Mex. 1,880, 212 S. — del RI^-coN, Axt,, s. j.. arte mexicaxa.
EN CASA DE P. Balli, 1595. Sc reimprimc bajo el cuidado del Dr. Axt. Pexa-
FiEL. Gr. 4°, Mexico 1885, 94 S. This grammar is of special value . not
only because it exhibits the forms of the Nahuatl in its earlier stage. but also
on account of the Indian parentage of the author. borh at Texcuco and the des-
cendant of the ancient rulers of that pueblo. The dialect of Texcuco was
considered once to be the most elegant and refined of the Nahuatl family.
AMER. antiquarlax. PeNAFIEL, A.. XOjSIBRES GEÜGRAF. de MEXICO. CATALOGO
ALFABET. DE LOS NOMBRES DE LUGAR PERTEXEC AL IDIOMA ''NAHUATL^ ESTUDIO
JEROGLIFICO DE LA MATRICULA DE LOS TRIBUTOS DEL COD. MENDOCIXO. 4°. MeXICO
1885, 260 S. Die hierogl. Zeichen nach Kingsboroughs Werke gezeichnet. —
Tapia Zenteno, C. de, arte noviss. de lengua mexicana, 4°. Mexico 1753,
II Bl. und 58 S. Beristain y Souza, J. Mar., biblioteca hispanü-a meric.ana
SEPTENTRIOXAL Ö CATALOGO Y XOTICIAS DE LOS LITERATOS, QUE Ö NACIDOS Ö EDU-
CADOS, Ö FLORECIEXTES EX LA AMERICA SEPTEXTR. ESPANOLA. HAX DADO Ä LUZ , Ö
DEJADO PREPARADO PARA LA PREXSA CtC, 2. ED., PUBL. F. HiP. VeRA. 3 YOLS. .
Amecameca 1883, XXIII, 476 S., I Bl., 468 S., I BL, 321 S. und 2 Bl.
NOR DAM ER 1 KA.
CATALOGUE OF THE BOOKS IX THE LAXGUAGES OF XORTH AMERICAX INDIAXS,
PREPARED and PRIXTED UXDER THE PATROXAGE OF THE AMERICAX BOARD OF COM-
MissioxERS FOR THE FOREiGX Missioxs stcht im 27. AxxuAL REPORT dicscr Gesell-
schaft, BosTOX 1836, S. 134 — 35. Im Cherokee deren 26: im Choctaw 20
(ein Dict. von Byixgtox in Aussicht genommen): Creeks 3: Osages i;
Ojib\vas 6; Seneca 4; Ottawa i; Abenaquis 2: Sioux 1. Dazu
kommt im 28. report S. 155 noch das Pawnee. Also 10 Sprachen. Als
Nebenzweck wird S. 155 angegeben: To explore and lay open the native lite-
rature. 2. To cultivate the native languages. 3. To prepare books in the
native langg. for the press. Jenen 10 Sprachen gesellen sich aber noch im
28. REP. IQ andre Sprachen zu. Nämlich i. Modern Greek. 2. Italian. 3. Ar-
meno-Turkish. 4. Armenian. 5. Syriac. 6. Mahratta (sehr viel . 7. Portu-
guese at Bombay. 8. Goojuratee. 9. Hindosthance. 10. Latin. 11. Tamul.
12. Siamese. 13. Chinese. 14. Japanese. 15. Bugis at Singhapore: The tcn
Commandments 24 S. Parablcs of the xew test. 12 S. 16. Malay. 17. Hawaiian
(sehr viel). 18. Marquesas. Spelling book 16 S. Endlich von Greyboat
Cap Palmas (in Afrika), wie hier, auch noch in 29 — t^2. report eine Menge
von Veröffentlichungen über das nämliche Idiom : darunter Vokabulare. Wör-
terbücher, Gramm. Siehe desgl. in Mission hf.ualu Okt. 1840. S. 413 : 7 Tracts
in Grebo lang. — 32. rkpout. aulkn- Dict. Grebo and k'.ngl. . sodann inBAssA:
SPELLING BOOK 29 S. 8°. IIYMX-BOOK 12 S. lÜ'"". lu 34. REPORT l8-]3.
S. 84: Four small tracts in the Gaboon lang, durch Wii.sox. The proper
Gaboon people, constituting four distinct communities. and occupying b(*th
sides of the river [Gaboon unweit des Aiiuator]. Their lang, stems radicalK"
different from any other dialect with which the missjonarics are acquaintcd.
84
A. F. Pott.
though ease of acquisition : while pcrhaps four fifth of the men speak intelli-
gible English (Oshunga has long been the name by which Prince Glass's
Town is called, and means 'the benevolent friend' 35. rep., S. 86). — In
35. REP. Ausführlicheres über The lang, of the Mpongwes, womit aber zu-
folge S. 88 The lang, of the Bakalas, a people living on the upper branches
of the Gaboon river keine Gemeinschaft zu haben scheine. Noch mag aus
36. REP. S. 82, wo verschiedener Drucke in the Gaboon or Mpongwe lang.
Erwähnung geschieht, das, für den Sprachforscher weniger als vielleicht für
andre, die auf Idiome sogenannter Wilder, ohne sie zu kennen, mit Verach-
tung herabblicken, beachtenswerte Wort hier wiederholt werden, welches nicht
bloß von den Mpongwe gilt : W^e have been greatly surprised to find in this
remote corner of Africa, and among a people but very partially civilized. one
of the most perfect languages of which we have any knowledge. It is not
remarkable for copiousness of words, but for its great and unHmited flexibility.
— Viel Material enthält des Prinzen Max v. Wied reise durch Nordamerika,
Koblenz 1838 — 41. — Desgleichen finden sich wertvolle Vokabulare der Ein-
wohner des Nordwestens in contributions to n. amer. ethnol., vol. I, Wash.
1877, â„¢it Karte und lUustr.
(GlORDA, J.) , DICT. OF THE KALISPEL OR FLATHEAD INDIAN LANG. 3 VOLS.
ST. Ignatius 1877 — 7g. 644, 456 und 40 S. Selten, mit eingestreuten gram-
matischen Bemerkungen, smiimii lu tel kaiiniintis kolinzuten. narr.atives from
THE HOLY SCRIPTURES IN KALISPEL 1876, I54 S. CATECH. OF THE CHRISTIAN DOC-
TRINE IN THE FLATHEAD OR KALISPEL LANG., ST. lONATIUS 1880, 45 S.
Algonkinsprachen : Fr. Müller, der gramm. bau der algonkinsprachen,
1867, Wiener ak. sitzungsber. LVI. — Joseph Howse, gramM. of the cree
LANG., WITH which IS COMBINED AN ANALYSIS OF THE CHIPPEWAY DIALECT, LoND.
1844. BaRAGA, R. R., GRAMM. AND DICT. OF THE OTCHIPWE, MONTREAL 1882,
ca. 1150 S. — Maillard, gramm. de la langue mikmaque (publ. par J. M. Bel-
lenger) New York 1864, loi S., 4°. (Rand, S. J.) first reading book in the
MICMAC lang. TRANSL. LIT. INTO ENGLISH , HaLIFAX 1875, 108, 126 S. Auch
in derselben Spr. ev. Matthäi.
ZeISBERGER, GRAM]M. of the lang, of the LENNI LENAPE or DELAWARE IN-
DiANs, Philad. 1827. Der zweite Name von dem so geheißenen Flusse, mithr.
III, 3. Abt., S. 366. LaCOMBE, A., DICT. et GRAISIM. de LA LANGUE DES CRIS,
AVEC CARTE, MONTREAL 1874, XX, 7I4, I QO S.
Irokesisch. Im journ. of the anthropol. inst, of great brit. and irel.
Febr. 1885: the customs and the lang, of the iroquois, by mrs. Erminnie
A. Smith. S. 244 — 253 mit interessanten etymol. Aufklärungen. Bruyas,
James, s. j. [7 um 1700], radical words of the mohawk lang, with their
derivatives, gr. 4 °, New York 1862, 123 S. Bei Bruyas" radices verborum
iroquaeorum, ebenso wie bei Pere Cuoq in seinem lexique unter seinen racines
iroquoises, ist es (journ. S. 244 — 45) nach Skeats Urteil mit jenen 'Wurzeln'
nicht allzustreng zu nehmen. Genannt wird S. 247 : the valuable iniohawk dict.
and GRAMM. OF THE LATE PERE MaRCOUX, UUd S. 253 ON THE ANDAMAN ISLANDS
and THEIR INH.ABITANIS, BY E. H. MaN. J. A. CuOQ, LEX. DE LA LANGUE IRO-
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
85
QUOisE. Montreal 1882, IX und 238 S., nach etymologischer Ordnung. Früher
von ihm etudes philologiques, worin ein gramm. essay (1866) über Algonkin
und anderseits Iroquois. Ders.. jugement erroxe de Rexax sur les laxgues
SAuv. (de l'amerique), Montreal i86g, 113 S.
GRAMM. OF THE CHOCTAW LANG. BY THE REV. CyRUS ByINGTON. ED. BY D. G.
Brinton, Philad.. philos. soc, 187O; 54 S. Wright. Allen, chahta lek-
sikon, st. Louis 1880, 311 S. In ders. Spr. the new test.. Nenv York 1857.
— catawas; s. amer. ethnol. soc. II. 94.
SmITHSONLAN Mise. COLL. : A DICT. OF THE CHINOOK JARGON OR TRADE LANG.
OF OREGON, BY George Gibbs, Wash. 1863. XVI und 44 S. Darin S. Xlll — xiv :
BIBLIOGR. OF THE CHINOOK JARGON. GiBBS, ALPHAB. VOCAB. OF THE CHINOOK LANG.,
New York 1863, 23 S. Dall. W. H.. tribes of the extreme north\vest. —
GiBBS, G., TRIBES OF WESTERN WASHINGTON AND NORTHWEST OREGON, WaSH. 1877.
WITH APPENDIX: LINGUISTICS. Von dcmS. ALPH. VOCABULARIES OF THE CLALLAM
AND LUMMi, New York 1863. 40 S. 4°. — Pandosy, C., gramm. and dict. of
THE YAKAMA LANG., TRANSL. BY G. GiBBS AND J. G. ShEA, NeW YoRK 1862, 60 S.
4°. SiTJAR, B., VOCAB. OF THE LANG. OF SAN ANTONIO MISSION, CALIFORNIA (eD.
BY J. G. Shea), New York 1861, 54 S. 4°.
Prinz V. Wied IL 464: '^Aus der Betrachtung der nachfolgenden Sprach-
proben von 23 Völkerschaften geht hervor, wie ein Sprachkenner, Herr Pfarrer
Reck bemerkt, daß die Saukis, Musquake, Kickapuhs, Ojibuäs und
Krihs (Knistenaux' einander sprachlich angehören, wie dieses längst bekannt
ist: die Sprachen der Osagen (Wasaji) , Konzas, Otos, Omahas. Pun-
cas, Dacotas, Assiniboins und Mandans scheinen nur Mundarten des
Dacota-;Sioux-) Sprachstammes zu sein. Die 10 übrigen Stämme dagegen
scheinen einander mehr fremd zu sein: nur zwischen Blackf 00 tindianern und
den Snakes (Schoschonen) finden sich verwandte Worte, desgl. manche Über-
einstimmungen der M and an- und M önnitarri spräche , die aber, wie man
mir allgemein versicherte, erst durch das nahe Zusammenleben beider \'ölker
erzeugt wurden. " — Man sieht hieraus, wie viel bei Feststellung amerikanischer
Sprachverhältnisse etwaige Ver\vandtschaft ihrer angestammten Idiome (oder
auch deren Nichtvorhandensein) auf ihr richtiges Maß zurückzuführen künftiger
ernster Forschung noch übrig bleibt.
In TRANSACT. OF THE AMER. PHILOLOG. ASSOC. 1 86g 70 Stellt: ON SOME MISTAKEN
NOTIONS OF ALGONKIN GRAMM., AND ON MISTRANSLATIONS OF WORDS FROM ElIOt's
BiELE, BY J. Hammond Trumbull. Eine, wie mich bedünken will, nicht unbe-
rechtigte Kritik I Wir haben uns überhaupt stets vor Augen zu halten : die
in so großer Anzahl, zumal in älterer Zeit von katholischen Missionaren
abgefaßten Sprachwerke sind, wenn auch nicht ausschließlich, doch bei weitem
überwiegend, behufs Heidenbekehrung, mithin in einem praktischen Interesse
niedergeschrieben und zum Druck gelangt. P>zielung eines wissenschaft-
lichen Zweckes, wie die Sprachforscher heutigen Tags ihn sich vorsetzen
müssen, — sei es nun, den menschlichen Geist im allgemeinen, d.h.
ihn in der volklichen Besonderung. mittelst seiner buntfarbigen Wicderspiegc-
lung in der schwer überschaubaren Sprachcnincnge nach Möglichkeit zu er-
gründen, oder auch nur, aus wahrheitsgemäl.^ ermittelter Sprachverwandt-
36 A. F. Pott.
Schaft, oder deren Gegenteil, zu ethnisch-genealogischen Aufschlüssen
zu gelangen — lag jenen Glaubensboten fern. Die Sprachforschung jedoch
kann den Missionaren , welches Glaubens sie seien , und protestantischerseits
nicht die Übersetzer und Herausgeber von Bibelte.xten in vielerlei Zungen zu
vergessen , sowie neuerdings Reisenden nicht dankbar genug sein , und wäre
es auch selbst allein schon für bloße getreue Herbeischafifung des mannigfal-
tigsten Sprachstoffes. Um so mehr, als letzterm durch Aussterben von Sprr.
unersetzliche Verluste drohen, wie deren zu ihrem unersetzbaren Schaden nicht
bloß Sprach-, sondern auch Völkergeschichte schon jetzt nicht wenige zu be-
klagen haben. Hierdurch wird unsrer Wissenschaft ja überhaupt erst die Mög-
lichkeit gewährt, an diesem die für ihre Ziele notwendigen Methoden sorg-
fältiger Zergliederung und Vergleichung zu erproben, solcherlei Studien
allgemeiner fruchtbar zu machen und für mehrere Wissenszweige unentbehr-
liche Ergebnisse aus ihnen zu gewinnen.
Nehmen wir sogleich die Frage nach dem ein- oder mehrpaarigen
Ursprünge der Menschheit und das stets noch mißglückte — und voraus-
sichtlich für alle Zeiten hoffnungslose — Suchen nach einer Ursprache
(lingua primaeva). Davon macht, wenigstens nach meinen schwachen Be-
griffen, auch das neueste Werk dieser Gattung, wie zuversichtlich es sich auch
gebärde, keine Ausnahme. Ich meine Felix Thessalus Boitier, Conference
suR l'origine du lang, et les modifications normales de sens et de forme
süBiES PAR les radicaux ET LES DERivES, Paris i886. Darin heißt es S. 3, er
glaube beweisen zu können, "^qu'il n'est qu'une langue-mere et que nous posse-
dons tous les elements necessaires ä la reconstitution de cette langue.^ Und
nachdem er verschiedener Versuche , das Hebräische oder bald dieses bald
jenes indogermanische Idiom zur allgemeinen Ursprache zu stempeln, als ver-
fehlter, Erwähnung gethan, schließt er, im Unterschiede hiervon ,' damit : 'Et
nous dirons ensemble que toutes les langues sont soeurs ; elles derivent toutes
d'une langue primitive , d'une langue intuitivement possedee par Thomme.'
Dieser Satz hat freilich seine volle Berechtigung, jedoch ledigHch in dem,
so gut wie selbstverständlichen Sinne, daß die Sprachen, so viel ihrer sind
(jedoch mit nichten darum eig. 'Schwestern ^J , den unbestreitbaren Anspruch
Spruch darauf haben, Schöpfungen des allgemeinen, wie sehr auch in sich
variierten, weil subjektiv gefärbten, Menschengeistes, zu sein. Daß der
Vf. so verstanden sein will, erhellt des weitern aus dem folgenden: 'Quant au
groupement des langues, base sur certaines ressemblances de lois ou de pro-
cedes syntaxiques, il n'infirme nullement notre assertion." Gar sehr kommt
aber dann gleichfalls diese zum ressort de la logologie, wie er es etwas
seltsam nennt, gehörende eine Seite der Sprache so gut wie die 'glossologi-
sche"* alsdann in Frage, wo er auf Feststellung und Abgrenzung von sprach-
lichen und volklichen Verwandtschaften fahndet. Wenn der Vf. übri-
gens durch Vergleichung von ein paar ähnlich klingenden Wörtern, dazu aus
einer höchst beschränkten [!] Zahl von Sprachen, und oft nicht ohne aben-
teuerliche etymologische Willkür, glaubt seine Behauptung von einer einzigen
Ursprache auch aufrecht erhalten zu können, so dürfte er sich im Irrtum be-
finden. Eine solche, was doch kaum anders denkbar , geschichtlich ge-
ZUR LITTERATCR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
'/
nommen, müßte doch auch von nur einem gemeinsamen Punkte ausgegangen
sein. Dem widerspricht aber so gut wie alles. Die in sich . nicht bloß in
den Laut- und Begriffsformen, sondern auch vielfach im Gesamtbau unter sich
widerspenstige und teilweise so gut wie völlig unvereinbare Sprachenmenge.
Überdies unterliegt es ja schwer zu beseitigenden Zweifeln, haben ausnahms-
los alle Menschenrassen der Erde, insonderheit auch Amerikas, von einem,
nur einem Urpaar den Ausgang genommen.
Die Frage übrigens nach dem Grunde der gewaltigen Sprachenmenge,
indem sich der Mensch trotz solcher Verschiedenheit durchweg als vom Tiere
verschiedenes, einartiges Wesen fühlte, hat sich auch schon mehrfach der
natürliche Mensch vorgelegt, und in seiner Weise zur Lösung des Rätsels
einen Weg gefunden. Da nehme man also die allerdings etwas abenteuerliche
Sage vom Kochen der Sprachen bei den Esthen (i. z. II. i;. Sodann
die alte etymologische Legende, die, an den Namen von Babylon anknüpfend,
daraus, indem man es fälschlich aus balal ableitete, die "^Sprachverwir-
rung"" erpreßte, welche ja ihrerseits nicht einmal einer jetzt noch nachweis-
baren frühern Ureinheit günstig lauten würde. — Der Sachgrund aber von
solch einer, der polyglotten Handelsstadt Babel untergeschobenen Vorstellung
läßt sich noch mit einem Gegenstück aus dem neuen Weltteil belegen. ""Bul-
bancha, the Choctaw name of New Orleans, is compounded of bvlbaha
äsha, where there is bvlbaha, unintelligible talking in different languages,
as in Babel of old." Also eine Volksetymologie des Städtenamens New Orleans,
begünstigt durch Fehlen von r im Choktaw. Byington. choctaw gramm. S. 47.
Ein weiteres Problem liegt vor rücksichtlich der Urbevölkerung Ame-
rikas. Dem Rassent>'pus gemäß sollte man die Fünfzahl der Weltteile fast
in Verdacht nehmen, jedem von ihnen sei auch vom Ursprünge her je eine,
in ihrem eignen Mutterschoße entstandene Menschenrasse zugefallen. Näm-
lich (nach BLUMENBACHScher Einteilung, die freihch jetzt für veraltet gilt) mon-
golische und arische (kaukasische) Rasse als Asien und Europa gemeinsam.
Die äthiopische in Afrika, die malaiisch-polynesische im fünften Welt-
teil, und die Rothäute in Amerika. Wie dem aber sei, es ist bisher nicht
einmal gelungen, für je eine dieser, physisch sich zunächst stehender Völker-
gruppen ein sie sprachlich zusammenschlingendes P2inigungsband zu ent-
decken. Um wie vieles aussichtsloser gestaltet sich da die auf Linguistik ge-
stellte Hoffnung, sprachlicherseits den Affiliationsbeweis zu führen zwi-
schen Völkern vcrscliiedener Rassel Man hat, namentlich so vielen vor-
eiligen Behauptungen in gedachter Richtung gegenüber, nicht genug zu betonen,
es sei für eine vorsichtige Forschung geraten , ja noch mehr . unumgänglich
geboten, vor Herantreten an derlei heikle Spekulationen, die nur zu leicht in.^
Blaue führen, ein.stweilen erst noch so vielen Vorfragen ernstlich aut den Grund
zu gehen. Und zwar dies mehr an der Hand zweckniäl.^ig bearbeiteten Mate-
rials, das erfahrungsmäßig vorliegt, als aus dem eignen Ich heraus mit.
wozu Gefahr v^orhanden. sich einschleichender Dichtung.
Das Sammeln z. B. von ein paar allgemein menschlichen Sprachähnlich-
keiten, wie z. B. in Nachahmungs- und Empfindungslauten . reicht nicht
zum Erweise von Sprach- und Völkergenealogien aus. und ebensowenig.
88 A. F. Pott.
rein für sich, etwaige physiologische Übereinstimmungen im Sprachbau.
Außerdem nützen bloß oberflächliche Anklänge im Laut und Begriff von Wör-
tern hüben und drüben zu nichts ohne Einsicht in die Gesetze von Lautüber-
gängen, wie sie hier und dort, auch im Zeitverlaufe wechselnd, pflegen be-
folgt zu werden. Vollends bei grammatischer Unvereinbarkeit der zum
Vergleich hereingezogenen Idiome. So hat denn auch keine hierher fallende
Beweiskraft der von Buschmann so geheißene naturlaut, Berlin 1853, wel-
chem gemäß Vater- und Muttername bei fast allen Völkern in einem ge-
wissen interjektionellen Gegensatze sich zeigen. Handelt es sich hierbei
doch offenbar um lautsymbolische Vorgänge, deren sich auch sonst in
vielen Sprachen eine Menge nachweisen lassen. Oder ist nicht instinktiver
Weise schon in dem Laut ein , das Elternpaar , trotz geschlechtlichen Unter-
schiedes, doch zugleich in seiner Verbundenheit uns vorführendes Abbild ge-
geben? Fallen doch in gewiß äußerst naturgemäßer Weise jedesmal, mit
kaum nennenswerten seltenen Ausnahmen, die kräftigern Konsonanten und
Vokale auf Seiten des, dem stärkern Geschlecht angehörenden Vaters, wo-
gegen die schwächern auf die der Mutter; bei sonst eingehaltenem Paral-
lelismus, wie papa : mama ; tata : nana; ama : eme u. s. f. Dieserlei
Wörtern schließen sich auch andre, gleichwie den Kindern abgehorchte an.
So vevvoc, vdvvac, Oheim, vevva, vdvvr) Base, Tante. So auch wohl vovva,
vovic domina. sanctimonialis, Nonne, wohl ihrer Jungfräulichkeit wegen, und
nicht, wie Salmasius meinte, aus )liovic: s. auch DuCange nonnus.
Machen wir jetzt die Anwendung auf Amerika. Ist es denn so not-
wendig, dieses habe seine erste Bevölkerung mittels Einwanderung, sei es Eis-
wüsten hindurch am Nordpol oder übers weite Meer her im schwanken Kahn
(das eine so schwierig wie das andre, und selbstverständlich nicht ohne Frauen),
also von außen, erhalten '? Man bedenke ferner : zufolge Kollmänn in Flei-
schers deutsche revue 1882, das ALTER DES MENSCHEN IN AMERIKA, WCrdc dicSCS
ein junger Weltteil geheißen. Mit Unrecht, wie zu voller Genüge die Palä-
ontologie erweise. Nach Roths Funde in den Pampas von La Plata und
nach einem andern von Ameghino in Südamerika wüßten wir schon jetzt mit
aller Bestimmtheit, daß auch der amerikanische Kontinent sehr frühe von
Menschen betreten wurde, bereits zur Zeit des Diluviums. Für eine prä-
glaciale Zeit des Vorhandenseins von Menschen dort erklären sich Abbot,
Grote u. aa., und, während Lyell den Zeitpunkt für deren Erscheinen in Ame-
rika auf 100 000 Jahre hinausrückt, begnügt sich Roth mit 3000. Vgl. the
north americans of antiquitv, by Short, 1880.
Was aber den Homo primigenius alalus betrifft : da muß die Sprach-
forschung dies Spielzeug andern überlassen, sowie ferner notgedrungen z. B.
bei den einstigen Bewohnern von Pfahlbauten ihr Geschäft aufhört. Einen
Anthropoiden übrigens als Erfinder und ersten Lehrmeister der Menschenspr.
brauchen wir uns auch nicht aufreden zu lassen. Dafür bürgt uns die Ana-
tomie, wie in Kürze aus der überwältigenden Darlegung von Dr. v. Bischoff
in München (deutsche revue a. a. O., S. 121) zu ersehen. Hiernach ist es
'das Verdienst des französischen Anatomen und Anthropologen P. Broca, zu-
erst durch pathologisch -anatomische Beobachtungen erwiesen zu haben, daß
ZUR LITTERATUR DER SI'RACHEXKUNDE AMERIKAS.
89
die sog. dritte oder untere Stirnwindung der menschlichen Groß-
hirnhemisphäre das nervöse Zentralorgan für die Hervorbringung
artikulierter Laute darstellt; und nach vielen Debatten ist diese Ent-
deckung zuletzt dahin festgestellt, daß es insbesondere die linke untere Stirn-
windung ist, welche als Zentralorgan für die genannten Bewegungen funktio-
niert, während die rechte unter Umständen für die linke' eintreten kann.^ Weiter:
BiscHOFF selbst habe gezeigt. Maß diese dritte oder untere Stirnwindung den
niedern Affen ganz fehlt und bei Anthropoiden nur in einem mehr
oder weniger entwickelten Rudiment sich findet/ Diese Lehre sei
neuerdings durch Rüdinger nach Untersuchung von 17 Anthropoidengehirnen
bestätigt, und hätten sie beide ferner bei Mikrokephalen gefunden, daß auch
an dem Gehirn dieser Hemmungsbildung jene Windung nicht vorhanden sei.
Vgl. ZiEMSSEN, HDB. DER SPEZ. PATHOL. UND THERAPIE. Bd. XII : V. KuSSMAUL. DIE
STÖRUNGEN DER SPRACHE, Leipzig 1877, 2gg S. , 8°. Ein W^crk von hohcr Wich-
tigkeit auch für den Sprachforscher. Man erhält darin z. B. über die physio-
logischen Gründe von Aphasie, Paraphasie u. dgl. erwünschten Aufschluß.
An Versuchen, die Bevölkerung des neuen Weltteils vom alten Kontinent
herzuleiten, ist kein Mangel. Gründe für den Zusammenhang stellt z. B. zu-
sammen: DeLAFIELD, INQUIRY INTO THE ORIG. OF THE ANTIQ. OF AMERICA, ClNCIN-
NATi 1836. Sollte aber auch abseiten der Körperbildung, wie einige, z. B.
schon Humboldt, ess. pol. S. 89, meinen, kein Hindernis sein: die angeblichen
Beweise, welche dem Sprachgebiete entnommen sind, genügen bis jetzt in
keiner Weise; und ich weiß nicht, ob der Zukunft bessere Hoffnung vorbe-
halten bleibe. Vgl. Vater, mithr. III, Abt. i, S. 330 ff. Schon Ludolf
schreibt an Leibniz opp. T. VI, P. i, S. 142, vgl. Jülg, S. 431): Catechismum
Sueco-Americanum [Neuschweden, jetzt Neujersey, mithr. III. 3, S. 368]
ipse possideo, et. uti titulus fert, lingua Americo-Virginiana dicitur; sed
differt a lingua Novae Angliae [mithr. a. a. O.. S. 377], cujus oratio domi-
nica habetur p. 130, ut et a lingua Caraibica. Si plures tales haberemus.
facile suppleremus centenarium orationis dominicae, quem nobis Andreas Mil-
lerus, Greiffenhagius, minime plenum proposuit. Und dann, was auch noch
für die Gegenwart nicht leicht zu nehmen: Vocabula istarum linguarum pror-
sus differunt a dialectis veteris mundi, ut dubitare possis . ex qua illius parte
[als ob das überhaupt sich von selbst verstände I] populi i.sti prodierint. Die
Sprache der Eingebornen von Neuengland in dem Wiederabdrucke von Roger
Williams, key to the indian lang., prüvidence 1827. — Da haben wir nun
z. B. M. DE Paravev, sur l'orig. japonaise, arabe et basque [viel Holz auf ein-
mal!] DE LA CIVILISATION DES PEUPLES DU PLATEAU DE BOGOTA, PaRIS 1834, Und
ähnliches s. sitzungsber. der österr. ak. i. 164 f. — Noch mehr Rob. Ellis,
Pl'.RUVIA SCYTHICA, THE QUICHUA L.VNG. OF PERU: ITS DEKIVATION FROM CENTRAL
ASIA Wnil TUE AMER. LANGUAGES IN GENERAL, AND Wim THE TURANIAN AND IHE-
RIAN LANG. OF THE OLD WORLD. INCLUDING THE BAStJlE, TUE LVCLVN . AND TUE
PRE-ARYAN LANG. OF ETRUKiA, LoND. 1875. Und sclion frülicr vou demselben:
THE ASIATIC AFFINIIIKS OF IIIE ()I,D ITAI.IANS [Etruskcr ; . 187O Und NUMERALS AS
siGNS OF pRiMKVAL UMTV AMONG MANKixD, 1873. Niclit Wahr, ein nicht wonig
kühner Gedanke. Sprachen, wie Lykisch und Etruskisch (letzteres angeblich
go
A. F. Pott.
''Traziberisch'), von welchen wir nur so dürftige, überdies z. T. schwer erklär-
bare Überbleibsel besitzen, mit dem Baskischen, Turanischcn in seiner längst
verdächtig gewordenen Namensweite, sogar mit Idiomen des transsaharischen
Afrika zusammengerührt, zuletzt als mit der Vorfahrenschaft der einheimischen
Rede in Amerika verwandt hinzustellen. S. meine Beurteilung in der Jenaer
LiT.-ZTG. Wenn aber Lopez, les races aryennes du perou, seinerseits minde-
stens le Quichua für une langue arienne, jedoch 'agglutinante' erklärt, so
hat Ellis auch hiegegen im Grunde nur die zu enge Einschränkung auf das
Quichua einzuwenden. Vgl. aber V. Henry, le quichua est-il une langue
aryenne, eine Abh. in congres Internat, des americanistes, Luxembourg 1877,
2 Vols, Paris 1878. Wie schnell man doch damit fertig wird, auf ein gar
weitschichtiges Wort, wie ^^agglutinierend' hin, welches, recht verstanden
und begrenzt, zum höchsten ein physiologisches Kennzeichen gewisser,
auch sonst einander stammfremder Sprachen abgibt, dem zum Trotz sogleich
— mit arger Begriffsvermengung — auch auf genealogische Ursprungsein-
heit derselben zurückzuschließen , was doch , nicht immer zusammengehendes
Zweierlei I Wie verführerisch wäre sonst wohl der Umstand, daß Spaniens
noch nicht verrömertes und bis auf den heutigen Tag in einigen Gegenden
der iberischen Halbinsel üblich verbliebenes Idiom, das Vaskische, jene ihm
in solcher Ausdehnung für Europa allein eigentümliche, sog. poly synthe-
tische Sprachform besitzt, ich sage, wie verführerisch zu einem Glauben, als
schauten die Uriberier von unsers Weltteils äußerstem Westen zu den Indianern
Amerikas hinüber gleichwie zu ihren nächsten Stammbrüdern ! Wenig-
stens denjenigen unter letztern , welche in ihren Sprachen ebenfalls dem
Polysynthetismus huldigen.
Allein auch über den We g , welchen die Urbevölkerung der neuen Welt
von der alten, oder sonst her soll genommen haben, herrscht -^ begreiflich I
— weit auseinandergehende Meinungsverschiedenheit. Während nämlich Ellis
unter vier Linien in Nordost-Asien mit seiner Stimme sich für die aleuti-
schen Inseln entscheidet, raten andre auf Polynesien als Ausgangspunkt.
Über die Erzählung vom Lande Fusang s. bereits bei mir früher. Ich er-
innere aber noch außerdem an Pipart, Rapports du japon avec l amerique in :
congres des ORIENT., Paris 1873, T. I, i87f. sowic darin S. 377 — 381 les
ANCiENS CHiNois ET L AMERIQUE. Da wciß aber aufs neue jemand (F. de Varn-
hagen) einen bessern Rat. Ich meine (vgl. americana in gött. gel. anz. 1877)
PoRTO-SeGURO, l'oRIGINE TOURANIENNE des AMERICAINS TUPIS-CARIBES et des AN-
CIENS egyptiens — montree princip. par la philol. comparee , et notice d\me
emigration en Amerique effectuee ä travers lAtlantique plusieurs siecles avant
notre ere. — Vienne 1876. — Es ist jedoch auch sogar der entgegengesetzte
Weg vom Süden Amerikas nordwärts und durch Asiens Nordostecke hinüber
nach genanntem Weltteile nicht unversucht geblieben. Auch wird Atlantis
als not a myth angesehen von Thompson in populär science 187g. In recht
vernünftiger Weise aber behandelt die Frage nach Amerikas Urbevölkerung
(einheimisch oder von außen?) und stellt deren Beantwortung als noch nicht
entfernt reife dar der berühmte Reisende von Tschudi, Organismus der khe-
TSCHUASPR. in der überaus wichtigen Einleitung (vgl. i, z. II. 372). Man hätte
ZCR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
91
doch hierbei nicht vergessen sollen, der Bau einer Pyramide läßt sich nicht
mit der, das Werk krönenden Spitze anfangen, ohne vorausgegangenen und
zwar vollkommen dauerhaften, Untergrund. Auf dasselbe liefe aber hinaus,
sich an Lösung so schwieriger Probleme, wie die genannten, zu wagen. Voreilig,
d. h. ohne die zum Gelingen unabweislichen Bedingungen, bestehend in sorg-
fältigster Erforschung des Thatbestandes nach möglichst vielen Richtungen hin,
erforderlichermaßen erfüllt zu haben. Von besonderm Gewicht bei der Frage
wären Arbeiten solcher Art, wie z. B. Krusenstern's (freilich auch noch um
außerordentlich vieles zu wenig !) Wörtersammlungen aus den sprachen einiger
VÖLKER des östlichen ASIENS UND DER NORDWESTKÜSTE VON AMERIKA, PETERS-
BURG 18 13.
Selbst schon, ob der vorhin erwähnte sogen. Polysynthetismus, wie
er am ausgesprochensten in Sprachen des amerikanischen Nordens, z. B. recht
schlagend im Cree (bei Howse , gramm.) , hervortritt, in Amerika insgesamt
den durchgängigen Sprachtypus bilde, oder in wie weit betrefts derselben
dessen Annahme etwaige Einschränkung erleide: das ist meines Wissens noch
längst nicht, weder im einzelnen noch im allgemeinen, zu voller Genüge fest-
gestellt. Da haben wir also z. B. das mittelamerikanische Idiom Othomi,
welches man im nördlichen Teile des Thaies von Mexiko spricht. Es wird
aber jn der , durch einen Vf. aus indianischem Geblüt veröffentlichten Diss.
DE LINGUA othomitorum [st. -tarum] AUCT. Emmanuele Naxera (V. Bd. der
NOVA series actorum sog. PHiLos. amer.), Philad. 1834, 4°, nicht nur Einsilbig-
keit seines Mutteridiomes behauptet, sondern selbst durch, dem Chinesischen
entnommenen Vergleiche erläutert. Ohne anderweite Hilfsmittel wüßte ich
zwischen dem Für und Wider mich nicht zu entscheiden. Jedoch heißt es
auch im mithr. Iil, Abt. 3, S. 114: ''Die Sprache der Othomi zeichnet sich
durch die Einsilbigkeit, oder wenigstens Kürze ihrer meisten Wörter, durch
Härte und Aspiration aus."* Würde vorerwähnter Umstand aber wohl irgend-
wie die waghalsige Voraussetzung rechtfertigen, als bestehe außer jener phy-
siologischen Sprachähnlichkeit überdem eine wahrhaft genealogische
Sprach- und Volksverwandtschaft zwischen Othomi und den asiatischen Ein-
silblern, also Chinesen und Indochinesen? Oder wohl gar einen weitern
Schluß von solcher Spracheigentümlichkeit, welche doch hier wie dort gleich-
sam nur eine Ausnahme bildet, auf genealogischen Zusammenhang der übrigen
Bevölkerung nicht nur je derjenigen von Amerika und der andern von Asien,
sondern dann selbst wieder beider zusammen?
Mancherlei in Amerikas Sprachen vorfindliche Eigentümlichkeiten übrigens
kehren auch anderwärts wieder, ohne dal.^ man hieraus alsbald auf engere
Volk liehe Verwandtschaftsbezüge zu schliel.kni ein Recht hätte, an Stelle der,
mancher Sonderverschiedenheit zum Trotz wesentlich einen Seele, welche aus
diesem Grunde am entlegensten Ort und bei sonst vollkommener Unabhängig-
keit dennoch nicht selten auf eine gleichartige Anschauungs- und Darstcl-
lungsweise verfällt.
Merkwürdig genug: es gibt mehrere Völkerschaften, welche (daiür sind
aber bereits früher Belege aufgeführt) — an Stelle eines Sondernamens — es
sich an der allgemeinen Bezeichnung 'Menschen, Leute' genügen lassen;
92
A. F. Pott,
oder muß man vielmehr sagen: die in hochmütigem Dünkel sich die Berech-
tigung des Namens Mensch ausschließlich für Menschen ihres Stammes zu-
eignen? So nennen die Athapaskas (Buschmann, S. 251 ff.) sich selbst
'Tinne d. h. Menschen, Volk, und stimmt damit Kinai überein/ — Säh-
nish, gleichfalls ''Leute, Menschen' nennt sich selbst und ihre Nation, die
von den Mandans Arikkara geheißene Völkerschaft. Näheres bei Prinz von
WiED II. 237. Mehrere andre solcher Volksbcnennungen in Amerika bei
N. O. LANG. sAuv, S. 13. Z.B. bezeichnen die Irokesen sich als Onkwe
(Mensch) onwe, d. i. wahre (echte) Menschen gi, 94, 97. — Auch, um
ein Ostindien entstammendes Volk zu erwähnen: der Zigeuner bezeichnet
sich selbst als rom (Mann) und die Zigeunerin mit dem daraus movierten
romni. Ich zweifle, ob immer, allein zum öftern möchte ein derartiger Brauch
aus eitel Selbstüberhebung entstanden sein, und angemaßten Schmuckes wegen
unter Ausschluß aller übrigen Völker. Berichtet doch Gumilla (mithr. III.
657) von den Karaiben, daß sie sogar sagen: "^Wir, die Karina [d. i. ihr
Volksname] sind ein Volk; alle andern Völker sind unsre Sklaven.' — Nicht
so weit gehend, sah das von Gott bevorzugte Volk Israels wenigstens mit
Geringschätzung herab auf die Gojim (gentes, ethnici, Heiden, welches letz-
tere ursprünglich zufolge W. Müller, mhd. wb. agrestes, vgl. pagani, wohl im
Gegensatz zu dem sich gebildeter bedünkenden Städter). — Galten doch auch
in den Augen der Griechen und Römer, sich gegenüber, so ziemlich alle
übrigen, ihnen bekannten Völker für Barbaren. — Wir Deutsche bezeichnen
uns in diesem Namen bloß als Genossen desselben sich einheitlich fühlenden
Volkes (thiuda im Got.). — Der Slawe leitete seinen Namen gern von
slava f. Ruhm, her. In Wirklichkeit entstammt dieser, als Sloven', Slov-
jenin, Slovenus, lautend, dem Verbum sloviti, reden, woher slovo n.
Wort. Diese Wörter gehen, wie freilich auch slava, KXeoc = skr. grav-as,
auf skr. §ru, hören, zurück. Damit hebt denn der Slawe die Gemeinsamkeit
der Sprechweise seines Stammes hervor. Dies im Gegens. zu dem Deutschen,
den er gleichsam als Stummen, "Njemtz", auffaßt, weil dieser eine, jenem
unverständliche andre Sprache in Gebrauch hat. Dafür ist dann wieder ander-
seits der Volksname Slawe unter Einsatz von k für Sklave (urspr. kriegsge-
fangener Slawe) in mehr als einer europäischen Sprache in weitern Gebrauch
gekommen. Diez, wb. â– * 285.
Es werde hier einer andern Bemerkung gedacht, von Burmeister, reise,
S. 249: "^In der Denkweise der amerikanischen Rasse besteht durchweg diese
Eigentümlichkeit, alles individuell [!] zu betrachten, und keine andre als die
individuelle Existenz zu verstehen. Das drückt sich schon in der Sprache aus,
zumal in den vielen verschiedenen Verbalformen, je nachdem die Angaben
auf Männer, Weiber oder Kinder gehen, oder von ihnen herrühren.' LHier-
zu halte man die doch gar nicht so sinnlose Eigentümlichkeit, wenn im A wa-
rischen zufolge Schiefner, § 65, bei den Eigennamen, mithin Bezeich-
nungen von etwas ganz individuellem , eine andre Flexion stattfindet als bei
Appellativen!] Und S. 172: ""Die Brasilianer haben durch Modifikation des
guaranischen Stammwortes taqua, das ein hohles Rohr bedeutet, mehrere
Formen dieser großen Gräser unterschieden; taquara bez. die gewöhnliche
ZIR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
93
Form mittlerer Größe (Bambusa tagoara, Marx.'; taquar-assü die stärkste
Form also augmentativ] , hingegen taquari [-i Demin. Seguro, S. iii, vgl.
76] eine kleinere von der Größe unsers Schilfs/ — So auch besitzt das Tsche-
roki 13 verschiedene Ausdrücke für die eine Handlung des Waschens, je
nach Verschiedenheit der zu waschenden Gegenstände. Mehr dergleichen
bei PiCKERixG in der Übers, von Talvj, S. 25 f. — Im dict. Galibi 1763,
S. VII, XIII wird Pelleprats Angabe über den Reichtum dieser Sprache, der-
art, daß sie zuweilen 24 Wörter für dieselbe Sache besitze, und zwar mit ein-
leuchtenden Gründen, bestritten.
Da ist nun Mangel an abstrakten Ausdrücken, bei oft übergroßer Zahl
von sinnlich konkreten, in Sprachen von Völkern geringerer Bildung nichts Un-
gewöhnliches. Das legt denn in gewissem Sinne Zeugnis , wenn auch nicht
gerade für Geistesarmut , doch für erst wenig ausgebildetes Abstraktionsver-
mögen derer ab, welche sie reden. Wer wüßte überdem nicht, daß die Ab-
strakta, auch selbst diejenigen, deren sich die vernunftgerechteste Philosophie
bedient, gleichwohl zuletzt in dichterisch lebendiger Anschauung wurzeln'?
W' ievielerlei , entweder durch innere Abwandlung oder durch Zusatz ge-
bildete Vergleichungsstufen kennt doch, um auch dies Beispiel zu nennen,
das Choctaw (Byington S. 50) I So wird darin achukma, gut, zu achokma
■goodish), achuhkma, gut (emphat. und deshalb, größern Nachdrucks wegen,
mit Vokallänge), achungkma (mit intensiv steigerndem Nasal), good, distinctly
compared with others u. s. w. — Dann wieder ist imithr. III, Abt. 2, S. 559^
gar groß "der Reichtum der Chiquita spräche und die Präzision, mit welcher
Unterschiede des Bezugs der Eigenschaftsbegrifte auf die verschiedenen Arten
der Gegenstände ausgedrückt werden. So z. B. drückt den Begriff 'Höhe''
aus: abaiquis, wenn von einem Baume, apetaiciris, wenn von einem
Turme, itacuiciris, wenn von einem Hause die Rede ist. Quisuriquis
ist: gelb, von einer langen, und [mit anderm Vorschlage] tasuriquis \'on
einer runden Sache. ^ Dergleichen kommt ja, obschon mehr vereinzelt, auch
anderwärts vor. Ich erinnere nur an die Ausdrücke lür alt im Latein . die
zum Teil, je nach der Beziehung auf Personen (senex ; major natu) oder auf
Sachen u. s. w., wie vetustus meist doch nur von letztern, antiquus (vor-
malig, aus alter Zeit" wechseln, andre Male, so vetus, für beiderlei anwendbar
sind. Kann es nun besonders wunder nehmen, wenn auch in einem Idiome
Afrikas, dem Yoruba (Crowther's vocab. S, 29 und in der 2. Ausg. Vidal.
S. 16) almost every adjective and verb has its own peculiar adverb to c.x-
press its quality or rather its degree. This peculiarit}' must ccrtainly greatly
increase the expressiveness of the language I Unter den Beispielen, welche
zum öftern begriffliche Steigerung durch s)'mbolisch bedeutsame Lautver-
doppelung erfahren, \\ird genannt fiofio. sehr hoch. Dies inzwischen nur
von Gegenständen, welche, wie der Baum, mit dem Boden verbunden sind,
und darauf stehen. Tiantian dagegen schließt als Höhe die Entfernung vom
Boden, wie bei sehr hohem Vogelfluge, mit ein. Ferner Ashoh Kleid^ }"i
(dieses) kpohu gelb) rokiroki sehr, beautifully). Aber (.)dodo (Scharlach)
kpukpo (rot) roro also mit nur einsilbiger Grundform : auch: sehr, vielleicht
als deeply gemeint; . Man beachte die Doppelung in allen drei Wörtern dieses
94
A. F. Pott.
Satzes. Oh ka iwe re (redupl, rere; etwa bloße Abart von roro".') Er
liest (Buch) gut; wogegen 6 sheh e dara (nachdrücklicher: daradara) Er
macht es gut.
Wiederum gibt uns ein andrer Weltteil einen neuen Beleg. Auch das
Malaiische ist arm an Ausdrücken zur Bezeichnung übersinnlicher Vorstel-
lungen und abstrakter Begriffe. Ein Umstand, der den Bibelübersetzern, wie
überhaupt, so auch hier ihr Beginnen begreiflicher Weise sehr erschwert. Die
frühern Bibelüberss. ins Malaiische enthielten zu viel, dem gemeinen Volke
unverständliches, dem Arabischen entnommenes Lehngut. Daher Thomsex,
THE NEW TESTAM. IN MALAY, REVISED ED. SiNGAPORE 183I. Anderseits WCist
diese Sprache einen großen Reichtum an sinnlichen Bezeichnungen auf, wie
solche, die sich auf Greifen, Schlagen und Tragen beziehen. So z. B.
haben die Malaien ein besonderes Wort für Tragen auf der Schulter
(pikul, woher als Gewicht, eig. Tracht, in Asien gebräuchlich von 133^3 €1
Troy) ; — auf dem Kopfe (dschungdschung); auf dem Arme (dokung);
unter dem Arme (kepet, im Bugis kalepei) und auf der Hand (tatang,
Bugis tetengi) ausl. 1845, Nr. 154. S. 615. Vgl. Selberg, reise nach java,
S. 285. — Würde hieraus, selbst noch mehr Berührungen ähnlicher Art zwi-
schen Idiomen hinzugenommen, im Fall der Nachweis etymologischer Einer-
leiheit, natürlich auch von Entlehnung fremden Sprachgutes abgesehen,
versagte, irgend etwas folgen für Sprach- und Völkergemeinschaft ?
Oder dies etwa aus der, in aller Weltteile Sprachen vorkommenden ' Dop-
pelung^, über deren Verwendung das Nähere zu ersehen in meinem so be-
titelten Buche, Lemgo 1862. Kann man doch in völliger, oder auch durch Re-
duplikation mannigfacher Art (z. B. auch hinten: factitare Gethanes,
factum, wieder thun bloß angedeuteter Wiederholung unmöglich ein ein-
faches und doch recht angemessenes Mittel verkennen behufs symbolischer
Hervorhebung von Mehrheit oder von Distributivzahlen; sodann von
gradueller Steigerung (Superl.) ; von Intensiv- und Desiderativverben;
von Tempusbildung (für die Dauer, als längere Ausdehnung, im Präs. und
Imperf ; aber auch für den dauernden Zustand nach der Vollendung: xeBvriuuc,
gestorben, und somit tot) . Allein doch wieder mit welchem symbolisch nicht
gleichgültigen Vokalunterschiede in der Reduplikationssilbe ! Nämlich die
hellere Gegenwart mit i darin, wie Yrrvo|uai, gi-gno, aber Y^TOva; yi^vojctkuj
gegen . e-YVUüKa ; T-cTtthui, si-sto, ste-ti u. s. w. — S. von mir in Stein-
thals ZTSCHR. XV, 1884, VERSCH. bez. des PERF., und LAUTSYMBOLIK., S. 3O9.
Dazu Baynes in Steinth. ztschr. 1884 aus dem wolofischen, S. 445: Vocali
a (vel e) longinqua demonstrant, vocali i praesentia; vocali u autem (vel oi
res demonstrant propriores , sed non praesentes. — Desgleichen nehme man
die quinare oder Einhandzählmethode, der man, unter alleinigem Ausschluß
Europas , in den übrigen Weltteilen gar nicht selten begegnet. Hierzu als
üblichste Zählung die dezimale nach der Fingerzahl beider Hände, sowie
anderseits unter Einrechnung der Fußzehen, die vigesimale. S. meine zähl-
methoden, 1841.
Auch mag der von Gust. Oppert (s. meinen Humb., Ausg. 2, S. CCCCXXIV)
unterschiedenen Sprachklassen hier gedacht werden, 'heterologer' und
ZfR LITTERATUR DER SPR.\CHENKl"NDE AMERIDAS.
95
'homologer\ In ersterer sind nicht immer verwandtschaftliche Bezeich-
nungen im Munde des männlichen oder des weiblichen Geschlechtes . noch
auch bei Altersverschiedenheit, die nämlichen. Demgemäß lautet z. B. 'Bruder'
anders in der Rede seines Bruders als abseiten der Schwester und wiederum
nennt der jüngere Bruder den altern anders als dieser ihn. Eine lange Liste
solcher beinahe peinlichen Unterscheidung von Verwandtschaftsgraden im täg-
lichen Redegebrauch gibt Rochef. a. a. O. vgl. S. 462 und 466;. aus dem
Karaibischen. Eine noch peinlicher unterschiedene Menge von Ausdrücken
für verwandtschaftliche Verhältnisse findet sich bei den Timucua in Ost-
florida (mithr. III. Abt. 3. S. 284. Z. B. lauten dieselben oft anders im Munde
der Männer oder der Weiber: anders unter Geschwistern je nach dem Alter.
Ja. über den Tod hinaus, z.B. itina mein Vater: allein sikinona, wenn
er gestorben ist (etwa, wie unser "^selig"?) und naribisa-pacano, wenn
seine Söhne gestorben sind. Näheres in Pareja, Franc, arte de la lexgua
TIMVQVAXA COMPVESTA EN 1614 [crwähut in OR. UND OCC. SPRACHEN". S. 144"
V PUBLIC. CONFORME AL EJEMPLAR ORIG. u'xiCO POR L. A. V J. VlNSON . gr. 8°.
Paris 1886. — Aber, was will man? Eine noch viel umfangreichere solcher
Art ist aus der Sprache der Andamaninseln enthalten im journ. of the
ANTHROP. INST. OF GR. BRIT. AND IREL. 1883. S. 42 I 25. Xicht gCnUg damit
folgt dann noch ein Verzeichnis mit Benennungen der verschiedenen Alters-
stufen je für Personen männlichen oder weiblichen Geschlechts, sowie von
deren Heiratsverhältnissen. Ein Jurist könnte sie kaum vollständiger und ge-
nauer verlangen. — In der Anrede heißt bei den Karaiben beiderseits "mein
V^ater'baba, und mit gegensätzlich für das Weib schicklicherm Vokal 'meine
Mutter "" bibi. Spricht man aber von den Eltern, dann wird vom männlichen
Geschlecht für Vater youmäan, für Mutter ich an um gebraucht, während
das weibliche für jenen nouköuchili sagt, für diese man beachte den hier
in den Ausgang gelegten Unterschied) noukoüchourou. — In dem Andama-
nischcn ist beispielsweise gemeinschaftlicher Ausdruck für 'mein Sohn' unter
3 Jahren: di'a o-ta (das zweite bed. Testikel; als Körperteil dar öt-a M}'
testicle , S. 419; etwa wie ttoctBujv als Kosewort bei Aristophanes^ aber für
'meine Tochter' von keinem höhern Alter dl-a kd-ta Jetzteres cunnus).
Bei Kindern über 3 Jahren sagt der Vater dar ö-dire; dar ö-di-ya-tc für
'mein Sohn', und mit Zusatz von pail (weiblich) je dahinter für 'meine Tochter'.
— Anders, wenn die Mutter spricht. Für 'mein Sohn' sind noch 6 Abwechse-
lungen vorhanden; — alle jedoch mit dem Poss. dab nicht: dar vorauf.
Und zwar unterscheiden sich die beiden ersten Ausdrücke von denjenigen im
Munde des Vaters auffallenderweise lediglich im Wortbeginn ^hellerer \'okal.
aber t st. d). Dab c-tire; dab e-tiya-te. Das hängt aber unstreitig da-
mit zusammen, dal.\ in gemeinschaftlicher Sprechweise dar odinga ni. \'. ;
dab e-tinga (also hier t), m. M.. besagt. Die 4 übrigen Wörter für 'm. S.'
in der Mutter Munde, nämlich dab we-ji-}'a'te; dab we-jire; dab we-jerire
(hinten Redupi.?) und dab w c • j eri-yate, schließen sich augenscheinlich an
noch 2 andre Ausdrücke für 'm. M.': dab wc-jinga und dab we.je-ringa
an. — Wollten wir diese, so äul.^erst ins kleinliche gehende Rangabstufung
innerhalb eines Hauses, worin der Vater den Allherrschcr spielt, und das
96
ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS.
männliche Geschlecht den Vorrang behauptet, lächerlich finden oder wohl gar
als ungerecht verdammen : da hätten wir uns doch /.uvor. und mit noch mehr
Grund, an der eignen Nase zu zupfen. Oder etwa nicht, wenn man, der
Majorate zu geschweigen, unsre Titelsucht bedenkt, und vollends der streng
einzuhaltenden — zu geschweigen bei Pronominen, das fürstliche Wir gegen
Ich, und sodann: Du, Ihr (vous, engl, you). Er, Fem. Sie (Sg.) und
vollends der drittpersonige Plur. Sie, — Anredeformen, wie Edel-, Wohl-,
Hochwohl- und Hochgeboren (also mit Geburtsadel) oder Exzellenz, Hoch-
würden, Eminenz, Hoheit u. s. f., sich erinnert, welche von der, in China
beobachteten Pedanterie ähnlicher Art nicht zu weit abliegen?
Hierzu gesellt sich bei den Andamanen noch eine zweite Seltsamkeit, app.
G. gibt: Seven forms of the Poss. Pronouns in relation to the body
(human and animal). Die dortigen Formen des Poss. variieren je nach den
3 Personen im Sg. und PI. (es wird noch ein -s' in 3. erwähnt, so jedoch,
daß von her, ihr, nichts verlautet) in achtfacher Weise. Während sich in-
des je nach den Personen durch alle sieben Klassen der nämliche Anlaut
behauptet, wird der Ausgang nach der Klassenzahl siebenmal (im PI. stets
mit einem t) ein andrer. Der Anlaut für 'mein' ist d, für ""unser" m; in der
2. Pers. Sg. (und PL ng, und der 3. -s' (also wohl genitivisch) U. Sonst trägt
die 3. (his, their) den allgemeinern und deshalb abgeblaßten Charakter dieser,
ohnehin weil oft sachlich, nur uneigentlich so geheißenen 'Person'' darin zur
Schau, daß sie nicht mit Kons, als derberm und ausdrucksvoUerm Laut, son-
dern, in nicht absichtslosem Gegensatz zu jenem, mit Vokal beginnt. So heißt
z. B. döt, ngöt, 5t; mö'tot, ngö-tot, ö'tot che-ta-, mein, dein, sein;
unser, euer, ihr Kopf. Aber öng koTo- seine Hand ; a'kä bang- s. Mund;
ab chäu s. Körper; ig oder i dal- s. Auge; ar chäg- s. Bein; und in nur
einem Beisp. (s. vorhin I.) 6'to (his, their) ki-nab- (waist). Ist anders
bei solcher Verteilung der Wörter unter jene Klassen mit Poss. nach einem
Prinzip verfahren, da erweist es sich schon bei den Gliedmaßen schwer erkenn-
bar. Zwar schließt Klasse I mehreres vom Oberkörper; II. Hand und Fuß
mit Zubehör; III. manches am Kopf; IV. am Unterleibe u. s. w. ein. Alles
jedoch mit bedeutenden x'Vb weichungen, wovon sich der jeweilige Grund nicht
begreift. — Dagegen ist gar leicht verständlich ein, in mehreren Indianer-
sprachen üblicher Brauch. Ich meine den Fall, wenn in ihnen nicht nur die
Bezeichnungen für Körperteile, sondern auch für die mancherlei Verwandt-
schaftsverhältnisse nie, oder selten, ohne ein damit verquicktes Possessiv-
pronomen (z. B. in der Art von Monsieur, Madame) vorkommen. Bilden
doch die Familienglieder eine Körperschaft, wie sich die Einzelglieder des
Körpers zu einem organischen Ganzen zusammenschließen. Vgl. meinen Humb.
I^ 527.
A. F. Pott.
DIE ENTSTEHUNG EINES WORTES AUS EINEM SUFFIXE.
Daß Nominal- und Verbalformen durch Antritt an Stämme der gleichen
Kategorien zu Suffixen herabsinken können , denen das Sprachgefühl die ur-
sprüngliche Bedeutung nicht mehr zu verleihen vermag , ist eine bekannte
CThatsache, und in der diesem Prozesse zu Grunde liegenden Triebkraft ist die
Entstehung der meisten Formen der lebenden Sprachen zu suchen. Dagegen
ist die Thatsache, daß umgekehrt Suffixe von fertigen Wortformen sich ab-
lösen und die Funktion von flektierbaren Redeteilen annehmen können, weniger
bekannt und untersucht worden vermutlich deswegen, weil sie selten vorkommt
und zur Stütze dieser oder jener Theorie weniger erfolgreich verwendet wer-
den kann.
Ich will im vorliegenden einen Fall dieser Art besprechen, welcher dem
Neupersischen entnommen ist. Das Verbum substantivum lautet hier in seiner
Flexion :
Sing. Plur.
I. Person
am
im
2. Person
e (!)
ed (
Id)
S. Person
ast
and,
h a n d
Die Entstehung der einzelnen Formen aus den entsprechenden Bildungen
der alten Sprachen (Altpersisch und der Sprache des awesta) ist in der Regel
nach den, für die Konstituierung des Neupersischen geltenden Auslautgcsetzen
vor sich gegangen. Es enstand so am aus altpers. amij, awest. ahmi
(= altind. as-m[i), e aus altpers. ahj , awest. ahi (= altind. asi = as-si''.
ast aus altpers. astij, awest. asti (= altind. as-ti), and oder hand aus
altpers. hantij (hätij), awest. hc^nti (= altind. s-anti\
Dagegen macht die P>klärung von im aus altpers. aniahj =: ahmahj),
awest. mahi (=hmahi), altind. s-masi und \on cd aus awest. stä ;= alt-
ind. s-tha! Schwierigkeiten. Altpers. aniahj mül.Uc im Xeupersischcn anic
(wie ahi = c) und altpers. stä oder weiui man k^nfonn am ahj lieber astä
(= griech. io-xi] ansetzen will, sid oder ast lauten, l'ormcn . die nimmer-
mehr zu im (für C-m), cd umgestaltet werden können.
Um es kurz und bündig zu sagen: Die Formen im, cd gehören dem
Verbum substantivum gar nicht an, sondern sind Personalsuffixe des schwachen
TeCHMER, ZTSCIIR. IV, 7
98
F. Müller.
Verbums, welche die einmal vorhandenen organischen Bildungen ame oder
me, ast oder sid spurlos verdrängt und sich an deren Stelle gesetzt haben.
Das Verdrängen einer Bildung durch eine andre synonyme besonders
dort, wo durch die lautliche Gleichheit eine Vermengung begrifflich geschie-
dener Lautkomplexe eintreten würde , spielt im neupersischen Verbum eine
große Rolle.
Stellen wir uns das Praesensparadigma von ras *^ ankommen' vor. so
muß dieses im Altpersischen folgendermaßen gelautet haben :
rasämij rasämahj
rasahj rasatä
rasatij rasantij.
Nach den für die Konstituierung des Neupersischen geltenden Auslautgesetzen
ergibt sich daraus für diese Sprache folgendes Paradigma:
rasam rasame
rase rasad
rasad rasand.
Davon kommen nun rasam. rase, rasad, rasand wirklich vor, dagegen
lautet die erste Person der Vielzahl nicht rasame. sondern rasim, die zweite
Person der Vielzahl nicht rasad, sondern rased. Offenbar gehören diese
beiden Formen dem ursprünglichen Konjugationssystem nicht an, sondern
müssen anderswoher in dasselbe eingedrungen sein. Woher sie gekommen
sind, darüber wird das Mittelpersische Pehlewi) uns Aufschluß geben.
Im Mittelpersischen kann von jedem Verbum das Präsens auf doppelte
Art flektiert werden, entweder mittels der sogen, leichten Suffixe, derselben,
die wir oben bei rasam u. s. w. angewendet finden, oder mittels der sogen,
schweren Suffixe , in denen statt des Vokals a die Vokale e oder I (dieser
vor den Nasalen) hervortreten. Es ist daher von ras 'ankommen^* folgende
Doppelkonjugation des Präsens vorhanden :
rasam
rasim
rase
rase
rasad
rased
rasam
rasim
rasad
rased
rasand
raslnd
Hält man die Formen der beiden Konjugationen zusammen , so sieht man
bald die Mängel, welche ihnen anhaften. In beiden ist zwischen der ersten
Person Singular und Plural kein lautlicher Unterschied vorhanden und in
beiden fällt die dritte Person des Singular mit der zweiten Person des Plural
völlig zusammen. Diesem Mangel half die Sprache mit der Zeit ab, indem
sie beide Konjugationen in eine zusammenzog, damit daß sie rasim und
rased an die Stelle des doppelsinnigen rasam, rasad setzte und die übrigen
schweren Formen als ganz überflüssig fallen ließ. Dadurch gewann das Para-
digma des neupersischen Verbums jene Bestimmtheit , durch welche es aus-
gezeichnet ist.
Wie sind nun die Formen rasim u. s. w., welche auf den ersten Anblick
in der alten Sprache keinen Grund zu haben scheinen, entstanden /
DIE ENTSTEHUNG EINES WORTES AUS EINEM SUFFIXE.
99
Lautgesetzlich können e, T hier nur auf -aja zurückgeführt werden, und
es kann in raslm gegenüber rasam nur jener Unterschied sich finden, wie
er im griechischen 9opeuu gegenüber qpepuu zu Tage tritt. Wir haben dem-
nach rasam als die ursprüngliche, dagegen raslm als die abgeleitete sogen,
denominative Verbalform anzusehen.
Wir werden daher für die alte Sprache die folgenden Parallelformen an-
nehmen müssen :
rasämij rasajämij
rasahj rasajahj
rasatij rasajatij
rasämä rasajämä
(statt rasämahj) (statt rasajämahj)
rasatä rasajatä
rasantij. rasajantij.
Kehren wir nun zu den Formen des V^erbum substantivum Im . ed zurück,
welche wir als außerhalb des Paradigma stehend gefunden haben. Dieselben
gehen ofienbar mit raslm, rased Hand in Hand. — Dem Sprachbewußtsein er-
schienen am, e, and gleichsam als die Suffixe von rasam. rase, rasand
und nicht mit Unrecht, da dieses Bewußtsein auf einer Ansicht beruht, der
wir nicht nur bei den orientalischen Grammatikern, sondern sogar bei modernen
Sprachforschern' begegnen. Da es nun raslm. rased gab, mußte es auch
Im, ed geben. Nun sind aber Im. ed vom sprachgeschichtlichen Stand-
punkte betrachtet Undinge, und die Phrasen mä Im 'wir sind\ sumä ed 'ihr
seid' nehmen sich ebenso aus, wie wenn man im Griechischen ii,ueic ou|U6V.
ü|Lieic eiie nach dem Muster von qpiXoOuev, cpiXeiie sagen würde.
^ Vgl. VULLERS, GRAM.M.'VT. LINGUAE PERSIC/E. Ed. II, p. I09.
Wl EN.
F. MÜLLER
DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGERMANISCHEN
SPRACHEN.
Wenn Wörter, die animalische Wesen bezeichnen, das physische Ge-
schlecht irgendwie zum Ausdruck bringen, wenn der Grieche z. B. 0e6-c und
6eä, der Römer deu-s und dea, wir Gott und Göttin unterscheiden, so
ist das ohne weiteres begreiflich. Aber wie kommen wir Indogermanen dazu,
alle möglichen Dinge, die mit dem natürlichen Geschlecht nichts zu schaffen
haben , selbst die abstraktesten Begriffe , in unsern Sprachen als männliche
oder als weibliche Wesen auftreten zu lassen? Warum z. B. im Griechischen
6 7T0UC ""Fuß', aber x] xecpaXri 'Kopf, 6 oTko-c 'Haus^, aber i] rroXi-c "Stadt',
6 7tXoOto-c 'Reichtum^, aber )] Tievia 'Armut", 6 boXo-c 'List"", abes f] dTTdir)
'Täuschung"? Und wie kommt es, daß selbst die Adjektive am Geschlecht
teilnehmen? Was geht z. B. den Begriff 'neu" (altind. näva-s näva-m nävä,
gr. veo-c veo-v vea, lat. novo-s novo-m nova, altkirchenslaw. novü novo
nova) oder den der Einzahl (lat. ünu-s altir. oen got. äins lit. ve"na-s
altkirchenslaw. i n ü) der Sexus an?
Es ist unzählige Male gesagt worden , der letzte Grund der Entstehung
des uneigentlichen Geschlechts liege in der Einbildungskraft des Menschen,
welche die toten Dinge belebt und wie Lebewesen behandelt habe. Der Ur-
mensch habe in unbefangenster Naivität alles von sich auf das außer ihm be-
findliche übertragen, als bestünde zwischen beiden Seiten gar kein Unterschied.
Aber es handelt sich nicht bloß darum , unsern indogermanischen Vorfahren
einen ganz besonders regen Personifikationstrieb im allgemeinen zuzumuten,
das mag noch gehen, sondern wir sollen glauben, er habe auch jedem Gegen-
stand und Begriff, den er verpersönlichte, entweder eine männliche oder eine
weibliche Wesenheit angesehen. Da müßte doch die Geistesverfassung unsrer
vorgeschichtlichen Ureltern von der ihrer Nachkommen wesentlich verschieden
gewesen sein; sie fände höchstens in einem gewissen pathologischen Zustande
der geschichtlichen Menschenseele etwas vergleichbares. Nicht viel ist ge-
bessert , wenn man betont , man habe mit der Erteilung des männlichen und
des weiblichen Geschlechts an nichtanimalische Begriffe nur symbolisch cha-
rakterisieren wollen, das grammatische Geschlecht beruhe nur auf einem Ter-
tium comparationis. Man habe das, was den Eindruck des größern, kräftigern,
Karl Brugmann. lOi
thätigern gemacht habe, als männlich, was dagegen den des kleinern, weichern,
zartem, stillern gemacht habe, als weiblich gefaßt; z. B. sage man die Hand,
aber der Fuss, weil die Hand als kleiner, zierlicher, der Fuß als größer,
kräftiger erscheine. Daß man auch nur eine solche rein bildliche Charakte-
risierung der Begriffe in einem so bedeutenden Umfange vorgenommen habe,
ist von vorn herein nicht einleuchtend. Und auf Schritt und Tritt wider-
sprechen entweder die Thatsachen der Theorie, oder man sieht nicht, wie jene
Kategorien des größern und kleinern u. s. w. überhaupt angewendet werden
können.
Halten wir uns an die klar vorliegenden Thatsachen der Gegenwart und
der Jüngern Vergangenheit der indogermanischen Sprachen, so muß behauptet
werden , daß Maskulinum und Femininum als grammatische Geschlechter für
die Sprache des gewöhnlichen Lebens eine nichtssagende Form sind, daß die
Vorstellung der Männlichkeit oder die der Weiblichkeit durch sie weder im
eigentlichen noch auch im bildlichen Sinne angeregt wird. Hierfür können
manche Erscheinungen im einzelnen den unmittelbaren Beweis liefern . wenn
es überhaupt eines solchen bedarf. So z. B. die Epicoena. worunter man die
Substantiva versteht, welche, obwohl sie lebende in geschlechtlicher Doppel-
heit auftretende Wesen bezeichnen, doch für die beiden physischen Geschlechter
nur ein sprachliches Genus, das männliche oder das weibliche, besitzen, z. B.
6 livc ''Maus', )} dXdjmiH 'Fuchs', nhd. der Hase, die Maus. Für das sprach-
liche Geschlecht hat man hier keine Empfindung. Denn hätte man sie . so
müßte man bei der Hase nur an das männliche und bei die Maus nur an
das weibliche Tier denken und der weibliche Hase und die männliche
Maus als einen Widerspruch in sich selbst empfinden. Solche Tiernamen haben
also nur formales , nicht materiales Geschlecht und zeigen , daß das gram-
matische Genus nicht den Gedanken an männliche oder weibliche Wesenheit
hervorruft. Ein andrer Beweis kann davon hergenommen werden, daß Masku-
linum und Femininum so oft ihre Rollen tauschen aus Gründen . die nur in
der äußern Sprachform liegen. So wurden viele Substantiva auf -e. die im
Mhd. männlich waren, im Nhd. weiblich, z. B. Traube, Niere. Wade,
Grille; den Anstoß gaben die zahlreichen aus älterer Zeit überkommenen
Feminina auf -e, wie Erde, Ehre, Farbe (ahd. erda, cra. farawa).
Wäre hier das Genus nicht etwas rein äußerliches gewesen, hätte es einen
irgend wesentlichen Teil der Bedeutung des Wortes ausgemacht, so wäre sol-
cher Massenübertritt unerklärbar.
Freilich verweist man nun auf die bei allen indogermanischen N'ölkern in
der Mythologie, der Dichtkunst und sonst vorkommenden X'erlebendigungen
und Vermenschlichungen lebloser Begriffe, die den Sexus in der Regel in Über-
einstimmung mit dem grammatischen Geschlecht zeigen. Die Griechen z. B.
dachten sich den üttvo-c ('Schlaf) und den BdvaTO-c i'Tod'l als männliche, die
Yaia ('Erde' und die äj\-\ ('Bethörung'; als weibliche göttliche Wesen, dem
grammatischen Geschlecht entsprechend : die acht Winde ,dv€)Lioi am Turm
der Winde zu Athen sind alle männlichen Geschlechts. Diese Verlebendigung
ist im Verhältnis zu der Zahl aller in Betracht kommenden Nomina selten,
und die Personifikation ist keine, die das Woit für alle Fälle, in denen es zur
102 Karl Brugmann.
Anwendung kam, zum Personennamen stempelte; denn beim Wort uttvoc z. B.
dachten die Griechen gewöhnlich doch nur an den Schlaf, nicht an den Schlaf-
gott. Und , worauf es hier vor allem ankommt , solche Personifikationen be-
stätigen keineswegs diejenige Ansicht, welche den Grund für die Entstehung
des maskulinischen und femininischen crrammatischen Geschlechtes in der be-
o
sonders regen Phantasie des urindogermanischen Volkes sucht. Das gram-
matische Geschlecht war schon vorher da, die Einbildungskraft be-
nutzte es nur. Wenn die dichtende Phantasie, sei es die mehr unbewußt
thätige des mythenbildenden Volksgeistes, sei es die mehr bewußt schaffende
des Künstlers , sich aus einem leblosen Begriff ein lebendes Wesen schuf, so
machte sich die Analogie geltend, welche die Form der Wörter mit gramma-
tischem Geschlecht und diejenige der Wörter mit materialem Geschlecht ver-
band, welche z. B. zwischen der Form 6 uirvo-c und den Formen wie 6 6e6-c,
6 dbeXqpo-c, ö Ttttto-c und anderseits zwischen der Form i] dirj und den For-
men wie 1] 6ed, r\ dbeX9ri bestand, und die, auch wenn das Substantivum an
sich selbst keinen Geschlechtsausdruck hatte, doch durch Vermittelung der
Gestalt der attributiven Zusätze (z. B. f] vüH, vüH epeßevvn) wirkte. Das gram-
matische Geschlecht regt nicht die Vorstellung eines Lebewesens an, sondern
gibt nur der Phantasie die bestimmte Richtung entweder auf das Männliche
oder auf das Weibliche. Es wird dies bei der mythologischen Forschung oft,
wie mir scheint, nicht genügend beachtet. Wo der mythologische Name zu-
gleich auch als gewöhnliches Apellativwort vorkommt (z. B. NuH und vuH) oder
nachweisbar dereinst ein solches war (z. B. gr. Zeuc verglichen mit altind. div-
"^ Himmer; , da hat man allenthalben das Recht zu der Annahme, es habe von
Anfang an nur grammatisches Geschlecht gewaltet und erst mit der Verleben-
digung des Begriffs des Nomens sei auch es zum Leben erweckt worden und
habe die Wahl des Sexus bestimmt. Warum nicht? Niemand kann nach-
weisen , daß in solchen Fällen die zur Entscheidung über das Geschlecht
drängende anthropomorphe Vorstellung älter war als das Wort , mit dem
unsre Vorväter die Sache benannten.
Diese Erscheinungen der Mythologie und Kunst zeigen also zwar, daß
ein Zusammenhang zwischen dem grammatischen und dem natürlichen Ge-
schlechte besteht, aber keineswegs, daß jenes aus diesem erwachsen war. Und
es steht uns von dieser Seite her völlig frei, zu behaupten, daß das gramma-
tische Geschlecht von Anfang an etwas ganz andres meinte als den natürlichen
Sexus oder etwas diesem Analoges. '
^ Es interessiert vielleiclit, wenn ich wenigstens einen der mannigfachen Versuche, die her-
kömmliche Beurteilung des grammatischen Geschlechts zu rechtfertigen, im Wortlaut anführe.
Unser jüngst verstorbener Altmeister Pott sagt in seinem Artikel grammatisches geschlecht
(Ersch und Grubers en'CYKL. I, 62. Teil, S. 403) : 'Dort [beim natürlichen Geschlecht] ist Wirk-
lichkeit zu Hause. Hier [beim grammatischen] auch: aber nur eine lebhaft vorgestellte, also
subjektive, Wirklichkeit einer Einbildungskraft, welche alles um, ja in sich belebt wähnt und
darum gewissermaßen zugleich personifiziert (wie auf ganz ähnlichem Wege zu seinen idealen
Gestalten gelangend der Mythus) und, in weiterer Konsequenz [!] sexualisiert. Wie der Jurist
sich mit dem Verstände 'moralische Personen' (z. B. eine Kirche, eine Aktiengesellschaft) schafft,
d.h. als Person fingiert, wo keine physische Einzelperson vorhanden, an die er sich nötigenfalls
zu halten hätte: .ebenso die Phantasie mit ihren Scharen von Wesen, die faktisch kein Geschlecht
DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN L^•DOGER^L\NISCHEN SPRACHEN. 103
Unser ganzes Problem läuft auf zwei Fragen hinaus.
1. Was war der ursprüngliche Sinn des -ä- in Substantiven wie gr. öed
dbeXcpn T^vri lat. dea equa lupa und pon TrXri-pl euvrj aqua llra juventa,
und des -ie- -I-) in altind. pätn! gr. iroTVia 'Herrin' altind. devi lit. deve"
'Göttin' altind. vr^ki ahd. wulpa altisl. ylgr urgerm. ^uulfii, gen. ^uulj-
iös, s. Vf. GRUNDRISS DER VGL. GRAMM. I, S. 331) 'Wölfin' Und altind. bhiiml
gr. ^{oia lit. zeme 'Erde'?
2. Wie kamen die Adjektiva zu ihrer Femininform, insbesondere da, wo
sie einem kein Lebewesen bezeichnenden Substantivum als sein attributiver
Begleiter erst ein femininisches Geschlecht zuführen, wie in vuH epeßevvi'i, lat.
nox ätra?
Was die erste Frage betrifft, so ist klar, daß es nur auf diese 'weibHchen'
Suffixe ankommt. Denn daß -o- nicht von Anfang Ausdruck des männlichen
Wesens war, daß es sich gegen den Sexus ursprünglich gleichgiltig verhielt,
zeigt sein Gebrauch in den sogenannten Neutra, wie altind. yugä-m gr.
Z:ut6-v lat. jugu-m 'Joch'. Erst im speziellen Gegensatz zum -ä- nahm es
den Sinn des männlichen Wesens an, überall aber blieben die Mensch oder
Tier bezeichnenden Wörter auf -o-s auch zur Bezeichnung des betreffenden
Lebewesens überhaupt, ohne Rücksichtnahme auf die Verschiedenheit des
natürUchen Geschlechts, im Gebrauch, z. B. gr. Ttttto-c lat. equo-s 'Pferd'.
Und was die andern Suffixe, wie -i-, -u-, -ter-, -en-, angeht, so sagten
diese von ältester Zeit her an sich über Männlichkeit oder Weiblichkeit gar
nichts aus. Wo diese Begriffe nicht schon durch die Sache selbst gegeben
haben, vielmehr nur ein ihnen angedichtetes (ich sage nicht, was klares Bewußtsein voraussetzte,
erdichtetes), ein ihnen kraft Dekretes jener Dichterin Phantasie verliehenes. Wer deshalb das
grammatische Geschlecht mit frostigem Verstände ins Auge faßt, dem muß es nicht allein unnütz,
es muß ihm sogar als verkehrt vorkommen, ja zum Teil der Vernunft entbehrend und sinnlos.
Der Verstand aber hätte Unrecht, von der Sprache immer seine Schematisierung zu verlangen;
— er müßte denn die Poesie, oder überhaupt alle Kunst, als eiteln Geistesluxus verdammen und
über Bord werfen. Wir haben in diesem bunten Spielwerke, oder in den Krepundien einer uns,
ja, wer leugnet's?, zu fremd gewordenen Vorwelt, wo die Menschheit noch Kind war, gleichwohl
auch ein Stück geistiger Arbeit vor uns, das alle Sprache durch nicht bloß ergötzlichen, sondern auch
geistig oft, recht oft tiefbedeutsamen Farbenreichtum belebt (Abwesenheit des Geschlechts
erzeugt in den Sprachen, wo sie herrscht, gegenteils eine nichts weniger als auf den Geist günstig
wirkende und dürre Eintönigkeit), und — man entsinne sich wieder unsrer oben niedergelegten
Bemerkungen über Kongruenz — auch gewiß dem Verstände eine sich diesem äußerst empfehlende
Seite zukehrt.' Weiter S. 448: 'Einmal aber die engen Schranken natürlichen Geschlechts über-
schritten, ergoß sich diese Sexuaüsaiion noch weiter über Substantive , wo an Männlichkeit oder
Weiblichkeit auch nicht einmal mehr bildlich ein Gedanke sein konnte; zuweilen, wie im Hebrä-
ischen, über alle, sodaß keines als neutral, und damit vom eigentlichen Geschlechte ausgeschlossen,
zurückblieb. Da gilt es zum öftern, und zwar im Fall einer Mehrf ormigkei t von Substantiven
gleicher Abstammung, die lautlich fast nur auf eine geschlechtliche Unterscheidung [i.ii. oq, »l
sich beschränkt, nur nach rein sy nonymis eben Zwecken, die mit Geschlechtlichkeit wenig oder
nichts zu thun haben. Wo aber die Mehrformigkeit wegfällt, hat sich der Sprachsinn, natürlich
auch sonst selten nach deutlichen, sondern kaum je anders als nach unbewußten Antrieben zur
Wahl eines bestimmten Geschlechts, wo überhaupt noch, von gewissen l)egrifflichen Analogien
bestimmen lassen , denen ein Wort anzuschließen ihm irgend ein otTencr oder auch versteckter
Grund empfahl. Zuletzt aber verliert sich unzweifelhaft die Untersuchung in Regionen von un-
durchdringlichstem I )unkel .'
I04
Karl BRUciMANN.
waren, wie in lat. pater und mäter oder in altind. sünü-s got. sunu-s
'Sohn', war nur der attributive Zusatz maßgebend, wie lat. hie axi-s hie
ensi-s, aber haec cräti-s haec blli-s; die Substantiva der letztern Art
strahlen also — mit Pott zu sprechen — gleichwie der Mond nur ein erborgtes
Licht aus. Zudem finden sich ja diese Suffixe fast alle, wie die o-Suffixe,
von ältester Zeit her auch in Neutra, vgl. z. B. *pek"u n. 'Vieh"" (altind. pas'u
lat. pecu ahd. fihu). Was für eine Bewandtnis hat es also mit dem in Sub-
stantivis auftretenden -ä- und -ie- (-1-)'? Es läßt sich a priori vermuten,
daß diese Suffixe in Wörtern wie lat. dea altind. devi ursprünglich mit dem
Begriff des weiblichen Sexus ebensowenig zu thun hatten als in den Wörtern
wie lat. aqua altind. bhami, sondern erst in sekundärer Entwicklung Zeichen
der physischen Weiblichkeit wurden. Und es liegt eine Möglichkeit solcher
Auffassung nicht ferne, die, wenn ich sie auch vorläufig nur als eine Möglich-
keit geben kann, doch, wie mir scheint, schon darum beachtenswert ist, weil
sie uns einen Ausweg aus der alten, immer wiederkehrenden und dennoch so
überaus unwahrscheinlichen Auffassung des grammatischen Geschlechtes unsrer
Sprachfamilie zeigt.
Es gibt ein paar ein weibliches Wesen bezeichnende urindogerm. Wörter
auf -ä-, in denen der Sinn der Weiblichkeit nicht erst durch diesen Ausgang
braucht gegeben gewesen zu sein. Das sicherste Beispiel ist das reduplizierte
*mä-mä *ma-mä (vgl. gr. |uaia "Mütterchen' und das allgemeinindogerm.
|ur|-Tr|p "^Mutter') gr. |ud)a)uri 'Mütterchen, Großmütterchen', lat. mamma 'Mütter-
chen, Mutterbrust', britann. mam 'Mutter' (ohne Tändelei), ahd. muoma
'Mutterschwester', auch 'w^eibliche Verwandte überhaupt', lit. momä mäma
'Mutter, Mütterchen', bulg. poln. mama 'Mutter'. Ferner das ablautende
*genä *gn^nä *gnä (mit velarem g) 'Weib': altind. gnä- 'Frau eines Gottes'
armen, kin gr. att. Y^vi'i böot. ßavöt altir. ben (gen. mnä aus ^bnäs) got.
qinö altisl. kona preuß. genna altkirchenslaw. zena (vgl. Vf. grundriss d.
VERGL. GRAMM. I, S. 317. 319. 327. 330. 338;. Dicses Wort hatte neben sich
ein gleichbedeutendes *geni-s (altind. -jäni-s_ got. qens) und mag ursprüng-
lich 'gebärendes Wesen' bedeutet haben, wenn auch die Berechtigung, es mit
Wurzel g"en- (mit palatalem g) 'gignere' zu verbinden, noch unerwiesen ist.
Nun ist es eine im Kreis der idg. Sprachen vielfach zu beobachtende Er-
scheinung, daß Suffixe, ganz einerlei welchen Sinn sie ursprünglich, kraft ihrer
Etymologie , hatten , von der Bedeutung des wurzelhaften Teiles des Wortes
in sich aufnehmen, daß von dem Sinn des wurzelhaften Wortteiles etwas, so-
zusagen, in sie überströmt. Und wenn ein solches Suffix dann produktiv
wird, so nimmt es die in dem betreffenden Worte oder den betreffenden Wör-
tern erworbene Funktion in die neu gebildeten Wörter mit hinüber. So wurde
z. B. das indogerm. Suffix -uo-, das an sich mit Farbbenennung nichts zu
thun hatte, aber in etlichen Farbnamen altüberkommen war (' g"hel-uo-s =
ahd. gelo 'gelb' lat. helvo-s, '^pol-uo-s = ahd. falo 'falb, fahl' lit. palva-s
altkirchensl. plavü 'gelblich weiß, falb'), im Germanischen, Lateinischen und
Litauischen als Farbnamensuffix produktiv, z. B. ahd. salo 'schwarz, schmutzig',
gräo 'grau' ags. baso 'purpurn', altisl. hoss 'grau' u. s. w. (Kluge, nomi-
nale STAMMBILDUNGSLEHRE, S. 81), lat. silvO-S, fulvO-S, furVO-S, fläVO-S.
DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGERMANISCHEN SPRACHEN. IO5
Daneben blieb es in andern, zum Teil ebenfalls altererbten Wörtern, die ganz
andern Bedeutungskreisen angehören, weiterbestehen, z. B. ahd. haro 'herb^
läo 'lau', got. qiu-s Stamm qiva-) "^lebend', ags. earo altisl. o^rr "^schneir,
lat. salvo-s arduo-s vivo-s scaevo-s. Ein andres Beispiel sind die mit-
tels -bho- gebildeten Tiernamen. Daß dieses Suffix an und für sich mit dem
Begriff Tier nichts zu schaffen hatte, zeigen Wörter wie altind. sthülabha-s
'grob, massiv', gr. KoXaqpo-c 'Faustschlag, Ohrfeige', Kpotaqpo-c 'Schläfe',
qpXiTvaq)0-c 'schwatzhaft' und 'Geschwätz', d'pTuqpo-c 'silberglänzend', lit. där-
ba-s 'Arbeit' zu dary'ti 'thun';, ankszty'ba-s 'von früher Art, frühzeitig
erscheinend', altkirchensl. a^troba 'Eingeweide, Bauch' züloba 'Bosheit'. Im
Ind.. Griech. und Kelt. erscheint es nun in einer Reihe von Tierbenennungen,
von denen zwei als aus proethnischer Zeit stammend gelten können: altind.
r^sabhä-s 'Stier', dem man wohl mit Recht gr. EipacpitJurric lesb. ' EppacpeujTäc.
Beiname des Dionysos , vergleicht (wenn auch die Schwierigkeit , die in der
Gleichung pp = idg. rs liegt, mir durch Wackerxagel Kuhns ztschr. XXIX,
S. 126 ff., dem SoLMSEX ebend. S. 352 beistimmt, nicht sicher gehoben zu
sein scheint), und gr. epicpo-c 'junger Bock' altir. heirp erb 'capra, damma'.
An diese schloß sich im Griech. eine Anzahl von Neubildungen an, wie l\ä(po-c
'Hirsch' (zu e\X6-c) Kipaqpo-c 'Fuchs' Kibdqpii CTKibdcpii 'Fuchs' Kopacpo-c ein
Vogel bei Hesvch wohl zu Kopujvri. also aus der Familie der Raben) KdXaqpo-c
daKdXacpo-c eine Eulenart KoacTucpo-c att. KOTTuqpo-c 'Drossel'. Auch unter
den altind. Tiernamen mit -bho- scheinen jüngere Neubildungen zu sein,
z. B. räsabha-s 'Esel' von ras- 'schreien, brüllen, wiehern.'
Wenden wir dies auf unser Suffix -ä- an. Dieses war an " genä- *mä"'mä-
und vielleicht noch dem einen oder andern gleichartigen Substantiv zum Be-
griff der W'eiblichkeit gekommen. Und es bot sich nun in ihm ein Mittel,
einem Wort, das ein Lebewesen bezeichnete, durch eine leise flexivische Um-
wandlung den Sinn des weiblichen Geschlechtes aufzuprägen. Wie man im
Griechischen von elen- (ein- eln^-) 'Hirsch' im Anschluß an *ersn^bho-s
'Stier' ein 'eln^bho-s eXaqjo-c, gleichsam 'Hirschtier', schuf, so stellte man
im Urindogermanischen nach dem Muster v'on *genä 'Weib' z. B. neben
'ek"iio-s 'Pferd' ein "ekuä- (altind. äsVä lat. equa ht. aszva) gleichsam
'Pferdweibchen'. Ehe man zu diesem Mittel der Geschlechtsunterschcidung
gelangt war. wird man, wenn man in die Lage kam das natürliche Geschlecht
genau bezeichnen zu müssen, entweder wurzelhaft verschiedene Wörter ange-
wandt haben, wie nhd. Hengst und Stute neben Pferd, oder dem an sich
für beides gleichen Nomen zum Behufe der Sonderung ein Wort beigefugt
haben, welches entweder geradezu 'männlich' und 'weiblich' bedeutete oder
dieses doch mittelbar bezeichnete, vgl. z. B. in der Vorubasprachc ommoh-
'kori 'Knabe, Sohn, junger Mensch' ommoh-'biri 'Mädchen, Tochter', welche
durch appositioneilen Zusatz von okkori 'Mann' und obiri 'Weib' gebildet
sind (Pott in der S. 102 Anm. i genannten Abhandlung S. 407 . und die iri-
schen Zusammensetzungen mit ban- 'Weib', wie ban-trebthach 'Wirtin'
ban-chu 'Hündin' (Zeuss-Ebel, ghamm. celt. , p. 854). Unsre flexivische
Abänderung, wie *ek\iä. mußte sich als ein bequemes Mittel der Geschlcchts-
bezeichnung besonders empfehlen, und so kann nicht auffallen, wenn -ä-
jQ^ Karl Brugmann.
in dieser Richtung produktiv wurde. Es war aber verhältnismäßig doch
nur ein kleiner Kreis von Wörtern, in dem dieses wirklich weibliche ä sich
einbürgerte. Denn alle die nicht lebende Wesen bezeichnenden Wörter auf
ä behielten dieses Suffix bei, ohne an dem Sinn der Weiblichkeit Teil zu be-
kommen. Wenn man sagt, diese Substantiva (lat. aqua. iTra, juventa etc.;
seien mit dem weiblichen Suffix -ä- gebildet, so ist also diese Benennung
nicht mehr gerechtfertigt, als wenn man sagen wollte, got. qiu-s und lat.
vivo-s 'lebendig" trügen das Farbnamensuffix -uo- oder gr. KpoTaqpo-c das
Tiernamensuffix -bho-. Oder man müßte die Bezeichnung als femininisch da-
mit rechtfertigen wollen, daß ja nun allerdings, infolge jenes Neubildungspro-
zesses, bei der Personifikation von Begrifi"en wie lüna, limpa limpha lym-
pha:, fäma , pudicitia das ä-Suffix, im unbewußten Anschluß an dea
femina u. s. w., die Einbildungskraft aufs weibliche hinwies.
In gleicher Weise denke ich mir -ie- -I- zum Sinn der Weiblichkeit ge-
kommen. Eines oder das andre der mit ihm gebildeten Substantiva , etwa
altind. stri "^Frau", das zu sä-tu-s ""Mutterleib' gehören mag (J. Schmidt,
Kuhns ztschr. XXV, S. 29), gab den Anstoß dazu, daß man z. B. neben
*yrqo-s 'Wolf (altind. vf^ka-s gr. Xuko-c got. vulfs': ein *ul^q-i 'Wölfin'
stellte.
Hiermit wäre nun allerdings nicht gezeigt , welches die absolut älteste
Funktion der Suffixe -ä- und -ie- -1- war, wohl aber bewiesen, daß wir
nicht gezwungen sind als solche den Begriff des weiblichen Sexus anzusehen.
Und dieses genügt für unsern Zweck.
Unsre zweite Frage war: wie kamen die Adjektive zu ihrer Feminin-
form ?
Handelte es sich bloß um den Fall, daß Substantiva auf -ä oder -I das
Attribut oder Prädikat ebenfalls in einer von diesen Gestalten zu sich nehmen,
daß z. B. die Griechen )~\ 6eä, dYaOii Ged. TroXXti iLiujpia, 0ed eibuia, f] d\i]0eia
sagten (gr. -id entspricht bekanntlich dem -I der andern idg. Sprachen , so
läge eine Erklärung nahe und würde wohl ohne w^eiteres allgemein als richtig
anerkannt werden : man könnte sagen , durch eine rein lautliche Assimilation
sei Kongruenz der Form hergestellt worden (vgl. Pott a. a. O. S. 397 f., Stein-
thal in Kuhx-Schleichers beitr. I, S. 296 ff. = gesamm. kleine Schriften I,
S. 386 ff., Madvig, kleine philol. SCHRIFTEN, S. 2"/ f.). Wenn dann, im An-
schluß an 0ed ä'faQx] dea bona, die ä- oder I-Form des Adjektivs sich auch
den nicht mit diesen Suffixen gebildeten Substantiven, welche weibliche Lebe-
wesen bezeichnen, beigesellte, wenn man auch z. B. uiinip d.Taöil mäter bona
bildete, so wäre das eine sehr natürliche Folge des ersten Schrittes gewesen,
den die Sprache that. Einer Erläuterung bedürfte nur der eine Punkt : warum
nahmen die Adjektiva nicht entweder alle die ä-Form oder alle die i-Form
an? Und auch diese Frage wäre leicht zu beantworten : man erinnere sich
nur, wie im Indogermanischen beim Adjektiv die ä- und die T-Form ver-
teilt sind.
Aber die Sache ist verwickelter. Auch die sämtlichen Substantiva nicht
neutralen Geschlechts, welche keine Lebewesen bezeichnen und andre Suffixe
haben als -o-, -ä- -ie- (-I-), sind ja seit indogerman. Urzeit geschlechtig
DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGERMANISCHEN SPRACHEN. IQT
bestimmt, indem sie sich entweder mit der mask. oder mit der femin. Form
des Adjektivs verbinden. An sich selbst, an ihrer äußern Lautform haben
sie nichts , was eine derartige verschiedene Behandlung herbeigeführt haben
könnte , und man sieht ihnen selbst ihr Genus ja überhaupt nicht an : man
muß erst fragen, mit wem sie umgehen, um zu wissen, wer sie sind. Warum
verbinden sich nicht alle diese Substantiva gleichmäßig mit derselben Adjektiv-
gestalt und zwar der nicht femininisch geprägten? Warum z. B. nicht vaOc
)LiaKp6c wie ttgüc laaKpoc, sondern vaOc juaKpd? In einer großen Anzahl von
Beispielen läßt sich diese Verschiedenheit als urindogermanisch nachweisen,
und im allgemeinen haben die einzelnen Sprachen den damals in dieser Be-
ziehung entstandenen Gebrauch unverändert festgehalten. So war es, um von
einzeln stehenden Wörtern wie 'näu- "Schiff" abzusehen, nach Ausweis der
Einzelsprachen in der Zeit der Urgemeinschaft Regel, daß die Abstrakta (No-
mina actionis. auf -ti-s, wie "mn^-ti-s Mas Denken, der Sinn"* altind. mati-s
"^Denken, Sinn\ lat. mens mentis. got. ga-munds *^Andenken\ lit. at-
mintis "^Gedächtnis" altkirchensl. pa-me^ti 'Andenken"), sich mit Attributen
in femininem Gewand verbanden.' Woher dies?
A priori ist ein doppeltes denkbar. Entweder : nachdem einmal die ad-
jektivischen Wörter durch die formale Assimilation zu ihrer femininen Sonder-
form gelangt waren, wurde deren Gebrauch über die anfänglichen Grenzen er-
weitert. Es wirkten jetzt Analogien, die nicht mehr in der äußern, sondern in
der innern Sprachform gegeben waren. So ließe sich denken, daß die zahl-
reichen Abstrakta auf -ä. wie gr. (pvp] lat. fuga "^Flucht", altind. bhidä
"^Spaltung", got. bida "Bitte. Gebet', ahd. lugl auf urgerm. ^luj-iö- beruhend)
aksl. lüza "Lüge", altind. vidyä "Wissenschaft", gr. noivii "Entgelt, Strafe, Be-
lohnung" avest. kaenä- "Strafe", lat. juventa got. junda "Jugend", altind. pür-
natä ahd. fuUida aksl. plünota "Fülle", den Anstoß dazu gaben, daß auch
die Abstrakta auf -ti-s das Attribut in der ä-Form und der ihr gleichwertigen
I-Form annahmen; bei den Abstrakta auf -o-s. wie gr. xpo^o-c "Geräusch,
Gebrumm" aksl. gromü "das Donnern", altind. ghösa-s "Getön, Getöse", gr.
vöa-TO-c 'Heimkehr", got. mö-d-s "Zorn", wäre der i.A.usgang -o-s hinderlich
gewesen. Ebenso könnten auch in ihrer Formation einzeln dastehende Sub-
stantiva durch andre in ihrem Genus bestimmt worden sein. z. B. das in altind.
ksäm- gr. xö^v erhaltene fem. idg. Wort für Erde durch ein gleich- oder
ähnlichbedeutiges Wort von der Suffixgestaltung des lat. terra oder des gr.
Tttia, das fem. Wort für Stimme altind. vfic- gr. öi|J lat. vöx durch ein wie
' Die Substantiv.! auf -ti-s waren wolil überhaupt alle einmal Abtracta. Denn die Nonuna
agenlis auf -ti-s, die zum Teil in mehreren Sprachen zugleich auftreten, wie lat. hos-ti-s
'Ausländer, Feind' got. gas-t-s 'Fremdling, Gast' aksl. gos-ti Ciast, Genosse, Freund', nit'r.
täi-d aksl. ta-ti 'Dieb', lassen sich sämtlich ohne Schwierigkeit als aus Nomina actionis ent-
wickelt auffassen. Das Abstractum wurde als Eigenschaftsbegriff unmittelbar für die mit der Eigen-
schaft behaftete Person gesetzt, vgl. altind. cit-ti-s f. '\'erstand', das im \ki>a auch im Sinn
der Verständige' vorkommt. Es ist derselbe Trozeß, durch den die klassischen Sprachen und das
Baltisch-Slawische zu ihren maskul. ä-Stämmen kamen, wie gr. veavi'a-^ lat. scriba aksl. sluga
(vgl. OSTHOFF, DAS VEKHl.'M IN DER NoMINALKOMrOSITION, 1S7S, S. 263 tT. ; I)EI.1«RÜCK, SYNTAKT.
FORSCH. IV, 6 flf.l.
io8
Karl Brugmann.
gr. aubri und qpuuvii gestaltetes, u. s. f. Daß das in dem Genus des beglei-
tenden Adjektivs zur Erscheinung kommende Genus eines Substantivs durch
begriffsverwandte Substantiva gegeben wird, ist eine Erscheinung, die wir im
spätem Leben der indogermanischen Sprachen vielfach beobachten können.
Der bekannteste Fall ist der Übertritt von mask. o- Stämmen zum Femininum
in den klassischen Sprachen, z. B. gr. bpocToc 'Thau' fem. nach epax] (vgl.
Vf. LIT. CENTRALBL. 1878, Sp. 983 f. , FlECKEISENS JAHRBB. 1 880 , S. 660 f. ,
Delbrück, synt. forsch, iv, S. 12 f. , Rob. Lange, de substantivis feminixis
GRAECIS SECUNDAE DECLIXATIONIS, LiPSLAE 1885).
Oder die ä- und i- Formen der Adjektiva waren nicht erst durch das
Assimilationsbestreben entsprungen, sondern waren schon von Anfang an vor-
handen kraft der ursprünglichen Natur der Wörter, die uns jetzt als Adjektiva
erscheinen, sowie der ursprünglichen Bedeutung des suffixalen Elemente -5-
und -ie-, und es bestand eine innere Beziehung zwischen Wörtern wie vaOc,
XOiLv, ßdcnc und gerade dieser ä- oder ie-Form des attributiv oder prädikativ
stehenden Eigenschaftswortes. Dabei könnte für die Substantiva auf -ä und
-I immer nebenher auch noch der rein äußerliche Umstand, die formale Gleich-
heit, bei der Wahl der Gestalt des Begleitwortes ein wirksamer Faktor ge-
wesen sein , ja er müßte das.
Man berücksichtige hierbei, daß die Adjektiva der idg. Sprachen nach-
weislich zum Teil ursprünglich, in uridg. Zeit, Substantiva waren, daß manche
Nomina von der Zeit der idg. Urgemeinschaft her bis ins einzelsprachliche
Leben hinein zwischen substantivischer und adjektivischer Geltung schwankten
(z. B. die Nomina agentis mit Suffix -tor-, lat. victor exercitus) und
daß auch in Jüngern und jüngsten Zeiten und auch heute noch immer Sub-
stantiva auf dem Wege waren und sind, zu Adjektiva zu werden (vgl. u. a. Vf.
Kuhns ztschr. XXIV, 34 ff., Paul, Prinzipien ^ 303 ff.). Ferner, daß überall,
in den einen Sprachen häufiger als in den andern, die ä-Form von Adjektiva
auf -o- auch als Nomen abstractum vorkommt; so sind namentlich alle Ab-
strakta auf - i^ä - und-tä- ""substantivierte' Adjektiva, wie altind. kr^t-yä 'das
Anthun, die Behexung' neben ki;t-ya-s 'faciendus', das erwähnte ahd. lugl
aksl. lüza *^Lüge' neben luggi (lukki) lüzi 'lügnerisch', altind. hatyä 'Tötung'
andd. güdea 'Kampf lit. gincziä 'Streit' neben altind. hatya-s 'inter-
ficiendus', gr. CTuuiripia 'Rettung' neben auuTiipio-c, lat. noxia neben noxiu-s:
avest. cistä- 'Denken, Weisheit' neben altind. cittä- 'gedacht', altir. ed-
bart ed-part 'oblatio' neben gr. cpepio-c 'erträgHch' altind. bhr^tä- 'getragen,
unterhalten, gemietet', got. skanda ahd. scanta 'Schande' neben ahd. scan-t
'beschämt', lit. geltä 'Gelbheit' neben gelta-s 'gelb', aksl. vrista 'Lage,
Befinden, Stadium, Alter' neben altind. vr^ttä- lat. vorsu-s versu-s (von
solchen Fällen aus war -tä- als Abstraktsuffix bereits in uridg. Zeit produktiv
geworden und auch zu denominativer Verwendung gekommen, wie lat. juventa
got. junda 'Jugend', altind. ghöratä ' Grauenhaftigkeit' got. gäurif>a 'Be-
trübnis' u. s. w.; .
Es muß also unter diesen Umständen die Frage aufgeworfen werden, ob
nicht die funktionelle Natur des ä- Suffixes es mit sich brachte, daß das Attri-
DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGER^UNISCHEN SPRACHEN.
109
but sich unter bestimmten Bedingungen , die durch diese Natur und die Be-
deutung des Substantivs gegeben waren, in die ä-Form kleidete.
Welcher von beiden Erklärungsvvegen der richtige ist, entscheide ich nicht.
Wir stehen hier vor einer der verwickeltsten Fragen der Sprachwissenschaft.
Zuvörderst wäre erforderlich, daß sämtliche nicht animalische Wesen bezeich-
nende Substantiva der idg. Sprachen zusammengetragen würden, die als aus
der Zeit der idg. Urgemeinschaft ererbt anzusehen sind und deren gramma-
tisches) Geschlecht sich für diese Zeit feststellen läßt. ' Es wäre dann zuzu-
sehen, ob nicht die mit der ä- bzhw. der ie-Form des Adjektivs verbundenen
Substantiva gewisse Züge der Innern Sprachform gemeinsam haben. Dabei
wäre aber stets darauf zu achten , daß , wenn auch vielleicht der zweite Weg
zum Ziele zu führen scheint, doch aller Wahrscheinlichkeit nach auch massen-
hafte Beeinflussungen von der Art, wie wir sie als erste ?*Iöglichkeit (S. 107 in
Erwägung zogen, stattgefunden haben.
Der Zweck dieses Aufsatzes ist erreicht, wenn es mir gelungen sein sollte
die Überzeugung zu schaffen , daß die übliche Herleitung des maskulinischen
und femininischen grammatischen Geschlechts aus dem natürlichen ein unglaub-
würdiges Axiom ist. und daß die Lösung unsres ganzen Problems zunächst in
der angegebenen Richtung gesucht werden muß.
' Man glaube nicht etwa . daß es genügen würde, daß FiCKsche \Vörterbuch unter diesem
Gesichtspunkt durchzumustern. Das Material hat sich seit 1S74 ganz bedeutend vermehrt und ist
vorläufig noch in alle Winde zerstreut.
Leipzig.
Karl Brugmann.
ZUR LAUTSCHRIFT
MITTELS LATEINISCHER BUCHSTABEN UND ARTIKULATORISCHER NEBENZEICHEN.
Bei Begründung dieser Zeitschrift hielt der Herausgeber es für seine
Pflicht, für dieselbe eine phonetische Transskription zu möglichst einheitlichem
Gebrauch auszuarbeiten. Es geschah im wesentlichen nach den Grundsätzen,
welche er in seiner phonetik dargestellt. Der Vorschlag wurde an die Mit-
arbeiter zur Begutachtung versandt und wendeten ihm K. Brugmann, G. v. d.
Gabelentz, R. Lepsius und J. Storm besondere Aufmerksamkeit zu. Brugmann
hatte dabei namentlich die altern Sprr. des idg. Stammes im Auge : bis deren
Laute genauer bestimmt sind, läßt sich natürlich eine phonetische Transskr. ,
wie die der i. z., für dieselben nicht verwerten, sondern nur Buchstaben, denen
weitere Lautgebiete entsprechen ; ich möchte deshalb zum Gebrauch für die
toten Sprr. in der i. z. durchaus die gewöhnlichen Buchstaben empfehlen,
entsprechend den liegenden der phonetischen Transskr., mit den wichtigsten
Nebenzeichen, so weit es die Umstände gestatten. Ich bedaure mit Brugmann,
daß man sich noch immer nicht über die notwendigsten Buchstaben und Zei-
chen für die idg. Sprachvgl. geeinigt hat. v d. Gabelentz betrachtete den
Gegenstand vom Standpunkt der ostasiatischen Sprr. aus ; er hat seine An-
schauungen über die Transskriptionsfrage i. z. IL 252 — 7 mitgeteilt. Lepsius
gedachte besonders der afrik. Sprr., für welche sein Standard alphabet sich
im ganzen als ausreichend bewährt und so vielfache Anwendung gefunden hat.
Storm meinte, es müsse hier der Ausgangspunkt von der englischen phonetischen
Schule genommen werden; über meine Stellung zu Bells Vokalschema und
engl. Transskr., die auf Bells visible speech begründet sind, habe ich mich seit-
dem wiederholt ausgesprochen vgl. unten 12g). Da gegen die physiologischen
Grundsätze meines Vorschlags , auf welche ich vor allem Wert legen mußte,
keinerseits Bedenken geäußert waren, so wurde die Transskr. \. z. I. 171 — 185
veröffentlicht und hat sich seitdem in der Anwendung auf lebende Sprr. und
phonetische Erörterungen bewährt.
Folgende Sätze sind bei der Ausarbeitung der Transskr. in erster Reihe
maßgebend gewesen, i. z. I. 173: 'Als akustische Gesamtwirkung läßt sich
der Laut nicht so bezeichnen wie die Musik durch Noten; das ginge vielleicht
bei den Klanglauten nach der HELMHOLxzschen Theorie, falls die Eigen- resp.
Teiltöne genau und vollständig bestimmt wären; bei den Geräuschlauten aber
würde uns die Schreibweise wieder vollständig im Stich lassen. Somit sind
wir eben auf eine Bezeichnung der den Laut hervorbringenden Bewegungen,
F. Techmer. III
resp. Stellungen des Sprachorgans angewiesen/ 172: ""Nur diese Stellungen,
gleichsam die hervortretenden Stationen der Lautung bezeichnen wir; Über-
gänge von Station zu Station nur dann, wenn sie weder auf kürzestem Wege,
noch mit geringstem Kraftaufwand, noch in normaler Zeit bewirkt werden . . .
Also in dem Fortgang der Lautbewegungen werden nur die Lautstationen be-
zeichnet , die in gewöhnlicher , natürlicher Weise erfolgenden Übergänge sind
damit implicite angedeutet.^
Demgemäß hatte ich von den gewöhnlichen Lautübergängen sorgfältig
die sich artikulatorisch davon absondernden Übergangslaute zu unterscheiden;
nur die Laute und Übergangslaute hatte ich zu bezeichnen , in keinem Fall
die gewöhnlichen Lautübergänge (wohl aber zu kurze Übergänge).
Es war nun jedenfalls im Widerspruch mit diesen Grundsätzen, wenn ich
in Rücksicht namentlich auf die verschiedene akustische W'irkung und Be-
wegungsempfindung in meinem System der Artikulationen anfänglich ""Dauer-
schluß' und 'Klappschluß^ unterschied; das wesentliche und was für die arti-
kulatorische Transskr. nur in Frage kommen konnte, war die Stellung des
Schlusses, nicht das normale zeitliche Verhalten vor- und nachher, nicht die
gewöhnlichen Übergänge. Das habe ich denn auch in meiner Besprechung von
Flodström: zur lehre von den konson., und von Hoffory: Sievers und die
PRINZ. D, SPRACHPHYSIOL., I. z. II. 327 mit folgenden Worten bekannt: 'Es ist
richtig, daß, solange man bloß die Stellungen ins Auge faßt und bezeichnet,
und die Übergänge nur ausnahmsweise . . . (i. z. I. 172), solange für die
Sprechlaute von seitlicher und nasaler Explosion nicht die Rede sein,
auch nicht Dauer- und Klappschluß unterschieden werden darf, mögen sie
auch noch so sehr durch die Bewegungsempfindung unterschiedlich zum Be-
wußtsein gelangen. Anders liegt die Sache natürlich auf der akustischen Seite.
Ich habe den Fehler, für diese Fälle auch die gen. Übergänge bei den Arti-
kulationen zu berücksichtigen, in meiner letzten Schrift : zur veranschaul. der
LAUTBILDUNG, 1885, ZU Vermeiden gestrebt, um so lieber, als die Lehre von
den Artikulationen sich dadurch etwas vereinfacht. Ich bin H. für diese Er-
leichterung ZU aufrichtigem Dank verpflichtet.^ In der gen. Schrift: z. veransch.
S. II bemerkte ich zum Artikulationsgrade des Schlusses ^Clausura : * Schluß
mit Klappgeräusch beim Zu- und Aufklappen (Implosio et explosio) : während
die Schlußstellung an sich (Statio clausurae) geräuschlos ist. Man beachte
hier wohl, daß der Höhenpunkt der Artikulation, die Statio clausurae, der mit
den betreffenden Buchstaben /', t^ p zu bezeichnende Sprechlaut mit einer
Schallpause, anderseits die Übergänge zu und von dem Höhenpunkt mit
Geräuschlautcn zeitlich zusammenfallen. Hieraus ergibt sich von selbst, wie
notwendig es ist, die Schall- und Sprecherscheinungen wolil auseinander
zu halten [in einer genauen Schallschrift würde man den Geräuschlaut des Zu-
klappens, die Schallpause der Schhil.VstcUung, den Gcräuschlaut des Aufklappcns
zu bezeichnen haben, s. übrigens meine Besprechung von KiRsrE und Makch
liip.L. i886j. Vgl. Fi.oi)STR(iM . . . (Bezz. p.kitr. VIII. I — 35' . . . Seitlicher Schluß
fällt mit c'j 2 ... [dem eben besprochenen Schlul.^] zusammen, wenn man nur
die Schlußstellung ; Statio clausurae' und nicht die Übergänge ins Auge fal.U.'
Damit war eine wesentliche Vereinfachung der Transskr. ermöiilicht, auf deren
112 F. Techmer.
Notwendigkeit v. d. Gabelentz mich schon anfänglich aufmerksam gemacht:
die besondere Bezeichnung der gewöhnHchen Lautübergänge, der Nasenex-
plosion: A^^, ti^, w^, der Seitenexplosion /. (i. z. I. i6i, 162, 180; vgl. auch
die Beisp. 182 — 4) erwies sich als überflüssig; höchstens blieb zu kurzer Über-
gang zu bezeichnen, wofür ich ein stehendes Legatozeichen vorschlage ...j
Auf diese Weise wurde auch das Kapitälchen /. für anderweitige Verwendung
verfügbar.
Es stellte sich aber in der Folge noch ein weiterer Widerspruch mit den
oben gen. Grundsätzen der artikulatorischen Transskr. der i. z. heraus. Mir
war zwar nach eignen, namentlich stomatoskopischen Beobachtungen der Arti-
kulationen der Vorderzunge bei den Mundengeschlußlauten, wie auch nach den
betr. Angaben aus der phonetischen Litteratur , welche Michaelis in seinen
Schriften über die Zischlaute und sonst so fleißig gesammelt hat , wohl be-
kannt, daß an den Stellen, wo die Zungenspitze Enge und Schluß erzeugt,
diese auch durch Artikulation des Vorderzungenrückens hervorgebracht wer-
den können. Ich glaubte aber von einer besondern, im Lautsystem wie in
der Transskr. streng durchgeführten Unterscheidung der Vorderzungenrücken-
engeschlußlaute absehen zu können, Ma bei letztern zwar nicht die musikalische
Höhe , aber doch der Geräuschcharakter spezifisch derselbe wie bei den . . .
Vorderzungen spitzen lauten ist' (i. z. I. 180, III. 248), wobei ich leider vergaß,
daß bei der artikulatorischen Transskr. nicht die hörbare Wirkung, sondern die
Artikulationsunterschiede maßgebend sein sollen. In der Schreibung für den ge-
wöhnlichen Gebrauch ist es allerdings unnötig, solche verschiedenen Artikulations-
weisen zu unterscheiden, welche dieselbe akustische Wirkung haben; werden
ja doch in der natürlichen Spr. die Laute nach dem Eindruck auf das Ohr
und nicht nach der Beobachtung der verstecktem Bewegungen der Sprech-
organe erlernt. In wissenschaftlicher, artikulatorischer Transskr. ist jene Unter-
scheidung jedoch unerläßlich. Ich habe bereits i. z. III. 248, wo Vorderzungen-
rückenartikulationen an der kakuminalen, postalveolaren und alveolaren Stelle
in Frage kamen — für die dentale Stelle vgl. meine Bespr. von Brincker, bibl.
1886 — , bemerkt, daß ich die Vorderzungenrückenengeschlußlaute für ursprüng-
licher halte : sie sind natürlicher und bequemer, auch der Artikulationsw'eise der
Mundöffner mehr angepaßt, welche ja trotz entgegengesetzter Behauptungen
von Bell (visible speech S. 38 und 73 Fig. der mixed vowels, vgl. i. z. I. 157)
und Genetz (lautphysiol. einführ, in d. stud. d. westfinn. sprr. S. 18 und Taf.
Fig. II für Mentale Vokale", vgl. meine Bespr. von Genetz bibl. 1886) allgemein
mit Zungenrückenartikulationen hervorgebracht werden. Die Zungenspitzen-
laute dagegen, deren Artikulationen bestimmter und schärfer voneinander ab-
gegrenzt sind (weshalb ich auch i. z. I. auf Tab. IV Fig. 8, g, 11, 12, 13
apikale und nicht dorsale stomatoskopische Bilder gezeichnet habe), halte ich
für verhältnismäßig spätere Lautentvvickelungen. Neben den Zungenspitzen-
lauten sind die Vorderzungen rücken laute, gewissermaßen als archaische Formen,
noch sehr häufig in Gebrauch. Ich spreche z. B. dorsales s wohl häufiger als
apikales. Die Frage war nun, wie die Vorderzungen rückenlaute zu schreiben.
Dieselbe erledigte sich von selbst nach Grundsatz 7 und 8 der Transskr. der
I. z. I. 174 f. 7. : 'Jedem kleinen Buchstaben der gewöhnlichen lat. Kursivschrift
LAUTSCHRIFT. I I 3
wird derjenige Lautwert gelassen, welchen er . . . gewöhnlich hat.' 8. Große
Buchstaben . . . werden wir mit möglichst wenig . . . verändertem phonetischem
Wert gebrauchen.' Demnach sollen nun in Zukunft die Zungenspitzenlaute
ohne Ausnahme mit den kleinen Buchstaben: s z t d l n. die
Vorderzungenrücken laute mit den Kapitälchen: s z t d l x ge-
schrieben werden. Die sich daraus ergebenden Änderungen und Erweiterungen
der Transskr. sind in der Übersicht auf S. 117 und 116 unten veranschaulicht.
Es hat sich ferner das Bedürfnis fühlbar gemacht, die Mittelzungenöffner
genauer zu schreiben, besonders für die Sprr. mit "^ Vokalharmonie' (S. 127).
Ich habe für mich als Zeichen der Mittelzungenöfifnungen (Linguae aperturae
mediae) seit längerer Zeit ^ gebraucht, welches ja die Wölbung des Mittel-
zungenrückens nach oben symbolisch andeutet. Es ist mir dabei lieb . daß
dieses Zeichen, freilich oberhalb der betr. Buchstaben, in der idg. Sprachvgl.
für die Mittelzungen seh ließer sich einzubürgern scheint. S. Brugm.\xns
GRUNDR. S. 20 und 262: Mie palatalen k"- Laute): Verschluß durch Artiku-
lation des mittlem Zungenrückens gegen den hintern Teil des harten Gaumens,
vgl. etwa das k in nhd. Kind' (i. z. eibl. 1886). Ich hoffe, das so deut-
Hche Zeichen ^ wird auch für Mittelzungen engelaute Eingang finden, so
daß Mittelzungen- Öffnungs-, Enge- und Schlußlaute folgerichtig mit dem-
selben Zeichen angedeutet werden. Folgen wir nun in der Wahl der Buch-
staben für die Mundöffner unserm alten Grundsatz: Mer Hauptbuchstabe ist
nach der sichtbaren Lippenartikulation zu wählen vgl. z. B. die herge-
brachten Schreibungen ü ö . . . ü ö . . . mit uo^ . . ., kyrillisch 'Kl mit i ;
die abweichende Zungenartikulation ist unten durch ein Nebenzeichen oder
den entsprechenden kleinern stehenden Buchstaben anzudeuten, z. B. schwed.
tio Oo :7a (zur veransch. der LAUTBILD. IQ, Anm. 2): so müssen / e e .-e die
Mundöffner mit kleinster, kleinerer, größerer, größter Lippenlängsöffnung und
gleichzeitiger dem Grade nach genau entsprechender Mittelzungenöffnung be-
zeichnen; ebenso u^ 0^ :? w^ die Mundöffner mit kleinster, kleinerer, größerer,
größter Lippen rund Öffnung und gleichzeitiger dem Grade nach genau ent-
sprechender Mittelzungcnöffnung vgl. die mittlere senkr. Reihe 116 oben .
Wie schon bisher kleinere stehende Nebenbuchstaben zur Bezeich-
nung von gleichzeitigen Zungenartikulationen venvendet worden, z. B. in
z/o, /u, /i, im Gegensatz zu den liegenden Nebenbuchstaben für die gleich-
zeitigen Lippenartikulationen z. B. in s„ (i. z. I. 160, 185), so mögen von jetzt ab
auch stehende Hauptbuchstaben für Mundöffner mit alleiniger Zungen-
artikulation d. h.bei gleichzeitiger mittlerer, indifferenter Lippenstellung vgl.
die mittlere wager. Reihe 116 oben und 12 81 gebraucht werden, also: i e k -v: für
die Vor der Zungenöffner (nach engl. Aus.spr. z.B. in sec cane carc man. .vM
/6ei« ^'E"i: in.^n), u o da für die Hinter zungenöffncr und a, a, a, a, für die
Mittelzungenöffner, letztere mit kleinster, kleinerer, größerer, größter, bzhw.
mit der betr. Ziffer bezeichneten, Öffnung des Kicfcrwinkels (i. z. 1. 183)
und alle mit gleichzeitiger mittlerer Lippenstellung. Für C[c\\ Laut mit gröl.Ucr
Zungen- und Lippenöffnung bei mittlerer Lage beider Organe, also a, mag
auch ferner der Einfachheit wegen liegendes a geschrieben werden. Die im
obigen aufgeführten Reihen von INlittelzungenöffnern. welche leider noch nicht
TeCHMER, ZTSCIIK. W. S
114
F. Techmer.
vollständig belegt werden können, scheinen in den Sprr. mit 'Vokalharmonie'
eine wichtigere Rolle zu spielen als die von Lepsius, mehr auf Grund von theoreti-
schen Betrachtungen als von genauem physiologischen Beobachtungen, aufge-
stellte Reihe von Lauten mit Hinterzungenrund- und entspr. Lippenlängsöffnungen
i e E ^. Alle diese Reihen finden sich in meiner Übersicht der Mundöff-
nungslaute auf S. ii6 oben in einfacher Weise veranschaulicht. Es sind in
natürlicher Folge und unter genauer Berücksichtigung v-on Vorgang, mittlerer
Lage und Rückgang, oben in wagerechter Reihe sämtliche Zungenöff-
nungen aufgeführt, welche ich an wirklichen Mundöffnern habe beobachten
und sicher unterscheiden können : Vorder-, Mittel- und Hinterzungenöffnungen
je in 4 Graden. Rechts sind entsprechenderweise in senkrechter Reihe sämtliche
Lippenöffnungen geordnet: Längs-, Mittel- und Rundöffnungen , wieder je
in 4 Graden. Das durch die parallelen wagerechten und senkrechten Linien
begrenzte Fächersystem muß also all und jedem von mir wirklich beobach-
teten Mundöffner mit je einem der genannten Zungen- und je einem gleichzei-
tigen Lippenöffnungsgrad seine bestimmte Stelle 'und zwar gerade den häu-
figsten und vollkommensten in den Hauptreihen, vgl. die Übersicht S. 128
Anm.) anweisen, worauf es mir bei meinem induktiven Verfahren zunächst
ankam; es bietet jenes System aber gleichzeitig in den Nebenfächern für alle
möglichen Kombinationen jener aufgeführten Zungen- und Lippenöffnungs-
grade Platz, was hoffentlich nicht als Fehler angesehen werden wird. Sollte die
weitere Induktion, was doch wohl zu erwarten ist, noch andre wesentliche
Öffnungsgrade ergeben, so werden sie an gehöriger Stelle einzufügen sein, ohne
daß es nötig wäre, an dem Grundplan des Systems zu ändern.
Wie bei den Lippenöffnungen Vor- und Rückgang mehr oder minder
weit statt finden können, so auch bei den Zungenöffnungen. Es kann die Hinter-
zunge weiter rückwärts gezogen werden als für die u- oder Gaumenbeinsegel-
reihe (d. i. die Reihe an der Grenze zwischen Gaumenbein und -segel S. 119);
das gibt bei mittlerer Lippenstellung a^ d, o^ u,, bei entspr. Lippenrundöffn.
^< ^< 0^ 71^, bei entspr. Lippenlängsöffn. .^^ e^ e\ i^ (vgl. für diese hintersten
Zungenöffner S. 116 oben). Die Laute der hintersten Gaumen segel stelle a^ .\
o^ u^ unterscheiden sich wesentlich von denen der Gaumenbeinsegelstelle
A o il: h€\ erstem wird die Zunge v^orwiegend durch den Zungenbein-
Zungenmuskel stufenweise nach hinten gezogen und bleibt flacher, bzhw. in
ihrer Mitte (in querer Richtung) natürlich nach oben gewölbt ; bei der Gaumen-
bein segelreihe wird die Zunge durch die Griffel- und Gaumen-Zungenmuskel,
welche eine Art Schlinge bilden, nach oben und hinten gezogen und dabei
notwendig gerundet, derart, daß die Mitte (in querer Richtung) tiefer ist als
die Seiten (vgl. i. z. I. 136). Das Zeichen der Gaumenbeinsegelstelle ist
also ganz symbolisch, wenn man den Querschnitt der Zunge in Betracht zieht.
Es bezeichnet die Hinterzungenrundung, wie ^ die reine Rundung (ohne V^or-
stülpen, S. 124) der Lippen. Es kann anderseits der Vorderzungenrücken bis
zur dentalen Stelle vorgeschoben werden, das gibt bei mittlerer Lippen-
stellung s.^ E, e^ i, , bei entspr. Lippenlängsöffn. .e^ e^ e^ i^. bei entspr.
Lippenrundöffn. et; :? , ^ ?/ , (i 16, 119 . Mundöffner der Reihe a^ d^ o, u^
und ^E^ E^ i\ z, habe ich im Karelischen , in der Aussprache des Herrn
LAfTSCHRIFT.
E. Setälä in Helsingfors beobachtet und in meiner Besprechung von Genetz
BIBLIOGRAPHIE 1886 beschrieben. Von der letztgenannten Reihe habe ich
noch eigentümUche Abarten in der südbulgarischen Aussprache des Herrn
Z. DiMiTROFF aus Slivex, nämlich vorgeschobene Vorderzungenrückenöffner
mit Rund- statt Längsöffnung: ^,^ e^^ e^^ i^^ gefunden. Dem entsprach
auch Mittelzungenrundöffnung in seiner Aussprache des eigentümlichen bulgar.
Mittelzungenöffners mit kleinerer Öffnung, welchen ich 2.^ schreibe und über
den ich in meiner Besprechung von Leskiex, hdb. der altbulg. . . . spr..
BiBL. 1886 ausführlicher berichte; entsprechend a, wären ja auch die andern
Mittelzungenöffner mit Rundöffnung der Reihe a., a^. a, aj möglich. Ich
weiß freilich nicht, ob diese Vorder- und Mittelzungenrundöffnungen persön-
liche oder nationale Eigentümlichkeit sind (vgl. jedoch auch Balassa über ung.
?V 0^ . . . i. z. IV. 135) und sehe deshalb im System von denselben zunächst
ganz ab , um die Zahl der Mundöffner nicht unnötig zu vergrößern. Doch
möchte ich bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, daß Grot schon
1847 in einer Arbeit über russ. e i 3 und Böhtlixgk in seinen trefflichen
BEiTR. z. RUSS. GRAMM., 1851, S. 37 f. von einem gewissen Unterschiede der
Vorderzungenöffner sprechen, welcher durch folgende Veiche' und *^harte'
Laute bedingt werde. Sollte derselbe vielleicht bzhw. in einer Längs- und
Rundöffnung der betr. Vorderzungenöffner bestehen?
Werfen wir nun einen Blick auf die Zahlenverhältnisse der auf obige
Weise bestimmten und bezeichneten Mundöffner, so ergibt sich folgende Rech-
nung : Durch Kombination der 9 Zungen- und 9 Lippenöffnungen in der
Übersicht S. 116 sind 81 Mundöffner bedingt, wovon der mittelste « = a^
hier vorläufig in Abrechnung komme, macht 80. Dazu die Mundöffner der hin-
tersten Gaumensegelstelle a^ p^ o^ u^ und a^ d^ o^ u.. der Mittelzunge a^ aj a, a^
und der dentalen Vorderzungenrückenstelle ^^ e^ i\ z, und x.^ e, e^ i^ wobei
jene Vorder- und Mittelzungenrund öffnerreihen ^, e^^ c^^ i^ und z. ^ 33
3 2 a^i, sowie die S. 114 gen., aber noch nicht belegten m^ e^ i\ i^ und die
127 zu besprechende Reihe a; :7_^ o^^ ?/_, nicht mitgerechnet werden), also
5 X 4 = 20, mit obigen 80 zusammen rund 100 Mundöffner. Diese sind,
wenn nicht an beiden, so doch an einer der beiden Mundöffnungen als voll-
kommen artikuliert zu betrachten. Daneben können nun entsprechend viele
Mundöffner unvollkommen: zu kurz -. in betonten Silben), zu schwach
>. (in unbetonten Silben' artikuliert; alle obigen (reinen) Mundöffner auch
mit Nasenöffnung ■■- , ferner die ganze so vermehrte Summe, welche ge-
wöhnlich stimmhaft ist, geflüstert , , gehaucht , , mit Stimmbandschluß
iy und Stimmbandzittern „ erzeugt werden. Man beachte dabei , daß . wie
bei den Mundartikulationen S. 116 Mitte, so auch bei denen der Nase und
des Kehlkopfs stufenweise Übergänge von der Öffnung bis zum Schluß statt
finden können, beim Kehlkopf allerdings in eigenartiger Weise (vgl. S. 119
Mitte;. In der That. eine große Mannigfaltigkeit von Mundöffnern, welche hier
mit verhähnismäßig wenig Buchstaben und Nebenzeichen geschrieben wird.
Von den Abarten mit sich nicht harmonisch entsprechenden Graden der
gleichzeitigen Zungen- und Lippenöffnungen habe ich nur die S. 113 erwähnten
schwed. ?/o ÖD ^A nnd deutschen ii j in die Übersicht eingestellt: jede solche
ii6
M U N DÖFF N U NGSLAUTE MIT IHREN Z U N G E N - L I P P E N A RTI K U LATIO N E N .
L
in gu a e
longa^
retractio^ cum apertura rotunda '
aperturae
mediae
productio ' cum
apertura
minima
minore
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ÜBERGÄNGE VON M U N D Ö F F N U N G S •
zu
ENGESCHLUSSLAUTEN (119»
Artikulationsstelle '
Öffnung
Öffnungenge^a
Enge
Schluß
Hinterzungen-Gaumensegcl- . . •>
Hinterzungen-Gaumenbeinsegel-
Mittelzungen- „
Vorderzungenrücken- (kakumin.)
Vorderzungenrücken- i dentale) . -
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MUN DENGESCHLUSSLAUTE MIT JE ZWEI Z U N G E NARTI K U LATI O N E N . ^
Artikulationsorgan
Artikulationsstelle 1 Enge- i Schluß-
Seiten- \ Nasenlaute
,, , .. , ■■»• 1 ^höchste (cacum.)
Vorderzungenrücken - Mittel-
zungen- ) höhere (postalv.)
(linguo-palatalis medianterior dor- j mittlere falveol.)
I tiefere (dentalis)
salis)
Zungenspitzen-Mittelzungen-
ichste (cacum.)
lere (postalv.)
linguo-palatalis medianterior dor- 'i ^^^j^j.^ ^^j^^^, ,
soapicalis) I
'tiefere (dentalis)
(hoch
höhe
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ii8
WERTE DER NEBENZEICHEN. '-^
Nebenzeichen
Stimmbandgrade
(Klaas'e)
Nasengrade
(Ordnung)
Mundgrade, Mundstellen u. kleinere Veränd.
(Gattung) (Art) (Spielart)
Sprechdauer 1 Sprechstgrke | Stimmböhe
(Individuelle Charaktere)
14
höchste (kakuminale) Vorderiungenstelle 15
staccato
- mittellang
— lang
emphatisch (arab )
hochgehalten
tiefgehalten
f
stark
ZQ schwach
postalveolar
cresc.-decresc.
(Silbengipfel)
mehr nach oben,
d. i. geschlossener
decr.-crescendo
(Silberscheidej
mehr nach unten,
d. i. offner
mehr nach vorn
stärker
o
c
mehr nach hinten
Lippenrundung
(ohne Vorstülpen)
cc
-)
gebaucht
geblasen
)
geflüstert
Iegato(zukur-
X
zerÜbergang;
zu kurz
'^
Gaumenbeinsegelstelle li>
Mittelzungenartikulation
nasal
c
näselnd
steigend
">
fallend
f-^
steigend-
fallend
"^r.
fallend-
steigend
4s •â–
4, 3. 2i i; '|2- o
IV, III, II, I
Spatinm :
(1, 2, 3, 4, Absatz)
Nebenbuchst. '»
oberstimmbaft
höhere
Intervalle "
bzhw. Öffnung : größte, größere, kleinere,
kleinste ; Enge , Schluß des Kieferwinkels
tiefere
Intervalle **
Dauer der
Sprechpausen
R rjliinniband-
zitterlaut
Q Stiramband-
Sehlußlaut
stehende : gleichzeitige
Zungenartik.
liegende : gleichzeitige
Lippenartik.
HORIZONTALE, FRONTALE, SAG ITTALE V E R A N S C H A U L I C H U N G DER LAUTBILDUNG. ^9
^N Uvula
.Velinn
,-Os /Tinxill.
.Uspalat. • „^ AI'
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A '' /^^\
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Ap ertur. mini mae
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pal. meci
i CA cum in
Iposlalveol.
..c/ent
dent.
I 20 F. TECHMf:R.
Abart findet jedoch in entsprechender Weise in meinem System ihre Stelle
und Bezeichnung (vgl. die erweiterte Übersicht uz. i. 178,. Ich würde mich
freuen, wenn meine Anordnung und artikulatorische Bezeichnung zu genauerer
Bestimmung der betr. Laute Anregung geben sollte.
Anmerkungen zu Seite 116. 117, 118, 119.
Zu Seite ii6 :
' Ungewöhnlich weiter Vorgang des Vorderzungenriickens bis zur dentalen Stelle ■, z. B.
im Karelischen und Schwedischen (vorderste Zungenöffner).
^ Vorderzungenrücken rund- (statt -längs-) Öffnung .,- im Bulgarischen und Ungarischen.
3 Ungewöhnlich weiter Rückgang der Hinterzunge < z. B. im Karelischen und sonst mund-
artlich (hinterste Zungenöffner).
"* An der Gaumenbeins egelstelle Rund Öffnung ^ , bei den bis zur hintern Gaumen-
segelstelle verschobenen Mundöffnern -^ flachere Zunge.
^ « = ^4, woran sich a.3, ao, aj reihen, Mittelzungenöffner mit größter, größerer,
kleinerer, kleinster Öffnung des Kieferwinkels bei mittlerer Lippenstellung (vgl. die Mittelzungen-
lippenrund- und Mittelzungenlippenl an gs Öffner in derselben senkrechten Reihe,.
^ Da Lippenvorgang im allgemeinen mit Lippenrundöffnung, Lippenrückgang mit Lippen-
längsöffnung gleichzeitig auftreten, so genügt es, eine der beiden Erscheinungen in der Benennung
namhaft zu machen: Lippenrundöffner, Lippenlängsöffner (128 Anm.i. Die Lippenrundöffner ohne
Vorstülpen müssen besonders bezeichnet werden q .
^* Natürlich ist es ebenso berechtigt, die Stufen von Schluß durch Enge zur Öffnung zu
verfolgen und von geöffneter Enge (z. B. 7^,, ) , yvie von verengter Öffnung [z. B. ?/^ ) , zu
sprechen und demgemäß zu schreiben. Die Benennung ^Halbvokale' ist mit denselben Schwierig-
keiten verknüpft wie 'Vokale' und 'Konsonanten' (i. z. I. 149, 167); ich werde deshalb von
jetzt ab, wo genaue Benennung erforderlich ist, für die Zwischenlaute zwischen den Mundöffnungs-
und Engeschlußlauten, den Klang- und Geräuschlauten, den Silbenhaupt- und Mitlauten bzhw.
die Namen : Mundöffnungengelaute, Klanggeräuschlaute und Silbenhauptmitlaute, gebrauchen. Den
kürzern Ausdruck 'Halbvokale' w^erde ich beibehalten, wo er gleicherweise für die 3 Fälle paßt,
also ein Mißverständnis nicht möglich ist.
Zu Seite 117:
7 Zu näherer Beslimmung der Artikulationsstellen ist noch zu bemerken : In tiefster Lage
berührt die Zungenspitze lose die untere Zahnreihe; es ist dies keine Artikulationsstelle, sondern die
Ruhelage für die Zungenspitze. An der tiefern oder Zungenzahnsteile (A. dentaUs) artikuliert
die Vorderzunge gegen die obern Zähne bis an die Grenze der Zahnfortsätze hinauf S. 119; an der
mittlem Vorderzungenstelle (A. alveolaris] gegen die Zahnfortsätze; an der höhern Vorderzungen-
stelle (A. postalveolaris) gegen den harten Gaumen unmittelbar hinter den Zahnfortsätzen ; an der
höchsten Vorderzungenstelle (A. cacuminalis) gegen die Mitte des harten Gaumens; an der
Mittelzungenstelle artikuliert die Mittelzunge gegen die Mitte des ganzen (harten und weichen;
Gaumens an der Grenze zwischen dem Oberkieferbein und Gaumenbein; an den Hinterzungen-
stellen artikuliert die Hinterzunge bzhw. gegen das Gaumenbein und vordere Segel, das
hintere Gaumensegel oder das Zäpfchen (vgl. i. z. 11. 167, iv. 119 den obern senkrechten Tief-
schnitt und die untere wagerechte Veranschaulichung nach stomatoskopischen Beobachtungen).
^ Die Art (Stelle) der nasalen Mundschließer wird z. gr. T. durch die der benachbarten reinen
Mundschließer bestimmt und dann durch deren genauere Transskr. hinreichend bezeichnet; unter
dieser V^oraussetzung reicht die Transskr, iv„^ a\ wohl für das ganze Gebiet der Hinter- und
Mittelzunge aus ; doch kann man ja für das der Mittelzunge auch iV„ X schreiben.
5 Das für die Mittelzungenöffner neu einzuführende Zeichen ^ kann natürlich ebenso gut für
diese Reihe der Engeschlußlaute angewandt, also statt A' 7 ^ k . . .
X ^ J^ g^ k ^ [n,i^ K I geschrieben werden.
Statt 5_ Z T^ D ^ kann man ebenso passend X J k g schreiben, da die höchste (kaku-
minale) Vorderzungenrückenstelle die des Übergangs von den x k- zu den 5 r-Lauten ist (vgl.
meine Bespr. von Kirste, bibl. 1886 .
LAUTSCHRIFT. 12 1
All diese Veränderungen, die Erweiterungen, wie die S. 1 1 1 genannten Ver-
einfachungen, sind lediglich eine folgerichtigere Durchführung der alten Grund-
sätze unsrer artikulatorischen Transskr. Im Prinzip ist also nichts, im einzelnen
bitte ich die Darstellung i. z. I. nur dahin zu ändern:
" Bei den Vorderzungenrücken- und Zungenspitzenengeschlußlauten kann eine doppelte
Zungenartikulation gleichzeitig stattfinden. Da bei den übrigen Mitndengeschlußlauten der Übei-
sicht auf S. 117 nur eine einfache Mundartikulation vorausgesetzt ist, so finden diese Laulab-
arten mit doppelter Mundartikulation besser ihren Platz bei den sogen, 'postpalatalisierten' â– â– ^â– , 'ante-
palatalisierten' ■■••, 'labialisierten' ^^y Mundengeschlußlautabarten, welche ich auch i. z. I. i6o für
sich beim Übergange von den Mundöffn. zu den Mundschließ, behandelt habe. Die die Abart be-
stimmende Artikulation ist bei diesen Vorderzungenrücken- und Zungenspitzen-Mittelzungenenge-
schlußlauten die der Vorderzungenstelle mit Enge und mit Schluß ;vgl. i. z. Bd. i. Tab. iv. 7 und
7a, Bd. III. 241, Fig. 28a, 243 Fig. 32 ; die andre gleichzeitige und im allgemeinen weniger
hemmende Artikulation ist an der Mittelzungenstelle, also jetzt mit ^ statt mit < zu bezeichnen.
Es sind hier die S. 116 unten aufgeführten Reihen von Vorderzungenrücken- und Zungenspitzen-
Mittelzungenengeschlußlauten möglich imd zum großen Teil auch schon belegt.
Zu den Vorderzungenrücken-Mittelzungenengeschlußlauten verdient Czech: versinnl.
DENK- UND SPRACHL. , 1836, Über die böhmische Ausspr. vgl. zu werden. S. 86 : das böhm.
z. Diesen Laut erhält man , indem man die Spitze der Zunge noch tiefer an den Grund der
untern Vorderzähne anstemmt [als bei böhm. z] , den [vordem und" mittlem Teil der Zunge aber
an die ihm gegenüber liegende obere Wölbung des harten knorpligen Gaumens anlegt. Die Laute
z und seh können auch gebildet werden, wenn sich die Zunge mit der aufwärts gebogenen Spitze
gegen den Vordergaumen so stellt, daß nur eine kleine Öffnung [Enge] zwischen denselben bleibt,
wodurch bei z ... die Luft sanft und daher sumsend, bei seh aber heftig und zischend durch-
strömt.' 88: ^d böhm. . . . Der Übergang von d zu d geschieht in derselben Art und Weise,
wie der Übergang von . . . dem böhm. z zu z . . . Legt sich der [vordere und] mittlere Teil der
Zunge an denselben Teil des Gaumens, auf den ganzen Abhang von dem knorpligen Gaumen bis
hinauf zur Wölbung ausgebreitet sanft an , so fährt die hinter dem Schluß zurückgehaltene , wie
bei z dumpf tönende Luft, bei der plötzlichen Zurückziehung des Kiefers samt der mit ihrer Spitze
an den Unterzähnen liegenden Zunge, als Stoßlaut hinaus und bildet das böhm. d . . . Dieser
Laut wird auch durch die Verschmelzung des d mit j erzeugt , wobei jedoch der Schluß für d
nicht mit der Spitze der Zunge an dem Vordergaumen, sondern mit dem nächsten Teil derselben
an dem gegenüberliegenden Gaumen geschieht, indes sich die Spitze an die untern \ orderzähne
stemmt.' Dem entspricht die Beschreibung von böhm. c S. 92 : ' Dieser Laut entsteht aus der
vollkommenen Verschmelzung der Laute t und seh. Man drückt die Zunge in der Art wie bei t,
jedoch nicht mit der Spitze, sondern mit demjenigen Teile, der bei Hervorbringung des Lautes
seh beschäftigt ist. nämlich mit dem 2. Teile an den diesem Zungenteil [Vorder- und Mittelzungen-
rücken] gegenüberliegenden Gaumen, während die tonlose Luft gleichzeitig in derselben Art wie
bei seh, nur mit mehr Gewalt gestoßen und zugleich zischend hervordringt.' Offenbar beschreibt
Czech hier mono- und diphthongische Laute, welche mit Vorder- und Mittelzungenrücken her-
vorgebracht werden z = 2 , d = n )Z , c = T )S^. Die Darstellung dieser Laute ist nach
eigenster unmittelbarer Beobachtung gegeben und macht den Eindruck der Zuverlässigkeit yvgl.
mein stomatoskop. Bild von poln. s' i. z. I. Tab. iv 7 a). Mittels des stomatoskopischen Verfahrens,
welches für die Zungenartikulationen wohl die sichersten Ergebnisse liefert, habe ich an der
serbischen Ausspr. des Herrn M. Sevic'-Maksimovic' folgende Vorderzungen rück en-Mittel-
zungenlaute festgestellt .- den Diphthong r )S in hyK und D )/. ^ in b.ibo d.ineben die Zungen-
spitzen-Mittelzungenlaute in den Diphthongen t ^S ^ in qap und d )5_^ in uf'Vii und J"_ in uiena. £r_
in acap ; außerdem noch L in .lyt, / in .lyr, .^V in uUBa, // in uora . Ferner bestimmte ich in
der groß ru SS. Ausspr. des Herrn S. NiKOL.\jEW aus T.v.MBOW (Zentr.-ilrußland) 6' in caj, 5^ in ct-ix,
j' in mapt und S^ in maöuiB, wie auch schon K atkow zu letzterm behauptet, daß m im Munde
der Russen ein gleichsam zugespitztes . . . und ein wenig verstärktes in und zwar ein einfacher
. . . Laut sei, weit entfernt von der groben Verbindung mn' im Gegensatz zu Böthlingks heitr.
ZUR RUSS. GRAMM., 1851, S. 23 und SwEET, RISS. i'RON. 1S79, S. 547; weiter niss. /^ in na.iKa,
i: in ii.;ru. Die sog. mouillierten Engeschlußlaute zeigten teils Mittel/ungenhebung, teils Vorder-
zungenrückenhebung an der kakuminalen Stelle in verschiedenen fiiaden j- , , . Erwähnen
. , , F. Techmer.
175: //als Kollektivzeichen für stimmhafte Mundöffnungslaute, insbesondere die-
jenigen, welche der relativen Ruhelage (129) zustreben und minder oder
mehr mit der Mittelzunge in mäßigem Abstände vom mittlem Gaumen
hervorgebracht werden, im Gegensatz zu den Hinterzungen- und
will ich hier noch ein / , welches ich in der südbulgarischen Ausspr. des Herrn Z. Dimi-
TROFF aus Sliven von Jiycna beobachtet.
^- Unter die Zungenspitzenengeschlußlaute sind hier solche Laute mit einbegriffen, zu
deren Hervorbringung der Teil der Zungenoberfläche unmittelbar hinter der Spitze bei mindestens
bis zu den obem Vorderzähnen gehobener Spitze artikuliert (vgl. z. B. ung. dt l. z. IV. 140,
Fig. vi). Hier noch weiter Blatt (Blade) oder einen Saum (Corona, S. 119 obere Fig. 2ib)
zu unterscheiden ist weder anatomisch, noch physiologisch berechtigt und belastet die Be-
nennung ohne Nutzen. Zwischenlaute zwischen den Vorderzungenriicken- und Zungenspitzen-
lauten habe ich in der ung. Ausspr. des Herrn Racz beobachtet, bei welchen die Zungenspitze
nicht ganz in der Ruhelage tief hinter den untern Vorderzähnen verharrt, sondern sich ein wenig
hebt, aber nicht etwa bis zur Artikulation sei es bis an die obem Zähne oder höher hinauf.
Ich stelle diese Zwischenlaute noch zu den Zungenrückenlauten (vgl. i. z. iv. 157).
Zu Seite 118 :
^3 Man beachte, daß die Nebenzeichen für systematische Charaktere unterhalb,
für individuelle Charaktere oberhalb der Zeile stehen, wo mehrere zusammentreffen,
in der Reihenfolge der Tabelle von links nach rechts.
^"* •... in Z und .:•. in Ü, Ö ... als hergebrachten Buchstaben sind ausnahmsweise
Nebenzeichen für systematische statt für individuelle Charaktere.
^^ Der Punkt soll an die i- und Z^-Vorderzungenstelle erinnern, wo die k A'-Laute nach vorn
und die / i'-Laiite nach hinten ihren Abschluß (stop) finden.
'^ Soll an die Hinterzungenrundung (im Querschnitt \^), sowie an das Nebenzeichen von //"
im Gegensatz zu a* in der deutschen Schreibschrift erinnern. Das Doppelzeichen >^ kann
nötigenfalls für Vorderzungenrundöffner dienen.
'7 _ einatmend (d. i. durch den Kehlkopf ab wärts). -^ Schnalzlaute^(mit Einsaugen der
Luft in die, Mundhöhle von vorn nach hinten).
^^ Von der mittlem Stimmhöhe aus gerechnet.
^9 Stehende Hauptbuchstaben bezeichnen bei den Mundöffnern und den entspr. Öffnung-
engelauten die betr. Zungenöffnungsgrade bei indifferenter Lippenstellung. Liegende Minuskeln
bei den Vorderzungenengeschlußlauten die Spitzen-, Kapitälchen die Rückenartikulation.
Zu Seite iig (Tafelerklärungl :
Da ich mich hier im Texte kürzer fassen mußte, als mir lieb ist und auch der Gegenstand
eigentlich erfordert (S. 129,, so dürfte die Beigabe der z. T. neuen Veranschaulichungen auf S. 119
dem Leser wohl nicht unwillkommen sein. Reichlichere Abbildungen und eingehendere Erklä-
rungen habe ich in meiner Abh. in den ersten Bänden der i. z. I. 105 — 192, IL 165 — 9 gegeben.
Die Figuren auf S. 119 veranschaulichen die wichtigsten Teile des Sprechorgans und ihre laut-
lichen Verrichtungen in den 3 Hauptebenen; der wagerechten (horizontalen), der senkrecht-
tiefen (sagittalen) und senkrecht-queren (frontalen). Die Stimmbänder und ihre Artikula-
tionen sind dargestellt, zunächst in wagerechter Übersicht in der Mitte der Tafel nach eignen
laryngoskopischen Untersuchungen und zwar 5^ Blaseöffnung Vc , S" Hauchenge -^ auf die
charakteristische Stellung der Stimmbänder fdr den Hauchlaut li 5" muß ich besonders aufmerk-
sam machen, da dieselbe nicht bloß von Phonetikern, sondern auch von Laryngoskopen wie
CzERMAK und Mandl mit Flüsterenge verwechselt worden), 5"' Flüsterenge , , 5^^ Oberstimme -^ •,
5^ Unterstimme, 5^' Stimmbandschluß q (welches Bild sich natürlich auch in den Augen-
blicken des Schlusses beim Zitterschluß ^ darbietet); ferner im Tiefschnitt Mitte links und
Querschnitt Mitte rechts. Der durch das gehobene Gaumensegel 14' mit dem Zäpfchen 15' und
hintern Schlundwand 16 gebildete Nasenschluß ist im Tiefschnitt oben durch fette Zeichnung,
die Nasenöffnung daselbst durch punktierte Andeutung des gesenkten Gaumensegels angezeigt ;
eine Nasenenge kommt nur in näselnder mundartlicher und einzelner Ausspr. vor. Die Artikula-
tionen der Innern Mundhöhle wie des Lippenvorhofs sind sowohl oben im Tiefschnitt, als unten
LAUTSCHRIFT.
Vorderzungenöffaern . welche bzhw. durch //, und //, bezeichnet wer-
den können.
o für mit größerer Mundöfifnung. franz. or. Wo das Kapitälchen o sich
von dem kleinen o nicht deutlich genug unterscheidet, ist lediglich
t>'pographisch das umgekehrte c, also y vorzuziehen, insofern dies ja
ein offneres o andeutet.
L für die seitlichen Zungen rücken laute. Einseitige 1-Laute mögen, solche
mit rechtsseitiger Hemmung durch l. , mit linksseitiger Hemmung durch
_j bezeichnet werden z. B. / . z .
.V für die nasalen Zungen rückenschlußlaute.
z für den stimmhaften Vorderzungen rückenengelaut, 3 für den entspr.
stimmhaften Zungenspitzenlaut z. B. in d. so; wie denn überhaupt
z s D T L N die Vorderzungenrücken laute, z s d t l n die entspre-
chenden Zungenspitzenlaute bezeichnen.
Das früher gebrauchte Nebenzeichen -, • für die dorso-alveolare Arti-
kulation kommt demnach in Wegfall, wie auch i' für ^.
.;.... für crescendo-descrescendo, mag, wo erforderlich, auch als Zeichen für
den Silbengipfel (Phon: gelten, wie schon bisher ..:.... für decrescendo-
crescendo und für die Bezeichnung der Silbenscheide gedient hat.
W^enn die Buchstaben für 2 oder mehr Mundöffner ohne -.:..... neben-
einander stehen, sind dieselben in einer und derselben Silbe zu
sprechen. Dabei sind dann der verhältnismäßig offenste Mundöffner
Phon, der oder die weniger offnen Symphone , falls es nicht anders
durch die Nebenzeichen bestimmt wird; ferner sind dabei die mit ......
oder ....... versehenen Buchstaben als Phone, die mit ..}..... als Symphone
zu sprechen.
;;•■Zeichen für IMittelzungenartikulation : Öffnung, Enge, Schluß.
Bei den Alundöffnern wird dies Zeichen also Lippenöffner mit gleich-
nach meinen stomatoskopischen Beobachtungen in wagerechler Übersicht, welche letztere neu i>t,
veranschaulicht, und zwar die Stellungen und damit die normalen Bewegungen der Hinterzunge 19
(von der Zungenwurzel, 19a darf ich wohl absehen], Mittelzunge 20, des Vorderzungenrückens
21 oder der Zungenspitze 21a und der Unterlippe, bzhw. gegen das Zäpfchen 15', das hintere
(Jauniensegel 14' ;;- , die Gaumenbeinsegelstelle 14 „, die Grenze zwischen Gaumenbein 24 und
Kieferbein 25 - , die höchste 'kakuminale •,) höhere (postalveolare \, mittlere alveolare), tiefere
(dentale ., ) Vorderzungenslelle , endlich im Lippenvorhof gegen die Oberzahne und obere
Lippe, ohne und mit Vorstülpen. In der wagerechten Übersicht unten rechts ist das Ver-
halten des Rückgangs [i], der mittlem Öffnung [a] und des Vorgangs [iC'. der Lippen, bzhw. mit
ihren Längs- , mittlem und Rundöffnungen in der Reihe i C F. .E a A O U, oberhalb der
Medianlinie schematisch, unterhalb für i a U nach den wirklichen Stellungen der Lippen und der
r.reite ihrer Öffnungen veranschaulicht. Cianz unten links sind die kleinsten Grade der Rund- //;,
Längs- [i] und Seitenöffnung (/ ) im Querschnitt angedeutet. Noch eins bedarf hier der Erwäli-
nung : Der obere Teil der Tafel enthält das wesentlichste von derjenigen, welche ich i. z. 11. 167
und ZUR VER.\NSCH. S. 6 verüflentlicht : nur die durch' die weitere Induktion bedingten notwen-
digsten Erweiterungen und Veränderungen h.abe ich daran vorgenommen ; in gleichgültigen Tunkten
(und in Transskriptionen ist ja viel gleichwertig) habe ich das gute alte stehen Lassen, obwohl
ich in dem untern neuen Teil an einigen Stellen ein andres (z. B. Nebenzeichen) gesetzt habe,
welches ich jetzt für besser halte. Das Bessere ist des CJuten Feind. Doch bitte in diesen Ab-
weichungen nicht einen Widerspruch des Vf. mit sich selbst , sondern nur annähernde Gleich-
wertigkeit des betreffenden und den besten Willen des Ilerausg. zu linden, die Transskr. nach
Kräften zu bessern. Taf. S. 119 veranschaulicht die Teile des Sprechorgans in natürlicher Größe.
124
F. Techmer.
zeitiger mittlerer Zungenlagc Linguae apcrturae mediae S. ii6
oben) bzhw. entspr. Mittelzungenhebungen im Gegensatz zu denen mit
gleichzeitigen Hinter- und Vorderzungenrückenöffnungen bezeichnen.
• q- früher Zeichen für 'labial unvollkommen \ wie bei den englischen
Mundöffnern im allgemeinen. Da die Mundöffner mit gleichzeitiger
mittlerer, indifferenter Lippenstellung (Labiorum aperturae mediae) von
jetzt ab durch die betr. stehenden Hauptbuchstaben ausgedrückt wer-
den, also die engl. Vorderzungenöffner (front Bell) durch i e e /E.
so können wir nunmehr q- ganz symbolisch als Zeichen für die ent-
sprech. unvollkommeneren , d. h. nicht von Vorstülpung begleiteten.
Lippenrundöffnungen verwenden, wie in den engl. Hinterzungen-
öffnern mit bloßer Lippenrundung (back-round Bell) : u^ o^^ d^ Ki
z.B. in rule so all (mundartl. all, Mr. E. Booths Au.sspr.) , bzhw.
.....).... für legato , stehendes halb nach unten gerücktes Bindungszeichen,
zwischen solchen diphthongischen Lautverbindungen, deren Über-
gang nicht wie gewöhnlich, sondern in zu kurzer Zeit geschieht, z. B.
ü)} /)S t^s^ d)n d)l k)t^ wobei die verbundenen Laute unvollkommen
artikuliert werden.
Anm. I. -y- einatmend (d. i. durch den Kehlkopf abwärts); ^ für die
Schnalzlaute, welche alle durch Einwärts saugen nur innerhalb der
Mundhöhle erzeugt werden.
Die Übersichten der Mundöffnungslaute und der Mundengeschlußlaute
stehen S. ii6 oben und 117 ganz unvermittelt einander gegenüber. Es sind
freilich Versuche gemacht, beide artikulatorischen Systeme zu, einer Einheit
zu verbinden, worüber ich in den Beiträgen eingehender berichten werde, welche
ich ZUR GESCHICHTE DER PHONETIK Vorbereite. Hier will ich nur erinnern an
die musterhafte Anordnung der alten Inder, wo alle Laute, die Öffnungs-,
Enge- und Schlußlaute in Reihen eines Systems je nach der Artikulations-
stelle (sthäna), dem Organ (karana^ und der Artikulationsweise aufgeführt wer-
den; an Merkels anthrophonik. 1857, und laletik, 1866. wo auf den Über-
gang von a zu tönendem ch', entsprechend dem von i zu j und u zu w auf-
merksam gemacht wird (lal. 80, 84); an Thausixgs natürl. lautsyst., 1863,
S. 60; an Whitneys Lautsystem in seiner Bespr. von Lepsius' stand, alph. am.
OR. SOG. VIII. 372, 1865 und später wiederholt, und an Genetz' lautphys. ein-
führ. IN DAS STUD. DER WESTFINN. SPRR. , 1877, 18 (vgl. meine BcSpr. BIBL. 1886).
Die 3 letztgen. Vf. gehen in ihren Systemen von dem offensten mittlem a
aus. Thausing und Whitney ordnen dem a die Laute in nur drei Hauptreihen
an bis zu den Schlußlauten; ihre 3 von a ausstrahlenden Reihen entsprechen
den hintern Zungenrücken- , Zungenspitzen- und Lippenlauten. Doch ist
ihnen nicht einmal bei dieser etwas groben Unterscheidung von nur 3 Arti-
kulationsgebieten gelungen, die Einheit vollständig herzustellen, jedenfalls nicht
in dem Zungenspitzengebiet. Genetz hat sich bemüht von a aus die Vokale ,
''Halbvokale'' und 'Konsonanten' möglichst an allen Artikulationsstellen stufen-
weise aneinander zu reihen ; leider sind dabei bedenkliche Lücken geblieben,
namentlich ist sein Versuch, eine 'dentale Vokalreihe' mit Zungenspitzen-
öffnunsfen zu beerründen, als vollständig mißlungen anzusehen, wie ich in der
LAUTSCHRIFT.
BiBL. 1886 nachweise. Man vgl. damit was ich i. z. i. 157 Anm. gegen Bells
Annahme von Mundöffnern mit gleichzeitiger Zungenspitzenhebung (mixed
vowels, VIS. SP., Fig. der S. 38 und 73) eingewendet, sowie meine Bespr. von
Merlo: problemi foxol. (bibl. 1884), wo der Versuch gemacht wird, die ü-Reihe
mit den 'GutturaU' zu verknüpfen; die ce j^ o^ ?/ -Reihe führt aber that-
sächlich labial zu ?k v\ b\ , lingual zu j\, z» z>_„ .
Die Einheit, welche man systematisch ganz durchzuführen vergeblich ge-
strebt hat , besteht gleichwohl in der wirklichen Spr. , nicht in den Sprech-
lauten selbst, mag man auch die Übergangslaute ins System mit aufnehmen.
Sie wird erst durch die mit Recht vom Lautsystem fern gehaltenen gewöhn-
lichen Lautübergänge vermittelt. In den systematisch festzustellenden und
zu bezeichnenden Lautstellungen zeigen sich Gegensätze und Lücken, die
in der fortlaufenden Lautbewegung ausgeglichen werden. In all und jeder
wagerechten Artikulationsreihe der Übersicht auf S. 117 sind also die ent-
sprechenden *" Halbvokale" und Mundöffner mit kleinster, kleinerer, größerer,
größter Öffnung nicht nur physiologisch möglich, sondern sie werden bei den
natürlichen Lautbewegungen wirklich erzeugt. Ließe man von der Zungenspitze
eine Reihe von Augenblicksphotographien anfertigen, während man z. B. atfa
artikulierte, so würde man auf dem künstlichen Wege der Lichtmalerei fol-
gende Stellungen fixieren: a^ a^a a.d azd 2., ^ d . . ., welche Stufen man aber
weder mit dem Auge noch mit dem Ohr im einzelnen verfolgen kann. Nur
das mit einer stroboskopischen Scheibe unterstützte Auge würde die einzelnen
Stufen der Zungenspitzenhebung, wie ja auch die einzelnen Schwingungen der
Stimmbänder (vgl. meine phoxetik I. 24, i. z. I. 128), unterscheiden.
Für die Sprechlaute und Sprechlautübergänge finde ich einen mit dem
unbewaffneten Auge (wie mit dem Ohre' beim natürlichen Sprechen stufenweise
verfolgbaren Übergang z. B. in den auf der Mitte der S. 1 16 angegebenen Reihen.
An der Lippenstelle ist in der Übersicht vorausgesetztzt, daß alle Laute von der
größten Öffnung bis zum Schluß mit allmählich sich verengernder Lippen- und
gleichzeitiger Hinterzungenrundung gesprochen werden , was in Wirklichkeit
auf allen Stufen beobachtet werden kann. Daneben lassen sich natürlich auch
die Reihen .e e e i v\. f, b\, m e e i v , v b und a e c i i\, r b mit
allmählich sich verengernder Lippen- undbzhw. gleichzeitiger Vorderzungenlängs-
spalte, Mittelzungenhebung und Hinterzungenrundung hervorbringen. Gexetz
beschreibt in karelischen Diphthongen Mundöffner, welche nur Lippenrund-
Öffnung bei indifferenter Zungenlage hätten, die hier mit -- oder vielmehr mit •„â–
zu bezeichnen wären, da die Zungenstellung sich nach der des Nachbarmund-
öffners richten soll; ich kann seine Darstellungen nach meinen Beobachtungen
der betr. karel. Laute leider nicht bestätigen, ich habe nur unvollkommene
Laute der Reihe .1 S b u beobachten können vgl. meine Bespr. lur.i.. 1880'.
An der dentalen Vorderzungenrückenstelle ist in der Übersicht auf S, 1 10 Mitte
ebenfalls doppelte Mundhemmung . nämlich gleichzeitige \'ortlcr/.ungen- und
Lippenlängsöffnung vorausgesetzt. In den übrigen Reihen der L'bersicht ist nur
eine einfache Mundhemmung ins Auge gefaI.U, wobei die Übergänge von
Öffnung zu Schluß sich reiner und klarer darstellen. Es gibt auch hier die ent-
sprechenden Reihen mit je 2 Mundhemmungen , welche ich der Kürze halber
nicht in der Übersicht aufgeführt habe. Ich mul.Ue bereits zueestehen . daß
j 25 ^- Techmer.
ich in den obengen. Reihen nicht jede Stufe selbst in Sprr. wirklich beobachtet
habe ; ich habe nur die durch die phonetische Induktion sicher gestellten
Reihen in physiologischem Systeme ergänzt. Würde ich noch weiter gehen
und mit Bkll und Genetz die Analogie auf alle Reihen der Mundengeschluß-
laute ausdehnen, so könnte mir mit Recht vorgeworfen werden, ich sei mehr
theoretisch als induktiv verfahren.
Glücklicherweise können wir uns. für die Zwecke unsrer Wissenschaft wie
für den gewöhnlichen Gebrauch, damit begnügen, in der natürlichen Lautbe-
wegung die mit den Sinnen erfaßbaren Hauptpunkte zu fixieren, die in ihnen
sich gleichzeitig vereinigenden Artikulationen zu bestimmen und in der Schrift
zu bezeichnen , entweder (für phonetische Zwecke) im einzelnen mittels einer
reinen Artikulationszeichenschrift (vgl. z. B. i. z. i. Tab. Vi was ja aller-
dings das genaueste und anschaulichste ist, insofern sie zugleich die Gliede-
rung und die Zusammensetzung der Artikulationen in ihrem Mit- und Nach-
einander übersichtlich vor das Auge führt; oder in ihrem gleichzeitigen Zu-
sammenhange durch eine Lautschrift mittels lateinischer Buchstaben
und Nebenzeichen, welche so viel als möglich die Vorzüge der
reinen Artikulationszeichenschrift zu ersetzen und die unterschei-
denden Artikulationen symbolisch zu veranschaulichen haben, wie
in der hier behandelten Transskription versucht worden, die jede leistungs-
fähige Druckerei auszuführen im stände ist.
Daß das System der Mundöfifnungslaute und das der Mundengeschlußlaute
im großen und ganzen, abgesehen von jenen Übergängen, in so unverkenn-
barem Gegensatz zu einander stehen, erklärt sich schon aus einer oberflächlichen
Betrachtung- der Lautentwickelung, welche bei dem vieltausendjährigen Ringen
nach sprachlichem Ausdruck stattgefunden : In ihren ersten Anfängen bestanden
die hörbaren Ausdrucksbewegungen in einem wirren Durcheinander von
Bewegungen der Teile des Sprechorgans. Größere Leichtigkeit und Be-
stimmtheit müssen aber bald im Nacheinander jener Bewegungen den
Wechsel von Mundschließern zu Mundöffnern bedingt haben. Dieselben
Organe der Mundhöhle, welche zum Zweck der Ernährung, beim Kauen und
Schmecken, von Öffnung zu Schluß streben, haben zum Behuf des hörbaren
Ausdrucks das entgegengesetzte Verfahren, die Richtung von Schluß zu Öffnung
zu bevorzugen, in regelmäßigem Wechsel. Ein einfacher Versuch zeigt, wie un-
bestimmt und beschwerlich auf die Dauer das Sprechen mit lauter Mundöffnern
oder mit lauter Mundengeschlußlauten und wie notwendig jene erste gröbere
Scheidung (Dissimilation) gewesen ist, nach welcher die Teile des Sprechorgans
sich von ihrer relativen Indifferenz (worüber unten 12g noch ein W'ort gesagt wird)
nach größerer Öffnung einer- und nach Schluß anderseits bewegen. Es wird
sich dann im weitern Fortschritt das Streben nach Deutlichkeit im Aus-
druck mehr und mehr geltend gemacht und eine gewisse natürliche Auswahl
in dem gleichzeitigen Miteinander der Bewegungen der einzelnen Teile
des Sprechorgans zur Folge gehabt haben. Dabei brauchen die Sprechenden
sich nicht etwa klar bewußt geworden zu sein . daß einerseits bei den Mund-
öffnern gewisse Artikulationen der Zunge in gleichzeitiger Verbindung mit ge-
wissen Artikulationen der Lippen und zwar die sich ganz entsprechenden
Öffnung.sgrade 'bestimmtere Laute, anderseits bei den Mundenoeschlußlauten
LAUTSCHRIFT.
127
die gleichzeitige Verbindung mehrerer sich ganz entsprechender Grade, seien es
Engen oder Schlüsse, an verschiedenen Stellen der Mundhöhle unbestimmtere
Laute erzeugen. ' So erklärt sich also aus dem Streben nach Deutlichkeit, daß
sich in den Sprr. vorwiegend Mundöffner mit so harmonischen Verbin-
dungen von Zungen- und Lippenartikulationen entwickelt haben, wie
sie in den Hauptreihen der Übersicht S. 116 oben veranschaulicht worden,
und weshalb im Gegensatz dazu Mundengeschlußlaute vorwiegend mit nur
einer charakteristischen Hemmung der Mundhöhle in Gebrauch ge-
kommen sind, wie sie S. 117 aufgeführt worden. Es darf jedoch nicht über-
raschen, daß jenes Streben nach Deutlichkeit nicht überall und vollständig
gegenüber der Bequemlichkeit und andern, physiologischen wie psychologischen
Kräften durchgedrungen ist, so daß in den Sprr. sich mehr oder minder einer-
seits Abarten von Mundöffnern entwickelt haben, bei denen die eine von den
beiden gewöhnlich verbundenen Mundartikulationen entweder nicht ganz in
dem der andern entsprechenden Öffnungsgrade (schwed. i(o ^a 0^, ii ^ = ?/i, in
hysa, ?V^ = ?/e in hus — vgl. i. z. I. Tab. III. 14, 0^ ^ ce^ habe ich nicht be-
obachtet — und deutsch ?V, 0) oder unvollkommener (engl, u^ o^ d_, a^; oder gar-
nicht (engl, i e e ^; in die gleichzeitige Verbindung eintritt; und daß sich
anderseits Abarten von Mundengeschlußlauten finden, bei welchen sich mit
der wesentlichen Hemmung eine andre, geringere, bzhw. des Hinter- t-- = ü ,
Mittel- ( -■), Vorderzungenrückens (i) und der Lippen («, 7) gleichzeitig ver-
bindet, wie sie z.B. für „ S. 116 unten veranschaulicht und 121 Anm. 11
näher erörtert worden. Es ist Brückes Verdienst, zuerst beim s^ die gleich-
zeitige hintere Hemmung festgestellt zu haben. All diese Lautab arten,
welche man nicht ganz passend als ""Mischlaute' bezeichnet hat (denn Mischung
von Artikulationen findet bei allen Lauten statt, wenn man die Kehlkopf-
und Nasenartikulationen gehörig berücksichtigt) , nehmen eine mittlere Stellung
im Gesamtsystem der Laute ein. Sie sind durch die einheitliche und da-
mit leichtere Ausspr. der Silben, Wörter und z. T. auch Satzabschnitte, durch
Erscheinungen bedingt, welche man ""Umlaut', *" Vokalharmonie'-. 'Mouillierung'
u. s. w., besser im allgemeinen teilweise Anpassung (Assimilation^ der
Artikulationen an folgende oder vorausgehende andre genannt hat. So erklärt
sich die Entwickelung von u d. i. ?£ = ?/„ (mit Hebung der Hinterzunge gegen
die Gaumenbeinsegelstelle) zu tt ^ (mit Hebung der Mittelzunge) und zu // = u\
(mit Hebung des Vorderzungenrückens gegen die Mitte des harten Gaumens)
samt den Abarten 7i\ in deutschem ü (über) und u\^ in ung. li (hü i. z. iV. 135)
aus dem Einfluß der benachbarten Mundöffner der ?-Reihe. Ebenso 'der
Wandel von li (seitlichem Laut mit folgendem unbetontem /' zu A (seit-
lichem Laut mit gleichzeitiger Hebung des Vorderzungenrückens gegen die
^ Die dieser größern liestimmlheit, bzhw. Inbestimmiheit zu Cliuiule liegenden physisclien
Ursachen habe ich in meiner, physikalisch-akustischen Analyse und Synthese der Klang- und Ge-
räuschlaute im I. Bde. der l. z. erihtert.
- Bei den (Jesetzen der ' Vokalharmonie', wie iiberliaupt bei den ' Lautgcset/on', handelt
es sich keineswegs um eine Gesamlvcrändevung der betr. Laute, als Sprochlaute, sondern im
allgemeinen nur um eine teilweise Anpassung einzelner Artikulationen. Sollen also die Unter-
suchungen der 'Vokalharmonio'', wie der 'Lautgesetze', befriedigendere Ergebnisse liefern, so hat
man gründlicher die Sprechlaute d. i. die gleichzeitigen Artikulationsverbände zu zergliedern, vor
allem aber die Zungen- und Lippenartikulationen und weiter: Hinter-, Mittel-, Vorderzungen-
121
F. Tkciimer.
Mitte des harten Gaumens^ ; ferner von / in der Nachbarschaft eines ?c zu 4
(mit gleichzeitiger Hebung der Hinterzunge gegen das Gaumenbein] oder zu /„
(mit gleichzeitiger Lippenrundöffnung) ; und von s/c oder sx zu ^ und 5
(Vorderzungenlauten mit gleichzeitiger Mittelzungenhebung, z. B. in CTxoXii lat.
schola d. Schule). Bei dem s kann sich außer der Mittelzungenhebung
noch gleichzeitig an dritter Stelle eine, freilich weniger wesentliche, Lippen-
rundung einstellen s „ und damit ist, wie ich weiter unten zeigen werde, die
Zahl der gleichzeitigen Artikulationen noch keineswegs in allen Fällen abge-
schlossen. Diese wenigen Beispiele dürften aber schon genügen, um anzu-
deuten, welche große Mannigfaltigkeit von solchen Zwischenlauten in den Sprr.
herrscht. Daß diese Mannigfaltigkeit sich keineswegs regellos entwickelt, zeigen
die Lautgesetze, wie die "^Mouillierung' in den slaw. Sprr., die 'Vokal-
harmonie' in den türkotatar. Sprr. (vgl. Radloff: phon. der nördl. türksprr.
I. I. z. I. BiuL. 1883 und J. Grunzel: vokalharmonie der altaischen sprr.,
Wien. akad. , 1888) u. ä. Die neuern Forschungen haben mehr, wenn
auch nicht volle Klarheit über die physiologisch en und psychologischen
Ursachen verbreitet, die den Gesetzen zu Grunde liegen und namentlich ge-
zeigt, w'elche bedeutende Rolle anderseits die Wirkung der Analogie bei
dem Wandel der Laute in altern wie in neuern Zeiten gespielt hat. Da die
letztere ihren eigenartigen Gesetzen folgt, denen der Association, so sind
die von ihr geförderten Laute nicht immer die leichtesten oder bestimmtesten.
Wenn ich für die systematische Übersicht und Bezeichnung bei den Mund-
engeschlußlauten nur eine wesentliche Hemmung (S. 1 17) bei gewissen Zwischen-
(kürzer geschrieben: Hz-, Mz-, Vz-iöffnungen einerseits und anderseits mittlere Lippenöffnung,
welche, als der gewöhnlichste Fall, nicht besonders namhaft gemacht zu werd,en braucht, Lippen-
rund- und Lippenlängsöffnungen (Lr. , LI.) zu
unterscheiden, je im kleinsten (r.), kleinern 2.),
größern (3.), größten (4.) Grade. Aiis der
gleichzeitigen harmonischen Verbindung einer
der Zungen- mit einer der Lippenöffnungen er-
geben sich gemäß S. 116 oben die in neben-
stehender Übersicht veranschaulichten Haupt-
reihen von Öffnern (Ö.) und entsprechend
die betr. Enge- und Schlußlaute (E., S.).
'Vokalharmonie' nennt man die größere oder
geringere Übereinstimmung von Zungen- oder
Lippenöffnungen in den nacheinander fol-
genden Öffnern desselben Wortes ; sie steht in
engster Beziehung zu der Harmonie der gleich-
zeitigen Zungen- und Lippenöffnungen in
einem und demselben Öffner, welche man ^Arti-
kulationsharmonie' nennen könnte, wie auch
zu der teilweisen Anpassung von Zungen- und
Lippenenge- und-schluß in ihrem Nacheinander,
für die man den Namen 'Konsonantenharmonie ' gebrauchen könnte. Es wäre wünschenswert,
wenn letztere Harmonie nach gleichen Grundsätzen und im Zusammenhang mit der 'Vokalharmonie'
behandelt und dabei auch besonders auf die Mittelzungenartikulationen, ob sie nun Laute bloß
ändern oder selbst Laute bilden, Rücksicht genommen würde. Sollten letztere Laute auch nicht
mehr in der betr. lebenden Spr. zu finden sein, wie z. B. die Mittelzungenöffner nicht im heutigen
Ung. (13s), so müssen sie jedenfalls in der Geschichte der aus Hinterzungenlauten entwickelten
Vorderzungenlaute eine Rolle gespielt haben, da sie den Übergang zwischen diesen Lauten bilden.
Hinterzuneenöft'ner,
VorderzunceotfTner.
■.. 1. •-'. 3. -1.
s
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'••. A •''«'"• gross.
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gross. klein. ^ - _
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^
LAUTSCHRIFT.
12g
lauten höchstens eine gleichzeitige, schwächere daneben i^S. 116 unten , bei
den Mundöffnern dagegen S. 116 oben: im allgemeinen je zwei gleichzeitige
Öffnungsgrade in der Mundhöhle besonders ins Auge gefaßt habe, so darf
das nicht so verstanden werden , als ob die übrigen Teile des Sprechorgans
in vollständiger Ruhe verblieben. In dieser Hinsicht halte ich aufrecht, was
ich in meiner phonetik I. 53 ausgesprochen: 'So wichtig . . . die absolute
Indifferenz ist, als der Punkt, von welchem alle Artikulationen von Hause
aus ausgehen und wo sie nach ganz vollbrachter Arbeit zur vollständigen
Ruhe kommen, in dem System der simultanen Artikulationskombinationen
darf ich ihr nach meinen Untersuchungen gar keinen Platz einräumen.' 52 : *^Die
relative Indifferenz, die Operationsbasis der Kräfte im Felde, welche
je nach der Nationalität und Gewöhnung verschieden sein kann , ist die
mittlere Lage, welcher die Organe während ihrer Aktion zustreben und von
der aus sie verhältnismäßig am bequemsten die verschiedenen Artikulationen
bewirken können. Sie ist es, welche bei den indifferenten Vokalen und Kon-
sonanten den Vereinigungspunkt bildet" [vgl. im obern Sagittalschnitt der Tafel
S. 119 die durch h und // gezogene punktierte Linie, vv'elche die relative Ruhe-
lage des Zungenrückens und der Unterlippe andeutet) .
Bevor ich schließe, möchte ich nicht verschweigen, daß ich an dieser
Stelle zunächst nur Vorbemerkungen zu dem folgenden Aufsatz zu schreiben
beabsichtigte, mit dem Zweck, einige wesentlichen allgemeinern Vereinfachungen
und Erweiterungen , wie auch geringere Veränderungen im einzelnen , welche
ich bereits länger für die Transskr. der i. z. geplant, dem Lest?^u erklären und
dem Vf. für die Schreibung der ung. Ausspr. zur Verfügung zu stellen. Bei der
Ausführung stellte sich aber die Notwendigkeit heraus , auch auf die Grund-
sätze einzugehen und Belege aus eignen weitern phonetischen Beobachtungen
lebender Sprr. beizufügen, aus welchen die weitere Entwicklung dieser Trans-
skription induktiv hervorgegangen. So ist mir diese Gelegenheitsschrift unter
den Händen gegen meine ursprüngliche Absicht mit soviel Stoff überhäuft
worden, welcher eine besondere und ausführlichere Abhandlung erfordert hätte,
wozu mir hier leider die Zeit fehlte. Ich bitte deshalb die Leser um Nach-
sicht für die äußere Form der Darstellung; diese Bitte darf natürlich die Phone-
tiker nicht abhalten den Inhalt mit aller Strenge zu prüfen, wobei es mir lieb
sein würde, wenn sie die hier, im Anschluß an meine frühern Veröffentlichungen
über den Gegenstand, vorläufig nur mehr angedeuteten phonetischen Sx'steme
und Transskriptionen mit denen der sog. engl. Schule und ihres Anhanges
vergleichen möchten , die ja in neuester Zeit vor allen gerühmt worden sind,
freilich mehr unter sich gegenseitig, aber nicht von Physiologen, soviel ich
weiß. Physiologischer Bethätigung verdankt aber die Phonetik in erster Reihe,
wie ihre Geschichte zeigt, die sichern Grundlagen, auf denen sie sich mehr
und mehr zu einer selbständigen Wissenschaft erhebt, nicht einseitigem, z. T.
willkürlichem Lautschematismus und letzterm auch noch so genau angepal.Hcn
Transskriptionen.
Leipzig.
F. Techmer.
Tech.mer, ztschk. IV. 9
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
In folgendem wollen wir eine Beschreibung der gesprochenen ungarischen
Sprache geben. Die ungarische Sprache hat mehrere Dialekte, die der Aus-
sprache, der Grammatik und dem Wörterschatze nach voneinander abweichen.
Die Schriftsprache ist im ganzen Lande dieselbe ; wollen wir aber die ge-
sprochene Sprache beschreiben, so stellt sich uns gleich die Frage entgegen,
welche Aussprache sollen wir als mustergültig bezeichnen? Keiner der Dia-
lekte kann darauf Anspruch machen als Mustersprache angesehen zu werden.
In Frankreich und England wird die Sprache der Gebildeten der Hauptstadt
für mustergültig gehalten; aber die ung. Hauptstadt war fremden Einflüssen
immer so sehr ausgesetzt, daß sie nie eine rein ung. Stadt gewesen ist. Noch
vor Jahrzehnten wurde in Budapest mehr deutsch als ung. gesprochen. Wir
haben also gar keine dialektische Aussprache, die das Vorrecht hätte, im
ganzen Land nachgeahmt zu werden. Es hat sich auch eine einheitliche Aus-
sprache schon darum nicht festgesetzt, weil kein großes Bedürfiiis dazu vorlag.
Alle Dialekte stehen einander sehr nahe, und jeder Ungar versteht den andern,
von welcher Gegend sie auch seien. Und infolge dieser leichten Verständigung
spricht jedermann im allgemeinen so, wie er es von Hause aus gewöhnt ist.
Doch finden wir natürlich einen Unterschied zwischen der Aussprache der
Gebildeten und der Ungebildeten; letztere ist immer dialektisch, während jene
von dialektischen Eigenheiten mehr oder weniger frei ist. Die Sprache der
Ungebildeten ist in den einzelnen Gegenden verschieden, die Aussprache der
Gebildeten aller Gegenden dagegen ist gleichmäßiger, weil diese überall be-
strebt sind , sich möglichst der Schriftsprache anzupassen. Hier haben wir
natürlich die gebildete Aussprache zu beschreiben; aber, wie schon gesagt
worden , ist auch diese nicht überall ganz gleich , und an jedem gebildeten
Manne erkennt man schon der Aussprache nach , von welcher Gegend des
Landes er ist. Hier werden wir nur eine Aussprache berücksichtigen, die
gebildete Aussprache der Donaugegend. Es sprechen folgende Gründe für
diese Auswahl. Der Dialekt dieser Gegend ist die Grundlage der ung. Schrift-
sprache, die doch in gewissem Sinne einheitlich ist, und eben darum weicht
er am wenigsten von dieser einheitlichen Sprache ab. Diese Aussprache hört
man auch auf der Bühne, besonders im BuDAPESTcr Nationaltheater. Da nun
jeder einzelne Gebildete verschiedene Aussprachen hat, eine an seinem häus-
lichen Herde, eine andre, wenn er mit Ungebildeten spricht, und wieder eine
J. Balassa.
131
andre bei feierlichen Gelegenheiten , so müssen wir hier eine Art Mittelweg
suchen. Wir werden also bestrebt sein die ung-ezwuno-ene Umcrang-s-
spräche der Gebildeten der Donaugegend unter sich so treu wie
möglich wiederzugeben.
I. ANALYSIS.
DIE EINZELNEN SPRECH LÄUTE.
Wir wollen die gewöhnliche Einteilung der Sprachlaute in Vokale und
Konsonanten in dem Sinne von Techmers Mundöffnungs- und Mundengeschluß-
lauten beibehalten. ' Im Ung. sind die Vokale gleichzeitig Mundöfifner, Klang-
laute und Hauptlaute, und die Konsonanten gleichzeitig Mundschließer. Ge-
Fig. I. Fig. II.
räuschlaute und Mitlaute. Auf folg. Seite habe ich eine Übersicht der ung.
Vokale und Konsonanten gegeben und auf der Tafel S. 133 die wichtigsten
stomatoskopischen Figg. der ung. Sprechlaute zusammengestellt, die ich mit Be-
nutzung einer dem natürlichen Gaumen angepaßten künstlichen Gaumenplatte
nach KiNGSLEvs Methode ii. z. III. 225 f.) gewonnen habe.*
' Ich schließe mich hier im allgemeinen iler phonetisclien Terminologie , Systematik und
Transskription Techmers an (i. z. I. 69 — 192, II. 165 — 169, 328, iv. no— 129 und VXK vekan-
SCHAULICHUNG DER LAUTBILDUNG, 1885).
^ Da diese Platte dem hintern Teil des natürlichen daumens nicht vollständig entspricht,
insofern sie hinten beiderseits lückenhaft ist und für alle reinen Mundlaute zu weit herabhängt,
konnte ich in den Figg. nur die auf der Platte sichtbaren Bilder veranschaulichen . welche die
betr. Artikulationen jedoch wohl in einer für den Zweck meiner Arbeit ausreichenden Weise
erkennen lassen. [VgL Kingsleys Figg., hier Fig. I und 11. meine Bemerkungen i. z. iii. 226.
229, 238 und meine Nachschrift unten iv. 157. F. T.]
9*
1-^2
J. Balassa.
ÜBERSICHT DER UNGARISCHEN VOKALE NACH T E C H M E R S SYSTEM.
Linguae
longa
retractio cum apertura rotunda
a]pcrliii:ic
productio cum apertura
minima
miliare
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majore
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ÜBERSICHT DER UNGARISCHEN KONSONANTEN.'
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•j3 1-1
< "^
Zungenrücken-
j Hinterzungen-
iMittelzungen-
I Vorderzungenrücken-
höchste (kakum.l
\ mittlere (alveol.
Zungenspitzen -Mittelzungen-, höhere (postalveolare
„ ., (höhere (postalveolare)
Zungenspitzen- ^
\ mittlere alveolare
(Lippenzahn-
I Lippen-
) 11 '^'
/
Stimmhafte
7i
\nv
m
^ Man vgl. Techmeks allgemeine Übersicht der Mundengeschlußlaute i. z. iv. 116 unten, 117
und 121 Anm. ii. Die in [] gesetzten Laute kommen nur neben gewissen Konsonanten, aber nicht
selbständig vor, die mit ) werden nur als Teil eines konsonantischen Diphthongs gesprochen.
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. i â– <:<
STOMATOSKOPISCHE VE R AN S CH AU L IC H UNG DER Z U N G E N ART I K U L AT I N E N IM UNGAR.
Lb ._
lab -dem /^t^^^^i^TX /" ' \ /'H----^^^
Pharrm
uß Uli ee ee //^Ni öo^öö ////'^üü
^>^^gk gA^g^ fT^gyAY jy\Y
11
zs z,sz
\9
zs "zs.s
^/'•\ll
in
TS CZ
Die schwarzen Stellen zeigen , wo die artikulierende Zunge den Gaumen . bzhw. die obern
Zähne berührt hat. Links von den Zahlen die phonetisclie Transskriplion der betr. Laute, rechts
die herkömmliche ung. Schreibung. In Fig. i sind die Artikulntions>tcllen nach Teciimeks Tafel
I. Z. IV. 119 unten angedeutet.
134 J- B'^LASSA.
VOKALE.
I. Hinterzungenartikulation.
a. Mit Lippenlängsöffnung:
.s. Kommt gewöhnlich nur lang vor: wJ^j^nM (varnä) er möchte ihn
erwarten. Den entsprechenden 'kurzen' Laut (S. 135) hört man nur in einigen,
nicht ganz heimisch gewordenen F'remdwörtern , anstatt des a der fremden
Sprache: .-E^lg^cbr^^ (algebra) Algebra; obwohl auch solche Wörter sehr oft
mit A gesprochen werden. Li einigen Dialekten spricht man immer ^e^ statt
des gewöhnlichen a. — Bei der Hervorbringung dieses Lautes ist die Zunge
in der tiefsten Stellung, ganz so, wie beim a, nur daß die Lippenartikulation
eine andre ist. Beim a werden die Lippen etwas vorgeschoben , beim .ü^
dagegen etwas zurückgezogen; und zwar finden wir beim letztern die größte
Längsöffnung und den geringsten Rückgang der beiden Lippen. '
b. Mit Lippenrundöffnung:
a: aIiiia (alma) Apfel; in der gesprochenen Sprache lang, wo nach einem
ursprünglich kurzem a ein 1 oder r geschwunden ist; in der Schrift wird diese
Länge nicht bezeichnet: äta (arra) dorthin, tAVÄ (taval) voriges Jahr. In
einigen Dialekten wird immer Ä statt ^ gesprochen. — Die Zunge ist in der-
selben Lage, wie beim .^ , nur daß die Lippen etwas vorgeschoben werden,
und zwar findet größte Rundöffnung und geringster Vorgang derselben statt.
0: okos^^ (okos) vernünftig. Komrnt nur an- und inlautend vor (deutsch
o in Gott).
ö: ötA (ota) seitdem (deutsch o in rot).' '
ii: fAht (falu) Dorf (d. u in Luft).
ü: üt (üt) Weg (d. u in Mut; vgl. Tafel S. 133, Fig. i).
2. Vorderzungenriickenartikulation.
a. Mit Lippe nlängsöffnung:
^: .-ES^JyE feste) Abend. Kommt auch lang vor, wo nach dem kurzen
^ ein 1 oder r geschwunden ist: Minent (elment) er ist fortgegangen. —
Die Zunge steht vorn, in derselben Höhe wie beim .-j, und die Lippenarti-
kulation ist die des ^ ; also geringster Vorgang der Zunge , größte Längs-
öffnung und geringster Rückgang der Lippen. Beim engl, a in man steht
die Zunge etwas niedriger, als beim ung. ^.
e: vesein (veszem) ich nehme es. Die Zunge steht vorn, in der dem
entsprechenden Höhe. Der engl. Laut in men wird mit etwas niedrigerer
Zungenstellung gebildet.
e: clMt (elet) Leben (d. e in wenig, S. 133, Fig. 2).
^ Bei den Vokalen, denen keine Fig. entspricht, berührt die Zunge die Gaumenplatte nicht;
solche sind: ^, A^ O, M. [Für deutsches ö in rot habe ich nach meinem stomatoskopi-
schen Verfahren ein Bild erhalten und zwar an der Stelle, welche der künstlichen Gaumenplatte
des Vf. fehlt (vgl. i. z. I. Tab. III, Fig. 13 a und meine Kritik von Kixgsleys Methode i. z. III.
S. 229). F. T,]
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. I 3 5
i: kitjS^J ^kicsi) klein cl. i in wissen).
t: tiz (tiz) zehn (d. i in ihnen; Fig. 3;.
b. Mit Lippenrundöffnung:
ö : vdj\ds^^ (vörös) rot. Kommt nur an- und inlautend vor (d. ö in
Götter).
u\ su{u (szöllö) Traube (frz. jeu; Fig. 4:.
ü: ür^s^ (üres) leer. Kommt nur an- und inlautend vor d. ü in Hütte).
il: hie (hü) treu (frz. pure; Fig. 5). Die deutschen Vokale z7, t^ stimmen
nicht ganz mit den ung. ü, überein. Das deutsche fl hat die Zungen-
stellung des z; das d. ö die des e. Das ung. 5, ü entspricht dagegen mehr
dem t", l. Die Zunge steht fast in derselben Lage, nur die Lippenartikulation
macht den Unterschied; beim ö kleinere Rundöffnung und größerer Vorgang,
beim ü kleinste Rundöffnung und größter Vorgang der beiden Lippen.'
Nach den vorhergehenden Beschreibungen ergibt sich folgendes System
der ung. Vokale (S. 132). Die horizontale Bewegung der Zunge scheidet sie in
zwei Gruppen: eine hintere und eine vordere: und diese werden durch die
Gesetze der Vokalharmonie (S. 154) gänzlich voneinander geschieden. Im
Ung. werden diese Laute gewöhnlich nach ihrer akustischen Wirkung tiefe (mely)
und hohe (magas) Vokale genannt. Die durch Mittelzungenartikulation her-
vorgebrachten Vokale fehlen im Ung. jetzt vollständig (S. 128 Anm.). Nach der
vertikalen Bewegung der Zunge bekommen wir drei Vokalreihen, die im Ung.
untere (also), mittlere (közepsoj und obere (felsö) genannt werden.
Die untern Vokale entsprechen am meisten Techmers a .-e^ ^ (S. 116, mit einer
Abweichung jedoch nach e^ e] , die mittlem und obern Vokale stimmen mit
seinen c und u ü i überein. — Die langen hosszü' und kurzen
(rövid) Vokale werden im Ung. nicht mit derselben Zungenstellung gebildet;
bei der Bildung der kurzen Vokale (^, z, <?, u^ 0, ü] ist die Zunge flacher,
dagegen bei den entsprechenden langen ?, c. ö^ ü. 0, ü] ist der Zungen-
rücken mehr nach oben gebogen, so daß die Öffnung der Mundhöhle bei den
langen Lauten in der Regel etwas enger ist. Die stomatosk. Fig. je der
kurzen und langen Laute ist im ganzen dieselbe, denn die Zunge bleibt in
derselben Stellung dort, wo sie sich mit dem Gaumen berührt, nur der obere
freie Teil wölbt sich in der Mitte mehr nach oben." Diese Verschiedenheit
müßte also eigentlich mit einem Nebenzeichen angedeutet werden , was hier,
wo es sich allein um ung. Phonetik handelt, der Einfachheit halber weg-
gelassen wird, da alle genannten Vokale diese Verschiedenheit zeigen. Dieser
^ Es ist auffallend, (l.-iß die stomatoskoiiischen Figg. der mit gleicher Zungenstelluiig her-
vorgebrachten Vokale, bei denen nur die Stellung der Lippen den Unterschied her^•orbringt, wie
e C und Ö U oder / l und Ü Ü doch etwas verschieden sind. Diese \"erschiedcnheit wird ilurch
die Lippenrundung bedingt, mit welcher auch eine Art von Mundhöhlenrundung verbunden zu
sein scheint. Bei dieser Rundung der Mundhöhle wird die Zunge etwas nach rückwärts geschoben,
wobei ihr artikulierender Teil zwar im ganzen in derselben Stellung verbleibt, die Zunge aber
weniger mit dem Gaumen in ]?erührung kommt, als bei gleicher Zungensteilung uml Lippenlängs-
öffiumg. [Über Vorderzungenrundung vgl. 115. F. T.]
^ rSolIte das auch bei den MundülTnern mit 1 liiUiT/ungenru ndöiTiuing Zeichen des Aus-
schnitts ^ ) der Fall sein? F. T.]
X 3 6 J- Balassa.
Unterschied der Vokale wird bei Sievers mit den Worten offen, geschlossen
ausgedrückt. Die untern Vokale (^^, a, ^e] werden immer mit flacher Zunge
hervorgebracht; vielleicht weil sie gewöhnlich nur eine einzige Form haben;
-i? ist gewöhnlich lang, nur in Fremdwörtern kurz, und in diesen wird der
dem -ff vollständig entsprechende kurze Laut hervorgebracht, .j, .7^ sind ge-
wöhnlich kurz, lang sind sie nur in solchen Silben, wo nach ihnen ein 1 oder
r geschwunden ist (sogenannte ' Ersatzlänge "j ; diese Längen sind also neu
entstandene Laute und sie entsprechen genau den ursprünglichen kurzen Lauten.'
Die Artikulation der Lippen scheidet die Vokale wieder in zwei Gruppen.
Bei der einen werden die Lippen zurückgezogen, bei der andern vorgeschoben
und zwar in verschiedenem Grade; die erste Reihe (^, ^e^ resp. a} entspricht
auch in dieser Hinsicht am meisten Techmers ^ (mit einer Abweichung jedoch
nach £}, /E^ (nach e\^ resp. a (nach o)\ die übrigen stimmen vollständig mit
seinen Vokalen überein.
VOKALISCHE DIPHTHONGE.
In der ung. Litteratursprache finden wir sehr wenige Diphthonge; nur
wenn einem Vokale in derselben Silbe in der Schrift ein j folgt , wird dieses
als ein "^ Gleitlaut' des i gesprochen und bildet mit dem vorhergehenden Vokale
einen Diphthong. Dieser ^Gleitlaut' ist ein Mittellaut zwischen i und z [y] ;
es ist ein zu kurz artikuliertes z, wobei die Zunge etwas höher steht als bei
z", aber nicht so hoch, daß ein Geräuschlaut entstünde , wie beim ^ : er ent-
spricht dem J der Transskr. der i. z., womit die hergebrachte ung. Schreibung
in diesem Fall übereinstimmt (vgl. ii6 Mitte und iig). Der vorangehende
Vokal wird der Haupt-, das folgende j der Mitlaut der Silbe. â–
^j : ^EJtAtos^^ (äjtatos) andächtig.
AJ : // AJtA 11 i ( h a j t a n i ) treiben .
oj : bojt (bojt) Quast.
11 j : ujvA (ujra) noch einmal.
üj : füjni (füjni) blasen.
üj : Dujt'ök (gyüjtök) ich sammle.
^j \ i\^jt/Eni (rejteni) verbergen.
cj: ejb^ (ejbe) in die Nacht.
Ij : sljuAk (szijnak) dem Riemen.
In allen diesen Diphthongen folgt der "Gleitlaut' dem Vokale; und die
Litteratursprache kennt auch keine andern Diphthonge, aber in Dialekten
kommen auch andre vor; und letztere weichen sehr von den oben angeführten
ab. Bei den meisten folgt da der Silbenhauptlaut dem ''Gleitlaute', und jeder
Vokal kann 'Gleitlaut' werden. Diese mitlautenden "^Gleitlaute' sind zu schwach
( "* ) und zu kurz artikulierte Mundöffner. Nur einige Beispiele will ich hier
In altern Perioden des Ung. kommt diese Länge natürlich nicht vor, aber andre jj, ^-
Laute sind belegt, welche wahrscheinlich mehr geschlossen gebildet wurden. Daraus entstanden
in der heutigen Ausspr. entweder kurz a^ yE oder lang ^ ^ e. [In der obigen Darstellung des
Verhälinisses der ung. 'kurzen' (rövid) und 'langen' (hosszü) Vokale vermisse ich ein ein-
heitliches Prinzip ; dasselbe scheint in Wirklichkeit bzhw. in der geringern und größern Energie
der betr. Artikulationen zu bestehen; vgl. meine Nachschrift S. 157. F. T.]
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
137
anführen: IJiö gewöhnlich {ö (16) Pferd, su'uk^ gew. sok^ (szoke) blond,
toÄii gew. t^n (tan i vielleicht.
KONSONANTEN.
Bevor wir die Konsonanten betrachten, müssen wir erst einen Laut, der
nicht im Mundkanale entsteht, besprechen. Es ist das
li: h^frovi (härom) dve.\. f^Eher ^ (feher) weiß. Es wird durch Ver-
engung der Stimmritze hervorgebracht (S. 1 19) und ist rauher als das engl. //. weil
die Stimmritze bei seiner Hervorbringung mehr verengt ist. während im Mund-
kanale keine Reibung stattfindet. Das h kommt im Ung. nur im Silbenanlaute
vor und während seiner Bildung ist die Mundhöhle schon für den folgenden
Vokal geformt. In der hergebrachten ung. Schreibung finden wir es auch im
Silbenauslaute, doch wird es da jetzt nie gesprochen : mc (meh) Biene, aber
inehyEk (mehekj Bienen.
A. ARTIKULATIONEN DER ZUNGE.
I. Zungenrücken-Engeschlul.Haute.
a) Durch die Artikulation der Hinterzunge' bzhw. Mittelzunge gegen das
Gaumensegel oder den hintersten Teil des harten Gaumens entstehen im Ung.
Flg. in.
zwei Reihen: die Hinterzungen- und die Mittelzungen -Engeschlußlaute.
Neben einem vordem Vokale wird immer der Mittelzungen- S. i.:^ Anm.),
neben einem hintern Vokale der Hinterzungen-ES. gesprochen.
Schluß: g g^: g.izd.ig (gazdag) reich, .â– ^(t'g, l^ltig) genug. Das ^'â–
ist das in manchen nördlichen Gegenden Deutschlands gesprochene stimmhafte
Schlußlaut in gut.
/â– l\: .xkAvok (akarok ich will, k.nvrs^ (keves wenig. Stimmlos,
ohne y\spiration gebildet.
.\- : h.ixx hang) Stimme. t.7:.\\s:- .Kr tengcr) Meer. Kommt nur
vor dem entsprechenden Schlußlaute vor, selbständig nie, und ebenso wird
der Schlußlaut entweder mit der 1 lintcr- . oder mit der Mittelzunge gebildet
â– ^'feg- ^^ 7)- Ich habe in meiner Phonetik vgl. meine Selbstanzeige in diesem
Bande S. 159) S. 97 schon bemerkt, da(.^ diese Nasenlaute so zu sagen ohne L'ber-
^ [Vgl. KiNGSLEVS Fig. HI.
Y. T.,
138 J. Balassa.
gang gebildet werden. Während die Zunge die Mundöffnung schließt, findet
schon das Schließen der Nase statt ; erst nachdem tritt das Offnen des Mundes
ein. Also der Auslaut des Nasenlautes und der Anlaut des Schlußlautes sind
stumm. ^
b. Vorderzungenrücken-Engeschlußlaute ; höchste (kakuminale) . Her-
vorgebracht durch die Art. des Vordcrzungenrückens gegen den mittlem Teil
des harten Gaumens ; die Vorderzunge wird nahe der Mitte nach oben ge-
bogen, und hier gegen den Gaumen gedrückt ; die Vorderzunge wölbt sich weiter
nach vorn abwärts, so daß die Zungenspitze schon die untere Zahnreihe berührt.
Schluß: D^ : D.Ervick (gyermek) Kind, vad^ (vagy) oder
r : Tük (tyük) Henne, ata (atya) Vater. Ohne Aspiration (Fig. 8).
N\ Nül (nyül) Hase, .^a'.^ anya) Mutter (Fig. g).^ — Diese drei Laute
werden oft als '^mouillierte'' aufgefaßt. Die Konsonanten, die wir mit Recht
'mouilliert'' nennen können, sind Konsonanten, welche unter dem Einfluß be-
nachbarter Vokale der i-Reihe entstanden, deren Artikulation sie teilweise in
ihre gleichzeitige Artikulationsverbindung aufnehmen. /?_ r n sind zwar dem
Klange nach den ^mouillirten'' Lauten sehr ähnlich , doch sind sie einfache
Konsonanten mit nur einer Zungenartikulation. Das n können wir so lange
artikulieren, wie wir wollen, und wir hören immer n und nicht ;/ oder z.
Was die Schlußlaute d_ r betrifft, so kann ein sehr einfaches Experiment
jeden davon überzeugen, daß auch sie einfache Konsonanten sind wie .y.
Wenn wir nämlich die Mundhöhle an der Artikulationsstelle eines Schlußlautes
verschließen und, ohne diesen Schluß zu öffnen , gleich den entsprechenden
Nasenlaut bilden wollen, haben wir nur die Nasenhöhle am weichen Gaumen
zu öffnen, und wir hören den Mundschlußlaut, und gleich nach ihm den Nasen-
laut. So können wir bin, dn^ gN^ sprechen. Ebenso rein können wir auch
das D_ hören, wenn wir die Lautgruppe d_n_ auf solche Weise- artikulieren.
Das beweist am besten , daß diese ung. Laute ebenso einfache Konsonanten
sind, wie ^, d, g u. s. w.
Enge: z (7, oder als Übergang zur kleinsten Offnung:_;'; s. S. 146, 148) : Jiazö
(hajö) Schiff, ozah (olyan) solcher; das ndd.j in jung; engl, young (Fig. 10).
c, Vorderzungenrücken-Engeschlußlaute; mittlere alveolare). Werden
mit dem Vorderzungenrücken an den Zahnfortsätzen hervorgebracht, wobei
die Zungenspitze den obern Rand der untern Zahnreihe berührt.
I ^Sollten in Wirklichkeit im Beginn dieser Lautverbindungen Mundschluß und Nasenschluß
gleichzeitig eintreten, so wäre in der Transskr. das N_^ vor g unberechtigt; ich vermute,
daß der Mundschluß ganz oder nach meiner Benennungsweise ' zu kurz ' vor dem Nasenschluß
eintritt und sofort zu kurzer Mundschluß bei Nasenschluß statt findet. Danach hätten wir einen
Diphthong, dessen Anlaut, Übergang und Auslaut zu kurz artikuliert werden: i\\]g. Übrigens
muß ich hier besonders darauf aufmerksam machen , daß der künstliche Gaumen bei den Unter-
suchungen des Vf. hinten tiefer herabhängt, als es der natürliche weiche Gaumen bei den nicht-
nasalen Lauten thut ; woraus sich erklärt, daß die Hinterzunge den künstlichen Gaumen in Fig. 6,
7, II, 12, 15, 16 mehr berührt hat, als dies beim natürlichen Gaumen der Fall gewesen sein
dürfte. F. T.]
^ Die Bildungsstelle des D T und n ist dieselbe, nur die Form des Zungenrückens ist
etwas anders, wenn das Gaumensegel herunterhängt, als wenn es gehoben ist, was an den stom,
Figg. sichtbar ist.
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
Schluß: D 7- A-, ; vgl. weiter unten S. 140, 141.
Enge: z: z/eu^e (zene) Musik, hyS^z (häz) Haus.
5: s^r Az ^szaraz) trocken, JiaI^ s fhaläsz! Fischer (Fie- n
139
2. Zungenspitzen-Mittelzungen-Engeschlußlaute
höhere postalveolare . Gebildet an dem harten Gaumen hinter den obern
Zahnfortsätzen ; der hintere Teil der Zunge bleibt in der Ruhelage, ungefähr in
der Mitte biegt sich die Zunge auf einmal nach oben, und die Zungenspitze
nähert sich bis zur Enge dem postalveolaren Gaumen (S. 116 unten .
Schluß; d^^ /^ w^; vgl. weiter unten S. 140, 141.
Enge: z ^^•. z ^^M^k (zsäk) Sack; engl, azure.
s ^^â– . s^^As^^ (sas) Adler; engl, hush, ohne Vorschiebung der Lippen
(Fig. 12).
3. Zungenspitzen-Engeschlußlaute.
a) höhere postalveolare) ; gebildet mit der Zungenspitze hinter den obern
Zahnfortsätzen.
/ [/]: lö (16) Pferd, Jia{M^I (haläl) Tod. Das ung. 1 wird gewöhnlich
postalveolar, fast kakuminal, gebildet (Fig. 13). Steht das 1 nach einem d /,
so wird es ebendort gebildet , wo diese Laute. Bei d t wird der Mundkanal
durch Anpressung der Zunge zwischen die beiden Zahnreihen und an die
Fig. \SF.
Fig. V.
Zahnfortsätzc gesperrt : soll nachher ein 1 gebildet werden, so ölifnct man den
Mundkanal nur an beiden Seiten der Zunge und dann kommt der Stimmton
dort heraus: /. 7?^ /,/.//' (lätlak) ich sehe dich.
In der geschriebenen Sprache finden wir noch einen 1-Laut. das h. In
einer frühern Periode des Ung. war das ly ein höchster seitlicher Vorderzungen-
rückenlaut /. , aber diese Aussprache ist jetzt fast nirgend mehr erhalten. In
den meisten Dialekten wird es, wie jetzt M mouillce' im I'ranz. . gleich /
140
J. Balassa.
bzhw. ^ gesprochen :/<? 2^ (folyö) Fluß; in andern Dialekten ist es l: folö.
Diese zweifache Entwickelung zeigt noch seinen ursprüngHchen Charakter: Ij.
r: 7'ös^^A (rozsa) Rose, r.-Ä- r (vär) Festung. Das r wird sehr ver-
schieden ausgesprochen ', aber es ist immer ein stimmhafter Zitterlaut, nur
das Rollen der Zunge ist bei den einzelnen sehr verschieden, und oft wird
der Laut durch das Vibrieren des Zäpfchens verstärkt. Von einigen , denen
das gerollte r schwer fällt , hören wir auch das ungcrollte sprechen. Von
andern hören wir oft statt des r verwandte Laute ; am häufigsten kommt das
7^ (119) verstärkt durch das Rollen des Zungenrandes als Ersatz vor.
b. mittlere (alveolare,- gebildet mit der Zungenspitze an den obern Zahn-
fortsätzen.
11 [n n^^ 11^]: nep (nep) Volk, vau (van) es ist. Die Nasenlaute passen
sich im Ung. den sie umgebenden Lauten an. Das n wird an- und auslau-
tend oder zwischen Vokalen alveolar gebildet (Fig. 14); neben einem Konso-
nanten wird es an derselben Stelle artikuliert, wo dieser Konsonant (siehe n^
oben S. 138); neben z 5 ist es iv : kcNser (kenyszer) Zwang, neben z ^^ s ^^
ist es w^^ (S. 116): mUmu^^s ^^eg^ (ellenseg) Feind, neben d' / ist es n: fcnt
(fent) oben (vgl. das unten über die Zungenartikulation bei d t bemerkte und
S. 141 in). — Die Nasenlaute, sowohl wie die 1 r-Laute werden im Ung.. in
welcher Stellung sie auch seien, immer stimmhaft gebildet; ein stimmloser
Nasenlaut ist der ung. Aussprache vollständig fremd.
Fig VI.
Reine Schlußlaute. Der Zungenrand wird zwischen die beiden Zahn-
reihen gepresst und weiter oben findet Schluß an den Zähnen und Zahn-
fortsätzen statt. "" d : dolog (dolog) Arbeit.
t : te (te) du; cL-fJ feiet) Leben. Ohne Aspiration (Fig. 15).
B. ARTIKULATIONEN DER LIPPEN.
a. Lippen-Zahn-Engelaute.
Enge: v : vcr (ver) Blut; nordd. w in Wolf.
/: /a (fa) Baum; nordd. f, v in Feuer, Vater. —
^ [Vgl. KiNGSLEYs Fig. IV, V, auf welchen sich ;- oder fast r darstellt. F. T.]
^ [Vgl. KiNGSLEYS Fig. VI. \ ' F. T.]
PHONETIK DER LN'GARISCHEN SPRACHE.
141
Ellis sagt i'oN EARLY ENGL. pRox. IV. 1102); die uug. V. f scieii Lippcii-
^ laute ; seine Beobachtung war nicht richtig : nirgends in ganz Ungarn spricht
man einen Lippenengelaut.
b. Lippen-Schlußlaute.'
Schluß: d : bo\ (bor; Wein; nordd. b in Bein.
/: piros^_^ (piros) rot; ohne Aspiration.
111 [w/J : Jiios^t ^most) jetzt. Neben f / haben wir dafür ;//, : h.iJiij-Ad
[hamvadj es verglimmt (vgl. oben S. 140 n).
KONSONANTISCHE DIPHTHONGE.
Außer diesen einfachen Konsonanten hat das Ung. auch einige konso-
nantische Diphthonge :
D)Z : boDD^zA (bodzai Hollunder.
rj5 : Ap.'E^r)SA (apäcza) Nonne.
d^^)Z^^: d^jS^JdA (dsida) Pike.
t^js^^: t^jS^^Ms.jt:^;'^ (csaszär) Kaiser.
Alle diese Diphthonge sind Affrikaten ; ihr zweiter Bestandteil ist das ge-
wöhnliche zs resp. ^,„^,„, aber der erste Teil ist kein df. sondern in den
beiden ersten Diphthongen ein an derselben Stelle wie zs gebildeter Schluß-
laut, also /) /•; und bei den zwei letzten Diphthongen ist es d^t^^. Diese
Laute sind also wirkliche Affrikaten, denn beide Bestandteile des Diphthonges
werden an derselben Stelle gebildet (Fig. 16, 17"). Beim deutschen z in Zorn
^ [Vgl. KiNosi.KYs Fig. vn]. F. T.]
- Die stom. Figg. dieser Diphthonge zeigen natürlich nur die Artik. der Schlußiaute; also
Fig. 16 DT^ Fig. 17 dt. [Die stom. Figg. stellen die aufeinanderfolgenden Artikulationen
der Schluß- und Engelaule in einem Hijde übereinander dar, so daß die 15e\\egungscmpfuidung
derjenigen, denen diese I-a«te natürlich sind, zu entscheiden hat, ob schon beim Schluß die Mittel-
zunge gehoben war [dt^ ) oder nicht [d^ tj . Zur Vgl. mag hier KiNr.si.KYs Fig. viii. für
/ .T und ^/ ,c in engl, cliurch und judge dienen. Über die genauere Unterscheidung von
S Z t d und .s- .:: / d vl;I. i. /.. i\. ii6. F. T.
142
J. Balassa.
haben wir alveolare t^s^ beim engl. j. ch in judge, church sind die Schluß-
laute die postalveolaren d^ / . während die Engelaute bzhw. dieselben sind,
wie im Ungarischen.
Gewöhnlich werden diese Laute ebenso behandelt, wie £> r n^ ; entweder
sieht man beide für Diphth. an, oder beide für einfache Laute 'Hoffory).
Beide Ansichten sind falsch, weil jene Konsonanten
einfache Laute sind, diese aber Diphth. Und der
Irrtum, daß letztere auch einfache Konsonanten seien,
kann nur davon entstammen, daß die Artikulations-
stelle der beiden Teile dieselbe ist. Wir können aber
ein Experiment machen, welches ganz klar für unsre
Ansicht spricht. Man kann jeden Schlußlaut schon
an seinem Einsätze erkennen: wenn wir z. B. Akk.A ,
AttA. AppA sagen wollen und in der Mitte stehen
bleiben Ak^ At . Ap), wird der Zuhörer, ohne auf
unsern Mund zu sehen , schon wissen , was wir
sagen wollen: beginnen wir ebenso att^a zusagen
und halten wir nach a r an , ohne den Schluß zu
öffnen, so wird der r-Laut ganz klar gehört. Wollen
wir dagegen attsa oder At^t^s^_A sagen und
bleiben nach dem Schlüsse stehen, so hören wir nur einen t-Laut, und zwar
T resp. / : der andre Teil des Diphthongs wird nur nach dem Absätze des
T bzhw. /gehört [attsa At^y^j^^Ä]. Daraus sehen wir, daß diese Laute
Diphthonge sind.
Fig. VIII.
DAUER DER SPRECHLAUTE.
Nach ihrer Dauer müssen wir lange , mittel- oder halblange und kurze
Laute unterscheiden. Die ung. Orthographie bezeichnet die Dauer der Vokale:
Länge wird immer mit einem, bzhw. zwei Strichen bezeichnet (ä ö ü e i ö ü).
Kürze durch kein Zeichen oder durch Punkte (a o u e i ö ü' . Nur die Länge
von Ä M wird nicht bezeichnet.
Die Vokale, welche ihrer überlieferten Bezeichnung nach einander zu ent-
sprechen scheinen, sind nicht immer genau entsprechend. Der mit einem
Strich bezeichnete Vokal ist immer lang, aber nicht immer die genau ent-
sprechende Länge des mit demselben Buchstaben bezeichneten 'kurzen^ Vokals;
a [a] o [ö. u (?/; e [m e] i (/) ö (i?) ü (?/)
ä [.'E^ 6 [ö] ü [ü) e \e) i (?) ö 'p] ü [ü]
Im gewöhnlichen Sprachgebrauche und in der Deklination und Konjugation
entsprechen diese Vokale der Länge nach einander immer: /a (fa) Baum,
f^^k (fäk) Bäume.
Mittellange Vokale kommen sehr selten vor, höchstens wird manches a ^e
am Wortende mittellang : gesprochen: lrvA~ (irva) geschrieben. In einigen
Dialekten kommen mittellange Vokale auch im Inlaute vor.
Die Dauer der Konsonanten verdient besondere Beachtung: sie werden
ebenso wie die Vokale, lang oder kurz gebildet. Und wir hören nicht nur
lange Enge- und Nasenlaute u. s. w. , sondern auch lange Schlußlaute und
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
143
lange konsonantische Diphthonge. Die Länge der Konsonanten wird natüriich
wie die der Vokale mit -.. bezeichnet. Lange Enge- , Nasen- , Seiten- und
Zitterlaute werden sehr leicht gebildet; wir halten das Sprechorgan während
der Dauer zweier kurzer Laute in derselben Stellung. Beispiele: //.-j/" (hall)
er hört, meN~ (menj) gehe. ros~ (rosz) schlecht, Jiozr (hozz) bringe.
Der mittlere Teil der stimmlosen und langgehaltenen stimmhaften Schluß-
laute ist stumm . und wenn wir das Sprechorgan länger in der betr. Schluß-
stellung halten wollen, so wird nur die Schallpause länger zwischen den zwei
hörbaren Teilen des Lautes, zwischen seinem Einsätze und Absätze. Bei-
spiele: zob~ (jobb besser, ted~ (tedd) thue es, of (ott) dort. cd~ (egy)
ein, Ag' (agg) alt, inAk~ (makk) Eichel.
Bei konsonantischem Diphthong wird im Ung. nur der eine Teil lang ge-
bildet. Beim langen rs schließen wir die Mundhöhle in der Stellung des t
und halten sie in dieser Lage während der Dauer zweier Laute . das kurze s
bilden wir erst, wenn die Mundhöhle geöffnet ist; also ist hier im Ung. nur
der Schlußlaut lang; z. B. at s (adsz) du gibst.
Lange Konsonanten stehen im Ung. gewöhnlich nach kurzen \^okalen,
nur 5^^ und z kommen auch nach einem langen Vokale lang vor: (.-e^s^~ (läss)
siehe, ;/?2" (nezz) schau. Die übrigen Konsonanten sind nach langen X'okalen
immer kurz, wenn sie auch doppelt geschrieben werden: .■£ / (all ersteht.
ntöd (utöbb) später. Auch kann neben einem andern Konsonanten kein
langer Konsonant stehen: kozöf (között) aber kost (közt zwischen.
^^{of (ällott) aber M^lJ (ällt) gestanden.
Gewöhnlich werden auch die Doppellaute in folgenden Wörtern für lange
Konsonanten angesehen: asson^ (asszony) Weib, ott au (ottanj dort,
JiADDA (haggya) er läßt es, iitt^sa (utcza; Gasse. Man sagt, wenn wir
z. B. ottAii sprechen, verschließen wir nach dem o die Mundhöhle und öffnen
sie nur, wenn wir auf das a übergehen wollen, also artikulieren wir nur ein /.
aber es dauert so lange, wie zwei kurze Laute. Wenn wir sehen wollen, ob
es wirklich ein Laut sei, müssen wir untersuchen, ob wir alle die Bedingungen
erfüllen, die zur Bildung eines Lautes erforderlich sind.
Ein Laut ist immer das Resultat einer unveränderten •Stellung des Sprech-
organs; alle drei Faktoren der Lautbildung, der Expirationsstoß, die Hemmung
desselben und die Form des Resonanzraumes müssen dieselben bleiben. Beim
/ in Ott AU bleibt das Hindernis des Luftstroms dasselbe, auch der Resonanz-
raum bleibt unverändert, nur der Expirationsstoß ist nicht derselbe. In allen
angeführten W^örtern gehört der betreffende Konsonant zu zwei verschiedenen
Silben; mit dem ersten Teile endet die erste, mit dem andern beginnt die
zweite Silbe. Und da wir jede Silbe mit einem neuen Expirationsstoß be-
ginnen, bilden wir / u. s. w. mit zwei h-xpirationsstölkMi und eben darum kann
es nicht ein Konsonant sein, sondern wir nüisscn die l^rschcinung als zwei
Konsonanten betrachten: nur sind diese zwei Konsonanten so eng verbunden,
daß der erste nur einen Einsatz, des zweite nur einen Absatz hat und zwischen
diese beiden Teile fällt eine Zeitdauer \-on zwei kurzen Lauten. Das Ende
der Silbe fällt in die Mitte dieser Zeitdauer (\-gl. unten S. 148 den Abschnitt
von den Lautüberiräneen .
1^4 J- Balassa.
ORTHOGRAPHIE.
Die ung. Orthographie hat sich immer geändert, seitdem wir schriftliche
Denkmäler besitzen. Bald wurden die Buchstaben geändert, w^elche die Laute
bezeichneten, bald das Prinzip, welches man beim Rechtschreiben im allgemeinen
angewendet hat. Und noch heute haben wir keine einheitlich festgestellte
Orthographie. In neuerer Zeit nahm die ung. Akademie der Wissenschaften
die Sache in die Hand und veröffentlichte 1877 cl'^ Prinzipien und regeln der
UNG. ORTHOGRAPHIE. Im allgemeinen werden jetzt diese Prinzipien und Regeln
befolgt, nur in einzelnen weniger wichtigen Fragen weichen einige ab, auch
der Einfluß der dialektischen Aussprache macht die Orth. schwankend.
Diese Orth. folgt im großen und ganzen der Aussprache, aber nicht voll-
ständig, weil auch die Etymologie einen großen Einfluß ausübt. Sie ist doch
viel regelmäßiger, als die der engl., franz. oder deutschen Sprache, weil die
Grundsätze sind: ein Laut soll nur ein Zeichen haben, und ein Zeichen soll
immer denselben Laut bedeuten. Daß die Orth. doch nicht ganz regelmäßig
ist, hat seinen Grund hauptsächlich in folgendem :
1. Das lat. Alphabet, welches man für die ung. Schrift angewendet hat,
besitzt nicht so viele Buchstaben, als man Laute in der ung. Sprache zu unter-
scheiden hat; man mußte also teils Nebenzeichen auf die Buchstaben setzen
(ä, ö, ü) , teils zwei Buchstaben vereinigen um einen Laut damit zu bezeichnen,
igy, ty, ny, sz, zs; vgl. bzhw. Fig. 8, 9, 11, 12), oder auch den Unter-
schied unbezeichnet lassen (zweifacher Wert des e, S. 142, 145).
2. Die ung. Orth. berücksichtigt auch die Etymologie; sie ist bestrebt,
so weit es möglich ist, den Stamm und die Suffixe im Worte klar sichtbar
zu erhalten, obgleich die Aussprache sie nicht vollständig bewahrt hat; z. B.
igazsäg [ig^-is ^j^^^^g] Wahrheit, aus igaz [igAz] und säg [s^^y^^g]; adja
[ad^d^a] er gibt es, aus ad [Aci] und ja [z^a]\ kezdte [k^st^] er begann
es, aus kezd [kyszd] und te [/.«]. Aber wenn die Aussprache des Wortes
sehr von der der Bildungselemente abweicht, so folgt die Orth. der Aussprache ;
z. B. üsse [üs^j^^^] er schlage ihn, aus üt [üt] und je [z^^e]. Die Ortho-
graphien einzelner Schriftsteller weichen auch darum voneinander ab, weil der
eine der Aussprache mehr Einfluß einräumt, der andre dagegen mehr der
Etymologie.
3. Auch darum kann die Orth. mit der Aussprache nicht ganz überein-
stimmen, weil sich die Aussprache von Tag zu Tag ändert, aber die Orth.
sich nur in größern Zeiträumen der sehr veränderten Aussprache anpaßt. In
der gewöhnlichen Orth. wird oft eine veraltete Aussprache abgebildet; z.B.
schreibt man häzok ihr Haus, szekök ihr Stuhl, obgleich liM^zuk sekük
gesprochen werden; man schreibt aber auch schon oft häzuk, szekük. Die
Suffixe -böl -böl, -toi -töl etc. werden immer mit 6 o geschrieben, ob-
zwar man sie mit u ü ausspricht: bjtl bül etc. oder bü bü etc. Wenn das 1
mit dem vorhergehenden Vokale eine Silbe bildet, wird es in der Aussprache
meistens weggelassen, die Orth. dagegen bewahrt es immer: volt \_vöf\ es
war. Zwischen den Suffixen -ban -ben (in mit Dat.) und -ba -be (in mit
Akk.) macht die Aussprache keinen Unterschied, beide werden bA b^E ge-
sprochen; in der Schrift werden sie beständig auseinander gehalten.
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
145
In folgendem wollen wir die in der ung. Orth. vorkommenden Buchstaben
einzeln behandeln. Beispiele werden wir nur dort anführen, wo ein und der-
selbe Buchstabe verschiedene Lautwerte bezeichnet.
Namen der ung. Buchstaben mit der Transskr. der i. z.
3. Ä ä. ^E^ b bc cz T^sc CS t^_^s^J' d de e M € c i .e/ ^ g^c SY ^ ^
h /i.'E^ \ l j ze k k M^ 1 a:1 ly ^eIz^ oder ^J m ^evi n y^En ny ^en^
o ö ö ä p P i^' r y^^' s yE:s^^ sz yE s t tP ty Tt' u ?7 ü ?V V ir z ze
zs 2^J'; fremde Buchstaben: x zks y ipsi{An.
1. VOKALE.
a A Ä ^^. Die Schriftsprache kennt nur den kurzen w-Laut, aber in
der Aussprache kommt, wie bereits bemerkt, auch der lange vor. wo ein 1
oder r nach dem kurzen schwindet; äva (arra) dort. Auslautend auch
mittellang: IrvÄ (irva; geschrieben. In einigen nicht ganz heimisch gewor-
denen Fremdwörtern wird es auch als ^ gesprochen: b.^ Ict (ballet) Ballet.
ä ^ .
o o ö. Der lange Laut wird gehört, wo nach dem kurzen ein 1 oder r
geschwunden ist: övas^^ olvas) er liest.
6 ö. Der mit ö bezeichnete Laut wird oft als ü gesprochen: z. B. -bol.
-rol, -töl (s. oben).
u //.
ü ü. Die Dauer des u-Lautes ist verschieden, in demselben Worte wird
er bald lang, bald kurz gesprochen: tAmi{ oder tAiiül (tanül) er lernt.
Dieses Schwanken kommt auch in der Orth. vor.
e ^E M e. Das lange .-e wird gehört, wenn nach dem kurzen ein 1
oder r geschwunden ist: ^Ement (elment) er ist fortgegangen; auslautend
auch mittellang tcr.E' (teve) gethan. Der Buchstabe e bezeichnet zwei ver-
schiedene Laute: ./; und r, und es gibt keine Regel, nach welcher wir diese
zwei Laute unterscheiden könnten. Das ^e wird gesprochen z. B. in ^eI (el)
fort, t.'El^E (tele) voll, vM[^in (velem) mit mir etc. ; das c in te [te) du,
edes^^ (süß), csik (eszik) er ißt etc.; beide Laute kommen vor in ^Einher
(ember) Mensch, ^ises^^ (eszes) klug, scg^Aik (szegek) Nägel, s.Eg^ck
(szegek) ich schneide etc.
e c .
\ i .
i l. Wird ebenso wie das u bald kurz, bald lang gesprochen: 'nyT: s^
und Jr.Tis^_^ (iras) Schrift.
ö o. Das lange wird gehurt, wo nach dem kurzen Laute ein 1
oder r geschwunden \st: /od (föld) Erde.
<"> o. Oft auch als ü gesprochen (s. oben ö).
ü ü.
ü Fl. Wird ebenso, wie das u. i bald lang, bald kmv. gesprochen:
j Ji r it oder .s; ü r ü ( s ü r ü ) dicht.
TliCHMliR, ZTSCHK. IV. . lO
j^5 J- BAI.ASSA.
y. In Eigennamen bedeutet es /: Teleky t^nLEki. Sonst wird es zur
Bezeichnung der höchsten Vorderzungenrückenlaute verwendet: gy /^. , ty r,
n y .^' .
In altern Sprachdenkmälern finden wir auch andre Vokalzeichen ; einige
solche veraltete Schreibarten sind in der Orth. der Eigennamen noch heute
erhalten; so bedeuten eo und ew den ^i-Laut: Eötvös ötv'ös^^, Thewrewk
i'ör'ök.
2. KONSONANTEN,
b b. Vor stimmlosen Lauten/: doptAVi (dobtam ich warf.
c. Viele bezeichnen damit den r^s-Laut (gew. cz Fig. 16); sonst kommt es
nur in Fremdwörtern vor und wird so ausgesprochen, wie in der betr. Sprache.
ch t^^)S^^ Nur in Eigennamen: Szechenyi set^^)S^JeNi\ sonst kommt das
ch nur in Fremdwörtern vor.
cz T^s (Fig. 16).
CS t,js^^ (Fig. 17).
d d. Vor stimmlosen Lauten /: AtJiAt .adhat) er kann geben; vor n
wird es als 11 gesprochen: Auni (adni) geben. Folgt ihm ein sz, so werden
sie zusammen tt^s oder Ts^s gesprochen: at'^s (adsz) du gibst.
ds d f .
g g g^. Vor stimmlosen Lauten k k: vM^ktAm (vägtam) ich schnitt.
gy D . Vor stimmlosen Lauten r : ctJlM^z (egyhäz) Kirche. Vor n
wird es oft als ;/ gesprochen JiAuni (hagyni) lassen; vor t als t: JiAttAiii
(hagytam) ich ließ. Folgt ihm ein sz, so werden sie zusammen als rr^s
oder T^s gesprochen: err^scr (egyszer) einmal, Iiat^s (hagysz) du läßt.
h h. Stumm im Silbenauslaute: rjS?(czeh) Zunft, und nach t in Eigen-
namen: Thököly tök'öli.
j z. Steht vor ihm ein t d n oder ty gy ny, so werden beide zu-
sammen als /)_ r -V gesprochen, und zwar kurz, wenn ein Konsonant vorher-
geht, lang oder doppelt nach einem Vokale: tAVTA (tartja) er hält es,
kATDA (kardja) sein Schwert, I^^tta (lätja) er sieht es, ad da (adja)
er gibt es, a.\\na (anyja) seine Mutter. Steht das j nach einem Vokale
und gehören beide zu derselben Silbe, so wird es 7 gesprochen: AJtö (ajtö)
Thüre.
k k k. Vor einem stimmhaften Schlußlaute oder vor z ist es ^ ^, :
l'ögd'ös^, llökdösl er stößt, (Agzi (lakzi) Gastmahl.
1 /. Nach dt ist es /: Ad/Ak adlak) ich gebe dich. Nach einem
Vokale in derselben Silbe ist es oft stumm: ^Javi (alltami ich stand; vor
einem j ist es entweder stumm oder 2 : .^zon (älljon) er soll stehen, Jiaz/z_a
(hallja j er hört es.
ly z_ oder /.
m in. Vor f, v ist es 7;/,: JiAinj'Ak (hamvak) Aschen.
n 11. Neben einem Konsonanten wird es immer an derselben Stelle
artikuliert, wo der betreffende Konsonant. Also h\: hArAh\g (harang)
Glocke; .v : anda{ (angyalj Engel, -v: k.ENS (kensz) du schmierst;
THONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
14;
//^j .^U^ii^j Jg^ (ellenseg) Feind; n: k^ndu (kendö) Tuch; vi^:
fojii^i'Ä (fonva) geflochten; m: küVömb /eh (különben) sonst.
ny A' . Fügt sich ebenso wie das n dem folgenden Konsonanten :
N/. l.E^N^kA (länyka) Mädchen; .v: liM^Nsor (hänyszor) wie oft; «^:
crzckeii^s^J'g^ erzekenyseg) Zartgefühl; n: mend'ör'ög^ 'menydörög)
es donnert; in^: k'öin^v (könyv) Buch; in: h^^mÖA (hanyba) in wie viel.
p p. Vor einem stimmhaften Schlußlaute und vor zs ist es b: kAÖdos^^
(kapdos) er greift oft, kAÖz^J (kapzsi) habgierig.
r r .
s .s; . Vor einem stimmhaften Schlußlaute ist es ^r j l.E z^d (läsd)
siehe. Steht es nach einem t, so bilden sie zusammen den Diphthong /.|.y^^
oder ^, „i^,„ 's. d und t).
sz s. Vor einem s ist es s^^: --F-g^^' s^j^Jg^ (egeszseg) Gesundheit.
Steht es vor d t, so bilden sie zusammen den Diphthong r^s (s. d und t.
t /. Folgt ihm ein sz. so bilden sie den Diphthong t^s: /iatt^soj'
hatszor] sechsmal; folgt ihm ein s, so bilden sie den Diphthong /„)J»;, oder
d^^)Z^^: tArt^^)S^^A (tartsa) er soll es halten, bond_^^)Z_^^d (bontsd löse es.
ty r .
V r. Vor einem stimmlosen Laute/": cfsAk (evszak Jahreszeit.
w. Kommt nur in Fremdwörtern und in einigen Eigennamen vor rj:
Wesse lenyi V .F. s^^^eI e a'_ i .
X . Kommt nur in Fremdwörtern vor.
z z. Vor einem stimmlosen Laute s: Ast (azt) es Akk. , k.Esrü
(keztyü) Handschuh; vor s ist es s^^: ig AS^^s^^^^g (igazsäg) Wahrheit.
zs ^^„. Vor einem stimmlosen Laute jT,^: dAiyES^J^e sek (daräzsfeszek)
Wespennest. Oft bedeuten die Buchstaben zs nicht den 2^^ „-Laut, sondern
ein z und ein s und da werden sie als j-^.?^ „ gesprochen : kos^j^J'g^ közseg)
Gemeinde.
Die Länge der Konsonanten wird orthographisch durch Verdoppelung
der Buchstaben bezeichnet. Kommen die mit zwei Buchstaben bezeichneten
Laute lang oder doppelt vor, so kann das auf zweierlei Weise bezeichnet
werden. Ist dieser Doppelkonsonant durch Verschmelzung der sich berüh-
renden Laute des Stammes und des Suf6xes entstanden, so werden beide
Buchstaben doppelt geschrieben: lanynyal Le^x x aI mit einem Mädchen;
kommt aber der Doppcllaut im Stamme selbst \'or, so ^\•ircl nur der erste
Buchstabe verdoppelt: asszony ./.s.s^^\- Weib.
Die langen und die Doppelkonsonanten der Schriftsprache entsprechen
nicht immer denen der gesprochenen Sprache. Die Schrift bezeichnet fast
nur dort die Länge, wo die Etymologie sie rechtfertigt; in der gesprochenen
Sprache kommen auch andre Längen und Doppellaute vor: .Erosj^.KU
; er Ösen) stark Adv. Anderseits sehen wir in der Schritt auch da zwei Buch-
staben, wo nur der einfache Laut gesprochen wird: /iA(gAt hallgat er
schweigt.
Die Fremdwörter sind im Uug. sowohl der Chth.. wie der Aussprache
nach zweierlei. Entweder sind sie ganz in die Sprache eingedrungen und da
werden sie ebenso gesprochen und geschrieben, wie die übrigen ung. Wörter:
10*
1^8 J- BAL ASS A.
AstA( (asztal) Tisch = altslav. stolx, 7>sr/ (czel = d. Ziel. Oder sie wer-
den noch als Fremdwörter empfunden und werden so geschrieben und ge-
sprochen, wie in der Originalsprache. So kommen in die ung. Sprache einige
fremde Laute, das kurze .n^, die Diphthonge au, ei, die Buchstaben eh. x,
w etc. Einige Schriftsteller wollen auch die Aussprache solcher Wörter in
der ung. Orthographie wiedergeben.
II, SYNTHESIS.
LAUTEINSÄTZE UND -ABSÄTZE. L A U T Ü B E R G Ä N G E .
Die Vokale beginnen im Ung. immer mit dem festen Vokaleinsatze,
Stimmbandschluß ;glottal catch), welcher im Silbenanlaute beim Flüstern
deutlich gehört werden kann. Wir haben hier den Stimmbandschluß (g, iig 5'^'')
nicht besonders bezeichnet. Der leise Vokaleinsatz kommt nie vor. Das ung. h
wird so stark gesprochen . daß es nicht mehr als Einsatz , sondern als ein
wirklicher Mitlaut (//, iig^ Mitte 5'^] angesehen werden muß. Nach einem aus-
lautenden Vokale kommt nur der leise Vokalabsatz vor : sowohl der feste, wie
der gehauchte Absatz sind der ung. Aussprache ganz fremd.
Die Konsonanten beginnen und enden mit dem leisen Einsätze, resp.
Absätze. Der Stimmton 119 5"^') oder das Blasen (119 5^1 beginnt, sobald
die Teile des Ansatzrohrs in der zur Bildung des Konsonanten erforderlichen
Stellung sich befinden und endet gleichzeitig mit dieser Einstellung.
Bei der Berührung verschiedener Laute, entstehen folgende Lautübergänge:
1 . Zwei Vokale nebeneinander bilden in der ung. Schriftsprache immer
zwei Silben ; bevor wir also auf den zweiten Vokal übergehen . beginnen wir
einen neuen Exspirationsstoß. Beim Übergange tönt die Stimme, so lange das
Sprechorgan von der Stellung des einen Vokals in die Stellung des andern
übergeht, und dieses können wir den stimmhaften Lautüb ergang nennen.
So werden die nebeneinander stehenden Vokale auch gesprochen, wenn sie
zu zwei verschiedenen Wörtern gehören. In der ungezwungenen Aussprache
stellt sich jedoch zwischen diesen Vokalen ein Übergangslaut (glide-vowel)
ein, gewöhnlich ein flüchtig und zu schwach gesprochenes z: Ji.fzAiini (häzaim )
meine Häuser. id^E tcr (ide er) er gelangt hierher. Oft wird sogar ein Kon-
sonant zwischen beiden Vokalen gesprochen, meistens ein z [j): fizAziin
(fiaim) meine Söhne, tezA (tea) Thee; manchmal (nur in der Volkssprache)
ein h: dz /ia/ {h\di\ , bivaly) Büffel.
2. Steht ein Vokal neben einem Konsonanten, so müssen wir zwei Fälle
unterscheiden; ist der Konsonant stimmhaft, so tönt der Stimmton so lange
wir beide Laute aussprechen; ist aber der Konsonant stimmlos, so tönt der
Stimmton nur so lange der Vokal artikuliert wird, der Konsonant wird aber
ganz rein, ohne Stimmton gebildet.
3. Stehen zwei Konsonanten nebeneinander , so kann der Übergang auf
sehr verschiedene Arten geschehen. Sind beide stimmhaft, so tönt der Stimmton
PHONETIK DER rNGARISCHEN SPRACHE.
149
auch während das Sprechorgan von der Stellung des erstem in die des zweiten
übergeht. Sind beide stimmlos, so dauert das Blasen auch während des Über-
ganges. Sind aber die zwei Konsonanten verschieden, der eine stimmhaft,
der andre stimmlos, so bestrebt sich die ung. Aussprache den Übergang mög-
lichst zu vereinfachen, und ändert einen der Konsonanten: fast immer richtet
sich der erste nach dem zweiten. So werden beide stimmhaft, oder beide
stimmlos.
Im Ung. hat der stimmlose Laut mehr Einfluß auf den stimmhaften, als
umgekehrt der stimmhafte auf den stimmlosen. Geschrieben finden wir sehr
viele stimmhafte und stimmlose Laute nebeneinander, aber in der Aussprache
hört man nie einen stimmhaften vor einen stimmlosen (s. die Buchstaben b d
g gy zs z v), die Nasen-, Zitter- und Seitenlaute ausgenommen. Aber einige
stimmlose Laute werden auch vor stimmhaften gesprochen. Die größte Assi-
milationskraft haben unter den stimmhaften Lauten die Schlußlaute. Vor d
wird kein stimmloser Laut gesprochen, vor z?_ r nur 5 : sesoMr^ (szeszgyär)
Spiritusfabrik, vor b nur s und k k : sekbM (szekbe) in den Sessel, esÖM
eszbe) in den Verstand. Unter den Engelauten assimiliert nur z und r^ einige
Konsonanten (s. die Buchstaben z zs]. Vor den übrigen Engelauten, vor
Nasen-, Seiten- und Zitterlauten bleiben die stimmlosen Laute unverändert.
Ebenso verändern sich oft die nebeneinander stehenden, aber an ver-
schiedenen Stellen hervorgebrachten Konsonanten, besonders die Nasenlaute.
Letztere werden fast immer an derselben Stelle gebildet, wo der folgende Kon-
sonant (s. die Buchstaben n ny m .
Wenn in einem ung. Worte d t mit z s oder z s zusammenstößt, ver-
schmelzen sie zu den Diphthongen T)S d^z t^)S^ ^\^)^^^ (s- die Buchstaben t d . Oft
aber, überhaupt wenn die beiden Konsonanten zu zwei verschiedenen Silben
gehören, behalten beide Laute ihren ursprünglichen Wert: korysts^cg (követ-
s eg ) Botschaft, hets^Einni het szämra) wochenlang.
Wo möglich vereinigt die ungarische Aussprache die nebeneinander stehen-
den Konsonanten ohne Übergangslaut. Die nebeneinander stehenden Schluß-
laute werden fast immer so gesprochen: der für den ersten Konsonanten
erforderliche Schluß wird noch nicht geöffnet und die Zunge nimmt schon
die Stellung des zweiten an. Sprechen wir das Wort kAp^t.ijn kaptam) ich
bekam, so sind die Lippen noch geschlossen und wir stemmen schon die
Zunge an die obere Zahnreihe und von den beiden Konsonanten hören wir
nur den Einsatz des / und den Absatz des /. In solchen Wörtern r .iX'/.i;//
(raktam) ich legte, pAt^kö (patko) Hufeisen, wo beide Konsonanten durch
die Zunge hervorgebracht werden, wird der zweite Schluß schon hergestellt,
bevor der erste geöffnet ist, aber der Absatz des ersten Konsonanten wird
doch gehört, obgleich nur sehr schwach. So werden auch die Doppcllaute
artikuliert: Ak^kor (akkor; damals, At^tAHi (adtam) ich gab: gehört wird nur
der Einsatz des ersten und der Absatz des zweiten Konsonanten.
Der Übergang zwischen benachbarten Lauten wird ohne Übergangslaut
hergestellt, wenn einem Schlußlaute der ihm entsprechende Nasen- und Seiten-
laut folgt. In dem Worte Ad^Lxk (adlak) ich gebe dich, bleibt die Zungen-
spitze unverändert an ihrer Stelle , indem man vom d zum 1 übergeht :
150 J- Balassa.
auch in solchen Wörtern, wie {cli.Et^n.E lehetne) es könnte sein, bleibt der
Schluß unverändert, nur die Nasenhöhle wird frei gemacht durch das Sinken
des weichen Gaumens. Ohne Übergangslaut wird ein Nasenlaut vor dem ent-
sprechenden Schlußlaute gebildet, wie in: an\)D^a{ (angyal) Engel, ^e in )d er
(ember) Mensch.'
BAU DER SILBEN.
Silben nennen wir eine durch einen einzigen Exspirationsstoß hervor-
gebrachte Lautgruppe. Gewöhnlich besteht eine solche Gruppe aus Vokal
und Konsonanten , und der Vokal ist immer der Hauptlaut darin. Im Ung.
kommt eine Silbe ohne Vokal nie vor.
Die Konsonanten stellen sich zu den Vokalen in folgender Ordnung. Jeder
Konsonant , der zwischen zwei Vokalen steht , wird zum zweiten gesprochen :
das Wort kirälysäg (Regierung) wird also ausgesprochen: ki'iyE^fs^^^^g und
w^enn ihm noch ein Wort folgt kirälysäg alatt (unter der Regierung) so wird
es kir.E^fs^^MjgA'{Af ausgesprochen. Im Ung. gehört also jeder Kon-
sonant, der vor einem Vokale steht, mit ihm in eine und dieselbe Silbe, auch
wenn sie zu zwei verschiedenen Wörtern gehören. Der ung. Artikel vor voka-
lisch anlautenden Wörtern ist az az, und dieses z wird immer zum folgenden
Worte gesprochen: a''zas'son^ (az asszony) das Weib. Im Deutschen und
Enghschen werden die auslautenden Konsonanten nicht zum folgenden Worte
gezogen. Sievers sagt (phonetik ^, 190): ""Wir ziehen im Deutschen einen
einfachen Konsonanten öfter da allein zur vorausgehenden Silbe, wo wir kon-
sonantisch ausgehende Endsilben mit vokalisch anlautenden Folgesilben kom-
binieren, z. B. war-er, hat-er u. dgl. ^ Und im Engl, sind a name und
an aim oder at all times und a tall man in des Aussprache verschieden.
Aber im Ung. ist gar kein Unterschied zwischen den beiden ersten Silben der
Wörter A^z^^por (a zäpor) der Platzregen und A^z-E^l^om (az älom) der
Traum.
Im Ung. beginnt also die Silbe immer mit einem Konsonanten; ausge-
nommen wenn das Wort selbst vokalisch anlautet oder im Worte zwei Vokale
nebeneinander stehen (fi''a''im, meine Söhne). Auch im letztern Falle stellt
sich gewöhnlich ein z zwischen die NoV?\e ft z.a ziin. — Stehen zwei Kon-
sonanten zwischen zwei Vokalen, so gehört der erste zur ersten, der zweite
zur zweiten Silbe : kAp^tAin (kaptam) ich bekam. Es ist dasselbe der Fall,
wenn zwei gleiche Konsonanten nebeneinander stehen: AftAvi (adtam) ich
gab, As'soN^ (asszony) Weib (s. S. 143 Dauer der Sprechlaute). Wenn ein
W^ort auf zwei Konsonanten ausgeht und das folgende vokalisch anlautet , so
gehört der zweite Konsonant zur folgenden Silbe Irtof (irt ott) er schrieb
dort. Steht am Wortende ein langer Konsonant und folgt ihm ein vokalisch
anlautendes Wort, so wird der lange Konsonant als Doppellaut betrachtet:
vMZMsJ (vezess) führe, aber vm" z^s^^s^^^l (vezess el) führe fort.
Im Silbenanlaute steht im Ung. gewöhnlich nur ein Konsonant, nur in
^ [Wo die Übergänge nicht in normaler Weise , sondern unvolll<ommen itnd in zu kurzer
Zeit verlaufen, sollte eigentlich in jedem einzelnen Fall das Zeichen ...)... zwischen den betr.
beiden Lauten gesetzt werden. Wenn das in dieser Abb. z. T. unterlassen ist, mögen die eben
über den Übergang im Ung. im allgemeinen gemachten Bemerkungen als Ersatz dienen. F. T.]
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. I 5 l
Fremdwöitern kommen zwei Konsonanten anlautend vor und auch bei ihnen
ist die Sprache geneigt diese, der ung. Zunge immer schwerfällige Lautgruppe
umzugestalten. Entweder wird der eine Konsonant beseitigt: fönt (fönt) =
d. Pfund; oder ein Vokal wird zwischen die beiden Konsonanten geschoben:
kirJE^l (kiraly) König = neuslaw. kralj.
Stehen in einem Worte drei Konsonanten zwischen zwei Vokalen, so ge-
hören zwei zur ersten Silbe und nur der dritte zur zweiten. Der ung. Aus-
sprache sind zwei Konsonanten auch im Silbenauslaute schwerfäUig, nament-
lich wenn noch ein Konsonant darauf folgt , und sie hilft sich dadurch . daß
sie den einen Konsonanten, und zwar den, der am Ende der Silbe stehen
möchte, wegläßt: as'' vioii" tA (azt mondta) er sagte es, miN\\-yE^zAn
(mindnyäjan) alle.
Die ung. Ausspr. gibt also den Silben folgende Form : im Anlaute steht
womöglich ein Konsonant, ihm folgt immer ein Vokal und dieser Vokal kann
schon die Silbe beenden, aber es können auch ein oder zwei Konsonanten
folgen.
Im Ung. werden die Silben mit abnehmender Stärke gesprochen: am
stärksten wird der erste Laut hervorgebracht, am schwächsten der letzte. Nur
solche Silben , die aus einem kurzen Vokale bestehen , werden mit gleich-
mäßiger Stärke gesprochen; bei langen Vokalen ist die Stärke eine abneh-
mende. Zunehmende Stärke kommt im Ung. nie vor. Die Dauer der Silbe
hängt von den einzelnen Lauten der Silben ab. Jede Silbe, die einen langen
Vokal enthält, ist selbst lang; eine Silbe mit einem kurzen Vokale ist ge-
wöhnlich kurz, ausgenommen wenn zu derselben Silbe noch ein Konsonant
gehört, in diesem Falle ist sie lang. Also kurz ist nur eine offne Silbe mit
kurzem Vokale; lang sind alle geschlossenen und alle langvokaligen Silben;
eine geschlossene Silbe mit langem Vokale ist überlang.
BAU DER V\/ÖRTERVERBÄNDE UND DER SÄTZE.
Mit dem Ausdrucke '^Wörterverband' wollen auch wir eine solche Silben-
gruppe bezeichnen, welche wir ohne eine "^ Sprechpause ^ hervorbringen. In
keiner Sprache wird jedes Wort in der Aussprache abgesondert, d. h. mit
einer Sprechpause gesprochen. Immer werden mehrere einzelne Wörter zu
einem Wörterverbande vereinigt.
In verschiedenen Sprachen werden diese phonetischen Wörterverbände auf
verschiedene Weise gebildet. Im Ung. wird in jedem einzelnen Worte die
erste Silbe am stärksten gesprochen und jeder Wörterverband beginnt mit
einem neuen Worte. Im Deutschen und Englischen dagegen wird die ge-
wöhnliche Einheit der W'örter oft gestört und ein einheitliches Wort kann sich
auf zwei Wörterverbände verteilen. Im Ung. kommt das nur insofern vor. als.
\\enn ein Wort mit einem Konsonanten auslautet und das folgende vokalisch
anlautet, dieser Konsonant zum zweiten Worte gezogen wird.
Es gibt einige Wörter, die Artikel, die Bindewörter u. s. w. . die inuncr
mit schwachem Tone gesprochen werden; beginnt der Satz mit einem solchen
Worte, so wird es abgesondert, als ein Auftakt gesprochen, und der erste
Wörterverband beeinnt mit der nächstfolgenden starkbetonten Silbe. Einen
j = 2 J- Balassa.
solchen Auftakt bezeichne ich mit vorgesetztem 7: j-A {ezM^ Nitrat 'a leäny
itt volt) das Mädchen war hier.
Wir können eine allgemeine Regel dafür nicht angeben, wie viele Silben
in einem Wörterverbande vereinigt werden können oder müssen. Aber für
einzelne Fälle können wir die Art ihrer Vereinigung feststellen. Jeder Satz
besteht aus zwei Teilen, dem subjektiven und dem prädikativen Teile. Diese
beiden Teile bilden gewöhnlich je einen Wortverband, nur der prädikativ^e Teil
kann auch aus mehreren Wörterverbänden bestehen, wenn er sonst zu lang
wäre: vöterr^sc ren^ viteskirM__{ (volt egyszer egy vitez kiräly) es
war einmal ein tapferer König; 7^ ö^tta Adotti^Eki mindent (a bätyja
adott neki mindent) sein Bruder gab ihm alles.
Es bringt eine größere Mannigfaltigkeit in den Bau der Wörterverbände,
wenn wir einen Teil des Satzes besonders hervorheben. Solch ein her-
vorgehobener Teil wird im Satze immer am stärksten gesprochen, muß also
im Ung. am Anfange eines Wörterverbandes stehen. Nach dem hervorge-
hobenen Satzteile folgt im Ung. immer das Prädikat und dieses wird mit ihm
in einem und demselben Wörterverbande gesprochen. Werden mehrere Satz-
teile hervorgehoben, so muß jeder Teil einen neuen Wörterverband beginnen,
und das Prädikat wird nach jenem Teile gesetzt, welcher am meisten hervor-
gehoben wird. Geht dem hervorgehobenen Teile noch etwas voraus, so wird
es abgesondert gesprochen und nach ihm können auch noch andre W'örter-
verbände stehen. Z. B. im Satze sok ember volt ma nälam (viele Leute
waren heute bei mir , können wir verschiedene Satzteile hervorheben. Wollen
wir betonen, daß es viele Leute waren, so sprechen wir: s^^ok^mbervötmA
nMj^Am\ oder setzen wir den Nachdruck auf das Wort ma (heute): viAvöt-
iiy^^lAin s^^okMUib er\ oder w'ollen wir das besonders ausdrücken, daß sie
bei mir (nälam) waren: n.^J^Ain^v ötviA s^^ok^mbcr. Zwei Teile werden
hervorgehoben im Satze: ^ii.ei/i cntctt.EiUAst -/lAU.-Ein tc (nem en tettem
azt, ha nem te) nicht ich habe es gethan, sondern du.
Die Sätze werden durch längere Sprechpausen voneinander getrennt und
während dieser Pause geschieht die Einatmung. Mehrere einzelne grammatische
Sätze können in einem solchen phonetischen Satze vereinigt werden.
WORTACCENT.
Unter dem Worte Accent wollen wir hier nur das Wechseln der Stärke
in den einzelnen Silben bezeichnen , da die Stimmhöhe im Ung. gar keinen
Einfluß auf die Bildung der Wörterverbände hat.
Der ung. Wortaccent ist von ganz andrer Natur, als der deutsche oder
englische. Wir können diesen Unterschied kurz so bezeichnen, daß das
Accentuieren im Ung. einförmig ist; nicht etwa, weil wenige Stärkestufen zu
unterscheiden wären, sondern die einzelnen Stufen stehen einander sehr nahe.
Wollen wir die ung. Aussprache genau bezeichnen , so müssen wir fünf
Stufenunterschiede annehmen. Gewöhnlich hat man im Deutschen und Eng-
lischen nur drei, im Ung. nur vier Stufen zu bezeichnen, aber einzelne Silben
werden manchmal außergewöhnlich stark betont und das ist die weitere
Stufe. Im Deutschen v/erden die Silben als stark-, halbstark- und schwach-
PHONETIK DER UNGARISrHEN SPR.A.CHE.
DJ
betont bezeichnet; im Ung. müssen wir sie aus Mangel an einem bessern Aus-
druck erst-, zweit-, dritt- und viertbetonte Silbe nennen. Wollen wir die
Stärkestufen des ung. und deutschen Accentes vergleichen, so ergibt sich, daß
der deutschen starkbetonten Silbe im Ung. die erstbetonte entspricht, der halb-
starken dagegen schon die viertbetonte. Und zwischen diesen zwei Stufen
liegen die zweit- und drittbetonten. Schwächer als die deutschen halbstarken
Silben wird im Ung. nie eine Silbe gesprochen. Und die außergewöhnliche
stark betonte Silbe wird im Ung. auch nicht so stark gesprochen, wie im
Deutschen oder Englischen. In der folgenden Tabelle wollen wir die Stärke-
stufen der ung. und deutschen Accentuierung vergleichen:
Deutsch: sehr stark, stark, halbstark, schwach.
Ungarisch: stark-, erst-, zweit-, dritt-, viertbetont.
Über die Abstufung der Stärke in einem Wörterverbande haben wir fol-
gendes zu bemerken. Wenn wir ein selbständiges Wort aussprechen, ist die
erste Silbe immer am stärksten betont, am schwächsten die zweite, dazwischen
fällt die Stärke der dritten und jeder ihr folgenden nicht geradzahligen Silbe,
während alle geradzahligen mit der zweiten in Stärke übereinstimmen. Die
stärkste Silbe ist erstbetont, die schwächste viert- und die mittlere drittbetont.
Die Stärke wird aber gleich verändert, wenn das Wort nicht selbständig ge-
sprochen wird, sondern mit andern in einem Wörterverbande steht. In jedem
Wörterverbande kann nur eine erstbetonte Silbe stehen und diese muß immer
die erste sein. Besteht der Wörterverband nur aus einem einzigen Worte, so
ändert sich die Stärke nicht, und das Wort wird im Satze auch so gesprochen,
wie wenn es allein stände. Werden aber mehrere Wörter zu einem Verbände
vereinigt, so wird die Stärke der einzelnen Teile verändert. Es gibt Wörter,
welche in der Mitte eines Wörterverbandes ihre Selbständigkeit ganz verlieren;
solche Wörter werden ganz so betont, als wenn sie vollständig zum vorher-
gehenden gehörten; also die Stärke der einzelnen Silben hängt davon ab. in
wievielter Silbe von vorhergehender erstbetonten an gerechnet sie stehen. Andre
Wörter verlieren nicht ihre Selbständigkeit, und ihre Veränderung besteht nur
darin, daß ihre erste Silbe nicht mehr erstbetont, sondern nur zweitbetont ge-
sprochen wird. Es würde uns zu weit führen, im einzelnen zu besprechen,
welche Wörter ihre Selbständigkeit verlieren und welche nicht. Hier haben
wir nur soviel zu bemerken, daß die Artikel und die meisten Bindewörter ihre
Selbständigkeit ganz verlieren. Es werden immer zusammengesprochen das
Hauptwort mit seiner Postposition , das Zeitwort mit seiner Partikel . oft auch
mit dem Adverb. Das Attribut wird auch oft mit seinem Hauptworte zu-
sammengezogen .
Die Regeln der ung. Accentuierung können wir so zusammenfassen:
1. Starkbetont kann nur die erste Silbe eines Wörterverbandes sein,
wenn er außergewöhnlich hervorgehoben wird.
2. Erstbetont ist die erste Silbe in jedem Wörterverbande, wenn er
nicht besonders hervorgehoben wird.
3. Zweitbetont ist die erste Silbe des Wortes, wenn es nicht am An-
fange des Wörterverbandes steht und seine Selbständigkeit auch nicht verliert.
154
T. Balassa.
4. Drittbetont ist jede Silbe im Wortinncrn. welche von der nächst vor
ihr stehenden erst- oder zvveitbetonten Silbe an gerechnet an einer ungerad-
zahligen Stelle steht.
5. Viertbetont ist jede Silbe im Wortinnern, welche von der nächst
vor ihr stehenden erst- oder zweitbetonten Silbe an gerechnet an einer gerad-
zahligen Stelle steht.
SATZACCENT.
Ebenso wie die einzelnen Silben im Worte mit verschiedener Stärke ge-
sprochen werden, so werden auch im Satze die einzelnen Wörter mehr oder
weniger hervorgehoben. Und wir sprechen immer jenen Teil am stärksten,
welchen wir für den wichtigsten halten. An Stärke verändert sich nicht das
ganze Wort, sondern nur seine sonst auch am stärksten betonte erste Silbe,
so daß diese dann starkbetont gesprochen wird und daher am Anfange eines
Wörterverbandes stehen muß.
In der Satzbildung müssen wir auch die Veränderung der Stimmhöhe
berücksichtigen. Dabei müssen wir erstens darauf achten, wie der ganze Satz
gesprochen wird. Man kann den Satz mit hohem, mittlerm oder niederm Tone
sprechen. Außerdem kann der Ton im ganzen Satze steigen (.;".,) oder fallen
{^..). Im Ung. werden die gewöhnlichen Fragesätze im allgemeinen so ge-
sprochen , daß der Ton vom Anfange des Satzes fortwährend steigt bis zur
vorletzten Silbe: rJi A{AndöAZMiii'b er (halandö az ember?) ist der Mensch
sterblich ?
Welche Veränderungen erfährt nun die Stimmhöhe in einzelnen Teilen
des Satzes "? In Fragesätzen . welche ein fragendes Fürwort enthalten , steigt
der Ton nicht während des ganzen Satzes ; solche Sätze zerfallen in zwei Teile :
zuerst steigt der Ton gleichmäßig auf dem Fürwort und auf dem dazugehörenden
Teil, vor dem zweiten Teil sinkt der Ton auf einmal in jene Lage zurück, wo wir
begonnen haben und steigt wieder gleichmäßig in die Höhe: rviikorvötM^
rnMjjiNj<: (mikor voltäl nälunk?) wann warst du bei uns?
Wenn wir mit einem Satzteile fragen, so wird nur dieser Teil mit stei-
gendem Tone gesprochen: kiin^vötMlA r zutt^sMu (kinn voltäl az ut-
czän?) warst du draußen auf der Gasse.'
Besteht die Frage aus zwei Sätzen, so wird nur der Hauptsatz, der eigent-
liche Fragesatz mit fortwährend steigendem Tone gesprochen, im Nebensatze
steigt der Ton nur auf dem letzten Worte: rinonthATTAVA{Aki jhoDySZA
z.Einber rbünds^^ (mondhatja valaki, hogy ez az ember bünös?) kann
jemand sagen, daß dieser Mann schuldig ist?
VOK'ALHARMONIE.
Bei der Bildung der Wörter spielt auch das Gesetz der Vokalharmonie eine
große Rolle. Nach diesem Gesetze kann nicht ein jeder Vokal in einem und dem-
selben Worte stehen, sondern nur gewisse Vokale können in einem Worte ver-
einigt werden (127). Die ung. Vokale sind nach ihrer Zungenartikulation ent-
weder hintere oder vordere, und in einem ung. Worte können entweder nur
lauter hintere, oder nur lauter vordere Vokale vorkommen. Nicht nur die Wörter
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. jrr
sind so zweierlei, sondern auch die Biegungs- und Wortbildungssuffixe. Jedes
Suffix hat zwei Formen, eine mit einem hintern und eine mit einem vordem
Vokale, jene kann nur nach einem Worte mit hintern Vokalen, diese nur
nach einem mit vordem Vokalen stehen. Z.B. liMz" nJ^^l (häznäl beim
Hause, k^^Ert" nc { (kertnel) beim Garten: zö''s^^M^g josäg Güte,
sc-p^s^Jeg^ (szepseg; Schönheit; iriiAk irnak' sie schreiben, k^cr )i ^k\
(kernek) sie bitten.
Gewöhnlich entsprechen die mit derselben Zungenstellung gebildeten hintern
und vordem Vokale einander, aber doch nicht vollständig. In der Wortbilduns"
und Biegung finden wir folgende Entsprechungen :
hintere Vokale : M^ a o ö ii ü
vordere Vokale : c je d e ö ü ü
In der heutigen ung. Sprache werden die Gesetze der Vokalharmonie
nicht mehr ganz streng durchgeführt; wir finden auch solche Wörter, wo
hintere und vordere Vokale gemischt vorkommen. Besonders die Vokale
z e c können auch mit hintern Vokalen in demselben Worte vorkommen.
Diese Trübung der Vokalharmonie wurde dadurch veranlaßt, daß aus Diph-
thongen, wie AJ oj etc. ;aj , oj) oft ein 1 oder c [e] geworden ist: sAkjt
(szakit) aus sAkAJt (szakajt) er reißt, tAult [ts-nit] aus tAiiojt (tanojt)
er unterrichtet. Infolge dieser Lautveränderungen wurden diese drei Vokale
nicht mehr als vordere empfunden, sondern sie wurden für die Vokalharmonie
ganz indifferent, und können mit einem jeden Vokale in demselben Worte
stehen.
Außerdem haben folgende Umstände einige Veränderungen in den ung.
Lautverhältnissen herbeigeführt ;
1. Viele Fremdwörter (slawische, deutsche, lateinische etc.) sind in das
Ung. eingedrungen, in denen ja alle Vokale gemischt vorkommen können. Die
ung. Aussprache war auch bei solchen Fremdwörtern bestrebt die verschiedenen
Vokale umzugestalten und die Vokalisation des Wortes harmonisch zu machen:
^■jyk (ärok; Graben ^ nslaw. jarek, kAsiiMr (kasznär', = d. Kastner.
r.E^s^^poz^ Jräspoly) = d. Raspel. Aber nicht alle wurden so umgestaltet
und viele Fremdwörter blieben im Ung. mit der ursprünglichen verschiedenen
Vokalisation: sovised (szomszcdj Nachbar = altslaw. sased^L. kAstP/
(kastelyl = d. Kastell.
2. Viele Wörter entstehen durch Zusammensetzung ; und auf diese Weise
werden auch Wörter mit hintern Vokalen vereint mit solchen Wörtern , die
vordere Vokale enthalten: kJs^^Asso.\\ ;kisasszony) Fräulein aus kis und
asszony. /aLki-cI (falevel) Baumblatt aus fa und Icvel.
3. In den zusanmiengcsetzten Wörtern wird die ursprüngliche Bedeutung
des einen Teiles oft v^crgessen und aus dem Worte kann im Laufe der Zeit
ein bloßes Suffix werden: diosc in einer ncucrn Periode der ung. Sprache
entstandenen Suffixe haben schon keine zwei l'ornien und so wird einem jeden
Worte dasselbe Suffix angehängt: m .T: s^J'P/> nidskep auf andre Art. .j:k^kjp
(ekkep) auf diese Art.
Außer dieser Harmonie der vordem und hintern X'okale. finden wir im
Ung. ein ähnliches Verhältnis zwischen den mit Lippe nartikulationen hervor-
1^5 J. Balassa.
gebrachten Vokalen, aber in viel geringerm Maße entwickelt. Diese Harmonie
besteht darin, daß neben den Lippenrundöffnern ü o nicht der Lippenlängs-
öfTner (127 Anm. 2] e stehen kann, sondern ein in seine Stelle tritt; auch
die Suffixe, die ein c enthalten, werden nach jenen Vokalen mit o gesprochen :
Irtok (irtok) ihr schreibt, kj-rtck^ ihr bittet, z'oftok^ jöttöki ihr kommt ;
JiM^z'hoz (häzhoz) zum Hause, j'r/'/Z/r^r'veghez zu Ende. tüs'Ji'öz 'tüz-
höz) zum Feuer.
III. TEXTE.
Zur Transskription müssen wir noch bemerken: Was zusammengesprochen
wird, wird auch zusammengeschrieben; die erstbetonten Silben, mit welchen
die Wörterverbände beginnen, werden gemäß der Transskription der i. z.
mittels .L hervorgehoben , die zweitbetonten werden auch abgesondert ge-
schrieben , aber ohne ' , die dritt- und viertbetonten fügen sich immer der
vorhergehenden erst- oder zweitbetonten und werden mit ihr zusammen-
geschrieben.
I. Szözat (Aufruf, Gedicht von Michael Vörösmarty.
Deklamatorische Aussprache; .
Ji A z .'EcinAk re nduL^EtLEnül Hazädnak rendületlenül
le tJiivmö in ad Ar Legy hive, oh magyar;
b'ö' lt^^]S^ßdAS^^ niAJdAU s^j rodis^^ Bölcsöd az s majdan sirod is,
■~m^ ZyE'po{ s^^^e' ItAk Ar Mely äpol s eltakar.
~A UADvil^gon ^'kii-ül A nagy vilagon e kivül
111 n^J^_)S^^yENsMmodr^A h^j Nincsen szämodra hely;
^^{Domj'AD_ v^'rzen s^^ors^JzjEZ/E Aldjon vagy verjen sors keze :
yzV tc Ijied Jla hiotkel' Itt elned, halnod kell. ,
2. Eine volkstümliche Erzählung.
(Ungezwungene Umgangssprache. )
/ T TfS e r vö te D^ in n ^^ r uAke r Egy-szer volt egy molnärnak egy
tA'kAros^J:s^^ okos^^ {^e'n AiAki takaros es okos länya, a ki olyan okos
d z Aiiokos^v öt -jhoT^ Ji^'tMthetor- volt, hogy hetedhetorszäg eilen järt a
sM g^^llMii z^^rtA Jn r^E ine'k- hire. Meghallja ezt a kiräly. Odaizen
JiAZZAiAstA kl rM { d d Atiz/En- neki, hogy van neki a padläsän szäzesz-
iiyEki ~hoD vAun^kilA PaUjE^s^^Mii tendös kendere, fonja meg azt selyem-
sMzMst^ndus^^ kyEnder[^ foN- czernänak. A leäny erre visszaizen, hogy
NAineg^Ast s^^^'{eni T^scrn^jiAk van nekik szäzesztendös sövenyük, csi-
■^Ale'z M N Mr^E vi'ssAiizyEnhoD^ nältasson abbul a kiräly aranyorsot, ak-
va' miyskik s^^z^st^ndos^^ s^^'ö'rc- kor szivesen megfonja az aranyfonalat,
Nük t^^)S^jn^ tAs^^s^^oiiAÖbulA ki- de azt csak nem kivänhatja a kiräly,
r^ / A rANors^^öt -jAkkor st v je- hog}^ az aranyfonalat haszontalan faor-
s^^yEu mckfoNNAiA ZArANfoiiAlAt sön fonja meg.
â– jdyE Ia' S^J^^)S^^Ak 11^' lllklvMnJlAT-
TAlA kirMlJlODA Z A rANfoilAlAt
liAsontAlAU fAors^^ön foNNAineg^
s ze'kes-Fehe'rvar. J. Balassa.
PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE.
NACHSCHRIFT.
157
Die Ergebnisse der obigen Arbeit Bal.\ssas haben mich angeregt, cie nng. Ausspr. auch
selbst zu untersuchen, nicht mit künstlicher, hinten lückenhafter und unbeweglicher Gaumenplatte,
wie sie B. nach Kingsleys Vorgang verwendet, sondern nach dem von mir in meiner Phonetik I. 30
empfohlenen stomatoskopischen Verfahren am natürlichen Gaumen. Herr Stud. L. Ra cz aus
dem Komitat Zemplen (Hegyalja! in Oberungarn hat sich mir dazu gefällig zur Verfügung
gestellt.
Die RA'czschen stimmhaften Mundöffner entsprechen im einzelnen der Darstellung von B.,
nur entfernen sich die Lippenartikulalionen kaum aus der relativen Ruhelage : Lippenlängs- und
Lippenrundöffnungen sind weniger unterschieden, ähnlich wie in der engl. Ausspr. Die langen
(hosszü) und kurzen ( rö vi d) Mundöffner sind der Stellung nach nicht zu unterscheiden; nach
seiner Bewegungsempfindung meint Herr R., daß die langen mit mehr, die kurzen mit weniger
energischer Muskelzusammenziehung hervorgebracht werden.
Die Stellen von R.s Vorderzungenengeschlußlauten liegen im ganzen mehr nach
vorn als bei B. : Laute, welche bei B. nahezu oder ganz kakuminal erzeugt werden, zeigen sich
bei R. postalveolar, z. B. B.s / (es ist nach Fig. 13 fast / j /) T X sind bei R. / D^ r N^'.
B.s postalveolaren entsprechen R.s alveolare, z. B. B.s r d p t \S sind bei R. r d yj t \S .
Als ich B.s Tafel zuerst sah, fiel mir darin auf, daß die Figg. der Mundengeschlußlaute, welche
B. im Text als Vorderzungenrücken laute beschreibt, im Bilde eine nach vorn konvexe Be-
rührungsstelle zeigen (z. B. Figc;. 8,9, 16), statt einer konkaven wie bei mir (i. z. I, Tab. iv
3a, 6a) und Lenz (z. physiol. v. gesch. der palat., Abbild. 4 — 12). In den B.s Figg. 8, 9, 16
entsprechenden Abbild., welche ich von R. erhalten, reicht die Berührung wegen des schon be-
merkten ^'orstrebens der Zunge bis an die vordem Oberzähne heran , so daß schon durch die
nach vorn konvexe Anordnung der Zähne eine nach vorn konvexe Berührungsstelle mit bedingt
wird. Eine genaue Beobachtung der Zungenspitze aber zeigte mir, daß letzlere nicht ganz in
der Ruhelage unten hinter de.i untern Vorderzähnen verharrt, sondern sich ein wenig hebt,
aber nicht etwa bis zur Artikulation an die obern Zähne oder höher hinauf. Auch B. bemerkt
S. 138, 139c und 140b, daß die Zungenspitze den obern Rand der untern Zahnreihe berühre.
Diese Artikulationsweise bildet also gewissermaßen einen Übergang von den Vorderzungen rücken-
zu den Zungenspitzenartikulationen, und aus dieser, ich weiß nicht, ob individuellen oder
ob ung. Eigentümlichkeit erklärt sich wohl der oben erwähnte Unterschied in den vordem Be-
rührungslinien.
F. T.
BESP REC H U NGEN.
Halasz I.: svED-LAPP NYELv. IL (Lapponica. Sprachtexte im schwedisch-lappi-
schen Dialekte von Jemtland.) — Budapest, Akademie. 1886. — 8°, 135.
Die 2. Sammlung der schwedisch -lappischen Sprachtexte, die Vf. im Sommer 1884 aufge-
zeichnet hat, umfaßt 3 verschiedene Dialekte, den der Fölinge-, Undersäker- und Herjedal-Lapp-
mark (über die i. Sammlung s. meine Besprechung i. z. III. 288). Die Spr. der in Jemtland
wohnenden Lappen wurde bisher sehr wenig beiücksichtigt, obgleich sie von den übrigen schwed.-
lapp. Dialekten so sehr abweicht, daß man einander gar nicht versteht. H.s vorliegende Samm-
luno- bringt die ersten größern Sprachproben dieser Mundart; Donners lieder der läppen ent-
hält zwar 2 Gedichte von diesem Dialekte , aber die Spr. des einen ist eine Mischung verschie-
dener schwed.-lapp. Dialekte , während das andre ganz verstümmelt nnd unverständlich ist. H.s
Sammlung ist nicht nur in sprachwissenschaftlicher, sondern auch in ethnographischer Hinsicht
sehr beachtenswert. Sie enthält Gespräche , mythische Erzählungen , Volksmärchen und Volks-
lieder; wir lesen auch einige Erzählungen vom Leben und Treiben der Tiere, wie sie auch bei
andern ugrischen Völkern (besonders bei den Finnen) zu finden sind, und die 'mit den deutschen
Tiersagen von REINECKE FUCHS große Ähnlichkeit zeigen. Alle Texte sind m^t ung. Übersetzung
versehen.
Die Laute, die in diesem Dialekte vorkommen, sind größtenteils dieselben, die ich bei
der Besprechung der l. Sammlung angeführt habe (i. Z. iv. 289), nur einige müssen noch hinzu-
gefügt werden. In diesem Dialekte kommt auch das CE vor, welches wir auch im Esthnischen
finden, und noch ein mit der Mittelzunge artikulierter Mundöffner und zwar in der Höhe
von o und O ; er ist nach der i. z. iv. 116 mit O ^zvi bezeichnen. Die Konsonanten dieser Dia-
lekte sind besonders beachtenswert,; wir finden das bilabiale V , das uvulare r , und ein dem
tschechischen r ähnliches r, mit einem Nachklange des s. Dann die Laute c, z, s, welche zwi-
schen den Lauten T und t^^S^^ D^ und d^ß^.^ X und s^ liegen.' Besondere Aufmerksamkeit ver-
dienen die Schlußlaute, die Vf. mit k, t, p. , c,, c, bezeichnet ; diese Laute hört er bald als
k, t, p u. s. w., bald als g , d, b u. s. w., bald schienen sie ihm Mittellaute zwischen diesen
beicksn zu sein. Er hat sie leider nicht näher beschrieben. Die Schweden bezeichnen diese Laute
mit k, t, p u. s. w., die Norwegen dagegen mit g, d, b u. s. w. Lindahl (lexicon lapponicum,
1780) sagt auch: Literae P et B in lingua Lapponica vix a se invicem differunt, non secus ac
literae D et T, K et G. Die genauere Beschreibung dieser Laute dürfen wir wohl von einem
skandinavischen Phonetiker erwarten. Die sd^wed.-lapp. Dialekte verdienen auch sonst die Be-
achtung der nordischen Sprachforscher, da sehr viele schwed. Wörter in das Lappische einge-
drungen sind, welche sehr bemerkenswerte Lautveränderungen zeigen.
KuNos I.: HÄROM Karagöz jätek. (Drei Karagöz- Spiele, aufgezeichnet und
ins Ungar, übersetzt von I. K.) — Budapest, Akademie, 1886. — 8°, 160.
Die KARAGöz-Spiele sind die Fastnachtsspiele des türk. Volkes in Konstantinopel, wo sie
Vf. vom Volksmunde aufgezeichnet hat. Die 30 Fasttage des Monats Ramazan werden dnrch
ebensoviele lustige Nächte unterbrochen, und da ist das KARAGÖz-Spiel die höchste Belustigung
BESPRECHUNGEN.
159
des niedern Volks. Die Schaubühne ist die eine Ecke eines öffentlichen Lokals; auf einer aus-
gespannten weißen Decke erscheinen Schattengestalten, die Personen dieses Volksschauspiels. Der
Stoff dieser Fastnachtsspiele ist aus dem türkischen Volksleben genommen und ihre Personen sind
die typischen Gestalten der türkischen Hauptstadt: Karagöz [^ schwarzes Auge), der schlichte
aber witzreiche, und Hadsejvat, der vielgelehrte, aber doch dumme Türke. Diese zwei Haupt-
personen des Volksspiels vertreten die 2 Dialekte der türkischen Hauptstadt. Hadsejvat spricht
die vornehme Efendispr. , Karagöz dagegen die rohe Kabaspr., die wirkliche türk. Volksspr.
Vf. hat 3 solche Volksschauspiele aufgezeichnet : Bad- , Wettstreit-, Schreiberspiel), welche auch
in sprachwissenschaftlicher Hinsicht sehr beachtenswert sind, da er eine die Ausspr. genau wieder-
gebende Schreibung benutzt und uns dadurch die lebende türk. Volksspr. vorführt. Die Neben-
personen sprechen die verschiedenen Mischsprachen , die in der türk. Hauptstadt zu hören sind,
so die pers.-, arab.-, jüd.-. arm.-, azerbajdsanisch-türkische Spr.
Balassa J.: a phonetika elf.mei különös tekintettel a MAGYAR nyelvre (Ele-
mente der Phonetik mit besonderer Rücksicht auf die ungar. Spr. Mit Ab-
bildungen der menschlichen Sprachwerkzeuge;. — Budapest, Akademie, 1886.
- 8°, 124.
In dieser Schrift war ich bestrebt , die Ergebnisse der Phonetik dem ungar. Publikum vor-
zuführen und die ungar. Spr. phonetisch zu behandeln. In Hinsicht auf die allg. Phonetik be-
nutzte ich die Werke von Sweet, Sievers u. aa. Phonetikern; die Phonetik der ung. Sprache
im besondern habe ich jetzt viel eingehender in der i. z. iv. 130 ff. behandelt. Der i. Teil der
PHON. elem. beschreibt das menschliche Sprechorgan, der 2. enthält die Einteilung und Beschrei-
bung der einzelnen Sprechlaute. Die Laute werden erst nach der Artikulationsweise, dann nach
den Artikulationsstellen eingeteilt. 'Stimmlonlaute' nenne ich da die Vokale, Nasen-, Seiten- und
Zilterlaute, aber nur nach der ung. Ausspr. Ich habe in jener Arbeit auf Grund der ung. Ausspr.
mit Unrecht behauptet, daß die Nasen-, Seiten- und Zitterlaute nur stimmhaft gebildet werden
können. Die deutsche, engl., franz. u. aa. Sprachen beweisen das Gegenteil. Bei der Beschrei-
bung der einzelnen Sprechlaute berücksichtigte ich außer den ung. noch die Laute der deutschen,
engl., franz. und der phonetisch so interessanten schwed. Spr. Der 3. Teil behandelt eingehender
die Verbindungen der Sprechlaute, und zwar die Lautein- und -absätze ('glides'), dann die Über-
gangslaute, endlich den Bau der Silben, Wörterverbände und Sätze. Der 4. Teil behandelt die
Veränderungen der Sprechlaute. In diesem Teile versuchte ich eine genetische Einteilung, auf
Grund des Grundsatzes, daß bei jedem einzelnen Laute ein jeder Faktor der Entstehung verändert
werden kann, wobei immer ein andrer Laut entsteht. Es kann verändert werden der E.xpirations-
stoß (verschiedene Betonung), die Art der Hemmung (aus einem Mundöffner wird ein Mundengelaut,
u : w; aus einem stimmhaften wird ein stimmloser Laut u. s. w.) , die Form des Resonanz-
raumes (Veränderungen der Mundöffner untereinander, aus einem SchUißlaut wird ein Engelaut
u. s. w.) und die Stelle der Entstehung. Außerdem kann noch verändert werden die Dauer der
einzelnen Sprachlaute nnd der Übergang von einem Laute zum andern (Entstehung und \'er-
schwinden der Diphthonge).
Szekes-FehervAr.
Josef BaLassa.
BIBLIOGRAPHIE 18 8 6'.
I. SAMMELWERKE.
AMERICAN ANNALS OF THE DEAF AND DUMB. ED. BY E. A. FaY . WASHINGTON. —
VOL. XXI XXX. 1876 85. INDEX, 1886.
The present Index, like the former one 1S47 — 1875^, i^ divided into two parts , viz.
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G. WiNG : THE ASSOCIATIVE FEATURE IX THE EDUC.^TIOX OF DEAF-MUTES.
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B. Assmann : abt Aelfrics angelsächs. Bearbeitung des buches Esther.
— ABT Aelfrics angelsächs. Bearbeitung des buches Hiob, druck mit der hs. vgl.
A. ZeTSCHE: CHRONIK DES RoBERT VON BrUNNE VOM ANF.ANG BIS ZU ChR. GEB...
G. Sarrazin : die Beowulfssage in dänem.ark.
— Beowa und Bödvar.
O. ReISSERT : BEMERKUNGEN ÜBER SpENSERS SHEPHEARDS CALENDAR UND DIE FRÜHERE BUKOLIK.
W.Sattler; beitrage zur präpositionslehre im neuengl. xx : at-in.
1 Über Plan, Inhalt, Umfang, Anordnung, Art und Weise dieser Bibliographie habe ich mich ausführlicher
I, z. I. 416 ausgesprochen. Den gelehrten Gesellschaften und Instituten, den Her.-vusgebern verwandter Zeitschriften,
den Verfassern und Verlegern, welche diese Bibliographie durch Einsendung von Exemplaren, bzhw. durch Tausch,
gefördert haben, sage ich hier meinen besten Dank. Von ihrer wohlwollenden Willfährigkeit hängt ja die Vollständig-
keit der Bibliographie ganz ab.
BIBLIOGRAPHIE 1886. — SAMMELWERKE. . l5l
F. Liebermann : Gerefa, herausgeg. mit einleit.
TEN BrIXK : zu CyMBELINE.
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C. M.Pott: notes on Andrew Borde's book and passages from the ist ^nd 2^"d quartos
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A. R. Diebler: Henrisones fabeln.
M. Mann : der physiologus des Phil. v. Thaün und seine quellen.
E. HÖNNCHER: zur DIALOGEINTEILUNG IM ^SEEFAHRER'.
P. BUSS : SIND DIE VON HORSTMANN HERAUSGEGEBENEN SCHOTT. LEGENDEN EIN WERK BaRBERI;S?
G. Sarrazin: Beowulf und Kynewulf.
A. Sturmfels : der altfranz. vokalismus im altengl.
H. Thurein : das datum von Chaucers 'Mars und Vemus '.
R. WüiiKER : Eduard Bulwer und seine w^erke.
— versehen in den Büchern über neueste engl, i.itteratur.
K. Lentzner : Clement Mansfield Ingleby.
F. Dieter: kritische Bemerkungen zu einer unkritischen Rezension.
F. LüNS : Übersicht der in den jähren 1883 und 1884 auf dem gebiet der engl. Philologie
erschienenen Bücher und Aufsätze.
ANNUAIRE DE L ACADEMIE ROY. DES SCIENCES, DES LETTRES ET DES BEAUX-ARTS DE
BELGIQUE. BrUXELLES, 1886, 51E aNNEE. — 12°, 436.
ARCHIV FÜR DAS STUDIUINI DER NEUERN SPRR. U. LITT., HERAUSG. VON L, HerRIG.
Braunschweig, VVestermann. — LXXV, 8°, 480; LXXVI, 480.
K. Biltz : die neueste schrift über die Abfassung von Luthers lied: 'ein feste bürg ist
unser GOTT.' •
W. SCHWARTZ : VOLKSSAGE UND VOLKSGLAUBE.
L. W'iRTH : Johann Fischarts religiös-politisch-satirische Dichtungen.
E. EiCKERSHOFF : ÜBER DIE VERDOPPELUNG DER KONSONANTEN IM ALTNORMANNISCHEN.
K. EnGELCKE : DIE LIEDER DES HUGHES DE BrEGI.
TH. ThIEMANN : deutsche KULTUR und LITTERATUR des 18. JH. IM LICHTE DER ZEITGENÖSSISCHEN
ITAL. KRITIK.
R. Brandstetter : die Technik der Luzerner heiligenspiele.
G. Michaelis: über die ausspr. der Dentallaute in den alten sprr.
H. Löschhorn : ZUM andenken an W. Grimm.
K. Biltz : die neuesten Schriften über die gedruckte vorluthersche deutsche bibelürer-
setzung.
C. Horstemann: the lyf of saint Katherin ok Sexis.
K. HuBER : über die SPR. des ROMAN DU MONT ST.-MiCHEL VON GUILLAUME DE ST.-PAIER.
J. ZUPITZA : KLEINE BEMERKUNGEN ZU SKEATS ETYMOL. DICTION.
IhNE : DAS STUDIUM DER NEUERN SPRR. AUF DER HOCHSCHULE.
M. Krummacher : zu Scotts lady of the lake.
L. F. Ofterdinger : Erinnerungen an Ludmilla Assing.
K.Böttcher: der franz. unterr. in der v. und iv. der gvmn. und ki.al(;ymn. und das
fkanz. untekriciitswekk von Josupeit.
S. IHNE und iMuiIAKLIS.
ARCHIV FÜR SLAW. PHILOL. UNTER MITWIRKUNG VON A. BRÜCKNER, A. LeSKIEN,
W. Nehring HERAUSG. VON V. Jagic'. — Berlin, VVeidmann. — l\. 8°. 710.
M. 20.
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J. Knieschek: die ^echischen mariknki.agen.
Techmer, ztschr. IV. '•
102 F. Tkchmer.
St. Smal Stockij : über die Wirkung der Analogie in der dekl. des kleinruss.
L. MaSING: STUDIEN ZUR KENNTNIS DES SZBORNIK SVJATOSEAVA VOM J. IO73.
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"W. W OLLNER : UNTERSUCHUNGEN ÜBER DEN VERSBAU DES SÜDSLAW. VOLKSLIEDES.
A. WeSSELOFSKY : BEITR. zur erklär. DES RUSS. HELDENEPOS.
C. JIRECEK: der GROSSVEZIER MeHMED SoKOLOVIC und DIE SERBISCHEN PATRIARCHEN MaKARIJ
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A. BÜCHNER : EIN WEISSRUSS. CODEX MISCELLANEUS DER GRÄFLICH RaCZYN'SKISCHEN BIBLIOTHEK
IN Posen.
W. Nehring: die dramatisierte GESCHICHTE JosEPHS : Z'ywot Jözefow VON NicoL. Rej.
V. Jagic' und Fr. Mikulicic' : Katharinen-legende in altkroatischer Fassung.
J. HaNUSZ : EINIGE SLAW. NAMEN ARMEN. UND TÜRK. HERKUNFT.
J, Los' ; BERICHTIGUNG ZUM ReIMSER EVANGELIUM.
Al. KoTSCHUBINSKIJ : EINE SERB. EVANGELIENHANDSCHR. V. J. I436 AUS ZeTA.
V. JAGIc' : EIN SERB. TEXTBEITR. ZUR GeORGIUS-LEGENDE.
St. Novakovic' : über die Entstehung mancher Volkslieder.
W. VoNDRa'k : ÜBER die LOKALENDUNGEN -E UND -U DER t- UND O-STÄMME IM ALTBÖHM.
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Wh. StOKES : CELTIC DECLENSION.
R. Meister: AEMNION und 'AAMENI2.
H. COLLITZ : DIE neueste SPRACHFORSCHUNG UND DIE ERKLÄRUNG DER IDG. ABLAUTS.
A. FiCK : DIE SPRACHFORM DER ALTION. UND ALTATT. LYRIK I.
B. T.IEBICH : DIE KASUSLEHRE DER ALTIND. GRAMMATIKER VGL. MIT DEM GEBRAUCH DER KASUS IM
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J. VAN DEN GhEYN : NOUVELLES RECHERCHES SUR LA 8 E CLASSE DES VERBES SANSCRITS.
Gh. de LIarlez : coup d'oeil sur l'histoire et l'etat actuel des etudes avestiques.
BULLETIN DE l' ACADEMIE IMF. DES SCIENCES DE ST.-PeTERSBOURG, 1886, T. XXX. XXXL
W. RADLOFF : MATERIAUX POUR L ETUDE de LA LANGUE KOURDE , RECUEILLIS PAR M. LE PROF.
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RIODO DELLA ROMANIZZAZIONE.
G. LlGNANA : NOTE ITALICHE. — ISCRIZIONE DI BeLLANTE.
Gröber G.: grundriss der roman. philol. unter mitwirk, von 25 [2. Lief. 28
FACHGENÜSSEN HERAUSG. VON G. G. LIEF. I 2. - — StRASSBURG , TrUBNER,
1886. — 8°, 512.
Seit DiEZ die roman. Sprachw. begründet und die Grundlagen derselben in jenen Werken
dargestellt, welche für alle Zeiten ihre Stelle in der Gesch. der Sprachw. behaupten werden,
haben sich hunderte von Romanisten auf diesem Gebiet beihätigt. Es bliib nun eine lohnende
Aufgabe, die wichtigsten Ergebnisse ihrer zerstreuten ^■eröfl'entlichungen übersichtlich zusammen-
zufassen. Ob wohl die Kräfte eines Einzelnen ausreichen konnten dieselbe zu lösen/ G. Kör-
ting hat den Versuch gewagt mit besonderer Berücksichtigung jedoch nur des Franz. und Italien.,
welche ja dem deutschen Studierenden am nächsten liegen. Über seine kncvkloV. und Metho-
dologie DER ROMAN. PHILOL. ist von mir in der r.iBL. 1884 und 18S6 berichtet worden. In der
vorliegenden Sannnlung ist nun die roman. Philol. miiglichst gleichmiißig in ihrem ganzen Um-
fang behandelt, 25 — 28 Fachgenossen haben sich unter der Leitung des erfahrenen llerausg. der
ZTSCHR. f. ROM. PHILOL. hier zusammengelhan und scharten ein Werk, das ein Ereignis nicht bloß
für die roman, Philol., sondern für die gesamte Sprach\vissensch;ift ist. tber den Charakter des
Werkes im allgemeinen werde ich am Schluß des I, Bantles und der ganzen Sammlung, vorder-
hand will ich nur über den Inhalt der ersten beiden Lief, belichten; die Titel der darin voll-
endeten Einzelabhandlungen folgen hier, die Besprechungen unter den Namen der betr. Vff.
1 1"
164
F. Techmer.
I. Teil. Einführung in die roman. Philol.
GESCHICHTE DER ROMAN. PHILOL. V. G. GRÖBER.
AUFGABE UND GLIEDERUNG DER ROMAN. PHILOL. V. G. GrÖBER.
II. Teil. Anleitung zur philol. Forschung.
Die Quellen der roman. Philol.
DIE SCHRIFTLICHEN QUELLEN V. W. SCHUM.
DIE MÜNDLICHEN QUELLEN V. G. GRÖBER.
Die Behandlung der Quellen.
METHODIK UND AUFGABEN DER SPRACHW. FORSCHUNG V. G. GRÖBER.
METHODIK DER PHILOL. FORSCHUNG V. A. TOBLER,
III. Teil. Darstellung der roman. Philol.
Roman. Sprachw. Die vorroman. SpiT.
1. KELTISCHE SPRR. V. E. WiNDISCH.
2. DIE BASKEN UND DIE IBERER V. G. GeRLAND.
3. DIE ITALISCHEN SPRR. V. W. DeECKE.
4. DIE LAT. SPR. IN DEN ROMAN. LÄNDERN V. W. MeYER.
5. ROMANEN UND GERMANEN IN IHREN WECHSELBEZIEHUNGEN V. F. KlUGE.
6. DIE ARAB. SPR. IN DEN ROMAN. LÄNDERN V. ChR. SeYBOLD.
7. DIE NICHTLAT. ELEMENTE IM RUMÄN. V. M. GaSTER.
Die roman. Sprr.
1. ROMAN. SPRR. EINLEITUNG UND ÄUSSERE GESCH. V. G. GRÖBER.
2. DIE RUMÄN. SPR. V. H. TlKTIN.
3. DIE RÄTOROMAN. MUNDARTEN V. T. GaRTNER.
4. DIE ITALIEN. SPR. V. F. d'OvIDIO UND W. MeYER.
5. DIE FRANZ. UND PROVENZ. SPR. UND IHRE MUNDARTEN V. H. SUCHIER.
6. DAS KATALANISCHE V. A. MoREL-FATIO.
7. DIE SPAN. SPR. V. G. BaIST.
8. DIE PORTUGIES. SPR. V. J. CORNU. >
9. DIE LAT. ELEMENTE IM ALBANES. V. G. MeYER.
Die letztgen. Arbeiten über die roman. .Sprr. 4—9 sind in der 3. Schluß-jLieferung des
I. Bandes vollendet, worüber in der eibl. 1888 das Nähere.
JOURNAL DE LA SOCIETE FIXNO-OUGRIENNE. I. I35. HeLSINGISSÄ, 1 886.
O.Donner: Jahresbericht über die Fortschritte der finnisch-ugrischen Studien während
DER JAHRE 1883— 84 UND 1884— 85.
T. G. Aminoff : exemples de la langue votiak.
V. MaINOF : DEUX OEUVRES DE LA LITTERATURE POPUI.AIRE MOKCHANE.
]. KrOHN: LE PASSIF PERSONEL DANS LA LANGUE LAPONNE.
A. O. Heikel: la demeure mordvine.
A. Ahlqvist: sur un son double dans la langue ostiak.
regit de voyage du magistre K. Jaakkola.
die finnisch-ugrischen Völker [mit einer Sprachkarte].
KORRESPONDENZBLATT DES VEREINS FÜR NIEDERDEUTSCHE SPRACHFORSCHUNG. JAHRG.
1886. XL 2.
S. COLLITZ.
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A. MaRRE : l'iMMIGRATION MALAISE DANS MADAGASCAR A-T-ELLE PROCEDE OU SUIVI LINTRODUCTION
DE l'hINDOUISME DANS JAVA.
C. A. Serrure: etudes sur la numismatique gauloise des commentaires de Cesar.
C. DE HaRLEZ : LA CIVILISATION DE L'HUMANITE PRIMITIVE ET LA GENESE.
A. WiEDEMANN : LES C ASTES EN EGYPTE
M. Gueluy: description de la CHINE occidentale.
DUCARME: LES 'AUTOS ' DE GiL ViCENTE.
E. DE DiLLON : AS FINAL DEVANT LES SONORES, EN SANSCR. SCOPANISHAD.
R. BaSSET: UNE ELEGIE D'IBN SaID EN NÄS.
A. MaRRE : QUELQUES REMARQUES SUR LES NOMS DES MGIS EN LANGUE MALGACHE.
L. C. CASARTELLI : UN TRAITE PEHLEVI sur LA MEDICINE.
H. DE ChARENCEY : TEXTES EN LANGUE TARASQUE.
E. Wilhelm: etudes avestiques.
A. H. Sayce : deux nouvelles inscriptions vanniques.
I. PiZZI : LES LANGUES et LES LITTERATURES DE LA PERSE.
A. W IEDEMANN : LA LETTRE d'ADRIEN 'a SeRVIANUS SUR LES AlEXANDRIXS.
A. BaMPS : LE CALENDRIER AZTEQUE.
A. H. Sayce : la Situation geographique d'Anzan.
G. Crolla: extrait des vieux dictons et proverbes vulg.\ires arabes.
G. Massaroli: ESSAI d'interpretation assyro-cil\ldeenne.
H. de ChARENCEY: FRAGMENTS EN LA LANGUE CHANABAL,
LITTERATURBLATT FÜR GERM. UND ROM. PHILOLOGIE HERAUSG. V. BeHAGEL U. NeU-
MANN. — Heilbronn. Henninger, i<
MEMOIRES DE l'aCAD. IMP. DES SCIENCES DE ST.-PeTERSBOURG, VIIE SERIE. T. XXXIV.
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A. Enmann: kypros und der Ursprung des Aphrodite-kultus.
MEMOIRES DE LA SOCIETE DE LINGUISTIQUE DE PaRIS VI. 2^ PASC. 1886.
M. Breal : ITALICA.
V.Henry: notes grecques et latines.
L. DUVAU : DATIF PLURIEL DE LOMBRIEN.
L. HaVET: VARIA,
F. DE Saussure: KPH'NH.
M. Breal : le qroupe lv et ses continuateurs en latin. — etymologies,
Ph. Berger: Camii.lus, — essai sur la signification historique des noms des patriarcues
hebreux,
Cf. Breal.
NEUPHILOLOCJISCHE liEITK. HKUAUSG. VOM VEREIN Fl K NKUEKE SPRK. IN HANNOVER
IN VERANLASSUNG DES ERSTEN ALLGEMEINEN DEUTSCHEN NEUPHILOLOGENTAGES AM
4., 5. UND 6. OKT. 1886. IlANNt)VKR. K. AIeVEK. 8 "^^ , X\l\", 84.
M, 2.80,
DER VEREIN FÜR NEUERE Sl'KK, Y.V HaNNoVKU IN DFN JAHREN SEINES ÜESTEHENS iSSo — Sü.
K, MÜIILEFKID: DIK WISSENSCH. GRUNDLAGE DES NElSPRACin.. VN PERK.
O. Reissert: du'. kklockn des Alexander Barclay,
l56 - r* Tfxhmer,
F. Dörr : die aufgäbe der modernen philol. in der Gegenwart.
A. Knigge: über den Wechsel der Diphthonge au" und du" im mittelengl.
R. Heiligbrodt : eine altfranz. hs. auf der Hamburger stadtbibliothek.
NVARE BIDRAG TILL KÄXNEDOM OM DE SVEKSKA LANDSMALEN OCK SVENSKT FOLK.LIF.
TIDSKRIFT UTGIFVEN PÄ UPPDRAG AF LANDSMALSFÖRENINGARNA I IJPPSALA, HeLSING-
FORS OCK LuND GENOM J. A. LuNDELL. STOCKHOLM, SaMSON & WaLLIN.
1886. a: J. Bureus, sumlen; utg. af G. E. Klemming.
NiSTAVAREN TIDSKRIFT FÖR RÄTTSKRIVNINGSFRAGOR PA UPPDRAG AV RÄTTSTAVNINGS-
SÄLLSKAPET UTJIVEN AV O. HoPPE. 1886, I. 38. UpPSALA , AlMQVIST &
VViKSELL.
A. Noreen: RÄTTSTAVNINGSLÄRA.
— PROF. Es. Tegner och RÄTTSTAFNINGSFRaGAN.
PROCEEDINGS OF THE 18. ANNUAL SESSION OF THE AMER. PHILOL. ASSOC. HELD AT
ItHACA, N.Y., JULY, 1886.
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W. D. Whitney: on roots.
B. J. WHEELER: ANALOGY and THE SCOPE OF ITS APPLICATION IN LANGUAGE.
Ch. f. SMITH : SOUTHERNISMS.
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— ON CONSONANT NOTATION AND VOWEL DEFINITION.
F. B. Tarbell: phonetic law.
W. D. Whitney : the method of phonetic change in language.
Cf. March, Whitney. v .
proceedings of the i i . conve