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Full text of "Internationale Zeitschrift für allgemeine Sprachwissenschaft"

HANDBOUND 
AT THE 



UN1\ F.RSITV OF 
TORONTO PRESS 



uyo 
INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT 



FÜR 



ALLGEMEINE 

SPRACHWISSENSCHAFT 



UNTER MITWIRKUNG DER HERREN 

L. Adam \\\ Rennes, G. I. AscoLi in Mailand, F. A. Coelho in Lissabon, 0. Donner 
IN Helsingfors, H. L. Fleischer und G. von der Gabelentz in Leipzig, A. S. 
Gatschet in Washington, R. Lepsius in Berlin. A. Leskien in Leipzig. 
G. Mallery in Washington, F. A. March in Easton, F. VON Miklosich und Fried- 
rich MÜLLER in Wien, Max Müller in Oxford. G. Oppert in Madras, H. Paul 
IN Freiburg, A. F. Pott in Halle, W, Radloff in Kasan, L. de Rosny in Paris, 
k. H. Sayce in Oxford, W. Scherer und H. Steinthal in Berlin. J. Storm in 
Christiania, J. Vinson in Paris, W. D. Whitney in New Haven, W. Wundt in Leipzig 

UND ANDERER GELEHRTEN DES IN- UND AUSLANDES 
begründet und herausgegeben 



F. TECHMER. 

IV. BAND. 

mit 1 STAHLSTICH, :i TAFELN UND 8 FIGUREN. 




Heilbronn, issq. 
GEBR. Henninger 



PARIS:F. ViEWEG. NEW YORK: B. Westermann & CO. TURIN: H.Loescher. 
BOSTON: C arl Scho e nho F. 



p 

3 




Druck von Breitkopf & Hartel in Leipzig. 



Papier von Ferd. Flinsch in Leipzig. 



1 



INHALT DES IV. BANDES. 



TeCHMER f.: VORWORT zu ANALYTICAL COMPARISON I 

BOPP F. : ANALYTICAL COMPARISON OF THE SANSKRIT , GREEK . LATIN , AND 

TEUTONIC LANGUAGES (1820) 14 

Humboldt W. v.: über analytical comparison (brief an F. Bopp. 1821) 61 
Pott A. F. : Einleitung in die allgemeine Sprachwissenschaft. 

ZUR litteratur der Sprachenkunde Amerikas 67 

SÜDAMERIKA 77 

NORDAMERIKA 83 

Müller F. -Wien: die Entstehung eines wortes aus einem suffixe ... g" 

Brugmann K.- Leipzig: das nominalgeschlecht in den idg. sprachen . . loo 
Techmer F, : zur Lautschrift mittels latein. Buchstaben und artikula- 

TORISCHER nebenzeichen HO 

Balassa J.-Szekes-Fehervar: phonetik der ungarischen spräche .... 130 

BaLASSA J. : BESPRECHUNGEN 158 

Techmer F.: Bibliographie 1886 160 

I. SAMMELWERKE l6o 

II. EINZELWERKE 1 72 

RÜCKBLICK 224 

NACHRUF AUF F. ChR. LuDW. HeRRIG 33S 

Techmer F. : vorwort zu J. Wilkins' essay 339 

WiLKiNS John: essay towards a real character and a philosophical 

language, London, 1668, part iil concerning natural grammar . . 349 

CHAPTER X. OF ORTIIOGRAPHY 350 

CHAPTER XI. OF VO^YELS 354 

ClIAPTER XII. OF CONSONANTS 357 

CHAPTER XIII. OF COMPOUND LETTERS 36 1 

CHAPTER XIV. OF ACCIDENTS OF LETTERS 365 

R. DE LA GraSSERIE-ReNNES : de LA CLASSIFICATION DES LANGUES 374 

I PARTIE: CLASSIFICATION DES LANGUES APPARENTEES 377 

Thiele J.: Register 3SS 

PERSONENREGISTER 38S 

SACHREGISTER 393 




Rudolf Straiiok sr Leipzig 



J^^^'j /iC7 ^p 



ANDE NKEN 



Franz Bopp 



GEWIDMET. 



VORWORT DES HERAUSGEBERS 



Eine ausführliche Darstellung des Lebens und eingehende Besprechung 
der Werke des Begründers der indogermanischen Sprachwissenschaft für diese 
Zeitschrift zu schreiben hat Herr Prof. Lefmaxx übernommen . welchem von 
der Familie Bopps dessen litterarischer Nachlaß zur Verfügung gestellt worden 
ist. Da der Umfang dieses Lebensbildes über den Rahmen eines Heftes der 
I. z. hinausgewachsen ist. so wird dasselbe in einem Supplement zu diesem 
Bande erscheinen, sobald es vollendet ist. Mittlerweile verweise ich auf Benfev: 

GESCHICHTE DER SPRACHW. 1869. S. 37O 379, 47O 515; BrEAL: IXTRODUCTION 

Ä LA grammaire comparee ... DE M. Franc. Bopp. I. 1 866 — IV. 1872 ; Guigniaut: 

NOTICE HISTORIQUE SUR LA VIE ET LES TRAVAUX DE M. FrANC. BoPP , LUE DANS 
LA SEANCE PUBLIQUE ANNUELLE DU IQ NOV. l86g; DELBRÜCK : EINLEITUNG IN D.AS 
SPRACHSTUDIUM . EIN BEITRAG ZUR GESCHICHTE DER METHODIK. DER VGL. SPRACH- 
FORSCHUNG , 1880; 2. A. 1884. S. I ff. Auf die Bedeutung von Bopps Abh. : 
ANALYTiCAL coMPARisoN hat Benfev Icidcr nicht, wohl aber Breal I. S. XXXI f.. 
GuiGNiAUT S. II und Delbrück S. g ff. aufmerksam gemacht. Wenn nun diese 
für die Geschichte der Sprachw. und ihrer Methodik so wichtige Boppsche 
Schrift sonst seitens der Sprachforscher nicht die verdiente Berücksichtigung 
und Verwertung gefunden hat . so liegt das wohl daran , daß sie so schwer 
zugänglich gewesen ; ich habe mich wenigstens bisher vergeblich bemüht ein 
Exemplar zu erwerben. Ich darf deshalb wohl erwarten, daß es den Lesern 
der I. z. willkommen sein wird, wenn ich mit Erlaubnis der Familie Bopps in 
diesem Bande analytical comp.^rison nebst einem noch unveröffentlichten 
Briefe W. v. Humboldts an den Vf. über diese Abh. zum Abdruck bringe. 
Nachdem ich mich auf die oben gen. Werke über Bopp bezogen . darf ich 
mich hier wohl auf einige wenige einleitende Bemerkungen beschränken . um 
die Stelle zu kennzeichnen . welche axai.vtical compark^ox in der Sprachw. 
wie unter Bopps Schriften einnimmt. 

Die Verwandtschaft der griech.. lat.. gcrman. u. aa. Sprr. unter sich wie 
mit dem Skr. war ja bereits vor Bopp erkannt worden, unter andern von 
Leibniz und W. Jones, von welchen ich darauf bezügliche Stellen i. z. III. 341. 
bzhw. 295, angeführt habe. Der wissenschaftliche Beweis der Verwandtschaft 
war aber noch keineswegs erbracht. Wir lesen bei Fkiedr. Schlegel: über 



/, ¥. Teciimkr. 

DIE SPR. UND WEISHEIT DER INDER, 1 8o8 , S. 28: 'Jcncr Unterscheidende Punkt 
aber, der hier alles aufhellen wird, ist die innere Struktur der Sprr. oder 
die verg-leichende Grammatik, welche uns ganz neue Aufschlüsse über 
die Genealogie der Sprr. auf ähnliche Weise geben wird, wie die vgl. Anatomie 
über die höhere Naturgeschichte Licht verbreitet hat."* Friedr. Schlegel unter- 
schied einen 'Stufengang der Sprr.': auf der untersten Stufe die einsilbige 
chinesische Spr. , welche die Nebenbestimmung der Bedeutung durch mecha- 
nische äußere Hinzufügung von für sich bestehenden Wörtern bezeichne; auf 
der obersten Stufe die indische und verwandte Sprr., welche die Verhältnis- 
begriffe durch innere Veränderung und Umbiegen der Wurzel Flexion) an- 
deuten und organisch entstanden seien. Die Wurzel sei auf dieser höchsten 
Stufe ein Keim, der sich lebendig entfalte. Auf Zwischenstufen ständen der 
chines. näher die amerikanischen, der ind. näher die semitischen Sprr. (S. 45 ff.). 
W. V. Humboldt schrieb in Adelungs mithridates S.A. 34 (1816)': 'Nicht 
die einzelnen ohne weitere Analyse aufgegriffenen Wörter zweier Sprr.. son- 
dern die Analogie der Wortbildung, zusammengenommen mit dem ganzen 
Umfang ihrer Wurzellaute , muß man vgl. , um über ihre Abkunft und ihre 
Verwandtschaft ein gegründetes Urteil zu fällen . . . Möglichst genaue Feststel- 
lung der Ausspr. und strenges Studium der innern Analogie sind die Grund- 
festen alles etymologischen Studiums. ' Übrigens hatte J.S.Vater, welcher 
nach Adelungs Tode (1806) den mithridates fortsetzte und vollendete (181 7), 
der grammatischen Analyse schon mehr Aufmerksamkeit zugewendet, sowohl 
im mithridates wie in seinen spätem Schriften. * Und vordem hatte Othmar 
Frank: Fragmente eines Versuchs über dynamische Spracherzeugung nach vgll. 

DER PERS. , IND. UND DEUTSCHEN SPRR. UND MYTHEN, 1813, mit BcZUg auf die 

Sprachzergliederung der alten ind. Grammatiker und die 'weniger glücklich 
durchgeführten Versuche' von Fulda für das germ. Gebiet, geäußert: 'Es ist 
möglich, daß sich solche künstlichen Analysen, wenn sie von richtigen Ideen 
aus begonnen würden, auch wirklich in der deutschen, pers. u. aa. Sprr. 
durchführen ließen, wobei sich die innere Verwandtschaft jener beiden unter 
sich und mit d. Skr. am besten bestätigen müßte, ja die schon vorhandene 
Analyse dieser wohl sogar als Muster gebraucht werden könnte.' Leider ist 
der Versuch Franks, welcher namentlich vom Pers. ausgeht, weniger gelungen, 
als diese Bemerkung erwarten ließ. Die streng wissenschaftliche Verwirk- 
lichung der von seinen Vorgängern nur angedeuteten vgl. Zergliederung und 
Grammatik blieb Bopp vorbehalten, wenigstens für die indogerm. Sprr.^ 



^ Vgl. auch seine spätere Abh. an essay on the best means of ascertaining the affi- 
NiTiES OF oriental languages, transact. ROY. AS. SOG. II., 1828 ; im Auszuge I. z. II. 43. 

^ ANALEKTEN der SPRACHENKUNDE, 182O, DIE SPR. DER ALTEN PREUSSEN, 182I. VER- 
GLEICHUNGSTAFELN DER EUROP. STAMMSPRR. UND SÜD-, WESTASIATISCHER, l822. 

3 Über die Ergebnisse der vgl. Zergliederung der semitischen Sprr. im Mittelalter siehe 
MuNK, jouRN. AS. 1850, XVI und Neubauer, notice sur la lexicographie hebraique, journ. 
AS. 1861. Für die ugrischen Sprr. s. P. Hunfalvy : die ungarische sprachw., litter. be- 
richte i. 75 ff. Die Ähnlichkeit der ungar. mit den finnischen Sprr. hatten bereits Amos Come- 
Nius, Olav Rudbeck, Leibniz (vgl. LZ. III. 341) bemerkt. Den Beweis der Verwandtschaft mit 
dem Lappischen versuchte Jon. Sajnovics (demonstratio idioma ungarorum et lapporum idem 
esse, 1770: zu i'iihren, nicht bloß durch Vgl. von Ausspr., von Wörtern und Hilfswortern, sondern 



VORWORT ZU ANALYTICAL COMPARISOX. 



Nachdem Bopp sich auf der Schule zu Aschaffenburg eine tüchtige Kennt- 
nis der klassischen und neuern Sprr. erworben, ging er 1812 nach Paris, um 
dort orientalische Sprr., namentlich Skr., Pers., Hebr. und Afab. zu studieren, 
die semitischen unter Leitung von Silvestre de Sacv. ' Im letzten Jahre 
seines Aufenthalts in Paris 18 16 erschien sein Erstlingswerk: über das kon- 

JUGATIONSSYSTEM DER SKRSPR. IN VGL. MIT JENEM DER GRIECH., LAT.. PERS. UND 

GERM. SPR. , herausgeg. von seinem frühern Lehrer Windischmann. In dieser 
Arbeit ist die Anregung unverkennbar, welche Bopp Friedr. Schlegel und 
den Philologen der altern holländischen wie der deutschen Schule, namentlich 
G. Hermann, sowie auch teilweise S. de Sacv verdankt. Doch läßt die wei- 
tere Ausführung den selbständigen Forscher erkennen, welcher auf induktivem 
Wege, seines Zieles wohl bewußt, vorgeht und die Irrwege seiner Vorgänger 
geschickt meidet. Sein Streben ist nach S. 137 dahin gerichtet: Men Grund 
und Ursprung der grammatischen Formen [zunächst der Konjugation] der- 
jenigen Sprr. zu erklären, die mit dem Skr. in engster Verwandtschaft stehen.' 
Sein Mittel zu diesem Zweck ist die vgl. Zergliederung, welche, wie wir ge- 
sehen, zwar bereits empfohlen und angestrebt, aber vor ihm noch nie in so 
wissenschaftlicher Weise geübt worden war. Insofern hat er Grund zu sagen 
S. 12: 'Da ich mich aber in meinen Behauptungen nie auf fremde Autorität 
stützen kann, indem bisher noch nichts über den Ursprung der grammatischen 
Formen geschrieben worden, so muß ich sie mit triftigen Beweisen belegen.' 
Gleichzeitig damit hat B. auch zuerst den Beweis für die Verwandtschaft der 
ind. mit der griech.. lat., pers. und germ., Spr. wirklich erbracht. Die folge- 
richtige Durchführung der vgl. Zergliederung und der strenge induktive Be- 
weis der Verwandtschaft der gen. Sprr. ist also die eigenste That Bopps in 
dieser seiner ersten Arbeit. An Friedr. Schlegel erinnert S. 7 : "^ Unter allen 
bekannten Sprr. zeigt sich die geheiligte Spr. der Indier als eine der fähigsten, 
die verschiedensten Verhältnisse und Beziehungen auf wahrhaft organische 
Weise durch innere Umbiegung und Gestaltung der Stammsilbe auszu- 
zudrücken.' Von F. ScHL. weicht er jedoch ab und nähert sich der Auffas- 
sung der gen. Philologen, wenn er fortfährt: *^Aber ungeachtet dieser bewun- 
derungswürdigen Biegsamkeit gefällt es ihr zuweilen, der Wurzel das Verbum 
abstractum einzuverleiben.' An Hermann und Sacv schließt B. sich darin an. 
was er S. 3 von dem Zeitwort im allgemeinen bemerkt. Herm. folgt der damals 
herrschenden logischen Auffassung des Satzes, wenn er de emendanda ratione 
GR. GRAM. 1801, S. 127 tres partes orationis unterscheidet, quot sunt partes 
cogitationum. Atque unaquaeque cogitatio . . . tribus omnino constat iisque 
necessariis partibus: prima quam subjectum philosophi vocant . . . sccunda. 



auch von Suffixen, ])ilclungssill)en und Konjugation. • Clrammatiscli erwies die Übereinstimmung 
des Ungar, mit dem Finnischen und Esthnischen Sam. CIvarmatiii : ai'FIMTAS LlNorAE hungakicak 

CIM 1. INGUIS FENNICAE ORIGINIS GRAMM.\TICE DEMONSTRATA , I799. womit N. RkV.US Grammatik 

1803 — 6 und A. M. RiEin.s magyarische gr.vmm., 1S58, zu vgl. Bknkkv hebt 'die für ihre Zeit 
ganz ausgezeichnete, erste wirklich wissenschaftliche Sprachvgl. von Sam. (,1v armatiii' in seiner 
GESCH. DER srRAciuv. besonders hervor. Sie sollte bald von lioiT in den Schalten gestellt 
werden. 

' Vgl. I. 7.. III. S. XXVII. 



5 F. TixnMEK. 

quam pracdicatum appellant . . . tertia dcniquc, quac copulae nomcn habet. 
Vgl. S. 173: Est enim haec verbi vis, ut pracdicatum subjecto tribuat atque 
adjungat. Hinc facile colligitur proprie unum tantummodo esse verbum: idque 
est verbum esse. Dem entsprechend Bopp, konjuo. S. 3: 'Das Verbum . . . 
ist bloß das grammatische Band zwischen Subj. und Prädikat ... Es gibt 
unter diesem Begriffe nur ein einziges Verbum, nämlich das sog. Verbum ab- 
stractum, sein, esse.' So findet B. als äußeres Kennzeichen des Futurs as 
;S. 66), des lat. Imperf. bhü (S. g6), anderseits als Kennzeichen des schwachen 
germ. Präteritums die Wurzel von thun (S. 151); vgl. 156: 'Wenn im Engl, 
der Gebrauch des Zeitworts do als Hilfsverbum so herrschend ist, und wenn 
auch im altern Deutschen dieser Gebrauch bestand, so dürfte dieses vielleicht 
darin seinen Grund haben, daß dieses Zeitwort schon im ältesten Germ, mit 
ungebeugten Wurzeln verbunden ward, um deren Nebenbestimmungen auszu- 
drücken.'' Was die Personen en dun gen betrifft, so hatte bereits Scheidius, 

PROLEGOMENA AD ETYMüLOGICUM LINGUAE GRAECAE , IJQO, S. XLIV ff. die Ver- 
mutung ausgesprochen : syllabas esse a pronominibus . . . resectas . . . Sunt 
enim litterae hae, syllabaeve, o, uu, m, )iiev, |uec, mus, proprie particulae 
pronominum antiquissimorum, vel ipsa pronomina adhuc usitata, determinandis 
verbi personis unice inservientia, ut apud Gallos pronomina separata je. tu . . . 
Adformantes syllabicas et asyllabas grammatici hebraei pronomina ejusmodi 
vocant, qua de re diximus ad analog, p. 279, 280. B. bemerkt nun konjug. 
S. 147 : 'Es scheint mir keinem Zweifel mehr unterworfen zu sein, daß die 
Buchstaben, die ich in diesem Versuche Kennzeichen der Personen zu nennen 
pflegte, wirkliche Pronomina seien. Schon aus der griech. und lat. Spr. ließ 
sich dies mutmaßen ; die Kenntnis des Altind. bringt es meiner Meinung nach 
zur Gewißheit. — Wenn der Genius der Spr. mit bedachtsamei" Vorsicht die 
einfachen Begriffe der Personen mit einfachen Zeichen dargestellt hat; wenn 
wir ob dessen weiser Sparsamkeit dieselben Begriffe an Zeit- und Fürwörtern 
auf gleiche Weise ausgedrückt finden, so erhellet daraus, daß der Buchstabe 
ursprünglich Bedeutung hatte, und daß er seiner Urbedeutung getreu blieb. 
Wenn ehedem ein Grund vorhanden gewesen ist , warum m ä m mich , und 
tam ihn heißt, und nicht letzteres mich, und ersteres ihn: so ist es gewiß 
aus demselben Grund, daß nun bhavami ich bin, und bhavati er ist heißt 
und nicht umgekehrt. — Wenn das Zeitwort wegen mannigfacher Neben- 
begriffe, die durch bedeutsame Flexion auszudrücken ihm zukommt, nicht auch 
die allzu wichtigen Begriffe der Personen durch eigene Mittel — durch innere 
Biegung — auszudrücken vermochte, wenn es sich desfalls Zeichen beigesellen 
mußte, deren Bedeutung keinem Zweifel Raum ließ : so konnte es mit Recht 
keine andern Buchstaben wählen als die, welche seit dem Ursprung der Spr. 
die ihm auszudrückenden Begriffe mit vollständiger Klarheit darstellten.'' Die 
weitere Vgl. zeigt, wie sehr auch nach dieser Seite B. seine Vorgänger über- 
holt hat ; wie behutsam er deren Fehler zu vermeiden verstand, ohne freilich 
selbst unfehlbar zu sein; mit wie scharfem Blick er bei seiner vgl. Zergliede- 
rung in der Mannigfaltigkeit das Übereinstimmende herauszufinden wußte. Es 
war das zunächst eine besondere Anlage für diese Bethätigung, welche durch 
Übung im Laufe der Jahre gepflegt und vervollkommnet wurde. 



VORWORT ZU ANALYTICAL COMPARISON. n 

Mit Unterstützung der bayrischen Regierung ging B. nun nach London, 
wo er zu einigen von den englischen Orientah'sten in Beziehung trat , welche 
wie WiLKixs und Colebrooke die Kenntnis der ind. Spr. und Litteratur. die 
sie an der Quelle geschöpft, den europäischen Gelehrten übermittelten. Hier 
trieb er namentlich Skr., unter andern auch mit W. v. Humboldt, wie er es 
in Paris mit A. W. v. Schlegel gethan. Wie fruchtbar der Aufenthalt in 
London für B. war, zeigt die neue engl. Bearbeitung des Gegenstandes seines 
ersten Werks , welche er als i . Artikel in den neubegründeten annals of 
oriental literature im Juni 1820 Teil l. i — 65 unter dem Titel: analytical 

COMPARISON OF THE SANSKRIT, GREEK , LATIN, AND TEUTONIC LANGUAGES, SHEWING 
THE ORIGINAL IDENTITY OF THEIR GRAMMATICAL STRUCTURE Veröffentlichte. Eine 

in Aussicht gestellte Fortsetzung ist nicht herausgegeben; die annals hörten 
mit dem ili. Hefte auf zu erscheinen. Auch hat sich im litterarischen Nach- 
laß, wie ich erfahre, kein weiteres engl. Ms. vorgefunden. Der Fortschritt im 
Vgl. zum KONJUGATIONSSYSTEM von 1816 ist bedeutend. War sich B. schon in 
der ersten Arbeit seines hohen Zieles bewußt, so ist er jetzt auch seiner 
Methode, in deren Handhabung seine Hauptstärke liegt, sowie der Ergebnisse 
im ganzen sicher. Das zeigt schon der neue Titel, in dem die Zerlegung 
neben der Vgl. zum Ausdruck kommt, als Mittel die ursprüngliche Überein- 
stimmung des grammatischen Baus der gen. Sprr. zu erweisen. Es sollte also 
wohl nicht bloß das Konjugationssystem , sondern der grammatische "^Orga- 
nismus " überhaupt in Betracht kommen ; in der That ist aber in dem vorlie- 
genden Teil nur das Zeitwort zu einem gewissen Abschluß gebracht. 

Nach einigen einleitenden Bemerkungen über die Wichtigkeit der gram- 
matischen Zergliederung und Vergleichung zeigt B., daß die griech., lat. und 
germ. Sprr. (das Slaw., Pers., Armen., Georgische zieht er vorderhand noch 
nicht in den Kreis seiner Untersuchung) nicht etwa vom Skr. abgeleitet seien, 
wie das noch F. Schlegel, spr. u. weish. d. ind. S. 3 behauptet hatte, son- 
dern daß sie alle mit dem Skr. Abarten einer Ursprache seien, der das Skr. 
in den meisten, aber keineswegs in allen Formen verhältnismäßig am nächsten 
stehe. In seiner Transskription oder vielmehr Translitteration des skr. Alpha- 
bets schließt er sich in Rücksicht auf seine engl. Leser an W. Jones und 
Dr. Wilkins an, z. T. mehr als gut ist. Der Phonetik und Graphik der altind. 
Grammatiker zollt er gebührende Anerkennung, rügt jedoch, daß sie mit dem 
Buchstaben für ä auch zugleich c und ö bezeichnet hätten, welche letztem 
kurzen Vokale sie in der gesprochenen Spr. nach seiner Ansicht unterschieden 
haben müßten. ' 

Neu i.st in der engl. Bearbeitung der Abschnitt über Wurzeln. B. geht 
hier von den skr. Wurzeln aus , dem Ergebnis der Zergliederung der altind. 

^ Von dieser Ansicht ist ]>. später leider unter dem Einlluß von (.Irimms r.uAMM. I. 594 zu- 
rückgekommen. Er sagt voi,. (.KAMM. ^ I. §3: 'Unter den einfachen Vokalen fehlt es dem 
altindischen Alphabet an einer Bezeichnung des griech. e und , deren Laute , im Kall sie im 
Skr. zur Zeit seiner Lebensperiode vorkamen, doch erst nach der Festsetzung der Schrift sich aus 
dem kurzen a entwickelt haben können, weil ein die feinsten .•\I)stufungen des Lautes darstellendes 
Alphabet [das gilt weniger für die Vokale als für die Konsonanten; gewiß auch die Unterschiede 
zwischen ä , c und ö nicht vernachlässigt haben würde, wenn sie vorhanden gewesen wären.' 



g F. Techmer. 

Grammatiker. Er behauptet; ihr Wesen bestehe in der Einsilbigkeit, welche 
auch für das Lat.. Griech. und Germ, gelte'; die Wurzeln der arab. und ver- 
wandten Sprr. dagegen seien nicht auf eine Silbe beschränkt, sondern im all- 
gemeinen an drei Konsonanten gebunden. Die semitischen Wurzeln gestatten 
eine mannigfachere innere Beugung . während letztere bei den einsilbigen 
Wurzeln natürlich nur eine beschränkte sein könne'': das Skr. und die ver- 
wandten Sprr. seien deshalb in ihrer Wortbildung mehr auf äußere An- 
fügung angewiesen. Er tritt damit in Gegensatz zu Fr. Schlegel, welcher 
den Ursprung der grammatischen Formen nicht untersucht und den Begriff 
'Flexion'' zu einseitig gefaßt habe. Anderseits nimmt er hier auch zu Scheidius 
in Betreff der Personenendungen Stellung : er stimmt dessen Auffassung im 
Grunde bei, kritisiert aber seine unwissenschaftliche Methode. 

An die vgl. ZergUederung des Zeitworts tritt er hier mit derselben logi- 
schen Auffassung des Satzes, seiner Teile und besonders des Zeitworts heran, 
wie in seinem konjugationssystem. Mit Hermann^ kennt er nur 3 wesentliche 
Redeteile: Subjekt, Prädikat, Kopula, welche im Zeitwort verbunden auf- 
treten: Po t est unites in itself the three essential parts of speech, t being the 
subject, es the copula, and pot the attribute. After these observations the 
reader will not be surprised if in the languages, which we are now comparing, 
he should meet with other verbs, constructed in the same way as potest, 
or if he should discover that some tenses contain the Substantive verb, whilst 
others have rejected it. or perhaps never used it. He will rather feel inclined 
to ask, why do not all verbs in all tenses exhibit this Compound structure? 
and the absence of the Substantive verb he perhaps will consider as a kind 
of ellipsis. Die Leser von heute, welche durch jene ältere logische Voraus- 
setzung nicht mehr beeinflußt sind , brauchen bei dieser sehr verführerischen 
Stelle nicht erst zur Vorsicht gemahnt werden; es wird sich ihnen von selbst 
die Beobachtung aufdrängen, daß B. das Verbum ab.stractum in seiner Zer- 
legung wohl zu häufig gefunden, weil er es eben überall gesucht hat. Nach 
dem Verbum abstractum behandelt Vf. das Zeitwort überhaupt mit allen seinen 
Teilen, welche die Zeit, den Modus, die Personen u. s. w. bezeichnen. Das 
Augment vgl. B. mit dem a privativum. Auch wer nicht mit dieser Auf- 
fassung einverstanden ist, wird mit Interesse die allgemeinen Bemerkungen 
über die sprachliche Bezeichnungsweise lesen, welche daran geknüpft werden: 
It is gratifying to observe, how with apparently few means, by a wise employ- 
ment of them, languages succeed to convey in an unequivocal manner, an 
immense number of ideas 32 [2b]. Besonders hervorzuheben ist, daß B. gern 



^ Vgl. A. F. Bernhardi : Anfangsgründe der sprachw., 1805, S. 106: 'Alle Wurzehvörter 
sind . . . einsilbig und obgleich ihre Gesamtexistenz eine Fiktion ist , so liegen sie doch als aus 
dem absolut einfachen der Spr. gebildet, ihr als ein wirkliches zu Grunde. Die Fiktion besteht 
nämlich nur darin, daß stillschweigend vorausgesetzt wird : sie hätten als solche einmal existiert.' 
< ^ B. läßt bei diesen als innere Beugung nur noch gewisse Vokalveränderungen und die Ver- 
doppeluug gelten. 

3 Vgl. auch S. DE Sacy : principes de grammaire generale, 1799; 8^ ed. 1852, S. 24: 
Le verbe etre exprime seulement l'existence du sujet et sa liaison avec l'attribut . . . Dans le? 
verbes autres que' le verbe etre. le verbe et l'attribut sont compris dans le meme mot. 



VORWORT ZU ANALYTICAL COMPARISOX. 



jede Gelegenheit benutzt, die neuem und lebenden Sprr. zur Vgl. heranzu- 
ziehen, wenn auch sein Hauptziel, die Erklärung des Ursprungs der gramma- 
tischen Formen , ihn nötigt, im ganzen möglichst die ältesten Denkmäler der 
Sprr. in den Vordergrund zu stellen; letzteres hat er für die ind. Spr. leider 
nicht in gebührendem Maße gethan. Von Analogiebildung spricht er S. 46, 
vgl. I. z. III. 403. 

Kein Forscher hätte derzeit Bopps axal. comp, besser würdigen können 
als W. V. Humboldt. Es dürfte deshalb den Lesern willkommen sein, daß 
ich S. 61 ff. aus Bs. litterarischem Nachlaß einen Brief veröffentliche, welchen 
\V. V. H. über anal. comp, an den Vf. gerichtet und den Herr LEF^L\^-x mir 
gef. überlassen hat.' Bopp kehrte nun nach Deutschland zurück und verlebte 
einen Winter in Göttingen, wo er eine Selbstanzeige für die Göttinger gel. 
ANz., 1821, schrieb. In der Anzeige sagt B. S. 550 ff. : 'Diese Abh. ist z. T. 
eine Umarbeitung der deutschen Schrift über das konjugationssvstem der 
SKRSPR. IN VGL. MIT JENEM DES GRiECH., LAT. etc. , von wclchcr SIC sich in der 
Darstellung hauptsächlich dadurch unterscheidet, daß sie die Grammatik der 
vgl. Sprr. gleichzeitig entwickelt, wodurch eine leichtere Übersicht der Über- 
einstimmungen gewonnen wird. Die pers. Spr. ist ausgelassen . teils um die 
Aufmerksamkeit nicht zu sehr zu zerstreuen und um in den Schranken der. 
einer periodischen Schrift angemessenen, Kürze zu bleiben, teils weil der Vf. 
ein ausführliches Werk herauszugeben beabsichtigt, worin alle mit dem Skr. 
verwandte Sprr. behandelt werden sollen , also neben dem Pers. auch das 
Armen, und die in der Sprachgeschichte so merkwürdigen slaw. Mundarten. 
Indem die erwähnte Abh. dem Vf. dieser Anzeige angehört, so darf der Leser 
hier keine Beurteilung derselben erwarten , sondern bloß eine nähere Ausein- 
andersetzung des Inhalts und des eigentlichen Zwecks , der den angestellten 
Untersuchungen zum Grunde liegt. Es war nämlich nicht einzig die Absicht 
des Vf., die Verwandtschaft der angegebenen Sprr. zu beweisen, sondern noch 
vorzüglich, durch ihre Zusammenstellung und wechselseitige Vgl. über Ur- 
sprung und primitive Bedeutung der ihnen gemeinsamen grammatischen For- 
men Aufschlüsse zu erlangen, die sich aus spezieller Erforschung der einzelnen 
Sprr. an und für sich nicht leicht ergeben können. Ein solcher Zweck war 
aber zu erreichen nicht wohl möglich, ohne zugleich denjenigen, welche den 
angestellten Untersuchungen zu folgen geneigt sind . von deni' innigen Zu- 
sammenhange des Skr. mit verschiedenen europäischen Sprr. . wie es uns 
scheint , eine volle Überzeugung zu gewähren. In wiefern diese Behauptung 
gegründet sei, wird ein Blick auf die S. 17. 18. 20, 22 |in dem Abdruck hier 
bzhw. S. 25, 26, 28, 2q] etc. gegebenen Paradigmata zeigen . . . Einige kleine 
Abweichungen der griech. Konjugation von der skr. werden S. 15 und 22 
[S. 24 und 2 gl daher erklärt, daß die griech. Spr. |li am Ende eines Wortes 
stets in v verwandelt, daß |u niemals ein Wort schliel.U, es sei denn daß ein 
Vokal apostrophiert sei. Daher kommt es denn auch. dal.\ während im Skr. 
und Lat. der Acc. sincf. durch m bezeichnet wird . im Griech. statt dessen 



^ Man vgl. aber auch Koskgartkns Besprechung der annai.s oi' grient, irr r., Jkn. litzt. 
1821 , Sept.; A. \V. Sciii.EGEi. : rkfi.exions sur i/ktudk des i.angi'es asiat. . 1S32, S. 3ifi". ; 
Cur. Lassen, ind. niisi.. III. 77 IT.; R. c;.\rneti-, piin.oi.. soc, London I. 265, II. 165, III. 9, 19. 



j_ F. TlXlIMER. 

ein V steht, z. B. tarn (ihn oder diesen), istum, tov . . . Ein 2. im Griech. 
ebenso standhaft befolgtes Gesetz ist die Abwerfung des t am Ende eines 
Wortes (auch das verwandte b kann sich an dieser Stelle nicht behaupten . . . 
so ist cpairj-, eqpa- = päyat. apät. Die lat. Spr. ist in dieser Hinsicht duld- 
samer als das Griech. , indem sie dem t am Ende eines Wortes sehr gern 
diesen Platz vergönnt, wie in amat, erat, etc.; ja sie trägt selbst in dieser 
Hinsicht den Sieg davon über das Skr. , weil sie t selbst im Falle eines vor- 
hergehenden n am Ende eines Wortes beibehält. Formen wie amant, ama- 
bant, erant etc. kommen im Skr. nicht vor, weil diese Spr. das t am Ende 
eines Wortes abwirft, wenn ein n vorhergeht ... In den übrigen Teilen der 
Konjug. ist die Skrspr. nicht minder übereinstimmend mit der griech. ; sie hat 
z. B. in Gem.einschaft mit ihr und dem Lat. und Got. , ein durch Reduplikation 
o-ebildetes Präteritum . . . Was den Ursprung der grammatischen P^ormen an- 
belangt, so werden die Personalendungen der Zeitwörter für wesentliche Be- 
standteile wirklicher Pronomina angesehen, der Beweis wird aber bis dahin 
verschoben, wo in dem 2. Teil der Abb. die Fürwörter im besondern abzu- 
handeln sind ..." Dem Verbum substantivum wird ein sehr bedeutender Ein- 
fluß auf die Konjug. der Verba attributiva zugeschrieben.' 

1822 folgte B. einem Ruf an die Universität Berlin, welchen er der Em- 
pfehlung W. V. Huj.iBOLDTS verdankte. Dort las er in der Akad, der Wiss. 
eine Reihe von Abhh., welche in gewissem Sinne als die Ergänzung und Fort- 
setzung seiner engl. Schrift angesehen werden können. Ihr gemeinsamer Titel 

ist: VGL. ZERGLIEDERUNG DES SKR. UND DER MIT IHM VERWANDTEN SPRR. I. VON 
DEN WURZELN UND PRONOMINEN I. UND 2. PERSON, 1823; IL pEER DAS REFLEXIV, 
1824: III. ÜBER DAS DEMONSTRATIVUM UND DEN URSPRUNG DER KASUSZEICHEN, 

1825 26; IV. ÜBER EINIGE DEMONSTRATIVSTÄM?^IE UND IHREN ZUSAMMENHANG MIT 

VERSCHIEDENEN PRÄPOSITIONEN UND KONJUNKTIONEN, 183O; V. ÜBER DEN EINFLUSS 
DER PRONOMINA AUF DIE WORTBILDUNG, 183O 3I. Da BeNFEY Und BrEAL auf 

den Inhalt dieser akad. Abhh. nicht näher eingehen, so seien mir hier einige 
Bemerkungen darüber gestattet. In Abh. i spricht Bopp zuerst von 'Wohl- 
lautgesetzen" der gen. Sprr, , deren Übereinstimmung 'sich auch in Sprr. 
zeigen, die sonst in keiner Berührung miteinander stehen, sie finden ihren 
Grund in den Sprachorganen selbst.' Er nimmt dann die W'urzelfrage wieder 
auf S. 126: ""Die Wurzel wird gefunden, wenn man von einem W^orte alles 
ablöst, was irgend einen grammatischen Nebenbegriff andeutet, wie die Kasus- 
endungen des Nomens und das Ableitungssuffix, wodurch es zu einer beson- 
dern Klasse von Nominen gestempelt wird, die Personalendungen der Zeit- 
wörter, und das, was die Tempus- und Modusverhältnisse bezeichnet, und 
wenn man überhaupt nur das übrig läßt, was alle von einer Quelle ausgehende 
Wörter miteinander gemein haben." Indem er zu den Pronominen übergeht, 
rügt er den Fehler der ind. wie europ, Et>'mologen% daß sie die Pronominen 
Von denselben Wurzeln ableiten, woraus Verba und andre Redeteile ent- 
springen', womit Abh. V. 13 zu vgl.: 'Vor den Wurzeln der übrigen Rede- 



^ S. die spätere Abh. vgl. Zergliederung I., Berl. akad. 1823. 

^ Bei letztern hat er besonders die holländische Philologenschule im Auge. 



VORWORT ZU AXALYTICAL COMPARISON . I I 

teile, die wir Verbalwurzeln nennen mögen, zeichnen sich . . . die der 
Pronomina und verschwisterten Präpositionen und Konjunktionen durch die ge- 
drängte Kürze aus.' Letztere werden in der vgl. gramm. § 105 den Verbal- 
wurzeln als 'Pronominalwurzeln" gegenüber gestellt. In der ill. Abh. S. 71 ff. 
gibt er in der Frage nach dem Ursprung der Kasuszeichen der symbolischen 
Erklärung Spielraum, wie auch noch später in der vgl. gramm. ^ § 113. 206. 
226 und sonst, was doch wohl auf W. v. Humboldts Einfluß zurückzuführen 
sein dürfte. 

Neue Anregung brachte das Studium von J. Grlmms d. gramm. B. be- 
sprach sie in einem längern Aufsatz, jahrb. f. wiss. krit., Febr. und Mai 1827, 
wieder abgedruckt mit neuen Anmerk. unter dem Titel vokalismus. 1836, 
wonach ich berichte. Beachtenswert sind hier und in der Folge , z. B. auch 
in der Vorrede zur i. A. der vgl. gramm., die aus dem Gebiet der Natur- 
wissenschaft entnommenen Vgl. und die wohl mehr bildlich als in ihrem eigent- 
lichen Sinne zu verstehenden Bezeichnungen. So vok. i : ^Die Sprr. sind . . . 
als organische Naturkörper anzusehen, die nach bestimmten Gesetzen 
sich bilden , ein inneres Lebensprinzip in sich tragend sich ent^vickeln , und 
nach und nach absterben. . . . Eine Grammatik in höherm, wissenschaftlichem 
Sinne soll eine Geschichte und Naturbeschreibung der Spr. sein; sie soll, so 
weit es möglich ist, geschichtlich den Weg ausmitteln, wodurch sie zu ihrer 
Höhe emporgestiegen oder zu ihrer Dürftigkeit herabgesunken ist; besonders 
aber naturhistorisch die Gesetze verfolgen, nach welchen ihre Entwickelung 
oder Zerrüttung oder die Wiedergeburt aus früherer Zerstörung vor sich ge- 
gangen/ Seine Anschauung von dem sprachl. Gesetze spricht er vok. S. 15 
in folgenden Worten aus : 'Auch suche man in Sprr. keine Gesetze, die festern 
Widerstand leisten als die Ufer der Flüsse und Meere.' Beachtenswert ist die 
Bopp eigentüniHche Auffassung von Guna und Wriddhi im Skr. vok. S. 6: 
'Guna und Wriddhi sind im Skr. 2 Arten von Diphthongierungen , die sich 
beide durch den Vortritt eines a vor einfache Vokale, kurze oder lange, be- 
sonders vor i und u erklären. In der ersten Art verschmilzt das a mit dem 
folgenden Vokal ... Im Wriddhi sind beide verbundenen Vokale hörbar, aber 
nur eine Silbe bildend, wie in den deutschen Diphthongen ai und au ... ar 
ist Guna und är Wriddhi des R-Vokals. Es wird hierdurch . . . klar, daß 
Guna in der Vortretung eines kurzen und Wriddhi in der eines langen a be- 
steht."' Wie Grimm gezeigt hatte, daß der ' Umlaut' durch die Natur des 
Vokals der Endung bedingt sei, sucht B. nun zu beweisen, vok. S. loff. , Maß 
auch der Ablaut von der Beschaffenheit der Endungen herbeigezogen werde.' 
Er stellt gegenüber : 

Skr. Got. Giicch. 

veda vidima vait vituni oiba ibiLiev 

vet£a vida vaist vituth oiaBa laie 

veda vidus vait \-itum oibe iCTacTi 

und fährt dann fort: 'Wir bezweifeln daher nicht, dal.^ es die Endungen sind, 

welche einen Einflul,^ auf den Wurzelvokal äul^ern, ihn erweitern, wo sie schwach 



^ Zur Kritik dieser Auffassung des \Vriddhi vgl. schon Lasskn, lnh. min . 111. 45 i\. 



12 



F. TliCIIMEK. 



sind, und ihn in seine ursprüngliche Einfachheit zurückführen, wo sie selber 
sich mehr ausdehnen." B. nimmt hier an, daß der Ablaut 'mechanisch^ durch 
das Gewicht der Endungen bedingt sei. wahrend Grimm ihn auf psychologische 
dynamische' Ursachen zurückführte. ■ B. geht ferner auf die Deklination und 
ihre 'starke' und *^schwache' Form ein; leider aber nicht auf Grimms Laut- 
verschiebungsgesetz. Diese Seite, welche bald von Pott mit besonderm Er- 
folg gepflegt werden sollte, wie ich im Supplement zum \".. dem Andenken 
an Pott zu widmenden Band der i. z. näher ausführen werde, berührt B. nur 
obenhin am Schluß vok. S. 130: 'Treffliche Belehrung über das germ. Laut- 
system in sinniger Vgl. mit dem der verwandten Sprr. erhalten wir vom Vf. 
S. I — 595. Mangel an Raum verhinderte uns aber. Einzelheiten hervorzuheben 
und Betrachtungen daran zu knüpfen.'^ 

Die reichen Ergebnisse all seiner frühern Arbeiten hat B. dann in seiner 

VGL. GRAMM. DES SKR., SEND, ARMEN., GRIECH. . LAT. . LIT., ALTSLAW., GOT. UND 

DEUTSCHEN Zusammengefaßt, deren i. Aufl. in 6 Lieferungen 1833 — 49 erschien. 
Die Vorrede beginnt: 'Ich beabsichtige in diesem Buche eine vgl., alles Ver- 
wandte zusammenfassende Beschreibung des Organismus der auf dem Titel 
genannten Sprr. ''. eine Erforschung ihrer physischen und mechanischen 
Gesetze und des Ursprungs der die grammatischen Verhältnisse bezeichnenden 
Formen. Nur das Geheimnis der Wurzeln oder des Benennungsgrundes der 
Urbegriffe lassen wir unangetastet." Unter dem 'Organismus' versteht B. hier 
wohl das aus einheitlichem Ursprung entwickelte grammatische System. Nach 
Breal hat Bopp mit 'physischen' Gesetzen Lautgesetze (vgl. oben 'Wohllaut- 
gesetze'), mit 'mechanischen' Gesetzen Gewichtsgesetze (lois de gravite), also 
Avohl eine Art Kompensationsgesetze ^ der Vokale und Silben gemeint. Eine engl. 
Übersetzung der vgl. gramm. ist von Eastwick unter den Auspizien von Wil- 
son 1845 — 53 veröffentlicht worden.^ Breals franz. Übersetzung habe ich be- 
reits erwähnt. Eine 2. deutsche Ausgabe ist 1857. eine 3. 1868 erschienen. 

^ Die Einteilung der Flexionen in 'leichte' und 'schwere" hat B. dann auch in seine Skr.- 
Grammatik eingeführt. 

^ Weitere Untersuchungen haben dann die Abhängigkeit des Ablauts vom Accente erwiesen, 
welcher leider in den bis dahin in Europa veröffentlichten Skr.-Grammatiken vernachlässigt wor- 
den war, wie W. v. Humboldt mit Recht in seinem Briefe S. 65 rügt. Vgl. zunächst nament- 
lich A. Holtzmann: über den aelaut, 1844 und C. W. M. Grein, ablaut, 1862. 

3 Die hier in Frage kommenden Lautverschiebungsgesetze , die des Hochdeutschen ausge- 
schlossen, hatte schon Rask in seiner Preisschrift: undersögelse om des gamle nordiske eller 
islandske sprogs oprindelse , 1818 und Vater in seinen vgltafelx der europ. STA^LMSPRR. 
UND SÜD-, westasiatischer, i822 dargestellt. 

4 Bopp faßt sie in der Vorrede zur 2. A. seiner vgl. gramm. unter der Bezeichnung des 
indoeuropäischen Sprachstamms' zusammen. 

5 Vgl. oben das im vokalismus über Ablaut angeführte. 

^ Vgl. die Besprechung dieser engl. Übersetzung vom Okt. 1S51 unter comparative philo- 
logy I. Wir lesen daselbst S. 30 : his conjugations-system was translated into English as early 
as 1820, in the annals of oriental literature iANAlytical comparison . . .;. Schon eine 
oberflächliche Vgl. zeigt, daß es sich nicht um eine Übersetzung, sondern um eine neue Bearbei- 
tung des Gegenstandes handelt, wie ja auch B. in seiner Selbstanzeige und in der Vorrede zur 
I. A. seiner vgl. gramm. angibt, anal. comp, ist von Pacht ins Deutsche übersetzt worden in 
Seebodes neues arch. f. philol. u. päd. II. 



VORWORT ZU AXALYTICAL COMPARISON. 



13 



Auf den Inhalt dieses klassischen Werkes brauche ich wohl nicht weiter ein- 
zugehen. Mir kam es hier ja namentlich darauf an. die Bedeutung anzudeuten, 
welche die Abh. analytical comparison unter den Arbeiten von Bopp und für 
die Geschichte der Sprachw. hat. Der folgende Abdruck ist, selbst mit Bei- 
behaltung einiger nicht ganz folgerechter Äußerlichkeiten im Satz, genau nach 
der Originalausgabe, deren Seiten am Rande angegeben sind. Nur habe ich, 
um die liegenden Buchstaben ganz der Transskription der i. z. vorzubehalten, 
statt ihrer gesperrt setzen lassen. Viele Druckfehler sind ohne weitere Be- 
merkung berichtigt worden ; sie stammen zum großen Teil von der ungewöhn- 
lichen Verwendung des ^ als Zeichens der Länge her. Mit Recht schreibt 
W. V. Hu.MEOLDT an Bopp, in diesem Bande S. 65: 'Es kann den Leser miß- 
leiten und ihm eine falsche Vorstellung geben. ^ Es ist deshalb für v das ge- 
bräuchliche Längezeichen - gesetzt worden. 

Leipzig. 

F. T. 



ANALYTICAL COMPARISON 

OF THE SANSKRIT, GREEK, LATIN, AND TEUTONIC LANGUAGES, SHEWING THE ORIGINAL 
IDENTITY OF THEIR GRAMMATICAL STRUCTURE. BY 

F. BOPP. 

[ij It is now very generally admitted. that there exists a similarity between 

the Sanskrit and several of the languages, which by conquest or other causes, 
have obtained the most extensive adoption over both ancient and modern 
Europe. No person. however, not practically acquainted with the language of 
the Brahmans, could be aware that there exists a coincidence so exact and so 
universal throughout all portions of grammar as is really the case. Many 
resemblances are evident at first sight. others are discovered by more careful 
investigation, and the more closely we analyse the recondite structure of the 
kindred tongues, the more we are surprised to find them constantly developed 
by the same principle. 

A careful inquir>' into the analogy of the Sanskrit with the above men- 
tioned European languages must, on many accounts, be considered as truly 
valuable. It shews the higher or lower degree of affinity by which nations, 
who in the remotest antiquity wandered from the land of their ancestors into 
Europe, are connected with the present inhabitants of India. It shews, secondly. 
that those refinements of grammatical construction by which the Sanskrit is so 
advantageously distinguished from all the spoken dialects of the Indian world, 
already existed in that remote antiquity, when colonies, leaving their Asiatic 
seats, transplanted into Europe their native tongue; because by the same 
refined grammar which distinguishes the Sanskrit from the Bengali, Tamul, 
Hindustani, and the Mahratta languages, &c. it is connected with the Greek. 
Latin, and the ancient Teutonic dialects. among the latter. particularly with 
the Gothic. Hence we may conclude that the beauties of the Sanskrit language 

[a'i are not the work of the learned or the priesthood, as some might be inclined 
to suppose; but that they really were in daily use in the mouth of the people, 
and were so strongly impressed upon their minds , that they did not forget 
them in their transmigrations beyond distant mountains and seas. We might 
farther conclude, that a nation, possessing a language so polished in so early 
a period, where we are altogether abandoned by the light of histor>\ must be 
able to boast of a very ancient literature , and it is credible that those who 
remained in 'their native country, or more in its vicinity; for it is probable 



ANALYTICAL COMPARISON. 



15 



that what we call Sanskrit was spoken also in its primeval form by the an- 
cient Persians and Medes; would think upon means to preserve in their purity 
the tenets of their religious and civil institutions ; that they might deliver to 
their successors the venerated traditions of their ancestors , they would pro- 
bably invent means of writing them down before their brethren who wandered 
abroad, could recover sufficient leisure for that purpose. Therefore, what the 
Brahmans teil us, concerning the antiquit>^ of their Vedas. and other religious 
writings , Stands upon a more solid ground than they perhaps themselves are 
aware, and before the contrary has been more efifectuall}' proved than has yet 
been done, we may with due precaution and necessary restrictions , listen to 
the reports of the Hindus , who are certainly not merely guided by vanity 
when they so unanimously speak of the high antiquity of part of their 
literature. 

Another and not less important reason. which makes a critical comparison 
of the Sanskrit with its European sisters , worthy to be undertaken , is the 
light thrown thereby upon each of the languages compared , and the clearer 
view we thence obtain of the most ancient forms of each respectively, and 
probably some conception of the original and primitive signification of a great 
part of the grammatical inflections common to all. It is chiefly by comparison 
that we determine as far as our sensible and intellectual faculties reach . the 
nature of things. Frederic Schlegel justly expects, that comparative gram- 
mar will give us quite new explications of the genealogy of languages, in a 
similar way as comparative anatomy has thrown light on natural philosophy. 

I do not believe that the Greek , Latin , and other European languages lSJ 
are to be considered as derived from the Sanskrit in the State in which we 
find it in Indian books; I feel rather inclined to consider them altogether as 
subsequent variations of one original tongue , which , however , the Sanskrit 
has preserved more perfect than its kindred dialects. But whilst therefore the 
language of the Brahmans more frequently enables us to conjecture the pri- 
mitive form of the Greek and Latin languages than what we discover in the 
oldest authors and monuments, the latter on their side also may not unfre- 
quently elucidate the Sanskrit grammar. That is to say. whilst the Sanskrit 
has preserved many grammatical forms , which can be supposed to have for- 
merly existed in Greek, Latin. Gothic, &c. there are instances where the revcrse 
is the case, where grammatical forms, lost in the Sanskrit, have been pre- 
served in Greek or Latin. To explain this fact it will be necessary to öfter 
a few remarks, which shall be more fuUy investigated in their proper place. 
The first person of the Sanskrit verb is generally indicated by an m . this m 
in the present tense is foUowcd by an i, thus b'avämi significs I am. the 
second and third persons are b avasi, thou art, b avati, he is, plur. b avanti. 
they are. From thesc persons the middle form ' is derived by the slight 
change of the terminating vowel i into e; b avati. b axanti, b avasi. be- 
come b'avatc. b'avantc, b avasc; corresponding with the Greek biboiai. 
bibcvtai, bibcaau VV'e should expect that analogous to this, b'avämi would 



^ Called by Dr. Wii.kins, in bis c.uammar, iho proper form. 



i5 y- Boi-p. 

makc in thc middlc form b'avämc, but herc thc m, which is thc charac- 
teristic of the first person, is lost, togcther with its prcceding vowel, and only 
the terminating e remains, so that we find b'ave instcad of b'aväme. If the 
analogy of the Sanskrit language alone was insufficient to produce a conviction 
that this must have originally been the middle form of b'avämi, the Greek 
forms bibo|uai, TUTTTO)aai, &c. would inform us that me (|Liai) characterized the 
first person of the present tense, middle form, in that ancient Asiatic tongue, 
before it was transplanted into Europe. The Latin also has preserved the 
original shape of some inflections, at present lost in Greek and Sanskrit, and, 

[4] whilst there is a pronoun extant in the two latter of which the former has no 
vestige, a few adverbs and derivatives, as tam, tum, tot, totus. tantus 
excepted ; there is one pronoun in Latin, complete in declension, which has, 
with the exception of a few cases, some adverbs and derivative pronouns, 
become obsolete in Sanskrit, and has left scarcely any traces in Greek. This 
subject, I hope, will be found of sufficient importance to require some further 
explanation, which shall be given in its proper place. 

But before we enter upon our comparison, it will be necessary to explain 
the manner in which the Sanskrit words occurring in this essay will be written 
in the Roman character. The Sanskrit aiphabet contains 50 Single letters, and 
the Roman only 23, if we comprise the y and z. But as it is inconvenient 
in matters of grammar to represent one single letter by two or three. as is 
too frequently the case, I shall endeavour to propose a method by which this 
can be almost entirely avoided. With respect to the vowels , it will be suf- 
ficient to State, that after the example of Sir William Jones and Dr. Wilkins, 
I here make use of the Italian orthography as the basis, distinguishing the 
long from the short vowel , in Sanskrit represented by partic'ular letters , by 
nieans of a grave accent.' In a few instances, however, where grammatical 
difierences are expressed only by the length or shortness of a vowel, I have 
made use of the prosodial signs, in order to attract more effectually the atten- 
tion of the reader. Those who are unacquainted with the Italian, will do well 
to follow the French pronunciation, with the exception of the vowel u, which 
is to be pronounced as in the English word bull, where it has no accent, 
and like the word rule, where it is marked with a grave accent." Besides the 
vowels known in European languages, the Sanskrit has an r, considered as a 
vowel, with a sound much the same as that of the syllable ri in the English 
word merrily where the i is scarcely heard. In fact the r is the only con- 
sonant which can be pronounced without the help of any vowel, and it is 
therefore not at all to be wondered at that the Hindus cojisider it as a vowel, 
where it is neither preceded nor followed by another vowel, and that they 
have invented a particular letter for it, which it will be thought well to repre- 

[5] sent by our common r, with a point under it (r.). Sanskrit grammars speak 
also of an 1 vowel, but this letter scarcely ever occurs, and it is therefore 
not necessary to embarrass ourselves with the invention of a mode of repre- 
senting it. 



^ Jnstead of the grave accent the common sign of length has been put m this repiint 

for reasons given on p. 13. F. T.] 



ANALYTICAL CO.MPARISON. IJ 

It is proper to be acknowledged, that the Italian language has preserved 
most faithfuUy the Latin pronunciation, and we may be assured, that the Single 
vowels, at least, were pronounced in Latin as they still are pronounced in 
Italian. It will be desirable therefore that, in order the better to comprehend 
the following comparisons, the English reader would follow the Italian pro- 
nunciation in Latin words also, laying aside for a little while his peculiar 
inanner of pronouncing them, by which he distinguishes himself, not much in 
favour of truth, froni all the Continental nations. With respect to the Greek 
pronunciation, I believe, that for the single vowels at least, that of Erasmus 
is to be preferred, conformably to which ri corresponds to the Sanskrit e, and 
is to be pronounced like a French e with a circumflex accent. as in the word 
tete; its corresponding short vowel e is rather to be pronounced like the French 
e in the word bonte. i has always the sound of i in French, either short or 
long, and u that of a French, if not rather of an Italian u. Following this 
pronunciation, the similarity of the Greek with the Sanskrit will appear more 
striking than by that generally adopted in England. 

With regard to the consonants we have to observe, that in Sanskrit each 
has its corresponding aspirate, to express which the Indian aiphabet is fur- 
nished with particular letters. It will be convenient to indicate these by the 
Greek sign of aspiration, in order to avoid representing one letter by two; 
conformably to this I write b'avati, he is, and not bhavati. There is a 
letter in the Sanskrit aiphabet having exactly the sound of an English ch, which 
we may use, as the only instance of two letters expressing a single sound.' 
Its corresponding aspirate will regularly be accompanied by the Greek sign of 
aspiration (ch'). Another Sanskrit letter has the sound of an English j, or of 
an Italian g before e or i ; I represent it by j . Where words , in which this 
letter occurs, are used in Latin or Greek, we generally find a g or y hi its 
place; as for instance, Jana, (nom. Janas) race, family, people (les gens), 
genus, Tevoc; janitri, mother, genitrix. Teveieipa : räjä, king. rex, 
reg-is (il rege), räjati, he reigns, regit; jänu, knee (a neuter noun), 
genu, T ovu ; rajatam, silvcr, argentum; jarä, decrepitude. old age, 
Yfipac, &c. 

There are three kinds of sibilants in the Sanskrit aiphabet. One corre- 
sponds to the common English s, as in the word sama, similar similis, 
6|Li6c, the same); another has a slight aspiration, and might be accompanied 
by the Greec Spiritus lenis (s'). This s* very frequently is changed into k, 
but only after established rules of euphony, and we find that where words are 
in Sanskrit written with this s', in Greek and in Latin a k or c are its usual 
Substitutes; for instance, das'a, ten, dasamas the tenth. correspond to the 
Greek and Latin, beKu and decimus; and the root drs'. to sec, which forms 
draks'yämi, I shall sec, answers to the Greek verb bepK-uu, &c. The third 
Sibilant has a strong aspiration, and is therefore to be marked with the Spi- 
ritus asper (s'). It scldom occurs at the conimenccmcnt of a word, unless 

' It might be given also hy a Z, to wliich we could conventionally adjoin the sound of the 

English ch. I generally use a Z wlien I write Sanskrit with Roman chavaclers for my own use, 
to gain time. 

Techmkr, ztsciir. IV. 2 



jg V. Boi'i'. 

it be confüLinded with one of thc two preccding sibilants, most frcquently it 
is a change of thc first s. reproduced by the rules of euphony. The Sanskrit 
alphabct contains four difierent n's, vvhich are respectively used as the following 
letter may chance to be a guttural, palatal, cerebral, or dental consonant, bat 
as the three first scarcely ever occur at the commenccment of a word. and 
as we have no occasion to use them in this essay, \ve have no need to fix 
upon any sign for distinguishing them from the common n. It will be more 
necessary to mark with a point, after the example given by Dr. Wilkins, a 
peculiar kind oft and d. called cerebral, together with their aspirates, that 
they may not be confounded with the common dental t or d. as d, t, d', t'. 
The letter y wherever it occurs in this essay, in Sanskrit or Gothic words, is 
always to be considered as a semi-consonant, and to be pronounced as in the 
English word year ; it answers to an Italian and German j . 

Before we quit this tedious but unavoidable subject, we may be allowed 

7 to pay a tribute of deserved praise to the admirable system by which the 
aiphabet is arranged by the Sanskrit grammarians; in the original gramm.ars 
the letters are classified with the most scientific skill, in an order founded upon 
the natura of the organs of speech by which they are respectively articulated. 
Many sounds. which other languages are obliged to express by several letters, 
can be represented by single ones in the Sanskrit aiphabet, which also has 
particular characters for short and long vowels, and even for the diphthongs 
ai and au; but those connected with one another in sound bear also a simi- 
larity in the shape by which they are expressed. There is only one defect 
of which we may accuse the Sanskrit aiphabet, namely, that the short a, the 
short Italian e and o are not distinguished from one another. For I cannot 
believe , that in the language of the Brahmans . when it was a vernacular 
tongue, the akära had always the power of a short a, and that the sounds of 
e and o nev^er occurred in it ; I rather think that the sign used for the short 
a, was put also to express a short e and o. If this was the case. it can be 
accounted for why in words common to the Sanskrit and Greek, the Indian 
akära so often answers to e and o, as for instance, asti, he is. eöTi; patis, 
husband, ttocTic; ambaras, sky, ö)ußpoc, rain, &c. 

The languages, which we shall now endeavour to shew. as being intima- 
tely connected with the Sanskrit, are the Greek. Latin, and the ancient Teu- 
tonic dialects. Among the latter we prefer the Gothic, as the oldest, and, there- 
fore probably, bearing the greatest similitude to its Asiatic sister. Ulphila's 
Gothic translation of the Gospels, which has happily escaped the destruction of 
time, was made in the fourth Century. We dare boldly affirm, that the language 
of Ulphila has a closer resemblance to the Sanskrit than to the English, although 
in the latter, as belonging to the Teutonic stock, there is not e.xtant any 
grammatical inflection, which might not with facility be deduced from the 
Gothic. The reader himself can apply our remarks on the Gothic to its kindred 
dialects, ancient and modern, and he will find that among the modern, the 
German chiefly abounds in grammatical coincidences with the Sanskrit. Similar 

[8! coincidences preserved in the Slavonian dialects are too striking to be entirely 
overlooked. and among Oriental languages, the Persian, Armenian. and, we 



ANALYTICAL COMPARISON. 



19 



may add. the Georgian. caii be proved to have had one origin with the Sans- 
krit, the sacred language of the Hindus. We shall perhaps have an oppor- 
timit}^ of speaking of these in one of the following numbers. confining our- 
selves at present to those of a more general interest. 

O F THE ROOTS. 
Were we inclined to foUow the example of the first grammarians. and 
to form a grammar by an analysis of speech. we should at the end of our 
labour only be led to discover those simplest elements which we call roots. 
and from which the Indian grammarians derive all words. from which also the 
larger portion. with the exception of pronouns. numerals, and particles. really 
do proceed. It will be well to avail ourselves of the labours of the first gram- 
marians, and beginning with the simplest elements. contemplate the roots 
developing themselves under our own sight, as we may say. into various 
ramifications. The character of Sanskrit roots is not to be determined by the 
number of letters, but by that of syllables, of which they contain only one;' 
they are all monosyllables. a few excepted. which may justly be suspected of 
not being primitives. A Sanskrit root may contain as few letters as are re- 
quisite to constitute a monosyllable, that is to say. a Single vowel is sufficient. 
and it may also accumulate as many letters as can possibly be united into 
one syllable. I shall give examples of the two extremities; 1 is a root. com- 
mon to three languages, signifying to go. In Sanskrit we may form from it 
Imas. we go, in Latin imus, Greek iVev, or after the Doric dialect. i'uec. 
Svask is a root, which Hkewise signifies going in Sanskrit: in this we find 
coUected four radical consonants with one vowel. The reader will observe. 
that in its first elements the Sanskrit shews a strong contrast to the Arabic 
and its sister languas^es. The nature of an Arabic root is not to be deter- 
mined by the number of syllables, but by that of radical letters. Three of 
these quadriliteral verbs being not to be considered as primitives . neither less. 
nor more. characterize an Arabic root. among which letters. the short vowels. 
which are necessarily used to articulate the radical consonants, are not to be 
counted. An Arabic root may be a monosyllable, if the second radical is an 
elif, waw. or ya, as säl. käl. being pronounced in grammar säla. käla, 
the last short vowel does not really exist in the spoken language, which agrces 
more with the Hebrew. But the greatest proportion of Arabic roots contains 
two syllables. as Katab. bara, atar &c. Roots like the above mentioned 
T cannot possibly occur in Arabic. 

Wherever we are enabled to rcduce, with an\- certaint)-. Latin, Grcek, 
and Teutonic verbs or nouns to their roots. we find them alwaj's to be mono- 
syllables. as for instance. da, sta. mon. min. (moneo, memini , frag, 
(frango, fregi:, vid. voc, &c. corresponding to the Sanskrit roots. da. to 
give, st'ä. to stand, man. to mind. b'anj, to break, vid. to know. vach. 
to speak. Examples of Greek roots are cpa cpcitu Sansk. b ä, to shine, eb 



^ The vowels a and i , lerminat'mg verbs uf ihe l'ifth aiul tenlh conjug.ations , rem.iin only 
in certain tenses, and theiefore cannot he considered as belonging to the root. 

2* 



2Q F. Boi'r. 

\lhuj), Sansk. ad, to eat; beiK (beiKVUiai, beiEoi), Sansk. dis', to shew: future 
tense, dck-s'yami, I shall shew. There are, however, roots in Greek. which 
bear evideiitly thc character of having two syllables, as for instancc. öpef forms 
the verb öpeT^u. But if we consider, that frequently words, which the Greek 
has in common with other languages , are distinghuished in the former by a 
prefixed o, as övo|aa, name, nomen; Sansk. näman nom. näma: öbouc. 
öbovT-oc, dens, dent-is, Sansk. danta;' öcppuc, eye-brow, Sansk. b'rü, 
Hkewise a feminine, whose nom. is b'rüs, &c. ; if we pay due regard to these 
and many similar cases, we shall be inclined to take pej as the primitive root 
of öpi^ix) , which would agree with the German root reck ^r ecken), of the 
same signification. 

As examples of Gothic roots may be cited, slep (slepan) to sleep, 
Sansk. svap; var Vary an) to prevent, Sansk. vr, which forms värayati, 
he prevents, Goth. vareith; vas (vasyan) to clothe, Sansk. hkewise vas: 
[io]vai (vaian) Sansk. vä, expressing in both languages the motion of the air, 
vaivoun vindos, which occurs in Matt. Vll. 25, signifies, 'the winds blew;^ 
in Sanskrit I often met with vavau väyuh, the wind blew, vavau being 
formed by the reduplication , like the Gothic vaivoun, whose singular is 
vaivo. 

If we can draw any conclusion from the fact that roots are monosyllables 
in Sanskrit and its kindred languages, it is this, that such languages cannot 
display any great facility of expressing grammatical modifications by the change 
of their original materials without the help of foreign additions. We must 
expect that in this family of languages the principle of copnpounding words 
will extend to the first rudiments of speech , as to the persons , tenses of 
verbs, and cases of nouns, &c. That this really is the case, I hope I shall 
be enabled to prove in this essay, in Opposition to the opinion of a cele- 
brated German author, who believes that the grammatical forms of the Sans- 
krit, and its kindred languages, consist merely of inflections, or intermodi- 
fications of words. Mr. Frederic Schlegel, in his excellent work on the 
language and philosophy of the Hindus, very judiciously observes, that lan- 
guage is constructed by the Operation of two methods: by inflection, or the 
internal modification of words, in order to indicate a Variation of sense, and 
secondly, by the addition of suffixes, having themselves a proper meaning. 
But I cannot agree with his opinion , when he divides languages , according 
as he supposes them to use exclusively the first or second method. into two 
classes, reckoning the Sanskrit language, and those of the same family. in the 
first, under the supposition that the second method never is used by them. 
I rather think that both methods are adopted in the formation of all languages, 
the Chinese perhaps alone excepted, and that the second, by the use of sig- 
nificant suffixes, is the method which predominates in all. Reduplication, for 
instance, is found in languages, which scarcely use any other mode of modi- 
fying words. The Arabic, and its sister languages, are considered by Mr. F. 



^ The Greek adverb oödE will be better derived from tlie verbal root AAK, to Ijite , con- 
nected with the Sanskrit root das", (forming the future dak-s'yämi); of the same signification. 



ANALYTICAL COMPARISON . 



2J 



Schlegel as having a remarkable tendency to use the second method . and 
he very ingeniously obsen-es: *^\Vhere the first and most essential forms. as 
those of persons in verbs, are marked by incorporated particles, hav^ing an in- 
dependent meaning themselves, in their separate State, and where a propen- 'n 
sity to adopt similar Suffixes shews itself in the ground work of the language, 
there \ve may safely believe that the same circumstance has taken place in 
other instances, where the addition of foreign particles cannot now be so 
certainly recognized ; we may be convinced that the language generally belongs 
to this class (which uses suffixes) notvvithstanding it has already assumed a 
higher character by means of mixture and artificial refinement.' The indica- 
tion of the persons of verbs in the Sanskrit language, and those of the same 
origin, Mr. F. Schlegel considers as being produced by inflection: but 
ScHEiDius shews very satisfactorily, with respect to the plural at least, that 
even the Greek verbs make use of pronouns, in Compound structure with the 
root, to indicate the various persons. With respect to the singular, he would 
have succeeded much better if he had not limited himself to the corrupt form 
in Lu. terminating the third person of the present tense. in ei, where I cannot 
perceive any pronoun incorporated; — but had extended his view to the form 
in fii. terminating the third person in the Doric dialect with tu Scheidius 
commits another fault, namely. that in speaking of the pronouns he stops at 
the nominative, whilst the crude form of nouns ma)' be better extracted 
from the oblique cases. In this way it is easy to discover that to is the 
radical form of the Greek article, which is originally nothing more than a 
pronoun of the third person, and is used as such in Ho.mer. This to, bereft 
of the final vowel . becomes an essential dement of verbs in their third per- 
son, singular, dual and plural, as, biboTi \ biboTOV, bibovTi. I have no doubt 
but it can be proved, with as much certainty at least as in the case of the 
Arabic, that Sanskrit verbs also, form their persons, by compounding the root 
with the pronouns, upon which subject I shall offer a few remarks in its proper 
place. Mr. F. Schlegel does not enter into an)' inquiry of the origin of 
what is generally called grammatical inflection, this subject belonging not to 
the plan of his highly instructive work; if he had been induced to undertake 
it, it would certainly not have escaped his usual sagacit\" and profoundness of [12I 
thought, that the greatest part of those inflections are mercly additional par- 
ticles, whose proper signification, where it can be discovered. is more or less 
connected with the modification of scnse induced b)' thcm upon the \-erb or 
noun. The only real inflections which I considcr possiblc in a language. whose 
elements are monosyllablcs, are the changc of their vowels and the rcpetition 
of their radical consonants, othcrwise called rcduplication. These two modes 
of inflection are used in the Sanskrit and its kindred dialects to their füll 
extent, and often even, particularly in the former, to a useless redundancN'. 
I mean without indicating a modification of the sense. The Arabic, together 
with its sister languages. hax'ing mostl}' roots of two syllables, is natural!}- capable 



' Used in the Dovic dinlect , in which the original form of words is the most f.iithfully 
preserved. 



22 F. Bor... 

of a o-reater numbcr of internal inflections, this faculty it particularly displays 
in its formation of nouns, deriving from the roots a great number of them, 
without the help of foreign additions, whilst the Sanskrit forms almost all its 
nouns by means of a great number of Suffixes, of which many are easily 
reduced to their own roots. In other parts of grammar the Arabic almost 
entirely neglects its capability for inflcction ; the verbs, for instance, have pro- 
perly two tenses only (bcsides an imperative mood) : a present. which also is 
used as a future tense, and a preterit; and these two tenses are chiefly dis- 
tinguished by their mode of joining the pronouns, the former affixing them be- 
fore, the latter suffixing them after the verb, as for instance, TAktub, NAktub, 
thou writest, wewrite; katabxA, katabNA, thou wrotest, \ve wrote. ' The 
Sanskrit grammar contains a great variety of tenses and moods, partly formed 
by composition, partly by means of inflection, as we shall endeavour to shew 
in the foUowing chapter. 

[13] OFTHEVERBS. 

A verb, in the most restricted meaning of the term, is that part of speech. 
by which a subject is connected with its attribute. According to this defini- 
tion it would appear, that there can exist only one verb, namely, the Sub- 
stantive verb, in Latin esse; in English, to be. But even these are some- 
times used as attributive verbs, as in the phrase, Deus est, There is a God; 
here the attribute ascribed to the subject Deus, is expressed by the verb 
est, he is. This verb is more generally used as a mere grammatical copula, 
without conveying the idea of existence. In the phrase, homo est mor- 
talis, the verb est merely ascribes the attribute mortaiis to the subject 
homo; we do not think at all of its expressing existence. In fact, existence 
is sufficiently expressed by the word homo, which conveys a complex idea, 
comprising that of existence. The only quality, supposed as unknown or not 
expressed by the w^ord homo, is mortality, which the verb est attributes to 
the subject. One who does not exist, cannot die, and it would be superfluous 
to say , first, that man exists, and then State that he is subject to death. 
Again , if we do not renounce the idea of existence , which est, used as an 
attributive verb, expresses, then the phrase, homo est mortaiis. instead 
of a simple logical proposition, offers a complex one. If after having said 
â– "This man is..." one stops saddenly, the hearer remains in expectation 
of what this man is, the word is appearing to him only a connecting particle, 
which does not inform him of any thing, but is only the mean of informing. 
The Spanish language makes use of estar, derived from the Latin stare% 
as a Substantive verb, but here certainly we abstract from the original mean- 
ing of Standing, as it may be applied to subjects sitting or lying. 



^ I have here in view the spoken Arabic, which agrees more than the literary with the 
Hebrew. The latter has a few tenses more, formed by terminations following the final radical. 
So the aorist YAktnb, which alone occurs in the spoken dialect, gives origin to YAktubu, 
YAktuba, and YAktubanna. It would lead us too far beyond our immediate object to enter 
into any discussion, whether these tenses existed originally in the language, or whether they are 
an invention of .grammarians after the time of Mahommed. 

- The French imperfect j'etois, originally written j'estois, comes from the same verb. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



It appears to me, that it is from the want of a mere grammatical copula, 
that languages make use for this purpose of a verb already attributive; but 
among attributive verbs, to be is certainly the most convenient, because every 
subject, to which an attribute is ascribed . exists , or is at least supposed to 14' 
exist. An attribute which may be expressed by an adjective can be induded 
in the verb itself, and such attributive verbs incHne more towards the nature 
of adjectives than that of verbs in their grammatical functions. Languages 
of a structure similar to that of the Greek, Latin &:c. can express by one 
verb of this kind a whole logical proposition, in which, however. that part 
of speech which expresses the connexion of the subject with its attribute, 
which is the characteristic function of the verb , is generally entirely omitted 
or understood. The Latin verb. dat, expresses the proposition. he gives, or 
he is giving: the letter t, indicating the third person, is the subject. da ex- 
presses the attribute of giv'ing , and the grammatical copula is understood. 
In the verb potest. the latter is expressed, and potest unites in itself the 
three essential parts of speech, t being the subject, es the copula. and pot 
the attribute. 

After these observations the reader will not be surprised, if in the languages, 
which we are now comparing. he should meet with other verbs. constructed 
in the same way as potest, or if he should discover that some tenses con- 
tain the Substantive verb, whilst others have rejected it, or perhaps never 
used it. He will rather feel inclined to ask, why do not all verbs in all tenses 
exhibit this Compound structure? and the absence of the Substantive verb he 
perhaps will consider as a kind of ellipsis. That he may be better enabled 
to form his opinion, it will be well to begin our comparison with the Sub- 
stantive verb, explaining its entire conjugation, from which it will be easy to 
make due application to that of other verbs. There are two roots in Sanskrit 
expressing to be, As and B'ü, answering to the Latin roots Es and Fu: 
the former is almost solely employed to express the grammatical junction be- 
tween subject and attribute, it is defective in its conjugation, and. in some 
measure, irregulär : the latter has a complete conjugation, it supplies de deh- 
ciencies of the former. like the Latin Fu; and almost all words connected 
with the idea of existence are derived from it. In several Teutonic dialects, 
ancient and modern, the verb Substantive is formed from two ditierent roots. 
corresponding with those in Sanskrit. The English root Be has a striking 15] 
similarity with the Indian B'ij; and As assumes in English the form of Ar 
iforming thou art, we are, iS:c.', the change of S into R being extremely 
frequent in Sanskrit as well as in several of its kindred languages. In German 
the first and second person, singular, of the present tense, ich bin, du bist, 
correspond with the Sanskrit root B'ü, and all the remaining persons, with As. 
The present tense, which expresses the real conjunction of a subject with its 
attribute, without any restriction, is formed in Sanskrit by the mere addition 
to the root of the characteristics of the person. These are throughout all 
the tenses, with a few exceptions, j\I for the first person. singular and plural. 
V for that of the dual; T for the third person of the three numbers, and. 
the present tense cxcepted . for the second. plural: S for the second of the 



24 F. Boi'i'. 

Singular, and T for that of thc dual, and the plural of the present tense, 
and indeed of man\- tcnscs, particularly of the middle form, also of the 
Singular number. 

In exact conformit)' with the Sanskrit, M is also the characteristic of the 
first person. singular and plural. in the Greek. Latin, and Teutonic languages, 
but in the Gothic onl)' of the plural. In Greek )li is ahvays changed into v, 
at the end of a word, a Situation in which )lA never appears. and therefore in 
Greek v is the characteristic of the accusativ^e case. which is denoted by an m 
in Sanskrit and Latin. This rule extends to the first person of verbs, where 
V takes the place of )li . if it is not foUowed by any termination. In the 
language of the Franks also, n distinguishes the first person. singular, of the 
present tense. and in the plural, where this characteristic is foUowed by the 
termination es. it assumes its original form m. as machon, I make. machomes 
\ve make. In Latin the m of the first person singular has been more care- 
fully preserved in the conjunctive than in the indicative mood. where it remains 
in the imperfect and pluperfect only, and in the future tense of the third and 
fourth conjugations : the present tense of the verbs sum and inquam ex- 
cepted. 

The characteristics of the other persons in Greek. Latin, and the Teutonic 

languages will likewise be found to agree, more or less. with those of the 

[i6l Sanskrit. That these characteristics are real pronouns . or the radical con- 

sonants of them, will appear perfectly evident when we come to treat of the 

declension of pronouns. 

In the present tense the pronominal consonants I\I, S. T of the singular 
number and of the third person plural, are articulated with a short i. Mi 
joined to the root As. forms asmi. I am. 'EZ. which is to be considered 
as the root of the Substantive verb in Greek. connected with the syllable \xi, 
should form ecTjai . but the radical Z. foUowed by the characteristic M. was 
changed in the Doric dialect into M. emui) for sake of euphony. in the same 
way as the Sanskrit dative tasmai. to him. has assumed in Gothic the form 
of thamma. More generally eG[xi was contracted into ei)ui. whilst in the 
plural, ecfjuev is more common than its contract form ei^ev. The Latin deri- 
ved from the root Es the obsolete form esum. which was changed into sum; 
in Gothic the radical S is rejected in the first person of the present tense. 
but im, I am, is perhaps the only instance of the Gothic preserving the cha- 
racteristic m in the singular. By the addition of the pronominal syllable si, 
to the root As, should be formed assi in Sanskrit, but one s has been 
rejected, and asi, thou art, agrees with the Latin es and the Gothic is. 
The ancient ecTcri in Greek. derived from the root 'EX by the addition of the 
pronominal syllable Oi, has certainly preserved the original form in its great- 
est purity. 'EcTcTi was in later times contracted into eic, like ecTjui . into ei)ai. 
The Sanskrit third person asti. he is . is almost entirely identified with the 
Greek ecTii , from which also the Latin est, and the Gothic ist ate little 
different. In the plural, as well as in the dual, the Indian root As loses, in 
an irregulär way. its radical vowel, but the characteristic M in the first 
person plural of the present tense . receiving the termination a s . we find 



ANALYTICAL COMPARISON. 2=) 

smas", we are , instead of asmas. in which \ve recognize the Doric e(J)aec. 
which again claims. with greater appearance of right. to be considered as the 
original form. In Latin we have sumus and the ancient esumus. in Gothic 
si}'am. The second person in Sanskrit is st'a, you are. instead of ast'a, 17] 
which we find preserved in the Greek ecTie : the Latin estis corresponds more 
with the Indian dual st'as. which is used instead of ast'as. In the Gothic 
siyuth, we find the second person indicated by an aspirated t. as in the 
Sanskrit. The third person in the ancient language of India is santi. they 
are, which will be found exactly to resemble the Latin sunt and the Gothic 
sind. The Doric evtl, which was changed into eicri by the influence of the 
same principle that transformed tutttovti into tiitttouctu is certainly mutilated. 
and as in all the persons hitherto considered. we found the radical Z inherent. 
we might fairly conclude that the original shape of evTi was crevii. er eaevTi. 
which would be analogous to iüjxiv and ecTie. 

The foUowing table ofifers a coherent view of the present tense of the 
Sanskrit verb Substantive : 

Sing. Dual. Flur. 

1 As mi S \"as S mas 

2 A si S t' as S t'a 

3 As ti S tas Sa nti. 

In Order to shew the conjugation of the present tense in a more regulär 
verb, we choose the root Pä. to reign , which may be compared with the 
Doric-Greek, Latin, and Gothic roots. OA. Da, and Hab: 

Sing. 





Sansk. 


Greek. 




Latin 


i. 






Goth. 


I 


Pä 


mi 


cpa 


fii 




Do 








Haba 


2 


Pä 


si 


Cpl'l 


c 




Da 


s 






Habai s 


3 


Pä 


ti 


qpa 


Tl 


Pll 


Da 

uir. 


t 






Habai th 


I 


Pä 


mas 


qpa 


^ec 




Da 


mus 




Haba m 


2 


Pä 


t'a 


cpa 


T6 




Da 


tis 






Habai th 


3 


Pä 


nti 


(pa 


VTl 




Da 


nt 






Haba nd 












Dual. 














Sansk. 




Greek. 






Goth. 






I Pä 


vas 










H 


ab 


os 






2 Pä 


t'as 




(pa 


TOV - 




H 


ab 


ats 






^ Pä 


tas 




oa 


TOV 











Note. The Dual was e.xtensively used in the language of the Goths. it 
occurs very frequently in the gospels translated by Ulimui.a. The first person 18. 
always terminates in os, perhaps but little differing from the Sanskrit termi- 
nation vas. The second person has ts for its charactcristic . which is joinod 



^ S at the end of .1 woiil is subjectod in Sanskrit to several clianges, depcndiny; upon tlie 
rules of euphony, hui it will he well in ihis compaiison to preserve it always in its original form. 



26 ^^- Bon'. 

to thc verb by one of the vowels, a, i, u, ai or ci. In thc gospel of J(jhx, 
C. XIV. 23, Christ, speaking of himsclf and his clivine Father, says: Kai irpoc 
auTÖv e\€U(T6)a€0a, Kai inoviiv irap auTUJ TTOuiao|Liev; this Ulphila has translated 
Word for vvord, cmploying the prcsent tense with a future signification. in 
the foUowing manner: yah du imma galeithos, ya salithvos' at imma 
gatauyos. Mark XIV. 13, Christ says to two of his disciples: UTraYete. this 
is translated by gaggats; in Sanskrit it would be gach'atam. In the first 
person pkiral the Frankish dialect öfters a more striking similarity than the 
Gothic to the Sanskrit, Greek, and Latin, having the termination mes. ans- 
wering to the Sanskrit mas, the Doric laec, and the Latin mus. The whole 
of the present tense of the Frankish language will perhaps be found to coin- 
cide more than the Gothic with the above languages. The root Mach is 
thus conjugated: 



Sing. 


Plur. 


1 Macho n 


Macho mes 


2 Macho s 


Macho t 


3 Macho t 


Macho nt 



The first person sing, agrees with the Greek termination ov in the imperfect 
and second aorist; for the Frankish dialect seems in conformity with the 
Greek, to change a final m into n. 

The middle voice expresses the reflection of the action upon the actor 
himself, but is often used in Sanskrit with an active signification. In order 
to efifect its derivation from the active voice, those persons terminating with 
an i, change this vowel into e; so b'avati, he is, b'avanti, they are. and 
b'avasi, thou art, are changed into b'avate, b'avante, b'avase. If the 
Greek ai had the sound of a French ai , which is that of an Indian e , then 
the Greek derivation of biboiai, biboviai from the Doric and original forms of 
the active voice , bibujii , bibovTi , would agree exactly with the method em- 
ployed in Sanskrit ; the second person bibocTai sapposes the active to have 
been bibiucTi, but cri, which characterizes in Sanskrit the second person of the 
present tense, active voice, has in Greek only been preserved in ecr-cfi. thou 
â– 19] art. From the first person biba))ni is derived the middle form b{bo|nai , after 
the same principle. In Sanskrit the characteristic of the first person is lost in 
the Singular, throughout all tenses of the middle voice; b'avämi, I am, does 
not form b'aväme, as might have been expected, but b'ave, which certainly 
cannot claim such high antiquity as the Greek bibo|uai. As TUTTTO|uai, TUTnecTai 
(which has been changed into TUTTieai and tuttti,i and TUTTTexai are in com- 
plete analogy with bibo)aai , &c. we may thence conclude that the present 
tense of all active verbs terminated originally in )ai, (Ti, ii. The change of 
TiJTTTO)ai, TUTTieTi iuto TUTTTO) , TUTTiei has not affected their derivatives of the 
middle voice, which, having preserved the original form, point out the primi- 
tive State of their corresponding persons of the active. 

All the persons of the Sanskrit middle voice are not in such intimate 
connexion with their corresponding persons of the active voice, but one 



^ This is the acciisative, plural, of salithva. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



principle chiefly predominates in the formation of the middle voice. in Sans- 
krit as well as in Greek , namely , the increase or lengthening of the termi- 
nation. I consider therefore the origin of the middle form as the mere result 
of inflection. in its restricted use, without the help of foreign addition. The 
foUowing table exhibits the conjugation of the present tense . middle voice, 
in comparison with that tense of the active. 



Sing. 

1 B' avä mi B' av e 

2 B' ava si B' ava se 



Dual. 
B'avä vas B'avä vahe 

B'ava t'as B'ave t'e 

B'ava tas B' ave te 



3 B' ava ti B'ava te 

Flur. 

1 B'avä mas B'avä mähe 

2 B'ava t' a B' ava d've 

3 B'ava nti B'ava nte. 

Potential mood. — After the present tense the potential mood is 
treated of in the Sanskrit grammars. Its characteristic is a long i inserted 
between the root and the pronominal characteristics , to which is prefixed in 
most of the conjugations a long a in this tense. so that the above i is to be 
changed into the semi-consonant y, according to the rules of euphony. ' 

Whatever may have been the original pronunciation of tutttoi.ui, Tuvpaiiai, 20 
and biboinv, Tiöeiriv , &c. it is certain that the vowel i, inserted just in the 
same way as T is in Sanskrit, between the root and the personal termination, 
characterizes the Greek Optative. Also in Gothic, this way of forming the 
potential mood prevails, from Sokyam, we seek, is derived, Sokyaima, we 
may seek. Although it becomes pretty evident, by the proper names occurr- 
ing in Ulphila's translation of the Gospels, that ai was pronounced in Gothic 
as in French, namely, like a long e, this contracting of two vowels into one 
sound does not prevent each of them from retaining its proper signification. 
In Sanskrit i is always contracted into c with a preceding a, without aftect- 
ing its meaning, thus jayait becomes jayet, he may be victorious, the tAvo 
words nama idam are contracted one, n am cd am, according to the rules 
of euphony. Even in Greek TLH|)aifii was probably pronounced tupscmi; in 
this Word i still remains the only characteristic of the Optative, as well, as in 
TiGeiriv, biboiriv, &c. 

The Indian root As, to be, rejects, in an irregulär way, its radical vowel 
throughout the whole potential mood, making Syäm, I may be, instead of 
Asyäm. The conjugation of Syäm may be compared with that of Siem. 
occurring in Plautus, and with the Gothic Siyau: 



^ That I am aiithoiized lo consider i as the cssential characteristic of the potential mood 
appears from the middle voice, where ä is not placed before the pronominal lerminaiions, and 
therefore the y resumes its primitive form, as ad y ä t, adi t a. Il appears also from the first and 
fourth conjugations, where ä is not placed before the personal characteristics, but because of the 
a preceding in these conjugations, the i is contracted with it into ö, as b avet, instead of 
b' ava lt. 



28 r. Borr. 

Sing. 

Sansk. Lat. Goth. 

1 Syä m Sie m Siyau 

2 Syä s Sie s Siyai s 

3 Syä t Sie t Siyai 

Flur. 

1 Syä ma Sie mus Siyai ma 

2 Syä ta Sie tis Siyai th 

3 Syus Sie nt Siyai na. 

Note. Syäm, syäs, &c. is properly instead of siäm, släs, &c. which 
[21 agfees perfectly with the Latin siem. sies. In Latin and the Doric dialect. 
we might add also the language of the ancient Franks, the M of the first 
person is in the pkiral ahvays followed by the termination us. ec, es. but in 
Sanskrit mas appears in the present and future tense only, in the others s 
is rejected, and syäma therefore agrees more with the Gothic siyaima than 
with the Latin sie mus. It may be proper to observe, that it seems not im- 
probable that in Sanskrit also, mas originally stood in all the tenses, and 
that in admas, we eat (ebo|uec) , pämas, we reign. &c. the termination as 
properly denotes plurality, whilst m which belongs also to the singular, indi- 
cates the first person. It may perhaps not be out of place here to observe. 
that Sanskrit nouns also indicate plurality, in the nominative and accusative, 
by the termination as. corresponding with the Greek terminations ec and ac. 
and with the Latin es of the third declension. 

The Gothic language loses the characteristic of the third person . in the 
Singular and plural of the potential mood. With respect to the Indian syus. 
they may be. I have to observe, that here also the third person seems to me 
to be unexpressed, and the termination us only to indicate pluralit>^ In the 
second preterit also, which is formed by reduplication, the third person termi- 
nates with us in the plural and dual, the only difierence. I perceive, between 
the two numbers is this, that the dual expresses the third person by its usual t. 
which the plural leaves out. Thus in b'ab'üvaxus, both are, I find plurality 
expressed together with the third person; in b'ab'ijvus, they are. I consider 
the idea of plurality alone is indicated , the usage of the language supplying 
the want of the pronominal characteristic. From the conjugation of the pre- 
sent tense of the Substantive verb, in Greek, we could easily draw the con- 
clusion that ' EX is the root of it. If this be the case , we cannot but con- 
sider the Optative eTr|V as a corrupt form, the radical I being rejected. Euiv 
Stands probably instead of aeinv or ecTeiriv. It is very well known how 
addicted the Greek language is to reject 0. particularly where it Stands bet- 
two vowels — eTUTTTeao is changed into eiuTTTeo, which b}- contraction be- 
comes eruTTTOU ; according to the same principle of rejecting ü tutttgio is 
formed from tutttoicto. 
[22 The striking analogy between the Greek optative. particularly of that of 

verbs in )ai. and the Sanskrit potential mood will appear in the clearest light 



ANALYTICAL COMPARISON. 



29 



by comparing payam 'instead of paiam] I may reign, with qpair|v . I 
may speak : 



Sing. 

1 Päyä m qpairi v 

2 Päyä s cpair) c 

3 Päyä t qpaiii 



Dual. 
Päyä va - 



Paya tarn qpaitiTOV 
Payä täm qpaniTr|V 



Plur. 

1 Päyä ma cpa.üi uev ' 

2 Päyä ta 90.111 le 

3 Päyus qpair) üav 

Observ^ations. — The }i of the first person is in Greek changed into 
V , conformably to the prevaling principle of the language , which does ntDt 
permit the use of a final |u. The characteristic of the third person is wanting. 
and so it ahvays is. where it would stand at the end of a word. Neither t 
nor b ever close a word in Greek, unless the final vowel be omitted, because 
of a vowel beginning the following word ; and thus it is accounted for , why 
we have 6. i'i, TO'. and not TO'A or TOT like the Sanskrit pronoun sas, sä, 
tad, or tat. of which the accusative case is tarn, täm, tad or tat. cor- 
responding with tov, t)iv. t6. The Latin language has , in many instances. 
preserved the grammatical forms in a purer State than the Greek. the neuter 
of several pronouns is in it denoted by a d : neither does the Latin acknow- 
ledge the propriety of rejecting the final t. but the Italian, following the 
example of the Greek and yielding too much to the love of euphony. rejects 
the final t of its parent tongue; amabat becoming amava. In the middle 
voice the Sanskrit Suffixes a short vowel to the characteristic of the third 
person singular, this method being followed in Greek also, the final pre- 
vented the characteristic t from being rejected in the middle voice. The long 
a which precedes in Sanskrit the pronominal letters throughout the active, is 
omitted in the middle voice, and its corresponding r) in Greek, which is really 
an astonishing coincidence, foUows the example, — dadyät, he may give, 
forms dadit-a, and dadyäma, we may give, dadimahi: and so in Greek 23 
biboir) . which originalh' must have been written biboüiT. forms biTOiT-o . and 
biboirmev makes biboiineöa. The similarit}', which qpairiTOV , (pau'iTiiv . evince 
with päyätäm. päyätäm. where the second and third persons dual in both 
languages, are distinguished mcrcly by the measurc of the personal termina- 
tion. is too striking to be overlooked. 

The first conjugation. as we have already observed. does not in the 
Potential mood prefix a long a to the personal characteristics . but as this 
conjugation in the first four tenscs suffixcs an a to the root, this vowel is 
contracted with the 1. indicating the potcntial mood, into e: so the root pach 
forms pachet, paches, pachema. \c. which agrees with the Latin landet, 
lau des, laudemus, &c. Now, if this striking analogy is not merely acci- 
dental, which can hardly be believed of a language so constanth^ following 



I preserve intentionally the primitve form, instead of the contracted q)aiTOV. qpaiu€v, &c. 



,Q F. Boi'P. 

the grammatical principlcs of thc Sanskrit, thcn \ve must admit. that laudem, 
es, et, (Is:c. are contractions of laudAim (agreeing with edim of PlautuS; 
where a would be the character of the first conjugation (laud being the root) . 
and i that of the conjunctivc. It is worthy of remark, that even in Italian 
thc conjimctive is constantly characterized by an i: amo becomes ami, amate, 
amiate, amano, amino, ho, I have, is changed in the conjunctivc into 
abbia, &c. It is very improbable that we should succeed in exphiining with 
certainty the original meaning of every syllable or word, which in grammar 
produces a slight modification of the sense of verbs or nouns, but this ought 
not to prevent us from seriously inquiring into it. The reason why the vowel 
i expresses the potential mood cannot be discov^ered in Greek, in Latin, nor 
perhaps in any other European language, but in Sanskrit the radical dement 
1 expresses wishing, desiring; and what syllable could be more properly 
employed to indicate an Optative than the one to which the Hindu grammarians 
had given the primär)^ signification of Känti, having desire? I will not 
affirm that this is the primitive meaning of the root i , and that the gram- 
marians had a sufficient reason for putting Känti at the head of their ex- 
planation , but certain it is, that Imas has , among other significations , that 
[24' of, we desire or wish. Now it is remarkable that the sense expressed in 
Sanskrit, and the languages here compared with it, by a syllable, signifying 
desire , incorporated into the verb , is in English , and often in German also, 
expressed by detached auxiliary verbs, having the primary signification of 
wishing.' The German mögen has frequently this signification, and the 
English may is of the same origin, derived from the Saxon magan, in Gothic 
likewise magan. It is the genius of modern languages to express, by sepa- 
rate words, what in ancient languages was united into one body. In Sanskrit, 
Greek, and Latin, &c. the pronouns, for instance, are suffixed to the verb, 
but in English, German, French, &c. they are placed separately before, and 
where the pronouns , formerly united with the verb , have left some remain- 
ing traces , they have now lost their signification , and therefore a repetition 
of the signs of the persons is become necessary. In the French, ""nous 
aimämes' the first person is expressed twice. and so is the third person in 
the German er liebt, he loves. The third person Singular is generally indi- 
cated by a t in German verbs , in conformity with the Sanskrit , Latin , and 
Gothic, but notwithstanding this t, originally a pronoun of the third person, 
the pronoun er is alvvays placed before the verb. 

Imperative Mood. — That we may preserve the order in which the 
conjugation is exhibited in Sanskrit grammars, I shall now proceed to treat 
of the Imperative. This mood has no particular characteristic to express com- 
mand , like as we discovered in the preceding tense , an incorporated 1 , in- 
dicating wish , or desire. It is , however , sufficiently distinguished from the 
present tense by its personal terminations, which in the dual and plural it 
has in common with the potential mood, and generally also with that preterit, 
which is formed by a .prefixed a. The first person singular is expressed by 



In NoTKER we read, 'l mahta baldur weinon', vellem vehementer ploiare. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



31 



an n instead of an m, and the second by an h instead of s. In this person 
the root As, to be, is entirely irregulär, also in the second and third persons, 
dual and plural , its radical vowel is rejected, which rejection could certainly 
not have taken place but subsequently to the age , when emigrating colonies 
introduced into Greece and Italy, languages so intimately connected with that 25 
of India. If we restore the rejected a, then Asta, Astäm, Astäm will be 
exactly identified with ecrie, ecriov, ecrroiv, and the Latin este. Other coin- 
cidences will be discovered in the foUowincr table : 



Dual. 
Asä va 
S tarn, ecr tov 
S täm. ecr tuuv 



Sing. 

1 Asä ni 

2 Ed' i 

3 As tu, ecr tuu, es to 

Plur. 

1 Asä ma 

2 S ta, ecr xe, es te 

3 Sa ntu, SU nto. 

The similarit>^ between the imperative of the Sanskrit. Greek, and Latin 
languages will be better understood by comparing that of the roots Pä, OA. 
and Da. 



Sins. 



1 


Pä 


ni 






2 


Pä 


hi 


cpa 61 


3 


Pä 


tu 


qpa TUU Da t 

1 Pä ma 

2 Pä ta 

3 Pä ntu 



Pä va 
Pä täm 
Pä täm 



cpa TOV 

cpa TUUV 



Ph 



cpa Te Da te 

cpci VTOV Da nto. 
Note. Sanskrit roots of the first, fourth , sixth. eighth. and tenth con- 
jugations do not join any pronominal letter to the second person singular. of 
the imperative mood; so, for instance , b'^ava-si, thou art . makes b'ava. 
Herewith agree the Greek verbs in uu and all Latin verbs . as TUTTTe , ama. 
mone, audi, &c. Also in the Teutonic dialects. the second person singular 
of the imperative is generally the mere root. without an\- addition but a vowel. 
Only the Gothic dialect uses the potential mood as imperative. The Attic 
form of the third person plural , cpcivTuuv. is more than cpcxTuuCTav. usod in its 
place, analogous to päntu and danto, and more conformable also to the 
practice prevailing in the Doric dialect. of indicating plurality b>' an v prc- 
fixed to the charactcristic of the third person. 

P'irst prcterit Tense. — This tensc is formed b\- mcaiis of a short a. 
prefixed to the verb in the same way as the Greek augment. This a I can- 26 
not consider as a mere inflection. in the restricted mcaning of the word, but 
it rather appears to have nothing to do with the root of the verb. and to be 
a foreign addition enducd with a proper signification. I do not bclicxo that 



■5 2 !*• Borp. 

at first it specifically expressed past time, and that therefore it possessed ori- 
ginal adaptation to form a preterit tense: but languages are very seldom 
capable of expressing fuUy what they prctend to express ; of every thing in 
nature, of every animal, of every plant, speech can seize only one qualit>'. in 
Order to express the whole by it. The elephant is called in Sanskrit dantin 
nom. danti) from its teeth. or dvirada fendued with two teeth . or from 
his trunk serving him for a hand, he is called hastin or karin nom. hasti, 
kari); from his habit of taking water in his trunk, and then drinking when 
he pleases, he is called dvipa twice drinking). Were the Sanskrit to express 
all the qualities of the elephant by one word, it would be obliged to join all 
those mentioned together, and to add a great number of others. The serpent 
is called, from its motion sarpa, or pannaga, going not with feet. from 
päd, foot . na, not, and ga, going;; or uraga, going upon the breast. 
This will remind us of that passage of Scripture, in which God cursing the 
serpent, says, "^Because thou hast done this, thou art cursed above all cattle, 
and above every beast of the field; upon thy belly shalt thou go, and 
dust shalt thou eat all the days of thy life.' Besides many other names the 
serpent has also, in Sanskrit, that of pavanäs'ana, wind-eating. Although 
in .this language, admirable for its beautiful structure, the reason of appellation 
is much easier ascertained than in Greek and Latin, it is however sometimes 
impossible to discover from what quality a thing has received its name : the 
less striking qualities not seldom give rise to the appellation of objects. It is 
gratifying to observe, how with apparently few means, by a wise emploj'ment 
of them, languages succeed to convey in an unequivocal m^nner, an immense 
number of ideas. But, as language is incapable of expressing all qualities, even 
of material things, by one word: being obliged to indicate one quality only; 
how could it be constantly possible fully to convey the finer shades of modal 
1 27^ and temporal meaning ? And if languages here likewise bend to the necessity 
of sometimes expressing a part. how can the philologist always determine with 
certaint}', what part is expressed, and what supplied by the usage of language ? 
Precisely such is the case with the a , prefixed to verbs in order to form a 
preterit. What it originally signified , I do not know , but this I know , that 
it is prefixed in the same manner to nouns with the sense of a negative or 
privative particle : for instance, adina, happy (not miserable), anindita, dear 
(not despised) , abala, weak (without strength) , &c. It would not by any 
means be contrary to the general practice of languages, if by the words adina, 
anandita, exceeding the primary sense of the negative particle a, the Sanskrit 
had also signified one who has been miserable, who has been despised 
— but who is not now miserable, not now despised : in that case there might 
have been a closer connexion between a negative and a preterit, than would 
be evident at first sight : or in other words , the particle a, expressing in its 
primitive sense negation, can very properly in a secondary meaning indicate 
past time, that is to say, deny the existence of the action or quality with 
respect to the present time. One might ask , why in this way a is not as 
well employed to form the future tense , for neither in this tense does the 
action or quality expressed by the verb , actually exist : but the usage of 



ANALYTICAL COMPARISON. 



33 



language is despotic, arbitrarily employing its means, without control. An- 
other objection could be taken against the original identity of the negative a 
and the a expressing past time, from the case of the first being employed in 
Greek iinder the form of a, the second under that of an e, so that different 
forms ansvver to different meanings. But it is very often the case , that one 
original word produces , in languages originating from others . two , three , or 
more words, with slight variations in form and meaning ; and this practice has 
particularly contributed to the copiousness of the English language. For in- 
stance, to stay and to stand have the same origin, both are variations of 
the Sanskrit root St'ä, to stand. I stay agrees with the German verb, ich 
stehe, signifying I stand, of which the preterit is, ich stand I stood), which 
is considered as a new root in English. 

The personal terminations of the first preterit, in Sanskrit, are. in some 28j 
measure, different from those of the present tense, but this difference. in my 
opinion , does not contribute any thing to the change of the sense , which is 
sufficiently and solely expressed by the prefixed a. It ought to be noticed 
also, that these terminations, whilst they differ from those of the present tense, 
agree generally with those of the potential mood, the signification of which is 
much more widely remote than the present tense from that of the preterit. 
In Greek it is likewise the augment only, which evinces the true characteristic 
of the imperfect, the terminations of the dual and plural, the third person ex- 
cepted, agree with those of the present tense. The perfect agreement of the 
Sanskrit first preterit with the Greek imperfect will be fuUy explained by a 
comparison of the conjugation of Apäm with that of the Doric eqpav. 

Sing. I Dual. 1 Plur. 

1 Apä m eqpa v Apä va Apä ma eqpa juec 

2 Apä s ecpa c Apä täm eqpa tov Apä ta ecpa re 

3 Apä t ecpa I Apä täm eqpd ti-|v Apä n eqpa v 

Note. It has been already observed, that the Greek is abhorrent to the 
use of a T at the end of a word. With respect to the language of the 
Hindus we have now to remark, that in the State in which wo find it pre- 
served in that portion of their literature remaining extant, as far as I have 
been able to ascertain by a careful examination, a final t never occurs with an 
n preceding. This letter, preceding a final t, always causes it to be rejccted. 
So, for instance , to the accusative of the present participle adant-am. 
(edent-em, ebovx-a) , to the plural adant-as (edent-es, ^bov-iec) to the 
feminine adan-tl, answers the nominative masc. adan. ebiuv ', instead of 
adant, ebovT. One might say that t is afraid in Sanskrit to appear at the 
end of a word, preceded by an n, and that the Greek t is still more timid : 
wherever they can avail themselves. if I dare so say, of the shelter of a fol- 
lowing vowel , then they resumc their dcserted Station. Thus. as from the 
Singular ab'avat, he was, the niiddlc voico is dcrivcd by suffixing an a, 

' It is the practice of the C'iieek to lengtlieu tlie vowel, wlien in tlie nominative of tl-,e 
third declension tlie final con-onant is rejected, 

TeCHMER, 2TSCI1R. IV. > 



7 4 F- Bopp 

[29I making- ab'avat-a; in a similar way from ab'avan. thcy wcre . or rather 
from ab'avant (as it originally must have becn writtcn is produccd the 
middle voice ab'avant-a. It is scarcely neccssary to add. that, in the Greek 
middle voice likevvise , eiuTTTOVi-o and eruTTTeT-o prove the anterior existence 
of the active forms eiuTTTüVT and tiuTTTex. From these obser\^ations it would 
follow that in apän and ecpav ' there is only pkiralit}^ expressed, for. in the 
present tense, pänti and cpavii are distinguished from their corresponding 
Singular päti and qpaii by mean of an n prefixed to the characteristic of the 
third person. This way of indicating pUiraHty I consider as a mere inflection. 
because a nasal is sometimes even inserted in the midst of a root. where it 
may be regarded as modifying onl}' the pronunciation of the vowel. and in 
the Sanskrit aiphabet the anusvära, a sign which may represent any of the 
five nasals. is ranged among the vowels. 

It will not be out of its place here to observe. that the Gothic language 
has a passive . which is formed in exact analogy with the above mentioned 
ab'avata. eiuTTTeTO. ab'avanta. eTUTTTOVTO. namely, by additionofan a to 
the personal characteristics. 'Ni liugand. ni liuganda' is Ulphila's trans- 
lation of the Greek text. Bie urravbpeuHV, übe uTravbpeuHViai; they neither 
marry, nor are given to marriage. S. Mark XII. 25. — "Afletanda thus 
fravaurhteis theinos'' is the Gothic translation of dqpeuuvxai (Joi ai d|uap- 
Tiai Oh, Thy sins are forgiven thee. S. Luke V. 20. — Afletanda is derived 
from the active afletand. — Conformably to a rule of euphony a final S in 
Gothic is always changed into Z. when a vowel is joined to it, therefore the 
second person singular , terminating with S in the active , pannot become S a 
in the passive, but Za. However. as haitis, vocas, haitith, vocat. do not 
form the passiv^es haitiza and haitida". but haitaza, haitada. changing 
into a the vowel i. which in the active connects the personal characteristics 
with the root: — it puzzled the grammarian Hickes, and whilst he explains very 
properly the origin of the above liugand-a, afletand-a, and other similar 

[30] forms, in order to explain haitaza, haitada. afnimada^ &c. he has recourse 
to the passive participle. formed by a suffixed d. But unfortunately the roots, 
hait, nim, &c. do not form their passive participle by a suffixed d. but an 
n, conformably to the English participles. taken. given, &c. Besides, there 
exists no participle formed by z or s; the nominative. sing. masc. only has s 
for its characteristic, which disappears in the oblique cases. Hickes ought to 
have considered , that in Greek also . Tcftric , thou standest, does not form in 
the middle voice Tcrtricrai . but Taxacrai . resuming its radical a. for which in 
the active, an r\ has been substituted. From the first and third person. plural, 
haitam, haitand, and from the first, singular, haita, one would expect the 
second and third to be haitas. haitath, but, although the usage of language 



' I shall perhaps sncceed in proving eqpaöav, which is more commonly used for eqpav, to 
be of a Compound form , when I shall have occasion to speak of the incorporation of the Sub- 
stantive verb with the attributive verbs. 

^ Th is always changed into d, when followed by a vowel. 

3 Prauf^tes hauhistins haitaza; •npo(pr\Tr\(; v\\)iaT6 Kh]Qr\Oy]. Luke I. 76. — Afni- 
mada af im sa bruthfaths; (öxav) dTtapGr) Ott' auTiJÜv 6 vu)H9io^. Matt. ix. 15. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



35 



here chose an i. to connect the personal characteristics with the root. this has 
not affected the passive, where the a resumes its place. 

Where the active already terminates with an a. in the passive, this vowel 
is changed into au. much after the same principle that changes the final i 
of the present tense. Sanskrit and Greek. in the middle voice ' into e being 
the contraction of ai and ai . as b'avante. TumovTai . from the active 
b'avanti and the Doric tutttovti. The third person. plural. of the potential 
mood terminates with na instead of nda) having lost its pronominal letter d, 
in the passive this d has preserved its place, and the foUowing a is changed 
into au: thus andhausyaina originally andhaus\-ainda). audiant. makes 
andhausyaindau". audiantur: gaumj'aina. videant 'gaumyainda , 
produces gaumyaindau'. videantur. 

To return now to the Indian Substantive verb As. we have to observe. l3i] 
that this root. belonging to a conjugation which does not add any servile 
vowel or syllable. requires necessarily a vowel to connect the pronominal con- 
sonants m. s. t with the root. in the singular of the first preterit. which Pä. 
as well as the Greek OA, could receive without the interference of a foreign 
vowel. It is generally a short a which performs this office to those roots of 
the second conjugation terminating with a consonant. Thus ad. to eat. which 
out of ääd, produced by the augment. makes ad. contracting by a rule of 
euphony two short vowels into their corresponding long one (as r]h in Greek 
originates from eeb). forms in the singular of the first preterit. ädam. adas, 
ädat. The Greek language is here. as in many other instances. less regulär 
than the Sanskrit, because it interposes between the root and personal cha- 
racteristics. sometimes an 0. sometimes an £. making fibov ^ flbec, r\he iibei-o" 
and not ribov, fiboc, or r|bev. fibec, &c. which would. at the same time. be 
more regulär and more conformable to the example given in the Sanskrit 
grammar. In the plural and dual, where the pronominal consonants are fol- 
lowed by vowels. the interfering a. being unnecessary. disappears. as ädma 
(fibo-)uev;. and not äd-a-ma. The root As makes by the augment äs, con- 
tracted from aas. and so in Greek the root 'EZ produces j'ic instead of eec. 
The first person singular is äsam in Sanskrit, in the second and third person 
1 is chosen as intermediate vowel. therefore äsis. äsit stand for äsas. äsat. 
The Greek verb Substantive is mutilated in the singular of the preterit . and 
this mutilation . I believe . is due to the hatred the Greek idiom constantly 
shews against Z.^ As ctutttov Stands for the first person. singular. and for 



' In Greek tlie passive is in almost all tenses ihe same with the miiKUe voice; but the 
Sanskrit has a proper charakteristic of the passive, naniely, the Insertion of the syllable ya be- 
tween the root and the personal terminations, which are the same as those of the micklle voice. 
Thus Pate is the middle voice of Päti, and I'äyate the passive. It might be said that the 
change of i into c indicates the reflection of the action upon the subject, which the passive has 
in common with the middle voice, and that the syllable ya indicates that the subject does not 
himself perform the action. 

- Oti ... €iaaKOUö9»]aovTai, ei . . . andli a usy ain d a u. Mail \i. 7. 

3 'OiTUJi; äv 9aiviJüai toTc; ctvGpuJTTOK;, ei gaumyaindau mann am. Matt. vi. 5. 

•* fjöov would be formed by analogy, but is not in actual use. 

5 Even in Sanskrit S is liable to much change, or to total suppression, but only when it 

3' 



36 



F. Boi'P. 



A s ma 


n ^ev 


A's ta 


ficr te 


A"sa n 


fjcra V 



[32] the third, plural, originating in the first casc fvom tTUTTTO|n (plur. eTUTrTO)a-ev, 
middlc form tTUTTTOin-r'iv) , in the latter from eiUTTTOvi ; eTUTTTOvi-o) ; thus we 
may conclude from ricfav, thcy were, which somctimes we find changed into 
fjv, in Hi:RO])t)Tus , Hesiüd , &c. that the first person singular was originally 
likewise fjcrav (ricrd)Li-riv, agreeing with the Sanskrit äsam). The rejection of 
the syllable (Ja, which happens occasionally in the third person, plural. be- 
came general with respect to the first of the singular. If this was primitively 
r\(Jav, the second and third must have been rjcrac and Y\6e. But leaving the 
decision of this question to those who make the Greck language the ob- 
ject of particular investigation , and who cannot but be aware of the love of 
abbreviation. predominant in this language, particularly when Z is concerned, 
we shall only compare the dual and plural with the first preterit of the Indian 
Substantive verb. 

Sing. Dual. 

1 A"sa m A"s va â–  

2 A"sT s A's täm fjcy tov 

3 A'si t A"s täm \\ü Trjv 
The persons here compared with the Sanskrit make it highly credible that 
y\ixev originated from iia-iaev , which would be distinguished from the cor- 
respondent person of the present tense, ecTiaev by the mere augment. which 
distinguishes also ecT-te from rjcT-xe. 

The S of the Latin root Es is changed into R in the imperfect, a change 
which very frequently occurs in Latin, and even in Sanskrit S" is often changed 
into R, but only at the end of words, and according to invariable rules. In 
consequence of one of these , for instance , patis mama, conjux meus pr 
rather mei, ofme) is changed into patir mama, because a final s, preceded 
by an i, is always changed into r, when the foUowing word begins with m. 
Also in all the Teutonic dialects, the Gothic excepted, the change of s into 
r frequently occurs ; in the Icelandic this permutation is quite characteristic. 
The Gothic was, I was, for instance, whose plural is wesum, is in German, 
in both numbers. changed into war (ich war, wir waren); the English pre- 
serves the original s in the singular, and changes it into r in the plural — - 
I was, we were. To give another instance, where an original s is changed 
[33] into r in Latin , I shall mention the genitive plural of the first , second . and 
fifth declensions, terminating with rum; but instead of musarum we find the 
obsolete form musasum. This I am the more inclined to consider as the 
original form, because it is connected with the Sanskrit, in which all the pro- 
nouns terminate their genitive plural, with säm, or, when this termination is 
preceded by an e , with s'äm, because s always is changed into s', when 



appears at the end of a word. In this case it is, conformably to general rules, either changed 
into visarga, havtng the power of an h, or into r, or it is changed into 5, together with the 
preceding a , or it is dropped entirely ; only in a few cases it retains its original shape. The 
Latin language proves itself more indulgent than the Greek and Sanskrit to S. Where it does 
not Substitute ai» r for it, it is always preserved, as well in the midst as at the end of a word : 
but to the transmutation of S in*o R, the Latin is excessively addicted. 



ANALYTICAL COMPARTSOX. 



37 



foUowing- an e. E'täsäm signifies istarum'. and käsäm quarum. of which 
the masculines are etes'äm. kes'äm. istorum. quorum. Pronouns more 
usually preserve the oldest forms of declension . and . in English . it is well 
known . the pronouns only. have preserved any traces of declension by final 
terminations. as. he. his. him ; who, whose. whom. — whilst all other words 
have laid aside the use of them. As a consequence of this fact. \ve may 
presume, that säm. the characteristic of the genitive plural. was extended 
originally also to other nouns of the first declension', at least the supposition 
is rendered probable by the Latin using the termination rum. which is not 
merely confined to pronouns. The tendency for changing S into R is too 
conspicuous not to be observed, and therefore we cannot doubt that eram 
Stands instead of esani^. which would agree with the Sanskrit äsam, and at 
the same time be analagous with the conjunctive esem, which in the oldest 
Latin Stands for essem. the s having in later times been repeated. Con- 
formably to the principle abo\'e explained. esem would be derived from esam. 
by the Insertion of i. the characteristic of the potential mood. and ai would l34] 
have been contracted into e. as it generally happens in the Sanskrit language. 

Second preterit tense. — Fast time can also be indicated in Sanskrit 
by a mere internal inflection without having recourse to any thing foreign to 
the root. by the repetition of the first letter of the radical. which letter. when 
it is a consonant is articulated by the vowel of the root. This vowel always 
becomes short. if it be a long one, and the initial consonant. if aspirated. is 
changed into its corresponding tenuis.-^ Thus Tup. to kill, makes by the 
reduplication tutup. D'üs' of similar signification makes düd Gs': Lis". to 
lessen, makes Ulis". However the root B'ü. to be. notwithstanding it has an 
ü as radical vowel. does not make by the reduplication bub'ü, but bab'ü; 
besides , all roots with an r vowel . articulate . for sake of euphon}' , the re- 
peated consonant with an a. thus B'r- to bear. Ter makes bab'ar. What 
may be considered as an exception in Sanskrit, becomes regulär in Greek. in 
which. whatever may be the radical vowel. the repeated consonant is always 
articulated with an e. and thus TYTT does not make tututt, but t6tutt. 

A more striking resemblance with tutup. in regard to the i)rinciple of 

^ The fii'st Sanskrit declension comprises the first and second of the Latin language , the 
masculines and neuters terminaling their nominative , singular, with as and am, agree with the 
Latin terminations us and um; and the feminines in ä, answer to the first Latin declension. 

^ I cannot pass over in silence an cid Etruscan form of the first person plural uf the Sub- 
stantive verb , found in the 5th Eugubian table: 'Vutu: asama: ku vertu: asaku: vinu: 
sevakni', which Lanzi translates: 'Vovinius ([uartum assuni. vinum hornum.' He con- 
siders asama as makiiig one word witli viitu, and observe> that devotare, occuiing in l'LAiTrs, 
ought to be remembered. — sacciu mi liniua kikisca, t. i. p. 367. — In anolher part of 
the snme work lie observes, that asama is connected wiih eöjuev, or a similar Greci>m. Accord- 
ing to my opinion, it is more noarly connected with cranius, if re^tored to esamus, its original 
shape. But ratlier than wiiii tlie Clreek and Latin, ii agrees witli the Sanskrit äsma (we were' , 
from which it merely dilTers by an a . connecting the personal termination witli the root. 

3 There are a few other rule^ to be observed with respect to the repetition of an initial 
consonant, for wliicli we mu-t refer to ilie Sanskrit Cirammar of l)r. Wii.kins. 



38 



F. Bopi', 



reduplication, exprcssing past time, is secn in the Latin cucurr, formed from 
the root Curr, thc first person, plural, is cucur r-i-mus, very similar to its 
corresponding tutup-i-ma, and so momord-i-mus agrees with thc Sanskrit 
mamard-i-ma' , vve bruised. In the Gothic language also, the prcterit tense 
is frequently formed by reduplication , but the repeated consonant is ahvays 
articulatcd with ai, without any regard to the radical vowel. The root Fah 
makes faifah — 'Ainshun ni faifah ina', «be'ic eiriacrev auTOV, Johx mii. 
20. Tek forms taitok — 'Taitok mis sums', rivpaio fia Tic, Luke VIII. 46. 
Vai forms vaivo — 'Vaivoun vindos% eirveucrav oi dve)Lioi. Maith. 
VII. 25. &c. 

[35] ^^^ second preterit in Sanskrit has this peculiarity, that neither the first 

or third person singular, nor the second of the plural number, are indicated 
by the usual pronominal characteristics ; and these three different persons are 
all alike in their termination, joining only an a to the final letter of the root, 
if it be a consonant. Thus tu top a" signifies both , I, and he killed , and 
tutupa signifies you killed. However old this rejection of the personal cha- 
racteristics may be; because even in Greek the first person singular of the 
perfect terminates in a, and not in its usual v; and in Gothic the first and 
third person singular of the preterit are always alike, and where this tense is 
formed by the reduplication , or by the change of the radical vowel . there 
the first and third persons, singular, terminate in the final letter of the root; 
— notwithstanding all this, I consider that the Omission of the pronominal 
signs in three different persons, in Sanskrit, was not a defect of the language 
in the primitive State, whilst Greek, Latin, Teutonic, Sanskrit, &c. still 
continued one and the same Speech. In that remote age tutöpaM, tutöpar, 
tutupaxA, or tutupixA, or something similar, may perhaps have occupied 
the place of those mutilated forms we have mentioned. At least the Greek 
can boast of having preserved in the second person plural its usual le : teiu- 
TTaie is therefore certainly older, and more in conformity with the constant 
analogy of the Greek and Sanskrit languages, than the Indian tutupa. In 
Latin also momorditis appears nearer to the original form than in Sanskrit 
its correspondent mamarda, which should be mamardita, to agree with 
the first person mamardima. In Gothic the second person plural is marked 
by th, as in all other tenses. The Greek language has also this advantage 
over the Sanskrit, that it has preserved, in the middle voice, the characte- 
ristics PL and T, which are foUowed by the termination ai : XeXu )aai, XeXeY |uai, 
XeXu Tai, XeXeY Tai, suppose an active XeXu |ui, XeXey |ui- &c. from which they 
would be derived , like bibo Tai, bibov Tai, from the Doric bibuu ti, bibo vti. 

[36] In Sanskrit the second person of the middle voice is indicated by s e . cor- 
responding with the Greek cTai, in XeXuaai. This suffix se is either directly 
joined to the root, or by means of the vowel i; from the rootD'ü, to shake. 



^ The vowel i is very frequently used in Sanskrit as well as in Latin, to connect all kind 
of Suffixes with the root. 

In the singular of this tense , the radical vowel receives that increase, which in Sanskrit 
grammars is called guna, it is the change of a, i, u, r respectively into ä, e, ö, ar. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



39 



comes dud'üs'e' which leads to the conjecture, that originally, besides the 
active form dud'öt'a, where the second person is expressed by the syllable 
t'a, there might have existed also dudös'i, from which dud'üs'e would 
proceed, in the same way as in the present tense. d'avase. from its cor- 
responding active d'avasi. 

The following table offers a coherent view of the second preterit, active 
and middle voice : the application to the Greek and Latin can be made by 
the reader himself. 



Singf. 



Active. 

1 Tutöp a 

2 Tutöp i t'a 

3 Tutöp a 



Middle voice. 
Tutup e 
Tutup i s'e 
Tutup e 



Dual. 

1 Tutup i va ; Tutup i vahe 

2 Tutup a t'us Tutup ä t' e 

3 Tutup a tus Tutup ä te 



1 Tutup i m a 

2 Tutup a 

3 Tutup US 



Plur. 

Tutup i mähe 
Tutup i d've 
Tutup i re. 

Note. It has been elsewhere observed". that in the third person plural 
there is only plurality expressed, by the termination us, which in the dual 
is preceded by a t, the proper characteristic of the third person. In the 
middle voice, this person terminates with ire; how this termination is con- 
nected with the active voice, whence it is derived, and what part of it pro- 
perly expresses the third person (if this person is really expressed), I have 
not yet been able to discover. 

Roots beginning with a consonant and terminating with a single conso- 
nant, form this tense, if their radical vowel is a short a, by changing it into 
0, with the exception of the first and third persons, singular, of the active 37] 
voice. Thus the roots Tras, Svap , Tap, &c. form tresima, .we feared, 
svepima, we slept, tepima, wc burnt. It scarcely requires to be noticed, 
that this inflection is used also in Latin, to indicate past time ; cepimus, 
fregimus, egimus, &c. being formed exactly like the above Sanskrit prc- 
terits. But particularly in the Teutonic dialects, ancicnt and modern, the change 
of the radical vowel is most frequently used to indicate past time. and ever\- 
vowel is capable of undergoing a change for this purpose. In Gothic, for in- 
stance, the preterits band, twoh, staig, are derived from the roots Bind, 
to bind, Twah, to wa.sh , and Steig, to go. Frequently reduplication and 



' S in the midst of a word, is nlways changed into s' wlien preceded by any olher vowel 
thaii a short or long a. 
^ See p. 21. 



40 



F. Boi>r. 



a mutation of the radical vowel unite to form the same pretcrit. as gaigrotun'. 
they wept, from the root Gret: lailot. he let. from Let. In Latin the 
perfect tenses peperci. fefelli. from Parc and Fall, unite likewise two in- 
flections. of which cach by itself would be sufficient to express past time. 

Although reduplication and change of the internal vowel are very fre- 
quently employed in Gothic, there exists another method of forming the pre- 
terit tense, which, in fact, is extended to the greatest number of verbs. This 
method consists in suffixing d or t to the root , either immediately or by 
means of i ; the first and third person singular have no characteristics . and 
terminate with a, like the second preterit in Sanskrit. Thus comes from the 
root Sok the preterit sok-i-da, signifying I sought, as well as he sought: 
the second person is sok-i-das. From the root Og comes oh-ta. ohtas, 
ohta, I feared. &c. I do not regard this method of forming the preterit as 
the original invention of the Teutonic language. nor must d or t be considered 
as characteristics of past time. but it originates from a participle. common to 
the Teutonic dialects with the Sanskrit. Latin, and other languages of the 
same stock. This participle is förmed in Sanskrit by the suffix ta, joined 
either immediately to the root, as in tyak-ta, abandoned, jita, vanquished. 
or by the insertion of i , as in lik'-i-ta. written . kül-i-ta. skreened. Its 
nominative, singular, is in the three genders. tas. tä. tam, corresponding 
138] respectively with the Latin tus, ta, tum, and the Greek toc, tri, tov.^ 
The suffix has commonly a passive sense, indicative of the influence of an 
action already fulfiUed, not now fulfilling . upon the subject, as in the above 
mentioned jitas, one who has already been vanquished. In neuter verbs the 
suffix t a has an active signification , and often Stands instead of a preterit 
tense, thus gato vanam, gone to the forest, may express quite the same 
as jagärna vanam, he went to the forest. It is therefore no wonder that in 
the Teutonic languages. this passive participle serves to form a preterit tense 
with an active signification. In Gothic the root Sok forms the participle 
sok-i-ds, quaesitus, sok-i-da. qusesita, sok-i-th, quaesitum. The final s 
of sokids is the sign of the nominative, it is rejected in the neuter, which 
has no characteristic of the nominative and accusative cases.^ It must neces- 
sarily be rejected also to form a verb, and the termination a then takes its 
place, thus in produced sokida. I sought. From the root Og comes the 
participle, oh-ts, oh-ta. oh-th, and thence the preterit oh-ta. I feared; 
the radical g being changed into h. for the sake of euphony, because of the 
following t. 

An evident proof. that there is a connexion between the passive parti- 
ciple and the preterit tense , is , that only such verbs as form the passiv^e 



^ Roots beginning with a double consonant, in Gothic , repeat only the first , as in Greek 
Y€TPCtcpa, KEKXiKa, &c. and in Sanskrit, taträsa, bab'räja, &c. 

^ Greek words, formed by this suffix. more generally have the signification of Latin words, 
formed by the suffix bilis; but frequently they agree in signification with the Sanskrit suffix 
tas, and the Latin tus, as Tzoir]j6<;, eÜTjuriTOc;, See. 

3 Tlie Gothic language prefers th at the end of a word, but when by any grammatical in- 
flection it is to be foUowed by a vowel, it is changed into d. 



ANALYTICAL COMPARISOX. /]. I 

participle by the suffix d. derive their preterit tense in the maniier just de- 
scribed: others. which use the suffix an. to form the passive participle. employ 
either the redupHcation or the change of the radical vowel . in order to ex- 
press past time. For instance. Nim forms the participle numans. numana. 
numan. prehensus. a. um. its preterit is nam. I took. orhetook: Hait. 
to call, forms the participle haitans, and the preterit tense haihait. 

The method of deriving tenses from participles has obtained extensive 
use in Bengali : Karite. Karile. Kariyä, form karitäm. kariläm. kari- 
yäm. In Persian the preterit tense is always derived from the passive parti- 39 
ciple : ber-deh. borne. agreeing with the Sanskrit b r-tas or b r-tah. of 
the same signification. forms berdem. I bore. Also the Greek verb contains 
a tense which seems to me to be derived from a participle : I mean the 
aorist passive etuqpG-rjv , eboG-rjV . together with its derivatives . which I con- 
ceive may proceed from the passive participle TuqpS-eic. bo6-eic. substituting 
for the termination eic . the personal terminations rjv , i]C, x]. &c. If I am 
right in this conjecture, there is 110 wonder why eTuqp6r|V, eboöiiv . with an 
active termination. have a passive sense. and even never occur in the middle 
voice. like other tenses of the Greek passive. The passive sense of eiucpöriv. 
eboGriv is expressed by the letter 6 Coming from the participle. and therefore 
the termination may be, without prejudice, that of the active voice. Parti- 
ciples in Greek are generally deduced by grammarians from their correspond- 
ing tenses of the indicative . and so xuqpBeic and boGeic must be so good as 
to descend from eTuq)9r|V and eboBiiv : but I cannot conceive why they might 
not have been previously formed . or why the usual practice of placing the 
participles at the end of the conjugation. should exert such a great influence 
upon the origin of grammatical forms. Languages sometimes have unfortu- 
nately taken just the reverse course of what the grammarians have thought 
proper to assign them. 

To return to the Indian xerb Substantive, we have to observe. that roots 
beginning with a vowel are likewise reduplicated in the second preterit. but 
the v'owel repeated, and the initial of the root. are both subjected to the 
general rules of euphony, and so it may happen that the augment and redupH- 
cation produce the same effects. Thus, for instance, the root As makes äs 
by the augment, contracting the prefixed ä with the radical a into ä, agree- 
ably to a rule of euphony. By the Operation of the same rule. As. making 
by reduplication a-as, forms also in the second preterit äs: but we are not 
therefore authorized to say. that the preterit of which we are now speaking. 
is formed by the temporal augment, if the root begin with a vowel. Besides. 
it is not in all roots, whose initial is a \-owel. that the same eftects are pro- 
duced by the augment and the reduplication. I'or instance. the root UrvL^o 
makes with the augment örv, instead of a-urv. a and u being contracted 
into ö, conformably to a rule of euphony: b}- the reduplication. ürv is changed 
into ürv (instead of üürv). because by another rule of euphony. two short 
vowels of the same power are changed into their corresponding long one. 
The Sanskrit language is in general much more regulär than the Greek, and 
particularly the change of vowels is cntireh- founded in nature. there is no 



4- 



F. Boi'i'. 



arbitrary usage of language. Thus , for instance . it is quite natural that ä 
twice repeated should produce ä, two ü's ü, because, two short vowels being 
pronounced successively without stopping, the voice naturally produces a long 
one. It is not so apparently natural why a and i, and likevvise a and u. when 
they meet together, are contracted, the former into c, the latter into ö: but 
we find that in French ai and au are pronounced just as are in Sanskrit e 
and ö. originating from the union of a-i and a-u. Therefore this pronuncia- 
tion of two vowels with one sound must have a natural cause.' The Greek 
language is much more arbitrary in its contractions ; there can scarcely be 
given any reason , why o o produce ou and not rather uu , why e € are 
changed into ei and not into x]. With respect to the augment and redupli- 
cation of verbs, beginning with a vowel, the Greek follows more the method 
of the Sanskrit grammar, which we may call the natural method of contrac- 
tion. Agreeably to the same principle , which in Sanskrit produces äs from 
ääs and ürv from üi;irv, there is formed in Greek i^YCipov from et(eipov. 
produced by the augment; also, Jn^pKa from ii^epKa, by the reduplication. 
As ri very often Stands instead of a long a, and not seldom answers to the 
Sanskrit ä, therefore it is natural that dvuTut make by the reduplication iivuKa. 
contracted from ddvuKa. In the imperfect the initial of dvuTUJ may pass into e 
a and e being frequently confounded with one another) in order to accom- 
modate itself to the prefixed augment. and thus may the r) of i^vutov be 
[41] resolved. The verb övo|LidZ;uj will form by the reduplication 6ov6\xaKa. but 
the two short vowels are changed into their corresponding long one as in 
Sanskrit üiirv is contracted into ürv. The Greek aiphabet has no particular 
letters for i and u. short or long, but ußpiZiuu, which is short, becomes long 
by the reduplication — ußpiKa instead of uußpiKa. Now, if övonaliX), ußpiDju, 
iKeTeuuu, &c. form also in the imperfect, d)v6}xaZov ußpiZiov, iKeieucv, I should 
rather be inclined to say, that verbs, beginning with certain vowels, have the 
reduplication already in the imperfect, than to explain their perfect as ori- 
ginating by the temporal augment. 

A few perfect tenses , which really are formed by the augment, namely, 
eafa, eujcr|uai, euuvriiuai, together with eoiKa, ecX-rra, eopf«, do not appear to 
afford sufficient proof, that no verb beginning with a vowel has the redupli- 
cation in the perfect tense, whilst the perfect uuv6)aaKa has certainly as much 
claim as the Sanskrit preterit ürva (I injured) to be considered as produced 
by reduplication. 

Mr. Buttmann derives the augment in general, syllabic and temporal, 
from the reduplication , and , according to his opinion , the e of eiuTTTOV is 
the remaining vowel of the syllable le, which begins the perfect tense leiucpa, 
after the rejection of the repeated t. He observes, at p. 15g of the 6th edition 
of his excellent Grammar, "Also, in the perfect tense, the temporal augment 
originates from the vowel e. For, as the usual reduplication consists in the 



^ It is clear also why e and 5, when followed by another vowel, are in Sanskrit, changed 
into ay and av , namely e and 5, containing the Clements of ai and au, their final vowels i 
and u pass naturally into their corresponding semi-consonants. when another vowel is rapidly 
pronounced after them ; the first element a can remain unaltered, without producing any hiatus. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



43 



repetition of the initial consonant accompanied by an e. therefore. if the verb 
begin with a vowel, there can only an e be prefixed to it, which e. together 
with the foUowing vowel, constitutes the temporal augment/ In my humble 
opinion, the e of the augment has nothing to do with the v^owel w^hich arti- 
culates the repeated consonant of the perfect ; if it had. then the coincidence 
of the Greek imperfect and aorist with that Sanskrit preterit which is charac- 
terized by a prefixed a , would be more apparent than real. The Sanskrit 
augment a has no connexion at all with the reduplication , because the re- 
doubled consonant is generally articulated by the vowel of the root : T u p 
forming tutup and Lis', lilis'; now, if the first preterit of these roots were 
utöpat iles'at, instead of atöpat, ales'at, then it might be said that 
there exists some connexion between the reduplication and the augment, which 42 
then also would be a mere inflection, whilst, in its actual State, I consider it 
as an affix which had its proper signification. 

The following table offers the conjugation of the second preterit of the 
Sanskrit verb Substantive, active and middle voice. 



Active. 

1 A"s a 

2 A~s i t'a 

3 A's a 



Sing. 



Middle voice. 

A"s e 
A"s i s'e 
Ars e 



Dual. 



1 A^s i va 

2 A's a t'us 

3 A"s a tus 



A"s i vahe 
A"s ä t'e 
A's ä te 



Plural. 
I A"s i ma A"s i mähe 



2 A s a 

3 A's US 



As i d've 
A~s i re 



Note. The second person singular. active, if it were formed analogous 
to dud'ö-t'a, chakar-t'a, sis'it-t'a, &c. by joining the pronominal cha- 
racteristic immediately to the root. then äs-t'a would offer a striking coin- 
cidence with r\oQu. It remains, however, questionable. whcther the (J ot iiCTGa 
is radical, or whether it is to bc considered as belonging to the personal ter- 
mination. The latter is rathcr more probable, because aBa fretiucntK- cx- 
presses the second person in Greek, as in TiBii aGa, eiTrii (J6a. fc9n aOa. &c. 
From this reason the coincidence of rjcrGa with the Sanskrit iisit'a is not 
really so great as it may appear. 1 am. however, of opinion. that liÖricrGa, 
emricrGa, &c. do not proceed from liBnc eiTTiic b}- adding to the er. charac- 
tcristic of the second person, the syllable Ga, but I believe that the whole 
termination crGa is intimately connected with t a , w hich frequently indicates 
the second person singular in Sanskrit, particularly in the middle form, being 
in the active confined solely to the second preterit. The Greek language is 



44 



F. Bori'.' 



very fond of prcfixing ü to 6, as in manifestly evinced by the passive parti- 
ciple formed by the suffix 6eic ; but prefixing (J to the 6. there is formed 
[43^ öi(T0eic, )uvricr6eic, xP^c^ö^ic, &c. Thercfore it is 110 wonder if the Grcek has 
formed oQa out of tlic Sanskrit tcrmination t'a. 

The Latin root Es is not separately in use in the perfect tense, where 
the root Fu assumes its place. But one might suspect, from the general 
analogy, that si. sisti. sit, would be the perfect of Sum. or esi, esisti, 
esit; that of the obsolete Es um. 

Besides the tenses already explained to the reader. and thcir correspond- 
ing ones of the middle voice, the Sanskrit root As has not preserved any other 
forms in a disconnected State, but, if we turn our attention to the attributiv^e 
verbs, we might expect, agreeably to the principles before developed, that 
we sliould discover it here and there to be incorporated in them. The Greek 
root 'EZ has still a future tense used disconnectedly , which however, in my 
opinion, is only a present tense of the middle voice, employed by the usage 
of language with a future sense. Were we to derive a verb in uu from the 
root 'EX, it would be tcTuu, ecTeic, eöei. as the root AEF produces Xcyuu, 
Xexeic, XeY£i; the active ecTuu does not occur, and has perhaps never been in 
use. but its corresponding middle form, ecTOjLiai, ecTr], ecTeiai is used with a 
future sense. Instead of ecrerai, we find more generally ecriai, which certainly 
is nothing eise than the middle voice of ecTii (he is) produced b}' the change 
of i into ai, as bibo-xai is derived from the Doric, and original active bibuj-Ti. 
The Greek verb Substantive is the only verb in |ui, which has preserved xi in 
the third person singular, through all dialects, whilst in otl\er verbs this genuine 
Sanskrit termination distinguishes the Doric dialect, the faithful preser\'er of 
the original forms. In the second person also, the Sanskrit termination si 
is merely confined to the verb Substantive (ecT-CTi ; even the Doric dialect has 
rejected the i in other verbs. There is another coincidence with the Sanskrit, 
almost exclusively confined to the root 'EZ; I mean the direct junction of the 
pronominal characteristics to a root terminating with a consonant. The con- 
nection of the pronominal terminations with the verbal root. without the inter- 
[44 Position of any servile vowel or syllable, is the characteristic of the second 
conjugation in Sanskrit: a conjugation indeed not containing any great number 
of verbs. The root Pä which we have chosen as paradigm, belongs to it. 
and likewise the root of the verb Substantive, As. If like the first, this con- 
jugation inserted an a, this root would form the present asämi, asasi, asati: 
the Greek follows this method in the middle voice, or. not to be misunder- 
stood, in the future tense: there we have e(J-o-|aai, e(T-6-|U60a. &c. instead of 
e(J |uai, lo |ue9a. 

We must not forget the Homeric form i'b|uev, which Stands quite isolated 
in the Greek, and requires the elucidation of the Sanskrit grammar. In proof 
of this we observe, that the Indian root Vid, signifying, to wit. to know, be- 
longs to the second conjugation, and in conformity with its rules, forms in 
the first person plural, of the present tense, vidmas, we know; analogous 
to this, Homer formed Tb)aev, which he perhaps pronounced with the digamma 
Fib|uev, or, agreeably to the Doric dialect Fib)uec. For. the Homeric root'IA 



ANALYTICAL COMPARISON. 



45 



answers to the Sanskrit and Latin root Vid; FIA was in later times changed 
into EIA. The second person of vidmas is vitt'a (instead of vidt'a), d be- 
fore t' being ahvays changed into t, by a rule of euphony. Also Xbie or 
Fibie would have been intolerable to the ear of a Greek , therefore the final 
radical was changed into ü /i'cTTe). The change of b into CT is ver>' common 
in Greek, and always happens in the perfect , passive, with respect to roots 
terminating with b, because a is preferred to b before )u, although the junction 
of h\x is not at all inconsistent with euphony, and we find in Hesiod the par- 
ticiple TipoTTecpabiLievoc , in Pin])ar KeKab|uevoc, which were afterwards changed 
into 7TpoTre(ppa(7|uevoc, KCKaaiuevoc. It is stränge that the Sanskrit forms, from 
the root Vid, another present tense, assuming the terminations of that pre- 
terit , which is formed by reduplication ; but it is still more stränge that the 
Greek root ib , or Fib , follows , even in this irregularity. the example of the 
Sanskrit. Changing the radical vowel i into e ; a change which is frequent in 
the Sanskrit conjugation , but does never indicate any modification of the 
sense; the Sanskrit root Vid derives veda, vett'a, veda, I know, thou 
knowest, he knows; herewith agrees the Greek oTba, oTcJöa, oibe. It is to be 45 
observed, that the Sanskrit d is changed into t before t'a, indicating the 
second person ; the Greek b has disappeared entirely before aöa , unless it 
be supposed that 0a alone expresses the second person, and that the preced- 
ing CT is the Substitute of the radical b. This, however, is not probable, be- 
cause there is no other instance of 0a, instead of oQa, indicating the second 
person. and the same b is rejected also in the future tense eWoiaai. The 
German verb ich weiß, Coming from the Gothic root vit (vi tan) to know. 
has likewise in the present this coincidence with the preterit, that the first 
and third person are alike ; ich weiß, du weißt, er weiß. 

To return to the verb Substantive we must observe , that the Latin ero 
Stands instead of eso, the radical s of the root Es being changed into r, as 
in the imperfect eram. Eso would agree with the Greek ecToj , which does 
not occur, but is the active of the middle form e(TO|uai. Instead of ero we 
find in the oldest writers also esco, where the radical s is connected with c. 
which, like the Greek k, is frequently found placed after s. In Greek we 
have from the root ' EZ the imperfect tcTKOv , :\hich often occurs as well 
separately as in connection with attributive verbs. losing in the lattcr case its 
initial e; — ireiLiiTeö'KOv, ßaiveaKOV, bd|ava(TKe, &c. 

Of the future Tense of attributive Verbs. — The future of attri- 
butive verbs, in Greek, I consider as being nothing more than the conjunction 
of an attributive root with the present tense of the Substantive verb 'EI. 
provided with uu for the tcrmination, to which the usage of language has 
given a future signification. Mr. MATihUAfc: observes, with rcason , that tauü 
in the middle voice iao}.ia\] is properly the characteristic of a future tense. 
'Eauu or ^ao)Liai, in connection with the roots OA, AP. MAX. AIA . produces 
ÖX eauj, dp ecTo), imx ecro,uai, aib tcro)Liai. Whilst jLiäxouai produces the future 
f.iax ecro)Liai, )iiaxeo|Liai niakes )Ltaxn(JO|uai, because the e joined to the root |iiax, 
and the initial of the Substantive verb. tcToiLiai, are confiumded together into 



46 



F. Bopi-, 



i-|, and thus |uaxncrof.iai Stands instead of juaxe ecTouai. Future tenses , which 
like öp eCTuu, ö\ ecTuu, &c. seem to have preserved the original shapc, are not 

(46 vcry frequent; usually. as Mr. Maithiae observes. either the e or ö" of eauu 
and ^cro|Liai are rcjected . and this rejection respectively characterizes the first 
or second form of the future tense. Whether the first or second rejection 
is to take place , particularly depends upon the final radical letter of a 
verb; some verbs have both forms. 'OX ecro), which is used by Homkr. 
is found in the same author abbreviated into ÖX ew , in the middle voice 
ÖX eo^ai, and the third person öX eerai was by him contracted into öX 
eiTtti. Ap eao) was abbreviated into d'p (Tuu. and dp euj. and the latter is con- 
tracted into dpuj. The roots KYP, AY, produce Kup (Tai, Xu auu : and BAA. 
ZTEA, form ßaX euu, üxek euu, contracted into ßaXuj (TieXuj. Now, if Mr. Matthiae 
is right in stating that effuj is the proper characteristic of the future tense, 
then we may beliex'e that the verb Substantive, either unaltered or abbreviated. 
makes part of every future tense. Agreeably to this principle. even eü ou|uai 
contracted from ed eo|uai , would be considered as the abbreviation of ea- 
ecro|Liai. It may appear stränge, that the verb Substantive should enter into 
conjunction with itself. and ecroO|uai, at first sight, might appear a strong 
argument against my explanation of the future tense; but let us observ^e that. 
when it had become general . in the languages derived from the Latin , to 
form the future tense by joining the present tense of the auxiliary verb avoir. 
to the Infinitive of any attributive verb, then even the verb avoir, following 
the current of analogy. formed the future tense by compounding its own 
present with the Infinitive. The present of avoir, when 'it is suffixed in this 
manner to infinitiv^es, undergoes such abbreviations. in the plural particularly. 
that it would scarcely be possible to recognize it. if in the Langue Romane, or 
the language of the Troubadours, it had not sometimes been placed separately 
from the Infinitive. A French author remarks upon this subject. ""Souvent ils 
ont [les Provengaux]. entre les deux verbes qui forment leur futur, insere un 
article , un pronom ou autre particule , et quelquefois plusieurs . comme s'ils 
eussent prevu qu'on pourroit un jour confondre le verbe principal avec le verbe 
auxiliaire qui compose ces temps. Jen rapporterai ici plusieurs exemples que 

[47j'ai recueillis en lisant les ouvrages de nos anciens Provengaux. Compatar 
vos ai , je vous compterai ; dar vos n'ai, je vous en donnerai : dir vos ai. 
je vous dirai ; dir vos em, nous vous dirons, gitar m'etz. vous me jeterez.^' 
The Provengal Infinitive aver is contracted into aur, when it enters 
into conjunction with the present tense ai", to form the future; aur ai 
would properl}- signify. I have to have : and so it might be said that ecToOiuai 

^ See MEM. DE l'aCAD. des INSCRIPTIONS et BELLES-LETTRES, TOM. XXIV. REMARQUES SUR 
LA LANGUE FRAN^OISE DES DOUZIEME ET TREIZIEME SIECLES , COMPAREE AVEC LES LANGUES PRO- 
VENgALE, ITALIENNE ET ESPAGNOLE, DES MEMES SIECLES^ PAR M. DE LA CURNE DE SAINTE-PALAYE, 

p. 684. Upon this subject may also be consulted Mr. Raynouard's grammaire de la langue 
DES TROUBADOURS and Mr. A. W. Schlegel 's observations sur la langue et la litterature 

PROVENgALES. 

^ The plural avem, we have, loses its radical element av, and presen-es only the termi- 
nation em, when it enters into composition with an Infinitive. Thus amar em (instead of 
amar avem) will appear more mutilated than 6X eUD for 6X eöuJ. 



ANALVTICAL COMPARISON. 



47 



originally meaiis . I am to be. The difference, however. between the Greek 
and Proven^al future is, that 'EI. being a root can nev^er be employed in 
Speech without entering into connection with some particle or other. 

In Sanskrit the future tense is formed by conneqting with the unaltered 
root the word Syämi, Syasi. &c. the conjugation of which will be seen in 
the foUowing table. 

Sing. Dual. Plural. 

1 Syä mi Syä vas Syä mas 

2 Sya si Sya t'as Sya t'a 

3 Sya ti Sya tas Sya nti 

If the reader will compare this with Syäm, Syäs. Syät, &c. the 
Potential mood of the root As% he will, I beheve. be led to the opinion 
that Syämi likewise is derived from As. The only difference indeed is, 
that Syämi has the termination of the present tense". placing, for instance. 
in the singular and third person plural, an i after the pronominal consonants. 
But Syämi has, in common with Syäm, the essential characteristic of the 
Potential mood , namely , the I inserted between the root and the personal 
terminations, which I, as it has been observed, signifies in Sanskrit, to wish. 
Syämi Stands for Siämi, T before ä being changed into y. in conformit}- to 
a rule of euphony. It may be supposed, that the root As would have had[48' 
a future tense originally, and it seems to me credible that Syämi is this 
future tense, being lost by lapse of time in disconnected use, and being found 
at present extant only compounded with attributive roots. It is not unfrequentK' 
the case in other languages, that words become obsolete in a disconnec- 
ted State, and are preserved only as Clements of Compounds. To 
give an example, the Latin word ficus, doing, making. from the root Fac-\ is 
never used separate: but in composition with male, bene, and other words. 
it forms maleficus, beneficus, honorificus"*, &c. One would think that. 
before these Compounds could have originated, their single members must 
have been in existence. But suppose that ficus was never in separate use. 
still it must be considered in maleficus as being itself a word. Had the 
verb facio, and all nouns of the same root become obsolete, then the word 
ficus, and ficium (the latter forming beneficium. sacrificium. officium) 
would probably have been called by grammarians inflections or terminations; 
but what are called inflections are mostl}' distinct words. whose ori- 
gin and primitive meaning is obscure, or not sought for. 

There is the more reason to considcr S>'ämi as the luturo ot the \'crb 
Substantive, because the future and potential mood express s)'nonymous modi- 



' See p. 20. 

^ See p. 17. 

3 The vowel a is very frequently changed into i in Latin. 

â– * The i between honor and ficus, I hclieve, is here . ns it is veiy comnioniy, only the 
mean of connection l)et\veen llii; t\\o nienil)ers of the Compound, nnd not the dative termination. 
Honor, although it may bc tlie nominative, is liere tlie crude form, from which all ca-;es, 
honor-is, honor-em, &c. procoed. 



48 F- ^«•'P- 

fications of sense. Neithcr in the one nor in thc other does the action or 
quality really exist , but having its being only in the mind of the Speaker, is 
thought possible, is concluded from reasons, is desired or conditionally pre- 
dicted. It is therefore not to be wondered at, that in grammar both tcnses 
bear the same characteristic, in Sanskrit an i, expressing desire. The English 
auxiliary verb to will, which , like GeXuu in modern Greek , is employed to 
indicate future time ' , dos not much difTer in signification from the German 
[49] auxiliary verb mögen, signifying to wish, which is employed as may !from 
the Anglo-Saxon magan) in English, to exprcss the potential mood. But 
something more conclusive than these theoretic reasonings can be practically 
shewn by a language having the future and potential mood in reality the same ; 
this language is the Gothic. The tense, which Hickks mentions as future. is 
exactly the same with the potential mood; later grammarians deny the Gothic 
language to have a future tense, and it will therefore be proper to give a 
few instances , where Ulphil.\ translates the Greek future by the potential 
mood : 

Mark IX. ig. 'Q feveä dTTiaTOC, eujc TTOie Tipöc u)aäc edOLiai; eujc ttotc 
dveEo|uai u|uüuv; — O kuni unglaubyando, und hva at izvis Siyau? und 
hva Thulau izvis? 

Mark IX. 35. "'Eaxai TrdvTuuv e^xaTOC, Kai Trdviujv bidKOvoc. — Siyai 
allaize aftumist yah allaim andbahts. 

Mark X. 7. "EveKev tbth KaTaXeiijjei d'vGpuuTroc töv Ttaiepa aux» Kai niv 
miiepa. — Inuh this bilaidai manna attim seinamma yah aithein. 
V. 8. Kai eacvrai oi buo eic adpKa laiav. — Siyaina tlio tva du leika 
samin. 

In Sanskrit Syämi is either joined immediately to the verbal root. or by 
means of an inserted i, as for instance, Dä-syämi, I shall give, bou (Juj : 
Tan-i-s yämi, I shall extend. In Gothic the preterit of the potential mood 
exhibits a similar connexion of an attributive root with an au.xiliary verb, 
joined either immediately, or by the mean of an inserted i. From the root 
Og is derived oh-tedi, that I might fear; from Sok comes sok-i-dedi, 
that I might seek. In the corresponding tense of the indicative this combi- 
nation takes place only in the plural number — Sok-i-dedum, we sought, 
or rather, we did seek. The Gothic dedi is so nearly connected with the 
English did that it scarcely needs any further proof to shew that sok i dedi 
is a Compound term; besides, we find in Ulphila the word missadeds. a 
criminal deed , a Compound word , the second member of which seems ori- 
ginally to have been a passive participle, like the Latin factum; the final s 
characterizes the nominative , and ought to be rejected to form deduM, we 
did, dedEiMA, we might have done. The verb tauya, I do, seems to be a 
slis^ht Variation from the radical element of the Substantive deds; but this 



^ A. W. Schlegel observes very properly : — 'Ce que nous devons ou voulons faire est 
toujours dans.l'avenir ; cest ponrquoi , dans plusieuis langues , les verbes devoir et vouloir, 
comme auxiliaires , indiquent le futnr.' See observations sur la langue et la litteratüRE 

TROVENgALES. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



49 



tauya, in the plural of the preterit indicative , and in both numbers of the [50] 
Potential mood, enters into conjunction with itself, forming tav-i-dedum, 
\ve did do, tav-i-dedi% I might have done. Here I must again remind the 
reader of the Provengal futiire tense aur ai, I shall have, or properly, I 
have to have. 

There is another future tense in Sanskrit which is worthy of notice. be- 
cause the verb Substantive is a constituent part of it Ukewise, if I am not 
deceived by its analysis. The third person of the three numbers appears to 
be nothing eise than the nominative masculine, of a participle having a future 
sense, and formed by the suffix tr, as, for instance. dätr from the root Da. 
In the nominative case the r of the suffix irregularly disappears, and an ä is 
placed after the t, thus data signifies daturus , the accusative is dätär am. 
daturum, the nominative of the dual and plural number is dätär au and 
dätär as datur i, dator es). This nominative, without any alteration or 
addition, Stands for the third person of the future tense above mentioned, 
according to the respective numbers; data (daturus) may express daturus 
est, and dätäras, (daturi) may signify also daturi sunt. In the other 
persons the nominative singular of the participle enters into conjunction with 
the present of the verb Substantive, — dätäsi"", daturus es, — as will be 
seen in the following table. 

Sing. Dual. Plural. 

1 Dätäsmi Dätäsvas Dätäsmas 

2 Dätäsi Dätäst'as Dätäst'a 

3 Data Dätärau Datäras. 

The French author^, above quoted, observes, with respect to the future 
tense of the Provengal language, that the Troubadours often placed an 
article, a pronoun, or other particle, and sometimes several, between the 
tvvo verbs forming the future tense, as if they had foreseen that at some 
future period the principal and the auxiliary verb, which compose this tense, 
might be confounded together. In order to shew that the ancient Hindu 
poets were not less endued with foresight, I shall extract from the kämävana .51] 
and MAHÄBH.^RATA a few examples of the Separation of the participle from 
the verb Substantive by words interposed. 

Kat'am ätmasutän hitvä trätä parasutän asi 
Quid, propios-filios deserendo servaturus alius filios es? 
Kin karömi vasö brühi räjni karttä tad asmi te 
Quid faciam? voluntatem die, regina; facturus istud sum tibi. 
In a similar way as we found the third person of this future tense ex- 
pressed by the nominative of a future participle , so , I believe , the second 
person, plural. of all tcnses of the Latin passive voice . is expressed by the 



' The root Tau is changed into Tav before .i vowel, in confoimity with .1 Sanskrit rule 
of euphony, requiring the change of u into v before any vowel. 
^ See the present tense of the root As, p. 17. 
3 M. DE Sainte-Pal-WK. 
Techmer, ztschr. IV. A 



50 



F. r.ovv. 



nominative, plural, masculine, of a participle, formed in Sanskrit by the suffix 
mänas, mänä. mänam. to which corresponds the Grcek suffix |aevoc, i^ievri, 
|uevov, and we have reason to believe also that it existed in ancient Latin 
under the form of minus, mina, minum. Ama mini would be the nomi- 
native case , plural , masculine , of such a participle. which was in use in the 
Etruscan language, where we find dikamne, saying , and pelmener, the 
dative plural, answering. according to Laxzi, to the Greek TTe\o|uevoic, from the 
verb TTe\o|uai. In the Etruscan dialcct o is equivalent to the Latin tcrmination us, 
and or to the nominative plural in i ; thus screhto. screihtor, subato, suba- 
tor, are found in place of the Latin, scriptus, scripti, subactus, subacti. 
The second person, plural, of the imperative mood, amaminor, is an ancient 
plural termination, like screihtor, subator; in Cato we find prasfamino, 
and in Festus famino, as the second person singular of the imperative, and 
these obsolete forms agree with screhto, subato. The internal vowel of the 
suffix minus having been rejected, we find, alumnus, vertumnus, properly 
participles, used as substantives. As the Greek participle, formed by laevoc, 
may have an active or passive signification , according as it is used in the 
middle or the passive voice: so alumnus, formed by the same suffix, ex- 
presses with an active sense, qui alit, and with a passive sense, qui alitur. 
Vertumnus agrees with the Sanskrit participle vartamänas', signifying 
turning, from the root, vrt, to turn. 
[52] After rejecting the termination us, the suffix min-us- forms substantives 

of the third declension, changing in the nominative singular the internal vowel 
i into e, as similar nouns in Greek, formed by |Liev, are changed in the nomi- 
native case into ixr\v . by lengthening the vowel , where the v terminates the 
word, "" Those substantives, of course, may have an active or passive sense, 
conformably as the usage of language determines , but the latter is more 
common. Discrimen, discrimin-is, quod discernit; stramen, quod struitur ; 
legumen, quod legitur; prefamen, preface, what is said at the commence- 
ment, &c. I cannot help mentioning the word Carmen, a poem, properly 
signifying, quod factum vel creatum est. and so far answering to the Greek 
TToiriiua from TTOieo). In Sanskrit karman signifies deed [from the root kr, 
to make) a neuter, rejecting in the nominative case its final n, forming karma, 
the genitive is karman-as, answering to carm.in-is. 

Of the third Preterit. — Besides the two preterits whose conjugation 
has already been explained . there is another in the Sanskrit language very 
little differing, where it is simple, from the first, formed by the augment. The 
only difference indeed, is, that the peculiarities of the different conjugations, 
which are preserved in the first, disappear in the third preterit. The third 



^ The Sanskrit suffix mänas forms participles of the middle voice, but when preceded by 
the syllable ya, they receive a passive signification; vrtyamänas expresses qui vertitur. 

^ It m^y here be observed, that the above suffix tr forms also substantives, corresponding 
in sense to Latin nouns in tor; thus dätäram may signify datorem, as well as daturum ; the 
former sense being more common. It is evident that tlie Latin suffixes tor and turus, are of one 
origin, differing only in declension. 



ANALYTICAL COMPARISOX. 



51 



conjugation. for instance, distinguishes itself from the rest by repeating the 
initial consonant of the root in the first four tenses : thus Da produces dadä 
mi , I give, to which answers the Greek bibuu |ai. The first preterit is adadä m, 
I gave, identified, by the Greek ebiboiv ; the third preterit. losing the repeated 
syllable, is adäm. It is nothing wonderful that the Greek, which has hitherto 
been found so constantly to reflect, if I may so say. the Sanskrit, follows 
this example, opposing eboiv to adäm. The first conjugation. in Sanskrit, 
joins an a to the root: thus B'ü makes in the first preterit ab'avat, he was. 
ab'avas, thou wast, &c. changing the radical ü into av. because of the 
foUowing a; the third preterit, rejecting this a, joins the personal characte- [ss] 
ristics immediately to the root: thus is produced ab' üt. ab'iüs, &c. One 
would think that if the Greek root AY could produce the second form of the 
aorist, it should be eXuv, eXuc. &c. because the imperfect interposes an o. or 
some other short vowel , between the root and the personal characteristics, 
making eXu ov. eXu ec, &c. agreeing with the Sanskrit ab'avam. ab'avas. 
The root TYTT would, in the second aorist, reject the t, which in several 
tenses is added to the root , and thus eiUTTOV would be distinguished from 
eiUTTTOV. But many verbs never use the second, or simple, aorist. and AY 
and TYTT produce eXu aa, etutt cra, by the Operation of composition. which 
it will be well to explain first. by examples from the Sanskrit language. 

I shall therefore observe . that those roots which do not form the third 
preterit in the manner just described, enter into combination with äsam, the 
first preterit of the verb Substantive, placing, however, the augment before 
the attributive verb, and, not to express past time twice in the same word, 
äsam, contracted from ääsam, would become äsam, by losing its augment. 
Now, as it has been observed throughout the whole conjugation of the verb 
Substantive , that its radical a is often in an irregulär way rejected , therefore 
it will appear less surprising that sam, sIs, sTt, in a Compound structure 
Stands for äsam, äsTs, äsit, &c. Let us observe also, that aste, ase, &c. 
the. middle voice of asti, asi, when it enters into composition with the pre- 
positions viati (vi-ati). loses its initial a. so that the root As seems to have 
a propensity to reject its initial letter, when entering into composition with 
foreign Clements. 

The root S'ru", to hear, by connexion with the Substantive verb, forms 
as' raus' am, I heard; for the radical vowcl in this tense is increased, i and 
u being rcspectively changcd cithcr into c and 5. or into ai and au: a radical 
a always becomcs ä. Because of the preccding au. the s of the substantix^e 
verb receives an aspiration, by a rule of euphon}' already scvcral timcs men- 
tioned. The conjugation of sam. sTs. sIt. in conjunction with as'rau, ma}* 54^ 
be compared with the first preterit of the root As. as it is exhibitcd in page 32 : 
whereby it will become evident that it diffcrs from this (~>nl\' b\- the loss of 
the initial v^owel. 



' This root, beginning with that s\ which is fiequently cli.ingod into k, (see p. 6 , may be 
compared with the (Ireek KAY 'kXuuj' of the same signilicatioii. 



52 F. Boi'P. 

Sing. Dual. Plur. 

1 As'raii s'am As'rau s' va As'rau s ma 

2 As'rau s'is As'rau s' tarn As'rau s' ta 

3 As'rau s'it As'rau stäm As'rau s' us. 

Note. The third person plural, terminating with us, agrees more with 
the second preterit äsus, they were. than with the first, äsan. But the root 
Lih, to resemble, and those of the same class with it, in the conjugation of 
this tense, have san, not sus, in the third person plural; alek s'an', they 
resembled. The first person singular. as'rau s'am, I heard, is analagous 
with £\u Ca, of which the middle voice is eXu crd|u i-jv, preserving the charac- 
teristic of the first person, which in the active has been lost. The root Tap , 
to shine, forms atäp sam", analogous to the Greek etUTT (Ta, eKpurr öa eiuTT 
Oäji r]V, eKpuTT crd|u rjv . The second and third person, atäp sis, atäp slt, 
are more in conformity with the Latin sep sisti, sep sit, scrip sisti. scrip 
sit, from the roots Sep and Scrib, in union, I believe, with the verb Sub- 
stantive; the augment not being used in Latin. The Sanskrit root Vah of 
the same signification as the Latin Veh (veho), forms avaks It, he carried; 
if you retrench the augment, you will recognize a preterit certainly very 
similar to the Latin vec-sit (ve.xit). Roots terminating with a consonant 
either reject the verb Substantive in those personal terminations beginning 
with t. or they insert a vowel between the s and t, because atäp sta and 
alek s'ta, as second persons plural, would sound too harsh to ears accu- 
stomed to a refined euphony. Thus instead of atäp sta, ydu shone, as would 
be expected from the first and third persons, atäp sma, atäp sus. we find 
atäpta; for alek sta, we find alek s'ata, agreeing with eiuTT cTaie. We 
have elsewhere observed, that the first person äsam, I was, leads us to ex- 
[55] P^^^ ^^ the second and third persons. äsas, äsat, which would also be con- 
formable with the first preterit of attributive verbs, in which as and at corre- 
spond by exact analogy with the first person am. In Compound structure 
the verb Substantive often forms sas and sat in the second and third persons, 
as, for instance, in the preterit of the root Lih, and others following the 
same analogy. The second and third persons of alek s am are alek sas, 
alek s'at, in conformity with etutt (Tac, etuTT CTaT-o. In order to give a 
coherent view of the Sanskrit third preterit, simple or Compound, according 
as it answers either to the Greek second or first aorist, I choose adäm and 
alek s'am for comparison with the Greek ebuuv and £Tutt (Ja. 

Sing. 
Sans. Greek. 

1 Ada m ebuu v 

2 Ada s ebuu c 

3 Ada t ebuj 
Middle voice Adät-a. ebox-o. 



^ If h and s meet together, the first letter is changed into k, the latter into s, conformably 
to a rule of eoiphony. Lek 'for lik) produced in thi-; way from lih, may be compared with the 
English Word like. 

^ Here the s of the auxiliary verb preserves its orighial shape, because the conjunction of 
p and s is perfectly according to euphony. 



AXALYTICAL COMPARISOK. 



53 



Dual. 



1 Ada va 

2 Ada tarn 






ebo 


TOV 


3 Ada täm 


ebo 
Pliir. 


TTiV. 


I Ada ma 


ebo 


)Liev 


2 Ada ta 


ebo 


xe 


3 Adus 


ebo 


aav 



Sing. 

1 Alek s'a m erurr Ca (ctutt adu iiv) 

2 Alek s'a s eiurr cfa c 

3 Alek s a t eiuTT cre 
Middle voice Alek s'a t a eiuTr (Ja t o. 

Dual. 

I Alek s'ä va 



2 Alek s'a täm etuTi üa tov 

3 Alek s a täm eiuir crd iriv. 

Plur. 

1 Alek sä ma eiuTu Oa laev 

2 Alek s a ta eiuTi cra re [56] 

3 Alek s'a n eiuTi üa v 
Middle voice Alek s'a nt a ctutt öa vi 0. 

The preterit of As is sometimes joined to an attributive root. not imme- 
diately , but by the mean of an inserted i, as atöp i s am, atöp i s'ma, I 
killed, we killed. &c. Sometimes the suffixed S has the reduplication through- 
out all persons the third and second excepted ; for instance, ayäsit. he went. 
ayäsis, thou wentest, ayäsisam. I went, ayäsis'ma, we went. Sic: this 
is the most evident proof that sis'am and sis'va, as well as sis and sit. 
are to be considered as particular words. Now , if this cannot be denied . it 
naturally foUows , that also the Greek and Latin forms. eiurr üa. vec sit 
(vexit) , are Compounds, because their similarity with atäp sam and aväk 
s'it is too striking to be considered as merely accidcntal. ' But we do not 
e\en need to have recoursc to the Sanskrit to pro\'e the Compound structure 
of the Greek and Latin preterits. 'ET is in Greek, and l-^s in Latin, the root 
of the \'crb Substantive. The former produces . by means of the augment, 
ilCTav. which in the fu'st pcrson has becn abbreviated into f]v. b>" the rejection 



' Heie I coiisider the veib Substantive to be joiaed to the root, as I sliall il^cwliric^ ondea- 
vour to prove. 

- Ilere it inay bc observed, that the roots Dru and Sru form llii.s icu>c uy im.-.ui> of the 
reduplication, before which they place the augment, without joining tlie verb Substantive. Thus 
we recognize in adudruvam, asusruvam, bolh signifying I ran. the form of the Clreek 
pluperfect. 



54 



F. BoiT, 



of the syllablc cra. ' Without the augment we find eaav for i^aav in the third 
person plural, and in the first person singular ^a, whcre the radical I and the 
personal charactcristic are rejected. Froni ^a proceeds the second person eac, 
in the plural eaie, instead of ecrac , eaaie , which , losing the initial vowel. 
make part of the first aorist. It has been observed in its proper place, that 
the perfect of the Latin root Es would be esi, esisti, by analogy with the 
obsolete present esum, or si, sisti, conformably to the present sum. This 
we may conclude from the analogy of the Latin language, as legi is the 
perfect of lego. There is nothing incongruous with the usual fate of languages 
that si should have become obsolete as a separate word, and have been pre- 
served in Compound structure like the Sanskrit Syämi, apparently the future 
tense of the root As. 
[57] In Sanskrit there are many verbs that never use the verb Substantive in the 

second and third persons singular of third preterit, but suffix it in all other 
persons, for instance, avädit, he spoke, avädls, thou spokest, aväd i s am. 
I spoke, aväd i s'ma, we spoke, &c. In Latin, all the perfect tenses join 
the verb Substantive, in the third person plural, although they are simple in 
the other persons ; and those which contain it already in the preceding per- 
sons, use it redoubled in the third person, plural, as scripserunt. for 
scripsesunt, similar to the Sanskrit ayäsis'am, I went. The Latin root 
Fu, which supplies the want of a separate perfect to Es, is simple as far as 
the third person plural, where fu erunt Stands undoubtedly for fu esunt. 
In the Etruscan language we find also in the singular, fust, he was, from 
fu est. It scarcely need be mentioned that fu er am and fu- ero are the com- 
bination of the imperfect and future ofEs, with the unaltered Fu. This root 
contains, properly, nothing to indicate past time, but the usage of language, 
having supplied the want of an adequate inflection , fui received the sense 
of a perfect, and fu eram, which would be nothing more than an imperfect, 
that of a pluperfect, and after the same manner fu ero signifies, I shall have 
been, instead of, I shall be. 

As there is so strong a tendency in Latin to change s into r, one might 
feel surprised that essem, whose most ancient form is esem, does not be- 
come erem in Compound structure with fu, so that we should have fu erem 
or fu irem instead of fu issem; but the present esim, which would answer 
to the ancient indicative esum, but loses its initial, when placed separately, 
in Compound structure with f u , changes its s into r, making fu er im in- 
stead of fu esim, which would be analagous to fac sim (faxim) used for 
the simple present faciam. In the imperfect conjunctive of attributive verbs, 
the s of the combined Substantive verb is always changed into r, if we except 
the ancient forms fac sem (faxem) and es sem for ed sem) which are used 
for fac erem and ed erem. But these two e.xamples will be sufficient to 
prove that also ama rem, mone rem, &c. originate from ama sem. mone 
sem, if the reader will remember what has been several times observed 
respecting the tendency of s to be changed into r, in the Sanskrit and several 

^ See p. 32. 



ANALYTICAL COMPARISOX. 



55 



of its kindred languages, particularly in Latin; and if I have succeeded in 58] 
shewing that every attributive verb should properly contain the verb Substan- 
tive, to perform the function of a grammatical copula. If it cannot be denied 
that facerem, ederem, originate from fac sem. es sem. then it will natu- 
rally follow that also the infinitives fac ere, ed ere, &c. must be considered 
as Compounds. Besides for ed ere (ed ese) \ve find es se instead of ed 
s e , d before s being changed into s for sake of euphony. in the same manner 
as pos se is produced from pot se by a similar change. E is properly, in 
Latin, the termination of a simple infinitive, active ; and the root Es produced 
anciently ese, by adding e: the s having afterwards been doubled, \ve have 
esse. This termination e answers to the Greek infinitive in ai, eivai, emiie- 
vai^, &c. If I have succeeded in my endeavours to shew that etutt Oa is a 
Compound , then it will naturally follow, that the infinitive tutt Oai offers the 
same Compound structure. Zai answers to se in es se (ed se), pos se: 
and. according to the theory of Mr. Matthiae, tutt (Jai would be an abbre- 
viation of tutt eOai, w'here we have the Latin ese completely. 

Hitherto we have only seen the root Es in conjunction with attributive 
verbs, but, as Fu is synonymous with it, expressing Hkewise the grammatical 
junction between subject and attribute, why should it not as well have its 
part in the conjugation of attributive verbs ! I hesitate not to affirm that, 
whilst in da rem, Es is united with Da; in the indicative da bam, this 
attributive root is connected with f u , performing the function of a grammatical 
copula, ascribing the attribute da to the subject expressed by m. The cor- 
responding indicative to da rem would be da ram (instead of da eram) 
and a conjunctive mood analogous to da bam would be da bem, because 
the change of a into e is characteristic of the conjunctive mood. As the 
usage of language chooses two different copulas for the indicative and con- 
junctive, a greater dissimilitude is thereby produced between the moods than 
mere modal difiference would require. 

Fu, as it has been observed, answers to the Sanskrit B ü, in form and [59] 
signification. The Greek 0Y (qpuoi) has something altered the primeval sense. 
A Sanskrit aspirate B is changed in Latin either into f, which is properly an 
aspirate p, or into b, dropping the aspiration. The first change takes place, 
vvhen B'ü becomes Fu in Latin, the second is perceived in tibi, which may 
be compared with the Sanskrit tuK yam (from tub'iam) signifying to thee. 
The Sanskrit termination b'yas, of the dative plural, becomes bus in Latin. 
But instead of bubus, we find in the Etruscan monunicnts . buf Tab. IV.) 
and for i-bunt we find in Lucii,. akrax. i-font. It naturally fi^Uows. that if 
bam in da bam is the Substantive verb, bo in da bo must be the same. 
because bam and bo are distinguished just in the same niannor as oram and 
ero. Bo, bis, bit has a striking similarity with the Anglo-Saxoii beo. bys, 
byth, the future tense of the verb Substantive, a similiarit}' not possible to 



' I consider the .incient infinitives in jLievai .as derived from the pnrticiiiles in |nevO(;, by 
substituting the termination ai for oc, ; the termination may also be rejected entireiy, and |Liev only 
remain. In Latin there is formed a kind of infinitive, called gerund , from the parliciple in ndus. 



56 



F. Boi'i'. 



bc considcrcd as mcrely accidental, because thc Anglo-Saxon, belonging to 
the Tcutonic stock, has a close affinity with the Sanskrit, and therefore also 
with the Latin. In the Latin tables of Guhbio', we find instead of erunt. 
eriront and erafont. In thc first case Es (changcd into Er) is connected 
.with itself. so far resembling the Provengal future aur ai. I have to have. 
and the Greek ecrou)Liai, 1 am to be, if the latter is really an abbreviation of 
ecre(JO|uai ; in the second case (era fönt) Es is connected with a word syno- 
nymous with itself. Those ancient forms make it probable that da bam and 
da bo might originally have been written da fam, da fo. in which state 
fam and fo are more nearly connected with fu-i, fu-o, or fi-o. 

The Sanskrit root B' ü . as already has been observed , has two preterits 
formed by the augment; the first is ab'avat; as, am; the second ab'üt, 
ab'üs, ab'üvam, the first person being not in complete analog}' with the 
second and third. From ab'avam, I was, may be deduced bam. omitting 
the augment, by an abbreviation similar to that producing malo, nolo, from 
ma-volo and ne-volo. Ab'üvam agrees more with the Latin fui, which 
is used separately, particularly if we pay regard to the ancient form fuvi."" 
[60] It would be more difficult to prove amavi to be a Compound, than amabam: 
it is not , however , the habit of the Latin language to introduce v in the 
midst of a word without some reason^, and the change of b or f into v is 
not so great as to remain unattempted in languages; we recognize amabam 
in Italian under the form of amava; we see also, by the Provengal future 
tense dir ai, dir em, (je dirai, nous dirons;, the latter for dir avem, 
that words entering into conjunction with others are liable to great alterations 
or contractions, in order that the Compound might have more the appearance 
of a simple word; languages manifest a constant effort to connect hetero- 
geneous materials in such a manner as to oßer to the ear or eye one perfect 
whole , like a statue executed by a skilful ' artist , that wears the appearance 
of a figure hewn out of one piece of marble. What still more makes me con- 
sider ama vi as a Compound, is , that it appears improbable that possum 
(pot sum) which contains the Substantive verb in all other tenses, should be 
simple in the perfect potui, the same as pot vi. My humble opinion, not, 
indeed, produced that I may force it upon the reader, is, that where Es be- 
gins to be supplied by Fu, there possum begins to connect itself with fu, 
abandoning sum; but where Fu itself enters into conjunction with Es, as in 
fueram, there the root Pot contains two auxiUary verbs. 

The Greek language has, in common with the Latin, the peculiarity of 
suffixing, in some tenses, the verb Substantive in the third person plural, 



^ See Lan'zi, saggio di Lingua etrusca. 

^ The V in fuvi ought not to be confounded with that in lau da vi, but it was usual in 
ancient Latin to cliange u before a vowel into uv, thus is produced pecuva, which is found 
for pecua, and fuvi for fui. In Sanskrit ü before a vowel is eitlier clianged into v alone, or 
into üv, as in ab'üvam, I was. 

3 The Sanskrit words navas, new , nava, nine , &c. prove the anliquity of the v in tlae 
Latin words novus, novem, which I would not with the celebrated Vossius, derive from the Greek 
veo^, and evv^a by the introduction of a v. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



5/ 



whilst all the other persons are void of it. For instance . etiGe crav, ecria 
(Jav, ebibo crav, elev'fvv oav: of which the middle form would be eiiBe aavTO, 
ecTtd CTavTO , &c. but after rejecting the verb Substantive, \ve have eiiBevio. 
ecTTavTO. The optative likewise enters into conjunction with the verb Substan- 
tive , which. however, does not extend to the middle voice — Ti9ein crav. 
TiGeTvTO, not xiGei cravxo. The verb Substantive eiriv, a corrupt form, instead 
of cTeiriv or ecreiriv, exhibits a combination with itself. producing eir| oav. but :.6i, 
the simple form et ev is more commonly used. In Sanskrit däyä sus. they 
may give, is the third person . plural, of the precative mood. which has no 
other distinction from the potential than the rejection of the additional letters 
and syllables peculiar to the different conjugations. After this rejection the 
precative mood enters . the second and third persons singular excepted . into 
combination with the verb Substantive, which uses the terminations of the 
first preterit. all but the third person plural, it having the termination of the 
third preterit; and therefore we have däyä sus for däyä san, which would 
offer a more striking similarity to biboir) CTav. Sus. however. is distinguished 
from the third preterit äsus, they were, in the same way as crav from fiaav. 
that is by the rejection of the initial vowel. The foUowing table offers the 
complete conjugation of the Sanskrit precative mood, so that the reader will 
be able to compare the suffixed Substantive verb with the first preterit of the 
root As.' 

Sing. Dual. Plur. 

1 Däyä sam Däyä sva Däyä sma 

2 Däyä s Däyä stäm Däyä sta 

3 Däyä t Däyä stäm Däyä sus. 

It has been observed tliat in the conjugation of the Greek verb Substan- 
tive, the radical Z very offen is rejected: this rejection might sometimes have 
taken 23lace where ' EL entered into combination with attributive verbs. But in 
this case it remains impossible to ascertain the Compound structure. It may 
be Said that eboBriv contains the verb Substantive in its whole conjugation rjv. 
iic 11, &c. being joined to bo9, the remainder of the participle boGeic after 
the termination eic is rejected. But it may be answered. in Opposition to this 
Solution, that r\ in eboGiiv, eboGric, &c. is nothing more than the medium of 
connecting the pronominal characteristics with boG, such connexion being im- 
possible without the Intervention of a vowel. Therefore we dare onl}' afftrm, 
that the third person, plural, eboGn crav. contains the verb Substantive, because 
it is recognized in its radical consonant, Z. The third person. plural. of the 
imperative mood. TUTTttTuu cfav. biboTUJ üav — merits a particular notice. 62 
because the v^erb Substantive is joined after the characteristic of the third per- 
son, crav being joined to the singular tutttctuj, biboTLU. 

The Latin passive forms amat ur, amant ur. would. in some measure, 
agree with this mode of joining the verb Substantive, if this r also result b\- 
a permutation of an original s: and this appears not quitc incredible. if we 
compare the second person ama ris with the third amat ur. l^ther in one 

' See p. 32. 



58 



F. P.Ol'!' 



or the othcr there must be a transposition of letters, to which the Latin 
language is particularly addicted. If ama ris, which might have been pro- 
duced from ama sis, has preserved the original order of letters, then ama 
tur must be the, transposition of ama rut or ama sut, and ama ntur that 
of ama runt or ama sunt. If this be the case , the origin of the Latin 
passive can be accounted for, and although differing from that of the Sanskrit. 
Greek, and Gothic languages, it is not produced by the invention of a new 
grammatical form. It becomcs clear also, why many verbs. with a passive 
form, have an active signification ; because there is no reason why the addition 
of the verb Substantive should necessarily produce a passive sense. There is 
another way of explaining ama ris, if it really stand for ama sis; the s may 
be the radical consonant of the reflex pronoun se. The introduction of this 
pronoun would be particularly adapted to form the middle voice, which ex- 
presses the reflection of the action upon the actor; but the Greek language 
exemplifies the facility with which the peculiar signification of the middle voice 
passes into that of the passive, for in most of the tenses the two voices are 
not at all distinguished from one another. 

Before we draw to a conclusion our comparison of the verbs, I shall öfter 
a few remarks upon the characteristics of the different conjugations in Sanskrit, 
and point out such Greek or Latin verbs as could be classed with one or 
other of them. The Sanskrit verbs are divided into ten conjugations ; the 
characteristics of the three first we have already had occasion to mention, 
in which it has been observed that the first introduces a short a between the 
root and the personal terminations. For instance , the root Srp' forms 
[63] sarp a ti, he creeps, sarp a si, thou creepest, sarp a t'a. you creep. With 
this may be compared all Greek verbs in uu that constantly interpose a vowel. 
generally a short one , between the root and the personal termination . and 
thus epTT € xe agrees with sarp a t a; in the first person the interposed vowel 
becomes long in Sanskrit; and thus, sarp ä mas does not so completely 
agree with epir |U6V (Doric epir jaec) , where a short vowel is interposed. 
In Latin it is particularly the first conjugation that adds an a to the root, 
which we shall compare with the first of the Sanskrit language. All Latin 
verbs, in fact, add some vowel or other to the root, unless it terminate with 
a vowel, like Da, Sta, &c. The second conjugation joins the personal ter- 
minations immediately to the root, like Pä ti from Pä, and thus in Greek 
the Doric cpa xi from OA; the root As forms, after the same principle. As 
ti, he is, andVid forms Vi d mas, we know, which we have already com- 
pared with the Greek io xi, and i'b )aev, or, with the digamma Fib )aev. The 
third conjugation is distinguished by the repetition of the first radical letter, 
thus Jan forms jajanmi, I produce, which agrees with the Greek YiTVOiuai 
and the Latin gigno, it having been observed that the Indian j always be- 
come T in Greek and g in Latin. The Sanskrit root Da forms dadämi, I 
give, which is identified with the Greek biba)|ui. The fifth conjugation inter- 
poses the syllable nu between the root and the personal terminations, thus 



^ Sarp might as well be taken for the root. 



ANALYTICAL COMPARISON. 



59 



A"p forms äpnumas, we obtain. Trp produces trpnumas, we are pleased; 
in Greek the addition of the syllable vu to a verbal root occurs very frequently. 
beiKvuiaec (Doric form). Zieü^vuiuec, priTVUfjec. &c. are formed after the prin- 
ciple of the above Sanskrit verbs, from the roots AEIK, ZEYf, 'PHP. The 
roots A"p and Trp may be recognized under otTTTuu, a7TT0,uai, lepTTuu. which 
do not insert the syllable vu , and thus in Sanskrit the roots Dis'. to shew, 
forming the future dak s'yämi, Yug-, to join (jungo' . B'anj or B'aj, to 
break frango, fregi) which could be proved to be connected with the above 
Greek roots of similar signification, never use the syllable nu. The sixth con- 
jugation is only a slight Variation of the first, prefixing an a to the personal 
terminations. The seventh inserts a nasal in the midst of the root. thus Rud' 
forms rund'mas% we confine, with which we may compare the Latin tango. '64 
frango, and the Greek Xavedvuu, Xajaßdvuj from the roots Tag, Frag. AA0, 
AAB; the latter corresponds with the Sanskrit root Lab', to obtain. The 
eighth con3ugation adds to the root the vowel u, thus Tan forms tanömi", 
I e.xtend, tanumas, we extend, to Avhich we may compare the Greek verbs 
Tttvuuu (tuvuilii), ö\\u|ii. The ninth conjugation adds nä to the root. for in- 
stance, strnäti, he spreads, answering to the Latin sternit, where n does 
not belong to the root, forming the perfect stravi , and the supine Stratum. 
Greek verbs likewise very frequently suffix a servile v to the root. by which 
method are produced , kXivuu, Kpivuu, xeiuvuu, from the roots KAL KPI , TEM. 
The tenth conjugation, in Sanskrit, is distinguished by an i joined to the 
root, and the Latin fourth conjugation has the same characteristic. The fourth 
is the only conjugation of the Sanskrit grammar , wherein no analogy with 
the Greek or Latin is discoverable, it placing the syllable y a before the per- 
sonal terminations as nahyati, he fastens , from the root Nah. shewing. 
however, by the future nak s'yämi, that it is identical with the Latin root 
Nee, producing nee to, nee sui -nexui). For. it ought to be observed. 
that the cbaracteristics of the different conjugations extend only to the first 
four tenses, disappearing in the future tense. in the second and third preterits, 
answering to the Greek perfect and aorists, &c. ; conformably to the same 
principle the Greek verb beiKVU)Lii does not form in the future beiKVucriu but 
beiEo), in the perfect and aorist bebeix«, ebeiEa, not bebeiKVUKa, ebeiKvuaa. i^c. 
Of the Sanskrit derivative verbs I shall only mention the repetitives and 
desideratives. The former are very properly indicated by means of the re- 
duplication, without joining any foreign particlc to the root: the radical vowel 
is increased in the repeated syllable, and thus Hu, to sacrifice. produces höhu, 
to sacrifice often. Du, to shake, makes död u. The desiderative verbs havc 
likewise the reduplication, but, besides this. they suffi.x the sj'llable sa to the 
root, which becomes s'a, conformably to a rule of euphony. when the vowel 
i is introduced to form the connection betwecn the root and the suffix. A 
radical a and r, short or long, are changed in the repeated syllable into i. 
thusB'ä to shine, Man tothink, Trp, to be pleased, Dru. to run, produce. 65 



^ In the Singular the inserted nasal receives an a, as lunad'nii, I coutlne. 
" U is chaniied into ö in the sinsjular nvniiber. 



6o F. Bopr. 

bib'äsa, mimansa. titarp i s a and dudrüs a. Bib'äsa. to wish to shine, 
may be compared with TTicpaucTKUJ, I bring to light. which. although no desi- 
derative, is formed after the same principle from 0A. Dudrüs' a, to wish to 
run, answers not quite so perfectly to bibpdcTKuu, formed from the root APA. 
It may be added, that. what has been observ^ed in this essay with respect to 
the practice of joining the verb Substantive to attributive v^erbs. in order to 
indicate the connexion between the subject and its attribute. which eise would 
remain unexpressed, leads to the conjecture that the syllables sa and aKOJ. 
in the above derivatives, proceed from the roots as and 'EX. We need not 
here repeat that 'EZ forms the imperfect eCTKOV. I was, and that in ancient 
Latin we find esco, I shall be. 



Wilhelm v. Humboldt an F. Bopp 

ÜBER 

ANALYTICAL COMPARISON. 



Berlin, den 4ten Januar 1S21. 

Ich bin wahrhaft beschämt, Ew. Wohlgeboren so gütigen und ausführ- 
lichen Brief vom 20. Juni v. J. erst heute zu beantworten. Ich erhielt ihn 
aber erst spät, und als -ich auf dem Lande war. Das Lesen Ihrer interessanten 
Schrift zog mich dergestalt an, daß ich den Vorsatz faßte, nunmehr einen 
ernstlichen Versuch mit der Erlernung des Sanskrit zu machen. Dennoch 
konnte ich hierzu erst in der Mitte Novembers, wo ich zu meinen Büchern in 
die Stadt zurückkehrte, kommen. Nachdem ich nun einige, wenn auch noch 
sehr geringe Kenntnis erlangt habe, bin ich zu einer neuen Lesung Ihrer Ab- 
handlung geschritten, und kann Ew. VVohlgeboren nicht sagen, wieviel Nutzen 
und Vergnügen ich daraus geschöpft habe. 

Sie ist gewiß der erste so ausgezeichnet gelungene Versuch einer ver- 
gleichenden Analyse mehrerer Sprachen, und über die Richtigkeit der aufge- 
stellten Hauptsätze kann, meines Erachtens, kein Zweifel obwalten. Sie haben 
vollkommen bewiesen, daß auch das Sanskrit nur durch Agglutination seine 
grammatischen Formen bildet, und daß der von Fr. Schlkgki, gemachte Unter- 
schied zwischen Sprachen, welche diese, und andern, welche die Infie.xion 
anwendeten, so wie ich immer geglaubt, ein aus mangelhafter Sprachkenntnis 
entstandener Irrtum ist. Es ist ungemein zu wünschen, daß Ew. Wohlgeboren 
diese Arbeit fortsetzen, und auch die Deklinationen, und dann die Wortbil- 
dung selbst abhandeln mögen. 

Gegen einiges einzelne aber hätte ich allerdings Bedenken, ob ich gleich 
selbst noch sehr zweifelhaft bin, ob Ew. Wohlgeborcn Meinung nicht die rich- 
tige sein möchte. Ich gestehe aber, daß ich mich noch nicht recht davon 
überzeugen kann, daß das Futurum der gricchisclien Konjugation, samt der 
davon abgeleiteten Zeiten, aus einer Verbindung der Stammsilbe mit dem 
Auxiliare entstanden sein soll. Schlagende Beweisgründe, daß dies geradezu 
unmöglich sei, wüßte ich allerdings nicht anzugeben. Allein die Behauptung 
selbst scheint mir auch nicht solche zu haben, welche die Überzeucung' ab- 



52 Wilhelm v. Humboldt 

nötigten. Daß der Gebrauch dieser Verbindung gerade die Bedeutung des 
Futuri gegeben habe (S. 45), kann doch einer willkürlichen und nicht ganz 
natürlichen Annahme ähnlich scheinen. Ew. Wohlgeborcn führen zwar das 
französische j'aimer-ai an, und so wie man ich werde lieben durch ich 
habe zu lieben umschreiben kann, so könnte man es wohl auch durch ich 
bin da, um zu lieben. Allein geradezu erlaubt das Griechische doch wohl 
nicht die Zusammenstellung mit dem Französischen. Dieses ist eine aus wirk- 
licher Korruption einer vorhandenen gebildeten Sprache entstandene, und diese 
Konjugationsform gehört gerade dieser Korruption an. In solchem Verhältnis 
stand, wie ihr ganzer Bau beweist, die griechische Sprache offenbar nicht. In 
den französischen und in ähnlichen spanischen Phrasen findet man auch, wie 
Sie selbst bemerken, das Pronomen zwischen beiden Verben eingeschoben. 
Auch dies feht hier. Daß Sprachen für die Haupttempora eine Bezeichnung 
haben, ist in sich sehr natürlich und gewöhnlich, und es ist mir nicht glaub- 
lich, daß dem Griechichen eine solche, für das Futurum ganz eigentliche ge- 
fehlt haben sollte. Im Fut. 2 ist die Verkürzung (Elision des Doppelkonso- 
nanten) , Zusammenziehung, und in einigen Verben die Buchstabenveränderung 
sehr merkwürdig. Wäre das Fut. 2 immer Verbindung mit dem Auxiliare, nur 
mit weggeworfenem er (so wie das Fut. i oft in dieser Annahme e wegwirft) 
so ließe sich, dünkt mich, nicht erklären, warum crteWuj in criaXo) verwandelt 
wird. Diese Veränderungen scheinen mir wahre Inflektion, Absicht des Reden- 
den , dadurch , daß er das Wort für das Ohr auffallend macht, die Aufmerk- 
samkeit auf eine andre Zeit, als die gegenwärtige, zu richten. Eine ähnliche 
Beschaffenheit kann es mit dem ö Fut. i haben, und die Wahl dieses Buch- 
stabens ist nicht unnatürlich, da er kein wahrer Buchstabe, sondern mehr ein 
verstärkter Hauch, ein Zischlaut ist. 

Indes sind dies mehr Einfälle als Widerlegungen , und ich setze selbst 
auf dies Raisonnement um so weniger Wert, als ich doch auch glaube, daß 
in der griechischen Konjugation sehr leicht eine mit dem Auxiliare stecken 
kann. Der Aor. i Pass.. ja die ganze Konjugation in oi sieht allerdings völlig 
so aus. 

Ein andres Bedenken habe ich gegen die Vergleichung des Augments 
mit dem a privativum. Die Annahme scheint mir zu künstlich. Ich stimme 
zwar auch Ew. Wohlgeboren Meinung bei, daß es nicht wahrscheinlich ist, 
daß der das Augment bildende Vokal gerade Vergangenheit bedeutet habe, 
und nun aus ihm und dem Verbum ein zusammengesetztes Wort gemacht sei. 
Aber die Sprache will in vielen Fällen mit der Beschaffenheit der Töne eines 
Wortes den Begriff nachahmen, und es scheint mir ebenso natürUch, daß sie 
daher dem Ausdruck der Vergangenheit Silben, vorzüglich tönende Vokale 
voranschickt, um dadurch die Vergangenheit gleichsam zu malen, als daß 
sie dem Futurum durch Accentuierung oder sonst mehr Raschheit oder Stärke 
gibt, um die Kraft des Entschlusses und Willens, dessen Begriff sich immer 
an die Zukunft knüpft, auszudrücken. Ew. Wohlgeboren erwähnen gegen 
Ihre eigene Behauptung, daß dann auch die Futura Augmente haben müßten. 
Hierbei muß ich bemerken, daß ich nicht begreife, wie Wii.kins in seiner 
Grammatik § 157 das 7. Tempus, welches nach § 154, 155 eben dies Fut. 2 



ÜBER ANALYTICAL COMPARISIOX. 63 

ist, zu denen rechnen kann, welche a vor der Wurzel annehmen. Nach der 
Stelle in Ew. Wohlgeboren Schrift scheint dies nicht der Fall zu sein, und 
die § 350 und f. gegebenen Beispiele haben auch kein Augment. 

Eine zugleich sehr scharfsinnige und richtige Bemerkung ist es, wo Ew. 
Wohlgeboren S. 39 sagen, daß die Sprachen oft einen ganz umgekehrten 
Gang genommen haben, als der ist. welchen ihnen die Grammatiker anweisen. 
Sie erwähnen dies bei Gelegenheit der Ableitung der Tempora vom Partizipium. 
Gewiß haben Sie sehr recht, daß die Partizipien der Bildung der Konjugation vor- 
ausgehen, nicht aber nachfolgen, obgleich auch dies mit Unterschied verstan- 
den sein will. Das Partizipium ist der konstitutive Begriff des Verbi, welches 
nichts andres ist, als die Zusammenfassung eines Subjekts mit einem Parti- 
zipium. Ich kann bei dieser Gelegenheit die Bemerkung nicht unterdrücken, 
daß Ew. Wohlgeboren, wo Sie S. 13 vom Verbum sprechen, mir die von Sil- 
VESTRE DE Sacy iu Seiner allgemeinen Grammatik vorgetragenen Ideen im Sinne 
gehabt zu haben scheinen. In demjenigen, was Sie gerade berühren, ist auch 
nichts , das ich nicht unterschreiben möchte. Allein sonst leugne ich nicht, 
daß ich. nach genauem Studium der SAcvschen Schriften hierüber, mich über- 
zeugt habe, daß seine allgemeine Grammatik wirklich ein höchst schwaches 
Buch ist, was auch viel Irriges enthält. Dagegen scheint mir Bernhardi in 
seiner kurzen Sprachlehre ungemein geistvoll und im einzelnen richtig. Es 
gibt auch in diesem Buch Kapitel, die ich nicht für gelungen halte, allein die 
Entwickelungen der grammatischen Urbegriffe scheinen mir \-ollkommen er- 
schöpfend. Vergleichen nur Ew. Wohlgeboren in beiden Büchern einmal die 
Lehre der Tempora, wie konsequent und philosophisch sie in Bernhardi ist. 
und gerade diese gründet sich auf die richtigen Begriffe vom Partizipium und 
ist nur durch sie möglich. Bei dieser Gelegenheit wünschte ich wohl von 
Ihnen zu hören, ob das Sanskrit auch alle 12 Tempora so vollständig, sei es 
auch durch Umschreibung, bildet, als das Griechische durch seine Konjugation, 
durch TUYXOtvou und lueXXuu. Merkwürdig ist es, daß das Mexikanische hierin aus- 
gezeichnet vollständig ist. Wilkins scheint mir von keinem festen Begriff von 
der Zahl der möglichen und notwendigen Tempora ausgegangen zu sein, wie 
doch jeder Grammatiker sollte, um beurteilen zu können, wie die \on ihm 
bearbeitete Sprache hierin die Forderungen des Denkens erfüllt. Um aber 
auf das Partizipium zurückzukommen, so geht dasselbe, als durch den Begriff 
und seinen Inhalt gegeben, gewiß der Bildung der Konjugation voraus, aber 
als wirklich mit bestimmter Endung versehene grammatische Form mag es 
doch in manchen Sprachen und Fällen wohl erst nach der Konjugation und 
durch sie selbst gemacht werden. 

Außer dem ungemein grollen Interesse , welches mir der Hauptinhalt 
Ihrer Schrift eingeflöBt hat, ist sie mir auch in \iclcn Nebenpunkten überaus 
k.hrreich gewesen. Mehreres habe ich darin gcfiuulen. was entweder in Wh.kins 
nicht steht, oder was wenigstens mir darin entgangen war, so z. B. die \'er- 
wandlung des s' in k. 

Ew. Wohlgeboren Brief, dessen Ausführlichkeit mich sehr gefreut hat. 
ergänzt zum Teil Ihre Schrift, da er sich über die Deklination erklärt, über 
welche jene nichts enthält. Es ist mir neu gewesen, daß die Deklination 



64 



Wilhelm v. Humboldt 



durch die Pronomina entstehen solle. Von einer Seite erscheint mir die Sache 
auf den ersten Anblick sehr einleuchtend. Es ist ein scharfsinniger Gedanke, 
daß die Pronomina an die Substantiva gehängt werden , um ihnen Leben zu 
geben, und in der That ist es in allen Reden des gemeinen Volks auffallend, 
wie dasselbe sehr oft das Subjekt nicht eher auf das Verbum bezieht, als bis 
es ein Pronomen dazwischen geschoben hat, wie wenn man sagt, der Mann, 
der geht dort. So würde ich also ohne Bedenken die Endungen der 2. Dekl. 
im Griech. für das den Endungen nachgesetzte Pronomen halten. Die andern 
mag man auf ähnliche Weise erklären können. Allein woher stammt nun die 
Deklination der Pronomina selbst? Diese Frage scheint mir eine eigne Be- 
antwortung zu erfordern. 

Ich möchte überhaupt glauben, daß sich das Entstehen der Deklination 
nicht auf eine Art allein erklären lasse. 

Oft entstehen gewiß die Kasus aus wirklichen Präpositionen. An einigen 
amerikanischen, den vaskischen und andern ist dies unverkennbar. Ich habe 
mir auf diese Weise auch immer unsern Genitiv s des Manne-s erklärt, und 
diesen Endkonsonanten als den Überrest von aus angesehen. Im Griechischen 
und Lateinischen aber möchte ich nicht behaupten, daß sich nur ein einziger 
Kasus so ableiten ließe. 

Eine andre Entstehungsweise scheint mir in dem Zusammenschmelzen 
mehrerer Dialekte in eine allgemeine Sprache zu liegen. Es ist auch sonst 
bekannt, daß mehrere grammatische sogenannte Flexionen nur daher kommen, 
daß man in einer Periode der Bildung vielen an sich gleichbedeutenden For- 
men einen bestimmten Unterschied anwies. So müßte ich mich sehr irren, 
wenn nicht de-r und de-n bloßer Dialektunterschied wäre, und in einem 
deutschen Dialekt 'ich denke im schweizerischen) den auch als Nominativus 
zählte. 

Eine dritte Art fügen nun Ew. Wohlgeboren sehr scharfsinnig durch die 
Verbindung gleichbedeutender, aber verschiedener Pronomina mit den Stamm- 
silben hinzu. Allgemein, glaube ich, läßt sich hierüber nichts entscheiden, 
sondern man muß in jeder einzelnen Sprache ihre Eigentümlichkeit auffassen. 

Ew. Wohlgeboren haben gewünscht, daß ich Ihnen über Ihre Schrift und 
die Grundideen derselben meine Meinung umständlich sagte , und dies wird 
mir für die Weitläufigkeit dieses Briefes zur Entschuldigung dienen. Ich muß 
Sie dessenungeachtet um Erlaubnis bitten, noch über mein eignes Sanskrit- 
studium einiges hinzusetzen zu dürfen , und Sie um die Erteilung Ihres ein- 
sichtsvollen Rates zu ersuchen. 

Ihre Abschrift einiger Seiten des hitopadesa hat es mir allein möglich ge- 
macht, nur das Lesen anfangen zu können Ich kann jetzt alles lesen, ohne 
weiter nachzusehen , wenngleich die eigentliche Geläufigkeit nur mit der Zeit 
kommen kann. 

Damit Ew. Wohlgeboren den Standpunkt meiner Kenntnis oder vielmehr 
Unkenntnis beurteilen können, so schicke ich Ihnen eine Abschrift dessen, 
was ich mir über die ersten Verse Ihres nalus für mich angemerkt habe. Ich 
lerne ohne alle mündliche Hilfe. Wilken, der Sanskrit getrieben hat, ist 
lange wieder davon abgekommen; Link macht nicht eigentlich fait davon; 



ÜBER ANALYTICAL COMPARISOX. 



65 



Bernstein sehe ich nicht, und außer diesen dreien und mir mag niemand hier 
nur lesen können. Ich habe zuerst Wilkins' Grammatik teihveise genau ge- 
lesen, teilweise eben nur durchgesehen. Dann habe ich die mir von Ew. 
Wohlgeboren geschickten einzelnen Bogen über den hitopadesa stellenweise 
gelesen, endlich mich, auch mit Hilfe des Wilson, den leider noch nicht ich 
selbst besitze, den aber die Bibliothek hat, an Ihren nalus gemacht. Dies 
zieht mich am meisten an, allein ich halte es für gut, mit diesen drei Arten 
des Studiums abzuwechseln. 

Das Alphabet habe ich so gründlich, wie möglich, studiert. Es ist von 
einer wunderbaren Regelmäßigkeit und Vollständigkeit. Allein was mich 
daran immer hindert und stört, ist, daß es für mich wenigstens völlig tot ist. 
Ich kann mir durchaus keinen Begriff machen über sehr viele Punkte : über 
die cerebralen Konsonanten, die Verschiedenheiten der Nasenlaute, wenigstens 
in den ersten vier Klassen, den Unterschied der Aussprache des Anusvära 
und entweder des m, oder eines der verschiedenen n, über die des Visarga. 
das ja nicht bloß ein h . sondern immer ein ah zu sein scheint . auch wenn 
ein i vorausgeht. Ich wage daher nicht laut zu lesen, und möchte wissen 
wie Ew. Wohlgeboren es machen um im Laut z. B. 7; und rT zu unterscheiden. 

Überhaupt möchte ich das Sanskrit die toteste aller toten Sprachen nennen. 
Denn ich habe in der dicken Grammatik von Wilkins auch nicht eine Zeile 
über den Accent gefunden, auf dem doch in der Sprache alles Leben, ja 
selbst alle Unterscheidung der W^örter. der Individuen der Sprachen, beruht. 
Was davon vorkommt, ist nur immer Quantität. Darum gestehe ich. kann ich 
Ew. Wohlgeboren nicht ganz darin beitreten, daß Sie die langen Vokale mit 
einem Accent, und nicht mit einem Längezeichen bezeichnen. Es kann den 
Leser mißleiten und ihm eine falsche Vorstellung geben. 

Noch unbegreiflicher wird mir die Materie des Accents im Sanskrit, wenn 
ich an das häufige Koaleszieren zweier Wörter in eins denke, was die Schwie- 
rigkeiten des Verstehens so sehr vermehrt. Manchmal ist allerdings dies 
Koaleszieren nur Sache der Rechtschreibung und der Sitte, sowie auch Ew. 
Wohlgeboren in der Vorrede des nalus Sich so darüber auslassen , daß man 
sieht, daß eine gewisse Willkür darin Hegt. Wenn z. B. ein Wort mit einem 
schweigenden Konsonanten schließt, und das andre mit einem Vokal anfängt, 
so wäre es zwar eine große Erleichterung . wenn man . wie man nicht thut, 
die reell getrennten Wörter auch im Schreiben trennte, allein man begreift 
doch , daß dies im Accent nichts ändern kann, sondern daß jedes Wort den 
seinigen behält. Allein wie mag es da gewesen sein, wo End- und Anfangs- 
buchstaben zusammen in einen dritten übergehen, oder sich auch sonst nur 
verändern? Sind da beide Worte unter einen Accent gekommen, wie ein 
Wort eigentlich immer nur einen hat. oder nicht? Eine accentlose Sprache 
läßt sich nicht denken. Ist aber die Accentlehre im Sanskrit ganz unter- 
gegangen, oder existiert sie in Unterweisungen, und wird nun. da sie zum 
Verständnis nicht hilft, übergangen.' Hierüber wünschte ich sehr durch luv. 
Wohlgeboren Aufklärung zu erhalten. 

Eine sonderbare Sitte ist es auch, das kurze i. untl allein dieses unter 
allen Vokalen, vor den Konsonanten zu schreiben, nach dem man es ausspricht. 



Techmer, ztschk. IV. 



5 



55 iJV.ER ANAI.YTICAL COMl'ARISON. 

Das ganze Kapitel des Sandlii habe ich mit so vieler Genauigkeit als 
möglich studiert. In Wilkins sind aber die Regeln wenig geordnet, ich möchte 
sie beinahe verwirrt nennen. Ich habe mir zu meinem Gebrauch sie ganz um- 
gearbeitet. Auch ist das Kapitel , wie man sieht , nicht recht vollständig. 
Überhaupt wäre eine andre Grammatik ein großes Bedürfnis. Wilkixs scheint 
mir unschätzbar , als ein großes Repertorium von Wörtern und Paradigmen, 
allein die Leichtigkeit der Übersicht, die Aufstellung viele Fälle umfassender 
Regeln u. s. f. fehlt ganz. Die Deklinationen sind unendlich leichter, als sie 
bei ihm scheinen. Die von ihm verschmähte Tafel der Endungen (§ 69) dient 
doch zu einer viel faßlichem Grundlage , als seine zahlreichen Paradigmen. 
Ich komme durch die Deklinationen viel besser durch, wenn ich erstlich immer 
genau trenne , was wirklich veränderte Endung , und was nur innerhalb des 
Wortes selbst vorgehende Umwandlung ist, und zweitens immer mir anmerke, 
wo die Endung von jenem Grundschema abweicht. Die Kasusendung, welche 
mit Konsonanten beginnt '4 und H, ist mir, auch wegen ihrer Regelmäßigkeit 
sehr aufgefallen. Sollte sie nicht aus Präpositionen entstanden sein? Sehr 
wunderbar und abweichend von andern Sprachen ist auch der sogenannte 
crude State der Wörter, von welchem der Nominativus hernach wieder abweicht. 
In der 8. Dekl. ist dies vorzüglich häufig. Sind diese Formen, als selbständig, 
bloß abstrahiert von den Fällen, wo sie. wie in einigen Gattungen der Komposita, 
in undekliniertem Zustand vorkommen, oder haben sie einmal zur wirklichen 
Sprache gehört, so daß sie in ihrem rohem Zustande mit in die Rede eintraten '! 

Sehr angezogen haben mich die Kapitel über die Bildung der Deriv^ativa. 
Aber ich dächte, daß auch diese müßten befriedigender und systematischer 
gefaßt werden können. , 

Ich studiere, bis jetzt wenigstens, das Sanskrit bloß der Sprache, nicht 
der Litteratur wegen, aber ich bin vollkommen überzeugt, daß es für jeden, 
der Sprachstudium treibt , ein unerläßliches Bedürfnis ist , es so tief , als nur 
immer die Umstände erlauben, zu kennen. Können mir daher Ew. Wohlgeboren 
aus Ihrer eignen Erfahrung Ratschläge geben, wie ich vielleicht mein Lernen 
noch zweckmäßiger einrichten kann, so werden Sie mich ungemein verbinden. 

Den Brief an Herrn Vater habe ich besorgt. Den gegenwärtigen addres- 
siere ich an Ihren Herrn Vater nach Aschaffenburg. 

Ich wünsche von Herzen , daß es Ihnen recht bald gelingen , oder viel- 
mehr schon gelungen sein möge, eine vorteilhafte Anstellung zu erhalten. Ich 
kann mir nicht denken, daß nach demjenigen, was Sie bereits geleistet haben, 
man Ihnen nicht damit entgegengekommen, und die Art selbst Ihrer Wahl 
überlassen sollte. Es wird mich sehr freuen , wenn Sie mir erlauben wollen, 
Ihnen manchmal zu schreiben, und wenn ich. wie bisher, auf Ihre gütigen und 
ausführlichen Antworten rechnen darf. 

Verzeihen Ew. Wohlgeboren, daß ich nicht eigenhändig geschrieben habe. 
Ich schreibe aber so schneller, und dachte mir auch, daß es Ihnen lästig sein 
müßte, einen so langen Brief von einer so undeutlichen Hand, als die mei- 
nige ist. zu lesen. Mit der herzlichsten Hochachtung Ihr 

Humboldt. 



EINLEITUNG IN DIE ALLGEMEINE SPRACHWISSENSCHAFT. 

ZUR LITTERATUR DER S P R AC H E N K U N D E AMERIKAS.' 



Eine gewisse Übersicht iaber die Völker und Sprachen dieses neuen Welt- 
teils gewährt J. S. Vater, einstiger sprachbeflissener Gelehrter in Halle, im 
AüELUNGSchen mithridates Bd. Ill 2. Abt., S. V — VI; vgl. S. 370 und 3. Abt. 
S. III — V nach der von ihm beobachteten Hauptteilung in Süd-. Mittel- 
und Nordamerika, obschon die geographische und ethnographische Schei- 



' [Potts einl. in die allg. sprachw., welche hier nach dem hinterlassenen Ms. des am 
5. Juli vor. J. verstorbenen Vf. fortgesetzt wird, gehört bereits der Geschiclite unsrer Wissenschaft 
an. Ihr erster Teil eröffnete die neugegründete i. z. Der Vf. und Herausgeber haben sich im 
Eingange I. i darüber ausgesprochen, wie diese Arbeit entstanden. Der Herausg. wünschte die 
1. z. mit einer kürzern Übersicht über die bisherigen Ergebnisse der Sprachforschung einleiten zu 
können und war überzeugt, die Leser würden mit ihm dem Nestor unter den Sprachforschern 
Dank wissen, daß er jenen einleitenden Rückblick auf die Ergebnisse der Wissenschaft freundlich 
übernommen , deren Fortschritt derselbe seit mehr als 50 Jahren so wirksam gefördert hatte und 
deren Litteratur wohl kein lebender Forscher in solchem Umfange kannte. In seiner bescheidenen 
Weise begann der Vf. die Abhandlung mit folgenden Worten; 'Gegenwärtiger Gesamtüberblick 
über das weite Gebiet wissenschaftlicher Sprachforschung wird abseiten des gütigen Lesers außer- 
ordentlicher Nachsicht bedürfen.' Der Vf. war sich wohl bewußt, daß er bei seiner großartigen Auf- 
fassung der Aufgabe, die er hier übernommen, letztere wohl nicht so zu Ende führen könnte, wie 
er wünschte, daß er namentlich nicht im stände sein dürfte, die sprachwissenschaftliche Litteraiur 
bis zur Gegenwart zu vervollständigen. Mögen nun jüngere Sprachgelehrte, welche sich vorsich- 
tiger auf kleinere Gebiete beschränken und die nicht so auf das Ganze als auf ihr besonderes 
Gebiet achten, jeder für sein besonderes Fach, in der neuesten Litteratur Lücken finden: die spä- 
tem Forscher, welche die Cieschichte der Sprachw. nach ihren Quellen studieren, werden auch in 
diesem letzten Werk des Vf. die Vielseitigkeit wie die Schärfe seines Urteils anerkennen und 
staunen, wie er ein derartiges Unternehmen noch nach dem Sosten Lebensjahre hat vollenden 
können. In der Herausgabe des vorliegenden Abschnitts zur littek.\TL'R der si'R.\cUENKiNnE 
AMERIKAS haben die Herren G. v. i). Gahelentz und A. S. Gatsciiet, denen größere Bücher- 
sammlungeir über die amorik. Sprr. zur ^■erfügung stehen, mich freundlich unterstützt. Eine voll- 
ständigere lÜbliogr. der Sprr. der nordamer. Indianer hat mittlerweile J. C. PlEl.iNG verötTent- 

licht : l'l^OOl'--. SHEETS OK A HIULIOHR.M'IIV ol^ IHK I..\NGV.\GES OK TUE NORTH A.MF.RICAN INDIANS, 

Washington, 1885, 4". i — xii, i — 1135. — taitLioGR. ok the eskimo i.angi-age, W.vsh. 1SS7, S". 
V, 116. — luiii.ioc.R. OK THE siouAN L.\NGUAGES, Wash. 1887, 8". V, 87. Mit den Sprachen 
Australiens wird Toi is Rückblick abschließen. Der nächste Hand der l. z. soll seinem .\mienken 
gewidmet werden. In einem Supplement dazu gedenke ich ein Lebensbild und eine Sammlung 
kleinerer Schriften, ev. auch l'uverötTentlichtes aus ilcm littorari^chen Nachlaß des Verewigten 
mit Erlaubnis seiner I'amilic herauszugeben. F. T.] 



68 A. F. Pott. 

düng sich nicht einander völlig decken. Er zählt aber für Südamerika XI Num- 
mern mit mehrfachen Unterabteilungen : dergleichen für Mittelamerika nur IV, 
und für gedachten Weltteils Norden V. Trotz gewaltiger Fortschritte seitdem 
in dahin einschlägiger Kenntnis sind wir doch immer noch mehrfach im ganzen 
und grossen auf Vaters natürlich wenig ausreichende Anordnung angewiesen. 
— Von Wichtigkeit außerdem noch immer: Gilij, saggio di storia americana, 
3 Bde., Rom 1780 — 82. Desgleichen des berühmten Exjesuiten Lorenzo Hervas: 

CATALOGO DE LAS LENGUAS DE LAS NACIONES CONOCIDAS, WOVOU Bd. I MaDRID iSoO. 

In Friedr. Müller, grundr. der sprachw. i. 1877. S. 85 ff., 11. 181 ff. die 
amerikanischen Sprachen mit Litteratur. In Trübners catalogue of dict. and 
GRAMM. oF THE PRINCIPAL LANG. AND DiAL. der Zahl nacli gcgcn 5 CO Sprachen 
und Mundarten. 

Gerade zur Kenntnisnahme von Sprachen dieses Weltteils sind bereits 
von früh ab allerhand, meist zum Behufe von Bekehrung der Eingebornen 
verfaßte Hilfsmittel, wie Grammatiken, Vokabulare, Katechismen u. dgl., durch 
eingewanderte Europäer , zumal Missionare (Spanier , Portugiesen , Holländer, 
Schweden, Franzosen u. s. w.) zum Druck gelangt. Allein da sie nur in ge- 
ringer Anzahl pflegten nach Europa herüberzukommen, insonderheit da, außer 
den Missionszwecken, früherher nur wenig Begehr nach dergleichen vorhanden, 
erklärt sich, daß solch, für den Sprachforscher der Jetztzeit so höchst nötiges 
Handwerkzeug meist überaus selten , und, wenn überhaupt, dann doch unge- 
mein schwer, auftreibbar geworden. Z.B. in Brockhaus, bibliogr. f. ling. 
Nr. I S. II für 30 Rtlr. angeboten: arte de la lengua moxa con su vocäb. 
Y CATEC. von dem Jesuiten Pedro Marban; Imprimatur- Lima 1701. S. mithr. 

III. S. 563. arte de LA lengua DE LOS INDIOS BAURES DE LA PROV. DE LOS MOXOS, 
CONFORME AL ms. ORIG. DEL P. AnTONIO MaGIO (1749), Y DEL P. FrANC. DE AsIS 

CoPARCARi (1767'?) PCR L. Adam y C. Leclerc, Paris 1880, 8°, mit kurzem 
Wb. von d'Orbigny. 

Wieder ab drücke gehörten und gehören daher noch immer zu den 
schon seit lange und öfters von mir zum Heile der Wissenschaft angeregten 
frommen Wünschen. Und lagen dergleichen auch bereits in der Absicht W. v. 
Humboldts und Ed. Buschmanns mit mancherlei Vorarbeiten zu neuen Ver- 
öffentlichungen über amerikanische Sprachen. Das ist zu ersehen aus dem 
STARGARDTSchen Katalog antiquarischer Bücher Nr. 135, Berlin 1881, worin 
auch 'Originalmanuskripte und Werke von Ed. Buschmann sowie W. und A. v. 
Humboldt' namhaft gemacht sind. Zufolge Steinthal aber in seiner Ztschr. 
XIII. S. 261 befindet sich jetzt die Königl. Bibliothek zu Berlin im Besitz 
sämtlicher von W. v. Humboldt hinterlassener Werke, die sich auf Sprach- 
forschung beziehen. Darunter auch mehreres über die Sprachen Amerikas 
(vgl. i. z. I. 383). 

Weiter ist aber dann auch jetzt bereits abseiten gelehrter Gesellschaften, 
oder auch selbst von einzelnen, dem oben angegebenen Bedürfnisse mehrfach, 
jedoch nicht immer in wünschenswerter Wohlfeilheit für den Käufer, entgegen- 
gekommen. Beispielsweise: arte del idioma zapoteco por el p. fr. Juan de 

CORDOVA. REIMPRESO POR ACUERDO DEL C. GENERAL MaRIANO JiMENEZ, GOBERNA- 
DOR CONSTITUCIONAL DEL ESTADO DE MICHOACÄN DE OCAMPO, BAJO LA DIRECCION Y 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIICVS. 



69 



CUIDADO DEL DR. NiCOLÄS LeÖN , DIRECTOR FUNDADOR DEL MUSEO MICHOACANO Y 
MIEMBRÜ DE VARL\S SOCIEDADES SCIENTIFICAS. MoRELIA, IMPREXTA DEL GOBIERNO 
EX LA ESCUELA DE ARTES , 1886. IXTRODUCCION LXXIX lind 223 S. 8°. Auf 

S. 22 1 wird für Beendigung des Originals der Ausg. angegeben: en Mexico. 
en casa de Pedro Balli . a. de 1578. Auf der Rückseite des Titels der 
erneuerten Ausg. steht Edicion de 350 ejemplares, und. da zufolge des Köhler- 
schen Antiquariums in Leipzig Mie mexikanische Regierung hier\-on nur zwanzig 
Exemplare für den Handel bestimmt hat\ erklärt sich, wenn dieses je ein Exem- 
plar nicht zu wohlfeil berechnet. Aus S. IX ersieht man aber, wie einschlägige 
Werke auch selbst in Mexiko zu den äußersten Seltenheiten gehören, und mit 
£ 50, und mehr, erkauft worden sind. Zu Hause ist die Zapotekasprache zu- 
folge S. VII als Vulgaris in Valle Guaxaca Novae Hispaniae'. Es reden aber 
dieselbe S. XVIII f über 250000 Individuen, obschon nicht mehr rein; und 
mundartlich zerfällt sie in Zapoteco del Valle, Z. miahuuteco im Valle 
Grande): Z. serrano (Sierra del Norte und Z. villalto (Villa Alta' ; endlich 
Z. tehuantepecano, zu ersehen aus carta del sr. Maxuel Martixez Gracida, 

1886. GEOGRAFIA de las LEXGUAS Y carta ETXOGRÄFICA de MEXICO precedidas 

DE UX EXSAYO DE CLASIFICACIOX DE LAS MISMAS LEXGUAS Y DE APUXTES PARA LAS 
IMMIGRACIONES 'DE LAS TRIBCS POR EL LIC. MaNUEL OrOZCO Y BeRRA , MeXICO 

1864. XIV, 392 S., 4°. In den Add. der arte S. 222 wird aber erwähnt: 

APUXTES PARA UX CATALOGO DE ESCRITORES EX LEXGUAS IXDIGEXAS DE AMERICA. 

POR JoAQUix Garcia Icazbalceta, Mexico 1886. S. weiter unten. — evaxge- 

LIARIUM, EPISTOLARIUM ET LECTIOXARIUM AZTECUM S. MEXICAXUM EX AXTIQUO COD. 
MEX. XUPER REPERTO DEPROMPTUM C. PRAEF., IXTERPR.. ADXOT., GLOSS., FACSIM. ED. 

B. BioxDELLi, MiLAXo 1858. Lix uud 576 S. Ein Werk des Missionars Berxh. de 
Sahagux. der von 152g — 1590 in Mexiko lebte. 12S S. gr. 4°. Originaltext mit 
lat. übers, von besonderer Wichtigkeit für die Kenntnis der Aztekensprache. 
Bei solcher Bewandtnis ist mit um so freudigerm Danke das selbstlose 
Verdienst des Herrn Dr. Julius Platzmaxx anzuerkennen . was derselbe sich 
um die Sprachenkunde erworben hat. Durch ihn nämlich ist dem wißbegie- 
rigen Forscher nunmehr schon eine stattliche Reihe auf Süd- und Mittelamerika 
bezüglicher Sprachwerke von hohem wissenschaftlichen Werte wieder zugäng- 
Hch gemacht, indem er sie auf seine Kosten mittels Druckes (sogar in. wohl 
nicht gerade nötiger faksimilierter Form) erneuern ließ. Von 1858 — 64 in der 
Bai von Paragua (s. dessen Reise), hauptsächlich mit Herstellung von Bildern 
brasilianischer Blumen und Früchte beschäftigt, wandte derselbe seine Auf- 
merksamkeit auch den indianischen Idiomen zu. wovon u. a. sein, Leipzig 
1876 erschienenes Buch: verz. eixer Auswahl [von ihm gesammelter] amerika- 
nischer GRAMMATIKEN, KATECHISMEN' Zcuguis ablegt. Aus dicscm ünguistischett 
Schatze haben wieder das Licht erblickt Lkipzig bei Teuüxer: arte de gkamm. 

da LINGOA MAIS USADA NA COSTA DO ÜKASIL jd. i. HugUa Tupi IKIIA PKI.O P.Jo- 
SEPH DE AnCHIETA [f I597]- l'Ul'.LICADA 1\)K JuLIO Pl.ATZMANN. KDIC.'VO FACSl- 

milaria stereotvpa 1876. nachdem bereits 1874 eine billigere Ausgabe und 
außeidem eine deutsche Bearbeitung herausgekommen. hYMuer: Antonio 
Ruiz DE Montoya, arte, üocahulario, tesoro v c.viecismo de la i.exgua gua- 
rani, publ. nuevam. POR JuL. Plaizmanx. 4 voll. 8'\ 1876. In der introd. 



70 



A. F. Pott. 



VITAE GRAMMATICORUM, QUI USQUE AD ANN. 1675 SCRIPSERUNT DE LINGUIS AMERICAE 
MERIDIONALIS. P. LuiZ FlGUEIRA, ARTE DE GRAMM. DA LINGUA BRASILICA. NOVA 

ED., ANNOT. POR F. Allain, Erneuerung der 2. Ausg. von 1687, Rio de Janeiro 
1880. Behandlung andrer Sprachen in PLArzMANNSchen Wiederabdrücken: 
des Aymara, einer Schwester des Quichua, in Süd-Peru, Bolivia, Argentina: 

VOCABULARIO DE LA LENGUA AYMARA COMPUESTO POR EL P. LuDOVICO BerTONIO. 

novam. publ. POR J. Platzmann. ed. facsim. 2 voll., Lips. 1879, 872 S. ; sowie 
dess. : arte [worunter im Sprachgebrauch der Spanier stets 'Grammatik' zu ver- 
stehen] . CHILIDu'gu' SIVE TRACTATUS LINGUAE CHILENSIS OPERA BeRNARDI HaVE- 

STADT. ED. novam CUR.AVIT JuLIUS PlATZMANN. 2 VoU. LiPS. 1883. XVIII, 

952 S. Mit Melodien, 6 Taf. und i Karte. Desgl. 1887: arte y gramatica 

GENERAL DE LA LENGVA QUE CORRE EN TODO EL REYNO DE CHILE, CON VN VOCAB. , 
Y CONFESSONARIO. COMPUESTOS POR EL PADRE LuYS DE VaLDIUIA DE LA COMPAN~IA 
DE IeSUS EN LA PROUINCIA DEL PIRU. IVNTAMENTE CON LA DOCTRINA CHRISTIANA, Y 
CATHECISMO DEL CONCILIO DE LiMA EN ESPAN~OL , Y DOS TRADUCIONES EN LENGUA 

DE CHILE . . . CON LICENCIA. EN LiMA POR FRANCISCO DEL CaNTO , A. 1 6o6. 

VOCABULARIO DE LA LENGUA MEXICANA. COMPUESTO POR EL P. FR. AlONSO DE 

MoLiNA. 1880. 4°. — Von Platzmann selbst verfaßt: glossar der feuerlän- 
DiscHEN SPRACHE, 1882. — Außerdem hat derselbe Jan. 1885 der HALLESchen 
Universitätsbibliothek das seltene Werk verehrt : arte y vocabulario de la 

LENGUA LULE, Y TONOCOTE , COMPUESTOS CON FACULTAD DE SUS SUPERIORES. POR 

EL PADRE Antonio Machoni de Gerden a, de la compan ia de Iesus. en Madrid. 
A. DE 1732. Auch dahinter catechismo y doctrina christiana in den er- 
wähnten Sprachen. Der Wiederabdruck des Buches Buenos Ayres 1877 ist 
zufolge Platzmann "^ nachlässig und ohne Verständnis '. Das Lule (mithr. III, 
2. S. VI und 506) an der Westseite des Paraguay, wird von fünf Völkerschaften 
gesprochen. Nämlich, außer Lule und Tonocote, noch von dreien mit 
gleichem Naraensausgange Isistine, Toquistine und Oristine. Die Zahlen 
ARTE S. 58 lauten: i. Alapea, 2. Tamöp und 3. Tamlip mit gleichem 
W'ortbeginn. Von 4. Locuep aber schon, verm. weil man den Daumen außer 
Acht ließ, werden die weitern Zahlen durch Addition (despues, darauf) ge- 
bildet. 5. Locuep moitle alapea, d. h. despues de quatro. Vgl. S. 85: 
yny (im Sg. verbleibend: Tag) tamlip {3) moitlem (Despues de tres dias). 

9. Locuep moitle locuep alapea d.i. 4 + 5, letzteres jedoch 44-1. 

10. Ysyavömp, was sagen wolle: los dedos de ambos manos son diez. Das 
erklärt sich dann wohl aus ys mano, sowie ya con, und yanonp todo. An 
Verwandtschaftsnamen zeigt sich arte S. 92 — 97 ein übergroßer Reichtum, 
wie älterer und jüngerer Bruder u. dgl. m. Mozo (jung) zalä; mozos zala- 
til; aber moza quilä, PI. quilatil doch wohl zum folg, Gue muchacho, a 
(enfant), PL cuel. voc. S. 94. Im voc. S. 86: Umueel madres von umue 
madre ; jedoch in der Grammatik S. 9 hat der PI. umueelp, mit seltener 
Pluralendung Ip. — Bemerkenswert ist aber, daß auch hier, wie in andern 
Indianersprachen, recht lange Bildungen nicht fehlen. So z.B. arte S. 24 
der Opt. tacluumaicilomnö O si quieserades etc. aus maisic ich will (im 
voc. S. III. Maig, Imp. may querer), mit angehängtem no, wovor lom, 
Euer, und vorn taclug, Imp. tacluü arrojar. 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



Powell, J. W., first, second, third. fourth annual report of the bureaü 

OF ETHXOL. TO THE SECRET. OF THE SmITHSOXLAN INSTITUTION 1879 1883. VVaSH. 

4 v'oll : Contains: Powell, mythol. of the north -amer. indiaxs. Yarrow, 
H. C, mortl'ary customs of the IND. G. Mallery, sign language OF THE am. 
IND., etc. J. W. Powell, contributions to north american ethnology, Wash. 
1877 sqq. tribes of the northwest, by Gibbs, ÜALL-etc; with vocabülaries. 
Morgan, L. H., houses ant) house life, 1877. Steph. Powers, tribes of Cali- 
fornia, mit Vokab., 1877. Owen J. Dorsey, the dhegiha language (ömaha, 
ponka) ; Riggs, Dakota dictionary, 2. ed.; Gatschet , A. S., the klamath 
language of southwestern OREGON [untcr der Presscj. 

Neben diesen höchst rühmlichen Bestrebungen werde hier eines gleich- 
falls höchst verdienstlichen Sammelwerkes gedacht , worüber näheres von G. 
Gerland im Gott. GEL. ANZ. 1882, Stück 14.. Es war zuerst betitelt : coleccion 
linguistica americana von Ez. Uricoechea; dann collection [jetzt biblio- 
THEQUEj LiNGUiSTiQUE americaine. Bd. I enthält von eben genanntem Herausg. 
Gramm., Vokab. und Texte der Chibchasprache 'segun antiguos manuscritos 
anonimos e ineditos\ Paris 187 i. Vgl. :mithr. III. 2. S. 701. 705. 'Der 
Stamm der Muyscas sollte eig. immer mit den Namen Chibchas bezeichnet 
werden; denn Muysca bezeichnet in der Chibchasprache bloß *^Menschen, 
Leute\ Humboldt, Ansichten der natur, 18-I.9, Bd. II. 376. Freilich be- 
zeichnen sich auch andre Völkerschaften mit dem Allgemeinnamen für ^Menschen. 
Ja die Chiquitos im Osten von Peru nennen sich selbst Naquiüofieis d. i. 
Mensch, Mann, zufolge Hervas, catäl. d. l. , S. 66. — Bd. II. gibt, gleich- 
falls von U., Paris 1877, mit Zusätzen und Verbesserungen, Vokab.. Texte 
und grammatische Notizen der Paez spräche in Columbia, wovon Euj. del 
Castillo y Orozco, vocab. paez-castellano 1755, der Vf. ist. Um so wichtiger, 
weil einzige Arbeit über die Sprache der Paez oder Paecesindianer (am 
obern Cauca und am Patia bei Popoyan , welche hiernach sprachlich den 
Chibcha keineswegs nahe stehen. — Den lil. Bd. (1878) bilden Bretons kar.aibi- 
scHE GRAMM. (1667) Und Übers. ins Kar. (1664), in Faksimileausgabe von den 
bekannten Amerikanisten L. Adam und Ch. Leclerc herausgegeben. — Bd. IV 
(1878) enthält das öfters hrsg. Ouichuadrama Ollantai mit Übers, und Kom- 
mentar von Pacheco Zegarra. — In Bd. V, 1878, R. Celedons gramm., katkch. 

U. VOKAB. DER GOAJIRASPRACHE. T. VI. ARTE Y VOCAK. DE LA LENGUA CHIQUIIA 

[mithr. III, Abt. 2, S. 567] POR L. Adam v V, Henry. — T. vii. arte de la 

LENGUA DE LOS INDIOS BAURES DE LA PROVIXCIA DE LOS MOXOS. Beide PaRIS 1 88o 

nach alten Mss. Siehe später. 

A BIBLIOGRAPHICAL C.VrALOGUE. OF BOOKS , TRANSLATIONS OF THE SCRIPTURES, 
AND OTHER PUBLICATIONS IN THE INDIAN TONGUES OF THE UNITEÜ STATES. WITH 
BRIEF CRITICAL NOTES. WASHINGTON, C. ALEXANDER, PRINTER. I S4Q. 8°. 28 S. 

CATALOGUE OF THE BOOKS IN THE LANGUAGES OF THE XORIU AMERICAN INDIANS, 

PREPARED AND PRINTED UNDER THE PATRONAGE OF THE A.MEK. HOARP OF COMMIS- 

sioNERs FOR FOREIGN MISSIONS, befindet sich im 27. annual report dieser Gesell- 
schaft, Boston 1836. 

Selbst nur von dem Vorhandensein mancher, (.»bschon gedruckter Bücher 
solcher Art sich zu unterrichten war nicht gerade leicht gemacht vor Er- 



72 



A. F. l'OTT. 



scheinen von: the literaturk of american aboriginal eanguages , by H. E. 
Ludwig ; with additions and corrections by prof. W. W. Turner, edited by 
NicoL. Trübner, London 1858. 258 S, 8°. Ein Werk, dessen auf drei Per- 
sönlichkeiten (darunter nicht am wenigsten auf den, auch durch seinen bibliogr. 
GUIDE To AMERICAN LITT. 185g, und sonst, rühmlichst bekannten Verleger) sich 
verteilendes Verdienst in gebührender Weise hervorzuheben ich mir in Hayms 

PREUSS. JAHRB., Bd. II, Heft I, S. 65 79 (ein blick auf die ALLG. SPRACHEN- 
KUNDE u. DEREN LITT.) habe angelegen sein lassen. Dies bibliogr. Wk, ist ziem- 
lich nach der Art von Vater-Jülg (s. davon die Anz. durch mich alz. 1848, 
Nr. 132 ff.) eingerichtet, indem es seine Angaben über die Hilfsmittel zur 
Kenntnis der verschiedenen Sprachen Amerikas alphabetisch ordnet. Dasselbe 
sollte den i. Teil einer, allerdings höchst wünschenswerten, allein schwer aus- 
führbaren allgemeinen bibliotheca glottica bilden, ist aber wegen Mangels an 
Teilnahme nicht weiter gediehen (Bild und Abriß des Lebens von Nik. 
Trübner in Hackländer, über land u. meer 1874, S. 655. Auch Nik. Trübner 
in ILLUSTR. ZTG., JuH 1871, S. 92 mit Erwähnung mehrerer wichtiger hierher 
fallender Verlagsartikel) . In Trübners höchst schätzenswertem american and 
oriental record, Nov. 1861 , Nr. 51, S. 586: apuntes para un catälogo de 
escritores en lenguas indigenas de america. por Joaquin Garcia Icazbalceta 
(s. oben), Mexico. Se han impreso 60 ejemplares en la imprenta parti- 
cular del autor,- 1866. In 12 carre broch., p. XIII, 157. £2. 2 s. Seule- 
ment quelques exemplaires des 60 imprimes sont parvenus en Europe. Ein 
leider doch recht seltsames und fast nur eiteler Bibliomanie fröhnendes Ver- 
fahren, an dessen Stelle Überss. aus dem minder bekannten Spanischen etwa 
ins Latein, in leichter käuflichen Ausgaben von allgemeinerm Nutzen sein 
würden. — Desgl. im TRüBNERSchen record 1884, S. 80 manches wichtige. 
Schon im record new series. Vol. V, No. 7 — 8, p. go wurde verkündet: 
Dr. D. G. Brinton of Philadelphia has set himself the task of coUecting and 
preserving the literature of the aboriginal races of America, which sooner 
or later are destined to become extinct. Allerdings ist Gefahr im Verzuge und 
wäre es ein von der Jetztwelt an der Nachwelt verübter Frevel, wollte sie 
nicht an Nachrichten über die, durch natürliche Verhältnisse den Schwächern 
bevorstehende Schicksale retten , was noch zu retten ist. Bereits erschienen 
sind aber sieben Bände seiner library of aboriginal american lit. : nr. I. the 

CHRONICLES OF THE MAYAS. II. THE IROQUOIS BOOK OF RITES BY HaLE. III. THE COMEDY- 
BALLET of GÜEGÜENCE. IV. A MIGRATION LEGEND OF THE CREEK IND. BY A. S. GaTSCHET. 
V. THE LENÄPE and THEIR LEGENDS. VI. THE ANNALS OF THE CAKCHIQUELS. VII. NA- 
HUATL SONGS. 

BrINTON, D. G., ABORIG. AMER. AUTHORS and THEIR PRODUCT.; ESP. IN THE 
NATIVE LANG.: A CHAPT. IN THE HIST. OF LIT. PhILAD. V Und 6o S. 8°. Zum 

Kongreß der Amerikanisten in Kopenh. 1883. It is an extended review of the lit. 
efforts of the red race in their own tongues, and in Engl, Lat., and Spanish. 
Daniel G. Brinton gab heraus (s. Trüeners rec. 1885, S. 107) : a pamphlet on 
Polysynthesis and Incorporation as characteristic of American lang. [Sehr 
richtig!] The conclusion he arrives at are as follows: The structural processes 
of Incorp. and Polysynth. are a much more influential dement in the morpho- 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



73 



logy of lang, than has been conceded by some recent writers. 2. They are 
clearly apparent in a number of Amer. lang., where their presence has been 
heretofore denied. 3. Although so long as \ve are without the means of ex- 
amining all Amer. tongues, it will premature to assert that these processes 
prevail in all, nevertheless it is safe to say that their absence has not been 
demonstrated in any of which \ve have sufficient and authentic material on 
which to base a decision. [Das Othomi dürfte aber in der That eine Aus- 
nahme machen!] 4. The opinion of Duponxeau and Humboldt, therefore. 
that these processes belong to the ground-plan of Amer. languages, and are 
their leading characteristics must be regarded as still incontroverted in any in- 
stance. — Brinton D. G. i , gramm. of the cakchiquel lang, of Guate- 
mala: TRAXSL. FROM A MS. IX THE LIBRARY OF AMER. PHILOS. SOG. Im CALIFOR- 

NiAN jouRX. , v; Jahrg. , Nr. 8, (Sax Fraxcisco 1874) ist S. 4 enthalten: eix 
BESUCH DER Baxcroftschex BIBLIOTHEK. In dicscr befinden sich hier "^aus dem 
Gebiete der Philologie ca. 150 verschiedene alte Grammatiken und Vokabu- 
larien der alten Indianersprachen, unter welchen besonders hervorzuheben 
sind das seltene aztekische Wb. von Molixa, Editio 1571 und unsers deutschen 
Prof. Buschmanns großes ['?] Werk über die Sprachen der Pacificküste.' — 
Baxcroft (Hubert Howe . the xative races of the pacific states of xorth 
AMERICA, New York, 1875. 5 Voll. gr. 8°. cartes et fig. 140 M. Cette 
importante publication est sans contestation le meilleur ouvrage qui ait ete 
ecrit sur les races indigenes du Pacifique et de TAmerique centrale. 
T. I. Les races sauvages (the wild tribes du Pacifique. 11. Les nations civilisees 
du Mexique et de TAmerique centrale. III. Mythol. et Linguistique des deux 
races (sauvages et civilisees). IV. Archeologie, monuments, dessins avec de 
nombreuses figures sur bois. V. Hist. ancienne. (Migrations et orig. des nations 
civilisees) Suivi d"un index complet de tout l'ouvrage. 

Albert Gallatix, xotes on the se.mi-civilized-xatioxs of mexico. vucatax 
axd cextral america ; in traxsact. of the amer. ethxol. sog. vol. i. 8°. 1845. 
II. 1848. Derselbe hatte g Jahre früher in den transact. of the am. axtiq. 
sog., Vol. II. eine Klassifikation nach den Sprachen gegeben of the Indian 
Tribes east of the Rocky Mountains within the U. S. and the Brit. possessions. 
— MEXIKO IM füxftex jahrhuxdert uxsrer zeitreghxuxg (xagh chixesisghlx 
quellen) VON Karl Fr. Neumann, ausl. 1845, Juni, Nr. 165 ft". Neum.ann 
sagt: ' Tungusen, Mongolen und ein großer Teil der Türken bildeten ursprüng- 
hch , nach den wesentlichen Merkmalen der körperlichen Gestalt wie nach 
den Elementen ihrer Sprache, eine einzige Völkerfamilic . innig verwandt mit 
den Eskimo — die Skralinger oder Zwerge der Normänner — und ! mit 
den Stämmen und Horden der neuen Welt. Es haben sämtliche ameri- 
kanische Sprachen, wie Gallatixs ins einzelne gehende Forschungen Bar in 
den BKiTR. ZUR kexxtxis des RUSS. REICHS. I. 270) zeigen, eine solche Aiin- 
lichkeit ['physiologische', was nicht ohne weiteres den Schlul.^ auf 'genealogi- 
sche' gestattet!], dal.^ man. so \crschicden auch der W'ortreichtum sein mag, 
zu einer gemeinschaftlichen Quelle zurückgeführt wird. Hiermit gelangen auch 
alle Untersuchungen über die Weise, wie Amerika bevölkert wurde, 
zu ihrem endlichen Schlüsse.' D. h., falls die Sache sich überhaupt be- 



j. A. F. PcyrT. 

währt, viel zu früh jubiliert. Mit den Berufungen Neumanns sieht es denn 
doch etwas mißlich aus. So mit der: 'die ursprüngliche Einheit mehrerer 
dieser Völker spiegele sich noch in ihren Genealogien, den ältesten geschicht- 
lichen Systemen aller Völker, welche nur einen Stammvater kennen, auf den 
Türken, Mongolen und Tungusen ihren Ursprung zurückleiten, (the shajrat 
UL ATRAK, OR GENEALOGicAL , LoNDON 1838.)'' Was bcwicse denn diese Ver- 
wandtschaft von Altaistämmen für eine solche mit Idiomen von Indianern? 
Es wird dann aber in Nr. i68 das Reich Fusang zu Hilfe genommen, worin 
Mexiko gesucht wird. Es erzählte aber von jenem im Jahre 499 u. Z. ein 
buddhistischer Geistlicher, mit Klosternamen Hoei-schin (d. h. allgemeines Mit- 
leiden). Möglich, daß einmal chinesische Seefahrer an die amerikanische Küste 
verschlagen wurden, wie schon lange vor Kolon mit Irländern (s. Münchener 
gel. anz. VIII. 636) der Fall gewesen. Was folgte aber daraus für die erste 
Urbevölkerung Amerikas '! — 

Oben genannten transact. of the amer. ethn. sog. , in welchen sich, 
wenn auch nicht ausschließlich, doch vieles auf Amerikas Sprachen (bei Gal- 
latin Vol. I. auch wichtige Angaben über Kalender, Astronomie, Chronologie, 
mexikanische Abbildungen; desgl. von Turner über himjaritische Inschriften 
in Arabien) befindet, ist in der allg. lit.-ztg. 1849, Sept., Nr. 197 — 201 
eine weitläufige Besprechung von mir gewidmet. — Vol. II. der transact. 
enthält Hales indians of north-west america with an introd. by Gallatin. 
Es werden dort aber 32, auch in meinen rassen, S. 235 wiederholte, Sprach- 
klassen Nordamerikas erwähnt. Vom höchsten Norden i. Eskimos, die vom 
atlantischen bis zum stillen Ozean reichen. Meletema de ling. grönl. orig. 

EJUSQUE DE CETERIS LINGUIS DIFFERENTIA V. SEMESTR. SOG., HaFN. I746. T. II, 

S. 137 ff. Schon 1750 erschien von P. Egede ein Grönländisches Wörterb. 
sowie 1760 GRAMM, grönlandica danico-lat. Von Kleinschmidt haben wir 
eine grönl. Grammatik, und als bestes Wörterb. dieser Sprache gilt Klein- 
schmidt, SaM. , GRÖNLANDSKE ORDBOG , UDG. VED. H. F. JÖRGENSEN , KjÖBENH. 
187I, XII, 460 S. — PfIZMAIER, KENNZEICHNUNGEN DES KALALEKISCHEN SPRACH- 
STAMMES in ösTERR. AK. 1884, S. 87 — 166. Kalalek, auch Karalek ist in 
Grönland und auch in Labrador der besondere Name für einen Grönländer. 
Angeblich verderbte Aussprache von skraelingr, bei den Isländern so viel 
als 'Schwächling." — 2. Kenai, Cooks inlet or river. Radloff, wörterb. 
DER KiNAisPR. , Petersb. 1854. — 3. Athapascas, von der Hudsonsbai bis 
zum stillen Ozean herunterwärts im Osten der Stony Mountains östlich und 
westlich vom Mississipi zusammen 17 Sprachen, und die übrigen 15 im Westen 
des Felsgebirges. 

Adam, L., les classifications, l'objet, la Methode, les conclusions de 
LA linguistique , Paris 1882. Adam, L., examen gramm. compare de seize 

LANGUES AMERICAINES [mONTAGNAIS, ALGONQUIN, CHIPPEWAY, CRl, iroquois, hidatsa, 
DAKOTA, CHACTA, NAHUATL , MAYA , QUICHE , CARAIBE , CHIBCHA , KECHUA , KIRIRI, 

guarani], Paris 1878. Von demselben : etudes sur six langues amer. dakota, 

CHIBCHA, NAHUATL, KECHUA, QUICHE, MAYA, PaRIS 1878, 8°, 165 S. AdAM, L, 

Y V. Henry, arte y vocab. de la lengua chiquita sacados de manuscr. ine- 

DITOS DEL SIGLO XVIII, PaRIS 1880. XVI Und 136 S. (bIBLIOTH. LINGUIST. AMERIC). 



ZUR LITTERATLR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



— LuciEN Adam , du parler des hommes et du parler des femmes dans la 
LANGUE CARAiBE, Paris 1879. Siehe V. Tschudi , ORGAN. S. 85, 89 Und hier 
weiter unten. 

J. G. ShEAS LIBRARY OF AMER. LINGUISTICS. Vol. I. 1859. NOUV. YoRK ent- 
hält DICT. ONONTAGUE [Irokeseu]. II. GRAMM. LINGUAE SELICAE, 1861. III. EUDEVA 

[mithr. III., Abt. 3. S. 158, 165, und s. u. de Pimentel], heve, dohema [So- 
nera]. IV. mutsun [Californien] . Arroyo de la Cuesta (F. Fel.) vocab. of the 

MUTSUN LANG. 1 MUTSUN-SPAXISHJ OF ALTA CALIFORNIA. 4°, NeW YoRK 1862. 96 S. 

V. piMA, nevome [Mexiko. Sonora]. VI. yakama [am Columbia", vii. san Antonio 

MISSION, CALIFORNIA. VIII. MUTSUN, S. IV. GRAMM. MUTSUN (NATURALES DE LA MISION 

DE SAN Juan Bautista, California) New York 1861, 48 S. Nur in 100 Ex. ge- 
druckt. Dann xii. xiii. chinuk. X. mohawk. XI. clal-lam [Fukastraße]. IX. mik- 
MAK [Neuschottland], 1864. 

Weiter gibt Trübners record Nov. 1869 willkommene Kunde von Büchern, 
worin amerikanische Sprachen erläutert worden. Darunter das schon vorhin 
besprochene vocab. en lengua castellana y mexicana, compuesto por el padre 
Alonso de Molina, Mexico, schon 1571 (ausgeboten zu 13 Pfund). Desgl. 
Gramm, des Mexikanischen von Sandoval, de Tapia, de Vetancourt. So- 
dann, und man staune, welche Buntheit von Sprachen, über vierzig, welche 
vielfach in sich grundverschieden und einander stammfremd, sonach keines- 
wegs bloße Abarten eines einheitlichen Thema sein sollen, nur allein in 
dem mexikanischen Reiche vorhanden. S. 587 : cuadro descriptivo y com- 

PARATIVO DE LAS LENGUAS INDIGENAS DE MEXICO. POR D. FrANC DE PiMENTEL. 
CONDE DE HeRAS, OBRA PREMIADA POR LA SOG. MEXICANA DE GEOGR. Y ESTADISTICA. 

2 Vols. 8°. LH und 542, vi und 432 S. Mexico 1862. 1865. 39 M. — The 
first Vol. treats of the foUowing languages : Huaxteco. Mixteco, jNIame or 
Zaklohpakap, Othomi or Hia-hiu, Mexicano, (Nahuatl or Azteca. 
Totonaco, Tarasco, Zapoteco [s. früher], Tarahumar. Opata or 
Teguima, Cahita and Matlatzinga or Pirinda. — The ll. Vol. anah-ses 
the foUowing: Yucateco or Maya, Tepehuan, Cora, (Chora orChota). 
Pima or Nevome, Quiche, Cakchiquel y Zutuhil, Eudeve, (Heve or 
Dohema), Mixe, Mazahua orMazahui. Guaicura orVaicura, Cochimi 
y Laimon, Chaüabal, Chiapaneco, Chol, Tzendal, Zoque y Tzot- 
zil, Joba, Lipan, Päpago, Piro, Tubar, Cuicateco, Mazateco y 
Chuchon, Pame, Serrano, Opata, Comanche, Mutsun, Tatchc or 
Telame, Tejano or Coahuilteco, and on various idioms of Alta California. 
Der häufige Ausgang -teco ist aztekisch, nur das o als Adjektivendung auf 
Rechnung der spanischen Sprache zu setzen. — Besonders rühmend wird 
erwähnt: gkografia de las lenguas v carta etnogräfica de cLA.sn"ic.vru)N de 

DE LAS MISMAS LENGUAS Y DE APUNTES PARA LAS IMMIGRACIONES DE LAS TRIIIUS 

POR EL Lic. Manuel Orozco v Berra, 4", pp. Xl\ and 322. wmi an Kruxo- 
GRAPHicAL M.W, Mexico 18O4. ^ I. i6s. — Auf der nämlichen Seite des 
REcoRD in dem Mazahuaidiome, wovon der MrrnRinAri:s keine Kunde hat: 

DOCTKINA Y ENSEN AN^A KN LA LENGUA .ALV^'AHLA DE COSAS MIY ITILF.S V PRO- 
UECHOSAS PAR.V LOS MINISTROS DE DOCTRINA . . . l'OR DlKGO DK NaGKRA YaNGLAS. 

Mexico 1637. 



76 



A. F. Pott. 



In Stephen D. Peet, the american antiquarian Vol. I, Nr. 2: Albert 

S. GaTSCHET, SKETCH OF the KLAMATH LANG. Und in Nr. 3: MYTHOLOGIC TEXT IN 

THE KLAM. LANG. wiTH coMMENTS. Außerdem in Nr. 2 von dems. : the test 
OF LiNGUisTic AFFiNiTY. Desgl. von ihm Vol. V, 1883, Nr i, 2: specimen of 
THE chu'meto lang. 'The Chümeto lang, is a dialect of the Mutsun linguistic 
family of California belonging to its eastern or Miwok subdivision' etc. Desgl. 

PHONETICS of the KAYOWE lang. READ I5EFORE THE CiNCINNATI MEETING OF THE 

AMERICAN ASSOC. FOR THE ADVANCEMENT OF SCIENCE, 1881. GaTSCHET, ZWÖLF 

SPRACHEN AUS DEM SÜDW. NORDAMERIKAS, WeIMAR 1876. 

HaYDEN; CONTRIBUTIONS to the ETHNOGR. and PHILOL. OF THE INDIAN TRIBES 

OF THE MISSOURI VALLEY, Philad. 1862. Die 4 Gruppcn : Algonkin: Ara- 
poho; Pawnee; Dakota, Daran schließt sich, mit Vorwort von Hayden, 

ETHNOGR. AND PHILOLOGY OF THE HIDATSA INDIANS , BY WASHINGTON MATTHEWS, 

Washington 1877. 239 S. Auf S. 88 — 23g hidatsa gramm. and dict. 

ETUDES PHILOL. SUR QUELQUES LANGUES SAUVAGES DE l"a:MERIQUE. PAR N. O., 

ancien MISS. Montreal 1866. In der i. Abt. wird Kritik geübt an School- 
CRAFT, DU Ponceau u. aa. 2. behandelt den grammatischen Genius von Al- 
gonkin und Irokesisch, während 3. hiervon Vokabulare liefert. — Das 
Werk von du Ponceau, mem. sur le Systeme gramm. des langues de quel- 
ques NATioNS iNDiENNES DE l'amerique DU NORD, Paris 1838 hatte den, vom 
Grafen Volney ausgesetzten linguistischen Preis davon getragen und ist viel- 
leicht deshalb mit über sein wirkliches Verdienst geschätzt. W. v. Humboldt 
wenigstens läßt in Charakterisierung z. B. des Delawarischen in versch. 
DES Sprachbaues) seinen Vorgänger weit hinter sich. — Einen dankenswerten 
Überblick liefert auch die kleine von der Talvj d. i. T. A. L. v. Jacob mit 
dem Namen ihres Vaters, weiland Prof. in Halle) verdeutschte Schrift J. Picke- 
rings über die indianischen sprachen AMERIKAS, Leipzig 1834, mit Nachweis 
dahin gehöriger Litteratur S. 80. — Auch hat sich Schoolcraft nicht geringe 
Verdienste erworben wie um die Kenntnis der einheimischen Bevölkerung Ame- 
rikas überhaupt, so auch um die ihrer Sprachen in : hist.. cond. and progress 
OF the INDIAN TRIBES OF THE u. s. In Bd. 2 uud 3 linguist. Abt. — In Smith- 

SONIAN CONTRIBUTIONS TO KNOWLEDGE bringt Vol. IV. WaSH. 1852 : GRAMM. AND 
DICT. OF THE DAKOTA LANG., COLL. BY THE MEIMBERS OF THE DAKOTA MISSION, ED. 

BY REv. RiGGs, XII, 64 und 338 S. 4°. 

H. C. V. D. Gabelentz behandelt in beitr. zur sprachenk., 1852, 3 Hefte 
(s. meine Anz. bl. f. litt, unterh. , März, 1853, S. 354 — 56), außer dem 
Idiome der Dajaken, einer auf Borneo wohnenden Abzweigung der Malayen, 
zwei amerikanische Sprachen, wovon das Kiriri dem Süden, das Dakota 
dem Norden gedachten Weltteils zufällt. Riggs' gramm. and dict. of the 
DAKOTA lang., 1852, gibt auf S. XII die Dakotabibliographie mit einer Liste 
der Titel von 18 darauf bezüglichen Büchern. Dann aber vom Jes. Mamiani, 

GRAMM. DA LINGUA BRAZILICA DA NACA^O KIRIRI, UCU cdicrt RiO DE JaNEIRO, 1877. 

Einsicht in Amerikas Sprachen ist in Deutschland namentlich durch Ed. 
Buschmann nach gar vielseitigen Richtungen gefördert. S. den STARGARDTSchen 
Katalog Ms. und Drucke S. 6 ff. und das Verzeichnis der Berl. Ak. Schriften 
S. 38. Dahin gehören denn: der athapaskische sprachst., 1856. das apache 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE .AMERIKAS. 



77 



ALS EINE ATHAPASKISCHE SPRACHE ERWIESEN, 3 Tlc. 1860 63. VERW. DER KINAI- 

IDIOME DES RUSS. NORDAMERIKAS MIT DEM GROSSEN ATHAPASK. SPRACHST. AZTE- 
KISCHE ORTSN., 1853. DIE SPUREN DER AZTEKISCHEN SPR. IM NÖRDL. MEXIKO UND 
HÖHERN AMER. NORDEN, ZUGLEICH EINE MUSTER. DER VÖLKER U. SPRR. DES NÖRDL. 
MEXIKOS U. EIN AUSFÜHRE. GEOGR. REGISTER, 2 Bde., 1859. GRAMM. DER 4 SONO- 
RISCHEN HAUPTSPRR., VORZ. TARAHUMARA, TEPEGUANA, CORA UND CAHITA. 3 Abt. 
1864 6g. LAUTVERÄND. AZTEK. WÖRTER IN DEN SONOR. SPR., 1857. DIE ORD- 
NUNGSZAHLEN DER MExiKAN. SPR., 1 880. B.s letzte Arbeit. — pimaspr. u. die 

SPR. DER KOLOSCHEN, 1857. Vgl. ARTE DE LA LENGUA NEVOME QUE SE DICE PIMA 
PROPIA DE SONORA; CON LA DOCTRINA CHRISTIANA Y CONFESSIONARIO ANADIDOS cd. 

by B. Smith]. Gr. 4°, New York 1862, 98 und 32 S. Nur in 160 Ex. gedruckt. 

S Ü DAM E R I KA. 
In REVUE DES DEUX MONDES, NoV. 1877, S. I48 76: LES RACES INDIENNES 

DANS l'amerique DU SUD, vou Emile Daireaux. — S. 1 60 : d'Orbignv, portant 
la lumiere dans ce chaos a reduit ä trente-neuf nations differentes et 
groupe en trois races toutes les tribus eparses depuis lequateur jusqu'au Cap 
Hörn, fondant son classement sur la philologie. d'Orbignv, l'homme ameri- 
CAIN I. 412, z.B. über Pescharäh. Über die Sprache der Feuerländer 
(s. Platzmann vorhin!, bei denen oft das Wort Pesseräh gehört wurde, be- 
merkt Forster, reise III. 328, es fänden sich darin Wörter mit einer Menge 
von Mitlautern und Gutturalen. Das chl, welches in England den Einwohnern 
des Fürstentums Wales eigen sei , komme darin vorzüglich oft vor, und Svas 
ihre Sprache vollends unverständlich machte, w^ar, daß sie durchgehends sehr 
stark lispelten.'' In Platzmanns Besitz (seit 1884) die älteste chilenische 
Gramm, von Valdivia, Lima 1606 (mithr. S. 403). — Febres, gramm. chilena 
und Dicc. chileno-hisp. , Santiago 1846; ein Wiederabdruck der Ausgabe, 
Lima, 1765. 

Das AUSLAND Nr. 50, 1861 vgl. mithr. III. 419), hat aus einem Berichte 
über die 3Jähr. Gefangenschaft des Franzosen A. Guinard unter den Pata- 
goniern S. 1178 folgendes: "Das Gebiet der Patagonier zerfällt in drei Ab- 
schnitte. Der erste beginnt an der westlichen Grenze des Staates Buenos 
Ayres und wird von den Pamperos oder Pampabewohnern im engern Siimc 
bewohnt, die wieder in 6 Stämme zerfallen. Weiter gegen W., zwischen dem 
See Urre Lafquen und den Kordilleren, erstreckt sich ein Waldland, welches 
den Mamueltsches angehört, die sich abermals in ö Stämme abteilen. End- 
lich südlich vom Rio Negro, wo die patagonischcn Steppen im engern Sinne 
erst beginnen , zählt man 9 Horden von Indianern [in dem Namenausgange 
wolle man beachten, da(.^ darin zufolge mithr. lU. 307, 400 che Mensch. \*olk, 
enthalten]. Die Poyutsches, Pucltsches, Caillihet schcs d. i. Bcrg\-olk. 
mit het mithr. S. 418 . Tschewetsches. Cagnecawetsches. Tschao- 
tsches, Wilitsches, Dilmatsches, Vakanatsches d. i. wohl 'l'\il.U'olk\ 
wie Yacana-Cunn)', mithr. 417]. Sämtliche Stämme sprechen die nämliche 
Sprache mit so geringen dialektischen Verschiedenheiten, dal.^ , wer auch nur 
eine Mundart kennt, leicht sich bei allen Patagoniern verständlich machen 



~g A. F. Pott. 

kann. Anthropologisch wie sprachlich verwandt mit diesen seien auch die 
Araucos oder Araukarier [so mit r an zweiter Stelle und nicht n steht da\ 
Höchst merkwürdig ist, daß sie, obschon das Pferd erst wieder nach Amerika 
eingeführt wurde, dennoch die besten und verwegensten Reiter der Welt ge- 
worden.^ 

GoRNALL, F., LES LANGUES BRfiSILIENNES. MONOGR. BIBLIOGRAPHIQUE DES 
LIVRES LES PLUS INTERESSANTE CONSIDERES SOUS LE RAPPORT DE LA LINGULSTIQÜE 

DU BRESiL, Buenos Aires, 1882, 32 S. 8°. — Cavalcanti (Amaro) the brazi- 

LIAN LANG. AND ITS AGGLUTINATION, RioJaNEIRO 1883, III, I 79 S. 8°. Der 

Ausdruck; 'Brasilianische Sprache^ umfasse die verschiedenen, seit Entdeckung 
des Landes dort gesprochenen Dialekte, worunter Guarani und Tupi die 
wichtigsten. Ihr Verhältnis untereinander sei ähnlich dem zwischen Hoch- und 
Niederdeutsch. Guarany was spoken principally in the south part of Brazil 
and Tupy along the coast, at the time of discovery. and now, in the central 
parts of some provinces and the north, especially in Pard, Amazonas, and in 
the . . . border territories. The language of cultivated people, as it is known, 
is the Portuguese. (Pref.) — Dias, A.. G., dicc. da lingua tupy chamada 
LiNG. GERAL DOS iNDiGEN. DO BRAZIL, Lips. 1858. 8°. Über die brasüisclie 
Hauptsprache sind wir auch noch anderweit unterrichtet. 

CHRESTOM. DA LINGUA BRAZILICA, FELO DR. ErNESTO FeRREIRA FraNCA, LeIPZ. , 

Brockh. 1859. — Aus der bibliographia da tupi ou guarani [die verbreitetsten 
beiden Idiome Brasiliens, s. oben] tambem chamada lingua geral do brazil por 
Alfredo DO Valle Cabral, Rio de Janeiro 1880, 81 S., 4°, kann man sich über 
den Reichtum von Schriften unterrichten, welche Brasiliens Sprachen betreffen. 
Es werden darin T. I aufgezählt 20 Gramm.: von Nr. 21 — 39, ^Wörterbb. und 
Vokabulare von 40 bis 50; Katechismen. In T. II, Nr. 68 — 191 Werke, wo- 
rin Bemerkungen über südamerikanische Idiome zerstreut vorkommen. Z. B. 
Nr. 138: in Francis de Castelnau, Expedition, Paris 1850 — 51. 27 vocabu- 

LAIRES INDIENS. ANNALES DA BIBL. NACIONAL DO RiO DE JaNEIRO , Vol. VI, 

1879, Fol. Darin ms. guarani da bibl. nag. do Rio de J. sobre a primi- 
TivA CATECHESE DOS INDIOS DAS MissÖES. KastiHscli voii MoNTOYA, durcli einen 
andern Jesuiten ins Guarani übersetzt, jetzt mit portug. Übers, und gramm. 
Erklärung des Abaiieenga. — VII, 1880, enthält: vocabulario guarani pelo 
DR. Baptista Caetano de Alimeida Nogueira , der es mir verehrte. Zufolge 
Nebentitel: vocab. das palavras guaranis usadas pelo traductor da ""conquista 
espiritual"" do padre A. Ruiz de Montoya. S. oben. Es sei nicht ein Voka- 
bular im eigenthchen Sinne. Vielmehr enthalte es zu einem großen Teil dic- 
§öes simples, gls. immer einsilbig, sozusagen wurzelhaft, woraus andre dic- 
^öes sich ableiten oder womit andre zusammengesetzt sind. — ensaios de 

SCIENCIA POR DIVERSOS AMADORES , I III, RiO DE J. 1876 80. Enthält ANTI- 

GUiDADES DO AMAZONAS, darunter runenartige Abbildungen und von Nogueira: 

APONTAMENTOS SOBRE O ABANEENGA, d. i. Hugua indigCUa jNoG. VOC. S. 16, 318), 

sowie das Vaterunser. — Celedon , Raf., gramätica , catec. i vocab. de la 

LENGUA GOAJIRA. CON UNA INTROD. I UN APENDICE POR E. UrICOECHEA , PaRIS 

1878. Die Sprache der Eingebornen der Halbinsel Goajira im Estado del 
Magdalena fSüdam.) mit Vergleichung des Karibischen und einem Vok. der 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIK.\S. 



79 



Guamakaspr. Ferner von Celedon: gram, de la lengua köggaba cox voca- 
BULARios Y catec, Paris i886. 

In des Prinzen Maximilian zu Neuwied reise nach Brasilien, 1815 — 17, 
gedruckt 1820 — 21, nicht wenige Sprachproben der Botokuden, Mascha- 
caris u. s.w.. wie auch solche in v. Eschwege. Brasilien, die neue welt, 
1824. Keane, on the botocudos, mit Notiz über deren Sprache im journ. of 

ANTHROP. inst. OF GR. BRIT. 1883. S. 2O9 DoBRIZHOFFER , HIST. DE ABIPO- 

nibus, Viennae 1784. 8°. 3 Voll. — J. J. Cuerro. apuntaciones criticas sobre 
EL lenguaje BOGOTANO, 3. ed., 8°, BoGOTA 1 88 1 , ^ I. — Schomburgk. remarks 

ON EIGHTEEN LANG.' AND DIALECTS OF INDIAN TRIBES INHABITING GUIANA, LoNDON 

1848. 20 S. 8°. Crevaux, Sagot et Adam, grammaires et vocab. roucou- 

YENNE, ARROUAGUE, PIAPOCO ET DAUTRES LANGUES DES GUYANES , PaRIS 1882. 

292 S. 8°. Bedeutendes Material für Südamerika ist sodann hinzugekommen 
durch V. Martius" wichtiges Werk: beitr. zur ethnogr. und sprachenkunde 
AMERIKAS, zumal des so viele Völkerschaften in sich beherbergenden Brasiliens. 
L ZUR ETHNOGRAPHIE, mit einem Kärtchen. IL zur sprachenkunde. Leipzig 
1867, 2 Bde. Wörters. verschiedener Dialekte der Tupispr. S. 5 — 122. Dann 
Wörters. von einigen andern Sprr. und Dialekten aus verschiedenen Gegenden 
Brasiliens S. 123 — 286, und ferner von einigen Sprr. und DialL, die in den Nach- 
barländern des nördlichen Brasiliens gesprochen werden S. 287 — 324. 
DiCT. GALiBi Karaibisch; S. 327 — 370. Weiterhin Pflanzen- und Tiernamen im 
Tupi, vgl. mit den Synonymen andrer Sprachen. Zuletzt Ortsnamen der 
Tupisprache S. 489 — 548. Auf dem Kärtchen sind die ehemalige Verbreitung 
und die mutmaßlichen Wanderungen der Tupis , sowie jetzigen Hauptsprach- 
gruppen verzeichnet. Vgl. unten v. Tschudi. peru. 

Peru. Markham. quichua gramm. and dict. Nodal (dr. J. F.), elementos 

de GRAMÄTICA quichua Ö IDI0:\IA de los YNCAS. CuZCO 1880 81. ORGANISMUS 

der khets"ua- SPRACHE VON J. J. V. TscHUDi. Leipzig 1884. Das Werk darf, laut 
Vorrede, durchaus nicht als eine Sprachlehre des heutigen Kuskodialekts 
angesehen werden. Vielmehr forscht diese Arbeit über eine der entwickeisten 
Indianersprachen nach den phonetischen, morphologischen und anaU'tischcn 
Gesetzen dieser Sprache und bemüht sich, deren Entwickelungsgang und mit 
ihm deren Geschichte zu verfolgen und die notwendig sich daraus ergebenden 
Schlüsse zu ziehen. Diesem forschungseifrigen und berühmten Reisenden ver- 
dankten wir schon viel früher ein höchst wichtiges Werk von der. allgemeiner 
in Peru üblich gewordenen Sprache : die kechuasprache. spräche, u. sprach- 
proben. wöRTERB. 3 Abt. Wien 1853. In dcss. vv.kv n. 220 fr. werden In- 
dianer-stämme dieses Landes aufgezählt, von deren Sprache größtenteils nichts 
bekannt. Über sprachverschiedene Stämme s. insb. S. 226 — 27. 570 tt". S. 301 
heißt es : 'Wie sich noch gegenwärtig die wilden hulianer der Urwälder in plu- 
siographisch scharf begrenzte Stämme trennen , so schieden sich in frühern 
Zeiten auch die Peruaner des Gebirge? und der Küste in bestimmte Rassen : 
aber durch die immer \\eiter sich ausdehnenden l'.roberungcn derinkas wur- 
den sie allmählich miteinander \-erschmolzen.' Indem diese nämlich eine . die 
von den Römern befolote. Politik, die dort näher beschrieben wird, auch ihrer- 



gQ A. F. ToTT. 

seits handhabten , waren schon zur Zeit der spanischen Eroberung die ver- 
schiedenen Tribus als solche eingegangen. Nach Tschudis Untersuchungen 
war Peru übrigens in frühester Zeit von drei großen, in ihrer Schädelbil- 
dung sehr verschiedenen Stämmen bewohnt, i. Stamm der Chinchas oder 
Yungas, deren Sprache die Yunga war. 2. im Hochlande von Mittelperu 
Stamm der Huancas, deren Sprache die Chinchaysuyo war. Der 3. be- 
wohnte das ausgedehnte per u bolivianische Plateau, südlich vom Gebirgs- 
knoten von Asangaro. 'Von diesem Stamm ging die Dynastie der Inkas aus, 
die im Verlauf von wenigen Jahrh. alle übrigen Stämme unter ihr Joch beugte; 
seine Sprache war die Ouichua. in den südlichem Gegenden die Aymarä. 
In einigen Gegenden der südperuanischen Departem. Puno und Cusco kommt 
dieser Stamm noch in seiner ursprünglichen Reinheit vor." — Weiter erschien 

von TSCHUDI 1875: OLLANTAI, EIN ALTPERUANISCHES DRAMA AUS DER KECHUASPR. 
ÜBERS. UND KOMMENTIERT. In TrÜBNERS RECORD 1883, S. 5 I : REPLY TO CRITICISM 
ON THE QUICHUA DRAMA OF OLLANTAY BY GENERAL MiTRE. DicSCm wirft darin 

Markham vor, daß er mit Unrecht jenem Drama rein und ausschheßlich spa- 
nischen Ursprung zuschreibe, ollanta, an ancient ynca drama, ed. in the 

ORIG. QUICHUA WITH AN ENGL. TRANSL., NOTES AND INTROD. BY Cl. R. MaRKHAM, 

London 187 i. 

A. V. Humboldt, reise T. II, S. 503, gibt an, wie Karaibisch und Kan- 
nibalisch gleichbedeutend sei. Es werde dadurch überhaupt Kraft, Tapfer- 
keit und eine gewisse geistige Überlegenheit bezeichnet. Die Karaiben be- 
wohnten die kleinen Antillen oder karai'bischen Inseln, aber auch die Nord- 
küste von Südamerika. Auf den Inseln habe ein beträchtlicher Unterschied 
zwischen der Sprache der Männer und der "Weiber bestanden, vgl. Humb. 
REISE V. 16 ff. Ob die Abweichung jedoch auf denselben Gründen beruhe, 
wie bei den, mehr am Alten haftenden römischen Matronen (Cic. de or. III. 12, 
§45), worauf er sich beruft; oder, darf man hinzufügen, bei den Tzako- 
n innen im heutigen Griechenland, deren Männer auswärts der heimischen 
Sprechweise entfremdet werden: das w^äre noch sehr die Frage. Man hat 
nämlich die nicht ganz unglaubhafte Vermutung aufgestellt, der Sieger habe 
häufig den verschonten weiblichen Teil fremdsprachiger Feinde geehelicht. 
MiTHR. III. 677. Zufolge H.Barth, entdeckungsr. T. I, 152 hätte sich mit 
den Kel-owi (d. h. Angesessenen von Owi) in Afrika ähnliches vollzogen. 
Deren ursprünglich barbarischer Charakter ist durch Verheiratung mit dem 
weiblichen Teil des eroberten Landes mehrfach verändert. Auch sei 'ihnen 
dadurch die Haus sasprache ganz ebenso geläufig geworden, wie ihr ursprüng- 
hches Auraghiye, obgleich die Männer untereinander sich gewöhnHch des 
letztern bedienen. Über fremde, mit europäischen gemischte Idiome kann 
man sich übrigens unterrichten aus Schuchardt, kreolische studien : IV. über 

DAS MALAIO-SPANISCHE , ÖSTERR. AK. 1883, S. I5I Uud V. ÜBER DAS MALANESO- 
ENGLISCHE S. 162. VI. 1884: ÜBER DAS INDO-PORTUGIESISCHE VON MANGALORE S. 26. 

Auch sonst Kreohsch; so in: aria-boekoe. 3 T. Paramaribo 1868 — 81, 204, 
57, 98 S. Religiöse und Volkslieder, aria-singi nanga dem wyze vo dem 
2. DRUK, A HABi 46 NjoE ARiA MORO [ncun Arier mehr], Stolpen 1870. Wey- 

GANDT, G. C., GEMEENSAME LEERWYZE, OM HET BASTERD OF NEGER-ENGELS GH OP 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. öl 

EEN GEMAKKELIJKE \VYZE TE LEEREN VERSTAAN EN SPREEKEN, PARAMARIBO I798. 
2 Bll., 144 S. — NATUÜRLIJKE EN ZEDELIJKE HISTORIE DER VOOR-EYLANDEN VAN 
AMERIKA. MET EENEN C.\RAIBA.A.NSCHEN WOORDEN-SCHAT, DOOR Ch. DE RoCHEFORT, 
ROTTERD. 1662, 361 S. THE MALE AND FEMALE DIALECT OF THE CARIB , BY 

LueiEN Adam, aber auch (s. jedoch mithr. III, Abt. 2, S. 559). the male and 

FEMALE DIAL. IN CHIQUITA, EY-V. FlEURY im XII. Vol. ("1879) ^Cr REVUE DE LING. 

ET DE PHiLOL. COMP. PAR GiRARD DE RiALLE. in wclchcr Ztschr. fast ausschließ- 
lich außerhalb des indoeuropäischen Stamms stehende Sprachen behandelt 
werden, S. Peet, S. 252. In jenem 12. Jahrg. auch noch the galibi lang. 

BY DUPONT. 

Die karaibischen Männer aber bedienten sich während des Krieges unter- 
einander einer vor Frauen und Jüngern geheim gehaltenen Redeweise. 
S. RocHEF. voor-eyl. a. a. O. S. 361 — 62. Also etwa wie eine geheime künst- 
liche Sprache als in Nordostafrika gebräuchlich erwähnt wird. Hunzinger, 
OBERÄG. S. 258, Kremer, äg. I. 131. Oder ähnlich den Gauneridiomen Rot- 
welsch, frz. argot, span. gerigonza (Jargon des Bohemiens, voleurs etc. , 
germania. — Nicht genug damit findet sich bei nordamerikanischen India- 
nern eine besondere Zeichensprache, globus, Bd. XXXVII, Nr. 17, 1880, 
S. 26g — 271. Dann in Peet, the amer. antiquarian, II, 1880, S. 218 — 28 
hauptsächlich nach Vorgang des Prinzen von Neuwied: the sign lang, of the 
UPPER MISSOURI. BY coL. Garrick Mallery. Von dcms. (s. S. 251, Smiths. 

INST., vgl. TeCHMERS I. Z. I. I93): INTROD. TO THE STUDY OF SIGN LANG. AMONG 
THE NORTH AMER. INDIANS AS ILLUSTRATING THE GESTURE SPEECH OF MANKIND. 

Also, wie die z.B. in Klöstern (s. Leibniz, i. z. II. ii6), bei Taubstummen 
u. s. w. Letztere verständigen sich leicht mit Wilden. Siehe E. B. Tylor, 

FORSCHUNGEN ÜBER DIE URGESCHICHTE DER MENSCHHEIT, ÜBERS. VON H. MüLLER, 

S. 68. Kleinpaul, zur theorie der geberdensprache, Steinth. ztschr. vi. — 
Desgl. befindet sich in Keane, ethnol. of egypt. sudän, S. 169: on african 
symbolic MESSAGES, BY THE REv. C. A. GoLLMER. African symboHc lang, 
consists of messages which the natives in the Yoruba country, West Africa, 
in the absence of writing, and as a Substitute for the same, send to one another 
in Order to indicate and communicate their mind. This is efifected by means 
of a variety of tangible objects, such as shells, feathers, pepper, corn, stone. 
coal, sticks, powdcr, shot, razor etc., by which they convey their ideas, feel- 
ings and- wishes, good and bad, and that in an unmistakable. and if possible 
more forcible manner than can be done by writing, as the object transmitted 
is seen , the Import of it known , and the message vcrbally delivered by the 
messenger sent , and repeated by one or more other persons accompanying 
the messenger for the purpose as the importance of the message is considered 
to require. Z. B. Verschiedenheit nach der Zahl der Cowries. Diese, als 
Münze geltende Muschel erinnert auffallend auch im Xamenklange an Skr. 
kaparda m., zufolge Pwi:. eine gewundene kleine Muschel, welche sowohl als 
Münze wie auch als Würfel gebraucht wird: Cypraea moneta. 



Techmer, ztschr. IV. 



32 A. F. Pott. 



MITTELAMERIKA. 



Am kultiviertesten waren zur Zeit der Eroberung die Völker von Mexiko 
und Peru, Daher uns auch deren wichtigste Sprachen vorzüglich durch 
Spanier und Portugiesen bekannter geworden. So denn, außer dem peruani- 
schen Quichua, das Aztekische, als eig. Mexikanisch. Außerdem erregt 
ja bei ihnen der Ansatz zur Schrift (Hieroglyphen und, als Gedächtnisschnüre, 
die Quipposi noch ein ganz besonderes Interesse in den Augen des Linguisten. 
Das große Prachtwerk des Lord Kingsborough , antiquities of Mexico , ent- 
hält auch Facsimiles of ancient Mex. paintings and hieroglyphics. 9 Vols. 
London 1831 — 48 (^210). Von solchen Hieroglyphen spricht auch A. von 
Humboldt, vue des cordilleres, S. 51, mithr. ili, Abt. 3, 323. Rau, Ch., the 

PALENQUE TABLET IN THE U. ST. NATIONAL ISIÜSEUM. WITH 2 PLATES AND I7 FIG. 

4°, Wash. 1879 (enthält: Hist. of the Pal. tablet. — Explorations of Palenque. 
The temple of the cross. — The group of the cross. — Aborig. writing in 
Mexico, Yucatan and Central Amer. — App. : Notes on the ruins of Yucatan 
and Central Amer.). — Rosny, L. de, essai sur le dechiffr. de l'ecriture 

HIERAT. DE l'aMERIQUE CENTRALE. LIVR. I, 2. AVEC PLANCHES COLOR. FOL. PaRIS 

1877. — In Th. Gage, reisebeschreibung nach neuspanien, Leipzig 1693 (auch 
mit einigen Angaben über die Poconchi spräche) findet sich S. 403 die merk- 
würdige Notiz, das mexikanische Dorf Amatitlan führe seinen Namen ' Brief- 
stadt " daher, daß seine Einwohner unter Montezuma die Verpflichtung gehabt, 
Briefe und sonstige Sendungen zu besorgen. Man pflegte, was man wollte, 
auf Baumrinden zu schreiben oder zu kratzen, und gleich Briefen nach allen 
Orten, selbst bis nach Peru, zu versenden. — Rätselhaft ist noch die von 
E. Förstemann herausg. Mayahandschrift der DpESDENcr Bibliothek. In Brin- 
TONS LiBR. of ABORIG. AMER. LITT. (s. schon ob.) findet sich von ihm hrsg. 
the maya chronicles in der Mayasprache von Yucatan. Vgl. Trübner, record 
1883, S. 36. Perez, Juan Pio, dicc. de la lengua maya 4°. Merida de Yucatan 
1866 — 77. X. XX. 437 S. Brasseur de Bourbourg, manuscrit troano. etudes 

SUR LE SYSTEME GRAPHIQUE ET LA LANGUE DES MAY AS. 2 VOLS. ET SUPPL. AVEC 

70 PL. EN CHROMO, FOL., Paris 1870. Lc I. vol. rcnfcrmc la monographie des 
mss. palenqueens, Texposition et l'explication de chacun des caracteres con- 
serves dans l'alphabet et le calendrier mayas du P. Diego de Landa, leur Classi- 
fication methodique avec leurs variantes et l'explication interlin. des premiers 
folios du ms. Troano. Le 2. vol. cont. la traduction de la gramm. maya 
de S.-Bonaventure, une chrestom. et un dict. maya-fran§ais-espagnol. — In 

ORIGINAL-MITT. aus der ETHNOL. ABT. DER KCL. MUSEEN ZU BeRLIN. I. Jahrg. 

Heft I, Berlin 1885, E, Seler, notizen über die spräche der colorados von 
ECUADOR, S. 45 — 56, — Basalenque, P. Fr. D., arte de la lengua tarasca, 

SACALO A LUZ EL R. P. FR. NiCOLAS DE QuiCHAS ; EN MeXICO , POR FrANC. CaL- 
DERON, 17 14. REIMPR. BAJO EL CUIDADO DEL DR. A. PenAFIEL , MeXICO i886, 

xxxvii. 87 S. 4°. 

über Mexiko im allgemeinen belehrt uns in vorzüglicher Weise Edward 
B. Tylor, anahuac: or mexico and the mexicans, ancient and modern, Lond. 



ZUR I.ITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 83 

1861. — Caballero, D. J., gram, del idioma mexicano segun el sistema de 
Ollendorff. Mex. 1,880, 212 S. — del RI^-coN, Axt,, s. j.. arte mexicaxa. 
EN CASA DE P. Balli, 1595. Sc reimprimc bajo el cuidado del Dr. Axt. Pexa- 
FiEL. Gr. 4°, Mexico 1885, 94 S. This grammar is of special value . not 
only because it exhibits the forms of the Nahuatl in its earlier stage. but also 
on account of the Indian parentage of the author. borh at Texcuco and the des- 
cendant of the ancient rulers of that pueblo. The dialect of Texcuco was 
considered once to be the most elegant and refined of the Nahuatl family. 

AMER. antiquarlax. PeNAFIEL, A.. XOjSIBRES GEÜGRAF. de MEXICO. CATALOGO 

ALFABET. DE LOS NOMBRES DE LUGAR PERTEXEC AL IDIOMA ''NAHUATL^ ESTUDIO 
JEROGLIFICO DE LA MATRICULA DE LOS TRIBUTOS DEL COD. MENDOCIXO. 4°. MeXICO 

1885, 260 S. Die hierogl. Zeichen nach Kingsboroughs Werke gezeichnet. — 
Tapia Zenteno, C. de, arte noviss. de lengua mexicana, 4°. Mexico 1753, 
II Bl. und 58 S. Beristain y Souza, J. Mar., biblioteca hispanü-a meric.ana 

SEPTENTRIOXAL Ö CATALOGO Y XOTICIAS DE LOS LITERATOS, QUE Ö NACIDOS Ö EDU- 
CADOS, Ö FLORECIEXTES EX LA AMERICA SEPTEXTR. ESPANOLA. HAX DADO Ä LUZ , Ö 
DEJADO PREPARADO PARA LA PREXSA CtC, 2. ED., PUBL. F. HiP. VeRA. 3 YOLS. . 

Amecameca 1883, XXIII, 476 S., I Bl., 468 S., I BL, 321 S. und 2 Bl. 



NOR DAM ER 1 KA. 

CATALOGUE OF THE BOOKS IX THE LAXGUAGES OF XORTH AMERICAX INDIAXS, 
PREPARED and PRIXTED UXDER THE PATROXAGE OF THE AMERICAX BOARD OF COM- 

MissioxERS FOR THE FOREiGX Missioxs stcht im 27. AxxuAL REPORT dicscr Gesell- 
schaft, BosTOX 1836, S. 134 — 35. Im Cherokee deren 26: im Choctaw 20 
(ein Dict. von Byixgtox in Aussicht genommen): Creeks 3: Osages i; 
Ojib\vas 6; Seneca 4; Ottawa i; Abenaquis 2: Sioux 1. Dazu 
kommt im 28. report S. 155 noch das Pawnee. Also 10 Sprachen. Als 
Nebenzweck wird S. 155 angegeben: To explore and lay open the native lite- 
rature. 2. To cultivate the native languages. 3. To prepare books in the 
native langg. for the press. Jenen 10 Sprachen gesellen sich aber noch im 
28. REP. IQ andre Sprachen zu. Nämlich i. Modern Greek. 2. Italian. 3. Ar- 
meno-Turkish. 4. Armenian. 5. Syriac. 6. Mahratta (sehr viel . 7. Portu- 
guese at Bombay. 8. Goojuratee. 9. Hindosthance. 10. Latin. 11. Tamul. 
12. Siamese. 13. Chinese. 14. Japanese. 15. Bugis at Singhapore: The tcn 
Commandments 24 S. Parablcs of the xew test. 12 S. 16. Malay. 17. Hawaiian 
(sehr viel). 18. Marquesas. Spelling book 16 S. Endlich von Greyboat 
Cap Palmas (in Afrika), wie hier, auch noch in 29 — t^2. report eine Menge 
von Veröffentlichungen über das nämliche Idiom : darunter Vokabulare. Wör- 
terbücher, Gramm. Siehe desgl. in Mission hf.ualu Okt. 1840. S. 413 : 7 Tracts 
in Grebo lang. — 32. rkpout. aulkn- Dict. Grebo and k'.ngl. . sodann inBAssA: 

SPELLING BOOK 29 S. 8°. IIYMX-BOOK 12 S. lÜ'"". lu 34. REPORT l8-]3. 

S. 84: Four small tracts in the Gaboon lang, durch Wii.sox. The proper 
Gaboon people, constituting four distinct communities. and occupying b(*th 
sides of the river [Gaboon unweit des Aiiuator]. Their lang, stems radicalK" 
different from any other dialect with which the missjonarics are acquaintcd. 



84 



A. F. Pott. 



though ease of acquisition : while pcrhaps four fifth of the men speak intelli- 
gible English (Oshunga has long been the name by which Prince Glass's 
Town is called, and means 'the benevolent friend' 35. rep., S. 86). — In 

35. REP. Ausführlicheres über The lang, of the Mpongwes, womit aber zu- 
folge S. 88 The lang, of the Bakalas, a people living on the upper branches 
of the Gaboon river keine Gemeinschaft zu haben scheine. Noch mag aus 

36. REP. S. 82, wo verschiedener Drucke in the Gaboon or Mpongwe lang. 
Erwähnung geschieht, das, für den Sprachforscher weniger als vielleicht für 
andre, die auf Idiome sogenannter Wilder, ohne sie zu kennen, mit Verach- 
tung herabblicken, beachtenswerte Wort hier wiederholt werden, welches nicht 
bloß von den Mpongwe gilt : W^e have been greatly surprised to find in this 
remote corner of Africa, and among a people but very partially civilized. one 
of the most perfect languages of which we have any knowledge. It is not 
remarkable for copiousness of words, but for its great and unHmited flexibility. 
— Viel Material enthält des Prinzen Max v. Wied reise durch Nordamerika, 
Koblenz 1838 — 41. — Desgleichen finden sich wertvolle Vokabulare der Ein- 
wohner des Nordwestens in contributions to n. amer. ethnol., vol. I, Wash. 
1877, â„¢it Karte und lUustr. 

(GlORDA, J.) , DICT. OF THE KALISPEL OR FLATHEAD INDIAN LANG. 3 VOLS. 

ST. Ignatius 1877 — 7g. 644, 456 und 40 S. Selten, mit eingestreuten gram- 
matischen Bemerkungen, smiimii lu tel kaiiniintis kolinzuten. narr.atives from 

THE HOLY SCRIPTURES IN KALISPEL 1876, I54 S. CATECH. OF THE CHRISTIAN DOC- 
TRINE IN THE FLATHEAD OR KALISPEL LANG., ST. lONATIUS 1880, 45 S. 

Algonkinsprachen : Fr. Müller, der gramm. bau der algonkinsprachen, 
1867, Wiener ak. sitzungsber. LVI. — Joseph Howse, gramM. of the cree 

LANG., WITH which IS COMBINED AN ANALYSIS OF THE CHIPPEWAY DIALECT, LoND. 
1844. BaRAGA, R. R., GRAMM. AND DICT. OF THE OTCHIPWE, MONTREAL 1882, 

ca. 1150 S. — Maillard, gramm. de la langue mikmaque (publ. par J. M. Bel- 
lenger) New York 1864, loi S., 4°. (Rand, S. J.) first reading book in the 

MICMAC lang. TRANSL. LIT. INTO ENGLISH , HaLIFAX 1875, 108, 126 S. Auch 

in derselben Spr. ev. Matthäi. 

ZeISBERGER, GRAM]M. of the lang, of the LENNI LENAPE or DELAWARE IN- 

DiANs, Philad. 1827. Der zweite Name von dem so geheißenen Flusse, mithr. 

III, 3. Abt., S. 366. LaCOMBE, A., DICT. et GRAISIM. de LA LANGUE DES CRIS, 

AVEC CARTE, MONTREAL 1874, XX, 7I4, I QO S. 

Irokesisch. Im journ. of the anthropol. inst, of great brit. and irel. 
Febr. 1885: the customs and the lang, of the iroquois, by mrs. Erminnie 
A. Smith. S. 244 — 253 mit interessanten etymol. Aufklärungen. Bruyas, 
James, s. j. [7 um 1700], radical words of the mohawk lang, with their 
derivatives, gr. 4 °, New York 1862, 123 S. Bei Bruyas" radices verborum 
iroquaeorum, ebenso wie bei Pere Cuoq in seinem lexique unter seinen racines 
iroquoises, ist es (journ. S. 244 — 45) nach Skeats Urteil mit jenen 'Wurzeln' 
nicht allzustreng zu nehmen. Genannt wird S. 247 : the valuable iniohawk dict. 

and GRAMM. OF THE LATE PERE MaRCOUX, UUd S. 253 ON THE ANDAMAN ISLANDS 
and THEIR INH.ABITANIS, BY E. H. MaN. J. A. CuOQ, LEX. DE LA LANGUE IRO- 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



85 



QUOisE. Montreal 1882, IX und 238 S., nach etymologischer Ordnung. Früher 
von ihm etudes philologiques, worin ein gramm. essay (1866) über Algonkin 
und anderseits Iroquois. Ders.. jugement erroxe de Rexax sur les laxgues 
SAuv. (de l'amerique), Montreal i86g, 113 S. 

GRAMM. OF THE CHOCTAW LANG. BY THE REV. CyRUS ByINGTON. ED. BY D. G. 

Brinton, Philad.. philos. soc, 187O; 54 S. Wright. Allen, chahta lek- 
sikon, st. Louis 1880, 311 S. In ders. Spr. the new test.. Nenv York 1857. 
— catawas; s. amer. ethnol. soc. II. 94. 

SmITHSONLAN Mise. COLL. : A DICT. OF THE CHINOOK JARGON OR TRADE LANG. 

OF OREGON, BY George Gibbs, Wash. 1863. XVI und 44 S. Darin S. Xlll — xiv : 

BIBLIOGR. OF THE CHINOOK JARGON. GiBBS, ALPHAB. VOCAB. OF THE CHINOOK LANG., 

New York 1863, 23 S. Dall. W. H.. tribes of the extreme north\vest. — 

GiBBS, G., TRIBES OF WESTERN WASHINGTON AND NORTHWEST OREGON, WaSH. 1877. 
WITH APPENDIX: LINGUISTICS. Von dcmS. ALPH. VOCABULARIES OF THE CLALLAM 

AND LUMMi, New York 1863. 40 S. 4°. — Pandosy, C., gramm. and dict. of 

THE YAKAMA LANG., TRANSL. BY G. GiBBS AND J. G. ShEA, NeW YoRK 1862, 60 S. 
4°. SiTJAR, B., VOCAB. OF THE LANG. OF SAN ANTONIO MISSION, CALIFORNIA (eD. 

BY J. G. Shea), New York 1861, 54 S. 4°. 

Prinz V. Wied IL 464: '^Aus der Betrachtung der nachfolgenden Sprach- 
proben von 23 Völkerschaften geht hervor, wie ein Sprachkenner, Herr Pfarrer 
Reck bemerkt, daß die Saukis, Musquake, Kickapuhs, Ojibuäs und 
Krihs (Knistenaux' einander sprachlich angehören, wie dieses längst bekannt 
ist: die Sprachen der Osagen (Wasaji) , Konzas, Otos, Omahas. Pun- 
cas, Dacotas, Assiniboins und Mandans scheinen nur Mundarten des 
Dacota-;Sioux-) Sprachstammes zu sein. Die 10 übrigen Stämme dagegen 
scheinen einander mehr fremd zu sein: nur zwischen Blackf 00 tindianern und 
den Snakes (Schoschonen) finden sich verwandte Worte, desgl. manche Über- 
einstimmungen der M and an- und M önnitarri spräche , die aber, wie man 
mir allgemein versicherte, erst durch das nahe Zusammenleben beider \'ölker 
erzeugt wurden. " — Man sieht hieraus, wie viel bei Feststellung amerikanischer 
Sprachverhältnisse etwaige Ver\vandtschaft ihrer angestammten Idiome (oder 
auch deren Nichtvorhandensein) auf ihr richtiges Maß zurückzuführen künftiger 
ernster Forschung noch übrig bleibt. 

In TRANSACT. OF THE AMER. PHILOLOG. ASSOC. 1 86g 70 Stellt: ON SOME MISTAKEN 

NOTIONS OF ALGONKIN GRAMM., AND ON MISTRANSLATIONS OF WORDS FROM ElIOt's 

BiELE, BY J. Hammond Trumbull. Eine, wie mich bedünken will, nicht unbe- 
rechtigte Kritik I Wir haben uns überhaupt stets vor Augen zu halten : die 
in so großer Anzahl, zumal in älterer Zeit von katholischen Missionaren 
abgefaßten Sprachwerke sind, wenn auch nicht ausschließlich, doch bei weitem 
überwiegend, behufs Heidenbekehrung, mithin in einem praktischen Interesse 
niedergeschrieben und zum Druck gelangt. P>zielung eines wissenschaft- 
lichen Zweckes, wie die Sprachforscher heutigen Tags ihn sich vorsetzen 
müssen, — sei es nun, den menschlichen Geist im allgemeinen, d.h. 
ihn in der volklichen Besonderung. mittelst seiner buntfarbigen Wicderspiegc- 
lung in der schwer überschaubaren Sprachcnincnge nach Möglichkeit zu er- 
gründen, oder auch nur, aus wahrheitsgemäl.^ ermittelter Sprachverwandt- 



36 A. F. Pott. 

Schaft, oder deren Gegenteil, zu ethnisch-genealogischen Aufschlüssen 
zu gelangen — lag jenen Glaubensboten fern. Die Sprachforschung jedoch 
kann den Missionaren , welches Glaubens sie seien , und protestantischerseits 
nicht die Übersetzer und Herausgeber von Bibelte.xten in vielerlei Zungen zu 
vergessen , sowie neuerdings Reisenden nicht dankbar genug sein , und wäre 
es auch selbst allein schon für bloße getreue Herbeischafifung des mannigfal- 
tigsten Sprachstoffes. Um so mehr, als letzterm durch Aussterben von Sprr. 
unersetzliche Verluste drohen, wie deren zu ihrem unersetzbaren Schaden nicht 
bloß Sprach-, sondern auch Völkergeschichte schon jetzt nicht wenige zu be- 
klagen haben. Hierdurch wird unsrer Wissenschaft ja überhaupt erst die Mög- 
lichkeit gewährt, an diesem die für ihre Ziele notwendigen Methoden sorg- 
fältiger Zergliederung und Vergleichung zu erproben, solcherlei Studien 
allgemeiner fruchtbar zu machen und für mehrere Wissenszweige unentbehr- 
liche Ergebnisse aus ihnen zu gewinnen. 

Nehmen wir sogleich die Frage nach dem ein- oder mehrpaarigen 
Ursprünge der Menschheit und das stets noch mißglückte — und voraus- 
sichtlich für alle Zeiten hoffnungslose — Suchen nach einer Ursprache 
(lingua primaeva). Davon macht, wenigstens nach meinen schwachen Be- 
griffen, auch das neueste Werk dieser Gattung, wie zuversichtlich es sich auch 
gebärde, keine Ausnahme. Ich meine Felix Thessalus Boitier, Conference 
suR l'origine du lang, et les modifications normales de sens et de forme 
süBiES PAR les radicaux ET LES DERivES, Paris i886. Darin heißt es S. 3, er 
glaube beweisen zu können, "^qu'il n'est qu'une langue-mere et que nous posse- 
dons tous les elements necessaires ä la reconstitution de cette langue.^ Und 
nachdem er verschiedener Versuche , das Hebräische oder bald dieses bald 
jenes indogermanische Idiom zur allgemeinen Ursprache zu stempeln, als ver- 
fehlter, Erwähnung gethan, schließt er, im Unterschiede hiervon ,' damit : 'Et 
nous dirons ensemble que toutes les langues sont soeurs ; elles derivent toutes 
d'une langue primitive , d'une langue intuitivement possedee par Thomme.' 
Dieser Satz hat freilich seine volle Berechtigung, jedoch ledigHch in dem, 
so gut wie selbstverständlichen Sinne, daß die Sprachen, so viel ihrer sind 
(jedoch mit nichten darum eig. 'Schwestern ^J , den unbestreitbaren Anspruch 
Spruch darauf haben, Schöpfungen des allgemeinen, wie sehr auch in sich 
variierten, weil subjektiv gefärbten, Menschengeistes, zu sein. Daß der 
Vf. so verstanden sein will, erhellt des weitern aus dem folgenden: 'Quant au 
groupement des langues, base sur certaines ressemblances de lois ou de pro- 
cedes syntaxiques, il n'infirme nullement notre assertion." Gar sehr kommt 
aber dann gleichfalls diese zum ressort de la logologie, wie er es etwas 
seltsam nennt, gehörende eine Seite der Sprache so gut wie die 'glossologi- 
sche"* alsdann in Frage, wo er auf Feststellung und Abgrenzung von sprach- 
lichen und volklichen Verwandtschaften fahndet. Wenn der Vf. übri- 
gens durch Vergleichung von ein paar ähnlich klingenden Wörtern, dazu aus 
einer höchst beschränkten [!] Zahl von Sprachen, und oft nicht ohne aben- 
teuerliche etymologische Willkür, glaubt seine Behauptung von einer einzigen 
Ursprache auch aufrecht erhalten zu können, so dürfte er sich im Irrtum be- 
finden. Eine solche, was doch kaum anders denkbar , geschichtlich ge- 



ZUR LITTERATCR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



'/ 



nommen, müßte doch auch von nur einem gemeinsamen Punkte ausgegangen 
sein. Dem widerspricht aber so gut wie alles. Die in sich . nicht bloß in 
den Laut- und Begriffsformen, sondern auch vielfach im Gesamtbau unter sich 
widerspenstige und teilweise so gut wie völlig unvereinbare Sprachenmenge. 
Überdies unterliegt es ja schwer zu beseitigenden Zweifeln, haben ausnahms- 
los alle Menschenrassen der Erde, insonderheit auch Amerikas, von einem, 
nur einem Urpaar den Ausgang genommen. 

Die Frage übrigens nach dem Grunde der gewaltigen Sprachenmenge, 
indem sich der Mensch trotz solcher Verschiedenheit durchweg als vom Tiere 
verschiedenes, einartiges Wesen fühlte, hat sich auch schon mehrfach der 
natürliche Mensch vorgelegt, und in seiner Weise zur Lösung des Rätsels 
einen Weg gefunden. Da nehme man also die allerdings etwas abenteuerliche 
Sage vom Kochen der Sprachen bei den Esthen (i. z. II. i;. Sodann 
die alte etymologische Legende, die, an den Namen von Babylon anknüpfend, 
daraus, indem man es fälschlich aus balal ableitete, die "^Sprachverwir- 
rung"" erpreßte, welche ja ihrerseits nicht einmal einer jetzt noch nachweis- 
baren frühern Ureinheit günstig lauten würde. — Der Sachgrund aber von 
solch einer, der polyglotten Handelsstadt Babel untergeschobenen Vorstellung 
läßt sich noch mit einem Gegenstück aus dem neuen Weltteil belegen. ""Bul- 
bancha, the Choctaw name of New Orleans, is compounded of bvlbaha 
äsha, where there is bvlbaha, unintelligible talking in different languages, 
as in Babel of old." Also eine Volksetymologie des Städtenamens New Orleans, 
begünstigt durch Fehlen von r im Choktaw. Byington. choctaw gramm. S. 47. 

Ein weiteres Problem liegt vor rücksichtlich der Urbevölkerung Ame- 
rikas. Dem Rassent>'pus gemäß sollte man die Fünfzahl der Weltteile fast 
in Verdacht nehmen, jedem von ihnen sei auch vom Ursprünge her je eine, 
in ihrem eignen Mutterschoße entstandene Menschenrasse zugefallen. Näm- 
lich (nach BLUMENBACHScher Einteilung, die freihch jetzt für veraltet gilt) mon- 
golische und arische (kaukasische) Rasse als Asien und Europa gemeinsam. 
Die äthiopische in Afrika, die malaiisch-polynesische im fünften Welt- 
teil, und die Rothäute in Amerika. Wie dem aber sei, es ist bisher nicht 
einmal gelungen, für je eine dieser, physisch sich zunächst stehender Völker- 
gruppen ein sie sprachlich zusammenschlingendes P2inigungsband zu ent- 
decken. Um wie vieles aussichtsloser gestaltet sich da die auf Linguistik ge- 
stellte Hoffnung, sprachlicherseits den Affiliationsbeweis zu führen zwi- 
schen Völkern vcrscliiedener Rassel Man hat, namentlich so vielen vor- 
eiligen Behauptungen in gedachter Richtung gegenüber, nicht genug zu betonen, 
es sei für eine vorsichtige Forschung geraten , ja noch mehr . unumgänglich 
geboten, vor Herantreten an derlei heikle Spekulationen, die nur zu leicht in.^ 
Blaue führen, ein.stweilen erst noch so vielen Vorfragen ernstlich aut den Grund 
zu gehen. Und zwar dies mehr an der Hand zweckniäl.^ig bearbeiteten Mate- 
rials, das erfahrungsmäßig vorliegt, als aus dem eignen Ich heraus mit. 
wozu Gefahr v^orhanden. sich einschleichender Dichtung. 

Das Sammeln z. B. von ein paar allgemein menschlichen Sprachähnlich- 
keiten, wie z. B. in Nachahmungs- und Empfindungslauten . reicht nicht 
zum Erweise von Sprach- und Völkergenealogien aus. und ebensowenig. 



88 A. F. Pott. 

rein für sich, etwaige physiologische Übereinstimmungen im Sprachbau. 
Außerdem nützen bloß oberflächliche Anklänge im Laut und Begriff von Wör- 
tern hüben und drüben zu nichts ohne Einsicht in die Gesetze von Lautüber- 
gängen, wie sie hier und dort, auch im Zeitverlaufe wechselnd, pflegen be- 
folgt zu werden. Vollends bei grammatischer Unvereinbarkeit der zum 
Vergleich hereingezogenen Idiome. So hat denn auch keine hierher fallende 
Beweiskraft der von Buschmann so geheißene naturlaut, Berlin 1853, wel- 
chem gemäß Vater- und Muttername bei fast allen Völkern in einem ge- 
wissen interjektionellen Gegensatze sich zeigen. Handelt es sich hierbei 
doch offenbar um lautsymbolische Vorgänge, deren sich auch sonst in 
vielen Sprachen eine Menge nachweisen lassen. Oder ist nicht instinktiver 
Weise schon in dem Laut ein , das Elternpaar , trotz geschlechtlichen Unter- 
schiedes, doch zugleich in seiner Verbundenheit uns vorführendes Abbild ge- 
geben? Fallen doch in gewiß äußerst naturgemäßer Weise jedesmal, mit 
kaum nennenswerten seltenen Ausnahmen, die kräftigern Konsonanten und 
Vokale auf Seiten des, dem stärkern Geschlecht angehörenden Vaters, wo- 
gegen die schwächern auf die der Mutter; bei sonst eingehaltenem Paral- 
lelismus, wie papa : mama ; tata : nana; ama : eme u. s. f. Dieserlei 
Wörtern schließen sich auch andre, gleichwie den Kindern abgehorchte an. 
So vevvoc, vdvvac, Oheim, vevva, vdvvr) Base, Tante. So auch wohl vovva, 
vovic domina. sanctimonialis, Nonne, wohl ihrer Jungfräulichkeit wegen, und 
nicht, wie Salmasius meinte, aus )liovic: s. auch DuCange nonnus. 

Machen wir jetzt die Anwendung auf Amerika. Ist es denn so not- 
wendig, dieses habe seine erste Bevölkerung mittels Einwanderung, sei es Eis- 
wüsten hindurch am Nordpol oder übers weite Meer her im schwanken Kahn 
(das eine so schwierig wie das andre, und selbstverständlich nicht ohne Frauen), 
also von außen, erhalten '? Man bedenke ferner : zufolge Kollmänn in Flei- 
schers deutsche revue 1882, das ALTER DES MENSCHEN IN AMERIKA, WCrdc dicSCS 

ein junger Weltteil geheißen. Mit Unrecht, wie zu voller Genüge die Palä- 
ontologie erweise. Nach Roths Funde in den Pampas von La Plata und 
nach einem andern von Ameghino in Südamerika wüßten wir schon jetzt mit 
aller Bestimmtheit, daß auch der amerikanische Kontinent sehr frühe von 
Menschen betreten wurde, bereits zur Zeit des Diluviums. Für eine prä- 
glaciale Zeit des Vorhandenseins von Menschen dort erklären sich Abbot, 
Grote u. aa., und, während Lyell den Zeitpunkt für deren Erscheinen in Ame- 
rika auf 100 000 Jahre hinausrückt, begnügt sich Roth mit 3000. Vgl. the 
north americans of antiquitv, by Short, 1880. 

Was aber den Homo primigenius alalus betrifft : da muß die Sprach- 
forschung dies Spielzeug andern überlassen, sowie ferner notgedrungen z. B. 
bei den einstigen Bewohnern von Pfahlbauten ihr Geschäft aufhört. Einen 
Anthropoiden übrigens als Erfinder und ersten Lehrmeister der Menschenspr. 
brauchen wir uns auch nicht aufreden zu lassen. Dafür bürgt uns die Ana- 
tomie, wie in Kürze aus der überwältigenden Darlegung von Dr. v. Bischoff 
in München (deutsche revue a. a. O., S. 121) zu ersehen. Hiernach ist es 
'das Verdienst des französischen Anatomen und Anthropologen P. Broca, zu- 
erst durch pathologisch -anatomische Beobachtungen erwiesen zu haben, daß 



ZUR LITTERATUR DER SI'RACHEXKUNDE AMERIKAS. 



89 



die sog. dritte oder untere Stirnwindung der menschlichen Groß- 
hirnhemisphäre das nervöse Zentralorgan für die Hervorbringung 
artikulierter Laute darstellt; und nach vielen Debatten ist diese Ent- 
deckung zuletzt dahin festgestellt, daß es insbesondere die linke untere Stirn- 
windung ist, welche als Zentralorgan für die genannten Bewegungen funktio- 
niert, während die rechte unter Umständen für die linke' eintreten kann.^ Weiter: 
BiscHOFF selbst habe gezeigt. Maß diese dritte oder untere Stirnwindung den 
niedern Affen ganz fehlt und bei Anthropoiden nur in einem mehr 
oder weniger entwickelten Rudiment sich findet/ Diese Lehre sei 
neuerdings durch Rüdinger nach Untersuchung von 17 Anthropoidengehirnen 
bestätigt, und hätten sie beide ferner bei Mikrokephalen gefunden, daß auch 
an dem Gehirn dieser Hemmungsbildung jene Windung nicht vorhanden sei. 

Vgl. ZiEMSSEN, HDB. DER SPEZ. PATHOL. UND THERAPIE. Bd. XII : V. KuSSMAUL. DIE 

STÖRUNGEN DER SPRACHE, Leipzig 1877, 2gg S. , 8°. Ein W^crk von hohcr Wich- 
tigkeit auch für den Sprachforscher. Man erhält darin z. B. über die physio- 
logischen Gründe von Aphasie, Paraphasie u. dgl. erwünschten Aufschluß. 

An Versuchen, die Bevölkerung des neuen Weltteils vom alten Kontinent 
herzuleiten, ist kein Mangel. Gründe für den Zusammenhang stellt z. B. zu- 
sammen: DeLAFIELD, INQUIRY INTO THE ORIG. OF THE ANTIQ. OF AMERICA, ClNCIN- 

NATi 1836. Sollte aber auch abseiten der Körperbildung, wie einige, z. B. 
schon Humboldt, ess. pol. S. 89, meinen, kein Hindernis sein: die angeblichen 
Beweise, welche dem Sprachgebiete entnommen sind, genügen bis jetzt in 
keiner Weise; und ich weiß nicht, ob der Zukunft bessere Hoffnung vorbe- 
halten bleibe. Vgl. Vater, mithr. III, Abt. i, S. 330 ff. Schon Ludolf 
schreibt an Leibniz opp. T. VI, P. i, S. 142, vgl. Jülg, S. 431): Catechismum 
Sueco-Americanum [Neuschweden, jetzt Neujersey, mithr. III. 3, S. 368] 
ipse possideo, et. uti titulus fert, lingua Americo-Virginiana dicitur; sed 
differt a lingua Novae Angliae [mithr. a. a. O.. S. 377], cujus oratio domi- 
nica habetur p. 130, ut et a lingua Caraibica. Si plures tales haberemus. 
facile suppleremus centenarium orationis dominicae, quem nobis Andreas Mil- 
lerus, Greiffenhagius, minime plenum proposuit. Und dann, was auch noch 
für die Gegenwart nicht leicht zu nehmen: Vocabula istarum linguarum pror- 
sus differunt a dialectis veteris mundi, ut dubitare possis . ex qua illius parte 
[als ob das überhaupt sich von selbst verstände I] populi i.sti prodierint. Die 
Sprache der Eingebornen von Neuengland in dem Wiederabdrucke von Roger 
Williams, key to the indian lang., prüvidence 1827. — Da haben wir nun 
z. B. M. DE Paravev, sur l'orig. japonaise, arabe et basque [viel Holz auf ein- 
mal!] DE LA CIVILISATION DES PEUPLES DU PLATEAU DE BOGOTA, PaRIS 1834, Und 

ähnliches s. sitzungsber. der österr. ak. i. 164 f. — Noch mehr Rob. Ellis, 

Pl'.RUVIA SCYTHICA, THE QUICHUA L.VNG. OF PERU: ITS DEKIVATION FROM CENTRAL 
ASIA Wnil TUE AMER. LANGUAGES IN GENERAL, AND Wim THE TURANIAN AND IHE- 
RIAN LANG. OF THE OLD WORLD. INCLUDING THE BAStJlE, TUE LVCLVN . AND TUE 

PRE-ARYAN LANG. OF ETRUKiA, LoND. 1875. Und sclion frülicr vou demselben: 

THE ASIATIC AFFINIIIKS OF IIIE ()I,D ITAI.IANS [Etruskcr ; . 187O Und NUMERALS AS 

siGNS OF pRiMKVAL UMTV AMONG MANKixD, 1873. Niclit Wahr, ein nicht wonig 
kühner Gedanke. Sprachen, wie Lykisch und Etruskisch (letzteres angeblich 



go 



A. F. Pott. 



''Traziberisch'), von welchen wir nur so dürftige, überdies z. T. schwer erklär- 
bare Überbleibsel besitzen, mit dem Baskischen, Turanischcn in seiner längst 
verdächtig gewordenen Namensweite, sogar mit Idiomen des transsaharischen 
Afrika zusammengerührt, zuletzt als mit der Vorfahrenschaft der einheimischen 
Rede in Amerika verwandt hinzustellen. S. meine Beurteilung in der Jenaer 
LiT.-ZTG. Wenn aber Lopez, les races aryennes du perou, seinerseits minde- 
stens le Quichua für une langue arienne, jedoch 'agglutinante' erklärt, so 
hat Ellis auch hiegegen im Grunde nur die zu enge Einschränkung auf das 
Quichua einzuwenden. Vgl. aber V. Henry, le quichua est-il une langue 
aryenne, eine Abh. in congres Internat, des americanistes, Luxembourg 1877, 
2 Vols, Paris 1878. Wie schnell man doch damit fertig wird, auf ein gar 
weitschichtiges Wort, wie ^^agglutinierend' hin, welches, recht verstanden 
und begrenzt, zum höchsten ein physiologisches Kennzeichen gewisser, 
auch sonst einander stammfremder Sprachen abgibt, dem zum Trotz sogleich 

— mit arger Begriffsvermengung — auch auf genealogische Ursprungsein- 
heit derselben zurückzuschließen , was doch , nicht immer zusammengehendes 
Zweierlei I Wie verführerisch wäre sonst wohl der Umstand, daß Spaniens 
noch nicht verrömertes und bis auf den heutigen Tag in einigen Gegenden 
der iberischen Halbinsel üblich verbliebenes Idiom, das Vaskische, jene ihm 
in solcher Ausdehnung für Europa allein eigentümliche, sog. poly synthe- 
tische Sprachform besitzt, ich sage, wie verführerisch zu einem Glauben, als 
schauten die Uriberier von unsers Weltteils äußerstem Westen zu den Indianern 
Amerikas hinüber gleichwie zu ihren nächsten Stammbrüdern ! Wenig- 
stens denjenigen unter letztern , welche in ihren Sprachen ebenfalls dem 
Polysynthetismus huldigen. 

Allein auch über den We g , welchen die Urbevölkerung der neuen Welt 
von der alten, oder sonst her soll genommen haben, herrscht -^ begreiflich I 

— weit auseinandergehende Meinungsverschiedenheit. Während nämlich Ellis 
unter vier Linien in Nordost-Asien mit seiner Stimme sich für die aleuti- 
schen Inseln entscheidet, raten andre auf Polynesien als Ausgangspunkt. 
Über die Erzählung vom Lande Fusang s. bereits bei mir früher. Ich er- 
innere aber noch außerdem an Pipart, Rapports du japon avec l amerique in : 
congres des ORIENT., Paris 1873, T. I, i87f. sowic darin S. 377 — 381 les 
ANCiENS CHiNois ET L AMERIQUE. Da wciß aber aufs neue jemand (F. de Varn- 
hagen) einen bessern Rat. Ich meine (vgl. americana in gött. gel. anz. 1877) 

PoRTO-SeGURO, l'oRIGINE TOURANIENNE des AMERICAINS TUPIS-CARIBES et des AN- 
CIENS egyptiens — montree princip. par la philol. comparee , et notice d\me 
emigration en Amerique effectuee ä travers lAtlantique plusieurs siecles avant 
notre ere. — Vienne 1876. — Es ist jedoch auch sogar der entgegengesetzte 
Weg vom Süden Amerikas nordwärts und durch Asiens Nordostecke hinüber 
nach genanntem Weltteile nicht unversucht geblieben. Auch wird Atlantis 
als not a myth angesehen von Thompson in populär science 187g. In recht 
vernünftiger Weise aber behandelt die Frage nach Amerikas Urbevölkerung 
(einheimisch oder von außen?) und stellt deren Beantwortung als noch nicht 
entfernt reife dar der berühmte Reisende von Tschudi, Organismus der khe- 
TSCHUASPR. in der überaus wichtigen Einleitung (vgl. i, z. II. 372). Man hätte 



ZCR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



91 



doch hierbei nicht vergessen sollen, der Bau einer Pyramide läßt sich nicht 
mit der, das Werk krönenden Spitze anfangen, ohne vorausgegangenen und 
zwar vollkommen dauerhaften, Untergrund. Auf dasselbe liefe aber hinaus, 
sich an Lösung so schwieriger Probleme, wie die genannten, zu wagen. Voreilig, 
d. h. ohne die zum Gelingen unabweislichen Bedingungen, bestehend in sorg- 
fältigster Erforschung des Thatbestandes nach möglichst vielen Richtungen hin, 
erforderlichermaßen erfüllt zu haben. Von besonderm Gewicht bei der Frage 
wären Arbeiten solcher Art, wie z. B. Krusenstern's (freilich auch noch um 
außerordentlich vieles zu wenig !) Wörtersammlungen aus den sprachen einiger 

VÖLKER des östlichen ASIENS UND DER NORDWESTKÜSTE VON AMERIKA, PETERS- 
BURG 18 13. 

Selbst schon, ob der vorhin erwähnte sogen. Polysynthetismus, wie 
er am ausgesprochensten in Sprachen des amerikanischen Nordens, z. B. recht 
schlagend im Cree (bei Howse , gramm.) , hervortritt, in Amerika insgesamt 
den durchgängigen Sprachtypus bilde, oder in wie weit betrefts derselben 
dessen Annahme etwaige Einschränkung erleide: das ist meines Wissens noch 
längst nicht, weder im einzelnen noch im allgemeinen, zu voller Genüge fest- 
gestellt. Da haben wir also z. B. das mittelamerikanische Idiom Othomi, 
welches man im nördlichen Teile des Thaies von Mexiko spricht. Es wird 
aber jn der , durch einen Vf. aus indianischem Geblüt veröffentlichten Diss. 
DE LINGUA othomitorum [st. -tarum] AUCT. Emmanuele Naxera (V. Bd. der 
NOVA series actorum sog. PHiLos. amer.), Philad. 1834, 4°, nicht nur Einsilbig- 
keit seines Mutteridiomes behauptet, sondern selbst durch, dem Chinesischen 
entnommenen Vergleiche erläutert. Ohne anderweite Hilfsmittel wüßte ich 
zwischen dem Für und Wider mich nicht zu entscheiden. Jedoch heißt es 
auch im mithr. Iil, Abt. 3, S. 114: ''Die Sprache der Othomi zeichnet sich 
durch die Einsilbigkeit, oder wenigstens Kürze ihrer meisten Wörter, durch 
Härte und Aspiration aus."* Würde vorerwähnter Umstand aber wohl irgend- 
wie die waghalsige Voraussetzung rechtfertigen, als bestehe außer jener phy- 
siologischen Sprachähnlichkeit überdem eine wahrhaft genealogische 
Sprach- und Volksverwandtschaft zwischen Othomi und den asiatischen Ein- 
silblern, also Chinesen und Indochinesen? Oder wohl gar einen weitern 
Schluß von solcher Spracheigentümlichkeit, welche doch hier wie dort gleich- 
sam nur eine Ausnahme bildet, auf genealogischen Zusammenhang der übrigen 
Bevölkerung nicht nur je derjenigen von Amerika und der andern von Asien, 
sondern dann selbst wieder beider zusammen? 

Mancherlei in Amerikas Sprachen vorfindliche Eigentümlichkeiten übrigens 
kehren auch anderwärts wieder, ohne dal.^ man hieraus alsbald auf engere 
Volk liehe Verwandtschaftsbezüge zu schliel.kni ein Recht hätte, an Stelle der, 
mancher Sonderverschiedenheit zum Trotz wesentlich einen Seele, welche aus 
diesem Grunde am entlegensten Ort und bei sonst vollkommener Unabhängig- 
keit dennoch nicht selten auf eine gleichartige Anschauungs- und Darstcl- 
lungsweise verfällt. 

Merkwürdig genug: es gibt mehrere Völkerschaften, welche (daiür sind 
aber bereits früher Belege aufgeführt) — an Stelle eines Sondernamens — es 
sich an der allgemeinen Bezeichnung 'Menschen, Leute' genügen lassen; 



92 



A. F. Pott, 



oder muß man vielmehr sagen: die in hochmütigem Dünkel sich die Berech- 
tigung des Namens Mensch ausschließlich für Menschen ihres Stammes zu- 
eignen? So nennen die Athapaskas (Buschmann, S. 251 ff.) sich selbst 
'Tinne d. h. Menschen, Volk, und stimmt damit Kinai überein/ — Säh- 
nish, gleichfalls ''Leute, Menschen' nennt sich selbst und ihre Nation, die 
von den Mandans Arikkara geheißene Völkerschaft. Näheres bei Prinz von 
WiED II. 237. Mehrere andre solcher Volksbcnennungen in Amerika bei 
N. O. LANG. sAuv, S. 13. Z.B. bezeichnen die Irokesen sich als Onkwe 
(Mensch) onwe, d. i. wahre (echte) Menschen gi, 94, 97. — Auch, um 
ein Ostindien entstammendes Volk zu erwähnen: der Zigeuner bezeichnet 
sich selbst als rom (Mann) und die Zigeunerin mit dem daraus movierten 
romni. Ich zweifle, ob immer, allein zum öftern möchte ein derartiger Brauch 
aus eitel Selbstüberhebung entstanden sein, und angemaßten Schmuckes wegen 
unter Ausschluß aller übrigen Völker. Berichtet doch Gumilla (mithr. III. 
657) von den Karaiben, daß sie sogar sagen: "^Wir, die Karina [d. i. ihr 
Volksname] sind ein Volk; alle andern Völker sind unsre Sklaven.' — Nicht 
so weit gehend, sah das von Gott bevorzugte Volk Israels wenigstens mit 
Geringschätzung herab auf die Gojim (gentes, ethnici, Heiden, welches letz- 
tere ursprünglich zufolge W. Müller, mhd. wb. agrestes, vgl. pagani, wohl im 
Gegensatz zu dem sich gebildeter bedünkenden Städter). — Galten doch auch 
in den Augen der Griechen und Römer, sich gegenüber, so ziemlich alle 
übrigen, ihnen bekannten Völker für Barbaren. — Wir Deutsche bezeichnen 
uns in diesem Namen bloß als Genossen desselben sich einheitlich fühlenden 
Volkes (thiuda im Got.). — Der Slawe leitete seinen Namen gern von 
slava f. Ruhm, her. In Wirklichkeit entstammt dieser, als Sloven', Slov- 
jenin, Slovenus, lautend, dem Verbum sloviti, reden, woher slovo n. 
Wort. Diese Wörter gehen, wie freilich auch slava, KXeoc = skr. grav-as, 
auf skr. §ru, hören, zurück. Damit hebt denn der Slawe die Gemeinsamkeit 
der Sprechweise seines Stammes hervor. Dies im Gegens. zu dem Deutschen, 
den er gleichsam als Stummen, "Njemtz", auffaßt, weil dieser eine, jenem 
unverständliche andre Sprache in Gebrauch hat. Dafür ist dann wieder ander- 
seits der Volksname Slawe unter Einsatz von k für Sklave (urspr. kriegsge- 
fangener Slawe) in mehr als einer europäischen Sprache in weitern Gebrauch 
gekommen. Diez, wb. â– * 285. 

Es werde hier einer andern Bemerkung gedacht, von Burmeister, reise, 
S. 249: "^In der Denkweise der amerikanischen Rasse besteht durchweg diese 
Eigentümlichkeit, alles individuell [!] zu betrachten, und keine andre als die 
individuelle Existenz zu verstehen. Das drückt sich schon in der Sprache aus, 
zumal in den vielen verschiedenen Verbalformen, je nachdem die Angaben 
auf Männer, Weiber oder Kinder gehen, oder von ihnen herrühren.' LHier- 
zu halte man die doch gar nicht so sinnlose Eigentümlichkeit, wenn im A wa- 
rischen zufolge Schiefner, § 65, bei den Eigennamen, mithin Bezeich- 
nungen von etwas ganz individuellem , eine andre Flexion stattfindet als bei 
Appellativen!] Und S. 172: ""Die Brasilianer haben durch Modifikation des 
guaranischen Stammwortes taqua, das ein hohles Rohr bedeutet, mehrere 
Formen dieser großen Gräser unterschieden; taquara bez. die gewöhnliche 



ZIR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



93 



Form mittlerer Größe (Bambusa tagoara, Marx.'; taquar-assü die stärkste 
Form also augmentativ] , hingegen taquari [-i Demin. Seguro, S. iii, vgl. 
76] eine kleinere von der Größe unsers Schilfs/ — So auch besitzt das Tsche- 
roki 13 verschiedene Ausdrücke für die eine Handlung des Waschens, je 
nach Verschiedenheit der zu waschenden Gegenstände. Mehr dergleichen 
bei PiCKERixG in der Übers, von Talvj, S. 25 f. — Im dict. Galibi 1763, 
S. VII, XIII wird Pelleprats Angabe über den Reichtum dieser Sprache, der- 
art, daß sie zuweilen 24 Wörter für dieselbe Sache besitze, und zwar mit ein- 
leuchtenden Gründen, bestritten. 

Da ist nun Mangel an abstrakten Ausdrücken, bei oft übergroßer Zahl 
von sinnlich konkreten, in Sprachen von Völkern geringerer Bildung nichts Un- 
gewöhnliches. Das legt denn in gewissem Sinne Zeugnis , wenn auch nicht 
gerade für Geistesarmut , doch für erst wenig ausgebildetes Abstraktionsver- 
mögen derer ab, welche sie reden. Wer wüßte überdem nicht, daß die Ab- 
strakta, auch selbst diejenigen, deren sich die vernunftgerechteste Philosophie 
bedient, gleichwohl zuletzt in dichterisch lebendiger Anschauung wurzeln'? 

W' ievielerlei , entweder durch innere Abwandlung oder durch Zusatz ge- 
bildete Vergleichungsstufen kennt doch, um auch dies Beispiel zu nennen, 
das Choctaw (Byington S. 50) I So wird darin achukma, gut, zu achokma 
■goodish), achuhkma, gut (emphat. und deshalb, größern Nachdrucks wegen, 
mit Vokallänge), achungkma (mit intensiv steigerndem Nasal), good, distinctly 
compared with others u. s. w. — Dann wieder ist imithr. III, Abt. 2, S. 559^ 
gar groß "der Reichtum der Chiquita spräche und die Präzision, mit welcher 
Unterschiede des Bezugs der Eigenschaftsbegrifte auf die verschiedenen Arten 
der Gegenstände ausgedrückt werden. So z. B. drückt den Begriff 'Höhe'' 
aus: abaiquis, wenn von einem Baume, apetaiciris, wenn von einem 
Turme, itacuiciris, wenn von einem Hause die Rede ist. Quisuriquis 
ist: gelb, von einer langen, und [mit anderm Vorschlage] tasuriquis \'on 
einer runden Sache. ^ Dergleichen kommt ja, obschon mehr vereinzelt, auch 
anderwärts vor. Ich erinnere nur an die Ausdrücke lür alt im Latein . die 
zum Teil, je nach der Beziehung auf Personen (senex ; major natu) oder auf 
Sachen u. s. w., wie vetustus meist doch nur von letztern, antiquus (vor- 
malig, aus alter Zeit" wechseln, andre Male, so vetus, für beiderlei anwendbar 
sind. Kann es nun besonders wunder nehmen, wenn auch in einem Idiome 
Afrikas, dem Yoruba (Crowther's vocab. S, 29 und in der 2. Ausg. Vidal. 
S. 16) almost every adjective and verb has its own peculiar adverb to c.x- 
press its quality or rather its degree. This peculiarit}' must ccrtainly greatly 
increase the expressiveness of the language I Unter den Beispielen, welche 
zum öftern begriffliche Steigerung durch s)'mbolisch bedeutsame Lautver- 
doppelung erfahren, \\ird genannt fiofio. sehr hoch. Dies inzwischen nur 
von Gegenständen, welche, wie der Baum, mit dem Boden verbunden sind, 
und darauf stehen. Tiantian dagegen schließt als Höhe die Entfernung vom 
Boden, wie bei sehr hohem Vogelfluge, mit ein. Ferner Ashoh Kleid^ }"i 
(dieses) kpohu gelb) rokiroki sehr, beautifully). Aber (.)dodo (Scharlach) 
kpukpo (rot) roro also mit nur einsilbiger Grundform : auch: sehr, vielleicht 
als deeply gemeint; . Man beachte die Doppelung in allen drei Wörtern dieses 



94 



A. F. Pott. 



Satzes. Oh ka iwe re (redupl, rere; etwa bloße Abart von roro".') Er 
liest (Buch) gut; wogegen 6 sheh e dara (nachdrücklicher: daradara) Er 
macht es gut. 

Wiederum gibt uns ein andrer Weltteil einen neuen Beleg. Auch das 
Malaiische ist arm an Ausdrücken zur Bezeichnung übersinnlicher Vorstel- 
lungen und abstrakter Begriffe. Ein Umstand, der den Bibelübersetzern, wie 
überhaupt, so auch hier ihr Beginnen begreiflicher Weise sehr erschwert. Die 
frühern Bibelüberss. ins Malaiische enthielten zu viel, dem gemeinen Volke 
unverständliches, dem Arabischen entnommenes Lehngut. Daher Thomsex, 

THE NEW TESTAM. IN MALAY, REVISED ED. SiNGAPORE 183I. Anderseits WCist 

diese Sprache einen großen Reichtum an sinnlichen Bezeichnungen auf, wie 
solche, die sich auf Greifen, Schlagen und Tragen beziehen. So z. B. 
haben die Malaien ein besonderes Wort für Tragen auf der Schulter 
(pikul, woher als Gewicht, eig. Tracht, in Asien gebräuchlich von 133^3 €1 
Troy) ; — auf dem Kopfe (dschungdschung); auf dem Arme (dokung); 
unter dem Arme (kepet, im Bugis kalepei) und auf der Hand (tatang, 
Bugis tetengi) ausl. 1845, Nr. 154. S. 615. Vgl. Selberg, reise nach java, 
S. 285. — Würde hieraus, selbst noch mehr Berührungen ähnlicher Art zwi- 
schen Idiomen hinzugenommen, im Fall der Nachweis etymologischer Einer- 
leiheit, natürlich auch von Entlehnung fremden Sprachgutes abgesehen, 
versagte, irgend etwas folgen für Sprach- und Völkergemeinschaft ? 

Oder dies etwa aus der, in aller Weltteile Sprachen vorkommenden ' Dop- 
pelung^, über deren Verwendung das Nähere zu ersehen in meinem so be- 
titelten Buche, Lemgo 1862. Kann man doch in völliger, oder auch durch Re- 
duplikation mannigfacher Art (z. B. auch hinten: factitare Gethanes, 
factum, wieder thun bloß angedeuteter Wiederholung unmöglich ein ein- 
faches und doch recht angemessenes Mittel verkennen behufs symbolischer 
Hervorhebung von Mehrheit oder von Distributivzahlen; sodann von 
gradueller Steigerung (Superl.) ; von Intensiv- und Desiderativverben; 
von Tempusbildung (für die Dauer, als längere Ausdehnung, im Präs. und 
Imperf ; aber auch für den dauernden Zustand nach der Vollendung: xeBvriuuc, 
gestorben, und somit tot) . Allein doch wieder mit welchem symbolisch nicht 
gleichgültigen Vokalunterschiede in der Reduplikationssilbe ! Nämlich die 
hellere Gegenwart mit i darin, wie Yrrvo|uai, gi-gno, aber Y^TOva; yi^vojctkuj 
gegen . e-YVUüKa ; T-cTtthui, si-sto, ste-ti u. s. w. — S. von mir in Stein- 
thals ZTSCHR. XV, 1884, VERSCH. bez. des PERF., und LAUTSYMBOLIK., S. 3O9. 

Dazu Baynes in Steinth. ztschr. 1884 aus dem wolofischen, S. 445: Vocali 
a (vel e) longinqua demonstrant, vocali i praesentia; vocali u autem (vel oi 
res demonstrant propriores , sed non praesentes. — Desgleichen nehme man 
die quinare oder Einhandzählmethode, der man, unter alleinigem Ausschluß 
Europas , in den übrigen Weltteilen gar nicht selten begegnet. Hierzu als 
üblichste Zählung die dezimale nach der Fingerzahl beider Hände, sowie 
anderseits unter Einrechnung der Fußzehen, die vigesimale. S. meine zähl- 
methoden, 1841. 

Auch mag der von Gust. Oppert (s. meinen Humb., Ausg. 2, S. CCCCXXIV) 
unterschiedenen Sprachklassen hier gedacht werden, 'heterologer' und 



ZfR LITTERATUR DER SPR.\CHENKl"NDE AMERIDAS. 



95 



'homologer\ In ersterer sind nicht immer verwandtschaftliche Bezeich- 
nungen im Munde des männlichen oder des weiblichen Geschlechtes . noch 
auch bei Altersverschiedenheit, die nämlichen. Demgemäß lautet z. B. 'Bruder' 
anders in der Rede seines Bruders als abseiten der Schwester und wiederum 
nennt der jüngere Bruder den altern anders als dieser ihn. Eine lange Liste 
solcher beinahe peinlichen Unterscheidung von Verwandtschaftsgraden im täg- 
lichen Redegebrauch gibt Rochef. a. a. O. vgl. S. 462 und 466;. aus dem 
Karaibischen. Eine noch peinlicher unterschiedene Menge von Ausdrücken 
für verwandtschaftliche Verhältnisse findet sich bei den Timucua in Ost- 
florida (mithr. III. Abt. 3. S. 284. Z. B. lauten dieselben oft anders im Munde 
der Männer oder der Weiber: anders unter Geschwistern je nach dem Alter. 
Ja. über den Tod hinaus, z.B. itina mein Vater: allein sikinona, wenn 
er gestorben ist (etwa, wie unser "^selig"?) und naribisa-pacano, wenn 
seine Söhne gestorben sind. Näheres in Pareja, Franc, arte de la lexgua 

TIMVQVAXA COMPVESTA EN 1614 [crwähut in OR. UND OCC. SPRACHEN". S. 144" 
V PUBLIC. CONFORME AL EJEMPLAR ORIG. u'xiCO POR L. A. V J. VlNSON . gr. 8°. 

Paris 1886. — Aber, was will man? Eine noch viel umfangreichere solcher 
Art ist aus der Sprache der Andamaninseln enthalten im journ. of the 

ANTHROP. INST. OF GR. BRIT. AND IREL. 1883. S. 42 I 25. Xicht gCnUg damit 

folgt dann noch ein Verzeichnis mit Benennungen der verschiedenen Alters- 
stufen je für Personen männlichen oder weiblichen Geschlechts, sowie von 
deren Heiratsverhältnissen. Ein Jurist könnte sie kaum vollständiger und ge- 
nauer verlangen. — In der Anrede heißt bei den Karaiben beiderseits "mein 
V^ater'baba, und mit gegensätzlich für das Weib schicklicherm Vokal 'meine 
Mutter "" bibi. Spricht man aber von den Eltern, dann wird vom männlichen 
Geschlecht für Vater youmäan, für Mutter ich an um gebraucht, während 
das weibliche für jenen nouköuchili sagt, für diese man beachte den hier 
in den Ausgang gelegten Unterschied) noukoüchourou. — In dem Andama- 
nischcn ist beispielsweise gemeinschaftlicher Ausdruck für 'mein Sohn' unter 
3 Jahren: di'a o-ta (das zweite bed. Testikel; als Körperteil dar öt-a M}' 
testicle , S. 419; etwa wie ttoctBujv als Kosewort bei Aristophanes^ aber für 
'meine Tochter' von keinem höhern Alter dl-a kd-ta Jetzteres cunnus). 
Bei Kindern über 3 Jahren sagt der Vater dar ö-dire; dar ö-di-ya-tc für 
'mein Sohn', und mit Zusatz von pail (weiblich) je dahinter für 'meine Tochter'. 
— Anders, wenn die Mutter spricht. Für 'mein Sohn' sind noch 6 Abwechse- 
lungen vorhanden; — alle jedoch mit dem Poss. dab nicht: dar vorauf. 
Und zwar unterscheiden sich die beiden ersten Ausdrücke von denjenigen im 
Munde des Vaters auffallenderweise lediglich im Wortbeginn ^hellerer \'okal. 
aber t st. d). Dab c-tire; dab e-tiya-te. Das hängt aber unstreitig da- 
mit zusammen, dal.\ in gemeinschaftlicher Sprechweise dar odinga ni. \'. ; 
dab e-tinga (also hier t), m. M.. besagt. Die 4 übrigen Wörter für 'm. S.' 
in der Mutter Munde, nämlich dab we-ji-}'a'te; dab we-jire; dab we-jerire 
(hinten Redupi.?) und dab w c • j eri-yate, schließen sich augenscheinlich an 
noch 2 andre Ausdrücke für 'm. M.': dab wc-jinga und dab we.je-ringa 
an. — Wollten wir diese, so äul.^erst ins kleinliche gehende Rangabstufung 
innerhalb eines Hauses, worin der Vater den Allherrschcr spielt, und das 



96 



ZUR LITTERATUR DER SPRACHENKUNDE AMERIKAS. 



männliche Geschlecht den Vorrang behauptet, lächerlich finden oder wohl gar 
als ungerecht verdammen : da hätten wir uns doch /.uvor. und mit noch mehr 
Grund, an der eignen Nase zu zupfen. Oder etwa nicht, wenn man, der 
Majorate zu geschweigen, unsre Titelsucht bedenkt, und vollends der streng 
einzuhaltenden — zu geschweigen bei Pronominen, das fürstliche Wir gegen 
Ich, und sodann: Du, Ihr (vous, engl, you). Er, Fem. Sie (Sg.) und 
vollends der drittpersonige Plur. Sie, — Anredeformen, wie Edel-, Wohl-, 
Hochwohl- und Hochgeboren (also mit Geburtsadel) oder Exzellenz, Hoch- 
würden, Eminenz, Hoheit u. s. f., sich erinnert, welche von der, in China 
beobachteten Pedanterie ähnlicher Art nicht zu weit abliegen? 

Hierzu gesellt sich bei den Andamanen noch eine zweite Seltsamkeit, app. 
G. gibt: Seven forms of the Poss. Pronouns in relation to the body 
(human and animal). Die dortigen Formen des Poss. variieren je nach den 
3 Personen im Sg. und PI. (es wird noch ein -s' in 3. erwähnt, so jedoch, 
daß von her, ihr, nichts verlautet) in achtfacher Weise. Während sich in- 
des je nach den Personen durch alle sieben Klassen der nämliche Anlaut 
behauptet, wird der Ausgang nach der Klassenzahl siebenmal (im PI. stets 
mit einem t) ein andrer. Der Anlaut für 'mein' ist d, für ""unser" m; in der 
2. Pers. Sg. (und PL ng, und der 3. -s' (also wohl genitivisch) U. Sonst trägt 
die 3. (his, their) den allgemeinern und deshalb abgeblaßten Charakter dieser, 
ohnehin weil oft sachlich, nur uneigentlich so geheißenen 'Person'' darin zur 
Schau, daß sie nicht mit Kons, als derberm und ausdrucksvoUerm Laut, son- 
dern, in nicht absichtslosem Gegensatz zu jenem, mit Vokal beginnt. So heißt 
z. B. döt, ngöt, 5t; mö'tot, ngö-tot, ö'tot che-ta-, mein, dein, sein; 
unser, euer, ihr Kopf. Aber öng koTo- seine Hand ; a'kä bang- s. Mund; 
ab chäu s. Körper; ig oder i dal- s. Auge; ar chäg- s. Bein; und in nur 
einem Beisp. (s. vorhin I.) 6'to (his, their) ki-nab- (waist). Ist anders 
bei solcher Verteilung der Wörter unter jene Klassen mit Poss. nach einem 
Prinzip verfahren, da erweist es sich schon bei den Gliedmaßen schwer erkenn- 
bar. Zwar schließt Klasse I mehreres vom Oberkörper; II. Hand und Fuß 
mit Zubehör; III. manches am Kopf; IV. am Unterleibe u. s. w. ein. Alles 
jedoch mit bedeutenden x'Vb weichungen, wovon sich der jeweilige Grund nicht 
begreift. — Dagegen ist gar leicht verständlich ein, in mehreren Indianer- 
sprachen üblicher Brauch. Ich meine den Fall, wenn in ihnen nicht nur die 
Bezeichnungen für Körperteile, sondern auch für die mancherlei Verwandt- 
schaftsverhältnisse nie, oder selten, ohne ein damit verquicktes Possessiv- 
pronomen (z. B. in der Art von Monsieur, Madame) vorkommen. Bilden 
doch die Familienglieder eine Körperschaft, wie sich die Einzelglieder des 
Körpers zu einem organischen Ganzen zusammenschließen. Vgl. meinen Humb. 

I^ 527. 

A. F. Pott. 



DIE ENTSTEHUNG EINES WORTES AUS EINEM SUFFIXE. 



Daß Nominal- und Verbalformen durch Antritt an Stämme der gleichen 
Kategorien zu Suffixen herabsinken können , denen das Sprachgefühl die ur- 
sprüngliche Bedeutung nicht mehr zu verleihen vermag , ist eine bekannte 
CThatsache, und in der diesem Prozesse zu Grunde liegenden Triebkraft ist die 
Entstehung der meisten Formen der lebenden Sprachen zu suchen. Dagegen 
ist die Thatsache, daß umgekehrt Suffixe von fertigen Wortformen sich ab- 
lösen und die Funktion von flektierbaren Redeteilen annehmen können, weniger 
bekannt und untersucht worden vermutlich deswegen, weil sie selten vorkommt 
und zur Stütze dieser oder jener Theorie weniger erfolgreich verwendet wer- 
den kann. 

Ich will im vorliegenden einen Fall dieser Art besprechen, welcher dem 
Neupersischen entnommen ist. Das Verbum substantivum lautet hier in seiner 
Flexion : 

Sing. Plur. 



I. Person 


am 


im 




2. Person 


e (!) 


ed ( 


Id) 


S. Person 


ast 


and, 


h a n d 



Die Entstehung der einzelnen Formen aus den entsprechenden Bildungen 
der alten Sprachen (Altpersisch und der Sprache des awesta) ist in der Regel 
nach den, für die Konstituierung des Neupersischen geltenden Auslautgcsetzen 
vor sich gegangen. Es enstand so am aus altpers. amij, awest. ahmi 
(= altind. as-m[i), e aus altpers. ahj , awest. ahi (= altind. asi = as-si''. 
ast aus altpers. astij, awest. asti (= altind. as-ti), and oder hand aus 
altpers. hantij (hätij), awest. hc^nti (= altind. s-anti\ 

Dagegen macht die P>klärung von im aus altpers. aniahj =: ahmahj), 
awest. mahi (=hmahi), altind. s-masi und \on cd aus awest. stä ;= alt- 
ind. s-tha! Schwierigkeiten. Altpers. aniahj mül.Uc im Xeupersischcn anic 
(wie ahi = c) und altpers. stä oder weiui man k^nfonn am ahj lieber astä 
(= griech. io-xi] ansetzen will, sid oder ast lauten, l'ormcn . die nimmer- 
mehr zu im (für C-m), cd umgestaltet werden können. 

Um es kurz und bündig zu sagen: Die Formen im, cd gehören dem 
Verbum substantivum gar nicht an, sondern sind Personalsuffixe des schwachen 

TeCHMER, ZTSCIIR. IV, 7 



98 



F. Müller. 



Verbums, welche die einmal vorhandenen organischen Bildungen ame oder 
me, ast oder sid spurlos verdrängt und sich an deren Stelle gesetzt haben. 
Das Verdrängen einer Bildung durch eine andre synonyme besonders 
dort, wo durch die lautliche Gleichheit eine Vermengung begrifflich geschie- 
dener Lautkomplexe eintreten würde , spielt im neupersischen Verbum eine 
große Rolle. 

Stellen wir uns das Praesensparadigma von ras *^ ankommen' vor. so 
muß dieses im Altpersischen folgendermaßen gelautet haben : 

rasämij rasämahj 

rasahj rasatä 

rasatij rasantij. 

Nach den für die Konstituierung des Neupersischen geltenden Auslautgesetzen 
ergibt sich daraus für diese Sprache folgendes Paradigma: 

rasam rasame 

rase rasad 

rasad rasand. 

Davon kommen nun rasam. rase, rasad, rasand wirklich vor, dagegen 
lautet die erste Person der Vielzahl nicht rasame. sondern rasim, die zweite 
Person der Vielzahl nicht rasad, sondern rased. Offenbar gehören diese 
beiden Formen dem ursprünglichen Konjugationssystem nicht an, sondern 
müssen anderswoher in dasselbe eingedrungen sein. Woher sie gekommen 
sind, darüber wird das Mittelpersische Pehlewi) uns Aufschluß geben. 

Im Mittelpersischen kann von jedem Verbum das Präsens auf doppelte 
Art flektiert werden, entweder mittels der sogen, leichten Suffixe, derselben, 
die wir oben bei rasam u. s. w. angewendet finden, oder mittels der sogen, 
schweren Suffixe , in denen statt des Vokals a die Vokale e oder I (dieser 
vor den Nasalen) hervortreten. Es ist daher von ras 'ankommen^* folgende 
Doppelkonjugation des Präsens vorhanden : 



rasam 


rasim 


rase 


rase 


rasad 


rased 


rasam 


rasim 


rasad 


rased 


rasand 


raslnd 



Hält man die Formen der beiden Konjugationen zusammen , so sieht man 
bald die Mängel, welche ihnen anhaften. In beiden ist zwischen der ersten 
Person Singular und Plural kein lautlicher Unterschied vorhanden und in 
beiden fällt die dritte Person des Singular mit der zweiten Person des Plural 
völlig zusammen. Diesem Mangel half die Sprache mit der Zeit ab, indem 
sie beide Konjugationen in eine zusammenzog, damit daß sie rasim und 
rased an die Stelle des doppelsinnigen rasam, rasad setzte und die übrigen 
schweren Formen als ganz überflüssig fallen ließ. Dadurch gewann das Para- 
digma des neupersischen Verbums jene Bestimmtheit , durch welche es aus- 
gezeichnet ist. 

Wie sind nun die Formen rasim u. s. w., welche auf den ersten Anblick 
in der alten Sprache keinen Grund zu haben scheinen, entstanden / 



DIE ENTSTEHUNG EINES WORTES AUS EINEM SUFFIXE. 



99 



Lautgesetzlich können e, T hier nur auf -aja zurückgeführt werden, und 
es kann in raslm gegenüber rasam nur jener Unterschied sich finden, wie 
er im griechischen 9opeuu gegenüber qpepuu zu Tage tritt. Wir haben dem- 
nach rasam als die ursprüngliche, dagegen raslm als die abgeleitete sogen, 
denominative Verbalform anzusehen. 

Wir werden daher für die alte Sprache die folgenden Parallelformen an- 
nehmen müssen : 

rasämij rasajämij 

rasahj rasajahj 

rasatij rasajatij 

rasämä rasajämä 

(statt rasämahj) (statt rasajämahj) 

rasatä rasajatä 

rasantij. rasajantij. 

Kehren wir nun zu den Formen des V^erbum substantivum Im . ed zurück, 
welche wir als außerhalb des Paradigma stehend gefunden haben. Dieselben 
gehen ofienbar mit raslm, rased Hand in Hand. — Dem Sprachbewußtsein er- 
schienen am, e, and gleichsam als die Suffixe von rasam. rase, rasand 
und nicht mit Unrecht, da dieses Bewußtsein auf einer Ansicht beruht, der 
wir nicht nur bei den orientalischen Grammatikern, sondern sogar bei modernen 
Sprachforschern' begegnen. Da es nun raslm. rased gab, mußte es auch 
Im, ed geben. Nun sind aber Im. ed vom sprachgeschichtlichen Stand- 
punkte betrachtet Undinge, und die Phrasen mä Im 'wir sind\ sumä ed 'ihr 
seid' nehmen sich ebenso aus, wie wenn man im Griechischen ii,ueic ou|U6V. 
ü|Lieic eiie nach dem Muster von qpiXoOuev, cpiXeiie sagen würde. 



^ Vgl. VULLERS, GRAM.M.'VT. LINGUAE PERSIC/E. Ed. II, p. I09. 
Wl EN. 



F. MÜLLER 



DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGERMANISCHEN 

SPRACHEN. 



Wenn Wörter, die animalische Wesen bezeichnen, das physische Ge- 
schlecht irgendwie zum Ausdruck bringen, wenn der Grieche z. B. 0e6-c und 
6eä, der Römer deu-s und dea, wir Gott und Göttin unterscheiden, so 
ist das ohne weiteres begreiflich. Aber wie kommen wir Indogermanen dazu, 
alle möglichen Dinge, die mit dem natürlichen Geschlecht nichts zu schaffen 
haben , selbst die abstraktesten Begriffe , in unsern Sprachen als männliche 
oder als weibliche Wesen auftreten zu lassen? Warum z. B. im Griechischen 
6 7T0UC ""Fuß', aber x] xecpaXri 'Kopf, 6 oTko-c 'Haus^, aber i] rroXi-c "Stadt', 
6 7tXoOto-c 'Reichtum^, aber )] Tievia 'Armut", 6 boXo-c 'List"", abes f] dTTdir) 
'Täuschung"? Und wie kommt es, daß selbst die Adjektive am Geschlecht 
teilnehmen? Was geht z. B. den Begriff 'neu" (altind. näva-s näva-m nävä, 
gr. veo-c veo-v vea, lat. novo-s novo-m nova, altkirchenslaw. novü novo 
nova) oder den der Einzahl (lat. ünu-s altir. oen got. äins lit. ve"na-s 
altkirchenslaw. i n ü) der Sexus an? 

Es ist unzählige Male gesagt worden , der letzte Grund der Entstehung 
des uneigentlichen Geschlechts liege in der Einbildungskraft des Menschen, 
welche die toten Dinge belebt und wie Lebewesen behandelt habe. Der Ur- 
mensch habe in unbefangenster Naivität alles von sich auf das außer ihm be- 
findliche übertragen, als bestünde zwischen beiden Seiten gar kein Unterschied. 
Aber es handelt sich nicht bloß darum , unsern indogermanischen Vorfahren 
einen ganz besonders regen Personifikationstrieb im allgemeinen zuzumuten, 
das mag noch gehen, sondern wir sollen glauben, er habe auch jedem Gegen- 
stand und Begriff, den er verpersönlichte, entweder eine männliche oder eine 
weibliche Wesenheit angesehen. Da müßte doch die Geistesverfassung unsrer 
vorgeschichtlichen Ureltern von der ihrer Nachkommen wesentlich verschieden 
gewesen sein; sie fände höchstens in einem gewissen pathologischen Zustande 
der geschichtlichen Menschenseele etwas vergleichbares. Nicht viel ist ge- 
bessert , wenn man betont , man habe mit der Erteilung des männlichen und 
des weiblichen Geschlechts an nichtanimalische Begriffe nur symbolisch cha- 
rakterisieren wollen, das grammatische Geschlecht beruhe nur auf einem Ter- 
tium comparationis. Man habe das, was den Eindruck des größern, kräftigern, 



Karl Brugmann. lOi 

thätigern gemacht habe, als männlich, was dagegen den des kleinern, weichern, 
zartem, stillern gemacht habe, als weiblich gefaßt; z. B. sage man die Hand, 
aber der Fuss, weil die Hand als kleiner, zierlicher, der Fuß als größer, 
kräftiger erscheine. Daß man auch nur eine solche rein bildliche Charakte- 
risierung der Begriffe in einem so bedeutenden Umfange vorgenommen habe, 
ist von vorn herein nicht einleuchtend. Und auf Schritt und Tritt wider- 
sprechen entweder die Thatsachen der Theorie, oder man sieht nicht, wie jene 
Kategorien des größern und kleinern u. s. w. überhaupt angewendet werden 
können. 

Halten wir uns an die klar vorliegenden Thatsachen der Gegenwart und 
der Jüngern Vergangenheit der indogermanischen Sprachen, so muß behauptet 
werden , daß Maskulinum und Femininum als grammatische Geschlechter für 
die Sprache des gewöhnlichen Lebens eine nichtssagende Form sind, daß die 
Vorstellung der Männlichkeit oder die der Weiblichkeit durch sie weder im 
eigentlichen noch auch im bildlichen Sinne angeregt wird. Hierfür können 
manche Erscheinungen im einzelnen den unmittelbaren Beweis liefern . wenn 
es überhaupt eines solchen bedarf. So z. B. die Epicoena. worunter man die 
Substantiva versteht, welche, obwohl sie lebende in geschlechtlicher Doppel- 
heit auftretende Wesen bezeichnen, doch für die beiden physischen Geschlechter 
nur ein sprachliches Genus, das männliche oder das weibliche, besitzen, z. B. 
6 livc ''Maus', )} dXdjmiH 'Fuchs', nhd. der Hase, die Maus. Für das sprach- 
liche Geschlecht hat man hier keine Empfindung. Denn hätte man sie . so 
müßte man bei der Hase nur an das männliche und bei die Maus nur an 
das weibliche Tier denken und der weibliche Hase und die männliche 
Maus als einen Widerspruch in sich selbst empfinden. Solche Tiernamen haben 
also nur formales , nicht materiales Geschlecht und zeigen , daß das gram- 
matische Genus nicht den Gedanken an männliche oder weibliche Wesenheit 
hervorruft. Ein andrer Beweis kann davon hergenommen werden, daß Masku- 
linum und Femininum so oft ihre Rollen tauschen aus Gründen . die nur in 
der äußern Sprachform liegen. So wurden viele Substantiva auf -e. die im 
Mhd. männlich waren, im Nhd. weiblich, z. B. Traube, Niere. Wade, 
Grille; den Anstoß gaben die zahlreichen aus älterer Zeit überkommenen 
Feminina auf -e, wie Erde, Ehre, Farbe (ahd. erda, cra. farawa). 
Wäre hier das Genus nicht etwas rein äußerliches gewesen, hätte es einen 
irgend wesentlichen Teil der Bedeutung des Wortes ausgemacht, so wäre sol- 
cher Massenübertritt unerklärbar. 

Freilich verweist man nun auf die bei allen indogermanischen N'ölkern in 
der Mythologie, der Dichtkunst und sonst vorkommenden X'erlebendigungen 
und Vermenschlichungen lebloser Begriffe, die den Sexus in der Regel in Über- 
einstimmung mit dem grammatischen Geschlecht zeigen. Die Griechen z. B. 
dachten sich den üttvo-c ('Schlaf) und den BdvaTO-c i'Tod'l als männliche, die 
Yaia ('Erde' und die äj\-\ ('Bethörung'; als weibliche göttliche Wesen, dem 
grammatischen Geschlecht entsprechend : die acht Winde ,dv€)Lioi am Turm 
der Winde zu Athen sind alle männlichen Geschlechts. Diese Verlebendigung 
ist im Verhältnis zu der Zahl aller in Betracht kommenden Nomina selten, 
und die Personifikation ist keine, die das Woit für alle Fälle, in denen es zur 



102 Karl Brugmann. 

Anwendung kam, zum Personennamen stempelte; denn beim Wort uttvoc z. B. 
dachten die Griechen gewöhnlich doch nur an den Schlaf, nicht an den Schlaf- 
gott. Und , worauf es hier vor allem ankommt , solche Personifikationen be- 
stätigen keineswegs diejenige Ansicht, welche den Grund für die Entstehung 
des maskulinischen und femininischen crrammatischen Geschlechtes in der be- 

o 

sonders regen Phantasie des urindogermanischen Volkes sucht. Das gram- 
matische Geschlecht war schon vorher da, die Einbildungskraft be- 
nutzte es nur. Wenn die dichtende Phantasie, sei es die mehr unbewußt 
thätige des mythenbildenden Volksgeistes, sei es die mehr bewußt schaffende 
des Künstlers , sich aus einem leblosen Begriff ein lebendes Wesen schuf, so 
machte sich die Analogie geltend, welche die Form der Wörter mit gramma- 
tischem Geschlecht und diejenige der Wörter mit materialem Geschlecht ver- 
band, welche z. B. zwischen der Form 6 uirvo-c und den Formen wie 6 6e6-c, 
6 dbeXqpo-c, ö Ttttto-c und anderseits zwischen der Form i] dirj und den For- 
men wie 1] 6ed, r\ dbeX9ri bestand, und die, auch wenn das Substantivum an 
sich selbst keinen Geschlechtsausdruck hatte, doch durch Vermittelung der 
Gestalt der attributiven Zusätze (z. B. f] vüH, vüH epeßevvn) wirkte. Das gram- 
matische Geschlecht regt nicht die Vorstellung eines Lebewesens an, sondern 
gibt nur der Phantasie die bestimmte Richtung entweder auf das Männliche 
oder auf das Weibliche. Es wird dies bei der mythologischen Forschung oft, 
wie mir scheint, nicht genügend beachtet. Wo der mythologische Name zu- 
gleich auch als gewöhnliches Apellativwort vorkommt (z. B. NuH und vuH) oder 
nachweisbar dereinst ein solches war (z. B. gr. Zeuc verglichen mit altind. div- 
"^ Himmer; , da hat man allenthalben das Recht zu der Annahme, es habe von 
Anfang an nur grammatisches Geschlecht gewaltet und erst mit der Verleben- 
digung des Begriffs des Nomens sei auch es zum Leben erweckt worden und 
habe die Wahl des Sexus bestimmt. Warum nicht? Niemand kann nach- 
weisen , daß in solchen Fällen die zur Entscheidung über das Geschlecht 
drängende anthropomorphe Vorstellung älter war als das Wort , mit dem 
unsre Vorväter die Sache benannten. 

Diese Erscheinungen der Mythologie und Kunst zeigen also zwar, daß 
ein Zusammenhang zwischen dem grammatischen und dem natürlichen Ge- 
schlechte besteht, aber keineswegs, daß jenes aus diesem erwachsen war. Und 
es steht uns von dieser Seite her völlig frei, zu behaupten, daß das gramma- 
tische Geschlecht von Anfang an etwas ganz andres meinte als den natürlichen 
Sexus oder etwas diesem Analoges. ' 



^ Es interessiert vielleiclit, wenn ich wenigstens einen der mannigfachen Versuche, die her- 
kömmliche Beurteilung des grammatischen Geschlechts zu rechtfertigen, im Wortlaut anführe. 
Unser jüngst verstorbener Altmeister Pott sagt in seinem Artikel grammatisches geschlecht 
(Ersch und Grubers en'CYKL. I, 62. Teil, S. 403) : 'Dort [beim natürlichen Geschlecht] ist Wirk- 
lichkeit zu Hause. Hier [beim grammatischen] auch: aber nur eine lebhaft vorgestellte, also 
subjektive, Wirklichkeit einer Einbildungskraft, welche alles um, ja in sich belebt wähnt und 
darum gewissermaßen zugleich personifiziert (wie auf ganz ähnlichem Wege zu seinen idealen 
Gestalten gelangend der Mythus) und, in weiterer Konsequenz [!] sexualisiert. Wie der Jurist 
sich mit dem Verstände 'moralische Personen' (z. B. eine Kirche, eine Aktiengesellschaft) schafft, 
d.h. als Person fingiert, wo keine physische Einzelperson vorhanden, an die er sich nötigenfalls 
zu halten hätte: .ebenso die Phantasie mit ihren Scharen von Wesen, die faktisch kein Geschlecht 



DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN L^•DOGER^L\NISCHEN SPRACHEN. 103 

Unser ganzes Problem läuft auf zwei Fragen hinaus. 

1. Was war der ursprüngliche Sinn des -ä- in Substantiven wie gr. öed 
dbeXcpn T^vri lat. dea equa lupa und pon TrXri-pl euvrj aqua llra juventa, 
und des -ie- -I-) in altind. pätn! gr. iroTVia 'Herrin' altind. devi lit. deve" 
'Göttin' altind. vr^ki ahd. wulpa altisl. ylgr urgerm. ^uulfii, gen. ^uulj- 
iös, s. Vf. GRUNDRISS DER VGL. GRAMM. I, S. 331) 'Wölfin' Und altind. bhiiml 
gr. ^{oia lit. zeme 'Erde'? 

2. Wie kamen die Adjektiva zu ihrer Femininform, insbesondere da, wo 
sie einem kein Lebewesen bezeichnenden Substantivum als sein attributiver 
Begleiter erst ein femininisches Geschlecht zuführen, wie in vuH epeßevvi'i, lat. 
nox ätra? 

Was die erste Frage betrifft, so ist klar, daß es nur auf diese 'weibHchen' 
Suffixe ankommt. Denn daß -o- nicht von Anfang Ausdruck des männlichen 
Wesens war, daß es sich gegen den Sexus ursprünglich gleichgiltig verhielt, 
zeigt sein Gebrauch in den sogenannten Neutra, wie altind. yugä-m gr. 
Z:ut6-v lat. jugu-m 'Joch'. Erst im speziellen Gegensatz zum -ä- nahm es 
den Sinn des männlichen Wesens an, überall aber blieben die Mensch oder 
Tier bezeichnenden Wörter auf -o-s auch zur Bezeichnung des betreffenden 
Lebewesens überhaupt, ohne Rücksichtnahme auf die Verschiedenheit des 
natürUchen Geschlechts, im Gebrauch, z. B. gr. Ttttto-c lat. equo-s 'Pferd'. 
Und was die andern Suffixe, wie -i-, -u-, -ter-, -en-, angeht, so sagten 
diese von ältester Zeit her an sich über Männlichkeit oder Weiblichkeit gar 
nichts aus. Wo diese Begriffe nicht schon durch die Sache selbst gegeben 



haben, vielmehr nur ein ihnen angedichtetes (ich sage nicht, was klares Bewußtsein voraussetzte, 
erdichtetes), ein ihnen kraft Dekretes jener Dichterin Phantasie verliehenes. Wer deshalb das 
grammatische Geschlecht mit frostigem Verstände ins Auge faßt, dem muß es nicht allein unnütz, 
es muß ihm sogar als verkehrt vorkommen, ja zum Teil der Vernunft entbehrend und sinnlos. 
Der Verstand aber hätte Unrecht, von der Sprache immer seine Schematisierung zu verlangen; 
— er müßte denn die Poesie, oder überhaupt alle Kunst, als eiteln Geistesluxus verdammen und 
über Bord werfen. Wir haben in diesem bunten Spielwerke, oder in den Krepundien einer uns, 
ja, wer leugnet's?, zu fremd gewordenen Vorwelt, wo die Menschheit noch Kind war, gleichwohl 
auch ein Stück geistiger Arbeit vor uns, das alle Sprache durch nicht bloß ergötzlichen, sondern auch 
geistig oft, recht oft tiefbedeutsamen Farbenreichtum belebt (Abwesenheit des Geschlechts 
erzeugt in den Sprachen, wo sie herrscht, gegenteils eine nichts weniger als auf den Geist günstig 
wirkende und dürre Eintönigkeit), und — man entsinne sich wieder unsrer oben niedergelegten 
Bemerkungen über Kongruenz — auch gewiß dem Verstände eine sich diesem äußerst empfehlende 
Seite zukehrt.' Weiter S. 448: 'Einmal aber die engen Schranken natürlichen Geschlechts über- 
schritten, ergoß sich diese Sexuaüsaiion noch weiter über Substantive , wo an Männlichkeit oder 
Weiblichkeit auch nicht einmal mehr bildlich ein Gedanke sein konnte; zuweilen, wie im Hebrä- 
ischen, über alle, sodaß keines als neutral, und damit vom eigentlichen Geschlechte ausgeschlossen, 
zurückblieb. Da gilt es zum öftern, und zwar im Fall einer Mehrf ormigkei t von Substantiven 
gleicher Abstammung, die lautlich fast nur auf eine geschlechtliche Unterscheidung [i.ii. oq, »l 
sich beschränkt, nur nach rein sy nonymis eben Zwecken, die mit Geschlechtlichkeit wenig oder 
nichts zu thun haben. Wo aber die Mehrformigkeit wegfällt, hat sich der Sprachsinn, natürlich 
auch sonst selten nach deutlichen, sondern kaum je anders als nach unbewußten Antrieben zur 
Wahl eines bestimmten Geschlechts, wo überhaupt noch, von gewissen l)egrifflichen Analogien 
bestimmen lassen , denen ein Wort anzuschließen ihm irgend ein otTencr oder auch versteckter 
Grund empfahl. Zuletzt aber verliert sich unzweifelhaft die Untersuchung in Regionen von un- 
durchdringlichstem I )unkel .' 



I04 



Karl BRUciMANN. 



waren, wie in lat. pater und mäter oder in altind. sünü-s got. sunu-s 
'Sohn', war nur der attributive Zusatz maßgebend, wie lat. hie axi-s hie 
ensi-s, aber haec cräti-s haec blli-s; die Substantiva der letztern Art 
strahlen also — mit Pott zu sprechen — gleichwie der Mond nur ein erborgtes 
Licht aus. Zudem finden sich ja diese Suffixe fast alle, wie die o-Suffixe, 
von ältester Zeit her auch in Neutra, vgl. z. B. *pek"u n. 'Vieh"" (altind. pas'u 
lat. pecu ahd. fihu). Was für eine Bewandtnis hat es also mit dem in Sub- 
stantivis auftretenden -ä- und -ie- (-1-)'? Es läßt sich a priori vermuten, 
daß diese Suffixe in Wörtern wie lat. dea altind. devi ursprünglich mit dem 
Begriff des weiblichen Sexus ebensowenig zu thun hatten als in den Wörtern 
wie lat. aqua altind. bhami, sondern erst in sekundärer Entwicklung Zeichen 
der physischen Weiblichkeit wurden. Und es liegt eine Möglichkeit solcher 
Auffassung nicht ferne, die, wenn ich sie auch vorläufig nur als eine Möglich- 
keit geben kann, doch, wie mir scheint, schon darum beachtenswert ist, weil 
sie uns einen Ausweg aus der alten, immer wiederkehrenden und dennoch so 
überaus unwahrscheinlichen Auffassung des grammatischen Geschlechtes unsrer 
Sprachfamilie zeigt. 

Es gibt ein paar ein weibliches Wesen bezeichnende urindogerm. Wörter 
auf -ä-, in denen der Sinn der Weiblichkeit nicht erst durch diesen Ausgang 
braucht gegeben gewesen zu sein. Das sicherste Beispiel ist das reduplizierte 
*mä-mä *ma-mä (vgl. gr. |uaia "Mütterchen' und das allgemeinindogerm. 
|ur|-Tr|p "^Mutter') gr. |ud)a)uri 'Mütterchen, Großmütterchen', lat. mamma 'Mütter- 
chen, Mutterbrust', britann. mam 'Mutter' (ohne Tändelei), ahd. muoma 
'Mutterschwester', auch 'w^eibliche Verwandte überhaupt', lit. momä mäma 
'Mutter, Mütterchen', bulg. poln. mama 'Mutter'. Ferner das ablautende 
*genä *gn^nä *gnä (mit velarem g) 'Weib': altind. gnä- 'Frau eines Gottes' 
armen, kin gr. att. Y^vi'i böot. ßavöt altir. ben (gen. mnä aus ^bnäs) got. 
qinö altisl. kona preuß. genna altkirchenslaw. zena (vgl. Vf. grundriss d. 
VERGL. GRAMM. I, S. 317. 319. 327. 330. 338;. Dicses Wort hatte neben sich 
ein gleichbedeutendes *geni-s (altind. -jäni-s_ got. qens) und mag ursprüng- 
lich 'gebärendes Wesen' bedeutet haben, wenn auch die Berechtigung, es mit 
Wurzel g"en- (mit palatalem g) 'gignere' zu verbinden, noch unerwiesen ist. 

Nun ist es eine im Kreis der idg. Sprachen vielfach zu beobachtende Er- 
scheinung, daß Suffixe, ganz einerlei welchen Sinn sie ursprünglich, kraft ihrer 
Etymologie , hatten , von der Bedeutung des wurzelhaften Teiles des Wortes 
in sich aufnehmen, daß von dem Sinn des wurzelhaften Wortteiles etwas, so- 
zusagen, in sie überströmt. Und wenn ein solches Suffix dann produktiv 
wird, so nimmt es die in dem betreffenden Worte oder den betreffenden Wör- 
tern erworbene Funktion in die neu gebildeten Wörter mit hinüber. So wurde 
z. B. das indogerm. Suffix -uo-, das an sich mit Farbbenennung nichts zu 
thun hatte, aber in etlichen Farbnamen altüberkommen war (' g"hel-uo-s = 
ahd. gelo 'gelb' lat. helvo-s, '^pol-uo-s = ahd. falo 'falb, fahl' lit. palva-s 
altkirchensl. plavü 'gelblich weiß, falb'), im Germanischen, Lateinischen und 
Litauischen als Farbnamensuffix produktiv, z. B. ahd. salo 'schwarz, schmutzig', 
gräo 'grau' ags. baso 'purpurn', altisl. hoss 'grau' u. s. w. (Kluge, nomi- 
nale STAMMBILDUNGSLEHRE, S. 81), lat. silvO-S, fulvO-S, furVO-S, fläVO-S. 



DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGERMANISCHEN SPRACHEN. IO5 

Daneben blieb es in andern, zum Teil ebenfalls altererbten Wörtern, die ganz 
andern Bedeutungskreisen angehören, weiterbestehen, z. B. ahd. haro 'herb^ 
läo 'lau', got. qiu-s Stamm qiva-) "^lebend', ags. earo altisl. o^rr "^schneir, 
lat. salvo-s arduo-s vivo-s scaevo-s. Ein andres Beispiel sind die mit- 
tels -bho- gebildeten Tiernamen. Daß dieses Suffix an und für sich mit dem 
Begriff Tier nichts zu schaffen hatte, zeigen Wörter wie altind. sthülabha-s 
'grob, massiv', gr. KoXaqpo-c 'Faustschlag, Ohrfeige', Kpotaqpo-c 'Schläfe', 
qpXiTvaq)0-c 'schwatzhaft' und 'Geschwätz', d'pTuqpo-c 'silberglänzend', lit. där- 
ba-s 'Arbeit' zu dary'ti 'thun';, ankszty'ba-s 'von früher Art, frühzeitig 
erscheinend', altkirchensl. a^troba 'Eingeweide, Bauch' züloba 'Bosheit'. Im 
Ind.. Griech. und Kelt. erscheint es nun in einer Reihe von Tierbenennungen, 
von denen zwei als aus proethnischer Zeit stammend gelten können: altind. 
r^sabhä-s 'Stier', dem man wohl mit Recht gr. EipacpitJurric lesb. ' EppacpeujTäc. 
Beiname des Dionysos , vergleicht (wenn auch die Schwierigkeit , die in der 
Gleichung pp = idg. rs liegt, mir durch Wackerxagel Kuhns ztschr. XXIX, 
S. 126 ff., dem SoLMSEX ebend. S. 352 beistimmt, nicht sicher gehoben zu 
sein scheint), und gr. epicpo-c 'junger Bock' altir. heirp erb 'capra, damma'. 
An diese schloß sich im Griech. eine Anzahl von Neubildungen an, wie l\ä(po-c 
'Hirsch' (zu e\X6-c) Kipaqpo-c 'Fuchs' Kibdqpii CTKibdcpii 'Fuchs' Kopacpo-c ein 
Vogel bei Hesvch wohl zu Kopujvri. also aus der Familie der Raben) KdXaqpo-c 
daKdXacpo-c eine Eulenart KoacTucpo-c att. KOTTuqpo-c 'Drossel'. Auch unter 
den altind. Tiernamen mit -bho- scheinen jüngere Neubildungen zu sein, 
z. B. räsabha-s 'Esel' von ras- 'schreien, brüllen, wiehern.' 

Wenden wir dies auf unser Suffix -ä- an. Dieses war an " genä- *mä"'mä- 
und vielleicht noch dem einen oder andern gleichartigen Substantiv zum Be- 
griff der W'eiblichkeit gekommen. Und es bot sich nun in ihm ein Mittel, 
einem Wort, das ein Lebewesen bezeichnete, durch eine leise flexivische Um- 
wandlung den Sinn des weiblichen Geschlechtes aufzuprägen. Wie man im 
Griechischen von elen- (ein- eln^-) 'Hirsch' im Anschluß an *ersn^bho-s 
'Stier' ein 'eln^bho-s eXaqjo-c, gleichsam 'Hirschtier', schuf, so stellte man 
im Urindogermanischen nach dem Muster v'on *genä 'Weib' z. B. neben 
'ek"iio-s 'Pferd' ein "ekuä- (altind. äsVä lat. equa ht. aszva) gleichsam 
'Pferdweibchen'. Ehe man zu diesem Mittel der Geschlechtsunterschcidung 
gelangt war. wird man, wenn man in die Lage kam das natürliche Geschlecht 
genau bezeichnen zu müssen, entweder wurzelhaft verschiedene Wörter ange- 
wandt haben, wie nhd. Hengst und Stute neben Pferd, oder dem an sich 
für beides gleichen Nomen zum Behufe der Sonderung ein Wort beigefugt 
haben, welches entweder geradezu 'männlich' und 'weiblich' bedeutete oder 
dieses doch mittelbar bezeichnete, vgl. z. B. in der Vorubasprachc ommoh- 
'kori 'Knabe, Sohn, junger Mensch' ommoh-'biri 'Mädchen, Tochter', welche 
durch appositioneilen Zusatz von okkori 'Mann' und obiri 'Weib' gebildet 
sind (Pott in der S. 102 Anm. i genannten Abhandlung S. 407 . und die iri- 
schen Zusammensetzungen mit ban- 'Weib', wie ban-trebthach 'Wirtin' 
ban-chu 'Hündin' (Zeuss-Ebel, ghamm. celt. , p. 854). Unsre flexivische 
Abänderung, wie *ek\iä. mußte sich als ein bequemes Mittel der Geschlcchts- 
bezeichnung besonders empfehlen, und so kann nicht auffallen, wenn -ä- 



jQ^ Karl Brugmann. 

in dieser Richtung produktiv wurde. Es war aber verhältnismäßig doch 
nur ein kleiner Kreis von Wörtern, in dem dieses wirklich weibliche ä sich 
einbürgerte. Denn alle die nicht lebende Wesen bezeichnenden Wörter auf 
ä behielten dieses Suffix bei, ohne an dem Sinn der Weiblichkeit Teil zu be- 
kommen. Wenn man sagt, diese Substantiva (lat. aqua. iTra, juventa etc.; 
seien mit dem weiblichen Suffix -ä- gebildet, so ist also diese Benennung 
nicht mehr gerechtfertigt, als wenn man sagen wollte, got. qiu-s und lat. 
vivo-s 'lebendig" trügen das Farbnamensuffix -uo- oder gr. KpoTaqpo-c das 
Tiernamensuffix -bho-. Oder man müßte die Bezeichnung als femininisch da- 
mit rechtfertigen wollen, daß ja nun allerdings, infolge jenes Neubildungspro- 
zesses, bei der Personifikation von Begrifi"en wie lüna, limpa limpha lym- 
pha:, fäma , pudicitia das ä-Suffix, im unbewußten Anschluß an dea 
femina u. s. w., die Einbildungskraft aufs weibliche hinwies. 

In gleicher Weise denke ich mir -ie- -I- zum Sinn der Weiblichkeit ge- 
kommen. Eines oder das andre der mit ihm gebildeten Substantiva , etwa 
altind. stri "^Frau", das zu sä-tu-s ""Mutterleib' gehören mag (J. Schmidt, 
Kuhns ztschr. XXV, S. 29), gab den Anstoß dazu, daß man z. B. neben 
*yrqo-s 'Wolf (altind. vf^ka-s gr. Xuko-c got. vulfs': ein *ul^q-i 'Wölfin' 
stellte. 

Hiermit wäre nun allerdings nicht gezeigt , welches die absolut älteste 
Funktion der Suffixe -ä- und -ie- -1- war, wohl aber bewiesen, daß wir 
nicht gezwungen sind als solche den Begriff des weiblichen Sexus anzusehen. 
Und dieses genügt für unsern Zweck. 

Unsre zweite Frage war: wie kamen die Adjektive zu ihrer Feminin- 
form ? 

Handelte es sich bloß um den Fall, daß Substantiva auf -ä oder -I das 
Attribut oder Prädikat ebenfalls in einer von diesen Gestalten zu sich nehmen, 
daß z. B. die Griechen )~\ 6eä, dYaOii Ged. TroXXti iLiujpia, 0ed eibuia, f] d\i]0eia 
sagten (gr. -id entspricht bekanntlich dem -I der andern idg. Sprachen , so 
läge eine Erklärung nahe und würde wohl ohne w^eiteres allgemein als richtig 
anerkannt werden : man könnte sagen , durch eine rein lautliche Assimilation 
sei Kongruenz der Form hergestellt worden (vgl. Pott a. a. O. S. 397 f., Stein- 
thal in Kuhx-Schleichers beitr. I, S. 296 ff. = gesamm. kleine Schriften I, 
S. 386 ff., Madvig, kleine philol. SCHRIFTEN, S. 2"/ f.). Wenn dann, im An- 
schluß an 0ed ä'faQx] dea bona, die ä- oder I-Form des Adjektivs sich auch 
den nicht mit diesen Suffixen gebildeten Substantiven, welche weibliche Lebe- 
wesen bezeichnen, beigesellte, wenn man auch z. B. uiinip d.Taöil mäter bona 
bildete, so wäre das eine sehr natürliche Folge des ersten Schrittes gewesen, 
den die Sprache that. Einer Erläuterung bedürfte nur der eine Punkt : warum 
nahmen die Adjektiva nicht entweder alle die ä-Form oder alle die i-Form 
an? Und auch diese Frage wäre leicht zu beantworten : man erinnere sich 
nur, wie im Indogermanischen beim Adjektiv die ä- und die T-Form ver- 
teilt sind. 

Aber die Sache ist verwickelter. Auch die sämtlichen Substantiva nicht 
neutralen Geschlechts, welche keine Lebewesen bezeichnen und andre Suffixe 
haben als -o-, -ä- -ie- (-I-), sind ja seit indogerman. Urzeit geschlechtig 



DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGERMANISCHEN SPRACHEN. IQT 

bestimmt, indem sie sich entweder mit der mask. oder mit der femin. Form 
des Adjektivs verbinden. An sich selbst, an ihrer äußern Lautform haben 
sie nichts , was eine derartige verschiedene Behandlung herbeigeführt haben 
könnte , und man sieht ihnen selbst ihr Genus ja überhaupt nicht an : man 
muß erst fragen, mit wem sie umgehen, um zu wissen, wer sie sind. Warum 
verbinden sich nicht alle diese Substantiva gleichmäßig mit derselben Adjektiv- 
gestalt und zwar der nicht femininisch geprägten? Warum z. B. nicht vaOc 
)LiaKp6c wie ttgüc laaKpoc, sondern vaOc juaKpd? In einer großen Anzahl von 
Beispielen läßt sich diese Verschiedenheit als urindogermanisch nachweisen, 
und im allgemeinen haben die einzelnen Sprachen den damals in dieser Be- 
ziehung entstandenen Gebrauch unverändert festgehalten. So war es, um von 
einzeln stehenden Wörtern wie 'näu- "Schiff" abzusehen, nach Ausweis der 
Einzelsprachen in der Zeit der Urgemeinschaft Regel, daß die Abstrakta (No- 
mina actionis. auf -ti-s, wie "mn^-ti-s Mas Denken, der Sinn"* altind. mati-s 
"^Denken, Sinn\ lat. mens mentis. got. ga-munds *^Andenken\ lit. at- 
mintis "^Gedächtnis" altkirchensl. pa-me^ti 'Andenken"), sich mit Attributen 
in femininem Gewand verbanden.' Woher dies? 

A priori ist ein doppeltes denkbar. Entweder : nachdem einmal die ad- 
jektivischen Wörter durch die formale Assimilation zu ihrer femininen Sonder- 
form gelangt waren, wurde deren Gebrauch über die anfänglichen Grenzen er- 
weitert. Es wirkten jetzt Analogien, die nicht mehr in der äußern, sondern in 
der innern Sprachform gegeben waren. So ließe sich denken, daß die zahl- 
reichen Abstrakta auf -ä. wie gr. (pvp] lat. fuga "^Flucht", altind. bhidä 
"^Spaltung", got. bida "Bitte. Gebet', ahd. lugl auf urgerm. ^luj-iö- beruhend) 
aksl. lüza "Lüge", altind. vidyä "Wissenschaft", gr. noivii "Entgelt, Strafe, Be- 
lohnung" avest. kaenä- "Strafe", lat. juventa got. junda "Jugend", altind. pür- 
natä ahd. fuUida aksl. plünota "Fülle", den Anstoß dazu gaben, daß auch 
die Abstrakta auf -ti-s das Attribut in der ä-Form und der ihr gleichwertigen 
I-Form annahmen; bei den Abstrakta auf -o-s. wie gr. xpo^o-c "Geräusch, 
Gebrumm" aksl. gromü "das Donnern", altind. ghösa-s "Getön, Getöse", gr. 
vöa-TO-c 'Heimkehr", got. mö-d-s "Zorn", wäre der i.A.usgang -o-s hinderlich 
gewesen. Ebenso könnten auch in ihrer Formation einzeln dastehende Sub- 
stantiva durch andre in ihrem Genus bestimmt worden sein. z. B. das in altind. 
ksäm- gr. xö^v erhaltene fem. idg. Wort für Erde durch ein gleich- oder 
ähnlichbedeutiges Wort von der Suffixgestaltung des lat. terra oder des gr. 
Tttia, das fem. Wort für Stimme altind. vfic- gr. öi|J lat. vöx durch ein wie 



' Die Substantiv.! auf -ti-s waren wolil überhaupt alle einmal Abtracta. Denn die Nonuna 
agenlis auf -ti-s, die zum Teil in mehreren Sprachen zugleich auftreten, wie lat. hos-ti-s 
'Ausländer, Feind' got. gas-t-s 'Fremdling, Gast' aksl. gos-ti Ciast, Genosse, Freund', nit'r. 
täi-d aksl. ta-ti 'Dieb', lassen sich sämtlich ohne Schwierigkeit als aus Nomina actionis ent- 
wickelt auffassen. Das Abstractum wurde als Eigenschaftsbegriff unmittelbar für die mit der Eigen- 
schaft behaftete Person gesetzt, vgl. altind. cit-ti-s f. '\'erstand', das im \ki>a auch im Sinn 
der Verständige' vorkommt. Es ist derselbe Trozeß, durch den die klassischen Sprachen und das 
Baltisch-Slawische zu ihren maskul. ä-Stämmen kamen, wie gr. veavi'a-^ lat. scriba aksl. sluga 

(vgl. OSTHOFF, DAS VEKHl.'M IN DER NoMINALKOMrOSITION, 1S7S, S. 263 tT. ; I)EI.1«RÜCK, SYNTAKT. 
FORSCH. IV, 6 flf.l. 



io8 



Karl Brugmann. 



gr. aubri und qpuuvii gestaltetes, u. s. f. Daß das in dem Genus des beglei- 
tenden Adjektivs zur Erscheinung kommende Genus eines Substantivs durch 
begriffsverwandte Substantiva gegeben wird, ist eine Erscheinung, die wir im 
spätem Leben der indogermanischen Sprachen vielfach beobachten können. 
Der bekannteste Fall ist der Übertritt von mask. o- Stämmen zum Femininum 
in den klassischen Sprachen, z. B. gr. bpocToc 'Thau' fem. nach epax] (vgl. 

Vf. LIT. CENTRALBL. 1878, Sp. 983 f. , FlECKEISENS JAHRBB. 1 880 , S. 660 f. , 

Delbrück, synt. forsch, iv, S. 12 f. , Rob. Lange, de substantivis feminixis 

GRAECIS SECUNDAE DECLIXATIONIS, LiPSLAE 1885). 

Oder die ä- und i- Formen der Adjektiva waren nicht erst durch das 
Assimilationsbestreben entsprungen, sondern waren schon von Anfang an vor- 
handen kraft der ursprünglichen Natur der Wörter, die uns jetzt als Adjektiva 
erscheinen, sowie der ursprünglichen Bedeutung des suffixalen Elemente -5- 
und -ie-, und es bestand eine innere Beziehung zwischen Wörtern wie vaOc, 
XOiLv, ßdcnc und gerade dieser ä- oder ie-Form des attributiv oder prädikativ 
stehenden Eigenschaftswortes. Dabei könnte für die Substantiva auf -ä und 
-I immer nebenher auch noch der rein äußerliche Umstand, die formale Gleich- 
heit, bei der Wahl der Gestalt des Begleitwortes ein wirksamer Faktor ge- 
wesen sein , ja er müßte das. 

Man berücksichtige hierbei, daß die Adjektiva der idg. Sprachen nach- 
weislich zum Teil ursprünglich, in uridg. Zeit, Substantiva waren, daß manche 
Nomina von der Zeit der idg. Urgemeinschaft her bis ins einzelsprachliche 
Leben hinein zwischen substantivischer und adjektivischer Geltung schwankten 
(z. B. die Nomina agentis mit Suffix -tor-, lat. victor exercitus) und 
daß auch in Jüngern und jüngsten Zeiten und auch heute noch immer Sub- 
stantiva auf dem Wege waren und sind, zu Adjektiva zu werden (vgl. u. a. Vf. 
Kuhns ztschr. XXIV, 34 ff., Paul, Prinzipien ^ 303 ff.). Ferner, daß überall, 
in den einen Sprachen häufiger als in den andern, die ä-Form von Adjektiva 
auf -o- auch als Nomen abstractum vorkommt; so sind namentlich alle Ab- 
strakta auf - i^ä - und-tä- ""substantivierte' Adjektiva, wie altind. kr^t-yä 'das 
Anthun, die Behexung' neben ki;t-ya-s 'faciendus', das erwähnte ahd. lugl 
aksl. lüza *^Lüge' neben luggi (lukki) lüzi 'lügnerisch', altind. hatyä 'Tötung' 
andd. güdea 'Kampf lit. gincziä 'Streit' neben altind. hatya-s 'inter- 
ficiendus', gr. CTuuiripia 'Rettung' neben auuTiipio-c, lat. noxia neben noxiu-s: 
avest. cistä- 'Denken, Weisheit' neben altind. cittä- 'gedacht', altir. ed- 
bart ed-part 'oblatio' neben gr. cpepio-c 'erträgHch' altind. bhr^tä- 'getragen, 
unterhalten, gemietet', got. skanda ahd. scanta 'Schande' neben ahd. scan-t 
'beschämt', lit. geltä 'Gelbheit' neben gelta-s 'gelb', aksl. vrista 'Lage, 
Befinden, Stadium, Alter' neben altind. vr^ttä- lat. vorsu-s versu-s (von 
solchen Fällen aus war -tä- als Abstraktsuffix bereits in uridg. Zeit produktiv 
geworden und auch zu denominativer Verwendung gekommen, wie lat. juventa 
got. junda 'Jugend', altind. ghöratä ' Grauenhaftigkeit' got. gäurif>a 'Be- 
trübnis' u. s. w.; . 

Es muß also unter diesen Umständen die Frage aufgeworfen werden, ob 
nicht die funktionelle Natur des ä- Suffixes es mit sich brachte, daß das Attri- 



DAS NOMINALGESCHLECHT IN DEN INDOGER^UNISCHEN SPRACHEN. 



109 



but sich unter bestimmten Bedingungen , die durch diese Natur und die Be- 
deutung des Substantivs gegeben waren, in die ä-Form kleidete. 

Welcher von beiden Erklärungsvvegen der richtige ist, entscheide ich nicht. 
Wir stehen hier vor einer der verwickeltsten Fragen der Sprachwissenschaft. 
Zuvörderst wäre erforderlich, daß sämtliche nicht animalische Wesen bezeich- 
nende Substantiva der idg. Sprachen zusammengetragen würden, die als aus 
der Zeit der idg. Urgemeinschaft ererbt anzusehen sind und deren gramma- 
tisches) Geschlecht sich für diese Zeit feststellen läßt. ' Es wäre dann zuzu- 
sehen, ob nicht die mit der ä- bzhw. der ie-Form des Adjektivs verbundenen 
Substantiva gewisse Züge der Innern Sprachform gemeinsam haben. Dabei 
wäre aber stets darauf zu achten , daß , wenn auch vielleicht der zweite Weg 
zum Ziele zu führen scheint, doch aller Wahrscheinlichkeit nach auch massen- 
hafte Beeinflussungen von der Art, wie wir sie als erste ?*Iöglichkeit (S. 107 in 
Erwägung zogen, stattgefunden haben. 

Der Zweck dieses Aufsatzes ist erreicht, wenn es mir gelungen sein sollte 
die Überzeugung zu schaffen , daß die übliche Herleitung des maskulinischen 
und femininischen grammatischen Geschlechts aus dem natürlichen ein unglaub- 
würdiges Axiom ist. und daß die Lösung unsres ganzen Problems zunächst in 
der angegebenen Richtung gesucht werden muß. 



' Man glaube nicht etwa . daß es genügen würde, daß FiCKsche \Vörterbuch unter diesem 
Gesichtspunkt durchzumustern. Das Material hat sich seit 1S74 ganz bedeutend vermehrt und ist 
vorläufig noch in alle Winde zerstreut. 

Leipzig. 

Karl Brugmann. 



ZUR LAUTSCHRIFT 

MITTELS LATEINISCHER BUCHSTABEN UND ARTIKULATORISCHER NEBENZEICHEN. 

Bei Begründung dieser Zeitschrift hielt der Herausgeber es für seine 
Pflicht, für dieselbe eine phonetische Transskription zu möglichst einheitlichem 
Gebrauch auszuarbeiten. Es geschah im wesentlichen nach den Grundsätzen, 
welche er in seiner phonetik dargestellt. Der Vorschlag wurde an die Mit- 
arbeiter zur Begutachtung versandt und wendeten ihm K. Brugmann, G. v. d. 
Gabelentz, R. Lepsius und J. Storm besondere Aufmerksamkeit zu. Brugmann 
hatte dabei namentlich die altern Sprr. des idg. Stammes im Auge : bis deren 
Laute genauer bestimmt sind, läßt sich natürlich eine phonetische Transskr. , 
wie die der i. z., für dieselben nicht verwerten, sondern nur Buchstaben, denen 
weitere Lautgebiete entsprechen ; ich möchte deshalb zum Gebrauch für die 
toten Sprr. in der i. z. durchaus die gewöhnlichen Buchstaben empfehlen, 
entsprechend den liegenden der phonetischen Transskr., mit den wichtigsten 
Nebenzeichen, so weit es die Umstände gestatten. Ich bedaure mit Brugmann, 
daß man sich noch immer nicht über die notwendigsten Buchstaben und Zei- 
chen für die idg. Sprachvgl. geeinigt hat. v d. Gabelentz betrachtete den 
Gegenstand vom Standpunkt der ostasiatischen Sprr. aus ; er hat seine An- 
schauungen über die Transskriptionsfrage i. z. IL 252 — 7 mitgeteilt. Lepsius 
gedachte besonders der afrik. Sprr., für welche sein Standard alphabet sich 
im ganzen als ausreichend bewährt und so vielfache Anwendung gefunden hat. 
Storm meinte, es müsse hier der Ausgangspunkt von der englischen phonetischen 
Schule genommen werden; über meine Stellung zu Bells Vokalschema und 
engl. Transskr., die auf Bells visible speech begründet sind, habe ich mich seit- 
dem wiederholt ausgesprochen vgl. unten 12g). Da gegen die physiologischen 
Grundsätze meines Vorschlags , auf welche ich vor allem Wert legen mußte, 
keinerseits Bedenken geäußert waren, so wurde die Transskr. \. z. I. 171 — 185 
veröffentlicht und hat sich seitdem in der Anwendung auf lebende Sprr. und 
phonetische Erörterungen bewährt. 

Folgende Sätze sind bei der Ausarbeitung der Transskr. in erster Reihe 
maßgebend gewesen, i. z. I. 173: 'Als akustische Gesamtwirkung läßt sich 
der Laut nicht so bezeichnen wie die Musik durch Noten; das ginge vielleicht 
bei den Klanglauten nach der HELMHOLxzschen Theorie, falls die Eigen- resp. 
Teiltöne genau und vollständig bestimmt wären; bei den Geräuschlauten aber 
würde uns die Schreibweise wieder vollständig im Stich lassen. Somit sind 
wir eben auf eine Bezeichnung der den Laut hervorbringenden Bewegungen, 



F. Techmer. III 

resp. Stellungen des Sprachorgans angewiesen/ 172: ""Nur diese Stellungen, 
gleichsam die hervortretenden Stationen der Lautung bezeichnen wir; Über- 
gänge von Station zu Station nur dann, wenn sie weder auf kürzestem Wege, 
noch mit geringstem Kraftaufwand, noch in normaler Zeit bewirkt werden . . . 
Also in dem Fortgang der Lautbewegungen werden nur die Lautstationen be- 
zeichnet , die in gewöhnlicher , natürlicher Weise erfolgenden Übergänge sind 
damit implicite angedeutet.^ 

Demgemäß hatte ich von den gewöhnlichen Lautübergängen sorgfältig 
die sich artikulatorisch davon absondernden Übergangslaute zu unterscheiden; 
nur die Laute und Übergangslaute hatte ich zu bezeichnen , in keinem Fall 
die gewöhnlichen Lautübergänge (wohl aber zu kurze Übergänge). 

Es war nun jedenfalls im Widerspruch mit diesen Grundsätzen, wenn ich 
in Rücksicht namentlich auf die verschiedene akustische W'irkung und Be- 
wegungsempfindung in meinem System der Artikulationen anfänglich ""Dauer- 
schluß' und 'Klappschluß^ unterschied; das wesentliche und was für die arti- 
kulatorische Transskr. nur in Frage kommen konnte, war die Stellung des 
Schlusses, nicht das normale zeitliche Verhalten vor- und nachher, nicht die 
gewöhnlichen Übergänge. Das habe ich denn auch in meiner Besprechung von 
Flodström: zur lehre von den konson., und von Hoffory: Sievers und die 
PRINZ. D, SPRACHPHYSIOL., I. z. II. 327 mit folgenden Worten bekannt: 'Es ist 
richtig, daß, solange man bloß die Stellungen ins Auge faßt und bezeichnet, 
und die Übergänge nur ausnahmsweise . . . (i. z. I. 172), solange für die 
Sprechlaute von seitlicher und nasaler Explosion nicht die Rede sein, 
auch nicht Dauer- und Klappschluß unterschieden werden darf, mögen sie 
auch noch so sehr durch die Bewegungsempfindung unterschiedlich zum Be- 
wußtsein gelangen. Anders liegt die Sache natürlich auf der akustischen Seite. 
Ich habe den Fehler, für diese Fälle auch die gen. Übergänge bei den Arti- 
kulationen zu berücksichtigen, in meiner letzten Schrift : zur veranschaul. der 
LAUTBILDUNG, 1885, ZU Vermeiden gestrebt, um so lieber, als die Lehre von 
den Artikulationen sich dadurch etwas vereinfacht. Ich bin H. für diese Er- 
leichterung ZU aufrichtigem Dank verpflichtet.^ In der gen. Schrift: z. veransch. 
S. II bemerkte ich zum Artikulationsgrade des Schlusses ^Clausura : * Schluß 
mit Klappgeräusch beim Zu- und Aufklappen (Implosio et explosio) : während 
die Schlußstellung an sich (Statio clausurae) geräuschlos ist. Man beachte 
hier wohl, daß der Höhenpunkt der Artikulation, die Statio clausurae, der mit 
den betreffenden Buchstaben /', t^ p zu bezeichnende Sprechlaut mit einer 
Schallpause, anderseits die Übergänge zu und von dem Höhenpunkt mit 
Geräuschlautcn zeitlich zusammenfallen. Hieraus ergibt sich von selbst, wie 
notwendig es ist, die Schall- und Sprecherscheinungen wolil auseinander 
zu halten [in einer genauen Schallschrift würde man den Geräuschlaut des Zu- 
klappens, die Schallpause der Schhil.VstcUung, den Gcräuschlaut des Aufklappcns 
zu bezeichnen haben, s. übrigens meine Besprechung von KiRsrE und Makch 
liip.L. i886j. Vgl. Fi.oi)STR(iM . . . (Bezz. p.kitr. VIII. I — 35' . . . Seitlicher Schluß 
fällt mit c'j 2 ... [dem eben besprochenen Schlul.^] zusammen, wenn man nur 
die Schlußstellung ; Statio clausurae' und nicht die Übergänge ins Auge fal.U.' 
Damit war eine wesentliche Vereinfachung der Transskr. ermöiilicht, auf deren 



112 F. Techmer. 

Notwendigkeit v. d. Gabelentz mich schon anfänglich aufmerksam gemacht: 
die besondere Bezeichnung der gewöhnHchen Lautübergänge, der Nasenex- 
plosion: A^^, ti^, w^, der Seitenexplosion /. (i. z. I. i6i, 162, 180; vgl. auch 
die Beisp. 182 — 4) erwies sich als überflüssig; höchstens blieb zu kurzer Über- 
gang zu bezeichnen, wofür ich ein stehendes Legatozeichen vorschlage ...j 

Auf diese Weise wurde auch das Kapitälchen /. für anderweitige Verwendung 
verfügbar. 

Es stellte sich aber in der Folge noch ein weiterer Widerspruch mit den 
oben gen. Grundsätzen der artikulatorischen Transskr. der i. z. heraus. Mir 
war zwar nach eignen, namentlich stomatoskopischen Beobachtungen der Arti- 
kulationen der Vorderzunge bei den Mundengeschlußlauten, wie auch nach den 
betr. Angaben aus der phonetischen Litteratur , welche Michaelis in seinen 
Schriften über die Zischlaute und sonst so fleißig gesammelt hat , wohl be- 
kannt, daß an den Stellen, wo die Zungenspitze Enge und Schluß erzeugt, 
diese auch durch Artikulation des Vorderzungenrückens hervorgebracht wer- 
den können. Ich glaubte aber von einer besondern, im Lautsystem wie in 
der Transskr. streng durchgeführten Unterscheidung der Vorderzungenrücken- 
engeschlußlaute absehen zu können, Ma bei letztern zwar nicht die musikalische 
Höhe , aber doch der Geräuschcharakter spezifisch derselbe wie bei den . . . 
Vorderzungen spitzen lauten ist' (i. z. I. 180, III. 248), wobei ich leider vergaß, 
daß bei der artikulatorischen Transskr. nicht die hörbare Wirkung, sondern die 
Artikulationsunterschiede maßgebend sein sollen. In der Schreibung für den ge- 
wöhnlichen Gebrauch ist es allerdings unnötig, solche verschiedenen Artikulations- 
weisen zu unterscheiden, welche dieselbe akustische Wirkung haben; werden 
ja doch in der natürlichen Spr. die Laute nach dem Eindruck auf das Ohr 
und nicht nach der Beobachtung der verstecktem Bewegungen der Sprech- 
organe erlernt. In wissenschaftlicher, artikulatorischer Transskr. ist jene Unter- 
scheidung jedoch unerläßlich. Ich habe bereits i. z. III. 248, wo Vorderzungen- 
rückenartikulationen an der kakuminalen, postalveolaren und alveolaren Stelle 
in Frage kamen — für die dentale Stelle vgl. meine Bespr. von Brincker, bibl. 
1886 — , bemerkt, daß ich die Vorderzungenrückenengeschlußlaute für ursprüng- 
licher halte : sie sind natürlicher und bequemer, auch der Artikulationsw'eise der 
Mundöffner mehr angepaßt, welche ja trotz entgegengesetzter Behauptungen 
von Bell (visible speech S. 38 und 73 Fig. der mixed vowels, vgl. i. z. I. 157) 
und Genetz (lautphysiol. einführ, in d. stud. d. westfinn. sprr. S. 18 und Taf. 
Fig. II für Mentale Vokale", vgl. meine Bespr. von Genetz bibl. 1886) allgemein 
mit Zungenrückenartikulationen hervorgebracht werden. Die Zungenspitzen- 
laute dagegen, deren Artikulationen bestimmter und schärfer voneinander ab- 
gegrenzt sind (weshalb ich auch i. z. I. auf Tab. IV Fig. 8, g, 11, 12, 13 
apikale und nicht dorsale stomatoskopische Bilder gezeichnet habe), halte ich 
für verhältnismäßig spätere Lautentvvickelungen. Neben den Zungenspitzen- 
lauten sind die Vorderzungen rücken laute, gewissermaßen als archaische Formen, 
noch sehr häufig in Gebrauch. Ich spreche z. B. dorsales s wohl häufiger als 
apikales. Die Frage war nun, wie die Vorderzungen rückenlaute zu schreiben. 
Dieselbe erledigte sich von selbst nach Grundsatz 7 und 8 der Transskr. der 
I. z. I. 174 f. 7. : 'Jedem kleinen Buchstaben der gewöhnlichen lat. Kursivschrift 



LAUTSCHRIFT. I I 3 

wird derjenige Lautwert gelassen, welchen er . . . gewöhnlich hat.' 8. Große 
Buchstaben . . . werden wir mit möglichst wenig . . . verändertem phonetischem 
Wert gebrauchen.' Demnach sollen nun in Zukunft die Zungenspitzenlaute 
ohne Ausnahme mit den kleinen Buchstaben: s z t d l n. die 
Vorderzungenrücken laute mit den Kapitälchen: s z t d l x ge- 
schrieben werden. Die sich daraus ergebenden Änderungen und Erweiterungen 
der Transskr. sind in der Übersicht auf S. 117 und 116 unten veranschaulicht. 

Es hat sich ferner das Bedürfnis fühlbar gemacht, die Mittelzungenöffner 
genauer zu schreiben, besonders für die Sprr. mit "^ Vokalharmonie' (S. 127). 
Ich habe für mich als Zeichen der Mittelzungenöfifnungen (Linguae aperturae 
mediae) seit längerer Zeit ^ gebraucht, welches ja die Wölbung des Mittel- 
zungenrückens nach oben symbolisch andeutet. Es ist mir dabei lieb . daß 
dieses Zeichen, freilich oberhalb der betr. Buchstaben, in der idg. Sprachvgl. 
für die Mittelzungen seh ließer sich einzubürgern scheint. S. Brugm.\xns 
GRUNDR. S. 20 und 262: Mie palatalen k"- Laute): Verschluß durch Artiku- 
lation des mittlem Zungenrückens gegen den hintern Teil des harten Gaumens, 
vgl. etwa das k in nhd. Kind' (i. z. eibl. 1886). Ich hoffe, das so deut- 
Hche Zeichen ^ wird auch für Mittelzungen engelaute Eingang finden, so 
daß Mittelzungen- Öffnungs-, Enge- und Schlußlaute folgerichtig mit dem- 
selben Zeichen angedeutet werden. Folgen wir nun in der Wahl der Buch- 
staben für die Mundöffner unserm alten Grundsatz: Mer Hauptbuchstabe ist 
nach der sichtbaren Lippenartikulation zu wählen vgl. z. B. die herge- 
brachten Schreibungen ü ö . . . ü ö . . . mit uo^ . . ., kyrillisch 'Kl mit i ; 
die abweichende Zungenartikulation ist unten durch ein Nebenzeichen oder 
den entsprechenden kleinern stehenden Buchstaben anzudeuten, z. B. schwed. 
tio Oo :7a (zur veransch. der LAUTBILD. IQ, Anm. 2): so müssen / e e .-e die 
Mundöffner mit kleinster, kleinerer, größerer, größter Lippenlängsöffnung und 
gleichzeitiger dem Grade nach genau entsprechender Mittelzungenöffnung be- 
zeichnen; ebenso u^ 0^ :? w^ die Mundöffner mit kleinster, kleinerer, größerer, 
größter Lippen rund Öffnung und gleichzeitiger dem Grade nach genau ent- 
sprechender Mittelzungcnöffnung vgl. die mittlere senkr. Reihe 116 oben . 

Wie schon bisher kleinere stehende Nebenbuchstaben zur Bezeich- 
nung von gleichzeitigen Zungenartikulationen venvendet worden, z. B. in 
z/o, /u, /i, im Gegensatz zu den liegenden Nebenbuchstaben für die gleich- 
zeitigen Lippenartikulationen z. B. in s„ (i. z. I. 160, 185), so mögen von jetzt ab 
auch stehende Hauptbuchstaben für Mundöffner mit alleiniger Zungen- 
artikulation d. h.bei gleichzeitiger mittlerer, indifferenter Lippenstellung vgl. 
die mittlere wager. Reihe 116 oben und 12 81 gebraucht werden, also: i e k -v: für 
die Vor der Zungenöffner (nach engl. Aus.spr. z.B. in sec cane carc man. .vM 
/6ei« ^'E"i: in.^n), u o da für die Hinter zungenöffncr und a, a, a, a, für die 
Mittelzungenöffner, letztere mit kleinster, kleinerer, größerer, größter, bzhw. 
mit der betr. Ziffer bezeichneten, Öffnung des Kicfcrwinkels (i. z. 1. 183) 
und alle mit gleichzeitiger mittlerer Lippenstellung. Für C[c\\ Laut mit gröl.Ucr 
Zungen- und Lippenöffnung bei mittlerer Lage beider Organe, also a, mag 
auch ferner der Einfachheit wegen liegendes a geschrieben werden. Die im 
obigen aufgeführten Reihen von INlittelzungenöffnern. welche leider noch nicht 

TeCHMER, ZTSCIIK. W. S 



114 



F. Techmer. 



vollständig belegt werden können, scheinen in den Sprr. mit 'Vokalharmonie' 
eine wichtigere Rolle zu spielen als die von Lepsius, mehr auf Grund von theoreti- 
schen Betrachtungen als von genauem physiologischen Beobachtungen, aufge- 
stellte Reihe von Lauten mit Hinterzungenrund- und entspr. Lippenlängsöffnungen 
i e E ^. Alle diese Reihen finden sich in meiner Übersicht der Mundöff- 
nungslaute auf S. ii6 oben in einfacher Weise veranschaulicht. Es sind in 
natürlicher Folge und unter genauer Berücksichtigung v-on Vorgang, mittlerer 
Lage und Rückgang, oben in wagerechter Reihe sämtliche Zungenöff- 
nungen aufgeführt, welche ich an wirklichen Mundöffnern habe beobachten 
und sicher unterscheiden können : Vorder-, Mittel- und Hinterzungenöffnungen 
je in 4 Graden. Rechts sind entsprechenderweise in senkrechter Reihe sämtliche 
Lippenöffnungen geordnet: Längs-, Mittel- und Rundöffnungen , wieder je 
in 4 Graden. Das durch die parallelen wagerechten und senkrechten Linien 
begrenzte Fächersystem muß also all und jedem von mir wirklich beobach- 
teten Mundöffner mit je einem der genannten Zungen- und je einem gleichzei- 
tigen Lippenöffnungsgrad seine bestimmte Stelle 'und zwar gerade den häu- 
figsten und vollkommensten in den Hauptreihen, vgl. die Übersicht S. 128 
Anm.) anweisen, worauf es mir bei meinem induktiven Verfahren zunächst 
ankam; es bietet jenes System aber gleichzeitig in den Nebenfächern für alle 
möglichen Kombinationen jener aufgeführten Zungen- und Lippenöffnungs- 
grade Platz, was hoffentlich nicht als Fehler angesehen werden wird. Sollte die 
weitere Induktion, was doch wohl zu erwarten ist, noch andre wesentliche 
Öffnungsgrade ergeben, so werden sie an gehöriger Stelle einzufügen sein, ohne 
daß es nötig wäre, an dem Grundplan des Systems zu ändern. 

Wie bei den Lippenöffnungen Vor- und Rückgang mehr oder minder 
weit statt finden können, so auch bei den Zungenöffnungen. Es kann die Hinter- 
zunge weiter rückwärts gezogen werden als für die u- oder Gaumenbeinsegel- 
reihe (d. i. die Reihe an der Grenze zwischen Gaumenbein und -segel S. 119); 
das gibt bei mittlerer Lippenstellung a^ d, o^ u,, bei entspr. Lippenrundöffn. 
^< ^< 0^ 71^, bei entspr. Lippenlängsöffn. .^^ e^ e\ i^ (vgl. für diese hintersten 
Zungenöffner S. 116 oben). Die Laute der hintersten Gaumen segel stelle a^ .\ 
o^ u^ unterscheiden sich wesentlich von denen der Gaumenbeinsegelstelle 
A o il: h€\ erstem wird die Zunge v^orwiegend durch den Zungenbein- 
Zungenmuskel stufenweise nach hinten gezogen und bleibt flacher, bzhw. in 
ihrer Mitte (in querer Richtung) natürlich nach oben gewölbt ; bei der Gaumen- 
bein segelreihe wird die Zunge durch die Griffel- und Gaumen-Zungenmuskel, 
welche eine Art Schlinge bilden, nach oben und hinten gezogen und dabei 
notwendig gerundet, derart, daß die Mitte (in querer Richtung) tiefer ist als 
die Seiten (vgl. i. z. I. 136). Das Zeichen der Gaumenbeinsegelstelle ist 
also ganz symbolisch, wenn man den Querschnitt der Zunge in Betracht zieht. 
Es bezeichnet die Hinterzungenrundung, wie ^ die reine Rundung (ohne V^or- 
stülpen, S. 124) der Lippen. Es kann anderseits der Vorderzungenrücken bis 
zur dentalen Stelle vorgeschoben werden, das gibt bei mittlerer Lippen- 
stellung s.^ E, e^ i, , bei entspr. Lippenlängsöffn. .e^ e^ e^ i^. bei entspr. 
Lippenrundöffn. et; :? , ^ ?/ , (i 16, 119 . Mundöffner der Reihe a^ d^ o, u^ 
und ^E^ E^ i\ z, habe ich im Karelischen , in der Aussprache des Herrn 



LAfTSCHRIFT. 



E. Setälä in Helsingfors beobachtet und in meiner Besprechung von Genetz 
BIBLIOGRAPHIE 1886 beschrieben. Von der letztgenannten Reihe habe ich 
noch eigentümUche Abarten in der südbulgarischen Aussprache des Herrn 
Z. DiMiTROFF aus Slivex, nämlich vorgeschobene Vorderzungenrückenöffner 
mit Rund- statt Längsöffnung: ^,^ e^^ e^^ i^^ gefunden. Dem entsprach 
auch Mittelzungenrundöffnung in seiner Aussprache des eigentümlichen bulgar. 
Mittelzungenöffners mit kleinerer Öffnung, welchen ich 2.^ schreibe und über 
den ich in meiner Besprechung von Leskiex, hdb. der altbulg. . . . spr.. 
BiBL. 1886 ausführlicher berichte; entsprechend a, wären ja auch die andern 
Mittelzungenöffner mit Rundöffnung der Reihe a., a^. a, aj möglich. Ich 
weiß freilich nicht, ob diese Vorder- und Mittelzungenrundöffnungen persön- 
liche oder nationale Eigentümlichkeit sind (vgl. jedoch auch Balassa über ung. 
?V 0^ . . . i. z. IV. 135) und sehe deshalb im System von denselben zunächst 
ganz ab , um die Zahl der Mundöffner nicht unnötig zu vergrößern. Doch 
möchte ich bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, daß Grot schon 
1847 in einer Arbeit über russ. e i 3 und Böhtlixgk in seinen trefflichen 
BEiTR. z. RUSS. GRAMM., 1851, S. 37 f. von einem gewissen Unterschiede der 
Vorderzungenöffner sprechen, welcher durch folgende Veiche' und *^harte' 
Laute bedingt werde. Sollte derselbe vielleicht bzhw. in einer Längs- und 
Rundöffnung der betr. Vorderzungenöffner bestehen? 

Werfen wir nun einen Blick auf die Zahlenverhältnisse der auf obige 
Weise bestimmten und bezeichneten Mundöffner, so ergibt sich folgende Rech- 
nung : Durch Kombination der 9 Zungen- und 9 Lippenöffnungen in der 
Übersicht S. 116 sind 81 Mundöffner bedingt, wovon der mittelste « = a^ 
hier vorläufig in Abrechnung komme, macht 80. Dazu die Mundöffner der hin- 
tersten Gaumensegelstelle a^ p^ o^ u^ und a^ d^ o^ u.. der Mittelzunge a^ aj a, a^ 
und der dentalen Vorderzungenrückenstelle ^^ e^ i\ z, und x.^ e, e^ i^ wobei 
jene Vorder- und Mittelzungenrund öffnerreihen ^, e^^ c^^ i^ und z. ^ 33 
3 2 a^i, sowie die S. 114 gen., aber noch nicht belegten m^ e^ i\ i^ und die 
127 zu besprechende Reihe a; :7_^ o^^ ?/_, nicht mitgerechnet werden), also 
5 X 4 = 20, mit obigen 80 zusammen rund 100 Mundöffner. Diese sind, 
wenn nicht an beiden, so doch an einer der beiden Mundöffnungen als voll- 
kommen artikuliert zu betrachten. Daneben können nun entsprechend viele 
Mundöffner unvollkommen: zu kurz -. in betonten Silben), zu schwach 
>. (in unbetonten Silben' artikuliert; alle obigen (reinen) Mundöffner auch 
mit Nasenöffnung ■■- , ferner die ganze so vermehrte Summe, welche ge- 
wöhnlich stimmhaft ist, geflüstert , , gehaucht , , mit Stimmbandschluß 
iy und Stimmbandzittern „ erzeugt werden. Man beachte dabei , daß . wie 
bei den Mundartikulationen S. 116 Mitte, so auch bei denen der Nase und 
des Kehlkopfs stufenweise Übergänge von der Öffnung bis zum Schluß statt 
finden können, beim Kehlkopf allerdings in eigenartiger Weise (vgl. S. 119 
Mitte;. In der That. eine große Mannigfaltigkeit von Mundöffnern, welche hier 
mit verhähnismäßig wenig Buchstaben und Nebenzeichen geschrieben wird. 

Von den Abarten mit sich nicht harmonisch entsprechenden Graden der 
gleichzeitigen Zungen- und Lippenöffnungen habe ich nur die S. 113 erwähnten 
schwed. ?/o ÖD ^A nnd deutschen ii j in die Übersicht eingestellt: jede solche 



ii6 



M U N DÖFF N U NGSLAUTE MIT IHREN Z U N G E N - L I P P E N A RTI K U LATIO N E N . 





L 


in gu a e 




longa^ 










retractio^ cum apertura rotunda ' 


aperturae 
mediae 


productio ' cum 


apertura 




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maxima majore | 


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ÜBERGÄNGE VON M U N D Ö F F N U N G S • 


zu 


ENGESCHLUSSLAUTEN (119» 




Artikulationsstelle ' 




Öffnung 




Öffnungenge^a 


Enge 


Schluß 


Hinterzungen-Gaumensegcl- . . •> 
Hinterzungen-Gaumenbeinsegel- 
Mittelzungen- „ 

Vorderzungenrücken- (kakumin.) 

Vorderzungenrücken- i dentale) . - 


A^ 
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w 


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MUN DENGESCHLUSSLAUTE MIT JE ZWEI Z U N G E NARTI K U LATI O N E N . ^ 



Artikulationsorgan 



Artikulationsstelle 1 Enge- i Schluß- 



Seiten- \ Nasenlaute 



,, , .. , ■■»• 1 ^höchste (cacum.) 

Vorderzungenrücken - Mittel- 
zungen- ) höhere (postalv.) 

(linguo-palatalis medianterior dor- j mittlere falveol.) 
I tiefere (dentalis) 



salis) 



Zungenspitzen-Mittelzungen- 



ichste (cacum.) 

lere (postalv.) 
linguo-palatalis medianterior dor- 'i ^^^j^j.^ ^^j^^^, , 
soapicalis) I 

'tiefere (dentalis) 



(hoch 
höhe 



5_^ Z 

.s; ^ Z 

5^ Z^ 

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ii8 



WERTE DER NEBENZEICHEN. '-^ 



Nebenzeichen 


Stimmbandgrade 
(Klaas'e) 


Nasengrade 
(Ordnung) 


Mundgrade, Mundstellen u. kleinere Veränd. 
(Gattung) (Art) (Spielart) 


Sprechdauer 1 Sprechstgrke | Stimmböhe 


(Individuelle Charaktere) 


14 


















höchste (kakuminale) Vorderiungenstelle 15 




staccato 












- mittellang 
— lang 












emphatisch (arab ) 






hochgehalten 














tiefgehalten 


f 










stark 














ZQ schwach 










postalveolar 




cresc.-decresc. 
(Silbengipfel) 










mehr nach oben, 
d. i. geschlossener 




decr.-crescendo 
(Silberscheidej 










mehr nach unten, 
d. i. offner 














mehr nach vorn 




stärker 




o 

c 






mehr nach hinten 












Lippenrundung 
(ohne Vorstülpen) 








cc 

-) 


gebaucht 
geblasen 




















) 


geflüstert 






Iegato(zukur- 


X 










zerÜbergang; 
zu kurz 






'^ 






Gaumenbeinsegelstelle li> 














Mittelzungenartikulation 












nasal 










c 




näselnd 








steigend 


"> 












fallend 


f-^ 












steigend- 
fallend 


"^r. 












fallend- 
steigend 


4s •■ 














4, 3. 2i i; '|2- o 

IV, III, II, I 

Spatinm : 
(1, 2, 3, 4, Absatz) 

Nebenbuchst. '» 


oberstimmbaft 










höhere 
Intervalle " 






bzhw. Öffnung : größte, größere, kleinere, 
kleinste ; Enge , Schluß des Kieferwinkels 






tiefere 
Intervalle ** 








Dauer der 
Sprechpausen 
















R rjliinniband- 

zitterlaut 
Q Stiramband- 

Sehlußlaut 




stehende : gleichzeitige 

Zungenartik. 
liegende : gleichzeitige 

Lippenartik. 









HORIZONTALE, FRONTALE, SAG ITTALE V E R A N S C H A U L I C H U N G DER LAUTBILDUNG. ^9 




^N Uvula 



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.Uspalat. • „^ AI' 



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Iposlalveol. 



..c/ent 
dent. 



I 20 F. TECHMf:R. 

Abart findet jedoch in entsprechender Weise in meinem System ihre Stelle 
und Bezeichnung (vgl. die erweiterte Übersicht uz. i. 178,. Ich würde mich 
freuen, wenn meine Anordnung und artikulatorische Bezeichnung zu genauerer 
Bestimmung der betr. Laute Anregung geben sollte. 

Anmerkungen zu Seite 116. 117, 118, 119. 

Zu Seite ii6 : 

' Ungewöhnlich weiter Vorgang des Vorderzungenriickens bis zur dentalen Stelle ■ , z. B. 
im Karelischen und Schwedischen (vorderste Zungenöffner). 

^ Vorderzungenrücken rund- (statt -längs-) Öffnung .,- im Bulgarischen und Ungarischen. 

3 Ungewöhnlich weiter Rückgang der Hinterzunge < z. B. im Karelischen und sonst mund- 
artlich (hinterste Zungenöffner). 

"* An der Gaumenbeins egelstelle Rund Öffnung ^ , bei den bis zur hintern Gaumen- 
segelstelle verschobenen Mundöffnern -^ flachere Zunge. 

^ « = ^4, woran sich a.3, ao, aj reihen, Mittelzungenöffner mit größter, größerer, 
kleinerer, kleinster Öffnung des Kieferwinkels bei mittlerer Lippenstellung (vgl. die Mittelzungen- 
lippenrund- und Mittelzungenlippenl an gs Öffner in derselben senkrechten Reihe,. 

^ Da Lippenvorgang im allgemeinen mit Lippenrundöffnung, Lippenrückgang mit Lippen- 
längsöffnung gleichzeitig auftreten, so genügt es, eine der beiden Erscheinungen in der Benennung 
namhaft zu machen: Lippenrundöffner, Lippenlängsöffner (128 Anm.i. Die Lippenrundöffner ohne 
Vorstülpen müssen besonders bezeichnet werden q . 

^* Natürlich ist es ebenso berechtigt, die Stufen von Schluß durch Enge zur Öffnung zu 
verfolgen und von geöffneter Enge (z. B. 7^,, ) , yvie von verengter Öffnung [z. B. ?/^ ) , zu 
sprechen und demgemäß zu schreiben. Die Benennung ^Halbvokale' ist mit denselben Schwierig- 
keiten verknüpft wie 'Vokale' und 'Konsonanten' (i. z. I. 149, 167); ich werde deshalb von 
jetzt ab, wo genaue Benennung erforderlich ist, für die Zwischenlaute zwischen den Mundöffnungs- 
und Engeschlußlauten, den Klang- und Geräuschlauten, den Silbenhaupt- und Mitlauten bzhw. 
die Namen : Mundöffnungengelaute, Klanggeräuschlaute und Silbenhauptmitlaute, gebrauchen. Den 
kürzern Ausdruck 'Halbvokale' w^erde ich beibehalten, wo er gleicherweise für die 3 Fälle paßt, 
also ein Mißverständnis nicht möglich ist. 

Zu Seite 117: 

7 Zu näherer Beslimmung der Artikulationsstellen ist noch zu bemerken : In tiefster Lage 
berührt die Zungenspitze lose die untere Zahnreihe; es ist dies keine Artikulationsstelle, sondern die 
Ruhelage für die Zungenspitze. An der tiefern oder Zungenzahnsteile (A. dentaUs) artikuliert 
die Vorderzunge gegen die obern Zähne bis an die Grenze der Zahnfortsätze hinauf S. 119; an der 
mittlem Vorderzungenstelle (A. alveolaris] gegen die Zahnfortsätze; an der höhern Vorderzungen- 
stelle (A. postalveolaris) gegen den harten Gaumen unmittelbar hinter den Zahnfortsätzen ; an der 
höchsten Vorderzungenstelle (A. cacuminalis) gegen die Mitte des harten Gaumens; an der 
Mittelzungenstelle artikuliert die Mittelzunge gegen die Mitte des ganzen (harten und weichen; 
Gaumens an der Grenze zwischen dem Oberkieferbein und Gaumenbein; an den Hinterzungen- 
stellen artikuliert die Hinterzunge bzhw. gegen das Gaumenbein und vordere Segel, das 
hintere Gaumensegel oder das Zäpfchen (vgl. i. z. 11. 167, iv. 119 den obern senkrechten Tief- 
schnitt und die untere wagerechte Veranschaulichung nach stomatoskopischen Beobachtungen). 

^ Die Art (Stelle) der nasalen Mundschließer wird z. gr. T. durch die der benachbarten reinen 
Mundschließer bestimmt und dann durch deren genauere Transskr. hinreichend bezeichnet; unter 
dieser V^oraussetzung reicht die Transskr, iv„^ a\ wohl für das ganze Gebiet der Hinter- und 
Mittelzunge aus ; doch kann man ja für das der Mittelzunge auch iV„ X schreiben. 

5 Das für die Mittelzungenöffner neu einzuführende Zeichen ^ kann natürlich ebenso gut für 
diese Reihe der Engeschlußlaute angewandt, also statt A' 7 ^ k . . . 

X ^ J^ g^ k ^ [n,i^ K I geschrieben werden. 
Statt 5_ Z T^ D ^ kann man ebenso passend X J k g schreiben, da die höchste (kaku- 
minale) Vorderzungenrückenstelle die des Übergangs von den x k- zu den 5 r-Lauten ist (vgl. 
meine Bespr. von Kirste, bibl. 1886 . 



LAUTSCHRIFT. 12 1 

All diese Veränderungen, die Erweiterungen, wie die S. 1 1 1 genannten Ver- 
einfachungen, sind lediglich eine folgerichtigere Durchführung der alten Grund- 
sätze unsrer artikulatorischen Transskr. Im Prinzip ist also nichts, im einzelnen 
bitte ich die Darstellung i. z. I. nur dahin zu ändern: 

" Bei den Vorderzungenrücken- und Zungenspitzenengeschlußlauten kann eine doppelte 
Zungenartikulation gleichzeitig stattfinden. Da bei den übrigen Mitndengeschlußlauten der Übei- 
sicht auf S. 117 nur eine einfache Mundartikulation vorausgesetzt ist, so finden diese Laulab- 
arten mit doppelter Mundartikulation besser ihren Platz bei den sogen, 'postpalatalisierten' â– â– ^â– , 'ante- 
palatalisierten' ■■••, 'labialisierten' ^^y Mundengeschlußlautabarten, welche ich auch i. z. I. i6o für 
sich beim Übergange von den Mundöffn. zu den Mundschließ, behandelt habe. Die die Abart be- 
stimmende Artikulation ist bei diesen Vorderzungenrücken- und Zungenspitzen-Mittelzungenenge- 
schlußlauten die der Vorderzungenstelle mit Enge und mit Schluß ;vgl. i. z. Bd. i. Tab. iv. 7 und 
7a, Bd. III. 241, Fig. 28a, 243 Fig. 32 ; die andre gleichzeitige und im allgemeinen weniger 
hemmende Artikulation ist an der Mittelzungenstelle, also jetzt mit ^ statt mit < zu bezeichnen. 
Es sind hier die S. 116 unten aufgeführten Reihen von Vorderzungenrücken- und Zungenspitzen- 
Mittelzungenengeschlußlauten möglich imd zum großen Teil auch schon belegt. 

Zu den Vorderzungenrücken-Mittelzungenengeschlußlauten verdient Czech: versinnl. 
DENK- UND SPRACHL. , 1836, Über die böhmische Ausspr. vgl. zu werden. S. 86 : das böhm. 
z. Diesen Laut erhält man , indem man die Spitze der Zunge noch tiefer an den Grund der 
untern Vorderzähne anstemmt [als bei böhm. z] , den [vordem und" mittlem Teil der Zunge aber 
an die ihm gegenüber liegende obere Wölbung des harten knorpligen Gaumens anlegt. Die Laute 
z und seh können auch gebildet werden, wenn sich die Zunge mit der aufwärts gebogenen Spitze 
gegen den Vordergaumen so stellt, daß nur eine kleine Öffnung [Enge] zwischen denselben bleibt, 
wodurch bei z ... die Luft sanft und daher sumsend, bei seh aber heftig und zischend durch- 
strömt.' 88: ^d böhm. . . . Der Übergang von d zu d geschieht in derselben Art und Weise, 
wie der Übergang von . . . dem böhm. z zu z . . . Legt sich der [vordere und] mittlere Teil der 
Zunge an denselben Teil des Gaumens, auf den ganzen Abhang von dem knorpligen Gaumen bis 
hinauf zur Wölbung ausgebreitet sanft an , so fährt die hinter dem Schluß zurückgehaltene , wie 
bei z dumpf tönende Luft, bei der plötzlichen Zurückziehung des Kiefers samt der mit ihrer Spitze 
an den Unterzähnen liegenden Zunge, als Stoßlaut hinaus und bildet das böhm. d . . . Dieser 
Laut wird auch durch die Verschmelzung des d mit j erzeugt , wobei jedoch der Schluß für d 
nicht mit der Spitze der Zunge an dem Vordergaumen, sondern mit dem nächsten Teil derselben 
an dem gegenüberliegenden Gaumen geschieht, indes sich die Spitze an die untern \ orderzähne 
stemmt.' Dem entspricht die Beschreibung von böhm. c S. 92 : ' Dieser Laut entsteht aus der 
vollkommenen Verschmelzung der Laute t und seh. Man drückt die Zunge in der Art wie bei t, 
jedoch nicht mit der Spitze, sondern mit demjenigen Teile, der bei Hervorbringung des Lautes 
seh beschäftigt ist. nämlich mit dem 2. Teile an den diesem Zungenteil [Vorder- und Mittelzungen- 
rücken] gegenüberliegenden Gaumen, während die tonlose Luft gleichzeitig in derselben Art wie 
bei seh, nur mit mehr Gewalt gestoßen und zugleich zischend hervordringt.' Offenbar beschreibt 
Czech hier mono- und diphthongische Laute, welche mit Vorder- und Mittelzungenrücken her- 
vorgebracht werden z = 2 , d = n )Z , c = T )S^. Die Darstellung dieser Laute ist nach 
eigenster unmittelbarer Beobachtung gegeben und macht den Eindruck der Zuverlässigkeit yvgl. 
mein stomatoskop. Bild von poln. s' i. z. I. Tab. iv 7 a). Mittels des stomatoskopischen Verfahrens, 
welches für die Zungenartikulationen wohl die sichersten Ergebnisse liefert, habe ich an der 
serbischen Ausspr. des Herrn M. Sevic'-Maksimovic' folgende Vorderzungen rück en-Mittel- 
zungenlaute festgestellt .- den Diphthong r )S in hyK und D )/. ^ in b.ibo d.ineben die Zungen- 
spitzen-Mittelzungenlaute in den Diphthongen t ^S ^ in qap und d )5_^ in uf'Vii und J"_ in uiena. £r_ 
in acap ; außerdem noch L in .lyt, / in .lyr, .^V in uUBa, // in uora . Ferner bestimmte ich in 
der groß ru SS. Ausspr. des Herrn S. NiKOL.\jEW aus T.v.MBOW (Zentr.-ilrußland) 6' in caj, 5^ in ct-ix, 
j' in mapt und S^ in maöuiB, wie auch schon K atkow zu letzterm behauptet, daß m im Munde 
der Russen ein gleichsam zugespitztes . . . und ein wenig verstärktes in und zwar ein einfacher 
. . . Laut sei, weit entfernt von der groben Verbindung mn' im Gegensatz zu Böthlingks heitr. 
ZUR RUSS. GRAMM., 1851, S. 23 und SwEET, RISS. i'RON. 1S79, S. 547; weiter niss. /^ in na.iKa, 
i: in ii.;ru. Die sog. mouillierten Engeschlußlaute zeigten teils Mittel/ungenhebung, teils Vorder- 
zungenrückenhebung an der kakuminalen Stelle in verschiedenen fiiaden j- , , . Erwähnen 



. , , F. Techmer. 

175: //als Kollektivzeichen für stimmhafte Mundöffnungslaute, insbesondere die- 
jenigen, welche der relativen Ruhelage (129) zustreben und minder oder 
mehr mit der Mittelzunge in mäßigem Abstände vom mittlem Gaumen 
hervorgebracht werden, im Gegensatz zu den Hinterzungen- und 

will ich hier noch ein / , welches ich in der südbulgarischen Ausspr. des Herrn Z. Dimi- 
TROFF aus Sliven von Jiycna beobachtet. 

^- Unter die Zungenspitzenengeschlußlaute sind hier solche Laute mit einbegriffen, zu 
deren Hervorbringung der Teil der Zungenoberfläche unmittelbar hinter der Spitze bei mindestens 
bis zu den obem Vorderzähnen gehobener Spitze artikuliert (vgl. z. B. ung. dt l. z. IV. 140, 
Fig. vi). Hier noch weiter Blatt (Blade) oder einen Saum (Corona, S. 119 obere Fig. 2ib) 
zu unterscheiden ist weder anatomisch, noch physiologisch berechtigt und belastet die Be- 
nennung ohne Nutzen. Zwischenlaute zwischen den Vorderzungenriicken- und Zungenspitzen- 
lauten habe ich in der ung. Ausspr. des Herrn Racz beobachtet, bei welchen die Zungenspitze 
nicht ganz in der Ruhelage tief hinter den untern Vorderzähnen verharrt, sondern sich ein wenig 
hebt, aber nicht etwa bis zur Artikulation sei es bis an die obem Zähne oder höher hinauf. 
Ich stelle diese Zwischenlaute noch zu den Zungenrückenlauten (vgl. i. z. iv. 157). 

Zu Seite 118 : 

^3 Man beachte, daß die Nebenzeichen für systematische Charaktere unterhalb, 
für individuelle Charaktere oberhalb der Zeile stehen, wo mehrere zusammentreffen, 
in der Reihenfolge der Tabelle von links nach rechts. 

^"* •... in Z und .:•. in Ü, Ö ... als hergebrachten Buchstaben sind ausnahmsweise 
Nebenzeichen für systematische statt für individuelle Charaktere. 

^^ Der Punkt soll an die i- und Z^-Vorderzungenstelle erinnern, wo die k A'-Laute nach vorn 
und die / i'-Laiite nach hinten ihren Abschluß (stop) finden. 

'^ Soll an die Hinterzungenrundung (im Querschnitt \^), sowie an das Nebenzeichen von //" 
im Gegensatz zu a* in der deutschen Schreibschrift erinnern. Das Doppelzeichen >^ kann 
nötigenfalls für Vorderzungenrundöffner dienen. 

'7 _ einatmend (d. i. durch den Kehlkopf ab wärts). -^ Schnalzlaute^(mit Einsaugen der 
Luft in die, Mundhöhle von vorn nach hinten). 

^^ Von der mittlem Stimmhöhe aus gerechnet. 

^9 Stehende Hauptbuchstaben bezeichnen bei den Mundöffnern und den entspr. Öffnung- 
engelauten die betr. Zungenöffnungsgrade bei indifferenter Lippenstellung. Liegende Minuskeln 
bei den Vorderzungenengeschlußlauten die Spitzen-, Kapitälchen die Rückenartikulation. 

Zu Seite iig (Tafelerklärungl : 
Da ich mich hier im Texte kürzer fassen mußte, als mir lieb ist und auch der Gegenstand 
eigentlich erfordert (S. 129,, so dürfte die Beigabe der z. T. neuen Veranschaulichungen auf S. 119 
dem Leser wohl nicht unwillkommen sein. Reichlichere Abbildungen und eingehendere Erklä- 
rungen habe ich in meiner Abh. in den ersten Bänden der i. z. I. 105 — 192, IL 165 — 9 gegeben. 
Die Figuren auf S. 119 veranschaulichen die wichtigsten Teile des Sprechorgans und ihre laut- 
lichen Verrichtungen in den 3 Hauptebenen; der wagerechten (horizontalen), der senkrecht- 
tiefen (sagittalen) und senkrecht-queren (frontalen). Die Stimmbänder und ihre Artikula- 
tionen sind dargestellt, zunächst in wagerechter Übersicht in der Mitte der Tafel nach eignen 
laryngoskopischen Untersuchungen und zwar 5^ Blaseöffnung Vc , S" Hauchenge -^ auf die 
charakteristische Stellung der Stimmbänder fdr den Hauchlaut li 5" muß ich besonders aufmerk- 
sam machen, da dieselbe nicht bloß von Phonetikern, sondern auch von Laryngoskopen wie 
CzERMAK und Mandl mit Flüsterenge verwechselt worden), 5"' Flüsterenge , , 5^^ Oberstimme -^ •, 
5^ Unterstimme, 5^' Stimmbandschluß q (welches Bild sich natürlich auch in den Augen- 
blicken des Schlusses beim Zitterschluß ^ darbietet); ferner im Tiefschnitt Mitte links und 
Querschnitt Mitte rechts. Der durch das gehobene Gaumensegel 14' mit dem Zäpfchen 15' und 
hintern Schlundwand 16 gebildete Nasenschluß ist im Tiefschnitt oben durch fette Zeichnung, 
die Nasenöffnung daselbst durch punktierte Andeutung des gesenkten Gaumensegels angezeigt ; 
eine Nasenenge kommt nur in näselnder mundartlicher und einzelner Ausspr. vor. Die Artikula- 
tionen der Innern Mundhöhle wie des Lippenvorhofs sind sowohl oben im Tiefschnitt, als unten 



LAUTSCHRIFT. 



Vorderzungenöffaern . welche bzhw. durch //, und //, bezeichnet wer- 
den können. 

o für mit größerer Mundöfifnung. franz. or. Wo das Kapitälchen o sich 
von dem kleinen o nicht deutlich genug unterscheidet, ist lediglich 
t>'pographisch das umgekehrte c, also y vorzuziehen, insofern dies ja 
ein offneres o andeutet. 

L für die seitlichen Zungen rücken laute. Einseitige 1-Laute mögen, solche 
mit rechtsseitiger Hemmung durch l. , mit linksseitiger Hemmung durch 
_j bezeichnet werden z. B. / . z . 

.V für die nasalen Zungen rückenschlußlaute. 

z für den stimmhaften Vorderzungen rückenengelaut, 3 für den entspr. 
stimmhaften Zungenspitzenlaut z. B. in d. so; wie denn überhaupt 
z s D T L N die Vorderzungenrücken laute, z s d t l n die entspre- 
chenden Zungenspitzenlaute bezeichnen. 

Das früher gebrauchte Nebenzeichen -, • für die dorso-alveolare Arti- 
kulation kommt demnach in Wegfall, wie auch i' für ^. 

.;.... für crescendo-descrescendo, mag, wo erforderlich, auch als Zeichen für 

den Silbengipfel (Phon: gelten, wie schon bisher ..:.... für decrescendo- 

crescendo und für die Bezeichnung der Silbenscheide gedient hat. 
W^enn die Buchstaben für 2 oder mehr Mundöffner ohne -.:..... neben- 
einander stehen, sind dieselben in einer und derselben Silbe zu 
sprechen. Dabei sind dann der verhältnismäßig offenste Mundöffner 
Phon, der oder die weniger offnen Symphone , falls es nicht anders 
durch die Nebenzeichen bestimmt wird; ferner sind dabei die mit ...... 

oder ....... versehenen Buchstaben als Phone, die mit ..}..... als Symphone 

zu sprechen. 

;;•■ Zeichen für IMittelzungenartikulation : Öffnung, Enge, Schluß. 
Bei den Alundöffnern wird dies Zeichen also Lippenöffner mit gleich- 



nach meinen stomatoskopischen Beobachtungen in wagerechler Übersicht, welche letztere neu i>t, 
veranschaulicht, und zwar die Stellungen und damit die normalen Bewegungen der Hinterzunge 19 
(von der Zungenwurzel, 19a darf ich wohl absehen], Mittelzunge 20, des Vorderzungenrückens 
21 oder der Zungenspitze 21a und der Unterlippe, bzhw. gegen das Zäpfchen 15', das hintere 
(Jauniensegel 14' ;;- , die Gaumenbeinsegelstelle 14 „, die Grenze zwischen Gaumenbein 24 und 
Kieferbein 25 - , die höchste 'kakuminale •,) höhere (postalveolare \, mittlere alveolare), tiefere 
(dentale ., ) Vorderzungenslelle , endlich im Lippenvorhof gegen die Oberzahne und obere 
Lippe, ohne und mit Vorstülpen. In der wagerechten Übersicht unten rechts ist das Ver- 
halten des Rückgangs [i], der mittlem Öffnung [a] und des Vorgangs [iC'. der Lippen, bzhw. mit 
ihren Längs- , mittlem und Rundöffnungen in der Reihe i C F. .E a A O U, oberhalb der 
Medianlinie schematisch, unterhalb für i a U nach den wirklichen Stellungen der Lippen und der 
r.reite ihrer Öffnungen veranschaulicht. Cianz unten links sind die kleinsten Grade der Rund- //;, 
Längs- [i] und Seitenöffnung (/ ) im Querschnitt angedeutet. Noch eins bedarf hier der Erwäli- 
nung : Der obere Teil der Tafel enthält das wesentlichste von derjenigen, welche ich i. z. 11. 167 
und ZUR VER.\NSCH. S. 6 verüflentlicht : nur die durch' die weitere Induktion bedingten notwen- 
digsten Erweiterungen und Veränderungen h.abe ich daran vorgenommen ; in gleichgültigen Tunkten 
(und in Transskriptionen ist ja viel gleichwertig) habe ich das gute alte stehen Lassen, obwohl 
ich in dem untern neuen Teil an einigen Stellen ein andres (z. B. Nebenzeichen) gesetzt habe, 
welches ich jetzt für besser halte. Das Bessere ist des CJuten Feind. Doch bitte in diesen Ab- 
weichungen nicht einen Widerspruch des Vf. mit sich selbst , sondern nur annähernde Gleich- 
wertigkeit des betreffenden und den besten Willen des Ilerausg. zu linden, die Transskr. nach 
Kräften zu bessern. Taf. S. 119 veranschaulicht die Teile des Sprechorgans in natürlicher Größe. 



124 



F. Techmer. 



zeitiger mittlerer Zungenlagc Linguae apcrturae mediae S. ii6 
oben) bzhw. entspr. Mittelzungenhebungen im Gegensatz zu denen mit 
gleichzeitigen Hinter- und Vorderzungenrückenöffnungen bezeichnen. 
• q- früher Zeichen für 'labial unvollkommen \ wie bei den englischen 
Mundöffnern im allgemeinen. Da die Mundöffner mit gleichzeitiger 
mittlerer, indifferenter Lippenstellung (Labiorum aperturae mediae) von 
jetzt ab durch die betr. stehenden Hauptbuchstaben ausgedrückt wer- 
den, also die engl. Vorderzungenöffner (front Bell) durch i e e /E. 
so können wir nunmehr q- ganz symbolisch als Zeichen für die ent- 
sprech. unvollkommeneren , d. h. nicht von Vorstülpung begleiteten. 
Lippenrundöffnungen verwenden, wie in den engl. Hinterzungen- 
öffnern mit bloßer Lippenrundung (back-round Bell) : u^ o^^ d^ Ki 
z.B. in rule so all (mundartl. all, Mr. E. Booths Au.sspr.) , bzhw. 

.....).... für legato , stehendes halb nach unten gerücktes Bindungszeichen, 
zwischen solchen diphthongischen Lautverbindungen, deren Über- 
gang nicht wie gewöhnlich, sondern in zu kurzer Zeit geschieht, z. B. 
ü)} /)S t^s^ d)n d)l k)t^ wobei die verbundenen Laute unvollkommen 
artikuliert werden. 
Anm. I. -y- einatmend (d. i. durch den Kehlkopf abwärts); ^ für die 
Schnalzlaute, welche alle durch Einwärts saugen nur innerhalb der 
Mundhöhle erzeugt werden. 
Die Übersichten der Mundöffnungslaute und der Mundengeschlußlaute 
stehen S. ii6 oben und 117 ganz unvermittelt einander gegenüber. Es sind 
freilich Versuche gemacht, beide artikulatorischen Systeme zu, einer Einheit 
zu verbinden, worüber ich in den Beiträgen eingehender berichten werde, welche 
ich ZUR GESCHICHTE DER PHONETIK Vorbereite. Hier will ich nur erinnern an 
die musterhafte Anordnung der alten Inder, wo alle Laute, die Öffnungs-, 
Enge- und Schlußlaute in Reihen eines Systems je nach der Artikulations- 
stelle (sthäna), dem Organ (karana^ und der Artikulationsweise aufgeführt wer- 
den; an Merkels anthrophonik. 1857, und laletik, 1866. wo auf den Über- 
gang von a zu tönendem ch', entsprechend dem von i zu j und u zu w auf- 
merksam gemacht wird (lal. 80, 84); an Thausixgs natürl. lautsyst., 1863, 
S. 60; an Whitneys Lautsystem in seiner Bespr. von Lepsius' stand, alph. am. 
OR. SOG. VIII. 372, 1865 und später wiederholt, und an Genetz' lautphys. ein- 
führ. IN DAS STUD. DER WESTFINN. SPRR. , 1877, 18 (vgl. meine BcSpr. BIBL. 1886). 

Die 3 letztgen. Vf. gehen in ihren Systemen von dem offensten mittlem a 
aus. Thausing und Whitney ordnen dem a die Laute in nur drei Hauptreihen 
an bis zu den Schlußlauten; ihre 3 von a ausstrahlenden Reihen entsprechen 
den hintern Zungenrücken- , Zungenspitzen- und Lippenlauten. Doch ist 
ihnen nicht einmal bei dieser etwas groben Unterscheidung von nur 3 Arti- 
kulationsgebieten gelungen, die Einheit vollständig herzustellen, jedenfalls nicht 
in dem Zungenspitzengebiet. Genetz hat sich bemüht von a aus die Vokale , 
''Halbvokale'' und 'Konsonanten' möglichst an allen Artikulationsstellen stufen- 
weise aneinander zu reihen ; leider sind dabei bedenkliche Lücken geblieben, 
namentlich ist sein Versuch, eine 'dentale Vokalreihe' mit Zungenspitzen- 
öffnunsfen zu beerründen, als vollständig mißlungen anzusehen, wie ich in der 



LAUTSCHRIFT. 



BiBL. 1886 nachweise. Man vgl. damit was ich i. z. i. 157 Anm. gegen Bells 
Annahme von Mundöffnern mit gleichzeitiger Zungenspitzenhebung (mixed 
vowels, VIS. SP., Fig. der S. 38 und 73) eingewendet, sowie meine Bespr. von 
Merlo: problemi foxol. (bibl. 1884), wo der Versuch gemacht wird, die ü-Reihe 
mit den 'GutturaU' zu verknüpfen; die ce j^ o^ ?/ -Reihe führt aber that- 
sächlich labial zu ?k v\ b\ , lingual zu j\, z» z>_„ . 

Die Einheit, welche man systematisch ganz durchzuführen vergeblich ge- 
strebt hat , besteht gleichwohl in der wirklichen Spr. , nicht in den Sprech- 
lauten selbst, mag man auch die Übergangslaute ins System mit aufnehmen. 
Sie wird erst durch die mit Recht vom Lautsystem fern gehaltenen gewöhn- 
lichen Lautübergänge vermittelt. In den systematisch festzustellenden und 
zu bezeichnenden Lautstellungen zeigen sich Gegensätze und Lücken, die 
in der fortlaufenden Lautbewegung ausgeglichen werden. In all und jeder 
wagerechten Artikulationsreihe der Übersicht auf S. 117 sind also die ent- 
sprechenden *" Halbvokale" und Mundöffner mit kleinster, kleinerer, größerer, 
größter Öffnung nicht nur physiologisch möglich, sondern sie werden bei den 
natürlichen Lautbewegungen wirklich erzeugt. Ließe man von der Zungenspitze 
eine Reihe von Augenblicksphotographien anfertigen, während man z. B. atfa 
artikulierte, so würde man auf dem künstlichen Wege der Lichtmalerei fol- 
gende Stellungen fixieren: a^ a^a a.d azd 2., ^ d . . ., welche Stufen man aber 
weder mit dem Auge noch mit dem Ohr im einzelnen verfolgen kann. Nur 
das mit einer stroboskopischen Scheibe unterstützte Auge würde die einzelnen 
Stufen der Zungenspitzenhebung, wie ja auch die einzelnen Schwingungen der 
Stimmbänder (vgl. meine phoxetik I. 24, i. z. I. 128), unterscheiden. 

Für die Sprechlaute und Sprechlautübergänge finde ich einen mit dem 
unbewaffneten Auge (wie mit dem Ohre' beim natürlichen Sprechen stufenweise 
verfolgbaren Übergang z. B. in den auf der Mitte der S. 1 16 angegebenen Reihen. 
An der Lippenstelle ist in der Übersicht vorausgesetztzt, daß alle Laute von der 
größten Öffnung bis zum Schluß mit allmählich sich verengernder Lippen- und 
gleichzeitiger Hinterzungenrundung gesprochen werden , was in Wirklichkeit 
auf allen Stufen beobachtet werden kann. Daneben lassen sich natürlich auch 
die Reihen .e e e i v\. f, b\, m e e i v , v b und a e c i i\, r b mit 
allmählich sich verengernder Lippen- undbzhw. gleichzeitiger Vorderzungenlängs- 
spalte, Mittelzungenhebung und Hinterzungenrundung hervorbringen. Gexetz 
beschreibt in karelischen Diphthongen Mundöffner, welche nur Lippenrund- 
Öffnung bei indifferenter Zungenlage hätten, die hier mit -- oder vielmehr mit •„■ 
zu bezeichnen wären, da die Zungenstellung sich nach der des Nachbarmund- 
öffners richten soll; ich kann seine Darstellungen nach meinen Beobachtungen 
der betr. karel. Laute leider nicht bestätigen, ich habe nur unvollkommene 
Laute der Reihe .1 S b u beobachten können vgl. meine Bespr. lur.i.. 1880'. 
An der dentalen Vorderzungenrückenstelle ist in der Übersicht auf S, 1 10 Mitte 
ebenfalls doppelte Mundhemmung . nämlich gleichzeitige \'ortlcr/.ungen- und 
Lippenlängsöffnung vorausgesetzt. In den übrigen Reihen der L'bersicht ist nur 
eine einfache Mundhemmung ins Auge gefaI.U, wobei die Übergänge von 
Öffnung zu Schluß sich reiner und klarer darstellen. Es gibt auch hier die ent- 
sprechenden Reihen mit je 2 Mundhemmungen , welche ich der Kürze halber 
nicht in der Übersicht aufgeführt habe. Ich mul.Ue bereits zueestehen . daß 



j 25 ^- Techmer. 

ich in den obengen. Reihen nicht jede Stufe selbst in Sprr. wirklich beobachtet 
habe ; ich habe nur die durch die phonetische Induktion sicher gestellten 
Reihen in physiologischem Systeme ergänzt. Würde ich noch weiter gehen 
und mit Bkll und Genetz die Analogie auf alle Reihen der Mundengeschluß- 
laute ausdehnen, so könnte mir mit Recht vorgeworfen werden, ich sei mehr 
theoretisch als induktiv verfahren. 

Glücklicherweise können wir uns. für die Zwecke unsrer Wissenschaft wie 
für den gewöhnlichen Gebrauch, damit begnügen, in der natürlichen Lautbe- 
wegung die mit den Sinnen erfaßbaren Hauptpunkte zu fixieren, die in ihnen 
sich gleichzeitig vereinigenden Artikulationen zu bestimmen und in der Schrift 
zu bezeichnen , entweder (für phonetische Zwecke) im einzelnen mittels einer 
reinen Artikulationszeichenschrift (vgl. z. B. i. z. i. Tab. Vi was ja aller- 
dings das genaueste und anschaulichste ist, insofern sie zugleich die Gliede- 
rung und die Zusammensetzung der Artikulationen in ihrem Mit- und Nach- 
einander übersichtlich vor das Auge führt; oder in ihrem gleichzeitigen Zu- 
sammenhange durch eine Lautschrift mittels lateinischer Buchstaben 
und Nebenzeichen, welche so viel als möglich die Vorzüge der 
reinen Artikulationszeichenschrift zu ersetzen und die unterschei- 
denden Artikulationen symbolisch zu veranschaulichen haben, wie 
in der hier behandelten Transskription versucht worden, die jede leistungs- 
fähige Druckerei auszuführen im stände ist. 

Daß das System der Mundöfifnungslaute und das der Mundengeschlußlaute 
im großen und ganzen, abgesehen von jenen Übergängen, in so unverkenn- 
barem Gegensatz zu einander stehen, erklärt sich schon aus einer oberflächlichen 
Betrachtung- der Lautentwickelung, welche bei dem vieltausendjährigen Ringen 
nach sprachlichem Ausdruck stattgefunden : In ihren ersten Anfängen bestanden 
die hörbaren Ausdrucksbewegungen in einem wirren Durcheinander von 
Bewegungen der Teile des Sprechorgans. Größere Leichtigkeit und Be- 
stimmtheit müssen aber bald im Nacheinander jener Bewegungen den 
Wechsel von Mundschließern zu Mundöffnern bedingt haben. Dieselben 
Organe der Mundhöhle, welche zum Zweck der Ernährung, beim Kauen und 
Schmecken, von Öffnung zu Schluß streben, haben zum Behuf des hörbaren 
Ausdrucks das entgegengesetzte Verfahren, die Richtung von Schluß zu Öffnung 
zu bevorzugen, in regelmäßigem Wechsel. Ein einfacher Versuch zeigt, wie un- 
bestimmt und beschwerlich auf die Dauer das Sprechen mit lauter Mundöffnern 
oder mit lauter Mundengeschlußlauten und wie notwendig jene erste gröbere 
Scheidung (Dissimilation) gewesen ist, nach welcher die Teile des Sprechorgans 
sich von ihrer relativen Indifferenz (worüber unten 12g noch ein W'ort gesagt wird) 
nach größerer Öffnung einer- und nach Schluß anderseits bewegen. Es wird 
sich dann im weitern Fortschritt das Streben nach Deutlichkeit im Aus- 
druck mehr und mehr geltend gemacht und eine gewisse natürliche Auswahl 
in dem gleichzeitigen Miteinander der Bewegungen der einzelnen Teile 
des Sprechorgans zur Folge gehabt haben. Dabei brauchen die Sprechenden 
sich nicht etwa klar bewußt geworden zu sein . daß einerseits bei den Mund- 
öffnern gewisse Artikulationen der Zunge in gleichzeitiger Verbindung mit ge- 
wissen Artikulationen der Lippen und zwar die sich ganz entsprechenden 
Öffnung.sgrade 'bestimmtere Laute, anderseits bei den Mundenoeschlußlauten 



LAUTSCHRIFT. 



127 



die gleichzeitige Verbindung mehrerer sich ganz entsprechender Grade, seien es 
Engen oder Schlüsse, an verschiedenen Stellen der Mundhöhle unbestimmtere 
Laute erzeugen. ' So erklärt sich also aus dem Streben nach Deutlichkeit, daß 
sich in den Sprr. vorwiegend Mundöffner mit so harmonischen Verbin- 
dungen von Zungen- und Lippenartikulationen entwickelt haben, wie 
sie in den Hauptreihen der Übersicht S. 116 oben veranschaulicht worden, 
und weshalb im Gegensatz dazu Mundengeschlußlaute vorwiegend mit nur 
einer charakteristischen Hemmung der Mundhöhle in Gebrauch ge- 
kommen sind, wie sie S. 117 aufgeführt worden. Es darf jedoch nicht über- 
raschen, daß jenes Streben nach Deutlichkeit nicht überall und vollständig 
gegenüber der Bequemlichkeit und andern, physiologischen wie psychologischen 
Kräften durchgedrungen ist, so daß in den Sprr. sich mehr oder minder einer- 
seits Abarten von Mundöffnern entwickelt haben, bei denen die eine von den 
beiden gewöhnlich verbundenen Mundartikulationen entweder nicht ganz in 
dem der andern entsprechenden Öffnungsgrade (schwed. i(o ^a 0^, ii ^ = ?/i, in 
hysa, ?V^ = ?/e in hus — vgl. i. z. I. Tab. III. 14, 0^ ^ ce^ habe ich nicht be- 
obachtet — und deutsch ?V, 0) oder unvollkommener (engl, u^ o^ d_, a^; oder gar- 
nicht (engl, i e e ^; in die gleichzeitige Verbindung eintritt; und daß sich 
anderseits Abarten von Mundengeschlußlauten finden, bei welchen sich mit 
der wesentlichen Hemmung eine andre, geringere, bzhw. des Hinter- t-- = ü , 
Mittel- ( -■), Vorderzungenrückens (i) und der Lippen («, 7) gleichzeitig ver- 
bindet, wie sie z.B. für „ S. 116 unten veranschaulicht und 121 Anm. 11 
näher erörtert worden. Es ist Brückes Verdienst, zuerst beim s^ die gleich- 
zeitige hintere Hemmung festgestellt zu haben. All diese Lautab arten, 
welche man nicht ganz passend als ""Mischlaute' bezeichnet hat (denn Mischung 
von Artikulationen findet bei allen Lauten statt, wenn man die Kehlkopf- 
und Nasenartikulationen gehörig berücksichtigt) , nehmen eine mittlere Stellung 
im Gesamtsystem der Laute ein. Sie sind durch die einheitliche und da- 
mit leichtere Ausspr. der Silben, Wörter und z. T. auch Satzabschnitte, durch 
Erscheinungen bedingt, welche man ""Umlaut', *" Vokalharmonie'-. 'Mouillierung' 
u. s. w., besser im allgemeinen teilweise Anpassung (Assimilation^ der 
Artikulationen an folgende oder vorausgehende andre genannt hat. So erklärt 
sich die Entwickelung von u d. i. ?£ = ?/„ (mit Hebung der Hinterzunge gegen 
die Gaumenbeinsegelstelle) zu tt ^ (mit Hebung der Mittelzunge) und zu // = u\ 
(mit Hebung des Vorderzungenrückens gegen die Mitte des harten Gaumens) 
samt den Abarten 7i\ in deutschem ü (über) und u\^ in ung. li (hü i. z. iV. 135) 
aus dem Einfluß der benachbarten Mundöffner der ?-Reihe. Ebenso 'der 
Wandel von li (seitlichem Laut mit folgendem unbetontem /' zu A (seit- 
lichem Laut mit gleichzeitiger Hebung des Vorderzungenrückens gegen die 



^ Die dieser größern liestimmlheit, bzhw. Inbestimmiheit zu Cliuiule liegenden physisclien 
Ursachen habe ich in meiner, physikalisch-akustischen Analyse und Synthese der Klang- und Ge- 
räuschlaute im I. Bde. der l. z. erihtert. 

- Bei den (Jesetzen der ' Vokalharmonie', wie iiberliaupt bei den ' Lautgcset/on', handelt 
es sich keineswegs um eine Gesamlvcrändevung der betr. Laute, als Sprochlaute, sondern im 
allgemeinen nur um eine teilweise Anpassung einzelner Artikulationen. Sollen also die Unter- 
suchungen der 'Vokalharmonio'', wie der 'Lautgesetze', befriedigendere Ergebnisse liefern, so hat 
man gründlicher die Sprechlaute d. i. die gleichzeitigen Artikulationsverbände zu zergliedern, vor 
allem aber die Zungen- und Lippenartikulationen und weiter: Hinter-, Mittel-, Vorderzungen- 



121 



F. Tkciimer. 



Mitte des harten Gaumens^ ; ferner von / in der Nachbarschaft eines ?c zu 4 
(mit gleichzeitiger Hebung der Hinterzunge gegen das Gaumenbein] oder zu /„ 
(mit gleichzeitiger Lippenrundöffnung) ; und von s/c oder sx zu ^ und 5 
(Vorderzungenlauten mit gleichzeitiger Mittelzungenhebung, z. B. in CTxoXii lat. 
schola d. Schule). Bei dem s kann sich außer der Mittelzungenhebung 
noch gleichzeitig an dritter Stelle eine, freilich weniger wesentliche, Lippen- 
rundung einstellen s „ und damit ist, wie ich weiter unten zeigen werde, die 
Zahl der gleichzeitigen Artikulationen noch keineswegs in allen Fällen abge- 
schlossen. Diese wenigen Beispiele dürften aber schon genügen, um anzu- 
deuten, welche große Mannigfaltigkeit von solchen Zwischenlauten in den Sprr. 
herrscht. Daß diese Mannigfaltigkeit sich keineswegs regellos entwickelt, zeigen 
die Lautgesetze, wie die "^Mouillierung' in den slaw. Sprr., die 'Vokal- 
harmonie' in den türkotatar. Sprr. (vgl. Radloff: phon. der nördl. türksprr. 
I. I. z. I. BiuL. 1883 und J. Grunzel: vokalharmonie der altaischen sprr., 
Wien. akad. , 1888) u. ä. Die neuern Forschungen haben mehr, wenn 
auch nicht volle Klarheit über die physiologisch en und psychologischen 
Ursachen verbreitet, die den Gesetzen zu Grunde liegen und namentlich ge- 
zeigt, w'elche bedeutende Rolle anderseits die Wirkung der Analogie bei 
dem Wandel der Laute in altern wie in neuern Zeiten gespielt hat. Da die 
letztere ihren eigenartigen Gesetzen folgt, denen der Association, so sind 
die von ihr geförderten Laute nicht immer die leichtesten oder bestimmtesten. 
Wenn ich für die systematische Übersicht und Bezeichnung bei den Mund- 
engeschlußlauten nur eine wesentliche Hemmung (S. 1 17) bei gewissen Zwischen- 



(kürzer geschrieben: Hz-, Mz-, Vz-iöffnungen einerseits und anderseits mittlere Lippenöffnung, 
welche, als der gewöhnlichste Fall, nicht besonders namhaft gemacht zu werd,en braucht, Lippen- 
rund- und Lippenlängsöffnungen (Lr. , LI.) zu 
unterscheiden, je im kleinsten (r.), kleinern 2.), 
größern (3.), größten (4.) Grade. Aiis der 
gleichzeitigen harmonischen Verbindung einer 
der Zungen- mit einer der Lippenöffnungen er- 
geben sich gemäß S. 116 oben die in neben- 
stehender Übersicht veranschaulichten Haupt- 
reihen von Öffnern (Ö.) und entsprechend 
die betr. Enge- und Schlußlaute (E., S.). 

'Vokalharmonie' nennt man die größere oder 
geringere Übereinstimmung von Zungen- oder 
Lippenöffnungen in den nacheinander fol- 
genden Öffnern desselben Wortes ; sie steht in 
engster Beziehung zu der Harmonie der gleich- 
zeitigen Zungen- und Lippenöffnungen in 
einem und demselben Öffner, welche man ^Arti- 
kulationsharmonie' nennen könnte, wie auch 
zu der teilweisen Anpassung von Zungen- und 
Lippenenge- und-schluß in ihrem Nacheinander, 
für die man den Namen 'Konsonantenharmonie ' gebrauchen könnte. Es wäre wünschenswert, 
wenn letztere Harmonie nach gleichen Grundsätzen und im Zusammenhang mit der 'Vokalharmonie' 
behandelt und dabei auch besonders auf die Mittelzungenartikulationen, ob sie nun Laute bloß 
ändern oder selbst Laute bilden, Rücksicht genommen würde. Sollten letztere Laute auch nicht 
mehr in der betr. lebenden Spr. zu finden sein, wie z. B. die Mittelzungenöffner nicht im heutigen 
Ung. (13s), so müssen sie jedenfalls in der Geschichte der aus Hinterzungenlauten entwickelten 
Vorderzungenlaute eine Rolle gespielt haben, da sie den Übergang zwischen diesen Lauten bilden. 



Hinterzuneenöft'ner, 




VorderzunceotfTner. 


■.. 1. •-'. 3. -1. 


s 


.. 1 


'••. A •''«'"• gross. 


7 


gross. klein. ^ - _ 






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Hinterzungenöffner 


zungen- 


Vorderzungenöffner 


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öffner 
Mz. 


Vz. 




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^ 





LAUTSCHRIFT. 



12g 



lauten höchstens eine gleichzeitige, schwächere daneben i^S. 116 unten , bei 
den Mundöffnern dagegen S. 116 oben: im allgemeinen je zwei gleichzeitige 
Öffnungsgrade in der Mundhöhle besonders ins Auge gefaßt habe, so darf 
das nicht so verstanden werden , als ob die übrigen Teile des Sprechorgans 
in vollständiger Ruhe verblieben. In dieser Hinsicht halte ich aufrecht, was 
ich in meiner phonetik I. 53 ausgesprochen: 'So wichtig . . . die absolute 
Indifferenz ist, als der Punkt, von welchem alle Artikulationen von Hause 
aus ausgehen und wo sie nach ganz vollbrachter Arbeit zur vollständigen 
Ruhe kommen, in dem System der simultanen Artikulationskombinationen 
darf ich ihr nach meinen Untersuchungen gar keinen Platz einräumen.' 52 : *^Die 
relative Indifferenz, die Operationsbasis der Kräfte im Felde, welche 
je nach der Nationalität und Gewöhnung verschieden sein kann , ist die 
mittlere Lage, welcher die Organe während ihrer Aktion zustreben und von 
der aus sie verhältnismäßig am bequemsten die verschiedenen Artikulationen 
bewirken können. Sie ist es, welche bei den indifferenten Vokalen und Kon- 
sonanten den Vereinigungspunkt bildet" [vgl. im obern Sagittalschnitt der Tafel 
S. 119 die durch h und // gezogene punktierte Linie, vv'elche die relative Ruhe- 
lage des Zungenrückens und der Unterlippe andeutet) . 

Bevor ich schließe, möchte ich nicht verschweigen, daß ich an dieser 
Stelle zunächst nur Vorbemerkungen zu dem folgenden Aufsatz zu schreiben 
beabsichtigte, mit dem Zweck, einige wesentlichen allgemeinern Vereinfachungen 
und Erweiterungen , wie auch geringere Veränderungen im einzelnen , welche 
ich bereits länger für die Transskr. der i. z. geplant, dem Lest?^u erklären und 
dem Vf. für die Schreibung der ung. Ausspr. zur Verfügung zu stellen. Bei der 
Ausführung stellte sich aber die Notwendigkeit heraus , auch auf die Grund- 
sätze einzugehen und Belege aus eignen weitern phonetischen Beobachtungen 
lebender Sprr. beizufügen, aus welchen die weitere Entwicklung dieser Trans- 
skription induktiv hervorgegangen. So ist mir diese Gelegenheitsschrift unter 
den Händen gegen meine ursprüngliche Absicht mit soviel Stoff überhäuft 
worden, welcher eine besondere und ausführlichere Abhandlung erfordert hätte, 
wozu mir hier leider die Zeit fehlte. Ich bitte deshalb die Leser um Nach- 
sicht für die äußere Form der Darstellung; diese Bitte darf natürlich die Phone- 
tiker nicht abhalten den Inhalt mit aller Strenge zu prüfen, wobei es mir lieb 
sein würde, wenn sie die hier, im Anschluß an meine frühern Veröffentlichungen 
über den Gegenstand, vorläufig nur mehr angedeuteten phonetischen Sx'steme 
und Transskriptionen mit denen der sog. engl. Schule und ihres Anhanges 
vergleichen möchten , die ja in neuester Zeit vor allen gerühmt worden sind, 
freilich mehr unter sich gegenseitig, aber nicht von Physiologen, soviel ich 
weiß. Physiologischer Bethätigung verdankt aber die Phonetik in erster Reihe, 
wie ihre Geschichte zeigt, die sichern Grundlagen, auf denen sie sich mehr 
und mehr zu einer selbständigen Wissenschaft erhebt, nicht einseitigem, z. T. 
willkürlichem Lautschematismus und letzterm auch noch so genau angepal.Hcn 
Transskriptionen. 

Leipzig. 

F. Techmer. 

Tech.mer, ztschk. IV. 9 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



In folgendem wollen wir eine Beschreibung der gesprochenen ungarischen 
Sprache geben. Die ungarische Sprache hat mehrere Dialekte, die der Aus- 
sprache, der Grammatik und dem Wörterschatze nach voneinander abweichen. 
Die Schriftsprache ist im ganzen Lande dieselbe ; wollen wir aber die ge- 
sprochene Sprache beschreiben, so stellt sich uns gleich die Frage entgegen, 
welche Aussprache sollen wir als mustergültig bezeichnen? Keiner der Dia- 
lekte kann darauf Anspruch machen als Mustersprache angesehen zu werden. 
In Frankreich und England wird die Sprache der Gebildeten der Hauptstadt 
für mustergültig gehalten; aber die ung. Hauptstadt war fremden Einflüssen 
immer so sehr ausgesetzt, daß sie nie eine rein ung. Stadt gewesen ist. Noch 
vor Jahrzehnten wurde in Budapest mehr deutsch als ung. gesprochen. Wir 
haben also gar keine dialektische Aussprache, die das Vorrecht hätte, im 
ganzen Land nachgeahmt zu werden. Es hat sich auch eine einheitliche Aus- 
sprache schon darum nicht festgesetzt, weil kein großes Bedürfiiis dazu vorlag. 
Alle Dialekte stehen einander sehr nahe, und jeder Ungar versteht den andern, 
von welcher Gegend sie auch seien. Und infolge dieser leichten Verständigung 
spricht jedermann im allgemeinen so, wie er es von Hause aus gewöhnt ist. 

Doch finden wir natürlich einen Unterschied zwischen der Aussprache der 
Gebildeten und der Ungebildeten; letztere ist immer dialektisch, während jene 
von dialektischen Eigenheiten mehr oder weniger frei ist. Die Sprache der 
Ungebildeten ist in den einzelnen Gegenden verschieden, die Aussprache der 
Gebildeten aller Gegenden dagegen ist gleichmäßiger, weil diese überall be- 
strebt sind , sich möglichst der Schriftsprache anzupassen. Hier haben wir 
natürlich die gebildete Aussprache zu beschreiben; aber, wie schon gesagt 
worden , ist auch diese nicht überall ganz gleich , und an jedem gebildeten 
Manne erkennt man schon der Aussprache nach , von welcher Gegend des 
Landes er ist. Hier werden wir nur eine Aussprache berücksichtigen, die 
gebildete Aussprache der Donaugegend. Es sprechen folgende Gründe für 
diese Auswahl. Der Dialekt dieser Gegend ist die Grundlage der ung. Schrift- 
sprache, die doch in gewissem Sinne einheitlich ist, und eben darum weicht 
er am wenigsten von dieser einheitlichen Sprache ab. Diese Aussprache hört 
man auch auf der Bühne, besonders im BuDAPESTcr Nationaltheater. Da nun 
jeder einzelne Gebildete verschiedene Aussprachen hat, eine an seinem häus- 
lichen Herde, eine andre, wenn er mit Ungebildeten spricht, und wieder eine 



J. Balassa. 



131 



andre bei feierlichen Gelegenheiten , so müssen wir hier eine Art Mittelweg 
suchen. Wir werden also bestrebt sein die ung-ezwuno-ene Umcrang-s- 
spräche der Gebildeten der Donaugegend unter sich so treu wie 
möglich wiederzugeben. 

I. ANALYSIS. 

DIE EINZELNEN SPRECH LÄUTE. 

Wir wollen die gewöhnliche Einteilung der Sprachlaute in Vokale und 
Konsonanten in dem Sinne von Techmers Mundöffnungs- und Mundengeschluß- 
lauten beibehalten. ' Im Ung. sind die Vokale gleichzeitig Mundöfifner, Klang- 
laute und Hauptlaute, und die Konsonanten gleichzeitig Mundschließer. Ge- 




Fig. I. Fig. II. 

räuschlaute und Mitlaute. Auf folg. Seite habe ich eine Übersicht der ung. 
Vokale und Konsonanten gegeben und auf der Tafel S. 133 die wichtigsten 
stomatoskopischen Figg. der ung. Sprechlaute zusammengestellt, die ich mit Be- 
nutzung einer dem natürlichen Gaumen angepaßten künstlichen Gaumenplatte 
nach KiNGSLEvs Methode ii. z. III. 225 f.) gewonnen habe.* 

' Ich schließe mich hier im allgemeinen iler phonetisclien Terminologie , Systematik und 
Transskription Techmers an (i. z. I. 69 — 192, II. 165 — 169, 328, iv. no— 129 und VXK vekan- 

SCHAULICHUNG DER LAUTBILDUNG, 1885). 

^ Da diese Platte dem hintern Teil des natürlichen daumens nicht vollständig entspricht, 
insofern sie hinten beiderseits lückenhaft ist und für alle reinen Mundlaute zu weit herabhängt, 
konnte ich in den Figg. nur die auf der Platte sichtbaren Bilder veranschaulichen . welche die 
betr. Artikulationen jedoch wohl in einer für den Zweck meiner Arbeit ausreichenden Weise 
erkennen lassen. [VgL Kingsleys Figg., hier Fig. I und 11. meine Bemerkungen i. z. iii. 226. 
229, 238 und meine Nachschrift unten iv. 157. F. T.] 

9* 



1-^2 



J. Balassa. 



ÜBERSICHT DER UNGARISCHEN VOKALE NACH T E C H M E R S SYSTEM. 





Linguae 






longa 








retractio cum apertura rotunda 


a]pcrliii:ic 




productio cum apertura 


minima 


miliare 


niaj'ire 


ina.\ini:i 


""«' 1 


majore 


minori; minima 






















































































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3 




u 


















n 


V 


M 


_ 



ÜBERSICHT DER UNGARISCHEN KONSONANTEN.' 



Stimm- 
lose 



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IS f= 

3 N 

•j3 1-1 

< "^ 






Zungenrücken- 



j Hinterzungen- 
iMittelzungen- 



I Vorderzungenrücken- 



höchste (kakum.l 



\ mittlere (alveol. 

Zungenspitzen -Mittelzungen-, höhere (postalveolare 

„ ., (höhere (postalveolare) 

Zungenspitzen- ^ 

\ mittlere alveolare 

(Lippenzahn- 

I Lippen- 



) 11 '^' 



/ 



Stimmhafte 



7i 

\nv 
m 



^ Man vgl. Techmeks allgemeine Übersicht der Mundengeschlußlaute i. z. iv. 116 unten, 117 
und 121 Anm. ii. Die in [] gesetzten Laute kommen nur neben gewissen Konsonanten, aber nicht 
selbständig vor, die mit ) werden nur als Teil eines konsonantischen Diphthongs gesprochen. 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. i â– <:< 

STOMATOSKOPISCHE VE R AN S CH AU L IC H UNG DER Z U N G E N ART I K U L AT I N E N IM UNGAR. 

Lb ._ 

lab -dem /^t^^^^i^TX /" ' \ /'H----^^^ 

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uß Uli ee ee //^Ni öo^öö ////'^üü 









^>^^gk gA^g^ fT^gyAY jy\Y 





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^/'•\ll 




in 

TS CZ 




Die schwarzen Stellen zeigen , wo die artikulierende Zunge den Gaumen . bzhw. die obern 
Zähne berührt hat. Links von den Zahlen die phonetisclie Transskriplion der betr. Laute, rechts 
die herkömmliche ung. Schreibung. In Fig. i sind die Artikulntions>tcllen nach Teciimeks Tafel 
I. Z. IV. 119 unten angedeutet. 



134 J- B'^LASSA. 

VOKALE. 

I. Hinterzungenartikulation. 

a. Mit Lippenlängsöffnung: 

.s. Kommt gewöhnlich nur lang vor: wJ^j^nM (varnä) er möchte ihn 
erwarten. Den entsprechenden 'kurzen' Laut (S. 135) hört man nur in einigen, 
nicht ganz heimisch gewordenen F'remdwörtern , anstatt des a der fremden 
Sprache: .-E^lg^cbr^^ (algebra) Algebra; obwohl auch solche Wörter sehr oft 
mit A gesprochen werden. Li einigen Dialekten spricht man immer ^e^ statt 
des gewöhnlichen a. — Bei der Hervorbringung dieses Lautes ist die Zunge 
in der tiefsten Stellung, ganz so, wie beim a, nur daß die Lippenartikulation 
eine andre ist. Beim a werden die Lippen etwas vorgeschoben , beim .ü^ 
dagegen etwas zurückgezogen; und zwar finden wir beim letztern die größte 
Längsöffnung und den geringsten Rückgang der beiden Lippen. ' 

b. Mit Lippenrundöffnung: 

a: aIiiia (alma) Apfel; in der gesprochenen Sprache lang, wo nach einem 
ursprünglich kurzem a ein 1 oder r geschwunden ist; in der Schrift wird diese 
Länge nicht bezeichnet: äta (arra) dorthin, tAVÄ (taval) voriges Jahr. In 
einigen Dialekten wird immer Ä statt ^ gesprochen. — Die Zunge ist in der- 
selben Lage, wie beim .^ , nur daß die Lippen etwas vorgeschoben werden, 
und zwar findet größte Rundöffnung und geringster Vorgang derselben statt. 

0: okos^^ (okos) vernünftig. Komrnt nur an- und inlautend vor (deutsch 
o in Gott). 

ö: ötA (ota) seitdem (deutsch o in rot).' ' 

ii: fAht (falu) Dorf (d. u in Luft). 

ü: üt (üt) Weg (d. u in Mut; vgl. Tafel S. 133, Fig. i). 

2. Vorderzungenriickenartikulation. 
a. Mit Lippe nlängsöffnung: 

^: .-ES^JyE feste) Abend. Kommt auch lang vor, wo nach dem kurzen 
^ ein 1 oder r geschwunden ist: Minent (elment) er ist fortgegangen. — 
Die Zunge steht vorn, in derselben Höhe wie beim .-j, und die Lippenarti- 
kulation ist die des ^ ; also geringster Vorgang der Zunge , größte Längs- 
öffnung und geringster Rückgang der Lippen. Beim engl, a in man steht 
die Zunge etwas niedriger, als beim ung. ^. 

e: vesein (veszem) ich nehme es. Die Zunge steht vorn, in der dem 
entsprechenden Höhe. Der engl. Laut in men wird mit etwas niedrigerer 
Zungenstellung gebildet. 

e: clMt (elet) Leben (d. e in wenig, S. 133, Fig. 2). 



^ Bei den Vokalen, denen keine Fig. entspricht, berührt die Zunge die Gaumenplatte nicht; 
solche sind: ^, A^ O, M. [Für deutsches ö in rot habe ich nach meinem stomatoskopi- 
schen Verfahren ein Bild erhalten und zwar an der Stelle, welche der künstlichen Gaumenplatte 
des Vf. fehlt (vgl. i. z. I. Tab. III, Fig. 13 a und meine Kritik von Kixgsleys Methode i. z. III. 
S. 229). F. T,] 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. I 3 5 

i: kitjS^J ^kicsi) klein cl. i in wissen). 
t: tiz (tiz) zehn (d. i in ihnen; Fig. 3;. 

b. Mit Lippenrundöffnung: 

ö : vdj\ds^^ (vörös) rot. Kommt nur an- und inlautend vor (d. ö in 
Götter). 

u\ su{u (szöllö) Traube (frz. jeu; Fig. 4:. 

ü: ür^s^ (üres) leer. Kommt nur an- und inlautend vor d. ü in Hütte). 

il: hie (hü) treu (frz. pure; Fig. 5). Die deutschen Vokale z7, t^ stimmen 
nicht ganz mit den ung. ü, überein. Das deutsche fl hat die Zungen- 
stellung des z; das d. ö die des e. Das ung. 5, ü entspricht dagegen mehr 
dem t", l. Die Zunge steht fast in derselben Lage, nur die Lippenartikulation 
macht den Unterschied; beim ö kleinere Rundöffnung und größerer Vorgang, 
beim ü kleinste Rundöffnung und größter Vorgang der beiden Lippen.' 

Nach den vorhergehenden Beschreibungen ergibt sich folgendes System 
der ung. Vokale (S. 132). Die horizontale Bewegung der Zunge scheidet sie in 
zwei Gruppen: eine hintere und eine vordere: und diese werden durch die 
Gesetze der Vokalharmonie (S. 154) gänzlich voneinander geschieden. Im 
Ung. werden diese Laute gewöhnlich nach ihrer akustischen Wirkung tiefe (mely) 
und hohe (magas) Vokale genannt. Die durch Mittelzungenartikulation her- 
vorgebrachten Vokale fehlen im Ung. jetzt vollständig (S. 128 Anm.). Nach der 
vertikalen Bewegung der Zunge bekommen wir drei Vokalreihen, die im Ung. 
untere (also), mittlere (közepsoj und obere (felsö) genannt werden. 
Die untern Vokale entsprechen am meisten Techmers a .-e^ ^ (S. 116, mit einer 
Abweichung jedoch nach e^ e] , die mittlem und obern Vokale stimmen mit 
seinen c und u ü i überein. — Die langen hosszü' und kurzen 
(rövid) Vokale werden im Ung. nicht mit derselben Zungenstellung gebildet; 
bei der Bildung der kurzen Vokale (^, z, <?, u^ 0, ü] ist die Zunge flacher, 
dagegen bei den entsprechenden langen ?, c. ö^ ü. 0, ü] ist der Zungen- 
rücken mehr nach oben gebogen, so daß die Öffnung der Mundhöhle bei den 
langen Lauten in der Regel etwas enger ist. Die stomatosk. Fig. je der 
kurzen und langen Laute ist im ganzen dieselbe, denn die Zunge bleibt in 
derselben Stellung dort, wo sie sich mit dem Gaumen berührt, nur der obere 
freie Teil wölbt sich in der Mitte mehr nach oben." Diese Verschiedenheit 
müßte also eigentlich mit einem Nebenzeichen angedeutet werden , was hier, 
wo es sich allein um ung. Phonetik handelt, der Einfachheit halber weg- 
gelassen wird, da alle genannten Vokale diese Verschiedenheit zeigen. Dieser 

^ Es ist auffallend, (l.-iß die stomatoskoiiischen Figg. der mit gleicher Zungenstelluiig her- 
vorgebrachten Vokale, bei denen nur die Stellung der Lippen den Unterschied her^•orbringt, wie 
e C und Ö U oder / l und Ü Ü doch etwas verschieden sind. Diese \"erschiedcnheit wird ilurch 
die Lippenrundung bedingt, mit welcher auch eine Art von Mundhöhlenrundung verbunden zu 
sein scheint. Bei dieser Rundung der Mundhöhle wird die Zunge etwas nach rückwärts geschoben, 
wobei ihr artikulierender Teil zwar im ganzen in derselben Stellung verbleibt, die Zunge aber 
weniger mit dem Gaumen in ]?erührung kommt, als bei gleicher Zungensteilung uml Lippenlängs- 
öffiumg. [Über Vorderzungenrundung vgl. 115. F. T.] 

^ rSolIte das auch bei den MundülTnern mit 1 liiUiT/ungenru ndöiTiuing Zeichen des Aus- 
schnitts ^ ) der Fall sein? F. T.] 



X 3 6 J- Balassa. 

Unterschied der Vokale wird bei Sievers mit den Worten offen, geschlossen 
ausgedrückt. Die untern Vokale (^^, a, ^e] werden immer mit flacher Zunge 
hervorgebracht; vielleicht weil sie gewöhnlich nur eine einzige Form haben; 
-i? ist gewöhnlich lang, nur in Fremdwörtern kurz, und in diesen wird der 
dem -ff vollständig entsprechende kurze Laut hervorgebracht, .j, .7^ sind ge- 
wöhnlich kurz, lang sind sie nur in solchen Silben, wo nach ihnen ein 1 oder 
r geschwunden ist (sogenannte ' Ersatzlänge "j ; diese Längen sind also neu 
entstandene Laute und sie entsprechen genau den ursprünglichen kurzen Lauten.' 
Die Artikulation der Lippen scheidet die Vokale wieder in zwei Gruppen. 
Bei der einen werden die Lippen zurückgezogen, bei der andern vorgeschoben 
und zwar in verschiedenem Grade; die erste Reihe (^, ^e^ resp. a} entspricht 
auch in dieser Hinsicht am meisten Techmers ^ (mit einer Abweichung jedoch 
nach £}, /E^ (nach e\^ resp. a (nach o)\ die übrigen stimmen vollständig mit 
seinen Vokalen überein. 

VOKALISCHE DIPHTHONGE. 

In der ung. Litteratursprache finden wir sehr wenige Diphthonge; nur 
wenn einem Vokale in derselben Silbe in der Schrift ein j folgt , wird dieses 
als ein "^ Gleitlaut' des i gesprochen und bildet mit dem vorhergehenden Vokale 
einen Diphthong. Dieser ^Gleitlaut' ist ein Mittellaut zwischen i und z [y] ; 
es ist ein zu kurz artikuliertes z, wobei die Zunge etwas höher steht als bei 
z", aber nicht so hoch, daß ein Geräuschlaut entstünde , wie beim ^ : er ent- 
spricht dem J der Transskr. der i. z., womit die hergebrachte ung. Schreibung 
in diesem Fall übereinstimmt (vgl. ii6 Mitte und iig). Der vorangehende 
Vokal wird der Haupt-, das folgende j der Mitlaut der Silbe. â–  

^j : ^EJtAtos^^ (äjtatos) andächtig. 

AJ : // AJtA 11 i ( h a j t a n i ) treiben . 

oj : bojt (bojt) Quast. 

11 j : ujvA (ujra) noch einmal. 

üj : füjni (füjni) blasen. 

üj : Dujt'ök (gyüjtök) ich sammle. 

^j \ i\^jt/Eni (rejteni) verbergen. 

cj: ejb^ (ejbe) in die Nacht. 

Ij : sljuAk (szijnak) dem Riemen. 
In allen diesen Diphthongen folgt der "Gleitlaut' dem Vokale; und die 
Litteratursprache kennt auch keine andern Diphthonge, aber in Dialekten 
kommen auch andre vor; und letztere weichen sehr von den oben angeführten 
ab. Bei den meisten folgt da der Silbenhauptlaut dem ''Gleitlaute', und jeder 
Vokal kann 'Gleitlaut' werden. Diese mitlautenden "^Gleitlaute' sind zu schwach 
( "* ) und zu kurz artikulierte Mundöffner. Nur einige Beispiele will ich hier 



In altern Perioden des Ung. kommt diese Länge natürlich nicht vor, aber andre jj, ^- 
Laute sind belegt, welche wahrscheinlich mehr geschlossen gebildet wurden. Daraus entstanden 
in der heutigen Ausspr. entweder kurz a^ yE oder lang ^ ^ e. [In der obigen Darstellung des 
Verhälinisses der ung. 'kurzen' (rövid) und 'langen' (hosszü) Vokale vermisse ich ein ein- 
heitliches Prinzip ; dasselbe scheint in Wirklichkeit bzhw. in der geringern und größern Energie 
der betr. Artikulationen zu bestehen; vgl. meine Nachschrift S. 157. F. T.] 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



137 



anführen: IJiö gewöhnlich {ö (16) Pferd, su'uk^ gew. sok^ (szoke) blond, 
toÄii gew. t^n (tan i vielleicht. 



KONSONANTEN. 

Bevor wir die Konsonanten betrachten, müssen wir erst einen Laut, der 
nicht im Mundkanale entsteht, besprechen. Es ist das 

li: h^frovi (härom) dve.\. f^Eher ^ (feher) weiß. Es wird durch Ver- 
engung der Stimmritze hervorgebracht (S. 1 19) und ist rauher als das engl. //. weil 
die Stimmritze bei seiner Hervorbringung mehr verengt ist. während im Mund- 
kanale keine Reibung stattfindet. Das h kommt im Ung. nur im Silbenanlaute 
vor und während seiner Bildung ist die Mundhöhle schon für den folgenden 
Vokal geformt. In der hergebrachten ung. Schreibung finden wir es auch im 
Silbenauslaute, doch wird es da jetzt nie gesprochen : mc (meh) Biene, aber 
inehyEk (mehekj Bienen. 

A. ARTIKULATIONEN DER ZUNGE. 
I. Zungenrücken-Engeschlul.Haute. 

a) Durch die Artikulation der Hinterzunge' bzhw. Mittelzunge gegen das 
Gaumensegel oder den hintersten Teil des harten Gaumens entstehen im Ung. 




Flg. in. 

zwei Reihen: die Hinterzungen- und die Mittelzungen -Engeschlußlaute. 
Neben einem vordem Vokale wird immer der Mittelzungen- S. i.:^ Anm.), 
neben einem hintern Vokale der Hinterzungen-ES. gesprochen. 

Schluß: g g^: g.izd.ig (gazdag) reich, .■^(t'g, l^ltig) genug. Das ^'■ 
ist das in manchen nördlichen Gegenden Deutschlands gesprochene stimmhafte 
Schlußlaut in gut. 

/â–  l\: .xkAvok (akarok ich will, k.nvrs^ (keves wenig. Stimmlos, 
ohne y\spiration gebildet. 

.\- : h.ixx hang) Stimme. t.7:.\\s:- .Kr tengcr) Meer. Kommt nur 

vor dem entsprechenden Schlußlaute vor, selbständig nie, und ebenso wird 

der Schlußlaut entweder mit der 1 lintcr- . oder mit der Mittelzunge gebildet 

â– ^'feg- ^^ 7)- Ich habe in meiner Phonetik vgl. meine Selbstanzeige in diesem 

Bande S. 159) S. 97 schon bemerkt, da(.^ diese Nasenlaute so zu sagen ohne L'ber- 



^ [Vgl. KiNGSLEVS Fig. HI. 



Y. T., 



138 J. Balassa. 

gang gebildet werden. Während die Zunge die Mundöffnung schließt, findet 
schon das Schließen der Nase statt ; erst nachdem tritt das Offnen des Mundes 
ein. Also der Auslaut des Nasenlautes und der Anlaut des Schlußlautes sind 
stumm. ^ 

b. Vorderzungenrücken-Engeschlußlaute ; höchste (kakuminale) . Her- 
vorgebracht durch die Art. des Vordcrzungenrückens gegen den mittlem Teil 
des harten Gaumens ; die Vorderzunge wird nahe der Mitte nach oben ge- 
bogen, und hier gegen den Gaumen gedrückt ; die Vorderzunge wölbt sich weiter 
nach vorn abwärts, so daß die Zungenspitze schon die untere Zahnreihe berührt. 

Schluß: D^ : D.Ervick (gyermek) Kind, vad^ (vagy) oder 

r : Tük (tyük) Henne, ata (atya) Vater. Ohne Aspiration (Fig. 8). 

N\ Nül (nyül) Hase, .^a'.^ anya) Mutter (Fig. g).^ — Diese drei Laute 
werden oft als '^mouillierte'' aufgefaßt. Die Konsonanten, die wir mit Recht 
'mouilliert'' nennen können, sind Konsonanten, welche unter dem Einfluß be- 
nachbarter Vokale der i-Reihe entstanden, deren Artikulation sie teilweise in 
ihre gleichzeitige Artikulationsverbindung aufnehmen. /?_ r n sind zwar dem 
Klange nach den ^mouillirten'' Lauten sehr ähnlich , doch sind sie einfache 
Konsonanten mit nur einer Zungenartikulation. Das n können wir so lange 
artikulieren, wie wir wollen, und wir hören immer n und nicht ;/ oder z. 
Was die Schlußlaute d_ r betrifft, so kann ein sehr einfaches Experiment 
jeden davon überzeugen, daß auch sie einfache Konsonanten sind wie .y. 
Wenn wir nämlich die Mundhöhle an der Artikulationsstelle eines Schlußlautes 
verschließen und, ohne diesen Schluß zu öffnen , gleich den entsprechenden 
Nasenlaut bilden wollen, haben wir nur die Nasenhöhle am weichen Gaumen 
zu öffnen, und wir hören den Mundschlußlaut, und gleich nach ihm den Nasen- 
laut. So können wir bin, dn^ gN^ sprechen. Ebenso rein können wir auch 
das D_ hören, wenn wir die Lautgruppe d_n_ auf solche Weise- artikulieren. 
Das beweist am besten , daß diese ung. Laute ebenso einfache Konsonanten 
sind, wie ^, d, g u. s. w. 

Enge: z (7, oder als Übergang zur kleinsten Offnung:_;'; s. S. 146, 148) : Jiazö 
(hajö) Schiff, ozah (olyan) solcher; das ndd.j in jung; engl, young (Fig. 10). 

c, Vorderzungenrücken-Engeschlußlaute; mittlere alveolare). Werden 
mit dem Vorderzungenrücken an den Zahnfortsätzen hervorgebracht, wobei 
die Zungenspitze den obern Rand der untern Zahnreihe berührt. 



I ^Sollten in Wirklichkeit im Beginn dieser Lautverbindungen Mundschluß und Nasenschluß 
gleichzeitig eintreten, so wäre in der Transskr. das N_^ vor g unberechtigt; ich vermute, 
daß der Mundschluß ganz oder nach meiner Benennungsweise ' zu kurz ' vor dem Nasenschluß 
eintritt und sofort zu kurzer Mundschluß bei Nasenschluß statt findet. Danach hätten wir einen 
Diphthong, dessen Anlaut, Übergang und Auslaut zu kurz artikuliert werden: i\\]g. Übrigens 
muß ich hier besonders darauf aufmerksam machen , daß der künstliche Gaumen bei den Unter- 
suchungen des Vf. hinten tiefer herabhängt, als es der natürliche weiche Gaumen bei den nicht- 
nasalen Lauten thut ; woraus sich erklärt, daß die Hinterzunge den künstlichen Gaumen in Fig. 6, 
7, II, 12, 15, 16 mehr berührt hat, als dies beim natürlichen Gaumen der Fall gewesen sein 
dürfte. F. T.] 

^ Die Bildungsstelle des D T und n ist dieselbe, nur die Form des Zungenrückens ist 
etwas anders, wenn das Gaumensegel herunterhängt, als wenn es gehoben ist, was an den stom, 
Figg. sichtbar ist. 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



Schluß: D 7- A-, ; vgl. weiter unten S. 140, 141. 

Enge: z: z/eu^e (zene) Musik, hyS^z (häz) Haus. 

5: s^r Az ^szaraz) trocken, JiaI^ s fhaläsz! Fischer (Fie- n 



139 



2. Zungenspitzen-Mittelzungen-Engeschlußlaute 

höhere postalveolare . Gebildet an dem harten Gaumen hinter den obern 
Zahnfortsätzen ; der hintere Teil der Zunge bleibt in der Ruhelage, ungefähr in 
der Mitte biegt sich die Zunge auf einmal nach oben, und die Zungenspitze 
nähert sich bis zur Enge dem postalveolaren Gaumen (S. 116 unten . 

Schluß; d^^ /^ w^; vgl. weiter unten S. 140, 141. 

Enge: z ^^•. z ^^M^k (zsäk) Sack; engl, azure. 

s ^^â– . s^^As^^ (sas) Adler; engl, hush, ohne Vorschiebung der Lippen 
(Fig. 12). 

3. Zungenspitzen-Engeschlußlaute. 

a) höhere postalveolare) ; gebildet mit der Zungenspitze hinter den obern 
Zahnfortsätzen. 

/ [/]: lö (16) Pferd, Jia{M^I (haläl) Tod. Das ung. 1 wird gewöhnlich 
postalveolar, fast kakuminal, gebildet (Fig. 13). Steht das 1 nach einem d /, 
so wird es ebendort gebildet , wo diese Laute. Bei d t wird der Mundkanal 
durch Anpressung der Zunge zwischen die beiden Zahnreihen und an die 




Fig. \SF. 



Fig. V. 



Zahnfortsätzc gesperrt : soll nachher ein 1 gebildet werden, so ölifnct man den 
Mundkanal nur an beiden Seiten der Zunge und dann kommt der Stimmton 
dort heraus: /. 7?^ /,/.//' (lätlak) ich sehe dich. 

In der geschriebenen Sprache finden wir noch einen 1-Laut. das h. In 
einer frühern Periode des Ung. war das ly ein höchster seitlicher Vorderzungen- 
rückenlaut /. , aber diese Aussprache ist jetzt fast nirgend mehr erhalten. In 
den meisten Dialekten wird es, wie jetzt M mouillce' im I'ranz. . gleich / 



140 



J. Balassa. 



bzhw. ^ gesprochen :/<? 2^ (folyö) Fluß; in andern Dialekten ist es l: folö. 
Diese zweifache Entwickelung zeigt noch seinen ursprüngHchen Charakter: Ij. 

r: 7'ös^^A (rozsa) Rose, r.-Ä- r (vär) Festung. Das r wird sehr ver- 
schieden ausgesprochen ', aber es ist immer ein stimmhafter Zitterlaut, nur 
das Rollen der Zunge ist bei den einzelnen sehr verschieden, und oft wird 
der Laut durch das Vibrieren des Zäpfchens verstärkt. Von einigen , denen 
das gerollte r schwer fällt , hören wir auch das ungcrollte sprechen. Von 
andern hören wir oft statt des r verwandte Laute ; am häufigsten kommt das 
7^ (119) verstärkt durch das Rollen des Zungenrandes als Ersatz vor. 

b. mittlere (alveolare,- gebildet mit der Zungenspitze an den obern Zahn- 
fortsätzen. 

11 [n n^^ 11^]: nep (nep) Volk, vau (van) es ist. Die Nasenlaute passen 
sich im Ung. den sie umgebenden Lauten an. Das n wird an- und auslau- 
tend oder zwischen Vokalen alveolar gebildet (Fig. 14); neben einem Konso- 
nanten wird es an derselben Stelle artikuliert, wo dieser Konsonant (siehe n^ 
oben S. 138); neben z 5 ist es iv : kcNser (kenyszer) Zwang, neben z ^^ s ^^ 
ist es w^^ (S. 116): mUmu^^s ^^eg^ (ellenseg) Feind, neben d' / ist es n: fcnt 
(fent) oben (vgl. das unten über die Zungenartikulation bei d t bemerkte und 
S. 141 in). — Die Nasenlaute, sowohl wie die 1 r-Laute werden im Ung.. in 
welcher Stellung sie auch seien, immer stimmhaft gebildet; ein stimmloser 
Nasenlaut ist der ung. Aussprache vollständig fremd. 




Fig VI. 



Reine Schlußlaute. Der Zungenrand wird zwischen die beiden Zahn- 
reihen gepresst und weiter oben findet Schluß an den Zähnen und Zahn- 
fortsätzen statt. "" d : dolog (dolog) Arbeit. 

t : te (te) du; cL-fJ feiet) Leben. Ohne Aspiration (Fig. 15). 



B. ARTIKULATIONEN DER LIPPEN. 

a. Lippen-Zahn-Engelaute. 

Enge: v : vcr (ver) Blut; nordd. w in Wolf. 

/: /a (fa) Baum; nordd. f, v in Feuer, Vater. — 



^ [Vgl. KiNGSLEYs Fig. IV, V, auf welchen sich ;- oder fast r darstellt. F. T.] 

^ [Vgl. KiNGSLEYS Fig. VI. \ ' F. T.] 



PHONETIK DER LN'GARISCHEN SPRACHE. 



141 



Ellis sagt i'oN EARLY ENGL. pRox. IV. 1102); die uug. V. f scieii Lippcii- 
^ laute ; seine Beobachtung war nicht richtig : nirgends in ganz Ungarn spricht 
man einen Lippenengelaut. 

b. Lippen-Schlußlaute.' 

Schluß: d : bo\ (bor; Wein; nordd. b in Bein. 
/: piros^_^ (piros) rot; ohne Aspiration. 




111 [w/J : Jiios^t ^most) jetzt. Neben f / haben wir dafür ;//, : h.iJiij-Ad 
[hamvadj es verglimmt (vgl. oben S. 140 n). 



KONSONANTISCHE DIPHTHONGE. 

Außer diesen einfachen Konsonanten hat das Ung. auch einige konso- 
nantische Diphthonge : 

D)Z : boDD^zA (bodzai Hollunder. 

rj5 : Ap.'E^r)SA (apäcza) Nonne. 

d^^)Z^^: d^jS^JdA (dsida) Pike. 

t^js^^: t^jS^^Ms.jt:^;'^ (csaszär) Kaiser. 

Alle diese Diphthonge sind Affrikaten ; ihr zweiter Bestandteil ist das ge- 
wöhnliche zs resp. ^,„^,„, aber der erste Teil ist kein df. sondern in den 
beiden ersten Diphthongen ein an derselben Stelle wie zs gebildeter Schluß- 
laut, also /) /•; und bei den zwei letzten Diphthongen ist es d^t^^. Diese 
Laute sind also wirkliche Affrikaten, denn beide Bestandteile des Diphthonges 
werden an derselben Stelle gebildet (Fig. 16, 17"). Beim deutschen z in Zorn 



^ [Vgl. KiNosi.KYs Fig. vn]. F. T.] 

- Die stom. Figg. dieser Diphthonge zeigen natürlich nur die Artik. der Schlußiaute; also 
Fig. 16 DT^ Fig. 17 dt. [Die stom. Figg. stellen die aufeinanderfolgenden Artikulationen 
der Schluß- und Engelaule in einem Hijde übereinander dar, so daß die 15e\\egungscmpfuidung 
derjenigen, denen diese I-a«te natürlich sind, zu entscheiden hat, ob schon beim Schluß die Mittel- 
zunge gehoben war [dt^ ) oder nicht [d^ tj . Zur Vgl. mag hier KiNr.si.KYs Fig. viii. für 
/ .T und ^/ ,c in engl, cliurch und judge dienen. Über die genauere Unterscheidung von 
S Z t d und .s- .:: / d vl;I. i. /.. i\. ii6. F. T. 



142 



J. Balassa. 



haben wir alveolare t^s^ beim engl. j. ch in judge, church sind die Schluß- 
laute die postalveolaren d^ / . während die Engelaute bzhw. dieselben sind, 
wie im Ungarischen. 

Gewöhnlich werden diese Laute ebenso behandelt, wie £> r n^ ; entweder 
sieht man beide für Diphth. an, oder beide für einfache Laute 'Hoffory). 

Beide Ansichten sind falsch, weil jene Konsonanten 
einfache Laute sind, diese aber Diphth. Und der 
Irrtum, daß letztere auch einfache Konsonanten seien, 
kann nur davon entstammen, daß die Artikulations- 
stelle der beiden Teile dieselbe ist. Wir können aber 
ein Experiment machen, welches ganz klar für unsre 
Ansicht spricht. Man kann jeden Schlußlaut schon 
an seinem Einsätze erkennen: wenn wir z. B. Akk.A , 
AttA. AppA sagen wollen und in der Mitte stehen 
bleiben Ak^ At . Ap), wird der Zuhörer, ohne auf 
unsern Mund zu sehen , schon wissen , was wir 
sagen wollen: beginnen wir ebenso att^a zusagen 
und halten wir nach a r an , ohne den Schluß zu 
öffnen, so wird der r-Laut ganz klar gehört. Wollen 
wir dagegen attsa oder At^t^s^_A sagen und 
bleiben nach dem Schlüsse stehen, so hören wir nur einen t-Laut, und zwar 
T resp. / : der andre Teil des Diphthongs wird nur nach dem Absätze des 
T bzhw. /gehört [attsa At^y^j^^Ä]. Daraus sehen wir, daß diese Laute 
Diphthonge sind. 




Fig. VIII. 



DAUER DER SPRECHLAUTE. 

Nach ihrer Dauer müssen wir lange , mittel- oder halblange und kurze 
Laute unterscheiden. Die ung. Orthographie bezeichnet die Dauer der Vokale: 
Länge wird immer mit einem, bzhw. zwei Strichen bezeichnet (ä ö ü e i ö ü). 
Kürze durch kein Zeichen oder durch Punkte (a o u e i ö ü' . Nur die Länge 
von Ä M wird nicht bezeichnet. 

Die Vokale, welche ihrer überlieferten Bezeichnung nach einander zu ent- 
sprechen scheinen, sind nicht immer genau entsprechend. Der mit einem 
Strich bezeichnete Vokal ist immer lang, aber nicht immer die genau ent- 
sprechende Länge des mit demselben Buchstaben bezeichneten 'kurzen^ Vokals; 
a [a] o [ö. u (?/; e [m e] i (/) ö (i?) ü (?/) 
ä [.'E^ 6 [ö] ü [ü) e \e) i (?) ö 'p] ü [ü] 
Im gewöhnlichen Sprachgebrauche und in der Deklination und Konjugation 
entsprechen diese Vokale der Länge nach einander immer: /a (fa) Baum, 
f^^k (fäk) Bäume. 

Mittellange Vokale kommen sehr selten vor, höchstens wird manches a ^e 
am Wortende mittellang : gesprochen: lrvA~ (irva) geschrieben. In einigen 
Dialekten kommen mittellange Vokale auch im Inlaute vor. 

Die Dauer der Konsonanten verdient besondere Beachtung: sie werden 
ebenso wie die Vokale, lang oder kurz gebildet. Und wir hören nicht nur 
lange Enge- und Nasenlaute u. s. w. , sondern auch lange Schlußlaute und 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



143 



lange konsonantische Diphthonge. Die Länge der Konsonanten wird natüriich 
wie die der Vokale mit -.. bezeichnet. Lange Enge- , Nasen- , Seiten- und 
Zitterlaute werden sehr leicht gebildet; wir halten das Sprechorgan während 
der Dauer zweier kurzer Laute in derselben Stellung. Beispiele: //.-j/" (hall) 
er hört, meN~ (menj) gehe. ros~ (rosz) schlecht, Jiozr (hozz) bringe. 

Der mittlere Teil der stimmlosen und langgehaltenen stimmhaften Schluß- 
laute ist stumm . und wenn wir das Sprechorgan länger in der betr. Schluß- 
stellung halten wollen, so wird nur die Schallpause länger zwischen den zwei 
hörbaren Teilen des Lautes, zwischen seinem Einsätze und Absätze. Bei- 
spiele: zob~ (jobb besser, ted~ (tedd) thue es, of (ott) dort. cd~ (egy) 
ein, Ag' (agg) alt, inAk~ (makk) Eichel. 

Bei konsonantischem Diphthong wird im Ung. nur der eine Teil lang ge- 
bildet. Beim langen rs schließen wir die Mundhöhle in der Stellung des t 
und halten sie in dieser Lage während der Dauer zweier Laute . das kurze s 
bilden wir erst, wenn die Mundhöhle geöffnet ist; also ist hier im Ung. nur 
der Schlußlaut lang; z. B. at s (adsz) du gibst. 

Lange Konsonanten stehen im Ung. gewöhnlich nach kurzen \^okalen, 
nur 5^^ und z kommen auch nach einem langen Vokale lang vor: (.-e^s^~ (läss) 
siehe, ;/?2" (nezz) schau. Die übrigen Konsonanten sind nach langen X'okalen 
immer kurz, wenn sie auch doppelt geschrieben werden: .■£ / (all ersteht. 
ntöd (utöbb) später. Auch kann neben einem andern Konsonanten kein 
langer Konsonant stehen: kozöf (között) aber kost (közt zwischen. 
^^{of (ällott) aber M^lJ (ällt) gestanden. 

Gewöhnlich werden auch die Doppellaute in folgenden Wörtern für lange 
Konsonanten angesehen: asson^ (asszony) Weib, ott au (ottanj dort, 
JiADDA (haggya) er läßt es, iitt^sa (utcza; Gasse. Man sagt, wenn wir 
z. B. ottAii sprechen, verschließen wir nach dem o die Mundhöhle und öffnen 
sie nur, wenn wir auf das a übergehen wollen, also artikulieren wir nur ein /. 
aber es dauert so lange, wie zwei kurze Laute. Wenn wir sehen wollen, ob 
es wirklich ein Laut sei, müssen wir untersuchen, ob wir alle die Bedingungen 
erfüllen, die zur Bildung eines Lautes erforderlich sind. 

Ein Laut ist immer das Resultat einer unveränderten •Stellung des Sprech- 
organs; alle drei Faktoren der Lautbildung, der Expirationsstoß, die Hemmung 
desselben und die Form des Resonanzraumes müssen dieselben bleiben. Beim 
/ in Ott AU bleibt das Hindernis des Luftstroms dasselbe, auch der Resonanz- 
raum bleibt unverändert, nur der Expirationsstoß ist nicht derselbe. In allen 
angeführten W^örtern gehört der betreffende Konsonant zu zwei verschiedenen 
Silben; mit dem ersten Teile endet die erste, mit dem andern beginnt die 
zweite Silbe. Und da wir jede Silbe mit einem neuen Expirationsstoß be- 
ginnen, bilden wir / u. s. w. mit zwei h-xpirationsstölkMi und eben darum kann 
es nicht ein Konsonant sein, sondern wir nüisscn die l^rschcinung als zwei 
Konsonanten betrachten: nur sind diese zwei Konsonanten so eng verbunden, 
daß der erste nur einen Einsatz, des zweite nur einen Absatz hat und zwischen 
diese beiden Teile fällt eine Zeitdauer \-on zwei kurzen Lauten. Das Ende 
der Silbe fällt in die Mitte dieser Zeitdauer (\-gl. unten S. 148 den Abschnitt 
von den Lautüberiräneen . 



1^4 J- Balassa. 

ORTHOGRAPHIE. 

Die ung. Orthographie hat sich immer geändert, seitdem wir schriftliche 
Denkmäler besitzen. Bald wurden die Buchstaben geändert, w^elche die Laute 
bezeichneten, bald das Prinzip, welches man beim Rechtschreiben im allgemeinen 
angewendet hat. Und noch heute haben wir keine einheitlich festgestellte 
Orthographie. In neuerer Zeit nahm die ung. Akademie der Wissenschaften 
die Sache in die Hand und veröffentlichte 1877 cl'^ Prinzipien und regeln der 
UNG. ORTHOGRAPHIE. Im allgemeinen werden jetzt diese Prinzipien und Regeln 
befolgt, nur in einzelnen weniger wichtigen Fragen weichen einige ab, auch 
der Einfluß der dialektischen Aussprache macht die Orth. schwankend. 

Diese Orth. folgt im großen und ganzen der Aussprache, aber nicht voll- 
ständig, weil auch die Etymologie einen großen Einfluß ausübt. Sie ist doch 
viel regelmäßiger, als die der engl., franz. oder deutschen Sprache, weil die 
Grundsätze sind: ein Laut soll nur ein Zeichen haben, und ein Zeichen soll 
immer denselben Laut bedeuten. Daß die Orth. doch nicht ganz regelmäßig 
ist, hat seinen Grund hauptsächlich in folgendem : 

1. Das lat. Alphabet, welches man für die ung. Schrift angewendet hat, 
besitzt nicht so viele Buchstaben, als man Laute in der ung. Sprache zu unter- 
scheiden hat; man mußte also teils Nebenzeichen auf die Buchstaben setzen 
(ä, ö, ü) , teils zwei Buchstaben vereinigen um einen Laut damit zu bezeichnen, 
igy, ty, ny, sz, zs; vgl. bzhw. Fig. 8, 9, 11, 12), oder auch den Unter- 
schied unbezeichnet lassen (zweifacher Wert des e, S. 142, 145). 

2. Die ung. Orth. berücksichtigt auch die Etymologie; sie ist bestrebt, 
so weit es möglich ist, den Stamm und die Suffixe im Worte klar sichtbar 
zu erhalten, obgleich die Aussprache sie nicht vollständig bewahrt hat; z. B. 
igazsäg [ig^-is ^j^^^^g] Wahrheit, aus igaz [igAz] und säg [s^^y^^g]; adja 
[ad^d^a] er gibt es, aus ad [Aci] und ja [z^a]\ kezdte [k^st^] er begann 
es, aus kezd [kyszd] und te [/.«]. Aber wenn die Aussprache des Wortes 
sehr von der der Bildungselemente abweicht, so folgt die Orth. der Aussprache ; 
z. B. üsse [üs^j^^^] er schlage ihn, aus üt [üt] und je [z^^e]. Die Ortho- 
graphien einzelner Schriftsteller weichen auch darum voneinander ab, weil der 
eine der Aussprache mehr Einfluß einräumt, der andre dagegen mehr der 
Etymologie. 

3. Auch darum kann die Orth. mit der Aussprache nicht ganz überein- 
stimmen, weil sich die Aussprache von Tag zu Tag ändert, aber die Orth. 
sich nur in größern Zeiträumen der sehr veränderten Aussprache anpaßt. In 
der gewöhnlichen Orth. wird oft eine veraltete Aussprache abgebildet; z.B. 
schreibt man häzok ihr Haus, szekök ihr Stuhl, obgleich liM^zuk sekük 
gesprochen werden; man schreibt aber auch schon oft häzuk, szekük. Die 
Suffixe -böl -böl, -toi -töl etc. werden immer mit 6 o geschrieben, ob- 
zwar man sie mit u ü ausspricht: bjtl bül etc. oder bü bü etc. Wenn das 1 
mit dem vorhergehenden Vokale eine Silbe bildet, wird es in der Aussprache 
meistens weggelassen, die Orth. dagegen bewahrt es immer: volt \_vöf\ es 
war. Zwischen den Suffixen -ban -ben (in mit Dat.) und -ba -be (in mit 
Akk.) macht die Aussprache keinen Unterschied, beide werden bA b^E ge- 
sprochen; in der Schrift werden sie beständig auseinander gehalten. 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



145 



In folgendem wollen wir die in der ung. Orth. vorkommenden Buchstaben 
einzeln behandeln. Beispiele werden wir nur dort anführen, wo ein und der- 
selbe Buchstabe verschiedene Lautwerte bezeichnet. 

Namen der ung. Buchstaben mit der Transskr. der i. z. 

3. Ä ä. ^E^ b bc cz T^sc CS t^_^s^J' d de e M € c i .e/ ^ g^c SY ^ ^ 

h /i.'E^ \ l j ze k k M^ 1 a:1 ly ^eIz^ oder ^J m ^evi n y^En ny ^en^ 

o ö ö ä p P i^' r y^^' s yE:s^^ sz yE s t tP ty Tt' u ?7 ü ?V V ir z ze 

zs 2^J'; fremde Buchstaben: x zks y ipsi{An. 

1. VOKALE. 

a A Ä ^^. Die Schriftsprache kennt nur den kurzen w-Laut, aber in 
der Aussprache kommt, wie bereits bemerkt, auch der lange vor. wo ein 1 
oder r nach dem kurzen schwindet; äva (arra) dort. Auslautend auch 
mittellang: IrvÄ (irva; geschrieben. In einigen nicht ganz heimisch gewor- 
denen Fremdwörtern wird es auch als ^ gesprochen: b.^ Ict (ballet) Ballet. 

ä ^ . 

o o ö. Der lange Laut wird gehört, wo nach dem kurzen ein 1 oder r 
geschwunden ist: övas^^ olvas) er liest. 

6 ö. Der mit ö bezeichnete Laut wird oft als ü gesprochen: z. B. -bol. 
-rol, -töl (s. oben). 

u //. 

ü ü. Die Dauer des u-Lautes ist verschieden, in demselben Worte wird 
er bald lang, bald kurz gesprochen: tAmi{ oder tAiiül (tanül) er lernt. 
Dieses Schwanken kommt auch in der Orth. vor. 

e ^E M e. Das lange .-e wird gehört, wenn nach dem kurzen ein 1 
oder r geschwunden ist: ^Ement (elment) er ist fortgegangen; auslautend 
auch mittellang tcr.E' (teve) gethan. Der Buchstabe e bezeichnet zwei ver- 
schiedene Laute: ./; und r, und es gibt keine Regel, nach welcher wir diese 
zwei Laute unterscheiden könnten. Das ^e wird gesprochen z. B. in ^eI (el) 
fort, t.'El^E (tele) voll, vM[^in (velem) mit mir etc. ; das c in te [te) du, 
edes^^ (süß), csik (eszik) er ißt etc.; beide Laute kommen vor in ^Einher 
(ember) Mensch, ^ises^^ (eszes) klug, scg^Aik (szegek) Nägel, s.Eg^ck 
(szegek) ich schneide etc. 

e c . 

\ i . 

i l. Wird ebenso wie das u bald kurz, bald lang gesprochen: 'nyT: s^ 
und Jr.Tis^_^ (iras) Schrift. 

ö o. Das lange wird gehurt, wo nach dem kurzen Laute ein 1 
oder r geschwunden \st: /od (föld) Erde. 

<"> o. Oft auch als ü gesprochen (s. oben ö). 

ü ü. 

ü Fl. Wird ebenso, wie das u. i bald lang, bald kmv. gesprochen: 
j Ji r it oder .s; ü r ü ( s ü r ü ) dicht. 

TliCHMliR, ZTSCHK. IV. . lO 



j^5 J- BAI.ASSA. 

y. In Eigennamen bedeutet es /: Teleky t^nLEki. Sonst wird es zur 
Bezeichnung der höchsten Vorderzungenrückenlaute verwendet: gy /^. , ty r, 
n y .^' . 

In altern Sprachdenkmälern finden wir auch andre Vokalzeichen ; einige 
solche veraltete Schreibarten sind in der Orth. der Eigennamen noch heute 
erhalten; so bedeuten eo und ew den ^i-Laut: Eötvös ötv'ös^^, Thewrewk 
i'ör'ök. 



2. KONSONANTEN, 



b b. Vor stimmlosen Lauten/: doptAVi (dobtam ich warf. 

c. Viele bezeichnen damit den r^s-Laut (gew. cz Fig. 16); sonst kommt es 
nur in Fremdwörtern vor und wird so ausgesprochen, wie in der betr. Sprache. 

ch t^^)S^^ Nur in Eigennamen: Szechenyi set^^)S^JeNi\ sonst kommt das 
ch nur in Fremdwörtern vor. 

cz T^s (Fig. 16). 

CS t,js^^ (Fig. 17). 

d d. Vor stimmlosen Lauten /: AtJiAt .adhat) er kann geben; vor n 
wird es als 11 gesprochen: Auni (adni) geben. Folgt ihm ein sz, so werden 
sie zusammen tt^s oder Ts^s gesprochen: at'^s (adsz) du gibst. 

ds d f . 

g g g^. Vor stimmlosen Lauten k k: vM^ktAm (vägtam) ich schnitt. 

gy D . Vor stimmlosen Lauten r : ctJlM^z (egyhäz) Kirche. Vor n 
wird es oft als ;/ gesprochen JiAuni (hagyni) lassen; vor t als t: JiAttAiii 
(hagytam) ich ließ. Folgt ihm ein sz, so werden sie zusammen als rr^s 
oder T^s gesprochen: err^scr (egyszer) einmal, Iiat^s (hagysz) du läßt. 

h h. Stumm im Silbenauslaute: rjS?(czeh) Zunft, und nach t in Eigen- 
namen: Thököly tök'öli. 

j z. Steht vor ihm ein t d n oder ty gy ny, so werden beide zu- 
sammen als /)_ r -V gesprochen, und zwar kurz, wenn ein Konsonant vorher- 
geht, lang oder doppelt nach einem Vokale: tAVTA (tartja) er hält es, 
kATDA (kardja) sein Schwert, I^^tta (lätja) er sieht es, ad da (adja) 
er gibt es, a.\\na (anyja) seine Mutter. Steht das j nach einem Vokale 
und gehören beide zu derselben Silbe, so wird es 7 gesprochen: AJtö (ajtö) 
Thüre. 

k k k. Vor einem stimmhaften Schlußlaute oder vor z ist es ^ ^, : 
l'ögd'ös^, llökdösl er stößt, (Agzi (lakzi) Gastmahl. 

1 /. Nach dt ist es /: Ad/Ak adlak) ich gebe dich. Nach einem 
Vokale in derselben Silbe ist es oft stumm: ^Javi (alltami ich stand; vor 
einem j ist es entweder stumm oder 2 : .^zon (älljon) er soll stehen, Jiaz/z_a 
(hallja j er hört es. 

ly z_ oder /. 

m in. Vor f, v ist es 7;/,: JiAinj'Ak (hamvak) Aschen. 

n 11. Neben einem Konsonanten wird es immer an derselben Stelle 
artikuliert, wo der betreffende Konsonant. Also h\: hArAh\g (harang) 
Glocke; .v : anda{ (angyalj Engel, -v: k.ENS (kensz) du schmierst; 



THONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



14; 



//^j .^U^ii^j Jg^ (ellenseg) Feind; n: k^ndu (kendö) Tuch; vi^: 
fojii^i'Ä (fonva) geflochten; m: küVömb /eh (különben) sonst. 

ny A' . Fügt sich ebenso wie das n dem folgenden Konsonanten : 
N/. l.E^N^kA (länyka) Mädchen; .v: liM^Nsor (hänyszor) wie oft; «^: 
crzckeii^s^J'g^ erzekenyseg) Zartgefühl; n: mend'ör'ög^ 'menydörög) 
es donnert; in^: k'öin^v (könyv) Buch; in: h^^mÖA (hanyba) in wie viel. 

p p. Vor einem stimmhaften Schlußlaute und vor zs ist es b: kAÖdos^^ 
(kapdos) er greift oft, kAÖz^J (kapzsi) habgierig. 

r r . 

s .s; . Vor einem stimmhaften Schlußlaute ist es ^r j l.E z^d (läsd) 
siehe. Steht es nach einem t, so bilden sie zusammen den Diphthong /.|.y^^ 
oder ^, „i^,„ 's. d und t). 

sz s. Vor einem s ist es s^^: --F-g^^' s^j^Jg^ (egeszseg) Gesundheit. 
Steht es vor d t, so bilden sie zusammen den Diphthong r^s (s. d und t. 

t /. Folgt ihm ein sz. so bilden sie den Diphthong t^s: /iatt^soj' 

hatszor] sechsmal; folgt ihm ein s, so bilden sie den Diphthong /„)J»;, oder 

d^^)Z^^: tArt^^)S^^A (tartsa) er soll es halten, bond_^^)Z_^^d (bontsd löse es. 

ty r . 

V r. Vor einem stimmlosen Laute/": cfsAk (evszak Jahreszeit. 

w. Kommt nur in Fremdwörtern und in einigen Eigennamen vor rj: 
Wesse lenyi V .F. s^^^eI e a'_ i . 

X . Kommt nur in Fremdwörtern vor. 

z z. Vor einem stimmlosen Laute s: Ast (azt) es Akk. , k.Esrü 
(keztyü) Handschuh; vor s ist es s^^: ig AS^^s^^^^g (igazsäg) Wahrheit. 

zs ^^„. Vor einem stimmlosen Laute jT,^: dAiyES^J^e sek (daräzsfeszek) 
Wespennest. Oft bedeuten die Buchstaben zs nicht den 2^^ „-Laut, sondern 
ein z und ein s und da werden sie als j-^.?^ „ gesprochen : kos^j^J'g^ közseg) 
Gemeinde. 

Die Länge der Konsonanten wird orthographisch durch Verdoppelung 
der Buchstaben bezeichnet. Kommen die mit zwei Buchstaben bezeichneten 
Laute lang oder doppelt vor, so kann das auf zweierlei Weise bezeichnet 
werden. Ist dieser Doppelkonsonant durch Verschmelzung der sich berüh- 
renden Laute des Stammes und des Suf6xes entstanden, so werden beide 
Buchstaben doppelt geschrieben: lanynyal Le^x x aI mit einem Mädchen; 
kommt aber der Doppcllaut im Stamme selbst \'or, so ^\•ircl nur der erste 
Buchstabe verdoppelt: asszony ./.s.s^^\- Weib. 

Die langen und die Doppelkonsonanten der Schriftsprache entsprechen 
nicht immer denen der gesprochenen Sprache. Die Schrift bezeichnet fast 
nur dort die Länge, wo die Etymologie sie rechtfertigt; in der gesprochenen 
Sprache kommen auch andre Längen und Doppellaute vor: .Erosj^.KU 
; er Ösen) stark Adv. Anderseits sehen wir in der Schritt auch da zwei Buch- 
staben, wo nur der einfache Laut gesprochen wird: /iA(gAt hallgat er 
schweigt. 

Die Fremdwörter sind im Uug. sowohl der Chth.. wie der Aussprache 
nach zweierlei. Entweder sind sie ganz in die Sprache eingedrungen und da 
werden sie ebenso gesprochen und geschrieben, wie die übrigen ung. Wörter: 

10* 



1^8 J- BAL ASS A. 

AstA( (asztal) Tisch = altslav. stolx, 7>sr/ (czel = d. Ziel. Oder sie wer- 
den noch als Fremdwörter empfunden und werden so geschrieben und ge- 
sprochen, wie in der Originalsprache. So kommen in die ung. Sprache einige 
fremde Laute, das kurze .n^, die Diphthonge au, ei, die Buchstaben eh. x, 
w etc. Einige Schriftsteller wollen auch die Aussprache solcher Wörter in 
der ung. Orthographie wiedergeben. 



II, SYNTHESIS. 

LAUTEINSÄTZE UND -ABSÄTZE. L A U T Ü B E R G Ä N G E . 

Die Vokale beginnen im Ung. immer mit dem festen Vokaleinsatze, 
Stimmbandschluß ;glottal catch), welcher im Silbenanlaute beim Flüstern 
deutlich gehört werden kann. Wir haben hier den Stimmbandschluß (g, iig 5'^'') 
nicht besonders bezeichnet. Der leise Vokaleinsatz kommt nie vor. Das ung. h 
wird so stark gesprochen . daß es nicht mehr als Einsatz , sondern als ein 
wirklicher Mitlaut (//, iig^ Mitte 5'^] angesehen werden muß. Nach einem aus- 
lautenden Vokale kommt nur der leise Vokalabsatz vor : sowohl der feste, wie 
der gehauchte Absatz sind der ung. Aussprache ganz fremd. 

Die Konsonanten beginnen und enden mit dem leisen Einsätze, resp. 
Absätze. Der Stimmton 119 5"^') oder das Blasen (119 5^1 beginnt, sobald 
die Teile des Ansatzrohrs in der zur Bildung des Konsonanten erforderlichen 
Stellung sich befinden und endet gleichzeitig mit dieser Einstellung. 

Bei der Berührung verschiedener Laute, entstehen folgende Lautübergänge: 

1 . Zwei Vokale nebeneinander bilden in der ung. Schriftsprache immer 
zwei Silben ; bevor wir also auf den zweiten Vokal übergehen . beginnen wir 
einen neuen Exspirationsstoß. Beim Übergange tönt die Stimme, so lange das 
Sprechorgan von der Stellung des einen Vokals in die Stellung des andern 
übergeht, und dieses können wir den stimmhaften Lautüb ergang nennen. 
So werden die nebeneinander stehenden Vokale auch gesprochen, wenn sie 
zu zwei verschiedenen Wörtern gehören. In der ungezwungenen Aussprache 
stellt sich jedoch zwischen diesen Vokalen ein Übergangslaut (glide-vowel) 
ein, gewöhnlich ein flüchtig und zu schwach gesprochenes z: Ji.fzAiini (häzaim ) 
meine Häuser. id^E tcr (ide er) er gelangt hierher. Oft wird sogar ein Kon- 
sonant zwischen beiden Vokalen gesprochen, meistens ein z [j): fizAziin 
(fiaim) meine Söhne, tezA (tea) Thee; manchmal (nur in der Volkssprache) 
ein h: dz /ia/ {h\di\ , bivaly) Büffel. 

2. Steht ein Vokal neben einem Konsonanten, so müssen wir zwei Fälle 
unterscheiden; ist der Konsonant stimmhaft, so tönt der Stimmton so lange 
wir beide Laute aussprechen; ist aber der Konsonant stimmlos, so tönt der 
Stimmton nur so lange der Vokal artikuliert wird, der Konsonant wird aber 
ganz rein, ohne Stimmton gebildet. 

3. Stehen zwei Konsonanten nebeneinander , so kann der Übergang auf 
sehr verschiedene Arten geschehen. Sind beide stimmhaft, so tönt der Stimmton 



PHONETIK DER rNGARISCHEN SPRACHE. 



149 



auch während das Sprechorgan von der Stellung des erstem in die des zweiten 
übergeht. Sind beide stimmlos, so dauert das Blasen auch während des Über- 
ganges. Sind aber die zwei Konsonanten verschieden, der eine stimmhaft, 
der andre stimmlos, so bestrebt sich die ung. Aussprache den Übergang mög- 
lichst zu vereinfachen, und ändert einen der Konsonanten: fast immer richtet 
sich der erste nach dem zweiten. So werden beide stimmhaft, oder beide 
stimmlos. 

Im Ung. hat der stimmlose Laut mehr Einfluß auf den stimmhaften, als 
umgekehrt der stimmhafte auf den stimmlosen. Geschrieben finden wir sehr 
viele stimmhafte und stimmlose Laute nebeneinander, aber in der Aussprache 
hört man nie einen stimmhaften vor einen stimmlosen (s. die Buchstaben b d 
g gy zs z v), die Nasen-, Zitter- und Seitenlaute ausgenommen. Aber einige 
stimmlose Laute werden auch vor stimmhaften gesprochen. Die größte Assi- 
milationskraft haben unter den stimmhaften Lauten die Schlußlaute. Vor d 
wird kein stimmloser Laut gesprochen, vor z?_ r nur 5 : sesoMr^ (szeszgyär) 
Spiritusfabrik, vor b nur s und k k : sekbM (szekbe) in den Sessel, esÖM 
eszbe) in den Verstand. Unter den Engelauten assimiliert nur z und r^ einige 
Konsonanten (s. die Buchstaben z zs]. Vor den übrigen Engelauten, vor 
Nasen-, Seiten- und Zitterlauten bleiben die stimmlosen Laute unverändert. 

Ebenso verändern sich oft die nebeneinander stehenden, aber an ver- 
schiedenen Stellen hervorgebrachten Konsonanten, besonders die Nasenlaute. 
Letztere werden fast immer an derselben Stelle gebildet, wo der folgende Kon- 
sonant (s. die Buchstaben n ny m . 

Wenn in einem ung. Worte d t mit z s oder z s zusammenstößt, ver- 
schmelzen sie zu den Diphthongen T)S d^z t^)S^ ^\^)^^^ (s- die Buchstaben t d . Oft 
aber, überhaupt wenn die beiden Konsonanten zu zwei verschiedenen Silben 
gehören, behalten beide Laute ihren ursprünglichen Wert: korysts^cg (követ- 
s eg ) Botschaft, hets^Einni het szämra) wochenlang. 

Wo möglich vereinigt die ungarische Aussprache die nebeneinander stehen- 
den Konsonanten ohne Übergangslaut. Die nebeneinander stehenden Schluß- 
laute werden fast immer so gesprochen: der für den ersten Konsonanten 
erforderliche Schluß wird noch nicht geöffnet und die Zunge nimmt schon 
die Stellung des zweiten an. Sprechen wir das Wort kAp^t.ijn kaptam) ich 
bekam, so sind die Lippen noch geschlossen und wir stemmen schon die 
Zunge an die obere Zahnreihe und von den beiden Konsonanten hören wir 
nur den Einsatz des / und den Absatz des /. In solchen Wörtern r .iX'/.i;// 
(raktam) ich legte, pAt^kö (patko) Hufeisen, wo beide Konsonanten durch 
die Zunge hervorgebracht werden, wird der zweite Schluß schon hergestellt, 
bevor der erste geöffnet ist, aber der Absatz des ersten Konsonanten wird 
doch gehört, obgleich nur sehr schwach. So werden auch die Doppcllaute 
artikuliert: Ak^kor (akkor; damals, At^tAHi (adtam) ich gab: gehört wird nur 
der Einsatz des ersten und der Absatz des zweiten Konsonanten. 

Der Übergang zwischen benachbarten Lauten wird ohne Übergangslaut 
hergestellt, wenn einem Schlußlaute der ihm entsprechende Nasen- und Seiten- 
laut folgt. In dem Worte Ad^Lxk (adlak) ich gebe dich, bleibt die Zungen- 
spitze unverändert an ihrer Stelle , indem man vom d zum 1 übergeht : 



150 J- Balassa. 

auch in solchen Wörtern, wie {cli.Et^n.E lehetne) es könnte sein, bleibt der 
Schluß unverändert, nur die Nasenhöhle wird frei gemacht durch das Sinken 
des weichen Gaumens. Ohne Übergangslaut wird ein Nasenlaut vor dem ent- 
sprechenden Schlußlaute gebildet, wie in: an\)D^a{ (angyal) Engel, ^e in )d er 
(ember) Mensch.' 

BAU DER SILBEN. 

Silben nennen wir eine durch einen einzigen Exspirationsstoß hervor- 
gebrachte Lautgruppe. Gewöhnlich besteht eine solche Gruppe aus Vokal 
und Konsonanten , und der Vokal ist immer der Hauptlaut darin. Im Ung. 
kommt eine Silbe ohne Vokal nie vor. 

Die Konsonanten stellen sich zu den Vokalen in folgender Ordnung. Jeder 
Konsonant , der zwischen zwei Vokalen steht , wird zum zweiten gesprochen : 
das Wort kirälysäg (Regierung) wird also ausgesprochen: ki'iyE^fs^^^^g und 
w^enn ihm noch ein Wort folgt kirälysäg alatt (unter der Regierung) so wird 
es kir.E^fs^^MjgA'{Af ausgesprochen. Im Ung. gehört also jeder Kon- 
sonant, der vor einem Vokale steht, mit ihm in eine und dieselbe Silbe, auch 
wenn sie zu zwei verschiedenen Wörtern gehören. Der ung. Artikel vor voka- 
lisch anlautenden Wörtern ist az az, und dieses z wird immer zum folgenden 
Worte gesprochen: a''zas'son^ (az asszony) das Weib. Im Deutschen und 
Enghschen werden die auslautenden Konsonanten nicht zum folgenden Worte 
gezogen. Sievers sagt (phonetik ^, 190): ""Wir ziehen im Deutschen einen 
einfachen Konsonanten öfter da allein zur vorausgehenden Silbe, wo wir kon- 
sonantisch ausgehende Endsilben mit vokalisch anlautenden Folgesilben kom- 
binieren, z. B. war-er, hat-er u. dgl. ^ Und im Engl, sind a name und 
an aim oder at all times und a tall man in des Aussprache verschieden. 
Aber im Ung. ist gar kein Unterschied zwischen den beiden ersten Silben der 
Wörter A^z^^por (a zäpor) der Platzregen und A^z-E^l^om (az älom) der 
Traum. 

Im Ung. beginnt also die Silbe immer mit einem Konsonanten; ausge- 
nommen wenn das Wort selbst vokalisch anlautet oder im Worte zwei Vokale 
nebeneinander stehen (fi''a''im, meine Söhne). Auch im letztern Falle stellt 
sich gewöhnlich ein z zwischen die NoV?\e ft z.a ziin. — Stehen zwei Kon- 
sonanten zwischen zwei Vokalen, so gehört der erste zur ersten, der zweite 
zur zweiten Silbe : kAp^tAin (kaptam) ich bekam. Es ist dasselbe der Fall, 
wenn zwei gleiche Konsonanten nebeneinander stehen: AftAvi (adtam) ich 
gab, As'soN^ (asszony) Weib (s. S. 143 Dauer der Sprechlaute). Wenn ein 
W^ort auf zwei Konsonanten ausgeht und das folgende vokalisch anlautet , so 
gehört der zweite Konsonant zur folgenden Silbe Irtof (irt ott) er schrieb 
dort. Steht am Wortende ein langer Konsonant und folgt ihm ein vokalisch 
anlautendes Wort, so wird der lange Konsonant als Doppellaut betrachtet: 
vMZMsJ (vezess) führe, aber vm" z^s^^s^^^l (vezess el) führe fort. 

Im Silbenanlaute steht im Ung. gewöhnlich nur ein Konsonant, nur in 



^ [Wo die Übergänge nicht in normaler Weise , sondern unvolll<ommen itnd in zu kurzer 
Zeit verlaufen, sollte eigentlich in jedem einzelnen Fall das Zeichen ...)... zwischen den betr. 
beiden Lauten gesetzt werden. Wenn das in dieser Abb. z. T. unterlassen ist, mögen die eben 
über den Übergang im Ung. im allgemeinen gemachten Bemerkungen als Ersatz dienen. F. T.] 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. I 5 l 

Fremdwöitern kommen zwei Konsonanten anlautend vor und auch bei ihnen 
ist die Sprache geneigt diese, der ung. Zunge immer schwerfällige Lautgruppe 
umzugestalten. Entweder wird der eine Konsonant beseitigt: fönt (fönt) = 
d. Pfund; oder ein Vokal wird zwischen die beiden Konsonanten geschoben: 
kirJE^l (kiraly) König = neuslaw. kralj. 

Stehen in einem Worte drei Konsonanten zwischen zwei Vokalen, so ge- 
hören zwei zur ersten Silbe und nur der dritte zur zweiten. Der ung. Aus- 
sprache sind zwei Konsonanten auch im Silbenauslaute schwerfäUig, nament- 
lich wenn noch ein Konsonant darauf folgt , und sie hilft sich dadurch . daß 
sie den einen Konsonanten, und zwar den, der am Ende der Silbe stehen 
möchte, wegläßt: as'' vioii" tA (azt mondta) er sagte es, miN\\-yE^zAn 
(mindnyäjan) alle. 

Die ung. Ausspr. gibt also den Silben folgende Form : im Anlaute steht 
womöglich ein Konsonant, ihm folgt immer ein Vokal und dieser Vokal kann 
schon die Silbe beenden, aber es können auch ein oder zwei Konsonanten 
folgen. 

Im Ung. werden die Silben mit abnehmender Stärke gesprochen: am 
stärksten wird der erste Laut hervorgebracht, am schwächsten der letzte. Nur 
solche Silben , die aus einem kurzen Vokale bestehen , werden mit gleich- 
mäßiger Stärke gesprochen; bei langen Vokalen ist die Stärke eine abneh- 
mende. Zunehmende Stärke kommt im Ung. nie vor. Die Dauer der Silbe 
hängt von den einzelnen Lauten der Silben ab. Jede Silbe, die einen langen 
Vokal enthält, ist selbst lang; eine Silbe mit einem kurzen Vokale ist ge- 
wöhnlich kurz, ausgenommen wenn zu derselben Silbe noch ein Konsonant 
gehört, in diesem Falle ist sie lang. Also kurz ist nur eine offne Silbe mit 
kurzem Vokale; lang sind alle geschlossenen und alle langvokaligen Silben; 
eine geschlossene Silbe mit langem Vokale ist überlang. 

BAU DER V\/ÖRTERVERBÄNDE UND DER SÄTZE. 

Mit dem Ausdrucke '^Wörterverband' wollen auch wir eine solche Silben- 
gruppe bezeichnen, welche wir ohne eine "^ Sprechpause ^ hervorbringen. In 
keiner Sprache wird jedes Wort in der Aussprache abgesondert, d. h. mit 
einer Sprechpause gesprochen. Immer werden mehrere einzelne Wörter zu 
einem Wörterverbande vereinigt. 

In verschiedenen Sprachen werden diese phonetischen Wörterverbände auf 
verschiedene Weise gebildet. Im Ung. wird in jedem einzelnen Worte die 
erste Silbe am stärksten gesprochen und jeder Wörterverband beginnt mit 
einem neuen Worte. Im Deutschen und Englischen dagegen wird die ge- 
wöhnliche Einheit der W'örter oft gestört und ein einheitliches Wort kann sich 
auf zwei Wörterverbände verteilen. Im Ung. kommt das nur insofern vor. als. 
\\enn ein Wort mit einem Konsonanten auslautet und das folgende vokalisch 
anlautet, dieser Konsonant zum zweiten Worte gezogen wird. 

Es gibt einige Wörter, die Artikel, die Bindewörter u. s. w. . die inuncr 
mit schwachem Tone gesprochen werden; beginnt der Satz mit einem solchen 
Worte, so wird es abgesondert, als ein Auftakt gesprochen, und der erste 
Wörterverband beeinnt mit der nächstfolgenden starkbetonten Silbe. Einen 



j = 2 J- Balassa. 

solchen Auftakt bezeichne ich mit vorgesetztem 7: j-A {ezM^ Nitrat 'a leäny 
itt volt) das Mädchen war hier. 

Wir können eine allgemeine Regel dafür nicht angeben, wie viele Silben 
in einem Wörterverbande vereinigt werden können oder müssen. Aber für 
einzelne Fälle können wir die Art ihrer Vereinigung feststellen. Jeder Satz 
besteht aus zwei Teilen, dem subjektiven und dem prädikativen Teile. Diese 
beiden Teile bilden gewöhnlich je einen Wortverband, nur der prädikativ^e Teil 
kann auch aus mehreren Wörterverbänden bestehen, wenn er sonst zu lang 
wäre: vöterr^sc ren^ viteskirM__{ (volt egyszer egy vitez kiräly) es 
war einmal ein tapferer König; 7^ ö^tta Adotti^Eki mindent (a bätyja 
adott neki mindent) sein Bruder gab ihm alles. 

Es bringt eine größere Mannigfaltigkeit in den Bau der Wörterverbände, 
wenn wir einen Teil des Satzes besonders hervorheben. Solch ein her- 
vorgehobener Teil wird im Satze immer am stärksten gesprochen, muß also 
im Ung. am Anfange eines Wörterverbandes stehen. Nach dem hervorge- 
hobenen Satzteile folgt im Ung. immer das Prädikat und dieses wird mit ihm 
in einem und demselben Wörterverbande gesprochen. Werden mehrere Satz- 
teile hervorgehoben, so muß jeder Teil einen neuen Wörterverband beginnen, 
und das Prädikat wird nach jenem Teile gesetzt, welcher am meisten hervor- 
gehoben wird. Geht dem hervorgehobenen Teile noch etwas voraus, so wird 
es abgesondert gesprochen und nach ihm können auch noch andre W'örter- 
verbände stehen. Z. B. im Satze sok ember volt ma nälam (viele Leute 
waren heute bei mir , können wir verschiedene Satzteile hervorheben. Wollen 
wir betonen, daß es viele Leute waren, so sprechen wir: s^^ok^mbervötmA 
nMj^Am\ oder setzen wir den Nachdruck auf das Wort ma (heute): viAvöt- 
iiy^^lAin s^^okMUib er\ oder w'ollen wir das besonders ausdrücken, daß sie 
bei mir (nälam) waren: n.^J^Ain^v ötviA s^^ok^mbcr. Zwei Teile werden 
hervorgehoben im Satze: ^ii.ei/i cntctt.EiUAst -/lAU.-Ein tc (nem en tettem 
azt, ha nem te) nicht ich habe es gethan, sondern du. 

Die Sätze werden durch längere Sprechpausen voneinander getrennt und 
während dieser Pause geschieht die Einatmung. Mehrere einzelne grammatische 
Sätze können in einem solchen phonetischen Satze vereinigt werden. 

WORTACCENT. 

Unter dem Worte Accent wollen wir hier nur das Wechseln der Stärke 
in den einzelnen Silben bezeichnen , da die Stimmhöhe im Ung. gar keinen 
Einfluß auf die Bildung der Wörterverbände hat. 

Der ung. Wortaccent ist von ganz andrer Natur, als der deutsche oder 
englische. Wir können diesen Unterschied kurz so bezeichnen, daß das 
Accentuieren im Ung. einförmig ist; nicht etwa, weil wenige Stärkestufen zu 
unterscheiden wären, sondern die einzelnen Stufen stehen einander sehr nahe. 

Wollen wir die ung. Aussprache genau bezeichnen , so müssen wir fünf 
Stufenunterschiede annehmen. Gewöhnlich hat man im Deutschen und Eng- 
lischen nur drei, im Ung. nur vier Stufen zu bezeichnen, aber einzelne Silben 
werden manchmal außergewöhnlich stark betont und das ist die weitere 
Stufe. Im Deutschen v/erden die Silben als stark-, halbstark- und schwach- 



PHONETIK DER UNGARISrHEN SPR.A.CHE. 



DJ 



betont bezeichnet; im Ung. müssen wir sie aus Mangel an einem bessern Aus- 
druck erst-, zweit-, dritt- und viertbetonte Silbe nennen. Wollen wir die 
Stärkestufen des ung. und deutschen Accentes vergleichen, so ergibt sich, daß 
der deutschen starkbetonten Silbe im Ung. die erstbetonte entspricht, der halb- 
starken dagegen schon die viertbetonte. Und zwischen diesen zwei Stufen 
liegen die zweit- und drittbetonten. Schwächer als die deutschen halbstarken 
Silben wird im Ung. nie eine Silbe gesprochen. Und die außergewöhnliche 
stark betonte Silbe wird im Ung. auch nicht so stark gesprochen, wie im 
Deutschen oder Englischen. In der folgenden Tabelle wollen wir die Stärke- 
stufen der ung. und deutschen Accentuierung vergleichen: 

Deutsch: sehr stark, stark, halbstark, schwach. 

Ungarisch: stark-, erst-, zweit-, dritt-, viertbetont. 

Über die Abstufung der Stärke in einem Wörterverbande haben wir fol- 
gendes zu bemerken. Wenn wir ein selbständiges Wort aussprechen, ist die 
erste Silbe immer am stärksten betont, am schwächsten die zweite, dazwischen 
fällt die Stärke der dritten und jeder ihr folgenden nicht geradzahligen Silbe, 
während alle geradzahligen mit der zweiten in Stärke übereinstimmen. Die 
stärkste Silbe ist erstbetont, die schwächste viert- und die mittlere drittbetont. 
Die Stärke wird aber gleich verändert, wenn das Wort nicht selbständig ge- 
sprochen wird, sondern mit andern in einem Wörterverbande steht. In jedem 
Wörterverbande kann nur eine erstbetonte Silbe stehen und diese muß immer 
die erste sein. Besteht der Wörterverband nur aus einem einzigen Worte, so 
ändert sich die Stärke nicht, und das Wort wird im Satze auch so gesprochen, 
wie wenn es allein stände. Werden aber mehrere Wörter zu einem Verbände 
vereinigt, so wird die Stärke der einzelnen Teile verändert. Es gibt Wörter, 
welche in der Mitte eines Wörterverbandes ihre Selbständigkeit ganz verlieren; 
solche Wörter werden ganz so betont, als wenn sie vollständig zum vorher- 
gehenden gehörten; also die Stärke der einzelnen Silben hängt davon ab. in 
wievielter Silbe von vorhergehender erstbetonten an gerechnet sie stehen. Andre 
Wörter verlieren nicht ihre Selbständigkeit, und ihre Veränderung besteht nur 
darin, daß ihre erste Silbe nicht mehr erstbetont, sondern nur zweitbetont ge- 
sprochen wird. Es würde uns zu weit führen, im einzelnen zu besprechen, 
welche Wörter ihre Selbständigkeit verlieren und welche nicht. Hier haben 
wir nur soviel zu bemerken, daß die Artikel und die meisten Bindewörter ihre 
Selbständigkeit ganz verlieren. Es werden immer zusammengesprochen das 
Hauptwort mit seiner Postposition , das Zeitwort mit seiner Partikel . oft auch 
mit dem Adverb. Das Attribut wird auch oft mit seinem Hauptworte zu- 
sammengezogen . 

Die Regeln der ung. Accentuierung können wir so zusammenfassen: 

1. Starkbetont kann nur die erste Silbe eines Wörterverbandes sein, 
wenn er außergewöhnlich hervorgehoben wird. 

2. Erstbetont ist die erste Silbe in jedem Wörterverbande, wenn er 
nicht besonders hervorgehoben wird. 

3. Zweitbetont ist die erste Silbe des Wortes, wenn es nicht am An- 
fange des Wörterverbandes steht und seine Selbständigkeit auch nicht verliert. 



154 



T. Balassa. 



4. Drittbetont ist jede Silbe im Wortinncrn. welche von der nächst vor 
ihr stehenden erst- oder zvveitbetonten Silbe an gerechnet an einer ungerad- 
zahligen Stelle steht. 

5. Viertbetont ist jede Silbe im Wortinnern, welche von der nächst 
vor ihr stehenden erst- oder zweitbetonten Silbe an gerechnet an einer gerad- 
zahligen Stelle steht. 

SATZACCENT. 

Ebenso wie die einzelnen Silben im Worte mit verschiedener Stärke ge- 
sprochen werden, so werden auch im Satze die einzelnen Wörter mehr oder 
weniger hervorgehoben. Und wir sprechen immer jenen Teil am stärksten, 
welchen wir für den wichtigsten halten. An Stärke verändert sich nicht das 
ganze Wort, sondern nur seine sonst auch am stärksten betonte erste Silbe, 
so daß diese dann starkbetont gesprochen wird und daher am Anfange eines 
Wörterverbandes stehen muß. 

In der Satzbildung müssen wir auch die Veränderung der Stimmhöhe 
berücksichtigen. Dabei müssen wir erstens darauf achten, wie der ganze Satz 
gesprochen wird. Man kann den Satz mit hohem, mittlerm oder niederm Tone 
sprechen. Außerdem kann der Ton im ganzen Satze steigen (.;".,) oder fallen 
{^..). Im Ung. werden die gewöhnlichen Fragesätze im allgemeinen so ge- 
sprochen , daß der Ton vom Anfange des Satzes fortwährend steigt bis zur 
vorletzten Silbe: rJi A{AndöAZMiii'b er (halandö az ember?) ist der Mensch 
sterblich ? 

Welche Veränderungen erfährt nun die Stimmhöhe in einzelnen Teilen 
des Satzes "? In Fragesätzen . welche ein fragendes Fürwort enthalten , steigt 
der Ton nicht während des ganzen Satzes ; solche Sätze zerfallen in zwei Teile : 
zuerst steigt der Ton gleichmäßig auf dem Fürwort und auf dem dazugehörenden 
Teil, vor dem zweiten Teil sinkt der Ton auf einmal in jene Lage zurück, wo wir 
begonnen haben und steigt wieder gleichmäßig in die Höhe: rviikorvötM^ 
rnMjjiNj<: (mikor voltäl nälunk?) wann warst du bei uns? 

Wenn wir mit einem Satzteile fragen, so wird nur dieser Teil mit stei- 
gendem Tone gesprochen: kiin^vötMlA r zutt^sMu (kinn voltäl az ut- 
czän?) warst du draußen auf der Gasse.' 

Besteht die Frage aus zwei Sätzen, so wird nur der Hauptsatz, der eigent- 
liche Fragesatz mit fortwährend steigendem Tone gesprochen, im Nebensatze 
steigt der Ton nur auf dem letzten Worte: rinonthATTAVA{Aki jhoDySZA 
z.Einber rbünds^^ (mondhatja valaki, hogy ez az ember bünös?) kann 
jemand sagen, daß dieser Mann schuldig ist? 

VOK'ALHARMONIE. 

Bei der Bildung der Wörter spielt auch das Gesetz der Vokalharmonie eine 
große Rolle. Nach diesem Gesetze kann nicht ein jeder Vokal in einem und dem- 
selben Worte stehen, sondern nur gewisse Vokale können in einem Worte ver- 
einigt werden (127). Die ung. Vokale sind nach ihrer Zungenartikulation ent- 
weder hintere oder vordere, und in einem ung. Worte können entweder nur 
lauter hintere, oder nur lauter vordere Vokale vorkommen. Nicht nur die Wörter 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. jrr 

sind so zweierlei, sondern auch die Biegungs- und Wortbildungssuffixe. Jedes 
Suffix hat zwei Formen, eine mit einem hintern und eine mit einem vordem 
Vokale, jene kann nur nach einem Worte mit hintern Vokalen, diese nur 
nach einem mit vordem Vokalen stehen. Z.B. liMz" nJ^^l (häznäl beim 
Hause, k^^Ert" nc { (kertnel) beim Garten: zö''s^^M^g josäg Güte, 
sc-p^s^Jeg^ (szepseg; Schönheit; iriiAk irnak' sie schreiben, k^cr )i ^k\ 
(kernek) sie bitten. 

Gewöhnlich entsprechen die mit derselben Zungenstellung gebildeten hintern 
und vordem Vokale einander, aber doch nicht vollständig. In der Wortbilduns" 
und Biegung finden wir folgende Entsprechungen : 

hintere Vokale : M^ a o ö ii ü 

vordere Vokale : c je d e ö ü ü 

In der heutigen ung. Sprache werden die Gesetze der Vokalharmonie 
nicht mehr ganz streng durchgeführt; wir finden auch solche Wörter, wo 
hintere und vordere Vokale gemischt vorkommen. Besonders die Vokale 
z e c können auch mit hintern Vokalen in demselben Worte vorkommen. 
Diese Trübung der Vokalharmonie wurde dadurch veranlaßt, daß aus Diph- 
thongen, wie AJ oj etc. ;aj , oj) oft ein 1 oder c [e] geworden ist: sAkjt 
(szakit) aus sAkAJt (szakajt) er reißt, tAult [ts-nit] aus tAiiojt (tanojt) 
er unterrichtet. Infolge dieser Lautveränderungen wurden diese drei Vokale 
nicht mehr als vordere empfunden, sondern sie wurden für die Vokalharmonie 
ganz indifferent, und können mit einem jeden Vokale in demselben Worte 
stehen. 

Außerdem haben folgende Umstände einige Veränderungen in den ung. 
Lautverhältnissen herbeigeführt ; 

1. Viele Fremdwörter (slawische, deutsche, lateinische etc.) sind in das 
Ung. eingedrungen, in denen ja alle Vokale gemischt vorkommen können. Die 
ung. Aussprache war auch bei solchen Fremdwörtern bestrebt die verschiedenen 
Vokale umzugestalten und die Vokalisation des Wortes harmonisch zu machen: 
^■jyk (ärok; Graben ^ nslaw. jarek, kAsiiMr (kasznär', = d. Kastner. 
r.E^s^^poz^ Jräspoly) = d. Raspel. Aber nicht alle wurden so umgestaltet 
und viele Fremdwörter blieben im Ung. mit der ursprünglichen verschiedenen 
Vokalisation: sovised (szomszcdj Nachbar = altslaw. sased^L. kAstP/ 
(kastelyl = d. Kastell. 

2. Viele Wörter entstehen durch Zusammensetzung ; und auf diese Weise 
werden auch Wörter mit hintern Vokalen vereint mit solchen Wörtern , die 
vordere Vokale enthalten: kJs^^Asso.\\ ;kisasszony) Fräulein aus kis und 
asszony. /aLki-cI (falevel) Baumblatt aus fa und Icvel. 

3. In den zusanmiengcsetzten Wörtern wird die ursprüngliche Bedeutung 
des einen Teiles oft v^crgessen und aus dem Worte kann im Laufe der Zeit 
ein bloßes Suffix werden: diosc in einer ncucrn Periode der ung. Sprache 
entstandenen Suffixe haben schon keine zwei l'ornien und so wird einem jeden 
Worte dasselbe Suffix angehängt: m .T: s^J'P/> nidskep auf andre Art. .j:k^kjp 
(ekkep) auf diese Art. 

Außer dieser Harmonie der vordem und hintern X'okale. finden wir im 
Ung. ein ähnliches Verhältnis zwischen den mit Lippe nartikulationen hervor- 



1^5 J. Balassa. 

gebrachten Vokalen, aber in viel geringerm Maße entwickelt. Diese Harmonie 

besteht darin, daß neben den Lippenrundöffnern ü o nicht der Lippenlängs- 

öfTner (127 Anm. 2] e stehen kann, sondern ein in seine Stelle tritt; auch 

die Suffixe, die ein c enthalten, werden nach jenen Vokalen mit o gesprochen : 

Irtok (irtok) ihr schreibt, kj-rtck^ ihr bittet, z'oftok^ jöttöki ihr kommt ; 

JiM^z'hoz (häzhoz) zum Hause, j'r/'/Z/r^r'veghez zu Ende. tüs'Ji'öz 'tüz- 

höz) zum Feuer. 

III. TEXTE. 

Zur Transskription müssen wir noch bemerken: Was zusammengesprochen 
wird, wird auch zusammengeschrieben; die erstbetonten Silben, mit welchen 
die Wörterverbände beginnen, werden gemäß der Transskription der i. z. 
mittels .L hervorgehoben , die zweitbetonten werden auch abgesondert ge- 
schrieben , aber ohne ' , die dritt- und viertbetonten fügen sich immer der 
vorhergehenden erst- oder zweitbetonten und werden mit ihr zusammen- 
geschrieben. 

I. Szözat (Aufruf, Gedicht von Michael Vörösmarty. 

Deklamatorische Aussprache; . 

Ji A z .'EcinAk re nduL^EtLEnül Hazädnak rendületlenül 

le tJiivmö in ad Ar Legy hive, oh magyar; 

b'ö' lt^^]S^ßdAS^^ niAJdAU s^j rodis^^ Bölcsöd az s majdan sirod is, 

■~m^ ZyE'po{ s^^^e' ItAk Ar Mely äpol s eltakar. 

~A UADvil^gon ^'kii-ül A nagy vilagon e kivül 

111 n^J^_)S^^yENsMmodr^A h^j Nincsen szämodra hely; 

^^{Domj'AD_ v^'rzen s^^ors^JzjEZ/E Aldjon vagy verjen sors keze : 

yzV tc Ijied Jla hiotkel' Itt elned, halnod kell. , 

2. Eine volkstümliche Erzählung. 

(Ungezwungene Umgangssprache. ) 

/ T TfS e r vö te D^ in n ^^ r uAke r Egy-szer volt egy molnärnak egy 

tA'kAros^J:s^^ okos^^ {^e'n AiAki takaros es okos länya, a ki olyan okos 
d z Aiiokos^v öt -jhoT^ Ji^'tMthetor- volt, hogy hetedhetorszäg eilen järt a 
sM g^^llMii z^^rtA Jn r^E ine'k- hire. Meghallja ezt a kiräly. Odaizen 
JiAZZAiAstA kl rM { d d Atiz/En- neki, hogy van neki a padläsän szäzesz- 
iiyEki ~hoD vAun^kilA PaUjE^s^^Mii tendös kendere, fonja meg azt selyem- 
sMzMst^ndus^^ kyEnder[^ foN- czernänak. A leäny erre visszaizen, hogy 
NAineg^Ast s^^^'{eni T^scrn^jiAk van nekik szäzesztendös sövenyük, csi- 
■^Ale'z M N Mr^E vi'ssAiizyEnhoD^ nältasson abbul a kiräly aranyorsot, ak- 
va' miyskik s^^z^st^ndos^^ s^^'ö'rc- kor szivesen megfonja az aranyfonalat, 
Nük t^^)S^jn^ tAs^^s^^oiiAÖbulA ki- de azt csak nem kivänhatja a kiräly, 
r^ / A rANors^^öt -jAkkor st v je- hog}^ az aranyfonalat haszontalan faor- 
s^^yEu mckfoNNAiA ZArANfoiiAlAt sön fonja meg. 

â– jdyE Ia' S^J^^)S^^Ak 11^' lllklvMnJlAT- 
TAlA kirMlJlODA Z A rANfoilAlAt 

liAsontAlAU fAors^^ön foNNAineg^ 

s ze'kes-Fehe'rvar. J. Balassa. 



PHONETIK DER UNGARISCHEN SPRACHE. 



NACHSCHRIFT. 



157 



Die Ergebnisse der obigen Arbeit Bal.\ssas haben mich angeregt, cie nng. Ausspr. auch 
selbst zu untersuchen, nicht mit künstlicher, hinten lückenhafter und unbeweglicher Gaumenplatte, 
wie sie B. nach Kingsleys Vorgang verwendet, sondern nach dem von mir in meiner Phonetik I. 30 
empfohlenen stomatoskopischen Verfahren am natürlichen Gaumen. Herr Stud. L. Ra cz aus 
dem Komitat Zemplen (Hegyalja! in Oberungarn hat sich mir dazu gefällig zur Verfügung 
gestellt. 

Die RA'czschen stimmhaften Mundöffner entsprechen im einzelnen der Darstellung von B., 
nur entfernen sich die Lippenartikulalionen kaum aus der relativen Ruhelage : Lippenlängs- und 
Lippenrundöffnungen sind weniger unterschieden, ähnlich wie in der engl. Ausspr. Die langen 
(hosszü) und kurzen ( rö vi d) Mundöffner sind der Stellung nach nicht zu unterscheiden; nach 
seiner Bewegungsempfindung meint Herr R., daß die langen mit mehr, die kurzen mit weniger 
energischer Muskelzusammenziehung hervorgebracht werden. 

Die Stellen von R.s Vorderzungenengeschlußlauten liegen im ganzen mehr nach 
vorn als bei B. : Laute, welche bei B. nahezu oder ganz kakuminal erzeugt werden, zeigen sich 
bei R. postalveolar, z. B. B.s / (es ist nach Fig. 13 fast / j /) T X sind bei R. / D^ r N^'. 
B.s postalveolaren entsprechen R.s alveolare, z. B. B.s r d p t \S sind bei R. r d yj t \S . 
Als ich B.s Tafel zuerst sah, fiel mir darin auf, daß die Figg. der Mundengeschlußlaute, welche 
B. im Text als Vorderzungenrücken laute beschreibt, im Bilde eine nach vorn konvexe Be- 
rührungsstelle zeigen (z. B. Figc;. 8,9, 16), statt einer konkaven wie bei mir (i. z. I, Tab. iv 
3a, 6a) und Lenz (z. physiol. v. gesch. der palat., Abbild. 4 — 12). In den B.s Figg. 8, 9, 16 
entsprechenden Abbild., welche ich von R. erhalten, reicht die Berührung wegen des schon be- 
merkten ^'orstrebens der Zunge bis an die vordem Oberzähne heran , so daß schon durch die 
nach vorn konvexe Anordnung der Zähne eine nach vorn konvexe Berührungsstelle mit bedingt 
wird. Eine genaue Beobachtung der Zungenspitze aber zeigte mir, daß letzlere nicht ganz in 
der Ruhelage unten hinter de.i untern Vorderzähnen verharrt, sondern sich ein wenig hebt, 
aber nicht etwa bis zur Artikulation an die obern Zähne oder höher hinauf. Auch B. bemerkt 
S. 138, 139c und 140b, daß die Zungenspitze den obern Rand der untern Zahnreihe berühre. 
Diese Artikulationsweise bildet also gewissermaßen einen Übergang von den Vorderzungen rücken- 
zu den Zungenspitzenartikulationen, und aus dieser, ich weiß nicht, ob individuellen oder 
ob ung. Eigentümlichkeit erklärt sich wohl der oben erwähnte Unterschied in den vordem Be- 
rührungslinien. 

F. T. 



BESP REC H U NGEN. 



Halasz I.: svED-LAPP NYELv. IL (Lapponica. Sprachtexte im schwedisch-lappi- 
schen Dialekte von Jemtland.) — Budapest, Akademie. 1886. — 8°, 135. 

Die 2. Sammlung der schwedisch -lappischen Sprachtexte, die Vf. im Sommer 1884 aufge- 
zeichnet hat, umfaßt 3 verschiedene Dialekte, den der Fölinge-, Undersäker- und Herjedal-Lapp- 
mark (über die i. Sammlung s. meine Besprechung i. z. III. 288). Die Spr. der in Jemtland 
wohnenden Lappen wurde bisher sehr wenig beiücksichtigt, obgleich sie von den übrigen schwed.- 
lapp. Dialekten so sehr abweicht, daß man einander gar nicht versteht. H.s vorliegende Samm- 
luno- bringt die ersten größern Sprachproben dieser Mundart; Donners lieder der läppen ent- 
hält zwar 2 Gedichte von diesem Dialekte , aber die Spr. des einen ist eine Mischung verschie- 
dener schwed.-lapp. Dialekte , während das andre ganz verstümmelt nnd unverständlich ist. H.s 
Sammlung ist nicht nur in sprachwissenschaftlicher, sondern auch in ethnographischer Hinsicht 
sehr beachtenswert. Sie enthält Gespräche , mythische Erzählungen , Volksmärchen und Volks- 
lieder; wir lesen auch einige Erzählungen vom Leben und Treiben der Tiere, wie sie auch bei 
andern ugrischen Völkern (besonders bei den Finnen) zu finden sind, und die 'mit den deutschen 
Tiersagen von REINECKE FUCHS große Ähnlichkeit zeigen. Alle Texte sind m^t ung. Übersetzung 
versehen. 

Die Laute, die in diesem Dialekte vorkommen, sind größtenteils dieselben, die ich bei 
der Besprechung der l. Sammlung angeführt habe (i. Z. iv. 289), nur einige müssen noch hinzu- 
gefügt werden. In diesem Dialekte kommt auch das CE vor, welches wir auch im Esthnischen 
finden, und noch ein mit der Mittelzunge artikulierter Mundöffner und zwar in der Höhe 
von o und O ; er ist nach der i. z. iv. 116 mit O ^zvi bezeichnen. Die Konsonanten dieser Dia- 
lekte sind besonders beachtenswert,; wir finden das bilabiale V , das uvulare r , und ein dem 
tschechischen r ähnliches r, mit einem Nachklange des s. Dann die Laute c, z, s, welche zwi- 
schen den Lauten T und t^^S^^ D^ und d^ß^.^ X und s^ liegen.' Besondere Aufmerksamkeit ver- 
dienen die Schlußlaute, die Vf. mit k, t, p. , c,, c, bezeichnet ; diese Laute hört er bald als 
k, t, p u. s. w., bald als g , d, b u. s. w., bald schienen sie ihm Mittellaute zwischen diesen 
beicksn zu sein. Er hat sie leider nicht näher beschrieben. Die Schweden bezeichnen diese Laute 
mit k, t, p u. s. w., die Norwegen dagegen mit g, d, b u. s. w. Lindahl (lexicon lapponicum, 
1780) sagt auch: Literae P et B in lingua Lapponica vix a se invicem differunt, non secus ac 
literae D et T, K et G. Die genauere Beschreibung dieser Laute dürfen wir wohl von einem 
skandinavischen Phonetiker erwarten. Die sd^wed.-lapp. Dialekte verdienen auch sonst die Be- 
achtung der nordischen Sprachforscher, da sehr viele schwed. Wörter in das Lappische einge- 
drungen sind, welche sehr bemerkenswerte Lautveränderungen zeigen. 

KuNos I.: HÄROM Karagöz jätek. (Drei Karagöz- Spiele, aufgezeichnet und 

ins Ungar, übersetzt von I. K.) — Budapest, Akademie, 1886. — 8°, 160. 

Die KARAGöz-Spiele sind die Fastnachtsspiele des türk. Volkes in Konstantinopel, wo sie 

Vf. vom Volksmunde aufgezeichnet hat. Die 30 Fasttage des Monats Ramazan werden dnrch 

ebensoviele lustige Nächte unterbrochen, und da ist das KARAGÖz-Spiel die höchste Belustigung 



BESPRECHUNGEN. 



159 



des niedern Volks. Die Schaubühne ist die eine Ecke eines öffentlichen Lokals; auf einer aus- 
gespannten weißen Decke erscheinen Schattengestalten, die Personen dieses Volksschauspiels. Der 
Stoff dieser Fastnachtsspiele ist aus dem türkischen Volksleben genommen und ihre Personen sind 
die typischen Gestalten der türkischen Hauptstadt: Karagöz [^ schwarzes Auge), der schlichte 
aber witzreiche, und Hadsejvat, der vielgelehrte, aber doch dumme Türke. Diese zwei Haupt- 
personen des Volksspiels vertreten die 2 Dialekte der türkischen Hauptstadt. Hadsejvat spricht 
die vornehme Efendispr. , Karagöz dagegen die rohe Kabaspr., die wirkliche türk. Volksspr. 
Vf. hat 3 solche Volksschauspiele aufgezeichnet : Bad- , Wettstreit-, Schreiberspiel), welche auch 
in sprachwissenschaftlicher Hinsicht sehr beachtenswert sind, da er eine die Ausspr. genau wieder- 
gebende Schreibung benutzt und uns dadurch die lebende türk. Volksspr. vorführt. Die Neben- 
personen sprechen die verschiedenen Mischsprachen , die in der türk. Hauptstadt zu hören sind, 
so die pers.-, arab.-, jüd.-. arm.-, azerbajdsanisch-türkische Spr. 

Balassa J.: a phonetika elf.mei különös tekintettel a MAGYAR nyelvre (Ele- 
mente der Phonetik mit besonderer Rücksicht auf die ungar. Spr. Mit Ab- 
bildungen der menschlichen Sprachwerkzeuge;. — Budapest, Akademie, 1886. 
- 8°, 124. 

In dieser Schrift war ich bestrebt , die Ergebnisse der Phonetik dem ungar. Publikum vor- 
zuführen und die ungar. Spr. phonetisch zu behandeln. In Hinsicht auf die allg. Phonetik be- 
nutzte ich die Werke von Sweet, Sievers u. aa. Phonetikern; die Phonetik der ung. Sprache 
im besondern habe ich jetzt viel eingehender in der i. z. iv. 130 ff. behandelt. Der i. Teil der 
PHON. elem. beschreibt das menschliche Sprechorgan, der 2. enthält die Einteilung und Beschrei- 
bung der einzelnen Sprechlaute. Die Laute werden erst nach der Artikulationsweise, dann nach 
den Artikulationsstellen eingeteilt. 'Stimmlonlaute' nenne ich da die Vokale, Nasen-, Seiten- und 
Zilterlaute, aber nur nach der ung. Ausspr. Ich habe in jener Arbeit auf Grund der ung. Ausspr. 
mit Unrecht behauptet, daß die Nasen-, Seiten- und Zitterlaute nur stimmhaft gebildet werden 
können. Die deutsche, engl., franz. u. aa. Sprachen beweisen das Gegenteil. Bei der Beschrei- 
bung der einzelnen Sprechlaute berücksichtigte ich außer den ung. noch die Laute der deutschen, 
engl., franz. und der phonetisch so interessanten schwed. Spr. Der 3. Teil behandelt eingehender 
die Verbindungen der Sprechlaute, und zwar die Lautein- und -absätze ('glides'), dann die Über- 
gangslaute, endlich den Bau der Silben, Wörterverbände und Sätze. Der 4. Teil behandelt die 
Veränderungen der Sprechlaute. In diesem Teile versuchte ich eine genetische Einteilung, auf 
Grund des Grundsatzes, daß bei jedem einzelnen Laute ein jeder Faktor der Entstehung verändert 
werden kann, wobei immer ein andrer Laut entsteht. Es kann verändert werden der E.xpirations- 
stoß (verschiedene Betonung), die Art der Hemmung (aus einem Mundöffner wird ein Mundengelaut, 
u : w; aus einem stimmhaften wird ein stimmloser Laut u. s. w.) , die Form des Resonanz- 
raumes (Veränderungen der Mundöffner untereinander, aus einem SchUißlaut wird ein Engelaut 
u. s. w.) und die Stelle der Entstehung. Außerdem kann noch verändert werden die Dauer der 
einzelnen Sprachlaute nnd der Übergang von einem Laute zum andern (Entstehung und \'er- 
schwinden der Diphthonge). 

Szekes-FehervAr. 

Josef BaLassa. 



BIBLIOGRAPHIE 18 8 6'. 



I. SAMMELWERKE. 

AMERICAN ANNALS OF THE DEAF AND DUMB. ED. BY E. A. FaY . WASHINGTON. — 

VOL. XXI XXX. 1876 85. INDEX, 1886. 

The present Index, like the former one 1S47 — 1875^, i^ divided into two parts , viz. 
Authors, pages 5 — 24, and Subjects, pages 25 — 97. 

— VOL. XXXI. 1886. 8°, 296. 

G. WiNG : THE ASSOCIATIVE FEATURE IX THE EDUC.^TIOX OF DEAF-MUTES. 

E. B. DE CONDILLAC : THE LANGUAGE OF ACTION. 

S. T. Wi\LKER : TOUCH TR.\XSMISSIOX BY ELECTRICITY IX THE EDUCATIOX OF DEAF-MUTES. 

J. C. GORDON : KOTES ON MANUAL SPELLIXG. 

L. MoFFAT: VOICE, ALPHABETICS, and LAXGUAGE III IV. 

Th. Arnold : the Functions of touch in learning to speak. 

E. M. GALLAUDET: HISTORY of the EDUCATION OF the DEAF IN THE U. ST. 

F. C. RILEY : THE CAUSES OF DEAFNESS. 

J. DeNISON: THE MANUAL ALPHABET AS A PART OF THE PUBLIC-SCHOOL COURSE. 
H. P. PeET : THE FAMILY INSTRUCTION OF THE DEAF IN EARLY CHILDHOOD. 

A. G. Bell : the de.af-mutes of M.\rth.\'s Vixey.ard. 



ANGLIA. ZEITSCHRIFT FÜR ENGL. PHILOL. HER. VON R. P. WüLKER , IX, 1886. 

8°, VI, 625. 
P. Sauerstein : Lydgates Äsopübersetzung. 
B. Assmann : abt Aelfrics angelsächs. Bearbeitung des buches Esther. 

— ABT Aelfrics angelsächs. Bearbeitung des buches Hiob, druck mit der hs. vgl. 

A. ZeTSCHE: CHRONIK DES RoBERT VON BrUNNE VOM ANF.ANG BIS ZU ChR. GEB... 

G. Sarrazin : die Beowulfssage in dänem.ark. 

— Beowa und Bödvar. 

O. ReISSERT : BEMERKUNGEN ÜBER SpENSERS SHEPHEARDS CALENDAR UND DIE FRÜHERE BUKOLIK. 

W.Sattler; beitrage zur präpositionslehre im neuengl. xx : at-in. 



1 Über Plan, Inhalt, Umfang, Anordnung, Art und Weise dieser Bibliographie habe ich mich ausführlicher 
I, z. I. 416 ausgesprochen. Den gelehrten Gesellschaften und Instituten, den Her.-vusgebern verwandter Zeitschriften, 
den Verfassern und Verlegern, welche diese Bibliographie durch Einsendung von Exemplaren, bzhw. durch Tausch, 
gefördert haben, sage ich hier meinen besten Dank. Von ihrer wohlwollenden Willfährigkeit hängt ja die Vollständig- 
keit der Bibliographie ganz ab. 



BIBLIOGRAPHIE 1886. — SAMMELWERKE. . l5l 

F. Liebermann : Gerefa, herausgeg. mit einleit. 

TEN BrIXK : zu CyMBELINE. 

O. GlÖDE: UNTERSUCHUNG ÜBER DIE QUELLE ZU CyNEWULFS ElENE. 

C. M.Pott: notes on Andrew Borde's book and passages from the ist ^nd 2^"d quartos 

OF Romeo and Juliet. 
A. R. Diebler: Henrisones fabeln. 
M. Mann : der physiologus des Phil. v. Thaün und seine quellen. 

E. HÖNNCHER: zur DIALOGEINTEILUNG IM ^SEEFAHRER'. 

P. BUSS : SIND DIE VON HORSTMANN HERAUSGEGEBENEN SCHOTT. LEGENDEN EIN WERK BaRBERI;S? 

G. Sarrazin: Beowulf und Kynewulf. 

A. Sturmfels : der altfranz. vokalismus im altengl. 

H. Thurein : das datum von Chaucers 'Mars und Vemus '. 

R. WüiiKER : Eduard Bulwer und seine w^erke. 

— versehen in den Büchern über neueste engl, i.itteratur. 

K. Lentzner : Clement Mansfield Ingleby. 

F. Dieter: kritische Bemerkungen zu einer unkritischen Rezension. 

F. LüNS : Übersicht der in den jähren 1883 und 1884 auf dem gebiet der engl. Philologie 
erschienenen Bücher und Aufsätze. 



ANNUAIRE DE L ACADEMIE ROY. DES SCIENCES, DES LETTRES ET DES BEAUX-ARTS DE 
BELGIQUE. BrUXELLES, 1886, 51E aNNEE. — 12°, 436. 



ARCHIV FÜR DAS STUDIUINI DER NEUERN SPRR. U. LITT., HERAUSG. VON L, HerRIG. 

Braunschweig, VVestermann. — LXXV, 8°, 480; LXXVI, 480. 
K. Biltz : die neueste schrift über die Abfassung von Luthers lied: 'ein feste bürg ist 

unser GOTT.' • 
W. SCHWARTZ : VOLKSSAGE UND VOLKSGLAUBE. 

L. W'iRTH : Johann Fischarts religiös-politisch-satirische Dichtungen. 

E. EiCKERSHOFF : ÜBER DIE VERDOPPELUNG DER KONSONANTEN IM ALTNORMANNISCHEN. 
K. EnGELCKE : DIE LIEDER DES HUGHES DE BrEGI. 

TH. ThIEMANN : deutsche KULTUR und LITTERATUR des 18. JH. IM LICHTE DER ZEITGENÖSSISCHEN 
ITAL. KRITIK. 

R. Brandstetter : die Technik der Luzerner heiligenspiele. 

G. Michaelis: über die ausspr. der Dentallaute in den alten sprr. 

H. Löschhorn : ZUM andenken an W. Grimm. 

K. Biltz : die neuesten Schriften über die gedruckte vorluthersche deutsche bibelürer- 

setzung. 
C. Horstemann: the lyf of saint Katherin ok Sexis. 

K. HuBER : über die SPR. des ROMAN DU MONT ST.-MiCHEL VON GUILLAUME DE ST.-PAIER. 
J. ZUPITZA : KLEINE BEMERKUNGEN ZU SKEATS ETYMOL. DICTION. 
IhNE : DAS STUDIUM DER NEUERN SPRR. AUF DER HOCHSCHULE. 

M. Krummacher : zu Scotts lady of the lake. 
L. F. Ofterdinger : Erinnerungen an Ludmilla Assing. 

K.Böttcher: der franz. unterr. in der v. und iv. der gvmn. und ki.al(;ymn. und das 
fkanz. untekriciitswekk von Josupeit. 

S. IHNE und iMuiIAKLIS. 



ARCHIV FÜR SLAW. PHILOL. UNTER MITWIRKUNG VON A. BRÜCKNER, A. LeSKIEN, 

W. Nehring HERAUSG. VON V. Jagic'. — Berlin, VVeidmann. — l\. 8°. 710. 

M. 20. 
A. Brückner: beitr. zur litauischen MVTUoLot'.iK. 
J. Knieschek: die ^echischen mariknki.agen. 

Techmer, ztschr. IV. '• 



102 F. Tkchmer. 

St. Smal Stockij : über die Wirkung der Analogie in der dekl. des kleinruss. 

L. MaSING: STUDIEN ZUR KENNTNIS DES SZBORNIK SVJATOSEAVA VOM J. IO73. 
A. SeMENOVIC : KRITISCHE BEMERKUNGEN ZU ALTPOLN. TEXTEN. 

"W. W OLLNER : UNTERSUCHUNGEN ÜBER DEN VERSBAU DES SÜDSLAW. VOLKSLIEDES. 
A. WeSSELOFSKY : BEITR. zur erklär. DES RUSS. HELDENEPOS. 

C. JIRECEK: der GROSSVEZIER MeHMED SoKOLOVIC und DIE SERBISCHEN PATRIARCHEN MaKARIJ 
UND AnTONIJ. 

V. Jagic' : PHILOLOGIE UND PATRIOTISMUS [zur Ergänzung von PoTT I. Z. Suppl. I, 182 f. zu vgl. . 

A. BÜCHNER : EIN WEISSRUSS. CODEX MISCELLANEUS DER GRÄFLICH RaCZYN'SKISCHEN BIBLIOTHEK 

IN Posen. 
W. Nehring: die dramatisierte GESCHICHTE JosEPHS : Z'ywot Jözefow VON NicoL. Rej. 
V. Jagic' und Fr. Mikulicic' : Katharinen-legende in altkroatischer Fassung. 

J. HaNUSZ : EINIGE SLAW. NAMEN ARMEN. UND TÜRK. HERKUNFT. 

J, Los' ; BERICHTIGUNG ZUM ReIMSER EVANGELIUM. 

Al. KoTSCHUBINSKIJ : EINE SERB. EVANGELIENHANDSCHR. V. J. I436 AUS ZeTA. 

V. JAGIc' : EIN SERB. TEXTBEITR. ZUR GeORGIUS-LEGENDE. 

St. Novakovic' : über die Entstehung mancher Volkslieder. 

W. VoNDRa'k : ÜBER die LOKALENDUNGEN -E UND -U DER t- UND O-STÄMME IM ALTBÖHM. 

Ed. Wolter : mythologische skizzen. 



BEITRÄGE ZUR KUNDE DER INDOGERM. SPRR. HERAUSG. VON A. BezZENBERGER. — 

Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht. — XI. 8°, 346. 

S. BuGGE : BEITR. zur ERFORSCHUNG DER ETRUSK. SPR. [vgl. I. Z. III. 3II]. 
Wh. StOKES : CELTIC DECLENSION. 

R. Meister: AEMNION und 'AAMENI2. 

H. COLLITZ : DIE neueste SPRACHFORSCHUNG UND DIE ERKLÄRUNG DER IDG. ABLAUTS. 

A. FiCK : DIE SPRACHFORM DER ALTION. UND ALTATT. LYRIK I. 

B. T.IEBICH : DIE KASUSLEHRE DER ALTIND. GRAMMATIKER VGL. MIT DEM GEBRAUCH DER KASUS IM 
AITAREYA-BRÄHMANA II. r 

W. DeECKE : ZU DEN EPICHORISCHEN KVPRISCHEN INSCHRIFTEN. 

Th. Zachariae: skr. VISAM.STHULA. 
K. Geldner: conjectanea vedica. 
B. BURY: miscellen. 

S. COLLITZ. 



BULLETIN DE L ACADEMIE ROY. DES SCIENCES, DES LETTRES ET DES BEAUX-ARTS DE 
BELGIQUE. BrUXELLES, 1886, 55EANNEE. 3E SERIE, TOME XL 5QO; XIL (604) . 

J. VAN DEN GhEYN : NOUVELLES RECHERCHES SUR LA 8 E CLASSE DES VERBES SANSCRITS. 

Gh. de LIarlez : coup d'oeil sur l'histoire et l'etat actuel des etudes avestiques. 



BULLETIN DE l' ACADEMIE IMF. DES SCIENCES DE ST.-PeTERSBOURG, 1886, T. XXX. XXXL 
W. RADLOFF : MATERIAUX POUR L ETUDE de LA LANGUE KOURDE , RECUEILLIS PAR M. LE PROF. 

Alb. Socin. 
F. J. VNiedemann: additions et rectifications au dictionnaire syren-allemand et votiak- 
allemand de 1880. 

N. KaTANOFF : NOUVELLE TRANSCRIPTION DES MOTS DE LA LANGUE KOIBALE NOTES PAR CASTREN. 

avec une preface DE M. Radloff. 
W. Radloff : rapport sur une nouvelle publication des materiaux pour la linguistique 

CONTENUS DANS LE CODEX COMANICUS [vgL I. Z. I Und lll. 



BIBLIOGRAPHIE 1886. — SAMMELWERKE. 



163 



BUREAU OF ETHNOLOGY, 4. ANNUAL REPORT TO THE SECRETARY OF THE SmITHSONIAX 

INSTITUTION 1882 83. BY J. W. PoWELL, DIRECTOR. WASHINGTON, 1886. 

ROY. 8°, LXIII, 532. 

J. W. Powell : 4. annual report : field work, office work, papers. 

G. MaLLERY : PICTOGRAPHS OF THE NORTH AMERICAN INDIANS. 

W. H. Holmes : pottery of the ancient pueblos. 

ORIGIN AND DEVELOPMENT OF FORM AND ORNAMENT IN CERAMIC ART. 

F. H. CUSHING : A STUDY OF PUEBLO POTTERY AS ILLUSTRATIVE OF ZUN^I CULTURE GROWTH. 

Cf. Mai.lery. 



DEUTSCHE RUNDSCHAU. HERAUSG. VON J. RoDENBERG. BeRLIN, GEBR. PäTEL. 

XII. JAHRG.. 9 II. Heft, 1886. 

S. Gildemeister und Oldenberg. 



EVANG. MISSIONS-MAGAZIN. HERAUSG. VON J. HeSSE. BaSEL, XXX, ll 



GIORNALE ITALIANO DI FILOLOGIA E LINGUISTICA CLASSICA DIR. DA L. CeCI E G. 
CORTESE I. FASC. I 3, 1886. M1LANO, TIP. LuiGI DI G1ACOMO P1ROLA. 

L. CeCI : IL PRONOME PERSON.\LE SENZA DISTINZIONE DI GENERE NEL SANSCR. , NEL GRECO E 

NEL LAT. 
G. CORTESE : DI ALCUNI ERRORI STORICI DI CORNELIO XlPOTE. 
L. CeCI : TRUCIOLI GLOTTOLOGICI E FILOLOGICI. 

A. Pais : iscRiziONE DI Dreros. 

G. LlGNANA : NOTE ITALICHE. GlOVE BeELEFARO. 

C. MORATTI : LA ISCRIZIONE DEL YASO DrESSEL. 

E. Marchesini : noterelle glottologiche. 

V. PoGGI : SULLO SVOLGIMENTO DELLE FORME ONOMASTICHE PRESSO I CISALPINI DURANTE IL PE- 

RIODO DELLA ROMANIZZAZIONE. 
G. LlGNANA : NOTE ITALICHE. — ISCRIZIONE DI BeLLANTE. 



Gröber G.: grundriss der roman. philol. unter mitwirk, von 25 [2. Lief. 28 

FACHGENÜSSEN HERAUSG. VON G. G. LIEF. I 2. - — StRASSBURG , TrUBNER, 

1886. — 8°, 512. 

Seit DiEZ die roman. Sprachw. begründet und die Grundlagen derselben in jenen Werken 
dargestellt, welche für alle Zeiten ihre Stelle in der Gesch. der Sprachw. behaupten werden, 
haben sich hunderte von Romanisten auf diesem Gebiet beihätigt. Es bliib nun eine lohnende 
Aufgabe, die wichtigsten Ergebnisse ihrer zerstreuten ^■eröfl'entlichungen übersichtlich zusammen- 
zufassen. Ob wohl die Kräfte eines Einzelnen ausreichen konnten dieselbe zu lösen/ G. Kör- 
ting hat den Versuch gewagt mit besonderer Berücksichtigung jedoch nur des Franz. und Italien., 
welche ja dem deutschen Studierenden am nächsten liegen. Über seine kncvkloV. und Metho- 
dologie DER ROMAN. PHILOL. ist von mir in der r.iBL. 1884 und 18S6 berichtet worden. In der 
vorliegenden Sannnlung ist nun die roman. Philol. miiglichst gleichmiißig in ihrem ganzen Um- 
fang behandelt, 25 — 28 Fachgenossen haben sich unter der Leitung des erfahrenen llerausg. der 
ZTSCHR. f. ROM. PHILOL. hier zusammengelhan und scharten ein Werk, das ein Ereignis nicht bloß 
für die roman, Philol., sondern für die gesamte Sprach\vissensch;ift ist. tber den Charakter des 
Werkes im allgemeinen werde ich am Schluß des I, Bantles und der ganzen Sammlung, vorder- 
hand will ich nur über den Inhalt der ersten beiden Lief, belichten; die Titel der darin voll- 
endeten Einzelabhandlungen folgen hier, die Besprechungen unter den Namen der betr. Vff. 

1 1" 



164 



F. Techmer. 



I. Teil. Einführung in die roman. Philol. 
GESCHICHTE DER ROMAN. PHILOL. V. G. GRÖBER. 

AUFGABE UND GLIEDERUNG DER ROMAN. PHILOL. V. G. GrÖBER. 

II. Teil. Anleitung zur philol. Forschung. 
Die Quellen der roman. Philol. 

DIE SCHRIFTLICHEN QUELLEN V. W. SCHUM. 
DIE MÜNDLICHEN QUELLEN V. G. GRÖBER. 

Die Behandlung der Quellen. 
METHODIK UND AUFGABEN DER SPRACHW. FORSCHUNG V. G. GRÖBER. 
METHODIK DER PHILOL. FORSCHUNG V. A. TOBLER, 

III. Teil. Darstellung der roman. Philol. 
Roman. Sprachw. Die vorroman. SpiT. 

1. KELTISCHE SPRR. V. E. WiNDISCH. 

2. DIE BASKEN UND DIE IBERER V. G. GeRLAND. 

3. DIE ITALISCHEN SPRR. V. W. DeECKE. 

4. DIE LAT. SPR. IN DEN ROMAN. LÄNDERN V. W. MeYER. 

5. ROMANEN UND GERMANEN IN IHREN WECHSELBEZIEHUNGEN V. F. KlUGE. 

6. DIE ARAB. SPR. IN DEN ROMAN. LÄNDERN V. ChR. SeYBOLD. 

7. DIE NICHTLAT. ELEMENTE IM RUMÄN. V. M. GaSTER. 

Die roman. Sprr. 

1. ROMAN. SPRR. EINLEITUNG UND ÄUSSERE GESCH. V. G. GRÖBER. 

2. DIE RUMÄN. SPR. V. H. TlKTIN. 

3. DIE RÄTOROMAN. MUNDARTEN V. T. GaRTNER. 

4. DIE ITALIEN. SPR. V. F. d'OvIDIO UND W. MeYER. 

5. DIE FRANZ. UND PROVENZ. SPR. UND IHRE MUNDARTEN V. H. SUCHIER. 

6. DAS KATALANISCHE V. A. MoREL-FATIO. 

7. DIE SPAN. SPR. V. G. BaIST. 

8. DIE PORTUGIES. SPR. V. J. CORNU. > 

9. DIE LAT. ELEMENTE IM ALBANES. V. G. MeYER. 

Die letztgen. Arbeiten über die roman. .Sprr. 4—9 sind in der 3. Schluß-jLieferung des 
I. Bandes vollendet, worüber in der eibl. 1888 das Nähere. 



JOURNAL DE LA SOCIETE FIXNO-OUGRIENNE. I. I35. HeLSINGISSÄ, 1 886. 

O.Donner: Jahresbericht über die Fortschritte der finnisch-ugrischen Studien während 

DER JAHRE 1883— 84 UND 1884— 85. 

T. G. Aminoff : exemples de la langue votiak. 

V. MaINOF : DEUX OEUVRES DE LA LITTERATURE POPUI.AIRE MOKCHANE. 
]. KrOHN: LE PASSIF PERSONEL DANS LA LANGUE LAPONNE. 

A. O. Heikel: la demeure mordvine. 

A. Ahlqvist: sur un son double dans la langue ostiak. 

regit de voyage du magistre K. Jaakkola. 

die finnisch-ugrischen Völker [mit einer Sprachkarte]. 



KORRESPONDENZBLATT DES VEREINS FÜR NIEDERDEUTSCHE SPRACHFORSCHUNG. JAHRG. 

1886. XL 2. 

S. COLLITZ. 



BIBLIOGRAPHIE lööö. SAMMELWERKE. 



165 



LE MUSEON. REVUE INTERNATIONALE, DIR. C. DE HaRLEZ. LoUVAIN , PeETERS, 

1886. — 8°, 662. 

A. MaRRE : l'iMMIGRATION MALAISE DANS MADAGASCAR A-T-ELLE PROCEDE OU SUIVI LINTRODUCTION 
DE l'hINDOUISME DANS JAVA. 

C. A. Serrure: etudes sur la numismatique gauloise des commentaires de Cesar. 

C. DE HaRLEZ : LA CIVILISATION DE L'HUMANITE PRIMITIVE ET LA GENESE. 
A. WiEDEMANN : LES C ASTES EN EGYPTE 

M. Gueluy: description de la CHINE occidentale. 

DUCARME: LES 'AUTOS ' DE GiL ViCENTE. 

E. DE DiLLON : AS FINAL DEVANT LES SONORES, EN SANSCR. SCOPANISHAD. 

R. BaSSET: UNE ELEGIE D'IBN SaID EN NÄS. 

A. MaRRE : QUELQUES REMARQUES SUR LES NOMS DES MGIS EN LANGUE MALGACHE. 

L. C. CASARTELLI : UN TRAITE PEHLEVI sur LA MEDICINE. 

H. DE ChARENCEY : TEXTES EN LANGUE TARASQUE. 

E. Wilhelm: etudes avestiques. 

A. H. Sayce : deux nouvelles inscriptions vanniques. 

I. PiZZI : LES LANGUES et LES LITTERATURES DE LA PERSE. 

A. W IEDEMANN : LA LETTRE d'ADRIEN 'a SeRVIANUS SUR LES AlEXANDRIXS. 

A. BaMPS : LE CALENDRIER AZTEQUE. 

A. H. Sayce : la Situation geographique d'Anzan. 

G. Crolla: extrait des vieux dictons et proverbes vulg.\ires arabes. 

G. Massaroli: ESSAI d'interpretation assyro-cil\ldeenne. 

H. de ChARENCEY: FRAGMENTS EN LA LANGUE CHANABAL, 



LITTERATURBLATT FÜR GERM. UND ROM. PHILOLOGIE HERAUSG. V. BeHAGEL U. NeU- 

MANN. — Heilbronn. Henninger, i< 



MEMOIRES DE l'aCAD. IMP. DES SCIENCES DE ST.-PeTERSBOURG, VIIE SERIE. T. XXXIV. 
NO. 13. 

A. Enmann: kypros und der Ursprung des Aphrodite-kultus. 



MEMOIRES DE LA SOCIETE DE LINGUISTIQUE DE PaRIS VI. 2^ PASC. 1886. 

M. Breal : ITALICA. 

V.Henry: notes grecques et latines. 

L. DUVAU : DATIF PLURIEL DE LOMBRIEN. 
L. HaVET: VARIA, 

F. DE Saussure: KPH'NH. 

M. Breal : le qroupe lv et ses continuateurs en latin. — etymologies, 
Ph. Berger: Camii.lus, — essai sur la signification historique des noms des patriarcues 
hebreux, 

Cf. Breal. 



NEUPHILOLOCJISCHE liEITK. HKUAUSG. VOM VEREIN Fl K NKUEKE SPRK. IN HANNOVER 
IN VERANLASSUNG DES ERSTEN ALLGEMEINEN DEUTSCHEN NEUPHILOLOGENTAGES AM 
4., 5. UND 6. OKT. 1886. IlANNt)VKR. K. AIeVEK. 8 "^^ , X\l\", 84. 

M, 2.80, 

DER VEREIN FÜR NEUERE Sl'KK, Y.V HaNNoVKU IN DFN JAHREN SEINES ÜESTEHENS iSSo — Sü. 
K, MÜIILEFKID: DIK WISSENSCH. GRUNDLAGE DES NElSPRACin.. VN PERK. 

O. Reissert: du'. kklockn des Alexander Barclay, 



l56 - r* Tfxhmer, 

F. Dörr : die aufgäbe der modernen philol. in der Gegenwart. 

A. Knigge: über den Wechsel der Diphthonge au" und du" im mittelengl. 

R. Heiligbrodt : eine altfranz. hs. auf der Hamburger stadtbibliothek. 



NVARE BIDRAG TILL KÄXNEDOM OM DE SVEKSKA LANDSMALEN OCK SVENSKT FOLK.LIF. 
TIDSKRIFT UTGIFVEN PÄ UPPDRAG AF LANDSMALSFÖRENINGARNA I IJPPSALA, HeLSING- 
FORS OCK LuND GENOM J. A. LuNDELL. STOCKHOLM, SaMSON & WaLLIN. 

1886. a: J. Bureus, sumlen; utg. af G. E. Klemming. 



NiSTAVAREN TIDSKRIFT FÖR RÄTTSKRIVNINGSFRAGOR PA UPPDRAG AV RÄTTSTAVNINGS- 

SÄLLSKAPET UTJIVEN AV O. HoPPE. 1886, I. 38. UpPSALA , AlMQVIST & 

VViKSELL. 

A. Noreen: RÄTTSTAVNINGSLÄRA. 

— PROF. Es. Tegner och RÄTTSTAFNINGSFRaGAN. 



PROCEEDINGS OF THE 18. ANNUAL SESSION OF THE AMER. PHILOL. ASSOC. HELD AT 
ItHACA, N.Y., JULY, 1886. 

B. W. Wells : the vowels o and u in engl. 
W. D. Whitney: on roots. 

B. J. WHEELER: ANALOGY and THE SCOPE OF ITS APPLICATION IN LANGUAGE. 
Ch. f. SMITH : SOUTHERNISMS. 

F. A. March: on once-used words in Shakespeare. 

— ON CONSONANT NOTATION AND VOWEL DEFINITION. 

F. B. Tarbell: phonetic law. 

W. D. Whitney : the method of phonetic change in language. 

Cf. March, Whitney. v . 



proceedings of the i i . conve