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Full text of "Irkundenbuch der Abtei Sanct Gallen"

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-08^^ 



URKUNDENBUCH 



DER 



ABTEI SANCT GALLEN 



TEIL V 

(1412-1442) 

LIEFERUNO I 
(1412—1420). 




HERAUSGEGEBEN VOM HISTORISCHEN VEREIN DES RANTONS ST.GÄLLEN. 




_-».'-:^. 



BEARBEITET 

VON 



PL. BUTLER UND T. SCHIESS. 



-^I^^ 



ST. GALLEN 

VERLAG DER FEHR'SCHEN BUCHHANDLUNG 

1904. 




Der rdntte Teil des „UrkundeDbucbs der Abtei Saoct Gallen" erscbeint in 5 UefeningeD. 



? • - * . 



L^^:v 






VORWORT. 



Der V. Band des Urkuudenbuches der Abtei St. Gallen, dessen erste Lieferung hieniit der Öflfent- 
lichkeit übergeben wird, unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Vorgängern. 

Nachdem der bisherige Redactor, Herr Dr. Heimanyi Wartmann, beim Abschluss des IV. Bandes 
die Kedaction niedergelegt und von diesem Werke Abschied genommen hatte, wurde vom Historischen 
Verein des Kantons St. Gallen Herr Dr. PL Butler, Professor an der Kantonsschule, mit der Bearbeitung 
des V. Bandes betraut. Er widmete sich in den folgenden Jahren dieser Aufgabe mit grosser Energie 
und wusste sie, in der Anfertigung von Abschriften namentlich durch Herrn Custos Emä Hahn unter- 
stützt, trefflich zu fordern. Jedoch im Frühjahr 1902 erklärte Herr Dr. Butler, die Redaction nicht 
langer führen zu können, und es trat nun an seine Stelle nicht ohne Bedenken der Unterzeichnete, 
der erst seit Kurzem in seiner Stellung als Stadtarchivar sich an den Vorarbeiten beteiligt hatte. Durch 
die Liberalität des Orts Verwaltungsrates der Stadt St. Gallen wurde ihm die Möglichkeit gewährt, den 
grosseren Teil seiner amtlichen Tätigkeit dem Urkundenbuche zuzuwenden, und es gelang infolge dessen, 
bis zum Frühjahr 1903 wenigstens einen vorläufigen Abschluss zu gewinnen und an die Herausgabe 
der ersten Lieferung zu gehen. 

Ausser diesem Wechsel in der Redaction ist auch eine Änderung in der Bearbeitung der auf- 
genommenen Urkunden zu verzeichnen. Schon bald nach Beginn der Vorarbeiten zeigte es sich, dass die 
geplante Zusammenfassung des Urkundenmaterials für die Zeit vom Tode Abt Kunos bis zum Beginn 
der Regierung Abt Kaspars in einem Bande nur dann sich werde durchführen lassen, wenn für einen 
grossen Teil der Urkunden statt des Abdruckes in vollem oder gekürztem Wortlaut blosse Wiedergabe 
in Form von Regesten gewählt werde. Es einigte sich denn auch Herr Dr. Butler mit seinem Vorgänger 
dahin, dass diese Art der Publication für alle minder wichtigen Documente zur Anwendung gelangen 
solle. Hinsichtlich der Orthographie sodann erklärte sich Herr Dr. Wartmann damit einverstanden, 
dass in Abweichung vom bisherigen Verfahren für die Regesten etc. mit unwesentlichen Abweichungen 
die heute gültige Schreibweise beobachtet, für die Originaltexte aber die alte Orthogi'aphie ohne 
Änderungen beibehalten werden solle, wofür die Angabe der Varianten in Wegfall kommen könne. 
Nach diesen Grundsätzen wurde die Herausgabe des V. Bandes von den beiden Redactoren vor- 
bereitet und schliesslich das Manuscript für den Druck fertig gestellt. Wenn namentlich in der Ab- 
fassung der Kegesten noch eine gewisse Ungleichmässigkeit zu Tage tritt, so möge dies entschuldigt 
werden mit der anfänglichen Unsicherheit, wie weit dabei in der Wiedergabe des Inhaltes und Anführung 



IV 

des Wortlautes gegangen werden solle. Das Bestreben ging stets dahin, nichts nach irgend welcher 
Richtung hin Bedeutungsvolles wegzulassen, und aus diesem Grunde wurde da und dort vielleicht mehr 
geboten, als gerade nötig gewesen wäre. Für kleinere, aber inhaltlich interessante Urkunden, bei denen 
die Wiedergabe in Regestenfonn kaum eine Raumersparnis gebracht hätte, ist mehrfach dem Teztabdruck 
der Vorzug gegeben worden. Wenn nach Vollendung des V. Bandes ein VI. und später noch ein VII. 
in Angriff genommen werden, wird die Frage zu entscheiden sein, ob nicht das im vorliegenden Bande 
angewandte Publicationsverfahren als blosser Übergang zu noch weitergehenden Kürzungen zu gelten 
habe. 

Der Anteil der beiden Redactoren an der Herausgabe des V. Bandes des Urkundenbuches der 
Abtei St. Gallen ist nicht genau zu scheiden. Herr Dr. Butler hat zu einem sehr grossen Teile die 
Materialsammlung und vorläufige Textredaction besorgt; der Abschluss der Vorarbeiten, die endgültige 
Gestaltung des Textes und die Überwachung des Druckes ist dem Unterzeichneten zugefallen. Die 
Verantwortung für die Redaction, die somit diesen allein trifft, glaubt er mit einer gewissen Zuversicht 
übernehmen zu dürfen, da er während des Druckes sich der nie ermüdenden Anteilnahme und des 
sachkundigen Rates des früheren Herausgebers zu erfreuen hatte. Für diese stete Förderung und ge- 
treue Mitarbeit gebührt Herrn Dr. Wartmann der wärmste Dank. Ebenso fühlen sich die Bearbeiter 
verpflichtet, den Vorständen des Stiftsarchivs, der Stiftsbibliothek und des Stadtarchivs in St. Gallen, 
den Vorständen der Gemeindearchive in Wil, Rheinegg, Altstätten und Herisau, des Klosterarchivs in 
Maggenau und der Kantonsarchive in Appenzell, Frauenfeld, Zürich, Arau, Bern, Luzem, Schwiz und 
Cur, sowie der Archive in Hohenems, Innsbruck, Wien, München, Stuttgart, Karlsruhe, Wangen, Konstanz, 
Lindau etc. ffir gütige Überlassung von Urkunden oder bereitwillige Auskunft ihren Dank auszusprechen. 

St. Gallen, Ende April 1904. 

T. Schiess. 



2511. 

Die Stadt St. Gallen bittet den Papst Johannes (XXIIL), den neuge\A^ähIten Abt 

Heinrich (IIL) zu bestätigen. 

m. Gallen. 141:9. Januar e. 



Sanctissiuio in Chnsto patri ac domiiio doniino loanni, divina Providentia sacrosancte Ro- 
mane ac universalis ecciesie somiiio pontifici, doniino nostro metuendissimo. Beatissioie pater et 
iomim gratiosissime, post oscnla pediuii beatornm. Cum monasterii Sancti Galli, Constantiensis 
ilyocesis, Romane ecclesie inimediate subiectiT facnltates, deciine et frnctiis universe(!), tara in spiri- 
tiiaiibus quam in teniporalibns, in diminutione proventiium eiusdem sie dampnose defecerint ab oppri- 
mfntibus incnrsibus nonnulloriim rnsticorum, volgariter Appenzeller nominatornm, ad ipsum 
roonasteriiim titulo proprietatis, subieetionis neu f^ervihitis pertiiientiom, in cnios sanctam messem 
nwjuiter conspirarunt contra leguni decreta in libertateni proclamantes, — qui propterea adeo notoria 
digpendia ceteris ipsius monasterii possessionibus, locis, homiuibns, colonis,^ honis et rebus aliis, veue- 
»ndigetiam Dei templis mann sacrilega violatis ac ex incendiis et ruinis deformatis manifestis indiciis 
btulerunt et ad tantani inopiam seu desolationem redegerimt, qnod pro nnnc duo dnniaxat in eodem 
oionÄsterio degenies vix valeant de ipsius proventibus, preroiasorum occasione» congrue sustentari ^, 
^erutn, sanctissinie pater et doniine gratiosissime, prideni vacanti nionasterio antedicto tiinc per obitum 
^nnoüis venerabilis dominus Hainricua, unus ex hiis duobus, bniua monasterii professus, seonndum 
formam seu decretum electionis eins Sanctitati hiimiliter presentandns in futurum abbatem est assuniptus 
Tehti is, qui ob celebreni opinioneni totius cleri, vasallorum et popnli ipsius meritis preclaris, vita 
prernatura, preraiis exigentibus in extrinseca utilitate est providus, in cautela circumspectus et in 
«iperientia rerum qoaniplTirimum soUicitus necnon de honestate et iudustria multipliciter comniendatus, 
ex ntroque etiaro parente de nobili prosapia baronum procreatus, per quem status huius monasterii 
^esolati ab oranibus crediiur refornmndns. Ea propter eins Sanctitati hnmiliter supplicanius genubus 
proToliiti. qnatenus preniissis potis.sime attentis, eideni nionasterio paterno conipatientes aÖectu, de 
^ei^igtutate apostolica huiusmodi electionem de ipso domino Hainrico factam confirmare ipöumque 
'B abbatem eidem nionasterio preficere ac sibi providere de eodem dtgnemini gratiose, constitnentes 
ß08 propterea ad sancte Romane ecciesie necnon eins Sanctitatis mandata et precepta iugiter obligatos- 
wQin in oppido nostro apud Sanctum Gallnra, sexta die mensis lanuarii, anno Domini MCCCCXII. 

Magister civiiiin, consules ac tota nniversitas opidi Sancti Galli, vestre Sanctitatis humilimi 
serritoirea. 



Heinrich IlL U12-H18. 



StiftüblMMhf^k KL€allfji. Ed. 717, S* 432. — Abdruck: Zdlweger, Urkundeii L 2 8. 231, Nr. 214. ~ Gleieiizeüige 
Copie; zwei spätere aus dem 17. Jahrbundert ^nden »icli im Stiffcsarcbiv, die eine von BrüUisauer im 2. Bd. von dessen 
Cbronik, Bd. 187, S, 919 ff., die andre von Stiplin i StifUarcbivar 1639-1672) iir Bubr. XIII, Fanc. 4. In allen drei Copien 
Bcheinen die Abkürzongen des verlorenen Originalj^ nicht immer nchtig aufgelöst zu sein; so schreiben aie Z. 8 ^procla- 
mantium*, Z. 21 ^provohitis*, und auch sonst bietet der Text mehrfach Anatosa, — An die Copie in Bd. 717 der Stifle- 
bibliothek und ebenio an diejenige Stiplins achlie8«fc aich folgende Notix: 

Sciendum eat, quod Cüno felicis recordationia supramemoratua obüt feria aecunda proiima post festum sancti 
Galli circa borara qnartam poat meridiem et in crastino bumatus est et pösitna in aepulchro quondam H i 1 1 p o 1 d i et 
Hermanni abbatum, iujtta introitiim ianue ducentiB ad nrnbitura. Et postea in oppido Wil concordabantur abbiLa 
H a i n r i <^ u » »upradictus, nationis de n n d o 1 f f i n g e n , et G e o r i u » de E n n a , et electua est H a i n r i c u 8 in abbatem, 
Georiuß rero in prepoaitum, camerarium et onuiia alia o£ficia monaaterii. Et cum amicis, vasallis etc. quampluribns 
in niimero quasi 80 equitum equitaverunt unanimiter et pervenemnt de Wilo ad Sanc tu m Gallum. Et ibidem bora 
qua.si vesperanim «uperposititH eHtHainricup altari sanctiOalH cum deeautatione Te Deum laudamua etc. per quen- 
dam tunc suffraganium C o n r t a n t i e n s e m et abbEitem Scotorum extra muros Constantienaea etc., quampluribua 
in magna aatantium seniorum et iuvenum mullitudine prospicientibuR, quia in 83 annis nemint plua viaum fuerat tale 
factum, quia tanti temporis »pacio Bupervijdt abbas Cfino in regimine abbacie, Tunc erara annorum qua«i 12, sed 
tempore electionia Hainrici fere 45. 

Ego lübannea de Gosaow, filius laicus Rudolf fi Pistoris. 

Ober die Erwähl ung Heinricha IIl, vgl. auch Tachudi, Chronicon I S. 657 f. 



4 
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Geleitbrief für Hermann Eggler von Gonten von Ananriann und gemeinen Land- 
leuten zu Appenzell. 

141^. Jannar 9. 

Wir der amman und geriiain laiitlüt ze Appenzell tünd allermänklich ze wissen mit disem 
offen brief» das wir gebent Herrn an Egaler von Gunta ain gut, fri, sicher gelait für 0ns und 
all die unser and Unser diener, sinem lib und gät von lititt disem tag hin, alz dir brief geben ist, 
untz ze Unser lieben Fröwen tag ze der Iiechtmiss, der schierost knnt nach gab disa briefs, und den 
tag allen imgefarlicb, gen Zürich in die statt und anderswo ze wandb'n untz an sin notdiirfft, von 
lins und den ünsern und unser diener ungesunipt und ungehindrot. Und des ze offnem, warem urkimd 
und stätter sicherait{!) aller dir vorgeschribner ding und vergicht so haut wir unser geinain insigel des 
lantz ze Appenzell offenlich getrukt uff dissen brief ze end dir geschrift, der geben ist an dem 
nächsten zinstAg nach der haiigen tri klingen tag, anno Domini MCCCC XII, 

Lindf8ircbir AppfUiell 1. K. — Papier- Original; daa grüne Wachasigel ist bis auf geringe Hmie abgefallen. 

Auf den Streit Hermann Egglera mit den Appenzellem haben noch vier weitere Aktenstücke im Landesarchiv 
Appenzell I, R. jPapieroriginale gleich dem obigem aus den Jahren 1411 und 141*2 Bezug, nämlich: 

1. Biachof Hartmaan (11.) von Cur quittiert Hermann Eggler über 100 fl. und legt fiir ihn Zeugnis ab, 
da«8 er am Raube dea Marquart von Em» unbeteiligt sei. Cur, 1411- April 14., a, ürkdbch. fV 8.933, Nr. 2495, 

2. ^ 1411. December ÜiO, — Hermann Eggler an Bürgermeiater und Rat von Zürich. Er daiikl 
den Zürchem für ihr Anerbieten, zwiacheu ihm und den Appeuzellern zu vermitteln, lehnt es aber ab, von dem 
gewährten freien Geleit Gebrauch zu macbcn, so lange ihm nicht auch von den AppeUKellem aolchea zugesichert werde» 
Sodann erklärt er, sein Herr, Graf Wilhelm (von Montfort?), sei mit Unrecht in der Gefangenschaft von den 
Appenzellem beschuldigt worden, ihm in aeiner 8ache beholfen und beraten gewesen zu sein; denn er sei „dozemü, 
do ich die von Appenzell *e Acht erklegt, hie by in lande nit geweaen, und bin öch nit anders hy im denn als ein 
ander wercbman, der im werchet umb einen 16n, und hilft und rät mir weder lützel noch vil in diaer sacb** — Sunn- 
tag Tor Thome, 1411. 

5. — 1411. l>eeeniber AT. — Bürgermeister und Rat von St Gallen geben dem Hermann Eggle 
für den Tag, der in seinem Streit mit den Appenzellem , uff den näheten zwelften tag nach wihennäbt, so 8cliiert>ii 



9 

i 



^ 




Heinricli ÜI, 1412—1418. g 

kompt nach datum dix briefa* (Januar 6.) ^ in Zürich geleistet werden »üll, freies Geleit ,jilit tag vor dem egenanten 
tig Q&d abt tag di^ nähsteD nach dem egenanten tag ungevarlich^^ — Sant Johans tag des ewangelisten in den 
TÜienDähten, 1412. 

4, — 141JS. «faniifir lü. — Bürgermeigter und Rat von Zürich stellen dem Hermann Eggler einen 
ödeitbrief aus ,nntz uff den nechsten unser lieben Frdwen tag ze der liechtmia«e, m nu »ch leres t kunt« imd den eelben 
tig allen imgetarlicb m ün», bi uns in unser statt ze wantlJen und wider von uns an «in gewarsami". — 18. tag 
GesDirs, 1412. 

Auf dem Tag in Zürich am 6. Januar scheint hienach keine Einigung erfolgt und deshalb ein neuer Tag etwa 
tafden 25. Januar angesetzt worden zu sein, vgl. auch unten 1414, Mäm 29. 

%ol3* - 1413, Januar 11, St Oalleiu — Abt Heinrich (IIL) verleiht ^dem bescbaiden 
knecbt Hainin Strikker ze Herisow, Adelhait Enderlin, siner elichen frowen. und ainen 
Überben* zu einem Erblehen des Gotteshauses Kelnhof 2u Herisan um einen jährlich aof St, Galten 
lug zu entnchteoden Zins von 30 y/ ^ C. M, und die üblichen Dienste, mit der Verpflichtung, alles 
in gntem Stand zu halten, ansonst das Gotteshaus das Lehen an sich ziehen und anderweitig vergeben 
kaoD. — Sant Gallen, man tag vor sant Hilarieu tag» 1412. 

ItiftMrrliif U, Gatlfi« Lekitirrliiv Bd 74, S. 241. — Etwa gleichzeitige Eintragimg. Ei aigelt der Äbt (— „habent wir 
äDier inaigeU daz wir vor gehebt hant^ oä'enJich gehenkt an diaen brief*). 

2514. — 1112. Januar 28* C'oni^tanz, — Abt Heinrich (lU.) von St. Gallen gibt der 
^inna ze BCirtorl, Ital Egiis sälig von Costentz" ehelicher Witvre, und ihrem ehelichen Sohn 
Hans Konrad Egli gemeinsam zu Lehen den , Martin Kappeller ze Nidren Wil, item Hans 
Kappell er und dry sin sün und ain tochter^, welche die Frau bis dahin vom Gottesbause SL Gallen 
zu Leben hatte, und zwar soll die Frau des Lehens geniessen, als ob sie ein Mann oder Knabe wäre. 
— Costentz» donsta*^ nach Agnetis, 1412. 

Hiftnarrjiif I^l»iitkii« Birkrurrbii R 1041, f. 40»''. - Etwa gleichzeitige Eintragung. 



»515, 

Graf Friedrich (VIL) von Toggenburg verkauft den Landleuten zu A^^ildhaus den 
dortigen Zehnten zu Gunsten der ewigen Mess und Pfrund ihrer Kirche. 

Wir grüff Fridrich von Toggenburg, grSff ze Brettengöw und zeThafäls, tund kund 
allerniünklichem und verjehent oflenlich mit disem briet\ das wir recht und redlich verköft band den 
gehenden ze dem Wildenhus, gelegen ze der nüwen kilchen in den Foren, — der da stosset ainhalb 
in das burgtob el, uf in die Falüreu und ab in die kalten Sjmien,. und andrenthalb in den bnchj in 
Köslerwis und Itössleregg^ uff die undren march uf in den hag — » der unser rechte fry, ledig aigen 
iat; und händ denselben zehenden uli" akkern, uÖ" wisen, in holtz, in feld und mit aller zügehiird aines 
tecbten, stäteu, ewigen, unwiderrufflichen kiffes für uns und alle Unser erben und nichkomen ze köffen 
pikenden erbereii den landlüten gemainlich ze dem Wi Idenhoa^ iren nächkomen und der kilchen» 
diselbund gelegen bj dem Wildenhus, umb hundert pfunt und drissig pfnnt pfenning, alles guter 
ond genanier Costentzer müns . , . . Und ist der kM beschehen, das der vorgenant zehend mit 
aller siner zögehörd nu hrnnenthin eweklich koI gän und gehören an ain ewigi mes.s und pfründ in der 
'örgenanten kilchen, und das ain lüpriester, wer der ist, der mit der vorgenanten landlüten und irer 
n&chkoman willen und gunst daselbund ze dem Wildenhus bushablich sitzet^ den obgenanten zehen- 



Hemricb ID, 1412^1418. 



den mit aller zögehörd iDnenien, haben und messen sol, äii alle geverde. Und alle die wil uod als lan^ 
9o dehain priester da nit hushablich ist, als vor stät, so sölleat die vorgenanten landlut und ir nlchr^ 
komen und der vorgenanten kilchen pfläger, wer je die sint und werdent, mit der vorgenanten landlat^^^ 
und ir näclikomen willen und gunst dieselben nütz^ ao denne järlich von dem vorgenanten zehend^^ 
vallent, innemen zu der kilchen haoden und dieselben nütz denne derselben kilchen anlegen und fC^::^ 
keren, also das die pfründ damit gebessert werd, alle die wil und als lang, bis das sy ainen lüpries^^^ 
gehaben niugent, in aller der wis und niSss, als vor stAt . . .'^ 

Ze Liechtenstaig in unser statt, an unser lieben Fröwen abent ze der liechtmiss, 1412, 

t) TtnkbU tt&d tVihiveli«fliro'rtu«K 



offen. 



Sammlaug (If.H Hiitoristtieu Vminn Si Gftllen* — PergameDt-Original; das stark beschädigte Sigel des Grafen h^agt 



$£516. 

Abt Albrecht {IL) und der Convent von St. Johann willigen darein, dass Anna 
Lochnauer, die einen Eigenmann von Tobel geheiratet hat, sich von ihrem 

Gotteshaus loskauft an Tobel. 

l¥il. 14U. Febritnr 12. 

Wir Albreclit, von Götz verbengn List abt, und gemainer convent des gotzbus ze Sant JohäDO 
im T h u r t a i I , sant B e n e d i c t e n ordens, in C o s t e n t z e r bystuni, verjebent oii'enlich und tönt kujil 
allermenglichem mit disera brief von deswegen, als sich die erber unsers gatzhus aigen frfiw Anaa 
L o € h n o w e r i n , wilent Hansen Lochnowers seligen eücbe tochter, wider uns und wider imsfir 
vorgenant gotzhus euch vermannet und zum elicheo man genomen hat den erbern knecht Hansen üaat, 
den ziniberniau von Tobel, des hus ze Tobel aigen man, iren ungenossnen an der herschafft, (kriimb 
die egenant Anna etwaz in unser ungnad komen und gevallen waz und wir etwaz mit ir darunib in 
stössen und in zftsprüchen gewesen syent und gehept haben, daz da die ersamen Ulrich Estrich, 
alt schulthaizz, Claus Y b e r g e r, burger, nnä H e n s 1 i Y b e r g e r , waibel ze W i 1 , so vil darin geredt 
und sich darnnder getan haut, den wir oueb daz ze baider sidt ussern banden geben haben. Die hant 
ouch uns darumb IVüntlich und gentzlich und gar mit enander gericht und nberainbricht, also dai 
uns die vorgenant Anna an barem, gezaltem giU geben und gewert hat fduf pfunt pfenning göter und 
genemer Costentzer müns; daz selb gelt in nnsem und unsers gotzhus nutz und fromen komen ist, 
als wir verjehent mit disem brief. Und mit demselben gelt und daromb hat sich ouch dieselbAnO* 
Lochnowerin mit irem lib und mit irem g5fc, ligendem und varendem, ains stäten, immerwerendetii 
ewigen koulfs von uns und nuserm vorgenanten gotzhus erkonüt recht und redlich an daz obgenap^jt 
hus gen Tobel» also daz sj nu hinnanhiu darzü und daran gehören sol als ander des hus zeTob^^ 
argen lüt , . . und darumb so lässent und sagent ouch wir sy und alle ire kind und ir erben ira lil^* 
und ires gütz, ligentz und varentz, für uns und filr unser nach komen und für daz obgenant unser got-3f'i 
hus fryg, ledig und los, ungevarlich und ouch gar und gentzlich . , .'^ Üff daz so bekennen ich ol 
genant Anna Lochnowerin und wir die nachgenanten Hans Loch no wer, ir elicher brfider, Uii 
L o c h n o w e r , ir vetter, und Hans Blödli von Swartzenbach, ir öhem , ouch besunder in disern ' 
brief» daz der obgenant konff und verkouff und alle obgenant ding von unser aller flehiger und ernst- 
licher bett wegen und mit unserm gunst und göten willen geschehen und volfört sint . . 

Wil in der statt, an fritag vor aant Valentinus tag, des hailigeu martrers, 1412. 

•) ?«rttehtfonD*U 



Hemrich III 1412—1418. 

luUBiarcliiT Tirpn. IH. Tobe], Srhnbl iXIl. Fair VIIL ffr. 21 - Pergament -Original. Ea eigeln Abt und ConveBt 
iron St Johann und für die Anna fjochnauer und ihre Angehörigen Klaus Ib^^-rger; die Sigel fehlen, doch hangen noch 
rgamentötreifen mit der Aufschrift ,tibt, convent, Yberger*, 



»517- 

Otmar Wildrich von St. Gallen verkauft der Stadt St. Gallen den Salzzoll una 

11 Pfund Pfennig, 

Nt. C;iillen. 141». Febrnmr ID. 

Ich Othmar Wildrich von SaiitOallen tun kiint . . ., diiz ich . . . den saltzzolle ze Sant 
Q allen in der statt niit allen rehieii, iiutzzen utid zögehörden» alz der von minen vordem an mich 
komen und braht ist und ich den untzher innegehebt und genossen han^ . . . der min reht» ledig aigen 
WM, ... 26 kftffen geben han den ersamen wisen dem burgeimaister, dem rat und den bürgern ge- 
mainlich der obgenanten Btait, allen Iren erben und nacLkomen umb ainlöff phunt phenntng guter und 
genäüier C Osten tzer müuse * . . Denselben vorgenanten saltzzolle . . . han ich den obgenanten dem 
burgermaister, dem rat und den burgern gemainlich der statt ze Sant Gallen zö ir und ir nacb- 
komen banden rebt und redlich an dez richs Strasse uf geben und gevertgot ... Und zu der obge- 
nanten summe geltz hant si mir abgelassen, waz ich in uW disen hüttigeu tag schuldig waz, es wärint 
stüran oder ander ding . , /' 

Sant Gallen, fritag nach sant Vallentis tag, 1412. 

«) f«nlclkt> <B(I Wlhni£b&furormt>I ; ncb«ii %\<U ■«tit Wlldriob dvr F^UUl aucb «einflli Rohn pCJ «üt i«n W i 1 4 r 1 c h - <• rvhUut w*id*. 

ttiltarelÜTStCtlleii, Tr.nU, %tAK — Pergament* Original; die Sigel von Otmar und Georg Wildrich hangea 
IB Holzkapseln, beide sind zerbrochen. 

S518. — 141*2. Milrz 24, — Eberhart von Sax, Freiherr zu Forstegg, vertauscht an Abt 
Albrecht von St.Johann und dessen Capitel seine Eigenleute ^Cönratten Bochsler und sini kind, 
Dietzin, Claiisen, Eisbetten und Adelhaitten und dero kind" gegen den Hof ,ze Obreu- 
wald gelegen, gnant Münchawiß*. — 1412, donstag vor dem palmssunnentag; 
Müttrebiv ät. fialleo, ([. i) J. C. II - Pergament- Original mit ofen bangendem Sigeh 

2519. 

Papst Johannes (XXllI.) beauftragt den Bischof von Augsburg^ den Cantor der 
Kirche Felix und Regula in Zürich und den Official in Basel, das Kloster St. Gallen 
und dessen Güter, Besitzungen und Rechte gegen alle, die es belästigen oder 

schädigen, in Schutz zu nehmen. 

Rom. 141id. närw. 28. 

1 o h a n n e s , episcopus, servus servoruni Dei, venerabili fratri episcopo A u g u s t e n s i et dilectis 

ÄIÜä cantori ecclesie sanctoruni F e 1 i c i s et Regule, prepositure Thnricensis, Constancieusis 

A'ocesis, ac officiali Basiliensi aaluteni et apostolicam benedictionem . . . Sane dilectorura filiorum 

aibatis et conventus monasterii sancti Galli de San ctogallo . . . conquestione percepimus, quod 

üotmulli archiepiscüpi, episcopi aliique ecclesiaruni prelati, clerici ac ecclesiastice peraone, tam religiöse 

^aam etiam seculares, neenon duces, marchiones, comites, barones, nobilea, milites et laici, communia 



g Heinrich III. U12~-U18. 

civitatum, universitatum, opidorum, castronim, villarum et aliorum locorum et alie singulares persone 
ciyitatum, diocesium et aliarum parcium diversarum occuparunt et occupari fecenint castra, villas et 
alia loca, terras, domos, possessiones, iura, iurisdicciones necnon fructus, census, redditus et proventus 
dicti monasterii et nonnulla alia bona mobilia et immobilia, spiritualia et temporalia ad abbatem et 
conventum ac monasterium predicta spectantia et ea detinent indebite occupata seu ea detinentibus 
prestant auxilium, consilium vel favorem. Nonnulli eciam civitatum et diocesium et parcium predic- 
tarum, qui nomen Domini in yacuum recipere non formidant, eisdem abbati et conventui super pre- 
dictis castris, villis et locis aliis, terris, domibus, possessionibus, iuribus et iurisdiccionibus, fructibuSf 
censibus, redditibus et proventibus eorundem et quibuscunque aliis bonis mobilibus et immobilibus, 
spiritualibus et temporalibus et aliis rebus ad eosdem abbatem et conventum ac monasterium spec- 
tantibus multiplices molestias et iniurias inferunt et iacturas. Quare dicti abbas et conventus nobis 
humiliter supplicarunt, ut, cum eisdem valde reddatur difficile pro singulis querelis ad apostolicam 
sedem habere recursum, providere ipsis super hoc patema diligentia curaremus. Nos igitur adversus 
occupatores, detentores, presumptores, molestatores et iniuriatores huiusmodi illo volentes eisdem abbati 
et conventui remedio subvenire, per quod ipsorum compescatur temeritas et aliis aditus committendi 
similia precludatur, discrecioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus vos vel duo aut unus 
vestrum per vos vel alium seu alios, etiamsi sint extra loca, in quibus deputati estis conservatores 
et iudices, prefatis abbati et conventui efficacis defensionis presidio assistentes non permittatis eosdem 
super hiis et quibuslibet aliis bonis et iuribus ad abbatem et conventum ac monasterium predictos 
spectantibus ab eisdem vel quibusvis aliis indebite molestari vel eis gravamina vel damna seu iniurias 
irrogari, facturi dictis abbati et conventui, cum ab eis vel procuratoribus suis aut eorum aliquo fueritis 
requisiti, de predictis et aliis personis quibuslibet super restitucione huiusmodi castrorum, villarum, 
terrarum et aliorum locorum, iurisdiccionum et iurium et bonorum mobilium et immobilium, reddituum 
quoque ac proventuum et aliorum quorumcunque bonorum necnon de quibuslibet molestiis, iniuriis 
atque damnis presentibus et futuris, in illis videlicet, que iudicialem requirunt indaginem, summarie, 
de piano, sine strepitu et figura iudicii, in aliis vero, prout qualitas eorum exegerit, iusticie comple- 
mentum, occupatores seu detentores, presumptores, molestatores et iniuriatores huiusmodi necnon 
contradictores quoslibet et rebelles, cuiuscunque dignitatis, status, ordinis vel condicionis extiterint, 
quandocunque et quocienscunque expedierit, auctoritate nostra per censuram ecclesiasticam, appellacione 
postposita, compescendo, invocato ad hoc, si opus fuerit, auxilio brachii secularis, non obstantibus . . . 
Ceterum volumus et apostolica auctoritate decemimus, quod quilibet vestrum prosequi valeat articulum 
etiam per al[ium inchoa]tum, quamvis idem inchoans nullo fuerit impedimento canonico prepeditus, 
quodque a dato presencium sit vobis et unicuique vestrum in premissis omnibus et eorum singulis, 
ceptis et non ceptis, presentibus et futuris, perpetuata potestas et iurisdiccio attributa, ut eo vigore 
eaque firmitate possitis in premissis omnibus, ceptis et non ceptis, presentibus et futuris, et pro pre- 
dictis procedere, ac si predicta omnia et singula coram vobis cepta fuissent et iurisdiccio vestra et 
cuiuslibet vestrum in predictis omnibus et singulis per citacionem vel modum alium perpetuata legitime 
extitisset, constitucione predicta super conservatoribus et alia qualibet in contrarium edita non obstante 
presentibus post quinquennium minime valituris. Datum Rome, apud Sanctum Petrum, V. ka- 
lendas Aprilis, pontificatus nostri anno secundo. 

StifUarelliv Stdalleo B. 1 C. 6. - Pergament-Original mit Bleisigel an Hanfschnur. — Kanzleiunterfertigung 
auf dem Buge: Pro A. de Griff onibus Jo. Ibsung; Registraturvermerk a tergo: K mit unten eingeschrie- 
heneni S. - Unter dem Bug links unten Ap. ... G. 8 toter. M. de (i uadagnii. 



Hemric)! Uh 1412 -Ul8, 



ser mitgülten ald iro erben ald nachkomen, sament ald besunder, in dehaiii wis ald weg ze schaden 
oment, wie ald weihen weg der sehad denn je darrilrret, daz wir und alle unser nachkonien si alle 
icr , . . darvou allweg ledigen und lösen und darunib gantzlich entschädigen sülleut , . . Und haben 
len allen vieren und iro jeglichem besunder und allen ireii erben und uachkomen und allen iren helliern, 
er die sind, darumb erlobt und erlöbent inen jetz mit disem brief, uns alle gemainlich und jeglich 
der und alle unser nachkonien und das obgenant unser gotzhus darunib anzegriifent, ze liefftent, 

nStent und ze pfendent an allen Ünseni und iiusers gotzhuß giilten, nützen, Zinsen, lüten und gfttern, 
dit; wir jetz band ald gewinnent, risgenomen und vorgelassen ünsers gotzhuß portenzeheud, unser clost-er- 
lehen und ünsers gotzhuß statt ze Wil und dero lib und gut . . .^ untz daz si darmit allweg von der 
leraatzung und sach wegen gantzlich geled^ei, gelöst und entschadget werdent, an geverd. Und daraü 
SD sond öch si und ir erben nud naclikonien darumb allen gewalt^ urlob und recht zft uns und ünsem 
naclikomen und zö ünserm gotzhus haben, den der obgenant herr Stephan von ßnndelfingen 
und ain erben und helffer nJich sines hfiptbriefs sag urab den abgedachten sinen Jerlichen zins zÜ lins 

Wil, mentag n&ch ünsers herren fronlichama tag, 1412. 

Lim- lUid Stäfitflircliiv KLult^art, [iKliHbiirger €«{»ialb(irh, ^r. Si — He^eRt in der AuHgabe de^ Copialbucbea von Herrn, 
Wirtinanii (Mitteilungen z, vaterl. (Jeach. XXV} Nr. 25. — Ea sigeln Abt und Conrent, 

8S%4# — 1412. Juni 21. BischofzelK — Kudolf von Rosenberg von Zuckenriet stiftet 
^aiaen mutt götz und wolberaitz kernen Bisclioffceller messes järlichz und ewigs geltz**, je an 
Martini dem Keller der Chorherren zu entrichten, ans seinem Hof Moshan bei Znckenriet, imTur- 
gau gelegen, an das Gotteshaus St, Pelagien (Pelaygen) zu Bischof zell zu einer Jahrzeit für 
seinen Vater Rudolf von Rosenberg selig. Dieselbe soll begangen werden ,an dem abem(l) mit 
*iner ?igily und mit ainer selvesper und marnet mit ainer selmess ze fronaltar ze vordrost" , — B i - 
schoffceU, zinstag vor sant Johans tag des Toffers, 1412. 

Tir^ivckrs fiantda^irelii v, IHL Br^f btttr^lt il 1. 1 Hf r. l ^. — Fe r g ». m e n t - r i |^ i n a. l mit oSen bangendem (bescbadigteiu) 
%d - Vgl. ürkdbeii. Bd. IV, Nr. 2415. 

2535. 

Waldburga von Ulm sichert dem Kloster St Gallen das V/iederlösungsrecht auf 

dessen verpfändete Güter in Stammheim. 

1412. Anffii»«t 4. 

leb Waltpurg von Ulme, wilent Albrecb t Kl&rerH seligen elicbil frow, bnrgerin zeCostent«, yergich 
lieh und tun kond . . ., das icb von dem bochwirdigen fürsten, minem gnedigen lierren itbbt Hainriciien und 
cappittel geDaainlieb dez gotr-bufl zeSantgallen ainen willbriwf hfin üb^r die fünfzig guldin järÜcbB geltes, die 
WJli€rkotft hin von Hansen von Honburg dem eitern iilf ainen widerkonfF uaa den guten ze Stambain» die sin 
find von dem i*genanten gotzhus ze Santgallen, der von wort ze wort atät und geschriben iat also: 

Wir Hainricli, von Gottes gnaden abt des gotzhuses ze Santgallen, und wir das cappittel . . , 

'H-bnnen , . ., das der from, vest Hans von Honburg der elter beschaidenlicli an uns bracht, für- 

g^geben und erzelt hat, wie er durch sunder sinen nutz verkofft nnd der ersamen Walt pur gen von 

illme und iren erben nnd dem, der iren hoptbrieve innehab, ze ainem ewigen koff nnd doch uff ainen 

riderkouff ze kotient gegeben habe fünfzig gut Rinisch giildin, gilt an gold und volteschwiir an gewicht 

Costeniz an dem Wechsel, rechtz zinses und järlichs geltes, umb achthundert göter Rinischer 

2 




10 Heinrich III. 1412-1418. 

guldin . . ., usser und ab der kirchen, dem kirchensatzz und der widern zeStamhain, dem obem und 
dem nidern kelnhof, daselbs gelegen, mit aller zfigehörde, die sin und siner vordem pband Ton uns 
und ünserm gotzhus sigen. Und wurdent daruff diem&teklicb von im gebetten, denselben kouff ze 
yergünsten und ünsem willen und gunst darzA ze geben. Darinne haben wir . . . denselben koff ?er- 
gtinst . . . und vergUnstent den in kra£Ft und macht diss briefs nach lut und sag des hoptbriefs, der 
darüber versigelt offenlichen gegeben ist . . . Und des ze urkQnd henken wir unser und des cappittels 
insigel offenlichen an disen brief, doch uns ... an der losung unvergriffenlich . . . Geben an sant 
Oschwaltz abent, 1412. 

Denselben vorgenanten brieve lob ich für mich nnd min erben ze halten nnd den obgenanten minen gnädigen 
herren den abt und das cappittel ... an der losung desselben phantschaflflz nimmer ze sömen, ze hinderen . . ., doch 
das ich von derselben ir losung mines hoptgutes achthundert guldin Hinischer und, ob d^hain ergangen zins oder sehad 
daby unvergolten usstfind, och bezalt werde ... In dem vorgeschriben järe, an sant Oschwaltz abent. 

StiftearchlT St. dallen, L I. L S. Fuc. S. Ir. 14. — Pergament-Original; für Waldburg von Ulm sigelt ihr Vetter 
und Vogt K n r a d von Hof von Constanz; das Sigel hängt eingenäht. 

2526. — 1413. Angnst 5. — Rödolf der Spiser von Spisegge verkauft seinem Tochter- 
mann Hug Schul maister, Bürger von St. Gallen, dritthalb Malter beiderlei Korns, halb Vesen, 
halb Haber, St. 6 all er Mass, jährlich auf Martini zu entrichtenden Zins aus dem Zehnten des Kelu- 
liofes zu Berg, der sein Lehen vom Gotteshaus St. Gallen ist, um 18 ^, 15^^ Constanzer ^; dabei 
wird dem Hug Schülmaister und seinen Erben auf alle Rechte des genannten Zehnten das Vorkaufs- 
recht zugestanden h ß ^ billiger als andern Käufern. — Sant Oswaltz tag in dem ögsten, 1412. 

SUfUarcIliT St.(}aIIen> K. K. 2. B. 1. — Pergament-Original mit offen hangendem Sigel. 

2527. — 1412. August 27. Schwarzenbach. — Die BrQder Peter und Wolfram, Freiherren 
von Hewen, verkaufen dem ehrbaren Knecht HansAltstetter, dem „wätman*, sesshafb zu Wil, 
um 24 ff ^ C. M. einen jährlichen Zins von '60 ß ^ C. M. aus dem Hof zu Nidren Brunberg, den 
jetzt Burkart Säger für den Hans Altstetter bebaut, nachdem dieser kurzlich den Hof von dem 
Gotteshaus St. Gallen erkauft hat. Es sollen also Burkart Säger und seine Nachkomen künftighin dem 
Hans Altstetter und seinen Erben den Zins ausrichten, wie sie bis daliin verpflichtet waren, ihn den 
Herren von Hewen zu geben, die alle ihre Rechte an den Zins ,von vogtrechtz wegen und von gcwalt- 
sami* dem Käufer abgetreten haben. — Swartzenbach ulf unser vestin, an sant Pelagen abent, 1412. 

StifUtrchiT St (lallen, W. W. W. 1. Faic. 1. Ir. 4. — Pergament- Original ; die beschädigten Sigel der Freiherren hangen 
offen. 

2528.— 1413. August 39. StOalleii. — Hans Entziswiller, Reichsvogt zuSt.Galleu, 

hält an des Reichs Strasse ü£fentlich Gericht über Hain rieh Zimmer man von LUc hingen aus 

dem Rheintal (Rintail), der von Wilhelm Liehtistaiger, genannt Wilhelm Köli, Bürger zu 

St. Gallen, wegen Raubes angeklagt ist. Trotz seiner Verteidigung, ^er wäri in mines herren von 

Österricb krieg frid und unfrid gewesen und wäri alweg under derselben herschaft paner oder under 

dero von Veltkylcb usgezogen, won zö ainem male, do wäri iro hundert und zwelf man, und ge- 

truwoti Got und dem rehten, daz er damit den tod nüt verschult hetti", wird der Augeklagte dem 

llachricbter übergeben, dass dieser „zwai stuk usser sinem libe machen sölt, also das sin h&pt daz 

kürizer tail sin solt*. — Sant Gallen, mäntag nach sant Bartholomes tag, 1412. 

Stilllltkiltt.Wlll» Tr. UXV, Ir. I. — Pergament-Original; das Sigel ist abgefallen. 




Ilt H12-1418. 



25Z9. — 1412, August 30. Wil, — Die Freiherren Woltriini und Peter von HewtMi h&hen 

mit EiiiwilligLiog Herrn Heinrichs, erwülilten Abtes von St* Gallen, den ,hof ze Morsh ft b mit 

siuer zögehörd, der mit andren lilt nnd götern linser pfand ist und gehört in das grozz pfand, daz wir 

TOB dem egenanten gotzhus ze S a n t g a 1 1 e n haben" , an C ü u i M o r s h u b 1 i , jetzt sesshaft zu F r v a- 

herten, um 98 U ,^ C. M. verkauft laut eines vom Abt und ihnen besigelten Briefes nnd geben jetzt 

dem Abt die Zusicherung, dass bei ßücklösung des genannten Pfandes durch das Gotteshaus au der 

Lösungssunmie die 98 ff ^ C. M, in Abzug gebracht werden sollen* Dazu hat auch der Käufer auf 

ihr Verlangen dem Abt das Recht des lUickkaufes für den Hof zu Morshub eingeräumt, jedoch mit 

dem Vorbehalt, dass der Jahresuutzeu noch ihm oder seinen Erben zustehen solle, wenn der Kückkauf 

erst nach St. Johanns des Täufers Tag erfolge. — Wil, zinstag vor sant Verenen tag, 1412. 

i^tiftsarrbiT St* fiallf Dl l. L 1 ft. 3. — rergament- Original; die Sigel der beiden Freiherren, atiter welche auch 
der Käufer ticb bindet, bangen eingenäht. 

2530. 

Verhandlungen mit den Appenzellem auf einem eidgenössischen Tage. 
1-11:$, 2wi»clieti di'ni 1. itiid H. 8epteiiiber(f>. 

Als die von Appenzell geniaut sint uml* sach, den apt von Sant Gallen, sin gotzhns, ouch 
aijrland und lantlüt antreffend, anzegrytfen, band der von Appenzell erbern hotten, nämlich Ulrich 
Ammen von Huntwil, Hernian Wetter, Uli VischpbÄcher, Cünrat Breuder, Johans 
Wetter, Walther Koppeuhan, von gemeines ir landz wegen und von ir enpfelchens geantwiirt 
uff dem tag Zug, der jetz uH' saut Verenen tag gel eist ist, also: waz die geswonien briet", die si ge- 
sworn hand und die eidgnossen inuehand, wisent nnd sagent, dem wellen si genüg tön und dabi beliben, 
und bittend, daz man sich der antwürt lass benagen. Oetrüweut ouch, si habend genüg geantwürt. 

Item die von Appozell haut allesamend, jung und alt, waz ob sechszehen jaren alt ist, ge- 
swoni, den eidgnossen allen in stetten und lendern oder den merteil under inen gehorsam ze sin de. 

Item so söUent ai ouch kein krieg äu der eidgnossen willen använ. 

SUatiftrehlf Lmeni, Ibsrhiedband A. 1 — Regest: Eidg. Abech. 1 S. 133, Nr, 295 e. — Das Stfick ist undatiert, von 
Cy»t mit 1411, 1. September überschrieben, in den Eidg. Äbsch. aber 14i2 zwischen 1. und 8. September eingereiht, 
▼eleiier Datiemng wir hier gefolgt sind. 

2531. — 1413. Septeiiilicr 19, Appenzell. — Auf einem Rechtstag, dem als eidgenössische 
Boten Junker Petter Öri und Meister Hans von Rüti, der Gerber, für Zürich^ WernherSepp 
imd W e r I i von S t e i n a für S c h w i z , Hans E g g e 1 1 und Hans Vogel für G 1 a r ü s beiwohnen, wird 
von dem Landesweibel Hainrich Bophart mit Jäkli Väsler ak Fürsprech Klage erhoben gegen 
Jollana Oeswend den alten von Appenzell, der von denen von Appenzell ins Gefängnis geworfen 
worden lat, weil er ,etwaz red und Urkunden geworben und getan . ., daz wider gemain Aidgnosen 
m\ wider gemainer lantlüten ze Appenzell an iren lautzgeweren, frighaiten und guten gewonhaiten 
gsmtdich gewesen ist*^ Der Angeklagte fordert durch seinen Fürsprech tili u Amman im Sunder, 
sich über die Autwort beraten zu dürfen, bittet darauf die eidgenössischen Boten, sowie Ulrich Für er, 
Bürgermeister von St. Gallen, und Hainrich S wander, die auf Ansuchen seiner Sohne von einem 
Rat lu St, Gallen zu dem üerichte abgeordnet sind, mit andern Freunden nnd Gesellen in seinen Rat 
ttnd ersucht sie, in Ansehung seines Alters für ihn Fürbitte zu tun, dass er am Leben bleibe; denn 
die Schuld könne er nicht leugnen. Auf die Fürsprache der Angerufeneu begnadigen der Richter Ulrich 




] 2 Heinrich lU. U12-U18. 

Entz und gemeiner Rat, die Rechtsprecher und gemeine Landleute zu Appenzell den Angeklagtecm 
unter folgenden Bedingungen: Er muss schwören, (1) den Landleuten Ton Appenzell allen Schaden^ 
den sie «von der red und get&t willen" erlitten haben, zu ersetzen und dazu 600 'S Constanzer ^ «am. 
ir gemaines landes brach und stUren*' zu bezahlen; (2) unverzüglich noch am gleichen Tag das Land. 
Appenzell zu verlassen, im Gebiet der Eidgenossen von Zürich, Luzern, Schwiz etc. seinen Wohn- 
sitz zu nehmen und nur mit Erlaubnis des Ammanns und gemeiner Landleute oder der Mehrheit unter 
ihnen zurückzukehren; (3) ^diss obgeschriben Sachen" in keiner Weise, weder selbst noch durch andre 
zu „äfren"; (4) verletzt er die obigen Bestimmungen, indem er „usser der obgenamten Aidgnoschafi; 
stetten oder usser ir landmarchen fürbaz wandel hett in ander frömd stett oder lender oder in Appen- 
zell kam oder die sachen fürbaz äfreti", selbst oder durch andre, und wird eine solche Übertretung 
bekannt, so soll er „erlös, maintätig, verschult, unschädlich Got und allem land haisen und sin", sein 
Leben verwirkt haben und keines Schutzes gemessen. Die Brüder Hainrich und Hans die Ge- 
sw enden, des Angeklagten Söhne, schwören ebenfalls, „dis obgeschriben Sachen niemer me anden, 
äfren in dehain wis und dawider nüt zu sin und dawider niemer ze tun, in al der wis und mäs, alz 
och unser obgenamter vatter in disem brief gelopt und geswom hat in disem stuk von der urfachi 
wegen mit allen punkten, artikeln und begriffungen, so dir brief wis(!)". Der Richter Ulrich Entz 
bestätigt die Richtigkeit der vorangehenden Erklärungen und fügt bei, dass laut Urteil des Gerichtes, 
„wer der war, die dis sachen, er war fründ oder ander, äfreti mit raten oder mit getäten gen jeman, 
alz och sich der obgenamt Geswend in disem Brief verbunden hat, daz der och in denselben schulden 
und banden sin sol, wo man in begrifft, alz och dieselben Geswenden.' 

Ze Appenzell zem hoff im land, an dem nächsten gutem tag vor sant Matheus tag des haiigen 
zwölflfbotten, 1412. 

LudestfChif AfpenMll I. R., A. H, Ir. 9. — Pergament-Original. Es sigeln Ulrich Entz »von des gerichtes wegen*, 
Ulrich Fürer für Hans Geswend und CünliGädemler, Landmann zu Appenzell, für dessen Söhne; von den drei Sigeln 
ist das erste ganz zerbröckelt, die andern zwei hangen in Hanf gewickelt. 

Ä532* — 1413. September 24. St. Gallen. — VorHansGolder, Weibel des Stadtammann- 
amts zu St. Gallen, der für den Stadtammann an der Reichsstrasse zu Gericht sitzt, verkauft Anna 
Schedlerin, gebome Hofakrerin von Degersheim, in Gegenwart ihres Ehegatten Meister Hans 
Schedler, weiland Schulmeister, Bürger zu St. Gallen, mit ihrem Fürsprech Hans von Gos so w dem 
Schreiber, Bürger zu St. Gallen, ihrem Vogt Hans dem Entziswiller, des Weibels ^lieben vatter*, 
Vogt zu St. Gallen, und ihrem „wiser" Lienhart demPayer, Bürger zu St. Gallen, ihr freies Eigengut, 
genannt Tannen, zu Degersheim gelegen, — stosst an »des gotzhuses ze Maggenow hof genant 
Wintzenberg, an Wolffhartzberg und an Tegerschon**, — der Äbtissin „fro Margarethen, 
genant von Krinnberg", und dem Convent von Maggenau um 15 ff Constanzer ^. Die Fertigung 
erfolgt durch Aufgabe des Gutes zu Händen „Hainrichs Ffriyen von Rikenbach, ze den ziten 
und in diser sache kneht und flfürwesen" der Äbtissin. — Santgallen, samstag vor Sant Michels 
tag des haiigen ertzengels, 1412. 

KloitArarchiT laggenai, Lit. ((. 4., Ir. 5. — Pergament- Original. Es sigeln Hans Golder von Gerichts wegen, sein 
Vater (d. h. Hans Enziswiler) von der Vogtei wegen und Hans Schedler; die ersten beiden Sigel sind abgefallen, das 
dritte hängt eingenäht. 



Heinrich III. 1412-1418. \ 3 

2533. 

Burkart Schenk von Kasteln verkauft seinen Anteil an Feste und Burgsäss 

Sulzberg denn Lienhart Paier von St. Gallen. 

14^2. September ItH. 

Allen . . . künd ich Burkart Schenk von Kasteln . . ., das ich . . . den taile und ällii mine 
reht und rehtung der vesty Sultzberg und des burgsässes, so wilunt Josen Mayers sälgen von 
Altstetten gewesen ist, den ich mit dem rehten umb min schulde erklegt und zA minen banden 
bräht und gezogen hän, und was zu demselben taile und darin gehöret, als hienach geschriben st&t . . ., 
das ist die vorgeschriben vesty und burgsäss halbes, ain vierdentail des tumes, so an der vesty stät, 
ain drittail des waldes, der zu der vesty gehöret, ain müli und mülistatt und darzA akker, wisen, holtz, 
veld, wunn und waiden . . ., was sich mit marchen und rehter kure bewiset . . ., daz alles lehen ist von 
dem erwirdigen unser Fröwen gotzhus zeCostenz, und darzü mit namen die zwainzig pfunt pfenning 
rehter schuld, die mir Eglolff von Röschach der eist, Rüdolff sin brÄder, der jünger, und 
Burkart Nostler von Rinegge schuldig sint und gelten sont, . . . verkö£fet h&n . . . dem erberen 
Lienharten Payer, burger ze Sant Gallen und sinen erben, ob er enwär, umb ahtzig pfunt pfenning 
der vorgeschribnen müns . . .'^ — Sant Michels abent, 1412. 

•) PtrUfiutg*«, Taniehi* nad WIhrMluflsronn«!. 

StadUrcUf Stdallen, Tr. I. Piket 77, Ir. 1. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1 mit offen hangendem, etwas beschädigtem Sigel. 

»534. 

Appenzell an Schwiz: Beschwerden gegen die von End, die Stadt Feldkirch und 

Kaspar von Klingenberg. 
UVt. September ft9. 

Unsem untertänigen, willigen dienst voran. Lieben herren, wir tund üwer wißheit ze wüssen, 
daß die von £nd Grimmenstein wider buwend, die wir und ander unser helffer brachend in unsern 
kriegen. Dieselb vesti vor ziten unserm land schädlich was, und ersorgend noch, soll dieselb vesti 
wider ufFkommen, daß es uns und unserm land übel werd kommen, wann si ist an unserm land ein- 
halb nach gelegen. Und habend uff diß nächsten sant Michels abend in der nacht unser landtmann einen, 
dem wir wol getruwent, dargesendt, daß er da vernämme, wie es umb die vesti stund. Der ist nun 
derselben nacht in der vesti im gemUr gewesen; der hat uns geseit, daß ein teil tramen ingeleit sigind 
in das gemüre und ein haspel uffgericht in dem gemüre; so ligend vor der mur ob 40 tramen, die 
man hininn ziechen will; wol sind noch enkeine thor angehengt. Lieben herren, do bittend wir üch, 
daß ir uns in der sach ratind, wie wir uns halten sollend gen der vesti; wann weit es nit wider üwren 
rat sin und [ir] das raten, wir weltind das weren bi ziten, daß die vesti nit wider gebuwen wurd. — 
Und von des nams wegen, so die von Veldkilch und ire helffer an den unsem getan hattend, das wir 
Tor für üch und ander unser herren gemein Eydgnossen hotten bracht hattend, dieselben sach si 
an den landtvogt brachtend: do saitend uns unser hotten, wie der landtvogt antwurti üwren hotten, 
er welti schaffen, daß den unsem lib und gut bekert werde, on schaden. Nun m&ssend die unsem ver- 
trösten, ee man si usser gefangenschafft weit lassen, den kosten, der über si ergangen was, da ußze- 
richten jetz uff sant Gallen tag 10 ^ Costentzer. Das band si uns noch nit bekert, [noch?] die 
unsem ledig gelassen umb den kosten. — Und von der wacht wegen, als uns Caspar von Clingen- 
berg übertribet: dieselben Sachen jetz wir für üwer erbre bottschaft, die ir uns gesendt hattend, 



14 Heinrich III. 1412— 1418. 

Wernherr Sappen und Werli von Steinen, bracht und ze verston geben hattend von des nams 
wegen und von der wacht und si gebetten, üch die Sachen ze erinnern, daß ir harinne üwer besis 
tätind, als wir üch sunderlich wol getruwend. Desselben glich wir unsem herren von Zürich und 
von Olarus ouch geschriben band. Lieben herren, do bittend wir üch ernstlich, daß ir uns da ratind 
und helf&nd, wie wir uns in disen Sachen, von der vesti, von des nams und von der wacht wegen, 
halten söUind, daß wir üwer wißheit wol getruwind, wann es uns alles schwer anligend ist. Und land 
uns darumb üwer fründlich verschribne antwurt wüssen bi disem hotten. Geben an sant Michels tag, 
anno 1412. 

Ammann und gemein landtlüt ze Appenzell. 
Den irommen, wisen, fürsichtigen ammann und rat ze Schwitz, unsem lieben herren. 

Tschldi, ChrtBicon I, S. 666. — Abdruck: Zellweger, Urkunden I. 2 S. 243, Nr. 216. Vgl. auch den bei Tschudi, S. 667 
folgenden Abschnitt: «Was denen von Appenzell uff ir schriben für bescheid wurd*. 

2535. — 1413. October 4. — Konrad von Answil der Weber, Bürger zu St. Gallen, 
verkauft „minen taile und ällü mine reht und rehtung des gelegnen gutes zeAinswile, das ich von 
R&dolffen von Ainswile, minem vatter sälgen, geerbet h&n, und 5ch den taile desselben gutes, 
den ich vor ziten von R&din Knehtlin, minem vettern, und Englen, siner swöster, erköffet hin, 
und waz ich daselbs ze Ainswile gehebt hän, untz an das zehendli. das mir von des Nöchlersgüt 
gät, . . . Johansen dem Hören, dem alten^, Bürger zu St. Gallen, um 17 8^ ^ C. M. — Zinsiag 
nach sant Michels tag, 1412. 

StiftsarcIliT St dallen« J. J. 2. B. 5. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

2536. 

Rudolf von Landenberg und Dietrich von Blumenegg anerkennen den Schied- 
spruch, der in ihrem Streit mit der Stadt St. Gallen gefallt worden ist. 

Ht. GaUen. UVd. October 7. 

Wir n&chgenamten Hans Rüdolff von Landenberg von Griff ensev^r, genamt von Sunnen- 
berg, und Dietrich von Bl&menegg tän kund . . . Als die ersamen, wisen der burgermaister, 
die rät, die zunftmaister und die burger gemainlich der statte zeSantgallen und öch vvrir baid krieg, 
stöss, misshellung und züsprüch mit ainander und zu ainander getriben und gehebt haben untzher uff 
disen hüttigen tag . . ., es siye von brand, von tödschlegen^ von nomen, von vähen, von Schätzung, von 
schaden . . . oder von dehainerlay andrer zfisprüchen ald Sachen v^regen, . . . enzv^rüschen dieselben vor- 
gedähten krieg, stöss, misshellung und züsprüch die ersamen, wisen, mit namen JosHuntbiss, wilunt 
burgermaister ze Rafensburg, Ulrich Widmer, burger ze Überlingen, und Rfidolff Seh laich, 
burger ze Lindow, von iro jetzgenamter stetten raten haissens und befelhens wregen gar früntlich 
geredt und die zwüschen uns baiden tailen vertägdinget (!) und uns mit ainander geainbert und luter 
berihtet hand, als das die erberen vesten Ulrich und Cänrat die Payrer, gebröder, vögt ze Arbon, 
unser guten fründ, an unser statt . . . verhaissen und mit iren trüwen in aides wis ufgenomen hand, 
also und mit sölicher beschaidenhait und bedingde, als hienäch geschriben stät . . .: Won zwüschen 
uns vorgenamten baiden tailen so vil schaden uferstanden und beschehen sind, die niht erwidert mugent 
werden, darumb sond die schaden alle uff baid sit und ze baiden tailen luter und gantz hin und ab 
sin, und sollen och wir und alle unser fründ, helffer und diener und alle, die z& diser sach gehafft und 
verd&ht sind, dero obgenamten des burgermaisters, der raten, zunftmaister und der burger . . . der statte 



Heiniieii IIL 1412^1418. 

ie SaDigallen luttr, gftt und gflulz friind siu , . . und sollen och die obgenamten krieg» stöss, niiss- 
bellung, Zuspruch und saclien nienier nie getinden noch geiiferen . , . und sollen disi vorgenaniten rih- 
ewenkiiclien war, stilt und iinwandelber halten , . ,, als wir das baid und jetwedre beaunder 
ÖDsern trüwen an aines rehten geschwornen aids statt gelobt und verhaissen liabent für uns, ftir 
alle unser frClnd, diener, heltfer und die iinsern, die zft den obgeseiten sachen gi4iafl't oder verdaht 
üictl . . . — Santgallen, ffritag nach sant Ffiden tag der hailigeu niagde und niartrerinen, 1412. 

Stlitirthif St Clllnil, Tr, IHf Ar, 22. — Pergament-Original Ausser Hiins Rudolf von Liuidenberg und Dietrich 
Ton Biaiuenegg sigeln die Brüder Uirich und Konriyl Paier; alle vier Sigel hangen, 

2537. — 1413. October 15. Feldklreh* — llüdolf Mayger von AltsLetten verleiht .her 
Pettrn Karleu, priester, und Eberharten Karlen*, dessen Bruder, Bürgern zu Feldkiich, 
und ihren Erben den Zehnten zu Blatten, den die Mutter heider, ,Lucya ROtlin* selig» bis dabin 
von ihm zu Lehen gehabt hat. — Veitkirch, sant Gallen abend, 1412. 

UldesircblT ilppf Mdl I. R.t A* XlVi Nr. 4. — Pergament- Original mit offm hangendem Sigeb 

3538. — 1413, Oetober 3L A^rrütn. — König Sigmund weist die Stadt St. Gallen an, 
ihre auf Martini fallige Reicbssteuer an Hans von Fr i diu gen zu entrichten. — Agrani, an aller 
beihgen abend, 1412, unserer riche des Ungrischen etc. in dem 20. und des Römischen in dem 3, jaren. 

Stidtirrliiv St. MIeff, Tr. II, Ir Sl — Regest: Altmann, die Urkunden Kaiaer Sigmund», Nr. 375. — Pergaiu#?nt- 
|Urij^Mn;*i mit dem königlichen Si^el fHeffner Nr. 130, Tafel XIV» Nr. 105) an Pergamentband. 

Vgl. d;izu: 14I3S« Jlfii ^S£* König Sigmund weist meinem Diener Ha üb von Fridingen für Bein Jahr- 
i die Stadtateuem von Con stanz und Bt. Gallen an. Altmann, a.a.O., Nr. 2Ii4, 



3539. 

Die Stadt Sl, Gallen schliesst auf zehn Jahre Burg- und Landrechl mit Zürich, 

feLuzern, Uri, Sehwiz, Unterwaiden, Zug und Glarus. 
14l!i* Bec<Miil»er 7. 
ir der burgermeister, der r&t und die bürgere gemeinlich der statt ze Sant Gallen, in Costenzer 
elegen, tön kunt allen den, die disen brieff ansecheut, lesen t oder börent lesen, und veryechen 
-,. en, das wir mit gutem rate und zitlicher vorbetrachtunge, so wir under (ins selben gebept 

habtn, durch unser statt Sant Gallen, unser aller gemeinlicli und jegklichs insunders nutz und er, 
fronien und ze fride, der fursichtigen, wisen des hurgermeysters, der reten und burgern gemainlich 
[der statt Zürich, des scbultheißen, der reten und burgern gemeinlich der statt Luczern, der ani- 
ttiaimen, der lantlüten gemeinlich der lendern ze Ure, ze Sw jtz und ze Underwalden, des aramans, 
der Feien und burgern gemeinlich zeZug und des aniptea, daz zu dienselben von Zug gehöret, und 
des amnianns und der lantlllten gemeinlich zeGlaruß bürgere und lantlüte worden syen, und haben 
diffleib burgrecht und laut recht van inen zechen gantze Jar, so sy nechat nach einander kommen t nach 
hk dis brieffs, einhelklich enpbangen und ofl'genommen mit den gedingen, als hienach gescbriben stat: 
(1) des ersten, daz wir die vorgenanten von Sant Gallen und insunders alle die unseren und die, 
ifö uns gehörent, liplich ze gotte und den heiligen gelert eyde mit ufFgehehten banden gesworn 
en, der obgenauten stetten und lendern allen und 5ch jegklicher insunders, nemlich der von Zürich, 
[von Luczern, von Ure, von Swytz, von Underwalden, von Zug, dem ampt daselbs und von 
Giaruß* ir nutz und ere ze fiirdrende und ir schaden und laster ze warnende und xe wendende, als 



16 



minrich ItL 1412-141 



verre wir können und mögen^ in argen list, ungevürlich. (2) Were ouch, das dieselben statte mk\ 
lender alle oder linder inen dehein statt oder land insunders, nu oder bieuach mit jemant, wer iei 
were, missehellung, stösse ald krieg hatten t oder gewünnent, weihe statt oder landt der krieg dentt 
anrört und angat, die denn die anderen egenanten Eitgnossen davon ze manende hant nach ir bunk^ 
brieffen wiaung und sag, dieselben hant ouch denne gewalt, uns die obgenanten, den burgermeyat^ 
den r&t und die burger gemeinlich zeSant Gallen oder den burgennejster besunder nnib hilffei 
manende. Und wenn wir alsso innb hilff gemant werden, so sulleu wir inen behulifen und ben\ten m^ 
als ob es uns selber angienge, ine geverde. (3) Ouch sÜllen wir die vorbenempten der burgemieyst^r, 
der raut und bürgere gemeinlich der statt ze Sant Gallen alle noch deheinr insunders noch nie- 
mant, so zA uns gehöret, deheinen krieg nit anfachen, noch niemanden nsswendig der Eitgnosschafft 
zä deheineni kriege behulffen noch beraten sin, äne der obgenanten stetten und lendern raut, guast^ 
wüssen und willen. Wölt aber jemant deheinen krieg mit uns den egenanten von San t Gallen odtr 
den unseren anvacben ald den unseren Überzögken und das ire hintriben, können oder mögen wir di 
uns selben vorsin und ützit dai-zö tön, das milgen wir wol tön. (4) Fügte sich aber, das Oott laö({ 
wende '^ das jemant semlichen nifltwillen und übermöt mit Uns ald den tiuseren triben wölte etc., 
dunket denne die obgenanten stett und lender, daz wir derselben stössen und missehellungen jenant 
ze dem rechten kommen silllen, ivar oder uff wen sy das von unseren wegen bietent, da sy dunket. 
das es ir und unser nutz und ere sye, des stillen wir inen gehorsam sin, äne geverde. (5) Aber umb 
geUschult und umb semlich aachen sol jedermann von dem andern recht nemmen an den stetten und 
gerichten, da der ansprechig sitzet oder hin gehöret, ungevarlich; doch sinen rechten gelten oder bürgen 
mag jederman ver heulen oder verbieten, als das ouch in der egenanten stetten und lendern buntbrieflVn 
begriifen ist; umb /Jriß mag jederman vordren und inziechen, alz nutzbar gewoulich gewesen ist, h 
geverde. (6) Were ouch, das wir die obgenanten der burgermeyster, der rät und bürgere gemeinlicli 
ze Sant Gallen die egeschribnen stette und lender sament oder nnder inen dehein statt oder lauJl 
besunder umb ir erber bottschafll bittende würden, zu unseren sachen oder von unsern wegen ze riteude 
oder ze varende, die hotten sol man uns nicht versagen, doch das dieselben botten in unserem, 
von Sant Gallen kosten und uff unsern schaden riten und varen süllent, hn geverde. Were oui 
das die vorgenauteu stett und lender gemeinlicli oder der merteil under inen zft uns den obgeoanteD 
von Sant Gallen dehein bottschafft tetent durch unseren willen oder von unsern wegen, wie sieb 
das fügte, denselben kosten sUllen wir ouch gentzlicb usrichten und bezalen, an Widerrede. (7) Be- 
scheche ouch, davor Gott sy, das die egenanten stett und lender binantbin iemer, wenn das were, mit 
einander missebellig oder stössig wurdent, derselben stössen und misshelluiigen ensüllen wir die dik- 
genanten von Sant Gallen uns in dehein wise nützit annemen noch debeinem teil behulffen, berii«» 
noch bystendig sin; es were denn, das wir unser erber botten zfl den Sachen schikten, ob wir die iivi* 
früntschaftt vereinen möcbten, das möchten wir wol tön, äne geverde, (8) Ouch ist harinne beredt uüd 
eigen! ichen bedinget, wenn die vorgeseiten zechen jar ende habeut und sich verlouÖent, ist es deöO 
den obgenanten stetten und leudern gevellig, Uns die egenanten von Sant Gallen ander zechen jar* 
als sy denne darnach nehst nach einander koment, by den vorgenanten und nachgescbribuen stucken 
und artikeln, die diser brieiV wiset., filrer ze burgern und lantlliten ze habende, so suUen wir die 
egenanten von Sant Gallen dieselben zechen jar ouch by inen sin und bliben mit allen gedingen, 
stucken und artiklen, als dirre brieff wisett, Ün geverde. Fügte es aber denselben stetten und lenden» 
nit, uns flirer denne die vorgenanten ersten zechen jar ze burgern und lantlüten ze habende, als vor- 
siatt, so mügent sy uns hissen; das sol oucli unser guter wille sin, äue Widerrede, ungevarlich. (9) Die 
egeschribnen stett und lender haut alle gemeinlich und jegklich insunders inen selben ussgelässen und 




Heinrich 111. 1412—1418. 



17 



pntdich vorbebebt ir stettrecbt und ir kiitrecht^ alle ir frybeit, recbtiinge und göt gewonheit, so sy 
luii TOD geistlichen oder weltlichen flirsten ald herren, es sie von keysern, klingen ald andern, und 
Joe die bQnde, eyde und ir geswornen brieffe, so sy insnnders ald genieinlicben zö einander getan 
kibent vor date dis brieffs, äne ge verde. (10) Wir die vorgeschr ihnen der bürge rmeister, der rat und 
bürgere gemeinlich der statt ze Sant Gallen haben ouch Uns selben in diser sacbe vorbehebt alle 
imaer fryheit, rechtung und göt gewonheit, mit sunderheit alle die rechtung» so wir dem heiligen riebe 
lütt recht tön süllen, als wir von alter harkomen syen, alles an geverde und argen list. Harüber ze 
«ioem offenen, vesten, steten und waren Urkunde, so haben wir die vorgenanten von Sant Gallen 
laoser statt ingesigel oÖ*enlich an dlsen brieff gehengkt, ze einer gezUgnisse und vergichte üna und 
unsern nachkonien aller der dingen, so an diseni brieff von uns geschriben stanfc, der geben ist an 
^mitwuchen nechst nach sant Niciaus tag, in dem jare, da man zalte von Crystus gebürte vierzechen- 
lundert und zwölff jare, 

SlutsvelllT Iniern — Abdruck: Eidg-. Absch. I, S. 347 f. — Pergament-Original; das beschädigte Si gel der 
fltidt St Gallen büngt offen. 

Au9«er dem Original befindet nich im Luzemer Staatsarchiv auch du^ vom Luzerner Stiidtschreibßr entworfene 
Doftcept, worin nrsprünglicb ein Burg- und Landrecbt auf ewige Zeiten, dann auf zelin oder zwanzig J ab re vorgesehen 
¥af. Im Übrigen stimmt der Entwurf in der Hauptsache mit der endgültigen Redaction überein, auaeer da»» auf § 7 
m später geatrichener Faaans folgte und die ursprüngliche Reihenfolge der §§ 8 — 10 eine andere war. Jener nach- 
iriglich gestrichene FasHus lautet im Concept: 

«Die obgenanten steti und waltatett liant inen gelben usgelassea und gent^Üeh Torbebebt alle die bUnd, so bj 
Kiit dnander Tor dat« diH briefis getan hant, und ouch da» sy gemeinlicb oder der mertail under inen oder ir nach- 
boeii di«e vorgenanten atuk und teding, sy alle oder jegklicba besunder^ meren und minren mögen, wenn sy wellent 
ud f j daz nütz und gut dunkt, hn menglElicks widerred, in ge verde.* 

An seine Stelle wurde ein dem § 9 im gültigen Text fast ganz gleichlautender PasBua eingesetzt, and darauf 
-fclgt J Ö. dann erat § 10, wTihrend der St:hluas: »Harüber ze einem offenen vesten* etc. im Entwurf ganz fehlt. 

Sodann entbü,lt dtin »Staatsarchiv Lazern noch eine etwa gleichzeitige Copie des Burgrechtea auf Papier, an deren 
Sdiluää biuzngeftigt bt: ^Als dise jarKa! uHkam, da bätent die von Santgallen, daz man sy noch X jar by disem 
fcnrgrecht und brief hielt und hüben liesäe. Das geachach ouch und wurdent noch X jar enpfangen und ^versprochen, 
d*bi se bliben laasen.^ 

^^ Vgl. Th. V. Liebenau im Anzeiger für Schweiz, üescli. 1890, S. 119 ff., wo auch die kleineren Abweichungen des 
pfitepteä vom gültigen Text mitgeteilt sind. 

2340, — 1412. Dec»eiiilier 13, St. fallen. — Hans Eber hart, genannt Goldast, ein 
^Veiier, Bürger zu St. Gallen, verkauft vor Abt Heinrich (III.) seinen Garten^ der Lehen des Oottea- 
Uusea St. Gallen ist, .gelegen ze Sant [Gallen] vor Irer vorstatt an dem ßletz, der da stösset an 
lllfichs im Holtz, des värwers, garten, an Hansen Wäningers und an Hansen mit der Mass 
girtea and hotVaitinen*", dem genannten Hans mit der Mass, Bürger zu St. Gallen, um 2 ff und bß ^ 
^. M. — S a n t g a 1 1 e n , an san t Lueyen tag vor w i h n ilh t, 1412, 



%l 



MUrrlif S( ilalleD, SplUlarrtii?, iDr^gistr. IVInode in der S, MuMad« — Pergament-Original mit offen hangendem 



2541. — 1413. Januar 4. — Abt Heinrich (III.) von St Gallen erneuert zu Constanz 
ftirund ein LS Lehenbriefes von Aut Kuno" dem Hsnnrich Ehinger, Stadtammann zu Constanz, 
rXeheuschaft über die Vogieien zu Utwil und Kesswil mit ihren Zubehörden. — Mittwochen 
dem zwölften tag ze wihenniihten, 1413. 

4^ T«n uro. JuU 14-, vfi. Urlidbeh. Bd, IV, Tir J470, .1 9fl»*. 

Tirfiilifbff laiit«»ii»arclik, AM. MOnxlerlingfB, Lade LlllVr, Üfr. M. — Pergiim€?nt-Originul mit eingonüht hangendem 
eL Vg], unten Marx 16. 

3 



18 Heinrich III. 1412-1418. 

2542. 

Abt Heinrich (III.) von St. Gallen bestätigt bestimmte Rechte der Stadt ^A/'il, wie^=Ä 
sie zur Zeit des Abtes Kuno festgesetzt -worden sind. 

l¥il. 1413. Januar 8. 

Wir Hai nr ich, von Gottes gnaden bestätter abt des gotzhus zeSantGallen, ... tftnd kunt^= 
allermenglichem : Als der erwirdig herr Albrecht Blarer, vor ziten erweiter und bestätter zfi ainem 
bischouflf ze Costentz, und die frömen, vesten unsers obgenanten gotzhus dienstlüt, herr Italherman 
von Landenberg von Griffense, ritter, Rüdolff von Rosenberg von Zukkenriett, Rftdolff selig — 
von der Braiten Landenberg und ouch Rüdolff von Fridingen, vor ziten zwischant unserm herrea 
und vorvarenden abt Cünen seliger gedenknüss und dem cappitel des obgenanten unsers gotzhus ze^ 
Santgallen ze ainem und den &ömen schulthaissen, raten und burgern gemainlich unsers gotzhu» 
statt Wil ze dem andren tail ainen spruch getan haut: 

(1) Des ersten in sölicher mäzz: welher gotzhusman unsers obgenanten gotzhus ze Santgallen, 
ain ingesessner burger oder burgerin in der egenanten unsers gotzhus statt ze Wil, des sinen, so er 
denn hat und besitzet, jemant andrem denn unserm gotzhus ze Santgallen baz gunnen wil, der mag 
an ainen herren und abt desselben gotzhus ze Santgallen, der je by ziten ist, ervordern, daz er im 
daz sin gunne ze verschaffen, es sig durch Got ald durch ere. Und war denn, daz dem sölich urlob 
darurab verzigen wurd, so möcht er vor schulthaissen und rat ze Wil daz sin also verschaffen und 
machen, weihen lüten und wahin er denn wil, wie im daz fftgt und ze willen stät, und darbi sölt es 
ouch denn beliben, an ains herren und abtes und cappitels des obgenanten unsers gotzhus, die bi deu 
ziten sint, hindernüss und ierrung, an geverd. (2) Item von der Owen wegen, daz die Owen mit allen 
zügehörden der obgenanten unsers gotzhus statt und bürgern ze Wil mit rechter aigenschafft züge- 
hörren söUint, douch uns und unserm gotzhus an dem wildbann unvergriffenlich, und daz man ainem 
herren und abt, dem cappitel noch dem obgenanten unserm gotzhus ze Santgallen nicht davon ge- 
bunden sin sol ze gebent, weder die burger noch die hirten, ungevarlich. (3) Item von der sturen wegen, 
daz ain herre und abt des obgenanten unsers gotzhus ze Santgallen die burger in unsers gotzhus 
statt ze W i 1 by ainer gewonlichen stür sol lassen beliben, also daz er sy dehainost über hundert pfund 
haller nit triben noch trengen sol, &n geverd. (4) Item von win schenken und brot vail ze haltent 
frömden lüten in unsers gotzhus statt ze Wil, daz die winschenken daselbs, herumb daz frömd lüt 
in derselben statt nit win schenkint, zwelff mut kernen, und die brotbecken, darumb daz frömd lüt 
daselbs nit brot vail habint, ouch zwelff mut kernen Wiler messes jerlich geben söllint ainem herren 
und abt oder ainem pfleger des obgenanten unsers gotzhus ze Santgallen an verziehen und hinder- 
nüss uff die zil, als vormals gewonlich gewesen ist, und daz ouch dieselben zwai ämpter hinfür nit 
höher gestaig(er)t noch an der summ gemindret werdint, si fundent denn ains hen-en gnad darinne 
abzelassint. (5) Und war aber, daz die von Wil dunkti und sölich löff ufstAndint, daz si frömds wins 
oder br5ts noturfftig wurdint, daz si denn ainen herrn siner gnad bitten sont, daz er inen des gunne. 
Wölt aber daz ain herr nit tun, so möchten si den obgeschribnen kernen [nit?] geben untz an ir wider- 
rftffen; denn so sölten die winschenken oder die brotbecken widerumb den obgeschribnen kernen anvahen 
ze gebent in sölicher mazz als ouch vor. (6) Und war, ob die von Wil dieselben ämpter in künftigen 
ziten andren oder zä iren banden ziehen wöltint, daz sölten und möchten si wol t&n, wenn und wie 
[si] wöltint, ungevarlich, douch also, daz si ainem herren und abt ald ainem pfleger des obgenanten 
unsers gotzhus ze Santgallen, die je bi ziten sint, von denselben zwain ämptern jerklich usrichtint 
und uff die alten herkomnen und gewonlichen zil ungevarlich bezalint die obgenanten vieruudzwaintzig 



Heinrich TIT. 1412--T41S. 

[fttut kernen, alle die wil und als lang si dieselben ämpter zö iren banden haben went: dnz selb ouch 
binstän aol zfi den von Wil, wenn^ wie dik ald wie lang si denn je dieselben ampter zu Iren lianden 
hmben wellint, 5a geverd. 

Da bekennen wir obgenanter abt Hain rieh offenlich mit disem brief, daz wir den obgenanten 
bürgern in unsers gotzlius statt ze Wil hy guten trüwen gelobt und versprÄclien haben» lobent und 
fersprechent inen jetz mit disem brief, daz wir si und ir nacbkomen by disem vorgescbribnen sprncli 
alio fridtich und röwlich sölünt nnd wellint lassen beliben jetz und liienacb Interlich, Sn alle geverd. 
Des ze offem, wareni urkilnd haben wir unser äbtlicli insigel offenlich lassen henken an disen brief, 
Jer geben ist ze Wil in unsers o)>genanten gotzhiis statt, nach Cristz gebnrt vierzehenhundej't jar und 
darnach in dem driu zehenden jar, an sunnentag nach dem zwelfften tag ze den winnähten, etc. 

StifUmbif StriallfD, U. H. U. l. Fase. 1. Ir 11 — Pergament- Original; durcli Sclinitfee ungültig gemacht — Diia 
liigel hängt eingenäht. — Woher Von Arx II, S. 95, die Nofci« hat daS8 der unter Abt Kuno gefüllte Spruch ans dem 
Jihr 1399 etamnie, ist einstweilen unbekannt. 



3543. 

Abt Heinrich (111.) von St. Gallen überlässt der Stadt Wil die Frevel- und Bussen- 
gelder zu besserer Befestigung der Stadt 

(Wil.) 14ia. Jana»r 8. 

Wir Hain rieh, von Götz gnaden bestätter abt des gofczhus ze San t Gallen, ., . tüiid knnt 

illermengli ehern . , ., daz wir durch liebü und bett willen unser bnrger gemainlich der statt ze Wil, 

die unsers obgenanten goizhus aigen ist, denselben nnsern burgern ze Wil von gnaden und nit von 

dehaines rechten wegen» darumb daz si dieselben unsers gotzhus statt Wil dester baz an muran, an 

graben und an andren notnrfftigen sachen gebuwen und gebessren mugint, wissentklicb gunnen nnd 

erbbt haben und erlobent inen jetz mit disem brief, daz si alle frallinen und hössen, die uns in der- 

telben unsers gotzhus statt ze Wil von jemant gevallent ald ertailt werdent, an unser statt und in 

unserm namen von menglichein vordren, inziehen und nemen und die alle an der obgenanten unsers 

gotsthus statt Wil büw und bessrung, wa und wie si daz denn je allernutzlichost, komlicbost und 

nokuröligost dunket, geben, bewenden nnd bekerren sont und miigent, Sn geverd, imtz an unser ald 

luuer nachkomen widernUfen, douch also, daz si uns ald unsern naehkomen dieselben fraflinen und 

kisaen, wie und w&ran si denn die je gelait ald verbuwen habint, allweg widerrechnen sont, wenn und 

wie tUk wir ald unser nachkomen daz an si ervordren t, an allen fürzug und widerred, an geverd, und 

ouch nämlichen mit dem gedingd: wenn wir ald unser nachkomen dis vorgeschriben gnad widernlffent, 

d« dieselben unser burger ze Wil noch dehain ir nachkomen noch jemant andrer von ir ald von der- 

selbea unser statt wegen dannenthin dehain vordrung noch ansprach zu den egenanten fraflinen und 

bansen nit raer haben sont in dehain wis noch weg, won daz si uns und unsern nachkomen die gantz- 

lieh ledig lassen und ir band darvon tiin sond und sich so vil sond lassen henügen, als derselben unsers 

gotihus statt mit dem rechten ertailt wirt und gevallet, in sölicher mazz, als ouch daz vormals von 

älter und untzher in derselben unsers gotzhus statt herkomen ist, alles luterlich, an geverd. Des ze 

offem, wärem urkünd haben wir unser äbtlich insigel offenlich lassen henken an disen brief, der geben 

ist iü der obgenanten unsers gotzhus statt, nach Cristz gebürt vierzehenhundert jar und darnach in 

4«ü driuzehenden jar, an sunnentag nach dem zwelftlen tag ze den winnähten etc. 

MUrrllil Wü, SelnbL II« Ir. II — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht 



\ 



20 Heinrich UI. 1412- U18. 

Unter dem gleichen Datum stellen Schnltheiss, Rat und Bürger der Stadt Wil einen Revers ans, worin sie 
erklären, dass der Abt oder seine Nachkommen jederzeit die Frevel- und Bussengelder an sich ziehen können. 
Stiltimkif St,€aileB, J. J. J. 1. Fue. 2. Rr. 41 — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

2544. 

Marquart von Ems schlichtet einen Streit um das Eichholz bei Balgach zwrisch^^n 
Eberhart von Ramswag und den Hofleuten von Balgach. 

Feldkireh. 1413. Januar 10. 

Ich Marquart von Emtz, ritter, bekenn und tAn kund . . . von der stoß wegen entzwisch en 

minem öhem Eberharten von Rämswäg »ins tayls und den hoflüten von Balgach des andern t a^^n lfl 
von des Aichholtz wegen, gelegen an der Ach ze Balgach, das in den hof gen Er jes8er«^*ien 
gehört, der demselben von Rämswäg ze disen ziten ze versprechen stät, als er yogt und schirm^^zier 
darüber ist: Als sich derselb von Rämsw&g von den von Balgach clegt und in zflsprach von c^czles 
überhöws wegen, so sy in demselben holtz getan h&nd, darumb er och Hansen öler von Balgai^^ ch 
gevangen hat, das ich da durch frids und des besten willen ze baider syt mich in die sach als ain fr tlr =i t- 
lieber mintädinger gelayt und sy darumb mitenander bericht hab mit iro baider tayl wissen und will en 
und och von iro bett wegen, also das der obgenant von Rämswäg den egenamten Hansen Ol bei- 
der obgedächten siner vanknüss ledig lassen sol; so sol der obgenamt Öler von sin selbs und (7</ 
von Balgach von des überhöws wegen demselben von Rämswäg geben und bezaln zwaintzig phu:v3(/ 
Costentzer phenning uff die zil und tag, als er im die vertröst und verbürgot h&t. Und sollen ocb 
die von Balg ach in dem ogenamten(!) Aichholtz die rechtung haben, als hemäch beschaiden is^, 
und nit furo, als das die erbem lüt Ül der alt Kryesser, genamt Schärer, Jos Phender von 
Üdelberg und mins öhems Eberhartz von Sax amman Cftntzli Mayser an desselben sins herren 
statt by im gäten trüwen und eren gesayt band, won sy des ze bayder sit uff die dryg komen sint, also 
wie sy die rechtung entschiedint und ze verstand gäbint, das es daby gantzlich belyben sölt. Und 
also haben sy nu gesayt, das die von Balgach rechtung händ, ire schwyn in dasselb Aichholtz ze 
trybent in das äker; sy sollen aber die aichlen nit abschütten noch uff lesen. Doch hit ain vorster 
rechtung, des jars ainen scheffel aichlen uffzelesent und nit ze schüttent und och ze wynnächt drü f&der 
des Unschädlichosten holtzs darinn ze höwen, ungevarlich. Und denselben vorster sol ain keller von 
Kryesseren über das holtz setzen. Die von Balg ach händ och die rechtung, alles holtzs in dem 
Aichholtz ze howent und ze pruchent, steg und weg und pruggen ze bessrent und och süss z& andern 
im nötdürfften ze niessen, ungevarlich, doch ussgenomen, das si enkain aichen, öpffelböm noch pirböm 
noch enkainerlay perender böm howen noch temmen sond. Doch händ sy die rechtung, wenn iro ainer 
zimbern wölt: komt der denn z& ainem keller des hofs ze Kryesseren, der sol im erlouben, in dem- 
selben Aichholtz ze howent zwo schwellan oder zway pändli ungevarlichen. Es sol aber derselb, 
dem also erloubt wirt ze howent, dem vorster empfelhen, das er das abholtz dem keller versorge. 
Es hat och ain müUer daselbs die rechtung: bedörffti er holtzs zu der müli, dem sol öch ain keller 
von Kriesseren erlouben ze höwen, doch das das abholtz ouch versorgt werd, als vorgeschriben stät. 
Und umb die obgeschribnen dero von Balgach rechtung in dem Aichholtz gibt ain yegkliche hof- 
statt des hofs ze Balgach järlichen ze zins ain vasnachthAn und ain ougstenh&n und ze ostran sechs 
avger und ze phingsten sechs ayger, ussgenomen die kelnhofstatt und die herrenhofstatt, die gebeut 
enkainen zins. Und darumb ist ain keller ze Balgach gepunden, wenn ain hofinan von Kryesseren 
gen Balgach komt und da z& ainem hofman ze sprechen oder ze clagen hat, das denn der keller dafür 



Hciiinch in. 1412-14! 



gebieten und dariiiiib tüitzit nenien sol Es händ och die obgenamieii ziiis wylent j^ehört ain drittayl 
Eberharfcen von Sax, der ander drittayl den Pfenderii, der dritt drittayl den Scliärern von 
Kryesseren und iren gemayndren. Und welcher tayl du inider den drin iailn ützit verkoufft hat, 
der hit sine recht an den Zinsen verkSfft und nieniant anderm nützit siner rechten weder an holtz 
Boc!» an veld. Es hat och enkain aigenman dehain rechtung in dem obgenamten Aich holtz. Und 
hit och der obgenamt ?on Hirns wäg das Aich holtz ze schirnient und ze haltent, als ander sine 
Wtzer» die in den hofraarken ze Kriessereii gelegen «int. Und uft' die red und kuntschafll hab ich 
Torgenamter Marquart von Emptz, ritter, entzwischen den obgenamten baiden tajln beredt und 
getätlingot, aber mit wissen und willen yetwedrer sjt, und och ussgesprocheii: was koofi'hrief die ob* 
geDamten von Balgach von dem obgenamten Eb erb arten von Sax, von den Phendern und von 
den Schärern haben, die von dem obgenamten Aychholtz wisent und sagent, das dieselben brief all 
üu hiimenhin dem obg^naraten von Raniswag, sinen erben und nachkomen und och den hoflüten von 
Kriesseren enkainen schaden pringen noch peren sond an dem obgenamten Aichholtz in dehain wys. 
Und sind och bi diser täding und berichtoug gewesen mitsamt mir obgenamten tädinger Marqu arten 
vonEmptz, ritter, von bayder tail bett w^gen die nächbenemten erbern lüt: K.üdolff derMayger 
von Ältstetten, min lieber öheni, Hans der alt Kröl, Bernhart Ilichenstain, Uli im Loh, all 
drjg burger ze Veltkilch, Hans Hartman von Rankwil, Uli Schönhaintz von Koblan, Haini 
Vogler von AUstetten und Uli Suter von Rebstain, und hän ich jetwederm tayl dirre richtung, 
täding und sach und dis sprucha gelich ainen versigelten brief geben . . , 
Veltkilch in der statt, zinstags vor sant Hylaryen tag, 1413. 

StiÄiirclh Stßillfll, A. L 1. F. ä, — R« g^nt: Hardegger und Wnrtmann, Der Hof Kriessern, S. 354. — Pergament- 
Original. — Ea aigeln Marquart von Ems als Tädinger, Junker Rudolf von G rün e n stein för die einen SÄcber, 
^ieHofleutc %u ßalgach, vAa deren Vogtherr, und Eberliart von Rainawag als der andre Sachet. Alle drei Sigel hangen 
cu^geuäht. 

Abt Heinrich (IlL) und der Convent von St. Gallen verkaufen dem Frauenkioster 
Tännikon das Dorf Adorf um 680 Pfund Pfennige* 
Mt.Ciallen, 14i:i. Jaiinar IS. 

Wir Hainrich, von Gottes gnaden abt des gotzhos ze Santgallen, . , , und wir der convent . , . 

Wgent kunt . . .^ daz wir von den ersamen gaistlichen frowen in Got fröw Annen, äbtissinen, und 

pmiünein convent des gotzhus ze Tünnikon, des ordens von Ziteln, in Costentzer bistimi gelegen, 

an barem beraitem gelt ingenomen nnd enpfangen haben t sibendhalbhundert pfund pfenning guter und 

genemer Costentzer inüns, die alle zä unserni und des vorgenanten unsers gotzhus nntz und fromen 

komen eint und dai-niit wir wachsenden, verderblichen schaden, der demselben unaerra gotzhus anlag 

ond künftig waz, verkomen und understanden haben. Und darnmb, wen wir unsers gotzhus fristung 

lind uffenthalt und unsern grossen, trefflichen nutz und fürdrung darinne als kuntlichen merkent und 

v«rstant, so haben wir . . . nach unsers gotzhus dienstliiten und andrer unsrer und onsers gotzhus ge- 

trüwen rät und underwisung in unserni zesamengelüten capitel mit aller dero gunst und willen, den 

im sach zSgehort ald si in dehain wis berörren mag, nach unsers gotzhus und ordens Ordnung . , , 

filr ans und für alle unser nachkomen und für daz obgenant unser gotzhus ze Santgallen verkonfrt 

^d den obgenanten äbtissennen und gemainem convent des gotzhus ze Tännikon, . . . umb die 

t^kgenanten sibendhalbhundert pfund pfenning ze kouffent geben . . , unsers gotzhus dorff, genant 

Adorf f, zwischant dem obgenanten closter Tennikon und Elggö gelegen, mit allen gütern, 



22 Heinrich III. 1412-1418. 

hüsern, höfen, hofstctten, hofraitinen, akkern, wisan, rütinen, holtz, yeld . . . und mit allem dem, so zdB 
demselben doi-ff Adorf f an dehainen dingen jendert gehört von recht ald von gewonhait, . . . und al^ 
wir daz vor ziten umb R&gern Hartzer von Costentz und sini geswistertig und umb Rftdolffei^ 
Hartzer, iren vogt, erköfft haben, an gevärd, nichtz ussgenomen denn allain die lüt, die zA demselbei^ 
dorff Adorff gehörent und die wir darmit köfiftent; dieselben lüt alle mit ir zflgehört wir uns selbei — 
und unserm gotzhus vorbehept und si den obgenanten fröwen ze Tennikon nit ze kouffent gebei^. 
habent . . .*^ Wir söUent und gelobent ouch vestentklich mit disem brief für uns und alle unser nach — 
komen, die wir ouch häftentklich herzu bindent, des obgenanten dorflfs Adorff. . . für recht aigeim 
und dis redlichen kouiFs in aller vorgeschriben wis der obgenanten äbtissennen und gemaines convents^ 
des obgenanten gotzhus ze Tennikon und ir nachkomen gen allermenglichem uiF gaistlichen und welt- 
lichen gerichten und an allen andern stetten, da si des ungevarlich notturfftig wurdint, inwendig denm 
zit, als man aigens und sölicher gftter billich und von recht wer sin sol, recht weren ze sint nach 
dem rechten und nach aigens recht und des landes gewonhait. Also war, ob si inwendig demselben 
zit, als man aigens und sölicher gAter billich und von recht wer sin sol, jemant an dem obgenanten 
dorff ald an dehainer siner zägehörd oder an disem erkoufften gut in dehain wis ald weg mit dem 
rechten sumpti ald ierrti ald inen daz ansprächi mit gaistlichen ald mit weltlichen gerichten, daz wir 
und alle unser nachkomen si darumb allweg, wenn und wie dik es also inwendig dem vorgedaht^n 
zit ze schulden kumpt, darumb in unserm kosten verstau, vertretten und versprechen und inen daz 
allweg unverzogenlich in älli werwort entrihen (!) und gantzlich ledig und los machen söUent in allen 
iren schaden bi der ersten vordrung und manung, an geverd. Tätten aber wir ald unser nachkomen 
daz nit also, wie denn je die obgenanten äbtissenne und convent des gotzhus ze Tennikon ald ir 
nachkomen ald daz selb ir gotzhus des und hievon ze schaden koment, den schaden allen sollen wir 
und unser nachkomen inen allweg an allen fürzug und widerred usrichten und bezaln und si darumb 
gantzlich unclaghafft und unschadhafft machen. Und haut och si und ir nachkomen, und wer daz von 
iro wegen tun ald inen des helffen wil, darnach allweg, wenn und wie dik es also ze schulden kumpt, 
wenn si went, vollen gewalt, fryes urlob und recht, uns und alle unser nachkomen und daz obgenant 
unser gotzhus darumb anzegriffent, ufzetribent, ze hefftent, ze nötent und ze pfendent an allen unsem 
und unsers gotzhus lüten und gAtern, ligenden und varenden, so wir ald unser gotzhus jetzo hant ald 
hienach gewinnent, wie die genant ald gehaissen ald wa si gelegen, behalten ald gesessen sint, uss- 
genomen unsers gotzhus statt Wil und dero lib und gftter und unsri closterlehen, die wir inen nit 
erlöbent, und sont und mugent daz also tän, mit welherlay gerichten si went, und an gericht allent- 
halben, wenn, wa und wie si went, untz daz inen allweg daz entrihen (!) und geledgot wirt, daz inen 
denn je mit dem rechten angesprochen wirt inwendig dem zit, als man aigens und sölicher gAter billich 
und von recht wer sin sol, und ouch aller kost und schad, den si denne darvon enpfangen hettint oder 
von des angriffs wegen enpfahent, gantzlich abgelait, usgericht und bezalt wirt an allen iren schaden, 
an geverd. Und sol uns noch unser nachkomen noch dehain unser noch unsers gotzhus lüt noch gAter, 
ussgenomen die von Wil und unsri closterlehen, hievon noch wider dehaini vorgeschriben ding nit 
gAt sin, friden, schirmen noch dekken dehain bäbstlich, künglich noch kayserlich noch andrer herren 
noch fürsten gericht, gewalt, gesetzt, gebott, recht, gnad noch fryhaitbrief, so unser gotzhus ald unser 
orden jetz hat oder iemermer von jemant erwerben kündint, dehain gelait, landgericht, lantfrid, landes- 
recht, s'tettrecht noch burgerrecht, dehain verainung, gesellschafit, buntnüst, gewonhait noch gesetzt 
der fürsten, der herren, der stetten noch des landes, dehain gericht, gaistlichs noch weltlichs noch ichtz 
anders, so ze schiemi jemant erdenken ald fürziehen kan, won wir uns in disem kouff und sach des 
alles und nämlich der ursach und des rechten, — als man spricht: gemain verzihen sölli nit krafPt han, 



Heinrich HL I4l2-l4ia 



[i Jaz wir über den halbün fcaÜ des kouffa betrogen ayent, ald daz ainen under uns dirre kouff mer 
[gaugi denn den andern, ald daz verzihung, die usserthalb gericht gesclileht, mugi inwendig ettlichem 
ffil widerräftl werden, ald daz wir widerumb in gantz recht gesetzt söllint werden, oder daz uns hieriime 
m helff aJd ze statten komeii aölli daz recht, darmit mindren und meren geholfen wirt, — und gemain- 
Üdi alles andern geschribnen und ungeschribnen rechten und gesetzten und aller Sachen, ge Verden, 
lirs&gen und usszügen, die jetz aint oder noch erdaht werdent, darmit wir oder unser nacbkomen oder 
|emant ander von unsern oder unsers gotzhus wegen wider dehaini vorgeschriben ding kilndint oder 
möclitint gereden, getün ald gewerben, mit recht oder an recht, hainilicb oder oHenlich, ledklich und 
lliUerding verzigen habent; verzihent und entwereni uns ouch des alles also wissentklich für uns und 
\üh unser nachkomen und für daz obgenant unser gotdius mit disem gegenwirtigen brief . . . 
Saiitgallen, an sant Hylarien tag des hailigeii bischouös, 1413. 

Tlriaiiirlirs lintonsirtliii, Aht. TänitikOBt Litt. 1, Ir. 5, — P e r g a m e n t • r i gi n a I ; es hangen beide Sigel, das dea Abtes 
ibgeoälitf dag Conventaigel oÖ'en. 

Bei der Urkunde liegt ein mit Schrift dea XVIL (XVIIL?) JabrhunderlR beBchriebener Streifen: ,KB, Obächon 
dißer kauffbrieff de a" 1413 die eigene leiitli vorbehalth, w geboren doch selbige an Dennikhon, weilen solche in 
U15 von denen von Ländtinberg, alß welche hieran ansprach hatten, cediert worden/ Vgl. unten 1415, März 16. 



2546. — 1413. Januar 17. StGallon. — Haini Wagner von Waldkirch (Waltkilch) em- 
Ipfaogt von Abt Heinrich (III,) von St. Gallen des Oottesbauses Mühle zu Waldkircb bei der Kirche 
Igelegen, mit den »blüwehi" und allem Zubehör zu Lehen und verspricht, davon in den nächsten 
C Jahren Jährlich 2 Mutt Kernen h ß ^ C. M. Zins zu geben, in den darauf folgenden 10 Jahren 
je 3 Mutt Kernen und 10/7 ^ und nach Ablauf dieser Zeit jährlich den vollen Zins, ,alz si vor kriegen 
plt*, nämlich 7 Mtiit Kernen und \B ß S] C. M- — Santgallen, sant Anthonien tag, 1413. 

lyfUartllir Stdalkt, i. L. 4> P. 1. — Pergameni-Original. Kur Heini Wagner sigelt Junker Hudolf von Rosen- 
berg von Zackenriet; daä Sigel hängt eingenU^bt 

S547. — 1413. Januar 20* Wil. — Hans Husner, genannt Hug von Rosrüti (Rossrilti), 
Bürger zu Wil, hat von Abt Hf inrieb (III.) und dem Convent des Giotteshause,s St. Gallen «bi siben 
jucbart veldes und akker uff Wilberg hinder Bül, — zwischant der frftgenmeß und Wernher Kellers 
llkem gelegen, stossent gegen der hofytatt, daruff daz hua ettwenn stfmd — , mit ir zügeliörd, uss- 
gcnooieu den zehenden, so daniff vallet^ den äi in selber behebt bünt^, um 9 U ^ C, M. gekaufi und 
Äicbert den Verkäufern da^ Recht des Rückkaufes zu, das jedoch erst nacti Verlauf von zehn Jahren 
! gellend gemacht werden darf, — Wil, fritag nach sant Hjlarien tag» 1413. 

tkiAnrcliif 8t. yalkn, J. J. J. U ^'^^c. U* Kr. S9. - Pergament-Original. Für Hans Husner sigelt .Eütschman 
Jtajferichmid» bnrger und rÄt ze Wil*; daa Sigel hangt eingenäht 

2548. - 1413. Januar 20. WH. — Abt Heinrich iIIL) von St. GalkMi erneuert dem 
feter Eminger zu Wilhelms von Bern und dessen Ehefrau „Clauren von Blüniberg* gemeinen 
flamlen auf Grund einer Copie eines Lehenbriefes von Abt Kuno*' die Lehenschaft über den Zehnten 
»nd die Gilter zu Mnudel fingen (Munelfingen), den Zehnten zu Dittishausen (TüHishusen), den 

F knien zu Löffingen und den Zehnten zu Seppenhoven, Peter Eminger nimmt in den Lehenseid, 
Hl er anatait des Abtes von Wilhelm von Bern ^den aid nemen* soll, — Wyl, aand Sebastians des 



M 



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Ueinncb ÜL 1412-1418. 



kuligeii martirers tag, 1413. ^^ITud sind hiebj gewesen Hans Lütold und Antboni die Schenckben, 
rnnen goUshauß dienstleüth, und andere erbar leüth.^ 

« Vfl« IIM. 0«Ub«r SS,, TfL Orkdbcb, tY, fi. 7S4. Nr. »30. 

MbVfiif 81 WIei, W. W. t €. H. — Copie des XVI t Jahrhunderts. — Rege«t! FürKtenberger ürkuödeobucli VI, 
Hr. 79* was Bd. 74 dea Lehenarchiv:*, S. 12^ wonach hier der Text ergöjjxt Ut, 

2549» — 1113, Jantlur 25. -- Verena Nöggerin, Heinrich Krummen des alten Ehewirtin 
Bürgerin zu StOallen, hat nach dem Rat ihres Mannes einen Zins Ton 1 Malter Vesen St Galler 
Mass auf St. Gallen Tag von ihren Gütern zu „Fronakeren*, ihrem freien Eigen, — stossen eiEe^ ' 
seits an die Güter Rudolf Haims, anderseits an die Konrad Hainis» ^die man nembt Kolbrun" -, 
sowie 10/ C. M, auf Martini von dem Gut genannt «Zwisellen, gelegen in Herisower parocij', 
letzteres Lehen des Gotteshauses St. Gallen, an Ulrich Gdssler den älteren, Bürger von St. GalteDf 
verkauft um 15^2 ff -^ CM. und fertigt jetzt diesen Kauf, — St. Gallen, St. Paulus tag, als er ' 
bekehrt ward, 1413. 

Stiuttärctiif StduUea, K^hkr mm SpiUtirfhir, Bi VI, K. 2$S H. — Copie des XIX, Jahrhundert:^. £s ugelu Conrad 
Friederich, Bürger zu St. Gallen, der Schwestermann der Verkg^ufenn, und Heinrich Krumm, 

5J550. 

Abt Heinrich (IIL) und der Convent von St Gallen verkaufen den Portnerzehnten 
zu Uznaeh um 20 Pfund Pfennig den Pflegern des hl Kreuzes in der Leutkirche 

zu Uznaeh, 

Ht. Gallen. 14ia. Februar 1, 

Wir Hainrich von Gundolfingen, bestafeer apt, und wir das cappittel gemainlich des gotzhua 
ze Sant G allen, .sant Benedicten Ordens, in Costentzer bvstuni gelegen, tön kuut allermenklichep , 
und verjechen offenlich mit disem brief: Als daz hailig froncriUz, das da genädig ist, in der lütkilchen ■ 
ze der alten statt ze Utznan und der erber priesfcer herr Hans der BoUinger von Utznan von Otja 
und ünserni gotzhus ze leben hkuä den zehenden, gelegen unib die alten statt ze Utznan, den ni»ü 
nerapt den portenyzehend und den ain portner von reclit lihen sol, — derselb zehend halber mit aUer 
zögehörd zßgehört dem vorgeuanteu hailigen crütz, und daz ander halbtail des obgenanten zeheodei^ 
ouch mit alltir zögehörd dem vorgenanten herr Hansen Boilinger und sinen erben; von demaelljen 
zehenden alleklicb die vorgenanten bed tail jarlieh uff sant Gallen tag, besunder jetweder tail aineiü 
portner git nun Schilling pfenning guter Costentzer müns ze rechtem zins — : sol nienklichen z^ 
wissen sin, daz wir das vorgenant järlich ptenninggelt und zins uß und ab dem obgenanten zehende^ 
und ouch die lebenschaft und njanschaft desselben zehenden und ellü endri ünseri recht, die wir dara»^ 
bisher je haben gehebt oder so Unser nächkomen daran hinnenlhin eweklich iemermer gwinnen köndii 
oder möchtin, recht und redlich für uns und unser gotzhus und für alle unser nScbkomen verkSf 
haben , . . dem vorgeuanteu hailigen crütz ze Utznan urab zwentzig pfunt pfenning guter Costentzel 
müns. Desselben geltes wir gentzlich und gar bezalt und gewert sigen von den erberen Küdolfef 
Cnster, burger ze Utznan, und Rudolfen Waibel von Ahtischwil, pfleger des obgenanten hailigen 
crützes. Mit demselben gelt wir enderi gewiss] gelegeni guter zu ünsern und üusers gotzhus handei 
brächt haben, und davon wir järlich nie nütz und zinsen haben, denne von dem vorgenanten zehen* 
den . , /^ Der vorgenant berr Haus Boilinger und sin erben oder die, denen sy den vorgenanten 




Heinricb IlL 1412—1418. 



9r. 



l»eD zeheuden, iren tail, zftfAgeni, ordnerit oder gebent, söllent ouch nii hinnenthin den vorgenanfcen 
im zebenden ze rechtem aigen haben und den von nienian hinnenthin enpfahen noch ze leben haben, 
Ägen es denne von frigeni, aigeneni willen; doch das er und sin erben nu hinnenthin eweklich nnd 
lieh utf sant Gallen tag von dem vorgenanten halben zehenden dem dikgenanten bailigeu crütz nnd 
tt pflegern, wer die sint oder werdent, geben sol nfin Schilling pfenning Costentzer niüns ze 
tem zins jln allen abgang und nunnrung . . ,*" 
Sant Gallen in ünsenu gotzhus^ an unser lieben FrSweu abent ze der kertzwihi, 1413. 

Iltliii 4rr llrefcgeiBfillÄe riOüfh fr. i — Abdruck: Oeachichtarreund XXXIV (1879), S. 228 if, - Pergament- 
pn»l. Es «igeln Abt und ConTent; beide Sigel hangen, tla« des Abtes iat gan« sserbröckelt. 

S551« — 1413. Fobrnar 5. — Eberhart von Sax (Sagx) nimmt von Johannes Müller von 
(Wila), genannt Häsli» deasen EbetVan Elisabeth nnd Heinrich Metzger von Bürglen 
glon), als deren Fürsprech sein Am mann Wieland vortritt, einen Acker „ob Und er türer feld 
iOBit Ounttensh offen, genant Luckers akker, mit dem wislin und mit aller zügehord" auf und 
hnt damit Konrad Hux (Hiigx), genannt Vinker, von Weinfelden und alle seine Erben, ^si 
ot knappen oder tocbteran**, mit der Freiheit, den Äcker wieder zu versetzen und zu verkaufen 
\ erbem liitan nnd doch gen dehainer ehaffti*. Der Kaufpreis, um den Konrad Hux den Acker an 
gebracht hat, betragt ti ff ^ und lö // ^ C. M., wovon 1 ff 5ß ^ dem Heiortch Metzger für 
e Ansprüche zn gekommen sind. — Sant Agten tag» 1413. 
SiBBlini: le« lilifUrlwheii VeroiDs St flallen. — Pergament- Originaii das Sigel lEl>erharts voa Sax) feiilt 

St552* — 1413. Februar 13. Wil. — Mantz von Wiler, Dienstmann des Klosters St, Gallen, 
iart, dass er von Abt Heinrich (HI.) von St, Gallen mit einem Weingarten zu Bernang, im 
isaenriett* gelegen, und zwei Weingärten zu liebste in, genannt ^zer Wannen" und ,zer Tannen", 
?hnt worden sei, dem Gotteshaus und , Hansen von Asch . • . an sinen rechten nnvergrifleulich^. 
gelobt eidlich, gegen alle Ansprüche auf diese Weingärten sich des Recbies vor dem Abt geniigen 
lassen; widrigenfalls soll er des Leliens verlustig gehen. — Wil, mentag vor sant Valentins tag, 1413. 

SÜftMItlilT &t. üalleD, B. I, B. ^.ft.\. — Fe rgameni- Original das Sigel hilngt eingenäbt, 



P 



msfi. 



^ Renner von Constanz verspricht, um Lehengüter des Klosters St. Gallen in 

k Lüchingen im Streitfall vor dem Abt Recht zu nehmen. 
1413. Felirraar 14. 

Ich Hug Renner, burger ze Costentz, vergicb und tiln kunt,. ,: Als,., abt Hainrich . , . 
*8gotÄhus ze Santgallen Casparn Gnnipost in tragera wis zu ininen banden gelilien bett Hansen 
krgowers göter, in dem Uintal ze Liichingen gelegen, die er ze Martpach mit dem rechten 
nolgot hett^ und dieselben guter darnach von demselben Canparn Gumpost wider ufgenoraen und 
li^C&üraten Gialer, der si ulf dt^r gant ze Martpach koJft hett^ gelihen bett, waz er uns daran 
^*»n rvcht liben soll, daz ich da demselben minem guedigen herren ainen aid zft Got und den bailigeu 
pffiom hüll und och für den obgenanten Cün raten Gisler gelobt und versprochen hau: wär^ ob 
i^ denselben gütern ichtz ze sprechen t hetti oder sprechen wölti, daz ich und onch der egenant 



2ß Heinrich III. 1412—1418. 

CünratGisIer denselben allweg rechtes darumb vor .. . abt Hai nri eben, oder wabin er daz d^nn 
je wist, gestattnen und gehorsam sin und uns ouch desselben rechten söllent lassen benAgen . . . 
An sant Valentins des hailigen martrers tag, 1413. 
SUftnrchi? St. Gallen, F. F. F. 4. A. 5. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

2554.— 1413. Februar 16. St. Gallen. — RüdolfHofakrer von St. Gallen, Frühmesser 
zu Marbach, gibt mit seinem Vogte Wernher Holtzhuser, genannt Keller, von Bütswil (Bötzi- 
schwille) und seinem Fürsprech die Zehnten von den Höfen ,ze Ufhofen, die man nemmet der 
Bettenower höf, gelegen bi dem Watte", sowie die Zehnten von den Gütern «Büblers, Wernhers, 
Stören, Wiprehts und Oprehts", alle zu Gebertswil (Gebraswille) gelegen, die er als Lehen des 
Gotteshauses St. Gallen von seinem Vater ererbt und seinem Vetter Ulrich Ramsberg, dem Gerber, 
Bürger zu St. Gallen, um 47 ff C. -^ verkauft hat, auf an Abt Heinrich (HL), und dieser belehnt 
damit den Käufer. — Sant Gallen, mitwuchen nach sant Valentins tag, 1413. 

Spitalarchif St. Galleo, Tr. E 9, Rr. 2. — Per gament- Original; es sigeln der Abt, der Verkäufer und sein Vogt; die 
Sigel hangen eingenäht. — Dorsualnotizen: Es ist gen an insigel VII Seh. Pfg. Gossow; (mit andrer Tinte): ülrichB 
Ramsbergs etc. 1 fior. 

S555. — 1413. Februar 17. — Burkhart von Helmsdorf verzichtet auf seine Rechte an 
die beiden Brüder Uli und Peter die Tyfer, sesshaft zu dem Töss, die ihm von Abt Heinrich (III.) 
von St. Gallen für 16 ff -^ C. M. verpfändet worden sind, sodass dieselben wieder dem Kloster 
„dienstber und wärtig sin sond mit sturen, mit diensten, mit vällen, mit gelassen und mit allen sachen'^ ; 
auch alle Rechte auf Leib und Gut der Brüder bei deren Leben und nach ihrem Tod sollen wie früher 
dem Gotteshaus zustehen. Die beiden Leibeigenen haben einzig dem von Helmsdorf oder seinen Erben 
jährlich auf Martini 10^ ^ C. M. zu entrichten, so lange sie leben und nicht gelöst sind. Sollte einer 
oder beide vor der Lösung sterben, so hat der von Helmsdorf an die Erbschaft nichts zu fordern- 
Dem Abt, seinen Nachkommen und den Leibeigenen selbst aber steht das Recht der Rücklösung zu 
gegen Erlegung von 1 ff /^ C. M. und zwar 10 ^ -^ »für stürdienst desselben jares" und 10/ ^ 
„ze ablosung". — Fritag nach sant Valentins tag, 1413.'* 

*) Vgl. Urkdbch. IV, Nr. 2243, wo Burkluirt von Helmidorf Abt Kuno gefenQber den gleichen Venicht eingeht, 1401. April 25. 

StiftsarchiT St. fallen, D. D. 1 C. 2. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

2556. - 1413. März 13. Constaiiz. — Bischof Otto (III.) von Co n stanz, Markgraf, gil^^^ 
dem Grafen Friedrich (VII.) von Toggenburg die Elsbetha Briden, eheliche Tochter de^ 
Hans von Mäsnang, Leibeigene des Bistums, die sich mit Konrad, dem Sohn des Uli Kolb von 
Ganterswil (Ganderscliwil), einem Leibeigenen des Grafen, verehelicht hat, in Tausch gegen Ursula, 
eheliche Tochter des Kon r ad Ritter von Helfetswil (Helfenschwil). — Costentz, sant Gregorieo 
tag in der vasten, 1413. 

StiftsarrhiT 2St. Callen, D. D. 2. C. 1. — Pergament- Original; die Sigel des Bischofs und des Oapitels (das seine 
Zustimmung gegeben) hangen offen. 

S557. — 1413. MHrz 16. St. Gallen. — Abt Heinrich (IIL) und der Convent des Gottes- 
hauses St. Gallen geben ihre Einwilligung dazu, dass Hainrich Ehinger, Stadtammann von Co n- 
stanz, eine Vogtei zu Utwil und eine zu Kesswil samt Zubehörden, die sein Lehen vom Gotteshaus 
St. Gallen waren, an die Meisterin und den Convent des Gotteshauses Münsterlingen verkauft hat, 
sodass letztere fortan die beiden Vogteien »für ires gotzhus aigen nutzen und niessen* sollen gegen 
einen jährlichen Zins von einem Pfund Wachs, der je auf St. Gallen Tag an die Custorei des Gottes- 



Heinrich 11!. 1412-H18. 



27 



St, Gallen von den Vogteien zu entricliten ist, imbeschadßt des Wachs'/jnseM, den Meislerin und 
nvent .CLns vorraalz järlich schuldig sint ze gebent*. Sollte die Abgabe des Wachses tob den Vog- 
ien Tersäumt werden und sich so lange verziehen^ ,daz ain zins den andern erliiffi*, so fallen die 
üiden Vogteien ,gantzlich ledig und los'^ an das Gotteshaus St. Gallen zurück. — Santgallen, doustag 
lach sant Gregorien tag, 1413. 

TirgsniitrhfÄ fcant^iiitJirflii?, Abt. liiiistcrlingf lu Lnde 8*, Hr. 17. — Pergament-Origrinal. Es sigeb Abt uuH Convent ; 
beiden Sigeln ist da» erste eingenäht, das zweite» »ehr schlecht erhaltene, das in Bleikapael h^ngt, scheint 
lÜä Abu Igel za sein. — VgL obt*n JüDuar 4. 
1413. Mfirac Ä7» — Vor Kon r ad Ten kinger, genannt Ivtirz, Bürger zu Constanz, der an Stelle de« 
itommapn« öffentlich zu Gericht sitzt, gibt Heinrich Eh in g er, Stiuitsinimann zu Con stanz, mit seinem Ffirsprecli 
i Vogteien %n Utwil und eine Vogtei zu Kesswil, alle drei zur Foate Mosburg gehörig, lait allen Zubehf^rden 
if lu Händen der Frau Agnes von Landenberg, Junker Hermanna Ton Landenberg 8<dig Tochter, ,zu diwen 
maistrin dea closteri? nnd conventa zä Münsterlingen*, und den Convent« dieses Klosters, denen er die Vogteien 
Bi 517 M Heller C. W. verkauft hat. Von den beiden Vogteien zu Utwil i«t die eine , rechte fi-y aigen*, die andre 
die zu Kesswil «ind rechte« Lebten de« Klo.sters St, Gallen und laut einea beaigelten Briefes, den die Mei.'^iterin 
De hat, von Abt Heinrich {HL) uutl d(^ni Convent dpa t"iOttt»iihau«es St.Gallen dem FrawnkloHter zu Milnsterliiigi'n 
unem rechten, redelichen zinsaigen gemachot*. — Mäntag nach dtnu rtunnentag, als man in der hailigen kirchen 
Ocali^ in der vui^ten, 1413. 

Tlrpiiiclli lantiliarfbiv, AM. llluii»lcrlmg*B» Lad« Sß, Sr. 16. — Pergament-OriginaL Es sigeln Komad Tenkinger 
Htfinrich Ehinger; beide Sigcl hangen eingenäht. 

^bl Heinrich (in.) von St. Gallen bestätigt die Freiheiten der Reichsstadt St. Gallen 
nd gibt die Zusicherung, dass er selbst die Bürger für Zins» Steuern, Zehnten 
und Geldschulden nur vor dem Stab oder Rat der Stadt belangen vv^oile. 

^t. Gallen. 1413. April 2. 

Wir Hainrich, von Gottes gnaden beatäter abt des gotzhns ze Santgallen, . . . bekennen iiinl 
iint knnt, • . , daz wir dem burgerniaister, raten und burgern gemainlich der richstatk ze Santgallen, 
fcnsern lieben getrüwen, bestätigot, bevesinot und vernüwet haben, bestatigeni, bevestent und verniiweiit 
ben mit wolbedahteni müt, rechter wissen und kraft dis briefs, nach rät ünsers vorgenanten gotzhus 
iienstlut, alle ir recht, frihaiten, alt, gut gewonhait, handvesten und brieve, die si von äbten oder 
li^gern, ilnsern vorvaren, untzberbracht nnd erworben hfi.nt, und inainen und wellen st bi sölichen 
rra rechten, fribaiten, alten, göteo gewon halten, hantvesten und briefen gantzlich ze bt^li alten und 
keiibea lassen, hn allerlay bindenuiss und ierrung. Och haben wir den obgenanten burgern geniain- 
Sch Her statt ze Santgallen von besunder liebi nnd ir bett die gnad getan und tunt in mit diseni 
krief: also wiiri, daz w^ir jetz oder hienach in künftigen ziten ibt ze Sprech ent beitint oder gewuunint 
iJdehainem burger oder burgerinen besunder ze San tgallen, sy syen jetz ir burger oder si werdint 
loch ir burger, es aye unib zins, unib stür, umb zehenden oder urab geltschuld, daz wir oder unser 
Imptlfit darumb von in recht süllen und wellen nenien vor dem stab oder vor dem rät der statt ze 
fnDtgällen, wedrentbalb wir je denn wellent, und si darumb mit kainen frömden gerichten niht 
iftriben noch beswären sont; es war denn, daz w^ir oder unser amptlüt rechtlos daselbs gelassen 
nnliiit und daz kuntlich wurdi, so haben wir uns selb behalten, daz wir daz recht von den, die (Ina 
ier iinsern amptluten rechfclo.'^ daselbs gelas.sen wurdint, anderswa suchen sont und mugent, da uns 
»denn fliget, ungevarlich. Des alles ze warera, offeni nrkünt so haben wir obgenanter abt Hain rieb 
ß Gottes gnaden des gotzhus ze Santgallen unser äbtlich insigel oÜenlich lassen henken an disen 




HemricU lU, 1412—1418. 

brief, der geben ist in ünsern» obgenankn gotzhus ze Santgallen, nach Crißtx gebürt vierzeheahmhii ^ 
jar, darnach in dem drizehenden jar, an dem snnnentag ze njittervajaten, 

Staäirflii* St fiftJI«]!, Tr II 1, fr. 1?. — Pergament-Original; daa Sigel hILngt offen. 

Im Lehenbuch Abt Heinriebe (IIL) findet sich fotgende Notiz: 

^No{tatidiim): Alz min herr von SantgalleTi ze Santgallen ingeritten ist dominiea Letai^, que fml lecDiAi 
dies Apprilis» bo haut dis nachgesciiribneii irü leben von im eopfangen", — wonach eine lange Reibe aofgvfilhrt wirf. 

Stimircliir SL Galiiii, Lvbtn&reliiv, Bd. 74, S. 99. 

An eine gleichzeitig«.* Copie obiger Urkunde im nöjnliclien Lehenbuch aehliesat »ich folgende Eintragung: 
»Enmornent an dem nientag vor des gotzhus iHenatlüten und andern herren, ntter and knebten, und ril erbttr 
lüten hint die von Santgallen mlnem herren abt Hainrichen disen nachgeschribnen aid geaworn: Ds2 q tief 
Hainrichenf der hie gegenwnrtig sitatt^ abt des gotzbuR ze Santgallen, alz geirüw und al^ hold sin sotit, alz tili 
man ainem herren sol, ainen iind sins gotzhii» nutz und fromen ze furdrent und ainen schaden ze wendent, in gptfid; 
ainea gotxbuB recht ze tünt und ze aagent an allen atetten, da si en gefragot werdent von im ald von sinen amptlöta 
an den stetten« da ai es billich tun eont ; in und sin gotzhus ze achierment, alz Ton alter herkomen ist^ Jn $?evfrd: ! 
wenn ocb der obgenant abt Hain rieh abgät, daa ai denn darnach dem capitel de^aelben got7.bu8 gemainlicb 
8ont untz an ainen ainwelligen abt oder pfleger de6«elben gotzhus ze Santgallen, Si 8ont och »cbaffen, diu i 
ewer; wethi aber daz nit tun wöltint und inen nit gehoraani sin wöltint, die sont si dem abt verkünden, in 
und sont sich denn der nit annenien,* 

Stirt^u-tki? St.^^aKliJi, LffavnirrhiT, U. U, ». S9. 



S359« — 1413. April 3. St* (lalleil. — Abt Heinrich (III.) und gemeiner Convent döj 
Gotteshauses St Gallen geben ihre Einwilligung dazu, dass Hivns Schub von Arbon den Hof zu] 
Kats&enrüti mit seiner Zubehrirde, der sein Leben von dem Ootteshaiiä St. Galleu war, taüschwifi»] 
an die Meisterin und den Convent des Gotteshauses Milnsterlingen abgetreten hat gegen drei Wiesmj 
yjZe Nidren Stainach gelegen, dero man ain nempt des Kitters wis, die andren man nempt iml 
Priesters wiaen und die dritten man nempt der Swein wis, — und stossent ainhalb an Salin luiil 
anderthalb an des von Stainach vv^isen und an des Meilen wisen^ — ; Hans Scbftb gibt diese Wiesen! 
zu Händen des Gotteshauses St. Gallen auf und empfängt sie als Lehen vom Abt, der dagegen denl 
Hof zu Katzenrüti der Meisterin und dem Convent dey Gotteshauses Münsterlingen zu eigen gibt— j 
Santgallen in flnserm gotzhus, mentag nach niittervasten, 1413. 

TurgatiiNfbfK EautftiiNarcliffi Ut. I&istfrlrigfit Lade X11V\ Nr. 7. — Pergament-Original; von den beiden Sigekt 
Abtea und des Capitel» hängt nur noch das erste (offen;* 

Unter dem gleichen Datum «telH Hau« Schupp einen Revers aua, der in «einem Inhalt der obigen Urk 
völlig entspricht. Von den drei Wienen, die er an da« Gotteshaus St, Gallen nufgibt und wieder ab Lehen empflag^ 
wird die eine hier die ,8 tut« wi«e* genannt utatt des ^Prieatera wiae"^; im übrigen stimmen die Beseicbnnngefi üb 
— Santgallen in der statt, mentag nach mittervatiten, 1413. 

Süfttirfbir Stulln CC. C. II. 1. — Pergament- Original; das Sigel hüngt eingen&bt. 

1413* April Ui* — Johan*^ Schub, Burger zu Arbon, überl&est der Meisterin, dem Capitel und di 
KlotterfraocKi so MfiD«i«rIii»gen drei Mntt Kernen Constanzer Mass und IS Seh. F fg. C. W. jährlichen Zinies i 
•einem Hofe zu KatzenrQlif »gelegen an Uttwiler wald by Mos, und den zu disen ziten buwet der Schnider^<v 
Katzenrüti*. im Tautcb gtgiso drei Wiesen zu , Nidren Stainach bi Arbon, zu der hülginen Abe gelegen^' 
ttoneiii aiabalb MoHmllm niid «Mlerthalb an des von Stainach wise —, die man nempt die ainen des Ritters wis| 
die tadfWi 4«f FrJ€il€ri wit und die dritten die Schwinwi« und die auch recht aygen und ingelegne guter 
und tia mm$** Per Zia» int dm KtotUr j« auf St. Martins Tag, mit dem nächsten beginnend, nach Münsterlingen i 
tnlriflliicii} aotli» «fMUl sa itiair Atyrrichtung der Ertrag des Hofes nicht genügen, so «oll dem EH oster der 
IrlrAg «0 luttff fTtiftwritf^ j Mi «i Air tifine Forderung befriedigt ist — Mitwochen vor dem palmtag, 1413. 

UTU^iukm liattmjclll, M. Hütcrlllgcn, Ude IU\, Nr. 8. — Pergament-Original; das Sigel fehlt 



Heinrich lU. 1412— UM 



»560. 

Ehevertrag zwischen Hans Ulrich Estrich von Wil und seiner Gattin Elisabeth 

Lindin, 

St. Gallen. 1413. Hai S3. 

Wir Hain rieh, von Gots gnaden abt dea gotzhus ze Santgallen, . . , tAn kund . . ., das Für 
fins kam unser lieber, getröwer Haun Ulrich Ewtrich von Wil und öffnet vor uns durch den wiaen, 
wolbeschaitl ii en L i e n h a r 1 1- n P a y e r , b u rger ze S a d t g a 1 1 e n , ainen f Ürsprechen , und aprach : die 
erejun fru Elisabeth L i n d i n , Bin elichi wirtin, S t o f f e 1 h L i n d e n säligen von C o s t e n t z wilu nfc 
tlicbi toliter, hetti im ze hainstür zübraht irs vätierlichen cirbes ahthnndert ptutni balier und ir inüter- 
liehen erbes hundert pt'nnd luiUer; zä densidhen nünhuridert pfimd haller wölti er ir wideilegeti uch 
Dfinhundert pfund haller; darzö hefcti er ir ze niorgengäb verhaiasen hundert pfund haller; das wnr- 
dint alles nünzehenhundert pfund haller; dero selben nünzelienhundert pftind haller solti und wölti er 
ai btwiaen und versorgen. Und darunib verpatzt do derselb Hans Ulri ch Estri ch vor (ins,., mit 
fiüserm willen... der vorgenanten fro EliBabethen Lindinen ze rehtem, unabniessendem pfand 
sini reht dez zehenden ze Host disent Bin es und yenent Eines, es sj an kora, win oder an 
iudreo sachen, und sinen kelnhof ze N i d r e n b ü r r o n . , . und sin vogtie ze N i d r e n b ii r r o n , die 
wilunt dero von Hewen was, und och disi nachgenainten sini giVfcer ze Durstödlen, das ist Ffridricha 
?ö^ Begginers göt, Singenbergs gut, das göt genanit Brttnbach, Lütenrieters göt, sinen 
wingarten und torggel und sin ow ze D urstüdlen. Und ist die versatzung beschehen mit sölichen 
flirworten und bedingden, als diser brief aigenlich lütert, das ist also: Gat der vorgenant Hans Ulrich 
Sftrich ab und enist von todes wegen vor der egenanten Elisabethen Lind inen und Ifisset kaini 
Irind hinder im, die von inen zwain persouen konien und geborn sind, so sol und mag dieaelb fro 
Elisabeth Lind in danne , . . vorab und vorua nemen und haben ir verschroten gwand, iri klainet 
und die bett und bettstatt, als si danne bi ainander gelegen sind, und darzft nünzehenhundert pfund 
haller Co stentzer werung; und utnb dieselben nünzehen hundert pfund haller mag danne dieselb fro 
Elisabeth Lind in und ir er!>en . . . die egeseiten gfiter, die ir pfand sind, mit allen iro zftgehrjrdt-n 
innehaben, besetzen und entj<etzen und die niessen als vi! und als lang, bis das inen des egenanten 
Huna Ulrichs Estrichs erben vullenklich und an allen abzug bezalent ze iro banden ze Costentz 
in der statt nünzehenhundert pfund je danne ze Costentz gilter, genger haller oder dafür anderlay 
je danne ze Costentz genger, löffiger münsse, sovil geltes wol wert, und sond damit die vorgeseit 
frtö Ell sähet Lindin und ir erben gantzlich usgeriht sin und Hans Ulrichs Estrichs erben 
m allem andrem übrigen gute, das er danne gelassen hat, unbekümbert lassen und ungehindert, Gat 
aber derselb H a n s U 1 r i c h E s t r i c li ab und enist von todes wegen vor der egenanten Elisabethen 
Lind inen und lasset kiud hinder im, die von inen baiden komen und geborn sind ald von inen 
ftii)ifiiDgen sind und nach im geboren werdent . . ., allediewil danne dieselb Iro Elisabeth Lindin 
kiden kinden belibeu wil ald die kind bi ir, so sol si haben waltent band über alles das, so si und die 
kii»d danne habent, das der ugenant Hans Ulrich Estrich gelassen hat, es sig ligent oder varent 
gut, und ir und den kinden damit das beste werben und tÄn und sol der kinden fründen und vögten 
ÜJr jar ainest aio gantz volkomen rechnung gestatten und tön nmb die zins und nützze derselben g»^ter. 
fieäcbiht aber, das sich dieselb fro Elisabeth Lind in ziehen wil von ir kinden ald die kind von 
ir^ , . , so sol und mag dieselb fro Elisabeth Li nd in danne vorab und vorus nemen und haben ir 
Terschröten gwand, tri klainet und darzü ahthundert pfund haller für ir hainstür, hundert pfund haller 
|IIir ir morgengab und vierhundert pfund haller für ir mannesgüt; das wirdet an gelte drüzehenhundert 



fenricli III. U12--1418. 



pfiiiid baller; darzil sol und mag si och stän ze gelichem kindestail, dero kind siy aines oder me, an 
allem dem husrät , . . und sol damit gantzlicli usgeriht sin und quitt und ledig aller der gülie^ so iri 
kind danne jemaii scbüldig sied. Und umb die jetzerzalten drüzehenhundert pfund baller mag denne 
diesülb tro Elisabeth Lind in die vorgeseiten iri versetzten giiter innehaben, besetzen und entsetzen 
als vtl liod als lang, bis si dero bezalt ist . . .; das mugent ocb ir erben tön^ ob st eni/rär nath den 
Yorgeseiten ir kinden unusgeribtet Und ist dis alles btscbehen . . . uns und unser« nachkomeu um! 
ünserm gotzlius an dem widerkofi' des egeseiten zebenden und an allen andren ünsren rehteß und 
zftgehörden desselben zehenden und der vorgenanten giiter unschädlich und unvergriffenlich» Dereetb 
Hans Ulrich Estrich und sin erhen nnd nachkomen sond och mit dem gelt des egeseiten zehenden, 
m der wider gekoffet wirdet, nihtzit werben noch das verwenden *ln gunst und willen der egeseiten 
iVo Elisabethen Lind inen, diewil dieselb fro Elisabeth ald ir erben, ob si enist, uibt usgeriht 
sind worden nach lut und sag dis« briefs . , » 

Santgallen, zinsiag vor der crützwuchen, 1413. 
Sliltsarf biv st, Qülito, 0. 0. 3. L 4. — P e r g a m e n l - r i j? i n tt 1 ; t^s «igeln der AM und Harn Ulrit^l» F^f rirh ; Md« Sig^l 
bangen eingenlibt. — Rechts nnteit ateht nocb: Joannen de Gonbow. 

141S« ^al Jd5» Ht. Cr allen. — Hans Ulrich Estrich imd spim? Gattin sifhern dorn KloHltr ÖL. tjallf-n 
daa Riickkaufsrecüt auf di'n Zehnten zu Höchst, „wiewol da« 8iyi% dwa ich jetxgonamti Elisabet Lindin miaer 
Widerlegung inorgengäb und andrer sachen bewiset und versorget sije uff den zehenden ae HOhst ob Rinegi^ niwi 
tiff ändri gotler**. — 1*5 antg allen» donstag vor der crütÄwnchen, 1413. 

Süflaarehir SL (j allen, 0. 0. 3. G.^« — Pergament- Original. Ea aigeln Hanis Ulrich Estrich and f^r dessen Gattin 
ihr Oheim Hugo Gnäpser, Bürger zu St. Gallen; heide Sigel hangen eingenäht, 

3561* — liVi, Mal 23, St. Oallf^n. — Abt Heinrich (III.) und der Convent des Gotteahauaes 
St Gallen verkaufen dem „Ulrich Venrr, genant Vogt von Frndenberg, ünsers gotzhus aigeu 
halben keinbof ze Jonswil mit dem zehenden biilben, so darin gebärt; item zebeo scbflpassen halb, 
ze Jonswil gelegen; item die büb ze Bettniw halb; item die hüb ze Scb wartzenbacli halb; 
item den hot" nff Li n lachen halb nnd die miUibofstad ze Obren-Utzwil halb und das aigergeU 
daselbund halb, und wjis zu den vorgenanten gi'itern halber nnd darin gehört, mit allen rehten, nützen 
und gewonhaiten halber, mit gerichteo, twingen und bannen halber und mit allen zögehörden halber** ■» 
um 181 ff ^ CM. — Sant Gallen, zinstag vor sant Urbans tag, 1413. 

Stiftsuehh St. Callfi» B B. 1. D. 4. — Pergament-Original, durch Schnitte ungültig gemacht; die 8igel fehle«* * 
1413» Juli 4» l»¥ilp - Ulrich Venr HttiUt einen Gegenhrief juia, worin dein Aht und Convent das RiicW' 
kanftrecht au gesichert wird mit der Bedingung» daaa der Hfickkauf einen Monat vorher angekündigt und auf den Güter'^ 
errichtete Bauten nach Spruch von Schiedletüen entschädigt werden sollen; erfolgt der Röckkauf nach Johannis, m'^^ 
tiillt der JahreHnutzen noch dem Ulrich Venr zu. Wird die Annahme verweigert, so erlangt der Rückkauf dennoc ^ 
titiltigkeit durch Deponierung ihr 8umme bei der Münze oder dem Wechsel oder dem Rat zu Co na tan», StGalle:^^ 
oder Winteriur. — Wil, in die Hancti üdalrici. 1413. 

StlftÄiirrliil SI tiiilku, Birlitrartliii M. \Uh l W* — Ziembch gleichzeitige Eintragung. — Voran gebt ein undatiertem^ 
8clireil»en, worin , H ii i n r i c h , bestätter abbt zu 8 an t g a li e n " dem Ulrich Ven r mitteilt, da er su dem angekündigt-^ 
Um Hiickkavil des halben K«.4nhofeH äu J ü n s w i 1 ,uf die pfingiät miltwoch nehwt vergangen" nicht in Wil erschienene 
Bei die Summe beim Eat von St. Galleo deponiert, wo er tiie unter Rückgabe dea Kaufbriefes erheben möge, 

25658.— 1413, Mai 25, LichteiiHtolg. — Graf Friedrich (VIL) von Toggenbarg belebnt 

„Ulrich V e n r r , gen an t Vogt von F r ö d e ri borg", in A nseh ung treu er Dien ste mit der Vogtei 
Nochlen „über lüt und über gut, die von üna leben ist und uns langzit ain verscbwigen. verTallen 
leben gewesen ist", mit allen Rechten nnd Ziib**h<>rden. — Liechtistaig, sant Urbans tag, 1413. 
Stüitarfliii iiU (lillen, Tr. ft. 42, »r. t — Pergament- r i g i n a 1 mit offen hangendem, schlecht erhaltenem Sig«l. 




Heinrich IIL 1412— UlK 



2563. — 14I?J. Juni 13. — HansZylier jon Götzis (Getyjs) verkauft mit ^verheiigd' des 
B u r k n r t von R a m a w a g , der/i*it des Grafen H u g o i IIL) von M o n t f o r t von B r e g e n z Vogt zu 
Neuburg (Nünbnrg), an Abt Albrecht (IL) und dessen KloaterSt Johann imTurtal um 13\/a u -^ 
C. M« sein ^aigen güttli , . . in Montigler kilclispell^ gnant in den Inslen in der Hüb, acker und 
irjsen, das ab wilent Hainis Maygera g&t getailt ist und ich von her Ulrichen von Emptz, 
rter, erkoiifil han» — stosset oberhalb an der Mayer veltl, anderhalb an der Clausenen veld, durch 
»bhin untz in desMUtzlers giessen ze ainer sitten an dur herren von Emptz gÄter, gnant Haber- 
rtitii und aber anderaitt an Cänratt Starken gät — ^, wovon einzig jährlich ein ewiger Zins von 
10/ ^ ^unser lieben Frowen sant Maryen gen Kankwil an ain Hecht" zu entrichten ist. — Zinstag 
in der pfingsitwuchen, 1413. 

StifturcliJf St ßllki, R. E. LI 17. — P e r g a m e n t- r i g i n a 1. Für den VerkS-ufer 8ig<?lt von der Vogtei wegen Junker 
Barkart von Bamawag ; das Sigöl hüjigt eingenäht. — Gleichzeitige D ors u a 1 n o t i k : ,^ I n .s td in der A 1 1 a c b '^ , 

2564* — 1413. Jmil 21, Wil. — Abt Heinrich (III.) und der Convent des Gotteahauses 
St.6allet] verkaufen an Bertschin Kramer, Bürger zu Wil: ^dea ersten zwai gfttli ze Iffvrille 
gelegen, die jetz Dietrich G reter buwet, dero jetweders jarklich giltet vier mut kernen; item ain 
gAtli (laselbs gelegen, daz jetz der Saxer buwt, gilt järlich fiiufthalben nuit kernen; item ain gfttli 
daselbs gelegen, daz jetz der Zimbernian buwt, gilt järlich zwen mut kernen, und sehs viertel kernen 
jirlichä geltz von der segen ze Maistershusen und dem götli, daz darzö gehört^, alles rechtes Eigen- 
gut» um 100 rt -4 C. W. . . ,, „die wir allesameu ge]>en habent Wernhern und Albrehten den 
Kellern von Biitzenawille an der verbrieften geltschuld, so wir inen umb körn schuldig warent 
nid Appentzellt'r krieg her.^ — Wil in ünsers gotzhua statt, an ünsers herren fronlichanis aubent, 
1413, 

SÜftiarclil Hl.<JaJ]pii, tt. Ü. Ü. Fisr, I. ir I —- Pergatin-nt- Original; von den beiden 8igeln (des Alites und Conventea) 
fcblt düs ersäte, dtia zweite hiiiigt eingenäht» 

2565. 

Abt Heinrich (IIL) von St Gallen erteilt der Stadt St. Gallen gewisse Rechte und 

Freiheiten für die St Laurenzenkirche, 
J»t.Oalleii. 14ia. Juni 23. 

Wan der lüten hügd zergät und ir leben ende hat, hierunib ist es nütz und göt, waz mau durch 

Got und bessrung tut, daz nians an briefe achribi, umb das es statt belibi. Hievon wir Hainrich, 

von Gottes gnaden abt, und der convent gemainlich des gotzhun ze Santgallen . . , verjehen und 

titnt kunt . . ., daz wir den Ironien wisen» tlnsern lieben, getriiwen dem burgermaister nnd rSt und den 

l'urgeni gemainlich der statt ze Santgallen und iren nacLkomen mit gemainem ainhetligem rit ünsers 

«»piys . . . 8ölich recht, frihait nnd gnad von ir liitkrlchen ze sant Laurentzen wegen, die an ünsers 

)?otihus tisch geainet, gefügt und incorporiet{!) ist, geben und getÄn haben . . .: (1) Des ersten, so 

liaben wir inen hofstatt in ünserm hof geben, dieselben kilchen ze wjttrent in söHcher mäzz, alz si 

die jetz mit ainer mur ingefangen haut, also und in dem rechten, daz dieselb wyttrung armer und 

richer lüten, burger und usslüten^ die in dieselben parocby und kilchöri geboren t, aller gemain sin sol, 

und daz nieraant beüunder in derselben wyttriing dehain aigeuscbaft nit haben sol. (2) Item wenn nnd 

irie dikk es hinfür iemermer also ze schulden kunipt, daz man ainen lütpriester oder ainen helfer uff 

derselben kilchen andren ald ersetzen sol, wie ald von waz sach sich daz denn je füget, für wen denn 



32 



Hemrich Hl. 1412—1418. 



je aiB huqpgnuaiitgr und rii ze Santgallen ainen abt ald pfleget des obgeDant^ii BaMM foldui 
se Sttüigallen, der denn ze den ziten ist, bittent, demselben sol och denn dera^lb wbi ald jiflefer 
allwe^ daaaelb aiii|]^ in allen furzug und widerred lihen und in aim bischoff ze Costentz damff ant- 
wnrten und j i r cecp tieren und darzö tdn, alz ^err es an im lit, daz er darufl^ investiert und best^ttgot 
verdi, in geTärd, (3) Item daz die Ton Santgallen zu den pfr&nden, die jetz in der ofageomUfl 
kiklien gestjft und gewidmot sint, noch wol ain pfründ, wenn si went, in derselben kilchen stiffiai 
tmd widraen mtigent. Und wenn ald wie dikk och derselben pirönden dehaini ledig wirt oder mit ainem 
andren pfrflnder ze besetzent ist, wie ald von waz sach sich daz füget, für wen denn je ain buiger- 
maister and rSt ze Santgallen bittent, demselben soI allweg ain abt ald pfleger des obgenanten Onsen 
gotzhuSy der ze den ziten ist, dieselben pfr^nd an alle widerred lihen und in aim bischoff ze Costentz 
damir preaenttem und, alz Terr es an im lit, schaffen, daruff investiert und bestättgot werden, h 
geTerd; doch hierinne ussgeaetzt des Gösslers pfründ, nmb die es mit dem Terlihen bestän sal in 
sdlicber mäzz, alz dieselb pfrfind von Unserm haiigen vatter dem babst und dem stül ze Rom bestättgot 
ist. (4) Item, was gf^tes, gülten, Zinsen ald geltes jemant an dieselben pfründen geben b&t oder nocl] 
hienach geben wölti, darz6 haben wir ünsern gunst und giHen willen geben und geben och den jete 
also darzö für Uns und alle unser nachkomen in sölicher m&zz, daz enweder wir noch dehain ünm 
nachkamen zö denselben nützen, gülten, zinaen noch gittern dehain vordrung noch ansprach nit mer 
haben s5llent noch wellent, ussgenoraen; war, ob jemant ihtz daran geben ald fügen wölti, daz von 
ünserm goizfaus leben wän\ das sölti derselb an uns ald an unser nachkomen bringen und werben nfid 
denn darniit tun und varen in solicher mHzz, alz er das an öns oder an ünsern nachkomen gehaben 
mtlhti, an gevärd, und och ussgenonien: war, ob jemant dehaini guter daran geben oder schaffen wulti, 
darvon ünserm gotzhus vomialz zins, sturen, dienst ald andri rechtung gtengint, das sölti doch ge- 
schehen also, daz ünserm gotzhus sin zins, sturen^ dienst und rechtung voruss g&n und werden soltint 
und dfLA das ünsenn gotzhus daran unschädlich sin solti, im gevärd. (h) Item, daz ain burgeriDAist€T 
und rät ze Santgallen, wer die je ze den ziten sint, allweg vollen gewalt haben sont, kilchenpflegtfr 
und mesner zfi derselben kilchen ze setzent und ze wandlent, wenn und wie dikk si went ald si not*- 
turftig dunkt. Und waz nützen dieselb kilch an ir buw jetzo hM oder hienach iemermer firewinEet. 
oder waz nützen dem mesneranipt zÄgehörent, und waz och jetz dieselb kilch hüt oder hienach iemer- 
mer gewinnet, es sye hailtum, kelch, gloggen, messgewand, buch, kertzen oder andri stukk und kilchen- 
gezierden, wie daz namen hit, mit denselben stukken allen und jeklichen besunder sollen und wellen 
wir und unser nachkomen nihtz ze sprechent noch ze schaffent haben, an gevärd. Und ist dis alles 
geschehen mit aller gehügd, worten und werken, so nach iinsers gotzhus recht, sitten und gewonbiit 
darzft gehortent und alz daz billich und von recht hinfür iemermer kraft und mäht haben sol und irmgi 
jetz und hienach . . . 

Santgallen, an sant Johans aubent des Töffers ze sunnwendi, 1413. 

SMtirrhiT SifaHcB, Tl IV, fr. 8. — Pergament-Originah hcide Sigel liangnn in Holzkapyeln. 

Hipzu ein Transfix von Bischof Hugo von ConttanÄ von 1506 April 24. mit offen hangendem Sigel, die B^ 
etätigung der obigen Besttmmonj^en enthidte^nd. 

Unter dem gleichen Datum (1413. Juni ^3«) Ktellen Burgenni'iäti^r und Rat der Stadt St Gallen einai 
(legeobrier atis, der obiH:t*f Utk und« clurchans i/ntspricht; einzig flind im fT^ten g die Worte ^borger und usalQten* 
weggela'jBen, und im dritten g steht ^KeNlers* statt ^Gösslers ptnmd*. 

StirtiirtliT St, «allen, Ruhr. Xlfl, fm. f — Copie aus dem XYIL Jahrhund^^rt. 




feil III U125^ 



8566. 



Vereinbarung zwischen denn Gotteshaus und der Stadt St. Gallen über das Ver- 
hältnis der St, Laurenzenkirche zur Abtei, sowie über Besetzung und Einkünfte 

der Leutpriesterei. 
(I^t. drallen«) 1413. Jaul sa. 

Wir Hainrich, von Gottes gnaden abt, uod gemainer convenfc des gotzhns ze Santgallen . . . 

Terjeben und t&nt kunt , . ., daz wir wissentklich und wolbedaht für uns und allts unser naclikoinen 

mit gemaineni ainhelligem rät ünsers capitela mit den fronien, wisen^ üiisern besunder lieben, getrüwen 

burgermaisier, raten und den burgern gemainlitb der statt zeSantgallen von ir lütkilcheu wegen 

seSantLaurentzen, die an ünsers gotzliiis tisch geainet, gefügt imd iucorporiert ist, diser nach- 

gesehribneii stukken über die gnaden, frihaiten nnd rechten, so wir ineu von dei-selbeu kilcben wegen 

och jetz mit ünserm brief getan nnd geben bänt, lieblicli und früntlich überkomen sint, ze verkoment 

und ze wendent sölich zwayung, späni nnd miashclliing, so vormalz dikk ntigestanden und gewahsen 

«int zwischant Uns und den von Santgalleu von derselben kilchen wegen; (1) Des ersten, war oder 

birschäcb, daz zft der verainung und incorporation derselben kilcben an ünsers gotzhus tisch furo ihtz 

oQtz ald notturftig wäri gegen jemant ze tönt ald ze werbent, daz wir und unser nachkomen daz allweg 

wol tön und werben mugent in ünserm kosten und flaz die von Santgallen iren gunst, rät nnd willen 

darzö geben und och ir fürdrung darzö tun sont, ungevarlich. (2) Item, waz stössen ald zösprüchen uns 

ald ünsren nachkamen ald linserm gotzhns hinfür von derselben kilchen wegen von jemant geschäbint, 

daz wir ald unser nachkomen die allweg in ünserm kosten verstau und versprechen söUent und daz 

die Ton Santgallen nit gebunden sin sout, des dehainen kosten ald schaden ze liabent, an gevärd; 

doch sont si allweg iron gunst, willen nnd rät dai*zü geben und ir fürdrung darzö tön, wie daz denn 

j«j nach dem besten und nach dem rechten versprochen, gehandlot und geschiennt werdi, hn geverd, 

(3) Item, daz jeklicbem liitpriester uü" derselben kilcheiu wer der je ze den ziten ist, und sinem belfer 

I In üusiüT und Üuserr nachkomen sunien und iorren volgen und werden sont dia nach genanten järlichen 

zins an kernen, an gersten, an honan, an nussen und an sclrnntltz von den nachgescbribnen gütern : 

I dea ersten zwen mut kernen vom Brand, die gent jetzBürkis sün von Rüti und der Sc b edler; 

item ainen mut kernen ab dem Tan am Rodmonten^ den git jetz Hans Ortwin; item ain viertel 

kernen von Minder tan, daz git jetz Hans Varenhüler; item ain viertel kernen ussern Geren 

ob Spital er ho Uz, daz git jetz Eberli von Loch; item fünf vierdung kernen von Rüti, die git 

jeti Hans Harsch usser Tuffen; item ain viertel kernen ab Locherataig, daz git jetz Uli ira 

Rain; item ainen mut kernen ab Kolen, den git jetz ßödi Low; item ainen mut kernen von 

^ i de r 1 o c h , den git jetz Hans S p i c h e r m a n ; item dry vierdung kernen von Wai b e 1 so w , die git 

ietiCüni Bregentzer; item anderthalb viertel kernen von Rüti, die git jetz Uli von Laidra; 

itam sehs viertel kernen von Rüti, die git jetz Haini Valk; item zwai viertel kernen, aines dritten 

tjiila minder, von der Egg zum Lorböm, die git jetz Uli Oa isser; item ainen mut kernen, aines 

Herdungs minder, von Hansen S taigers gfltern ze Rota, die git jetz deraelb Hans Staiger; item 

ajneö mut kernen von Stülegg, den git jetz Steffan am Berg; item aber ainen mut kernen ab 

Siölegg, den git jetz der Hertzog; item aber ain^n mut kernen ab Stülegg, den git jetz die 

irittuw; item zwen mnt ntiss von Stegen; item ainen mut gersten und ainen mut nnss von Schönnen- 

Aofen; item zwai viertel bonan, gent die Locher ze Wiger; item ain vier[t]el scbmaltz, gent die 

Wetter ab der Staig. Derselben vorgeschribnen zinaen ai och von derselben kilchen benögen sol, 

Intid sol inen darzft volgen. beliben und werden alles oppfer und och darzö alle ander nütz, die ander 




34 



Heinrich IH. 1412-1418, 



liitpriester derselben kilchen voniialz ingenonien haut, die xfi demselben lUtpriesterampt gehörent, b 
alle gevärd; und daz iiiis, Onsren iiacbkomeii uod ünserm goizliuö dtiz Übrig alles, so zu derselben tilcW 
gehört, Bllweg gantzlich volgen» beliben und werden sol an ains lötpriesters und sins helfers sumea, 
ierren und ansprach, iingevarltch. (4) Item war 5ch, daz ain abt des obgenanten iinsers gotzhus le 
Santgallen abgiengi und ain andrer abt gesetzt wordi oder daz ain herr die abty anvieli und dii 
nit enhaimsch ze Santgallen wärint, oder ob tinserm gotzhus ain pfleger geben wurdi nach aii» 
abts tod oder bi ains abtz leben, daz ain burgermaister und rät ze Santgallen, welhi denn je 
den ziten sint, denn allweg, wenn und wie dikk daz also ze schulden kumpt, gewalt haben sont 
Unser und Qnser nachkonien sunien, ainen lütpriester oder ainen helfer und die pfrönder z& der ol 
genanten kilcheOf die ze den ziten ze wandlent oder ze ersetzent sint, ze wandlent und ze ersetzent 
untz an ains bestäten abtes oder pflegera zökunft. Denselben abt ald pfleger si denn fiir dieselben, 
die Bi dazwischent gesetzt ald gewandlot h&nt, bitten sont, und der sol inen och denn an alleu fönug 
und wider dieselben änipter ald pfründen lihen nnd si daruff ainem bischoff ze Costentz preseatiei 
und, alz verr es an im lit, wer1»en^ daz si daruff bestättgot und investiert werdint, in alle geven 
(5) Item, wedra tail och dis vorgeacbriben «tukk oder die stukk, so in dem gnadbrief, so wir inen oi 
jetz von der obgenanten kilchen wegen geben hänt, geschriben atänt, jetz ald hienach bestätigen w! 
von dem hailgen stül ze R6m, das sol und mag er in sinem kosten tön in des andern tails ki 
und schaden, 5n geverd. Und sol aber jettwedrer tail sinen gunst und willen darz^ geben und di^m 
andern tail darzü getrüwlich beraten sin und fürdruug tun, an gevärd . . . 
An sant Johans aubent des T6ffers ze suunwendi, 1413. 



StftdtarflilT St. Gallen* Tr. XV, Sri. — Pergament- Original; die S}ge\ von AU und Convent hangen beide woW- 
erhalten in Hobkapi*eln. 

Hiezu ein Transfix von Bi^cliof ßngo von Constanz von 1506, April 24„ mit offen bangendem Sig^i Def, 
Bischof beMtätigi die obigen Vereinbarungen: „articulo in dieta littera comprebenso. de porcione congma vicario pff^ 
tempore dicte ecclesie »ancti Lau rencü assignanda sonante, damttixat eicepto, quam(!) non approbamu», sed vohmi 
vicario pro tempore eiusdem ecclesie de ilUu« fructibus et proventilnis, ut illi et eins aubditia in divinis et anii 
cura providere s*?qne congrue et honeste ^^uatentari (!), bospitalitatem tenere, iura epiacopalia et archidyaconalia soIt* 
et alia aWn racione *»iuadem ncclesie incumbentia onera snpporlare possit et valeat. portionem eongrnam asdgnari, ä 
qua si defecerit, nobis et «ucc^^a^ioribn« noatris vel nostro ant eorundem in flpiritualibus vicario generali porti< 
eongrnam et decentem eidera vicitrio depotjindi exprease reaervamus tacultatem." 

2567. — 1413. Juli 10. LiehteilHteig* — Vor Uudolf Win garte r, Amraann des Grafei 
Friedri ch (VIL) von Toggeuburg^ verzichtet Ci'^nzli Schob von Garns zu Händen Abt Hein^ 
richs (IIL) und des Gotteshauses Sl Gallen um 3 ff ^ C. M. auf 00 Käse jährlichen Zinses nnd Geld« 
,die gant von der alpen zePlis^ ze der Wild en bürg iniTurtal gelegen", die er seiner Zeit vü 
E g 1 i selig dem Jüngern von A 1 1 s t si 1 1 e n gekauft hat, — L i e h t e n s t a i g , mentag vor sant Margrethä 
tag, 1413. 

Stitliarflih SiQdbn^ll. ^. II. f. — Fergament-Original ; ein Brucbstück des Sigela hILngt eingenäht 



n 



mm. 

Richtung zwischen Appenzell und Kaspar von KHngenberg. 
(Zlirleli.) 1413. Juli 24, 

Allen, die disen brief sechent oder hören t lesen, k finden wir der hurgernieister und der rit der 
statt Zürich unib die zösprüch, stösse und niissehellung, so der from vest Caspar von Klingen- 




Snrich III. 



berg zö einem t^il und die eibern, wisen dpr amman und die lantlüt des landos Appanzelle an 
dem andern teil zö enander gehept hant, besunder von der zwelff niarch Silbers jerliches geltes wegen, 
so der obgenant Caspar von des heiigen richs wegen ufl* dien von Appanzelle, dien von Huut- 
wil und uff den andern telren, so zu inen gehürent, bette, als inu dieselb jerlich giilt ankörnen ist 
von dem fromen vesten ritter hern Albrecht von Bürgleu etc, als das allea die brief wisent und 
ent, so darumb besigelt sint; derselben jerlicheu gült aber der vorgenant von Klingen berg nach 
ler klag lang zit ussgelegen und unbezalt ist, daninib ouch er die vorgenanten von Appanzelle 
etwevil zites mit lantgerichten und mit andern Sachen bekümbert und angriffen hat; in dien obge- 
nanien sachen wir uns z wusch ent beiden teilen so verr gearbeit und unser vermngent getan haben, 
das der vorgenant von Klingenberg und ouch die von Appanzelle durch ir erber botschaft l)eid 
teil mit enander ze Baden in der statt einen frünilichen tag geleisted hant, dabi ander herren und 
btderb lllt und ouch unser erber botschaft gewesen sint; dieselben erbern liit und ouch Unser botschaft 
sich under dien sachen zwüschent dem obgenauten von Klingenberg und dien von Appanzelle 
geleit und als verr gearbeit hant, da[s] si ze beiden siten der vorgenanten stössen und züsprüchen hiter 
und gantz uff uns den vorgenanten burgermeister und rät Zürich gangen und komen sint mit sölichen 
Worten: Was wir sprechen, Jas die von Appanzelle dem vorgenanten von Klingenberg zu acht- 
hundert guldin und under zechenhundert guldin für die vorgenanten zwelf niarch silbers jerlichs geltes 
für all versessen zins, für all ansprachen und für all sachen geben und usrichten süllent, das si ze 
beiden siten nu und hienach dabi beliben, w&r und stat halten und volflren wölten, und sölte ouch 
darzö der vorgenant von Klingen berg die obgenanten von Appanzelle An allen iren schaden und 
costeu usser acht und bann schaffen und si von den vorgenanten gerichten ledig machen in sinem costen, 
und sölte ouch er daruf alle die brief, so er von der vorgenanten jerlichen gült wegen inhat, es sye 
von Röraschen keisern oder küngen^ und darzü alle die brief, so er über die obgenanten von Appan- 
zelle mit deheinen gerichten ald süss in dehein wise erlanget hat, gentzlich herusgeben, an geverd. 
und von der vorgenanten beider teilen ernstlichen bette wegen und ouch darumb, das nicht ergers 
von dien sachen ufstand, so haben wir die obgenanten der burgermeister und der rät Zürich die sach 
also uff uns genomen, sagen und sprechen ouch herurab us, das die vorgenanten von Appanzelle 
dem egenanten Caspar von Klingen berg für die obgenanten zwelff march silbers jerlichen geltes, 
für all versessen zins, für all vordrung und ansprachen, so er darumb zu inen gehept hat, und für 
allen costen und schaden, den er hievon hat enpfangen, geben und usrichten süUent achthundert guldin 
und fünftzig guldin Kinscher gftter und geber an gold und an gewicht. Dassel b gelt alles süUent ouch 
die von Appanzelle im und siuen erben richten und weren hinnan zö dem nechsten sant Nyclaus 
tag, 80 DU schierest kunt, 5n allen fürzug, und süllent im dis gftt alles geben und antwürten hie Zürich 
in üoaer statt an unser statt Wechsel; do sol und mag es dann Caspar von Klingen berg oder sin 
erben ald ir gewisse bottschaft nenien illr menliches verbieten und verheften, an widerred, an geverd* 
Borsü sprechen wir us, das der jetzgenant von Klingeiiberg die vorbenanten von Appanzelle 
geDizlich in sinem costen und h>n allen iren schaden unverzogenlich usaer acht und bannen und von 
allen gerichten, darin er si von diser sach wegen bricht hat, tun und lösen sol, und was briefen er 
berumb Über si erlanget oder süss von diser sach wegen innhat, als hievor ist bescheiden, dieselben 
Urief alle sol er gentzlich herusgeben ze gelicher wise, als das ze Baden uff dem egenanten früut- 
liehen tag beredt und dis sach vertädinget ist, als vorstit. Dieselben brief ouch der egenaut von 
Klingen berg jetz herusgeben hat. Were ouch, das nu oder hienach dehein brief von diser vorge- 
QSfiten jerlichen gült, von acht oder von banne wegen, die dis sach anrürten, hinnetihin iemermer 
Inilden wurden, dieselben brief alle und ir jeklicher besunder süllent gentzlich tod und ab sin und 




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^Sm 



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3 6 Heinrich lU. 1412—1418. 

enkein kraft haben, und süUent den vorgenanten von Appzelle(!) noch Iren nachkomen kein schaden 
noch gebresten nicht bringen in dehein wise, &n all widerred, &n geverd. Und stillent ouch hiemit 
dis Sachen ze beider sitt luter verriebt, verslicht und enrander(?) gut fründ sin, an alle geverd. Und 
herüber ze einem ofiPenn, waren urkund aller vorgeschriben dingen so haben wir die obgenanten von 
2 ü rieh unser statt insigel an diser brief zwen gelich, uns und ünsern nachkomen unschedlich, offen- 
lich gehenkt, die geben sint an sant Jacobs abend des heiigen zwelfbotten, do man zalt von Cristus 
jreburt viertzechenhundert jar, darnach in dem dritzechenden jare. 

Luiesarellif AppenuU LR., A. III, Ir. IS ui 24. — Abdruck: Zellweger, Urkunden I. 2, Nr. 218, S. 248. — Zwei gleich- 
l«*utonde Pergament-Originale mit offen hangenden Sigeln. 

Dioaem Schiedspruch gemäss entliess Caspar von Klingenberg die Appenzeller aus der Acht wie folgt: 
1413« Anflennt 11« — Ich gräf Herrn an von Sultz, hofiichter ze Rotwil, von mins gnedigen herren 
dt^s Ki^mschon etc. künig Sigmunds gewalt an siner stat, uf sinem hofe ze Rotwil, vergich offenlich und tun knnt 
ttiongHohcm mit dinem brief, daz ich die anmannen und alle mansnamen, die zu iren tagen komen sint, der teler 
X |i|MMi»ollo und Huntwilre und alle die, die in die vogtye zeSantgallen gehörent, usser der auhte des hofes 
«o Kotwil gel&Hson h&n, darin si get&n hatt der edel Caspar von Clingenberg, län und künd ouch si danis, und 
atiut vHU'h Hl allo ab dem auhtbüch des hofes ze Kotwil getilget und abgeschriben mit willen und gunst des egenankn 
1* ^a»\»t^rt« von (Mingonborg, wan si im umb sin Zuspruch, die er zu inen hatt und darumb er si geäht hatt, gnug 
l<»t^tj^i^ hJiud. Und danimb von des obgenanten mins gnedigen herren des Römschen künigs gewalt so künde ich die 
o|Ct*«*Mitvn von Appenzell und von Huntwilre und ouch alle die, so in die vogtye ze Santgallen gehörent, 
^iimUvv uiul Hunieni UHsor dorn unfride wider in den fride und verbüt si iren vigenden und erloub si iren fründen. Mit 
uvlk^tt^^^ uiul krntt dJH liriofs, der geben ist mit des hofgerihtz angehcncktem insigel am nehsten fritag nach sant Lau* 
vvikoioH ttt^ de» haiigen martrers, anno domini MCCCCXIll. 

liiilMirtMtf <>»f mll I. B., A. I. Mr. 16. — Pergament- Original ; das Sigel ist abgefallen. 

üKIHtl« ■ I41S. August 4. WIl. — Abt Heinrich (III.) von St. Gallen erneuert der Frau 

|i;txbciK von llosonborg, Rudolf von Rosenbergs Ehefrau, an deren Stelle vor ihm Heinrich 

v\>a t^l^l^Mi» llofiuniuann zu Wil, erschienen ist, die Lehenschaft über den Hof „ze Nideru Aich 

Ulkt ^*tK^fc' ii\>{\>hrtnl . . ., alz ob si ain man oder ain knab sye*. — Wil, fritag vor sant Oswaltz tag, 1413. 

"^ilitolh $1. M\tJk, Tr, D. 28, Nr. 7. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1 mit offen hangendem Sigel. — Vgl. unten 1414. 

85V0. 

KO»üg Sivinuuul bestätigt die Rechte und Freiheiten der Stadt St. Gallen. 

Cur. 1413. Aofinnst 22. 

Wn ^kk^uiuu^l» von Gotes gnaden Römischer kung, . . . bekennen und tun kunt . . .: Wann für 
,^v <v^u»cu lüt \loi' oi>*HUU^n burgermeister, rate und bürgere gemeinlich der stat zu Santgallen, 
^^1^4 .^uU vJw vichn UoIm^u getrüen, erber und mechtige botschaft und uns diemietiglich gebetten hat, 
;j^ A.i .i\H^i«r4tK'a bui^i^nuoiwter, reten und burgern der stat zu Santgallen alle und igliche ire gnade, 
(xJbuW^ u'Wx guW gi^wonheite, brieve und privilegia, die sy von Römischen keysem und klingen, 
^aiÄM ^ciWUu mk vl\^ riisho, erworben und herbraht haben, zu bestetigen gnediclich geruchen: des 
^i« .^y^'«^4)K'U 5i\4ich ire diemietige bede und ouch ire stäte, willige und getrue dinste, die sy und 
%jik%i!i»«k *wi*4H'« VN»*'<Wru an dem riche alleczyte unverdrossenlichen und getrulichen getan haben und 
:,*i.^ ii»iu iwhc tV«^^ tun sollen und mögen in künftigen czyten, und haben dorumb mit wolbe- 
**aiv% ^hHMU vhU* \i unterer fursten, greven, edeln und getrüen und rehter wissen den vorgenanten 
iu« tvWM ^^^i^ bürgern der stat zu Santgallen, iren nachkomen und derselben stat alle 



Heinrieh III. 1412-1418. 



37 



und igliche ire vorgenanten giiade, fryheite, rehte, gute gewonheite, brievi? unä privilegia, wie die von 
wort« zu Worte luteiid und begritfen sind, die sy von den eg<manten imsern vorfani Römischen keysern 
und kungen erworben nnd redlich lierbmclit haben, gnediclich beste tigt, veriiewet und lievestnet, be- 
stätigten, vernewen und Ijevestiieo in die ouch in kraft diß briefs und Röinisclier kunglicher mabt- 
folkoraenheit und nieynen und wollen sy daby gnediclichen handhaben, schirmen und lieliben lassen» 
Tnd gehiet^'H ouch darmnl* allen und igliclien fursteu, geiKtncheii und werntlicheu, greven^ fryen, rittern, 
kuecbten, landrichtern^ ricbtern, vogten, amptluten, burgermtvistern, reten und bui'gern aller und iglicher 
Kkete, merkte und dorfere und sust allen andern unsern und des richs under tauen und getrilen ernst- 
lich und vestiglich mit disom brief, duz sy die vorgenanti*n von Saut Gallen an den vorgenanten iren 
gnaden, fryheiten, rebten, brieven^ Privilegien nnd guten gewonheiten nicht bindern oder irren in dheio 
wiß, sunder sy daby gerulirben beliben lassen ^ als lieb in sey unser und des richs sware Ungnade zu 
rennyden. Mit urkunt diiJ briefs, versigelt mit unserer kunglicher uiaiestat insigel, Geben zu Cure nach 
CrLsLs gepurt. vierczenhuudert jar und darnach in dem dreiczehenden jare, des nehsteu dinstags vor sant 
B&rtholoines tag, unserr riche des Ungrischen etc. in dem sibenundzweinczigisten und des Eöniischen 
m dem dritten jaren. 

SUItirrllit St. 6a|}4>D, Tr. I., Rr. ^. — Regest : AUnaann, Die Urkmiden Kaiser *Sigmuiids, Nr. 642. — Perg^ament- 
Original mit tadellos erbalt^^nem Sipel (HefFner Nr, 124, Tafel XIV Nr. 98) aJi blau-roter Seidfioyehnur. — Kanzlei* 
Buterfertigung: Ad laandatum domini regia JohaDaes Kirchen; Registraturvermurk: Riegiatrata). 

Vidimu« des Landgerichten im Turgaii, ziristag näeh linder lieben Frowen tag zu der liochtmizz, 1416, — doa 
Hofgerichte« von Rotwil, sanfct Kiitherinen aobend. 1417 — d«ti Landgerich t<^fl zu Hankwil, mittworhen nach sant 
Andres tag, 1423, — des Landgm-ic-htes »a StüHngen, mentag nach «antt Hilariens lag, 1425, — des tandgerichtes 
in Klettgau, ^ant Johnnn^ aiiliend zc .sunwenden^ 1428. 

ItalUrtIlif St.tiallen^ Tr. III, Nr. m, m, M-U, 

^71* — 1413. Aue^ust 36. Lindau, — Abt Heinrich (III.) von St. Gallen leibt dem Konrad 
Hä i n t ze 1 , Bürger zu L i n d a u , und dessen ehelieher Wirtin^ Elisabethen N i e i s t a i n i n , die eine 
Hälfte deü Gutes zu Tegerstain, die andere Hälfte aber dessen Schwest-ern» Annen und Ciaren 
ieti Hai ntzl inen, zu gleichen Teilen, und verleiht den drei Frauen d»is Uecbt, die Lehen zu gemessen, 
uls ob sie Männer oder Knaben wären. — Lindau, dienstag vor St. Micbelstag, 141 B. 

ütidtiirrliii Liitdat, Mu. iflii ff<il%. Bt^nsberg über die Lindauer Geschlechter. — Hege 8 1: J. Würdinger, Urkundenaasziige 
i.<Jetch, d- Stadt Lindau (Schriften d. Ver. t Gesch. d. Bodensees, Heft III, Anhang) S, Öl. 

!%572. — 1413. August *38. €lir, — Köaig Sigmund verptandet dem Eber hart von Kam s- 
ffn^ den Hof Kriesser n, die Fähre zu Blatten und die Vogtei zu Waldkirch. — Feria secunda 
post Bartoloniei, 1413. 

L I. L Haut-, Hör imd StaatiarettlT Wien, Kfkht-Eegittratlir F. 62^ — Hege^it: Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds, 
Xr.^4^ — KanrJeianterfertigung: Joliannes Kirchen. 

S57ä. 

König Sigmund belehnt den Grafen Friedrich {VII.) von Toggenfourg mit der 

Grafschaft Toggent^urg und seinen übrigen Reichsletien. 

Cur, 14ia. Septeiul^er !• 

Wir Sigmund, von Qotes gnaden Romischer kuug, , . , bekennen und tun kunfc , . ,, daz für 
Ulis komen ist der edel Fridrich, grave zu Tockenbu rg, unser und des ricbs lieber getrUer, und 



38 



Heinrich l[I 1412 -1418. 



hat lins dieniietiglich ^bett^ü, dftz wir im die grofschaft ( !) zu Tockenliurg und alle andere gr^/I 
schefte oiid hGi^chefte, dit» sin vordem und er bißher gehebt und herbraclit haben und die fon ans 
und dem heiligen riebe zu leben rüren, zu veiiilR-n gnedielich geruchen. Des haben wir angesehen so/irA 
sine Torgenant bede und oucb getrue und willige dinste, die sin vordem nnsern vorfarn an dem ricAe 
oft und dicke uoverdrossenlich getan haben, derselb Fridrich uns und dem riebe tegliehen t^t uml 
fürbaß tun so! und niag in künftigen czyten, und haben im doruuib die vorgenant grafjjchaft zu Tockt^iu- 
bürg und alle andere sin grefschefte und licrHcbefte mit alten und iglichen iren fryheiten, eren, niitacn. 
rehten, gerihten, czwiugeu, beiinen und zugehorungen, woran oder wie die genant sind, und raiiiJlGuj 
dem, daz wir irn von rechtes wegen doran lyhen sollen und zu verüben haben, gnedielich verhhen ojid 
verleüieu im oucb die von Römischer kungbcher mäht und reht^^r wissen in kraft d iß briefs, doch nn- 
schedlich uns und dem riebe an unsern und «ust yderman an sinen rehten. Und der vargenant Fridrich 
hat ouch uns als einem Römischen kung doruf huldung getan mit gelubde und eyde, ak gewonbch und 
billich ist. Mit urkund diß liriets, versigelt mit unserm Römischen kunglicbeu anhangunden im^l 
Geben zu Cur, nach Crists gepurt vierczeiibuudert jar und dornach in dem driczebenden jare. nn sant 
Gilgen tag, unserr riebe des Uogrischen etc. in dem aibenundczweinczigislen und de,s Römischen in dem 
dritten jaren. 

StiflSitrchil M.Gafien, B. B. l i IL — Regest: Altmnnn. Die Urkunden Kaiser SigmnndB, Nr 679, — Fergtüiat' 
Original mit offen hangendem iSigel (Heffner, Nr, 1*30, Taftl XIV, Nr. 105}. — KanEloiunterfertigung: Admto- 
datuiij domini regi» Jobannee Kirchen; BegiBtraturvermerk: R. 



i 



3574* — 1413. September 3. Cur, — König Sigmund verleiht auf Bitten der Stadt St. Gallen 
dem Domcapitel zu Cur 12 rheinische Gulden von der jährbcben, auf Martini fiüügen Reicbssteuer A^ 
Stadt St. Gallen, wofür das Capitel, so lange er lebt, am 30, November und L Mai zwölf Messen ab- 
halten soll. — Cur, 3. die Septembris^ 1413» 

I. I. L Hnai^ M- und StuitÄarchii Wlfn, R^iths-RfgiRlriliir E 56^ — RegeHt: Altmann, Die Urkunden Kaiser Signrnn«^^' 
Nr. 682. — Kanzleiunterfertigung: Äd mandatmn domini regia Johannes Kirchen. 



%575. — 1413. iSeptember 5. Cnr. — König Sigmund weist die Stadt St. Gallen an, i^^^ 
auf MaHini fälHge Keicbayteuer an Johann Fr id inger zu zahlen. — Cur, die Marti.s ante nativitaC^ 
Marie, 1413. M 

I. D. k. Iltua-, llvf- und Ktutiarfhii Yim, Rrlclis-Rf^iMtrilir K tl^ » Hegest; Altmann, l>ie Urkunden Kaiser Sigmund 
Nr» 714. Kanzleiunterfertigung: Ad mandatura domini regia Johannes Gerße. 



I 



2576* — 141S. September LS, Cur, — Kaiser Sigmund nimmt der Stadt Constanz 21 
Liebe» welche im Appenzeller Kriege grossen Schaden erlitten, die dortigen Juden Isaak, Hye 
Gottliebj Salman, Lazarus, öutlen, Löwe, Abraham, Samuel, K irsman, Aron, die JüdirtT 
Rösel und deren Familien, welche sich ,iz in umjern und des ricbs diensten undertenikclichen bewlset? 
haben*, in den lieicbsschutz, erlilsst ihnen auf 12 Jahre den goldenen Opferpfemiig und die halbe Juden- 
steuer, doch unschädlich der Stadt Constanz; auch .sollen sie von anderen Steuern frei sein, von den 
Judenmeistern nicht gebannt werden, nur vor dem Gericht zu Constanz zu Rt^cht stehen dürfen; ihr 
Schutz wird dem Landvogt in Seil walten übertragen, — Cur, fritag nach cruzs tag exaltationis, 1413, 

K. B. k. Ums-, M' und Staatiarrliif Wm, Rrich8-R<?gi»tnitBr E S2^ ntd ß8^ — Regest: Ältmann, Die Urkunden Kaiser Sig-^ 
munda, Nr. 736. — Kanzleiunterfertigaag: Ad mandatum domini regit Michael d(' Prieat 



Heinrieh IIL 1412-1418. 



39 



2577. 

König Sigmund bestätigt die Rechte und Freiheiten der Stadt WiL 

Cur. 14121. I^epteiuber 17. 

Wir Sigiuund, von Gotes gnaden Römischer kung, . . . bekennen nnd hm küiit . . .: Wann für 

ttus komen ist der ersanien schnltheissen, rate und bürgere gemeinlich der stat zu Wile, unsur und 

des reichs lieben getruen, erber und mechtige bütschaft und uns diemieiicleich gebetten hat, das wir 

den.selben scbultheissen, reten und bürgern der stat zu Wyle rJle und igüche yre gnade, frilieite, rechte, 

gute gewoiiheite, brieve und privilegia, die sy von Romischen keisern nnd kungen han[d], und besunder 

in rechte und gewonbat, als sy die berbracht haben, czu besietigen gnedicleich geruchen: des haben 

wir angesehen solicb dieniietige bede und ooch yre stete, wiUige und getrue dienste, die sj und yr 

vordem unsern varfarn an detn reiche allczite unverdros,senlichen und getruHchen getan haben und uns 

und dem reiehe fürbaß tun sollen und mögen in künftigen ziten, und haben dorumb mit wolbedachtem 

mute, gutem rate unser fursten^ greven, edeln und getruen nnd rechter wlßen den vorgenanten scbulfc- 

heissen, reten und burgern der stat zu Wyle^ iren nachkomen und derselben stat alle und iglicbe yre 

vorgenante gnade, friheite, reclite, gute gewonheit^, brieve und privilegia, wie die von worte zu worte 

lut^nd und l»egi*ifFen .sind, die sy von den egenanten unsern vorfarn, Romischen keisern und kungen, 

redlich erworben und btn-b rächt haben, gnedicleich bestetet, vernewet und bevestnet, bestetigen, vernewen 

und bevestnen in die ouch in craft diss briefs und Römischer kungieicber niacbtvolkomenbeit und 

mögend, meinend und wollend sy daby gnediclichen hantbaben, schirmen und beliben lassen und gebieten 

ouch d;irumb allen und iglichen fursten, geistlichen und werntleichen, graven, fryen, ritteren, knechten, 

laudrichtern, richtern, vogten, amptleuten, sehultheissen, reten und bürgeren aller und iglicber stete, 

merkte und doi^ffere und sunt allen andern unsern und des reichs undertanen und getruen, ernstleich 

ond vesticieich mit disein brief» das sy die vorgenanten von Wile an den vorgenanten yren gnaden, 

friheiten, rechten, brieven, Privilegien und guten gewonheiten nicht hindern oder yrren in dhein wyss, 

sunder sy daby gerulicben beliben lassen, alß Heb in sy unser und des reichs sware ungnade zu v[er]- 

miden. Mit urkund diß briefs, versigelt mit un^er kungleicher majestad insigil. Geben zu Cure nach 

Cri«ti gepurt vierczebenhundert jar und dornach in dem driecz[ehe Juden jare, an sant Lampertes tag unserr 

reiche des Hungrisclu'u etc* in dem sibenundezweinczigisten und des Romischen in dem dritten jaren. 

Stirftarrkiv Hib Hrhitbl I, In 4. — Pergament- Original; das groBse, etwas beschädigte Sigel (Hefner Nr. 124, 
TaCXIV. Nr. 98) hängt in Hanf gewickelt. — Kanxleiiinterfertigung: Ad maiidatuai domiai regia Michael de 
Pfie«t. 

EbendaselbBt ein Vidimu!^ der Freiheitsbriefe von Kiii>^er Ludwig (1345. Deceraber 6.), von Karl IV- (1348. Februar 

IB.), Ton Wenzel (1379. Oetober 16) und des obigen öigniund^, ausgefttellt ^iitf den lantug by Win t er t hur*, vom 

l«adric3iter im Turgan Diethelm von Wolhusen, zinatag nach aant Martinetag, 1413, — und ein Vidimus des 

FTdheiUbriefeß von Wenzel, sowie des obigen Briefes vom Hofrichter zu Rottweil Eglolf von Wartern berg, genannt 

von Wilden stein, dimrsiag vor un»*er Frowen tag der liehtmesäe, 1415. 

ÜUdUrthiv Wil KrNbl IV, 3ir. Uihifttl III — Pergament-Originale; die Sigel hangen an beiden eingenäht. 

2578. 

Die Stadt Wangen huldigt dem Abt Heinrich (IIL) von St Gallen. 

Anno Domini MCCCCXIII feria secunda proxima ante Michabelis ist min berr abt Hainrich 
le Wangen ingeritten und hÄnt im die von Wangen uti' denselben tag gebfllt und geswurn den aid, 
ao si och sinen vordem gesworn haut. 



40 Heinrich III. 1412-1418. 

Und uflF denselben tag hett min Herr ze Wangen in der stat gelihen dise nachgeschriben lehen 
den lüten und in der mäzz, alz hienach geschriben stät. 

SUflttrthif StCfallen, Leheiiarcliiv Bd. 74, S. S7&. — Gleichzeitige Eintragung. — Es folgen S. 375—382 kurze Notizen über 
diese Belehnungen. 

Der Wortlaut des Eides findet sich auf der vorangehenden Seite: 

aDis ist der aid, den die von Wangen minem herren abt Hainrichen geswom h&nt: 
Daz wir, die von Wangen, ünserm herren, abt Hainrichen, abt des gotzhus ze Santgallen, der hie zegegen 
ist, und dem gotzhus zeSantgallen sini recht tflgin und sinen fromen fürdrint und sinen schaden wendint und im 
trüw und warhait laistint und im sini und sines gotzhus recht zaigint und sagint, wa wir des von im oder von jeman 
von sinen wegen gefräget werdint, und im och all der dingen gebunden sigint, des och unser vordem sinen vordem 
und dem gotzhus ze S an tg allen gebunden sint gewesen, an alle geverd. Also bitten wir uns 6ot ze helfent und alle 
haiigen. " 

Hieher lässt sich wohl am besten ein im gleichen Band eingeheftete-s Blatt (S. 435) ziehen, das zwar nicht die 
nämliche, aber eine gleichzeitige Schrift zeigt und nachfolgende Bestimmungen über die dem Abt zu leistende Huldi- 
gung enthält: 

«Wenne ain nüer herre und abbt zu S an t Gallen würdet, von dem ist weder die statt noch kain burger von 
alter und gewonhait her nit schuldig noch gebunden, sine lehen zu enpfahen, ee derselb herre und abt von Sant Gallen 
hie zu Wangen inritet und infert, als von alter her herkomen, sit und gewonlich ist. 

Wenne ain nüer her und abt von Sant Gallen hie zu Wangen inriten und invaren wil, der sol es icht oder 
vierczehen tag vorher gen Wangen verkünden, und ob es der statt ufT denn also füglich sin wil, so kompt derselb 
her und abt ufif den aubend, als er momocz inriten wil, gen der Nüe Ravespurg. Dahin sendet ain ritt ain erber 
botschafft zu im und bitt in, ir statt by iro frihaiten und herkomen zu beliben lassen und die ze bä8täten(!) und 
confirmieren und gemainer statt und den iren iro lehen zu lihen, als sin vordren tän haben und als das herkomen sj. 

Uff das enmometz so gät man uss, demselben herren engegen, mit allem hailtum, frowen und man, so man 
zierlichost k&n und mag, und fiürt in in die kirchen. Da singet der abt das ampt; und nach dem ampt so sweret gemain 
Volk ainem herren und abt in m&sse, als hernach statt. Däruff und ee man swerett, so verspricht ain herre und abt 
vor gemainem volgk, die statt by iro fryhaiten und herkomen ze beliben lassen und in die bestäten und ire lehen zu 
lihen, als gewonhait und herkomen ist. 

Die von Wangen sweren ainem herren und abbt des gotzhus von Sant Gallen an sins gotzhus statt mit den 
Worten, als hernach stät von wort ze wort: 

Wir von Wangen sweren her , abt des gotzhus zu SantGallen, an sins gotzhus statt, der hie gegen- 

wirtig ist, sine recht ze tünd und sinen fromen ze fürdren und sinen schaden zu wenden und trü und wärhait zu laisten 
und sinen recht zaigend im, oder wer es von sinen wegen fraget, äne all geförd. Also bitten wir uns Got helffen imd 
hailigen(!).* 

»5V9. — 1413. September 28. St- Gallen. — Abt Heinrich (III.) und der Convent des 
Gotteshauses St. Gallen bestätigen dem Bürgermeister und Rat der Stadt Wangen eine Gottesgabe 
zu U. L. Frauen Messpfrund zu Wangen, die Hans Bermitter selig und Schmid Wesli mit 2 Maltern 
Haber und \b ß ^ jährlich aus ihren Gütern zu Deuchelriet gestiftet haben. — St. Galleu, 
St. Michaels abend, U13. 

StadUrrhiv Wan^fll, Akt!, Iwt. !, FVIl «. — Tergament-Original; die Sigel von Abt und Convent hangen. 

»580. - U13. Sept^^niber 39. St. Gallen. Abt Heinrich (III.) und der Convent des 
Gottt»shauses St. Gallen geben ihre Zustimmung zum Verkauf des Gisenbergs, des Kampf ackers 
bei Oflings und des zugehtirigiMi JahrzoUes an Bürgermeister und Rat der Stadt Wangen und zur 
Obertn\gung dieser Lehen von Vogt Heinrich zu Leupolz auf Andreas Wermaister, Bürger- 
meisttT zu Wangen, als Lehentrüger der Stadt. — - St. Gallen, St. Michaelstag, 1413. 

SMtarrlih Wungfll, Akt. I. Kant, !, hirh P, Pergament -Original mit dem Sigel des Abtes. 



42 Heinrich III. 1412-1418. 

quorum fides, vota, merita prompteque devocionis integritas continuatis studiis ceteros antecedunt. Sane 
nobis pro parte venerabilis Heinrici, abbatis monasterii Sancti Galli, principis et devoti nostri 
dilecti, bumiliter supplicatum extitit, quatenus sibi omnia sua et eiusdem monasterii regalia sive feuda 
conferre ipsumque de eisdem investire dignaremur. Nos itaque, qui quorumlibet iuste petencium vota 
conplectimur graciose, sibi animo deliberato sanoque principum, comitum, procerum, nobilium et fidelium 
nostrorum accedente consilio, de certa nostra sciencia auctoritateque Romana regia, recepto a nobili 
Stephano de Gundolfing, ipsius in hac parte procuratoris (!) et plenum ad hoc mandatum habentis(!X 
pro eo et eins nomine fidelitatis, subieccionis et obediencie iuramento debito et consueto, regalia ac 
temporalia sive feudum dicti sui monasterii adSanctumOallum, quod singulare quoddam et insigne 
membnim Romani existit imperii, cum universis suis attinencüs, mero et mixto imperio ac eciam exer- 
cicio iurisdiccionis temporalis necnon universis suis iuribus, honoribus, consuetudinibus, observancüs et 
pertinenciis, sicut eadem bone memorie sui predecessores abbates ad Sanctum Qallum hactenus 
possederunt, contulimus ac ipsum in persona dicti sui procuratoris investivimus de eisdem et tenore 
presencium liberaliter investimus, mandantes universis et singulis comitibus, baronibus, nobilibus, militibus, 
vasallis, officialibus ceterisque terrarum, civitatum et locorum dicti Heinrici abbacie et monasterii 
ad Sanctum Gallum subditis, quatenus eidem Heinrico, tamquam vero, naturali et legittimo domino 
suo, in Omnibus, tarn in iudicüs quam in aliis singulis exercicium iurisdiccionis temporalis concementibus, 
reverenter, firmiter et debite parere, obedire debeant et intendere, difficultate et impedimento quibuslibet 
procul motis, supplentes omnem defectum, si quis in premissis ex defectu verborum ac sentenciarum 
obscuritate aut sollempnitatis obmisse compertus fuerit quomodolibet, de prefate regie plenitudine 
potestatis presencium sub nostri regalis sigilli appensione testimonio litterarum. Datum in Castro 
Tessere, anno Domini millesimo quadringentesimo tercio decimo, vigesima quarta die Octobris, regnorum 
nostrorum anno Hungarie etc. vigesimo septimo, ßomanorum vero quarto. 

SUIlaithif Stdallen, P. 1. D. 1. — Regest: Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds, Nr. 766. — Pergament- 
Original; das Sigel hängt eingenäht. — Eanzleiunterfertigung auf dem Buge: Ad mandatum domini regia 
Michael de Priest; Registraturvermerk: R. 

%588. — 1413. October 25. Tesserete. — König Sigmund bestätigt auf die Bitte einer 
Botschaft des ,ammans, rete und burger gemeinlich der stat ze Ryneke obewendig des B ödem s es** 
der Stadt in Anerkennung treuer Dienste alle Gnaden, Rechte, Freiheiten, gute Gewohnheiten, Briefe 
und Privilegien früherer Kaiser und Könige. — In dem castelle Tessere, mittwochen vor sant Symon 
und sant Judas tag, 1413, unserr riebe des Hungrischen etc. in dem sibenundczweynczigisten und des 
Römischen in dem vierden jähren. 

CleHeiDieiitkiv Eheinegg, d. I. 7. — Pergament- Original; das Sigel hängt an hlau-roter Seidenschnur eingenäht. — 
Eanzleiunterfertigung: Ad mandatum domini regis Michael de Priest; Registraturvermerk: R. 

S584. — 1413. NoYemberZO. Baden.— Markquart der Schenk Ton Landegg belehnt 
den ehrbaren Knecht Rftdi B i s c h o f (BischouflF), Bürger zu Wil, mit dem grossen und kleinen Zehnten 
zuAlgetshausen (Adelgasshusen), den schon der Vater Hans Bischof zu Lehen gehabt hat. — Büren 
uflF der vestin, mentag nach sant Othmars tag, 1413. 

SUftsaitliv Stdallen, V. V. V. 2, Fuc I, Nr. IS. — Pergament-Original; das Sigel ist abgerissen. 

8585. — 1413. NoTember 21. St. Gallen. — Ulrich Haingarter, Ammann des Junkers 
Rudolf Mayer zu Altstetten, belehnt den Färber Ulrich im Holz, Bürger zu St. Gallen, 
dem Johans Burgower, Bürger zu Lindau, seine Weingarten im Rheintal, auf Rüti gelegen. 




Hemrich II 1. 14 12-1418. 



verkauft hat, mit dem Teil derselben, der Hofgut und Lelien des Rudolf Mayer ist. ^ Santgallen, 
finstags nach saut Othmars tag, 1413. 

StülarfllT SLGalkn, P. P. 1. f. 5. — Pergamont-Originalr daa ^¥on der lehenachaft wegen' angehängte Bigel 
Rudolf Majrera hängt eingenäht. 

«586. 

Übereinkommen des Abtes Heinrich (III.) nnit den Städten St. Gallen (und V/angen) 
über den Ort, wo in Lehenstreitigkeiten Gericht gehalten werden soll. 

St^C^allem- 141S. Novemlier 3^:^. 

Wir Hainricli, von Gott*3s gnaden abt des gofczhus ze Santgallen, , . , tönd kiint , . ,: Als 
wir vormab, nachdem do wir ze abt des egenanten gotzhus erweit und bestEttgot wurdent, den fromeu» 
wLsim, unseni lieben getruwen dem burgermaister und dem r§,t der statt zeSautgaUen, e daz si uns 
für ainen fiVrston und herren und apt ze Santgallen eripfalien und uns hillden wölfcint, gelobt und 
versprochen hattent, nnsers gotzhus dienstlüfc und lehenraan uff unser pfallentz gen Santgallen ze 
berUffent und an ainem rechten imder inen ze ervarent, wahin wir umb unserg gotzhus lehen tag be- 
schaiden und wa wir ouch daruuib ze gericht sitzen sultint, und waz denn darumb ainhelleklich under 
denselhen mannen erkent wurdi oder die nier urtail gabi, daz wir inen des brief geben söltint: da be- 
kennen und verjehen wir offenlich mit di.'^m brief, daz wir nnsers gotzhus dienstlüten und lehenmannen, 
als ril wir dero komlich gehaben mocbtent, umb diesellien sach für uns uff unser pfallentz gen Sant- 
gallen verkÜnt und gebotten haben ze koment uff den nlihsten zinstag nach sant Othmars tag in disem 
gegenwirtigen jar, ze fröger tagzit, sich da mit uns ze verainent, wa und wie wir umb nnsers gotzhus 
leben richten söltint, daz wir damit niemuut ze kurfz tUttini. Und als die uff* denselben zinstag für 
uns uff dieselben unser pfallentz komen sint und da usser den sacheu in ettwa mengen weg geredt ist 
und si sich aber uff denselben tag mit wissenden, offnen dingen darumb niht geainen mochten, so haben 
wir denselben tag furo ufgeschoben untz enmornent an die nähsten mitwuhen frft nach sant Othmars 
tilg und haben denselben diensiU\ten und lehenniannen enpfollien, enmornent frü wider uff die pfallentz 
fir ims ze koment, und sjent da enmarnent an decsellien mit wachen nach primzit uff derselben unser 
pf&llentz ze Santgallen urab dieselben sach offenlich ze gericht gesessen. Und nachdem do wir also 
w gericht gesessen sjent, da haben wir under unsers gotzhus dienstlüten und lehenlilten, die da uff 
der pfallentz vor uns zegegen waren t, und ouch under den burgern ze Santgallen urtail umbgefragot 
uff den aid, wahin wir unib unsers gotzhn.s leben tag beschaiden und wa wir ouch darumb ze gericht 
sitieii soUiBt^ daz wir nieniant ze kurtz tfigeni Und ist da nach unser frag ertailt und under inen 
d« njer worden also: (1) Wenn jenumt von lehens wegen, daz von nnscrni gotzhus ze Santgallen 
darrftrei, rechtes begeret und daz ervordrot an ainen abt oder pfleger des gotzhus ze Santgallen, 
Jfö er(!) denue alweg den ersten tag und den andren tag ze dem rechten darum tag geben und setzen 
ÄöUen an die dingstett, als daz von alter in dem gotzhus herkomen ist, und den dritten tag geben und 
«etzen süllen uff des gotzhus pfallentz ze Santgallen, da ouch denn alweg dieselben lehen sont ge- 
»unnen ald verlorn werden, und daz ouch alweg ain abt ald pfleger an denselben stetten darumb richten 
Äol. oder wenn er daz selber mt also tun wil oder mag, daz er denne derselben siner closterherren 
Ätuen an sin statt ze gericht setzen sol, vor dem denn je daz recht volgangi in glicher wise, als ob 
er selber ze gericht sässi; es wari denne, ob sich baid tail dehainost des rechten mit enantler veraintent 
äff die pfallentz ald gen Wil ald anderswahin, da es denn och ainem herren gevellig wäri, dahin möchti 
inen ouch denn ain abt ald pöeger wol tag geben in der mazz, als si sich denn veraintint^ und inen 




44 Heinrich III. 1412-U18. 

da selber oder siner closterberren ainer an siner statt darumb ze gericht sitzen und richten, in geverd. 
(2) Ocb ist fürbaz ertailt, daz die von Santgallen daz gericht ufip der pfallentz schirmen und baiden 
tailn, die denn mit enander ze rechtent hant und allen den, die denn von des gerichtz wegen dahin 
koment, alweg für sich und für alle die iren frid und gelait geben sont in die statt ze Santgallen 
zu dem gericht und wider darus untz an ir gewarsami, wie daz denn je noturfftig ist, in geverd; und 
war aber, ob si daz niht tattint, daz denn ain abt oder pfleger des gotzhus ze Santgallen umb die- 
selben sach wol anderswahin tag verkünden und sine gericht legen mag, wa in denn daz je kumlich 
dunket und da er daz gericht getruwet ze schirment, darumb daz niemant rechtlos gelassen werde. 
Des alles ze warem, ofiPera urkünd so geben wir obgenanter abt Hainrich den von Santgallen von 
ir vordrung wegen disen brief, mit unserm äbtlichen hie anhangenden insigel mit rechter urtail ver- 
sigelten, der geben ist ze Santgallen ufiP unser pfallentz, nach Cristus gebürt vierzehenhundert jar 
und darnach in dem drizehenden jar, an der obgeschribnen nähsten mitwuchen nach sant Othmars tag etc. 

Stadtirclliv8t(}iUeH,Tr. lYa, Ir. 18. ^ Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht— Vidimus vom Land- 
gericht in Bankwil, mentag nach sant Michels tag. 1452, — von der Stadt Constans, mentag vor sant Sjmon und 
Judas tag, 1481, ebenda Nr. 16 und 17. 

An demselben Tage erteilt der Abt den Bürgern der Stadt Wangen einen entsprechenden Briefl 

L Htu- and SUataarchif Stittgait, M. IL 4. — Pergament-Original mit offen hangendem Sigel. 

858V. — 1413. NoTember33. St. Gallen. — Abt Heinrich (IIL) von St. Gallen belehnt 
JosNägeli (Nägellin) von Höchst zu seinen und seines Bruders Hans gemeinen Händen mit der 
Wiese zu der Rietmühle zu Fussach gelegen, genannt die ^Widern", an die Fussach anstossend, 
welche die Belehnten von Lienhart Moser von Lindau gekauft haben. — Santgallen, mitwuchen 
nach sant Othmars tag, 1413. 

StiftBartUvStdallei, B. B. B. 5. L 1. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht 

8588. — 1413. NoTemberSS. 8t.Gallen. — Konrad Zerahoh von Rorschach, Bürger 
zu St. Gallen, sichert dem Abte Heinrich (IH.), dem Propst Georg von Enne und dem Gonvent 
des IQosters St. Gallen für 8 Mutt Kernen St. Galler Mass jährlichen Zinses aus dem Kelnhof zu 
Rorschach, „den ich jetz buw umb zins von dem obgenanten gotzhus', das Recht des Rückkaufs 
um den Preis von 40 ff /^ C. M. zu, und zwar, wenn der Rückkauf erfolgt „vor sant Johans tag des 
Töffers ze sunnwendi, der danne ist, mit dem nutzze, und nach demselben sant Johans tag äne den nutzze 
des egeseiten zinses*. Die Summe ist in St. Gallen auszuzahlen und, falls die Annahme verweigert werden 
sollte, in Constanz oder St. Gallen „in münss ald an Wechsel derselben stetten oder hinder gemainen 
rat der statt zeWil imTurgö'* zu legen. — Santgallen, donstag vor sant Katherinen tag, 1413. 

SUfliartUv St (fallen, El. S.A. 28. — Pergament-Original; fui Eonrad Zerahoh sigelt «Ulrich der Payrer, 
jetz Yogt se Rorschach*; das Sig^l ist abgeschnitten. — Dorsualnotiz von etwas späterer Hand: .Dis kemen- 
gelt ist ze lipdinge gegeben Hansen Keller von Arbon und siner hnsfrowen.* 

%589. — 1413. NoTember25. St. Gallen. - Abt Heinrich (III.) von St. Gallen erneuert 
dem Jos Güster von St.Johann-Höchstdie Lehenschaft über «vier mannmad wisen ze Sant Johans- 
Höhst, gelegen in Leinso w in des Blftmen egerden, — stossent obnen an des tegans wisen ze Ber- 
nang, nebentzA Rinswert an Hans BiAmen wisen und an die Pfaffenwis und an Pfefferiis 
wis — ; item ain holtz und ain burgstal gelegen in dem Rintal, genamt Heldsperg, — stosset an 
den Mänstain und an die Egg an dem Mänspitz und an ain hagenbAchen, darin ain march ge- 



ßt ist, und von derselbcii mareh die Egg uf untz an die drij nichen, die ^^^^B^n dazwlischent 
^Djselben und dem holtz*. — Santgallen, sanfc Kaifaerinen tag» 1413. 

Sta^Urehiv ftL^lIro« ^piUkrrhh, Tr. B. % Ir. tl - Pergameni-Origioal mit offen bangendem SigeL — Dasu der 
Vermerk: .Prestitit omagiumV 

2500« — 1413. Deeeiiiber 13. WH. — Vor Hainrich Ledergerw, Schul theiss zu Wil, 
fertigt Junker Wolf von He wen mit seinem Fürsprech sein Eigeiigut und den Weingarten zu Blisen- 

berg an dem Immenberg, mit Hans, mit Hof, mit Torggel, niii Hofstatt etc., was alles er von seinem 
Bruder Peter selig bei der Erbteilung erhalten, dem Kon r ad Kümelin, derzeit wohnhaft inWil, 
und dessen Ehefrau Anna, ehelicher Tochter des Hai nrich Mertzler selig, Bürgers zoWil, denen 
er das Gut um 65 ff -^ C. M. verkauft hat als „unansprächig aigen*, wovon nichts geht ^denn der zehend 
ab ettlichen stukken des wingarteu'^. — Wi I in der statt, an sant Lucyen tag der hailigen junkfrowen, 1413. 

8tiftArrliiv St. fiiillei, (t. 0. 0. 1. Fslm. I« Sr*a. — Pergament-Original; die Sigel des SchuUbeisaen und de» Wolf 
Hewen hangen eingenäht — R«chta unten der Vermerk: »Per Wernher Zebender Jacob von Langenhart*. 

— Dorsualnotiz: »Dia gut und win^art, davon diser brief wiBt, hat min herr abbt Caspar kofft an daa gotxhufl 

Ton Cünraten Rämelli umb CXXi U Pfg. anno Domini MCCCCXLVL' 

»591. 

Abt Heinrich (111.) entscheidet einen Streit zwischen Hans Burgauer von St. Gallen 
und der Kirche zu Gossau um den Zehnten zu Waldkirch und eine "Wiese zu 

Gossau zu Gunsten der fCirche, 
8t.GaUen. 1413. 

Wir Hainrich, von Gots gnaden abt den gotzhuses ze Santgallen, . . . tfin offenbar kund . , ., 
das wir ze Santgalleu uff unser pfallentz offenlichen ze geriht sissent an dem tag, als diser brief 
ist geben, über dis nachgeschribnen und och über ander treffenlich sach, unib die für uns verkündet 
und vertaget was zürn rehten; l)i demsell>en geriht und rehten och vil ünsers gotzhuses getrüwen dienst- 
man und lehenlöt» edel und unedel, von gehott und och von bett wegen gegen würtig w&rent. Und da 
kament och fiir uns in offen geriht dis nachgeschribnen urberen Uite, Hans der Burgower von Sant- 
g allen, burger ze Lindow, ze ainem tail und herr Job ans der Wirt, kilchenherr der lütkilchen 
ze Gossow, und die kilclienmajer da^selliens für sich selber und anstatt und in namen aller under- 
tanen ze Gossow ze dem andren tail und staltent sich ze baider sit wider ainander in gerihts wis» 
als reht wjis. Und offneta do der egenamt Hans Burgower durch den wisen fUrsihtigen Ulm an 
Schorant, burger ze S a n t g a 1 1 e n , sinen erlobten fdrsprechen, und sprach : herr Ulrich Burgower 
ig, wilunt sin elicher hröder, betti geheljt und nach sitieni tode hinder im gelassen under andren 
Itern, die er von linsernj gutzhus zeSantgallen ze leben hetti gehebt, den zehenden ze Waltkilch 
mit sinen zügeUörden, der gekoft war worden von der Spaltenstaininen ze Arbon, und och die 
wis ze Gossow bi dem kilchhof, genauit des Maigers wis, die ainsit stosset an P fisters bünd und 
aoderswa an die HarspAli und an den bab gegen dem Mos, und zogt och darüber lehenbrief und 
ander brief, und an dem zeh enden und an der wis da vorgeseit sumtint und iertint in die under tÄn 
und kilcbgenossen ze Qossow; und klegt do und batt gerihts, das wir si wisstint, als reht wäri, das 
si in daran ungesurot liessint, won er es von dem egenaraten sinem bröder säligen ererbet hetti. Uff 
die Öffnung und klag antwurtent do berr Johans Wirt und die kilclienjuaiger da vorgeseit mit dem 
erbem wolbeschaidnen Ulrichen ab dem Berg, och burger ze Santgallen, iren erlopten für- 
sprechen^ und sprichent: der egedaht herr Ulrich Burgower sälig hetti ze Gossow gestiftet ain 



^^^ 



46 



Bmnnch in. 1412-1418. 



frAmesa und hetii dieselben ffr^mess begäbet und bewidemfc mit dem zehenden und mit der wis da vor* 
geschriben und hetti och die mit ünsers Torfaren abt Conen saugen, dem Got gnädig welli sin, und 
mit gemaines convent« des gotzhuses ze Santgallen urlob und verhengde geaigent und beschriben mit 
offnem versigelten urkünd an die vorgeseiten ffrümess'\ und das wäri demselben Hansen Burgower 
selber och wol ze wissent und mängem erbem mau, wie doch der urbarbrief der vorgeseiten firAmesse 
und ir fÜrwesen frömd wäri und den niht wissetint ze suchen; und erzogtent aber do und verlasen och 
in der egeschribnen ffnimesse böch abgeschrifften der brief, die och von des zehenden und der wis wegen 
da vorerzalt und von iht anderra der egejseiten ffnlmesse innehielt^nt und seitent; wider die abgeschrifFten 
aber der egenamt Hans Burgower do redta, daruf och die egeseiten kilchenmaiger ankwurtent, si 
getruwetint, das^ kuntlich ze machen, da.s es also verbriefet und beschehen wäri, als die abgeschrifften 
innehieltint von des zehenden und von der wis wegen da vorgeseit. Und nach vil red und widerred, so 
uut urtail und in das darnmb beschähen, stund und gieng do der vorgenamt Hans Burgower ab 
dem geriht, über das inen ze baiden tailen dar was verkündet und och sich wider ainander ge^tellet 
haitent mit offnung, mit klag und mit antwurtent(!), widerred und handel, als vor ist ge^seit. Und do 
bat^nt uns her Johans Wirt und die kilchenmaiger da vorgenamt, das wir an urtailen wöltint fragen, 
was darüber ires rehten wäri zd der vorgeseiten ffrftraesse wegen, Do fragtent wir urtail umb, und gab 
urtail und reht ainhelklich, dem egeseiten Hansen Burgower sölti ze drin malen nach ainander von 
des gerihtes und rehten wegen geröffet werden, ob er ald jeman zö sinen wegen an dem geriht ald in 
genäht des gerihte^s stftndin oder wärint, das sü sich dan erschaintint und dem geriht und rehten gnög- 
tätint gegen dem egenamten hern Jo bansen Wirt und den kilchemnaigern ze Gossow da obgeschriben 
von auspräch, von klag und von sach wegen vorgeseit; und wenn also genWet wurdi, so sölti dann 
aber flirbas gehandelt und erkennet werden mit uHail, was reht wäri. Also und in sölicher wise ward 
och do offenlich gerilffet durch des gerihtes kneht in der sach, und kam aber der egenamt H a n s B u r- 
gower niht, und kam och nieraan an siner statt und mit sineni gewalt, die egeseiten sach von sinen 
wegen ze jagent ald ze verantwurten, Daruf batent üos aber berr Johans Wirt und die kilchenmaiger 
ze Gossow, das wir wöltint fragen an urtailen, was nu reht wäri. Das titent wir do und gab urtail 
und reht uff den aid mit nierer volg: won baiden tailen zft dem geriht und rehten her für uns ver- 
kündet wäri und sich och Imid tail uff hiiit disen tag wider ainander gestellet hettint und ansprÄch 
und klag und daruf antwurt und widerred geschepft und beschehen wärint und der egenamt Hans 
Burgower ab dem gerihte gestanden wäri und daruf und darumb ze drin malen gerfiffei wäri und 
aber derselb Hans Burgower niht wäri wider komen, dem rehten gnög ze tonne, noch jeraan von 
sinen wegen mit sinem gewalt: kämi denn derselb vorgenamt Hans Burgower niht, diewil wir sässint, 
ald jeman an siner statt, dem rehten gnüg ze tftnn, so söltint herr Johans Wirt und die kilchen- 
maiger vorgenamt der vorgeseiten ffriimesse den zehenden und die wisen vorgeseit mit iren zf^gehörden 
und rehten behebt und erfolget haben mit dem rehten. Und won über derselb Hans Burgower niht 
kam, diewil wir ze geriht silssent, noch jeman von sinen wegen, dem rehten gnßg ze tftnne, do gab 
und beschied urtail und reht uff den aid ainhelklich: herr Johans Wirt und die kilchenmaiger ze 
Gossow vorgenamt habint den zehenden und die wisen vorgeseit mit iren rehten und zfigehörden zÜ 
der egeseiten ffi^imesse banden und rehten behebt und erlanget und erfolget mit dem rehten wider den 
vorgenamten Hansen Burgower und wider manglichen von sinen wegen. . , 
Santgallen uff unser pfallentz, 1413, 



4 



I 



4 



Vfl. Vrkdbch tr. K. 4^, Nr. 309t^ ; St. OaicD. UW. KoTonbt-r 3Sw 



Miftiiarftitv U. ^alkn, 11. S. AilS.— Pergameat-Original; das Stgel hkngi eingenälit. Das Tagesdatum ist nicht 
beigesetzt, nur »an* . . , steht noch, 



Heinrich ül 1412—1418. 



47 



2592* — 1414. Januar 9, — Vor Heinrich Ehiuger, Stadtamraann zu Constauz, der 

&D der Reichsstrasse zu Gericht siUt, fertigen die Brlklür Albrecht, Ulrich und Gerwig Blarer, 
die Söhne Joh an sen Blarers, Bürger zu Constaiiz, und Albrecht Blarer ^zem Pfliig", der Vogt 
Gerwjg Blarers, dem Job uns Bek genannt Schwarzhans, dem Schreiber, Bürger zu St. Gallen, 

■ au Händen der Meister des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallen, Ulrich Gößlers des altern, derzeit Bürger- 
meister, Hug Schülmaisters und Ulrich Fürers, ,iren hof und den zehenden daselbs zft Hel- 
me nswtle gelegen in dem Tnrgöw*, beides Leben des Gotteshauses St Gallen, die sie mit allen 
Rechten und Zubeborden den Spitalmeistern um 700 U Heller C, M» verkauft haben, — Zimitag vor 
sant Hilarien tag, 1414. 

Htadtarrhiv St, flaÜPH, SpÜalarrhiv, Tr. D. 27, Sr, 2. — Pe r g q m e n t - r i g i n a 1 , durch Schnitte ungüUig gemacht. Es 
sigeln der ytadtajomann und Albrecht Blarer, femer für Ulrich Blarer auf seine Bitte sein V^etter Heinrich Blarer 
viem Pfiüg* und für Gei^g Blarer sein Vogt; aUe vier Sigel hangen offen, bia auf das letzte wo hl erhalten, 

2593* ^ 1414, Jaiiiuir 16, St, Oallen, — Georg von Enne, Propst des Klosters St Gallen, 

der an Stelle Abt Heinrichs (IlL) auf der Pfalz zu Gericht sitzt, entscheidet einen Streit zwischen 
Ulrich im Holz, den» Färber, Bürger xn St, Gallen, und Hug Kenner von Lindau, jetzt Bürger 
zu Constanz, um einen Weingarten, genannt ^der Aster*^ im Kheintal bei Lilc hingen »utf 
RCiti* gelegen, — stoast an .spilaler göt und an die bongarteu" — , sowie um einen zweiten Weingarten 
^ani Kapf, als vil des st&sset an die Särrin und an das bofgftt, das des obgenanten Ulrichs im Holz 
ist^. Der Kluger bringt mit seinem Fürsprech Bilgrin G münde r, Bürger zu St. Gallen, vor, es sei 
ein erster Rechtstag m der Sache schon auf Dienstag nach St. Othniar*' angesetzt gewesen, an dem beide 
Teile auf der Pfalz erschienen, doch habe kein Entscheid gefallt werden können, weil er »sin brief, die 
er umb dieselb gftter habi, do bi im nicht hetti noch haben niöliti, dtts er ufi' denselben zinstag ge- 
rehten kündi. Aber do hetti er geworben nach ilen briefen, das er die morneudes aii der niitw neben 

■ hetti und gerehtet wrdti haben; do möht aber Hug Renner uf dieselben mitwuchen lUte und iht 
anders, das er denne och gern zu der sach und von der guter wegen gehebt und erzögt bett, niht 
gehaben*, weshalb ein , endtag und usiag'^ angesetzt worden sei „uflTden näbsten werchtag und rihttag 
nach sant Hylarien tag, , , . der hütt wäri'^. Da aber diesmal Hug Renner nicht erscheint, so lange 
der Propst zu Geriebt sitzt, und auch niemand für ihn, werden die Güter dem Ulrich im Holz zuge- 
sprochen, es sei denn, dass Hug Renner den Nachweis beibringe, „das in eliaft not gesumpt habi"* 
Ein dem Pfalzgericht brieflich zugekommenes Gesuch des Molli Truchsäss, derzeit Vogt in K heinegg, 
„das die egedahten gAter niena anderschwa berehtet wurdint denn im Rintal, in gerihten, darinne die- 
selben gftier läginf^, wird abgewiesen. — S an tg allen, mäntag nach sant Hylarius tag des hailigen 
bischoffs, 1414. 

•} t4ll. If«v«atb«t 31. 

StirUinfcii StttiUfB, K. P/L C. ft. — Pergament- Original ; das Sigel des Abtes hängt eingen&ht, 

2594* — 1414. Januair 17. (RottwelL) — Eglolf von Wartemberg, genannt von Wilden- 
stain, freier Hofrichter zu Rottweil an Stelle und im Namen des Grafen Herrn an Ton Sultz, ent- 
scheidet über eine Schadenersatzklage, die Hans Waagen von Lindau mit seinem Fürsprech erhebt 
gegen Ammann, Rat und gemeine Bürger der Stadt Rhein egg. Der Kläger bringt vor, es habe sich 
Yor Zeiten gefügt, daas er in Lindau ,ain verschulten wunden tätti'^; deshalb habe er auf ein Jahr 
aus der Stadt weichen müssen und sei nach Altstätten und gen Bern an g und ,in die rivieri da 
umb" gekommen, da „sin gewerb ze triben und sin gült inzesamnen*'. Dies sei geschehen zu der Zeit, 
als pfflin gnediger herre von Ost errieb in krieg komen were mit den Appentzellern". Wie er 



48 



Heinrich III. U12-^U18. 



denn einmal nach Bernang gekomnien sei, hal>e man ihn gefangen nnd nach Rheinegg geführt ,de« 
ersten in des Nostlers huse, und da wurde er in ringe (?) geleit; darnach leitind si in in den turne 
in ain bloch*; dadurch sei ihm ein Schaden von 103 ff 4 entstanden. Im Namen der Leute Ton 
Rheinegg bestreiten „Ulin D röscher der jung, amnian ze Rinegg*\ Mark Scharnier und Hans 
Keller, dies getan zu haben; auch sei bekannt^ dass sie ^ir selbs nrt werint, denne si hettint ainen 
herren, der möohti tun und lassen, haissen und enthais.sen, was er wölt; dem möstint si gehorsam 
sin*. Der Kläger beharrt aber auf seiner Klage* ^und stunde ainer zegegen mit nanien der Nostler, 
in des huse er des ersten gefangen geleit wyrde, und dem empfiilhe er sin täschen und getruwti, im 
er des nit logenti". Nach Klage und Antwort, Rede und Widerrede entischeidet das Gericht: wenn 
die Boten von Rheinegg namens ihrer Stadt zu den Heiligen schwören könnten, ^das si der auspraucb 
unschuldig werint, das si denne des billich genussint**, und da jene erklären, dies wohl tun zu können, 
und den Eid leisten, fiillt das Gericht dfis Urteil, «das die von Rinegg gemainlich der ansprauch, so 
Hans Wagen zu inen getan liett, ledig und enibrosten sin sont", worüber ihnen ein Brief erteilt wiri 
— Mittwochen nach saut Hvlarien tag, 1414. 

IrenetndMirrliiv ftJieinegg, ti, 11. 0« — Pe r g a m e n t - r i g i d a 1 - daa Sigel ist abgerisflen. 

2595. — 1414. Januar 18. Creniona, — König Sigmund weist die Stadt St. Gallen an, 
die auf Martini fällige Reichssteuer an Hans von Fridingeu zu entrichten. — Cremon, donersUgs 
nach sand Anthony tag, 1414, unserr riche des Ungrischen etc, in dem 28. und des Romischen in dem 
4. jaren. 

Sitiultarfllil ^t. tiaÜfll, TnVI, Hr. 83. — Regest; Altraann, Die Urkunden Kaiser Sigmunda, Nr. 907. — Pergam 

Original mit offen hangendem Sigel (Heffncr Nr. 130, Tafel XIV, Nr. 105j. — Kanzleiunter fertigung: Ad 
datum domini regia Johannes Kirchen; RegiAtratur vermerk: R. 






2596« — 1414* Januar 24. Sehaffliauseiu — Aht Heinrich (IIL) von St Gallen erneuert 

2U S c h affhausen (Schau tF hu sen) dem Kitter E 1 > i- r h a r t i m T u r n von Schaff hausen 2U seinen uud 
seines Vaters, des Ritters Wi 1 heim im Turn, gemeinen Händen die Lehenschaft über den ^tarn ze 
Gütenburg in der vesty und den hof ze Wilhain mit gerichteii, twinggen, bannen und aller zö 
gehörd". — Mitwochen nach sant Agnesen tag, 1414. 



4 



«eieniUaBdiiwirtlih Itarhnih^ .*bt. SL Blasicn, ^«niflliit ^88. - Pergament-Original mit offen bangendem, gebrocben 
SigeL 

2597. — 1414. Februar 27. WiU — Abt Heinrich (HL) und gemeiner Convent des Gottes-— 
hauses St. Gallen setzen auf Bitte des Johannes Fuchs, bestätigten Leutpriesters der LeutkircbiJ 
St. Peter zu Wü, ausser dem Tor gelegen, sowie des Schultlieissen, der Räte und gemeinen Bürger 
zu Wil in der genannten Kirche, wo jetxt von dem Leutpriester und seinem Helfer nur alle Sonn- 
und Feiertage, sowie am Montag, Mittwoch und Freitag Messe gelesen wird, damit dies hinfort täglich 
geschehe, eine ewige Pfrund und Messe auf St. Johanns Altar ein unter folgenden Bestimmungen; 
(1) Die Pfrund und der Altar sollen mit der Lehenschaft nnd allen Rechten an da.s Gotteshaus St. Gallen 
gehören, so dass dessen Abte oder Pfleger jedesmal bei Erledigung der Pfründe einen von Schultheiss 
und Rat vorgeschlagenen Candidaten, »der dennzemal wesentlich priester ist*, innerhalb eines Monats 
damit zu belehnen und ihn dem Bischof von Con stanz zu präsentieren haben; weigern sie sich densdifl 
oder ziehen es länger als einen Monat hin, so dürfen Schultheiss und Räte zu Wil die Pfrund rui^ 
einem ehrbaren Priester besetzen und ihn dem Bischof präsentieren, jedocli bleibt für spätere Fälle 
die Lehenschaft des Gotteshauses St. Gallen bestehen. (2) Jeder Priester, der die Pfründe annebmen 




50 



reinricb HI. 1412—1418. 



Großmao aeliger ainst*, mit 4 ff Pfg.; — 7) von »HäüHflen Muntprlten seligen xü Lomifl* 2 Viertel KerneaZius 
,ab ainem giictli, so Claus Winterlieb gehept', mit 5 ff Pfg.; — 9) von HiMiiricb Ledergerw l ff 2 Seh. Pfg, 
Zins ,ab Rütacliman Ledergerws, sin» vattera aeligun, guttem* mit 22 ff Pfg.» — und dieae Gelder habe er dto 
Pfrund wieder angelegt und daraos gekauft 2 Mutt Kernen Zina »usaer und ab dem höre zum Wylan. genant Stera- 
egger» hove*, und 1 Mutt Kernen Zins ,ab des Gupfers bove, zu Moggwyl gelegen*, femer mit Wissen mid Wilkn 
des Rates der Pfrund 7*,! ff Pfg. ,ümb bucher" gegeben; darüber binau« bleibe er der Pfrund Boch 59 ff Pfg. CM. 
Wiler Währung schuldig, wofür er sie ,utf ainen zehenden zu Brunberg' um einen jährlichen Zins von 1 Mutt Keni«o 
und 2 ff 9 Seh» Pfg, ,utf aineti widerkonff versorgt hett*. - yampatag nach aant Vjta tag» 1487. 

Laut D o r a II a i n t i Ä löste Hans Müller im Steinhaus von dem Zins, den er der Pfrund Bcbuldete, 1491» »vor 
sant Johanna tag des Touffers*, 1 Mutt Kernen und 1 ff Pfg. ab mit 30 ff Pfg* und kaufte aus dieser Summe der Pfrund 
3 Mutt Kernen »naser Thomas von ßinße ggs hof*. 



2598. 

Das Kloster St Gallen verkauft die Keinhöfe zu Köllikon und zu Rorbach un« 
die Einkünfte zu und um Meilingen an Hans von Falkenstein um BOO rheinische 

Goldgulden. 

Wil. 1414. MSrz 1». 



4 

I 



Ich Qöry von End, probst des gotzhus zeSantGallen... und von desselben gotzhus wegen 
och prdbst in Bürgenden und in Ergöw, vergich und tün kunt * . .» daz ich von dem edlen, fromen^ 
vesten Hansen von Valken^^tain, mineni guten fründ, an barem, l>eraiteni gelt gantzlich ingenomen 
und enpfangen ban fünfhundert RS n seh er guldin guter, gäber und genenier an gold und vollenswärer 
an der gewiht, mit willen, gunst, wissen und verbengnüsse des hochwirdigen mines gnedigen herren 
abt Hainrichs und gemaines conventz des obgenanten gotzhn.s ze Sant Gallen, och von ir ünpfelhens 
und haissentz wegen, als wir grossen kosten und scbaden darmit gewendet hant, so täglich uff unser 
gotzhus geniainlicb giengent^ daz scbinbar und offenbar menglicbem waz. Und urab dieselben fünf- 
hundert guldin ban ich egenanter Oöri von End, probst, demselben Hansen von Valkenstain . .^ 
ze koffent geben in ains rechten, ewigen koffs wis für mich , , . und für daz obgenant gotzhus m 
Sant Gallen, nach rät, gunsfc und willen , . . abt Heinrichs und gemaines conventz . . . und mit, 
gemainem, ainhelligem rat unsers capitels dis nachgeschribnen unsers gotzhus giUer, nütz und zins, 
Ergöw gelegen, die an die obgenant min probsky in Ergöw gehören t: 

(1) Des ersten den kelnhoff ze Köllikon, in ErgÖw gelegen, nanilicben mit disen nachgeschribnen^ 
Zinsen, nützen und gi\tero. (a) Des ersten an habeni und an roggen: item Uli Fryen gut ainen mut 
habern; item CAni Fryen gfit drü viertel habern; item Uli ze Nidrest und Hafners kind Ton ir^| 
erb ain malter habern; item Ita Vager(!) ainen mut babern; item Gerdrut Sailer ain nialter habern; 
i teni A n n a G ö s i k e r i n ain mal ter b abern ; i fem Eis S w ä b i n ain mal ter habern ; i tem Grenfceriuen 
erb sehs viertel habern; item Welti Hafner fünfviertel habem; item der Niderhoff ain malter habern; 
item von Wernis Ohems erb fünf viertel habern; item RAdi Arnoltz fünf mut habern; item Jäki 
Lütoltz zwen mut habern; item Anna Zufinger drü viertel habern; item RAdi ze Nidrest und sine 
getailit ainen mut habern; item Rudi Keller dry mut habern; item R&di Kellers tochterman zwen 
mut habern; item Jäggi Lütoltz und sin sun zwen mut habern, des git der Schrik zwai viertel habern; 
item Gret Groderer siben viertel haberu und ainen drittentail ains vierteis; item Claus und Jäiini 
Cün zeben mut habern; item Welti und Uli Lütoltz ainen miU habeni; item Uli Suter ain viertel 
habern; item Claus Kellers erb ain viertel habern; item Katherin Hertzogin drü viertel habei*n; 
item Welti Hertzog und sin swester ainen mut habern; item H(ans) Stokker drü viertel babern; 



löW^B 



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Heinnch Ili. 1412- U18. 



(2) Item den kehihof ze Rorbneh in Bürgenden gelegen, nfimlich mit disen nachgesrhribneo ^ 
nützen» zinseD und göiern. (a) Des ersten dis nachgesehribnen zins, die ze sant Johans tult gevallent: 
item tninen*'^ Herren von Hüti vier Schilling pfenning von Mos und von Tanners gut; iteni von 
Kalten egg ainen Schilling und von Obern Ogswille vier und dry Schilling pfenning*^; item min 
heiTen von Sant Urban, die gent von Liebenberg vier Schilling, von ainer schüppuss ze Bruggen 
zwen Schilling und von bongarten ze Bruggen vier pfenntng und von ainem gut an der Matten 
zvFen Schilling und von des Wissen zivain schi\ppussen zwen Schilling und von Kolmans'^* schöppuss ^1 
ainen Schilling und von dem göt Und er den Linden zwen Schilling und ze 8tainariett vod ™ 
ainer schfippuss ainen Schilling und ze Baltzenwill von Stertenbachs göt ainen Schilling und xe 
Büswille von zwain schdppussen der Hashartinen zwen Schilling und von Roggliswille ainen 
Schilling; item der Keller von Korbach fünfzehen Schilling von dem hof; item ze Fltikkingen 
vier Schillinge dry pfenning und aber ze Flükkinen von ainer schüppiiss zehen pfenning; item ze 
ßantzenberg vier Schilling, drj pfenning; item ze Obern Ogswille vier Schilling, dry pfenning 
und aber ze Obern Ogswille von der hftb zwaintzig pfenning; item Betzlisperg von der hftb vier 
Schilling, dry pfenning; item ze Kaltenegg von der hüb fünf Schilling, und aber ze Kaltenegg von J 
ainer hüb ainen Schilling; item Cöni im Wald von zwain schüppussen ainen Schilling; item von WolffsH 
schöppuss ainen Schilling; item von drin erbtailen in dem Glasbach nun pfenning; item Rudi Ban- 
wart von zwain schöppussen und sin vettern dry Schilling, minder vier pfenning; item an dem Bfil 
von ainer schüppuss zwainizig pfenning; item Kaltenegger von ainer schöppuss zwaintzig pfenning; ^ 
item zeStainiriett von zwain schüppussen ainen Schilling und aber ze Stainiriett vier pfenning; ^| 
item von ainer schßppuss an Homaiten achizehen pfenning; item Kogg von ainer schüppuss an ' 
Homatten zwaintzig pfenning; item von Nünis gÜt sehs pfenning; item am Wasen nun pfenning; 
item im Wald von der hob vier Schilling; item ira VViie von ainer höh zwen Schilling; item am W^eg 
von ainer schüppuss ainen Schilling; item in dem Glasbach*^ von zwain schüppussen ainen Schilling 
und aber in dem Glasbach von zwain schüppussen von herr Walthers jarzit zehen Schilling und von 
Hännin in dem Glasbach von ainer hüb vier Schilling; item von Peters schüppuss im W^ald ainen 
Schilling; item obnan in dem Glasbach von zwain schüppussen ainen Schilling; item Stokker von 
Viechten sehs pfenning; item ze Bruggen von ainer hüb dry Schilling; item ze Nidren Ogswille 
von ainer hüb vier Schilling; und aber ze Nidren Ogswille von ainer schüppnss ainen Schilling; 
item Claus Müller von zwain schüppussen achtzehen pfenning; item Uli Knöppffli ze Betzlisperj 
von ainer schüppussen H ß; aber ze Betzlisperg von zwain schüppussen zwen Schilling; itera zeal 
Aichen ainundzwaintzig pfenning; item Elsi von Bruggen von ainer schöppuss ainen Schilling; item] 
Alli von Sassow von dem gütlin an Homatten zwen Schilling; item von ainer schüppuss, haisset 
Kolmer schüppuss, git Kolmer und der Wiss ir jetwedra achtzehen pfenning und jetweder dry vier- 
dung dinkel und zwen vierduug habern ze sant Andres tult; item Äigensetzzen ze Stainiriett 
von zwain schüppussen zwen Schilling; item Adolhait von Sassow und Uli Brugger von ainer 
schüppuss zeStainiriett ainen Schilling; item von ainer schüppuss by der raüli fünf pfenning; item 
von des Baslers gut sehs pfenning; item Frybach sehs pfenning; item Adelhait von Sassow von 
ainer schüppuss an dem Brittaberg sehs pfenning; item ze Waltherswille von ainer hüb und von 
ainem zehenden dry Schilling, siben pfenning; item ze Smi dingen von der Aich vier Schilling; item 
ze Langeion von ainer matten acht pfenning oder vier rossysen; item ze Urwil von ainer schüppuss 
sehs pfenning; item ze Lemoswille von ainer schüppuss sehs pfenning; item ze Büswille von ainer 
schüppuss sehs pfenning. (b) Und dis nachgesehribnen zins, die ze sant Andres tult gevallent: it^m 
die herren von Rüti von dem grossen zehenden ze Rorbaeh fünf Schilling, von dem zeh enden ze 



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Heinricli in, U12—HIH. 



6fi 



ihers gut von Ob 



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ille flrj scbilli 



I 



Kaltenegg zwaiiitxig pfeiiiitiig und von Wernners gat von Ubern ugswiiie rirj schillmg, vier 
pfenDing; item die herren von Sant Urban von dem zehenden ze Betzlisperg dry Schilling, von dem 
zehenden ze Gantzenberg zwen Schilling; item der Keller von Rorbach fünfzehen Schilling; 
item Bftfs wirtin von Ergöw von Biirgdorff von dem zehenden ze Richisperg achtzehen pfen- 
ning; item ze Flükkingen drj Schilling; item ze Gantzenberg dry Schilling; item ze Betzlis- 
perg dry Schilling; item ze Obern Ogswille von der hÜb dry Schilling; aber ze Obern Ogsw ille 
von ainer hflb zwen Schilling: aber zo Obern Ogswill von ainer hob zwaintzig pfenning; item die 
Banwart von Rorbach dry Schilling minder vier pfenning; aber dieBanwari von dem zehenden 
ze Eschibach dry'^^ pfenning; item Haini Kaltenegger an der Brugge zwaintzig pfenning; item 
Stainariett ainen Schilling; aber Stainariett vier pfenning; item an Homatten achtzehen 
pfenning von des Alters göt; item Rogg nnd Seh i n dell er zwaintzig pfenning; item am Wasen 
nun pfenning; it^m Nüni sehs pfenning; item von dem zehenden im Wald vier Schilling; item von 
dem zehenden ze Mülidorff der von Kyen, herr Johans, vier Schilling; item von dem zehenden 
ae Liebenberg Hiltbrnnner von Hut t wiUe vier pfenning; item von dem zehenden zeEschi- 
bach git Rfidi Wirt von Ergöw von Biirgdorff achtzehen pfenning; item der Pfister von 
Huit Wille und sin wirtinne von dem zehenden ze Lemoswille vier Schilling, kn vier pfenning; item 
von dem zehendeu ze Nid ern Hu ttw ill e dritthalben Schilling; item Juhans von Gry m enstain 
von dem zehenden zeEriswille ain pfund; item Wernhers kind von Dürrach fiinf Schilling; item 
von dem zehenden in der Wissach Geyl von Hu ttw ille und sin gemainder ain pfund, fünf Schilling; 
item Wernher von Ergöw von dem zeh enden ze Nidern Ogswill fünf Schilling; item der spital 
ze Burgdorff zwen Schilling vom zehenden, genant der hofasehend, im Glasbach; item ze Kalten- 
egg von der bilb fünf Schilling; item im Glas bach von Jierr Walihers jarzit zehen Schilling; item 
von dem zehenden ze GrÄben ainen Schilling; aber ze Grflben fünf Schilling von dem hübzehenden 
zeUrsibach; ain lütpriester ze Rorbach vier pfenning; item Seher g von Wekerswendi zwen pfen* 
niug; item von dem hübzeh enden ze Lemoswille sehs pfenning; item Peter von Elpach zwen Schilling; 
item Haini von Flükkingen drü malter» ainen mnt; item Gantzenberg zwai maiter; item Betzl is- 
per g sehs mut; item Ober Oxwill zwai maiter; item Kolmer*' schöppuss ainen mut habern ze 
Rorbach in dem dorff; item nnd den grossen zehenden ze Rar bach, der ainem probst von Sant 
Gallen zögehört, und mit allen andren rechtungen, ehaftinen und zögehörten, so an dehainen dingen 
in denselben kelnhoff ze Rorbach gehören t. 

(3) Item dis nachgeschribnen nütz und zina ze Mellingen nnd nnib Hellingen gelegen. 
Des ersten: item Hänsli Gernazz git sehs vierdrnng roggen und fünf pfenning von Gernas göt; 
item Gernazz gut, daz Cläwi Frj hett, ainliff vierdnng roggen; item Walther Räsegger git 
dry Schilling, an dry pfenning, von ainer matten genant die H iHter; item C Antzl i Leinnbach''^ git 
vier pfenning von ainem akker, haisß in dem Lübstal, und zwen pfenning von ainem akker genant 
in dem Münstal; item Bern hart git vier pfenning von aiuer matten genant die Uorlach; item 
Haos Pfister ainliff pfenning von ainem akker; item Claus Schärer '^ aioliff pfenning von dem 
akker genant M a s c h w a n d e n ; item der K r i e g von K ö 1 1 i k o n zwen pfenning von dem akker genant 
Ctkjx akker; item die kilchenmaiger von Wolenswill gent ainen halben vierdrung roggen der^' kilchen 
gut ze Wolenswille; item Hartman Lank git ainen halben vierdung roggen und ainen pfenning 
von sinen akkern; item Welti Berwart ainen halben vierdung roggen und zwen pfenning von ainem 
akker, lit by dem Stainiu steg; item Peter Amman git ainen vierdung roggen und zwen pfenning 
von ainem göUin, lit zwischent BlAlikon und Wolenswille; item die Brökin ainen vierdung roggen 
und zwen pfenning von ainem akker, lit in dem Birchat; item Älli an den Reben ainen mut habern 




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54 Heinrich lU. 1412—1418. 



Ton Haini RAdgers g&t, — ir man haisset Jänni Holflinger"; item die closfcerfrowen von Gnaden- 
tal gent järlich ainen mut kernen nnd sehszehen pfenning; item Ü Iman Oernass git siben vierdung 
roggen und sehs pfenning von Gemäss gflt und git ouch ainen halben vierdung roggen und ainen 
Pfenning von Rörlinen gftt; it«m und Hänsli Bitterkrutt git f&nf pfenning yon der matten an 
dem berg. Dis alles mit allen den rechten und in aller wis und mazz, als min Tordem, probst in 
Bürgenden und in Ergöw, und och ich daz Yormals innegehept und untzherbracht haben. 

Die egenanten höf, gftter, nütz und zins in Ergöw und Bürgenden, die an die obgenante 
min pro(b)sty gehörent, alle und jeklich besunder, hau ich für mich und alle min nachkomen im und 
allen sinen erben und nachkomen ze koffent geben in allen gedingden, gewonhaiten und rechten, als 
ich obgenanter Göri von End, pro(b)st in Ergöw und Bürgenden, und min vordren die Yormak 
und untzher von des obgenanten gotzhus wegen zeSant Gallen innegehept und herbracht hant. Ich 
Yorgenanter Göri you End, probst, setzen für mich und alle min nachkomen mit willen, gunst, wissen 
und Yerhengnüsse des Yorgenanten mines herren abtHainrichs und gemaines conventz und capitels 
des obgenanten unsers gotzhus zeSant Gallen und für alle ir nachkomen den obgenanten Hansen 
Yon Valkenstain und alle sin erben und nachkomen in nützlich, r&wig gewer"' . .. Die obgenanten 
min gnedigen herren abtHainrich, ich Göri, probst, und gemainer couYent und capitel des gotz- 
hus ze Sant Gallen haben uns ouch herüber für uns und alle unser nachkomen gegen dem obge- 
nanten Hansen Yon Valkenstain und gegen allen sinen erben und nachkomen mit gemainem, 
ainhelligem rät unsers capitels und für daz selb unser gotzhus ledklich und frilich Yerzigen*^ ... Ich 
obgenanter Göri you End, probst obgenant, sol und geloben ouch Yestentklich mit disem brief ffir 
mich und alle min nachkomen, probst des gotzhus ze Sant Gallen, der obgenanten hoff, guter, rech' 
tung, Zinsen und nützen und dis redlichen koffes in aller Yorgenanten und nachgeschiibnen wis des 
egenanten Hansen Yon Valkenstain und siner erben und nachkomen gegen allermengUchem allent^ 
halben recht wem ze sint*^ . . . Doch hierinne nämlichen ussgedingot und vorbehalten : war, ob dex" 
obgenanten gftter, nützen ald zinsen dehaines abgangen wäri oder hienach abgiengint« daz dem obgenanteisk 
Hansen you Valkenstain oder sinen erben oder nachkomen dieselben gftter nit alle gultint ald da^ 
im die obgeschribnen zins nit alle werden möchtint, darumb söllent ich und min nachkomen inen nit^ 
gebunden sin dehain werschafiFb ze tftnt oder inen da ichtz ze enroUent ald ze bessrent, an geYerd. « 
ze glicher wis: war, ob derselb Hans Yon Valkenstain, sin erben ald nachkomen hienach mer ex*- 
fragtint oder fundint, daz zfl den obgenanten höfen und an min probsty in Bürgenden und in Ergö^w^ 
gehorti, daz sont und mugent si ouch innemen und haben in glicher wis als die obgeschribnen zins, 
gantzlich &n min und miner nachkomen sumen und ierren, &n gCYerd. Wir Hainrich, von Goi^ 
gnaden abt, und gemainer conYent des gotzhus ze Sant Gallen, die obgenanten, Yerjehen och an disem 
brief ffir uns und unser nachkomen ainer gantzen w&rhait aller Yorgeschribnen dingen, daz diser koff 
und Yertgung und älli Yorgeschribnen ding, stukk und artikel, so an disem brief geschriben stat, alles 
mit unserm rät, wissen, willen und Yerhengnüss beschehen und Yolfftrt ist, und daz wir dis alles also 
für uns und alle unser nachkomen gelopt haben bi gftten trüwen, und lobent es ouch mit disem brief 
war und statt ze hant, luter, &n alle ander iuYäll, &n gcYerd. War ouch, daz diser brief hinnenthin 
gebresten gewunn, es wäri an permitt, an geschri£Pt oder an insigeln, daz selb sol dem obgenanten 
Hansen Yon Valkenstain noch sinen erben noch nachkomen dehainen schaden bringen in dehain 
wis, won daz diser brief und koff bestan sont nu und hienach mit allen dingen, als Yor geschriben stat, 
alles &n gcYerd . . . 

Wil in unsers gotzhus statt, an mentag vor mitterYasten, 1414. 

• -I> Wlcbtiffsr« Variant«u •«■ dem OegrohrUf Haot v«n ralkMMUiiw (a. Anm): •) Boirtra. b) min. •) dry aehillinc, viar pfauÜBg. d) Kolaara. •) Hid«rB GUa> 
b»ab. f) a«ha. ff)Kolm«ra. b) Laimbaeb. i) 8ebarr«r. k> tob d«r. I) Hofllnffsr. - m) Üb«rf»b-, b) Ywxiebt«, o) WIkndiafUferatL 



56 



Heinrich III. 1412—1418. 



1414* Juli 18* — Der nSmliche geht dem gleichen gegenüber dieselbe Verpflichtung ein in betreff von 
110 Stück Komgült von den gräflichen Steuern im Turtal, die er um 1300 Gulden gekauft hat. — Mitwnchen nach 
sant Margreten tag« 1414. 

1. lau- iid StutBareUv Stvttgirt, Lfitisbnrger Ctpialbich Ir. S7. — Abdruck: Wartmann, Das Lütisburger Copialbuch 
Nr. 81 (St. Galler Mitteüungen, Bd. XXV, S. 142). 

$S601* — 1414. März 29. Cur. — Herman Eggler von Appenzell erteilt »Petern 
Hürdlin und Hannsen Rüden, knecht Yon Zürich*^, Vollmacht zur Vertretung all seiner Ansprachen 
gegen die von Appenzell, ^darumb sy noch hütt diss tags von minen wegen in der ächte sind, als die 
brief wol wisent und sagent, die ich darumb von dem hofgericht ze Wintertur mit dem rechten 
erlanget hab''. — Chur, domstag vor dem palmstag, 1414. 

Laitoarekiv Appeiiell I. L, A. in, Ir. 1& — Pergament-Original Für Hermann Eggler sigelt Cüntz von Rand- 
egg; das Sigel hängt, ganz entstellt, offen. 

aeOa. — 1414. Aprll 12. — Graf Rudolf (II.) von Werdenberg verkauft för sich und 
seinen Bruder Hugo mit Zustimmung seiner Gemahlin Beatrix dem Grafen Friedrich (VII.) von 
Toggenburg, seinem Vetter, die Feste War tau mit Leuten und Gütern, Gerichten, Fällen, Ge- 
lassen etc., um 2300 ff Heller C. W. — An dem zwelften tag des manodes Aberellen, 1414. 

LaBdesarthiv Qlams. — Abdruck: Blumer, S. 473, Nr. 151; Tschudi, Chronicon I, 675. — Regest: Erfiger, Die Grafen 
von Werdenberg-Heiligenberg (St. Galler Mitteilungen, Bd. XXII), Beilagen Nr. 754. — Pergament-Original; die 
Sigel des Qrafen Rudolf von Werdenberg und seiner Gemahlin fehlen. 

1414. AprU 18. — Vor Eberhart Stagel, Schultheiss der Stadt Zürich, versichert Graf Rudolf (II.) 
von Werdenberg seiner Gemahlin Beatrix von Fürstenberg ihre Heimsteuer von 4000 B Haller und 4000 flf Wider- 
legung auf seine Herrschaften Werdenberg, Wartau, Freudenberg und St. JohannsertaL Der Handlung wohnen 
als Zeugen bei Graf Friedrich (VII.) von Toggenburg« Rudolf Brun, Felix Maneß, JohansManefl, Ulrich 
von Lonmes(!), Lütold Grebel, Erhart Eilend, Frantz Klotter, Johans Engelhart, Heinrich Engelhart 
und andre. — Mitwuchen vor sant Jöryen tag, 1414. 

Archiv NuaieMliilgei. — Regest: Fürstenberger Urkundenbuch III, S. 85, Nr. 97. Krüger, Nr. 755. — Pergament- 
Original ; die Sigel des Schultheissen und des Grafen von Werdenberg fehlen. 

1414* Mai ft. — Graf Rudolf (II.) von Werdenberg und seine Gemahlin Beatrix setzen dem Grafen 
Friedrich (VII.; von Toggenburg zu rechter Währschaft für den Verkauf der Feste War tau alle ihre Rechte nnd 
ihr Eigentum an der Herrschaft, Feste und Stadt zu Werdenberg, an den Festen und Herrschaften Starkenstein 
und Freudenberg und am St. Johann s er tal in Pfandes Weise ein. Lösen Friedrich oder seine Erben irgendwelche 
Güter, die zu der Herrschaft War tau gehören und jetzt versetzt sind, so haben Rudolf und Beatrix bei einem allftlligen 
Rückkauf der Herrschaft neben der Summe von 2300 8f Heller G. W. auch die betreffende Lösungssumme zu erlegen. 
— An dem andern tag des mandes Meyen, 1414. 

K. laiu- Di4 Staatearehiv Stuttgart, Lfitisbnrger Ctpialbaeh Ir. 25. - Abdruck: Tschudi, Chronicon I, S. 676; H. Wartmann, 
Das Lütisburger Copialbuch (St. Galler Mitteilungen, Bd. XXV), Nr. 30, S. 140 f. — Regest: Krüger, Nr. 756. 

»608. — 1414. Mal 5. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (III.) von St. Gallen gehen 
Herman Schirmer, Bürger zu St. Gallen, und dessen Ehefrau Güta Landin Gütergemeinschaft 
ein fUr all ihr Besitztum, ^nihis usgenomen, das ligent oder varent gut haisset und ist, denn allain 
und besunder das hus, die hofstatt und hofraiti, gelegen ze Santgallen in der statt bi sant Lau- 
rentzis kilchen, — hinder CAnrats Hören hus, an Ulis Hessen hofraiti und dem gasslin. Es 
ist och in diser gemainde eröffnet und behalten: werdent Herman Schirmer und Güten Lan- 
dinen, siner elichen wirtinen, kinde bi ainander, es sigint knaben oder tohtren, ain kind oder me, 
dieselben iri elichen kind mugen si erben, als elichi kind iro vatter und iro müter erben sond und 



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Heinrich III. 1412-1418. 



5605. — 1414. Mai 16. — ,üeli von Göchan, Wellti von Oöchan, Adelheidt, ir eeliche 
Schwester, Haini Spitzli, ir ehelicher man, Margreth, auch ir eheliche Schwester, Uelrich Eggen- 
berg, ir ehelicher man, Anna, ouch ir eheliche Schwester, und ich Hainrich Zehennder, ir ehelicher 
man*, verkaufen den Hof zu Stettfurt, genannt Bisinshof, ihr rechtes Eigen, an Beringer 
von Landenberg von Sonnenberg um 39 ff /^ C. M. — Geben zu mittem Meyen, I4I4. 

Stiftsaithiv Stfialleo, ((. ((. ((. 1, Fase. I, Ir. 5. — Copie auf Papier aus dem 16. Jahrhundert. Es sigelt Rudolf Win- 
gart er, Ammann und Schultheiss zu Lichtensteig, för die Verkäufer, die alle kein eigenes Sigel haben. 

5606. — 1414. Mai 31. — YincentiusMatter, Schultheiss zuThun, bezeugt namens des 
freien Gerichtes den beiden Frauen «Bela, wilent ewirtin Jennis säligen an Losenegg, und Elsa, 
ewirtin Ullis Girstis von Balderswil bi Zürich, gesessen under den Sant Johanseren^, ihrer 
Tochter, die durch ihren Fürsprech haben vorbringen lassen, ^wie das dieselb Elsa von ir obgenant 
herschaft, den Sant Johanseren, etwas in red und in gezigt were, umb das si eigen sin sölte, des aber 
sy nüt wüste noch getrüwete*: dass die von den Frauen angebotenen Zeugen Ulrich an Wachsel- 
dorn, Hans Gipp, Hans Schnider, Peter Agt, Hans Hafen, Hans Tellinger und Herman 
zem Bach eidlich ausgesagt hätten, ^das si die vorgenant Belen mar denne bi drysig jaren daher 
bekent habin und habin nie gehört sagen noch vemomen, das si deheines herren eigen gewesen sy, 
sunder so wüssen si nüt anders, wand das si ein fryer mönsch were". — .Und sint dis dinges gezügen 
Hanso Stello, Hans Swendinan, Hans Suter, Rflfo Stalder, Nigli Ruppen, Hensli 
Heymen und ander erber lUten vil." — Fritag nach dem phingstsonnentag, 1414. 

StifteuthivStfialleD, D. D. 2. C4. — Pergament-Original; das Sigel (des Schultheissen) hängt eingenäht 

$S60Y. — 1414. Juni 1. — R&dger Harzer, weiland Ulrichs des Harzers von Con— 
stanz ehelicher Sohn, sichert dem Abt Heinrich (III.) und gemeinem Convent des Gotteshause 
St. Gallen das Rückkaufsrecht zu für 61 ff Heller C. W. jährlichen Zinses, die er um 970 ff Heller 
C. W. gekauft hat, nämlich «des ersten ab und usser den guten ze Helfentswille und den lüten^ -^^ 
die darzü gehörent, geltent älli jar vierzig mut und dry mut kernen ; item usser und ab dem kelnhoftr f 
ze Amptenzell und den schAppussen und allen guten ze Oberhaimen, die darin gehörent, die 
järlich geltent fünfundzwainczig mut kernen und ain viertal kernen: item usser und ab dem hof und 
guten ze Linggenwille, die järlich geltent acht mut kernen an ain viertal; item usser und ab der 
guten ze Nidrenbürren, die järlich geltent zehen malter vesan, alles Santgaller mesß". Dei^ 
Rückkauf soll jederzeit erfolgen können, indem die Kaufsumme »und darmit, ob dehain vergangnem 
zins ald schad dabi unvergolten usstftndi, sament und mit enander' dem R&dger Harzer oder seinecs 
Erben oder ihren „gewissen hotten* in Constanz oder »zwo mil wegs verr* ausbezahlt oder bei Ver — 
Weigerung der Annahme zu ihren Händen bei der Münz oder dem Wechsel in Constanz oder Winter- 
tur deponiert wird. — Fritag in der hailigen pfingstwochen, 1414. 

Stiftsarchiv 8t Qallen, K. K. K. 8, Faae. I, Ir. 5. — Pergament-Original mit offen hangendem Sigel. — Auf der Rück- 
seite folgende Notiz: ^Dis LXI g haller järlichs geltz sind erlöst, und hat min herr abbt Eglolf die losnng get&n 
anno domini MCCCCXXX*. 

$i608. — 1414. Juni 19. Feste Arbon. — Die Brüder Ulrich und Konrad die Paier (Payrer), 
Vögte zu Arbon, verkaufen an Hugo Schulmeister, Georg Blarer und Ulrich Fürer, derzeit 
Pfleger und Meister des Spitals des Hl. Geistes in St. Gallen, zu Händen des genannten Spitals «den 
mindren zehenden ze MAla mit sinen zügehörden, der stuk und g&ter ze Gr&stain, ze Winkels- 




Heinrich III. 1412—1418. 



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tid ze Len*, um 45 w (.\ .%^. „Derselbe zehend unser leben gewesen ist von (iem erwirdigen 
l^ot^hus ze Santgallen^ daiineu wir in demselben spital geveHigat und in sin band bräht habin mit 
des erwirdigen abt Hainrichs . . .^ ünsers gnädigen herreu, handen . , , Wir haben Äch gel5pt und 
lobin . . . recht weren ze sind nach landes rebt iintl mit sunderhait gen Urselle, unser lieben möter, 
Beatrix 6 Ol unser mämen, derselben unser müter swöster, Dietrichs von Blümenegge elicher 
frö^wen, gen denselben Dietrichen von Blftmenegg und gen iren erben", — Arbon uff der vesti, zinstag 
vor sant Johans tag des Tftffers ze sunnwendi, 1414, 

Sfitakrfliiv Slt.StUeii, Tr. L S/Ir. h — Perga^ment- Original mit offen hangenden Sigeln* 



58609.— 1414, Juul 36. — ,Peterman Prandes, genant von Bmnberg", der Zeit Schult- 
reiss zu Wil, erneuert der Frau „Eisbett Güsin von T rangen* die Lehenschaft über „den akker 



Pbei 

■ xe Tünbrunnen gelegen hinder Lensenholtz, genant Hainrichs S c h m i d s akker; item ain halbe 

■ jitchart akker, die an demselben akker lit, genant Welti Schmids akker von Affeltrangen; item 
Äin juchart akker, stosaet an den Hürwispach ze Trftngen; item und ain ägerden und daz holtz, 
daz daruff stat, ze Tröngen gelegen vor dem Buch an, stosset ze dem Aicha an die wisau, mit aller 
zÖgehört^; alles Güter, welche die Frau nach vorgewiesenen Briefen früher von „R ädolffen von 
Glotten seligen^, des Schdtheissen Vetter, und darnach von ,Küdolffen von Magelsperg, gesessen 
ze Bernau g im Rintal-^, des Schultheissen Oheim, an den sie gefallen waren, zu rechtem Lehen 
gehabt und der SchuUheisa von Rudolf von Magelsperg erkauft hat; der Frau wird aus besondrer Gnade 
««daz fiye manrecht" verliehen. — Sant Johans und sant Paulus tag der hailigen martrer, 1414. 

tBtaltUtlit Wil, MtibL llVAi'r. M. -- Pergament-Original mit o£Fen hangendem SigeL 
S610, — 1414. Juli 9. — Hans BurgÖwer, Bürger zu Lindau, ersucht Abt Heinrich (HL) 
▼on St. Gallen brieflich, den Wein- und Kornzehnten zu Hegnau (Hengnöw), den er als Lehen vom 
Gotteshause St. Galleu innegehabt und vor Zeiten abgetreten habe an seine Kinder, „die ich han by 
niiuer elicheu husfroweu Margareten Blarrerinun ald noch hy anander gewünuen mugend*, von 
ilnD aufzunehmen und seinem Sohn „Ha in riehen BurgJwer anstatt und in namen aller der kint, 
die min husfröw . . . und ich by anander jetz habend ald noch by anander gewünuen mugend*, zu 
verleihen. — Mentag vor sant Margareten tag, 1414, 

Stifbartliif %t Üallen, P. F* F. ä. A, l — Pergament -Original; das Sigel hängt eingenäht. 



k 



2611- — 1414, JiiH 10, BiNehofzelL — Vor Benz von Heudorf, zur Zeit Vogt zu Bischof- 

*ell^ fertigt Elisabeth, die Geuiahliu Rudolfs von Eosenberg, Bürgerin von Bisch ofzell, 

**üt Johans Spiser, genannt Zwingger, als Föi*sprech, dem Hl. Geist-Spital in St. Gallen ihren 

Hof zu Nid er- Ach (Nidreu-Ah), — „der ainhalb stosset an desselben spitals gftte und andrenthalb 

^ö der velt^iechen gute von Costentz" — , ein Lehen des Gotteshauses St. Gallen, das sie um 100 fl -»^ 

C* M. an die Spitalnieister verkauft hat. Für diese Keclitshandlung wird ihr mit Zustimmung ihres 

Qemahls, der dem Gericht einen „wilbrief" gesendet hat, vom Gericht als Vogt Ulrich B laich er, 

Bürger von Bischofzell, beigegeben. Für die Spitalpfleger Hug Schulmaister, Georg Blarer und 

Ulrich Fürer sind Rudolf ab dem Berg und Johans Beck der Schreiber, genannt Schvparzhans, 

Bürger zu St. Gallen, erschienen, — By schoffze 11, zinstag vor St Margare then tag der hailigen junk- 

frÄwen, 1414* 

S|ilila!thlif M. CaUfB, Tr. (I. % Hfr. 8. — Pe r g a m e n t - r i g i n al. Es sigeln Benx von Heudorf, Ulrich Blaicher nnd 
Badolf von Roaenberg; das erste Bigel ist abgefallen, die beiden andern hangen oftea* 



«0 



Heinrich in. 1412— 1418. 



Heinrich im "Wiger, Ammann zu Gossau, schützt gerichtlich die Geldforderui:^^ 
des Rudolf Älmer von Glarus an Martin NA^idmer zu Mos. 

(ea^ftan.) 1414. Juli 17. V 

Ich Hain rieh im Wijer, von gnaden des erwirdigen fUrsten und herren abt Hain rieb ^ 
abt des gotzhus ze Santgallen, mines gnädigen herren, am man ze Qoss&w, tun kund . . ., das fXAr 
mich kam uflf disen hUitigen tag . , ., do ich ze GossAw in dem dorfl* offenlich ze geriht sass^ d^T 
beschaiden kneht Bikkahänsli, gewisser hott nnd klagförer des erbern Rudi Almers von Glaru. ^, 
und offnot vor mir mit fürsprechen: Als er vormals geklegt hett zö dem hof, genamt Mos, geleg"^«! 
zwüschen Gochhusen und Mutwil, der Marti Wi dm ers ist^ umb die schuld, die derselbe M am- t^ i 
Widmer dem vorgenamten Ri\din Alm er schuldig war von der schiffen wegen» die er nnd der Wik ^ t 
von im geköfft hettint, und die klag als ferre erlegt nnd bräht hett, das im mit urtail erkent word^« 
war, das im des gerihtz waibel und hott von und uss dem vorgenamten hof Mos wasen und xwj ar^^— 
wtirten und her in geriht bringen sölt und da reht über gesprochen sölti werden, also hett im i^«:;h 
des gerihtz waibel wasen und zwj von demselben hof Mos uff hütt disen tag her in geriht geantwtirt 
und braht, alz im urtail und reht beschaiden hett ze tÄnd; und bat mich frigen, wie er fiirbaz dactmit 
raren und tön sölt nach dem rehten, Da^ tet ich und ward nach miner frage mit ainheller nrt^^H 
ertailt, nachdem, alz sich daz reht vormäla von ainem genht bis an das ander untzher ergangen he't:^^» 
das dann wase und zwj des egenamten hofs Mos fürbaz hie in geriht still Ligen und behalten sf^i*»* 
werden von diaem hüttigen tag hin die nächsten sehs wochen schierost nach enander künftig nach gebofl| 
dis briefs, und das denn nach denselben sehs wochen inwendig den nächsten drjg tagen der vorgenaKr^a» 
RAdi Almer ald der jetzgenamt Bikkahansli, sin hott, ald ander sin hotten, die er darzö schil«: fc» 
den vorgenamten hof Mos, mit hus, mit hof, mit akkren, mit wiseu, mit hol tz, mit veld und mit all €^^ 
zügehörd hie ze Gossfiw uff offner gante verrftffen und umb h6pgöt{!) und schaden verköffen söltin UEi ^ 
möhtin nach dem rehten. Es ward 6ch mer ertailt: war, das nit daruff gebotten word ald aovil darm/^^3 
nit kam, das sy dübti davon ze stand, das ai dann selber ald ander lüt von iro wegen wol daruff" bie tec^^^ 
und den hof kiffen mugent, ob si wellen t , . . 

Zins tags vor sant Marien Magdalenen tag, 1414, 

SpItAlarflaiv Sl. Mkn, Tr, C. 8, Ir. 1. — Pe r g a m e n t - r i g i n a 1 mit offen hangendem SigeL 




2613. - 1414. Juli 3L WII. ^ Vor .Hans Stain, genant Haiterwald", Weibel und 

Richter zuWil, der an Statt und im Namen des „Peterman Prandis*, genannt von Brunberg, 
Schul theissen zu W i 1 , zu Gericht sitzt, fertigen Heinrich Lederg erw, ehemals Schultheiss zu W i I, 
sein ehelicher Sohn Rutschman und seine eheliche Tochter Ursula, Rftdi Imhofs von .Elgöw'*, 
genannt Grüter, Ehefrau, letztere durch ihren Vogt Klaus I berger, mit Heinrich von Loppen, 
Hofammann zu Wil, als Füi-sprech, den Brüdern Heinrich und Walther Bischof als Pflegern ^des 
ewigen lichts ze Wil in Sant Niciaus kilchen, das da brünnet und ewenklich brennen soll vor dem 
hailigen grab in derselben kilchen*, und das vor Zeiten von Hans Bischof (Bisch ouf) sei., dem Vater 
der beiden Brüder, gestiftet worden iet, einen jährlichen Zins von 18 ß ^ C. M. und W.,, den sie den 
Pflegern um 18 ff .^ C. M*, „fünf Schilling minder", verkauft haben und der jährlich auf St. Gallen 
Tag zu entrichten ist von dem Gut „ze M o g w i 1 1 e ' , genannt der B o m b e r g e r Gut, das jetz ^ B u r g i 
Zimberman von Moggwille" inne hat, — Wil, 1414, zinstag vor sant Peters tag ze ingändem Ogsten. 



4 



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g2 Heinrich III. U12-U18. 

»616. 

Revers von Hans Offner, Schmied zu St. Gallen, über die auf der Hofschmiede? 

lastenden Verpflichtungen. 
1414. Anlast 18. 8t. OaUen. 

Allen . . . künd ich Hans Offner, ain schmid zft Sant Gallen, Hännis Offners seligen 
wilund elicher son . . ., das ich und all min erben und nachkomen, in dero hand und gwalt min hus, 
hofstatt und hofraiti, genant die hofschmidt, glegen zft SantGallen in der statt an dem marchstal 
ze Hof und an C&nj Zürichers hus, jetz sind ald iemer körnend, an dem ajmer in dem hofbrunnen 
ze Hof und an der kettinen, daran derselb aimer hanget, usser unserm geschmid machen und besseren 
sond, als dick es die notturfft wirdet, was oder wellicherlei an geschmidtwerch daran ze machen und 
ze besseren beschicht . . . Dartzft sollen ouch ich und min erben . . . von demselben minem hus, hof- 
statt und hofraiti allerjerlich jetlichs jars je uff sant Martins tag ze rechtem zins geben vier pfund pfeffer 
Sant Galler gewäges. — Sant Gallen, sampstag vor sant Bartlomes tag des hailigen apostels, 1414. 

StiflsarelilT SttelleH, Ton. A. S9, FiLl — Copie des 16. Jahrhunderts. 

2617. — 1414. August 23. — Graf Friedrich von Toggenburg und Herman von Landen- 
berg, genannt Bik, erklären, dass sie „gemainlich und unverschaidenlich Hansen von Honburg 
dem eitern, Hansen von Honburg dem jungem und Eglin von Randenburg gemainlich und 
unverschaidenlich', 100 Gulden rhein., ;,swärer und gftter an geld und an gewicht, an der stat wechssei 
zu Schaffhusen' schuldig geworden seien von „hern Ulrich und Cftnraten von Fridingen, 
gebruder, und Hansen von Fridingen, irs bruders, säligen kinder'' wegen, zu bezahlen an Hansen 
von Honburg vom nächsten St. Martinstag innerhalb zweier Jahre gen Schaffhausen in die Stadt. Alsk 
Bürgen für getreue Erfüllung und eventuellen Ersatz alles aus Nichterfüllung entstehenden Schadens^ 
stellen sie Hansen den Aster und Hansen von Münchwile. Auf Mahnung haben die Schuldner- 
und Bürgen „inwendig den nächsten acht Tagen^ zu Schaff hausen in offnen Wirtshäusern ^giselschaft^ 
zu leisten, „unser der gulten jeglicher täglichs je zwaj mal mit sin selbs lib und mit ainem knecbt 
und zwajn pheriten oder aber an unser jeglichs statt, der den mit sin selbs lib nit laisten wölt oder 
mag, zwen erbern knecht mit zwain müssigen phäriten, und der bürge jeglicher täglichs zwaj mal 
mit sin selbs lib und mit ainem phärit** oder mit einem Knecht und einem müssigen Pferd. Gülten, 
Bürgen und Knecht sollen davon nicht ledig werden ohne Erlaubnis Hansen von Honburgs oder wenn 
alles bezahlt ist. — Es sigeln die obgenannten Gülten und Bürgen, und Friedrich verheisst, seinen 
Mitgülten und die Bürgen schadlos zu halten. — Sant Bartholomäus abend, 1414. 

G^HenUuiiMirebiT Karlsruhe. — Pergament-Original, als Umschlag verwendet. 

2618. 

Abt Heinrich (III.) von St. Gallen gibt seine Zustimmung zur Schenkung des 

Kirchensatzes zu Gossau bei Grüningen an das Kloster Rüti. 

yvn. 1414. September 17. 

Wir Hainrich, von Gottes gnaden abt des gotzhus ze Santgallen, und der convent . . . ver- 
jehen und tönd kunt . . ., daz für uns kam in unser gesamnot capitel . . . der fröm vest ritter herr 
Herman von Landenberg von Werdegg, unsers gotzhus dienstman, an siner und an frSw Fryen, 
siner elichen wirtennen, gebom von Hönburg, statt und offnot vor uns in unserm capitel: Als der 



64 



Heinrich Hl. 1412-^1418, 





Tünbrunnen mit aller ztigeliört haben wir zu ainer ergatzung und prwydrung der obg+^dacbten gnAden und früntsehaft 

abt Hain riehen und gemainem convent de» gotzbuBes ze Santgalbn . , , gantxlich ledig und lÖe gelA^sen , , . ond gf^ ^iai.% 

inen . , . allen tail, recbtung, vordrung und ansprach« so wir , . , zu demselben wiger und wigerstatt . .je gehatieo. ^ 

Und haben ocli furbaaa jA ainem widergelt derselben frünUchaft und gnaden ünsers gotzhus aignen höf ze Tiinbrann g==» w% 
mit aller zugehört, uaHgenomen die widern, die an die kikhen da^elbs ze Tünbrunnen gehört, und ünsers gotzhus iiign ^r ^ 
höf ae Nünbrunnen . . . uJfgeben an . , , defi gotsihuB ze Santgallen band . . . und haben dieselben höf baid , . , ^1 ^^ > 
ze rechtem leben gemachotr von demselben irem gotshuD se Santgallen/ Wenn das Kloster Rüti dem Kloster St. Qall i^*m 
„über dieeelben zwen höf ze lebentrager" darbietet, der dem Kloster nach Lebeurecht zu dienen gelobt, dem soll SL^^^ 
Abt von St, Gallen die beiden Höfe ohne weiteres in Trägers Weise zu Händen dea Kloster» Rüti zu Lehen geben. - — ^- 
Rüti in ünserm gotzhna, 1414**) 

Stlftiaithit St<i]ill«B, X. 1 I. ), Fiise. I, Nr 11 — Pergament- Original mit offen bangenden Sigeln. 

1414« SSepleinlier IT* Wtl. — Abt Heinrieh (111) und der ConTent des Gott^ahansea St. Gallen g- 

oben in Hinsicht auf die in obiger Weise zu Lehen des Gotteshauses St. Gallen gemachten Höfe zu «Tünbrnnnei 
und ^Nünbrunnen*. wen, .der lehensgenozz ist", Abt und Conyent de« Gotteahauaea R ü t i ihnen zum Lebenträgc 
darbieten* mit den Höfen zu belehnen und auch, falls einmal infolge Krieges oder aus anderer triftiger Ursache d-^ m* 
Beiehnung nicht in gebührender Weise gefordert und empfangeD werden solltej mit den Lehen ,dehaineat nit varen '^^ 
aondern, sobald es gefordert werde^ sie wieder verleihen zu wollen. — Wil, mentag vor sant Matlieus des hailigen zwöl^ 
boten tag, 1414. 

SÜMltarrhii WiU SchtfcL IV, Ir. 81 — Pergament-Original mit ofien hangenden Sigeln. 

2619. — 1414. September 21. — Der .aramaD und die lantlüt gemeinlich in der Obern March' 

sichern dem Grafen Fr idr ich (VIL) von Toggenburg das Recht der Rücklösung zu für seine um 
1300 rb*?in. fl. ihnen verpfändeten Gülten und Zinsen in der March, nämlich ,atle sin gült und zimt. 
so er in derselben March hat, es syen pfenninggült, kernengült, haberngiilt ald swingült, das sje uff 
akern, uff matten^ uff wisen und ufl' niülineu, wie die genant sint, usgenomeu den hof ze ButtikoQ 
und die zins, so an die kilchen daselbs in der March ungefarlich gehörent, die stir, so der egenaiit 
ünaer gnediger herr in der March hat, und öch die vischgült, so er hat von dem var zeWiden*. Die 
Lösung kann jederzeit erfolgen und zwar ,vor sunt Matheiis tag des heiigen zwelibotten mit der jer- 
lichen gült und dem zins, so dann desselben künftigen jares, als die losung beschicht, von den egenanten 
gfttern gefallent, und nach sant Matheus tag an dieselben gült; won heschicht die ablosung nach sant 
Matheus tag, so sol dieselh gült ouch von demselben künftigen jar uns . . , volgen und werden*» — 
Sant Matheus tag des heiigen zwelibotten, 1414. 

StiFtÄurrlih St* Kalif u, ft. D, L t. 2, — Pergament-Original FHr den Ammann und die Landleute der Obern March 
»igeln auf ihre Bitte pünaer lieb berren*, der Atnmaan und die Landleutf* ssn Sehwiz, ,won wir ouch die »ach mit 
irem gunwt und willen getan haben*, mit ihrem gemeinen Landespigel; daa Sigel hängt eingenäht, 

2ftSJ0, — 1414. Oetol^er 2, 8t.(ffalleiK — Der kaiserliche Notar „Wernherus Deciraatoris 
de Pfullendorf, clericus Constantiensis dyocesis", stellt auf Bitte Abt Heinrichs (UI.) von 

St, Gallen für die Kirche in Wil einen Transsumpt des Indulgenzbriefes von 1333 aus.*^ — 1414, 
indictione iuxta stilum Romane curie septlma, alias regulariter octava, pontificatus . . . Joh aunis . , * 
pape XXIII. anno quinto, mensis Octobris die secunda, hora quasi secunda post meridieni diei eiusdein 
in oppido SanctiGalli, Constantiensis dyocesis, et ibidem in domo abbatiali monasterii Saneti 
Galli, in solario domus eiusdera . , ., presenÜbus religiosis in Christo doniinis Bernhardo de Ow et 
Andrea St rem, presbjteris ordinis saneti Benedicti, capellanis supradicti ruonasterii Saneti Galli, 
testibus ad premissa vocatis, petitis et rogatis. 

ISttdtArrhh Wil, Srliull. U, Kr. 7. - P e r g a m e n t - O r i g i n a 1 mit dem Notariatszeichen dea WemheruB Decintatoria. 



Heinrich III. 1412-1418. ß5 

2621. 

Abt Heinrich (III.) von St. Gallen entscheidet einen Streit zwischen Konrad und 
Ulrich Blarer einerseits und Rudolf dem Maier von Altstätten anderseits um einen 
'Weinzehnten im Rheintal zu Gunsten der ersteren. 
8t. OaUen. 1414. Oetober 3. 

Wir Hainrich, von Gots gnaden abt des gotzhus ze Sant Gallen, . . . tAn kund . . ., ^as wir 
uff den hüttigen tag . . . von diser hienach geschribner sach wegen offenlich ze geriht sijen gesessen 
zeSant Gallen uff unser und Ünsers gotzhus pfallentz, und d&selbens ist fQr uns komen in offem 
gerillt der vest, wolbeschaiden Cünrat Blarrer vonCostentz, C&nrats ßlarrers säligen wilunt 
elicher sun, in namen und an statt sin selbs und Ulrichs Blarr er s, sins elichen brAders. Und hat 
derselb C Anrät Blarr er geklagt und geöffnet vor uns in geriht durch den wolbeschaidnen Hansen 
Beken, genamt Schwartzhans, burger zeSantGallen, sinen erlobten fürsprechen, und sprach: 
der erber from BAdolff der Maiger von Altstetten, unser und ünsers gotzhus dienstman, habi 
in und Ulrichen, sinen brAder, gesumet und hinderi und sumi sü noch an winzehenden, da nsser 
akem und buwfeld winwachs geleit ald wingarten gemachet sigint in den stuken und gAtem, die da 
gehörint in die gAter und in die zAgehörden der gAter ob Altstetten und am Kornberg, im Rin- 
tal gelegen, die inen zebendhafftig sigint und och denselben zehenden von uns und ünserm gotzhus 
ze lehen habint. Und von derselben sach wegen sig dem egenamten RAdolffen Maiger von iro clag 
wegen verkündet nach lehensreht zAm ersten tag uff die ersten gedingstatt, genamt zAm S pal tenstain 
obR6rschach, und uff den andren tag uff die andren gedingstatt, genamt zAm StAl under Riedrer- 
boltz, und an denselben baiden gedingstetten habi der beschaiden Albreht Zwik, genamt Spiser, 
iro baider gewüsser bott und clagfArer, mit vollem gewalt uff iro gwün und Verlust des vorgenamten 
Bftdolfs Maiger von Altstetten gewartet und die baid tag geweret und verstanden von iro wegen, 
als reht und urtail gäbi vor dem erwirdigen hern Georien von Enne, ünserm und ünsers gotzhuses 
propste ze Sant Gallen^ der an unser statt und von ünsers haissens wegen an denselben gedingstetten 
dozemU gesessen sig und geriht hab, das och war ist; und sig nu hütt der dritte tag, uff den dem- 
selben RAdolffen Maiger von Altstetten verkündet sig zAm rehten her uff unser obgenamten 
pfalientz ze Sant Gallen von sumung und ierrung wegen, so er im und Ulrich, sinem brAder, getan 
hab nnd noch tAge an dem vorgeseiten winzehenden, und also warti och er in namen und an statt 
sin selbs und Ulrichs, sines brAders, uff iro dritten klag des vorgenamten RAdolffs Maigers von 
Altstetten von der vorerzalten clag wegen. Und nach diser vorgenamten clag und sach batt uns do 
der vorgenamt C Unrat Blarrer durch sinen vorgenamten fürsprechen, das wir wöltin haissen fragen, 
was herüber reht war. D&rumb hiessen wir fragen, und gab urtail und reht ainhelklich, der vorgenamt 
CflnratBlarrer sölti des ersten nemmen und stellen den hotten, durch den dem vorgenamten RA- 
dolffen Maiger verkündet war her zAm rehten uff hütt. Do stallt und namt derselb CAnrat Blarrer 
le botten den beschaidnen Hansen Sporer, burger ze Santgallen. Derselb Hans Sporer seit 
och do vor uns in offem geriht und swAr och daruf usserthalb unser pfalientz ainen gelerten aid ze 
flot und ze den haiigen vor dem beschaidnen HansenGolder, gerihtswaibel ze Santgallen, der 
ron des gerihts wegen darzA geschikt ward, er hab dem vorgenamten RAdolffen Mai ger von AI t- 
rtetten den verkündbrief in sin selbs band vor siner vesti zAr Nüwen Altstetten im Rintal 
[eantwurt und gegeben und hab im da verkündet von der egeseiten clag wegen. Und do dis also be- 
chah, do gab urtail und reht nach unser frag, der vorgenamt CAnrat Blarrer sölti warten, diewil 
ir uff disen hüttigen tag ze geriht sässint, und sölti aber dem vorgenamten RAdolffen Maiger von 

9 



66 



Heiurich III. 1412-1418. 




Altstet teil dazwtischen gerftfft werden ze drin malen, als reht war. Also ward do demselben RJ- 
dolffen Maiger offenlichfgerilffet ze drin intllen, jekliclis mäles tisch urtail durch den obgenamten 
Hansen Gold er, ob derselb Rötlolff Maiger von Altstetten ald jeman an siner statt an dem 
geriht stAndint oder wärint, das sich die erschaintint und zft der obgenaniten clage antwurtint dem ^ 
vorgenamten Cünraten Blarrer, Und won aber nach diseni rifien der egenamt CÄnrat Blarrerf 
wart^ta und aber Rüdolff Mayer, da vorgenamt, niht kam noch jeman von sinen wegen, fÖr uns 
in geriht ze antworten und reht ze haltend von der egeseiten clag und sach wegen, do beachied und 
gab urtail und reht: Cönrat und Ulrich dieBlarrer da vorgenamt sölliut iro ansprach und sadi 
behebt haben und habint och die behebt nach urtail und reht wider den vorgenamten Rudolf fen 
Maiger von Altstetten, und aöUi sü derselb Rfidolff Maiger fürbasser daran niht sumen an 
dem vorerzalten winzehenden, es sig denn, das derselbe jetzgenamt Rudolf f Maiger von Altstetten 
usziehi ehaft not, die in gesumet hab, das er zä diseni vorgeseiten hüttigen geribte niht konaen möhti, 
und och dieselben ehafften not erschain und färbring, als reht sig , , . 

Sant Gallen, mitwuchen nach aant Michabels tag des hailigen ertzengela, 1414. 
Stiftitarchiv St. «allen» P. F. I. A. 5. — P e r ga m e n t - r i g i n a 1 mit offen tiangendem SigeL 

Burichart von Ramswag schwört, die Abtei St. Gallen wegen seiner st. gallisch'en 
Leibgedinge und sonstiger früherer Misshelligkeiten nicht mehr zu belästigen. ■ 

Ht. C^aUeu. 1414« Oetuber 15. 1 

Ich Burkart von EamschwSg, dienstnmn des erwirdigen gotzhus ze Santgallen, vergich 
und tftn kunt . . . von der stössen, züsprüchen und misshellung wegen, so ich untzhar gehebt hän mit 
und zu dem hochwirdigen fürsteu, minem gnädigen herren abt Hain riehen von Gottes gnaden des 
gotzhus ze Santgallen und zft den^selben sinem gotzhus von ettwaz libdiogs wegen, alz ich maint, 
daz mir derselb min herr und sin vorvaren abt Cön sälig ingenomen hettint ze Öassow und ze Hüttis- 
wille ald anderswa, und alz ich och maint, daz si mir den hof ze Gossow^ daruzz mir libding git, 
verbrent und gewAst hettint, daz ich desselben mins libdings dardurch entsetzt wäri: daz ich darumb und 
umb alle ander zßsprüch, stözz und missliellung, .so ich mit und zfi demselben minem gnädigen herren 
abt Hainrichen ald sinem gotzhus von dehaines libdings wegen, so mir von demselben sinem gotz- 
huy gät ald mir untzher je vervalleu ist, ald von dehainerlay andren htach wegen je gebebt hän oder 
gewinnen ald gehaben möht untz utf disen hütigen tag, . . . lieblich und früntlich und och gantzlichen 
und gar nach allem nnnem willen verriebt und veraint bin, also daz . . . ich hinfÜr, alz lang ich leben, 
miner libdiogen, so ich von dem obgenanten gotzhus ze Santgallen hän, allweg komen sol uff die 
guter, daruff si mir verschriben sint, und die jürlichen von denselben gfttern vordren und anziehen sol 
und mag nach mines libdingbriets Int und sag, den ich vor malz darumb von demselben gotzhus ze 
Santgallen hau. Und war, ob mir au denselben libdingen dehaiuost ungewert ihtz ussgestflndi oder 
an den gÄtern abgiengi . . .^ darurub sont mir noch minen erben der obgenant min gnädiger herr abt 
Hain rieh noch dehain sin nachkomen nihtz gebunden sin ze bessrent noch ze antwurtent, dann daz 
ich des und darumb allweg komen sol an die guter, daruzz mir dasselb libding verschriben ist, und 
an die buwlüt und hindersässen derselben guter nach mines libdingbriels lut und sag; es war denn, 
ob ich debainost von dem obgenanten minem herren abt Hainrichen oder von sinen nachkomen an 
demselben libding gesunipt oder geienvt wurdi, denn so sölti und niöhti ich des wol an si komen nach 
des obgedahten mines libdingbriefe lut und sag, den ich vormalz inne hän^ in gevärd. Och ist nam> 




rieh IlL 1412—1418. 



S6%6. — 1414. NoTembi^r 34. ~ Mainz Hainrich der ältere, Bürger zu Isni. verkauH 
an Hans Sträl zu Seh wen diu ynd dessen Sohn Cunz Sträl um 33 ff ^ einen jährlichen Zins 
von 2 Malter Haber Wanger Mass und h ß ^ CM. Isnor Währung von den zwei Gütern zu dem 
Untern Mecken (Meggen) gelegen, die zur Zeit der junge Keller daselbst baut, ein Lehen von 
Sürgenstein (Sirgenslain) von Kavensburg» vor dem dieser Verkauf gefertigt worden ist. Der 
genannt*^ Zins soll alljährlich vor des Halders Zins aus diesen Gütern entrichtet werden, und stwar 
der Haber zwischen Martini und Weihnachten nach Isni, das Geld aber an Martini» — Sant Käthen 
anbeut, 1414. 

StiftsartbiT SL fallen, L L 1 Ä. 51. ^ Copie auf Papier aus dem 18. Jahrhundert — Neben Hainz Hamricb «igelt anf 
«eioe Bitte auch Hane Wächter* Stadtammaim zu Uui, 



I 



»637* 

Papst Johannes (XXIIL) nimmt das Kloster St. Gallen unter seinen Schutz und 

bestätigt dessen Besitzungen, Rechte und Freiheiten. 

Canstanz. 1414. l>eeeiiiber 5. 

lohannes episcopns, servus servorum Dei, dilectis filiis . . abhati et conventni mona^terii sancti 
Galli de Sancto gallo * . . saliitem et apostölicani benedictionem. Cum a nobis petitur, quod iustum 
est et hone,stiini, tarn vigor equitatis quam eciam ordo exigit racionis, nt id per solicitudinem officii 
nostri ad debitum perdiicatur effectum. Eapropter, dilecti in Domina filii, vestris iustis postulacionibns 
grato concurrentes assensu, persona« vestras et locum, in quo divino estis obsequio mancipatio cum ■ 
Omnibus bonis, que impresenciaruni racionabiliter possidetis aut in futurum iustis raodis prestante 
Domino poteritis adipisci, sub beati Petri protectione suscipimus atque nostra omnesque libertate^j et im- 
munitates a predecessoribus nostris, Romanis pontificibns^ sive per privilegia vel alias Indulgencias vobis 
et monasterio vestro concessas necnon omnes libertates et eiemptiones seculariura exactionum a regtbus, 
principibns vel aliis Christi fidelibus racionabiliter vobis et eidem monasterio vestro concessas et specia- 
liter terras, decimas, possessiones et alia bona vestra^ sicut ea oninia iuste et pacifice obtinetis, vobis 
et per vos eidem monasterio confirraamua et presentis scripti patrocinio communimus, salva in predittis 
decimis moderacionc concilii generalis. NuUi ergo omnino liominuni liceat hanc paginam nostre pro- 
tectionis et confirniacionis infringere vel ei ausu tenierario contraire; si quis aufcem hoc attemptare 
presumpserit^ indignacionem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli, apostolorum eius, se noverit 
incursurum. Datum Constancie, nonis Decembris, pontificatus nostri anno qninto. 

StirUarchiv St.fJallfli, L L R. B, — Pergament- Original mit ßleibutle an gelb-roter Seiden schnür. — Registratur* 
Termerk auf dem Buge: R^ gratis Jo. Worchem. 



I 



26588- — 1414. Deeember 8. — ÜHTierliger derjöngere, genannt Strub von Balgach, 

verkauft dem Leutprie.ster Konrad Engler zu Bernang und dessen Muhme Anna Stainler, Peter 
Stainlers zu Wil ehelicher Tochter, das Brüningsmad auf Widn au erriet, stosst «ainhalb an 
Wolfürtzmad, anderthalb an den ussern Rietgraben*, um IP/2 'S ^ CM, — Samstag nach 
sant Niclaus tag, 1414. 

8tiftsar«hl¥ St. eillfii, E 3, Z. 2. ft. — Pergament-Original. Für den Verkäufer gigelt Hans öler, Keller und 
Richter zu Balgach; das Sigel hüngt eingenäht — Siehe Göldi, der Hof Bernang, Nr. 66, S. 21. VgL unten 1419, 
Augaat 28* 




70 



Heinricli in. 1412-1418. 



2630.— 1414. Decenibi^r 30. Tobe L — Bruder H u g van Montfort, .maister in tütschen, 
landen Sant Johans ordeas^, vertauscht an den Grafen Friedrich (VIL) von Toggenburg de 
Hans von Gnnzenbach, einen Leibeigenen des Hauses zu Tobel, Sohn des C&ni von Oiinzei 
bach, gegen Frau Ita, eine Hörige des Grafen, Tochter de» Rödi von Riet, Gattin des Hernia] 
von G unzenbach, eines Bruders des obgenannten Hans. Der Tausch geschieht auf Bitten der beide 
vertauschten Leibeigenen* — In ünserm hus ze Tobel, sant Thomas des hailigen zwelfl>otten abend 
1414. 

StiftearfMvSLiJftlkn, ftJL 2, r. SJ. — Pergament-Orlgiual mit offen hängendem SigeL 

Unter dem gleichen Datum (1414. ]>ee«mlier ÄO.) »teilt Graf Friedrich (VIL) vöh Toggen bur| 

einen Gegenbrief au», da»*« er seine Leibeigene ,Iten» wilent Rudi Riettmana van Riett elichen tocbter*» dem 
phuB ze Tobel, SantJolians ordena* in Tausch gegeben habe ,iimb Hansen ab dem G un tzenbach *, — SatiU 
Thomas des hailigen zwölfbotten aubent, 1414, fl 

Turgauii^clieN KailMMithif, Ht ToM. SrhuhL XIII, ¥m. VIII, Ir. 2». — Pergament-Original mit beschädigtem SigeL 

2631. 

Der päpstliche Caplan und Generalauditor Angelus de Balionibus aus Perugil 
schützt das Kloster St. Galten gegenüber dem Leutpriester und dem Schulrectc 
der St. Laurenzenkirche in seiner Exemtion vom ge^vöhnlichen Recht, vermöj 

deren es kein Interdict beobachten muss. 
Coiiittans. 1415. Janaar 4^. 

üniversis ei singulis, ad qiios presentes littere per?enerinfe, Angelus de Balionibus de Perusic 
decretorum doctor, archipresbjter Perusinus, doraini nostri pape capellanus eiusqiie ac camerarii ipsii 
et caiisarum ciirie camere apostolice generalis aiiditor, salutem . . . Nu per siquidoin venerabiles et religiosi' 
viri domini Henri cus, abbas, et convewtos monasterii sancti Galli de Sanctogallo , . . nobis, auditori 
prefato» per providum virum njagistrum lohainiem Crejt, eorum ac in Roma na curia procuratorera, 
querelanter exposuerunt, quod, licet dictum monasterinra cum ecclesiis, capellis ac locis sibi annexiJ 
ac membris suis a tanto tempore, cuius inicli memoria hominiim non existit, fuerit et sit iminediat«^ 
sedi apostolice subiectum et a iurisdictione ordinaria exemptum, ita etiam quod a dictis temporibus 
citra ipsum monasterium et capelle sibi annexe nulluni interdictum servaverint aut servare debuerint, 
quantumcunque etiam in ecciesia parrochiali sancti L a u r e n c ii de S a n c t o g a 1 1 o ^ dicte diocesis, sitty 
intVa septa dicfci monasterii, interdictuna aliqnod observaretur, tarnen qiudam domini Hugo, plebanuiS 
ecclesie prefate sancti Laurencii, et lohannes, rector scolarium ibidem, eius coadiutor^ contra 
exeuiptionera et privilegia dicti monasterii nuper quendam dominum Cristianum, presbyterum pre- 
bendarium capelle sancti Petri contigue annexe dicto monasterio et infra septa eiusdem monasterii 
edificat^, divina ceiebrare volentem in eadeni capella requisivernnt et inhibuerunt eidem, ne divina pro 
tunc ibidem celebraret, asserentes quendam laycum excoramunicatum et interdictum auctoritate ordinaria 
fore ibidem in loco, propter quod interdictum servari deberet, non tarnen aliquod mandatum superioris 
ostendendo vel aliquam excommunicacionem vel denunciacionera seu aliam quamlibet probacionem faciendo. 
Qui quidem dominus Cristianus nudis et simplicibus verbis dictorum Hugonis etlohannis non 
assenciens nee fideni adhibens divina celebra?it in dicta capella ipsi monasterio anneia, propter quod 
ipsi Hugo et lohannes auctoritate seu pocius temeritate propria, nulla precedente declaracione vel 
aliü procesäu vel actu iudiciali, dictum Cristianum tamquam excommunicatum evitanint et evitant 
contra privilegia et exemptiones monasterii antedicti^ in non modicum preiudicium et gravamen eiusdem 




!«Hnch III. 1412—141 



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I 



iDonasterii eiusque capellarum, petentes sibi a nobis super premissis debitum caiiira dictos Uugonem 
eilohannem sibi remedium adhiberL Propter quod nos» auditor prefatus, dictos Hugonem et lo- 
haDnem coram nobis ad iudiciüin evocari fecimus respoiisurif!) super premissis in certo ad hoc statu ho 
tenaino, in quo dicti Hugo et Johannes coram nobis comparentes et auditis peticione et qiierela 
aoteiiictis re^ponderunt, quod eis per ordinarium loci mandatum extiterat, ut in presencia cuiusdam laici 
excoramunicati interdictimi servare deberent quodque propter presenciam dicti layci et mandatum preno- 
tatuni servarunt interdictum in parrocbia sancti Laurencii de Sanctogallo et intimarunt dicto 
domitio Cristiano tunc celebrare volenti, ut etiam servaret interdictum, non tarnen volentes per hoc 
priTilegiis dicti monasterii in aliquo [detrectare], sed tantummodo obedire raandatis ordinarii; et quia dictus 
Cristianus non cessavifca divinis, ipsura crediderunt propterea excominunicatum et eum tamquam talem 
evitarunt, credentes eis hoc licere. Tandem ipse partes post niultas hinc inde allegaciones factas^ videlicet 
diiTtus roagister lohannes Creyt, procurator procuratorio nomine dictorum dominorum abbatis et 
conventus, de cuius procuracionis mandato uobis constabat, parte ex una, et dicti domini Hugo et 
lo Kann es parte ex altera, volentes lites ei dilaciones aniputare et expensis parcere et declaracioiii iuris 
in premissis acquiescere sine litigiornm strepitu, consenserunt et voluerunt expresse, nt dictam qoestionem 
et discordiam, que magis in iure existeret quam in facto, summarie, simpliciter et de piano, sine strepitu 
et figura iudicii decidere et teiminare deberemus, declarando videlicet, utrum de iure dictus Cristianus 
aixdis verbis dictorum Hugonis et lohannis super predictis fidem adhibere teiieretur et ad eorum 
■ sixupUcia et nüda verba sine aliquali alia probacione a divinis cessare deberet, et non cessaodo, utrum 
per eos sie vitari debuerit etc. ünde nos, auditor prefatus, visis et auditis propositis et allegatis hinc inde 
et Omnibus» que dicte partes dicere, ostendere et allegare voluerunt, declaravimus et presencium tenore 
dö iure declaramus dictum C r i s t i a n u m nudis et simplicibus verbis dictorum Hugonis et Fo h a n q i s 

Lci^edere non debuisse nee ad eorum nnda et simplicia verba a divinis cessare debuisse et dictos Hu- 
gponeni et lohanuem propter predicta non debuisse dictum Cristianum tEunquam exconimunicatuni 
f'itart»* Et predicta declaravimus et declaramus presentibus et consencientibus dictis Hugone et lolianue 
^t dicte declaracioni nostre acquiescentibus et se paratos et dispositos asserentibus dictum Cristianum 
occaaione preniissorum awplius uolIe vitare. In quorum omnium et singuloruni fidem et testimonium 
präsentes litteras per Her mann um Coppardi, notarium nostrum publicum infrasoriptum, desuper lieri 
et publicari sigillique dicte curie cauiere apostolice iussimus appensione coramuniri. Datum et actum 
Constancie in domibus habitacionis nostre sitis iuxta ecclesiam sancti Step hau i» aniio a nativitate 
Domini millesimo quadriugentesimo quintodecimo, indictione octava, die nona mensis lanuarii, hora 
terciarum vel quasi, poutificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini lohannis, divina 
proTidencia pape vicesimi tercii, anno quinto, presentibus venerabilibus viris dominis Petro Pauli de 
Seuis, canonico Senensis^ Marti no Qotschalky nck, clerico Monasteriensis diocesis, et 
HoTiofrio de Perusio, tesiibus ad premissa habitis. 

Et ego Hermannus Coppardi de Urdinghen, clericus Colouiensis diocesis, publicus im- 
P^Tiali auctoritate curieque camere apostolice notarius, quia premissis omnibus et singulis tamquam 
«otariuij publicus rogatus interfui, idcirco presens publicum instrumentum desuper de mandato dicti 
Jomiui auditoris confeci et propria manu scripsi et publicavi signoqoe et nomine meis consuetis siguavi 
^aa cum appensione sigilli proprii dicte curie camere apostolice in testimonium eorundem. 

Miflitarfhir M. tlallfl« I, 4* L Sf . — Fe r g a m e n t - r i g i n a 1 ; das Sigel h&ogt eingeaälit an roter Leinenacbnur. 



S6S2. — 1415* JiiitUiir 16. Constaiiz. — Angelas de Balionibus, päpstlicher Caphiu und 
Qeneralauditor, stellt auf Ansuchen von Andreas Strajm, einem Mönche des Klosters St.Gallea, un 



72 Heinrich III. 1412-1418. 

vorher bekannt gegebenem Termin in öffentlicher Sitzung in der St. Stephanskirche zu Constanz 
einen Transsumpt aus Yon einem Document, das selbst ein 1369. August 30. in Zürich durch den öffeni- 
lichen bischöflich-constanzischen Notar „Ruodolff Wernheri de Winterthur*, Kleriker der Constanzer 
Diöcese, ausgestellter Transsumpt ist von zwei Schreiben Bischof Heinrichs (III.) von Constanz, die 
Ulrich, Decan des Gossauer Decanates, namens der Bürgermeister, Räte und Bürger der Stadt 
St. Gallen zur Anfertigung einer Gopie vorgelegt hatte. 

Im ersten der beiden Schreiben erklärt Bischof Heinrich (IH.) von Constanz, von Bürgermeistern, 
Räten und Bürgern der Stadt St. Gallen sei vor ihn gebracht worden, wie verschiedene Kleriker in 
hoher und niederer Stellung, sowie andre Leute mit Berufung auf eine Bestimmung in den Constitutiooes 
Clemens V.'^ behaupteten, durch ein Interdict, das vom Constanzer Bischof oder in seinem Namen über 
die Pfarrkirche St. Laurenzen und die Pfarrei ausgesprochen sei, werde auch die Kirche des Klosters 
St. Gallen betroffen und die Conventualen seien zur Beobachtung des Interdicts verpflichtet, während 
die Conventualen und andre dies bestritten. Um nun dem Ärgernis, das infolge dessen entstanden sei« 
ein Ende zu macheu, hätten die von St. Gallen ihn ersucht, zu entscheiden, was in dieser Sache als 
Recht gelten solle. Daher habe er Zeugen vernehmen und ihre Aussagen au£seichnen lassen, und da 
sich aus diesen ergeben, dass von den beiden Kirchen in St. Gallen die Klosterkirche die obere sei, habe 
er erklärt, sie sei bisher von einem über die St. Laurenzenkirche verhängten Interdict nicht betroffen 
worden, werde davon nicht betroffen, und die Conventualen, sowie andre Leute seien zu dessen Beob- 
achtung in der Klosterkirche nicht verpflichtet. — Constantise, 3. calendas Augusti 1367, indictione 
quinta. 

Das zweite Schreiben des Bischofs von Constanz gibt die Zeugenaussagen wieder, die alle zu Gunsten 
der Klosterkirche lauten. Der lateinische Text entspricht der im IV. Band des Urkundenbuches^' repro- 
ducierten deutschen Übersetzung. — Datum Co ns tan tise, 1367. 4. calendas Augusti, indictione Y. — 
Auch der Schluss mit Anführung der Zeugen und der Notariatsformel entspricht der Übersetzung. 

Constantiffi, in ecclesia sancti Stephani, 1415, indictione VIU., die Mercurii, sextadecima 
lanuarii, ..lohannis... pap» XXIII. anno quinto, prsesentibus ibidem honorabilibus viris magistris 
Ruodolffo Batt et lohanne lohannis de Braydenbach, notariis publicis nostrisque scribis, 
clericis Treverensis diocesis, Coloniensis civitatis, testibus ad premissa vocatis specialiter et rogatis. 

•) Cleacntinanin Hb. V Ut. X d« Motcniia •xeomman. rap. 1 : Ex frcqucntibns tie. - b) 8. 71. Nr. 1647, •!• Datuai Ut dort S. calcadu Aoffnatt •ataccbra. 

SüftourehiT Sttellei, lUbr. HD, Fase. 4. — Copie auf Papier aus dem XVII. Jahrhundert (von Stiplin). — Der Tran»- 
Bumpt ist unterschrieben und mit dem Sigel der apostolischen Curie bekräftigt durch «Hermannns Coppardi de 
Urdingken(!), clericus Coloniensis diocesis, publicus imperiali auctoritate curisaque causarum camer» apostolics 
notarius.* 

2633. 

Der päpstliche Caplan und Generalauditor Angelus de Balionibus aus Perugia ab- 
solviert Georg von Ende, Propst des Klosters St. Gallen, von der Excommunication, 
die vom Vicar des Bisehofs von Constanz unbefugter W^eise über ihn ausgesprochen 

worden ist. 

ConstaiuE. 1415. Januar IM. 

Universis . . . Angelus de Balionibus dePerusio, decretorum doctor, archipresbyter Peru-' 
sin US, domini nostri pape capellanus eiusque ac camerarii ipsius et causarum curie camere apostolic^ 
generalis auditor, salutem . . . Comparuit hiis diebus coram nobis honorabilis et discretus vir dominum 



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Heinrich Ilt. 1412—1418, 



2634. — 1415. Januar 36* Constunz* — König Sigmund bestätigt den Leuten und Gütern 
des Reicbshofs Kriedsern alle Gnaden, Privilegien und Briefe, welche ihre Vorfahren und sie von 
Römischen Kaisern und Königen erworben haben. — Costensc, sampztag nach sand Pauls tag con- 
versionis, 1415, 

Arfhiv Oberrid. Stirt^iirrliiv StJialIeD, L L 4« Nr 1. — Pergament -Original mit grossem königlichem Sigel (Hefiser 
Nr. 124, Taf, XIV, Nr 98). -^ Abdruck: Hardegger und Wartmann, Der Hof Krieseern, Nr, 28. — Kanzle iunter- 
fertigung: Michel de Prieat, canonicum Wratialavienai«, ^ 

2635* — 1415. Jiiiiuar 31, RottwelU — Eglolf von Wärtern her g, genannt von W 1 1 d e n- 
steiii, HolVichter ku Rot t weil an Statt und im Namen des Grafen Hermann von Sulz, weist die 
Anna M egg in, die mit ihrem Fürsprech Klage führt gegen Heinrich Bischof und Heinrich 
Wurm, beide von Wil, nach Anhörung einer Botschaft von Wil auf Grund der vorgewiesenen Frei- 
heitsbriefe dieser Stadt und eines von derselben ausgestellten offenen Geleitbriefes an das Gericht von 
Wil. — Dynstag vor unser Frowen tag der lichtmesse, 1415- 

Stadtiffhif Wil, JirhuljL IV, Ir 70. — Pergament-Original; das Sigel des ,Hofs ze Rotwil" hängt eingenäht, ^ 

2636. — 1415, Februar 14. Beriiani:, — Herr Konrad der Engler, Leutpriester zu Ber- 
nang, fertigt auf Bitte des K onrad Hermann von Bernang und seiner Frau Anna Kirchhofer 
(Kilkoferin) dem Martin ab Kellerberg ein Gut, genannt »des Balgers hofstatt*, oben in dem 
Dorf Bernang gelegen^ — »stosset ainhalb an daz Gejücht, anderhalb an die lantstrass - — , und 
den wingarten, genant die Bech, gelegen bi derselben hofstatt ennent der lantstrass, — stosset an 
dieselben lantstrass und stosset och an Hansen Kellers wingartcn" — , welche Güter in den Widem- 
hof zu Bernang gehören und von dem früheren Inhaber Hans Scbürtz, dem damaligen Ehemann 
der Anna Kircbhofer, an Martin ab Kellerberg verkauft, bisher aber noch nicht gefertigt worden sind«, 
— Sant Valentins tag, 1415. I 

SÜflMRhiv St flallpn, i. tLLl ~ Regest: Göldi, Der Hof Bernang, Kr, 57. — P e r g a m e n t - r i g i n a L Ea sigeln 
der Leutpritjfiter und für Eonrad Hermann sein Vater Rödi Hermann, Ämmann zu Beroang; hmde Sigel hangen 
eingenäht 

58637. 

Graf Friedrich (Vll.) von Toggenburg bestätigt eine Pfrundstiftung der Bürger voio^ 

Liehtensteig. 
Liebten^tei«. 1415. HEr£ 14. 

Ich griff Fridrich von Toggenburg, griff ze Brettengöw und ze Thafäs, tünd kund und 

verjehent offenlich mit discm brief: Als unser lieben burger ze Liechtensfcatg, arm und rieh, luter* 
lieh durch Gottes willen nmb das, daz Gottes lob und er dester rae und förderlicher vollbrächt und 
gemerot werd, recht und redlich geordnet und geben habent disi hienach benempten göter zft ainer 
widern und pfründ der kikhen ze Liechtenstaig, die mit der hilf Gottes da gebuwen und volbrächt 
ist worden, — item des ersten des Müllers gilt ze Li echtenstaig gelegen, stosset an Jacobs Kipfen 
blaiki und an die Banhalden, giltet järlich nun stuk geltes; item des Muttli artz giU ze Liechten' 
staig gelegen, stosset an des S taigers wisen ze ainer siten und andrenthald(!) an die landsträss und 
giltet järlich sechs stnk geltes; item des Staigers gut ze Li echtenstaig gelegen, stosset ainhalb an 
des Brunmans wiger, andrent an die Banhalden, giltet järlich vier stük geltes; item das göt, das 
man nenipt der Oberhof, in den Erlen gelegen by Cappel in dem Turtal^ giltet järlich sechs stük; 



r von., 

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76 



Hemrich UI. 1412-1418. 



und getan hat: also befelhen wir fürbaß den vorgeiianten Hartman, Fridrich, den von Lindow 
und von Sand Gallen, was sy hertzog Fridrichs lande, stete oder gütere nötten oder gewinnen 
würden oder siist williclicli an sy slahen würde, das sy das alles an nnserr stat und zu unsem und de« 
riehs Iienden empfali*?n und innetnen sollen. Mit urkund diß briefs, yersigelt mit unserra kuniglichea 
anliangmiden insigeL Geben zu Costentz, nach Cristi gebort viertzeheiihund er tjare und dornach in 
dem fünftzehendisten jare, am heiligen osterabende, unserer riche dez Ungrischen etc. in dem newn» 
undtzweintzigisten und des Römischen in dem fünften jaren. 

Sta<itarflilf U. Mk% Tr, VU. ]lr. 2. 1 ^ Pe rg a m e n t - r i g i n a L Dag Sigel (Peffiier, Nr. 130. Tat- XIV, Nr, 105 j hingt 
an Pergament band. — Regeet: Altmann, Nr. 1543. — Kanzleiunterfertigung: Per dominum G(öat her) comitem 
de Swartzburg, ludicem curie» Michel de Priest» canomcns Wratislavienais. — Regiatraturvermerk: R. 
Vgl. Jansgen, Frankfurts Rei*:faat:orresponden£ I, S.285, Nr, 495: König Siginimda Kriegsanstalten gegen den Herzog 
Friedrich von Österreich, 1415 Mürz: ^- ,Item so Bollen die von Sant Gallen and die [von] Appenzellen mit graTea 
Wilhelm von Bregeinc« and anders den farsten, herren^ rittern und knechten dabj gesessen nff den ostermantag 
[April l.| vtir Feltlcirchen cziehen' etc. 

Ä640- — 1415, April 9* XUnj^terllnieren« — Margaret von Rosen berg, Klosterfrau zu 

MiinsterÜDgen, entsagt mit Einwilligung der Meisterin des Gotteshauses Münsterlingen, Margaret 
Blarer (Blarrerineii), in einem Brief an Abt Heinrich (IIL) von St Gallen allen Ansprüchen, die 
sie ,von erbs oder lipdings wegen" besessen oder künftig gewinnen würde auf gewisse Güter» die mil 
ihrer Zustimmnng von ihrem Schwager Kon r ad Paier (Paygrer) und ihrer Schwester Ursula von 
Kosenberg an die von Herisau verkauft worden sind, und sendet diese Güter durch Ulrich L ein an, 
Bürger zu Arbon, zu Händen des Abtes auf mit der Bitte, die von Herisau damit zu belehnen. — 
Mün st erlin gen, dinstag nach ussgenter osterwuchen, 1415. 

UcBiPindfarcliiT ßerlKan, — Äbdinck: Zellweger, Urkunden l, 2 Nr. 219, S. 250. — Papier- Original. Es sigeli 
die Meiaterin Margaret Blarer. Das ehemal« auf der Vorderseite aufgedrückte Sigel ist abgefallen. 

2641. 

König Sigmund verleiht den Bürgern der Stadt St. Gallen den Blutbann für ewige 
Zeiten, befreit sie vom königlichen Hofgericht, Fälle offenkundiger Rechtsverwei- 
gerung ausgenommen, und gewährt ihnen das Recht, kleine Münzen zu schlagen. 

€oii»taiU£. 1415. April l^S. 

Wir Sigmund, von Gotes gnaden Römischer künig, . . . bekennen und tun kunt . . .: Als wir 
den burgermeistern, rate und bürgern der stat von Sand Gallen, unsem und des richs lieben getrQen, 
vormals den ban über das blut zu richten uf unser widerrüffen verlihen hatten, als das unser Eiaiestat 
brief, die wir in dorüber gegeben haben, clerlicher ußwysent, also haben wir aogesehen der vorgenanten 
von Sant g allen soliche redliche, getrüe ond nutze dienste, die sie uns und dena riebe ytzund willi- 
dich und mit allem flisse tün und fürbaß tön sollen und mögen in künftigen tzyten, und haben in den 
ban über das blut tzu richten, das sie fürbaß irem vogt denselben ban von der hant verleihen mögen, 
nü fürbaßmere ewiclich txu haben gnediciich verlihen und verleihen in den ouch von Römischer kunig- 
licher macht in craft diß briefs^ doch also, das sie denselben ban von dem riche, als ofte sich das 
gebürt und not ist, emptahen sollen. Ouch haben wir den vorgenanten burgermeisfcern, reten und 
burgern gemeinlich der stat zu Santgallen dise besundere gnade getan und tun in die ouch mit 
disem brief, das man keynen von Sand galle n, man oder wejbe, eynen oder mer, für unser und des 
richs hofgericht un»b dheinerley Sachen willen fürtriben, heischen oder laden solle noch möge noch 



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Heinrich III. 1412-1418, 



disem brief allen, die in sehent oder hörent lesen^ das uns die ersamen, wisen der burgermaister, die 
rät, zunftmaister und die burger gemainlich der statt ze San t Gallen von unser ernstlicher bet, die 
wir mit guter vorbetnihtung an sj taten, von des liaiiigen riclis und des gotzlius wegen ze Sant Gallen 
ze biirger enpfangen und in iren frid und schirm genomen hant von di«eni hüttigen tag hin, alz dirre 
brief ist geben, zehen gäntzi jar die nähsten» die in underlass allerschierost nach ainander kernen t, 
und dannenhin ienier untz an unser oder der obgenanfcen des burgermaisters und der rät ze Sant Oallen 
absagen und widerröft't'n, mit sölichen gedinge, urtikeln und rehten, alz hernach an disem brief ge- 
schriben stänt und mit Worten beschaiden sint. Das ist also: fl 

Des ersten von der stüran wegen der hofgöter, so die obgen an ten burger von San t Gallen in 
dem Rintal ligent haut ald in kü(u)ftigen ziteu iemer gewinnent, daromb wir bizher uff baid sidt 
etwedik ierig und unaiuhell gewesen sint, darumb ist beredt, daz wir vorgenanten drüe höf Ältstetten^ 
Bern an g undMartpach fünf erber man ze Sant Gallen nss dem rat neinen sont, und die sont 
ain versflehen tftn, ob si uns baid tail umb dieselben egenanten stüran der hofgftter geainen mugen. 
Mag daz sin, wol und göt; möhtin si uns aber darumb niht geainen, so söltin wir zu baider sidt danne 
aber ain früntlich versuchen tön, ob wir des nach niai7>al unser und iro hofgüter geaint mohtin werden, 
Möhti das aber nibt sin, das Got niht welle^ so süllent wir aber, die obgenanten baid tail, die von 
Sant Gallen und wir obgenanten drtle höf, ainen burgeiTnaister und den rat, die danne sint in der ^ 
statt zeLindöw, ernstlich bitten, das si uns baiden tailn fünf erber man nss iren raten geben, und^ 
die uns umb die egenanten stiiran der hofgAter verhören und nach marzal entschaiden, was die ob- 
genanten burger von Sant Gallen von iro hofgÄtern allerjärlich geben süllen an den hundertund- 
ahtenthalben phunt phenning Costentzer münse, die wir allerjärlich von denselben hofgötern gebent, 
und uns darinne lütruug geben und entschaiden, waz dieselben von Sant Gallen nach marzal dei 
hofgfiter hinnanhin geben süllen, das wir damit nüt fürbaz stöss noch ierung gewinnen. Und waz sich 
danne dieselben fünf erber man, die darzü gesetzt werden t von dem rat zeLindfiw, gemainlich oder 
der mertail under in, nach baider tail red und widerred darumb erkeunent, ussprechent und nach marzal 
entschaident, dabi sont wir obgenanten baid tail, die von Sant Gallen und wir obgenanten drüe höf 
gemainlich und unser nachkomen, gen ainander beliben und dem gnüg t&n diz egenant burgerreht volle 
US und dannenhin eweklich ienier nie^ in alles widerrüffen und an alle gevärde. Beschäeh 6ch, dm 
uns obgenanten drüen holen Altstetten, Bernang und Martpach ald unseren nachkomen hinnan*^ 
hin iemer an der obgenanten stiir der hofg&ter iht abgiengi, es war mit reht, mit Sprüchen, von gnaden 
ald von ander sach wegen, wie sich daz fügti, daz sol mit namen den obgenanten von Sant Gallen 
und iren nachkomen öch ze hilf und zu statten komen, ze gelicher wise und rehten alz uns obgenanten 
drin höfen, ungevarlich. Och ist beredt worden von deswegen, alz wir obgenanten baid tail, die von 
Sant Gallen und wir obgenanten drüe höf, allerjärlich ze herbst ierig werden von des namen wegen, 
wie man je dez jares ainen söm nüwes wines daselbs ze herbst geben und rechnen süUe diz burger- 
reht volle us: darumb ist beredt, daz jetwedre tail jekliches jares besunder diiie erber man darzö geben 
und setzen sont. Mögen uns dann die sechs erber man dez jares geainen umb den namen, wol und 
gut; welhes jares si uns aber nüt geainen möhtint, so sont die von Sant Gallen dez ersten jares 
von inen ainen erbern man zö den sechsen setzen^ der der sibent sie, und darnach sont des nähstenf 
jares wir egenanten drüe höf von uns Öch ainen sibenden man zft den sechsen setzen, der öch der 
sibend sie: und sol dannenhin also bestan, daz je die von Sant Gallen ain jär ainen sibenden man 
zft den sechsen setzen sont und wir die obgenanten drüe höf je darnach daz nähst jar 6ch ainen siben- 
den man zfl den sechsen setzen sont. Und wes sich dannf jekliches jares besunder die obgenanten 
siben man gemainlich oder der mertail under in umb ainen namen dez wines erkennent, dabi sont wir 



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^itcwidi in. U12— 1418. 

denen Ton Andwil und Abt Heinrich (III.) von StGaUen in ihrem Streit um das Meieramt gefällten i 
Spruch, durch welchen ersteren ein Leihding von zwei Malter Haber „ab der höh ob Marpach* zu- 
gesichert worden ist. Hierüber stellt der Sladtamman auf die Bitte KonradMUslers, Uofammanns 
zu St. Gallen, einen besigelten Brief aus. — Santgallen, an ünsers Herren fronlicbams abent, 1415, 

StiftMrctih St. Gallen, L L 1 fi. 4. — Pergament-Original Ausser dem Stadtammann aigeln Lienhart Paier. Hein- 
rich Zwick {Tut die Frau) und die beiden Bruder von Andwil j alle fünf Sigel hangen eing«nÄht, 

Der inserierte Spruch von Bürgermeister und Räten von 1414» Oetober 10# hat folgenden Wortlaut: 

,Anno eodem, mittwuch ?or Galli, käment für die zwen nlt unser gnädiger herre abt Hain rieb, abt des gotzhii 
ze Santgallen, uff ain sit. fro EliJ^abet. Cünrata saugen von Ainwil elichi frow, Hana und Cünrat von A in» 
wil, ir euch sün, andersiL Und als unser herr abt Cun sälig und die obgenamten von Ainwil siösa gehebt handi 
Ton des mayeramte wegen ze Marpach, derselben stöss bü uff baid ßit uff ainen rat ae Santgallen *nm rehtaili 
komen wirent, und aber unser herr abt Cüu abgangen ist von todes wegen, e die »ach berehtet aig, also iit der 
obgenamt abi Bainrich . . . ain sit und die obgenamt von Ainwil und ir sün andersit für den r&t komen und der 
obgenamten ir hLÖss zum rebten komen uff den rät und lobten och do xe baider sit, jeklichs mit ^iner trüw: wea wir 
uns darumb gemainlich ald der mertail under uns erkennent und ussprechent nach red und widerred, das su uff baid^ 
sit dabi bliben und dem gnüg tugint Also k^meut baid tail durch unser bett willen der egenamten ir stöss und znspröcliS 
uff uns %xi der minne. und nach baider tail klag, knntschafft, red and widerred do bekanten wir uns ze der minne, 
das unser herr der abt der obgenamten fro El isabeten von Ainwil ze lipding geben sölti 2wai malter habergelta 
ab der hüb ob Marpach, und wenn die frow abgät, so sood dann Hans und Cünrat Ton Ainwil dieselben zwai 
malter babergelts och niessen se lipding. Aber mit namen hat min herr der abt und sin nachkomen gewalt, die twai 
malter gelts abxeköffen yon der obgenamten frowen ald ir sün, wenn ald welbes jarea si wellent, vor sant Johans tag 
des Töffers mit Äwelf pfund Pfenningen guter C Osten tz er münsse; und aond die von Ainwil gin für unsem amm&n 
und sich des majeramts euzihen, als reht^ so sol unser herr der abt die von Ainwil und ir sün umb die zwai malter 
babergelts also och vernorgen in sölichen vorgeschribnen rehten, wie ei des notdurfftig syen,* 



$B646. — 1415. Juni 1. St. Gallen* — Hans von Gossau, Stadtanimann zu St Gallen, S 

entscheidet einen Streit zwischen Anna Grübel (Grüblin), ehelicher Tochter Ulrich Grübeis von ^« 
Wil, genannt im Boden, und ihrem Vetter Hans Häch, Bürger zu St. Gallen. Anna Grübe!, die ^ 
gegen ihren Vetter Klage erheben will wiegen eines Erbes^ das ihrem Vater und seiner Ehefrau EIs*^— 
beth, ihrer Mutter, zugehöre, miiss nach Spruch des Gerichtes zuerst mit Hans Iber ger (Yberger),^^ 
genannt Waibel, Bürger zu St Gallen, vertrösten, dass sie und ihre Eltern sich dem Urteil unterwerfe!] 
wollen. Darauf klagt sie mit ihrem Fürsprech gegen Hans Hacb, er habe l) von Wälti Stegei 
8 U 10./? C. -^ eingezogen, 2) ein »gemain gelegen gut* verkauft um 12 U -^^ wovon ihr und ihrer 
Eltern die Hälfte zukomme; »desselben gelts er sich dch underzogen hetti". Der Beklagte gibt in beidec 
Fällen zu. das Geld eingezogen, resp. das Gut verkauft zu haben, bestreitet aber der Klägerin und 
ihren Eltern ^dabi ichts schuldig* zu sein; und da er beide Male sich darüber ausweist {^tetti darumb^. 
das im das recht beschied*), wird er vom Gericht der Ansprache los und ledig gesprochen. — Samg^^ 
tag nach unsere Herren fr&nlichamen tag, 1415. ^^^1 

8tift«arfhlv St fallen, V. I. B. 2. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1. — Neben dem Stadtammann sigelt Claus F 5 g 1 i n von 
St. Gallen für den Hans Iberger »von der trostung wegen*. Beide Sigel hau gen eingenäht ^ 



2647. — 1415. Juni 23. St Gallen, — , Rudolph Wattler von Watt uff Braiteufeld' 

vertauscht zwei Äcker, genannt die „ackher im Tal*, ^ der eine stosst an Junker Fritz von And- 
wils, sowie an Hans Gmünders des jungen Gut und an j^Winckhlen", der andre ringsum an 
„Ulis Werden gut zu Winckhlen", — Lehen des Gotteshauses St. Gallen, wovon dem Junker voa 
Andwil der Zehnte zusteht, gegen einen „Uli Werden* gehörenden Acker, genannt derLöli, der 




g2 Heinrich III. 1412-1418. 

Reich ausgegeben haben, zusammen also für 10,295V2(!)*^ Ctulden. — Gostentz, donstag nach sanb 
Margareten tag, 1415. 

a) Das LtttUburger Copialbneh achceibt die Zahlen aiu; um eo anAUiger iet ee, daat dte Geeamtewaiiie am BelilaM um 90 aa koeh Ul; tm 
mxua also ein Veraehen vorliegen, das kaum in der dreimal angeführten Zahl 8775Vi, sondern in einer der andern itackan dflrfte. Mehrere Copieis 
des Stiftsarchirs StOaUen, Bficherarchiv, Bd. 109 f. 186b, Bd. 116, f. 87 and Bd. 906, f. 7 selgen die gleiohan Zahlen wie daa LfttUbvrger Gopialbveh 

K. Hao8- and Staatsarchiv Stuttgart, Lltisborger Copialbach Hr. &S. — Abdruck: Wartmann, Da? Lfltisburger Copialbacl 
(St. GaUer Mitteüungen XXV) Nr. 40, S. 150; Zellweger, Urkunden I, 2 Nr. 221, S. 253. — Reg es t: Altmaim Nr. 1838 ^^ 
S. 121. — Vgl. unten 1420. August 16. 

Unter dem gleichen Datum (?) befiehlt König Sigmund den Städten Altotätten, ßernegg (Bemang) unc^ ^ 
'Marbach, den Edlen Ton Jungingen und Bodman gehorsam zu sein. 

R. k. Hans-, Hof- und StaitearekiY Wien, Idehs-Registratir E 189 ^ — Regest: Altmann Nr. 1889, S. 121, ohne Datum. 

Hieher lassen sich wohl am besten verschiedene undatierte Urkunden ziehen, die ebenfalls auf die hier verpföiK::::^. 
deten Besitzungen Bezug haben und 1415 zwischen Mai 22. und Juli 18. ausgestellt sein müssen, vgl. darüber Bütle -^^f 
Friedrich VII., der letzte Graf von Toggenburg II (St. Galler Mitteilungen XXV) S. 7, Anm. 5. 

(1415. . . .) C/Onstanz. — EGnig Sigmund tut den „ schul theissen, reten und bürgern gemeinlich der ste — ^ 
tzu Veitkirchen, tzu Rinegg, tzu Altstetten in dem Rintal mit siner zugehorde und allen landlüten in de^ ^jj 
Hindern Bregintzer Wald gesessen und wonhaftig* kund, dass er ihnen den Grafen Eberhart tob Nelleabu^^-^ 
zum Landvogt gesetzt habe. — Costentz... 

K. k. HaoK-, Hof- nnd Staatsarchiv Wien, Reiehs-Registratnr E 170 ^ — Abdruck: Chmel, Osterreich. Geschichtsforscher n 
Nr. 27, S. 51. — Regest: Altmann Nr. 1719, S. 111; Krüger Nr. 1148. — Kanzleimnterfertigung: Micha el 
Weizenegger-Merkle, Vorarlberg III, S. 176, gibt an, «Samstag vor St. Johann des Täufers Tag', d.h. Juni ^2, 
sei Eberhart von Neuenbürg dem Hans von Bodman als Vogt in Feldkirch gefolgt. 

(1415. . . .) C/OH^tanz. — König Sigmund befiehlt den Städten Feldkirch, Fussach, Höchst, Dom- 
büren und Rankweil, den Bewohnern des Vorder-Walgaus, den Wallisern, die zu Feldkirch gehören, den Be- 
wohnern von Rheinegg und Altstätten, dem Inneren Bregenzerwald, Langenegg und den Bewohnern des 
Rh eint als gemäss dem Abkommen mit Herzog Friedrich, der auf alle seine Lande verzichtet hat, dem m. ihrem 
Landvogt ernannten Grafen Eberhart von Nellenburg die Huldigung zu Händen des Reiches zu leisten. 

K. k. Hans-, Hof- nnd StaatearehiT Wien, Reiehs-Regktratnr E m. — Regest: Altmann Nr. 1720, S. 111. 

(1415. . . .) C/Oli8tanz. — König Sigmund verpfändet dem Grafen Eber hart von Nellenburg „^elt- 
kirchen, bürg und stat, Fusach, Höchst, Dornbüren, Rankwil, das Vorder -Wal gow, die Waliser, die tzu 
der herschaft tzu Veitkirchen gehören, . . . Rinegg, bürg nnd stat, die statt Altstetten, den Bregentaerwalt, 
die Langnegen und das Rintal gemeinlich und sunderlich" mit allen Rechten und ZugehörnngeR ^als wir im das Tor 
tzyten in lantvogtwise ingegeben und empfolhen haben', um 2000 Gulden rhein. Wird aber Graf Eberhart veranlasst, 
«das er das vorgenant sloss ze Rinek der obgenanten herschaft zu Osterrich für lichtmessen wider inantworten solte', 
so ist ihm gestattet, es ^dem vesten Molly Truchsessen von Diessenhoven zu antworten und an der herschaft 
von Osterrich stat intzugeben, als dann betey dinget worden ist" ; andernfalls aber, wenn Graf Eberhart oder seine Erben 
die 1100 Gulden rhein., »die der vorgenant Truchsessen an dem obgenanten slosse tzu Rinfelde(!) bat*, bezahlen 
müssen, so sollen sie diese Summe*) zu den 2000 Gulden schlagen dürfen. — Costentz... 

a) In dem Abdruck b«! Chm«l lieht das zweite Mal .X '^ ruldin* > 

K. k. Hans-, Hof- nnd Staatsarrhiv Wien, Reichs-Registratnr E 191^ — Abdruck: Chmel, Osterreich« Geflehichtsförseher II 

Nr. 28, S. 52. — Regest: Altmann Nr. 1721, S. 111. — Kanzleiunterfertigung: Johannes Gerße. 

Zur letzten Urkunde ist noch zu vergleichen: 

141ld. «fall 11. Feldkircli. — Ulrich von Königsegg, genannt Rolly, und Hans Trachsess von 

Diessenhofen, genannt Mo lly, denen Herzog Friedrich mit je 800 Gulden Jahrsold und Eostgdd die Yogtei und 
Pflege zu Feldkirch und Rh ein egg empfohlen, geloben eidlich, damit getreu zu sein und ne auf Widemtf zurück- 
zustellen. 

R. k. Hans-, Hof- nnd StaatsarchiT Wien. — Regest: Lichnowsky V, Nr. 1924. 



ISnnoFIU. 14t2-H18:' 




I 



und Herr Andres Strem, capplan mines lierreTi des propstes ze Santgallen, und Wernheras 
Zehender, schriber des obgenaniten abt H a i n r i c h s , ze achidlüten desselben abt H a i n r i c b s , und 
maister Cfinr at G eggin ger ze Arbon und herr Toman von Alaspacb, kilchherr ze San t Hangen, 
ze schidluten des egenamten hern C ß nrats Trollen* Ffiir dieselben jetzgenamten fünf habent baid 
tau bräht iro red und widerred, iro klagen und aacben, und uff baider tail klag, red und widerred händ 
sich die fünf erkennet, als hienach gescliriben stlt: Item des ersten, das der obgenamten tailen jetwedre 
ainen oder zwen erber man zu dem obgenamten legen geben sond und das dieselben danne baider tail XI 
kuntiüt und kuntscbafft, so si von der vicarye und vicariepfründe der lütpriesterie ze Marpach für --^^ 
sie bringent ald an die sü die sach zügent, bi geschwornen aiden verhören und kuntscbafft von inen .m-^ 
inneraen sond, was pfründ ainem lütpriester ze Marpach gescbepfet und geordnet sig, do dieselb kilch .M:f 
an des gotzliuses ze Sautgallen tische incorporiert ward, und woran die nützze derselben pfr&nd ^^ ^ 
sigint, und ob derselben nfltzze ald guter debaines sidmüles von jemann von der pfrönd gezogen ald^^J 
geniindret sigint, und ob sich dieselben nützze und gftter sidmäls gebessret oder geschwechret habint^ ^*i 
ald ob sie an aineni abgang sigint oder wider ufgSn nnigint und umb wie vil ald woran, und umbc^J 
ander gelegenhait derselben pfründ und sache. Und was och dieseben kuntiüt bi iren aiden darum kzM^^l] 
sagent, das man das in gescbrifft nem und uff das kürtzest, so das komlich gesin mag, wider fÜrder^Är^n 
gemainen und die schidlüt brSht sol werden. Nuch derselben kuntscbafft und nach baider tail fürlegun 
red und widerred . . . sol dannu vor dem gemainün und den schid Juten fürbasser nach des anlässes 
so der vicari gescbriben hat, beschehen, wes si sich erkennent. Und wen och dewedre tail ze kunt- 
lüten darbringen t, den sond baid tail bitten, ob es jeraan h\ baider tail bette niht tfin w5lt. Und 
ob jeman därumb ntht schweren oder sagen wölti^ den sol man mit bett fürbasser ald mit geriht ode^^^^er 
in ander weg darzü bringen^ das er därumb kun tschaft gebi, und sol die sach dazwüschen ufgeschober ^^sn 
werden, untz das das volgät, und sond baid tail ainander darzü gehilffig sin, S,n alle gevärde. Itenz^Ciin 
es ist och mit früntschafft zwüschen baiden tailen betädinget und beredt, das min herr abt HainricT ^ä1i 
da obgenamt dem vorgeschribnen hern Cönraten von Marpach uff disen nahsten herbst in dee^^er 
windmi älli sini vass, darinne demselben hern Cun raten an dem nähst^n vergangen herbst sin wü: Hn 
verlait ward da ze Rinegg, für denselben gebefften und entwerten win und für allen kosten ui^Er^«3id 
schaden, so derselb herr Cün rat von Marpach genomen hki^ mit andrem wine füllen sol und d^Ä.Ja- 
mit ze baider sit umb dasselbe stuk schiebt sin sond. Item, was och herr Cünrat von Marpac ^^r^h 

Sn den win verhefftet ward ald entwert da ze Rinegg, umb dasselbe sol es bestfin und ^i \[ In m ni 

werden nach des vorgeschribnen anlässes sag, an geverde. Cünradus Engler fateor quod sie factur ^^^ 
est. Item uff den sunnentag vor Galli proxime sol die kuntscbafft geleit werden ze Marpach, ^| 

Anno Domini millesimo quadringentesimo quartodecimo, dominica ante Galli. Item Haini Salt-SS^ 
man von Rebstain gedenket ffilnfzig und zwai jär und darüber; Umb die guter sait er, das er niKr/ 
anders wiss, won das die gelegnen gÄter, die an di« lütpriesterie gehörent, herr Cünrat hab, die oc£ 
ander lütpriester gehept band. Item min herr gibet drig sSm wines usserm wingarten ald usserra 
zeh enden, weders min herr wil. Item das hus ist verscbwaint von brand. Er sait och, das die lüt- 
priester das hus gebessret habint, so es notdurft't was. — Item Cüni Schenk von Balgah gedenket 
zwaiundfünfzig jar und därob. Er gehillet mit dem hus und mit den gelegnen gAtern. Er mag niht 
gedenken, das dehain lütpriester den wingarten je gehebt habi; er sait wol, das er hab gehöret und 
niht anders wiss, denn das ainem lütpriester volgen söllint von ainem herren von Santgallen drig 
som wines. Item er merkt und waiss nibt, das die nützze geniindret sigiut von wenigi der lutea zäm 
Opfer ald andren zufallen, Ain lütpriester hat och allzit das hus gebessret und in eren gehebt. — Item 
Berschi Wilhelm von Marpach gedenket vierzig jär und dErob. Er sait und concordiert, als 




Heinrich OL 1412—1418. 



85 



Ci^niSeHeiTl gesait hat, und sovil me, das herr Cünrat Troll niht als gepflegenlich gewartet hab 
der undertÄnen als ander siu vorfaren* — Item Hänni Wilhelm von Marpach gedenket zwaiundfünfzig 
jir und d&rob. Er gedenkt des fünften lütpriesiers, concordiert mit Barsch in Wilhelmen ^ deim 
usgonomen, das die nützze an löten und an gfttern ettwas abgangen sigint, doch mug man die gfiter 
wol widerbringen; und getruwet och öot, das sich die lüt werdint meren, won ?il junger lüte da sigint 
jijn kilchsper. Er sait och, das die undertän gebresten habint gehebt und das herrCänrat niht als 
^ jfepflegenlich den undertinen gewartet bahi als sin vordren. — Item Haini Saltzman von Marpach 
lenket sehsundzwaintzig jSren und därob. Der hat geseit, das der g&ter dehaini vergangen sigint 
enifrömt der pfründe bi sinem gedenken, denn das hus sig verbnmnen; die gftter mngint ach 
fwiderbriht werden. Die niltzze an liit und an gflt dünken t in ettwas minder denn vor kriegen. Er 
[sait och, er hab gehöret, das der wingart, genamt der Herren wingart, als lang buwlos lag, das 
[in do ain lütpriester ufgal) und im aiu lierr dafür gab an abgang drig söm wines; also hab och ain 
herr bi sinem gedenken allwegen ainem lütpriester gegeben drig söm wines, und das och jeklicher 
lütpriester der pfrftnd hus allweg gebessret hab, so es nStdurfilig wäri. — Item Uli Keller von Mar- 
pach ist gewesen siben jSr mesner und gedenket des fünften lütpriesters uö* der pfrflnd ze Marpach. 
Er sait och, das ob ahtzehen jiicharten buaker zA der pfründ gehörent, und dero gelti je aini in die 
Ddren dril viertel kernen und hörint daran sibenzehen mannmad höwachses, die ain lütpriester wol 
3Ug verlihen umb das halbtaiL Er sait och, das dehain lütpriester bi sinem gedenken dehainen win- 
garten genossen hab zu der pfründ; es hab wol uUi jär ain herr ainem lütpriester gegeben drig söm 
^wines. Er spricht ocb^ das der lüt etwas ain wenig minder sigint denn ettwenn, Er sait ochf das 
der autzze zflm altJlr niht gemindret war noch wurd; jetz hern Cönraten hetti er gewartet und 
g-^tin, und tati als sin vordren. Er sait och, das alle lütpriester gezimberen und das pfröuJhus ge- 
l>«88ret habiut, so es notdorfFtig wäri, — Item Berschi Glättiner, kellet ze Marpach, gedenket 
l>i vierzig jären, sait, das die gfiter noch sigint als och allweg bi sinem gedenken unverändert, denn 
da» si niht als gar in nutzz ligint als ettwenn, doch mngint si widerbi*5ht werden; und sig och der 
Ußdert&n ettwas minder, die mugint aber och ufgäu. Er sait och, das ain berr ainem lütpriester järlich 
g^b drig sÄm wines, und gedenkt niht, das dehain lütpriester wingarten genossen hab zu der piVöad. 
Et sait och, das allwegent lütpriester die gezimberen und das hus gebessret habint, so es notdürftig 
wäri. — Item Hänni Wältis von LiScbingen gedenket ahtmidsibentzig jär und därob und ist die gezit 
allweg husbabltch gesessen in der kilchhöri ze Marpach und seit und concordiert mit Berschi n 
Glüttiner. Die jetzgeuamten aht gezligen und man band von baider tail bett wegen vor erbreu lüten, 
die von baider tail bett wegen därzü gesessen und kuntscbafft verhört haben, also gesait und d&rumb 
geschworen iro jeklicher ainen gelerten aid ze Got und ze den haiigen ze Marpach in der iFrAmesse hus. 
So hat her Hainrich Watter von Santgallen, wilunt lütpriester ze Marpach, jetz sesshafft 
zeSantgallen, geseit bi siner trüwe, won bald tai! daran benögt, ze Santgallen, quarta post 
onmiam sanctorum, anno Domini MCCCCXIIII'""^ das buaker sigint ze Marpach in drin zeigen und 
«igial wol gelegen und sigint der akren bi sibenzehen jücharten ; von denselben akern hetti er järlich 
tue denn zwelf mutt kernen in allen sinen schaden. Item sehs mannmad inStoka, item vier mann- 
mad in Alten gassen, item in Bruggli drü mannmad oder ettwas rae; das mug man alles zürn 
bJbtoil veriihen. Wol hab er vernomen, das die drü raad im Brugglin ettwas bedurffint graben 
v&«werffen. Item zwai mannmad genamt Herren wis, ist rosshö; item ain egerdli nnder ainem win- 
gwten, gab im järlich ain ffider hö oder me. Item er bJlt och gehöret sagen, das der wingart vor 
irtcn gehöret hab an die pfnmd, und do wölt aber in ain lütpriester niht gern buwen; das biiihtint 
eUikli lüt an ainen herren, und wurdi do geschikt, das den wingaiien ain herr hetti und ainem lüt- 



86 



Heinrich tll. 1412-1418. 



priester duftir geben soll drig sSm winea. Item uff die hörsag wölt aber derselb herr Hain rieh ( 
wingai'ten joch in kriegeii iiiht nimtzefi(!) Jiii aiiis herren urlob. Item vom opfer kati er niht gesinnen, 
d&s däxan iht abgang, das ze klagneim aigi. Er gait och, das er niht anders gehört hab und niht anders 
wissi, denn wenn das pfröndhus bessrens bedorfft, an toch oder andrem, das es denn ain lütpriesttt- 
tat. Item ze jeklichem hohxtt hatta er ze opfer ob drissig Schilling pfeimingen und och ob drtasig 
Schilling pfenningen ze aller haiigen und ze aller seien tag. Item er sait och, das er vom buwe, den 
er sanineti in der bugr&b, jarlich betti zwai pfund pfenning ald me. Er sait och, das er opses K^i^^g 
hetti vom ops im bomgärtlin, das zu der pfrund gehöret. Item er sait och, das er hetti bi zwain 
pfund Pfenningen von gesstzten jarziteu. Item man sol och wissen, das der vorgeseit wingart haiaaei 
und ist des gotzhnses ze Santgallen wingart an dem Bläseiiberg ze Marpach. A 

Und nachdem do baid tail iro kimtlüt und knntschaÖ't vor mir egenamten Cünrado Engler 
und Tor denen, die von jetwedrem tail zu mir gesetzt wäreni, die kuntlüt und kuntschaflft ze verhören, 
gelaitent nnd odi ich und dieselben so vil und so manig kuntlüt und knntschafft verhörten und in- 
^en&meti hi geschwomen aiden und och bi trüwen, als vor ist erzalt, das baid tail beuilgta und dewedraA 
tail niht fUrbaaser me kuntlüt und kuntschafl't fiirbringeu noch haben wolt, und dieaelb knntschaft^ 
äUi in geschrift genomen und tiir mich und die schidlüt brJiht ward und baid tail diruf geredteni, 
was 91 je denne wollen t, und mir och baid tail däruf mit iren trüwen an aidea statt gelobetent: wes 
ich nnd die schidlüt gemainlich oder der mertail linder uns dÜruf erkantint und inen usspraehint, das- 
si och ze baider sit dabi beliben und dem gnög tun söltint und wöltint, jetz und hienach, und won ich 
und die schidlüt dozemäl nach der vorgeschribnen knntschafft und nach red und widerred niht gesamnet 
imd ainheü mohten werden nUch dem rehten: do erkandtent sich ich und die schidlüt, die darübei^ 
zu mir gesetzt wärent, das jetwedres tailes schidlüt inwendig ainem gezite, als do benenit ward^ iro» 
erkennen und sprüch in geschrifft söltint gel>en mir egenamten Conrado Engler, und das ich micL 
danne uff iro erkennen und sprechen och möhti bedenken und rät der wisen und gelerten darüber suchen, 
und inneroeii und danne dirnfich och uff ain genanit zile offnen und ussprechen sölti, wedres tailes 
seh idl Uten erkennen und ussprechen ich gehellen wölti nÄch knntschafft und nach red und widerred^ 
baider obgenamter tailen. ^M 

Und da gäbent mir die schidlüt des obgenamten mines gnädigen herren abt Hainrichs hie 
nacbgeschriben iro erkennen und sprechen in geschrifft inwendig dem gezite, als si soltent und als 
gesprochen was ze tinne, und des egenamten hern Ci\n rata Trollen nachgonauiten schidlüt lange 
nach dem zile, als es erkennet was ze tAnne, Und ist dis das erkennen und sprechen baider tail nach- 
•gMcliribner schidlüten: 

Item des ersten mins herren abt Hainrichs schidlüten: Ich brüder Bern hart von Ow, capplan 
des hocherwirdigen forsten mines gnädigen herren abt Hainrichs ze Santgallen, tun kund: Als 
der jetzgenamt min gnädiger herr abt Hain rieh und herr Co nrat Trol 1 , lütprieater ze Marpach. 
iro stössen und misähellung , . * körnen sind uff hern Cün raten En gier .. . als uff' ainen gemainen 
man mit. ainem geliehen züsatz nach des anl^ses sag * . . und mich . . . abt Hainrieh sinhalb an her 
Andres Stremen statt, der YOrmäls von sinen wegen bi der sach gesessen ist und aber jetz darbi 
niht gesin moht, zu dem gemainen ze schidman gesetzet hSt mit dem beschaidnen Wernhern Zeh ender 
und mich der gemain nach der kuntschaft , . . und nach baider taileu red und widerred * . . gefraget 
hett, was mich därurob reht nnd billich duhti: da bekenn und vergib ich, das ich därumb erberer, 
wiser lüten, gaistlicher und weltlicher, rät gehebt hin und das mir geraten ist und mich och selber 
bi minem aid mid eren billich und reht dunket nach des anläss sag und nach dem spruch, so vormals 
hierinne von dem gemaineo mid den schidlüten geschehen ist, und nach der nun kuntlüten sag, die bai4 




d&rumb gelait hänt und dewadre iail furo niki me laiien wolt und dero äht bi iren aiden und der 
frtod bi sraer trüw in aides wis därumb gesait liänd, und nach baider tüilen red und widerred, so si 
diruf getan band, wou sich in dem allem niht eründet, ins min berr ron Santgalltin oder debtüia 
&m. vorfaren oder jenian von sines gofczhuses wogen das liltpriesterainpt und vicariepfründ ze Marpach 
in dekainen nüfczzen ald sacben gemindret ald gescbwechret babint ald das sich dieselb pfründ süss 
an deh&inen dingen merklieben geschwecbret babi aid dem gezit, als dieaelb kilcb an des gotabuses 
tiach incorporiert ward, ald das ibts därvan von jemant genomen ald gezogen sige, danne allain das 
der iQtpriesterie bus verbrennet sigi und daa rillibt jatz berr Cänratea von aiaer ungeroiaaanu(!), so 
er mit den undertänen bXt, und von ainer snmsiili wegen niht als friintlicb von den undertänen beschult, 
püla sin vorvaren beschehen ist, und das aber süss alle nützze und göter an merklichen aJjgang bestanden 
id» als si von alter ber dan gewesen sind und als si natnlicb vier lüipriester, die nähsten vor bern 
C&nraten^ däselbens genossen band und daran all weg untzhar ain g&t beu&gen behebt band nnd 
onklagber gewesen sind: das och danne der obgeiiarnt herr Cünrat Troll hinfQr, allediewile er llit- 
priester da sin wil, bi derselben vicariepfränd und bi den nützzen, als das an io bräbt isfc, beliben und 
iliran ain gut benagen haben solle und das im der obgenamt min herr abt Hain rieh nijit gebnnd^a 
am suUi, dSrz^ ibts mer ze gebenn ald die pfnind ze bessrenn, allediewil si so vil nüizzen hÄt, denne 
ab verr er das gern tun wölü, &n gevärd. Danne fdrbas umb der lütpriesterie hus, das verbrennet iat, 
dunket mich timlich, billicb und rebt sin, das die obgenamten, min gnädiger berr von Santgallen 
und kerr Cünrat Troll, ainander ze baider sit getrülich behulfen sigint, das der tütpriesterie da- 
wUbens wider ain hu3 nä.cb notdurfft gemacbet werdi; und was si an koeten niht zubringen mugent^ 
dflfl denn jetwedre taJl daran gebi sin anzal naeh marchzal^ als denne jeiwedre tail von derselbeu kilehtin 
nflMat, &n gevärd, und das herr Cünrat Troll dasselbe bus dannenbin in eren habi mit tach cmd mit 
allen andren dingen, an mines henx^n schaden. Daune fürbasser von des giW« wegen, so heru Cünraten 
ze Riuegg verlait ald entvveret ald geachwechret ist, usgenomen den win, dürumb si vormila mit 
ainander verrtht sind, da dnnkt mich rebt sin: umb was gutes herr Cünrat furo klagen wil ald sieb 
ze klfignent hat, das er daa vor dem gemainen und den schidlUten des ersten nemmi nnd daa ze warten 
bringe; und ob min berr von Santgallen denn dawider ibts ze redenn babi, das man in och diruf 
Yerliör und das danne furo dünmib bescbehi uli' dem gemainen und scliidlüten, was billich und rebt 
aifp. Ich Wernher Zebender, ain mitscbidman mü dem obgenamten bern Bernhurten in der 
ofcgeschribnen sacbe, vergib, das ich demselben bern Bernbarten in diaeu obgescliribnen »inen Sprüchen 
nnd urtailen gautzlich gehulleu bab, won si mich bi minem aid und eren billicben, zindichen und rebt 
dunkent. 

Item nu ist dis nacbgeschriben ze latin das erkeaneii und sprechen diser nachgescbribner schid* 
lüt hem Cünrat s Trollen: Domine decaae venerabilis, in causa mota inter domimiju abbatem Sancti 
Oalli ex una et plebauum io Marpach ex altera, visis deductis binc iude et diiigenter una cum iure- 
peritis recensitis, ex consilio eorundeni matiira deliberacione prehabita in eadem dico: primo, quod 
dominus abbas predictus tenetur predicto plebano donmm congruam et decentem plebanis talis magne 
eeclesie propriis sumptibus et sine dampno eiusdem plebani reedificare et hoc citius, qoia uon decet 
eura cobabitare laycis. Item secundo abbas predictus tenetur annuatim dicto plebano dare unum plaustrum 
Tini vel saltim vineam questionis dimittere plebano et suis succesaoribus; item predictus dominus abbas 
preter frumenta, que alias pertinent ad prebendam, dabit plebano et suis successoribus sex modios 
trittci mensure Sanctigalli. In ceteris concordo cum arbitris dicti abbatis. Vester Cftnradus, plebanus 
in Ar bona. Ego Hermannua, plebanus ecclesie sancti Magni, in premiasis per omnia concordo 
cum dieto domino plebano* 




Heinrich HL 1412^1418. 



Und das erkennen und sprechen baider tailen scliidlüt^ als da Yorgescliriben stät, nam ich vor- 
genamter Cünradus Eugler in iro handgeschritil z& ininen banden und süchfca und nam darüber 
rät und nnderwisung der gelerten, und ward mir geraten von gelerten und wisen mannen und duukta 
mich och selber nach uswisung des anlässes und nach baider tail kuntschaft und och nach baider iail 
fiirlegung und nach iro red und widerred gelicher, b [Hieb er und och rehter sin nach dem rehten, das 
ich gebeilen möhti und och gehellen sölti dem erkennen und sprechen der schidlüten des obgenamten 
mines herreu abt Hainrichs, Und also und herumb , . . so bau ich obgenamter Conrad us Engler 
gehullen und mitbill in kraft disa briefs dem erkennen und sprechen, als die schidlüt des obgenamten 
mines berren abt Hainrichs erkennet und gesprochen band, und sprich och jetz mit diseni brief ua, 
das bald tail beliben sond bi dem spruch und nrtail, so des obgenamten mines berren abt Hainrichs 
scbidliit gesprochen und in iro gescbrifi^t geantwurt band, als vorgeschriben stät. Item und als och in 
derselben mines herren abt üainrichs schidlüten erkennen und sprechen erkennet ist und geschriben 
stät als5 danne fürbas von des giUes wegen, so hern Cön raten ze Kinegg verlait ald entweret 
ald geschwechret ist, usgenomen deu win» darumb st vormals mit ainander verriht sind, da danket 
mich reht sin: umb was gutes berr C&nrat fürbasser klagen wil ald sich ze klagent hat, das er das 
vor dem gemainen und den schidlüten des ersten nemmi und das ze worten briugi, und ob min herr 
von Santgallen danne dawider ihts ze redemi habi, das man in och däruf verhöri, und das danne 
furo därumb beschehi uff dem gemaiuen und schidlüten, was billich und reht sigi, et cetera. 

Uff das fragetent do des obgenamten mines herren abt Hainrichs gewüss furwesen und amptlüt, 
mit namen berr G e o r i u s von E n n e , propst des egenamteu gotzhuses ze Santgallen» und C ü n r a t 
Müsler, hofammau, und Hans von Gossow, atattamman ze Santgaileu, und och ander den 
egenamten hern Cön raten Trollen, ob er iht fürbasser klagen oder fürbringen wölti von des gutes 
wegen, als er mainti und gesprochen betti, das im ze Hin egg verlait, entfrömdt ald geschwechret ^ 
wäri. Do klegt sich derselb herr Cönrat Troll vor mir und den schidlüten. , ., im wärint da ze 
ßinegg vernasset und gewfistet etüchi büicher, die er och do uamta, und iht anders, das er och do - 

namta; doch so wölti er darumb hie noch iendert anderschwa . . » abt Hain riehen nihts mer zu 

klagen* Und liess also gantzlich und luter von derselben klag. Darnach do fragten ich und die schidlQt;:^^'* 
baid tail, ob dewedre tail iht fürbasser ze klagenn hetti oder für uns bringen wölti von dehainerlaj-^'^* 
vorgeseiter sacheu wegen, von den der anl&ss oder die kun tschaft iht darrirt oder seit, Do ward üna 
geantwurt, und sprach jetwedre tail, er wölti von dehainerlay vorgeseiter sachen wegen noch von debainer 
dingen, die sieb untzher an disen tag, als diser brief ist geben, erhaben ald gesachet hettint, nibts mei"^ 
fürlegen noch fürbringen noch klagen. Und ze wJirem urkünd aller vorgescliribuen ding und Sachen , . . 

Santgallen, mitwucben nach sant Benedictus tag im böwet, 1415. 
Jjtirtwirrbil U. Oillf n, N. l. D. 7* — P e r g a m e n t • r i g i n a h das Bigel hängt eingenäht. 

2654« — 141e5. Juli 35i — Konrad Paier (Payger), Vogt zu Arbon, verkauft mit Ein- 
willigung seiner Frau Ursula 15 i^ /^ CM. jährliche Vogtsteuer aus dem Dorf Her i sau und den 
Höfen und Gütern ,ufiF Egg, Moßberg, Sturtzenegg, Wi terscb wendi, Groß-Rechberg, 
Richenegg, Rftdiß Änderlis wallstätt(?), Thüffenou w ", sowie 17^ -df CM. aus dem Hof 
.Scbwänberg*, dazu die Hofstatt und Hofraifce zu Gossau im Dorf, genannt »ßoOenbergs hof- 
statt", samt allen Zngebürden um 202 tS .-^i C M. au . , . — Sant Jacobs tag, 1415. 

lellwfgcr, IrkandeH I, 2 Nr. ^» S. tU, — Abdruck nach einem ehemals im Landesarchiv in Herisau befindlichen Bach: 
„Register alter Verträge, Nr, 62*. — Zellweger bemerkt dazut ^, Augenscheinlich ist dieses nur ein Auszug der Urkunde, 
der 1637 gemacht wurde; die Urkunde selbat ist aber mit allen anderen» welche der Gemeinde Heriaau zugehörten» 
verloren/" Heut« ist nach Mitteilung der Gemeindekunzlei Herisau auch die Vorlage* Zellwegers nicht mehr aufzufinden. 



90 Heinrich DI. 1412— U18. 

harts Blarrers Geramos; item zwai manmad in den BrAIen, stössent an Tüfelsrüti und an 
des Vatzers brftl; item ain mannmad im Watt, stosset an Bernharts Blarrers Oeramos; item 
ainen rietfleken im Studah, ist bi ainem halben mannmad, stosset an Senften egerden und an Hainis 
Schmids mad; item ain manmad im Hebler, stosset an die gemaind ob Idenfurt; item vier manmad 
uff der Mandleren genamt Rosenbergs mad, und das alles buwent jetz die Hämerler; — item 
so buwt jetz Uaini in Wida, das och in Rosenbergs hof gehöret: item ain halb jüchart aker an 
Stainigen aker, stosset an Spitaler aker und an Ulis Murers aker; item aber daselbens in Stainigen 
aker drithalb jüchart aker, stossent an den Saxer und an die strass; item ain michli jüchart aker in 
den Milwinen gelegen an den akem, die da die Hämerler buwent; item ain jüchart akers zeGera, 
stosset an die lantstrass und an die wingarten; item zwai mannmad genamt Schadenwis, stosset an 
Lüchinger bah; item zwai mannmad stossent an Oeragassen und an Hainis Kämrers g&t; item 
ain bletzli an B&legerden, stosset an der Schülmaistrinen wingarten; item zwai mannmad in den 
BrAlen, stossent an Tüfelsrüti und an den Vatzer; — item so buwet jetz die Ochsnerin, das in 
Rosenbergs hof gehöret: item ain jüchart am Len buakers, stosset an R&dis Vogelwaiders win- 
garten; item ain mannmad ze Lüchingen, stosset an R&dis Mayers wisli und an Hännis Wältis 
wisen; item vier mannmad zum Erumbenfeld, stossent an die Ah und an der Mittelmess meder, 
und bom, gestüd und veld am Bol, als vil darzü hört; — item so buwt jetz Haini Eamrer, das in 
Rosenbergs hof höret: vier jüchart ze Oera, stossent an Marpacher kilchweg und an die sträss; — 
item so messet und buwt jetz Hänni Jönis, das in Rosenbergs hof gehöret: zwai bomgartü bi 
der burggassen und bi des pfaffen wingarten von Gamss, haisset aines das Äkerli und das ander im 
Oarten; — item die Bongarter buwent jetz ain äkerli, hört in Rosenbergs hof, genamt uf Sakrain 
bim Lützelbah zwüschent der Bomgarter aker; — item so buwt jetz Cüntz in Wida, das och in 
Rosenbergs hof gehöret: fünf jüchart aker am Len zwüschen Rudis Maigers gAtem am Stain 
und der lantstr&ss; item ain jüchart akers, stosset an Haini Berlis und an der Bongarter gftter 
bim Lützelbah, haisset ain Sennaker; item uff Hältzlingen bim Lützelbah ain jüchart akers, 
stosset an die Bongarter; — item so gehöret och in Rosenbergs hof ze Lüchingen der gross zehend 
usser den gfitern gelegen uffRüti enzwüschen dem Lützelbah und dem Würbah oder Rinderbah 
und enzwüschen Marpacher kilchweg und under den wingarten, usgelassen von zwain äkerlin, ligent 
under Cünrats Hören wingarten, da ist das ober äkerli Spitaler und das under der Bongarter; 
und gat och der zehend usser herr Hansen Rasors lipdinggüt in Rosenbergs hof ze Lüchingen. — 
Der obgenamt Rüdolff von Rosenberg offneta och do vor uns, er hab die Obern müli ze Altstetten 
und den hof ze Lüchingen genamt Rosenbergs hof und die aker und meder da vorgenamt, die 
Uli Engel jetz buwet, mit müli und mülstatt, mit gezimberen, mit hofstetten und hofraitinen, mit 
aker, mit wisen, mit grund, mit gr&t, mit wunn, mit waid, mit stok, mit stain, mit steg mit weg, 
mit holtz, mit veld und mit allen ehafftinen, rehten, gewonhaiten und zftgehörden . . . aines staten, 
ewigen koffes ze koffenn gegeben reht und redlich dem spitale des haiigen Oaistes gelegen ze Sani- 
gallen in der statt umb aht pfund pfenning Costentzer münsse lipgedinges zft sin selbs ainiger 
person und umb zehen malter baider koms Santgaller messes, och lipgedinges zft sin selbs ainiger 
person, und umb hundert pfund pfenning Costentzer münsse bares geltes; und die lipgeding vorgenamt 
habint im die erbern, wolbeschaidnen HugSchülmaister, Oeori Blarrer und Ulrich Ffürer, nsser- 
maister und pfleger des egenamten spitales, von iro selbs und des egenamten spitales wegen verbriefet 
ze gebenn, das in daran wol benftg, und habint im och die vorgenamten hundert pfund pfenning bezalt 
z& sinen banden und an sinen offnen nutz mit barem gelt. Und nach diser offhung gab uns do der 
obgenamt R&dolff von Rosenberg die müli, den hof, die aker, meder, die g&ter, zehenden und den 



Heinrich ni. 1412-1418 



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wxBwachs da vorgeiiamt uf an unser band und bafct uns fiissig gnaden und mit wissen und gutem willen 
der pfleger und maister tla vorgenamt, das wir das alles gerüchtint lihen ze leben in rehter tragnüst 
wis dem erbern wolbeschaidnen Cünraten Hör, burger ze Sant Gallen. Do erhörten wir von gnaden 
des egenamten Rüdolffs Ton Roaenberg bett und lihent do ze stund . . , die müli, den bof, die 
akermeder, die guter, zehenden und den wiswachs da vorgeseit mit allen ihren zögehörden . , . dem 
egenamten CÄnrateu Hören als ainem trager des egenamten spitales . , . 
Sant Gallen, donstag vor sant Bartlomes tag, 1415. 

SUdUithh Stfialbu, Spltalircliiv, Tl B. 7»Hr.41 ^ Pergament-Original. Ana«er dem Abt sigelt auch Rudolf von 
Eosenberg; beide Sigel bangen eingenäht. 

Nach einer Eintragung im gleichzeitigen Lehenbuch (Stiftsarchiv St, Gallen, Leheiiarehi? Bd. 74, S. 392 f.) be- 
lekite Abt Heinrich (III.) am gleichen Tage noch andre Personen auf Bitten der Spitalmeiater mit QotteshauBlehen 
,iii Fehler tragnüst wia und rehten, dem egesaiten spitole damil gewärtig ze aione al8 getrüw trager*'. 

Er«t einige Wochen fipäter (1415. September lH*) wurde der Brief über den Verkauf obiger Güter an 
den Hl Geiet-Spital äu St, Gallen durch Rudolf von Roaenberg auageBtellt Da die Reihenfolge und Benennung 
der Güter nicht durchweg übereinstimmt, lasaen wir die Aufzählung im Wortlaut folgen: 

»und aint dis die stuk des ^orgeschribnen hofe: item des ersten zwo juchart der «tainigen Akkren; seba 
JDCbart akkren, ligent enhalb dem Eesselbacb; fünf juehart akkren, ligent inLüchingerBraite, stöasent an den 
Keaselbach und an die Sandgrüb; ain halbi juchart akkren genamt Anwander, lit in dem Nidrenveld ze 
den Betten; filnf mannmad In den wisen under der Rietgassen, genamt der Schach, «töseent an der Nun neu 
Esc h ; vier niannmad, stöasent an L ü c h i n g e r back ; zway mannmad imm G e r a m o s, genamt die H an f I e r zu den 
Kt^jifsen; vier egerden, sind zwaj mannmad, st^aaent an Gerengassen; zway mannmad in dem Bröl, atössent an 
deiTaffela Rüti; zway mannmad imm Watte, stdssent an das Geramoa; vier mannmad uft dem Riet enhalb der 
Ah, genamt die Händlerin; ain halb mannmad in dem Studaten; ain mannmad atröwi imm Hehler und ain 
klaini! bongartli enhalb dem bach; dis alles buwent dieHämerlin — Item ain gute juchart akkren, lit zeGera an 
dem Lützelbach; ain jachart akkren enhaUi dem Kesselbach, stSsf^et an der Nunnen Studen; dryy juchart 
akkren uff dem Rain, aidssent an die strSüs hy dem gatter ; zway mannmad inSchadealen, stöasent an den Kessel- 
bacb ; zway mannmad an der Bülegerden; zway matuimad imm B r fi 1 ; ain bletzH, baisMet Bülegerd, stösset an 
Saiaricb Schriber» wingarten und ze drin sidten an des spitÄls wingarten von Sant ga Heu; dis buwetHaini 
inden Wjden. — Item ain niad imm Hehler^ vier juchart akkren, dero ame in der Schi ben gelegen tat. Mitsei an 
den bach; die ander iat gplegen enmitten in dem veld genamt Otten akker; ain äkkerli gelegen an dem 8 t ain und 
»iolkkerU gelegen an dem Tunnren; dia buwet LFli Engel. — Item die mületatt ze Obren Müli, ze Alttstetten 
8^1<?fen, und ain äkkerli da^elbs, st^sset undnan an die ßraite; dis hat inn Herman Müller, — Item fünf juchart akkren 
« Len, stÖBuent an die lanUtrlis und an Rudolffen Mayer von Altatetten; ain juchart akkren, stösset an die 
ßoDgarter, gelegen in der Braite; ain juchart akkren gelegen uff Haltzingen enzwüschen der Bongarter guter; 
iway bongärtli »töasent an die lantsttrÄHse und an des pfaffeii wingarten von Gamse; dis buwet Cüntz in den Widen. — 
It^ aia halb juchart akkren uff Haltzingeu gelegen genamt Sa kr ain, buwet der Bongarter, — Item ain wia, ist 
»in mannmad, atoaaet an Swartzenwia; ain juchart akkren gelegen uff der Halten, »tö««et an deH vorgenamten 
«pitik und an des Vogel waiders g{!Lter; vier mannmad atrtiwi, ligent in dem PaffHs, stösaent an die Ah uud an 
den Kramben Fälwen: dh buwet die Ochaeaerin. — Item und dryy juchart akkren, ligent ze Gera und at^aaent an 
die lantaträsse; ain halb jachart akkren gelegen enhalb dem Lützelbach, et^sset an den Halter von Marpach; 
ain wisbletzli gelegen m dem Eletaamen und ain zehendli von den gutem, die da 8t6s«ent au da« bächli uff Rüti 
and hinab an den Lützelbach und an den Kilchweg untz an zway äkkerli, ligent darinnen dero ist aina des ob- 
genamten apitäls and das ander der Bongarter; dia h&t inne und buwet Haini Kamrer.* 

Der Kaufpreis beateht wie oben in 100 ST Pfg, C. M, und dazu in einem Leibding von 8 U Pfg* und 10 Malter 
beiderlei Kornes St. Galler Mass; dazu folgt noch eine Bestimmung, dass der Spital „mir mine laitfass ällü jar füren aol 
nach nswifung und sag mines hpdingbriefs"* — üff Ramsch wog miner vesti, mentag nach des hailigen crützes tag 
we herbat. 14X5. 

Stadtmkh St. Mh% Spitakirliir, fr. B. 7, Hr. 13. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1. Das Sigel hängt eingenäht 



92 Heinrich UI. U12— 1418. 

2656. — 1415. September 15. Constanz. — Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein, des h. Römischen 
Reiches Erztruchsess, Herzog in Baiern, fällt einen gütlichen Spruch zwischen Herrn Konrad yon 
Münchwilen (Munichwilre), Chorherm zu Constanz, und HermEberhart von Ramswag, die 
wegen einer Schuld des ersteren an Heinrich Walther von Ramswag sei., Eberharts Bruder, in Fehde 
geraten sind, in deren Verlauf Eberhart auch Bischof Otto (UI.) und das Domstift zu Constanz, so- 
wie das Stift zu Bischofzell angegriffen hat. Alle Feindschaft zwischen den beiden Herren und ihren 
Helfern und Helfershelfern, namentlich Bertzlin Erlinholtz und Heinrich Ringfuss, soll bei- 
gelegt sein und alle Gefangenen auf Urfehde entlassen werden; das noch unbezahlte Geld (für Brand- 
schaden und andres) bleibt unbezahlt; dagegen werden Eonrad Münchwiler ftb* zwei getötete arme Knechte 
Konrad Wenge und Hans Grätwe von Horwe 20 fl. gegeben. Alles übrige bleibt einem fernem 
Spruch des Pfalzgrafen vorbehalten, dem auch alle diese Sache betreffenden Briefe ausgehändigt werden 
sollen. — Costentz, sondag nach des heiligen crutzs tag, als es erhaben ward, 1415. 

StiftsareluY 8t Gallen, A.A. 3. A18'lnd^ — Regest: Hardegger und Wartmaxm, Der Hof Kriestem, Nr. 29% S. 19.- 
Pergament-Originale mit kleinem aufgedrücktem Sigel ohne Umschrift. — Die beiden Aoafertigungen itimmen 
nicht völlig miteinander überein; die zweite ist eingehender. 

2657. — 1416. September 22. WH. — Abt Heinrich (HL) von St. Gallen nimmt auf 
Bitten der Frau Elsbeth Scherr (Scherrin) von Frauenfeld die halbe Hub zu Tundorf, ennet 
dem Bach gelegen, ein Lehen des Gotteshauses St. Gallen (die andere Hälfte ist Lehen der Herrs€haft 
Österreich), von ihr auf und belehnt damit sie und ihren Gatten Heinrich Pfisterwerk von Brem- 
garten gemeinschaftlich. — Wil in ünsers gotzhus statt, sant Mauricien und siner gesellen tag, 1415. 

Stiftearehiv StOallen, D. D.D. D.I. 1.5, — Pergament-Original mit offen hangendem Sigel. Rechts nntai der 
Vermerk: «Henricus prestitit homagium*. 

2658. — 1415. September 28. St. Gallen. — Ulrich im Holz, der Färber, Bürger zu 
St. Gallen, verkauft an Konrad Hör, Bürger zu St. Gallen, um 275 ff i^ C. M. folgende GOtet: 
einen Weingarten zu Lüchingen im Rheintal auf Rüti gelegen, genannt der Aster, — ,sto8set 
obnan an spittals wingarten von Sant Gallen, stosset unnan an der Bongarter akker und ze der dritten 
siten an der Bongarter wingärtli* — ; einen zweiten Weingarten ebendort, genannt der Kapf, — „stosset 
unnan an C&nrat Hören wingarten uff Rüti öch genant der Eapf, stosset obnan an dez Glättiners 
gut" — , und eine Hofstatt zu Lüchingen, ,da wilunt ain torggel uff stund, — stosset an den bongarten 
uff Stuki" — , alles Lehen des Gotteshauses St. Gallen; femer „daz stükli ains wingarten, gelegen ze 
Lüchingen uff Rüti, das man nampt der Kapf, den vor ziten Hans Enziswiller sälig erkifb von 
Rudolf dem Mayier sälgen von Altstetten — und ainhalb stosset an Hansen Särris wingarten 
und anderthalb an Cünrat dez Hören wingarten uff Rüti, der öch genant ist der Kapf, und ze der 
dritten siten anClausen Zürnen gAt am Kapf, — alz dasselb stükli usbezaichnot und undermarchot ist; 
item den akker uff den Blatten und daz rebstal daselbs; item den bongarten gelegen uff Stukki; 
item die hofstatt, da wilunt ain hus uff sttind, gelegen an dem egenanten bongarten^, alles Lehen Junker 
Rudolfs des Mayers von Altstätten und Hofgüter von Altstätten. Der Verkauf der Klosterlehen ist vor 
dem Abt, der Verkauf der Lehen Rudolfs des Mayers vor diesem gefertigt worden. — Santgallen, 
sant Mychels abent dez hailigen fürstengels, 1415. 

Stiftearchiv St (fallen, P. P. 1. C. 7. — Pergament-Original; das Sigel h&ngt eingenäht. 

2659. — 1415. Oetober 5. St. Gallen. — Hans Ingänt vonGlarus (Glarass), ein Schuh- 
macher, Bürger zu St. Gallen, verkauft an Hermann Schirmer und seine Ehefrau Guta Landin, 



94 



Heinrich IlL 1 41 2- 1418, 



hofstatt*, je auf Martini zu entrichten ,ain mil wegs verr von Fflawillen oder näher, war wir si jeklichs 
jares haissent*. Wird die „gezimberen* auf der Hofetatt verkauft oder «darab, das si in nainer vogtye 
belibet*, so sind von ihr beim Verkauf 2 Hühner ,ze weglüsi"* zu entrichten, falls sie aber ausser der 
Vogtei verkauft wird, je der dritte Pfennig des Kaufpreises. Wollen die Frau oder ihre Erben ihre Rechte 
aufgeben, so sollen sie zuerst dem Lehenherren bß ^ CM. billiger als andern angeboten werden, — 
Santgallen, samstag vor sant Gallen tag, 1415. 

Stiftsarf lllv SHiallfD, i. E 1. C» t — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenaht 

8661* 

Ulrich Heingarter, Ammann zu Altstätten, entscheidet einen Streit zwischen Abt 

Heinrich (IIL) von St. Gallen und Junker Eberhart von Ramswag um jährliches, 

denn Junker angeblich vorenthaltenes Kernengelt. 

AltMtätten. 1415. October 18. 

Ich Ulrich Haingarte r, von des erberen vesten Rödolffs von Altstetten, hern Dietdegans 
des Maigers aäligen von Altstetten, ritters, wilnnt elichs sunes, mines genädigen juntherren, wegen 
amnian ze Altstetten im Rintal, tun kund offenbar mit disem brief^ das ich Über dis nachge^cbribnen 
sach von diser nachgenaniter baider tail bett wegen offenlich ze geriht sass ze Altstetten in der st^tt 
uff den tag, als diser brief ist geben. Und kämen däselbens fiir mich in offen geriht ze ainem tail der 
hoher wirdig flirst und herr her Hain rieh, abt des erwirdigen gotzhus ze Santgallen, min gna- 
diger herr, und zu dem andern tail der ve.st, wolbescbaiden junkher Eber hart von Ra ras wäg. Und 
do sich bald vorgeiiamt tail gestellet hatten mit iro fürspreclien in geiihts wis ze klagent und ainander 
reht ze haltent, do hatt mich der wolbeschaiden Rüdolff Valk von ßernang, fürsprech des ob- 
genamten mios herren abt Hainrichs, demselben minera herren abt Hainrichen urlob ze gebent 
und an sinen rät ze gebietent, das derselb min herr abt Hainrich sin klag fürgelegen möhti und 
erzelleu; dawider aber der egenamt junkherr Eberhart von Rani s wäg durch den wolbeschaidnen 
Hansen Getzinen, genamt Vetter, burger ze Altstetten, sinen fürsprechen, redt und sprach, 
er getruweti niht anders^ won das er ankleger in der sach wäri und niht der egenamt min herr abt 
Hainrich. Die schrittung ward gelassen uff ain reht Herumb fraget ich urtaiL Und nach red und 
widerred, so dazwüschen beschähent und och nach urtail ward erkennet mit merer volg, der rate jet- 
weders tailes sölti getailet werden. Und därumb ward och das geriht getailet, und nam jetwedre tail 
an sinen rät, je ainer vor, der ander nach, das jetwedre tail bi im hatta zehen an sinem rät und sinen 
fürsprechen; dieselben alle urtail sprechen mohtint. Und liess och do daruf der obgenanit min herr abt 
Hainrich dem egenaraten junkhern Eberharten von Ramswäg die anklag. Und do gieng der- 
selb Eberhart von Ra ras wäg mit sinen rät<:?n und mit sinen fürsprechen, sich ze bedenken, sin ciag 
ze schepfent, und kam wider für mich in geriht und öffnet durch sinen fürsprechen: er hetti ain ur- 
künd, das die sach anträff, umb die er klagen wölti zu dem egenamten minem herren abt Hainrichen^ 
und batt, das ich an urtailen frägeti, ob man das urkünd iht billich vor geriht verlesen und verhören 
sölt. Und do ward im nach miner frag mit der meren nrtail erkennet und gesprochen, das man das 
urkünd des ersten billich verhören sölti. Dasselbe urkünd ward och do verlesen und verhöret, und inn- 
hieltf entschied und seit dasselb urkünd: 

Herr Jo hang von Bussnang sälig, wilunt propat dea ohgenamten gotzhuB ze Santgallen, hetti erköffet die 
rigen vogtije ze Utzwilr und ze Heriao w mit iro zugehörden über Kit uod guter von fro Ya alten Sarjiaen und 
von Hainrichen Waltheru und Eberharten von Eamswig, im elichen aünen, umh ahthundert pfujtd haller; und 




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Heiarich IIL 1412-1418. 



S66$i. — 1415. NoTeiiiber 5. Ai)peiizell* — Konrad Klain, genannt Gagler, Landniann 
zu Appenzell, der von Ammanii und gemeinen Landleuten zu Appenzell ins Geföngnis geworfen 
worden ist, weil er zu der Appenzeller offnem Feind, Graf Hugo (II.) von Sargans (Sangans) gegangen 
und da Aufenthfilt und Herberg erworben, „iren kninmu an sineni lib und gut ze straffend*, schwört, 
auf Bitten seiner Freunde und luderber Leut^? frei gel aussen, Urfehde, dass er bis zu End seines Lebens 
nicht mehr gegen die von Appenzell „sin noch werden'^ und in künftigen Stössen mit ihnen Eecht 
in ihren Gerichten nehmen wolle. Für ihn Tertrösten Ulrich Wärt I er und Ulrich Klain, der 
Bruder des Fehlbaren, beide Landleute zu Appenzell. — Appenzell, ziostag vor sant Martis tag, 1415. 
Undfuarrliit Appi^nu^lM* lt., I. IX, Ir, iL — Pergament-Original Far Konmd Elain sigelt Hain rieb Enrtzer, 
für die beiden Tröster Ulrich B o d lu e r : das erste Sigel iat fast ganx abgefallen, das zweite beachS«dlgt* 

2663« — 1416. Jaiiiiar 13* Raniswa?. — Rudolf von Rosenberg von Zucken riet, der 
Sohn Ritter Rudolfs selig, sendet Abt Heinrich (IIL) von St. Gallen brieflich durch Ulrich 
Fürer^ Altbürgermeister von St. Gallen, die Vogtei und die Vogteirecbte, sowie alle sonstigen Rechte 
auf, die er besessen oder noch besitzt über Hans» Heini, Egli und Aberli Schlump f, sesshaft 
zur Mühle in H e r i s a u , und Über ihre Schwester Greta, ferner über Heinrich undEglolfSchlumpf 
auf Egg und deren Schwester Nesa, alles Gottesh au sleute des Klosters St. Gallen, die in den Hof und 
die Vogtei des Hofes ^Olbrisperg, gelegen ob Hage n willen, da ich von Üwem und Üwers goizhuses 
gnaden und rebten nachjagender vogt baiss und bin", gehört und sich mit Weib und Kind, mit Leib 
und Gut von der Vogtei und von Rudolf von Rosenberg mit 40 S" ^^ C. M. los- und an das Gottesbaus 
St, Gallen zurückgekauft hnben. — Raras wag uff miner vesti, sant Hylaryen tag des hniligen bischoffs, 1416. 

Jitifliarrlii? »tJiallpn, U. D, 1 1 ft. — Abdruck: Zellweger, Urkunden I, 2 Nr-223, S. 255. — Pergament-Original 
mit offen hangendem 8igel. 

Ebendort finden sich noch mehrere Aufeetidbriefe Rudolfs von Eoäenberg aui dem gleichen Jahre, die wir hier 
anschliesaen : 

1414t« Fetirnar SSI, It am »t w a|j^, — Rudolf von Hosen berg von Zuckenriet sendet Abt Heinrich (IIL) 
von St. Ciallf^n bricfiicb durch Biins von G ose au, 8ta,dUmnianii zu St, Gallen, d{?n Egli MoBer von Teufenati 
(TöffenowX jetsct »esshaft zu Herisau» und mma Ehefrau Margaret MO Her. auf, die wich mit ihren Kindern mit Leib 
und Gut an das Gotteshaus St. Gallen zunickgekauft haben, — und ebenso in einem zweiten Briefe den Hans Wattier 
und dessen Ehefitin Margaret, geaesaen ,zeWatt uff ßraitenfeld*, ihre Söhne Rudolf und Konrad, ihre Tochter 
Agnes und die Kinder ihres verstorbenen Hohnes Hanf^ Wattier, ferner den Sohn ihrer verstorbenen Tochter, Hans 
Kruker, Weib und Kinder des genannten Rudolt Wilttler und endlich der genannten Agnes Wüttler Kind, ,das ir 
gebom ist von Rüdin Moken*, die alle sich mit 100 AT Pfg. C, M, ana Kloster zuriickgeknuft haben. — Ramsch wag 
uff miner vestty sunt Peters abent im rebniauot. 1416. 

141Gp lIlirsK 2!l* Alt- Rani Hwa£. — Rudolf von Roaenberg von Ziickenriet sendet Abt Heinrich (HL) 
von St. Gallen brieflich durch tHrich Ffirer, Altbürgermeiater zu St. Gallen, den Groasbana Waibel von Bälden- 
wil^ dessen Ehefrau Uri^ula Hagger und ihre Kinder auf. da sie aich mit Leib und Gut an das Gotteshaua St. Gallen 
zurückgekauft haben. — Ze der alten Kamswag uff miner vesti, ze mitterfaaten, 1416. 

141IS« Mai 14- Alt-Raiii»wa|;. — Rudolf von Roaenberg von Zuckenriet aendet Abt Heinrich (HL) 
von St. Gallen durch Ulrich Fürer, Altbürgermeister zu St. Gallen, brieflich den Hana Boll, genannt Tudi, dessen 
Ehefrau Ela Natter und ihre Kinder auf, die sich mit Leib und Gut an da« Gotte.shauH zurückgekauft haben. — In 
caatro dicto Alt» R am s wag. feria quinta poat festum sanctorum Epimachi et Gordiani, 1416. 

1410. Aug^nfit 31. KaniRwag* — Rudolf von Eoaenberg von Zucken riet sendet Abt Heinrich (IIL) 
von St. Gallen durch Hans von Gossau, 8tadtammü.nn zu St. Gallen, brieflich denÜH Hablützel und dessen 
Ehefrau GretWaiblin auf, die sich mit Leib und Gut an das Gotteshaus zurückgekauft haben, — Eamachwag 
uff" miner veeti, ze uagäntem Ogsten, 1416. 

8tift«aRtiir St, fiallfll, % 0. 2. C. ft und 5, 7, 12, 8. — Pe r g a m e n t - r i g i n a 1 e ; daa Sigel hftngt an allen fünf Briefen 
teil« offen, t^ils eingenäht 



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98 



Heimich m. 1412— I4ia 



barung, da kürzlich alle auf dem Gut errichteten Gebäude niedergebraimi sind. Hans Binder verzichtet 
für sich und seine Erben darauf, jemals auf dem Gut eine Mühle, ^dannit man jemant gemalen noch 
gerellen kan^, zu erbauen, hat aber das Recht „ain wassersegen, stampff, blüwel und ain öltrotten^ M 
einzurichten. Will das Kloster sein Röckkaufsrecht geltend machen, so i^^t ausser der Rückkaufsumme ™ 
noch für die neu aufgeführten Bauten ein von ehrbaren Leuten zu bestimmender Schatzungswert zu 
bezahlen; doch darf in diesem Fall vom Inhaber an dem zu jener Zeit l»estehenden Zustand nicht-s ge- 
ändert werden. Hans Binder ist auch gestattet, ein Haus auf dem Gut zu bauen, das beim Bück kauf 
entweder vom Kloster zum Seh atzungs wert zu bezahlen ist oder ohne Einsprache des Klosters von Hans 
Binder und seinen Erben anderweitig verkauft und von dem Gut entfernt werden kann. Der Rückkauf 
wird im Fall verweigerter Annahme auch vollführt durch Deponierung der Kaufsumme beim Rat fon 
WiU — Wil in der statt, mitt%vochen nach des hailigen crutz tag im Mayen, 1416. 

8tjFtttrrliir^t.atlK J. J. J*L Fa«, 11, Ir. 4L — Pergainent -Original. Für Hans Bioder aigelt sein Schwager 

Heinrich Borbuaer, Bürger zn Wil; das Sigel hängt offen, — Etwas spätere Doraualaoti«: »Die müli, davan 
diaer brief wiet, hänt Hans und Jäcli die Binder ze lipding genomen.* 



266a 

Spruch des Gerichtes über die richterliehen Befugnisse des Frauenkloslers 
Münsterlingen in der Voglei zu Utwil. 

UtwiU 1416. Mal 18. 

Ich Oernng Gut man von Scher tzingen bekenn und ti'^n kunt . . ., das ich uS' den tag 
in dem järe, als ditz briefs datum wiset, zu Uttwile in dem dorff an statt und in namen der erwirdigen 
gaistlichen fröwen, der niaistrin und gemains convents des closters zd MOosterlingen, ob Costentsj 
an dem Sew und in Costentzer bystöm gelegen» sant Augustinus ordens, miner gnädigen fröwea, f 
offeulich zu gericht saß, und kam daselbs für mich und für offen, verbannen gericht die ersam gaist- 
lich frÄw, frfi Margreth die Blärerin, by den zyten maistrin des egenanten con?ents z& Münstei 
lingen, an statt und in namen ir selbs und ir nächkomen und desselben conventz zö Münsterlingei 
und stalt sich in gericht mit fürsprechen, als recht was, und batt ir denselben iren försprechen ze 
ervaren au ainer urtail sid dem niM und die vogty zö Dttwile und gericht» twing» bann, frä£9iDen 
und ungericht des gotzhus zö Mönsterlingen war und wären, wäm da sy und ir nüchkoraen. so 
sy denn gericht daselbest zÄ Uttwile hän oder haben wöUe, zö sölichen gerichten zu gebietend hett 
oder gebieten sölt, Darumb vorsehet ich, der obgenant GerungGfttman» der urtail umb, was darumb 
recht wäre. Do ward nich miner Mg mit rechter, umbgesamnoter urtail ertailt uff den ayd, und ward 
ain michel und ain völligs maists: Wenn oder wie dick die obgenant min gnädige frfiw, fro Margreth 
die Blärerin . , . zfi Uttwile gericht halten oder haben wölte oder ir nachkomen, es wäre zÄ Mayen, 
ze herbst oder zu weler zyt im jär ald warumb das wäre, es were von des egenanten gotzhas, von 
geraains dortfs oder von gericht, twing alder bann oder von ander sach wegen, das sy denn allen deiieii|,| 
die in der egenempten vogty zß Uttwile und in den gerichten, twingen und bannen daselbs jetz oder! 
in kfinfftigen zyten sitzend oder sitzen werdent, zä gericht ze komend zu gebietend hett, haben söltj 
und mölit, und sölten ftch sölich, den denn gebotten war oder wurd, by der aynung und pen, so dar- 
über gesetzt wäre, zu gericht komen, on alles widersprechen, on all geverde. Doch herinn usgenomenJ 
und hindangesetzt die bann von der vatten wegen, da bißlier ge wonlich gewesen ist, das die lüt des- 
selben dorffs zu Uttwile vier erber mau in demselben dortf uänien und erkiesen sollen, die gebannen 
mügen von der vatten wegen jetlichs jirs insunder uff die zyt, als denn sitt und gewonlich ist. und 



100 



Hdarich IIL 1413— 1416^. 



llffl«tffJiir Htfiillfi, 1 %, #. I, fwar, Ultr.^ — Pergameni-OrigtnaL Es sigefai der Hofamnuion und for leine Fmi 
dercii Bmder Klao« Iberger; V»eide Sigel hangen offen. — £tw&s spAtere Doraaalnotix: ,Disen bof se Mftister«^ 
hiifeo and den halben hoi ze Moi hit jetz frli Snetser, bnrger ae Wil; siii LXX S Pf g * 



rntesV 



2672. - um. Juli ii. 8t fallen. — Georg (Gory) von Enn, Propst des Gotteshau 
SUGalleiif terkauft namens der Propstei mit Einwilligung Abt Heinrichs (III,) und des Consent 
den BrQdem Heinrich^ Walther und Rudolf Bischof, Bürg)em za Wil, um 154 fl. rheia 
1 1 */i Mütt Kernen St. Galler Mass und 33 ^ 4 ^ C. M. jährlichen Zinse:$ und Geldes Ton folgenden 
Götem zu Zuzwil (Zützwille): ^Des ersten Uänni Schraitter gibt von des Spatzen gfit '£weü 
mut kernen und 10/ ^; item Hans Gol gibt sibeu viertal kernen und 2ß df von des Vellen gfii; 
item Cfini Hofman gibt sehs viertal kernen und 3 S ^ von des Sömers g&t und von Hopplis 
gftt; item Haini Riettikon git ainen rautt kernen und 3/ ^ 6ch von de^s Siniers gut; item Hau» 
Welschart git sehs viertal kernen und 7 ß ^ von des Kienasters gÄt; item Haini Wegg git 
sehs viertal kernen und 7 ß ^ ich von des Kienasters gflt; item Haini Wegg git nun viertal 
kernen von Uiltisower schftpuzz, und Haus Iberger von Wil git 16 ^ von des Bruggers gfit*^ 
Alle Zinser der geminüten Güter und Ulrich von Löwenberg (Lonbergl, des Klosters Maier über ^ 
dieselben, werden von Propst und Abt aufgefordert, die Zinsen den Gebrüdern Bischof in gleicher Weise^ 
zu entrichten, wie bisher an die Propstei, deren freies Eigen diese Zinsen waren, — Santgallen in 
Qnserm gotzhus, sant Jacobs des bailigen zwölf botten aubent, 1416. h 

StlfUaitMf St «yiei, 1. 1, L S. F^. I, Ir. 8u^ Pergament-Original mit den 8igeln des Propst«». Abtes und Con*^ 
ventes. ^ — Dorsualnotiz: ,Item ich Rudolf Biächoff ordnen and verschaffen disen brief nach minem iod und nach 
miner elichen hnafrowen Adelhaiten Haffneren tod dem gotzhus zu Santgallen zu ainem fryen almiisen und 
teigerei t| luid «und finser erben darin nütz reden nach schaffen darwider ze tün,^ 

1416, «Inll SST* IHTÜ. — Die drei Brüder Bischof sichern in einem Gegenbrief äom Propst und dem Abt 
von Hi. Gallen das Rückkaufsrecht zu. Zu dessen VollfEihrnng genügt bei Verweigerung der Annahme Deponierang 
der KanfKumme beim Rat von Wil oder St Gallen. — Wil, mentag nach sant Jacobs tag, 1416. 

HlirUarflif KL«iallps. 1. 1* L 1 fm.l Ir. 7. — Pergament-Original Es sigeln Heinrich Bischaf und för 

Walther and Rudolf die Wiler Bfirger RutHchman Kupferschniid und Heinrich Ledergerw; alle drei ßig^l 
bangen offen. — Dorsualnotiz: ,Dis jäxliche pfenning- und kemengelt, davon diser brief wist» stit jet« allaine zu 
Hainrichs Bitt^choffs und siner erben banden, won im das ze taile wurden iit, als er von Walthem und Rüdolffen« fiineji 
brudern^ getailt hat.* 

2673* — lliti. AagiiHt 17, (Arhon.) — Ursula P a i e r (Payrerin), geborne von Rosenberg, 

mit ihreni er körnen Vogt Johannes Schob, Bürger zu Arbon, und ihr Gemahl Junker Konrad 
Paier verkaufen vor Konrad Esserswiler, Stadtammaim zu Arbon, an Ltltfrid Muntprat, 
Bürger zu Co n stanz, einen Weingarten zu Bernegg, genannt ^Böcbenstainshald ald Rosen* 
berg8 wingart*^, wie er vormals als Lehen des Gotteshauses St, Gallen Egli von Rosenberg selig, 
Ursulas Vater, gehört hat, ^ »stosset ufl^ ain syten an Ulrichs von Emptz garten, undnen an die 
lantfitr&ß und obnan an das holtz* — . um die Summe iron 1050 fl. rhein,, wovon jedoch 70 ff .^ in 
Abzug kommen für ein Leibding von 5 Saum Wein, das an Ursulas Schwester Frau Margaret von 
Rosenberg, Klosterfrau zu M ti n s t e r 1 i n g e n , so lange diese lebt, von dem Weingarten zu entrichten 
isL Das Lehen wird zu Händen des Abtes aufgegeben an Ulrich Leman, Burger zu Arbou, ^der 
och derselben lehen hat", als Lehen träger, — Mentag vor sant Bartholomeus tag, 1416, 

ÜÜfburfliiv Sl fallen, 0. (». 3. X 8. — Regest: Göldi, der Hof Bernang, Nn S8. — Pergament-Original Es aigeln 
der dtadtaminaun, der ¥agt, Ursula Paier und ihr Gemahl; alle vier Sigel hangen offen, das UrKula'a ist nur noch xnr^ 

Hülfte erhalten. 




Heinrich IIL 1412—1418, 



10] 



1416. ^'ovemlier 6. l¥il. — Abt Hi^ii>ri»Hi (III) von 8fc. Gallon belehnt Liitfrid Mitntprat (Muni- 
brat) mit dem obigen Weingarten» der ihm von Konrad Paier, Dienstinann de» (.tottesbauaes, und seiner Gemahlin 
Ursula durch einen von beiden bemgelten Brief, sowie durch den anwesenden Träger Ulrich Lern an iiufgeüandt 
worden i«t. — Wil in ihiüer» gotahua statt, tntag nach aller haiigen tag, 1416. 

!(tirt»lthll Kt.«Äl!ci, 0. iL 3, J, *X — Re^^est: Göldi a. a. 0. - Pergamen t-Origi n al ; da^ Sigel bringt eingenäht. 



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H&l-i* — 1410. Ausruft '^3. WÜ. - Abt Ht^inrich (III.) und gemeiner Conveiit des Gotttjs- 
hauses St* Gallen süften auf Bitte des Schultlieissen und Kates der Stadt Wil mit Rat des Capitels 
und des Leutpriesters zu Wil, Johanues Fuchs, auf unsrer Lieben Frau Altar in der St. Niklaus- 
kirche zu Wil eine ewige Pfruud und Messe, tlUr deren Stiftung vor Zeiten schon Ul i Trüuger selig 
YM seinem Seelenheil 90 t{ -5} C. M. gegeben hat und die ancli zu Abt Kunos Zeiten „in etlich niäzz 
angefangen ward und aber nocli nit gantzlich gewidmot noch confirmiert ist". In der Pfrundorduung 
wird festgesetzt: (1) Die Pfrund und der Altar sollen mit der Lehenschaft und allen Rechten an das 
Ootteshaus St. Gallen gehören, das sie nach seinem Gutdünken einem ehrbaren Priester, jedoch nur 
einem, ^der wesentlich pricster ist und der mit sin selbs üb uff der pfrüud sitze und die verdiene mit 
singen und mit lesen", nicht aber einem Leutpriester zu Wil oder seinem Helfer, solange sie im Amte 
sind, verleiben soll. (2) Der Caplan, dem die Pfrund verliehen wird, hat dem Abt Gehorsam zu schwören 
und soll , allen sineu gebresten, der im anlit vou der obgeschribuen pfrönd oder nütz wegen", vor ihn 
bringen. Er soll ferner Messe lesen ungetahr um die Zeit de^ Sonnenaufgangs, „daz ist nach der tag- 
mess und vor sant Peters mess; es sye denn daz desselben tages ze Wil ain lieh ald mer sye oder ain 
brut desselben tags ze kilchen gan welli, so sol er sin mess haben in der frönmess, als es denn 
allerkomlichost ist**. Wird der Caplan bei Jahrzeiten, ^sibenden oder drissigosten^ vom Leutpriester, 
einem Bürger oder einer Bürgerin darum gebeten, so soll er el>enfalls seine Messe in der Fronmesse 
halten, vorausgesetzt, dass es ihm verkündet wird, „ee daz er zu siner mess gelüt bat". Zwei Tage in 
der Woche darf der Pf rund er feiern („virren*^!); im übrigen aber soll er oder sein Verweser dem Leut- 
priester von Wil oder seinem Stellvertreter zu allen Zeiten und Gottesdiensten, wenn dieser zu St. Nikiaus 
oder St. Peter ,ni!t den nöteu singet*^, assistieren. (3) Bezüglich des Einkommens der Pfründe werden 
llftst mit den nämlichen \^'orten wie bei der Stiftung der Pfründe und Messe auf St. Johannsaltar in 
der St. Peterskirche zu Wil ganz entsprechende Bestimmungen getroffen (s. oben Nr* 2597), Geraten 
der Pfründer und der Leutpriester über die Einkünfte in Streit, so sollen sie die Entscheidung des Abtes 
anrufen und sich bei dieser zufrieden geiien. (4) Was an die Pfründe gegeben wird „nutz an fünf mark 
g<elt€s, da ain mark gel tz tut fünf niut kernen, zwai nialter haberu und fünfzeben Schilling, an gevärd*, 
dessen 8oU der Pfründer geniessen, der Mehrbetrag aber dem Gotteshaus St. Gallen zukommen. Ferner 
j^eben Abt und Conveut ihre Einwilligung dazu, dass, was an Geldern und Nützen, die Lehen des Gottes- 
hauses sind, an die Pft^und geschenkt wird, bis zum Betrag von 5 Mark^ deren ewiges Eigentum bleiben 
soll.** --Wil in der statt, samstag vor sant Pelagen tag des hailigen martrers, 1416. 



wlrit, fehlt hltr. 



e<lsr MiiMa Tlaur» d« «btti in Nr . 2tt9' und noMB In lir.M?» •■ S«Ii1mm 



' JStorftanhii Wil, Üfhibl, Hl, Sr. 3. — Pergament- Original. Ausser dem Abt und Convent «igelt auch Johanne^ 

Fneh«, bestätigter Leufprieater zu Wil, um zu bekunden ^ das« allea mit seinem Wissen und Willen fe^tgeßetwt worden 
i«t. AUe drei Sigd hangen oübn. 



t02 



Hoinrieh III. 1412-1418. 



L*^ — 



I 



2675. 

Abt Heinrieh (III.) und der Convent des Klosters St. Gallen stiften im Verein m 
Schultheiss, Rat und Bürgern der Stadt Wil einen Spital in dieser Stadt un 
suchen um die Bestätigung durch den Bischof von Constanz nach. 

Wil. i4ie. August zit. 

Wann der lüteii hiigd zergät uiiiid ir leben schier ende b&t» darumb iät es nütz und göt, was m 

durch Gottes willen tut, daz man es an brief schrib^ unib daz es statt belib, Hievon ouch wir H a i n 

rieh, von Gottes gnaden abt, und gemainer convent des gotzhus ze Sani Gallen .. . Terjehen offen * 
lieh mit diesem brief, das für uns brächt hänt nnser und unser« gotzhus lieben getriiwen schuUhaizz uno^H 
rät in unsers goizbus statt ze Wil von viegen ir selbs und gemainer bnrger in derselben statt ze Wil^sj 
Als sy und ir vordren und ander erber lüt ze Wil vormals darzü getan und geholffen habint, daz &rmen^| 
eilenden lüten, dem almähtigen Got ze lob und eilenden menschen ze trfist, ain hus und herberg in de^-- 
jetzgenanten statt ze Wil an der niitlen gassen zwiischant Uli Ringglis und Uli Entzen busen^— 
gelegen, erkouft und vergölten sye, wie daz si nu darzd gern furo tüu wöltint, ob si es an unsreiil 
gnaden gehaben möchtint, daz usser demselben hus und herberg armen eilenden lüten ain spitil gestift 
und geraachot wurdi, mit sölicber Ordnung, gedingden und gesetzten, als hienach aigenlich an disem 
brief geschriben st&t, und hatten uns ernstlich, daz wir unsern gunst und willen von unsers gotzhus 
wegen darzä geben und inen darzft hilflich sin woltint. Darumb erhörten wir do gnädklicben iro ernst* 
lieh bett, wan si uns götlich, erlich und armen, eilenden menschen und den sebui dnnket nutzlich und 
tröstlichen sin, und gaben unsern gunst und willen . . , und machotent, ordnotent und stiftent ouch do 
ze stett mit den obgedahten unsern burgern ze Wil , . . usser dem obgenanten hus und herberg aineii 
ewigen spitäl in der obgenanten unsers gotzhus statt ze Wil, und setzen den mit derselben unser burger 
»e Wil raut, wissen und willen, in sölich Ordnung, recht und gesetzt, als bienach geschriben stät: 

(1) Des ersten^ daz derselb spitäl inwendig der statt und vorstetten ze Wil haben sol und mag 
daz obgedaht hus, hofstatt und bofraitiu mit aller zugehört, und darzA ainen stadel in der ainen vor- 
statt, und daz er dehain hus noch stadel nit nier haben sol, enweder in der statt, noch in den vor 
stetten, an gevärd. (2) Item, daz derselli spital ouch uff dem Veld und in den Eschen, so gen Wil 
gehörent, haben mag so vil iikkern, die er mit zwain rossen wol gebuwen mag, und so vil howabse.s, 
darrait er z^vai ross und zwo kÄgen wol gehaben mag, an gevärd, und daz er daz enweder unserm gotzhus 
noch der statt ze Wil nit verstüreu noch verdienen sol, (3) Item, daz derselb spit&l an ains herren 
des gotzhus zeSantgalleu und ains schulthaissen und rautes ze Wil wissen, gunst und urlob nihtz 
fürbaz kouffen noch verpfeuden sol in der statt noch in den vorstetten ze Wil, noch in den Eschen, 
so vA derselben statt gehörent. (4) Item, beschäch aber, daz fürbaz dehain gelegen gfit, daz in der 
statt ald in den vorstetten ze W^il ald in den Esc heu, so zft derselben statt gehörent, gelegen wäri, ^ 
an denselben spitäl geben, erkoufft oder sust in dehain wis zu desselben spitäl^ banden bricht wurdi, H 
dasselb göt sol er inwendig jaresfrist von band keren und ettlichem ingesessnen burger ze W^il ze 
kouffent geben, als denne daz je zitlichen und beschaidenlich ist, an gevärd. Tütti aber er daz nit also 
in jaresfrist, so sol er dieselben guter dannenthin deju gotzhus zeSantgallen und der statt ze Wil 
verstüren und verdienen, als ander burger ze Wil ir gut tünd, an gevärd, es war denne, ob im von 
ainem herren von Santgallen und von schulthaissen und raut ze Wil erlobt wurde, dazselb g^tS 
fQrbaz ze habent. (5) Item, d^iz derselb spital allwegent des gotzhus ze Santgallen und der statt ^ 
ze Wil burger sin und haissen sol und ainem herren ze Santgallen und den burgern ze Wil in 
allen sachen ze versprechent, ze handhaben t und ze schiernient stin sol in gelicher wis als ander 



4 
4 



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104 



Hernriai HI. 141^— lilS. 



nsclriloiitiBBs 
nt dcnie, mt qitu dicttun bo^pitale atit potoiiai ipnn* rnot in eo esiilcste« 
tatM< v«l pciimtwu ^ pf^Mtmmt, »eca» aatem in premknA &ci€Dtei perpetnU 
laladeBCef fi mMikOen deerrDeBte&, Hoi eÜttn omsibi» penitentilNU ei confeMis. qiii ad 
didi iMapüftlit vd pro mitMrfaiitioD€ panpermn eea tnGnnoniiB 

a4 €Aideiii mamm tUMM porrexerint adintrice^ de omaipa teMti i Bei 
et litaluiiiWi Pcftri et Paali. apoitolorum eisa, 

i de iaiiiBctii ei«i pe&iteDtUf in Doaüao miaeräofditer 
iMim* rmptnia, fiirtaa*^ «t alia« mftle aoqitiittftnxiii ad incerta loea pertinentiiiia, ei labi Ten heredei et quibiu restitutMi 
itri debeai DeKiimtar, ad Ittiitiimodi pioi tmmit) dataram usqiie ad fammam decem mareiianiin arg^cti teoore preaentiom 
Tokntei premiit%a omnia et «bigiila ab omBibiii Cbristi fidelibus at tic tu perj^ettium iiiTiolabilit«*r obaerrarL 
«i aetem ia eaatro no&tro Merapurg. anno Damini mflleitiino qnadriB^eniMmo wextodemma. XUJ. kaleodu 





4 



* ILIr.1. — PergameDi- Original; da« Bigel hingt eingeniht — Eine deotoche 
da* Ufkntide am dem 10.(7) Jahrhundert, aaf Papier getcfaneben, mit Calacher Anfldaiing des Datnm« < 20. Weinmonal) 
ebenda Nr 4; ue teigt die Dorvaalnotii: »Abachnfft Adam Hojiseri, alten lebenrogt rao Wjll, nÜ dem Latiui 
gexc^gen^ der bstettigung deß spital» Tom brachoff Otton*. 







2676. — 1416. inriist 3S. WIL — Abt Heiorich (TU,) und gemeiner Convent des Gg 
luusaes St. Gallen »tiften auf Bitte des Jobannes Fuchs, bestätigten Leutpriesters zu Wil, 
im Schultheiaaen, der Rate und gemeinen Bürger der Stadt eine ewige Pfnind und Messe auf dem 
Altar der hL Agatha in der St. Niklauskirche zu Wil, an welchen flir diesen Zweck Elsbeth 
Hurner (Humnerin)^ die Ehefrau Konrad Hurners selig, «ir aigen hus, hofstatt und hofraitin ze 
Wil an der vordren gasten, zwischen Hansen Altstetters und Hansen Spenglers hüsem ge* 
legen, mit siner z6gehdrd*, geschenkt hat und ebenso Haini von Bocksloo (Boxl6w) «sinen kom- 
zehenden ze Zübrawangen uoder der Staig gelegen, den er uff atnen widerkouff von unserm gotzhus 
habi*. — Die Pfrundordnung stimmt fast durchwegs mit der fiir die Pfrund auf St. Johanns Altar in 
der St Peterskirche zu Wil, 1414. Februar 27, (Nr. 2597), aufgestellten überein; nur sind in Absätze 2 a) 
nicht bestimmte Tage genannt, an welchen der Pfründer Messe zu lesen hat» sondern es ist verordnet* 
er iiolle Jeklicher wochen Ijesunder fünf tag, welher tagen im daz denn je allerkomlichost ist, mit sin 
selb» lib oder durch ainen andren erbem priester, wann er daz selber nit get&n mag, in der frönmess,^ 
die man denne je in der obgenanten sant Niciauskilchen hat, mess haben uff dem obgenanten sanfl 
Agthen aliar*. Die Bestimmung über den Sigrist in Absatz 2 b) fehlt, ebenso der ganze Absatz 2 d\ 
Zum Scbluss wird wieder die Bestätigung durch den Bischof von Coustanz oder seinen Vicar erbeten, 
— Wil in der obgenanten statt, sunt Bartholomeus aubent des hailigen zwölffbotten» 1416. 

HUlkrrlir ffil, 8rlilil VII, Ir. IL — Pergament-Original Ausaer Abt und CooTent aigelt auch Johannes Fuch4^| 
Die Sigel hangen offen ; da« Conventaigel seigt statt des gewohnten ßildes die Vierecke eines Waffeimodels» da« offen- 
bar in Ernjangelung des ricbtigeti Sigele aufgedrückt wurde (!). 



2677- - 1416. AuCTSt 24. Wil. - Freiherr Wolfram ron Hewen. der zu Wil an Stai 
Abt Heinrichs (III.) von St. Gallen öffentlich zu Gericht sitzt, belehnt auf Bitte der Ursul 
I berger in, W^alther Ib ergers selig Tochter, die mit ihrem Bruder und Vogt, Klaus Iberger, 

und ihrem Fürsprech vor ihm erscheint, die beiden Priester Diethelni und Johannes Ib erger, 
Gebrüder, mit dem KOgenannten Brachzehnten zu Seh w arze n bac h, einem Lehen des Freiherren, das 
Ursula Iberger von ihrem Vater ererbt und den beiden Priestern, ihren Vettern, um 98 ^ ^ C. M, 
zu kaufen gegeben hat. — Wil in der stritt, mäntag vor sant Pelagien des hailigen martrers tag. 1416. 



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H.'iniü'b II! H12— I4??r 



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I 
I 

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Stlltiaitliv St. Kiilkn, J» 2. L 2. r ►• r g a m im\ t - O r i ji i n ii 1. Aith«*»!- tU/ra Freihfrrn 4geln Ursula und Klan» lln?rger : 
dm erste Sigel fühlt, die andern xw*^i hangen eingenflbt 

S678. — 141<i. Septeitilier IL Mas::sretuui. — Hans Sprenger von Mnggenau, Leibeigener 
des Gotteshauses zu Miiggenan, iler gegen dieses ^gewibet' hat und Jeslnilb auf Befehl der Äbtissin 
ins Gefjingnis geworfen, aber wieder daraus entlassen worden ist, scliwört Urfehde, Er gelobt, seinen 
Leib und sein Gut dem Gotteshause in keiner Weise zu entfremden» nicht gegen dasselbe Bürger oder 
Landiuann zu werdt>n und weder die geistlichen Frauen, noch ihre Untertanen vor fremde geistliche 
oder weltliche Gerichte zu treiben. Endlich verspricht er, wegen des unerlaubten Weibens den geist- 
lichen F'iiiuen 10 /i ^ C. M. zu imtrichten, „wenn sj des nit fQrbasser nit enberen went*. Bricht er 
seinen Eid, so soll all sein Hab und Gut an das Gotteshaus fallen und kein Gericht ihn schützen. — 
Maggenow, sarit Velix und saut ßegulen tag, 1410. 

SüRMixlliir St* ßulM, L Ei 1 k 1* — Stark vergilbtes Pergament -Original. Für Bam Sprenger »igelt auf seine 
Bitte Petermann Brandts, genannt Brnnberg^ Schul theiss zu Wil; das Sigel ist abgefallen. 

S679* — 1416. Octol>er L5. BiTgenz, — Abt Jos und der Convent des Benedictinerklosters 
St. Peter zu B r e g e n z in der Au geben ^ A d e 1 h a i t e n K l a i n e r i n e n , C ü n t z c n K 1 a i n e r s elichen 
tohter, Hansen Büchellis von M ü n c h buch elichen husfrowen* , eine Leibeigene ihres Gotteshauses, 
Abt Heinrich (HL) von St Gallen und seinem Qotteshaüse in Tausch gegen ^Adelhaiten Böch- 
schorrinen, Haintzen Büchschor reu, gesessen zümBuflis, elichen tohter*, eine Leibeigene 
des Gotteshauses St. Gallen. — Pregentz in unserm gotzhus, sant Gallen aubent, 1410. 

SÜftmrrlih Ht. tiallf n, D. D. If. HK — Pergament-Original; die Sigel von Äbt und Convent hangen eingenäht. 

Unter dem gleicbim Datum stellen Abt Heinrich (IlL) imd der Convent des Gotteshauses St, iS allen einen 
G«genbrief aua, — Santgallen, sant ii allen anbent, 1416. 

.^tiftttrfhil st, laüku, D, D. 1 f. II Pergamen t-0 rigi nal ; von den beiden Sigeiu hängt das des Abtea offen, das 
des ConTentes eingenäht. 

2680. — UIG, Oet«>1*er 3L WIK — Ursula Iberger, Walther Ibergers selig ehehche 
Tochter, sicbt^rt mit Zustimmung ihres ältesten Bruders und rechten, geburnen Vogtes, Johans Iberger, 
Abt Heinrich (HL) und dem Convent des Gotteshauses St. Gallen das Recht des Rückkaufs zu 
för gewisse GfUer und Zinse, die in des Gotteshauses „klainen hof ze Wil* gehört haben und ihr 
um 100 ff -^ C. W. verkauft worden sind^ nämlich eine Wiese unter dem Weingarten zu Wil, zwei 
Juchart gross, die ehemals ein Acker war und die jetzt ,Uli Pfiff er" um 19 y^ ^ jälirlich inne 
hat; eine Wiese auf Wilniatt gelegen, — ^»stosset an den Ker und gat über den bach* — , zwei 
Mannsmad gross, die jetzt Uli im Boden bat um 2 tt .^j ährlich; eine Wiese ^ob dem stainin Steg 
gelegen*, eine Maunsuiad gross, die jetzt Hans Bosch hat um l tl .^ jährlich, — stosst an die Wiese, 
die etwenn ^Büwilles was* ^; ferner die »bünd vor Hans Cönzen türli gelegen, alz die jetz in- 
geziiunet ist", die jetzt Haini Schmidberger hat um 7 Viertel Kernen jährlich, und dazu der 
Zehnten von den genaunten drei Wiesen und der Bündt: sodann fünf Acker ohne den Zehnten, den 
die Verkäufer sich und ilirem Gotteshaus vorbehalten halben, nämlich ein Acker in der »zeig an Wil- 
berg", genannt der „Tolakker*^, 3 Juchart gross, den jetz Uli im Boden ,ze den nützen" hat 
um 2 Mutt Kernen; ein Acker am „Wolf ga Igen", 2 Juchart gross, den jetzt der Schuiid von 
Mutlen inne hat um 1 Mutt Kernen; ein Äcker gegeu Bromshofeu gelegen, — , anwandet uff der 
Köppinen akker* — , 2 Juchart gross, den jetzt ,,Haini Majger" inne hat um 1 Mutt Kernen; 
ein Juchart Acker, — „zwischant des Uossv allen und der Fryinen akkern gelegen, stosset gegen 

14 



106 



Hebnich HI. 1412-1418. 



der Lankwari* — , den jetzt Uli im Boden inne hat um 2 Viertel Kernen; endlich ehi Äckeil 
^nnder de« Korherren wisen, hinder des Faissen garten gelegen*, weniger als ein Jaebart, das jei 
»Rftdi Ra deller* inne hat nm drei Viertel Kernen, — Wil in der statt, aller hailigen aobeni, 14l( 

milnrrliiStailkt« J*1J. U fut.MhAt — Pergament-Ori^inaL Es ngeln Umila Iberger cmd Dir Bradf 
yta vogtei wir'; die offen h&ngenden Sigel zeigen ungleiche Wapp^i9childer(!>. 

2681« — 1416* XoTember •>• WII. — Freiherr Wolfram von He wen verkauft seinei 
«gnlidigeii Herren und gebornen frönd* Abt Heinrich (IIL) Ton St. Gallen nm 12 ff -d^ C. M. di 
Vogtei über die Kelnhdfe za Linggenwit und Amtzell (Amptenzeli) nnd über die dazu gehörig« 
Lente und Güter, „die mir von minem brüder heiT Petern sälgen von He wen ze tail wart, do 
unser Tätterlich und niAter bälgen erb und gtt mit enander t&iltent^. Dabei wird dem Abt das Recl 
gewahrt, was etwa von denen von Hewen vor diesem Verkauf aus der Vogtei versetzt oder sonst Tel 
iuaaert worden ist, wieder an sich zu ziehen in gleicher Weise und gleichen Recliten, wie es d 
Verkäufer selbst und seinen Erben zugekommen wäre. — Wil in der st«tt, donstag nach aller hailig« 
tag, 1416. 

Htifbarrlir Ht IlMm, k. E. t. % Pkar, I, Ir. i. — Pe r g ft m e n t - r i g i n a 1 ; das Sigel hängt eingtniüit. 

268'^* — 141«. XoTeiiiber 9. St. Gallen. - Ulrich Gössler von St Gallen, „gemai 
man*, Thoman Ulmer von Lindau und Hans 01er von Balgach« Schiedleute des Junkei 
Uuflolf von Altstätten. Ulrich Tröscher der jüngere von Rheinegg und Hans von Oossa 
Stadtainmann zu St. Gallen, Schiedleute Konrad Englers, des Leutpriesters zu B e r n u n g, ui 
Rudolf Hermanns, des Kellers zu Bernang, setzen in Streitigkeiten der Parteien wegen Zehnt< 
zuLuHtnau nach Einvernahme von Zeugen fest, was von den Zehnten aus gewissen Gütern dei 
Leutpriester von der Pfrund zu Bernang wt^gen und dem Keller von des Keluhofs wegen zusteht u 
wüH an den grossen Zehnten zu Lustnau geht, dessen Inhaber damals offenbar Rudolf von Altat atto 
war. — Santgallon, mäntag nach aller seien tag. 1416. 

ftÜftJ<arfhif Htttalleii. 1. %, Z. L 8. — AuduhrHchea Regest: (iöldi. Der Hof Bemang Nr, 6L S. 2.^. — Perga 
Origiual. Eä sigeln der Obmann und die vier Schieiilcök'; Ulrich «'ÖK^lers Sigel iat abgefallen, die anderen 
ein gen Übt. 



batatto 

I 



2683* — 1410. Deeeniber 4. — Dietrich Wigolt von Enziswiler, sein Sohn Wem um 
seine Tochter Anna verkaufen für sich und Allen Wi^olt, Dietrichs Tochter, ,.won die in lant 
tiit ist", mit Zustimmung ihres Herren, des Grafen Wil h e Im von Mont fort, Herrn zu Tettnang 
um ](} 'S 4ß ^ CM. dem Klaus *)gli von Enziswiler ihren Anteil am Kornzehnten zu «Hengg< 
now** und dazu 10/ 10 ^ C. M* und W. ewigen Zinses aus gewissen Gütern am ^Horygerberg' 
und bei Enziswiler samt der Lehenschaft über diese Güter, nümlich „ab Alblis wingarten am berg* 
3// 4 ^; „ab Hansen Slaitzen hus und holVaiti ze Emtziswiller^ 2^/a/j' %^; ^ab Hai uzen Öw^ 
lers garten uffem berg* 13 ^; »ab HainrichWalchs garten ob Emtziswiller am berg* 13 ^ 
,ub Uli Masers trflter hinderm dorff an Lienhart Asnangs hofraiti" 8 ^}f; »ab C lausen Harren* 
nians garten neben Emtziswiller^ 7 ^^ ; ,ab des Wy gen garten uifem berg* 5 -^ ; ,nb dem garteH 
utiem berg, am Lescher gelegen, den die müllerin von Vinegg umb daz hulbtail buwt*, 4 S^: ,al 
des Leschers garten daselbs" 9 ^; „ab Josen Eglis garten hinderm dortf*' 1 ^h ^ Fritag voi 
»ant Niclaus tag vor wihennechten, 1416. 

Kürümtfciv 8t.«»»«, L P, 11 5, — Pergainent-Oi'iginn h Für die Verkäufer sigelt auf ihre Bitte Graf Wilhelm 
von MoTitfort 7M Tettnang; das Sigel hängt eingenäht. 



Heinrich III. 1412-1418. 



107 



2484. — 1416* DeeeiuUer 8. WIK — Abt Heinrich (HI.) und der Convent des Gotteslmuses 
St.ßalleu geben Abfc Albrech t (11.) von St. Johann im Tnrtal gegen die ehrbare Frau Anna, 
Ko n r ü d K ü m e I i s Ehefruu, d le Tochter Heinrich M ä r t z I e r s sei ig von W i 1 , nnd alle ihre Kitidre, 
leibeigene des Gottesbatisea St. Johann, Adelheid» die Ehefniu Hans Gbürlis von Gupfen, Tochter 
des Hans Lemp selig, und alle ihre Kinder, sowie Mät^in^ die Ehefrau Hans Schmids von 
Jl'ieder-Uzw il, Tocliter Oswald Kellers von Helfetswil, und alle ihre Kinder, Leibeigene des 
Gotteshauses St. Gallen, in Tausch. — Wil in ünsers golzluis statt, zinstng nach sant Niclaus tag, 141 1>. 
Stiftartliiv HU ÜBllm, f. ^. I. l^ 4ä. — Pergament-Original; die Slgel hangen eingenäht. 

9685* — J417. Jainiar 1!)* — Kuni am Wasen, der von Bürgenneister und Rat von St, Gallen 
bestraft und aus der Stadt verwiesen worden ist, tut ihnen kund, „daz mir ettwaz sachen zugefallen 
siat, ilarinne ich bedörfft, mich in iiiwer statt xe fflgen", und bittet deshalb um sicheres Geleit, ^daz 
ich min anligent sachen naucb notturfit volenden müge**. — Zinstag oaucb Hilary, anno etc. XVII, 

Sli4t*ttfch St, «alli^n, iissivpii de.s iV. JnhrhaiidfrtÄ. — Papier-Original mit Sigel uritur l'apii?r hülle. 



k 



J8686. — 141;. Jaiinar 31. (Bisi'liofzell.) — Eberhart von II am s wag belehnt zu Bi* 
schofzell den Hans Stähelin (Stäbelliu) von Niede r- Wi 1 (Niderwilla) mit dem Gut Eüti, — 
«tosst einerseits an Ob e r- Arn an g, anderseits an ,l{ekenhöb" und auf der dritten Seite an „des 
Kesslers tobel'' — . das seine Eigeuleute Uli von Gaisshus, genannt Bfib, und Hans von Blaiken* 
bach und dessen Ehefrau Eis bisher als Lehen inue gehabt und jetzt vor ihm um 15^/^ fi ^ C. M. 
an Haus Stähelin verkauft haben. — Sant Agneseo tag, 1417. 

SttRwchlvStlklkll, S. S. I. i. II — Ft!rgament-Oi-iginal mit offen hangendem >Sigel 



2687' — I4n, Februar 15. Coilstuiiz, — König Sigmund gebietet der Stadt St. Gallen, 
«lie je auf St. Martinstag 1415 und 1416 fallig gewesene Iteichssteuer an den Grafen Friedrich von 
Toggenbnrg (Tokenborg) zu bezahlen. ^ Cos teu tz, montags nach saut Valtius tag, 1417, unserr 
riclie des Ungrischen etc. in dem drissigsten und des Komischen in dem sibendeu jaren. 

HtiitATfliil M. «stikw, Tr. U, Sr. ÄI. — Regest: Ältmann, Nr. 2067. — Pergament -Original mit dem königlichen 
Sigel iHeffiier Nr. 130, Tufel XIV, Nr, 104) au Pergtimentband, — Kanzleiunterfertigung: Ad msiridatiim domini 
r*?gi8 Johanne» Kirchen; Regiatratiirvermerk: H» 

Vgl. hiezu eine nicht recht vernl rindliehe Eintragung im LuKerner Ratabuch (1417. Mai Itl.): 

,Äls die von Sant Gallen gerett hant « . . von des von Toggen bürg wegen ir stür, ob ai da die verpfandent 

*oii küng nnd kurfilrsten, daa wir si versprechen , . .; wann ai iiüt tun went ä.n unsern rat, wiewol der kilng inen ver- 

">id di andern stetten; bit den küngt das er inen verkünd, so er uns verkünd." 

Htutimrrhiv Inibeni, UUh, 111, 35'. — Vgl Eidg. Abschiede I, Nr. 385a, S. 179. 

JJ688* — mit, Februar 16. Ror8Chlldl. — Hans Ammann von Kori^chach belehnt im 
Nanien Abt Heinrichs (III ) von St. Gallen den ehrbaren Knecht Peter Wettler mit einem Gute, 
genannt das ^Rinholtz", — stosst unterhalb an den See und an den Rhein, seitwärts:* an Peter 
''ettlers und au Heinz Kofmans Holz -, welches Peter VVettler von der ehrbaren Frau „Clar 
btiggassin" und ihren ehelichen Söhnen Ulrich und Anshehu um 8 ff C. .^ gekauft hat — 
«oschach, zinstag nach «ant Vallentins tag, 1417. 

SÜIUirrkiv %i, ifallFD, IIK. l E. L -- Fe r g a m e n t - r i g i n a 1 ; das Sigel hängt eingenäht 



IdS Heinrich HI. 1412—1418. 

9689. — i417, Februar 25, WIL — Hans vod Münchwil (Münchwille) erklart, von de 
diTsaxuen Frau Elsbet Wäkkerli, der Ehefrau Hans Wäkkerlis von Hanswil (Hanswille 
Rftdi Hofstetters, des Müllers, Tochter, und ihren ehelichen Kindern Hänsli, Peter, Eis 
Haini, Greta und Adelheid, seinen Leibeigenen, die als Lehen des Gotteshauses St. Gallen vo 
seinem Bruder Walther auf ihn tibergegangen sind, 20 Goldgulden rhein. erhalten zu haben, wom 
die Leibeigenen sich ans Kloster zurückgekauft haben. — Wil, donstag nach sant Mathyas tag, 141' 
attftwrelÜY SLfialleD, D. D. 2. d 15. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingen&ht. Vgl unten Nr. 2695. 

S690. 

Bischof Otto (III.) von Constanz erteilt dem Klerus und Volk der Stadt St. Galler 
inn besondern den Pfarrherren zu St. Laurenzen und St. Mangen auf zehn Jahr 
die Befugnis, unmittelbar nach der Entfernung exeommunicierter oder vom Inter 
dict betroffener Personen den Gottesdienst in regelrechter ^?Veise zu begehen un 
die Sacramente zu spenden, und dehnt diese Befugnis auch auf den Fall aui 
dass solche Personen wegen \A^idersetzlichkeit ins Gefängnis geworfen werdei 

müssten. 

ConstaitE« 1417« Hftrz 14« 

Otto, Dei et apostolice sedis gratia electus confinnatus Constanciensis, universis et singul 
presentes litteras inspecturis et specialiter plebanis ecclesiamm sancti Laurencii et sancti Mags 
apud Sanctum Gallum, nostre Constanciensis diocesis, subscriptorum noticiam cum salute. Hi 
milibus et honestis supplicum votis, illis presertim, que*^ divini cultus augmentum et animaruro salutei 
conspiciunt, libenter annuimus illaque, quantum cum Deo possimus, favoribus prosequimur optimi 
Exhibita siquidem nobis nuper pro parte providorum et discretorum virorum magistri civium et consului 
necnon tocius cleri et populi oppidi Sancti Galli, dicte nostre diocesis, peticio continebat, quod sef 
contigit dictum oppidum et ecclesias parrochiales sanctorum Laurencii et Magni prescriptas ex e< 
quod persone excommunicate, et quibus ecclesie est interdictus ingressus, ad opidum ipsum declinai 
et in eo commedendo(!), bibendo vel dormiendo moram trahunt, ecclesiastico subici interdicto; et quai 
doque propter adventum et moram personarum huiusmodi prefatus**^ clerus ad certos dies post dictarui 
personarum ab ipso oppido recessum subsequenter ex provincialium constitucionum et processaum p« 
nos, vicarium seu officialem nostros habitorum, quarum seu quorum auctoritate tales persone excommun 
cate et ipsis huiusmodi ecclesie ingressus interdictus existit, [tenore?] cessare oportet penitus a divinis < 
interdictum ecclesiasticum observare in maximum preiudicium et gravamen magistri civium, consulun 
cleri et populi dicti oppidi ac periculum animarum, propter quod cultus divinus [cum] devocione popu 
in dicto oppido diminuuntur et scandula plurima oriuntur, quare dicti magister civium et consules pi 
se et dicto clero nobis humiliter supplicarunt, ut providere eis super premissis de optimo remedio dign« 
remur: nos igitur Otto, electus prefatus, qui divinum cultum augere, devocionem populi conservai 
ac periculis animarum et scandulis Christi fidelium obviare incensis desideriis affectamus, huiusmo 
suppHcacionibus inclinati, prefatis clero et populo et specialiter plebanis ecclesiarum sanctorum La-« 
rencii et Magni apud Sanctum Gallum, ut, postquam huiusmodi persone per nos, nostros vicariu 
seu officialem auctoritate ordinaria excommunicate et interdicte per magistrum*^ civium et consules di^ 
oppidi fuerint publice et notorie proscripte et ab ipso oppido extra metas ac terminos eiusdem opp: 
et extra bannos iurisdictionis ipsorum magistri civium et consulum expulse ipseque alie persone, (j 



f 



Heinrich III. 1412-1418. 109 

ad ipsum oppidum et pan-ochias predictas acces^erint et ibidem comedendo, bibendo vel dormiendo moram 

traxerint, de dicto oppido et meiis ac terminis dicti oppidi, ut prescribitur, cum effectu recesserint et 

de hoc legitime constiterit, prefatus clerus possit in dictis ecclesiis et cappellis in ipso oppido ac metis 

eiusdem constitutis, etiam in dictorum magistri civium, consulum et populi predictorum presencia divina 

officia appertis ianuis, pulsatis campanis et alta voce, excommunicatis et aliis de iure excludendis ez- 

clusis, resumere**^ et licite per se vel alium seu alios ydoneos presbyteros celebrare ac facere celebrari 

ipsisqne magistro civium, consulibus et populo dicti oppidi ecclesiastica sacramenta ministrare vel facere 

ministrari, dum tamen alias ipsum oppidum et ecclesie predicte speciali supposita non fuerint interdicto 

Tel id dicto clero aut magistro civium et consulibus ac populo et communitati antedictis seu alicui 

vel aliquibus eorundem non contigerit specialiter interdici, de speciali auctoritate nostra ordinaria tenore 

presencium per decen(n)ium continuum proximum a data presenciuni concedimus et indulgemns. Et 

nichilominus, si ipsos magistrum civium et consules aliquam personam sie interdictam, que forte ip- 

sorum bannicioni et proscripcioni temere rebellare[t] et obedire recusaret, captivare*^ et in suis vinculis 

le^time detinere contigerit, volumus et mandamus, quod huiusmodi captivacione et detencione non 

obstantibus divina ut supra celebrentur ofiScia, atque sentencias interdicti contra huiusmodi personas 

per nos, nostros vicarium seu officialem latas et eciam ferendas ex nunc prout ex tunc et ex tunc prout 

ex nunc quoad dictum oppidum et parrochias predictas toUimus, suspendimus et relaxamus ac clerum 

dicti oppidi ad eius observacionem nolumus'^ obligari, vobis mandantes, quatenus sie per nos factum 

esse publicetis et teneatis. In quorum omnium testimonium, fidem et robur sigillum nostrum episcopale 

presentibus est appensum. Datum Constancie, anno doniini millesinio quadringentesimo decimo 

septimo, II. idus Marcii, indictione decinia. 

•I El tUh% dMiÜieh |^q«i*. - b) „prafkti«''. - e) ^ntfiaitrV*. - A) ^•uaner«'*. •) .eaptiv«ri** - f) .noiimui*. 

Stadtaithif St talleD, Tr. IV, Ir. 6. -- Pergament-Original mit rotem Sigel in Wachsscbale an Pergamentband. 
— Vgl. unten 1418. Auguat 13. 

2691.— 1417. April 5. Liehtenstelg;. — Graf Friedrich (VII.) von Toggenburg belehnt 
auf die Bitte des Hans Müller von M&snang, der den Hof zu Höfen mit aller Zubehörde mit 
seinem verstorbenen ehelichen Bruder „Cläs^ gemeinsam zu Lehen gehabt hat, die beiden ehelichen 
Töchter des Gestorbenen, Adelheid und Margaret, gemeinsam mit dem Anteil ihres Vaters an dem 
S^nannten Hof und verleiht ihnen darüber «volkomen fry manrecht*. — »Doch wenne das eltest under 
den vorgenanten zway personen abg&t, daz denne ye daz ander darnach enpfahen sol.** — Li echti- 
st a ig in unser statt, mändag vor dem hailigen tag ze ostren, 1417. 

8tl4ttlthif 8t Wlei, 8f ifadutUY, Tr. €. 2S, Ir. 4. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1 mit offen hangendem, beschädigtem Sigel. 

269%. — 1417. Aprils. — Abt Ulrich (IL) und das Capitel des Gotteshauses St. Johann 
im Turtal erteilen GAnin in der Rüti, einem Leibeigenen des Klosters, ihr Eigengut genant Ameiss- 
^gg und Libenegg zu St. Peterszell zu einem Erblehen gegen Erlegung eines Ehrschatzes im 
Betrage von 26 ff /^ G. und einen jährlichen Zins von 1 ff /^, je .uff sant Martis tag, acht tag vor 
oder nach*, zu St. Peterszell an die Custorei zu entrichten. — Am grossen donstag, 1417. 

Stlftnnhif 8t toUea, f. f. S. H. 1. — Pergament-Original. Die Sigel des Abtes und Conventes hangen eingenäht. 
~- Die Ehrschatzsmnme und der Zinsbetrag sind mit anderer Tinte auf Rasuren geschrieben, worunter noch Spuren 
Uidexer Zahlen erscheinen. 



HO 



Heinrich 111. 1412-1 



»693. 

Abt Heinrich (IlL) von St» Gallen belehnt den Andreas Wermeister, Dienstmann 
des Gotteshauses, zu Händen der Stadt Wangen mit dem PfundzoH daselbst, den 

sie von Hans Bumer gekauft hat. ^ 

j^t. Gallen* 1417, Ai»rll U.-I7. ' 

Wir Hainrich, von Gots gnaden abt des gotzliuses ze Sant Gallen, . , . tön kund . - ., das 
für (ins kam ze Santgallen iiÖ* ünserra faus der vest, wolbescliaiden Niclaiis Rftpreht von Sant- 
galien» unser vogt ze der Nüwen Eafensbnrg, und offneta vor uns: der wolbeschaiden Hans 
Bern er, burger ze Wangen, hab bi im ufgeseudt zö iinseni banden und zu tinsern gnaden den pfundzol 
ze Wangen mit aller siner zßgehörde, der von uns und ihLserni gotzbus ze Santgallen sin leben 
srg*', und hab ibm enpfolhen» denselben pfundzol und leben also ufzegebent an Unser band und ü]i9(er) 
gnaden ze bitten, das wir den alyo gerüchtint ufneuieu und das bi im und mit iinserm oflnen urkünd 
wellint senden und lihen dem erbern, vesteu Ändresseii Wermaister, üusers gotzhuses dienstman, 
burger ze Wangen, iu tragers wis zö genraiuer burger und zu gemainer statte ze Wangen banden, 
denen och der egenamt H ans Bumer denselben pfundzol mit allem dem, so darzö gehört, ze kofFent 
habi gegeben, und aber derselb Hans Bumer ze disen ziten von erustlicber nud ehaftiger sachen wegen 
mit sin selbs lib für unser gnad nibt komen mug, ilti^ also ufzegebenn. Und also gab uns och do 
derselb Niclaus Rüpreht an des egenamten Hansen Bumers statt denselben pfundzol ledklich 
uf an unser band und batt (ins von sinen wegen ernstlich, den in tragers wis ze Hbent und bi im und 
mit ihiserm brief ze kdien ze sendent dem egeoanjten Andr essen Wermaisten Und do erbarten wir 
desselben Niclaus Küprehts ernstlich l)ett . » . und niunt?nt denselben pfundzol also yon im uf an 
tlnser band von wegen des vorgenamten Hausen Bumers und haben den bi demselben Niclaus 
liöprehten gesendt und senden und lihen och den mit siner zügehord wissentlich bi demselben 
N i cl a u s e n H ö p r e h t e n und nü t disem oien n brief dem obgen am ten A n d r e s s e n W e r m a i s t e r, 
burger ze Waugen, in tragers wis zö gemainer burger und statt ze Wringen banden und gewalt ze 
lehen und in lehens wis . . , Wir habent och den obgenamten burgern ze Wangen und iren nachkomeu 
von iro ernst lichter bett wegen fürbasser bierin ne wisseiitlieh die gnad getan und tünd och inen die 
mit disem brief: wenue der obgeuamt Andress Wrrmaister von todes wegen abgät und wenn abl 
wie dik darnach je ain tniger derselhtfu lehen abstirbet, für weihen Iren burger uns denn je dieselben 
von Wangen bittent und ihis den zu ainem träger über die obgeschribnen leben antw^urtent, das och 
wir demselben irem bnrger, für den sie uns denn bittent, er sige burgermaister, rät oder süss burger 
ze Wangen, dieselben lehen allweg , . . üben söllent und wellent ze leben in gelicher wis, als wir 
die jetz dem obgeuamten Andrt'ssen Wermaister geliheu babenl, und djts och ain jekl icher trager. 
für den si uns denn je bittent werdent, dieselben lehen an uns erfordreu und von uns also enp^hea 
sol, äne geverde . . , 

Santgallen, in der osterwuchen, 1417. 

K. Huf- and SJuatsirr hiv Stnü^'art, M. »Jl i — P tM*g a m <* n t - r i g i n a 1 : ila« Sigel int abgeschnitteii. 

Ä694- — 1417. Mai 21, (Wossail.) — Vor Cöurat Herschi, Ainmann zu Gossau, fertigt 

Hug Vaißt Herrn Hans dem Wirt von St. Gallen, Kiichlurr zu Gossau, sein Hans, Hofstatt uud 

Hofi-aite mit Garten und aller Zubehörde, tue er ihm um 10 ff -^ Ü M, verkauft hat. — Fritages vat 

sant Urbans tag, 1417. | 

!itiftcSarrl]LV St.Criilkti, r>fifknirrliii U. WU S. 716 K lost er d tue k. Auf Bitte dt-s Verküufere HigeU der Ammann. 



I 




Heinrich III. 1412-1418. 1 { \ 

S695. — 1417. Juni. 4. Wll. — Abt Heinrich (III.) und der Convent des Gotteshauses 
St.6allen geben Abt Ulrich (II.) von St. Johann im Turtal die ehrbare Frau Elsbet Wäkkerli, 
Ehefrau Hans Wäkkerlis von Hanswil (Hanswille), R4di Hofstetters Tochter, und ihre ehe- 
lichen Kinder Hänsli, Elsi, Gretli, Älli, Haini und Peter, Leibeigene des Klosters St. Gallen, 
auf deren Bitte in Tausch gegen Adelheid Kymin von Matzingen, die Ehefrau „Oswalt Schaff- 
ratz von Krädorff*, und deren eheliche Kinder Haini und Hans „und öch nrab RAdin und 
Annen, derselben Adelhaiten kind, die si vormalz bi ainem andren man gehebt hett^, Leibeigene des 
Klosters St. Johann. — Wil in iinsers gotzhus statt, fritag in der pfingstwochen, 1417. 

StiflnrckiY St. (lalteD, (|. (|. 1. €. 4S. — Pergament-Original; die Sigel hangen eingenäht. Vgl. oben Nr. 2689. 

Unter dem gleichen Datum stellen Abt Ulrich (II.) und der Convent des Gotteshauses St. Johann einen Gegen- 
brief ans. — In ünserm gotzhus ze Sant Johans, fritag in der pfingstwochen, 1417. 

StiftMUrehiY 8t. Oallf D, D. D. 1 IM7. — Pergament- Original; das Sigel des Abtes hängt offen, das Conventsigel 
eingen&ht. 

»696. 

Die Ritter Lienhart von Jungingen und Frisehhans von Bodman verständigen 
sich mit den Bewohnern von Rheinegg und dem Rheintal über die gegenseitigen 

Rechte und Pflichten. 
1417. Juni 5. 

Wir dis nachgenempten Lienhart von «Tungingen und Fri.schhans von Bödmen, ritter, 
bekennen und tftnd kunt . . . Als der allerdurlöhtigost, hohwirdig fürst und hen*e, herr Sigmund, 
von Gottes gnaden Römscher künig, . . . uns ze araptlüten von des riches wegen geben und gesetzt hat 
den von Rinegge und den vonRintal und den, so zu inen gehörent etc., und als die vonRintal 
etwas sümig und in Unwillen gewesen sind, uns ze hülden und ze swerren, von übertrang, die inen 
vormals von herren und amptltiten beschehen sind, sygint wir frtintlich und gfitlich mit in überain- 
komen, das wir und unser erben, diewile die pfleg zu unsern banden stat, sy und iro erben und nach- 
komenby allen iren rehten, fryhaiten, guten gewonhaiten und irem burgerreht, das sy ze Santgallen 
an sich genomen band, sollen und wellen beliben lassen, und das wir inen dehainerlay Schätzung tän 
noch uflegen sollen, sunder sy by disen nachgenanten stuken und Sachen g&tlich ze halten: (1) Des ersten 
ist berett worden von der sehsundvierzig pfunt pfenning wegen, die dem rieh von iro järlichen stüre 
gebürent, das sy uns die hinför anlegen, samnen und raichen sond, als von alter herkomen ist; wurd 
aber sach, das sich jeman dawider setzen und inen die stür nit geben noch darunib verpfenden wölt, 
das sond sy an uns oder unser amptlüt bringen und uns wysen, wa der abgang sye; denn mugen wir 
darzfi gedenken, das uns das best bedunkt; doch was sy mit gfltlichhait darzü get&n mugent, sond 
sy uns fQrdrung tun. Och sond sy uns von der pfleg wegen nit furo gebunden sin ze raisent, denn 
daz sy ze naht wider dahaym syent. War aber, das wir iro fdrbaz begertind, das sollen wir [mit] bett 
und iro willen tibertragen, und welhi wir also erbittint, die söllent wir &n Ion verkosten, alz lang sy 
byunssint. (2) Ffilrbaz von des hofzins wegen, der von den keluhöfen ze Bernang und ze Marpach 
^t, der von des gotzhus gütern ze Santgallen gesetzt ist, sond sy uns in die kelnhöf antwtirten 
und nit furo; und von derselben hofzins wegen söllent wir sy in sunderhait versprechen und verwesen 
mit bottschaften und in ander wise, alz das von alter her angesehen ist. (3) Och ist gerett von der 
ungeriht wegen : wer der ist, der diser vier fräflinen, das ist notzog, nahtschäch, haymsAchi und fridbräch 
runden, aine tftt und begat, beschiht das in dero von Bernang geriht, der ist ze büss verfallen 



ich in. U12-1418. 




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liriäsig pfunt pfeiioing Costent/er müns; beschiht es aber in dem von Altsteiteo oder dero 
Marpacb gerihten, der ist ze bdss verfallea sehtzig Schilling pfenning der vorgenanten muns. Der- 
selben büssen sond zwen tail werden aineni abt ze Santgallen uud uns der drittail; und ist, daa^ 
aiD abi sin zwen tail gar varen lät, so sei man uns bi iinserm drittaü nihi gebunden sin ze gebent.^^| 
(4) Sj sond 6ch Wechsel und zog haben mit iro liben und gute und irü kind ze der e ze gebent in alle 
dez riches und in gotzhüser stett, lender und höf, wohin und wie dik sy wellent. WoU sich jeraon 
aigeneUf dem sollen uud mugen wir das weren. Sy rangent och in allen richstetten burger werden, 
wa inen das fägklich ist. Och sond sy mit allem irera gute, das sj selber bnichen und niessen wend, 
ze Hin egg und ze Füssach zollfiry varen, rrten und gSn. (5) Dann von der tagwan wegen, die st 
vormalz in den w in garten an dem Swerczenberg get&n hSnt. lissint wir sy och ledig, denn alz feiTj 
wir mit iro willen vinden und haben mugent. Och von der vasnahthfinir wegen sond sy uns geb 
uswendig der statt ze Ältsteiten und nit darinn. 

Und nach allen disen vorerzalten Sachen band sy dem vorgeuamten unserm henen dem künig, des 
rieh irü reht und dem obgedahten gotzhus zeSantgallen sine reht vorbehebt, es sye an vällea, 
gelassen« an zwingen, an bennen, an diensten, an zehenden und an andren Sachen. Desselben glich 
habin wir öch dem obgenamten unserm herren dem künig, dem rieh und Qns selb vorbehebt, ob in 
diser [veraynu]ng iht verswigen, vergessen ald nit erotfnot war und sich eiiund mit reht und kunt- 
Schaft, daz es dem rieh zugehört i. Wir habin oc[h gelobt] und lobin in kraft dis briefs, sy getrQwlich 
ze hauthabent^ ze schützen! und ze schirment, alz uns gebürt von dirr pfleg [wegen]. Urkünd dis 
briefs, versigelt mit ünsem aignen anhangenden insigehi. Geben an samstag in der pfingstwochen nach 
Cnsti gebürte v[ierzehenhu]ndert jar, darnach in dem sibenzehenden jar. 

tawMeirfhil llUUtt*i Hr. t. — Abdruck: ZeUweger, ürknndeji T, 2 Nr. 225, S. 258 flF. — Regest: G^ildi, Der Hof 

Bem&ng, Nr. 62. S. 25. — Pergameni-OrigiDal mit einer durch MäoAefraae entatandeaen LQcke gegen Schluia 
dea Textes (hier ergänzt aua einer nur wenig »p&teren Copie in Bd» 109 de« StiftfiarchiTe St Gallen, f. 134); tod den^^^ 
beiden Sigeln hJlngt nur noeh das erste. ^M 

Zellweger bat Beinem Abdrucke ein ehemals im Stiftsarcbiv St. Gallen aufbewahrtes, jetit nicht mehr «aufzu- 
findendes VidmiU8 von Burgerraeiater und Rat der Stadt Lindau zu Grunde gelegt, jedoch nur die Einganga-, nicht aber^g 
die Schlussfonnel mit dem Datum mitabgedruckt Der Eingang lautet folgendermassen : ^M 

,Wjr bnrgermaifiter und räth der hayligen richstatt Lindaw bechennen öffentlich und tund khundt yedermenig- 
lieh mit dem brietf, dm nlf bütigen tag sjner ilate die erbarn^ wyisen Hans Vogler von Ältatetten. Bans Bentz 
von Marpacb und Thoma Hanigler von Bernang in namen, von wegen und an statt der dryer hoff Altstetten, 
Marpach und Bernang im Rjnthal unns ain gantzen. unvarseerten. gerechten und unargwönigen pjnnentoeQ briefle 
mit anhängenden insiglrn forbraclit haben, der von wort zu wort hernach geschriben »tat, also latend:* etc. 

Hjeher lässt sich am besten eine Eintragung im Luzemer Ratsbuch (I4IT. Mal lO«) ziehen: 

,AU die von SantQallen gerett hant von Einegg, Ältatetten und des Eintals wegen, das der Icüag 
wil andern herrtn g**n über die friheit, da wellen wir unsern hotten bevelhen, bi dem küng ze redent*. — Feria 2"- 

HUttnrtbir Imm, Rabb. UL i^\ — Hegest: Eidg. Abschiede l Nr. S85a, S. 179. 



4 



1417. JlLni j^l. Oanfttanx* — König Sigmund verspricht Lienhart von Jungingen und Friachhans 
von Bodman, denen er seiner 2tpit die Feste und das Städtchen Hheioegg (Eyneke), Altstatten» das Rheintal und 
den hinteren Teil des Bregen zer Waldes nm l(>295Vt fl. rhein. verscbneben hat, da die Bewohner dieser Orte ihnen 
nur als Vögten und Pflegern schwören wollen, aie al« solche nie zu entsetzen, erklärt alle ihnen etwa schädlichen Ur- 
kunden ftlr ungültig and fordert die Bewohner jener Gebiete auf^ den beiden als ihren Vögten gehorsam xu sein« 
Montag vor Johann Baptist, 1417. 

I. »dt JUii-, Hsf* itid i^lauhairdiiv Wien, R. IL riO. -^ Regest: Altmann Nr. 2403, S. 168. — Kanzleiunterferti- 
gung: Ad mandatum domini regis Johannes Kirchen« — Vgl. oben Nr. 2651 und unten 1418. Juni 4. 




114 



Heinrich ML 1412-1418. 



2700, — 1117. Julilti. — Hans Taillier der üUere. gi^uaiiiit H iiiin i-Ta nn e r, ,Ri 
Tuuriers ab tleui Hli'spt^rg*, Lundomiins zu Appenzell, ehelicher Sohn, den Am mann und gemeine 
Lanillt'Ute zu Appenzell wegen Drohreden gegen etliche der Ihren, nanienÜich gegen Hans Koppen- 
han und Heinrich Net\ infolge deren diese ihres Leibes und Gutes nicht sicher zu sein nieinteö, 
gefangen gesetzt, jedoch auf Bitten seiner Briider und Freunde freigelassen haben, schwört Urfehde, 
,da8 ich niemermer ze end mrnem leben wider die vorgenanten den amman und geniaiu lantlüt ze 
Appenzell nocti wider die Iren . , . sin noch wesen noch werden sol in dehaine wis, das in allen ge 
niainlich oder jeuian besunder der iren schaden bringen möcht an ir lib noch an ir gut ald an ir erei 
in dehaine wis*. Doch ist ihm gestattet, „ab ich ieiner hinder kainer herschaft oder hinder stettenl 
oder hinder kaineu gew&Uen sesshaft wurd und denn darnach dieselb herschaft, wer die war, stöss und 
krieg gewünnen mit den vorgenanten von Appenzell nach dem zitt, als ich hinder si gezogen war, so 
sol und nnig ich wol ziehen in ininer herschaft dienst mit ir otfen haner über die vorgenanteu von 
Appenzell, und 5cli nit furo; ich sol und mag 6ch wol helfen muren und letzen und andri schloss 
retten in miner herschaft dienst, hinder der ich denne ze mal sesshaft bin, wider die vorgenanten von 
Appenzell*. Weiter gelobt er, die von Appenzell nicht mit fremden Gerichten „aufzutreiben^, sondern 
sich um alle Zusprüche gegen sie des Rechtes vor ihrem Richter und in ihren Gerichten genügen zu 
lassen und umgekehrt uin alle Zusprüche, „die sich ergangen haind untz uff disen hnttigen tag*^, ihnei 
zu Appenzell vor ihrem Gericht zu dem Kechten zu stehen. Für ihn vertrösten seine Brüder, Han 
Tann er der jüngere und Konrad Tauner, mit 10 ff i5^ 0. M, Falls ihr Bruder, Hans Tanner der 
iiltere, die Urfehde nicht halten sollte und sie ihn dem Amnmnn und den Landieuten von Appenzell 
überantworten, sind sie der Tröstung ledig. — Fritag nach sant Margaretten t-ag. 1417, 

Lan^t'Jtarrliii Ip^'HiflMJ.* Ä. IX, Sr. 15, — Pergametit-Origina 1 Für die drei R nid er Tanner Higeli auf ihre Bit 
H ans (i 11 1 Ä i n e r . genaTiiit Ve 1 1 f r , Bürger zn A 1 1 b t ü t ton; das Sigel h hj\gi offen. 



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2701* - U17. Juli UK FddMrch. — Graf Friedrich (VII,) von Toggenburg belehnt 

a uf d i e Bi tte des .Ulrich Vc n r , gen am t Vogt v on F r ö d e m b e r g *" den ^ H \\ d o 1 f f e n S c h 1 a j p f f e r n ** 
von St Gallen mit der Vogtei zu Nöchlen, die ersterer ^umb ain genamt gut* an letzteren verkauft 
hat, — »und von besundern gnaden bal>en wirs desselben Schlayptters kinden und erben, knaben undfl 
tochtnin ouch gelühen*'. — Veitkirch, mtiutag näcb saot Margarethen tag, 1417. ^ 

!!$Ui4tarr)]iv Sl. tiallfn, Tr. I>. 12, Ir. 8. - Pe r g am e n t - r i g i n a 1 ; das Sigel hängt in Leinwand gehüllt. — Vgh oben 
Nr 2,562, UIX Mai 25. 

Schon am vorhergehenden Samstag (1417. Jnil IT.) hat ^Ulrich Venr. genamt Vogt von Frödenbivrg*; 
dem genannten ,Rüdolff Schlaypffer, burgern xe Hantgalien*, die Vogtei mit uUen Nutzen, Rechten etc.. wo- 
von jährlich al8 Zins 3 Mutt Veten, 2*/i U Pfg". und 12 Hühner, jeden 6 Pfg. wert, zu entricht-en sind, um 53 ff C. ?ig, 
verkauft, - iSamßtags nSch sant Margarethen tag, 1417. 

{^tadt4irrllh St (J«lllrn, Tr. P. 4!2, Ir i — Pergament- Original mit offen hangendem Sigel. 



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2708* — U17. Juli 24. Fdilkireh. — Vor Rudolf dem Mayer von Altstätten als 
maiueni man * , „ R ft t s c h man N u s s b 5 ?n* , Schultheiss ?ai \\n 1 e n s t a d t ( Walastad t)» und Uli S e g e r 
von M a I tf n f e 1 d (IJ avgenfeid ) als Schiedli^uten des örufun Hugo (IL) von S a r g a n s , K g 1 i 1* 1 a u k 
und Ulrich Lenmn von Arbou als Schiedlenten gemeiner Bürger und der Stadt zu St. Gallen, vor ■ 
welche die Parteien ihren Streit «von ains nöms wegen ettlicher hfugsten'* gebracht haben, kommt 
eine gütliche Einigung xu stände. Graf Hugo bringt vor, es seien ihm vor Zeiten drei Hengste ge- ^_ 
uoninien worden, einer zu Forstegg i^^orstegg) und zwei zu Vaduz» und dabei seien „der von Sant- H 



Heinrich III. 1412-1418. 115 

gallen burger uud ander, die iu dozemal zügebortint'^, beteiligt gewesen, obwohl er ^luit in nit anders 
wissti ze schafiPen faan denn güts, und betten gebolffen im das sin entwerren ungeseyter sach*. Die 
bevollmächtigten Boten von St. Gallen, Hans von Andwil (Ainwyl), Heinrich Schwander und 
Blasius Bregentzer stellen die Schuld in Abrede. Darauf erkennen die Schiedleute, könne Graf 
Hugo «das gewysen, als recht war, das er des denn geniessen^, andernfalls aber „der von Santgallen 
Unschuld dafür nämen sölt". Der Graf „Hess . . . von der wysung und liess das hin zä der von Sant- 
gallen rechten". Da das Gericht urteilt, dass diese „von geniayner statt und burger wegen ze Sant- 
gallen die Unschuld wol tun möchten, . . . stünden die hotten dar und wolten die Unschuld getan haben". 
Jedoch der Graf erlässt ihnen den Eid und verzichtet auf die Klage und die Ansprache gegen die von 
St. Gallen. Er lässt „das alles luter verriebt und versönt sin" für sich und seine Brüder „unser herren 
von Sangans und für all die iren", und ebenso „gehiessen die hotten hinwiderumb im ouch also ain 
luter, gantz verainung, richtuug und sünung von der sach wegen für all die von Santgallen und all 
die iren". — Veitkirch in der statt, sant Jacobs abent im Höwat, 1417. 

StliUrehiY St dallea, Tr. XU, Nr. 24. — Pergament-Original. Für das Schiedsgericht sigelt der Obmann ; das Sigel 
ist abgefaUen. 

»703. 

König Sigmund versetzt der Stadt St. Gallen ihre Reichssteuer für ein Darleihen 

von 2000 rheinischen Gulden. 
Constanz. 1417. September ^^. 

Wir Sigmund, von Qotes gnaden Römischer küng, . . . bekennen und tun kunt . . .: Wann 
uns die burgermeister, rete und bürgere gemeinlich der stat zu Santgallen, unsere und des richs 
lieben getrüen, z4 sunderlichen unsern und des richs gescheflPten, die wir nu ettwevil jare in verren 
landen mit grosser kost umb eynikeyt der heiligen kirchen und ouch umb des heiligen Römischen richs 
willen, das leyder liberal an sinen rechten geswecht und zerrissen ist, gehebt haben, czweytusent gflter 
Rinischer guldin zft gfttem dank und wolgefallen gelihen haben : dorumb dieselben burgermeistere, rete 
und bürgere und ir nachkommen sölicher tzweytusent guldin sicher und gewiß zA machen, haben wir 
söliche trüe, die sy uns damit bewiset haben, angesehen und gfttlich betrahtet ir gehorsame und willige 
dienste, damit sy uns und dem riebe alltzyt bereyte sind, und haben dorumb mit wolbedachtem mftte, 
g&tem rate und rechter wissen für uns und unser nachkommen an dem riebe den vorgenanten burger- 
nieistern, reten und burgern zfl Santgallen und iren nachkommen, burgern daselbs, unsere und des 
richs jerliche stewre, die uns von in und der itzgenanten stat jerlichen vallet, umb die vorgenanten 
czweytusent Rinischer guldin verschriben und versetzt, verschriben und versetzen in die mit rechter 
wissen in craft diß briefs und Römischer künglicher machtvolkommenheit, also, das dieselben von Sant- 
gallen dieselben stewre jerlich ufiP sant Martins tag ufiPheben und die an unserr und unserr nach- 
kommen an dem riebe stat on allen abslag der nütze, die davon kommen, innemen und in ir und der 
itzgenanten stat frummen keren und damit tftn und lassen mögen, was in fftglich ist, von allermeng- 
lich ungehindert; doch also: als wir oder die vorgenanten unser nachkommen die vorgenanten stewre 
umb die vorgenanten tzweytusent Rinischer guldin widerlösen wollen, das wir dann das tftn mögen, 
und die vorgenanten bürgere zft Santgallen sollen ouch uns und unsern nachkommen sölicher lösung 
alltzyt statt tftn und gehorsam sein, zft welicher tzyte im jare das ist. Ouch tftn wir in dise besundert« 
gnade, allediewyle und wir oder unser nachkommen an dem riebe dieselben stewre umb die vorgenantcu 
Czweytusent Rinischer guldin nicht gelößt haben, das sy von derselben steure wegen keinerlcy quit- 



116 



Heinrich Hl. 1412-1418. 



tancieii von uns oder unsern nacbkonanien nemmen noch vordem bedörffen, wann wir sj mit craft dii 
briefs aller itzgenanten stewre alle jare, als lange die von in nicht gelößt wirdet, für uns und unser 
nachkommen an dem riebe gentzlicb quitt und lose sagen, gelicber wyse als ob sy von uns sunderli 
quittancien jerlich dorüber oenimeu. Mit urknnd diß briefs, versigelt mit unserr könglicher majes^ 
insigel. Geben zu Costentz, nach Crists geburt viertzehenhundert jare und domaeh in dem sibei 
tzehenden jar, des neclisten mitworhens nach sant Matbeus des heiligen czwelf hotten und ewangelisten 
tage, unserr riebe des Ungrischen etc. in dem eynunddrissigsteii und des Rouiischen in dem sibendei 
jaren. 

StiittnliiT St. «allt'ii, Tr, K Sr 31 — Regest: AHmann Nr. 2565, S. 282, — Pergament -Original mit wohl- 
erhaltenem Sigel iHeffiier Nr, 124, Tafel XIV, Nr, 98) an Pergam entband. — Ka nsil ei unter fertigung: Ad mandati 
domini regia, Houpt marescalko referente, JobanneH Kirchen; Regititraturvermerk: R. 



ser 

•i 



3704. 

Stiftung einer Pfarrkirche in Urnasch durch Abt Heinrich (111.) von St- Gallen 

und die Gotteshausleute zu Urnäsch. 
Wil. 1417. aetolier 5. 

Dem erwirdigen in Gofc vatter und herren herOtten, von Gottes gnaden erweitern bischouff 
Costentz, oder sinem geniaiiien vicarien in gaistlicben sacben, enhüt icb Hainrjch, abfc des gotz- 
hus 7,e Sant Gallen, waz icb eren und wirdy vermag. Wan der lüten bligd zergat und ir lebe 
schier ende hat, darunib ist es nütz und gftt, waz man durch hessrung tflt, das man es an brief schril 
umb daz es statt belib. Hievon oeb ich jetzgenanter H ainricb, von Gottes gnailen abt des gotzhi 
ze Sant Gallen, daz an alles mittel zugehört dem stftl ze Hora, sant Benedi cten ordens, in dei 
obgenanten üwrem bystum gelegen, tftn kunt ilwer wyrdy und allen^ den dnz ze wissen dürft geschieh) 
daz mit grossem ernst für mich bracht haut min es gotzbu.H ze Santgallt*n lüt ze Urnäsch eu, 
Wolferswendi und die andren, die hinder Belsweudi und im Murbacbtobel nutz an de 
Brand ensperg gesessen sint, und genuiinlichen alle dte^ die in die rod ze Urn Tischen gebörei 
und untzber gehört hant; wie daz si und die stett^ da si denn wonhaft und gesessen sint, von d 
pfarrkilchen ze Heriso w, dabin si alle vormals und untzber gehört habint, als wjt und als verr syei 
und OQcb als unwegsam und als swarlich und hert von inen zi\ derselben kilcben sve ze konient, di 
si ze winterzit, ald wenn sehnew lit, ze recliten ziten zh dehainem gotzdienst zu derselben kilcben gi 
Herisow nit wol denn mit grossen arhaiten und miiyy mugenfc komen, und daz ouch ein küchhe 
ald lütpriester von Herisow zft sölichen ziten zft iren siechen nit wol mugi kamen, si mit biht ui 
bewärt ze richtend und daz derselben siechen in iren telern nienger liierumh tod sye an bibt und äiT 
unsers herren fronlicbani und ouch an daz sacnmjent des jüngsten toifs, und daz si ouch ir lichan zt 
sölichen ziten enweder mit rossen noch mit rindern zft der kilcben gen Herisow ze begrabent nfl 
bringen mugent, wan daz zwaintzig man, die dacli armen lüten ze swUr sint uffzehringent, mit grosser 
mfigi und arbait ain lieh kum daliin zö sölichen ziten ze begrabent bringen mugent. Und bievou um 
von andrer merklieben sacben wegen, die si do für mich brachten t, so sye inen dürft und ain grossi n 
turft und wöltent ouch gern ain besunder pfarrkilchen, dariu si hinfür alhvegent gehortint, mit kilchoui 
mit wendelstain, mit toffstain und mit andren dingen, so zft ainer pfarrkih^lien gebörent, ze Urn äschert' 
uffrichten. machen und buwen und ainem jiriester, der dteselben kilchen und ouch ni und ir nachkomej 
in den obgenanten telern in gaistlicheii dingen, als ain kilcherr sin undertan, versorgoti und verwä 
ain ewig pfründ in derselben kilcben stillen, ordnen, setzen und widmen, der obgenanten kilcheii 



Heinrich III. 1412-1418. 117 

Herisow, die ain nifiter hierüber ist, unschädlich, und ouch in söh'cher raazz, als hienach geschriben 
stat. Und hatten mich ernstlich, sid daz die obgenant kilch zeHerisow mit der lehenschafit minem 
obgenanten gotzhus ze Santgallen zugehört und ich von dezselben gotzhus wegen jetz derselben 
kilchen rechter patron und lehenherr bin, daz ich inen des gunnen und darzö hilflich und beraten sin 
wölti* Und batt mich ouch des und hierumb mit sinem brief der ersam priester herr JohansKündig- 
man, ze disen ziten kilcherr der obgenanten pfarrkilchen ze Herisow. Und darumb erhört ich gnäd- 
klich iro ernstlich bett, wan si mich götlich, zimlich und notturftig dunket sin; und als verr und als 
Yil daz an mir liget, so gib ich wissentklich für mich und alle min nachkomen minen gunst und guten 
willen darzA. Und mainent und begeren ouch ich und die obgenanten mines gotzhus lüt in den ob- 
genanten telem und in der rod ze Ur naschen gemainlich und ainhelleklich für uns und alle unser 
nachkomen ain ewig mess und pfrfind in derselben nüwen kilchen ze Urnäschen ainem kilcherren 
derselben kilchen, ob es üwer gunst und will ist, ze setzent, ze stifftent, ze ordnent und ze widment, 
setzent, stifftent, ordnent und widment, ob ir daz also vergUnsten und Verheugen went, die ouch jetz 
mit disem brief in sölicher wis, mazz, rechten und bedingnüst, als hienach geschriben stat: (1) des 
ersten, daz dieselb kilch und pfrfind mit der lehenschafb und mit vollem rechten nu hinnanthin iemer- 
mer gehören sol an daz obgenant min gotzhus ze Santgallen, als ouch die kilch ze Herisow und 
ander dezselben gotzhus kilchen daran gehörent, also daz ich obgenanter abt Hain rieh und alle min 
nachkomen, äbt oder pfleger desselben gotzhus ze Santgallen, dieselben kilchen und pfrfind mit ir 
zAgehörd jetz und hienach iemermer, wenn und wie dik die von todes, von abtrettens ald von uffgebeus 
oder von dehainer andren sach wegen ledig wirt, oder wie es sich denn je fftget, daz man die lihen 
sol, allwegent an widerred lihen sont ainem, der deunzemal wesentklich priester ist, für weihen denn 
je die undertan derselben kilchen gemainlich oder der mertail under inen bitten t, und denselben priester 
uff dieselben kilchen und pfrfind üch oder üwren nachkomen, ze den ziten bischouften zeCostentz, 
oder Uwren ald iren vicarien denn je antwürteu und preseniieren sont, daz ir in darufi' mit üwrem 
gewalt bestättgint, als denn sitt und gewonlich ist, und daz derselb priester und kilcheiT, welhem denn 
je dieselb kilch und pfrfind also gelihen wirt, ouch denn dieselben kilchen mit messhaben und andrem 
ITotzdienst verwäsen und alle undertan derselben kilchen mit allen gaistlichen Sachen, als denn ainem 
kilcherren gegen sinen undertanen zfigehöret, getrüwlichen veri«orgen sol, an gevärd, und daz er ouch 
^<4jiDenthin, allediewil er dieselben kilchen und pfrfind haben wil, allwegent hushablich und mit rechtem 
^^«sen uff derselben pfrfind sitzen und die selber verwesen und verdienen sol und dehainen andren 
Pinester an sin statt daruff nit setzen noch die enpfelhen sol. Und beschäch aber, daz er dieselben 
fc liehen ald pfrfind dehainist mit ainem andren besatzti und daz er uff derselben pfrfind nit selber 
^^«senlich sass und wäri, wie ald von waz sach, die niht redlich nach dem rechten wäri, sich daz ffigti, 
Odd daz also ainen gantzen manot oder lenger weroti, wenne ald wie dik daz denn je also mit zwain 
^>der mit drin personen vor ainem bischouff ze Gostentz, der ze den ziten ist, oder vor sinem vicarien 
^x^wist wirt, so sol derselb kilcherr und priester denn ze stett derselben kilchen und pfrfind berobet 
'Verden und die denn ze stett und dannanhin iemermer von im ledig und los sin und haissen, also daz 
enweder er noch jemant andrer von sinen wegen fürbaz darzfi noch zfi den nützen noch zfi den under- 
trAnen Yon deswegen niemer nihtz mer ze sprechent noch ze schafient haben sol in dehain wis noch 
"vveg, an gevärd, und daz ich oder min nachkomen, äbt oder pfleger des gotzhus ze Santgallen die- 
selben kilchen und pfrfind denn allwegent, wenn ald wie dik es also ze schulden kumpt, für ledig lihen 
mugent ainem andren priester, für den denn die undertan bittent, in der mazz, als vor beschaiden ist, 
an gevärd. (2) Und darumb daz dieselb kilchpfrfind und Ordnung in sölicher wis und mazz, als hievor 
und hienach beschaiden ist, ainen fürgang han und hinfür iemermer ewenklich dester baz also bestan 



118 



Heinrich IIT. 14 12-1418. 



3 
1 

an 



ond Ijeliben inugi, so ist min und der obgenanten uiines gotzhii^ löten in den obgenanten telem emsi 
lieh begeren und mainung« ob wir es an üwer erwirdikait also gebaben mugent, und ordnent OBch 
daz jetz aUo mit disem brief, als verr daz an uns lyt, daz ainem jekliclien kilcheiren und prie^ter, 
dem die obgenant kilch und pfrötid gelihen wirt in sölieber roazz. als vor bescbaiden ist, nu hinnan 
hin iemermer ewenklich an ains kilcherren und lütpriesters der kilchen ze Herisow und an men; 
lichs Bumen volgen und werden sont alle die rechtung und nütz, so ainem kilcherren und lütpriesti 
ze Her] so w vornmU von den obgenanten telem und von den lüten darinne gevolgol und worden si 
lud die ainem kilcherren denn von sinen undertanen von recht ald von gewonhait folgen sont, wan 
ouch hiemit die möterkileh ze Herisow nit beswärt wirt und ir Verweser dennocht mit andren nütze) 
die Äi hat, wol bestan mag, doiich ussgenomen den zehenden, die von gelegnen gfitern in den obg( 
nanten telem gevallent; mit demselben zehenden die obgedaht küch ze Urnäschen noch ain kilchei 
daselbs von derselben kilchen wegen nihtz ze schaffent haben sont. (3) Och haut ffirbaz die obgedahteii 
löt in den vorgeschribnen telem und in der rod ze Urnäschen genminlich ttir sich und alle iro erben 
und nachkomen mit mineni raut, wissen und willen, ob es üwer gunst und will ist, an dieselben kilchen 
und pfr&nd geben, gesetzt, gewidmot und geordnot und gent, setzent, widment und ordnent ouch jetz 
mit disem brief an dieselben kilchen und pfränd vierundzwaintzig pfund haller guter und gemainer 
Costentzer werung järliches ewiges, ussgendes zinses und geltz ab, von und usser allen iren ge- 
legnen gfitera, ao si in den obgenanten telern und in der rod ze Urnäschen Jendert haut, mit allen 
iren zdgehorden, also mit dem gedingd, daz dieselben vierundzwaintzig pfunt haller von den vorgedahten 
gAtem allen nu hiiinanthin jiirlich an abgaug und niindrung jeklichem kilcherren derselben kilchen 
zfl den vorgeschr ihnen nützen, so im von den undertanen werdent, volgen und werden sont, und im 
er sich ouch dero sol laussen benögen, an gevärd. 

(4) Douch so haut dieselben lllt und undertaii lieraelben kilchen inen selber und iren nachkomS? 
mit minem wissen und willen hierinne numlichen ussgedingot und vorbehept: wenne si oder ir erbei 
ald nachkomen die obgenanten kilchen und pfri^nd mit miuem oder Tuiner nachkomen raut, wissi 
und willen derselben vierundzwaintzig pfuni huller geltz anderswa, da es derselben kilchen und pfrÄn« 
komlich und nützlich ist, bewiaent und nach nottuifi versorgent, also daz dieselb kilch and pfrftnd 
daran wolhabent aye, das inen und iren erben und nachkomen die obgediihten iril giUer, darnft' si die 
egenanten vierundzwaintzig pfunt haller jetzt gesetzt haut, denn ze stett umb denselben zins und haller- 
gelt ganzlichen tedig und los ain und beliben std(l), fui ains kilcherren und menglichs von sinen und 
von der obgemmten kilchen wegen sumen, ierreri und ansprach, an geverd. (5) Och begeren ich und^ 
die obgenanten undertan geniainlich, ob es üwer gunst und wille ist, hierinne ze ordnent und ze setzeuljH 
daz ain jeklicher priester, der die obgenanten kilchen und pfründ, als da ab beschaiden ist. enpfahcD 
wil, allwegent vorhin airien aid üblich zu Got und zi^ den balligen nff dem ewangelio sweren sol, alle 
vorgeschribuen i^tuck also kc halteut nach siner verniugent getrillicheti und an alle geverd. Und hierumb, 
erwirdiger herr bjschouff ze Costentz, so bitten ich obgenanter abl Hain rieb des gotzhus ze Sanlp^H 
gallen und die undertnr» gemaintich der obgenanten kilchen ze Urnuschen üwer wirdikait oder^ 
üwren genuu'nen vrcarien in gaistlichen isacben mit srdiehem fliss, als wir denn billiehen bitten söllent. 
daz ir dis alles alst» verbeugen und üwern gunst und willen heraü geben und dis kilchenpfrönd und 
Ordnung also mit üwerm gewalt bestatten, kreftigeii und coiifinnieren und dieselben kilchen uud 
kilchonö' haiigen und wihen scliaÖen gert^chint durch Gottes und durch ujiser beit willen. 

Deh alles ze warem offeni urkünd luid ifestiitten wicberhait so bau ich ol^genanter abt Hain rieh 
min Ubtlich insigel oifenlich gehenkt an disen brief, doch nanilrchen mit gediiigd minem obgenanten 
gotzlnis, mir und niinen nachkomen un Higenscbart und lehenschaft und nu allen andren unsren rechten. 







Heinrich IIL 1412—1418. J J 9 

nfitzen, zinsen, gewonhaifen und zi^gehörungen der obgedahten gAter gantzlich unschädlich und un- 
vergriffenlich, jetz und hienach, an gevärd. Darnach verjehen wir, die lüt geniainlich arm und rieh ze 
Urnaschen, Wolferswendi und die andren hinder Belswendi und im Murbachtobel untz an 
den Brand enspergy und gemainlich alle, die in die rod ze ür naschen gehörent, ain gantz sicher 
warhait alles des, so der hochwirdig fürst unser gnediger herr abt Hainrich von Götz gnaden des 
gotzbus zeSantgalleu da obgenant hievor von uns an disem brief verschriben und verjehen hat, und 
daz dis alles also mit unserm gemainen raut geschehen, gehandlot und geordnot ist. Und hierumb so 
loben wir ouch alle by unsren gftt-en trüwen für uns und alle unser erben und nachkomen mit disem 
brief, dis alles also war und statt ze haltent jetz und hienach luterlich, an alle gevärd. Und ze merer 
zfignüst und sicherhait derselben dingen, wan wir denn dehain gemain insigel nit hant, so haben wir 
alle gemainlich erbetten den beschaiden Ulrichen Vischbacher von Urnäschen, daz er von unser 
allerwegen sin insigel ouch offenlich gehenkt hett an disen brief, das ouch ich, derselb Ulrich, also 
getan han von iro aller bett wegen, mir und minen erben unschädlich. Dis geschach und wart dirre 
brief geben ze Wil in des gotzhus ze Sant Gallen statt, nach Cristz gebürt vierzehenhundert jar, 
darnach in dem sibenzehenden jar, an dem zinstag vor sant Dyonisien und siner gesellschaft der bal- 
ligen martrer tag etc. etc. 

talNitertlUT ünisch, I. Ir. 1. — Abdruck: Zellweger I. 2 Nr. 227, S. 262 ff. Wenn Zellweger, der offenbar eine 
spUere Copie benutzt hat, bemerkt, er habe diese „alte Übersetzung der lateinischen Urkunde — dem nicht gelehrten 
Pablibun zu lieb — vorgezogen*, so hat er offenbar das deutsche Original gar nicht gekannt. Eine Copie aus dem 
17. Jahrh. ist jetzt noch im Umäscher Archiv vorhanden; sie .stimmt aber in der Orthographie etc. mit ZeUweger nicht 
Aberein. — Pergament-Original mit offon hangenden, beschädigten Sigeln. 

Schon einige Wochen vorher (1417. Aufi^ast S3. Umäsch) hatten die Landleute zu Umäsch eine Er- 
kl&rang au^gesteUt, daHS ihre neuerbaute Kirche mit der LeheuHchaft an das GotteKbaus St. Gallen gehOren solle: 

Allen den, die di.sen brief ansehent oder hörent lesen, künden wir die lantlüt ze Urnäschen gemainlich und 
Terjehen offenlich mit disem brief für uns und alle unser erben und nachkomen, daz die kilch ze Urnaschen, die 
wir knrtzlichen von nüwen dingen gebuwen und gemachot haben und die wir filro nach erkantnüst des vicarien ze 
Coitenz uffbiingen. wihen und widmen söUent, mit ir IcheuRchaft mit vollem rechten gehOret und nu himianhin 
evenklich ftn unser und aller unser erben und nachkomen und an allei-menglichs von ünsem wegen sumen, ierren, an- 
sprach and widerred gehören sol an daz erwirdig gotzhus zeSantgallen in gelicher wis und rechten, alz die kilch 
seHerisow, dahin wir vormalz gehört haben, an danselb gotzhus zeSantgallen gehört und von dem ze lehen gftt, 
io geTärd . . . 

Ze Urnäschen, sant Bartholomeus des haiigen zwölf hotten au beut, 1417. 

8tillwtWTSt.Wlfi,d.«.B.r.l. — Abdruck: Zellweger, Urkunden I, 2 Nr. 226, S. 261. - Pergament-Original. 
Pördie Um&scher sigelt auf ihre Bitte Uli Entz, Ammann zu Appenzell; das Sigel hängt eingenäht. 

Die Bestätigung der Stiftung durch den Vicar des ßischofrt von Constanz erfolgte schon wenige Tage später 
(C^nttutB. 1417. October 9.): 

Vicarius reyerendi in Christo patris ac domini domini Ottonis, Dei gratia electi confirmati ecelesie Con- 

itantiensis, in spiritualibus generalis omnibus tarn presentibus quam futuris huius pagine inspectoribus subscrip- 

toniin notitiam cum salute. Noveritis noverintque omnes et singuli, quos nosse fuerit opportunum, quorum interest 

ut intercrit Tel interefise poterit quomodolibet nunc vel in futurum, quod nos matura deliberatione et sano peritorum 

WMilio prehabito erectionem, fundationem et dotationem ecelesie parrochialis iilialis nove in Urn äschen per discretam 

oniTenitatem in Urnaschen, Wolferswendi, inHinderbelswendi, in Murbachtobel usque in Branden s- 

P^^E ^t generaliter universitatem nuncupatam et pertinentem vulgariter in die rod ze Urnäschen ac sub iurisdictione 

Tenerandi in Christo domini al^batis monasterii sancti G a 1 1 i , ordinis nancti Benedicti, Constantiensis diocesis, 

existentes, volnntate etiam ipsius domini abbatis et rectoris ecelesie in Herisow parrochialis, in cuius limitibus dicta 

anifersitas constitaitur, ad hoc accedente, fundationem, erectionem et dotationem ac alia quelibet in littera dotationis, 

eai presentes nostre littere sunt et apparent sigillo vicariatus curie Constantiensis transfixim appensate, contenta^^ 

et descripta ac expressaia ealenus confirmamus. auctorizamus. approbamus et ratificamus auetoritate ordinaria per 




Heinrich III. 1412 - 1418. 




120 



prenenie», «ic tarnen, qaod dedme prt^dialee et cenvufi de boni« immobilibti» diele oniTersitatit, quocimiqae nomiiie 
cen^eantur, inviolabiliter matrici ecclesie &alvi remaDeant quodqae competeua honor matxici ecelesie impendatur. In 
cuius Hvid^ntiam ?olumuH et deccminius. quod sacerdos ad novam ecclesiam filialtm predictam pro tempore institutu« 
rectori ecclf^^ie maiuriüt etiam pro tempore exJsteoti annuatim to feeto sancti Martini decem flolidos denario« Rallenses 
monete C 011 staut ie Hais persulvat et persolvere teneatur. Premitsa itaque omnia et aingiila modo prescripto per not 
facta et sab puiictis. ut prefertar, nee aliter vel ultra approbamus et coniiDiamus perpetuo et in evum duratura, ad- 
bibitiü in premisRiK omnium et aingulornm ge^tuum et Terborum sollempnitatibns et cautelia debitis et consnetia et 
taUbuB de üacto vel iure adbibendo(!). In quoram fideni et t^^stinioBititii perpeiue firmitatt!« «igülam Ticariatuji cttn 
Constantiensis preaentibiis nostri transfixi ütteriR fecimuft subappend j, Datum Consta ntie« anno Domini niille8imo~ 
CCCCXVH, VII, idas Octobris^ indictione decima. 

(ifioHlHlfiltyT Iriiitrti, 1. Ir 1 — Pergament-Original mit offen hangendem, be&cbftdigtem BigeL — Kanzlei- 
nnterfertigung: Michael Hae tiomine Frid<?;u— Die Ürkonde war aU Transrfix der Stiftungsurkxinde angehängt, 
hi aber jetzt von ihr abgelöst* — Zellweger 1, 2 Nr. 2'28, S, 269 f, gibt eine deutgehe Oberäetgung aus dem XJm& tcher 
ArebiT nieder, deren Torlage nicht mehr vorhanden zu sein achetnt, ^^^1 

2705. — 1417, Oetober 12. St. Johann. — Die Äbtissin Verena (I.) und der Convent des 
Gotteshauses zu Maggenau geben dem Abt von St. Johann und seinem Capitel die fromme Frau 
Ursula Firnoltin, eheliehe Tochter des Hans Firooli von Flawil und Ehefrau des Konrad 
Kilchofer (Kilchover), vormals Leibeigene des Klosters Maggenan, in Tausch gegen die fromme Frau 
Margaret Locberin von Bussnang^ Gattin des Rftdi Fry von Eschlikon» eines Leibeigenen 
des Klosters Maggenaii. — Sant Johann, zinstag vor Galli, 1417, 

Pergament-Original Das Sigel der Äbtissin bangt eingenäht, da« de« G 



tStif^irliv Kt. «allpn. <(. 4' h 1 14. 
fentft offen. 



Unter dem gleichen Datum stellen Abt Ül ich (IL) nnd da» Capitel von St. Johann ebenda einen Oegenbrii 
aus, worin Konrad Kilchofer aU Gott^üh aus mann von St. Johann und dii* Margai'et Locher als ehemalige 1jeibeig«ne^ 
dief^es Klosters bezeichnet lind. 



I 



^tUtMirTlih Kt.tia11eM, D. 0. 1, C. 14. — Pergament-OriginaL Die Sigel fehlen. 



1 



S706. — 1417. Odober 20, Konstanz.— König Sigmuml verleiht den Bürgern von Conl 
stanz wegen ihrer Haltung während des Concils und wegen der durch den Appenzeller Krieg ihnen 
verursachten Kosten verschiedene Freiheit-en (Jahrmarkt, rotes Wachssigel und Vogteigericht in Peters^H 
hausen). ^B 

tifirraUlaudi^Rlih kiirlMriilif, — Regeift: Altman», Nr, 2639, 8. 187. — Kanzleiunterfertigung: Ad mandatnm 
domini regis, Friderico marchione Brandenburg referente, Johannes Kirchen; Registraturvermerk: R. 



2707. 

Bischof Otto (IIL) von Constanz ordnet auf Ansuchen der Schwestern in der Ein- 

sidelei Hüntobel an, dass dort abends und morgens je dreimal zum englischen 

Gruss geläutet werden soll, und verleiht dafür der Capelle einen Ablass. 

1417. Movetnber 17. 



i 



^libul 



Otto, Dei gratia electiis et coniimiatus ecclesie Constanciensis, universis Christi fidelibiii 
presentibus et futuris saluteni in eo, qui omnium est vera salus. Ad id pronmxime nostra versatiir 
intencio, ut ideles quoslibet ad devocioneni et tVeqiienciorem veoeracionem precelse Dei genitricis, vir- 
ginis Marie, que veliid(!) aumra consurgeus, pulchra ut lumi^ terribilis ut castrorum acies ordinata, 
verum solem, iusiicio rerlemptorem, nostrum dominum Jesum Christum spiritu sancto cooperant« pro- 





icBllI. 1412-1418' 



14!S0, Mai ÄÄ- Hernans^* — Eglott von Rosenberg gibt vordem Abte Heinrich (IV.) von SLOallen 

die Burg Bitchenateiia, das Holz an der Liten und den ZiiiB von 2 Pfund T'/t Schilling Pfenning auf» and der Abt 
belehnt damit den Rudolf von Mogeisberg. — Bernang, mittwuchen vor dem hailgen tag ze püngisten, 1420. 

Stiftnrtiiif St. (lülleQ, Z» ^, C. 1p — Regest: Göldi, a. a. 0., Anm. — Pergament-Original; das Sigel de« Abtes 
hangt eingenäht. 

2710- — 1418, Februar 4, Ems. — Ulrich von Ems verkauft für sich und seine Erben, 
sowie für die Kinder seiner verstorbenen Brüder, des Ritters Marquart und Gösswins, ak deren Vogt, 
um Schaden, den sie gemeinsamer Schulden wegen lange Zeit erlitten habeBi abzuwenden, mit Zu- 
stimmung des Ritters Marquart von Schellenberg und Burkharts von Ramswag, der Freunde 
seiner Mündel, »die drü stuk des wingarten ze Rebstain in dem Rintal gelegen, die raan nempt 
Saxer wingart, und das wysli daby, — und ainhalb stosset an den wingarten, den man nempt des 
Grafen wingart, den yetzo H u g von Watte erkofiet hat, anderthalb an HainrichZwiken win- 
garten, obnan an den bongarten, der ob dem burgstal daselbs gelegen ist, und undnan an die lantstrass* — , 
sein und seiner Bruderskinder gemeinsames Lehen vom Gotteshause St. Gallen, um 725 ff Heller an 
Heinrich Zwick den alten, Bürger zu Ravensburg, dem er den Weingarten mit Abt Heinrichs (III*) 
, banden*' gefertigt hat. Übenielimen später die Mündel, „nachdem so sy zft iren tagen komen sind*, 
oder eines unter ihnen die Währschaft für den Verkauf, so sollen Ulrich von Ems und seine Kinder 
von ihretwegen nicht mehr haftbar .sein. — Ze Ämptz uff der ve^ty, sant Agthen abent, 1418. ^M 

StadUreyv !$l. Gtillfn, S])itMlaKhi¥, Tr. I. ft, Ir. SW. -- Pergament -Original. Au.^^^er Ulrich von Ems sigeJIn anch di^ ^ 
genannten Freunde seiner Bruderukinder; die Sigel hangen offen. 

Unter dem gleichen Datum (1418. Februar 4.) «endet Ulrich von Emt* Abt Heinrich (IIl.) von St, GaUen 
nicht nur den obigen Weingarten auf, sondern auch andere an Hiig von Watt, Burger zu St. Gallen, verkaufte Lebe 
nllmlich „dai^ burgstal im Ein tat, das man nemt Rebstain, und den bongarteu daran und den wingarten dabi, de 
man nemt des Grafen garten, — atoaat unnen an die lantstrani^, and renthalb an Hainrichs Zwiken und an Egiti 
Viicba wisli von Santgallen*. — Ffritag nach ünfier Frowen tag der Hehtmefls, 1418. 

Vorstehender Aufsendbrief iat eingerückt in einer Urkunde von 14 IB. Febrtiar ft^, CoüätlinK, durch welch ^^ 
Abt Heinrich (tu.) von St, Gallen den Heinrich Zwick mit dem genannten »wingarten, gelegen ze Bebst air 
den man nernpt de» Sa xer» gart"\ belehnt. — Cohtentz, Bärastag nach aant Math ia.i tag des hailigen aposteU, 141e 

Stadturfhiv HL (iftUeii, Spitalarclti V, Tr. B. I, Hr. 27. — Pergaroent-Original. Neben dem Abt sigelt üh-ich von Em^ 
das Sigel des erniteren hängt eingenäht, das des le toteren oflFen. 

älU. — 1418. Februar 23, CoiistaiiiE. — König Sigmund tut den Btfrgermeistem, de 
Rat und den Bürgern der Stadt St. Gallen kund, dass auf Klage des Anshelm Friek^ Bürgers z^ 
C o n s t a n z , Heinz W a r m a n und sein Sohn L e n h a r t nach Urteil des Hofgerichtes in die Acl^H 
getan worden sind, weshalb der K5nig allen Ernstes gebietet, sie weder zu hausen noch zu hofen, i^| 
ätzen noch zu tränken noch sonst Gemeinschaft mit ihnen zu haben etc. — Costentz, under unsen^B 
und desselben hofgerichts ufgedrucktem insigel^ an sant Mathie des heiligen zwölffbotten abend, 141S - 

Stadturtliii SL«aIN, Tr, Ifll, Än4, L - Regest: Altmann Nr. 2993, — Pergament-Original mit achlecht er- 
haltenem a tergo aufgedritcktem Hofgerichtssigel unter Papierhiille. — Kanzleiunterfertignng: Petrus Wacker. 

JS712. — 1418. Februar 33. Canstanz. — König Sigmund macht bekannt, dass er auf Klage 
des Ulrich und Hans Ulrich von Ems (Embs) über die Appenzeller die Keichsacht verhängt 
habe, da sie trotz dreimaliger Vorladung nicht vor seinem Hofgericht erschienen seien, bezw. versäumt 
hätten, Vertreter zu senden. — Mathias abend. 

I.Hin»- mi Staataartbiv Stittprt, f4»i>ialbHch na Stöhliögfi 14. f. U^— 17^ Not-Achtbuch 8^ — Eegeat: Altmann. Nr.S 
Daa Hofgericbt, welches eine grosse Anzahl von Ächterklärnngen verhängte, fand im Augu&tiner -Kloster statt, vgL Ja 
Frankfurter Reichskon-eapondenz 1, 319. 



3 







124 Heinrich III. 1412-1418. 

b) Von Albrecht Blarer, ehemals Bischof von Constanz. (1418. April 22.) 

Min früntlich, willig dienst vor. Lieben fründ, als ich laider vernomen h&n üwem onUden, swaren, yerderplichen 
schaden, der nch beschehen ist, das Got erbarmen müiss, won mir das in gantzen trüwen laid ist, nnd begeren von Got, 
das er ach des ergetzen well an den stetten, da ir sin allemotdorftigest sigint. Und künn ich ach ütidt getAn mit 
dehainen Rachen, da sond ir mich nit sparen; da wil ich willig and berait zA sin, riehen nnd armen, als ?err ich das 
vermag, an allen zwifel. Und als verr es doch laider anders nit gesin kan noch mag, so ergentz dem, der uch sin allain 
ergetzen mag; so mag er uch sin noch alles wol ergetzen. Geben am fritag vor sant Gerien tag, anno etc. Xy^I^ 

Albrecht Blarrer, wilent bischoff ze Costentz. 

Den wisen, fursichtigen dem burgermaister und dem rät zu sant Gallen, minen guten fründen. 

c) Von Bürgermeister und Rat zu Ravensburg. (1418. April 28.) 

Unser früntlich, willig dienst allzit voran. Lieben, guten fründ, uns ist furkomen, wie das iw alz ain bärlicher, 
großer schad zügevallen sige von brunst wegen, das uns doch in gantzen trüwen laid ist, ane allen zwi£fel. Und kündent 
wir ichtz darzA getan, es weri mit lib oder mit gut, des wölten wir zemal willig sin und iw darinne des besten be- 
holffen ze sin, das ir uns des ze dankent hettent Und bitten t iw mit ernst, uns verschriben wissen ze lansseni, wie der 
schad an im selbs sige: ob das selb füre gewesen sige oder ob ir maynent, das das ingeleit sige. Daran erzögent ir 
uns besunder dienst, wan uns das alz trülich laid ist, das ir uns des ze dankent band. Datum ipsa die Georii militis, 
anno Domini MCCCCXVIII«. 

Burgermaister und rant ze Bavenspurg. 

Den ersamen, wysen dem burgermaister und dem raut ze Santgallen, unsem sundem lieben fründen. 

d) Von Bürgermeister und Rat zu Rottweil. (1418. April 26.) 

Unser früntlich dienst zu allen zyten mit gantzem willen berait voran. Ersamen, wysen, besundem lieben und 

guten fründe, als ir jetzo laider von brunst, als wir vernomen band, schwärlich beschädigot worden sind, da wisß a - 

üwer liebü früntschafft, daz uns daz und waz üch ungemachs zügatt, in gantzen trüwen laid ist, als daz billich ist=== 
wann wir dez an Üwerer früntschafft kainen zwifel habent, üch w&re ouch laid, wa uns kummemüß angienge. Und^B 
darumb, lieben fründe, da wir oder die unsem üch in üwerer bekumbemüß nutzlich oder trostlich mugent gesin, di^^ 
sparent uns nit; denn wie wir üch möchten t gehelffen in trüwen und in früntschafft üwem kmnber tragen, dez wGltei^^ 
wir als besonder fründ willig sin nach allem unserm vermugen. Datum fena tercia post Marci ewangeliste, anna^H 
Domini etc. XVIII'«. 

Burgermaister und raute ze Rot wil. 

Den ersamen, wysen burgermaister und raut der statt ze Sant Gallen, unsem besundem lieben nnd gute- i 
fründen. 

e) Von Bürgermeister und Rat zu Ravensburg. (1418. April 28.) 

Unser früntlich, willig dienst allzit voran. Lieben, guten fründ, alz wir iw nu n&chst verschriben und gelceg^^t 
band iwers groi^n komberß und Schadens, des ir uns nu vlißig dankotent und uns verschribent, wie das an im seK^ l 
was : siddemmal und aber das laider also an im selb ist, so clagnent wir iw aber alz emstUch, alz wir immer knnneiB. % 
wan uns das in gantzen trüwen ane allen zwivil alz laid ist, das ir uns des ze danken band. Und alz ir uns in sandear- 
hait verschribent: müchtent wir des statt haben, das wir iw denne vierhundert gpildin lühint, lieben fründ, das wölt^^ 
wir iw gnüg gem tun. So habint wir ze disem maule nit g^ldes. Aber das ir doch sehint, das wir iw gern ze willen 
stan wölten : mOchtent ir denn des enberen bis nach pfingsten, so wülten wir die zit umb gold gedenken und iw doizalt 
ze willen stan. Weri aber, das iw klain gelt fügklich weri, so wölten wir iw des so vil lihen, alz denn den vierhundex^ 
guldinen geburte, je so vil für ainen guldin, alz er denn geng und gab ist. Und was iw hierinn ze willen sige, das laußexit 
uns bi disem botten verschriben wissen. Was wir denn getün künnent, das iw lieb ist und dienstlich, darinne wellexat» 
wir willig sin. Datum feria quinta ante Waltpurgrig, anno Domini MCCCCXVIII*». 

Burgermaister und raut ze Bavenspurg. 
Den ersamen, wysen dem burgermaister und dem raut ze Santgallen, unsem sundem lieben firünden. 

f) Von Wilhelm von Montfort zu Tettnang. (Basel. 1418. Juni 8.) 

Min früntlich willig dienst ste voran. Lieben fründ, von des grossen, bärlichen Schadens wegen, so ew zügevall^'o 
ist, das ist mir in gantzen trewen laid. Weri da, daz ich oder die minen zu dehainen Sachen nütze werin, darinx^ i^ 
min bedörften: waz ich denn alwent getün künde, daz ew früntlich, nütze und wolgevallen wer, darinn sond ir mioli 



Heinrich III t412 UI8. 



195 



aiiesti willig lindeo, was ir al» g^t^m nmb mich nie"' ttnderK verschalt band. Geben %e 6a6t*l, an naui Eranm^n tag, 
anno Domini etc. XTIIh. 

Graf Wilhalm von Montfort und herre «e Tetnang, bofimaister 
min» gnädigen Herren hertsog Friderichz %e öaterrich etc. 
Den erbcrn, wolbcBchaideti df^m burgerttiai^ter uod rate der »ttat ze Sani Gallen, minen gar beenndem, 

«I .144«* I 

StA^ttrrJlh StGaUfn, Tr. T, Kr. Sl. — Abdruck dor chronikaliscben Notiss und der erst*'n tV'Juf Schreiben: (U. Wartraann) 
Zur Jahren Versammlung des VereinB f. Gesch. il. Boiien«üe*! u. a. Umgebung in Ht. Gallen, lÖ. Juli 1897, — Papier- 
Originale« deren Sigel teih noch erhalten, teÜB abgefallen sind. 

Wegen Verdachtes von Biandatiftung vgl. Eidg, Abschiede I Nr. 418 k und die Note dazu Seite 200 (aus dem 
Lusemer Ratebuch III, 47 a): .Wir «ien meineid worden an den von Oesterrich, und vrere wol, daz wir verbromien^ als 
die Ton Sant Gallen verbtannen; daz »ol her Peter von Osteins bruder geroti han.* 



Anf den Wiederaufbau der St. Laurenze nkirche und des Klosters haben folgende Documenie Bezug: 

01 Michel von Safoy an Bürgermeister und Rat von St. Gallen, (SalmansweÜer. (1418) April 28,) 
Minen dienst vor. Gnädigen heren, ax üwer bomaister mir enbot^n hat, m üch ze kummen und lieh ze ratend 
von Üwers turnai wegen und von ander üwer büw wegen der kilchen ze ordnit, gnädigen herren, so lan ich üwer gnad 
wiswen, daz ich mim sün, der bringer diß brieff ist, min matnung und min sin gäntzlichen geseit hän. Ir s5nd uch (!j 
wifisen. wax er nch rat, daz ir üch daran az wol laussen mügen, az wer ich selb dabj, wan er min maignung az gentz- 
lieb wai«t, az ich »eiber. Datum in Salem, ipso die Georgii martyris etc. 

Michel von Safoy, üwer diener etc. 
Den erwirdigen, minen gnädigen herren dem btirgermaister und dem rÄt zeSantgallen present^ntur litterc, 

h) Derselbe an dieselben. (Sahn ans weil er, 1418. August 0.) 
Min willig dienst bevor, Lieben gnädigen herren, az ir wol wissent, wie ir all gemainlich und ich ilberaiukament, 
wie wir den buv ze Sant Lauren tzen machen und vollfüren sölUint» aunderbar die «mwelfenster usbrechen sölt 
und dieselben fenater wider insetzen sölt, also daz je ain fenster dienen söt in ainen bogen, da lan ich iuch witaan. 
daz mir farkumen ist, daz ir daz werch ändran wend anders, den ir gemainlich tc rat warden sint und ich mit iuch, 
daz nücb doch nnbillich tunkt, wan ich nit erkennen kan, daz ea iuch nützlich sy oder gut. Und dämm äo bitt ich 
iuch, daz ir mir iver gnädig arlob gebiut und mich mimr aidea erlasaint, wan ich nit eikennen kan, daz ich minem 
aid noch minen eren nit gnug tun kan nach dem, az ich iuch gelopt und gei^chvaren "^ han Wan ir den buv machen 
wend nach iverm sinn und nit nach minem, so mösa ich iuch lassen machen, wie ir wend, wan ir die aint, die Jen 
BT bezalen werdent. War aber sach, daz brest dar an den buv fiel, daz ich doch furcht, daz geBcbehen werd, ob daz 
chicbi, da aond ir wiKan, daz ich damit min er besorgt wil ban, wan ich es for hiemit sagen. Iver gnädic anttvurt 
«nb aui frj nrlob von miner gelubt, gnlidigen bereu. Datum in vigilia aancti Laurentzü, anno domini MCCCCXYIII^'. 

Von mir maister Micheln von Sophffoy, werchmai^ter ze Salmenachwiler, 
Den eraamen und wisen dem burgermaister und grossen rat ze Santtgallen, minen lieben herren, detur, 

») .4* Olli ü\>*ttm*rhrt»U*a<HD a. 

%iUiäfM\ St. flillfD, Tn C, In SS^ 0. ^ — Pe r ga m e n i * r i g i n a 1 e. 

i) Abt Heinrich und der Convent von St. Gallen best£itigen und erneuern dem Klosterbruder 

Bernhart von Au ein Leibding. (1418 . , , .) 

Wir H a i n r i c b , von Gottes und de« Roraschen stult gnaden beatlltter abt, und gemainer convent des gotzhus 
le Santgallen, daz an alles mittel zijgehört demselben ötül ze Rom, aant Benedicten orden^, Costentzer bya- 
tonii, verjehen und tönt knnt allermenglicLem mit disem hrief: Alz der ersam gaiatlich herr briider Bernhart von 
O'w, det jetzgenanten Qnaera ordens, von ünnerm jetzgenanten gotzbna ze Santg allen ze übding bat tlnaera gotzhu« 
huÄ, hofitatt, hofraiti und bongarten in ünaerm cloater an dem crOtzgang gelegen, daz er Tormalz von wüsten und 
lergaag^en dingen in einer kost, iln des gotzhus scheiden, wider gebuwen und nutzbar gemachot bat, und och tinsera 
gotjthua wingarten und torggrl, ze Altstet ten an dem Kessel buch gelegen, und och ainen bongarlen, under der 
itA.it Ke AI tatet ten gelegen, genant Frölichö bongart, mit iren zügehörden. alz die wileut Ilainrich sälig von 
AI titetten, d[en] man nampt Kilcherr, durch ainer und giner vordren aelnn haila willen an Qnsor gotzhus geben 
^ denselben wingarten er och in sinem kosten, &n ünsers gotihua »ichaden von wÄaten dingen wider in rechten, 



126 



Heinrich IIL 1412^1418, 



redlichen buwt bracht und den torggel, nachdem alz er zergangen vaz und daril[ber] verbrent worden ist, wider ge- 
zimbrot und gemachet hat — ^ und och von ünnern rorvarenden [und] tln^erm gotzbud £e leben bat lin^ierfi lieben berrea^l 
Sant Gallen capell, in ünserm cloater gelegen^ mit allen iren nutzen und zugehörden, und uns und ünseim gotzbai^| 
aber derselb brüder Bernbiirt von fryem willen [ze] hilf, (maerjetz verbmnnen gotzhus ze widei bringend^ gantzlichen 
ledig gela[8sen] hat daz obgenant hus, hofatatt, hofraiti und bongarten, in ünserm rlo8[ter an] dem crütxgang gelegen, 
mit siner zügehörde und och die obgenant Sant Gallen capell mit iren nützen und ziigehörden: daz wir da dieÄelbew mn 
hilf, trüw und frilntöcbafl und ander sin difenat], die er ünserm gotzbus untzher dik und ril unTerdro«seiilJch und nuti- 
lich und trostlich getan liat, angest*hen haben und haben im mit goniainem, uinholligem rat ßnaers capiteb fnr fijit 
und alle unser nachkonwn und tiir daz obgenant unser gotzhiiä ze Sant galten am libding des obgenanten wingarten 
[und] torgeli ze AI tatet ten und bomgarten dastt'lbst] emüwret und dt^nselben wingarten und torggel, ze AI tstetten 
an dem Keaselbach gelegen, und den bongarten, genant Frölichs bongarten, mit allen rechten, nützen, gewonhaiten 
und £Ügebörden von nüwen dingen ze rechtem libding geben und gend im die och jetz redlich und recht mit diaem 
briefe ze rechtem libding und in libdings wis und recht zu sinem ainigen üb, also daz er denselben wingarten, torggel 
und bongarten mit allen vorgedabten rechten, nützen, gewonhaiten und Äiigehönlen, an üneer und unser nachkomen 
und an allerme(n)glieh3 von ünsern und önsera gotsthua wegen sumen und ierren. in welberhand stat und weisen ald aa 
weihen atetten er denn wonhaft iat, nu hinnanbin^ allediewil und alz lang er lebt und nit furo, ze rechtem libding 
und in libdinga wi« haben, nutzen nieaaen, veilihen^ besetzen und entsetzen so) und mag, wie er wil ald im denn je 
füglich i«t, doch unserm gotzbus, uns und unnem nachkomen an unsern zohenden in demselben wingarten unvergriff- 
lich*', alles luterlich, an alle geverd. Und wenn aber dereelb brüder B er n b a rt von todee wegen abguugen iat. *tO w»l 
uns und ünsern nachkomen und ünKerui gotzbut^ dcr^^elb wingart, torggel und bongari mit oller zügehörd und di«er , 
brief denn ze at.ett gantsdichen ledig und lo.i sin. Des alles ze warem offem urkünd und beatäten sicherbait ao hab 
wir ünaer abtje und capitels insigel baidi fiir uns und alle üneer nachkomen oÖenlich liaaen henken an diaen brie 
der geben ist . . . 

m) IHn Vttni* n<l''<^^<' 'inHrm Kotfhu' ' ui]««rcnlt11rli'* liad «m Satid von BnilertT UtD<l l>rlsiirn((, 

Stifbarfliiv St.tiallpii, khi^imfrlih IUI. 74, S, 140 f, -- Gleichzeitiger Entwurf. 



1 



2716- 

König Sigmund verfügt, dass alle Gülten, Schuld- und Lehenbriefe, Zehnlen- 
verschreibungen etc, die in dem grossen Stadtbrande zu Grunde gegangen seien, 

auch fernerhin zu Recht bestehen sollen. 
€aiii»taiiK. 1418. Mal 4, 

Wir Sigmund, von Gotes gnaden Komischer kimg, , , . bekennen und tun kunt . . .: und ob 
wir von angeborner gUiikeite allczjt geneygt sin, aller und iglicher unserr und des richs undertane und 
getruen nucze und bestes zu ffirdern und hj mit uusern kunglichen gnaden zu bedenken, doch erkennen wir 
uns me pflicbtig sin, solich unser und des richs getruen, die wir in allen Sachen allczjt willig und dienstber 
befunden haben und die von yerbengnuß des almecbtigen Gotes und nicht durch ir selbs versQmnüO 
willen in verderplich scheden vtillen, mit misern kunglichen und sunderlichen gnaden und fürdrnngeu 
gnediclich zu bedenken. Wann uns nu küntlich furkomnieo ist, das solich snelle und uberswenke brunste ^ 
und furesnote in der stat zu S an tg allen kurtzüch gewezt ay, das dieselb stat so gar verbrunnen sy,^ 
das unsere und des richs bürgere und inwonere daselbs in vast große und unverwintlich scheden kommen 
sin und nemlich das in ire brieve, die dann ir iglicbe über ir gtitere, erbe, eygen, lehene, zinse, hub- 
gelt, czehenden, schulde und anders gehebfc band, genczlich und gar zu nicht worden und verbrant sin, 
also das zu besorgen sy, das dornmb, wo das nit versehen wurde» ir etüicben künftig invelle ufersten 
und zugeczogen w^erden möchten; und wann unmenschlich und unbillich und ouch ein nit dein missetat 
ist, eynem pynigten menschen mere pin zuzufügen, und wann wir die vorgenanten von Santgallen 
zu allen unsern und des richs sachen und gescheften willig, getrue und gehorsam allczyt befunden 
haben und gewiß sin, fürbaß zu linden, und ouch vast unbillich were, selten in zu den vorgenanten 




128 



Heinrich IIL 1412—1418, 



miihelfferri, tünsit und detn amman, dien lantltit^n ze ÄpptMizell, der telr und lendern. so zu Appei 
Zell gehörent, andersit etwevil stössen und misshellung gewesen ist nnd besunder von kriegs wegei 
der sich dann zwüschent inen und iren mithelifern hat ufgelÖffen: dieselben krieg, stösse und mi 
hellung zwüschent beiden (eilen von den fromen. wisen Johansen Ströilin, burger ze Ulm^ Waltb 
Paulus, burgernieister zeBiberacli, und von uns den obgenanlen Jacob Glenter undHeinrii 
Meisen berichfeed wurden nach wisiing der briefen^ die dann darüber geben und besigelt sinf 
derselben richtung aber die vorgescbribnen von Sant Gallen und von Appenzell etwas uneinhell 
und stössig worden sint unil> die stuk, als bienach sint bescheiden, und besunder, als si etlich artike 
in der vorgescbribnen richtung nicht gel ich uierkent und verstand. Dieselben ir stösß si beid teil im 
besunder ouch die von Sant Gallen für die fürsichtigen, wisen, unser lieben guten fründ und gl 
trüwen Eidgnossen, als wir dann zesaroent gehaft sint, und für ir erbern botten etwe dik bracl 
und si gebetten band als verr, das wir all dry von denselben ünsern Eidgnossen und besunder iq 
Itel Beding darzü geben und gewiset sjen, das wir uns ir stössen und sachen umb des wUIeQ, dl 
si ze beiden teilen merers costeos und Schadens überhept werden, haben angenomen. Haben ouch dar( 
ir beider teil red und widerred und ouch die rieht ungbrief, so vorraalen zwüschent inen gemacht sin 
verhört und daruf mit inen als verr geredt, das si uns iro sachen und derselben iro stössen getruwf 
band ze der minne und ze dem rechten, und wie wir si darumb von enander entscheiden und uswisei 
das si das getrüwlich für sich und die iren nu und bienach war und stät halten, dabi beliben und d4 
volfflrren siillent und wellent. 

Also nach allen vorgeschrSben ergaugnen und ouch gelegenheit der**' sachen, nach red und widerre^ 
so haben wir beid teil urab ir stösse, die si dann für uns bracht band, entscheiden, sagen und spreche 
darumb us in der wise und in den Worten, als hienach ist bescheiden: (1) An dem ei'^ten unib die gÄtei 
so si under enander gelegen band, die syen lechen oder erbe: (a) hat darumb und darzü uff dewederfl 
teil jeman zfl dem andern ze sprechen oder dehein ansprach nu ald hienach und deweder teil davoi 
nicht gelassen mag, das da jetweder teil von dem andern recht nemen und dieselben göter mit den 
rechten gewinnen und verlieren sol von der lechen- oder erbehand, da dann dieselben ansprechigen gii 
lechen oder erb sint, ald vor irem richter und niendert anderswo. Und was ouch da ufF jetwederm tei 
jenian mit dem rechten erlanget und im erkennet wirt, dabi süllent beid teil belil>en, an widerred, &] 
geverd. (b) Aber umb die guter, so ledig eigen sint, und die gelegen sint in der von Sant Galle] 
gericht und gebiet, haben wir uns ouch erkennet, sagen und sprechen us, won t5ns das frünÜich ba 
dunket sin und besser getan dann vermitten: ob zö denselben götern die von Appenzell dehein an 
sprach hetten oder gewnnnen oder si jeman daran bekümberte, das die von Appenzelle und die irei 
darumb süllent recht suchen und nenien vor einem burgernieister und rat oder vor irem gericht % 
Sant Gallen, und was inen dann darumb vor dien mit dem rechten erkennet wirt, bi demselbei 
rechten süllent si beliben und sich des lassen benögen, wie dik das ze schulden kunt, Sn widerred, h 
geverd. (c) Ze gelicher wise, were dehein sölicb ledig eigen gftt gelegen in der von Appenzell lanil 
gericht und gebiet und die von Sant Gallen und die iren darzü ansprach hetten oder gewunnen unj 
si ouch jeman daran bekömberte, sprechen wir ouch, das die von Sant Gallen und die iren darum 
süllent zfl dem rechten komen für einen amman und das gericht ze Appenzell, und was dien voi 
Sant Gallen und den iren daselbs also mit dem rechten erkennet wirt, dabi süllent si ouch V^elibei 
in widerred, in geverd. (2) Als aber dann die von Sant Gallen und die von Appenzell und dJ 
iren mit enander stössig sint gewesen von gelischuld wegen, so uff jetwederm teil jeman dem ander 
schuldig was oder ist oder hienach schuldig wurde, umb dasselb stuk sprechen und sagen wir ouch vi^ 
(tt) was gelisch uld uff dewederm teil jeman dem andern schuldig und gichtig ist oder hienach schuliij 



A 




Heinrich in. 1412-1418. 



129 



) 



» 



I 



oder gichtig wurde und darumb zil und tag us weron, das da derselb teil, dem man schuldig ist, das- 
selb sin gelt erfordern sol an einen burgemieister ze Sant Gallen, amman oder richter ze Appen- 
zell, da dann der ansprechig scliuhlner ist gesessen, und das ouch dann dieselben burgenneister, amman 
©der richter demselben, so man dann schuldig ist, fürderlich von sinem ansprechigen stillent pfaiid geben. 
(k) Were aber sach, das derselb als arm were, das er nicht pfand möehte haben, ist dann, das dieselb 
schuld verbürget oder vertrösted ist, so süUent si dann von denselben bürgen und tröatern demselben, 
dem man schuldig ist, ze gelicher wise aber pfand geben. Und dieselben pfand sol man dann in des 
gerichtz gewalt, da si genomen und geben sint, lassen ligen und si dann nach desselben gerichtes recht 
und gewonheit angriffen und verkötfen, als verr untz das jeder man sin schuld, die man im dann schuldig 
ist, wirt bezalt, wie dik das ze schulden kunt^ ouch an widerred, h\ gevenl, (c) Were aber, das dem- 
selben, so man schuldig ist, also nicht pfand geben wurden, derselb sol und mag dann sjnes aosprechigen 
Schuldners gut wol verheften und verbieten, wo er das ankumpt, und siner schuld mit dem rechten 
nachjagen als verr untz uff die stund, das im darnmb ist genüg beschechen. (d) Aber umb geltschuld, 
«0 uff dewederra teil jeman meinet, die man im schuldig sye, und man aber derselljen schuld nicht gichtig 
ist, darumb sol jederman von dem andern recht soeben und nemen an den stetten, da er ist gesassen. 
(e) Ze gelicher wise umb versessen zins, so uff dewederm teil ouch jeman dem andern schuldig ist, 
haben wir uns ouch umb früntlichkeit willen beider teil erkennet, das Jet weder teil darumb von dem 
andeni pfand vordern, nemen und dieselben pfand berechten sol, als umb vergichtig geltschuld davor 
ist 1>escheiden« Wurden aber die pfand ouch nicht gehen, so mag dann der teil, dem man zins schuldig 
ist und die pfand nicht geben weren, dieselben sin gefallnen zins inzüchen mit verheften und mit ver- 
bieten, mit geistlichen und mit weltlichen gerichten, ouch wie im das finget. In widerred. (3) Als sich 
dann die von Sant Gallen von den von Appenzell klagent, wie sie und die iren etwenn mit acht 
«üd bannen werden bekümbert und das si darüber in ir statt und kilchen gangen und wandlen, dadurch 
si aber grossen kumber und schaden haben und sjen ouch etwe dik darumb ungesungen gesiu, darumb 
sprechen wir ouch und haben uns erkennet: wie die von Sant Gallen die iren, so also in acht und 
in bannen sint, haltend, das si die von Appenzell, die ächter oder biinnig sint, ouch also süUent und 
^ugent halten, zu gelicher wise, Were oder käme deheiner von Sant Gallen in acht oder in bann 
Qod dann der oder dieselben kämen oder wandlotin in der von Appenzell laod oder gebiet, wie dann 
«16 von Appenzell die iren. so also ächter oder bannig sint, haltend, also süllent und mugent ouch si 
dieselben ächtigen und bannigen von Sant Gallen halten, und ensol iiff dewederm [ein] teil dem andern 
des nicht vor sin, Jin widerred, an geverd. (4) So klagent sich aber dann die von Sant Gallen, so 
si in ir statt und gerichten durch friden, schinnes und nutzes willen etwenn ufsetz machen, das sye 
lange messer oder ander vrefel oder Unzucht ze verbieten, das dann etlich von Appenzell dem gebott 
tncht wellen gehorsam sin; bekennen wir und sagen us: was sölicher ufsetzen die von Sant Gallen 
^nder inen selben und den iren tünd, das dieselben ufsetz die von Appenzell, so zfi inen wandlent, 
W inen halten und dem genög tun süllent In gelicher wise: were, das die von Appenzelle also bi 
in^n solich ufsetz umb frides oder umb schirmes willen tätten, dieselben ir ufsetz süllent die von Sant 
Gallen, die zö inen wandlent, ouch also halt^jn und dem genüg sin, 5n widerred, Ün geverd. (5) Dann 
so Idagent sich die von Sant Gallen, wie das die von Appenzelle uff etlicher ir burger, mit namen 
Dietrichs Grafen seligen erben, an dem Elcherb erg gesessen, und uff Heinrich Bruggers 
fr stiir und bruch legen, dieselben gftt aber ussernthalb iren landmarchen syen gelegen, das aber 
TWn niemer sye beschechen, — daruf aber die von Appenzell antwfirtend und sprechent, si legen uff 
etibein ir burgers gut stör, dann uff dero gut, so io iren landmarchen syen gelegen, und si getrüwen, 
ds aiugen das wol tön: dasselb stuk setzen wir hindan, das wir darumb nicht sprechen, won das das 

17 



leinrich CL 1412— f 




I 



fnrbashin in gfltem bestan sol, das in diseii ziten die tod Appenzell daruf enkein stGr siSllen legen^ 
jedermans rechten unscbedlicb. Und niugent si darumb mit enander überkomen^ wol und gut; mag dig 
aber nicht sin, wes wir dann darinn von ünsem Eidgnossen ffirbas^ser geheissen und gewiset werden^ 
dem wellen wir gehorBam sin, ouch an geverd. 

Und süllent also ze beiden teilen umb die vorgeschriben stuk mit enander luter gericht und gesucht 
sin und dts unser richtung getrüwlich und ungefarlich war und stat halten. Und des alles ze einem 
waren und offeonen urkünd so haben wir die obgenanten Jacob Gleoter, Heinrich Meis und Itel 
Reding unser jeklicher sin insigel, im und sinen erben unscbedUch, an diser brief zwen gelich offen- 
lieh gehenkt, die geben sint Z r i c h , au donstag nach dem hetlgen pfingstag, da man zalt Ton Gottes 
gebürt viertzehenhundert jar, darnach iu dem achtzechenden jare, 

*) Vr^L Urkdbeli. U, Sr. 3393 (1«<M- April tl.) «ftd bwoadart di« dort {fl. TOt-tli) Ib dm IWIl^w •-* aJlcUalltM lli(tfMlMMiUt«i §m TMT «pntUMiS ttflr «^ntai 
•t>«tUft fuitfcU von I4«4 iaii t - hj In U(4«n Ev*ibp)<kr*n p'lenr 

StAdtirclif St tiallee, fr. IIV, ir t; Ui^mrrkih l^Ki^lll. L, fr Ift. - A b d r u c k : Z^Uweger, Urkundeii I, 2 Kr, 229, S.271. 
— Regest: Eid g. Abschiede I Nr. 415, 8,194. — Pergament-Originalo, An dem St. G aller Exemplare hangen 
alle drei Sigel, dem Appenzeller fehlen sie. Der Text (hier nach dem St Galler Exemplare wiedergegeben) stimmt bU 
auf anbedeutende Varianten genau überein. fl 

Über die VorkomnmiaBe, welche zu dieser neaen Richtung führten, geben einige Anakunfl mehrere x. T. nicht 
recht veretändliche Eintragungen im Luzerner Ratsbuch: 

1417. Januar Si5# — Ak die ton Apposell gerett hant. klagent sich^ wie einr Ton Saatgallen kenne(?) 

ein(?)t hant uns lan sehen ein abschnft; ven^tanden, daz die abschrifi wise, wer an andern üt ze sprechen het, das der 
reht lolt nemen. da der ansprechig den sumpt: daz ir den von wiaent ze lant und reht nem. da der ansprechig sene; 
mag das nit ain^ das ir denn die sach ntellig lassent, untx ir zt beden ^iten filr uns komen. Da ir meinent ze komen^ 
und für die erbem stett, so den Spruch getan hant, reht bietent: da überbebent üch nnd si kosten, und ir sem rechten 
koment uff die von Zürich, daz die entscheiden. 

Einiger (?) 7on 8antgallen antwurt . . , Geiler von Appozell — Ipsa die conversionis sancti Pauli. 

1417* Felimar 3* ^^ AIh die tou 8antg allen scbribent wenn da tag wirt hie, so sond wir inen tag 
verkünden und den von Appozelle. — Crastino purißcationis. 

1417. Mal lO. — Von Appoxel wegen, daz ti mit dien redent, si bi ir hübgült lassen ze bliben. und wie 
einr inen verheissen hat, und denn gen Apozel ging, lantman ze werdent — Feria secunda. 

1<419* Mai 30» — Von der von Santgallen und Appozell wegen umb ir stdsse hant wir si gewist ulf 
die vier, ah ir sprachbrief wist, oder daz si koment uff bed burgermeister Zürich und den amman ze Swits^ den 
hant wir darzü geschoben. De« sint die von Saut Gallen ingangen und ist ein zil gemacht, daz die von Appoxell 
sont-^ gen Zürich lan wissen, weles si ingan wellent* hinant von sunentag über acht tag. Wölten si uf die 111 nit 
lan, Bo ist mit den Appo zeller gerett, daz si koTuen uf die IUI und die tagent hinant eim zil umb all ir st5ss und 
junkher Er hart Plärer ouch; and sont die von Zürich tag verkünden, went die Appozell er des ingau. — Feria 
quarta poit diem resurrectionis. 

SUiliarrlilf Lmi^ra, UhWh inj7»JS, 2IM1*. - Regest: Eidg. Abschiede I 375n, 3761, 385a. 409e. 



I 



I 



S7%0. — 1418. Juni 4. Basel.— König Sigmund befiehlt den Gemeinden Rheine gg, Ält- 
stätten, Bernang und Marbach im Rbeintal und (den Gemeinden) im Bregenzerwald, dem V 
Herzog Friedrich (IV.) von Österreich wieder zu huldigen, sobald dieser seine Verschreibung gegen 
den römischen König erfüllt habe. 

I. k. Kaox-, M' ilekI {^taaüarrtiiv Wkn, — Regest: Lichnowskj V, Nr. 1824: Altmann, Nn 3252, S. 230. — Original 
— Die »Teidung* »wischen König und Herzog war am 10. Mai zu stände gekommen, s. Ältmann, Nr. 3166 f., Lichnowtky 
V, Nr, 1806 f. 

Hieher ist auch eine corrumpierte Eintragung in Lehenbuch I des Statthalter ei- Archivs in Innsbruck zu sieben 
(1417 (f) Ratenbttrg;), wonach Kataer (soU wohl heiiaen Herzog) Friedrich ... . Hans von Bodman und 



Heinrich III. 1412—1418. 



131 



Lienbart toh Jungingen, seine Räte, 2u Vögten ernennt über Herrechafb, Land und Leute zu Feldkirch, zu 
R b e i n e g g und im Rheintal, im Bregenzerwald und überall in der Grafsohaft zu Feldkircb und was dazu gehört. 
— Rotembnrg, post festuni pape. 

Regent: Geachichte der Freiberm von Bodman (Schriften de« Vereina f. öeach. d. Bodeniees etc. Bd. 24, Anbang) 
Kr. 454, S. 135. 

2721. — 1418, Jimi 8. WH, — Abt Heinrich (III.) von St. Gallen gibt seine Zustimmung, 
der Gotteshausmanii Bertschi Kumpfli ¥0d „H ahrossriiti'^ seine Gattin EI sbet Fry von 

Reinensberg (Ramensperg) und die Kinder aus ihrer Ehe ,ze rechten gemandern anneme und em- 
pfahe* über das Gütchen zu Gahris (Gabras), genannt des N&tres Gut, welches Hofgut sei und in 
den Kelnhof zu Amtzeil (Aniptenzell) gehöre, und das er gegen eine jährliche Abgabe von 6 Viert-el 
Kernen, St, Galler Mass, vom Kloster St» Gallen innehabe. — Mittwochen vor sant Barnabas des hai- 
ligen hotten tag, 1418. 

fiflHITUv %U tollt^o, 1. 1. 1. 4, fm, I, JIr. 1 — P e r g a m e n t - r i g i n a h daa Sigel hängt eingen&ht. 

2722. — 1418* Jiml 15» — Die Brüder Kunz und Hans Hugelli von „Stadmanswiler* 
Terzichfran auf ihr gesamtes väterliches und mütterliche« Erbe zu Gunsten des Hans Kessler von Stad- 
mauswiler, der ,elich körnen und gestossen ist zft Grefcen Kessler Inen, unser elichen mftter*^ und der 
ihiien dafür zwei Drittel des Hofes zu Stadmanswiler, ,da wir hüt ze tag ellüsament uff sitzent*, und dazu 
20 ff ^ C. M. und 4 Kühe gegeben hat. Für Kunz und Hans die HugelUn, die kein eigenes Sigel haben, 
sigeln Geryg von Stain und Konrnd Tal hofen, Pfleger des hl. Geist-Spitals zu Lindau^ dessen 
Leibeigene die beiden Brüder sind, mit dem Spitalsjgel. — Sant Vitz tag ze mittem Brauchot, 1418. 

StillnrcluT 8t. GiUen, P. P. S. ß. 4. — Pergament-Original; das Sigel itt abgeschnitten. 

2723* 

laspar Hör von St. Gallen verkauft dem Ulrich Senn von Wil und dessen Mutter 
Adelheid die Höfe, die Vogtei und andre Güter zu Answilen um 250 Pfund Pfennige. 

JSt. d^mUeii. 141S* Juni sea. 

Ich Kaspar Hör, burger ze Santgallen, Hansen Hören säligen, dem Got gnädig well sin, 

^iluot elicher sun, tilo offenbar kund . . ., das ich von minem vatter säligen geerbet und mit guter 

^oi-betrahtung • . . verkoft hab die böf, die guter und vogtiye, als au disem hrief benemt werdent: item 

'ten obeni hof uff der Egg ze AinswMllen und den undren hof ze Ains willen, die baid reht 

lelien sind von dem erwirdigen gotzhus ze Santgallen; item die vogtiye ze Ains willen über die 

guter, die man nemmet der Frigen g&ter und järlich giltet ffünf Schilling und vier pfenning g&ter 

^nd genämer Costentzer münss Santgaller werung und vier herbsthftnr, das reht aigen ist und min 

Gatter sälig erkoft hat von U r s u 1 e n und Elsen, Hainrichs Arnolts säligen wilunt elichen tohtren ; 

item den stadel ze AI ns willen; die hofstatt hinder demselben stadel gelegen als verre, als sich ain 

ragen gekeren mag, und die hofstatt nebent demselben stadel gelegen untz an den weg im Willa; 

lie schftpuss bi dem stadel; ain wisen under den hofakern; darz& alle die wisen under denselben hof- 

akern gelegen; aber ain wisen genamt Nöchler Bächli; ainen aker genamt Satenfeld; ain wisen 

genamt Stainwis; aber ain wisen genamt Noch lermos; ainen aker ob der schüpuss und alle aker, 

die zft derselben schüpuss gehörent; ainen aker genamt Wintert übel, darzü aUe aker, die vA dem- 

sellicD Wintertobel gehörent: dur/A niii namen alli die ^'elegin gflter. die Ulrich und Rudolf f 

die Nochler, gebrüder, gehebt babent ze Ainswillen und ob dem Venntürlin gelegen sind, die 



132 



Heinrich III. 1412-1418. 



och min ratter sälig erkoft hat von den egenamten Noch lern für ledig aigee und dafiir, das ab den- 
selben gütern, die der Noch 1er sind gewesen, nihts gat noch gan sol, denn der kornzehent und 
Pfenning vorgenamter niünss und wening järlich an das cloHtor ze Maggenow, und also das dri| 
nnitt kornes ze sanien ufl' denselben götern sin sond; item alles das gelegen gut, das C änrat Ffri 
ze Ains willen geliebt hat, genamt der F fr igen gut, das reht frig aigen ist und min vatter säl 
von Cönraten F fr igen von Ä ins willen erkoft hat; item älli die reht und rehtungen des gelegn« 
götes ze A i n s w i 1 1 e n , das C i\ n r a t von Ai n s w i 1 1 e , der weber, von R & d i n von Ainswillen, sinei 
vatter säligen, geerbet hat, und ocli den tail desselben gutes, den derselb Co n rat von Ä ins willen 
vor ziten von Rftdin Knehtlin, sinem vetteren, und Englen, siner swöster, erkoft hat, und wi 
derselb Cünrat von Ains willen ze Ains willen gehebt hat untz an das zehendli, das im gat von d« 
Nöchlers gut. Dieselben C Unrats von Ains willen guter min vatter siilig von demselben Cüi 
raten von Ains willen erkofFet hat, und älli reht ledig aigen sind, und in sölichen retten und dafüi 
als min vatter sälig die obgeschribnen hofe, gÄter und vogtiye erkoft hat und och also an mich koni 
sind, hab ich vorgenamter Kaspar Hör dieselben höfe, gfiter und vogtiye . . . gemainlich und sundep« 
lieh mit allem und jeklicheni, das ob erd ald in erd, zu den ald in die iJd usser den höfen, gütei 
und vogtiyen vorgeseit allen gemainlich ald iro Jena dehainem besunder gehöret und gehören sol • . 
aines staten, ewigen, unwiderröffigen koffes ze koffenn gegeben dem wolbeschaidnen Ulrichen Senne 
burger ze Wil im Turgöw, und Adelhai ten, siner müter, inen baiden gemainlich und unverschaideo 
lieh und iren erben, ob si enwärint, umb drithatbhundert pfund pfenning Coatentzer münss Santgallei 
werung . . , Ich han och dem egenamten Ulrichen Sennen und Adelhaiten, siner mftter, den obe: 
und den undren bof ze Ains willen vorgeseit für reht leben von dem erwirdigen gotzhus ze Santgalle; 
gevertget und zu iren banden braht vor dem hoher wirdigen fürsten und herren hern Hainriche 
von Qots gnaden abte des erwirdigen gotzhuses ze Santgallen, minem gnädigen herren, und di 
andren guter und vogtiye vorgeseit hab ich . . . z& iren banden gevertget und braht iro jeklichs 
des hailigen ricbes oifner Strasse» als umb sölichi gftter reht und gewonlich ist . . ,*' 
Santgallen, sant Johans abent des töfferSf 1418. 



i WliuMhArufon 



Stirturchh KL«allKn. llt^A. — Fergament-OrigiDal; das Sigel hängt eingenäht. ^ Vgl nnten Nr, 



I 



Die« ist die letzte Urkunde, in welcher Heinrich (III.) von Gtindelfingen als Aht von St. Gallen hezeichn 
wird* Wir lassen deshalb mit der folgenden Urkunde die Regierung Abt Konrada (111.) von Pegau beginnen, ob! 
dewen Regierungsantritt genau datieren äu können. Die einzige Quelle, welche einigermassen einen Anhalt znr Bi 
gtimmung gewährt, bilden die Notizen, die Meyer von Knonan in seinem AiifsatK ».Die ältcaten Verzeichnisse der Äbl 
von St Gallen'* iSt.GalJer Mitteilungen Bd. XI, S. 125 ttVj aus einem Katalog in Bd. 453 der Stift«bibliothek StGalli 
und aus Codex 69 der Univeraität^bibliothek Leyden mitgeteilt hat In eraterem Verzeichnis und so ziemlich übereiil 
atimmend im Leydener Codex wird über die Äbte Heinrich IIL, Konrad OL und Heinrich IV. folgendes gesag 

n H e i n r i c u 8 de G u n d e 1 1 i n g e n , ob defeetum conventus per vasalloa monaeterii electun et a aede apostolii 
confirmatu», fuit anni» 7 cum medio*'. Hie. ceasit in eoncilio Con» t a nciensi, et in locmn suum auffectüs fuit 

Cünradns, abbat FigaTiensis, qui fnit fere 10 menaibns*^' et restitutua ad abbaciam Pigaviensenu ] 
pro eo successit 

Hainricns de Manstorff de p&rtibus Mjane. Hie Hainricus fait ajinis 7 et fere 6 mensibiia et traai 
ferendo se in propria persona pro agendis monasterii negotiia contra Appenzellen s es in redeundo mortuns est I 
F r i b u r g et in monasterio $aneti B 1 a s i i sepultus* 

Nun i^t Abt Heinrich IV. 1426. September lo, gestorben, muss also ieine Regierung um den 13, Mlirz lil9 
begonnen haben, wa» mit seiner Befitätigung durch Papst Martin V. 1419. Mö-rsE 15. {9, unten) fast auf den Tag übeTi-, 
einatimmt Dagegen ergibt sich eine Regierungadauer von fast 7Vs Jahren für Abt Heinrich Hl, nur dann, wenn 




Eonrad IH. 1418—1419. 



133 



) 
I 



TOP Tode Abt Kunoi (1411. October 11.) bis Kur Bratätigimg Heinrichs IV. (U19. M&ra 15.) gerechnet wird, mit 
gäßilicher AusierachtlaMSimg Konrads IIL Es müssen also die annllheind zehn Monate, die dieser regiert biiben boII^ 
foa den 7'/i Jahren in Abzug gebracht werden, was fiir seinen Kegieruogsan tritt aDerdingB nicht erst Ende Juni 141 8^ 
iondern schon Mitte Mai 1418 ergäbe. Immerliin zfigt die Berechnung^ «lasH die von uns gewählte Aneetznng der Wahr- 
kit aemlich nahe kommen dürfte. Ober die Resignation Heinrichs IIL Tgl. unten die Bestätigung KonradeJlL 
(U19* Mär« 15.) und die beiden Urkunden von 1419. Auguat 21., die da8 Heinrich IIL ausgesetzt-e Leibding betreflfen* 

»I Slktt B«mai mimAivß «clmiiH d*r L*rd«atr Cvdtx : „fcn im mviiMi'. - b) Dur t»jd«ii«r Osdw *^i i an Ihm .f uharnmtar to inanMs*. 



%7Z4:m — 1418, Juli J* Blatten« — Eberhart von Harns wag verkauft an Koiuad von 
Answilen, Bürger zu StGallen, einen Mutt „baider körn* St. Qaller Mass, »den ich ab und usser 
sinem zehenden ze Ainswile us der Noch 1er gut bisher järlich gehebt han"^ ein Lehen des Klosters 
StGüUen, um 2 ff .^ CM, — Uö* der vesty Blatten^ tlonrstag nach sant Ulrichs tag, 1418* 
l^tiftsarflili SLMkl. i. J. 1 B. 7. — Pergament- Original; das Sigel hängt eingenäht 

Junker Georg von End verkauft der Stadt St. Gallen den Burgstal Grimmenstein 
samt den zugehörigen Rechten, Gütern und Einkünften um 2000 Gulden. 

Züricli. 1418. Juli 14. 

Allen, die disen brief sehent oder hörent lesen, künd ich Eberhart Stagel, schultheß der statt 
Zürich, daz für mich kam an der statt, da ich oftenlich ze gericht saa, der edel fryherr jungher Jöry 
von End, offenbert in verbannen gericht und .sprach, er were eines stäten, ewigen, nnwiderrftfften köffs 
fibereinkomen mit den fromen, vvisen, dem burgermeister, dem rätt und gemeinen burgern ze Sant 
Gallen und hette denselben bürgern gemeinlich ze köfFen geben sin burgstal, daz biirgsäss und daz 
bürgrecht ze Grimenstein mit allen nüttzen, gewonheiten, rechtungen und ehaffty, es syen vogtyen, 
TOgtatüren oder vogtrecht, mit gerichten, mit lütten, zwingen und bannen, dienst, väll und geläst, 
TtBcheotzen, wingarfeen, aker, wisen, matten, boltz, veld^ wunii und weyd und gemeinsamy, besonder 
disü nachgeschribnen guter, gülten, zins und zehenden, und sint ein teil eygen, ein teil erb und ein 
teil leben: Item nämlich sechs pfunt pfenning Constentzer müntz jerlicher gült usser dem hoflF ze 
Höscht, in Sant Johans kilchspel, und all andre rechtling von dem ibrsst daäelbs ze Höscht; 
»ber achtzehen Schilling pfenning geltz von Hüttenwisen undHüttenwis, so daran stosset, davon 
gSt halbs, was daruff wirt; aber vier manmad wisen ulF dem Arbolt und vier manmad ufl' Keller- 
*isea und die wis, so man nempt Erlös, alles in Saut Jahan.s kilchspel gelegen; item den kelnhoff 
und die äker, so darzü gehören t, dero ist by zwentzig jucharten, und daz fonstrecht mit diensten, mit 
hftnren und mit aller zögehört; item drü pfunt pfenning geltz der vorgeschribnen müntz von der müly 
zeSant Margretben und sechs Schilling pfenning und ein niaUer haber geltz usser der Rütty; item 
iehen Schilling pfenning und zwey hönr geltz von dem hofi' ze Kinden rütty; aber zehen Schilling 
pfenniag und drü hftnr geltz von dem langen bfingarten; itera den werchzehenden halber in den zwein 
»Ichspeien ze Höscht; sechs liünr geltz von dem hoff ze Rn mensch wende; den wingarten ze 
Grimenstein an der halden genantt der Ger, und den wingarten, den man nempt die Lind, und 
•Jen wingarten genantt der Ober seh wen d und aber den wingarten, den man nempt der Spiser, und 
den wingarten genantt der Mesenner; item den anger und die hoffstatt, stos8(eut) an den Mesenner, 
gel^^nt jerlich zehen Schilling pfenning und vier hilnr; aber die wisen, die man nempt der Gill; die 
egerden in Mänerdw und aber die wisen genantt der Gill by Sant Gallenbruu neu; item zwey 
bfiüT geltz von Gerschwendy; drü hflnr geltz von dem aker, den Hans Stikel hat; item den bin- 



134 



Kanrad Ol. U18-U19. 



garten an der borglialden; den garten by der bürg: des Roners hoffstatt im vorhoff, gilt jerlicl 
Schilling pfenning und zwey hftnr; item daz gfltli, daz der Waker hat, gilt jerlich fünff schiliiDg pfen 
ning; zwen krutgarten gelegen in der vorburg by Heintzlis hus; item den zehenden halber von dei 
willgarten und den iikern, so zu dem burgstal gehörent; zwen wintorggel und den buwstadel etc. Di 
vorgesciiribnen nilttz, gült, zehenden, zins, lütt und göter, gericht, zwing und bann, vall und geläfi 
mit dienst und mit aller rechtung und zugehört . . . habe er den egenanten bürgern ze Sant Galle 
umb zweytusent gtildin guter und giiber an gold und an gewicht recht und redlich ze kdffeo geben un 
sye 6ch desselben geltz von inen gentzüch gewert und betzalt. Darumb ho wölt er den egenanten vo 
Sant Gallen die vorgeschribnen ntittz, zins, gült und gftter und sunderlich daz burgstal Orimen 
stein mit aller zugehört, als vor ist bescheiden, hie vor gericht ledig und los uffgeben und wÖlt sie 
des alles entziehen und z5 der obgenanten von S an tg allen banden bringen, daz sy daran habent syet 
und liess an recht, wie er daz tön sölt^ daz es kraft haben mocht, doch daz es im anderschwa un 
an andern gutem, die er mit der band von manschafft wegen ze liehen hat und dise gftter noch difl 
kiff nutz anlanget noch anr&rt, kein schaden bringe, Do fragt ich urtel umb, und ward nach miii€ 
frag von erbeni lütten an gemeiner urtel erteilt: sid daz der obgenant jungher Jöry von End hie fj 
einem fryen gericht stfinde und öch daz vorbenant burgstal Grimenstein mit den vorge^cbril» 
nüttzen, Zinsen, gülten und gfitern, als vorstiid, ein teil sin eygen und ein teil sin erb und ein teil SL 
leben sint, wo öch er dann für mich in gericht dar stiin de und den egenanten von San t 6 al len dai 
selb burgsäss und die vorgeschribnen nütz, zins, zehonden, gülten und guter . . . eygen für eygen, er 
für erb, lehen für leben, mit niiner band ledig und los uffgäbe und sich des alles entzige und loppi 
wer ze sinne, daz er daz wol tfin möcht und daz öch er dann inen die vorgeschribnen giiter und di 
oOttz jeklichs verttgette an den stetten, da es hingehört und da man es verttgen soI, daz es damit gt 
krafft haben sölt. Do daz erteilt ward, do stund der obgenant jungher Jöry von End ollenlich fB 
mich in gericht dar und gab da ze des burgernieisters, des rättz und gemeiner burger ze Sant Galle 
banden wegen Ulrichen Fürer und Jobansen Bekeu, stattschriber, bürgere ze Sant Gallen, m 
miner band von des gerichtz wegen lettklich uif das vorgeschriben burgstal und burgsäss Grimeii 
stein, die vorgeschribnen viachentzen, nüttz, zins, zehenden, gülten und guter . . . und entzech sie 
des alles , . . Sunderlich do loppt der egenant jungher Jöry von End , , . recht wer ze sinne . . 
Es loppt öch der egenant jungher Jöry von End ♦ * ., die vorgeschribnen gülten, nütz und gftter . • 
den egenanten von Sant Gallen ze verttgen . . . Und do dis alles beachach . . ., do liessen die ol 
genanten Ulrich Fürer und Job ans Bek . . . an recht, ob inen daz gericht ein brief berurab gebe 
sölt. Der ward Öch inen nach miner frag . . - erteilt . , ., und sid daz jungher Jöry von End Züri 
gast ist, daz 6ch der billich sin insigel zu des gerichtz insigel henken sölt . . * 

Geben ... an dem viertzehenden tag höymanodes, 1418. Hie zegegen waren Heinrich Kao 
rer, Heinrich Üsinkon, Job ans Frund, Jobans von Wengy, Lütolt Grebel, Johan 
B r u n n e r , J o h a n s S t u k y , H e i n r i c h B r e n n i s e n , R i1 1 s c li m a n \V i d m e r und ander erber lüttei 
Stidtiltliiv 8t. Gällf D, Sj^italarrhii, Ir. B. 15, ir. 87. — - P e r g a m e n t - r i g i n a 1, E» aigeln der Schulthema fi\r daa Gerici 
und Georg von End; das erste Sigel hängt in Papier gewickelt, das zweite fehlt — Doraualnotiz: ,Item Ulric 
mm Brcnd, Jöry Giger xur Schurtau, Hana und JoÜ die Kuntzel zu Waltschußeiip Frantz und Job Pfiffe 
Ali Tachenrütti und Ulrich und Cünrat Giger in der Wurtaen hand ahgelöist nß dem hoff Tachenrflt 
TÜij Seh, Pfg. Coatentzer, 1 malter haiher Rinegger meß nach lutt ainß bneflfa alle gerech tikaitt» bo der ip^ 
gehept hitt der Kinsen halb, und iat der verkouff bescheclaen uff 1, tag Mertzen im 86. jar." ■ 

a) 1418. Jaul Z7^ (Zürich*) — Börgermeieter und Rat der Stadt Zürich setzen den Bürgermeister ui 
Rat au S t* G a 1 1 e n in Kenntnis, dass Junker Georg von End sie am heutigen Tag ersucht habe, in der Sache zu 
achen ihm und denen von St, Gallen zu sprechen, »nachdem und ir ze beider site dero utt uns komen sind*. Sie h&tt< 



1 




IZII Wamad UL Uld-Ui». 



A« Mf#^ Jkmuptm^ #• ~ ^roluTr ^t^ht^ v>» Ead iZui) «trih tot Heinrich Ehinger, Stadtammiim 
2iiC^a«^»ax. «m«a Srndcr W^^a^Ln «ane Tailmacfac aoa. üe läOO i. rfeäiL. welche die Stadt St Gallen an der 
Cantanm« Ar *Tri.ai!n<»a4T<eia soek fHJmiiirt; in Fwprty i g m ariniieii nd die Stadt hieranf um die ganie Summe 
roo W)0i ft. 1P4V1B SM 1. neDnai an •s^oi^ via lad anrfwütft ndi, n q[iiittieren, ferner die Ritter Konrad tob 
Frib«ri^ tiad tTLri^six T<ia Laadifmrxfr^. tob -iersa Seite ebi Teüder gCBaonten 1500 fl. ,in haft* ist, zu befriedigen 
and flbürhaopc aa «siwr iteüe m fiMdpfw 

SMiMtff 9LirikiLl|plriBifeBl1c.&.l^fc. flL — P«^rf anent-Orif inaL Ei ngeln Georg von End and Heinrich 
Ehinf^; h«ide äigel Bao^fen oflen. 



i) 1-Ü9. AagiBüt SSL — Boaer Caarad von Friberg m ^schow* entichlftgt sich gegenüber Bürger- 
meiiter and Ras der Stadt 5SL*7aIUn aUar «mer Aaipricfte auf die Beätnoig Grimmenstein, von der ,^in tail 
mir and minen oTHEn gaa tOIfii and awntyr ecwievil jann gaugcm ia( Tier fiUer wingdts ae rehtem j&rlichem zins, all 
die min brodM* lAlig' Barkars vom Frjb^rg crkofi kacs vim donen tim Eane omb tehjBhnndert rinischer goldin 

nach des hoptfariefb Lot oad ai^. das allea mich in ecbv wise aagefiaUen ist* — Da aber dieses Weingeld seinem 

Bmder and ihm menxere Jaiire iiisii'BrBiMh'ii «L ^daxomb ich den «dein Görien ron Enne, frye, mit dem obrosten 
hofgericht eriElegt and in in dieaeCben aoc bcadu kab. daranb ich arkdnd bab. die mir jeti zu ziten nit erfolgen noch 
werden mügint*. so habe er seil mit seiBem Sdraldfr wegen der 6üO fl. nad aller aa%eiaalenen Zinsen gfitlich vertragen 
und geeinigt, .^also das er die gentaüeh aad gar toa but abgei^SseC and wider a b g ek oifet hat'. — Sant Bartholomea 
anbent, 1419. 



SMtudif StCdn. Ijilillllii 1tt.l^lr.4L — Pergameat-OriginaL Neben Konrad von Friberg sigelt auf 
seine Bitte Bürgermeister and Rat der Stadt .jid BTbrach**: beide Sigel 



k) 141S. SeptoBllber S. St-CraDeB. — Freiherr Wilhelm Ton End bne) qnittiert die Stadt St. Gallen 
für die 1500 fl.. welche sie seinem Brader Georg für Grimmenstein noch scknldete, und zugleich für die ganze 
Kau&umme Ton "äOOO fl. g«näss der Volfanacht die sein Bruder, ..do er gen Priesen rait*^, ihm ausgestellt hat — 
Santgallen, «amstag Tor unser lieben Frowen tag ze herbst. U19. 

Stadtarchiv $tWlMuS|itlklYliv«Tr. 11». Ir.H — Pergament-Original mit offen bangendem SigeL 

1) 1419. SepteaaWr S. St.CralleB. — Ritter Ulrich Ton Landenberg, sesshaft zo Wülflingen, 
quittiert dio Stadt St. Gallen für 400 Goldgulden rhein., die sie ihm auf Anweisung des beroUrnächtigten Jnnken 
W i Ihtilm von Knd bezahlt hat für eine Schuld Georgs von End, wofür Ulrich Ton Landenberg auf die an St Gallen 
vorkauft^^n Oütor Georgn von Kud zu Grimmenstein »anlaiti* genommen und worüber er sich mit dem Schuldner auf 
4()0 II. gooinigt hattis l>aft\r onUagt jetzt Ulrich tou Landenberg gegenüber der Stadt St Gallen allen Ansprüchen auf 
(Um HurgMÜmi und dit^ Gütor au Grimmenstein. — Santgallen, samstag Tor unser lieben Frowen tag ze herbst, 1419. 

NMUrf klv Mt Ullfa, M^*I^^^V, Tr. IL 1^ Kr. 4L — Pergament-Original mit oflien hangendem SigeL 

hin tw Grimmonstoin gehörigen Besitzungen giengen später durch Verkauf über an den HL Geist-Spital za 
MI. (Uli (Ml, (I(h)i wunlo darüber erst längere Zeit nachher (1433. Mal Sl. St. Crallen) ein Brief au^^stellt, 
ilii4«itft Wdrilaiit wntfiM) vt^rsohirdener Abweichungen von der obigen Yerkaufsurkunde nachstehend mitgeteilt wird: 

«Wir (lur iMii'^iM'tiit^iHicr, raut und gemain burger zu Santgallen tünd kund und veijehin allermenglich mit 
(lUnfii l'ilofi* all«ti (l(Mi, di(^ in ansohont, lesent alder hörrent lesen, das wir mit ainhellem raute und zittlicher vor- 
linlfii^liliitiK'* ixi'l ^^^ <l^^** KÜt^n, do wir es mit reht wol getün mohten, durch unser, unser gemainen statt und unser 
fiN(>l(lt««fi((Mi i(i(W(tM und iMiHHiirM nutzos willen und meren und grossem schaden hiemit ze verkoment, disü nachgeschribnen 
yfiHliI /w)n|(, Ixtfiti. vorMtrolit, xt*honden, lüt und guter mit allen rehten und zügehürden, als das alles Tor ziten die 
)»fiif(.|iMlfl(*M fliMifi« (^ ( ()I'<^1 iiii^ Hans von Tobel, unser mitburger, von dem fromen, Testen und fryen herren junkher 
W iMichfiofi vcfi ICiifin und Agn('H(*n vonBussnang, siner elichen husfrowen, zu der egenamten unser statt banden 
((»«1 i{*'W«ll (»»li"t(lt(»l' lial»nn, nauh d<»H hoptbriefes lut und sag, von inen darumb besigelt geben: des ersten sechz pfund 
iitMifiNitf «/de» rnl.Miil'/dr iiilhiM und werung ewigz geltz und järlichz zins von, usser und ab dem hof ze HOcbst 
ifi Mnfil l<<l(Mf(« b)(( liMpd und IHK) andrU reht von dem vorst daselbst ze Höchst; aber ahtzehen Schilling pfenning 
{\m ^i,iuiHinni\**ii miMi'* MwiK* K«'!*'- v^" ""^^ usser Hüttenwis, die Ulrich Küster buwt; Bütten wis, die daran 
rihfhHi.l »l»(*''M w*' '^'•' («^cnanit Ulrich Küster halbes, was daruffwirt; vier mannmad uff demArbolt; vier manne- 
1 (fif ^ ^ih«f w)«oiii (l)(t wiMMi. die man nenpt Erlös, alles gelegen inSantJohans ze Höchst kirchspei, gelegen 



Konrad III. 1418—141». 



137 



di»ent Eines, aho verv Saat Hargretben kircbspel begrit't; den kelnbof und die akker^ die darin gehörrent, dero 
int by zwainzig jücharten. gerillt, zwing und benn, als verr Saut Margrehten kilcbtper begrift; das vorstrebt, ah 
rar der langet, mit diensten, mit bünren Ton menglicbem, der den Torst niisset und darinne sitzet, wem ouch der 
ittgvbdrt, der 80l und müss den vorst verdienen mit ainem tagwan und mit ainem vasnabtbiin; drü pfund pfenning 
4er vorgisachriben milns von der mali 7,e Sunt Mar gre theo; seche «cbiliing pfenning derselben münsa und ain malter 
biber jjlrliches gelte» von und iieaer der Rüti; zeben scbilling pfenning der obgenamten mimBs und zwaj bünr jBlrlicheB 
^ifi$. Ton nnd ueaer dem bof ze Kindrnti; zehen scbilling pt'enning und drn bunr von dem langen bomgurten;, den 
werchxehendfn balbeii in den vorgenant-en zwain kilclit^peln enbalb und di^balb dem Ein; sechz bönr jllrlicbz zin» nmer 
d«m bof xe Rumaschwend^'; item den wingarten ze Grimmenstain an der halden; den wingarten, den man 
nempt der Ger; den wingarten, den man nempt die Lind; den wingarten, den man nempt der Ober Scbwend; den 
wingarten, den man nempt der Hpiser; den wingarten, den man nempt der Mesner; den anger und die bofatatt, 
db da fftoeaent an den Mesner, gel ten t jär lieb zehen achilling pfenning und vier bünr; die wisen, die man nempt 
derGill: die egerdten in Manerowe; die wisen, die man nempt der G i 1 1 , by Sant G allen brunnen; zwaj bunr jär- 
liehen TOnGersehwendy; drü bünr järlicb von dem akker, den Haunn Stikel'^hat; den bomgarten an der burgbalden ; 
die garten by der bürg; des Ronera hof^tatt in dem vorhof. giltet järlicb zwen acbilling pfenning der vorgenamten 
m&iiM und zway bunr; daa gütli, das der Wagger batt. giltet järlicb Bluff ecbilling pfenning; zwen kmtgarten gelegen 
in der vorburg by Haintzlis bua; den zebendeu bülben uaser den vorgeaebriben wingarten und äkkern, die zu der 
rerty gehortend; zwen wint^rggel und den buwatadel und aliü die reht der viscbatz ob Hin egg hie diaent dem Ein, 
mit holtz, mit veld^ mit wunn, mit waiden, mit stegen . , ., alz wir da« t>isber inngebebt, berbraht und genossen babin, 
mea «täten, ewigen, iemerwerenden kouffea verkouffet, rebt und redlich verkouJt'et und ze kouffent geben habin und 
pb'm in kraft dis briefes tlir uns, iinser gemainy statt und unser nachkomen und mengliclien ze ünsert wegen den 
wbem und wiaen den maistern und pflegern dozemal geweaen, alz diser koutf besclieben ist, dea epitalz und baiigen 
Gaistea lü San tg allen an statt und in namen und zö de§<selben apitals handen und gewalt umb dril tusent Rintscher 
guldin guter an gold und vollen scb wärer an gewibt, dero wir gautzlicb ued gar von den egenamten pflegern und dem 
«pital üjgeriht und bezalt worden eint und an ünsem und unser gemainen statt offenn nutz komen sint und bewendet 
lind damit wir ünsem grossen schaden gewendet babin. Die vorgenamten Kit und guter und allü die etuk, »o davor 
gwn^Idt und geschoben aint, ain tail unser fry aigen gewesen ist und der ander tail leben von dem erwirdigen gotzhu» 
le Sant gtt 1 len. Also habin wir es allz gantzlich und gar ufgeben, gevertgot zu der egeramten maister und pfteger 
Qnd zd desselben spitalz banden und gewalt brubt nach dem rehten und an den atetten, da e^ wol kraft und niaht 
hiben sol und mag haben jetz und hernach, aigens nach aigens rebt und lehena nach lebenns relit, Ouch habin wir 
^ eutzigen und entwert, verzihin und entwereu Uns mit kraft dis briefz . . , .''^ Und won diaer vorgeschriben koutf 
^or etwa vil zitea beschehen und untz uff disen biitiigen tag, davon dis briefes datum wiaet, unverbriefct geweaen ist, 
''jfirmnb ze urkünd und merer, bensrer sioberhait die vorgeschriben kouffea ao gebin wir disen briefe bieniber geveatnot 
^^ besigelten iur uns, ün.«er gemaine statt und unser nachkomen mit unser statt insigel dem mindren, der geben ward 
**Santgallen an der haiigen uftart On.sera Heben berren Ibesu Cristy» nach gotz gepürt tuaent vierhundert jar und 
''^riificii in dem driasigoaten und dritten jare." 



^4 SetkAir - b) ¥»riiclit 



tiä W ikhtitU^njttitrtaul . 



Sta^tmhlf Si«&Ufi, ^pikbrehh, Tr. ft, II. Nr. U. 

Vgl. Urkdbch, IV. Nr. 2S72, S. 798. 



Pergament-Original mit offen bangendem beschädigtem Sigel. 



D^r Ritter Walther von Bussnang versehreibt seinen Kindern Ulrich und Elisabet 
■ So Pfund Pfenning und gibt ihnen dafür die Einkünfte gewisser Güter zum 



1418. Anintitt 1. 



Ich Wftlther von Bussnang, frier her, ritter, kund und vergich . . ., daz ich . , , mit wissen 

ttiiner lieber vettern Cfiiinratz, AI brach tz und Walthers von Bussnang, gebr^der, frie heren, 

und mit wissen miner ochinn Walthers von der Hocbencling und Wilhelms von End, bald frie 

ikeren, minen kinden Ulrichen und ElisabethLMi, die ich hab by Annen Wälhinen, geben, gefügt 

18 



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]40 Konrad III. 1418—1419. 

sunderliche dienst und wolgefallen. Geben zuWingarten, des sampstags nach sant Bartholomes 

apostols(!), unserr riche des Ungrischen etc. in dem XXXII. und des Römischen in dem achten jarev^. 

Unsem und des richs lieben getruen burgermeister und rate der stat zu Sant 6 alle -k^. 

StaltarchlT 8t (Mlei, Tr. VII, Fase 1, Hr. 1. - Regest: Altmann, Nr. 3428 A. — Papier-OriginaL Der Brief w^r 
durch das kleinere königliche Sigel geschlossen. — Kanzleiunterfertignng: Ad mandatnm domini regis Panlm^ia 
de Tast (Tust?). 

S7S9. — 1418. Angust 29, Schwarzenbach. — Freiherr Wolfram von Hewen verkauft ^i, 
seinen lieben Vetter Graf Friedrich (VII.) von Toggenburg die Vogtei in .Gegenhartzbftch.*, 
die ihm bei der Erbteilung mit seinem Bruder Peter von Hewen selig zugefallen ist, mit allen 
Rechten und Zugehörden um 700 fl. rhein. Er gibt dem Grafen die Vogtei an offener, freier Reiche« 
Strasse auf und fertigt sie zu dessen Händen. — Schwartzenbach uff miner vesty, mändag nScii 
sant Bartholomeus tag des hailigen zwelf hotten, 1418. 

StiltttrtiiTStCMlei, C. C. S. A. 1. — Regest nnd erklärende Bemerkung: Wartmann, Das Lütisburger Copialbnch 
(St. Galler Mitteilungen, Bd. XXV) Nr. 47, S. 158. — Pergament-Original; das Sigel h&ngt eingenäht. 

3730. — 1418. September 1. Wil. — Wernher Zehender von Pfullendorf, öffenÜicher 
Schreiber (^prothonotarius'^) des Gotteshauses St. Gallen, vergabt zu seinem, seiner Gattin Elisabeth, 
ihrer beider Eltern, Vorfahren und Wohltäter Seelenheil: 1) dem Spital der Armen und Kranken in 
der Stadt Wil die Besitzung in Horwen, die er von den Brüdern Johann und Ulrich Sari (Sani) 
um 150 8^ Heller, und den Zehnten zu «Dietenwille*, den er von Ulrich Estrich um 69 ff 
Heller für den Spital erworben hat, mit der Bedingung, dass durch die Spiti^P^eger an den Jahrzeiten 
der erwähnten Personen den Armen an öffentlich verkündigtem Spendtag (,in larga publice proclamanda' ) 
vor dem Spitaltor 6 Viertel Weizen Wiler Mass in daraus gebackenen Broten und dem Leutpriester in 
Wil 18 /^, seinem Helfer, dem Frühmesser, dem Pfründer des Altars der h. Maria und dem Schul- 
meister in Wil, jedem dieser vier, je 1^ C. /^ gespendet werden sollen; — 2) von dem Oberen Stein- 
haus und dem Platz in Wil — stosst einerseits an Ulrich Gfttensedlers, anderseits an Johaau 
Töbellis Haus — , das er an die Leutpriesterei in Tünbrunnen verkauft hat, an seiner, seiner 
Gattin und ihrer Eltern Jahrzeit dem Leutpriester in Wil 18 /^, den andern vier genannten Personen 
je 1 ^ G. /^ und den geistlichen Frauen in der Samnung ausserhalb der Mauern der Stadt Wil an 
ihren Tisch 4 Viertel Weizen Wiler Mass jährlichen Zinses; — 3) aus seinem Untern Steinhaus 
und Platz zu Wil — stosst einerseits an Heinrichs in der Halden, anderseits an Meister Engel- 
harts, des Chirurgen, Haus — 1 Scheffel Weizen Wiler Mass dem Pfründer des Altars des h. Jo- 
hannes Evangelista, jedoch mit dem Vorbehalt der Rücklösung um 10 ff C. /^ : — 4) dem Frühmesser 
oder Pfründer des Altars der h. Katharina in Wil nach seinem Tod seinen Garten oder Obstgarten i 
zu Wil — stosst einerseits an den Graben der Oberen Vorstadt, anderseits an Johann Klingers 
Obstgarten — - unter Vorbehalt der Nutzniessung bei Lebzeiten. 

An diese Vergabungen wird die Bedingung geknüpft, dass von den genannten Priestern und andern 
Personen zwei Jahrzeiten begangen werden, die eine für den Stifter selbst, seinen Vater Wernhe^ 
Zehender, seine Mutter Ursula Zehenderin, seine verstorbene Gattin Elisabeth und deren Elte«^ 
Konrad und Adelheid Wattendaler, die andre für seinen Bruderssohn, den verstorbenen Priest^^ 
Johannes Zehender, und für seine Brüder Konrad, des Priesters Vater, und Johannes Zehende '^* 
Für die Begehung dieser Jahrzeiten, wobei auch der Pfründer des Altars der h. Agatha in Wil, fall^ 
dieser einmal dotiert wird, mitzuwirken hat, werden detaillierte Anordnungen getroffen, deren Versäum«. '•^ 



Konrad m. 1418—1419. 



141 



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den teilweisen ofitT gänzlichen Verlust der Einkünfte für d)i.s lietreffende Jrihr mich sich zieht. Bei 
diesen Anniversarien hat auch die Brotspendung an die Armen durch die Spitalpfleger Rtattzofinden, und 
2war bei der ersten Jahrzeit von 1 ScliefFel, bei der zweiten von 2 Vierteln Weizen. 

5) Endlich vergabt Wernher Zehender noch der St. Peter- Pfarrkirche und der St. Nikolaus- 
Kirche in Wil ein neues um 23 fl. gekauftes Missale und eine vergoldete gläserne Monstranz^ für Auf- 
nahniie der Hostie an Fronleichnam bestimmt und für 17 « ^ Heller gekauft, damit durch den Leut- 
priester der Kirche jeden Sonntag auf der Kanzel seiner und seiner Gattin als Spender ewiger Almosen 
an die Kirche gedacht werde. ^ Wil, in der Sakristei der St. Nikolauskirche, 1418, September 1. 

Stadlircbiv Wil, HclDbl. Vll, Ar, L— Pergameot-Original, ausgeatellt und mit seinem Notariatizeichen ^eraehen 

«Johannes Piatoris de Gossow, clericus Conistantienaia djocesig, poblicus imperiali auct^ritate Botariua 

tos*.— Der VergÄlumg wohnen ala Zeugen bei Heinrich Roggwiller, „cuntoH*» und Rudolf Tettik ho fer, 

li^ide Kanoniker der Coli egiatkirche des h, Pelagius /u BischofzeJl. Johanne« Fuchs, Leutprieater der Kirche. 

Johannes Sc hmid* Pfründer des Altars der h. Maria, Johannes Metxger, Priester» Hermann Kiipferachmid, 

Burger (oppidanns), und Rudolf Rudeller. Mensmer in WiL 

2731. — 1418. September 33. — Graf Rudolf von VVerdenberg verpfändet den Geschwistern 
'Ani, Haini^ Greta und Anna Hart mann um 25 ff ^ C. iL den halben Hof zu Brunnen mit 

allen Rechten und Zogehörden, unter Vorbehalt der Rücklö.sung ; bei derselben sollen die von den 
Geschwistern auf dem Hof aufgerichteten Bauten nach dem Spruch von vier ehrbaren Männern aus- 
gelost werden, oder die Geschwister sind berethtigt, sie von dem Hof wegzuführen, zu verkaufen oder 
sonst darüber zu verfügen. Die vier Geschwister haben von diesem halben Hof jährlich auf Martini 
15^ ^ C. M. Zins und den Zehnten auf die Burg zu Kheinegg (Rinegg) zu bringen. Wird der Hof 
gelöst, so soll der Graf ihn den Geschwistern um den alten Zins zu Lehen geben. — Sant Maurieius 
tag, 1418. 

^Lundhia^rlliv ipiM^nz« II 1. IL — Pergament-Original; das iSigel hängt eingenäht. 
I ÄVSÄ. — 1418. September 37. St. Galleiu Künzli Schorant, der Metzger, Bürger von 
St, Gallen, verkauft an Heinrich Koler, Bürger von Constanz, um 20 ff -^ einen jährlichen 
Ziös von 1 ff ^ C. M., den er selbst erkauft und innegehabt hat „ab und usser Jäcli Stillenfritags 
akker ze Tornnen vor der statt ze Santgallen gelegen, — der ainhalb stosset an Ulrich Furers 
j^te, anderthalb an des Wartmanns grüben und ze der dritten siten an die Strasse", — ein Lehen 
des Gotteshauses St. Galler. — Santgallen, zinstag vor sant Michels tag des hailigen erzengels, 1418. 

^t«dtarrlii¥ %L flalleo, Spitalartlih; onrrfriitnerte UriiJidf. — Fe r g am e n t - r i g i n a 1 : da^ Sigel ist abgefallen. 

2733. 1418, Oetober 15. — Die Äbtissin Verena (L) und der Convent von Maggen an 
gebeu dem Grafen Friedrich (VII.) von T o g g e n b u r g M a r g a r e t a , die Tochter H ä n s 1 i s selig 
aas Diesselbach, Gattin des Rödi Zetzirütiner des Jüngern von Helfentswil, eine Leibeigene 
Ares Gotteshauses, und alle Kinder aus dieser Ehe in Tausch gegen Margaret», die Tochter Rftdis 
Aderstaig selig, Gattin des Rödi Frig von Eschlikon, — Sant Gallen abent, 1418. 

ftti(tiar«lhKt.4iallmJK U. ^. 111. — Pergament- Original mit offen hangenden Sigehi. — Ebenda \i).D.2. D 2) 
eiMx Gegenbrief des GraiVn Friedrich (YIL) von Toggenburg vom gleichen Datum. — Pergament- Original mjt 
der Variante: , . . „Margareten, wüent Rödis Aderataig ääligen elichen tochter, dem man sprach WaiheP* . , . 

2734. — 141S. Oi^tober 15. ronstail^. — Johannes Thiliger, Baccalaureus in artibus, 
der kürzlich selbst und für deu auch Junker ,Prun berger* und Meister Hans, der alte Schul- 
JJieister zu Constanz, mit Burgern und Ratsgesellen von St. Gallen geredet haben ,von eüwer schule 



142 



Konrati IIL Hl^ 1419 



wegen zu Sand Galle ik der ich truwet und hotte wol vor '/ä\ sein*, bittet Bürgermeister und Rat 
von St. Gallen, ihm ihre Meinung in dieser Suche kund zu geben, unter Ziisichenmg getreuen Dienstes. 
— Constantz, samstag vor Galli, anno XVII1°. 

Saminhnjr des ßiwtrtriwlipn Vere in» St. iMtn, — Papier-Originiil mit Sigelspar. 

2735. — 141N* Oetober 30. St. (wallen, Hans Gnäpser von SL Gallen verkauft au 
Hans Hürus, Bürger zu Con^tanz, den Hof Germ ish aus en iGermisshusen), Lehen des Gottes- 
hauses St. Gallen, mit andern Höfen und den Zehnten, die dazu gehören, und die Vogtei d&selbst, Lehen 
des Grafen F ri edr i t5h (VlLj von Togge nb u r g, mit Gericht, mit Vogtrecht und mit allen andern _^ 
Ehehaften und Sachen, um 800 U Heller. Die Fertigung beider Lehen ist in aller Fonn Rechtens . ar^ 
erfolgt^ und ausser dem Verkäuier hitl>eu auf dessen Bitte der Bruder seiner Mutter selig, Klaus Ffigli,,.^^ , 
ferner seine Brüder Hug und Ulrich die Gnäpser Währschaft gelobt. — Santgallen, donratag ^gsf 
nach sant Gallen tag, 1418. 

Slift8irfliiv SL U\ka, L L K. 2. l^ e r g a m *? n t - ( > r i g i n h 1. Es !*igeln für Hans und Ulrich Gnäpaer ihr Bmder Ulricl ■ m 
Estrich, ferner Claus Fugli und Hug trnö.pBer; die Sigel bangen eingenäht, ^H 

27S6* — 1418. OetoUor 2L Nt.ftaHen. - Kourad Jeger, Bürger von Si Gallen, ver 

kauft, um seinen grossen Schaden zu wenden, an Heinrich Koler, Metzger, Burger von Constanz« , 

um 20 u -^ einen jährlicheu Zins von 1 u ^t C. M, ,ab und usser niinera berge, den man nemefl^ 
Schoran tz Hind raber g, gelegen uff sant Man genberg, und ainhalb stosset an das Hätterna^«, 
anderthalb an Hoptlisberg und ze der dritten sidten an die lantstrasse*, ein Lehen des Kloster 
St, Gallen, - Sautgallen, fritag nach sant Gallen tag, 1418. 

Sttdtarfhll' St«ftllpn,Spilalarrhiv, Tr. K. lä, il LSr.l— Pergu ment-Original. Für den Verkäufer »igelt Hans Entsis- 
wiler» Unt^^rvogt äu 8t. GaH«?ii; das Sigel ist beechädigt und vom Pergamentbande abgefallen. 

S737* — 141fS* NoTeniber 7, Graf Friedrich [VlLj von Toggeuburg berichtet dem 
Bürgermeister von St. Gallen, Rfidi Wigaud, »der unser", behaupte, »wie das im der Appen- 
tzeller gelten .solle von aine.s pfiirides wegen", und bittet nun, der Bürgermeister möge mit dem 
Beklagten und dessen Vater reden, „das sv den üusern usrichtent und unklagbar machen*, — Mendag 
vor Martini, anno etc. XVUL 

Skdtarr hiv St. ftalkn, Tr. T, Ir, 18, K — Papier-OrigintiL ehemala mit kleinem grünem Wach&sigel geschloBeen. 

2738- — 141H. November 34. — Bürgermeister und Rat zu Consta uz richten an Bürgermeister 
und Rat zu St. Gallen die Aufforderuug, da der Zins, den die Grafen Rudolf und Wilhelm von 
Montfort, Herren zu Tettnang, gemei nen Städten schulden, nun fiir zwei Jahre ausstehe und 
man berechtigt sei, auch wegen des Hauptgutes zu mahneu, darüber Rats zu pflegen, ob man nur um 
den Zins oder auch um das Hauptgut mahnen wolle ^ und darauf einen Ratsboten mit Vollmaclit zu einem 
Tag der Städte nach Consta nz zu senden ^uft' den nechsten fritag nach sant Andraß tag ze naht 
hie zu sind, morndes darüber ze sitzend*. — Sant Katherinen abend, 1418. 
St^tjtrrtiv St. fiaUfi, li»tiv(»D im ik Mrhundrft.s, - P a p i f' r - r i g i n a 1 mit Sigelresten* 



ä739p — 141!K Januar 33, St.GalleiK — Abt Konrad fllL), „von Gotts gnaden abbt ze 
Pegow, erweiter und versehener dez gotzhus ze Santgallen ^'^ erneuert dem , Peter Stülingern, 
C 1 a w s e n S t ü 1 i n g e r u ze P f a f f e n w i 1 1 e r im B r i ß k o w " ehelichem Sohn, an seines Vaters St^tt die 



4 




144 Heinrich IV. 1419-1426. 

eandem, nos de persona dilecti filii Conradi, abbatis monasterii Pigayiensis, dicti ordinis, Merse- 
burg ensis diocesis, eidem monasterio sancti Galli de fratrum nostrorum consilio providimus ipsom- 
que illi prefecimus in abbatem. Nuper vero per nos intellecto, quod provisio et prefectio predicte non 
ad commodum sancti Galli, licet ad dispendium Pigaviensis monasteriorum predictorum cederent 
ipseque eciam Conradus, abbas, Pigaviensi, cuius regimini a longis retroactis temporibus et etiam 
post Provisionen! et prefectionem predictas continue intenderat et intendere desiderabat Deo sibi pro- 
picio, et non sancti Galli monasteriis eisdem utiliter et commode proficere et preesse posset, nos eim- 
dem Conradum, abbatem, ad prefatum monasterium Pigaviense eiusque regimen et gubernationem 
in eo statu, in quo tempore provisionis et prefectionis predictarum erat, de dictorum fratrum consilio 
auctoritate apostolica restituimus sibique concessimus, quod ipsum monasterium Pigaviense in spiri- 
tualibus et temporalibus regere et gubemare valeret et deberet, ac si de persona sua prefato monasterio 
sancti Galli minime providissemus, prout in nostris inde confectis litteris plenius continetur. Cupientes 
igitur, dicto monasterio sancti Galli, ne longioris vacationis exponeretur incommodis, per operationis 
nostre ministerium salubriter providere, post deliberationem, quam de preficiendo eidem monasterio 
sancti Galli personam utilem et etiam fructuosam cum dictis fratribus habuimus dUigentem, demum 
ad dilectum filium Henricum Mangistorf f, abbatem dicti monasterii sancti Galli, tunc prepositum 
prepositatus in Skolen, dicti ordinis, Nuemburgensis diocesis, in sacerdotio constitutum, cai de 
religionis zelo, litterarum sciencia, vite mundicia, honestate morum, spiritualium providencia et tem- 
poralium circumspectione aliisque multiplicium virtutum donis apud nos fide digna testimonia perhi- 
bentur, convertimus oculos nostre mentis. Quibus omnibus debita meditatione pensatis de persona ipsius 
Henrici Mangistorf f, abbatis, nobis et eisdem fratribus ob dictorum suorum exigentiam meritorum 
accepta, eidem monasterio sancti Galli de dictorum fratrum consilio auctoritate predicta providimus 
ipsumque illi prefecimus in abbatem curam et administrationem ipsius monasterii sancti Galli sibi in 
spiritualibus et temporalibus plenarie committendo firma spe fiduciaque conceptis, quod dirigente Domino 
actus suos dictum monasterium sancti Galli per ipsius Henrici Mangistorf f, abbatis, diligencie 
Studium fructuosum regetur utiliter et prospere dirigetur ac grata in eisdem spiritualibus et tempor&Ubns 
suscipiet incrementa. Quocirca universitati vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus eundem 
Henricum Mangistorf f, abbatem, devote suscipientes et debita honorificencia prosequentes ei fideli- 
tatem solitam necnon consueta servicia et iura a vobis sibi debita exhibere integre studeatis, alioquin 
sentenciam sive penam, quam ipse Henricus Mangistorff, abbas, rite tulerit seu statuerit in rebelles, 
ratam habebimus et faciemus auctore Domino usque ad satisfactionem condignam inviolabiliter obser- 
vari. Datum Florencie, idibus Marcii, pontificatus nostri anno secundo. 

Stiftsuthiv StdaUen, A. 1. 0. 1. — Pergament- Original mit Bleibulle an Hanfsehnur. — Vermerke: Rechts unten 
aaf dem Bnge: „Gratis de mandato domini nostri pape Joannes Worchem*'. — (ranz links unten, unter demBnge: 
,G(ratis) de mandato domini nostri pape B. de Pistorio." — Auf dem Rücken: R. W. (das W klein in das R eingeschrie- 
ben), bei den Sigelschnüren : „Tremosnicz*. 

Vgl. hiezu folgende Eintragung im Lehenbuch Abt Heinrichs IV.: ,Jn Gotts namen, amen. Anno domiu 
miUesimo quadringentesimo decimo nono^ nochdem als myn herre abbtHainrich dez gotzhus ze Santgallenb^ 
stätiget wurden ist, so hett er disse nochgeschreben lehen gelihen: Her Hartmann von Prachsperg, ritter. Am 
donstage vor Letare zer mittvasten kam f&r mynen herren abbt Hainrich dez gotzhus zeSantgallen her Hartman 
von Prachsperg, ritter, ze Fflorentz in sin herberg" etc., worauf die Belehnung des Ritters mit den Festen w 
Prassperg, Ratzenriet und Haldenberg und mit einem Haus zu Wangen, was alles schon der Vater des 
Ritters, Eonrad von Prassberg zu Lehen gehabt hatte, folgt. 

Stift8arcliv8t.(2allei, Lekeiirelüv, Bi 74, S. S45. — Gleichzeitige Eintragung. 



Heinrich IV. 1419—1426. I45 

S74S« — 1419. März 18. — „Johans von Watte, Hainis sälgen von Watte* ehelicher Sohn, 
apfängt den Hof Albenberg — „der ainhalb stosset an Watte, anderthalb an Riedren und ze 
5r dritten sidten an Riedrer holtz" — mit allen Zugehörden von den Meistern und Pflegern des 
I.Geist-Spitals zu St. Gallen, Georg Blarer, Ulrich ab dem Berg und Rudolf Schlaipffer, 
1 einem Erblehen um einen jährlich auf Martini zu entrichtenden Zins von 6 Malter beiderlei Kornes 
•t. Galler Mass, 1 S^ /^ C. M. und 4 Herbsthühnern. Sollte der Zins so lange ausstehen, dass „zwen 
ins den dritten ergiengint*, so fällt der Hof an den Spital zurück. Will ein Teil von seinen Rechten 
zurücktreten, so steht dem andern der Vorkauf, 5 ß billiger als andern, zu. — Samstages nach sant 
ßerdruten tag in der vasten, 1419. 

SU^tirekiT StCialkll, Spitalarekiv, Tr. €. 7, Hr. 2. ~ Pergament-Original. Für Johann von Watt sigelt Haintzli 
Zili. Bürger zu St. Gallen; das etwas beschädigte Sigel hängt offen. 

»743. 

Papst Martin (V.) beauftragt den Propst der Kirche St. Felix und Regula in Zürich, 
alle dem Kloster St. Gallen unerlaubter Weise entfremdeten Güter und Rechte 
Avieder an das Kloster zurückzubringen. 

Florenz. 1419. Mära 1^7. 

Martin US episcopus, servus servorum Dei, dilecto filio . . preposito ecclesie sanctorum Felicis et 
Begule, prepositure Tliuricensis, Constanciensis diocesis, salutem et apostolicam benedictionem. 
Ad audienciam nostram pervenit, quod tarn dilecti filii . . abbas et conventus monasterii sancti Galli 
de Sancto gallo . . . quam predecessores eorum, qui pro tempore fuerunt, deeimas, primicias, census, 
redditus, terras, domos, vineas, villas, possessiones, casalia, prata, pascua, silvas, grangias, nemora, 
molendina, piscarias, piscinas, stagna, lacus, aqueductus, legata, pensiones, iura, iurisdictiones et que- 
dam alia bona ipsius monasterii datis super hoc litteris, confectis exinde publicis instrumentis, inter- 
positis iuramentis, factis renunciacionibus et penis adiectis in gravem ipsorum abbatis et conventus 
ac monasterii lesionem nonnullis clericis et laicis, aliquibus eorum ad vitam, quibusdam vero ad non 
modicum et aliis perpetuo ad firmam vel sub censu annuo concesserunt, quorura aliqui dicuntur super 
hiis confimiacionis litteras in forma communi a sede apostolica impetrasse. Quia vero nostri interest 
super hoc de oportuno remedio providere, discrecioni tue per apostolica scripta mandamus, quatenus 
ea, que de bonis ipsius monasterii per concessiones huiusmodi alienata inveneris illicite vel distracta, 
Don obstantibus litteris, instrumentis, iuramentis, renunciacionibus, penis et confirmacionibus supradictis 
ad ius et proprietatem eiusdem monasterii legitime revocare procures contradictores per censuram 
ecclesiasticam appellacione postposita compescendo, testes autem, qui fuerint nominati, si se gratia, 
odio vel timore subtraxerint, censura siraili appellacione cessante compellas veritati testimonium per- 
iibere. Datum Florencie, VI. kalendas Aprilis, pontificatus nostri anno secundo. 

Der Text dieser päpstlichen Bulle ist inseriert in einer Urkunde, wodurch Leon hart Most hardi, Propst der 
Kirche St. Felix und Regula zu Zürich, den Meister KonradElias von Laufen, Domherr und bischöflichen 
Official zu Constanz, mit der Ausführung der päpstlichen Verfiignng betraut (Zürich. 1419. Mai 30.): 

Venerabili ac exiraie pericie viro domino magistro Conrado Elye de Louffen, decretorum doctori, egregio 
canonico ecclesie necnon*' officiali curie Constanciensis, Leonhardus Mosthardi, eciam decretorum doctor, 
prepositus ecclesie sanctorum Felicis et Regule, prepositure Thuricensis, Constanciensis diocesis, iudex 
oniens ad infrascripta ac ad ea et, ut in subscriptis litteris apostolicis continetur, auctoritate sedis apostolice deputatus, 

19 



1 46 Heinrich IV. 1419—1426. 

salutem in Domino cum desiderio complacendi nostrisque, ymmo yerius apostolicis commissioni et mandato in hac part« 
firmiter obedire. Noveritis nos litteras apostolicas . . . domini Martini, digna Dei Providentia pape qointi, eins vera 
bulla plmnbea in fills canapis more Romane curie bullatas ac omni prosus vicio et snspicione, prout prima fade 
appamemnt, carentes ex et pro parte venerabilis et religiosi in Christo domini abbatis et conTentna monasterii sancti 
Galli . • . pro eamm execncione humiliter nobis presentatas, cum ea, qua decuit, reverencia recepisse tenorem, qni 
sequitur, continentes: Martinus episcopuR etc. 

Post quamm quidem litterar um apostolicarum pretactarum presentacionem et recepcionem pro parte domini 
abbatis et conventus monasterii sancti Galli prefatorum debita cum instancia requisiti fuimus. ut ad execncioDem 
earundem prescriptarum litterarum apostolicarum iuzta commissionem in eisdem a dicta apostolica sede nobis £Eictain 
procedere dignaremur. Nos vero mandatis apostolicis tamquam obediencie filius in hiis et aliis semper obtemperare 
cupientes, prout tenemur, sed quia diversis nostris et ecclesie nostre pretacte arduis prepediti negociis qnidem ad preseiu 
eisdem intendere non valemus, de circumspectione, peritia et legalitate vestris plenam in Domino fiduciam obtinentes 
venerabilitati vestre vices nostras in hac parte, donec et quousque eas ad nos duxerimus revocandas, committima« 
ipsasque ac auctoritatem nostram huiusmodi subdelegamus presencium per tenorem. Vos nichilominus requirimas et 
monemus, ymmo eciam auctoritate apostolica, qua in hac parte fungimur, firmiter et districte precipiendo iniungimas 
vobis atque mandamus, quatenus de hiis vos intromittentes in causa huiusmodi iuxta vim, formam et tenorem dietamm 
litterarum apostolicarum procedatis facientes, quod decreveritis, per censuram ecclesiasticam firmiter observari, testes 
autem, qui fuerint nominati, si se gratia, odio, timore vel amore subtraxerint, compellatis per censnram ecelesiasticam 
dicta apostolica auctoritate ^^ veritati testimonium perhibere. In herum igitur testimonium evidens atque robur omnimn 
et singulorum premissorum sigillum prepositure nostre memorate presentibus nostris litteris duximus appendendam. 
Datum Thuregi, IIP kalendas lunii, anno Domini millesimo CCGG'"** decimo nono, indictione XII"^. 

a) .nnon** mit fiberfeMhrieb«neni e und AbkQrzungfstrieh. — b) Dahinter Ist .spoctolie»* irrtOmlieh noehmala g^Mtst. 

StiftsuthlTSttolleD, B. 2. €. 7. — Pergament-Griginal; das Sigel hängt eingenäht an Pergamentstreifen. 



2744. 

Papst Martin (V.) bestätigt die Rechte und Freiheiten des Klosters St. Gallen. 

Florenz. 1419. Härs 31. 

Martinus episcopus, servus servorum Dei, dilectis filiis . . abbati et conventui monasterii sancti 
Galli deSanctogallo . . . salutem et apostolicam benedictionem. Cum a nobis petitur, quod iustum 
est et honestum, tarn vigor equitatis quam eciam ordo exigit racionis, ut id per solicitudinem officii 
nostri ad debitum perducatur eflfectum. Eapropter, dilecti in Domino filii, vestris iustis postulacionibus 
grate concurrentes assensu, omnes libertates et immunitates a predecessoribus nostris Romanis ponti- 
ficibus sive per privilegia vel alias indulgencias vobis et dicto monasterio vestro concessas necnon 
libertates et exempeiones secularium exempcionum a regibus, principibus vel aliis Christi fidelibus 
racionabiliter vobis et dicto monasterio vestro indultas*\ sicut ea iuste et pacifice** possidetis, vobis et 
per vos eidem monasterio vestro auctoritate apostolica confirmamus et presentis scripti patrocinio com- 
muniraus. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre confirmacionis et communicionis 
infringere vel ei ausi temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignacionem 
omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli, apostolorum eins, se noverit incursurum. Datum Florencie, 
II. kalendas Aprilis. pontificatus nostri anno secundo. 

a) Auf RsAur. 

Stiftsarchiv St Gallen, A. 4. B. 28. — Pergament-Original mit Bleibulle an gelb-roter Seidenschnur. — Kanzlei- 
vermerke: Links unter dem Buge: Ap . . . B. de Pistorio, G. Colini; auf dem Buge: Flo(rentie); rechts anf 
dem Buge: lofannes) Ibsung. — Dorsualnotizen: Links oben: Pro domino L.(?) per Petra, in der Mitte: 
loannes Carpen tarii, bei den Sigelschnüren : Petrus(?). 



Heinrich IV. 1419—1426. 147 

»745. 

Jardinal Franciscus, als Stellvertreter des Cardin alkämmerers Amedeus de Salutiis, 
rlässt dem Abte Heinrich (IV.) von St. Gallen die Abgaben an die Cardinalkammer. 

Florenz. 1419. April 5. 

Franciscus, miseratione divina tituli sancte Crucis in lerusalem presbyter, cardinalis 
enetiarum vulgariter nuncupatus, camerariatus officium sacri coUegii reverendissimomm patrum 
ominoram sancte Romane ecclesie cardinalium regens in absentia reverendissimi patris dominiÄmedei 
eSalutiis, diaconi cardinalis, eiusdem coUegii camerarii, universis presentes litteras inspecturis salutem 
a Domino. Universitati vestre notum facimus per presentes, quod reverendissimi patres domini sancte 
lomane ecclesie cardinales attendentes damna et iacturas, que monasterium sancti Galli de Sancto- 
jallo . . . substulit temporibus retroactis, venerabili patri domino fratri Henrico, abbati modemo 
monasterii predicti, comune et minutum servitia camere ipsius coUegii ratione promotionis dicti domini 
abbatis debita concorditer remiserunt et nos denuo de prefati collegii unanimi voluntate remittimus 
ipsumque abbatem de ipsis comuni et minuto, ac si illa realiter persolvisset, tenore presentium libera- 
mus, absolvimus et quitamus. In quorum testimonium presentes litteras fieri fecimus et sigilli came- 
rariatus officii iussimus appensione muniri. Datum Floren tie, die quinta mensis Äprilis, pontificatus 
sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Martini, divina Providentia pape quinti, anno 
secundo. 

Stiflsarehiv 8t. fialien, A. 1. C. 2. — Pergament- Original; das Sigel hängt eingenäht. — Eanzleivermerke: rechts 
auf dem Buge: Io(anne8) de Reate, unter dem Buge: fl. ij, gr. ij. — Registraturvermerk: R^. 

/S746. — 1419. April 5. Kloster St. Johann. — Abt Ulrich (II.) und der Convent des Gottes- 
hauses St. Johann im Turtal verkaufen an die Priorin und den Frauenconvent zu Wil um 8 'S ^ 
CM. das sogenannte Johannergut zu Buwil (Büwille), unter And wil (Annwille) gelegen, das 
jetzt Uli Köchli baut. Der Frauenconvent hatte seinerzeit von Abt Rudolf einen ewigen Zins von 
4Mutt Kernen Wil er Mass aus diesem Gute gekauft, das nun aber darüber hinaus dem Kloster St. Johann 
nichts mehr eintrug. — St. Johans, mittwoch vor dem balmtag, 1419. 

StiflnrekiT St (hdlei, Ciregistriert Hr. 100. — Pergament-Original; das zerbrochene Abtsigel hängt eingenäht, das 
Confcntsigel offen. — Vgl. ürkdbch. IV, Nr. 2188, S. 586. 

»747. 

Bischof Ludwig von Mageion, als Stellvertreter des Erzbischofs von Narbonne und 

päpstlichen Kämmerers Franciscus, erlässt dem Kloster St. Gallen im Namen des 

Papstes Martin (V.) die schuldige Abgabe von 200 Goldgulden. 

Florenz. 1419. April 6. 

Universis et singulis presentes litteras inspecturis Ludovicus, Dei gracia episcopus Magalonensis, 
reverendissimi in Christo patris et domini domini Francisci, miseracione divina archiepiscopi Nar- 
bonensis, domini pape camerarii, in camerariatus officio locumtenens, salutem in Domino. Ad universi- 
tatis Yestre noticiam deducimus per presentes, quod sanctissimus in Christo pater et dominus noster 
dominus Martinus, divina providencia papa quintus, supplicationibus pro parte venerabilis viri domini 
&atrisHenrici, abbatis monasterii sancti Galli, ordinis sancti Benedicti, Constanciensis diocesis, 
sibi oblatis graciose inclinatus ac dampnis ex miserabili — proch dolor! — incendio in dicto monasterio 
dudum facto causatis precompaciens eidem ducentos florenos auri de camera, in quibus pro suo communi 



146 Heinrich IV. U19— 1426. 

salutem in Domino cum desiderio complacendi nostrisque, ymmo verius apostolicis commissioni et mandato in hac parte 
firmiter obedire. Noveritis nos litteras apostolicas . . . domini Martini, digna Dei Providentia pape quinti, eiuB vera 
buUa plumbea in fills canapis more Romane curie buUatas ac omni proeus yicio et auspicione, prout prima £acie 
apparuenint, carentes ex et pro parte yenerabilis et religiosi in Christo domini abbatis et conyentns monasterii sancti 
Galli . • . pro earnm ezecucione humiliter nobis presentatas, cum ea, qua deeuit, reverencia recepisse tenorem, qni 
sequitnr, continentes: Martinus episcopuR etc. 

Post quarum quidem litterar um apostolicamm pretactarum preRentacionem et recepcionem pro parte domini 
abbatis et conyentns monasterii sancti Galli prefatorum debita cum instancia requisiti fuimus. ut ad execadonem 
earundem prescriptarum litterarum apostolicamm iuxta commissionem in eisdem a dicta apostolica sede nobis factam 
procedere dignaremur. Nos yero mandatis apostolicis tamquam obediencie filius in hiis et aliis semper obtemperare 
cupientes, prout tenemur, sed quia diversis nostris et ecclesie nostre pretacte arduis prepediti negociis qoidem ad preoeni 
eisdem intendere non yalemus, de circumspectione, peritia et legalitate yestris plenam in Domino fiduciam obtinentes 
yenerabilitati yestre yices nostras in hac parte, donec et quousque eas ad nos duxerimus reyocandas, committimiu 
ipsasque ac auctoritatem nostram huiusmodi subdelegamus presencium per tenorem« Vos nichilominus requirimos et 
monemus, ymmo eciam auctoritate apostolica, qua in hac parte fungimur, firmiter et districte precipiendo iniungimut 
vobis atque mandamus, quatenus de hiis yos intromittentes in causa huiusmodi iuxta vim, formam et tenorem dictanmi 
litterarum apostolicarum procedatis facientes, quod decreveiitis, per censuram ecclesiasticam firmiter observari, testes 
autem, qui fuerint nominati, si se gratia, odio, timore vel amore subtraxerint, compellatis per censuram ecelesiasiicam 
dicta apostolica auctoritate ^^ veritati testimonium perhibere. In herum igitur testimonium evidens atque robur omniüm 
et singulorum premissorum sigillum prepositure nostre memorate presentibus nostris litteris duximus appendendnm. 
Datum Thuregi, IIP kalendas lunii, anno Domini millesimo CCCC"*» decimo nono, indictione XII"'. 

a) .nnon" mit fib«rfMchri«b«n«m e und AbkQnunffMtrieh. — b) Dahinter Ist «apoatoUea** Irrtümlleh noehmala rietst. 

StiftsarrhlT St tollen, B. 2. C. 7. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht an Pergamentstreifen. 



»744. 

Papst Martin (V.) bestätigt die Rechte und Freiheiten des Klosters St. Gallen. 

FlorenE. 1419. MärE 31. 

Martinas episcopus, servus servorum Dei, dilectis filiis . . abbati et conventui monasterii sancti 
Galli de Sanctogallo . . . salutem et apostolicam benedictionem. Cum a nobis petitur, quod iustum 
est et lionestum, tam vigor equitatis quam eciam ordo exigit racionis, ut id per solicitudinem officii 
nostri ad debitum perducatur effectum. Eapropter, dilecti in Domino filii, vestris iustis postulacionibus 
grato concurrentes assensu, omnes libertates et immunitates a predecessoribus nostris Romanis ponti- 
ficibus sive per privilegia vel alias indulgencias vobis et dicto monasterio vestro concessas necnon 
libertates et exempciones secularium exempcionum a regibus, principibus vel aliis Christi fidelibus 
racionabiliter vobis et dicto monasterio vestro indultas*\ sicut ea iuste et pacifice*' possidetis, vobis et 
per vos eidem monasterio vestro auctoritate apostolica confirmamus et preaentis scripti patrocinio com- 
munimus. NuUi ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre confirmacionis et communicionis 
infringere vel ei ausi temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignacionem 
omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli, apostolorum eins, se noverit incursurum. Datum Florencie, 
II. kalendas Aprilis, pontificatus nostri anno secundo. 

a) Auf Ranur. 

Stiflsarehiv St dallen, 1. 4. B. 23. — Pergament-Original mit Bleibulle an gelb-roter Seidenschnur. — Kanzlei- 
vermerke: Links unter dem Buge: Ap . . . B. de Pistorio, G. Colini; auf dem Buge: Flo(rentie); rechts anf 
dem Buge: lofannes) Ibsung. — Dorsualno tizen: LinkB oben: Pro domino L.(?) per Petra, in der Mitte: 
loannes Carpentarii, bei den Sigelschnüren: Petru8(?). 



Heinrich IV. 1419—1426. I49 

ich inen zft ainem wercbmaister förbaz nit geviel ald ob sy mir missvielint, wie sich das fügti, das 
wir in vorgenanter wise by enander nit beliben möhtint, das sol jetweder tail dem andern verkünden 
und sagen umb sant Michels tag, iingevarlich. Und allediewile ich in sölicher mainung by inen belib 
und ir wercbmaister bin, so sol ich inen nit sturen noch kainerlay dienst gebunden sin ze tftnd, es 
war dann, das ze frischer getat gelöflF wurdint; darzü sol ich keren und min vermugent tun nach minen 
eren. Doch sol ich inen in andern Sachen gehorsam sin, und sond sy mich und die minen schützen 
und schirmen alz ander iro burger, an ge verde. XJrkünd dis briefs, versigelt mit des erbern Rftdolff 
Gelters, stattamman ze Santgallen, insigel durch min bett. im und sinen erben an schaden. Geben 
an sant Georien tag, nach der geburt Cristi vierzehenhundert und nünzehen jar. 

StldtarcJüv Stflillen, Tr. 27, Ir. 42. — Pergament-Original; das Sigel hängt in Holzkapsel. 

2750. — 1419. Mal 24« — Burkhart Schenk von Castel (Casteln) zu Mammertshofen 
(Mambrehtshofen) versichert seiner Gattin Margareta von Ems, der Tochter Marquarts von Ems 
selig — die ihm Ulrich von Ems, der Bruder Marquarts, zur Ehe gegeben mit einer Heimsteuer von 
600 fl. und der Zusicherung, dass ihr, falls sie die Mutter überlebe, nach deren Tod von ihren Brüdern 
Michel undMarquart noch 400 fl. ausbezahlt würden, wogegen ihr Burkhart Schenk eine Wider- 
lage im gleichen Betrag zusichert — eine Morgengabe von 400 fl. und als Widerlage 600 fl. auf ge- 
wissen Gütern, die er ihr zu diesem Zweck gefertigt hat, nämlich Feste, Burgstall und Burgsäss zu 
Mammertshofen^ dazu ein Gut genannt im ,Cau", zwei Schupossen und eine Wiese zu Rogg- 
wil, ein Gut genannt des S Wägers Gut und ein Gut zu Goldach genannt der Bentzinen Gut, 
alles Lehen des Gotteshauses St. Gallen; ferner den Weingarten bei der Burg zu Mammertshofen 
genannt die Grütz, den Weingarten zum Holz und den dabei gelegenen Einfang, den Bauhof mit aller 
Zugehörde und die Mühle und Mühlstatt unter der Burg mit ihren Zugehörden, alles Eigentum des 
Burkhart Schenk. Stirbt dieser vor seiner Gattin, ohne Kinder zu hinterlassen, so soll sie ihre Morgen- 
gabe und Heimsteuer, sowie die Widerlage und alles, was sie inzwischen dazu erhalten hat, samt aller 
fahrenden Habe, die Burkhart Schenk hinterlässt, an sich ziehen, ausgenommen Pfandschatz und Wieder- 
käufe; jedoch die 600 fl. soll sie nur als Leibding nutzen und niessen, und bei ihrem Tod sollen diese 
an die Erben des Gatten zurückfallen. Stirbt dagegen Burkhart Schenk vor seiner Gattin mit Hinter- 
lassung ehelicher Kinder, so steht ihr, so lange sie bei den Kindern bleibt, die Nutzniessung der 
gesamten Hinterlassenschaft zu; will sie sich aber von den Kindern trennen, so erhält sie ihre Morgen- 
gabe und Heimsteuer, dazu alles, was sie inzwischen erhalten hat, und ein Drittel der Fahrhabe; die 
Widerlage jedoch soll den Kindern verbleiben. Stirbt Margareta vor ihrer Mutter mit Hinterlassung 
von Kindern, so sollen die 400 fl, aus ihrem mütterlichen Erbe diesen zufallen; wenn sie aber vor ihrem 
Gatten mit Tod abgehen sollte, so hat dieser die Nutzniessung ihrer Hinterlassenschaft, die erst nach 
seinem Tod ihren rechten Erben zufallt. — St. Urbans abend, 1419. 

Artkiv des Hdmoiis in Bregem. — Regest: Victor Kleiner, Urkunden und Regesten zur vorarlbergischen Geschichte 
(38. Jahresbericht des Vorarlberger Museum- Vereins, Bregenz 1899, S. 62 flF.), S. 70. — Pergament-Original. Es 
gigein Burkart Schenk, Ulrich Paier (Payrer) und Bernhart Blarer; die Sigel fehlen. 

2751. — 1419. Mal 38. Constanz. — Bischof Otto (HI.) von Constanz beauftragt den Decan 
von Wil, den Priester Bernhart Gützmötz, der nach dem Tode des Kirchherrn Johannes in 
Bussnang von den Edeln Walther und Albert von Bussnang, den Patron atsherren der dortigen 
Kirche, für die erledigte Stelle vorgeschlagen worden ist, in die Pfarrei und Pfründe einzusetzen. — 
Constancie, V. kalendas lunii, indicione duodecima, 1419. 



150 Heinrich IV. 1419— 1426. 

LudesarchiT Apj^uell I. B. — Pergament-Original; das Sigel ist abgefallen. — Dorsualnotiz: ,Gitt weder 
kalt noch warm**. 

^75^. — 1419. Juni 3. St Gallen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert dem 
»Peter Stftlinger, Clausen Stftlingern ze Pfaffenwillr imBrißkow* ehelichem Sohn, an 
des Vaters Statt auf Grund eines Lehenbriefs von Abt Konrad (III.) von Pegau, ,,erwelten zu Sant- 
gallen**,'^ die Lehenschaft über die nämlichen Güter und mit dem gleichen Vorbehalt wie sein Vor- 
gänger. — Santgallen, fritag vor pfingisten, 1419. 

a) 8. oben Nr. 2739. 

Generel-Liodesarehlv Karlsnilie 21/362. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. — Statt ,,Bnchriiti' 
wie oben in Nr. 2739 geschrieben ist, zeigt diese Urkunde «Bruchruti*' und ebenso der Entwurf im Stiftsarchiv 
St. Gallen, Lehenarchiv, Bd. 74, S. 139, femer .0 Ileus will er« (Entwurf OUiswiller). 

Unter dem gleichen Datum richtet Klosterherr Heinrich von Gundelfingen, weiland Abt, an Konrad 
Theninger, Landrichter im Klettgau, das Gesuch . . .: «Als Peter Stulinger von Pfaffenwilr die bescbaiden 
Jekli Zeller, Clawi Lutpolt und Hayni Paiger von Oliswillr mit dem lantgericht im Kleko w bekümmert 
hat von guter wegen, die unserm gotzhus fugehorent und von uns und unserm gotzhus zh lehen gänt, bitte(n) wir 
dich . . ., daz du von derselben guter wegen nicht enrichtis[t], sundir die sache für uns wisest; so wullen wir iglichem 
ain glichs rechten darumme sitczen*^. — 

und ebenso ein zweites Gesuch an?: ^Ersamen, wisen, lieben, bisundem, als die beschaiden Peter Stulinger 
und Jekli Zeller einen tag für uch uffgenomen haben von etlicher unsers gotzhus guter wegen, die bie Olliswillr 
gelegen sint, bitte(n) wir uch . . ., daz ir von der obgenanten guter wegen kain recht sprechent, sundir die obgenanten 
Peter und Jekli zu dem rechten für uns uff unser pfallentz wiset, wenn dieselben guter von uns und unserm gotzhus 
ze lehen gänt und unserm gotzhus zugehorent*^ . . . 

Sant Gallen, fritag vor pfingisten, 1419, undir unserm abbt Hainrichs secret, dez ich Hainrieb tod 
Gundelfingen, closterherr, wilent abbt, z& dissem mal 6ch gebruche. 

StiftBUthivStflallen, Lehenarelliv, Bd. 74, S. 1S8. — Entwürfe von der Hand des äbtischen Schreibers. 

S753. — 1419. Jnnt 13. Wil. — Vor Haini von Löppen, Hofammann zu Wil, der im 
Namen des Abtes Heinrich (IV.) von St. Gallen zu Gericht sitzt in gleicher Weise, als ob er im 
Hof zu Amtzell (Amptentzell) zu Gericht sässe, fertigt die ehrbare Frau Mechthild Lüberin, Tochter 
des Kftni Lüber selig, Witwe des Hans Karrer selig von ßudenwil (Rfidenwille), mit ihrem ältesten 
Bruder und gebornen Vogt Hans Lüber und ihrem Fürsprech — dem bescheidenen Knecht Kftni Keller 
von Rudenwil »iren halben zehenden ze Gab ras, den man nempt der Karrer zehend, ... alz si der 
von gemaind wegen von dem egenanten Hansen Karrer, irem elichen man sälgen, anerstorben ist, und 
6ch ir halben schftpuzz ze Obrahaimen, genant des Karrer schöpuzz, die zft demselben zehenden von 
alter und von recht gehört, ... alz die von wilent Cflni Oswaltz sälgen erben wider zö iren handei 
braht und komen wäri und die baidi zesamen gehörint und recht zinslehen von dem obgenanten gotz- 
hus ze Santgallen syent und usser den baiden unverschaidenlich öch demselben gotzhus sin zins un( 
rechtungen gangint ", was alles die Frau um 20 ff /^ C. M. an Kftni Keller verkauft hat. — Wil, zinstaj 
vor ünsers herren fronlichnams tag, 1419. 

Stiftsarchiv Stfiallen, L. L. L. 4, Fase. 1, Hr. 3. — Pergament-Original mit offen hangendem SigeL 

2753 a --=-- Nr. 2647. — 1419. Juni 17. St. Gallen. — (Das Original der oben unter dem Datum 141- 
Juni 22. nach später Copie aus dem Zürcher Staatsarchiv mitgeteilten Urkunde hat sich nachträglich im St. Gall« 
Spitalarchiv gefunden, und es ist danach das Datum zu berichtigen.) 

Stidtordiiv St «allen, Spitaiardiiv, Tr. D. 5, Hr. 1 — Pergament-Original. 



Heinrich IV. 1419-1426. ]51 

2754. — 1419. Juni 19. — Graf Friedrich (VII.) von Toggen bürg schliesst ein zehn- 
jähriges Bündnis mit dem Lande Glarus. — Mentag vor sant Johans tag des täuffera ze sungichten, 
1419. 

luiearchiv fllams. — Abdmck: Urkundensammlung z. Gesch. d. Eis. Glarus Nr. 161, S. 521 ff.; Tschudi, Chronicon 
II, 122. — Regest: Eidg. Absch. I Nr. 451, S. 218. — Original. — Über die abweichende Fassung von Artikel 5 
in Brief und Gegenbrief vgl. H. Wartmann, Das Lütisburger Copialbuch (St. Galler Mitteil. XXV) Nr. 48, S. 158. 

%755« — 1419. Juni 30. — Graf Wilhelm von Montfort, Herr zu Bregenz, Ritter Kon- 
rad von Heimenhofen, Marquart (Mark) von Schellenberg, Heinrich Vogt von Lütpoltz 
und Eberhart von Wiler sprechen als freiwillig nachgesuchte Vermittler über Streitigkeiten der 
Vettern Burkhart und Eberhart von Ramswag wegen ihrer Rechte und Ansprüche auf die Feste 
Blatten, sowie wegen eines Ackers genannt der »Wingart* und wegen eines jährlichen Zinses von 
12 ff /^. — Frytag nach sant Peters und sant Pauls tag der zwelfpotten in dem summer, 1419. 

StiftHurthiTSttoUcn, 1. 1. 8. 1. 20. — Abdruck: Zellweger, Urkunden I, 2 Nr. 231, S. 277. — Regest: Hardegger 
und Wartmann, Der Hof Bjriessem, Nr. 30, S. 19 (u. 355). — Pergament-Original. Es sigeln Wilhelm von Mont- 
fort, Heinrich Vogt von Lütpoltz und Eberhart von Wiler für die fünf Vermittler, femer Burkhart und Eberhart von 
Ramswag, die die Richtung beschwören. Die Sigel hangen eingenäht. 

1419. Juli 15. — Die Vettern Burkhart und Eberhart von Ramswag, beide gesessen zu Blatten 
in dem R h e i n t a 1 , nehmen mit Hilfe der obigen fünf Vermittler einen Burgfrieden auf mit ihrer Feste und Burg 
Blatten, in dieser und um sie, innerhalb gewisser Marken und unter bestimmten Bedingungen. — Sant Margarethen 
tag, U19. 

StiftsuchiT StfiaUen, A. A. S. A. 21. — Reges t: Hardegger und Wartmann, a. a. 0. Nr. 31, S. 22 (355). -^ Pergament- 
Original. Es sigeln die beiden Vettern und von den Schiedsrichtern die nämlichen. Das Sigel Wilhelms von Mont- 
fort fehlt; die übrigen hangen eingenäht. 

%756. — 1419. Juni 30. StOallen. — Eberhart Brising, Bürger zu St. Gallen, verkauft 
einen jährlichen Zins von 5 ff /^ CM. St. Galler Währung „ab und usser miner badstuben und hus, 
bofstatt und hofraiti und ab und usser allen rehten und zfigehörden, gelegen ze Santgallen in der 
statt — stosset anhalb an BlasiusBregentzers garten, anderthalb an Bortnershof, ze der dritten 
siten an die Schölmaistrinen und vornan an des richs Strasse* — an Konrad Hör und Heinrich 
Zwick (Zwiken) den Jüngern, beide Bürger zu St. Gallen, um 100 ff /^ C. M. St. Galler Währung. 
Die Badstube mit allen Zugehörden ist ein Lehen des Gotteshauses Sfc. Gallen, und der genannte Zins 
ist vor diesem gefertigt worden mit der Verpflichtung, ihn je auf St. Johannes des Täufers Tag zu 
entrichten. Der Verkäufer hat das Recht, 2 ff abzulösen mit 40 ff und zwar „ze mal** 1 ff mit 20 ff; 
erfolgt die Ablösung zwischen Weihnachten und Ostern, so steht der Zins für dieses Jahr dem Eber- 
hart Brising, bei Ablösung nach Ostern noch dem Konrad Hör und Heinrich Zwick zu. — Santgallen, 
fritag vor sant Ulrichs tag im höwat, 1419. „Hieby warent . . . Ulrich Fürer, Blasius Bregentzer, 
Ulrich Gössler, Herman Keller genamt Bader und ander erber lüt vil." 

Stiitarthiv StMlen, Spitalarchiv, onregistrierte UrlkUnden. — Pergament-Original. Es sigelt Bärgermeister Ulrich 
Furer; das Sigel hängt offen. — Dorsualnotiz: „Item dez yärlichen geltz gehört zu der Schyrmerynen xxx seh. 
pfg. und iij B pfg. Haintzly Appenzeller und i S pfg. Werlyn, dem münsmayster*. 

2757. — 1419. Juli 5. — Vor Johans von Gossau (Gossowe), Stadtammann zu St.Gallen, 
^er .armen und riehen** öffentlich zu Gericht sitzt, fertigt „Katherin von Watte, Hugen Zilis sälgen 
^»lunt elichü frowe**, in Gegenwart ihres Bruders Peter von Watt, Bürger zu St. Gallen, mit ihrem 



152 Heinrich IV. 1419-~U26. 

Schwager Hainzli Zili als Vogt, ülnian Schorant, Bürger zu St. Gallen, als »wiser* und .Johan- 
senlngänt, den man nempt Ingern**, als Fürsprech den Hof „Metmenschwile, — der ainhalb 
stosset [an] Richentschwile, anderthalb an Riedren, ze der dritten sidten an Bekentwile und 
ze der vierden sidten an die Goldach, — der iro fryes aigen und darüber Hainrich Werlis ir 
trager wäri**, samt allen Zugehörden, und dazu »den zehenden, der usser demselben hofe Metmenschwile 
giengi und gan sölti, och mit siner zügehörde, der iro lehen wäri von dem erwirdigen unser Frowen 
gotzhus ze Costentz**, dem „Johansen Sailer und Johansen Vogel, dem kupfersmid, burger 
ze Santgallen und pfleger der armen veitsiechen des huses an dem Linsibftl vor der statt ze Sant- 
gallen gelegen", denen sie beides zu kaufen gegeben um 137 ff /^ CM. Der Hof wird nach Spruch 
des Gerichts „an des richs oflFner Strasse* aufgegeben zu Händen .Hainrichs Mertzen, aines fryen, 
och burger ze Santgallen*, als Träger des Spitals, während der Zehnten vor dem Gericht zu Händen 
Bischofs Otto von Constanz aufgesendet wird „by dem ersamen Blasius Bregentzer, och burger 
ze Santgallen''. — Mitwochen nach sant Ulrichs tag des hailigen byschoflFs, 1419. 

Stldtarchiv St. Üallen, Spitalarrhi?, Tr. E. 17f., Ir. 2. ~ Pergament- Original; es sigeln der Ammann von Gerichta, 
Hainzli Zili von der Vogtei wegen nnd ülman Schorant auf Bitte der Katharina von Watt, ihres Bruders Peter voa 
Watt und ihres Trägers Heinrich Werli für diese drei; alle Sigel hangen eingenäht. 

141^0. Juni IT. — Bischof tto (III.) von Constanz belehnt die Pfleger ^der armen veitsiechen an dem Linsi- 
bül*^ vor der Stadt (St. Gallen) zu der Siechen Händen mit dem Zehnten „des hoffd ze Metmenschwile, der gelegen 
ist zwüschen den hoffen Richentswile, Bekentwile, Riedren und dem Goldach, der von uns und unser 
gestifiPt ze Costentz lehen ist*, auf Grund eines von Blasius Bregen z er, ,ufF diß mal burgermaister zu Sant 
Gallen", vorgewiesenen Briefes von Peter von Watt und Katharina, seiner ehfelichen Schwester, der Ehefr&n 
Hug Zilis selig, worin diese durch Blasius Bregenzer den Zehnten zu des Bischofs Händen aufsenden und um Über- 
tragung auf die Pfleger der Feldsiechen bitten. — Costentz uff unser pfallentz, an mentag vor sant Johans tag zu 
sünwenden, 1420. 

Stidtaitliiv StÜallen, Spitahirchiv, Tr. E. 17 f., Nr. S. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1 mit offen hangendem Sigel. 

»758. 

Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen bestätigt alle Rechte und Freiheiten der Stadt 

St. Gallen. 
8t. GaUen. 1419. Juli 9. 

In Gottes namen, amen. Wir Hainrich, von Gottes gnaden bestätter abt des gotzhus ze Sant- 
gallen, . . . tönd kund . . ., das wir dem burgermaister, raten und den burgern gemainlich der richstatt 
ze Santgallen, ünsern lieben getruwen, bestätigot, bevestnot und vemüwet habent, bestätigent, be- 
vestent und vernüwent inen mit wolbedahtem möt, rehter wissen und kraft diß briefs, nach frommer, 
wiser lüt rat und underwisung, alle ir reht, fryhaiten und alle gut gewonhait, hantvesten und briefe, 
die si von allen äpten und pflegern, ünsern vorfaren, untzher braht und erworben habent, und mainen 
und wellen sy bi sölichen iren rehten, fryhaiten und allen guten gewonhaiten, hantvesten und briefen 
gantzlich behalten und dabi beliben laßen, an allerlay hindernüsse und ierrung und an alle gevärde. 
Herüber ze ainem stilten, warem Urkunde und guntzer, vester sicherhait dirre vorgeschribner dinge so 
geben wir Hainrich, abt des vorgeschribnen gotzhus ze Santgallen, disen brief, versigelt zu ainer 
ewigen stätikait mit tinserm äptlichen insigel. Dis beschah und ward dirre briefl' geben ze Santgallen, 
an dem nächsten sunnentag nach sant Ulrichs tag des haiigen byschoff's, in dem jare, do man zalt von 
Cristus gebürt vierzehenhundert jar und darnach in dem nünzehenden jare. 

Stadtarrhiv St.tiallen, Tr. IV A., Kr. 14. — Fergamont-Original; das Sigel hängt in Holzkapsel. 



154 



Heinrich IV. H19— 1426. 



2763. 

Abi Heinrich (IV.) von St. Gallen verspricht der Stadt Wil, sie dem Gotteshaus 
St. Gauen nicht zu entfremden und ihre Bürger in seinen besondern Schulz zu 

nehmen, und erneuert ihre Privilegien. 
WIL 1419. Aii|rii«>t 10. 

Wir Hainrich, von Got^ gnaden bestäter abbt des gotzhus ze Sant Gallen, , , , verjehendj 
und tun kunt , . ., daz wir ze den hailigen gesworn haben ainen gelerten aid mit Worten: d&z wir die ^ 
statt ze Wil, die unsers gotzhus aigen ist, noch die lüt, die darinne sint, ir Üb noch enkein ir lüt 
noch guter dem vorgeschrebnen gotzhus niemer süllent enpfrämden noch enpfßren in dehain wis und 
daz wir 6ch dieselben von Wil, ir lib noch enkain ir lüt noch guter hinnanhin niemant erlöben süüeo 
anzegrifen, wedir mit brifen noch g^lltbden noch mit deliajnen andren Sachen* Wir verjehent 6ch 
bie demselben aid, daz wir die vorg schreben statt noch lüt noch guter, als vorgeschreben stit, niht 
versätzt noch verkünbert haben doh^r syd dem anfang unser herschaÖlt; wir süllent 5ch dieselb statt 
niemant enpfelhen, dem die biirger, die zu der statt hörend, mit aiden warten süllen, wan ainem der 
dez gotzhus ist. Und wo derselben unser statt ze Wil burger dehainer gefangen oder genotet wurdeiu 
schädlich fnr uns oder für nnsers gotzhus giilt, die als offenbar ist und als redlich, daz wir der gelt- 
schult niht lögeun odir danimnie recht versprechint uff dem land, uff rittern und uff knechten, den sond 
wir lüßen on allen schaden; war aber daz sie darubtr jemand angriff, dofur süllen wir sie trüwlich 
schirmen und sie uns dartzü behulffen sien, on all gevlirde. Waz wir ich ze dehainen von Wil ze 
sprechen gewüunent, do sol uns ains rechten benögen vor unserni schultheissen ze Wil, als untzher 
sitt und gewonlichen gewesen ist, und sond in fürbaß mit enkeinen andren gerichten niht nfftriben. 
Och haben wir derselben unser statt und den burgern alle ire recht und gftt gewonhaiten uod ge- 
setzten bestätet, die sie von unsern vordren ald von gemainem capittel unsers gotzhus gebebt hant 
mit verschribner verjehnüst odir mit redlicher gelübd, und 5ch ander ir gÄt gewonhait, als sie von 
alter herbracht und gehalten bänt, und sollen 6ch die burger in derselben statt nöend ainest in dem 
jar sturen noch zimlichen und ge wonlichen dingen. Und ze warem urkund der vorgesaiten dingen und 
gesetzten so henken wir obgeuanter abbt Hain rieh unsir äptlich insigil an dissen keginwertigen brieff, 
der geben i8t ze Wrl in unser vorgesaiten statt, in dem jar, do man zalt von Gots geburt vierzeheu- 
hundirtunduünzehen jar, an sant Laurencien dez hailigen märtrers tag. 

SUuJtftrrhiv Hil, Sfhnitl II, »r. Itt* — Pergament-Original; das Sigel hängt emgenftht 

über die dvr Huldigung der Stadt Wil vorangehende Entbindung von dem Abt Heinrich IlL geleisteten Eid und 
üljer den Vorbehalt, unter welchem dem neuen Abt der Eid g-eleistet wurde, gewähren die beiden folgenden Urkunden 
AnfHchluHs : 

tt) WIL 1410. Aaeant lO, - ich H a i n r i c h von Gundeltingen, closterherr, wilent abt den gotahns 
zeSantgaHen, vergich und tun kunt menglichem mit disem hrief : Alz mir dieburger iineers gotzhus statt ze Wil 
vor ziten, do sl mich ze herren und ze abt desaelUen gotzhus zeSantgallen enpfiengeni, gehült und gesworn hant 
nach des gotzhne und derselben statt sitten und gewonhait, daz ich nl derselben aiden und gelübt wissentklich ledig 
und gantzlich Iob ge.Hait und gelassen ban, und haiss und enpßlch denselben von Wil mit clisem brief,, daz sj dem 
erwirdigen minem lieben herren her Hainrichen von M a n g i s t o r ff, der an miner statt von ünaerm haiigen vatter^_ 
dem b&pat ze ainem abt dem obgenanten gotzhiiR ze Santgallen geben und bestg^tiget ist und den och ich für mineti^| 
herren und äbt des egenanten gotzhus halt nnd verjich, Scb für iren herren und abt des gotzhus ze Santgalleo 
huldint, schwerint und hinfür gewärtig eyent nach des gotzhus onil derselben statt fiitten und gewonhait. Mit orkünd 
die briefa, der mit minem hie anhangenden iniiigel versigelter geben i«t in der obgenanten ünsera gotzhus statt le Wil, 
nach Cristz gebort vierz^henhundert jar, darnach in dem nünzehenden jar, an sant Laurencien tag. 

MadtarrbL> Htt.^rliQbl/ll» Hr, 18, — Pergament- Original; das Sigel hängt eingenäht, in Hohlfapeel. 



1 




Hcmrich IV. 1419—1426. I55 

b) Wil. 1419. Antust lO. — Wir Hainrich, von GotR gnaden best&ter abbt des gotzhus ze Sant- 
gallen, . . . yerjeben und tun kfint menglicbem mit dissem brife: Als die erbem unser lieben getmwen schulthaiBS, 
rftte und die barger gemainlicb unserB gotzbus statt ze Wil nns fär iren herren und rechten best&ten abbt dez egenanten 
gotzhus ze Santgallen jetz gebüld und geswom baut noch dezselben gotzbus und derselben statt sitten und ge- 
wonhaitf daz sie inen selbir und derselben statt birinne nämlich uzbedinget und vorbehebt haut und daz 5ch wir uns 
des wissintlich gegen inen begeben haben und begeben uns 6ch jetz mit dissem brife : beschäh, daz uns jetz ald hie- 
nach dieselb abtye ze Santgallen jemand anspreche und mit dem rechten anbeb&be, daz dieselben von Wil und 
Ire nachkomen der vorgedachten irer aide und gelübde von uns gantzlich ledig imd loß dannanhin sien und haissen 
8ond in glicher wis, als ob sie uns nicht gehuld noch gesworn hettint, lutirlich, on gevärde. Mit Urkunde disses brifes, 
der mit unserm äptlichen hie anhangendem insigil versigelt ist, noch Crists geburt viertzehenhundirt und nünzehen jar, 
ze Wil in der obgenanten unsers gotzhus statt, an sant Laurencien dez hailigen martrers ta^. 

StiiUnUT Wil, ScklbL U, Ir. 20. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

2763. — 1419. August 10. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen ersucht den Bischof 
(Otto in.) von Constanz um Belehnung des Heinrich Kummer, Priesters der Diöcese, mit der 
Pfarrkirche in „Zaißelshusen*', die durch den Tod ihres letzten Inhabers, des Herrn Crabold, 
erledigt worden ist. — In Wil a, nostri monasterii opido, ipso die beati Laurencii, 1419. 

StJftnrthiT St (Stilen, LeheBardÜT Bd. 74, 8. 142. — Gleichzeitige Eintragung. — Auf der gleichen Seite finden sich mehrere 
Notizen über Bestätigung von Lehen „am donstage, sant Laurencien tag" ; daraus ergibt sich, dass in obigem Schreiben 
die Jahrzahl 1419 zu schreiben ist, obwohl man infolge Flüchtigkeit des Schreibers geneigt wäre, 1418 zu lesen. — 
Eine spätere Eintragrung von der gleichen Hand zu unterst auf der Seite besagt: „Anno Domini MCCGCXXX<^ feria 
qnarta post Lucie dominus Eglolffus, abbas monasterii sanctiGalli, contulit ecclesiam parochialem in Zaisels- 
husen domino lohanni Arnleder de Trochtelfingen". 

Ä764,— 1419. Auj^stlO. Wil. — Abt Heinrich (IV.) belehnt den Heinrich Brächter, 
Bürger zu Wintertur, mit dem Hof zu Ober-Schottikon, den gemäss einem Briefe von Abt Kuno 
schon der Vater des Belehnten inne gehabt hat. — Wil, die Laurentii, 1419. 

SüftnrekiT St.fiaUeft, Leheiarehh Bd. 74, 8. 149. — Gleichzeitige Eintragung. 

Ä765. — 1419. August 10. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen verleiht zu Wil 
dem Hans Bauer (Bawer), Bürger zu Wintertur, in Trägers Weise zu Händen seiner ehelichen 
Söhne, des Priesters Hainrich Bauer und dessen Bruders Hans, das „dorff Walenwile halbs mit 
gerichten, zwingen und bannen, korngult und pfenninggult und anderer zugehord und rehten*, wie sie 
das von „All i Mai ger in" selig, HansMaiers von Tannegg selig ehelicher Tochter, ererbt haben, 
jedoch mit der Bestimmung, dass die Trübin von Wintertur, die die andere Hälfte hat, voraus 2 Mutt 
Kernen und 1 Malter Haber mehr haben soll als die Brüder Bauer. — Wil, sant Laurencien tag, 1419. 

StiftsardiiT SttoUea, Lehemirelliv Bd. 74, S. 28S. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

Unter dem gleichen Datum (1419. Auglist lO. Wil) erneuert Abt Heinrich (lY.) von St. Gallen zu 
Wildem Hans Bauer, Bürger zu Wintertur, in Trägers Weise zu Händen des Antonius von Ostra und der 
Adelheid vom Stein (Stain), weiland Eonrads vom Stein selig, jetzt aber des Hans Bauers Ehefrau, und ihrer 
Schwester E n g e 1 Rötin die Lehenschaft über .das burgstal (ze) Helffenberg, mit dem buwhof und mit den zwein 
8^en, mit holtz, mit yeld und aller (ander) zugehord, und (die) Hatzenwis und die Kufwis mit iren zügehorden'% 
^belehnt den Hans Bauer zu Händen der gleichen Personen mit einer Schuposse zu Schlattingen. Nach einem 
▼onHans Bauer vorgewiesenen, von Abt Heinrich (III.; gesigelten Brief baten die genannten drei Personen die ersteren 
Besitzungen vom Gotteshaus St. Gallen als Lehen inne, „als das alles von Wolffe von Schwandegg säligen an die 
obgenant Adelhait vom Stain und Engeln Rötinen von aines gemähts wegen, so in derselb Wolff von Schwandegg sälige 
^^^Bo^i hett, und an den obgenanten Anthonien von Ostra von der gemainde wegen, so in die vorgenanten zwo frowen 
iuigenomen und ze gemainder enpfangen hant, gefallen und komen ist". Die Schuposse zu Schlattingen dagegen hat 



156 



Rwiirich IV. 1419—1426. 




I 



Dach einem zweiten, ebenfall» vorgewienenen Briefe Wolf von Schwandegg „Adt;lhaiten. Biner tochter. die er xa der 
ledüait hatt bie Metzinen von Regenatorff", vermacht mit der Bestimmung, daas, wenn sie ohne Leibeaerben sterbe, 
die Schuposae an f^eine ehelichen Leibeaerben oder, falls er solche nicht hinterlasse, an »eine ehelichen Schwestern üd- 
heid ?om Stein und Engel Rdtin oder an deren eheliche Kinder fallen soUe; laut Aussage des Hans Bauer aber lisd 
sowohl Wolf von Schwandeggs „ledig tochter" Adelheid, wie er selbst gestorben, ohne eheliche Leibeaerben zu hinter- 
lassen, so da<t^ die Schuposse an die genannten Frauen gefallen ist. Der Abt knüpft an die Belehnung die Bedingung: 
„und wenn och derselb Antboni von Oatra Helbir zu uns kernen mag, so sol er die vorgeachriben lehen selblr von naa 
enpfahen". — Wil, in die sancti Laurentii, 1419. 

SUfüttrtbiY %U tialleo, lebf fiarrkiv B4. 74, S. S8S L — Entwurf von der Band des äbtischen Schreiben, 

2766. 

Abi Heinrich (IV.) von St, Gallen gev/ährt der Stadt V/il das Recht, auf fünfzehn 

Jahre ein Burgrecht einzugehen. 

WU. 141t». Aasniit 11. 

Wir der schalthaizz und der raut und die burger gemainlich des gotzhus ze Santgallen aigner statt le Wilj 
verjehen und tünd kunt allenu englichem mit disem brief. daz der hoehwirdig filrst unser gnediger herr abt Ha in rieh 
von Gottes gnaden des jetzgenanten gotzhus ze Santgallen ainen beaigelten gunstbrief under sinem äbtlichen in- 
sigel. den wir ouch getrüwlichen halten sollen und wellen, geben hat. der von wort ze wort lutet und sali in sölicher 
mazz, als hienach geschriben etat: 

Wir Uainricb, von Ootz gnaden besläfcter abt des gotzhus ze Santgallen, daz an alles mittel 
dem Rfimschen stöl zögehört, sant Benedicten ordens, in Costentzer bjstiim gelegen, verjehen und 
tünd kunt offenlich mit disem biief, daz wir den erbern unaern lieben getruwen schult haisß, raten und 
burgern gemainlich onsers gotzhus statt ze Wil von ehafl'tigen, redlichen Sachen wegen und not, so 
si t^r uns bracht haut, wissentlich und wolbedaht gunnen und erlobt haben, gunnen und erloben inen 
jetz mit disem brief, daz sy oder ir nachkamen ain burgerrecht und schirm an sich nenien, enpfahen 
und halten mugent fünfzehen jar die nehsten nach datum dis briefs und niht filro^ wa ald an weihen^ 
stetten si denn dunket, daz es inen allernutzlichost und komltchen sje, mit sölichem hedingde« be-fl 
schaidenhait und rechten, als hienach geschriben stat: (1) Des ersten, daz weder wir noch unser nach- 
körnen dieselben von Wil von demselben burgerrecht und schirm inwendig den jetzgenanten filnfzehen 
jaren uilit niancn noch in dehain wis davon triben noch trengen siillint, (2) Item daz dasselb burger- 
recht ald schirm uns und unsern nachkomen und dem obgenanten unserm gotzhus ze Santgallen an 
allen andren uiisern und unsers gotzhus rechten und göten gewoohaifcen dazwischant allwegentz unschäd- 
lichen aye und gehalten werde, besunder daz ej uns, unsern nachkomen und unserm gotzhus siist in 
allen dingen tögint und darzwischent gewärtig sigint, als ir vordren unsern vordem getan hant und als 
daz an uns und die von Wil untzhcr bracht ist. (3) Item beschäch, daz zwischent uns ald unsern nach- 
komen atd unwerni gotzhus ains taik und denen, von den die von Wil den schirm an sich genomen 
hettint, oder den, die zu denselben gehortint, des andern tails dehain krieg ald stözz ufw^Ächsent ald 
ufstündent, daz denn die egenanten von Wil darinne und darunder gantzlich still sitzen und entwedrem 
tail darinne niht hehulffen sin sond, an gevärde. (4) Item, wenne ouch die obgedahten fünfzehen jar 
usskonient, war, ob die obgenanten von Wil denne döhti, daz si fürbaz und lenger burgerrechtes ald 
schirnis bedürffent, daz sont und mugent si denne an uns ald unser nachkomen bringen und sont darinne 
ain gut getruwen zfl uns und unsern nachkomen haben, daz wir inen schirm nach ir noturflFt gunnent 
und erlobent. Und wenn aber si nach denselben fünfzehen jaren von uns ald unsern nachkomen dar- 
umbe ermant werdent, so sond si von demselben burgerrecht und schirai laussen und dem gotzhus 
gewärtig sin, als si vormals gewesen sint, si möchtent denne daz mit unserm ald unsern nachkomen 




Heinrich IV. 1419—1426. 



157 




gunat und wilkn fürbaz behalten. Mit urkünd dises briefs, der mit unserm äbtlichen hie anhangenden 
iosigel versigelt ist, geben in der obgenanten nnsers gotzhus statt ze Wil, nach Crists gebtirt vier- 
aebenhiindert und nllnzehen jar, an dem nälisten frytag nach aant Laurencien tag. 

Des ze warem iirkünd so haben wir im«er atatt ze Wil insigel offenlich gehenkt an disen brief. Geben 7-eWil, 
Da^li Cnstz gehurt vierzehenhnndert jar und darnach in dem nnnzeliendon jar, an dem nilhsteti sampatag nach aani 
Lfl^isrencien deei hailigen martrers tag. 

H StiflwrcliiT %L 6illf b, 1 J. J. 1, Fasr. If , Nr. 41. — Pergament -Original; das Sigel hängt eingenäht. 

HB 8767. — 141 9. August 12, WH, — Hermann von Hohen -Landenberg sichert dem Abt 

^^ff einrieb (IV.) und dem Kloster Si Gallen das Rückkaufsrecht für den Zehnten aus dem Weiler 
Z o lüikon zu, den er vom Abte um 156 Goldgylden rhein. gekauft hat Im Fall der Verweigerung 
der Annahme genügt zur VoUfübrung des Rückkaufs Deponierung der Kaufnumme bei der Münze oder 
dezx) Wechsel zu Constanz oder St. Gallen oder bei Schultheiss oder Rat zu Wintertur. — Wil, 
ipstag nach sant Laurencien des hailigen martrers tag, 1419. 

StaiUirfMv Zfirirh, Abt. Stammlieim, Sr. 'O. — Pergament- Original mit offen hangendem Sigel, durch Schnitte un- 
gfiltig gemacht. — Dor&ualnotiz; „Anno etc, LXXI an dornstag vor dem sonntag Invocavit (1471, Februar 28,) 
b^l»i*n der erwirdige und gelert her J o h a n » K a r r e r , fonventual» und manter Cünrat R5sch, canzler de» gottzhna 
Sa-ntGallen, hinder minen herren ainen öchulthais und raot zu WH im Turgow hundertundsechaundfunfzig guldin 
tkmich dia reTerß gelait, in mainung, darmit den sehenden, im brief begriffen, gelöset haben^'. 

58768. — 1419. August 14. St Gallen. ~ Walt her Roggenhalmer verkauft der Frau 
Machthild Biser, Gattin des Rudolf Biser seligi Bürgerin zu St.Gallen, ura 7*/» ^ ^ , ainen 
nitit kernen g&ttes und ungevarliches kernen, Sant Galler messe«, und och ain gut alt henneu* jähr- 
licben Zinses aus seinem Hof und Gut genannt Landhöb, — „das anhalb stosset an die Sittren, 
andrenthalb anBächi, ze der dridten sitten an Müsli und ze der vierden sidten an denKapf* — 
Sant Gallen, nmntag vor unser lieben Frowen tag ze dem ärnd, 1419. 

Süftstrf fch St, #l)kB, J, J, ^. L K — P e r g a m e n fc - r i g i n a 1 . Für den Verkäufer sigelt Hans Sailer, Bürger zn 
St^ Oallen; das Sigel hängt eingenäht. 

2769, — 1419, August 17. (St* Gallen.) — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof zu St.Gallen 
detm Rudolf von Rosenberg, Dienstmann des Gotteshauses, die Lehenschaft Über .die vesfei ze der 
Alten Ramsch wag, den hof zeGerswil, den hof Löbehusen, den hof Sattelberg, den hof 
genant dieSmitt; item die vesti Zucke nried, den hof Scho w i ngen; item den hof D itthen wil, 
den hof Z e 1 k , den hof B e k i n g e n ; item den wingarten ze H a s 1 a im R i n t a 1 ; item den hof A 1 b e r t s- 
perg, den hof Spitzenrüti; item die vogtie zu Herißow mit allen iren zugehorden, gutern und 
lüten, . . . doch in solicher mazz, daz er uns und unserm gotzhus gewärtig und als getruw sie, als ain 
dinstnian sinem herren sien sol*. — Donstag nach unser Frowen tage assumpcionis, 1419. 

ltifl«Mtlif SLtJatlfn, L^'ln^Barrhti Bd, 74, S. WL — Entwurf von der Hand dea äbtiichen Schreiberi. 

2770. - 1419. Aucust 17. (St.Gallen.) - Abt Heinrich (IV.) von St.Gallen gibt im 
Hof zu St.Gallen dem Konrad von Watt, Bürger zu St.Gallen, ,ain hofli genant Gelt will, ze 
B e rn e n z e 1 1 an der S i 1 1 e r gelegen, u nd v j // gelds und iiij li ünre uz dez H a a 1 e r s acker im R 1 n t a ! 

ze Allste tten am Kirla" zu Lehen und nimmt darnach auf Bitte des Belehnten die nämlichen Lehen 
wieder von ihm auf und belehnt damit in Leibdings Weise den Priester Heinrich Watter und seine 
Mütter Adelheid Watterin; das Eigentumsrecht (^die aigeuschafft daran") aber verleiht erHug und 



I 

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158 



Eeinnch IT. 1419-1426. 



I 
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Hans von Watt., den Brndern Koiinids, da dieser die Lelien ersteren als Leibdiug, seinen Brüdern 
aber das Eigentiinisrecht verkauft hat, — Donstag nach assumpcionis Marie, 1419. 
StiltAaiThif St,*allfD, Irbeillinfeil Bd. 74, S. 16Ü. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

Jedeofalla auf den gleichen Tag bezieht sich die folgende mit keiner Jahrzahl versehene Urkunde : 

(1410 r AngnHt 17, St.CJalleil.) — Abt Heiari ch (IV.) erneuert im Hof m St Gallen dem Prieikr 
Heinrich W a 1 1 e r 7ai seinen und Heiner Mutier Adelheid VV a 1 1 e r i n gemeinen Händen die Lehenachaft über d«n 
Zehnten zu Bächi mit Beinen Zngehörden. mit dem Rechte, ihn zu geniessen ^in glieher wis, (als) ob derdelb her Hain- 
rieh ain laje und Adelhait, sin muter. ain man alder knab wärint", in welcher Weise beide nach einem vorgewieseaen, 
Ton Abt Heinrich (UL) gesigelten Briefe mit dem Zehnten schon von den Vorfahren des Abtes belehnt waren.— 
Dun »tag nach assumpcionia Marie. 

StlftMrfhiv Ht. ffsllfp, Lell*^narrhiv Bd. 74, S. I6ö. - Entwurf von der Hand des Übtischen Schreibers. 

»771. — 1419. AueuNt IH. (StOallem) — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu St. Gallen 
den Haini Mai er (Maix'T) ^'on Ronwil (Ranwil), Bürger zu St. Gallen, auf dessen Bitte zu seinen 
Händen und zu Händen der Kinder seines Bruders H a n s M a i e r selig, Uli, Hans, Haini, Uli ^^den 
man nempt Kropf", Ursula und Elli, mit dem Hof zu Loch .samt dem Weiher darauf und demj 
Hof zu Edliswil (Edlaschwibi) mit ihren Zu^ehörden, tenter mit 1 Malter Korngeld aus „Strolis**™ 
Gut zu Edliswil und 2 Malter Korn aus „Taonemans* Gut zu „Wol fartzwis", da diese Lehen, 
die Else die Ht nderhuserin selig, Haini Maiers Muhme, vom Gotteshaus inne gehabt hat, durch 
Erbschaft an ihn und seine Broderskinder gefallen sind. — In dem obgenaoten unserm gotzhus, fritag 
nach unser Frowen tage assumpcionis, 1419. 

Sliflsarchii liHtalki» Li^henarrhh' Bd. 74, S. 215. — Entwnrf von der Hand des äbtiüchen Schreiber». 

877». — 1411L August 19. St.Oaüen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt den 
Ulrich Senn, Bürger von Wil, und dessen Mutter Adelheid Sennin mit dem obern Hofe aiilH 
der Egg zu Answilen (Ainschwil) und dem untern Hofe daselbst, welche Güter die beiden Belehnten 
von Kaspar Hör, Bürger zu St. Gallen, erkauft haben gemäss einem von Abt Heinrich (UL) und— 
Kaspar Hör gesigelten Briefe, den Ulrich Senn vorweist.*' Sollte Ulrich Senn die Würde eines SubdiakonsJ^ 
Diakons oder Priesters erlangen, so darf er die beiden Höfe „haben und niessen*^ in gleicher Weise, als 
ob er ein Laie wäre. — Sanigallen, sampstag nach unser Frowen tage assumpcionis, 1419, 

«) V»( 4b*n Nr. 2728 

Stiftsarf hii St. Oa!lf d, J» J. t. B» 8. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1 ; das Sigel hängt eingenäht. 



277S. 



i 



Abt Heinrich {IV.) und der Convent des Gotteshauses St. Gallen setzen dem ehe- 
nnaligen Abte Heinrieh (IIL) ein Leibding von 200 Gulden rheinisch aus und setzen 
ihm dafür des Gotteshauses Güter, Zehnten und Einkünfte im Rheintal abwärts 
bis Rheinegg, sowie in Berg und Tübaeh zum Pfände. - 

St. Gallen. 1419. AuKnst 21. 1 

Wir Hai nr ich, von Gotts gnaden abt, und gemainer convent dez gotzhus zeSantgallen in 
Costentzer bistum etc. verjehen und tön kund allerniengliclien juitdissem brife: Als der gaistlich wirdig 
herr H a i n r i c h von G u d d e 1 f i n g e n , vormals abt dez jetzgenanten gotzbus ze S a n t g a 1 1 e n , durch 
desselben unsers goizhus nutz und forderung willen dieselben abtie ufgeben bat in band unsers aller- 
hailigisten vatters und herren babst Martini dez fünften und im dozemal undern andern stucken 




Heinricli IV. 1419-U26. 



159 



erkennt, uzgesprochen und durch den jetzgenanten unaern hailigisten vatter babst Martin vergünst 
und gesignirt ist, daz man im dannahin ze end siner wile von allen unsers gotzhns gutem, nuctczen(!), 
Zinsen, stflren und zuvällen ze libding geben sol ij' rinscher golden, guter und genamer an gold und 
an gewicht, ze jeglicher fronv asten l gülden, und aber wir obgenanier abt Heinrich sidnials von dem 
obgenanten nnserm balligen vatter und herren babst Martin demselben gotzhus ze Santgallen ze 
abt geben und besteiget sient, daz öch wir derselb abt Hainrich und gemainer convent dez gotzhus 
ze Santgallen den obgenanten herrn H ainricb von GundeHingen derselben ij* rinscher gülden 
nach rat, uzspruch und underwisung der ersamen, wisen unsem lieben getruwen burgerraaisters und 
lÄten der statt ze Santgallen, den wir 5ch ze baider syt umb die versorgnüst dez obged achten Hb- 
getniwet hant, mit genniinem aiiihelligeni rate unsers capittaLs für uns und all unser nachkomen 
für daz obgenant unser gotzhus ze Santgallen bewist und versorget habint, bewisen und bisorgen 
ii3 ich jetz redlich und recht mit dissem brife derselben ij* rinscher gülden, guter und genämer an gold 
und an gewicht, ze rechtem Üpding und in libdiugs wiü ze sjneoi ainigem libe uf und ab allen unsers 
gotelius gutem, wingarten, winzeheiiden, kornzehenden, Zinsen, stürän und nüctczen, so wir ald dasselb 
ujaser gotzhus in dem Rintal uutz herab gen Hin egg an dhainen dingen Jendert haben, und darzu 
alten unsers gotzhus gutern, wingarten, zinsen, stürän und andern nutczen, so wir ze Berg und ze 
finbach jendert haben, und uff allez daz, so doselbs in die kelnhöf von rechte ald gewonhait jendert 
gehont. Dieselben guter, wingarlen, zehenden, nutcz, stürän, zinse und rechtungen wir im öch jetz mit 
dissem brife ze ainem rechtem, redlichen, rechtgevertgotten pfand umb daz egenant sin libding ingeben, 
verschriben und versetczen also, mit solichem beding, boschaidenhait und in dem rechte, als hienach 
beschaiden ist. Dem ist eiIso: daz wir und all unser nachkomend und all die, so die obgenanten guter, 
wingarten, zehenden, zinse, nütcz ald stürän innehabent, samnienent, nutczent ald niessent, dem ob- 
genanten hern Hainrich von Gundel fingen nu zu der nähstkumftigen fronvasten und dannanhin 
ze jeghcher fronvasten, alldiewil und als lang er lebt und niht furo, ze rechtem libding und in libdinga 
wifi, ÖD allen fiirzug und widderred und an allen siuen schaden ze Santgallen in der statt ze sinen 
oder aiaer gewissen hotten banden geben und weren soUent funfczig rinsche gülden, guter und genämer 
»B gold und voUeswär an gewicht. Und wenn ald ze welhor fronvasten daz aber niht also bie der ersten 
^ordrunge beschuh, wie ald von waz sach sich daz fügte, so sol und mag derselb her Hainrich von 
Gnndelfingen vollen gewalt und recht haben, die obgenanten guter, wingart^n, zehenden, zinse, nütcz, 
störan, sine pfender, an weihen stucken er denn je wil, mit dem rechten anzegriffen, ze versetczen und 
^ Terköffen, wie er wil ald in» ze willen statt, als vil, als dick und als lang, uncz daz er domit all- 
^^g sines verfallens uzstiindigen libdings und alles Schadens, den er von desselben angrifens, versetczens 
''Id TerkÖfens wegen enpfangen hett, domit ganczlich uzgericht wirt an alle sinen schaden, luterlich, an 
$?etärd. Und sol uns nach unser nachkomen nach daz obgenant unser gotzhus noch die vorgescbriben 
^Uie rersetczte pfünd ganczlich noch au dbainem tail liievor noch widder dehaiue ding, so an dissem 
»rife geschriben stat, niht schirmen, friden noch gut sin weder gaistlich noch weltlich gericht, kain acht, 
^^Heg nach benn, kain büntnust, burgerreht, friliait, gnad noch gesetcze der herren, der stett noch dez 
^■^d^ noch dhain ander beheltfung, sach nach fiirzüg, so jemand erdeucken kan oder mag jecz ald 
Wonach, wann wir uns dez allez und jeglichs und allez anders furzügs und scbirms in disser sach für 
^ns und all unser nachkomen und daz obgenant unser gotzhus ledktich und frielich verzigen haben 
*^it kraft und urkund disß brifes, der mit unser abtve und gemainez convents insigeln, hie anhangenden, 
*^r uns und unser nachkomen versigelter geben ist in dem obgenanten unserm gotzhus ze Santgallen, 
^lumäntage vor Bartholoniei, nach Crists gehört vierzelienhundirt jar und darnach in dem nünzehenden jare. 
Stirtxarchh' Ht.Callri). l/tienarrhiv ßd, 74, 8, 150 IT. — Eintraguiig von der Hand des äbtinchen Schreiben. 



IßO Heinrich IV. 1419—1426. 

Der Spruch von Bürgermeister und Rat zu St. Gallen von unbekanntem Datum (S^t. Gauen. 1419* Aii4;iistf), 

auf den in obigem Abkommen Bezug genommen ist, hat folgenden Wortlaut: 

«Wir der burgermaister und der rat der statt ze Santgallen tun kund und ze wissend allermenglichen mit 
dissem offnem brife: Als die hochwirdigen unser gnädigen herren herr Hain rieh, best&tter abt dez erwirdigen gotz- 
hus ze Santgallen, und herr Hainrich von Gundel fingen etwaz spenn und mishellung mitenander gehebt habint 
von der Vertröstung wegen der ij* rjnscher gülden, die järlich volgen und werden sond ze rechtem libding und in 
libdings wis dem obgenanten hem Hainrich von Gundel fingen von dem vorgeschriben gotzhus ze Santgallen, 
als im die erkennt und gesprochen wurdint ze Costentz von dem allerdemütigosten unserm hailigen vatter babst 
Martino dem fünften und von dem hailigen concilio doselbs, do er von siner wirdi der abtie dez vorgeschriben gots- 
hus ze Santgallen abstund, und aber sie ze baider syt derselben ir stoß umb die Vertröstung uf uns komen sient, 
wie der egenant her Hainrich von Gundel fingen von dem vorgenanten abt Hainrich und dem gotzhus versorget 
süUi werden: also haben wir uns ainhelliklich erkennt und sprechent darumb uz, daz der obgenant [unser gnediger herre 
abt Hainrich f&r sich und sin nachkomen dem jetzgenanten hem Hainrich von Gundel fingen versetczen sol far 
die vorgeschreben ij* gülden järlichs gelds ze libding disü nachgeschriben dez gotzhus g^ter, zehenden, zins, sturan und 
ander nutz doselbs: item dez ersten die*> wingarten in dem Rintal, die dez gotzhus sint mit aigenschafift, und den 
winzehenden, kom zehenden, zins, sturen und ander nutz doselbs indemRintal biß herab gen Rin egg unddarzudie 
wingarten, zins, sturen und ander dez gotzhus nutcze zeBerg und zeTunbach und waz doselbs in die kelnhof ge- 
hont von recht ald von gewonhait. Item man sol im die ij^ rinscher gülden libdings geben und zu sinen ald 8inen*(!) 
gewissen furwesen banden bezaln ze Santgallen in dem gotzhus on sinen schaden zu den vier fronvasten, ze jeglicher 
fronvasten insundir fünfzig rinsche gülden für alle irrung, infalle und Sachen. Beschah daz niht fiirderlich bie siner 
ersten vordrung . . .^> Item der obgenant unser herre abt Hainrich sol den höptbrief versigeln ze urkund für sich 
und sin nachkomen mit sinem aptlichen insigel, und ob der obgenant her Hainrich von Gundel fingen wil, so sol 
man im dez capittels insigel öch daran henken.* 

a) ,d«n**. - b) Fast vöUiff r>«iehlaatend wi« oben. 

Stiftsirchiv Stfialkn, Lehenirehiv Bd. 74, S. ISS. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

S774« — 1419. Aagast 36. Rorschach. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
zu Rorschach (Roschach) in «Hansen Ammans, unsers gotzhus ammans hus*, dem Ulrich Harzer 
zu Händen seiner Schwestern Adelheid von Rorschach, der Qattin Eglolfs (Egloffs) des ältesten 
von Rorschach, und Clara von Rorschach, der Gattin Rudolfs des jungem von Rorschach, 
die Verleihung der Burg Rorschach und anderer Lehengüter des Gotteshauses als Pfand von fünf Brüdern 
von Rorschach. Nach einem vorgewiesenen offenen, von Abt Heinrich (HI.) gesigelten Briefe haben 
die fünf Brüder und Dienstleute des Gotteshauses Rudolf der ältere, Eglolf der älteste, Rudolf der 
jüngere, Eglolf der mittelste und Eglolf der jüngste von Rorschach diese Lehen, — nämlich 
«die bürg und vesti Roschach mit allen lüten, so darzu horent, als sie die von irem vatter ererbt hant; 
item den buwhof und buw, so zu Roschach zugehört; item die müli ze Roschach; item den wingarten 
ze Goldach; item den wingarten ze dem Buchberg; item die wis genant Bilkenried; item die 
wis genant der Grendel; item die wis gelegen bie dem Rin uf dem Riet; item ir stainbruch und 
staingrub ze Roschach" — vor Zeiten an Abt Eunos Hand aufgegeben, der sie auf ihre Bitte den 
gekannten beiden Frauen in Pfandes Weise lieh mit dem Rechte, die Güter samt ihren Zugehörden zu 
gemessen nach Laut eines in ihrem Besitz befindlichen von den fünf Brüdern und Gebhart Ehinger^ 
Stadtammann zu Constanz, gesigelten Briefes.'^ — Roschach, samstag nach sant Bartholomeus tag ^ 
1419. 

») Vgl. Urkdbeh. IT Nr. 3254, 8. 665 f. (Arbon. 1402. Juli SO.) 

StidtarekiTStfiaUen, Tr. T, Ir. 28°. — Pergament-Original; das Sigel ist abgerissen. — Die Urkunde stamn».^ 
wie eine altere Archiysignatur erkennen lässt, aus dem Stiflsarchiv St. Gallen. 



Heinrich IV. 1419-1426. Jßj 

aT75. — 1419. Aagast 26. (8t. eallen.) — Abt Heinrich (IV.) bestätigt im Hof zu St. Gallen 
dem Eonrad von Heidelberg (Haidelberg) auf dessen Bitte die Lehenschaft über «den hof ze Löppach 
(Lipach) und den hof ze Hall und den Fridlisperg; item den Wildisperg und daz Haiden 
und waz darzu gehört, und den hof ze Schaigenwila und Winklen und waz darzu gehört.* — 
Sampstag nach sant Barfcholmeus tag, 1419. 

Stiftardüf StteUeit LehenrekiT Bd. 74, 8. 192. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. Darunter die Notiz: 
»Prestitit homagium^. 

«776. — 1419. August 26. — Die Brüder Konrad undUlrichBlarer (die Plarer), Bürger 
zu Constanz, verkaufen an Rudolf Mayer von Altstätten ihren grossen und kleinen Zehnten 
am Eornberg, im Altstatter Kirchspiel gelegen, »es sjg kornzehend ald winzehend oder schmalsat- 
zehend", ein Lehen des Klosters St. Oallen, um 78 ff C. ^. Der Verkauf ist vor Abt Heinrich (IV.) 
von St. Oallen gefertigt worden. — Samßtags nach sant Bartholomeus tag des zwelffbotten, 1419. 

Stiftnitldf 8t. Mlei, F. F. 1. A. 6. — Pergament-Original. Es sigelt Konrad Blarer f&r sich und seinen Bruder, 
der tur Zeit noch kein eigenes Sigel hat; das Sigel hängt, jedoch ist das Bild abgefallen. 

2777. — 1419. August 26. Lindau. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert in 
Lindau dem Burkart von Werdenau auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Heinrich (IH.) 
gesigelten Briefes zu Händen seiner Ehefrau Clara, »ÜtzenSchribers säligen" Tochter, die Lehen- 
schaft über „die mittel müli zeHeymenhofen, da Peter Gogel uff sitzt, und die under niüUi, da 
die Schlaissin uff sitzt; item daz g&tli, do Hans Künbel uff sitzt; item daz g&tli, doGl&ssKess 
uff sitzt; item daz g&tli, daz Claus Schmid inne hat; item daz gAtli, da Haintz Slaiss uff sitzt; 
item daz gfttli, daz Cüntz Maiger buwt; item ainen wingarten doselbs; item ain gfltli ze Bätznang*. 
— Lindow, sampstag nach Bartholomei, 1419. 

StlflarckiTSt.Wlei,Bikeh«irur€hiTBd.l941, f. m^ — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

»778. — 1419. August 27. Neu-Ravensburg. — Vor Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen 
fertigen zu Neu-Ravensburg „C&ntz Wishopt* von Neu-Ravensburg und seine Ehefrau Anna, 
die Tochter Heinz Kellers selig, mit ihrem Fürsprech Niggel Ruprecht und mit Eglolf dem 
altem von Rorschach als Vogt der Frau dem Konrad Hinderhofen, weiland Bürgermeister zu 
Wangen, einen jährlichen Zins von 5 Malter Haber Wanger Mass, 30 / /^ C. M., Wanger Währung, 
und 1 Fasnachthuhn aus gewissen Lehen des Gotteshauses St. Gallen, welche die Frau von ihrem Vater 
8«lig ererbt hat, nämlich aus dem Gut genannt „dez Kellers Brftl ze der Nu wen Ravenspurg, — der 
do stösst an dez Linden akber* — , aus dem Gut genannt „daz Wydah, — daz do stösst an den jetz- 
g^nanten BrAl und an die Argün**, und dem Gut genannt „daz Alte Gut, och gelegen zö der Nüwen 
^venspurg". Der Abt nimmt den Zins von den Verkäufern auf und belehnt damit auf ihre Bitte den 
*^äufer. — In ünsers gotzhus vestin ze der Nüwen Ravenspftrg, sunnentag nach sant Bartholomeus 
^f, 1419. 

StiflBaTchiTSt.(Sall«in, T. T. 8. 1.1. — Pergament-Original; das Sigel bangt eingenäht. 



21 



162 



Heinrich IV. 1419-1426. 



I 



Abt Heinrich (IV.) von St Gallen bastätigt die Rechte und Freiheiten der Sladt^ 
"Wangen und genehmigt die Stiftung einer ewigen Messe daselbst 

l^^'nng^di. 14111. Aogast 27. 

Wir Haiti rieh, von Gotts gnaden abt dez gotzliüs ze Saiiigallen . . ., verjehen und tun offiiiharj 
kimt mit dissem biuefe: Als wir ze Wangen in die statt ingefaren sien nach ün^^ers gotzhus herkomenj 
gewonhait und rechten^ daz do för uns kament uff denselben tag unser lieben getiüwen, die ersamen, 
wisen börgermaister und rate der vorgenanten statt ze Wangen und hant do an uns gnadklich begert 
und erfordrei, daz wir in alle ir ffryliait, brief und privilegia. gewonhait und recht, so sie von iinsim 
vort'arenden übten dez obgenanten ünsers gotzhüs ze Santgallen herbracht und erworben haben, 
contirmiren und bestäten und insünder, daz wir in ir lehen, so sie zö gemainer statt banden haben, 
grmdklich ze lihen geruchtint in aüer nntss, nls die van nnsern vorfarenden in gelihen sint, nach irer 
brieff innehält. Und hatten uns utf duz aber insihider von ainer ewigen mess wegen, die sie willen haben 
ze stÜRen und uffzeriehten, durch Götz dinst ze nieren. Also haben wir angesehen der obgenanteii^B 
l>urgennaisters und rate von Wangen getrüwe dinste, so sie ünserm gotzhus dik getan hant und in 
kunfligen ziten tun sOllent. und niügent, und ir demütige bett und haben in also aüe iro tfriliait, brief 
und privilegia und ir gewonhait und recht . . . confirniiret, geveslnet und bestatt, confirmiren, bevestnem 
und bestatten in die in crafft disses briefes und haben in och domit uff denselben tag alle iro leben 
so sie von ünserm gotzhus zft genminer statt handen liRben, gnadklich gelihen in aller inass« als iro 
lehenbriefe, die sie darumb von ünsern vorfarenden haben, lütent und sagent. Und wir günnen und 
erlöben in ouch ain ewig mess ze stifften und uffzerichfeen und tun in darinne die gnad und flfrihait, 
wie in die ünsir vortarend getan haben von der ewigen mess wegen, die man nenjpt unsir Frowen me^ss, 
in aller raass, ob derselb brief und alle iro briefe von wort ze wart hirinne verschriben stünden . , «^ 
— Wangen, sunnentag nach sant Bartholomcus tag, 1419. ^| 

k. UuiLs* UEid StoatHurclih Stntljcart, 3ft. !ll. 4. - Pergament- Original mit offen hangendem Sigel. — An eine etwas 
Mpiitert^ Abschrift, im Lt- henbiich Abt Heinricha IV. (Stiftsarchiv St. Gallen, Lehenarcliiv Bd, 74), S. 355 f. schliesaen sich 
noch die Notiaeii: ,,Memetitöte, das die lehen gelihen aiind ainem burgermaister und allen nachkomenden burgermaifltem 
Aü Wangen zu gemainer statt handf-n unca t*n ains küntftigen Herren von Sant Gallen infaren und «ükonff^ — und 
,J>a/. sind lehen der von Wangen zu gemainer atatt handen von mim lierren von Sant Gallen: der Gysenbcrj 
der Kampffaker, der jÄrzol, das gut Bongarten, der Kornmarkt und das gut Ahegg^. — Dann folgt S. S51 
eine auf Abt Kasparn Einzug zu Wangen bezügliche Eintragung. 

Hieher ist noch eine andere Eintragung im gleichen Lehenbuch zu ziehen: 

.Anno Domini MCCCCXVIIIK Am Hunnentag nach ßartholomei reit rayn herre abt Hainrich in ze Wangen, 
und swurent im die von Wangen, im und dem gotsthusi au Santgallen «ine recht ze tugint und sinen fromen xej 
fiirdrent und sinen nehaden ze wenden und im truw und warhait laiatin und im sine und HincH gotzhus recht zaige 
und Äagt^n, wo sie e^ von im odir jeman v >n ainen wegen gefraget werden, als in Oot helff und die haüigen. 

An dem.selbi^n ^unnentagt^ noch «issein hat myn herre (^nBe nachgedchrebeu leben gelihen ze Wangen''* . . . efe 

SUriHäirfliiv StJJalkü, L^^liPnarrlatv Rl 71, Ji. U)2. — Eintragung von der Hand des abtischen Schreibers. — Vgl. dazu oben 
Nr. 2578 Note am ychlu:4f*. 

2780. - 1419. AugiiBt 27. Wanereil, -^ Abt Heinrich (IV,) von St Gallen erneuert 
WaiigtMi hl ,,Hainczen tlertrichs, untsers wirts*^, Haus dem Konrad von Nidegg, Bürger zu 
Kavensburg, auf dessen Bitte die Lehenschaft über ,zwen höf ze Obren-M atczen und zwen höf 
ze Nidren-Matczen und ainen hof in dem Albris und die Hagmüli". — Wangen, sunnentag 
nach sant Bartholomeus tag, 1419. 

StirtMarchh HLfiallrn. Meuarrhiv Bd, 74, S. M. — Eintragung von der Hand dea abtiachen Schreibers, 



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Heinrich IV, 1419—1426, 



163 



2781, — 1419. August 27. Wangen» — AM Heinrieb (IV.) von St. Gallen erneuert; zu 

Wangen in Heinz Hertrichs, ^nmers wirts*, Haus dem Hans Gulling, Borger zu Isni, auf 

Grund eine^ von Abt Heinricli (HL) gesigelten Briefes die Lehenschaft Über ,ainen wingarten m 

Jlittd, in Wasserburger pfiirr gelegen» und daz hus, hofstatt und hofraiti darinnc, — der ainhalb 

KtoDet an die strass gen Lindow und anderbalb an die wideniguter der kilehen ze Wasserburg* — . 

uf die Bitte des Belehnten nimmt sodann der Abt das Lehen wieder von ihm auf und belebnt damit 

Tilhelm Rudolf, ebenfalls Bürger zu Isni, den Tochtermann des Hans GuUing» dem dieser den 

IVeingarten samt Zugehörden verkauft hat. Dabei gibt der Abt die Zusicherung, dass er beim Tode 

Belehnten oder wenn dieser den Weingarten und das Haus veräussern wolle, beides den Erben oder 

en Käufern verleihen wolle, i^mannan ald frowen, knaben odir tochtnln in allem recht, als ob sie alle 

ian odir knaben wärini'. — Wrangen, sunnentag noch sant Bartholonien tag, 1419. 

Stiftfiaithiv Stfiftll^n, Iphenarthii Bd. 74, S. M f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2783* — 141». Anglist 27, Wangren, — Abt Hein rieh (IV.) von St. Gallen erneuert zu 
Wangen in Heinz Hertrichs, „unsers wirts*. Haus dem Andres Wermaister, Üienstmann des 
Bottesbauses und Bürger zu Wangen, die Lehenscbaft über alle Güter, die er nach einem vorge- 
•riesenen, von Abt Heinrich (lU,) gesigelten Briefe vom Gotteshaus St. Gallen zu Lehen hat, näujIJch 
^disse nachgeschriben bürg» burgstal, zehenden» höf, holtzer, jarlich zins, gult, lüt und guter mit Iren 
ugehorden . . ,: dez ersten die bürg Haldenberg mit lüt und gut und mit aller zugehord; ik»m den 
ehenden, den man nempt den großen zehenden, ze Wangen in dem kilclispel gelegen und dovor, als 
r den von Ulrichen Vonenberg. sinem vettern seligen, erkÖft hat und dovon dem gotzhus ze 
[ant Gallen jarlich ze zins gant x malter habern Lindower mess: item all dit* zehenden, dii' dez 
ibgenanten Vonenbergs säligen vatter seligen verlassen hat; item all die zehenden, die in dem kilch- 
ze Wangen und dovor gelegen sint, die in daz lehen gehoreni, daz w^ilent der von Montfort 
n ist; item die zehenden» die do horent in den maigerhof ze Wangen, und Ärh den zehenden 
ron den ackern, die in denselben maigerhof gehorent, die der obgenanten Wermaister gewesen sint; 
•m den zebenden ze Wangen, klainen und gi*oÜen, den sin vatter salig umb sinen vettern Ulrich 
ermaister von Pfaffenwiler erköft hat; item alli die hoHzer iniHochholtz gelegen, die er 
b die obgenanten Vonenbt^rger selig, sine vettern, erkÄft und von sinem vatter seligen ererbt hat; 
m. den bof zAni Huntprechts gelegen, den Rösch jetzt buwt, mit wyern und aller zugehord, als 
er den vor zyten erk6ft hett unib graff Hain rieh seligen von Montfort; item den hof zum Hunt- 
rechts gelegen mit burgstal und wyern und aller zögehord, den er umb Andrös Zeu dring von 
indow und sin wib erkoft hat; item ain malter habemgelds usser Cuntzen K russlers hof ze 
onrted; item den hof, den der jung lang Ruf buwt, der Clawsen von Haldenberg waz, ze 
onriet gelegen; item die gut ze Winthusen, die Haintz Winthusen buwt und Joz, sin bruder, 
ind den zehenden doselbs*. Der Abt gesteht dem Belehnten in Anbetracht der bisher von ihm dem 
laus geleisteten Dienste auch ausdrücklich das Recht zu, diese Besitzungen zu versetzen oder zu 
rkaufen» an wen er wolle, mit dem Versprechen, sie den neuen Besitzern oder nach Wermaisters Tod 
ten Erben verleihen zu wollen. — W^angen, sunnentag nach Bartholomei, 1419. 
Stifttarfhiv St. Mttüfn, Lfbeiiarrlih B^, 7i 8. 171 1, — Eintra^ing von der Hand des abtischen Schreibers, 

iS78S. -- 1419. Äöjä:il8t 27, Wangtm. - Abt Heinrich (IV.) von St, Gallen nimmt zn 
If a n ge n in H e i n z H e r t r i c h N . , u nsers w^ irts ' , Haus auf Bi tte des Bö rgermeisiers Heinrich Vo g 1 1 i 
tid des Rates der Stadt Wangen ,daz höwachß ze Bongarten und den bongarten doselbs und die 



Heinricil IV. 1419-1426. 




acker und den zehenden dam z mit aller zu gehör den*, Lehen des Gotteshauses St. Gallen, von der Stidt 
auf lind belehnt damit den Andres Werma ister, Dienstmann des Gotteshauses und Bürger zu Wangen, 
dem die Stadt diese Lehen verkauft hat. — Wangen, dominica proxima post Bartholomei. 



StlftHircliii Ht.liallPii« Ubenaithiv M, 14, H. M% 1 — Entwurf von der Hand dm abtiachen Schreibers. Es sigelxi der Abt 
und die Stadt ^voii dez Terkofeus und ufgeben» wegen*. — Die JahnEahl iat weggelasten, darf aber mit Sicherheit taf 
1419 angesetzt werden, da der Schreiber ursprüBglich geschrieben batte ,,ze Wangen ut supra'S d. h. wie Nr 2782» 



»784. — (1419, August 27. Waiigeii.) — Abt Heinrich (IV) von St. Gallen nimmt (: 

Wangen im Hause des Heinz Her trieb)" auf die Bitte von Heinrich und Rudolf, genannt die 
Gremiich, ,daz gut ze Blömuow, daz bnrgstal nnd zehendstadel mit aller zugehord, daz Cftnci 
Stib buwt, und darzü den obgenanten CöntzenStouben und Hansen Si6ben kind halb*, Lehen 
des Gotteshauses St. Gallen, welche die beiden Gremlicb und ihr Oheim Hildebrand Snrg innegehabt 
haben, von ihnen auf und belehnt damit den Andres Wermaister» Diensimann des Gotteshause» 
und Bürger zu Wangen, dem jene die Lehen zu kaufen gegeben haben. 

if statt. Ait»4T Anfiib«n it% iinf«.ah ^ivt ■qprm'* f«. Kr. STÜUly fMebrftb«n. 

Stiftaarfliiv St «allen, Lehpliarflliv Bd. li, 8. 174 f. — Entwurf von der Hand des äbtiachen Schreiber». Ea sigeln der Abt 
und die beiden Gremiich für sieh und ihren Oheim, - Das Datum fehlt; es steht einfach „ut aupra''^ (Nr, 27^). 

1410. Aa^^iiiit JS7« Wang^en« - Abt Heinrich (IT.) f^on Si Gallen nimmt zu Wangen in Heinz 

HertrichH, ^unser^ wirtez*, Haua aef die Bitte von Heinrich und Rudolf, genannt die G rem lieh, das Gut 
,>genant Bü tman storff", Lehen dea Gotteahanaea St. Gallen, das »ie an Kl aua, Hans und Jakob , genant die 
Maiger» verkauft haben, auf wnd bolehni damit die Käufer. — Wangen, lunnentag nach Bartholonieus tag, 1419. 

SUftsarrhJT St, ßnllfli, Lf hrnarchlv M. 74, S. IftU — Entwurf von der Hand des äbtischen Söbreiber«. 



20^ 



I 



I 



2785, — 1419. Aiwtst 27. Wailg<*Ti. — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen nimmt 

Wa n ge n in H e i n z H e r t r i c h s , , nnsers wirts* , Haus von Wilhelm Säger von Ravensburg, der 
an Stelle seines ehelichen Bruders Hartman Säger vor ihm erscheint, den ^zehenden ze Asse, klain 
und groß* , Lehen den Gotteshauses S t, Q a 1 1 e n , das Hartman Säger an Klans Sunthain, Bürger 
zu Ravensburg, verkauft hat, auf nnd belehnt damit den Käufer zu seinen und seiner Ehefrau Wal- 
purg gemeinen Händen mit der Vergünstigung, dass die Frtui des Lehens geniessen soll ^in glicher 
wis . . ., ob sie ain mau ald knab wäri". - Wangen, fäunnentiig nach Bartholomei, 1419. 

Stiftsarfhii Sl.Walbii, Lphpiiintliii Bi 74, S, 171 — Entwurf von der Hand deg ilbtiBchen Schreiliera. 

2786. — 1419. August 37. Wailgeiu — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
Wangen dem Eberhart von Wiler, Dienstmann des Gotteshauses, die Lehenschaft über ,di€ vts 
genant die Alte Bnrg mit tut und mit gut; item den kelnhof ze Schalt egg mit gericht^en, zwingen 
und bannen, mit vällen und gelassen nnd mit allem dem, daz dem hof Jena zugehört, nnd öch die tabem 
ze Schaitegg; item zwai fuder höwgeltz uss dem kelnhof ze Wiler, daz uff der Braiten ze Wüer 
gewachsen si*, mit dem Vorbehalt: »als vern die obgenanten guter alli lehen sint: wön fUnd sich, daz 
dero Jena ains von unserm gotzhus verpfänd weri, so sollen die lehen, so wir dem vorgenanten Eber- 
hard von Wiler getan hant, unserm gotzhus , . . an der losung desselben pfands . . . unschädlich sin*«^ 
— Wangen, suntag nach Bartholoniei, 1419. ^| 

Stiftairchiv St.fiallen, bhenarffciv Ud, 74, S. 141 f. — Entwurf von der Hand dea äbtiachen Schreibers. — Dazu unten am 
Rand (S. 193) die Bemerkung: ^ Anno etc. XXXIII*' am sampatag vor Mathei (1433* ^efltember lH») enpfieng 
Hau 8 Rudolf von Wilar zu ainen und Eberh(arta) sina b rüdere gemainen banden die lehen. als (sie) Eberh(art) 
TonWilar, ir vatter telig, von dem gotzhus gehebt bat, als die abgeecbrift dea briefa inhat.' 




Hammh IV. UJ9— 1426, 



165 



1419. Au^Qfit JS7. Wnngeii. — Abt Heinrich (IV.) von St, Gallen erneuert zu Wangen in Heins 

lertrichs« ,,un8er3 wirtez**, Haus dem Eberbart von Wiler (Wilär) zu seinen und «eines Vettei'3 B n r k h a r t von 

Hier, sowie de« Hans und Fölke von Laubenberg (Löbenberg) gemeinen Händen die Lebenechaft über „xvj malter 

labergeltx Lindo wer messt unser dem kelnbof ze Wilär und viii,j malter habergeltx Santgaller me»s^ das man nempt 

wiaatt» Uji8 allen den hofgutem, die »e Wilär in den kelnbof jendert gehorent, — und denselben wisatt sol man 
lle jar uff sant Thomas tag vor wibennahten jr-e Wilär in den kelnliof weren. jedennan sin anzal; waz aber da zerunni, 

solti ain keller ze Wilür erfüllen, er mocht dann berechnen, wa ez liggi — ; item vier malter babemgeltz, ocb 
antgaller meae, ze wisatt usaer dem kelnbof ze Scbaitegg, och uff sant Thomas tag ze wärint« als von alter ber- 
omen lat^. Von diesen Zinsen steht je ein Drittel dem Burkbart und Eberhart von WOer, das dritte den beiden von 
ftnbenberg zu. — Wangen, sunnentag nach sant Bartholomeus tag, 1419. 

ilf St. tollen, lehfnarfhif M. i4, 8, 270. — Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. — Vgl. unten 1420, 



58787. — 141», August 2S, LEndaa. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu 

jindao dem Ulrich Btirgi, Bürger zu Lindau, in Trägers Weise zu Händen des Spitals zu Lindau 

"die Lehenschaft über »den zehendeu ze Wergiswisen, grosst^'U und klaineu, als die spitaler den erk 5 ft 

hant von Wi 1 h elmen Säger von Ravenspurg, und zwai tail des zehenden zeEttikilch, klains 

und grossen, als sie den erköffc habint umb Hansen Säger von Ravenspurg". — Lindow, ipso die 

beati Pelagii, 1419. 

StÜtartliiv 8t liiillf n, lek^'Dxrrhiv Ed. 74, 8* 367. — Entwurf von der Hand des Itbtischen Schreibers. 

2788. — um August 28. Lindflii. - Abt Heinrich (IV.) von St Gallen erneuert zu 
|dau dem Heinrich Wermeister (Warmaister), Bürger zu Lindau, auf dessen Bitte die Lehen- 
ift über die Höfe, Zehnten und Leuten die derselbe von dem Gotteshaus zu St. Gallen zu Lehen hat, 

latnlich: »de« ersten den nidren hof ze Swartzense; item zwen höf zem Madelgunz; item zwen höf 
Wolffartz; item den hof zem Hirsperg; item den hof ze der Wis; item die zwen hof und 
las gflt ze Seh aide r will er; item ab und usser dem zehenden ze Tic h 1er ried, wer den inne hett, 
ij malter und ain scheffel habern Wanger niess järlichs geltz; item den zehenden zem Wolffartz; item 
den zehenden ze derWisen; if-em den zehenden ze Keferhöfen; item den zehenden ze Fall er ai; 
item den zehenden zem Bö c hei; — und dis nachgeschriben lüt; des ersten Frikken Abi ers saligen 
kind, Görgen Abier, Lienhart Ahler und Briden und Annan, sin tochter; item Hansen Abier, 
sin wib und sine kind; item CÜntzen den alte(n) Abier und Cftntzen den jungen Abier, sin wib 
und sine kind, den muller; item Peter Webers säligen kind halbi; item Cäntzen ab Rutis zwo 
tdcht'er halb; item Rüffen Webers säugen wib und kind, WäUzen und Hansen, und andre sinti 
kind; item Hansen Smeltzjsen den jungen, sin wib und sine kind; item Märken frow von Sig- 
mars und ire kind halbi; item Hansen Hiller und sin wib; item Clawsen Übelli; item Ruf fen 
Abiers sfin*. — Lindow, sant Pelagien tag, 1419. 

8tai»wliTSt.<Jillfn. BfichPrarrliiilW liMI, riäUK - Entwurf von der Hand des Öbtiacben Scbreibors. 

2789. — 1419. August 38. Lindau. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu 
Lindau dem Benz und Konrad Seher. Bürgern der Stadt, auf ihre Bitte zu ihren, ihres Vetters 
Oswald Seher und ihrer Erben Händen die Lehenschaft über gewisse jäh i*li che Zin.se, nämlich 6 Scheffel 
Haber und 1 ff ^ (1 M, aus dem Hof zu »Hohenwilar und ain schwin ald vier und vijß ^ do- 

rf^*, femer aus dem Meierhof daselbst 1 ff ^ und 1 Malter Haber und 2 Hühner ^ze wegilos", sowie 
m^ß ^ aus dem Hof, ,do die Lippen uff sitzent . . . Und als sie die vesti Schonburg mit lut und 
gut und aller zfigehord von dem edlen herren gi'affenHugen von Mont fort, herren ze Pfannen- 



166 



Hßmrich TY. 1419-^1426. 



berg, erköffi haut", belehnt sie der Abt auf ihre Bitte auch mit alletti, was da ,lüt ald gut* als Uhen 
des Gotteshauses erfunden werde. — Lindow, sant Pelagien tag, 1419. 

Stift«arfliiv St, «allen, LelfnarrÜT U. 74, S. IM f. — Entwurf von der Hand des abtiftchen Schreibers. 

2790. — 1419. St*i)tc*mber 8, — Hans Iberger, genannt Wal bei, Bürger zu St.Gallen, 
sessbaft zu Wil, hat mit seiut^r Jibefrau Else und ihrer beider ebelicbem Sohn Hans unter Em- 
willigaDg Abt Heinrichs (IV.) von Bartholonie Blarer (Blarrer), Baumeister des Gotteshauses 
St. Gallen, als ein rechtes Zinstehen ,dez buws ze Santgallen mtinster aigen gut, genant und gelegen 
ze Bilbenlo bi Wil und vor ziten der Koppen gewest isf. übertragen erhalten gegen einen jähr- 
lichen Zius von 4 Mutt Kernen St. Galler Mass, je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten. Dagegen 
gibt Hans Iberger mit Zustimmung des Abtes för sein und seiner Vorfahren Seeleaheil an den „buw 
dez vorgenanten gotzhus ze Santgallen ainen akker, den man nenpt der Ritter in akker — stoßt ain- 
halb an der kilchen akker ze Wil und andrenthalb an daz vorgenant gftt zeBübenIo* — , UDter der« 
Bedingung, dass der Acker ihm selbst, seinei' Frau und seinem Sohn als ein rechtes Leibding zustehen,™ 
nach ihrem Tod aber ganz an das Gotteshaus fallen solle. — Ipso die nativitatis sancte Marie, 1419. 

ÜÜfturchh Sil. litt Itri]. Rörlierarrliiv Kd. 1941 T 117. — Entwurf von der Hand des äbtificben Schreibers. -- fCs sigeln Hans 
Varenböler, Bürger zu vSt, li allen, fiir Hans Iberger und der Abt. ^_ 

»791. ' 

Eberhart von Ramswag verzichtet gegenüber dem Propste und dem Abte von 
St. Gallen auf alle Ansprüche auf die Freivogtei zu Ober-Uz\viI» Baldenwil und 

anderswo im obern Turgau. 
1419. f^epteniber 11. 

Ich Eberbai r)t von Ramsch wag vergib und t&n kund . , . von der spenn, stoß und mishellung 
wegen, so frow Isaalt Bürgin, myu liebe m fiter selig, Hainrich Walther von Ramsch wag, myn 
brüder selig, und Ach ich von langen züten her gehebt hnbent mit wilent hem Johansen seligen von 
Bnssnang, probste dez gotzhus ze S a n t g a 1 1 e n , mit hern G ö r ge n seligen von E n d , sinem nach- 
komen an derselben probstie, mit wüent herrenCünen seligen und herren H ainrich vouGundel-j 
fingen, äbten dez egeuanten gotzbus ze Santgallen, und öeh mit myneni gnädigen herren herreii™ 
Hainrich, jetz gegenwertigen abte desselben gotzhus, von der fryen vogtye und lüt wegen ze Obren- 
U t z w i I , ze B a 1 d e w i I und andirswo in b e r - T u r g o w , die dar/fl gehorent, — dieselben vogtie 
ubir lüt und göt und all ir zu gehör de ich und die obgenant myn müter sülig vor ziten dem obgenanten 
hern Johanse seligen von Büssnang und sinen nachkomen zö der obgedachten probstie dez gotjchus 
ze Santgallen banden für uns und den obgenemten Hainrich Walther, mynen brüder, für den 
ich und die egenant mvn mßter hi rinne vertröst und versprochen habent. und für ünsir aller erben ze 
lösen geben und zu desselben bern Job ans en von Bussnang und siner nachkomen und der egedachten 
probstie banden bracht habent; dorwider aber der obgenempt myn brftder Hainrich Walther to4| 
Ramsch wag und Ach ich darnach für kungklicben liofgerichten und Romseben kungen etwaz brief und 
urkund erworben und erlanget haben — und öch von sechzehen muft kernen Wiler mess zinses wegen, 
die mir von der obgedachten prol)stie von zwelff jaren uzgestanden warint, und von dez schaden und 
kostung wegen, so ze baider syt daruf gelöfen ist: daz mir der obgedachte myn jetziger gnädiger 
herre abt Hainrich umb die vorgedachten zflsprüch, stöss und misshellung nach mynem nutz und 
willen volkomen uzrichtung und gniig getan hat und daz ich umb dieselben sach, züsprüch, stöss und 
misshellung mit demselben mynem herren abt Hainrich von der obgenanten sins gotzhus probstie 



und 




168 



Heinricb IV. 1419-1426 




Femer ist hieher coch eine zweite undatierte EiDtragung im nämlichen Lehenbuch zu ziehen: 

P41Ü« a^eptember II.) — Abt Heiiiricli(IY.) yon St.Gallen erklärt, die ' 64 Mutt Kernen Witerl 
die Ha na vonBuasnang selig, Propst den Gottesbauaes St. Gallen, mit Zustimmung Abt K n o o s und des Conreatet 
aua etlicht?n Propsteigütem dem Eberhart von R a m a w a g , f^ienstmann des Gotteshauses, dessen Bruder H e i n r i cli 
Walther und ihrer beider Mutter Frau »^I« aalten" auf einen Widerkauf vor Zeiten zu kaufen gegeben habe» Beieu 
bii auf 16 Mütt Kernen jährlichen Zinses Äurikkgelöst, und der Rest könne mit 100 Pfg- zurück gekauft werden; doch 
habe er dem Eberhart von Ramswag aua besonderer Freundachaffe die Zusage gegeben, dass er oder iseine Nachkommjen 
niemand andrem die Ablösung gestatten würden. J 

StiftüartMv St. Wallen, LfheDairhiv Bd. 7il 2.56. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreiberft. 

1419, September 11, Mt.Crallen, — Abt Heinrich (lY.) verleiht im Hofe zu St. Gallen dem Eber- 
hart von Ramswag. Dienstmann des Gotte&hauaea, auf seiue Bitte ,,den hof gelegen ze Höfen ander der Nu wen 
Lochen, und den wingarten, dobie gelegen* und ain gutli, genant Zinämaua gutli, och dobie gelegen*^*, die früher 
Ritter Burkhart von Lochen aeüg vom Gotteshaus zu Lehen hatte und die nuu ak Erbe auf den von Ramawag 
gekommen aind. — Sant Gallen» saut Felix und Regulen der hailigen martrer tag, 1419» 

StirUarchiv Ht.titUen, klieiiarthiv M. 74, !II81>, — Eintragung von der Hand den äbüschen Schreibert. 

»792. 

Drei Bürger von Constanz» ein Bürger von St. Gallen und drei Landleute von 
Appenzell verbürgen den Ehevertrag zwischen Konrad Hornbog von St. Gallen 

und Anna Fässler von Appenzell. j 

1419. I^epteiulier 11. ^ 

Wir als imchgeiiemteu Herrn an Maisterli und Hans Gut tinger und Hain rieh Nagel 
und Hans Hornbog, alle burger ze Costentz, und Hainrich Marschälle, burger ze Sant Gallen, 
und Cönrat Styger und Ulrich Kölbiner der elter und Ulrich Kölbint^r der jünger, des vor- 
genanten Kölbiuers elicher nuiu alle drj lantlüt ze Appetizell, tönt kunt . , .; Als da finser lieber 
fründ Cünrat Hornbog, der salwürker, burger ze Sant Gallen, ain elich husfrÖwen genanien hat 
genamt Anna Vässlerin, Ülri ch Vässlers säligen von Appenzell elichi tochter, dieselben Annen 
Vässlerinen aber ir mütt.er und Hans Vansler, ir elicher brüder, und ander ir fründ dem vor- 
genanten Cünratten Hornbogen, Ünserm lieben fründ, gegeben haind mit sölichen Worten, begriflfungen 
und artikkeln, als hienich geschriben stat an diseni brief: (1) Item des ersten, so haben wir aUe ge- 
mainlich und unverschaidenlich gelopt und verhaissen und syen öch darumb bürgen und wer worden, 
das der vorgenant Co n rat Hornbog der vorgeschribnen Annen Vässlerinen, siner elichen fröweo, 
alles ir varend göt, das m zu im bringt, gantzlich widerlegen und zu iren banden bringen sol nach 
landesrecht ze Appenzell mit ir fründen wissen und willen, wie denn erber lüt zitlich und beschaiden- 
lieh dunket sin. (2) Och haben wir gelopt und verhaissen: wür, das der vorgenant Cftnrat Horn- 
bog der vorgenanten Annen Vässlerinen ., . ir gelegen gÜt dehaiuost verköffen oder veränderen 
wölt, das sol er dem vorgenanten Hansen Vässler, sinem lieben scliwiger, des ersten anbietten und 
ze k&ffin geben, wie denn biderb und erber lüt zittlich und beschaidenlich d unket sin, Wölt er aber 
das denn nüt kiffen, so mag denn dannenhin der vorgenanfc Cüurat Hornbog dieselben ligenden 
gÄtter andren lütten wol ze köffin geben, wem er wil, und sol denn daisselb ligend gftt der vorgenanten 
Annen Vässlerinen . . , öch widerlegen und zÜ iren banden bringen nach landesrecht ze Appen- 
zell und nach ir fründ rät und mit iro willen, wie erber lüt zitlich und beschaidenlich diinket sin. 
(3) Wärr 5ch, das dehain stösa jemer dar tan wurdind, wenn wir denn von der vorgenaot^n Annen 
Vässlerinen fründen ermfmot werdend, so sollen wir gen Appenzell in das dorf komen und sollen 



Heinrich IV. 1419—1426. 169 

Düt wider dadaonen komen, ee das wir die sach schlecht gemachend und dem allem genög beschicht, 
als diser brief wyset und sali. 

Öch vergich ich vorgenanter CünratHornbog, das ich gelobt und verhaissen han, alles das 
war und stät ze halten und dem gnüg ze tünd, das die vorgeschribnen min fründ für mich vertröst 
und verhaissen haind ... 

Mäntag vor des hailigen crützes tag ze herbst, 1419. 

StiflarcUT StOallei. V. 4. B. S. — Pergament-Original; das Sigel des Eonrad Styger, der für sich und die andern 
8iel>en Bürgen sigelt, hängt eingenäht. 

%798. — 1419. September 12. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
im Hof zu St. Gallen dem Heinrich Nagel, Bürger zu Constanz, auf dessen Bitte die Lehenschaft 
ül>er ,ainen wingarten ze Bernang im Rintal gelegen, den man nempt der Rain hart, der vor 
zyt«n Hans(en) Slossers von Sant Gallen waz, — und stoßt ainhalb an den wingarten, genant der 
Lomp, und obnen an Hansen Loppen von Bernang wingarten, und stoßt och an der Phillippen 
Bl arerin von Sant Gallen wingarten, och genant der Lemp, und undnön an Hainis Yedrers 
TOE Bernang wingarten*. — Zinstag noch Felicis et Regule, 1419. 

StiftarehiY St 6illei,LeleurchiYN. 74,8.14(1. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

%794. — (1419.) September 12. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert der ehr- 
baren Frau ,Anna Motzin, Guntzen Motzin seligen elich frow", auf Grund eines von Abt Hein- 
r i ch (UI.) gesigelten Briefes zu Händen ihrer ehelichen Kinder „Cuntz, Hans und Peter die Motzen 
und Else, Greta und Ursula die Motzin" die Lehenschaft über ein „gutli, daz man nempt Wis- 
flecken", unter der auch im früheren Lehenbrief enthaltenen Bedingung, dass die Belehnten gegen 
alle Ansprüche, die etwa auf das Lehen erhoben werden sollten, vor dem Abte Recht suchen sollen. 
— Feria tertia post Felicis etc. 

StiftttiekiT StOallei, LehemuxlllY Bd. 74, S. 147. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Die fehlende Jahr- 
zahl 1419 darf wohl ohne Bedenken aus der vorangehenden und folgenden Kintragung (Nr. 2793 und 2811) auch hier 
eingesetzt werden. 

Ä795. — 1419. September 13. Steallen. - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen nimmt 
auf die Bitte des Hans Spiesser, Bürgers zu St. Gallen, „sin hus, hofstat und hofi*aiti und den garten 
därhinder, alles an ain(an)der gelegen ze Santgallen in der statt an Spisergassen, zwüsschent Hans 
Vogels, des kuppfersmids, und Ulis von Albisperg htisern und ho&aitin, an der statt ringmur, und 
sinen garten vor Spisertor, enzwüsschen Ulis Burgowers erben und Herman Metmaneggers 
Sorten gelegen", Lehen des Gotteshauses, die jener früher empfangen hat, auf und belehnt damit ihn 
'^lid seine Ehefrau Adelheid Völi, Caspar Völis, weiland Hofammanns zu St. Gallen, eheliche Tochter, 
^nd ihre ehelichen Kinder Hänsli, Else, Ülrichli und Anneli „ze rechter gemaind", mit der Be- 
^immung, dass auch Kinder, die den beiden Gatten noch geboren würden, „diser gemaind geniessent 
^^d der ingelibet sigint". Danach nehmen vor dem Abt die beiden Gatten einander „ze rehten ge- 
'^^'ndem" an über all ihr jetziges und künftiges liegendes und fahrendes Gut. — Santgallen, an 
^^ haiigen crütz abend ze herbst, 1419. 

StiftarddrSttellei, LeheurehiY N. 74, S.287f. ~ Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigelt »von 
^^ lehenschafft und des gerichts wegen* der Abt, ,von der vogtie wegen* Heinrich War man, ,der och der frow 
•^«ielhait erkomer vogt was in diser sach'S Ulrich ob demBerg, ihr Fürsprech, HansSpiesser „von der sach 
^^^n" und auf Bitte der Frau Heinrich Zwick der jüngere. 

22 



170 



Heinnch IV. 1419-1426. 



2796. - 111»- September 14. StGallen». - Vor Abt Heinrich (IV.) fertigt im Hofe lu 
St* Gallen Else Schorin, die Ehefrau Uli Stainibrunners von Arbon. mit ihrem Gfttieiifl 
ihrem vom Gericht beigegebeiien Vogt Ri\di Gelter, Bürger von St, Gallen, nnd ihrem Fürsprech Uli 
ab dem Berg, ebenfalls Bürger zu St. Gallen» „den akker und böngart^ti gelegen ob Rinegg, genant 
in der Grob, — stossent an wilent Burkart Nostlers wingarten, genant die Grub, und an dea 
Swertzenberg" — , Lehen des Gotteshaoses, die sie samt Zugehörden um 13**8' ^ an die Brüder 
Kunz und Uli Keller von Tal verkauft hat, den Käufern, und der Abt belehnt diese damit — 
Sanfcgallen, an des haiigen crütz tag ze herbst, 1419» 

«) Vlebt r«3>« <lvtLlliei]. kftnsit« mueh uVt <iiUj) v$in. mM 

StiftÄarf hiv St. Wallen, lehfuarf hiv Bd. 71 S. !fl4 f. — Entwurf von der Hand des äbtiHchen Schreibers, — Es sigeln der Abt 
der Vogt und fiir die beiden Eheg^atteD auf ihre Bitte Heinrich Zwick der jüngere. 

2797. - U19. September 1«. (St. Gallen.) — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof zu 

St, Gallen dem Rudi Keller von B i e s e n h o f e u , einem Gotteshausniann, zu seinen und seineit ehe- 
lichen Bruders Hans Keller gemeinen Hunden die Lehenschaft über ^den hof ze Büsenhofen, 
genant der Keller hof, mit aller siner zugehord; item den hof ze Helraarswil, genant der Keller 
hof; item iren hof ze Zuckeuried und ain gutli genant daz Aicha, undir B üsenliofen gelegen in 
dem Aicha, duz Hainis im Aiehe waz''. — Sanipstag nach dez hailigen crütz tage ze herbst, 1419. 
Stitorclih St (lallfü* Lcliriiiirthiv M. 74, 8, läft. — Entwurf von der Hand des äbtiachen Schreiber«. 



?rPfftS 



a798, -- 1419. September 16. vSt.Ganeiu — Vor Abt Heinrich (IV,) fertigt auf der 
zu S t. G a 1 1 e n E l s e N o s 1 1 e r i n , die Witwe Uli E s r i t (s) w i 1 1 e r s selig, mit ihrem ehelichen Bruder 
Heinrich Nostler als vom Gericht beigegebenem Vogt und Nigkel Ruprecht, des Gotteshauses 
Vogt zu Neu-Ravensbu rg, als Fürsprech „den halben tail von dem hof ze Gaissow, genant Helt- 
stadel, und nämlichen disse nachgeschit^jen stucke: dez ersten Scharawatts acker — der stoßt 
undnan an Cunen Fricken acker, genant Wolflis acker — ; item daz ober tail in der Langen 
Steltzen, acker und holtz — stoßt an Cunen Fricken, capplan» wis — ; item den bongarten ze 
Heltstadel, zwüsschent Cunrat Fricken und U 1 ri ch Märken ", nn*t allen Rechten den BrQdern 
Hans, Her man und Haini Nagel von Gaissau, Gotteshausleuten, denen sie den halben Hof um 
62 ff .^ C. W. verkauft hat, und der Abt belehnt die Käufer damit. — Santgallen, sampstag nach 
dez hailJgen crÜtz tag ze herbst, 1419. M 

Stiftaarfhiv St. 6ill(fn, LfhpHirrliJi Bd. 74, S. 17S t — Entwurf von der Hand dew abti8<;hen Schreibers. — E« sigeln der Aott 
der Vogt und tTir die FVaii tiuf ihr** Bitte Rudi Gelter, Bürger zu St. Gallen, 



i 



2799, 141», September Ui. St, Gallen. — Abt Heinrich (IV.) uira«ut im Hof zu St. Gallen 

von Haini Nostler, Bürger zu Rheiuegg, „ain wis uff dem Riet bie dem birbom gelegen, — 
stosst ainhalb an des kelnhofs wis ze Tal und anderthalb uff den maigerhof ze Sant Johans Höhst 
und an C u n r a t B r u n n e n wis und an C 1 a w s e n S c h a m 1 e r s ktnd wis'^ — , Lehen des Gotteshauses, 
das jener an Wälti Hasler von St Margare teu- Hö chst und dessen Ehefrau Adelheid Rä- 
landin um 28 U ^ C. M. verkauft hat, auf und belehnt damit den Wälti Hasler zu seinen und seiner 
Ehefrau gemeinen Händen mit der Vergünstigung, dass diese des Lehens geniessen soll »jin glicher wis, 
ob sie ain man ald knab wäri'^. — Santgallen, sampstag noch dez haiigen crQtz tag ze herbst, 1419* 

Stifliarfliil St.^all*^», Lt^hMiorrlih' M. 74, S. 245. - fclntwurf von der Hand dea äbtiacben Schreibers, — Darunter der Ver- 
merk : , I o. G o H g w ff cit* . 




IT HI»-M9fiL 171 



Scfaiedsprucii öer Sftadi Zürich in den Sir«i:5kec:en rw^scr^-er, i-^*^ Arr«err:?C,^rt^ 
und den fläa^esn Ljenbart von Junginpen und Fr»cr.hÄr.s vcn Bsxim^r, äjs Vc^;i?n 

von Rhe:neic>5> 



AUcBL üt iasiem hntM sthesi oder 6$m:i l«$>e^. )^l£C<^s: vur e^r ^xnel^r^!^f:äil^;T ;la^i i>f Tk: ^^T 
stan Zf rick: Ak ijt ä^ooK^m. tcss« lin«- kerr Liesln^rT t^xi J;^rc zc^* ur£ Wirr rr.:iici^ 

leAppenixell sMcrst diMr sackgieschnbefi sso£. >piecL& ;ir:i i^^c^c^. :5C >t rr.:i us^i r^ «rittiai^f^ 
gehcpi kaai. mS Sbs » ke»a«r sii^ komm« sind r^ o^hd xv^k^i»: cri c.:<ch i:ftbT xtrsfrw*:«^:: k«ri 
forsick und die ircn. «ir wir st darcmb ectsckridrir crd i:;<s>{«^e<k-f&. cjeü^ st i^^i^T itf W^der s:i Kej.Wr^ 
fan gB^ ite VM d» mDes wwr and siix halt«« süIlen und velks. ncAi ouck vir ^Ir.$ ici^IWr. tjO^ 
md sp^m ae en t gckci drnt diorh der Torg^nanten beider t^iles: usd i:r::s^r g^ns^ic^r Kiign\^$$i^n 
eriian botten entsdiafien kene vülen haben cnderwucd^n: 

il Des 90 band ouA des ersten die Torgenanten herren die T(^g^ le Kinegg in klag wi$e. mit 
mer vorteil begriiEec. in schrift für uns bracht: als st die Tes:i Kinegg ucd das K)i:ial von unüaejrs 
iDergnedigosiiea h«reD des Bömschen küngs nnd des heiligen richs viegen tzi pfanies vise innehaben 
-- derMlben Terpbndnng st oach g&t knn tschaft Tor uns rougton . da vere Ton alter herkommen« 
wer herre oder Togt zft Bin egg were. das derselben henschaft und der vesti rtü Kinegg jer) icher 
richstür Tolg«i und werden solt sechsundriertzig pfund Oostentter pfenning üUr die siüten« ä^ dan^s 
Tosetzet weren. Andenseiben sechsundTiertzig pfunden brechen inen die egenaiUtr. von Appenttell 
und ir lantlCit jerlicher stfir ab zwölff pfund pfenning, minder oder mer« uugevarlich. die inen \%vn vier 
jiren noch usstftnden. von jedem jar zwölff pfund. von sunuing wegen der egenanten von Appenttelh 
woD die Ton Appentzell meinen, welher ir lantman sve oder werde, das der stiVrfryg siiien si^lle 
von den gutem, die doch dem heiUgen rieh zügehören und in der herrschaft« in den ht^fen des R i u- 
tilg, nnd nit in der von Appentzell gebieten, twingeu noch l>ennen gelegen syen: und sye ouch 
kein ronbstfir, dann das sv von gelegnen g&tern gange, die in der herrschaft h^fen und hofmarken 
gelegen sren, dero sich ouch niemant, die dann guter darinue ligend häud, sperre te gebtnU« dann allein 
die Torgenanten von Appentzell und ir lanilüt, die meinen, von den gAtern nit te stüreu, als das 
▼on ilter herkommen sre, wiewol die, so die sturen pflichtig syeu le gel>en von irt*n gfttem, den mer- 
teil in die höf und nit gen Appentzell gehören und recht hoflüt syen. v-^ DariA so haben ouch 
dieegenanten von Appentzell etzlichen. so unsemi obgenanten herren dem küng und den vorgtntanien 
herren den vögten von des richs wegen gesworn hab als ander hoflüt« sydmals le lantmann genommen« 
das SV aber nit sölten getin haben. (3) Fürbasser so band ouch die obgenanten herren die vögt lA 
Rinegg in schrift klagt und ftir uns bracht, wie das die egenauten von Appentxell dem heilig\'U 
rieh, der vesti zft Rinegg und ouch inen in die lehenschaft der gÄter, so dann lohen vv>u der jet«- 
genanten vesti sind, griffen und meinen, die nit ze enpfahen, und wenn das an sy ervonlert wenle« 
so bieten sy darumb recht gen Appentzell für iren animann. (4^ Sodann band die egenanton herren 
dieiögt z& Rinegg förer geklegt, was frefne der vorgenanten von Appentzell lantlüt und die irt»n 
begangen in der herrschaft zu Rinegg oder in dem Rintal, sy syen klein oder gr^>ß, darumb meinen 
sj einer herrschaft und den gerichten daselbs nit gehorsam ze sin dem rechten, so sy darumb ervonlert 
werden, und bieten recht gen Appentzell, das doch von alter her nit alsi> kommen sye; won wer 
^^^ sye, der in derselben herrschaft und gerichten frefle, der stille ouch dasellvs den gerichten guAg 



172 



Hemnch IV, 1419—1426. 



tun. Und zühent ouch darin, wer der Bje, der in der abgenanten herrschaft und höfen gesessen sye 
und von dannan züben welle, der mög des wol gewalt haben, nn gehindert von der herrschaft gerichtet 
und höfen; aber allediewile und er in den obgenanten twingen und bennen sye gesessen, so solle er 
der vorgenanten herrschaft gerichten und höfen von des richs wegen gebunden sin ze stürent und ze 
dienent als ein ander hofnian. — Und beruf so band die vorgeoanfeen Herren die vögte uns gebetten, die 
egenanten von Appentzelle ze underwisent, dem rieh und inen von des richs wegen die vorgenanten 
sturen von iren gAtern, die in den obgenanten höfen und hofniarken gelegen sind^ gevolgeu ze lassen 
und unib ander vorgeschriben zösprtiche und artikel gehorsam ze sin de und gnüg ze tünde, als das vod 
alter herkommen sje, und fürbasser die, so ir lantlüt worden weren und aber von alter und von recht 
boflüt syen, ze wisen ze s weren und ze hulden in aller der maß, als ander hoflüt getün haben, wan 
ouch das unser vorgenanter gnedigoster herre der Konisch kting inen also zu sweren gebotten habe etc^^ 
Satzten dis alles uff unser erkautnüß und hatten uns, darumb uszesprechen zft dem rechten. ^| 

Wider dise vorgeschriben klegte und zöspriiche alle und jekliche besunder band die vorgenanten 
von Appentzelle vor uns ouch ir antwürt und ^iderred in schrift geben und sich daruf ouch 
Schrift des ersten von den von AI tste tten und von Mar tp ach beider höfen geklegt, das dieselbe 
lüt, so in den jetzgenanten höfen sind, der iren fünf in dem fryden, den die herrschaft und die Eid- 
gnossen mit enander hatten, viengen und gen Veltkilch in die turn würfen und inen das iro 
nämen wider rechtz und aber den egenanten von Appentzelle versprochen wurde von einem laui^_ 
vogt, der dozenml der herrschaft lantvogt were, das den vorgenanten den iren das iro solt bekert sal| 
werden, das aber noch nit sye beschechen; getrüwen ouch, das die egenanten von Altstetten und 
von Martpach den iren noch das ir bekereu und sy entschadgen sollen. DarzÄ so klagten sich 
ouch die egenanten von Appentzelle wie das die dikgenanten lierren die vögt ze Rinegg inen die 
iren umb weltlich sachen uff geistliche frömde gericht getriben und inen iro gericht in irem land 
verschmäht haben, des die iren zö grossem schaden kommen syen; getrüwen ouch, die jetzgenanten 
herren die vögt süllen inen denselben schaden ablegen. Satzten das ouch hin uff unsern spruch un^_ 
baten ze gelicher wise, uns darumb ze erkennen zi\ dem rechten. ^M 

üff dise jetzgenante der von Appentzell antwürt und ouch ir klag so band die egenanten 
herren die vögt von Rinegg ouch in geschrift geredi und geantwurt und die vorgenanten von Appen- 
tzell aber daruf ouch ir widerred in schritt getin, als die geschriften, uns von beiden teilen herumb 
ingeantwürt, die ze lang weren ze verachrihen, ei genlicher uswisent. Also syen wir zfi den sachen ge- 
sessen, haben die vorgeschriben klegten, zftsprtlche, red und widerred fiir uns geleit und eigenlichen 
verhöret und uns darumb von einem an das ander nach unserm bedunkten erkennet und usgesprociien. 
erkennen und sprechen ouch also ns mit disem briefi' zu dem rechten: (1) Des ersten von der vorge- 
nanten sturen wegen, das da die obgenanten von Appentzell und alle ir lantlüt, so dann gfiter Hand, 
die in den böten und hofmarken des Rintals, die zu der egenanten herrschaft und vesti Rinegg 
gehörent, gelegen sind, von denselben iren gutern den vorgenaiiten herren den vögten zu Rinegg 
sturen süllent, als das von alter her ist kommen, ungevarlich. (2) Aber von deswegen, als sich die ob- 
genanten herren die vögte ouch geklegt band, das die egenanten von Appen z el 1 etzlich zu lantlüten 
genommeu haben, das sy aber nit sollen getan haben etc., sprechen und erkennen wir uns ouch zö dem 
rechten, das die vorgenanten von Appentzell wol lantlüt nemen mugen, als das von alter herkommen 
ist, in geverde. (3) Sodann von der lehenschaft wegen der göter, so von der egenanten vesti Rinegg 
leben sind etc,, haben wir Uns ouch erkennet zu dem rechten, das die vorgenanten von Appentzell 
und die iren alle die giiter, so sy dann von der egenanten vesti und der herrschaft ze Rinegg ze leheu 
band, von den jetzgenanten herren den vögten und der herrschaft zu Rinegg, so dann vögt oder herren 




Heinrich IV. Ul9--li26, 



173 



Ibs sint, enpfachen söllent, wenn das ze schulden kumpL Und were, das sy jemant von semlicher lehen 

^wegen zt^sprechen oder bekümbern wölten, das süllent sy tun vor den lehenherren und den mannen und 

nieoiuit anderswa. Des geliehen wölte sy jeinRn von semlicher lehen wegen bekiimbren oder anlangen, 

den sQllent sy oucli hinwider danitnb vor denselben lehenherren und den mannen zu dem rechten stän 

und gerecht werden, alles ungevarlich. (4) Were ouch, daz der vorgenanten von Appentzell laniman 

aJd hindersässen deheiner in der egenanten herrschaft zfi Rinegg oder in dem Rintal dehein frefne 

begienge, sy wer klein oder groß, haben wir uns onch erkennet zu dem rechten, das dann das gericht, in 

dem söUicher frevel beschechen were, den oder die, so dann den frevel begangen hettin, zu dem rechten 

erfordern und inen verkünden. Und ist dann, das sy dem rechten gehorsam werdent und gnßg tünd, wol 

und gut; ist des nit, wes sich dann das recht darunib erkennet, darumb mugent die vorgenant herrschaft 

derselben ungehorsamen lib und gflt, wo das in denselben gerichten wirt begriffen, heften und zfi iren 

banden zühen, untz das inen umb semlichen frevel gnög beschicht nach des gerichtes erkantnüße und 

gewouheit, alles ungevarlich. (&) Fürbasser sprechen wir und erkennen uns onch zu dem rechten, das 

alle die, so der egenanten von Appentzell lantlüt worden sint und aber von alter her und von recht 

hoflnt und ouch in der vorgenanten herrschaft ze Rinegg höfen und hofniarken gesessen sind, den 

vorgenanten herren den vögten und den gerichten mit sweren und mit andern Sachen gehorsam sin 

sGllent als ander hoflüt ir bysässen, diewile und sy in denselben höfen und gerichten sind gesessen» 

&n geverde. (6) Aber ab sich die obgenanten von Appentzell geklegt hand von den von Altstetten 

und von Martpach, wie sy der iren fünf in einem friden fiengen und inen das ir nämen, als vor 

ist bescheiden, umb dise getat syen wir underwiset von unsern erbern hotten, denen darumb ze wissent 

ist und ouch daby sind gewesen, das dozemal, do dieselb getat beschaeh, der hohgebornen herrschaft 

von Osterrich landvogt versprach, er wölte die obgenanten von Altstetten und von Martpacb 

darzÄ halten und wisen, das sy den vorgenanten fünfen von Appentzell das ir, so sy inen der ge- 

ingenschaft entwert und genommen hettin, wider bekeren rafisten, won das in einem friden, den die 

bbgenant herrschaft von Osterrich, imser Eidgnossen und wir mit enander hatten, was beschechen. 

Jnd herurab so haben wir uns ouch erkennet und gesprochen zÜ dem rechten: was die egenanten von 

Altstetten und vonMartpach den obgenanten fünfen, so den von Appentzell zügehören, der- 

elben gefan genschaft des iren genommen, entwert nnd nit bekert hand, das sy inen dasselb noch 

bekeren und sy darunib ablegen stillent, ob das noch vorhanden ist, oder aber inen des wert ungevarlich* 

ob das nit vorhanden ist, dafür usrichten und geben, und das dann den egenanten von Altstetten 

und von Martpach von derselben getat wegen zö den vÖgten, die dozemal ir obern waren und in 

dero nammen sy die sache zft tftnd understönden, alles ir recht sye behalten. (7) Sodann als sich die 

dikgenanten von Appentzell klagent, das die vorgenanten herren die vögt zu Rinegg die iren mit 

frönden gerichten umb weltlich sachen bekünibern und ir gericht also versmachen etc., als ouch vor 

eigenlicb begriffen, haben wir uns auch erkennet und gesprochen ze dem rechten: were, das die 

rargenanten von Appentzell oder deheiner der iren den obgenanten herren den vögten dehein stür 

Icr EJUS schuldig weren, dieselben stür und zins süllent sy des ersten an die, so inen dann die schuldig 

sind, ervordern, das sy inen darumb gnüg tiigeu, Wolfen sy sich aber dann dawider setzen oder nit 

gnfig tfin, so mugent dann die egenanten herren die vögt dieselben ir stÜr und zinse mit semlichen 

rechten inzühen, als inen dann fögklich ist, Sn alle geverde. Hetten oder gewunnen aber die vor- 

genauti^n herren die vögt von Rinegg oder die iren dehein zösprüch umb ander geltschuld zä den 

vorgenanten von Appentzell und den iren, darumb süllent sy sich des rechten von inen und ir 

jeklichem benögen lassen an den stetten und in den gerichten, da dann der ansprächig ist gesessen, 

ouch in alle geverde. 



174 Heinrich IV. U19-U26. 

Des alles ze einem offen und waren urkünd so haben wir unser statt insigel das minder, doch 
uns, unser jetzgenanten statt und unsern nachkomen unschedlich, offenlich gehenkt an disen brieff, 
dero zwen gelich geben sind an sant Matheus abent des heiligen zwölfbotten des jares, do man zalt 
von Cristi gebürt viertzehenhundert jar, darnach in dem nüntzehenden jare. 

Luiesarchiv Appeuell-I. L A. lU, Nr. 17. — Abdruck: Zellweger, Urkunden I, 2 Nr. 283, S. 287. — Pergament- 
Original mit offen hangendem, beschädigtem Sigel. — Vgl. oben Nr. 2651 und 2696. 

Zur Vorgeschichte dieses Spruchs vgl. eine Notiz im Luzemer Ratsbuch: 

1418. October 24. — „Scriben dem hern Lienharten von Jungingen, ritter, wie unser burger von 
Appozell uns klegt hant, daz ir vordrit an etlich die iren, die zu inen gehörent, alz ir wol wissent, stfir, daz ein 
raubstür ist, und si die der herrschaft von österrich habent vorbehebt und nu in dem krieg unsere herren des küngs 
harbracht. Getrüwen ouch, ir lassen si bliben, alz si harkon sint, dar(an) ir si nit banent und bek(£Lmbrent) ; bitt(en) 
si unbek(ümbert) ze lassent. Mag daz [nit] sin, wellent si für gemeiner Eidgnossen botten ze rechtem kon.* 

Staatsarehiv Lnzem, Ratsboch III, h\\ 

8801. — 1419. September 23. — Abt Hp^Mrich (IV.) von St. Gallen präsentiert dem Bischof 
Otto (III.) von Con stanz für die Pfarrkirche in Rorschach, die durch die Resignation des letz- 
ten Inhabers Eglolf von Rorschach, Klerikers der Constanzer Diöcese, erledigt ist, den Burk 
Schenkundtrink von Seh äff hausen, Priester der Constanzer Diöcese, und ersucht um dessen 
Belehnung. — InSanctoGallo, in domo nostra abbaciali, sub anno a nativitate Domini MCCCCX Villi., ^ 
indictione XII., die vero XXIII. mensis Septembris. 

Stiftsarchiv St Gallen, Lehenarehiv Bd. 74, S. 144 f. - Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Die Angfertiguig -^^ 
erfolgte «presentibus ibidem honorabilibus et religiosis dominis Hainrico Remßen, professo monasterii Pigaviensis, ^^ ., 
et Richardo de Frymaria, professo in Honburg, Merseburgensis etMaguntinensis diocesium presbyteris^ jb, 

capellanis nostris, necnon Johanne civis(!) de Zurzach. clerico predicte vestre Constanciensis diocesis*, dnrc lj^ ii 

«Nicolaus Jenchin de Tuchin, Nuemburgensis diocesis clericus, publicus imperiali auctoritate notarius*. 

S80S. — 1419. September 34. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen nimmt a^ifc^ f 
Bitte des Ulrich Estrich von diesem zu Wil die Güter zu »Durchstöl* mit allen Rechten unc 
Zugehörden und 15/ ^ C. M. zu Bromshofen, Lehen des Gotteshauses, das jener an Heinz Ritter 
Bürger zu Lichtensteig (Liechtistaig), verkauft hat, auf und belehnt damit den Käufer. — Wil 
feria prima ante Michahelis, 1419. 

Stiftsarchiv St. (lallen, Lehenarthiv Bd. 74, S. 225. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Darunter der Vei — ä- 
merk: .Prestitit homagium*. 

^803. — 1419. September 26. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt iÄ=ni 
Hof zu Wil Frau Else Trübin, Bürgerin zuWintertur, und ihren ehelichen Sohn, HansTrü"' b 
den altern, zu ihren und des Hans Trüb des Jüngern, ebenfalls ehelichen Sohnes der Frau, gemeine ^n 
Händen mit dem »wilerli genant Walenwiler, mit vogtien, gerichten, zv^ingen und bannen und mi:^ ü 
aller zugehorde*, einem Lehen des Gotteshauses, das die Frau von „Elli Mäigerin, Hans Mäiger=:a's 
von Tannegg, irs bruders seligen tochter*, geerbt hat, mit der Vergünstigung, dass die Frau das Leht n 
geniessen soll »in glicher wis, ob sie ain man ald knab wäri". — Wil, zinstag vor Michahelis, 141"^^. 
Stiftearchiv St. Gallen, Lehenarchiv Bd. 74, S. 224. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

^804. - 1419. September 26. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt 3u 
Wil den Hans Eberhart von Mittlen, der nach einem vorgewiesenen, von Abt Heinrich (IHJJ 



Heinrich IV. 1419—1426. I75 

gesigelten Leheobriefe mit seinen Brüdern Wälti, Uli und Rudi «daz gftt zeWoltenwile gelegen, 
den tail, so iro vatter sälig erköfft hett vor zyten von Rudi n von Stai nach und Adelhai t, siner 
elichen frowen, und sie von demselben iren vatter seligen ererbt hant*, vom Gotteshaus zu Lehen ge- 
habt hat, da seine Brüder jeder mit Hinterlassung von Kindern gestorben sind, zu seinen und seiner 
Bruderskinder Händen mit dem genannten Lehen. — Feria 3* ante Michaelis, 1419. 

SUfUarelliv Stdallen, LeheurchiY Bd. 74, S. 384. — Entwurf von der Hand des äbtiscben Schreibers. — Dazu der Vermerk: 
,Pre«titit homagium*. 

5805. — 1419. September 36. WIl. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu 
Wil der ehrsamen Frau Adelheid, Witwe Hans Ulis selig, und ihrem ehelichen Sohn Kuni Uli 
zu ihren und Hans Ulis, ebenfalls der Frau Adelheid ehelichen Sohnes, gemeinen Händen die 
Lehenschaft über ^zwojuchart akkcr in der zeigg gegen Bromshof en hinder dem Mos, zwusschent 
dez klainen hofs und dez Rudellers akkem — und stossent au Hainrich Bisschofs und an 
Tobellis akker — ; item vier juchart akker an Wilberg, zwusschent des Gupfers sälgen und 
Hainrich Borshusers akkern; item ain juchart akkers uff der Alten Statt, zwusschent dez 
Korherren akker und dez klainen hofs akkern gelegen, mit irön zugehorden, die sie vonMarga- 
retan, Rutschmans, und Elsbeth, wilent Cunrat Studernuss sälgen elichen kinden halb und 
den andern halben tail von Rudolff Wolffli, wilent keller ze Santgallen, vor ziten erköft hant*^. 
Aus besonderer Gnade gewährt der Abt der Frau ,daz fry manrecht*. — Wil, zinstag vor sant Michels 
tag, 1419. 

8liftnreUYSt.Mlen, LehenareUvN. 74, S. 2S((. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

5806. — 1419. September 27. WIL — Vor Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen fertigt 
zu Wil Greta Ledergerwin, Konrad Gupfers selig eheliche Tochter, mit ihrem Ehemann 
Rütschman Ledergerwer, Bürger zu Wil, ferner mit Johans Gossau, Hofammann zu St. Gallen, 
als Fürsprech und mit Heinrich Bischof (Bisschoff), Bürger zu Wil, den ihr das Gericht zum Vogte 
gibt, dem Konrad Rümelin, Bürger zu Wil, und dessen Ehefrau Anna ,den acker gelegen undir 
dem Len ze Sant Peter, — der ainhalb stoßt an der kilchen akker ze Sant Peter und anderhalb an 
Ulis Smide(n?) seligen acker' — , ein Lehen des Gotteshauses, und der Abt belehnt auf ihre Bitte den 
Käufer damit. — Wil, mittwoch vor sant Michels tag, 1419. 

StifbarchlY 8t tellei, Leheurehiv N. 74, S. Itö f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigehi der Abt, 
der Vogt und für den Ehemann dessen Vater Heinrich Ledergerwer. 

«807. — 1419. Septembers?. (Wil.) — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert im 
Hof zu Wil der Elsi Güsis, ehelicher Tochter des Bertschi Güsis selig von , Tunbrunnen", 
die Lehenschaft über einen Acker — „stoßt ainhalb an Wilmatt und anderhalb an Rimlis acker, 
und gat der weg dordurch uf Wilma t* — , wobei der Elsi Güsis das freie Mannrecht verliehen wird. 
— Mittwoch vor Michahelis, 1419. 

Stillnreldv StClftlleii, Lehenarchiv Bi 74, S. 2S5. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

J8808. — 1419. September 28. — Anna D i e r a u e r (Tierowerin), Witwe des Hans Schöri 
von E i c h e n w i e s (Aiche wis), und ihre Kinder Hans, Ulrich undAUi verkaufen mit Zustimmung 
Konrad Schmids von Rain, ihres Oheims und Vogtes in dieser Sache, an Junker Eber hart von 
Ramswag um 42 ff C. /^ ihren eigenen Hof, gelegen im Kobelwald, genannt des Pregentzers 



176 



Heinrich IV, 1419—1426. 



Hof, den Hans Schöri von Älli Balgerin und ihrem Sohn Uli gekauft hat — stosst einerseits 
HaBsen Kolben Hof, anderseits an den Forst mid üben an den Kienberg — , mit der Bedingung, 
dass die Verküufer auch der 11/ n^, diu bisher von dem Hof als Zins gegangen sind, ledig sein sollen. 
Dagegen werden die Rechte der GretPregentzer an den Hof und den Verkäufern ihre zwei ,meder^ 
zem Hagen, gelegen uff Altstätter riete*", vorbehalten. — Sant Michels abent, 1419. H 

SlirUiarfhivSL«all*n, LLtL II, - Regest: Hardegger und Wartmann, Der Hof Krieasem Nr. ii2, S. 23. — Per- 
gament* Origi nah Es sigeln Junker Rudi von Roaenberg, Junker Burkhart ronRamswag, , unser lieber 
herr^T nnd der Priester Rudolf Schmidt Kirehberr ^ze Montigel", dea Vogtea Bruder; von den Sigeln aind daa 
erste and dritte schlecht, vom zweiten nur ein Bruchstück erhalten. 



« 



2809. - Ullk September 30, (St, Gallen.) — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof m 
SL Gallen ,an atns custer statt" dem Rudi Herrn an von Gosse u zu seinen und seiner Ehefrau 
^Adelbait St iiffvatt erin " und ihrer beider Kinder Händen die Lehenschaft über »zwai tail dez 
hofs ze Oaissbul ten, der do lit in Herißower kilchor zwüsscbent Steblow und liuti und Iheses- 
berg und der Wal ts tat, der von unsers gotzhus custerie ze leben rilret, und von denselben zwai tailen 
dez jetzgenanten hofs ain custer ze Sautgallen jarlis zins gät ii ^ und vi ^ uf sant Martins tag", — 
Samstag nach Michahelis, 1419. 

StiftsarcMv SL fallen, Lehenarthiv M. U,%. 176. — Entwurf von der Hand des äbtiBchen Schreiberu. 

Dieser Eintragung folgt der Entwurf zum Gegenbrief dea Rudolf Herman und seiner Fraa, der an ihrer Statt 
von E g 1 i Fisch {Fiaaeh), Uürger zu St G allen, und Heinrich Frei (Frien) ^a m L a n d e n s p e r g^ gesigelt wird. 

8810. — (U19, Septcinber. StftalleiL) — Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu St. Gallen ■ 

dem Rüdiger (Röker) im Turn, Bürger zu Scbaffhausen, in Trägers Weise zu Händen Wilhelms ^ 
im Turn ,den turn ze Güten bürg in der vestin und den hof ze Wilhain mit gerichten, zwingen 
und bannen und mit aller zugehorden', Lehen des Gotteshauses, die Eberbart im Turn selig inne 
hatte und die nun nach dessen Tod an seinen ehelichen Sohn, den genannten Wilhelm im Turn, ge 
fallen sind. 



MifUärekJY Stfiullen, Lekenirfhii Bd. 74, 1 lä7. - Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. Die Scblussformel mit 
dem Datum i*t weggelasBen ; da aber die vorangehende Eintragung (Nr. 2797) und die folgende (Nr. 2806) in den 
September 1419 fallen, darf \vobl auch diese auf das gleiche Jahr und den gleichen Monat bezogen werden. 



8811. - 141». Oetober 3. Constanz. — Abt Heinrich (IV.) von St, Gallen erneuert zu 

Constanz ,in dez ersamen Hansen Hüruß, uusers wirtez, hus* dem Ulrich Eilend, BiSrger 
zu Co n stanz, auf Grund eines von Abt Heinrich (III.) gesigelten Briefes die Lehenschaft über 
,,den zehenden ze Sumbri, ze Hefenhofen, ze Spitczenrüti und ze Muli buch mit allen rechten 
und zugehorden, als er den vor ziten von Albrecht Blarrer von Costentz erköft bat". — Costeniz, 
zinstag nach sant Michels tag, 1419. 

StiftMirfaiv Kt.<jttllfll, Lfbeiirtkiv Bi 71, S. IW. — Entwurf von der Hand des äbti^chen Schreibers; darunter d*^r Vemierk: 
.Preatitit homagium*. 

8818. — (1419, October 3, Constanz.) — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert' 

dem Cftnrat Wurster, Bürger zu Constanz, als erkorenem Vogt von Ulrich, Anna, Margaret 
und Elsbeth, den ehelichen Kindern HansGuggers selig, zu deren Händen die Lehenschaft über 
^siben bett wingarten zeRüderbach, zwusschent R in egg undMören gelegen — derselb wingart 
stoßt ainhalb an dez'^ Scherers gassen und anderhalb an Frikken Matschen gut und undnän an 



I 




Heinrich IV. 1419—1426. I77 

den Rin — , den der obgedachte Hans Gugger seligen vor ziten von Rudolf Magelsperg von 
Bernang erköft hat und in och Haintz Kollasß von Gostentz von derselben kinder wegen in 
vogts und tragers wis vormals von unsem vorfam abt Hainrich ze lehen enpfangen hett". — Datum 
ut supra. 

StiftnrefclY Stdallei, LehenareUv N. 74, 8. 148 f. -- Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es geht Nr. 2811 
unmittelbar voran. 

2813. — 1419. October 3. (Constanz.) — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
dem Konrad Mangolt von Constanz, ehemaligem Bürgermeister daselbst, und seiner Ehefrau 
Ursul, Konrad Seinhofe rs von Pf ullendorf ehelicher Tochter, auf Grund eines vorgewiesenen, 
von Abt Heinrich (HL) gesigelten Briefes zu gemeinen Händen die Lehenschaft über ,die vogtie ze 
der herren hof, dem Langen Rikkenbach* mit allen Rechten und Zugehörden und gewährt aus 
besonderer Gnade der Frau freies Mannrecht. — Feria 3* post Michaelis, 1419. 

StlftnrchlY StCllllei, LeheurchiY N. 74, 8. 149 o. 154. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2814* — 1419. October 3. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert dem Konrad 
R&he, Bürger zu Constanz, auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Heinriah (III.) gesigelten 
Lehenbriefs die Lehenschaft über ,sinen halben tail ains wingarten in dem Rintal ze Haslach gelegen, 
genant der Haslach, den er von Ulrich Emptz(!) vor ziten erkoft hat; item ain holtz und ainen 
acker genant die Rotenhalden mit irer zugehord ; item ain gut genant Aichelstain mit der hof- 
stat und mit den ackern, die darzu gehorent, und ain hofstat, als der torgkel vor ziten stunt, gelegen 
in her Marquarts von Emptz seligen kind bongarten zöm Aichelstain, als er daz allez von 
dem obgenanten Ulrich von Emptz vorziten erkoft hat". — Feria 3* post Michahelis, 1419. 

StiftBardÜT Stdlllei, LehenarelÜY Bd. 74, 8. 154. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2815. — 1419. October 3. Constanz. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu 
Constanz in .Hansen Hürüß, unsers wirts*, Haus dem »Sifrid Plützsch* von Diessenhofen 
<lie Lehenschaft über ein «gütli gelegen ze Slattingen, daz vor ziten Wolf lis von Swandegg 
Saugen gewest ist*. — Costentz, zinstag nach sant Michels tag, 1419. 

SÜftnrcklT Stellen, LeheurchiY N. 74, S. 218. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2516. — 1419. October 8. Bcruang. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen nimmt „ze 
bernang im Rintal in dez lütpriesters hus* auf die Bitte des Rudolf Mogeisberg von Bernang 
Von ihm ,den hof ze Kriessärn gelegen, der wilent Rikkolshofen waz, mit dem stuk genant 
der Bftl und dem gut genant Sennin bunt und waz darzu gehor(t), mit akkern, wisen und mädern", 
Xehen des Gotteshauses, das jener um 20 S^ ^ C. M. an Haini Wakkern eil von Kriessern verkauft 
hat, auf und belehnt damit den Käufer. — Bernang, sunnentag vor sant Dionisien tag, 1419. 

StUlMTChiY 8t Mies, LeheurehiY Bd. 74, 8. m. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2517. — 1419. October 9. Bernang. — Vor Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen vermacht 
Rudolf von Mogeisberg, Dienstmann des Gotteshauses, im Hof zu Bernang seiner Ehefrau 
«Annan Magelspergin ... sin hus und hofstatt unden in dem dorff ze Bernang; item den win- 
garten genant B eh ems wingartenhaldi, und daz Win er li, darundir gelegen; item ain wis genant die 

23 



178 



Heinrich IV. 14)9—1426. 



hofwis; item den Iiof, lio die Hu gen uff sitzen, bie der Ach gelegen, und den hof, do Hans im Dor- 
nach uff sitzet, mit ir zögehorden*. alles Lehen des Gotteshauses St, Gallen, — Bernang, sähI 
Dionisien tag, 1419. 

ItiftHarehh' St, iialleii, Leheflarthiv B4. 74, 1 241 — Entwurf ?oii der Hand det äbtiscben Schreiben, — Es sigeln der Abt 
und Rudolf von Mo gel aber g, J 

»818. — 1419. Octolier U. Bernafii?. — Abt Heinrich (IV,) von St. Gallen nimmt zu 
Bern an g in des Leutpriesters Haus auf die Bitte Rudi Herrn ans, Ammanns das Gotteshauses da- 
selbst, ^aiuen wingarfcen genant der Gunthälm — der do stoßt ainhalh an die strass ze Husen und 
anderhalb an die Liten — "", den Rudi Vedrer von Bernang vom Gotteshaus zu Lehen gehabt, aber 
um 39 ff ^ C. W. an He rm an Forste r von Bernang verkauft und dem Ammann zu Händen des 
Abtes aufgesendet hat, auf und belehnt damit den Käufer. — Bernang, saut Dionisius tag, 1419, 

Stiflmithiv i^ttiallen, L^^knirrhiv Bi 74* S* M, — Entwurf von der Hand des äbtiacben Scbreibers, — Es sigeln der Abt 
und der Äiumanu. 



2819. ^ 1419. Oktober 16. {St.Callen.) ^ Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu St. Gallen 

die Greta W i 1 d i n von Gaue h h a u s e n (Gochhusen), die Tochter des Hans Wild selig, zu ihren 
und ihres Sohues*Uli Bischof gemeinen Händen mit dem Hof genannt ,Gochhusea in Nidren- 
Büren kilchor gelegen, der do stoßt an Kolbrunnen und auMoß und an Loch*, den ihr Vater, 
vom Gotteshans zu Lehen hatte und der nun durch Erbschaft an sie gefallen ist Aus besonderer Gnad« 
verleibt der Abt der Frau das freie Mannrecht. — Sant Gallen tag, 1419. 

StifümiThiv SiJJallf D* UkDarfliif W. 74, S, M — Entwurf von der Hand de« abtischen Schreiber«, 



I 



8820. - 1419. Oktober 17. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt 

den Konrad und Hans Hablützel und ihre eheliche Schwester Elli, die Ehefrau Cristan Frid- 
bolds (Früppohis), Bürgers von St. Gallen, die von Uli Rot selig von Utwil die Güter, welche 
derselbe zu Utwil besessen und hinterlassen hat, mit Holz, Ackern, Wiesen und aller Zubehörde, 
Weingärten etc. und dazu ein Viertel des Zehnten zu Mos, genannt ,Zufart*, geerbt haben, jegliches 
mit seinem Anteil und verleiht der Frau freies Mannrecht. — Santgallen, zinstag nach sant Gallen 
tag, 1419. 

StifUarckiv St.*all<?n, klimarrliiv Bd. 74, S. 155. — Entwurf von der Hand des äbtißchen Schreiber«. 



J 



2821- — 1419. Octoberl7. (St. Gallen.) — Abt Heinrich (IV.) nimmt zu St, Gallen auf 
die Bitte des Konrad Hör, Bürgers zu St, Gallen, ,aitien wingarten, genant Gaisshus, ze Reb- 
stain gelegen — und stoßt an dez spitals von Santgallen wingarten und au Lienharts Widers 
und an Haintz Pfanners wingarten* — , Lehen des Gotteshauses, das jener an HansTudeller 
„vor*^ dem Bin* und Margaret, seine Ehefrau, verkauft hat, von ihm auf und belehnt damit den 
Käufer zu seinen und seiuer Frau gemeinen Händen, — Feria 3* post Galli, 1419. 

Stiftsarchlv St. Mk% L« henärrbiv Bd. 74, S, 1S1 f. - Entwurf von der Hand des äbtitcben Schreibers. 



2822- — 1419. Oetober 17. (St. Gallen.) ^ Abt Heinrich (IV,) von St, Gallen nimmt 
auf die Bitte Hans Tudellers von dem Rin ^ain wi.s genant die Hell in — stoßt uf den Louch- 
see und anderhalb an die gemainde, an daz riet* — , ein Lehen des Gotteshauses» das jener an Hans 




180 



Heinrich IV. 1419-1426. 



dem gut genant daz Owenli; item den hof genant zem Stalden. ob Sani Johmns Höhst, den 
die Wissen buwent; item den hof genant Eschimos, ob dem nnwen tum ze Rine^g gelegen, und 
ain gut gelegen ze Tal, daz man nempt daz Odgnt*. Ans besonderer Gnade Terleiht der Abt der 
Frau freies Mannrecht. — Donatag Yor sant Martins tag. 1419. 

SÜftsartliT Sttellei, Ulenrdür U. U, S.t8l L — Entwurf von der Hand des äbtischen 8direiberB. 

1410. IfoTentber 9. (8t.€r«lleH.) — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen bdelmt Wilhelm Yon 
Zwingenstein, Dienstmann des Gotteshanses, Wilhelms Ton Zwingenstein ebelicheB Sohn, auf Gmod emei 
vorgewiesenen, von Abt Heinrich (DI.) gesigelten Briefes zu seinen und seiner ehelichen Schwestern Nesa, Anna 
und Libra gemeinen Händen mit ihrem Anteil und .rechtung an dem hof ze Husen, bie Kilchberg gelegen, mit 
lat und mit gut, und an zwain wingarten an dem Botenweg, hinder der bürg Zwingenstain im Bintalgelegoi, 
und an dem holtzli daran gelegen*, was alles sie von ihrem Vater ererbt haben. Der Abi gewihrt ans besonderer 
Gnade den Schwestern freies Mannrecht — Donstag vor Martini, 1419. 

8tift8archiT StQallen, LeheuithlT N. 74, 8. 184. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

3836. — 1419. NOYember 10. — Abt Heinrich (IV.) nimmt auf die Bitte des Hng Schul- 

maister, Bürgers zu St. Gallen, im Hof zu St. Gallen von diesem ,fünff mutt resan, ain viertel 
gezwyetz opsses Santgaller mess, ainen pfenning Costentzer mönss von ainer hofstatt ewigs geltz 
und järlichs zins ab und usser dem gute ze Schwainberg gelegen, daz man nempt dess Spilmans 
gut/ auf und belehnt damit ,in gemaind wise'' den bisherigen Lehentrager und seinen Sohnülricli, 
»den er bie Margareten von Ramsowe hat.* — Sant Martis abend, 1419. 

SÜftaireliT St Qallen, LeheurehlT N. 74, S. 1^ f. - Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. — Es sigehi der Abt 
und Hug Schuhneister. 

Einsetzung eines Schiedsgerichtes im Streit Georgs von End mit dem Kloster 
St. Gallen wegen Annahme seines Bruders ^Valther von End als Klosterconventual. 

Constanz. 1410. IfoTentber 15. 

Wir Hainrich, von Götz gnaden abt dez gotzhus ze Sant Gallen, . , . tünd kunt . . . von 
der spann, zösprüch, stözz und misshellung wegen, so der edel Geory von End, fiye, mit uns und 
ünserm vorfaren herr Hainrichen von Gundelf fingen, wilent abt ünsers obgenanten gotzhus ze 
Sant Gallen, gehept hat von wegen herr Walthers von End, sins bröders, umb dez willen, daz 
derselb herr Walther und och Geory von End, sin bröder, maintend, daz in der obgenant unser 
vorfar für ainen conventual unsers vorgeschriben gotzhus enpfangen sülli haben, daz aber derselb unser 
vorfar nicht gichtig ist: daz wir da von derselben spann, züsprüch, stöss und misshellung wegen ze 
baider syt früntlich und g&tlich verainet und gantzlich verriebt syent, also daz daz ain schlechti, verrichti 
sach zwüschen uns und den obgenanten herr Walthern und Georyen von End und allen den, die 
von baiden tailen darzA gehafft, gewant und verdacht sind, haissen und sin sol in sölicher mazz und 
bedingnüst, daz die fromen, vesten Rudolf f von Rosenberg, Ulrich von Landenberg, sesshafft 
ze Wülfflingen. und Frytz von Ain w ille und die ersamen, wisen Ulrich Für er, burgermaister 
ze Sant Gallen, und Hainrich Ledergärw, alt schulthaizz ze Wil, uff die daz der vorgenant 
herr Walther von End zügot und bedingot, sich darumb erinnren oder bekennen süllen, ob der ob- 
genant herr Walther von End von dem obgedachten Ünserm vorfaren für ainen conventual ünsers 
obgenanten gotzhus enpfangen oder nicht enpfangen sye. Bekennent oder erinnrent sich da die fönf 
geniainlich oder der mertail under inen nach red und widerred baider tail, daz der jetzgenaot herr 



182 



Heinrich IV; 1419-1426. 



Am&liens von Horwen. Ebenso bestätigt der Abt auf die Bitte des Benz von Heudorf ihm und seiner 
Gattin den Pfandschatz über gewisse Güter und Einkünfte, die sie gemeinsam in Pfandes Weise vom 
Gotteshaus zu Lehen haben, nämlich ^die vogtie zeTotzwil mit gerichten, zwingen und bannen und 
aller zögehord; item den hof ze Helffentswile mit aller zi^gehord; item den hof ze Nidern-Ützwil 
und den bluwel daselbs; item x hfinir ?on Watt; item die schupuss ze Zukkenriet; item die Togtie 
nbir daz kilchengfttli ze Zukkenriet und j mut habemgeltz u&ser Singenbergs gftt; item ¥J viertel 
kerneogeltz usser dem hof ze Stekkliswile und iüj hönire öch uss demselben hof, daz allez ir pfand 
sig für funfFhuodert ff heller Costentzer münss und werschafft von Ff ritzen und Walthern von 
Ainwil, ainen swägern, der obgenanten frow Adelhait elicher brüder** ; dabei wird der Frau ans 
besonderer Gnade vom Abt freies Mannrecht verliehen. — Santgallen^ zinstag nach Elizabeth, 1419. 

Stiftiarfhiv Stfiiüfi, BIrtienirrkifv üri. t1t41. f. S7!^. — Eintragung tqh der Hand des ähtischen Schrmher!«, 

2830. — 1419. Novenilier 33. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV,) vermacht im Hof «u 
St. Gallen Frau Adelheid^ , H a i n i H a i n t z e ri n * selig Witwe, weiland Hans Spor ers eheliche 
Tochter, mit Johannes Gossau (Gassow), äbtischem Hofammann zu St. Gallen, als Fürsprech und 
Rudi Schläpfer (Slaipfer), Bürger zu St. Gallen, als vom Gericht ihr beigegebenem Vogt, ihr Haus, 
Hofstatt und Hofraite, , gelegen ze Santgallen in der statt an Webergassen, an der Goldastin 
hus*", Lehen des Gotteshauses, mit all ihrem liegenden oder fahrenden jetzigen und künftigen Gut ihrer 
ehelichen Mutier Margaret Sporerin. — Santgallen, mittwoch vor sant Katherin tag, 1419, 

StirtotitliiiF St.€allrii, LehrnireliiT M. 71, S. 187. - Entwurf von der Hand des äbtischen SchreiberB, — Es sigeln der Abt, 
ftlr Adelheid Mainz Junker Hans von A n d w i 1 (Ainwil) und der Vo^. 



2831. 

Johannes Flad, Subcollector, quittiert dem Abi von St. Gallen über den Zehnten 

im Betrag von 1B8 Gulden 8 Schilling, wovon Heinrich von Gundelfmgen, Con- 

ventual in ^Nü, 20 Gulden, den Rest der Abt in Constanz bezahlt hat. 

Zürich. 1419* KoTember ^^. 

Johannes Fl ad, artium magiater, . . . /' decime omnium reddituum et proventuum ecelesia- 
sticomm serenissimo atque invicttssimo principi et domino domino Sygißmundo, Romanornm regi 
semper augusto necnon Üngarie regi, auctoritate appostolica debitorum in Constantiensi civitate et 
dyoceai subcollector a reverendo in Christo patre domino öeorio, episcopo Pataviensi, pnncipali 
eiecutore et coUectore specialiter deputato, aubdeputatus, venerabilem et religiosum Tirum dominum 
abhatem monasterü sancti Galli de decima ipsnm ac suum monasterium concernente, que, prout idein 
dominus nobis exposuit et iuramento suo coram nobis preattto obtinuit, ad summam centum quinqna- 
ginta octo florenorum et octo solidorum denariorum se extendit, de quibus honorabilis dominus Hain- 
rjcus de Gundelfingen, auus conventualis, nobis in oppido Wil, Turgenai, vinginti florenoa persolvit 
et de eisdem satisfecit ruxta tenorem sue quittantie a nobis tradite, sed, quia adhnc restabant persolvendi 
centum triginta octo floreni octo _# ^, quos prefatus dominus abbas nobia Constan tie persolvit et 
satisfecit, de eisdem idcirco prenominatum dominum abbateni, de predicta summa tantum et non aliter, 
presentibua absolTimus, finimus et quittamus, Datum Turegi nostro sub secreto, anno Domini 
MCCCCXVIIII, in vigilia Ändree apostoli beati. 

Bji UnOfotllrh* A^iklal:lunf „In «co (fto 'j**, 

HtillwrcliivNt4iallei, Ruhr IUI« KaMt, i — Papier-Original; das kleine, grüne Wach Bnigel ist at ige brdc kell. 



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— U19. $#vrBkrr:M. ScCallc«. — Ak H«:xr!CfttIT. tob SuGallea 
ttB ff AOL fiftx» Elrisf . Böreer za Comsiamz. 111 ff ^ C. M. xkolie« die er ikm oder 
Ite ,fxr krac. ^^ ül fir bcsae. ftr scsrov* aad fir ai WriMglkht Terbiett». TeriKftcn md 
^zad vehikiier ISse snd «enekt zsA ymuHiTiKi ssd sandizlidi f&r alle ander 
sad w iiec baadea as ailca ires aekadea aa i a Snefl * tolle »aeCostentz 
den Bsan aasapt der tw^tfi an^ la di«a aaaxei vikeaBacktea aekieiitkfiniftig 
IkuFsr iem der Ak ttsaeK G&uxbccer za ^aaiplMB oad aütadialdnem* 
T'oa Borsckack. des Gotte^fiaana Kiiiiwi \u, Tsi Heiarieh Zvick den ihaa. 
aaf dea Termia nickt gacz Msapxicksi^ zm koHKS der Gläabig«' za Schaden, so 
&£r Asc T3ii aeäe Miockoldser decselbee cäaziick azszzirkkfiea. ^Besckik das aiki« wc 
iax at lihgBixLSiSL as^aliec baid oder ascer bäcaür tqc 'i*m, r^yretsa^zeB. Haa6 HSrfis ald : 
erbe cranos -v^täsei ze k2&. ze bof ald :iader oeec Kh bocse^ oder briefec so sond st baid, oder 
ireda- jaakz aua !i ■ imi 1 virdec iavendig dea ffibff^i akt ta«a sack der enlea atinnny ädi aus 
iiD «fta maz cea Cosieatz in die scan aaiw^nea ■sz.i -io in oSea eusgebea kfisera hie TailcB 
gat ifka j.lwra'iafi laifgefi, aaTerdin^ jeklicker zvaj noi ar des taoe. Welker aber Bit sin selbes 
ük al» liks käEeiL voh oder mobu der surf dock aiae^ erbera ksLeki Mit aiaoa pfiih an am alal 
Uia ae cäacL byiu der an siner stat laut snd als tcr koaae. als er sekoir laed: aad aoad voa der ifeatt 
wk EwimlhhlFi zJ±Bb£r kooKn nok offbores, darr miz willen -zafi sriob des obynantwi Hans Hfiite 
oder Ei^r s~i«a. icss daz se dez Torgesckribec bopcg^tz zsA alles «fr^iea, den st Toa ileaMlbta gekz 
T«^ *T7i5fc.T>*Tr; i2ic>riki :2d gäctzlieb bexalt verieci.* Assefdes kaiwn Hfir(£s und seine Erben nach 
km läb. aas Keck». ,daz Torgcscbfiben gi&t stand ze sckadca oder cikc die obgeaanten angattca laisien 
<Me zfk*. äei Abc aal mirx Mitacknldner zn pfiadea oad acxzsreiKB. all ikrer Frctkatea aad Reckte 
BBgttdiSec. aa lä.auadtii ^ad fakrenden Gütern. ,nyiOMpr. die voa Wil*. bis das Haaptgnt aad 
tlkr SekafrSL essri-ckiec ^ Der Abt Teisphckt acck. söne Mhackaldaer f&r aDea Sckaden. den sie 
in dksa- Saekif^ etieic^ aBOshckten. and gibt ihnen Gewah. ikz zi&d des Gotteskasaes Gftter aazn- 
grcif«£. lis &T «.sckärdigi scicti. Die beiden Missckaidzer bekennea« dieae .angiütackafi* aaf si^ 
gCMKaia zs ka£<a. aad geh>ben. ihr nachzakonuaen. — Sanigallen. aaal Aadres tag des zvelff- 



iHTLlttL — Cofsäe Toa ier HAai d« iiiri>'Wa SebftiWn. — Es agcla der AU 



— 1419. DeeeMber4. WIL — Abt Heinrich TV, TonSt.GaIIen erneoert im Hof 
za Wil des Hai&i toc Tobel aaf deswn Bitte die Lekensckaft ^ber ,ain gat ze Tobel in Ganders- 
vier pazTOckje. gcsant dez Türlers g;it — . daz ainhalb stuft aa K:&rtz guter und anderbalb an 
'tt |SL daz Ban cesipt Staig. mit aller zugehord*. — W;I. aa der haügea jungfrowen sant Bar- 
Wa lag. 141». 

H fll SL — Eatvnzf ro« icr Hud «es l'irriifbf Sebmben. 



- 1419. De eeM be r 5, Wil. — Abt Heinrich IT. Toa SUGallen erneuert im Hof 
^Wil dem Uli Egli Ton Asch anf Grund eines Ton Abt Heinrich 1IL> Benz Ton Heudorl 
dc^en Gaszia Adelheid, da* Tochter Albrechts Ton Aadwil selig, und Aatoa Scheak roa 
LftQJega resgdten Briefes die Lekensckaft über ,daz hofli. ze Haillgenswille gelegen, daz wücat 
^*Uirztea silgeit Ton Eppenberg waz. mit aller zugehord*. veiches Uli Egli Tor Zeilen Ton Benz 



\ 



184 Heinrich IV. U19— U26. 

Yon Heudorf und dessen Ehefrau erkauft hat, unter der Bedingung, der geistlichen Frau Verena yo^rr ^iv 
Eppenberg ,ir libding, so ir dorvon gat,** auszurichten. — Wil, sant Niclaus abund, 1419. 

StiftardÜT StCllkl, LeIenanJüv U, 74, S. 25&. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2835. — 1419. Deeember 5. WH. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu Wi ü 
dem Haini Hak von Helfentswilzu seinen, seiner Ehefrau AUi und ihrer beider ehelichen Tochter «^qb]- 
Anna gemeinen Händen die Lehenschaft über „ain gfltli ze Helffentswile gelegen, genant Mors- .^^. 
h&b", womit bisher Haini Hak und seine Ehefrau belehnt waren, jedoch dem Gotteshaus an des «^j) 
4/ /^ C. und den 50 Eiern jährlichen Zinses und sonstigen Rechten ohne Schaden. — Wil, nnn^ j[ 
Niclausen abend, 1419. 

StiftnrehiT 8t. (lallen, Lehenarehiv N. 74, S. 248. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

3836. — 1419. Deeember 5. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt auf d^Be 
Dauer seines eigenen Lebens den R&di Turman ab der Obern Wis mit des Gotteshauses Hof c^^b 
Iberg im Holz, mit aller Zugehörde, die obere Schwendi ausgenommen, gegen einen jährlich^^n 
Zins von S 'tt ^ CM. Der Abt verspricht, den R&di Turman und dessen Erben weder „durch mer^^r 
zinses noch durch lieber mannes" willen noch anderswie vom Hofe zu drängen. — Wil in unse- rs 
gotzhus statt, sant Niclaus abend, 1419. 

StiftsarchiT St. Qallen. 0. 0. 1. (I. S. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

S83Y. — 1419. Deeember 11. — Johans von Tengen, Freiherr zu Eglisau, quittiert d en 

Abt und das Capitel des Gotteshauses St. Gallen, die ihm „von desselben irs gotzhus wegen jerl^^sch 
uff sant Martins tag zwajhundert guldin ze rechtem zins^ schuldig sind zu geben, fttr die auf nach -::8t- 
vergangnen St. Martinstag verfallenen 200 fl. — Mentag vor Lucye, 1419. 

Stiftsartklv St. (lallen, Rnbr. IUI, Fase. 4. — Papier-Original mit defectem grünem Wachssigel. 

2888. — 1419. Deeember 13. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu St. GalL en 
Heinrich Zwick den Jüngern, Bürger zu St. Gallen, zu Händen des Christoffel Zip, Bür^^^rs 
zu Constanz, auf die Bitte des Niggel Ruprecht, Vogt des Gotteshauses zu Neu-Ravensbu :x'g, 
mit einem Weingarten ^zeBernang am Aichholtz gelegen, der S&berswartz von Lindow i^^^^ 
daruz der drittail gat, — und stoßt ainhalb an Haini Schulmaisters von Santgallen wingar^o 
und anderhalb an Hansen von Emptz halden*^; femer mit der Halde, — ^die do stoßt ainhalb an 
Wilhelms von Stainach und anderthalb an Hansen von Emptz garten*^ — , mit der Q rossen 
Halde, — ^stoßt an Marti Gogels von Lindow und anderhalb an dez Talchen von Pregentz 
wingarten — ", und mit dem dabei gelegenen Torkel, sowie mit Niggel Ruprechts Teil „dez walds, 
ob dem dorff ze Beniang gelegen", Lehen des Gotteshauses, die Niggel Ruprecht an Christoph Zip 
verkauft hat. — Sant Gallen, sant Lucien tag, 1419. 

Mtiftsarfhiv St (fallen, Lehenarehiv Bd. 74, 8. 271. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2839. — 1419. Deeember 16. (St. Gallen.) — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu 
St. Gallen den Johans Gossau (Gossow), Chorherr zu Bischofzell, auf dessen Bitte zu Händen 
der Elsbeth Blaikerin, Ulrichs Blaikers selig, weiland Bürgers zu Bischofzell, ehelicher 
Tochter, mit einem jährlichen Zins von 1 ff /^ C. M. aus dem Hof zu Len, — „der ainhalb stoßt 
an Itanwil und anderthalb an Waltkilch und an Morshib — *, und mit einem jährlichen Zins 



Heinrieli IV. U19-H26. 



185 



von 6 Viertel Kernen Coustanzer Maas „ze Wftpnow in tjer kilchhori ab und usser der schupuss 
gelegen ze Hassrugg, die man iiempt der Halmen schupuas", Lehen des Grotteshauses StÖallen, 
die nach vorgewiesenen, von den Abten Kuno und Heinrich (HL) gesigelten Brieten Ulrich Blaiker 
selig inne gehabt hat und die nach seinem Tod bei der Erbteilimg der Elsbeth Blaikerin zugefallen aind. 
Der Abt verleiht dieser freies Mannrecht. — Sabbato post Lucie, 1419, 

SdilbiarcJlil SLÜnllen, Lebenairbiv R 74, 1 liO f. — Entwurf von der Hand des libtbchea Schreibers. 

Ä840. " um, Deeemher 16. StGallcn. - Abt Heinrich (IV,) von SL Gallen verleiht 
in Ansehung der „dangbaren, nutzen, getruwen dinst, so die ersamen iinsern lieben getnnven her Hans 
G o 3 s o w , korlierre le B i s s c h o f f z e 1 i und pfrunder der merer pfrund ze S a n t F f i d e n vor der statt 
a^e Santgallen, und her Othmar Gossow, sin bruder, lütpriester uf unsers gotzhus kilchen ze 
Altstetten, uns und unsenn gotzhus dik nutzlich getan haut und hinfür, ob Qot wil, tun sond", 
den beiden auf ihre Bitte das Recht, über all ihr fahrendes Gut» das sie jetzt haben, noch gewinnen 
oder hinterlassen werden, vollkommen frei zu verfügen, so dass niemand von des Gotteshauses wegen 
kfiie oder die Leute, denen sie ihre Habe vermachen, daran säumen oder irren darf. — Santgallen, 
sampstag nach saut Luc ieu tag, 1419. 

itUftaircliv %L liaUea, Lfli(Mrrhiv Bd. 74, S. IM. — Etitwurf von der Hand des abtiacben Schreibers. 

»841. — 141». »eccinher 20, St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) verleiht dem Otmar 
^''ogel, genannt Kupferschmid (Kuppfersmid), Bürger zu St.Gallen, „üusers gotzhus aignen hof, 

L^en man nempt die Widdemhüb, zwüsscheut Bergpf awenmos, Ffrankenruti und Stainer- 
:ohel gelegen, der an dez obgenanten unsers gotzhus eusterye gehorit und vor ziten gegolten hat tunff 
:^nalter baider körn Santgaller mess, sechzehen Schilling pfening Costentzer müuss und funff herbsthftnr, 

^^se ainem rechten zinslehen umb dry malter baider körn Santgaller niesses, gutes und ungevorlichs, 
^and zehen ß -^ Costeutzer niunss, als denn ze Santgallen geng und genem sinfc, und fünft' herbsthönr 

^ Bruchs zins ze end unsir wil", in Ansehung seiner Ergebenheit und dass er den genannten Hof „nach 
«3 tu kriegen, die hie unser vorfam geziten gewest siut, wider uff bracht, bezimbröt und gebuwen hat". 
^Ausserdem erneuert der Abt dem Otmar Vogel auf seine Bitte die Lehenschaft über jjsin hus und 
Ijofatat und hofraiti an Spisertor und zwen berg vor Spisertor, gelegen an der Hinder Staig, der 
af ner genant ist dez Rüschen berg und der ander genant dez T a u n e r s h e r g ; item den wasser- 
liÄnnmer halben und die slife, zwüsscheut San t G orgen und den mülinen; item zwft wisen ze Sant 
Li enhart an Irern; item die Moserow; item die vogtie und guter ze Holdersswendi mit aller 
ssüg^ehord; item daz holtz im Böch; item iij/ ,^ geltz ab und usser dez Giertanners hus in Spiser- 
^o i^statt^. — Santgallen, sant Thomas abund, 1419. 

StitlnrckiTStfialleit, I^henarrhiT N. 74, S.^3. — Entwurf von der Hand des äbtkclien Schreiberd. 



^4/S. — 1419. Deccmber24. — Heinrich von Gundel fingen, Klosterherr des Gottes- 

U^^uses St. Gallen, dem ,z& jeklicher frouvasten fünftzig guldin von demselben gotzhus ze Santgallen 

Xß libding volgen und werden sont*, quittiert Abt Heinrich (IV,) für 50 fl. ,von der nähaten ver- 

^tignen fronvasten nach des hailgeu crütz tag ze herbst* und für 50 fl. i,von der nähsten vergangnen 

{tonvasten nach sant Lucieu tag*. — An dem baiigen aubent ze wihennähten, 1419. 

StilUairtyi IKL Mk% libr. Uli, Fase. 4. — Fa p i e r • r i g in » 1 mit aufgedrücktem grünem WachiaigeL 

24 



186 



Hciurich IV. U19-U26. 



2843. - 1419. Deeember 36. Wlh — Abt Heinrich (IV.) van St Gallen bestätigt im 
Hof zu Wil dem Haiiii Kappeller imTurtal die Lehenschaft über seinen Hof ^im Sunder — 

stoGt ainhaib an den Ganapor und anderhalb an die Glatt — und aht rinderrecbt in WideralpV 
und verleiht ihm ausserdem „ze Cuni Kappellers saugen kindern banden in tragers wis xi rinder- 
recht in Wideralp und funff rinderrecht och in Wideralp ze ilaitii Holtzmans banden, och in trägere 
wis*. ^ Wil, zinstag nach dem ingeuden jare, 1420. 

Stifftwirfliiv St.öillen, I-thcnarrhii M. 71, 8. 287, — Entwurf von der Hand des abtiachen Schreiber«. 

3844. — 1419, Dec*eiiiber 26, WIL — Abt H einrieb (IV.) von St. Gallen fordert Hans 

von Sal, SchultheiBs zu Wintertur, auf und erteilt ihm VoUniacbt, in dem Streit zwischen Hans 
von Miinchwil, Dtenstmann des Gotteshauses St Galleu, und den Erben Wolflis von Schwandegg 
selig »von etlicher guter wegen, die von unserm gokzhus darrörent, und sie darumb ze baiden tailn uff 
dich als ufiTainen gemainen man komen sint ze ainem glichen zusattz*, Hecht zu sprechen, jedoch dem 
Gotteshaus an der Lehenschaft und allen Rechten unschädlich. — Wil in unsers gotzhus statt, zinstag 
nach dem ingenden jare, 1420, 

StiltMirrliii' 8t« tiallf a, IrheiaattlitY M, i4, S. SSS. — Entwurf von dei Hand dea Slbtiscben Schreibers, 

Unter anbekaontem Datum erneuert Abt Heinrich (lY.) von St. Gallen im Hof zu Wil auf Gmnd etnet 
ihm vorgewiesenen Briefes von Abt Heinrich (IIl.) dem Han« von Mflnchwilen, Di^'nRtmann des Gotteabauaea, 
ntid st'iner Ehefrau Verena »alle pfand und leben, so Wolfli von S wand egg «älige himler im gelaisen hat, dte von 
unserm gotzfaua ze leben rtirent, pfand hir pfand und leben für leben*, und namentlich ,den pfandächaU der bnrg xe 
flelf fenberg mit allen nutcxen und rechten und der guter gelegen ze Orshuaen mit aller zugehord und den lebenden 
26 Waltftlingen mit aller zugebord*. 

StiftsäTfliii M,iJ*lli'ii, klienartliv M. 71, S. ttt. — Entwurf von der Hand dt*8 äbtiecben Schreiber«. — Daa Datum fehlt; 
die vorangehende Eintragung beKiebt sich auf den 15. Mänt, die beiden folgenden (Nr. 2844 und 2848) auf den 26. Di?- 
eember I4I9 nnd den 2. Januar 1420. 

2845. 

Abt Heinrich (IV.) von St Gallen erneuert dem Konrad von Heidelberg den 

Pfandbrief auf die Feste Singenberg. 
WiL 1410. Heeember ^7. 

Wir Hainrich, von Gottes und des haiigen stüls ze Rom gnaden abt des gotzbus ze Sani 
galten, . . . verjehen und tönt kunt , . *, daz für uns kam ze Wil in ünsers gotzhus statt . . . der 
from, vest Cönrat von Haidelberg und offnot da vor üus und sprach, daz wilent sälger gedenknüst 
Unser vorvarend abt Herrn an ainen vordren» nämlichen her Johansen sUlgen von Haidelberg, 
ritter, und sinen erben, linsers gotzhus vestin Singenberg mit liiten und götern, so darzil gebörent, 
ze rechtem pfand versetzt babi umb hundert und drüundalitzig pfund und umb sehs Schilling pfenning 
gfiter nnd genämer Costentzer müns, und daz och wilent abtCftn salig, och unser vonrarend, das- 
selb pfand und pfandbrief, so darüber geben wärint, darnach sinem vatter sälgen Albreh ten von 
Haidelberg und och sinem vettern Hansen von Haidelberg und iren erben ernüwrot habi mit 
sinem brief und insigel*'; dieselben pfandbrief alle aber inen kurty.lichen in der brunst der statt ze 
Bischoff Zell verbrunnen syent. Und batt uns ernstlichen gnaden, daz wir im und sinen erben das- 
selb pfand och ernüwren und inen an iro verbrunnen briefen statt ainen iiüwen brief darumb geben 
ger&chtinfc, wan dasaetb pfand jetz in sin er band allaiu stftndi, nnd batt iina öch des do also der egenant 
Hans von Haidelberg mit sinem offnen brief. Und nachdem alz wir uns darumb aigenlich ervaren 




i^ 



1Q8 Heinrich IV. U19— 1426. 

Des alles ze warem, offem urkünd so haben wir dem obgenanten yon Haidelberg an siner 
verbrunnen briefen stat geben disen brief, mit ünserm äbtlichen hie anhangenden insigel bedgelten, 
ze Wil in ünsers gotzhus statt, nach Gristz gebürt vierzehenhundert jar, darnach in dem zwaintzgosten 
jar, an der nähsten mittwochen nach dem ingenden jar in den wihennähten. 

A) Tgl. Urkdbch. IT, Nr 193«, 8. SM f. and duu in, Kr. 1418. 8. »43. 

Süftsuthiv Sttellei. E. E. E. 2. i. •. — Pergament-Original; das Sigel hängt emgen&ht 

Am ISO. December 1419 hatte Hans von Heidelberg dem Abte brieflich mitgeteilt, daw der Pfiud- 
schätz der Feste Singenberg, den er und sein Bruder Albrecht selig gemeinschaftlich Tom Kloster innegebtbt, 
nun lediglich dem Sohne dieses verstorbenen Bruders, Konrad von Heidelberg, sugehöre, .wan ich mich des tot 
ziten verzigen han'; da nun aber im Brande der Stadt Bischofzell die betreffenden PfiEudbriefe verbrannt soo^ 
bitte er, dem Neffen das Pfand zu erneuem. — Sant Thomas des haiigen zwelfbotten anbent, 1419. 

Stiftsarrhiv StMlei. E. E. E. 2. i. 8. — Pergament-Original; das Sigel fehlt. 

Nach vollzogener Erneuerung des Pfandbriefes schlug sodann Abt Heinrich am IS8. Jul 14SO dem Konrad 
von Heidelberg zu der Pfandsumme von 188 flf und 6 Seh. Pfg., die auf Singenberg hafteten, 100 Goldgnldem 
rhein., die Eonrad von Heidelberg dem Abt bar bezahlt hatte „und die wir verbmcht habent mit dem taglaitten, aliwii- 
mit den von Appenzell vor der Aid genossen hotten gelaist habint^. — Santgallen, sant Peters und Pavl» 
der haiigen zwölffbotten abund, 1420. 

StiftnrrhiTSttollei, E. E. E. 2. i. 11 — Pergament-Original. Es sigeln der Abt und Heinrich vonGnndel— 
fingen, Klosterherr; beide Sigel hangen eingenäht. 

S846. — 1419. December 27. Wil. — Abt Heinrich (lY.) von St. Gallen verleiht den 
Uli N&fer, Bürger zu Wil, des Gotteshauses eigne Mühlstatt zu Wil, genannt die ,Ödmfili^, mi'fc 
ihren Zugehörden zu einem Zinslehen um 2 Mutt Kernen Wiler Mass, alljährlich auf Martini za entrichteik . 
Dabei ist ausbedungen, dass der Lehenträger „uss ünsers gotzhus holtzem zimberholtz howen sol und 
mag, wo im unser hofamman ze Wil daz wiset und zöget, ze ainem gezimber uffdieselb mülistati ^e 
buwond und zimbrond, ane stuben und ane kamren*. Glauben der Abt oder seine Nachkommen besser 
über die Mühle verfügen zu können, so sollen sie dazu Befugnis haben, jedoch dem Nftfer die Kosten 
„von dez zimbres wegen* nach Schätzung ehrbarer Leute ersetzen oder ihm gestatten das .gezimber* 
wegzunehmen. Wollen aber Ni\fer oder seine Erben ihre Rechte auf die Mühle verkaufen, so hat das 
Gotteshaus Vorkaufsrecht. — Wil, mittwoch noch dem ingenden jare, 1420. 

StiftarrhiTStdtllen, LehfiarrhiTN. 74, S. 217. - Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

S84Y. — 1419. December 27. WH. — Vor Abt Heinrich fertigt im Hof zu Wil Greta, 
Rütschman Ledergärws eheliche Frau, Cönrat Gupfers selig eheliche Tochter, in (Gegenwart 
ihres Mannes mit ihrem Fürsprech Haini von Loppan, Hofammann des Abtes zu Wil, und dem vom 
Gericht ihr beigegebnen Vogt K 1 a u s I b e r g e r , Bürger zu Wil, dem Rudolf von Stainach, Schidt- 
heiss zu Wil, dem Gotteshaus an seinem Wiederkaufsrecht unschädlich, 8 Juchart Acker ,re Wil vor 
dem tor undir Schalmenakker gelegen", die sie vor Zeiten von Abt Heinrich (III.) und dem Convent 
des Gotteshauses St. Gallen um 30 8> 10 /? /^ C. M. gekauft hat, nämlich ,des ersten zwo juchart akker, 
die jetz noch ain wingart sint, die Hans Knecht sälige vor ziten buwte; item iij juchart akker under 
Schalmenakker gelegen — stossent an die lantstrass — , die Hans Huber, der muller, buwt; item zwo 
juchart akkers — stossent an Uli Snettzers wisen und anderthalb an den obgenanten wingarten — ; 
item ain juchart akker — stosst ainhalb an den stattgraben und anderthalb an den akker und wingarten, 
den jetz Bertschi Greter buwt''. — Wil in ünsers gotzhus statt, mittwAchen nach dem ingenden 
jare, 1420. 



Heinrich IV 1419—1436. 



189 



ftUflidirdlll Stliall^il« Ulieiiarrhiv IW. 74, S. 272 l — Entwurf von di>r Hand dp« ftbtischen Schreiben. — Em »igeln der Abt, 
maDB Iberger und fTir Rütschman Ledergürw Heinrich Bi schof (Biaschoff), Bürger zu Wil. 

»848. - 1420. Januar 3, Wil. — Abt Heinrich (IV;) verleiht dem Hans Zingg als 
Ziiisleb<>n ein Gut gemuiiit „zu den Brugglin — daz aiuhalb stoßt an die guter, so zu der ve^fcin 
xe Schonenberg gehorint, und anderthalb an daz gut» öch Bruggli genaut, daz dess spitals ze 
Santgallen ist—*, mit allen Rechten, Niltiien und Zugehörden gegen einen juhrHch auf den Gallus- 
tag zu entrichtenden ZIuk von 1 f* \^ C. M. und 2ß ^ an lii«? Kirche zu Amtzell, wie Hans Zingg 
dns Gut von den Vorfahren des Abtes auch zu Lehen gehabt hat* — Wil, feria tertia post^ctrcum- 
cisianis Domini, 1420. 

HUft»rcliv St. IJiillfn, khrnarrhiv M. 74, % tt%. — Entwarf Ton der Hand dea äbtiichen Schreibers. 



I 



2849. — 1420. JaiHiar 3, IViK — Vor Abt Heinrich (IV.) von St Gallen fertigen zu 
Wil Albrecht Sty er, Kirchherr zu Aiutzell". und Hans Hux{Hugx) von Hudenwil (RMawila), 
ykilchemnaiger* der Kirche zu Amtzeil» dem Hans Dis.Meuhofen von Hassrugg gewisse Einkünfte, 
die sie ihm ,,von der jetzgenanten kilchen ze Amptenzell wegen für sich und alli ir nachkomen ains 
ewigen, ungevorlicheti k5fs verkofft und ze köfen geben haben* ^ nämlich ^än vier {^^?) dry Schilling 
Pfenning Costentzer münss und ain herhsthön und ain tagwan in dez Dissenhovers guter, järlich gült 
und dienst usser der vogfie vogti-echten und vogtstilren ze Hassrugg, die sie vor ziten von Ulrichen von 
Lonberg und Annan von Lonberg, siner elichen frowen, an den buw und Hecht der obgenanten 
kilcben ze Amptenzell erkoft hant; und haben im dieselben jarlich gult nnd dinst für recht aigen ze 
kofen geben unib iiij ff -d^ Costenzer münss, die(!) sie von dem obgenanten Hansen Dissenhofen gäntz- 
lich bezalt und gewert sint, und an offinlichen nutz der vorgenanten kilchen ze Amptenzell gewant und 
bekert haut*. — Wil» feria quarta post circumcisionis Domini, 1420. 

M XMk «UwiB Iaa«tt MD RMtd, a«>t >ti«h«t tu f«hAr«tt arh«lnl, l«< AlbrMht Biyr Jkiieiih^trm «• Lletf «nwil* und itut iMhIvr i«^ (AnpUiiMfl^ 

StifturrMrÜLiiallfn» tflfnarchivßd. 74» K. M — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 



I 



Ä850. — 1420. Januar 6. (Ht.Gallcii,) — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu StGallen 

den Jak Metzger, Bürger zu Bregenz, auf Grund eines vorgewiesenen» von Abt Heinrich (in.) 

geeigelten Briefes mit einem Weingarten genannt ,die Ündir Swend» gelegen ze Sant Margareten 

Höhst bie der kilchen — stoßt ainhalb an den wingarten, den man nempt die Obir Swend» und 

anderthalb an die akker» die mau nempt Scliiltow^ — , ferner mit 6 Juchart Banacker» daran gelegen» 

genannt „SchiUow'\ mit dein Torkel und aller Zugehörde. Von den ö Juchart Bauacker hat Jak 

MetaEger 2 schon bisher inne gehabt» die andern 4 aber kürzlich um 36 ff ^ C. M. von „Hansen 

Metzgker, sineni bruder, och burger ze Pregantz", erkauft» der sie durch einen mit^Hainrich 

Metzggers, stattanmmns ze Pregautz uffgedrucktem insigel" gesigelton Brief zu des Abtes Händen 

aufsendet und seinem Bruder zu verleihen bittet. - Am zwelfften tag ze wjhennaht^^n, 1420, 

illflÄlthiYStWtIkl, Menartbiv Bd. 74,^.191 -- Entwurf von der Hand dea äbtischen Schreiberi, 

%851. — 1420, Januar (J. St. (wallen. — Abt Heinrich (IV.) erneuert zu St. Gallen dem 
Üonrad Talch, Bürger zu Bregenz (Pregantz), auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Hein- 
rich (Hl,) gesigelten Briefes die Lehenschaft über einen Weingarten zw Bernang im Rhein tal, 
genannt Schnellman — „der do stosset ainhalb an ispitaler von Santgallen wingorten und andert- 
halb an Cristofelu Zipen von Costentz wiugarten» der Nigkel Ruprechts waz — ^^; ferner 
Ölwr einen jährlichen Zins von l tt -^ C. M. und 4 Hühnern aus dem Hof „genant Hu wen hof, undir 



190 Heinrich IV. 1419- U26. 

dem jetzgenanten wingarten gelegen", mit allen Zugehördeu und Rechten, „als er dieselben wingart-^i 
lind jarlich gült ab und usser dem obgenanten hof zem Huwen vor ziten von hem Cfinrat Horw ^ 
säligen, wilent korherre ze Bisscho[f]zell erköflPt hat". — Santgalien, am zwelfften tag ze wjh^ss 
nachten, 1420. 

StiftsarehiT St.(}illei, Lehenarehiv Bd. 74, 8. 198. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2852. — 1420. Januar 7. WH. - Abt Heinrich (IV) von St. Gallen belehnt den Ha:tt 
Wenginer den Jüngern von Wengi, Dienstmann des Gotteshauses, mit dem Turm zu Wengi saxu 
Hofraite, mit Gericht, Zwing und Bann, femer mit dem Kelnhof, mit des Wirris Gut, mit des Berge ^^ 
Gut, mit dem Gut Niderdorf, mit den 2 Gütern genannt Hinter der Mur, alles zu Wengi gelegen, 
samt Mannschaft und Lehenschaft, was alles der Belehnte von seinem Vater, Hans Wenginer selig-^ 
ererbt hat. — Wil, sonntag vor Hilarii, 1420. 

8tift«urehiv St. Oallen. IL IUI, Fase 4. — Copie auf Papier aus dem 18. Jahrhundert. — Das Verhältnis dieser ürkuiHf e 

zu Nr. 2868 ist unklar, wahrscheinlich das Datum in obiger Copie unrichtig. 

2858. — 1420. Januar 9. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof zu StGallen 
dem Hans von Audwil (Ainwille), Dienstmann des Gotteshauses, zu seinen und seines Bruders Eonrad 
gemeinen Händen die Lehenschaft über „ire wingarten am Buchberg gelegen, do inen der drittail 
oder der vierde tail odir üt anders us gat; item die lehen, die sie furbass von hand lihen, am Buch- 
berg zeTal und umb Binegg in Taler kilchori; item daz maigerampt am Botmonten mit siner 
zugehord, ez si ze Mulinän, ze Güpsi, ze Gaishus ald am Rotmonten; item daz burgstal und 
den buwhof genant Atzisberg; item j malter komzinses usserm Tal; item den komzehenden und 
wergkzehenden zeAinwillen; item den komzehenden ze Nidrenwillen bie Fronakkern undain 
gutli doselbs, buwt Stähelli; item die zinskäs usser Portneralp; item vj mutt habem usser der 
Zwikker gut am Hohen First; item Buden Haimen und sin bruder und ander iro lut, die sie 
vom gotzhus ze lehen haut, und alle lüt und guter und lehenscha£Pt, so sie von Eglin von Altstet t 
säligen, irem ohmen, ererbt hant und von ünserm gotzhus lehen sint; item iro recht dez kilchensatz ze 
Weiffersberg; item ir burgstal genant die Höh Altstett; item die lehen dez hofs uff Härderix 
und Ober-Her bürg und Nider-Herburg und dez pfaffen wingarten von Gam tz under der NiiweU 
Altstetten; item die lehen der höf in Frienbach und des hofs ze Griessern, genant der S mittel 
hof; item die lehen der hofstett ze Lüchingen und der Ochsnern bongarten und hofstatt ze Lu-' 
chingen und der Ochsnern akker, genant Anwander am Lutzelbach; item dez Staineger^ 
akker; item daz bruggli; item dez Snetztzers garten vor dem tor ze Altstett; item ain g&tli genant' 
Ri\pishus gelegen ze Edentswile — stosst an den Hohen First und andersit an Schonberg—: 
item die hofstatt ze Gossow im dorff, genant der GensbAl,* und über alle anderen Lehen, welche 
die Brüder vom Gotteshause inne haben. — Santgalien, zinstag nach dem zwelfften tag ze wyhen- 
nächten, 1420. 

StiftearehiT SLOalien, Lfhenaithiv Bd. 74, 8. 205. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2854» — 1420. Januar 9. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erklärt, er schulde dem 
„Nigkel Ruprecht, unserm vogte zu der Nüwen Ravenspurg", 111 ff ^ C. M., die er ver- 
wendet habe an den dem römischen König geschuldeten, vom Papst demselben vergönnten Zehnten*^ 
Der Abt weist den Hofnnininnn zu St. Gallen, Johannes Gossau, an, dem Gläubiger auf Verlangen 
die Schuld auszurichten, von allen ^nutczen, zinsen und gulten, so in daz hofampt und in die ampter, 



192 Heinrich IV. 1419—1426. 

2858. — 1420. Januar 15. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) erscheinen in der Pfal^ 
zu St.Gallen Eberhart von Kamswag (Ranischwag) einerseits und „Ffrikk von Lochen* ande^ 
seits; ersterer bringt durch seinen Fürsprech Hans Beck, »den man nempt Swarczer Hans', ßttrg^ 
zu St.Gallen, vor: der verstorbene Burkhart von Lochen habe unter andern Güter ,den hof ze Hofe - 

under der Nuwen Lochen und den wingart dobie gelegen und ain gutli genant dez Zinsmans gut] 

och doselbs gelegen", alles Lehen des Gotteshauses, hinterlassen, und seiner Ansicht nach sei „muterma^ 
und vatterinag" rechter Erbe dieser Güter; jedoch der Widerpart hindere ihn daran, weshalb das Geriet::; 
diesen zurechtweisen möge. Durch seinen Fürsprech Uli am Berg, Bürger zu St. Gallen, erwide^ 
der Beklagte unter Vorweisung von Briefen der Abte Hermann und Heinrich (lU.), in welch let^ 
terem auch auf einen Brief Abt Kunos Bezug genommen ist, die streitigen Güter seien von Alters b^^ 
^in der von Lochen hant" und „nie in dhainer frowen band" gewesen; wäre aber keiner derer von Lochej^ 
mehr am Leben, so sollten sie ledig ans Gotteshaus zurückfallen. Nach Rede und Widerrede urteilt <i^ 
Gericht, Eberhart von Ramswag solle die Güter an sich ziehen, wenn nicht sein Gegner erweise, dass 
er besseres Recht darauf habe, „ez si von sipschafft ald daz die guter dem schild und heim nach slaben 
sullent", und zwar wird ihm auferlegt, dies „mit zwen erbern unversprochen mannen, die weder tail nach 
gemaind nach gewinn ald verlust an den vorgeschriben gutern haben", auszubringen. Er bietet als solche 
Zeugen an: „die edlen wolgebornen heiTen gi-aff Rudolff von Tettnang und graff Wilhelm, sin 
bruder, graff Wilhelm von Pregantz, her Hans derTrugsess, lantvogt, Wolff von Ow, Gorgen 
Krol, hern Marquart von Schellenberg, Toltzer von Schellenberg, Ruchti von Schellen- 
berg, Hainrich Vogt vom Lupoltz, Hainrich von Löbenberg und Ffrik von Elnhofen, 
Eberhart von Wiler, Cuntz Hinderhofen von Wangen und Hans Bdmer von Wangen, 
zwen LienhartMetzgger von Pregantz und zwen Hainrich Metzgger von Pregantz"'', und 
das Gericht bestimmt, dass deren Vernehmung „ob vierzehen tagen und undir dren wochen" stattfinden 
solle vor dem Pfalzgericht, und lädt beide Parteien für die Verhandlung vor „uff die nähst mittwoch 
vor unser lieben Frowen tag ze liechtmess, der schierst kumpt" (Januar 30.). — Santgallen, mäntag 
nach Hilarii, 1420. 

\) Dm BrliieUn. Z«ur«n tu »tclUn, Ut 8. 220 uu lUnile n«cbr«trat«n und der Entworf d«r Urkunde auf dieser 8«it« lu Rnd« rt'^lu't; dann folfft oben auf S. M, okM 
irgend eine Terweieunr auf 8. 229 oder 28U die Litte der aurobotenen Zeuron ^/pnM Rudolff - von rrefants**. 

Stiftsarchiv St dallen, Lehenarrhiv Bd. 74, 8. 228 f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

14S0. Februar 17. (St. fallen.) — Vor Abt Heinrich (IV.) von St.Gallen erscheint Eberbart 
von Ramswag, des Gotteshauses Dienstmann, mit seinem Fürsprech „JohansenBekken, dem schriber, den man 
nempt S war tzeh ans', Bürger zu St. Gallen, und lässt an seinen Streit mit ,.Frikken von Lochen' erinnern, in 
dem dieser sich erboten habe, Zeugen zu stellen. Am bestimmten Tag aber habe er weder «die zugen gelaitet* noch 
selbst oder jemand für ihn sich vor Gericht gestellt, worauf der Spruch gef&llt worden sei, der Kläger, Eberhart tod 
Ramswag, habe „sin sach umb die vorgeschriben grüter" gegen den Beklagten .bezogen, ervolget und bebebt, — er mg 
dann ehaft not uss, die in an der zugnuss und an dem erschainent gehindert hett*^, wofür ihm nochmals ein Tag auf 
den heutigen Tag angesetzt worden sei. Der Kläger wird nun aufgefordert, seinen Boten, der dem Beklagten den »Ter- 
kundbrief* des Gerichtes vorgewiesen habe, vor Gericht zu stellen, damit dieser „daz recht** tue, dass er jenem den 
Brief überantwortet habe, und nachdem dies geschehen, erkennt das Gericht, der Weibel solle dreimal dem Beklagten 
rufen, sich gegen den Kläger zu verantworten ; erscheine dann weder er noch jemand für ihn, so solle Eberhart von 
Ramswag seine Ansprache «behebt'' haben. Es geschieht so, und nun richtet der Kläger an das Gericht noch die Frage, 
ob ihm nicht der Nutzen von den Gütern, den der Beklagte sich angemasst, und der entstandene Schaden ersetzt werden 
müsse. Das Gericht entscheidet m diesem Sinn, mit dem Vorbehalt, der Kläger solle „dieselben nutcze und den schaden'^ 
vor Gericht angeben, worauf er klagt, dass sein Gegner „sich briefen undirzogen hett, die den vorgeschriben gutem 
z^isäitent, und (under) andern nutczen, dero er nit wissen t war, sibenzehen s6m wines" ; dazu habe er 27 flf Pfg. C. H- 
Schaden erlitten. Über dieses Urteil stellt ihm das Gericht einen Brief aus. — Sampstag nach sant Valentia tag, 1420. 

StiftHarfhiv Stfiallen, Lehenarfhiv Bd. 74, S. 2S2 f. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 



1 94 Heinrich IV. 1419—1426. 

2868. — 1430. Januar 20. St. fallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) ferügt im Hof zu St Galle 
Alli Haimerin, die eheliche Witwe Konrad Haimers selig von Nieder-BOren, mit ihrem Fürrr: 
Sprech Johannes Goss au (Gossow), äbtischem Hofammann, femer mit KAni Herschi, äbtiacheirn^ 
Ammann zu Gossan, den ihr das Gericht als Vogt, und mit Peter Brunberg, den ihr das Gkricl^^ 
als „Wiser* beigibt, dem Uli Mutz von Nieder-Büren ein Gut, genannt der Haider Gut, zu Nieder::^ 
Büren gelegen, Lehen des Gotteshauses, das sie an ihn verkauft hat. Nachdem dies in aller Fon^^ 
geschehen ist, erneuert der Abt dem Uli Mutz auch die Lehenschafb über ,ain gQtli genant der Hoi^^ 
bergin widakker, und die hofstatt darzu und ainen akker an der Spitz, den er vor ziten von Mo ^^^ 
Haider erkoft hat, und ainen krutgarten in dem dorff ze Nidren-Büren, stösst an der Haider gQtei^ « 
— Santgallen, sant Sebastianen tag, 1420. 

Stiftttrehiv Sttollea, LehenarchiT Bd. 74, S. 202. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreiben. — Ei «igeln der ^^ 

und Kuni Herschi. 

%864. — 1420. Januar 21. Constanz, — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zo 
Constanz in »Hansen Hurüß, unsers wirtez, hus* den Georg (Gorge) Sünchinger, Bürger m 
Constanz, mit einem Weingarten im Rheintal, genannt ,daz klain Emptzerli*, mit seiner ZugehOrde, 
mit dem gemäss einem vorgewiesenen Brief Abt Heinrichs (HI.) HansDerrer, Bürger zu Constant, 
und seine Ehefrau Ursull, die eheliche Schwester Georg SQnchingers, vom Gotteshaus ,ze rechter 
gemaind" belehnt waren, der aber, nachdem zuerst Hans Derrer und dann seine Frau gestorben sind, 
durch Erbschaft an Georg Sünchinger gefallen ist. — Gostentz, sant Agnesen tag, 1420. 

Stiftsarekiv St. teilen, Lekeaarckiv Bd. 74, 8. 20L — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

iS865. — 1420. Januar 22. Constanz. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu 
Constanz dem Konrad Atzenholzer, genannt Wechsler, Bürger von Constanz, auf Grand eines 
vorgewiesenen Briefes von Abt Heinrich (III.) die Lehenschaft über den grossen und kleinen Kehihof 
zu Engishofen mit ihren Zugehörden, wie er sie vor Zeiten von Konrad von Watt, BOrger zu 
St. Gallen, erkauft hat. Diese Belehnung soll «dem bescheiden Heini Eggershusen an der erblehen- 
schaft des vorgenanten kleinen kelnhofs zA Engisshofen, als er den zA einem erblehen umb ainen ge- 
nanten järlichen zins hatt*, unschädlich sein. — Constanz, sant Vincencien tag, 1420. 

Stiftttrehiv 81. «allen, Rnbr. Iin, Fuc. 4. — Copie. 

S866. — 1430. Januar 35. St. Gallen. — Ulrich Riff, genannt Walter, verkauft an die 
Spitalmeister Georg Blarer, Ulrich ab dem Berg und Johans Varnbühler zu Händen des Spitals 
in St. Gallen ^ain schuposs ze Ratzenwile gelegen — stosset an des spitals g&ter von Santgallen . . . 
und ainlöf Schilling pfenning Costentzer müns järlichs zins und ewigs geltz ab und usser dem hofe 
genant des Schenken hof und ab und usser ainem gAtlin genant das Hftbli, die och des obgedahien 
spitals sind'', alles Lehen des Gotteshauses St. Gallen, um 32 ff ^. — Santgallen, sant Pauls tag, 
als er bekert ward, 1420. 

Sta4tareliiY8t.<3allen,Spitalarrhiv, Tr. B. 28, llr.5. — Pergament-Original; das Sigel hängt. 

2867. - 1430. Januar 31. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) klagen auf der PfiJz zu 

St. Gallen Konrad und Hans genannt die Hablützel und ÄUi, ihre Schwester, ^Cristan 
Ffrüppoltz^, Bürgers zu St. Gallen, Ehefrau, mit deren Vogt Walt i Bader, Bürger zu St Gallen, 
durch ihren Fürsprech Hans Beck, genannt „Swartze Hans", Bürger zuSt.Gallen, gegen Greta 
K upferschmid (Kuppfersmidin) von Überlingen: sie glaubten, rechte flrben der Gottesfaauslefaen 



Heinricb IV. 1411> 1436; 





Über die obigem Schreiben vorangehenden VerbaBdlnngeti enthält das hiizernerRatsbacb folgende Angsb 

(141^0. «Faitnar 19,) - ,Alz h**r Hanp von Bonatetten gebetten hat, Ton des gotzhuß »e Santgall^ ,■■( 
wegen und der von Appoxel ein tag gen Santgallen ze machen in ir kosten, da sollen uns die von üre und vc^ ^ 
Underwalden ünn und wir die Ton ZOrich wissen lan, daz die ein tag ansetzen*. -^ Feria sexta po«t Anton 

(14380. Januar Äil.) — „Die von Underwalden went schiken gen Santgallen» den tag leisien.'* — 

Feria 2* ante Purificationifi, 

iDif rnf r Ratxbnrb lU t 44 ^ 

Üb«r den Tag in St Gallen nnd die weiteren Verhandlungen in dieser Sache bis zu dem Anlaa^bneft den 
Abt am 28. Juni an die Eidgenossen richtete, gewähren ßodann einigen AufschhiBs die folgenden Eintragungen im n&i 
liehen RatÄbiich: 

(14^0« Februar ÄH.) — r,Üie Ton Santgallen begeren sich zu uns zu verbinden. 

Der apt von SSantgallen bnt reckt nf der EitgnoBson hotten, von jeklicher statt und land uflT xwen 
Appozeller euch twim nemen; das went Appo7, eiler nit tun. 

Item wir glimpfen, da^ man die eid ^e Apoxell ernnwere und man flenn mit inen rede, de« rechten in »e 
— Feria 4* post alten vasnacht. 

(1420. HftrK 13.) — „Recx)rdare: Ah Appozeller sach erzelt und gebetten hant, si, daz unser bottech 
jemant me tii den sacken des aptz von Santgallen komen, dax die helfe, daz »i verhören de« apt« kuntacbafi i:^». ^rarf 
recht» wie si vom rieh versetzt sint.^' — Feria 4* ante Letare. 

(149£0* Ulfir« ÄO.) — „Item von des apt« von Sant Gallen wegen ist im geantwurt, wenn unser E m «f. 

gnospten zemen komen, so wellen wir der sach gedenken und unser hotten gern »ö tagen senden z6 den Sachen, :^?mJd 
er bitt, si ze wisen, ze rechtem ze komen/^ — Feria 4' post Letnre. 

(14JISO* April ÄH.) — „Item von der atös wegen des aptz von Santgallen und Apozeller «ol jek^ ^<3h 
statt und land II witzig, erber man darzü gen, die an sant Jobans tag ze nacht ze Sant 6aEen**sient." — Feriiw 
ante crucis. 

(14S0. Juni 10.) ,Item von der von Appozcll und des aptz von Santgallen wegen," — Feri*.. 
P<*8t corporis Christi. 

laifnifr Ritslmeh HL f, 6Ä-. «5\ Wi% «7*. - Abdruck: Eidg. Absch, 1 Nr. 475, 8. 229 Note und Nn 479, S. 230. 

»870. - 1420, Februar 5* St, Galleu.— Vor Abt HcinricluIV.) iiiimnt im Hof zu StGalL 
Hans von Watt, Bürger zu SL Gallen, mit Konrad Müsler (Mftsler), weikrid äbtiscliem Hafarnm»-- 
zu St. Gallen, seine Ehefrau Adelheid und seinen Bruder Hug von Watt ,ze gemaindern* an öl 
,gin hiLs und hofstat und zwen garten daran^ gelegen ze San tgal len in der statt an Webergass^^ ^m 
an Haini Burgo wers säligen erben hus und HügliHuxen saligen hu,s*, alles Lehen des Gott^^'^^B 
liauses, und über all sein jetziges und künftiges liegendes und fahrendes Gut mit der Bedingung, da^ 
,ob die vorgenanten Hans von Watt und Adelhait^ sin elich frow» mit enander lieberben(!) gewunnent- 
diese auch in der Gemeinschaft sein sollem — Santgallen, sant Agathen tag^ 1420. 
Stiftnarrlii? St.lriilkii, l/lifnarrhii Rd. 74, S. SSL — Entwurf von der Hand den äbtischen Schreibers, 

Ü871. — 1420. Februar 5. — Burkbart von Ramswag richtet an Abt Heinrich (IV,) von 
St. Gallen die Bitte, ,,den Haintzen Giger und sin sftn* von dem Kelnbof Gosse w, ^daruz ich 
libding han, als öwer gnaden villicht wol ze wissint ist", nicht zu Verstössen, sondern ilm wie die 
früheren Äbte darauf zu lassen, ^won leb iich und üwer gotzbus von aller siner her verlofnen äjüä 
wegen in dehain weg anraicben wil noch nieman von niinen wegen, und quittier och iich und öwe?" 
gotzhus von derselben her verlofnen zins wegen mit urkünd diß briefs*. — Sant Agtben tag, 1420. 
StiftÄarfkU SUJallfii, Itulir. illl. Fast, 4, — Papier-Original mit Bcblecht erhaltenem 8igel 




\ 



igg Heinrich lY. 1419—1426. 



imder sich herab an den weg, der gen Läniblisbrunnen gat — , und das sumerhuse, das dari ^^^^ 
stat," Lehen des Gotteshauses St. Gallen, „Hansen, Ülin, RAdiu und Gflnraten den Cuntze v^^^ 
den Müllern, Gebrüdern, von St. Gallen, um 7V« 8" ^ C. M. — Valentis tag, 1420. 

StadUrrUvStClalka, Tr. Jt,Nr. 16'. — Pergament-Original. — Es sigelt Hans Segenser; das Sigel h&ng-fc^- 

«876. — U30. Februar U. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) fertigt im Hof zu 
St.Gallen Frau Clara Nostlerin, die Ehefrau des Stadtammanns Rudolf Gelter, inGegenwa^rt 
ihres Mannes mit dem Hofammann Hans Gossau (Gossow) als Fürsprech und Hans Kaiser, Bür^;ei 
zu St.Gallen, als Vogt, ihrer ehelichen Schwester Else Nostlerin, der ehelichen Witwe ülri <* h 
Esritswilers selig, „iren fünfften tail dez wingartens in der Obren Gruben ze Rinegg bie der 
statt gelegen", liehen des Gotteshauses St.Gallen, das sie ihrer Schwester und deren Erben zu kaul^i] 
gegeben hat. — öantgallen, sant Valentins tag, 1420. 

StiftNirrkiv St.tiallfi, Lehfuarchiv N. 74, S. 364 f. ~ Entwurf von der Hand des äbtitchen Schreiben. — Es ngeln der Jkbt, 

Rudolf Gelter, Hans Kaiser und für Clara Nostlerin Hainrich Warm an, Bürger tu St. Gallen. 

8877. — 1430. Februar 28. St.Gallen. — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof zu StGallen 
auf Bitte des Rftdi Wigant von Rüdberg, der einen von Abt Heinrich (UI.) gesigelten Brief 
vorweist, dem Rödi Blaikker von Helfentswil, seiner ehelichen Wirtin Ann Hflberin von 
Hässrugg, seiner ehelichen Tochter Margaret, „die er hat bi siner erren elichen frowen sälig^n^, 
und seinem ehelichen Sohn Hans, allen vier gemeinsam die Lehenschaft über „ain gAt ze Helffents- 
wille gelegen, genant der Ob er ho f, dez Blaikers g&t^, und verleiht aus besonderer Gunst den beiden 
Frauen freies Mannrecht. Nach dem Tod des Vaters soll das Alteste unter den Vieren das Lehen em- 
pfangen. — Santgallen, fritag vor der alten vas.snacht, 1420. 

StiftnrrkiT St. ClallfD, LehfQUthi¥ N. 74, 8. 218. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

«878. — 1430. Februar 34. (St.Gallen.) - Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu StGallen 
auf Bitte des Hans Wetzel, genannt Nagel, von Rebstein, den Hug von Watt, Bürger »u 
St.Gallen, mit einem „wingarten an der Gacht im Rintal gelegen — stösst ainhalb an Herrn an 
Iten sfins erben und andren thalb an die strass und obnän an daz Gachtholtz^, Lehen des Gottes- 
hauses, das Hans Wetzel an jenen um 9 ff /^ C. M. verkauft hat. — Sant Mathias tag dez haiigen 
zwölffbotten, 1420. 

Stiftearrhiv St.tellfa, Lehfnarrhiv N. 74, S. til - Entwurf von der Hand des Abtischen Schreibers. 

8879. - 1430. Februar 35. St.Gallen. — Abt Heinrich (IV.) nimmt im Hof zu St. Gallen 
von Niggel Ruprecht, Vogt des Gotteshauses zu Neu-Ravensburg, der im Namen des Hainti 
Pfanner. Bürgers zu Lindau, vor ihm erscheint, zwei Weingärten zu Rheinegg am Buchberg 
gelegen auf, genannt „die Stürmen" — die „ainhalb st^ssent an das Hürli und an Schätziis 
Ruprecht und anderhalb an den Blanken und obnän an den Stain*' — , Lehen des Gotteshauses, 
die Hainz Pfanner an ,Cuni Ffrikken* von Rheinegg und dessen Erben um 224 ff /^ C. M. verkauft 
hat, und belehnt damit den Käufer. — Santgallen, am sunnentag an der alten vassnacht, 1420. 

StiftMUthiv KtÜallen, Uhenarrhiv Bd. 74. S. t!09. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreiber«. — Es sigeln der Abt 
und Hiiinx Pfanner. 



Heinrich IV. 1419- H26. 



199 



I 



8880. - U-30, Februar 2«. St.Cfalloiu — Ulrich Nistler von Abtwil (Appwilla). Bürger 
• aBvi St. Gallen, Terkaiift im Fnui Mecliihild Biser, Gattin des Kudolf Biser seJig, um 10 ff -J^ 
C M, einen jährlichen Zins von 1 Malter Vesen, St. Galler Mass, aus dem ihm gehörenden vierten Teil 
d^js Kellerhofes zo AhtwiL — Sant Gallen, mUntag nach saut Mathias tag, 1420. 

MftjHirfhil Sttiullfli. 1. X 4. L l. — Pergament-Original. Es sigelt Uuiir Sailer, Bürger m StGallet); dü.^ 
Si^^el hängt eingeTiäht. 

2881. — UäO. I'i^bruar W. Constanz. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
SBLÄ Cousianz in ,,H iinHe ti H Q rüß, ünsers wirtes, hus* dem Konrad Fuchs von Münsterlingen, 
il^:«* namens der Meisterin und des Conventes des Gotteshauses Mönsterlingen vor ihm erscheint, auf 
QT'xnid eines vorgewiesenen, von Abt Heinrich (IIL) gesigelten Briefes '\ in Trägers Weise zu Händen 
d^JT „cnstery und Hechts'* des genannten Gotteshauses die Lehenschaffc über einen jährlichen Zins von 
2 Ädutt Kernen und 4ß Sf aus einer Schuposse zu Waiblingen, „die jetz Haini Wältis von Waib- 
limx^eu und Hans» sin sün, von ünserni goUhus ze leben hant". — Costentz, donstag noch der alteu 
rassnacht, 1420. 



kl ffl. «^«B Kr. I6U, 14 1&. Miil i*. 

TlipilRifs Uatoüsarrbiv, AbL Mlibt«r|[iigf i» L»de Ulli, ür* tu ^ — P e r g a la e n t « r i g i ti a 1 ; dan Higtil fehlt. 



^' Ä882. — UäO. Februar 39, (IVmstaiias,) - Abt Heinrich dV.) von St. Gallen belehnt 

XU Co ns tanz im Hause des Haus Hüruss auf Bitte des Jakob Katgeb, Bürgers zu Coustanz, 
«leisen Ehefrau Greta mit dem „dorö* Walen w ile mit gerichten, zwingen und bannen^, das ihre 
Soli wester All i Mai ger in vou WMntertnr vom Gotteshaus zu Lehen hatte und das nach deren Tod 
Art .sie gefallen ist. Hierauf gibt die Frau das Lehen wieder zu des Abts Händen auf» und dieser belehnt 
au'f ihre Bitte sie und ihren Mann gemeinsam mit dem Dorf — Donstag nach der alten vassnaht, 1420. 
StifInrelU Jiltiflllfll, klraurrliiv Ell. 71, S. älO* - Entwurf von der Hatid de» äbtif^chen Scbreibera. 

2883. -- 1420* Fehniar 29. (OMistaiiz.) — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
|atn Constanz „z& den Augustinern^ deui Kourad Mangolt, Bürger zu Coustanz, auf Grund 
^iiie^s vorgewiesenen, von Abt Heinri c h (HL) gesigelten Briefes, zu Händen dea durch Krankheit am 
Er^scheinen verhiuderten Konrad von Hof, Bürgers zu Constanz, und dessen Ehefrau Anna die Lehen- 
Achall über „den Tobelhof mit aller zngehord; item der Seger inen gut; item dez Sennen gutli 
^on Höfen; item die vogtie, gericht, twing und bann %e Rotahusen; item der Venklerinen akker; 
item die baiden Eggen; item dritthalb Schilling pfening jarlichs geltz usser dem hof ze Hunikoo, 
4er des Bisschoffä von Wil ist, und vj// S^ jarlichs geltz von dem hof ze Aichern*^ — und ebenso 
über die Hofer von öriessenberg und KAni Hagenstailers selig Weib und Kind, sowie über 
tue Mannlehen, „die sü furo von haud lihent und von üoserm gotzhus ze leben haiit^. Ausserdem be- 
stätigt der Abt der Frau, die von ihrem Ehemann mit Einwilligung Abt Kunos auf die erstgenannten 
Uiben „an ir hainatur und Widerlegung (^fiir) vierhundert u heller in pfaods wia versorget und gewist^ 
ist, diesen auch von Abt Heinrich <IIL) ihr vergönnten Pfandschatz und gibt ihr zu rechtem Lehen- 
iiiger über diese Lehen und den PfaudschatK ihren Ehemann, — Feria quinta post Invocavit, 1420. 

tiniJArTkiT8tfialkn, liCllfnarftliv Bd. 74, !i. ^Q r. — Entwud von der Hand dea äbtis^diim Schreibera. 

»884, — 1430. Mar« 2, (St.OaHen.) — Abt Heinrich (IV) erneuert im Hof zu St. Gallen 
dem Hans Wolff fou liadoHzeU „in Ündir-Se^S auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Hein- 
rieh (HL) gesigelten Briefes die Leheuüchaft über „die milli und mülistatt ze Guttingeu, bie Riitolft/ell 



OOi) Heinrich IV. 1419-4126. 

gelegen, uml ainen wingurten doselbs geuant der Tal gart und ninen se doselbs gelegen, mit iro za- 
gehorden. — Sanipstag vor Reminiscere, 1420. 

Stiftnrrhiv Sttiillei, Lehrnirrhiv N. 74, S. 211. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2885. - 1430. März U. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof zu StGallen 
dem Hans BlAm von St. Johanns Höchst, äbtischem ^keller^ daselbst, auf Gbnind eines Briefes 
von Abt K uno, zu seinen und seiner Schwester Else Händen ^ain wise ze sant Johans Host gelegen, 
genenipt der Bifang ze Bainingen, des vier mannmad sient — stosst ainhalb au des pfaffen ze 
Host mädli und anderhalb an die lantstrass — und dieselb wis hofgut si^. — Sant Gallen, sant 
Gregorien abund, 1420. 

Stiftnithiv St. tiiUfii, Lehenarrhiv N. 74, S. 3M. - Entwni*f von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8886. - 1430. MHrz 11. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) erscheinen auf der Pfalz zu 

St. Galleu „Burkhart und Eberha(r)t von Wilar und Hans und Ffolky von Löbenberg^ 
einerseits und „Haintz Keller ab der hAb zwüsschent dem Mantlis und dem Wigers in Wiler 
kilchori" anderseits. Die ersteren bringen durch ihren Fürsprech Niggel R&precht vor, sie h&tten 
von dem Gotteshaus gewisse Zinsen aus den Hofglitern, die in den Kelnhof zu „Wilar" gehören, zu 
Lehen, besonders einen jährlichen Zins von 9 Malter Haber St. Galler Mass, genannt wisatt und je auf 
St. Thomas Tag in den Kelnhof zu entrichten. Nun sei der genannte Hof „an der hftb zwüsschent dem 
Mantlis und dem Wigers^ eines der Hofgüter, und von diesem Hof habe Heinz Keller „dri tail^ und 
zwei Frauen „den vierden taiP, und da den Klägern aus dem Hof von dem genannten Zins j&hrlich 
8 Viertel Haber zustünden, so hätte Heinz Keller ihnen jährlich 6 Viertel zu entrichten, wogegen er 
sich seit Jahren sperre. Sie ersuchen deshalb das Gericht, ihn anzuhalten, dass er den „vorbehebten 
und versessen zins** erstatte und künftig die 6 Viertel entrichte. Der Beklagte nimmt hierauf mit seinem 
Fürsprech Kon r ad Müsler, Bürger zu St. Gallen, „ain urlob, sich darumb ze undirreden und ze 
verdenken, wie er daz verantworten wolte^; jedoch kommt durch Vermittlung des Ghnfen Hug von 
Werdenberg, Herrn zu Heiligenberg, und andrer ehrbarer Leute ein Vergleich zu stände, wonach 
der Beklagte „an dez gerichts stab^ gelobt, künftig die 6 Viertel Haber jährlichen Zinses zu entrichten, 
wogegen die Kläger ihm den ausstehenden Zins erlassen. — In Sanctogallo, MGGGCXX®, feria secunda 
ante Gregorii. 

StiflMrrhiv St.tJallea, lifheurrhiv N. 74 S. 2^ f. — Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. — VgL oben Nr. 2786 

Note. 

S887. 
Bestallungsbrief für Heini Fischer als äbtischen Ammann auf der Feste Iberg. 

14!eO. Hfirz 13. 

Anno doniini MCCCCXX^, iferia quarta post dominicam Oculi, qua) fuit in crastino beati Gregorii 
in opido Wil. 

Als min alter herre der von Gundelfingen von der vesten Iberg gestanden ist, so hat min 
herre dieselb vesti enpfolhen Uainiu Visscher, amman desselben gotzhus doselbs ze Iberg, in 
solcher wis und niass, als hiernach*^ beschaiden ist: (1) Dez erst^in, daz er selbdritt manhaffter Int uff 
derselben vesten wonhaÖ't und alli nacht sien sol und darzü ainen nachtwächter haben und den verkosten 
und Ionen sol, und das derselben manhaift^n lüt allweg zft dem mynsten ainer tags uff derselben vesten 
sien sol und die versorgen und behAten nach dem truwlichosten und besten, und daz er *6ch dasselb 



Pubükationen des Historischen Vereins in St G-allen. 



I 



^ittellangen zur TaterlttEdischeii ÜcHchichtc. 

Rand 1:1. Cbristmn Kucheineistera neue Casus Monasterii S. Galli, heriiuagegeben durch J, Hardegger. — 
n. Uebbr dasi Z^Hhuch der Klin^enbcrge. Von G. Scherrer — IIJ, Matenalieti zur Geschichte der letzthin 
Tagsiitzun^ der alteu Schweiz, Mit«:eteilt von C.Morel. — IV. Die zwei ältesten Freiheitsbriefe der Stadt 
St. Gallen in deutscher Sprache, Neu lieraus^egeben von W. E. v. Gonzeiibnüh. — Bericht des Histori- 
Vereins etc. M, 2. 70, Fr. 3, — 

Band II: I. Kurze Chronik des Gotxhaus 8t. Gallen^ herausgegeben durch J. Hardegger. — 11, Zwei Denkmälei* 
des friihern Kriniinaliuatizwescny in unserem Vaterlande. Aus St. Gallischen Archiven gezogen von W» 
E. v. Gonsßenbach. - 111. Nachlese stifi-sankt-gal lisch er Manuskripte. Von G. Scherrer. — IV, Spazier- 



gang eines Altertümlers im St, Gallischen flberland etc. M, 2.70, Fr. 3. - 

Band m: I. Die ürkiuiden Ludwigs des Frommen für Cur- Von Th* Sickel. — H. Beiträge »ur toggenburgifichen 
©vangelischen Kirchen geschichte. Von H. G. Sulzberger. — III. Die Pest im Kloster St, Gallen anno 1629. 
XJebersetzt von J. Hardegger. — IV. Zwei Ordnungen aus den Zeiten Abt Ulricbs VllL (Roscb). Aus dem 
Stiftsarchiv mitgeteilt von W, E. v. Gonzenbach. — V. Ausgrabungen bei Malerva. Von P. Immler, — 
VL Fünf Briefe Huldreich Zwingli's an Joachini von Watt. Aus dem Stadtarchive St. Gallen mitgeteilt 
von H, Wartmann. M. 2. 70, Fr. 3.—. 

Band IV: I, St, Gallen unter den ersten Karolingern. Von Tb. SickeL — 11. St. Gallische Ratssatziingen aus 
«lern XIV. und XV. dahrhuiuiert. Fortsetzung der Mitteilungen aus dem Stadtbuch, Von W, E. v. Gonzen- 
bach. — m, Geschichte des Kapitels St, Gallen von seiner Entstehung bis zur Lostrennung der ober- 
tLurgauiscben und rheintalischen Geistlichkeit anno 1589, Von H. G. Sulzberger. — IV. Römische Strassen- 
Züge im Kanten St. Gallen. — Dritter Bericht etc. M. 2.70, Fr, 3. . 

Band V — X (in zwei Teilen): Johannes Kessler's Sabbata, Chronik der Jahre 1523 — 1539. Herausgegeben von 
Ernst Götzinger. M/16.20, Fr. 18.—. 

Band XI ^Neue Folge Band I): I. St. Galler Totenbuch und Verbru de nui gen. Herausgegeben von Ernst Dümmler 
una Hermann Wartniann. — II, Die ältesten Verzeichnisse der Aebte von St. Gallen. Herausgegeben durch 
Gerold Meyer von ivnonati. — III. Aelteate Liste der Verrufenen und Verbannten der Stadt St, Gallen. V'^on 
W. E. v, Gonzenbach. — IV. Die Richtung zwischen dt*r Abtei imd iler Stadt St, Gallen vom Jahre 1373. 
Herausgegeben von W. E. v. Gonzenbach. — V. V^erzeichnis der Häuser in der Stadt St, Gallen und Um- 
I^Cfbungf um das Jahr 1470. Herausgegeben von \\\ E. v. Gonzenbach, — VI. Die Pfahlbauten im Bodensee 
acwistcben Rorschach und Staad, Von J. Ändei*e8. M. 3.60. Fr. 4. — . 

Band XII: I. St. Gallische Geschichtsquellen. Neu herausgegeben durtih G. Meyer von Knonau. I. Vita et 
niinkcula s. GalU, II. Vita et miracula s. Otmari, — Tl, Hintonsche Darstellung der Hoheit^recbte der 
seUweizerischen Eidgenossenschaft auf dem Bodensee. Von A, O. Aepli. — IlL Aeltester Hofrodel von 
Jona, ca. 1400. Mitgeteilt von Helbling. M, 3.60, Fr. 4.—. 

Band Xni: St. Gallische Geschichtsquellen, Neu heniusgegeben durch G. Meyer von Knonau. 11. Batperti 
Casus 8. Galli. Mit 6 Excursen und 2 Karten. M. 7.20, Fr. 8,—. 

Band XIV: L Vom Herkommen der Schwyzer. Herausgegeben von Hugo Hunger buhle r. — TT, Drei Beitrage 
Z!T <' '■ 'Mischen Retbrmationsgeachichte : 1. Die Chroniken des Hermann Miles und Johannes Kessler. 
V Götzinger. 2. Die Reformation der Stadt Wil. Von Ernst Götzinger, H. Die erste und zweit© 

Ki . .....--.'ja der ehemaligen Freiherrschaft Hohensax-ForstfH'k 1529 und \'M Von IL G. Sulzberger, 

M. 3. 60, Fr. 4, — . 

Band XV and XVI: St. Gallische Geschicbtsquellen. Neu herausgegeben tumn »i, Meyt-r von Knonini. HI. Ekke- 
harti (IV.) Casus sancti Galli Mit 3 Exkursen und einem Pläneben. M. 10.80, Fr. 12.—. 

Band XVII: St. Gallische Geschichtsquollen. Neu herausgegeben durch G. Meyer von Knonau, IV. Continuatio 
Oasuum sancti Galli. Conradi de Fabarin C'mtinunti<> CuMiurn Hunrti Gulll. >fif 2 Exkursen und einem 
PlÄocben. M. 7.20, Fr. 8.—, 

Band XVni: St. Gallische Geschicbtsquellen. Neu h».nriusgpg(4ftMj nun [i ir. :>iev*r \un tvnunau. V. Christian 
Kuchimeisters Nüwe Casus Monasterii sancti Galli. Mit 2 Exkursen und 2 Beilagen, M. 9. — , Fr. 10,—^ 

Band XIX: I, Das St. Gallische Verbrüdern ngsbucb und das St, Gallische Buch der Gelübde. Herausgegeben von 
£. Arbenz, — U. Die annalistiHchen Aufzeichnungen des Klosters St, Gallen, Herausgegeben von Karl 
Henking. - IlL Das zweite St. Galler Totenbuch. Herausgegeben von Heraiann Wartmann. M, 9, — , Fr, 10. — 

Band XX: l*Vidolin Siebers Chronik. Herausgegeben von Ernst Götzinger. M. 6.—, Fn 6.—» 

Band XXI (Drilte Folge Band 1) : Müller-Friedberg. Lebensbild eines s^ihweizeriachen Staateinanne» (1755— 1836)» 
Bearbeitet von Johannes Diemuer, Mit Müller-Friedberg*« Portrait in Kupferstich und Briefen von 
Joht^nnetA Müller. M. 9. — . Fr. 10. — . 

Band XXn: I- Friedrich VIL^ der letzte Graf von Toggenburg. Von Placid Butler. — U. Die Grafen von 
We*r'i*^*»l'f'rg-Heiligenberg und von AVerdenberg-Sargana. Von Emil Krüger. M. 10.80, Fr, 12, — . 



Verlag der Fehr'schen Buchhandlung in St. Gallen. 



Publikationen des Historischen Vereins in St. Gallen. 



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XXIII: Briefwechsel »wischen Johaan Rudolf Stein mülJ er und Hjuis Konrad Escher von drr I.itit. HfrauÄ- 
gegeben von Johannes Dierauer. Mit zwei Bildnissen in Hadierung. ÄL 8. — , Fr. 8, — 

XXIV: Walablridi AbbatiB Augensis, De ViU Beati GaJlL Von Robert TLoli — Die Va-ih» 
aaniiiilurig der StadtbibJiothek 8t, Gallen. I. (1508 — 1518). Von Euul Arben«, — AuH den ' 
Bardon von Riva. W>n Ern^t üötzinger. M. 12. — ^ Fr. 12. 

XXV: Friedi-ich VEI., der letzte Graf von Toggenburg. 11. Von Placid Butler. — Da» Lütisburger Kopta 
buch in Stuttgart, — Die Öffnung den Hofes Benk^n, — Die Vadiauiscbe Briefsani mlnng^ di*r Stmlfi! 
bibliothek St.GftlJeik IL (1518-1522). Von Emil Arbenz. M. 11.60, Fr. 14.-. 

XXVI (erste Hälfte); Der Klosterbrucli in Rorschacli nnd der St. Galler Krieg, 1489—1490. Von 
Johannes Hüne. M. 6.60, Fr 8. -. 

XXVI (zweite Hälfte) : Der Auflauf ssu St. Gallen im Jahre 1491. Von Dr. Johanne« Hüne» M. 4. — . Fr* 4< 

XXVII (erste Hälfte): Die Vadianiscbe Briefsanunlung der Stadtbibliotbek von St* Gallen. HeniuH2<*gi»bed 
von E. Arbenz. DI. Teil. (152B-1525). M. CJK), Fr.K.-. ] 

XXVII (/weite Hälfte): Geschichte der Landschaft Oaster bis jcurn Ausgange des Mittelalters. Mit ein« 
Excurs: OÜg Tschudi und die geschichtliche Ueherlieferung «les Klosters Schännls. Gcachiclite des Vor 
kehrs durch «las Walenöeet^l. Von Dr Meinrad Gubser. Urbar der Grafschaft Sargana. Heratmgegebed 
von llud. Thommen. M. 8.-, Fr. 10. 

XXVIII: Die Vadianische Briefsanimlung der Stadtbibliothek van St. Gallen, IV. Teil (I52fl'-I530> Heran« 

gi'geben von E. Arbenjs. — Die Chronik des Hermann Miles- M. 8. — ■, Ft. 10, — . 

XXIX (erste Hälfte): Die Vadianische Briefsatutulung der Stadtbibliothek von St. Gallen. V. Teil. 1. 
(1531 — 1535), HerauHgegcben von E. Arbenas und H. Wartmann. M. 6. — , Fl*, 7.—, 



NniJabrHhliUtcr 18ni— 1U0;{. Erste Folge 1861- 186^ äM. 1.20, Fr. 1.20. Neue Folge 1870—1878 
ä M. 1.60, Fr. 1.80. Dritte Folge 1880—1889 a M. 2.—, Fr. 2.40, Vierte Folge 1890— U 
a M. 2. — , Fr, 2. 40. 



l'rkiiiMleitbQch der Abtoi St. GnUeiu Bearbeitet von H. Wartmann, III. Teil. 
In 4*^ Fr. 4B.— . IV. Teil. (1860—1411), 6 Liefeningen ä Fr. 12.—. 



(920— 136C 



Joac^bim y, Waitt (Vadiau), Deiitscbt* bhtorisebo Srhrlltoii. Herausgegeben von F^ra.'^t QrAzmgv^ 
1876-1879. Gr. 8°. Band I^IIL Fr. 16.—. 



St. (Jalll»elie Öi^imiinde-Arehive: Der Hof Kriessern. Bearbeitet von J. Hardegger and H. Wa 
mann. 1878. Fr. 5.—. Der Hof Widnau-Haslach. Bearbeitet von H. Wartmann, 1887 Fr. 5.— j 

Der Hof Bernang, Bearbeitrt vnn J. Ööldi. 1897. Fr. 6. —, 



Kessler, Jobannes, Sabbatu, mit kiomern Schriften und Briefen. Unter Mitwirkung von Prof 
Dr. Emil Egli und Prof. Dr. Rudolf Schoch in Zürich, herausgegeben vom Historischei 
Verein des Kantons St. Gallen. 1902. 4 '. (XXVllL) 719 Seiten. Mit Portrait Fr. 16, 

Um FHalterluiii Atireiiiii von Sauet (inileit* Ein Beitrag zur Geschichte der karolLngische 
Miniaturmalerei. Mit Text von J, R» Rahn. Mit 18 Tafeln und 32 Holzschnitten 1876 
Fol. cart. M. 20. ^, Fr. 26. — 

Pereprlii Sebastian Zwyer von Evibaeb. Ein Charakterbild aus Hera 17. Jahrhundert von K. 
Amrein. Mit Portrait. 1880. M. 4.—, Fr, 6.^, 

Die roiiiautMcheii Ort.sintmrti den KauteuH St, Oalleii. Von Wilhelm Götzinger. Mit ei^er Karler 

St. Gallen, 1891. M. 2.40, Fr, 3.—. 



Verlag der Fehr^schen Buchhandlung in St. Gallen. 



<au»orii*$ctiia iiV(}iifi»i;cKtii«r-tf.o4Uoc 




URKUNDENBUCH 



DER 



ABTEI SANCT GALLEN 




TEIL V 

(1412—1442) 

LIEFERUNG 11 
(1420—1425). 



HERAUSGEGEBEN VOM HISTORISCHEN VEREIN DES KANTONS ST. GALLEN. 

BEARBEITET 

VON 

PL. BUTLER UND T. SCHIESS. 




ST. GALLEN 
VERLAG DER FEHR'SCHEN BUCHHANDLUNO 

lt)05. 






oj.M.v-tva 






Der rtnfte Teil des „DrluDdenbacbs der Abtei SaDct Gallen" erscheint in circa 5 Liefaningen. 



URKUNDENBUCH 



DER 



ABTEI SANCT GALLEN. 



TEIL V 

(1412—1442) 

LIEFERUNG II 

(1420—1425). 



HERAUSGEGEBEN VOM HISTORISCHEN VEREIN DES KANTONS ST. GALLEN. 



BEARBEITET 

VON 

PL BUTLER UND T. SCHIESS. 



ST. GALLEN 

VERLAG DER FEHR'SCHEN BUCHHANDLUNG 

1905. 



^/9 77f=^ 



Druck dtfr Zullikofer'sohen Buohdruckerei in St. GHÜen. 



Heinnch IV- 1419— U26, 



201 



ampt ze Iberg Terwesen sol, als er und ander amman von des gotzfaus wegen iintzher getan hant« und 
daz er dammb, die Testi also zfk versorgent und daz ampt z6 yerwesent, haben und innemen sol alli 
nütz und guter, so zft derselben vesten an dhainen dingen gehorent, usgenonien waz dem gotzhus von 
frevelinen ald ongerichten über drj Schilling pfenning gevallet ald ertailh wirt, und och usgenonien 
erschatz und väll und geläss^ die von den lüten, die zu derselbon vesten gehorent^ gevallent, ynd och 
usgenonien daz kasgelt, so zu derselben Testen gehorit, — dasselb usgenomen alles minem herren und dem 
gotzhus bisunder und allain zugehorit; und die vassnachlhunir, so doselbs von den löten gevallent, die 
sol er mit minem hen*en tailen nach sin er beschaidenhaitj — und daz er von dem allem, so er von der 
Testi ald atnptez v^egen innyinpt, mynem herren jarklich geben sol xvij ff .^, und des och myneni 
herren benügen sol, nnd daz er och mit derselben vesti niyneni herren ze end siner wil, ald als lang 
er das gotzhus ze S an tg allen inne hat, und nach sinem tod ald abstan aineni gemainem capittel des- 
selben gotzhus gewärtig sin sol und niemant ander, doch usgenonien die, den dieselb vesti vormals ze 
undirpfand ingesetzt ist, den diss alles an ir versatzung nach ir brief sag, so sie von dem gotzhus hant, 
gantzlich unvergrifflich sien soK Und in solcher mass hatt im min herre die vesti also gelassen und 
enpfahen ain jar daz nähst und dannanhin an sin widerrufen, und hiitt och er daz allez mit ufgehaben 
banden also ze halden liblich zu den hailigen gesworen und ze volfuren, an geverd» 

SUftnarrhiv St. Gillen, klienarflih B4 71, 1 B7. — Entwurf von der Hand de« äbtischen Schreibers« — Von späterer Hand 
ifll übergeschrieben: „Versorynis des acbloss Yberg". — VgL 142L Mänt 6. 

2888* — 1420. Milrz li. Wil, — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen erneuert zu Wil der 
Ursull von Wifctenwile auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Heinrich (IIL) gesigeUen Briefes 
die Lehenschaft über ein Gütlein zu „KaUhüsern an dem Imenberg gelegen, genant Bern hartz- 
gut*, mit aller Zugehörde, nimmt dann auf ihre Bitte das Lehen wieder von ihr auf und belehnt da- 
mit sie und ihren Ehemann Klaus Nef ^gemainlich und ze rechter gemaind", indem er zugleich aus 
besonderer Gnade der Frau freies Mannrecht verleiht. — Wil in ünsers gotzhus statt, in der vasten 
an der mittwöch nach sant Gregorieii tag, 1420. 

StiftmtliiY §t,tialleD, LcbfimrelliY Bd. 74, 8. ^1 1 -- Entwarf von der Band des äbtischen Sefareibers. 

Ä889. — 1420, Mri 13, WIL — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu Wil auf 
Grund eines vorgewiesenen» von Abt Heinrich (IIL) gesigeUen Briefes dem Uli Weber von Degers- 
heim (.Tegerschen) in Trägers Weise zu Händen des Heinrich BAlnian, ehelichen Sohnes des Hans 
B61man selig, die Lehenschaft über ^ainen akker an dem weg gegen Bronishofen ushin gelegen^ 
der wilent Hansen Waibels säligen gewesen ist — und anwandet an wijent des Hurners säligen 
akker — ; item aiuen akker, der öch desselben Hansen Waibels was, — der anwandet an den akker, 
der etwän des Grübers was, und an Hünnis von Hof akker — ; item ainen akker an dem Husel- 
weg — stosst obrenthalb an den kilchenakker und undrenthalb an Hansen Mosnangs akker -- ; 
item ainen halben akker gegen Bromshofen gelegen, — an des Grubers und an Hännis von Hof akker ^, 

elben akkers der ander halb tail aigen sy", — Wil, mittwüch nach Gregorii» 1420. 

IdItttrrÜV %L Oail«!, Leli«mrdli¥ M. 14^ 1 tVL — Entwurf von der Hand des übtischen Schreibers. 

2890, — (1420.) Milrz 13. (WH.) — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu Wil 
dem Rudi Keller von Lichten steig (Liechtistaig) auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Hein- 
rich (UL) gesigelten Briefes auf seine Bitte zu seinen und seiner Ehefrau Elsbeth Switzerin, 
Heinrich Switzers selig ehelicher Tochter, gemeinen Händen die Lehenschaft über „ain malter 

26 



202 Heinrich IV. 1419-1426. 

baider körn jarklichs zinses ab und usser dem halben tail des guts zeMüsilbach, daz Hainriclis 
von Münchwil ist*, und gewährt der Frau freies Mannrecht. — Feria quarta post Oregorii, anno 
quo supra. 

Stiftsarehiv 8t Gallen, Lehenarchiv Bd. 74, 8. tli f. - Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — unmittelbar voran 
geht Nr. 2889. 

8891. — 1420. März 18. WH. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert zu Wil dent 
Ulrich Smidberger auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Heinrich (III.) gesigelteu Briefes. 
zu seinen und seines ehelichen Bruders HansSmidberger gemeinen Händen die Lehenschafl über 
»die vogty und zehenden in Erlen halben; item ainen vierden tail der vogty und komgeltz und pfenning- 
geltz ze Honwart; item ainen vierden tail des zehenden zeEbersperg; item ainen vierden tail des 
zehenden uff Pfanneregg; item den zehenden halber an der Wis; item zwen fünfiften tail zwaier 
wisen uff Wilmatt gelegen, die man nempt Smidberger wisen, — dero ain stössi an sani Peters 
kilchen und an die sampuung, die andre stösst an HainrichsBisschofs wis — ; item ainen sechsten 
tail des hofs genant Tür und den zehenden halben in Oetzendan' unter Vorbehalt der jährlichen 
Steuer von 6ß r^ CM. aus der Vogtei zu Honwart. Ferner bestätigt der Abt dem Ulrich Smidberger 
allein, der mit der „nianschafft und lehenschafft der guter ze Honwart, ze Obrenwisen und in Erlen* 
vom Gotteshaus belehnt ist, ,daz er die furbass von band lihen sol und mag, als das von sinen vor- 
farenden von ainem an den andren herkomen ist, das der elter Smidberger, dem dieselben lehen zflstand, 
die furo von hand lihen sol*, diese Lehenschaft »in solcher mass: wenn derselb Ulrich Smidberger 
von todes wegen abgat, daz denn allweg der eltest Smidberger, dem denn die lehen zflstandent, die- 
selben lehen von uns ald unsem nachkomen enpfahen und die furo von hand lihen sol*. — Wil in 
ünsers gotzhus statt, an der mittwfichen noch sant Gregorien tag, 1420. 

Stiftearehiv St dallei, Lehenarebiv Bd. 74, 8. 288 f. — Eotwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8898. — 1420, MSrz 15. Zürich. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen nimmt von Lud- 
wig Hosch, Bürger zu Zürich, auf dessen Bitte „die hub ze Buchs, die der Burger buwt, und 
gilt im jarklich vij mütt kernen und j malter habern*, auf und verleiht sie ihm und seinem Vetter 
FelixManess (Ffelix Mannassen), ebenfalls Bürger zu Zürich, ,ze rechter gemainde*. — Zürich, 
in der vasten am ffritag vor Letare, 1420. 

StiftsarcliivStClallen, LehenarchivBd. 74, 8. 221. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8893. — 1420, März 28. — Heinrich Kuchimor, genant Fürer, verkauft für sich und 
seinen Bruder Ulrich ihr Gut genannt Brugg, , gelegen zeSantgallen indenBruggen vorder 
statt, — stosset anhalb an Hausen gut von Staig ze Cappel, anderthalb an die bruggen, ze der dritten 
siten an Stainerbach und ze der vierden siten an die Hell* — , ein Lehen ,von aim portner* des 
Gotteshauses St. Gallen, an Bürgermeister und Rat der Stadt St. Gallen um 30 ff /^ G. M. mit der 
Bestimmung, «das nit me darab gangi noch gan söUi, denn so vil als hernach geschriben stat: item 
zwen mutt kernen Santgaller messes ainem priester ze Sant Jacob; item ain mutt kern Johansen 
Garnleders säligen erben; item aht Schilling pfenning an daz bortnerampt des vorgeschribnen gotzhus 
und ain mader uff den Brftl, da git das gut uf Rüti an dem mader ain drittail Ion; item zwai höpter 
uf den BrAl hö inzefArent, und ain graber gen Berg in den wingarten, an demselben graber git och 
das gut uff Rüti ainen drittail*. — Donstag vor dem palmtag, 1420. 

Stadtarchiv St. CalleD, Tr. S, Nr. 15. — Pergament-Original. Es sigelt Ulrich Ffirer, Bürger von StGaUen, der 

Bruder des Verkäufers ; das Sigel hängt. 



204 Heinrich IV. 1419—1426. 

haiten, so den uiisers gotzhiis dieiistlut gehalten haben und haltent; darufFdu uns geantwui 
habst den Wechsel mit unserm gotzhus enenthalb des Ryns und nit hie dissenthalb, daz abc 
unzitlich dunkt und ain ungehort ding ist, und ist uns furkomen, wie daz du dieselb frow 
hast', und bittet ihn nun, die Rechte und Gewohnheiten des Gotteshauses zu achten, den Wei 
dem Herkommen einzuhalten und die Frau ,uff ain reht' freizulassen, damit der Abt ,ain sol 
unsers gotzhus dienstluten und andren, die zu dem gotzhus gehorent, Ton dir niht klagen ui 
darumb haben* müsse. — Santgallen, in vigilia pasche, 1420. 

HtiftnrthiY 8t CltlleD, Lehe ntrchlv Bd. 74, 8. 2(15. - Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers mit der 
„Lutzen von Schonstain*^. 

8900. - 1420, April U. WIl. - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zi 
Hans Brunman von Kenelbach, der mit seiner Ehefrau Katherin vom Gotteshause , 
hof ze Gaywill in Kilch berger parrochy mit aller zügehord* zu Lehen hat, »usgenoi 
sechsten tail desselben kelnhofs, der klain Elsen, sin er stUfiFtochter zugehört und darubir e: 
ist'', zu seinen, seiner Frau und ihrer ehelichen Kinder Hans und Peter gemeinen Hände 
fünf Sechsteln des genannten Kelnhofs und zu Händen seiner Stieftochter in Trägers Weis< 
letzten Sechstel. — Wil in unsers gotzhus statt, donstag in der haiigen oaterwAchen, 142 

StiftMithiT StClallfl, Lehfurchiv Bd. 74, S. 219. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8901. - 1430. April 12. Wll. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen emeuei 
dem Hans Hüsler von Dietswil auf Grund eines vorgewiesenen, von Abt Heinrich (III.) 
Briefes zu seinen, seiner ehelichen Tochter Anna Hüslerin und seines ehelichen Brndc 
Hüslers gemeinen Händen die Lehenschaft über den halben Zehnten zu Dietswil mit aller 2 
und ebenso zu der Adelheid Horwerin von Lichtensteig, Hans und Haini Hüslen 
Schwester, und ihrer ehelichen Söhne, Wälti und Haini Horwer, gemeinen Händen c 
Schaft über die andre Hälfte jenes Zehnten. Aus besonderer Gunst gewährt der Abt den beic 
freies Mannrecht. — Wil, ffritag in der osterwftchen, 1420. 

StiftsarrhiT St.(iallfn, Lehemrchiv IM. 74, S. 307. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8908. ~ 1420. April 14. St. Gallen. - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen 
Pfründern der Kirchen St. Leonhard, St. Jakob und St. Fides ausserhalb der Mauern 
St. Gallen mit, dass er die durch den Tod ihres frühereu Inhabers, des Priesters Johannes 
erledigte Pfründe in der St. Leonhardkirche dem Priester Johannes Rasoris von Appena 
tragen habe, und beauftragt die genannten Pfründer, denselben mit der Pfründe zu investiei 
ihren Genuss einzusetzen. — In Sancto Gallo, dominica, qua in ecclesia Dei canitur Q 
geniti, 1420. 

Süftarchiv St Gallen, Lehenanhiv Bd. 74, S. 239. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2903. — 1420. April 20. St.Gallen. — Johans von Atzenholz, Bürger zu £ 
verkauft an Johans von Wiß, Sohn des Haini von W iß selig, Bürger von St. Gallen, um 
C. M. «die müli, mülsiat und mülgeschirre an dem Espen an Stainerbach underhalb Eg 
bürg gelegen, . . . unz an den akher, der enhalb dem bächlin gelegen ist — , und ainhalb st( 
Gebharts gut, anderthalb an das gemain werkh und in der dritten siten an die straße — , i 
selber vorbehalten und usbedinget hau*, alles Lehen des Gotteshauses St.Gallen. Von die 



206 



Heinrich lY, 1419-1426. 



beschworen hat» dass er den Verkiindbrief des Abtes überantwortet habe, und nachdem auch aufdrei- 
nmligen Ruf des Weibels während der Dauer der Gerichtssitzung niemand für die Beklagten erschienei 
ist, wird diesen ein zweiter Rechtstag ,uff ünsers gotzhus dingstatt zu Studa . , . uff den nahsten 
ffritag noch der uffart ünsers Herren" angesetzt und hierüber den Klägern eine Urkunde ausgestellt-. 
— San tg allen, zinstag vor dem Maytag. 1420. 

SÜft^irellif St. Gallon, L^-kuarclih ßi 74, S. SSS. — Entwurf von der Hand des äbtiscben Schreiber«, — VgL Nr. 2771, 

14^0. Mai 17. Ht. Gallen* — Aach auf dem aiu beBtimmten Tage abgebalbenen zweiten Rechtstag finden 
«ich nor die Kläger (diesmal die Kinder H an« Mai ers nlle pergönlicli, ^üli und Hans, Haini und Uli. den man 
nempt Kropf, nnd Ursiill» Hanseln Ritters clich frow, und Älli» ir swöster*) ein und fuhren wieder Klage 
(Ursula Eitterin und ihre ScbwcHter AIH mit Uli Onftpser, Bürger au 81 Gallen, als vom Gericht gegebnem Vogte) 
durch ihren Fürsprech Herman Mettmanegger. Nachdem der Bote Hans Bilc hiner auf seinen Eid ausgeia^ 
hat, dasf! er den Beklagten den Verkündbrief eingehö,ndjgt habe, wird, weil fTir jene auf dreimaligen Ruf des Weibela 
während der Gericbtsaitzung niemand erscheint, durch Spruch des Gerichtes ein dritter Tag angesetzt »uff die mitt- 
woch vor ünsera Herren lichams tag*, — Santgallen. ffritag nach der nffart ünsera Herren, 1420, 

StAdturchiv SL fiallpn, Tr* 22, Ir. 1. — Pergament -Original; das äbtiache Secretsigel mit Fapierdeeke hängt. 
(Copie im Stiftsarchiv, Lebenarcbiv Bd. 74, S. *268*) 



141^0, Jaul 5. — Abt Heinrich (IV.) von St, allen »etat Kün i und Rödi, genannt die Zürcher von 

Lainbach, davon in Kenntnis, dass am gleichen Tage Haini Mai er (Maiger) von Ronwil (RÄnwill) und die 
Kinder de^ Hans Maier selig fUrsul l Ri tterin undÄlli, ir awöster, vom Gericht mit Hai n i Seh ulniais t er, 
Bürger zu St, Gallen, bevogtet) sich mit ihrem Fürsprech Konrad Mösler, Bürger zu ÖL Gallen, in dem obigen 
ErbBchafLöstreit ^x& dem dritten tag" auf der Pfalz zu St Gallen vor dem Gericht gestellt hatten, und weil die Be- 
klagten weder eelbst tmt Verantwortung erschienen »eien noch jemand in ihrem Naiien. »o habe das Gericht nach 
Beobachtung aller Formalitäten entschieden, die Kläger hätten ,iro clag und sach an der obgenanten guter und ir 
xügehord wegen . . ervolget . . . ala verr und als vil, da« si dieselben guter . . . mit dem rechten belogen und ervolget 
habint von uch", es sei denn, daas die Beklagten vor dem Pfalzgericht an einem ,uff den näbaten ffi-itag vor sant 
Johana tag des Töfera* angesetzten Tag den Beweis erbrächten, daas ,ehafft not" sie am heutigen Tage zo erscheinen 
gehindert habe, — Mittwoch, an ünsers Ilerren lichams abend, 1420, 

StiftMltlh' U, ftalk n, Ifbrnarcliiv M. 71* S. Wt. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers, 



1 



14^0. Jnnl ;$l. ist. Gallen, - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erklärt, es sei am heutigen Ti 
in der Sache des Haini Mai er und «einer Bruderskinder, die mit Herman Schirmer, Bürger %vi St Gallen^ all 
Vogt der ^frow und tochter" und mit Kon r ad M üaler als Fürsprech anf der Pfalz vor Gericht erschienen sind, nach 
Erfüllung aller ForiDaliläten, da die Beklagten sich nicht eingefunden hatten, vom Gericht entschieden worden, die 
Kläger hätten »iro £ach und ansprach , . . ervolget und volkomlich behebt". Ffritag vor eant Johans tag des TöfFen 
%e aunwendi, 1420* 



I 



Süft^arthtv St. ClalleD, kh^narcbiv M. 74, 8. 291». — Entwurf von der Hand des ähtiscben Schreibers, 



1 



2907. — 1430. Mai 4, Fll>ri*ll35- — Pap.st Martin (V,) erneuert auf eine vom Laien Ulrich* 
65sler aus der Diöcese Con stanz eingesandte Bittschrift liin einen Briefe den dieser seinei*zeit von 
Papst Johann (XXIII.) (,bone memorie Baidassaris, episcopi Tusculanensis, oHm lohannis 
papse XXIII,*') erhalten hat und der ihm in einem Brande zu Grunde gegangen ist, nach einer iniS 
Briefk atalog (regest truni) des Papstes Jobann vorgefundenen Abschrift. ^^ 

Der Brief des Papstes Johann (XXIII.)» ausgefertigt in Bologna am 24. Juni 1410 d^datum 
Bononie, VIII. kalendas Julii, pontiticatus nostri anno primo*), ist an den Cantor der Kirche z\x Constanz 
gerichtet. Papst Johann erteilt darin dem Ulrich Gösler die Erlaubnis, in der Pfarrkirche St. LaurenzeoH 
zu St. Gallen einen Altar der heiligen Jungfrau Barbara zu errichten nud denselben mit einem PriestefH 
zu versehen; ier Stifter hat die Pfründe gehörig zu dotieren^ dafür steht ihm und seinen Erben und 



Heinrich lY. 1419—1426. 



207 



Ni^hkommen und nach deren allfätligem Aussterben den Bürgermeistern (consulibus) der Stadt St. Gallen 
das Patronatsrecht zu. 

, Datum Florencie^ IUI. nonas Mail, pontificatus iiostri anno tercio.' 

8tA4tftrthir St. ti&lleOt Tr* XVI, lln ft, — Pergament -Original mit Bkibulle an rot- und gelben Seidenachnüren, — 
Kftoaleinnterf ertigung recht« unten auf dem Bnge: Diethel iuub, noturius; Registratur vermerk atergo: 
R*. — Sonstige Vermerke links unter dem Buge: X. X. A. Fidel is. 8, Garnerii* a tergo links: J^Tremosnic»; 
rechte: G. S toter, 

2908. -^ um. Mai 6, Wuitortur, - Abt Heinrich (IV.) von St.Gallen gibt zu Winter- 
tur in Ansehung der guten Dienste des Haus von Milnchwil, Dienstmaones des Gotteshauses, seine 
Einwilligung dazu, dass dieser gewisse Gottesbauslelien um 140 fl, rbein. in der Weise au Haintzli 
Wirt von Ober-Stammheim und dessen Erben verkauft bat, dass sie dieselben von ihm zu Leben 
haben, er selbst und seine Erben aber sie vom Gotteshaus „als von der obem band" empfangen sollen* 
Es sind die folgenden Lehen: „die hofraiti und hus und schür darufF gelegen ze Obern Stambain 
bie der müli — stosst aiubalb an Haintzlis Iten hofraiti und anderthalb an Heinin Märken 
von Stain hofraiti — ; item ainen bÖngarten, genant herr Hansen böngart^ gelegen an NussbAmer 
wege — stosst ainhalb an Haintzli Wirts trotten und wiugarten — ; item ainen wiugarten^ ist aiu 
juchart minder oder mer uugevarlicb, undir dem Braiten weg — strekkct au den Teilen — ; item 
ain wis gelegen uff der Pf igen, ist zwai manmad hö wachs — stosst an Uli Kellers Pfyg — ; 
item ainen infang gelegen ze Truch tlikon, genant der Wiseubül, mit aiuer manmad wisen dar- 
iindir gelegen, genant Naterswis, und aiu juchai-t akker genant Natersakker, öch dobie gelegen," 
— Winterthur, man tag nach des hailgeu crütz tag in Maien, 1420. 

MillHrcliir St. Callen, Lchtnärthiv Bd. 74, 8. 24G. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

3909. — U39. Mal 7. Wlnti^rtiir. — Abt Heinrieh (IV.) von St. Gallen bestätigt zu 
W i u t e r t u r auf die Bitte des Priesters Rudolf S c h m i d von W i I a ( Willa), ehelichen Sohnes des 
Hans Schmid selig» dessen ehehcher Schwester Adelhai d Schmidin» Klosterfrau zuTänikon, 
auf Grund eines von Abt Heinrich (III.) gesigelten Briefes ein Leibding, bestehend in einem jähr- 
lichen Zins von 3^/3 Mutt Kernen Winterturer Mass aus der Hub zu Wila, mit Tvelcheni Rudolf Schmid 
Tom Gotteshaus belehnt ist; ebenso erneuert der Abt dt^m Priester die Lehenschaft über obigen Zins 
mit der Bestimmung, dass er nach dem Tod seiner Schwester in den Genuas des Lehens kommen und 
es gemessen solle, als ^ob er ain laj wäri". — Wintert hur, zinstag post invencionem sancte crucis. 
1420. 

SÜftaittUf 8L Uüku, Leheßiirtklv Ikl. 74, 1 W, — Eintragung von der Hand de« äbtlscben Schreibers. 



2910. — 1420. Mai 7. Wiiitertur. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu 
''intertur den Rudi Tob 1er, Bürger zu Wintertur, in Trägers Weise zu Händen seiner Ehefrau 
ilse Haldenmans, der ehelichen Tochter Wem li Ha]dein)mans selig, mit dem „recht und tail^V, 
das ihr „von erbscbafift wegen'* zusteht an dem von AUi Mai er (Maigeriu), Hans Maiers selig 
von Tannegg elielicher Tochter, hiuterlassenen Dorf Wal leu w il (Walenwiler) mit Gericht, Zwingen 
und Bannen, einen) Lehen des Gotteshauses. ^ Winterthur, zinstag noch dez haiigen crütz tag ze 
Maien, 1420. 

SÜflnrcktv Sl.GiUen, bhenarchiv Bd, 74, S. M l — Entwurf von der Hand dea äbtiachen Schreiber», 



208 



Heinricli IV. 1419—1426. 



2911. 

Das Maiengericht zu Ober-Uzwil stellt die Rechte des Gotteshauses St. Gallen a 
die Vogtei Ober-Uzwil und die dortigen Einkünfte fest 

14ieO. Mal 8. 



i 



oucn 
ric]^ 



Ich Petterman Brandis^ genannt von ßrünberg, vergich offennlich und tbön kftnd...^^ 

das ich mit rechter gesamuofrer urtail ond ouch von haissentz und empfelhens wegen des fromen Uli 
H e r r e n 3 von Obemtzwil, amptman daselbs zä b e r u t z w i 1 in der vogtje des hochwirdigen fürsten 
mins gnedigen herren abt Hainrichs von Oofctes gnaden des gotzhus z& Sannt Gallen, und an 
siner statt, umb dis nachgeschriben sach mit vollem gewaU an offnem, verbannen mayenj argen cht offen- 
lich zfl gericht sasß zeOberutzwil in der vogt-y uff den tag, als diser brieff geben ist. und kam 
da für mich in oflen mayengericht der e/a^edacht Uli Her und öffnet da von des obgenannten gotzbus 
wegen mit sinera fürsprechen und sprach: Als jetz da ain offen mayengericht wäre, so wirint ouch 
da in gericht vil erber lüien, die in die vogty gehortiut und och der gi\ter innhetlent, die in die gericl 
und vogiy gen Oberutzwil gehorfcint, und bat da derseJb Uli Her von des egenanten gotzbus weg 
an allen TOgUüteDf die da zugegen wärint, erfragen und erfaren an dem rechten, wie er dera gotzfail 
eine recht und nütz von den vogtinten und onch von den vogtherren götern, die in die vogty e ge- 
hortind, vordem und inziehen sölti, das dem gotzbus sine recht und nRtz jerlich gelanngoten und bericbt 
wurdint, darumb das sich des von im ald von sinen nachkomen niemannt erclagnen möcht, er tatti im 
trang und annders, dann vormals je geschechen aye, wann ouch dem gotzbus noch ettwa vil der uniz 
und recbtung von ettlichen gutem usstündinfc und noch nit gelannget und worden syen. Und also nach 
der offnnng und vordruog des obgenannten Uli Herren do giengent dis nachgeschriben erber löt, 
der ain tail in der vogty gesessen sind und ouch ain tail der vogtbaren g^^tem innhanni, mit ainem 
urlob usser des gerichtes ring, sich da unnder ainaondern ze erkunen und ze erinnern, was sy dem 
gotzhus vorab darumb bekennen und sprechen wÖlten und ouch von alter in der vogty e also herpracht 
und komen sye und sy ouch das denue dem gotzhus tun und gäben söltent in allen fürzug und wider- 
red. Und koment do wider in dis offen mayengericht und offnotent da vor offem gericht alle gemainlich 
und ainhelliclich mit ainem gemainen mund und ouch mit Hai nin Spitzlin von Jo nsch w il, irem 
erlöpten und gevorderten fürsprechen, und sprachent und bekanntent sich des do darumb, als Uli Her 
von des gotzhus wegen begert hätte, vor offem mayengericht uff ir ayd also: ^| 

Wie je järlich sannt Martis tag sich verrückte und fiirkäm, das denn darnach ze stett des gotz- 
hus amptman in der vogty ze Oberutzwil, oder wenn es im darnach föget, oder sin bott.€U de 
gotzhus sin recht und nutz ze hus und ze hoff uff den götem ervordem und innämen sölti an dene 
die die guter buwtint ald innbettint. Und wa innen je darum nit gnüg gescheche, so hetti denn ain 
amptman oder sin hotten vollen gewalt und recht, darumb ze pfennden für nüw und für allt usstenndig 
ge Valien nutz und rechtimg des ersten an varendem gut und die pfannd denn darnmb verkouflen in d^" 
vogtye und gerichten ze Oberutzwil. Wäre aber, das ain amptman an den varenden pfannden i^H 
z^komen möcht, so sölt denn er ze stett griffen zu dem blÄmen uff den gfttern und die blömen denn^ 
darumb verkouften. War aber, das ain amptman an dem blümen onch nit zukommen möcht: wie si 
denn das gefügte, so sölt denn ain amptman zi\ den gelegnen vogtbaren göter(n) griffen und die gfti 
denn ze stett verkouffen, so dick, so vil und so lanng, bis das ain amptman derselben gefallen usstenndi 
nützen und rechtungen, nüwer und alter, on allenn des amptman s kosten und schaden* von des gotl? 
hus wegen genntzlich bericht und dam ß je bezallt werdent(!), wann ouch dieselben nnütz und rechtnng 
dem obgenannten gotzhus zu Sannt Gallen voruQ und vorab also von den gätern g&n und Kn allen 



1 



i. 



Heinrich IV. 1419—1426. 209 

abganng und inindrung järlich volgen und werden sölten, wann ouch derselben vogtbaren gitern nie- 
niant deliaines nicht verkouffen, versetzen noch verenndem möcht wann dem gotzhus zeSanntgallen 
an allen sinen nützen, zinsen und rechtungen genntzlich unschädlich und unvergriffenlicb, und sölt man 
SV ouch dann also umb dieselben nütz und rechtung mit dehainen anndern frombden gerichten nit 
schadgen, anlanngen noch ufftriben; wann was der nützen und zinsen also von den gfitem dem gotz- 
hus järlich giengent, die sont rechtung, wann der probst säilig von Bussnanng die nütz und zius an 
das obgenannt gotzhus mit sinem baren gelt erkoufft hetti. War ouch, das dehainest usser den vor- 
genannten pfannden mer gelöst wurde, denne die rechtung und nütz gebürtint, es wäre von alten ald 
von nüwen usstendigen nützen, dasselb sölt man denn je dem, des die pfannd gewesen wärint, erber- 
clich bekeren. 

Mit urkünd dis briefs, den ich obgenanter Petterman von Brünberg dem obgenannten Ülin 
Herren von siuer vordrung wegen z& des obgenannten gotzhus hannden mit minem anhangendem 
insigel von des gerichtz wegen, wann ouch das da offennlich also mit ainhelliger rechter urtail ertailt 
und bekennt ward, geben hän. Dire brieflF ist geben mit rechter urtail an der nechsten mitwuchen vor 
der haiigen crützwuchen, nach Cristi gebürt vierzechenhundert jar und darnach in dem zwaintzigisten 
jare. Und bi disem mayengericht w&rent gegenwirtig dis nachgeschriben erbem lüt, die ain tail der 
gftter innhannt und och ain tail in der vogtyg gesessen sind und in die vogtye z& gericht z&Ober- 
utzwil gehörent: item der allt Mertz und Wetzel Keller von Tüferschwil, zwen Wilden, 
Cüny Keller usser Ober-Rindal, Haini Waibel von Jonschwil, Hanns Hux, Hanns Müller, 
Uli Banwart, Rudi Ledergerb, Hanns Hagman, Cuny Waibel, Hanns Ledergerb, 
Haini Pfiffer, Wälti Hirt, Uli Raiffer, Hanns Mosser, Uli Schmuckli, Hanns Murer 
von Bichwil, Ü li Keller ab Stoltzenhüb, C&ny Stoltz und Hanns Schnider von Gupffen, 
Haini Fryg von Lanndensperg und sin sun Cüni, Rudi zum Wila, Cüni Helffenberg, 
der Belling, der Ledergerb von Ainwil, der rät von RAdgerschwil, Cftni Cüntzli von 
ötzliwil, Cüni Weber von Sanntgallen, Uli Zipp von Junckhersch wil, Cüni Zainler 
von Gotzenschwil, Uli Eggli, derCristiner von M&twil und Rudi Toller von RAdger- 
schwil unnd annder erber lüt etc. 

StiftsarchiY 8t. (Stilen, BficherarclÜY Bd. 114, 8. 255 f. — Copie aus dem 16. Jahrhundert. 

2918. — 1430. Mai 12. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu St. Gallen 
den Haini Strikker von Herisau und seine Ehefrau Adelhait Au derlins, die mit ihren Leibes- 
erben nach einem von Abt Heinrich (III.) gesigelten Brief des Gotteshauses Kelnhof zu Herisau mit 
aller Zugehörd als rechtes Erblehen um einen jährlich auf Gallustag zu entrichtenden Zins von 80 >^ 
/^ C. M. besitzen, welchen Zins aber Haini Strikker von Abt Heinrich (HI.) und dem Gonvent auf 
einen Wiederkauf um 30 l!* /^ C. M. an sich gebracht hat, gemeinsam mit Hans Keller, ^derselben 
Adelhait elichem süne*, und Konrad Strikker, ,ir baider elichem süne*, mit dem Kelnhof zu Herisau 
als einem Erblehen unter dem Vorbehalt, dass nach allfälligem Rückkauf des Zinses dieser wieder an 
das Kloster zu entrichten sei. — Sunt Gallen, suunentag in der crützwocheu, 1420. 
StiftsarcJüv Stdallei, Lehenarchiv Bd. 74, 8. 240. •— Entwuif von der Hand des äbtiächen Schreibers. 

2913. — 1420. Mal 15. St. Gallen. — Hans Hafner, genannt Strub, Hafner, Landmann 
zu Appenzell, verkauft an Hermann Schirmer, Bürger von St.Gallen, einen jährlichen Zins 
von 2 Malter Vesen und I Malter Hafer, St. Galler Mass, „ab und usser minem hof und gut, das man 
nempt Richentschwilla — das anhalb stosset an Bekentwilla, andrenthalb an R&ssenh&b 

27 



210 



Heiörich IV. 1419-142«, 



und ze der dritten aidten an Höndobel und ze der vierden sidten gen Goldertobel — **» ein Lehc 
des Klosters St, Gallen» um 26 9f C, ^, unter der Bedingung, »das Hansen Roschachs aälgen kinden 
den man namta von Hörn, vor den obgenanten driyen malter komgeltes gat und gan sol j&rlichei 
vier nialt^r kornea*. — Santgalleu, au ünsers Herren uffart abent, 1420. 

Sti4tarclih St(2a1leii, S|ilAlarckiT, Tr. A, 10« Kr. 7. — P e r g a m e n t < r i g i n a 1. Es Higelt HansAmman, der Schaeidec 
Bürger von St Q allen; daa Bigel bangt. 



2914* — 1420, Mal 18. Steallen, — Vor Abt Heinrich (IV;) vermacht im Hof zu StGallen 
„Else ßöngarterin von Berg, Hainrich Bongarters" selig eheliche Witwe, mit Beistand 
ihres Vogtes Hans Wildrich, Dieners des Abtes, und ihres Fürsprechs Hermann Mettmanegger, 
Bürgers zu St. Gallen, in aller Form dem »Ulin Aplis von Staig* und seiner Ehefrau Ursula, 
ihrer ehelichen Tochter, sowie deren jetzigen und künftigen ehelichen Kindern gewisse Lehen des Gottes^ 
hauses, die sie laut einem von AbtCuno gesigelten Briefe von ihrem Vater, Hainrich Schnider 
selig, ,an ir hainstür* erhalten hat, sowie alle „ir ligend guter, so sy iemer gewinnet*, die Gotteithaus- 
lehen sind, und all ihre jetzige und künftige fahrende Habe. — Jene Lehen sind: ^zwen tail des zehen* 
den von des Rappen schupuss; item zwen tail des zehenden von Hainrich Bach w illes schupuas 
und von Rudolff Bach wi lies schupuss; item und \on Hai nrich Ma iyers schupuss; item zwen 
tail des zehenden von dem akker ze Wolffurtzbruunen und dem Awer (Alber?)-akker und von dem 
akker am JUch; item zwen tail des zehenden von dem akker ob der GrÜtz und von dem akker an 
der Langen Spekli und von dem akker genant die Undi r brai t ze dem holen nussbAm und von 
dem akker, haisset Rütli, bie dem sÄrenböm gelegen; item zwen tail des akkers genant Finger- 
akker bie dem sClrenbom, und des akkers, der do stösst gem(!) Willär an den herweg, mit allen 
zugehorden*. — Santgallen, sampstag nach Ünsers Herren uffart tag, 1420. 

Stiflnarclllif St.flftllet, kllfBUTliiv Bi "*, S. ^10, Entwurf von der Hand des äbtiachen Schreiber». — Es sigeln fder Abt 
voij Gerichts wegen),, Jobans Goldftr, Stadtacbreiber zu St. Üallen, für die Frau nnd G(e)org Wildrieb für «einen 
Bruder Hans. 



4 






2915- — 14'20, Mai 21. Altstätteii. - Abt Heinrich (IV.) von St.Gallen verleiht dem 
Ammann, dem Rat und d^^n Bürgern der Stadt Alt statten im Rhein tal um ihrer Dienste willen des 
Gotteshauses ^aignen stok, hofraiti und garten daran, gelegen doselbs ze AUstett in der statt an Knöpf- 
lers tor', zu einem rechten Erbzinsiehen nnd belehnt damit den Burki Staiger, Bürger zu Altstatten« 
in Trägers Weise zu Händen der Stadt mit der Bedingung, dass »die burger daselbs ze Altstett am 
hus mit cammern und stuben ufl' denselben stok buwen und zinibren söUent und daz in demselben hiaa, 
so ez buwen wirdt, uns und unsern nacbkomen, wenn wir gen Altstett komen und da sin wend, aio 
stub und ain cammer allwegen gewartig sin sond"; falls die Bürger in dem Hause keine Stallung 
machen, soll der Abt, wenn genügend Platz ist, Gewalt haben, eine solche „ze vier ald fünf pfariten* ^M 
errichten zu lassen. Von demselben pStokke, hofraitin und garten" sind je auf St Gallen Tag 3ß -^ ™ 
CM. u. W. als Zins zu entrichten. Nach dem Tod des genannten Burkt Staiger sollen die Bürger einen 
andern Träger unter sich wählen; der soll von dem Abt das Lehen fordern und es zu gemeiner Stadt 
Händen empfangen, auch von einem neuen Abt bestätigen lassen »und dar von tfin, waz sich darvon 
gebort ze tände*. — Altstett, zinstag vor pfingCv^ten, 1420, 

Siilbinliv St.iltilki, McJifmrcbly ßd. IMl, l Wi\ - Entwurf von der Hand dea äbtiBcbeii Schreiber«, 



i 



2 1 2 Heinrich IV. 1419—1426. 

h*rtSnokkli in*i Otamar Littscher, burger ze Veitkirch, die im durch den egenamteu minen 
hrrr«i:n von To zk^^ab Trg in <ürr sach nach recht da ze vögten geben wurden. Ond da ofiPhoten und 
brachten fir «ier anbt »i2.*l i^ch dieselben sin vögt Ton sin und sins gotzhus wegen mit irem erloubten 
furspr^ichen Joaea. dem amxnan toq der Altenstatt, wie das wylent desselben abbt Ü 1 r i c h s vor- 
vam and «j^h •ia&> gotzhus zdSanc Johann ettlich höf, die in den Brfiderhof gehortint, und och 
win^arren in«i andre gftter gelegen zeKalcheren, die im und sinem gotzhus zügehortint, Terlfihen 
beeren ectlii.'hen nachgebum und undertanen daselbs zeKalcheren zfi erblehen; düselben lehengftter 
hectea 37 im an«! dem gotshus Teruntrüwet, damit das sy die höf geschwaint und geminnrot und ettliche 
:*ti:k und giit iavon und darus verkouflFt und veraberhandelt betten. Und clegten der abbt und och 
sin voj^t; . . . sich des und begerten darumb gerichts zfi denselben verungetrüwoten. Des fragt ich ?or^ 
genamter richter an ainer urtayl ze ring umb uff den ayd, was recht war. Do ward ertailt mit gemayner 
urtavL <ia:> «ier abbt und sin vögt an siner statt derselben ainen, der also übervarn hett oder Obenram 
$ohe haben, mit dem uammen melden und och nemmen sölten und das denn darnach geschäch, das 
recht war. Und also nammtend sy imd ir egenamter fürsprech von ir wegen Ulrichen den alten 
Oamptz von Kalcheren und meldoten och, das derselb G a m t z Ton aim des gotzhus lehenhof ett- 
was veruändert(^!) und darus verkoufft hett, mit nammeu zwai stukke, die man nammte die Kremel, 
und batend den Gamtz, als er och uuder ougen da was, des ze yehen oder ze lougnen. Das veryach 
do der^lb tiamtz und gab sich des zfispruchs schuldig vor mir und dem gericht nnbetzwungen- 
lichen. Und ward och uff das aber nach miner frag ertailt uff den ayd mit rechter, umbgander und 
ge:samiioter urtail unzerworffenlichen: Syd dem mal und der Gamtz das also veryehen hett und des 
abbt« dag und zfispruch, als vorstat, äne lougen war und also sinen lehenherren damit veruntrQwet 
hett: was gfits oder gfiter ald stukk denn der egenamt Gamtz von dem vorgedachten sim leben oder 
daru^ verkoufft ald vernändert hett, das er och denn das demselben sinem lehenherren dem abbt und 
iK*h dem gotshus zfi S an t Johann äne verziehen bekeren und ledigklich und los wider zfi des abbts 
und g\>tshus banden antwürten sölte, und sölten och förbashin weder er noch sin erben dehain rech- 
tung noch ansprach an demselben verkoufften und vemänderten gfit niemerme gehaben, denn so vil, 
hU >iv dann an ains abbtz und des gotshus zfi Sant Johann gnaden gehan möchten . . . 
Kalcheren in dem Brfiderhof, sant Urbans tag, 1420. 
Stlfbaitlh $t«<Sill«I.LR.l A. ^ — Pergament-Original; das Sigel hangt eingen&ht 

Ütl^liK U20, Mal 31, Wll. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu Wil 

du» VuuH l'fistoriu von Wil, Uli Nussbaumers eheliche Tochter, Heini Pfisters selig Ehe- 
üt4U, AU ihivn und ihrer ehelichen Kinder Hänsli und Ursula gemeinen Händen mit einem Gut 
'.e NN uppeuow gelegen, genant der Pfister gfit'\ das gemäss einem von Abt Heinrich (UI.) ge- 
^liichoM UuotV der Vei^torbeue und seine Frau gemeinsam vom Gotteshaus zu Lehen hatten und das 
uuii »wMi dei* gtnuaind wegen" an die Frau gefallen ist. Aus besonderer Gunst verleiht der Abt der 
bNi4U luul ilnvu Kindern das Recht, des Lehens zu geniessen, als ob sie und ihre Tochter „man ald 
ku.its^n xvikvnit und da/. Ilänali, derselben frowen sfin, ain erwachsner knab und leben ze habind gnug 
4lv >^.ui" NVil» fritug in der pfingestwuchen, 1420. 

HMtWu>^\ Ä« MU^ Ulfa»rthiv Bd. 74, S. 8M. — Entwurf von der Hand des äbtiscben Schreibers. 

^^1^ H%JO, Mh! 81. WII. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu Wil den 

S »' h» ^o»^ l.utenegg, sesshaft ze Grodlisperg", in Trägers Weise zu Händen des Heini 

., ^^ 11 MUi MUUors selig von Buwil ehelichen Sohnes, mit der „muli und mulistatt, mit hus, 



Heinrich IV. 1419-1426. 213 

hofstatt und hofraiti und den böngarten daran ze Buwille im dorff gelegen^, die der Vater des Knaben 
Yom Gotteshaus zu Lehen gehabt hat. — Wil, fferia sexta penthecostes, 1420. 

Stiflllftiliv St.(lllie]l, Leheurckiv Bd. 74, S. S0€ f. -- Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2922. — 1420, Juni 5, St.GaUen. — Vor Abt Heinrich (IV.) klagen auf der Pfalz zu 
St. Gallen Johans Amman der ältere von Rorschach für sich und der Sohn seines verstorbenen 
Bruders, Johans Amman der jüngere, derzeit Amman zu Rorschach, für sich und seine ehelichen 
Schwestern Adelheid, die Ehefrau Kunis im Hof selig, und Anna, die Ehefrau Peter Trümbers 
selig, mit JohausBek, dem Schreiber, genannt Schwarz h ans, Bürger von St. Gallen, als Fürsprech 
gegen Johans Jutczi von Arbon, Künzli Pfund und Rudi ab Egge von Rorschach, genannt 
vSwiczer': Vor Zeiten sei in Arbon Konrad Kräss gestorben, und da er keine Leibeserben hinter- 
lassen, seien sie seine rechten Erben. Nun befänden sich unter den hinterlassenen Gütern einige, die 
Lehen des Gotteshauses seien und in den Hof zu Rorschach gehörten, Hofgüter seien; wenn aber ein 
Mann, der Hofgüter zu Rorschach innehabe, sterbe, so erbe nach Hofrecht seine Frau alles fahrende Gut 
und habe von den Hofgütern den Genuss in Leibdings Weise bis zu ihrem Tod, worauf dieselben an 
ihres Mannes nächste, rechte Erben übergiengen. So habe auch die Ehefrau des Verstorbenen die ge- 
nannten Hofgüter als Leibding genossen bis zu ihrem Tod, und nach demselben hätten sie die Güter 
an sich ziehen wollen, seien abei; durch die Beklagten daran gehindert worden. Durch ihren Fürsprech 
Ulrich ab dem Berg, ebenfalls Bürger zu St. Gallen, bringen letztere dagegen vor: die Güter seien 
,mit aigenschafft in des obgeuanten Günrat Eräsen saligen elicher frowen, iro mömen, band erstorben 
und niht in libdings wise*"; auch hätten sie nach deren Tod als ihre rechten Erben die Güter längere 
Zeit innegehabt und besessen. Darauf erwidern die Kläger: sie seien schon früher wegen dieser Güter 
vor Gericht gekommen und es seien da ,mit baider tail willen ufschläg gemachet mit solichem gedinge, 
daz die gewär und besitczung derselben guter dewederm tail weder nutz noch schaden bringen solt bis 
uff ain end des rechten*. Mit Zustimmung des Gerichtes la.ssen nun die Beklagten einen Brief verlesen, 
wonach Konrad Kräs und seine Ehefrau vor Zeiten vor dem Stadtammann von Arbon einander zu 
vgemaindem' über all ihr liegendes und fahrendes Gut angenommen haben. Das Gericht entscheidet 
aber, dass dieser „gemaindbrief** für die Güter, die Gotteshauslehen seien, keine Geltung habe, weil 
»die gemaind umb dieselben guter vor dem lehenherren niht beschähen war**. Dagegen wird den Klägern 
auferlegt, zu beweisen, dass „die aigentschafff der streitigen Güter ,in des obgenanten Cfknrat Kräsen 
saligen band erstorben wärint (!) und des hofs recht ze Roschach also stundent", wie sie vorgebracht, 
oder aber der Beklagten Recht zu nehmen, „daz inen das nit ze wissent war". Die Kläger erbieten 
sich, den Nachweis zu leisten, und es wird ihnen auferlegt, dies zu tun „mit zwain unversprochen 
mannen . . ., die weder tail noch gemain, gewin noch verlust an demselben gut und erb hettint, und 
soll des obgenanten Hans Ammans des eitern hand die dritt sin". Sie anerbieten als Zeugen „Cfkntzen 
und Eglin im Hof von Rorschach und ander erber lüt vil", stellen auch die ersteren zwei vor Gericht 
und erweisen durch deren Zeugnis und ihren, sowie Johans Ammanns des älteren Eid ihre Behauptung, 
worauf das Gericht die Beklagten verurteilt, den Klägern die genannten Güter zu „enschlahen" und 
los und ledig zulassen. „Und sind dis die guter: der akker genant des Kuchmaisters akker; der 
akker genant die Santgrub; der akker genant Vogelloch; der akker an dem burgweg; der akker 
äff dem Layma; die zwen akker ob und undir Stämmellis garten; die halb juchart ob dem Gens- 
akker; der akker an Grützegier hag; der Braitakker; der ober akker ze der Schurtannen und 
der gart zu der muli, alles bi Roschach gelegen". — Des fünften tags in dem manod ze Brächet, 1420. 

StiflarekiT Stdlliei, Leheurchiv Bd. 74, 8.277 ff. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. Es sigelt der Abt. 



m IV. 1419=1 



292B. - 1420. Jiiiil 7. St.ßftUeii. — Abt Heinrich (IV.) nimmt im Hof zu St Gallen 

auf Bitte des Heini Mai er (Maiger) von Ronwil (RJtnwill), Bürgers zu St. Gallen, „den hof ze Loch 
und den wiger daruff mit ir zügehorden^S Lelien des Gotteshauses, die jener an Hug von Watt, Bürger 
zti St. Gallen, verkauft hat, von ihm auf und belehnt damit den Käufer. — Sautgallen, ffritag nach 
unsers Herren Uchams tag, 1420. 

Stifijiarf hiv St, CallcB» bkf narfhiv IM, 74, 8. 210. — Kintragung von der Hand des äbti«chen Schreibers. 

»924. — 1430. Juni 10. (St Galkii,) - Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu StGalleii 
auf die Bitte des Hng Schulmaister, Borgers zu St. Gallen, dessen Sohne Uli, „den er bi Mar- 
gare then von Kam so w siiligen hat", ebenfalls BUrger zu St. Galleu, da» Gut ^genant Metdegg 
und daz gütli genant Müslisrü ti, enhalb der Sittren gelegen, mit allen rechten und zögehorden, 
usgelassen daz holtz, daz man nempt Eppenbftl, das undirscbaidet daz bächli, daz von des Goal er s 
holtz abher rinnet» und stösset an die marktannen zwusschent dem Nifftler und demselben holtz, 
und och usgesetzt die Hindren Rüti mit ir zögehorden", alles Lehen des Gotteshauses, die der Vater 
dem Sohne f5r eine Schuld von 120 ff ^ St. Galler Währung verpfiindet hat, zu einem rechten red- 
lichen Pfände, mit der Befugnis, wenn auf gestellte Forderung die Schuld nicht innerhalb eines Monates 
getilgt werde, das Pfand anzugreifen; ein allfölliger Überschuss über Hauptgut und Schaden soll di 
Hug Schulmaister und seinen Erben zukommen, wogegen sie für Mindererlös haften. — Mentag 
sant Vitz tag, 1420. 

Stiflaarcliiif Sttiallfn, LcliMarrIliv M, 74, S, 275, — Eintragung von der Hand de« abtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Abt und tlug SchulmeiBten 



1 



2925. - 1420* Jnni 10. (St Johanii-IHidist.) — Abt Heinrich (IV.) von St, Gallen t^ 

leibt zu S t. J o h a n n - U ö c h s t dem H a n s T u d e 1 1 e r , „ze v o r n ä c h t i g e m R i n gesessen* , zu seinen 
und seiner Ehefrau Greta Krumm in gemeinen Händen eine Hofatatt „genant Eberlis hofstatt, 
ze vornähfcigem Rin gelegen, — stosst an des Böngartera gut von Lindow und die ricliBtrasd — ; 
item des Bö Sachen hoifstat, *5ch daselbs gelegen, und gat die strass darumb hiu**, Lehen des Gottes- 
hauses, welche U r s u 1 1 T ii g e n i u , die Ehefrau Wilhelms voii S t a i n a c h , an den Hans TudeÜer 
verkauft und zu Bern an g in des Leutpriesters Haus an den Abt aufgegeben hat — Ztnstag nach 
unsers herren licharas tag, 1420. 

Stlftsarr jjiv St. fallen, Lt^iienareliif M. 74. 8, 2*7. — Entwurf von der Hand des äbtischen Scbreibew. 

2926.— 1430. Juni 10, StttalloiK — Nachdem Ritter Hartman von Prassberg (Brachaperg) 

schon früher „Wilhalmen Studliu von Lütkirch und Annan Rätzin, sin elich frow, und Conen 
S t u d l i n von M e m ni i n g e n und A n n a n C i^ n t z e 1 m a n n i n , sin euch mftter", auf zwei Tagen auf 
des Gotteshauses dingstetten „mit dem rechten erfordret hett von der vesten ß atzenriet mit lut und 
gut und aller ir zögeliord wegen", die ein Leben de« Gotteshauses ist, und nachdem in dieser Sache tin 
letzter Tag auf die Pfalz in St.Gallen angesetzt worden ist, erscheinen hier vor Abt Heinrich (IV.) 
der Kläger und die beiden „Wilhalm" und „Cune Studlin^ ftlr sich und die beiden Frauen. Durch 
gerade anwesende Boten der Reichsstädte Co nstanz, Ulm, Ravensburg, Lindau und Wangen 
und durch den Bürgermeister und Rat von St. Gallen kommt eine gütliche Vereinbarung zu stände. 
wonach der Kläger die Feste Ratzenriet aufgibt, auf alle Ansprüche verzichtet und die Beklagten 
darum nicht mehr anzusprechen, auch alle darauf bezfiglichen Briefe herauszugeben gelobt (etwa yer- 
gessene oder zurQckbehaltene sollen ohne Geltung sein), während der Kaufbrief, den die Beklagten 



2930. — U30< Juni 32. (St dJaillen;) — Abt HeiDrich (IV.) belehüt im Hof zu St Gallen 
auf die Bitte des Konrad Manfli von Kebstein, die dieser unter Vorweisung eines AutsendbriefeiH 
von Ulrich von Ems (Emptz) in dessen Namen an den Abt richtet, den Hans Tödeller, „gesesseil^ 
ze vornächtigem Ein' mit einem Weingarten, genannt die „Gabt" zu Kebstein im Kheiutal, — 
stosst einerseits an Hans Nagels zu Rebsteio Weingarten, anderseite an die Laudstrasse — , einem 
Gotteshanslehen, das Ulrich von Ems an Hana Tüdelier verkauft hat — Sarapstag vor Johannis Bap 
tiste, 1420. 

StiltmrrMv ^t.tiaHen, Leheiiarcliiv Bil. «I, S. W f. — Entwurf von der Hand den äbtischen Schreibers. 




2931. - 1420, Juni 23. (StGallt-ii,) — Abt Heinrich (IV,) belehnt zu St Gallen 
die Bitte des Konrad Lochli, Bürgers zu St GaUen, den Job ans Spiser^ genannt Zwingger, 
Bürger zu Bisch ofze 11, zu seinen und seiner drei gleichnamigen ehelichen Sohne gemeinen Händen 
mit dem Zehnten ans dem Hof genannt »Guishnsa*, bei Waldkirch gelegen, einem GottesbausIeheii^| 
das Konrad Lochli an Johans Spiser und dessen Söhne um 16 U .^ C. M. verkauft bat. — Sunnentag^ 
vor Johannis Baptiste, 1420. 

SiiftMitbh' St. («allfD, Lfbenintliiv M, 74« %. tS^ l — Eintragung von der Hand des äbüachen Schreibern. — Es gigeln (der 
Abt und) ftir den Verk Unter Ulrich Fürer» Bürger zu St. Gallen. ^H 

3932. — 1420, Jüiii 23. St Galle«. — Abt Heinrich (IV,) von St Gallen gibt Abt 
Ulrich (IL) von St. Johann imTnrtal den ehrbaren Knecht Koni Huber, genannt Seh äd 1er. 
von Burgau, einen Leibeigenen des Klosters St. Gallen, in Tausch gegen die ehrbare Frau Adel- 
heid Pelaygin von Bischofzelt Witwe des Hans Pelajg, Tochter des Haini Rjbjss selig, 
und gegen Hans Pelayg, deren ehelichen Sohn, Leibeigene des Klosters St. Johann, dem diese ,zö 
ainer bessrung* 14 ff -^ C. M. bezahlt haben. — Santgallen, sant Johans abent des ToflFers ze sunn- 
wendi, 1420, 

Stirtjtarrliiv SL Mka. D. D. 1 D; t — Pergametit- Original; die Sigel des Abtee und des Convente« haDgeo. — 
Eine gleicbzeitige Copie von der Hand dea äbtiachen Schieibera iu tJd. 74 de» Lebenarcbiva, S. 288^ zeigt lateiniscbes 
Datum: »in vigilia aaöcti lobannis Baptiffte". 



2933* — 1420. Juni 23. (Constaiiz?) — Hans von Heidelberg verschreibt seinem Vetter 
Konrad von Heidelberg mit Einwilligung Bischof Ottos (III, ) von Consta nz und Abt Heiu- 
richs (IV.) von St. Gallen alle seine , recht der vogty ze Zilschlatt über lüt und g&t und dai 
pfenninggelt mitenander, daz darus gat; item die wis in St ok an, in dem Espan gelegen; item des 
Kesslers schäpnss halb; item daz erblehen in der Langen Wis; item die müli zeSchonenberg 
und njinen tail der zöfitrt ze Gossovr*", alles Lehen von dem Bistum von Constanz, „item minen tait, 
des hofs ze Loppach; item daz gut ze Wildisperg und alle mine rechten an den böten und gütej 
an den Hai den**, Lehen des Abtes von St. Gallen, sowie all sein andres jetziges und künftiges G 
unter der Bedingung, dass sein Vetter, falls er vor diesem stirbt, sein rechter und nächster Erbe üb 
all diese Stücke sein und heissen soll allen andern Ansprachen gegenüber; jedoch bebült sich Hant^ 
von Heidelberg das Recht des unumschränkten Genusses und der freien Verfügung über all diese Güter 
bei Lebzeiten, sowie der Schmälerung und selbst Widerrufung dieser Verschreibung vor» — Sant Johans 
abend ze sunvrendi, 1420. 

Stiftsarrhiv St.flalleii, Leh^nitrclilv Bd. 74, S. Mß" f. -- Eintragung von det Hand des äbtiicben Schreibers. — Es eigeln Ha 
von Heidelberg, ßiacbof Otto uad Abt Heinrich. 



ntV 



Heinrich IV. 1419 -1426. 2 1 7 

3934. 

Anlassbrief von Abt Heinrich (IV.) und dem Capitel des Gotteshauses St. Gallen 

einerseits, Ammann, Räten und Landleuten zu Appenzell anderseits, wodurch sie 

die Entscheidung ihrer Streitigkeiten den VII alten Orten übertragen. 

(ßt. «allen.) 14»0. Juni ftS. 

Wir Heinrich von Mangisdorf, apt, und wir das cappittel des erwirdigen gotzhus ze Sant 
(3- allen . . . und wir der ammann, die rätt und die lantlüt genieinlich ze Appenzell tönd kunt 
allermenlichem mit disem brief und verjehen oflFenlich: Als zwischent uns dem egenanten apt, dem 
cappittel, unsem vorfaren, den unsern und unserni gotzhus einsit, uns dem vorgenanten amman, den 
rät^n, den lantlüten ze Appenzell, allen den unsern und dien, so zä uns gehörent, si syen in unserm 
Istnd oder davor gesessen, andersifc ettwa vil zites stöss und misshellung sint gewesen, ouch umb vordrang 
UT&d Zuspruch, die wir sament haben zä jetzgenanten Sachen, als vil gerett und getan ist: das wir zft 
beden teilen aller unser ansprach, stöss und spenn, wie sich die bisher untz uiF disen hiittigen tag, 
als diser brief geben ist, verlouffen band, uff die fürnemen, fürsichtigen, wisen unser gftten fründ, 
mit namen uflF burgermeister, schulthesß, amman und rätt diser nachgeschriben stetten und lendern, 
Z iirich. Lutzern, Ure, Switz, Underwalden, Zug und Glarus, oder uff die, so dann von 
Iren stetten und lendern, mit namen von jeklicher statt und land zwen erber man, die herzu geben 
werdent, luter und gantz ze der minn und zä dem rechten komen syen. Die jetzgenanten unser göten 
frund ouch vormalen von vorgeschribner sach wegen ir erbern hotten uff einen benenipten tag gen 
SantOallen geschikt, die ouch daselbs etwas anlass berett gemacht, ouch und daruff uff dis jetzgenant 
zit ander tag gen Sant Gallen in die statt gesetzet band, unser vorgeschriben stöss und sach mit 
anlaasbriefen und süss ze besorgen, als dann die hotten, so von stetten und lendern herzd geben und 
(geschikt wurden, notdürftig bedftcht sin Also uff disen künftigen tag und ze unser stössen und Sachen, 
die uszerichteu, unser egenant göten fründ, nämlich die von Zürich Jacob Qlenter, iren alten 
burgermeister, und Johanß Brunner und die von Lutzern Ulrichen von Hertenstein und 
Heinrichen Seiler, item die von Ure Anthony Gerung und Johanß Büntiner und die von 
Switz Ulrichen Märklin und Ulrichen Utzen, ouch die von Underwalden Walther 
Ueintzlin, iren alten amman, und Arnolt an Steinen, aber die von Zug Peter Kolin, iren 
ftminan, und Johanß Weibel und dann die von Glarus Walther Schiesser und Johanß Eggel 
gesendet band; band ouch inen enphelt und vollen gewalt geben, unser stöss und Sachen, nachdem und 
die für sy kunt und ouch wir zä beider sit uff si komen syen, uszerichteu, es si mit der minn oder 
init dem rechten. Die jetzgenanten erbern, wisen hotten zwischent uns beiden partigen, nachdem und 
wir unser anklag, stöss und zäsprüch uff si sint komen zä der minn und zä dem rechten, und ouch 
si von den iren gewist sint, unser sachen und misshellung anzenemen, eigenlich berett und betädinget 
iani: ob si in deheinem stuk die minn nicht vinden noch mit unser beider teil wissen und willen über- 
tragen künden ald möchten, wes si sich dann alle gemeinlich oder der merteil under inen nach anklag, 
hiDtschafb, red und widerred ze der minn ald ze dem rechten bekcnnent oder ussprechent, das wir 
dann ze beiden teilen das alles war und stet halten und dem genäg tän süllen. Fürer, ob sich gefägent 
wurd, das sy dehein stuk zwüschent unser beider sit mit unserm wissen und willen nit möchten über- 
tragen, als vorstat, und si darinn minn oder recht sprechen mästin, behabent si inen selber vor, das 
si von uns vollen gewalt haben suUen, das si sich darumb mit iren herren und fründen mügen bedenken 
und rät haben, wie si dann dieselben stuk in der minn oder mit dem rechten entscheiden sullen. Und 
dazfl mer umb fürdrung und ustrag willen unser egenanten zweyung haut si ouch berett: ob es beschech, 

28 



Heiarich IV. U10— 1 



109 




das ir deheiner von todes wegen abgieng oder zu disen sachen unnütz wurd, e das si usgericht und 
übertragen wurden, das were mit der niinn oder mit dem rechten, das man dann von iren stetten oder 
lendern» wo dann der abgang were beschechen, von dewederm teil under uns das an si ervordret wirt, 
einen andern biderben man von iren raten an des abgangen statt geben sol nach der vordrung in dem 
riechsten manot; und sol ouch der gewist werden und vollen gewalt haben, unser stöss und uneinhelli- 
keit uszerichten in gelicher wis, als der batt, an des statt er deDn geben wurd nach wisung dis anlas^ 
briefz. Da verjehen wir^ obgemmt-er apt Heinrich, als wir von unserm heiligem vatter dem babst 
vollen gewalt und sin bull und brief haben, lu geistlichen und in weltlichen Sachen ze t^n und ze lassi*n, 
was uns dunkt sin unser und unsers gotzhus nutz und er, und wir das eapptttel mit inn(!) für uns, für 
unser gotzhus, für all die unscrn und für die, so zu uns gehörent, und für unser nachkomen, das wir 
dises Satzes nach dis briefz wisung und mit allen vor und nachgeschribnen worten mit uoserm fryem 
willen und unbetwungelich syen ingangen. So verjehen wir, der vorgenant amman, die rat und die 
lantlüt ze Appenzel für uns, für all die unsern, für die, so zu uns gehörrent, und für unser nach- 
komen, das wir von erkennens, heissens und wisens wegen der egenanten erbern lüten von statten und 
lenderUf als si vorbenant sint und wir inen gehorsam sin sÜllen, das wir ouch dis saizes nach dis briefz 
sag syen ingangen, Darunib so loben wir ze beiden teilen bi unsern gfiten trüwen und bi unseni eren 
Rlr uns und für alle die unsern und für alle unser nachkomen, bi diser Satzung und bi disem anlas ze 
beliben und alles das, so sich die egenanten erbern, wisen lüt oder ander, die daim an ir stat von ireu 
atetten und lendern herzä geben möchten werden, oder der merteil under inen umb all unser stöss, sach 
und zßsprüch nach anklag, fü riegung, kuntschaft, red und widerred bekennent und uasprechent mit der 
mino ald mit dem rechten, oder wie sie uns entscheident, das wir das alles war und stet halten, dabi 
beliben und dem genftg tön wellen, sunder ouch dawider niemer ze reden, ze werben noch ze tfind, nu 
noch hernach, noch in euhein wis schaffen getan werden, heimlich noch offenlich, an all arglist, in 
geverd. Und herüber ze einem offenn, waren, vesten und steten urkund aller vorgeschi'ibner ding so 
haben wir egenaufcer apt H einrieb unser apty insigel und wir das cappittel unsers cappittels insigel 
und wir der ammann, die rät und die lantlüt ze Appenzell unsers gemeinen landes insigel ofienlich 
gehenkt an disen brief, der geben ist. an dem acbtuudzwenzigosten tag des manodes Brachodes, do mao 
zalt von Cristus geburt vierzehenhundert und in dem zwenzigosten jar. 

Stiltiiarflii? St UaÜPii, T. t L U. Undesartlh l^fM^iOfll-l R. X. \IU ^r. 18; an beiden Orten ineeriert in dem grossen Sprach* 
brief der eidgenöani sehen Boten vom 6. Mai 1421, — Abdruck: T«t']iudi, Chron, II, 186; ZeUweger, Urkunden I 2, 
Nr, 238, 8. 328 ff.; Blumer, Urkundena. z. Gt^'sch. d. Kta. Gkni«, Nr. 164, S. 539. — Regest; Kidgen, Absch, I, Nr, i80. 
8,231. — Fergamen t- Originale. Der Abdruck iai hier nacb dem St. Galler Exemplar erfolgt, von dem das 
appfnzellische nur in Kleinigkeitien abweicbt. — Vgl. oben Nr. 2869. 

Den eidgenössiachen Boten, welchen dnrch den Anlasabrief die Entscheidung übertragen war, lies« der Abt i'lber 
die Anspriichn des Gotteahauaee St. Gallen an die Appenzeller ein auHftihrliches Memorial luatellen, dessen Text im folgen- 
den nach einer glcicbzeitigf?n Äljschriffc von dtfr Hand des äbtischen Bchreibei-a (Stiftaarchiv St Oallen, Bücherarchi? 
Bd. 90, S. 109 — 146) mitgeteilt wird, wäbrund in den Noten die wichtigeren Abweichungen det vom nälmlicben Schreiber 
abgefansten Entwurfes (ebenda Bd. 1941, f 240—259) beigefügt sind. 

Dis sind züsprucb z5 den von Appenzell, so von des gotzhus zfi Santgallen vor den Aid- 
genossen fürgetragen sind:*) 

Ersanie, wise, gflte früncl, als min herre von Santgallen siner zösprilcli und sachen, so er sfi 
den von Appenzell und die sich jetz mit inen haltenfc und zft in verbunden hänt von sines gotzhus 
wegen hat, komen ist nnd getrüwet naeh des anläss sag, der darunib geben ist, uflf gemaine Eid- 
genossen» zu den sich dieselben von Appenzell verbunden hint, und uff die, so dieselben Eid- 



1419-1426. 







hotten darzu erbotteur daz er aincn gelerten aid zu den haiigen aweren wolti, daz er den egenänten lendern ir dieiut 
nibt geswerrot noch dbainen zins uff iro guter niht mer geschlagen noch dbain nüwrung gemac-bot habi, denn aU es 
von alter her an in von siiien fordrcn komt:'n und bracht »ig wÄrd»m, und daz er also bissher, nocbdem er berre und 
abt wurden «g. inncgeheht bab, und Ho er ilieeii aid also wilbklicb wolti habfen) getan, do erliessent in der Tor- 
genempten lender bott^n desselben aid*«, und ötündent aber do utf demselben stuk dar Egii von Altsiett(en) und 
Caspar Völi und swurent baidtament üblich xe Got und kö den hailgen in iolcher mastz, aU in dem erren itpnicbbrief 
gesprochen nnd geschriben ist. Und des benugte och do der lender erberer botUcbafft. Und umb dUs behaben ao haut 
die obgeneroptcni ilett dem gotzbu» 6ch geben ainen bisundren brief undir der von Ravenspurg insigel, den iich 
min biTre och hie geginwertikJicb zöget. *"J 

Und darnach ala unser berr küng Ruprecht «älig den krieg zwußschent den von Appenzell und iren helfern 
und allen iren wideraachen te Cowtent» verricht und darumb brief geben hat, die och mit imgenn berren dem kUng 
eäligen von baiden parthien bcBigeU würdiot, in denselben briefen er nämlich di»en nachgesch rillen arUkel ge4iprocheii 
und lK?schriben hat: ,Waz och von baiden parthien «aromentlich oder sunderlich in der zit, diewil der krieg gewerit 
bat, nutz, xins oder zebenden nit geben worden aint und noch umstand, sprechen wir, daz dai von baiden siteu gäncs- 
lichen ab und tjuijd Min küIIc, doch alHo da» man nu hinfür noch datuni diaes briefa jeglichem »in nutz, zina und sehende 
richten und geben «iUlo*/'* 

Und noch diaer richtung, da hett küng R liprech t alilig furo uiyns berren vorfarn abt C ü n e n säligen von de 
gotasbuM wegen und den von Appenzell tag für aich gen H aid eiber g beachaiden, die richtung, eo er ze Content 
getan hett swnsschent in, xe liitren und ze clarend, und sie umb alli stuk gegen enander bti entschaiden, und in den 

241b spniehbriefen» «o | er undir siner mujestut insigel baiden tailen hierumb geben hat, er nämlichen nsgesprocben hat, das 

der vorgenempt abt C ü n und ain nachkomen bi allen und jeklichen iren rechten, herkomen, diensten, vUllen, nutczei^^H 
zineen, galten und andren stukkeu, die sie in und an den vorgenanten lendren und tüllren und ir jeklichem nnd octf^' 
liiten und gutern^ darin wonliafftig und gelegen, btliben und haben Büllent und nämlichen bi dem nsspruch, so de» 
richj* stett vormalä getan Inuit, aln ir ihn lutcr aehent an diKem künglichcn briefe, den üch min hcrre bie gegenwertik- 
lich zöget." 

Hirumb bittet ucb min berre aber ematlich, die von Appezell mit uwimi »prucb nnd erkantnuH xe wisend, 
daz 810 im und »inem got/.hua die oligedacbten xina aid dienst von d* n gutern forderlich und gütlich uörichtent, wami.^ 
er doch uwir wisbait wol getnlwet, ir merkent und verntandent, da/, er ain zusprach umb daa stuk wol nnd erbarklicq^l 
erwist hab. 

Beschuh aber, dan die von Appenzell hirinne fiirzugint, daz man inen elter brief, rodel odir urknnd darnmb 
zögen aolli, do spricht min berre, er getrüwe nit anderH, denn daz fer) sin sacli umb di«« stuk «o luter uud volkomenlich 
erwist habi, d»z dcz geniig ai und das er niht gebunden hj, hirumb ichtvi andere iilrbringen aid ze zögend. Doch darumb, 
da2 ir merkent, da» min berre nihtz for (ich bergen wölli, und och hirumb, daz ir sinez gotzbus rechtnng und her- 
komen und sinen gelimpf hirinne denter baz merkent und veratandcnt, so wil uch min herre tögen etüch des gotzhus 
alte rodell, die ob CC jar alt sint nach derselb rodell innehält, darlnn «ich luter t-rfindet noch rechnung, da» die von 
Appezell von alter he^r von den ol»gedachfe*"n gntern jarklicb Hcbiildig gewesen »int ze gebind ainem abt*; y^eSant- 
gallen von «ins gotzhua wegen achtzebenbandert und xLviij alpkä-s aid grözzkits'> und maigonkäs und herbstkaa MCC** 
xicvj käs und x aJegkü und ain halbi und xij U xv ach, pfg, umb win, fiir schaf und friachUng, und in da« kämme 

242 ampt aineni keller an gemainen tisch des gotzhua und der ht?rren clxxxx alpkil8 aid grözkria*^'^! und ccc und viij mayeii 
kils und herbätkäfl und xvij 4«ch* pfg. umb win und fiaiwcb und etwas andre recht von mülchen, als die rodel innehant 
Und tut das mit aolichen fürworten und gedingd, ihvA er doch iaieniit von einen erren Urkunden und bewiifong nit »tan 
noch tretten wil noch die in dhain wis nnkrefitigen wil, wann das ir birinn und hiemit küntÜch verplan und merke 
mügent die groesen friintechafft und gnad, die den von Appenzell von sinen fordren und dem gotzhu» vormala 
Beheben ist biran, daz man für dis» alles, al» vor ist erxalt, niht mehr genomen hett denn lxxvüj ST und j ach, pfg. 
xxiiij zigerling, so vil zit daz niemand dbain ander« gedenken mag, wie doch daz die erri summa am vil merer« gebär 
An deuHelben pfenning und zigerlingen minem berren ocb noch bot bi tag von inen wol benügen wil, und sie hiriB 
niht begerit höher ze steig(er)end; duchti aber ueb aid die von Appenzell, daz inen an den lxxvüj ffpfg. und j seh* ptg 
und xxüij zigerling niht gnadklich und gütlich beschuhen wilri und beschuh, so mohtin man mit minem herren vil- 
li cht fto vil reden, daz er an die alte vorgeschribne suuime siner rodell kemi, ob man im da^t also usrichten wolti. 
Und sint diaa die alten rodel, die üch min berre hirumb xöget,'* 

tkt Kt iUlit ,d« dt»*, iHül. |#dncl* Ann Wortlaut de* 8|>rachiH sclbtt kii d«r in KoLb bj vvnuinUn SUWt. - h} S. d«n Sitrueb if*n 1401. Juni 2T^ Vrlcdl»«^ IV^ Ar, 1 
8. 935 it.f A1>««U 3 eefcn Ende. - k} n. Ata BHvf ri>ii Ui>l. AMr^st ]«., in der TioU m Att nhmü tM*t%*b Urkunde, «benda S. «37 C ~ d) S, Am K*thtw^ttt*bt\tf ▼«& IMIA, 4»ril| 
CoiuiaM, Urkdbeli. IV, Nr. 2411, S. iH lt.. Aha. 1«. - «i K. dan Spruch von 1109, Angliat 0. BcldaÜMri, UikaL^li. IT, Nr. Uii, B. ««0 ff. bM. aS»!. » f) TfL luilm %. J 
dMiAch z= frdaatft Xi«« r • fj Ulaa« Bodat tind nictii naehiuvrcwen. 



aei^l 
AnlJ| 




Heinrich IV. 1419—1426. 221 

(b) Zins der brobsiy.*) 

Item, min herre clegt ouch von sins gotzhiis probstie wegen zu denselben von Appenzell, das 110 
ainem probste sines gotzbus vormals untz an den krieg järlichen uss den obgedachten iren gAtem ouch 
geg'angen und worden sient XLviij käs, ij zigerling, 1 ff /^ und cc aiger und och also noch järlich an 
dieselb probstie gan söUent*). 

Summa xLviij käß, ij ziger, 1 ff /^ und cc aiger. 

*) Die Überschrift ist dem Entwurf entnommen. — ") Statt des Schlusses „und och" etc. föhrt der Entwurf fort: 242 
.and derselb zins ald dienst sig och von alten ziten her grösser gewesen, wann noch der alten rodel sag so sig ainem 
brobst jarklich von xxii|j sentüm von jeglichen gevolget und worden ij grün und ij gröz dfirr käs und darzü zwen 
fi^erling, als dis die alten rodel wisent, die uch min herre hie zöget, Do bitt uch min herre, dieselben von A p p e n- 
se 1 1 mit nwirm spruch ze wisend, daz sie im die vorgeschriben summa, po sinen vordeiii untz an den krieg gevolget 
ist, och von der brobsty wegen forderlich und gutlich usrichtent und darinne ansehent die gnad und gütlichi und den 
abschlag, so inen darinn von sinen vordren geschähen ist.* 

(c) Von dem maigerampt. *) 

Item, min herre bringt och für üch und clegt, wie das sin gotzhus von alter her ain maigerampt 111 
habi zfl Appenzell, und do habint die von Appenzell von iren gfitern ainem maiger vor alten 
geziten järlich gegeben ccvij käß, ^) und für dieselben käß liänt sy sinem vorfarn von den g&tem und 
iren hofstetten von des maigerampts wegen järlich untz an den krieg gegeben vij ff /^ minder ij /^. 
Dasselb gelt ettwer nemmet vogtrecht ald vogtschatz, won villicht vor ziten ain maiger daselbs ge- 
nemmt ward ain vogt.®) 

Und dasselb gelt haut sy ouch vor ziten in sölicher maß in ir roden zerlait, das Swendiner 
rod*) järlich gab j ff YJ ß ^; item Rütiner rod j ff xviij ^ A^)'^ ^^®™ Lener rod j ff vij ß /^; 
item Schlatter rod j ff /^; item Wiser rod j ff xxij ^ und Gunter rod j ff vij >^ z^.*) 

Summa vij ff minder ij /^. 

') Die Überschrift ist dem Entwurf entnommen. — ') Hier ist im Entwurf noch eingeschoben: «als diss der alt 242b 
rcxiel, so uch min herre hie zöget, luter wiset*. — •) ,won — vogt" fehlt im Entwurf. — *) Im Entwurf folgt hier 
n&inem abte*. — •) J flf* fehlt im Entwurf. — Es ergeben wieder die Zahlen, welche der Entwurf bietet, das richtige 
Resultat — •) Schluss im Entwurf: „als diss der rodel och wiset, den uch min heiT hie zöget. Da bitt uch min herro 
<^^>er ernstlich, die von Appenzell ze wisend mit uwirm spruch, daz sie im gelt och von des maigerampts wegen 
forderlich und tugentlich usrichtint, als sie sinen vordren untz an den krieg getan haut*. 

(d) Von dem Icmbergelt. *) 

Item, min herr clegt och, wie das die von Appenzell sinen vorfarn ald iren amptlüten vor 
t »"legen von den obgedachten iren gfttcrn järlich an des gotzhus^) tissch geben h&nt Lviiij lember oder 
ftiir je das lamb xviij /^, und sig dasselb lembergolt och in ir roden zertailt in sölicher mass, das 
S 'Wendiner rod geben habi xj lember; item Rütiner rod viiij lember; item Lener rod xij lember; 
it^m Schlatter rod viiij lember; item Wiser rod x lember und Gunter rod viij lember. Und die- 
selben lember oder das lembergelt söUent ouch noch järlich sinem gotzhus volgen.*) 

Summa Lviiij lember oder für je das lamb xviij /^. 

*) Die Überschrift ist dem Entwurf entnommen. — ") ,an der(!) herren und sins gotzhus.' — •) Schluss im Entwurf 
(ftt«Ut des letzten Satzes) : ,als diss der rodel wiset, so uch min herre darumb zöget. Da bitt uch aber min herre ernst- 
^^^li, die von Appenzell mit uwirm spruch ze wisen, daz sie minem herren dieselben lember also forderlich und 
^"^nÜich asrichtint, als sie sinen fordren vor dem krieg getan hant.^ 




I 

I 



leb rv. 1419— U26. 

(e) Von Uuuizla, Bern dal und der alp, die Rudi Vogel waiders wax. *) 

112 Item, miu herr bringt och für und clegt, das sinen vorfaren vor kriegen järlicli gangen und worden ^^ 
sient von der alp genant Huntzla und von der fdp genant Bernd al j ff ^f und jij zigerling uiuiP" 
Ton Oamor, was von zwain tagen mfilchen gemachet ward von dem vih in derselben alp, da aber 
RfidolffenMaiger von Altstetten und sinen vordem zögebori b&t der vierd tall von des inaig»- 
ampts wegen ze Altstetten; item ainem portner des gotzhus züSantgalleo von der alp, die wilont 
was des alten animans oder Wartenbergs, iijy? x ^ und von der alp, die ettwen was Rödis Vogel- 
waiders xxvj ^; item von der alp genant Port ners alp xxxiüj käs und von Schönen b&l uj miss 
wins Santgaller mess, genant stötfwin, die man in der vaskm misset und zertailt den herren z{i dem 
closter und andern priestem ettlicber capellen und pMnden zeSantgallen. Und das alle« soUi oeh 
sinem gotzhus volgen. '*) 

Item min herre eröffnet ouch vor ücli, doch niht in clag wis, das sin gotzbus bab zö Appen- 
zell das Bad balbs und die Burgbald mit ir zögehördi.®) 

243 *) Die überacbrift ist aus dem Entwurf genommen, — 'J Der Entwurf stimmt nur za Anfang ubcrpin; das Folgende 
bietet er in kürzerer (teilwei<?e gestrit'benerV) Fassung: ,niid von Gamor smaltxkaa und siger, die ufl* ainen tag ge- 
mülchen wird von dem vib, daz in derselben alpen iflt, und ainem portner «e Santgallen von der alp, die Rndi 
Vogelwaiders waz, xxvj pfg.; tem von Portneralp an das portenerampt lx käs und och daz alpgeribt uff der- 
selben alp, und an die stM des gotzbu» Lij mtatz wins von Schonen bat — '} ^zugehord fBr aigen; daran haut die 
von Appezell in noch nin gotzhus niht geiumet." 

(f) Von erschatz, 
It^üm, min herr clegt ouch und bringt für, das von alter her untz an den krieg die gÄter zft Appen 

113 Zell 1 iilno herbracht*) und komen sien, wenn sy usser ainer band in die andren band komen ald bracht 
werden solten» es war nach tod von erUs reclit oder von kOflen ald wechseis oder von pfandschatz ald 
andrer sach wegen, das man dann dieselben guter all wegen von des gotzhus am man in sibeu nachten 
vertigen und enpfahen*) solt, und das ouch ain amraan von des gotzbus wegen dieselben giiter allwegen 
also liben solt nach rechter chur, und das och die, denen dieselben gftter also gevertget und gelühen 
wurdent, dem gotzhus dar von allwegen erschatz gebint nach koufF von je dem pfund pfening iij ^ ^, 
Und des ward ainem nbbt zwen tail und dem probst« der drittail, doch also, was gezimber uff den- 
selben erkofften g&tern stfLndenf*), wie die von geswornen Schätzern gewerdet und geschätzt wurdent» fl 
davon gab man kaiuen erschatz. Wo man aber nin gftt umb das ander wechslet on silber und on gold 
und on alles ander uffgeben, davon gab man kainen erschatz deim jetweder tail dem ammann von des 
gotzhus wegen ain viertel wins. Wo aber zu Appenzell liberben gelegne guter, die sy nach tod 
arbtent, von des gotzhus ammann eupfiengent, da gabent sy dem gotzhus iij,yff .^ ze erschatz von ainer 
herre ojuchart. Wo es aber ander erben, die niht liberben waront, arblent und enpfiengent, da gabent 
sy vtiu ainer berrenjucbart j tS r^ ^), und ist ain benenjiicbart so vil bodems oder veldes, daruff man 
geseien mag j malter haber Wiler raess.^) Welhi aber, die in landes waren t, dieselben gftter nach kouff 
ald nach tod niht also in syben nachten enpfiengent, da warent die gftter ainem abbte von das gotz- M 
hus wegen an sin gnad ver Valien.*^) m 

244 *) „Item. Lieben guten frCind, als ir nü wol vcmomcn uiul gehört haut, wie gnädfelich und gütlichen die von 
Appezell vormalH von mins herren vorfarn und dem gotzbuH geball^^n sint umi in wie beschaidneu zinsen ald diensteaä 
sie iro guter herbrachte gehebt und genoasen hant, da bringt min berrc nü fürbass für üch und spricht, das von alicri 
her untz an anfang des kriegs die«elben guter allweg aho herbracht*^ etc, — *) ,und von ainem amman von dea gt>t^i 
hu« wegen enpfahen aolt etc.* -- *) Nachträglich eitif^efilgt: .und daB holtÄ*. — *} .ae eruehatz.* — *) .und bt ainl 
herrenju Chart — me^a* fehlt — *) Scblu»»: ,üa bitt ych min berre aber ernstlich, die von Appeaell mit uwirm spruclil 
ze wiiend, daz si in und bId gotzhus och bie bie Uascd heliben, als .^iu fardreu das untz an die krieg herbracht hanLi 




224 



Heinricli IT. 1419— U2<5. 



truwlich ze schirmend vor allermeDglichem, als verr sj mugent, on all ge?erde, ond nach desselben 
116 abbtes tode dem | capittel gemainlich des gotzhus züSantgallen ze wartend untz an ainen ainwelligen 
abbt oder pfleger desselben got^zhys, ^) Und hievon ho sigint oucli sinen vorfnrn untz an den krieg von 
den löten zö Appenzell von den lebenden vassnachtbiinir, von den toten väll und gelüss gevolgei 
und worden,*) 

*) ^Lieben fründ, ez bringt och min herre fürba^a für uwir wi^hait und fruntjicbafi uml Fpricbi, das die lut." — 
•) Im Entwurf folgt hier noch: „aU och disen aid des haiü^en rieh» Htett des bundes utnb den Se (briet) mit der von 
CoBtentz insigel veraigelter, den iich min herre hie stöget, luter wiset. — ^) Schlöss: ,Da bitt uch min herre aber 
245b eni«tlich, die von Appenzell mit uwirm apriÜch «e wisend, daz sie im und dem gotzhua tiigint und werden und vollangen 
lasaent, al$ «<ie Btnen vonlren vor dem krieg getan banL Duchti aber Heb, daz die von Apjienisell hirian an dhain«n 
dingen undmlichen ald ze barteküch vormals gehalten wärint, darzü wil uch min herre wol gnnneu »e redint und iicb 
öch fürderlich laeaen wi>sen denn ander lüt 



I 



4 



(k) Von den kilchenzehenden. 

Item, min herr bringt oncb für Üch^) und spricht: Als sin vurfarn und das gotzhus die lütkileh 
Appenzell den lüten doaelbs ze lieb und ze tröste ge^tifl'tet und gewidmet habint» darumb ouch die 
von Appenzell in derselben ir kirchen bftchern noch bütt bi tag verschriben urkund hänt von wilent 
abbt Nortpert seligen-), und aber darnach dieselb lütkilcb mit allen zebenden, klaiuen und grossen, 
so inwendig den marken des kilchspek derselben kilcben an dehiiinen dingen gevallen sol über das, so 
ain lütpriester darvon ussgericht wirt, von dem haiigen stüle ze Itome dem gotzhus zeSantgallen 
incorporiret und zügefiigt ist, die also ze messen und ze habend, als die biibstlichün buHen usswisent^ 
die das gotzhus darüber innehat^): von des wegen ouch dem gotzhus zu Santgallen von gemainen 
und göttlichen rechten der zehend von allen dingen, kbiinen und grossen, was des über ains lütpriesters 
pfrund gebort, volgen und werden solti. Doch so haben sich sin vorfarn bierinne gegen den von Appen- 
117 zell so gniidclich und so frilntlich gehallen, das sy für disen zehenden allen järlichen | genomen hint 
und das man*) ouch sinen vorfarn nutz an den krieg järlich gewert hit ccLXxxviij malter und vj viertel 
habern. Und von demselben habern habint aber sin vorfarn ainem lütpriester für sin pfründ zwölff malter 
habern gegeben und darzfi den sechs rodmaistern von früntschaft und von des insamraens wegen des- 
selben habers vj malter järlich gegeben. Und sig ouch darzö an der obgenanten summ habers järlich 
ain malter habern abgangen für den zehenden an des gotzhus burghalden zft Appenzell. 

Und die vorgeachriben summ habers hänt dieselben lUte ze Appenzell uü' iro gAter und in den 
roden in solicher maß zerlait, das Schwendiner rod geben bab XLij malter habem^ Rütiner rod 
Lvj malter und ij nnitt haberu, Lener rod LÜij maKer haber, Schlatter rod XLij malter haber, Gunter 
rod LJ malter haber, Wiser rod xxx malter und xiiij viertel haber, und die guter, die gen Schönen- 
bfil gehörent, xij malter habern.*) 

Summa ixLxxxvüj malter und vj viertel habern Santgaller mess; des werdent dem liitpriester 
xij malter und den rodmaistern vj malter; das ander gehört dem gotzhus, 

1) , Lieben frOnd, ez bringt min herre aberfar uch." — ^ *) ,von wilent — seligen* fehlt. Vgl. Urkdbeb, Itl, Nr. 822, 
246 S. Wl, anno lOfJL — *) ,als die bullen, so ach min herre hio zöget, nawisent/ — *\ ,nnd man daz.* — *) Scblass: ,Bitt 
nch min herre aber ematlich, aid der zehend der kikhen ze A p p e z e 1 1 vit und wit besser iät, denn die vorgeschriben 
summa halti, daz ir die von Appessell mit uwirm spruch wisen wollint, daz sie minem herren die vorgeachriben summa 
habern och frunthch und gütlichen fiir den zebenden uzricbtt'o wiUlint od*ir im aber den zehenden nach gemainem und 
göttlichem rechten volgen und lasisen wäll int, ob äi dnchti^ daz in an der vorges^hribeu summan nibt gütlichen geschah. ' 



i 




246b 



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SBnch IV. 1419-1426. 



umb ir s.ichen recht in das land gen Appenzell, Desselben glich tönt, ouch die von Appenzell 
selbir in eitlicheii des gotzhiis gerichten*), darinne sy denn ze schatten habint, und swechrent also dem 
gotzhus hieniifc sine gericht, gewaUsiuni, ehafti nnd wirde. **) 

*) „Von anneniung' ze landliiten ander j^otzhuHlüt usuer den landBinarken." — •) „Lieben friind» ess bringt och min 
henrR von San tg allen farbaas für üch/* — ') Statt der Worte „Und bienimb — nsaertbalb* stebt im Entwurf: ^Doch 
80 wil min berre von Santgallen daruaib von der bimtnust wegen, so die von Appenzell äÜ Qch getan hant, 
nibtz clagen, wen er ain aundir getruwen tu ucb bat, daz ir sin gotxbas gegen inen gefordren und sie billicber und 
glicber ding deater bas gewint^n milgent. Aber min herre clllgt daa von in, daz ?ie nbir die vorgeacbriben «pruch nnd 
riebt ung, so birvor gemeldet eint, nsserlbrilb* etc, wie oben. — *J , gerieb ten ussertbalb dein land,* — *) Scbloiia. ,Da 
bitt ueh min berre aber emstlich, aines gotsfibna gantsi verderben birinn äü bedengken und die von Appensell nnd 
ander» die eicb des von iren wegen annement also ze tünde, mit nwirm sprach ze wiaend/ 



I 



(n) Von der Yogtie nnd von den hohen gerichten und von der stür wegen zu AppenzelL*) 

Item, min herr clegt nnd btingt für üch*)» wie die vogfcie ze Appenzell, Hnntwil, Tuffen, 
ürnässchen, Wittenbacli» Nenggerswile und zi\ dem Rotmonfcen über lut und über gut, die 
darzö und darin gehören, vor ziten den grilflPen von Werdenberg umb sechshundert niarch Silbers von 
dem haiigen riebe versetzt gewesen sig, und das sin vorfani wihint abbt Hernian selig vor Lxxiiij jären 
von den von Werden berg dieselben vagtic mit denselben sechshundert niarch Silbers gelediget habi, 
und das dozemal k aiser Lu dwig demselben sinen vorfarn und dem gotzhus dieselben vogtie timb dii 
selben sechshundert march silbers versetzt hab und dem ouch daruff umb sinen dienst ander sechshundert! 

121 niarch silbers') geschlagen bah, also das das gotzhus dieselben vogfej in der muß, als die von | Werden 
berg die vormals innegeliebt bint, in pfands wise von dem rieh für zwöllllumdert march silbers inm 
haben sölli» als das die kaiserliehen und künglicben briefe, so das gotzhus darumb innehat, luter wisetit 
Und von der versatzung wegen so gebörent oncb die hohen gericht und der bann Über das blöfc dem 
gotzhus zu, und haben oucb sin vorfaren dieselben hoben geriebt inngchebt, besetzt und entsetzt, und 
sient ouch dem gotzhus alle bftflen und bessrungen, die ainera vogt und dem rieh zügehörent, allw 
erkennet und ertailt untz an den krieg. 

Item von derselben vogtie und versatzung wegen so haben ouch die vorgenanten von Appenzell, 
lluntwile, Tuffen, Urnässchen, Wittenbach, Nenggerswile und zft dem Rotmonten 
sinen vorfarn järlich untz an den krieg ze stür ainest geben in dem jar exxv march Silbers, je ij fi* 
Yß ^^) für ain march. Derselben stur ouch (sich) ain vorfaren früntlich von inen habint lassen benÄgeu,.« 
wie doch das sy vormals, diewil dieselb vogtie den von Werden berg '^) versetzt was, denselben vonV 
Werdenberg järlich tl march ze stür gegeben h&nt über das, das sj ander lüt, den ouch von dem 
riche daruss versetzt waz, och ussricbtent von des richs wegen. Und hSnt unfez an den krieg dieselben 
cxxv march ^) under enander zertailt in söli eher maß**), das die von Appenzell ainem abbt järlich ze 
stür geben bänt lxvüj march und iijy?y5j, die von Huntwil und Urnässchen xxxviiii') march und 
JLi]} ß ^ und die von Tuffen xvij march und ij ,^ und die vom Wittenbach und Rotmonten 
vj march minder vß.^ viij vj und die von Nenggerswile j march und xUj ß ^, Do truwet min 

122 herr^^), das im die von Appenzell iren tail derselben stür ussrichten nnd in die hohen gericht | mit 
ir zftgehördi besetzen nnd entsetzen lassent und des richs und des vogtes recht, dienst und gewonbait 
ouch töjnt und lassen volgen söllent 

248 *) ,iVon den boben gerichten und der aiiir.' — ■) , Lieben friind, ez bringt ocb min berre für ficb.* — *) «silbert 

ntf die«ielbt?n vogtie von de« ricba wegen." — *) „al« daz diner kaiserlich brief. den ucb min berre hie Böget, wiiei^ 
und innebilU." Vgl, Urlcdbcb. II[, Nr. 1425 uad ü'iS, — •) ,8ek pfg. Coa ten tzer mönas/ — *) ^von dem rieb*, — 
') ,miirk Silbers, die sie ünserm vorfarn und dem gotzhus jarklicb ze »tür gabint, under." — •) ^masa^ als bienoch ge- 
scbriben atut, dazV — •) .ixxii^*. Wieder ergibt diese Zabl des Entwurfes (vgl. unten S. 230) das richtige EeaultAk < 



I 




228 



Heinrich IV. 1419-1426, 



Parstii so erfindet alch 6i.h mit disetn alten rodele dnn iicli iiiin hene hie zöget und der bie zwainzig jarcn 
TormalM gemiicliet iat» ü das die vogtie dem gotzhus versetzt würdi, diiÄ die von Appenzell und die zu inen in die 
stftr gehorint vil nie te stüx geben hant, ilenn sü, aidmal di*; vogtie dem gotzhua versetzt ist, je geben habint M je 
von in erfordret sig," 

■I i. dfln flpmeh voti laT». Nd«*Qih«r Ifl. Bu<<hhorn. UrkJbeh. IV, Nr. IMlo. S. Stil, - by ». Oon («prtieh von \Ui\. Juni 17. Urkdb«h. IV. Nr. ?ia«. B. «35 «. AhmU t. - 
c) B. dtti RichtnnffliriBf van IJOM. A(,rj| I. Con-Un<. Urk<]bch IV. 8. M3T ff« AhuU II, • ü) 8. dnn Spruch wn IM«. Aufnkt «, B«id«^lberc. Urkdttcb. IV, Hr. Mk7, &. Ifn ff. ^ 
•J fr). Urkdbib. ni, Nr 12S7. 

122 (o) Von versessner, verfallner nütz wegen. 

Item» min herro ch^yt und briiijjft für üch: als kling Ruprecht sälig ain gemaiii riclitung de 
kriegen züCosteiitz machet und dariune näinlirli U8.sspracl], das man dannenbin jederman sin zins, 
nütz, gölt^ zehenden und rechten geben und ussrichten solti, uis vor kriegen heöchehen wari, und ouch 
d ar n ach ze Hai (1 e 1 b e r g in d er e n ts c h ri i d ii n g u n fl Ui t r u ti g, so e r z w ö ss ob e n t de m go t zh u s n n d de nen 
von Appenzell fcett, in ainen briefen, die er beiden teilen hierumb gab, och luterlicb gehaissen und 
UHsgesprochen hat, das die von A ppenzell und die andern lender, die in denselben briefen begriffen 
sind, dem gotzhus zftSantgallen 6n alles verziehen ussrichten, geben und bezalen söllent altes, so 
sy dem goizhun schuldig und vervallen sind sid dem zit, als er Jen nssspruch ze Costentz getan hab, ^^ 
als derselb usssprucbbrief, zeHaidelberg gegeben, luterlicb wiset; und über dis alles so habint die g^^^^ ^ 
von Appenzell sid der richtung, die zu Costentz geschach, und sid dem ussspruch ze Uaidelber| 
dem gotzhus dehain sin voreroffnet nütze noch rechtung nibt geben noch lassen volgen, won das alle 
im und siiieni gotzhus sid derselljen richtung von xj jaren noch uugericht sig und ussstand. Und d itfa^^ ^^ 
gehört den von Appenzell Ain vervallen, ussatendrgen zinsen ald diensten: achthundert Lviij ff ^jß <$i ^^^: 

123 item an zigerlingen ccLxiiij zigerling; item an die probstie fOnfhurdert xxviij käß | und ij*) zigerling unG»» ^d 
xj ff .-Sj, MMcc*) aiger; item von dem maigerampt, das ettwer nemmet vogtscbatz, Lxxvj ff xviij >E? ^^ 
item sechshundert XLviiij lember, je ain lamb für xviij ^^^ gebort XLviij ff und xiiij'*)^? ^: item voi 
den alpen*) xiüj ff vj tf ^^); item xxxiij zigerling; item cccLxxiiij käß und xj stÄff wins®); item vor- 
dem kilchenzebenden tusent vierhundert und Lxviij"^) ninlter haber: item von dem mesnerampt xj aymc 
schmaitz; item von der stür sibenbundert und XLÜj march silbers und iQ ß /5i, gehört au gelt secl 
zehenhuudert Lxxij ff v} ß ^•. 

Item erbschafft, väll und geläss, vassnachthunir, so von den lüten doselbens 
gotzhus vervallen sind. 

Item alle ungericht*), bessrung und büssen, so dem gotzhus in xj jären von den hohen gericht 
und den mindren gerichten gevallen wärint. 

Item alle erschäfz, die dem gotzhus von kouffs und ander ändrung wegen der guter in denselh^i 
xj jaren und ouch in dem krieg von ändrung wegen der gÄler nach küng liüprech ts stdigen ricfafc- 
tung und ussspruch vervallen sind. Dieselben erbschaft, vall und gelUss, hunir, büssen und ersefaL^ 
min herre niht wol geschätzen kan; doch verstät uwir wishait wol, das es ain gross gut gebiVrt,^) uni/ 
getruwet min herre, das sy im dieselben usssfcendigen, versessnen nütze l>illich ussrichten söllent. 

Und behebt min herr im selber fürbaß ciag zu inen etc. 

250b >) »xxij*. — ■) .xx!]***. — ') »xiiij*. Auch hier sind die Zablen im F*ntwurf richtig. — *) ^alpen Berndal, Hnnttti, 

Meglisalp*. — *) ^xij fit und iüj scb. pfg" — **) statt ^item ccOLXxiiij — wins" bat der Entwurf: „it^'m von Schonen* 
böl xj «t6f wins; item von P o rtn eralp vj* und lx kits*. — ^) ^viertasiiit und r,xviij" ; beide Zahlen »ind unrichtig. 
— ') ,ungericht, frevelinan*. — *j Bia hieher dieser Absatz im Entwurf fa«t gl eicb lautend, dann wieder der Schlim 
abweichend: ^Bitt uch min herre fiiasig und ernstlich, die von Appezell mit uwirm »pruch ze wisend, daz 8/ mlnem 
herren und ainem gotzhus dieselben usstaiidigeii, verfallenen nutz* noch uarichtent und bezahnt noch der spruch lut nnd 
eag, BO von (inaerm herren kung Rüpr echten silligen darumb geacbähen und verbriefFt sint»* 






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* Vor. lillr:: T:r.i 2r:lk'^?^%. 
l^^it, ttiiti u^tr^. ur;!.^. ',\*J. i .T ^.'.:. \:A '\^j\, \^. die I-ä KH^ctvii sBi ae Urnässchen 
/'* j:;M7/: '/'Mh'**. s^<:r;'/f *-.'.•. *i> fcf.i^r ';'->r*^>>:f. ^(oTzf. •; iui -1.1 dsÄ «j öczi Toffjkm Ton te gotzlms 
fi*'^* u t '// fe f ,/ y<'/i pf<:h \ \ *u \ ', X. {(<-> « ^ rr- hi r. t & . r.*::. v/IicLeL iid. ^« ir. -isr roc Appenzell zÄsprnch 
httyof tf/hU. ii-1. \'.tA h>^'/^. v/ >i^ o".';h rir^^f- '»orfsxm 'Ji::z in drn krieg Toa d«selbeii Ifiten von 
'J< r* U\tt'it'U'h vaft!:/i;i/,J*U/-i.'..r 'j;.'5 w^r, 4«:f- V/V:?- i^ll'; i^r.! gi^Iäss g'eTolg'&t und worieiL^l 

'/ ^'»U'hÄff».. yÄü*. *y .■y^;*«* >//i K/i*.wiff: ,La oin och m:a herre ercfilkti- du ir dicMlbea too HoDtvil 
uhfi ' ttratirh ititi 'iifutin 'iftt* h 7A: w, «"/<*. 'iai« <y im und rin^m gotzhTi« tugint und T<ilg^m Imsbit. als wf nun 
v'rf'lMri v'/f '!<'//< ktt'-if ifi-ynn ^titu*, l/ij'.r.ti »^/«;r h'.L. n'A*t 4it:*'.*:V*^n l^t hirinn totjsaI» le hm«klich gvludteii vinnt, 
«iNf/ii w«l t«'>j /rtir« h^'/f«; y/utittru yj: t^-AiuK un'J lii'.h rj':h li<;U:r lau^n glicher diDge viMB d«c]i jemmnd uidfni.* 

^'^'^ ff) y/oii dt'.ii hh\n-n g«:richt^:n und der stür. 

Ih-ifi, iriin iK'rr /;l<-j/t iifi'l \rnii^i ouch für üch: als die vogtie zu Appenzell, xe Huntwil, 
TiMhii, II rriähnr.lii'fi, VViiL<Mi ImicIi, N «rriggcrs w i 1 und z& dem Rotmonten sinem gotzhus 
von tU'tu nt.h M-nni/X tut-, tiun tn.h hif^voii <\'u'. hohen gf.'richt und der bann ze Huntwil und zeUr- 
II U nur, hin lU'tii ^nf/.hiiM /A^^fhori, tirid Aiih »in vorf'arn untz an den krieg das also herbracht habint« 
iiimI ilfiM iilh' \ti'it\iuit lind hctiHiiin^, tut tUiiu vogL und dein rieh von der vogtie und banns wegen z&- 
^i'h'iii'iit, ilini prol/hiirt oiirh frlicniil. iiimI crliiilt Nii;nl. Und von derselben vogtie und versatzung wegen 
ihr von lliintwil und iln* von II in ÜMMch«' n Niri(;n vorfiirn von des gotzhus wegen järlich untz an 
iliMi kiii'K prilirii iiml /«* nUlr prcwirt, huhint xxxiiij niiirdi silhcrs und xiü>7'S{^), f&r je ain march ij S 
iinil V // «'f, iiIm oiirh in ihr von A p)H' n/cl I /A.spriirh hievor lutrcr begriffen ist.'} 

Vliilli ') iiliiM .iiiil/ IUI ilrii lnH-K lull |if{/ * liiflct, (li'i* KiitwiiiT: »untz an den krieg an den c und zxv mark silben, 

IUI ilmii ifiilytiiiii liiilirli wnnli'ii moI, kxkiiij iiiiiik nilliiTN lind xiij Rch. pfg. zc Ktür geben.* — ') SchlusR im Entwurf: 
.lliU Ulli liiiii Im'iii« i'iiiiiUhIi, iIhhi'IImmi vnn lliiiiiwil iiiid IJrnilHch mit uwirm sprach ze wisend, das sj minen 



Heinrich IV. 1419—1426. 231 

herren an den hohen gerichten und ban ungesümet lassint nnd im des richs und vogtes dienst und rechtung darvon 
k5gint and laasint volgen und den obgeschriben iren tail der stür forderlich und g&tlich usrichtint. 

WSr aber, daz die vonHuntwil und Ürnäschen hiewider ichtz fürzfigint ald redtint, mit waz Arkund min 
berre denn vormals sines gotzhus rechtung und herkomen gegen den von Appenzell umb dis stuk geschirmt und 
rormals versprochen hat, darmit maynt er ez och jetz gegen denselben von Huntwil und Ürn&sch verantwurt, 
fersprochen und geschirmt habi." 

(g) Von Tersessnen nützen ze Huntwile.^) 

Item, min herre clegt und bringt fQr üch, das die von Huntwil und von Urnässchen sid küng 
RAprechts seligen richtung, die zeCostentz beschach, sinem gotzhus von xj jären noch schuldig 
sient versessen und vervallen zins von den g&tern in dem ampt zeHuntwile, und das gebUrt fünf- 
hundert und Lj 'S und viij^ di; item hundert und xxxij zigerling, und von dem maigerampt, das man 
nemmet vogtrecht, fünfundviertzig pfund pfenning, xiiij/ und t^; item von dem mesnerampt xxij viertel 
smaltzes; | item von der probstie fünfhundert und xxviij käß und xj*) ff ^; item von der stür drü- 1^ 
hundert Lxxi; march silbers und ü}ß ^ — dieselben marchen gebürent^) an geld achthundert pfund und 
xxxvj ff /5{ — ; item erbschafift, väll und geläss, vassnaclithünir, frävelin, ungericht und bftssen, so von 
den hohen und mindren gerichten in denselben xj jiren dem gotzhus vervallen sind; item erschatz, so 
von den gAtem in denselben xj jären und ouch in dem krieg sinem gotzhus^) nach kung Ruprechts 
seligen richtung und ussspruch lutung vervallen sind, die doch ain gross michel gut geb&rent, als uwir 
wishait wol merken mag. 

und behebt min herr im selb fÜrbaß clag och zft den von Huntwil. 

*) Die Überschrift fehlt im Entwurf. — ") „vj" (richtig). — ■) „Dieselben versessen stür gebort" etc. — *) Statt des 254 
Folgenden im Entwurf: „dem gotzhus verfallen sigint, das alles sy doch nach wilent kung Ruprechts sgligen richtung 
und Sprüchen, so er hierumb getan hat, dem gotzhus pflichtig sint uzzerichten, als min herre das in synem züspruch, 
so er hierumb den von Appenzell vormals getan hat, lutrer begriffen ist. Bitt uch min herre, dieselben von Huntwil 
und von Urnäschen mit uwirm spruch ze wisend, daz sy im von sins gotzhus wegen dieselben nsstendigen, versessnen 
nfitz noch grutlich und forderlich usrichtint." 

(8) Zuspruch zu den von Tuffen umb zins. 129 

(a) Ersamen, wisen, min herre bringt ouch für üch und clagt zu den von TUffen: des ersten, das 
sy*) von den g&tem in Obren- und Nidren-Tüffen gelegen sinem gotzhus järlich schuldig sient 
le zinse ze gebend xxviij S vüj^^, als ouch das in des gotzhus rodeln ald registem von denselben 
gfttem verschriben stit, was jeclichs besunder ze zinse geben sol. Und denselben zins habint sy ouch 
sinem vorfaren von denselben gAtem geben untz an den krieg. ^) 

^) „Des ersten umb zins." — *) „Ersamen, wisen, lieben frQnd, min herre von Santgallen vordret nü uff für 254b 
fleh die von Tftffen und cl&gt zu den, wie das* etc. — •) ,Bitt uch min herre, dieselben von Tftften mit uwirm 
sprach ze wisend, das sy im von des gotzhus wegen den vorgenempten zins von denselben gutern och forderlich und 
g&tlich usrichtint' 

(b) Umb die sunder stür.*) 

Item, min herre bringt ouch für üch und clegt, das sin gotzhus von alter ain stür hab von den 
gAtem, die man nemmet Sundergfit, und das die besitzer derselben g&ter dem gotzhus järlich darvon 
ze stür geben habint bi xxiiij S ^, minder ald mer, als sy denn ains jeclichs järs an ains abbtes gnaden 
rinden mochtent. Und derselben g&ter habint ouch die von Tuffen so vil inne, das sy nach gewon- 
licher anlegung derselben stür järlich bi drin S ^ , minder oder mer, ungevarlich zu irem tail an der- 
selben stür geben habint. Und habint ouch denselben iren tail, der in denn je uffgelait ward, sinen 
rorfam allwegen geben und ussgericht untz an den krieg. ^) 



232 Heinrich IV. 1419—1426. 

*) ,ümb sandir Rtür.* — •) Schluss: ^Bitt ach min berre, dieselben von Tuffen ze wisend mit nwirm sprach, das 
sy minem herren och iren tail der stür, dainimb sy denn je noch derselben stilr and gaier gewonhait und herkomoi 
angeleyt werden, och filrderlicb gebint and asrichtint.* 

130 (c) Von den gerichten. 

Item, min herre cicgt und bringt für ücb, das die von Tuffen in das hofampt des gotzhas zfi 
Santgallen gehörent mit gerichten und mit andren Sachen, und das sy denselben gerichten gehorsam 
und gewärtig sin söllent, und das sy ouch ir gelegne g&ter vor ainem hofamman veriigen und von im 
von des gotzhus wegen nach köffen und nach tod allwegen enpfahen und dem gotzhus erschatz davon 
geben söUent in glicher wis, als von den vonHuntwiH) hievor eröffnet ist, ussgenomen das derselb 
erschatz ainem abbt allaine zugehört und ain probst kainen tail daran h&t. Und also habint es och 
sin vorfarn herbracht untz an den krieg. ^ 

255 *) „von Appezell, Huntwil and Urnäsch*. — •) Scbluss: ,|Bitt ach min herre, die von T Äffen mit nwinu 

sprach ze wisend, daz sy im das och also ttigint und (in) hieby lassent beliben.*' 

(d) Von lehen zu enpfahend. 

Item min herre clegt und bringt ouch für üch, das die von Tuffen ire guter*), die von dem 
gotzhus darrflrent und nit fry lehen sind, vor sins gotzhus amptlüten, in dero ampt denn die gftter 
gelegen sind, vertigen und von denselben amptlüten^ enpfahen und dem gotzhus darvon tun soUent 
nach derselben gftter und des gotzhus recht und gewonhait, und das sy iro fryen lehen, die von dem 
gotzhus darrftrent, von ainem abbte enpfahen und vor im vertigen söllent, als ouch ander des gotzhus 
lehenlüt tünt. Und das haben sy ouch gegen sinen vorfarn untz an den krieg also get^n und gehalten.^ 

*) „iro gfiter ze Tfiffen and andirswa gelegen* etc. — •} »und von den von des gotzhas wegen*. — •) Schiusa: 
„Bitt ach mm herre, dieselben von Tfiffen mit awirm sprach ze wisend, das sy das och also gegen mynem herren 
tügint and haltint.* 

131 (e) Von Ititen, vällen und gelassen. 

Item, min herre clegt und bringt für üch, das die lüt ze Tuff en sinem gotzhus zAgehörent als 
ander desselben gotzhus lüt und das sy sinen vorfaren von des gotzhus wegen vor kriegen gehüldt und 
gesworn habint in der mass, als die von Appenzell und von Huntwile geswom h&nt.^) Und hieven 
so sig ouch sinen vorfarn untz an den krieg von denselben lüten von den lebenden vassnachth&nir und 
von den toten väll*) und geläss gevolget und worden.') 

*) „gesworn habint ainen solichen aid, als in der von Appezell zusprach hievor erzalt ist*. — ") „erbschaffl, väll*. 
255b') Scbluss: „Bitt ach min herre aber, dieselben von Tfiffen mit awirm sprach ze wisend, daz sy im und sinem gotzhas 
och tagint und volgen lassint, als sy sinen vorfarn vor krieg getan hant.* 

(f) Von den hohen gerichten und stür. 
Item, min herr clegt und bringt für üch, das die hohen gericht über das blät und der ban ze 
Tuffen und alle bessrung und büssen, so ainem vogt und dem riche von der vogtie und bans wegen 
doselbs zugehört, sinem gotzhus zftgehörent von der versatzung wegen, als dieselb vogtie dem gotzhas 
von dem rieh versetzt ist, als das in der von Appenzell zftspruch hievor lutrer eröffnet ist ^), und das 
sin vorfaren untz an den krieg das ouch also inngehebt und herbracht habint, und das ouch die von 
Tuffen sinen vorfarn untz an den krieg an den hundert und xxv march silbers, so dem gotzhus jär- 
lich in derselben vogtie überal ze stür werden sol, ze irem tail ze stür geben haben xvij march Silbers*), 
für je die march ij ff und y ß ^^) 



234 Heinrich IV. 1419—1426. 

Wer aber, ob die von Trogen and die in ir roden gehorint, raajntent, daz sj dem gotahns nibt ao tu um 
geben soltint, woltint sy denn minem berren lieber so vil geben, als des gotzhns alte rodel wisent, de mohtint ir mit 
mynpm berren villicht wol so vil reden, daz er lieber an das. so die alten rodel wiien, kämi denn an das, das lim 
vorfarn nähst vor di'Ui krieg gelien ist ze zinse; wön noch derselben alten rodel sag so soltint sj dem gotahns jarlichen 
ze dem mindsten geben ccclx alpkäs. item viij* und x maienkäs und herbstk&s und ii^ AT und ▼ ach. pfg., &n andre 
mengerlich rechtung von aigern und milch und andren sachen.*^ 

(b) Von gericht und amman. ^ 
Item, min herre clegt und bringt oueh für üch, das sin gotzhus von alter ain besonder*) gericht« 
zwing und benn und och sinen aignen amnian ze Trogen habi; derselb amman do von des gotzhos 
wegen gerichtet hab, und vor dem sy och ire gflter gevertiget und von im von des gotzhus wegen 
enpfangen und dem gotzhus vererschatzet habint. Und hab och sin gotzhus ander gewaltsami und 
ehaffti doselbs als in andren des gotzhus ämptern und gerichten. Und also habint euch sin vorfarn 
das von des gotzhus wegen inngehebt, herbracht und genossen untz an den krieg.'} 

257b M »Von gerichten und dem ampt.' — *) ,ain besunder* fehlt. — •) Schluss: ,Bitt nch min herre, die von Trogen 

und die in ihren roden gesessen sigint darzä mit uwirm spruch ze wisend, daz sy minen herren och also laasint be- 
liben.* 

134 (c) Von lehen ze vertigend und zu enpfahend.^) 

Item, min herre clegt ouch von inen, das sy die fryen lehen, die von dem gotzhus darrftrent, in 
demselben ampt und usserthaib gelegen, vor im niht vertigent und von ihm niht enpfahent und iro 
zinslehen, so von dem gotzhus darrftrent, in demselben ampt und usserthaib gelegen, vor sinen ampi- 
lUten nit vertigent noch von inen enpfahent und dem gotzhus darvon niht tüynt noch derselben g&ter 
und ämpter recht und gewonhait, wie doch das sy das vor kriegen gegen sinen vorfarn getan habent') 

') ,Von den lehen zu enpfahend.* — *) Im Entwurf ausführlicher: «Item min herre bringt och für üch, das die 
von Trogen iro guter ze Trogen und in den andren roden, die darzü gehorint, und och andirswa gelegen, diefon 
dem gotzhus darrfirent und niht fry lehen sint, von(!) sines gotzhus amptluten, in dero ampt die guter gelegen sint, 
vertgen und von den von des gotzhus wegen enpfahen und dem gotzhus dovon tun sollint noch derselben guter und 
des gotzhus rechten und gewonhait, und daz sy iro frye leben, die von dem gotzhus darriürent, von ainem abt enpfahen 
und vor im vertgen süllint, also öch ander des gotzhus lut und lehenlut tünt. Und das hübint och ny gegen sjnen 
vorfarn untz an den krieg getan und gehalten. Bitt uch min herre. dieselben von Trog&n mit uwirm spmch se wiient. 
das sy das och also gegen mynen herren tugint und haltint.* 

(d) Von den lüten, vällen und gelassen. 
Item, min herre clegt ouch, das die lüt von Trogen und in iren roden daselbs zu sinem gotz- 
hus gehörent als ander desselben sins gotzhus lüt, und hievon so sien ouch sinen vorfaren von des 
gotzhus wegen ^) untz an den krieg von denselben lüten von den lebenden vassnahth&nir und von den 
toten väll^) und geläss gevoiget und worden^), und getruwet, das sy im das ouch also lassent volgen 
und werden. 

») „von — wegen* fehlt. — •) »erbschaflft, vall.* — ») Schluss im Entwurf: ,Bitt nch min herre ernstlich, die- 
selben von Trogen mit uwirm spruch ze wisent, daz sy im und sinem gotzhus das och also tugint und volgen laasmt, 
als sy sinen vorfarn untz an den krieg getan haut.* 

135 (e) Von dem kilchenzehenden. ^) 

Item, min herre clegt zä inen, als alle nütz und zehenden der lütkilchen z&Santgallen über 
ains lütj)riesters pfrftnd sinem gotzhus zägehörent, von der incorporacion wegen, als dieselb kilch sinem 
got'/hus zAgefAgt ist, das do die von Trogen und die in iren roden gesessen sind sinem gotzhus für 
den zehenden der giiter in denselben roden >) gelegen, so zA derselben kilchen gehörent*), schuldig 



Reiitricb IV. 1419-1426. 



235 



I 

eis 



sient järlichen ze geben bi xv niutt kernen und xv kä^en und bi xjß j9i — dieselben pfenning ettwer 
nemmet husröchi — , minder ald nier ungevorlich, ala sich denn mit rechter rechnimg ei-fiuden mag. 
Und denselben kernen, die käs und pfenning habent sy ouch vor kriegen sinen vorfarn für den zehen- 
den gegeben und nssgericlife^) und habeut inen darzä von iren g-öiern usserthalb iren roden gelt-gen, 
die an die obgenant ktlcb zehendbaft sind, ouch den gesatzten zebenden geben und gewert 

*) »Von des kilchenzelieiideo weifen-* — *) Dafür »in demselben ampt*. — *) ,,«0 — gebörent** fehlt» — *) S^^blusa im 258 
[Entwurf; ,Bitt uch mb herre, dieselben von Trogen und die in di*m umpt (fenessen sint mit nwinn Rprncb zc wiaend. 
daz sy mmem herren deuselljen kerneo. käs und ptVnning, waz «ich denn mit rechter reehnung erfindet, von denselben 
iren gutem und och von den gutem, die hj usserthalb demeelben ampt bant, die in den zebeuden gebannt, forderlich 
und gutlich uaricbtint," 

(f) Von der vogiie und stür wegen.*) 

Item, min herre bringt für öcb, das sin gotzhus brief habi ?on dem haiigen riche und römsehen 
lüngen, das das gotzhus dea richs vogtien, die von dem rieh versetzt sind in des got7.hus ämptern, 
20 des gotzhus banden lösen mug von denen, dem sy von dem rieh versetzt sind, und dieselben vog- 
tien denn in pfands wise von dem riche innbaben mugi. Also^) habent och sin vorfarn die vogtie /ä 
Trogen mit ettlichen andern vogtien in des gotzhus ämptern und gebieten, | die den von Küngsegg 136 
von dem riche versetzt warent für^) rv und lxxx iiiarch Silbers und ailfifhundert pfund heller, von den- 
selben von Küngsegg an das gotzhus gelediget und erlöst, als die küngtichen briet, so das gotzhus 
darutnb innehat, luter wfsent, *) Und von der vogtie und versatzung wegen so gehörent ouch stneni 
gotzhus doselbs ze Trogen der bau über das blftt und die hohen gericht mit den bftssen und andren 
rechten, so von des haiigen riches wegen darzft gehörent Und habent ouch die von Trogen und die 
zÖ inen in ir roden gehörent dem gotzhus järlicb von derselben vogtie und versalzung wegen ze stiir 
gebeQ untz an den krieg*) hxx ff -?), wie doch das sy den von Küngsegg vormals gewonüch me 
ibent, als man usser der von Küngsegg register luter ziehen und sich eränden mag. Und*') also 
abent es ouch sin vorfaren herbracht untz an den krieg, und getruwet, das er och also darbi belibe 
und im das werden und volgen söUi, 

*) Die Ober«cbrift fehlt. - *) ,ltein min berre bringt och filr öcb, dta ain gotzhus brief habi von romechen küngen 
and dem rieh, wo das rieh die vogtyen, die im denn zugeborint an den stetten und in den emptem, die ayneih gotz- 
hoa zugeborint das do das goty.bu8 dieselben vogtien von de» rieb» wegen lo^en mugi und in pfandez wis von dem 
rieh inne b&bi. und also.*^ — ^) „in pfandea wise stundent für " ^ *} ^^wisent, die ir och verboren mügent, ob ir gerne 
wönd,» — Vgl Urkdbcb. 111, Nr. 1340, 1344, 1345; IV, Nr. 1832. — ^} ^unt» ^ krieg** fehlt — «) Scbluss im Entwurf: 258b 
,Und b&bint och «in vordem untz an den krieg das also berbmcbt, innegehebt und genoBsen. Bitt uch min berre 
ernatlicb, dieselben von Trogän und die in iro roden geborint mit uwirm apnich ze wiaend^ daz bj minen herren och 
darbi ako lassent beliben und im die stür tilgen tlich usrichtiut.^ 

(g) Von ussstendigen, versessnen nötzen. 

Item, min herre bringt fllr Och und clegt, das die von Trogen und die in ir roden gehörent 
sid küng Ruprechts seligen richtung, die ze G Osten tz beschach, sinem gotzhus von xj j&ren schuldig 
sient von versessnen und vervallnen zinsen von den gfitern ze Trogen und in den andren iren roden 
gelegen cccLXvj S xvij // r^; item von dem kilchenzehenden clxv mutt kernen und clxv käs und vj ff 
jß ^; \ item ze stür sibenhundert und lxx ff ^; item erbschafft, vall und geläss*), die sidmals dem 137 
gotzhus vervallen sind; item erschätz, die von den g&tern, die sidmals gewandelt sind ald vormals in 
Hern krieg von ainer band in die ander bracht wurden.^) Do getruwet min herre, das sy sinem gotz- 
hus dis alles nach lütrung und usswisung kiing II äp rechts seligen spruchs und bnefen billichen 
srichten söllent. 



236 



Heinrich IV. 1419-1426. 



^) „^eläss und vaflanaliihünir.* — ') Schlut«» im Entwurf; ,daa alles »y doch tninem henren von dea g^aizbus wegen 
noch unaers herren küng Riip rechts öälijfen aprtichen uswisung pflichtig pint ze gebrnt» Bitt nch min herre» 
selben von Trog an und die in iro roden gehorint» mit uwirm sprach ze wiaend, daz »j im dis vorge^cbriben ussteod 
nüb forderlich usrichtint/* 



138 



139 



(5.) Zösprüch zö den von Gaiss. 

Ersameij, wisen^ min herre vordret uff und clegt zu den von Gaiss, dasO dieselben lOt sient ui 
und haisseiit Sun d erl u t und sineni gotzhus zögehöient;, also das niemand ichtz über sy zö gebiet 
liab noch sy ze bevogtent haben sölli denn ain abbt von des gotzhus zö Santg allen wegen, und 
ouch das gotzhus sin besonder 2) gericht, zwing und benn daselbs haben und ainen amman do setzet 
sötb\ und das vor demselben amman alle sacben berechtet und die göter daselbs gelegen gevertget und 
von im enpfangen von des gotzhus wegen und von den lüten, die ny enpfahent, dem gotzhus Ten 
erscLatzet söllent werden, und das dieselben von Gaiss von den gutem in demselben ampt gelegen 
dem gotzhus järlich ze zinse geben sölleut iiij S ^ und ze stür xvij ff ^. Und hab ouch darzö 
vorfarn ahbt Cün sälig von wibmt Wältin Kaltysen seligen by kurtzen jären an das gotzhus erkot 
xxnß >^ und j viertel smaltzs und j zigerling Järlichs gelts usser dem gät bi Gaiss gelegen, das ma 
neminet Lud wigsegg. Und also habint och das alles sin vorfarn untz an den krieg inngehept m 
von des gotzhus wegen herbraclit, und sig inen ouch das alles also jiirlich gevolget und worden, und^ 
darzü sien ouch sinen vorfarn untz an den krieg vassnahthönir, väll und geläss von denselben lüi 
gevolget und worden. Und haben ouch sinen vorfarn den zehenden von iren götern, die in das gotzhus- 
zehendli am Stoss, zeSchwendi und ze Bietlis geliörent, hissen volgen und ussgericht vor kriegen 
in sölicher mass, als ander lüfc an dem berg darumb tatent. Do getruwet min herre, das sy in ouch 
von sins gotzhus wegen also darbi beüben lassent und im also tun sollent und das sy im ouch diJ 
ussstendigen, versessen nütz von xj j5ren sid kUng Röp rech ts seligen richtung | und ussspruch nac? 
derselben richtung und ussspruchs lutuug ussrichteu und bezalen söUent; das gebftrt in den ailÖ' jaren 
an Zinsen xuiij ff ^; item an stiir cLxxxvij ff ^Si; item von Lud wigsegg xvij ff ^Sj und xj vierl 
smaltzs und xj zigerling. 



1 



258c V) «Ersamen, wisen, lieben fründ. ea vordret och äff min herre die von Gaiss und aprichtt das.* — ») ,besand< 

fehlt, — ^) V"on hier an im Entwurf etwits anders geordnet: ,.und aigint in och darzü vassnahthiinir, väll nnd gell 
von denselben lüten gevolget und worden. fUtt uch mio herre, d«» ir dieselben von Gaiss mit uwirm apnich wisf-nd, 
daz »y minen herren von dea gotzhus wegen och also hiehy lasaint beliben und im die vorgedachten nutz giiilich un! 
forderlich richtint und gehint und im och den sehenden von iren gutem, die in daa gotzhuszehendli am Sto*, 
Swendi und ze Rietlis gehorint. volgen lasaint und usrichtint in sölicher ma«8, ala ander h'it an dem berg dam 
tünt, und daz sy niinem herren och die usstendige. verftessne nütz von den ailff jaren sid der richtung her noch 
kungs uesprucbez maynung und lutung usrichtint und bexalent. Daz gebort von deni^elben ailf jaren an zinsen ei 



140 (ö.) Zuspruch zä den von Herisow umb zins, väll und geläss und ander stuk. 

(a) Ersamen, wisen^ min herre vordret utf und clegt zu den von Herisow, das sy sinem gotz- 
hus zügehörent, als ander desselben gotzhus lüt, und das das gotzhus sin besunder gericht, zwing u 
benn doselbs haben und och ainen amman doselbs setzen sölli, vor dem all Sachen berechtet und 
gAter doselbs gelegen gevertget und von im von des gotzhus wegen enpfangen werden sölIent, und d 
von den lüten, die sy enpfahent, dem gotzhus erschatz werden sölli, und das*) dieselben von Heriso 
dem gotzhus von den gÄtern in demselben ampt gelegen järlich ze zinse geben söUent ainem abb 
xj ff und vj /5j und an die custery desselben gotzhus järlich viij ff ^ ald mer und von den frj 
götern an dieselb custery järlich iirj ff iiij^r^j, und das ouch dem gotzhus von denselben liiten m 



iCZ- 



Heinrich IV. 1419—1426. 237 

den lebenden vassnachthftnir und von den toten väll^) und geläss volgen und werden söUent. Und also 
habint ouch sin vorfam untz an den krieg das also inngehebt und herbracht. ») Do getruwet min herre, 
das sy in und sin gotzhus ouch also dobi lassent beliben und im das fürderlich ussrichten söUent. 
Und behebt im fürbaß clag etc. 

') ^enpfangen und von den lüten, die sy enpfahent. dem gotzhus vererschatzt sollen werden, und das dieselben.* 258d 
') ^erbschafPt, väll." — *) Schluss im Entwurf: „Bitt uch min herre, dieselben von Herisow mit uwirm spruoh ze 
wisend, daz sy in und sin gotzhus och also darbie lassint beliben und im den zins forderlich und gutlich usrichtent. 
Wer aber, daz die von Herisow mayntent ald redtint, daz sy den zins ald also vil zins niht geben soltint und 
niht ansehen ald erkennen woltint den ablas» und götlichi, ho in hirinn von dem gotzhus vor alten ziten beschähen 
ist: wenn sy denn nach der alten rodeln uswisung ald lutung dem gotzhus zinsen soltint, so mustint sy vast und vil 
mer denn dises geben, wann zu dem allermynnesten so mflstint sy geben iiij 8 v seh. pfg., vj malter habem, iiij mutt 
kernen, iij kü und cccclxxx alpkäs und an dy probstie xvj ka«, als das dis alten rodel, die myn herre hie zöget, vol- 
komlich wisent und innhaltint." 

(b) Umb vogtrecht ze Herisow.^) 141 

Item, min herre clegt ouch zA inen: als 2) sin vorfaren ettliche vogtien in des gotzhus ämptem, 
die von dem haiigen riebe pfand sind, von den von Küngsegg erlediget und an das gotzhus gelöst 
habint, als ouch hievor das in der von Trogen züspruch eröffnet ist, das do sin vorfaren in derselben 
losung die vogtie ze Herisow von den von Küngsegg gelöst und an sin gotzhus in pfandes wis«) 
von dem rieh gezogen habint. Und von desselben pfandschatz wegen so söUent die von Herisow 
järlichen sinem gotzhus ze vogfcrecht geben j ff viij ß und iij ^ und ij malter und ij viertel haber, 
die sy och vormals dem von Küngsegg ze vogtrecht geben haben. Und also haben sy ouch dasselb 
vogtrecht sinen vorfam geben und ussgericht untz an den krieg*), und getruw^et min herre, das sy 
im das ouch von sins gotzhus wegen ussrichten söllent. 

») „Umb vogtschatz," — *j „Item min herre bringt och für üch: als." — ') „die vogtie ze Herisow an daz gotzhus 
geledigt und | in pfandes wis"* - *) Schluss: „Ritt uch min herre dieselben von Herisow mit uwirm sprach ze wisend, 259 
daz sy das im och dasselb vogtrecht von sins gotzhus wegen tugentlich usrichtint.* 

c) Von dem maigerampt und andern nützen und gAtern ze Herisow, die von den von Roschach 

erkofift sind.i) 
Item, min herre bringt ouch für üch, wie das sin vorfarn abbt C&n sälig von wilunt herrn 
£glolffen seligen von Roschach, ritter, an das gotzhus bi kurtzen jären ^) erkdfft habi das maiger- 
ampt ze Herisow, dafür das es järlichen gelte xiiij ff iüj^ vij ^ und v malter, ij mutt und iij viertel 
habem und xiiij mutt keruen, lxxx käs und xv schaff, dero jeclichs iiij ß ^ wert sig, und ettwas 
zinsh&nir und vassnachth&nir. und ouch die vogtie zeSwainberg| und gericht doselbs und alle ander 1^2 
nütz und g&ter, die derselb von Roschach doselbs ald daumb gehebt habi, die in das jetzgenant 
maigerampt niht gehörent, dafür, das sy järlich geltent xj ff viiij^ ^ und ettwas vassnahthAnir und 
zinshftnir, und darzü alle erschätz, gericht, twing und benn doselbs und sine recht der fisschentzen 
in der Urnässchen und och des wiltbans daumb umb vierzehenhundert und lxxxx ff haller minder 
vj*)>^ haller, als das der kofifbrief, so das gotzhus hierumb innehat*), luter wiset. Und dasselb maiger- 
ampt, vogtie, gewaltsami, rechtung und nütz alle habi ouch derselb sin vorfam also dannenhin von 
des gotzhus wegen innegehebt, genossen und herbracht untz an den krieg. Do*^) getruwet min herre, 
Jas sy in ouch bi denselben erkoufften nützen und rechten lassent beliben und im die gebent und 
issrichtent. 

*) „Von dem maigerampt und den erköflften nutz von den von Roschach." — •) „bi — j&ren" fehlt. — •) „v". 
) — «so min herre hie zoiget." — ^) Schluss: „Bitt uch min herre, dieselben von Herisow mit uwirm sprach ze 



238 Heinrich IV. 1419-1426. 

wisent, daz sy minen herren by disen erköften nutzen und rechtung och fridlich lassint beliben und im von sines gotihas 
wegen die vorgedchribcn nütz und rechtung gütlichen usrichtint' 

(d) Von der fryen vogtie. *) 

Item, min herre clegt und bringt für (ich, das sin gotzhus ain vogtie von dem haiigen riche ze 
pfände habi über die fryen lüt und gAter in ObernTurgöw, die man nempt die fry vogtie. Die- 
selb vogtie wilunt herr Fans von Bussnang selig, probst sins gotzbus, vor ziten von Eberharten 
von Ramschwag, Hainrichen Walther, sinem bräder, und von fro Isaalten, irer mfiter, dero 

143 pfand dieselb vogtie von dem haiigen riche was, an das gotzhus | gelediget und gezogen*) hab, und von 
derselben versatzung und vogtie wegen die von Herisow und ander ir umbsässen, die die fryen g&ter 
in der obern vogtie innhänt, sinem gotzhus järlich geben söUent viij ff xv>^ ^ und vj ^ und x malter 
und j viertel haber und ander gewonlich dienst und rechtung darvon tun söUent. Und also hab ouch 
der egenaut herr Job ans von Bussnang selig, probst, von der probstie und^) des gotzhus wegen 
das also inngehept, genossen und herbracht untz an den krieg. ^) Do getruwet min herre, das sy im 
und sinem gotzhus dieselben nütz und vogtrecht ouch ussrichten und bezalen sollen. 

259b Überschrift fehlt. — ') „riche was, umb [800 pfund haller] an das gotzhus erledgot und vä des gotshns banden 

gezogen." — Vgl. ürkdbch. IV, Nr. 2149. — *) „der probstie und" fehlt. — *) Schluss: j^Bitt ueh min herre, dieselben 
von Herisow und ir umbsässen in der obren vogty, die derselben fryen gfiter innehant, mit nwirm sprach se wisend, 
daz sy im und sinem gotzhus dieselben nütz och furderlich und gütlichen dovon usrichtint und och darzu alli verfallen, 
versessen und usstcndige nütz " [NB. Hier endigt der Entwurf.] 

(e) Von ussstendigen, versessnen nützen. 

Item, min herre clegt und bringt für üch, das die von Herisow und die in dasselb ampt gehörent, 
sid küng Räprechts seligen richtungen sinem gotzhus von xj j&ren von versessnen und vervallnen 
Zinsen, die ab iren g&tern an die abtye und custry des gotzhus ze zinse gan sond, schaldig sient 
ccxLviij ff /^ minder vj /^; item von dem vogtrecht, das von dem von Küngsegg erlöst ist, von 
denselben xj jären xvj ff ^ und iij /^ und xxiij malter haber und J viertel haber; item von dem | 

144 maigerampt und gAtern, die von den von Ro seh ach erkouflFt sind, von denselben xj j&ren versessner 
zius cLvj ff /^ X ^ V /^ und Lxij malter und vj viertel haber und cxLviij mutt und ij viertel kernen 
und achthundert und lxxx käs und clxv sch&fiF, je ain schaff umb iiij^ /^, gebOrt xxxiij ff ^; und 
von der vogtie ze Swainberg und andren g&tern, so domit von den von Roschach erkftfiFfc sind, 
c und XXV ff und xviiij^ ^; item von der fryen vogtie ussstendiger, versessner nütz gebürt von vj j&ren 
Lij ff und xiij ^^ /^ und lx malter haber und vj viertel haber; item erbschafft, väll und geläss und 
vassnachthftnir, die sider des küngs richtung dem gotzhus vervallen sient; item erschätz von den g&tern, 
die in dem krieg und ouch sidmals der richtung gewandlet und von ainer band in die ander bracht 
sind. Da getruwet min herre, das sy im das alles von sins gotzhus wegen nach des küngs richtung 
und Spruch billichen ussrichten söUent. 

Und behebt min herre im selber und sinem gotzhus zA inen fürbaß clag, red und widerred nach 
siner notdurfft. 

145 (7.) Item, ain gemaind z&spruch z& den von Appenzell. 

Min herre von Santgallen bringt ouch für üch und clegt gemainlich z& allen den, die lant- 
recht z& Appenzell an sich genomen ald gelobt hänt, haimlich oder offenlich, z& denen er vormals 
untzher niht nämlich ald mit sunderhait clegt hat, sy sient inwendig der von Appenzell letzinen 



Heinrich IV. 1419-U26. 239 

oder usswendig, z& dem Spicher, in demRintai, in den gericbten und ämptern amAidberg, ze 
Altstetten, ze Marpach, ze Bernang, ze Tal, ze Roschach, ze Tünbach, ze Berg, ze 
Bernhartzeil, zeWaltkilch, ze Gossow, ze Helffentswile oder in dem Sunderampt oder 
Hofampt zu Santgallen oder in dehainen andren gericbten ald ämptern oder zu disen nacbgeschriben 
wilern: ze Otten, zeKesswile, ze Wisan, ze Geroltzbüb, ze Trogerswiler, im Watt under 
Hoffstetten, ze Zell bi Hofstetten, ze Hopsermos, zum Willa by Mentzla, zeBruggen, 
ze Len bi Bruggen, zu dem Wiger, zu den Haggen, ze Waldi, ze Ringlisberg, an dem 
Herweg, in der Staingräb, zeStälegg, zeObreu-Rüti und Undren-Rüti, an dem Brand 
darbi gelegen, ze Laidra, ze Nöggersegg, an dem Kapf darbi, ze Loch, ze Locher Wiger, ez 
Schwendi, zä dem Wila biSwendi, zä den Gädmern, ze Rippeltzow, ze Beruh artzhus, 
ze Schowingen, an dem Berg ze Tablatt, ze Scheffeltzhorn, ze RämishAb, ze Staig, bie 
Riedra, in der fryen vogtieu in Obern Turgöw, in Wittenbach oder jendert anderswo in dem 
Turgöw gesessen ald wonhaft, wie die alle genant ald gehaissen sind, sy sient minem herren und 
sinen amptlüten erkant oder niht: wie das dieselben uff der von Appenzell trost im und sinem gotz- 
hus vorhabint und entwerent sins gotzhus zins, sturen, vogtrecht, zehenden, dienst, tagwan, erschätz, 
vassnahthfinir, väll, geläss und alle ander nütz, rechtung, | gewonhait, herkomen und zägehörden sins 1^^ 
gotzhus, nachdem als denn ir jeclicher dem gotzhus pflichtig ist; und das sy och des gotzhus gericbten 
und gebotten in den stetten, do sy sesshafi't sind und anderswa, do sy ze schaffen haut, niht gehorsam 
noch gewärtig sient; und das sy och ire zinslehen vor des gotzhus amptlüten niht vertgent noch von 
denselben amptlüten empfahent und die dem gotzhus niht vererschatzent und von den g&tern niht tüynt 
nach derselben g&ter und des gotzhus herkomen und gewonhait und ire rechte leben von ainem abbte 
niht enpfahent noch vor im vertgent, als ander lehenlüt tänt, und hierait also ander lüt, die niht lantlüt 
sind, unwillig machent, das sy dem gotzhus ouch sine recht und besunder des gotzhus vogtrecht und 
sturen, die doch usserthalb den lendern ob c ff hallern järlich gebürent, vorhabint; und das die von 
Appenzell dieselben ir lantlüt also dabi und darzä hauthabint und schirment, anders denn sy billich 
tAn söUent oder vor kriegen getan habent. Do getruwet min herre, das die von Appenzell dieselben 
ir lantlüt billich von banden lassent und fürbaß dehainen des gotzhus man nit mer ze lantmanne en- 
pfahent, und das ouch dieselben lantlüt, zfi den min herre hie clegt hat, im und sinem gotzhus hinfür 
tfiynt, als sy vormals vor kriegen und e das sy lantlüt wurdent tatent, und das sy im och vervallen 
und ussstandig nütz gebent und ussrichtent. 

(8.) Lieben fründ, als min herre n& sin zäsprüch und sins gotzhus Sachen für üch bracht hett 
und üch von sins gotzhus wegen niynn und rechtes nach des anlass sag getruwet, da bitt er üwir 
früntschafft flissig mit ernste, das ir uwern fliss darz& töynt durch Oott und durch des haiigen herren 
saut Gallen und sins verdorbnen gotzhus willen, das die sachen uff das kürtzest nach glichen und 
biUichen dingen ussgetragen und geendet werdent etc. 

Stiftnrehiv 8t tellei, Bkhenrckiv B4. M, 8. m-146, Abschrift, und Bd. 1941, im -2»^ (es sind 2 Bl&tter mit 258 nomeriert) 
Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

Zur Bestreitung der Kosten, welche die Tagleistung vor den Eidgenossen veranlasste, musste der Abt Geld auf- 
nehmen, wie folgende Urkunde zeigt: 

14JSO. Juni ie8. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen schlägt dem Kon r ad von 
Heidelberg, dem die Feste Singenberg um 183 ff 6 seh. pfg. C. M. verpfändet ist, auf das Pfand 100 fl. rheinisch, 
,die er fins also bar behalt hat und die wir verbrucht habent mit dem taglaisten, als wir mit den von Appenzell 
Tor der Aidgenossen botten gelaistet haben.*^ — Sant Gallen, vigilia Petri et Pauli, anno MCGGCXX"^. 




Ich IV. 1419-U2R 

Stift*arfhiv St, ftallen, LelK^uarf biv ftd. 71, S. %St — Eintragung von der Hand jenes Schreibers, der die eigentlichen Lehe 
bucheititragungen zu Anfang und Knde des Bandes geschrieben hat. — E« sigelt ausser dem Abi anch „Ha in rieh 
von Gu ndolffingen» closterherr desselben gotzhuses*^, — Vgl. oben Nr. 2945. 

Möglicherweise gehört hieher auch noch eine wenige Seiten apätiT folgende Eintragung im nämlichen Lehenhuch: 

(14!dO. JtiJif) — Abt Heinrich (IV.) und das Capitel de*^ Gotleebaasea StGallen verkaufen an Niggel 
Ruprecht von ist. Gallen, Vogt de« Gotleahviuses auf der Neuen Ravensburg, einen jährlichen Zins von 7 ff C» M, 
und W.f sowie 8 Mutt Kernen und 5 Malter Haber ans allen Zinnen und Nutzen des Gotteshauses 7,11 Bernb ardseil 
um 222 BT pfg, — , Desselben geltes wir C und xj öT pfg. für den zehenden, so wir flnaerm herren dem romachen kunge von 
gebottez und enpfelhcna wegen Clnser« billigen vailers des babstex von flnsenn gotxhus geben haben» ond die lindern 
hundirt und xj fif pfg, wii der Aidgenossen betten »e 8old von des taglaistens wegen, so wir jets vor inen mit den 
von Appenzell getan babent, och geben habint.* 

Stifbärfbiv U. ßälkn, L^ticoarrfaiv M. 74« S< ^Si f — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreiber«. Die vorangehe 
und die folgende Eintragung haben auf das -Tahr 1419 Bezug. — Vgl. Nr, 2845, 

Endlich ist hinsichtlich der weiteren Verhandlungen auf eine Noti» im LuEemer Kaisbuch zu verweiiseu: 

14ä£0, «füll 17- — .Man aol einander Zofingen l&n wissen von Appo zeller wegen, eid die nit wend Zt 
tag laiaten.* 

Laipraf-r Rtttsbufli IH, 68^ - Ebenda noch die Notiz: .,tag uf montag (22. Juli) gen Zng". 

»935. — 1430, Juli 10* (StGallen.) -- Abt Heinrich (IV.) belehnt zu St Gallec auf 

schriftliche Fürbitte von Börgermeister imd Kat zu Rottweil den Hans Rainer von Denkingeii|H 
Pfleger der dortigen Frühmesse, in Trägers Weise mit einem Zel inten zu Denkingen, ,den man uempf 
der von Offhain zehenden *", einem Zinslehen des Gottnshanses St. Gallen, das Hans Di et 1er von 
Rottweil um einen jährlichen Zins von 1// Heller innegehabt und nach seinem Tode die Witwe Brid 
von Uffhain »den haiigen pflegern ze Dengkiogen an die frftmess daselbs* verkanffc hat, unter Vor^fl 
behalt des jährlichen Zinses und aller andern Rechte des Gotteshauses, sowie rier Erneuerung der^ 
Lehenschaft naeli dem Tode des Trägers. — Mittwochen vor saut Margareten lag, 1420, 

StiftÄarrhil SL Wallen, WeDarfhh Bd. 71, S. Ü7^ t — Eintragung von der Hand des abtischen Schreibers. 

2986. — U30. Juli U. St.eallen- — Vor Abt Heinrich (IV.) vermacht im Hof zu St. Galle 

Anna, die eheliche Tochter Johans Eberlis selig, Georg Wildrichs Ehewirtin, mitKonra 
Müsler, weiland äbtischeni Hot'amniann zu St, Gallen, als Fürsprech und Hng Seh ulnieiste 
Bürger zu St Gallen, als Vogt gewisse Gotteshauslehen, nachdem der Abt ihr die Lehenschaft erneuert 
hat, mit seiner Zustimmung ihrem Ehemann. Von diesen Lehen hat die einen nach einem von Aht 
Knno und Johans Streif, dem früheren Ehemann der Anna Wildrich, gesigelten Briefe Joha 
Streif mit Einwilligung des Abtes seiner Fran vennacht, anf die sie nach seinem Tod libergegangei 
sind, nämlich .des ersten ain gut genamt S traif fen Birbömli mit gezimber, akker, wisen, holtz,' 
veld, wasen, zwi, wunn, waid, stok, stain, grund und grat und aller zu geh ord; item den hof, den man 
nempt die Wis — st5sset ainhalb an Bernatzrüti und andrent an Bisa h na — ; item ainen wingartei 
an dem B ö c h be r g gelegen, den man nempt der 1 1 e rs t ad e r — stässt enzwüsschent uff an die str; 
uff den Buchherg und an Cristan Völis säligcn wingarten ^; item ain ff ^ Costentzer miin 
järlichs gelfcz ab Hansen Schorantz berg — stösst an die straas und an des Krummen herg — 
item ain ff .^ järlichs geltz nsser Martistobel — stösset an Wächspisslippfen und an den bach, 
der in die Gold ach gat — ; item ain ff -^ järlichs geltz ah des G oldasts hof, ze Gebratswi! gelegeo' 
uff dem BAI — st6sst an des spitals zeSantgallen und an des Giela gftter", — die andern hatte 
sie selbst von dem Gotteshaus zn Lehen, nämh'ch einen „wingarten, genant der Wi hl rieh, in dem 



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Heinrich IV. 1419—1426. 241 

Rintal gelegen — stösst an des Hör^n wingarten und an den Spaltenstainer — ; item ir hus, 
hofstatt und hofraiti und garten daran, gelegen ze Santgallen im Loch, an Bilgri Gmunders 
hofstatt und anItelEberlis säligen hus; item iro reht des garten vor Multertor, den man nempt 
der Weber gart(en);** item ain malter korngeltz von Hansen Haim, ab dem g&t gelegen undir dem 
Rotmonten ze der Hafner hus im Willa; item ain viertel smaltz ab dem gut, daz man nempt 
daz Gehör; item y ß zq Marpach ab Hainrich Langen akker, gelegen ze Hirserun; item 
y ß ^ 9h Glawsen Langen akker, dch ze Hirserun gelegen*. — Santgallen, sampstag vor 
Margarete, 1420. 

») Dm Folf«nd* Ist «in NMhtng un Band«. 

StlftavcUv Stdillei, LeheurcUv Bl 74, S. 292—294. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigehi der 
Abt, Hag Schulmeister und für die Frau Rudi Gelter, Stadtammann zu St. Gallen. 

2987. _ 1430. Juli 17. WU. - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu Wil den 
Uli Scherer, den Müller, sesshaft zu „Wiger*, zu seinen, seiner Ehefrau Else Zaner, Wernli 
Zaners selig ehelicher Tochter, und ihrer beider ehelichen Kinder geraeinen Händen mit dem „infang 
ze Wiger ob dem müliw&r gelegen, den man nempt des öbürsBrftl — stosset au Hainis von Ldpen 
wisen* — , einem Gotteshauslehen, das RüdiHofstetter, der Müller von Wiger, an jenen verkauft 
hat. Aus besonderer Gnade verleiht der Abt der Frau freies Mannrecht. — Wil, mitwüch nach Mar- 
gareten, 1420. 

SÜftnitkiv Sidillei, LeheurelÜT Bl 74, 8. 294. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2938. — 1430. Juli 18. 8t.ehilleii. ~ Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen gewahrt dem 
Priester Rudolf Hofakrer von St. Gallen, FrUhmesser der Kirche zu Marbach, die Gunst, dass, 
falls er vor seinem ehelichen Sohne Wilhelm Hofakrer, Conventual zu St. Johann im Turtal, 
stirbt, dieser ihn , erben mag an allem varendem g&f. — Santgallen, donstag vor sant Jacobs tag 
im Höwet, 1420. — Als Zeugen sind zugegen Abt Ulrich von St. Johann im Turtal, die Brüder Hans 
und Othmar von Gossau, beide Priester, Konrad Hör, neuer, und Ulrich Purer, alter Bürger- 
meister, Ulrich ab dem Berg, Ulrich Rainsperg, Bürger zu St. Gallen, Hans Gossau, Hof- 
ammann zu St. Gallen, und andre. 

SÜftareUv SiCtaÜlei, LeheilireUT N. 74, S. 245. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2989. — 1430. Juli 19. — Konrad von Answilen (Ainswile), ein Weber, Bürger zu St. Gallen, 
verkauft an Ulrich Senn, Bürger zu Wil, um 8 8> /^ CM. seinen Zehnten aus dem Gut genannt 
der Nöchler Gut, bei Answilen, und einen Mutt beiderlei Korn von diesem Zehnten, ,der järlich gieng 
ze zAfart dem frommen, vesten Eberharten von Ramswag, den ich von im erkofb hab*. Der 
Verkauf des Zehnten als freien Eigengutes ist zu St. Gallen an offener Reichsstrasse, der des Mutt 
Kornes als eines Lehens des Klosters St. Gallen nach Recht und Sitte gefertigt worden. — Fritag vor 
sant Marien Magdalenen tag, 1420. 

StUInnÜT SL teUeiy J. J. 1 B. 9. — Pergament-Original; das Sigel des Eonrad von Answilen hängt eingen&ht. 

3940. — 1430. Juli 35. 8t.0alleii. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt die 
Brüder Walt i und Konrad die CArer, Bürger zu St. Gallen, mit einem Weingarten ,im Rintal 
zwfisschent Rebstain und Marpach gelegen, den man nempt der Spaltenstain odir das Bletzli, 
- — und stösset ainhalb an des Hören wingarten und anderthalb an des Pfanners von Lindow 

31 



242 Heinrich IV. 1419—1426. 

wingarten — ■, einem öotteshauslehen, das Lienhart Wider von Arbon und sein ehelicher Sohn 
Hans Wider, die gemeinsam damit belehnt waren, den Brüdern um 200 ff /^ C. M. und W. verkauft 
haben. — Sant öallen, sant Jacobs tag, 1420. 

Stiftsarchiv St. (lallen, Uhenarehiv Bd. 74, 8. 28)^ f. — Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. — Es sigeh der 
Abt, Lienhart Wider und für dessen Sohn Hans Schub von Arbon. 

2941. — 1420. August 2. 8t. fallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) nimmt auf der Pfalz zu 
St. Gallen Meister Konrad Lederhaser der Maler, BUrger zu St. Gallen, seine EheA'au Anna 
Scheggin „ze gemainderin und ze rechter gemaind* an über eine Hofstatt ,an der Smidgassen 
gelegen, zwüschent U 1 i s Hertzschin und Symon Metzggers siiligen hüsern*, ein Gotteshauslehen, 
und über all sein liegendes Gut, das Gotteshauslehen ist, und über all sein jetziges und kfioftiges 
fahrendes Gut. — Sant Gallen, fritag nach sant Peters tag ze ingendem Ogste, 1420. 

Stiftsarebiv St dallen, Lehenarrhiv Bd. 74, S. ^8 f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeb der 
Abt und für Eonrad Lederhaser Ulrich Bingisser, Bürger zu St. Gallen. 

2948. — 1420. August 15. Wll. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt den Heini 
Schnetzer (Snetzer) von Henau (Hennow) auf dessen Bitte zu seinen und seiner Ehefrau .Allinen' 
Händen mit Lehen, die derselbe bisher schon von dem Gotteshaus inne hatte, nämlich mit dem Out 
genannt Rütiwis, zu Henau gelegen, das jener vor Zeiten von Konrad und RAdi den Lütenrietern 
erworben, und mit dem halben Zehnten zu Henau, den er von GörgBlarrer zu St. Gallen erkauft 
hat, während die andre Hälfte der Philippin Blarrerin zu St. Gallen zusteht. — Wil, an finser 
lieben Frowen tag ze mittem Ögst, 1420. 

StiftsarcUv St. daUen, Leheiarehiv Bd. 74, S. 814. — Entwuri von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2943. — 1420. August 15. WH. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zuWil 
denR&diÄppi von Oberheimen mit einem „akker und wis, genant die Gr&b, gelegen undir des 
Bragers wingarten ze Obernhaimen", Lehen des Gotteshauses, mit denen Rudis Vater Heini Appi 
selig belehnt war und die nun nach dessen Tod durch Erbschaft an Rudi Appi gefallen sind. — Wil, 
an unser Frowen tag ze mittem Ögst, 1420. 

Stiftsarehiv St.(lalleD, LeheDarehiv Bd. 74, S. 287. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

2944. — 1420. August 16. Knttenberg. — König Sigmund schlägt den Rittern Frisch- 
hans von Bodnian und Lienhart von Jungingen auf das Schloss Rheinegg, das Rheintal 
und den innern Bregenzerwald weitere 1000 Gulden, die sie für den Herzog Friedrich (IV.) 
von Osterreich an den Grafen Friedrich (VII.) von Toggenburg bezahlen mussten, in An- 
betracht des Beistandes, welchen sie dem König in seinem Krieg gegen den Herzog geleistet haben. 
Das Schloss Rheinegg soll des Königs und seiner Nachkommen offenes Schloss sein, jedoch auf deren 
Kosten, und da es baufällig ist, erlaubt der König den Rittern, an dem Schloss 600 Gulden zu verbauen 
und auch diesen Betrag zu der Pfandsumme zu schlagen. — Geben uf dem bei'g zum Chuten, frytag 
nach unser lieben Frouwen tag assumpcionis, 1420. 

K. Hans- und Staatsarehiv Stattgart, Lfitisbnrger Copialbaeh, Hr. 54. — Abdruck: Wartmann, Das Lütisburger Copialbuch 
(St. üaller Mitteilungen, XXV) Nr. 49, S. 158 f. - Regest; Altmann Nr. 4224. — Vgl. Nr. 2651 und unten 1424, 
November 22. 



Heinrich IV. 1419—1426. 243 

3945. — 1420. August 19. (St. Gallen.) — Adelheid, Gattin des Heinrich von Watt 
(Watte) selig, und ihr Sohn Heinrich, Priester, Bürger von St. Gallen, verkaufen an J o h a n s 
Seiler, Johans Vogel den Kupferschmid und Heinrich Stockmann, Pfleger und Meister der 
Feldsiechen am Linsibühl bei St. Gallen, zu Händen des Siechenhauses einen ewigen Zins von SOß /d^ 
C. M. aus dem Gut „Stokmans hus', zwischen Tablat und Horlachen, ein Lehen vom Gottes- 
haus St. Gallen, um 30 ff /^. — Mentag vor sant Bartholomeus tag, 1420. 

gf italarehiv St. (lallen, Tr. E. 1& (1 Z, Hr. P. — P e r g a m e n t - r i g i n a 1. Es fdgeln Heinrich von Watt, der Priester, und 
fQr dessen Mutter Hug von Watt. Die Sigel hangen offen. 

3946. — 1430. August 30. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) vermacht im Hof zu 
St. Gallen Hug von Watt, Bürger zu St. Gallen, mit Johans Beck dem Schreiber, genannt 
Schwarzhans, als Fürsprech die Lehen, welche er vom Gotteshaus inne hat, — nämlich .das burg- 
stal ze Rebstain und den bongarten daran und den wingarten dabi gelegen; item das holtz genant 
Hard und die wis genant Betta und den bongarten an der strass; item ain hofstatt genant des Peters 
hofstatt und die zinse ab der Scherern hofstatt; item den wingarten an der Gabt — stösst ain- 
halb an Her m ans Iten süns erben, andren thalb an die strass und obnen an das Gahtholtz — ; 
item den hof und wiger ze Loch; item sin hus und garten daran, gelegen ze Santgallen hinder der 
ßrotloben*, — und dazu all sein jetziges und künftiges fahrendes Gut seiner Ehefrau Else und 
ihrer beider ehelichen Töchtern Cilie und Greta, die auch zugegen sind, mit der Bedingung, dass, 
falls er und seine Frau ,mer kind bi enander gewunnent, knaben ald tochter*, diese an dem Vermächt- 
nis auch Teil haben sollen, als ob sie leiblich zugegen gewesen wären. — Santgallen, zinstag nach 
unser lieben Frowen tag ze mittem Ögste, 1420. 

Stiflanäiv StClallei, Leheiarehiv Bl 74, S. SOH. — Entwurf von der Hand des ähtischen Schreibers. — Es sigeln der Abt 
und Hug von Watt. 

Unter gleichem Datum nehmen vor Abt Heinrich (IV.) im Hof zu St. Gallen mit Einwilligung Hugs von 
von Watt dessen Ehefrau Else und ihre ehelichen Töchter Cilie und Greta mit Heinrich Zwick dem älteren 
als Vogt, Uli ab dem Berg als „Wiser" und Johans Beck dem Schreiber, genannt Schwarzhans, als Fürsprech 
einander „ze rechten gemainderin" an über all ihre liegenden Güter, „die sy iemer gewinnent, ererbent odir erobrent", 
die Gotteshauslehen seien, und über alles ihr jetziges und künftiges fahrendes Gut, mit der Bestimmung, dass Kinder, 
die etwa dem Hug von Watt von seiner Frau noch geboren werden, an „disser gemainde^^ ganz gleich Teil haben sollen, 
als ob sie schon geboren und zugegen gewesen wären. — Santgallen, zinstag nach unser lieben Frowen tag ze 
mittem Ögst, 1420. 

Stillltrchiv St. Mlei, Leheurehiv Bl 74, S. M f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Abt, Hug von Watt, Heinrich Zwick der ältere und für die Frau und ihre Töchter auf deren und des Vogts Bitte 
RÄdi Gelter, Stadtammann zu St. Gallen. 

2947. 

Clara von Hornstein heisst den Übergang des Dorfes Riedlingen aus dem Besitz 
des Klosters St. Gallen in den des Klosters Marehtal gut. 

l¥aiis:eii. 1420. Ausrast jeo. 

Ich Claura von Hornstain, geboni von Wiler, Luczen von Hornstains säligen eliche 
wirtin, bekenn für mich und min erben und nachkomen: Als der kouff umb das dorf Rütlingen, 
gelegen by dem Bussen, und umb lüt, zwing und alles, so darzf^, daruss und darin gehöret, angesehen, 
gehandelt und volf&rt ist gegen dem closter genant Marehtal, Premonsträttenser ordens, und als 



244 Heinrich lY. 1419-1426. 

denn ouch dieselben Ififc und gute demselben gotzbuss ze Marchtal geaignet sind von dem erwirdigen _ 
gotzhus zeSant Gallen, danna och dieselben lüt und gfite bisher leben sind gewesen: das das alles mit .;^:::^ 
minem willen und gonst angehaben, gehandelt und volf&rt ist, und das ouch ich den hocherwirdigen .«^^ 
gaistlichen fürsten und herren, hem Hainrichen, appte des egenanten gotzbuss ze Sant Gallen,^ 
minen gnädigen herren, gar ernstlichen gebetten hab und ouch bitt mit disem brief, die lüt und g&t«^ ^^ 
als zä dem egenanten kouffe begriffen sind und gehörend, ze aignend dem vorgesetten (!) gotzbuss z^^^^ 
Marchtal. Mit urkund ditz briefs, versigelt fUr mich und min erben und nachkomen mit min selb^ ^^ 
hie aignen anhangenden insigel, und ze merer gezügnUß von miner bette wegen mit Burkhartz voi^i- ^ 
Wiler, mins lieben bröders, und mit Eberhartz von Wiler, mins lieben vetters, hie aigen **" ^^_ 
hangenden insigeln . . . 

Wangen, mentag nach sant Bartholomeus tag, 1420. 

StiflaarchiY Stfiallen. F. F. F. 4. A. SO. — Pergament-Original. Alle drei Sigel fdnd abgefallen. 

2948. — 1430. August 37. 8t. Gallen. — Vor Abt Heinrich (lY.) kommt auf der Pfi^^Jz 
zu St. Gallen in dem Streite zwischen den Freiherren Heinrich von He wen, Chorherr des Stift:::^;^ 
zu Strassburg, und seinem Bruder Hans vonHewen einerseits, Bertschi Hüber, Bürger 2u 
Zürich, anderseits um den Zehnten zuZuzwil (Zützwill), in welchem dieser Tag als ,ain end- u«^ nj 
ustag* von dem Abte angesetzt worden ist, durch Vermittlung ehrbarer Leute ein Aufschub zu Starr:^^}^ 
,uff den nähsten mentag nach des haiigen crütz tag ze herbst, so nähst k&mt". An diesem Te=^^ 
(16. September) sollen sich beide Parteien auf der Pfalz vor Oericht stellen, wenn nicht vorher feSie 
gütliche Einigung erfolgt, und zwar sollen Heinrich und Hans von Hewen alsdann auch f&r ih^-gj} 
Bruder Friedrich von Hewen Bürgschaft für Annahme der Entscheidung leisten. In Betreff ^es 
diesjährigen Zehnten zu Zuzwil, den die Freiherren an sich gezogen haben, wird beredet, dass s/e, 
falls der Spruch zu Gunsten ihres Gegners ausfalle, ihn nach Spruch des Gerichtes dafür entschädigfen, 
Bertschi Huber aber sich dabei zufrieden geben solle, was auch beide Teile versprechen. — Sant- 
gallen, sant Pelagien abend, 1420. 

SüftMTCliiY St. Gallen, UheDUtkiv B4. 74, S. 800 f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Abt nnd Hans von Hewen, unter dessen Sigel Heinrich von Hewen sich hindet. 

14IS0« S^eptember 16. St, Gallen. — Am bestimmten Tage erscheinen die Parteien vor Abt Hein- 
rich (ly.) auf der Pfalz zu St. Gallen, und Bertschi Hüber mit Johannes Beck dem Schreiber, genuint 
Schwarzhans, als Fürsprech weist einen von Wolfram von Hewen selig gesigelten Kauf brief *>, sowie einen Ton 
Abt Heinrich (III.) und Wolfram von Hewen geaigelten Lehenbrief vor, wonach Wolfram von Hewen als Vogt und 
Pfleger der Kinder seines verstorbenen Bruders Peter von Hewen dem Bertschi Hüber, damals Bürger zu Wil, nnd 
dessen Bruder Hans Huber von Wille gemeinsam den Zehnten zu Zuzwil, genannt der von Hewen Zehnten, 
samt aller Zugehörde und ebenso das Vogtrecht über ,Bütziswilles hüb gelegen zeRikkenbach, in dem hof 
genant der Sälig Hof*, welches Eigentum der Kinder Peters von Hewen gewesen ist, um 110 AT Pfg. C.W. verkauft 
und vor Abt Heinrich (III.) den Brüdern als Lehen, falls es Lehen, oder als Pfand, falls es Pfand vom Gotteshaus sei, 
gefertigt, Abt Heinrich (III.) aber die Brüder mit dem Zehnten als Lehen oder Pfand für die Snmme von 105 ff Pfg. 
C. W. bis auf Wiederlöaung belehnt hat. Auf die Klage Bertschi Hübers, dass ihn die Gegenpartei gleichwohl an dem 
Zehnten irre, stellen die Freiherren durch ihren Fürsprech Uli ab demBerg, Bfirger sn St. Gallen, an das Geriebt 
die Frage, ob nicht billigerweisc der Kläger auch die Kinder seines verstorbenen Bruders ,kü im stftllen* solle. Das 
Gericht ent.scheidct : da eines dieser Kinder ausser Landes^ das andre aber vogtbar und Bertschi Hüber sein «anerbomer* 
Vogt sei, solle er für seine Bruderskinder genugsam vertrösten und zwar mit einem ehrbaren Manne, «der nnd sin 
erben, ob er enwär, umb also vil guts werbär sigint^^ Weil aber der Kläger einen solchen nicht sofort zu stellen ver- 
mag, wird hiefür ein neuer Tag anberaumt „ob ziiij tagen und under drin wochen ... uff den nfthsten firitag nach 
sant Michels tag, so nähst kumpt^. — Santgallen, mäntag post exaltacionis sancte cmds, 1420. 

•) Vfl. obtn Nr. 2014. 



246 Heinrich IV. 1419—1426. 

nnem aigenn man, elich kemi, inngehept, herbraucht und für aigen genossen, an all rehtlich ansprach, 
und trQwti och Got und dem rehten, er sölti der gwer geniessen und fürbazhin bi derselben Annen 
Kellerinen bliben, ungeengt von mim herren von Santgallen und von Niggeln und von meng- 
lich von ir wegen; und bat im darumb sprechen. Dawider antwirtent do die obgenanten Niggel 
KAppreht und Hans Wildrich mit ir fUrsprechen und sprachent: si hettint den Wechselbrief, alz 
mm herr abt Cftn selig und daz cappittel Ktingseggen von dez wechseis wegen begnadet hettint, 
wol verstanden; da redtint si nun nit wider. Alz er aber sprächi, sin sweher hetti den Wechsel ouch 
mit dez gotzhus lüten gehept, daz werint wort, und hettint darumb kain urkünd nit gehört und trüw- 
tmt, daz mim herren von Santgallen dieselben wort kainen schaden bringen soltint. Und zogtent 
och do daruflF ainen versigelten brief, dez alter waz in dem sibenundzwaintzigosten jar; derselb brief 
wisd und seit uff sölich mainung: alz derselb Albreht von Küngsegg vogt ze der Nu wen Ra- 
venspurg worden weri, daz er da verjähe, daz Hainrich der Keller von der Nüwen Ravens- 
purg, der obgenanten A n n e n Kellerinen vatter, dem gotzhus ze Santgallen frilich zägehorti, 
und daz och Küngsegg demselben Hainrichen dem Keller gelopt und verhaissen hetti, in, sin 
wip und sinü kind ze beliben lassen bi den diensten ungevarlich, alz si vormalz bliben werint, und 
daz er in, sin wip noch sinü kind noch ir gute nit höher triben sölti, weder mit sturen noch mit 
diensten noch mit dehainen andren dingen. Und alz derselb Hainrich Keller zeLindow burger 
wen, an demselben sinem burkreht sölti Küngsegg in noch sin wip noch sinü kind ouch nit sumen 
noch irren; und war och, daz er ald sinü kind oder sin elich husfrow dazselb burkreht uffgäbint und 
&no burkreht werint, ald daz si dazselb burkreht dehainest verkem und anderswa burger werden wöl- 
tint, ald daz si denn wider ze Lindow burger wurdint, daz möchtint si ouch wol tun, und sölti er 
noch sin erben si daran ouch nit sumen noch irren. Och weri gerett von siner tochter wegen, Annen, 
OAntxen Wißhöptz elicher husfrowen, der von dem libKüngseggs aigen weri, daz min herren 
von Santgallen und och Küngseggen, jetwedrem tail, sinü reht behalten sin söltint . . . Und 
all d»r»t^lb brief gelesen und verhört wart, daruff antwirtent si do furo von mins herren von Sant- 
gallon wogen und sprachent: alz der obgenant Albreht von Küngsegg den obgenanten brief 
Uainriohon dem Keller, sinem wip und sinen kinden hetti geben, darnach wurd do erst Küngs- 
^KK ^^^'^ *^'^^ (y Alien seligen und dem cappittel umb den Wechsel begnadet, und trüwtint Got und dem 
i^»htttn, won or erst darnach umb den Wechsel begnadet weri, er sölti minen herren von Santgallen 
HU doi'Molbon Annen Kellerinen ungesumpt lassen und sölti darinn kain gwer nit uffziehen, wen 
(loch gwt^r von aigner lüt wegen nit reht weri, hundert jar alz lützel alz ain tag; und batent inen 
^laruiiib Mproohen. Dawider antwirt do aber der obgenant Albreht von Küngsegg mit sinem für- 
iit»ivohoh t^ golioher wis alz vor, denn sovil me: es weri lantlöffig in disem land, wa ain aigen frow 
\\\\ uiiK^^uoMMoii zor e nemi, daz die denn ir herr darumb straffit. Also wurd och do die obgenant 
\\\\\ Kollorin, do Hi zä Cäntzen Wißhöpt elich gestiesse, darumb nit gestraffet; dabi doch merklich 
w^'Vi dH« SohUlkli öder selig den Wechsel gen dez gotzhus lüten gehept hetti in der mass, alz den 
n\»oh hin bi tag ander ritter und kneht hant, die dez gotzhus dienstman sint. Alz si denn sprächint, 
uv\\«'i woii nit roht an aignen lüten, daz möchti wol sin an verloffnen lüten; aber an sölichen gesessnen 
lUhMi al* di«» ubgonant Ann Kellerin ain gesessne frow weri, die er ze nechst bi Niggeln viljar 
\\\\\\ loiiktn , diMHi aigetiH reht, lantzreht noch stetreht weri, für aigen genossen hetti mit vasnachth&nren 
\\\\k\ umI and«»in dingen, alz denn ain herr sin aigen lüt niessen sölti, und si im och vor vil jaren 
v<M*4\u»ih lM»tti, und min herr von Santgallen noch Niggel daz mit rehtlicher ansprach nie ver- 
uu»\b^*u hi»lliut und doch in land und in leben gewesen werint, so trüwti er Got und dem rehten, 
•s^Hi \W^ k(PWoir(I) geniessen und bi der obgenanten Annen Kellerinen beliben, ungeengt von 



Heinrich IV. 1419—1426. 247 

mim herren von Santgallen und von Niggeln und von menglich von ir wegen; und bat im darumb 
sprechen. Und also nach beider tail clag, red und widerred und nach verhört der obgenanter beider 
brief fragot ich do darumb urtail umb. Do wart unzerworffenlich ertailt, daz die obgenant Ann Kellerin 
und irü kind, ir lib und ir g&t von dem obgenanten Albrehten vonKüngsegg billich ledig und 
los werint und sin söltint, und daz KUngsegg kaini reht darz& noch daran nit hetti noch haben 
sölti und och minen herren von Santgallen und sin gotzhus daran ungesumpt lassen sölti . . . 
Lindow, sant Pelayen tag, 1420. 

ft) TfL ürkdbck. IT, Nr. 2355. (WiL 1402. Anrtut 17.) 

Staitnrekif Zürich, Abt St Clallen (früher Stiftsarchiv St. Gallen A. 2, eist. 27). — Pergament-Original. Es sigelt 
Marti GOgel, Stadtammann zu Lindau. Das Sigel hängt offen. 

»951. — 1430. August 38. WIl. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen bestätigt zu Wil 
dem Hans Huber von Henau (Hennow), genannt , Grosshans Hüber", die Lehenschaft über den 
halben Kelnhof zu Henau, wie ihn derselbe vor Zeiten von , Anthonien Schenkken von Landegg 
und Hanß Särrin" erkauft hat, während die andre Hälfte Fritz von And wil (Ainwil) inne hat. — 
Wil, sant Pelagien tag, 1420. 

Stiflarekif StClillen, BIkhenrthif Bd. 1941, f. 412. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 



2952. 

Die Boten der VII alten Orte schreiben dem Abt von St. Gallen, dass sie den Appen- 
zellem auf den 29. September einen zweiten Tag nach Luzem verkündet haben. 

liusern. 141^0. S^eptember 11. 

Erwirdiger, lieber herr, unser früntlich willig dienst ze allen ziten vor(an). Als üwer gnad uns 
Tonder sache Appenzellem wegen geschriben hat, haben wir wol gemerkt. Mtigent ir wissen: nach- 
dem und wir zelest von Zug ab tagen gescheiden sin, daselbs ein andern tag gen Lucern ausätzten, 
dahin die von Appenzell uns ir meinung und antwürt fUrer solten lassen wissen etc., also haut si 
nu uns in schriflpt geantwürt. Derselben ir antwürt uns nicht benAgt. Darumb durch fürdrung und 
bessrung willen wir aber ein andern tag gen Lucern geschöpft und gemacht haben, uf sant Michels 
tag nehst ze nacht an der herberg ze sin, und den dien von Appenzell verkünt, daz sj ir erbern 
botten mit gewalt da habent, fUrer ze antwürten, nachdem und die sach ze Zug am lesten verlassen 
ist. Aber wie sich denn daselbs die sach fürbasß verhandelen wirt, können wir noch nit wüssen. Anders 
können wir nu ze mal üwern gnaden nüt geschriben, dann daz wir gern teten, waz üch dienst wer. 
Geben uf mitwüchen vor des helgen crütz tag ze herbst, anno MCCCCXX®. 

Der Eidgnossen von Zürich, von Lucern, von Ure, von Switz, von 
ünderwalden, von Zug und von Glaruß botten, alz wir ze Lucern 
bj einander gewesen sin. 

Dem erwirdigen unserm gnedigen lieben herren hem Heinrichen, von Gottes gnaden abbt des gotzhnß se 
Santgallen. 

XtiftatfchiT StteUei, Rllr. IUI, Fase. 4. — Regest: Eidg. Absch. I, Nr. 484, S. 288. — Papier-Original; das Sigel 
ist abgefallen. — Vgl. oben Nr. 2934 Note am Schluss and unten Nr. 2977. 



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iiiii.i I •• II n «l'.i'li ': .'.ij il. '1 ;/';t/.li.j-. v.r-ii.-rt «laniij ze liht-nt hatteiit . . . Un; ies alles 

. .iMM Ml i.ii.M ..IM IM i.ili.ii'li- iill« I \ «Il ;»<•..< |jril,ij<-r Hingi* und vM'giht so liabfU wir unser üptlich 
II I ..II. iilii II I I • M in iil.i II .111 «il .'-Il Im« 11", «1« r «^«fhi'n ist zo Ssintgalleu \\i ünst-r piüHeiitz. i»r. des 



250 



Heinrich IV. UI9— 142 



i 

1 




bomgarten, wingarten, inföng« akkern, wisen, buwhof, kelohof, boltz, veld, geziraber, mülinen und mtil- - >m 
statten ald darin gebor ti toii rebt ald von gewonbait, redlieh und reht ainas siäten ewigen koffe« 
verkoffet und ze kofi'ende gegeben betMnt für sich und iro erben und nachkomen der obgenamt^n fro 
Ciaren Pay erinen und ir erben und nachkomen urab zwajhiindert und vierundzwaintzig pfnnd pfenning 
Costentzer müns . . . und wöltint ir die obgescbribnen zinse . , - vertgen und zft ir banden bringen, als 
reht wäri, und batt mich urtail uiubfragen, wie sy das tön und volfören söltint . . . Do fragt icb urtail 
unib, und ward ertailt nach niiner frag anhelklich, das der obgenanit vogt die egenainten fro Annen 
vonKnöringen ze drin malen sölti fi\ren ab und usser des gerihtes ring und sy der sacben fragen 
und dann sagen in der wise, als vor ist erzalt, und söltint dann die vorgenamten jnnkber C Anrät von 
Stainah und fro Anna von Knöringen und ir vogt gan und stjin an offen richs Strasse und d« 
egenamten fro Ciaren Pay er inen die vorgeschribnen zinse ... in ir band ufgeben , . - Dasselbe alles * 
tattent und volf5rteni sy do ze stund gar und gantzlich, mit sölicfaer beschaidenbait und in dem rehten 
dinge und gedinge, das der obgenamt junkher Co nrat von Stainah und fro Anna von Knöringen- 
und alle iro erben . . . der obgenamten fro Clären Pay erinen und ir erben und nacbkomtnen iif nu 
den nächsten sant Martis tag und dannenhin allerjärlich je uff sant Martis tag vier pfund pfenning' 
Costentzer müns, Santg aller werung, abt malter vesan und vier malter haber gdtes und ungeforliche^ 
komes Santgaller messes ze rehteni järlichem zins ab und usser den vorgeschribnen g^item und ab und. 
usser allen iren rehten, nötzzen und zügehörden des ersten und vor allermenglicheni — usgelassen ^i 
gemainer statt ze Santgallen zins, der sölti Tor ir gewert werden, und fürbasser niemant anders; das^-^H 
ist luter vor mir usbedinget worden — und denn dannenhin vor allermenglichem an alle minnmg und 
abgang und an allen iren schaden geben, rihten und zö iren banden antworten sond ze San tgallen_^-Ä. 
in der statt oder ain mil wägs verr von Stainah, war oder wohin sj wellent, an alle widerred und 
4n gevarde. Weihes jares sy aber sümig wärint und den vorgeschribnen zins allerjärlich niht ribtint 
und gabint je uf sant Martis tag, als vorgeschriben stat, so hat die egenamt fro Clara Pay er in und 
ir erben und nachkommen und iro belffer, wer die sint, darnach, wenne sy wellent, frijes urloh und. 
vollen gewalt, den vorgenamten junkher Cftnraten vonStainah und fro Annen von KnÖringei 
und iro erben und nachkommen . , . ze nöten, ze heften, ze pfenden und anzegriffen an iren lüten und 
götern, ligenden und varenden, In bürgen, in stetten» in dörffern, uf wassern und uff dem lande, mit 
geriht, gaistlichem oder weltlichem, oder an reht, als vil, alz lang und als dik, untz daz sy je desselben 
järlichen zinses, der inen danne dezselben jares davon ussgestanden und niht worden wäri, und och de 
Schadens, in den sy und iro helffer von desselben nötens, heftens, pfendens und angriffen« wegen kommec 
wärint, gantzlicb gewert und entschadgot werdent. Und bievor noch wider iht das, so diser brieff w^t 
and sait, sol sy noch ir erben und nachkommen, noch iro lüt und gflt^ ligendes und Tarendes, niht 
schirmen, friden, fryen noch gflt sin weder gaistlich noch weltlich geribti kain abt, krieg noch bänne^«^- 
kain buntnüst, ainung noch gesetzte der herren, der stette noch des landes, noch kain ander erIobung^.^i-» 
bebelff noch fürzug, so jeman usgezieben ald erdenken kan oder mag jetz ald hernach in k^nftigeair 
ziten * . /' Und des alles ze ainem staten, warera Urkunde und besser sicherhait dirre dinge so hat^^r^ 
der vorgenamt Rüdol ff Gelter, der stattamman, disen brieff mit urtail versigelt von des gerihtes wegen— 
mit sinem aignen hie anhangenden insigel und mit des obgenamten Cfinraten Hören insigel von der 
Togtye wegen, des och ich, derselbe Cftnrat Hör, vergihtig bin, doch mit bedingde, mir und minei 
erben unschädlich. Wir die obgenamten Cflnrat von Stainah und Anna von Knöringen Terjehent 
och ain gantz warliait alles des, so davor von uns geschriben stat, und lobent, das alles war und st 
ze halten und datfider niemer ze hönde noch schaffen getan (werden) weder mit geriht, gaistlichem oder 
weltlichem, noch an reht noch mit dehainen andern Sachen Jena mit, an gevarde. Und ze noch mer 




252 Heinrich IV. 1419—1426. 

raisent nach iro erkantnusse, und wenn wir iro bottschaft bedurflFent, die sond sy uns lihen uff unsem 
kosten, wenn das ze schulden kunt. Und umb sölich ir burgerreht söllent wir inem allerjärlich je ze 
sant Martis tag ze rehter stüre geben und rihten ze Santgallen in der statt f&nf pfund pfenning 
Costentzer müns. Und wenn sich die vorgeschribnen zehen jar verloffent und us sind, so mugent wir 
das vorgedaht unser burgerreht dannenhin wol ufgeben und absagen, welhes jares wir wellent, vor sant 
Johans tag ze sunnwendy an stür desselben jares und nach sant Johans tag mit voller und gantzer 
stüre. Und ze oflfenem, warem urkünd . . . 

Mentag vor sant Matheus tag ze herbst, 1420. 

Stadtarchiv St (lallen, Tr. 27, Nr. 4§. — Pergament-Original mit den Sigeln aller vier in Holzkapseln. 

2955. — 1420. September 27. Luzcrn. — Auf einer Tagsatzung zu Luzern, die ein Über- 
einkommen zwischen L uze rn, Uri, Schwiz, Unterwaiden, Zug und Zürich über gegenseitige 
Befreiung vom Pfundzoll festsetzt, wird wahrscheinlich auch das am 7. December 1412 auf zehn Jahre 
abgeschlossene Burg- und Landrecht der Stadt St. Gallen mit den V alten Orten erneuert. 

Vgl. Th. von Liebenau, Anzeiger f. Schweizer. Geschichte, 1890, S. 121. Für die Erneuerung im Jahr 1420 spricht 
eine Eintragung im Luzerner Ratsprotokoll von 1420. Februar 28. («feria 4* post alten vasnacht*): ,Die von Sant 
Gallen begeren sich zu uns zu verbinden* ; far das Datum weist Liebenau auf eine andre Eintragong (ebenda SS**) 
hin: «Affuerunt nuncii lige . . . habeantur centennarii sabato ex buntbrief.* Endlich wird dnrch eine Notiz auf emer 
etwa gleichzeitigen Copie des Burgrechtes im Luzerner Staatsarchiv die Emeaernng desselben nach Ablauf auf weitere 
zehn Jahre bestätigt, vgl. oben Nr. 2539 Note und andre von Liebenau a. a. 0. genannte Gründe, welche dafür sprechen. 

2956. — 1420. October 4. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen übertragt dem Johannes 
Bischof (Episcopus) die Pfarrkirche in Rötis in der Cur er Diöcese, welche durch die Wahl des 
bisherigen Inhabers Rudolf Bellazon zum Decan der Curer Kirche erledigt worden ist; dem letz- 
tern ist mit seiner Einwilligung vom Curer Bischof auch die Bestätigung übertragen worden. — Feria 
sexta post Michahelis, 1420. 

StiftttrchivStdallen, LehenarchivBd. 74, S. 1(17. — Flüchtige Eintragung von der Hand des abtischen Schreibers. 

Wahrscheinlich schon einige Zeit vorher präsentierte Abt Heinrich (IV.) von StGallen dem Bischof 
(Johannes IV. Naso) von Cur für die erledigte Pfarrkirche in Rötis, deren Besetzung dem Kloster 8t. Gallen 
zustand, in Wiederholung einer früheren Bitte den Priester Johannes Bischof (Episcopus) aus der Curer DiÖce«, 
indem er darauf hinwies, dass die inzwischen erfolgte Übertragung der Kirche in Rötis auf Konrad Höflich. 
Canonicus der Kirche des hl. Stephan zu Constanz, mit andern Würden desselben unvereinbar sei. 

Stiftearrhiv St.Clalle]i, Lehenarehiv Bd. 74, S. 8S8^ — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers ohne Datum. 

2957. — 1420. October 8. St. Gallen. - Abt Heinrich (IV.) nimmt auf der ?hh w 
St. Gallen auf die Bitte der Else Sägisserin, Ehefrau Haini Süters von Oberndorf, Bür- 
gers zu St. Gallen, die mit Ulrich Bingisser, Bürger zu St. Gallen, als Vogt, Herman Metman- 
egger als „Wiser" und Hans von Andwil (Ainwil) als Fürsprech vor ihm erscheint, einen .wingarten 
an der Blatten in Marpacher kilchöri gelegen, zwusschent Uli Burgowers und des Halters 
wingarten* auf, ein Qotteshauslehen, das die Frau inne hatte, und belehnt damit ihren Ehemann. — 
Santgallen, zinstag vor sant Dionisien tag, 1420. 

Stift^ithiv St. «allen, Lebenarchiv Bd. 74, S. S04 f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. ~ Ea sigek der 
Abt, Ulrich Bingisser und für die Frau auf deren Bitte Hans von Andwil. 



254 



Heinrich IV, 1419—1426. 



2961. 

Abt Heinrich (IV,) von St, Gallen und Hans von Homburg treffen ein Überein- 
kommen über die Pfandschaft des Kirchensatzes zu Ober- und Nieder-Stammheim, 

t4dO. aetober 14. 

Wir Haiiirich, von Gotts gnaden apt des gotzhus zeSantGallen,... und wir das csppttt^l 
gemainlich desselben gotzhus ... des ainen und ich Hans von Honbnrg, seßhaft ze Stoffen, des 
andern tails bekennent (ins offenhch njid tfigent kund , . ,, das wir von solichen trüwen und gnaden 
wegen, die ich obgenanter Hans von Honburg zä dem egenanten gotzhus zeSantOallen bisher 
lang zifc gehept han und noch allweg gerne tätti, was sin nutz und sin er weriiid, durch ersain, wise 
lüt, gaistlich und weltlich, die mm mainung und den guten willen, den ich hau, wol gemerkt and 
verstanden haut, ainer früntlichen tädinge lieplich und gütlich ingegangen und übtfrkomen syent Toa 
der pfandschaft wegen des kilchensatzes, lüt und gut ze Obren- und ze N i d r e n - S [t] am h a i n , di& 
ich bisher von dem egenanten gotzhoß in pfands wise genossen und innegehept han, nach innbalt der 
brielF, so ich darumb versigelt innehän. Also ist, das ich noch also lang leb, so soll ich dieselben- 
pfandschaft, liit und giU, mit zinsen, mit zehenden und mit allen andern nützen und zügehörden zwölff^ 
jar die nechsien nach ainander innehaben und niessen, als ich die vormals und bisher an disen hCittigeiu J 
tag innegehept und genossen hün, an alle geverde. Darnach ald abi!) ich in denselben zwölff jaren_ 
vor abgieng und stÄrb, so sol in und irem gotzhaß dieselb pfandschaft mit aller zftgehörde ledklich— 
yervallen und gevallen sin, doch söliche wort und gedingde darin gezogen und behalten: Als ich ainen 
sun h&n, genant Johannes, by Mar garet ten Sarwürktin, wilend Hansen des Sprungs seligen» 
des maiers, elicher frowen, den ich mit der hilff Gotzs gerne ordnete und fögte ze gaistlicher zueht 
und in daruff jetz gen schule geschtkt hän: wurde der darzü geschikt, es wer in den zwölflFjaren oder 
darnach, über lang oder über kurtz, wenne denn das der obgenant min herre der apt und das capittele 
zu Saut Gallen oder ir nachkomen von mir oder von im oder von aiuem andren, dem ich das enpf&lch, _» 
angemutet werdent, so sond sy demselben minem sun Johannsen die kirchen ze Stamhain mit zinjsen^^i^^ 
mit zehenden und mit allen nützen und z5gehörden sin lebtage imd gentzlich uff sinen tode verliben^^H 

als ainem rechten kilcherren und ouch den ainera herren und bischoff ze Cos ten tz, der denn je zfi 

der zit ist, redlichen preaentireu und allen iren ernst und flisse darzil tun, als recht, sitt und gewon 

lieh ist, das er uff die kilchen perpetuirt und bestäfct werdi, also doch das er der obgenanten Mar 

garetten Sarwürktin, ainer müter, ob die dennoch in libe ist, untz uff iren tod von den nnttzen 
und götern, die zft der obgenanten kirchen ze Stamhain gehörent, die sechtzehen mut kernen, vier — 
Tnalter habern, zehen s6m wios und zwaintzig pfund guter haller Costentzer werunge, die sy von mii^ 
obgenanten Hansen von Honburg unib ir bar gelt ze ainem rechten, jerlichen libdinge erkouft hett^.^| 
darum b ich sy ouch mit guost und willen des obgenanten mins herren des aptes und des capittels zä 
Sant Gallen mit underpfanden usser dem vorgeiianten kirchensatze und ouch mit gülten und bürgen 
nach innbalt irs lipdingsbrieffs, so sy von mir darurab innehat, versichert und versorget bab, alle jar 
jerlichen usrichten und geben sol uff sant Martina tag. Und sol sy oiich fürbaß desselben irs libdings 
Versiehren und vertrösten mit willen des obgenanten mins herren von Sant Gallen und sins capittels 
von der obgenanten kirchen ze Stamhain nützzen und gtütern und mit erbern löten, die bürgen und 
gülten daruff werdent, er sterb vor ir oder nit, das sy dennacht desselben irs lipdings sicher und gewil! 
sige nach aller ir notdurft, Äoe geverde, und sond des onch derselb min herre der apt und sin capitt^l 
ze Sant Gallen gebunden sin ze vergünsten. Dasselb ir libding sol man ir ouch alle jare antwurten 
ain mile wegs von Stamhain, wahin sy wil in dem crais, es bjq in atett, in dörffer oder uff bürg. 




256 



Heinricb IV, 1419^—142«. 



die ihüi der Abt bei der Abrechming scliuldig geblieben ist. — Santgalleii, in die beatorum Simonis 
et Jude apostolorum, 1420. 

Stadtarchiv 8t Mlfn^ Tr t Vr. ^'. — Papier-Original; das Sigel ist grdsstenteU« abgeblättert 



oia ^j 



3964. — 143«, XoTeiiiUer 3, St Gallen, — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen belehnt 
auf die Bitte Rudolfs von Roaenberg, Dienstmanns des Gotteshauses, die Alli Brüniswillerin, 
Hans Brüniswilers selig Ehefrau, geineiriHam mit ihren ehelichen Söhnen Hans dem altem, Hans 
dem Jüngern und Rudi, den Br On is wilern» mit einem Gut genannt die Hüb, zu Nieder-Sommeri 
gelegen, einem Gotteshausleben, da.s Rudolf von Rosenberg ^niit dem hus und stad«! in der Hübwia 
und mit drin schupuss recbtc^n in dem wald ze Sumbri und mit akkern, holtz und velde und aller ander 
zügehordi* an die Frau und ihre Söhne verkauft hat. Der Frau verleiht der Abt aus besonderer Gnade 
freies Mannrecbt. — Santgallen, sampstag nach aller hatlgen tag, 1420. 

StiflMrrliiv SUfinflcB, Itikli^nirfliii M. MI, l \U. — Entwurf von der Hand de» äbtischen Schreiber«. 



I 



2965. — U30, XoTombcr 3. Steallen. — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen verleiht 
dem Ulrich Amman von Hundwil (Huntwille), sesshaft zu Altstätten, Amman des Gotteshauses 
zuMarbach, und seinen Erben, da jener des Gotteshauses .miSli in der statt ze AI tstetten gelegen, 
die vor ziten in den kriegen gewüst und verbrent waz, und die segmüli doselbs ze Altstetten, an 
der Braiten gelegen, die ouch zergangen und gewöst waz, wider uff bracht, gezimbret und gebuwet- 
hat", in Anbetracht seiner guten Dienste ,die obgenante müli in der statt ze Altstetten mit dem 
garten daran gelegen und den mülakker gelegen ze Altstetten vor der statt, an Spitaler und^ 
Hainis Beren gölern, und zwai akkerlin gelegen im Bruch 1 in, — dero ains stösst an den Kessel— 
bach und an Cunis Senften akker, und daz ander stösst an wilent Caspars im Graben akker(?) — ^ 
und mit alle dem» so zu derselben millen und müli statt gehorit, und die segmüli ze Altstetten an der^ 
Braiten gelegen, ouch mit allen zugehorden und rechten" zu einem rechten Zinslehen, das jener bi»- 
zum Tod des Abtes (,ze end unser wil") gemessen soll gegen einen jährlichen Zins von 3 Sf >Sj C. W* 
und vier Herbsthühnern von der Mühle und 2 ff -Sj C. W. und zwei Herbsthühnem von der SägmtlUe, 
auf St. Gallen Tag zu entrichten. Sollte es geschehen, daas der Zins in einem Jahr nicht entrichtet 
würde und ,ain zins den audern erlüffi", so sollen die beiden Mühlen dem Gotteshaus .ledig und loss* 
sein zu freier Verfügung. — Santgallen, sunnentag noch aller haiigen tag, 1420. 

Stlfiiiarrhh Sf. Iiaiten, lelifnarrhiv ßl 71, 8. Ut — Entwurf von der Hand des Ibtischen Scbreibers. 

2966. — 1430. November 5. St Gallen. — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof zu St Gallen 
dem Dietrich Maier (Maiger) von Trossingen, Kirch herr zu Deislingen (Tüslingen), zu Händen 
seines ehelichen Bruders Heinrich Maier und dem Hug Vogt von Bö ringen (Beringen) die Lehenschaft 
tlber den Anteil jedes der beiden au dem Zehnten zu Tuningen (Tainingen), genannt ^der partzehend*, 
einem Gotteshauslehen, das bisher Heinrich Maier, Hug Vogt und Eberlin Miisser selig gemeinsam 
innegehabt haben, und verleiht jetzt oach Eberlin Mössers Tod den beiden andern auch dessen Drittel, 
das »von der gemaind wegen* an sie gefallen ist. — Santgallen, zinstag nach aller hailgeu tag, 1420. 

StifUarelliv St.Öa!klJ, lehenartlliv Bd. 74, S. U%. — Entwurf von der Hand des abti^chen Schreibers. 

2967. — 1420. November 6, Con^tanz. — Freiherr Heinrich von He wen, .sänger der 
hohen gestift zeSträßburg*, verleiht dem Priester Hansiberger ,ze rechtem leben und ze vi^idem 
sin lebtag* den sogenannten Brach endzehnten zu Schwär zenbach, womit von dem Vetter des Frei- 




I 



258 



Heinrich IV. 1419-1426. 



disem brieflF von der stoß und misshellung wegen, so der obgenani junkher Eberhart von Ramswag 
und die von Balgah zesament gehept band von des Aichholtz wegen ze Balgah an der Ab 
gelegen: Derselben irö stöss und züsprüch, wie sieb die bisber uff disen bfittdgen tag, als dis hrieb 
datuni uswiset, erloffen band, sy ze baider sit uf uns fQnff kommen sint ze dem rebte also: wes wir uns 
erkantint anbelklicb oder der merentail under uns, das alles band sj ze baider sit gelopt und yerhaissen 
war und stät ze balten nu und bernacb. Und also syen wir dis büttigen tags zfl den sacben gesessen, 
und sint baid tail für uns kommen und sieb für uns gestelt, nacb dem als rebt was. Und do das 
bescbab, do clegt der von Ramswag durcb sinen reder C an raten Mü ssler: sieb betti gefAgt, das 
er mit denen von Bai gab vor etwievil zites von desselben Aicbboltz wegen ocb in stössen gewesen 
wäri; des wärint sy kommen uff berr Marquarten saligen vonÄmptz. Der betti inen darumb ns- 
gesprochen und darumb brieff geben; desselben spruebs fins der vorgenant von Ramswag ainen brieff 
zogt.*^ Dawider sprachent die von Balgah durcb iro reder Ulrichen Seh orand: sy logenotint des 
briefs nit; er wäri aber an inen nit gehalten. Darumb babent wir uns anbelklicb erkent und sprechent 
darumb us zem rechten, das der von Ramswag by dem spruchbrieff, wie der innbalt> bestan und 
beliben sol. Aber denn clegt der von Ramswag: die von Balgah bettent im die sinen pfendet, die 
in den hof gen Kriesseren gehortint und boflQt wärint, und iri swin verhfingert, die sy ingetan 
hettint, und hettint in dem Aichholtz aichlen gelesen und bom geschüttet über das, das es nit ge- 
wonlich noch rebt wäri; darzü babint sy holtz gebowen in dem Aichholtz über das, das sy es an 
ainen keller ze Kriesseren nie erfordret habint, als das gewonlicb und berkomen sye. Und batt uns 
darumb ünsers spruebs umb die drye stuk. Darüber antwürtent die von Balgah: si wärint dero drin 
stuken dehains schuldig, und batent och darumb ünsers Spruchs. Und nacb baider tail clag und wider- 
red babent wir uns erkent und sprechent darumb us zem rebten, das der von Ramswag wisen sol, 
als er clegt bat, oder aber iro Unschuld nemen, als sy geantwürt band. Also kam er des ze irem 
rebten und überhüb sy darumb der aide. Aber braht der von Ramswag für uns: er betti ain hof- 
frowen ze Kriesseren oder me denn aini, die hofg&ter hettint; die hettint aigen man genomen; 
denselben wertint die von Balgah, das sy iri swin nit triben söltint in das Aichholtz noch ander 
rebt darinne haben; und batt aber darumb ünsers spruebs. Dawider antwürtent aber die von Balgah: 
sy getrüwitint unser erkantnüst wol; der spruchbrieff, den hen Marquart salig von Ämptz geben 
betti, der wisti luter, das kain aigen man kaini rebt in dem Aichholtz haben sGlti; und batent Qos 
ocb darumb ünsers spruebs. Und nach baider tail fUrlegung, clag und widerred babent wir uns umb 
dasselbe stuk erkent und sprechent darumb, das kain aigen man kaini rebt darinne haben sol nach 
innhalt desselben spruchbriefs, der vormals darüber geben ist. Aber bat der von Ramswag clegt: 
die von Balgah habint in dem Aichholtz pfendet und die pfender getriben in iri geribt über das, 
das sy darzü nit rebt habint; und batt darumb ünsers spruebs. Dawider antwürtent die von Balgah: 
sy getrüwitint 6ot und dem rebten, war der wäri, der schaden tätti in dem holtz, der im nit genos 
wäri, den möhtint sy wol pfenden und die pfender in iri geribt triben oder tragen; und batent Uns 
darumb ünsers spruebs. Und nach baider tail clag und widerred babent wir uns erkent und spredieni 
darumb us: wenn das ist, das jeman ungenosser schaden tut in demselben holtz, das send die von 
Balgah des ersten an ainen vorster bringen. Wil er das wenden und darumb pfenden, dabi sol es 
bestan; wil er darzi\ nit t(tn, so sond sy es darnach bringen an den keller ze Kriesseren, wer je 
danne keller ist. Tut dann der darzü, als rebt ist, dabi sol es aber beliben. Tflt aber entwedra nihtz 
darzü, so sond und mugent dann die von Balgah selber darumb pfenden und das pfand in das nahst 
geribt triben und damit varen, als rebt ist, an gevärde. Damach brabtent die von Balgah fOr uns: 
der von Ramswag betti jctz ainen keller ze Kriesseren, genant Spar, der dem nit genos wäri, 



280 Heinrich IV. 1419-1426. 

ze sant Mariis (tag) ze rebter stüre geben und an allen iren schaden zfl Iren handen antworten drQ pfand 
pfeuning Costentzer mUns. Und wenn sich die Torgenanten flELnf jar verloffiBni und ns sind, so miir 
ich daz vorgeschriben min burgerreht dannenhin wol absagen, welbes jares ich wil, vor sant Johans 
tag ze sunnwendy an stüre desselben jares und nach sant Johans tag mit ToUer und gantier stüre 
Sant Andr(e)as abent, des hailigen zwelfbotten, 1420. 

Sti4Urehlf StCitUei, Tr. 27, Ir. 41 — Regent: Hardegger ond Wartmann, der Hof Krienem, Nr. 8S, a 23 f . — 

Pergament- Original mit Sigel in Holzkapsel. 

2971. — 1430, DecemberS, — Rudolf von Rosenberg von Zukkenriet gibt dem Abt 
Heinrich (IV.) von St. Gallen Leibeigene auf, die er vom Kloster St. Oallen sn Lehen hatte nnd 
die sich nun mit 25 S^ /^ C. M. von ihm an das Gotteshaus zurückgekauft haben, nimlich Frau Mar- 
garete Müller, Gattin des Hans Müller selig vonUzwil, und ihre ehelichen Söhne Hans der 
ältere und Hans der jüngere. — Mäntag nach sant Andres tag des zwdUTbotten, 1420. 

Stiftsarchiv St dailen, D. B. 2. B. 5. — Pergament-Original; das Sigel hftngt eingenftht 

2972. — 1430. December 9. (St Oallen.) — Abt Heinrich (IV.) erneuert im Hof la 

StGallen dem Hug Garnleder, Bürger zu Constanz, zu seinen und seines Bruderssohns Hans 
Garnleders gemeinen Händen die Lehenschaft über einen jährlichen Zins von 10 ff Heller und 
10 Hühnern aus der Vogtei zu Ifwil (IflFwil). — Mäntag vor Lucio, 1420. 

SUftiareUf StMkl, LeheiarcU? Bd. 74, 8. US. — Entwarf von der Hand des abtischen Schreibers. 

297B. — 1410. December 9. St. Oallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen fertigt 
Else Hörin mit Zustimmung ihrer anwesenden Brüder Ulrich und Othmar Hör, verbeistandet 
durch Hug Schulmeister, Bürger zu St. Gallen, als Vogt und Hans Varenbfller als «Wiser*, sowie 
mit Johans Gossau, Hofammann des Abtes zu StGallen, als ihr aller Fürsprech, ihrem Ehemann 
Othmar Gössler ihren Anteil an gewissen Besitzungen, die sie gemeinsam mit ihren Brüdern Tom 
Gotteshaus zu Lehen hat, nämlich ein Achtel des Hauses «in der statt ze Santgallen by der MetzggeUf 
genant der Hörin hus', und je ein Drittel des Hauses und Gartens ,vor der statt ze SantgaUen am 
BrAl gelegen** und eines Weingartens zu Marbach im Rheintal, genannt der Spitzacker. — 
Santgallen, mäntag vor sant Lucien tag, 1420. 

SUftnreUf StClallei, Bleherarchi? Bd. IMl, f. 249. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Abt, Hug Schulmeister, für die Frau ihr ehelicher Bruder Konrad HGr und für die Brüder Ulrich und Othmar Hör 
,Bartholomee Blarrer, der buwmaister ze Santgallen*. 

2974. — 1420. December lO. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen richtet 
an Bischof Otto (IIL) von Constanz oder dessen Vicar die Bitte, seine Einwilligung dazu zu geben, 
dass Johannes Binder, Inhaber der Pfarrkirche in Romanshorn, deren Ck>llatur dem Kloster 
St. Gallen zusteht, mit seinem Bruder Georg Binder, Inhaber der Pfarrkirche in Salmsach, deren 
Collatur dem Propst und Capitel der St. Stephans-Kirche in Constanz zusteht, tausche, wozu der 
Abt seine Zustimmung gegeben hat. — In Sanctogallo, decima die mensis Decembris, anno Domini 
MCCCCXX»»o. 

Stiftwrrhiv St.(iallfn, Lehenarehiv Bd. 74, S. 251. - Eintragung von der Hand des abtischen Schreibers. 



Heinrich IV. 1419—1426. 261 

2975. — 1430. Decembcr 13. (St. ©allen.) — Elisabeth ab Husen, Bürgerin »in der 
richstatt* St. Gallen, richtet mit Bürgermeister und Rat von St. Gallen an Bischof Otto (III.) von 
Constanz oder seinen Vicar das Gesuch, eine von ihr gestiftete ewige Messe und Pfrund auf St. Se- 
bastians und St. Fabians Altar in der Pfarrkirche zuSt. Mangen ausserhalb der Stadt St. Gallen zu 
bestätigen und die Pfrund ihrem Sohne Heinrich ab Husen, Priester des Constanzer Bistums und 
Magister der freien Künste, mit besonderen Vergünstigungen zu verleihen. Schon der Bruder der Stifterin, 
«Hans Straiff von Birbömli' selig, Bürger zu St. Gallen, hegte die Absicht, zu seinem, v^ie seiner 
Vordem und Nachkommen Seelenheil auf dem genannten Altar zwei ewige Messen zu stiften; da er 
9 denselben sinen gfiten willen nit volbraht und och so vil ewigs geltz und järlicher nütze und zins 
beschied und nemlich uss sinem gute darzü ordnet, das zwen priester, die je ze ziten dieselben messan 
hieltint und capplan daselbest wärint, erberlich narunge zA ainer notdurft haben möhtint nach minem 
verstan'f so hat Elisabeth ab Husen mit Einwilligung von Bürgermeister und Rat, sowie der Erben 
ihres Bruders selig eine ewige Messe auf dem genannten Altar „bewidmet und begabot* mit folgenden 
Gütern und jährlichen Zinsen: »des ersten mit dem hof genamt uflf B&l mit allen sinen rehten und 
zflgehorden, — der ze ainer sitten stosset an Tünbach, anderthalb an Hündobel, ze der dritten 
sidten an Horchental und ze der vierden sidten an Nenggersberg — , der ze gemainen jaren 
giltet vierzehen malter, halbes vesan und halbes haber, Santgaller messes und zway pfund pfenning 
Costentzer müns; und den zeheuden des kelnhofs zeObren-Stainach, den zehenden ufdembuwhof 
ze Obren-Stainach — dieselben zwen zehenden ze gemainen jaren geltent sehszehen malter der 
vorgenamten körn und messe, mit sölichem underschaide, das man von allen g&tern, die in dieselben 
zehenden gehörent und darin zehendent, von höwe ab den wisen, die nieman verdenkt, dann das sy 
allweg wisen gewesen sijent, von werk, von nussen, von räben und von allem andern opss kain zehend 
in dieselben zwen zehenden gehöret — und darzA vier som wines und fünflF malter des vorgeschribnen 
komes und messes von dem wingarten gelegen under Stainach der bürg." An die Stiftung ist die 
Bedingung geknüpft, dass zunächst Elisabeth ab Husen selbst die Messe und Pfrund zu verleihen habe 
und später dieses Recht dem Bürgermeister und Rat zustehen solle ,ze der zite und frist, so laigsch 
lehenherren gotzgaben verlihen sond von dem rehten, das ist in den nächsten vier manoden, als sy 
ledig wurd*. Femer soll der vom Bischof von Constanz oder seinem Vicar bestätigte Priester wöchent- 
lich vier Messen halten, »doch das er gut gewissni es ze tflnd allweg habi in der friy, das nach der- 
selben messe tagdienster zitlich an iren tagdienste wol komen mugent*. Ferner soll der Caplan die 
Güter und Zinse »unverendert und in gäten büwen halten'' und die Messe und Pfrund »mit sin selbs 
person verdienen und besitzen*. Falls der Leutpriester zu St. Mangen dem Caplan »das opflFer lat, so 
gevallet zft sant Fabianus und Sebastianus alter, diewile er messe da hett, so sol er demselben lüpriester 
helffen singen metti, messe, vesper, was danne der lüpriester uflF denselben tag denn singen wil"; zu 
weiterer Hilfe aber ist er nicht verpflichtet. Er soll ferner das Recht haben, »die gloggen zu siner 
messe ze lütent, an Widerrede der kilchenpfleger und aines lüpriesters*, dagegen selbst Kerzen, Oblaten 
und Opferwein für die Messe bestreiten. Endlich soll der Caplan jährlich an allen Fronfasten am 
darauffolgenden Montag, nachdem er auf dem Altar Messe gelesen hat, mit Priestern, »so er darzä 
erbetten hat und inen och darumb tut*, eine Vigilie und Seelmesse halten für Johannes Streif, seine 
Vorfahren und Nachkommen und für alle »fürdrer und sturer zft diser ewigen messe*, und des Abends 
nach der Seelmesse soll er über dem Grabe des Genannten bei der St. Mangenkirche »mit dem wih- 
wasser und der rochi, als gewonlich ist, gan*. Endlich soll die Hinterlassenschaft des Caplans seinen 
rechten Erben ohne Einsprache zustehen, es sei denn, dass er an die Messe oder sonst etwas vermache; 
das hätten die Erben auszulichten, aber nicht mehr. — Für diese Stiftung erbittet Elisabeth ab Husen 



262 Heinrich lY. 1419—1426. 

die Bestätigung. ,Darz& die tütschen briefe, die über die vorgeschribnen ewigen jSrlichen gQlten und 
g&ter, die der egenamt Johans Straiff sälig, min br&der, hatt und wie er sich dero f&r sich und sin 
erben Terzigen und ufgeben unwiderrfifflich hat, han ich och durch me sicherhait von wort ze wort herin 
haissen schriben, als hernach geschriben ist/'^ Ferner hat die Stifterin die Messe und Pfründe ihrem 
Sohn verliehen «mit der beschaidenhait, das in, diewile er lept, der artikel, als ain capplan fr&messe 
haben sol, in nit bind, diewile er die pfrfind hat', dagegen nach ihm soll die Bestimmung in Kraft 
treten. — Fritag nach sant Nicolaus tag des hailigen byscho&, 1420. 

a) In Wirklichkeit fehlen dieM .tatiehen hrlefc". 

8ti4tareld¥ Stfiallei, Tr. IVII, Hr. 2. — Pergament-Original. Für Elisabeth ab Hnsen sigaln BflrgermeiBter und 

Rat Ton St. Gallen mit dem «mindern" StadtsigeL Das Sigel fehlt. 

Hiezu folgendes Transfix: 

14S1. Mftrs 18. Constans. — Der Vicar Bischof Ottos (III.) von Constans best&tigt «ereetionem 
et dotationem prebende altaris sanctomm Sebastiani et Fabiani siti in ecclesia parrochiali SanctiMagni extra 
muros opidi Sancti Galli ... per Elisabetham ab Husen . . . factas' nnd swar «anctoritate ordinaria, da con* 
sensu tamen et Tolaotate eiusdem ecclesie rectoris leg^timis documentis intormati*. — Constantie, 1421, XY. V^^l^i^iw 
Apprilis, indictione XIIII. 

Sta4tarehi¥ StteUen, Tnuuiix ni Tr. lYU, Ir. 2. — Transfizsigel, rot auf gewöhnlicher Wachsnnterlage; beschädigt — 
Registraturvermerk rechts unten auf dem Bug: Mich(ael) nomine Frid. — Dorsnalnotii rechts oben: 
Io(anne8) Tenger. — Von dem Gleichen ist unten auf dem Bug der bestätigten Urkunde vermerkt: «Fiat confir- 
macio, lo(annes) Tenger.' — Vgl. unten 1488. Juni 13. 

2976. 

Die Boten der VII alten Orte teilen dem Abt von St. Gallen mit, dass sie den 
'wriderspenstigen Appenzellem einen neuen Tag nach Luzem gesetzt haben. 

liuseni. 14tttO. December 19. 

Erwirdiger lieber herr, unser gewillig früntlich dienst sin ze allen ziten vorgeschriben. Ghiediger 
herre, als ir zelest uiF dem tag ze Baden mit Uns und wir mit üch Ton der sach Appazellern 
wegen gerett und ir aber daruf uns ernstlich und früntlich geschriben hant, daz wir alles wol gemerkt 
haben, mtigent ir wol wissen, daz uns die sache überlegen ist, daz die von Appazell nit so gevölgig 
sind, und begerten von sunderm inguss des almechtigen Gottes, daz die stösse und infal in einhellikeit 
ze gfitem end bracht wurdent, darz& wir geneigt sin, an trüwen unsers bestez ze t&nde. Haben danimb 
ein sundren tag gen Luc er n gesetzet, uf cistag nehst nach dem ingenden jar ze nacht an der herberg 
ze sin, und den mit flisse den von Appazell verkündet, daz sy zechen erber man von ir land uf den 
tag zfl uns schikent mit vollem gewalt etc., mit dien wir oder sy villicht so verr uss und z& den sachen 
redende werden und mer denne noch je, das wir hoffen, die sach kom ze g&tem. Dia verlengerung ir 
nicht für übel vememen wellent; dann es durch des allerbesten willen geschieht. Waz uns ouch uf 
dem egenanten tag begegnet und wie sich die sache denn verhandelende wirdet, wollen wir Qwem 
gnaden ze wüssen t&n, oder ob ir wellent, so niögent ir uf die zit einen üwem hotten bv fins han, 
der antwürt ze erwarten. Geben under der statt Lucern ingsigel von unser aller bett wegen,%f donstag 
vor sant Thomas tag, anno MCCCCXX®. 

Der Eidgnossen von Zürich, von Lucern, von üre, von Switz, 
von Underwalden, von Zug und vonGlarus hotten, als wir ze 
Lucern gewesen sin. 

Dem erwirdigen unserm gnedigen lieben herren hem Heinrichen, von Qotz gpaaden apt le Santgallen. 



Heinrich IV. U19— 1426. 263 

StiftardÜTStWlei, ftBbr.UU, Fasel. — Papier-Original; das Sigel ist abgefallen. — Vgl. oben Nr. 2952 und 
nnten 2983. 

Vgl. dazu die folgende Eintragung im Luzemer Ratsbuch: 

«Von der sach des aptz von Santgallen und Appozeller wegen istAppozellern geschriben, daz*) der 
aman selbzehent kom am nehsten zistag nach der beigen dry küngen tag, ist nach dem ingenden jar, von der sach 
Iren und dez aptz wegen mit vollem gewalt ze antwurten, ze tünd und ze lande. So sol man heimbringen, daz die 
Eidgnossen einhell sind an Ure. 

Item die botten ze wisen ze sprechen. 

Item dem apt ist geschriben, man well im uf dem tag antwürten." 

a) Hi«r folct« msprfliifflieh .17 Koppenhan, Entien Uolli, d«r am»n Ton Huntwil, Stib(iner), Hans nnd H«rin«n Wetter*, waa aber reatriehen ond doreh 
äim »IkifMi Worte cteeUt iai. 

Iwner latitack, Ifl, 7%\ 

2977. — 1420. Deeember 20. — Abt Ulrich (IL) und das Capitel von St. Johann im 
Turtal verleihen dem ÜliZilyar von Götzis (Getzis) gegen Erlegung eines Ehrschatzes von 2 VC iS\ 
und gegen einen jährlichen Zins von 2 ff /^ CM. folgende Güter und Einkünfte zu einem Erblehen: 
aDes ersten vier manssmeder höwachs gelegen uiF den Medern — stosseut ze ainer siten an der herren 
g&i von Crützlingen, ze der andren siten an des Gamps göt, abwert an junkher Ulrichs von 
!Emps gut und ufwert an den Schenkenwag — und gand in Wechsel mit der Starken vier manss- 
meder daselbs; und darz& allen ünsern zehenden ze Mos und allen ünsem zehenden in der schüppus 
und och ünsem komzehenden uf dem A igen — gat unz an den akker genant ze den Siechen und 
andrenthalb zeDrützzigen an die böm — *. Jedesmal nach dem Ableben eines Abtes soll das Lehen 
neu empfangen werden und ebenso beim Tode des Inhabers jeweils durch den ältesten Erben, und bei 
der Erneuerung sind S ß /Si sls Ehrschatz zu entrichten. — Sant Thomans abent des haiigen zwelf- 
boiten vor wihenächten, 1420. 

StUlnniUYSt.teUei,LLL A. 18. — Pergament-Original; die Sigel bangen eingenäht. 

2978. 

Ammann Rudi Hermann zu Bernang an Bürgermeister und Rat zu St. Gallen. 

(14S0?) December »1. 

Minen willigen dienst. Lieben herren burgermaister und rat, ich lann üch wissen, daz für mich 
bracht ist von denan von Diepoltzow, die z&gehörent dem gotzhus ze Pregentz, daz die gern 
üwer burger weltent sin und werden mit ir herren gunst und willen. Da bitt ich üch, wenn sy ir 
herren gunst und willen erzögen t, daz ir sy denn uff wellent nemen; won ich kan anders nit verstau, 
denn*' daz es iwer nutz sig. Geben an sant Thomas tag in den winächten. 

Von mir Rüdin Herman, amman ze Bernang. 

Den wisen nnd wolbeschaidnen dem burgermaister nnd raut der statt ze Sant Gallen. 

StlitaRlÜYSt.Wlfil,Tr. 27, 47. — Regest: Hardegger und Wartmann, Der Hof Kriessern Nr. 84, S. 25. — Papier- 
Original; das Sigel ist abgefallen. — Bemerkung a tergo von späterer Hand: «Das die von Dieipoltsow(!) burger 
alhie werden sölten, anno nngfarlich 1420'*. 

2979. — 1420. December 2». St. fallen. — Abt Heinrich (lY.) belehnt im Hof zu St. Gallen 
auf Grund eines vom Landammann zu Bregenz (Pregentz) Hans Loher gesigelten Aufsendbriefes 
von Peter Mangolt von ^^Mentzen* dessen Bruder Kunz Mangolt von «Brachspergsow* 
mit einem jährlichen Zins von Sß ^ C. M. und 2 Scheffel Haber Wanger Mass aus dem Gut im Riet, 



264 



Heinrich IV. 1419-U26. 



genannt »Clawsen dez Hailers gut, daz jetz des langen Rütlingers kind innehand, und v^ 
ze todvall nach waU lehensreht, won daz eilest under den, die dazselb gut niessent und inne ha-j 
abstirbet**, was alles Peter MangoU, der damit belelmt war, an seinen Bruder verkauft hat — Saa 

gallen, fferiu seciiiida post Thoiiie, 142ü. 

StifUarckif SUfiilli^e, Uh^narrhif Bd« 74, S. %l%* ^ Entwurf von der Haud des äbtischen Schreibers. 



2980- - (U30. öecomber 33. J) StÜalleii. - Vor Abt Heinrich (IV,) heben im Hof 
zu St Gallen Elsbeth Göpsinerin, Hans Güpsiners eheliche Witwe, und ihre eheliche Tochter 
Ursula, Hans Vogel weiders Ehefrau, mit Konrad Hör, Altbürgermeister von St. Gallen, als Vogt. 
Ulrich FÄrer als ,Wiser' und Ulrich ab dem Berg als Fürsprech die bisherige Gemeinschaft 
über gewisse Gotteshauslehen auf, nämlich „dez ersten übir ir hus, hofstatt uud hofraiti an Mölter- 
gassen gelegen, enzwQsschent Hansen Roten und Hansen Tun tels hüsern; item übir den wio- 
garten zeMarpach, den man nempt derGüpsiner; it^m übir den drittail jJirlichs wins us»er dem 
wingarten ze Marpach, den der Vetter biiwi, und übir zwai krutbett in Fron garten und darzü 
übir alle ir varend göt", und darauf übertragt Hans Vogelweidera Frau ihren Teil an den genanot^n 
Lehen auf ihren Manm der vom Abt damit belehnt wird* — Sant Gallen, mäntag vor dem ingenden 
jare, 1421. 

SUnAirckiv %L (raliri» ktieiiarcliii Bd, 74, S. 318 |[. — Entwurf von der Band des äbiischen Schreiberfl. — Ea ngeln der 

Abt, Konrad Flor und für die Frauen Clrich Fürer. 



2981. — 1420, »eei^mbor 38, St, «allen. — Vor Abt Heinrich (IV.) nehmen im Hof zu 
St. Gallen die Eheleute Wal th er Jäclis ab Kamm erberg uud Adelheid, die eheliche Tochter 
Ulrich In helders selig, mit dem Stadtschreiber Johans Beck als Fürsprech, die Frau mit Johans 
Sailer, Bürger zu St. Gallen, als Vogt und Johans von Andwil (Aiuwill) als ,Wiser*, einander 
^ze rechten gemaindern* an über die Lehen, welche sie vom Gotteshaus inne haben oder noch künftig 
gewinnen sollen, und über all ihr jetziges oder künftiges fahrendes Gut, nämlich über «ainen akker an 
Brünsh alten gelegen — stosset an die gassen und an Cünin Burkis göt — ; daz gftt genant 
Nidrer Kanierberg zedesBysers hus mit hus und stadel — stösst an der Hörtschen und der 
Laidrer g^iter — ; den akker genant am Quggin; daz waidli in Boboltzlehen und daz göt genant 
daz B fleh fei d — stosset an den kelnhof und an Maierhansen gilt — *, — An der kindlitag in 
den wyhenächten, 1421. 

Stifkirchif St. ItaiLfi, LttttfOircbiv M. Uf S. ZtÜ t — Eintragung von der Band des abtischen Schreibers. — Es dgeln der 
Abt, Hans Sailer und für die Eheleute Hans von Andwil. 



I 



2982. — (1420. . . ,) WIL -- Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu Wil die Brüder 
Hans und ÜliSchmid von Nider*Tu twil mit einem Out ,zeHüntzikon gelegen, genant des 
Wen g gen gÄtli*, samt Zugehr>rde, einem Gotteshauslehen, das Uli Wenggi abderLad um 30 ff -^ 
an die Brüder verkauft hat, und ebenso mit einem Gute „ze Krilberg gelegen, genant des Wirri^^f 
gAtli", samt Zugehöiden, wie die Brüder es von ihrem Vater Rfldi Schmid ererbt haben. ^* 

Sliftareliv 8L «allen, Lfthciireliv Bd. 74, S. 318. — Eintragung von der Hand dea äbtischen Schreibera. — Das Datum fehlt; 
voran geht Nr. 2988, und es folgt Nr. 2mi. 



Heinrich IV. 1419—1426. 265 

»983. 

E>ie Boten der VII alten Orte teilen dem Abt von St. Gallen mit, dass in seinem 
Streit nnit Appenzell ein Tag nach Zug angesetzt sei. 

(liuzem.) 14S1. Januar 10. 

Anno Domini MCCCCXXI™®, am flfritag nach dem zwölflFten tag, wart mynen herren von Sant- 
g Collen Ton der Eidgenossen hotten, so dozemol ze Lucern hie enander warint, geantwurt in 
solicher mass: 

Als der Eidgenossen hotten den von Appezell verkundt hettint, daz sy z& in schikken soltint 

Zilien erber man mit vollem gewalt etc., hettint die von Appezell niht solich hotschafft getan, als 

in enpoten wäri etc. Und als min herr die Eidgenossen ernstlich gehetten und ermant hetti, die 

sa^ch für hand ze nemend und der end und usstrag ze gehend, wäriut die Eidgenossen einhellig, untz 

an ein land und ein halhs land, darumh sich die hotten so vil undirredt hettint, daz die hotten usser 

demselhen land und dem halben land daz an die iren bringen soltint und darumh ein gantze meinung 

ron ir land innemeu und daruf antwurten sullint. Und hant daruf tag gemachot und gesetzt gen Zug 

ros nü sunnentag ubir acht tag, do der Eidgenossen hotten zesammen komen süllint mit vollem 

g'eiralt und ^ntzlich und luter sagen, waz ir jeglichen von ir stetten ald lendem in der sach ze tünde 

enpfolhen sig. Sigint sy dann einhelllig, ire hotten, so von stetten und lendern zu der sach geben 

sint, ze wisen und darzA zehalten, daz sy die sach zwUsschent minem herren und den Appezell ern 

in. der mass, als sy der*^ uff die Eidgenossen komen sint, entschaiden und darumh sprechen stillint, 

so wöUint sy uff dem tag ze Z u g einen andren tag setzen und machen und die hotten, so zu der sach 

^elörent, darzft schikken, die uff denselben tag versuchen stillint, ob sy die sachen mit der minn ald 

frCIntschafft gerichten mtigent; mtigent aber die sachen mit minn ald fruntschafft niht zertragen und 

peTiht werden, daz denn die von Appezell, ob sy wöUint, z& myns herren züspruchen voUeklich 

antwurten sullint und der Eidgenossen hotten die sach für hand nemen und die mit der minn ald 

lem rechten entscheiden und darumh sprechen. Und oh die von Appezell niht antwurten wollint, 

so sullint doch der Eidgenossen hotten sprechen nach myns herren züspruchen. Wäri aber, daz der 

Eidgenossen hotten uff dem tag zeZug alle glich niht einhellig wurdent, die sach also für hand 

Ke nemend und die ze entschaident, so wollint sy doch minem [herren] antwurten, jeklich hotten von 

stetten und lendern, waz in von ir statt ald land enpfolhen sig, und daz min herr merken mag, an 

w^elhen enden im und sinem gotzhus die sachen verzogen und verlengt werden. 

a).4kP. 

MftauddY St Mlei, lllr. IUI, Vut. 4. — Aufzeichnang von der Hand des äbtischen Schreibers auf Papier. — Vgl. 
oben Nr. 2976 und unten Nr. 2998. 

Über die Verhandlungen der eidgenössischen Boten in dieser Sache bis zur Absendung des Schreibens, das sie 
un 19. Februar an den Abt richteten, gibt Aufschluss eine Eintragung im Luzemer Ratsbach : 

14UK1« Januar tt9. — Item der Eidgnossen botten Peter öri von Zflrich, Büntener von Ure, 
tjllrich der Frowen, R&di Beding von Switz, Claus von Einwil, aman, Toman Zeiger von Under- 
▼alden, Mflliswant von Zug, aman von Glaras, unser amman und Peter Goltsmid sint all einhell, daz si 
ir botten wisen wellent ze sprechen nmb die sach, alz es veranlasset ist, zwQschent dem apt von Santgallen und 
Appozellern, und ist dem apt und Appozellern geantwurt, daz und wie man nu ein tag inen beden setzen wil, 
die minn ze suchen; fint man die nit, so sol man sprechen nach sag dez anl&ß. — Feria4* ante purificationis, 1421. 

I m 71*. — Regest: Eidg. Absch. II, Nr. 1, S. 1. 

34 




lemrich IV. 1419-U26, 



2983* Nr. aSoÄ. — J421, Januar 13. WIK — (Wie eine gleichzeitige Copie zeigt, ist die 

späte Copie, nach welcher das Regest Nr, 2852 angefertigt wurde, unserer Vermutung entsprechend 
unrichtig datiert: die Jahreszahl sollte 1421 lauten.) 

StiftMTtliiv St. tiallen, LehenarrMv Bd« 74, S. ft& f, — Emtragung von der Hand des äbtischen Sebreibers. 



I 



I 



2984. — 1431, Januar 15* Constaiiz. — Äht Heinrich (IV.) von St Gallen belehnt zu 

Con stanz im Hause des BOrgerniei.sters He iurich vou Dettikofen (Tettikoven) den edlen Hans 
▼on Bussnang den jüngeren, Albrechts von Bussnang selig ehelichen Sohn, mit dem obern 
Kelnhof zu N ied er- Bussnang samt allen Itechten und Zugehörden, einem Gotteshauslehen, mit dena 
nach einem vorgewiesenen Brief von Abt Heinrich (III. } Frau Ursula von Bussnang, die Mütter 
des Genannten, Hans von Bussnang der ältere, sein Bruder, und er selbst geraeinsam belehnt waren, 
das aber bei einer zwischen der Mutter und den Söhnen vorgenommenen Teilung mit aller Zugehörde 
Hans von Bussnang dem jüngeren zugeteilt worden ist. — Costentz, an der mittwuchen nach sant 
Hilarien tag, 142L 

Stiftsarrhiv St. ßaUpn, Ir hf narfhlv Bd. 74, S. 3*T5» — Eintragung von der Hand des ftbtischiMi Schreibers. ^| 

»985, — 1421, Januar 20. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (4V0 von St Gallen fertigen 
Othniar und Kunz die Goldast, Bürger zu St. Gallen, und ihre eheliche Schwester Veren Gold- 
ast i n , A n d r e 8 G o 1 d a s t s eh el iche K in der, die Seh w ester mit H ä n s I i E b e r b a r t gen ann t Gold- 
ast, Bürger zu St. Gallen, als Vogt und Wernher Hosser dem Münzmeister, ebenfalls Bürger zu 
St Gallen, als »Wiser"^ alle mit Hans von Andwil (Äinwil) als Fiirspi'ech, Haus und Rudi den 
Schniiden zu Nieder-Goldach einen jährlichen Zins von 6 Viertel Kernen St. Galler Mass, sowiefl 
7 /7 ^ und 4 Herbsthühuern aus dem Gut genannt ,,der K esselern gut, ze Nidren-Goldach gelegen*, 
einem Erblehen von Hans und Rudi den Schmiden, denen die Geschwister den jährlichen Zins, mit 
welchem sie vom Gotteshaus gemeinsam belehnt waren, abzulösen und zu kaufen gegeben haben um 
21 ff r^ CM. und W. — Santgallen, mäutag vor saut Agnesen tag, 142L fl 

StiflÄartlih StCalleo, Irt^^narrliif IM,7I, ». M, — Entwurf von der Hand des äbtisoben Scbreibera. — Ea sigeln der Abt, 
der Vogt und für die GeschwiÄter der Mirnzmeister 

2986- — 1421. Januar 22. St.eallciu — Vor Abt Heinrich (IV.) vermacht im Hof zu 
St Galleu Ulrich Appenzeller, Bürger zu St. Gallen, seinen Söhnen Hans und Uli, „die tmfl 
geporen siut von AI 1 i n en Lai n bÜleriu, in baiden uuverschaidenlich'', seinen Auteil an dem Gute 
, genant der H Ü t e r B e r g, gelegen an Sant M n n gen Berg, stösst aiuhalb au des F ü r e r s göter» 
anderthalb an dez H o u p t (l)e z Berg und undnan au Sant Jacobs g&ter ' , einem Gotteshauslehen. , 
— Santgallen, sant Vincencien tag, 1421. ^| 

Stiftearf hlv St UWtM, MtkmnMY Bd. 1011, S. Ut — Entwurf von der Hand des äbtiscben Schreiber«, — Es aigehi der 
Abt und ffir Ülrieb Appenzeller Ulrich ab dem Berg, Bürger zu St. Gallen. 



2987, — 1421. Januar 25. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu St Gallen 

auf die Bitte des Ehe rli Trö seh er von Tal bei Rheinegg Hain i Rüste, den Fischer, mit einem 
Weingarten genannt der „Mülbftl, gelegen oh der müli zeStad^ — stosst an Schönenbach und 
Wilhelm Blarrers siiligen kinder wis* — , einem Gotteshausleheu, das Eberli Tröscher um 32 ff ^ 
C, M. und W, an den Fischer verkauft hat. — Santgallen, sant Paulus tag als er bekert wart, 1421. 

Stift&ardi¥ St^fiallen, leJienarcliiv Itd. 74, S» %U L — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Abt und für den Verkäufer , Ü 1 r i c b W a k k e r , keller ze Tal-. 



I 





268 Heinrich IV. 1419-1426. 

3993. — 1421. Februar 5. St. Gallen. — Abt Heinrich (lY.) belehnt im Hof za St. Gallen 
auf Bitte des Egli Bertschi von Rorschach, des ehelichen Sohnes Kflni Bertschis selig, dessen 
ehelichen Bruder Hans Bertschi mit einem jährlichen Zins von 5 Malter beiderlei Kornes St. Galler 
Mass, die Egli Bertschi aus dem Zehnten zu Rorschach genannt der «umbgend zehend', mit dem er 
vom Gotteshaus belehnt ist, an seinen Bruder um 48 ff /^ C. W. Terkauft hat, jedoch dem Gotteshaus 
und den Pfründen zu St. Gallen an den Pfrundfischen, die jährlich aus dem genannten Zehnten zu 
geben sind, unschädlich. — Santgallen, sant Agthen tag, 1421. 

StiftnrchlT 8t dallei, LeheDurdiiT N. 74, S. 829 f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibert. — Es sigeb der 
Abt und für Egli Bertschi Hans Amman der jüngere, jetzt Ammann zn Korschach. 

Am folgenden Tag (14iei. Februar 6. St. Gallen) bestätigt Abt Heinrich (IV.) im Hof zn St.Gallen 
dem Konrad und Egli Bertschi von Rorschach, den ehelichen Söhnen Kunz Bertschis selig, die Lehen- 
schaft über den Zehnten za Borschach genannt «der umbgend zehend, daruss uns und ünserm g^tzhas und etlichen 
pfrundem ze Santgallen, jeglichem so vil im denn z&gehort, järlichen pfrundfissch gant und werden send*. Auf die 
Bitte Konrad Bertschis belehnt sodann der Abt dessen Bruder Egli Bertschi, genannt Graf, mit dem Anteil Konrada 
und ebenso auf die Bitte Greta Bertschis, der ehelichen Schwester Eonrads und Eglis, die mit Hans Bertschi, 
ihrem Bruder, als Vogt, Hans Wildrichals , Wiser " und dem abtischen Hofammann JohansGossanals Fürsprecli 
Tor Gericht erscheint, auch mit deren Anteil an dem genannten Zehnten zu Rorschach. — Santgallen, donstag nach 
sant Agthen tag, 1421. 

SüftnrcUT St ÜaUei, LekenardÜT N. 74, S. t27 ff. — Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Abt, Herman Metmanegger, Bürger zu St.Gallen, für Konrad Bertschi und Hans Amman der jüngere, jetxt 
Ammann zu Rorschach, für Greta und Hans Bertschi. 

8998. — 1421. Februar 6. St. fallen. — Abt Heinrich (IV.) belehnt im Hof zu StGallen 
den Klaus (Claws) Spatz aus derMarch, Landmann zuSchwiz, der erklärt, ,daz sin vater saug 
gehebt hab ain g&t zuZützwillbyWil gelegen, genant des Spatzen g&t, daz an ünsers gotzhos 
bropsty gehörit und von ainem brobste ze leben darrfiret, und daz im Ulrich Ton Lönberg sab'g 
dasselb gut mit gewalt vorbehebt und abgebrochen hab; nfin aber derselb Ulrich von Lönberg ab- 
gestorben ist, trüwe er vor menglichem reht darzä ze haben*, namens des Propstes des Gotteshauses 
St. Gallen mit dem genannten Gute, jedoch dem Gotteshaus, «ob dasselb gfit noch des obgedachten 
Ulrich Lönbergs tod ünserm gotzhus gäntzlichen ledig wärden sig*, und auch sonst jedermann an 
seinen Rechten unschädlich. — Santgallen, donstag nach sant Agathen tag, 1421. 

StiftnrcliiT Stdallen, Lekeiarchiv N. 74, 8. 127. — Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. 

»994. 

Die Ritter Lienhart von Jungingen und Frischhans von Bodman einerseits und 
die von Rheinegg anderseits schliessen durch Vermittlung der Stadt St. Gallen 
eine Vereinbarung über die gegenseitigen Rechte. 

St. «allen. 1421. Februar 7. 

Wir nachgenempten Lienhart von Jungingen und Frisch(h)ans von Bödmen, ritter, v5gt 
ze Rinegge, bekennen offenbar . . . von sölicher stöss und spenn viregen, die gewesen sint zwüschen 
unserhalb ainsidt und den von Rinegge andersidt von deswegen, als die von Rinegge maintent, das 
wir sy an etlichen iren fryhaiten, rehten und gfiten gewonhaiten trangtint und sy nit hieltint nach 
dem, als sy gefrygt und uns von unsern gnädigen herren dem römschen künig von des riches wegen 
zu ünsem banden gestelt und bevolhen wärint ~ darinne unser Widerrede gewesen ist, das wir des nit 




leinrich IV U19— 1426. 

juiikfrowen^ nach der geburte Cristi vierzehenliundert jar, daniach m dem aiuen und zwaiuzigosteiij 
jare eic. 

^DieiiidMrf hh Rhf Inf gp, Gl 8* — Pergament-Original; die beschüdigten Sigel hangen. 

S995* — 1121, Februar 8. Schaff haiiseii. — Bürgermeister und Rat zu Seh äff hausen 

richten an Bürgermeister und Rat zu St. allen die Bitte, dafür Sorge zu tragen, dass eiii Buch- 
schreiber, der ein für die Pfarrkirche in Schafl*hausen geschriebenes Messbuch mit sich nach St. allen 
genommen habe, wohl in der Hoffnung, daraufhin vom Abte Arbeit zu erhalten, das Buch dem Bot4?n 
abergel>e, da die Pfarrkirche es nicht länger entbehren könne. Sollte der Kirchenpfleger dem Schreiber 
noch etwas schulden, so werde er ihn ausrichten. — Samstag vor Invocavit, 142L 

StiMitaitliv Stftillen, Bisiihfi de» 15, MrhilBdfrtÄ. — Papier- Original mit Sigelspar 

S996. — 1431. Februar 14. — Hans Märker von Buch und seine Ehefrau Eis Qr isain 

verkaufen »mit des frommen^ wolbeschaidnen mans Hansen Hartmans des landammans hand ze 
Rankwü* an Abt Ulrich (II.) von St. Johann im Turtal um 40 ?f ^ CM- einen jahrlichen 
Zins von 2 ff ^ C. M. aus ihrem ledigen „aigen gut und büutten, och ze ßäch gelegen — stosset 
ze ainer siten an Hansen G rissen kilchakker, y.e der andren siten an önsem akker, den wir von 
Ülkind koft hand, undnan an Ulrichs Badera gftt und an Unser gM, das wir och noch da habint| 
und an Ulrichs A 1 1 e n s u n s gut und obnan an den Anwander* — . Der Zins ist jährlich ai 
Martini in den Bruderhof zu Kalcheren (Kalkaren) an die Amileute des Klosters zu entrichten; wird 
die Entriclitung versäumt, so sind „gftt und bilntt" zinsfällig geworden und dem Gotteshaus gänzlich 
verfallen. — Sant Vallentins tag des grossen martrers, 1421. i 




^n 

ufH 



SUftitarcliii St fallen, IL IL 1, 1. 26. — P e r g a m e n t • r i g i n a 1. Für die Yerkäafer »igelt der Landammann ; das Sigel 
b&ngt oifen. 



2907. — 1431. Februar 18. Wangen.— FölkSafryd, freier Landrichter auf Leu tkirchcr 
Heid und in der Pürs (Piers) im Namen König Sigmunds und des Landvogtes in Ober- und ünter- 
schwaben, Johannes Truchsess von Waldburg, entscheidet in offnem Gericht zu Wangen an 
offner Reichs-strasse auf Grund eines Freiheitsbriefes von König Sigmund, den eine Botschaft von 
Bürgermeister, Rat und Bürgern zu St. Gallen mit Konrad Hinderofen, Bürger zu Wangen, als 
Fürsprech vorweist: die Klage, welche der abwesende, durch niemand vertretene Hans Haugg, Bürger 
zu Ravensburg, gegen die St. öaller wegen Gemeinschaft mit offenen Achtern erhoben habe, solle 
,tod und ab" sein. Wolle der Kläger die St. Galler mit dem Landgericht weiter verfolgen, so solle 
er ihnen vorher den durch die Citation entstandenen Schaden ersetzen, auch könnten sie ihn darum 
rechtlich ansprechen. — Wrangen, vor lantgricht, zinstag nach sant Valentins tag, 1421. 

JStodUrfhif SLflallefl, Tl llf. B. Inl6. — Papier-Original mit Sigel unter PapierhüHe. 




lemrich IV. U19-1426, 



8001. — 143L H«rz I. St, Gallen, — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen verleiht dem 
Rudi Wingarter von Lieh teil steig als erkornem Vogte der Adelheid, Künis ab der Halden 
(Halten) selig ehelicher Tochter und Witwe Rudis ?on Schraidberg selig, sowie ihrer Kinder Hans, 
N e s a , Greta, Anna, Dorothea, Ursula und Else in Trägers Weise zu deren Händen gewisse 
Gotteshauslehen, welche von Rädi von Sclunidberg an seine Witwe und seine Kinder gefallen sind, näm- 
lich: ,d€Z ersten den zehenden halben ze Tur und \}ß ^ us dem hof ze Tur; item den zehendeo halben 
an der Obirwisen bi Lichtenstaig; item den zehenden halben in Giezendan; item die vogtie 
in Erlen, gilt iiij [3^] und iij ß ^ und j mutt fAterhabern; item ain mutt korngeltz usser Hanseofl 
W^engken götern uff der Rüti; item vij j^ ^^ ab dem akker; item xiüjyi ^ ab dem Egserberg; 
item j malter und j viertel korngeltz ussgendez göts usser der vogtie ze Honwart; item sinen tail 
zwaier wisen uffW^ilmatt — dero aine stösst an sant Peters kilchen und an die samnung und die 
ander stösst an Hain r ich Bisschofs wis — ; item sine recht an Wideralp und au der alp genant 
Zeinptis*. Wenn Hans von Schmidberg ,ze sinen tagen kuuit*, so soll er die Lehen empfangen«. 
— S an tg allen, sampstag in der niittvasten, 142L 

SüftÄiithiv St. tfallf B. kbcnarrliiv Rd. *4, S. 83«. — Entwurf von der Hand des fi.bti»cheii Schreibers. 

300^^. — 1431. Mllr^ L — Bürki Mliller, sesshaft zu Mülinen (Mülinan), verkauft mit ,dea 
frommen, wolbeschaidnen nians Albrechts in den Egerden", Animanns des Grafen Hugo von 
Montfort-Bregenz zu Koblach (Koblan), Hand an Abt Ulrich (H.) von St. Johann im Turtal 
um 4 ff -^ CM einen auf Martini zu entrichtenden Zins von Aß ^ C, M, aus seinem freien »aigen 
gät und akker 'm öetzis^ gelegen ze der obren müli — stosset uswert an die lantstras, ze ainer siten 
an sant Ulrichs g&t, ze der andren siten au Hainrichs Boks gM, inwert an den Unholden 
herg'. — Ze ingändem Mertzenmanot, 142L 

Stilkirrblv St.€iüleil, E. R. 1. A 11 — Per gament- Original. Für den Verkäufer Bigelt der Arnrnftnn; das Sigel 

hängt eingenäht. 



I 




3003* 

Abt Heinrich {IV.) setzt den Albrecht Merler über die Feste Iberg. 

14)^1. Min a. 

Anno Domini MCCCC'"** vicesimo primo, am donstag vor Judica, hat min herre abtHainrich 
des gotzhus ze Santgallen die vesti Iberg mit dem burgsäss, so darzö gehört, enpfolhen dem fromen, 
Testen Albrechten Merler in solicher wis und mass, als hieraach verschriben ist: dez ersten, das 
er dieselb vesti versorgen und versehen sol tag und nacht vor fdr und mit wacht und mit beslissen 
tag und nacht ungeferlicheni als umb vestinan gewonlicben ist, und sol niineni herren und dem gotz- 
hus gewärtig sin und den sinen mit offnem ürkund mins herren mit derselben vesten und niemant 
anderm, doch usgenomen denen dieselb vesti ze undirpfand ingesetzt ist nach ir brief uswisung. Und 
ob min herr enwäri in dem zit, als er die vesti innehat, ao sol er domit nach mins herren abgang 
ainem gemainem capittel des gotzhus gewärtig sin untz an einen ainwilligen herren^ uud sol er daz 
burgsäss mit siner zugehordeu, ez sigint wisen, akker, waid alJ amiers, niessen und innehaben» doch 
unwüstlichen, an geverd, und sol im min herr darzö geben ze hielff sechs u ^ dez jars. Und hett im 
min herr dieselb vesti also enpfolhen ain jar und darnach an sin widdeiTÜften. Item der obgenant 
Albrecht Merler hett ouch minem herren und dem gotzhus gelihen xiff ^ Costentzer werschaffl; 
die sol im min herr uld sin nachkonien wider geben, wenn er von der vesten stau sol odir will, Uud 



274 



Heinrich IV. 1419-1426, 



▼erkauft hat, nämlich; «die Halden z^ der Nüwen-Ravenspurg gelegen, als das undermarket ist, töü 
dem Fuchsbrunnen UDtz an die Wigerhaldeu und die hofraiti darundir gelegen, mit hüsern, 
mit fitädeln und mit dem spicher, und die krutgarten dabi gelegen und mit namen alle die stuk, ei 
sigint akker, höwachs ald garten, klain und gross, die da liggent von derselben hofraiti untz an den 
Grossen Wiger, die Cdntzen Wishöpts und Annan Kell er in, siner elichen frowen, von der 
Nüwen-RaTenspurg gewesen sint, das allez und nihtz usgenomen dann daz gärtli by der müli gelegen, 
daz binfür by der müli beliben sol, und daz gütli genamt Staimans Böngartli, under dem Uwachs 
gelegen, daz vor ziten zfi der biirg ze der Nüwen-Ravenspurg gehört hat und fDrbaaa dabj beliben sol.* 
— Santgallen» sant Gregorien tag des haiigen babstez, 1421. 

Süriarclif St (allen, Ube&arcliif R 74, S. 91. — Eintragung von der Hand des äbtiseben Schreiberi. 



z zafl 



3008. - 1421. März 13. St> Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) wird auf der Pfak 
St. Gallen in dem Streit zwischen Ulrich Huber dem Hubenschmid zu Co n stanz und Ulrich 
von Ems (Emptz) .von des wingarten und höflis wegen genant derKalchhof, zeBernang hinder 
der veati Rosen berg gelegen*, beides Lehen des Gotteshauses, durch Vermittlung ehrbarer Leute 
eine Verständigung erzielt, wonach beide Parteien die bisher erlittenen Kosten tragen sollen und Ulrich 
Hubenschmid allen Ansprüchen entsagt, die er oder seine Ehefrau Älli Nenggerin selig, Uli 
Nenggers selig eheliche Tochter, und ihre Erben auf diese Güter gehabt haben« — Santgallen, 
doDstag nach sant Gregorien tag, 142 L ■ 

Stiftiartkif St. Callrn, LflfiDireliiv IM. 74, S. SSS. — Entwurf von der Hand des äbti»cben Schreibers. — Ea sigeln der Abt 
und f&r Ulrich Uuber Ülricb Bingiaser, Bürger tu St GaUen. ^_ 



3009. — 1431* März 17, (Lindau.) — Bürgermeister und Rat zu Lindau richten an Bürger- 
meister und Rat zu St Gallen die Bitte» sie möchten ihren Unwillen gegen Albrecht von Kdnigs- 
egg, Bürger zu Lindau, wegen Behausung ihres Feindes Eichelberg (Aichelberg) «verkiesen und 
abiaasen 't da Albrecht von Königsegg, über den Vorfall zu Rede gesetzt, erklärt habe, jüngst sei einer 
von Friberg zu ihm gekommen und mit ihm Eichelberg und ein Knabe geritten; denen habe er 
einmal zu essen gegeben, worauf Eichelberg mit dem Knaben nach Bregenz weggeritten sei. Im 
übrigen habe er Eichelberg nicht ,gehuset", hätte ihn auch gar nicht aufgenommen, falls er gewusst^ 
,daz es wider üch gewesen war*, oder falls die St, Galler ihm darum geschrieben hätten, ,und well 
es och fürbaz von üwren wegen miden". — Feria secunda post diem sanctum palmarum, 1421. 
8ta4tÄr(lih StäilltB, Tr. XXI, Ir. 2S, l — Papier -Original mit SigelreBten, 



H 



8010. — 1421. M2rz 26. bis April 5.(?) St. Gallen und Huiidwil. - Boten der VII alten 
Orte treten in St. Gallen zosanuiien, um die Streitigkeiten des Abtes mit den Appenzellem 
gütlich oder rechtlich zum Austrag zu bringen» Der Abt legt ihnen seine Ansprache, auch Briefe» 
Bücher und Rodel vor, und sie begeben sich darauf nach Hundwil vor die Gemeinde, können aber 
weder erreichen, dass die Appenzeller ihren Boten Vollmacht erteilen, noch auch dass ihnen eine 
schriftliche Verantwortung vorgelegt wird, und verkünden deshalb beiden Teilen einen neuen Tag. 

YgL unten im Spni«h ifT VII allen Arie um 0. Mol 14^1 (Nr. 3017) die einleitenden Abschnitte (nach dem inserierten 
AnlsRsbrief). — Möglicherweise hat Abt Heinrich (IV.) erst bei diesen Verhandlungen den eidgenöasiscben Boten die 
gfüBse Klageschrift Üherreicbtt welche schon oben (Nr. 29S4] tum Anlaaäbrief vom 2H, Juai 1421 mitgeteilt worden ist^ 





Heinricli TT. 1419-^1420, 



Ton Watt und iro erben ^ und sol inen dirr brief als gut und crefftig liaissen und sin, als ob sy netnlich 
darinne verschriben stundend und begriffen werend mit k6ff, rait ver(t)gunge und mit andren Sachen, 
on geverde. Und des alles ze ofi'em, warem urkünd und steter sicherhait so habend wjr obgenanten 
abbt Hain rieh unser apptTe und wjr der convent geniainlich des gotshus ze Saut Gallen unsers 
capittels insigel für uns und unser nachkomen und fiär das vorgenant unser gotshus offenlich gehengki 
an disen brief, der geben ward ze Saut Gallen, des nechsten zinstags nach dem sonentag als man 
in der hailigen cristenhait singet Mißricordia(!) Doraini, in dem jbare da man zalte yon der gepurt 
Criäti Ytertzehenhundert jhar^ darnach in dem ainen und zwaintzigsten jbare. H 



ftjl Ttnicht- nnd Wahrtch»fUfor»oiiL 



StadtArehii %U Gallen, BOcherarclitT Bd. ^% l W' ff. -— Eititragung SMn der ersten Hälfte des 16. Jahrbtmderts. — (Kloster 
druck im Stiflaarchiv St. Gallen, Bücherarcbiv Bd. IlL S. 7 f.) 



J 



A 



Wahraclieiiilich unter dem gleichen Datum (14<S1, April 8.) räomen Hug imd Peter vom Watt unt 

Verweisung auf den eigentlichen Kaufbrief, den sie in Händen habeni obwohl dieser einen «stäten, ewiff'en, reebtent 
redlichen kouff* weise, dem Abt Hein rieh (IV.) und dem gemeinen Convent des Gotteahauses St. Gallen da« Recht 
des Rückkaufes um 2ÖVt Mark Silber Cons tanzer Gewicht ein, und zwar roU der Rückkauf» auch falk Hug und 
Peter von Watt oder ihre Erben sich weigerten, Gültigkeit erlangen durch Hinterlegung des Betrages ,in die münai. 
ald hjnder den rat ze Coatentz ald ze Sanigallen "^ 

Stirbnrfhiv St. Callci, öifherarfliiv U. IMI, f. %^. — Entwui-f von der Hand des äbtisrben Schreiber«. — En sigeln Huj 
von Watt and ftir Peter von Watt Heinrich Zwick der jüngere» Vogt tu St, Gallen. — Das Datum fehlt. 

Die obige Kaufaumme von 2%^h Mark wurde einige Monate später (14)31« ^ovemlier lO*) freiwillig auf 
36 Mark erhöht; vgl, folgende Urkunde: 

Wir Heinrich, von Gotes gnaden abt des got^hus ze San t G allen, ., . veryehen und tund kund allerm&ng- 
lichem . . . : AI» wir mit geuiainera cappitel ßnsera gotzhua und och nach rate und underwisung ettlicher unsere gotzhui 
dienstlüte, üneer lieben getröwen, und andrer erberer lüte den erbren und wolbenchaidnen Hu gen undPetern von 
Watt, gefettern, bürgern zcSantgallen, unfern lieben getrüwen, und allen iren erben aines stäten, ewigen kofie« 
reht und redlich ze koffent gegeben babeut , . , ünsern raiff ze Santgallen, damit man die linwat misset, und den 
zol, so darzü gehöret, es sig von linwat, von garn, von endi oder von andren Bachen, und inen denselben raiÖ* nnd zol 
geben haben umb nünundzwaintzig und ain lialbi marcli lötigea finea Silbers Costentzer gewicht««, die ai Ana an 
barem g^i danimb geben und bezalt habent . , ., als das der koff brief, so si darumb von ttn« und ünsenu cappitel 
verHigelten innehunt. luter wiaet, da dünkte nu die vorgenamten Hu gen und Petern von Watt» das derselb raiff 
und zol, so darzü gehurt, umb die vorgenami äumme ailbers ze nach und ze wolfail wärint, darumb f<i ain besehwärung 
hettint in ir gewieainnen, Hierumb, dim »i iro gewös&innen dariune entlQdint und denen gnug tätint, so hant uns die* 
selben Hug und Peter von Watt uff die vorgeschribnen nilnundzwainzig und ain hälbi lötigi raarchen ailbers furo 
geben sibenthalbi lötigi march ßnes silbera des obgenamten gewichtes an barem beraitem gute, die och in Ün»em und 
Ünsers gotzkus offiien nutzze komen und bewendet sind, und also hant si uns für den vorgenamten raiff und zoL so 
darzü gehört, beznlt und geben sechsunddrissig lötige niarch silber« Costentzer gewichtep, Hierumb so sond die- 
selben Hug und Peter von Watt und ir erben, ob si enwürint, den obgenamten railf und zol mit allen rebten und 
zAgehörden haben, niesaen, besetzen und entsetzen nach iro willen, nach innehält des eren koffbrief^ so si von tlns nnd 
ünserm cappitel darumb vprsigelten inue hant; und eond och wir und unser nachkoman ai daran nit sumen noch ieiren 
in dehain wis noch weg, &n alle geverde. Des ze warem urkünd . . . 

Santgallen, sant Mariis abenfc, 1421, ^ 

Studtiithiv St. fiallen» BBckrarrblv Bd. «5ft, f. 2t. — Eintragung in alter Schrift aus dem 15. Jahrhundert, (unvollständiger 
Entwurf der Urkunde im StiftHarchiv St. Gallen, Bücherarchiv Bd. 194K f. 131.) — Vgl. unten 1429. Juni 23. 



8018. 1431. April 17. — Rudolf von Dettikofen (TettikovenX Custor, Heinrich von" 
Dettikofen, Bürgermeister, Hans und Frick von Dettikofen und Konrad in der Bund, geaann^^ 
Räll, bitten Bürgertneister nnd Rat tob St. Gallen, an ihrem wegen eines Frevels gefangen gesetzte^^ 
Freunde Georg Wildrich (Jery Wildrich) „kain gächte' zu begehen, sondern ihn anf eine bescheidetit 



278 Heinrich IV. 1419—1426. 

misshellung, so lang zit sint gewesen zwischent dem erwirdigen unserm gnädigen harren Heinrichen 
Yon Mangisdorf, apt, dem cappittel des gotzhuses zeSantGallen, iren Yordem eines teiles, dem^ 
amman, den raten und lantlUten gemeinlich ze Appazell etc. des andern teiles, darinn sich zwischent^ 
beden teilen vil grosß Übels, Schadens und unlustes hat vergangen — besunder ouch sint etwas richtungec^ 
Yon dem allerdurchlüchtigosten, unserm gnedigosten herren, dem Römschen küng, nämlich kfingRfi^ 
prechten säliger gedechtnuss, und davor von den ersamen, wisen ettlichen des heiligen Römsche^ 
richs stett etc. beschechen — nach inhalt sölicher richtung und ussprüchbriefen, darinn sich onch mange^ 
lej Sachen verlouffen hat, als verr das die egenamten bed teil mit einander stössig sint worden und j^ 
Sachen und spenn also gestalt, das dieselben ir zweyung, zAsprüch, anklag, red und widerred, besunder 
ouch nach des vorgenamten ünsers herren des aptes zütAn und flissiger bette als von sin selbs, äes 
egenamten cappittels und des gotzhuses wegen, darumb, das inen beschäche und widerfitüre geliches und 
rechtes, vil und dik komen ist für unser herren und obern der obgeschribenen stett und lender, als verr 
das die sach uff si oder uff die, die si darzä schibend, mit nammen von jeklicher statt und land besunder 
zwen erber man, komen sint ze der minne und dem rechten, beid teil nach ir ansprach, kuntschaft, 
red und widerred ze entscheiden: die vorgenamten unser herren und obern von stetten, von lendern 
uns ouch herzä geben, geordnet und ouch gewiset band nach egenamten Worten, dis sach mit der minne 
und mit dem rechten ze entscheiden nach irem fürbringen, als dann uns bedunket sin besser getan 
dann vermitten, nach innhalt des anlassbriefz, so bed teil herumb besigelt band. Derselb anlasbrief 
ouch von wort ze wort hienach geschriben ist und wiset also: 

[Urkunde Nr. 2934 (St. Gallen) 1420. Juni 28.] 
Und daruf, als wir uns nach wisung unser herren und obern diss sach mftsten annemen, syen 
ouch wir darzü geritten, nämlich gen Santgallen, gen Lutzern, ouch gen Zug, haben etwa mengen 
tag gesucht, under disen Sachen zwischent beiden teilen als mit wissenthafter teding gerett von manger- 
ley wegs, das ze lang wer ze schriben, das wir die sach gern betten ze gutem und uff ein end bracht, 
das wir aber an inen nit vinden mochten, wiewol wir ouch dazwischent umb des besten willen mer 
denn einist gen Appenzel sjen geritten. Je indem die sach als lang ist bestanden und sich verzogen 
hat, das der vorgenamt unser herr der apt und die sinen mit andern erbem wisen lüten vil und dik 
in unser vorgenamten herren stett und lender ist geritten, daselbend sin Sachen, nachdem und die warent 
und sint gesetzet, als vorstat, furbracht, daruff erzelt sines gotzhus ansechenden verderblichen schaden, 
hat dik und vil gebetten, uns ze underwisen, disen Sachen end und ustrag ze geben. Die von Appen- 
zell ouch in unser herren vorgenamte stett und lender sint geritten, band da iren gelimpf, ir fryheit- 
brief und recht ouch fürbracht. Je nach gar vil ergangnen Sachen, das darumb von unser egenamten 
herren heissens wegen derselben unser herren erbem hotten, als si uff einem tag ze Baden bi einander 
sint gewesen, dem vorgenamten unserm herren dem apt, ouch den von Appenzel offenn tag verkündet 
haut gen Sant Gallen in die statt uff die mittwuchen, so nach dem heiligen ostertag nechstTer- 
gangen schierest kam, ze nacht an der herberg ze sind: zu und uff dem tag dieselben unser henren 
uns gewist und geschikt hant, uns nach wisung des anlasbriefz der sach anzenemen; daruff an dem 
ersten uns enpfolt band, aber die minn uff drij tag ungevarlich ze suchen, ob die sach damit noch in 
früntlikeit könt übertragen werden; ob das nicht möcht beschächen, darnach förderlichen die Sachen 
mit unsern Sprüchen, mit minn und recht, nach innhalt des anlasbriefz uszerichten und ze entscheiden. 
Aber von gebottes, heissens und wisens wegen wir uff den jetzgenamten tag gen Sant Gallen komen 
syen, nachdem und der tag dahin ist gemacht worden, als vorstat, haben aber die Sachen an beid teil 
bracht. Wiewol das ist, das bi dem ersten umb die sach nach des anlasbriefz sag uns unser egenamter 
herr der apt von sin selbs und sines gotzhus wegen sin ansprach in schrifl gab, ouch uns alwegen 



250 Heinrich IV. 1419—1426. 

uns ist worden, das die vorgenamten von Appenzell, allir lantlüt und die zA inen gehörent, die dann 
zu diser sach nach wisung des anlasbriefz begriffen sint, dieselben zechenden, wie und von was gfttern, 
die vor dem krieg geben sint und was ouch dafür untz an den krieg isi; geben, dem obgeschribnen 
unserm herren dem apfc, sinem gotzhus und nachkomen ald an die stett, da si untz an den krieg geben 
sint worden, fürbasßhin aber geben süUen, doch also, das man davon gottesdienst mit me^aben, 
singen, lesen und mit andern dingen volbringen sol, als dann das vor dem krieg ist beschechen, nn- 
gefarlich. (6) Aber als von des heiligen riches stür wegen, so die egenamten von Appenzell und ir 
mitroden in der sach, sunder ouch die von Trogen dem heiligen Römschen rieh järlichen pfiichtig 
sint ze geben — dieselben stür aber in disen ziten dem obgenamten unserm herren dem apt und sinem 
gotzhus nach wisung der Pfandbriefen, so si von den hochgebomisten, durchlüchtigosten, unsem genedi- 
gosten herren Römschen keisern und küngen etc. innhant, zftgehörent; darinn aber die egenamten von 
Appenzell, ir mitroden, ouch die von Trogen fürbringent und meinent, der egenamt apt und sin 
gotzhus vordrent an si derselben stür mer, dann si aber nach irem altem herkomen und von rechtes 
wegen geben suUen; si syen ouch bisher darinn vast übemossen — haben wir heromb in der minn 
erkennet und sprechent darinn us, ist ouch das mer under uns worden: das die egenamten von Appen- 
zell, ir mitroden, herzu gehafb nach innhalt des egenamten aptes und des gotzhus Pfandbriefen, und die 
von Trogen mit inen demselben apt, sinem gotzhus und nachkomen für die egenamte stOr hiTniflnhhi 
jerlich uff sant Martins tag geben süllen fünfzig march und fünf march silbers und fUr jeklich mank 
besunder an gelt zwei pfunt und fünf Schilling Costentzer pfenning, &ne widerred. Die jetzgenamten 
fünfidg und fünf march silbers ouch die obgenamten von Appentzell,ir mitroden und die von Trogen, 
als vorstat, von dem vorbenamten unserm herren dem apt, sinem gotzhus und nachkomen hinnenhin 
mügen ablösen, wenn si wellent, mit sechshundert march und mit f&n£ug march silbers Costentzer 
gewicht. Und wenn das ze schulden kunt, das also die von Appenzell und die von Trogen die losang 
getan betten, dann so süllen si der apt und das cappittel vorgenamt für sich, für ir gotzhus und nacb- 
komen umb die egeschriben jerlichen riches stür und umb die sum, darumb si abgelöset ist, quittjerm 
und ledig sagen, süllen ouch si inen daruff alle ir urkund und brief, so si von Römschen keisern und 
küngen oder von andern lüten herumb innehant, dien ebenamten von Appenzell und von Trogen 
in iren gewalt inantwürten und geben, äne widerred. Und in disem stuk haben wir dem allerdurch- 
lüchtigosten, unserm gnedigosten herren dem Römschen küng und dem heiligen Römschen rieh eigenlich 
vorbehebt, es sj umb losung oder umb andre recht, alle ir fryheit und recht, so si darinn gehaben 
mugen oder haben t, ungevarlich. (7) Sodann von der gericht wegen, darumb der obgenamt unser herr 
der abt, das cappittel und das gotzhus, ouch die vorgenamten von Appenzell stöss mit einander hant 
gehebt, sprechen wir ouch us in der minn, ist das mer under uns worden: das die egenamten fOH 
Appenzell bi allen gerichten, twingen und bennen inwendig iren letzinen zwischent Appenzell und 
Sant Gallen gelegen, die si in dem krieg hant gehebt, beliben süllen und mugent die besetzen und 
entsetzen, von dem vorgenamten apt und dem cappittel, dem gotzhus und iren nachkomen unbekümberi 
Was aber die von Appenzell lantlüten hant ussrenthalb iren letzinen gelegen, do sprechen wir: du 
dieselben ir lantlüt dien gerichten, darinn si sint gesessen und dem vorgenamten gotzhus zflgeh5rent, 
denselben gerichten süUent gehorsam sin und darinn dienen als ander ir nachgeburen, &ne widenred. 
(8) Aber dann, als sich unser herr der apt von sin selbs und sines gotzhus wegen klaget von dien 
von Appenzell, wie die im vorhabent mangerlej nütz und gült, die man dann nempt zins oder dienst, 
die si aber vor dem krieg sinen vorfaren und sinem gotzhus habent geben, es si an sin probsty odei 
von des meyeramptz wegen etc., sprechent wir us in der minn: das die vorgenamten von Appenzell 
und die iren, innwendig dien vorgeschribenen letzinen gesessen, für all sölich ansprach, es sijen ans, 



282 



Heinricli T¥. 1419—1426. 



das cappittel imd das gotzlius habent zu den von Herisow, das da die jetzbenempten von Heriso w 
dem egeschribnen apt, cappittel tind dem gotzhns för zins, füi- die stür, so si geben t von der frijen 
Togtstiir wegen, för geläss, für erschätz, für lifinr und für ander sölicli reclitung geben söUent jerlicbeu 
uff sant Martins tag zwenzjg pfiint Costentzer pfenning. Dieselben zwenzig pfunt pfenningen ouch 
si ablösen mügen mit vierhundert pfunt Costentzer pfenningen, und wenn si die bezalt und also ab- 
gelöst band, so sol man si ouch herumb quittierren, ane widerred, und süUen ouch herufiF hinnenhin 
beliben bi dem lant recht nnd bi den gerichten^ so si mit den von Appenzell haut. Was aber iinger 
Herr der apt, das cappittel und ir gotzlius ander rechtungen hant^ es si von nützen, von galten und 
gAtem, die dann von denen von Roschach erkoft sint, und die von Herisfiw dem egenamten gotzhus 
das geben haut untz an den krieg und das kuntlich wirt, ob man das nit wölt gelouben oder gichtig 
sin, sprechen wir ouch in der minn: das unser herr der apt und sin gotzhus dabi hinnenhin beliben 
Süllen, süllent ouch inen die von Herisow damit gewertig sin und dem genüg tun, äne widerredt 
ine geverd. ümb und von der vellen wegen, ouch von wegen der versessen Zinsen, stÜren, zechenden, 
vellen, gelessen und erschätzen sprechen wir us in der minn: das unser herr der apt und da^; cappittel 
die jetzgenamten von Herisow damit halten süUent, süllent ouch si herwiderumb inen darumb genüg 
tun in gelicher wis, als wir das hievor unib die von Appenzel gelMtret haben, alles ungevarlicL 
(14) Mit sunderheit sprechen wir in der minn von vorgeschribner losung wegen: were da, das von dem 
gotzhus dehein losung beschech vor sant Johans tag ze silngicht, das man dann dem gotzhus söliche gölt, 
so abgelöst wer und des künftigen jares gevalleu möcht, dem gotzhus nicht schuldig ist ze geben; 
bescheche aber die losung nach sant Johans tag ze süngicht, so sol man dem gotzhus die gült, so man 
abkoutfen wölt und des jares gefiel, mit dem hJbtgüt weren und bexalen. (15) Wir sprechen ouch üi 
der minn: was nach vorgeschribnen Worten von dem gotzhus erlöset und abkÖft wirdet, das dasselb 
gut, darumb abkouft wer, mit unscrs herren des aptes, des cappittels, der wisen der von Sant Gallen, 
unsem guten fründen, ooch der von Appenzell rSt, widerömb an das egenamt gotzhus nach dem besten 
nutz sol angeleit werden, 5n geverd. (16) Och sprechen wir us in der minn: were, das die vorgenamten 
beid teil umb dehein vorgeschriben stuk stössig wurden, darumb si mit einander nit überkomen möchtin, 
das si darumb widerkomen süllent für unser herren der Eidgenossen hotten, die dann darzü ge- 
schiben werden; und wie sich die dann oder der merteil under inen darumb nach red und widerred 
erkennent und si das entscheident, dabi süllent aber beid teil beliben. (17) Wir sprechen ouch in der 
minn: was untz uff hüttigen tag datum dis briefz sich zwischent beden teilen untz an disen unsem 
Spruch vordrungen, ansprachen oder unfrOntschaffc ist uferstanden, das das alles kreftlos, tod und ab 
sin sol, süllent darumb einander gut fründ sin, und das ouch beid teil disem unserm spruch genfig sin 
und den hinnenhin halten süllent, äne widerred. (18) Ze dem lesten sprechen wir ouch in der minn: 
ob das beschech, das deweder teil disen ussspruch und richtung nit stet hielt und brech und das kunt- 
lieh wurd vor unser ebenamten herren der Eydgenossen botten, das dann derselb brüchig teil den 
vorgenamten unsern herren den Eydgenossen von stetten und lendern, als si vorbenamt sint, allen 
iren kosten und schaden süllent ablegen, in den si dann von diser sach wegen koment oder in dehein 
wis komen möchtin, äne widerred, äne geverd. ^ 

Und herüber ze einem offenn, waren, vesten und steten urkünd so haben wir die vorgeschribnS 
Jacob Glenter, Johans Brunner, Ulrich von Hertenstein, Heinrich Seiler, WaUher 
Heintzli, Arnolt an Steinen, Peter Koly, Walther Schiesser und Johans Eggel unser 
jekltcher sin insigel^ uns und imsern erben unschedlich, an diser brief zwen gelich offenlich gehenkt. 
Und wir Anthony Gerung, Johans Büntiner, Ulrich Merkli, Ulrich Ütz und Johans 
Weibe 1 haben ouch erbetten den erbeni wisen Peterman von Mos, burger ze Lutzeru, das er 



lemrich IV. 1419—^ 




StadtartMY Sttialkn. Tr, IIV, Sr. !<>•* — Papier-Original mit Sigelapur. — Vgl, Zellweger, Gleflcbichte dei sppeo 
zellischen Volkes 1^ 424 und unten Nr. 304 L 

8020. — UäL Mal 30. Constanz. ^ Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt auf die 

Bitte Rudolfs von Z wingensteiii, Dienstmanns des Gotteshauses, Ulrich von Winterberg, 
Bürger zu Constanz, mit des erstereii ,tail und recht dez holtz genanit Farn ach — stosst an sinen ^ 
wingarten genant der Rote Weg, hinder der vesti Zwingenstain gelegen, und an Herrn an Schmidfl^ 
garten und oboan an Zaislis veld, undnan an Romans akker* — , einem Gotteshauslehen, das Rädolf 
yon Zwingensteiti an Ulrich von Winterberg verkauft hat. Hierauf sendet Rudolf von Zwingenstein 
dem Abt «bi dem erwirdigen hern Hainrichen von Gundelffingen, ünserm vorfarn*, auch den 
genannten Weinberg, der »Rote Weg* geheissen, auf mit der Bitte, ihn dem Ulrich von Winterberg, 
welchem er ihn verkauft habe, zu verleihen, »wenn er die leben an uns erforderte*, was unter dem 
Datum des Briefes geschieht. ~ Costentz, mäutag nach Ürfaani, 1421. 

Stlftiaitliif St. (Salleo, Eithemrchiv Bd. Mi, f* 1ä». — Entwurf von der Hand des äbti^chen Schreibers. 



4 

Ihm 



30aL — 142L Juni 2. WIL — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen bezeugt, dass 
Heini von Laupen (Löppan), Hofammann zu Wil, Rechnung abgelegt habe »von allem dem, so er 
von unser und iSnsers gotzhus wegen sider der rechnung, so er am ffritag in der pfiogestwfichen in dem 
nähstvergatigen jare getan hett, untz uff disen hüttigen tag ... an gelde^ an kome, an habem und 
au kerne iiigenomen und ussgeben hett, ussgenomen von den raülinan ze Wil, davon er niht gerechnot 
hat sider dem nähst vergangnen herbste**, und dass er dem Hofammann bei dieser Rechnung 8 ST 10^ ^ 
C. W. schuldig geblieben. Ausserdem sei er ihm noch schuldig »by der alten rechnung xvij ff ^ und 
von unsers vorfarn, dez alten herren, wegen, als der in an uns gestossen hat, xiij ff /^ und v ff -^ 
für ain pferit*. Daran habe er dem Hofammann 11 ff 10^,^ »mit wine** bezahlt und bleibe, alles 
zusammengerechnet, ihm noch 32 ff ^ C. W. schuldig. Der Abt sagt darauf den Hofammann ,allez dez, 
so er von unser ald ünsers gotzhus wegen untz uff disen hüttigen tag, ussgenomen von den mülinan 
ze Wil sider dem nahsten herbste, je ingenomen hat, . . . quijd, ledig und loß*» — Wil, mantag des 
andren tags im brachod, 1421. 

StifUarfhiV SL ßallen, Böfkrarfliiv UAUU t 418\ — Entwuif von der Hand des äbtischen Schreibers. — VgL onten 
December 27. 

Auf den gleichen Tag darf vielleicht folgende Eintragung ohne Datum im Lehenbuch Abt HeinrichB (IV*) 
bezogen werden: 

(14dl, Juni J2. Wil?) — Abt Heinrich (IV .} von StGallen bezeugt, dasa er mit Rudolf von Steinach, 

Schultheissen zu Wil, gerechnet habe <,von der koatung wegen, ao er den friesen, knechten und wercblüten in Qnaen 
gotzhus wiger ze Wil und den müllern und öch önsirn diener» als die hy iiu ze Wii gewesen aint, geben hat, und von 
allem dem, no er von ünaer we^cn uagebeu hat nid der rechnung» nh er lina getan hat am feitag in der pfingstwüeben 
in dem zwainzigoaten jare, und von ingenomen kerne, habern und gelte, so er von unser wegen ingenomen hat, und 
umb den win, eo wir im uff den nehst vergangen herbst geben hant* ; dabei sei er dem Schultheiaa 5 ff 17 Pfg. 9chaldig 
geblieben „fibir das, ao wir im by der obgenanien alten rechnung sehuldig aigint*. 

StiflwItMv St, Mea, Lflf narf Mf M. 74, 8, 8^. — Entwurf von der Hand dea ilb tischen Schreibers, 






3022» — 1421. JiinIS, Iljer^. - Abt Heinrieh (IV.) von St. Gallen verleiht .uff ünse 
gotzhus vesti ze I b e r g * auf Bitte des ßödolfWingarter von Lichtensteig (Liechtistaig), der 
für Oswald vonSt.Johann vor ihm erscheint, dem Heinrich Ritter von Lichtensteig zu seinen 
und seines ehelichen Sohnes Hans Ritter gemeinen Händen ,daz karamerlehen ze Helffentswile 







mmrich IV. 1419—1426 



keit 80 vil von mus^rn wegen gebetten und geredt, daz ein friintlicher tag gen Zürich gesetzt und 
gemacht warde, da ain rat z& Zürich umb all sachen ainen sprach und ain gantze richtung und 
fruntschaft machte. Derselbe spruch und richtungbrief luter wiset und seit, daz diePaygrer und die 
von Ärbon den obgeuaoten Vage Hin an üb und och an gM unbektlmbert und ungeirret laussen 
sölten. Über das alles» so er wandlen und werben wölt mit sioen schylden und Sachen, als das der 
richtungbrief innhaltet, haben si im getröwt Z}\ erstechen. Als er nu nit sicher gewesen ist, so hat er 
etlich von Arbon umb sin schuld utf gaistliche gericht gen Costenz geladt und uffgetriben; darumb 
sy Üch verschribent, in dartzü ze wisen, das er daz recht ze Arbon von inen neme, das ir in och da- 
selbs hiessen suchen und nemen, das er also gesftcht haben wolt. Da trowten sy im aber zÄ erstechec 
Noch mer: so haben sy im und Ülin Sigrist daz ir mit gewalt on recbt genomen; da ir wol merkend 
und verstand grossen niätwillen und unrecht, so an in begangen ist. Darnach so sind diePaygrei 
und die von Arbon zö ainem tag gen Ravenspurg uff den lantvogt bekomen, Do clegten sy, das 
Hanß Vögelli und der Sigrist die richtung an inen gebrochen hetfeeo, daz aber verantwurt ward, 
sy betten die richtung gehalten und truwten, daz sich daz an den richtungbrieven vindeu BÖlte, und 
clegten widerumb zu inen: sy hetten Vö gell in gevangen wider Got und wider ere. Daruff antwurten 
iy und sprachen; sy betten nichtz anders getan, denne daz sj die alten rate dick und vil gebetten und 
gehiessen betten . Als man nu von dem tag von Ravenspurg komen was, do satzte man dieselben 
rate darymb zä rede. Do traten sy uß und gaben darumb nie antwurt, und taten sich fllro zÄ den 
Paygrern denne von Ersamen lieben und gnädigen henken, also haben wir öwer fräutschaft manig- 
mal erzelt und geclegt aölich Übels und üwer frOutschafft daruff gebetten und ermant, uns darin beholffen 
und beraten ze sin; da ir uns all weg geantwort haben, daz wir uns beschaidenlich halten, so wellen 
ir gedenken, dartzü ze tön, das wir gesichert und uns das unser widerkert werde; daz uns noch nie 
vollangen mocht* Nu ist ilch villicht wol fürkonien der handel, der nuwlich bescbehen ist. Da welle 
üwer ersam früntschaft wissen und merken, daz der von diser stuck wegen dehainem Zugängen noch 
beschehen ist, denne als das hernach merklichen geschriben atat; dem ist also: Item sich hat gef&gt. 
das AppliSchriber zfk üch dem burgermaister komen ist und fragte, ob er gen Ärbon gan solte; 
er bette ettwas da ze werben; der im antwurt: er möchte wol gan; er sölte aber sehen, daz er sicher 
gienge. Also kam er in Vögelli s büß und seit das. Da warend ander sin fründ och by; die sprachen: 
,So wellen wir mit dir gan, daz dir kain smach widervar/ Also giengen wir mit im untz an den 
Sew und biessend in, sich selb wider uffhin besorgen; wan wir müt hatten, gen Lindow ze varen. 
In dem wurden wir ge warnet, das wir von den Paygrern und den von Arbon nit sicher wären, und 
sy wölten uns unsers libs entsetzen, wa sy uns ankämen. Also karten wir wider und wolten die mar 
aigenlicher innemen, daz wir Üch die fürbringen und clagen künden, daz ir uns dest bilflicher zu unsern 
Sachen geraißet wurden. Von geschieht so gestossend uns die, an den der handel beschehen ist, an die 
band, und wir wolten sy getragt haben umb die mär. Do traten ay in ire armbrost und wolten Uns 
unsers libs entsetzt haben« Da mag üwer ersam früntschaft wol verstau, was ir maynuiig damit was, 
und das wir uns von libes not werren mftsten. Bitten, ersuchen und ermanen wir üwer ersamen, liebeafl 



und guten früntschaft mit ernst flizzig und durch willen Gottes und imser dienste, uns darinn des besten 
beraten und hilflich ze sin und das zi\ dem gl impfli ehesten fürzewenden; ob uns yeman unglichs und 
unredlichs zöziehen wurde, uns ze verantwurten, ze versprechen und ze erzellen die sachen menglichem. 
als die ergangen und an in selber aigeulich also sind; und sich och nyemer andei's erfinden sol, de 
daz wir redlich und erlicb gevaren haben. Und tönd darinn, als wir üwer ersamen, lieben und gü 
früntschaft alltzyt sunder wol getruwen und als ir uns des von recht pflichtig sind ze tünd. Daz b< 
geren wir alltzyt umb üwer ersam früntschaft ze verdienen. Geben, besigelt von unser aller wegen mit 



31 



288 



Heinrich IV. U19-1426w 



onseni grodseHt berlicben Bchäden abtügin^ den wir genomen baben, oder uns aber umb daz unser und den dcbaden, den 
wir genomen habin. ain» glichen, onbedingtten rechten aigin zu gelegnen tagen und an den enden, da wir denn unser 
berren, friint und gesellen hinbringen niügin. Al«o truen wir üwer wigehaitt, ir wellint die üwem also wiaen, daz 9j 
uns daruinb gnug tugin, ale obge^chriben stät; wan sj daz also u£ und m5cht uns daz also kains erfolgen, ao bedücbt 
UJ18, daz uns gar onglitupflich nnd wider recht beschecbr und mustin och furo dar dariimb rät hon unser herren, fränt 
und geaellen, was una furo darzü ge hurte ze tun. Und lond mich und die andern öwer uf richtig, onvenogcn antwart 
wisscji bj dbiem hotten. Wann beachech uüs dinn also nit von fleh, dez wir üch doch nit getruen: wurd denn den üwem 
davon üt« zugezogen, dea weltten wir erenbalb gen üch und den üwem onbetedingot sin. Geben an sant Conratz tag» 
anno XXI, Hans F5gi 1 in etc, J 

Den furBichtigen, wiaen dem burgermaister und rät der statt ze Sant Gallen. 1 

HüultarcliivSt4iallfja, Tr. XXI, .1n^,ä ttO^ 3* — Papier- Originale nüt Sigelresten, — Vgl unten 1422. Augast 17. 



3035. -- 1421. Juiil2K St, Gall«*ii. — Abt Heinrich (IV,) verleiht im Hof zu StGallen^ 

auf Bitte des Hans Ha gm an vou Ober-Uz wil dem Haini Sclinetzer von Henau zu seinen 
und seiner Ehefrau All i gemeinen Händen ,ain wis iniLoufft, die vor ziten der vonEppenberg 
gewest ist — stosst ainhalb an dez Lens guter, anderthalb an des Ochsners säligen gftter — ; item 
ainen akker zer Trengke, gelegen zwüsschent des Ochsners gut und der Grossen Höben; it^m 
ainen akker am Obern Riet an Schmids holtz gelegen — stosst an Pfifferlo und anderthalb an 
die strass — ; item ain akkerli zem Obern Riet gelegen — stosst an der Weber gut und anderthalb an 
dez Lens guter — ; item den akker ob dem Herweg genant Siwelakker — stosst an die Waibel- 
hilb und an Stoltzen gut — ■; item den akker nuch ob dem Herweg — stosst an dez Stoltzen göt 
imd an die Grosse Hüb — ; item ain gärtli gelegen an der Braiten an der Gers trass, genant der 
Hartman gärtli*, allei* Gottes hau sieben, welche der bisherige Inhaber Hans Hagman dem Heini Schnetzör] 
verkauft hat. Ausserdem erneuert der Abt dem Heini Schnetzer und seiner Ehefrau die Lebenscbaft< 
fiber .daz gut genant Rütiwis, gelegen ze Hennow, und alle ander iro giUer daselbs gelegen, ez 
sigint akker, holtz, veld oder wisan, so derselb Haini Snetzer vor ziten von den Lütenrietern erkÄfPt 
hett, und den zehenden ze Hennow halben« den er von Görgen Blarrer ze Santgallen erköffl bett; 
desselben zehenden ander tail ist der Philippin Blarrerin ze Santgallen*, Der Frau gewährt der 
Abt freies Mannrecht für alle die genannten Lehen* — Sabbato ante lohannis Baptiste, 1421. 

SüftsirrMi Slöallea, Bithemrcbiv M. MI, t 44«. — Entwuif ?on der Hand des fthtiacben Schreiber«. — Tgl. Nr, 2^431 



I 



I 



8026. — 1421. Juni 21. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu St Gallen 

der Frau ÄnnaMurerin, Hänsli Murers selig von Ober- Büren ehelicher Witwe, zu ihren und 
ihrer ehelichen Kinder Metzi, Gretli und Uli gemeinen Händen ^daz gut ze Waldi bi Glattpurg 
gelegen mit aller zßgehorden; item ain wis zwüsschent Obem-Bürren und Nidern-Börren under 
Wydau gelegen, genamt die Bintzwis, mit dem A wachs darbj gelegen — stosst ainhalb au dioA 
Krummen Egerden und anderthalb an daz Widan** — , welche Wiese Hänsli Murer und seine Frau 
vor Zeiten von den Kellern von Helfentswil erkauft haben, alles Gotteshauslehen, mit denen gemäss 
einem Briefe Abt Heinrichs (HI*) Hänsli Murer und seine Frau gemeinsam belehnt waren und die 
nun nach dem Tod des Mannes an die Frau und ihre ehelichen Kinder gefallen sind. Die Frau und 
die Kinder sollen die Lehen gemessen ^glicher wis, ob dieselb Anna und ir töchter man ald knaben 
wärint und Uli, ir sün, ain erwachsner kuab und ze sinen tagen komen wäri*. — Sabbato ante lohannis 
Baptiste, 142 L ~ 

Stiftsarclih- StGillen, Biehfrarrliiv N. lUU l iU\ — Entwurf von der Hand des Hbtigcben Schreibers. 



290 



Heinrich IV, 1419-1426, 




Cflnis wib von Gräiningen, HeDslin, Margare teiK Adelhaiden uud Margareten, ir baidor 

elicby kind", mit Leib mid Qut, in Tausch gegen .die ersaiuen fr^wen Margareten SprengerineD, 
wilent Johans Sprengers von Wolferscbwil elichen tochter, Hans Seh o iders usserDiessel 
bach euch wib, und uuib Jahansen, Bai das, Eis beten und Adelhai den ^ ir baider elicbi kind*, 
— Liechtenstaig in Unser statt, an sant Ulrichs tag des hailigen byschofs, 142 L 

StiPUaitlif SUßallen. (. ^, 1. 1 41— Pergamant-Original mit offen bangendem Sigel. 

unter dem gleichen Datum «teilen AH Ulrich ond da« Capitel de» GotteBhaases St. Johann zu St. Johann 
einen Gegenbrief aus (darin «Ci^iiIb von Grämingen elich wib* und »Balthasar* [st ,Biildas*]), 

Stirtsaity f Ht. ealleii, f * q. t. e. R — P e r g a m e n t - r i g i n a 1 ; die Sigel hangen eingenäht. ^ 

aoai. — 142L Juli 4, Llehtenstelg* — Graf Friedrich (VIi;) von Toggenburg gibt 
der Äbtissin Verena und dem Convent des Gotteshauses zu Mag gen au, St. Bernharts Ordens, die 
Leibeigene Adelheid, Uli L litis von ,Herisperg* selig eheliche Tochter, in Tausch gegen die 
Leibeigene Adelheid, Uli Zeh enders von N e u f o r n (Nüfaren) selig eheliche Tochter, — L i e c h t i- 
staig in unser statt, sant Ulrichs tag des hailigen bjschofs, 142L 

!$tin»irchlT U. Mkn^ D. h t, I. ft. — Pergament-Original; d&n Sigel i«t abgefallen, f 

Unter gleichem Datnm stellen Äbtiasin nnd Consent des Gotteshauses zu Maggen ati einen Gegen brief aua. 
Stitenhh SLUiilH t 0. 0, 8, fm. !, Ir. ». — Pergament-Original mit offen hangenden Sigebu J 

3032. - 1431, JnI16. WiL - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert dem Hermann 

von der Breiten-Landenberg, Dienstmann des Gotteshauses, auf Grund eines von Abt Heinrich (IIL) 
gesrgelten Briefes die Lehenschaft über die obere Vogtei zu Zuzwil (Zätzwill) mit dem Meieramt 
daselbst und allen Zugehdrden, sowie über den halben Teil an den Gerichten, Zwingen und Bannen 
2U Zuzwil, wie jener sie von Ulrich von Lönberg selig erkauft hat, dem Gotteshaus nnd dem Äbte, 
,ez sig an der brobstie ald andren itmptern, und menglichem, so icbts dovon gat, an allen rechten um 
zftgehönmg unvergriflenlich*. — Wil, sunnentag nach Ülrici, 142L 

Stitoirhh St.tialleii, Bßflifrarfliiv M. mit m, — Entwnrf von der Hand dea äbtiachen Schreiber«. 



I 



3033. — 143L Juli 10, StÖnllcil. — Eberhart von Ramswag, derzeit Bürger zu St Gallen, 
sendet und gibt dem Abt Heinrich (IV.) von St, Gallen alle Ansprachen, Forderungen und Rechte 
an Leib und Gut des Lienhart Kram er zu Wil im Turgan, ehelicbeu Sohnes von RÄdi Kramer 
selig zu Bischof Zell, auf und sagt diesen zu Händen des Abtes und des Gotteshauses St. Gallen mit 
Leib und Gut quitt, ledig und los, wofiir er von Lienhart Kramer 3 ff ^ C. M* erhalten hat. — S&nt- 
gallen in der statt, doustag noch sant Ulrichs tag dez hailigen bisschofs, 1421. 

iltirtjtirtliv Ht ßallfB, Lf hfnarrhiv B4. 74, H. 2«lt. - Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibenr. 



d 



3034- — 142L Juli 15. Ht, «allen. ^ Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen ersucht Bischof 

Otto (IlL) von Constauz, er möge einem vom Abt bewilligten Gesuch des Johannes Nager, Caplans 
der Erlüserkapelle beim Kloster St. Gallen (»»capellanus capelle sancti Salvatoris nostro monasterio 
contigue'), deren Verleihung dem Abt zusteht, mit Johannes Binder, Inhaber der Pfarrkirche in 
Salmsach, einen Tausch einzugeben, ebenfalls seine Zustimmung erteilen und die Versetzung der 
beiden Geistlichen in aller Form vornebmen, zu welchem Zweck ihn der Abt für die Verleihung d 
Erlöserkapelle mit seiner Vertretung betraut. — In Sanctogallo, quinta decima die Julii» 1421, 
HtifUarcliii HL (JnllfB, Lf bfmiiYhjv Bd« «4, lt. 2»l« — Entwurf von der Hand de« äbtiachen Schreibern. 



Heinrich IV. 1419—1426. 289 

8027. ~ 1421. Juni 22. StOallen. — Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu St. Gallen 
auf die Bitte Ulrich Kellers von Berg dessen anwesender Ehefrau Ällin Haslerin, der ehe- 
lichen Tochter Wälti Haslers von St. Margareten-Höchst, 85 ff -5^ C. W., nämlich 80 ff ,fQr 
ir haimstUr und Widerlegung* und 5 ff ^für ir morgengab " auf den Lehen, welche Ulrich Keller inne 
hat, nämlich »den akker ze Heinberg gelegen — stösst an der Hör in Heinberg — ; item den win- 
garten ze Berg an des G Oslers wingarten gelegen; item sin hus, hofstatt und hofraiti ze Berg im 
dorff*. Stirbt Ulrich Keller ohne Leibeserben, so soll seine Frau die Heimsteuer und Morgengabe, sowie 
,ir verschroten gwand und ir klainot und ain gebettet betstat* erhalten, dagegen wenn Ulrich Keller 
Leibeserben hinterlässt, die Morgengabe von 5 ff, „ir verschroten gwand, ir klainot und ufberaite betstat" 
voraus nehmen und dazu gleichen Kindesteil an allem liegenden und fahrenden Gut haben. Für den 
Oenuss der 85 ff gewährt ihr der Abt freies Mannrecht. — Santgallen, sunnentag vor sant Johans 
tag des T6ffers ze sunwendi, 1421. 

StiftarchiT St Ctellei, BlehenrchiT Bi IM], f. 449^ -— Entwurf von der Hand des äbtischen Schreiberfl. Es sigeln der Abt 
und für Ulrich Keller Konrad Hör, Altbürgermeister zu St. Gallen. 

8028« — 1421. Jniii 26. — Hans von Edliswil (Edlitswile), zu Ror mos gesessen, der sich 
selber aus der Leibeigenschaft des Junkers Eberhart von llamswag an das Gotteshaus St. Gallen 
erkauft hat, verspricht und gelobt dem Junker, „das ich noch kain min erben, die des vorgenamten junkherr 
Eberhartz von Ramschwag ai^en nit sind, kain sin aigen Ißte, weder frowen noch man, hinnenhin niemer 
nie erben sollen noch wellen und sj von erbs wegen fdrbaz nit anzesprechent noch ze bekiimberent, 
weder mit gaistlichem, noch weltlichem geriht, noch an geriht, noch mit kainen andren Sachen **; auch 
sei in dem obgenannteu Kaufe seine eheliche Tochter Margareta vom- Junker .vorbehebt und us- 
bedingot" worden. — Donrstag nach sant Johans tag ze sunnwenden, 1421. 

StiftnicUTStMlei,!. LID. 8. — Pergament-Original. Für Hans von Edliswil sigelt Rudolf Gelter, Stadt- 
ammann zu St. Gallen; das Sigel hängt offen. 

8029. — 1421. Juni 26. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen geben 
Alli Kräpfin, Ehefrau des Heinrich Lang, genannt Beltzhuser, und Anna Kräpfin, Ehefrau 
Hans Bruniswilers von Sommeri, mit Einwilligung ihrer Ehemänner und mit Ulrich ab dem 
Berg, Bürger zu St. Gallen, als Vogt, Hans von Andwil (Ainwil), Dienstmann des Gotteshauses, 
als .Wiser* und Johans Beck, genannt Schwarzhans, Stadtschreiber zu St. Gallen, als Fürsprech 
ein bisher besessenes Gotteshauslehen, das sie um 60 3^ /^ C. W. an den Spital zu St. Gallen verkauft 
haben, auf an den Abt, nämlich ein Gut zu Nieder-Ach, „genamt des Smitters gAt, daz sy von 
Hansen Krapfen säligen, irem vatter, ererbt hettint — stosst ainhalb an dez spitals gät ze Sant- 
gallen, andrenthalb an Hefenhofen und an Nidren-Sumbri und zer ainen siten an der armen lüt 
gut vonCostentz* — , und der Abt belehnt damit Egli Fisch, Bürger zu St. Gallen, „in tragers 
wis zft der spitaler und des spitals ze Santgallen banden*. — Santgallen, sant Johans und sant 
Pawls der haiigen martrer tag, 1421. 

Stiitarehiv 8t dillM, SpitaUreliiT Tr. 9. SS, Ir. 9. — Pergament-Original. Es sigeln der Abt, Uhich ab dem Berg 
nnd für die Frauen und deren Ehemänner Ülman Scharant, Bürger zu St. Gallen; alle drei Sigel hangen offen. 

8080. — 1431. Juli 4. Lichtensteig, — Graf Friedrich (Vll.) von Toggenburg, Graf 
zu Prätigäu (Brettengöw) und zu Davos (Thaflis), gibt Abt Ulrich (11.) und dem Capitel des Klosters 
St. Johann im Turtal „die erberen frdwen Itan Eglinen, Hauses Eglis von Mos elichen tochter, 

37 



292 Heinrich IV. 1419—1426. 

nntz in Lüchinger Fort, und gant öch iro gericht, zwing und benn so verr als die hofmarken, 
ussgenonien Altstetter hofgAter, die sie niht ze zwingen hant. 

Daselb brachte öch für min herren der obgenante Haini Vogeler von der von Altstett w^n, 
daz der von Altstett hofmarken anvahent uss Guntzern in Marpacher Tobel und von Har- 
pacherTobel untz in Lützelbach und den Lützelbach ab in Brüglis graben, uss Brfiglis 
graben in Lüchinger Gassen und Lüchinger Gassen abhin in Lüchinger alten Ffirt. 

Und als nü die von Altstett und öch die von Marpach sich darumb ainer kuntschaft verfangen 
hant, so haben die von Marpach ze kuntlüten dargebotten dez ersten Mollen Trfiggsässen Ton 
Diessenhofen, daz si der darz& gehalten hab, daz si ainen undirgang tfin m&stint zwüsschent in und 
den von Altstett. Item haut si dargeben Bernharten Blarrer ze verhören von dez wegen, wie 
si Molle Trugsäss zu dem undirgang gehalten hab. Item hant si ze kuntlüten dargebotten Jäclin 
Höpti von Balga, Hännin Wilhelm von Marpach, Günin Eel von Rebstain u^d Hännin 
Wältis von Lüchingen, item Hugen Renner von Costentz, Ülin den alten Keller Yon 
Marpach und Ülin Halter, Hansen Alten vonKriessern und Rüdin Änin von Kriessern. 

So hant die von Altstetten ze kuntlüten und züge(n) dargeben Hännin Wältin von Lüchingen, 
Hännin Jönin von Lüchingen, Ülin Zürnen von Rüti, G&ntzen im Wida, Hansen Kumer 
von Werdenberg, Hansen Sägisser ab Aichawis, Wältin ab Kornberg, Hainin Sägisser 
von Aichawis, Hainin Näfen, lantman ze Appenzell, Ülin Haingarter, Hansen Hain- 
garter, Cüntzen Vässler am Hard, Hainin Näfen in der Ow, Ülin Ender in der Ow, 
Hainin Türren von Ermitis, Rfischlin Tanner ab Hirsberg, R&din Schlaipfer von 
Santgallen, Hainin im Wida von Lüchingen, Hansen Schmid, RüdinB&cher, Hansen 
Städeler uff der Liten, Hainin Vogeler, Ülin Engel, Hansen M an tzen, Hansen Eglin, 
Hansen Saxer, Hansen Suter. 

Daruff so hat min herr darumb kuntschaft verhört und bi geswomen aiden ingenomen, als her- 
nach geschriben stat: 

Dez ersten Hänni Wältis, der von baiden tailen ze kuntmann dargeben ist, saite bi sinem aid, 
so er darumb tat, daz der von Altstett hofmarken anvahent und gant in der mass, als daz Haini 
Vogeler von der von Altstett wegen erzelt hat, und daz er dabi gewesen si vor lux jaien, daz 
darumb ain undirgang beschehen si. Und ab er gefragt wart, ob die von Lüchingen je stür geben 
hant in den hof gen Marpach, sait er, daz im darumb niht ze wissen sig. 

Item Hänni Wilhelms von Marpach, von der von Marpach wegen ze kuntmann dargeben, 
saite bi geswomem aid, daz der von Marpach hofmarken anvahent und gant, als von der von Mar- 
pach wegen fürbracht ist, und sprach, er sig undir zehen jaren dabi gesin, daz darumb ain undirgang 
beschehen si. Und als er gefragt wart, ob die von Lüchingen je stür geben hettint gen Marpach, 
sait er, daz er wol zegegen gewest si, daz die stür uff si gelegt sig; er wisse aber niht, daz si die 
geben hant. 

Item Uli Keller der elter von Marpach, von der von Marpach wegen dargeben, saite bi 
dem aid, als er darumb tat, daz der von Marpach hofmarken anvahent und gant, als von iro wegen 
fürbracht sig. Von der stür wegen ze Lüchingen spricht er, daz er die stür nie ingenomen hab aid 
dabi gewesen sig, daz si gen Marpach geben si; er habi aber von sinem vatter säligen und andren 
gehört, daz die von Lüchingen gen Marpach gestürt habint. 

Item L li Halter von Marpach, von der von Marpach ze kuntman geben, saite bi gesworneni 
aid, daz die hofmarken zwüsschent den von Marpach und den von Altstett anvahent vomEsscb 
uss Guntzern, Marpacher Tobel nider in daz alte hus im Välli und uss dem alten hus den 



Heiniich IV. 1419—1426. 293 

KeHselbach nider in Ltich iiiger Fürt, uss Ltichiiiger Fürt in Obern Se; also habi er von 
sinem vatter säligen und andren sinen vordem gehört und sig 5ch von allen sinen vier anen von 
Mar p ach geboren. Von der stür ze Lüchingen wegen spricht er: waz hofgAter ze Lüchingen 
sint, die gen Marpach gehörent, die söllent dahin sturen und zinsen, und hab si selbir ingenomen; 
so hant si iro knechte ingenomen, der Buwman und der Vorster sälig. 

Item Jäkli Hfipti vonBalga, als der verhört wart und von der von Marpach wegen dar- 
geben ist, saite bi geswornem aid, er wüste niht umb die hofmarken ze sagen; aber der von Marpach 
tratt gang ab verm uff hin gen Altstett, als si die hofmarken angeben hettint, daz ist an daz bächli 
genamt die Tschand, daz durch Lüchingen rennet, und durch daz burgstal uffhin in Kapfershag; 
und sig dabi gesin, daz ain undirgang geschehen si von dez tratts wegen bi Gristo ff ein Maigers 
säligen ziten, dez kuecht er ze den ziten waz, als der niitEglin von Alts tetten stössig waz, und 
wärint 5ch dabi gesin der Knor und Hans ab Kapf und Uli Zimberman, und hetti sich do an 
der kuntschafft erfunden: wer uff der vesten ze der Nuwen-Altstett wäri, daz der uff der tratt- 
markeu säss und müg hinuff' und nider wai*t sin vih triben. Von der stür wegen zeLüchingen sig 
im niht ze wissen. 

Item Güni Kel von Rebstain, von der von Marpach wegen dargebotten, saite bi geswornem 
aid, daz er gehört habi, daz die von Marpach tribent untz an den Kesselbach und daz ir hof- 
marken gant uffMarpacher Tobel ubir die Riedren in die bürg und von der bürg daz bächli 
ab genamt Tschand und in den Kesselbach und in Lüchinger F&rt; aber er wisse niht aigenlich 
darumb, er sig ouch nie dabi gesin, daz ain undirgang darumb beschehen war. Item saite er, er hetti 
gebort von dem alten Ochsener säligen, waz die von Lüchingen hofgAter hettint, die gen Mar- 
pach in den hof gehortint, daz die dovon gen Marpach mit zinsen und stüran dienen söltint. 

* 

Item der obgenamte Hans Müller von Marpach hat ouch darnach minem herren ainen brief 
geantwurt von Hugen Renner, der wist und sait also: 

Ich, HugRenner von Costentz, vergich offenlich und tfin kund allermenglichem mit disem 
offenn brief: als ich vor ettwievil zits dez Burgowers seligen gAter und wingarten trAg in daz gerichte 
ze Marpach und alz öch da Uli im Holtz, der verwer, desselben Burgowers gAter ouch etlichs 
trüg in daz gericht ze Altstetten und wir da beid darumb stöss hettin und jetwedra maint, er hetti 
die gAter in daz recht gericht tragen, darumb uns aber dozemal Molle Trugsäss sechs man dargab, 
mit namen von der von Marpach wegen Bertschin Wilhelm, Hennin Wilhelm und Bertschin 
Gletmer, und von der von Altstett wegen Wältin Wälmer, Jäklin Vorster und Jäklin 
H Aptin; und mit denselben sechsen erfand sich mit kuntschaft, daz ich die gAter in daz recht gerichte 
tragen hett. Sich erfand öch da: waz der bach, der da gat durch daz dorff zeLüchingen und den 
man nempt Tschand, daz der der von Altstetten hof marken und der von Marpach hofmarken 
von enander schaidet; also waz gAter daselbs undenn bach werint, daz die gehörtint gen Marpach, 
und waz gAter ob dem bach legint, die gehortint gen Altstetten. Und daz daz dozemal also gienge 
und mit der kuntschaft also usstragen und ussgeschaiden wurde, daz ist mir kunt und wissent, und 
sagen daz, wie ich daz sagen sol, und wil öch furo darumb gnAgtAn, der sin nit enbern wil. Und dez 
ze urkund der warheit hat der from beschaiden Hainrich Pfanner, burger ze Lindow, sin insigel 
von miner ernstlicher bett wegen, im selb an schaden, offenlich ze end der geschrifft in disen brief 
gedrukt gebresteuhalb dez minen, won ich daz bi mir nit hett. Geben ze Lindow, an dem nechsten 
sampstag vor sant Michels tag, anno Domini MCGCCXXI'"^. 



294 



Heinnch IV, 1419^1426. 



Am mstag nach der alten vassnacht anno otc- XXII" bracliteüt die von Marpach f( 
herren Cünraten Giseler von Lindow ze verhörend von iro hofmarken wegen, und saite do der- 
lei b Cftnrat 6i seier uff sinen aid, dast er niht anders wisse, denn daz der von Marpach hofmarken 
iiffhinwart gen Altstett gant nutz an dt^n hach, tler durch Lüchingen rennet und an daz Vallit 
Tor, und hab ouch er vor ziten dezBurgowers gAter, die zeLüchingen gelegen sint, ze Mar* 
pach in dem gerichte berechtet von Hu gen Renners wegen und hett 6ch die doselba vergant-et und 
verköfft. So betti er 6ch gehört, daz die von Marpach und die von Altstett aiuen undirgang mit 
enander getan hettint, nnd hetti sich do erfunden, waz obsit dez bachs wäri gen Altstetten. daz daz 
gen Altstetten gehörti, und waz undir dem bach abhin gen Marpach wäri, daz daz gen Marpach 
gefadrti. Und daruff so hetti er ouch dez obgenamten Burgowers gftter in dem gericht ze Marpach 
berechtot, vergantet und verkouffet. Item als er gefragt wart von der stiir wegen ze Luc hingen« 
saite er^ daz im niht darum b ze wissen sig. 



Kuntaami von der von Altstetten wegen ingenomeii: 



4 



Hädol ff Schiaip fer, burger ze San t galten , als der gefragt wart von der hofmarken wegen, 
saite^ daz er gehört habi von Wältin Vogeler säligen, daz der von Altstetten hofmarken langent 
untz an den nechsten bach von Marpach herwart gen Altstetten. Wie aber der bach haisse, dex 
wüste er niht Item aLs er gefragt wart von der stür wegen ze Lüchingen, saite er, im wäri darumb 
niht ze wissen. M 

Item Hänsli Kunier von Werden berg, gefragt von der hofmarken wegen, saite bi sinem aid, 
daz Altstetter hofmarken anvahent und gangent in der mass, als daz von der von Altstetten wegen 
fürbracht ist, und sig selber dariimb ain nndirgenger gesin bi Cristoffel Maigers geziten. Von der 
stür wegen ze Luc hingen saite er, daz im niht wissenlich sig, daz die von Lüchingen je gen 
Marpach gestürt hant, und waz stür si geben hant, daz si die gen Altstett bracht hant. 

Item HansSägisser ab Aicbawis von der von Altstett wegen dargeben, saite, daz er nie 
anders gehört habi, denn daz Altstetter hofmarken anvahent nnd langent in der mass, als daz fÜr- 
bracht sig von der von Altstett wegen. Von der stür wegen ze Lüchingen spricht er, daz die 
von Lüchingen in der gemain stür gestürt hant gen Altstetten; aber von den gÄtern, die hof- 
gfiter gen Marpach sigint, waiz er niht, wohin si dovon gesttirt haben* ■ 

Haini Vogel er von Altstett, gefragt bi geswomem aid, saite von der hofmarken (wegen) 
in aller mass, als er daz von der von Altstett wegen erzalt hett. Von der stür ze Lüchingen 
git er, daz er niht wisse, daz die von Lüchingen von dhainen iren g&tern gen Marpach je gestürt 
haben. M 

Item Haini Näfe, lantman ze Appenzell, gefragt und verhört, saite bi sinem aid, daz Alt^' 
stefeter hofmarken anvahent und gangent, als daz von iro wegen für miuen herren bracht war. Von 
der stür wegen ze Lüchingen waiz er niht, daz die von Lüchingen gen Marpach je gestürt hant. 

Item Hans Schniid von Altstetten saite 6ch bi geswornem aid, daz Altstetter hofmarken 
anvahent und gangent, als daz von iro wegen fürbracht ist. Von der stür wegen ze Lüchingezi waix 
er niht anders, denn daz die von Lüchingen gen Altstetten gestürt hant. H 

Item Rftdi Bö eher von Altstett sait ich in der mass, als von der von Altstett wegen 
f^rzalt ist von der hofmarken wegen. Von der stür wegen ze Lüchingen spricht er, er wisse niht, 
daz 81 je dhain stür gen Marpach geben hant von dhainen g&tern. 




Heinricli IV. 1419 -1426. 



295 



Item Uen 11 L Jänis von Luc li in gen aait von der liofmarken wegen in der nias«, als von der 
von Altstetten wegen fürbracht ist. Von der stür wegen spricht er, er wisse niht^ duz die von 
Lüchingen je dhain stfir gen Marpacli je geben liant, und er habt doch derselben gftter ain tail, 
äA den die von Marpach sprechent, und habi öch die sin vatter sälig also gehebt. 

Item UansMantz von Altstett sait von der hofmarken wegen in der inass, als von der von 
Altstetten wegen filrbracht ist Von der stür wegen zeLilchingen ist im nihfc anders gewissen, 
denn daz si gen Altstett gestört hant; ob si aber gen Marpach"' je gestürt hant, darumb sig im 
niht ze wissen. 

Item Hans Saxer von Altstett sait in der mass, als von der von Altstetten wegen fttr- 
bradit ist. Von der stttr wegen ze Lüchingen waiz er niht anders, denn daz si gen Altstetten 
gestürt hant. 

Item Haiui im Wida sait 6ch in der mass, als von der von Altstetten wegen fürbracht ist. 
Von der stür wegen waiz er niht anders, denn daz die von Lüchingen gen Altstett gestürt hant« 

Uli Engel von Altstett saite von dvx hofraarken wegen in der raass^ als von der von Alt- 
stett wegen tUrbracht ist. Von der stür wegen ze Lüchingen waiz er niht anders, denn daz die 
von Lüchingen gen Altstett gestürt hant. 

Item Uli Zürn von Rüti saite 6ch von der hofmarken wegen, als von der von Altstetten 
wegen fürbracht ist. Von der stür wegen zeLüchingen saite er, daz im niht wisslich sig, daz die 
von Lüchingen je gen Marpach gestürt hant. 

Item Cftntz im Wida saite &ch von der hofmarken wegen in der mass, ab von der von Alt- 
stett wegen tHrbracht ist. Von der stür wegen saite er, daz im niht ze wissen sig, daz die von 
Lüchingen je gen Marpach stür geben hant. 

Item Ül i Hain garter saite &ch von der hofmarken wegen, als von der von Altstett wegen 
fürbracht ist. Von der stür wegen sig im niht ze wissen, daz die von Lüchingen je gen Marpach 
stür geben hant. 



■ y 2a*nl «n,r .Alti|»tl" f«MM*lnfi, 



IT !$LiaUfii, Bafhenrrhiv Bd. 90, 8. !29— 41. — Eintragung yod der Hand des ibtischeTi Schreibera. ~ Der Streit 
wurde erst durch Sprach des Abtes von 1423. JuU h. entschieden. 



3038. — 1431. Jall 38. St. Gallen. — Abt Heinrich verleiht im Hof zu St Gallen auf 
die Bitte Hans Zwikkers des altern, der für sich und seine Geschwister Rudi und Else als deren 
Vogt erscheint, und seiner Brüder ^Klaine-Hans* und Heinrich, der ehelichen Kinder Hans 
Zwikkers selig von Bischof zell, dem B u r k h a r t ton Wengi , Bürger zu Bisehofzell. einen jähr- 
lichen Zins von 1 Malter , guter, uugeforlicher vesan* Bischofzeller Masses und 6ß ^ C. M. u. W. aus 
dem Hof der Geschwister genannt die .Wis" samt Zugehörde, im Waldkircher Kirchspiel gelegen 

— .stosst an Schai j^enwile und an Bernatzrüti und au Bisahns* — ^, einem Qotteshauslehen. 
Die Geschwister haben dem Burkhart von Wengi den Zins ura 16 ff^ ^5^ C, M, verkauft mit der Verpflichtung, 
ihn jahrlich auf St. Murtinstag nach Bischofzell zu entrichten, und dürfen nur mit Einwilligung des 
Kiufers aus ihrem Hofe noch mehr versetzen oder verkaufen; auch steht ihm das Vorkaufsrecht zu. 

— Snntgallen, nitlntag nach Jacobi, 1421. 

Ittlitnrcliiv U. «lilei, BAeheruYlfi B4. IMI, L Ol. — Roiwurf von der Hand de» äbtiBeheo Scbreiberii. — B« «igela der 
4bt und für die Vt^rkäufer .Funker Fritz von Andwil i Ain will. 



09ii Hfinrich IV. 1419-1426. 

3089. — 1421. Juli 39. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) eröffnen im Hof zu St. Gallen 
Frau Adelheid Spatzin von Turstuden (Durstudel) und ihr Sohn Uli Spatz, die Frau mit 
Hans von Albersberg genannt Kaiser, Bürger zu St. Gallen, als Vogt und Johans Beck genannt 
Schwarzhans, Stadtschreiber zu St. Gallen, als ,Wiser*, durch ihren Fürsprech Hans von Andwil 
lAinwil), es sei ihnen durch einen offenen, gesigelten Brief vom Abt auf diesen Tag als den dritten 
Tag ,ze dem rechten* verkündet worden in ihrem Streit mit Margareta Wölfin, der ehelichen 
Tochter Hänsli Wolfs selig von Turstudeu, der Ehefrau Bertschis von Herisperg, wegen eines 
Gutes zu Turstuden genannt „des Wolffs g&t*, eines Gotteshauslehens. Da während der Dauer der 
Gerichtssitzung niemand für die Gegenpartei erscheint, entscheidet das Gericht, Adelheid Spatzin und 
ihr Sohn sollen im Besitze des Gutes bleiben wie bisher. Auch ttir den erlittenen Schaden spricht 
ihnen das Gericht Ersatz zu; sie schätzen denselben auf v>^ /^, „und daruff schlugent sy och üjß ^, 
die sy von disem brief geben haut*. — Santgallen, zinstag nach sant Jacobs tag, 1421. 

StifUarehiv St. (iallen, Bficherarrhiv Bd. 1941, f. STS. — Entwurf von der Hand des abtischen Schreibers. 

3040. — 1431. Ausust7. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu St. Gallen 
dem Konrad Färber (Ver wer), Bürger zu St. Gallen, den Weingarten und Hof genannt das Vogel- 
sang, gelegen zu Haslach, und die Wiese genannt „Spichersow'', gelegen vor dem „Man*, und 
alle anderen Güter im Rheintal, mit denen Ulrich von Winterberg, Bürger zu Constanz, vom 
Gotteshaus belehnt war, da nach einem vorgewiesenen, von Ulrich von Winterberg, Rödi Herman, 
Ammann zu Bernang, und RAsch Wilhelm, Ammann zu Höchst gesigelten Briefe Ulrich von Winter- 
berg vor den beiden Ammännern dem Konrad Färber alle seine Rechte an Vogelsang und Spichersau. 
den Rechten Ulrichs von Ems, RAdi Hermans und Hans Gisis von Bernang unschädlich, dem 
Konrad Färber für 112^2 ^ ^ C. M. u. W. eingesetzt hat, mit der Befugnis, falls daran etwas abgehe, 
den Ulrich von Winterbevg an allen liegenden und fahrenden Gütern anzugreifen, und mit der Be- 
stimmung, dass dem Konrad Färber die genannten Pfänder ^nzlich „vergantet und verrechtfertigot* 
sein sollten, falls Ulrich von Winterberg ihm nicht die Summe und allen Schaden innerhalb acht Tagen 
nach Datum des Briefes ausrichte, was aber nicht geschehen ist, so dass Konrad Färber die Pfander 
und die Güter, welche Ulrich von Winterberg im Rheintal inne hatte, durch seinen Bevollmächtigten 
Hans Weninger „mit gericht und dem rechten* angegriffen und zu seinen Händen gezogen hat. — 
Santgallen, an sant Affran tag, 1421. 

Stiftarchiv 8t. «allen, Bicherarchiv Bd. 1941, f. m. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Vgl. outen 1422. 
März 14. 



3041. — 1431. August 7. Lfchtenstefg. — Heinz Ritter, Bürger zu Lichtensteig, 
sichert seinem gnädigen Herren Graf Friedrich (VH.) von Toggenburg das Rückkaufsrecht zq auf 
„ain schwin geltes, drissig Schilling und ahtzehen pfenning geltes, zway viertel kernen gelt«s, ain kleben 
werchs und hundert aiger geltes, so er järlich gehebt h&t us und ab dem kelnhof ze Ni dren- Batzen- 
hai t*, und 4 ff 12>^ /^ »geltes uss und ab allen den gfttren ze Ebersol und die darzfi gehörent*, 
was alles er vom Grafen um 142 ff /^ CM. erkauft hat. — Liechtistaig in der statt, donstag 
nach sant Oschwaltz tag, 1421. 

Stiftairf hiv St Gallen, C. C. 4. E. 5. — P o r g a m e n t - r i g i n a 1. Für Heinz Ritter sigelt RfidolfHüber, Btlrg**r m 
Lichtensteig; das Sigel hängt eingenäht. 



Hfinrirh IV. 1419-1426. 



297 



3042. — 148L Aui?iiNt 10, (ApiMHizi^lL) — Amniann und Rat xii Appenzell geben Bürger- 
meister und Rat zu St. G allen davon Kenntnis, dass ,von Unser knechten wegen, die ze Bregenz 
gefangen ligend*, von dem dortigen Antniann und Rat ein anderer Gerichtstag angesetzt sei ^n& den 
näcbsten zingtag, der nu schierost kumt*, und bitten, e.s möchten zu ihren eigenen Boten auf diesen 
Tftg nach Bregenz auch die St. Galler eine Botschaft ,zwen erber man'* schicken, um zu einer güt- 
lichen Verständigung zu verhelfen» — Sant Laurentzins tag, 1421. 

Stadlirflrh Stöalkl, Tl iXV, iL l«^ — Papier- Original mit Sigebpuren, - Vgl. oben Nr. 3019. 

14iSl. Aujtiist 17. (AppenaKell.) — Ammana und Rat 7.u Appenzell sprechen dem Bfir germeis ter 
oiid Rat zu St Gallen ihren Dank atm für die Absendung einer Botschaft nach ßregenz und bitten nie, m der 
g^^letchen Sache nochmals ihre Botschaft nach Bregenz zu schicken, »uff die nächAten zinstag ze nacht daselbend an 
der herberg s&e sind und da hellfenti beauchen, ob jeman kainen weg finden kunne, da« den knechten geholfen werd*. 
■ — Snnnentag nach unser Frdwen tag im ÖgsteUt 1421. 



Stidrarrhif HL fiiillf i. Tr. 111. ti.n\ — P a p i e r - O r i g i n a 1 mit Sigeltpnren. 



3043. — 1431. AiiernHt 12* — Ulrich von Ems (Ämptz) verkauft für sich und die Kinder 

seiner verstorbeueu Brüder Marquart undGöswin, deren Vogt er ist, an E b e r h a r t von R a ni s- 
■ wa^ um 120 ff ^ C, W. »min und der vorgenanten miner brüder säligen kinder vogtien ze Aidberg, 
in Altstetter kilchspel gelegen, übir lüt und gut mit stören, diemten, vogthÄnren" und sonatigen 
Rechten und Zugehtirden, ein Lehen des Gotteshauses St. Gallen, ,,als dieselb vogtie von sinen vordren 
▼OD R«raschwag und euch den von Rosenberg an uns bracht und komen ist, als nach er und ain 
Tetter Burkart von Ramschwag von der aigenschafft wegen zehen Schilling pfenning järlichs geltz 
ze urkund daruss gehebt und nach haut", ~ Zinstag nach sant Laurentzen tag^ 142L 

Sttftarcliit St^lftllfn, L 1. 1 L S, — Pergament -OriginaL E^ nigeln ausser Ulrich von Ems auf seine Bitte Burk- 
hajrt von Ramawag. Riulolf von Mogeluberg (Magebperg) und Eödi Herrn an, Ämmaan %n Bemang; die Sigel 
hangen eingenäht. 

14l£l* AlLiniA^ ^^* st- liralleo* — Abt Heinrich (TV,) belehnt auf LJrand einei Aufoendbriefe«, den 
Ulrich von Enat lEmpt?.) für sich und die Kinder kleiner BrMer Marquart und Göüwin von Erna lelig an ihn 
^erlebtet bat. den Eberhart von Ramawag mit der Vogtei zu Eichberg (Aidberg), gelegen im Altatfttter 
Kirchspiel — Santgalli^n, donstag vor Barth olomei, 1421. 

SUfUiirtliii i(t ÜiükD, BfirlifraiYiilv Bl ]1»41, f. 4SI — Entwurf von der Hand de« abtiBchen Schreiben, — Vgl unten Nr. 3047 
«md U82. Februar 26. und März 14. 



3044. — 1431. August 19. St-Galleß, ^ Vor Abt Heinrich (IV;) fertigt im Hof zu StGalUn 
Prau Elisabeth von Andwil (Ainwill), geborne von Altatätten (Ältstett), Konrad von And- 
^•^ils »elig Witwe, der vom Gericht Hans von Albersberg genannt Kaiser und Uli Suter^ 
^ide Bürger zu St, Gallen, zum Vogt und .Wiser* gegeben sind, mit Herman Keller genannt Bader, 
ebenfalls Bürger zu St. Gallen, als Fürsprech dem Hng von Watt, Bürger zu St, Gallen, einen jährlichen 
Zins von 8 Herbsthühnern und 60 Eiern aus dem Gute genannt »an den Stigen" im Rhein tal 
- — ^ stosst an den Kobelwald und an Freienbach (Frienbach) — , ein Gotteshauslehen, das sie für 
3^/i ff 2 ^ ^ C. M. an Hug von Watt verkauft hat, und der Abt belehnt diesen mit dem Zini. — 
Sant g allen, zinstag imch unser lieben Frowen tag ze mittem Ögste, 1421. 

StiRxarfhiY St. Gilkli» Böfherarthil M, IMl, f. f77» - Entwurf von der Hand des ÜbtiHchen Schreibers. — Ei »igeln der 
Abt, Hans von Andwil für sebe Mutter und Hans Kaiser« 

38 



298 Heinrich IV. U19— 1426. 

3045. — 143L September 1. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen erneuert 
dem Johans Gossau, seinem Hofammann zu St. Gallen, zu Händen des Hans von Ems (Emptz) 
die Lehenschaft Über dessen Gotteshauslehen, nämlich ,dez ersten daz gut genamt Virabentzg&t, 
mit hus, hofstatt und hofraiti, ze Bernang im Kintal undnan im dorff gelegen, mit akkern, wisan 
und allem dem, so darzä gehorit; item sin wingarten ze Bernang amAichholtz gelegen; item sioen 
tail und recht der wingarten ze Husen ob Bernang gelegen*, und über alle anderen Lehen, es seien 
Leute oder Güter, die Hans von Ems vom Gotteshaus zu Lehen hat. — - Santgallen, ipso die beate 
Verene, 1421. 

StiftMurdÜY 8t fiallei, BleberarcliiY Bd. 90, S. 858. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

Gleichzeitig mit obiger Urkunde dürfte eine zweite ausgestellt worden sein, deren undatierter Entwurf auf der 
gleichen Seite sich an den obigen anschliesst: 

Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen gibt seine Zustimmung dazu, dass Hans von Ems seine Gattin Adel- 
heid, gebome von Erbrebach(?), ,an ir Widerlegung versorget und bewist hat ... uff etliche sine g&ter; derselbe 
g&ter ain tail von uns und unserm gotzhus flin lehen sigint", unter Vorbehalt aller Rechte des Gotteshauses, (ürsprfing- 
lich waren als zur Widerlegung eingesetzte Gflter eben die oben genannten aufgeführt; erst nachträglich ist daftir im 
Entwurf die allgemeinere Fassung eingefügt worden.) 

8046. 

Konrad Paier, Vogt zu Arbon, beschwört ein Burgreeht mit der Stadt St Gallen 

auf die nächsten acht Jahre. 

141^1. g^eptember 5. 

Ich Günrat Payrer, vogt ze Arbon, bekenn und tun kund . . .: Als mich die erbem, wisen 
der burgermaister und der rate der richstatt Santgallen in iren schirm und burgerreht genomen 
und enpfangen band mit der vesti und statt Arbon, das min pfand ist von dem bistüme ze Gostenz, 
mit den vestinen Hagenwile, Klingenberg und Mos und mit allen minen lüten und guten, die 
ich han und darz& gehörent, aht jar die nächsten, die schierost nach enander koment nach datum dis 
briefs, und dannenhin untz an ain absagen, han ich . . . dem burgermaister und rate geschwom ainen 
aide . . ., gehorsam ze sind, iro statt nutz ze fürdern und iren schaden ze wenden und daz burgerreht 
getrUlich ze halten mit sölichen stuken und artikeln, als hienach an disem briefe verschriben stand . . 
Des ersten ist berett worden, das die vorgeschribnen vestinen und schloss der obgenamten von Sant- 
gallen offnU hüser haissen und sin sond ze allen iren nöten, mit sölichen fürworten: ob es ze schulden 
kam, das ich inen der vorgeschribnen vestinen und schloss ains oder me ufftät und sj ald die iren 
darin liessi, das sy die in eren halten und mir die wider antwürten sond; und waz sy darinn des minen 
bruchent, es sige kost, gezüg ald anders, das sond sy mir gelten und bezaln nach glichen, billichen 
dingen. Beschäch aber, das derselben vestinen ald schloss dehaines von den vijenden gew&st, zerbrochen 
oder gewunnen wurd, darumb sond sy mir noch minen erben niht haft noch gebunden sin ze gebent 
noch ze tAnd in kain wise. Beschäch och, das mich die obgenamten von Santgallen umb hilff 
ermantint und anrfiffend wurdint, so sol ich inen uff minen kosten hilflich sin nach minem vermugen 
je nach gelegenhait der sach, doch usgenomen, ob sy ainem Römischen künig verre und langwirig 
raisen tflnd wurdint; darinn sol ich inen uit gebunden sin, dann alz verre ich mit willen und gern tftn. 
Wurd aber sach, daz ich sy umb hilff anrfiffend wurd, so sond sy mir och nach iro erkantuusse uff 
iren kosten hilfflich sin nach iren eren und miner notdurfb, es wäri dann, daz sy mir zehen oder zwelff 
man in ain vesti oder schloss lihint; die sol ich in minem kosten haben, inen an schaden. Ich han 



Heinrich IV. 1419—1426. 299 

och in den aide genomen, das ich von mir selb kainen krieg anyahen noch nieman kriegs hilflich sin 
sol noch kain sach verhandlen, davon kumber ald schaden komen möht, an willen und rate der vor- 
genamten von Sant Oallen, und das ich glicher reht nieman vor sin sol, darufi^sj mich och hanthaben, 
schützen und getrülich schirmen sond, an alle geverde. Doch han ich mir selb hierinn vorbehalten 
und hindangesetzt das hailig Römisch rieh und minen gnädigen herren graf Fridrichen vonToggen- 
bnrg, des diener ich bin, das ich dem wol dienen und hilflich sin mag, wahin und gen wem daz ist, 
dann allain wider die obgenamten von Santgallen und die iren. Beschäch aber, das derselbe min 
herre von Toggenburg und die von Santgallen mit enander ze schaffent gewunnent, das Got nit 
well, so sol ich still sitzen und dewedrem taile weder mit Hb noch gflt beraten noch hilflich sin, an 
arglist. Ich sol och kainen knecht lihen über jeman in raiswise ze dienent. Es ist och berett worden, 
daz der zug, den die gotzhüser Gostentz und SantGallen gen enander band, zwüschen den von 
Santgallen und von Arbon beliben und bestau sol, als der von alter herkomen und braht ist, 
ungevarlich. War och, das ich dero von Santgallen bottschaft bedörft, die sond sy mir lihen uß 
minen kosten. Och band sy mir alt stöss hindan gesetzt, das sy mir darinn nit beho(l)fen sin sond, dann 
alz vil sy gern tünd. Beschäch och, das daz vorgeschriben pfand von mir erlöset wurd, e daz sich die 
vorgeschribnen aht jar verluffint und us wärint, so sol daz selb pfand Arbon mit siner zügehörde von 
dem burgreht los und ledig haissen und sin; ich sol aber mit miner person und allen andren lüten 
uud guten das burgreht voll ushalten, alz vorgeschriben stat. und umb daz selbe burgerreht sol ich 
inen ällü jar je ze sant Martis tag, an den nächsten, der jetz kunt, an allen iren schaden ze rehter 
stür geben uud antwürten ze Santgallen in der statt zehen pfund pfenning Gostentzer müns. 
Und des alles ze offnem, warem urkünd und gantzer sicherhait, so gib ich inen disen briefe, hierüber 
gevestnot und versigelten mit minem aignen anhangenden insigel. Darnach vergich ich Ulrich Payrer, 
das der obgenamt Günrat, min brfider, daz vorgeschriben burgerreht mit minem rate, gutem willen, 
gunst und verhengde an sich genomen hat, daruff ich by miner truwe gelopt und verhaissen han, mich 
in sölicher masse von im ze sunderrent und versorgnust ze tftnd, ob ich durch herrendienst oder umb 
ander Sachen gen jeman ze krieg käme, das er, noch die vorgenamten von Santgallen dadurch nit 
kumber noch schaden enpfahent. Und ze merer sicherhait derselben vergicht so henk ich och min 
aigen insigel an disen briefe, der geben ward an dem nächsten fritag vor unser Frowen tag ze herbst, 
nach der geburt Gristi vierzehenhundert jar, darnach in dem ainen und zwainzigosten jare. 
SlaitutliT SttoUei, Tr. 37, Ir. 48. — Pergament-Original; die Sigel hangen in Hokkapseln. 

8047. — 1421. September 7. — Eberhart vonRamswag sichert dem Ulrich von Ems 
und den Kindern von dessen Brüdern Marquart und Göswin selig das Recht des Rückkaufs nach 
Ablauf von fünf Jahren zu für gewisse Güter und Rechte, die sie ihm um 333 S C. ^ Feld kircher 
Währschaft verkauft haben, nämlich: ,des ersten den wingarten und das gut daran genamt Ealchofen, 
gelegen zeBernang, ist leben vom gottshus ze Santgallen; item zwai malter vesan geltz uss dem 
hof Sturtzenhard; item der Hännsinen g&t ze Montigels; item irü recht in 's Maisters 
akker zu Rain; item und darzA drü malter beider komgeltz uß dem hofFridow*. Beim Rückkauf 
sollen Eberhart von Ramswag oder seine Erben den Kaufbrief herausgeben und dazu den Brief, «der 
da wiset, wie des vorgenamten Ulrichs von Ämptz wingart genamt Husen und sin langi wise z& 
Diepoltzow und och sin tail in dem hof Fridow min und miner erben überphand sind*, und sollen 
ausserdem das Gotteshauslehen, wenn nötig, vor dem Lehensherren aufgeben. — Unser lieben Frowen 
ibent als si geboren ward, 1421. 

IrUt ItkeiMtt. - Papier-Original mit offen hangendem Sigel. — Vgl unten 1422. Februar 26. 



300 



Heinrich TV. !419-U26. 



3048. - 1421. September 17. St. Gallen. — Vor Abt Ht^inrich (IV.) fertigt im Hof zu 
SlOalleD Else, die Ehefrao des Heini zer Ah, eheliche Tochter des Hödi Spät von Rorschach, 

in ßegenwart ihres Mannes mit Görg Wirt, Bürger zu St. Gallen, als vom Gericht gegebenen V^ogt 
und Feterman Brandis genannt Brnn eberg als ^Wiser* ihrem Vater und ihrer Stiefmutter Anna 
Spätin ,ain böngartli ze Roschach im Bömli gelegen — stosst an Cünrats Zerafa oh akker und 
an Dietzes bömli und an Cüntzes im Hof bömli — und aig hofgüt dez hofg ze Roschach*, ein 
Gotteshauslehen, das sie mit Zustimniung ihres Ehemannes ihrem Vater und ihrer Stiefmutter um 
16*/t ff ^ C. M. zu kaufen gegeben hat, und der Abt verleibt diesen das Lehen, indem er aus be- 
sonderer Gnade der Frau freies Mannrecht gewährt. ~— SantgalleUf mittwüchen post exaltacionis 
sancte crucis. 1421. 



I 



SÜftMirchivSU^iiUeB, lacheiurthlv B4. l»41, t &.>! — Entwurf von der Hatid de» äbtischen Schreibers. — Es «igehi \di 
Abt und) Görg Wirt, für die Frau Junker Haus von Ändwil (Ainwil) antl für Haini ster Ab Görg Wildrich, 
Bürger zu St Gallen. J 

3049, — 1421, S«*ptenil>or 21* Con^itanz. — Konrad Elye, decretorum doctor, Kanonikus 
der Con Stanzer Kirche, der von Leonhard Mostard i, decretorura doctor, Propst der Propstei 
St. Felix und Regula in Zürich, als von der Curie ernanntem Richter in einem Streite zwischen 
Abt und Consent des Gotteshauses St. Gallen einerseit^n und Bernhart Götz mutz, Leutpriest^r der 
Pfarrkirche zu Bernang, anderseits über die Hinterlassenschaft einer Leibeigenen Namens Agnes: 
(Nesa) Am er in zum Richter eingesetzt ist, tut kund: es habe zu Constanz vor Gericht am L März 1421 
Johannes Sydennayer als Vertreter von Abt und Convent des Gotteshauses St. Gallen Klage ein- 
gereicht gegen Bernhart GÜtzmütz, dass dieser, obwohl Amerin zur Zeit ihres Todes dem genaunteni 
Kloster als Leibeigene gehört und nach dem Brauche das Kloster kinderlose Leibeigene beerbe, den- 
noch die Hinterlassenschaft der kinderlos gestorbenen Leibeigenen in Besitz genommen und das Klost-en 
an ihrem Qenuss gehindert habe und es daran hindere. Nachdem hierauf (am 15. März 1421) durck 
Johannes Glaser als Vertreter des Beklagten gewisse Einw^eudungen gegen die Klageschrift erhöbe« 
und auf diese durch Ulrich Buniann als Vertreter der Kläger erwidert Tvorden, sei dem Beklagten 
Überbunden worden, auf die Klage zu antworten^ und nach gewissen Aussagen der klägeriscben Partei 
zur Begründung ihres Verlangens und den entsprechenden Erwiderungen der beklagten Pai-tei habe 
schliesslich Johannes Glaser in Gegemvart Ulrich Biimanns freiwillig und mit Zustimmung des Bemharl 
Gfitzmütz ausdrücklich anerkannt, dass dem letztern kein Anspruch auf den Besitz der Nesa Americ 
zukomme noch jemals zugekommen sei und er demnach der Klage weiche, welche Erklärung der Ver- 
treter des Klägers gern entgegengenommen habe, alles gemäss einer von Ulrich Sulzberg, öflfent- 
lichem Notar ausgestellten Urkunde. Auf Bitte der beiden Parteien und auf Grund der ihm vorgelegte« 
Akten habe sodann Konrad Elye in Gegenwart der beidseitigen Vertreter unter dem Datum der Ur- 
kunde den endgiltigen Entscheid gefällt, dass die Hinterlassenschaft widerrechtlich durch den Beklagte« 
in Besitz genommen worden sei und er auf sie verzichten müsse, unter Verurteilung des Beklagten^ 
dem Kläger den erlittenen Schaden, dessen Schätzung sich der Richter vorbehält, zu ersetzen, — - 
Constantie in iudicio et loco consistoriali ecclesie Constanciensis solito et consueto» ubi ad iui« 
reddendum pro tribunali presidere consuevimus, nobisque pro tunc inibi pro tribunali presidentibus, annca 
1421 , . * 21, Septembris . . . presentibus tunc ibidem discretia lohanne Keller, ConradoWisßer 
Leonhardo SchÖnbentZf dicte curie notariis atque scribis, testibus . . . vocatis pariter et rogatis^ 
StiftHarrhiv St fJttllen, Ä. D. 2. I> 10. — Pergament- Original mit offen bangendem Sigel und dem Notariatszeicbeoi 
dea »Ulricus Sultzberg publicuB impenali auctoritate et curie ConstancienBis iuratus notarins*. — Kans(leiTermev| 
auf dem Bug: ^SuUzberg, R(egi8trata) ü^j flor,* 



Heinrich IV. 1419-1426. 30) 

8050. 

Bürgemneister und Rat zu Zürich verkünden dem Schuitheiss und Rat zu Luzern 
einen Tag nach Schwiz auf 18. October wegen Beschwerden des Abtes von 

St. Gallen gegen die Appenzeller. 
14»]. g^eptenber 1t7. 

Unser früntlich, willig dienst allzit voran. Sunder gftten frOnd und lieben Eidguossen, als üwer 
wisheit wol ist wissent, von des spruchs wegen, so von üwem, andern ünsern Eidgnossen, euch 
ansem betten, als die z& nachgerfirter sacfa gewiset sint worden, ist beschechen, geschriben und ver- 
sigelt als zwQschent dem erwirdigen ünserm gnedigen herren dem apt von Sant Gallen, dem capittel 
und sinero gotzhus daselbs und ouch dien von Appenzell — darinn aber der jetzgenant unser herr 
der apt sich klagt und fürbringt und ouch vormalen zä der Kappelltanneu durch sin erbren hotten 
für unser Eidgnossen hotten, ouch uff jetz für uns bracht hat und sich klagt, wie die von Appen- 
zell dem Spruch nit nachgangen und im und sinem gotzhus darinn nicht genäg bescheche, nach dem 
und aber daz billich were nach innhalt der spruchbriefen; da doch derselb unser herr der apt nit anders 
beg^rte, dann bi dem sprach ze beliben und dem nachzegan, ob im möcht genAg beschechen, wiewol 
daz ist, daz er fttrgibt, daz im und sinem gotzhus dannocht grossenklich abgang und mit dem sprach 
hingetan sye — darinn er von allen ünsern Eidgnossen hilff und rat begert und anr&ft, mit den von 
Appenzell ze schaffen, daz si dem sprach gen&g tAgen, siddemmal und die von Appenzell die 
sint, die ünsern Eidgnossen gelopt und gesworn hand in allen sachen gehorsam ze sinde, und ouch 
der sprach von allen den ünsern, als vor stat, ist 'beschechen: und nach gelegenheit und vergangner 
sach, so syen wir bi enander gesessen und haben uns underredt, daz uns bedunkt üwer aller, unser 
Eidgnossen, und ouch unser nutz und ere sin, zä den Sachen etwas ze tünde und ze gedenkent, 
mit den von Appenzell ze reden und mit inen in etlich weg ze schaffende, bi dem egenanteu sprach 
ze beliben, dem nachzegande und genAg ze tAnd etc. Haben darumb einen tag gesetzet und gemacht 
gen Switz zA der kilchen, uff' sant Oallen abend nechstkünftig frA au dem tag daselbs an der her- 
berg ze sinde. Den tag wir ouch den von Appenzell mit ünserm brief verschriben und ze wissen 
getan haben; denselben tag wir üch ouch mit disem brief verkünden. Bitten wir üch flissklich, daz ir 
fiwer erbera hotten mit gewalt uff die egenant zit zA dem tag schikend, des nit lassent, won wir den 
tag andern ünsern Eidgnossen herzA gehaft ouch haben verkündet, und daz ir üwern hotten mit 
gewalt enpfelchent, mit ander unser Eidgnossen und ünsern hotten mit den von Appenzell ze reden 
die meinung, als vor stat; und ob si dem sprach nit nachgan meinden, das dann üwer botten üwer 
raanbrief bi inen haben, das man die von Appenzell mane der eiden, so si uns allen gesworn hand, 
daz si bi dem sprach beliben und dem genAg tAgent nach innhalt der spruchbriefen. Das bedunket 
Ans, nach dem und sich die sachen verhandelt hand, unser aller nutz und ere sin, und wellent üch 
darinn nit irren lassen und üwer erbern botten nach vorgenanten Worten zA dem egenanteu tag mit 
gewalt schiken, als wir üch des wol getrüwen, won wir in gelicher wise den tag ünsern Eidgnossen 
herzA gehaft verkündet und die sach geschriben haben als üch. Könden wir daz umb üch gedienen, 
ir söltend 0ns willig vinden. Lieben fründ und Eidgnossen, tAnd so wol, habend herinn kein hinder- 
nflsse; dann wir entsitzen, sölte der sach nit nachgangen und darzA anders getan werden dann bisher, 
das das uns allen wurde kumber und schaden bringen. Geben an samstag vor sant Michels tag, anno etc. 
CCCC® XXK Burgermeister und rat der statt Zürich. 

Den f&rsicbtigen, wisen unBem besundem guten fründen und lieben Eidgnossen, dem schultheissen und dem 
rat ze Lntzern. 

StialaniiT IiBSn. — Papier-Original mit Sigelspuren. — Vgl. unten Nr. 8092. 



302 



Heinrich IV. 1419-1426. 



Auf die Verhandlungen, die Abt Heinrich (IV.) über die Durchführung des Spruches der Eidgenossen 
vom 6. Mai 1421 mit den Appenzellem seither ohne Erfolg geftlhrt hatte, darf wohl folgendes undatierte, offenbar 
vom Abt an die Appenzeller gerichtete Schreiben bezogen werden: 

UnBern früntlichen grüz vor. Ersamen und besunder lieben, als wir am nähsten unser botschaft, nämlichen 
Hansen von Ainwile und unsem hofiEimman, zu üch getan haben und ir villicht wol indenk sind, was dieselb unter 
bottschafl von unsern und unsers gotzhus wegen dozemal an Qch brachtint, daruff, als wir verstanden haben, uwir 
begeren und mainung was, das wir üch in geschrift angeben söltint, was unser vordrang und ansprach war von unsers 
gotzhus wegen, so wöltent ir das früntlichen fürnemen und< in uwim raten darüber sitzen und daruss reden und denn 
das früntlichen an uwir gemaind bringen und uns daramb ain antwurt lassen ¥dssen : also lassen wir üch wissen, nach 
dem, als wir den sprach verstaut und ir selber och wol verstau mugent und der sprach das luter inne h&t, so söUent 
ir und alle uwir lantlüt den zehenden geben, wie und von was g&tern der vor kriegen geben ist. Nu sind ir mit uns 
überkomen. Nun von des zehenden wegen in Appenzeller kilchöri das lassen wir also bestän; aber von der von 
Tuffen und der von Trogen wegen, die in den zehenden zu SantLorentzen kilchen dienent und gehörent, so vil 
inen denn gebfirt — derselb zehenden och unserm gotzhus zägehört, von deswegen das dieselb kilch unserm gotzhus 
zAgefögt und an den tisch geben ist — , mainen wir, das sy uns den och schuldig sind ze richten, und was och anders- 
wo zehenden sient, die unserm gotzhus zügehörent und uwir lantlüt schuldig sind, das uns die volgen söllent. Item 
was och unser gotzhus aigne guter ald ussgend zinse hat, die söllent och unserm gotzhus volgen. Item alle erköffle 
gut, ez sig von den von Roschach ze Herisow, von den von Ramswag umb die fry vogtie ze Obern-Ützwile 
ald anders, söllent och unserm gotzhus volgen. Item was och unser gotzhus järzit hat, darumb wir erber kuntschafb 
haben, sollen och uns und dem gotzhus volgen. Denn von der letzinen wegen mag uwir wishait wol verstan, wo die 
ist entzwüsschent Santgallen und Appenzell, und ist das gar muglich, wenn ander lüt wissent das och. Dise 
stuk schicken wir üch uff des kürtzste. Doch ob der sprach minder ald me inne hett, das sol uns und üch unvergriffen 
sin und &ne schaden. Und bitten üch ernstlichen durch Gott und des rechten und uwim selenhails willen und och daz 
wir ain sölichs umb üch gerne beschulden wellent, dem sprach in sölicher maß nachzevolgen und uns unser gotzhus 
früntlich dobi lassen ze beliben und niht furo ze griffend, won wir och ungerne fdrer griffen ald suchen wölten, darzu 
wir nit gelimpf hettint ald niht billich tätint. Und wo aber wir anders daran wärint, den billichen ald recht war, und 
die Spruch unglich verstfindent, daramb wollen wir gerne fürkomen, wo das billichen ist und nach des sprachs inn- 
halt. Und bitten fich ernstlichen, das nit in argem noch für übel uffzenemen, won wir allzit gerne tun wölten nach 
glichen billichen dingen, das wolgetan war, und wir unser und och uwerathalb bi gelimpf bestan möchten. Und laut 
uns hierumb uwir verschriben antwurt wissen, so schierest ir mugent etc. 

StiftotrekiT St tellei, MchenrehiT B4. 1941, f. 29§. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8051. — 1431, October 1. WII. — Heinrich von Qundelfingen, Klosterberr des Gottes- 
hauses St. Gallen, hat mit Abt Heinrich (IV.) Über sein Leibding von 200 Gulden jährlich Ab- 
rechnung gehalten und quittiert den Abt und das Gotteshaus ^umb dasselb järlich libdinggelt von 
allen vergangnen jaren und fronvasten vor datum dis briefs**, ausgenommen 105 Gulden rhein., die 
ihm der Abt schuldig geblieben ist. — Wil, prima die Octobris, 1421. 

StUtarthlY St diUei, Tr. T., Ir. I^^ — Papier -Original; der untere Rand (mit dem Sigel?) ist abgeschnitten. — 
Vgl. oben Nr. 2773, 2842 und 2963. 

305%. — 1431. Oetober 3. (St. Gallen). — Abt Heinrich (IV.) und der Convent des Gottes- 
hauses St. Gallen geben Abt Ulrich (II.) und dem Convent des Gotteshauses St. Johann im Turtal 
den K&ni Chftn von Nieder-Büren (Nidren-Bürren), einen Leibeigenen ihres Gotteshauses, in 
Tausch gegen Heini Keller von Nieder-Büren, einen Leibeigenen des Gotteshauses St. Johann. — 
Fry tag nach sant Michels tag, 1421. 

Ktirtnrrhiv8t.tollei,B. B. IB. n. — Pergament-Original; die Sigel hangen eingenäht. 



Heinrich IV. 1419-14^6. 30J{ 

8058. — 1421. October 6. — Ulrich Gnäpser, Bürger zu St. Gallen, richtet an Bürger- 
meister und Bat zu St. Gallen ,von der mistat wegen, so Wezel Föly und ich laider begaingen 
haind'f die Bitte, sie möchten mit Jöri Wildrich, der ihn der Ermordung seines Bruders beschuldigt 
habe, reden: er wolle gern «mit im in ain recht treten, doch also daz er mir den todschlag hindainsetz, 
und firid und glait hab zu dem rechten und darvon untz an min gewairsaimi; es si den, daz er mich 
des mords wisti mit biderbann lütain, die dabi gewesen sind. Beschäch daz, so wölt ich liden, was 
sich daz recht erkainti; war aber, daz er daz nüt usbrächt, als vorgeschriben ist, das er mir denn haft 
war mit dem rechten und in dem rechten ze beliben, und recht zu im hab in al der m&s, als er zu 
mir hat, wen er mich des wisti*. — Mentag nach sant Michels tag, im XXI. jar. 

ttaüIRkiTStWkl, ülsiTei in IS. Jahrhuierta. — Papier-Original mit Sigel nnter Papierhalle, und zwar ni^elt 
Ulrich Gnftpser «mit mins br&ders Estrich r insigel, gebresten des min*. 

8054. — 1421. Octobor 8. St. Gallen. — Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu StGallen 
auf Bitte der Adelheid Brotbekkin von Nieder-BOren, der vom Gericht Ulrich Bingisser 
und Hans Sägisser, beide Bürger zu St. Gallen, als Vogt und «Wiser' beigegeben sind und als 
deren Ffirsprech Hans von Andwil (Ainwil) auftritt, deren ehelichem Sohn Uli Brotbekk gewisse 
GbUeshauslehen, welche bisher die Frau inne hatte, nämlich ,den zehenden usser dem g&tli ze Nidren- 
Rätenberg, daz an Sant-Gallen-Gapell gehört, und den zehenden ze Obren-Rätenberg; 
item ain wis undir der halden entzwüsschent des Gö sslers und Rikkerswilers g&tern und ainen 
akker an derselben wis gelegen; item ain wis genant Brunnenwis, öch daby gelegen; item ainen 
akker genant die Schib, an derselben Brunnenwis gelegen; item ainen akker ob dem kämm, stösst 
an die Schib; item ain(en) akker uff den Bfllen; item ain akkerli zer Aichen; item ain akkerli in 
MQlitobel, öch ze Ratenberg gelegen. — Santgallen, mittwüchen vor sant Dionisien tag, 1421. 

StiflMRhiT StdiUei« NehenrddT N. 1941, f. Ml — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Mi^ Jnngherr* Hans von Andwil, die Frau nnd als Vogt Ulrich Bingisser. 

8055. — 1421. Oetober 20. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen gibt auf die Bitte des 
Konrad Mangold von Constanz hinsichtlich der Vogtei «zer Herreu hof* im Turgau gelegen, 
welche jener vom Gotteshaus zu Lehen hat, seine Einwilligung zu einer „Ordnung*, wonach Konrad 
Mangold vor Zeiten seinem Oheim , Caspar zemTor", sesshaft zu Frauenfeld, all sein liegendes 
und fahrendes, «aigen und leben, vor des ammans gericht" zu Constanz vermacht hat, für den Fall, 
dass er selbst vor dem Oheim stürbe, ohne eheliche Kinder zu hinterlassen, jedoch dem Konrad Man- 
gold ,an sinem widerrfiffen der obgenanten Ordnung unschädlich*. — Mentag nach sant Gallen tag, 1421. 

MftHTddf 8t€ilkl,Bi(ierlRkiTB(Lml,f.S77^ - Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

805tt« — 1421. Oetober 22. St. Gallen. — Bruder Nikiaus Messrer, Conventual des Gottes- 
hauses zu St. Peter im Schwarzwald, quittiert den Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen für 
8 ff /^ C. W., die Abt Heinrich von Gundelfingen auf seinen Nachfolger angewiesen hatte. 
Bruder Nikiaus weist den Landschreiber zu Wil Wernher Zehender, dem er den Schuldbrief über- 
geben hat, an, denselben dem Abt auszuhändigen. — Santgallen, mittwuch nach sant Gallen tag, 1421. 

Sliftanilh St Ukl, Ubr. XIII, FlK. 4. - Papier-Original; das Sigel ist fast ganz abgefallen. 



304 



THurirh TV, 1419— 142ß. 



8057. — 1431. Oktober 2L StJiftlleiu — Abt Htinrich dV-) belehnt im Hof zu StGanenj 

auf die Bitte Ulrich Änd erlins des Schinids, Blirgers zu St. Gallen, den Üü ßiotmaDn, Bürgerj 
zu BischofzelU inü dein Zelinfren zn N ied e r- A rnegg (Nidren-Arnaiig) von allen ^ort gelegenen] 
Gütern, einem Gotteshauslehen, das Ulrich Anderlin an Uli Kietmann um 143 t^ -3} C, M. verka 
hat. — Sanfcgallen, aller haiigen abend, 142L 

8tin«irflih' Ht* Uaürn, R, R, 5, 6. 1 — P e r g a m e d t - r i g i n a 1, Es nigt^ln der Alit und fiir Clrich Anderlin K n n i 
Zilrcher, Borger zu St, Gallen; die Sigel hangen eingeoäht ■ 



a058. -- 1421. Noremlier 1. St,Oallen, — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen nimmt 
auf die Bitte des R ü d o 1 f H e r m a n n , Aminanns zu B e r n a n g im R h e i ti t a I , von diesem und Hans 
Metzger von Bernang ^das hus, hofstatt und hofraiti ze Bemang im dorff gelegen, genant Gruseg 
— stosst ainhalb an daz göt genant die Schür und anderthalb an die lantstrass* — , ein Gotteshaui 
leben, das bisher Fi de Metzger in, Hans Metzgers Ehefrau innegehabt hat, auf und belehnt damit 
deren ehelichen Sohn Hans Nesler, dem sie das Lehen um 16 ff ^ C.W. verkauft und mit Zu- 
stimmung ihres Mannen vor dem Gericht zu Bernang mit llans Keller von Bernang als Vogt, Hans 
Müller als ,Wiser* und Hans Am mal als Fürsprech „recht und redlich nutz an uns (den Abt) . 
nach des hofs ze Bei^ang rechten, sltten und gewonhait* gefertigt hat mit der Bitte, dass der Amman 
es ^von iren wegen an unser band nf bringen und ufFgeben wölti**. — S an tg allen, an aller hailgei 
tag. 1421. 

SütlÜMlttlii %t (filkn, Borhrrarrhiv M* 1M1, t Ut, — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Ei sigeln der 
Abt, der Amnmnn ^von gerichtf wogen*, nntpr dessen Sigel Hans Metzger und Hf*ine Khefrntj »ich verbinden, und Harn 
Keller. 




3069. — 1421. NoTeniber <J. (I>ldkir<*h4 — Bruder Heinrich Lütfrid, .comuiendur d 
huaes ze Veitkirch sant Johans ordens des hailigen spitals von Jh ernsale m ^'^ und Lienha 
Stökkli, Bürger von Feldkirch, von Rudolf Maier (Mayger) von AUstätten zu Zeugen angerufen 
„wider den frommen vesten Eberharten von R. amswag, das er undCAntz von Dietegen von 
Grünenstain und die zö in gewandt sind mit dem ogenamten Rauischwag schlecht sigen worden von 
der acht pfund pfennig wegen, die da hergelangot waren t von dem win, den sy wilent Ramach wagei 
genomen und pfendt hatten*, erklären, dass sie sich dieser Verständigung erinnern und bei ihr zngegei 
gewesen seien. — Sant Lienharts tag, 1421. 

SlAdttrtliJr St.tiil]«n, Tr. T, llr 1*"^, I. — Papier- Original mit Reiten beider SigeL 



3060, — 1421. November 26, St.Öallcn. - Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu St. Gallen 

auf die Bitte des Ullrich Anderlin, Bürgers zu St. Gallen, dessen Teil des Berges, — ,der do 
stöast an daz gut genant die Egg und an Ulis Sitzen gut und an Cfinrats ab der Hüb und an 
Linsenb&ler göter — , item sin 1ms ze Santgallen an Schmidgassen — zwüsschent Hansen 
a m B Ä 1 und R ü d o 1 f f M a i g e r s h Usern gelegen — , it^m den garten in F r o n g a r t e n — stosst an 
Cüni Huntwjlers und Elsen, ainer swöster, garten** -- Gotteshaush^hen, mit denen bisher Ulrich 
Anderlin belehnt war, dem Heinrich Merzz, Bürger zu St. Gallen, in Tragers Weise zu Händen 
.Othraars, Magdalenen und Ursulleu*, der ehelichen Kinder Ülnch Änderlins, die ihm voi 
Kathrin Bopphartin, seiner Ehefrau selig, geboren sind. — Sant Cftnrats tag, 1421. 

StiftÄrfMY SiöallPll, BDtfcerarfhiv Bd. 1941, f. m. - Entwurf von der Hand dea äbtincb^n Schreibers. ^ Es sigpln d« 
Abt nnd U\t Ulrich Anderlin Blasiu» Bregentzer, BürgermeiBter %u 8t. Gallen. 



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306 Heinrich IV. 1419— U26. 

darauf 1 Malter Haber und 10 Seh. Pfg. Zins geschlagen hat, gegenüber Konrad Hinderofen die entsprechende 
Verpflichtung. — Sant Latscien tag, 1421. 

8tlft«n)UT8t.teUei,T. T.t.1. t. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

8065. — 142L Deeember 22. (Arbon.) — Ulrich und Konrad Paier und der Rat zu 
Arbon geben dem Bürgermeister und Rat zu St. Gallen Kenntnis von einer Klage, die Hans 
Ammann, Bürger zu Arbon, bei ihnen vorgebracht hat gegen die St.Oaller Uli Wildrich, Haini 
Stüdli und jung Bingesser (Pingesser), dass diese «im in sin hus geloffen und im sin hus uff- 
gestossen habint und sich da gar unbeschaidenlich geworben und getan habint". Da nun jene, in der 
Meinung, sie kämen in guter Freundschaft nach Arbon, von den Torhütern ,gar früntlich* ein- und 
ausgelassen worden seien gemäss der hinsichtlich der St. Galler erteilten Anweisung, bitten die Brüder 
Paier und der Rat die St. Qaller, die Ihren anzuhalten, ^daz uns die yersmächt und frevel benomen 
werd". — Mentag post Thome, 1421. 

8taitai%kh8t(laUei,Tr. T, Rr. 26, 2. — Papier-Original mit Sigelspur. 

8066. — 1431 (?). Deeember 33, Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt auf 
die Bitte des Jäkli Wirt von Rickenbach und seiner Ehefrau Elsbeth den Hans Kftnzli (Cfintzli) 
von Rickenbach in Trägers Weise zu Händen des Baues und Lichtes der Kirche zu Rickenbach mit 
einem Juchart akkers gelegen bi der linden zu dem Bild ze Rikkenbach — stosst ainhalb an dez 
Nüfers akker, der ze siner h&b gehört — ", einem Gotteshauslehen, das die Eheleute um A S ^ C.W. 
an den Bau und das Licht der Kirche verkauft haben. — Wil, zinstag vor dem ingenden jare, 1422. 

StiftttRUf 8t QlUei, J. & A. 4. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 

8067. — 1421. Deeember 27. Wil. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen bezeugt, nach- 
dem Heini von Laupen (L5pan), Hofammann zu Wil, kürzlich gestorben, habe dessen Sohn Hans 
von Laupen für seine Mutter Brida von Laupen, sich selbst und seinen Bruder Küni von Laupen 
mit dem Abt unter heutigem Datum von seines Vaters wegen abgerechnet ,von allem dem, so derselb 
sin vatter sälig nach der rechnung, so er uns geben hat uff den andren tag des Brachotz, der nechst 
vor datum dis briefs vergangen ist'\ ald si nach sinem tod ingenomen und ussgeben hant", und sie 
hätten gegenseitig, was sie einander schuldeten, abgetragen, weshalb er die Hinterlassenen ^quijd, ledig 
und los' spricht, es sei denn, dass noch nachträglich sich etwas finde, was Heini von Laupen oder 
seine Erben eingenommen hätten, oder dass Forderungen an das Gotteshaus gestellt würden, die bei 
der Abrechnung als abgetragen bezeichnet worden seien. — Sampstag nach dem ingenden jare, 1422. 

«) Vfl. obMi Nr. S031. 

Stiftnrekif 8t SlUei, Biekenrehif Bd. 1141, f. 427. — ^ Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

Wir schliessen hieran zwei andatierte, inhaltlich mit der obigen Erkl&rung in engem Zusammenhang stehende 
Eintragungen im gleichen Bande: 

(a) (141^1. Deeember ]^7. ^¥11?) Abt Heinrieh (IV.) von St. Gallen verpföndet der ehrsamen Frau 
Brida, der ehelichen Witwe seines Hofammanns zu Wil, Heini von Laupen selig, und ihren Erben für eine Schuld 
von 10 B Pfg. C. W., die er ,ze disen ziten alsebat niht ze bezalen** hat, des Gotteshauses eignen Garten zu Wil, 
,u8serthalb dem stattgraben ze Wil vor dem Nidren Tor an dem füssweg, als man gen Swartzenbach usshin 
gat, gelegen **, mit allen Rechten und Zugehörden, „als der in unsers gotzhus grossen bot zc Wil gehörit und als 
denselben garten herr HansSchmid sälige in lipdings wis ze end siner wil innegehebt und genossen hat', bis auf 
Wiederlösung, die jederzeit gestattet sein und „ze mittem Mertzen ald davor* erfolgen soll. 

Stiftarthiv St. Ctellei, Bficherirfhiv N. 1141, f. 42$. — Eintragung von der Hand des ftbtischen Schreibers. 



Heinrich IV. 1419-U26. 397 

(%) (14S1« Hec^Hiber S7. Urilf) — Petermann Brandis, genannt von Brumberg, Hofammann 
ZQ Wil, erklftrt, er schulde von wogen seines Herren Abt Heinrichs (IV.) von St. Gallen der Frau Brida, der 
ehelichen Witwe Heinis von Laupen selig, 9 flf 6 Seh. Pfg. C. W., die er ,uff die alte vassnaht von nü der nechsten 
übir ain j&r ftn allen fÜnug und widerred ftlr allermenglichs verhefften, entweren und verbieten ze Wil in der statt 
Qisriehten und beialent* solle. Täte er das nicht, so hätten die Frau oder ihre Erben oder Vertreter volle Gewalt, ihn 
und seine Erben dämm an all seinem Gut anzugreifen, bis die Geldschuld und aller nach Ablauf der Frist etwa er- 
ittene Schaden getilgt seL 

8ttll«RkivSt.Qdkl,BldMflI!iif RMlytlil''. — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 

Zwei weitere undatierte Eintragungen im gleichen Bande des Stiftsarchivs haben Bezug auf den Verkauf des 
Hoiei lu Meisterhausen und des halben Hofes zu Mos, ,bi Wntzenwille gelegen', durch die Brüder K n r a d 
und Hans Ton Laupen, Bürger zu Wil, deren Vater Heini von Laupen selig, weiland Hofammann des Gottes- 
hauses zu Wil, und deren Mutter Brid selig diese Höfe vom Gotteshaus auf Rückkauf inne hatten. 

(c) In der ersten gibt Abt Heinrich (IV.) von S t. G a 1 1 e n mit Rücksicht auf die treuen Dienste sein 
einstigen HoÜAmmanns dessen Söhnen seine Einwilligung zum Verkauf dieser beiden Höfe an Ulrich Schnetzer, 
Bürger za Wil, um die Summe von 70 flf Pfg. C. W. und eine besondere Entschädigung von 8 flf Pfg. C. W. für das 
»gezimber, so uff dem hof ze Maistershusen st&t*, unter Vorbehalt des Rückkaufs diirch das Gotteshaus. — Wil. 

(d) In der zweiten stellt der Käufer dem Abte einen Revers aus, dass diesem jederzeit der Rückkauf des Hofes 
zu Meisterhansen und des halben Hofes zu Mos ,bi Wutzcnwile gelegen, der dem gotzhus ze Sant Gallen zugehört und 
der andre halb tail dem gotzhus zeTennikon zugehört", gestattet sein und dabei das ^gezimber** auf dem Hofe zu 
Meisterhausen, das er um 8 AT Pfg. erkauft habe, nach Schätzung ehrbarer Leute entschädigt werden solle. — Wil. 

StifbvekiT StteUei, Nckeraitkh U. mi, t 441 Ud 441^ — Entwürfe von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8068. — 1431. Deeember 88. Wli. — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu 
Wil den Heini Stolz von Linggenwil mit zwei Ackern ^gelegen zeWaldi zwüsschent Liuggen- 
wile und der Hftb — stosst der aine an wald daz Holtzli, und der ander stosst an Vorsten egerd* — , 
Gotteshauslehen, die Heini Stolz von seiner Mutter ^Hetzen Murerin' ererbt hat. — Wil, sunnen- 
tag nach dem ingenden jare, 1422. 

SttltavckiT St.QdlM, BMenrcUf R 1141, t 411 — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8069« — 1421. Lichtensteig. — Vor Ammann Rudolf Wingarter, der im Namen des 
€h«fen Friedrich (YH.) von Toggonburg in Lichtensteig zu Gericht sitzt ,in aller wis und 
mbs, als ob ich seMagelsperg ze gericht gesessen war', fertigt Heinz Ritter, Bürger zu Lichten- 
steig, dem Eonrad Güster von St. Peterzeil und R&di Peter .usserm Wald', den Eirchen- 
meiem des Gotteshauses zu St. Feterzell, zu Händen der Kerzen des hl. Kreuzes des Gotteshauses einen 
jahrlichen Zins von 14 Jf ^ CM. aus einer Wiese zu HUniswil, genannt die ,Husswendi — 
stosset ainent.an den Swindelbach und andrent an des R&tzen gut' — , der Heinz Ritters Pfand 
«von den Rfltzen* für 14 ff G. M. gewesen ist und den er um diese Summe an die Kirchenmeier ver- 
kauft hat. Darauf erklart sich ^der alt R&di R&tz uss der Rüti' in seinem und seiner Kinder Namen 
mit dem Verkauf einverstanden und gibt die Eigenschaft des genannten Zinses an die Kerzen des Gottes- 
hauses auf. — Liehtistaig, 1421, an . • . 

rltQdlMyf.f.t.CI. I. — Pergament-Original; das Sigel hängt eingenäht. 



8070. — 1429. Januar 8. WU. - Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen belehnt zu Wil 
auf die Bitte des Kflni Welschart, Bürgers zu Wil, den R&di Schnetzer (Snetzer) von Turstuden 
(Dnisiudel), genannt Spatz, mit einem Gut zu Turstuden, genannt des Bäbingers Gut, mit Haus, 



808 



Heinrich IV. 1419-1426, 



Hofstatt, Hofraite» Äckern, Wiesen, Holz, Fdd und sonstiger Zugehörde, einem Gotteshauslehen, da 
Küni Welschart an Rödi Schnetzer um 40 U ^ C W. verkauft hat — Wil, sabbato post circum- 
cisionis, 1422. . 

Stift«irc4JT !it. (alkn, ttßflierArrliiv 64. IfMl t i\t^\ — Emtragung ron der Hand de» äbti»chen Schreibers. — Es sigeln 
der Abt und für den Verkäufer Rudolf von SteinachT i^chnltheiaa äu Wil, 

3071- — 1422. Januar 3. (Kempten.) — Johannes Thi liger, jetzt Schulmeister zu 
Kempten, richtet an Bürgermeister und Rat zu St. Gallen die Bitte^ etliche Btirger ihrer Stadt, die 
ihm ,noch ain tail .schuldig sigint i?on iren kmden, die zö mir in die schiele giingen sind", anzuhalten, 
dass sie ihn ausrichten, ,wan es doch nit anders denn lidlon ist, also das ich sie mit fremden gerichten 
icht umbtryben dürffe, das ich doch ungerne wider iwer wishait thfin wölti*. — Sabbato proximo an 
epiphaniam Domini, 1422, 

SiLMittliuig d«« JtbtorkkD VereiDS St. MkEi. — Papier-Üriginal mit Sigel unter PapierbüUe. 



chten 
ant€H 



3072. — 1433. Januar 5. WIL - Abt Heinrich (IV.) von SL Gallen gibt .allen zehenden 
in Rütschnians Lederger wen garten vor dem Nidertor ze Wil — zwilscheot dem Hüselweg 
yndConradsKuppferschmids und Conrad C o 1 e r s garten und dem fftßstig, der in die w gat, 
gelegen* — , bisher Eigentum des Gotteshauses, dem genannten Rütschman Ledergervv, Bürger zu Wil, 
in Tausch „umb allen zehendeu uff desselben R5Lschmans akker, des bi zwain jucharten ist und gelegen 
ist in der zeig gegen R i k k e n b a c h — underthalb Hansen K o r h e r r e n akker und anwandet 6cli^ 
an Hansen Korherren und Uli Siehers kind akker — , derselb zehend untzher wider in denselbedfl 
akker gegangen ist und demselben Rütschman Ledergerwen zftgehört hat*. ~ In der obgenanten nnsers 
gotzhus statt ze Wil, am nientag vor dem zwölfften tag zö den wihenitehten, 1422. h 

StinMrcfaif SL fllUen, Böfknirchh M, MU f- 331 — Eintragung von der Hand des äbtiechen Schreibers. Dazu aui Scblust" 
nocb die Notiz: „Äinen »Öüchen wechselbrief hat Eian widerumb von Rütschman Ledergerwen, mit linem insigel ver- 
aigelt, und ligt der hinder ^em kndBchriber ze Wil*. ^m 



3073. — 1423. Januar 5. St. Oallen. — Hans Högger, sesshaft zu Sturze negg, Bürger 
zu St.Gallen, dem Frau Gutta (GÄt) Landio, Bürgerin zu St. Gallen, die Witwe Hermana Seh ir- 

mers selig, ,in min stalle gestellet hat ze rehter gemainde sehs rinder, zwai ross, ain viihig fülchen, 
drü füll, fier könen, zwai fernrigi kelber und zwai hürigi* und der ihr mit seinem Anteil 52 ft Ib^jiß ^ 
geliehenen Geldes igelten*, hiefür das gemeinsame Vieh ganz unterhalten und der Frau oder ihren Erben 
willig Teilung gestatten und die Schuld bezahlen soll in der Weise und zu den Zeiten, w^e es unter 
St. Galler Bürgern Brauch ist, setzt der Frau und ihren Erben vor Abt Hei nricli (IV.) von St, Gallen 
seinen Anteil und seine Rechte an dem Hof zu Stur/enegg genannt ^das Vorder Sturtzenegg" zum 
Pfände ein, und zwar soll diesen Rechten der Gutta Landin und ihrer Erben kein Eintrag geschehen, 
wenn Hans Högger oder seine Erben ihr Bürgerrecht zu St. Gallen aufgeben und anderswo Burger- oder 
Landrecht annehmen; auch soll dieser Brief, falls die Frau oder ihre Erben dem Hans Högger oder 
seinen Erben .iht me ald fürbas ze gemainde zästaltint ald fürbasser iht lihint*, in allen Stücken in 
Kraft bleiben. Bei der Vereinbarung sind Hermann und Hans, die ehelichen Söhne Harn» Hoggera 
zugegen gewesen. — Sant Gallen, an dem zwelfflen abent in den wihenähten, 1422. 

Eftadtiutlili St. Garif«« SpiUlarcMv, nn registrierte Urlmle. — Pergament-OriginaL £» sigelt fdr Hans Högger und 
seine beiden Söhne anf ihre Bitte Hans von Goasau. Hofammann ssu St. Gallen. 



310 



Heinrich IV. 1419-1426. 



I 



3078. — 1432. Januar 24, — Haeman von Oft.ringen zeigt dem Biirgerme ister und Kfli 
zu St. Gallen an, er sei entsprechend seinem eigenen von ihnen jetzt angenommenen Vorschlag damit 
einverstanden, »von der zösprOch wegen, so ich meinen zft üch ze haben", dem Hans Konrad von 
Bodman ^zö einem glichen züsatzz* die Entscheidung zu übertragen; sie möchten, wie er selbst getan, 
diesen unverzüglich darum ersuchen, damit die Sache zu einem Ende komme. — Samstag nach Angnetis, 
1422. 

8taHlJirf h'uf Sl. M\m, Tr* Xll, Mr, 2ft, 2. — P ä p i e r - r i g i n a 1 mit SigeUpuren» 

t4>S3fi. Feliruar 4, — Hajs Konrad von Bodman (Bödmen) bittet B ärger n3ci»ter nnd Rat zu St. Gallen, 
die ihm wegen H an maus von Oft ringen geschrieben haben^ ihn äu enUchnldigen; ^tlann ich hab verlobt, jement« 
gemain man ae ain^ ich müss es denn von aidez wegen dun. Dsirumb ao habentz von mir nit in argum(!), dann wie* 
wol das wüx, daa ich es nit kund, und ir es wol verbessretiii, aölt ich ts denn diin, so wellt i<^h gern dun, da& (ich 
friintlicb, lieb und dienst w&r*. — Mitwocben nach Önaer FrÖwen dag der liechtmisy, 1422. ^^t 

SUdtarcJiif StJiallfi, f r IXI, Ir 2«, I. — Papier -Original mit Sigelre«ten. — Vgl. oben Nr. 3035 und unten 1424. 
Hai 13. 

3079- — 1422, JaTitiar 25. — Vor Michel Huntpiss, Bürger ui Ravensburg, dar im 
Namen des HansSchindelli, Stadtaramanns zu Ravensburg, zu Gericht sitzt, klagen der Spitalmeister 
und die Spitalpfleger zu Lindau mit ihrem Fürsprech JosHnntpiss von des Spitals wegen gegen 
Margaret die Sürgin: diese habe ^wyger gemacht ze Mowyler, damit sy dem spital das sin 
ertrenkt hett, weg und tratt, die sy daruf und darüber haben sölten, und hett in ouch ir aigen veld 
und holz ertrenkfc, das zu den zwain gtten gehorti ze Enge rhartswy 1er, das die Marken buwent, 
und ze Tägriscli wy ler, das Häffelli buwt; getrüwoten sy, die Sürgin aölt das truken legen oder 
in aber bekeren**. Die Beklagte stellt durch ihren Fürsprech Bürgermeister Han.s Züricher alle 
Schuld in Abrede; denn sie habe die Weiher auf ihrem Eigentum angelegt, das sie unangesprocheafl 
länger inne gehabt habe, „denn aigens, lehens oder lands recht war". Auf den Einwand der Pfleger, 
yjSy getrüwotin nit, das die Siirgin als bloss mit der gewerr dafür stan sölt, wan sy ir vormals darunib 
ouch zugesprochen hetten", erklärt sich die Frau bereit, sie wolle „tag uf das gut laussen machen und 
da laussen besehen, ob sy dem epital ichtzit ertrenkt hett". Der Kat von Ravensburg urteilt, ^von dej> 
wegs noch von tratt wegen* solle die Sürgin nicht gebunden sein, und über die Klage, dass sie Eigen* 
gut des Spitals „ertrenkt** habe, solle an Ort und Stelle Kundschaft aufgenommen werden. Bierauf 
verlangen die Pfleger, dass nunmehr der Hof, auf dem die Frau die Weiher gemacht habe, kein Tratt 
mehr auf des Spitals Gut haben »olle, wogegen sie meint, ihr Hof solle die gleichen Rechte wie bisher 
zu dem Gut des Spitals haben. Der Rat entscheidet, dass entweder „der Sürgin niaiger by geachworem 
aid nit tne vichs uf sineni gut haben sol ze summern, denn er och uf dem gut ge wintern niug, oder 
aber das des spitals gut sovil velds usgeschlagen werd, das der Sürgin maier dehain tratt daruf hob, 
sovil als uf der Sürgin gut im tratt ertrenkt ist: da mag die Sürgin ufnemen, weders sy wil". — Sani 
Pauls tag als er hekert ward, 1422. 

Stirimrhh Sl-^llen, T. 1 !. L t (ClanJA I, (^a 21). — Pergament-Original; daa 8tge1 hängt eingenäht fl 

3080. — 1422. Jantiar 37. — Hermann von der Hohen-Landenberg quittiert den 

Rudolf von Steinach, Schultheissen zu Wil, für 100 Ooldgulden rhein., die ihm vom Schul theiasen 
im Namen Abt Heinrichs (IV.) von St. Qallen ausbezahlt worden sind als Abschlagszahlung an 
die 200 Gulden Zins, welche das Gotteshaus St Gallen ihm auf den letzten St. Hilarientag zu entrichten, 
gehabt hätte. — Zinstag vor unser lieben Frowen tag ze der liechtmizz, 1422. 

StiÜJttirfhh !it. UalleM, Kalr. Ml, Fiw. 4. — Pergament-Original mit aofgedrücktein SigeU 



Heinrich IV. 1419-1486. 3]] 

14SS» April 18« Sin»* — Hermann von der Hohen- Landen berg quittiert den Radolf von Steinach 
lu Händen Abt Heinrichs (IV.) für den Rest von 100 Gnlden. — Elggö nf miner vestin, samstag in der oster- 
wochen, 1422. 

MlbiRkIv St Wkly Mbr. Ully Hmc. 4. — Papier-Original mit vom aufgedrücktem, stark beschädigtem Sigel. 

8081. — 14S2. Janaar 28. St^allen. — Vor Abt Heinrich (IV.) nehmen im Hof zu 
St. Gallen Ulrich Rützschmer, Bürger zu St. Qallen, und seine Ehefrau Anna Wettachin, 
leistere mit Ulrich Ffirer, BOrgermeister zu St. Gallen, als Vogt und Konrad Hör als ^Wiser*, 
beide mit Hans von Andwil (Ainwil) als Fürsprech, einander zu , rechten gemaindem* an über ^ain 
hus, hofstatt und garten daran untz an daz tüU, gelegen biSantMangen an der Hindergassen 
— stosst ainhalb an Wälti Haiders hus, andrenthalb an Wälti Vögelis hus — ; item daz gfit 
uff den Grftban — stosst an Hansen Hdptlis gut und an Cristan Gschwendis gut, daz 
Stillenfritags waz, und an Wältin Schniders gr&b' — , Lehen, die Ulrich RUtzschmer vom 
Gotteshaus inne hat, sowie über alle Gotteshauslehen, welche die beiden künftig an sich brächten, und 
über all ihr jetziges und künftiges fahrendes Gut, mit der Bestimmung, dass ihre ehelichen Kinder 
Oretli und Else und ^waz kind sü hernach bie enander gewinnent, ez sigint tochter ald knaben^, 
an der Gemeinschaft teilhaben sollen. — Santgallen, mittwuchen vor unser lieben Frowen tag ze 
der liechtmess, 1422. 

ItiftHlddT ttteUei, BMMniflUf Bd. IMI, L 421. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. - Es sigeln der 
Abt, Ühich F&rer und f&r die Ehegatten Hans von Andwil. 

808S« — 14i33. Januar 29. — Graf Hugo von Werdenberg, Herr zu Heiligenberg, ersucht 
Bürgermeister und Rat zu St. Gallen, sie möchten ihren Bürger Heinz Warman, der von einem der 
armen Leute des Grafen ein Pferd um 4 ff /^ weniger 2ß ^df gekauft, aber die auf vergangene Weih- 
nachten fällige Summe noch nicht bezahlt habe, zur Ausrichtung des Hauptgutes und Schadens anhalten; 
denn die Behauptung Warmans, dass der Graf ilim mehr schulde, sei nicht richtig. — Domstag vor 
liechtmiss, 1422. 

SMtinUv8iWlll,Tr. T.,ir.2l,l. — Papier-Original mit Sigel unter PapierhOUe. 

S08S. — 1422. Februar 2. 8t. Gallen. — Abt Heinrich (IV«) belehnt im Hof zu St. Gallen 
auf die Bitte des Heini Wagner von Waldkirch, Bürgers zu St. Gallen, dessen Tochtermann Hans 
Jäger yuach hofgflts rechten' mit Haus, Hofstatt, Hofraite und Garten daran, zu Waldkirch im Dorf 
bei Hans Zwikkers Haus gelegen, einem Hofgat des Kelnhofs zu Waldkirch, das bisher Heini 
Wagner von dem Gotteshaus St. Gallen als Lehen innegehabt und jetzt an Hans Jäger um 18 ff /^ 
C. W. verkauft hat — In die purificacionis, J 422. 

ttUlanUT 8t MI«, BMenrcUT R mi, f. 41P. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 

8084. — 1422. Februar 2. StGallen. — Heini Girtanner, Bürger zu St Gallen, gibt 
mit Einwilligung Abt Heinrichs (IV.) für sein und seiner Vorfahren Seelenheil an den Bau des 
Mflnsters zu St. Gallen einen jährlichen Zins, den er bisher vom Gotteshaus zu Lehen hatte, nämlich 
»iwen Schilling pfenning järlichs geltz ab und uss dem holtz ze Tablat ob minem hus gelegen in 
der Waid, dasselb holtz jetz der Ringli hat — und ainhalb stosst an min, Haini Girtanners, waid und 
ukdrenihalb an Ramspergs holtz — ; item iij >^ /^ järlichs geltz ab und uss des Kloggen akker 
g«nant der Bfiler — stosst ainhalb an daz AigebAch und zer andren siten an dez Knaben akker 



312 



Heinrich IV, 1419'-'T42ß. 



nn derHi^b und zer dritten siten an min, Hami Girtanner«, Staig" — , sodass künftig diese Zinsen 
an den Baumeister des Gotteshauses xu SL Gallen zu Händen des Baues zu entrichten sind. — Sant- 
gallen, ipso die purificacionis beate Virginis, 1422. M 

mtbaubU Sltiall^B» RBrliPraiTliil M. Ifl41, l W\ — Entwurf von tler Uand d^^ ubtiachen Schreibers. — Ea »igeln Ulrich 
Fürer, Biir^ernifiistt^r zu St. Oallefi, für Heini UirtÄnner nn*! cler Abt. 



8085, — 1423. Februar 5. ^ Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen gibt dvm Heinrich 

Vogt von Summeran, sesshaft zu Frassberg (Brachsperg), die Greta von Riet» Konrad Qnäp- 
lers Ehefrau, eine Leibeigene des Gotteshauses St^GaUen, in Tausch gegen Ursula Gnäplerin, die 
Ehefrau Hans von Riets, eine Leibeigene Heinrich Vogts, nnd zwar soll letztere ,uns und unserm 
gotzhus zu der vesti zer N u w en- Ra ve nsp urg hinnabin zügebören mit ir lib und gftt und aller ir 
zfigehordi und uns dienstbar sin als ander unsers gotzhos llite, die zfl der Nuweu-Ravenspurg gehören* 
— Sant Agtben tag der liailigen jungfrowen, 1422. 

SÜftsarfhiv StWalkn. Wliflifnirfbiv M. \M\^ t |S5*^ — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. 



unter dem gleichen Datum stellt Heinrich Vogt dem Abt einen Gegenbrief aus (darin ^Gretan ron Riet. CunrAt 
Gnepplers elichc husfrow, die dem obgenanten gotilma ze Santgallen und zu der veati zer Nuwen-Ravenqjurg zügchorti*). 

Staathaitliii IQrlrh, Abtmrrlih Ht. liatkn. — Pergament- Original mit otfen hangendem SigeL — Entwurf der üi 
künde von der Hand des äbtiachen Schreibers im SÜft«aitliiv St. Caüen, BitljemrfhiV Bd. 1041, f. 155^ 



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3086. — 1423. Fehrnar 10, St.G«!leiu — Abt Heinrich (IV.) verleiht im Hof zu St. Gallen 

auf Bitte des Bertschi Mai er (Maiger) genannt Bertschi mit der Zwilchen, Bürgers zu SL Gallen, 
zn Händen von dessen Stiefsohn HünslI Herr dem Ulrich Herr von Uzwil als »anerbornem" 
und dem Ulrich Särri, Bürger zu SL Gallen, als „zögegebnem" Vogte Hänsli Herrs gewisse Gotte$->fl 
hauslehen, die Bertschi Maier seinem Stiefsohn für eine Schuld von 130 /T d) C, M. mit eigenen Gütern 
zum Pfand eingesetzt hat, in ,,pfands wis . . ., als vil daz die obgenanten gftter, die von unserm gotzhus 
ze lehen darrÄrent, anträft, Bertschi Maier hat als Pfand eingesetzt: ,,dez ersten sinen zehenden ze 
Zukkenriet, darab aber järlichen giengent viij malter baider konis Zeller raess Ülin Giger und 
C ö n i n B ö g i n ze S c h o n e n b e r g : item si nen zebenden ze N i d r e n - B ü r r e ii ; item des W e 1 1 e r s 
schüposs ze Nidren-Bürren, gilt vij mut baider körn Zeller rness und xß ^ C. W.; item ij malter vesan 
Zeller niess und J£ ß ^ usser Ulis Haiders gtii^, alles Gottesbausleben, „und darzfl daz götli ufffl 
der Rüti, daz derBüchelman buwt, gilt viiij viertel kernen, daz aigen war, und vj viertel kernen 
geltz ussgendz guts usser dem gÄtli, daz Uli Lochnower buwt, war ouch aigen", mit der Berechti- 
gung für den Pfandinhaber, wenn ihm auf sein Verlangen die Schuld nicht ausgerichtet werden sollte, 
diese Güter anzugreifen und sich daraus für die Schuld und allfalligen Schaden bezahlt zu machen; 
ergäbe sich dabei eine Einbusse, so hatten Bertschi Maier und seine Erben dafür einzustehen, während 
ein Mehrerlös ihnen zugestellt werden müsste. — Zinstag nach sant Agthen tag, 1422. 

StiftWfkiv SLÜliillen, ßürltftirrlilv U, Itll, f. m. - Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. f 



3087- - U22. Ff^liruar 12. St.OaHen. — Abt Heinrich (IV.) von St Gallen verleiht 
auf Bitte des H a n s Q ü t e u s c h a n t z von R o r s c h a c h dem E g 1 i Fisch, Bürger zu St. Gallen, in 
Trägers Weise zu Händen der geistlichen Frauen der Priorin (^priolin*) und des Con?ents des SLKa- 
tharinen-Klostet^t vor der Stadt St. Gallen einen jiihrlicben Zins von „zwai malter vesan gftts ungevar- 
lichs korns, daz ze gebend und ze neuiend sig Santgaller messes*, aus dem Cint genannt ^Obern- 
Hüttimos, gelegen ze Roschach — stosst ainhalb an Hohenriet, andrentbalb an Rosebacher gemaind 



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Heiaricb IV. U19-U28. 



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genami daz Wanna, zor driiten siten an daz Mültobel und zer vierden siten an die zeig genamt 
Fronberg — , einem Gotleshansleben, das Hans Götenschantz inne hat und aus dessen Einkünften 
er den geistliclaen Frauen den genannten Zins um 19 U ^ CM. zu kaufen gegeben hat. — Sant- 
gallen, mittwöch vor sant Valentins tag, 1422. 

StiUtirehii St. (JiU(% Tr. t, Sr. 1S\ — Pergament-Original mit offen haogendem SigeL — VgL unten 1425. 
December 22, 

3088. — 1422. Fi^brnar 19. (DletswU,) « Vor Heini Knttsli von Kirchberg (Kilch- 
berg), der für Pete r m a n n B r a n d i s genannt vom Brumberg, Hofammann Abt Heinrichs (IV.) 
von St, Gallen zu Wil, zu Dietswil im Dorf an offener Strasse zu Gericht sitzt, hebt Heini 
Müller von Libiiigen mit Hanslberger von Wil als Fürsprech eine Vereinbarung, die er vor- 
mals mit seiner anwesenden Tochter G r e t a M ü tl e r i n , Heini R e n g e n s w i 1 e r s Ehefrau, hinsicht- 
lich ihrer Aussteuer um das väterliche und mütterliche Erbe vor Gericht getroffen, der er aber nicht 
nacfagekomtnen ist, wieder auf und setzt die Tochter wieder in „gantz volkomen gewer und in rechte 
genosscbafft mit andern sinen elichen kinden**, mit der Bestimmung, dass, falls sie vor ihm sterben 
sollte, das Erl>recht atif ihre ehelichen Kinder übergehe. Darauf gibt Heini Müller den Hof zu Diets* 
wil genannt der „Herrenhof**, ein Lehen von dem Gotteshans St. Gallen, in Hans Ibergers Hand, „won 
er ftch von demselben got/hus belehnet ist'^, zu Händen des Abtes auf, damit Hans Iberger den Abt 
Für Heini Müller bitte, dessen Tochter und ihre eliehchen Kinder mit dem Hofe in der Weise zu he- 
lehnen, dass sie nach seinem Tod mit „andren sinen elichen unussgerichten kinden ze tail und ze erb 
glich stan solten**. — - Fritag vor Valentini, 1422. 

SlifUarr hi¥ St, fialli'n. Biif Iprarthh FdMW, S. 2S1 ^ Eintrngung von der Hand dos äbtischen Schreiber«,— Hcrni Knüali 
itellt den Urief auf Verlangten der Greta Renge(njfi w ilerin aus und ßigelt mit dem Sigel de« Bofamraanne, unter 
das Heini Müller «ich bindet. 

149^S« Februnr A4, ft$t, Gallen. — Abt Heinrich (IV.) nimmt im Hot zq StGallen auf Grund 
eißM von Petermann Brand ia genannt vom Brumberg gesigelten Briefes über obige Gerichtsbandlung den Hof 
zu Dietswil genannt der ^Herrenhof" von Heinrich Iberger genannt Wei bei ,in ßttit und naraen Haini 
MßUcra* auf und bekbnt damit, dem Wnnarbf^ dt'K bi?br^rig**n Inhabers wiüfahrend. den Heini Rengen awiler 
lu Händen von dessen Ehefrau Greta Müller, Heini Mullrr« Tochter, und ihrer eheliehen Kinder, ,al30 daz dieselb 
Greta und iro eliche kind nach dez obgenanteu ira vatters tod an demselben hof glichen erbtail haben und nemen 
tfillentmit andren desselben itk vatters iiniisngencbten eliehen kinden*. — San tgall en» stinetag in der vassnacht, H22. 

MlftoireliT St. tollen, Böchtnirfliiv Bd, 1191*^428. — Eintragung von der Hand dea äbtischen Schreibers, 

3089. - 1423. iVbniar 17. St.«ani*iK - Abt Heinrich (IV,) verleiht auf die Bitte des 
H&D8 Vogel von S t, Johann-Höchst dessen Schwager Hans Blöm von St. Johann-Höchat zu 
seinen und seiner Ehefrau Anna Vögel in Händen „den akker daselljs ze Saut Johans-Höhst genamt 
Su t r i , gelegen an der R ü t i n e — stosst ainhaib an D i e 1 1 r i c h B 1 a 1 1 e r s und siner briider göter, 
andrenthalb an Clawsen Schappen guter und zö der dritten siten an die graaind — ; item den akker 
gelegen an den Bunten — stosst ainhaib an Bröderwis, andrenthalb an Josen Brunnen guter 
und an der Blatter guter, genamt der Ober-Böngart — ; item den böngarten — stosst ainhaib 
an die Marquart in, andrenthalb an die gemaiud bi N i de r-Stu d en*^ — , alles Gotteshauslehen, 
die Hans Vogel seinem Schwager und dessen Ehefrau um 40 ff 12,;^^ C. W. zu kaufen gegeben hat. 
I^tr Frau gewährt der Abt aus besonderer Gnade freies Maimrecht. — San tg allen, zinstag vor der 
pfttffeuvassnaht, 1422. 

iitUInfrhiv U. finUrn, BÜrtii^mrfhiv M. V(^, H. 401 [. — Entwurf von der Hand dee äbtiachen Schreibers. — £« sigeln der 
Abt Biid für den Verkäufer Rudolf Gelter, istadtammann zu St. Gallen, 

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S14 Heinrich IV. 1419— 1426. 

S090. — 1423. Februar 19. Appenzell. — Heinrich im Rain, Landniann zu Appenzell, 
T€fbuifk an Ulrich Oädemler genannt Jfirio, Landmann zu Appenzell, um 10 ff /^ den Zehnten 
auf dem Bühl aus dem Oute genannt ,de Purs gut', das zur Zeit die Kinder Egii Staigers selig 
inne haben, im Ooss au er Kirchspiel gelegen, ein Lehen des Gotteshauses St. Oallen, das Heinrich 
im Kain Ton seiner Mutter ererbt und erkauft hat. -— Appenzell, donstag vor der pfaffenvasnacht, 1422. 

IUUhrUi StUlei, I. L & K. L — Pergament-Original. Für den Verkäufer sigelt Eonrad Herschi, ,minB 
gnidigen herren herr Hainrichen von Mangisdorf, abt des erwirdigen gotzhus ze Sant Gallen, amman* ; da« Sigel 
hingt eingen&ht. 

8091. — 142*3. Februar 23. Neuburg. — Rudolf von Altstätten ersucht Bürgermeister 
und Bat zu St. Qallen ;,7on der sach wegen, so da geschehen ist zwüschent der yon Ramswag 
kneht und der min", falls Eberhart von Ramswag oder sonst jemand gegen ihn klagen und seinen 
„ungelimpf^ erzählen sollte, auf seine Kosten eine Botschaft nach Altstätten zu schicken und da beide 
Teile zu verhören; da werde sich finden, „wer da glimpf oder unglimpf hab". Den Tag, auf welchen 
die Botschaft geschickt werden solle, bittet er ihm durch den Boten anzuzeigen. — Nüwburg, sant 
Mathyas abend, 1422. 

SMUrcUf StflalleifTr. III,lr. 11 — Papier-Original mit Sigelresten. 

309». 

Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen bittet die Eidgenossen, die Appenzeller anzuhalten, 

dass sie dem Sehiedspruch nachkommen. 

Ht. «aUen. 14»tt. Februar ttS. 

ünsem frOntlichen grfiz vor. Ersamen, wisen, lieben, g&ten fründ, als tich wol ze wissen ist, 
wie do zwüsschent uns und unserm gotzhus und den von Appenzell ain spruch beschähen ist Ton 
gemainer Eidgenossen hotten, so zu der sach gesetzt und geben warent: wiewol derselb spruch uns 
und unserm gotzhus ain swär und gar ain herter spruch ist, doch so bekennen wir wol, waz die ob- 
genanten hotten darinne getan haben, daz si daz im besten getan hant und umb dez willen, daz ez 
dester firfintlicher gehalten würdi, und wöltint 6ch wir dem spruch gerne gnug tun; aber er wirdt gegen 
uns und Qnserm gotzhus yon den von Appenzell niht gehalten in dheinem stuk, weder kleinem nach 
grossem. Hierumb bittent wir uwir irüntschaft mit flisse und rüffent uch gar ernstlichen an, daz ir 
die Ton Appenzell darzü wisen und halten wöllent, als ir dem von den gnaden Gotts gnug mächtig 
sint und wol tftn mügent, daz si dem spruch gnug ttint und uns vollangen lassint solichs, so uns und 
finserm gotzhus zugesprochen ist, und darinn ansehent voran Gotte und daz recht, und daz och wir 
uch minne und rechts für menglichen getrüwet hant, übir daz uns nieman raten weit, uch der mynp 
ze truwend, und daz ich uns von uwirn mahtbotten, als die von gemainer Eidgenossen wegen zc 
Lutzern bi enander warint, versprochen und verhaissen wart: war, daz wir den Eidgenossen mvnne 
und rechtz getruwtent und sy sich der sach annement, waz sy denn sprechent, darzü tätint fich sy, 
daz ez gehalten wurdi und dem gnüg beschäch, darinne wir keinen zwivel haben söltint; dez uns die- 
selben hotten, als wir truwent, niht abredent sien. Sehent Ach an unsers gotzhus kumber und armöt 
und den grossen kosten und arbait, so wir uff die sach geleit hant, davon wir ze grossem, bärlicheni 
schaden komen sigint. Sehent 5ch an, daz wir uch der sach gentzlich und luterlich getrüwet hant und 
wir swärlich und gröblich hinderredt sigint und noch hütt bi tag hinderredt werdent, daz wir uch der 



Heinrich IV. 1419—1426. 3I5 

minn getrowet bant, ubir daz, daz uns daz niemant raten 'vsolti. Sehent öcb darinn an uwir selbs ere 
und gflten iQmund und daz 5ch wir nieman andren denn uch darumbe wissen anzerüffen; wan wo wir 
hinkoment und darumbe rat sfichent, spricht man zfi uns, daz wir zu den Eidgenossen, den wir 
die sach getruwt hant, vaste rat sfichent, wan wir gemeint hettint, daz ez allez siecht war, daz wir 
in der minn getruwet hettint. Lieben frfind, dis allez sehent an und lant uch uns und unser gotzhus 
darinne enpfolhen sien und tfint darzfi, daz dem spruch gnüg beschäh von denen von Appenzell. 
Wan söltint ir darzfi nihtz tfln wollen und die von Appenzell darzfi niht wisen noch halten, dez 
urir uch doch niht getruwen, so ist uns je daz gotzhus von Unserm haiigen vatter dem babste in 
aölicher mass enpfolhen, daz wir von eren und dez eidez wegen, so wir von unsers gotzhus wegen 
getan hant, niht gelassen kondint, wir mUstint die sach bringen an ünsem haiigen vatter den babst 
und den stfil ze Rome, dohin 5ch dasselb unser gotzhus ane mittel gehörit, und müstent da darumb 
rat und hielf sfichen. Soltint wir denn die uwirn von sölichs verhaissentz und Versprechens wegen, als 
sj uns von gemainer Eidgenossen wegen getan hant, erfordren und darumbe ufitriben und bekümbren, 
daz tatint wir niht gerne, wo wir sin anders mochten übir werden, ald söltint ir dadurch verungelümpfet 
und in die sach gezogen werden, daz war uns 5ch niht lieb. Hierumb so sient dafür, daz wir ain 
solichs niht tfin müssent; wan waz wir uch und den üwirn ze liebe und frUntschaft getan mohtint, 
daz tatint wir allzit willeklichen gerne. Und tfint hierinne, als wir uch getruwen und daz uns furbass 
niht verzogen werdi; daz wollen wir umb üch allzit bischulden und wollen och Gott stäteklich für uch 
bitten. Und lant uns hierumb uwir früntlich antwurt verschriben wissen bi disen hotten, waz ir in den 
Sachen tfin wöUint, daz wir uns dester vorderlichen darnach wissen ze halten. Geben zeSant Gallen, 
an der ässcherigen mittwfichen, anno Domini MCCCCXXII^. 

Ouch, lieben fründ, tfint wir uch ze wissen, daz die von Appenzell nach hUtt bi tag ze lant- 
iQten annement finsers gotzhus lüt, wo ald in weihen gerichten die gesessen sint, dadurch unsers gotzhus 
gerichte geswächret werden und uns ain grosser abbrfich beschiht an ünsern nützen, die uns vor dem 
Spruch gelanget siiit. Und war uns not, uch vil mer ze schriben; so hant aber ir die sachen dik und 
yü gehört, daz ir daz in gfiter mass selbir wol wissent, waz uns von den von Appenzell beschiht, 
und haben wir uch daz nach dem kürtzsten verschriben zfi ejner ermanung. Hierumb so lant uch die 
Sachen enpfolhen sin und ernstlichen anliggen; daz wöllent wir umb uwir früntschafft, wo wir konnent 
ald mugent, willeklichen bischulden. 

SttflwiiiTSLWIeii, Mr. UU, Faie. 4. - Abdruck: Zellweger, ürkanden I 2, Nr. 240, S. 848. — Entwurf von der 
Hand des äbtischen Schreibers. — Vgl. oben Nr. 8050. 

Die Eidgenossen antwoi-teten hierauf umgehend (14IS)S. Februar ttH») mit folgendem Schreiben: 

Erwirdiger herre, ansir willig dienste zevor! Als üwir gnade untz jetz bi dem hotten geschriben hat von sach 
der TonAppeniell wegen, haben wir wol verstanden. Sol uwir gnad wissen, daz wir jetz mit derselben sache umb- 
S&ogen und domit bekümbert sin, daz uns leid ist, daz die von Appenzell nit den spruch halten. Aber waz uns 
darinne begegnet oder wes wir fOrer darumb ze rat werden, können wir jetz zemal uch niht kund tun; daz wellent 
^t fbr Übel haben. Geben und versigelt mit dez ammans von L u c e r n ingsigel von unser aller wegen uff der alten 
nunacht abend, anno MCCCCXXII». 

Der Eidgenossen holten von Zürich, von Lucern, von Switz, 
von Undirwalden, von Zug und von Qlaruß, als wir bi en- 
ander gewesen sin. 

Dem erwirdigen unaerm gnedigen herren herm Hainrichen, von Gotts gnaden abt dez gotzhus ze Santgallen. 

ttifbudÜT 8L Ulei, lllr. Uli, Faie. 4. — Regest: Eidg. Absch. II, Nr. 16, S. 11. — Copie von der Hand des ftbtischen 
Schreibers, am Schluaa des obigen Entwuifs angefügt. 



316 



Heinrich TV. 1419-1426. 



3093. — 1433* Fcbriuir 26, — Abt Heinrich (IV.) von St. Gallen verleiht dera Eber- 
hart von Rains wag den Hof und Weinberg zu Bernang hinter der Burg genannt ^Kalehofen 
mit aller Zngehörde al:^ Lehen imd den Weingarten genannt ,Koschachs wingart*, ebenfalls 
Bernang hinter der Burg gelegen, ak Überpfand gemäss einem von Ulrich von Ems (Ämptz) g< 
sigelten Brief, wodurch dieser als Vogt und Pfleger Annas von Ems, der ehehchen Tochter sein 
Bruders Göswin von Ems selig, in deren Namen dem Abt di^n an Eherliart von liamswag verkauften 
Hof und Weingarten ^Kalchofen , . ,, als in der obgenant sin brötler Gösswin salige innegehebt um 
genossen hat**» und dazu in seinem Namen seinen eigenen Weingarten genannt ^Roschachs wingart , » 
zfi einem rechten nbirpfand* aufsendet — Donstag vor der alten vassnacht, 1422, 

Süftearrhh Slfiallpn, BBcherarrliiv Bd. mi im. — Entwarf von der Hand des abtiacben Schreiber«. — Vgl. oben Nr. S04li 



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3094. — 1433. Marx H. St.Galleii. - Abt Heinrich (IV.) von StGallen gewährt dem^ 
Priester Jo h a n a von G u n d e 1 f i n g e n , Leutpriester zu Bernang im Rheintal, das Recht der freieil 
Verfügung Über all sein jetziges und künftiges fahrendes Gut. — Santgallen, zinstag nach Invocavit 
1422. 

SÜflsarfhiv St.fialU% Büfherirfliiv Bd. 1911, f. 42S'\ - Eintragung von der Hand dea äbti*?chen Schreibers, 

S095. — 1433. März 10, St.Galleii, - Abt Heinrich (IV,) bekhnt im Hof zu St.Gallei 

auf die Bitte Heinrich Zwicks des jungen, üotervogts und Bürgers zu St. Gallen, der voni Gottes- 
haus „ainen wingarten genant derSaxer und ain wisli darunder gelegen zeRebstain im ilintal* 
KU Lehen hat — „stosst obnan an Hugez von Watt böngnrten nnd undnan an die lantstrass und an 
Hainrich Zwikken dez eitern, »ins vatters, akker und zer ainen siten nn desselben Haiurich Zwikkei 
dez eitern wingarten und and renthalb an Hugez von Watt wingarten* — , den Hug von W^att mit d€ 
einen an dessen Weingarten stossenden Hälfte des Weingartens und mit der darunter gelegenen Wles€ 
was beides Heinrich Zwick der junge ^rait grund und grat, mit reben und rebstal und aller ander zÄ-^ 
gehorden" als , recht fry lehen*, aus dem nichts als der Zehnten gehe, an Hug von Watt um 200 U 
C, W. verkauft hat mit dem Vorbehalt, »daz er und der obgenant sin vatler und ir erben und nach- 
komen ze iro wingarten, torggel und akker in und uss durch daz vorgenant w^lsli weg haben sl^Uent 
nach ir notdurlft, ungevarlich*'. — S an t Galten, zinstag vor sant Gregorien tag, 1422. 

KtirtJmrrbtv St. GaUeA, Bücherarrhiv U. mi, t 42^. — Entwurf von der Hand dea äbtischen Schreibera <vgl. f, 428;. — Es 
Bigeln der Abt und der Verkauf er. ^^H 

3096. — Wi'i. MHrz 13. — Rudolf von Rosenberg von Zukkenriet hat den Hof Gers- 

wil (Gerschwile) — „der ainhalb stosset an das gut, das man nemet die Schmitt, anderthalb an 
das göt genamt Rormos, ze der dritten sidten an daz gilt genamt die Wart und ze der vierden sidten 
an die Sittren* — samt aHen Rechten und Zugehörden, ein Lehen des Gotteshauses St. Gallen, 
aus dem bisher ein jahrlicher Zins von 24 Malier beiderlei Kornes Bischof zell er Mass, 2 ff 15^ /SM 
C- M. und 100 Eiern entriclitet wurde, zu Hunden dus Hl.-Geist-SpitHlg zu St. Gallen verkauft au die 
Meister und Pfleger desselben, Ulrich ab dem Berg, Johans Varnbüler und Konrad M ul 1er, 
Bürger zu St, Gallen, um 55 W ^ C. M. und unter der Bedingung, dass ihm auf Lebenszeit der Genuss 
des Hofes mit Ausnahme des genannten Zinses gela.«?8en und dazu ,usser desselben spitals kästen ui 
gittern" ein Leibding von 20 Malter beiderlei Korns Bischofzeller Mass jährlich ausgerichtet werd6 
Er hat den Hof vor Abt Heinrich ilV.) rlem Hug Schulmeister, Bürger zu St. Gallen, als Lebet 
träger des Spitals gefertigt mit der Bedingung, ^das der gross zehend desselben hofs wider in den höf 



uss 
einl 




318 



Heinrich IV. l419^U2e. 



hauslehen, die Ulrich Gnepser seinen drei Brüdern verkauft hat: ^dez ersten sinen tail dez wingarten 
und dez göts genant daz BächhoUz; item den wingarten den man nempt Pfilis Haldi und den 
hof ze Berg und zwai malter korngeltz ünder den Eggen*, — Santgallen, zinatag vor niitt- 
vasten, 1422. 

Stiftjarfliiv Stfiiillro, Bufliemrfluv Bd. I5I4I, f. MK — Entwarf von der Hand dea äbtischen Schrdberu, 

14SiÄ5. Harz 1 Ö. Ht, im allen - — Die Brüder Ulrich Estrich, H n g und Hans Gnepser setzen nnd 
legen einen »stöffwin«*, der früher jährHcb aua dem Gut «ze Röti, ob Waldi gelegen*, an das GotteihaoN St. Gallen 
gegeben worden ist, solange das Gut im Besitze ihres Bruders Ulrich Gnepaer uml ihrer Vorfahren war, den zu 
geben aber die Uli von Ten feil (TüffenX welchen Ulrich Gnepaer das Gut verkauft hiit, »ich weigern, weil ihnen das 
Gut ohne diese Verpflichtung verkauft worden sei, auf ihren Hof zu B e r g. ^bi der Nu wen -Meldegg obStöbhuaen 
gelegen*, ein Gotteahauslehen, das sie von ihrem Bnider Ulrich GnepKer erkauft habf*n, und übernehmeti die Verpflichtung, 
auH diesem Hof dem GotteflhauH «vonisa und vorab* den 8taaf Weinei^ jcu entrichten, es sei denn, dasR ihnen oder ihrem 
Bruder gelinge, die Käufer des Gutes zu Rüti zur Übernahme der Abgabe zu bewegen, — ßantgallen^ douatag vor 
mittvasten, 1422, 



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SÜftjULrr hiv St. t^nllp»« ßfichr mrrhiv N. iU\, l m, — Entwurf von der Hand des äbtinchen Schreihers. 



3100* — 14*22. Miirz2H. — Heinrich Ehinger, Bürger zn Constanz, gibt Abt He 
rieh {IV, ) von St, Gallen den Hensli Müller, Sohn des Uli Müller von Güttingen, seinen 
Leibeigenen, in Tausch gegen Else Kiinzler, Tochter des Hans K fl n zier (Küiitzeler) von Kess- 
wil, eine Leibeigene des Klosters St. Gallen. — Samstag vor dem suntag Jüdica in der vast^n, 1422. 
StJfÜÄrrliiv SLUaUfll» U. D. 1 B 18. — Pergament -Original; das Sigel hängt eingenäht. 

3101- -- 1423. Miirz 30. Alt-RmuKwag. - An Abt Heinrich (IV.) von St, Gallen gibt 
„uff der vesti ze der Alten-Raraschwag*^ Rudolf von Rosenberg^ Dienstmann des Gotteshauses, 
einen jährlichen Zins von Sß ^ C, M. auf, den er bisher aus dem Hof und Gut , genant am Aigen 
— imd ainhalb stösst an den hof genant Satler berg und andreuthalb an Wetzeis perg — * bezogen 
und jetzt an seine Kellerin Verena Tanne mann in um 8 ff ^^ C. M. verkauft hat; „dasaelb gut von 
im ze leben darn\rte und er daz fürbass von uns und unserm gotzbus als von der obren band ze lehen 
hetti*. Der Abt belehnt auf seine Bitte die Kellerin mit dem Zins und gewährt ihr aus besonderer 
Gnade freies Mannrecht, — Ramscbw^ag, mentag nach dem sunnentag in der vasten als man singet 
Judica, 1422, 

Süfluiitliiv St. Galkn, RQclit'rarrtih Bd, iH^^ S. 749, — Eintragung von der Hand des äbtischen Schreibers. 



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3103. — 1432. April 2- St Gallen. - Vor Abt Heinrich (IV,) nehmen im Hof zu St.Gall 

Li en hart Warm an der ältere, Bürger zu St, Gallen, und seine Ehefrau Else von Hob, letzlere mit 
Hans von Andwil (Ainwil), Dienstmann des Gotteshauses, als Vogt und Hans Sailer» Bürger zu 
St. Gallen, als „Wiser'^, beide mit Johans Gold er, weiland Stadtschreiber zu St. Gallen, als Fürsprech, 
einander an „ze rechten gemaindern übir daz hus, hofstatt tmd hofraiti an Multergassen zwüsschent 
Hansen von Tobel und Ulis Suters hüsern gelegen und übir den dritlail dez huses gelegen an 
Multertor und an Hansen Oprechtz hus und übir allez gelegen gut, die(!) derselb Lienhart War- 
man und Else sin eliche frow fürbaz iemer gewünnent ald ervrerbent^ die von dem obgenanten unserm 
goizhus ze leben darrärtent^, sowie über all ihr jetziges und künftiges fahrendes Gut, mit der Be- 
0timmung, dass ihre beiden ehelichen Kinder Barbara und Hänsli und „och waz kind ay hernach 
bi enander gewünnent'' in der Gemeinschaft begritfen sein sollen, — Santgallen, donstag vor dem 
palmtag, 1422. 



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Heinrich IV. U19— 1426. 3I9 

Stiftarclif 8t. Sali», Bleh«nrdlif Bd. M, 8. 717 f. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibors. — Es sigeln der 
Al>tf Hans von Andwil, Johans von Alber sberg genannt Kaiser, Bürger zu St. Gallen, für den Mann und Johans 
GoUer für die Fraa. 

8108. — 1433. April 3. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) nehmen im Hof zu St.Gallen 
Konrad Stal, Bürger zu St. Gallen, seine Ehefrau Anna und deren ehelicher Sohn Burkhart 
Rotenbach, die Frau mit Johans von Albersberg genannt Kaiser, Bürger zu St.Gallen, als 
Vogt und Johans Golder, weiland Stadtschreiber zu St. Gallen, als ^Wiser", alle drei mit Hans von 
A ndwil (Ainwil), Dienstmann des Gotteshauses, als Fürsprech, einander an ,ze rechten gemaindem . . . 
übir daz hus, hofstatt und hofraiti ze Santgallen in Multergassen gelegen — stosst ainhalb an Hansen 
Möllers hus, andrenthalb an daz Gässli" — und über einen jährlichen Zins von Sß aus „Ulis 
S i giners berg an Spiser Vorstatt gelegen'^, sowie über alles künftige liegende Gut, das Gotteshaus- 
lelien wäre, und alle jetzige und künftige fahrende Habe. — Santgallen, donstag vor palmarum, 1422. 

gtiftarchif St QlU«l, Mchenrekif Bd. M, S. 784. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreibers. — Es sigeln der 
Al>t, Johans von Albersberg and Hans von Andwil. 

8104. — 1433. April 3. St. fallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) vermacht im Hof zu St. Gallen 
Else Sailerin, die eheliche Tochter Ulrich Sailers selig, mit Hans Sailer und Konrad 
Müsler, Bürgern zu St. Gallen, als Vogt und „Wiser^ und mit Johans Beck genannt Schwarz- 
hans, Stadtschreiber zu St.Gallen, als Fürsprech ihrem Vetter Konrad Sailer von Hinterberg, 
Btlrger zu St.Gallen, seiner Ehefrau Verena Blftmin und beider ehelichen Kindern die folgenden Lehen, 
die sie vom Gotteshaus inne hat: „dez ersten daz hus ze Santgallen an Multergassen zwüsschent 
Ctkni Huntwillers hus und dem Gässli; item tl ß ^ järlichs zinses und ewigez geltz ab der 
Manserinen hus ze Santgallen, gegen San t Loren tzen kilchen übir gelegen; item den garten vor 
Multertor — stosst an die strass und an dez Kummers garten >- ; item ain gartenbett in Fron- 
garten; item den hof ze Herkens wile; item iij malter kom, zwai vesan und ains habern von und 
U8S dem hof genamt Wannen; item den zehenden usser demselben hof ; item \ß^ höwzehenden do- 
Sölts und ij hftnir; item Yß ^ järlichs zinses uss dem gut ze Bütingen, daz ouch gehört in den 
hof ze Wannen; item j ff vij/ /^ järlichs zinses und geltz und vüj vassnahthftnir ab dem hof genamt 
I'tltoltzgüt, den der Zwikker buwt; item üjß ^ järlichs geltz und ij vassnahthftnir ab und usser 
der Schrentzinen gut, buwt jetz der Strub; item j ff /5j järlichs geltz ab Herman Metmaneggers 
^kier gelegen nebent der Blaiche — stosst an daz gässli, daz da gat ufifhin gen Wida". Ebenso 
Vormacht sie dem genannten Konrad Sailer und seinen ehelichen Brüdern-H ans, Heinrich, Ulrich 
^xid Kleinhans, allen fünf gemeinsam, „iro tail, recht und rechtung usser dem hof ze Hinderberg, 
^Jid gültent ir järlichen vüj malter baider kom, ij mut kernen, j ff vj ^ ^'und vj hftnir'*, ebenfalls 
*hr Lehen vom Gotteshaus. — Santgallen, ffritag vor dem palmtag, 1422. 

SÜfbutidf St. dtUei, UchenrcUv Bd. 1141, f. 414. — Entwurf von der Hand des äbtischen Schreiliers. — Es sigeln der 
Abt, Hans Sailer und fElr die Frau ihr Oheim Konrad Müsler. 

8105. — 1433. April 4. St. Gallen. — Vor Abt Heinrich (IV.) von St.Gallen nehmen 
^ftta Landin, die eheliche Witwe Hermann Schirmers selig, und ihr ehelicher Sohn Hänsli 
Schirmer mit Heinrich Schirraer, Bürger zu Constanz, „sinem nächsten vattermag und an- 
^»'bornem vogte", die Frau mit Hug von Watt und Konrad Müsler, Bürgern zu St.Gallen, als Vogt 
^nd „Wiser", beide mit Johans Beck genannt Schwarzhans, Stadtschreiber zu St.Gallen, als 
^tlrsprech, einander ^ze rechten gemaindem^ an über all ihr jetziges und künftiges liegendes Gut, 



320 



BTefnHch IV. 1419-1426* 



besonders soweit es Ooiteshauslehen ist, iiiid über all ihr jetziges und künftiges falireadas Gut, aus- 
genommen 100 ßulden rheiDisch, welche die Frau sich zu freier Verfügung vorbehält för den Fall, 
dass sie vor dein Sohn sterben sollte, — Santgallen, in yigilia palmarum, 1422» M 

Ktiftarrlliv St. fialleit, lOrlifrtrrllt M. M, S. 783. — Eintragnng von der Hand de« ^bti^cben Schreibern. — Ea ngeln der ^ 
Abt. Hog Ton Watt, Konntd Müaier für die Frau und Ulrich Fürer, Börgermeister zu St. Gaüea, ftir Heinrich und 
HSjuH Scbirmer. 

3106, — U32. April 30. St. Oallen, — Elsbeth Schniderin, die Witwe Melchior 

Schniders selig, Bürgerin zu St. Gallen, verkauft an Mechthild (Mähthilti Bister, die Witwe 
llödolf Bisters selig, Bürgerin zu St, Gallen, um 12 ff ^ einen jährlichen Zins von 6 Mutt Vesen 
St. Geller Mass aus dem Gut genannt Ladhub (Laidbflb) — „stosset anhalb an die Sittren, andrent- 
halb an Müsli, ze der dritten sidten an Bächi und ze der vierden sidten an den Kapf^. ^ Sant 
Gallen, niäntag vor sant Georien tag, 1422. 

StiflÄirchlv Üt liiilleß, J, J, h, l. t. — P e r g a m e n t • r i g i n a L Für di« Verkäuferin »igelt H an b H p rm an der Seiler» 
Bürger zu 8t. Gallen; das Sigel hängt elngeziiiht. i 

3107. — 1-422. Mai 1. FlsehiiigiMU — Abt Jobajis und das Capitel des Gotteshauses zu 
FiHchingen geben Graf Friedrich (VII.) von Toggen bürg Frau Anna, eheliche Tochter des ■ 

KÄdi Hulftegger selig, eine Leibeigene ihres Klosters, und deren Hlirällige Naehkomoien mit Leib 
und Gut in Tausch gegen Frau Anna, eheliche Tochter des Cilni Matz in selig von Tottingen 
— Vi seh inen, sant Walpurgen tag ze ingendem Maygen, 1422. 

Süftnirflli» 8t. tiiUfO, 1». Ö. 2. 1> J2. — Fe r g H m f n t - r i g i n a! mit ofiV n hangenden Sigehi. 



3108. 

Papst Martin (V.) beauflragt den Decan der Kirche zu Constanz, die Kirchen von 
Altendorf und Götzis denn Kloster St. Johann im Turtal zu incorporieren, falls eine 
vorzunehmende Untersuchung die Richtigkeit der Ansprüche des Klosters ergebe. 

Rain. 141^2. Mni 11. 

Marti nus episcopus, servus servorum Dei, dilecto filio, decano ecclesie Constaniiensia sa- 
lutetn et apostolicani benedictionem, Regimini universalis ecclesie, quanquoni innneriti, disponeute domino 
presideates curis perurgeniur assiduis, ut iuxta credite nobis dtspensatiouis officium personarum indemni- 
tatibus quarumlibet, presertim sub regulari observantia studio vacantium pie vite, in quorum prosperi- 
tate reficiniur, iugi, quantum nobis ex alto pennittitur, solici todine intendamus consulendo earundeui 
personarum necessitatibus ei oportunitatibus provideudo. Saue pro parte dilectorum filiorum abbatis 
et conventus monaaterii sancti lohannis in Turtal, ordinis sancti Benedict!, Constan tiensis 
diocesis, nobis nuper exhibita petitio continebat, quod olim quondani Lupoid us, dux Austrie, zela 
caritatis accensus ac cupiens statui et indemnitatibus ipsius nionasterii provideri pro sue eiusque pro- 
genitoruni animarun» salute, quorum commeniorationem seu auniversaria singulis anni temporibus et 
diebus tunc expressis per ipsoe abbatem atque conventuui propterea peragi voluit atque constituit, in 
March die alten Rapretswil, et deinde dilectus filius nobilis vir Fridericus, eciam dui Austrie, 
simili zelo inductus, in Gotzia iuxta Clusam, Consta n tiensis predicte et Curiensis diocesis, 
parrochialium ecclesiarum ius patronatus tunc ad eos legitime pertinens abbati et conventui predictis 
pia largitiojie concesserunt atque donarunt, prout in quibusdam autenticis litteris ipsoruni ducum sigillts 






Heinrich lY. 1419—1426. 321 

munitis plenius dicitur contineri. Quare pro parte ipsorum abbatis et conventus asserentium, quod ipsis 
pro hospitalitate tenenda ac aliis oneribus eis incumbentibus supportandis magna dietim incumbit sarcina 
onerum et expensamm, nobis fuit humiliter supplicatuiu, ut concessionibus et donationibus predictis 
pro earum subsistentia firmiori robur apostolice confirmationis adiicerc et nichilominus inMarch die 
alten Rapretswil, cuius quatuordeeim, necnon in Gotzis, cuius octo, ecclesias predictas cum 
omnibos iuribus et pertinentiis suis prefato monasterio, cuius sexaginta marcharum argenti fructus, 
redditns et proventus secundum communem extimationem valorem annuum, ut ipsi abbas et conventus 
asserunt, non excedunt, unire, annectere et incorporare de benignitate apostolica dignaremur. Nos igitur, 
qui de premissis certam noticiam non habemus, huiusmodi supplicationibus iucliuati, discretioni tue 
per apostolica scripta mandamus, quatinus vocatis, qui fuerint evocandi, si est ita, concessiones et 
donationes predictas et qnecunqne inde secuta auctoritate nostra approbes pariter et confirmes supplendo 
onmes defectns, si qui forsan intervenerint in eisdem, et nichilominus, si omnium, quonim interest, ad 
id accesserit assensus, super quo tuam conscientiam strictius oneramus, ecclesias predictas cum omnibus 
iuribus et x>6rtinentiis supradictis memorato monasterio eadem auctoritate incorpores, unias et annectas, 
iia quod earundem ecclesiamm rectoribus, qui nunc sunt, cedentibus vel decedentibus seu ipsas ecclesias 
quomodolibet dimittentibus liceat abbati et conventui prefatis per se vel alium seu alios ecclesiarum 
iuriumque et pertinentiarum predictorum corporalem possessionem auctoritate propria libere apprehendere 
necnon illarum fructns redditus et proventus in suos et dicti monasterii usus perpetuo convertere et 
eciam retinere, diocesanorum locorum et alterius cuiuslibet licentia super hoc minime requisita, reser- 
Tata(!) tarnen de singularum ecclesiarum fructibus, redditibus et proventibus huiusmodi pro singulis 
perpetuis yicariis in eis instituendis portionibus congruis, de quibus iidem vicarii congrue sustentari, 
episcopalia iura solvere et alia incumbentia onera valeant supportare, non obstantibus constitutionibus 
et ordinationibus apostolicis necnon statutis et consuetudinibus monasterii et ordinis predictorum 
contrariis iuramento, confirmatione apostolica vel quavis alia firmitate roboratis ceterisque contrariis 
qnibuscunque, aut si aliqui super provisionibus sibi fatiendis de parrochialibus ecclesiis vel aliis bene- 
fitiis ecclesiasticis in illis partibus spetiales vel generales apostolice sedis vel legatorum eins litteras 
impetrarint, eciamsi per eas ad inhibitionem, reservationem et decretum vel alias quomodolibet sit 
processum. Quas quidem litteras et processus habitos per easdem et quecumque inde secuta ad easdem 
ecclesias volumus non extendi, sed nuUum per hoc eis quoad assecutionem parrochialium ecclesiarum 
aut benefitiorum aliorum preiuditium generari et quibusllbet privilegiis, iudulgentiis et litteris apostolicis 
generalibus vel spetialibus, quorumcunque tenorum existant, per que presentibus non expressa vel 
totalitär non inserta effectus earum impediri valeat quomodolibet vel differri et de quibus quorumque 
totis tenoribus de verbo ad verbum habenda sit in nostris litteris mentio spetialis. Nos enim exnunc 
iiritum decemimus et inane, si secus super hiis a quoquam quavis auctoritate scienter vel ignoranter 
contigerit atiemptari. Datum Rome, apud sanctum Petrum, V. idus Maii, pontificatus nostri anno quinto. 

StiftwcliT St Mleiy I. 4. i. 4. — Pergament-Original mit Bleibulle an Hanfschnur. — Eanzleivermerke: 
In der Mitte des obem Randes: ,ad cameram*; unter dem Bug, links am Rande: „la.*, etwas weiter innen: ,1. | A. Fi- 
(ielifl I Galhardns*: anfdemBog, links: ,Ia(cobuB) de Ugolinis*, rechts: «Goswinus*. — Dorsualnotizen: 
oben: ,M. richna* (?), in der Mitte: R(egi8trata) la.*, linkg unten (verkehrt): Ia(oobu8) de Ugolinis, bei der Sigel- 
Ktaan: ,F. de Montella". 

Dem Auftrage der Enrie entsprechend, verfügte der Decan von Constanz am 27. Juni 1423 die Incorporation 
der beiden Kirchen: 

In nomine Domini amen. lohannes Schürpfer, decanus ecclesie Constanciensis, commissariuB ad in^a- 
fcripta per. . , dominam Martinnm, divina Providentia papam qnintum, specialiter deputatus, omnibus presentium 

41 



322 



Heinrich IV. U19-U26. 



I 

a 

plaa 



inspectoribus Bubscriptomm iiotitiam cum i^alute. Noveritis noTerintqup aniversi et singuU . .: Pridom litteraa apo- 
stolicas predicti domini noetri, domini Martini pape nuiuti . . ., nobis pro parte venerabilis et religiosi in Cbristo 
doniini Ülrici, divina permissione . . . abbatis, et conTentus moDasterii sancti lobanni^ im Turtal..* humiliter, 
preaentatas no« cum ea, qua dccuit, reverencia recepimuis tcnorem» qui Beqnitur, contineuteB: 

[Folgt der Text der obigen Urkunde,] 

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