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Full text of "Jacob Grimms Grammatik der hochdeutschen Sprache unserer Zeit: Für Schulen ..."

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Jacob Crrlmms 

GRAMMATIK 

der 

nOGHDECmREli SPRACHE IIMRERZEIT. 



Schulen nnd PrlTatunterrlcht 

bearbellet 



J. EISELEIN, Professor. 



'■Um M M lim ' ■ ^ — 

Veriagsbaiidliing' zu Belle -Vue, bei Constaiub 



1813. 

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Wer lieh der Buehilabtn , die man irrig deutsche nettnl, bedient, der ichreibl 
harbarlieh. (Den Beweis hlerur siehe auf S. 36 — 37.) 



Für ein prammafifc/iei Buch taugt ate fehlerhaft logenanntt deuticht Schrift 
ihrer Mangelhafligkell wegen voUendi gar nicht. 

filselein. 




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Vorrede. 



Grantmatische Erlen»ing der Siffachen hat umb , aoter den iinimttett«r 

ra erreichenden nächsten Zwek , von jeher bei allen VOlkem von BiMimgr 
gleichsam dnrch einen consetuum gentium, für eine dem jugendlichen 
Alter höchst angemessene Übung gehalten, dnrch welche sowol das 
GedächtniG in Bezug auf Wörter und Sachen , als anoh der Verstand 
in geistiger .Wirksamkeit gelibt und geschärft wird, ?<nr Unknode oder 
gnmdlose Geringschäziuig sezt unsere Muttersprache m dieser Hin»d>t 
herab, und rersagt ihr als oiuem formellen Bildangsmitlel die gebüreade 
Anerkennung , während sie doch gerade wegen ihres A^chmiegeiis an 
unsere Denk - und Empfindougsweise dem jugeudhchen y^staude leichter 
als jede andere Sprache bis in ihre innersten Anlagen and Fügongen 
erfalbar ist. Mau darf daher unbedenklich und yoUaof die Ansicht des 
bewährten sach' und sprachkundigen Fridridi August Wotf ^üen, 
welcher lehrt: Die SftiUersprache soll im Unierricklt btdd grammatiscli 
getrieben teerden , und Deutsch biUig obenan stehen und A »ein. Ja man hat 
sogar heute weit mehr als früher Ursache darauf zu dringen, natMcm 
durch sorgsame und glükliche Forschong tibeiall in die dasein Wege 
des Spradigeistes Licht geworfen ist. 

Viel sicherer and mit weit minder Mühe kam nun «it«n rdarav 
von der Jugend ein deutscher Sprachunterricht , der auf festem ftraBde 
ruht und in- sich die Merkmale des innigsten Zusammenhangs trägt,, 
begriffen werden, als vordem ein loser und rerworrener. 

Gewamt von der unl^chlharen Breite und sdieinbaren Tiefe 
mancher dikjeihigen Bücher wird in diesen Blättern, mit Vermeidung 
aUes pedanUscheu Paragraphismns , darnach gestrebt, dat unter Eiiric 
und Klarheit die Gründlichkeit nichts einbüEe, und Tomemlich soll in 



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der Formenlehre Die dem Stof der Syntaxis vorgegriffen werden. Bisher 
vernachiäligte Materien bedürfen vorauG einer sorgsamen and umstfiad- 
lichen Behandlung. 

Wenn jemand seine Mnttersprache in Torziiglichem Grade hand- 
habet, hierüber jedoch weder Grand noch Bescheid geben kann, der 
gleicht jenem Flötenspieler des Altertums, der in seiner Kunst nur 
zu sagen verstand: so bläst man gut, so aber nicht gut; und doch isl 
die Sprache weit über alles andere Tonspiel geistig erhaben. 
Mr $prlUhe iit min lang. Lledersäl. 

Da noch immer die neuen und wanderbar scheinenden Entdekungen 
Jacob Grimms, der nur fiir Gelehrte arbeitet, nicht in dem Grade Gemein- . 
gut sind, in welchem sie es ihrer Natur nach werden körnten, und ihrem 
Werthe nach werden soB^t: so macht der Unterzeichnete hiemit einen 
Versuch, den Resultate,n dieser Forschungen Steg and Weg in den weilen 
Kreis der aufblühenden Jagend zu bahnen. 

Möge das Buch, welches er i» s<Acher Weise mit Erlat^iß und Zu- 
stimmung des würdigen Schöpfers deutscher Grammatik bearbeitet und ker- 
außgibt, dem Stadium unserer Sprache überall im groEen Vaterlande 
Vorschub thunl 

Aller Abänderungen der gr,ammatischm Terminologie, wo es genaue, 
in ganz Europa verständliche AaGdrüke gibt , wenn sich auch etwas gegen 
ihren ursprünglichen Sinn mit Grund einwenden lieEe, muE man sich in 
einem für das groEe Pnblicum bestimmten Buche sorgfältig enthalten. 
Sobald es hingegen eigentümliche Verbältaisse der deutschen Sprache 
gilt, besonders die ihr sehr geläufig bleiben, ist es rathsam, auch ein- 
heimische Benennungen zu versacben, meLaut, Lautversdäebang, Umlaul, 
Abkmt, starke und schtcacke Dectination und Conjugation. Ihnen schadet 
weniger ihre Ungewöhnlichkeit , als der Hang znm Widerspruch und 
die atatilgbare Sucht, Namen zu mustern, noch ehe man sich der Sache 
bemeistert hat. 

Konstant Im Mal 1842- 

J* Elseleln, Professor, 



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GrandbegrlVe über Sprache , GrammaUk und Wltrler* 

Die Sprache eines Volks isl der lohegrlf aller Wörler und Redeweisen , 
deren es sich zur UlKhcIlung seiner Gedanken bedi«l<. 

Die Sprache des deu<«cA«n Volkt, wetches den Baum zwischen Gellen, 
Bömern, Slaven, litten and Finnen errulll uiid behanplel hat, zerfall! in zwei 
groGe Slämme desselben Banms, In die hochdeuische und mcderdeuiicheJtiuaäaTt. 
Jene bat sich In den südlichen, höher liegenden Landen g^ildel und als ge- 
meinsame Sprache allmälich über alle deutschen Gaue auEgebrellel , weswegen 
sie vorzugsweise die deutsche Sprache genannt wird. Nichl bloE im örlllchen 
Sinne aber, sofern man das Hochland den liefern und Dachen Landstrichen 
entg^ensezl, ist die Beneimnng Hochdeutsch und Kiederäevlsch am gefügesten, 
sondern auch geUlig genommen, well die hochd eu Ische Sprache immer aufsf leg , 
während die andere stehen blieb oder sank. 

DieGeseze, nach welchen die Wörter der hoclidculschen Sprache gebildel, 
verändert und zum AuEdruIi der Gedanken verbunden werden, machen den 
Inhalt dieter Grammalik auS. 

Stifte Ist eine Verbindung von Laulen, die zumal auEgesprochen werden, 
and jede Silbe muG daher nothwendig einen Vocat haben. 

Ein oder mehrere Silbenlaute, die eine Vorstellung Im Gemüth erwfAen, 
helGen Wort. , 

Wursel Ist der Thetl eines Worts, welcher In allen mit demselben ver- 
wandten Wörtern wieder erscheint, oder welcher einer ganzen Wörterfamilie 
'xn GruDde liegt. 

Stamm heiU der wesentliche Theil eines Worts, an den sich Ableitungen, 
Flexionen oder Biegungen, und Vorsilben wie Zweige an einen Banm ansezen. 

Zatammengetest Ist ein Wort, wenn sieb nrehrere Wörter /.vt Bezeichnung 
eine« Begrifs tnnlg Terblnden. 



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6 Von den Vocalen insbesonilere. 

Von den Spracblanlen oder Bachstabeo InsKeBamt. 

Die Spracblaule oder Buchstaben sind enlweder Voeale, das hel£( Selbsl- 
lauter, oder Coruonmteu, das belSt MUlatUer. 

Die Vocale können lür sich allein ohne Belhülte anderer Buchslabeu rein 
und deutlich ausgesprochen werden, wie x.Jt.a, i, u, weshalb sie den Namen 
SelbiOaiUer haben; die Consonanten dagegen bedfirten zu ihrer hellen AaK- 
iiprache einer OntersUbung von den Vocalen, daher sie MUlauler genannt werden. 

Die Cousonanten sind gleichsam die Knochen aaä UuekMn der Ssraebe ; 
-«lie Vocale aber Blut ond Athem, von welchen Jene dorcbslrömt ond belebt 
werden- Die Consunanten scheinen den Leib, die Voeale hingegen die Seele der 
Sprache auGzamachen. ' 

Anlaut helEl der Buchslab, wenn er eine Silbe anhebt; JnJatil, wenn er 
zwischen andern Buchstaben eingeschlossen ist, und Ai^Uatt, wenn er die Silbe 
endigt. 

Von den Vocalen Insbesondere» 

Die Vocale sind entweder ftur» oder lartge; das hel&l, manche werden 
echnellweg ausgesprochen, and manche werden in Ihrem Laule gedehnt. 

Dem liarzeu Vocal gebOrl der Bang vor dem langen, nnd er Ist auch 
seinem Ursprange nach älter; denn anfi kurzen Vocalen enlwlkeln sich lange, 
und nur selten ziehen lange sich in kori^ zusammen. 

Überhaupt berahen alle Vocale auf den drei bu'zen Seibstlaolern a, t, >, 
au& denen mittels Brechung das e and o, mittels Doppdutv und Tertiiitdung aber 
■die langen Vocale hervorgehen. 

Der Qoeil nnd die HKIe aller Vocale Ist a, auS welchem einerseits der 
Tlefgrnnd h, anderseits der bät^ste Gtptel t entspringt. 

Sinnlich dargeslelll : 

a 
i u 

Aa& der Mille zwischen a und i geht das c , zwischen a nnd u aber das o 
herr«r , und das VerbältnlB gestaltet sich zn der Formel : 



Hirtwlalnd e wid i die hstaen , hellen, o.un&Hdle (t«lw, dnniHtnToule , 
zwischen welchen a die Mille h&It. 



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Voti den VbcateA ttisb^sondttk. 



Bie relDeo Vocale o, o, u werden dadurch, da& Ihaen elD i, oder elo auE 
i entsprangDes e der Bodang Folgt, getiübt oder tn die Umlaole ä, ü, ü ver- 
wandelt, als: Kraft, kräftig; Loth, KlMg; Bncb, Bäthtr elc. 

Das i,'der feinste ond hächsle aller Selbsllanter, vermag «olSchWichung 
<u e, aber keine Trübong za crlefdeä. 

Unter die langen Vocale gekoren auch dte Diphihongm oder Doj^eOauier, 
welche aoE zwei uo gleichartigen SelbsUanleni zusammeotlfeEen und eintifftig 
au^esprocben weiden, als: ai, au, tt, «u, ie; äu, t«, ue; t. B. Id Hai, Auge, 
Biftr, Gtitt, Heu, Zierde, Säuftr, ftui und pfttf.' JTtMiis elc. 

Bnden aber zwelertci Vocale nicht eine Silbe zusammen, so sind sie auch 
kein Doppellauter, als: algebra-itch^ be-ocUen, gt-Mtl, 5f-on, Sie-na, Je$u-itcn, 
ft-ara, kni-en, tpi-en, Ari-e etc. 

Die VerwandlDDg des VocaU der Wurzelsilbe in einen ganz andern hefEt 
Mlmä, X. B. das a In traf oder lag Ist der Ablaat des « und i auB treffe und 
liege; das o und « In goß, log, ivhuf, trug sind die Ablaute von ie, ü und ■ 
In gieße, lüge, schaffe, trage. 

Vor zwei Coiuotianten ist der Voeai eines Worts tn der Segel tun, mag 
iiaa die Consonanz anfi einerlei oder auE verscbledDcn Laulcn bestehen, als: 
Julien, Wimnarr, kommen, Brvnn«n, Bette, Widder, etttn, Mbbe, Egge; WaU, 
Gaeien, Frotl, Wit, Bexe etc. 

AnEnahmen von dieser durchgreifenden Begel sind nur folgende : ^n, BUK, 
Tt6u, trollen, Röit (zum Braten), rotten, Klister, größter, Hüitm, Wü*t, tofiti, 
wirth, Pftrd etc. 

Auch Tor den Aipiraten f, eh, ß tmd vor icA haftet die XÜrze lu der Begel , 
als; Sehif, lehrof, Sache, ipreehe. Stich; ~ Baß, ?luß;~- Atehe, toitche, löechecle. 

AuEnabmcn hlevon sind : (nt/*, SehAf, Sehl/^, uMAfe, Graf; — »prAeh, SprAehe, 
tlAchen, brAeh, BrAdte, nAch, SehmAch, hoch, räch, Flüeh, BAch, Buche, XAchen;.— 
Aß, teurm-Aßig, fraß, gefräßig, vergaß, maß, m&ßig, l&ßig, Straße, EUAß, gr4ß, 
Größe, Söß, *t6ße, schloß, genäß, ßdß. Schoß (slnus), bößen, Amboß, bläß, ver- 
droß, Fuß, Fiße, muß, fflb^en. Büße, bißen; — pAtchen (teilt WQrfelD), drAtehen, 
wütchen. - 

Vor k und i Ist der Vocal jederzeit fturz, und nur die wenigen Wörter 
HAken (nncus), Schtiäken; — fUs, fiuien, üien, (illndere), düten und gisen 
(crocttare) wlderslreben. 

Vor «in/iieA#r Cousonanz Ist der Vocal bald kurz , bald lang, a\»: haben, 
ÜMe; reden, Bide; gib, utr; loben, LÖb; Hudet, Bül etc. 



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Von den Vocalen insbesondere. 



Das Präteritum starker Terba hat vor einfacher Coasonaoz und voc Aspirata 
langen, das Pariiciplnm Präteritl aber meistens linrzen Vocal, als: idg, getogen; 
pfiäg, gepßngen; Heft, gerieben, (= geribe*); Idi, gelesen; miß, gemetten elc. 

A> Der Vocal a bat seinen reinen, weder in e noch o ilberschwanlienden 
Laut bewahrt, mag er kurz odn 'gedehnt sein, als: Aäet, Abend; Tadel, yodel; 
rate, Mise etc. 

In den Wörtern ohne, Mond, Monat, Woge, Mohn, Troi und Tna, Zote, 
SelUot, Dohle, Bron^eere, Trödel and TrBdel war ehedem der Wurzelvocal ein ä, 
als: äne, nwtne, mdnci, todc, Iroi, xäte (coma', Baarlioke), iliite [Bauchrang), 
(dAala (monedula), brAmbir, dräde (Qmbriaj. ~ Ärgteolm, erhaben und Odem be- 
stehen neben der echten Form Wahn, erhoben und Athem. 

In Eidam, Bräutigam, Heimat, Monat, Zierat, Machbar, Seheutal, Trübtal etc. 
Ist das a der lezten Silbe auE einem andern Vocai entspi-angen. — HatHmA 
hatlig hlefien allhochdeutsch haiel und haittic. 

A> Der Umlaut des a ist ä oder e, und er hat langen oder kurzen Laut, 
je nachdem er anS langem oder kurzem a berslammt, als: Bäder, Väter, SAU, 
mäfiig, läßif (vom äilen lä^en) , gefi-äßig ele. 

£. Das « Ist, wie scboa gesagt, ein secuudärer Tocal und entweder anE a 
oder ( bervOTgegaogen. 

AuE a stammt e in Eltern, SeMegel, gegen. Belle, Vetter, Esel elc, und 
auE i in eben, beben, Berg, ledig , Fels, Schwester, echt etc. 

In einigen Wurzeln bestehen i und das auE tbm geschwächte e neben ein- 
ander; z. B. sprich, Sprichteort und spreche; slieh und sieche; gib, ergibig und 
gebe; drisch und dresche; wird und werde; sieh and sehe, »lielUl and sleUe; hihi 
und hehle; Berg und Gebirg; irden, irdisch und Erde; Geschtoisler tind Sehweiter ; 
Gefild und Feld; GaeiUer und Weiter; Genibel, Nibelgau anä Nebel; nisten uad. 
ISesl ; erpicht, verpichen und Pech etc. 

Der Laut des e Ist entweder offen wie In Bigim, geben, lUch, Frevel elc. 
oder geschlossen wie In Aeben, gegen, reden, beben, Bitte elc. Die Abkuofl auE 
a oder i tragt aber nicht das Mindeste zur olben oder geschloEnen AuEsprache 
des e bei , sondern der Gebrauch hal sie nach WUlkflr bestimmt. 

Durch AaEsprache des Lautes e und durch den Begrif stehen von einander 
ab: lehren und Ueren; regen und Begen; legen und gelegen; fteUfrenand belegen; 
bewegen and wigen, Wigen; ZiUel und Zedel; schniUen nnd sehneU, schnellen 
(celeribns); ichwiUen und tchteellen; Eltern nnd allem; Ligel und Liget; stete, stehe, 
Bibstfken; schreite und erschrike; lese, verlese und Ui [verkehrt) ; Etch (seges) und 



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Von den Vocalen insbesondere. 9 

Etcht (Baum); fisl und Fit (dies fesllvns); iben tmd Uten; Etse luid itte; eUte 
(Gelät) und giUe; ~ Siele und Seligkeü; Heer, hihr and hirlich; biue und bete; 
Bitte und B^ (Strafe); u«A, ITMe, JVocAveAnt oad tcMm; U«A;en und Wfcim; 
NitM und Jiß<(,- — S«e und üh'. 

Im Laote gle[cb nnd Im Begriffe verecbieden §lDd Heer and hehr; Meer 
■ und mehr; Biere und (eiU-) behre; ike und iggt; Wike and mike (auf) eU- 

Das Wort Sltitwtete Ist verdoilien aoE »lainmeije; Segen und segne» ent- 
staDden aaS «i^uni, ttonare; /Vcft auG pix. 

la Dae t Ist kurz in gib, teib, Sichel, »prieh, stich, bis, iß, friß, Biß, Biß, 
Bibel, Biber 1 Biberaeh, Bibtrieh, Buntn, Fäiel, FiOel (Geige), Fuder, Fi'iähof, 
If^idrich, Gibet, Sibit, Nibelgau, Genibel, Rigel, rig^, Harlrigel, Sigel, sigebi, 
Striget, strigetn, Tiger, Ziger, Schabsiger, Sehmid, Sigmund, Sigfirid, Singrün, 
SinfM, Einsidel, Eineideln, ansiäeln, Zwibel, iwifack, Dri/üß, Zwisel etc. 

Üngeacblet tehlerban die Detinnng bezeichnet zu werden pflegt, so lal 
da§ i Aoeh kurz in dies, dieser, dieses, Diele und Dielen, sieben, viel, Stiefel, 
gediegen, gesehrieben, getrieben, liegen, verliegen, versiegen, Sliegel, Schwieger, 
si«h, GUeder, nieder, schmieden, Gefieder, Frieden, tu/üeden, befriedigen, Wied«, 
leieiUr, Kietel, Schiefir, Wiese, TFtMeJ etc. 

Beachten swerlti ist das kurze i in NacUigtü und Bräutigam. — Lang lautet 
es in mir, dir, fi! — Die allhocbdeu lieben knrz^a wir, ir waren ITUhertctr, ir, 
wie OBD beule wieder , entsprechend den gotbischen veit , nos , jus für hm, vos. - 

Ein seltnes i tör e erscbelnl In Wichse, wichsen, fOr Wachse, «xkhten, 
von Wachs. AuS dem ant zwei Silben beruhenden ie oder io Isl das i berzulei- 
len In immer (altbochdeutscb (omer), nicAI (niowichl), Dirne (Diomaj. 

AuE andern Yocalea entstand es In den iremdeu Zin« [census], Xtnte(lens), 
Siriche (cerasns], Minze (mentha), Xißet (nepflsj, Bims (pumex). In IFtke bleibt 
das t au£ vicia. 

0> Das Ist kurz vor einfacher Consonanz in holen, Honig, Eloben, oben, 
Vo^el etc., und ebenso lang in seh\c6T, geboren, Lob, Böte, lös, zog, bog, flog, 
T6d, Brol, Trost, SelUöße elc. 

Es hat, gleich dem e, zweierlei Laut, ofnen und geschtoßnen; vor eln- 
ncbon r und n lautet es offen, als : von, en^ör, Tön, Löhn, Thor (porta), Böttne etc. 

Davon sind auGgenommea Thor [slullns), Öhr, S6hr, JUöhr, Chor, Hör, 
ichtcör. 

Dnrch Kürze und Länge des Vocals o unterscheiden sich Bost und R6st, 
Schoß und Schiß. Sehiosse und Schloße, koste und Jtöfl« (blaudivl). - In XoH« 



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10 Vm 4mi Vocalen insbeBondCT«. 

8l«bt a rOr ehemaliges o; nltfavoMeaUcI) schon itmarltua, rOr tiwMir-toia, d.f. 
Sornmersiirosse. 

0> Das if ist In der Hegel derrmlaut des o, als: vtHHo, /VAm»«r, fdUUeA, 
-gröber, löge, löge, Uiie , rbttt, Iruite, ifidlicA, empGren, lOnen etc. 

Handnnal Ist ab«r 5 autnahmsweise Dnjiaut des a, wie In Hütte, tehuidren, 
iehöpftn, dr (tcs), ztnü^, Ökü, WSrd, MSnburg elc. 

In Pöbel, worauE Bafel verändere Ist, In Mönch oad Xönig steht ö lär ü; 
denn trüber hIeEea dieselben Wörter gepücel, münch, känig. — In Finütt and 
Zwtder siebt u für a; denn mltlelhochdeulscli bieten diese Wörter nonie and 

Zaweflea bricht euE o das ursprQngllcbe ü, statt d, wieder hervor, al«: 
GoM, gäMm; Zorn, jflnwn; borgen, bürgen; worgen, leürgen; vertöhnen, vir- 
nlAtiMt; mr, für; Hotz, bülim; Wolle, wällm; Thor, I*är'e; WotfudrüMd, 
Brouel (tances), erdro*$än ele. 

U> Das H Ist kurz In Awt«l, RMd«!, Pitd«j, AiuMr, taAHn, dwMn, «ehnudefN, 
«ewt«tn, Cuff«j, Jugend, Tugend, /tag»; sonst aber vor einfacher Coosonanz oder 
ats AuElant In der Segel lang, als: Flia, Zug, da, nii, L<ir, GliT,mAd»r«, 
tehü, Ür , Scidür, Attne, TnUie, i>tln«n, £i(t«rfjiln«n elc. 

Durch Kürze und Länge des u uDlerschelden sich buAm nnd MA«m; ruten 
and nlJten (crocltare); SueU uBd jdcM; Aimm und RAße (tullgini]. 

Die meisten unserer langen il stammen aul dem ehemaligen Olphthongen 
«ober, als: Bvhle, fUkr, kutan, Buhn, Gribe, Hüb», Füfi elc. aaE buole, /Uore, 
ruome, huon, gruobe, fmobe, fUoß, wie sie noch heole In alamanni scher Uand- 
«rl lauten. 

IT« Des knrzen oder langen u Umtaut ist ü, als: FKg^, brüllen, laUmmen, 
fiUggt; Sifer, Mbe, tpiire, Ftße etc. • 

Die Formen Folen und Fülen, fehlerhaft auch Füllen, wechseln; Loch ond 
IMi, hOfiich vnd AMscA scheiden sich In der Bedeatoog. Der Unterschied zwi- 
schen küi$en und Sitten (Polster] Ist willkürlich ond In der Abkunft nltAt be- 
grflndet; denn ein kleines Polster hleE ehedem kuttelin. 

In einigen Wörtern schwankt il uaAi: Hülfe und H^e ; uHrkenmiA wirken; 
Würtivrg nnd Wfnbvrg; gültig und ffütig; Gebirg nnd Gebürg; SpritKuiori ond 
SprüebMort. tbilch und richtig sind die xtiertt geleiten Formen, mit Aatnahroc 
von Hülfe und gültig, deren verwerfliche Form beliebt worden. 

Das y In hochdeulschen Wörtern Ist barbarisch und annfli; dena «as soll 
«hl« BezelchaiiBf Iflr das Auge, die dem Ohre maOgeltT 



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Diphtbonseik 



DIpbtbODKen* 

AU Der Dipl) IhODg a< bat ein welle§ GebJel, wenn er heute yleieh In der 
Sobrilt mehr wU ei als ai bezeichnet wird, z. E. Bai, Mai, Hai, Saite elc. BiÜ, 
fiil, hÜDt, /ein, rein, Sehuiiiß etc. 

Im Gothlschca Ist dieser Diphthong JederEell richtig nllt ai bezdchoel 
worden, als; taia [sero], daüt (pars], AaiJi (sanus), taiit [fuDis], rai(f a (delecto), 
,iuiima (vlcns], ains (anas), hrains (pnrusj, gamaini [commiiDls] , ilaim (lapls), 
■Uaibt (panlsj , daigt [massa], braids (latus], arbai^a {[äboto], ailhi \}waiaeatain), 
*a4UU (ager), gaita (eapra). 

Ebetx so iD hochdeutscher Prosa von der äUesten Zelt bis la das sechzehnte 
Jahrhundert herab, als Im Tocabutario iancti Galli au& dem slebeolea JahrhuD- 
'-derle: ^if [elalas], Aail[sauug}, (all (pars), Aaimitc [dornest Icas], laimo (argllla), 
'iiinauoi (monocalos), slain (tapls), haitar (serenas), seaUila (vcrtex), gai^ (cfipra), 
tckuldJtaijo (ciactor]. la audera Glossariea: tau (reslls), hailac (sauclits), fäim 
(sptuna), bain (ob], laftfAunil (canls dux), ra^ (clrculus] , «at/ii (sapo] elc. 

Die Schreibung ei für das richtigere oi, wenn auch nicht die AuSsiwache, 
dam seit der Zelt, als das t auS der Endung den Unilaut In die ^'urzel hloelH 
wirkte. Immer zabirel eher auf, well das auf a namlKelbar (olgende i eine noch 
ilel gröSere Mactjt auGüben zu müEen schien, und so Ist allmällch das oti bl» 
auf wenige ttberblelbset auE der Scbrlft vertilgt worden, aber la der lebendigen 
Spracbe bat sein Laut sich vollbommen aufrecht erhalten. 

Es' war daber ein Ibärichles Cuterfangea, die Aufispracbe des «t, Insolera 
CR ai Unten mal, buchstäblich der Schrift gemäl einzurichten, wätvend diese 
doch nur Magd, and das lebendige Wort Herr im Hause Ist. 

Im Laute gleich und In den BegrlfTen verschieden sind Beide und Baide; 
mün nad JHatn; «ein und «ein (esse], meine und meint (balte dafür], AUin, 
rrM cnd Rain; beiße (vocor, Jubeo), und heiße (lorrlda); fieii«! (Oagellum] und 
«HmI [obses] ; leimen [glatioare] und Leimen (argUla). — Gleich In der Schritt 
and verschieden In der AuGspracbc sind Reuten (sura) und Ruhen (chorus, Balgen). 

Durch Versciiledenhelt des Dlphthongcu stehen von eüiandcr ab leib und 
taib; Siile und Saile; bii und Bai; hü! und Hai (ein Fisch); Leiche und laiche; 
meid und JUeiid; Weite nnd Waite, itiig und Slaig. 

Hai» Ist auS hagen, Maid auE magal, Getraiäe auE gitragidi, Maint aol 
JCagutU, Meineid, Meinhart, Beinhart aatmaginait, Maginha^, R^ginhart, MH- 



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12 Diphthongen. 



iter auE magisUr, Eideclue auE egideehie, Hatuiu anS Eagmouwe, und steaniiur 
auE stcainsiEf con(rahIer[. 

Auch das ei tn dea EadsllbeD lii und lein lanlel ai, z. B. oUeitii, FUdu- 
IHn elc. nnr aicht die Eadung H, als: .iUef, Ämlii, FatelM, Kinderei etc. 

All* Id den DIphlhpDgen au sind die verschlednen ehemaligen Laute ü, 
OK and au zasammengeronoen. 

Dem tl entsproasen Ist das au z. E. In Bau, Sau, fmä, Mavl, Saut, rau- 
nen etc., weictie In der alamauoischen Mundart noch laalen M, ttl, /Ut, mül, 
tül, ninen. 

Dem frOhern ou entspricht au In Hau, Frau, Aue, Auge, Eauch etc. 

Aiifi dem allen auj hat sich au entwikelt In blau, grau, lau, /tau,- Pfau, 
flaue, Augenbrwie etc. 

All* Das au ist der Umlaut aller Arien des ou, als: Säue, harlmmUig, 
Mulnt^; — Bäume, ftäuflicA, Äuglein; — bläuliat etc. 

Ei> Dieser Dlphttiong H ist vom Laote ai ganz verschieden. Er sondert 
Seififn (prnlna), rei/ (zeilig) von Reif; Miilen (mllllarlbus) von meOen (macular«), 
Jfejier (rogns llguorum carb.) ; GeiUr, (mhd. glläre mendlcaos), von GeiUr, (ahd. 
gail, llbidlnosus); weieken \onweichen; bereiten, Bereiter von bereuen. Bereiter; 
whliifen von tchlsifen; schrei von SehTei; schweige von schiciige; Reihen von 
Biihm; X^u(« von le<(le und Liisl (znm Schult); lüde yoa nerleiie \iaA Leide; uetß 
von wiiß; reiche von reiche; streiche von StrHche; Uise von Liiie, Gäeixe. 

Wie auE ehemaligem ü ein au, so Ist auE i ein ei erwachsen, welches 
öfter ei , aber auch H lautet; auS si ein sei; anE bri ein Brei; anE lit ein 2^il; 
— aut min, di», sin nnser m^'n, dein, iHti; anE ifm unser IHm etc. — Aach 
auE dem kurzen i in {^{üef (obses) Ist ii geworden In Geisel. 

Diese Verwandlung des hochdealschen i In d begann bereits Im dretzebn- 
ten Jahrhunderte bei den östlicben Stämmen, und schon gotbisch Ündfia fi^ei* 
(über), kveila (tempus), lein (Itnum), svein (sus), vein (vinum), meins, theiru, 
seini, keina (gcrmlno), skeina (splendeo), drei&a (urgeo), steiga (scando), n«t(Aii 
(Invldia) elc. slatl. Im alamannlscheu Dialekte aber hallen sich diese { und ü 
noch bis heute unverSndert. 

Der Spracbgelst hat bei Erweiterung des i In einen Diphthongen genau 
das tiesez befolgt, alle i ohne AuSnahme, wenn ein n nderm unmittelbar darauf 
folgt, in ai, diejenigen aber, welche auElauten , oder auf die unmlltell>ar ein an- 
derer Consonant folgt, In ef zu verwandeln. DaE wir In der Schrin beide gleich 
bezeichnen, tliu.l.der mflndllchen Sprache keinen Abirag, da in so vldenFJUlAt 



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Diphthonf^eD. 13 



die sichlbareu Zeichen blnler der Feinheit des hörtiaren Lautes zurQkgebllebeD 
Bind. Diesem Gesez zutolge ward auE min, iHn', Hn, wJn, lin, pn, in, Bjüti, leMn, 
fiit etc. fim, rtm, gKm, tSm, tim etc. regelbaR main, dain, tain, etc. taim, 
Mim, Gtaim, Schlaim, Kaim elc. Sogar auE vient und dem Dlmlnallv — fin ward 
Faind and — lain. 

Giüer auE ^ler, giUtre (mendicas), Weide anE wIde (salix), and Bühen »ai 
lihe (sara), sind daher nicht GaiUn, Waide nntt Railtett zu sprechen. 

Scbelobare AuEnatimea sind reue, Grits , grHie, tcbu>iife, neige, sprüli 
gleite, Speichel, blHche, von dea mtid. rise, gnse, twife, tage, iprtte, gßte, spie, 
»Sehe (pallGo) ; allein diese sind mehr als ehemalige PräterKumslorm , die nun . 
unsere PrSsenslorm worden Ist, zu nehmen. 

Giitel (obses) , mbd. ^el, nicht gttel, entwikelte sich seltsam anl kurzem i 
2um OlEihthongeD ai, nad steht duq dem organlacheu Giisel (llagelliun) gleich. 

Man bat demnach organische oder ursprüngliche ii, und unorganische oder 
sowol auB i, i und auE Contrficliort erwachsne ^i oder eti zu nnterscbeiden. 

Unter den schwankenden BiireU und Heurat, Reiter und Reuter haben die 
ersten Oberhand ; Lekm und IHmen gehen nebeu elnahder. 

Das H In Biiehte, Fiiie und B^ IstConlracIlon; denn anl dem allen p<^'A( 
(vou>«Aeii) wurde erst pttt(, dann piM, btchte, und endlich KetcW« ; eben so auE 
iHola Bod pihal allmälich ßa und pU, zulezt Ftüt und BiU. 

Erügnen Ist verdoHien auE eräugen. 

Ea* Der Doppellaut eu ersezl uns die (rObern tu und ttu, als: neu, treu, 
Rtue, fievfit etc. — Beu, Streu, Freude, dreue» etc. 

fe> Der Diphthong ie steht organlsdi oder regelrecht In dienen, Dientl, 
Bier, Zier, frieren, lieb, Dieb etc. 

Durch Contraetlon Ist er entsprungen In Priester, auE presbyter; und atiE 
bloSem e erwachsen in Brief, ant breve; Spiegü auE «pecwtum ; Fieber va% fehri» ; 
ZUgH auB teguia; Trier anE Tretiri. 

Sie (ea) erscheint In ahd. Denkmalen als st und als kurzes fi; aber in 
udem auch wieder als Hu, auE welchem erst Jenes tt entsprungen sein mag. 
Dnser ie In tie bat also Grand. 

Schon «hd. FHeiun (n. pr.), Frieso, bei TaeHut aber fMtii und sonst lYtso- 
net; auch die Brechnng des i^ In ie zeigt das Pronomen diMeschonahd.uDdmbd. 

Ol erschehit nur in den InterJeclioDWi oit hoii hoikoii und In den frem- 
den Voigt, Yoit, OHer(fioie, Levkoie und Boie. 

111 Isl auf Aut und pfiti, auf Xui^ioM etc. beschränkt. 



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Entslchung des Umlauts, 



Das « wird häoflg aaSgegloGen, als: eifle slatt eäde; Gnade statt Otnadi^ 
laddn,t*nhloßnerstaUtadeleii, getclUo*»ener ^ n-Aof'«, kann'« stalt JMm, ftoNKm. 

fhwr Entatebnng; und Alter dea Umlaats« 

Die VerSadening des a, o, u und ou oder ou der WarzcIsIlbeD in die 
Umlaole ä, IJ, ü and öu oder öv wird durch ein nachfolgendes i , oder ein ant 
i geschwächles e der Flexion oder Ableitung bewirk!, 'and Ist vor Zellen nnr 
ttufeDwels erfolgt, als die erlöschende Endung und Ableitung gleichsam In 
die Wurzel zu llüchlen gedrängt war. 

In deatscheu Tfamen auE der Römer Zelt finden wir noch obM tlmlaot 
ÄTpu*, Aä)ii, Seaidis, Ämisia, Ätciburgium , Ängrivarii, JVatni, Balid, was 
nacbmals in Erbe, Elbe, Scheide, Etchebwrg, Engem, JVoA« und Sttd abgeschwächt 
tforden; desgleichen angü In engel, gartja In gerte, BtalUig In mäcMty, lagahh 
In tätlich, managt In menge, xaltar In läAre etc. Die gottüsclie Spracbe kenot 
den Umlaut noch gar nicht. 

Er begann zuerst mit dem kurzen a, dem edelsten und verleEharslen aller 
Laute, wahrscheinlich zu Ende des sechsten und am Anfang des siebenten Jahr- 
hunderts. Alle elgenlllcben altbocbden Ischen Denkmäler kennen schon den 
Umlaut des karzeo a und er Irit als Regel auf. So hat das VoeabtüariHm $antti 
Gatli (um das Jahr 650) elinpogo, heri, seni, egida, petti, tecce, geria, kcrpüt^ 
daneben aber noch warid, scario, hartin, faiti, abatulic; andere ferner hanin 
(gallina), eanti (anseres), farhir (porci), hariön (prxdarl), olpij (clgn«), harli 
(dums). 

Man ülebt, daG sich karzes a vorzüglich vor mehrfaeher Consonau, aia 
«ealgslen aber vor einfacher behauptet bat, well es dort stärker vor dem Eln- 
OuEdes t geschüzt war, und dieses hier. leichteres' Spiel fand. 

Weder Umlaut des langen &, and noch weniger des * oder o , av und otr 
ist Im Althocbdeatscben vorhanden, sondern seine Entstehung ant diesen Ele- 
menten fallt mit aller Wahrscheinlichkeit erst In das zwölfte Jatarhasdort. 

Sollte an Wörtern mit o Umlaut eintreten, so kehrte Im HlttelhochdMt- 
sehen regelmäEIg das ä, als Umlaut des ur^rangllcben h, wieder, wiefeok,. 
hiUin; tcoüe, ^tMin; dorn, <liirnin; bok, büktn etc. So heute nocb Sold n&d 
giOden neben gMm and verg^da^. 

Hll der Zelt wuchs die Anzahl jler Umlaute immer mehr an, bis endlich 
das I sogar von zweiter Silbe her den timlaat In die Worzel hinein wüiOe; In- 
dessen haben Ihm doch bis heate nocb viele Wörter Widerstand geleistet. 



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Von dem tone oder Acceol. 16 

Ton dem Tone oder Accent. 

Der Laut Ist die AoSspraclie selbst, dauere er Dun kOrzer oder IS^er; 
lUeia nit divaem Laat der Vocale wfid noch Debenbel eLo hoher od«r tiefer 
Ton (jUcmt , ietm) 1b der Aa^sprache vH-bimdeii. Dieser Ton Ist die HfftHNf 
oder Senlnrng der SUmiae, wekhe den Laut begleitet. Der eigenOlcbe Tok 
tsl. der HodUon , voiu der Titflon eine Abslutung bildet. 

In efuracbein Nomen, t^erbam und Advcrijlum bat dn Vocal der Wurzel 
den Ton, and nur das einzige Wort lebindig, in welcbem der Ton anlerbalb 
der Wurzel auf dem zweiten t mht , maclit seltsam genug eine AnGnahme von 
dv altgevelueu Regel; denn z. B. IWiiritüt uod Sliallches zu sprechen, Ist 
gmndlosq Willliür. 

In zvsammeDgesezten Wörtern, beltommt eine Wurzel Im Verhältnis zuc 
»Ddern den TleRon; aliein slumpr oder ganz IodIos werden kann sie nur )b 
don Falle, wenn sie den Schein einer bloEen Ableilungsslllie angenommen hat, 
wie In rUrM, Wimper, Zvler, die eigentlich vierfaii, virupraiee uaA wipär 
rind. In der Regel hält sieb bei ComposUls der Uochlon auf dem WurzelTocale 
des ersten Theiis, wie in Xandfiaus, lUißgumt, Vorgang, und der Wurzelvocal 
d«g zweite Thals hat Tieflon. 

Es gtbt Jedoch anSnahmswetse auch Composlta, welche den Hochton auf 
dem Wurz^vocaie des zweiten Wortes haben, als: /VoAtäkm, (im/tmir«n, lttTUer~ 
häUm, obgletd) die Substanttva ümfimg, ZÜnltrAolt Ihn auf das erste Wort Degen'; 
leruer Htauwurtt, OiteTtümtag, Beridäme, ScheOtnkontff, Cbarfreitag, MirndNeA, 
impir, sMräM, hinan elc. 

Bekommt in ComposUls die nSmilche Silbe bald tfen Hoehton nnd baW 
den Tiefton, so ist damit auch etue Tnsehiedoe Bedmtnag' Aks Worte« ver- 
banden; z. B, vmgehen un* imgthen; Über/Uhren und ilm'fahren; durcHgHum^ 
\ui& Mrehgehen ; EiUtchliiß wt4 indsdi^ß- 

Je Doebdem der Ton auf der einen »der andern SIIDe Hegt , sonttem strit 
die TaneMedenstew scheinbar gleichen WArt«r von einander ah , wie Oimm 
UQ<t G«mß; Avgusl und Aiigtut; TUer'und TEOer; GdUien und GiUUin; fori» nnd 
nirif,' floffittn und Romtn; Dekan und Dekan (ein L^d]; Armie und Armt; 
Stalmä* BBd Sekunde elc. 

Da ansere Betonung durchweg zum Zweke hat, die HauptbegrflTe in Wfir- 
Isrs faervonubehen, so Irit manchmal der Fall ein , daE der Hochton xat SHbea 
gelegt werden muE, die wir gegen die Gewohnheit abslcbllkh auEzelchuen 



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Veränderang: der kurzen Vocale in lange. 



wollen , z. B. Mcbl virhSren, londtm irttörm lolU ihr unsl — Lieber üngexogm, 
Ol« virzogen Kind. — Die VergangtnheÜ läßt ttch tcol mräkwuntehen, aber nicht 
zitriUiräfen. 

Sehr letchl verwechsell man In einigen Fällen die LAnge des Vocals mit 
dem bloEea Accenle oder Ton, und In xüuarten oder In doAtn und Unmerkin schei- 
nen lu und hin langes u nnd i zu haben, während diese Vocale doch nur accen- 
tuiorl, aber nicht gedehnt sfnd, und In BQksIcht der QuanlKSt ganz dem at nnd 
hin gleich stehen in su warten, foAre hin oder hinweg. Besonders trlt dieser 
Schein gern beim Redeten ein, als : Bin iit hbil ceWoren iit verlorenl 

Unter Keäeton versteh! man das Hervorheben desjenigen Wortes In einem 
Saie, welches man vor andern au&zelchnen soll oder will, z.B. Heute mir, 
morgen dir! — WHUa nicht, iotnüßtdul— WoOen lie nicht, lo will kh et thtml ~ 
Seiner vHÜ auch nur dai Wdi$er getrübt haben. — Samt geht nach Brot. Lnther. 
Stintt geht nath Brät. Lessing. 

Kber die VeiSndenu^ der knrxen in lange Toeale 
und mngekebrt* 

Die melslen VeräDderoi^en der Lautlehre geh« von allmällctaer Yermi*- 
derwng der kurzen Vocale aa£*). Zuerst worden diese Vocale im AnUaut, wo 
sie den geringsten Scbuz fanden, gefährdet; denn abgesehen von ein paar fast 
immer redupllclerenden PaKlkeln, wie dal dadal lal Mal hat hahat iejel hiMt 
huhul nunuf tchuichu! kennt unser Deutsch hier keine Kürze mehr. Auf näch- 
ster Slufe nnterliegeu die Vocale , welchen einfacher Consonant , mid auf dritter 
dl« , welchen doppeUer folgt. 

So Ist gothlscb kurzes a auE Ja, na, oAolwn, aina, fiiltan, hahan, lAoAo, 
ID langes d des Althocbdentscben verwandelt: Ja, $6, ätam, äha oder &, filmn, 
hähan (suspendere) , däha (argllla) ; kurzes i In langes i: gotblsches 6i (ad) , li 
(ea), praa (llbera), fiands (Inlmicns), fl^OTidt (amlcus). In althochdeutsches pi, 
li oder liu, /Ka, frU (woneben noch Mt^^ ßand, fiiunt; kurzes w In lanfee ü: 
gotblsches du (ad) , nu , (hu (tn) ,. fiUn (putrls) , tkwra (procella) , rumi (amplus) , 






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Veränderumg der kurzen Vocate in lange. 17 

rmw (myeteriain] , dubö (colnmba), brvk$ (aHits), brath$ (sponsa), Ihu (domns), 
tu («x), tD althochdcalscbes nto, ttd, du, ßl, mir, rdm, rdna, M6d, prüduin 
(oU), MU, hüt, üs (foras). 

Im HlUeUioelidentsclien bali«n rolgende kurzes ai hol (celavl), hol (ealvus), 
Vm({[do1o), tehal (dlsoas), $al (anla), Mn«j(extlis), t(aJ(furataBsain}, (ol (vallis), 
Ml (llaccldas), icdt (eampas), teal (elec(io), xal (aomenis), ar (aqotU), bar 
'(ttaias), dar {lUve, ibl), gar (prorsos), hör (llnam), nor (outilmentum) , nhar 
(cohors), ttar (slnmus), cor (eo), Aam« (hamns) , liam (veni), lam (claudas), 
tMm (cepl), name (Domeu), mm« (instr. lextorlam), teham (pndor), zom (ctetnr), 
*Mt (praesagit), baH (semlta), han (gal)Ds), man (tnba), ran (macf lestns) , »pan 
{Bbala] , nran («lor), vnne (pannus) , ' won (Inanis), lan (dens), habe (opes), 
bwBe (puer), raben (corvns), irrap (aepulcrum) , stap (bacnlus), trage (fen), 
loc (seplum), mac (posaum), pßac (soKlüs sum^, tlac (Ictos), lac(dles), ahe 
{tqaa), NoAe (stragnlmn) , ilaAel (cbaljbs), (ro&en (lacryma), zäher (lanryina), 
tade$ (balnei) , lade (scrintolum) , pfadet (getnlte) , rades (rola) , gerade (Kqoalls) , 
ttadt* (llUorls), bat (rogavl), bäte (flllolQs baptlsm.), veUer (pater), aj (ed<), 
Msj (meDBUS snm) , «aj (sedl) , 6«« (amlta) , glai (vitriun) , grat (gramen) , htue 
(lepaa) , Uu (legi) , genas (sanatüs smn) , »ose (oasas) ; welche nun alle Im Nea- 
hoebdealscbea eolschiedeD langes ä babeo, als: hoAJ, kaM, nuMe (molo), SchiU; 
Saal, KAffldI) rioM, Takl, /bU, Wälstaa, Waia, ZaM, Aar, baar und bär, dir, 
f<tr, Baar (crttfs), Nahrung, Sehaar, Slahr, fahre, Samen, kän, lahm, ndm, 
Väme, Rahme, Schaam, xoftm, oAnel, Bahn, Hahn, Mihne , rahn, ^dti (Sp&nt), 
SchnBAn, FoAn«, WfOm (WahngUtv^) , Zahn, Hibey Snäbe, Rabe, GrAb, Sab, 
träge, HAg, mag, pfiAg, SeMäg, Tdg, Ach, BUht, Stahl, Thräne, Z&hre, Bdd, 
lääe, ffüd, Räd, gerade, Städ, bAt, PMie, Väter, äß, mAfi, täf, Baa$e, GhU, 
Grat, HAse, i&t, genas, Nase. 

Das e and o bei Seite gesezl , Irll dieselbe Verlängemng ein anch bei dem 
mfUelbochdenIscbeu i undo, ala: MI (caulls penn«) , mtUoM (mblgo) , jp«((ludus), 
gespü (soclus), »tu (caalls), «tcä (callus) , vü (maltum), lü (scopas), Mr (plntm), 
«M&ir (careo), dir (tibi), gir (cupldo), ir (vos), toir (nos), M<r (mihi), uiirte 
(durabitls) , lutr (bis) , iin(el), nim (caplo), i<ni(deeeo), Mn (apts), M<eam), 
tib (i^lbmm), sibm (seplem), (rtbH (impulslonU), ttivia {oena). Hg« (jaeeo), 
tige (vlclorla), iligä* (callls); tcfj)«(ag[tD), teige (caasi) , t>iA< (pecas), lide(mem- 
bra), Wide (llgnum tortum), kis (arena), tiiel -(calculus) , riit (gigas), wise 
(pralmn), velcbe sämtlich im Nenhocbdeatschen sind: JIM, jrsAUAou, Spiel, 
Gttpia, Sliel, SoAuitde, viel, Ziel-, Bir(Bim), enibtkre, dir, Gier, ihr, wir. 



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18 VerttidenHig der kurzen Vocat» te lai^. 

mfr, vitri0, nein-, ihm, wkme, Mttae, Birne, Um, Sieb, ncjien, Trta^, Stiifri, 
Htfe, Sieg, SHegel, teitgt, Witge, Vieh, GHed, Biese, Wien. 

• Tom kurzen u nur [olgende: vbige (volatn), mge (Iractu), tnAt, duj 
tsoBftBfl), «elcbe nnn sind Flug, Zü^, IVM«, Daß, Sagegcit deito mehr o, als: 
Aol(caTii9), kol (carbo), oU (oteuo)), «ol (sotea), tcol [trene), «ntor (simanr), 
ftor (lerebro), tpor (vestiglam), lor (poria), vor (aale), gewon (sdMdb), vone 
(hablto), groben (radem), hof (aula), bete (nuncins), gebot (mandatDin) , rot 
(nilier), rote {rabeo), lote (Sponsor baptlsmi), broteme (mice), ho» ((SilBle), 
mal (mascus), pfoee (pera), ooln (pnllatn eqiit)> welche mm alle lang d haben; 
hoM, Kohle, dl, Stihle, wM, empör, bohre. Spür, Thir, v6r, geteohnt, «wAne, gr6ö, 
Bt(, Bäte, G^tSI, rolh, reibe, TMe, Bröeam, Bäte, (WatierMte), Mooi, J^M«, 
FMm. 

Die ursiHDngllchen Kflrzen , sobald Ihjiea einfiiOter Consonant talgt , 8ta4 
itmoaxiä bta anf venige Cberhielbset In Längen verwandelt worden, nnd der 
mItlethocbdmiUche Cntersehied der Vocale ta Wörlern wie tiamen (nomine), 
itämtn (cepArunt); viagen (carroB), wAoen (andere}; mem (marlbns), mAran 
(aagfire) ; tehm (vldCre) , Uhen (mutuum) ; leonen (maa^re) , länen (remoncrw«); 
g^orn (natas), drm (auribns); bole (nanctns), Brät« (pane) Ist ganz oder boi. 
nabe TernlcUet. In allen solchen Wörlern gilt mm ein glelchrönnig betonte» 
Lml, den mau wedrä kurz noch lang nennen kann, d«T sieb aber doch m^a 
der alten L&oge als KQrze vergleichen läSt, da ihm alle Wlrkongen des karzea 
Vocala entzogen, and die des langen beigelegt werden. Diese Tei^tübeniBs 
der Anlsprache and des Gehörs maSI« auch auf die Vocale einsilbiger WOrt«r 
rinOleCea. Eine Menge organischer KSrzeo werden namnehr auch In elasilblgea 
WQrtern lang gesprochen, wie Tdg, lA^,l&s, genä», W4g, Stig, Am, il», Ziel, 
tjürf, mfr, dir, teir, ihr, Sieg, Vieh, Glied, hohl, tWM, Zug, Trig (frans), Ftüg. 

Ibir ein paar kleine Wörter , In welchen der bSofige Gebrauch den knrzen 
Tocal nittbl hat rnben lassen, sind aaGznnebmen: bin, man, an, hin, von, um, 
mM, ab, ob nnd das PräQx un. . Doch werden an. Am, von, wie L6b, grib, fildi, 
Gräi heute schon hänflg dieses Vorzugs der Kürze beraubt. Die Partikel weg, 
PciposlUon wegen ond Adverbiqm antineegen, bleiben kurz, obwol da« Snb- 
slaatlT Wig , aaS dem sie abstrahiert oder gebildet sind, seine Quantität ehi- 
gebüSt bat; desgleichen fiugi (cKo), wenn schon jn*g und' sein GenltlT Fügt 
gedehntes « babeii. < 

In wenlgeo Zasnomensezungwi , deren erster Tfaell einsilbig Ist, loblzte 
sich die KSrie, Bamenlltch in Foribeil, Htnog, tarm&, ITollasI, Wegttil, 



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VeMadcniBg dar Jchtm* Vecde fet luge; 19 

nudWeS; da aaEerdem lange aoboa vdr, Seir,' bdr, /wäl, Wigiiad Mnu 
teitbal vjerdeo. Es tat sltbl BBZDncluiien , daS dar ant dua zwelteoWoH 
heranrOkende Consonant dleBrballung der Kürze bevtrkfl, vell-R- es In aaihni 
analogen FUlea nteht vermag, z. B. In ForsMjTi ForMId, Xoräl, Bm-hmn, flwr- 
4rs^, jlf««r&wen; sondera Jenes sind, det aUgeroednen Kegel entacUfipfle AoH- 
ubnien. Man wird In Elgeonamen, die fiberbaapt dem Strsme der Neoera^ 
■Ich kränjger wldersezen, Beispiele mehr finden, nnd die erite Silbe In Btr- 
foaBD, HanbaTt, üonsteln, Dolberg, Datvig, Fridrleb, SiffBtimd, StDttibBrgtn 
behavplet, Ihren alten kurzen Vcm^. Ancta In WfmiDl (alid. tourimHoUi, tiMjo-' 
tUom) klingt die. erste Silbe kurz. 

Vor taiei CotutmanUn hat £lcb laelatenlb^lE der karee Vocal erbanen. 
mag sich nun die CimsoBam gemlnleren oderaaB vencbledneu LWlen bestehe. 

Die Geminalion der Consonanten Ist entweder Hchoa bi der alten Bpra dte 
begrftnUet, z. B. In afl«n, fcülen, Wille, Toües, Zolles, Itarrin, toirrm, Arne, 
SOmme,. brvmtM , Mannet, tpaimen, tpiimtn, innen, Soiau, Bnumen^ BalU, 
MUcr, mtltr; oder sie scbelut gnade 3ur \afrecbtbaltai)g der i^ganlscben 
Kflrze, die sich gtelchsam hinler diese andere Bctniswehr fl&idilele, ««I tu 
neuer Zell beliebt worden za sein. Bauplaäctdlcb geschieht diese BMWgauiache 
Gemination vw m nnd l; aammtr, sammeln, Himmel, Sehtntwut^, fnmtn, kom- 
men, genommen; glaU, mM, tau, MaUe, Widder, Weller, SUte, Sehtia, 
fefcAHUen, Iriu, Cote , ^fjof' etc. (miltelbecbdeutsch Aam«r *) , »ametta, Mvwt, 
NMmef, trom,.iumtn, genomen; glat, mal, tat, mute, wtdn* (vervex) , «dorj 
tue, »ehril, getehrüen, trit, got, »pol; nirgends aber voIlelikBdlg nnd dorcb- 
greifend, .x. B. ntinnil Ist wie ixxnffl/, gmommen vle jelommen; aXMa nehmen 
weicht ab von leomaun. 6aUer, Xalter bergen die Kurse; rdf«r, 6tM, MU 
l^eu sie auf. Nach Zelt und G^end schwankt die Anwendung der GemtnallOB 
(9r einzelne Wörter; Barne Smeh» z. B. sagt noch AawimMnn nnd Famen **) 
(vexlllo), wa* deej KlUelbocIideatfichaB Aoam Hnd^ünm entaprliM; wir aber 
dehnen iToA« nnd AiAite. 

Tor der Aspirata hattet die Kürze ftfler, als daS sie YMloren glengfr; 
dieses In Ird^, brieh, iprAeh, äfi, md/S, webM die Analogie von gM, U», lag etc. 
flbarwog ; jenes In ichaffe, Uaffe, Sdtif, Bekiffu, grif, gegrilfen, o/Hn, muAe^Sadt», 



H hit Kicu *4nD«kiuc 4« 



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30 Veräddeniiif der kenen Vocale in knge. 

ipreehe, iek, wHch, lUei, SUeh, Baß, F»ß, Fastet, Watttr, if, ttte, dat„ et. 
woi, CnjS, GtuHt, SelMi, Sil, Stittit. Die WdrtehcD dtu, ti, wo» halten ehe- 
mals die Aspirata: da;, ej, 1005. 

Wdrter mit vngUUiur Conumant hegen die vwanEgebende Kürze ehen- 
falls. Der Haapttall Ist Liquida mtt Llqolda, und Ltqalds mit aiuta, z.B. Balm, 
ffrim, baiä, gaU, ait, B<üi; arm, varm, Gant, Stern, warf, ilarb\ barg, Berg, 
werd, hart, wird, Wirth, Ort, Eampf, rimpfe, Sumpf; Slang, lÜKg, Land, 
Band, Lmde, Linde; anch tch and «1 gefadren bleuer: Atehe, wiieke; JH, 
mit, Lutt. Doch vermag das hinzutretende ( der Flexion In Veii)fs, deren vu» 
eiutacher Coaeonanz begleiteter Tocal die Kürze Terloren hatle, Ble nicht her- 
zustellen; z. B. IniHeAU, ttehU, betcahrt, ipdrt,iehrt,lShrt,täAml,ahni, MaU, 
auch ant dem Grande , well das I wegen aaEgerallnem « der Flexion nicht luilc 
gevag mit der Liquida vereinigt Ist. 

Bemerkeoswerlh sind einige Wdrter mit rct, rth and rt , welche die KDrze 
ehibaten: Bh-d, PfSrd, Wrih, Fahrt; — doch heute nicht mehr gedehnt Erde 
(Irdisch), Herde (grps), Bart, sart; denn wanim solllen diese anders als irden, 
Bbrl, hart and Garten lanlen? — Dort in iKrd etc. schreitet au&nahmswels« 
die Vemlehlang des kurzen Vocals schon In die zweite Schranke vor. 

Wie vor doppelter Consonanz , so Ist der Vooal auch bis anf sehr wenig» 
Anknabmen kurz vor k nud vor den zwar nicht oKenbaren, aber dennoch wirk- 
lichen Doppel consonanten p nnd t. — HiUien, SehnAken, Flöz , fltitm, 'gäten 
(fQr gaketen), ddim (rür dii«9;«n), ils«n (ffir uoim], sind diese AaEnalnnen, wie 
schon bemerkt worden. 

Ant aller Beobacbtong ergibt sich , daS eine groEe Zahl von Vocaien ihre 
organische KQrze, die sie Im AU- nnd Mitleihochdeulgcbea noch bewahrten, 
bevle verloren nnd dafür einen schweren, gedehnten Lanf angenommen htdma; 
denn die KOrze Ist elwai zn [eines, flOchUges nnd geisllges, als dal sie nicht 
selbst in einheimischen Wörtern erlöschen sollte, geschwelge tu aoUandtschen, 
rar welche das Gehör slumpter ist. Die Schrin hatle von Jeher groBe Noth mit 
Bez^chnung dieser nu organischen Längen *]. 

Wie sehr indessen dte.henllge Sprache auch geneigt ist, den nrsprflng- 
llches Kürzen Abbruch zu thnn, so ereignen sich dennoch einige der Fllle, 
In welchen umgedreht die organische Länge KQrznng erleidet ; denn z. B. immer, 
, Uäder, Mttter, Bache, laß, iatten, Sel^we, Blatter, jach, Schach, 



m in Ortktgri^iii, 



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Von den Consonanten oder Mitlantern. 21 

Otten , Sehufl etc. Bind mlttelbocbdeatsch iemtr , Jämtr , mlUter , mHoler , riche , 
luj, lA^en, fcAuobe (squaua), Ma(«r (veslca), ffdcA, «cAdcA, di(m, lehüfl; — 
lieft oud rieh in ZusammeDsczuagen sind schon mlttelbocbdeqtscb gekürzt , wie 
iRümieUeh^ hertUeh, Dielerieh , Mberich, HainrUh. Diese KOrzaug gescblehl 
sum Thetle unter dem BinfluE äer Verdoppelung und Aspiration der CoDBonaD- 
(en. Aach den coiilracteo Formen Acut und Aal, mlttelhoehdealscb Aibt, hat, 
zog der häuDge Gebrancb; kurzes a za , wShreRd d»-»ielbe Vocal In Höibe (opes) , 
nkbl aber la haben, Haber [possld^e und possessor) , (ii SUge, Säue, LAdt, BM, 
nicht aber tn klagen, la^m, laden, toden gedehnt Ist. Das knrze a Im Compo- 
slto Bnchitaben hat sich ebenfalls erhalten, obgleich es In St&b, StdUe gedehnt 
wM. 

Sogar einige Diphthongen sind zu Kärzen verändert worden, wie z. E. 
die altbocbdeutsctacn lioAl (lumen), aad dioma (ancllta), heut' abrupte lauten 
ZtcJU und tum». , 

Anderer Art seheint die dMo ersten Thell einiger Composlla wldertahreode 
EulzlebuDg der Länge, z.B. flocAdMitsch, BoffMl, AocAzeit, iVocAbar, forbeer 
(während Xdröl, Löfbuim), GeAorsam, AritnB, iwitach, nt>i'fal(, /t-oAlokeu, 
iUand, nirgau, SeAtmbach, SehafbaiaBen. Hier wirkte Häotung oder Aspl- 
ratloQ der ConsOnanteu elu, und flberbanpt wird in geläufigen Zusammen- 
sezDOgen leicht eines der Wörter, auE denen sie gebildet sind, verlezt, 
wie au& Viertel, Wimper, Eimer, Zuber, statt vlertait, «rtnipratoe, atmpar, 
:uipar, zu ersehen ist. t 

Von den Consonanten oder IHItlautcrti. 

Die Mi|lauter zerfallen in liquiäiB oder ßäsiige und in nuliB oder tlarre. 
Der flössigen sind vier: I, m, n, r. 
Die starren thellen sich ab In: 

Lippenlaute i 



Zungenlaute 
Kehllaute 



,] 



Das vj und J sind Halbvocale, «eil sie sich oft auE u und i enlwlkeln; 
teh und Pf aber harte Asptraten; x und s Doppelconsonautei) , welche ft« und fi 
MiUrtken. 

Das n als Inlaut vor s und k wird nicht als reines n, sondern mual, aufi- 
«esproclien, wie l*ng, bang, eng, liJtgen, Dunfj Lvnge; Bvtli, itanktti, din- 



byGoogk 



32 y9M-deii' ConsMianton odw Mitluitarn. 

fem, kinM&H, trmtken.elc. -^ Tor Llf^iatiUiileB wsedelt ei sich gern latn, ab: 
»mpfMeH, «nmltidcn,'ffimfr«cTv fQr MiUbtre. 

Bla Spirans* vtrd In Ableitangeu anzm Aipirala, wt«z:B. leht, Smitihli 
Mktr, ItöcM; Nolk«, näeM; oeuhehe*, CckAmM«; tckmähen, leAndUM, 
SdmUidt etc. 

EeiD h, mBmL vnnelhaRei nlcbt, lautet aamilleltaar vor «Ineai Conso- 
DHilsn, SMdern bleibt Btnmiu, wie In idmähUeh, Heht, geht, ttent, /UM etc. 
w^ Aer laatet es saitft-tD tekmäh^H, titht, gehe, fOAet etc. 

Manches k ist anS gh znaammengesciiniolzen , wie in Junker, Eragttein, 
ErangA, Xd/en, iTtlch, ftilehm (balllns, hamnm edcre), SAder und £aud«r (Ilnl 
f«x), JTauderwtUfch , Sarit, Kengel, BiUerlteU, Teltikofen, Zollikofer etc. ror 
Jungher, GeragtUin, Gtrangü, Gehüfin, GeMch, g^Aehen, GekUder, eehauder , 
eeitartt, Gekdngel, BÜttrigkeÜ , Teilighofen, Zollighofer. 

Die welcben 6 aad g, aacb p, veriiärtea sieb bisweilen in die Aspiraten f 
and ch, als: (reibe, Triß; gebe. Giß; grabe, Grvß; hebe, Hefen, Huf, Hafen, 
Hopfen; PÜbel, Bafel; nepot, Neffe; neptü, Iftftü etc. mögen, moeMe, Macht; 
ichlagen , Schlachl ; tragen , Tracht etc. 

DeBgleicheu ist das b la SchicaUie, Sperber, fatb, Milbe, gelb, Farbe, 
Garbe, aoE u> verbärlet, da diese Wörter mittet hocbdealsch noch lanlen noaJwe, 
tperwer , faiv) etc. , so wie äluilich In andera das h ebenfalls aul w eulsproS , 
als in Stroh, SräAe, WeOie (mllvns). 

In Bügel Ist das g aaS b verwände!!, da dieses Wort millelliocbdeutscit 
ganz rlcbtlg lanlet JtdM. . . 

Das t erweichet sich biswellen tu r, als: erkieten, erkor; Verluit, ver^ 
Heren; Frott , frieren ; geweien , war etc. ~ Es wecliselt mit ( In Flint and FUnt. 

Das b assbnlllert sich hie and da mtl ( und m, als^ halle lür hgiite; Klette 
iQr KMAe, Stimme Vit das alte itibna, wie nennen fQr nemnen, BaffOrl (fir Boeh^ 
fort;— In Ami, um elc. fle) b weg, wie r In hie, hieher, teoHacA, £M, Im etc. 
I&rhier, hierher, tcomocA, nnd die miltelbocbdeatscbeQ irkel (oaueea), lers 
(siulster). 

Das f lauscht nach niederdeutschem Gebraoch mit ch In den Würtern 
' ßfidUe, LacUtr, HaM, SehbtcU, rOr JV^l«!, Slafl«r, flafi, Sbifl. 

Bisweilen wechseln die Liquiden l, m, n, r ihre Pläze, als mitlelhocli'- 
4Mtacli und noch alamanntsch : Stiche; ~ Zttndel. EUer, Pfizer (peregfinas). 
Pfeame (pnumm) ; .fltr Kirehi , Zvnder , Brie ete. - Betern umI Beten , rinfädrin 



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Von des GoasonantMi oder HiUaalNn. 23 

UBri HN/i!kbneN, Schtvtr vai Schtune, wie icboD mltleihochdeaUcb (eAtar« mni 
teMttne elc. 

Das r tst veraeEl la Born, B»rrutein; briU Hir MrM, begoDden In NameD, 
aU : tr«r*r«U, GeitHbrelU, Rrgetm etc. filr froim, BrmwMn, Bgtrten. 

ITiunmelbar auf ok, m uDd «i darf k ein -r Mgeo, soBdeni es wird ein 
UMmgurfsches e eingescbobeo , als: Bauer, JHOaier, mmt; — Fnter, htutr, 
SdteiUT; — Giier, Leier, Feier elc. Eben so hat alcb dieses e auch Id Oreuel 
aad Bleuei ttageArAngl. 

Elngesehebeu oder «hAMmeA'IsI das ( la ^eiMieh, mtteelwef«n, i«i>e(- 
halben etc. wie aas ( In hieiifi, datig; dagegen lautet das l ineiUiwei, mtt*D«ien 
and entgegen wider alle Hegel der Composlllon fehlerbart. — SeUutändif, taM- 
eigen , SeUutändigkeü verscbmähen das nach b als «rwetterle Form lu telb §eh6- 
rlge it mit Hecht, da es uiuiOlblg hart klSoge. - 

Dagegen Ist In Jtt{t«nd, Bonig, König, Pfennig das n vor g. In Etmd ein 
I ver 1 aulgarallen, so wie In Ei am Ende ein g (mbd. aiger), In fm, Mlet 
{mM. Sheet, ftMirw) ela w abgeetrein. 

Die beiden Aspiraten f und v lauten nun gleich, obschon das erste sich 
nrsprdngllcfa mehr auE b uud p, das lezte aber anfi m oder b entwücelt und 
.mittelhochdeutsch welcher als f gelautet hat. 

Alle p^als Aulanl crscbeiuen nlcbl tu dculschen, sondern nur In fremdea 
Wörtern, die wir aulgenommen haben, als: I^affe (papa) , Pfeffer (piper), Ptlng- 
$len (penler.oste) , Pforte (porta), Pfand (pondas), PfUuler (emplaslrum) etc. — 
Vielleicht sind nur pflegen und PfiMg davon ausgenommen. 

In «, ^ und » steigert sich die Stärke der Spirans; aber nur ( kann den 
Anlaut der Silben bilden, und ß sowol als » erscheinen nirgends unmittelbar 
nach Consonanten, sondern nur nach Vocalen. 

Das /i Ist die weiche, das z die harte Aspirata des (, als: «ußtn, mellrl; 
Jlrd^, strata; Ziegel, tegula; Ktuc, CAtus etc.; doch wechseln sie oft hi der- 
selbea GnudsUbe, alsi tixe, taß; Bise, Sifi; Spiie, ^iß (vero); öien, Atung; 
efea, immn^ig; freien, freßen, Fraß; »dmixen, Schweiß; Hize, heiß etc. 

Hit den Liquiden t, m und n verModel steh all Aulaul die rein« SpirMM i 
nicht mehr wie ehemals; tür tldfen, slieh, tlinden, ilange, smid, inek etc. glK 
heule nur roher tehlafeti, tcMiek, sMinden, Sehlange, Schmid, Schnelle. Kann 
fcabpo Smirget, Smoile, Smiiggel ihre feine Spirans gereuet. 

Ras i-A« in einer Silbe, wenn zwischen eh urnl i kein r aiitgefallen isl. 



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2i VoD dea ConsoiUBten o4er HifJaatern. 

lantet wie x, als: Wachs, widuen. Wuchs etc. , nlcbt aber in Bucht, Faehi etc., 
-welche für Buches, Faekei gellen. 

Als Anlaut dürfen «p und il zwar etwas wenig aspirier! werden; d&gegai 
verlangen sie als In- and AnElaul die reinste AuGspracbe ohne Jeglichen gchat- 
ten von Aspiration; 2. E. Span, Stdß; — WUpd, Husten; — List, Brust etc. 

Der alt- und mlUelbochdeutsehe Gebrauch , dem zufolge Im Aullanle Ae 
harten p, k und I, wo es sich Irin, gesprochen, dagegen Im Inlaute mit dm 
welchen b, g, d verlanschl worden, als: grap (sepulcriun), grabe (fodlo); wtp, 
wibct (mulier, mollerls);— (dl:, tagei (dies, diel); vluk, vluget (volatus);— «fu/, 
Stade* (lltus, lllorls) ;--ftaNl, handen (manos, manlbusj ; — Wn(, rinäer (arm^~ 
Uuu, armeula); — vSlt, vilde (campus, campo) etc. ist gänzlich abg^ommen 
und ntir von Nord - und KlederläBdern hört man noch aoEtautend Getank, Tale, 
RinkmaueTf Gefänkniß etc. rar Gesang, Tag, Bingnumer, Geßngniß, 

Bebr fehlerhaJt Ist es, das g wie/ oder eh auEzusprechen, Indem aal diese 
Art Wörter gleich oder ähnlich werden, die einander sonst völlig fremd sind., 
als: eigen und eichen, tagen und Sache«, Beigen und reichen, Lavge aad Lauche, 
iieeher nnd Sieger etc.,- vergähren und verjähren, vermengen and verjüTtgen, 
gute and Jude etc. Nur In ^elmversen darf sich g in der Aufispracbe dem eh 
nahem, wenn solches zur Erzlelung des Reimes erforderlich Ist. 

Man darf die Vocale als nothwendige Färbung oder Belebung aller Wörter 
betrachten; als den Odem, ohne welchen' diese gar nicht bestehen wfirdeo. 
liie Geslalt oder der Leib des Wortes gründet sich hingegen auf die Consonauz. 
Hier erscheinea die Verhältnisse ungleich sicherer und dauerhafter; Mundarten, 
deren Vocale meistens abweichen, behalten noch häufig dieselben Consonanten 
bei. Die vier Liquiden i, m, n, r sind unwandelbar; Ihr ilQssIges Element erhält 
sie gerade aufrecht; mit ihnen tragen sich bloE einzelne Vertauscbnngen, Ver- 
sezungen, AuBstoEe und Geminationen zu, deren ungeachtet Ihre wesenlllche 
Bedealong dieselbe bleibt; d. h. wenn schon z. B. für Eirehe, Zunder, Erle, 
zuweilen EÜehe, Zwidel, BUer, für KtoMauch aber Knoblauch etc. erscheint: 
so stehen do«^ In allen Übrigen Fällen I, m, n and r grundverschieden da. 

Gleich den Liquiden laufen die drei Spiranten tc, A, s wesentlich unver*- 
änitert durch alle guten Mundarten unserer Spfacbe. 



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Von der LauUeractaebnng. 



Von der LautverschiebiinK» 

Mk Liquiden 1, >n, n, r, und die Splranteu v, A, i laulen wesentlich uuver- 
äudert ijurch alle deulscheo MuDdarlea; nur A uqd v fallen zuweilen aul, selbsl 
aodi anlauleud. 

Ganz anders verbäll es sich mit den übrigen odec slairen ConsonaUeii, 
die eJoen meriillcbeu Gegensaz zwUchen der bochdealschen und allen andern 
UuDdarten gealallen. Wo die übrigen Dialekte Tenvit haben, sezt der boch- 
deulscbe Atpirifla; fflr die Media braucht er Tnmit und füt die Atpirala avt- 
glelcbend Media ') ; oder : 

Goihiseh: P. B. F. I T. D. TH. K. G. 

ÄUhochdeutieh: T. P. B, (V).[ Z. T. D. | Ch. K. G. 

Dieser hochdeulsciie Gebrauch Ist der Jüngere und abgewichene. Im Go- 
llilschen 2. B. sind (diiu, dal, (Aaumtw so fesl geschieden, als Im Hochdeut- 
schen Zain, Tdl, J>om. In dem allhochdenl scheu v muE man die den andero 
Dialekten geläufige Lablalaspirata M erbenoen, und der gothlscben Abfolge 
P, B, T, sollte allhochdeutsch consequent F, P, V entsprechen ; dafür aber gilt 
die falsche Bezeichnung FH, B, F; als, golhlsch: pund, bairan, tUa; althoch- 
rientsch: phwid, heran, vilo oder /Uo. Inlautend sieht b oft richtig, als: ibar 
(aper), eban (gequalis) ; houbil und houpü, nebat uud nepal scheinen gleich gut. — 
Der gothlEcheu Beihe der Gutturales mangelt die Aspirata CH. — DasK, welches 
althochdeutsch mit G wechselt, trlt nie In CB, und das CH, welches mit K 
wechselt, nie In G über; z.B. cAunni (genus) darf nie gunnj, so wtegatM (anser) 
Die cAatM, beide aber wol kunni und kaw lauten; — auch darf Inlautende^ GH 
nie zn E werden , z. B. nie sprekan für sprechan oder «preAAan. 

Gerade aber wie das Hochdeutsche ia diesen La^lrelhen der Hat» um 
eine Stute vom Golhlschen abgesunken Ist, so bleibt dieses schon eine Stufe 
hinter dem Indischen , Griechischen tmd Latein zurük. / 

UbiiilM. Uaemtei, amiuratet. 

GriecAKcA; P. B. F. T. IJ. TH. K, G. CH. 

Gothücb: F. P. B. TH. T. D. . . K. G. 

Attbochdeulsch: B, [V). F. P. D. l. J. G. CH, K. 

Die mangelnde Aspirata CH prsezi der Golho anlauleud mit H, In- und 
auElauiend bald mit H, bald mit G. 

•) Ävt *K aH' und ■>iii>'lk(iF)idFiii>ch«Tirkht: der An- nndAaßltiK In Fiipbri kern« BiiliiiirKt r*i>»nm». 



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36 Von-dar LaatvAnchiobtui;. 

Diese Beiregong hal im Hochdeatschen Ihren Kreislauf volIeDdet and slff 
motte bei irellerer ForlsezuDg wieder In Ihr erstes Stadlam znrfikkelireu. 

Für die BiTorschiuig noserer Sprache Ist die Buldekung dieses Geseies, 
dM gielehvol keinen ursprOogUcbeD, soademnar einen historischen Dnierschled 
liefert, von dem in trflhNi Zeiten der hochdeutsche, In noch rrdhem Zelten 
alle ihrigen dentsehen Stämme nicht hetroffen wurden, ein Lellstero zu sleh«rn 
Kesnltateo. Der Cnterschted zeigt hloE eine Im Verlauf der Jahrhunderte eln- 
getretne Rlchtuue an , durch welche der eigentlichen uud nahen Gemelaschafl 
des (resamtoi deutschen Tolks kein Abtrag geschieht, da merkwflrdlBe Aus- 
nahmen und Unierbrechaugen, denen die Regel der Lantverschiebuug einzeln 
and sogar reihenweise unterliegt. In einem Grade stall finden, dal die Hegel 
dadurch nur eben nicht aufgehoben wird. Solche Ausnahmen sind zumal in 
dem Vertifillnlsse der Uundarlen, die zusammen den hochdeutschen Spracli- 
alamm bilden, sehr beachtenswerlh. Der Dialekt, In welchem die hochdeulscbe 
Lanisenknng am reinsleu durchdrang, ist der okimannitch«. Im MItlel- and 
Neuhochdeutschen ISil dieses Gesez von seiner Strenge ab, was den Beweis 
Metert , wie sehr unsere Schriftsprache , obschon von der alamannlschen Hand- 
art ausgegangen, in allmällcbem Fortschritt sich doch wieder den fibrigm 
Dialekten zu nShern suchte. 

Die Belege zu deu vorauslehenden neun Gielchnngei) folgen hier zur bessern 
Übersicht iu einer Tabelle. 

«riech. Lat. «oth. Abd. 

.Tou£, ^oSoi pes, pedls rölus vnoS 

xtfixg flmf vlnf, (vinivi) 

plscls &sks visc 

porra (gulcu*} vnrltaa 

* pwcns varah 

xo^oi (Her) farau (ire) varan 

xocr^ pater fadrs vatar 

xoati brüdfaths (ipoHtut) 

Afp vluri 

xokv Hlu vlla 

xi.toi Intls vol 

■ifftiit vruo 

pecus failiu vlhn 

|iu)e\ «M 



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Vm Mr 'LaolfcndiiebaBg. 





^GriMb. 


pied« 


CMh. 


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ftilitd 




»eprf« 


pedo 




v«rzu 






IMdBUt 




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MfifOT 






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picea, pte 




TOtl 


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p«lll> 


Wl 


T«l 


3^ 




pnllU 


iDla 


TOlO 


' 




pancl 


faval 


va»M 


1 




prUmu 


tnaOaU 


vromM 




loM« rt^'tww; 




liibM 


alD-Ur, las-lir 



tp auper nhr abar 

raplna ronb 

.„■.mßoßic caniwbii banaf 

^ tabenia, lurba Uverna, dorof 

stabalam sUfAol 

labl hUttpH lourao 

/Tp^yoi fagu ' pnocba 





frangere 


itegt 


brIfcBD 


precba^ 




trat, buclDi 


brükoD 


. prtcbon 




(rata- 




brdUMT 


praodcr 




■ore 




Masan 


plasan 




fero 




baira 


plru 


tpviXov 


(olliiia 






plat 


o^KjVS 








praira 


tUipat,~ttvn>i 






albanduR 


olpenU 


««jKÄn 


eapnl 




haabltta 


honpll, haubll 


vtqxkn 


ndrala 




nlbls 


DSpal 


rtfct^n 






«raban 
Iblnda 


grapsB 
diol 



IciMiii, (hier 



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VoB'deir LantTe^diiebiug. 





«rlMh. 


L>t. 


Goth. - 


Abd. 




I-flVfd' 


iendere 


thanjan 


dänen 




r^iti 


Ires 


fhrels 


drt 




{ TiQaftv, (arefaeere) loriidus 


tbäarsit (aridw 


durri , 




1 


tacere 


(hahan 


dagen 




fiv.fy 


trahere 


thrasJan 


Irechen (irahtrc, 


H 


jzttk^v, zi.äv 


lolerare 


Ihulaii 


doleo 


X 


( 


leclum 


Ihak 


dach 


p 


ictvyof^Sv^), 9)vplauru9, fera 




tior 




to 




Ihad 


das 




r 


rallo 


rathiA, reiUa 


reda 




UpOtTi^- 


fr&(er 


bröthar.. 


pruoder- ' 




'-" 


rota 


mlth 


mit 
hrad 






ilerum 


vilhra. 


wldar 




erc^os 


puteus 


aotbar 


aodar 
pfuze 




läis, 6t0S 


deus, divus 




ziu (siwtag) 




iia- 


dis - 




»i - 




diovs, — ovtos 


deüs, - lis 


tuuUiin 


zaad 




äafiiqv 


domare 


laujan 


zemeo 




i^vs 


digllus 


Iriu 


/elcüan 




iUKVVft,' 


indicare 




«igen 


^ 


dolos 


dolus 




zdia 


p 




Tolblacum 




ZÜlpich 


ri 




Taberos 




Zabern 




ävo 


duo, ducere 


Iva 
tluban 


zuei 
zlotaan 




ÖOKQtl 




lagr 


zaiiar 




isi.a 


deitra 
plaata 
menlha, motiftla 


talhBvd 


E^sawa 
pnaoze 
mlnze, mün/«* 




U 




Mlll 


SllOjt 



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Von der LaatvancUeboag 





erie.h. 


Lat. 


«oth. 


Ahd. 




«Jm 


sedes, sedere 


slian 


filzan 




ei«tv 


edere 


Itan 


ejaa 




£<J»f, tiitviiy 


videre 


vilau 


wljan 


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Odium 


hall! 


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claudare 




sliojau 






ledere 




lezen 




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kaltls (eaeabu*) 


waiar . 
chejll 




iS^ 


SQdor 


svolli 


siiel; 




noiss 


pedet 


röljus 


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dadbtar 


tohUr 


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Sri,^., <)M?p 


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S.ap<««. (-««fer.; 




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hana, hämo 


bano, heDoa 






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galen 






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balam, halm 




xa^ioe, xa(ȣpof 




hardas 


hart 




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Collum 


baürn 


born 
hals' 




xkautv 




blahaa 






Xft^ttf 


crocilftre 


hmkjan 


(sadd.)hrdken(voB 
Tanben) 



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Vok der Laotrem^iebaBg. 







Lat. 


«•ttk 


Ahd. 




xliÄT.» 




biiniu 






oxoc 


ocnlDi 
ad«t 


äug» 


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Inxfiiteif) 


Uobad 


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ataan, agw 


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labar 






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lafiui ' 


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•webtrCSckwager} 




^xüw (iwiHiw) 




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Von 4ffr LaolTtvacUebang. 



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\h^4v (intidi^j 






(IfigÖQ?) 


I^Ad 





SoUUa iQ tU«sea Oetsplelen eEDlf» noch bedeaklLch «der iwelfelliaJt Mbel- 
nea > Bo 4arr die Mehraatal bsaptatehllclt vegea Aaalngla der AbstofHDg' tut 
ttnag erwleaes gelten, und die Blcbtigkelt der Kegel M unverkemibar. WSrter, 
is wdeJieit zwei ConsoiiaDlea stimmea.: zQextt», tkragja»; xoittr /Wkc, sbiA 
dc^tfMlt Bfcber; soicke, In denen em Consonant stlnunl, der andere aber «b- 
mleht, werden verdäcbllg. im Falle die Coasonanten 1d allen drei Sprachen 
flhne Abalaiaaf gielcb alad, ao teblt eutweder alle Verwandlsetaan, oder ük 
eine Spracbe hat au t der andern eallehot, wie i. B. terOan, fmehl, fetuler 
unzwelfelbalt $cHbere, fi^clus, feneitra selbat stud, gleich dem ags. ifeor. 

Es llegl bei Woriror««AuDB wenlsOT an der Gleiehbell oder JUmllcbkell 
allgemein verwandler Consonanten, als an der Wahratitmung des hUtoriieberr 
StnKngangs, welcher sIcHi keineswegs verrüken oder umdrehen läEt. Ein hocb- 
deotscbes. Worl mit p, da« lu tiotblsche« b. Im Lateinischen f zelgl, Ist in 
diesen drei Sprachen urverwandt; ^ndea wir aber f In einem hochdeDlschen, 
b in einem gothlschea, p tn einem lateinischen Worle, so wäre die Terwandt- 
sc&att widersinnig, mieraclitet abslract genau dieselben ConsonanzvOThSltnlsse- 
«QCltegen, not ebea bt hlslorlscbran WldeTsmich. 

WOrter, welche die eine Sprache nicht beslzl , li^en steh In Ansehung 
der aeUD ConsiHiaQzverhiUtnlgse lelcbl herstellen, nicht aiter In den Elementea 
der Tocale, Liquiden und Spiranten. Alles Ralhcn bleibt hierin nnlTuchtbar; 
wir dArflen höchstens bebanplen, daS z.B. Sa^tmi Im Gotbischen ( — b, in» 
Hochdeutschen x — p,* ^ivrov gotblach fi — lA, bochdentsch p — d haben mQlte. 
Jene neun Regebi sind nur Prüteleln für vorhandene Werder; la neuen Schii- 
prongen reichen sie nicht hin, well (Or die flbrigen Elemente die gleiche Folge- 
rlebtigkelt mangelt. 



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,32 Unterschied der altra nild nnien Sprache. 

Bei t)berg9Dgen derTeoHls, Media oder Aspirata In denselben B 
einer aHd^n Helbe innS die Glelofaung fehlschlagen, z. B. rat^, pavo; luvrt, 
aol. ne/jL^e; notos, Jon. xoios; oßaXog, der. o3si.os; y^, der. ^; ^vfkos, 
g)Vftos, fumxu. Ancti die Asptraltonen mischen sich leicht mit verwandter Spi- 
rans oder Media: £xia, »eptem; vg, »tw; i^Tia, lerpo ; iam^a, veipera; vno, 
mb; aig, tal; tcQ, ver; td/rnv, videmm, goUi. vitum; &7(), ^-^p, fera. 

Die Lautvertchübung erfolgt In der Hasse , Ihnt sich aber Im Einzelnen 
niemals rein ab; es bleiben WOrier in dem VerhSilnlsse der allen Einrichtung 
siehn ; der Strom der Neuerung ist an ihnen vorbetgeliossen. Schuz gewährten 
Ihnen, obwol nicht immer, die Verbindung mit den unwandelbaren I.lqalden 
lind Spiranten. Also haben das gotblsch« &t (zn), dit (ztx), Ihr organisches d 
erballen. Den gothlschen (riti, Irudan blieben gleltli ahd. (r^o, irelan; dem 
baUrt ebenralls püar, wenigstens in Ansehung des (,' gothisch nnfru«, abd. 
tpinlar; ntanlel, ahd. mantal (pallinm); UmfU$, loggt, lang; anguHiu, aggma, 
engi; gramen, grtu; ftera, tnili; ADf , mtit. Von zwei ConsMianten elnesWerta 
kann der eine erhalten, der andere verschoben sein; z.B. In tuggo, titnga, sim^a, 
Hngva blieb das g, während d, an& dem Saniscrttd(Nfua,'slch abstatte. 

Vnterscbied der alten and neuen Spracbe* 

Je weiter wir In den Zustand der Sprache zurOkTorschen , desto leiditer 
und schneller ist noch darin Ihr Blulumtaur,' desto gröEer Ihre sinnliche Gewalt'). 

BeLipielf von der p^fiflm Sümliohkdt ■«wqI der PbfBtasie 



•] UiBHihm gxar.tn 


Kedenii 


>l> Spraohe iiiiHRr Vorelle 




dlicltmiehu. IVelfJ. Z 


»Idhi 


4iu vi.l hin, ä" .hend .icel 


vulC lU 


■Ueh«B üticr d» r^nidB. c 


*™(DP* 


ni)illeii>igre«u>. W'lf- 


Kithd< 










dnnli die Bkht. WM.Caii 




(rtu, der lu wil m tuiien 


Xß. 


<tdk(iml>l.eiBdirtiig4io 


eiddll« 


KImti. Dn lUn Tvbt «i 


odon^ 



Triil, »er IM mir aliH 4f dtn IjtifCii. Knlai», Bit Ifti 

«■rdu itn leil. LeAengr. W£ dir 16dl din eloj und diu eetäude Undelund firilk;». Wigul. nt nn 
•r Bit den 16de. Nit. und Wifl. Der t«d an «endM die kaKi. Ihm,. Der Itd hei ir mmne , die A 

fia die *inde] loowel. Tu. Bodun der 5iiia nliHn (MyeMiioM lotnu«) Ar Lrtfm. 

Hu beudile Debenliei niMli di* Lebeodirkeil der^laßrufe-Ddar laMrJnitiiiUB: aitindl tüiHitl taja- 
ttSI lulaluill hUfhiir! ntiMautin! fmraii: Kurrattti! titickti I fimfi ! ah taiUr, tuidt HUn ! itln^ 



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l'nterschied der alteu und neue« Spracht!. ;J3 

Die alte üpracb« tsl reiu , voll und wolfOneiid In ihreu Lauten ; ohoe das Raube 
uud Harle zu scheuen, lial sie Milde uud Welclihell; Itu-e Biegungen und Ge- 
lenke 9lDd mauIgfaU, Mscti und scbwunghafl; In der Syntax gewübrl sie treie 
und leicble Bcwegnngcn, deren Anmalh und Kühnbelt üben'aschen ; eio'auSer- 
ordeotllchcr WorlvorraLh bietet unaiigcnuzte Wurxeln dar und fast vollsliindlge 
Entfaltung der Zweige und Knospen. Man kann diese Innere leibliche Stürbe 
der alten Sprache vergleichen dem scharfen Gesicht, feinen GehOr und tieruch 
der Wilden, die einfach In deiNaiur leben and sich gesunder, bebend«- Glled- 
niaEen erfreuen. Es waltet überhnupt mehr unbewoEte Kraft, als verbraucht 
wird, und manches GehelmnlE, nachdem nleinund fragt. Zwischen den Gesezen 
der Laute und Fle^cionen besiebt noch ein wunderbarer Zusammenhang, den 
bloC der unempfundne Gebrauch erhall. 

In der neuen Sprache rinnt das Blut schon schwerer und die Sinnlichkeit 
schwindet; der Wollaul Ist nicht mehr so ungesudit da, sondern wird durch 
sorgsame Vermeidung der Härten erzielt; er Ist negativ gewurden, während 
der alle potHiv war; die Flexionen erscheinen abgeschliffen und müEen durch 
allerlei Künste ersezt werden; die Bewegung erfolgt steifer und genaa abge- 
messen; beträchtlich hat sich die Zahl der Wurzeln vermindert, weshalb häu- 
Hgere rmstaltungen und Composilionen unvermeidlich werden. Von dem zau- 
berhaften Wicderschein der Formen Ist wenig mehr übrig; sie sehen einlönlg, 
' trat» und verworren nul. 

Allein Jene Vorzüge, wie diese Mängel, sind auch von eignen Nacblheilen 
und Vorlhellen begleitet; der geistige Forlschrllt der Sprache scheint Abnahme 
ihres sinnlichen Blemenis nach sich gezogen, wo nicht gefordert zu haben. 

Mitten In aller Formenfülle des Altertums herschl oft Unbeholfen bell 
oder Verschwendung; sparsames Haushallen mit geringern, aber desto gewis-. 
sern MKIelu gab auf die Lange gröEere Befriedigung. Uort gebricht es dem 
Aomuthlgen nicht selten an Würde , dem Kühnen an Gescliilt , und zumal dem. 
Ganzen an Einklang, so daE ott die rechle Wirkung, wo sie nahe zu erreichen 
war, dennoch ausbleibt. Well Licht und Schatten sich gegenseitig nicht ermü- 
Gtgen, spielen lebhafte Farben allzu grell neben einander; Wort- uud Sazver- 
häitnlsse sind noch ohne Perspective und kein Hintergrund wird geöfnel. Die 
neue Sprache versteht gelinder aufzutragen, Glndrüke zu berei^bnen und von 
dem Zufältigen das Nolhwendige tu scheiden. Des schwebenden Flugs verlustig, 
.ihre Schrille nicht seilen zu doppeln und zu kreuzen gezwnugen, behält sie 
das vorgesteklc Ziel fester Im Auge. Allenthalben bleiben Ihr Ausgleichungen 



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34' Untenehied der alten und aeuen brache. 

Dod kleine Nacbtaflirea zar Hand; deiin selbst In grammaUKbeii Aa^Iliarleo, 
so achleppead sie auch sind, beruhen zugleich gfinsllge Felobellen uad leise 
WeudDOgen des Au&droks, von denen die Sprache vorher keine Ahnnng hall«. 
Sie ist Jeio in Ihr männliches Alter elngerOkl, welches weiE, was es will und' 
vennag. 

„Die Spfschen stnd die Scheide, darin das Kcbwert dei Geliles itekt." 
luther. 

Die TollkommeDbelteu des ebeaiallgen Zuslands der Sprache sind benel- 
denswertb , aber unwlederbriogilch ; den Gewinn, den unser hentlges DenUcb, 
Indem es Jenen allniSUch enlsagtf , errungen bat, dürfeu wir fOr tbeuer, aber 
nicht rOr zn Iheucr gekaull hallen. Damals war weder Armut noch Bohhell; 
aber nun gilt eloc andere Arl Relchtams und andere Bildung. Bin Hauplvorthe)!, 
die durch Nlederscbiag der Dialekte gegrOndele Herscbafl grSEerer Sprach- 
einheit , konnte eben nur durch Dämpfung der slnnllcben Beslaodtheile wmugen 
werden. So war es unsenu Volke beschieden I 

Hau würde diesen Versuch, In allgemeinen Zfigen beiden Gcgensäzeu und 
Ihrer Versöhnang gebGrendes Becht augedelhenjiu lassen, mi&dealen, wenn 
man darauE folgerte, unserm Altertum fehle das geistige, oder der Gegenwart 
das sinnliche Element ganz. Beide berQbrten sich von Anfang her, wie sie 
Immer. sieb berühren und wechselweise stflzeo werden; hloB das Vorhersehen 
des einen und des andern hat damit bezeichnet sein sollen. Koch weniger 
fcdgt darauE, daS andern Sprachen ein gleicher Gang beschieden gewesen sei. 
Die lateinische, vorzüglich aber die griechische Sprache thun dar, wie selttsl 
ein Gipfel Ihrer Vmeüieruag erstiegen werden konnte, ohne daE die Tollkom- 
raeidiellen der altcu Form uoterzugehn brauchten. DaE einer frühen Durchdrin- 
gung beider Elemente schon vor ruafzehiihundert Jahren kein bedeutendes Hin- 
dernis Im Wege lag, zeigt die Prosa des Dlfliat. Es scheUit nor, daEdleVSlker 
der neuem Zelt, nicht allein das deutsche, sondern auch die romaolscbm, 
obgleich fast Jedes in eigen tOmll eher Welse, eine Verwilderung und Unter- 
brechung ihrer Bildung zu heslehea hatten, auE welchen sie nicht, ohne die 
sinnlichen Vorzüge Ihrer Sprachen ^oEeuibells zu opfern, hervorgehen konn- 
ten. Welche endlichen Gewinne ihnen eben daher noch erwachsen mögen, l&Bl 
sieb ersl In künftigen Jahrhunderten üiierscbaoen. Gleich den neuem Völkern 
haben auch die nenern Sprachen Ihre eigentümliche Autgabe zu lösen, die 
von den Slandpunkten des Altertums fem Hegt, und über deren lezten Erfolg 
punkelbeil schwebt. 



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Von der Orüiographic oder Kechtsdireikung. 35 

Dem Volksdialekte Ist elDlge« eigeu, was unserer Schriftsprache abgeht. 
Traulich dihI zwanglos schmlegl er sleli mit voller Slchmlielt ao dleVorsIei- 
Inngeu, welche er auGzodrttken bat; ulchl selten stebu Ihm auch gefällige :£'Dr- 
meu neben ranhea und derben in Gebot. £r hat eluaeluo, von dw- hJAem 
Sprache ISugst aurgegebne Tugenden des Altertums bewahrt; dalär Aber Im 
GroEen nlemala, wie Jene, gewonnen. Es gebricht Ihm an Adel, Würde umI 
Einklang; da, wo der Gedanke die Sprache bald teseeln, bajd lösen, oder mU 
sich rorttflbreo aoll , wird die Vulgaraouge obnmäcltUg. Sie hilt nach dem, 
was vorbin über den Gegensaz alter nud neuer Spraebe gesagt worden, eine 
Art Ultle zwischen beiden. Von dem Wollauf der allen Formen besizt sie, wie 
infiilllg, kleine tlberbleibsel ; hat aber den Keim zur Tcrediung und Grweile- 
mof elngebQU, der In den Dialekten des Altertums gelegen war. £s Ul einiges 
von der grö&em Gewandtheit des neuen AuBdruks zn Ihr eingedrungen, nur 
daG sie deren nicht vollkommen mächtig und bewoEt Ist. Sie steht also g^eii 
die Elgeatamllchkell beider Eracbeioaugen zurfik und Igt immer Im Verlierea 
hegriflttn. 

• 

Von der Orthographie oder Rechtschreibung. 

Die Schrill, gröber als der Laut, vermag diesen nicht ganz zu erreichett, 
noch als das realere Element dem oasslgea allenthalben nachzufolgen. 

Da auGerdem allen europäischen Völkern ein Alphabet ntterllefert ward, 
das die ElgenlQmUchkelt Ihrer Laule mehr oder minder genau aaSdrfickeu 
koimle , (and sich die Fassung lu sichtbare Zefchen noch erschwert. Man suchte 
hin und wiedw das Fehlende zu ersezeo ; allelu so lange die Nachhülfe unter- 
bleibt oder mIEIIngt, kann die Schrift nicht anders als mangelhaß erachelueu. 

Wo die Sctarin sich dem Laule anschmlegl, wirbt sie auch wolthällg auE 
seine Erhaltung ; denn sie fixiert Ihn dem Wesen nach und bewahrt Ihn eben 
dadurch vor schnellerem VerderbnIE. Es Ist lelchl einzusehen, daG mit dem 
TorschreKen der Bildung und AuEbrellen der Schrift auch die Reinheit und 
Sicherung der Ausspräche zusammenhangt. In den volksmundarlen tst get'ade 
darum das Schwanken gröSer, und die Abwelchueg der Sprache auE dem Man- 
gel an schrinilcber Fassung und auE Verwilderung des gemeinen Volks ahzu- 
leiten.') 

*) NMu »M« virki uik (eblHlianF 8(iinaiH(, te Uatt tatiftnt vir4, DMUhria« ut 4iU' 



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36 OrUlograpliie. Allgeroeino Rogeln. 

1)«' Grumlaaü, so zu schrclbea, »le gesprochen wird, islzti natDrUcta, als 
Aat Ihn nicht Jedes Volk bei AnwendDog der schrin aot seine Sprache zuer«l 
sollte befolgt haben. Es wflrde aber ungerecht sein, Ihn beständig zu wteder- 
holen , vell dann die Schreibung In jedem Jahrhunderle wechseln und der 
Zusammen hang der Literatur mit Ihrer Gescblrhie und dem Alteriom verloren 
gehen milEte. 

Auf jeden Fall , da die mQndl lebe Sprarhc älter Ist als die scbrtntlche, 
muE die lezlere als Tochter und Dienerin der ersten angesebn «erden. 

Zwek und Aufgabe der Schrin bestehl darin, daG sie die Laute, TCncnnd 
Pausen der mflndilchen Sprache darstelle ; ftllcln anE UangelhanigkeU der an- 
geuoromenen Zeichen kann dieses In keiner itprache vollkommen geschehen. 

Das Wort Orthograpkie oder RechUehreibimg bezetchnet daber nicbl sowol 
Im strengen Sinn? die getreue Darstellung der Laule mittels Buchstaben, als 
vielmehr nur den Schreibgeln-mieh, weiio dieser glelcbwiri rchlerban Ist. Gegen 
den Strom zu schwimmen ball überall, besond«-s aber m Sprache und RchrlH 
gar schwer.' 

Allg:emelift Reffein» 

Das ganze Ultlelalter hindurch bis auf den Jezigen AngenbUfc wahrt die 
lalelntscbe Schriri unter allen Tülkern deutscher uud romaulscber Zunge; nur 
dal sich im Laute der Zelt die runden und geraden Züge des Lateins fn Schnör- 
kel vemiistallet haben. Es geschiebt ohne vernünltlgea Grund, daE man diese 
verdorbne und al^eschmakte Schrin, wie sie zur Zelt der erfundnen Drukeret 
sich eben gestallet hatte, die golhitelte oder deul$du nennt. Die Gothen waren 
längst auEgeslorben , und auEer deutschen Handschrlllen and Drüben herschle 
die bmcbeblge Buchstabentorm ebenso in allen romanlscben und slavlsdben 
Lttndem. Nachdem die meisten 0brfgeo Vftiker In Buropa zu der edlem Geslall 
der allen Schrin znrOkgekebrt sind, bat slchunler uns Jenes verzerrte Alphabet, 
welches man mit gleichem Fug das bMtmUehe helEen kOnute, fm Gebrauch er- 
hallen, obwol es nicht für eine organische ModlflcAllon der latelnlchen Schrin 



Ami fasm CnMii'ntMi fenrO. Wol »"wr wird mm niBrMrebl «tU it 
l»UtMM. — neun kil in vMwerflh*« AuMnik: rintm •/■-• »•il 
r»iKUF, uur nwlil liFii iduirfaHiliticea Ltitatf, trHhMthH, OttUiHhr i 



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Orthographie. AUgRineine Regeln. 37 

lani Behal det deuUcben Sprache «eilen darf, da es nirgends eigen! ami lebe 
Zelehen FQr unsere t;>e90Ddern Laule eingerührt hat. Aach schon dadurch wird 
diese Sebrirt verwerflich, daE tilc nicht alle Laul unters clilede darzuslellen ver- 
mag, und Ihr z. B. in der Majuskel / und V zusammenfallen; /and > unnathig 
abstehen; In der Minuskel aber a, x, e, ü, Accenle, Clrcumfleie und Corslv- 
letlern fehlen. 

Nicht genug, daE diese Schrift das Auge beleidigt. Schreiben nnd Dnik 
nnb^oireoer macht : sie hindert auch die Verbreitung unserer Llt«;alur Im Aus- 
lände. 

Im allgemeinen vtrd der am leichtesten richtig schreiben ,> ider sich die 
gute und reine AnEaprache angewöhnt hat; denn man darf unter dieser Vor- 
auEsezung die Regel erthetlen : Schreibe , wie du ipriciut , inso/im der Gebrauch 
nicht» atutere* fitlgeiett hat. 

Nuch der guten AuEsprache enischetdet In zwelfelhanen Fällen zum Thell 
auch der Organismus und die nächste Abslautnnng. In der Begel werden bei 
abgeleiteten oder znsammeugesezlen Wörtern die Buchstaben der Slanimsilbe 
angewandt, und man schreibt z.'E. JlV>n«f, Ämlc, Änlc, Gebärde, Häute, Irr- 
tum, lüderUchi Jäner, März etc., well Sit; auE Arm, amen, Ante, baren, Baal, 
gul, irren, Inder, Januar und JHarftiu abstammen. Doch hegt der Sprach- 
gebrauch hierin viele AuEnahmen und Besonderheiten, wcirben zutolge wir 
z. E. schreiben milSui Eltern, Hering, HliUe, Hülfe, schmählich, hertehen etc., 
obgleich diese Wörter zunSchst aus nJI, Heer, Halle, helfen, Schmaehxmi Herr 
abgeleitet sind. 

Neben guter AuEsprache, Organismus und nächster Abslammnng, hat man 
daher noch In" vielen Fällen den herschcnden Schrei bgehrcuch zu fragen und 
zu befolgen. Er bellehU zu schreiben edel, beiaer, fertig, Heu, Schlegel, Sten- 
gel, vomemlich (neben nOmlich) etc. , obschon diese Wörter Ihrer nächsten Ab- 
stammung halber von Adel, baß, fahren, hauen, sciUagen, Stange, Namen, Ip 
der Grundsllbe ein ä haben sollten.. Die Worte Fuchs z. E., techs und fYevet 
konnten wir Ihrem Laute nach BlUI viererlei Wetsc richtig darstellen; allein wir 
därfen nur ,dle eine gäng und gäbe Schreibung Fktchs, leehs und Frevel anwen- 
den. Es Ul nun einmal üblich geworden zu schrelbeu Faler, iluller, Saat, 
Samen, Thal, Zahl, ihr, wir, Axt, Meer, mehr, viel, fiel, Papier elc, obwol 
wir dieselben Wörter richtiger und sicherer bezeichneten väler, muler, t&l, 
tarnen, tat, :df, ir, liifr, akat, mir, ml, eiet (cecidi), papir. 

Fremde Wörler sind In der Arl, wie sie In der fremden Sprarhe erschel- 



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3R Orthographie. Allgemeine Regieliv 

nen, dBrnulellen, nnd nklit mit der bei nns Qbllcben BezelchnanK des Lauts, 
als: ChariMer, atmt, Thwyilfilet, Demotlhenn, Cieero; Agio. BoUigna; Senfe, 
Jtmrnai, ToUatre; SpUm, M^iord, SMaptare; Gramktta, Cnrtn, Chimboraio, 
Don Qaixote, Coruna etc. , aichl aber Sarakter, KUent, TudiUdei, Dmoitene», 
Ziisero, Ädtehio, Botonja, Scheni, Schurruü, WoUär', SpHn, AfClord, Srh^upir , 
' Grandeßßa, Corli, Dihimboraßo , Don Kiehote, Sorunja, wie diese Wftrler nn- 
getähr lauten. 

Nor wenn maa Wdrter oder Säze mit Xbsichl als fremde Oder allertQmlletie 
gebraucht, mBEen die iboeo zufltäDdigeii Bnctislabeo angewandt werden, z. B. 
JHUn nennt iAh «o xtxr' s^oxv- — Ltuing idtitf ein xitifia ff acf. — fm all- 
deatscben Liedersaale heißt ei: mto aprdctie ist min sang. — Das wird datiem, 
dlewlle ilch und erde stdl, wie $ich der Sim^ntpieffel auisdrau. — Sehr rtchUg 
tuid $chän lagt Oltrid : Dto spräcba scal dlb augea. 

Die Laute der alten Sgirncbe unserer Vorfabren baben wir getreu wieder- 
zuge1>en;aberwaä Hegt nns daran, die Fahrläfilgkelt oder Dnkande eines ^cbrel- 
berp oder Sezers früherer Zellen, wie z. B. im Narrentehif von Seb. Brmtd, 
testznhaltenf Diese Freiheit zu einer regelbatten und conrormen' Schreibung 
darr man bis auf Oberbleibsel des dreizehnten Jahrhunderts auSdebnen. *) 

Eigennamen der Personen , selbst aach deutsche, hat ma>r In der Art zu 
schreiben, wleslennstlberKefert worden, als: Itetin, Evonz, FüeßU, Sehröeihi 
, Corregffio, Towng, Pfewlon, Locke, Otodowieekf etc. 

Da wir es nicht wagen, die Eigennamen BornAtUn-, FYundtperg, Wat- 



■1 Eil KeiufM ngelliafter nd «nrarner Bdintbuic Irrier Art lon in uehroIfcadaiB LflmatrM» 
Tim Jt-iaf im fttelKii w«4« , wnin wiK tie Toullinf eii , 4I> in Oriffaul* awr Arllweii ufc^HIM 
t'ati , inirhvef ti(i»<(luien , mi b« Jeder AbweielmiiE von Niaueripte diu Behnawvi» 4ki» laHm* ia 
Udkn «IneliStSeB. ^ 

AUn Wk iUtu §t§mwiTtiitn ktitf mtiktnl aitr härmt Ittn Mnät it» Snt in iir atmUt , äia 
iurtmr can SHtmMt , tri [iti] ick Brntnrich im Trrrr nm Kettnut mtm »afUml wh4 mim Mt tu itm 
ertin tKHritehn [KUiHiHhen] Ur Haicerimia Mi tmä Htrmtiu in »nitlitrtrt Mf Uli fMem 
« uvurn Ttklm um* » iihu« ttaTtn Ithtw, aln tfsj [dai] triad liKi uUeka 
triimjarfilieliel m itmlt Jtliimt Imgt >■ aifutgililiii ta^g/a min tckillinek fftamiiii 

ia% [tat] Mf tnau eaUM mttrbt,itr nt-itm liktmktrrn {Hin MtrrmJ d, 
VMStmakI [vattittU] jitrflielut §ti^ miemi ImaiFt tau JtiintHn htir,imt 




Dur HW tfl OH* fe^inftl, tmitm itr vurgmaml Hmittruiht äaj Idmil] htt irndJit Lehnuehaft HHetaii 

jnuuK Mmimrich mim wir, liträmit iliH kiM U im , itm nl Ick mm* mm crhtm *m3 [**•] Mi likm ; gr- 
ulmul tfrr f i HiU tinäa , tf let ri dm; [im] MtUmmaamir lUfwU. SploUrAiv ii KouKu. 



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Orthog;rä(ihiv. Allgemeine Ke(f«lii- 39 

kdfcn, friwü, TObM, Caiitou Schutt und Frikttrg ate. zu verwamleln Id Bam- 
JUnuM-, FreiouUberg, Walhavtm, ülteeü, TfiohceU, Canton&Mcpii aaäFreibwg: 
Mist es noch weniger zu recMrertIgeo , dal etnJBe die Namen JVtMitrt, VHdtnät, 
Ttiberg, Col/Kd, Of/Hd, Euonria, Sigmund, Stgfria, BimUtelH etc. Id die ver- 
dorboe neue Form NeiMarl, Freidank, Freiberg, GoUftietl, OUfHed, fonrod, 
Sitgntmd, Siegfried, Eintiedeln Mtügietea. 

Ortsnamm, deren Form in nenerer Xell nicht selten veranstaliet worden, 
djtrren mitMaS verbessert werden, und man schreibt z. B. richtiger Sciutfhmuen, 
Mmmuen, Utwil, Zürich, Meriburg, MOtkirch^calaSchaiPtaMm, Mä/dhaium, 
UUwil, ZilrcA, Uöriburg, Mößkirch. 

Fremde Wörter, die Im Denlschen hänflg gebraucht werden , oehmen zam 
Thell onserc Sndangen an , behalten abn Ihre elgenlQmllche Schreibart bei, 
als: Phytik, PUldJopftif , BAmorrhoiden, Xatarrh, Molio», Cotxeil, retpeelitrtn, 
€h«f, BouleiUe etc., es sei denn daft sie ganz nnd gar bei ans elnheimlsdi ge- 
worden, wie z. B. frone. Zirka, Zepter, Sigriit, Fineter, Zedet, Schindel, 
Ziegel, j^arm, Alkonn, Almanach, Mvtetman, Stam^ul, Grvppt, Schaluppe, 
Tntppe , Miuiete, WaekHier, Tutch, Turnier, Jttontur, Innhenier (schon 1498), 
OfjMer etc. 

Wol znuntCTBchelden Ist Jederzeit, waB der Scfir^tdiinp und was der 5pracA« 
beigelegt w^den mnS; die Verschiedenheit x. B. der Wörter Spieß und Spiß, 
weUtäMfig und v>t^iä»flig , Dünen und dienen, diingeti nnd dingen, Pfüeieimd 
lfit$e, Süele und Xitle, rühmen und Riefflmi, Züge und Zieg^, Odem und Athen, 
Jämer und Januar, Landmann und Landtmann, lelbeländig und »elötltländig, 
famo* und ftvwt, Xißet und NicIUe, Elafler und Ladtter, gießt und geußt etc. ist 
In der Sprache selbst, nicht nur In der Schrift, begründet. 

Fehlerhaft aber wäre es zu verlangen , daE man In der Aussprache der 
Wörter tieben, Sfie/W, gediegen, Sie$el, guchrieben, vertrieben, Frieden etc. das 
i (lehneu soll, weil ein falscher Gebrauch diese Dehnung in der Schrift gegen, 
alle mfindllehe Übung bezeichnet. 

Die maucberlel Versuche, welche im vorigen Jahrhunderte von einigen 
und Inetiesondere auch von Klapatock gemacht wurden , unsere übliche Schrei- 
bung zu ändern und zu verbessern , glengen nicht nur an dem Recht de? her- 
gebraehlen BesUes zo Scheitern , soadern berabteu selbst auf einer zu ungrflnd- 
lictaen Kenntnis unserer Laute und Sprache üher?>aupt. 

Es gab Im Deutschen einst einen genauen, die Länge der Vocale durch 
einen GIbel (äf i, tielc.) voti der Kärze unterscheidenden Schreibgebrauch, der aber 



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40 Orthographie. Von den großen Aiilaulbuchstaben. 

schon iilt- uDd mittel hoch den tseb meistens aiiGer Acht gelassen wurde, well 
man dem spracliknndigea Leser zutrauen durfte, daS er gleich den Lateinern 
die Dehnung ohne sichtbare Bezeichnung wahren werde. Dnser neuhochdeut- 
scher Schrei hgebrauch hat sich aach fn Bezug auf die Tocale von der Terwtl- 
derang, die ihn vom funfzehulen bis siebzehnten Jahrhunderle trat, noch nicht 
völlig erholen kjimien , und er steht aat Jeden Fall an Sorgralt and Reinlichkeit 
der Bezeichnung hinler dem allem. Das beste Heilmittel schiene , auf AnE- 
zeichnung der Länge vor der Kürze' durchweg zu verzichten, und sie, wie 
früher, dem Leser anhelm zu geben. Die Änderung würde eine zeit lang be- 
fremden, hernach ^ber alli;emein zufrieden stellen. Was wir abzulegen hSlten, 
ist nicht das Alte, Ursprüngliche, sondern die Gebrechen der lezten Jahrbnaderte. 
Wie viel nun Immer mit Recht uuserm Schreibge brauche vorgeworTeit 
werden mag, so muG derselbe nichts desto weniger In den folgenden BI8tiern 
treu dargestelll und gelehrt werden. Die Darstellung wird aber um so breiter 
aallallen , Je weniger die lezlen Jahrhunderle In nnsem' Art zu schreiben Con* 
Sequenz beobachtet haben. 

Von den irroßen Anlautbncbstaben* 

Die Anwendung der groGeu Anlautbuehstaben , oder der Majnskel unter 
der Minuskel, sollte nur sein, um den B^inn ganzer S&ze und Reihen oder 
auch Eigennamen hervorzuheben. So wird diese . ohrift überall tu griechischen 
und lateinischen Büchern, In deutschen Handschriften des Mittelalters, and 
noch in Druken des, funfzebnleu und zum Theil des secbzelinlen Jahrhunderts 
gebraucht. Der Majuskel andere Ausdehnung elnränmen hel&t die Würde Her 
Sprache verlezen, welche der Schrift keinen Vorzug gestatten, sondern Folg- 
samkeit von Ibr fordern darf. Wozu aollen Substantiva , die In der Rede nicht 
stärker betont sind als A4)ectiva und Verba, vor diesen in der Schrift durch 
groGe Anlautbuchstabeu auEgezeichnel werden? Spuren dieses MiGbrauchs zei- 
gen sich bis ins vierzehnte und dreizehnte Jahrhundert hinaar bei Vrkunden- 
schrelbern, denen geringere Sprachkenntnis eigen war. Im Laufe des sech- 
zehnten Jahrhunderts drlngel Jedoch diese schwankende Erweiterung der groEeo 
Bndistaben In unsere deutschen Druke vor; auGer den Eigennamen verlieh man 
sie erst den Appellativen, in der Folge sächlichen und abslracteu, endlich allen 
und Jeden Substantiven. Bei Hans Sachi noch wenige oder keine solcher fal- 
liuhen Anlaute; bei Burkard Waldü selten; Luther mied sie noch um 1522, 
nlrhl mehr um 1 ^43, doch mit maiictier AuEnahmc: bei Fiichant überwiegen 



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Orthographie. Von den gro£«u Anlautbuchstaben. 4t 

«ie schon, uod am Ablaaf des HechEehnlen JahrhuDderts, als unsere Sprache 
vie nimmer nlederlagand sanb, konnte sich der Unfug fesler einnisten, gleich 
Ob mn&te die deutsche Hede, Innen bereits um Ihre Gedrungenheit gebracht, 
ancli äu£erllch schwer und unbeholfen dargestclll werden. Dabei gieng nun 
jener eigentliche Zwek der Majuskel ganz verloren, ivell es dem Überbllk nicht 
mehr vergönnt war , den Beginn dei' Säze und die Eigennamen unter der Menge 
gleich auEgezeichneter Worle heran Ezuflnden. Sogar bei heilige^ WArlera, 
vle Gott, Herr, £änii; ,- scheint das hervorheben nur klelDlich, obwol man 
aoch In lateinischen DnikcnDnw, Dominnt, Aüx versucht, während Im firfechl- 
schen niemand an &£0f , xv^iog, ßaaikevs AnsloG nlmml. 

Es Ist nicht ati spät und leichl genug, einer so ab gcscb matten ond nuzlo- 
sen Schreibweise zu entsagen, die selbsl In unserer Mille nie völlig durchge- 
drungen ist; denji die meisten AuEgaben der htüigtn Sckrip und der vielen 
kirclühtien Gesangbücher nahmen sie nicht auf, und manche Schrirtstclter wie 
z. B. Cundttrifr, EttOT, Brocke, zum Thell Wietand und Voß, Bangesen, Jakob 
Grimm u. a. m. haben die all hergebrachte Einfachheil In der Schritt bewahrt. 

Ungeachtet aller dieser wichllgen uni hallbaren Gründe darf hier weder 
durch Beispiel n^fh Vorschrift das Aufgeben einer drei hundert] übrigen Sitte 
emprohicii werden. So stark Ist vor der Hand noch die Macht des Herkommens, 
and der Gewohnhell. 

Im Gegeutheile soll nun genau erörlert werden, wo und wann nach dem 
Jezigen SchrelbgebrHuch groEe Aul au thuchs laben gesezl werden inQEen. 

Well CS aber ungeachtet dessen rathsam und ersprieSilch Ist, sich wenig- 
stens theoretisch oder fQr die eigene Praxis in der unserer Sprache besser ange- 
schmteglen Schreibung zu üben und eine Fertigkeit darin zu erlangen : so solleit 
unter den nächstfolgenden lüer Regeln die ersten drei in solcher Weise darge- 
stellt werden. 

I. Mit grö/icn ai^aitßtüchstaben icbreibt man das erste worl eines Jeden fm 
forangegangner ride ^^nabkäfngigen tazei. 

Ain farangegangner lai aber kann gescMosien sain durch ainpvnktwit, durch 
ain frage-, aufirüfi- oder tchweigesaichen , :.h. VII geschrai und wenig wolle 1 — 
Wer dd? — Welcbe zumdlung ! — Komm' Ich über den hund, so komm* ich auch 
fiber — Main dann telAießen dise zaiehen, außer dem punkte, -ainen las nicht, 
Hwnn Im nocA etwut folgt; z. e. Aber wann? das walS der himmel. — Mit ntchten ! 
sag' Ich dir. — Dieweii das gras wächst — doch dil kennst das Sprichwort. 

Snr/i dem riappelpunkt wird ain gnißer 'inlaiUliucliStob grseil, trenn maa 



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42^ Orthographie. Von den grofien Anlautbuchstaben. 

tiitm» oiUr fl-emät toortt geiuiv wwl in dtreeter rid» an/Srm uW ; s. 6. Rr Mg 
mleh: Woher des laudeat — worauf leb tm eut antwort gjb: Aul deraNlbelgau. 

n. Atteh Jt<U veriitüe in gedMUen hat ainen grdjUn anlmMüelulabtit, 

Id. Mk tubiiantiva, wenn ri nicht, vHe a. b. kraft, laal, behäfs, tro;i( 
Oags, (alU, morgens, abends, aachur, karaeswegs, »ifolge, hlulerriiks, Jeder' 
zeit, fa allem. Im grdten uad klalaen, bei weitem, for knrzem, aafs aene « 
am besten. Insbesondere, zu gilte ballen, In Qliel nemea, preis gebea, alneu 
zum besten haben, unterwegen lassen, mit alnpitr zelten abliln ete. adrerbicU 
gebrauehi werden, fertangen ffrdße anlavtbieMttben. 

Aach Jedes audere Wort, Ja sogar Bactislaben nnd Säze, «enn sie nill 
Absiebt sabstautlvisch gebraacbt werden, erhalten groGe Anlanlbnchstabcn, als: 
doi Gehen und Stehen; — dtu Sieden od«r firalen; — im Kaufen *ei vorticiuig ; ~ 
diu Hein und Dein; — if ( e* ein Er oder ein« Sie! — das Für und Wider; — dat 
Wenn und Aber; — dtu Btwaa wid Nichts; ~ wer A tagt, mUjS audt B tagen; — 
einem ein X /Br ein ü fOMnacA«!; — mä Ach und Krach ; — dfli ewipe und Weh ! — 
ein Irauri^M Lebewohl ; — den RelEauE neAmen, den GnrauE machen; ~ AuEgaU' 
gen war nie »o gvt , Daheimblieben war heuer ; ~ der Uablch and der Hallch ; — 
der Willkomm und der Scberdlcbfort etc, — IHu Grfio und BIdti ; — alle* Hohe und 
SchOue ; ~ er «pricM ein gute* Deatech ; — (dagegen er tprichl, lehrt deutsch , d. L 
in deuteefier 5pradhe;J — diu Beste; — dOf Erste undLezte^— dd« All, ein ffttniee 
Handerl; eiii Aolie« Tansend; — Jnng und AU, Grofi und Klein; — der Reiche 
und der Arme ete. 

Wenn la der InQnlttvgestalt des Verbums noch die thätige Krafl lebt, und 
nicht die rnhlge äubstantlvbedeuloDg ganz eingetreten Ist , so bleibt der AiOaat- 
bachstab klein, als: Fer«precAen Ist leicht, halten schwer. — Leben and leben 
lassen etc. 

Bei der ohnehin ObermSlIgen Anzahl von groEen Anlaulhucbstaben tsl dei- 
Gebrauch, Jederzeit auch Aäet, Nichte, Etwa», Alle, Einige, Andere, Manche*, 
Viele, Meiner, einXweiier, Dritter, Jener, Derjenige etc. so zu schreiben, ganz 
verwerOlch. 

Pronominale und andere Adjectlva, die ku einem gesezten oder ettlpttscfaed 
Substantiv gehören, haben nur kleine Aulaatbttchataben, z. B. ist die* mein SucA 
oder deines! — cur rechten (Hand) »ixen; — da* erste (zeichen) läuten; auf oOen 
vieren gehen etc. 

Auf andere Welse gelangten wir zutezl dalitb, dafi nur allein noch Prapo- 



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OHhograpMe. Von den groSen Anlautbachrtaben. 43 

sHloneo , Conjanctlonen , Adrarbla uod Verba »nSer dem Inanlllv kleloe Anlaul- 
bschstaben Ii allen , aU«s Qbrfge aber von grofien wlmmcUe. 

BelaameD, «eiche dem BlgeDiMDien tMehgesett zu werben pdegai, haben 
-gleichfalls ^nea groGen Aataulbachslabea, wie fori der Gtote, Liiöxoig Otr 
^Fromme, Beinrick der Vlerle, Koma lUe Stolze, Jervtalnu dit Heilige e(c. 

BelnSrIer aber^ die von Eigennamen abstammen, haben heute keine grö- 
len AnlautbucbstAbe« mdir, sondern man schreibt x. E. frmiOsUclie Tücher, 
epanierhe Wolle , evropäiteht Cultur , afrikanieche höveny arfalUche BletaMeUr 
viteritanitehe Frelalaalen, frm^^rter Messe, Iteidetöerger FaS, ftfrlfnfrBlaa, 
tehweiser Kühn; hUheritehe Klrcbt, calviaUehe Lehre, kanlUttie .PMIoMpliie, 
napvUonisehe Sroberang, lesiingiieher Scharfsinn etc. 

-Die Verb« üankttjgm, ttaU^näm, achthaben, gerade wie pretsgtben, wer- 
den aach gelre«nt mU kleinem Anlaßt geschrieben , als : er gab altes prel*, er 
'Jiatte'BcAl daraar, sagle homterlmal dank dafflr; es fand wieder tlätl. 

Mal wird henk nicht nnr In Gesel1»chafl ntiH Zahlwörtern, wie eintutä, 
iweJnutJ, dreimal, vtthntU etc., sondern auch In Verbindung mit andern adver- 
bial behandelt, als: Oieimat, ein andermal, zum ertttn- und aceitenmat, zu 
vertchiednenmaten, Hn- lOr aUemal. " 

Hanehe Wörter sind In gleicher Form bald Subslanllva , bald Adjecllvs 
«der AdverMa, wid die Scbrelbnng hat sich dai>el Je nach dem Sinne derselben 
zn riahten; z. B. Hab' ich Bccht oder Unrecht? — Er lebte recht vnd schlecht- 
(schlicht). — Doi bat er unrecht gemaeht. — Du liaH keine Schuld daran; er hat 
Schuld, leidet oAne Schuld. — Wer Ut daran schuld (d. 1. schuldig}? — Er hat 
Angst, das macht mir Angst; abfr: mir ward bb^sI und bange. — Einem kein Lelä 
thim; — Na(h Mdm, ei hat keine Noth, ein Weh nerwtackeni dagegen: et Utui 
mir leid; ee UM nolh, ei wird mir weh, du biti mir felnd. — £in paar (einige) 
PfUtie; ein Paar Sehtihe. 

Zusammeugeseiten WOrtefti, wo der lezte Thell Immer den Uauptbegrlf 
«nthAH, wird nur dann ein groEer Anlautbuchstab verliehen, wenn das lezte 
Wort ein Subslantiv Ist, oder das Ganze snbstaDtlvIsch gebraucht erscheint ; 
■z.B^ Äufat^el, JUvater, Laufbahn, Mkwtß, WiderwUU»; Kltinatien, Alüiaiemctc,; 
ilagegeo oddttob, eitkatt, «(oMlind, noi^eln«», geieleiarm, meäenweü etc. — Stadl- 
bamntitUr, Dudtltakpfeifer , Bandwerksmann, YergißmeinnieU , ^fOdichein etc. 

Die Compostla Irgend einer Art mll dem Bindezeichen oder auch die nach 
dem ersten Worte folfenden Snbstanttva mit grolem Anlaiitbuchslaben zu ver- 



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44 Orthoi^rapliic. Vuu dcQ gru&en Anlauthuctistabcn. 

seti^D, als: aU-klug, teein-ffrün, widtr-$trebtn, Butter -Müth, Wende-Srei», 
Weiß-Bleclt, Feder - lUetser - Klinge elc. Ist veraUel. 

Das Blndezelcheu (-) wird Dur selleD angewandt bet mehrfacher Zusam- 
raensezaDg, wenn man zwischen der üblicbeo and.mlnder gebräuchlichen Form 
der Wörter nnlerschelden will, x. B. BHchi-Gmeriüfddmarichaü , Oberlandei- 
geriehU-Aiteis&r , der Ä-laut, die 1-iaatt, Aa& V-ieiehen etc.; aber auch dieses 
Ist annfithlg. 

Nolbwendlg wird diesea Blndezelcben nacb dem ersten und zweiten TbeUe 
eines Composltoms alsdann, wenn ein zn mebrern vorangehenden Wörtern 
gleichmäElg gehörendes Be^rirsworl Tolgt, als: at- und zunehmen; etn- und 
außgeken; all- , millel- undneuhocMetUieh; Gnoien- und ZoleiUieder ; Fiieh- oder 
Vogelfang; Tag- und IVacMgleieke ; linj- und zehtnlfrci; de- und tEehmUthig elc. 

IT. Die ansiall des du, dir, deine etc. Qhllch gewordnen'Fronomlna: er, 
lie, ihr, tie, ihm, ihre, euch, ihnen in dlrecter Anrede erhallen grote Anlaot- 
buchstaben, als: Eörl Er nicht, Johann? — Geh' Sie nur, Jungfer 1 — Habet Ihr, 
mein Freund, mich verHandenf ~ Sie Kerden, edler Herr, begreifen elc. — Eoer 
Gnaden, Ihro Excetlens, Sein^ Durclüaueht , Ihre Hoheit, Hochderselbe etc. — 
Euer Königliche Hoheit, Seine Kaiserliche Königliche mjeitäl elc. - Soü ich 
Ihnen Ihre Papiere beiergenf — Geben Sie mir Ihren Slok etc. 

. Das reOexive lich und die zu er' und lie gehörigen Pronomina leine^ ihre elc. 
werden Jedoch [n neuerer Zeit mit kleinen AnlantbuchslEtben bezeichnet : Wolle» 
Sie sich einftndeni — Hat Er sich ceripätel? — Sie mag sich heule tco/U in jLcftI 
nehmen!— ■ Er darf seine Frau nicht milbringen! — Jungfer, hat Sie sich ttm ihre 
Sachen lehon befragt? 

Gleicherwelse rallen die TIluIaturadJecIlTa au&erhalb der dlrecten Anrede 
entweder ganz weg oder bekommen nur kleine Anlautbudistaben, z. B. der 
kaiierlich königlich österreichische Hol, die hohe preußische Slaatskanzlel , die 
hochWbliche großhersoglich badische Kreisregierung etc. 

Dehaiiuff und Sch3rniiis; der SllbCD. 

Seitdem die gleichftlrmlge und gute Bezeichnung der langen Vocale mit- 
tels eines tilbcls, als: d, t, i, 6, il, ; A, 5, ti, bei uns abgekommen Ist, pdegl 
man sie elnlgermaEen dadurch zu eisczen, (la£ die Wiederholung des Vocals, 
oder die Einfügung eines stummen h oder e die Dehnung anzudeuten hat , als : 
Haar, Seele, Moos, Mahne, mhre, Huhn, mhle, Thal, Ziel, Biene elc. 



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Orthographie. Dehnung und ScböiTun^ der Silben. 45 

Uralt Ist der Brauch, den Vocal za gemliilcrcn, um rOr die AaEsprache 
U«hauiig zu bezetchimo. So flndea wir schon im YoeabtUario saneliGaUi (um d. 
J. C501 iaar, feeh, iw, liil, rool, tlool, Auiw, puar elc. fär/dr, v^h, it , *K, 
rot, itöl , Atii, pur, uod I» spülem Scbrineu noch mehr. 

Das h ward erst zwischen zwei Vocale eingeschoben, die zusammen nicbl 
einen Laut ausmachen, sondern zweisilbig auGgesprochcn werden solllen, wie 
sich bef flfiiai'Au^iüv durcli AharöK, 'Aß^uci/t durch Abraliain auEgcdrükl llitdel. 
Lateinisch erscheint Itrahei, Danihet, eohoperloriwn gesezi, and so lag es dem 
Deulscbeu nidit fern iüranaitton zu versuchen anaMUoti (Diul. 1,520), Ja sogar, 
was Ubier war , die beiden Vocale eines wahren Djpblhongs zu trennen , als : 
CoAunriidtM rür Cuonrfdus oder Ckuonradw; tiehie für «feie (ascendl) , itohvMl 
für htmba (Caput) ; iniShefe (ür im&eft (Nolk. Capella 14.), So liest man auch 
meAal für miil,- proAojfun fürprilffun (Dlul. 1,407.); «MjjiAic für emej'ic; end- 
lich mil Wegiassung des zweiten Vocals kitehUmpü (animalas Dlul. 1, 503.) 
fOr kitähapil. Doch waren alle derlei Schreibungen etiedem AnGnalime und 
Sellenhell ; denn weit hSuager ward die LÜnge des Vocals entweder mit efnem 
Gibel oder gar Dicht bezeichnet. « 

Das e., zum Zeichen der Dehnung des vor Ihm stehenden i, erklürt sich 
bqS der Brechung des i in ie, ais : tU, dieiei, Friesen elc. für das ursprOugtlche 
H , dise$ , J*H«en , frisii , Friionet. 

Da nitser heutiger Scbreibgebrauch hierin nur WÜlkfir 0bl, Indem er bald 
die Dehnung bezeichnet, bald aber anderwfirls, wo sie eben so nötblg als 
gerecht wäre, unterläEt, and sie endlich fehlerhaft bei Diphthongen (Theü, 
Tkier, Ittiethe, llteuer, Thau etc.) sowol als auch bei kurzen TocaJen anwendet: 
80 wird es unmöglich, in diesem Punkte allgemeine Begelu zn geben und die 
gemelaObUctie Welse kann nur auG Beobachtung erlernt werden. Wir schrei- 
ben, obschon die Vocale gleich lang sind, z. B. verschieden: lehmül: kahl; 
«Jdr (erat): waftrivere); kam: laftm; gären: nährm; Hiring: Heer; Ström: 0km; 
Idi: Loat; »chtcSren: beMren; Blume: Malmte; Gut: AftWA; Afilen: vsütitm elc. 

Endlich ptlegl man i fehlerhaft mit dem Dehnungszeichen e zu begleiten 
\b Riegel, Siegel, Tiegel, Fiedel, Tieger, nieder, liegen, Einsie^r ßtc. , wo« 
doch kurz gesprochen wird, und hinwieder lüEt man hie und da das organische 
e weg In bonütardiren, qtHUiren, poriren, fiibeliren etc., wäLrend mau e9 gleich 
wieder daneben Rchreibl iu Kanonier, Juwelier, regiertin, spatieren, Ixtrbieren, 
eintjuartieren elc. 

Richtige AuEsprache vorauEgesezt, kann Jedoch Im allgemeinen die Regel 



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46 Orthographie. Dehnmig nnd SehüFfmig dw Silbni. 

alB RIchlscbDur erthetll werdea: ouch fainfem Vocale Isl der uomltlelbar fol- 
gende CongMaul elnrach 7a sezea, als: ScUäf, GMt, H&m, RMT, mal, kam, 
gir, bat etc. - Saal, Spetr, Moor, Th*re, Lwf, SaUer, Seide, $ttif, Heit etc. 
ilöctislene erschelaeu die A6p\Tateu,»is:tdtdß,pdß,Htß,Be»ß;Bräete,SpTäehef: 
H6f, ichüf etc. — Und nmgekehrl gilt dfe Hegel :. unmlUelliar vih- doppeltem 
«der gemlniert»n COiisoDaolea isl der Tocal kurz, afe: Geld, Hart, mitd, Bord, 
mclU, Haue, Lamm, Tanne, kOrrt, Robbe ^ Hippe, Ku«, pünff, IttUle elc. ') 

Zum Zcldien der Deboung verdm auE lien VocaKeii nur a, t and o geml- 
al«-t; nie aber i, u, ä, ö nod tl; daber deao auch ö^nud ß nur ^ofach Bleheo^ 
wenn »le aiiE aa oder oo erwadisen, als: Hirchtn, W&gtein, Fttrelim, 5iU(, 
Mbser etc. 

' Das h dleUt als Dehnungszelcben gern vor dea QQssIgen Cousouanles l, m^ 
n, r, als: StaN, Ruhm, Sohn, Vhr etc. lu nol, "Btor, TAon (argFllal, Throne ^ 
AUiem, thun Ist es vcrsezt uud sollte befaer slebof 7(iAI, 2Mt, Tohn, TrälMt, 
Ajäem, fttAn etc. Wo ea gegen obige Regel ersclieltil, Ist e»ulclit blofies Deh- 
oangszelcben , sondern gehört zur Warzelsllbe, aU: geht, ileM,tiehl, iah, Fehde; 
td^iiüUiek , nah , Schuh , !fath , Brath , Blülhe etc. von gehen ,. tlehen , lehen, pieh- 
Jen, Schmach, naA, Seimch, nähen, drehen, ttähen. 

Am Ende von froh, Stroh Isl das h auG dem Halbvoeale w (frow, Urowl 
und In früh auS dem Dtphthongen mo (fhto) erwachsen. 

Das e frlt als Dctanungszefchen mr hinter i, und es Isl wol zu DDlerschel- 
den von dem viel hauagern organlscbea e , das »och fn der AuGspcacbe nacb- 
wlrlil. BloGe Dehnung des i bezelcbnet es In Frieden"), Hegen, viel etc., vga- 
nlscb aber gehört es In die Wörter lieb, Dieb, Lied, verliertn elc und Qberall 
In die Silben -ier, -iertn, als, iraJM«r, Tttmier, ßankieren «Ic. 

Die säDittlchen drei Dehnungszeichen finden nur In ursprüngltd) dealachen, 
nie aber ta n-emdeu Wörtern statt; also t. B. Nafür, Pertän elc. — Karviei,, 
Parmdiei, Papier elc. haben dcutecbe Form angenommen. 

Beiuerkimgren ifber einzelne Buchslabeu* 

' AllgAnein gilt die Regel , daS geiehärfle Aufspräche der Grandsilben nur 
einlachen Tocal verlangt; oder mit andern Worlen: der Wurzelvocal Ist kurz, 
wenn Ibm doppelte Consonanz unmtllelbar uacbrolgt. 

*} Die wenl^i AifiiuhBei lelie BftB Qhen SeLta 7. 
<•) In in EifeiuBHi FrUridt, eiffrU, Sifwrrt, Blfmmad, Bmrtrigtl >M. hu (Mi «« kite Kit» 



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, Orthographie. Einzelne Buchstaben. AI 

A> Doppeltes a erscheint nur <n weniffen Wöiiern und Ihren iiScbstea 
AbkBmirillDgen , als li) Aachen, Aar, Aal, baar, Haag (in Holland), naar, Maal 
(HüRltlek, X. B. amUermaal), Paar, Jtaa(äegels(auge}, Saat, Saal, Sehaar, Slaar 
(Anitcnäbel] , Staat, Waare elc. 

In HAte, MAß, Quäl, Samen, Schaf, lehü, ScAdI«, äp, bär {x. B. rrucfaljtdr etc.), 
brach, bricken, Bräthvogel, Spräehe, gir, Grdm, GrA», HAmen, kdm. War, Srüm, 
■dl(eliHn<U etc.), «»dien (mit Farben), Afdfer, JVdmen, JttUi«, lehmäl, Schwan, 
Stiäpe, Span, ipären, StM, v>Ar (eram), sowie tu ihren aflcfaslen Abstämml lugen 
wM die Dehnang nicbt bezeichnet. 

Dehnung mittels eloes slamiDen A vor t, m, n und r der Wunel Ist flbllch 
la iAIe (FIMeml, Ahntn (Vorfahren), ahn«n (vorempflnden), «Anden, AaßnaAmr etc. 
Bahre, /hAI, Fahne, fahren etc. GemiM, Jahr, kahl, Kahm, Sahn, froh- 
1KR, Lahn (FluE), mahlen (anf der HQble) , Stahl (Gasimalil etc.), naeliahmen, 
Nahning, Pfahl, pralUen, Rahmen, Sahne, Stahl, Slahr (Vogel), Strahl, Wahl, 
Wahn, tcakr c(c. Zahl, loAtn, Zahn, und In ihren uär.hsten Ablellangen. 

Obwol-auE derselben Vk'urzel stammend, unterscheidet man in der Schritt 
HU (Zeitlheil and Zeichen) Mahl (K^sen) und Maal (auf der Haut); umgekelirt 
MoAlcR (auf der MShle, vom kurzen ahd. milan) und mtOen, Maier, Gemälde (mit. 
Fvbeo, vom langen ahd. mtU, Zeichen). 

In Kaaba, Sanaan etc. Ist aa zweisilbig. 

A. und G als Umlaute von A t Hering , Schedel , Treber GChrtihl mau besser 
«0 als mit ä; und da man In Hat, unttül, bettäligen (vom ahd. itali) das ä an- 
Tcndet, so sollte man es auch consequent \a4ttU, ilelig, SMigkeil.— Ualiäner 
folgt aus Utüiano. 

In Wörteru, die auG dem Latein stammen, schreibt man besser &, als. 
■Meli französischer Hauler ai, t.B. eonträr, familiär, ordinär, populär, Refe- 
rendar, Seerctär etc. Dielionär, Fontäne, Domäne, Quaranlänt etc. 

Das stumme A als Dehnungszeichen erscheint bei ä in folgenden Wörtecn , 
deren Abstammung von ah dunkel Iv( : dAnJii'A, Ähre (wurzelhart abd. Mir, sOdd. 
Doch iher), gähtten, Mähne, Mähre (Pferd), währeti, gewähren, Zähre (wm-zeb^ 
haft ahd. -loAar, sQdd. noch Zäher), — Das Märe und Märchen schreibt man 
besser ohne h. 

Das e verlril häufig die Stelle des ä auch In naher WorlatMlamnumg , ata: 
edel, BUem, EUter, enge, Engel, Hdler, einh^Ug, Benne, Memme, behende, 
aitfimdig, Schlegel, lehwier, lelig , weUeh , H^ildprel (fQr WOdörät) etc.- Bee- 



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\S OrUiographie. EinzelDv Buchstaben. 

^r schrHijt man Jedoch Ante, Anile, Gebürüe, Ägypten elc, uIk Ente, Ernle^ 
(ieberiie, Egyplen. 

ID iler Schritt gilt r^KelmäSIg das Zelcheii ä mehr FBr den Doch füMbareh 
Umlaut aufi a; e dagegen für den ätlem nud feilem, von dem man sieh keine 
RectieDschaft gibt; nie wird Bättt, Nüae, iOx Bette, fleie gescbrleben, obwol 
sie von den allen öali nnd naii abstammen. 

* Im Worte echt nnd Echlheü rübrl e auE i her, nnd wird eben darum nur 
rehlerhatt mit ä dargestellt. 

Als Dehnung Ist ee üblich In: Beere, Beer, Sie«, leer, Ufer, ichtely 
Schmeer, Schnee, See, Seele, Speer, Spree, Theer, und In den fremden: Allee, 
Armee, Fee, Idee, Kaffee, Eameel, Livree, Moschee, Thee etc. 

.Wo das e dreifach erscheinen sollle, wird es doch nur doppell gesezl^ 
aber dann nach ErtordemlG zweisilbig ausgesprochen, als: Seen, Ideen, Armeen^ 
A&een elc. 

Das stumme k als Dehnung des e flodel sich In: dehnen^ Ehre, Fehde und 
Fahndung (wo es wurzeHiatt Ist), fehlen, Befehl (ehemals wurzelhaft Befeleh), be- 
Qehren, hehl, hehr, £eJUe , kehren, Lehm, Lehne, lehren, Mehl, mehr, Tiehmen^ 
sehnen {vurxelball, vonsehenen), tehr, lehren, itehlen, wehren, wehren etc. und 
In deren nächsten Abslammangea. 

Sene (nervus) und Quele (für Dwele) siehn besser ohne A; in Lehen, Keh, 
Wdi, Schlehe, Zehe, xehen elc. Ist h nichl stumm. 

!■ Mit dem e als Dehnungszeichen sieht i, und zwar me'istens tehierhart, 
In rolgeudcn Wörlem und fbreu Abkömmlingen: bieder, Biene, Diele, dies, ergie- 
big, gierig, Gefieder, Frieden, gediegen, vertehieden, sehrieb, gesehrieben, gerieben, 
zerrieben, Gier, Gierde, Glied, Hieb, Kiefer (Unterkiefer, Oberkiefer; Zirbelkiefer, 
Baum); Kiel, Kieme, Kiet, Kiesel, Augenlied, liefern, liegen, liet,'liest, Miene, nie- 
der, Papier, Paradiei, Portugiese, Ries, Biese,— tcitied in Abschied, Sehiedsriehler, 
geschieden etc. — schrieb In Beiehriebi Schiefer, schielen, Schienbein, Schmiede, 
Sehwieger, schwierig, Sieb, sieben, Sieg, Spiel, Stiefel, Stiel, trieb. Trieb, Vieh, 
viel. Wiese, Ziege, Ziefer, üngexiefer, Ziel, Ziemer, ziemen, Zvüebak, smefach', 
Zuriesel elc. 

Um so mehr muE man sachra das kurze i rein zu erhalten fit Bibel, Biber, 
Biberich, Bisam, dir, mir, vHr, Fibel, Igel, Fiber (nervus), Fidel (Geige), FKder 
(spanischer Flider), Eriärieh, Ffidbof, gut, giU, gibst, fifftel, ÄiWs, Kize (GalS), 
Mbelgwt, Nibelungen, Bigel, riseln. Eise (Sandabhaog) , ScMrling, Schmid, Sichel, 
ansidetn, Einsidel, Ansidebing elc. Sigel, Sigmund, Sigfrid, H*:im (da rcbrlunen). 



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OrthognfiUe. Einzelne Buchstaben. 49 

BraUpifi, Spititr, Stiglix, Tiget, Tiger, Tibet, Widitopf, uäder, teidmm, Wiiel, 
mtvnl, Z«>ätel; oad das lange • In Emil, Emir, NatSr, Tapir, ßl tOAl JWtna, 
fiarottiie, WühelnAiie, Frid»rike, Karänche», iHwhtn , LUehen, I^k« , Raißtehen , 
Pari» (Sladl), BerUn, Ruppin, Sdnoerin, Stetßn elc. 

Es wäre sogar wenig elnzuweoden, wenn man aach schriebe: Kitel, KU- 
ling, Schiftr, Sehinbein, Schmidt, Scltwiger, ilben, Ztcffiok, Zteisel etc. 

Kein DehD Dl gsz eichen, sondern organischer Bachslah, der Im Vereine 
mit i sinen Diphthongen bildet, Ist e In fieng, gieng, hieng, fiel, lief, biegen, 
Bier, bieltn, Brief, die, Dieb, ditnen, Dielrieh, verdrießen, Fieber (febris) , fliegen , 
fiiehen, Hießen, frieren, JWwel, FHeten, genießen, gießen. Gießen {Sladl), Grieche, 
Griet, hier, hietig, Mien (Kienholz), liieien (erkfesen), Knie, kriechen, Krieg, 
kriegen, lieb, verlieren. Verließ, Wieder, lUiei (Miesmuschel), Miele (Pacht), nie, 
niedlich, niemand , Niere , nieien {s^ei^Da^»re), Nießbrauch , Niete, nieten, Pfrieme, 
l^ietler , riechen, flJemen, Ried, schieben, schief, schier, schießen, schließen, 
tdtmiegen, Schmielen, schmieren, siech, sieden, Spiegel, Spieß, sprießen, stieben, 
SlUfkind, Sict-, Striefe, Strieme, Thier, lief, triefen, vier. Viertel, riUf, uüe. 
Wiege, wiegen, Zieche, liehen, zieren elc. 

DaE ie organisch sei In den Silben -ier nnd -ieren, versteh! sich von 
selbst. 

Der Plural vonWSrlern, die sich Im Singular auf ^e endigen, nimmt dazu 
noder en an, wenn der Ton auf das ie fallen muE, als: Knien, Copieen, Monar- 
chieen, Sympathieen, Theorieen, Potsieen elc. ; wo dieses aber nicht der Fall Ist, 
Irit bloG n tilnza, als: Pinien, Akaiien, Arien, Gymnasien, Komödien etc. ; allein 
dieses ien wird zweisilbig gesprochen. 

In Vieh, flieht, sieht, lieh, gedieh elc. ist das A wuTzelhatL 

Das ih erschelul lediglich 1d den Farwörlern Mm, ihn, ütnen, Mr nud Iq 
' deren Ableitungen. 

Das y kaon In deutseben Wörtern nur die Stelle des Lautes i VNlreten, 
daher man es gänzlich, aach auG den Terbis sein, meinen elc> verbannt hat 
und nur für fremde Wörter, wo es erfwderllch Ist, anwendet, als: Asyl, Styl, 
TVrann etc. Im fremden Worte Syüaba schreibt Otftid berells itäry, nnd somit 
wir heute allgemein ^Ibe. 

Es Ist üblich zu sagen und zu schreiben gültig, BOlfe, trügen, Hgen (Lug 
und Trug) , Kissen (pulvlnar) ; allein sie sollten ihrer Abknaft nach lauten und 
geschrieben werden riUfg, BillHabd.hai)i), iriegen, liegen, Küssen (ahd.htttin). 



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50 Orthographie. Kozebie BnehMabeD. 

O* Gemfolerang des o behnfs der Dehanog Id dut wenden Wdrtem: Boct, 
Loot, looit», LooUt und LoUe, Moor, Moo$, Scott (Saliaoole) uDd SoU; tihe- 
nUls auch Schooß (bIuus). 

Mit dem stammen A In folseiidea W&rtern nsd Ibren AbBlämmllaien : 
Bohle, Bohne, bohren, DoUe, Dohnt, Drohne, Fohre (ffir Forhe), ft-ohnen, Frohn- 
dientt (aber Fronleichnam), Ftoh, (wo das h warzelhaft), hoM, Hohn, EoM, SoUt, 
Loh, Lohe (worzelhartes h), Lohn, Loth, Mohn, Mohr (olKer), die Ohm (MaE), 
, Ohm (Obelm), ohne, Ohr, roh, Sohr, Sohle (am Scbuhe oder FuE),5oAn, StriA 
(wDTzeltaanes h), Argwohn (statl tooAn), wohnen. 

In bönen (d. I. ebanon, glätten), Böte, dößen, enqidr, fror, tehwör, tat, 
Strim, ichän, ichdnen, geboren, verlören, Lä»ung {Zetchea , Lötunoiuorl), Pöß, 
FKz, goß, tchmören, Sehröt, WdUiul, wird die Debanng des 6 nicht bezeichnet, 
and eben so auch in iremden Wörtern nicht, als: ^ordn, Tenor, Böm, Ch6r eU. • 

Das Wort Spion (Späher) Ist auE dem Deutschen In die romanlscbe Zange 
abergegangen , and von da wieder zu aus elngewand^L 

0. Kurz In möken (mnglre, auch tläken and blöken), BÖne (borsa), ergö- 
len und töidun (fOr ergezen and teuhen). Böte (Idolam, GöUe, vlo HxOte), 
HSker, mögen, eWbem, Pökelfleüch, Ti-Ödei, ztcölf. 

Lang in böte, blöde, Flöte, hören, Löwe, MÖre, Möwe, öde, öl, nhnode, 
tchön, »ehwören, sprfide, Slfir (ein Fisch], itSren, SrOi. 

Hit h: Böhmen, Böhuhtue, dröhnen, slöhnen, vertöhnen (statt ventnen), 

Weoa wir die auG dem Latein stammenden W&rier curiö», fantöi, nenOi, 
odiöt, pompöt, poröi, pretiöi, reHgiö$, icandalös, ien^ulöt elc. schreiben: so 
sollten wir conseqaeot die auE derselben Sprache eingewanderten Sedaelär, 
Actör, Collectör, DesfTtÖr, Monitor etc. ebenfalls mit dem Umlaut ö bezeichnen. 

U, Ohne Dehnangszcicliea lang and meistens auE dem Diphthongen m 
erwachsen In Blume, Bbit, Büg, Busen, Büße, dil, Eiderdünen, DrUie, Flur, Fiß, 
gut. Bare, Büt, Mh; Sürßrsl, Muß, ntl, Jttlne, Büß, Schule, Schnür, Schür, 
(d. 1. Wildichür), Schütter {schuoh-sutfire). Schwur, Spüle, Spür, Slüle, Truhe, 
t/T (Aoerocbs) , Zug. 

Ebenfalls auS vo entstanden mil dem Dehnnngszeicben A in buhlen, Bahn, 
Muhme, J^MI, JtuAffi, Buhe, Rulhe, Ät^tvhr, Schuh (wurzelhaftes A], SttM, (TAr 
(von hora) , /ItAr. 

Hao schreibe Cur, curieren, Otrt, curtifl-en, Diecuri, Currter, Braour, TWr, 
Retar (vle Torlw), reliimi«f«n, Saverän, Tamlmr, DwpJcffe, Titntier, MotUur, 
Mutketier etc. als aal dem Latein stammend oder llim^Bdch^ildet. 



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Orthographie. Einzrioe Ba(^UbeD. 51 

Id dea AbsUmmllogeD fsl der Umlaut von u, «eon er elolrll, das it, von 
nk aber das üb; als: verblümt, Bügel, rühtulich, aufrihriteh elc. 

Langes & oboe DebnimguelclieD bi Gebir, ye^rm, Driie, Gentiie, Ge- 
KkwÜT, ^n, WilMr (voD Uren, ftlrrOrst), mfide, AffiAs, prifen, Bäbe, Hl^mi, 
tcAuil, tpvlen, Sliber (Nasenttvbtr) , Sbdtn, tiß, trvbe, vben, ungegttm elc. 
nnd In Ihren AbktaunllDgeu. 

UU dem Debnonsszelcheit h In fühlen , fähren , küht , kühn , MühU , PfüM , 
rUrm, Kühlen etc. 

Hier isl In ROkslcbt aof Schrelbnog des ei nur noch lu erwähneu , da& der 
Gebranch die anorganischen H und H ohue Uulerscbled mll ei zu bezelcbnen. 
In den lezten drei JahrhuDdertea auch die orgaDlschen ai In den Strudel hln- 
ehirlt nnd sie ebenfalls sehr nachlhelllg mll ei zu geben durcbgesezi hal. Alle 
gilen Crkundeti des sOiUicIiea Oberdeutschlands halten bis In die Hltle des 
seduehoten Jalu-hnnderts die Scbretbnng des organischen ai fest; überall sieht 
and liest man darlu ohne AnGnahme ain, xumi, (otl, kain, Bainrich, haUig, 
foftl etc. *]. 

%Mm Wenn bei einer WorzeUilbe , die mit dem Diphthongen au versehen 
Isl, der Tocallsche Cmlant elntrlt, so Entsteht regelmäElg das äu, als: ötijSem, 
Bäumt, läxUen, etc., von aupm, Baum, laut. 

In bteuen, Greuel, leugnen, rendig etc. stammt das nt aul einem wnrzel- 
lialleD tu; obwol der Gebrauch biswellen auch solchen, so wie andern auE u 
ibstanunenden das äu verlieben hat, als: däuchte (ahd. diuhle, duhte), räu~ 
Vn (ahd. riutpem) , tävnen (ahd. «timm), tträubm (ahd. -ttrüben). 

Eh. Der Diphthong «u oitsprlngl ant itt oder u, als : Abenteuer (Aventvr), 
ieuge», Bevit, Bentel, bteuen (von bliuuen) , Bleuel , leutchen (nicht von tautehen), 
dnitm, deuttch, Euter, Leumtmd (d. I. Itum-und), vn-leutndm, lelUemiQ (ahd. 
i'liimo) ^c^ Doch erschein! auch Beu (von Aa«i«n) nnd Strnt (von SlroA , ahd. 
ttrauii). ■■ 

Conaonanten. 

Ob am Ende' einer Wurzelsilbe der Consonant weich oder hart zu bezelch- 
oen sei , wird ersehen', wenn man das Wort In eine Form bringt, wo dieser 
Coasonant zwischen zwei Tocale zu stehen kömmt, als: Lob, Lobet; gib, gabt; 
Ml, bebtn; darbt,- darben; telbtt, lelber, iManäer; Hub, Hüben; Bad, Badet; 
GUtd, Glieder; SUd, Süden; ring, ringer ; tingl , tingtn; kUngt, kUngt»; log, 

•) üb« ■! ul <i mUbe eHem a. 11 — IS. 



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52 Orthographie. Einzelne Bachslaben. 

log*n ; Bug , Buge» ; — DOdap , DUdapei ; Cap , am Cape , bat , hu«n ; Stok, Slokes ; 
6wt, bvlten; Hnkl, iHtken; klinkt, Uinken; ~ Erbgut, Erbe; Gut, Gutet elc. *) 

Drei gleiche ConsoDantea zu sezen, veno sie auch erforderlich wSren, 
vermeidel man, und setarefbl z.B. dennoch, mülag» etc. für dennnoch-, milttagt; 
so Ist ebeDfalls In JHUtnoch nur ein I gebräneblich 

B. Doppeltes bb nnr In Ebbe, Stubb, Krabbe, Labberda-n, IHbbe (abllcber 
Rippe), Robbe, FUM>e, wabbeln, Kktabba-n. lu Schwibbogen enislebl das bb ant 
Compofiilloa. 

Üer GrDDtl, warum die welchen b, d aa4 g so wenig gemlnleren, Itegt 
darin, daS sie hleHir schon in p, t und Jl; Ihre SlellTertreler haben. 

In Bitehof, Pabet, Probet, Pöbel steht das b tbp.- Rebe und Rep$, WiU- 
präi") und Wiidbrät; barschen, besser pärechen ; Bweehe, nlctal PtirsiAe. 

Das p gemlnlerl stets , wenn es zwischen zwei Tocals zu stehen kSmml , 
and behält sodann diese Doppelung auch vor Consonanlen, als: eehleppen, telüeppl; 
Bippe, Koppel, Rappel; gippen, gappen; »ehnippiteh, Sehnippeken; tappen, 
tappt etc. — Nur In Wäpen, p^pen, DApen (Pfote), Göpel, g&pen [z. B. mit der 
Kaze spielen), Zipel, ei ZApebl Ist der Vocal yot p lang, und dieses sonach 
nur einzeln. Auch Alp, gumpen, Haupt, lUopi, plump, ptumpt, pumpen, ripirapi, 
Sehnap), Scböpt, Slöptel, Wimper. Fremde Wörter mit einfachem p: Rapiie, 
auB dem Bfihmlschen; Apr^dte, attrapieren, Caper {SeerSnber), Ca/priote, 
erepieren, Diplom, Galop, galopieren, Pomp, Rapier, SlrapAte etc. 

F* V>PII* PF* Das f,v, undph haben gleichen Laut; nur Ist das erste 
Zeichen in anserer Schrift vorhersehend geworden and das leztere bloE in frem- 
den WÖrlem gebräuchlich. Das v aber erscheint anler als Anlant In Vater, 
Vaeaä, Tließ (melius), Vehmgerieht, Vlant (roslntm), viel, voU, von, cor e(c 
nur noch In den zum Thelle fremden WOrtem Frevel, brav, Matoe, naiv, matife, 
OUve, Pulver, Sldave, Larve and ihren Abkömmlingen. 

Das / wird nur nach kurzem Vocale gemlnlerl , wenn noch ein Vocal nach- 
folgt, als: hoffen, treffen, gi^en elc. Geht aber ein langer Tocal oder Diphthong 
vorher, und tril ein Consonant unmittelbar an das f, oder wird es znmAuElant, so 
steht es bloC einfach , als : SehAfe, Strafe, Eifer, Geifer, laufen, S&ufer, Teufe, Hafen, 
Ofen elc. — hoß, trifl, gafi, — oder trif, Schif, Bif, ft*f, schlaf elc. ganz wie In 
Giß, Lufl, Saß, Dufl, Haß, Getchäß, iHßig etc. 

StoGeo zwei / in Composllion an einander, so sind sie getrennt za belassen. 



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Orthographie. Einzelne Buchstaben. 53 

ais: SeMfTaltTl, auf/UUcHd ,• Lauffeuer , fänffach elc. , nlcM SeMffTaArt etc. - In 
Boffart Isl das erst« f auB cA «ulstanden und dem iwellen aBslmlllert; denn das 
Camposltum helSt mhd. kdlt-fart. 

Eben so balle man,'WeDu sie In Composfllon zueammensto&en, ^und J 
Im äcbrlOjelcbea getrennt, als: Hoflager, Auflage etc., nicht Ho/Iager, Auflage. 

lu deutseben Wörtern, als: Aäolf, Rudolf, Lvdolf, WeUftden etc. Ist pA 
verwemich. Ea Ut nur üblich In Epheu und Oberhaupt ID rremden Wdrtera, 
als: Phüo4ophie, Joteph, Stephan, Pkänomen, Santpher elc. 

Das Pf findet sich Im Anlaute, als : Pfand, Pfole, Pfiucher, pßegen, pfropfen, 
Pferd, Pßug, Pfründe etc.; Im Inlaut und AuElaal nur nach knrxem Vocale and 
nach m, als : StJpf, Zopf, Topf, rupfen, tupfen; Ampfer, Dampf, Schin^f, Slnnnp/etc. 
nach r uur in Earpf ') 

Sehr lncon§equenl schreiben wir voU, völlig, uhd doch hlDWlder /UUm, 
FiUf, erfUUen elc. Wörter auE einer und derselben Wurzel. 

W« Am hSufigsten steht der Halbvocal to Im Anlaute, als : teer, tne, ihm, 
Woäe, Weite, Wind, lound. Waten etc. ; ah Inlaat In etdg, Löwe, Mötce, Latein«, 
Güwe (Qavedo), Wüwe; Narwail Ist ein Compoaittun ; tnguier und WHUI sind 
frand, Wrak niederdeutsch. 

Nach tch und 2 steht w In scfftcan , Schtean , Schwager, »chuiixen, Sekweiz, 
tehweigen , «eftuidt etc. Zwang, neei, Ztoibel, zwar (rOrze w&re) etc. Die AbkQr- 
twi Ew. ffir Euer Ist alte, aunoch fibllche Schrelbmauler. ' ' 

D>'r> Am Ende eines Wortes sieht nach dem n fmmw 4 stall I, welches 
sodian auch Im Maate hatte 1, als: Band, Bund, Hand, Hund; fand, Fvnd, ttand; 
BeOand,uieHa3td, Jemand, niemand, Land, Band, Sand, kund, beheAd, Kiiti, lAind, 
Qtiehwind, niond, Tand, Afund, Rind, blond, wund, gesund, irgend, nirgend, Tugend, 
Jugend, Feind, Freind, Abend, schlafend, wachend etc. 

AuEnahmeo von dieser Regel sind: Fanl, Flfnl. Ganl, verganten, Splint, 
Stint, bunt, Zehenl etc. 

Weun die Silbe ItcA zu dem auf nd auSlauteuden Parllclp trll, so ver- 
wandelt sich das d In I, als : hoffentlich, wi**entlich , flehentlich; Jedoch ai>en^ich, 
Svgtndtieh, tugendtick; und analog wird, wenn lieh an Wärter trit, die auf en 
aatlauten, ein { eingeschoben, als: eigenilich, t)~evenllieh, namenüieh, weientUcH, 
tfentlich, wöchentlich, ordentlich, geßiasenllich. — In entgwei ußd entsweien Isl das 
I obsolate Schreibung und es bleibt besser ganz weg: en-swei, en-ztceien. 

(n Geld und Brdd sieht d wider Abstammung und Lqul für t; Zelel oder 
*) vtrA Dkf» ». as. 



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S4- Orthographie. Einzelne Buchstaben. 

Zfddel Isl sehr fehrertian für Zedei (scbedalal. — tHnte und Tinte werden, obgleich 
dasReIhe Worl , durch Ausspräche imd Schrin fQr zweleiiel Begriffe ooler- 
gchleden. 

Das Wort devUeh darr aeln d olcht mit t verUnsctaen , denn es slammt mll 
GewIEhelt vod dem gotfalschea Ihivda, Volk, tMudüki (popolarls), was ahd. 
Dach dem Geseze der lanlverschlebnng Dothwendlg d sein mal aod aach so 
erscheint: diol, diel and dtvlük, woraoE denn unser detUUch, and mit AuK- 
werTung des i detiUch entslanden Isl. 

Wir schreiben hindern, verhindern, Bindemiß, und doch sehr Inconsequent 
wieder hinten, kirüer, hintan. 

Ein und dasselbe Wort ttat unterscheiden wir henle durch Dehnung dea 
Vocals In SUut, Ge$IM (lllus), AmneruMd , und In der Schritt durch Statt (locna), 
Stadt (orbs), woneben noch State, Suhatäle and beitätige* in aKertftmllcher Form 
ziehen. 

Viele U sind durch MISbrauch Qhllch geworden, als: JMler, ShUl«, IHM, 
Stall etc. für das bessere mier, Stme, mi, Slot. 

• Auidießen, dd/i etc. habon wir (d^en , Gelfife formiert; omgedreht auE iMtuf, 
tunket, tunge, luß, tuk, timber, vertolpenetc. Dmul, dank^, dwnge, Dvß, Dvk, 
dümmer, verdotpen gemacht. 

Dopreit' erscheint d nur In Widder, Troddel, Sladde, Pudding. 

Metumrii, Potasche, TTifire (abd. wäinea, vldoa), Retig, Müter, Stnte, Drltet 
schriebe man richtiger nur mit einem t; In amtag Ist ein t aa&gefallen; inSMtt 
Ist das erste ( aaS b (Siebte) assimiliert. 

Movag ist niclil auE uDserm Worte Mond, sondern früher schon auE dem 
alten mäne (luna) und Tag componiert, daher es mit Hecht kein d bat. -- Tritt, 
obwol von treten, asslmtll^l sich dem ScArtil nod IHll. — Einfach mit gedehntem 
Vocale Rieht ( In Fdfe, 6n<H«n, SehdU, Z6ten (doppelt in ZaUelbär), Ziter, bilen, 
gebölen, Itilen etc. —Dientlag, nicht Dienfiag oder gar DienfUag, sollte eigent- 
lich lauten Dieatag (alls. TWestag). 

Wo am Ende das ( lateinischer Wörter wie i lautet, muE es natfirllch such 
üo geschrieben werden, als: Pas, €oUa%, Boraz, Lueret, Ten, Miliz, Jtutis, Pfolit, 
ExeeUens, Magnificenx, Munifieeni, Eminenz, Piacenz, Cotilent (Confluentia), Con- 
ifftimi etc. 

DT> TH> Das di entsteht auE ContracIloD der Silbe det, als: beredt (mit 
Rede begabt, aber beredeam), gesandt, geKatuU; geieheid rührt nicht auE dem 
Parlicip, daher aach geteheidi fehlerhan Ißt. In lodt und Stadt erscheint das dt 



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Orthographie. Einzelne BadisUbcn. SS 

Hr zam Dnlerschlede von Toi (mors) und Statt (locus); das Verbam Mden aber 
tul onr d. 

Das ft In (A tot aar Zeichen der Voealdehnmig , es wird aber nlchl mehr 
lesezt In den Endsilben ol, u( and Iwm, als: Uonai, Beimat, Heirat, Zierat; 
JtwuU, Wermvl; EigetUvm, Irrtum, BUlum, Fäntentmn; — auch nicht mehr 
nach DiphlAongm; [olglich bieten, anerbieten, Beule, Raiteamt, Maut, Miete, 
Kn-toim« etc., and keineswegs tnelhen, anerbiethen, Reuthe, Raitheamt, JfouU, 
Mietke, Sarthaune. Dagegen hat sich (A vor Diphthongen befestigt In lAou (ros) , 
UiauT, Theit und Thier. — In WirA steht Üt fehlerhaTt nach kurzem Vocale; In 
Tom (SchlfHselll lätt man das k weg zum Unterschiede von Jhau (ros); and 
VitrtH, Drittel etc., obwol zusammengesezt mit neu, erhalten den Schein -von 
bloler Ablellnng. AuE Gebet, Bot, Gebot, Alientetur und HiU etc. Isl das h schon 
lange verschwnndeu und In Fahrt muC es vor r sieha bleiben. 

Das einfache 1 fremder Wörter Im Phirale zo gemlnleren, alsi Katiinet, 
SabinetU; Fagot, Fagotte; Schafot, Schafotte; Complol, Complotle ; Sketet,SkeleUe elc. 
Ist verwerflich. 

Gt K* CH. Q. Das g In Angit (von enge), Gloke, Tatg, Gukguk, Werg 
(TOD Uairf oder Flachs) , Ifngiten (^uvrexoat^) etc. in der Endsilbe ig: Ewigkeit, 
SOigkeit etc. Eseig , Fitlig , Retig , Zeilig etc. 

AuEy hat sich g entwlkell In Ferge, Scherge, Ave Mergen, Sanct Mergen. 
Gemlnlert ergeheint g nor noch In Dogge (Hund), Egge, Flagge, flügge, Roggen 
(Koro), Brügge (In Flandern), Smuggel, sitiuggeln, Sinuggetei. 

Im Aolaote sind g und k leicht nach der Ausspräche zu unterscheiden, 
als : Garten , f arten ,- Gwul , ^mt ; Glätte , EletU ; GroUe , STöte ; gönnen , können ; 
Gretiu, Kränze; begtetten aoi bekleide» etc. — In gixlein and ZiUein Ist das k ela 
Archaismus lür g. 

Das k als Inlaut und AuSlaut folgt immer nur anf kurze Vocale, daher es 
ooDöthlg Ist, dasselbe mit c oder mit sich selbst zu gemlnleren. Davon machen 
nur die W6iier Haken (nncus), aber gleich wieder kurz in Hakten (crura), Bake 
(raslrum), Schnaken, rHken (Ton der TaubenJ, büken, enchräktn, »iäken eine 
AaEnahme, welche lange§ a und u haben. Warum sollte man auch eine Armee 
eigens nnttormleren , um sie von tBuf einzelnen zn unterscheiden? 

Wörler, die auE dem Griechischen, Orientalischen und Slavischeu ab- 
lammen, behalten Ihr k, insofern es nicht als c gesprochen wird, als: CbaroJIiler, 
Takt, Taktik, Akademie, Katalog, Klima, Kolon, Koloß, Ko/nit, komisch, Komödie, 
lirüik, Kroh-udil flc; Alkoven, Habakuk, Vkase, Pfrrain etc. Lalcinlschc und 



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56 Orthographie. Einzelne fiachsUbea. 

romaolicbe WdNer aber behalteo Ihr e, am wird dieses als AoElaiil wie s ge- 
sprochen uad geschrlebea, als; CoUtga, Concur», Act, O/fkier, Offieial, Pro- 
vineial, Capiliü, ffanco, Deeoel etc.' — Dvodex, Sedei, Commerz, Präjvdis, 
MaUfü, Benefix, Proeini, PHtii etc. Elugebürgerte scbrelbl iBsn mit k: Kaiter, 
Kaimtu, Kanone, Kanitl, Ktoiler, Koffer, Kotulans, Onkel, Kerker, Afrika, 
Amerika etc. 

Wo aber griechische Wörter elo eh babeu, das wir aaEsprecbeu wie k, 
muE detmoch das ck bleiben, z. B. Chaicedon, Chamäleon, Chor, Chronik, thole- 
riich etc. ' 

H* Der gelindeste Lanl dieser Art ist 'das h. Er findet sich au-, In- und 
aiiMautend, x. B. Haber, Befen, drehen, erhöhen, TnAe, Huhl puluAI Im AnUaule 
Ist sein Hanch fast unmerklich; und unmittelbar vor einem Consooanten lantel 
h gar nicht, obnol es geschrlebra wird. (Vergi. oben 8. 2S).— la KiHn, JjAoAan 
und Rhede asperlert h das r, wie in den gTieehlschen WGrtetn Metor, Sketmta, 
KaUirrhoe elc. 

Die Begel ist, daB man es In WOrlern, worin es zwischen Ewel Tocalen 
lautet, wie in gehen, tUhen, Kühe etc. auch dann schreibt, wenn es, wie vor 
Cousonanlen, oichl lautet, als: gehtl, tteht, KuhsUül.— BäuQg dleut es nur als 
Dehnungszeichen der Vocale, wie la Mahl, lUühU, holU, ßlUen, Tltal, rolh, 
Ruthe, Bmhe etc. • 

In den Compesltls Boheü'nnd Roheil pOegl man nur ein h zu sezen, nad 
dies Ist ein Überrest der ebemallgen Sitte, das A aabezeichnet zu lassen, wo 
es nicht lautel. In Befehl nnd MahUefUoß hat das h die Stelle vor dem I, slatr 
der ricbligea nach dem (, seit neuer Zelt elngenoymen. 

Schielend sezen wir h In nähren und Xahmng, wo es leicht AnlaS zur 
Verwechselung mit dem organischen h In nähern gibt. 

In der Endsilbe keü, welche statt heti nach dem Lauten elutril, ist k dem 
vordem Laute assimiliert, und elgealllch sollten wir schreiben JUädtgAnl, ArUg- 
heU etc. , wie KekheU nnd PretMieU, 

In deulscheu Wörtern steht das eh als Anlanf tdr k nur noch in Charvmehe 
und Charfteitag, nicht möhr In Enrfärtt. 

Auch im In- und AtiGlante unterscheidet die gute AoEsprache, die auSer 
dem Reime nie g wie ch Unten läEt, das eh ganz genau von g; denn sie sagl 
nicht eichen für eigen , Rochen für Rogtn , Machen t&r Magen; ertedicM ISr eHeäigt, 
Etiicb rar Eilig, fiUiche ror FUtige, waähUch für unxählig elc. ' 

Von den Endsilben icht und lieh, wie z. B. In haarirhl, IHUehl, Habiehi, 



byGoygk; 



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Orlhogr^hie. Einzelne BnchBlabe». 57 

KekHchl, ^tüiidtt, MörtcM, prOUieh, ntf^tcA, läaUeh etc. ualerscbelde man wof 
das auC gel contrahlerte gl, z. B. in erUdifjt, Predigt, beugt, bemüßigt etc., und 
die Ablelf Silbe ig, wenn sie an WSrIer Irit, die mit 1 aaSlaaten, als: untaiidig, 
uniäiUig, mehlig etc. Ebenso die Eudsllben tcA and rieh, als: Bollieh, Drillich, 
Eppich, Kranich, Lattich, Pfirtieh, Teppich, Zteiüith, Wegerich, Wäüterich. 

GemiDlerl wird das ch nfeioals. 

Das q erscheint nar in Begleitung des u und darr so nur vor Vocale treten, 
als: Qwü, Qualm, Quelle, qveUchen, Quite, Quirl etc. Es verlrit die Stelle des 
Jew, das ganz and gar nicht Qbllch tsl. 

J. Der Halbvocal J steht nur als Anlaut von Wörtern, nls: ja, jagen, je, 
Jähe, ieien [nicht geleiC), Jahr, Joch, Jncharl, Jude, Juchhei Jttweel, Juwele, Ka- 
beffau. 

L> m* IV> R> Dte Liquiden t, t», n, r werden doppelt geschrieben oder 
-gemlnierl , wenn ihr Laut geschärR oder der unmittelbar vorangehende Tocai 
kurz ist, als: FaU, Damm, wenn, Herr, Klemme, Rinne, hurra! 

Eine AnEnahme hievon bilden am, im, um, an, gen, in, hin, bin, man, 
hierin etc. 

Die Gemtoterang der Llqalden Ondel auch statt, wenn In der Wortbeugung 
ein anderer Konsonant unmittelbar an sie hinzu Irit, als: wMit, kommt, rennt, 
knarrt etc. Hierin aber tolgt nur die Beugung, nächste Ableitung und.Com- 
posllion dem Geseze der Abstammung; neue Wortbild an i^en auE derselben 
Wurzel sch<m nicht mehr; denn wir schreiben z. B. Äjulalt, lamt, getarnt, Guntl, 
Kunst, Getchwuiil, Brand, Brvnil, Brunfl, Getpinil, Geicingl, Schnalz, herichen etc., 
obwel diese Wörter Altkömmlln^e sind von ileUen, lammen, gönnen, können, 
schweUen, brennen, brummen, spinnen, gewinnen, sehnaOen und Herr. 

Weil die Schrift dreitache Consonanten neben einander geheut, so hal 
dennocA nur zwei nn, währen^ es drei haben sollte. — Unser nimmt und tria, 
von nmtnt und treten, Ist sehr rehle^iaft statt nimf und Irit. Das Wort elend 
sollte zwei 1 haben, denn es Ist d^s Compositom etli-lände; nnd ZwiUing steht 
ffir ZteiTteling. 

Die Geminlening des n ün PInrale der Feminina au( -fn findet in der Aus- 
spräche glicht mehr statt und lallt deswegen aucb in der Scbriri hinweg, al^ : 
Königinen, Gräfinen, GöUinen etc. 

XachtigtU und Portugal haben nnr einfaches t; der Plural consequenl ffocA- 
tigale» mit barzem a. 



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58 Ortbogfa[Aie. Einzelne BnchsUben. 

S* f 3> 88* Das * bezeichnet dl« einfachste Spirans ,. als ; Sand, Kote, 
etat etc. In BS»ehen, Glätehen etc. ist das t AoElaat der ersten Stibe nnd bildet 
daher nicht n(fl ch die Aspirata teh. 

Wir geben dem daß nur noch ß, wenn es Conlnncllon Ist. — In außen, von 
aiu, trlt auch bei ans gleich das ß wieder an seinen Ptaz, wenn unsere Schrift 
es gleidi der nakten Warzel aut mit Unrecht nlchf erUieUeu sollte. — Dieß, 
lUpaegm, tteßwegen, de^mlb etc. und Geißel (Bürge nnd Feilsche), steht oft 
rebletHaft fllr äiet, dettcegen, wetwegen, ae»halb etc., niid Geiul, ahd. giul und 
gai$el/ ebenso fs( umgekehrt bld>, statt Maß, In jeder BedeutuDg verwerflich. 

Das scharfe ß, oder die Aspirata von den Lauten t, ä nnd i, wie eh Aspl- 
rata ist von k, und ^von p, bebt nie eine Silbe an, sondern steht nur nach 
gedelmten Tocalen oder auch Diphthongen, nnd am Ende der Silben oder Tor 
Cansonanten verlrit es die Stelle von m, als: Maß, FAß, A'itjE, foiß, m&ßen, 
ScMjS (s\nuB),ftäß, Grüß, SlrAße etc.; - -gießm, Fleiß, dreißig, Strauß, außen, 
teheujäieh, Preuße; — Nuß, Boß, Schoß (trlbnlum), Guß, miß,-niß, Kuß, Riß; — 
käßieh, SchBßiing, läßt, frißt, küßt, nu/ifrraun, Gußaaare, Roßmarkt; die rrein- 
den Aß, Baß, Paß etc. 

Nar im Superlativ beit, von baß, wird d für das richtigere ßl gebraucht. 

Das es sieht folgllcb nie weder nach langen Vocalen nnd Diphthongen, 
noch unmittelbar vor einem Consonauten oder am Ende der Silben ; sondern in 
den beiden lezleu Fallen ist ß sein Stellvertreter. 

Geminlert darf ß eben so wenig werden als k, eh und x. 

Der Doppele onsonant « erseheint nur im Inlaute zwischen zwei Vocalen, 
wovon der voranatehende kurz sein muE, als: hatte, este, mieie. Rotte, Nütte; 
Taite, Mette, Fotte, pattiereit etc. 

Wörter derselben Wurzel können dem zufolge bald p und bald » fordeni. 
Je nach BeschalTenhell des vorangehenden Vocals, wie z. B. bcljEen, gebtttett, 
der Bitten; weiß, Witten; este, äßen; fließen, geßotten etc. 

Bei fremden Wörtern beobachte! m*i In Büksichl auf«, ;$undM dieselben 
Kegeln wie In dentschen, als: iH«, /Am, Kolofi, Receß, Profeß, Attettor, Oatte, 
Matte etc. 

Man hat nenester Zelt gegen diesen allherköiii milchen Brauch auch In der 
SfArlft die verschiedene Abkunft des ß auE 1, d und t durch besondere Buch- 
staben anzudeuten In Vorschlag gebracht ; allein die Neuerung hat keinen Beifall 
gefunden, weil es nicht überall so leicht ist, die Abkunft des ^ auE (, d oder s 
mit Bestimmtheit zu ermessen, da es auch auE ( entstandene « gibl , nie In 



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Orthographie. Eiozelne Bot^staben. 59 

Prtü, DDd well fiberhaupt efagreltende Abirfllchangeo vom Hergebrachten, 
noD ete ancb noch so wol begrOudet wiren, In der Sprache selten Ihr GlOk 
lUClieQ. 

X« GS> CHS* KS« Der Doppelconsonant x, oder das compendlam 
«flptnrffi rQr ff« , kt and cht , 'erscheint nar In den denlschen WAriera Axt, Kux, 
. Mm und Hexe; dagegen uib so mehr In fremden, als: Axe, Borax, BvX, Tax«, 
ZüziM, fix, Crucifix, Lexieon, Luxus, paradoit, Axiom, Onyx, Praxi», Text, 
JHMttr, Bxtract, Stxtem etc. 

Im Dealachen bedient man sieb Ylelmebr der aaEdraulchen Bachslaben 
p, te nnd cht, welche den Laat des x darstellen, als ; fingt, lagt, Gemengttl etc. 
ttrakt, Boktbeuiel, Knikt, lUekten, muteten, Haktet, BUkt, Tabaks, Dankt etc. 
Jdut, Achstt, Büelue, Daclu, Deiehtel, Drechsler, Eidechse, Fracht, Fuchs, 
locA«, Luchs, Oehs, Sachsen, uaehten. Wacht, Wichte, tehlwhtm, SehHuhstr 
(stDgnlflre, verschieden von schluchien] etc. ') 

Z* Der Doppelconsonant x, oder das compendlum scrlptars fQr den Laut 
dl ond tt, steht an-, in- nnd aaGlaatend, gemlnlert aber nie and bedarf aacl» 
la seiner Terstarknng nirgends eines vorangehenden l, irodorcb es dreifach 
wflrde; z. B. Zabem, Sehaehxabel, Zepter, Zinn, Ziegel, Zeitig, Zoten, Zuber, 
K)ue , Fraie , hestn , Was , Wix , Zwang , Kene , SHnze (mentha) , rani , £^mu etc. 

Wie das Jt, so bat ancb das x nur böchsl selten langen Tocai vor sich ; z. B. 
iD Fläi (llnxns llgnerum) ; nnd in den contrablerten ilxen, duzen, gäxen, mdien etc. 

Nicht alle ds nnd ts verwandeln sich In i; denn es Ist Qbllch za schreiben 
otmdi, bereits, einerseits, anderseits, nirgends, BÖthset, stets, vorwärts etc. 

Fremde Wörter : Ensian , Lanze , Maxe , Canton« , Magaxin , Zebra , Zeehine, 
2eUe, ZibeOiy Zenith, Ziffer, Zigevner, Zimmel, tapezieren, tlrapatieren, Zinnober, 
lix, Ztlwtr etc. AaB dem Itallänlscben , wo es zwei i hat, stammt Skizxe, 

Von der SHbentrennnng:. 

Die Silbentrennung im Sprechen nnd Schreiben Ist von der elymologlscben ' 
Toschleden mid dieser oft straks entgegen. 

Die Begel beUt: Trenne die Silben eines Wortes Im Schreiben gerade so, 
*le man sie auch ka Sprechen za trennen pflegt, folglich z.B. A-del, hö-ren, 
'«-ifg, er-wei-ehen, üb-er-win-den , Bin-get-tau-be , To-ca-le, Jn-/ht-CT«, B-oa»- 
fft-^Mtm, Ka-te-ehis-mut etc. 

Hiernach wird ein Consonanl zwischen Vecalen zur folgenden Silbe, und 

*) SM« Ol)« S. a» mai tt. 



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60 Orthographie. Siibentretuning. ZmammeagGsezIe Wörler. 

zwei ConeonanleD zwischen Tocalen der erste zar vordem, der zweite zar 
nachkommenden Silbe gezogen, als: a^er, Ba-ber, e-bm, tra-gen, O-Otm, 
»pre-chev etc. - Bal-len, Gü-Ier, hof-fen , ¥üch-ie elc. 

Zusammengesezle Wörter hingegen Ire&nt man nach den Th«tlen, «orauS 
sie bestehen , als : be-ob-aeh-ien, ver-ab-Te-äen, voil-en-den, dar-in, her-Hn. elc, 
Aug-apfel, Welt-eifer, Dank-opfer, lUätu-eken, Faß-an, Pak-an, Bie-der-keü, 
Keu-Hng, Är-ger-niß elc. 

Aut solche Arl anlerscbeldet man den ETb-ltuier vom Er-bUuter, deg 
JSacM-raiten vom Nach-lraben elc. 

Nachsilben aber, die mll elpem vocale aabeben, als: and, at, eJ, en, er, 
icht, ig, ing, <n, iieh, od, wut, mtg und ut reiten den SchlnSconsonaoIen der 
Wurzelsilbe an sich , wie Hei-Umd, tDei-land, Zie-rat, Heimat, Mo-nat, Win-det, 
gaf-fen, Fischer, Keh-rielU, tctt-Mg, He-ring, Far-tim, ir-diteh, KUi-nod, Len- 
manä, Ar-mut elc. 

Die Baclistaben cA, ph, pf, »eh, tp, il, fi, Ih, x und i werden In der Schrld 
Kr untrennbar geachtet, und wie einfache Consonanlen behaudell. 

Diphthongen olinehin würden durch Trennung zerstört '). 

Igt ein e anEgefallen , so IrennI mau da , wo der AuEfall gescbeben , als: 
reis-ten, speit-ten etc. 

Cber ziBammengesezte WSrter* 

Ein Kennzeichen der wirklichen Compo^ltlon ist die InOesIbilitSt des 
ersten, und die DecUnlerbarkefl des lezten Wortes, als: Kehrabt Teller, 
Thuguti Nlttel , die Blättchen des Tergißmeinniehtt , JtuomirgoUi Erben etc. 

Alle wirklichen Composlta mOten nun In unserer schrfnilchen Darstel- 
lung zusammenhSngend und ohne Bindezetchen erscheinen. Dieses lezlere 
flndet nur stalt In dem schon oben S. ii berührten Falle. 

Zum Behnfe der schrinilchen Darstellung ist es ein fast Oberall richtig 
leitendes Uerkmal wirklicher Znsammensezung, wenn ein Wort neben dem 
andern seine lebendige Bedeutung und das andere den ihm sonst gebOrenden 
Ton elnbüEl. In den Wörtern z. B. : es isl tcol feil. Ich hätte tool Lust dazu, 
ait bald darauf die Sonne nnlergleng, nach dem hob es an, da su bleiben, hin 
an den Berg, ein Faß Wein, das Klafler Bolz, ein Zug Vögel, Jahn Bagel etc., 
hat keines der bezeichneten Wörler über da« andere weder den Ton nvch Sieg 

•) v.nrt. •*'" s- '. 



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• ürlhographio. Zusämmengesezte Wörter. 61 

davon felragen; soodeni es stehen ]e beide nebmi etoander anf gleicher Stufe 
«der Tonlerter. Wenn wir aber sageb: das Koro Ist leolfeü, die WoUutl ver- 
dsMIch; aitbald erschleii ein anderer, Ttaduiem der erste verschwunden war; 
da» kouinien noch femer die Bedenklichkellen; hinan den Berg! das ist Faß- 
iMin aod jenes Klaßerhott; Zugvögel, Jahnhaget: eo hat In ebendenselben Wür- 
lero das eine über das andere den Ton oder die Oberhand erlangt und sie sind 
jonach In einander geschmolzen. Ob der Ton des ersten oder des zweiten Wor- 
tes von seinem Gehalt etwas cinbaBe, das Ist in Belref auf Cmnpositlon gleicb- 
gälllg, als: Umfang und umfdngrn, BinterhaU nnd MnlerluÜten, CAorwocA« und i 
atarfi-eitag, öilereier anä Osleriönntag elc. Die Bede ntung aber kann Je nach 
der einen oder andern Betonungsarl verschieden sein , wie oben 9. 1 5 gezeigt ist. 
Die lebendigere Bezeichnung wohnt In dem Worte, das Im Verhältnisse znm 
andern den höhera Ton hat, wenn es gleich In Ansehung des Hauptbegrlts 
nnlergeordnet Ist und diesen nur modiOcIert oder näher besliromt; denn z. E. 
\aFafiteein, Ktaflerholt sind die HauptbegrilTe Wein und Hott modlQclerl dnrch 
die WGrter Faß und Klafter; in Schellenkönig , ßaniumrft , Charfrtitag stehen 
Mde Wörter zusammen mehr apposllionsl oder parathetlsch. 

Nebeu der S^lhesls oder, Coraposillon gibl es nun ancb eine Parathesis 
«der Apposition, da ein Subslantlv ohne Inaigere Terbtndang mittels Casus oder 
MpDglllon einem andern nur ganz lose beigefügt wird , als : «in Giat Wein ; 
(BnT SefteffM Haber; viele Klafier Holz; ichBne Garben Korn; eine üntahl Men- 
sAen; ein Bevtel Plaster etc. 

Würter, die zur Verstürhung des Begrlfs einem andern Worte vorgesezt 
werden, sind In der Schrill diesem einverleibt, als: Erxkeser, Ertwindbeutel, 
Stokböhme, bettelarm, Hutwenig, bodenwol, »Ifinhart, eitkalt,. nagelneu, funkel- 
nagtineu, mtaierteelenallein , stemhagelvoU, tplülerfaielnakl etc. 

Desgleichen bilden mehrere zu einem Aufidruk verhärtete Wörter oder 
eine verschmolzne Bedensarl in der Schrift nur ein Ganzes, als: imgemein, im- 
teionder«, insge$amt, entteei, vonnälhen, vorhanden, Reißattß, Kdirab, Garauß, 
fmAteb, ßratuekopf, ein Zvfüß und kein Zupferd, Sckerwenzel, Springimfetd, 
der— GotUeibeiwns , mmmersatt, Heinrich Ja»omir oder JaiomiTgoU, TaugenichU, 
SUädiehein, Yergißmeinnicht etc. 

Gleich den mit Präpositionen znsanuneagesezten Verba , als : anheben, au/3- 
lecAm etc. werden ancb folgende als «in Wort dargestellt: freilatien, loibinden, 
f*(q>recAfn (Bür^e sein), tooAcollra, preitgeben, »tattflinden , ackUuaen, hatu- 
Uln , ktimkihrm elc. 



byGoügle 



Schriftzeichen aat«r den Buchstaben. 



Bet deo nun mit trennbaren Bealandtbellea znsamiiMogesezteit Verba bll 
das lu des InflnIUvs und das partlciplale ge mitten ein, aber nrcht$ desto 
weniger wird das Ganze EosammSD In der Schritt als ein einziges Wori vor 
Angen gestellt, z. B. außxueum, obtHUusen, uv^su/UArm , freizugeben, loa»- 
binden, keimtukehren, haiuailiaUen , preiigegeben, ilatlgefUnden etc., tAglelcb 
keine ecbte ComposlllDn vorbanden Ist, und man ehemals vlet richtiger gescbrie- 
ben hat: acht lu geben, bei tu halten, «fn lu reden, wieder nt luhrtn, selig tu 
iprecken etc. , wie heute noch: ehrlich lu KuteAen, Hofnimg zu gt^en etc. ; denn 
I es Ist widersinnig, eine PrSposilton fest zwischen zwei Wörter einzulflemmea. 

Sonst steht das lu des Infinitivs toalos vor dem Terbnm, als: itt /fUre«, 
w Aalten etc. Dem Terbnm angefügt, hat lu den Hochton, als: zuführen, nt- 
gebm, suAoIlen, stifAun etc. nnd bildet sonach ein wahres Composlütm. 

Schriflzeichen außer den Buchstaben. 

Nebst den Buchstaben 'sind noch gewisse Schrlftselchen vorbanden, mit- 
tels deren man Länge, Ton und Abfall der Vocale, Trennung oder VerkttB^ftnt 
der Sprachbestand thelle, den Beäeton eines oder mehrerer Worte nnd endlich 
die Aitu«n der Säze vor Augen stellt. 

Die griechische Sprache nnd Schrift hat diese Bezeichnungen weiter ge- 
trieben als irgend eine andere; nnd namentlich lassen wir Deutsche, am das 
Schreiben nicht allzn beschwerlich zu machen, gemelnlglti^ die BezeichiHUig 
der Vocaäängen, des Hocktoni, und der Laute ei -nnd e, wenn sie gleich sind 
dem df imd ä, bei Seite. Übungen In dieser Art der Bezeichnungen sind Übri- 
gens, wie oben S. 41 dargetban worden, sehr belehrend uud nfizllch. 

Hit einem Gibel über den Tocalen (d, i, t, 6, t), &, 5, i,} wird Ihre Länge, 
und mit einem Strich darüber (d, ü elc.} ihr Hocblou angedenlel. 

Den Redeton eines Wortes im Soze zeigen wir dadurch an, daS wir das- 
selbe in der Sctirlft Tor andern bemerkllcfa machra , z, B. JBan ißt, um zu leben, 
und lebt niM, um xu essen. — fficJU heute, «ondem morgen l—Wt einem SfreM 
Lieb er >ie ab. — m einer Nacht teard aOei zerilörl. ~ DU Zeü kann man mt 
zHrtUtwUnschen , aber nicht nlrdimfen. — Gut iit et gewesen! ' 

Der Jpoilroph ('] bezeichnet den seltnem AuEfOll von Vocalen andSUbeo, 
als: hob" ich;— wart' ein Weilchen! — gab' ich't;— er komme 'raui etc. • 

Die hSuflge Ellalon des e Innerhalb der TerbalHexlon «der am Dative 
mascoltner und neutraler Snbstantlva wird mittels eines Apostrophs nicht an- 



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SdirifUeichen anSer den Bachslaben. 63 

gedenlet, well dlwes nur die Schriri überffillen mOUe, also: er tleU, ibr /iihrf, 
üaU, verteßnt, bttrofpu etc., dem Mann, dem Xinä etc. 

Bben so weidg wird die Verwaebsung der Präposltloo mit Artikel, als: 
im, am, int, an* elc. oder die Abwertung der Flexioa, als: ein scbSn Lied, 
manch grauet Hmu etc. bezclcbnet, und vollends Ist der Apostroph sinnlos vor 
dem gen! tivl seilen «, also: Afritat, Amerikat, Cicero», AdfUtaitU, Adoift efc. 

Die Parenihete oder £Jatnmer, als: ( ) and [ ], dienet dazu, elugescbdbne 
Size oder aucb erklärende Worte xa bezeictmea, z. B. er kam (was kaum zu 
glaoben) dahin vor Sonnenuntergang.— Eite (helSl es) mit WeUel— Wai iit (per 
pareuthesln zu fragen) ein Bage$tolst — Beil {varV) ein wenig I — Dai Haiet^anier 
(RellauE) nehmen elc. Was zwischen Parentliese steht , wird mit etwas tieferer 
Stimme gesprochen. 

Zwischen daaUnführungiteiehen („ — ") pOegeu wir die Worte anderer eln- 
nschlletea, als: „Der Statu (tagte IttduHg XIV.) bin iek." — „Wat teoUt ihr 
CtpntcA tie) atto teftuiärm?" 

Der Gedankenelrieh ( — ) bezdclmet etwas , das man zurflkhallet , oder eine 
■bgebrocline Rede, wie z. E. PoAr« xum — i — her — GoU tei bei wul ~ Ich 
Haar tt OHcA tinauU to ^ AoAen, u4c tmdtre; alier — . lUU fremden Pfirdt» und 
eigner Geitet — doch dai Sprichwort itt behannl. 

Dasselbe Zeichen wird auch verwendet, um etwas unerwartetes, das nach- 
folgt, anzudeuten, wodurch eine kleine Pause entsteht, als : Sie nahm <hn endlieh — 
leiner dadurch tot »u werden — Über einem Gehenkten ttand die Intehrift : Bier 
mu er — wenn der Wind nicht geht. — Sonst hellt dieser Strich oft auch so 
fiel als btt, z. B. 20-30; von 17Q0-180O elc 

Das Bludezelcfaen ist -, als: ab- und lutehreüien, Hn- ßr.eälemalf grund- 
Md bod«nJo«, 06er- «nd ünlerägj/pltn etc. 

Durch das 7Venntin0Me<cAen wird angedeutet, daG man zwei verbundae 
Tocale nicht einsilbig oder als Diphthongen aoCsprecbe, als: ITw&afaU, Saide, 
beüia, AchUteide, Hoboi, Heroin etc. 

Das GteiekheiUieiehen (=) bedeutet so viel als äqwU, oder daE zwei AdS- 
drUe denselben Sinn haben , nud der zwelle den ersten erkläre , als : moler ^ 
IMer, nadaia ^= Ifadel, tladal = Stadet, mirmeli = Würmtein etc. 

Die Betonung anzudeuten dienet sowol das Ftagexeiehen als das Außrvft- 
leMen, nnd wie unsere Ahnen vor vierhundert Jahren'), oder wie die Spanier 



1, mn («47»). I 



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€4 Schriftzeichen auter den Buchstaben. 

beule noch, sollttVji wtr beide znr deulllctieni Bezelctaaang an den Attfanff und 
jilcht ans Ende der Worte sezen, aoB welchen Frage oder AuGruf besieht, z. E. 
? Wer da. — f Ba>l da meinm Brief empßmgeti. ~ I Et Ul aUei aaß wtd <tmm. — 
( Jch , er Ut nicht mehr. ~ I Der da oben hati gtthan. 

Das Fragezeichen wird gesezt bei direeler oder unmittelbarer Frage, sie 
mag einen Nebensaz baben oder nlcbl; als: Wottet ihr, oder woliet ihr nicht? — 
Sehet ihr nicht ein, daß aUes nur tu euerm Beilen geschieht? — WiUil du et wieder 
leugnen , nachdem du et schon eingestanden hast 1 — Wer wOl um scheiden von 
der Liebe Göltet? Trübial? oder Angttf oder Verfolgung? oder Bunger? oderBlÖfei 
oder Oepüirl oder Sehtcerl? 

Bei indirecter oder mittelbarer Frage pflegen wir dieses Zeichen meistens 
wegzulassen, als: er frug noch, ob wir seiner eingedm^ bleiben wolUen. — St* 
schien su fragen , wann wir eintt wiederkehren würden. 

On aber steht es ancb In diesem Falle, z. £. Ob sich in eimelne Formen 
Vtidaul ziehen könnt , uw kein ihn weitender Vocai abgelegt ist ? bleibt in der Flexiont- 
tehre zu untersuchen. — Die Frage nun, oA solches a überhaupt zur Ableitimg, 
anders außgedrükt, der zweite Contonanl nicht mehr atr Wurzel gehOre? oder 
umgekehrt, ob dieter tweh wurzelhaß, a bloße LautßUung teif fährt in Tiefen 
deutscher Wortbildung. J. Grinun. 

Das AoGrutazelcb«! wird angebracht bei Inlerjecdonen, die anEerbalb eines 
Sazes stebn, als: weh unsl Gott im Himmell Ei eil etc., und beim Tocatlve 
odOT Imperallve, wenn die Anrede besonders hervorgehoben sein soll,, als: 
Mein Benl das geht nicht an. — Liebes Kind! gedulde dich. — Theurer Freund! — 
■Geehrte Herren! - Woüt ihr nicht gekn, «o steht! — Wirf! es Ut Zeü. 

Befloden sich die Interjectionen In einen Saz verwoben , so enlbehieu sie 
leicht des AuSrufszeicheus , wie z. E. Dud hop hop Hop gitng's fort im Gal«p;— 
oder ein Komma ersczl dasselbe, als: ach, wie mag das noch werde»!— Ei, tu 
geh' zum Gukguk i 

Von der Interpunction. 

iRlerpunc(ton«n bezeichnen in der Schrift die Pausen mOndlieher Rede , 
imd es sind Ihrer vier g^rSnchllch, das Somtna oder der Beistridt {,), das 
Semikolon oder der StrichpunlU (;), das Solan oder der DoppetpunJU (:) und 
der Arndt (.). Das Komma deutet die kleinste, der Puulcl aber die grfiSle 

Die Bunmebr fasl gleichförmig in allen Sprachen angenommene Inter- 



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Anwendimg der Interpnnction. 



puudlOD Ist etn Werk der aeuern Zefl and bat Heb besonders seit den lezlea 
zweihunderl Jahren fest begründet. 
I Dei- PuQkt bezeichnet das Ende eines felnrachea oder complicierten Sazes. 

Das Komma scheidet die Thelle des einfachen u^d mehrfachen Sazes In 
die lileinern Glieder, auE denen das Ganze besteht, und das Semikolon be- 
zeichnet nur einen gröGern Abschnitt, als das Komma. 

Das Kolon will das, was hinter Ihm her gebt, als Folge oder ErKinterung 
des Yoraosteh enden bezeichnen ; oft anch deutet es attr an , daE man besUmmte 
Worte oder Beden anfOhrea werde. 

Fraktlscbe Begeln zur Anwendung; der Inferiiuncilon. 

Wenn mehrere Wörter derselben Gallung In einem Saze unmlUelbar auf 
einander folgen, so werden sie Im Sprechen durch eine kleine Pause, und eben 
so in der Schrift durch ein Mamma anS einander gehallen; z. E. Bit DaättTge 
sind ein uraile», berühnUet und ehnoürdiget GetcMechl,— Dörfer, Städte, Ftoren, 
Haine , otf » hat durch den Krieg gelitten. — AUei reunet , rellet , (iüchtet. — Rüttle, 
KMUUe, äbertrippe! 

Eben SD, wenn' mehrere Säzchen hinler einander ohne Conjuoetlon mit 
d«ngletcheit Worte beginnen, als: DieMenmüßen, die JUngenkSnnen sterben.— 
Der eine unll, der andere Ihul. 

I>3s Komma steht zwischen mebrern ähnlich gejezien Adjectlven nicht, 
wenn sie rürmettaart sind; als: ein armer dummer Teirfel;~- ein guter aller E»et; — 
iBoUöblieher ehrtnvetter Magiilral elc. ; auch nicht zwlscheu zusammcDgehörfgen 
Namen eiuer Person, als: Johann Beinrieh Toß, Hel/Hch Peter Sturt;— Sari der 
trofiei ~ Fridri(Ji der Solbbart etc. 

Vocativ und laterjectlon werden darch ein Komma vom Saze gelrennl: 
Dleibe doch abends nicht a«^, FMärichl — Bah, «mm mach' ieh mfr daraußl 

Das vor Tocaiiv oder Imperativ wird nicht gelrennl: O ihr Thorenl ~ 
iraue nicht ! — 

Die Apposition, sie mag einfach oder umkleidet sein, wird durch Komma 
vom übrigen Saze geschieden« als: Himnibal, der größte Feldherr de» MierUmu, 
starb durch Gifl. — Der AUe , nur bekannt mit »eines Sohnes ai^änglichem Elende, 
und nicht mit dessen naeMierigem &ülie , fand seines Jianmers kein Maß nnd Ziel.— 
Der Mensch , geblendet wie eine Miike vom Licht , rennt in sein Ferderben. 

Ja, nein, gewiß, freilieh, wenn sie als eine Art Belbenrung gebrancbl 
werden , gnüEen gleich einer Inlerjection am Anfang eines Saze.« durch Komma 



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' 66 Änwendang der laterpUDctloo. 

gMchledea stehn : A , diu gieHJe «tu iiocA ab!~ iVHn , lo nuteht et Eonrad niehll — 
Fteüiek, dcu Di>m hat Häktein. — Gewiß , wir wotten Männer lein!-^ Sieben diese 
Wörter aber als gewöhnliche Adver'bia, z. E. Ja to, da$ Aa6' ich vtrgetien. — 
Nein docft, «og' ich dir,— Freäick ämten nicht aUc eic, so wird btnter Ihnen 
kein Eomma geaezt 

0er untergeordnele , wie der beigeordnete Saz, wird von dem HanpUaze 
Imm« Im Sprechen durch elnePaaso, und folglfeh.in der Scbrin durch ein 
Komma (retrennt. Das Komma sieht also erslens vor simllletiea Relativen: 
tuelcACT*, der, to, ieomil, vieshalb, vro, vioMn; t. E. Ei ittäerteUte, velchea 
ieir geitem talten. — Der , so über «n» aäe tcacW. — Wir vHtten nicht , womit urfr 
et vergeUen loUen. — Der Grund, weshalb er gieng, viar etc. Ferner vor deu 
Conjonctlonea: daß, damit, «o daß, auf daß, alt, da, indem, icUr«nd, nacAdem, 
ttildem, »o lange, weil, tufern, insofern, alt tcelin, alt ob, venn, fallt, obteot, 
obgleiek, vwm auch elc. Br u>ül , daS wir kommen. — Man muß arbeiten, wert 
et Tag iil. — Die Gefahr war größer, als wir dachten etc. Endlich vor den stren- 
gen BDidewörleni und, oucA, oder, londent, olto, denn elc. Wenn er kam , und 
tie gieng. — JVtcM nur dtr Mond , auch die Sonne verUntten titk. — Der Diamant 
itt vertrenntar, also ***n Mineral etc. 

CoDjandlonen, die sich in wiederholen pflegen, als: (heilt— Iheitt, bald — 
bald, jet~iei, nun ~ nun; (eraerniehl nur — tondem auch, weder — noch^. 
Iid>ea das Komma nur vor dem lezten Thetle, als : Wir giengen iheilt einteht, 
thells jiuramnMii. — Wenn er mm te, nun ander» iciJI. — Rabe weder Gold, oAch 
SI»0r etc. 

Hlei>el Ist noch zu bemerken, dafi ein Saz zwischen einen andern ein- 
geschlossen sein kann; z. E. Was würde, sprach er, daraiifi nfcU folgenl — 
WirwoUen, tag' ich, »«nn«« gat Wetter' bleibt , Acute noch, und zwariSngstens 
bis nemi Uhr, mit d«r Arbeit fertig werden. 

Die Anwendung des Semiko'.ont erfolgt, wenn von drei ederinebrem Sizen. 
welche zusammen gehören, z'jvel mit einander verttunden sind, in welchem 
Fatlesie mltlels eines Semikolons vom fibrigen abgesondert werden; z. E. Die 
jAUIrr *agCt, der roter glaubVt; ein Ncrr tweifett daran. — Et gibt GewAchie, 
die tieh nicht verj^men lattett; d«nn unter einem fremden Himmel eferben He, 
<MiI iAN«n nur LUft und Boden ihrer Heimat gedeilüich Und. 

Das Semikolon sieht auch, wenn ManplsSze einander coordtnlert werden, 
Als: Ich kofte damalt, daß allei noch gut würde; aber die Witterung im Mai, 
wtleke tekr mgüntUg war, hat AemtnA «11« fio^uHp xerilärl. — Die FHnd« haben 



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Anwendung der Inteiputtction. 67 

UM viel Sdtaden geUum; Mein, wenn wir durch Sehade» klttg werden, so kann 
tm$ere EinlracM die Scharte bald wieder außwezen. 

Aach Gegensäze wcrdeß durch äa» Semikolon auE einander gehalten, als: 
Philipp tchämte sich nicht , bei den olympiichen Spielen mit gemeinen IBännem 
WR den Sieg lu kämpfen; Alexander teolUe bloß Konige !u seinen Gegnern haben. 
Et aiheini, das Gefühl habe den ersten ohne Unterlaß erinnert, daß er nur dureh 
lemre Arbeit seine Höhe erktomnun; und den andern, daß er im Schoß der Größe 
und, de* Gliiks geboren lei. 

Gleicherweise wird das Semikolon angewandt, wenn mehra-e coordlulerte 
SSze, oder wenn Nebensäze mit Wiederholung derselben ConJunctIon auf eln- 
and«- folgen. Im leztern Falle vor der zweiten und nachkommenden Wieder- 
holung. ZumBelspIel: Zehen Jahr' ein Kind; swantig Jahr' ein Jüngling; drei- 
ßig Jahr' ein Mann; vierzig Jahr' woMgethan; fünfzig Jahr' stille stdn; »echtig 
Jahr' geht't AUer on; siebzig Jahr' ein Greis; achtzig Jahr' nimmer weis; newntig 
Jahr' der Binder Spott; hundert Jahr' genßde Gott! ~ Ein ungewohnte» Klima, 
im Sommer drükettde Hize , im Winter grimmige Kälte; fremde. Sprache und SUte; 
tauemder Betrug; ein Leben voller Mühsal und Entbehrung; auf dem Lande weder 
Schulen nncA Sirchen, weder Ärste noch Apotheken; keine Hülfe xwn Anbau de» 
Badens; hohe Preise aller Lebensmittel: dies sind die Leiden, welche Einwmiderer 
in vielen Theüen von Amerika 2U ertragen haben. — Der Ritter sah numnehr ßin, 
daß auf diese Art nichts von ihr zu erreichen sei ; daß alle seine Blemühungen keine 
FthcM getragen ; daß er die Werbung aufgeben oder auf gam andere Manier trei- 
ben müße. — Das pußl, utie der Naget tttm Loch; teie das Messer zur Seheidt; wie 
die Wurit zum Darm. 

Das Kolon steht, um auf dasselbe ein oder mehrere Worte als Beispiel 
oder als Bede anderer folgen zu lassen, z. E. Die Subttantiva Wisel, Wurxelund 
yagel lauten althochdeutsch: vnsala, vmrzala, noftaf. — Aristotele» »prach eintt 
zu «einen Zuhörern: Meine Freunde! e» gibt keinen Freund. — Er bediente »ich de» 
Außdruks: Das Zünglein der Waage steht inne. ~ Le»sint/ vjürde vielleicht xu Herder 
gesagt haben: Ich gab dir liefe Blike in die Geschichte, und dusezest moraiische 
Gemeinpläic dagegen. — Winter, badiseher Minitter des Atnem, ervMerte: Wir 
haUm stet» die Band am Pulse der Zeit. 

Tomemllcb aber soll das Kolon dazu dienen, In Perioden die Nachsäze 
voD den Vordersfizen zu unterscheiden, z. E. Obgleich die Lage, in welche Cicero 
durch häustichet und öffenlliehei Mißgesdiik damals versest worden, ßr ihn schon 
hart und drükend genau war: »o mußte ihm dennoch ein neue» und »ehr empfhut- 



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68 Von der Wortbildung. 



liehet Leid dweh den Bintril seiner geliebten Toehler TuUia, welelur MW nach 
ihrer IVennunp von DolabeUa erfolgte , in dentetben. IrObietigen Tagen suilopen. — 
Wenn ich in »liller Milternachl aufstelle, wo die Ät^erksamkeü meinet Geisleg 
weder durch da» Geräiueh außer mir, noch dttrch Vnruhe und Leidenschaft in mir 
getlörl ist, und meinen Blilt fn dem tmermeßlichen Räume des gettirnten Himmeli 
umherschweifen lasse: to bemächligl sich meiner aileseil ein rubigei, aber alt- 
mächtiges Erstaunen, das sich bald in eine milde Sehnsucht nach dem Vrheber 
dieses WuTiders aller TTunder außlist. 

Von den Abkürzungen oder Abbrevtaliiren* 

(Im Baum uod Zell zu sparen, scbrelbr man von sehr bekannten oder oft 
wiederkehrenden Wörtern nnr den ersten oder einige der ersten Buchstaben, 
als: J. H. (Johann Heinrieh); J. J. (Johann Jakob); v. J. (voriges Jahr); i. J. 
(im Jährt); — Ferd. Ludw. Jan. Dec. röm, goth. aUs. franz. engl. dän. Er. Seh. 
d. i. Ferdinand y Ludidg, Januar, Deeember, römisch, gotkisch, atlsächsisch, fran- 
tösisch, englisch, dänisch, Kreuzer, Schilling. Bei der lezlen Art der Ablire- 
vlatnr darf man nnr mit CoDsonaulen vor Vocaleu eudigen, nie mit Vocalen; 
also z. B. nicbl Conitantino. , sondern Constanlinop. ; nicht Ja., sondern Jup.; 
olchtJVfbe., sondemJVib«!. oder nuriVt«., ä.\.Conslantinopel, Jupiter, Nibelungen, 

manche Abbrevfalnren sind eher CoDtraclionen , wobei man nur die vor- 
zQglicbsien Consonanten des Wortes als Bezeichnung sezl, z. B. Hr. Dr. Bt. ahd. 
mhd. Tthd. ags. mtnd. nnld. rh. Lds. Ctr. Thlr. fmd. Zig. es. as. OA. SER. LRS. , 
d. I. Herr, Doctor, Baten, altboehdeulsch , miltelhoehdeuttch , neiAoehdeutseh, 
angelsächsisch, mittetniederdeutsch, neuniederländiseh, rheinisch, Liedersaal, Cenl- 
ner. Thaler, Yotfismujut, Zeitung, einerseits, anderseits, Oberamt, Seekreisregierung, 
Landrechtssai. 

Jedes abgekürzte Wort wird hinten mit einem Punkte versehen, und die- 
ses geschieht auch wo ZIITeni stall der Worle gesezt werden, als: Heinrich IV., 
Karir., FrantL,den6.Jan., den 7. Dec, \mS.Kap.,iaallh.9, 10., BSm.tl, IS. 



Von, der Wortbildung. 



Die Wund ist In einfachen Wörtern mit echler Ableitung diejenige Silbe, 
woraof der Tod raht, z. B. in Gabel, Finger, «Hamen, lUonat, Bremse, SraTtich, 
Habicht, Lunge, Honig, F^che, Bädniß, Tugend, Bering , Frühling , Ladung , 
irditeh, haoficM, grünUch etc. sind die ersten Silben die Wurzel, und die andera 
nnr Blldnugaronnsii. 



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Von der Worlbildtang. 69 

Jede Wurzel tnafi noChwendls auE Con.ionaulen and Tocalea besleheo. 

CousoDanleD kÖnoeD sich bis zu fänfen. dabei elofludeu, aber nar et» Tocal 
beglellel sie. 

Das mlndesle also, was elDC denlsche Wurzel bal, ist ein Consonaol und 
«in Vocal; es liönnen sich aber auch twei, drei, tier und aufs höchste fänfCon- 
sonanlen zu einer Wurzel mll einem Vocaie verbinden. 

Hat die Wurzel nur einen Consonaufen , so steht er Im Nennwort und Zeit- 
worl allemal hinleo, als: ab-en, EU, iß, eil-e, iHi-e etc. 

Welt häaQKcr wird der Vocal In der Wurzel von zwei Consonanlen ein- 
geschlossen, als: vuü-en, geb-en, Teit-en, lob-en, ruf-en etc. 

Es dGrfen aber anclt zwei Consonanlen die Wurzel anheben nnd zwei 
sctilleEen, z. B. blind, Grund, Slang elc. — zwei anheben und einer schlleEen, 
als: bräl-en, klag-en, ipiel-en etc. — einer anheben und zwei schlieEen, als: 
bind-en, torg-en, fang-en elc. — Drei heben an, z. B. In Spraeh-e, Straf-e, 
Sehrag-en etc.; es schlieEeu aber niemals drei Consonanlen eine Wurzel; wor- 
aaG dann Tolget, daE jeder auf den Vocal folgende drille ConsonanI nicht mehr 
der Wurzel, sondern der Ableitung angchcirl ; z. B. Angst, Bnmfl, Dunit etc, 
mliEen wurzelhatl zerlegt werden In Ang-t-l, Brunf-l, Ihmi-l. 

In dieser Verbindung werden eh, p^und e nur für eiDfacbe Consonauten, 
wie k, p oder ^und 1 gerechnet. 

Folglich sind fUnf Consonauten die köchtte Anzahl, die eine Wurzel haben 
bann; gewöhnlich führt sie aber deren zwei, drei, vier; selten Iflnf oder nur 
einen. 

AaS bloEem Vocaie besieht lieine Wurzel und z. B. von Et ist der Con- 
sonant g abgefallen, daher In der Mehrzahl noch raundarlllch Äiger fortlebt. 

Nur In Partikeln , Fürwörlern und Zahlwörtern darf ein Vocal die Wurzel 
schlieEen, als: be-, ge-, du, sie, %icei, drei, da, vo , wie etc. ; denn von andern 
Wurzeln, die mit einem Vocaie schllcten, als: See, Schnee, Slee, Blei, Brei, 
Beui FYav, Gmt, Sau, Knie, ichlau, irm etc. Ist et» w abgefallen. 

Die Consouanten, welche die Wurzel anheben, sind auf die Wortbildung 
von gar keinem Elnnusse ; sondern nur die Consonauten , welche die Wurzel 
tehließen, und diesen zufolge Ihelien sich alle Wurzeln ersleni in solche, wo ein 
ConsonanI, und zweitem In solche, wo aeei Consonauten den SchluE bilden; z.B. 
mot-en, Raum, Spdn, grtin-en. Schwur, Sldb, Sliif-e, LAd-e, red-en, Ad-el, ras-en, 
Wat-en, Saeh-e, Ak-er, til-gen etc.- heU, Hall-e, Knall, helf-en, SoUi-e, Geld, 
iHlä, metk-en , MUrh . tchirimm- en , Glimpf, dumpf, könn-en, brenn-en, biitd-eit. 



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76 Von der Wortbildunig. 

trwik-en, hink-en^ wirr-ig, ii>erf-en, Wurm, Garl-en, wart-en, därr-en, ttark, 
berg-en, irüTg-en, ra»p-en, Imitl-em, dregeh-en, löKh-<e», feclU-en, Dachi, 
Luclu, RKht elc. 

Schwer Ist es In rnancbeo FüUea zn beallmmen, ob der sweite CoogonaDl 
am Ende einer Wurzel aocta dieser angehöre oder schon Ableitung sei , x. B. in 
oi-l, kat-t, Baf-t, ös-ch, fe»-t, Prach-t, Sehtear-m, Sin-d, Spin^del, Är-nte, 
Ar-t etc. mQGen die zweiten Mlllauter acbon als Ableitung betraehtet werden. 
Hier beginnt das dunklere Gebiet der Wort - und Wurzelforscbung. 

AuE den Wurzeln nun erwachsen aur.verschledne Art andere VVörler, die 
abgeleUH oder Derivata benannt werden. 

Die Wortbildung gescblelil demnach entweder durch eine inuiendige Änderung 
des Vocals der Wurzel, oder dnrch eine außerhatt angebrachte Mehrvng der 
Wurzel; Ott aberdnrch beide Mlllel zugleich. So z.B. iBl\ütrirü(,Traj^,'I!runk; — 
whließ, Sektoß, Seläußs — gchwör, sehwor. Schwur ; — sin^, Sann etc. lediglich und 
allein Innere Wortbildung, bewlrlit duich den Vocal der Wurzel and seine 
Xndemng, oder durch Laul und Ablaut. Dagegen erscheint In Lieb-e, al-l, 
keA-t, grab-en, Fahr-4, Sckab-e, Lad-ung, 6if-t, Wag-niß, faU-ig, Sper-iing elc. 
rein äuKere Wortbildung rolltels Anwuchs, so wie In Säng-cr, kund-ig, Spröß- 
Hng, trwUi-en, jaoUi-icht etc. zugleich inwendige Jinderang des Vocals der Wur- 
zel und äuGere Mehrung vereinigt sind. ' 

Siarkformigt Verba sind in unserer Sprache die iezte GrwtdUige alier Wör- 
ter; nur vermögen wir oll das Verbum nicht mebr nachzuweisen, well es aa(- 
gehört hat im Gebrauche zu sein oder verloren gegangen Ist; so z. B. stammen 
Fliege und FUthr von fiieehen und ßehen; JBakn, Henne und Hvhn von dem ehe- 
mals gebräuchlichen starkformigen Verbnm hanan, welches bedeutet , Hngen 
(canere); Hu/* von heben; Schaf von schaben etc. 

In der Wurzel erscheint auch die tinnliche Bedeutung trüber, die geitlige 
später; z. B. In geben, Gabe, Gift; lesen; jeten, gären, Gitchl, Geist ; desc Weital 
von .weilen etc. Hierauf ertolgt dann erst vneigentliehe Bedeutung, wie z.B. 
der HaAn an der Flinte; einen schnüren, statt überfordern; däioMen, statt vn-- 
gellen etc. 

Die wurzelrelcbe alte Sprache unserer Urahnen erlTenl sich lebeodlger 
Namen und Wörter, für deren nolbw^idlge und gehehne Beziehnngen ihr etne 
Ffille von Ablauten und Flexionen zu Gebote stand; die spätere, indem sie 
Wurzeln aatgab uud Ablaute fahren lleS, half sicti mehr durch Ableitungen, 
and unsere heutige Sprache, walche nur thetlwefs die Hinterlassenschaften 



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Von der Wortbildang. 73 

beider zu retten nieU, ergibt Blch otTeobar nur lii sehr den ZiuammeMezni^en, 
un Bewegung nad Deatllchltelt zu wileteo. Man kann sagen, daS dte frühere 
Lelcbtlgkelt der Form oll den Gedanken ersch^vere uud neben glüklicher IHtIb 
riltlgkelt der nameu kaum ElufieKfgkeU veiweide; dafi aber tm fiegewaze die 
jfiugere Spracbe, ddi überall den Gedanken eu lösen, lieber umBchreibe uni 
xusammenseze, als Ableitungen und Blldongea belzubeballeu, mit deoai sie 
Kr Teratand und BentUcfabelt nlcbl mebr auszureichen glaubt. 

Die BIchtIgkell dieser Ansicht wird dadufcb bestätigt, daG dle«EUea Ab- 
laute immer mehr schwinden, nenerlundne fehlschlagen mflllen, well nfcsaad 
sie verstände , oad dafi Ableitungen sowol als Composltlonen nicAt nur zn- 
nehmen, sondern sieb der Analoge nach lorlsezea lassen, well sie selbst auf 
den Fall hta, miSlungen und lästig zu sein, dennoch verstanden werden. Hau 
versuche oder wage aber z. B. auE latan, teben, fitchen die Pr9lerita IM, bäti, 
fAiek, und davon welter elnXtlA«, l&beln, Bäbe, faiehen zu leiten, und alles 
GefCfal wird sich gegen diese Bildungen empören, obwol sieSulerlicbganznacb 
den vorhandenen slarken Terba graben, grub, CrtUe, grübeln; geben, gab, GAbe; 
Utchet, Idseh, letcke» geformt sind. Well also die spätere Sprache durchaus 
keine Gewalt mehr über die Ablaute besizt, so mQEen diese als Ihr ällfistes 
Princtp anerkannt werden. Fehlende und verlorne starke Yerba darf man nur 
Dach feiner Aualogle derForoi indBedeutuag aufsuchen oder mulhmafien; alekUn- 
gen aber unserm Ohre schon wie fremde Worter ; z. B. naeht-igal, gal~»ttr~mann, 
per-gäl-ilern, erU-tpen-en, ge-spen-tt, tpan-ferk-et; — (oI, lol« Cluol«, vatlicula) ; — 
uraä-e, toüt ; — aeht'el , oDhs , uecht-e;~unB-nig'etn, nag-en,nag-el; — ichnek-e, 
tchnak-en; ~ {eg-eti, füg-en, fUg-e ; — tü-gm , lau, taü-eii ; ~ tctw>et>-tn , schtcib- 
^gen, ecbu>aif, tchwaif-en ; ~ ichwiz-en, schieaiß, tcluiiaiß-en;~sii-e, zeitig, 
teiß-en; — ichtniii, »chmid-en, ge-fchtnei4-e ; ~ rit-m, TU~el, rit-etit', rait-en, 
raü~ige; — nik'en, nak-en, naig-en; — ieg-el, taig-er ; — ieih-en , ge-dih-en, ge- 
(Lig-en., dieh-t; — vult, Müi; — tcOä, wotd; — /ümm-em, /Imn)»-«; — ^nrni, 
gram ; •- gimp-ei, gan^i-en, gump-en ; ~ dimm-er, demm-em, dwmm ; — tehrind-en, 
«ckninE, /clu^nd~e; ~- tcUind-en, «eAIwid; — rtnft-e, rwii-e)n, rank; — vHnk, 
iMAft-m, teank^el; ~ blinJt-en, blaitfi; — streng, itrang elc. 

Innere Wertfalldung , wie man In den angeführten Beispielen ersehen kann, 
bebt die EinfaclAeU des Wortes nicbl auf; soudernnur ein Wort, dem au£en 
elvas anwäphst, Ist kela einfaches mehr. 

Diesw Zuwachs, insefern «r au& dunkeln Bu>:bslabeu besieht, hclGt Äb- 
leiluitg; ist er aber eine denlllcb« Wurzt^L folglich elnWort, «o llndet Zusammen- 



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72 Wurzeln starker Verba mit Laut and Ablaut, 

lewHg statt; z. B. Wein-itok, Baeh-tlab, Ein-bamt, ab-wärt> etc. Ableltno« 
kann nur Ainlen, Zusaminenseniog aber vorn «der AitU«n an der Wnriei ein- 
treten. 

Ton der Ableltong unlerscbeldel sich dte Biegung, oder die ebenTalla 
blnten zntreteade Hehraag, welche bowoI elnrachcn als abgeleiteten Wörleru 
gleich allgemein zur Bezeichnung von Verhältnissen und Personea zuständig (sl. 

An die Ableitung der Wörler darf noch die Biegiatg$form treten ; aber die 
BlegDDgsfCHin macht einen SchInG, auf den kn elurachen Worte nichts mehr 
folgen kanu nud darf. Wo al$o hinler einer Blegungstorm, z. B. hinter -et oder 
-en noch etwas aagetügt Ist, mu£,es usfehlbar ZosatDmensezuog sein, als: 
Jahre$~zeü, Todet-Hoß, Wclfi-haar, Glülu-raä, Baimen-kantm , Unden-Noll etc. 

Wnrzeln starker Verba mit Laut und Ablaut. 

«I, vi: sA-l, el-Ie; — ver-gäl-sler-n,eal-sler-B]au, nachtl-gal; — kal-en ((tigere, 
induretcere), |[al-t,^kGl, kOI-en; — mal-en ('»toJ.i-eJ, mSI-e, mul-de 
(alveolMt), mei, mil-be;- tat, tol-e;— stell-e, stall. 

(un,(mt: ver-damm-en, demm-en, dämm; — tum flnComposiiifJ;— dem-er, dim-er 
(lenebrottu), demm-er-ung, morgen-demm-er-uiig, abend -demm-er-nng. 

on, un: ent-spen-en (abiaetaTe), ge-spen-st, wfder-spen-stlg, spnn (Mer), Span- 
ferkel ('(ticulaj ;— griln, gTQn-en;~hän, banen fcanercj, henn-e, bün; — 
sDn-e , ver-sGn-nng. 

«r, «r: idr-en, für, rur-che, ßr-t, fur-t; — scbwCr, schwer-t, schw6r-en, 
schwAr, schwur, schwar-le; — sctiDÜr (fttnU, cognala), schnQr-en; — 
bar-n, hür-e, här-en. 

«t, ufr: schaff-en, schür, schaf-t, ge-schüf-t, schöpt-er, ge-schfipt; — stall- el, 
ME-stapf-e, sluf-e, stäb, stnb-e; — ab-en (teneicere), äb-end;~- grab- 
en, grab, gnlb-e, grüb-e4n; — schab-en, schab-e, schdr, schab -er- 
uak; — hä)-en, an-heb-en, er-hab-eu, beb-amme, nr-hap fori(foj, 
haf-en, hilb-e, bür, ab-bob, hab-en, bäb-e, hab-lcht (ahd. hap-ith), 
haM, heM, bet-len, hüt-le; — Ob-en, öb-nng; — ITev-el, n-ev-el-hatl. 

Mt, vt: batt-en {pro/leere; es billl nicht nnd ballet nicht), baE, on-bal, nn- 
bäE-ltcfa, büE-e;- taS, feE-el, mG;-tad-en, läd-e, l«d, led-ig, la-sl 
(tör lad-f(}i'~vat-en, wüt, wOt-en, wad-e;— tut, hnnds-fot, (Utt-er, 
tat-er, vett-er; — red-en, tH, rdt-en, rdt-e; — satt, sätt-lg-en; — 
ad-el, ed-el; — Btät-e;— mul-er. 



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Wnrzeln starker Verba mit Laut and Ablaut. 73 

a>, tu: Ms-e, bds-eD, bas-l; — gri", was-eo, glas, ras-en (eeipes), ras-end 

dt, uk: sach-e, sag-en, sdg-e, sdcb-en; — bdch, bäch-e, bacb; — ak-er; — 
wacb-eo, wach-e, «ak-er, wek-ea, wach-t; — )räg~en, lrach-[, Iräch- 
llg, ep^lrdg; — aag-en, nag-el ; — be-bag-eo (ptacere), bc-hag-llch: — 
scblag-en, scblacb-t, scblucb't [abd. ilvf-l), schlag;— lacb-ea, Jach-e, 
läcb-er-ircb ; — schD«k-e, scliodk, schnäk-ea; — tag-eo, lag, dacb-t; — 
feg-ea, füg, fOg-en; — ge-aäg, ge-uQg-eo, ge-aOg-sain , ge-adg-aara. 

acht, uchi: wacbg-en, wachs; — acbs-e, aclis-el, uechs-e (axIUa, aia, ahd. 

aü, ü! sali, salUen, sall-er;-lalt, (all-eo, tll-geo; -bil-d, bll-den, blll-es 
(inciäere, itcare. Der mOller biUcl den mOlslaiiij. 

aim,im: ralm, ratm-ea; — talm, lalm-ea (glttlinare. Ehemals i, als: rim. 
Hm elc.j ; — glimm-eB, gllmm-w, glalm ; — scbimin-er, schlmm-er-D ; — 
Olmm-er, aimm-er-n. 

«in, in: zain (ramm), zaia-elseu, zaln-e (miß weiden ge/locMener korb) ; — schafu, 
schalD-en (abd. tcKin, »cWn-e«); — rafn f'cian«j, TalB(cUvv»), rinde; — 
scbwaln-eD (labeicere, deeretctre., abd. «trin-on), sctiwain (stw, ahd. 
*(rfn); — gÜD-eii, gi-nea (oMUare); — gralD-ea ((amenloH);— waln-en, 
wen-lg, wlnz-lg. 

ab, ib: gretr-en (abd. gi^f-on)^ grlf;- pteir-en (ahd. pfif-on), pfeir-e, pBr;- 
kneir-eo, knlf; - Irelb-ea (abd. (ri&-on), trib, Irlt-l ; - klaib-en o^u- 
tinare), kl6b, klel-te (fOr klel^-te), kleb-en (hterere), kitp-pe; - Iclb 
(ahd. tib), leiben und leben, b-lelb-en; — schrelb-eu [abd. *erib-on), 
scbrir-1, scbrelb-er ; — schweb-en, schwib- bogen, scbwair, scbwalfen; — 
relb-en (ahd. riA-on), ralt. 

tU, it: beU-en, bil, Ini-biS, btt-en (moniunevla), bitt-er ('amartuj, baU-en; — 
scbmel£-en, be-scbmetS-eo , ge-scbmelE, ver-scbmtz-t; — wlG-eii, 
ge-wlE; — flelS-en (ahd. vH^-on), ge-tllG-enl-lich, rielE; — refS-en 
(abd.H^-onl, rlK['»(;ii«iraJ; — ralz-en, riz-e; — schlclE-en(ahd. *cWIj-ons 
ver-scblelE-en , ver-scbllE-en, Bchllz ; — RchrelE-ea (ahd. «cftrij-on, 
sclodere), scbrlz (teistura) ; — OAt in unOät, un-Iläl-lg, fläl-lg (ptUcIter); — 
gtiz-en (nitere), gllz (»pltndor); — belt-en (exipeetare) ; - reil-cu (ahd. 
rlf-on), rill, be-ralt (paraltu), ge-rajle {apparaltu) ; — scbrell-en (abd. 
«r(t-o«), schritt; — strell-en (ahd. sfril-on), sirelt-lg, ge-strill-eo, 
ütrlU-lg;— glatl-en,ge-gllll-eD,glit-Bche;-bra<l-eii, brall;— schell-en 



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fi Wurzeln xUrker Verba mit Laut und Ablaut. 

(ahd. (cAUhiii), schald-en, schald-e, echaU-el, ge-scheld,! eat-sdild-eo, 
ofider-scbld ; — UK-eo, fC-laK-en, be-g-Ialt-ea; — lald (dolor), lald 
(iruAttuI, leld-en (dolere), g-tid (mtmbntm) ; — schoeid-en (ahd. «iAImmI, 
scbnefd-er, scholtl, scboltt-er;— meld-eii(abd.iidd-on),.ver-Dild'eD; — 
Qeld-eu (abd. irid-on), nefd, neld-er; — balfi, W«, er-bttt; — schwalt, 
schval-KeD, sebwiz-ea; — zel£-eo (dtltetari), zelB-lg (fmer, (eneOKi), 
zlz-e ; — falE [ping\iU) , ralG-l [pintvefaetiu) ; — ell-el (abd. U-ei) , eit- 
el-kalt; — getz (abd. (fit und ifix), gelx-fg; — slU-e, eelt-e, aall-e; — 
ecbmld-eo, schmjd, scbmid-e, ge-scbroeld-e (abd. tmHä-ar, artitex). 

eit, U: rlB-eo (cadere) , ris-el-u (ttiUare), rls-el {imbar, frattdo), raii-en (fwr- 
gtre, profieitei), rals-e {Her], m-e [gigta), ris-e (iir«iuMa elMlu); — 
reis (ahd. ri«, Iru(ex); — lats (ve$Hgi*m), ge-lals-e, lals-t, lats-tra; — 
les-en (and aaE dlaem Ur-en, docere, wie lem-tttn aat Ut-m^tn); — 
gai»-el (abd. git-el, obses), galg-el [Pagelbm), gals-t (ipirüiu); — 
eis (abd. ti, glacles), elg-en(abd.i('en, retram); — weis-cii(abd. iri(-on, 
moiutrare, dncere), wels-el (dux opum), wle-enl (ftuhiltM, äuxbotim), 
web [taßietu), vels-e (modtu), wefs-lAs («tne dttce); — weis maebeD 
(monitrare, dentoiulrare). 

fi*, it.' Hchlelch-en [ahd. tReh-on), schlich, sctilelcber; — ralch-«!, er-ratcb- 
ea; — reich (abd. ric/>, opaleulus, d[ve§), reich (Anperium); — blalcb-en, 
blalcb, bllk (nilor), blik-en, ver-bllch-eo ; — waicb (moUf«) , weicb-eo 
(eedere); — lelch-e (abd. Beh-a, ranus], g-lelch-en, g-lelcbj — laich 
(tpemta), lalch-en [ludere, bueivire], bofi~lalch (UtetreUdn, kegtUpil) ; — 
streleta-en (ahd. tlrich~on), strich, an-atrlch; — kulk-en (iQr 0-nU-en), 
nak-en, ualg-en, nik-en; — stelg-en (ahd. tßg-on), stafg, alVge, stigel, 
attg ; — salg-er (perpetuficulum, nuüleobu korologii), seg-ti ; — schweig- 
en (ahd. wfe-on, tacere), schwalg-eo {compuctre), ver.'ScfawIg-eii 
(lacüumtu); — lalg {matia faritue elc); — gelg-e [ahd. gfg~e), gelg-en. 

eih, ih: lelh-eo, leh-en; — - zelb-en (occtware), zalg-eo (indtcare), be-zich- 
(Igen, fii-zich-l (indfcolio), zeh-e, zeh-en (deeent) ; — deih-en, ge- 
delh-en, ge-dlh-en, ge-dlg-en, dlch-(, ge-dicbt (dtcMio); — selh-ea 
(cofare), ver-selg-eii, ver-sib-en, ver-slg-en; — welb-en («ocror«), 
weih-brann , weih-uachten. 

tum, atiin, UTfi; lium-and, leum-und {fama}, verrleuni-den , ver-leum-duDg 
(dtjftmtaH, diffamalio); — gauin-eit, brSall-gam. 

itm, amt, vn: lAn^tOn-en, doon-er; — laun-e, laun-tscb, Idn, Mn-en. 



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Wurzeln starker Verba mit Laut und AUaut. 7ö 

«ir, OUT, w: sUer, steiir, sleur-eD; — st5r-eB; — Elur-m; — acbler {cUo,propi), 
eebaw (grando), gcheor, schflr-gea (prolrudere). ■ 

itq>, oHp, t^: koapl-ea, knopr, knupp-el, knüpp-el; — schlief-en, Bcblupr-ea, 
schlapf- Winkel , ent-schlfipf-en ; — sauf-ea, er-sanf-en , er-säuf-en, 
saf (polw); — Irlet-en, trauf-en, (rSat-el-n, (ropf-en, traar-e, tropf; — 
klob-en, klaue, kluf-t (forcep$, flttura), reuer-lUar-t, knob-laach (für 
Uob-iaueh); — scbleb-en, scbub, schub-läde, acbnb-karrea, aar-9chnb, 
scbleb-er, schaur-el, sdiupf-en, anE-schupf-eu, scbaub {fatcictUut) , 
RCbob-er (ocemM), schöpf, gchnpp-en; — tanb, taub-e, lanf, lauC-e, 
tanf-en, läaf-ed, täur-er, lob-ei'(iHmu mtmlamt tüvoia), tupl-eo, 
dupf-en, dOpf-Irn; — raub-en, raob, räub-er, tiro-raab («polloiio morlut);. 
rauF-en, ranf-e; — stt«b-en, Btaub, staub-eu, stäob-en, släup-en,. 
släQp-6, staap-besen, stöb-en, ver-s(ob-en;-^schr3Db-eii, scbraab-er 
ver-schrob-en (contorlus), scbröb;- -dl^, dl«b-lscb; — lieb, Iteb-eUr 
lleb-e; — ^ laub, lanf, ar-laab, g-taub-e, g-laab-en, tob-en, Idb, ge- 
lob-1, ge-lfib-de. 

iut, auf, ul: gleG-en, guE, gosse;-^ nleS-en, ge-nal, nüz-e, auz-en, nnE; — 
ver-dniS, ver-drle£-ea , ver-dross-en ; — tds-en, ge-lös-e, diefi-en 
(tlridere), döG {»0ttfli«)i-^lÖ8 (lori), lös-en; — tqz (mtem), nz-ig;—^ 
roE, ross-ig; — schlieE-en, achloE, schiuE, schlQs9-el ; ^- niefi-en, 
OdE, fl0s9-ig, fl4E, DoE-Ieder, ab-ge-flosB-en , floUe, flolt; — S[6z, 
Dftz-eD; — scbleE-en, schoE, scböfi-IIng, schoE, scböE (grernivm), 
gescboE [Jacvivm], scbflz-e, schQz-eii; — sprleE-en, SDl-sprleE-en , 
aprot, GproG-e, eprOG-llog; — schleud-ern, schleud-er; — blet-en, 
ge-bot^ böte, bdt-ln, bQt)-el (praco), ge-blel; — leut-e, lot-e (viif a) ; — 
rät, rdt'en {rub^e), rAt (ntbigo); — sied-en, söd, sAd-brenaen, flud, 
bter-Bud, sOd, sQden; — grleE; — scbnani-e, schaeuz-e; — inlet-e(abd. 
miet-a, merces, niel-on, conducere), niEet-en; — aiel-en(/lif«re), nlet-e 
[ebemals naote, mtol), nlet- and nagelfest; — odt (nteeuilai, lalior). 

iHt, otu, tu: kles-en, kOr-eo, kAr («leclf»), kür-rQret; — er-liör-en; — kds-en, 
kös-ten {HaadubaTttur) , koa-teo [gtsltire); — keus-ch {catlut); — lös, 
l&s-en, log-en (deeipere, audire), los-er (äeceplor, imditor) ;— Ter-ller-«n 
(tflr t)er-He»-en), ver-lus-t; — (tler-en {(är /He*-en), ITls-el (febrit), 
fros-l, frör{rar'/V<'*)i — nIes-en(»(*rn«ore), nas-e; — lus-l; — rens-e 
{MOita), tAt {armtdo); — mies, mos {mvtcw). 

fuk, (Wik, wfc: luk-e, Ifik-e, laucb , loch, lok-er, b-lok; — rauch, rauch-eo. 



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76 Wurzeln starker Verba mit Laut und Ablaut. 

ge-ruch, ge-rücht (fama), be-rQcli-l-lgt, riecb-en {(rf/öcerg) ; — 
Bchmaucti-en ; — reacta-l; — laag-eo, (och-ter, tag-end, IQch~llg; — 
bieg-en, bog-cn, bug, bacb-t; — lög-cD, Ittg-e, leDg-nen, lög-ner; — 
saag-Sn, säug-en, sult-eln; — Irfig-en, Irüg, beitrug, belrö-ger; — 
nieg-eo, nieg-e, Hdg, llug-s, flOg-el ; — schmleg-en, schmOk-en, scbmuk 
{nitor, nffide); -^ zieh-pfl, zog in lier-zog , züg-el, zuch-t, zQli-ea, 
zakcn; — llleh-eD, (Ifib, flucli-l, nüch-leo; — -gauk-el, gauk-ler, gauk- 
ele!; — siecli (isgrodu), snch-t; — meucb-llDgs, meuch-el-mord, ab- 
muk-en, meuch-ela(ahd. mtoM-an, dam occidere, moaA, occldebat); — 
LIch-t, leuch-(e, leuch-len, Iflh-e (/tomma), llcbter-löh; — hdh, hdch , 
er-hÄh-en. 

if, ap, up: tretT-ea, trlf-lig, trer (ielwi); —~ geb-cn, gdb-e, gir-[, mfl-glf-t, 
be-gab-t, gäog und gäb-e; — web-en, wlb-el [»earaiK^u, a voiUando) , 
web-er, wrf-t {lextum), wir-llng, wab-e {(avas)^ wab-ern {vanari); — 
schweb-en, ent-schweb-en \aopire), Schwäb-cn {paeifieatUes?) ; — eb -en 
(piontwl, n-eb-en (ponet, ib-e, eib-e, äb-eiid, ab, ab-eo (leneicere), 
ab-er {äentm}, Sb-er {lerra regelata), ebbe (receiswi marit); — släb, 
stIt-(, siepp-en, siepp-e, slopp-el, stupf-en, buch-slab-en. 

n,iai, ut: eE-en, ca-ch, ös-ch (««0««, golh. üan, edere, al-iik, seges), (ahd. ej- 
i»e, eU-ar, elt-er, sepes); — tril (Ivrco), freE-en, ge-frSB («dOit); — 
ga£-e (via, lemHa), ver-geE-cn, ver-gel-)lcb, er-gez-en (reflcere. 
Te$liluere) ; — mcE-cn, mäE (modtu) , ge-mäfi, meß (mnimra); — slz-eo, 
sl: , saz , ge-säE , seE-el , vcr-seE-en , Be-slz, ver-saz ; — spleE [aupU, 
hasla, ahd. ipio^-an], spleE-eo, spiz-e, apiz, spiz-rg, spIS (vertt) 
• spIG-er (hinmilus); — Dtz-bofen;— ant-tlz; — bltt-en (roparsl, b(lt-e 
ge-be(, bett-eln, bell-ler, bell-o {tecitu); — (ret-eo, Irlt, lro)(-e (lor- 
cuiar}, be-lrc[-en, tralt-eiconcutcafio) ;— kneif -en((Iep«er«), ge-kneit; — 
c)ii(-eD (rfieere), be-gich-t, {b-eiek-t, confessid); — wid-e (ligaculam), 
wat (peiHt); — klz-eln;— waS-er (agua), waE-e(odor), waG-en (oI*re) 
ver-wa6-en (abolüus); — rä6 {itibamare, satie), (ahd. r<ty-*, rapax); — 
Ifett-er [eiTeamactor, mfihseltger arbeUsmann), frall {abgenben,vmnd); — 
stOz~cn, stQz-e, unler-slQz-cti i/'utcir«!, slad (ilalio}, slad-el (horrtwn\ 
slal [locus], st"(-e (/irintw, eotulaus'i; — galt-e, gatl-la, be-gal(-en 
(mhd. gel-eling, parens, cogaalus); — äd-er (veiia). 

u,<u,ut: ies-ea {eolUgere, legere), lls-t (an), les-er, Les-e, nach-les-e; — 
ge-n^6-en {mnari); — när-en [lervart. rmlrirf^. n»r-ang (wUritto, 



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Wurzeln starker Verba mit Lant und Ablaot. 77 

cibut); — wis-e (pratum), wju-eo («ip«), was-lg (kerbonu), scblnd- 
was-en; — schwes-ter, ge-schwts-ter ; — kiB («rena), kis-el [silex), 
kas-leo {cUla, ahd. ehai-lo, ckas-läri, Inclusor), kls-te, kasa-e, (kis- 
ten uDd kastea voll); — ves-e (/V^tnenfi ffeniu), Ds-el(p^nM), hagea- 
lls-el, fas-el [lobolei, faselvleh), fas-eln {proH/lcum ewe), Tas-eD, fts-e 
(/Wrtt), ras~er, fes-t (/Irmwl, taa-l{pene}, rarr-en (bo« inilor, (ÜTfpr-e); — 
has-e [leput, ab hirtuUa?), bas-el [corylvs], här {erinit), hdr-lg; dia- 
lektisch: käs (veriü), bos-eu ((tmoralia), wasser-bos-e. 
tfc, oJfc, ui: brecb-eu, brucb, brach (ager $lerüU, infirmui), prachl {crepitiu, 
ftulm; Berh-ta, Per-ab~ta, dea), brak {»triäor, tiafel und brak); brak 
(verscbnIUeuer huud); — schrik, scbrek-cD {pacere, paveteert), boa- 
scbrek-e,ben-Bcbrlk-el(Iocu«fa), schräk{pauor);' — nlk-en, Dak-eo, nuk- 
en, ge-nlk, k-oik-fasg; — rech-eQ(i;oR{rM-er«), recb-eD(riMlruin), recb- 
eneo (dwponere), rek-en, au£-rek-en {pertingere), rach-eo (rieliu), rech-t 
(exposUw, Tecte)f rlcb-llg, rlch'-(en, rlcb-ter; — rach-e (ullio, mbd. 
ge-ticlt); — sprech-en, sprAch-e, sproch, sprlcti-woil; — alech-ea, 
sllcb, sllch-el, grab-stich-el , slach-et, stok, slök, stek-ea, boro- 
Btecb-al {60» cornwpeta); — abd. milih-tt, (fallo), schwach, schwäch-e, 
schwäcb-eii {in/trmare, devirginaTt); — Lech {agre stiUana, nom. pr.}, 
Icch (lieeus), lecb-ea {liceocere) , ver-lech-eQ, lach-e (aqua ilagnans), 
lech-zen (Micere); — mög-ea, mach-l, mächl-lg, mag-d (mag-ad, 
vlrgo, woraal maid), roag-tumi mag-schan {virginilat, eognatio), Dagel- 
mageD (nagelverwandte), ahd. numa-zogo (educator pueri); — Ifg-en 
{jacire),- ab-leg-er, Idg-er, läg-er (cuWie), läg-e, ge-Iag, ge-leg-en, 
Ug-en-BChafl; — wäg-en, wig-en, be-weg-eu, wäg, um-wig-en, ge- 
wich-l (pondtM libra) , wucht , über-wuch-t (av'i!o\x.i) , wdg-en (aurfA-e], 
wäg-e (libra), wag-en (eurrm), v'ig-e {cutue , a movendo), wög-en (Jluc- 
luare), wög-e [/btctut], wäg {laeui), wgg-e, wSg-er (tUüii, utüiiu, luben- 
titu); — pQeg-en, pttich-l (officium, tulela), pfleg-e, pnicbMg; — pldg- 
en, pldg-e, pMg-erel, (nicht piak-erei); — dag-en (facere), ver-dag-en 
{reticire); — trag-en , fräg-e; — seb-eu, ge-slcb-t (uwjh, vUio); — vlb 
(peew), fab-en (copere) ; — ge-scfaeh-en, ge- schieb -te; — gch-en, gach, 
jäh-e, glcb-1 ; — qulk-en, er-iiulk-en(Mci(are), quek-sllber(arg«n(umc<- 
vum), quek-holder, quak-ele (anot, columiir), qnak-en {vagire, coaxare), 
quak-eln; — dek-en, dach; — sctioiek-en, schmak, ge-scbmak, schmek- 
er, scbmak-barti — strek-en, strak-s, slrek~e {tractut); — rtg-el, harl- 



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78 Wuneln starker Verba mit Lant n&d Abtrat. 

rig-el (cormwl, reg-en (movert.), reg-«n (plwrfa), rag-ea {emintn), 
eirfeg-ea{excitare), rfg-eln, reg-ueii; — Ixig-e (piger, abd. ar~träk-on, 
pIgSre, tied^e, iräk-i, plger); — späh-en («lEpforare), spfili-e [eaJUdtu), 
gpib-tf , Bu&~späh-er, spech-t (pirtu; — ipidn Ist anser ipiher, durch 
das Romanlscbe gegangen) ; — zäh-e {agre tlütatu, tmax), zäb-belt, 
fäh-er {ii*itta, lacrtma) ; — 13b-er (ats. Iure, pis, unser (Ar) ; — gcbraab' 
en (abd. mtAk-on, tmdA-i), Bchmäb-ltcb, scbmäcb ; — scliwflb'er (toeer), 
gchwfg-er («oertu) , ge-sc&weita (uxor fi'Otrii) , 8chwäg-er {maritut loro- 
tU); — ujtb, näb-en, naeb-I (nox, die nOhende, bof]W^), näb-e [pro- 
pinguUai), Dab-eii,nab-erln, nab-t; — rab-en (copn-e) , (acb (gitodcaptf), 
(icb-er (flabeüam). 

il, at, uJ: soll-en (debere% ecbnl-d, scbuld-eo, scho>d-Ig, scboll-ball; — stel-en, 
dleb-Blal (abd. ((als, turlam); alrei, slrtl-eB, sträl (rodittt, ptcln), 
strdl-ea (abd. itrala, pMnm];— bel-en, tacl-m, bel-d, ge-bll-ve(miA«t), 
. hM-e (coDcma) , Höll-e {lartariu), hal-m (ealamut), hol, bOl-en, anl- 
hM-en, baMngs, bäl {lubricut , dabiw), hQII-en, büll-e («etomrodnn), 
hot-d, bul-d {protegent, prottelio); — quil-en, qnAI, qaal-m; — lotl 
(((ttlAu), (abd. (u«<->an, morarl; tvalK, aopor; ItMi-on, torpere: lun-Ia, 
mora); — schwil-e [apoitema], schwO-I, schwQI-e, sctawal (owItM modJ- 
ciw), scbwal-oi Hepar), SumJm-oAa (fluir«n«m«n), SwaIa-bab(Dom. pr.), 
sebwalbe (abd. noal-auia, hlrnndo); — mll-ea (molere), mt\ (farina), 
mll'be (tinea), mel-Iau, mal-men {eontundere) , mal (partvärnUa, zell' 
lallcbeD), mdl, deok-mäl, möl-e (mola), mul-de (alveotut), mol-ta(piil- 
t)U) ; — säl (domtw), ge-se)l (eonltibenuüi$) , sel-lg (öeatut; abd. fdJ-fdo, 
iSt-de, beatllado); — t?l (teojmi), xH-ea {nili , ttndere) , er-xii-ea (aegtü- 
rere), zäl (ordo, mtmenu], zäl-en, er-zäl-eu (abd. xal~a, Itaus), zelt-e 
(linea); — acbel-en (df0<u6e;-c) , icbAi-e [eorlex, ptOamen, pattra, cra- 
nAun, bim-sdial-e), scbel-e, scbel-re {pvtamen), scboll-e igUba), be- 
acbel-en, be-ectiel-er (abd. teet-o, eqnos Initor); — gel-b, gllb-en, 
gll-we (fiavedo), gall-e (Mit, a eotore), gol-d, gttld-eu (a /laveiUne) ; — 
Tiil, ra)-b, tal-be, ral-cb, rel'Ch. ' 

iMt Ol», um.' nem-en, nlm, näm-e, an-näm-e, Ter-nnn-d; — bequem (abd. 
bi'fuatn-j, C0DunäduB),kam, ge-lfomm-en, zii-kunf-l;-~zlin-An(dee«re;, 
züm-en(domare), zAm (matuuetw), znat-l(eotiv*nttu) ; — stemra-en (eoAi- 
bire) , stanun-en, slamm-ebi {baOmUre), ■lamm (miilu«), aoge-glOm 
(Aif«Jw«iu); — scbim-en [erubeicere, pudert), scbdm (pitdor), scbam-ea 



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Wm-zeln starker Verbs mit Lant and Ablaut- 79 

(jmdere); — Mm (in gleich-sani etc.) i zu-sainm-eD , eamm-eln, edm-e 
{umtn), be-Mm-en, somm-er; — hlmm-el {«elum, tegmen) (atid. hitn- 
elii, laqaear), bem-de (jndtuittm) ; — Irem-el {veetU, Irabt), tram {ex- 
lr«mJ((u), (rOmm-er, zer-(rdmin-»ii; — • rromm {protnu), tromm-en 
' (commodum prattare). 

in, an, im: man-en {monire), rer-man-en ; — stOu-en (gewtere), BläD-en (abd. 
ibm-id, sasplrlam) , st^n-ea; — mton-CD, rolDn-e; — wonn-e (gou- 
diiHm), wal-de (shd. tHn-i, amlcus, Adas), wtta (/Uucia, jpM iniinit, 
defeelm), wAo-ea (habüare), ge-vAn-halt i — (ahd, cftm-a, nxor ; ehon-a, 
niQller) ; — dfin-en (extmdere) , dön-e (lemHcuIa) , dua-st (edor tparmt), 
dOnn («nuit). 

or, «r, or: (abd. lar, andeo, pnesnmo; (or-on, (emerare, ladere; (ura, do- 
cumeolum; ter-Jan, tsdere; lttr-f(a, temerltag) ; — b6r-ea (ftrre), 'bäi 
(rracbt-bdr, frugifer), bGr-en (ferire), ge-bdr-en (irettnre), ge-bär-de, 
ge-bär-en (porere), bdr-e (/erelrum), ge-burt (gemu), bflr-de l/tru»), • 
em-pAr (<Iale], ur-bär (rtädittu ferem) , bnr (uritH); — zer-en {rwnpere), 
zerr-en (tocM-ar«), z6r-eD (connunere) , Z£r-lDfer (coiwumrafM obridft 
Jttre), zor-a (*•«, trvplio), zar-l (Imwt); — scher-en ((ondere, «cor«), 
scber-maos (scero, loipa, a ;'od<«ii(Io inrom), acbar-le (incfiura), scb^ 
{$ettio-, colwrt), scbAr-e {fftrfex), schdr-ea {abgehotiltr Waid) ; •!— schwer- 
eu (dotere), scbwAr-e (ulnit, dolor), scbwir-lg (diffMlU), scbwar-m 
(lurfta), atävtt (graxiU, tnolMftu), be-schwer-de (mofeilfa); — ar-en 
(arare), ir (aguila), ar-g, Hr-nte [meiiU), ar-m (poMptr), arm (bra- 
cltiwn)', — wlr-en (durore), wär-eo {defendere), wir (arma), ge-wdr 
(ctulodta), ge-wi*ir, ge-w3r-aug, ge-wär, wdr (cerfiM, eoudw); — Mr, 
ge-rftr (inttduB, pertcutum), ge-fär-de (dobM]; — schmer (ad«p«), schmier, 
Bcbraier-eD {imguenlvm, unguere), be-schmf er-en {macitiare), ao-scbmler- 
eo (iUttdere); — »pti (hatta), spilr (vM^Vi"*") > spor-D (ctUcar), spar, 
Bpar-eD (par«t*,parr«re), spar-o, aper-llng (poMer), spir (Airwndo) ; — 
kar, bar-a [bicttu, wie noch In char-teoehe , char-fteilan) , kar-g (foHf- 
cittu, dDariM, ahd. dtar-ag); — ger, gir, be-gir, be-glr-de, be-ger-en. 

iU,all,vU: betl-en, haU-<tD {lonare), bell (tonorut, sodann allmällch auch 
elOTM), ball-e (atda, gva rcfonol); — bell-ea (lofrorc), bei (campana), 
(abd. mitt-b^^a, ljc\sca.) , mitt-bM-er (canit in tierqnüinto ßuo audax), 
wldeT'belUe (mutier rixota), bull-e (lawrut, muginu), ba|l (p<Ia, glolnu), 
ball-eo (invotuerum) , {bau, wo gelaozl wird. Dicht a eonflomeranäb. 



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80 Wurzeln starkor Vrrba mit Laut und Ablaut. 

«ondera das wort hl hlndoslanlsch und mtt bajadert verwandt), I>o]), 
boll-e (vai tvbrolundum, wa^ser-boJI), (ahd. him-boU-e, cranlom), boll-e 
{gemma aröoTii) , pol-aler {glomeralio};~^acbeU-ea (lonare), scbell-e 
{eampamUa) , scblll-lns [oii ionan$''i, scball (elartgor), scboll-t [gleba, 
terra resonans); — scbwell-en Itumcre), schwell-e {Urnen, mblimt, tur- 
gent], scbwall (iumor), scbwul-gl(lufr«r, falsches palbos), ge-schwDl-st ; — 
well-en (volvere), y/eW-etundä), sln-wel^rolundtu, vobHytlii}, wall {agger], 
wol-be, ge-w6l-bG {fomix), (abd. wuU-ido, uausea, a revolveixlo), wul-Bt 
(intolwTum); — gelt-ea (pefsonare) , gel'in, gal-m (ilrepilut), gal-meo 
{pentrepere} ; — knelL-eo (»(reperc), knaU (fragor), knllt, knoll-e; — 
(juell-en (sciK#e), qucll-e {foru, lealurigo); — feil {.peliit), vlll-en (ver- 
bcrare , excortare) , voll [plemu) , Ifitl-en [impttre) , hüll-e uod föH-e ; — 
slill-eD (sedaTe), sllll-e [siUntium), stall {stabtdmn), stall<eD, slell-eo, 
stoll-e [gradut); — schncIl-eR («uitfo moveTe, tmdere) , schnell, §chnlll, 
schnall, schnall-e (jlbuia, klinke); — grlll-e, grillen (im kopte), grllt- 
en-halt, grell [atper, inix), groll {fcrilat, odiam). 

üp, flip, ulp: belfcii (jware), hllf-e {Juvamen), ge-hilf-e {ajtxiHans}^ be-bUf- 
llcb, be-heir, ui)t-beir-er;— ^ gelpt, ge\( (arrogant, eornucans), ge- 
geil-e (arroganlia), geU-eu [tuperbire] ; — dclp^en (/ödere], ver-dolp-en 
[nepuUiu, verlocherl) ; — kalb [vüului'j, kalb-el [vaeevla], kolb-e, kolb- 
en [cavlit, fiutit) ; — alp, Alp-en, GIb-e, elf-en ; — lAl, falb, faicb, teich. 

iU, tül, Vit: scbmelz-en [liquefleri), schmelz {eteclrum) , scbmaJz [adepi eliqwUut), 
schmall-e, schmolt-e; — mllz, malz; — gilf-e ((nöaJwm), gcU-en [iri- 
buere, valere), ver-gell-eü, gell [pecunia, valuia], güH-e [debitum], 
gSIl-Ig, glld-e [Iribm] ; — scbelt-ea [irterepare , iner^are) , scbelt-e [con- 
vilttim), schuld [culpa], scbnld-halE {exaclor), schaK-en [imdere, schallcD 
' und wallen , scball-Jär] ; — wild [fa-ut], wlW {fera), wald [tilta], wall-ea 
{Imperare), ge-watl [polettai) , an-wall [advocalu«]. 

itk, alt, ulk:, melk-eu [mulgire], melcb-en, malch ; früb-melk, milch {lae), molk-e 
(ftrum); — belg-en [tumSTe, iratci], balg-en [mcrepart], balg {foUii, 
i'fnter, peltis, a lumendo], bulg-e [marsupium] ; — schwelg-en (gltUire], 
schwelg, schwelg-er ((urj;o), win-swelcb [inebriator] ; — be-felcli, 
befäl [mandalum, vom ahd. velthan, condere, recoodere, occnlere, conH- 
mendare, sepcllre; vetaho, condllor; feieh, ein flsch Im Bodens6, weil 
er sieb In kalter järeszeit lief Im wasser birgt, oder well er /VU ist]; — 



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Wuriteln starker Verba lail Laut und Ablaut. 81 

delcb-en (eelare) ; — [nig (selnim} , lolk ('cutntw^ Mlt-en (maevla) ^ lalb-en 
(Hnitlre taborare); — lllg-en, ver-tllg-eo. 

1, amm,timm: br\mm-en(rugire), brem-e, breni-ae (ttstrui} , brimofrepret), 
brum-bSre, brumm-en, broiiim-elo , bTumm-er, bmmm-el-bär , braof-t 
(rugilui); — -dlmm-en, deaim-eu(iit/foeare} , tlamai (agger), äSmin-ea; — 
scttv/lmm-eufnatare), iChyi»mia(spongia, fungas), schviemm-eo(aMuere), 
scluvemni-e (pUeina), sumpf (statt »um/T, iwumfl, patut , zosammeii- 
geschwointnen uasser), ausd (frelum, statt tumd, und dieses rSr «wu- 
mad); — grhnm-en, er-srlmm-eD , grlmni (aiper, fem»), iQ-grimm; — 
* klimm-^ (Kanäere), er-klimm-en , klemm-en (aTctarej, klemm-e 
(angustia); — gUmiu-cn (mieare), gllo-ster (scinlüla, für glim-tter); — 
(limDi-ea, Oimm-era (mieare) , namin-e (ignU molui, jubar) , flamm-eu 
. (flammii ardere). 

), amp, ttmp: tranip-ein (lolulim irej, Iramp-el (succutaator), trauip-et-tliter ; — 
Wm^t-^a (dccere) , g-JImpf [ahd. fta-Hmp/, modeslia, moderatio); — 
rimpf-en (rugare), rau[['(ahd. ram;i/l, tabrum, margo), später ram( 
und naa tand, der Aa»den (dte grenze, Scheidewand, bei Sctaatbauseuj, 
raad-elD, ränd-elo, (grenze entslaudaaS tre-rand-»«?)^; — rümpf Ctrun- 
cus); d\nipt-en(fUmarc), damf>t(vapor), demp(-ea(sulliicare}, dampt-ea, 
dümpf-eu fuaporfm ipargert), dumpf (iapuro»usj, dumpf -e\ (gurges); — 
klimpr-aii (alringere, inflbutare}; — kllmpf (filiula}, krimpf-eD (pre- 
mere) , krampf (tpatmui), krempt-eo, krumm, für krump, krampf, 
krAmiD-eD (cnrvarc, auch tn venire); — batop-en (vas magmim, calix), 
liQrDp-eler (dem es nicht vou slalleu g^l], hUuip-elii, DÜch-bQmp-eln, 
hampt-el (qvanlvm manu rapihir , Ist Dicht auE liandvoU zu deuten), hanf 
(manu raplut, ftlr hamf); — stimp-en (lutidere), slaoip, stampf (^Ituto , 
tigiUum, monclm lignum), sluoipf (obtusu$), stumpf nnd etil, stump-en 
(iTtmctit); — stümp-ler (schleehter arbciUman), slflmm-eln, ver- 
*lümm-«iB (iruneare) , slämmel (trvneu$); — slrimp-eu, stramp-en, 
strampf-eD, slramp-elu, slrampf-v\a (pedibws plodere, tibiae movere), 
strumpf (tibiale)) ! schlmpfOocut, irrJ«joJ,schlmpf-eii,be-schltiipf-ea; — 
kämpf, kämp-e, käiapS-er (pugil); — gtmp-en, gamp-en, garop-en 
(moveri, nttgari), g)mp-el, gemp-el ; — d(mm-er(ahd. timb-ar, obscnnis), 
demm-em (ob*cvrari), (abd. dem-ar, crepuscnlum ) , dumm (dumb, 
mulut, fatuut, atolidu»), boro-lumbll(oni>CT-o(a(u«, tn rohräommet ver- 



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82 Wurzeln starker Verba mil iaat und ÄbUnt. 

uustaKel; — kämm (kamb, peclen, critta); — kuram-er (katnb-er, dolor, 
sch«)Dl dae rraDzSaiacbe meomWe za selo). 

j«n, onn, «jin: kuno-en (noviste), keon-en (noscere), köou-en (possc, caUre), 
kfuD (gena, mala), kia-A (infans) , [abd. chunn-f, geaus)., kund (noiatj, 
koDd-en und fremde, kun-st ; — uon-en (favere), g-önn-en, gun-sl [favor], 
(ahd, an-»(); — brinn-ea (ordere] , brenn-en (crem are} , ver-brenn-en 
eomburere], ver-brnnn-en, brand (lllio], brenn-zetn {combus(i<mem oUre], 
brunn-e [fons] , brun-st, in-bruD-st; — be-gimi-eu, he-ginn, an-be- 
ginn; — Flnn-en, rinn-e, rinn-el [canalü], rlnn-sal (/t(r rinn -sei) , rans 
(rtimlw»), ent-rlnn-en, enl-ronu-en, reun-en (eurrerej, reno-tt: — 
spinn-eo, splnu-e (uranea) , spfu-del, ge-splun-sl , spann-en (fcrid^rej. 
spann-e [spilhama) ; — wino-en , ge-winn-en , ge-wlan , gewina-st [lu- 
crvm], fiber-wln-den [ßr Ober-wlna-en) ; — 9liin~en [cogitare], stnn 
(anitnas, senius], ge-sln-de, sonn-e, 9eu-den,ge-saTi(Il-cr; '— Irenn-en [se- 
parare), Hb'trilnti-Ig, ab-trüQd-igcr; — leDn-e(area), tann-e (aAtcs), dünn. 

im, anl, unl: sllnl, §tlnz [piseii] , slenz-en [trttneare, decerpcre], slaul '\kebe$], 
sluoz [angustum^ ej:iguum]; — glJDz-en (mfcar«), glaaz (nllor] , glänz- 
en; — blüd-en (Ij&are) , bfnd-e (/Vi«cfo), band, an-ge-bind-e ') , un-der- 
bfnd, un-der-band , ent-bind-en, bund [unio), auE-bund; — wlud-en 
(üoitcre) , wind [ventus), wind-el [involucrum] , wand [parics), ge-wand 
.[vesti^, wend-en, wand-eln, wand-el, wund-e, wund-er, wend-ig; — 
schrind-en (/Inder«), schrund-e (/t<«i(ra), scbranz, scbranz-e {»cwsuro), 
bof-schranz-CD ; — scbllod-eu (ahd. slind-an, glulire], scbluud (gulfur): — 
scbhid-eu [excoTiart), schund (purgamen); — scbwtnd-en (««atiMcerej , 
schwind-el [vertigo], scbweud-en [perdere], ler-schwend-en , schwand 
[tcisno, TUptura), v«r-schwand, ge-scbwiod; — grindenfmolcre), grind 
, {prnrigo), grend-el (gräve robur], grlnd-el, Grlod-el-wald, grund {pulvis], 
grund-en, gründ-er; — dlns-ea ((raftere) , ge-deus-e (commofio), duns-t 
[t'apor), lanz [saltatio], Duns (homo tumescem], auf-ge-duns-en -, — 
Mlad [cascus] , er-bllnd-en, bleod-en (cieeore) , piuni-er [quiaQtiHiit]; — 
zund-er, zund-el [fomeij, züod-en, en!-zünd-en [incenüere, ahd.sanl-ro, 
süex, reuersletn) ; — xand (dem, zän), zinn-e [lurris denlalaj. 

ink, ank urtk: Irlnk-en , trtuk-er , trank (po(u«J , tränk-en , (ränk-e , (rüiik (Aaw- 






n ttr liilir>l>li>o dFi Bunt 


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Woneln starker Vert>« mit Laut und Ablant, 83 

ttu»), IruDk-eu (tn(6Hattu); — sink-en [labi], seak-eu, vM-senk-en, 
ver-siak-eo, ver-suak-en ; — stiuk-eii (exhalare), slaak (odor), ge-staok, 
stäuk-eD,8läiik-erD, släuk-er, >iurcb-sl&ok-tTa{inve$tigare); — rrok-eo 
räak-eD,rtuk-«,riDk-elD, rank, rStok-e [miuhinaiionet) ; — echrÜnk-eD, 
schrank [fraus), ver-scbränk-t , hloIer-schräDk-lach ; — icbwenk-en 
{vibrare), schwank (vifrralio), schwank-el [vH>riiliiU); — hlnk-en (dau- 

dicare), benk-eo, heok-er, taank und wank; wink-en [nutre], wlok 

(nutui), wank-eo {muare), wank [moHa), vank-el {mutabitu); — blink- 
en [micare], blank (n>(tdiu) , bleok-eii (äealbare), blink; — schllnk-en 
[repere), schlank {ginuotut, graüilii), scbleok-^ schlenk-ern, schlenk-el 
[vagalor)^ schlenk-elD (t'ajrari); — l\iili (sinUUr) , ge-lenk (arffculut), 
lauch-e, laok-e {iUa, lumbw) ; — kliuk-en, eln-klenk-en, kllab-e, klink- 
el (pe«jB(K«);— denk-en [cogitare], dank [graCia), dank-en (apere gra- 
Uas], dünken (puliirej, dänk-eo, be-düiik-en , dünk-el (opinio, ambitio), 

dunk-el (oAicuru«), dunk-el-hall ; — Qak-e(/)-in{filla], fank-e(fcinKII<i); 

acbluk-e [erus, (ibia, p«rna], schenk-el (/'«mur], schunk-e (pema), 
acheük-ea [infundere , promere, äonarc), schank, BchaDk-nng, ge- 
schenk; — slng-en, slng-er, saog, ge-sang, sSog-'er, seng-eo (uilulare), 
seDgen oud brennen, süng-eln {crep'itare); — drlng-ea {ttrgere), dräng- 
ta{premere), drang, ge-dräag-e, ge-druDg-en; — twing-en, zwlng-en 
{cotnprimere), zwäng-en, 2waDg, zwfng-er ; — brlng-en (offeT«) , ttber- 
bring-er; — gprinK-en(«(tlire), ur-sprlng [oH|ro, scalurigo), be-sprlog' 
en {intilire, coire), heu-spriDg (iociw(a), sprlog-er, spreog-en, zer- 
8preng-en, sprang («ajluj , ruptitra), ur-sprang (origo); — sctawing-en 
(yerberare), scliwlng-e, schwang, schwang, sehwang-er (|frav<du« f. e. 
deies, eonciuttu); — stang-e, s(eDg-el(cau(»); — bring-en («onare cam^ 
panat), riog-en, riog (abd. hring, annulus), ge-rtog (centmtin), er- 
rung-ea, auE-ge-ruDg-en (atid. ranc, lucta; ranc-laicit, rattc-ictg, 
paixslra); — ding (re«), ding-ea, (tractare , periraetare) , tei-dig-en, 
ver-tel-dig-en (liligare, äefenderc) Ist gekürzt auE tagedingen ; — scbllug- 
en, acbllug-e, schling-el, süng-ffire (/untfa), schlang- e (seiyCTu), (abd. 
der »lang; suo-iifne-an , heranschleichen, gänzlich verschieden von 
tcMiiigtn, glutlre, weUJtes slimd-«n ist; — kllog-eD {tonart'), kllng-a 
^torren»), Höhen-kllDg-eo, kllDg-e(iainJNa coruseam), klang ((onif tu), 
ver-khing-en, höh-klnug-e (alfiionui, MiperAuO ; — llog-en (juccedere), 
ge-IIag-«D, ge-llog-e («ueceMtM), (abd. li*t~iio, piogperilas), laug 



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84 Waneln sUrkw Verba mit Laut nnd Ablaaf. 

(ducHlit, eoTUimtui, longui), long-en (tangere, pertingere), be-laiiK-eii 
b-lang-eo, ge-lang-en, lang-sam (alid. Itino-ar, cllag, prmper), Inng-e 
(pulmo);'— strliif-en (ttringtre), slrang (oOtcwlum ttringeiii') , itreuK 
(rigidni) , slreng-e (leverUai) ; — ting-en , faDg-en (captre , aceiptre), 
ÜDg-er (^HgitHB), fang (eap<ura, aequUUio); — gaug (iliei), ging-« 
(deiiderium), (ahd. girtg-o); — hang {eupido, propeniio), ab-bang, 
b&ng-ea, baug-el-b<rke, bmis-eT(famet,appilitvi vehement); — zaug-e 
Qorcepi), zang-e (lingva), (abd. gi-zKtie-at, racoudus; gi-svnc-ali, 
poSsis; himil-z«ne-al, aldus), tang-el, Ung-eln (z. b. die senae), 
tang'd-stok, tans-el-mokeD ; — blDg-eo, bang, bang-en (puUare), bunz« 
(tympanum) , bach-bnuge. 

irr, arr, um scbeir-en {lealpere) , Bcbarr-eD (rädert , ploAere) , acharr-e ; — 
wlrr-eo, weiT-en(ojJ'Bn(lere), v\tt-\% (intricatut) , wlrr-wair (con/Urt » ; 
auE werre stammt das rom. guerra, guerre, bellum); — scbnarr (<lre- 
pitut), scbnarr-en (tonare), schnarr-e ((tirdu«), schuarr-e (tieatrix), 
icbmaiT-ea(<KerUcften), acbnar'Chea(<(erl«r«), schnurr-eu, schanrr-« 
(jVi&ula); — aparr-en (v«cli«, trabt, pettvlui)., ge-sperr-e (eonlt^a(to) , 
sparr-en-werk, sperr-e (dülentid), sperr-en, ver-apeir-en ; — starr, 
starr-en (rtgere), w-atarr-eü, an-starr-en, storr-e {Irvnmi). 

irp, arp, orp : werf-eo (iaeere), (abd. wint-norf-a, ventllabrnm), varl(iaemt), 
wflrf-eJ («Mera , xvßoe); — werb-en (vertere'), er-verb-ea (acquirert), 
irirb-el (yorlex), ge-werb (negotium), vierb-nog (mbd. toerb-el, nuallus), 
werf-1, worb (die handhabe am ttntetufiC); — schwirb-el, scbwnrb-el 
(voTlex , revolulio); — sterb-en (mor^ , alirb-lg (morlMnu$), slerb- 
lieb (abd. tterb-o, peslls); — kerb-eo (teindere), kerb-c (iegmen), 
keri>-bolz (lignum inciium}, kwb (eorbü); — ver-derb-en (vüescere 
nnd vUem reddere), ver-dlrb-f g > ver-derb, ver-derb-en (perire); — 
' darb-eo (eir^-e), darb-er, durf-(, B6i-änrt-l (neceuüa») , dati (egel) 
be-darf , (bieder Ist auE bi-derb-i, bi~dirb-i, nlllls, ^ctuosas , was fär 
die dM htm, entstellt; ahd, bi~derp-iion, expediFe; un-bf-darp-Jo , 
neqaain, oalllns fmgla), decb (audax, grob); — acbarb, scbirb (rigidut), 
scberti-e (leita), Mbart (aeer, dun»), scfaSrf-eD (aeuere), scbärf-e, 
ichärp-e (degenkuppel), acharf-en, lehOrf-en (excudere); 

arm, arm, orm; warm (teptdv*, ealldvt), wänn-en (ealefactre) , wann-en, er- 
wann-ea (cat^ri), würm-e (ealor), wann (*«rmM), wfirm-letn (olcbt 
Dor vtmtHntlut, aondera flberbaopt eatubu. Wie folui a fovend«, ebmao 



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Wurzeln starker Verba mit Lant und Ablaot. 8S 

tottrm Ton warm, well man glaubte, daE wOrmer aaS wärme uod täal- 
nlfi erzeugt werden) , werm~üt (^abiinthimm) , wurm am Hager (parony- 
ekia, reduioia), warm-ätlg (vemtlbw» eorrostim}. 

am, am, om: (alid.iJi^ern, acuirlllUs; tkim~o, scurra); — kero (pranttm), kora 
^anutn, JVum«n(um), kdrD-l^ klra-Ig; — Mtb (eerebntm), hörn (eoma, 
gfeldiBam auE dem him gewachsen) , harn (urina) , (atid. «fmi, vetaa), 
fern {longinque , anno praterüo) , Ora-er (die aUen der Alpen). 

«rl, ori, ort: (mtid. »«ri-«», pedere, TU^detv), ßirz-en, (an (erepilum ventrii 
edere); — gert-eu {cingere) , gerl-e (vimen, virga, aetileut), gOrl-eo 
gart, gürt-el {cingulum), gart-en (tepimenCum, hortut); — werd-en 
Qlert) , w«rl-en (taxare) , w6ri (preltum) , würd-e (dignUat) , wttrd-lg 
(diffnut), wort(v«r6um, effalHni), (abd.wurt, fatum, rorluoa; {ri-tcurl, 
decns); — erz (nie(alluin) , würz (radix'), wurz-el, ge-wfirz; — herde 
({rrex), hirl (paUor), hart (Janua, elathrun, munimeny, apfel-tiurt, 
hört (thesaurvt, a ciulodiendo) , herd {foeut); — arl (solum, natura, 
indotei), (ahd. arl-dn, babitare, colere; arl-itrt, cullor),,erde (terra, 
habüalio). 

Artf^art, ori: derr-en f&r ders-en (tieeare), dörr-en, dorr-en, ver-dorr-en , 
Aots-e {cavlU), daiT-e (locus, in quo torretur), rOken-daire, darr, 
dfiiT-e (liccut, liceitai), Dürr-taalm, Tur-halm, durs-[ (tUii) , dOra-len 
(iUire). 

Hrk, ark, ork: slark-en (rig^re, poliere), stark (foriit, rigidus), er-stark-ea, 
storcb (ahd. ilorah, eicenia, a rlglditate) ; — berg-en (arcere, tueri), 
berg (motu), (mhd. ge-berg, refuglum) , ge-bfrg (nicht ge-bürg), bufg 
(arx , eivitai), bdrg-er (cfvu) , bürg-e(t>af, »pontor), bürg-en (j^jon- 
dere), borg-en (catiere, $pondere, mutuum dare), borg (spon»io); — 
twerch, iMercb Xtrantvertttt , obUguuif, zwerch-en (oMJguaH) , zwerg, 
ver-zwlrg(; — arg (tenax, avarui), karg (teruix, ehemals atlutui), 
(mhd. kvrg, lepidas, callidus) ; — würg-en (tlTangulare , oecidere), 
wflrg-er, werg; — durch (per), (ahd. d«Tk-el, mhd. dürk-el, pertusns). 

tip, atp, utp: resp-en (teUere), rlsp-en, rasp-en (eolUgere), risp-e (oramin» 
genug), rasp-«' (eolleelor) , ge~rasp-e (qui'squili<E) , rasp-eln, räusp-era. 

Ml, a*_t, ttji:- brest-en (frangi, d«/lc«re), brest, hresl-eu, g«-brest (defeetus). 
bmst (pectua) . brüst-en ; — gnisl {Stridor) , gnist-ern. 

i*k, tiik, u«fc; dresch^eo (Irlturare), drasch (trilura); — lesch-en (ixtingtti , 
extitiguere). Das provinciale losekören Isf verdorben auE lo/ihdren, loEeii 



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86 Ableitungen. 

und hOreo) ; — rrlscti (recent , tubfrigidtti) , (tiaeb-llr^ (poreeOut) , 
trosch (rana , voa der ^neD färbe nadvon der kälte);' — tisch (ffi«n(a, 
diicut), tasch-e (joeTa)', 

acht, acht, ocM: fecht-en (pugnare), fecht-er , ge-fecht , facht-el (eniU}, fucht- 
eln;— flecht-en (seirpare), Hecht-« (herpes), ge-Hecbt. 

äcfu, aclu, ucbt: dechg-en (linum ft-angeye), decbs-el (aieelta), dachs (melU, 
woraus mittellat. taxui), el-decbs-e {ahA.dihi-il, temo) ; fucbs (valpe», 
das bdrlge Her; vahi, coma) ; — lacha («almo, a splentlnre teu tvce), 
4uch9 Qynx'), ochs,, Aachs, wachs. 

' Ableitungeo. 

Es gibt AbleltuDgen, die nur einen Cunsonanten habea, und andere, welche 
deren xwei besizen. Oftmals vereinigen sich wol auch mehrere Ablellungen an 
einem Worte, z. B. teund^er-lich , Sond-er-Ung , Jäg-er-ei, Spieg-et-ung , Ärg- 
er-niß etc. 

Wir wollea zuerst die Ablellaugea mit Vocalen, sadana die mll einem 
einzigen CoQSonanteu , und endlich jene wenigem mit zwei CousoDauteu der 
Reihe nach aufführen. 

Ableitnngen mit Vocnleo. 
£. 
Männlich: Bol-e , Bub-e , »ab-e etc. 
Weiblich: Änl-e, AOb-e, Sache elc. 
Sächlich: Aug-e, Bett-e, Brb-e, Semä-e etc. 
Adjectiva: bang-e, müd-e, eng~e elc. 

IE und EI< 
Nur weiblich: Lilie, Lijfie, Pinie etc. Amt-ei, Betl-el-ei, Fat-el-ei, Gail-er^ei, 
Plni-et-ei, Sind-er-ei «tc. 

Ableitungen mit einem ConBonaDtec. 

EL. 

HSmilich : Vog-el, Baep-el, Zag-et etc. Beng~el, Eng~el, Ig-el elc. Weck~i-el, 

Deeh-i-el, Binn-tal etc. 
Weiblich: Fak-cl, Xad-et, TTurK-el etc. Er-Ie, Neß-el, JV*/!-«! etc. Am-*-et, 

Aeh-i-el, Träb-ial etc. 
Sächlich: Ge-nib-et, Ge-raß-el, Ge-tüng-el elc. BAnd-el, Ang-el, /n-»*B-«l, 

Ge-iind-et etc. RäOt-t-el, Irr-mt, Lab-ial elc. 
Adjectiva: dunA-ei, wank-et "), üb-el etc. lüz-el, ed-el, frev-eleXc. 



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Ableitansen. 87 



T«rba: nat^el-n, ^ab'€l-n, lapp-el-n elc. areeh-*-el-n , win-t-el-n , met_- 
«l-n «Ic. kiz-et-n, grüb-el-n, züno-el-n elc. 
In Seele hat daa I den ScbelD, als fehüre es zur Wnizel, was aber ntchl 
der Fall Ist. — Die Würter mit -ml , als Trtu»al , Savmsal e(c. sisd edler als 
die mit -s-el, wie Ge-mei-el, Sc^arm'ilz-cl, Schmier-$-el elc. , uDd beide Formeo 
dflrren sieht wlllkflritch wechsein, da z. B. weder Drängtet, Trüb»et etc., noch 
Räthaat, Stopsal elc. zuläElg sind. — In Erle und EUer glK die Doppelform , wie 
In Zunder üud Zunttel, FaHelabend nnd FasUnabend. —Form und Bedeutuas sind 
verschieden lo wandeln und wandern; Uiehetn und Idcftern; faifin und faiern; 
tcMUetn und »chätlem etc. 

• £R. 

Männlich: Ang-er, Sad-er, Wid4-er etc. BöU-er, Jäg-er, T^«n»-«r etc. Bofi- 

el'ier, Falk-en-ier., Jate-el-ier, Cav-at-Ur etc. 
Weiblich: Ad-er, Äk-re, MaU-er elc. Finsl-re, HeU-re, BiU-re etc. 
Sächlich; Eul-er, Fud-er, JUied-er etc. Ge-teitl-er, Ge-fid-er, Ge-licht-er elc. 

Pan-ier , Tum-ier etc. 
Adjectlva: dnd-er, ßnil-er, hag-er, heit-er, heil-er, tek-er, u>ak-er etc. 
Verba: hämm-er-n, Mnd-er-n, ptänit~er-n, hung-er-n, lung-er-n, Mapp- 
er-n, ak-er-n elc. äd-er-n und räd-er-n , ver-seku$t-er-n etc. 

Fast auG Jedem Verburo des luünlllvs läGt sich efu männliches Substantiv 
aur -er bilden; Indessen doch kein Fließet, Schießer,, Brenner (aber Mord- 
brenner etc.) ; kein Lieber , Biller elc. — Behälter, Empfänger und Jäger nelunen 
Umlaut an, ohne daG er schon im Verbo stall fludel. 

Bildungen mit -ner (slalt -encr), als: Hafner, Wagner, Gärtner, fiteitner, 
Meßnter, Harfner elc. sind gut; aber 8le werden verwerflich, wenn ein Gaumen- 
oder Lippenlaut zugleich mit I verbunden dieser Abisilung vorangehl, als: 
6esehichtner , Schriflner elc. 

Eingeschobnes r in Zeitwörtern drälil zuweilen einen Bann nach etwas 
auG, z. B. lächern^ ichtäfem, lüstern elc. 

Stall der Ableitung -er gilt in manchen Wörtern nur -ier als üblich , wie 
Falkenier, JuwelUr, Bankier, Panier, Turnier, Boßeiier elc. 

Bei Slädte- und Ländernamen verbindet sich dieses -er mit dem ungebog- 
nen Worte, als : Frankfurter, Pariser, Römer, Altenbarger, Obemdorfer, Würten- 
berger etc. Dagegen mit auGgeworfuem -en: Schafhauier, Ehinger, SaugaUfT, 
t^nwanger alc. 



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88 AbleitaogeD. 

B) Jungfer und Jvnker lil die achelabare Ahlaltaoc -tr auE der Z 
sezuDg Jungft-av and Jun^Aerr- abgeschwächl. 

AI und EM. 
Hdiuillch: Hal-m,Har-tn,Qual-tn,HtUTn,Zau-mKic. Od-«m, Brod-ent, £fd-amelc. 
Weiblich: Biu-me , Sro«-(im etc. 
Sächllcb: Ge-4är-m, Ge-ieür-m etc. Wü-um etc. 
Adjectiva: ar-m, icar-m etc. 
Verba: er-ft-ar-m-en , blO-m-en, här-m-en, naeh-ah-m-en etc. /ä<f-tR-«n, 

wid-m-cn, alA-tn-en etc. Hn-fäd-tln uud ein/'dd-ffl«n etc. 
IV und EK. 
Uäunllch: Deg-tn, Z>or-n, Baf-en, Har-n, Sler~n, Zor-n, Ztcir-n etc. 
Weibllcb: Sitr-n, Eb-ene, Äch-ne elc. 

Sächlich: £a-en, Gar-n, ffir-n, Hor-n, Laken, Wap-en, Ztiek-tn etc. 
Adjectlvai «6-en, ef^-cn, off-en, trok-en, trunk-en etc. e{cA-«n, lann-en, m- 

er-n, tapr-er-n, frd-en, teüü-en, led-wfti etc. 
Verba; I«uff-ncn, eti-n«n, sür-nen, viaf-nen, Mg~nen etc. 

F, PF, P und B. 
Wur-f, hel-fen, Hül-fe, tehar-f elc. Sam-pf, Sehim-pf, Sum-pf, Dam-pf, Ban-f, 
Bet-pe^ Hat-pel, SeltÜ-f, Sar-pf, elc. Er-be, hal-b, dar-ben, Al-p, ScKer-ite, 
ftchieal-be, Nar-be, gel-b, fal-b, !Mil-bt , Wit-u>e, wöl-ben, fär-ben etc. 

T. 
Männlich: Dvf-I , Saf-t , Schaf-l , SehuM "^f- Äi-I , Bat-l , Bori-t ele. Doeh-I, 

Kneeh-t, Speeh-I, With-t elc. 
Weiblich: Brunf-t, Sluf-I, Trif-t, Zunf-l «le. BrunM-l. FH$-t, Bat-4, Wur*-l de. 

An-dacit-t, Bueh-t, Such-l, In-zieh-t elc, 
Sächlich: ßf/"-!, Slif-t, Werf-t etc. JV«»-(, Ge-tpinni-t etc. Seeh-t, Äm-l elc. 
Adjectiva: tanf-t, Hand-haf-t , hab~haf-t, er~pich-l elc. d<cA-l, licK-t, leich-t, 

eeh-t, tdüichr-i, ge-*ehtaeh-t etc. 
Verba: hef-len, lil/-len, duf-lenetc. dür*-ten,leU-ten,rat-tenelfL. äch-len, 

lieh-len, trach-len elc. 
Dax ( Ist die wirkliche Abteilung; (, i and ch, wo sie unmtUelbar auf den 
Vocal der Wurzel folgen, lassen sich auE b, d oder g erklären. Häf-te von 
heb-en; Gif-t von gcb-en; Trif-t von ire<6-en; Schrif-I von ichreib-en; Gmf-t 
von grab-en; Sckvf-t und Seltaf-l von tekieb-en nnd tchab-en; Lat-l von lad'tn; 
Trach-I vonirag-en; Ge-ir'ich-t vou teieg-^n; SeMaeh-( und Fraeh-I von tcAJaff-eM 
und /rne-en ; Zvch-l vou sicft-ew; Specli-l von ^pdh-en; Bufh-( von 6t«{r-en etc. 



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Ableilungen, 



Ole Slämine vieler Ableltiiogen dieser Art slod irelllch duokel oder un- 
lieber, z. B. die von Ml, Bast, Gatt, Lvfl elc. 

Da sich f, m oder n, f und ( gern verbladen, so sieben f und i bisweilen 
als tingedrungen, wie In Änkun/l, Zu&un/I, Vemvnft, Zwn/I, Suntt, Brmut, Gwut, 
Mtpfniuf, Gewintut, GetclwvUt etc., da in kommen, nehmtn, (iemen, können, 
hmntn, gBmten, «pfnnen, gewintun, lehwellen weder f noch i statt finden. 

Zuweilen lauschen f und i, f und cA, als: »achte und lanß; NifUl und 
Niebtt; Haft und HocAf ; Slafler und Lachter etc. 

Z. 
Hännllcb: PH-i, Fal-i, Spei-*, S(t>I-i etc. Kreb-i, Pti-t elc. 
Weiblich : Ww-x, WüT-tt, Svl-t, Mil-s elc, Bin«e, Hom-iß, Brb~$e etc. 
Sächlich: Bür-i, H«r-i, JflI^z, ScAmaJ-i, Ob-it, Er-z etc. 
idjectlva: pan-e, kur-x, tlol-i, ichwar-i, k-s etc. 

Terba: er-gän-itti, giän-xtn, kar-ien, icitür-xen, wäl-zen, dcit-ten , blin-zen , 
u-tm, du-zen, ga-zen eli;. glei-ßen etc. 
Wechsel fludet stall mit 1 nnd i In mn-t, flin-te und Flin-t ; Spelt und ^«{i ; 
SHul und 5linE,' Hir-tek entstand auE Hir-z; Bei-füß Igt auG 6t-p6ß (was man bei- 
tloft) vQllig enUlellt. 

D und T. 
Hännllcb: Bran-d, Grwt~d, Bar-t, Fur-t, Gw-t, n€r-d,S<Ail-d, Spai-t, Stran-d, 

StMun-d etc. Mon-al, Zier-at etc. 
Weiblich: HM-de, Gil-de, Fat-tt, Bal-de, Her-de, War-te, Ge-wat~l elc. Heim-at, 

Arm-Üt etc. 
SäcblliA: Ban-d, Kin-d, Lan-d, Sdneer-it, Wor-t, Zet-t, En-de ein. £l^n-odetc. 
Adjecllva: al-t, btin-d, bujt-t, har-t, kal-t, wun-d, lar-t etc. 
Verba; gel-ten, schel-ten, bin-den, fin-den, hai-dm, schlin-den, blen-äen, jOr- 
len, ^ahn-den etc. brä-tcn, len-den, küj\~den etc. 
Vnz weitet hart stammt o^l von oj-m, kal-l von kal-en; Ar-l von ar-«n, 
uhwm-den au£ fchwin-m, fin-d auE kin-en, Bran-d auG brtn-en, und bei aa- 
itm Ist die ableitende Natnr des d oder 1 noch olTenbarer. 

S, SCH und IS. 
Hinnlich: Bar-»eh, Bim-i, Bur~tch, Hal-t, Flin-t, Zin-tf Ftach~t, Fuch-t <Ae. 

Wel-*, Ftl-i, Pfipf-U, Bt'U, Kürb'U, Hir-ieh etc. 
Weiblich: Äch-ie, Brem-le, Ei-dech~4e, Far-ie, Gem-»e, Sir-ithe, Gans, 
Lef-ze, Lin-ie etc. Em-i, En~i, Bü-tt, Slvn-ic, HiU-ie, Seb-ieelc. 



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90 Ableitungen. 

Sächlich: Waeh-t, Ge-sim-t, Ge-teäch-s. 

Terba: wachsen, sumsen, humsen, wain-ten, wiek-ten^le. keb-ten, feü- 

tehen, be-nam-u-n ete. 
Der Laat < i^eht bisweilen über Id r, als : kies-e« und kür-en, jet-en und 
gär-en elc. AuE Vcrglelchiin^ nall Wörtern des nemllchen Slainms erslebt aian 
ort, daS I ableitend und nichl wurzclhaft sei, x. B. Vlans, fletm-en; Lef-te; 
Lipps ; Bremse, Brem-e etc. Auffallend viele Thiernanieii sind mit « abgcleilel : 
Dachs, Fachs, Lttcks, Lachs, Gans, Ochs, Gern-«, Bremse, Wels, 
Erebs elc. 

K und CH. 
Männlich: As-ch, Baui-cht Btu-ch, J^-ch, Wis-ck, Wum-ch ett. Bolt-ick, 

Dan-k, Epp-ich, Sül-ick, Schat-k , FiU-ick , ScMn-ken etc. Sel-ch, 

Eß-ich, Mün-ck, Sel-ich, Tepp-ich, Lall-iek; Sran-ieh, Hab-icIU; 

Wal-ch elc. 
Weiblich: Esshe, Flai-che, Tas-cke, Wä»-che elc. Ar-che, Bar-ke, Mar-ke, 

Ban-k, Ler-che de. Eir-cke, Bir-ke, Tün-cke elc. Mit-ch, Fur-che etc. 
Sächlich: Fleü-ch, Drassh; Vol-k, Wer-k, Wra-k etc. 
A4Jecllva: ^-cA, fris-ch, keus-ch, rae-eh, bttrs-ch, han-ch, mors-ch etc. 

blan-k, pirt'k, fran-k, kran-k, lin-t, gcblan~k, schwan-k, stark, 

tcri-fc, swer-eh etc, 
Verba: was-chen, heis-citen, dret-chen, löa-chcn, mU-ehen, %eU-chen, 

fii-chen elc. wal-ken, irin-ken, ünrken, ttin-ken elc. tün-eben, 
' Die Slämme der Ableitung sk oder ich liegen sehr tiel verborgen; denn 
auG weicher Wurzel mögen wo! Fis-ek, Wii-ch, Fros-ch elc. treiben? Wunsch 
dürne sein TTun-scft ; Lösche aber Loh-isc)ie (Loh-gerber} ; barsch, harsch, mor$cl> 
sind otTenbar barseh, har-sch, morsch. 

G und IG. 
Männlich; Bal-g, Ber-g, Dran-g, Sar-g, Z-wer-g, Bür-ge, Gat-gen etc. Hon-ig, 

SSn-ig, Pfenn-ig, ZeU-ig etc. 
Weiblich ; Fot-gc, Sor-ge, Biir-g, Lan-ge, Scbtan-ge, Slan-ge, Wan-ge, Zange, 

Sächlich : Din-g. 

Adjecliva: ar-g, bim-g , jun-g , kar-g, lan^g, Hren-g,; art-ig, a»i-ig, blnm-ig, 

biut-ig , v>m-ig , lorm-yj etc. barl-ig, brüeh-ig, bünd'ig, häftf-ig, 

löth-ig , teürd'ig, xücht-ig etc. 
Verba: drin-gen, brin-gen, sujin'gtn , iprin-gen, lehwtn-gen , schlin-gen , 



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Ableitungen. 91 



'Uin-gen, rin-gen, ber-gen, lehür-gen, ein-igen, tteil-igen elc. bUl- 

igen, piin-igen, lünd-igen, seU~igen, zächt-igen etc. 

StDd Beiwörter auf -ig anS umlautender Mcbrzahl gebildet, so haben sie 

ebeufätla den Umlaut^ als: blälUr-ig, ränder-ig elc. hesgleiclienlang-ärm-ig , 

ilgen-händ-ig, plaU-füß-ig elc. lo da-t-tg nad Me-s-ig Ist das ( eingeschobeu ; 

In deifaOs-ig uud 'aUmfaU>-ig rübrt es vom geoUlvea Adverb detfaiu elc. her. 

Dem Cmlaate 'wldersteben : ab-ig, dag-ig, dorl-ig, vor-fg, ge-duld-ig, 
nanig-fall-ig , Drei-fiiU-igkeit , kund-ig, glaub'ig, dwch-laucht-ig , ichwld-ig, 
fdl-ig, but-ig, mulh-ig, wenn sie Dicht zusammensezeu. — AuE dem Partlcfi) ist 
lAend-ig formiert, mit dem Hochloae fehlerhan aut der zweiten Silbe. 

AaS -lieh Ist das -ig entsprungen fn adel-ig, bitl-ig, *ümäl-ig, vM-ig, un- 
täU-ig, rSr adeUUch, bil-Hch, allmäl-lich, völ-Ueh, Ktizäkl-Hch. Ebenso sind 
iviüeh und Drück zastunmeugesezt, nemlich; Zwl-lieh, Dri-tich. 

WIIJ. 
Weiblich: Fäul-niß, Finiter-niß, Bef\ig-niß, Erlauö-niß, Besorg-niß elc. 
Sichllch: Ärger-niß, Bild-niß, Bünd-niß, Gedäcbt-niß , Bedürf-niß etc. 

Empfängniß, Versävmniß, Ferderftnijl und Erüparrat/i leiden beiderlei Ge- 
Khlechi. — Abgeschmakt sind neuerruudene, wie Lab-niß, Denk~niß, Trok-niß etc. 

OLF, OLD, OliT und HABT. 
Hionllcl): Ad-olf, Rud-olf, Agü-olf, Büer-otf, Mark-olf, Sekaw^oif, Wil-olf, 
ItacM-olf, Wan-olf, THeg-olfetc. - Megin-oU, Ger-oid, Dieb-oUt, 
Ravb-oU, Hun-oU, Sind-oU, BercM-oU, Schwer-oU, Land-oU etc.— 
Degen-hart, Eber-harl, Egin-hart, Regin-hart, Wo^-hart, fiani-Aarl, 
Nid-hart, Schlag-hart etc. 
Terha mit 

EIVZEIV: 
bok-ettten, Jud-ensen, rauch-ensen, wild-msen, faul-ensen etc. 
IVB. 
tenn-wut (vtr-leum-den) , fFtt-enf, El-end, Jug-end, Tug-end, latu-end, Jir-tKc. 

SVG und liCVG. 

lUiuillcb: Her-ing, Eü-l-ing, Pfenn-ing, SchiU-ing, Zu4U-ing elc. (Sächlich: das 
ületHng). BHii-ling, Find-Hng, Fand-Ung, Flnsler-ling , R6m-Ung, 
Früh'Ung, Häm^ling, Höf-Ung, Jüng-ling, Kämmer-Hng, Pfiffir-ling, 
Sävg-ling, Schir-ting, Vier-littg, Wis-ling, Zücht-ling etc. 

Adyerbla: hehl-ingt, blind-tings, gäh-lings, meueh-tingt, rük-Ungi, ritl'lingieic. 



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92 Ableitungei 



UIVG. 

Uänallcb: Bom-ung , Kibet-ung. 

Weiblich: Lad-ung, Reib-ung, Six-wng, Büd-vn^, Löt-tmg elc. 

Die AbleltDngeu aur-tn; bezelchneu melsleus etwas Periöntiche*; die aaf 
'■010 aber Sachen uad Handlung«». — Elolge aaf -ling habea eben verächlllchen 
NebenbeRTK, als: Dichterling, FrSmmting, WMing, Römling, SondeTling. 

Der »chranbenlose Gebrauch der Wörler auf -ung macbt die Sprache hart 
und m(Hio(oa; mao wähle algo lieber etaeaadere Form, wennsolcbe vorhaDden 
Ist, slatt Jener auf -ung; z. B. Geschik fgr Sehikung; EinriU statt Einreitmtg; 
Anlaß statt Verantattung elc. 

ST. ■ 
Mänolfch: Mor-tut, Pat-iul, Sigr-itt, Heng-tt, Berb-tt, »t^-wt, Dien-it, Em-tt. 
Weiblich: Et-$UT , Ät-*ler , Äng-il. 

SCU uDd ISCH. 
MäDalich: Ö-sch, A-tch oder E-»eh; ItteH-teh. 

Adjectiva: häm-iich, ird-Uch, höf-iseh, fctnd-itcb, läpp-iteh; ar^-Uch, deut-teh, 

engl-iiehf jüd-isch, peri~iich, wel-tch etc. berlin-itch, leiting'iich, 

luiher-isch, hotner-itch, ir-iteh, ruß-iieh, däU'üch, icbot-Uch, brit- 

iach elc. grönländ-Uch, iilänil-i»eh , hoUänit-Uch etc. diehter-iich , 

iavber-üch, tohweUer-üch , wiener-isek etc. 

Verba ; verdeut-Khen, wet-tchen, rolhv)el-schen,kauderuiel-*chen, enlmenichen, 

Fehierhafi Ist die AuSlassaog des i, z. B. In gotha'»eh, coUa'tcht elc. — 

Nicht Immer gilil bei Ortsnamen die Ableitung -üeh nach -er an; z. B. kein 

berliner-Uch, ft-ankfurler-Ueh elc, sondern nur berlinisch, fraiUifitrUtch. 

ICHT. 
Adjecliva: liHn-icM, berg-iehl, bukel-icht, dom-ieiu, itein-ieht, ihOr-icht elc. 
läng-liehl, süß-lieht, »äuer-liehi etc. 
Die Sprache schwankl sehr im Gebrauche der FormeD -ichl und ig bei 
sinnlichen Wörlern: beinig und beinicht, bergig und bergicM elc. Hanchmal 
wird den mll -iich zasammengesezlen Wörlern ein ungebfirlgea I beigefügt, wenu 
sie Geslait, Farbe oder Geschmak amelgea, z. B. läng-lith-l, grün-lich-t', 
*üß-lieh-t elc, stall läng-lich, grün-lich, iüß-liek elc. 

Die Formen -tarn, -lamt, -heil, keil, tum, lei und lieh sind keine Ab- 
lellungen, Boodern Warzeln, welche Zmammenteiang bilden, obgleich Ihr lez- 
ter Thell als ein;!einae Worl nicht mehr vorkrimmi und seiner Bedeulang nach 
vvrdunketl isl. 



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Anmcrkun^n fifaer alle Wortgebüde ond AUeilnngen. 93 

I Anmerkungen Ober alle Wortgeblide imd Ablelliingen. 

Die ÄDzalil sämUlcber deutscher Warzeln mag etwa liebenlkalb hundert 
sein, nDd sie machen, da Ihnes die gröEte FQIIe von Wörtern eatsprfett, die 

I ieaUichiU Kraft und Grundlage unserer Sprache auS. 

Eg bleibt aber eine bedeuleode Anzahl von Wörtern Qbrig:, die, ant Ihren 
SUnuni zurükgeführt, d. h. aller Ablellungsbuchslaben eulbnnden, der ver- 
Rlelchenden ZergliedcniDg keloe Sparen des Lauls nnd Ablauts, In dem sie zn 
«iDsoder släuden, darzubieten scheinen, UDd man pllegt sie darum vencaUtt 
Wvruln zu neDoen. 

Wie sehr auch Iramer die starken Verba durch Ihren Ablanl uene Wörter 
eneagen, so Ondel In Ansehang der redupimerendm, als: latte, ließ; falte, 
{biete, die Begefohue AuEnahnie statt, daE die Redupllcatlon lediglich und 
alleio aar das Prdlerilvm elDgeschräokt bleibt und sich In die flbrlge WorU 

I liildnng nirgends erstrekt, daher alle auC Ihnen, gerade wie auE schwachen 

j Terbis gebildeten Wörter , nothwendig den rocal des Präsent haben ; z. B. Falle, 
/aWj; Falle, Sali, SpaU, Spalte, swUpdUig , Geheiß clc. von (allen, faUen, 
luden, spalten, heißen. Nur Hieb ist unorganisch formiert nach Trieb, mlltel- 
hocbdeutsch trip. 

RedapI leierende Verba, wie schon ihr laoger Tocal oder ihre doppelte 
Consouanz zu erkennen gibt, sind secundär oder auE ablautenden Verbis ent- 
sprangen, z. B. hangen, heißen, scheiden, lassen attfi ehemaligem hingen, hizen, 
tOüten, Uzen (qaiescere; laß, deses, plger). 

Wird aller deutschen Wortbildung der Ablaut zum Grand gelegt, so offen- 
baren sich drei Absluruugen, auf denen die Sprache vorrfikte. AuE reinen ab- 

I lanteaden Wurzeln erzeugten slcbVerba, die wieder ablau tsß big waren; so z.B. 

; entstand In unserer allen Sprache malen (mblere) mit deinem Ablaute m6t auG 
dem Präterifo mal des starken Verbums milan; ebenso gaten [canere) mit sei- 
nen Abiaale gdl auG dem Präterito gal des starken Verbums i/ilan, da sich die 

I BegriiTe von Farbe und Ton so hgaflg berQbren. Als diese Blldnngskran erlosch, 
wandte sich der Sprachgeist zur Redupllcatlon, und endlich entstand die schwache 
Coojagallou neben den zwei andern früherer Zeit. 

Im Präterito stariier Verba mag zuerst eine Abändemng der ürbedentung 
ra Uefaen sein. Am sichtbarsten erCatgt sie , veno der Begrtf des Präsens im 
Mterlto verneint wird. Hehrere aul dem PrSterito gebildete Nomina sind 
nngezwungen durch derlei Negation zu deuten, wie z. B. tclmach auG dem 



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9i Aomeri^ungea über alle WortKobilde und AbleituDgen. 

Präterlti) der Präsens würze 1 sch*:etJten (rirlere^ geblldcl, etwas bedeutet , dai 
anßgerochen bat und welk Ut; sähe (3hd. säht), vod sehen, (sUllareJ (abd. zaJiar, 
gutta, lacrlma). wat nicht mehrßießl; wie gerann, vou rinnen, Stillstand oder 
Kegalion dei Fließens bezelchflel. Ein andermal drükl das Prälerilum Dur ^- 
nahme oder FerldHnerung der Wurzel auE, i. B. Tole, (alam. tuole, valllcula) 
1 m VcrtiällDlsae za (iil{vallis); hün{afiä. Auon, pallos gallloaceas) zu Aatt(gal)ns) 
und hanja (galllna), uohte (axilla) zu achie und achttt. Man vergleiche ferner 
die Bedeutung von Schlüiiel und Schloß, von Lfike, Loch und Itk Im Verhältnisse 
zu schließen uDd dem ehemallgeu liuken (claudere). 

Nicht Im Verhältnisse des Prälerllums zum Präsens, sondern vielmehr In 
der Zweidfuligkeil des Begrift selbst, ist die conirare Bedeutung zu suchen, 
wena z. B. dasselbe Wort riien bald fallen und bald aufstehen {vrreii, Burge, 
reisen, proQclscl), Ort Mld Anfang und bald Ende bedeutet, wie von Ort zu 
Ort , d. I. von Anfang bis lu Ende. 

Diese Schwächung und VmdrehüDg des Drbegrtrs gtU Indessen nur als bin 
und nieder vorkommend e.Ju/tnoAn»; (estgesezt hat sie sich nie und nirgends. 

In der Regel geben die auS dem Abiaul gebildeten Wörter, wie er selbst, 
nichts als das Geschehene, d. h. den ertotgten uod bleibenden £lnlrlt des ub- 
veränderlcn Wurxelbegrlts an. So Ist bär von beren (ferre) das dargelegte and 
sielUbar geteordene ; — ndmen von ncmen, das angenommene; — tropfen vaa triefen, 
das gefallene; — grübe von graben, das was verlieft gemacht worden; — klofren 
von kCiuben (Hndere), das gespaltene;— wabe von weben, das gewobene. Im 
Laute liegt der Begrif des Geschehenden, im Ablaute der des Geschehenen, %. B. 
Trinker , Trank, Trunk, TrurUienheit; — Fliege, Floh elc. In Fällen jedoeh, wo 
nichts daran lag, das Geschebende von dem Gesctiehenen merklich zu unter- 
scheiden, schien es glelchgiiiiig, dieselbe Sache mit Laut oder Ablaut zu be- 
zeichnen, als: Slig, Stiege, Sligel,; Singer und Sanger; Stinker und Stänker elc. 
Die Verschiedenheit dieser V.'oTlbildungen erstrekt. sich oft nur auf Mundarleo 
und Perioden; denn Singer z. B. war üblich im Mittelhochdeutschen, aadSänger 
Ist es beule. 

Überall , wo eine stete Eigenschan , die nicht auf einer vorfallenden Hand- 
lung allein beruht, aalgedrükt werden soll, ist der Vocai des Präsens geeigneter, 
als : Trinker, Schorer, Hahn, Streit, Fleiß; denn diese Wörter geben eiue dauernde 
Eigenschatt oder einen anhaltenden-Zusland zu erkennen. Sind in einer Mundarl 
rOr dasselbe Wort sowol laut als Ablaut und^zwelter Ablaut verwendet, §o be- 
ruhen darauf meistens feine Unlerschlede der Bedeutung oder Färbungen dea 



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^amerbangcn über alle Wortgebilde und Ableitungen. 95 

Begrirs, wie In Stinker uad Stänker; Schließe, Schloß, Schluß uod Sehlütsel; 
Schoß, Geschoß, Schuß; Genieß, Genoß, Genuß; Gosse, Guß elc. 

WeDn die Wortbildung Hls vom LIml und Atilaut einmal abhängig belranlilet 
wird, so [st es ganz niüülg zu Tragen, auE welchem einzelnen Tempus und 
Modus sie aieie; denn z. B. Streif stammt weder aaE dem Präsens ludlcativt, 
Emperallvl noc^ InffnUlvl; sondern auG dem Wurzellaule, der allen Präseos- 
tormen zu Grunde liegt. Einen geringen unterschied macht es nur, wenn dle^ 
PräseDsform sich unwesentlich Im Vocale ündert, wie z. B. werbe, wirb; gebe, 
gib; ileche, stich; spreche, sprich etc., wo einzelne Wörter nicht, wie sonst In 
der Begol auS der Form des Plurals Präscntls, sondern auS der linperativrorm 
gebildet BtDd, als: Wirbel, gib uad gäbe; ergibig, Giß, Mitgiß; Stich, Slichblall; 
Sprichieorl etc. 

lu der Wurzel erscheint die sinnliehe Bedeutung früher, die geistige später; 
nur war j«;ne weder roh leiblich, noch ist diese dQiT verständig; beide hielt 
uod hält ein geheimes Band zusammen. Zuerst wuchs das Slnnilcbe, und tu 
Ihm schlummerten die BegrilTe, die nach und nach aufwachten. Ohne ihre 
Wechselwirkung wäre ursprüngliche Bedeutsamkeit der Wurzeln nicht wol 
denkbar. Könnte der Geist seine BegrilTe In willkürliche Formen gleEen, so 
mQEten diese, als an sich selbst lodt, erst durch ihn belebt werden. Allein das 
vermag er nicht zu thun und es gibt kein Wort, welches ursprünglich kein 
lebenvolles gewesen wäre. Namen schaXt der Spraehgelst lu glükllchem Wurf 
darch kühne und kurze Bezeichnung der Sache. Hiernach wird man leicht wahr- 
nehmen, daS in allen Sprachen z. B. jeder einfache Kamen der Thiere, Pflan- 
zen, Steine und anderer sinnlichen Gegenstände auE einem Verbo stammt und 
eiue lebendige Eigenschaft des Thiers , der Pflanze etc. aursdrübt. So denn auch 
Im Deutschen , obgleich die meislen solcher Namen, Ihres hohen Alters halben, 
ant verlornen oder verduubellen Wurzeln nicht mehr können {gedeutet werden; 
Indessen slaiamen doch z. D. Fliege und Floh olTenbar auE den Terbls /liegen 
uaä fliehen ; — Baku. Henne, fluAn auB dem ehemaligen Verbo Aananfcanere); — 
SchAf von schaben; Hering oder Härittg von Heer (ahd. kdri, turba); — Häsg 
ist eines mit Haar; desgleichen Hasel, wegen ilirer Zottigkeil; — Fuchi und 
Tohe sind verwandt mit va/u, eoma; — Finke mit Funke , wegen seiner Farbe; — 
Frosch und Frischling mit fritch; — lachs, Luchs, Asch, Eschg mit lux, liicius 
und Asche (Cinis);— Wisenl (abd. wharU, bnbalus), und Weisel {aM. wtsel, dus 
aptom), mit weisen oderuiten (ducere); -Stier (ahd. etiur), bezeichnet matfnut» 



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9S Anmerkuugen über alle Wort{;ebiIde und Ableilnngen. 

superbni. Audi bexlädgen andere Namen , die man später darch Zuiammeo- 
sezung blldele, die ainnllche und wahre BedenlDOs der elnfacben. 

Glelcherwela« habea alle Yerba voo abUraeter Bedeutang Immer eine 
linnlicke zur GrtmillaKe oder Beglelluag gebabt , wenn sie gleich nlchl Jedesmal 
auEgemlKelt werden kann; ln§gemeln aber Ist die Drbedenlung um so dunkler. 
Je weniger auG starber Wurzel Abi aalsbli düngen Obrfg sind. 

Nacb und nacb crblaEt die lebendige Färbung der melslen Derlvatlonen , 
d. h. ibre Vocale verdünnen sieb oder fallen auE, nnd nur Jene baßen länger, 
die gleich -eü, -sal, -u(, -un(, -niß, -Ung den Schein einer Wurzel annehmen; 
daher In der neuem Sprache die Ableitung mit diesen scheinbaren Warze In so 
sehr überhand geDommen bat, weil wir nun lieber componieren als abitUen. — 
Reinvocalische Ablcünngcn schwiuden bäuflg ganz, wie i oder e In iV«x (naii), 
Bett (pelti), Heer (Mri), Meer (mire), Gläk (geliUte) ele. — DaE i oder tonloses i 
geschwunden sei, nlml mau ab am Cmlaut des Wnrzelvocals, z. B. JVti, 
Engel, Enältel für na(i, angil, knufü. Unorganisch i wird erliannt, wenn 
die Wurzel nicht umlautet, z. B. m»lkig, gewäUig etc. waren ehedem müC-ac, 
ge-waU-ac. 

Fühlbare Ableitungen sind solche, die ihren Vocal vor dem Consonaoteu 
festhalten; die sich nicht hloG mit Wurzeln, sondern auch mit schon abgelei- 
teten Wörtern verbinden; man mag sie ablösen, und das Wort bleibt apoocb 
deutlich und tbrUezbar; z. B. Kien-el, ari-ig, itpp-ig, lUclUer'liTtg.— Eiae dunUt 
oder veraliele Ableitung gibt Ihren Vocal auf, schlieEt sieb nur an die Wurzel 
an, und diese Ist, wenn man die Ableitung wegnimmt, meistens elue anver- 
sländllche Form, z. B. Jr-ro, Fii-eh, WU-eh, Wunsch, Ber-g, See-le etc. 

FQr die ältesten und in der deutschen Sprache frflbest erloschnen Ableitno- 
gen sind zu hallen alle, von deren Consonanz der Ableilungs vocal a (nicbt i, tt) 
nebst einer Consonanz der Wnrzel weggefallen Ist. Hauptsächlich verlieren sich 
von der Wurzel die Liquiden I, r, m, n und die Spiranten A, >, w. Der ab- 
leitende Vocal rührt alsdann unmittelbar an die Wnrzel und scheint, obenhin 
belrachlet, ein wirklicher Beslandfbell derselben. Die Scheidung solcher schein- 
baren Wurzelconsonaoten von den wahrhaflen Ist oft ungemein schwierig. 

In der Ableitung dräkt I mehr das Liebliche und Welche, r juehrt dai 
Ranhe und Harte aoG; z. B. Donner, Jammer, Hammer, Hunger, Weiler, Was- 
ter, Feaer, verglichen mit Yogel, Hebel, Wadtl, FHigei t\c. Häufung zweier 
Consonauten wird für das Widrige aogewandl. 



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AnmerkiutgeQ über alle Wortgebilde und AbieitQngen. 97 

Welche AbletlUDgen bef Jeder Wurzel wirklich vorkommeD, Isl ein Gegen- 
elaod ffir etymologische WörlerbOcher ; gewIS aber hat keine einzige Wurzel 
ein Viertel, geschweige ein Drittel o'der noch mehr aller möglichm Derlvallo- 
oea an sich entfallet. Haacbe Ableituagen erzeigen sich Ja aur an wenigen 
Wurzeln, selbst die geläuOgalen lange nicht ait allen. Eine Wnrzel, weiche 
uuler die reichsten an AbteitungeD gebärt, Ist bäran. DaraaG entspringen nach 
Laut und Ablaut pera (pariens), ektuht-pera (pnerpera); b#r, bertn (nasaa); 
pirtc, piriki, vielleicht pir-ihha, pir-ttAtn; Mr(nndua, barfuß), param,arpar- 
mm, arparamM, arparanmnoa; bam, barnitki, vielleicht bam (prtesepe), 
barit, pari, partohl, pära (feretrum); gipUri, ffipärida (gesloa), purdi (onus), 
gipvrl, gipwtic, por (elatto, por-kirche), poro (regio rerlllls, Im Gegensaze 
zum Schwarzwaid); bor (superbia), erbören (insurgere), bwen, enbören {eSene 
se), enbör, wpör, urbar (redltua, fruclus); endlich mit neoem Ablaut aäriran, berg, 
btrgäAi, öergichl, gebiTg,paTk, burg,pvriko, bargäre, bärger, purgite {mbxam); 
bortt, pörseln (der Igel pörtell sich). Uasu halle min die äuEerlich gleiche 
Wurzel (dran, worauf z«r>an, tervage, sorn, sornoc, tomig, lerinjer, vtel- 
lelcht sarl, xartön, xäTteln, xarlnUsi abgelellel werden kann. Hier welche Be- 
schränkung, dort welche Fülle! Und doch sind Nelbst bei bäran die mögltchen 
Ablellungen lange nicht erschöptl, wie schon darauE hervorgebt, daE unter dea 
wealgen von läran last lauter solche slud , die jeuem tehlen. 

Diese Beispiele mögen slalt aller weiteru den Beweis lierern, daS in der 
Ableitung, wie In der Spracbbildnug überhaupt, das Gesez der Analogie nie 
vollständig durchzuführen Ist. Die Sprache ergibt sich Ihm gleichsam nur kurze 
Streken weit, und weicht dami wieder auE, um neue Richtungen einzuschlagen 
oder ganz still zu stehen. Warum können wir dem geütig kein leibig, sondern 
nur das Composllum leibiiclt entgegenstellen, während gtietlich dem uelUfcA 
gegeo üb erst etil, und leMg nur in der Verbindung dMeibig, kurxleibig giltT 
Warum darf Zehrung, aber nichl Berwtg, warum durfte piric, aber nicht firic 
gesagt werden! Warum mag ein Dialekt ableiten, wie dem audem zu Ihun 
versagt IsIT — Diese Einrichtungen gehören zur Heimlichkeit der Sprache, und 
wer z. B. (wie einst Wolke seiigen Andenkens) Jnleil, Einieit, statt Atdeibmg, 
BiraeiMng, oder Anfanguno, Beginnung, statt Anfang, Beginn, brauchen wollte, 
der sündigte wider die IfatuT des Hochdeatschen i In seUner Anwendung m&gen 
gute Dichter und sprachgeOble Prosaiker mit Geist fühlbare Ableitimgen neu 
gebrauchen; dunkle aber leiden gar keine Erwelienntg. 

Die Richluug der spätem Sprache gehl offenbar dahin, Ableitungen auf- 



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98 Von der Wortbrägan^ od«r DecUnation. 

zageben uai d^rch Composlta zn ersezea. Dieses bealätlfft nn» eben, daE Jezo 
erlABChne Ableilmigen vormals lebeDdlg, Jezo anv erstand liehe oder zweideutige 
votmals (Gbibar ond denflich geweEen sein mÜGen. Die ZaBammensezuDg sagl 
der schärtern Bestlmmna? der BegrItTe zu; die Ableitung, so lange der alle 
volle Acc«nl Ihre Silben noch begleilele, war ein mehr poetisches Prfncip. 
Derivata, die durch eiogeachobne Consananlen den Schein vod Compositls an- 
nehmen, als: Wai-niß, BUd-niß, Lieb-Hng, Eämmer-linff etc. sfnd der Jungem 
Sprache die liebslen , nnd Rte pllegt dieselben mit groEer Sorgsamkeit. — In 
verschlednen Ableitungen Ist aa£ demselben Grunde der Tocal ganz gegen die 
allgemeine Regel der Tocal verdännung siehn gehlieben, well ein Zafall hier 
der lezlen Silbe des Ansehen einer znsammeugesezten gab, wie In Labsal, Irrsal, 
TrMtal, Armät (ahd. arm-6di) etc. Einige Composlta sind zwar nmgeliehrt zu 
AbleltnngeD geworden, wie oben S. 92 von -»am, -samt, -heit, -keit, -twn, -tei 
und -Hc* angemerkl ist. Auch Wimper, Eimer, Zvber, JuttKer, Jungfer, Fiertet, 
Wett etc. stlbelnen nur WQrler abgelelleler Form zu sein, während sie doch 
entstellte Composlla sind lUr wint-prawe, ain-pär, sui-pdr, jung-herr , {nng- 
frate , vier-laÜ, %etT-aU. 

Von der Woribiegung oder Declination'. 

Alle Wörter werden elngeihelit In 9 Klassen; 

1. Jifomfna oder 5u6«lan<ioa (Nebnw&rter). /6. Adve\bia (NetienwSrler). 

2. Aijecliva (Beiwörter). 17. Präpositionen (Vorwörter). 

3. Pronomina (Fürwörter), Inäeelinabilia. ( 8. Caniunclionen (Bindewörter). 

4. Numeralia (Zahlwörter). I 9. murjeetiontn (fimpfladungs- 

5. Verba (Zeitwörter). \ Wörter). 

HIevon sind die meisten Grundzahlen, alle PräpoBlIIonen , Conjn&clloiieit 
ond InlerJecUonen unblegsam. 

Die Decllnalioa geschieht dnrcb Cimu oder Endungen, welche dem Worte 
hinten angelttgl werden. 

Das Wort kann aowol In seiner naklen Wurzel, als anch In seiner be- 
Ueiielen Gestall, d. b. wenn es schon durch elde Blldangsendung vermehrt ist, 
gebogen werden. In diesem leztera Fall« Ist die Blegnngsrorm von der Bildnnffs- 
endung, welche Ihr vorangebt, and deren sogar mehrere zumal sein können, 
wol zonnterschelden; tIB. In Erte, BMe, Vogtei, J|f anmt sind Erb, Bub, FogI, 
Mann die Wurzel; t nnd ei sind Blldungsrormen, et aber Ist die Bfegungs- 



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Voa der Wortbiegong oder Deriination. 



99 



eodong. So Ist Im Worte Ärgmti$M dae -»r die erste , -Mß dfe zweite AbleKung, 
und -e <llc BlegungsendUDg. 

Dnwesenillch zor Declinatlott Ist der Umlaut^ welcher oft Im Vocale da- 
Wurzel erzeagt wird, und der voi^sezte Artikel d«r, die, dat, oder tin, eint, 
nn mnS ledlgllcb als ein Mittel, im der Cavollkommenhelt oder dem Hange! 
der DecIlRRlion btizasprlngen, angesehen werden: 



Decliuatiou der Artikel. 



V»»nümmen: 









Singular 










Männlieh. 


WeibUch. 


SÄcftlfcA. 


MtnatHeh. 


WeMieh. 


SficWic 




■ Act 


die 




das 


ein 


eine 


ein 


Geniltv: 


des 


der 




des 


eines 


einer 


eines 


Dativ.- 


dem 


der 




dem 


einem 


einer 


einem 


Accusativ: 


den 

• 


die 




das 
Plurai. 


einen 


eine 


ein.' 




NomiTuait): 


die 




FfhU leinffr 






Geniliv: 


der 




Natur gemäß, 






Dativ 




den 




daernu 








Accwaliv: 


die 




einfacii iHn kann. 





Die AecJinattousrormen besleben auE dem Vocal e und anE den Consonan- 

Eln s rar die Bezelclinnng derlUehrzabl kennt unsere hocbdeutsche Sprache 
nicht, z. B. die Jungem, lHädchent, CoUmnoi, Oreinit etc., slall die Jungen, 
IHädehen, Colonna, Oriini etc. ist /ehlerhaft. 

Man unlerscheidet In der Oeclinalion die Einzahl und MeltrzaM oder Sin- 
gular und PluTtU, wo Je vier Casus vorkommen: iVomtnaltv, Genitiv, Dativ nnd 
Accuxaliv, von welchen der Genitiv und Dativ die au Sdmks vollsten Ihrer Form ■ 
nach sind. 

Ferner tst die UolerscheldiAig des GeTUU oder GetelUtehtt, des männliehen, 
toeibtiehen und täctUieken, MaieuUn, Feminin und iVettfrum an den Nomina wol 
zu beachten; denn offeubar Ist das Gemu oder GacUecU der wahre Grund, 
warum ein Wort dieser oder einer andern Decllhatlon aotielmtailt. 

Die eine DeclinalltHisart let reicher nUd manigraitlger an Fennen , wet- 
-wegen man sie die ttarke nännl; die andere Ist einförmiger und Ihre Casus 
enthalten mil AoSuahme des Nominativs tm Singular samt und aonderg ein (, 
daher nun diese Decllnallonsarl die ithmadu nebelten wird. 



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IUI) 



Von der Wurtbiegnng oön I>«dinalion. 



An baren reinen Wurzeln kann die actiwache Decllnalion ulchl vorkeaainen, 
well sie kein -« nad -en der BlldaOB beslzea. • I 

Im Neutre sied Qberall Nomlnallv und AcciMalhr des Mntnlars ehiauder 
gletch, und ebenso oaeb tbrer Art wieder Im Plurate, 

Etn JVmncn Ist dailenlge, welcbee die Beoenaang eines Dingea angtU. 

Der Nomlnallv wird auch Canu rtettu, and Ibm gegeaüber Jede andere 
EnduDg Canu obUquui genannt. 

DrellDallMien der IVomina oder Siibstantlva. 

Stariie DeeliMtiMi mäBnIieher SuatanHv« «hae DmiMit Im Pluralc. 

Siitgmlmr. Plural. 

Nom. Ta§ Tag-e 

Gen. Tag-et Tttg-* 

Dal. Totf-e Tan-en 

Ace. Tag Tag-e. , 

Darnach gebeii Folgende wurzelhatle Snbslanllva: 
A(U Fiieh Herd 

Aar Flin$ Hirich 

Arm Freund Bub4 
Berit ^^ ^Ä« 

Biß • eeUl Keil 

BUk erieß. Kern 

Wii Grif Kelch 

GriMMw Kern 
GMrt Kitt 

Bog Ktuehi 

Balm Srebi 

Beeht Kreii 

Beim Krieg 

Bengtl Laib 

BUduniten 
Bengel, BeitUl, Engel, Baßel elc. 
Anger, Aäler, Gteimer, CaeatUr, FiOkenier elc. 
Eidam, Brodem, Odem elc. 
Boden, RHgen, Waixen, Zwirn etc. 
Honig, König, Pfennig, Zeitig elc. 



Brief 

Dank 

Dieb 

Dolch 

Kid 

Erntt 

Feind 

mll -el: 



Laich 


PÜi 


Seim 


SIem 


Weg 


Lma 


Preie 


Senf 


Stiel 


Wein 


Lehm 


Qualm 


Si«g 


micn 


Wind 


Leib 


Reif 


Sinn 


Slrik 


Wink 


IMm 


Keim 


Sis 


SIrotek 


Wirlb 


Lufki 


Khein 


Schmid 


Sch*D«V 


Witch 


lUiii 


Bing 


Schrein 


Schweiß 


Zin, 


mich 


Hiß 


Schrat 


Tag 


Zweig- 


Mond' 


Schein 


Schufl 


Taig 


ZiBerff 


JHord 


SiAelm 


Schuh 


TheU 




Mnlh 


Sehen 


Specht 


Teich 




Neid 


Schild 


Speer 


Titrh 




Pelt 


Sehimpf 


Steg 


Trieb 




PfHl 


Schlich 


Stein 


Tril 





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Vr>n der Worlbicßung: oder Declination. 101 

■ntl -ing: Hering, SchSltiTiQ, Zteilling elc. 
„ -ich: BmicA, Lattich, Siuich etc. 
„ -at: Monat,' Zierat elc. 

a -ling: BitkUng, EngerUng, FintUing, Schirling etc. 
g Voeal: KUe, Schnee, See; Bnu, Gmt, Thau elc. 
„ der VoTpartikel -je: Gevater, Gewinn, Getcingt, Glimpf att. 

Afanche Wörler, die keinen Plural haben, als; Bemn, Dank, Sand. RM, 
SlauA etc. Folgende bltden Ihren Plural «chwocA oder mit n: See. Dom, Bauer, 
Miul, Botx, Stacht, Stiefel, Sporn, Angel; — einige schwanheu zwisctien -e 
iiud -ett, a\s: G«u, Thron, Stern, Hert«g etc. 

Anmerlcuiigen. , 

t. Das e des Plurals werfen ab die BIlduDgeit aut -el, -er und -en, als: 
(;ei(#l, Eber, .Horffcn elc. Dleaiir-<er haben das e: Oivalier«, Juiceli«reetc. 
2. Das -en Im Dativ des Plurals verliert nach -el und -er bbId e, als: 
Schemeln, Ebern eic. Bei alles Bildungen auf -en, als: 0tw«n, flehen elc. 
bleibt es ganz weg. 
,1. D:is e im Genlllv uad Dativ des Slngalars liann w^allen oder bleiben. 
Je nach dem ein Gefühl des Woiiauts das eine oder andere fordert ; z. D. 
Tage», Tage; Bande», Bunde, oder Tagt, Tag; Hund», Bund. Bei den 
Bildungen ant -el, -er, -am, -etn, -en, -ig, -ing, -ich, -at und -Itn^ 
gilt der AuGstoG des e Im Genitiv unbedingt; und im Dative desgleichen 
t>ei den Blldnugen auf -el, -er, -em und -en. 

4. Die mit einem Vocale schlle&enden Wörter behalten im GcDllive gern 
das e, als: Se-ei, Kle-e», Ga»-e», Thau-et elc. ; doch gilt auch einsilbig 
Sees, Klee» elc. 

5. lu einzelnen Füllen und namentlich In Zusammensezungen entscheidet 
der Krauch für oder wider das e des Geiiltlvs, und z. B. Kriegeiralli 
oder Todsfitrcht, stall Kriegtrath und Todeafmchl, wären verwernich. 

b. Schmers, Seif und Gevaier bilden die Mebrz^i schwach: Sehmerten, 
Reifen, Gevalertt. 
Mark« Dccllnallou niönnlirbvr Subslantlva uiit (Jiiilaul liu Pliirale. 

Singutar. Plural, 

Noin. Balg Bälg-e 

(ien. Biüg-es Bälg-e 

Dat. Batg-c Bälg-en 

Aec. Balg MAlg-e. 



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VoD der Wortbieguof oder. Oedioation. 



Dsrnacb gehen folgeude umlautbare Sabslantlva: 
Alt Duft Bahn Krach Ranb SelUund StaU Trank 

Bach Fali Hall Kram Raum- Schtnuk Stamm Jrown 

Bals Fang Hait Kram Saaeh ScArank Stand Trog 

Boa Ftoh Hang Kropf ' Hok Schopf Stok Tropf 

Band FlucA Bof Krug Saal Schuß Strang IVunfc 

Bart Flug Hut Lawdt Saft Sdttcamm Slraueh nitrm 

Ba$t ■ Fiuß Eamm Lauf Saint Schwank Strauß WaU 

Bauch Frot€h Mampf JHund Sarg Schwant Strom Wolf 

Baum Ftoit Kahn Napf Saum Schwärm Strumpf Wuiuch 
Pfahl Schaft Schwang Strunk Wurf 
Pfad Sehacht Schwung Stuhl Wurm 

Pflog Schaik Sohn Sturm Zahn 
■ PfuM Schalt Sold Sumpf Zaum 

Qualm SchOi Span Tand Zoll 
Roth Schaum Spruch Tan* Zopf 

Rand Schlag ^>rung Ton 
Sang Schlauch Stab Topf 

Bahn, Salm, Quatm, Schwan und Benog bilden die Mehrzahl entweder 
Hähne, Sälme, i^älme, Schwäne, Herxöge, oder HahTten, Satmen, Qualme, 
Sehuxmm, Herzoge. 

Mann bildet in der MehrsaU Männer und Mannen; ebenso Geister, Götter, 
DÖmer ued Domen, Ränder, Örler und Orte, Wälder, Leiber, Irrtümer. 

Umlaulbare Bildungen auf -el, -er und -en: Apfel, Nabel, Nagelete. Aker, 
Bruder, Hafen, Hammer, Schwager, Vater etc.; Kragen, Magen etc. Auch das 
fremde AUdr bildet lu der Hehrzahl Attäre. Hit Act Vorsilbe ge-: Geruch, Ge- 
sang, Geschmak, Gestank etc. 

Über den Wegtall des e und en gellen völlig die nemlichen Begeln, die 
bei fler vorigen Decllnatlon auf S. 101, No. t — 5 angeführt worden. 

Stark« D(!rllDatlsn weiblicher Subslantiva ohne Uiulant iiu Piifrale. 
Singalar. ' Plural' 

mom. Gab-t Gaö-en 

Gen. Gal)-e Gab-en 

Dal. Gab-e Gab-en 

Acc. Gab-e Gab-en. 



Blök Fund 


Kauf 


Bok Fuchs 


Klang 


Brand Fuß 


Kloß 


BrueA Gang 


Klox 


Verdacht Gauch 


Knauf 


Darm Gaul 


Knopf 


Ounit Glans 


Koch 


Drvk Grund 


Korb 



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\oa der Worlbiegung oder DecUnation. 



lf)3 



Sehaar 


Straft 


Weite 


Sehale 


Sünat 


WUme 


Schioße 


Tantu 


Woche 


Schrift 


Tauu 


' Wonne 


Schwalbe 


Taube 


Wnnde 


Sehtearte 


ToMfii 


Zahl 


Sene 


Thüre 


Zange 


Sprache 


Torme 


Zeile 


SptUe 


Treue 


Zinwi 


Sonne 


Wache 


XtMge. 


Stimiae 


WeUe 





Daroacli gehen tolgende wurasltiade Subslantlva : 
Jsame Eiche GaÜ» Linie Pfiiehl 
Ärlmt EHe BaUe Litt OwOe 

Bahre Eke Hemu Mahne Bache 

Beere Erde Bälle Müeh Rede 
»iene Evte BiUfe Minne Rinde 

Bilte Feige SeUe Mühtt JtuOu 

Blume Frage Serie Muhmi Sage 
BlMlM FichU Etage Naie Sacht 

SrOfe« Fliege SUme P/ichle SaUie 
DeU Furche Krone Nnte Sätde 

Eltrt Gabe Lehre Pfeife Scham 

BildangeamU -elMBä-er: fiihtt, ffadel, Egel; Ader, Iher, Fideretc; mil 
-de: Begierde, Freude, Zierde elc; mit -wng und 'in; Aehttmg, Laehtng, Wei- 
tung «tc; FürtUn, Bertogin, Kaiterin etc.; mll der Vorpsrllkel ge-: Gebärde, 
Gnadfi, Gewail etc. 

Das e fallt In den BUdungm auf -«1 und -er fiberall aoE, aUi Intet, Neittt, 
Ader, Feder, Feier, lauer, Leier, itfouer, Schnur, Pfeiler etc., die Im SlDgular 
UDblegsam slad, Im Flurale aber Inteln, Ketteln, Adern, Federn elc. laale». 

Das loQlose e lallt Im Plurale ule weg; wo! aber Im Slagulare nach I, m, 
r In ^twit, ZoAl, SeAam, Schaar, yachligal elc.>; Im Plurals Qualen, Zahlen, 
!/acbtigaUnelc.;—nach -chl: Acht, Furcht, Pracht, Schlacht, Wadtt etc., Im 
Plarale Sehlachten, Wachten etc.; — nacb -au: Au, fYau, Sau (Säue ond 
Sauen); — Mark, Seh^d, Autd, Gwut, But and Pein; Im Plurale Morien, Schul- 
den, Bulden, Gunsten etc. ; — nacb den Bildungen -in ond -wtg: Wirlkin, När- 
rin, JanunJunj, Stauung etc. 

AaS Adjecttven gebildete Subslantiva, als: Güte, Süße, Aöfhe, Menge, 
Bittere , OunJiete etc. haben Heben Plural ; blngegen ^scheinen als solche Län- 
gen, Breiten, Ebenen und Sunden. Nitie Ist nur Im Plurale bräucbltch. 

Starke Deelination weiblicher SubstantlTa mit Vmlaiil im Plurale. 
Singmlar. Plural, 

Nom. Srafl Kräfl-e 

Gen. Kraft Sräß-e 

Dal. Kraß Kraft -en 

Äcc, Krall Kräfi-e. 



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t04 Von der Wortbiegung oder Dcdination. 

Darnach gehen folgende amlaalbare Wnrzelw^er : 
Angtl Bnut Kl^ß iMtt t/oU StaOl 

Axt Fmut Kraft Macht Vtrmmfl Wand 

Bank Gatt* Kttk Uagd ifvth Wnrtt 

Braut Grvft Euntt lUatu Nuß Zvekt 

Bmnft Hand Ijmu Naelü Sau Zvnß 

Brvntt Haut Lufl Nath Schnur 

Arbeit, Litt, Ittileh, Pfikia, Mügift, Sehaar, Sehrifl, Zahl, Zeü, die mil 
-ichaß UDd -heil oder -keil zoftammeagesezteu Wörter blldea Ihren Plnral 
schwach auf -en, wie sie echon oben aufgezählt worden, nnd Ihnen folgen die 
umlaulbareu : Brat, Bucht, Btarg, Gebwrt, Fahrt, Glut, Saat, SudU, Furcht, SchlveM, 
Thal, Jugertd, Tugend, deren Mehrzahl tautet: Brüten, Buchten etc.; — GedüUd, 
Demut, Armut, Anmut, Unmut etc. §lnd ohne Plural; — We^Tutehten, Fasten, 
Ostern, l^tnuiten etc. sind ohne Singular. 

Müller und.TocMsr haben Im Plurale Mütter und Töchter; Schwester and 
Schwieger aber Schtoestem und Schwiegem. 

Starke Decllnatlon Mchlleher SnbatandTa ahne Cmlaut Im Plurale. 
SUigtilar. Plwat. 

Nom. Wort Wort-e 

Gen. »For(-e* Worts 

Dat. Wi^l-e Worl-en 

Acc. Wort Wort-e. 

Sie Ist völlig der ersten DecUuallon der starken mäonllcben Subslanllva 
gleich, nnd es geben darnach folgende Wurzelwörter: 

Aond Eis Heu Moos St^wein WHd 

Be9 Bn Jahr Obst Sehwert Wort 

Bttn Fett Einn Pferd Seil ZeU 

Blech Fleuch ATni« Bdt Spiel Ziel 

Blei Garn Land Beehl Stift Zinn 

Bot Gift Loth Rohr Thier 

Boot Gold Map ' Roß Vieh 

Brot Haar MeU Schaf Wach* 

Ding Heer Meer Sehif Werk 

Bildungen mit -el, -er, -en, -niß, -lein und der Vorpartikel ge: ScheutiU, 
Imal, Euter, Eilen, Bim, Knm, Zeugnip, Ärgerniß. Tliierlein, Böklein, Gesudel, 
Gemi/U», Gesindel etc. 



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Von der Wortbiegnng oder Declinatioa. 105 

Der Wogfall des e flodel gaoi aut gleiche Art slati, wie obeii S. 101, 
No. I — S angemerkt wordea. 

Die mit -leiR geblldeleD Wörter nebmeto aur das -i Im Genlllv des Sin- 
gulars an uad bleiben sonst durcbweg unverändert, also z. B. Eindleint, iikht 
Sindleinet, und Im Ddllve des Plurals Kindkin, nkhl Kindteinen etc. 
Im Plurale nehmen folgende ein -er an: 
Kräuter 
Lämmer 

(Lande) 

LäMer 

(Laube) 

Lichter 

Lieder 

Löcher 

«ähter 

(Mahle) 

lHäuter 

Metucher (StOke) 

Kater Thäier 

Ebenso: Gemächer, Gemüter, Geeichter (Ge$ichte), GetcMechler , Gemitier 
(GtmOte), Geuttilber (Gewölbe), Gespenster, Gewänder uud Gewände. 

Leid, Belle, Auge, Ohr nod Herz bilden tu der Mehrzahl: Leiden, Betten 
(Better), Augen, Ohren und Uerien; Hemden und Bemäer; Kloster, Ktiisler, ab- 
weichend von Laster, Pfiasler, Irisier, Gotter. 

Das Wort Herz hal Im Genitive des Singulars Herient und im Dative 

Fremde Wörter auf -tum, als: Pallium, CondUum, CoUegium elc. bilden 
dasselbe Im Plurale um in -<«n, als: Pallien, Coneilien etc. 

Schwache Decllnatlon uäunlicher SubstantlTa. 
SiMguteer. Plurat. 

Nom, Baa-f Bat-en 

Gen. Ban-ev Bas-en 

D4I. Has-rt\ Basken 

Act. Bas-CH Rns-en. 



her 


Dörfer 


Bäuser 


Ämter 


Eier 


Bemder 


Bäder 


Fächer 


(Bemden) 


Bänder 


Fässer 


Bölzer 


(Bande) 


(Fasse) 


(Bolze) 


Bilder 


Felder 


Bömer 


Blätter 


Gelder 


(Borne) 


Bteeher 


Gläser 


Hühner 


(Bleche) 


GlUder 


Jöcher 


Breuer 


Gräber 


(Joche) 


Bücher 


Gräter 


Kinder 


Dächet 


i Grase) 


Kleider 


Dinner 


Güter 


Körner 


(Dinge) 


Häupter 


(Korne) 



lyandM- 


■ Trümmc, 


Rader 


-tämer 


BeUer 


Tücher 


Binder 


Völker 


ScheUer 


Wämser 


Schilder 


Weiber 


(Schilde) 


Wörter 


Sefdöiser 


(Worte) 


Sckvierler 


ZMer 


Stiper 


(ZelU). 


(Stifte) 




Stüker 





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Von der Wortbieguog oder Declinatioa 



Damaeli gelieD : 










Äffe 


Drache. 


Beide 


SnoOe 


Pfafft 


Trappe 


Barde 


Erbe 


Held 


Lau 


Rabe 


WaUe 


Bote 


Faike 


Birte 


Löwe 


Rappe 


Zwge. 


Bube 


Farte 


Mnge 


Neffe 


RUse 




Bürge 


Gatte 


Knabe 


Ohm 


Rüde 




Bti/ik 


Göze 


Knappe 


Pathe 


Schüze 





DahiD gehören auch Bauer und Xaehbar , Im Plarule Bauern und .yachbam; 
fcroer: Gefährte, Gehülfe, Geselle, Genosse elc. — Die fremden Wörter Coltega, 
Poet, Statist etc. 

Folgende lassen das e des Nominativs weg: Ahn(Ahne), Bär, Chriit, Fink, 
FÜrH, Gek, Graf, Greif, Beld, Berr, Htrl(HiTle), Mensch , Narr , Oeha (Ochie), 
Pfaf (Pfaffe), tfau. Schenk, Spai, Geteü (GeteOe) , Genoß (Genosse); Geolog, 
Theolog elc. 

Fehlerhalt aber sind: Bub, Knab, Jung, Äff, Ha», Bies, Falk etc. und noch 
tadelhailer Jm Dative: Bär, Fürst, Graf, Christ etc., statt Bären, Fürsten etc. 

Unverändert bleiben die Bildangen auf -eii: 



Balken 


Farren 


Galgen 


{Bavfe) 


' Riemen 


Tropfen 


{Balke) 


{Farre) 


Garten 


Baken 


Samen 


Wasen 


Baken 


Fels 


Gaumen 


Butten 


(Same) 


WiUen 


[Bake] 


[Fehen] 


Gedanken 


Kragen 


Schaden 


(Wille) 


Bissen 


Fladen 


{Gedanke) 


Kuchen 


(Schade) 


Zupfen. 


Bogen 


Flehen 


ä(at4»en 


Magen 


SehliUen 




Braten 


[Fiek] 


{Glaube) 


mtaen 


Sehrek 




Brunnen 


Funken 


Graben 


(Name) 


(Sehreken) 




Daumen 


[F^nke] 


Baufen 


Basen 


Spaten 





Besen und Sporn bilden Im Genitive Besens nnd Sporn«; Im Flurale Sporen 
und Jörnen. ^ 

Es gibt kein Feminin mehr, das schwachen Singular halle; and nnr noch 
in Zusammensesungen oder auch In einigen Redensarien hal sich der schwache 
Genitiv and Dativ des Femlnlns erhalten, als : Sonnenuhr, Frauenkirche, Sehaalben- 
sehwanx, Lindenblatt, minnenblind; ~- seiner Frauen Schviester, der Souneo lal* 
Straten; auf Erden ist kein besser Leben etc. 

Verschledne Form zum Theile mit aiiderm Geschlerhte und mit versrhied' 
ner Bedeutung haben : 



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' Vor der Worlbiegung oder Detonation. 107 

Terschledeu Geschlecht aad verscbiedeue Form des Plurals bedingen meU 

■tenB anch eine andere Bedeatang desselben Wortes, als: 

dtr Bartd, die Bände (eines Hncbs); dat BanS,' (He Bande (der Liebe); die 
Bänder (von Seide) ; die Bande (Imba.) ; 

itfBank, die Bänke (zumSIzen); die SanAen (Wechseltlscbe) ; 

dtr Bogen, die Bögen oAer Bogen {Sehvlbbogeu, Fllzbogen); Sogen(Papler, nicht 
Bögen) ; 

iat Ding, die Dinge (Sacben); die Dinger (kleine oder unbekannte Gegenstände). 

dtr Druk, die Dräke, die Drvie; 

itr Erbe, de» £rben; das Erbe, det Erbet; 

dis GetieU, die Getichter; die Getiehte (Erscheinungen); 

der Laden, die-Läden und Laden (der Fenster); Läden (Buden), Krantliiden; 
die lAde, die Laden; 

tai Land, die Lande (oDbesllmmte odtr weite Gegenden) , Länder (gewisse Erd- 
striche) ; 

((«r Menteb, dieMentehen; dMMenseli, die J>retM«Aer(unzüchtJgeWeibspersonen); 

der Ort, dU Orte und ÖWw; 

dfe SaM,'die Säw und Sauen; 

der See uud die See (Heer], die Seen; 

<ter Scküd, die Schilde; dai Schild, die SchMer (AuEhängeschilder); 

d«r Sit/), die Stifte; das Slip, die SU/ltr oDd Stifte; 

ia* Thor, die ntor«; der Thor, die Thoren; 

der Tropf, die Tröpfe; der Tropfen, die Tropfen; 

dat Tach, die Tücher (Halslüchev etc.); die Tache (verscbledner Wollarten); 

dtu Wort, die Worte oder Wörter'; 

dtr Zoll, die ZoUe (eines FuSes); die ZBU» (Abgaben), 

BloG Im PInrale sind bräuchlich : die Leute, lütie; Tr^nmer, Eltern, Befen, 

Ttettem, Träten, Ostern, Weütnachlen etc. 



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Von der' Wortbiegung: oder Dedination. 



1^ 


1 


Gen. 


fisch-e» 


Säa-c-i 


Balg-t« 


Hat~ett 


Dat. 


FUch-e 


Kät-t 


Balg-e 


Uai-cn 




Acc. 


FUeh 


Em-e 


Balg 


Has-en 


1 




Nom. 


FUch-e 


Kä»-e 


BiOg-e 


Hat-en 




g 


Geu. 


FUch-e 


Xät-e 


Balg-e 


Uat-en 




ä 


Dat 


Fiteh-en 


Kät-en 


Bälgten 


Ha*-en 




Acc^ 


FUeh-e 


•"•- 


BäHi-e 


Hiu-en 




£ 


Nom. 


Gab-e 


HäH-e 


Garü 






i 


Gea. 


Gab-e 


Härl-e 


Gant 


Alle stark. 




t 


Dat. 


Gab-t 


HäH-e 


Gant 






i 


Acc. 


Gab-e 


Härt-e 


Gam 


/ 


1 












f 


. 


Nom. 






Gänt-e 


e\i,.,. 
















Efa 




Gea. 


Alle 8C 


hwach. 


■ Gänt-e 


Gab-en 




£ 


Dat. 






Gänt-en 


Gab-e» 




Acc. 






Gäm-e 


Gab-en 




i 


Nom. 


Wort 


Gewöib-e 






. 


1 


Gen. 
Dal. 


Worl~e> 
Wort-e 


Gewölb'ei 
Geteölb-e 




Alle Elark. 


E 

1 { 


ES 


Acc. 


»Fori 


GetciUb-c 


Fehll. 














1 




Nom. 


WoH-e 


Gew6lb-e 




Äug-en 


Ä 


1 


Gen. 


Wori-e 


Geteölb-e 




Äug-m 




1 


Dat. 


Won~en 


Gewölb-en 




Avg-en 




Acc. 


Wort-e 






Aug-en 



Becllnation männlicher Bigeni 
Singidar. Plural. 

Nom, IVühelm IVitbelm-c 

Gen. Wilhelms Wilhelm-e 

Dal. WiUtelm(-en} mihetm-cn 

Acc. wmelia(-eni Wühelm-r. 



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Voa der Wortbiegung oder DecIinatioD. 109 

lot jm Nomlnailve schon zu Bade ehi -«, wie i» laarltni, Steffen*. Mei- 
ner* etc., so trlt Im Genilive keines mehr hinzu. 

Eodigen aber EtgeDnamcii aul -c, -et, -er aDd en, wie GMAe, Sehleget, 
Schiller, Hagen, so erhält nur der Genitiv Im Singulare sein ~i, und der Daltv 
fm Plurale {mit Au&nahme derer auf -tn), selu -n; sonst bleiben sie unverän- 
dert und oebmeo auch keinen Umlaut an; z. B. nicht die Berträme, HanmAtme etc., 
sondern Berträme , Harlmanne etc. 

Das -en Im Dative und Accusatlve des Slngnlare, als: Honten, JütHn, , 
Wilhelmen, ist beinahe vcraiteL 

Fremde Namen mit der belbehallnen Endung -u$, -ot, -i» oder -ei blei- 
ben durchweg nnverSndert; Im Plurale also nioht z. B. Pliniutie, Curtitiue elc. 

Sind sie aber gekürzt, wie Ovid, Juvenai, Firffft, Homer, Alexander, 
Diofen etc. , so folgen sie dem obigen Formnlar. 

Die Kürzung solcher fremden Wörter und Namen flndel nor stall, wenn 
sie nach erTolgler Kürzung mindestens noch zweisilbig bleiben; daber z. B. 
kein Verb, JVom, G«n, Ptin, Slrai, Ciirl etc., rür Verbum, IVomen, äentu, Ptiniu», 
SIrabo, Curfiw etc. zulä&lg Ist. 

Die auf -et und -it endigen, aiS: Ärittotelet, Pyrgotetet, Arittophanet, 
imadU^ Alexit, Itis, Otirii elc. dulden die KOrzang selten oder nie. 

Namen, die anf o endigen, als: Otto, Hvgo, üruno, PIiUo, Citero elc. 
bilden ihren Plural so , als wenn der Nomlnallv Im Singulare scbon mit n schidEe, 
z. B. Oltotie, Pharaone; Dallv: Ottonen, Pharaonen. 

Manche Namen der Personen werden näher durch den Ort der Helmal, 
Uerkunlt oder des .inrenthalls bezeichnet, als: Bruno vonKiburg, Hant von 
Füritenatt, Barlmann ron Owe, der von Etchenbadt, von Hüten elc. Solche 
Fügungen betrachten wir nun tllr Nominative nnd biegen sie, Ibells mit, thells 
ahne Präposition, wie männliche Eigennamen im Singulare, wenn sie gleich 
ihrem Drspmnge nach weiblich oder sSchllch und oft Im Plurale stelm, x. B. 
mm Woibwgt Tochter; fon der Lühei Gedicht; der alte Püretenau, der funte 
Fulda, statt d«r Alte von Füritena» etc. Gießen» Hoehtchvle, HohenItUngent 
Bta-g etc. 

Sogar persönlicher Adel wird auf seltsame Art durch die vor den Namen 
gesezte Präposition von bezeichnet, z. B. Fridrich von Schitiere Gedichte, Johannet 
eon arnUert Briete etc. 

Steht vor den Eigennamen ein Titel ohne Artikel , so wird nur der Eigen- 
name gebogen, z. B. Saiier Otto* Absicht; König Heinrich* BuE6: Herzog 



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ItO VoD der WorUrie^ng oder Dcciination. 

FridHeht Gemahlln;'AreOler WaUhem Lieder: Dodor GaUs Schede] lebrc etc. 
Steht aber ein Arllket davor, eo wfrd daS Ttlel«ort, und nicht der Elgennam« 
febt^en, z- B. dei KUnigi netnrich Änlurorl, dei Hersog» ülrieli Befehl etc. 

Nach dieser Declinatlon rQg:en sieh ebenfalls auch die sächlichen SlSdte- 
and Ländernamen, als: Rom, Pari», Wien, Padva, Slraßbwg, RippotiUau, Atien, 
Afrika, Amerika, Frankreich, Italien, Schioaben, Baiem, Siebenbürgen etc. 

Ländernamen, welche den Artikel vor sich haben, als: das Breisgau, da* 
EUaß , dat ?ioTiiga\t folgen der Decllnalion des leiten Wortes. 

Decllnation ireib lieber Eigeiwapieii. 
StftgtOar. Ptwai. 

Notn. BrunAilf^ Brtmhitd-en 

Gen. Brunhüd-» Brunhüd-en 

Dat. £rwtAtfd(-cn] BTwihüd-tn 

Acc. Br\mltitd(-en) Brunhüd-en. 

Maria, Berla, Luiie, Sophia etc. haben fm Genitive laHrias, Beruu, Lutte», 

Sophia» etc. ; doch Ist der Geulliv derer auf -in , -a and -e Qblicher mil -*n* , 

als: SSariem, Sophieni, Augutlens, Luiient, Kunigundettt etc. 

Dieses -«, welches dem mJinnlichen -« Im Genitive nachgebildet Ist, 
stimmt überein mit demselben '» an weiblichen Wörtern In Zusammensezimgen, 
wie Freihcilttaumel, Gemeindtordnung , AndaehUübung , hofnungsloi etc.; alläu 
gerade In der Zasammenseznng falll das -i der weiblichen Eigennamen wieder 
ab, als: Luisenfest, Marienbild, Auguslenburg, Sophienkirehe, Magdalenensiiß^c. 
Geschlechtsnamen der Franeu und Titel, welche sie vom Amte ihrer 
Männer bekommen, werden nicht mehr mil weiblicher Endung vereeheo, z. B. 
man sagt: Frau Maier, Frau Sehulx, die Harlmann etc.; Frau Obrist etc., und 
t nicht Maierin, Frau Obristin etc. 

Ländernamen, deren wenige weiblich sind, bleiben unverändert, z.B. 
\ die Sckvieis, Krinan, Baar, Lombardei, Türkei, Butgarei etc. ?iiir die auf -{f, 
z. B. die Normandie, Pikardie etc. folgen der Oecilnatioo weiblicher Eigen- 
namen. 



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Vos der Wortbiegung oder Declination. 



DccUnaflon der Adjectiva. 

• Das Adjfctiv gibt die BeschaDTenhelt eines DiDges an. 
Starke Derlloatfon der Kdjectiva. 

Männlich. Weiblich. Sächlich. Alle drei Geschlechter. 

Singatar. Plural. 

1. mnd-er blind-e blind-e» bliad~e 

2. blind-et (-en) Uind-er btind-es{-en) blind-er 

3. blind-em btind'er blind-em blind-en 
i. blind-en blind-e blind-e* blind-e. 

Nomlnaliv und Accusativ des säctilicheo Geschlechts dürren im Singulare 
anch bisweilen ohne Biegung stehen, als: ein liebKlnA, ein ^rojt'Geschenk, 
kalt Eisen, fYi'Ch Wasser, ein wolertogen Kind etc. 

Adjectiva mit den Bildungen -el und -er, als; dimkel, hagtr, kJJnnen manch- 
mal das e der Biegung oder Bildung auGsloEen , z. B. auf dunkelm Grunde , 
hagrer Gestalt, voll edler Begierde, dutUiles Anl^llks elc Die mit -en lassen 
DQT das e der Bildung zuweilen rallen, z. B. mit eigner Hand , eb»en Weges elc. 
Statt des starken Gesltivs Im männlichen und sächlichen Geschlechle tril 
fall regelmäßig der ichwaehe ein, z. B. k^tlen Windes, uieichen Nestes etc. für 
küMet Windes, iceichet Nestes etc. 

Der Accusativ Im Singulare und der Dativ im Plurale männlichen Ge- 
sdileclits der Bildungen auf -el und -er dulden nur den AuEtali des e der Ble- 
gnug, also edel oder edelen, magern oder mageren; aber keineswegs edlen, 
MOBr^n etc. 

Folgen zwei Genilive oder Dative des Singulars anmitlelbar auf einander, 
als: armea blinden Mannes, guter allen Frao, Isleines tiarmloien Tbiers; von 
atgfaUendem slummen e , ant hohem tteilen Berge elc. , so ist in beiden Fällen 
die Bildung des zweiten Adjectivs schwach. Über ähnliche Fälle handelt auE- 
ffihrlicli die Lehre von der Syntax. 

Beisptele. 

/i-ei . gam grimm halb hold 
fremd gar greU hart Jvng 
friteh geil greU heü kahl 
ffoh gelb grob heiß karg 
JVilA gern groß hell klar 
ftomm gram gut kehr klein 

gang graa grün hoch klug 



oR 


bloß 


dürr 


fein 


arg 


braun 


eng 


feil 


arm 


breit 


fahl 


flach 


eoar 


bunt 


poteh 


flott 


blank 


dtt 


faul 


Itilgtt 


Heut 


dumm 


feig 


vott 


blind 


dann 


feü 


p-eeh 



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Von der Worlbieguiig uder DecUnatiun. 



kraut 


MeU 


noA 


Min 


teheu 


»ehutaeh 


iteif 


lief 


welk 


knmm 


leid 


naß 


bereu 


»Chief 


»cbwan 


Hill 


loät 


werlh 


küM 


leer 


neu 


riich 


tehlaf 


lehwer 


ilraf 


iraut 


mu 


Jtund 


licM 


ptu«»p 


roh 


tcklank 


tektciU 


ilols 


Iren 


u>itd 


fcuri 


lieb 


qrUtt 


rolh 


tchleeht 


teichl 


Hreng 


viel 


wirr 


U^m 


Imd 


raich 


rund 


teldicU 


tieeh 


itumm 


wach 


Witt 


lang 


loi 


rauh 


«anfl 


tchlimm 


ipäl 


tbimpf 


«,ahr 


«wirf 


laß 


maU 


recht 


tau 


tehmal 


tpif 


Süß 


warm 


saAffi 


lau 


melk 


reich 


teharf 


tchneü 


tiark 


taub 


«>eiß 


xart ' 


laut 


müd 


reif 


Kheel 


tehön 


tleit 


leiQ 


weü 


swerck 


Sodann ZnsammeDWzungeü mit -Aa/l 


-lieh, -1 


am, -fett, -bar etc. Bit- 



düngen rafl-el, -er, -en, als: dunkel, edel, eitel, ekel, frevel, lüiet, ichwankel, 
tehtoindet, übel, teat^el; — fintier, hager, heiter, heiter, lauter, leker, mager, 
munter, tavber, tauer, tieher, tchioanger, tapfer, Iheuer, waker; — eben, eiffen, 
offen, Iroken, trunken elc. 

Bildungen mit -ig, -iich, -ieht nnd -f; ewig, ruhig, tinnig ; höflich, närritch; 
»teinichl, holpericM; nakt, feißt. etc. Ferner: behend, aUtern, nüchlerti, blöde, 
bOte, enge. Jähe, irre, kirre, müde, öde, tchnöde, träge, weite, iahe; gleich, 
gemein, wohlgemut, angcTtehm, bereit, gering, getchwind, getund, gewiß etc. 

Schwache Deelinallon der AdjectiTa. 
Singular. Ptttral. 



Mänollch. 


Weiblich. 


Säcblich. 


Alle drei Geschlechter 


l.' btind-e 


blind-e 


btijid-e 


blind-en 


2. blind-en 


blind-cn 


blind-en 


hlind-en 


3. Mind-en 


Mind-en 


blind-en 


blind-en 


4. blind-en' 


blind-e 


btind-e 


' Mind-en. 



Die DecIlnatloQ, wie man sieht, Ist hier durch alle drei Gescblechler 
auch Im Singulare ganz gleich, mit der einzigen Ausnahme, dal der Accusaltv 
des weiblichen Gescbtechls nur -e statt -en duldet- 

Dle Regeln über das -e der Biegung oder At»lellung sind die nemllchen, 
wie sie bereits oben S. 1 1 1 schon bei daDeclinatlon der starben Adjectiva an- 
Kegeheo worden. 

Wie das Adlectiv in gewötinlicber Lage, ebenso formiert es auch seine 
Declioatlonen starker und schwacher Porra fu den Graden der Steigerung, z. B. 



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Von der Wortbiegung oder DecliDatiun. 



113 



STößerer SIter, kultiere Luft, tchmalerei Tuch; roheiUr 6tor, rundeile Kagel, 
fromtntte» Ktud; der äll«re Mano, die Jüngere Fran, das A;jefner« Thler etc. 

Wenn der Artikel der, die, das, oder e<n, «ine, ein vor Adjecllven hergehl, 
so Sndel Jederzeit cur tehwaeke Form statt, als: der arme Maou, die meOte 
Kuh, da» ftücMige Reh elc; einem guten Wuosche, einer böten Absicht, einet 
wilden Thlers etc. 

Im Nominative des Singulars rnSnullcheo und sSchllchen Geschlechts er- 
scIielDt Jedoch beim Arllltei ein ohne AuSaahme die ttarke Form, als: ein reicher 
Loho, ein lüßes Wort elc, oder das süctiliche Adjectiv kann In diesem Falle 
auch ohne Biegung bleiben, als: ein tcoUerzoifen Kind, ein wankel Rohr elc. 

Der AnEdrak: lieben Freunde, lAeuern Söhne elc. fsl aarichtig, well hier 
das Adjectlv starke Form haben und folglich laalen muE: üebe Freunde, wie 
liebe Kinder und theure Söhne elc. 

Adjecllva In schwacher Form Dehmen leicht deD Sinn von Subslantlveo 
an und werden auch als solche verwendet; t. B. der Reiche und .4rme,- die Ge- 
liebte, dai Junge etc.; ebenso In den Graden der Slelgernng; Jünger, Herr (aaft 
demahd. Aerjr»\ Eltern, After, Attvordem; derfiäehtte, FürtI, Liebste, Obritt etc. 
Übersieht. 







Stark. 










Nnm. 


Casns. 


Hascul. 


Fem. 


Nealr. 


Hascul. 


Fem. 


Neulr. 


C 


Nom. 


6Hnd-er 


-e 


-es 


-e 


-, 


-e 


i 


Gen. 


Mind-e< 


-er 


-es 


-en 


-en 


-er 


} 


Dat. 


eiind-em 


-er 


-em 


-en 


-en 


-en 


1 


Acc. 


N(nd-en 


-e 


-et 


-en 


-e 


-e 


1 


Nom. 


btind-t 


" 


-ew 





Gen. 


blind-er 




-en 




Dal. 


blind-en 




-en 






Acc. 


bl 


nd-e 






-en 





Deelinatlon der Zahlwörter. 

ein (einer) ") ein-e ein feine*; 

ein- es ein- er ein-ei 

ein-em ein-er ein-em 

ein-en ein-e ein (einet) 



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iti Von der WortbieguDg oder Dcclinaiton. 

So erschelDl das W<h-( auch als na b es II minier Arllkel v<^ SubsUnllven , 
nur daE einer and eines Im Nominative nie slattaudeo. 
zwei drei 

iwet-w drei-er 

!we(-en drei-en 

Hin nnd wieder triri man noch In Schrirten den ehemals beobachlelen 
Unterschied der Gescblechter an : 

zweener, twoer, tveier 
xtceen, tujoen, twefen 

tween, zwo, zwei 

Ebenso beide und öeed«, beider und beeder, beiden nnd beeden. 

Den Dallv anr -en babso alle GrundsaMe'^ oder Cardinalia , wenn sie sub' 
sUnllvisch gobranchl werden, als : auf alten vieren, zu fünfen, mit hunderlen elc. 

Von swei bis neunzehn haben alle Gnindzahlen, Insorern sie ohne be- 
(leitendes Wort erscheinen , die PluraleDdnnf an! -e , als : zweie , dreie , netine, 
xekne^ eilfe, zwSlfe, neunzehne; nicht aber wenn sie begleitet sind, z. B. 
Jt xwei'und swei; zu vier und vier, je acht susammen etc. 

Die flbrigen Zahlwörter sind alle Compostia, als: einfach, dreifach, sech*- 
fäUig etc.; --iweifach, zweifätlig nnd zwiefach, zwiefallig; — einmal, zehnmal, 
hundertmal etc. ; — einerlei , dreierlei , tautenderlei; — anderthalb und anderhaU), 
drilthalb, vierlhalb, d.i. 1V2, 2'/a, 3'/s;- ein Fier(el(d.i.rieriA«iJ), S«A»(elelc. 
PQr eilt Zv^eitfl gilt üblich nur ein Halbes. 

Von dem Pronomen* 

Das Pronomen oder Fürwort Ist ein Stellvertreter des Substantivs. 
AaEerdem slüzet das persönliche Pronomen die verbäte, das demonttralive 
aber die nominale Flexion. 

Ihrem Wesen nach theilt man diese WÖrtertlasse ab in personaie , posset- 
live, demonstrative, interrogative, relative und indefinite Pronomina. 
Personal la. 
Ente Person. ZtveUe Person. Drille Person, 

i ( i. ich du er sie et 

-j 1 2. meiner, mein deiner, dein seiner, sein, ihrer, seiner, sein 

y 1 3, mir dir ihm ihr ihm 

% \ 4. mich dich ihn sie et 



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Von der Wortbjeguug oder Dectinatiou. 



Erste Perton. Xtvette Persm». Brille Perton. 

/ 1, wir ihr »ie 

"3 ] 2. unter euer ihrer 

ni euch ihnen 



Eb 



^ ReOexiTuin. 

Dem geschlechliloseD PrODomeo erster aad zweiter Person geht parallel 
ein geschlechtsloses der dritten Person für den Fall, la welchem diese Person 
sich telb»! wiederholt sezl oder Bezug auf sich zurQluitml, weswegen man es 
Rtfiexivum hei St. 

Gen. teiner, sein. Feminin: ihrer 

Dal. iich 

Acc. sich 



Erste Person. XweUe Person. Dritte Person. 

■mein dein $ein, ttr, («in 

meiner deiner Hir, ihr, ihr 

Sie WNden decllnlert wie AdjecUva; nur haben sie, gleich dem Artikel, 
vor mascuUnen und neutralen Subslaollven Im Nominative des Slngnlars kein 
Geschlechlszelchen, als: mein Vater, dein Sind, lein FUß, ihr Haar etc. 
Demonstrativ«. 
Sie sind der, die, dai, und dieier, diete, dietei ; — dies und diese»; —jener, 
jt-ne, jenes — und werden sowol substantivisch als adjecllvlsch gebraucht. 
Der, die, das hat substantivisch die verlängerten Formen: 
Singular, 
Gen. dessen, deren, dessen 

Plural. 
Gen. deren. 
Dal. denen. 
Doch gill Im Genitiv des Singulars und Plurals daneben auch die kurze 
Form , z. B. ich bedarf des nicht; — der mag ich teot eniraihen etc. 
Interrogmtln. 
Nom. wert wasi 

(Jen. v)ei , wessen J 
Dat. temf 



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116 VoD ier Wortfaiegung oder Decliaation, 

Statt tion uiaif mit wa»? isl Obllch wovon? vromüf — Wetclier, welche. 
vi€lcknt tolgt der alarkeii Adjectlvdecllaallo^. 
RclatiT«. 
Sie beziehen «Ich mt schon erwShote Sacben und Personen zurfik and 
Ihrer sind dre) : 

uelcAer, welche, teeUAei • 

der, dii, da» 

Tod der kommea Im Genitive und Dallve des Plurals dfe verlängertea 
Formen d«ren, denen In ADWendung. — So Ist Indeclfnabel and bezieht sich aat 
alle Geschlechter uad Casus zarük. 

IndeBnIla. 
Deren sind man und e« indecllnabel. 

Nom. Jemand niemand 

G«n. /emand« _ niemandi 

Dat. |>emand oder niemand oder 
Acc. (jemanden niemanden. 

Wer, ««, etviat, nichli; — derjenige, diejenige, datjentge; — ieOiiger, 
eeiinge, tetbige*;— dertelbe, dletelbe, dai»elbe;~ deruibige etc. ist veraltet; — 
jeder ,iede, jede»;— mancher, manche, manches; — keiner, keine, keines;— dtr 
nemlithe, ditnemliche, da» nemliehe;- iol4her, solche, tolehet; — selbtl, lelber; — 
einander; — aUerhand, derlei, mancherlei;- meine»-, deinet -,teinei-, unter» ~, 
euere- and üreigletchen ete. 

Das Verbiun und seine Conjugatlon* 

rromen ist das Subject, welches aoEsagt oder von dem anEgesagt wird; 
Verbum (s( die AaEsage selbst and Im einfachen Saze das unabhängigste Wort, 
das nur regiert und nie regiert wirdr Sein WesM» beslebl In Thätlgkelt und 
Handlung. 

In der Conjugation sind die Bestlmmnogeo , die ein Wort erlShrt, viel- 
tälllger und bedentender als In der DecUnatlon; dem^aaSer dem Verhallnisse 
der Perion und Zahl mnfi auch die Zeit, d. h. Gegenwart, VergaugenheU oder 
Zabusti, es muE femer die Ärl, d. i. ob unbedingt, bedingt, befehlend oder 
anbesllmmt, und endlich das Genut oder die thällge und leidende Bedeutung 
aaGgedrQkl werden. 



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Das Verbtun and seine Conjugalion. 117 

Hauche dieser BeslimmuDgeD zu bezclctanen dIdiI das deutsche Terbam 
•Ddere Wörter zu Hfllfe und Dmacbrelhung trit ein. 

Das Genit» zerfalll In Aelivvm, Pasiiittm und Medivm; als ATodui unter- 
scheidet man TndJcafiv , Optativ, roniuncliv, ImpeTativ and /njlnilit' mit i\ir- 
tieipium. 

Jedes Verbwn aetivum drOkt eine Innere Thälfghell auE , welche, wenn 
sie ant sieb beschränkt bleibt, irUratultiv Ist; wenn sie aber eich aufftnen 
andern Gegenstand wendet , lran$iliv wird. /eA Heft« ls( intransitiv ; ich liebt dick 
ist transitiv 

Manche Verba, and vorauE (taritrormlge , werden nach Umständen bald 
Intransitiv , bald transitiv verwendet ; z.B. er tcUägt auß dtr Art ond er tehlägl 
den Ball; — dtu Wauer koeht nnd *ie kockt allerlei etc. ; aber auch Verba schwa- 
cher Form haben diese Ooppelnatur , ah: bleichen, glühen, roden, heilen elc. 

Inlranalttva und Translllva werden nicht selten durch besondere Form 
geschieden, und zwar meistens In der Art, daS dem starken Verbnm, Intransi- 
tive, dem tchwachen aber transitive Bedeutung inwobnl, als: tizen und teten, 
liegen und legen, fallen und fällen, hangen und hängen etc. 

Das Translltv kann dadurch, daS der von ihm abhängige Casos obllquus 
znm rectas, und der vorige reclus zum obllquas wird, In ein Passivum ver- 
wandelt werden, z. B. ich liebe dich. In: du wird von mir geliebt. 

Wenn die Thäligbeit des Transitivs In sich selber herscht und gleichsam 
Gegenstand des Wirkens und Leidens ist, so entspringt eine MUtelgattwig oder 
ein Medium zwischen Activum und Passivum; x. B. zwischen den Begriffen: ich 
bewege und ich werde bevtegt, liegt den ich bewege mich. In der Mitte. 

Man hOte sich, die Begriffe des Intransitivs and Uedinms zu mengen. 
Das Intransitiv Ist die auf keinen andern Gegenstand , auch keineswegs aaf sich 
selbst bezogne TbStigkelt; als: entarken, klingen, verhauen etc. Ein Medium 
mag sowol auE dem Transitiv als auE dem Intransitiv erwachsen. Die Intransl- 
liva teil nahe, bade, eüe etc. lassen den medialen AnEdruk sich nahen, baden, 
eilen, zu. Werden Translllva zd Media, so strein Ihr Begrlf nabe an den pas- 
siven, und z. E. ich nenne mich bedeutet fast so viel als ich werde genannt. 

Gewisse Verba werden nur im InQnillve oder nur in dritter Person des 
Singulars gebraachl , daher sie Impersonalia helEen, ond mebr im Begriffe selbst, 
als In mangelhaller Form beruhen; z. B. es donnert, btiti, hagelt etc. 

Acllv und Passiv sind entweder bettimmf oder unbeitimmt. Bestimmt Ist 
das Activ , wenn das Object , auf welches seine ThätlgkeK geht , Im Saze aiiG- 



byGOügk' 



HS Das Verbum und seiue Conjugation. 

gedrQkt Ist, z. B. ich liebe den Tag und nieht die Nacht; UDbestlDimt , sa od 
dieses uicbt statt flndel: ich liebe, ich weine etc. Besliminl Ist dss Passiv In 
dem Saze, welcbem der auf das Verbum bezügllcba Casus obllquus nlcbt tehlt: 
ich werde \oii Mt geliebl; unbestimmt, sobald er mangelt, als: ich teeriT vmher-- 
getrieben. 

Die wicbflgsteu Punkte der Coojugallon sind die vier rolgeuden : 

1. Kennzeicben der Person und Zabl. 

2. Elgeutfimllche Vocale, wudurch der Conjunctiv vom Indlcatlve ge- 
Bcbieden wird. 

3. Die Bildung des Präteritums, welche die sämlllctaen Verba In zwei 
Klassen tbellt , in ilarhe aad »chwache. Die starken Verba bilden Ihr 

> PrStertlum darcb Verwandlung des Wurzelvocäls , genannt Ablaut, als: 
werfe, warf, geworfen etc. Die sctiwacben dagegen durch ein zwischen 
das Verbum und die Flesion eingeschoboes t , als : tobe, lobte, gelobt etc. 

Die starken Verba sind die edlern und dem Alter nach rrühero, welche 
die Grundlage aller in unserer Sprache vorhandenen Wörter ausmachen; die 
scbwacben aber mÜEen sämtlich Ableitungen 'sein. 

Es gibt auch In einem und demselben Verbo Mischungen der starken und 
Rchwacben Conjugation, wobei ott ein Unterschied der Bedeutung wallet, als: 
lehmelse, tchmols, geiehmolaen, und ichmelse, lehmelxle, geschmelil etc. Jenes 
Isl Intransitiv, dieses Iraneiliv. 

Ein grober MlEgrlt war es elnsl, die starken Terba unregelmäßige zu 
nennen. 

Die starken Verba zerfallen sodaun wieder in zwei Klassen , in rein ab- 
lautend«, welche den Wurzelvocal Ihres Präsens im Prälerito stets mit einem 
ganz andern vertauschen, als: fliege, flog; trage, trug etc., und In reduplicie- 
rende, welcbe den erwähnten Vocal nur verlängern oder verdoppeln, als: falle, 
. fiel; gehe, gleng etc. 

Alle Voca länderangen ajilei dem Ablaut, als Terl9Dgemng derKBrzea, 
Schwächang oder Brechang der Laute, and Umlaut geschehen gleichsam auf 
der OberOäctae der Sprache, und sie greifen nicht in die eigentliche GestaltuDg 
der Wurzeln ein. Näcbsldem sind diese Erscheinungen mehr dem spätem als 
frObo-n Sprachstande eigen. 

' Anders ist es mit dem Geseze des Ablauts, das uns in die Innere Werk- 
stäle unserer Sprache führt und den Blik auf tiefere Geheimnisse wenden lehrt. 
Der Ablaut durchdringt beinahe gleichförmig alle deutschen Dialekte von der 



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Das VerbuD) und seine Conjugation. 119 

rrübesten bis la die jüngste Zelt; er ist uralt aad gehl well über alle nnsere 
blslorlscbeo Deokmüler hloauG; Je höber wir lasDnaket der Verweil aufsteigen 
kSoDen, desto relcber entfaltet tril er vor unsere AugCB. Alle Wartbllduagea 
Eiod voD Ibm beherscbt nnd rOgen sich seiner Regel, durch welche zugleich 
AdiouI und Wotiaut, deren deutsche Zunge miehtig ist, bedingt werden. Wie 
dttrlte manlhn als ihre wesentlichste, lebendigste Graft verkennen? 

Der Abiaul beirnht auf fünf einfachen Reihen , welche durch die drei kurzen 
V'ocale In der Art bestimmt werden, daü a in den drei ersten Reihen waltet, 
die vierte von u oder o, did fünfte von i beherscbt wird. Die erste Reihe zeigt 
das a im Geleite von i und u, ohne Zwischenkunfl eines langen Vocals, und 
hier herschen, geschirmt durch zwei falgende Consonaalen, eng verbunden und 
bis aar heule unverkümmert die drei Crkörzen a, i, u neben einander, als: 
vnnde, wand, gewunden; ringe, rang, gerungen etc. 

Dieser ersten Reihe stehen die andern vier insofern gegenüber, als sie 
nur einfache Coosonauz nach dem Vocale haben. 

Ilnserm GefQhle Ist es lief eingeprägt, daG dw Voca) des Präsens als 
ertier, primärer Laut gesezt werde; dann im Präterito in einem ivteüen und 
dritten, »ecundäreH und tertiären, ablaute. Hierauf b^'uht das System der 
deutschen Conjugallon, und es gelten dafür zwei unabweisbare Gründe. Nicht 
nur die schwache Flexion lehrt, daS von- dem Präsens auEgegangen und zum 
Präterilum forlgeschrlllen werden mQGe, sondern auch die redupllcieren<le Form, 
z. B. faite. Hei, gefallen etc. leitet ebendahin. Wenn das schwache Präteritum 
äaEerllch der Form des Präsens neue BesUndlheile beifügt, und wenn der 
Hcdupllcallon des Präteritums die einfache Gestalt des Präsens zum Grande 
liegt; so muG auch analog der reine Ablaut des Präteritums als eintretende 
Änderung des Präsensvocals augesehn bleiben. 

DaC der Präsenslaut wesentlicher und älter sei als der Ablaut, geht auch 
mi seiner Hallbarkell und Sauer hervor; denn er, gleichsam als der Kern, . 
erliegt der VerderbniE und Zerstörung zu allerlezt, weshalb wir in Mundarleo 
die Präsenswurzel starker Verba noch erhallen Unden, wenn Msweilen ihr 
Präteritum schon lange verstoben und verHogcn Ist. 

Je tiefer In die ganze Eutfallung und Blldsanikeit unserer Sprache einzu- 
dringen gelingt, desto mehr läßt es sich erkennen, wie wesenllich sie von dem 
Ablaut, dessen einfache Regel alle Vocalveränderungen erschöpft, abhängen. 
Seine Geseze helfen die sonst wild umscbwelfendc Etymologie bündigen; sie 
gewinnen uns Formeln, nach welchen die ManigfalMgkeil der Wörter und 



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120 l>as Verbuiii und seine Conjugation. 

BegrtiTe vereinbart oder gescbledco werden mag. LäÜI man die Vocallaule bloE 
phonelUch ohne ein vermlltelndes Verbam In den einzelnen Wörtern erscheinen, 
so entgeh) uns gerade , worauf es zum Gelingen der Woriforschaog wesentlich 
ankömml, die gehcimnlEvolle Vermählnng der Formen mll den Begriffen. 

Fßr eine Erscheinung, die bis heule noch Im Gange Ist , darf mau hohes 
Aller und liefe Bedeutsamkeit lu Anspruch aehmen. Weou wir nemllch, be- 
Honders im Tone lebhafter traulicher Erzählung, dnrch Rednpifcatlou Substan- 
tiva, Inlerjeclionen und Formeln bilden, oder auch dieselbe Wurzel gelrenut 
wiederholen, so werden immer die i und a, oder i, a, u der ersten Con- 
Jugatlonsveihe angewendet, als: Wirrwarr, Klingklang , Singsang ; pinke panke ; 
■ Hinke klanke ; winke wanke; Miieltmateh; Witehiwaiehi ; GirigaTi; ripsrapt, 
spiripar; klifktaf, zikiok, Schnikschnak , knikknak, krikkrak, TiUak, Triklrak, 
SitjtfcloJb, bifbaf; — weder Giki noch Gaki Witten ;~ knislem und knattern, ßü- 
lern undßaltern sie. Dreisilbige Formeln durchlaufen die volleScaia: bimbambvm, 
hifbaßuf, glimglatnglitm , Hmtamtvm etc. Die Vocale können atjer anch ganz 
oder znm Tbeli In verschiedenartigen Wörtern neben einauder aaflrelen, z.B. 
Ditdap, Trib und Trat, Wzblank, grisgram, splUterfatelnakt, tehniptelmaptehnurr, 
ilripilrapttrutl (schall nachahmend beim Heiken). Melslens zwar wird ein Schbll 
nachgeahmt; an sich aber gleng die Wlriiung welter, und wie in knittern und 
knattern etc. geben wir auch in Sitten und Katten, singen und sagen, UUem 
und tagen, ~eTtt wig'i, dann wag'it— Sehimpf und Schande, gigen und gagen, 
wigen und wagen, Wigelwaget, Gigelgagel, »ieden and braten, FtrM/Sha etc. 
beiden Laoten dieselbe Folge. 

In allen diesen Beispielen wird nicht von einem schwachem Tocale zu 
dem siHrkern vorgeschritten , sondern der Sprachgeist sab das i als den primären 
Laut an , von dem ausgegangen und zu a gelangt wurde, wie in der ersten Con- 
Jugsllonsreihe starker Verlia. Unerhört wäre ein umgedrehlcs Warrwirr , Klang- 
kling, Garigiri etc. Der Umlant des a macht kein lIlndernlE, wie In Titeh und 
Bette, Himmel und HöBe, Wind und Wetter, Gefild und Wald, Ißnd und Eegel, 
dichten und trachten etc. Zuweilen geschiehi von i, mit Übergehung des a, 
ein Sprung auf das «, als: Dideldudel, Bidetbudei, Wltntekoumiel , FixlVmiti, 
Milch und Blut, Hirn und Wunz etc. 

Das Parlicipium Präterill nimt vor den Stamntdes Wortes die Silbe 0«- 
als Augment an, als: linge, gelungen; dretche , gediif ich*» elc. 

Dieses Augment Ondet aber nichl siatt In den Verbls , welche mit den 
l'rSHnen 6e-, ge-, rer-, er-, ent-, ler- und miß, oder mit iinbelonten üb«r. 



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Das Verfoum und seine Conjogaüo 



121 



unter, wider, um, durcA, AitUer zusammeDgesezI slDd , als: bemngeit, gegangen, 
verworfen, ertlanden , enltponnen, leTrinen, mißralhen^ — überwarfen, HtUer- 
ilwil, u>ider{ahren, umgiben, durchdringen, hinlerbrdchi elc. 

Terba ati£ Itemden Sprachen mil der Eadung -ieren erniaDgelo des Augments 
ebenfalls, wie': regiert, iludiert, bombardiert elc. 

Weil, wie BctaoD geijagt, maocberlel Bestiminangen dex Terbums durch 
HtilfBwÖrler auGgedrÜkl werden mOEen, ao slDd diese drei »ein, haben and 
toerden vorerst abzuwandeln, wovon das erste auG drei verschledneo SiSmmen 
seine Formen herholt. 



ich bin Aeeräe habe 
du Mri Wril botl 



Cenjumelt». 

ich lei werde habe 

du leül uierdett habett 

er (H werde habe 



werden 


haben 


wir ieien 


werden 


haben 


werdet 


habet 


ihr lelel 


werde/ 


habet 


werden 


haben 

Präteritum. 


>ie leien 


werden 


haben 


wurde 


haiu '■) 


wäre 


würde 


hätte 


wvrdett 


halfen 


wäre«t 


würden 


hätten 


wurde 


hatte 


wäre 


würde 


hätte 


wurden 


hallen 


wären 


würden 


hätten 


wurde! 


hauet 


wörel 


würdet 


hättet 


wurden 


hatten 


wären 


würden 


hätten 



imperaÜB. Infimttiv. Parlteipttm. 

iei~- ieid; — werde ~ werdet;— «in Präs. leiend werdend haftend 

habe — haoet werden Präl. geweten- geworden gehabt 

haben 

ZnsaiDinengeseBte Formen. 

Pcrfectum. 

InditMtit). Comjunetiv. 

bin ffeweien, geworden; tei geweien, geworden; 

habe gehabt elc. habe gehabt etr. 



ib; Google 



Das VerbiiDi uDd seiac Coojugation. 



Plusquamperrectum. 
Mndiealiv. Conjunetie. 

war geweten., geworden ; -wäre geweten, geworden; 

ialle gehaH elc. halle gehabt etc. 

Fulorum. 

werde «ein, werden, haben etc. werde lein, werden, haben etc. 

Futurum exactum. 

werde geweien sein werdr geweien lein elc. 

werde geworden tein werde geworden sein 

werde gehabt haben werde gehabt haben 

Perteclum-. gewesen tein; geworden lein; gehest haben. 

Tabelle der sccbs Reiben ablautender Verba. 



Klasse. 


Präsens. 


Prät. 


Pari. Präl. 


Beispiele. 


1. 


,< 


a, aucboiiDdu 


u oder 


singe, binde, spinne 


2. 


» oder e 


a oder o 





rinne, tleche 


3. 


i oder e 


a 


e 


bitte, gebe 


4. 


i oder ie 








glimme, schiebe 


5. 


a 


M . 


a 


fahre 


6. 


ei oder a 


( Oder ie 


i oder ie 


greife, treibe, schlafe 



Die xusammengesezten Verba folgeo dem Ablaut der einfachen. 
Vor einfacher CoosoDaDz oder Aepirata taat dae Präteritum la der Hegel 
iangen, das Parliclplum Präleriti gewötmllcb kursen Vocal der Wurzelallbe- 
Nur geboren, erkören, verlören, gefrören, geträge« etc. machen unter den tez- 
lerti eine AuEnahme. 

Erste Klaue. 
Die mit ' bezeichneten Verba haben auch schwache Conjugatlon. - 



helfe, hiiral, biiri 

gelte, giltst, glll 

schelte, §chll(8l, schilt 

schwimme 

beginne 

'brenn« 

rtnne 



hair(CoitJuDctlv hiafe) 

galt 

schalt 

schwamm 

begann • 

brann (brannte) 



geholfen 

gegolten 

gescholten 

geschwommen 

begonnen 

gebrannt [alt verbrunnen] 

geronnen 



by Google 



Das Verbum und seine Conjugalioil. 



sprone 


spann 




gesiionneu 


gewinne 


gewann 




gewonnen 


sinne 


sann 




geBonnoi 


binde 


band 




getnnden 


ünde 


fand 




gefunden 


tcliwtnde 


schwand 




geschwunden 


winde 


wand 




gewunden 


schinde 


schnöd 




geschunden 


sinke 


sank 




gesunken 


Blinke 


stank 




gestunken 


Irinlte 


trank 




getrunken 


■dJnge 


dang (dingte) 




gedungen 


dringe 


drang 




gedrungen 


klinge 


klang 




geklungen 


klinke 


klank 




geklunken 


gelinge 


gelang 




gelungen 


ringe 


rang 




gerungen 


singe 


sang 






springe 


sprang 






Bchiinge 


schlang 




geschlungen 


schlinde 


schtand 




geschlunden 


schwinge 


schwang 




geschwangeu 


zwinge 


zwang 




gezwungen 


'wirre 


warr (wirrle) 




geworren 


'girre 


garr (girrle) 






Orze 


tarz 




gefofzen 


■verdCTbe, verdirbsl, 


verdarb (ConJ 


veTdüi-bf) 


verdorben 


verdirbt 








sterbe, stirbst, atirbl 


starb (ConJ. Hürbe) 


gestorben 


werbe, wirbst, wirbt 


warb (ConJ. vürbe) 


geworben 


werfe, wirfsl, wirft 


warf (Conj. teürfe) 


geworfen 


werde 


ward (Con). würfle) 


geworden 


berge, birgst, birgl 


barg 




geborgen 


quelle, quillst, quiiU 


quoll 




gequollen 


-belle, bllisl, blilt 


boll 




gebollen 


*knliie, kniiist, knllit 


knall 




geknoiien 



by Google 



Das Verbum und seine Conjugation. 



'schwelle, schwillsl. 


schwoll 


geschwollen 


schwllll 






'schalle 


scholl 


gescholten 


'Bchmelze, schmllzeBt, 


schmalz 




scbmfizt 






klimme 


klomm 


geklommen 


•Bllmme 


glomm 


geglommen 


melke, milkst, milkt 


molk 
Zweite HlMse. 


gemolken 


'hehle, hihlsl, hihll 


habi 




9leble, stiehlst, stiehlt 


Stahl 


gestolen 


befehle, beflehlst, beflehll 


befnhl 


befolen (empfolra) 


nehme, Dlmst, niml 


nahm 




komme 


kirn 




«ebäre, geblrst, Rebirl 


gebär 


gehören 


berste {Imperativ Mril) 


barSt 


geborsten 


trette, b-lfsl, Irirt 


traf 


getroffen 


* dresche, drischest, drischt 


drasch 


gedroschen 


breche, brichst, bricht 


brdch 


gebrochen 


spreche, sfirlcbsl, spricht 


sprdcb 


gesprochen 


steche, stichst, sticht 


such ■ 


gestochen 


•räche 


räch 


gerochen 


Ireche 


träch 


gelrochen • 


'erschreke, erscbrlkst etc. 


erschrak 


erschrokeo 


'webe, wlbst, wlbl 


wöb 


gewoben 


■pOege pflegst, pflegt 


pfläg und pflAg (Conj. 
paftge) 


gepflogen 


'wlge 


wdg 


gewogen 


erwäge 


erwog 


erwogen 


fechte, flehst, fleht 


(öchl 


gefochten 


flechte, fliehst, flicht 


flocht 


geflochten 


»ichwdre 


schwör nnd schwur 
(ConJ. »eftwör«) 


geschworen 


hebe 


h6b und hdb 


gehoben (erhaheii) 


Kchere, schirsi, schirl 


schör 


geschoren 



«Google 



Das Verbum, und seine CoajugalioQ. 


125 


•gäre 


gAr 


gegdren 




iese 


las 


gejescn 




'klaube 


klöb 


gebloben 




'»chwire, sebwirdl, schwirl 


schwär (veraltet) 






•lösche, »seilest, Uschi 


lasch, lAsch 
Dritte KiMiM!. 


geloschen. 




gebe, gibst;, glbl 


gdb 


gegeben 




bitte . 


bat 


gebeten 




liete.lrltsi, Wt 


trat 


getreten 




'Imelte 


knall 


gekneltef 




esge. Issest, iBt 


it 


gegessen (nicht geeaen) 


rrease, frissest, (MM 


rrdE 


gefrejsen 




vergesse, vergissest, verglEI 


vergaiL 


vergessen 




messe, missest, mIGl 


ludE 


gemessen 




lize 


säE 


gesessen 




tiK ^cado) 


rös 


gerlseo 




lese, liesest, liest 


i&a 


gelesen 




■genese 


gends 


genesen 




«ese (bist, Ist) 


war 


gewesen 




pmue 


pmAs 


geptnisen 




liege 


lag 


gelegen 






geschah 


geschehen 




schiebt 








«ehe, siehst, sieht 


sah 
Vierte Kbuse. 


gesehen 




biete (auch beul) 


bAI 


geboten 




siede (auch teud) 


sott 


gesotten 




schliefe (auch (eM«u/t) 


schlAf 


geschloOfen 




triefe (aach Ireuß) 


tr6t 


gelrofen 




saufe 


säf 


gesolFen 




dleEe 


d6fi 


gedoEen 




YerdrleKe(aucheerdr(r«;!() 


verdröR 


verdrossen 




genlele {genevßl) 


geuAE 


genossen 




' diese (neiMt) 


DAS 


genosen 




nieSe ipeußt) 


üöi 


geflossen 




sprieße 


spröB 


gesprossen 





by Google 



Das Verbum uail seiae Conjugation. 



glete (geußl, 


806 


gegossen 


schleGe {leltfußl} 


schöfi 


geschossen 


8chHe6e(KW«(jE(] 


schlAG 


geschlossen 


krieche {kreucht ) 


krdch 


gekrochen 


rieche {rtvehl) 


röcb 


gerochen 


schiebe {icheubt) 


schdb 


geschoben 


•schnaube 


schnob 


, geschnoben 


•Bliebe (((e«*0 


slöb 


gestoben 


' schraube 


SChlöb 


geachroben 


lilese , erlfiese 


kös, erkös und erkör 


erkören 


verilere {verkurl) 


verlor 


verlören 


friere 


fror 


gefrören 


biege IbeUQt) 


bdg 


gebogen 


niege {fleugt) 


nög 


genogeu 


'echmiege 


scbmdg 


geschmogen 


lüge (IrtiflO 


iög 


gelogen 


träge Itreugl) 


Irög 


getrogen - 


■ sänge 


sog 


gesogen 


Hlehe (A«ucAI) 


nöh 


geflohen 


ziehe (leuchi) 


zöfa DUd z4g 
Ffinfle KUsae. 


gezogen. 


•mahie 


mahlte (ahd. moi) 


gemahlen 


siehe 


stand (Conl- stände) 


gestanden 


fahre, fahrsl, (ahri 


fuhr (CouJ. führe) 


gefahren 


grabe , gräbst e(c. 


grub 


gegraben 


•schaffe 


schür 


geschaffen 


lade 


lad 


geladen 


■(wage und zwage 


twüg und zwdg 


gelwagen u.gezwagen 


wasche 


wusch 


gewaschen 


bäte 


bdh 


gebaken 


Irdge, trägst etc. 


trüg 


gelrfigen 


schlage, schlägst elc. 


schlug 


geschlagen - 


•rrägc 


frllg 


gefragt 


waclise 


wdchs 


gewachsen 



«Google 



Das Verbani und sein« Conjogation. 





Sechste KlM»e ') 




^eire 


grir 


gegrlGFcD 


'keire 


kir 


geltltren 


'bDelfe 


knit 


gekniffen 


preire 


Pßf 


gepHffeo 


schleife 


schiir 


geschlilTen 


*g)elle 


glitt 


gegllllen 


reite 


rill 


gerilten 


schreite 


schritt 


geschrltlen 


strefle 


stritt. 


geslrltle». 


schneide 


SChDlll 


geschnHIeo 


leide 


litt 


gelltlea 


belGe 


bis 


gebissen 


BeiEe 


nie 


geflissen 


relKe 


rlG 


gerissen 


BcheiCe 


schlS 


geschissen 


schleUe 


Schill 


geschlissen 


echmelEe 


acbralE 


geschmissen 


•Welche 


blich 


geblichen (verblichen) 


Bleiche • 


glich 


. geglichen 


schleiche 


schlich 


geschlichen 


streiche 


strich 


geslrlchen 


welche 


wich 


gewichen 


schreie 


schrie 


geschrien 


speie 


. spie 


gespien 


scheine 


schien 


geschlDen^ 


bleihe 


blieb 


gebllben 


reibe 


rieb 


gerlben 


schreibe 


schrieb 


geschrlben 


treibe 


trieb 


getrlben 


melde 


mied 


gemiden 


scheide 


schied 


geschlden (verschldeti) 


preise 


pries 


gepriaen 


weise 


wies 


gewisen 



«Google 



Das Verbum und seine Conjugation. 



•speise 


sples 


gespisen 


•schneie 


schnic 


geschnien 


'verselge 


versfeg 


verslgen 


"schwelge 


schwieg 


geschwigen 


aleige 


stieg 


gestlgen 


gedeihe 


gedieh 


gedlhen (gedigen) 


leihe 


neh 


gelthen 


zelbe 


zieh 


gezihen 


'kreische 


kriesch 


gekrischen 


■heische , - 


hiesch 
Reduplielerende Verba. 


gebeischen. 


falle 


fiel 


gefallen 


hülle, hallst etc. 


hielt 


gehalten 


spalle 


spiel l 


gespallen 


hange, hängst etc. 


hieng 


gehangen 


fange , fängst etc. 


fleng 


gefaugen 


gehe 


gleng 


gegangen 


belBe 


hIeG 


gehet Ken 


hade 


hieb 




laufe 


lief 


gelaufen 


■röfe 


rief 


gerufen 


schrote 


schriet 


gescbrölen 


etöEe, st6EI etc. 


BtleG 


geslüEeu 


schlafe 


Bchllet 


geschlafen 


•brate 


briet 


gebrdleii 


rathe 


rieth 


geralhei. 


lasse, IS£t etc. 


lleE 


gelast^en 


bUse 


blleE 


geblasen. 



Alte itmlauttfäMgen PrSterita der starken Verba nehmen im Conluucllv 
nach tielref ä, if oder ö ati, als träfe, lüde, wöbe etc. 

Der Singular des Imperativs hall sich genau an die Form der drilleu Per- 
sou Im Singular des Präsens Indicallvl, als: gib, hilf, nim, sprich; — bMt 
oder ftihi, biete oder 6eii(, picße oder fletiß etc., nur dem Umlaut versagt er sieb 
wie das Präsens ConJunctIvI, In allwege, und demnach gilt bei Ihm von fräbl 
und grabt, räth oder rathet, fährt oder fahrt etc. nur grabe, raihe und fahrt. 

Da seit laiiger Zeit achoo die starken Verba, welche doch die elgentllelie 



by Google 



Das Verbom und seine CoDJngation. 



13» 



Kran uDd SehOahell der Spracbe aaEmacbm, la Abnobroe gerathen BEod ood 
ihirch schwache ersezl zn werden pdegec, so mnS es ein besonder Aagenmerk 
bleiben, nie aaEgearlete Formen statt der nraprOngllchen zu verwenden, and 
t. B. nicbt liresckte und gedrticM, teebU and gewebt, pflegte and gepflegt, tr- 
lehalUe nnd ertchalU, für drasch und gedrotehen, wab nnd gewoben, pßof und 
gepflogen, ereeholl nnd erteholten zu sprechen oder za schreiben. 

Beispiel der volU(9Dfflgen Conjuffatlon. 
Starbea AeHrum. Schmtehea AetiTan. 



/MdlMfir. 




tmdiifatiti. 


Co»Jm»etit>. 




Präsens. 




trag-e 


trag-e 


lab-e 


lab-i 


irag-il ((röfl«) 


trag-ett 


' lab-e$l 


l<A-ttl 


trag-t (irägl) 


trag-e 


lab-t 


■ lab-e 


irag-en 


trag-en 


lab-en 


tab-tn 


irag-el , 


trag-et 


io6-rt 


lab-et 


trag-en 


trag-en 


lab-en 


lab-en 




PräteritQm. 




trut 


irüg-e 


loft-U 


labte 


trug-l 


trOt-en 


täb-te$l 


Xab-tett 


ITUO 


trüg-e 


lab-te 


lab'ie 


' irug-en 


irig-en 


lab-len 




img-el 


trüg-et 


lab-tet 


lab-tet 


trvg-en 


triig-m 


lab-ten 


lab-ten 




PerTectam. 




habe getragen etc. 


habe getragen elc. 


habe gelabt etc. 


habe geim elo. 




Plasquamperrectum. 




hall« getragen elc. 


haUe getragen elc. 


hatte gelabt etc. 


halte gelabt etc. 




Fuliitam. 




teerde tragen etc. 


werde tragen elc. 


wierde laben elc. 


werde laben etc. 




Futtiniin exactum. 




werde getragen 


werde getragen 


werde gelabt ha- 


werde gelabt ha- 


haben etc.") 


haben etc. 


ben etc. 

rik wol tufermem vrerirn 


ben eU. 




BiCHa eie enehrisl IUI 


-«.i.*.rUl*.dit(ii8l.r 


ehe eel)»!- 







«Google 



130 Du Vetfanm nnd scöoe Conjogation. 

StorlEM JurtlniHi. Sebwadiea Aettwim. 

Mi^trmHe. MmfimtHv. ÜNfwalie. Ii^hMin, 

trag-e Präs. IrUf-ni lab-t PrSs. lab-en 

Irag-et Per(. getrauen AoAmi lab-tt PerT. gtimbt^hahe» 

toiUtlragtn Fat. (ragen iBcrdeit, woUra «olUt latm Vai, labtn utr^en, v>o»m 
lollet tragen Part. Präs. tragend toUit labe» Part. Pri«. labend 

„ Per(. irelra0#n „ PerT. gelabt 

„ Fat. {rair«n teollend „ Fut. laben woUend 

Paasivum. 
Well das PaBBlvum nur znBammeagesezIe Formeo bat, so Ist darin dte 
ConjDgatloD des starken nnd scbwachen Yerbums glefcb. 

Indieatiii. Cot^jututlm^ 

Präsens. 

werde getragen, gelabt etc. M>«r<J« getragen, g^abt etc. 

Präteritum. 

tBmrde getragen, gelabt etc. wfird« getragen, geUM etc. 

Perrectnm. 

bin getragen, gelabt worden etc. sei getragen, gelabt worden etc. 

PlnsquamperfectniB. 
war getragen, gelabt worden etc. wäre ■gelragen, gelabt worden etc. 

FntnraiD. 
werde getragen, gelabt werden etc. werde getragen, gelabt werden etc. 
Imperativ. Infi^iÜti. 

werde getragen, gelabt Präs. getragen, gelabt werden 

werdet getragen, gelabt Perf. getragen, gelabt worden sein 

laß dicb tragen, laben Part. Präl. getragen, gelabt 

taetet euch tragen, laben 

Anmerknngen. 

1. Das e derFlesioD kaiir darcU Anlehnnng und Elision scbwlnden, z. B. 
geb'ichfhei^ er; — eingundiag, wat du wilUt I — gab' et, träfiehetc. 

2. Dieses e schwindet nolhweudlg In zweiter and driltOT Person des Sin- 
golars Im Präsens, sobald TocaUnderang elnlrit, z. B. fähret, fäbrt; 
hälUt, häU{wirfil, wirß; tUeM, ititht etc. 



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Das.Verbum and seine Conjagation. ' 131 

Ebenso mnfi im Imperativ das e als AdGUiiI BOgar Im nemllcben 
Falle aothwendJg welchen, wenn i In der iweUen aad drlUea Person 
des Prägens ladlcativl an die Stelle des e der Wurt^ wieder «Intrlt, als : 
gib, hilf, iß, trit, nim, wirb etc. und nar werdt macht eine AnSnahme 
blevoB. 

Das Präient ConjuneUvi der eben gedacbten Verba behält den 
Warzelvocal der ersten Person nnverindtirl bei, als; fahre, fahren, 
fahre; werfe, werf e$t , werfe etc. 

3. GewdhDilch TalU das e derFlexlos anch In den nemlleben zwei Personen 
des Präsens IndJcaUvl bei Verbls starker Form selbst ohne die Tocal- 
ändenmg aaG, als: fallti and faütti, faul nnd fallet; empfangit nnd 
empfangetl, empfangt uai empfanget tte, Jtoeh heifieit , giepett , iaetl, 
vtrgitteit, tiegeit etc. aber stets heißt, gießt, ißt etc. 

i. Nach ^nrzelbattem d und ( verbleibt das « der Flexion HOthwendlg, 
als: bieteit, bietet; bratett, bratet; ladest, ladet; meidest, meidet, ond 
badete, liehlde etc. 

3. In Bildungen anf -el und -er wird das « der Flexion , wenn es ntcM 
antlautet, abgeworfen, als: züngeln, hlingeln, ändern, rändern, ha- 
gelte, wunderte etc. Tadelhaft wäre sünglen, ktinglen, andren, wund- 
ren, wo das e der Ableitung mangelt; aber gQIlig sind züngle neben 
langete; wundre neben wundere etc. Bei den Bildungen mit -em und 
-en stöEt man im Gegenlbelle stets das e der Ableitung anS, als: olA- 
ffl«n, widmen, zeichnen, regnen; widmete, wafnete etc. Die Bildungen 
mit -ig behalten sowol den Tocal der Flexion als der Ableitung bet^ 
z. E. beichddigen, vertheidigen , frmuthigen etc. auGer wo die Flexion 
-eleantrlt, als: heiligte, besehädigte etc. 

6. In den fibrlgen Formen wird dieses e beibehalten oder auEgestoEen, Je 
nachdem der IVolIaul es erlaubt oder gebietet. 

7. Alle Wortbildungen auE dem Slamm des Präseos tordero den Wurzel- 
Tocal, wie er In erder Person d« Hural» laulel, als: sterblich, ge- 
werbiam, lesbar, Hehler aod Stehler etc. Eine Aufnahme machen Hi(/'e, 
behilflich , giUig , (übliclier Hälfe, behütflich and gültig) ; Wirbel , ergibig, 
gib und gäbe, Gift, triftig, Stichblalt, ^richwort etc. 

8. Das Präteritum Conjnncllvi der schwachen Terba Ist dem des Indlcallvs 
ganz gleich, und hat nur Umlaut, wenn er sonst schon Im Wurzelvocale 
hattet; also: lobte, labtett; störte, störtestHc. 



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132 Das Verbnm und seine CoQjugaÜon. 

Nur die 6 schwachen Vertu neimt, kenne, brenne, renne, iende, 
wMife, welche Im Prälerflo haben nannte, kannte, brannte, rannt«, 
tandte, toandle, bllifen Im Conjanctlv nennele, kennete, brennete, rennet«, 
tendete, wendete. 
9. FQr das PrSterltom Coiijnnctlvl verweodet man aach die HSirswörter 
tnürde , mödtte etc., för das Fntnrum aber aaSer teerden' auch eoHen 
und teoUen.- 

Welche Terba zur Blldaag Ihrer Perfecta die HülftwArler »ein 
oder Aotnt wählen, Ist ein Gegeosland, der ebensowol als die nähere 
Belencbtang vom Gebrauche aller Terbalfonnen ond Bedeutungen nolh- 
wendig der Syntax vorbehalten bleiben mnB. 

Anomala oder abwelebende Verlia. 

IndicaHv. Präsens. (Jonjtntetiv. 

tmt^ weiß man $oU kann müße viUte möge loU könne 

mußt weiß magtt <oUi( Jkannil müßett toiiteit mögeit toUett könnttl 
«utß weiß mag loU kann müße witte möge loU könne 

Indien wfM«n mögen (oU«n können fflilp«n witien mögen loBen können 
müßet wiMsel möget toUet tönn«t mäßet leUttt möget tolUt könnet 
fflit^m wiuen mögen loUtn können mfi/i«n uiUten mögen loUen können 

Präteritum, 
mu^e etc. tou^e etc. mochte elc- toUle etc. ftonnle etc. CoqJ. müßt« etc. 
wüßte etc. möeUe etc. tollte ele. könnte etc. 
Inf. mdjten wiuen mögen «oUen fcfinn«n. 

Präsens. 
tlarf wiU lAwe dürfe etc. woBe etc. IMu etc. 

darf*! wOst thuit 

darf vm thm 

dürfen woUen thm 

dürfet woOet thui 

dür/in t0oU«H Um 

Präteritum. 
dürfte etc. wolUe etc. tkat etc. ConJ. dürfte elc. wollte etc. thäte etc. 
Inf. dürfen, wollen, (Awn Part. Pert. gethan. 

Bringen, denken nnd dünken haben Im Prälerito bradite, dathte, dii%ulUe 
oder dünkte. 



by Google 



Das Verbam nad seine Conjogali«»!. 



Tabellarisrbe Übersicht der samtUcben 


in vier Haapt- 




S«th. 


Ahd. 


Mbd. 


Hbd. 




vallD endo 


Valle 


falle 




wallD ftnto 


walle 




HlCa>} laUo 


salza 


salze 






walzu votvo 


walze 




halda ptuco 


halfai teneo 


halle 


halte 


valda iwtptro 


waltu 


walte 




f asialda pouiäeo 








fallba plieo 


VBlIU 


valte 






apallQ/mdo 


spalte 






scaUn rnnigo 


schalte 








halse eoHoampIfrfw 






walke eoneutio, eon- 






qHai$o 








baime inttrdUo 






spaonu (Iffo 


spanne 






plttntD ffl«iMor 








ImplanlD 'Odmitceo 


eoblande 














pono 


vlanzeT 




raha enpio 


vaha, InlfansD ttM- 
eipio 


vahe 


raitge, emprauge 


haba fuiiiimdo 


bdbd 


hdhe 


hange 




kankneo 


San 


gehe 




aniT aro 


arT afet 
swelfe eagor 




hälU VOM 


heljo 


belae 


heite 


mäita ab$emao 


melza Miptrto 


melje 


speise, spies 


skälda Hparo 


sceltD 


scheide 


scheide 


rrälsa («Mo 










zelBu earpo 


zelse 





by Google 



Du Veiiiuin und leiäe Conjngalioo. 



' «HO. 


Ud. 


Mhd. 


nru. 






elsdie, vveticlie 


helMbe po $co 


6lka 


glhao/o 


glhe 




lälba ludo 




lelcbe (bojlaleh) 




hUnpa «HTo 


hloohi 


laufe 


laufe 




hrnofü ctamo 


raofe 


t&tv 






bonwe 


baue 




nllwu (tmdo 


zenidwe eontMdo 




stänlaT pcrcHHo 


pluojat II60 


B»je 


lUle 




scrötn *«o 


scbrtle 




4aka atveo 


vlaobbn m(ifa4Kco 








bUTD 


gure 


BchlAfe 


lälaitTMtet. 








BÜa tero 








väla flo 








lata 


läjD rino 


läge 


laSa 


greta ploro ■ 






kreische 




varwdju maltdieo 


verwäje 




ratba mantro 


rata cotMwIo 


rdle 

eattUe melm 


ratbe 




prttii «MIO 


brate 


brdte 




plAsD Ao 


blase 


bidse 


fleka planoo 








teita lango 




bdge aUereo 






malDmolo 


mal 




ns-ana ewpiro 










Bpann allieio 


span 




Btanda <to 


■tanlD 


fltdn 


■lebe 


rara profieUcor 


vani 


var 


labre 


BTara jwo 


snerju 


Bwer 


schwSre 


gkepa ereo 


scafn 


acbaffe 


Bcbalie 


graba rodfa 


trapa 


grabe 


grabe 




scapn rado 


scbabe 


schabe 



Bv Google 



Das Vertam nnd seine GonjnfratioB. 



SoOt. 


Ahd. 


Mhd. 


Hfad. 


■MQa (oUo 


faelFD 


bebe 


bebe 




tDsemi inttUigo 


flDsebe 






hlalu onn-o 


lade 


lade 




watü Inuunuo 


«alB 


wate 


Irelbja tapio 








ratfcla ntwwro 








sktthja no««o 









wascbe wasche 

sage (prov, auog.) 
bache «09110 panm bake 





trabu ftro 


(rage 


trtge 




nakurmfo 


nage 
behaget iMor 








fraget 


Wge 


slaba ptrenlio 


slabn 


Blähe 


schlage 


iTakalovo 


daabD 
labQt Veto 


Iwahe 


z waget 






gewahe 






foHo 






btaNa rideo 


lilahbjD 






vahsja cTMco 


wabBB 

rima conNttfO 


wabse 


wachse 




China 


Une gemtino, erumpo 


Aeloa (ueeo 


sdan 


schlne 


scheine 




hrlDD longo 


berlae longo 






sntaa «tun«»» 


gwtne 

gloeT oKilo, hio 
grine elamoT 
qulne marceo 




srelpa Mpio 


kriru 


grife 


greffe 




sllfu ta6or 


sllte 


schleife ae 




ptwIfQ <nootoo7 








domno copW« 










pHfe, djpfeir (*«I- 


preire tiiuc 






ih* 





«Google 



Das Verbum und seine Coajngation. 



€otli. 


Ahd. 


Mhd. 


telferteor 


drelba peUo 


drlpu 


tribe 


(reibe 




cbltpu inharto 


Uibe 






■ pilipa maneö 


blibe 


bldbe 




scripu *cr«o 


achribe 


schreibe 




ripM/Vfco 


ribe 


reibe 


sveira deHno 








skreita leindo 


acriza 


scbrije 

beschTbe affwo, ad 


schrelEe 


spelva tpuo 


sptwa 


spie 


speie 






ȟie iw'Bffo 


schneie 




scria elomo 


schrie 


acbrele 




gria tannio 


glie ganniQ 




belta 




bTje 


belSe 


smelta iOino 


smisn eoIKno 




scbDielGe iaHo '; 


*ella, iQTelta aäoro wfja tmputo 


wtje 






VltsB «!*(,««««. 


vlij« 


flelSe 




riKn eioro 


rije 


reise 




slJjD Tvavßo 


slfje 


schielte 






gli^e nUeo 


gielfie 






schtje coeo 


schelEe 


belda extpteto 


pitu 


bite 






rila «9WI cehor 


rite 


relle 




sorita ffra<Hor 


scbHte 


schreite 




gtntnpufffw 


strite 


strelle 






gifte W>oT 


gleite 






Sprite fttno ' 


sprpite T 






brile fal)refatio 








scläUißndo 


schelte? 


lellba eo 


lidD kiltda tranuo 


lide poHor 


leide 


soellba leco 


saidti 


sntde 


schneide 




mida tviio 


mide 
ride? 


meide 



by Google 



Das Verfaam nod seine Coniagation. 



fiatt. 


/üti. 


Mhd. 


IVhd. 






uide tnvideo 


neide? 


relsa nrgo 


riso tUtMo 


rise 


reisen 1 rlsen 






brise fi«eto 


brelseT 






prise laudo . 


•preise 






WIM monfiro 


weise 

kreische voei/ero 




SDihhd r^lo 


swtcbe faUo 






slihbn repo 


slicbe 


scblelche 




klrihbD pravaUo 




bleiche albtteo 






wiche ceda 


welche 






geliche plaeto, 


gleiche »mau nm. 






comprcpor 


aquo 






striche Kno , »ui- 


streiche 






cco 








tiche ptmMU doJ 




hoeiraf 


bnikD tnclino 


nige 




■lel«a lemdo 


stiku 


sllge 


steige 




aika «Ufo 


sige coÄo 
hrige obtineo 


selge, verselge 






swigfl loeco 


schwelge 


lelbva eommodo 


liliD 


lihe 


leihe 


telha nuntio 


libo oeewo 


libe 


zeihe 


Ihelba ereteo 


dibD proIMo 


dibe 


delhe, gedeihe 


threlba preno 










loeribu revdo 


riher Irwlo 
«reibe txbmino 
erwibe? eoKficio 




haJopa mmpo 


. 




kaelpe, kneife velio 




sMufu extto 


sliufe 


schliefe 




sMU W6o 


säfe 


saufe 




iTiun tWIa 


trtnre 


triefe 


Mala fto 










chllDpu /Indo 


kllnbe 


klelbe, klaabe 




M(upa proditd') 


scblube 


schiebe 



by Google 



Das V^bum und seine Conjugation. 



«oth. 


Abd. 


Mhd. 


IVhd. 






sUube pulvtreteo 


stiebe pulc«r(M 

tpargo 
schaaube aiUuto 
BChranbe lorquto 


sulva verlOf vadtt 










chlowu mando 


kluwe 






bTiawa pasnUelme 


rbiwe 


reueT 




plluwo verbero 


blluwe 






prluwD braxo 






«luta /iindo 


klngo 


gioje 


gleEe 


niata capto 


Dinja/hwr 


DiDse 


Diese, geme&e 


Ihrlnla motetUom 


drlngn tadio «hm 


drlu;e 


drieSe, verdrteBe 


/Mo 


, 








dlDJQIONO 


dlnje 


diese 




bllaja tortior 








rlnjQ pJoro 


rinse 






sllnin claudo 


allnje 


schlleEe 




TllUJD /tttO 


vllüje 


niefie 






8chlD:e jaeio, 


BchleEe 






mülo 








Bpriaj« germino 




bluda offero 


plalu 

hliulD pNlIttlo 


biete 


biete 




Blada eoquo , 


Binde 


siede 




«Mlto 






drlosamdo 


trinsn 






kiDsa eligo 


CblDBll 


kluse 


kiese, erkiese 


llDsa perdo 


llaaa 


liuse, verllase 


liere, verliere 




TTiasti fMgeo, al- 


vrlese 


friere 




geo 










nlQfie ilernvlo 


Diese 








kreische T 


luba clawJo 


llubbu 


Hache 


lleche? iub**eö 




rlahha fimo 


riuche 


rieche olfacio 






hriuche repo 


krieche 





Das Veriram unii 


seine Conjt^atioti. 139 


CMb. 


Ahd. 


Mhd. 


lilid. 


blaga/lecto 


pluku 


blage 


biege 


llnga nmaoT 


llako 


llDge 


IQge 




BAkanvo 


söge 


aange 




tfinkn d«c<pfo 


tringe 


trOge 




vlluku voto 


vllage 


Biege 






smlage appUeo 


schmiege 


Uufaa troAo 


zlnhn 


ilnhe 


ziehe 


thllDha fugto 


Ylluha 


vllDbe 


Hiebe 




Irfm pertinga 


Iriffe 


treffe 


Bibado 


klpn 


gibe 


gehe 




wlpn lexo 


wlbe 

serte , sart /Wuo 


webe 


Itaedo 


Ijn 


I2e 


eEe 


WUeoro 


vrtjn 


vrlj« 


freEe 


gl(a invenio 


klju obHviteor 


«Ige 


geSe, vergete 


mtta metior 


mtju 


mlse 


me(e 


Sita udeo 


slza 


Blie 


size 


bidia roffo 


pltto 


bl(e 


bitte 


midaeateo 


tritn 


trile 


trete 


iD-vidaT abnego 










chnlln Oepto 


kDtle 


kuetlet 


qvlUia d(eo 


qnlda 


qnlde 




viUia>«»oO 


wlla 


wlte 






, aWdafervtö 


slTlIe 




llsa eoUigo 


lira 1000 


Ilse 


lese 


fifsa (snor 


nlsD tervor 


nlee 


nfise, genöie 


Tisatnaneo 


Wim exUto 


wise 


wegen. Mf«, «im 




cbrlsn repo 


kriee repo 




brika ft-ango 


prlhbn 


bricbe 


breche 


rlkaT eongero 








vrika ptrieqttor 


ribha prtBvaieo, 


riebe uMtcor 


räcbeT 




Bprlbbu loquor 


aprfcbe 


spreche 




stihha pUHffo 


stiebe 


Btedie 




sulhbaT/M«» 







by Google 



Das Verbam and 


seine ( 


ODJagation. 


Ahd. 


Mhd 

triebe? 


ir 



riga Jaeeo 


liku 


llge 


Hege 


Ylga moveo 


wika ponäero 


w(ge 


wiege 




phllku $oUo 


pmge 


pflege 


saihwa Video 


sltan 

vibu gaudeo 


Bihe 


sehe 




sc.lhn coitfinffo 


scbihe «wiio 


BChebe, geschebe 




VDihu onAelo 


brlhe? («««0 


pfDlcbe, pftilse 


sUla füror 


9111a 


sUl 


Btehle 




hllu telo 


MI 


heble 




quda <mie<or 


kll 






tuilQ lorpeo 


Iwll 






suilu wor 






nlma nmo 


Dimu 


Dim ' 


nehme 


qvima vtnio 


qulmn 


kam 


komme 


Itma dteto 


zima 


zitn 

kllm prehendo, m 

nilnu premo 
sllm eohibeo 
schlm? mibeteo 


,- 


balra fero 


plru 


bir 


bäreT ^ 


taira deHruo 


ziru connmo 








sclru imuteo 


scblr 


schere 




anira ulcfro 


swlr 


schwttreT schwferef 




darni contero 












gäre 




hlllu coiwono 


hllle 


heller halle 




plllu lotro 


bllle 


belle 




scillu penono 


gchUle 


schelle? schalle 




sufllu Iwrfffo 


swille 


srh weite 




will II fonlamino 


Wll1l> 





by Google 



Das VerbuiQ und seine Conji^ation. 







drille .TOlo 




. 




knille retono 


knelle 






quille scaUo 


qaclle (quele/"«™«- 

re faeio) 


hilpa adjm», 


htiru JMDO 


hlire 


helfe 




ttlfti fodio 


tllbe 
rispe plico 


(verdolpeit tepuUm) 


vi Iva rapio 








svllla fflon'or 










snillzu lique/lo 


smltze 


schmelze 


gllda rependo 

- 


klltu 


gute 


gelle Tependo , in 
prHio tum 




RChlllu inerepn 


schule 


schelle 






rollke mulgto 


melke 






gllke smo, eado 






pllku iraKor 


bllge 






sullku glatio 


swllge 




Ol ha commendo 


vllhu 


vllhe 
. dilbef 


befehle, empfelile 




primmu rugio 


brimme 






swrmmu nfllo 


swimme 

krlinmearrt/iio,uM 
gulit premo 


schwimme 






klimme leando , 


klimme 






limme rugio 








glimme candeo 


glimme 


Irlmpa irruo 


tiniAi deeeo 


rimpfe corrvdor 
dlmpfe svaporo 
kllmpre contMngo 
krlmpfe comprimö 




brinna ardeo 


prLnna 


brlnne 


brenueT 


gfnna ineipfo 


klnnu 


Sinne 


glune. begiDiie 



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Das Verbum und seine Conji^ition. 



Goth. 


Ahd. 


Mhd. 


nihd. 


Ilona dato 


linan 


llDae 




rlona/tM 


rlimn 


rlDDe 


rlDDe 


splDua wo 


SpiDDO 


spinne 


spinne 


vlBoa potior 


wlDOD laboro 
chlioDD It'no 


wlDoe aequiro 


winne, gewinne 






sinne 


slDoe eogito 






Irinne? jungo. 


Irinne, entrlane e(a- 






eenettno , gre- 


bor 






gem cmutUw 






vlrzu pfdo 


virxe 


rerze 


blnda necto 


Pinta 


binde 


binde 


viDda ciretnnito 


wlntu HrevmUigo 


Winde 


winde 




serlnlu /Indo 


Bcbrinde 






sllntu glvtio 


allDde 


scblfnde 




sulDlo «t>an«Mo 


swiüde 
drIndeT pulio 


scbwlDde 






schinde ixeorio 


sc binde 




vindu 


vinde 


finde 


hlalhacapfJeunKtuco 






IhiDsa oUroAo 


dlnsD traho 


dfnse 




tfrlDka Ufio 


Irinhu 


trinke 


trinke 


sioqva endo 


slDhu eado 


stDke 


sinke 


sllngva rw> 


stinhn odorem 
*pargo 


stinke 

binke claudico 
winke nuto 


stinke male oleo 


bllDgva endo 








slngva teBö 


slDkQ cano 


singe 


singe 




drloku pretno 


dnn«e 


dringe 




dDinku eogo 


Iwfnge 


zwinge 




prinku affero 




bringe 






springe taüo 


springe 






swinge vibro 


schwinge 
schlinge «Mto 






ringe tuctor 


ringe 



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Das VerbtiiB und seine ConjogatioD. 



«Mb. 


Ahd. 


Mhd. 


IHhd. 

dloge, bedinge 
$UpiUo 






Ulüge .«10 


klinge 






llnge bene evmü 


Hnge, gelinge 




chliTD erepo 


kirre 


girre 




sclrru rodo 










wirre 


wtrre, verwirre 


vairpa jaeio 


wlrfQ 


wtrfe 


werfe 




snlrfti eaco 


BDirfe /U«o 




hTaIrba verlo 


hnlrpu revertor 


wlrbeocfutrcreeu 


werbe, erwerbe 


svairt» abttergo 


Bulrpn 


.swIrN 






stirpa moriOT 


atlilie 


sterbe 






dirbe vileteo 


derbe, verderbe 


galrda e<ft(rQ 








vurtbajto 


wlrda 


wird« 


werde 


Ibairsa arefio 








bairga *m>o 


pirkn c«lo 
pridu verio 


birg« 
IwIrheT 


bene 




priBta /»-flBiPM- 


brisle 


borsle 




driskD (fitvro 


drfsche 


dresche 




llskD extlnavo 


llsche 


lösche 




YihUipuffm 


vtbte 


rechte 




vlthln neefo, leirpo vithte 


neclite 






dlhae linum froHgi 





liumerkung. 

Bei TerglelchuDg des Golhlschen mit dem Neafao chilenischen zählt man 
etwa 74 starke Yerba, dte sie mit einander gemetu haben; rolgllch 131t der 
bentige Bestand von circa 184 starken Terba aut ungefähr 300 als damaliges 
Blgenlam der gothlschen Hundart schlle&eu. 

Da& alle Hundarten sämllfche Wurzeln In starker Form besessen haben, 
ist gar nicht anzanehmen; wol aber allmällger Untergang tbelts der Wnrzelu, 
Uiells der starken Form. Casere Sprache z. B. hat Jezo Qber die Bfilfle der 
starken Verba, die sie Im nennten Jahrhunderte, und weit aber ein Drittel derer, 
welche sie noch Im dreizehnten Jahrhandert handhabte, elngebäfit. 



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lii Adverbia oder Beiwörter. 

Fär ErkenntatE and Scheidung 4er Dialekte wird das Verzeichnis 1d Ubel- 
lariscfier.Fomi um so lehrrelcber, da man sieht, welche Verba durch alle vier 
Dfundarten ziebeu , welche durch mehrere , und bei welchen sie sich trenoea. 

Im ganzen sind au£ altea deulschen Dialekten circa marthalbfaundert star- 
ker Verba vorhanden, welche durch tiefe Verbreltoug und Leitung In alle an- 
dern Sprachlhelle noch immer die eigenlllcbe Kratt und Deulllchheit unserer 
Zunge aatmachen. , Hehrere handert starker Verba sind IndeE verloren, aoE- 
gestorben oder nur noch In Trümmern Übrig ; denn eine Menge von SubBtan- 
tlven, Adjectiven oud schwachen Verba stehen zo einander Im Verhältnisse 
wie Laut und jlblaut, obgleich ein starkes verbnm ihrer Art nirgends angetrof- 
ren wird, sondern sein ehemaliger Bestand nur vennntbet werden kann. Weisen 
die Snbstantlva Grab (tumulus] , Grube (rovea) , auf das verbliebene starke Verbam 
grabe, grub; das Ädjecliv xahm (mansaetus, decens), und das Verbum lähmtn 
(domare), auf simen; Trank, Trunk, (ranken auf das starktormige trinke, trank, 
lrunjt«n: so sind Schlüsse voq ähnlichen Formen auf verlorne starke Verba 
schon durch die Analogie des Verfahrens, oft auch durch die AuEdauer der 
Formen in verwandten Mundarten gerecbtiertigl. So z. B. lassen kalt, NM ant 
ein starkes verhoin k^e tfrlgeo) '), jtuol (frlgebam), Sful, als Ablaut, auf den 
Laut ttale (sedeo) schlleEen. 

Adverbla oder BeiwSrter. 

Die Adi'crbia sagen neben dem Verbum auE, wie die Adjeetiva neben den? 
Nomen. Alle Adverhlü sind anch lebloser, als Ihre Adjectlva, und die ErlCduug 
der Wurzel nlmt bei solchen, die häufig gebraucht werden, so sehr zu, äiA 
Ihr Sinn oft weit ah von der lebendigen Bedeutung des Adjectivs liegt. 

Die meisten Adverbla stammen auE Adjecliven und Substantiven, da sie 
theils In obliquem Casus der leztern mit oder ohne Präposition stehen, tbelis 
abgeleitet oder componlert sind. Einige haben pronomlnalej) Ursprung, und nur 
sehr wenige sind auE Verbls gebildet. AuEerdem kommen noch besondere 
Derivation CD In Erwägung. 

Adelung bat sich durch die formelle Gleichheit der vielen adjffcli vischen 
Adverbla und Adjectiva zu der falschen Lehre verleiten lassen , daE unser un- 
flectlertes und prä die leren des Adjectlv Qberall ein Adverblnm sei; gleichsam 
als wenn die Abschleifung der Form einen to wetenltichen und togitchen Dnter- 
schied, wie der zwischen Adlectiv und Adverbium Isl, jemnis aufheben k£nnle. 



•)N 



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Adverbia oder Beiwörter. 145 

In dea Säzeu: der Baum ül grün, der Aöend wird külü, *tlig sind die Armen, 
mtsäMbar die Folgen, er laehle lich /trank, goß das GUu voU e(c. eolles aach 
dieser Lehre die Wörter grün, fcilAJ, »Hig, wniöAlbar, krank uDd erojS>' Adverbia ' 
sein; alleEn der Irrtum wird klar, sobald raaD den MaSstab anderer Sprachen 
daran hält (arbor eti viridit), uder bedeiikl, daE es Im Mittel hoch deulscheo helGt : 
■ dtr boum Ut grüene (Dicht gtuone); and überdies bann Ja In gar manchem Falle 
selbst das xn einem Sut)s(anllv gehörige Adjecllv nnflecllerl Etehen, z. B. mit 
Meinen A»gen rolk, auf ihren Knien bloß; von der Slirne heiß rinnen muß der 
SelMteiß; von den Winden tcharf etc. , wo es noch angereimter wSre rofA, Mo^, 
keiß und icharf Tür Adverbia auszugeben. 

Adjectivische Advei-bi«. 

Gewöhnlich zeigen sie das wie oder die Betehaffenheit an (adverbia modi , 
qualt(atis). Was ein denselben entsprechendes Adjectlv neben dem Nomen 
prädiclert, das sagea diese Adverbia neben dem Verbuin, Adjectiv oder Partictp 
anG. In der Regel können sie, gleich den A4]ectlven, gesteigert werden. 

Erst wollen wir die auE einem Casus , sodann die mit Präposition foroilcr- 
ten, und eDdlicIt die abgeleüeten Adverbia bO'ühreD. 

Geuittvlache AdjecUvadverbia. 

andei« (alller), Hraki, tchwtrtlraks, -icärts In abwärts, aufiBärls, hinwärlt, 
hertnärls, niederwärts, unterwärts, vorwärts, heimwärts, leilwärft, räJtwärls etc.; 
längt (dem Flusse oder des FiDsses etc.), mittels, längst (diu), unlängst (naper), 
efntt (allquando) , n«b«l(unaciiin), sel^f, tonst, umsonti etc. i (emer rechts. Unkt, 
stets, bereits, btsonderi, übrigens, urasersehens, tmbetehens, vergeben*, eitenät, 
eigen* (nicht eigends), auehends, durchgehends , nachgehend*, ersten*, tteeüent, 
dritten*, neuntens, xehenteni, höchstens, schönstens, Jeil«nf , nUndettens, läng- 
stem, mHstent, nächttent, gähtings, rülUingt, ritlUngs etc. 

AecusKtlrlscfae Adjectivadrerbia. 

viel, wenig, gentig, meist, aUermeitl, />*«{&; Tage lang, ganze Nächte lang; 
recht (recte), lang (longe), hart (dura) etc. — Ol* fort, als hin, alt weller, alt 
mehr, alt nicht genng, ab stärker etc. 

Präposltlonale A^ectlTadTerbla* 

nebst (für eii ebtTi*) , benibst; — tum ersten, tum testen, tum iweiten etc.; 
am läiigsten, am seltensten, am meisten, am schönsten elc; — tuersi, xuleit, 
iworderst, tunäehtt, sumeist, iuhinlersf etc.; — n«jt«n (Juxta, tm tn tbßn); — 



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146 Adrerbia oder Beiwörter. 

über Umn, Ober kvn odtr lang; enUang; übertavl;äbenin; fUrbap, /aruuftr; 
itubeiondere (eu parUcnller) , intgemein (eD g£n£ral], itugetamt, tntkänflige (In 
'POBtenim), iiuofeme; avf'i hBchtle, auf* genaveite, auf'i bette etc. 

Abfceleltete A^eetlvadrerbia. 

btUä (das abteilende e tsl Tasl Überall geschwandeo) , gern oad gerne , fern 
and ferne, lang ond lange, gleich, laut, recht, tchier, lehneU, sehr, getehißind, 
tief, fem, eben, offen, ticher etc. ; fatt (terme, fett), tchon (Jaiu), sind Ädverbia, 
«Ic sie ancb Adjectiva sein können. In ueite, trägt, müäe otc. Ist das e schon 
dem Adjectiv eigen. — Jedes Adjectlv aaf -ig darf adverbial stellen ; von freilich 
und wahrlich sind die Adjectiva anGgestorben. 

Suffigierte AdJeetlTadrerbla. 

eoBauf (alTatlin), geradaaß (rectd), rrinob, ganiab, itump/U, mvrxab, 
kurxab, kurzum, rundum etc. 

In der Adverbfaltorm, welcbe abstracteni Sinn bat, dauern manche WöAer - 
ISnger fort, als In der adlectlvlscben selbst, tmd z. B. kaum, tehr, oft, Jezo, 
Jexund, bald, $cMer etc. baben kein paralleles Adjectiv tnebr. 

Zu allen verdunkelten Adverbla daiT man lebendige Adjectiva mntbmaEen 
und außnchen ; die leblosesten geben tn PrSposillonen und Conjanctionen tiber, 
da diese Partikeln eine Fortseznng der Abstractton sind , die Im Adverbio be- 
gonnen bal. 

Gewisse Adverbla pl^St man, am den Begrtf anderer zn sletgera, nn- 
elgentlicb zu verwenden, als: tOehtig, einzig, Hberauß, tfjirektich, grmuam, 
unmenschlich , teufeUteh , entrl^cA etc. z. E. lüehtig abwärU , Hberauß heftig etc. 
SubstautiTiBche Adverbla. 

Die Form dieser Adverbla tat ein absolut gesezter Casus eines Substantivs 
entweder allein, oder mit Pronomen and Adjectiv verbunden. 

GenUlviMAe SobslantlvadTerbta. 

tag* [bei Tage), eine« Tag* (ollm); folgenden Tagt, beutigen Tag*; mor- 
gen*, abend» , de» Morgen» , de» Abend» ; eine» Morgen», eines Abend», »ommer», 
wiattr»; des Jahr* [^mavtmD), keine»u>egt [nnllo modo), geradeemeg» , tpottkaaft 
(wohlfeil), »ptymetreicht (cito), augtnblik», fhtgi (mtl kurzem n,. ebne GefObl 
(Qr seinen Ursprung auE Flüge*); ansieht*, angesichts (aller Menschen) ; «in" 
Zugs (auf einmal); eine* Sehlag*, Streicht; theü* (parilm), großentheüs , mehren- 
theUt, meUtentheüi , aOenfaU* , gegenfalU, ringt (circa laUm) , ringsum, anfangs 



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Adverbla oder Beiwörter. 147 

(iDillo), mtinet Wiueiu (quanlum scivi); votteniU (scheint auE dem accusallv- 
IscbeD Adjectlvatlverb vollen verdorben); vnler Tagt, vor Tagt, vormittags, 
naehmUlagg, wUeneegi, eitumals, ehemals , Jemals , vormaU, damals, nachmals, 
oftmals, überek», ibsrruks, hinterrvlu;— von Femialnls: nachts (nodu), de» 
Naehts (SDoinRl von einem FemlniD mascDllDer Genitiv gebildet); ') ebenso: 
mitMochs, -seit» (talus), abseilt. Jenseilt, diesseits, beiteits, einerteits, ander- 
teils , meiner teilt , aüerseHi ; — der Zeil {lara) , Jederseü (semper], gleicherweise, 
tehnödtnoeite , wtbesonneneneeise , milUertoeäe etc.;— auG dem Genlllve des 
Piurale: dieser tage, Jungtier Tage, leiter Tage, allerdingt (omnlno), tchtechter- 
dingt, ptalterdingt, neuerdings ( unorgaDlscb dingi, stalt dinge, den vieIeD 
Genitivadverbien des Singulars nachgebildet)! aüerwegen, detwigent meinet- 
wegen, se^Htctgen (für meineneegen) elc. 

. AuE Dativen geblldel, ohwol sie otl genltlvlsch auEseben, sind folgende: 
tramnaM. (rlwo, cerlo;mhd. im Plural (rfutfen, «nirfuwm, worauG unser Iratm); 
nachten, (nocte antecedenle, proviocial), dermaßen, tolchermaßen , dermalen, 
alterenden, aller Orten und Enden, allenthalben, meinethalben, ihrerUhtUben, 
unterlhiUben, detAalfien; «nJertced«n, bitweilen^ toeüand (für eltetceüen) etc.. 

AccDMitirlBrbe SnIistmitivadTerbia. 

den Augenblik; leeUhenveg; einmal, ein andermal, diesmal, manchmal^ 
vielmtU, opmal, hundertmal, tausendmal; die Zeit (tum temporfs), aUeteil, atlzeil, 
lange Zeil, kurse Zeil, Zeit Lebens; diese Nacht, diesen Tag, Sommer und Winter, 
Tag und Nacht elc; alltag. Jeden Tag, den ganxen Tag, keinen Tag (nanquaml; 
iceg, hinweg (mit barzem e); heim, anheim; all dein, sein Leben (semper); ein 
bißchen [ein wenig) ; aUeweil (modo), dieweil, aUdietceU (quonlam, quandoqnidem) ; 
wechtelieeise (vicisslm), beitpieltweiie elc. 

" Pnipaaltktnale SubatantlradTcrhlMv . 

Deren gibt es eine Menge, on wtrd dem Casus eines Sabstantlvs, der 
schon fQr sich adverbiale Bedenlung hat^ zur slirkern Hervorhebung dieses 
Begrifs eine Prfiposltlon belgefftgl. Uan soll aber Adverbla In solchem Falle 
nur anerkennen, wenn sie als solche durch den Gehranch allgemein elngefQhrl 
sind, nnd am sichersten, wenn sich eine Abif«2o^«r« Bedeutung, als der Worl- 
gehalt mitbringt, dabei elnftndel. ^uper^drttlit ui^tctutnanG, suT'Aiilaberifeor-' 



tin J>u tet*Blt nn* ap 



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148 Adrerbia oder BeiwiMer. 

«um, mHU ') ebenso rHn> , obne dal wir der Begrlllk Btrg, That nod IHlftm dabei 
gedenken; nach onser mit Wülen (sponte), mit FUiß (consnlto), Ist meitbar etwas 
anderes, «U wenn wir dieselben Worte In gleicher Sfnictur fOr votuntate and 
cum däigeniia brauchen, obsclion sie ebeosowol auch votwiarUt and diUtrmler 
bedentBD dürfen. Ebenso verhält es sich mit den adverbialen ADSdrBkeu: «<n«m 
elwiu tu lieb oder lu l«td tkun; xu gut haltm elc. 

wUeneegt (aafi unlertriegen verdorben] ; empor ( rBr mCor) ; entgegen ( (Or 
in gegen), im Äugentilik, in der TTiat; in Emtt, in aUem Emil; in Spaß; über- 
hand, in Wahrheit; in Ruhe, in der SliUe, in aüer State, (n Eüe, in Bul, In 
Sowi und Braut etc.; at Berg (anfwärfs), in Thal (abwärts); mrHk, lu Crwut 
(^ tu Boden, aber auch mit dem abstracteu Begriffe von Zertlörung); zu Haute 
(doml); ctoar (tane, und noch abstracter quidem, anE le viAre)i tufolgt (par con- 
geqnence); inmat, xugegen, nuamin«n, m Haufen, zu guter Lezte (ultimo), auf 
die Lexle; tu GefaUen, zu Guntten, xu Lieb, zu Leid, xu Gut; Wann für Mann 
(vlrttlm), JTind pur Kind, Jahr für JaAr, Fuß für Fuß; Blatt vor BlaU, Schriu 
vor Schrift, Land vor Land, Jalir auß, Jahr «fn, SIern an Stern, Kopf an Kopf; 
bei Licht (mane, ad lucem), bei der Hand (In promptn), bei Leibe (per vllam), 
bei Leibe nicht, bei Gulgen und Rad verbieten; betagt (laut, nach Inhalt etc.), 
mit FJHß (de todusirla), mit IFilten, mit Dank, mit Mähe, mit leichter Mühe, 
~mi( Bedacht etc.; auß Liebe, at:'. Freundtehaß, auß der Maßen (außermaßen Ist 
assimiliert); von Herzen etc.; hinterrukt, zu Zeiten, zuteeüen, öincftim (scheint 
auE bittcilen, d. 1. bei den teeilen entsprungen), unterviegen (beiehnotert, pro- 
vlncfal, vix, accurate, anE bit nölen, d. I. bei den fföthen); entgegen, in Zeit, 
beiteil, in dief« Weite, in keine Weite, in die Welle, in die Länge, in die 
Breite, in Kreuz und Quer etc.; untertcegen latien, ohne Falich, ohne Slreil, 
ohne Zweifel (xweifeltohne) , ohne Seherz, ohne Spott, ohne Spaß; tonder Streit, 
tonder Zweifel, tonder ^aß (Spaß ä partl); bei wtUem, von neuem, im großen 
und im kleinen "). 

SuMf^lerte 8ustantlrad verbin. 

himmelan (versus c<elum}, bergan (In montem), u>anäan (In parletem); 
bergauf, bergunler, bergab, ttromauf, stromab, waldein, feldein, holxein (In sll- 
vam), von Stund an, von Kind auf, von Jugend an, von der Wiege an, von 



■) M HIUIB wir «In« viihti Hit u mfgat »«rAn. A m. BltUir. 



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AdT«rbja oder Beiwörter. 149, 

Bhmt aufi, vtmNaütr imp,9&nliamd auf in BimiRti; lUmytfliö {radieltas, vom 
Stumpfe), elc. den Tag über, die Nach! über, ttoeifeUokne , das Jahr durch. 

Rege) Ist zwar die Weglassung des AriikeU vor dem SubaUoMv and sie 
dient als Kennzeichen der elngetretneii gröGern AbstracUon, z. B. in der Hand, 
fn der Eüe,. in dem £nuli Ulogt weniger adverbial, als In Händen, in Eilt, 
in Emil; gleichwol kommen, wie mr.n geseben bat,. MGn(ihnien von dieser 
Regel nicht selten vor. — Die Abstraetlon Ist am gröGten, wenn aaS dem Adverb 
Präpositionen and ConJoncUoaen erwachsen, und z. B. ganz erloschen Ist die 
»imüiche Bedealaag von weü (qala), empw, gegen, entgegen, falU, noar, baU 
(modo), iobald (qaando). , 

Advcrbfa derdielt mid des Orts [advecbia loci el temporls): hente, mor- 
iren, Hbermorgen, geilem, porgeüem, ekegetlem, btuer, ftith, ipäl, nimmer, 



Genauer zu reden, sollte man einige der Pronomlnaladverbla Partikeln 
nennen, da scbon hier einzelner Präpositionen und Conjunctionen gedacht 
werden mnG. 

dann (tum), oLsdann, lodann; denn {oa.m, enim), donnen, condannm; da 
(tbi, cum, tum), ali (cum, quando), dar, {dar bringen, dar bieten), doAn-,- 
v<rn daher, darum (Ideo); dor([ibl, llllcl, dorlhin, doAin (llluc) , dorlen, von 
dorlen (lllinc), deito (mhd. des diu baß, dei diu mir), desto mshr; noch, denn- 
noch; nachdem, indem, vordem, ehedem, leifdem, xudem, außerdem, äberdem, 
näehildrm; hin, hinnen, von Mnnen; hinler (relro), hinten (atergo); hier, hie, 
(hic), ficr (huc), her und hin, hin und her; wann (quando), wmn (sl); wo (ubl), 
wohin (qnorsum), tion wannen, von wo, woher; warum, worin, wopauß, wo- 
mit, wodurch, uoxu, wonach; uis (4aomodii>i ^f*^), ueder (neque, anG neweder 
gekSrzt); so, einst (ollm, allquando), nun (nuno, mn, an nti, d. I. Im Angenbllk). 

Partikeln, welche auE Verblndnng von PrononUnalform mit Präposition 
erwuchsen: ehedeß, ehedetsen] indeß, indesien; urUerdeß, unterdetien; indeß, 
indessen; währenddeß, leährenddesten; Uberdas, überdies (Inanper, prselerea); 
ehdap (priusqnam); *ohm. , 

AdTerbIa besonderer Ableitimg. 
Diese Adverbla können vou Substantiv, Adlectiv und Proaomeu herstam- 
men, oder Fortbildungen anrlfr^r Partikeln sein; alle abw drüken Verliällnisse 



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150 Advert)Ja oder ßeiwOrter. 

des Raums and der Zell aat. Vieler gescbab anler den ProaomlDaladverbleu 
schon UelduDg. 

ein, hinein, herein, einher, abher, umAn-, hermtf, Iterab, heran, htmath 
(postea), hernieder, hentnler, heritber; hin, hinavß, hinauf, hinab, hinan, hin^ 
über, hinunter, himbieder (iternm),- im ku (nu Ist vw, nnnc), nieder; naeher 
(rOr nacA der versua , x. B. naeher Zärich , Bern elc.) fort , fürder ; ' 

da dar dannen 

wo teoMn wannen 

hie, hitr her hinnen 

innen, außen, oben, unten, nieden, hinten, obeTtan, mUenan, hhUenan, and 
vom, vorne and vomenan, fern; -~ ailenthaiben , meinetkMben, deinelhalben, 
meinettcegen') (fdr deinenl, meinent); anderlhaib, unierthalb; — irgend, nir- 
gend, und genfllvisch irgend», nirgend* ; jemali , niemali, [oberd. >«inalm, nt«- 
maten), immer (semper), nimmer (nanqaam), n<mmermeAr (tat VOTBtSrkuue) ; 

Auf die Frage: wie oft, wie vielmatT werden Zahlwörter, denen mal (pnnc- 
tum, vice» temporls, ahd. te einem mite, und vice] angenigt Ist, als Erwide- 
rung gebraucht; z. B. einmal, zuieifaai [anch ticier), dreimal, viermal, zehnmal, 
hundertmal, lauiendmal, millionenmal, manchmal, vielTnat, sum ertlenmat, zum 
ertten -, zweiten- uQd drütenmal etc. — auf die Frage : wie vielfach? — einfach, 
zweifach (zwifach), dreifach, lehnfach, tautendfach elc. 

Adverbia ndt BUdimgen auf -Ing. 

blfndJlnf«, r^lingt, häupttingi, hehlingt, gählingi, meuchlinge, rittlingt, 
ichritllingi , etändlingi, blindUnge; mundarllich hehlingen, ttämtlingen etc. 
Verbale Adverbia. 

Das partikelhaRe geeehweigt (ne dicam) entspringt aaB der ersleo Person 
des Verbnms (ahd. ih wile de* iwigen; mhd, ih geitclge danne); leicht, vitUeieht 
(mag geschehen, Ist auBgefallen) ; gollweifi, teeißgoll, w«r weiß; geliebt e* Gott; 
Gott gebe, gebe Gott; Gott behüte, oder mit Tergchwelgnng des Namen Gottes 
nar; behüte, bewahre; wollte Gott (utlnam), nur (aus newdre, nlsl, niwer, nt<tD«r, 
n«er, lantum, synkopiert); ei wäre denn; wähn' ich, eolW ich meinen etc. 



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Präpositiooen oder VerhültniSwörter. 



Id der afema DO Ischen UuqdaFt bet Hebel das Adverb han<lvntehir^ d. I. 
wie man ffne Hand umkehrt oder wendet, UDd bei StaMer aucb /U^toanm, 
tlittm, allfranzöBlch iinel U pai. 

PraposHlonen oder VerbSItnlßwUrter. 

Präpoaltlonea sind ParUkela, vod denen ein obliquer CasaB.lD der Welse 
■UiSiigl , dafi hledurch nnmltlelbar eine Relation des Nomens Im gesezten Casns 
auSgedrükt wird, flr Begrlf, welcher In der Präposition rubl, verhält sich zu 
dem belreffeaden Nomen also nahe , daE er glelchaam dsrch einen elgueD Casus 
gelSEt werden könnte. 

W« die NomlnalOexlon erloscben Igt, müßtn die Casus durch Präpositionen 
ersezt werden, wie z. B. GmUixi und Dativ In den romanischen Sprachen; wo 
sie slcli aber reicher enttaltet hat, Können blofie Casus schon Präposttlonal- 
verhSlüilsse autdrüken. 

Die meisten dieser Partikeln erscheinen auch In derselben oder In wenig 
veränderLer Form, ohne Casnsrecllon , als Adverhia. 

Die PräpostUoDen gehAren, wie die Pronomina, Ihrer Mehrzahl nach zu 
den duoftelslen Wdrtern der Sprache. 

Man aoleracheidet Hnfache, abgeleitete und aitammttmetexlt Präpositionen. 

Welche Casus von einzelnen Präpositionen regiert werden, Ist eine 
Materie der Santax. 

Elnfiicbe Prilposltl«ien. 

in (im tflr in dem); an (am fOr an dem]; ab, ei>, aufi, a*f, bei, tu (tum 
und zur fflr iw dem und xu der); um,ßr, vor, nach, mü, teil. 
■ ' Abgeleitete PräposItloDeii. 

afler (post; veraltet), Öfter, unter, hinter, außer, außen, inner, innen, 
oft, ober, oben, londer (sine), ohne [aviv], durch (per). 



ZusainmeugeseKte Präpositionen. 

herum, darum, ftinnen, darin, darein, inner, zuwider, eorbti, vorüber, 
voraö, voran, vorauß, oberhalb, unterhalb etc. 

IVemlnalpräposItlonen. 

Die vorauSgescbIktea Präpositionen erwuchsen zwar auch auE lebendiger 
Wurzel, allein Ihre Verwandtschatt mit andern Wörtern ist meistens dunkel; 
dagegen sind andere neuem und ganz deullicben Ursprungs , die wir mit Sicher- 
heil ^ominafpröi)0>ilion«n hellen dürren. 



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1(2 Conjonctionen oder Bindewörter. 

gegen, entgegen, sugegM (abgekUrzl gen); wegen, (tm Cancellelstyle aocb 
von wegen, wie fon Seiten, von Recht* wegen), wegen meiner, wegen teiner; 
htUDen, minder g^t halber, In meinelhalben, teintUuMen, njuerihatben elc. mtl 
eingeschobenem 1; Lohnet halber, ßiuxeni halber (propler mercedem etc.): 
um meinetwillen, »einelwillen , am der Liebe willen; um GoUetwillen, mir tu 
Liebe (gratlä), um Goltei Minne (ponr l'amour de dteu); italt, anetatt (loco), 
an meiner, seiner Stelle; ringe, ringtvm (ctrca, clrcnm); ftro/I, inkraft (per 
oder vigore), vermöge (verdorben aaB dem InBaltIv ve'^figen), ungeachtet, 
läng», ilängel Ist nnr Adverb), entlang, mittele, vervtiUeUt, iufolge, dieiteü, 
Jenieit (sellDer mit Dativ: Jengit dem gebirge. Kuonr.), vnangeeehen, unerwo- 
gen, troi etc. (dieeieitt and jemeiti sind nur Adverbia); — luitcAm (later, 
inxwieehen Ist nur Adverb); inmitten, mitten <n, mitten unter; neben (Juxla, 
anS en eben), nebtt (öam); benebit, während (absolot geseztes Partlclp alt 
Präposition mit Genitiv); währendet Krieget, währender MaitlMÜ besser als: 
während dt» Kriege» etc. — aufgenommen (prjeler). 

ConJniM^oiieii oder BlndewSrter. 

Durcb die Partikeln, welche man Conjunctionen nennt, werden einzelne 
Wörter, Bedensarlen und ganze SSze zusammen verkuOpfl oder auseinander 
gehalten, daher sie vorzugsweise eine feste Stelinng Im äaze einnehmen; als: 
(et, xctt, qnejund, und auch (atqne) ; (ellam, qnoque) aucA; (auf, vel, stve) 
oder, oderaber; {sed, at, vero, autem) aber, aberdoeh, aber dennoch (vcrmn- 
tamen), londem, nun aber, nun einmal, nun einmal aber, nun eintnal doch, 
hingegen, allein (vero) ; (nam, enim)<lenn, dann; (qnia, qnonlain)u>fi(, dieweil, 
lüldieweil, »infernal (Im Can cellel style ) ; ^ergo, Itaque, tgitur) .daher, atio, 
darum, deehalb, weshaW; derohalben (Im Cancellelstyle) ; (ut, qnod, ne, quia) 
daß, aufdaß, damit, daß nicht, auf daß nicht; (quam, i;, nach Comparatlven) 
denn, att; (sie, sicul, quasi) eo, »oicie, aUo, al», gleichsam, lo wie denn, gleich 
all, gleich wie (quemadmodum); [sl , si, iccv, nv) wenn, wo, wofern, faile; 
ob (an, nam); wenn nicht, wo nicht (nlsl); (etsi, tametsi, ellamsl, licet, quam- 
vls, quamquam, verumtamen, tarnen) obechon, wennichon, obgleich, wenngleich, 
uneraehlet, gleichwol, entweder: oder; weder: noch; }e: detto elc. 

Endlich gihi es enkliiitche Partikeln, urgprangllch meistens Adverbia, die 
zugleich CoiOuncUoiien werden, und leise oder ort kaum übers erbare Verbin- 
dungen auSdrüken, als; wol, eben, gerade, nun, freilich, einmal (provliirtat 
halt), dir. mir, un», eucft etr. z. B. da» war mir ein Sturml elc. 



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tnterjectioDeti. 153 



iBterJedlonen oder Aatrure* 

Die falerjecdon Ist melsleus leldenachartllchcr AaSbrach der Bmpaadan- 
gea, bignelleo Nachahmaiig eines Naturlaats, oder eodlich Lok- nnd Scheach- 
TTif für Thiere. 

Früher hielt man die Interjeclloaen nicht rtlr Wßrler, soudern uar für Lauf«, 
Qud glanb.e, daS sie der erste Grund der Sprache seteo; allein offenbar Hegen 
vielen iDterjectlonea Nomina oder Terba za Grande; mit mehrern verbinden 
sich Pronomina, Verba nnd Sabslanllva, und nicht selten erfolgt zur TerstSrknng 
des Anfidrukg Gemination der Inteijectlon selbst oder dos Haoptworts, welches 
■le begleltel. Sie kann überall los nnd abgerissen in der Rede vorkontmen. 

1. (Inlerjectlo vocanlls, esciamantis). Der bloGe AuEraf oder Anruf, kein 
bestimmtes Geftthl bezeichnend, daher oft erst durch andere IntcrJectloDen 
belebt. O Htrri ja ihr Aäien Zagen! wafenal (mucro, ferrum) »uaal $uia>uil 
tafialafil klingaklingf holahol! holholl hilfahilfl uariawarC löiehatöichl loialosl 
neinal neinaneini Jaral Jaraja! vturraweil keil htia I heiaheil fli fiafil hoTcha 
Sohnl außauß, e* itt ges^Aebn! hephepl hei heda! ho! hoUa! Leisester Anmf: 

2. (Inlerjectio dolenüs). Weht weh mir! weh uns I weh'mirteehl u?«ft tiiHi' 
' wehl Vieh weh! o weh Welt! o weh mir weht o w«h Gott vtm Himmell o weh 

immer and o wehl ach wehl— auvuhl (Ist noedei and jQdlsch);— acht ach 
und weh! ach und o weht weh «nä ach! ach weh! ach mir! ah Laeterit (proh 
pudor!) ach Leide» (proh dolorl) ach meines Leibea! ath meiner Taget ach meiner 
Schande I ach meiner JVolA/ witrratcei! o weh mich Armen! oeharmt (o Ich ' 
Armer!) o Gotlt ach GoUl ach Jesu Mariät o Himmel! o Hetlandt Goltl GoU 
im Bimmelt Heiland I (auch Aulruf der Freude). 

3. (Interjectto algentls, calentls). Sehv «cAu, wie kalt! sehoch, wie heiß! 
— hu hu hu! wie mich frierlt— sehothl tchochitischoeh I — 

4. (Inlerjectio gaudends). Wol mirl wot un$t wolant heil hei wie froh! 
heiat heia nu heit hei(^eil ft«{a Co(t/(ih<r oA^tci« tcol/ (Ist Ja nicht au^ugeben); 
heisa t heita Juchhei) Jvchhei! juchhei tasa! heitaial hurra I hurra, urra, burra! 

5. (Inlerjectio rldentls). Haha! — hihi! (für feines Kichern); — hahal 
haha, hahat hthal 

ß. (loferjectio admlrantls , adprobanlls, biandlonlls). O! acht o ic«.' ei! 
eial eiawot üiml iwatnicMI ei nun! wotani woiaufl aufauf! heill glUtanf! 
nu.' nu danni nu wot her zu mirl nul not (age! mach fort!) wnt 'datm! xeler! 
irler und weht hertu! herant frS'chauft miinlM/— ■ w/i.' utiiih! puh! ptthtih! 



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154 iDtcrjectiooen. 



7. (Iiilerjectlo opfaotlB). WoUte GoUl ei woUte GoUl Golt gebel geh' Goui 
o daß I ach daß I — o hätC ich I aeA tcär' ich I gefiel et dem nimmel I 

8. (Interjectio dubitantfs). Ei ei ! hm hm! kum humi ober aber! timi lim- 
titni (aorstolende Bedeokllclikell anfidrükend). 

9. (Inlerjectlo prob) beo 11s). Hall! halt haltl nunul nanal haUeinI itopl 
iloptlopl hophopl tafil laßaßt laß ab I Gott behütet beh'ätet Gott bewahre I beuahrel 
behüt' um GoUl laß liegen und laß ttehnl laß et sein! da» latte leitit 

10. (Interjecllo ablgcntla el iDcKantls). Forll fort forti wegl Mnatgl 
(apagel) auß dem Wegtl Plail Plat Plail geh lotl geh abl tchab abl mach dM 
"Kehrab! laß dir heimgeigen! kuz! kvz Mail teher dich! icher dich fort! AatAai, 
voran! nmat vorwarft! wolan nun! nun denn! 

11. (iDterJectlo maledlcenlis). Verflucht! verdammt! Golt verdamm! fahr 
hin tum Teufel! an den Galgen mit dir! tum Henker! lum Gukguk! in de« 
Tett/W* Küche! fahr zur Böüel 

ii. (luterJecdo-todlgDaDlis, contemoealls , aversantls). Fil pfitt'. fiafi'. 
pfM, o pfüitpfUi dich an/ huiundpfui! bah, bah! abahl (dr&kl gerlogem Grad 
von Verachlong and Abwendnug aaS). 

13. (lulcrjQcllo Irrldestls). Älich! tnipfentnapf! bäh! ähl geki,, geki! 
gUitgekil 

14. (lolerjedlo Blleatlum prEeclpieatb). Seh! il! btt! hotch! hotehol 
tachle! baita! (iCal.) 

15. (luterJecLioprovocantls, minaiills). Trat! truil trui und trai! Irotl 
ei was! ei wat nicht ! 

16. ImperaUvlDterjecUonea. Ei Heh! ei tehel! tchautt schaul einmal! 
bure dicht (hebe dich von dannenlj mache forll spute dich! hol holt hol über! 
hotaholt loppl (schlag elDl) ttopl (slfllle, balt eiol) hophopl hephepl (airlpe!) 
fahr wol! fahr hin \ lebe wol! hilft hitfio! »choneti 

17. NomlnaUnterJecl Ionen. Dank! schönen Dank I habe Dank! Schonung, 
Schonung! alle Wettl pos WeUl poz WeUerl Himmel und Teufet! alle Teufell 
poi Bliil Donner und Hagcll Donner und VHani Slemenli ei Wundert el 
lausend', pos lautend] pox Vetlenl ei Sadrathl 

18. Scballnacbabmende : Ptumptl palichl klalsehl rittchl huech! huil 
ktappil ripil ripsrapsl tchnippechnapp i wupp dich', plosl (subito), winte 
wankel pinke pankel bim, bam, buml fiUche, faltchel fizfii! (bei Ruthen- 
streichen); tlrip, ttrap, itrultl (beim Melken); tik sak\ hik hakt hophophop 
im Gttlop', hurre , hurre, tr.hnurrel hoselboselt iirMmirli, hurliburlil liripipi' 



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Von der Zusamtnensezung oder dem Compusitutn. 155 

Jtrwnlarum: klipp ktapp\ pi(, paf, pufl tauz, pardauzi (Hierta xelgt sich 
wieder das vocalablaulende Gesez unserer Sprache, wie In: mtseh maseh, 
fMgaW, wischiwaichi , Wirrwarr, gippen gappen, Mppen kappen elc] 

19. VerschiedeD davon sind längere AuEnire, die zuweilen dem Gesänge 
elDgeschohen werden; z. B. landaradeit diridumdei'. faladara\ faladarei] fal- 
dtralai Iratlera'. ßfaUtral ßfalleraUera'. 

20. Endlich hat die Sprache Interjectlonen , um Thiere zu loken oder zu 
«;heucA«ii. 

Lokrufe: la ta xai (ad canes venaticos); da da '. miniti mfnnil (ad feles); 
pipi pii [ad galllnas) ; 

SchenchrnTe: $chu «Aul (ad aves) ; hu ka ftu! purr purri ftrftr! harwUt'. 
Tad equos, um sie zv weisen), kuz Eazl 

Von der Zusammensezung oder dem Compositum. 

Zutammenieiung oder Compotition Isl die feslo Verhindung mehrerer WOr- 
ler zur Bezeichnung einM-Begrlfs. Sind mehr als zwei Wörter In dieser AbsISht 
verbunden, so helEen sie Deeompotila oder mehrfache Zusammensesang. 

Alle Arten der Wörter könnea ualer sich und mlf ebaader componlert 
werden; nur nicht Verbum mit Verbum. 

'In der Hegel sezen sich nur verschiedne Wörter zusammen; Verschieden- 
hell des Begrlfs Ist tadessen nicht geradezu erforderlich, denn auch nahver- 
leandte und sogar gleiche geben, obwol höchst selten, mit einander Composltlon 
ein, z. B. Dieb'ttahl, lang-lang, all-all, teild-wUd, Sindes-kiHder , lag-lägtieh, 
lelb-sctber, Vr-ur-großvater, Belfert-helfer, That-tqehe, P/oth-dwfl, Wta-kür elc. 

Dem Begriffe nach Isl Jädes Compositum mindestens sweitilbig, oder da, 
wo die Anfügung geschehen Ist, spalten sich auch zwei Silben; allein es gibt 
Composlta, deren Silben In eine verwachsen sind, was ooihwendig durch Aphä- 
resls nnd Synkope geschah; wie denn z. B. Well das ahd. wer-all, Bloch oder 
Blök das ahd. bi-loh, Glük aber ge-liike Ist. 

Die Deutlichkeit der beiden Wörter leidet aber nicht nar durch Ver- 
minderung der Sltbenzahl oder Auslassung von Voculen , sondern auch durch 
DnterdrOkang oder Entstellung der Consonanlen ; so Isl heule auS hiu laga *) , hcwr 



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156 ^ VoD der Zusamiaen^ezuag oder dem Composilunt. 

aut hiu Jdru, verlheiäiten aal t>er-lage-ding~en, nickt aal ni-wiht, riertet aul 
vier-lail, Jungfer und Junker iinB Jung-ftaH uüA Jung-herr, Ntper (terebrani) 
auE naba-gir cociralilerl worden; Jtfau I-tcury ist auG mtM-wurf, Bage-stoli auE 
hagu-stall, Eimer aaE ahd. ein-par, Wimper aufi ahd. winfprdu'e, gasen aot 
^nfc-ezen elc. entstanden oder verdorben. 

Die Eigennamen flcffau, Homburg, Honttetlen, Schemberg, Sehomlutrg eit. 
sind gleich den ehemaligen Compoella Böhengau, hohen Burg, hohen Sielten, 
Schönöcrg and Sehönburg. 

Im VerbältnlE zu der AbleKaag Ist bei der ComposItloD der zweite oder 
hinzutretende Theil, welcher bei der Derivat Ion danket bleibt, Hauptsacbe, 
uud der crsle Theil gereicht nur zar Modiaclerang vou dessen Qaaptbegrir*); 
z. B. Fen$Ur-glat, Glat-feniler ; Haut-tauben, Ta^en-haus; Öt-6aum, Saum-öl; 
Rath-haut,Bau»-Tatk; gelb-rtttk, rolh-gelb; Frauen-simmer, Zin»tter-fra«en ^. 
Im Gegenthelle ist bei der Ableitung das erste Stfik die Hauptsache, und das 
zweite nnr modl&clereDcl. Löset man Warzel und Ableitung von einander ab, 
so sind sie allein fflr sich ort gleich dunkel , x. B. Himm-el, Vog-el; von den 
Compositis aber muE nach gescbeheiier Auflösung Jeder Theil fast ohne AuGnahme 
für sich klar sein und ein Wort bilden; nur -tchaß, -heit, -lieh, -lei, -(um, 
einige andere und viele Partikeln sind verdanken. ' 

Der Havptunierichied \n, der Composition besieht In der eigentlichen und 
uneigenttiehen Zusammensezung. 

Zwek der Zusammensezung Ist, daG man durch sie Begriffe schärf«*, klarer 
lind auch schöner auEdrOke , als es sonst geschehen könnte. Ifolbwendig Ist die 
Zusammensezung am allerwenigsten In einer Sprache, die viele Abletlungs- 
inittel hat; aber sie wird es tn dem Grade , als Jene Bildungstriebe abnehmen, 
veralten und verdunkeln; daher denn unsre heutige Sprache sich so sehr zar 
Composition hionelgl. 

Das geiitige Kennzeichen der eigentlichen Composition besteht darin, daE 
sie die Bedeutung allgemeiner stellt, als die unei ^entliehe, wie z. B. Land-mann 
und Landi-mann, Hunger-luch und Bungeri-nilh , Tag-lohn und Taget-lichl, 
Geld-werth und Geldet-wcrlhi daG sie sich zwar auch in PrSposIttons- nnd 
Casusverhällnlsse auflöten läEt, aber niemal* die l«i£Aa/le Fiexfo» des ersten 

WäU^lurm, SlerM'Uiad; Hani-morJ, MDrä-rani ; kipt-lahin, laHm-hüflig ; -ttf-liilick, fnt'trv'- 
lUUiT-UihKmiUitiirk. «MlmiiHiiiiit pleoBuluoh, da So« idioii arnrn h«Gl. Zweiftihftft u lidi ■Uci' 
nun« COBWM mar IVacil-riit wi«, Hmliiili entwdrr Mark-fni nim SacM-rml-, wh> tr-Umlimn^ 



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Substantir mit SubslanÜT in eigentlicher Compositton. 157 

Wortes sn sieb Irägl. Wein-ilok, Wein-rebe, Wein-bero, Tag~»tem etc. als 
«Igeotllche Composlta, drflkeQ kela bloEe§ Präpoiltloos- oder CasoBverhältiilB 
anE, nicht ein Slok de* Wein», ein 5lem äe* Tau» Ist gemeint; sondern ein 
Stokf der Wein trägt ; ein SteTn, der bei Taget Äiüirvch leuehltt , dtn Tag ver- 
kSndel. — Feuer-rolh, grat-grün vergleichen: roUt wie Feuer, grün leie Grat. 

Erst nocA der elgeulllcben Composlllon efilwlbelle steh allmfilich auch die 
imeigenllicke, oder diejenige , welche unmülelöar arttloßende Catut und Partikeln 
mit dem zweiten Worte verbindet und auS dem Ganzen einen beetimmten Begrir 
geltaltcl, z. B. Taget-Uehl, GoUes-hau», Sehvtaiben-iclnoatu , d. 1. Licht det 
Taget j Haut Göltet, Sehwanx der ScktaiUbe. 

Ob wirklielte Compotition vorhanden tei , wird daran ^kannl , daE rOr al^ 
altein das erste Wort derselben, so wie es steht, im Saze wneotutruierbar ist; 
denn, so wie es abgetondert darin eonilruierl werden kann, Ist keine Com- 
posltlon vorhanden. Han merke Jeddcfa , daS heule manches nicbl mehr con- 
slrnlert zu werden vermag, was In der ^"liAern Sprache unbedenklich angleng; 
die ahd. ßriho bom, taget Hobt z. B. sind für keine Composlta zu nehmen; wol 
aber unser Menschenkind und Tagetlichl. 

Die Parlikeleompoiitimi hat Eigenheiten, die specieU an Ihrem Orte vn- 
handelt werden raHEen. 

SnbslaoUv mll Substantiv In elgrentlicher Composition. 

Bei der Subtlanlivcompoiition kann sich das erste Wort zum zweiten prä- 
poHlional, appoiUional oder catuat verhallen. 

PrXposmomilTerhaHnls. 

Das präposltlOTiale TerhältnlB 131t sich, Je nachdem Zeit nnd Aoton dabei 
Im Spiele sind, auflösen durch in, an, auß, mit, fUr. 

Raumverhällnlß dnrch ruhiges in und bewegendes auß: Aug-apftl, Berg- 
hohle, Blut-baä, Blul-laufe, Burg-graf, Ei-doller etc.; Baueh-ttimme, Mond- 
ttein , Berg-iBatser etc. 

Zeilverhältniß durch ruhiges nnd bewegendes in: Angtl-tehrei, Blut-seuge, 
Gleichniß-rede,Nolh- fall etc.; Fetd-zau, Grab-legung , Hand-geld, Himmel- • 
fahrt, Kirch-gang etc. 

Savmverhällniß durch robiges an: Achiel-band, Berg-haat, Blatl-taui, 
Degen-knopf, Fuß-eiten etc. — Bewegende» an, auf, von, ab: Achtel-iräger, 
Band-getübde , Heim-gang, JUaiil-schelle , Ohr-feige, Stuhl-gang eic. — Dach- 
traufe, Berg-luft, Kreux-abnahme eic. 



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156 Substantiv nüt Substantiv in cigentlidter Composition. 
VerhSltnlß von StoKm. 

Hnbtges aufi Berg-predigl, Daeh-fahne, Eit-bär, Grab-tehrifl, Seü-Iänxer, 
Sekoß-kind etc. — Bewegendes auf: Fuß~faU, Waid-gaitif etc. . 

Bahiges mit oder fOr: Bier-faß, Meht-lrog, Feuer-timer, Bev-teoffen, 
Geld-beulel, Öl-flatehe, Euieh-krvg etc.; Gatl-hmu, Brvtt-Kehr, Sehweifi-luOt, 
Stim-band, Le^-tpeite , SeMef-tuM etc.— Bewegendes mit: BHl-kieli, Fmut- 
kampf, Finger-seig, Flügel- tchlag , liuß-lrit, Hand-trif etc. 

Der Vorsncb, Composlla aoG dem PräposItfonsvertifiUulsse zn deuten, ist 
nicht so zu beurtheflen , als ob Jene aii& diesen enttpntngen nder Itinen der Be- 
deutung nach völlig gleich wären. DaE lezteres gar nlcbl der Fall sei , ergibt 
sieb schon bel-Kertnger AatknerksamkeK ; denn z. B. ein Sauihund, Bwdkjbtft, 
IHorgenHed sind lteinetweg$ einerlei mit einem Hund im Haute, einem Fitiäe» 
auf der Buche , eluem Lied am Morgen; well Ja auch ein Jagdhund tm HoMe 
sein, ein DiiU^nt auf die Buche fliegen und ein Moratmied am Abend könnte 
gesungen werden. Vmgedrebt hört der Hauthund nicht sogleich auf ein xoleher 
zu sein , wenn er sich auß dem Haut« verläuft, Sie Composltlon drfikl also 
offenbar ein viel Inniger Band anE , als das PräposlIlonsverliiltnlS , nemllcfa das 
Bleibende, Gewöbnliche, Naifirllche, nicht das Einmalige und TorObergeheode. 
Daher lassen sich denn auch die schärTer bestimmten Präposltlaoalbegrlfre nlchl 
Immer In Composlllonen Qberlragen, and es wSre z. B. Qbel aoge)>rach(, die 
Redensarten: Sperlivg auf dem Dache, Hahn im Sorbe, in ßaehsperlitm noi 
Sorbhahn nmzusezen. Den clgenlllchea Stnn der Composlla kann man nur mU 
SIcberhell finden , wenn sie Im Zusammenhange von Säzen erschetnen ; dir stcb 
allein stehend kSnaeit manche dem BegrllTe nach zweitelhafl sein, ffetielravp» ' 
kann eine Baupe sein, die sich von Nesseln nSbrl oder aal Nesseln lebt; Btll- , 
iprung, elu Sprang <nf Bell oder auß dem Belle; Segelwind, der lebendig in | 
die Segel blasende, oder abstracl der Wind, welcher zur Segel seht rrabrl gal 
Ist. — Einigemal sielil die erläalemde Präposillon vor d^m zwellen Worte: 
Sreut-abnahme , Hau$-einbrudi , Segel-durchtehnitt , Erd-durchmettT etc. 

, AppoBitionnlverhiiltnin- 

Die Begriffe beider Wörter mancher Compnslta scheinen nur loae nebeo 
einander gestellt und lediglich durch anEgelaEne Conjunclionen sich nälter ge- 
bracht. Dieses sind Compositiouen Im AppotUiomverhäUnitie ; x. B. Laub-froitk 
(grQo wie Laub), Slaub-regen (fein wie Stavb), Ittann-Keib (ein Weib wie ein 
Mann), Srebt-gang (Gang wie eines Srebses). 



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Substantiv mit Substantiv tn eigentlicher Compoütioo. 159 

Id Th<eT-, I^anten- und Stetnnam»n gibl maochmal das erste Wort dte 
Art zam GetehUcht des andnn an; z.B. Reh-kalb, Birieh-kuh , Maat-thier; 
Reh'bok, Rind-tUeh, Wall-fiich; Apfel-baum, Bim-baum, Eietd-tltin etc. 

ApposrtlODal stehen auch za einander atle mit den absiractcri ~art, -heil, 
-Khafl, -4um und -lei romponicrleD Wörter, als: Bank-arl, Maan-heil, Mann- 
tehaß, WU-tiim, Maneher-lei eic. — Ferner: Dieb-tlaht, Sturm-wUtd , Kebel- 
lag, Milch-ttraßt , Wetl^-hahn etc. 

Wirkliche Appoelllon ist keineswegs vorhauden; denn wäre dies, so mflE- 
ten die unverbnndeo neben elnaoder vorkommenden Wörter decllnlert werden 
und In dem Casus stehen, den der Saz vou Ihnen verlangt. 
CaanalverhSItniß. 

Da bei der tigenHiebtn Composiliun alie Biesnngsform am ersten Worte 
in Abrede gestellt worden, so dürfle es nun aulTalien, wenn man dennoch einige 
dieser Composita auE CasusverhSilnisscn zn deuten snchl. Allein diese Brkl3- 
mng will ebensowenig, als die von den prüpositlonalen and apposllionaien 
Terhältnlssen der Composita, ganz znIrelTen, sondern damit nur eine gewisse 
Ähnlichkeit oder Annähernng behaoptea. 

GenUiviich erscheinen Tolgende: Natw-laut, Thiert-HiiMtie , Vogel-iang, 
Sdtach-xabel (tabula scacchl), Her-berge {die Berguug des Heers, der Menge), 
Cbar-wot^e (ehara , luctus), Jahr-gang, Hagtl-tehiag etc. Elgenllfcbe Com- 
posUlon liebt allgemeine Zeitbestimmung, im Gegensaze zu specfeiler, z.B. 
Begen-setl, Winler-lage, Sommer-näehle e\c., obwol fast gleicbdentlg mit Z«f( 
dM Rtgen», Tage de* Wintert und ßiächle de» Sommers. 

ÄccviativUehen Begrif hat das Wort in vielen ComlAsUis, In deren zweitem 
Theile ein Terbum lebt, das den Accnsativ regiert, z. B. Land-bauer, Bath- 
geber, ^heil-nehmer', Thür-warl , Tag-weyker, Weg-weiier, Minne - linger, 
Weity-lrinlcer , GetcMcM-ichreiber elc. Nur die Zledeufung allein, nicht die Form, 
Ist hier accusativisct). Indessen kommen dabei zweifelhafte Fälle eigentlicher 
und unelgentllcher ComposlUuu vor, die später angeführt werden sollen. 

Anmerlnutg kd den elgeutliebra SnbriantiTcampeflitiODen. 

Das ^aleWort eines etgentitchen Composltnms hat gar nichts In derCoD' 
slmcUon des Sazes zu (hnn; es dient bloS zur BegrirsraodlHcatlon des zweiten 
Wortes und gehl aller Selbständigkeit verlustig. Ebendarum , well dieses erste 
Wort Im Saze wed«* mit regiert, noch regier! wird, fehlen Ihm auch alle Casus- 
zelche^ und unler diese rechnet man mit Fug und Recht die Form des Pln- 



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160 Substantiv mit Substantiv ia eigeotlicher Cooiposition. 

rals ; eo sind z. B. Sotlen-veneiehnip, Saehen-recM, Göien-diemt, BUder-dietuI, 
Hömer-iehall , Sindfr-tluöe , Kinder-ipiel , Kleider-pracM etc. uneiteiüliehe 
CompOBlta mit dem Genitiv des Plarals, wie Eiftentunu-recM , Gottei-dienit 
elc. mit dem Genitiv des Singulars. — Seine Ableltungszelcliea gibt aber das 
erste Wort nicht auf, es sei denn, daG es Ihrer auch schon auSer der Compo- 
atlton ermangle. Nur -chen und -fein der Dlmloutlva sträuben sich, Composiliou 
einzugehen; kela .FüßUitt-tril , Vögelein-fang elc, sondern nur JUädch^n'-hiri, 
MädcIteH'ilimme etc., well der Dlminntlonsbegrir au& diesem Worte verschwoii' 
den Ist; ebenso auch Wüiuchel-ruthe , Rädel-treiber. 

In der Composlllon wechseln hänUg am ersten Worte die Ableltangen -e» 
mit -tl, und -«I mit -er; z. B. Eichen-bach, Etckel-baek; Gundet-rebe nnd 
Gunder-rebe (hedera vulgaris lerrestrls) ; Gundd-Ao^; Heidel-beere , Heidel-btrg, 
Ftehtel'öerg,'Fa»tel-abeitd , Hangel-blTke ; ~ Blvmen-korb , Dinlen-faß, Dornen- 
krone, FOriten-tuvt, Gerlen^tchlag , Linden~baum , Stenieken-opfer , SuUien- 
ilreieh, Tannen-uiatd, Trauben-kem elc. haben In Ihrem ersten Worte unorga- 
ulsclies -en, da demselbeo kein Genitiv mll dieser Endang zu Grunde liegt. 
Man verwechsele aber mit diesen unorganischen -en nur nicht die abteilenden, 
wie z. B. In Ferienrgeld, Sücken-magd , Raben-Hein, Wolken-täule, Zeichen- 
tehrift etc. 

Das erste Wort erleidet keinen Umlaut durch ein zweites Wort, dessen 
Vocal i ist, wie z. B. -giß, -hm, -lind, -liH\ es .erscheint deshalb die Terbin- 
ituug durch Composlllon minder innig, als Jene durch Derfvatlon, wo ablei- 
tendes i regelmäSlg Dmlaut der Wurzel nach sich zieht, z. B. Hänf-ling, 
Ge-fäng-niß elc. * 

Stebn In einem Saze zwei Composlla mittels und , oder , noch etc. ver- 
bunden hinter einander, deren zweites Wort dasselbe ist , so pQegt man dieses 
das erstemal wegzulassen, z. B. Gold- und Sübertchntid , Fiieh- und Vogelfant, 
Tag- und Nachlgleiche , Roth- und Schmarxblätlchen , Auf- und Xiedergang, 
amti- und verkaflifähig , niet- und nagelfest , Auf- oder Abschlag, weder eor- 
nocA nachgeben elc. Hau hüte sich aber, die Auslassung hart und geschmaklos 
zu machen, wie bei StainhOwel z. B. die Slal- oder de> Richten EnecMe ; ebeos» 
ist Erx- und Bitchöfe doppelt feblerhan, und noch weniger gestattet sind AuE- 
lassangen bloEer Blldungsstlben, wie bei leibnii die leAr- und £«rttend«n, 
stall £eArerund ScAtUer; /[ei,S- und weilläufUg, AedacAt^ und Janftam ; HandeU- 
nnd polUUehe Verhättnitte elc. V 



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Zusammensezong : giibstauUT mit Adjccliv. 161 . 

Eine Menge Composila sterben zwar auBl alleio Ihre lUasee wäehsl im 
GanzeD settr an, wilweDd ^mpllcla ond Derivala lur Uageliür schivinden, um 
den breiten and ihr«r Bedeulang nach haudgrel fliehen Composi Honen das Feld 
ta räumen. ' ' 

Abteilungen rOgen sicli Dagern an dremde Wdrleri dagegen aber Ireten 
lelcbt deutache Subslautlva, gleichaam als erklärende AppoBlllon, an sie hin; 
z,B. Aag$-bwg {AMgUBta), Siraß-burg {Stialai, Feigtn-baum elt. Andere fremde 
Worter pQag unsere Sprache irdher, wie Jezo nocb der Voihsmund, so za drehen 
nod zu ändern, dalsle zam Thelle deutsch aussahen; aber das auEländlsche 
Element muGte, um Eingang zu finden, deulscbe Tracht anlegen; z. B. Mai- 
land (Hedlolanum) , Dielerieh von Bern (Verona), Pü-grim (peregrlmis) , Lieb- 
ilöket {llguBtlcum, ahd. luMflccAoI), Aben-leuer (gleichsam Abeitd-tever , aven- 
ture, wat begegnel, a\l€ui) , Arm-bnM (aai arbalette , arcubalisla.) , Blank-tchtit 
(au& planchetle). Solche Enlstellungen haben etwas barbarisches; allein alle 
natürlichen Sprachen ergeben sich Ihnen, well sie der Organismus der Wort- 
glleder und Laute begehrt. Sogar deutsche Wörter, deren Form oder Sinn ver- 
dunkelt isl, wandeln sich um In ähnliche, wie z. B. lin-vluot oder tini-vtuot 
(dllnvlum, groGe Flut, oder diluvturo perenne, wie tiii-i^rfln, alchl Sinn-grün, 
vinca semper vtrens), In Sünd-ptU, un-gell (indebltom) In Ohm-geld elc. 

SnbstantiT mit Adjeetiv. 

Diese Composlta lösen sicfa melslens wieder auf durch Pi-äpoHlionen : z. 
B. grund-feit, fest Im Grunde; haU-ttarrig, starr am Halse; [Yeitnd-lo», enl- 
blOftt von Freunden; tugej-rand, mnd wie eine Kugel; kvgel-fesl, fest wider 
Kogeln; feuer-farbtn , farbig wie Feuer; geld-gierig, gierig nach-Geid etc.; 
noch well mehr abo- , als hei Sutistanllven, Ondel ein appMifionnlM TerhältnlE 
statt, als: lod-kranU, band-feit, fttmmel-AocA, leul-telig etc. Neben ehr-tam 
und tkT-bar sind vneigenaich componlert ekren-fetl, ehrm-voU, desgleichen 
avgen-klar, avgen-ieheinlieh, leelen-gtU, ionnen-ltlar , herren-lot, litlen-lot, 
namen-lot (neben »org-loi, tcAam-Jo« etc.), roim-Tolh elc. BUit steht 
bei vielen Adlectivis nur intensiv, z. B. btul-arm, blHl-iung, Uut-ftemd, 
bl«t~$aver; ebenso mord-b9*e, mord-iehuier, hlmmet-tang , ilein-tüt, tiein-rtich, 
baum-itark, boden-tool, pudtl-teol, matu-todl, raker-lodt, maut-raker-lodt; 
hoQel-voU, bUi-item-hagel-vM; lak-ipinden-voU, ilok-blind, Hok-flniter (wie 
Im Stok oder GefängnlG), ttok-ttiU, Hok-firemd , tfok-iliif, ttok-wäUcA, ilok- 
böhmiteh; Umds-fremd; naget-fttt, nitt-nagH-feH ; muUer-ieelen-allein , ein- 

II 



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162 SabBUntlv and ÄdjecÜT mit Verbuni eonponiert. 

8am, obne irgend eine von dtr UnUer geborne Seele, keine KuUtr- oder 
UmtebetueeU om aldi Habend , daher nMlgendlch oder mit dem Genltlvo plnrall 
Seelelt componlerl ; ettevtHntg, belEend , daS es davon elterl ; lod-bleich, tebier- 
haft lodlen-bleich; ilar-bUnd (ahd. ilara-blitU, $tar, inoTbas ocalomm, Tom 
T«bo lUren, ttaren, ttarren), itar-itok-btind; vagel-frel, (den Jeder töden 
dart; nicht: frei vle der Tegel aof dem Zweige) ; Uib-Itaft und leib-haßlg, theH- 
hafl nnd theü-haßig ; tehntt-müeh-weiß; rveh-loi (Implaa; ahd. ruoAAa-Iof, 
nur negligen*). — In -lieh Ist der nrsprüngllclie Begrlf der ÄtmtieMlieit last gani 
erloschen nnd das WOrtchen zor Ablellang geworden , daher es auch Im eraleo 
Hneübinen Worte den ümlaal wekt: kSrg-ltch, spär-lUh, häiu-lieh, täg-liek, 
männ-lich and mann~Uck etc., gatl-Ueh macht eine Aaluahme ; In m^rtülrtgen 
wekt es d»i Umlaut bisweilen, x. B.väler-Ueb, nMUer^liek, lätUr-tith, küv%*ner- 
lieh, Jämm«T~Ueh etc. und danken aOe-Heh, henog-Uch, monat-Uek, touiUUr- 
Utk, Jugend-tiek , abend-liek. 

Das plnraie -er widerstrebt der eigentlichen ComposKion um so weniger, 
als es selbst In Ableitungen, wie: hötser-n,.rinder-n «argeBommen Ist, daher 
auch Ünder-hafl, geiiter-knft , glieder-weith etc. gerecht sind. BltUter-loi, 
Unäer-toM, büelter -leer aUid al>er genitiviscb ond also »ntigetiUiek compooted. 

Substantiv mit Terbam* 

Eigentliche Composila, deren erstes Wort Nomen, das andere Verbmn 
wäre, finden der Regel nach In unserer Sprache nlcbl stall; wir sagen wol 
Na^t-iekwärmer,!faekt'iehwärmerti, Wein-trinker , Ädlerßug ttc. aber keines- 
wegs ich nacht' lehwärme , er wein-lrit^t etc. Kommen Jedoch Vertta dieser 
Art, wie X. B. rath-tehlagen vor, so sind sie auB einem schon vorhandenen 
Substantlvcomposllam geleitet, nnd es gibt der«) ftberhaupl nur wmlge, als: 
her-bergen, rade-brechen, ver-theidigen (v er -tage- dinge n) , wett-eifem, grU- 
grtmen, hand-haben, hohn-laeheK, wetier-levchlen (rctr weller -laichen; fuigmr 
Ist noch 153S von Banckfuß mit leetter-laieh abersexl); tmUt-maßen, loft- 
preiien, hei-ralen, brand-ichaxen, /Hcht-eekjeänxen, kat-balgen, teett-lettfen^ 
teher-toenseln etc. Ton Adjectivfs abgleitet sind: vtr-her-liehe», ver-tader- 
lichen, ver-Hnn-Hchen^ver-wirk-lichen etc. — Fflr keine echten Composlta sind zn 
halten: theil^nehmen , ieahr-nehmen, ackt-ttben etc., denn sie erleiden Iten- 
nung: ich nahm ITieil, er gab Acht etc. Des Terbams Wesen Isf Thätigkelt and 
diese verelubarl sich ihrer Natur naeb mit der Hnhe des Nomens nicht w^; 
nunn der Form des /n/lnj«v« und der Participia «endet Sich dm Terbom, wen 



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UD^enUicbe GoiHKwitioii. 163 

es sich mehr dem Nomen annSherl, zur ConpoBltloo, wie z. B. frucbt-bringntä, 
gtiit-n^rend, bttU-itiUmä, haU-brtehend, aeil-rautend elc, schrift-geleKrl, 
ittOtuu-lrunken, kimst-erfahren, giWeT-betchiagm, welt-btrufen, vieU-berühmi, 
ehr-vergetien, goU-ergtbenelc. Man wage aber Ja Dicbt zu kübn aeue Compof IIa 
dieser Art, wie z. B. wetterzerwaichene Feltbrutt. 

UnelgentUebe CompOBltlon. 

SabstantivinKSubBlanltTgenKlTlscbcODipontert; SOHeaben-land , Chrttten- 
memch, Kaxen-Jammer (mlserla felina), K5nigt-berg, Mamfeld, Magde-burg, 
Speßarl (aa£ Spehts-hart), ErUgi-tnann, Bt^-bart, Bekerf-frau, Fürtten- 
lohn, Eöntgi-tocMer, Windt-öravt , Glüki-rad, TeHfelt-kerl elc. 

CocompoDlert darf der snbslaudve Gentdv Id der Regel nnr ToraaEgeben, 
wmn er voq einem Ädjectiv oder Pronomen begleitet Isi, x. B. «K«r Mentekm 
Heil, des GeUUt MaeM, eines Engett SUmme etc. ohne BOIches Geleit aoeh bei 
Eigennamen und in etlichen antiken Formeln, z. B. Ludwigs Freund, SeMlltri 
Werke, Gottes Ehre, fi-ÜAUngt Anfang, Winters Ende, Sonnen Aufgang, Herren 
Faßnachl etc. In frankfurter Geld, nürnberger Waare, sehweiter Käse, wiener 
Mode, pariser BMhochxeil etc. betrachte man das erste Wort als IndecIInables 
Adlectlv. 

Anmerkung. Der Cnterschled zwischen eigenllieber und uneigenllicher 
Compositlon beruht nlcbt allein In der form, sondern ancb In der Bedeutung 
beider. Dle.-*igfflnicbe soll einen unbestimmten, sonat nlcbt mit zwei Wör- 
tern allein erfafibaren Begrir auEdrdkea; die nDelgentllche, auG wörtlicher 
Genilivslnictur erwachsen , bescbränkt sieb auf Ihren bestimmten Sinn. — 
Beide Arten stehen einander mancbmal In denselben Wörtern entgegen und 
dQrfen Ja nicht wlllkflrllch vertauscht werden; z. B, Wind-mühle, Winds- 
braut; Esel-tr eiber, Eiels-ohr; Donner-slral, Donnert-4ag; HerTen-lisch (Tisch 
der Edelleu(e), Tisch des Berrn Ist der Altar; Gottes-aker und Aker Gottes; 
Bimger-blume, Hunger-tueh, Hangers-noth ; Botschaft, Boten-brol, Boten-lohn) 
Land-adel, Landet -her r ; Xand-mann , Lands-mann; Land-plage , Landes-sitte; 
Tag-sfern, Tages-lieht; Feuer-taufe, Feuers-noih; Watser-mann, WasseT-hose, 
Wassers-noth; Eind-heit, Sind-taufe, Sinds-kopf, Einder-spiel, Einds-kinder ; 
Aml-man», Amts-diener, Amts-getoalt; Eöttig-reieh, Eönigt-berg; Eaiier-sttihl, 
Eaisers-berg , Saiters-iautem ; Brunn-quell, Brvnnen-adcr ^ ßrunnen-ilube; 
nor-keil, Thoren-Usid; Ohr-feige, OAren-Uinge*; Mondschein, Sonsun-sehein; 



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164 Subslanltv mit AdjectiT uneigeDtllch compoDiert. 

KitUr-tpUl, Süttrt-aTt; Auff-apfel, Augen-Ued, Augen-brawe ; Kirch-hof, 
Sirehen-Ht^l Blc Welebes Cndeulsch , wenn man sageo wolTle: Wfnd-bravt, 
Wind» - mühtt ; Strchtn - hof, Kirch - veriammlung ; Purpvri - manUl , SameU' 
haute, Tuchi-rok, Ztcüchi'hOien, Chort^hemde etc 

Mll TerheDDUDg des tief elogewarzeltea Unterschledea zwlscben den eigent- 
tichen und den uneigenlHchen ComposKa sind von /. Paul Kichter In einem be- 
sondem Schrlflleln unbefugte und erfotgtvte Angriffe auf das geulltviacbe -< 
gnnacbt worden; bb sollle, aller BesllmmtbeK zum Troz und elDgeblidetem 
Wollaute zn Gefallen, auS den meisten Compositfs vertilgt werden. Wie ttiü- 
rlchtl Die Sprache gebärt der Nation an, und mit Ihr dar!, nach Licklenbergs 
Aussprach, der Einzelne nicht schalten iiDd walten, wie Ihm beliebt. 

Bei oberflächlicher Betrachtung wird man leicht verfQtirl , das erate Wort 
vieler Composita, deren zweites auE einem den Aceutaiiv regierenden Verbo 
abslammt, wirklich lUr diesen Casus zu ballen, z. B. tu Kem-beifier , Traum- 
deuter, Yogel-fdnger, Gtoten-gießer, SUU-verlreier, Getes-geber, Bart-$cherer, 
Sreux-träger, Bier-braiter, Wein-trinker etc. Hier wSre gleichsam die verbale 
Kraft, den Accusativ zu regleren, Im zweiten Substantiv des Compostlums noch 
Dlcbt erlost^en, und Yogel-fänger so viel als dm Vogel oder die Vögel fangend. 
Diese Ansicht aber ist Irägllch und mnE weichen; denn nirgends, auch In unse- 
rer alten Sprache nicht, kömmt ein Composilum vor, welches die wirkliche 
und nnzw el fei hafte jTorm desAccusatIvs am ersten Worte bilken lieEe; vielmehr 
sind solche Composita von der Gattung der eigentlichen; Vogel-fänger hat den 
allgemelnerD und freiem Begrlf, der auch In Voget-fang liegt , und wenn sich 
die Genllivstructur , z. B. Ortt-namen auflesen läEt In: eines Orte Xamen, bo 
kann dag^en Vogel-fänger niemals In Fänger einen Vogel umgestellt werden.— 
Fahnen-träger, Lauten-»chlager, Feilen-hauer etc. sind genlllviscb; In Beiden~be- 
kehrer ist das -en derivativ. 

Wol aber coueirnleren sich Infinitiv und Partidpium Präeenli mit accosall- 
vem Nomen, z. B. ehe-breeheny hof-halien etc. und diese können zur ErzeaguDg 
neuer Subatanllva genuzt werden, als: Ehe-brecher, Bof-haitung, Slut-Vergiefier^ 
Sak-träger etc. Es wird folglich bler nicht Substantiv mit Substantiv m- 
sammeugesezt , aoudera an& InOnltlvcomposltion ein weiteres Wort abgeleitet. 

SnbstantlT mit A41ectlv nnelgentllcta componi^rt. 

Knr Genltlvstmctur Ondel stail: geittei-arm, daument-dik, fi^sert-lanff. 



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Adjectiv mit Substautiv eigcDÜicb componiert. 165 

' Ut)€nt~lang'),ilaalt-kluii,Hiehti-teürdiff, tpamttn-brtit, meiUn-veU, aw/Mmlw- 
eoU, torgen-firei , heiden-mäßig etc. 

Daelgenl liehe ComposHIoD mit dem Parlieipio Prältrtii: krlegi-gefanttn, 
gottti-vergtttm unil 'danebea golt-vergetien, gölte* - gelahrt , MHü-veneanäl, 
tandet-veneieien, btmäi-verwattdl etc. 

A4JcGttv mit Substantiv e^entUcli componiert* 

ActJectlv mit SpbsUallT elBeDtllch componiert Bewahrt ein AppoalDonal- 
TerfaällnlE nnd erzengt vielselllgere BegiKTe, als weim das lose Adjectiv nehen 
Substantiv stebeu wOrde; Jung-frau bedeutet vedtr Junge Frau noch die Jutige 
Frau; Mt-vordem weder atte Vordem, noch die alten Vordem; vielmebr hat 
die Composllioa einen eigentümlichen Slno bervorgebrachl, der, sobald man 
sie aallöset, niclil einmal immer Tersländlieh aeta wärde, wie wenn man 
Groß-valer und AU-muUer audösele iu großer Valtr nnd <üle STuKer. Helsleas 
wird mit dem Com posl tarn dieser Art ein tehielender oder unedlerer JiebeabegrU 
Terbnnden, der sieb wled^ anfliebl oder verbessert, wenn Adjectiv und Snb- 
staullv lose beisammen stebn, wie z. B. Leickl-tinn nad leichter Sinn; Frei-geiel 
und freier Geitl; Groß-kopf und großer Mopf; Geü-schnabel uod gelber Sehnabel; 
Eigen-itHn und eigener Sinn; Schu>ach-kopf und ichicaeher Kopf etc. 

Adjecliva, die unabgeleitel, die reitmocaiitch oder auch mit -en uud -ern abge- 
ieitet sind, verbinden sieb mit -heü, z. B. AU-heU, Bttnd-heü, Bo*-hea, Derb-heü, 
Dumm-heit, Faul-heil, Frei-heil etc. — Eeweh-heit, Kühn-heil, SchSn-heit, 
Träg-htit bebauen Umlaut. — AUiem-heit, Lüitern-heit, Nüehtern-heil , SehOeh- 
tem-heü, AllenlhalbeK-heil (nblqultas) etc. — Groß-heit, Lieb-heit, Lang-heil und - 
SchvJarx-heit Onden nicht stall , weil uns noch Größe , Liebe , Länge und Sehu>är%e 
Übrig sind. — Zwischen -heil und -keil sehwanken die Derivata auf -el und -er; 
Ounkei-heit, ^her-heit, Eitel-keit, Bieder-keil, übel-keH, Bitter-keil, Heiter- 
keit, IKwUer-keit. — Adjectiva, die mit -bar, -lieh und -tarn componlerl sind, 
nehinea -keit zu sich: Brauckbar-keit, Diemlbar-keil, Fhtehlbar-keil; Freunä- 
, lieh-keit, Fröhlieh-keit, Häßtich-keit , Aufmerktam-keit , Biegtamkeit, Empftttd- 
»am-keit. — Bei Adjecliven ant -ig wird die Ableitung nnnöthlgerwelse ver- 
doppelt; denn -keit Ist = ig-heit, und statt Ewig-keit, FtiU$ig-keit , Frötnmig- . 
keit, Sppig-keU etc. solllen wir richtiger schreiben Eu)ig-heit, Fläesig-heit, Fröm- 
mig-hcit, Üppig-heil etc. unorganisch -ig-keil erscheint la Blödig-keit, Bangig- 



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16^ AdjectiT mil Adjeetiv componiert. 

keti, DrtiiUg-keit elc, d> m kelD Adjectlv ftUidfr, banglff, dnUUgglbl; d 
kann dieses falsche -ig aoch keinen Umlaut be>vlriiea: Bangig-keit, MaUtg-keüetc. ; 
bei Blödin-keil, FeueMig-kelt , UOdig-keii, SApig-keit etc. lat iler Dmlaot schon 
Im elnfiacben blöde, feveM, müde, tüfi vorbaDden- — VerBCbleden Ihrer Bedeutnug 
oacb sind: Kleiu-heit (parvitas), Kleinig-keiten (mlnalla) ; Ceieht-keit (levltas), 
Leichlig-lieil (racllllas). 

Anmerk. Das Adjecllv Im Comparativ oder Superlativ verbindet sieb mit 
kebMin Nomen; denn i. B. Berr anS dem Comparativ htriro, Jänger auS Jungiro 
erwachsm, sind wieder poriMv geworden; ulbtl rDr lelfr Ist nnorganlscber Super- 
lativ, und Beif-haupl, eine Lebensabgabe, wird wol sein da» bett Havpl, mll 
unflectlertem Adjectiv *). 

Elut^ zweite Wörter , obwol der Form nach Substantlva , bekommen auch 
ohne zutretende Ablellnng zuweilen aAieclive Bedealuig , z. B. BUM-barl, 
Grm^bart, Bolh-barl, Lang-J>ein, Krwnru-ptfi, Weip-haar, Breil~kopf, Groß- 
matU, Gritn-rok, Lang-mantel, Slarr-kopf elc , wo der Sinn offenbar Ist: blau- 
bärtig, groß-mäulig etc., z. B. Ritter Blaubart, Bruder Graurok, Bans Groß- 
maul etc. 

A4Jeetlv mit Aäieettv eomponlert> 

Die Bedeutung Ist appoiilional oder adverbial, als: al-lein (wird nicht 
flectlert), all-mächtig, all-täglich, e-lend (fQr el-lend, miser); früh-reif; voU- 
blUtig, voll-bürtig, voU-gülUg; hoch-herzig, hoch-müthig, hof-fürtig (für koeh- 
färlig); eben-bürlig, eitet-neu, klein-groß, klein-laut elc. 

Attmerk. Die Cumposita mit -lieh, als : ktein-tich, härt-lieh, gelb-Hch, bläu- 
lickelc. erleiden Verminderung des ßegrlfs klein, hart, gelb, blau etc.; — /VdA- 
lieh, reich-lieh, Ireu-lich, täg-lich, gänx-lich, lieb-lieh, neu-lich, nüi-lieh und öffent- 
lich aber nicht. Sie werden alle gern adverbial gebraucht, und manche haben 
\br Adieetivaneehen ganz verloren, wie: frei-lich, gemein-tich, ledig-lich, aehuer- 
lieh, w<Utr-lich, wei$-lich etc. — Die Compositloa mit -lieh hal Ihre Grenze, nnd 
z. E. lind-tieh, ratch-Ueh, »lark-lich etc. linden nicht statt für lind, rasch, ttark. 
In den Wörtern grün-gelb, roth-biau, gelb-grUn drflkl das zweite Immer die 
Haupttarbe auE, nnd grün-gelb Ist ein Ins t^üne fallendes Gelb, gelb-grün ein 
Ins Gelbe fallendes GrGn; daher beide WOrter die Stelle nicht beliebig wech- 
selD dQrfen, ohne den Begrir zu ündern. 



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AdJGcUv mit Verbum ctKi^iuert. 



Adliecflv mit Verbom conipoiilert> 

Scheinbar adjectivisch compoDierle Verba sind Dichte SDderes als Ableltun* 
gen ans einem bereits ebeu so zusamniengese^teD Substantiv oder Adjectlv; 
als: arg-wölme» (statt des richtigen arg'Wänen)' ; Ueb-koten (ze liebe kosen), 
fum-itäken, kurs-weüen, lang-weiten, voU-bringen, voU-ende», voU-führm, 
voU-tieken etc. 

iSllPartieipium Prätentü, Präleriliaad Infinitiv aompouieil: nll-M^Mmd, 
aU-bake», ait-hergebraeht , blind-geboren, firel-gejatien, fH*ch~gefaUen, koeh- 
geprieien, toi^gehuitn, nmt-geborvn, ichwarx-gefUrbt , *aU-gegeuen etc.; — 
ft-ei~tprechen, hoch-acMtn, irrt-leiten, los-geben, gltich-tlellen, gering-tehäxm, 
leUg-tpreehen etc. 

Anmtrk. Unelgeiitllcbe CompostUon des Adjeotlvs findet orf aalscb nie statt, 
nnd aUer-liebH, alltr-tehöntl (omü\unt tatTiss\mas, palchen-lnins), alier-meiit, 
allerbest etc. Ist Accresclon oder Anwnchs des ft^her los f eslandneo Geailtvs aller, 
mit AuSlassDüg (Ellipse) eines Substantivs. ÄUer'liebtte A-au heifit : Uebtte aller 
FVoN«». ~ MiUer-naohl entsprang «at dem hüuflgen Gebrauch des Genillvs'und 
Dativs mUter JVoeM (mhd. noch richtig unbe mute naehl, gegen Httl-naoht). 
iQ den Eigennamen Litber-mann, Liebet~kind hersclil dieselbe Anomalie, und 
noch weit zahlreicher In Ortsnamen, die rrflher mit PräposKlon construiert 
worden, als: lum hohen Fett, kalten Bronn, langen Stein; lur alten Burg, hei- 
lige» Stadt, rothen flrcAen, hoken Linden etc., woranS dann, weit Namen leicht 
In ein Ganzes verwachsen, Hohenfelt, Kaltenhronn, Langensltin, ÄUenburg, 
Rolhenkirchen, Hohentinden entstanden sind, die Hir alle Casus gleich gelten. 
Homburg und Bomberg erwuchsen aut hohen Burg und hohen Berg, Indem die 
Labialis RüitwIrIcuug des folgenden 6 ist. 

AuB den örtlichen Namen entwibeln steh sodann allmailch pereöntiche , 
mie: AUen-ttein, Schaarxen-berg, Heüigen-that, Weiten-au elc. 

Verbalcomposltlon. 

Die Verbalcomposlllon kann nnr eigeMliebe sein, und erfordert den reinen 
von aller Flexion entbundnen Stamm des Verboms mit dem Laut det /Vä>#nf, 
and nie mit Ablaut oder mit einem Zeichen des Präteritums. Wir sagen Grab- 
tekeit, Schreib'feder , Gieß-hau», nie aber »o etwas wie Grub-tcheit, Sehrieb- 
feder, Guß-haas. Wo sich Ablaut Im ersten Wort eines Verbaicomposltums leigt, 
Ist ein Nomen vorhanden. Da iibrigenfi der Laut des Präsens in einigen Verbis 



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166 Verbalcomposition. 



Änderungen erleidet, «> Ist zu merken, daE der Laut dea Präseni IndieaHtri 
pluTolis oder InUnUivi verwendet \vlrd ; z. B. Eß-tutt, e^bar, Gieß-kanne, nicbt: 
Iß-luat, iß-bar, Gtvß-kanne. AuEnahtnen sind Stieh-blatt, Sprteh-teort, Wirbel- 
wind, Giß-becher elc. 

Die Zahl der verbalen Composlta la weit geringer, als die der nomlaalen, 
und verhält sich etwa wie eines zd runßig. 

Oft bleibt es utigeuHß, ob dem ersten Wort ein VerbuiA oder Subttantfe 
zu Grand Hege: Baub-voget, litnx-hut, Sehtummer-tläte bönnen von raube», 
lanien, schtummerH oder von Raub, Tant, Schlummer herrühren; Ppug-eiien, 
Matl-tau etc. dagegen sind mit den Substantiven Pflug und Matt compoolerl; 
denn In Ihren Verbis herscht ümlaal: pflügen, miUlen. 

Anmerk. WeParUkelcoTaposüian ist nur uneigentUch; ') denn vonNator dn- 
selllg nnd unveränderllcli , bat die Partikel, sm sich an andere Wörter zn fllgen, 
nichts abzulegen und bedarr keines äuEem, an die Stelle der abgelegten Form 
b-et enden Mittels. 

Die Parllketn sind trennbare, wenn sie auch tflr sich aliels slehrad er- 
scheinen; untrennbare, venn sie stris nur gebunden In ComposIUon vwltom- 
men. Diese untrennbaren Partikeln sind aber ehedem glelcbnila lose nnd (Teta 
Wörter gewesen. 

Adverbium nnd Präpotition sind nahe verwandt, nnd bisweilen einander 
In der Form ganz gleich; Advn'blnm aber (st das ältere, and Präposition Ihr 
Abkömmling; denn .Präposition Ist nichts als eine mit Casnsrectlon betSbIgte 
Partikel, und Ihrer präpotilionaien Eigenschaft Ist eine adverbiale schon vor- 
aulgegajieen. Präposition regiert ihren Casus und steht lose ; wo also eine Par- 
tlkelcomposltlon staltQtidet, gilt nur die Adverbialform, und nntrennbare Prä- 
poslllonen gibt es gar nicht. 

Viele untrennbare Partikeln sind Ihrer Form nach sehr entttelU und ver- 
dunkelt. Der Consonant assimiliert sich dem Anlaut des zweiten Wortes, z. B. 
Im-biß für In-biß, emp-fangen für ent-fangen, emp-flnden fflr in-linden; Am-boß 
für An-boß; Amt für Am-bet und dieses fttr Ant-palU. — Der Vocal erweitert 
sich In Ein-uiohner, Mingeweide elc. füc In-wohner, In-geweide; -~ um gilt nnn 
für umbe oder utnbi. 

Ott wird die Partikel bis auf eine eimigt Conionant verkürzt, und dadurch 
verdunkelt sie die Wurzel oder macht sie wenigstens schielend; so ISEl ge In 
manchen Wörtern vor i, «, r sein e abrallen, und gl, gn, gr gewinnen z. B. 



•jv 



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PartikelcompoBilion. 169 

tenrutkaflen Sctaeln In Gtavbe, glei<A, Gleit, Glied, Glimpf, GlUk, Gnade, gnvg, 
grob etc., dasledocb sind G~taubt, g~leich, G-limpf, G-nail« etc. — Desgleichen 
gescbleht ee mit der Partikel ft«- vor 1: Blök oder Bloch Ist ah^. pi~loh; blei- 
bt», mbd. bUben tiud b«-li6m, abd. piSpan; daher sind beide, B-Ioi, b-letten. 
Ebenso entstand kniken aoG ge-Hiken, kofg auE pe-arir, Srangel aoE Ge~rimg*i 
und KaUer auE Ge-kaUer etc. — AdE ze wäre [re Vera) ist E-wur, anE ti aliha- 
ren (ad agros^ Ist x-akern (xalcare) entstanden. — Der Tocal der Partikel 
nnterblelbt audi oft bei vocaliscb anlautender Worzel, z. B. G-antrbe, G-un»t, 
a-önne, b-armkertig, B-eichte, fOr Gt-anerbe, Ge-tmtt, ge-unnen, be-anrt- 
heriig, Be-Jihlt, — y-eben entspringt abE mtid. en-eben, ahd. in-tpan. 

Terbum mit Adjectlv: brauch-bar, eßbar, unabieh-bar etc. tchtoai-haß, 
leb'loi, verdamm-lieh, erbau-lich etc., bieg-tam, duld-iam etc., tenk-reeht, 
prall-weich. Die Wörter -bar und -lieft sind meiir sächlich, -kaß nnd -tarn 
melir persönlich. 

Ferbum und Verbum compouleren nie; wol aber können anE verbalen 
Snbslantlvls Verba abgeleUel werden, wie: ketin^xeiehnen, tBoll-fahrlen, kawte- 
Ifießem, voo Senn-xHehea, Wall-fahrt, Kanne-gießer. 

Parlicipia gehen weit wentger Composltion ein, als die Ihnen verwandten 
A.(tjectlva; doch: eigcM-tich, hoffenl-lick, teidenl-iieh, (wofQr geweüallcher Ist 
leid-liek) elc. Das Parllctplum Präsenlls wird In dieser Slrnctnr so wenig gefOhlt, 
daE wir es nichl einmal richtig mlf -nd schreiben, wie Im allein stellenden 
Parilclplo. Unorganisch daher an Particlplum Prälerltl , an AcUecliv oder 
Sabslantlv gefügt Ist -nl In: gepittent-licli, gelegent-lich, vcrtchiedent-Uek, 
öffenl-lich, namenl-lieh, ordenl-lich, aöehent-linh , auE laatcr Nachgiebigkeit 
rflr die so gerSge Terblndu&g des ( mit n. Noch begegnet zawell«n die Form 
bloS verbal, als; vergeb-lich, unerbill-lieh, unaupidr-licli,unabtocnd-Uclt; oder 
ohne das I , wie beicheiden-lich , atttehen-lich. 

Diese Wortbildungen sind sehr abslracl und Ihrer Form nach schleppend. 

Hit Participlo Prätertll : Errvngtn-tchafl, Yerlauen-ichap,, B«tann(-f cAo/t, 
ferwaniü-fcA a/l; Branle-wiein , Gtbunden-hett , Verdrouen-heit , Begcben-keit 
^etc. — Hit AdJecUv nur kannt-lieh , kennt-Uek, erkennt-Heh, unerkennl-lich, 

HU InDultlv: eigentlich componlerl Isl aar thun-lich; unelgentllch aber: 
Mterbtn»-krank , dankeHi-wcrth, Hebent-würdtg etc. — zugleich neben rein ver- 
balen: flueh'würdig , tnerJc-wUrdiii , denk-teürdig. — Aach sagt man uncompo- 
■ilert: det -KenneiU , Anfuhren» elr., toerth; da* Lied iH Singeni leerth etc. — 
Redrnt-arl, Lebent-nrichfn ^ Leidens-hruder. — In »chlekcn neben leken. In 



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t70 Partikel mit Sobslantiv und Ädjcctiv componiert. 

Schnabel nehcJt Nabel, iaiehneuim{jnbä.»iitzen]uebeoMieten, laSnur neben UL 
nurtM, In tpreiten oebea breite» und la S'-.hvn («cur«) neben kun scheint sogar 
das aolaatende «'nicht warzelhatt, sondern tJberrest von elaer ehemaligen 
Partikel ; denn blind oder bedeutungslos kann es nicht sein. — Fi-eMen entstand 
auE mhd. ver-ejen. ^ 

Partikel mit SubstantlT und Adjecfiv componiert. 

Ab- (de, ex, ab): Äb-bHd, Ab-goU, ab-hold, Ab-tauf, ab-trünnig , M- 
iceg, Ab-zug elc. 

Aber- (Iterum, re-, retro): Äber-glatibe, Abar-wU (haben den Sinn des 
Bösen, ÜbcrmäEfgen) ; Aber-teiUen (Widerwillen, Cowilten) etc. 

Atter- (post): Afler-geburt; Afler-heu (Grummet), Aßer-ktnd (poslumos), 
AfleT'le»e, Äfler-pacbt, Afler-rede elc. — Zuweilen bedeutet es schlechter, -Im 
Werth nacbslehend: Afler-Mnig, Aßer-Hebe (wofür eher Affen-liebe), Aßer- 
meM, aßer- heilig etc. 

An- (ad, In, con-): An-baw , An-gebinde , An-fall , An-fang , An-ftug, An- 
beginn alc. — An-fertiguttg isl ein übler Pleonasmus TQr Fertigung, und noch 
BctiMmmer ist An-be-Hellungen. Für An-bnß glll Am-boß, für än-HcA oder cn- 
Hch die üble Schreibuug ähn-lich- ' 

AftI-, ent- (conira, versus, uvtt): nur noch Ant-lis, Anl-worl. — Emp- 
fang für Ent-fang und Ant-fang. 

Ohn- (sine); nur Ohn-machl, obn-mächtig , die wahrscheinlich, wie $ant- 
ctitoUe und lineeure (sine ctird) auE ohne Macht accresclert sind. 

Be-, bei- (6711, TitQi): nabetout laBe-daeht, Be-fünd, Be-lauf elc, helonl 
In Bei-fall, Bei-lage, Bei-tland, Bei-tpiel (verdorben aus bl-ipel), Bei-wagen elc. 

Biswellen stehen beide Bildungen Im Sinne einander entgegen, wie z. B. 
Bei-tchlvß »aA Be-scMuß; Bei-tland TaxABe-tland; Bei-lrag and Betrag; Bei-nt 
und Se-siz. 

Eben- (juxta): Eben-btid, Eben-ehritl, Eben-menich, eben-büriig. 

%u- (ad): Zu-faU, Zu-fluchl, Zu-kunß, Zu-naz, Zu-versichl elc. Zu-itv 
Ist wie Jedes andere zuzu wegen Kakophoule zu meiden. 

laxubald, xuviel, tubreiielc, Ist su Adverbium; In tn Liebe, tu Gl- 
faUett, 2u Gvie thun aber Präposition. 

Zer-(dls-, di-). Es cdmponlert nurmftVerbis, undalleSubstantIva, vorwel- 
'■heu es orschetnl, sind vnrbai, wie : zfr-hrerMIrh. Zer-itHrung, Zer-vilrf-nififlr- 



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PsrtÜid mit Sabalantiv nod AdjectiT componiert. 171 

Ver- (de-, dl-): Ver-banä, Ver-btl, Ver-sehltuß, rer-wtU, rer-tKg.— 
AiMT kein Ter-wix, soDdera Tor-wit oder Für-wit. 

Vor- {an(e-, pr«-); Vor-bilti, Vor-bote, vor-eüig elc, 

Nor In dem elnzIgeD Worte For-thtü Ist vor kurzvocallscti , analog den 
CompoBlIls Weg-fall, Htr-berge, da man doch Wig, IKr spricht; Im gemelneD 
Dialekt« sogar Vor-M, wlo VrM. 

FÖr- (pr»-, pro-): FÜT-Mtte, Far-tehuiig and Vor-iehung, Für-ipreeh (ad- 
foealns), FAr-JprccAer (lotercessor), Far-wort (proDomen, Dnlerschleden von 
VoT-wort, prepoBltio). — Vor-itxlieh (rehlerhaft vor-säxliek). 

Fort- (abhinc) : Fort-äaaer, Fört-gang , Fort-tehrUU. 

Vorder- (ante): Vorder-arm, Torder-grund ^ vordtr-tamtl , förder-lich, 
firder-hiH. 

6e- (con-, cnin); Ge-bärd€, 6e-maM, Ge-teUe, Ge-vater (coDpaler, Ge- 
vtUerin, conmater, Tautpathen), Gt-Mer, Ge-bälk (conltgnallo) etc. Ge-ziefer 
and Vn~ge-tiefer. 

Geringe, fa Tast anmerkliclie Bedeattu^ bat die Partikel ge- vor rtiner 
Wurzel: 6e-bäk, Ge-bet, Ge-bitl, Ge-feeM, Ge-kalielt. 

Noch verbaler sind Nentra anG schwaeheD Verbis: Ge-brüU, Ge-dicM, 
Ge-füM , Geheitl etc. — Ohne Umlaut : Ge-br*imm , Ge-tumte. — YorzSf Heb gern 
lassen sich diese Nentra auE Freqnentatlvls anf -«In nnd -em bilden, als: Ge- 
murmel, Ge-plänkel, Ge-ratiel, Ge-plapper, Ge-plavder, Ge-poller etc. 

Am itärktten Ist die Bedeutung dieser Partikel In den pertönlichett GeieU- 
tthaßitnörlern und In den CollectivneutrU ; am tcliwäehtlen, wo die Wörta-, wie 
]ngrob, gleich, gemein, Glied, Geduti^ Gtilketc. sie niemals von Rieb lassen. Aber 
dennoch erhellet seine auch da noch geheime Potenz durch den Umstand, daK 
es nicht beliebig allen 'Wöilern vorgeschoben werden kann; unerbQrl wäre ge- 
KJktrorx , gt-weiß , ge-blatt etc. 

Gegen- (contra): Gegen^ild, Gegen-dUntt, Gegen-füßter, Gegen-ttand, 
Gegen-wind etc. 

Helm-: Btim-gang, Heim- fahrt, Heim-kehr. 

Her- (hnc): Her-gang, Rer-Inmft, Her-teeg. 

Hin- (fllitc): hin-fäüig, Hin-gang, hin-tänaUeh, Mn-täßig tAc, hin-weg, 
(apage) bt auf lezter Silbe betont, Hin-xug. 

HIater- (relro, besser wäre hinäer) : Hinter-grund, Htnter-titl, Hinte.r-IhSrr. 

Jen- (llluc): jen-wrt», Jm-irarU. 



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172 Partikel mit SubstaDtir und AdJecUr componierl. 

In-, elo- (ID) tntro); In-brunst, /n-pHmn», tn-haU, in-ländUeh, in-»ländig, 
in-mentUg, In-sichl.—Ein-augeimonocalaa), ^n-.äwg'e, Eirt-band, Ein-wohntr, 
Ein-wurf, Einging «tc. 

In-tänditeh Dod ein-MmUch neben einander; eulgegen slehen sieh In-kali 
■und Ein-halt. 

Mit- (cum): JUU-arbeUtr , XU-bruder, MU-gUed, Mü-tnenteh, mü-td»U~ 
<dig etc. Mil-geno»se und Mit-eolUga sind verworfne Pleonasmen. 

MIS- (dia): lHiß-ärnU, mß-behagen, miß-beliebig, Miß-brauch, MUte-UuU, 
Miß-farbe, JUiß-geburt, miß-hellig, Miß-mulK, IHiß-tranen cic. 

Nach' (posi, secandum)! Xtteli~bUii, Kaeh-dntk, Ifatk-tumme^ Naek-Utß, 
Ttack-läßig elc. 

Nä>en- (Joxta): Neben-meuteh, Nebensache, Ifebenslunde, Neben-weg ete. 

Nieder- (dcorsum, bodser wäre ntdcr) i Ifiäer-burg, Kieder-deAteh, Nieder- 
gang, Nieder-land, Niedtr-icMag etc. 

Zasammen' (slmul, conianctltn): Ztuammen-Iluß, Ziuammen-hang , Zu- 
tammen-kunfl etc., von Verbis erst gebildet. 

Durcti- (per): Dweh^fati, Durchgang, dureh-gängig, Durch-Iaueht, dureh- 
lauehlig, Burch-schnüt , darehsiehtig etc.; durchtrieben (verschieden von durch- 
getrieben). — Dwch-naß , durch-marm sind verstärhend. 

Über-, ober- (super-j: Über-bein, Über-druß, Über-fatt, Übermaß, über- 
groß, über-klug, über-lang, über-läKt, über-mulMg{v^si:bledeByooäber-miUhig), 
über-reif, über-$charf etc. 

Folgende sind mit 06er- und ob componlert, das niemals nimit auEdrSkt: 
Ober-amt, Ober-arm, Ob-aclU, Ob-dach, Ob-hiU, Ob-eorge, Ob-ticgenheit , Ob- 
mann, Ober-ßäche, ober-deutsch, Ober-hand, Ober-havpt,'Ober-weU elc; Ober- 
Tok und Vber-rok bestehen glelchdeutig neben einander. 

Um- (clrcum-): Vm-fang, üm-frage, üm-gang, Umhang , Um-kehr , um- 
st^adlich etc. 

Vor dem Nomen behält dte Parllbel Jederzeit den Ton; sie verliert Ihn 
aber oft vor dem Verbum, als: Umfang und utitfmgen elc. 

Uu- (In-): fn-art, m-boJd (malus genias) , (/n-feraul (zlzanla), Un-nien»h 
(homocrudells), t'n'-lAlcr(monslrum);— Un-ding {nonea3),Vn-flattßad, pulcher), 
iitt-ßätig, Un-geld (perceplio teloiiel Indebiti, nicht Ohmgeld uder Umgetd); Tn- 
ffl«ni;^ (mulllltido nimia); Vn-rath (collnvies), ün-iinn (verba seu actns sine 
Si^nsii'i , l'n-'lern (Inrortunlum). Vn-turhl (iilcht mehr nie rohd. malt moret , 



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Partikel mit SabslanttT and AdjMtlT compoDlert. ~ 173 

gondem nur leorlatio) ; vn-bindig, vn-btvlig, m-dt¥t$eh, tm-ecM etc. Adjedl- 
vlsche Adverbia: ttn-gr«m, un-uütkürUeh etc. 

Diese lasl fiberall betoute und untreoubare Partikel Ist mehr prtvatiu und 
tehwäeheTKt, als vemettttnd. Vor Adjectiven bat sie einen stärkern, vor Sab- 
staullven eloeu gelindem Slun, nud mit Verba verbindet sie steh nar. wenn- 
ibr noch eine Partikel voraulgebt, z. B, ver-un-ehre* (docb aucb; er un-ekret 
mich), vtr-vn-gliMpftn, be-un-rvhigen , oer-wn -(reuen, vtr-un-tteren etc. — 
Ulf der Zell haben I7n-ffiinn«, V%-hold, Cn-arl, Vn-meiueh, Un-thier, Un-tttU, 
rn-lAot, Vn-xueht einen viel scbarrern Sinn bekommen, als er orsprQagMch Iiv 
6«T Worlbedeulnng lag. Noch mhd. belEt un-tn macata (nbd. kein Vnlkäiehen, 
nulla macnla), und ün-gaiüm, Vn-gtslefer kommen ohne die Parllkel gar 
nicht mehr vor; denn Getiefer hört man nor noch proTlncIa). — Vntckön^ 
«laieb, unMuir vermelden die HSrle von häßlich, tniaennärtig und Ihörieht. In 
unendlich, UnendUcMieit and unermeßlich, unertehöpßieh elc. hat un- nur 
nerton. 

rnter- (sub, Inler): Unter-gan^i, VnterhaU, U«ter~havi, UiUer~htmd, Vnter- 
koeen, Diiter-tcinn, Unter-vrelt, unter-deiien etc. 

Die ehemalige Partikel un- (re-) lebt nur noch In dem Worte 0-mad, 
6-md (fffinam secundarlum, cordum), wovon die ahd. echte Form ist uo-mttd, 
d. I. Ifäch-mM {vergleiche Mant-mäd, was e<n Hann Im Tage mäen kann), 
mhd. ue-met oder oit-meU Znr Beställgnng hel&l es In andmt Dialekten Ndeh- 
fru, tfdchktu. — Grummet schelut sdE Gmon-mAd entsprangen. 

Aar- (sarsom): Auf-tau, Auf-bruch, Auf-gang, Auf-iptfi, auf-dringlick, 
mtf-reehl, auf-riehtiff etc. 

Decomposlta alai:- Auf-ent-kalt nnd Auf-er-sUhmtg , auf-er-baulieh, Auf- 
tr-bmtliehkeU, ün-ver-ant-wortliehktU, ün-ver-iOhnUekkeü, tn-vor-$iehtiff- 
Mfetc. 

nr- (ex-): ur-all, ur-ur-all, ur-bar, Ur-büd, ür-eniel etc. 

Im Tolksmunde noch Cr-ichlacht, Vr-$eMäelUtn (varlolK tw-floM, vartx), 
Vr-tlämle (resurectio, Oaleru). — Die Partikel verlier! nirgends den Toji alsjn 
l^r-theü (sententla), welches wie VorUteil den Ton aar der ersten Silbe sinken 
Ntit, nnd hat langen Tocal. — Awr-hab» (telrao) nnd Juer-ocAt neben f'r, ent- 
standen auB dem Hlltellaleln uro-iralliu nnd urw«, sie gehen also die Partiket 
V' nichts an, obwol es mhd. auch einen ür-giU gab. 

AnE- (foras, foris): Auß-beute, Auß-bund, Auß^druk, Auß-flug etc. 

DleseParllkel bezeichnet denBegrir hinauf und demnach vielmehr das End» 



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174 Parlikel mit V«rbiiBl componiert. 

als d«i Anfang; nur lu der Redensart; von ettea» außgehen (Indpere), liegt der 
AnfaDg. Zweideallg in dieser Hinsicht sind Außfluß [von innen her oder not* 
aussen hin), Äufi-brueh, Äuß-waU, Äuß-ieeg. 

Aaleo- (extra): Außm-laitd (dafOr allgemelD das unrichtigere Aufilanö), 
Avßen-teite, Außen^v>trU eto. 

Wider- nud wieder- [conlra, re>-): Wider-haU, Widtr-red«, Widtr- 
$acher, wider-ipejuHg etc. Wieder-lattfe , WUder-täufer etc. 

Die ScbrelbuDg mit -it bezeichnet den Begrlf re-, die mit i alletai den 
Begrlf contra, aod aacb In der AoEsprache sind wenigstens bei YerbU die 
wieder betont, die totder hinge gen ODbetonl, daber Wieder-kaU aad Widtr-luM, 
WUder-klage und wider-Uage elc. verscbiedne BedMitung haben köuueu, oW 
wol llire Begrlire sehr an einander slfeiteD, 

Partikel mit Verbam conqioiilert. 

Da jede Parti lielcomposi Hon eine ttneigentUehe Ist, d. h. weniger aal dem 
BedOrfnlsse , zwei Würler mit einander zu verbinden , hervorgeht , als aaS einer 
TerhSrtung der Worlstellung, so mu& 'Composlllon mll Verbls, well sich vor 
ihneo die Partikel oder das Adverhium länger In einer Irelea Stellung behaup- 
tet, später eingetreten sein, als mll Substantlvis. 

Diese Composillon Iril haDpUächlicb und In der Regel unr bei solcbeu 
Partlkoio ein, deren echte Gestalt dnrch AhschwSchtuig des Vocals oder EdI- 
zlehung des Tons gelitten hat ; denn In diesem Zastanda vermögen sie gleich- 
sam nicht mehr auf eignen Ffilen zu stehen, danern bloK In der Composlllob 
Tort und verdienen den Namen untrennbarer Partikeln. Aufi diesem Grunde slni 
alle untrennbaren Partikeln In ihrer Form entweder sichtbar entstellt oder der 
Entstellung verdächlig. 

Bauptunterschied der Verbalcomposltion mll Partikeln Ist daher rrefin- 
barkeil und Untrennbar keil. 

Trennbare Partikeln werden der CoDiposlIlon mit Yei-bls IShlg vor deo 
n ominale n Bestandthelleu derselben, d. h. vor InflnUiv und Parlieipient woranl 
kein SchluE ant die Abrigen Uodas gilt; denn z. B. aofi an-ichreiben, au/t-bKfteft 
folgt kela an-tehrieb , auß-iaehle. 

Dieselbe Partikel Ist biswellen untrennbar, bisweilen trennbar, und fn Je- 
nem Falle hat sie entstellte Form oder wenigstens abgeschwächt«! Ton; x. B. 
in uiJd«r-«pr^cAeM, uiUer-dHtlien, m«r-lriten (pretergredl) Ist uMretmbar«, In 
u>iedeT-eehen\ ünter-gehen, uber-trelen (tranilra) trennbare snd betonte Partlkei- 



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Unta^nnbarc Partikeln mit Verbis. 



So unterscheiden Klch ebentaMa be-ilihen und bH-it«h«n, ver-iUhen uud vor- 
tlclten etc. 

IJnlrennbare Panikeln mU Verbis« 

Es gibt Ihrer nur tmhi, nemllch: be-, tnt-, er-, ge-, t>er- nod zer-. 
KeoDzelchen vlrbllcher Zasammenseznng dieser ualrennbarea Partikeln n)it 
Verbis sind: daB sie In allen Modus and ohne RQksIcht auf die Struclor des Sazes 
hsRes; — daS Im Partlclplo Prfitfrlll niemals ge- hinter die Partikel, und sehr 
seilen vor dieselbe trll; — daK mit Ihnen zawellen und erst durch den Actus der 
Compositlon Verba anfi Snbslantlvls gezeugt werden, welche als einlache Terbs 
nicht Torhandcn sind, z. B. bt-maa7ten, enl-ntannen, ver-nlthlen, zer-ttüken, 
aoB JHann , nUlit, SNlk, wovon kein Terbum mannen, ntcMen und stMen eslslierl. 

be- hat meist verttärkende Sraft, oK a nmerk liebe , selten bcraobeDde. 
Fast alle Terba dieser Art stnd TVoMflica; be~ämiem, b'e-dektn, be-äeHken, 
be-Menen, be-faütn, be-fahren etc. 

TrBDsttiTa, denen meistens kein einfache» Verbmn nuler liegt, und die 
also unmftldbar auE SubiiantivU gebildet sind: be-u>etten, be-rautchen, be- 
tauen, be-fleken elc. — Selbst das plnrale -er auG IVeulrU und das comparative 
-er werden beibehalten: be-gülem, bt^äUcem, be-geistem; be-reichern. Ant 
Adjectivi* gebildet sind be-feuehten, be-trüben, be-tehweren, be-buUgen, be- 
fleißigen elc. Anch erscheinen wiorganiiche: be-endigen, beschönigen, be-ftie- 
4igen etc. statt be-enden, be-iehönen, be-frieden, be-teheinen etc. weil es nie 
Adjecllva endig, tehönig, friedig gegeben hat. — Ob be-$cltiffen, be-lauben, be- 
Aauplen elc. auE Snbtlantivii oder Verbit geleitet seien, Ist zweifelhafl. 

Intensiva: be-gegnen, be.-ginnen, be-iiagen (placere), be-kleiben (flxam 
hffirere), b-leiben etc — Be-ginnen, be-lUeib«n tud be-iteh«n können in anderer 
BtdeHlung auch Trantitiva sein. — Be-nehmen (privare, ailquld eripere, se ge- 
rcre), be-gtben (reannllare, sich eines Dinges hegten.) 

Impersonalia : mich er-b-arml, mich be-dünkt (neben dünkt) , mich datiert 
(contrarlnm : er be-dan«rt mich); — mir be-haget ist inirantUit). — Einzelne be- 
aber gellen nur Tfir das Parlldpimn Präterili, z. B. be-miltetl, be-tehaffen, be- 
uten (llteratus), be^rüehligt (rucMar Im gaten oder bösen Siune), be-redt (dlser- 
tae), verschieden von bf-redd; be-kerit, 6e-Jahr(, be-feannt (notas) , be-Uibt, 
be-lagt etc. 

ent- (contra- re-): ent-gellen (p«enas dare, Inere), ent-bteten, ent-bKdn, 
enl-bU>fen, ent-Müken etc. 



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176 Uotrennbare Partikela mit Vertüs. 

Diese WOrler elüd sämtlich Inehoativa and Ibre Partikel «n(- drflkt das 
Werdea, Hervorkommen eines neuen Zustandes auE, daher die Inlrantüiva, wie 
enl-Mühen, ent-ieMafen anGdrüken: in Blütke, in Schlaf geralhen. - TtanMly iat 
eiU'Xünden; Intransitiv oder trausitiv ent-brenntn , ent-pamtntn. 

Mit privativer Bedeutung erscheint die Partikel erU- tu ent-arlen, ent- 
behren, enl-binden, ent-deken etc. 

Cnser ent-ttoei und das tilerauE abgeleitete enl-aeeien eind ganz feUer- 
baft Hud sie müSen tielfien: en-tuiei, en-cueim; dmn du tz blieb nur anE der 
Zelt, wo man Jedem i ein ( verseile. Hll dem privativen ttU- würde das Wort 
gerade völlig den contrareu Sinn aufidrDken, nemllcb verblnderu oder anflietteD, 
daE etwas aat xweiett bestehe , oder in i«>«i gehe. -^Mit dem privativen ent- 
Stud manche TrantUiva auB SubilatUivU gebildet, nnd es können ihrer tSgllob 
mehr werden, wShrend die andern enl- sich der ForUHIdung versagen, z. B. 
eni-bläUem, enl-vöOiem, ent-Heüigen, ent~leä{een, «nt-mMOiigen, ent-iündlgen, 
etti-tchädioen, mt-teAuIdi0«n. — DieTerschledenhelt der Bedeutung bei derertlen 
Abthellung dieser enl- grdndet sich auf die Drehung des PartJlielbegrirs , und 
manmuB AUtorUch oderauS dem iMiehenGetrauehe lernen, daGz. B. enlßammen 
so viel wie befeuern , enlgeielcm aber das Gegentbell von begeiitem Ist ; daE 
erUreinen so viel als unrein machen, hingegen aber ent-leeren durchauB nicht 
bedeute anfOUen, — Bei Rudolf von Etm belGt das Verbom veripreehen so viel als 
au^ehiagen oder nicht annehmen: dag Ich daj laut, die slat vertprAeh. Dm- 
gewaudt helBt vertanen bei Han» von Scktoeinichen so viel als uuagen: Wir 
vertagien (versprachen) Frant Waidau unsere Schwester Helena ebellcboi in 
geben. 

Der privative Sinn mag ««G der Natur der zweiten WOrter, deren viele 
etwas privatives lial>en, wie faüen, Hnken, fliehen, eDlsprungeu stln. — Enl- 
bielen scheint auG in-bieten verdorboi , so wie enl-gegtn , gleich enl-twei, oSm- 
bar auE In-gegen stanunt. — Mnt-teeU ond ent-wachten sind nur im Parliclplo 
gebräueblicl). 

er- (suh, ex). SU( dem Begriffe von Erhebung nach oben oder einer Betetgung 
von Innen nach anfien: er-ftaiien, er-blüAen, er-fäUen, er-hängen, er-keben, er- 
klingen etc. DarauE erwuchs der Begrif des Beginnen* und Werdeni, der einer 
Menge CompoBills mit er- eigen ist, die sfantllch intransitive lucboatlva sind: 
er-blatten, er-bleichen, er-bUnäen, er-gra»en etc. Nur im Particlpio gellen 
er-logen, tr-etunken, er-piehl, er~boil, 

/MratwiKca mll unmerklicher Bedentong des Anhebens In der Parllkel : 



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Untrennbare Partikel nüt Verfois. 177 

rr-barmen, er-teben, er-gehen, tr~glüken, er-Uingen, er-msehen, er-*eufzen, 
er-iterben, er-tMten, er-xittem. 

HänflB gr^ea b«f diesen ComposlUs di^ Bedeatungeo in einander über, 
und viele slod ganz In derselbeii Form Intransillv and traDslIlv. 

ge- (con-, CO-): ge-bieten, ge-brteh^n, ge-faüen, ge-frierm, gt-rinnen, 
gt~ralheti elc. 0-Iau6en , g-täken elc. 

Die Parllkel ge- Irtl an keine Form des Terbums btnzD , wenn ete olcbl 
schon am Präie»* erscheint; z. B. kein gt-taß, ge-tai, fOr taß, i(u; wol aber 
ge-rietk, ge-fiel, well ge-ralken, ge-faltm. Nur das Partlclplam Perfecli, wenn 
vor Ihm nicht schon eine andere nntrennbare Partikel sieht, bindet sich fast 
ohne ÄüSnabme damit: ge-logen, ge~fangen, gt-dur/t. — Funden, kommen, 
gangen, und toorden als Aoslliar, erscheinen znwellen -noch tut ge-fitnden elc. 
und ge-woTden. Ebenso In den Redensarten: ich^abe da» tatten maehen, ich 
hob' ihn heißen kommen, ich habt tagen türen etc. stebn laann, heißen und 
kören aolhweadig tüi getanen, geheißen and {feAört *). — Das Partlclplum ge- 
Himl (stellalus) hat sonst keine weitere Verbaltonn und steht wie verwaist da. 

ver- (de, ab, pn-, prst, pro). Mit dem Begriffe Vertutt, Verderben (miß-, 
WI-), oder Gegensaz vom Simplex: ver-aehten, ver-bielen, ver-bitden, vev' 
bitten, ver-denken, ver-derben, vtr-druken etc. 

Biswelira gibt diese Parlikel den Sin» von xu viel oder lu lange: ver-aUen, 
ver-bauem, sich ver-beißen, ver-laufen (zu weit laaCeii), ver-liegen, ver-$izenele. 

Eigentlich lsl.es der Begrlt der Contun^tion: und z. B. tich vertehlafen, 
veruieineh Ist so viel als dormienda, plorando le eoninmere, daber auch acllv 
ohne ein lieh: den Preis, die Zeil verliegen, verichiafen. 

BäuBg wird Ende, Außgang, VoObringen, gänsiiehe Yeneendung dadurch 
bezeichnet nnd da dieser Begrif schon Im Verho liegt, so hebt ihn die Partikel 
unr noch mehr hervor: ver-baken (alles Eorn), ver-bleiben (permanäre), ver- 
blähen (auEblühen), ver-bluten (auGblulen) eU. 

Hit der Bedeutung von ab-, weg-, doAtn: ver-drängen, ver-piegtn, ver- 
fließen, ver-geben (weggeben), ver-laufen, ver-r^awehen etc. 

Einigemal scheint die Partikel bedeulvngiloi oder doch sehr unwirkiam, 
als In ver-ändem, ver-bergen, -ver-dienen, ver-fluchen, lyerhehlen etc. 

In der Bedeutung von bedtken, xittkun, in den Weg ilellen (lat. ob-,pra-)i 
ver-bauen, ver-blnden, ver-brämen, ver-lüte» (in einander wirren), ver-halte» 
(znrfikhalten) etc. 



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178 Untr«aidMrc Puükel mit V«rbis. 

Zuweilen bekOmml der Begrir durch die Partikel elae Intention, z. B. 1d 
deu Puticlpleo: ver-buhll, ver-haßl, ver-hurt, vtr-liebt, ver-pieht {Bio ver- 
pi^er MageD), verrveht, vtr-sckänU (pudicus), vtr-tchmiU, ver-ietten {xal 
etwns). 

A.uS SiibilantivU nen gebildet: ver-ffUuen, ver-katlte», vtr-kohlen, ver- 
holzen, versteinern etc.; auch bei Absfractls: ver-göUtm, ver-keiern elc. und 
«elbst bei Eigennamen: ver-ballkomen, ver-ltuhbachen, wtewol mit dem Neben- 
tinn der VerHcblecblerung and Übertrelbnng. — Ver-v>ituiet und ver-v)aiiel (asi 
nur aU ParUeip. 

Verba aal AüectivU; wmlge Jniratuüiva: ver-bMe/un, versauern, vfr- 
fentmmen;— Trantitiva haben den Begrlf dea VerderbnUses nicht, BOadern iw 
der bloten Verwandlong: vtr-^tutm, ver-biUe», ver-deuuchen, fer-diefuen elc. 

Die BtdeulHng des otr- in diesen V^lMlcomposItls schwankt mehr als die 
einer andern Partikel, nnd häufig hat das semllche Wort mehrerlei Silin, wie 
t. B. ver-treibtn (expellere, cansomere, vendere); ver-treten (vice alterliu 
MDgl, doch sollte dahelS(eU«nlcbt auKgelasBen bleiben, oonculcare, talumlnlor- 
quire); ver-tehen (curare, tick ttnetveneken, exspeclare, minus rede videre); 
vtr-ßAren (sedacere, transportare); verschießen (colorem amittere, tela coa- 
samere); vtr-tveien [admlalstrare, patrescere); ver~tDachttn (male crescere, 
««scendo obducl); versprechen (promtttere, falae loqul); versexen (transrerre, 
oppignorare]. Es Ist also historisch zu lernen, dat z. B. verehren houorare, ver- 
mehten contemnere bedeute ; denn der Wortatmclor nach könnte der Fall JdM 
nmgedreht sein. 

zer- (dl§-, di- , Sta-). Diese Partikel beielchnel Sondervng, Trennnni, 
Fonetnandtrreißen, und sie Ist also von Natur privatio: xer^breeheny ur-mdl' 
meit, ler-reiben, xer-raufen, xer-reißen elc 

l>er Begrlf des Trennens Hegt schon im einfachen Verbo und die Parlike) 
erbftht Ihn nur; bisweilen aber rflhrt derselbe nur von der Partikel allein her: 
%tr-arbeUen, ttr-beißm, ter-fatUn, xer-fititchen, xeir-fieße» «tc 

Hleher tflgt sich als Anhang noch die Cemposltl«B mit dem WOrlchen m^, 
das ebenfalls den Terble aoabtreniibir verbleibt: miß-adtUn, nU^-MUcn, miß- 
MUi^en, miß-br OMchin, 'Odfi-dtvXen elc. 

In Tn^Indong mit Terbls bat laiß den jr<bm(ott, das Verhorn selbst aber 
durchweg dm Haaptlos. Das W&rtchen trennt sich nie vom Terbum, z. B. m^ 
/!«{, miß-lang, miß-rathen, auch das ge Im Partlclp bleibt weg, z. B. w<^MIHr'< 
miß-achlet , miß-lungen , ntiß-gönnt , miß-brauchl , weder ge-miß-biUigt , ge- 



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Trennbare Partikel mit Verhis componiert. 179 

miß-braucht , noch miß-ge-bOtigl , miß-ge-brauckl. Id alleu SubstaDlIven und 
Adjectiven dagegen hat miß ohne Autnahme den fl«tif>l"m, als; Miß-tiwnti, 
Mip-brauch, lUiß-geburt elc. ' 

Trennbare Partikeln mit Verbis componiert« 

Treanbare Parllkebi sind solche, die auch abgelöst für sich allein stehend 
als Wörler vorkommen und deren Form ebendarum uiibi^Bchädi^ Ist. Ihre Bc- 
deutuDg schwankt viel minder als die der untrennbaren Pai'liketn. 

Es gibt Ihrer, wie der untrennbaren, gerade auch »teb», nemllch: über, 
vnier, hinter, wider, um und dureh, die zugleich als Piiäposltloaeii und als tose 
Adverbla verwendet werden, mit AuEuahme von hiTtter, das nur als Präposlllon 
und als compotiierlei Adverbjum erschelnl. 

Kennzeichen der elngetrelnen Compogillon sind folgende: 1) die Präpo- 
sition bäU dea Ton ein. 2) Sie haftet am Yerbo durch alle seine ÄuGcrungen, 
namentlich im Indlcatlv und inQuiUv. 3) Die (gewöhnlich transitive) Bedeutung 
bal eiue Schwrächung aad Msiraelion erfahren, die sehr merkbar wird, wenn 
man das betonte Adverbium uneomponierl vor die Verba sezt ; z. 8. er itber'gekl, 
unter-häu , wider -tpritht, «mrgilil, dwrch-böhrte Brust, sind etwas anderes und 
abstracler als: er gehl über, hält unter, spricht toider, gibt um, dürehgebotiTte 
Brust. Schon der Ton, welcher auf den Parlikeln dir znlezt angefGbrteu Bei- 
spiele ruht, gibt Ihnen, abgesehen von der Bedeutung, mehr Xachdruk. 

dureh- (per): durch-beben, darch-beißen, dureh-btällefn , durch-bohren ett. 

hintet- (reiro): hinter -bleiben, htnler-bringe» , hinter-gehen etc. 

ül>er- (traiiB, super; oft per, nlmls): über-akem, Hber-araworten, über- 
arbeiten etc. 

um- (clrcora): um-armen, um-duflen, um-fohen, um-fangen etc. 

DUter- (sub, vlclsslm): unter-binden, unler-bleiben, unler-handeln etc. 

wider- (contra): wider-fahren , wider-legen, wider-rafhen olt. 

Sobald man bei diesen Composllis m^r den Begrlt des Adverbiumi, als 
des Verbnms hervorheben will, so bekömmt jenes den Ton; z. B. düreh-beißtn, 
iiber-sisen, iiber-fahren, ütn-graben etc.; allein sie sind sodanu Ireonbare Par- 
tilieln und lösen sieb auf In: ick beiße durch. Hm über, grabe um. — Ich habe 
Oat Buch durchlieen und ich habe das Buch dürehgeieeen; ieh bin durchdrungen 
von der Wahrheit, und 4er Regen iti dArekgedrungen sind in Ihrer Bedeuluiig 
verschieden und das leztere sagt mehr. 

Alle fibrlgen Partikeln, so wie In gewissen FAtlen auch die angefahrten 



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180 TrennbHre Partibel mit Verbis compODJert, 

iteks, mfl AnSnabme von kttUer, leiden ketoe CompoglCIoa dieser Art; sondern 
sie bleibet) Jederzeit betont und stehen Im Imperativ ond dfrecten bdicallv lose 
nacb dem Verbnm; z. B. laß ab, ttoß nieder, ich fange an etc. Das zu des In- 
nnltlvB, §0 wie das parllclplale ge- trit zvlschen sie nod das Terbam ein: 
nieder :u bliken, ab zu tatsen, an su fangen; nieder -geblikt, ab-gelauen, an> 
gefangen; dagegen nähern sie sieh dem Verbo Im Inflniltv: anfangen, ab- 
iauen; Coojnndlv: ob er anfange, abtaue; fm Indlcatlv nach einer Conjnndlon 
oder einem Belafivpronomen: wenn er aufiieht, abläßt, anhebt, aufJtBrt; Dod 
Im Parltclplo Präsentis: anfangend, ablattend. Überhaupt stad die conditlona' 
len Blndeivtrter mehr fSr Belbebaltang der 'Com Position als flir Trennnag, z. B. 
daß nie abhieben, ob lie fortführen, vienn er ansenge; es fale&: vier abetiege, 
wer at^üde etc. 

Hienach sind, aaEer den [Qnr lietanlcn: durch, über, um, unter, mider, 
namentlich folgende Partikeln za hearibeilen: ab, an, a*f, oujS, bei, dar, ein, 
fort, heim, her, hin, miß, mit, nach, nieder, ob, vor^ weg, wol, leu; die Com- 
poslta: beob-, engegen, entwei, xurOk , tutammen , ftiRweg. — Die Adjecttva/)-^, 
tot, giU, das fremde preii nnd die sabstantlven itatt, aehl, Aoui haben fast des 
Schein solcher Partikeln, als: ffeiliMen, lotbinden, preiigeben, etattflnden, 
aehthaben, hauthallen. 

Offenbar Ist In all diesen Fällen kelae eehl« Composltton Tomanden, soa- 
dera eine b\oi tgntaktischt Bestimmung der Wortfolge, völlig analog sind die 
Slniclureit: wahr-nehmen, frei-la$ten, eefig-ipreehen; direct: \eh nehme lealff, 
laue frei , tpreehe leHg. Ja diese veränderliche Wartstellnng gilt ganz allgemeia 
in aodern Redensarten, wie z. B. einem Hofnvng machen, einen für ehrlich 
hatten; direct: ich mache ihm Hofnung, hatte ihn für ehrlich, wo gevlfi nlnnuid 
eine Terblndnng der Wdrter Hofttung-maehen, tär-ehrlieh-halten etc. behaup- 
ten wird. 

Die Nähemng der trennbaren Partikeln an das Verbum sclielnt also weni- 
ger In der Sacke, als In unserer Art zu schreiben begrOndel : niedersiMilxn, 
abgeiehen; und doch schreibet] wtr: zutpielen, zu brecAen; aber gleich daneben 
wieder: außxuspielen, t^xttbrechen, da es doch widersinnig tsl , eine PrSposil loa 
zwischen zwei Wörter fest einzuklemmen. 

Ausnahmsweise wird auch die Partikel nicht an das HGIfswort lein beiestlgl, 
denn wtr sagen z. B. Indirect: teenn dai Lied aufi itl; aU die Sonne unter tear. 
In gebundner oder feierlicher Bede Ondel mehr Freiheit statt , die Par- 
tihein vor- oder nachzasezen; z. B. daß er einmal fähe an; wie eotlieh fahrn 



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Anmerkang über die Ireniibareii Tartiketn. 161 

ant — aufidUag dit Augenl — niedtTlaß die Arwl va man die urspraugUcbe 
Lo3b«ft der Parlihel rahll. 

Aamerioing nbM' die trennlmrett PsrdlielD. 

Uatreonbare Partikeln verhalteD sieb xa den Ireonbareu wie Ableltuofen 
zur ComposUlon, z. B. Zauberei zu Zavberliit; und leblos werdende, scbeinbar 
zur Derivation ttbertreteade Wörter wie -tum, -hiü beleben den untrennbaren 
Partikeln. Uan kennte diese Partikeln auch vom angebracble Jittüungen , so 
wie die AbleUungen suffigierte Parlilceln neonea. 

Die Trennbarkeit und veränderliche Stellung der Partikeln beniht aut Ihrer 
tebendigeren Bedeutung, und je lebloser die Wärter werden, desto betlitnmler 
wird Ihre Structur. Nochsezbare Partikeln dieser Art Iban daher noch den 
Dleust wlriillcber AdverLfa und nehmen den Plaz ein , welcher diesen oder auch 
Nomlnibus bald vor, bald hinter den Verbls gehört. Daher sagen wir: ab lauen, 
ich lasse a&, daß er ab laste, wie wir sagen : vitl reden, brenne lot , nt'm woAr, 
daß er Gliili habe. 

Selbst bei den Partikeln, die echte Composlllon eingehen, zeigt sich die 
arspTflaglicIie Losheit in cfoer syDlactiscben Vmstellnng; nemllch tn(ron«ilife 
Verba, bei welchen die Präposlllon durcA, um, über steht, wandeln sich bis- 
wellen In TransUiva um, sobald man die Präposition zur blofien Partikel macht 
Qßd mit den Verbls componleri, die sodann den vorher von der Präposition 
abhängigen AccDsadv regieren. Statt: ich breche durch den Damm, schaue durch 
den Nebel, schiffe um die Welt, schreite über den Bach etc. darf es lielEen; ich 
durchbreche den Damm, durchschaue denXebel, umschiffe die Well, Hberscla^eiie 
den Bach. Die Bedeuluug aber vertiert dadurch etwas an Sinnlichkeit, oDd die 
Umwandlung wird unzuIüGfg, wenn der Usus oder Sprachgebrauch dem Compo- 
slto schon einen noch abstractern Begrll beigelegt hal; z. B. es darf nicht ge- 
sagt werden : ich übergehe den Berg , überteze den Fluß etc. für ; ich gehe aber 
den Berg, aese Ober den Fluß. Noch viel weniger kQonen übliche Composlla mit 
diesen Partikeln geradezu in das transitive Verbum und In die Präposition auf- 
gelöst werden ; z. B. ich durchlese das Buch ; Wasser umgibl das Land; der eine 
übertraf den andern , darr man keineswegs uuisezen In : Ich lese durch das Buch ; 
Wasser gibt um die Well ; der eine traf über den andern. - Auch Transitiva mit 
unter- verweigern sich der Umstellung , da es ganz elwas anderes Ist , zu sagen : 
Uh unterschreibe die Bilte, als: tcA schreibe unter die BUle. Composita mit 
htHler- und wirfer-, In denen intransUive Bedenluiig vorbersehl, sind vollends 
uataiigllcb dazu. 



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183 Anmerknng über die trennbaren Partikeln. 

Sabslandvcompoalta erlaoben Dicht, vod Ihoen auf ZusammeDgezung eal- 
sprechender Verba mit gleicher Parlikel za schlleEen; deim selbst wo eine der 
secbs compool erbaren Parllkeln mll ttem Verbo wlrhllcb verbnadea Ist , bleibt 
die Betonung fOr beide Fälle nocb verschieden, wie man auE der Terglelebung 
umfang (complexae), unterhalt (Ttite sastenlalfo) mit umfangen (complecti), 
wUerhäiten (suBlenlare) sehen kann, lede dieser ComposlUonen muS daher 
aelbsUadlg tOr §lch und von d^ audern nnabbäoglg entsprungen seinj folglich 
darf auch nicht von Anblik , Niedergang , Zutrii etc. auf anbliken , niedergehen, 
tulrelen geschlossen werden, wlewOl hier die Betonung gleich Ist. 

Nomina, die aoE -compool erlen Verbls abgelellet sind, betialten noch 
gänzlich die geringere Betonung der Parilbe), wie sie vor Verbis stattfindet; 
z. B. Vberlrelung, Umarmung, verglichen mtl äA«rJr^(«n , umarmen; dagegen 
haben sie aul der Partikel die ttärkere Betonang, wemi diese schon Im Verbo 
herschte, wie z. B. In öiircAftrticA, ifmdrehnng, Überhang, yoa d^ehbrechen, 
imdrehen, überhangen. 

Die Unslälhelt der meisten Partikeln In der Verbindung mit Verba Ist eine 
auirallende , aber lehr werthvoUe Eigenbeil der dentschen Sprache , and Pbraseu 
wie: der Tag bricht an, das Lieht gehl auß^ der Titch fallt nm etc. sind andenl 
Sprachen versagt oder doch nur seltne Wendungen. 

Das Leblo$u>erden der Partlkehi, welche Composltlon eingehen, hat den 
Yerfatl de* Ton$ zur Folge, so wie er auch In Flexionen und Ablellungen aus- 
stirbt. Der Ton beginnt zuerst In den vor Verba unlrenobar geworduen Par- 
tikeln abzunehmen; nächstdem auch vor Nominibus, wie wol schwankend and 
ungleich bei «nl-, be-, ver- und 0«-. Am Leben erhält er sich aber In 
allen Partikeln, die sich mit Verba nar unvollständig binden, so wie in den 
flbrigen, wenn scbon wirklich an Nomlnii gefesselten. Dies begründet einen 
Unterschied In der Accenlulernng derselben Partikeln, je uaQhdem sie mit 
einem Nomen oder Tcrbam componlert sind. Alle Ableitungen behalten den 
Ton des Compoittumt, anG dem sie gebildet sind, seien sie scibstNomina oder 
Verba; z. B. Er-weit, Er-folg haben unbetonte Partikel, wie die Verba «r- 
weittn, er-folgen, anS weichen sie abstammen mü£en, da sich er- mit keinem 
Substantiv componlert. 

Decomposita. 

HehrTacbe Zosammensezuug ist vorhanden , wenn über ueei Wörlei' mil 
einander verbunden werden, rompüsitiuii von drei Wörtern tlodel häufig stall: 



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DecompoflU. 



VOD vieren Dicht zahlreich, v(hi fOnfen selten; die von uekten und no^ mehr 
Ist ganz Terwemich, wenn dunnler ntehl einige Partikeln ersehelaen. 

Doppelte Compositlon geschieht Jkautn eu gteicker Zell , gondU'U ea waren 
schoD zwei WOrter /rdfi«r mit einander verbunden Im Gebrauche, deaeo sich 
bemach das drüle vom oder Ainlen aar beigesellt; z. B. Gold-beripeerk, Zell- 
gewebe; Erdteer-hau, Geteinn-iueU, wovon Btrf^eHt, Getotb«, Erdbeere nsd 
Gewinn schon lange vorher bestanden haben. 

Ohne dieses wSrde manches Decomposllum abnorm sein, wenn man das 
nrdher vorhandene Composltnm nicht gehörig abzulösen VMstQnde oder ein 
SlBk desselben znm mjgehörlgen Wort zöge; z. B. HofteifenMieier , Hoftüber- 
tehmid, SommerftißbeÜeidung elc. für Hofteifen- sieäer , Hoftilber-tekmidy SoM- 
merp^-bekteidwif nSbme. Verwernich sind die schielenden Damentehulmtuher, 
HerrenlMKmeltUr etc. — Bein-Icinder-bewakr-OMtalt Ist darum verwertllch, well 
namentlich der erste Thell Klein-kind oder Klein-kinder al.s Compositum nie 
vorbanden war noch Ist. Überhaupt Ist das neuere Geschlecht anch In seinen 
Conapositls nicht sehr getstrelcb und gewandl. 

In Bükslcht auf die Art un(l Welse der Zusammenseznng sind entweder 
beide ComposUionen eigentlieh, wie: Feder-mener-ldinge ; oder beide nn- 
eigenllich, wie: Bundei-lagi-versammlung , oder endlich die eine Ist eigentUeh, 
die andere nneigentlieh, wie: Siüi-poken-impfHng elc. 

DecoinpOHitBt beidemal eigentlieh. 

Simplex und Compositum: Char-freitag , Dampf-teh^ahrl, Bof-mariehaU, 
Sladt-baumeister, Rhein-schiffahrl ; fimkel-nagelneu, iplMer-fatetnakt, kohl-beer- 
bmndichwatz etc. 

Cnmposilum und Simplex: Brotnbeer- »laude, Holiapfel-baum, Sernobtl- 
lager, Buttermitck~faß, Brantwein-glai, Ho/Oientr-xhafl, DudeU€ik-pfeifer, 
TreibhaW'Ppanie, ffußbaum-boU , Gaißblall'laube etc. 

Wo Simplex mit Composllom stattfindet, wird das mUtlert Wort itärker 
accentolert; bei ComposHnm mit Simplex geringer. Man vergleiche Stafit-\^k- 
kirt (Tlehhlrt Im Dienste der Stadt) , mit FiierviehMH (der das Federvieh batet), 
oder Gold-birgwerk mit G6ldberg-reUe (Reise In den Goldberg), GaUt-ftitger- 
ring rafl Gäldfinger-rin^. 

DceompoKita I das erat« «igentlleb, das aireite MBeigcQtlleh. 

Simplex und Comp osllum : Cren)-«i>fr(ft4Aa«w(dasWinbshan3ander6renzej, 
£and-6runn«nffl«ft(«r(Brunnenraelster für das Land), MatK-MrfifnneiM^, iHodn-- 
pfttffenköchin, Winler-iamenkorn elr,. 



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184 Decomposiu. 

ComposUmn and Simplex; Äbendtonneit-ilr^l, Dreimäntier-wein, Buek- 
finken-netl, Twrtettaubtit-teufter , Nacfnigaien-»ekiag , Handv>trk»-matin, VaUr- 
Umdt-iUbe,, Land/Hedew-bruch, SuKpoken-im^fUng elc. 

Anch hier flndel der vorbin bemerkle Unterschied In der Belonung stall, 
UQd In Greni-ifirlhihaut z. B. Ist teirtht stärker accentairt, als werkt fn Band- 
teerki-marm. ZtiweüeD aber mag es xweifelkaß sein, ob Simplex mit Composl- 
Inm, oder Composllum mit Simplex stehe, z. B. Äbendionneniehein bedeatel 
entveder SonnetuehHn am Abend, oder Schein der Äbendtonne, und iia leztem 
Falle vlrd das Wort Sonnen geringer betont. So könnte anch unter Greni- 
wiräuhatii gemeint sein das Haut det Grenxwirtht, wo sodano wirlhi minder 
accentnlert wäre. 

Composlta der Ortsnamen, die nicht tarn Zwek' hallen aollen, den ge- 
wöhnlichen Wartverstand zn erwekeu, tragen die Betonung häufig auf dem 
zweiten Worte, als; ÄU»l6ffeln, Babenhduten, Baielldnd, Bergedberu, Btmrdin, 
Belenbrünn, BüchofniU, Degermöot, Donmuoorä, EglUäu, EngtUtoit, Ellenhfm- 
muntUr, Fridenwüler, Greifwdld elc. Sodann ^elcberwelse : ÄtchtrvuUvioch, 
Charfi-eUag, Eicheltdu, ft-eundndehbarlich, Hanncünl, lUiUelfd$ten, Ottertömaag, 
Palmsinntag, Pfingstmontag, ScheltenkSnig , Hersdäme etc. 

Deeoinpoalta I da« erste uDeigentlich « doa zweite elgentUeh. 

Simplex und'ComposIlum: Eseli-kinnbaken, Reichs -koftalh, Landii- 
hersehaft, TeufeU-fiißlTU, Sriegt-sehauplaz , StimmtTi-mehTheit etc. 

Composltnm und Simples: Gärueleber'pastele,Pfamtnsvetler-$ehaß, Wirthi- 
hattt-garten elc , 

Der Accenl des zweiten Worts lügL sich nach der oben S, 1 8 3 angetührteu 
Regel. 

Deeempoolta mit Partiheia. 

Das mit der Partikel componlcrte Nomen wird wie das einlache bebandelt. 

Die Partikel InderHltle: Zell-getDebe , Hof-getinde, kand-gemein; Grund- 
begrif, mord-nnffem, Thal-be$tand; Erb^erbrüderung, Pflinkt-verteiung, Erevt- 
abnahme, Bliic-ableiler, Bienil-etUlattuno, Haiipt-antidelung, Teuf el-außlr eiber ek- 

Die Partikel vorn, neu hl nza tretend : un-slerblich, un-wandelbar etc.; 
be-rathtehtagen, be-tmrihsehaßen , ver-haTtdgelübden, un-cer-fljK-worlifcÄ etc. 

Die Partikel vorn mit einem Nomen scbon verbanden: Gewinn-iuclri, 
Geioalt-haber , Bereit-iekafl, V^Knz-hrief, Empfang-trhrin , Verwnndt-tehafI, 
• uMerschffd'lich. Vnwnhr-hfit pIp. 



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Decomposita. 185 

DepomposHs, beidemal uneiffentlleh. 

Nomina: Bwnle»tao*-itivng,Ilei(:hifahneit~lräger,Reichttaiit-iekb^MMUer' 
gottei-büd (der nachgesezte Genitiv zur ComposItlOQ verbSrtet) etc. 

Momeo und Partikel: lebttü-btsehreüiung, Smuten-utUergang , FrdkUngi- 
anfamg, Reieht~abiehUd, Lande$-ver Ordnung, bbtU-verwandt etc. 

Zwei Partikeln hinter einander: Äb-ge-tang, Ab~g-unit, Aber-g-latOe , 
An-ge-binde, an-gt-nehm, Bci-ge-ichmak , Nack-ge-iehmak, Yor-be-haU, In- 
be-ffrif, Zu-ver^chl, Auf-ent'kaU, Un-v'er-aHl-KorlHchkeü etc. 

Zwei Partilietn v<h- Verbls: be-mit-leiden, auß-er -wählen, an-er-bieleti, 
be-vor-munden, be-g-teiten, be-g-iüken, ver-ab-rtden, ver-ant-wörlen, ver- 
*n-ehren, XK-er-kennen etc. 

Hehr als drei WOrtercompoutert: Obtr-bergKauplmann, GmtrM-fttdxeug- 
meitler, Ober-hoftnariehitilaml, Damptiehiffahnt-geaeUiehafl etc. — ^teimekif- 
fahrti-cenlralcommUtion, Mobiliar -feuervertieherungtanitatt, und der höelut 
getehmakloien Dnronneii melir, daB man mit Ptautut auErurea möchte: longa 
ttomina conlorluplicala habemutl und die noch herber auBzusprectieii sind, als 
das bekanote: 

Gaudel honori/lcabililudinitalibu* Hermet, 
Consueludinibus , »oUiciludinibut. 

Bei .li^ecfJni« macht es der Canzelielst]-! wo möglich ärger noch: königliiJt- 
niederländUcti, großb^noglieh-ineklenburgiicli etc. 

Erträglich wird die mehrlache Composilion, wenn entweder »r.cigenllicht 
Zusammensezung oder Partikeln dabei Im Spiele sind: Gervchiinns-vieTltzeHg, 
Stelnkohlen-bergwerk, Abendsonnen-v!idertchtin; — an-«Hder-ipTechlich, Geiilei- 
übtrlegenheit, Qüler-gemeinichafl, telb»l-auß-tr-tonnen, atteT-awf-ge-blaien$leT, 
Vn-ilerbtichkeit,un-ter-anl'WortHck,Vn-ver-ant-uiorUiehkeileic. ImerstenFalle 
zerlegt sich das Compositum für Gehör und Ausspräche in zwei Thelle; im lex- 
teru aber werdea die Partikeln als inuig mit dem Worte verwachsen betrachtet 
und haben kaum den Schelu von Zusammen sezung. 

Hauche Compo§lta, in welchen ein Theil coutrahlert ist, werden für ein- 
räch gebalten, während sie mehrfach sind, z.B. Well-ge-pränge, ün-bied'er-keil, 
wo mau Welt und bieder aufzulösen bat 1d tcer-alt und bi-derbe. 

Composltlon oder Verbärtim^ ganzer Bedensarten* 

Die uneigootllche Composltlon überbaupl beruht darauf, dafi zwei neben 
einander construlerle Wörter verwachsen. Dpr gewöhnlichste Fall Ist die Ver- 
blödung des Genilivs mit dem ihn rpRJer'eu'ten Sudsfandv. Zuweilen aber go- 



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186 Dccomposita. 



sdilebf es, daE-PrSposlUODen and Terba mit den Nomina, welche vod [hnen 
abbaogen, In Composltlon verwlbell werden. 

Ifebenbemerliung Ist in-eben-be-merltwtg; inibetondtre, imge$aint, Mf- 
iiemein (en parllcnller, en geofiral) , eniwci elc. Ifisen sich snT: in-dat'besondere, 
in-dai-gt-iamle , in-dat-ge-meine'), in-xwei etc.— Vonnötktn, vorhanden^ im- 
voimölhen, tmvorhanden sind von Nölhen, vor Harnten, un-von-nölhen, un~ 
vor-handen , welche zwei lezlern erst nach dem Abslerbeo des wahren Sliun 
der Bedensarlen von Wölken, vor Banden fehlerhatt mit der Partikel un- com- 
ponlert worden. 

Natürlicher uod mehr za billigen Ist es, wenn lebendige Eigennamen ntr 
Sachen und Personen auG Verbärtaug mehrerer Worte entstehen, als: iroA«n- 
linden, XaUtnkerberg, Langenttein, AUenötling, SanbtoHen, S^gaUen, Gießen etc., 
welches die Dalfve sind: lur hohen Linden, kalten Berberg, tum langen SItin, 
allen Ötting, nt 5ancl Bltuiea Haiti, le tante Gatten hüte,, ze den Gießen, aber 
mit der Zelt In den Nominativ vorrübten, gleich den Baasnamen: Hirschen, 
Bären, Schwanen, Ochsen etc. 

Imperallv mit Partikel: Sehr-auß, feAr-ab (Name eines Tanzes), Seiß-a*f 
(Flucht), Sehab-ab; flup/'-u^(Buchdruker In SlraEbnrg); Gar-auß; die Hanns- 
namen Th»-gvt, HaU-auß, Sattf-auß, 51n{r-o^ [Dichter: Sing üf, ling abe, sing 
hin, sing her'.) — Pak-an, Faß~an, Namen für Baude. 

Imperativ und Accusallv: Habe-dank, Zele-ftn«/( einer, so Briefe aal- 
zettelt), Saute-wind, Branse-knpf, Zeit-verlreib; die Hannsnamen : Sume-lant, 
Heben-ttrit, Spar-helbting, Trau-gott, Habe-sü (morare), Schliehte-groll , JTras- 
fitß, Seher-wentet, Schnapp-kahn, Drek-hals, Gloken-boß; Hatsen-pftug (hasse 
denPÜng), Srasen-tlein, Bauen-schild, Hängen-triel, Stitrzen~bechcr, SUng-soT 
(Name eines Dlchlers : kting-das-dr] ; Wenden-tchimpr ( wende den Schimpf, 
d. I. SpaGverderber), Slören-frid (Ruhestörer), FäUen-sak {ffUle den Sak), 
SucAeti-irfrl (Name eines Dichters: suche den WIrlh); — oft aoch erscheint naoh 
dem Imperativ eine Präposition mit Ihrem Substantiv, als: Hüpf -ins -holt, 
Spring-im-feld, Boll-in-hagen, Lveg-ins-land, Bteib-im-haus, meistens PersoD- 
namen ; — oder es folgen andere Casus und Parlibetn': Sieh-dich-nm , Slell-dich- 
Hn, Vergiß -mein- nicht {t\Xitt\ikmc\tcn), nfoü-me-lrtiijere (ein Kraul), Tadt- 
ynecum, Vade-in-pace (carcer monachorum). 

Bisweiten sieht das Verbum Im Conjunctiv oder fehlt ganz' und blote Par- 



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Dccomposi(a. t87 

tlkeln blldea AnEmfund NatneD: der-6oU-iH-bei-utul.(Aer Tenrel), Nimmer- 
latt (ein 6ef xlgerj , der Gar-auß (das Ende) ; elu österreichischer Herzog Heinrich 
bekam denZuaameii: Ja-«o-mtr-0(Xf,- eiuächneidergeselle den böhnlficiienSptZ' 
Damen: Siben-attf-einen-ttreichl 

Auch mit dem Präsens Indicallvl werden Namen gebildet, t. B. Tauge- 
»icUt, Spät-es-iagt (faule Magd), Wie-du-toiU (tabelhatler König). 

Den EIntrit wlrlillcber Composltion bezeugt die Decilnierbarlielt des lez- 
leo. Worts, x. B. iqa Genitiv : Bttpfufs, Ztitvertreitit, üirnfnertaUs, JasontirgoUi etc. 

UnHexlTes -s der Coiupositlou. 

Zur Verbindung Keiblicher Nomfua gebraucbeu wir den Buchslaben -s in 
lolgenden Fällen: 

1) bei den einfachen Wörtern Acht, Hülfe, Liebe, AwßtMkme , Miete, 
Frau, Schande, Müller und Welt z. B. Achts-erkiäniag , /tcAIf-proceE ; Bülft- 
vmee, Hülf s-lrappea, Bül/is-völber ; £i«b««-abenleaer , Liebes-Sipfei , Liebes- 
brief, Liebe$-ptei\ , Liebe/-xe\cheu; außnaltm»-wtlse , Ari«(f-Ieute , MieU-va&oa, 
(oeben Jtfjef-Ieute, Miet-manD); Lanäs-nia.an , Schands -inaDol ffltil(«r«-alleln , 
Welte-esel, Allcrwells-freund ; Frauens-leule, Frauenx'-person etc. 

2) bei den auf t auElaulenden Compotitü, als: Andacht, Nolhdurft, Einfalt, 
-fahrt, Geburt, Geschichte, Heirat, -nacht, -licht, -schrifl, -weit, -teit; x. B. 
AndacfUs-äbaog , !Volhdurfls-(ail , Heirati-geäankeD , Eiitfatts-plnhe\ , Wolfahrlt- 
aaSschuC, GeburtS'test, Geburls-v/ehea, 6«(cAt'cA(#-erzählang'), Sommernachls- 
Iraoni, Weihnachts-abeod , Außichls-persojt, Eintichtt-aabme, VorsicMs-msi- 
regel, rükaichts-]os, vorsichts-vaÄUg, AUerwetls-nair , Hoehzeili-tag , MaMieits- 
gioiie. — Anch d<e scheinbaren Composlla Arbeit und Armut, sowie Gemeinde 

- fallen hieher: Arbeiti~l\isl , Jlrmu(«'plage, armuK-halber, Gemeinds -orAaung, 
Gemeinds-lastea etc. 

Gebt dem auEiauteoden t ein i voran, so ualerbielbt die Anfügung des s, 
z. B. Gttnsl-beieugwng , Frfst-abtauf, Wursl-gift etc. Ebensoselten nehmen es 
die Simplicia zu sieb: ?iacht-ruhe, tchriß-mäßig , Welt-kinä, Zeil-alter etc. 
Auch das Wort Vermmß entbehrt seluer; denn wir sagen vemunß-mäßig , Ver- 
nunft-glaube etc. 

3) bei sämtlichen Derivatls auf -ung und Compositls mit -hrit und -schafi, 
x. B. JVaArung« -zweig, Segierungs-raib, Zeilun^s-folatt, hofnungt-voW ; Gewohn- 



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DecomposiU. 



keiti-wechl; FrtiheiU-kaiapt, Wahrheüi-liebe; FreuTultehafU-band, GtuUidu^ 
refelo etc. 

4) bei fremden FemlDlDlg aaf -ian und -tat, als: Jucliont-balalog, Cm- 
r«n(foiM-inQDze, iMMtonf-blame , Religi<mt-\a\%g , SanUäii-rafh , Majeüätf 
verbrechen, SocittäU-ttaat etc. 

Die EntstehanK dieser Composlla Ist nicht alt, nod Jene nuter 1 und l 
tauchen erst auf In Schrlflen vom Beginn des sechzehDlen Jahrhtinderts j z. B. 
Siv)e*-paeh In einer Urkunde von 1568, die nnt« 3 und 4 Im AnfaDge des 
Biehz'ehaten Jahrhunderts. 

Dieses -( Ist unpfxiv; denn kein Feminin hat Irgend In einem Casus ia 
beclliiallon ein -f aufzuweisen, und wenn wfr heute Im Gentllvo sagen LuUtiu, 
laarieni, Berlhai elc, so Ist das -( darin ohne Zweifel veranlaEt durch die 
vielen -«ni Im Genitiv« der Hascullna, denen man sie uoorgauiscb nachg^lldel 
hat. So wie aber Jene Namen eine Composlllon eingehen, fallt das'-t ah, z.B. 
Luitm-itiß, Marien-Itinä, Berlha~lied, wo es gerade baflen sollte. 

Einige Femlnlua zwar sieben adverbial mll Genitiv auf -$, z. B. noeUi 
(noctn), millwncht (freilich ist uns MilHe»ch als Tag ein HascuIIn), «eil«, vMi 
Seife, als: meinerseits, ihrerseits. DaE aber im Adverblo das Substantiv die 
Natur des Femlnins aoSzleho, folgt auE dem beigefügten Arliliel äet In der 
adverbialen Bedensari: des Nachtet, eint* flachtet, *J (bei Boner und anderwiilB 
auch einet zUet). 

Wäre das In Frage stehende -t geulllvlsch, so müßten die Composlla 
tiueii/cnlliehe sein; allein sie sind unzweifelhaft eigenltiehe, und bofitungi-loi, 
Scheidungi-brief, F^eihcüi-taumet stehen mit geld-loi, Scheide-brief, Fitber- 
tattmel parallel. 

Als In der ueuern Sprache mehrfache Zusammensezungen nicht länger 
konnten umgangen werden, strebte der Sprachgeist , vlelleicbt durch die vlelea 
uneigenttichen andern Composlla mit -t veranlaEl, nach einem Mittel, den Atl 
der Coiiiposition zu verdeutlichen, und alimällcb ward das -t auch hei Femlnlnis 
dazu verwendet. Freilich hat die Sprache diese Operation nicht volbländJg 
durchgeführt, sondern let auf halbem Wege ^tehn geblieben. 

In Zusammensezungen , worin diese -t nun einmal wallen, sollen sie nichl 
mehr verlilgt werden "}, da sich Ihre Entstehung auf das natürliche Bedürtnll 
gründet, die vorgenommene Compositlon schwerfälliger und büullg fremder 
Wörter dadurch fühlbar zu machen. Ohnehin Isl daii reine -i, wie es hier er- 






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~CoiiipDSila mit ZaMwÖrtern. t89 

scheint, kein MISIhuI, gurnlent ^elct)(, wie alle Spiranten, die VerbladtitiK 
stummer and Httssiger Laute. Wahrheü»Heöe , Fretmdtclu^banä klingt unaerin 
Obre unstreitig angenehmer, als WahrheUliebe , FretMdtchaflttand. Wo zwei « 
zusammensloSen , wie in Wamwng»Hmme , verfllefien sie tu einander. . Ver- 
wandle Sprachen, z. B. die niederdeutsche, die sebweitische uod dünl^cbe, 
haben schun früher denselben Weg efngeschlageu. 

Composita mit ZahlwSrleni. 
Couiposition Aer Zablen mit sich aelber. 

Es gibt Im Deutschen nur zehn elntache Zahlen ; alle weltern. werden durctt 
Zusammensezuug dieser theils mü slcii, Ihells mit andern bervorgebrachl. Diese 
Zueammeusezung Ist überall eine rtneigentliclie , auS Jppojjl ton eolstandeo. Ton 
1 bis 10 sind sie einfach, alle rolgenden aber zuaammengesezl. 

Elf oder riV (undecim) bleE ahd. ein-lif, iteölf (duodtcim) aber lui-tif, 
rOr suei-iif; von 13 bis 19 sezt sieb das einfache drei, vier etc. \ot sehen an: 
drei-tehen, vUr-iehen, [ünf-zehen oder fwnf-sehen, »ech-uhen (nitM leebi- 
iehen't, d. 1. drei und lehen, vier und »Aen ele.; 20, 30 bis 90 werden ge- 
bildet, Indem man za xtcei, drei etc. componlert -lig (ahd. sue, decas); sv>ei- 
lig bat sieb aber In xwan-zig, drei-iig In drei-ßlg verwandelt; vier-zig, ßnf- 
tig oder fwiaf-zig, lech-iig (nicht techi'Sig't, iieben-sig, achl-xig, newn-itj; 
iOmal 10 heilt huadert (ahd. hunt); von 200 an componleren sich rcgeimaGlg 
die zehn einfachen Zahlwörter vor hunOert bin, als: zteei-kunderl etc.; lOmal 
100 belGt laufend (ahd. tüsnnt). 

Ordinalzahlen: der eilße, sißölße, der drei-zehente , Tteun-zehente; der 
ein-und-twanzigsle , der neitn-und-neunzigste. 

Composltion der Zohleo mit andern Wörtern t 

Ander-halb und andert-halb (l'/s), drül-halb (2Vs)> vterl-hiM (SVb); ~ 
lelb-ander, ««tft-driK, $elb-flinß, telb-dreizehenl , d. 1. ein, zwei, vier, ztoö^ 
BDd die Per$on dazu gerechnet, von der die Rede ist, also 2, 3, 5, 13 (inhd, 
telbe-vierde, lelbe-zwelfle , selbe-ander) ; erH-lieh elt. 

Cardlnalla In Composltien mit wtdM-n WSrtem't 

Einsauge (monoculus) , Ein-hom, ein-händig, Ein-fM, ein-fäUig etc. 

Zv}i-b<A , swi-faeh , Ztei-llcM , Zwi-tpatt , Ztei-lracU. Dagegen zwei- 
dtuHg, ztoei-tehneidig, ZKH-züngig etc. 

Drei-beinig, Drei-ek, drei-einig, drti'fiuh, Orei-fuß und Dri-fUß, Dri-idi 
^lo Zwi-kh, Drei-xak, Tri-berg, Drei-sami Vier-fürtt, Fier-Uufel, Drei-männer, 



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Anmerkung über alle Composita. 



FUnf-MänHer , (Iriamvirl, quioquevfrl}; das Siben-gesUm, hundtrl-itiminig; 
Ncan-auge, Tauietid-ichön, Tatuend-fUß, latuenä-ichmetterig, Tauiend-güldtit- 
kraut, Tamend-Mmtier elc. 

Anmerkung Ober alle Composila* 

ZuBamniensezuDg uod Ableilang Dnterschelden sieb iu Hllte) und Zvek 
weseDlIlch von einander; denn Jene verelalgt twei ursprfingllch selbsUndlge 
Wörter Test an einander, so daE die Flexion des erslen Wortes mit aargenom- 
men werden kann; bei dieser hingegen Ist es our um ein Wort za Ihiin, das 
mittels Anfügung dunkler Vocale and C(>DSonanlei) nen bestimmt wird. Die 
Ablelluiig Isl ein SuFHt, dte Composltloa eber ein Präfix zn nennen, well die 
Bestimmung des Worts In Jener durcb die hintere, In dieser hingegen dnrch die 
vordere Zulhat erfolgt, wSbreud sie bei der Bildung durcb Laut und Ablaut in 
dem Worte selbst vor sich geht. 

nur solche Compusita, deren zweiler Tbell Dicht mehr fOr sich allelu 
siebend gebraucbl wird, und. eben darum absiracte oder allgemeine Begriffe 
auGdrükt, werden abgeleiteten Wörtern ähnlich und vergleichbar, wie z. B. 
Schön-heü, Friih-jahr, Späl-Jahr, Bellel-mann, Watch-fi-au, nichts anderes 
bezeichnen , als Schöne (puichrltudo , ahd. tcöni), oder Fräh-ling, BerM, Belt-ter, 
Waacb-erin. Umgedreht haben die Abiellungen -tal, -niß und -ling den Schela 
angenommen , als wenn sie componlertcn , was doch keineswegs der Fall ist. 

Die Fertigkeit, mit der man In unserer Spracbe cunipouieren kann, ist ein 
schäzbarer> Vorzug; wir besizen dadurch eine grolLe Auzahl leliensvollcr und 
poelischer AuEdrOlie, die sich oft gar nicht In andere Sprachen übersezen lassen. 
Composita sind Qberdies schön, wenn sie itcei BegrlO^ In «in Bild vereinigen; 
weniger, wenn sie ttnen Begrlt zwischen zwei Wörier vertbelleu; z. B. Jenes 
geschieht In: Grau-ichimmel, Braut-bette, Hangel-birke etc. Dieses hingegen 
In Wil-frau (für Wüwe], Fähr-mann, Rüters-mann (för Ferge, miler), Bein- 
kleider (für Boten), Diensl-verricMungen (für das einfache Dienst); Schmieger- 
$ohn ( fßr Eidam) , MuUer-sehwein ( fQr Gaite) , Birtch-kvA ( tßr aind) , Zünd-ilof 
(für Zunder), was man leicht fQhlt, wenn man z. B. Fiiehfängtr neben FUehtr, 
Bundtweibehen neben Bündin, Zohe oder Zaup, Pferdmutter oder Mutterpferi 
neben Siuie etc. sezl. Manche unserer Composila, wie JeUieit, das Siehgeiiehert- 
Iräumen elc. scheinen mehr Folge der Verwilderung, als einer edlen Spracb- 
aaBblldung; und Jedennaa sollte wol kein insantmraigeseztes Wort brauchen. 



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Geaus der Wörter. 191 

wenn man rQr denselben BegrK ein gangbares , gut bezelcbaendes und versläod- 
llches Simplex beslzl. Zeltaugeo , Flagblätler und unberDfene Scrlbler rOrdern 
(ägltch ZwiUer, Krüppel, Rieten und SehtutaU von ComposKIs ans Lt cht der 
Welt, so wie sie auch die Idiotismen der Sprache zu untergralten nnd zu tdden 
Sachen. Meide die miiränHse» Wortgebiläe! (Paulus I Tlmolh. G, 20). Bei Wör- 
tern wie OberapeOationtgerichltpräiidenl , MiUykersenfabr^gaeliengetcUtcfmft 
darf man wol aulrtiren: Motutrum horrendum, ingem, eui Jumen adenlum. 

' Genus der Wörter. 

llueere Sin-ache hat für alle Nomina ein dreifaches Geschlecht, das mänii- 
liehe, weibliche und nrntralc (yevoe agatviKOV, ^tß.vx<yv, ovSiuqov). 

Dieser Unterschied greift so tief in das Wesen des Namens und seiner 
Formen ein, wie der zwischen Actlvum, Passivom und Medium In die Natur 
des Verbums. Das Acllvum erscheint , wie das Mascollnum , als die wichtigste 
und ursprünglichste Form; dus Passivum, wie das Femininum, als eine auG 
Jenem abgeleitete; das Medium, wie das Neutrum, als eine Mischung der bei- 
den andern Formen. Überhaupt erscheint Im Neatro metir fJneiüwikelung des 
Geschlechts , als wirkliche Geschlechtslosigkcü. In ihm scheint auch vorzugs- 
weise der Begrif des Gemeinen und Veräcli II leben untergebracht zu sein; die 
Frau Ist MIer als dat Weib ; da» Aas und Futter unedler als die Speiie und 
P/altrun/; da» Menteh, Luder, Pakelmensch , Rabenaas und andere Neutra sind 
daher arge Schimpfnamen. 

Am Pronomen und AdJectIv hat sich das Genus weil lebendiger auGgeprägl, 
als am Nomen; denn Jedes einzelne Substanliv Ist nur einem Genus zugethan, 
-dagegen alle Pronomina und Adjeclira die sämtlichen drei Geschlechter an 
sich entwikeln. 

Die Casus des Masculins sind vollsiändiger und dauerhafter, als die des 
Feminlns; auch kSnuen Feminina auC Masculluls movierl werden, als: Herr, 
Herrin, König, Königin; auG Gärtner kann Gärtnerei, auE Dichter ebenso 
dichterisch abgeicilet werden; allein äu&erllcli movierie Feminina sind' zu Jeder 
weltern Fortbildung unlaugllcb ; auE Dichterin, Göttin weder dichter iniscit , 
götlinlich , noch sonst elwas. 

Das Junge, dessen Geschlecht sowol männlich als weiblich sein kann, 
aber noch unwirksam Ist, wfrd gleich dem Allgemeinen und Collectiven durch 
das Neatrum bezeichnet: das Kind, Kalo, Folen, Lamm, Bind, Schwein etc. 



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192 Genus der Wörler.' 

auch mischen sich In Ihm die männlichen und weibllchep Formen der De- 
clioalion, wie z. B. die ausgeprägtesten Casus, der Genitiv und Dativ, im- 
mer mäanilchefjatur haben; KominativaadAccasativ aber,ais die schwäciiem, 
znsan^eurinneo, 

ID Ansehung des Snbstantivs Ist das Geschlectil entweder Ttatürlich oder 
bloB tframmatiteh ; nnd das natOrliclie Geschlechl gründet sich auf Beobachtua; 
der SexualverschiedenheK an Uenschen and Thiereo, obwoi es die Sprache 
nicht fil>er aüe Thlcre und namentlich nicht Ober die liieinern oder alle VSgei 
und Fische erslrelfl, bei weichen luelsiens nur grammatisches Geschlecht ver- 
wendet wird. 

Kennzeichen des natürliche Genas Ist, daE die beiden Geschlechter ent- 
weder durch eigene WBrUr auBgedrükt werden, oder aaS dem männileben 
Worte durch Motion ein weibliches hervorgebe. 

Das grammalilc^e Geschlecht Ist eine Anwendung oder Übertragung des 
naLQrliciieii auf alle und jede Nomina. 

WatürlieheB Genus. 

Durch Verschiedenheit der "Wurzel bezeichnet: Mann, Frau; [Weib Ul 
neulrum'), aber die Belatlva dazu gleich wieder feminin); Vater, MuUer, Kind; 
Sohn, Tochter; Bruder , Sekwetler ; Enecht, Magd; Oheim, Mwhme; iteffe, Ntpel 
{Nichte, nepos, neplis); Hengst, Stute, Folen (wörtlich pullut); Stier, Kuh, 
Kalb; Farren, Färae (taurus, vacca); Oeht (der verschnittene Stier); Widder, 
Hammel (der verschnitlene Widder, von ftamalon, proscinderc); Bock, Gaif, 
Ziege; Kiilein, Ziklein; Eber, Wa%, Sav,Bareh (majalis), Ferkel; Bund,Zaiip, 
Hirtek , Binde. 

Diese Art, das Geschlecht zu bezeichnen, ist die scliöaste, älteste und 
TOlilfommenste , well sie der sinnlichen Besonderheit am meisten einräumt. 

Durch Motion auSgedrüitt, die Entweder im Ablaut oder in Erwellening 
besteben kann: Hahn, Henne, Huhn; Kater, Kaie, Kize (felis); Schvähtr 
(socer), Schwiger Isocnis) ; Herr, Herrin; Mann, Männin; Bind, Hindi» 
(cerval; Freund, Freundin ; König , Königin; Gott, Göttin; Fiel, Eselin; Elefant, 
Elefantin; Wirth, Wirthin; Brak, Brtifttn (c9nis),- Wolf, Wö^tt; Fuchs, Füeh- 
Hn; Fürst, Fürstin; Graf, Gräfin; Benog, Herzogin; Hase, Häsin; LötEi, 
Löwin und so unzählige. AuG Witwe (vidua) ist Witwer, auG Kate Kaier, aat 
Gans Ganter, a\tl Xnle Änterich, auE Taube Tauber movlert. 



>) DM^IeiiliaB in XuAutn «e veioli Am TuIkuuD, uli ; W« Emllltrla, it Mtrit cu. FUHor 17T. 



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Geniu der Wörter. 193 

Motion durcb Znsammensezung : Rehboi, aehkuh, Rehkatb, Rehgaiß; 
Birichktth , Hirtehkalb ; ZiUamm , Auerhahn , JwerhHhn ; BiTkhahn , BirMuAn i 
Hatelhahn, Ha$eihuhn ; I^auluAn, Pfai^ennei Betletmann, Bettelft-au (für 
Belller und BeHterin); Handetintan« , HandeU/Yau etc. Vte) seltner wird das 
beitimmende Wort vorgesert, als: iKutUrpferd , HuUeTschaf, lUuUertchwein , 
Bencslfolen, Stierkalb, EuhkaU) etc. 

GrunmatUcIies Cienus. 

Daa naIOrliche Geschlecht umtaEt, Im VerhSIlnIsse zum grammatisch en, 
nur eine gcrlogo Anzahl von Wörtern. Bei den meisten derselben and bei den 
Ibnea zu Grund Hegenden Begriffen konnte die Spraclte kein Geschlecht vahr- 
nehmen, oder es rauEte Ihr selbst da, wo sie es wahrnahm, wenig daran gelegen 
sein, dasselbe hervorzuheben. In dem Dom, Hagtn, Hatet, ISUM, Inder 
Siehe, Buche, Tanne IbI weder mänttllcbes noch weibliches Wesen eu spflren; 
ond wenn dem Wurm männliches, der Fliege weibliches Geschlecht beigelegt 
wird, so gründet sich dieses nlcfal auf Beobachtung des aalth*1ichea Geschlechts ; 
denn an diesen Thieren trlt bei oberSächllcher Anschaunng kein Sexualunter- 
schied hervor, und die Sprache war vor der Schärfe aatnrbls lorisch er Forschung 
gebildet. Ohne Rflksicht auf diese also hat die Sprache dem Wurm, der Fliege, 
dem Krebs and der Eiche bestimmtes Geschlecht zugelheilt; Ja sie hat dieses 
nicht nur bei allen lebenden und wachsenden Wesen, sondern auch bei todlen, 
anslnnlichen Dingen, b^l abgezognen und fibersinnlichen BegrirTen gethan. 
Der ^rm, der Wind, der Sinn sind nns männlich ; die Zun^re, die Erde , die 
Seele weiblich ; das Hers , das Wasser , das Worl neutral. Woher diese kfihne 
Anwendung eines In der Natur offen und geheim waltenden Unterschieds anf 
andere Dinge und TorstellungeoT— Von der sinnlichen Fülle und Belebtheit 
gebt die Phaolasle des Menschen aut und Irägt Ihre Wahrnehmungen dann aach 
auf andere Wesen , auf abgezogne Begriffe und geistige Torstell angen Aber; 
denn ffothmendigkeil zur Bezeichnung des Geschlechts der Wörter Ist darchatiB 
nicht vorhanden. Das grammatisclie Genus ist demnach eine In der Phantasie 
^des Sprachgenlns entsprungene 'AuEdehnung des natürlichen Geschlechts auf 
alle und Jede Gegenstände. Durch diese wunderbare Operation haben eine 
Menge von Aaldrflken, die sonst todle und abgezogne Begriffe enthalten, gleich- 
sam Leben nnd Empfindung empfangen, und Indem sie von dem wahren Ge- 
schlechte Formen, Bildungen und Fleslonen entlehnen, wird über sie ein die 
ganze Sprache durchziehender Reiz von Bewegnng und zugleich bindender 
' Einigung au K gegossen. 

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194 Genus der WOrler. 



Dat sdner ganien Anlage Dach »ehr naive Blemenl des Brsmmallsehen 
Genus bewSbrl sich in oDsern Tollulledern und in der Sprache äes HItlelaller§ 
an einem elBenlfimllcben Zuge. D«n Dichtern aemllch genOgl es nicht, leb- 
losen GeKeastSQden ein Geschlecht za erthellen, sondern sie heben dasselbe 
durch die rörmllcho Anrede 0err and Fran noch besonders heraoE: Frov 
Hiuelinl Frow rtachtigall BerStokl HerTael Her Anger l Her Bari l HerEramt- 
iorbl Lieber min her Grülei Vü lieber ftiund her Heime '. (grillus). Zuo einer 
Mefen tpräch etn tU: Froutee in dem röten rüketinl — Loufa, kugele, Frowee 
xowee (spule) düsfa, fromee xoweel ohne daG es In diesen Fällen gerade aot 
elgeatitche PersonlflcaUos der angeredeten Sachen angelegt iväre, die sich 
aber sodann nichts desto weniger In Fabeln and Sprüchen darauG entitlkett. 
Hier hSngt die Lebendigkeit der Anrede von nichts andenu ab, als lediglich 
von dem grammatischen Geschlechte solcher Snbstautlva. 

Wirkliche atoHon, Im Sinne der beim natürlichen Geachlechl angetObr- 
len, flodel In der grammatischen Genusbezeichnuug nicht statt, well hier selbst 
auch in Wörtern derselben Wurzel das natürliche VeiiiällnlE von Mann und 
Frau, das dort zu Grunde liegt, nothweadlg maugelt. Indessen wird doch In 
derlei Wortbfldongen zuweilen, aber doch sehr seilen, ein Jeiier Hotion analo- 
ges Yertahren selbst der Bedeutung nach bemerkbar, und die äußere Form 
stimmt völlig zusammen. Aat männlichen and neatralan Substantiven erwachsen 
weibliche lehviache Substanllva, z. B. der Schnitt, die Schnitte (buccella)/ der 
HM, die Haue und Helle; der SchM, die Schelle; der Biz, die Rixe; der FaU, 
die FaUe; der FaU, die Falle; der Laut, die Laute; der Hirt, die Herde; dai 
Rohr, die Bohre; dal Lemb, die Lavbe (umbraculum); der Nabel, die Nabe elU- 

Der (Ageleüeten Uotlon des naiärllchen Geuns gibt es nichts analoges bei 
dem grammatischen; auG Apfel, Ball etc. läGt sich kein Äpfelin oder BdlUa 
bilden. 

Eine Reihe von Wörtern halten sich zwischen natOrllchem und grammati- 
schem Gescblechte gleichsam In der Mille, und sie sind nicht sowol nach all- 
gemeinem Geseze der Phaulasle, sondern. vielmehr nach emer wlrkilcbeu Per- 
ttmiUcalion bestimmt worden; die voraügllchslen hievon mögen sein: Gott, 
Teufel, Wicht, als Mascullna; die Sonne, der Mond, .der Tag, die Nacht, der 
Donner, die HöUe, der Himmel; der Schican, die Eiche, der Sommer, Winter, 
Schnee, Jtegen, Hagel; die Windtbraul etc. 

Die Flexion eines Wortes ist nicht der Grund, sondern Im Gegenthelle 
die Folge leinei Gewu; auch keinerlei Art der Abletttingen folgt einem be- 



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Genus der Wörter. 195 

stlDimlen Geschrechle und alle erleiden belräcbtUvhe Schwmiliunf ; Dar Ifir das 
Genus abstracter Wörter mögen gewisse Ablellmigea, well derlei Nttmlnii uieb 
Analogie formiert werden, maEgebend sein. 

Flexion und Genus bedingen und durchdringen einander; beide baben 
sieb, wo sie vollstäDdIg zusammenwirken, klar entfallelj sie geralben aber In 
VerwimiDg und AudösUng, sobald in einer Spracbe, wie z. B. In derengllBchen, 
dieses wechselweise VerhällulK geschwächl oder gehemint wird. Hau kamt 
weder sagen, daG die Flexion auE dem Genus entspringe, noch das Genus auE 
4er Flexion; sondern es liegt beiden die gleiche Ursache zu Grund. Die An- ' 
ordDong der Decliualloneu besllmml sich deswegen einfach mid unvermeiMth 
Bacb dem Genus der Wörter. Sotiald man z. B. Im Allhochdeotscben die voll- 
ständige Flexion eines Nomens welG, so waltet auch Ober sein Genus kein 
Zweifel mehr ob. 

Das Genus eines Substantivs Ist datier tbells ant der eignen Flexion des 
Wortes selbst, und Iheils auE dem damit construl erteil Pronomen oder Aditetiv, ' 
an welchen die Bezeichnung des Genus am feistesten haftet, zu erkennen. Das 
Pronomen und Adjecllv können das Sutulantlv auf solche Art entweder gleich 
begleiten , oder ihm erst in einem andern Saze aachfolgen. 

Die einzig zuläfilge und ituchtbare Welse, das grammalische Geschlecht 
nach den Priuclplen seiner Entstehung zu erforschen , Ist ohne Zweifel dlQlenlge, 
welche auf die Bedeutuug der Wörter Büksicht niml, worauB sich Analogien 
aufspüren lassen, denen die menscUlche Phantasie nachgehangen bat, indem 
sie das natürliche Geschlecht auf unabsehbare Reihen anderer Sid>staDttva 
übertrug. 

Dlminntlva und ComposKa bilden AuEnahmea von der fiegel; lene sind 
sämUlcb Hevtra, diese aber folgen dem Ge^chlecbt des lezten Wortes, z. B. 
Männlein, Bübchen;— Pfauenauge, Sch*BaS)eMCha>anx(TviMtör), Haienohr, Wald- 
meitter, Löwenzahn (Pflanzen) etc. 

Neutra sind auch Bueh*taten, Sä^n, Wärter und Bedemarten, die man 
Substantive antttbrl, z.B. das i und a, dat b und c, da* a b c; da» v«r- und 
-lein; Ist es «in er, Ist es «in« siii dai Wenn und da* Mer; da» Ja. und Neiii; 
im Ifu; dat Oben und unten; da* Hüten und Driften; ein lautet Ach und Weh; 
dtuSoUimA Haben; doi m und diu Tfar etc. ; daiEuenuad da* Tunken; dat Sein 
auä da* NiehUein elc. Doch sind masculln: derKehrab, Garauß, Schabab, ZeU- 
vertreib, Habedank, Giitmirgleich.— Neutral da« r»-|ri;StneinntcAl, da* Stelldichein, 
da* NoHmetangere, dat Vademecum, da* Lebewol, tUi* Wachaafelc. 



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196 Genus der Wörter. 



Es handelt sich nlcbl «owol darum, da« grammalische Genas rOrJedei 
einielne Wort zu erörtent, als vielmehr dfo Regeln, nach welche» sich dai 
Geous ganzer Heiken von WÖrfero rfchlel, m crrorgchen and die wichtlgsles 
AuGuabmen aozurähren. Erlernen aber kann man das einem Jeden Wort ge- 
bOrende grammallscbe Genas nar durch den Gebrauch, um so mebr als Ort, 
Zelt ood maneliHlel Bedenlnng darin Änderung harvorbrlngen ; so z. B. der 
Sekäß and die Schoß; der Blumen nud die Blume; der Luft und die Luß; der 
See und die See; der Gewalt ond die Gewalt; der itang, die SeUange; der mek, 
die Schnelle; der bUnätSeh, die Btii-itehlelelie; der tnep(, die Schnepfe; dn 
dreno (fucas), dlei>roAtte; der 6rAn, dieBr^meundBr^nM«; deruw, dleffVit«; 
das Bohl, der Kohl, die fioAie; der fajM, die FaAne; der trübo, die 2Va»6(; 
der wado, die Wade; der lofe, die Lote; der dfo(«^ die Dittel; der aniret, die 
Jngel,- der«u(«l, AXcMUtel; Aet Scheitel, A\tScheüel; derdiftfü, dleDricItwl,- 
der itrigel, dleSfrigel; dtihomiß, dleHomiß; der bin$o, die Sinte; der bant, 
die Bank; der /ttr(, dIeFurt; derarf, die Jr(,* der«<(«, die Sille; dtir Bach, die 
Back; die Lote (recreallo), das £06/ die sif, das xii; das Un, der £oAn,- das 
iwtg, der Zweig; das fiV, der So/l; das lranJt,_der Trank; das «per, der Sper; 
.der wiswU, das TFümiK; das fton«fe, der Honig; das Büniiet, der Biindel,- daa 
Sand, der Sand; der Segel, das Segel; die WUel, Aas WUel; der Bnuer, dte 
BuMer; der Floh, die Floh; das Klafter, die Bbt/Ier; die OUer, der Olfer; das 
6al(er, der Galter; der SeAatwr, das Schauer; das Zepter, der Zepter; das 
jicdf, der £olA; der ScMM, das Schild; der Sfwffcel, die lUutkel; der farren, 
die Karre; der Gral, die GriUe; der Teller, das Teiler; der San^, das Saiig; 
der Tkau, das Jhau; der TAeil, das Theil; der Ifet, die Litt; der Huwe, die 
Beu«; der <nterio, dla imersa; dln gilouba, der güoubo; das icdpen, die Waffe; 
das (colitan, die WoOie; das borit, die Bortte; das epriu, die Spreu; das B^i 
die Rippe; das Müs, dte Milx; das Tenne, die Tenne und das Tenn; das Märe, 
die Märe; das Äer, die Beere elc. 

Mau sieht anl diesem TerEeichnlese, dal Hascnllua ins Feminin und Neo- 

Irom, Feminina Ins Neutrum und Hasculln, sowie Neutra hlnwider Ins Masculln 

und Feminin Qbertreteu. Die Anzahl der Wörter aber, die Ihr Geuus geändert 

haben, wie gering Ist sie Im Verhältnisse zu der uagehener:n Masse der», dte 

^ ihr Geschlecht nnverwandelt rorterhallea 1 

Fremde Wörter mit beibehaUnem oder verAndertem Gentu: der Zins, c«nsu«; 
die Pfiiie, puleas; der SoJi, saccns; der TfteA, discus; der Aalm, psalmus; 
der £'oM, cauHs; das £roftodil, croeodllus; der SUHcA, psitlacus; der JVi. 



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Gtam der Yiäeit». 197 

bolehts; der Carftmkel, earbunealns; der Titel, tlluliu; der Orden, ordo; der 
üfTV UBd die Nerve, Dervns; die Natwr, natura; die T^el, tabula; hlogegen 
derScAaeAinb«l(labaIascacchl); die Tavtme, taberDa; die EBc, nlna: die OMate, 
eblata (hoiiia); die IKnle and Tinte, tlncta; die TÜneh«, tuDioa; die Kammer, 
camara; die Küche, callna; die Fanhine, fascla; der ntrpMr, purpnra; die 
Cron«, Corona; dleiyort«, porla; diefene, caleaa; dIePBfn, poena; dfeSportel, 
üportnia; die Roit, rosa; die Tioie, der Veiel, rlola; AiaPappel, popnlus; der 
Wein, vlonm; das Pfand, pondos; das öl, oleum; das Kupfer, cnpruin; die 
Mawr, murus; die Fi-ucht, fraclaa; die Jfatrai«, rom. matelas (masc.) ; die 
Ratin«, Itaaz. ralslo (masc. wleracemus); derAtu«Ac(anddlej|ftt(Acl, musculas; 
die Jlfyffte, mytbus; AVeB^nme, Yijraaxa; A\üHyaeinlhe, hyaciathos; dIeJIofce, 
lloccus; das Fen«(«r, fenestra; das JImoten, eleemosyaa; das und der JTatAed«-, 
oatbedra; das Pech, plx; das oder die Armbruit, arcuballsta; das Krtut, crnx; 
derinft«r, anchora; AtrAnger, aogalus; der Bolfam, balsamam ; Axt Alabatttr, 
alabaslrum; die Wie oder llge, lllium; derSfifkr, solarlum; der Trümt, Irlbu- 
(um; der Lolch, loMum; der Eittch, acetum; der Fenchel, fealcalum; der Lein, 
llnnm; der Pfeil, pHum; der Kerbet, cereroUum; deriVd:«, pretlum ; das Kapi- 
tel, capltulnm; das JSetaa, metallom; der Weier, vivariam; der Senf, slnapl; 
derfop^, das Baiipl, caput; ierPfeffir, plper; derl^erHng, fnagus piperlnas; 
der Körper, corpus; der Altar, aKäre; der Kerker, das Carter, carcer; der 
PfeUel, palliom; die Pfalk, palatlam; der Petit, pelllcenm; der Jlful, das Hut, 
tnodlus; das Airadjef, paradlsus; das Genie, genlus; d^ Zehenten, declma; 
die Jfänze, moneta; die Mime, menlba; der gürbifi, cucuriilta; die GvrAe, 
cacomls; der Latlicti, tacluca; der Kampher, camphora; der nnd die Makel, 
macula; der iVebeJ , nebala ; der JTorb, corbls ; die Ceder, cedrua; der Flaum, 
ploma; der Dom und das Tum, domus; der Stvf, traoi. ^stofTe; der Dialekt, 
dialectas; der Syntax, nnd nun die Syntax, synlaxls; die Or^el, Organum; die 
Sicher, clcer; die und das Marter, marlyrlum; die Pfaekt, der Pacht und die 
Pacht, pactum; die Petersilie, pelrosellnum; die £<r(CAe, cerasum; die f^autne, 
proDDin ; die Birne , pirnm ; der und das Teller (lagllere) ; der Zedel (scbcdula). 



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GontparatioD oder Intcnsion. 



G)ii)paraUon oder IntensioD und Diminution. 

Steigerung ouA Feriteinervng , oder Comparation (Inwuion) and IHminMUm, 
blld^i la gewisser Hlnslcbt GegwsSze; denn der Begrfl geeteigerLer Wörter 
wird hloanfgescbobea und erhöbt; dagegen der Begrlf verkletnerter beral^- 
sUmmt und genüDdert. Ole Comparation aber hat es nur mit ÄdjeeH»en'), die 
Dlmlnatlon eigentlich nur mit Subetanliven zu tban. 

Well Ad]e«tlva die BeacbaireobeU der Substantlva bezetcbaen, so kann 
diese BeschalTeaheit nach Slnfen elatreten nnd angedeulel werden. 

Der natürllcbe Begrlf des Adjectlvs rabt In gelaem Poiüiv, von welkem 
aatgesflegen wird bis zum höcbslen Grad, dem Superlativ. Jener drfikt den 
ersten, dieser den leztea Pankt der Linie anl; wesbalb unter dem Positiv nnd 
Mer dem Superlativ nlcbts gesezt werden kann, well sonst der Begrir aslhörte 
derselbe zu sein. Es Ist also weder eine HIndening des Positivs, nocb eine 
Slelgemng des Superlativs deukbar, and was z.B. tchön oder grün be\it, wäre 
gar nicht so zu nennen, wenn Ihm etwas an der Elgenschalt maagelfe, wovon 
die Position des Schönen und Grünen abbängt; es kann in dfesem Falle höch- 
stens hübteh oder grinlieh sein. Wiederum aber vermag es nichts zu geben, 
was über den Gipfel des Superlativs blnauSrelchle , weil ein über seine höchste 
Stufe getriebener Begrlf notbwendlg sinken oder In einen fremdai geratten 
motte. 

DaE unsere Sprache den Superlativ noch daidt den vorgesezten Genitiv 
aüer (abd. allero, omnium), oder durch die Worte öei weitem verstärkt, und 
damit z. B. unter lämllichen Schönen den Sehöntten anfizelcbnel , Ist bloB dne 
slnpllche Spracbgewohnhelt. Ebenso wer minder oder mindeil tcliön Ist, der 
Ist nicht schön , und diese Termlnderung bezieht sich als« keineswegs auf den 
Positiv schön, s(»idern'aur den von nicht ichön. 

Für diese Slnten nun hat uusere Sprache eigne Formen geschaffen. 

Der Comparatlv wird durch ein -er, das man dem Stamm des Adlectlvs 
auTGgl, gebildet; der Superlativ ebenso durch ein bpigefligte!« -etl oder -it, z. B, 
reich, reicher, reieheti; arm, ärmer, ämuf elc. Zugleich findet ITmlaul des 
Wurzelvocals stall, wenn derselbe umlaulbar ist, als: hart, härter, AörMl etc. 



iil «i, <iiS wir emilf Oempinttvc ili BiMuthni g«tnii«l 
n (lufoTM) , 4«- JVirr {Utire. ccliior), Ser FürtI (/Wr 



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ComparaÜon oder Intention. 199 

Folgende aber lauten nicht am : gram, lahm, xaAm, fahl, klar, baar, woAr, 
utrl, Monfe^ftanir, fani, »anfi, »all, moU, geroA, wotgemuth, tehlaf, (lach, 
rateh, faitch, toU, voll, hohl, tloli, fo$, bloß, IToh, roh, bunl, runä, wwwi, 
iftMHK, (hiflipf, fUtBipf; hla», grau, braun, tauh, taut, trat« etc. — Fromm, 
kraTik, krumm, grob, gesund und noch einige aadera lauten um oder nicht; 
endlich haben aach keinen Umlaut alle Composlta mit -sam, 'bar, -hafl; die 
mit -el, er, -en abgelellelen, so wie alle auf -v, deren Positiv nicht schon 
amlaatel, als z. B. folgtam, filtiain; frvehlbari haftbar; aunket, mager, lauter, 
Dße*, artig, muChig, tJberhailpt olmt hierin der Umlaut mehr ab, als zu, und 
z. B. äerflfonuHtU, kranleeite, Iwiautute etc. wird für edler gehalten, als der 
frtmm*t4 etc. 

Boh und nah verwandeln Im Superlativ Ihr h la ch, als: höchtt, nächiti 
von baß, better sollte der Superlativ hel&enfte^, uicblbeH; allein die Gewohn- 
heit hierin Ist stärker als der Organismus der Sprache. 

Das e der mit -ej, -er nnd -en abgeleiteten Adjectlva fallt Im Comparativ 
je nach dem Wollante auG oder bleibt, als: edel, edler (auch «d«l«r); eitel, 
eiOer und eiltler; bitter, bittrer und büterer; heiser , heitrer und heiterer; eben, 
•*n«r nnd ebener etc. 

Im Superlative trit die volle Endung -est nur an solche Adjectlva, wo durch 
Anfügung des bloEen -st eine Härte entstehen würde, also tanflest, wiideit, 
tüßett, bötest etc. Dieses -est fügt sich demnach zu allen Adjectiven, deren 
Namen mit d, t, k, eh, ß, oder t, i, seh, au, oder Doppel consonant schlteGt. 

Adjectlva, die auf -itch endigen , als: hämisch, irdisch, teußitch, charak- 
teriitisch, barbarisch etc. bilden des bessern Lautes halber Ihren Superlativ 
umschreibend, z. B. am meisten hämisch, barbarisch etc. 

Auch Particlpia, In welchen mehr adjectiver, als verbaler Sinn herschl, 
«erden gesteigert, z. B. gelungen, gelungener, gelungentt; voltkommeni voll- 
kommener,' vollkommenst; verworfen, verworfener, verworfenst; gelfetit, ge- 
liebter, geliebtest; bekannt, bekanrüer, bekanntest elc. Seilner geschieht dieses 
schon beim PartlciplumPräsentls, da es weit verbaler Ist; doch sagen wir: 
bedeutend, bedeutender, bedeulendtt ; TÜbreßd, rUhrender, rährendst. Eine Menge 
Particlpia, namenlllch von starken. Verbis, VCTsagen ihrer Natur nach alleCom- 
poratloD, und es gibt z. B. kein faltender, fallendst; gefailener, gefaltendil ; rei- 
tender, reilendtf; gerittener, geriUenst etc. so wie es überhaupt Positive gibt, 
deren Beirrt/' keine Steigerung zuläGl, wie: ad, mancher, genug, lodt, ichriß- 
lich, einsig, ganz, recht, mündlich, halb, hOlsern, golden, irden etc. 



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SOU Comparation oder lalension. 

Stel8:eniiig der Adverbia« 

Unter den Adverbien sind fuir atUeeUvUche derSleiKemng ßhlg,' und onter 
diesen nor wieder die Adverbia guatiUUit. Superlative: meiil, ertt, längtl; docb 
genöhQltch werden sie mit dem Belsaze zu, am oder ai^t {auf itai} gebrancbt, 
als: zuerst, xulett, tumeitt; am betten, am töhSntteni ax^t bOldeete, schneUttt 
elc. DUd ganz nach Art der Adjectlvatelgerung. 

Comparallve: mehr, mfndw, eher, bester, ijU«r, tcMeehler, tehlimmtr, 
kilUer, wärmer, höher, Jünaer, nili«r etc. gleich den Adjeetlven rormlerl, und 
so sehr, daS auch dem Comparatlv oder Superlativ der Adverbia Ihr ümlaal 
reblt, wenn er fn ad}eettver Steigerung auBbletbt, als; loUer; am bmitetlen; 
ttuehtbarer, aap» fnichlbartte ; langtameri lu oberit, zu viUerti etc. aocb «ioI«r 
(melius), woUit (optime). — Die Adverbia sehr, kaum und gern comparleren 
nicht mehr; leider (proh dolor) und lieber (llbentlus) baben In Meter Bedenlong 
weder Positiv noch Baperlatlv. 

Anomale Comparation* 

sie Ist eine Comparation, wo dem Positiv gegendber Comparallv und Su- 
perlativ au£ verscblednem Stamme formiert werden. 

gut better best (fOr beßl) 

' viel mehr 

mehrere (pinres)") meist (mehrst) 
leenig (uieniger) (wenigtt) 

minder mindeil 

v!irs [pejus] wirieil 

baß (melius)") 
Bern Heber (gemer) ' Hebst (gemettj 

Voll Superlativen werden seltsam genug neue Comparatlve gebildet In 
ertlerer, lezterer. 

*) Bon mu rinhd^t iHfea uai •n'hniiea «u*rt oiii mthrertt — Der Compsnuii von vielMmetrt 
■hd. eilt, mtrij! bei Kire und WoMv sslion wird iti CompintioiukBeliiuli r («mtnicrt, ili i mirin, ader 
merSra; mit. hu diese n-ittiitrit Fonn des Sier Ibtsb Krtngcm, gta* ■biIi>( d«M ahd. Ai'rini (di- 
rlns). AdcIi neBhochdeUieli null hialorwch Iwrcindet im AdjeMir die gentiititrla Comptniiiiii twt- 

icMrriian Ell EU iprmlmt WBlen. l)*r SiiiculH kämmt hIWP lor, n. B. in der Hedennri: ■»> atikmtm 

Mehrere Jer anffeieitmltit JVisutrj nehrvrc lauitnd Reiitreii. Jedem prsktiaehf» oder liieiorieA se- 
liiidctfB Sprtdikeoi.tr niBiicelt enru, «eiin iTDUr die TerkünUFnrm hürt, und eie ofDeieniha loiAiui 
•0 uuivenebiaer, vepn er ireiG, daC i\t uß DawiMenheit vder AffeciUian heiBlammen aai. 



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der innere 




inner«« 


du/Ier« 




*.;«■«(« 


vorder« 




vordem« 


hintere 




binlerile 


untere 




anterile 


obere 




obertU 


nieder» 


[Adverb niederer) 


nUderiu 



Man kann und mnl oft die Comparatlon unfHch reiben, als: meAr «cAän, 
alt häßUch; minder reicb, alt veriländig; viel muthiger;..weii bester; wagieieh 
höher elc. eri-Itiderlicb, eri-abgefeimt etc.; aucb verstSrkt man deo Possltlv 
dorch Adverbla: «eAr klag, unifemein groS; hOehtl aDmatbIg etc. oder durcb 
Torsezong von Substaollven, wie fatel-nakl, funkel-neu, nagel-neu, mäutchen- 
HiU, ttok-iliU, ilok-bUnd, ilok-taub') , tlein-hart, beUel-arm, te^ett-toU, sun- 
del-ddrr, blvt-fimg, bltU-arm, bba-v>enig, wtmäer-tchön, wwider-aU, toetlf- 
frob, weUi-üppig, Ja sogar darcb doppelte Torseznng, als: tplUler-fa$el-nakl, 
fitnkel-naffM-neu,vuMer-teelen-aUein, item-hagelrVoUelCi endlich durch Ge- 
mination: otfaJI, langlang, wüdteüä, eelbielb, tagtäglich, ttruralt etc. 

DlmlnuUon. 

IMfflinwifon oder VerklHnerunn findet statt, wenn durch eine In oder an 
dem Wcvte selbst vorgehende Veründerang dem Begriffe an seiner vollen Kraft 
etwas benommen wird. Diese Vermtnderang trlt baaplsäclillch nar bei Subslan- 
liven ein. 

i>iniinu(ion bewirkt aber nicht allein den Begrlf des Kleinen oder Geringen, 
sondern auch des Lieblichen und Kosenden; daher es mitunter bei gro&en, er- 
habenen, heiligen, erwQn sehten und gefOrchteten Sachen und Personen ange- 
wendet wird, um Ihnen Huld oder Vertraulichkeit abzugewinnen. 

DaE sowol der Begrlf des fflefnen als Lieben In der Dimlnutlon liege , 
besläligen die hänlig der Dlminnllvform noch beigefügten Adjectiva, als: ein 
klein 5lilfccAen Brot; klein winzig TTürmlein,- liebes ATälferlein,- gut Väterchen; 
leine liebe JVo(A haben; dae liebe Brot nicht. verdienen; der liebe Tag mag et 
aupietten ; der liehe Gott mag darein tehen; mein BöCleln, mein Weibchen etc. 

•3 Dic>eVersl*rkiinF4irriLD(hiu»-cil«iivor.SiiliM*iilivi treten, wlci «in Swt-Äö*«», Sltt-Fraa- 



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202 '' ßinunation. 

werden ort gebraucht, tun damtl den Begrlf des Lieben QDd rra«Hefem, nldit 
des SUinen, an&zndTflkeD. 

Die Dlminudon bei SabatanlfTen aller drei Gesctilechler geschieht nnr 
darch ADfQgang der Endsilben -lein, -chen, -el,'-itig, -Kn^ünd -tel verbanden 
mit Dmlaal des Wurzelvooals, wobei Jene auf -lein, -ehen nnd -let notbwendlf 
Neolra, diese auf -«I, ~ing und -ling HascDtlna sind; z. B. das BrüderUi», 
Sehteeiterlein, Kindlein; das VögeUhen, Tävbchtn, Thierehen; der Slägel, Met- 
sier Elüget; der Jekel; der Bantel, Hup/ei, OltrengrObet, Zaimgrübel etc.; ia 
Bering, Pfenning; der Jüngling, Sprößling etc. 

Die Silben -fngriind -ling geben zwar mehr den Begrlt der Abstammiiiic; 
allein in manches Ist doch zugleich der ejoa- DJinlautlon oder aach des Ya- 
ichtllchen fühlbar genug; als Im ZwiUing, FrUehling; DieUerling, JtöMlJMf, 
' FrömmUng etc. Gemettgtei, Bäthiel, Gewiniet, Ge$ehniiel etc. 

Die Verkleincrangssllbe -lein wird blswetlen gekürzt lo -«t, als: das IR- 
del, Bübel, Säket, SHlgel, Trögel etc. 

Die auf -el und -en antgehenden SabslaoUva sloSea vor der Silbe •Utf 
Ihr l and n ab, als : Vögelcin, fiägelein, Gäbetein, SübeUin, Sehüsitlein, Büu- 
delein; Häfelein, ö feiein, Wägelein etc. 

Die Terhletuerung gilt fast nur allein bei Wdrtern tinnlicher Gegenstände; 
doch Ist auch zulSEIg Gäblein, Freudlein, Thällein, Vnthätlein, HiUhlein') elc. 
Blldoiigen mit der Vorsilbe oe-, mit der Endung -tat, -niß; die Compoetta mU 
-lum, -heil , -keit, und überhaupt vielsilbige oder abttracle Wörter versagen sieb 
der Diminndoa. 

DImlouiiva mit -lein sind feierlicher und poetischer; die mit -chen pro- 
saisch; man sagt in gewöhnlicher Sprache Mädchen (für Mägdchen), Hündchen, 
Pfeifchen, Weibchen etc. 'und nicht selten Mägdlein, Bündtein, Pfeißein, Weib- 
lein. Das -chen meidel es, sich an Wörler zu fügen, die mit jr, k, ch und tch 
schlicEcn, well die AuEsprache zu schwefwlrd, daher z. B. Tröglein, Säklein, 
Tüchlein, Fi$ehlein etc. und nicht Trügchen, Säkchen, Tächchen, Fi$ch-chen; 
docb lezteres nach eher, wie Titchchen elc. Die Einfügung ijes i vor -chen Ist 
veraltet, und nur Im Munde gemeiner Leute geht zuweilen noch SöftnicA«, 
tdebichen, W^dicben , .Hänsichen, Bündiehen elc. Einige Eigennamen neuester 
Diminnl Iva haben den Umlaut nicht , als: Kärtchen, Malehen, Adolfchen, W- 
dolfehen, Eilianchen etc. ebenso Pudelchen , Slrvdelehen, Hvpfelchen, Bamrl- 
ehen elc. auch nehmen sie selten -lein za sich. 

•) In in mTlHi Heleniiin : /ciir KiiMrin Imh/t«. 



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DimiDution zusatnmengcsezter EigennameD. 203 

Mancbe Pluralformen mit -er nehmen dns -e^en an, ala Kinderehen, Läm- 
m«rchen, Dingerchen, Bänderehen, Bilderehen, Eierehen etc. 

Beide Vcrklelnerungs gilben erscheinen bisweilen Id Verbindung, als: 
Wägetehen, Mädelchen, Sä<Aelchen, SliUtelchen, Wärzelehen , Bröielehen , Jüngct- 
tAen , Sätelehen , Krügelchen , Bübclchen , Hänselehen elc. tasofern die abgeslumpf- 
t«n Dfmlnudva das Wäget, Mädel, Sähet, Krüget, Söhnet, Babel, Häntelete. so 
halb and halb noch gäng und gäbe sind. , 

Anmerk. Die allbochdeutsche Sprache besaS anGer so vielen andern Vor- 
t€gea Ihrer Wortbildungen auch den, daS sie Dlmlnutlva aller drei Geschlechter 
fonnieren konnte, als Uascullna : Suäpilo, Hunilo, Ezüo; cAfnntpoAilo (maxi IIa), 
dckamiio (corposcalam), tealehito (servulus), nenüo (vllla); Feminina: Bit- 
dUa, Gundüa; hiu/tta (gena), purgila (caätelium), aMiila (glans), liusila 
(parritas), ne^la (nrtica), tnuoMIa (catenula), niflita (neptls); Neatra: fefpun- 
tüi (fOBclculns), fnuobili (catenula), chejiU (cacabns) etc. Doch p-ähe tchon 
worden alle Dlmlnutiva nar neutral, als: |>renl{Ii(lltlo), poAAtti (rlvns), ehurpiti 
(Qseella), irugeli (alveolus), uwrmeli (vermlcuius), (uldlt (mamllla), prdmfU 
(veprecula), lönüi (mercedula), zoumili (tnniculus], ttoufiti (callx); tcetliU 
(tIntiDBsJiulam), tariti (porla), lamüi (damnia), iviU (sucula), gruobüi (fovea), 
tnuorüi [vltla), talili (valllcula), peiiti (areola), spirüi (laiioeola), hüsüi (do- 
mancnla), ougüi (ocellus), houpüüi (capUellum) etc. 

In Tolksmundarlen komml.noch vor: der Harnet, Lippert; die GreUl, 
Hannet; also bei der Verkleinerung Masculin andi Feminin. 

Auch du wird sehr kühn als Wort der Liebkosung verklelaert: düli, mein 
tiebUe» dütil So schon bei Tanhiaier: LA, düli! 

Femer enlhallen Dimlnullvbedeulung die Verba lächele, ipötlete, lehniiele, 
,ilreicheU, bübeW], tlichele, stingele etc. 

ViMi allen Diminutiven gilt die Begel, daG sie nicbl weiter rortzubllden 
sind und als erste Wdrter aoch keine Compoaltlou eingehen; denn mädehenhafl 
and Fräuleinitift sind kaum AuGnatamen, well In Mädchen und Fräntein der 
Verkleloerungsbegrir fast erloschen Ist. 

Dimlnutiun ziisammengesezter Eigennamen. 

Eine besondere Arl von DIminution erfaliren zu sammengesezle Eigennamen, 
iDdcm z. B. aaE Fridrieh, Heinrich, Ktmrad, Gotfrid ein verlraullcbes Friz, 
Heinx, Swit und Göz wird, die sich Im Volke und beim Adel zum Thelle noch 

•5 »-«-kibdl, «*«,«. r*i™i. Li-gKi. 



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2M OimiDution zuMmmengesczter Eigenaamen. 

torterhalleD. Die VerkletDerDUff' enUprtngt dadnrcb, dal der zweite Thell der 
CompOBltlOD wegTallt, der erste aber durcb ein zatreteodeg x eigens modlBetert 
wird. 

Wie la gewlsaen CompMltls das zweite Wort, welches sonst der HaupUkeil 
letiendlger Zasammensezuiig Ist, tonlos wwden and den Scbeln ttloEer Alileltnng 
gewinnen bann, als ffaehbar, Wimper, Einur, Zuber, Vierttl, für tiäeMür, 
taindprä, ainpar, tuipar, vieriait; so Qbcrwlegl In Blgeniiamen, deren zweites 
Wort viele ähnllcbe Bildungen schalTeu hltlt und dadnrcb xa allgemein wird, 
das erste Wtvt In Ton und Bedeutung. Die VerkQrznngm FHt, HHnz, £m» 
(aueli funo)-uad Göt sind daher bIo£ auG dem ersten 'Thelle von t^ärieh, 
Heinriah, Konrad and Gotfirid ntlllels Beifügung eines s gebildet. 

Umgekehrt pflegt man fremde Eigennamen vorn« zu KQrzen, und aal Ägi- 
diui, Sebaitian, Halthävt, Jakobus, Johannti, Joteph, Nilmlaut, Fhilippiu 
wird z. B. Gitg, Baitian, Tetoe», Eobet, Sobett, Hant, Sepp , Seppeli, Elaui, 
-iip»; aus WMtlmine, Fridertke, ßettritUe, Carotine etc. aber Mine, Äto, 
Jette, Lina. — TOffel Ist neopMltu; J6* nnd Jotl (französ. Jone) Jodoeut; Stoftt 
gekSrzt auB Chriilophoru», 

Gös von Berllchlngea neunt sieb selbst Gotfrid, so wie den armen Conrad, 
der um 1514 In Schwaben Autruhr anzeltelle, den armen JFuni; Vi wechselt 
bei Fitchart mit dem Namen Ulrich; auE Heint wird das teruere DlmlnDlIr 
Heinset und ein Dichter hIeE Heimetin von Cosleuz ; Diet Ist Dietrich, Lvi alw 
iMdwig; Seit 'gleich Sef/Hd; Btia nud Benno rühren auE Bernhard her. In 
Albreeht* von Eibe Übersezong der Baechii von FtatUut werden alle PersmiflD 
auf diese Art benannt; Enx, Lernt, Ben*, Seit, Vt, Sunt, Göx, Lei, £iu, 
Heinz. Diese Bildungen sind sehr all, da schon um 1288 ein Geiu/rix, noch 
früher Im zebeuten Jahrhund^t ein Voz'), In langobardlscben Urkunden Lanso, 
Winiso, Teuio, Regiio, Ingixo, dann In. deutschen Penso, Panto, Bato, Mtufo 
etc. vorkommen. Weibliche Namen: Hiiüa, Hixa (HiUipurh), Ofeze {JUadalkiUt 
später zum Begrlf von Dirne herabgesunlien"); Jlfaia (fOr MalhUd, JfaddlMU, 
im ellften Jahrb.); Köm« {Chvniza, anfi ChunnütütT); GSxe (ColoAtit oder 6oW- 
tint), Hexe (auG HadtUintl). Ähnlich gebildet sind die Mascullna Schvlie [lealt- 
haißo , prstor), Goze (idolum), Spaz (passer), Buxe (manducus). 

UM. Chroi. tctecih. (•». S.J p. 30. DOicr Üt Bidcu- 
l! Er tk» tlneU tet Mm» <«■ .' (-ir vil.) 



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Negatioü. 305 

Negation. 

Im Grunde enthiU teder Gegeasaz eine Negstloo des Sazes , z. B. ^ und 
übel, jung und alt, breit und ichmal, lieb aad leid, Tag und Tfaeht, Berg and 
Thal efc, mau darf aber hlebel auch den Gegeosaz als Saz betrachten. 

Geuau angesehen aagl Indessen der Gegensaz etwas schärTeres auS, als 
die bloBe Negation; leid Ist mehr als utUieb, wie Xachl mehr als nicht Tag tein; 
well zwischen lieb and leid, Tag und Kaehl Mittelzustände sein können, welche 
durch denBegrIf des Gegensazesaolhweadlg anfgehoben werden. Jeder Gegensaz 
enthSIl wol eine Negatlou , aber nicht jede Negation eisen Gegensaz» 

Das Wesen der Negation besteht demnach in der Leugnung eines Sazes. 
Bnrch den Begrir nicht Berg, nicht gut wird die PosKlon Berg ond gut zwar 
aufgehoben, aber dabei uubestimmt gelassen, oh der Gegensaz TAal und übel, 
oder die Mitteldinge Ebene und Mdlielt statt Duden sollen. 

In Säzen aber Ist die eigentliche Negation stets der Position untergeordnet, 
da sie nur auE dem Grande einer Position aurstelgen kann oder sie vorauEsezI. 
Die Position ist selbständig ; die Negallon t)ezieht sich nolhweodlg auf dieselbe, 
oder ist eine UodlOcalion des positiven Sazes durch Sin$ehaUung einer Partikel 
YOD sicherer Wirkung. Diese Partikel wltd bisweilen von verstärkendeo Sub- 
slaDllven begleitet, welche sogar die ueglereade Eralt von Ihr ab und auf sich 
selbst ziehen können. 

Unsere negierende Partikel niehi Ist auB n< (non) und toieM (qnlddam) 
contrahierl; denn sie lautet ahd. nlounJU, mhd. nieht und ntAl; woneben wir 
ferner die Partikeln weder und noch, nie, Gegensaz von>e, niemand, nimmer, 
so wie die Umschreibungen: ei ie< denn, et wäre denn, (mll Auslassung der 
Negallon), daß nickt, auf daß nicht, damit nicht, verwenden. 

DaE wir die einfache Partikel der Negation, das ni, ne oder en fahren 
lleSen, Ist ein Verlust, durch welchen unsere Spracfie viel unbehoim«- geworden; 
denn Säze wie neißt, ni$t (non est), nerttirbtt, in« wei^, ine mag, ich enmag 
(tOr non morltnr, nescio, non possum), sind uns zu bilden versagt, und wir 
möSea fast überall die Negallon nachsezcn, als: iit nicht, weiß nicht, mag nicht; 
ancb bei ProhlbltivsSzen ebenso: hehl et nichll tehlage nicht! klage dich nicht! 
etc. statt: ml ne hil ijl ni tlah! ne eUago dih nAtI niht ne vurhle (ne limeas), 
enweinet niht mt! engähe niht xe lire! (ue plus teqno celeres). 

Die verttärkende Negation \>>\ doppeller Arl; denn sie wlrd-eulweder mit* 
le\6 zweier Veroelnnogsparllkeln, oder durch Beltflguug eines poHliven Wortes 



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206 Negation. 

bewirkt. Die erslere Arl hat bei ans , wie Im Laielo , autgebörl oder flndel sldi 
nnr DOch Im Munde gemeiner Leule; sie hat aber von Allers her bis In die 
neuesten Jahrhuuderte in unserer Sprache slaltgefunden ; z. B. dö dar niwihi ni 
was (cum Ibi nihil esset); noA mäno ni tiuhla (seque luna lusK); nioman nfi( 
in dtnemo kunne (nemo est In cognütione lua) ; nocit nehein ander Her '). — Ich 
treibe keinen Spaß nicht elc. 

Im andern Falle verslärkender Negallon kann der poeitive AuEdrnk nebeu 
der Verneinung bestehen oder bisweilen die Kraft Ihrer Parllkel an sich zlebeo; 
nothwendlg ist es aber, daG der linnlicke Begrif solcher die Negation verstär- 
kender Wörter Dicht mehr mit Im Spiele sei; denn wenn wir sagen: ich mos 
nicht einen Tropfen (rinften; — et ist nicht ein funken von Liebe in ihm; — er 
hat nicht eine Ader von seinem Vater, so bleibt die Bede hiebei in Ihrer rtw- 
liehen Grenze; allein in den Säzen; er wird ihm kein Haar krümmen; ~ne (fnd 
um kein Haar better; — »ie iH nicht ein Haar schöner; — er verlieht nicht dit 
Imus davoni — den Pfifferling in dieser Sache! — ich gäbe nicht einen Pfifferling, 
keine IVnßschale, keinen Heuer, keinen Deut darum! — ick geb' euch kein gulet 
Wort darum ! — das taugt den Henker ! — de» Teufel habt ihr gethan ! —'er (tagt 
den Teufel, einen allen Hund darnach! — das laugt den Gukguk nicht! — nidu 
den Teufel scher' ich mich darum! — was Teufels nicht alles vorgeht!— Go fsl die 
sinnliche Bedeutung der Wörter Haar, Laus, Pfifferling , _nenker , Teufet ^t. 
auler Acht gelassen, und sie verneinen entweder ohne oder mit der Negatlons- 
partikei, und z. B. ihr habt den Teufit, den Falant gethani hefEI: ihr habet 
ganz und gar nichts gethani 



SlfU 


n > 


Ol 


jt»i, i» in UD»n 


t, 


ktni SpruDhe lü 


■üchle 


aitpi 


uhJiA 


we»*im|; 


ler iMciniashen 




uik inn Tbeil* • 


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rtta. 


-ßflin, 






da-tmrfviaar 


vir 


dstkritgt. 






chktin 


»rat. 


r>« 


Zoll- mi inTÜf w 


'* 


•wUgl. 







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Syntax oder Wortfügung. 



Syntax oder Wortfiigiing. 

Die Blchlung der Grauimallk geht vorzugsweise iiach der S^otax, auS 
welcher die Seele der Sprache veraebmllch hervorbricht, und In deren zarlerem 
Gewel>e man die Blfllhen uod Früchte des eigentümlichen Bodens erkennt. 

Laut, Wurzel, Wort, Bildung und Flexion des Worts enthalten Sinn und 
Bedeutung, die aber erst durch das Denken ein geselliges und zusammenwir- 
kendes Leben erhallen. 

Reden helEt auEsprecheo, was man denkt. 

Jeder (ledankcn verbindet einen Gegenstand mtl einer Vorstellung und 
Jeder Saz der Rede [ordert daher ein Subjecl und ein JVädtcat, oder einen 
Gegentlanä and dessen Seseha/fettheit. Das Verbum schlleEt entweder die Aus- 
sage vollständig in sich ein, wie z. B. der Meiueh lebt, oder es dient als bloEe 
Copula, durch welche dem Subject ein anderes Nomen prädicierl wird, als; 
Gott i$t ein Geitl; aUe Meruchen sind tterblieh. Dieses beigelegte Nomen helEen 
wir Prädlcat, und das Verbum subslantlvum trügt die AaGsage auf das Prä- 
dlcat Ober. 

Das Subject wird onterschleden in Catus recia», welcher nur IVominativ, 
und Caiut obligwu, der Genitiv, Daliv oder Accuiativ sein kann. 

Im Activo ist dem BegrilTe nach der Obliquas abliängig vom Reclus oder 
Nominative, Im Passive umgekehrt der ftectus oder Nominaliv vom Obliquus. 
Des Nominattvs entbehrt auch der einfachste Saz nie; aber häallg mag der 
Obllquns rehlen. Der Nominativ Ist entweder Im Verbo selbst enthalten oder ge- 
hfirt Jedenfalls zu ihm. Nur Particlpla und Inünittve beziehen sich auf oblique 
Casus. 

Einfach heitt der Saz, wenn er niu' einen Nominativ als Subject, nnd nur 
«ine Aofisagc als PrSdlcal in sich faEl , z. B. ich liebe, ich liebe dich. Indessen 
betrachten wir auch einen Saz; In dem mehrere Subjecte und Prädicate durch 
Copula verknüpft sind , noch für giammatiich einfach , als : Xenschen und TMere 
atkmen; der Baum blühet und tragt Frucht. ' 

Sind aber auf andere Art Nominative und Verba gehäult, so Ist der Saz 
uicht mehr einfach, sondern mehr/'acA, x. B. der Memeh geht , der Vogel fliegt 
und der Wurm kriecht ; — ich lebe , wenn Gott will ; — lag ihm , daß er komme. 

Der Nominativ, nie der Casus dbllquus, kann oft zugleich In der Verbai- 
lorm enthalten sein, und z. B. bloEe Imperative wie laufi gehl iß', bilden voll- 
ständige Säze. ' 



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Syntax. Vom Verbo im einfadien Saie. 



Einfacher Saz. 
. Vom Verbo Im einfäcben Saze> 

Jeden Verbum aelivam drükl eine Innere Thätigkeit auE, und helCt tnCran- 
Mtiv, wenn diese bei dem Ihätlgen Wesea selbst ruhig verbleibt, als: ich lebe, 
eite, ichltife elc. ; irantüiv aber, wenn sie sieb auf eloen andern Gegensland 
auEdehnt; ich liebe den Tag; — fürchte das Feuer elc. Das Transitiv kann da- 
durch, daE sein Obitquus zum Nominativ, sein Nominativ aber zum Oblfqnus 
wird, auE dem Acllv In ein Passiv nmgewandelt werden, and der Saz z. B. ith 
Hebe dich, Ist, obenhin genommen, gleich dem passiven: du wtnt von mir fc- ' 
liebt. Ihr feinerer Unterschied besteht darin, daE jener denBegrlfdes Wirkeni, 
dieser aber den der Wirkung hervorhebt. 

Präterlla des Passivs trantitiver nnd Prälerlla des Activs inlraruUiver 
Verba lassen sich daran leicht unterscheiden,, daE Jenen noch worden, dieses 
aber nicht beigefügt werden kann, z. B. ich bin verloren, gefunden worde*; 
dagegen: icA bin gekommen, gentien. Wenn wir sagen: er Ul vorbeigegangeit 
und er iil vorbeigegangen worden, so rflhrt Jenes vom Intr^slliv, dieses aber 
vom Transtliv her. 

Das Intransitiv bezcichnci also eine stille limere Thätigkeit; dasTranslIlv 
elu Handeln und Wirken , das sich nach aaGen kund gibt. Insofern nun die Thä- 
tigkeit lu sich selber lebendig wird , oder gleichsam das Thun und Leiden zu 
empfinden bat, so entspringt ein MiUelsusiand, und z. B. der Begrlf ich wende 
mich, liegt den Begittfen: ich wende und ich werde gewcndel, sehr nahe oud 
kann d^n Umständen nach In den einen oder andern aufgelöst werden. Der- 
gleichen Verba sind läediii oder Repeximerba. 

Das nun anftaucheude Passiv transitiver Verba mit tieh, i. B. vor selaer 
Gewall icird fiek gebeugt; es uiird tick darauf bezogen elc. statt beugt manjieh, 
beiiehl man tieh, verdient in all Wege verworfen zu werden. 

Actlv und Passiv siad entweder be$limmt oder vnbettimmt. Bestimmt ist 
das Adiv, wenn der Gegenstand, auf welchen seine Thätigkeit geht, Im Saze 
auEgedrülitwird,z. B. icAltebe dichs ich weine einet Fehltritt wegen; unbestimmt 
aber, so oft dieses nicht geschieht, als: ieA liebe, ick weine, BeBlimmt Ist das 
Passiv, welchem sein Casus obllqnus nicht feblt, x. ü.ichtcerdevcmdirgtUebt; 
nnbeatlmmt, wo er mangelt. Im Hedlo liegt von Natur Uubestimmtbelt, und es 
kann daher nur mit einem unbetHmmten Passiv tauseben, nie mit einem besUmm- 
len; zuwelloo aber uimt es Besllmmtbelt an. Das Intransitiv, auE dem es anf- 



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Sjlilax. GcnoB der Vcrtta. 209 

steigt, whrd dadarch triiuKIvM-; das TransKiv dagegen iDtranslUver. Beine 
Inlransitiva, die weder (nuuKiv nodi rellexlr gebraucht werden kfinnea, als: 
ttin, tcerden, kommen, wachten, hinter», MnU», blfiA«», prdncn «!«■ versagen 
Ihrer Nator nacb das Passlvum. 

Genus der Verba. , 

Acttrum. 

Das Actlvom hat die Yolleste und reichste Forni) ladessen wird aoBer der 
gew&hnllchen CmscbreltitiDB manchmal noch eine mit dem Participio Prättriti 
und dem Worte kommen auch lOr das Präsens und Präteritum verwendet; als^ 
er tomml oder kam gerUten , eegangen , gefMren , gelaufen , geßogen , getehlichen 
etc. Bbenso construleren wir mit bleiben und dem Präsens In/lnilivi der Terba: 
Ich bleibe tiien, blieb tizen, Mehen, knie», liegen etc. wodurch ein Fortwähren 
der Hacdinng beieichuet wird. 

Passtviun* 

Das schleppende Anxlllar worden oder geworden hei dem Pai41clplo Pr&- 
terlti Ist neu dihI Luther t. B. verwende! es nur neben AdJectlv und Sabstautlv,. 
als: «r Ut krank worden, reich worden; ich bin dtin Mntcht worden. 

In den S&zen: ich bin geheißen, genannt; allei iil verloren, alle Awtnen 
waren erichOpfl etc. Isl das Parllclp mehr adjectlvlsch als passiv. 

Soll Im yh'kllchen Passivo nicht nur das Vorübergehen , sondern die Forl- 
äauer eines bewirkten Znstandes bezeichnet werden, so onterblelbl worden 
nothwendig; z. B. der Feind itt aufi Haupt geecMagen; die Ruhe tit hergeetMl; 
sobald aber der Zustand aufgehört hat, so Ist worden unentbehrlich; als : ich 
bin oft verleumdet worden, und habe dam geschwiegen. Das Präteritum des 
Infinitivs meldet das worden , und man sagl lieber : attei eoll in Ordnung gebracht 
eein; die Schiffe tollen gerettet »ein etc.'- 0er Impetillv ntmt nur tei an, als: 
lei gelobt l tei gegrüßt und willjtommen I 

Medtaun« 

Das bestimmte Passlvnm Istefne UmsAzung des transitiven ActlTams-; es 
iH^ert Jederzeit zwei Gegenstände, den wirkenden und leidenden. Wenn aber 
nur ein Svbtiect Ist, das seine Richtung gegen sich selbst nimt, so entspringt 
das Medium , welches bloB In das unbeellmmte , nie aber in das bestimmte Pis- 
slvam übertragen zu werden vermag. 



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310 Syntax. GeDos der Verba.. 

Man hfllesfcfa Indessen, dleBegrlfFelolransHlvatn anit Hedlom zq vameD- 
gen ; das Infransltlv nemllcb hat etue auf keinen andern GegeDstand , auch nicM 
Aal sich selbst bezogne Thäifgkelt. Das Medlam kann Jedoch sowol äoB dem 
Transitiv als iDtransKIv erwachsen, uiiil z. B. dlelntranslliva ruAen, eilen, gehe» 
lassen den medialen Au&drolt zu : sicha^ißruhen, Hch eilen, (welche beiden aber 
nicht ohne Tadel sind) , eicit ergehen. Diese Art Medium In noserer Sprache Isl 
kein formellti, sondern tmt ela malerielUt Surrogat dafür, und MedialvH-ba 
hellen bei ans aach RcQextva, Indem das Object des Verbums zugleich bgId 
nächstes Object wird , als ; ich ntnne mich ; er krauet sieh ; vjir heben üru; «Ar 
lenket euch efc. 

Die üabestlmmfhell des Mediums bringt es mit sich , daS ant dem perstn- 
llchen Pronomen des obllqaen Casus, das Isl aal i<eA , mich, äich, UMtetc. IuId 
HaehdTtik liege; denn z. B. icb nenne mich, wir heben vns, Ihr senket etteh, 
er tSrchlel Heb ele. sind im actiten Sinne in nehmen. Das Medium Isl ijaber 
eine gelinde und milde Hervorbebnag der Innerlichkeit des Verbal begrlß; es 
Ist rühriger als das Intransitiv, rflkliallender als das Translllv, und in beiden 
Fällen wächst mit der Mediallorm auch die loalgkcit des Begrlfs. — Trit daa 
Pronomen zu Inlransitlveo, als: ruhen, eilen etc. so steht es pleonastlsch, kann 
entbehrt werden, oder Ist eine Zugabe von leiser Wirkung, und hat aach nie- 
mals eine HervorhebuDg durch den Tod. 

Dem Medlo sagen Insbesondere zu die Verba gehen, kommen, teenätn, 
ruhen, itehen, tiien, iprechen, freuen, trauern, reuen, sürnen, tehämen, 
fürchten, kleiden, waichen, baden und ähnliche. 

Das Reflexiv ßrchten kaun den Dativ oder Accnsallv zu sich nehmen, als: 
ich fürchte mich oder mir, er fürchtet gich, tie ßrehlen ihnen oder eich, iAr 
furchtet euch. 

Kommen In einem Saze zwei Bell exivpronom Ina vor, wie icA teh&mt mich 
tMiner, so Ist das erste mehr reflexiv, das andere mehr objectlv. 

Das Medium vermag oft durch bloEe Intransltlva auEgedrOkl zu werden, 
da die BegrllTe beider so nahe verwandt sind, ond das Inlranslllv nothwendif 
unbestimmt nnd obJecUos Ist, das Medlam aber die Unbestimmtheit liebl. 

Intransltlva und TraBsltiva werden nicM selten durch besand«« Form 
geschieden, dergestalt, daG dem starken Verbum intraneilive ^ dem tehwuchM 
«her trantitive Bedentnng znslelit, als: nten^, <ewn; Uegen, legen; «Hefm. 
«PÄpm; dringen nnd drängen; eriehraJi, ertcAreWe; fiel, fällte; Behmolx, «dMMUUi 
echwieg , tchweigtt; tchiooll, ichuseUte; verdarb, verderbte etc. 



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Synlas. Geons der Verba. 211 

Gewisse Verba, und vorauE Biarkronulge, stehen Je oach Umständea bald 
lalraositiv, bald (raasIttT,- z.B. »ehlagen Isl iolraDslllv In den Bedenaarlen : 
auß der Art schlagen; er schlägt äem Vater, der lUtUter nach; ferner braten; 
als: der Äpfel, die Wurit brät. — Socken: dai Watser kochl; während man 
b'snslUv sagt: eine Brüke schlagen, Würste braten, Rüben kochen. — Brechen: 
dai EU bricbl; da« Glas, mein Bers, »ein Auge tvlcbt; ei niuß biegen oder 
brechen. — Reißen: das Band, der Faden reißt; der Torhang riS enxteei.— 
Schießen: da* Blau itl ihm geschossen '). — Thränen schoGen lAm avß den 
Augen; das Wasser schoE gemallig in den Tobet; — scheiden: er schied von 
ifannM; sie ecbelden unfern; — Transitiv aber z. B. alles dahin reiEen, Böke 
schleEen, die She scheiden etc. — Doch haben auch schwacblomilge Vertia diese 
Boppelnator, als bleichen, glühen, rollen, heilen; z. B. das Garn bleicht, die 
Wange glüht, der Wagen rollt, die Wunde heilt; transitiv dagegen: ieintcand 
bleichen, Draht glühen, Papier rollen, Stiche hellen etc. 

Von ganz besonderer Natur sind Acliva , die neben dem transitiven Sinn 
einen passiven enllalteu. Wie das Verbam heißen, x. B. passiv in den Redens- 
arlcn: Johannes soll er helEen;.s«<n VtUer helEI nicht so; die Stadt hieG Akra 
etc. neben dem activen: beiEe ihn Heiland der Welt; ich bieS ihn einen Schalks- 
narren; das Thier ist laomVtalb gehelEen. Ich bin geheißen kann Prälerftnm 
Acllvl oder Passivl sein nnd bedeuten, vocor, vocalvs sum und jnssus sum. 
Ebenso können wir die Acliva an^angeu, beginnen, anheben, schließen, enden 
und endigen etc. medialpassiv verwenden, als: Ate fängt das Buch an; da* Spiel 
begann, daiXtedhob an,' die Erzählung scMoi; hie eudtt die Handsehriß"] elc. 
Ebenso wird in passivem Sinne unser Activum : es gibt , es gab etc. genommen. 

biflnltlv und Partlclpla. 

Der Infinitiv ist eine Art Substantiv des Veiiiams ; das regere Leben hdri 
darin aut, indem der persänliche AuEdruk und Numerus verloren gehn. 

Passivbedeatnng des activen Innnilivs mit der Präposition zu ist nns sehr 
geiäuflg ; z. B, was zu Ihnn oder zu lassen sei (qus coi^mi^ omKllve debeant) ; 
das ist leiehl za sagen; es war nicht auEZuhalten (ferri nequlbat); keine Blume 
(n dem mau war also schön zu sehen! Ohne die Präposition lu erscheint Pas - 

•) Die Rcltuirt (»dictai ifl BtmtrimBelminietM, bb •«iJl>a4räkn , i>Jt >>>»< tod ^"™ 
Uthimithmgt ifi bdrsITtii worden. Sie itl venruiK mil der u Jen itm ilaUiciifßm. Triil. Dm Nugl 
im Blallr 0> der Scheibe) tpallm. Imih. 

••) EiplicU (BitniByiB. «r. X8 u* NintilO f» nplmnan m tili ■!• nHom» Litein mt Ut in 
iitum Siu* dem infipil ile Aali|>(id« aiehroimiert. 



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213 Sjntax. Genus der Verba. 

sIvbedenlUQg des InDaHfr? hSnflg Dach den Verba A^«n «sd te^tn; x, B. ich 
höre erz9hleD (audio oarrari) ; Uh tah ihn mit Fäßen fretea (calcarf) ; ich mag 
kein nter scblacbten (maclarl) ««An; ich höre »{ngm; tehe Grat mäheo; ith 
tah den König begrabco. Die Wörter ich vernehme, »ehane, erbiike, als Sfell- 
verlretM' von Aar« aad lehe, vermögen aber dieselbe Fbrmel nicht za erzeugen. 
Nacb latien and heißen maS der Zusammenhang ealscbelden , ob derln- 
Onltiv in actlver oder passiver Bedentuug'zn aebmeo sei. Passiv In folgenden 
Beispielen : Laß dich von ihm belehren ; ~ tie ließ tieh um keinen Preit von Um 
anrühren ; — da* laß euch ragen , lehren etc. heiße dat Seh(o/i fifnen ; er hieß 
Geld auEtbellen elc. Nicht passiv Ist der InBnltlv In: tie hieß bald nach ihm 
springen; er heißt ihn rufen (kann bedeuten voeari und ut voeiferet); man H«^ 
auf ihn fahnden ; tie ließen den Strom verrinnen etc. ~ AuE dem Zasammenbang 
gerissene Phrasen sind darum doppelsinnig, z. B. das Bäthsel: wer hat teinen 
rater tanfen tehnf 

Noch mehr als der Infinitiv schwebt dasPartlclp zwIscfiendemBegrlfdes 
Nomensund des Verbums, daher es denn auch nicht selten' geneigt Ist, denrflh- 
rlgern Sinn der Verbalform aufzugeben und überb'agDe Bedeutung anzouebmen. 
~ Fahrende Habe, fahrentt Gut z. B. baf den Sinn tragbares Gut, das von 
einem Orte tum andern geftAren oder gebracht werden kann ; daher das Particip 
fahrend vom transitiven Verbo fahren üla pauiv, und nicbt actlv, geseit ist. 
Ebeaso in meiner vorhabenden Seite , d. I. die ich beabtit^tige. Er fürchtet, 
daß er keinen gebenden Tag mehr erlebe [Tag , an dem gegeben wird). Doch sind 
heute fast alle Structureu dieser Art verschollen ; essende unil trinkende Waa- 
ren, (für Eß- «nd Trinkwaaren) , Einw^me essender Speise (Luther.) ilber- 
■ tchÜMng Weint und anderer essenden ^S^ (Fei. I^atter), Sraft meine« fragenden 
Ämtet, stillendes £Ind, melkende (melke) Muh; in slerbender iVe(A; sUUschwelgen- 
der Urlaub; verkaoTendea Brot (das feil steht); dem ehrenden (statt verehrten) 
Publicum; untere telbtt rabricierenden*) Rauchtabake; mein anhabendes Hemd; 
bei verspHienäw BetvTung; wegen noch habender Gicht, aufjagender Waidi 
etc. werden nnnmebr, so gangbar sie ehemals anch waren, für grammatische 
Fehler angesehen. Doch gilt noch seihst von dem infrantiMcen Terbo fallen In 
kfllmer Wendang die fallende Sucht, dat fallende Weh; auch minnende Xoth 
(Uebetnoth) und minnender üntinn; eilende FäUe, wo schleimige BtUfe nodi 
(hnl; fahrende Babe (Luther); keine bleibende SltUte habe«, (wo man btHbe» 



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Geouft der Verbi. StS 

hsDn); BchwIndelDde jETöA«, erslaanemi« Mtngt, (wovor mantcAtrindeK, er- 
(laKiif); slzende Arbeit oder Ltbemari; wolscblafentle , UbelschloTeade J^ftuAt, 
(«orla man wol odn ütel §chläft). In anpnehmtnd tt^ön uDd die Waart geU 
reißend 06, (so dafi man eich darnni reißt), sind auj{n«Ani«Nd und reißend Par- 
Uclplaladvettila. 

Vmeedreht hat das ParUclplum Präterlll aller Intratuitiva an&sch11«Ulcb ' 
aeliven Sinn, »ia: tritt gekommen, gestOTbeo ; hat gelrorea, geblOht, gewelkt etc. 
scheinbar aacb das der TranslIfTa Im PrSlerllo mit der Dmschrelbtmg haben , 
als; ich habt gefangen, gerungen, gfsangen, geliebt, gehalt etc. 

Dm so minder kann es behremden, dal allelnstebende Parttclpla Praterltl 
Dbne HQltswort die aetive Tergangenbelt anidrflken. Bei Infransillveu scheint 
dieses ganz natürlich, z.B. geworden, gelegtn, gedachten ^e. ; Indessen bedient 
man sich lieber der mit Auitk«! eofflpon<n'(m, als der einfachen Portlclpla: die 
verwelkte BUtme, dtr verblühte Roientlravch; getmtken, etngemnken, termnken, 
angeienen, vergangen, veneiehen, verßouen, verlaufen, eingetreten, angekom- 
men, erfroren, verfroren, verfiiüen, abgelebt, abgelaufen, geronnen, verronnen, 
terronnen, abgettanden elc. Bittet vm da* Hau$ , to Jeil ledig eealotben itl durch 
Seba$tian Schmid. luther. 

Allein auch Transltlva kOnnen In demselben Falle aclIven Sinn annehmen, 
als : erfahren, geteandert, gereiet, beicanderl,verKhmiH, abgefeimt, verechlagen etc. 
aufigerukte Glieder, Getchwome (die getchworen haben, Jwali), VertchiDorne'. 
{eonjurali), abgeiagter Feind; Bellexiva mit ver- werten hiebet das Pronomen 
weg: als: lieft vermessen, vermeasenerferl (der sieb vemteMen bat), ein Held 
vermessen; verlegene Waare (die sich verlegen hat), verlegener Mann, ver- 
schlafenes find, versessene £«u<e (so viel als verlegene, oder-anch nimit in- 
lenti, erpichte); vergelten, ^rvergeiien {dtr setner Ekre vergaß); verlogener 
Stund; einem behoireu (behiUftich) sein; ein atiEgedfenter5oIda(, verdlenlerJUann 
(der sieb verdient gemacht hat), ein Bedienter (sogar tm Sinne von Dienender) ; 
berufen (der reilel oder reifen kann), unteriUen, un^effeMen, ungelrunten (aach 
vngeuen, unlrunA«n); die AbgebrawUen. — Der Gewagte der genai, dietceil er 
tmvertagt was. üpricAw '). An einem trunkenen ^6end oder in den Htmdttagen 
gemacht. Luth. Der Verdrossen hält aüee für Pouen. Spriehw, 

Überall erlangt das so gebrauchte ParUclplum fasl adjedlve Bedenlang 
und kann nicht weller mit dem Casus, den sein actlves Terbum regiert, con- 
Blralerl werden. 



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214 Syntax. Modus iler Verba. Indicati» , Oplaliv. 

Anmert. Bei dem Haogel Dod der Dflrnigbßlt passiver uod medialer For- 
meD wird das Acllvnm nicht scUea seradezu lo medialem and passivem Sinne 
gebraucht; amgedreht aber aucb das passive Partlcip In actfver Bedeutung an- 
gewandt, und dadarch gewann die Sprache freiem AuGdruk , als durch schlep- 
pende ümschreibuDgeD. unsere AcUvform Isl zu beinahe auEscblleEllcher Oba- 
herschan gelangt. 

Modus der Verba. 

Aul das Wirkliehe und Sicher« gehen Indicattv und Imperativ; auf das 
Cniickere Optativ und Conjuncdv, wovon Jener tvbjeetive, dieser objeelive HÖg- 
llchketl In sich schlleSU Indicadv und Optativ erscheinen Im einfachen wie Im 
mehrfachen Saze; Imperativ hingegen erträgt nur den una6Aän^0«n, Conjuncllv 
nnr den abhängigen Saz; wetl aber In unserer Sprache Optativ und ConjancUv 
gleiche Furm haben, so muB man wol auch den Conjuncttv fQr einfache und 
nnal>hängige Säze zulassen. 

bidlcatlr. 

Alles was geradezu, ohne Unsicherheit und Zweifel gemeldel und als 
wlrlillch bezeichnet wird, ungeachtet der Bindewörter da^, wenn, damit, ofr- 
tcol etc. fallt dem Indicallv anhelm; Insbesondere auch der Außnif und die 
unmittelbare Frage, z. B. er hdl) ihn avf; — ich gleng davon; -r ich welS, daß 
tr nicht mehr lebt; — wenn er Iiommt, to sehen wir'«,- ~ £i, was da Lästert 
hast gethani — O tcch, daß du mich hassest I — Wann bist du angekoinmen? — 
Wie lange hast du bei ihm vcrtoeiU? — Manchmal jedoch wirft der Erzähler 
Fragen auf, die er sich Selbst beantwortet, und In der Regel sind dieselben 
hypothetisch, also in der Form des opiallven Conjnnctlvs gestellt; sie können 
aber auch Im Indicativ erscheinen, wie z. B. Was sie da beide Ihaten? — Wie 
sprach die Inschrift? — Wer des Heeres Anführer war? — !fun nHe warb Romeo 
um Julie? — Wie spricht Paulus? — Wie hat Jeroboum gesagt? 

Optaltr. 

Der Optativ kann Im einfachen Saze von vierfacher Art sein, d. h. eigent- 
lich, jussiv, concessiv unä interrogativ , Je nachdem Wunsch, G^iß, Zvlatsen 
oder Frage darin auEgedrSkt wird. Recht angesehen liegt allen vier Fällen ein 
WwMch Im Hintergnmde. 

Optativ: ich wollte 1 - wollte GoH,' — küK' er mich!— doli hüte d«*n! — wolllo»! 
du mir hetfenl - ja hfilt" ich; — Ja woill« sie! . 



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Modus der Verb«. ladjcalir, Optativ, Imperatir. S15 

Jusalv: kein Stern ikm Ivatbltl—gehetUglVtrdeietn Namens— geparaHitUt ißt 

ihre SttUI —'diu seil — erlösen loir die Armenl 
ConcesBlv: oweh, u4e wenig wni dont^ bliebe 1— ntm laBsen wir tit traben I •~- 

et fabre dahin! 
lD(errogatlv : wo wäre der? — oö er xnihmUeteJ — werbe{derXötHginsHe7 — 
wie dieser tmd Jener lileEeT — wer Bote sei T — HäuOg soeben wir derlei Fragen 
dureb ein dem lodlcatlr belgefagles tcol zu VMdeutllcben , alsi wer Ist nun 
wol Anführerl — too« Ibat nun wo) d«r EnaieT — Ein Hlulerbalt von Wonseb 
Ist anch hier; eine Spannnag des Erzählers oder Hörers: <Ar mdctatet wol 
wiegen, wer Ät^ührer sei, wo« der Knabe tbat. 

Die Ansicbl, als mAGe unser Optativ aof das Prälerltum Conjimctlvl be- 
icbränkt bleiben, Ist oiirlcbllg; deon wir sagen Ja auch: dai gebe unj der 
Himmel! — GoU verhüte dieutl— Sein Slerblichtr wolle das ergrändenl — Gott 
mfiBe dir lohnen I — Das Präsens kömmt nur viel seltner Im Oplallv vor, well 
seine Form mehr als die des Präteritums mit der Indlcallven zu aammeo fallt. 

Der Optativ wird sodann durch allerlei ümschrelbong anEgedrükt: o hall' 
ich ihn noch! — daß ich ihn einmal nur noch sähet — aeh w5r' er geblieben! — 
hält' ich nur Geld! — ick- (ränlie wol gern! — ich sagle vielteiehl anders! — dee 
häir ich gerne Rath! — ich möchte gern kommen! — wolllest du et nieht ow/i- 
tchtagenl — köimlen wir da eein! — er müEe immer GltU und Heil haben! — 
Schon die Bedeutung solcher Terha, die oft den Opiativ umschreiben, reicht 
blD, selbst Im lodlcallv dasselbe auCzudrOken, als: iehwüntche, daherkommt;— 
ei mag tein, daß lie ihn llebl; — slalt: kän' er doch, liebt tie ihn. 

Imperativ* 

Das eigentliche Wesen des Imperativs gründet sich auf die xweite Person 
beider Zahlen, und eine Form für die dritte Person hal unserer Sprache dber- 
DGsslg geschienen. An »ich lelbst richtet mau ohnehin keinen Befehl. Gib, nim; 
gebet, nehmet etc. Die Verba müßen, mögen, tollen und dürfen «mangehi des 
Imperativs; aber Umschreibungen des Futurums mit loUen können als Impera- 
tivisch gellen, wie: da (olljl es thunl Ihr lolU kommen! wir toUen reden! 

Eine heftige Aufforderung können wir auch Im ti^nilive fassen, z. B. 
nicht weggebn, lieber Vaterl — nicht abschlagen, nur nicht abschlagenl — 
Jimge, nicht rühren I— reden, herauß mit der Spr acht l — niehtt davon sageal — 
nieUt angreifen I — dos Hegen lassen! 

Ferner pflegen wir den Imperativ nicht seilen durch das PartieipinmPriUtriti 



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310 Modus d«r Verba. InfiDitiv. 

sa&xoAtfULeu: aufgetehauti — tugttehlagenl — abgHöttl — tmftemerkll ~ datge- 
tckriebenl— näher, nur näher getrettn! — diu Sehverl eingetUkll — {rUch gearbei- 
tet I — den Hut abgenommen ! — die Segel aufgespannt I ~ die Ohren avfgethan I — dU 
Fäße nicht getparti — den Staub von den Füßen getehültelt I — mit Freudt an äei» 
Werk gegangen und ein Lied geiungent 

Cmschrelbimg mit latte«, wenn nar iwH PereoneD Bind: laS unt gdttn, 
laS unt trinken, staU: gehen wir, irtnien uHr; sind mehr als zwei rersonea, 
BO braochl mau den Plural; lasset wu tittge» und f^öhliek teint — lassei hm 
liehen int Freie/') 

biflnltlT. 

Der lüBnltlv Ist das aller PersOntlctikelt entsagende Verbuni , and er kann 
ganz unabbänglg stehen, als: du um predigen] — ihr den Text uni leaenT - 
Kert, bettelnl 

Sonst bangt äer relue- Inflnltlv, der nlcbt subalanllvfsch ist, flberall von 
dem Im Saze herscbendeu Terbnm ab. Das berscbende Verbnm dürfte man du 
itehende, den luflnltlv das Ke^end« nebnen, welldiesesvonjenemfiberwandealet. 

Der reine Infinitiv erscheint gern da, wo das mit Ihm yerknapfle Verbom 
sich dw ADSlIlarbedeutung nähert, als bei mBgen, müßen, lanen, heißen, hel- 
fen, hören, sehen, lehren, lernen, können, dürfen, toOen und wollen; z. B. rr 
mag bleiben; ich muß gehen; laß alles stehn und liegen; heiß ihn tchweigen; hüf 
es ihm vollbringen; sie hOrten Eosse traben, sahen voranlragen; lehre lesen; Uns 
sehreiben; sie darf kommen; ihr sollt warten; uir wollen au^uirren. Die Terba 
wissen, haben, beginnen, anheben, geratken, kommen, reiten, gebieten, erlauben, 
geruhen, bitten, mahnen, nöthigen, senden, fürchten, toä&nen, denken, glaube*, 
steinen, hoffen etc. verlangen beate die Prfiposilion zu, als: ich wei/I et tu 
machen, hatte viel xu ihun. Doch erscheint noch der reine InÜDillv mit Acco- 
sativ In der ObllcbenBedensart: ich weiß einen Sehas liegen; — teinen FreHiul er 
da liegen toöAnle etc. Gewöhnlicher läEL Jedoch die neuere Sprache bei uHjS 
den iDfinltiv bei Seile und sagt nnr kurzweg: ich weiß einen Baum, einen Wald, 
einen Elautner etc. Ich wiU nicht das unreine Wasser weggießen, ehe ich weiß 
woher anderes nehmen. Leiting, — Es ist leicht sagen , aber schwer Ihun ; — ihr 
habet gut machen, oder ihr habet et gut machen; — du hast ring bauen, aber 
mühsam zahlen; — wir hallen gut eiubroken, aber schwer auGessen. — Ich hof 
euch Tisch und gesund raaebca in achl'Tagen. Slainhöu: — Wen der Haber ilichl. 



■)v 



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Modus der Vorba. Infinitiv, Participia. 217 

der üt tehwer halten. Vm. — Auxltlarlscb wird (Aun nor Im Tolhstone mit 
reinem Inaalllv zugelassen , vie t. B. gar tcAÖn tkäl er Ringen ; — in«<» ITyrten- 
Ttit , dat ich xam Krätutei» pflanzen tMt, und pnegen thät mü Fleiß. — In ge- 
wissen Formeln tiogi gehen den reinen Inflaltlv, als: schlafen ffnkn, spazieren, 
jKtteln, baden ireAn; nicht aber essen gMn, trinken gehn, sizeu pekni dagegen: 
wir wollen gehn Blumen pflOken, yüut holen, Trauben lesen etc. Ebenso in 
Verbindung des Substanllwerbums mit AdJeciiY , als : hie itt gut sein, wohnen; 
beiter iet heiraten all Brunei leiden; <cAHmm«r itt hassen dann kleben. Zwei 
reine InlInKtve : er aird erllegai muten ; fit fall et bleiben lassoi , urfr mfif t» 
spazieren gehn etc. 

Der prdjMMäfonolc InDnlUv erhält ein vorgeseztes tu oder bisweilen auch 
um lu. Wesentliche Elgeuschart der FrSposUioa Ist nou Aer Casusredlon ; 
daher Jedes Terbum, vor weichem PrSposUlon erscbetnt, eine Ultlelbedeulung 
haben mnE, gleich dem Gcrnudlum des Lateins; als: (cA weiß davon zu er- 
zählen; ihr Kittel et nichl zu behandeln; ich vermag die* leol zu sagen; ich 
habe ZD melden; ich (Aue eucA kund und zu wissen elc. ; dot itt lefcAl, tcAtoer 
iu sagen, zn thun etc. Et itt Zeil nunmeAr zu handeln, und niehl nur zu reden; 
et itt meine Ffiiehl fo za thun; ich habe Stacht za befehlen etc.; gitrtg zu 1er- 
' uen, in Haftung lAn zn ünden elc. — Dm zu prägen, ipraeh er to; um dat zu 
Adren , mu^Ele man RoAe t efn etc. 

Das XU oder um tu kann sich auch auf einen voranEgebenden 8az üher- 
hanpt beziehen, z. B. wenn wir sagen: man muß firomm tein, um in d«n Bim- 
mel zu kommen ; — tril vortiehUg , um nicAt za fallen ; — man f lelU den TFein int 
Waieer, um iAn kühl zu erhallen. 

AuE dieser Gemodlomsrorm hat steh ein Parttclplam passiver Bedeutung, 
ala: der zu tragende Schmerz, die noch xa bellende TFunile, da« zn säugende 
Sind, einjiidtt zu holTcnder Getoinn etc. enlwikelt. 

Particlpla* 

Adlcclive Naiur bringt die Participia dem sabslatillven Infinitiv am nSch- 
slen, z. B. Ich fand lim tchlafend, tixend, letend, wofQr auch gäng und gäbe Ist : Icti 
rand Ihn tchlafen, lixen, leten, d. i. m^erähr; alt er eekUef, taß, lat. — einen 
Baum er da tlehen, einen Schai er da liegen tah. 

Er kam bH- gerautchl, geflogen, geichUcken etc.; das lassen vir unenrogeti, 
ungetadelt, ungeilrafi; iehmache ihm meinen Unfall bekannt etc.; tfe 6Wnirfn 
ihn dargelragen; wir wüten alle aufgehangen elc; wat toU Gold begrabenT — 



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218 VerbalellipsflD. 

WM nüit mir WeUheü ungebraDchlf etc. Beuer Ul gescbwlegen att geredel; 
ia$ itt leitht gesagt I aber nieht gethan. TM teuer wäre der Trommel gefolgt, 
die Suite, den SeMeier genommea etc. Da* heißt, n«nn' ich gelogen, anrgeschnll- 
ten, geBCbwärmt, oder lägen, an^chneldeD, scbwSnnen. Die n^e Berttbrnng 
aller dieser Partlclpla mit dem InanillT Hegt am Tage. 



Verbalellipsen. 



Nur Wörter, au& deren AbweseuheK keine Cndenllichkelt entspringt, 
können anSgelassen werden. Indem sie sich, Ihrer sonst Oflern Wiederkehr 
balben, glelcbsam von selbst verstebn. 

Ellipsen finden sieb daber znersl Im Sprichworte, das so oft gebart wird; 
bei der Betbearong and tu Formelu gedrSngter Frag«! oder In Aatrofen. Sie 
Hebten die durch Häirswörter und Wiederb olnn gen erschöpfte Kran der Bede 
rdI, and gewähren, zur recbfea Zeit angewandt, nachdruksame Kürze. 

Man Ist berechtigt Ellipsen za vermatben, so oil der grammatische Sinn 
eines Sazes ohne sie nicht vollstSndlg eriaSt werden mag. 

Das Verbum substantlvum nnterliegt dem AuBfaile gar leicht, z. B. ein 
W*rl, ein Mann; —IHieh begonnen, halb gewonnen; — ein Mann, kein Mann;— 
wie der Herr, lo der Knecht; — wo Geld, da Freunde;— Hur' oder Dieb: kaMv 
Geld, io biitu Heb. — Ändere Hüllen, andere SUten- — Äuß Sindern Leute, auf! 
Jungfern Bräute; —heute Fi-eu^, morgen Leid; — je höher Berg , io lief er Thal;- 
heulemir, morgendir; — Fiiehin» Wolter, Mönth ine Sloiter, Dieb an Galgenl— 
ein Wort, ein Wind; — finde gut, ailet gut; — Je krümmer, ao ichlimmer. — 
Im Sriege viel Lüge. — Auf eokhem Markte tolcher ZoU. — Gefahr auf dem Ver- 
xug« (perlcnlom in mora). — Mit Gunttl (die leb mir von enerer Seite antbilte, 
sei es gesagl); — das mir, da* dir; — Schadet — kein Wunder! — wunder- 
barl — unbegreißichl — - Gott Lobi — Gott mit unti — Gott und une tcfU- 
kommen! — xum Gukguk, tum Henker! — Beil äirl Glük aufl etc. wer (wäre) 
da froher dann der Teufel/ — teer da froher alt erl — Laß mich mit ÜNb 
(sein).' — Aller auch andere Verba nnd der loflnlUv namenllcb fallen aaE, als: 
dai heipi Ablaß nach Mom (tragen). — Äuß der Staue den Löwen (eiitennen). — 
JlficA uiunderl ( zd hören) , teat er tagen wird). — Er hat auf morgen ein änderet 
(zu than etc.) vor; tie hat eine Reite (zu machen) vor; wir mü^n oUe eirmii 
darani (geben, gelangen etc.) ; der lexteSeÜer muß daran (glanben etc.) ; doMN/ — 
« iil doAin (gegangen) ; et itt nichlt an der Sache (wahr beriebtel) ; es itt niehU 



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\'erbale)lipseD. 219 



an dem Manne (gelogeo, erhebliches); teai lolUe mir aticktttm? — leat tolU* 
■n» Sersckafli — v>a* i»tt mir Gut nn4 leben? — wat lotl dai? — Ver- 
leihung I — Gnade mir; — nuw bald hinweg J — her denn bald! -^ teer daT — 
woher? — wohin? — wo auß, teo an? — oben auß mtd nirgends an.' — wir 
müßen über Watier; — er ist über Land; — da ttehl nicht mein Willen hin; — 
weil» Hers will enzaeil — Ihr m,üßet gestern früh m Bette (gegaageD) lein; — 
du wirst heule gar spät heravß (geschhipft, gegangen) sein; — Wo hat dich 
dtnn der Teufel (blagefOhrt) 7 — Ich teiU ins Bad. — Es iit Zeit nncA 
Hame. — Er laß die scharfen Ekenl — ich mag nicht in die Amte, Weinlete; — 
-icft denfe« morgen auf's Land etc. — Ich d<cA, oder du mitht (bezwingst etc. *) 
Ellipse des Parti elpImriB Prfiterltl: der Winter ist dahin; der Segen ist 
Murüber; — er ist seiner Wege; — sie sind alte über Land, äfter Wasser, über 
Sie; — er wäre gern von dannen; — wieder dtMn itt ein Tag; — er seine 
I Straß' Hnd ich die meine; — fast toären beider Hände einander in das Haar; — 
, nlt«! ist vorbei; — Geld ist Mn, Gui ist hin; — doch dieeet unter vnsl — er 
■ nmßhinab, hinunter mit ihm ! — ab dcmKan, neue darauf ! ~— BoU her I — das 
' f ei (ge'lbaa I ) Auf ihn I (geraoot, geschlagen, gedroschen,) er ist von Ulm. etc. — 
Zum Teufet, xum Gukguk, zum Henkerl sind elliplUcb und es wäre za sapplie- 
ren geh, fahre. la der Betlensart aber; wenn ihr nur, zum lenfel, tchtoiegell 
wo, 2um Tentel, bist du gev>eitn, Ist es bloEer Auirar. Auch hier deuten Pap- 
likelD wie hin, gerne etc. das auGgelaEne Wort an. Zuweilen aber verlrlt ts 
die Stelle eines Yerbums, z.B. er AannMuolmril iAr; — sie kann es mit ihm ele., 
d. 1. er oder sie welB w«l mit itu* oder ihm wnsugehn. 

Die Ellipse des Wortes sprechen ist In neuerer Zelt erst dem Griechischen 
und Latein nachgeahmt worden, z. B. also der Greis; — al<o der Vater (d. I. 
sprach). Auch bei den Bedensarleni mit nichteni — nichts mehrl — bei Leibe 
«ietui — ceAäiien Dank.' — er nicht ein ITorl (Ule ne verbum quldem); — 
i» Vertrauen! — aber sub rosA! — das unter uns! etc. Ist zu ergänzen sag' 
, ich, sei es getagt oder etwas äbnlicbes. 

Keine eigentliche Elllpsls , sondern Apoiiopesis oder /«terrupfion Ist z. B. 

' ioeh indem das Gras teächsl; — aber das Sprichwiorl ist etwas rottig. — Den 

Stall schließen , wenn — . Die Kaie mag der Fische wol , aber — . Hier mögen 

leicht die allbeliannlen Worte suppllert werden: verrekt der Gaul; — <tfe XiiA 

darauß Ut; — sie teilt sich die Füße nicht naß nutcAen. 



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Tompiu der Verba. Präsens. 



Tempus der Verba. 

unsere Sprache bestzt nur elgeoIGmllche Formen rOr das PrSsens and 
PrSlerltum; die andern Tempora mDSen durcb Häifswörter bezeichnet werden. 

VrVkaeaMm 

Das Prflsens erscheint aach seiner Form nacb als Grundlage aller flbrigeD 
Tempora*); es lanfl am vollsUndlgslea durch Jeden Modus, «äbreitd aadert 
Ten^Kira um- Im Indicallv and CooJducIIv auflreten, dem Imperativ und InßnlllT 
aber abgebu. 

Bg drOkt die Gegenwart anB; znwellen aber auch dte als gegenwSrtIg ge- 
dachte Vergangenheit oder Zukunft. 

In der Wärme rascher Erziblong vird iwlschen Prfiterlla manchmal ein 
PrSsens gestellt, um das Vergangne lebendig vor die Angen zu rfüieii, weshalb 
man es das erzählende oder kUtorüebe Präsens benannt hat. Auch kann etwas, 
das unerwartet oder plSzlicb eingetretra Ist, Im Präsens dargeslellt wcrdea, 
z. B. und tieh«, da erscheint ein £ngtl etc. 

Das historische Präsens erscheint od, and erst auE demselben geht die 
ErzShltmg Ins Prälerllum Aber, x. B. von einem Könige will ich erzählen, dir 
helSet Ludwig; — wir lesen <n «Uen BücAern, da^etc.; — nun gtiil der König 
in »einen Baüi; — nun nahet der Chriiten ÜTüieil; — Horolt mit großer IM 
muE /Wflen lein Leben; — hie Ist leine* Bleibent nicht; — der Tag eich neigt, 
die Nacht rttkt an; — wir gitngen unbftorgl, da fäial Hn BUt aufi heiterer 
Luft und allet flieht etc. Durch Partikeln wie nun , hie etc. wird die elotreleude 
Gegenwart angekSndIgl, 

Umgedreht werden mitten In der Rede von gegenwärtigen Dinges An- 
spielungen auf gan^are Fabeln, Hlstercheu , aot Sprlcbwerter und ^eb- 
wörtllche Bedensarten gleich im Präterllara angebracht; z. B. doeh nitn gSU er 
eelne Beuerbunfr auf; — dem Facht hleng die Traube xu hoch, — Das hat nun 
gar ein Ende; — der Srug gteng zum Brunnen, bii er brach. — £r raffit tieh 
auf, ffrel/I wieder an, und der Genande (Gewagte) der genas, dieioeti er nn- 
verxagt was. Dieser Übergang auS Präseos In PrSterttnm ist das Gegenstük zu 
, dem auE Präleritom In Präsens , und beide machen den Vorfrag lebendig. SMt 
wird der HSrer auE der bloSen Erzählung in dramatische, anscbaulfehe HUie, 
hier aaE der Iroknen Lehre schnell In das Gebiet der Erzählnng gerfibt 

•) SithcoWi S. 119. 



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Tempos der Verba. PrJftcHtam. 



Praterltom. 

unser Prälerttnm ohne HfilfBwort vertrlt die Stelle des latelolscbeD Imper- 
fects und Perfecls ; das mit Habt naä Mn omschrlebDe Ober gilt fOr das Perfecl , 
so vle das nU hatti aitd war Hlr das Plasqaamperrect. 

Im abbanglgeD Saze kann nach voraaBgehendem Präsens das umscbrieboe 
' Prilerttnm IndJcallvl den Stun eines fatnrlscheo Präsens haben, z. B. faßt er 
ein Hert, to ba(-«r e$ btüd flberwnnden; — Ut er klug, $o hat er MeM aUe 
verkaan elc. 

Die Cmschrelbong des passiven PräterllamB wird bisweilen dnrcb gewesen ■ 
verstSrict, s. B. ich bin geliebt getoeten; — bin lange in Schnee begrabe» ge- 
veteni — die Sache itl damali vertoren geweeen, sind merkllcb nnterscbleden 
rai: tch bin geliebt, im Schnee begraben wordtn; die Sache Ut damait verloren^, 
worden. Jenes bezeichnet mebr das lange Terbairen, dieses die Bewlrkang des 
vei^angnen ZiiBlandes, nnd ich bin geUtbt worden Ist glelcbsam das PrSleritnni 
ra ich werde geUebl; ich Mn geliebt geweien aber zn ick bin geltebl. 

Ein emphatlscbes Präterllum bcrsobt In dem Sprlcbwcffle: Wo ick hin 
komme, ist e» gut gewesen. Agric. Ebenso In der Hedensart; am betten iit es 
gewesra. — Bom und dai Land wSUtn'P(U>tl Gregorio gehoriam »ein gewes«). 
AtcAnUaJ. — Der hof — diu was ein lehul, der tuget. Teiehn. — Die Pfaffin 
tind gut gewesen. ItUh. — Älinllch das lateinische FuÜ nium et ingent gloria 
Dardanidum bei Ffr^il. 

Welche Verba werden mit dem Hflifsworte bin und welche dagegen mit 
habe eonslralert? 

Die Inlransltlva tein nnd werden nehmen im Perlecto das ROlfSwort Mn 
an; das Transitiv haben aber wird mit sich selbst constmlert. 

Die Intransltlva mit den Torstellnngen des Enttteheni nnd vergehene bil- 
den ein PrSterlfnm mit tein, als: Ich Mn enlttanden, «lUfprun^en, entiproiten, 
gewaehten, gediehen, gerathen, enchienen; vergangen, verdorben, «erloren, 
verichtmnden , getchwvnden, enltehwunden, geitorben. Ebenso die Intransltlva 
des Blüheng and WeOtenei dU Blnme ist erblüht, verwelkt; doch geben wir den 
einfachen Verba dieser Art haben: der Baum hat geblühl, aufigeblüht, gewelkt, 
mn die wirfcmds Kralt der Pflanze autzudrfikeu, wie es anch hettt: der Samen, 
dai Gewacht hat getrieben , gekeimt. 

Nicht anders verhalten sich die Terba fOr Beginn nad AnfhOren des Lichte 
od«- SehaUt, wo der bloSe üApmng hervcR-gehoben werden soll; denn In dle- 



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j22 Tempus der Verbn. Ihrfiteritatffi. 

aem Falle siebl lein; vlU maa aber die leachleiide oder schallende ThäUgktü 
bezeichneD, so verwende! man haben, als: der Slem Ist ertchUnen, dat'Feucr 
enOrantU, erlotehtn; — Me Kohle M erglüht, vtrglomme»; Me Farbe erbttthen, 
aat Bau$ abgebrannl etc. — Dagegen aber: iie Sonne hat getckitnen, Iwin 
Stern hat geleuchtet, getckimnurl; ihre Wange hat geglilht etc. 

Bei privativer Bedeutaag, well sie leldeod Ist, wird Ader lein angewandt, 
wo die entsprechend poHlite Bedealong haben vorzieht ; die Httte le( ver- 
brannt; — die Flamm« hat hoch aufgeigdert, ist hoch aufgelodert; — da* lieht 
bat geglüht, Ist «ergtühti — die Rote hat geblülU, ist verblüht; — Her Ausist 
eriehoUen, der Laut Isl hergtdrvngen; — die Stimme Ist ertönt, eine Stimme hat 
ertönt; — der Wind hat geweht, da» Watter gerauiehi; — da* Feuer hat ge- 
tiichl, dai Hom getönt; — da* Geläehler hat getehatlt, Ist ertehoilen tit. — 
Prlvallv aber vlederom: dai Watier Ist verrautcht etc. Man sagt: ich habe 
geredet, gesprochen, geiung^, gepfiffen, geiehwiegen; aber ich bin veritumnU etc. 
Die Hedensarten verichwiegen, bemüßigt, beweüt tein etc. — Jung geteohttt, 
aU gethan (Lulh.); — gut geteuen iil halb gegeiien; — gut geHaut itt halb 
verdaut etc. sind Präsens mit Adjedlvpartlclplnm, kein Präteritom. 

Abstracte Begriffe des Anfangs and AaNiSrens bilden Ihr PrSterlliun mit 
haben, well sie keinen tinnlichen Znsland des Seins darbieten: ich habe s«- 
gefangen, begonnen, angehoben, Hnl«rR«mffi«n, geendet, aufgehört, nnler- 
Uuien etc. 

Terba der Bewegung und Buhe: ich bin gekommen, gegangen, geritten, ge- 
ftdtren etc., wenn sie AeaBrfolg, nicht die bewegende ThdtigkeUbezticlmta; Im 
leztern Falle trlt haben ein, z. B. er bal tein Pferd gut geritten, hat »ehr brav 
gefahren; ich bin gelaufen, der Vogel ist aber d<e Mauer geflogen; V)ir haben 
im Uiein getehwommen; sind lUer den See geiehteomnen; — doch liriecheB, 
iteigen und entweichen nur mit tein, als: die Ämeiee Ist lange gekrochen, bii 
tie etc.; — ich bin geiliegen und geitiegen, bi» ich etc.; — idt bin geflohen; 
transitiv aber ich habe geflohen; — Im Sinne von tegui hat folgen das tein, 
Im Sinne von gehorchen aber haben, x. B. wir sind Mm hither gefolgt; — er 
hat meinem Balh gefolgt; ~ ich bin über die Sehmtr getreten; Iraaafilv: fcA habe 
dat in Koth getreten; — ich bin dem Dorf geniAet, bia zwrükgeltehrl; habe M<cb 
genahet, mich turükgekehrt; ich habe getchwebt nnd bin geieJiwtbt; wir sind 
gtlViien, haben tie angefallen; ich bin am Brunnen gettanden, and ich habe 
dwt in Dientt gettanden; stets aber; (dh bin aufgettandtn, abgetlanden, er- 
ttanden; — lUjrejl^Aen, verjKAen and eingettehenmiK haben; dagegen ifirn and 



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fempns der Verba. PrSteritum. S23 

Hegen mit $Hn oder Aoftcn: teA habe am TUeh obm tui$$en, gtltgen; — ick bin 
niehl weit von ihm geieuen, gelegen; doch führt lezleres gern odJeotlTlsebe 
PräseosbedeiitaDg , als: «r Ist attf Jenem Schloß gesesseo, U«r aogesesseiii — 
e» ist nicht weit davon gelegen; — niidtrliegen, erliegen and bleiben werden 
bestSnillg mit i«in, vle halten, wacAen, leklafen oad aufitehlafen mit hOAm 
eonstnilert; erwachen, auficachen, .eintchlafen, enttehlafen, erkranken nnd 
geneaen hingegen mit tein, 

AuE diesem Wechsel der Aniillare haben und tein enlsprlogt eine gfln- 
stige Uischong, wodarch Einrörmigkelt vermieden wird. 

Alte nmschrlebaen Praterlta der Trantitiva und der Intrantiliva, welche 
mit dem BeHexIvpronomok gebildet sind , vertragen nor haben , als : er hat $ieh 
gtttetlt, getext, gelegt, geeilt, beeilt, gefarchtet, gefreut etc.; — ich bab' ihn 
geschlagen, getogm, geworfen etc.; mit reflexivem Dativ: ich habe mir ge- 
fOrehtet. Anch alle Vertia, die Begriffe innerer Thätigkeit auGdriikeu, als: kön- 
nen, mögen, gönnen, müßen, toHen, tcisien, wollen, verlangen aar gliche Art 
nur haben. 

Ein sonderbarer Fall sind die scheinbar mit einem InQnltiv verbandnen 
Stmctaren: ich hab' et lAun können, sollen, wollen, mögen, mfiSen, dürfen, 
elatl gekonnt, ge$olU etc.; allein sfa müSen als Parlieipia tfarkerForm nnd mit 
abgeworfnem Präfix ge-, nicht als InQnlllve angesehen werden, wie wir denn 
auch s^en: ich habe Können und gekonnt, tollen and geiolll; er hat et wagen 
dürfen etc. 

jthnllch geschieht es mit den oft vorkommenden starken Verbls heißen, 
lauen und tehen, wenn sie als Particlpla ohne Ihr Präfix ^e- zum Aaxlliar habe» 
construlert werden, als: ich hab' ihn kommen helEen; — er hat et bleiben 
lassen; — wir haben ihn fischen sehen etc., slatt geheißen, geiatten, getehen. 

Diese mlEverstandne Form , die man Irrig für einen Inßniliv ansah , wurde 
ferner unorganisch *) noch auf die sieben Verba helfen, hören, lehren, lernen, 
fahlen, brauchen und pflegen auEgedehat, als: ich bab' JAm arbeiten helfen; — 
«r hat den Sturm heulen hfirea; — die Nolh ihn hat beten lehren; — er hat 
Unzen lernen ; — ich habe tein Hers schlagen fühlen ; — dat hätte ich nicht 
zu thun brauehen; — dat hat er immer so zu hallen pflegen; stall: ^«Aol^en, 
gehört, gelehrt, gelernt, gefühlt, gebraucht, gepflogen, »och heule werden im 
gleichm Falle lehren, lernen und fühlen eher als Particlpla construlert. — Ter- 

iDloitiT (IntliUBMiU wir ttet iil. 



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224 Tempus der Verba. Ellipsen des AaxUiars. 

bnoden erecbetnea Hören und «oll«», tagett iiDd taue» In fldcher Stnielnr: ich 
hob' ihn singen taörea sollen,- — er hai et nicht dürfe» sagen lassen, wo also 
gleichsam drei Indnlllve anf einander folgen. 

Das PräterKum Indnltlvl wird biswellen In der Bedenlnog eines Indiea- 
llven oder conJuncUten Präsens oder Präteritums verwendet, i. B. «r mfldU' a 
gerne vermieden haben;— da» wolU' ich biemit anlgesprotlienfca«;]);— dtutriU 
ich dir geschenkt haben; — das mag ich hHtuneegc gesagt haben; stall : dat 
hiU' er gerne vermieden ; dat kaV ick aufitpreehen uoUen ; dat teiU ich dir 
feA«nt«n; dai hab' ich keinetvegt lagen mSgen. 

Im Gebrauche dieser ParticIpialfonBen sind bentlge Scbrlttateller oft nn- 
gescblkl und verwikeln sie mit andern Inflnldfen dermäSen, daS aller Stu 
Tergeht; z. B. Wir rechnen ei dem Terfatier tum Verdientt an, nicht mehr 
haben bestimmen zu wollen. — Jedei Verbum compotUmn teheint die Bed^li- 
talion habenvegwertettznkfinnen. — EsmoShlernolhwendlghelBeD: nicht mehr 
bettimnun gewollt lu haben; wegwerfen gekonnt tu haben; denn zu ISEt sldi 
von haSen, dem es angehört, nicht trennen,*) 

Mit ipr Prfiposltlon xu Ut das Infinitive Friterltnm sehr hinflg; z. B. fek 
wüntche dat nicht vergebene getagt zn haben; — er glaubt et beiter gtlhan n 
haben; — lie meinen ihn getehen zq haben etc. 



Ellipsen des AuxUiars. 



Werden mehrere T^ba, die dasselbe Auxlllar verwenden, darcb Binde- 
wörter oder sonst verelnlgl, so darf das AnxlUar nar einmal stehen, z. B. er 
Ist gekovanen und gegangen; — tit Ist lange hier ein- und außgegangen; — er 
bat gettampß, gerufen und geheult etc. Verlangen aber die verknüpften Terba 
vcrtchiedne Aaxlllare, so mfiSen diese anlgedrflkl werden, als: er Ist gekom- 
men und hat getiegt; — er hat getpeitl, getehlafen und Ist erwacht ete. 

Im retallvea Saze Ist es erlanbt, die dem Fartlclplnm unmittelbar fblgen- 
den, niemals aber die voran Egehenden Aaxlllare biswellen, wenn keine Unbe- 
stimmtheit oder Undeotllchkelt darant entspringen sollte, wegzniassen, z. 8. 
der Ring, den du mir gegeben (hast);— der Tag, an dem er gekommen (Ist); — 
er wird et thun, tobald wir um erklärt (babea); — to wie iAr ihm willfährig 
geworden (seid), mag er tieh ändern. Häljg angewandt and bei onzweirelhaftem 

•] Jat.Orimmniimatl.iiatitnt t. J. ISSC 



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FutaruBi. 225 

AuxllUre darf lUe^SlaBSiiiiK wotblngebeo, amdon AuMnik ailDder schtappentl 
za machen. 

Dieser ElUpse lat die andere zu vergleEchen, da bei mehrern zusanimeD- 
gesezten Wörtera, deren lezter Thell glelcb Ist, dieser nur einmal uud zwar 
bei dem lezten Worte angebracht vü:d; i.B, grund- und bodetOoi; — niet- unä 
»Oftlfiti; — dt- UMd wekmüikit; — aU-, mitttl- und nmkochdtuUch; — Weiß- 
tMd Schtoarxbrot ; — Biuck - od<r Zapftmeirlh ; — Sckut - und TnubüniiHß.; — 
ÄMf- und Siedergang; — LeUi- ttnd SteltnkeU; — Ävf- oder ÄbicMag; — 
JEoAI- oder SpiegelmeUe; — fiold- und Siaer$ehmid; FUeh- und Vogelfang; — 
weder vor- noch nachgeben; t— «in- ttnd außtthen; — im Ab- oder Zv- 
nehmen etc. 

Die AnUasauos bloSer Blldangwllbeu Ist nkht gestaltet, wie: fieiß- und 
weüläutig; -— bedacht- und tanttant; — fnM • «nd JHägdtetn;. — Trüb- und 
Saumtal etc. ') 



Mit Adverbien, welcbe die Zukann anEdrQbeD, wird bänflg das Präsens 
rOr das Futnram verwendet, als; ich komme bald; morgen fahren wir; ilcbeH 
du ihn näcktler Tage, to — etc. 

Ebenso wird das Foturum mit HQIle der Verba teotlen and »ollen auS- 
gedrflkt, z. B. er will kommen; — wir wollen darauf denken; — ich will e» 
eueh Witten taiten; — du sollst warlen; — teir sollcu un« nichl betrüben etc.; 
doch bisweilen bezelcbnel wallen mehr oicbt als ille AbsicJit oder so viel als 
ich Hn Wittetit , z. B. du willst gehen; — wir wollen un* aUe Mähe geben etc. 
and tollen nur ein GebelE oder so viel als debeo oder <^ortet me. 

Minder gDnstIg omschreiben wir oon allgemein das Futurum durcb das 
HQirsworl Kerden, welches ebenfalls so bfioOg zum AaEdrok des Passivums 
verwendet wird, z.B. et vlrd lieh mehren; — er wird treten, Itenen, richten elc. 

Das Verbum wollen in Bezog auf das Fulnmm drükl mehr den freien Ent- 
schiut, tollen das Imperative, und werden das reine oder abstracle Futurum 
auE; daher denn ihrer Natur nach wollen der ersten, «ollen der zweiten und 
werden der drillen Person am meisten zusagt. In nicht wenigen Fällen bat man 
Im Gebrauche aller drei llpeie Wahl, z. B. wat soll oder will oder wird auß dir 
werden? Besser Isl hier olTeubar wai will auf dir werden? — Am meisten eij;- 
gescbränkt ffir den AuEdruh des Futurums ist «oll. 

*} ai*lie abes S. leo. 



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2S6 Namerw der'Verba. 

HU dem Fatnram berfihrt sich ganz oahe tin lunschrlebnei Praterllaai 
Coujiuicdvl, welches man das coniK(fonaIe benaDol hal. Seine CmgcbretbuBg 
gegchlebt mit den Demllchea drei Wertere 'crle jene des Falarams, als: vA 
wQrde lagen; — w BBllte tehweiaen; — tit wollte ttagen elc. '). DaS dieses 
condllloDale Präterllom elB eot^xmetivti , and kein Indicallvefi eet, erhallet klar 
an! dem ümiant In utirde ond aal dem Wecbsel mft unumai^hrl ebnem PriHe- 
rltamConJnncUvl; denn «t rrirfmff«, Mrdgie, UDd i«ürde «r|f«An, A«(ril(ren, stehen 
ziemlich parallel and beide Tempora concurflereB den Umsllnden nach. Nor 
der wesNitllcbe Unterschied beseht, daS dem »msctirjebuen Coodtllonate Im 
Actiro nie opUiive Bedentnng zukömmt. 

Seit man die HBIfsverba des sogenannten Futnram eiactnm In den Con- 
loncllv, so entspringt darant elo zweites Condltlonale, z, B. aa( (cA werdt ge- 
lagt haben etc. entsteht ich würde getagt ka6«t ; ■ — ich loüU ändert fthandeU 
haben; — ich tooUle gekommen »ein. 

Die Iflstlge CmschrelbDDg il,es Falurum exactam wird olt durch den Ge- 
brauch eines Adverblnms bei dem Präterllo Indlcatlvi glttklich vermieden, als: 
dat hal man bald gethan; — er hat et gleich außgeilanden; — dat i4l flags 
geschehen etc. 

Die noch gcdunsnere Umschreibung des Futurum eiactum Im Passlrn, 
als: ich werde gellebt worden *ein, llndet sich mehr In der Grammallk, als In 
der wirklichen Sprache "). 

Numerus. 

Der Begel nach verbindet sich mit einem Subslanllv Im Singular aacb aar 
das Terbum Im Singular, so wie bei dem pluralen Substanllv das plurale Ver- 
bam elntni. 

Ausnahmsweise kann zu einem Suhject Im Singular, welches an sich den 
Begrif der iBehrheit enIhSll, das Verbum im Plural consimlert werden; noUi- 
«endlg Isl dteses aber nicht. So InsbesoDdere mll den Wörtern Menge, Häuft», 
Schtearm und Schaar, zomal-wenn Ihnen noch ein pluraler Genlliv belgetQgl 

*] Bio eir»> Ttmp» , nur kein« ConJn(«A>iumnB , irird <nrtli lUeic UmoIiniliBac lO (ui IxHict»', 



miolitiaJuFsnullEBi, d 
i. IM iit »D(*. 



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Namerua der Verba. 227 

Ist, als: eine Uengo Meniehen gfengeo vorüber; — «in Haufea Leute babeu 
itt Rede milangehört; — ein Schwärm iifcnen sind vorübergeflögen; — eine 
Schaar Kouie rauEleo es wahrnehmen, üblicher Jedoch blelbl der Singular. 

Wenn das Pronomen leat (quodDogue) als Nomen einen persönItcIicQ Ge* 
nltlv des Plurals bei sich hat, so folgt regelmäElg das Verbum im Plural, als: 
Was der Könige und Fürsten sind ; — was Sterne am Himmel glänzen ; — was 
Schlachten waren an der Elbe etc. Die Bedeutung Ist wie viel ihrer , folglich 
ein MekTheittbegrif. Hat was aber den slngularen Genlllv bei sich , so darf auch 
das Verbunt nnr Im Singular stehen: was des Vnkraulei war; — was Volhes 
lief; — was des Haufens übrig blieb. — JÜinllch vlrd mit dem Pronomen es, 
das und dies consirulert: es sind nicht alles Jäger; — es geben die besten Bir- 
nen; — das sind il6(e Zeichen; — dies geben (werden) die besten Pfarrer; — 
dies sind laufer Lägen; — das waren nicht» als Schurken; — das gaben nichts 
als Krüppel. Doch hierüber wird sogleich antcn noch gehandelt. 

Ein sogenannter Hönichkeltsplural des Terbums enlstand zuerst bei dem 
hohen Titel Gnaden, fürstliche Gnaden, welches, selbst ein Plural Ist, und 
schlich abnorm sich Ober auch auf die Singulare Majestät, DarchlaucSl und 
Erlaucht, 2. B. teine fürstliche Gnaden haben geruht lu verfügen; dann aber 
auch seine Majestät verordnen, seine Erlaucht befehlen. Zulezl ward dieser 
Plural sogar bei den gerlngern Titeln Exeellens, nochwürden, und sogar bei 
den Namen Geheimrath, Hofrath, Herr und Frau üblich. Die erste Spur dieses 
lezten Vorrükens mag bei Lessing In den kurien Entwürfen zur Fortsczung 
seiner Briefe antiquariiehen Inhalts vorkommen, wo es helEt: Sollte ich mil 
Herrn Eloz zu spielen gar das Vergnügen haiten, so werde ich ganf gewiß mit 
eben der Höflichkeit sagen: der Berr geheime Roth haben gewonnen, alt: der 
Herr geheime Rath sind basla! *) 

Der Compleslvbegrir aties duldet ebenfalls den Plural des Verbums neben 
sich: das wurden alles Saufleule; — alles das werden Lunten; — dies sind 
alles reine Vocale; — alles das waren linume; — alles das gaben gute Sol- 
daten "), Der Singular Indessen hersehl vor; es mag nieftf alles Weltweise wer- 
den; — ■ es kann nicht alles Fürsten sein etc. 

Die pluralcn ^'amen einiger Fesle, als: Ostern, Pfingsten, Fasten, Wtih- 

•) V«f 1. nnWn ifit VtfrSItwig rfn- Pirtaitn wirf Zthltn du Protiomau. 



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328 Numerus der Vcrba. 



naelittn, Fronfatten haben siels nar den Singular des Verbnms bei sich, well 
Ihre PlttralbedentDiig erblaEI Ist, als: I^ngtlm bezahle dleh attf dem SUt! — 
die Fasten beginnt mit dem JichermUwocHe; — Wetknaehten isl ein mbeweißelt 
Fett; — Fronfatlen rqfl su den Weihen. 

Werden zwei singulare Subslaotlva mittels einer ConJnncllon verbaiideo, 
sokanadasVcrtiDaiimSingnlaroderPlaral stehen: Watter und WHn Ist gut; — 
Gaul satai Zaum gieng verloren', — Brol und Hols sind theuer; — Xvh mit 
Kalb mal fort; — dein ist dat Reich und df« Kraß ttnd die Eerliehkeit; — 
da wird tein Beulen und Zähnektappem; — weder FraunockJffagd ist im Haute; — 
da sprachen aup einem Wunde der Alle und der Junge; — weder PunJct ««* 
Jota fehlt daran etc. Das Verbnm wfrd hier za einem oder zd mebrern Snb- 
stantlTeu conslmtert gedacht; ein Coli ecUvbegrir findet In diesem Falle ulebt 
statt, weil die Substasllva nicht einer Art sind. Ob das Verbum den Sobslan- 
tlven folge oder voraulgebc, daranf kommt nichts an. 

Aach die ZahlwQrter Ober einet, welche s3m(Itch eine Mehrheit aoE- 
drfiken, kfiunen mit dem SIngalar gefügt werden , wie drei und drei I^l teeht; — 
vier und fünf macht neun; — tieben von zwölf bleibt fät^; — acht ist mekr 
alt vier; — ftunderl mal Aunderf gibt zehntauiend; — drei Sazen Ist ein Ort 
(Quart) etc. Doch Ist hier flberall anch der Plural znläSig. 

Steht ein Sabslanllv Im Singntar, das andere im Plural, so mnl auch in 
der Begel das Verbum den Plural haben; doch gilt noch: daf ist dat Getez und 
die Propheten; — wer Ist meine Mutter und meine Kräder'! — «n« leocblete 
der Mond und die Sterne; — es war weder Bok noch Getpeniler mehr lu «efken; — 
All und Jung hör! e« gern; — 6rojG und Elcln fehlt darin; — da ihn tein Vater 
ansprach und dt« Schwettem; — oU (An dat Meer verschlang oder <Ue FUche. 
Hier mnE das Verbum dem sihgularen Substantiv zanächst stehen, mid z. B. 
die Structur: wer ist meine Brüder und meine Mutter, oder: da die Schwerere 
ihn ansprach und der Vater, gicnge nicht an. Wol aber läEt das Verbnm In 
Plnral beide Stellungen zu , und wir sagen ohne Anstand : un« leuchteten der 
Jfond und die Sterne ']. 



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Personen. 

Bei den Personal Qexionen des Verbums darf in unserer Sprache das Ihoen 
jedesmal gebürende Pronomeu uicht fehlen, and der Fälle, wo seine Abwesen- 
heit noch geslallet Ist, sind wenige. 

KegelniäEig steh! der Imperativ ohne Pronomen, es sei denn, daE «Ir 
einen besondeni Hachdroli hervorbringen wollen ; z. B. thoe das und lasse 
ieneit^gib dir keine JUühe! — nim «i hin! — steh und höret — Dagegen mit 
beabslchtlglem Nacbdnikei gib du mir, to geb' ich dir; — gekl Ihr coran, wir 
folgen dann. 

Wo wir das höniche er und lie der dritten Person statt der zweiten ge- 
brauchen, kann der Imperativ nur ijnrch den Conjanctlv aaEgedrflkl werden, 
und das Pronomen Ist unentbehrlich : ikut Er da»! — geben Sie mir Broll — clehen 
Sic aufi Hierin liegt nun eben so wenig ein wahrer Imperativ, als in der mit 
dem Indicallv des auiiliaren »ollen rormlerlen Umschreibung i du sollst gelobt 
leinl — Ihr sollet wiisen. Vertraulich darten wir Jedoch ohne pronomen sagen : 
sollst et erfahrenl — Junge, (du) sollst mügehnl — Kinder, sollet einmal hören! 

Steht das Pronomen zwischen Imperativ und Tocsllv, so gehört es immer 
zum lezlem, als; geh, du Sadrach! — »pringe, du Hasen/Ußl 

In Ansehung des Indlcatlvs dar! und soll das Nomen oder Pronomen nur 
einmal gesezt werden, wenn mehrere Verba durch Conlunction verknQpIt sind; 
/. B. der König kam und sieglei — alle Jubelten, (anzten und sprangen; — die 
Wunde wusch und band der Wirlh; — da* hoffe und teünteke ich. 

In einigen Formeln dart Indessen die erste singulare Person ohne Pronomen 
siebeni bitte, bilte , nur nichl so! — danke hunderlmaii — geschwelge die an- 
dern/ — Desgleichen Im kaufmänni sehen Slyle: an* «i. übersende; — jnAaUhabe 
empfangen; — anmil zeichne. Auch In anderer Prosa, wo man Ironisch, kurz 
oder abgebrochen sein will: ah, zolle meinen Danib; — bin Ihr gekortamtler 
Diener; — werde mir'* merken; — gebe den Gukguk darum; — Aele mir *m 
Traume nicht ein! — halle viel »u schaffen^ — bin allein übrig geblieben I elc. 

Auch bei der zweiten Person pflegt verlraulicbe Kede oder Balladeolou 
das du zu unterdrüken: hast ihn nie getekent — llndest einen andern leicM; — 
willst oderwIllstnfcAtr — basl mich lieb T — b\il wahrlich kein Bexenmeiiler! — 
kannst gehen wann du villil; — bist untreu, H^tlAelm, oder todll — siehst 
dor< das Zellenfemterf — aeh bist *o elend dort, mein Wann; hast nicht einen 
Pfenning ine BadI 



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230 Personen. 



T&v die dritle Person faal die aeaere Poesie In edlem, relcrllcbom Tone 
elugerOhrt: tpraeh's (dlxlt), wobei aber daa obllqae et nicbt wegbleiben datf. 
Sprach's, und hieb mit braunem Stahl elc. Wieland konnte diese Form so wenig 
leiden, daE er Jedesmal lieber eine kleine OlirrelgoauEhailen, als dieses $pfach'$ 
hören wollte. 

In Beircf der drlUen Person sind zu erörtern die Wörteben man nnd et. 

Sobald ohne Bezug auf ein bcstimintes Subject im allgemeinen anEgcsagl 
werden soll, was von mehrern gellen kann,- Isl der Aufidruk durch man alt- 
hergebracht. 

ürsprDngllch ist dabei ein Begrir der Mehrheit gemeint; nicht bloS elo 
einzelner, ungenannter Mensch hat es z. B. getagt, gelhan, sondern mehrere; 
daher wir denn auch heute noch dieselbe Bedenlung durch Pluralsubstaollv« 
erretchen, als: die Lealc tagen; die Menseben ^IouActi; oder durch den Singular 
der Collecllva, als: da» Volk, die Menge, der große Haufen tagt, meint. 

Ans dem WÖrlcben man Ist nun aller Schein der Ptoralbedentung sehnt 
lange verschwunden und es Ist ein wirklicher Singular mit unbesllmmter, nichl 
melmaur die einzelne Person gerichteter Bedeutung. Ja dieses man darf sogar 
im vornehmen und verslekten Tone mitunter die ersle nnd zwelle Person be- 
zeichnen, als: man {mir, ihr) wird dat gerne thun; geht man [ihr] wol tnitf) 
In solcher Unbeslimmihell wird es deun auch, wie jemand und niemand, von 
Frauen gesagt. Indem der wirbliche Begrir JtTann gänzlich daraaS verllogen und 
versloben Ist. 

Dieses man dienl nnn sehr gut zur Umschreibung solcher Passiva, deren 
Casus obliquus unauEgedrflkt Ist, und dem Verschweigen des handelnden Sub- 
Jects kommt die Nenniing eines ganz onbesllmmt gelassenen In der Wirkung 
fast gleich. Dem dicunf (homlnes) oder dicitur (ab honi In ibus) ^entspricht unser 
man tagt. 

Bas Pronomen et, zuweilen auch dat nnd die», kann allen drei Personen 
des Singulars wie des Plurals durch das Verbum substantivum als Prädlcal 
verknüpft werden, wenn In dem Saze die h-ühere Unsicherheit der Person anf- 
gehoben wird; z. B. der Tkäter war vorher nichl bekannt oder nickt genannt, 
und wenn folgt: ich bin es; du bltt es, Heinriehl — er itt es allein, der »nt 
beisteht^ ihr seid es, die ihr den Zorn det Bimmels auf euch gerufen habet- 
Hier überall bezeichnet ei das zuvor unbesllmml gewesene, ich bin's, der 



•)» 



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peiPWfln. 231 

SoAn; — Om fM e9, dfr Bgt«; — Maß es aer MoMtr lei; — «H4 ikr't, meine 
Brüder? — bleich a«d«ni Prldicalen bridel «« gewöbnilch den Soblal des Sazes 
oder lolgel doQh erst blnter datn Terbnm. 

DaBieH)e Ncalralpmoomen e> katm aber naa ancb als 'schelDtaares ood 
anbesUmmtes Subjscl fa d«a BegtoD des Sazes geslellt und Torläuter des elgent- 
tichen Sabjects werden, welches dadarch Id das VerbältnlB eines Prädicats zu 
Jenem ProuoniGn Irit. Slatl: dtr Sänig tlarb; — drei Better ritten; ~ Artus 
kieU einen Ho/, wird .gesagt: es Harb der König; — es ritten drei Beiter; — 
es hieit Ärlui einen Bof. Die aahebende Bede läEt nnbe stimmt, welche Be- 
Bchaffeabeli es um das wlrklle^e Subject hat>e and stellt ein dunkles Wesen 
voran, das sieb alsbald In ela klares aunöst. Jener Saz bedeatet streng ge- 
nommen: etwa* ritt einher, drei Seiter ritten. Dieser onbesUmmte Beginn Ist 
Dicht wesenlltch, and er wird blQE dann gewählt, wenn mit einer gewissen 
Emphase, die Iteillch Im hSoOgen Gebrauche sehr vieles an Stärke veiloren 
hat, gesproeheu werdcp soll. ' 

Dieses der Bedenlang nach überflQssIge Neatrnm ei des personalen Pro- 
Domeiu Is den Eingang der Sdze zu schieben, begann man wahrscheinlich za- 
erst da, wo sonst gar kein Sublecl aufigedrfikt gewesen wäre, d. h. In Skzen, 
wo ein pnbeelimmtes Veulnim zu verstehen und zu ergänzen wäre, namentlich 
bei den unpersOnllcliea Verba, z. B. es i*t teakr; — es blizl; — es regnet. 
Der zweite Schritt war, dieses et auf Fälle zu erstreken, wo kein Neutnim, 
sondern ein Afasculln oder Feminin Suhject Isl, i.B. es spricht ^er Berr; — 
CS rauteht die Welle. Drittens endlich bediente man sich seiner, wenn Snbjecl 
und Verbam im Plurale stehen, z. 6. es sagen die Leute; — es fahren die 
Wolken. Überall Jedoch nur vor die dritte Person, und nie vor die erste oder 
zweite, kann ein solches ee zu stehen kommen. 

Bei Jeder Umstellung des Sazes, auGer beim Verbum subslantivum und 
hei den impersoualta, fallt dieses am Anfang gewesene ei wieder auE: daß der 
Böniti Harb ; — riUen drei SeiterT — Artus kielt einen Bof; — was getehn lu 
haben ihn freut, um reul; — lu erxählen sie hock ergözte; — der argen Qual 
verdrießt «n» noch elc. 

Als Aceusatlv moE et Im Saze nachstehen^ z. B. die liallen Mchte haben 
eägelhan; — die Zeit bringt es so mit; — oder das WOrtchen müEle neben dem 
Nominativ anch als Aceutativ wiederholt werden, als: et bringV* die Zeit so 
«Nil; — et haben's die kalten. Mehte gethan. 



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23ä Imperaonalia. 

Die ZeKpBrtibel da wird bisweilen, dodi sebr Hiteii, dafOr Terwcndet; 
z. B. da war ein König, d«r — ; da leneki vor Zeiten efn Battm etc. 

Des Pronomens e» können wir uns flberall ncKh durch «Ine bloBe Wendons 
der Phrase aberheben, sobald wir das folgende Sahject , oder aach den obllqaoi 
Casus eines persftnltchen Pronomens voranslellen, z. B. statt: es ritt ein Bei- 
ler; — es verletl mich, sagen: ein Reiler rill; — mieli vertat etc. 

Impersonalta. 

Gewisse Verba werden ntclit anders als nnpersihilicb , d. b. lediglich ent- 
weder tm Infinitiv, der keine Person bezeichnen kann, oder In der dritten 
Person des Slngalars gebranchL Diese dritte Person Ist aber aar In dem nn- 
besllmmlen Nentram denkbar, daher Ihr das unpersönliche Nentralpronomen 
e», wie eben gezeigt worden, vortreten darf. Grammatisch genommen Ist die 
drille Person des Singulars auch eine Person and Insotem schiene der Namen 
unpassend ; logisch erwogen soll aber das unbesllmmte Neatnun hier alle wirk- 
liche Persönlichkeit auGschlleEen, tmd dies rechtferUgt hinwieder den AuMnik. 

Die unpersdnllchen Verba beruhen also In dem Begriffe, nnd nicht elira 
In defectiven Formen; manche Terba kennen persönlich zugleich und nnpersSn- 
lieh gebraacht werden, viele aber gellen nnr nnpersSnllch. - 

Entweder stehen sie völlig absolut , oder es Irlt eine von Ihrem BegrlT 
abhängige Bezlehnng in abliqaem Gasag hinzu. 

Jener Art sind vorzüglich die Impersonalia, welche Naturereignitte ant- 
drflken. Anbrach oder SchlnE des Tages bezeichnen wir mit; et grauet;. a 
taget; es dämmert; e$ nachtet; — den EIntril der Jahreszellen mit: et mattl; 
e* sommert; es herbtlet; et wintert; — Lntlerschelnangen : et donfiM-l, Mfä, 
wetlerle^ehtet (icetlerlaiehet) , KÜtert, regnet, hagell, lehneiet, ihauet, reifet, 
riselt, graupell, floket, woUet; — es weht, tvßel, windet, ttürnU, täniett, 
ebbet, ßutet; es kältet, friert, gefriert; et brennt (Ist Feuer anEgt^rochen). 

Xhullch ebenso, aber seilner, von mechanischen Wlrliangen and mraseb- 
llcben Handlangen, z. Bret tchlägl, et malet; — et hurnfgeU (friert mll Bren- 
nen); — et Irommell, trompetet, pocht an, lävtet cur JTfrcA«, ni Grabe; et 
tlürml (es wird Sturm geschlagen, gelSutel). 

Einige dieser Impersonalia kfinnen aach ein persönliches PronomM bei 
sich haben, z.B. et taget mir xv ffühe; — et regnet Oim xu viel ; — et tttri 
uns Bt spät; — et Mwl dem Braner nicht genug; — et läutet nnatn Grabe; — 
et schlägt ihm sein SlünMein etc. mich friert (algeo) ist hingegen gleich dem: 
ich friere, wie: mich därslel, dem; ich düTtte. 



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lQi]>ersoiiaUa. 233 

' Ohne «bbanglges Pronomen sieben auch gewöhnlich die ImpersouaKa, 
welche das btoße Ereignifi auSdrüken: » geicMehl, et begegnet ,. et feämmf vor, 
tt ereignet tich, trägt tieh tu, begibt rieh, et wird, übrigens könoea die mel- 
slM solcher Verba aach persAnllch z, B. in der Mehrzahl gebraucht werden-: 
et getehehen Dinge, et tragen tieh Sachen tu etc. 

Uleher (g( ana aach das seilsame, nur neabochdeatsche et gibt zu rechnen, 
welches dem Sinne des tranzöslscbra il y a euteprlchl und den Accusallv der 
Sache neben sich hat, z. B. es gibt «ln«n Wald, yament SoUing; — es gibt 
ritten Berg, der Päatut heißt. Wir fragen auch: tea» gibt's? — tea» gibt's ntwtf 
{qu'y a-l'll, so viel als: u>iu getchiekl?) — es gibt Regenwetter; — es gtbl 
einen bvnten Soh; — es gab einen herlichen Anbtik^ — gibt es noch der ver- 
dammten Kipper und Wipper? Ancb Im Plurale: die teitdeilen Studenten geben 
dj« betten Ffturer; — tie gSben gnte Hecheln; — tie geben nicht gute Bauem- 
pretUser; — er gibt eintn beittm Soldaten elc. 

Zu den Impersonalia, bei welchen notbweDdig das abb&ngige Pronomen, 
meistens Im AccnsaliTe, znwellen aber auch Im Dative, auSgedrOkt wird, ge- 
hören vor allem die innerlichen Empfindungen des Hangers and Durstes, des 
Schläferns, Schwindels, der Ohnmacht, des Ekels, Terdrasses> der Reue, des 
Mitleids, aber auch der Last, des Behageos und Verlangens; z. B. mich hungert; 
ihn därttet; mich tehläfert; mir tehwindelt; mir ekelt (besser als mich ekelt); ' 
mir ttOßtanf, mir teiderwillet , widereleht; mir lehmekii mirgraueet; mir grauti 
(hoiresco); mir oder micA tchaudert; michjukt (pnirlo); et kiielt mich; et reißt 
mich im Leibe etc. 

Die Vorstellnogen von Ärger, VerdraG, tFberdrat, Unwillen des GemOths 
haben stets den Accusallv bei dem Impersonale und den Genitiv der Sache, 
T. B. micA verdrießt; mich dauert (Ich bedaaere); mich ärgert; mich betrübt, 
tehmertt , reuet , gereuet , jawanert , erbarmt ; mich mühet ( gravat me ) etc. 

Lust nnd Verlangen nach etwas auEdrÜkend: mich luetet, mich gelütlet; 
mich verlangt; In Mundarten: mich belanget und icA belange [tsdet me, wird 
mir zD lange) ; et langweilet mich. 

Lust, VergnOgen, Beiriedlgung: «lir behagf; mich freut, mich ergöil; mir 
genagt; et tiemt, getiemt mir; et titt mir wol; et ileht mir wol an; et kleidet 
mich gut; et läßt ihnen gut; et gebürt mir; ee kömmt, mir tu; et frommt, nUxet, 
küft mir; ef hilft mich gar nichtt; et geht mir uol; et lohnet übel; et lohnet mir 
übel; et lohnet tich der lOähe nicht; et lohnet kaum der Mähe; et gelingt mir; 



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234 ImpersoDolia. 

«( rührt mich, triß mich, /IcM mich an; mich kümaerl'», tehert't, koHet'M viel; 
ti wtflngetl mir , gebrichl mir , enltichl mir , goKI mir ab etc. 

Unslcheihelt Qber den Gebrauch des AccQsativs od«' I>BttT9 lierscht bei 
den ImpcrsoDalia der innem gtitligen Empflnduniftn des Schelaons, Dflokena, 
Abneos, Zwelfelns, Erlnn^na , Träumena , Wunderosi et icheinl, »$ lehtinlmir; 
Mieb peräüollch oft: ich tcheine dir; du tehtineit mir; He icheitun; nticA 4iMU 
and mir dünhl; mir kömmt vor; mir iräwnl; mir ahnet (Icti sehe voranS); .mtr 
ichKanel (olchls gntes); et doltert ihm (erltat Äugst, Ist bange); wichgemaAnt, 
mir erinnert, mir gedenU {aul der Vergangeobcft); mir aeetreU nicht Ist ab- 
gekommen und es vlrd aiir persünlicfi gebraacht; mich wundert etc, 

AaEer dieseu Impersonalia, die sämtlich elozeloe Terba slod, gtbt es 
Dun auch solche , die auG Subslaoliv oder Adledlv uod auB dem subatantlYeD oder 
einem aDdern Vcrbo erzeugt werden und dieselben Ci^nslrgctionen bilden; 
mundartlich.- mir iil ahnde (Ich fürchte); mir iit ahnde xach ihm (Ich babe 
Sefansuchl nach ihm); um wird Bäth, Emtt; mir ist nof/i, leid; mir tcirdnolh 
und crntl etc. 

Sein and. werden dienen ebenso zur UmsetarelbaDg der Zelt und des Wel- 
ters mit Sabslandv oder Adjectlv: ei ist odtr wird Tag , Haehl, Morgen, Abend; 
et ist oder wird tpäl, frUhe, heU, dunkel, kalt, warm, heiß, kültl etc, 

Haben, nehmen oder fangen, kommen and thun werden zn Staullcben Slrnc- 
turen verwendet; mich hat's Wunder; mich nimt Wunder; mich nimt fremde 
(nileh be^mdet); mich kommt dt« ßeue an, die Angit, die Xolh, die lAttt; 
dielVolh ergreiß mich; der Fürwii, die Neugier sticht mich; mirthutnolh (egeo). 

In vielen Fällen steh! uns die Wahl (tel zwischen personalem und Imper- 
sonalem AaEdruk, z. B. ich friere: mich friert; du träumtl; dir träumt; ich 
bereue: et gereuet mich; ihn dauert: er bedauert. G&ian angesehen besteht 
aber doch eine Verschiedenheit des Slmies; denn das pers&nllcbe Wort Ist 
innerlicher, als das «Dpersönliche, welches gleicbeam erat ein unbestiauntes 
Drittes sezl, wodurch auf das Snbject eingewiriit wird. Findet sich dem reflexi- 
ven Verbum gegenüber ein Impersonales, x.B.ichiciundere, freue, ärgere mich: 
et ieunderl, freuet, ärgert mich: so hat das mich der lezten AaGdröbe eine ganz 
andere BescbalTenheit als das der ersten; dieses tstfelleElv, Jenes nicht; daber 
denn aucb mit reinem (ietühle dem anreflexiven ich friere, träume elc. noch 
ein Impereonaler Autdruk: mic/t friert, mir (räwnl zor Seile gestellt Isl. Noch 
fOtalbarer wird dieses bei der drilteo Person: er ärgert sich , und: et ärgert ihn; 
tie freuen tick, und: et freuet sie. 



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ImpersoiMlia. 235 



Fast von Jefcm lolransUlv und Btflexiv IUI steh die driitc Person des 
SlngalarB ImpwBOiial gmezl denken, z. B. e» gtuhl; et bTennl; e» lauft über; 
M eiU; et hat £fle; et vertteht tick etc. Bei nicht wenigen aber )iat derSpNCh- 
gebraacb sieb gegen die Imporsonale Antreudang enischledcn, und niemand 
sagt z. B. M tekämt mich, et erholt mich, fBr iek tchäme, erhole mich. 

nnrcta Vorscblebung des personalen Pronomens wird jedesmal das nn- 
beslimmte Heutralprooomen et BberEIOssIg: mir tnan^eK.- es matigell mir; mlc/i 
Mnki: ea Mnkt mir. Die JVIederholuDg dieses ei nach dem Teriiani fst zwar 
KUlüSIg, abemkht erforderllcli : mir mangelt es; mich dankt es. Kar die Imper- 
sonalia, die von iielnom personalen Pronomen begleitet wwden, mOEen dieses 
et noihwendig beballeo, als: et taget, et tckeint, et regnet etc. 

Anch die drille Person des Singulars Im Pusslvum kann linpcrsoDal stellen , 
als: et wird gernngen, getungen, gelAutet etc. 

Au&erdem verwende unsere Sprache das nemtlche et Im Aceutalive mit 
acllven Verba, obne daE es sich auf ein vorangehendes oder nachrolgcud aar- 
beitendes Subslanllv bezieht , noch eine sichere Bedeutung hat ; z. B. es 
bieten, eaverbielen; es bringen, es zubringen; estAun, (reiben; es aujUiaUen, 
außbaden; es einrühren, eintränken, <al:en, pfeffern, einbroken; es. kochen, 
brauen, tehmiden cic. dem Gatt es wol erbieten; es einem Frcw\de bringen, 
subringen (zutrinken); er itt nicht der Ehren, daß er mir's zubringt (das Glas 
mit Wein); es daAin bringen; ich hatte es an ihm; — es mit einem aufnehmen 
(vom Boden aitf?); es treiben (er hal'i mit Ihr gelrieben); treib' et kurz oder 
fang; es einem anlhun (durch Zauber) ; es itt ilir angethan; es kriegen, es her- 
außkriegtn etc. _ 

Dieses In der heutigen Abslraction bedeutungtloi gewordne et drüble In 
dem tinnlicfien BegrllTe der Vorzeil ganz gewIE etwas atigemein bekanntes auG, 
worauf es bei Vollbrlngüng der Sache ankam. 

Etwas durchauE anderes Ist unser ebenfalls accusalives et, das wir dem 
Indniliv voranstellen und das In der folgenden ConsIrucIlOD seine Beziehung 
Qndet, z. B. ich siehe e^vorkeimiukehren; ich unterlaeit es nickt dir sti tckrei- 
ben etc. ienes et hat eine nirgend! aufigedrükte und bloß verttandne Bedeutung, 
wie z. B. In den Worten: er tbat tnir's auf dem Heu. 

Noch ist in Ansehung dieser ganien Lehre zu bemerken, daS t>iewellcn 
die zweite statt der ersten Person gebraucht wird, als, wenn nor zwei sind: 
laE un« gehen, trinken, lingen; wenn mehrere: iaSI uns gehen etc. stall gehen 
wir cIc. Sichtbar Ist dieses eine Hönichkeilsformel , welche dlo Entscheidung 



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236 NomiaalellipBeii. 

anS der Haad des Anflordern^ In die des AnffefwHlerten UnSbersplell. LsE 
uiM dem Valer Wein gebe«; la& um forlMitktn; lasset tuu die Dir»» rw/ini; 
lasset unt tuen und fröMieh tei» etc. 

So vlrtl auch Im Epos die drlUe Peraou nicht selteD darcti tSnoHelies 
Anredea In die zweite lebbaflftre verwandelt, ohne dafi solches den erzShlendeii 
Ton stört; z. B. atto redetest du, ehrwürdiger Pfarrer von Grünau! — Äbtr 
da sagte« t^ind«/;, ehrwUrAigtr UivkUr, tu Hermann. — Aber da zaudertest 
noch, vortiehtiger Machbar, und sagtest. Göfhe. Wann er im proiiendeti Buar 
dir glich, müdredender Spenerl — Wo dich, reicher Greii, umtchwehUn 
lYäume der Ahnung' Top. 

Unter dem Volke gehl noch die tJbung Im Schwange, blswetlea die dritte 
statt da- ersten Person zu sezen, z. B. n^ , dat that Konrad nicht; statt: Am 
IAm Ich Konrad nicht; — soll Ute lieh dat gefallen lattent statt: toU loh Die 
mir dat gefallen lattent 

Vom IVomen im einfachen Saze* 

Das Subslaullv gibt den NameD, das Adjectiv die Beschaffenheit eloei 
Gegenstandes an. Beide sind In Form nnd Begrir einander nahe verwandt nad 
. lauschen bisweilen die Piäze, z.B. d«r Reiche; Jür Blinde; die Arme; da< Jonge; 
der Stumme, Hellige, Jfinger; die Ellern, Altvordern; der Fürst; der Nächste; 
der Gelleble; dt> Liebste; dat heiße ich Sinn (sinnig, vernünnig); datitiyfeii- 
helt (weise); et itt ein Ruhm, eine Ehre (rfihralich, ehrenvoll). — Substantivs 
mit gam, all, eitel, (aufer verbunden, werden adjeetivitch gebraucht, z. B. ick 
bin ganz Ohr (aallnerhsam) , ganz Auge (aufschauend) ; er war eine Wunde 
(ttberall verwundet); dat Kleid war eitel Fezeu; da» Stroh itl lauter MIsL — 
Mit dem Terbum berührt sich das Subslantiv In den Particlplen und Im Inflnillvi 
Frennd, Feind und Heüand sind alle Präsenspartlclpta, so wie eigen, kund und 
gewiß Parllclpla des Prätcritaras. Werden die Inllnltlve reflexiver Verba sub- 
stantivisch, so legen sie gern sogar Ihr Pronomen weg, als: Dnlerwinden lehret 
diel; Freuen und Trauern hat »eine Zeit; Erinnern f«t lüß; statt: sich uttler- 
winden, sich /reuen elc. 

nromlnalelllpsen* 

Den schon oben behandelten Terbalelllpsen zur Seite stehn folgende 
Nominalelllpsen'); alle aber gehn fast bloE das Substantiv oder Pronomen as, 



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Nominaldlipscn. 237 

vell man den AaSrall des prädlcterenden, olcht die Sache, floodem Mot die 
Eigenschaft angebenden Adjecttvi selten erratlien wOrde. Nur In den 59zen 
etwa: iflk war rieben AiAr« (alt), als-«(c. — tr itt fünf Fuß, drei Zoll (bocb); — 
er iit iricW der Ehren, daS er mir'i bringt! sind oHenbar all, hoch nnd fähig 
KIMpsen. 

Es scheint, daS In gewissen Bedensarlen der Namen Göltet, um Ihn nfcht 
- zn entheiligen, auEgelassen wird: behütet bewahre I gebt statt; Gott behütel be- 
wahre, gebe, umgekehrt schent man sich oft et>eDtalIs den Namen TtufH anB- 
tnsprechen, z. B. d<»' — Gott $ei bei unil 

Das Sntislanlfv fehlt neben dem Genitiv , den es regiert. Sie Begriffe von 
Haut, Geeehleehl und FamiHe lassen sich nach solchen Genlllvea am leichtesten 
erg3nzen. SangaUen nnd Sanblatien sind Ortsnamen Im Genitive mit der Nominal- 
elllpse Hau» , nnd sie hIeSen ehemals voltstSndIg xe tanle Gallen hüte etc. , was 
nacbher In ein Wort verwachsen Ist. Ganz Sbllch sagt man anch : ich wohne bei 
Schmids ; gehe xtt Waldmanns ; komme von Hofralhs elc, wo das WortFamtIfe ver- 
slanden wird. 

Anch bei fenlttvIschenAnErnren, z.B. ahLaitert! ditTeufit*! detGvigukt! 
bann der Casns nar von einer Ellipse, etwa von den anEgelaSnen SnbstanllTen 
Vbel, TUke herrühren, wie In den Bedeusarlen: et maeht mir wenig, wo Sorge 
oder MUhe; — vom ledtr stehen, wo liiu ScAwert zn snpplleren Ist *). Sie ließen 
darkHngen (die Spornen, Sehellen, Schwerter); — laß tehroten, laß rett«», la^ 
malm; (die StühUleine); — lajS knaUenf idle Flinte); — dwfc dich nnd laß vor- 
Mergän! {Schauer nnd Slurai). 

Biswellen Ist das Wort Zeil anSgelassen, z. B. vor Essens wird kein 7anz; — 
nach Tisches ein Spiel; — ror Tags oder Nachts. Dagegen sind vormOlagi, 
morgent , abtndt etc. genltlvische Adverbla, nnd In der Eedensart: unter 
Aügutlut, unter Earl dem Großen etc. darf keine Nominal elllpse vermnthet 
werden. In den Au&drflken : Martini, Georgi, Joftanni sind abgestumpfte, so 
Wie In: anf Jacobi, Maria Geburt voll aoEgcprSgle Genlltve mit der Ellipse 
Tag; desgleichen: der ertle, ttoeile Bomung, Mai etc. haben znr Ellipse Tag 
des Monats, raid man datiwte ehemals nneiilptlsch dm cferfmTag des Monats 
/anwar elc. Es ISBl pedantisch, wenn man wider alle 6bnng sezt oder sagt: 



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338 Nomiualellipscn. 

OM achten Boraunss, aitf neunten Marxens elc. , wöbet doch Immer Doch illc 
Ellipse Tag verbleibt. 

Die Wörter Hantt oder Seite elad ausgelassen io den RedeDaartea: dtine 
IlDke »Ott nickt mieten, wae die recble (Auf; — die recbte ans Ben geltgtl — 
lur Italien gehn, mr linken gttraul tein; — tur rechlen liien; — in der einen 
dat Seheerl, in der andern dtu Kreuz; — die linke und dae Cenfrum der ftan- 
zetitcken Sommer etc. 

hat der lehntt Theü (wie latelnlacb dteima pari) , den zebeuten (Uteü), 
geben mO^en, Ist der selbständige anomale NomliUtlv der Zehenlen erwachsen. 

Elliptische RedeoEarten sind ferner noch : wer übtr fltnfiig oder unter 
geohteken (Jahren) ist: -^ den nächtlen (Weg) gehn; — dm krummetlen (PIM) 
eineehtagen. — Der Bote vioUte den aSchstea nider naeh Zürich. — -Setuearx 
(gekleidet) geAn; — au/' allen vieren (FüBen and Bänden) gehn; — den guten, 
ecltliminen, faulen (Tag, Humor) koAen; — Uinde (Seisende') IWtren; — nieU 
auf dem hohlen , leeren (Hafen , Baume) reden ; — den Mriem (Halm) zlehn ; — 
im kalten oder im warmen (Wasser) baden; — »eine Schäftein (Wolle) ine Irt^me 
(Hai^) bringen, im IroJknen haben; — dai leite (FuUer) in derJJou/'e kabin; — 
im trüben (Wasser) fitchen; — doi erste oder andere (Zelcben) läulen; — mit 
dem (tühesfen (Tagesgrauen) au/trecAen; — einem ein üoHe» (Glas) ntfrinJfcen; — 
einen Aalfien (Becher) nocAlrinien; — eine halbe oder gante (HaS, Kanne) »ör- 
lesen; -^ einen lum fteelen (äcbimpl) Aaben; — ebcot xum betten (VergoügaB, 
SpaS', Spiel) geben; — das i*l nicht ohne (Grand, Ursache, Bed^lnng); — 
dae texte (Wort) e(e(* Aa6en wollen; — es gehl auf die lext«{lait, Neige); — « 
guter teil (Zelt). — Einen bloßen legen. Luther. Der Esel meidet die Straßen, 
darauf er einmal einen bloßen gelegt. Frlscb. JBinem den blossen Mnen oAne 
Blalt. Fiscbart. 

Bei den&edensarten: doi tcei(e(Feld)fueAen; — unlerdie leiten (Schüler, 
Srhiizen etc. ) gehören ; — unter den vordersten ( Helden etc. ) kämpfin ; — ins 
ickwarze (Rnnd der Scheibe) treffen; — der Tod ist dat texte (der Dinge); — 
in« btaue (der Lnfl) reden; — das geht int graue (des Nebels), kann ohne Ellipse 
die bloEe Unbeslintmthelt des AuMniks die Erklärung geben , wie 1b den 
Worten: Jutig und AU, Ittein und Groß; alles ins Weile und Breite xiehen. 

Wenn wir sagen : auf iweien eieAn , so stnd FUße , wenn wir sagen : auf 
dreien gehn, die Füße und einSlok, undwenn wir sagen: auf allen vieren gebt; 

UuuohiniBPtiilt, dteinWirUiiAkniiiiAi, 



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Genus oDd Numwua.des NoinenB. 



mi« vitre von «ich tfrefem; Hak mit «Um viereti wehren, so sfiid näaäe unit 
Ftl^ geinelat; desgleUheo In den AnSdrilceo : aUe tMUne werfen , sfud Kegtl; — 
wenn ihn die trfer xu Grab« Iragm, die Sargmänner; — einem alle lekn *** 
Gteieht sehreiben, die Flnpfr zd verBteben. J^fuoj «nzwei ref^tn, Ist elliptisch 
(fir in luei Theile, Slüke. — In der Redensart: die aufi der Btideiuehaft, die 
ttufi der ChriitetAeit, muB Leute BuppllCrt werden. 

Der obllqae Casas wird binOg weggelaisea fn den BedeBsarten: iJou be- 
teahre, bebUte, helfe, lohne, tegne, statt: ffoll beieahre an« vor Waiierenolh'. 
Gott bektUe dae anne Klndl Gott he^e diri GoU lohn' es ench; GM legne euer 
Vorhaben, Essen etc. 

In der seil Luther* Zeil fiblkdien Bedensart: etwas oder einen vtrlrel*n, 
z. D. dat Yoik verlreten, oder: dai Pronamen verlril ein SuMantiv, Ist das 
Wort die Stelle za sopplleren. 

Genas und Numenis des IVomeiu« 

Es gilt die bekannte Regel , dafi alle Adjectiva und gesehleehtigen Pronomina 
itt dem Gtnu* dee Subelantiv», aufreelehet tie sieh beliehen, stimmen müßen. 

Ein prädicieTtes SubsWUiv liat siefi keineswegs nacli dem Genas seines 
Subjects ED richten, z. B. der KSnfg ist die Slflze de* Seicht; — die Fran war 
ein Engel ; — der Berg allein ist ein Hindernis. 

ladessen giM es von Jener ailgenielnen Regel denn doch einige Abweldiaa- 
gen , wo das graramaltsche GescMecht von der Macht des natOrllcben , die Form 
vom Sinne überwogen wird. Bd wird dabei, wie man zo sagen pflegt, xqos to 
atl/taevo/isvov conslntlert. 

Das Xenlrnm Weib erhalt diesem znRiige relative und andere damit ver- 
koApfte Pronomina ImFemlnln, z. B. ichtahnie einWefb, dieeehSneruar; — 
ieh gieng zu dem Welkte und handelte mit Ihr; — ein uTäreu Weib entehret Htren . 
Mann; — mAi Wefb die hieß Semiramis. — Penelopela redet lu mir, die treuste 
der Weiber. GBUie. — Analog werden Präulein, Mäi/Mein, Kädchen, TCchler~ 
lein, die ebenso einen wesentlich weiblichen Begrif entbaiten, behandelt; x. B. 
ich erMikte das TrSnleln Htitf redete mit ihr; — ieh trafd&s Mädchen und iah 
ihr fn die Augen; — dee Burggraf^ Töchterleln, die sprach. — Das Mensch mit 
ihrem BuKen ward auß der Stadt gewiesen. Bei Diminutiven der weiblichen 
Blgennamen scbwairitl der Artikel : da* nnd die Marieehen, Dorehen. DImlnatIra 
männlicher Eigennamen werden hRuBg mll Arllkel versehen nnd als Hascnlina, 
slalt als Neulra, gebraucht: der Jokeil, den Frldll, der Uelnerll, deu Sepil etc. 



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240 Gonus und Numerus des Nomem. 

Aach wenn Bpitheta mt Frauen angewandl werden, die ooderes grani' 
malisches Gescblecbt haben, IlSt sich elu vetbllcbesFronomeDdazii.consIrDle- 
ren: mein Engel, mein Bert! an Aer ieh haite fett etc. 

Umgedreht etn relaUvti JVrolrum zu Hascallu oderFeminlD: ei war ein Söhnt 
das rie ir«Aar; 'ein Vogel war ei, (tna eieHeng; eine Maui ist u, wob ihn erieMrda. 

Gleich dem Pronomen et ') steht In ihnllcher ohIecUver Beziehung, aber 
Dor bei dem substanllveu Terbum und bei Subalantlven, das Üeutnm Otmon- 
ttraUver Pronomina, z. B. das ist äer Mann, das M die Fratt, von denen ick 
tpraeh; — das Mer tind mttne Sinders — dieses itnd die Knechte und ]coe§ 
dl« Herren; — iel dieses nicht der Berg H&wenT — Nebenbei kOonea wir das 
pTCmomen zum Sobjecle auch regelhaft conslruleren: dq itl der rechte Mann; 
Jene dort i$t di« fVau; — diese hier tind mefns Sinder; — aber die gewöhn- 
liche Bede liebt den unbeBltmmlen NeatralaaEdrak. 

DleSprachelhut Qocb einen Sehr lU welter, Indem sie mUUiremnnbeslfmmt 
gesezlen Nenlnim des Demonstrativs zngleloh OrdinaUahten verbindet: das 
ander tind die geitlHchen VerftUn-er; — das dritte tind die b&ten Lütte im Men- 
tehen. — Das sechste tind die Dragoner; das slebeule-die Hutaren etc. 

Am deutlichsten zeiget sich die objectlve Beziehung bei dem interrogaliV' 
pronomen, und wir bedienen uns des wat viel eingeschränkter als des du. 
Dem: das !«( derK6nig, steht ein: was itt der Söntgt nur Insofwn parallel, als 
darbi das ObieeUve, die AuOorderang zu einer DefloltloD liegt. Wird in Bezog 
auf die Person gelragt , so muB es hel&eu : wer itl der Mönigt wer df« Söni§üit 
wer dai Sindf — Was itt dat Sindf wOrde eine DeQnlllon begehren. 

Hingegen bei sBcbllchen Fragen gilt ioat für alle Geschlecliter In Jedem 
Namenis; was itl der Erfblgf was die Vriache? was die WirktmgenT 

Auch das persönliche teer geht auf Jedes Genus und Jeden Numerus , aber 
nicht aaB einem tyniakiitchen Grunde, sondern anft dem formeUenr dat es 
Otfeeliv Ist: wer tind die Frauen? wer itl dat Sind? wer find di« LetUef wer 
itt meine Mutter und wer sind meine Brüder? — teir toerden euch tehon tagen, 
vet wir tindl 

DaB wir das tfeulrum sehr allgemein, auch da we ein sächlicher Bezug 
nlcbt V4>rbanden ist, anwenden, daB wir gern alles Suhjeclive objecli vieren, 
sefielnt von Irühe an ein Gniadzng unserN Sprache, in welchem vielleicht die 
reale Gesinnung des Volkes sich absplegell. Sehr ohJecUv wird der Singular 
dat zu mebrern Wörtern und aach zu Pluralen conslrulert, z.B. Srtme, Zepter 



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m4 Land, das Ut mir entrüten! — Silber, Gold *nd EdetiMn« , alles das uxirif 
ihm retekUch dartebottn. — SehStiheit, Ehrt, Seiektum, alles diea i$t eilet. — 
Welcbes Aal den Vorxug, Ktetnodt oder Uiuehuldt 

numerus. 

Nor des Stnaulari (ählf erschelDHi ElgennameH, die elaem besltmmten 
Gegenslande beigelegt sind, einielaeDMeascbeD, Thieren Id der Fabel, FlQsseD, 
Wäld«-D, Bergen, Ländern, Örteni: ChriHtu, Confüciiu, aetnhart, Donau, 
^euart, Broktn, EUafi, Ural. Sobald aber derselbe Blgmnamen anf mehrere 
Gbertra gen wird, kann er aach Im Plnral stehen ; die Btinriehe , Ludwige, Ottone, 
Wigande , Sa,lman«e etc. 

SobstanttvadesBegrlfsder JHiu««, wlejR«i(cA, Blut, Milch, Gatte , Schaum, 
Sdtimmel , Merget , Gritt , Eeii , Rauch , Fett , Schmeer, Sand , Mehl , Stroh , Stavb , 
FlacK*, Hanf, Werg, Garn, Gold, Silber, EUett etc. haben keinen Plural. Nur 
Bellen kdmmt etwa vor: Milchen, Galle*. Sehävme, Garne, Golde, Erden (d. f. - 
verscbledne Erdarten) etc. 

Auch afiflraclen Wörlern wird der Plural versagt: Verstand, Vernunft, 
Willen, Zorn, Glük, Danit, Trott, RuAm, Hunger, Durit elc. '); besonders aber 
deuaaGAdJecllvenrormlertenFemtDiaBubstaa<lven<r<Ue,£Me, Mlhe , Schwäne , 
Bräune etc. Von firß^e und B6h« aber finden die Plnrale Größen und Böhen 
hänOg alatl. 

Bei Gewicht, Maß und Zahl gebrauchen wir, mit AuEuahme der Femiulna 
auf e, als; Elle, Tanne, Linie elc. leheinbar den Singular tDr den Plural auch 
solcher Snbslanllva, die in- andern Fällen ihren Plural bezeichnen, z. B. dref 
Pftind; zwetlfHatk;xweiaanä brdl; «ecAjFaual dik; Weben FuE tief; vier Schuh, 
acht Zoll und drei Strich; neun BfeE und leehi Buch Papier; ßnfB\M Herxen 
oder Ek$tein; iwei Fa& Bier; drei MaS Wein; vier Glas Punteh; acht Schritt 
lang; zwei Aker lang; leAn Stein Wolle; teehxig Pferdkrari; ein Dampftchif von 
hundert Pferdkrad; xwei Eimer Most; Mwanzig Paar Schuhe; hundert Mann i« 
AijS. Die beiden lezfen bleiben anch Im Genitiv oud Dativ unverindert: in ein 
paar Tapen; ein Haufen ton hundert Mann. Hier muE aber paar nur die Be- 
deutuDg haben einige, efueleA«, und nicht fiini, was man leicht erkennt Id den 
Säzen: mil ein paar Streichen und mi( einem Paar Leuchter. Diese Formen sind 
so ZD beurlbeilen: In einigaa, wie iytand. Buch, Faß, Maß hat s(di dN' alte, 
dem Singular gleiche Plural bewahrt. In audeni der alle Plnral des Hasculins, 



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242 Numerus. 

w)e Aker, slall des neuen Alter, Mann tut JHdmwr; In Jfarfe der plurale IVoml- 
uatlv des anomalen Feminina, Btall ISarke. — Fuf, Ban4 und einige andere 
wurden fehterhalt In die ueniliche Analogie gebracht; denn Itälier. sagte man: 
drter bende breit, tiben tOeEe lang etc. In keinem dieser Snbstanitva läEt sich 
alse ein wlrkllctier Singular erkennen, welcher den Plnral verträte. 

Bei Volksnameu wird Im gemeinen Leben gwu der Singular statt des PId- 
rals verwendet: der Schwede bal atle» verheerl; der Tfirk loll noch ttin Koß am 
0oden«ee frönten; im FeUtzugt widir den FraBzeseo etc. 

In dem Flurale allein oder doch In gewisser Bedeuliuf als Piarale kommen 
manche Sobstantjva vor, InsbesoDdere fiMem, Ltutt, AUvordent, GvbrMiT, 
GeschtcUier , Lappalien, Ordaii«n elc. 

Die Namen einiger Jabiesfeslc nad anderer ZeUen siehu tm Plurale, well 
sie mehrere Tage begretlen : OtUm, pfingUtn, Fattt», FrtmfaiUn, Wiiknarkltn, 
Faßwuhtent Ferien elc. Auf ähnllciic Welse wird der Plural Woehtn von der 
Zelt des Kindbettes, das mehrere Woobe« anJiSlI, ttnd FhUtrteoch*n von den 
ersten Monalen nach der Verheiratung gebraucht.* .ibeh dH Wüten (^aSrns), 
und iniCinämöthen tttn, sagt man vo« dem steh wiederholenden Geburlsdrang; 
ebenso In lexten 2ii^n {Athemzttgen) lüge» , in dm Tölptljahrt» sein ; die J£fnd«r- 
tet^Hke aMßtTtten; m Paaren IrHöen; in Ehren /Mleni lu Gwuttn reden, M<f 
m'cAItn svgibeit ; n«cb Aa(*n litria§e» otc. 

Die Krankbellsnamen Btallern [ tand schämt eh die Vrs^teehten), Matern, 
Röthein, Fleehlen, Frantaten etc. haben die atehrzatal, well sicä dabei eine 
Vielheit von Pialtern nad f leken äuEerl. 

Au& demselben Grunde gewUmtlcher Erschettumg In der Uehraahl geHen 
noch andere Subslanllva fast auEscbUelllcb nur in dem Plurale, als: Alpen, 
Apetininen, roBe*en, Boeea^ NiMe; doch Ist ebenralls AbUch: A^e, Bote, 
Wauerhote und Nif Im Slngalar. Ferner; Beidtl« Jd«r > Stalten, Sporfein, IV»- 
ber», Trümmer, Sommer iprmten, B»dern elc. 

Genao erwogen gibt es oteck- wenige oder gar keine Substanttva, die blol 
auf den Singular oder Plural etngeKhriokt wären; denn entvoder Ist die Form 
des einen Numems veraltet ond läU sich bisiorlsch nachweisen, oder es be- 
stehen eigne Modiacallouen des Sinnes für den Plwal, die der Begrir von Hebr- 
helt, von Wiederholung und andere wu otl veiborgne {irsAchen veranlaBleB. 

piR prädiciertet Substantiv hal elcb schon etw« mehr nach dem Nmueros, 
als nach dent Genus des Suhlects »i richten, tndeisen magmll einem Sdjed 
im Plurale ehne Anstand ein tinpertOnUche» Prädicat im Singulare verbunden 



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Pronomen. 243 

werd«i, als: Ibr ttiä da* Sali der Brie; wir tind ein Spiel der Winde, ein 
Spott der Leute, elü ^egel aller SUtertchaflt lltr leid, ein Lefb; alle Häuser 
waren ein Feuer; wir alle $ind Ohr; Ewel Hnd einei Herr. Tou allen In der 
Uehrhelt eathallnea wird elwas gcniclnsames anEgesagt. Ein pers/inlicher Sin- 
gular des Prädicate wärde aber dem Plural des Subjects wlderslreiten, nnd es 
läSt Bicb z. B. nicht sagen: Ibr all« eeiä ein Löwe, eondem nur seid Löwen. 
Noch weniger unaBgemesaen kann fflr den Plural der Hßnichkelf ein beigelegter 
Singular erEcholnen nud er darf aacb einen individuellen Begrit auEdrüken: 
Ihr leid ein alter Fuehil — Sie lind e^n Gek und Gelbichnt^l I 

Plurales Sobslanllvprädloat zq slngalarem Subject gehl Im Deulscben nicht 
wol an, und wir sagen, anstatt er war ganx Wunden, besser; er war nur ein» 
Wunde, oder war ganz Wunde. Doch Ist noch gangbar: er iit lauter Wunden, 
Schwielen; du bUl mir Eltern und Sinder! brennende l%ränen war der Guß 
leiner Augen; der SIrom toar glShende Flammen ; er iii nur Haut und Knochen, 
wie du Hehlt etc. 

In den Bedensarten : mocA', daß dieie &eine lu Brot werden; -^ lie hatte 
MU>en Brüder tu JHlann, oder: fu Mann halte lie *U>en Brüder; — etne zu Weibe 
nehmen; -^~ die Leute »ich lum Feinde machen etc. sind zu Brot, su Mann, xv 
Weibe, tum Feinde abgesondert lAd für sich genommen, daher Ist auch bloB 
der voran Egehendo oder uachMgmde Accusallv hinzuconstmfert. 

Pronomen. 

Die eigentliche Bestlnimnng des Pronomens Ist die Stelle des Nomens zu 
vertreten, deM«i beständige Wiederholung lästig fallen würde. 

AuSerdem siebt in nnserer Sprache dem Pronomen noch ein anderer Bemt 
za; es Ist nemlich zum Begleller der Flexion geworden, und zwar stüzt 
das periönliehe Pronomen die cerftole, das demondroftte aber die nominale 
Flexion. 

Das pasCnllche Pronomen erzeigt sich darin noch sobstantlver, als die 
Qbrlg«u, dafi es tOt die tieldenersten Personen, so wie (Ür die dritte reflexive , 
der adiecliven Spaltung In drei Geschlechler nicht unterllegl. Fs laSI sich zudem 
als substantlves Abstractnm fassen: das Ich, dai Du; ein Er oder eine Sie. — 
Winne ist dai ein er, iit dai ein sll Ttturel. 

Blanche AuSdrüke, die des einfachen Pronomens Stelle vertreten, sind 
auE Stolz, Demuth oder Dnlerwfirllgkelt hervorgegangen und haben sich unter 
verschiednen Ständen als Titel oder Anreden gellend gemachl. 



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244 Pronomen. 



So verkufiptea iIgIi mit Posscssivea oder auch mit Ihren GeDHIven die 
Subslantiva Jf((/«i(«l, Beidgkeil, Hoheit, i)urcAIa«cA(,k£ri(tudU, Gnaden, LUbden, 
HertiehkiU, Strenge, Vtstt etc. Bescbelden belEt et aat gleiclie Art: Keine 
Wenigkeü, für ich '). 

Die ersle etogreiteode VerrflkiiiiK des Numems beim PronoineD kaaa nlctal 
onserer Sprache selbst zur Last gelegt werden, sondeni ist Ihr vou auSenher 
ingehracbt vordea , da sich la den gothlscbeD , O'änkiBchen nad dentscbeu Can- 
celleien der römische oder byzantinische Geschärtsslyl fortgepflanzt bat. 

Wie Canilanlin, Th'eodotiut, /twlinian Ihre imperaloria majeHai dadurch 
bezelcbneteu, daE sie von sieb redend Pronomen und Verbum Im Plurale ge- 
brauchleD: ebenso Ihaten Theoderichi Pipin, farj der Croj!« und alle ihre Nach- 
folger. Verschledea davon uud nocb SUer ist der PItiral Im Hunde einzetuer 
Schrirtsteller, schon des Cicero z. B. und TibwU, welche, den Leser tn Ge- 
danken- habend , sich gleichsam mit Ihm zur Mehrhell vereinigen "}. Unsere 
eignen laleluiscben Autoren Jomandei und Gregoriv pflegen derselbcD Redens- 
art. Allmällch drang dieser Plural vor in die ofTeoen Briefe der Bischöfe , Abte, 
Herzoge, FQrslen, Grafen and Freiherren; z. B. Wir Konrat, EngelbreclU e(c 

Uit der ersten Person hat also der onnatOrliche Plural des personalen 
Pronomens augehoben. 

Die Könige bedienten ^Icb anTanss nur in Ihren öfTenfllchen Urkunden und 
Briefen des Plurals ; In Frivatschreiben und mfindlich dauerte dagegen der 
Singular tch länger noch fori. 

Im neunten Jahrhunderte scheint lalelnlsehen Scbrinstellern das Ihnen 
der Könige schon geläuDg zu werden; die Helden unter einander duten sich 
ferner noch. Olftid aber iftrief In der deutschen Widmung seines Gedichts den 
Bischof S(üomon von Coslenz, seinen Lehrer: iha; ir irhiatet; — lAaj fr nük 
Urlut harto '"). Nelker ihnel In einem lalelnlsehen Briefe den Abt von silten. 

Das ma]estati3che Wir Ist In dei' Poesie des zwölften und dreizehnten 
Jahrhunderts fiberall gemieden; weder Gunther und Btel in den Nibelungen, 
noch König Nobel Im Reinhart brauchen von sich dieses Wir. Im zwöltteo Jahr- 



lec H(T>afiiBi>cr iiAiKiben, nn' du ich elaielair KrillVerm«; iddui)! mehr pen«nliii)i(B OfHIiI idii. - 
V 4u prilFndAaii inr «insFlner ftttUMtr, die le^liuli ihre PriTUmeiD Bf« lonntea, ül nitfelul 



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Pronomen. 245 



hunderie und nocb inetar Im drcfieholeu erscheint hingegen das Ihnen fa 
Gedfcbteo fast allgemein *). 

Duten galt dazaraa) wechselwets anter NahverwandteD , uamentllch unter 
Geschwleteni und Ge seh wislerkf Odern. Feirefii Im Panital verlaugl Von seinem 
wledererkannlen BrudN*, das er Ihn nicht mehr ihrse, sondern duse; In Älbreehtt 
TiturH wird bemerkt, dal man durch Ihnen Ja nicht nahe Sippe brechen eoB; 
als Partival mt Slgunt, seine Nlftel, stöEt, ihnet sie den unerkannten, und 
duzet Ihn sogleich, als sie ihn erkamit hat. Dte Könlgswfirde macht einen 
Unterschied; SrietiMU und Gemol ihnen Gunlhtm, sowie dieser £rf«nAW hln- 
wider zeitenwels ihnet. 

Ellern geben den Kindern du; der Vater empdeiig voq Sohn und Tochter 
•Ar; die Hntter vom Sohne Ar, von der Tochter das vertraulfchere du. 

Ekelevte nnd Liebende ihnen einander In der Regel , doch geben leztere 
gern In du Qber. 

Der Geringere gibt dem Höheren das ihr und erhält dv zurDk. In. der 
Saisercbronlk duset der Pabst den Kaiser und wird von Ihm geihrtet. DerE4nlg 
mag jeden Ihm uniergebenen Fürsten und Dlenstmann jluzm , wie Herren nn4 
Franeu Ihre Knappen and Zoten. 

Zwischen Frevndfn und GeieUen gilt du; Pariival und Gatcan ihnen sIcl) ; 
sobald sie aber einander erkannt haben, duxen sie. Nur hCDsche Ritter, z. &. 
Im hoein , ^rzen , und jeder suchte es darin dem andern vorzuthun. 

Motten, Geittliche nnd I^emde werden geihrtet, woför sie selbst ebenfalls 
gegen andere hötlicber sind. 

Das gemeine Volk Qbet sein Dwien fort. 

f,eideniehallliche oder bewegte Rede achtet der Sllle nlchl, und entzieht 
bald travllcbes dB, bdid hsniches Mr. Sigwne, Ihrem NelTen zfirnend, ihnet 
und behandelt Ihn tremd. ErietnhUl und Prünhilt, einander verwandt geworden, 
Auen; aber nach der Bnzwelung ihnen sie steh; im Zorne duH EriemhiU 
wieder. Siidtbrand ihnet Dietrichen, und Im Affecte duScf er Ihn; auch den 
Sftnlgsbruder Gemot scheint Bagene Im Ärger zu duzen, und als sein Lebens- 
ende naht, verglEt er der Hönichkelt so weit, daE er KriemhiUen sogar dust. 
Im Hcein nennt die Königin den Seii voll Zornes du, welchen sie sonst ibrzet. 



•j) LueinitAF Awonn «gnelban Zeil ((kruadicn ild» Binder <!«■ höttieksB Fluni | ■. B. CuiiHMk 
rriariMS, nalili Her«! Pn HUialk. mtcit. VMtt. Ut. Im Lileiii im OitlelUMn bubu bu 4u lkr>« 
coMiMH, ■<> -wi« iIh IHiin hif«arv. Imrömiitli«! laUrdloc ml die Qloiu nd« Woneni wi r""- 
iMi<, <iF BcBcrkinif 1 iir, fünf (r*(«u, iti ItDnoru (min« (ofdimr in pimli. — Du vrrtiUianW 
^■»H rnehFiu im wekuknin JihrhutdcrU «h*« b*i aattrta II. tO. 



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246 Pronomen. 

Im Laote des vlerzehnlen, fnatzeliiileo und iecbsehuten Jahrbonderta 
blieben dteae VerhSItnlsse der Anrede oDgefäbTBo, wie sie das drclzebale 
geregelt halte, nur daS bei Königen, Fttrslen und andern PerBouen bober 
worden Im tonfzeboleo und sechzehnten Jahrhunderte die Titel Majttlät, 
fürtUiebt Gnaden a. dergl. aufkamen, and wenigstens Im Beginne der Rede 
das ihr verhinderten. Zu, Jenen Titeln wurde. Je nachdem man sie Im Singular 
oder Plural anwandte, das Verbum In drilter perton des Slogalars oder Plorals 
constnilerl, z. B. Euer kaiterli<Ae llajestät bat befohlen; — £*er fiirtUMu 
Gnaden sind der Meimato elc.; aber schon das belgelOgte Possessiv euer zeigt, 
da& daneben Immer noch geihnt wnrde , und anS der drillen Perstm konnte In 
Verfolg der Rede In das dlrecte ihr fibergegaugen werden. 

Solche Titel galten auch für den Fall der wirklichen dritlea Persoo beim 
Erzählen, und dann wurde das entapredieDde Possessiv danilt verhandelt, z.B. 
leine MaJMtät (nemllch des Kaisers , Königs) , ttint (des Fftrsten) Gnade» , wobei 
man aber durch den Plural des Terbnins Irrig zu dam pluralen Possessiv ihre 
(ihro) verleitet wurde, da doch das Possessiv von dem auSgedräiten oder rer- 
sfandenen Singular Sönig oder Füret, nicht von dem Titel, «bbleng. Bane mm 
Sehtneinichen hat x. B. fiberall ihro füritliehe Gnaden waren, haben, hatte% elc. 

ÄtiB sogenannten Rhetoriken jetter Zelt iä&t sich umständlich ergeben, wie 
es mit dem /Arien nnd Düren gehalten wurde. Die zu Strasburg 1511 gedrokle 
sagt: der kaiier duzt alte geiiUichtn bit an denpabit; die ffeitUithkeit Ibrzel 
eich in ihren »chriflen; ebemo Ibrzen lieh gleiche vrelüiche filrUen und grafen; 
riller werden von fürelen gelhrzl, außer von hohem (d. ). gebomen) /ärtfnt; 
alle edeUeiUe duzen einander, (und) wen lie nicht für edel hatten, den Ibrxta 
He, tu merken, daß er ei» burger oder nü dozens eon ihnen genoß tH. Keinem 
unedeln Manne, wie hoch verdient oder verltelt er gel « geziemt es, einen 
Edelmann zu duzen, er sei ihm denn nahe verwandt. Kinder ihrten Ihre Eltern; 
doch Kinder der Edelleule duxen sie; dl« Eltern aber ohne AuEnatame dtuen 
Ihre Kinder, so lange diese oipbl in einen hohem Stand treten. 

Da& Eheleute einander tArx(en'), zumal die Frau den Mann, Ist bei Han$ 
von Schieeinichen zu ersehen, der von seiner In lezlen Zügen liegenden Tna 
angeredel wird"): Liebes Hers, Ihr sehet, daß kein länger Bleiben mü mir auf 
dieier Welt itt ; ~ Gott gelegne euch I — Der Herzog duzt im AfTect seine G 

•) Durum ici lii (die ihtttxti) mcA langt Ztil Uli (ejul 



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247 

tan Unwillen Mnt« man den aonat ficdNifen und bei Sailrow x. B. heilt es : 
wann (der Valer) mich Ihraeta wi4 Junik«- kUfit , vmßli iek wol, Oaß die Sachtn 
xwUeken ihm und mir übel ffewani wären. 

Der nnagedrchie Fall kfimml bei Bunt von ScAweinieAen (1. 184) vor: 
Wo* den Hersog ithr verdnifi; dmet die Btrtogin *tnä tprach: da soiil tciuen, 
die Frav Sütlitin itt keine Hwel — iehldat der Btrsogin tine gute Maiä$cheUi, 
davon die FUriUn lauMett. 

£MU«r ibnet und dnzet Beine Praa: Lieber tferr Kethl wisset, dafi etc. — 
KSSt mir Lenken und Bdntfen. — Sage dem 0erm Pwnm*r ; *) GrflSe :S»Men 
NMd Mtoen Setuümtietn- etc. 

8o sUod es bli etwa In d«n Begliin dos slebeozehnlen JabrbaDderts , um 
welche Zelt, wahrscheinlich aach irauiöslsdiem Beispiele, die Benennung 
fferr und Frau olchl mehr wie irBIm elite tcirMicAe Superioritdt des Angeredeten 
dtMf den Anredenden xn erkennea gah, sondern ni einer bloEen Hönichbeilg' 
formel herabsank. Die Cemlalemnff des Worles 0err und Fron, t. B. Serr 
Bert, FriMct Frote Ist Im Aniang des vierzehnten Jahrbunderia schon gfiug und 
gäbe , wie dealsche Urkunden beweisen. In unmittelbarer Anrede licE sich nun 
trelUeli mit diesen titeln das Pronomen «Ar verbiadeni allein man lleng an. 
sie gleich den Obrigeu bftbeni Titeln mtUelbar In der driHen Perion zu verwen- 
den, und als flle Immer welter um sich grlfen, worde bald mit aujigelaßnem 
SubMtantit) das haare Proooaten er und tie zu dem Verbum dritter Person 
conslmlert, slati dlrecte Aiivede zu seien. Dieses «r oder tie überbot dann nun 
die Hftnichkell des tAr, welclies fortan eine bloSe HUtelsture der Verl raul Ich kelt 
oder GertngsctiäEuag abgab, wfihrend dw die unterste Slule anidritkte. 

Im ttük WinketfeUer (Augsb. 1817} beginnt einer so zu reden: Wattn et 
dem Herrn niJ lutcider wtlre, oder er lu anitcorfen nil Bedenkens , mo mdehl' 
ich gern wiMen, uo der Berr daheim, wohin er zu reiten Vorhabens und tcoe 
WHre/ÜAr sein Thttn und Zonen wäre. Dazwischen wird In demselben Buche 
gethrtt. — Goidatt In deutsclien Briefen an Freunde vom Jahre 1610 lArK. Im 
S<m|*Jtci(sim««(MSmpelg.t669) kömmt vor: der Herr wtrdIhmMie6«nt<u«en,' — 
der HeiT wird Ihm nicAl luutder »ein ltu*en. Aber auch mit Ellipse des 
flerr : dfeweil er ein /unjer friicher Soldat itt , will ich itink ein Fähnlein geben, 
wann er will. In CArielian Tfeiten* £rinarren haben alle hänichen Gespräche 
zwislthen Männern und Frauen nichts anderes als dieses er und tie , ohne daG 

ttao. Big iam wiiekwnl« Fitn KtlharinM Memaf 4ual IT 



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246 , ProDomea. 

erst die Substanllva Hetr and Frau vorausgehen. — 1d der FeUtnbwi/ wird der 
Allvater mil er angeredet, glbl aber nur ikr lorük; Vater nod GroEvater Mrara 
den Soba nnd Enkel. Auch, anstatt «tu dtrJteelor suear ftar belilMtU, lo namoe 
«rufu bei Empfang äetDegent ex.^DerR§ctor und »eine Frau nannten unt nicht 
mehr Ihr, tondem er; dtete$ machU utw doppeU Uei»"). — MeiUw SehOntMn, 
iit er'«) oder Ut er'« niebtt") 

Dabei blteb aber dlo Tergcbranbnng der nalQrllchen ProDomlaalverliäiliitHse 
uocb nicht Bteben. Gegen Ablauf des slebzetanlea Jabrhnuderts «wde eine 
Fernere Steigerung aaEgebekt , die mit er, ihr und du eine Zelt lang xa kämpfen 
halte; endlich aber am 1730 bis 1740 den Sieg davon Inig und durch den 
mächtigen Aatscbwung der Prosa Jener Zeil In unserer Sprache leider befesllgt 
vurde. 

Hemlich In Jener Zelt kam als die feinste HAfllcbkelt aof, das er imd tU 
der dritten Pereon auE dem Slogular In die glelcbe Person des PInrals za rüken, 
wonach sieb denn auch daa Verbum za richten hatte. Uan war also von dem 
du auf das ihr, von dem ihr zordk auf den Singular er und tie, von diesen 
wieder auf den Plural ite gelangt, and hatte die zweite Person, statt: d« bist, 
anzureden: tie lindl Das alte ihr begrelR man als Erwidenmg anf wir; das 
er und si» des Singulars eridärt sich aaS dem Sabslanllv Hcty und Frau; aber 
das ueae plurale if«, bei dem keine Ellipse; die Serren, die Firautn, walten 
konnte, wird sich scbnerllcli aufi einem weggefallenen Viro Gnaden"^) deuten 
oder rechtfertigen Ias§en; es scheint vielmehr baare Tersändlgang wider allen 
geraden Sinn and guten Geschmak, bei der man höchstens gewann, dat nun 
wieder beide im er nnd tie geUreunten Geschlecliter aaf gleichen FuS kamen. 

Die ersten einzelnen Sporen des plnralen tie dieser Ari mftgen iwlscben 
1680 bis 1680 aafzawelsen seinf). In Zeiüert eplstolarlscher Sehaikantmer 

•) Ltifs. Armtlrirr I. TS. 7S. 

*"i Oiei* Fnmel Ju nur is ÖlUrrDicIi oud Bi^eiu, lüctil alwr ii 4m Tbeilr ros'AaBUcUul » Bwut, 
4tT von lern Um ITOOiinai^tedcnTonincab; luch mößle ein« Zeil ling dis <«rs Cnd'n neben 4cb jj* 
iiidniBietaramelieineii,wu4*eh ktineiweei der P»U mL— Doeh »Uerffat» ■ *»■ in Koli»taieB Jhto- 
banderte, wie mu iltieh jeden wird. 

*(■, ilnm iltß ttitt tMrJiBMliicH^ Ärilifkrtl tu. mek imait AireA rnnisn« ilicktnm 
kOen rie Htilriiß Jtra», mu trJt iiiirf f^t J«(> davtm Umi imd rtdm^. »ritf a» ä*n jBn4. r 

«/It«« Julii U3t. Suir achltarltiil tiar ni lange mßtn. So 'm*' irll auch, 4afi m 

gm iaf inar leUitB Iriimiim, lin -wiria dir ntiulmu m eil flnänt, daß et- 
Uil durch ir Jekmn lattn iillm, rie wollten mir deeli Ulfn 

Cuuler Br*t tob B. Bai 1131. 




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Pronoitaen. 2^9 

vom Jahre 1G38 kftminl dieses lU auf der ersten Seile vur. Kaipar SHeler 
(der SpOte, serollnus,) in der TVIdmnng seines Sprachschazes von t691 gibt 
dem KurrOrsIeD von Sachsen He; In der angerOgten Grammattk erltielll er aber 
keine AuBkunR Ober die Verbiltnfsae der Anrede; nocb weniger der trfiliere 
ScAMtel. In B6dikeri Grvrubäzen (zuerst 1G90) erBchelnl : ich gebe Ihnen (do 
(Ibl) scbon als etwas gerne loüb lieh es. in der Feltenburg: Jltein Herr, sie belie- 
ben «lü« voTtheükap von ihrem Diener lu iprechen. — Ibnen werden diete Zeüen 
viele Verwunderung veruf4achen;~sle werden zabegreifen wfoen etc. 

Neben diesem tie lieG man abei' die beiden andern Stufen der Höflichkeit 
ancb nicht Fahren, sondern behielt sie bet, nur daE ihr, er nnd das singulare 
tte Ihre Bedeatung elwas änderten. Noch um das Jahr 1780 Ijehaupletea das 
er nnd singulare tie den Rang vw dem ihr. Der Edelmann ehrte seineu Gerlrhts- 
halter und Pfarrer durch die Anrede mit er viel mehr, als mit ihr, nnd wenn 
Fridrieh Oer Große seine taSchsten Beamten oder die Kaiserin Theresia den 
unsterblichen Leiiing mll er ansprachen, so war dieses ewar minder wie mit 
tie, aber ehrender als mit ihr, was uns heute, wenn wir es lesen, anders er- 
scheint. Ihr bekamen Handwerksgeseli , Fuhnnann, Gärtner, Soldat*), Bauer, 
Knecht und Magd; du war fOr alle Dienstboten ein Zelcben längerer Teriraa- 
llt^keil. 

In unsem Tagen, da seither wieder sechs Decenniea abgelaufen sind, hal 
sich die Lage von ihr nnd er TerrQkt; das er und singnlare sie Ist unter das iAr 
berabgesunlcen. Die In der vorigen Periode mit er oder dem slnguiaren lie 
angeredet wurden, erhallen nuu das plurale lie; und denen, welche damals 
ge^rit wnrden, fallt das er oder singulare tie zu. ihr hal wieder eisen edlern 
Werth; gleichstehende Personen auch In höhern Ständen bedienen sich seiner 
nicht seilen; man fühlt, daE es weniger steif Ist als das plnrale eie. 

Eine andere HößiehkeiUmanier besteht darin, daE mau auch von anweten- 
den oder (iftweienden Personen, ohne das Pronomen lie za brauchen, nur den 



Wn üfi Koiual^, 4aß Bimof Btery merl 


ilittt loiBtnwiätlamptHieimirmm rtktHhl; »fer 


mr <a/J «K »üli« , rf«^ «* «w* 'w •" P-U' 


it Kahe a«. haOttrn Miet u kn Kiuf. Jatamnit -ram 


X». Jun ts31. niennB erfibt >iiih, duC Uchi n« 






dt! niif ( HcKiidi »Kn (Utk, iiG rt nsoh writ iller i>t, 


titJtmtnii^altnatriaiiittiaAi. VfeimiiH 
JitumtclU Imlifkrii, lO i» ihm 4Isi wUinii4 de. 






-ÄhiUith, .btr HruQTuI«-, iBTtLirf.«£ e.«-glll. 



•> OBtt tr«ß' «eh, Altrr I •rlmM*l Ut PMfelm T kiu uallt ihr «r tf« Kapft Pftfil. - 



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350 Pronomen. 

Titel selbst Im Singulare Mzt und daa Verboin dazn Im Plorale conslralcrt, s. B. 
der Herr Hol^alfa lind, v>U ieh itht, niekt ganx wol; ~- die Fran Obmmtmun 
haben, teie ich vemalun, gtiUm «in« SehUUenfahrt mttgtmaekt. Desglelehen 
wird von a^wetende» drillen Personen der Plural, des Verbnms la Vertalndoi^ 
mit dem slngularen Nominativ verwendet, i. B. der Herr StaaUralA tind aufi- 
gtgangen; äie Frav Oberßriter habtit et ändert angeordnet. Auf die Frage: i$t 
der Scrr Director lu Haute? emprängt man die Antwort: nein, tie eind ver- 
reitts — uad darin etekl lagleich ein leiser Verweis dafSr, dal man ntcbl selbst 
schon höflich genug war zu fragen: Sind der Herr Director tw Hautet — 
Bmptetilenswerlh Ist diese urbanüat Judaizan» mit nlcblen. 

Wir bealzen vier Stufen der Anrede; Elteni und Kinder, Oatle und Gallin, 
Geschwister, nahe Verwandle, Freunde und Kameraden dnini einander wecbsel- 
wels. In allen Sbrlgen Fällen wallet das tie , selbst gegen GerlngM-e. Niv die 
geringsten Leute werden mit er und dem Büigularen eie angeredet: Knechle, 
Mägde, reisende Hand werkst) urache, KesselOlker, Be(Uer'). Das Ou ntnU cor 
Ebre des bessern Geschmaks allmillg wieder überhand. — Im AOlecte kann, 
statt des tie , ein hcrabsezendes du , auch ein entfremdendes tie f&r du angewandt 
werden. In Tirol hat das ganze Volk an dem du reslBehallea und sich weder ib 
dem ihr noch tie bequemt. Desglelcbeu Ihnl die Sprache der kalhollschea und 
angllcanischen Kirctie, wo bei der Trauung Könige und Königlneu gleich den 
Niedersten auE dem Volke roll du angesprochen werden. 

In die ernsle und edle Poesie Ist das tie nicht eingelassen wwden; w«l 
aber das Mr und selbst das er. GÖihet Hermann iknet seine Bltem, und In 
ro^enf Luite redet der Pfarrer seinen Schwiegersohn wie Anno 1780 mit «ran. 

Liektenberg faal.iu GuM(«n dieser AbstuMngeB geschrieben, und es Isl 
nicht zu leugnen, daE aut Ihrer wechselnden Färbaog die Kede, der lelden- 
scIiaRtlche und komische AuSdruk Neben vorl belle ziehen, wte denn Jedes tJhel 
auch einiges Gute mit In seinem Gefolge führt; aber die Unnatur des G^oen 
und der Schaden, den unsere grammatische Constructlon darunter leldel, sind 
mit nicbts zu bescbönigen. 

Übrigens steht das Adjcrtiv oder Particlp bei diesem tie wie bei fAr Jeder- 
zeil im Singular: GIQkllcher, der ihr «etd/— Verworfener, dtr sie tindl 

Endlich Ist noch anzumerken^ daS vielfach abstufende FSrbnngcn zolrau- 

•) Hemme tnt eilen Kuui , 4er ihn na ein Alnoi« uepioli - Kamt er mir ein VitrfreitkiHlik 



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ProDomea. 251 



Heber oder entnremdeBder, schmelcbelnder oder verSchtlicber Anrede durcb 
SMttantiva , wio Freund, Heri, G4itU, Vater, MuUtr, Engtl, VtUer, Schwager, 
StvaUer, Heber Harn, gute n-aN, Sehat, Jungfrau, Sube, Merl u. b. w-, darcb 
Dwninuiion oder augmentatine Forraeu , ja sogar durcb verschledne Belowtng 
solcber Wörter gewonnen werden; z. B. laß, doli, h dick nickt verdrießen! — 
Gib, VäterlelB, dem Eind twei Jp^ell-llfillerch«a, m( darüber nickl böeel- 
Trunkenbolit , ItHdharl, Nimwtertatl etc. 

Die veränderlicbe Bedenlang der einzelnen AuEdrfike iäEt sfcb aber nur 
nacb Zeil und Ort angeben ; mancbe alerben ganz auE , andern bleibt eine nur 
enge Anwendung, wie i. B. Sckwager'} als verlraHtickfr Namen Jezoauf Fukr- 
ieiUe elugegcbräiikl Ist. ßerglelcben Aoredea sollen gar nicht das efgentllcbe 
VerbältnlG der Freundscban, Verwand Iscbalt u. s. w. bezeicbnen, sondern bloB 
eine BÖflichkeil gewähren, and sie sind lebendiger und bestimmter als die 
Pronomina. Die Cnterscbeldung, welche zwischen unserm er und ihr Uefl, 
vlrd durcb ein solches: mein Lieber, tnsin Freund, Bruder Feindielig, Bruder 
Lüderlich, Brüderchen, gMer Mann, alter Cumpan, Junger GeieUl mit mehr 
Sicherheit errelcbt. 

Pronomen der dritten Person. 

Dem gesc blech Hosen Pronomen erster und zweiler Person parallel lauft 
ein ebenfalls geichlechUosei , dann aber aach In abweichenden Formen ein 
getehlechliges Pronomen der äritlen Person. Dieses geschlechllose Pronomen 
ist You dem Sprachgeiste ofTenbar bloE fOr den Fall geschaffen, In welchem die 
dritte Person") eich selbst toiederkoU teil, oder Bezug anf sich zürGk niml. 
Darum helCt es das reflexive Prontymrm. 

Ohne diese besondere reüexlve Form wfirde die RQkbeziebung der drillen 
Person unverslündllcb und unklar anE dem Grande bleiben , well es der eisten 
und zweiten Person Im Saze nur «in«, (sei sie als Einheil oder Mehrheit aut- 
gefaEt,) der drillen Person aber eine unbestimmte Menge gibl. HeiEtes; ich 
tehe mich, du hont dich, so herscht über den Sinn dieser Worte kein Zweifel. 
Der Saz aber; er sieht ihn, würde, wenn uns die rellexlve Form abglenge, 
bedeuten können: der Dritte tieht den DriUen (d. h. sich selbtt, oder den Ft«r- 
Im, Z«hn(«n etc.). Damm Ist das Befleslv nolhwendlg, daE gesagt werden könne: 
«r sieht, hört, ßhtt etc. sich; — lie toben, tadeln eU:. sich. 



/u ttrHe*! liob ', ff Mm0l ■!< 



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SS2 Pronomen- 



Aul dem Weseu derreOeilvea Form folgt dann wetler, dal Ihr nnr obUqnt 
Casus znsleben, niemals ein rectns, d. 1. kelo NomlDatlv aad Tocallv; aacb 
twgnOgt er sieh mit dem Slngolar allein, der ebenfalls die Ponn des Plurals 
vertrlL 

Die AutdrOke: du mu/It nicht nnlersich (slatt uMer dich) («A«n; ich mo; 
nieht blut^rslch gthen; (eA/leJnledergfcb; ihre Thränen /lelen u\eäenlcb (anbler 
eam) ; *ehau niehl flberslch (statt iUer dich), sind adverbiale Verhärtungen, 
(Wie: et gtkt aUa aolerslch und Bberslcb,) and man vermeldet sie heute mll 
Kecbl. 

In den neueren Bedeusarlen: tit iahen sieb einander an; — He Ittbtt^ gidi 
«inander lote Brüder; — lie werfen sieb einander weehtelweit den Ball m etc. 
Ist entweder das lich oder das einander als Qberflässlg und schleppend ple»- 
iias lisch BuEzastofien. 

Die aUgemeint Segel fdr den Gebrauch des Pronomens driller Person lanlet: 
Wenn ein Pronomlnalbegrif dritter Person sich auf den Im Saze anlgedriUclen 
oder auch nur verslandeuen Casns rectus bezieht, so mnl das Refleteimm; ~- 
wenn er sich ober aaf eine andere driüe Pereon bezieht , so mnl das getchlecMige 
Pronomen gesezt werden; z. B. die £rde bevregl sieb; — der Blis hat Ihn er- 
tcMagen. 

Dieser Grundsaz erfährt fast nar dadurch Einschränkungen , wenn auter 
dem Verbum des Casus rectus noch eine andere Verbalform Im Saze erscbelnl, 
ynd es sich um das auf sie bezügllcbe Pronomen handelt. Dani^ Ist nemlleh 
der einfache Saz zusammengenossen auE einem mchrfacben und es kann Wider- 
streit entspringen zwischen der Beziehung auf das «leAnul« oder auf das liegende 
Verbum *). Das liegende Verbum ist entweder ein manlUv oder ein Partlclplom 
Präsenlla. Die Becliouskran des Hegenden Verbums hal zwar durch die de* 
siehenden einen Abbruch erfahren; allein sie Ist nicht völlig flherwSltlgl wordea, 
und der alte Zwischensaz wirket gleichsam nach. Ist er durch Autlösung her- 
geslelU, so l)ört aller EfnlluE Jenes stehenden Verbnjns auf, das liegende wird 
selbst zum stehenden, nnd Ober die Beziehung des Pronomens berscfat keUi 
Zweifel mehr. Alles Schwanken besteht also blol für den unaufgelftslen eintack 
gewordneu Saz. 

Der AccusHtlv und Dativ im Singular und Plural haben die gleiche Forn, 
beide lauten »ich; der Genitiv teiner, sein, ihrer, teilte« oder «ein Ist anl deai 



•)sio1i« obaa a. >lt. 



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geicUtehlioen PronomeD drlder Person gebildet, selbst auch dMMl,- ve»a er is 
der Tiiat reflexiv, und nichl bloS nuredexlv, geftrsuclit wird. 

Einzelne Antoren zwar haben noch bis In das siebzehnte und achdehnfä 
Jahrhundert das ehemals allgemelu übliche rellexlve ihm, ihr und ihnen fest- 
gehalten ; denn oft liest man In Jenen Schrinen x. B. er hielt Ihm (slbl) die Seiten 
cor Lachen; — lie wotUe Ihr (slbl) damii gäUich (Aun; — manche bitdcl ihr (sfbl) 
em, tBie tQhön eie tti; ~ dtu ließen lit ihnen t^tbi] aJlet gefallen ; — sie hießen 
dea Wirlh Ihnen (slbl) Brot und Wein geben etc. Bei LuOter genng solcher <AMy 
ihr uad ihnen, znmal lo d«r Verbludunr mit »elM, z. B. die Mönche dienen nur 
Ihnen eelbet; — 6oIIm Name iel an Ihm letbil heilig elc. Ja beute noch hört 
man als althergebracht (v. J. 1548): Da» Interim hat den Schalk hinter Ihm.— 
Wem »Ol der uMen guol, der Im gelbe wißeluol. Vrldaidi. Daß et altö tai^t 
lelber teär. Slberdrät. Haben tie eine Schüre bei IhnenT anstatt bei tich.-^ 
Die Butten ßhrlen 10,000 Sameele mit lIineB, anslatt mit lieh'). 

Aach zu dem Infinitiv oder obliquen Parltclplum Präsentls eonslrulerea 
wir unbedeokllch ein anf ihr Subject bezfigltches reflexives tich: laitet die 
Flammen sich verzehren; — wir sehen den Himmel sich surheDen; — alle erbhiilen 
(I«tt sich senkenden Lufiballtm; — er wandte der sich dretteiiden Fahne den 
BMen etc. 

Doch aar den Casus rettus ein solches eich zu beziehen , wagen wir nicht 
mehr, sondern gebraiichen daffir ifas geschlechllge Pronomeni Fr bal teine» 
iFVewnd Ihm lu tagen; — er hieß tie sweimal ihn kälten oder zu küuen; — *tr 
ließ ihren Vater sie (se Ipsam) lachte attfheben. 

Der Genitiv lein oder seiner und ihrer, auf Personen bezüglich und von 
eiaem Terbnni 'abhüuglg , kann reflexiv oder unreflexlv gesezt 'werden. Der 
- Geolllv det oder dttien wird aber neben et nud $ein oder leiner obJedW fOr die 
Beziehung auf Sachen verwendet; z. B. er vergißt sein nichl; — er wird seiner 
mdcAliff,- — (i«p/I«0( Ihrer uot; — die EifeJn erwtiAnen Ihrer fl«m; — fe^eicAoMe« 
Ihrer. Sodann: ieh will euch dessen oder des, und icA tcill euch sein (der Person 
oder Sache) beieheiden, — Ich will des ibe^wahn AoAen; — ieh bin des oder 
dessen fi^oh, und ieh bin es /VoA und Jivftieden. Das lezlere es darf aber nur 



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in cteuo iratUdli mir mkmieh. 


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354 Pronomen- 

XU AdJectIvcD and dem Verbvm Babglanllvnni In efgens Abllehen BedeaMttm 
cODsIrulcrt werden, als: Ifh bin ea tatl; — ich bin eaüberHr^i^g; — »r iHtt 
geständig und überfährt. 

Durch völlige Zulassuag'des tick fOr den reflexiven Dallr tial das geseljlecli- 
tlge Pronomen er, He, ei beinahe wieder seine natürliche Begrensang erlauft; 
in «tcA (In se) sieht wefl ab von dem in <Am (In eo); doch der Genitiv haftet 
nnr wenig erkannt In elDlgen e* und wird aonst vertreten dnrch tHn, Ott, 
dtiieu nnd ihrer. 

Die hochdenlsche Sprache hat sich also beftnflht, die Dnlerscheidaag 
zwischen dem renexlveu and unreflexIvcD Pronomen aofrecht za ballen, «b- 
gleich es nicht ganz damit gelnogen nnd statt der organischen BeflexlTTom 
d^Datlvs zulezi die accusBllve anfgegrlfTen worden IsL 

Possessives Pronomen* 

AnE dem Geniliv der persönlichen Pronomina werden a^lMieitehe abgelel* 
tet, welche sich bequemer zu Sabstanllven ctwslruferen laasen, während Jener 
Genitiv selbst sich mit Terba verbindet, 

Ani alle Possetsiva eretrekt sieb folgende Begel : mit SuA^taNfftMit verbinde! 
unsere Sprache nicht den Genitiv des persönlichen Pronomens', sondern flberall 
das adjecHve Pouitüvwm; etSl für die dritte Person im nnrellexlven Fall wird 
Jener Genlüv gesezt, so lange sich aot Itiin kein unorganisches Posaesslvon 
erzeugt hat. 

Man hüte sich, PoBsessIva, die uachgesezt werden nnd oft anfleet]«! 
bleiben, (ür Genlllvc der persönlichen Pronomina zn hallen; In Vater unser, 
MvlieT mein, der Neffe sein etc. sind die Pronomina wirkliche Possesslva nnd 
die Construcllon Ist kein Graclsmus ; allein diese Nachsezang klingt benle sogar 
In Liedern atfecllert altertOmlicb tind sie Ist daber mit Vorsicht anznvendeo. 
Gut isl z. B. (Lnk. XIS. 42.): .0 aaß du bedäthleit doch, und war an Mttm 
tage dein etc. statt; an Meten deinem Tof«. 

Bei Verbau (rnctoren Ist ohne Ausnahme, wie schon gesagt worden, der 
Genlllv des perttinlichen Pronomens zu verwenden, z. B. er ntmt tieh meiner, 
deiner, seiner, ihrer (ejus et eorum aul earum) an. Bei Substantiven trit aber 
stets und fiberall das flectterbare Poitetiiv ein. 

Die Bedensart: äai gehört mein, dein, sein, Ist der latekiiscben hoc auM 
meuiR etc. ganz coutorm. 

Neben $tin wird auf entferntere Suhjecte der Genitiv des Demonslrativi, 



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Pronomen. 255 



Jedocb ulcht lu der Form des Artikels, soDdern tit Jener des Belatlvs, bezogen, 
da wo Bonsl Zweldeollgkelt oder völliger MlGversIand erwachsen würde ; z. B. 
ei begegiteUft tnir der Gärlncr mtl seinem Bruder' und dessen Frau; — wir 
^rochen von seiuem Tod und dess^ Folgen; — der Amltnann mit seiner 
SehweiUr und Ihrem Sohne; — aber: die Magd mit Ihrer Nißel und deren 
Tochter; — die Fürtten, Ihre UnteTlhanen und deren ^doobenetc. well hier das 
ttr«r oder ihre, statt deren gesezl, ein HIE Verständnis erzeugen mQEte. Istaher 
nnr Bezog auf «in Subjecl vorhanden, so klingt d«Men oder deren stclt und es 
wird teiH oder iAr vorgezogen: der JUann und seine Frau; — die Tochter und 
Ihre Zofe. Selbst wenn von vomelunea Personen die Kede Ist, wo einige Vegel- 
miElg detien und d«r«R tÜT sein und iAr zu gehrauchen pDegcn , z. B. d«r König 
und dessen Gemahlin; — die Kaiserin und deren Schteeiter etc. Ist es ebener 
und naIQrllcber, das' Possessiv zu verwendea und zu sagen: der König und sein 
Bruder; die Kaiserin und Ihre Schwetler. 

In der Poesie können die desien und deren meistens gespart. Im Gellecht 
der Prosa nicht vermieden werden; pedantische oder nnbehoime Sebrltlsteller 
haben sie nicht seilen mlEbraucht. 

Allgemeine BemerlcunKen über das persSnllche Pronomen* 

Dem persönlichen Pronomen wird oft unmittelbar ein Snbilantiv als IVä- 
dieal beigefügt zu Tadel oder Lob: ich \arr! ich Gauch! er Schalt sie Gant! 
ihr Blume de« Adels! er Spiegel der Ehren etc. 

Alle pcrsünlichen Pronomina liönnen durch den Zusaz von telb oder telbtl 
verstärkt werden: ich selbst, du selbst, er seiher, tie selbst, et selbst, wir 
selbst, ihr selbst, mir, dir, ihm selbst, mich, dich ihn selbst, mein, dein, «ein 
selbst, und meiner, deiner, «einer selbst. 

Den Possessiven rOgen wir das Adjectlv eigen hinzu; mein eigen oder 
eigenes Haut, »ein eigner SoAn, auß ihrem eignen JUunde. 

Slruclureu wie: det Yatert selaHut, der Mutter ihr Eleid, der Sinder 
Ihr Spielzeug; mit det Grafen seinem Soch; er denkt ihm, wie des Goldichmidi 
sein Junge; det Schäfer* Thomat seine Suren; detAmlmanm sein Gut etc. sind 
heute verschollen. 

Nach Terba, znmal nach Imperativen, pflegen wir den Dattv mir und dir 
oder euch und uns einzuschalten, ohne daE Ihm flberall eine bestimmte Geltung 
znkammt, (der sogenannte datixmt ethicut,) z. B. teh habe mir eine rechlt Lutt 
daran; —ich habe i\r da viel Leute getehen ; — du W«l mir ein reeAlerffeld.' — 



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256 Von dem Arttkd. 



ick hob' euch da Wunder erleden mäySe»; — komnu mir nttht tBUder toi — 
gib mir wol Ächlungt — habet ihr mir allet oräentliek außgericMetf — ich lob* 
mit äie Tolbe Farbe,' — wir toben nos da» Frtie; — da» war dir eine JmiI; — 
dat itt euch ein Jubel geaeien ; — denke dir , dai war der Fremde; — tbr weiß 
dir viel Dinge zu ertäklen'). In diesem lezteo Falle könnte statt dir ebensowol 
das ganz onbesllmmte einem, wie soiisl oft, gesezl werden. Einigemal Heften 
sich Ellipsen aonehmeni so daG ein solches dir etwa slünde rOr die ganze 
Bedensari : dat tage ieh dir. 

Auch der Dallv tieh erschein! anf diese Art, aber viel seltner! He tollen 
sich et haben; — tie mögen sieb'« an die PeiUehe tchmierenf 

Von dem Arti^et 

. Vächsl dem'persSnllchen Pronomen zieht das demonstrative die Anrmerk- 
samkell alit sIcH, vor allch) der sOgbnanlile Artikel. ' 

Der Artikel In seinem UrspruDg erscheint als ein demonsWallVes Pronomen, 
das nur allmSllch zn einer fast bedeutungslosen gramOiatlschei) totm herabge- 
sunken Ist"). Die seschwaclile Fleiton des Nomens hat Ihn nicht zuerst hervor- 
gerufen , wol aber sich an ihln gesläzt, ihn fesigebalien and vervieiraiUgL 
Gleich dem persönlichen Pronomen beim Verbum sieht er anfangs beim Nomen 
in besondern Fftllen als herzugernfeaer Begleiter nachdruksam; bald znr Bürde 
geworden schleppt er sich fast allenthalben mit und gewährt ein Bild schrank- 
loser GrÖndlichkeil. 

Man kann mit nlchten sagen, dat der Artikel die Stelle der NomlaalHeslOD 
vertrete; denn die Kratt, verlorne Casus zu ersezen, beruht in Präpositloneii. 
Aber der Artikel, indem er die Im übrigen Kornea ganz oder meist erloscboe 
Flexion an sich selbst festhält, wlewol auch das nicht nothwendlg geschieht, 
erleichtert und regelt diesen Ersaz. 

Der Artikel trll sowol dem Substantiv als dem Adjectiv hinzu, Ja er kann 
auch Pronomina näher bestimmen helfen. Gewöhnlich aber erhält er seine 

[»iir.— t«.«r.AiK*. 





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Von dem Artikel. 257 



SIelle vor Meeea Wfirlem unmittelbar, doch ohne Aolehnuag, die nur In 
■ellnen Fällen statlüDdel. 

Eodlich verslehl auch dte CardlnalzabI ein das Amt eines uidteUimmten 
Artikels. 

Der Namen GoK behauptet sich ohne Arllkel, auch Im nachgesezien Ge- 
nitiv: «in Mann Goltee; — tfpr Engel Gottes; — die Gäle Gottes; — Uider 
Gottes! — auch belEt es noch: 6ofl Vater, Co» Sohn oder fioK der Sohn, GoU der 
belüge tielst. Schon Luther Qbersezt Im obliquen Casus: Gotle» des FaCert, 
SoU dem Vater, Gott den Fattr; allgemein aber: Gott der Herr, und nur im 
VocaUv Berr ßoUl 

Personlflclerte Wesen entäuEern sich des Artikels bisweilen, aber doch 
sparsam, z. B. TiösTeiu sprach: ich iteehe dich ; — Hähnchen ipraeh'). — Untreu 
ithlttg »einen eignen Berm. — - Binnt Wässerlein über den neunten Stein , lo Ut 
a wieder ketueh und rein. — Trauwol ritt dat Pferd hinweg. — Wasserkrug 
iBttr Kie klug. — Wüst (Aal wiUt. — Ungeslöm will durchdringen, und sollt' et 
der Xonn' ein Sind bringen. — Welt i»t uni bleibet WelL 

Eigennamen der Menschen Im Casus rectus entbehren des Artikels ; doch 
der vertrauliche Ton des Umgangs oder Nachahmung der gemeinen Sprache 
tagen ihn bisweilen hinzu : der Wilhelm , die Marie , der TiUy , der Wattentlein, 
der Seli, der MöUoli etc. — Djrä- Jotua war doch auch ein Soldat. — Dai 
i>t der luther; — da- Vtomat Mümer. — Nach meinem Tode sollen die 
fapiilen allerent den Lulhef rieht fixten. Luther. — Der ZvHngli itt ärger, denn 
der Ökolainpad, lautet beiier il«nn also : Zwingli ist ärger denn Ökoiampad, Luther. 
Dieses halten wir heute nlchl mehr so und luther selbst entziehl den Eigen- 
namen weit fitter den Arllkel, als er Ihn sezt. — So kömmt der Karl nach 
Baut. Gälhe. 



wiadarholendfB Jon» Kr Kinia-.Mtitler KkitI ien Jokili '»»i^, loU di> SMi idAhIHAi. — JoksU viU 
nit Birli tthülltln , Birli mallni nil fMtit. — Bihikt dir Xeiittr •tHunili 'nauß, loll dm Joktti iiißra. — 
Hallt inMiiJlJokeU ttißm, 3t,-kf,ÜuillmtKtli,iihitl1n, KtiitcaUmnU fsllm. — SthikI 4tr Mei- 

iFiGen, Jokeli wi« Ri( Birli «Mnff*, KtÜ molln nil falttit tte. Sa ataitttet Mraler tuitti itiTuMstt, 
■■«uPrficdilBimBiMB; «uWütirti, iin <» F«ucli in löithcn ; luKüMI, am das WSsBerHin unn- 

ftHaplniAliaii TeoTtl vi» h Astnun «o/m; AtmmttM will im Mtnttr tlraftn: Ketftt mill nu KvhW 
nU«*(«i; Kühli teilt n Wbiarii laufnt; Wjwinli rilt ■■ Frarrli lüiehm; TtvttÜ mll ■■ PrSrcK 
«rmiflii Priteli vill mHimdli lektagm, Huadli will n J»ke]i »«^y JAeümlltmBitÜ tcliitaln, 



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358 Von dem ArtikeL 

AltrlliallTa Mdien meleteaH mit ArHktl den Mgauumen von Penonea 
nach: Earl der Grole, Beinrich der Togler; Juda* der Enschelm etc.; doch 
erscheinen solche zairellen ancb ohne Artikel: F^riärteh EoÜibart, Httnridi 
lasomirgolt, IVolker GroGlIppe, Bxchard LOwenherz. Cmgedreht wird In: drr 
Makr Heir ComtliuM ; ütr faii/tiUMHi Herr ScAm<d ; der ZeugMtiiter Herr Stifrid, 
S(eU der Eigennamen nactagesezl mit Serr immlUelbar davor. Dagegen Ist gSng 
und gibe; die Frsa Maler Bernau, die Fran Ze*g$climid Vanner elc. 

I>er Vocitiv bekBmml den Artikel nie; mch In der Anrede nach Serr and 
Fn* Beten wir keinen Artikel: Berr Grafl Frau Gräftal 

Aber Im obllqneii Casus erwehrt sich die Sprache auch bei den ElgennamM 
des Artikels rawellen nicht. Wir sagen zwar Im fieilllv : GOthes Wtrke, Schillers 
ßtttehU, CiceroB Briefe; anch wol.lm Aecusallv dentscher Namen: fah Uu 
GiSlhen; aber im AccosalfT fremder, wie im Dativ aller Namen Ist dem Artikel 
kanm astoiweichen, well die Flexion mangelf oder ahgenazl Ist; den Cictro, 
den l¥Biu$, dem TfUMm, der AfpKt; auch tan GealUv, wenn die Flexion an< 
statthaft Ist: des Gervlnns XweA in Miner GttehiehU Atr dtuUehen Poetie; dM 
Asmua ScArt^m; des Brasmns ironit etc. 

Dieses shid anwldertefbare Beispiele defOr, da& dnrcti den Artikel einige- 
mal der FlexlBB aargeboHitn werden soll, 

Fluß- md Bergnmmen haben d^ Artikel , aaEer wo ivel hinter elDander 
verbOBdeB sl«hn: Rhein um Haln/Hejtcn nuawnen; — ^oaxa und Rhein /KsjEm 
«fcU iu««mm<Nf — au^Bodensee «wd Bbeln. Aach In der Formel: lyWirrMf M 
Rhein, flirrsoff bei Rhein, MelM der ArUkel althergebraehterv^se anB. 

Namen der LAndtr, Örttr and StAüe melden den Artikel : fleMttctfamd, 
JIMUtn, S^rim; Mmfax, Bmi, Wie*, ParU, LmdM. 

Einige Jedodi , well sie Composita sind, iQhren den Artikel ihre» lexten 
Snbslantlvs: dai Sreiigaa, Bfgau, Sundgau, Älgäu, Thurgau, Arga», EUtt- 
gati']; dl« OtUkük, BeickeiMu, Mereraa; dat FriktM, ZUUrthat; da» (nicht 
der) BUali; «nBerdem: die Schwtii, dit tombardH^ die Türkei, die Tatarei, 
die jEV'tnun, die Moldau, die IPiearäie, die Yendee , die Baar, die Waltaehei; 
diu Btmnat, dat Dekan etc. 

Die Würde, Amt oder GeuKäß bezeichnenden JjMHatiea vor Siaemnamn, 
Im Oebraoebe einmal befestigt , enthehren des Artikels: Kaiier Beinrieh, ElOnlg 



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\'on dem Artikel. 250 

OUo , Prins A'art , Erikerzog Atireehl , Graf Budolf, mUfr Gtrhart , Jiaüier Hani, 
MeiiUr Sachi, Herr Ditlrich von Bern, Yaler £Iatu vod derFlüe, firuder 
Auputin, Pater Domingo, Dodor Fatut, Magister Letiing, Profeuor Kant, 
Frau Müller, Mutter Agnei, Schwe»ter Agalha, FÖr$l«r PUnis, FUeher Sinharl, 
Smekt Suprecht, Soldat Winter, Oßcier Moriz, General Laudon. Hiebt ab<» 
Helen sieb Eind, Sokn, TotAier auf gleiche Weise vorsezen, well sie keinerlei 
Amt, Stand oder Würde anSdrOken. 

Jenen Titeln ist es eigen, daG sie Im Genitiv unverändert bleittea ond die 
Flexion des Kamras allein bliwelchl; z. B. König Heinrichs Thalen; Matter 
Rudolfs Stammttaut; Erthersog Karls Feldtuf; Prinz Wlttkelm« CcnoAli», 
laeieter Sacbsens GedicMt, Paler AtoaEianis Bui und i^ der Wett elc. 

Allgemeine Begriffe, wie sie z. B. In Sprichwörtern niedergelegt sind, 
überheben sich des Artikels, zomal Absiracia wie Freude, leid, Liebe, Tugend; 
t. B. Armut im Alter tceh thul; — Geld Ut der laann; — Morgenslund' hat Gold 
itn Mund; — Untreu lehlug »einen eignen Herrn; — Tisch ins Wasser;— Möncli 
Im Kloiter, Dieb an Galgen ! — Halb Flach , Aa» Fleisch, fi( Fisch tiocA Fletsch ; 
' gar Fisch iet Fisch , gar Uaan iit Mann '). — Strib in cnztcci und wir lind frei! 
Luther. 

Auch bei sein und werden mangelt er: es iit Tag, e* wird Wlolcr, der 
Gesell iit Meister worden elc> 

Da der Plural eine Mehrheit oder Vielhell bezeichnet und also minder 
individaell ist als der Singular, so darf er «tt den Arfibel weglaäseti, #o ihn 
der Slngniar nolhwendig sezea muG; t. B. man pflegt zu sageA: StSrdlte nisieu 
auf Dächer; der Singular aber fordert: der Sloreli nistet a*tf Dächer. ~ Ich will 
Boten senden, Briefe <cftr«fben, tnuE im Singular helfen : einen SotCTt ftftden, 
einen Brief eehreiten. — Zu FQGen legen , bei Händen haben elc. 

Damit berührt sich die Elgeohelt, daG elnzetnä SubStatttlVa ZVdt- deü 
Artikel begehren, zwei neb e& einandci: stehende Ihn aber beide aufgeben könüeb, 
z. B. man sagt: Leib und Seele halfen svsaminen; — GtOk and GiaS, J^Mmter 
und Wüiter, Tag' und Nacht ; Berg und thal ; tfaus ttnd tlof', ChrlSäm «Af^TaUf; 
Sattel mna Zeug; — SoA tehuf Jhttte »md Mtästbem; '- uumh V*lk vm* Fürst' 
einig «tnd; — Sonne und Mond t»erd»n vtrg«hn, Bafegen nivt' ed hdlSfA: die 



dcnaifleletiipreAei fif Ul Kmwt grfBi Kum. Itta >o «prinM «ai: Slük um Sink , Asf« umAot«, 
ulMraul, eellmatU, Ltlk im Liib. In «clcKfnllFfeii die AclikeDiHier uGbtiinui, Ittin *>6 



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260 - Von dem Artikel. 



Seele leM evHt; — der Leib wird tu Slaub und Erde; — das GfOi Ul wellertee»- 
dtick; — Gott tchuf die Tkiere; — leenn das Volk einig iil; — dl« Sonne teiri 
vergehn. Bbendahln geh&rt das obea aogeffilirte BelHplel : Rhein and Main, 
Donau ond Rhein. Dos allelD siebende Sabstanllv lebnt sich an dea Artikel; 
beide verknQpn gewähren sie einander Halt ohne Ibn , nnd zwar um so fesiem, 
weDn Alllleralton and Beim mitwirken: Wind und Wetter; Sind und Stgel; 
Land and Leute; Wunn nnd Waid; Dielet und Dorn, 5(eln und Bein, Saut mii 
Braue, Stok and Blök, Acht und Haeht, Zoten- und GnotenUeder , ftber Rutk 
und Buteh, mit Hom und Amd gleog er zu Grand; weder Poet noch Propket, 
KUlen und Saiten; Trib nnd 3^01; mit Halm nnd Colin; Wur» mn Wurrt; 
Ww*t Wider WutiI; JfflcA nnd Blut; wie ea GoU nnd Garbe irfM. 

Der Gebranch, bei solchen paarweis erecheloeoden SnbslaotlTen, sie 
mögen mit oder ohne Artikel sieben , das Wdrtchen beide mOElg voraozusleileu, 
wfe Luther bo gerne that, z. B. beide Tag und Nacht; beide Wo^und Lamn; 
beide der Jäger und dat Hörn; beide TrUbial und Schmach, Ist veraltet niid 
klingt pedaoUsch. Nur wenn es nachdrukiam wirken mot, findet es uach- 
gesezt noch seine Stelle, z. B. GoU tchufsie Ja beide, Thiere unä Mentchen ; — 
Tochter und Sohn tind mir beide gleich lieb ; — Gesex und Propheten , beide mifin 
erfüllt werden. — Wahricheinlich aber hatten E und O beides die Sürze uHt die 
länge au vertreten. Jak. Grimm. 

Im Gegeosaze hlezD wird bisweilen der Artikel wiederholt, zumal in 
Liedern, z. B. der Brunnen der war kühl; das Bad das iit gebrochen; die Lieie 
die hat ein Ende; der 5leme der begehrt man nicht; der Wirt der hieß nm 
Zapfen; der Stab der ist gebrochen etc. die Bist die war groß; das Sehteert 
das fog er hoch; der Miit der toU iHnken; der Homuß der toll dießen. Stall 
der Wlederholimg des Artikels wird manchmal ancb das persönliche Pronomen 
dritter Person verwendet : der Blumen er muß fallen; die Fidel sie wird Idingen. 
4a* Heer, e> kam gezogen; das Laub, es wird bald riten; die Könige sie wer- 
den hören. Die ReHe gewinnt dadurch Buhe und Nachdruk. 

Han unterscheide von dieser Wiederholung Ja wol relative FQgungeD, wie 
I. B. den Pfeü, den er getehoiten; die Magd, die lie gedungen. - 

Als Collecttvaubstantlva ohne Arllkel werden die Adjectlva Jung und AU, 
Reich und Arm, Groß und Klein, Dik und Dünn, Wild und Zahm ete. In Ver- 
bindung verwendet. Über alle Bös und Gnl, Eleln und GroS, Ealt und Warm, 
Dürr und GrQn. Luther. 



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Von dem Artikel. 261 



Oblique Ca»Mi ohne Arltkel: 

Der GenUiv nacbslehend nar Id find Gottes, Mutter Qolles, Jfan» Gottes, 
ctue Mar* Goldes ; eine Vnsahl Flache ; ein Haufen Leute ; auch tm adverbialen ; 
Zeit Lebeiis (per omoein vl(am), wie mtl ProDomen Zeit meines Lebea§, Zeit 
ihres Lebens elc. 

Soust wird der Geaillv, welcher toi gea sollte, melslens anfgehobeu: sieei 
Eimer Honig, drei Scheffel Korn, «in Simri Salz, fünf Laif) 'Stni , ein Fayi Öl, 
«in Glas WclQ, ein Krug Bier, xvei Vlatchen Essig etc. 

Vorstetaeud erscheint der Genitiv uazähllgemal : Gottes fiilf«, Schellen 
König, Herzen Dame, und In allen FäUeo, wo sich uoelgenlllcbe Composlllon 
bildet, z. B. mil Gemsenfreche etc. Auch In die Mitte genommen werden kann 
dieser Genillv: da> GotlesAawt, die KÖnIgsdurg, der CardlnalsAut. HäuQg aber 
geleitet den vor- oder nachgesezlen Geolllv der Arliket : des Vaters Freude, 
die Freude des Valeri. Der Fügungen dieser Art sind somit vier zuläSIg : Waldes- 
saum, fioum des Waldes , des Waldes Baum, der Baum du IT'al(lM;~ÄrDteiei(, 
Zvit der Arole , der Ärote Zeit, die Zett der Amte. 

Der reinere Geschmak bat Jedesmal zu wählen unter diesen vier Formen, 
und leise Unterschiede hängen daran. .Göthes Worte : Wie athmet allei ring* 
hier GetQhl der Slitle ') ! wQrdeu scbou geschwächt , wenn man sezte : das Gefobl 
der SliOe , und noch mehr durch : der 5{i(Ie GefSht. Die Allgemeinheit des Be- 
grirs State will taler den Artikel nicht; die BeslimmlhHl der Stiäe will llia; das 
Allgemeine aber gebt vorauH und wird dann anf das Besondere angewandt. Eine 
uDetgentllche ZusamraensezuDg SliUegefühl wäre vollends anerträglich ; aber ein 
mlttclmäElger Kopf und verschobnes oder verschrobnes Gettthl hätte diesen 
AuGdruk gerad erkoren. *■ 

Den unartikalierten Accusalir haben mehrere Vfrba bei sich, z. B. Schatten 
taerfen, Frucht bringen, Brol esten, Wein Irint«^, Korn tekneiden, Hea machen, 
Holz fällen etc. einige bloG Im Plural : Trauben lesen , Eier legen, Nadeln luchen, 
Gesicbler jcAneiden, Zoten reißen. Beeren p/lflfcen. Briete tcAreiAen, Schläge 
awßtheUen etc. well derSlngular auf etwas zu einzelnes oder zu bestimmtes gebt. 
Präpositionale Formeln ohne Artikel sehr häufig: über Land, Über Meer, 
über Bord, über Feld, Ober Tisch, OberhOfipt ; tu Wasier, tu Land, tu Hand, 
lu Fuß, tu Pferd, xu Sckif, su Haut, tu Feld, tuwegen bringen, lurüi sieben, 
tutheit werden, lu recht machen, tu Dank bezahlen, zuStaub, Erden und 



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263 Demonstratira. 

Ätche werden; tu Gevaler tleha, xv Grunde geba,xu Kraft kommea, tu Amehn 
gelaogeD ; bei Tag , bei Nacht , bei S{rmen , bei Hehl , bei XondKhein ; von Herten ; 
Dor Liebe, vor Furcht, vor Angit, vor Hunger und Dunl, vor Frott, vor Solle, 
vor Hlte; In Perton; an Laden legen, an Stab kommen, an Händen getan e(e. 
Noch Mer nnterblelbl der Arllket , wenn zwei Subslanliva bei der Präposlllon 
verbanden slebn: auf Tod und Leben, Hber Berg und Thal, über Halt und Kopf, 
in BH: und Donner, in Freud uud Leid, in Jammer und Noth, in Wind und 
Welter; zwitchen Thür' und Angel, xwiechen Haut und Knochen; von Haut und 
Hof, von Haut nnd Haar; mit Roß und Jfann, tnil Mann und Haut, mit Sattel 
und Zeug ; auß Kate und Jlfund; tu Land und Walter, tu Slmtb und Atche; ohnt 
Ratt DDd Euh, ohne Sruit uud Erume, ohne Satt und Brot; Treppe auf und 
Treppe ab; Jahr auß und Jahr ein etc. Die Composfla zurük, tuusegen, über- 
haupt, überhand etc. lassen das anrangs In Ibnen gelegne Sinnliche: tu Rüie, 
Ober Haupt und unter Wegen, über Hand kaum mehr nihlen, bo sehr advert)lal 
sind sie geworden. Degegen sind Ina Bett, Ins Thal, am Berge, Im Wattir, 
zum König ertPÖMen, zum Ereut kriechen, zum Schalk und Narren maektH, 
nlcbl formelhatt, soudnn bestimmte AuSdrUke. 

Mehrere Substanllva ohne Arlfbel: Färtten, Völker, Länder und Meere. 

Mehrere Sobslantlra mtt Artikel; der SÖnig und die Kaiterin, det langen 
Hadert müde. 

BloG das erste mit Artikel: der Herr und Knecht; der JHattn und Yaltr; 
die Bie$en und Zwerge- 

■ BloE das zweite mitArllhel: aV.iaächliger Schöpfe HimmeU und AetErd»; — 
er fand Hülfe und einen Arsl'). 

Die Po$*eisiva werden ohne Artikel vorgesezl : mein Hab' und Gut; dein 
Schut und Schirm; setn Alke ; tinser Heil; ihre Leiden und TrMiale etc. 

Es besteht sodann In der Bedeutung ein Unterschied, Je nachdem das 
Substanllv mit «der ohne Artikel zum Verbum conslrulert ist ; z. B. Brol tstm; 
des Brotes euen; äas Brot e»ien ; ela Brot etien; —'We\a trinken; Weines Aabm; 
des Weines genießen; den Wein ntehf tn die Schuhe gießen; eiatnWeinvoriiehen. 

KlgeBtUcbe DemoiwIraflFa. 

Es lassen sich drei BezIehuDgen des Demonstrativs absondern: die blol 
anteigende, welche das hier und dort DPentsehieden läB(, und zwei andere, 



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Inteirogalivu. 



welcta« die nicUaug uadi der NShe oder JCems mUtTw sntsprMhen. 9« ent- 
cprlagen uns die Pronomina der, dieier and j«ner, v«Yon das erste da, das 
svelle hier und das drille tfori auEdrQkl. Dieter und Jener blldeu eloes Oegen- 
eaz; der liSlt neolrat die Hltle, und anl Ituo 1b( der Arllfcel bervorcegtngen, 
wl« wir oben gesehen haben. 

Das Demonstrativ der berGbrI sich aticb mit dem peraSnllehen ProDODien ; 
z. B. mir iet alt dem, lo die Feinen tpeit (sehr Abel); — an dem Tage (la die 
lila); -der, to aber um itl; - er Seltallcf er Gauchf sie ftUHehe Freml statt: 
der Sehalk l der GaueM die glMlieke FttHt 

Wiederholung des erslcn Bemonslrallvs : der nnd der, den nnd dm, die 
und die, da» und dat, wenn man die Namen melden will. 

ras zweite Demonstrativ neben dem ersten nur etwa In üet und itu. 

Das dritte uod erste Demonstrativ verbunden, der Begrif des Fernera and 
KShem: der und jener, jener und der. 

Häufiger verbinden sich das dritte und zweite Demonstrativ als entschledne 
Gcgensäze: jener nnd dieser; dieser und jener; Jene nnd dieie; diete aod jene; 
Jenem und dieeem. 

Alle drei Demoostratlva zusammen, um dag Nücbste, Nahe und Ferne zu 
bezeichnen: ich meine diesen, den und Jenen etc. 

In den Worten: der König von Frankreich und der con England; — die 
Stimme der Ifalur und die des Blutet, sind die bezeichneten der und die nicht 
Artikel, sondern das ertf e Demontfrotiv , wie auK setner Form erbellet , wenn 
man eine Plnratstmctar sezt, als: den Sönigen von Frankreich und denen von 
En(fiand; — das Geschmeide der Weiber von London und derer eon Bristol;— 
die con Bern und die von Zäritk ; — den Bürgern von Slraßburg und denen von 
Botel ward aufgetragen. 

Zwischen den zwei Substantiven gehSrl das. Demonstrativ in beiden tn 
der Stelle Balbtutert: Auch waren an dem Tanze (In der Schlacht) von tent- 
burg die und Baden. 

Interrogaflvmn. 

Das Interrogativ v>at tilgt sich, ohne lu (ragen, oft an den Beginn der 
SSza : was man docA allet hört I — was man doch alles erleben mu^ .' — was fcA dir 
tagen wollte! 

tlbrigens steht das fragende wat ,. gleich dem dat und es fOr den Singular 



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264 Unbestimmte Pronomina. 

und Phiral aller Gescblechtn-: wai m( Gollf was LeuU tind tiet oder was fOr 
LexUe lind tief 

■ Ferner bal gle]cfa dem dai , nur nocb viel hinOger, das trageude utu des 
Genitiv bei sich: vas Rathtt was Wiinäertt was Votkt? was i$t Leidet ihn 
getchehnf was Teafelif was Guguki? In folgendeu und äbnllchen : was neuest 
(quid novl?) was anders? was maehil du hier gute»? uag man die Adjecliva 
eber für !fominaliv als Tür Genitiv nehmen. 

Häufig steht nun bei diesem wai noch für; z. B. wtu ßr etn«r? teas für 
Leute? SfainAoieel kennt diese Form nicht und er sagl: Was uimliceAef eucA Aerf 

Unbesllmiute Pronomina. 

- Die Verbindung des unbesllmmlen and besllmmlen Artikels Ist beute ver- 
acbolleo, z. B. er f<^ein der bette IUann; — etitl ein das bette Wort, teat man 
tagen kann; — eine die allerschöntte unter ihres gleichen etc. Mao muS eine 
Genitivstructür darauE bilden und z. B. sagen : einer der besten Männer; das 
beste der Wörter; eine der allerschvntten etc. *) 

tiberbaupt genommeu hat das uobeslimmle ein lebendigere Bedeutung als* 
das besllmmte der, weshalb beginnende Sä ze Jenes vorauEscbIkeu und dieses 
nachfolgeo lassen; z. B. ein Hirtenknabe der tehrie oft etc. 

Aucb vor stofartlgen Subslaalivea hat das ein noch lebballere Bedeutung: 
ein Watser bringen, heilt etwas Wasserj gib mir ein Feuer , will sagen etwas 
Feuer. 

Für eich ohne begleitendes Subslautlv steht einer, eine, eine« iu voller 
Flexion: einer, der heißt Wolf; eine, die heißt Maria; eines, das heißt Gottes 
Wort, In Bezug auf voran Egegaugne oder ergänzliche Nomina. Aber auch ganz 
onabhäuglg: da hat einer seine Lust mit; das kann einem zu schaffen machen; 
das kann eine su Grund richten; das kann unter eines noch brauchen! 

Neben ander, conluuclfv oder disjuuctlv gesezt, behauptet ein noch mehr 
die Natur des Zahlworts; eines und dat andere; dat eine oder andere. 

Der Genitiv bei diesem Ijobeslimmlen Pronomen findet stall , mit ooth- 
wendlger Nachsezang desselben, In unfer einer, euer einer, iArer einer; 'bei 
der Toranslellung muE Präposition nachfolgen: einer von um, einer auß iwk. 






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Flexion uud ihre Abwernin^. 265 

einer Hnl«r <ftn«n; — sodann vor- oder nachgesezt bei SabstaDtlvcD : einer n%ein»r 
Leute, elüe <Arer Mägde, e\ae» unserer Kinder ; oder; meiner Leute (;\Der , ihrer 
igägäe eine, «nierer Kinder eines. Btl Luther : und nahm »einer RMen eine; — 
der Obertten elaer. 

MltGeuiliv des SnbslaDlIvB nur In; sich tln Leids Ihun. Ich tootUe mir ein 
Leide» (Aun. Geliert. Gleich dem üblichen : sich kein Leides (Aun. 

Dem Plural des Pronomeus ersler und zweiter Person wird, wenn ein 
Gegensaz zu anderu Personen soll hervorgehoben werden, das UDbesUiamle 
Pronomen ander betgerDgt: wir andere, ihr andere. Bei Vergleich uagen wird 
es zawellen dem Subslanllv vorgesezl: da lag er ipie ein ander Schwein; — 
(Aun wie ein anderer Narr; wie ein anderer Schmaroscr; unflätig wie ein anderes 
Mensch; er frißt wie ein ander Thier. Dagegen Isl In den Bedeusarten : er spricht 
ad ein anderer Demosthenet; — lehrt als ein anderer paulug , hlingt als ein 
anderes Er ton Dodcna das mder ein Zahlwort 

Cardinalien stehen vor uud nach dem ander.- iwei andere und andere 
iwei; die drei andern und dte audera dret 

Zu ihm wird ebe falls der Geulllv construlerl: ein anderer dieses Volks; 
eine andere ihre» Gelichters einem andern dieser Art. 

In Jemand anders niemand anders ist anders adverbial gesezi, wie wir 
aucti sagen jemand sonsl niemand tonsl 

Flexion und ibre AbwerAing;* 

Ser deutschen Sprache Isl auGer der älteren und vollendeleren starten 
Flexion noch eine andere secundäre, die schwache, eigen '). 

Beide Decl Ina lions weisen erslreken sich ober Substantiv und Adjectiv, mit 
dem unterschiede Jedoch , daE einzelne Subslaollva dieser und einzelne Jeuer 
Form zufallen, alle Adjecllva hingegen In der Regel beider zugleich ßihig slud. 





ne.a 


keniriti 


d.niW«n 


(B sieht Uichli 




«deBtBtBDUB 


en. »er eine» 


Hb. B. 


<H «Urke Adjewiv 


Defi 


it, «» 


cllWMht 


litfimt, der' 




BBigekeJirt Jene 


iKitfinil, HB 








WM Hl» 


.SUirvfn 




nilifi 


II und D'finil r 


mihneu in ein 




.Dlogi« Itr .liviKh 






l«unAdJ.c 


üv ; ueh Am* 


edien 


eeiehdeeAuSdr 




•»I nnd 


»«(»«IM Atjeed 




ia^jM 


«s der inb 










cgt wol 


tu. ».h«, reicht .1.erk 


der Bclriohlun; ni 
Aof* die lUiKe F 


htauü. Wicd 


rumii 


d.fiir ^.(r«< 


-Bd.«.rr«,C 


u »-eilen 
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smittuliT »U..I n. 


Hw'le 


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difl atHiHUbe ib 


er die ■»/WA«- 


■bgeaehrn von dem 


fürN 










■.1 Bim !>»•« 


di». Wer ein 


Btieoli- 




dTUO 






, niCniadu 








.et«, lu»l.».di 


He 


iMMBiJ, 


«i„i,r\. ü 


miea.imd» 


nierrüee ein nielil üb 




E.1.K 


■her iiiS mehr tli 


inm 


Grund« 


.1.11, für S 


utetudv-gndAdJee 




,l,«äßig.V«. 





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AbwerFuBg der starken Fleston. 



HlerauG folgl, dafi dia subslaollve sUrke oder idtwacba Flesloo fllr die Synlax 
beüube glelcbgQlllg boI, die adjeclive aber durcb Ihre AbbSaglgkell von Tm- 
UUInlMea der Coosiructioa eben erst Ibre rechte Bed«alDDg erlange. 

Abwerning der starken Flexion* 

Hier wird vorerst von den starken Subslaullven getiandelt, dte gSnzI leben 
Wegfall alter Flexion kund geben, d. I- die baare unpeciierle Wwiet darstellen. 

Unter Flexion aber Ist jedwede Vermehrung zu versieben, die das Nomen 
zum Au&druk seiner Genus- und Casusverbättntsse empßngt, sowol das dem 
Casus rectos eigne Geschlechlsmerkmal , als die Zeichen der Obliquität ; Ibrem 
Ursprung und dem datOr elatreleaden Ersaze nach beide höcbst verschiedeit. 

Tor Eigennamen Im Grenitive, wenn der Arllkel wegbleibt, wirft das Tllel- 
wort dte Flexion des Casus ab , nnd sie muG nur erst allein am Ende des Eigen- 
namens erscheinen: lLöa\g Beinrieh$ , Kaiser farli, Herzog FÜttnchi, Fflrst 
Egotu, Grat Sladioru, Meister Wallhert etc. Steht atier der Artikel dabei, so 
neclleren wir umgewandt das Appellativ, nud den Eigennamen nlcbt: 4« 
Königs Heinrich, des FOrsteu Liechiemtein, des Grafen Äuertperg, det Dichten 
Schiller, de» Adlerwirts Maier etc. Folgt auf den Eigennamen Prä[>osillon mit 
Dezei ebnung eines Orts, so wird jenem die Flexion znThell: df« £ied«r Waltbers 
vonder Vogelweide; die Gedichte Hartmanns von Owe; der Frauendienet VMchs 
von Lieehlenttein; der (Uldeuttehe Liederiaal Josephs von Laßberg, oder des 
Freiherrn Joieph von Laßberg; die Conciliengesehichte Heinrichs von Weisenberg, 
oder des Freiherrn Heinrich von Wessenberg etc. nnd nnr da, wo beim neaern 
Brlefadel die Präposition sinnlos ges.;zt wird, trit das s an den Familiennamen: 
Wotfgang vonGölbes Werke; Johann vonTdülleTsGetchichteelc. Doch: dielhaltn 
Dlrlcbs von Bullen, und blnwlder: Franz von Slkingens Fluch; — Göc co« 
BerllchlDgeDS eiserne Hand; — Minna von Darnhelms Charakler etc. JÜinllch 
verhält es sich bei Sezung der LändernameD : des Königs von Frankreich fron«; 
det Kaisers von Österreich Staaten; des Sultans von jron«(an(inope{ Beieh; dtt 
Moguls aUjS Indien Reichlümer etc. 

Von mehreren Eigennamen, sie mögen Vor- oder Zaasaaeo sein, wird 
bloE der lezte nectiert: Till Eulenspiegels Streiche; Narr Klausens Witworte; 
Hans Bachsens Werke; Meister Uriaas Xeit* etc. Ult nlcbten aber darf v<m 
zwei andern fm Genitive beisammen stehenden Subslantlva das erste ebenso 
UBdecllert bleiben ; es muG z. B. helfen: Kriegs- und Friedensbote, Lands- oder 



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Abverrung der sUriten Flexion. S6T 

Sehandtmann, (da* ledere aogar Im «ralea Tbetle remlnln); wtdtr ffoMti- nach 
Violengeruek etc. nicht aber: SrUg~ und Fritätntbolt etc. 

OollecUertbLelbeD, mit AoEDahroe derFemlnIa« auT e, alle ApellaUva vcmi 
Gewicht, Maß uadXaU, worüber schon oben Seite 24-1 — 42 gehandeil warde. 

Die A^jectlva werden nicht mehr so häuflg als ehemals nachgesezt and 
eben darum hat ancb Ihr unBectlerter Gebranch abgenomtnen. Hanpiunlcrschled 
bleibt Immer ihre atlribative oder prädicative ') GeUang. 

Das AUrilml lassen wir fast fiberall seinem Substanllv vorangehen and das 
Adjecllv hat dabei seine volle Flexion. Kur dem mein, dein, tein, und dem 
Artikel ein bleibt sie Im Nomloaliv des HaecuUns und Neulnims entzogen, als: 
mein Vater, dein Baut, sein Bruder,- elu Mann, ein Kind. 

Das Adjecdv alt erscheint gleichfalls vor dem Artikel , vor Demonstrallven 
nod Possessiven nnOeclIert im Nominativ des Masculins und Neulnims: all der 
Jammer; all dat Land; all mein Geld; seltner Im Feminin und obliquen Casus : 
all die Freude und alle die Well; all den Plunder; all des Lärme. — Alle mein 
Blut, alle ihr Vermögen etc, Ist verwerflich; erlaubt und landfibllch aber: mit 
alle dem; von alle dem; auß alle diesem. 

So bleibt welch und ma* oder diei, exciamaliv oder demoDstrallv gesezl, 
In kurzer Form, als; welch TFunder/ — welch «in JtTann/ — welch neue Lieder! — 
was Land «rfd £(We/— dies etniigmal. 

Der verlranllche Ton geslaltel aach das neutrale -et abzustreiten: «in lieb 
Kind; ein groE Geiehenk; ein schön Lied; grfln Kraul; kall £it«n; arm Wärm- 
lein; ein niemalt ftledticli Bert; mein hciS Verlangen, traurig Schikial; wol- 
erzogen find; froh eemfUA. — firo^er Vogel, gtoUVeil; kleiner Vogel, klein ffM(. 

Stolen zwei Adjectiva mit gleicher Flexion unmtitelbar aof einander, so 
darr zuweilen die des ersten wegfallen: ein weiG und $ehwarset Lamm; ein 
scharr und tpixiget Mttser; manch allet Baue; mandi grauer Kopf; gäng und 
päb«r Brauch; mit alt und neuen Märehen etc. Im Cancelleistyl ist diese Ter- 
kfirzang althergebracht : groEherzogtlch baditeher Lehenhof; rürsUlch f&nten- 
bergUche Renlti; gräflldi langeneleinitchet Revier; wolbegrfindet und aufißhr- 
licher Beweis, Kein ererbt eigentümlich Haut elc. 

Nachsezen dürfen wir Atlrlbullva nor sehr mäBlg , oder wo dies formelhaft 

geworden ist; z. B. Valer unser I Mutter mein] o Tfund«r groEI die TafelnaAft; 

. wollet Freund der beste tein; ihr Äuge klar; die Blumen manlgTall und bunt; 



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268 AbwerlVing Üet sUrken Flexion. 

-die Jungfrav rela und mild; ein Räntel hängt ihr an dem XÜnn, mü Märehen 
alt und neu daHni ~ Marx trolcen, April naS: pUU Speicher vnä Faß. — Zieei 
-Giäden rheinisch; vier Mark lilbiscli; drei Thaler aiehsisch ; fünf Pfund eugllsch; 
der lange Winter kalt; — die netten Kleider blank. — Wie gerne toolU' ich de» 
vtrlOTnen Beichiwn allcD misienl 

Im GcgeDsaze bleibt das prädieierle Adjectiv Inuner uDQectlert und unter- 
scheidet sich eben dadurch, vod dem attrlbutlvea, ulchi aber von dem Adverblitm. 
JUelstens sieht es nach: der Himmel ist wolkenlot«; der Abend- wird kühl; die 
Berge sind umucbelt. Doch kaao dieses prädieierle A.d}ec(lv auch vorgesezl 
werden: wolkenlos i»t der Himmel und grünend dat Land; unzählbar sind die 
ateme. Ebenso auch oblique: er schlug ihn lodt; iie weinte sich satt; er laeUt 
«ich krank; er trank dai Glas leer; lief sich müde; machte ihn gesund etc. 

Einzelne Flexionen haben sich im Gebrauche an wenigen Wörtern fori- 
erhalten: er kam Irlerussser gelaufen; ich kann's gedrukler vor die Augen weisen; 
lUr Anger steht voller Blumen., ete ist voller Slots, voller HoehmiUh; die Wiese 
liegt voller Mist; das Haus ist voller Wassers; er singet voller Entsükung '); 
der Bimmel hängt votler Geigen; die Nacht ist halber dahin; mein Geld ist halber 
ausgegeben elc. 

Unabhängige Adjectiva werden gewöhnlich, Je mehr sie die Stelle von' 
Suhslanliven vertreten, fleclierl; z. B. ein Blinder, ein Tauber; Lahme und 
GichlbrOchige. Doch ist zu heachlen, dat zwei formelhaft verbundue Adjecllva 
zuweilen als ein substanlives Cotlectiv bebaiideit werden und selbst. im obliquen 
Falle unDecUerl bleiben : Klein und GroE kam herbei; Jung und All darf e' 
hören; vo» Jung und Alt gilt. das gleich; durch Dlk und Dünn half er sich fort; 
statt: kletjte und große. Junge und alte Leute; dUie »nd dünne Hindernisse auf 
dem Wege. 

Adjecltva der Menge oder Wenigkeit , die sich auf einen folgenden Genillv 
beziehen, werden alets Qecllerl: manche dieser PVauen; von manchem di»er 
Leute; wenigen dieser Thiere ist es eigen, daß sie etc. 

Dnserer Sprache gereicht es zum Tortbell , daE sie streng den tJutwschied 



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Casas abhängig vom Verbum oder Vcrbalreetion. 269 

zvtscbeo starker uod sehwacher Form re!)tgeh8l(«n bat: Jaoger Wein, der junge 
Wein; gtüaea Laub, dag grüae Laub; leichtes ■!fftUhe* , det telcMea Iffuthei ; 
frohem SiMtte, dem frohen Sinn«; relMr Liebe , der retneo Liebe; gute freunde*), 
die guten Freund«; guter Freunde, der guten JVeunde. Im Accosatlv des Sin- 
gulars bei Femrnlna Ist das Kennielchen sctiwacber Flexion zerstört worden : 
rechte Fahrt, die reclite {statt recÄ(en) Fahrt "), 

Im Inflnltlve des siogularen Hascalins und Neutrums Ist aucli der Gebrauch 
fehwaeher Flexion, statt starker, flbllch geworden: frohen Muthti, leichten. 
Sinne«, schweren fferien«, statt frohes JlfulAe«, lelcbtesSinnM, schweres fferieni. 



Casus abhängig vom Verbum otier Verbalrection. 

Das Verbtvn des gazes äuEcrt seine Einwirkung auf das darin enthaltene- 
Nomen dadurch , daE es einen bestimmten Casus desselben begehrt. Es können 
aber zvel bis drei Beziehungen auf einmal durch das nemllche Terbum auE- 
gedrükt werden, d. h, es vermag zwei oder drei verschledne Casus hinter etn- 
and» zu regieren; z. B. er jjoö der tSttin den Apfel; er beraubte den Feind 
des Gewandes; er hieb dem Besiegten ini( dem Schmerle das Haupt ab. Jedoch 
anr retne Abhängigkeit vom Verbo ist hier gemeint, nicht solche, wobei 
Präpositionen Ins Spiel treten, wie das zulezt gewählte Exempel statt eines 
Instrumentalis präposltionai gegeben Ist mil dem Schwerte. 

Es sind hier zu erwägen NominatiD, Aeeusativ, Genüiv, Dativ und Caim 
mit Präposition statt -des /n»/rume»toHs. Auf den Tocativ äuEern Verba keinen. 

EinanB. 

Nominativ* 

Sttbjeet ist der Nominativ In zahllosen Fällen, beim acliven, Intranslliven 
und passiven Verbo, z. B. der Vater liebt da* »nd; die Schwalbe fliegt, das 
Haselhuhn wird geichoasen. " 

Stehen zwei Nominative in einem Saze, so tstdereineS»6Jee(, der andere 
aber Prädieal, und von dem leztern handeln wir hier. Das Kind tctrd des Vaters 
Erbe ; der Vogel wird llügge etc. 

Eklt 1 Büeßni ItebtB H«™i nU / (TbuMf v. EmtJ nnä bei J*«*"- «nHinl wirf, voller eie deDn um» ifcr 



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370 Verbalrcction. Nomiaativ. 

Dieser N DD) irtaUv crscbelnt b«l lein und w«rd«n.' «r i$f ein Tbor; itetolr4 
ein« Närrin. 

Bef (cA({n«n und dünitm -* e* icheint »nt der heilsamste Aalh ; er dUnU tkh 
der Beste m tein. 

Bei allen eines PrSdlcaU ßililgea Paieivis: er wird der König geheifimi 
lie iit die Prinzessin genannt; König Kart, genannt der GroEe; der Poet, iw- 
bmannt Slngof. Im obllqnen Falle mag das Prädlcal den Casns des Pnllclpiaina 
beibetaallen: von dem Sönige An-1, genannt dem GroGen, oder es stebt der 
Nominativ als ApposfUon: von dem Könige Marl, genannt der t^Ee, nnd od 
mit der Ellipse der da ist oder der da ujor: dem Herrn Schmid, königlich preu- 
Bi scher wirklicher Staatsralh. 

Heißen wird häufig In passivem Sinn gebraucht und verlangt sftnach das 
Prädlcat im Nominativ: »Ar Vater hieß der Leldverlrelb , gleich mit: ihr Tattr 
war geheißen der Leldvertrelb. Wird heißen aber Irantitiv, so mnG das PrSdical 
Im Accasallve slehni man hieß ihn nur den lapfem Wallher; man hieß ihn den 
schwarzen Peter. Doch Ist gangbar: tie heißen mich Herr tmd Heister; man 
heißt mich wilder Hacb. 

Bei den Verba gehen, »lerben nnd leben mfiEen Vir nan als belfegen, «d 
ehedem bloE der NomluailT stand : er gehl als Dieb , eis geht als Kuppterin; ti£ 
ttarb als Jungfrau; er lebt als Hagettolt- FrQher galt: det ttarb er mMScb tiitd 
ttarb nicht gol ; wie heate noch miser Passiv : da ieard ich Fran begrüßt Mit 
KÖDlgln;— (o teer^ ich geheißen Fran Vfigltn. — Kfit Adjecttven: ei bricht los; 
die Flinte geht lös ; der Teufet wird lo8 etc. 

Accosallv. 

Der Accnsatlv Ist eigentlicher Oegleiler des Actlvtuns und bezeichnet die 
Blnwlrknng des Im Terho enfballnen Begrifs der Thfittgkelt auf einen andern 
persönlichen oder sächlichen Gegenstand: der Taler lehrt den Sohn; derMnaie 
wirft den Stein. Der Accusatlv gewährt die einfachste and Idcblesle Obllqnle- 
rung des Nominativs und beide Casas Sieben In Wechselbezlebong. Jeder 9az 
mit NomtnallVr acllvem Terbo and Accasallv Ist nmsezbar ht einen Saz mtf 
Nominativ, passivem Verbo and prSposltlonalem Dativ*], dergestalt, dal der 
AccosatlT znm Nominativ, and der Nomlsallv znin Dative wird: der Sohn wfril 
vom Taler gelehrt ; — der Stein wird vom Knaben geteorfen. 



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Einfache Rectioa des AccusntiTS. t7t 

InlrBnatllve Verba, deren ThStlgkelt Innerlich bleibt, »der ntcbl anf einen 
andern Gegenstand übergeht, leiden keinen Accusallv als den des Reflexivs, 
««durch gerade Ihre InlransiUve Natur ?enlSAt «Ird: ich freue mich; ersehä- 
ful sich '). Durch dasselbe Keflexlv können ancb Transillva auf sich selbst 
7flT4kgelenkt verdeo: Ich bergt mich, er bewegt sich "). All diese Accusatlve. 
stetiHi unprädiealiv; dftch kann Ihnen ein Prädieal im Sabstanllv oder A^Jectlv 
hinzutreten. 

Einfache Reclton des AeciisaUvs* 

Es Ist daran gelegen, ant der unObersehbaren Menge von FStlMntir solche 
zu -ffShlen, die etwas fomelhttfUs an sich haben. 
Thun: Bitte, Abbitte, B«ticha{l, Abbruch, Buße, FaU, GefaOtn, Bieb, äeden. 

Reite, Schade», SehntU, Seufier, Streieh, Sünde, Wathe, Werke, WtOtn, 

tug thu». 
Wirken: -GebHi, Taig, Teppich, Wunder wirken. 
Gerben: Baui, Leder, SafUm elc. gerben. 
SchafTcn: Geld, Brot, TorräXhe , Sicherheit, Stihe, BequenüiehkeU , Frieden 

tch«tlf»n. 
Machen: Kleidtr, Geld, Frieden, Freude, Spiel, SOtben, Narren,' Vännlein, 

Fahren, Dutiänie, Weg machen "*). 
Stiften: Brand, Unheil, Frieden, Unfrieden, Elend, Viel tUfien; ein Klo*ter, 

eine GeieOtch^, einen Orden, Seeimetten *H/I«n. 
Üben: Subenitreiche , Boiheif, Unrecht, guCe Werke, Sehimpf vnd Spoll, Itrafl, 

Treue und Bedliehkett , Gro/Hnuth UeH. 
Begehn: eine That, l'nthat, einen Mord, rfne Chart, JJnhößichkeit , eta Unrecht 

iMffehn. 
Banen: den Aker, das Feld, da» Land bauen. 
Haben: Acht, Dank, ThtiX, Streit, Angit, Furcht , FYeude , Kummer, Sorgen Utid 

Ifirth, ein Ende, Streit und B&ndel, Wort, Buhe, Frieden, Xufie, Urlaub, 

Geioatl, Sunde, Snn, Terlangen, da* Leben, Sehnsucht, die Gnade, Huld, 



-)» 
••)■ 

■•■] Dl* Ktdniirt ; timalicta, «itim Mb. hiuIm, Iilkeia OtUieuiiii, itiiJrni flu 
iiaraDTHlinl« Jifcrhu^eitB, »In Wim min nrMiirlt Me i»bn*mtln will , tt »teht a i\ 
limftm a* aUm* ullt ■■#«■•■. UM. BI. Auk im iti rnsliifliiii BpHtkwatUMiiili Wiihi 
leitm. AfTw. IB iiiwCTBTW«»««nrrtt*rt»uia««Rrf«"n"im»r,a»« iit Wl« 



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372 Einrache ßection des AccosrUtS. 

Abttebl, d«H Zwek, Huih, äai Hett haben; recht, kalt, warm w. i. w. 

Halleii: Vith, Sühe, Oetuen, Pferde, Sthweine, Schafe, Buitde und Sazen, 

Vögel, Bienen, EneehU, Mägde, Tagtöhner, Ban$lehrir hMen (Im Sinne 

von nnlerbalten). JCufte, Zucht und Ordnung, Roth, Reden, Maß, Zuiatnmen- 

kwift, Vcrtammlung, Tafel, Hof, Baxtt hallen; das Maut hallen (Uicere, 

diglto conipescere labellum). 
Geben: Stgen, Roth, Schatten, Geleit, Raum, Statt, Getelüchaß, Antwort, 

Lehre, Vnlerricht u. *. le. geben. 
-Kehmen: Abxehied, Anlauf, Bad, Beupiel, Ende, Frau, Freiheit , Flucht, Her- 

berg, Afann, Mühe, Ptai, Oberhand, RatA, Schaden, Stx, Sprung, Trunk, 

Urlaub, Weg , Weib nehmen. 
Fangen: «in Sind empfangen (conclpere), da» Mäutlein fangen {taUea), 
Leiten : die Straße , deh Bau leiten ; ein Amt begleiten ( == fflbr«u , maglstratan 

gerere). 
Führen : Bötet <m Schilde ßhren ; anführen (lallere). 
Stelleu: Faüen , «exe »teUen. 
Schlagen: Brüke, Zelt, Ritter tehlagen; Laute, Harfe, Trommel schlagen; BaU, 

Schnippchen tchlagen; Geld, Münze tchlagen; Feuer schlagen (fgnem ei- 

cutere); Bolx tchlagen (ßilten); ein Rad, einen BurxeUiaum tchlagen; ein 

Kreuz tchlagen (mit der Hand). 
Tragen: Angtl, Last, Schmeri, Biie, Sorge traoen;^ein Kind tragen. 
Lesen : _ Grund , £(«r, FalUtrike legen. 
Sesen: Bahner, Pflanzen, Bäume lexen; Sehlappe» texen. 
Werfen: Junge werfen; Licht, Glanz, Schatten werfen. 
Treiben: Geschäft, Bandet, TFirUcAn/l treOen; Spott, Unzucht, Burerei, Ah- 

götlerei, Vnfug, Posten, Affenwerk treiben. 
Brechen: Ehe, Eid, Vertrag, Wort tireehen; denSchlaf, Stolt, die Geteohnheit, 

den ITop/ (Eigensinn, Slarrslon) brechen; den Kopf zerbrechen (sich mll 

Nachsinnen quälen ). 
Zehren: icin Geld, teine Lebensmittel, seine Kräfte und Säfte vertehren. 
Stürzen: einen Speicher, Seiler, Laden stürzen (slraiclare); Gläser und Humpen 

stürzen (leer trinken). 



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Einrache Rection des Accusativs. 273 

Messen: dU Klingen »ie>$e» (fechten); den Boden metten (fallen). 

Siirhen: den Boden tnehen (fallen); die Thiire, ein Loch, ein Hintetlküriein, 

liat Bette', die Ruhe enehen; Reehl eueken. 
Gcwinncu: Bldtler, Zweige gewinnen; Heu, Gelraide, Eri, Brot, Geld, Sehtaehl, 

Spiel, Sache, Welle, freit, Looi, Freiheit, Gnade, HuU, Liebe, RtOim, 

FJüjeHiJbermnfh), das Karhtehn (occastonem elapsam), ¥»rlra\un. An- 

hatto, Fortgang, Ende, Avßgang, Gesehmak, Roth, Zeil v. i, te. gewinnen, 
LelateD: DitTut, Eid, Gewähr, •Sicherheit, Bürgtchaß, Hülfe, hütft-eiche Hand, 

Reitland, Verzicbl leitten. 
Bleien: diu Gla* bieten; Gruß bieten; einem dat Watter jiichl bieten (mullo 

jaferiorem esse), 
Klescu: dat Bette od^r Bötette erkieten; eine Frau erkieten; ich kiete eher 

den Tod. 
Lassen: Ader (cur Ader) tauen; Blut lauen; HatH und Haar latten [Schalten 

leiden); Harn lasten. Watter lauen'}; fünfe gerad tein latten. , 

Diese angenihrlen Verba und aodere Ihnen änuliche sind die clgcatllchen 
Activa, welche einen rein objecttven A ecusatt v regleren. Ihre Ohjecflvitül machl 
es eben, daS sictk ttel Ihnen leicht Formetn bilden, d. h. der auf den Aecusadv 
eng bezogne Verbalbegilf selbst geschwächt und fast in dem Suhslanllv atif- 
gegungen crecheliil. Das Verbum dient dann nur gleichsam das Substantiv zu 
verbalisleren; was \si Spott üben , einen FiM Ihun , Harn leute* »iideres , als 
»potlen, fallen, hament 

Es trit bei solcher Beziehung auf das Objecl Cnteischied ein zwischen 
ganzer oder Itieifweiter Abhängigkeil; richtet sich die Elnwlrkuag auf den Gc'^t'it- 
stand überhaupt, so-blelbt derAccusatlv, wenn aber nur auf einen untiuiiiRtRfen 
Theil desselben! so nioit das Verbum den Genitiv an. Es sind vorzüglich die 
Vcrba, welche haben, nehmen, genießen, euen, trinken u. s, tv. auEdrüken. 
Der Accusaf iv bei Ihnen bedeutet un0«lAetUes /faben, volUaGenuß; z.B.oehniel 
d«n Selch; empfanget dat Brot; er aG das Brut; aE einen Bitten; trinkel den 
Wein, ein Glat Weinet; %f:aol die Speite ; lie kostet denBrei; den lod schmeken. - 

Das Intransitiv iürnen wirkt selUara den Accusallv: das zürne ich; dein 
Schellen länx ich; indessen ist gangbarer der Genitiv: des nime ich; deines 
Schelteas zürne ich. 



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27i Einfache Rection des AcCasalivS. 

T«ba, deren ElawtrkODR hau ptsäcb lieh avf Perionen gerichtet Ist, und 
die Begrir vod Hülfe, IHen$t, SKfe, Anbetung, Folge, Lehre, Segen enlbalten, 
regleren einen weniger objecUvcii-Accusallv, welcher dtunui In den Dativ od» 
Genlfiv fiberseb wankt. 

Bei dem Verbnm helfen, das den Accosatlv oder Dativ zn stcb nlmt, Isl 
die Bedeutung des ersten schwächer, eo viel etwa als prodeue; die des Dativs 
aber bezef ebnet groEe, bellige and götlllcbe Hällleislang : teat hilfet et sie? 
(qafd prodesteIs?waB haben sie davon?) — ujoihalfi Ibn, daß er Sönig warl — 
vseu kflfl mich dat? — da» half sie allet überall niebti; — teai halft mich, daf 
ieh Gold fand? Dagegen: GoU helfe mlri -~ dein Glauben hat dir geholfen. Iter 
Accasativ Isl objeetlver, der Dallv persöulleher ; wie: ich lohne Ihm xeknfäitig, 
und: ich u>«rde Ihn loAn^n nach Gebiir. 

Ehren, ßehen, bitten, gfUßen, loben, tegnen, lehren haben den objectiveo 
Accosatlv; fluchen am) folgen den Dativ. 

Auf gleiche Welse kommen In Betracht die eonirären BegrlDe des Hindenu, 
'SduUene, VerleugneTu, Terralhem, Verderbeni. 
Wehren hat Dallv der Person nod Aecnsallv der Sache: to niemand Ihm das 

wehret ; — wehret ihnen nicht I—äem Hnnger, dem nächsten Tode wehren; 

sieb kaum des Todes erwehren. 
Hindern, verrafhen, ichelten, rächen, ächten etc. verlangen den Aeeusaliv da 

Person; einen hindern, ickelten etc. 

Fälle, wo In demselben Saze zwei Aceusallve oder neben dem Aecnsallv 
noch ein Genitiv oder Dativ erscheinen: das lehrte mich mein Vater niehf; 
lehre mich den Pt^d det Seehii; er lehrel sie den appenzeller (Tanz). — Er 
uiet mich den rechten Weg, oder: er wiei mich des redilen Weges; — man 
wiet Ihm die ThOre. — Er leitet ans den rechten Ptad ; er führt Ibn die Icürzesleo 
Wege. 

Mit adjectivem Accasativ znm schon vorbaudenen Accosatlv: einen Itel, 
los, reich, arm, gesond, gifihllch, satt etc. machen; einen lieb haben; etwa* 
feil Aaften (halten); dat Glai yol\, leeilatten; einen frei, los, ledig, selig 
ipreehen; einen todi, lebendig, krank, stech, gesond finden, sehen, erbliken, 
antreffen etc., einen todI, lahm, krüppelbalt ichlagen; lich satt, blind weinen; 
die Äugen roth teeinen; tieh satt, itrank, bakelicht laeheni lieb satt etien, voll 
trinken , die Schaltet leer eiien ; dai Gtat teer Irinken ; dai Blatt voll lehreUien; 
tintn voll Waster» gießen-, dai Stbtsert stampf hauen; dai Metier scharf wexen; 
dai Tuch ro(b färben; dat Eind groE ziehen; den Baum bolzgerade halten; dat 



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Einrache Re<Hion des AccDsativs. 275 

JTom fela mtüen; einen blol (nndam) d«Ji«n; lich laMegehn; «icA varm tanaen; 
tick (odt arbeiten etc. 

Lauter ecbl deutsche Bedensaricu, oft aal lebbaftem Gefahl eulspriingeD 
und auf kOhner VerelnlgODg des AdjecUvs und Verbums zu einem acUveu Begrif 
verbanden. 

Bei AenVerbah)ü>en, finden, teilen, erbliken etc. kömmt hSaflg ein tnflnitiv 
vor, der sieb auE einem Partieip det Prätent eulwlkelt bat und dessen Stelle 
verlrit; denn andere vornemifch zu htUien mit Hecht cooslrulerte Inflnltlve 
drfiken einen Entichtuß oud Willen auG: tie haben die Bände im Schöße liegen; 
er hat I^erde im Sliül sieben — ein Maiergut am lOieine liegen — ««in Seid avtf 
Zinten rahn — einen Mantel über die Schultern hängen — Sühe auf der Ifaide 
gehD — ein«n Floh im Ohre sf zen — eine Feder auf dem Hute, einen Bing amFinger 
steken; er hat alle Jahr 200 Gulden Geldt fallen (slSndfge EinkfinTlc); er fand 
Um todt liegen; eie tah ^n ertehroken Qlehn; man erblikle aUe im Wirrwarr 
btindlingi renaen. — XulAer schwankt, indem ersagli er /"and «i« schlafend, und 
anderswo: er fand tie schlafen *). 

Mit dem Participium Perfecti cousiralert : lieA gefangen , überwunden 
geben; elKOt preis geben (rom. dar preto; donntrprit; an das Substantlr iVei«, 
prelium, Ist dabei nicht zu denken); tie fanden ihn wlederh«gcstetll; enUiefien 
ihn vötlig genesen; endandlen iAn lool auEgerflstel. 

Kein di^peller Accusatlv bangt vom Verbum ab in SSzen, in denen zwar 
allerdings zwei Accnsative erscheinen, deren einer aber znm stehenden, der 
andere zum tiefenden") Terbum gehört, was sich besonders ereignet nach den 
Verba heißen, bitten und laeeen; z. B. er hieß tie die Krüge mit Waiier fttllen; 
ich bat Gott mich zu erhalten ; laß dich den Wein nicht übeimannen. 

AnSer dem Accasaliv za Accasatlv kann nun aber auch ein Genitiv oder 
DcUiv zum einfachen Accusatlv vom Verbo regiert werden. 

Als Gmadsaz gilt hier: wennAecuealiv und CenfCic zusammen also erschei- 
nen, so Ist der Jceuea(iv;(er(önlicfi, der Cenitio ab^ eöcAlieft; yoa Aceutativ 
und Dativ hingegen Ist der erste tdchUch und der andere pertönlich. Beide 
Stmctui%a kfinnen biswellen mit einander tauschen: icA ertaise dtcb deines 
Wortes, und ich erkute dir dein Wort; ich lohne ihn des Dienstes, oder ich 
lohne Ihm den Dienst etc., meistens aber kann die Vertauschong nicht statt haben. 

In beiden Fallen ist der Accnsalir eigentlicher ' Casus' des Verhoms; bei 



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276 . Rection des Accasalivs mit Genitiv oder DatiT-. 

Accusatlv mit Genitiv liegt also der Nactidnik aut der Perton, und bei Dativ mll 
Accusallv auf der Sache. Das persönliche VcrhällnlG Irlt vor In der Phrase: fnt 
erUu»e dich deiner Schuld; das objecltve in der veränderten: ich trlatie dir 
kleine Schuld ; ebenso : ich beraube dich deines Geldes , und ^eh ranbe dir dein 
Geld. Der Dnlerschled erheltel bei Umsezung In den passiven Aa&drDk: da 
leirH deinen Geldes beraubt; dein Geld wird dir geraubt. 

Accusallv mit Genitiv : darf ich dessen (um das Ist flhllcber) euch MUenl — 
Kenn du mich Essens (um Essen) biuetti — ich mahne dich deiner (an deine) 
allen Treue; — darf ich des Geldes (an das Geld) dich mahnen? — tcir verwarnen 
euch des Öbels, dai hierauß entspringen dürfte;— ich lobe dich des (darum),- — 
ich lobe des (darum) meinen Goltl— wir loben euch der männlichen Tliat; tt* 
i^ie«en ihn des Weges and Steges ; — ich will euch des wol berichten ; — des 
Wunsches loUt ihr gewährt sein I ~ deiner Wunden will ich heUen dich ; -- cinn 
der Baft, der Sorge , alles Leides erledigen ; — wir entbinden euch eures Eides 
gani und gar; — ich Ulierhob ihn manches Ungemachs bei Tag und bei f/acht; — 
einen des AmIes enlseten; ~ einen der That oder Schuld seihen, besichtigen, 
anklagen, beschuldigen; — eintn seiner Hfihe und Arbelt lohnen. 

Accusattv mit Dativ.— Der cigen^licAen Dative mil Aecutaliv Im einfachen 
Saz Ist eine unendliche Menge. So oft das accusatlve Objecl einem Subjecte 
genähert oder von Ihm entfenU werden soll, flndel der Dativ statt: icA teigt, 
bringe, gebe, borge, enttiehe, nehme dir d«n Äpfel; — ich sage, melde, leiste, 
breche dir etat Wort. All solche Verba gehen zugleich aut eine Sache und aaf 
eine Person. 

Die vorhin verbaadellen Accvsatlve mit GeBidv k&nnen oft In Dativ und 
Accusaliv umgestellt werden: einen seiner Pflicht erlassen; einem seine Pflichl 
erlassen. Die Strnctur mit Genitiv isL minder objectiv und feiner: beraube mfck 
dessen nicht; erlaste mich des Auftrags. 

Beispiele mit Dativ: alt ich dir gelobt habe; wir gelobten es Ihr; gib mir 
ihn; teige mir ihn; gib micA Ihm; leige mich Ihm etc. 

Bei diesem AnlasBe der Slroctar mit Accosatlv Ist noch der pteonatlisehtn 
Wiederholung des schon Im Verhum oder Nomen auBgedrfiklen Begi^ni durch 
ein Substantiv, Adjecttv oder Adverbium, das dem gleichen Stamme angehört, 
za erwfihnen. Geschieht diese Wiederholung aoE Unachtsamkeil und ohne 
Vorsaz oder nicht* forme] tiatt, so ist sie meistens für einen Fehter anzusehen; 
z. B. die Verheiratung der Primessin kam ihres staiTdharten Widerstands halber 
nicht SU Stande. — Bei der Wahl wählten die Wahlmänner etc. — Daß der TenfU 



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IlecUon des GeoitiTS. 277 

teine VerfiitiruQg au&tQbrte. — Et s^scbaheD attr ätt Gflscblcbteo. — Diese» 
Gegenden begegneo wir f/ar niekt mehr. — Seine Amtsbeatäode beaUndeD nur 
auß Geld und Schiffen. — Etwas DaauEgesezt eiftig Tortsezen. — Sich die Aufgabe 
gebeu. — El schien in«Ar alt wahrscheinlich. — Die eotsprecheDde AuEsprache 
fehlt. — Mit der <ülgevteinen Verderbnis verdorben ««in. — Die Entwürfe enl- 
werfen elc. ') 

Dagegen sind die abtiehUiehen Autdrüte : einen fcAw«remKampt kämpfen; — 
wat kein Verslaud der Verständigen tieht; — und der TodtengrSber gmb «in 
Grab ; — ein Wort lu wörlllcb nehmen ; ^ GoUes Müblen mahlen langtam; — 
Ualer maic mein Liebchen, male ihr ntndee Geeicht; — grObllch mit Groben 
reden; —ein greulicher Greuel getchah;~-tich telber di« Grube graben; —ein«* 
bämmen ohne Kamm;— boMe Elßiseu reden; — laufen «ine« Lanfens; — oifel 
liebes Lieb!— «in gewagtes Spiel spielen; — di« Würfel werfen; — traDern mit 
den Traurigeo ; — d«nn so Bpricbl das Sprichwort; — wenn ihr über Verlaagen 
verlaogl; — den Meister meistern wollen etc.") wirkliche uad wahre ScbönhelteD, 
weil sie entweder den Begrif verstärken, und formetban oder aillterferend ge- 
braucht werden. 

Genltir. 

UerAccusaflv zeigt die voiieste, enlschiedeuste Be'wältlguug eines Gegen- 
standes durch den lin Verbo des Sazsubjects enthallnen Begrif. Geringere 
Objeclivicruiig liegt iiu Genitiv; die (iiätige Kraft wird dabei gleichsam nur 
vcrsurlil und angebubon, nltlil crschüpfl. Der Accnsativ drükt reine, sichere 
Wirkungen auG, der Geniliv aber gehemmte oder modlücierte. In den Jfingern 
Sprachen hat sli-h die Reclloti des Accusalivs gröCtentheils erhallen, die des 
Geultivs meistens verloren und Ist einer präposltlonateu Form gewlctien. Dem 





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278 Rectioa des GcniUvs. 



iccasadv sagen Trausitlva, dem Genitiv iDtraaslUva, oder TraoslUva mll ncA, 
zu ; weoD dieselben Terba bald dea elneo, bald den andera dieser Casus fordern, 
so erscbelneo sie dort Iransitiv, hier Intranalllv. 
Haben: du maßt des Scbleblelns haben; — leA habe dessen, deren, llirer; — 

poelisch; er hat rtoch des Geldes; — wir habt« noch des Malhes etc. 

(üblicher Ist Accusativ). /eft habe nun nicht der Zelt; — fcA habt nicht der 

Welle. 
Bringen: des Sandes, Holzes brinnen. 

Geb«): wir geben unseres Brotes gern, (üblicher con vnterm Brote). * 

Brechen: des Laubes, der Blumen, Tranben etc. brechen. 
Nehmen: der Zelt nehmen, nim dir der Zelt. 
Essen: er aS des Brotes; ich 9Ee eher eines wilden Wolfes; der Hund fri£l 

Heaes nicht. 
Itlnkea: er trank des Weins; des Branneüs ich ofl trank. 
GenleEen: groEen GIQks, gnler GcsuitdbeK genießen; des Wetns er nun ge- 
nießen darf. 

Aufi diesen Beispielen ergibt sich derBegrit der AtrtiHon und eine merk- 
liche Terscbiedenbelt accnsativer und genItIver Slmctur. Des Geldes haben; — 
dea Holzes bringen; — des Brotes geben; -^ der Blumen brechen; — der Zelt 
neAmen; — des Heues «Mn; —des Weines (rin&cn; — der Aohe ^«ntejSen— gehen 
bloG auf einen Theü des Torralbs oder der Sache. IlelBt es aber accasallvlßch : 
das Geld haben, das Holz bringen, das Brot ire6«n etc., so wird der ganze Yorratb, 
von dem d[e Rede Ist, gemeint. 

Diesen Genitiv deute mau nicht auE einer Ellipse von Theil oder etmai; 
denn er beruht allein anf der mod luderten Beziehung des Verbums zum Nomen. 
Die spätere, des Genilivs minder mächtige Sprache strebt dieselbe ModiGcalion 
mit der Präposition von auEzudrüken: von Brot, von Luß leben. 

Wir stieben auch durch Äußlasiung dei JrlikeU denselben 2wek zu 
erreichen; statt: von der Salbe haben; von dem Sande holen ; von den Blumen 
brechen; von dem Brote eeten und von dem Weine trinken, sagen wir: Salbe 
haben, Sand holen, Blumen brechen, Brot esien, Wein trinken, gegeniil)er dem 
beilimmten AnGdmke: die Salbe haben, den Sand holen etc. Es findet Jedoch 
der wichtige üntcrscliled statt, daE der AnEdrak ohne Artikel allgemein nube- 
sllmml, der mit Genitiv es uur iheiltceit Ist; z. B. einen LCigen strafen. ■ . 

För den Theilbegrlf sezt man auch den untiestimmleD Artikel: bringet um 
ein Bier; gib mir ein Wauer; ein Wacht nehmen, in elu Wach* dritken; ehi 



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lUction des GcDitivs. 379 



Brot vertangen, wo allerdings der AnSdrok ohne Artikel: bringel um Diecj gib 
mir Wasser; Wacbs nehmen; in Wacbs drüJtv», Brot vertäuten, meistens 
Qbllcher nnd besser zaglelcli Ist. 

Sonaeb sind erlaobt: der Ockt fHfil Hea; — das Hea; — des Heues; — 
vom Heae ; nur Dicht: der Oekt frißt ein Beu. 

Bei den Terbis sein und werden Ondet sich ein GenHiv, welcben maD den 
prädicallvea nennen dürfte, well er sich gar leicht In elu sabstantlvcs odei- 
adjecllves PrädIcal auflösea ISEI. Frohef Ittwlhei, reinet Herttn*, ipiter laune 
*rtn; de* Todti, det Gvkguki, det Senkers, de* Teufel* tetn.~ Wir leben oder 
tterben, so tind wir des Herrn. Ohne Artikel : Willen», Torhabeni *ein; 
guter Dinge lein. — Da* Beich iit des Kaisers nicht. — Sie »ind etnes Leibes. — 
Bist du der Leute t (einer von denen); — biit dn der Haare, dieser Haare? 
( so geartet) ; — ein Kerl des rechten Krauts nnd Loihs ; — er (*( des Eonis 
and Schrots voWtommtn echl. — Der Ehren lein bedeutet Ekre im leib 
haben. 

Fdr »erden gelten last dieselben Phrasen: andern Sinne*, guttr Laune, 
Übeln Mulhe* werden. 

Diese Genitive pnegen heute durch die Präposttlonen von, ou/S nnd in 
nmscbrieben oder durch Adjective auEgedrükt za werden: er ist in der guten 
Zaune; — er war von den Leuten, aal der Familie; — ttyrnig, unmulAtff, 
lileinwiilUiig werden; oder durch andere Bedensarten: fieefeAen auß, gehören au. 
Substantive Ellipsen sl&d auch hier Qberail nicbl mit Im Spiele ; etwas partillves 
aber liegt wol In vielen: Ihr leid metner Lämmer, diese* Geschleckt*, bedeutet: 
. ein Theil der Beerde, de* Geschlechts. — Das Btmmelreich in solcher, drükt 
aul: das Himmelreich wird ihnen au Theli. Weniger gilt der Parti tivbegrit von 
den Bedensarten, In welchen der Genitiv eine GemQthselgenscban bczeictmet: 
gutes Mulhes, de* Sinnes oder Träten« sein. 

Begriffe des Bittens, Begehrens und Streben*', begehre des oder deren; 
begehre mein oder sein; w<jn<eAe Ihrer; keisdte dessen; sich der Arzneikunde 
befleißen; eile des Weges; wiOil du mein oder selnt — mutooüet ihr des? — 
der rechten SlraGe fahren; — dessen hab' ich tu wenig geachtet; — achte 
selnl — man ßhndet sein (auf ihn); warte mein, sein, unser; — eines Kindes 
warten (helSt es verpflegen und beaufslchllgen); — eines Dinges, eines Amtes 
warten; wer toll des Gesindes und der reifen Tranben hüten? — hüte Ihrer; — 
er tchatlel und waltet unser (über uns); — walte deines Amtes! — groEer 



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3S0 Rection des Genilivs. 

HoO^ man da pflog; — pflege der Delriea; — tick «fnes Dings geteöhnen; — 
dessen gew6hne»l du dich bald; — eines harreH; — harret unser Mel — des 
ich huHderimal gedachte; — gedentte mefnl — der Sache gedenken, ver- 
gelten; — arbeW und iß: Golles nicht vergißt — vergiß mein nicht! ') — rieft 
eines Dinges, einer Thal erinnern; — erwähne dessen nebejibei; — erwähne 
unser mit keiner SUbe^ — ich erinnere mich des VorlaMa noch lebhaft ; — erinner« 
dich mein! — tie freuen lich ihrer Jugeod; — des Freuen wir wni «eAr; — 
torge nicht dessen, aber des andera; — - deslAr «orpet, destor^'icAefi^n/'aU*; — 
echone nieiu, «i> ichon' ich dein; — >ehone deines Geldes, deiner Kleider (dein 
Geld, deine Kleider); ich bediene mich der BIbeläbersezuog Luther*; — tie 
bedienen lich der aeuesleu Flioteo; — lieh einer Sache, eines Kiades annek- 
men ; — ich untertoindc mich des Frevels nicht ; — ein anderer mag des Wage- 
Blüks Hch unterfangen; — rieft eiiiesDlDges erdreisten, erMAnen,un(er/'an0en; — 
er Idcftel deiner Drohung; — er »poltet dein und uoser; — wo* tpottelikr des 
Spiels? — »ie »feines Kindes, eines Knaben geneien (hal geboren); — rie M 
' eines Mädchens enlbunden tcorden (nicht von einem etc.); — der Laft teben und 
Hungers slerbcii ; — eines jühen Todes sterben ; — er ist des Todes oerbIfcAen ; — 
Suchens, Mäaslelns, der Bohnen, des GIrenruprens, Balles, GäaslelDs ipielen 
( auGDabmswelse mil Gcnillv); — wessen bedarfH du? — wir bedürfen noch 
dreier Kanonen; — ri« darben des Fleisches und Brotes; — wir entbehren des 
Salzes hart; — wir ftönnen des Hannes wol enlralhen (eDlltebreu]; — du irre« 
(erras) der Thüre, des Weges; — rieft eines Dinges, einer Rede schämen; — 
rieft eines Hofs entäußern; — der Well und alles ümgaugs hab' ich mich be- 
geben; — ifari V. begab rieft setner Reiche und Kronen; — tieh eines Dinges 
enlftaUen, enttehlagen, erwehren. 

Dieses sind die hanptsäGhlichslea /nfraniilica und Reßexiva negativer 
Bedeutung rall dem Genitiv des Objects. — Fürgrirs kaufen, llugs nehmen. 
Pfändet itehn sind Adverblalfornien. 

Geh deines Weges! und geh deinen Wegl sind merlibar verschieden; Jenes 
besagt ; mache dich auf, geh (ort; dieses: verfo(}/e deinen Weg, bleibe ihm Ire«. — 
Manig verdirbel , das man nieftl Wirbel. Lde. u. Basier. — Vit dingi verdirbet. 
des man niht wirbet. Wallh. 



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Rection des Dalivs. -281 



»fitiv. 

*Dle Riclituug üea AccusaUvs Ist gaaz objecllv, nad dieser Casas behandelt 
Personeo so sehr wie Sachen, da£ sie In das beherschte Subject eines passiven 
Sazes verwaiidell werden können. Auch der Genitiv Isl objecllv , nur In sehwä- 
(berm tirade und selbst die peisönlkhen GenUive empfangen diesen getlndero 
objectiven Anllag. limgekebrl hat der Dativ seinem Wesen nach etwas persön- 
liches und sächliche Dadve erhallen gleichsam personale Färbung. 

Es sind Vorstellnngea des Kähcrnx und Entftmem, der Liebe und de« 
Btu$e*, der Hülfe und des Sehadens etc. die den Dativ verlangen. 

Wir gönnen eoch die Freude; — er gönnt Ihm den Gewinn; — einem 
kosen und lorten, {liebkoten, d. I. ze lleAe kosen, verlang! Accusatlv); — du 
lolUt Ihm nicAf tarien! — den Grölen der Erde, den GelQsten scAmeicAeln; — 
einem droAen; seinem Vater ßuehen; einem zitmen; — einem (und eltien) 
»ehonen; — wir helfen dir '); — ich will e» dir geilehni — einem beiflehn; — 
tcas fromml es mir? — tuas nüit es IhmT — zweien Herren dienen; — einem 
folgen; — der Winter scheret Ihm; -^ einem etwat anihun? — et ist Ihm 
angelhan; — ei geht mir ab (deesl mihi); — einem entkommen, enlgehn, ent- 
laufen, entrinnen, entfliehen, entweichen, enlipringen, enllatlen, enUiiiken etc. 
rathe mir; — dem Unrecht «feuern; — einem bieten, entbieten; — dev Ue~ 
mcinde sasammenbieten; ei einem -wol erbieten; — einem erlAeilen, milthciten, 
tulheilen, luerkennen; — dem Rechle «riäertlreben , widerstreiten; — dem 
Teure! -widersagen; — er band Ihr den Sehuh; — dem Pferde wol äen Sattel 
garten; — einem schenken, einschenken; — ttette dir guti (seltner: du haut 
mich wot gebellet); — dem Viehe »(reuen; ~ einem vorgeben, vergeben, vor- 
lagen, vortragen, vorsagen elc, dem Rosse verhängen (die ZSgel schleEeii 
lassen); — einem rufen, melden, verkünden, entsagen, absagen, entsprechen, 
versprechen, verheißen, versichern, zusichern elc, einem gehören, gehorchi-n, 
glauben und trauen; es bekommt mir übel; komm Ihm nicht sol — einem begeg- 
nen, (einen begegnen); — einem naAen; — es gebricht, manOelt, fehlt, entgeht 
mir; — einem den Plaz, das Land räumen; — einem gleichen, gefallen, be- 
hagen, lieben; das liebet Ihm vor allem; einem etwas leiden, rerleielen; warte 
mlr(attende me; warte mich, cura me); einem er(nu6en , ||ie«f«l(en , iugeben, 
einräumen, sugestehn, nachgeben; einem we/iren , weigern, verweigern; erstaht 
(hm, nahm, benaAm mir elc. 



miclil. Lulkrt. Varfl. (4in 



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283 Casus abhängig Tom NomeD. 

Imptnonalia mit dem Dativ der Person , welcher nicht selten dem Aeeu- 
taliv weicht: mir dankt, mich itilHkl; mir ekelt, grauet; mir teheini'); mir iit, 
mir war; mai itt uns und iir 1 et ward Itim kein Sohn; et wird Ihm kein Giük; — 
et itl mir unentgangen, «nentfallen; — et war den Herren unent$unke* (wol 
beirull) ; — wie itl ei dir? — wie wird et dirt — wie geht et ihmT — wie 
ttelU öder läßt mir äai Sleidf — dem iit lüsol — dem ist nicht altoi — inlr 
xweifelt nicht; — mir höret, gehört elc. 

In den Redensarten: ich Ihue dir Sehaden, (d. I. schade dir), oder: fcA 
lAu« dir Einhall, Eintrag, Abbruch; idt gebe dir Antwort (d. i. Ich antworte dir), 
kann der Dativ nicht aut die Subslanllva Schaden, Einhalt u. ». v. gezogen 
werden, sondern entweder auf Ihre Vereinigung mtt lAun and geben, oder anl 
Ihun and geben allein. Das leztere muE vorgezogen werden, weil thun, gebt» 
und ähnilcbe Terba schon tQr sich allein den persöntichen Dativ vOTlangen. 
Uiemach entspringt also die linterschei düng , daG, wenn solche Umschreibungen 
mit Adjecllven geblldel sind, der Dativ zum Adjeeliv gehörl; denn dem AdlecUv 
wohnt gröBere VerbalkraR und Hecll(H)st<thlgkelt Inue, als dem Sahslantlv. 



Casus abhängig vom Nomen. 



Bei Nomina, die von einander abhängen, kommen vorzüglich Genitiv and 
Daliv In Belrnchl, weniger Accu^atlv, welcher bei der Verbal reell ou gerade die 
bedeutendste Rolle elnnlml. Insofern sieht die nominale Abhängigkeit d» 
verbalen gegenüber; sie wendet sich vorzugsweise an die bewegten, lebhaften 
Casus ; beim Verbum heischt der ruhigere Accusallv vor, die Rede aber wird 
durch Häufung dur Nomina dramatischer, während dem Epos mehr das Verbum 
/usagl. 

GenltlT. 

Den Genitiv regieren sowol Subttanliva, als Adfectiva und Pronomina. 

GenUlr abliSngIg; vom Substantiv. 

Jeder zu einem Subslantlv gehörige Genüiv drukt eine Verblödung beider 
Gegenstände, eine nähere DesMmmung des subsl.tntlveu Casus auE. 

Sigmundes Sohn , der Sigelinde Tochter etc. AuG gangbarer Bezelchnnng 
des Eindes nach dem Vater ensprang eine Menge von Eigennamen , z. B. Jakobt, 

•y Mich liU •lititchi an, all tit. ~ Et lial «<u niirk w</l für gut ngtiehn.— M'iitnitki 4nm 
irliH itiier imfir antihil. — Wnm « rack für gut mitiiM. LuUitr, 



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Genitiv abhängig vom Substautiv. 2S3 

Lipt, PhUippi, Btinrieht, oAbt mitialelnlstiietFlttloaJaeobi, PhUippi, Henrici, 
die, obgleich wirkllcbe Genlllve, allmählich wieder za Nomhiaüvea vardeD. 
Dabei Ist Sohn, so wie bei FraueonameD ToeMer, Gatlin, Witwe zu supplieren. 

Herr der Well; König der Juden; Füret der FiniternUte; -— die Jünger 
de* Berm; Gottei Sngel; Salomont Eate etc. 

Bei BeoeoDung der Regimenter wird der Namen des Inhabers oder An- 
robrers «bne Flexion gesezl: Begiment Kronprim; Regiment Großherxog von 
Baden; Regiment Liechtenetein. Im AuEdnike: einRegiment Framosen, Hutaren 
etc Ist das lezlere Wort ein Genitiv. — Ei» Mann herticher Anlagen; eine Frau 
hoher Bädung; Länge det Weges; WoUhat de» Regen*; die Vögel des Waldes; 
der Jahre ein Eind etc. 

Den von Snbsiantlven der Theilung oder Vereinzelung abhängigen und 
uacbgesezlen Genitiven wird gewöhollch die mascallne und neutrale Flexion 
entzogen: «in Stak Brot, Bissen Fleisch, Schuß Pulver, Trwik Wein, Glas 
Wasser, Seheffil Eom, Eimer Honig, Fuder Heu, Stafler HoU, Bund Stroh, 
Enaul Zwirn, Pfund Blei; eine Elle Tuch, Ohm Bier, Tasse Thec. Feminina 
haben ohnehin erloscbne Flexion, also: ein Scheffel Gerste, Teller Suppe; eine 
Schale Mikh. — Jenes Brot, Fleisch, Pulver darf man nur für keinen zum 
vorangehenden Subslaullv apponierlen Casus ansehen, sonsl müGle es helEen: 
ich bedarf einet Glases Wassers, slatt eines Gtaees Wasser, wie doch wirklich 
gesagt wird. Im gewählten AuEdnike der nuterhaltimg, in guter Prosa und la 
der Poesie Ondel Qbrigens die Flexion noch häuOg stall : ein StiUc Brotes, Trunk 
Weines, ScheffelTLotas ele. Im Plurale, obgleich Ihm das Flejilonsmerkmal 
entzogen Ist, iä£t sich der Genitiv nicht verlienoen: ein Haufen Leule , ein 
Kulte HQhuer*], ein Schwärm Bienen, ein Bech^ Erdbeeren, ein Regiment 
Dragoner etc. 

Vorkommende Zweifel über den Slun werden vom Gebrauch oder Zusammen- 
hang geh<^en: Ermahnung des Sünders Ist an Ihn gcrlchlet; Ermahnung det 
Prediger* geht von ihm anG; das Begraben der Todlen, das Niederbrennen der 
Häuter etc. 

Verschiedne Substantivs werden ronnelhari mit Genitiven zur Erhebung 
de* Begrif* verbunden. OR verlreleo sie die Stelle eines adjectiven Superlallvs, 

Vater der Armen, der Waisen; Huller de* VbeU, der Tugenden; ein Klud 
des Gtüks, de* Todes; das Hanpt der Partei; die Quelle de* Ju/VHAri, der Vr- 



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284 Genitiv abhängig von Adjectiven. 

Sprung ditter Lehre; die Warteidei VnMIi; Blume der Jugend, Rose d«r 
f>'cAönh«tl, Kroire der /Tauen; der Treue ein DlamaDl, ein Schauer der GeieU- 
ichafl, ein Hagel der Freude; der Äugen Woiuie ; der Weiekeil Uorl ; der lehiiittit 
TöcMerdieV/aM; der Schönheit einWuader ; dei Hers^tTM; IVicht* deatttehlsl 
Wind des Windes; Helfen Helfer; der Kühnen Kühnster etc. 

GenltlT abli9ii£lg; von Adjectiven* 

j Sie «tnd Weines voll; der Zuber i»t Wassers leer; eines Sandkorns klei»; 

zweier Ellen lang; dreier Spannen breil; eines Sleinwuirs veil; Daumens dfit; 
eines Fingers schmal; Thurmes hoch; keines Haares brefl; Juhres, HcoiaU, 
Inges alt; der Jahre /un^, der Weisheit aU; meiner ntäcAltp, setaer habhäp, 
ihrer geicallig; einer Thal fähig; {\» der Redensart aber: alle« fähig «eid, Isl 
nUet der Accusallv und die Ellipse au (Aun mag angenommen werden;) Gelsles 
<irm, Leibes tehwach; des Gutes und der Etiren reich; eines Dinges aniichtin 
werden (und nilt Aicusaliv : ein Ding ansichtig werden] ; alles Falsches bloß und 
ledig; alter höhern Einsicht baar; alles Lasters /)-ei; ci'el des Habers; der Obtiul 
sicher, des Hochniuths tedig; der alten Vellel loa; des Streites quill; des Lebens 
froh; Aes ist er traurig; Essens satl, Gehens müde, der Arbeit ia/i, Hannes 
toU; des Siegs gewiß; des Wolfes {fewiaftr ; Gebens milde; ich bin des unechuldis; 
sie isl der Ehren teerlh; des Todes tchtildig; des höchsten Preises wtlrdi^; eines 
Kinds schwanger ««in, gekn; Lachens laut werden. 

Parlicipia der Verba, welche einen Genitiv regieren, haben Ihn gleicli- 
falls: Weines iHiikend, llrotes kostend; Todes verblichen; des süEen Mostet 
trunken; des Mulhes unverdrossen. 

Der Genitiv bei Comparatlveu hängt nur ab vom Adjectiv an sich: dreier 
Spannen länger; eines Lochs näher; einer Buthe breiler elc. 

Vom Superlativ als solchem wird aber häuQg ein Genitiv erzeugt: die 
Svhiintle de* Landes; der Tapferste des Heers; alter Frauen lieblichite elc. 

Genitiv abbängig vom Pronomen. 

Ich weiß nicht tBa» Briefes er ihr las; wat Blumen, wat Blüthen (fingt 
der Mai! was Geldes gab ieh auß; Wiret ein Jeder ; jemand Ifeindes, bekanntes, 
anderes; maneAe der Helden, einige oder viele der Frauen elc. Dieser Genitiv 
bei dem Pronomen hat etwas Partlllves. 



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Parlikelrecü'on. 285 

0«iiUiv bei SfiabIwSrtem. 

Zwei der Häooer ; drei d«r Tage ; hundert dieser Felgen; dreihundert Her 
Weiber; einer der zwölf; sv>ei dieser Leute; der ertle des Zugs; der andere 
Ihrer Hanreu; deiner iwei heben diesen Stein nicht; seiner vier würden die Weit 
umkehren, d. I. sicef wie du, vier wie er, also ein vergleleliender GenlMv. 
Unser einer (einer wie wir) weiß dat wol; a sind unser swei, Ihrer drei elc. 

Dativ. 

Bei dem Dativ herschcu Im Gegensaze zur Ohtecllvftät des Genltivs wieder 
persönliche Verhällnlsse. . 

Bei Substantiv selten, doch: er ist mir ein guter iVaeAbcr, andern ein 
ichtimmer Ralhgeber , dem KQalg ein guter Wardein ; ihm itl er ein Spinntnfeind- 

Votü Adjeetiv ahhänglg: sie sind mir lieb und theuer; er ist Ihm gram und 
todfeind; ich bin d\T gut , hiild, geneigt, abhold, mißgünstig; er itl mir verwandt^ 
nahe, ferne, der nächile, der fernste; sie sind ihm ähnlich, gleich, gemäß, 
angemessen, gemein, kund; es ist m\T möglich , thunlich; es ist \han>ielwerth elc. . 

Desto mehr und desto minder, desto schlimmer, desto bosser, entstand auE 
de« diu n4r, des did min; Genitiv ml[ InstrumeBlalls : diu mir, Ist um so mehr, 
eo magii. 

Accusativ. 

Br wird nur von einigen Adjecllva erzeugt ; z. B. als er mich ansichtig 
wurde, y/o aber ebenso gut stehen dürfte, als er melD ansiehlig wurde; etwas 
gewahr werden and eines Dinges gewahr werden. Das ist keinen Heller icerift 
(valet), keinen POtTerllng werlh. 

Der Accusativ bei Angabe des Alters, der Zeil, des Maßes und Gewichtes 
hängt nicht von- Adject Even ab, sondern sieht unabhängig: zwei Jahre alt; das 
Hühnchen ist einen Tag alt; es währte eInenHonat lan^r; das dauert eine ganze 
Zeil; der Graben ist nur einen ITuE breit und sieben Klafter lang elc. DaB hier 
auch der Genitiv staltände, ist eben S. 284 bemerkt worden. 

Partikelrection. 

Nomina erschelDOB adverbial, wenn sie veiei vom Terbo noch von einem 
Snbstantlv des Sazes behersctit werden, and als solche aiiS 1>bllquem Casas 
entsprnngne Adverbia vermögen sie wieder den GenRlv zu regleren; z. B. spät 
des Nachts; eines Morgens ftühe; so wärt ihrer ungerade und unser gerode; 



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286 ParlikelrectioD. Präpositionen. 

fOr Sinder findet mtxn leicht des Lohnes etc. — Hier Iä£l sich der Geatllv 
am lelctatesten fassea, veon maa sich an die Stelle des Adverbs ein Substantiv 
denkt: ipäte, frühe Zeil; ungerade oder gerade Zahl; leichte Sache. Der t^nmd 
des Genitivs liegt also Im Adverb , und etwas parlltlves kömmt dabei nlcbt vor. 

Adverbla der Vielheit, Uenge oder Wenigkeit regieren den Genitiv: viil 
Guts und Blats verloren gieng; tüel Dampfes und Ranches, uenig Feaers; dei 
Goldes imd der Edelsteine lüsel; des Silbers und Kapfers m«Ar; daiu (in 
ich Manues genug; 'er hat Geldes übrig. — Auch Accusallv und Genitiv, statt 
zweier Genitive, können stehn: » fcoilet «ie fidPaplerundKopfverbrecheDs; — 
er i^ag teenig Nachtwachens und Mühseligkeit. 

Gewöhnlich wird dem Genitive bei solchen Wörtern die Flexion entzogeo: 
mehr Math, viel Geld, wenig GlQk, genug Wein; viel Geschrei und wenig 
WoUe elc. 

Gleich dem Interrogallven Pronomen hatien auch die daranE gebltdeIeD 
Orttadverbia den Genitiv bei eich; woAerdesLandeBl icoherdesWegesI wohin 
des Weges? von wannen der Laude bUt du? etc. 

Die Conjunction der Aufnahme uud Außiehließung slfitt bisweilen au du 
Gebiet der Präposition nnd verlaugt sodann einen beslimmlen Casus. Wir sagen 
»iowol präpositlonal : dai weiß niemand auSer mir und ihm, als auch coojanctlO' 
nai : dai weiß niemand auEer Ich vnd er. 

Iilc Interjeclionen wot uud weh haben Dativ der Person und Genitiv der 
Sache bei sich: wol mir de$ Mßgangi I weh ihm de* Anfangt! Wol and wehsbiä 
adjectlvlsch, und sie gehören demnach zur Nomisalrection. Genitive: adt da 
Leide«! aeh Lattere und der Schande! 

Präposlltoneik 

Während Adverbla Unabhängigkeit im Saze behaupten, ConJuDcIlouenanr 
die VerkDüpfuDg einzelner Glieder des Sazes, hauptsächlich ab» mehrerer 
Säze ouler einander g^ichlet sind : erscbeluen Präpositionen als wesentliches 
Element des eintachen Sazes. ConJoncUonen sind Senen und Bänder der Hede; 
in den PrSpositlonen liegt ein groGer Thell Ihrer Huskelkralt. 

Als die Flexionen des Nomens noch voller wareo , erreichte das Terbtu 
eine Uenge seiner Beztehangen auf das Nomen allein durch die Casus. Dieser 
AuEdmk war der unmillelbarste und wirksamste. Die Präposition erweitert deo 
AuGdnih und schleppt Ihn oft; Jene Flexionen bracbteu der Rede hlngegeD 
Kürze und Gedrungenheit. 



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Ppüposiiionen. ' 287 



Von der andern Seile muE eingestanden werden^ daB zur vielfachen 
Wendung des Gedankens die volle Flexion doch nfchl hinreichend v/ar; da£ 
Zweideuligkclt veranlaEt werden kann, weil die Gewohnheit des hehoKensten 
AnGdruks noch hinter der Manlgraitlgkeit des Sinns und der AuElegung sieben 
bleibt und das Streben des Sprachgelsles nach Klarheit uDd Sicherung des 
Verständnisses zunimt. Die alte Sprache (rat, was sie erreichen konnte, aufs 
glüklichste ; die neue vermag nicht mehr so scharf zu trelTeu , sie will nnr Im 
ganzen niemals fehlen. 

Präpositionen bezeichnen, ergänzen, erweitern, was die Flexionen ent- 
weder gar nicht oder nur unvollständig auEdrOken. Anfangs traten sie neben 
der Casusform auf. In der Folge aber erlosch znm Thelle neben Ihnen diese 
Form selbst. 

Alte PräpogUionen regieren Casvi. Syntaktisch betrachtet siehn aber erst 
Präposition und Ihr Casus zusammen dem flecllerteo Nomen, das sie ersezen, 
vollständig gleich. 

Zuweilen behaupten sie sich ganz frei und mit adverbialer Wlrhnng Im 
Saze, z. B. In den Bedeusarten: bei Leibe, bei Galgen und Rad, mit Freuden, 
avß Verärufi etc. *) In der Begel aber vermitteln ste die Beziehung eines 
Verbams oder andern Nomens auf das von Ihnen regierte Nomen. TVenn es 
heiCI: ich rede zu dir, et ist einer von uns, so bringen die Präposltionea tu 
UDd von die Begrilfe reden aud einer In Beziehung mit dir und uns. Hier Bnden 
sie sich zwischen dem herschenden Wort des Sazes und dem beherschlen, 
welches ieztere unmittelbar von Ihnen und mittelbar von Verbum oder Nomen, 
so wie bioEe Flexionen lediglich von Verbum und Nomen abhängen; ich sage 
dir ;= ich rede sm dir; unter einer = einer von unt. 

Da es derPräposIlion wesentlich Ist, Casas zu regieren, oder Jene Mediation 
zwischen dem h ersehenden Wort und dem regierten zn QhemehmeD, so erscheinen 
dieselben Parlikein, die sonst Präpositionen sind, ein andermal als haare Ad- 
vcrbla. Ja in manchen Fällen läRI sich ein Saz mit Präposition In einen wenig 



tj In in RedMuut tu Paarn, Ireiim, vie *■ Paaren gibt, hü >u PtuFin ien Bejri' v«» 


-.ICrt 




iBBdif, 


mla a«fi « oÄBe AnttoS orliulil wire, lu «a»™! »i«™ luiPaarm treiie»; denn n gehören iaza min 


ie.te» 




en.n- 


«cm mcht »owoliin tum« milen mag«, •!■ vielinehr » Toben und AuBreiEen hindere. 




Ob «u Wort Paar In Jen Sime vm tiaiftn oder »<■■<>«• cebrun)» •«, aieht min dw»n, «e 










miultri 


OulJfn Mtn ele. 





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28S Präpositionen neben Vcrba. 

verscbledneu mit Adverbium verwandeln; z. U. ich lehauean den Bimmel uiirl 
ich schaue den Himmel an. Dorl, wird der Accusatlv Bimmel iiDmlllclbar von 
dei' Präpetition und mttlelbar von schauen regiert; hier uomlttetbar von schauin, 
dem das Adverbium an hlozulril. Dorl ist schauen Intranslllv, hier traDsUiv. 
Ebenso: ich tvohne in dem Hause und ich bewohne das Baus, 

Von Präposilionen' köTmeo alle obliquen Casus regiert werden. 

Für die auGgesprochne Ansicbl, dafi die Rectlonsicraft nlchl allein in der 
PrSposillOD liege, sondern dnrch das Verbum des Sazes mll bedingt werde, 
enlsctieldel auch ofTenbar das Vermögen vieler Fräposil Ionen , zwei oder drei 
Casus regleren zu können. Glenge die Rectlon ledlgllcli von den Partikeln selbst 
auE, so würden sie in Jeder Lage bei demselben Casus beharren ; da ihre Be- 
ziehung auf das Verbum sie aber In ein verschiednes Licht stellt, so Isl eskiv, 
daE eben dadurch llir ElnlluG auf den Casus modlllcierl oder bestimmt werden 
mflEe. Es sind aber zwei Hauplrlchlungeu, welche bler In Betracht kommen: 
Bewegung und «uhe, oder noch genauer: es sind die BegrllTe des hin und äes 
da; Jener pllegl durch den Accusativ, dieser durch denlocalen Daliv auEgedrükl 
zu werden. So verlangen unsere Präpositionen fo, an, au^, bei, aber, hhUt, 
hinter den Aecuialiv oder tocalen Dativ, Je nachdem sie mll eln^m Verbo-den 
Begrif des Bewegen* oder Ruhens bezeichnen wollen: et fleht Gefahr auf dem 
Verzuge, und et isl Gefahr auf den Verzug gesezt; in das Belle gehn, im Belle 
liegen; an den Tisch kommen, am Tische liien; in den Wald laufen, in dem 
Walde leben , wohnen etc. 

Präpositionen neben Verba. 

hUransUita sinnlicher Bewegung fordern fOr die Blehlung hin den Accusa- 
tlv, rar das wo aber den Dativ :> fahren, kehren, kommen, reiten, toandeln, 
wandern, ziehen, schreiten, wanken, pichen, laufen, steigen, gehen, rennett, 
springen, reiten, rinwn«, fließen, schwimmen, fliegen, Mfttteöen, kriechen, 
scMeichen. etc. ins Heu, an den Wald fahren; auf den Berg, über den Berg, 
an den Berg steigen; hinler ein Ding, hinter die Wahrheil kommen; in de» 
Waide, an dem Waide reiten; hinler dem heUen Haufen kommen ; vor dem Bergt, 
über dem Hergc , hinler dem Berge halten etc. 

Bei /Villen, linken, slürzen aic, berührl sich das wohin und wo nahe; 
z. B. er fallt auf den Boden und er' fallt auf dem Boden; auf dem Eise fallt man 
leicht; auf die Knie fallen; tlürst nieder auf liic £rde uud tlürU auf der Erde 



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^JJposiÜoneD neben Verba. $89 

nieder. Jenes beielchnel mebr den Act des Fallens; dieses mehr den Ort, wo 
der Fall oder Sturz geschieht: er fiel nicht auf der Slraßi, tondem auf dem 
Aker. 

Dte Trausitiva lege«, teten, ttellen, bringen aod pUtren bdbeu steig Prä- 
positionen inll Accusallv bei sich: die Bände in Schoß, den Finger avf den 
Mund legen ; den Fuß in Koken tezen ; da» Haupt auf» Kiiten , den Pfeil auf dm 
Sogen legen', den Erug in» Waeier, die Schuhe cor die nur' itellen; einen ine 
Gerede bringen, hinten Licht führen etc. 

Als Intransillva begehren sie den Dativ: »ie tagen hart am Fluiie; taßtn 
am Berge etc. Ebenso, wenn hinter und nieder mit dteseu Verba verbunden 
werden: Gfld im Schase hinterlegen^ den Fuß im Grate niederi»en; die Latt 
On Bache niedertleUen; was gleich Ist dem: Geld in den Schot niederlegen; den 
Fuß in da* Grai niederieien ; die LaH in dem Bache niederitellen. — So ancli : 
die Kraniche eich niederließen in dae Land, Ist verschieden V(Hi: die Kraniche 
ließen »ich in dem Lande nieder. Jenes gehl parallel z. B. mit: der Utirgen 
taget in da» Land. 

IJer intransitivste aller VerbalbegrllTe, das »ein, beehrt nach PräposIttoneD 
den Dativ Süt slnnllclte ItaumverhSIInlsse wie TQr Atietracla. Ich bin auf dm 
Lande, im Felde, am Waner, vor der Stadt, hinter dem Berge, unter demJIimmel, 
tl6«r dem Thale, in Freuden, in Sorgen, in Trauer, in der Lage, im Begriffe, 
bei Trotte^ nicht bei Trotte, bei binnen, bei Gelde, im Stand* »ein etc. 

Ein dem »ein naher Begrif Ist werden: die Raupe wird mm Schmeiterling, 
der Knabe euir Mann, und da» Ei» tu ivatter. £1d anderer AuCdmk Ist: die 
Raupen werden Schmetterlinge oder auß den Raupen werden Sehmeltertinge ; der 
Knabe wird ein Monn, «der auß dem ifnaben wird ein Mann. Hache, daß dit»e 
Steine Brot werden oder tu Brot loerden; kein Me»»er »chärfer »chirt, alt teann 
der Bauer Herr wird, oder zum Berrn wird; tu Staub, Ätehe, Waiter werden ; 
tu Schanden werden; tu Roth werden (coosiünm inire) ; einefti.xu Willen werden 
(ad libitum allcujus se cooformare). 

Hericunft und Vriprung auEzudrülieD, nehmen tein und werden die Pripff- 
sitlonen ati/I und von zu sich : dat ist vom Übel; dat itt auß dem heiligen Geilte; 
er iit von hohem Stande etc. wie wir auch sagen : er itt einet hohen Stande» : er 
itt ein Mann von vielen Mitteln ; der Ring itt WOn 6oläe , da» Schwert von gutem 
Stahl; lie war auß der erelen Familie etc. 

Wenn die Bereitung auE einem Stoffe, oder Verarbeitung und Verwandlung 
eines Stoffes bezeichnet werden soll, so fügen wir zu werden auß, nicht von: 

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390 PrKpoiitMMien neben Verira. 

«HjS dem eotdt «Xrd ein Muff, imß 4em StaM Hh Sekwert, aufi WaiierBi* oder 
Dampf etc. 

Stehen, tixen, liegen, rvken, bleiben , wohnen ärükea , ■wie »ein, dra Begrlf 
der Bube anG nad verlaagea äballebe Straclur : der Baum tteht im Garten, mein 
Bert in Sorgen. — In der Bedeiuart : lein Sinn »leM av( blankes Geld und auf 
Ekren, haL itehn nicht mebr deo Begrlf von Buhe. — Cr taß am Fentler , bei 
TUeke elc. EmpIlJiKL aber liien die mediale Bedenlang von tick lexen, so ver- 
langt es deu Accusativ: «f« Meß ihn tiien an da* Belle; er taß mfden Tttek; 
da* Roß laß avf die kinUm Füße. — Auf dem Bette oder auf dem Grate Hegen; 
medial : f icA auf die fault Haut , auf den SIroktak legen elc. 

Buhen und beruhen fordern nolbwendlg den Dativ: das rukt auf mir; diu 
bervAl auf dem Grunde etc. Bei liek itüxen und eich gründen Ist blogegw nur 
Aeeuiativ zuIäUg : fr itüUt Heh auf dal frühere reripreeken ; die Klagt gr*»da 
Utk auf da* erwitiene Xigentumereekl etc. 

Btttben, leoknem er bleibt, wie der Daeki, in leinem Bau; er wokM de* 
Sommert in dem Garten etc. 

Fakren und verfakren: mU Eile fakren; auß dm Angeln (cartlnlbqB) 
fahren; mit Milde, mit Strenge verfakren etc. Wird das leokin bei fahren aak- 
gedrOkt , so siebt Accmatlv : in den Wald /akren ; fahre in dei Tntfei* GarkMie, 
in den wilden See I . ' - 

nun und machen babeu Dativ : lie maeken ihn lum König über tick ; den 
Mneckt ium Herrn, da* Walter tu Wein maeken; einen nun Narren maeken; — 
Gott kal an mir watgelkan! der Geiell hat an ikm übel gethan. — Aber: ei itt 
um mich, dich, ihn getkän, d. h. geiekehen. — Gau eben, vle die vixig«) 
Verba, rügen sieb todAJen, ernennen, bettelltn: lum König erwählen, am 
General ernennen, nun Ämtmann beiUUen etc. 

nehmen. Wir uoterscheidea das nabegtintntle: eineFrau, ein Weib, einen 
Mann nehmen, von dem bestimmten: eine atr Frau, xum Weibe, lur Gattin, 
einen tum 4fann« , tum Gemahl nehmen. Analog sind : er gab ihm *eine Sehwetler 
tur Frau; He gab ihr einen ihrer Seffen tum GemaMe etc. 

Urlaub nehmen bei einem, bei einer; aacb von Hawi und Hof Urlaub Mk- 
men. -~ Lohn von einem und Herberge bei einem n«Amen. Uan b«urlaud( sich M 
Hohem und nimt Äbtchied von seines gleichen. 

Haben. Bier gilt derselbe unterschied, z.B. eine Frau, einen Fteuni 
haben, Ist allgemein geredel; bestimmt aber: eine lUr Firau, «inen sum n-ewdt 
haben.— Bat' et mir tu Gutel 



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PraiMHiÜoneD oebea Vcrba. 291 

Empfangen: in »Hne Band, in «einen 5cAms und Schirm empfangen. 

latien: Ader, lur Ader laeten— Vnlerwegtn lauen iai so viel als nlcbt zu 
ülonde kODiDieo, aar dem Wege belassen. — er itt unlerwegt, hal den con- 
crelen Slnu: er Isl auf der Reise, anl dem Wege begriffen. — £tn#n im Siicbe 
lasten hat äbuUchen tlrsprong. 

Sagen, iprechen, reden: Einem'tagen; einem nahe ans Ben, an die 
Ehre sprechen; m einem sprechen oder red«n; mit einem oder meArern sprechen 
Dud reden. Ebeuso schwaten, plaudern, kosen. Doch nebenbei aucb Dallv 
allelo: was sehtcaiesl du ihmt'teas plaudert er dir? — Liebkosen hat Accusativ 
oder Dativ : daß. er iftn M^bkose ^tr daß «r .Ms» liekkote. 

Ich denke mir, stelle mir vor, bilde mir ein; er denU bei sich lelbst; liv 
gedenkt In ihrem Berten. Sie gedachten heim, trachUten beim (zu kebren). 

Sieh sehnen nach etwat; ein Ding begehren; eines Dings begehren i nach 
etwas verlangen, streben; auf ein Amt spannen; nach Ehren streben. 

Bei dem Valer werben um die Tochter; von einem VKannenÜ^'dmer, bei 
einer Ladenjungfer kau/'en am , für guiee Celd. 

Einem rolhen, zu etwas rathtn; Ober etwas Iferathen; — auf elwoi raihen 
ist vermulben. 

Wider, gegen einen tlreiten, Aätnp/'^n; mit ein«in ringen, «IretteK, tdmp/'en, 
fechten; einen besiegen, Qber einen fielen. 

Bei meiner Seele schwör' icA es; auf etwas schwären; sich wider, gegen 
«inen versehw^en. 

Über etwas walten, gebieten; mit einem (über Ibn) nach Betieben schallen 
und walten; einem drohen mit Strafe; sie entboten ipm oder Ihn nacA Rom; 
allen oder alle zur Gemeinde bieten.. 

Für einen bitten; am etwas bitten. > 

Nach den Sternen sehen; nach dem Geräusch^ hören; naeli dem.Stab greifen^ 
u^ch Wein schmeken; nach rata* riecAen; nach /'ech «(inften; oacbitofsn dif/Ien. 

Auf einen hoffen, trauen, eich vertäuen; an Gott, an Hexerei flauten. 

Sieh au einem rächen; die Schuld an ihr riehen; auf ^^en lümen; zu 
eftcae reiten und (oJcen; — sich aa elw^s wagen; sein Leben aa^flwai seien; — 
ein £ted In die Zitier, zur Barfe singen; — njJt dem Balle spielen; mit Kindern 
spielen. So ein geselliges mil erscbelnl auch bei laMen: ^fafi mich mit Frieden, 
oder in Frieden; einen zu J^'eden (feilen, woraufi ^fcb seltsam uuser Adjecllv 
tufHedtn (conlenlus) gebildet hat. — ; Laß mich iplt odOT In Rtthet 
' Bei den mit mir üt gebildeten unpersöiilicbea Redensarten nscbelnl um,. 



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29S l*räposi(ioneii neben 4em Konica. 

als: mtr iit um dfek, alt dir ammith (man bflnnle Snrfr« oder Leid supplleren); 
mir i>t IHä und Heb um Ue; — ti iil aa dem; et iit nicht an dem, (es Ist ge- 
gründet, es Ist aut dem Punkte, noch nicht auf dem Punkte); et iil elttat darao; 
e» M nieku daran. 

El mangelt mir an Lu$t; fehlt ihm.in Neigung, gebricht ihr an Geld. 

Ton einem scheiden; vor Sorgen betoahren und ichäieti. 

ple Trennbarkeit der Partikeln von den Verba, mit welchen ste znsammeD- 
gesezt Bind, bietet Vorlheile und Manlgfaltfgketl des AuEdrukes dar. 

Pi^posltlODen neben dem IVomen». 

wie die nominale Secllon tär den bloEen Casus ') viel unbedenlender Isl 
als die verbal«, so stehen auch Beziehungen des Nomen« auf die Präposlliooen 
Jenen des Verbnma an ElnRuE unit Wichtigkeit nach. 

Den vom Substantiv abhängenden Genitiv umtehreibt die Prfipoaltloa «m, 
z. B. da» Ende vom Liede war; der gante Nuxen von der Sache iit; kein« Sf» 
von dietem ffamen findet tieh; statt de> Liedt, der Sache, dietet Nament. 

Gewöhnlicher zeigt sieb, diese Präposition beim BegrIBte der Berttkafl 
oder des Gebietent: der Herr vom Baute; die FVou vom KranUaden, obwoldu 
weniger auGdrflkl, als der Herr oder dt« Frau dei Haute», tandtt. Gute». 

Tor örttiehen Eigennamen drükt ton nicht sowol Herschatl nnd Bigentnm, 
als Herkunft und Äbilammung auE: Philipp von Hetien; Franz von Sikinft»; 
Herzog von Schtoaben; König von Schweden; der Mann von Eiileben; Seide»- 
vjaaren von Lion ; Calune von Liverpool etc. 

Das von zeigt aber aucti In andern Fällen Herkommen und Urtprung an: 
ein Kuß von ihren Lippen; eJn i>ruJt von »einer Hand etc. nnd hier ist dfe 
PrSpositlon lebbarier als der Genitiv. 

ron bezeichnet auch den Stof, worauS etwas besteht oder gemacht Iil: 
e<n Becher von Gold; ein Haut von Stein; ein Dach von Supfer etc. und bler 
wäre der Genitiv: ein Becher Goldes, ein Bau* Steines etc. nicht anwendbK, 
sondern eher die Composita; ein Goldbeeker, ein Eitpferdach. Solche StoBt 
werden Jederzeit allgemein getaSI und haben darum keinen Artikel. 

Diesen unbestimmten , artikellosen Anfidrak milfels von vervenden w^ \ 
auch noch In andern Fällen, gegenöber dem bestimmten und artlkullerlMi 
Genitiv: ein Geräutch \oa Meniehen; ein Geiehnatler \od Gänien; ein Strah* 
von Hofnung; eine Falle von Gedanken etc. 
•} iMm Am B. esa— B4. 



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Prapositiooen neben dem 'Nomen. 293 

Zur Slclgeriuig des Begrlfs verknOptea wir nfchl selteo zwei pertänUcht 
Wörter durch von; ein Engel von Weilt; tin Teufel von Menteh; «in Ehmä v<Hi 
Diener; ein Schurke \0R Wirt; ein Schalk und Schelm von Knecht elc Scbleppender 
gescbichl dies auch inll Wiederboluug des uDbestimmlen Artikels: tin Engel 
von einem Weibe; ein Schuft von einem Diener elc. 

Kndlich slebl von in seiner elgeittllcbeu Bedeutung, um Abitand, Ent- 
fernung oder Trennung xa bezeichnen: der Äbitanil dei Monde» voo der Erde; 
die Eatfcrnung von dtciem Orte thal mir leid; mein Abtchied von ihr elc. 

AuEer von bal :u dem meisten Umrang neben Substaullva. Vor Ortsnamen 
wird dadurch Woltntläle und Aufenthalt ansegeben: der Piüut zu Rom; der 
Sultan zu Slambul ; zu Heidelberg der Senat ; Graf zu Heilen und bei Bhein. 
Auch nach der Demousiralivparttkel da, hie oder hier, ata: da zar Stunde; da 
za Lande; hie zu Lande; hier zu Äug$burg etc. 

Nach Stadt, Burg, üorflatsea wir den Eigennamen unmittelbar ohne » 
folgen: die Stadt FraukfurJ; die Burg HÖwen; dai Dor^ Sekenbelm elc. In 
andern Fällen aber muE zu stehen: die Sirehe zu Beiehenau; die Kapelle zu 
Stant; der Gailhbf-xnm ÄiUer; dai Haus zum Sehieanen, xum lUSwen etc. 

Etwas anderes Isl sodäun lu bei Substantiven, In welchen ein Begrir der 
Bewegung liegt: die Liebe zu Gott; der Hang zur Sünde. — Auch drOkt tu das- 
ienige auG, was einer Sactie aogebürt, für sie paEt oder sich zu Ihr fUgl; d«r 
Sehiiiieel zum Thor; der Dekel znm Bafen; der Darm zur Wurtt etc. 
Über: König über dai YoUt; Herr über die Leute lein. — Über Land, über 

Feld, aber Waiiei- gehn- — Über Tiich erzählen; über (bei) Tiiehe eiten. — 

Det Taget über; die Zeil Ober; dieie Tage über etc. 
Ob mit dem Dativ Im Sinne lon oben and üAer: criehtBebt obiAnen oUen ueit; — ■ 

sunächst ob mir taß'dein Bruder; — ob dem Beine hauet Bund Geielien; 

— Blum' ob allen Blumen l — dai Land ob der Kni; — er itl erhoff, üb 

Meter Sache etc. 
Ar mll dem Dativ, et» Löwe an Mulh; ein Feit an Treue; eine Taube an Sanft- 

muiA. — An mit dem Accnsativ erklärt sich auS der dem Substaallv noch 

anklebenden Verbalkralt: mein Glauben an Galt; «eine fbrdermtir an dtchj 

ihr Gruß an um elc. 
In mit dem Dativ hin und wieder gtall su oder von: der König In A-eujSen; der 

Kaiier in Bußland; ein Fürit In Brabant; Gelt Im Himmel, der Teufet in 

der Hölle elc. Bei .Substantiven mit dem Begrir der Bewegung: ein Stich 

U\»Hcri; ein Schuß in den Leib; ein Streich iu die Luft; ein Bote ins Land elc. 



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294 Präpositionen neben Adjet^iva. 

Äuß: iForl« atiE itinem Munde; ein Trunk an! der pucUe; Belltinff aoG der 

JVoiA etc. 
Tor : der Stuhl vor der Thüre ; Holi vor dem Haute ; ein Mittel für dieXratMteit elc. 
Auf: dtu Gediehl auf Karl den Großen; da> tied auf Print Eugen; BaUam aat 

d<e Wunde; ein Schlag auf die Hand etc. 
JVocft: Durj( nach £Ar« ; Sefft'crde nacTi AuAm; die TFall/ViAW aadi E{n<fd«lii,' 

der Ganf/ nach dem Eitenhammer elc. 
I7m.- dfe Bind« atns ffaup(; der Kampf um die Braut ; die Sorge um dai Geld etc. 
Gegen und wider: der Zug gegen die Türken; die Änttalten wider den Feind; 

dat Sehtcimmen gegen den Strom; ein Vergehen wider die HöfHehkeit elc 
Mit: dat Zeichen mit der ffand; dat Pliken mit dem Köpfet «*« Wink roll dt* 

Äugen; eine Andeutung mit swei Worten etc. 

Beispiele za den hier nicht angefObrten PrSposflionen alnd fiberaH leicht 
zu finden. 

Die Casusrection aneh bei Präpositionen mehr aaf das Substantiv zu 
beziehen, nöthigt Ihells die Annahme, dal Ihm die Kraft des entsprecheodMi 
Verbnms mllgethelltv werde, wie z. B. Herr Hber, Glauben an ongedlhr dasselbe 
Ist, als: hertchen Hber^ glauben an; — thells, nnd noch mehr, die Tertanschang 
prSposillonaler mit genltlver Stmctnr. Wenn dai Ende vom Lied, ein Mantel 
von Samet, der K^nlg van Schweden, das Ger3nsch von Leuten, an Jahren ein 
Kind, gleichviel Ist mit den Phrasen: ^t Ende det Lied», ein Samelmantel, 
Sehwedent Eöntg, dai Geräuieh der Leute, der Jahre ein Sind, hier aber der 
Genitiv nnmlttetbar von dem an seiner Seile stehenden Suhglantlv regiert wird, 
warum sollten nicht ebenfalls Jene Präpositionen ant das nemliche SnbstanliT 
zuräkzatOhren sein? 

Pr3poRltloiien neben Adjectlva« 

Zu; ftereUzur Buße; znr Getundheit dientam; gut zur Speite; leicht zn verdmm; 

altireneAni zn trinken. Dieses su draUGeschlk, Fng nnd Neigung zn einer 

Sache anE. 
JM : reich an Geld; getwnd an Leib und Seele ; frank am Herten; taub an beide» 

Ohren; bloß an den Füßen; an dem Mord untehwldig. Dieses an schildert 

gute und schlechte Eigenschaften an etwas nnd zumal gern steht es bei 

PartllivbegriHen. 
ron: da« Kleid itt rolh von Blut; tie iit »chön von AnUii; gut von Herten; 

frei von allem Leide. 



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PräpositioaeD neben AdjecUva. 395 

Vttri liehtr vor IHebt% ymd Gtfahr; rolh vor Freudi; iUiek vor Angit. 

Nach: gierig uacb Suhm; dwtlig nach Bkren. 

Gegen oad toider; blö4e gegen f^mu»; frech gegen 4ie PrittUrt ktlAn widw 

Feind«.. 
Auf: tonig aal den Betrüger ; hoMlig auf die Speiti; btgierig aof die Zuiwn/t. 
06.* Aoek ob de» andemj ob vielen ^eeArt. 
um: MeAmmert mn Weib und find ; traurig nm dm v«rIom«N Fr«UNd; un 

Geld verlegen. 
Mit: mit Bülfejiereii; mit oUe« /'erlig; nill («A;nden ^««en Mfnd. 
/».* «oH/l In Worten,- Gott itt In den Schtoaehen ttark; froh la Gott. 

Den Genitiv bei gesteigerten Graden ersezt nicht aeltea die Präposition 
mit Dativ: die tehöntte von alle» Fraven, unter oUen Frauen; das BeUe bei, 
an, von der Sache itt etc. 

Nach Pronomen nnd ZoAluiort ersezt die PrSposltlon häufig den Genitiv : 
die von eefnen Levlent diejenige» unter «einen fietellen; wer von tAnenT ic«lefter 
von, anE, unler eueh; Jeder an& iArer Mitte etc. 

Die ^eltaame TerblDdnng der Partikel jVlr mit dam fragenden to«, (nicht 
mll wer and nicht mit tcelcftet,] scheint am Ablaote des Ituftefanlen Jahr hnnderla 
avfgekommeD zn sein: uhu für einer? (<iaallB?), wo* t&T ein^ fTorir to(u ffir ein 
fftinder i«l doe^ uu für ein Getekrei? Pripesltlon kann dieses für nicht sein, 
well davon kein Casna abhängt, oud es darr, gleich Adverbien, seine Stelle 
wedueln : toat fSr Leuie tind da« ? and : lea* find dat t&r Leyte t — was $chrtibetl 
du mir [fir BriefeJ und: tcatl&flrfe/'e «cAreibe« dit mir? Auch anSer der Frage: 
wtu ffir erilnde «ie AoAen mögen ; «ciufQrCrtUeniAnenaiicAimfi'op/'e eleJwnelG.') 

Dieser Jezo lief eingewurzelte Bedegebraach mag durch ein MlEversiandolS 
erzeugt worden sein. Der Saz: was tkutt du rOr ein Zeichen? iSSt sich bncb- 
slfibllch rassen; ^uid facii pro tigno? wobei für wahrhalle Präposition und der 
folgende Accnsativ davon abhfingfg Ist ; auch : teo« gibtl du mir ffir einen Jle- 
scheidT drQkl vollhominea anE : pro reeponta ,- tco« gibtt du mir zum ffe«cA«idr — 
Allmäifch verdrehte man derlei Redensarten, zog für von seinem A'ccusallv ab 
zn dem Interrogativ selbst and bildete onn ein an sich sinnloses teat fär einer, 
mit der Bedeutung gualii. Dieses: toa« für ete Mann? um« für ein Land? leai 
für ein Wort? ersezt nun übel genag die (renlllvslrurlur : icas Manne*? wai 



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396 Absoluter Casus. 

Landet? wo* Worteit— Nur die veränderliche Btelinng des fir gewahrt einigen 
Vortbell; wo* für klingt aber aoedler als welcher. 

Aach bei Zahlwörtern kommen stall des Genltlvs die Präpositioaen t>on 
und Hnl«r vor; einer vnn um; einer unter euch; der dritte von ihnen; der 
Uuaendile unter den Blinden elc. 

ScMußbemerkung. Es 1x1 Im Verlaufe dieser Lehre von der Parti kelreetloo 
ansohauKch gemacht worden , wie groE dabei der mtllelhBre ElofluB des Verbums 
UDdHomenssel, sodaG die Präpositionen, welche die Stelle des Casus vertreten 
helfen, zwar zu unmlKelbarer Gewall Ober ihn gelangt sind, daE Immer aber 
lese Krafl noch verborgen fortwirkt. Ohne dieses wäre auch nicht wol zu 
begreifen, wie In verseht edn er Lage dieselben Präposf Honen verschiedoe Casus 
zu regieren vermöchten. 

Absoluter Casus. 

Absolnte Casus sind solche, die nicht regiert werden. Wenn ein Casus 
weder abhängig zu machen Ist von dem herschenden Verbnm, noch von einem 
Nomen oder einer Partikel des Sazes, so verdient er Jene Benennung; er trlt 
rUr sich allein bestehend In den Saz ein. 

D«-let absolute Casus haben die Natur des Adverbs, and man darf ancb 
alle auG dem Nomen entaproEnen Adverbia absolute Casus helGen. Bestimmung 
des Adverbs Ist nun überhaupt eine Nebenv(»'Bteilung auEzudrüken, entweder 
rasch und gedrungen, oder zu einem belebtem Bild erweitert. Jedes Adverb 
könnte In einen selbständigen Saz entfaltet werden, und es trSgt den Keim 
dazu In sich; z. B. fcA (Awe Mgem, ist so viel als: teft hegehre e« w (Aun ; — icA 
kmnme naeM$, *o viel als: wenn et Naehl aeviorde». Dieser Keim liegt nnent- 
wikeit, wenn einzelne Casus das Adveri> bilden ; er hebt sieb, wenn im Adv^b 
dem Substantiven Casus ein adjectlver begegnet; er wird vollends erschlossen, 
sobald ein Partlclp die Stelle des Adjectlvs einnimt. Solch ein Farticlp brauchl 
sich nnr aufzascbwingen, um als freies Verbnm zn entdiegen. 

Nach der Vorstellung, die wir hiermit einem absoluten Casns verkuftpfen, 
schein! der Cattu rectftt auBgeschlosseu. Ohne Zweifel ist er gtelcbfalls uuab- 
bäogig, Ja in höherem Grade, als die absolut gesezlen obliquen Casns; ietm 
der Nominativ wird niemals regiert, sondern Ist entweder herscheades Sabject 
oder diesem hinzutretendes Prädtcat. Aber zugleich zeigt er sich nothwendig 
als Hauplbegrir des Sazes und kann kelneNebeostellc einnehmen, d.h. niemals 
Adverb werden. 



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Absointe Nomitia. 297 



In Betret der ITnabhtingIgkelt vod ParllkelD, welche glelchratts als ein 
Kennzelcbeo des absoloten Casua aQ^elQhrt worden, flnden häufige AaBnabmen 
statt, wenn der absolale Casus durch präposltlooalen AuEdmh umsclH'leben 
wird. Daun hängt freilich der Casus zunächst von der Präposition ab, z. B. 
wenn es helEt; mit Freuden, bei Leibel Allein hier gehört die Präposillon mit 
lo den ahaolutea Begrlf nud hlin Iho hervorbrlogeu ; niaa kaon sagen, sie selbst 
stehe absolut und nuabhänglg, während sonst das Terbum oder Nomen des 
Sazes auf sie wirkt. In den Säzen: ich schlage mit der Hand, und: tcA (hu« e« 
mit Freuden, hat mit eine sehr verschledne BeEfiglichkeK ; dort hängt es ab 
von tehtofftn, hier aber nichl von ihun. 

Der abhängige Casus , well er zar Daupl Vorstellung gehört , hat stets mehr 
Stärke nud Leben, als der bloB In die Nebenvorstellung fallende absolute; ein 
folgendes Relativ kann auf Jenen, aber nie auf diesen bezogen werden; z. B. es 
belSt : ich freue mich eines Tags , der wolkenloi heiler iil ; ich fcAhijr mll meiner 
Haod, die mir davon noch -wehe ihul. In den Phrasen aber: ich reite tags un<( 
lehlafe nachts (bei Tage, bei Nachl); ich liebt dich von Herzen, geslallen die 
absoluten Casus kein nachfolgendes Relativ. Den Artikel melden absolute Nomina 
meistens, doch nicht Immer *). 

Absolirte IVomlna. 

Nicht lelchl Ist die Greuxe abzualeken zwischen einem absolut gesellen 
nod einem abhängigen Casus, oder zu sagen, ob der Casus adverbial stehe, 
oder von einem Worl des Sazes regiert werde. 

Alle Adverbia der Betehaffenkeil bebaupleu im. Saz eine unabhängige 
Stellung. * ^ 

Der Zweifel Irifl vielmehr die Adverbia der lUodalität, welche auf die 
Fragen wo? teohint wannt wie viel? wie hoch? wie ail? wie lange? antworten. 
Sie werden durch Casus auGgedrükl. 

Die örUiehen Adverbia des wo and mohin schlleEen steh unverkennbar 
dem Terbum des Sazes oder einem verbalen Substanttv an; sie sind als In 
ADfaängIgkett stehend zu beb'achteu: ich gehe in die Stadt; wohne auf dem 
Lande ; die Reite in die Sladt , auf das Land ; ich beiße in den Apfel ; der Biß in 
d«» Apfel, Hier sind (iberatt noch keine Adverbia, sondern alles Ist lebendige 
Bectlon. Je abatracter sie aber werden, desto mehr nehmen sie adverbiale 
Natur an; z. B. lu Berg und tw TAnJ helBI aufwärti und abwärli det Slronu; 



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298 Absolute ParlicipJa. 

nn-fik (relro), mü WOUn (sponle), mit Fleiß (de Indaslria, coosnllo), b^rga», 
bergiuifelc. In dem Antdruk: er gteng Hberlanät, Ist die Formel über Xoad 
daroh geultlvlsche FasBnag adverbialer gemacht. Umgewandt luuin anderemal 
itr GenEUv efneo restern AugchlnE ao das SabBlautlv desäazes bewIAeo, z.B. 
wean, statt der Hexr com Hmue , gesagt wird der Herr des Bautet. 

Soll das TerhflKnlB der Zelt bestimmt werden, so pflegt auf die Frag« 
womit eto Aceusallv oder Dativ, zuweilen noch Genitiv zn rolgea: de» Tag, 
OMfden Tag, an d«m Tage, dtt Tagt, kal die Frage wie langet Irll AccosaUv 
mit oder ohne PrSposKion ela: ich bleibe den Winter da, d. I. den Winter AM- 
durcA , den Winter über '). Dieser Begrif wird zwar zamelel neben bitraoBlUva 
verkommea , welche »ein, leben, dauern, währen aaSdrOken: das Thier Ubl Mir 
ein Jabr; der Zug dauerte einen Tag; die Hoekxeit währte den Uentag nad 
Dienstag etc. Da Iniransiliva keinen Accnsallv zu regleren vermögen, so leocb- 
tet hier die absolute und adverbiale Natnr des Accnsativs ein. Aber aeeli 
Trantitiea kAunen aoter dem von Ihnen regierten Aceosatlv einen uidani 
absolaten neben sich haben: er haut den ganzen Honal Bols; er leArMft die 
Nacht lehn Briefe elc. 

In der Redensart : atrf deultck , auf grieehiteh , att^ Ualiäniteh , toi der 
Aceosatlv, nicht der Dativ, mit au/ verboaden;' wie wir sagen: jeder aufimt 
Weit»; auf den alten Kaiter hin! 

Absoinfes Snbstanllv und AiUectlr. 

Troknes FuGes durch da» Strombette gekn; lichter Lobe (la hellem Fenet] 
br«nn«n; ebner Erde wohnen elc. 

Es Ist EU beinerken, dafi absolute Genitive dieser Art hauptsächlich bei 
sinnlichen Gegenständen haften und von ihnen nicht auf andere flberlragbir 
sind. Nur mit Weite vermögen wir eine Hei^e mehrsilbiger, auch abstracler 
Adjecliva zu verbinden: thöriehler, hartherziger, grautamer, londerbarer, die- 
bitcher etc. Weite. Mit knrzen Adjecliva geschieht es nicht so leicht; Indessen 
doch: pIutR}>«r Weite, dummer Weite elc. 

Absolute Partleipbu 

Wenn Nomina zu sieb Partlclpla gesellen nnd mit ihnen in den Saz, ohne 
von dessen Reellen ber&hrt zu werden, eintreten, so entspringt ein Nebenbild, 
das die Bede anschanitcher znsammendrHngl. Der einfach erzählende Ton 



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Absohlte Participia. 



rührt GegeDstBnde uDd Ereignisse nnverHochten nach einander aorund schwächt 
die voranCffehende durch dfe folgende Vorstellnag; ctn gewählter, känstllcher 
Tortrag ordnet and gruppiert die einzelnen Objecte und stellt Jedes In ein 
angemetnes Licht. Ein Subject, dessen TQrbam herschl, erscheint Im rorder- 
grande, das absolnt gesezie, mit llegeitdem Verbo, weicht zariik, and der 
Haaptgedaeken gewinn! durch Beseitigung der Nehenvorstellung an Kratt. 

Das absolute Partlclp Melbt erkennbar daran, daE es Je und Immer Prä- 
dicat Ist, nie attrlbntlv wird. Der AüEdrak : im biMenden Mai hat noihwendig 
attributives Partlclp. 

Genitiv. 

Klingenien Spielt avßziehen; ilehendei oder »lehenden Fußet antworten; 
fUegendei Haaret laufen; eitendet Sehrillet kommen; verhängten Zügels reiten; 
getetMen Baupte$ reden; währendei oAer uiährenden Euens ; währender Krank- 
Aci(; folgender Maßen geordnet; unbesonnener Weite gehandelt; unveriehrter 
Füße; unverrichteler Dinge oder Sachen; verwickener Tage; abgetaufner Monate 
etc. Das Partlclp hat hier meistens nur attritnitlven Sinn. 

Die Redensarten: meinet Wittern, unteres Gedenkens, sind zwar absolal, 
aber ohne Farllclp. 

Dativ. 

BloEer Dativ, absolut gesezt, erscheint nirgends, man mfiGle denn die 
Redensart : er gelangte, mir nnbewuEt Cm« itueio), in diu Zimmer; er ritt, seinem 
Vater nnbewuEt (patre neseiente), auß. Der Dativ scheint aber weniger neben 
unbetimfit and mit ihm aat gleicher Linie zu stehen, als vielmehr von Im ah- 
zabSngen, weil man sagt: das ist mir bewußt, nicht beieußt, ttnbevsußl. Wenn 
es nun helft : er verdiente sieh, mir unbekannt tri«, viel Geld, so wird niemand - 
das ffitr tmbtkannt für einen absolulen Dativ erklären. HäuHger kommen Prä- 
position und Dativ so vor : bei scheinender Sonne, bei anbrechender Ifacht ein- 
treffen; nach gethantr Arbeit rtiAen; nach vollendeter Kede; nach angehörter 
Verantwortung; nach außgescMafnem Sautebe; in währenäen Flammen; unter 
wäkrendtr Uahluit; in angehendem Mai etc. 

Acciiaaliv* 

Diet gesagt (hoc dic(o); dies voraußgetchikt (hoc prxmlsso); getagt, ge- 
ihan; kaum geredet das Wort; kaum getagt; to bei mir gedacht; dat außgenommen 
(hoc excepto); keinen außgenommen (nullo excepto); geseit; den Fall getett; 



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300 Absolutes .Adverb und Adjectir. ■ * 

da« (ift0fr«chn#l , vorau^MMl; hti Seite gelegt; alU Fweht hinuaigetexi ; diet 
tmangetehen; hiemif GoU befolUen! (wobei dich oder euch autgelasaen Ist); 
dat Buch koiM vier Giäden, den Eittbandnit gerecbiiet. 

Diese Slructur braucht mao gero zur Schilderung e)oer Gebärde oder 
Kleidnug bei Uehen, tize» und äbnliclien Wörtern: er tiand, die Hand ant 
Ruder gelegt; tie tafi, die Ajigeu zum Bimmel .gericbtet, die Häade empor 
gehobeu; in der Werkilall eonntagt fiüh tiand der Meitler, sein sctioiuzlg 
äcborztell ^gelegt etc. 

WiGetMiv, stall AccBsallv: detien unevachUl ; aller Klagen ungeachtet. 

Adverb und Adlectlr. 

Adjecllva (reIeD neben SubBtantlv und Verbum; Adrerbia neben Verttiim, 
Parlklp, Adjectiv, Adverb, Ja zawellen neben Substantlva aar, lo welchen 
adjenlive Bedeutung rege Isl. 

Man Sicht leicht , da& die Unlersucbung dieser Concnrrenz zwischen ad- 
Jeclivem und adverbialem AuGdruke bauptsächücb auf solche Adverbia geben 
müGe, welche unmllteibar anS Adjectlva entspringen undlbnen parallel iauten, 
ulcbl auf die übrigen durch absolute Casus und PräposllioDen auE SubstantlTa 
erzeugten. 

Die Form der Beschaffenheilsadv erb la Ist gleich der Flexion mancher 
Adjecliva verschwunden, daher viele Adverbia and Adjectlva deshalb schein- 
bar zusammenralien. Weil aber die Flexionstosigkclt der Adjectlva lianpl- 
sächltch beim prädiclerten Adjectiv vortrU*), and Adverbia ibrer Natur nach 
das Prädicat begleiten: so mal dadurch Jene BerDbrang nur noch vennehrl 
werden. 

Slält seines irrigen Sazes, daE alle prädiclerten Adjectlva wliicllche Ad- 
verbia seien, and bd£ adverbialer Gnmdfonn erst die adjective heranwachse, 
hfille Adelung ") mit mehr Schein und Fug behaupten kSnoen, dal die Adverbl» 
zu Adjecliva geworden seien. 

Der Verlust des Formunlerschledes zwischen Adverb und nnflectlerlem 
Adjectiv Ist grofi und anersezilch; aith och deutsch sind imciio, rehlo, epAto, 
lango als Adverbia aireng geschieden von den undecllerlen Adjectlva mal, 
rcht, ipAl, lang. Dieser Unlerschleil hat aber schon im Mlttelhochdealsctaen 



•3 ß 



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Formeln. Tantolog^svhe Formeln. 301 

aargeliörl. Gut braacheo wir tÜT bonum und bene; Sbel für malüm and ntale; 
beiier oder lelüeehler für den Comparativ des Adjectivs und Adverbs. Beim 
Superlativ bedleoeo wir uds einer adverbiale» CmschrelbuDg: das Ist am besten, 
am tehtimmtlen, am klügtlen elc, well diese kelDen adjectlvea Sinn leldel. 
Unter dem Volke hört man noch das anladelhane wirklich adverbiale : «« tjl 
spat, e$ Ut traib. Mir ist wot (bene) uuterscbeiden wir noch vos mir ist gat 
(heiltam). Bei lieb und leid rinnen ans aber Adverb nnd Adjectiv unter einander. 

Wir pOegen heute , wenn daa Adverb recht deutlich hervorgehoben werden 
soll, die Dmschrelbuss mit Weite ku wählen, welche aber an Fügsamkell weit 
hinter jener allen Form zarOkbleibt. Wie sehr stiebt unser heimlichtTweUe mit 
dem trübem tougeno oder mit dem lateinischen dam ab! 

Nur unregelmäEige und ailertOmllche Adverbia haben sich zum Thell In 
Ihrer echten Form bis aaf heute als reine, von dem Adjecliv gesonderte Adverbia 
erhalten , und können im Zweifel eioeu UaEslab tQr die tormeli unerkennbaren 
abgeben. 

Formeln. 
Tantologlsche Formeln. 

Der Gedanke dei ersten Worts wird durch den gleichen oder verwandten eines 
iweKen oder drillen wiederholt, wodurch der ganze Saz erhöhten, belebtem Sinn und 
mehr Starke und Fesligkeil gewinnt. Mitunter sollen aber auch In dem zweiten und 
dritten Worte Besonderheiten hervorgehol)en werden. Kan tboilt diese Tautologien in- 
nneigliedTige und dreiglieilrige. 

Zweigliedrige Fonn. *) 

Acht und Alieracbt.**) ~ lu Acht und Blnn. - Von Fleisch und Beine sein.— Nniev 
und Ehre. - Kraft und Uacbi. - BnBe und Wandel. - Wandel und Bute. - Kehr und 
Wandel. - Fleisch nnd Blut. - Wechie^und Tanscti. ~ HüiTe und Steuer. - Kummer 





■ehleuiditU 


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>r»BBi>d»l>eiiK>.-v<> 


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alt nnd vinie 




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en und (»IX. — Hdiitrf 


jaitTixt.^ 


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f k<riat. — nUiü DBit UV«. — 


irm und ■«1». - 




biemiWBndUt 


rund«. 




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lad non. 


- .*r«l». u>d Lkn. 


_ Vrt.« and 




warhiB UDd ..U«a. - e>.*Uen 


imde.ri«n.- 


rlMDimd 


Bin. -»«oMaunds.ro 


— heijoüund 




■pftrii>diihe.-ki*iiii4>*<>>> 


- .»dn iixd 


jiAta.- 


wi.lu»d.*fc-diE3™n 




-t.» n 


WH»D. - Ilh«l Süd f eil«. 


- •tri<«gB und 


eren. — 


uocen nnd rtlra. - 11*™ imd ffn««. 


— ■voll« 


li.*riB(«.-li^«idriet. - 




cwoben. 








••) iaiat .ow«l .w.i- 


1. dr«lsJ,.drir» 


■uolor 


etve Ftsmela, «• kitr bMiI «rtlirin«, 








ForB>9ii 


tttttm. 







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Tautologtscbc Formelu. 



und NoUi>- Hll ilaad und Mund. - tber Hals und Kopt. - Um Silber aatb Gold. - KauJi 
und Niboie. - Baub und Brand. - St^hub und Tag geben. - Zu Pulver und Ascben. - 
Sicher und gewIB ~ Leib uDd Gut. ~ Leib uud Seele. ~ Fest und dauerhan. ~ DeuUlcb 
uDd verstau dlit^li. - UuitUch und vernetuuUch sprechen. - Scliuldii; und ptUchtig lu 
geben und rlcbten. - Stark nnd kühn. - Kurz und klein. - Kurz und rund abscblagcn. - 
tianz und gar. - Sein und bleiben. - Sezen UDd machen. ~ machen und achelden. - 
Machen und fügen. - Welsen und erkennen. — Sieden oder braten. - Theilen und er- 
kennen. - Versebeu und verhofTen. - Leiden und tragen. - Beraumen und bedingen. - 
Greifen und tasten. - Heiscben und mabnen. - Heischen uud laden. — Kehren und 
wenden. — irren und engen. — Geben und richten. — Tödlen und kraftlos machen. — 
AuG- und aülhun. - Elu- und auCgeben. - Gebeten und ungebeten! - Weder Maboen 
noeb WaroeD. - Weder Warnung noch ^uspiucli. - Verstoben und verDogen. - Ver- 
hallt und verschollen. 

Dreigliedrige Form.*) 

Land, Gut und llrbor (reddltus). - Gebiet, Grund uud Boden. ~ Grundherr, Lehn- 
berr und Vogt. ~ Schüzer, Sctalrmer und Wäcbter. — Frieden, Bann und Schlrin geben. - 
Gericbt, Bertlchkett und Frelbpit. - Nach allem HerkomiDen, Recht und Brauch. ~ Nach 
allem Brauch, Herkommen uud GewobnbelU - Friede, Freiheit undBechL —.Schuz, 
Sclilrm und Haadhabung. — Folge, Hüire und Steuer thun. — In alleu Teldingen, Ge- 
dingen und Rechten. - Um Gabe , Liebe und Miete. - in Form , Wels uud Gestalt. - 
Tag, Zelt und Stunde bestimmen. - Begrlf, Verzeichnis und ZcdeL - Hll Eid, Kilr uud 
Httiie. - Hit Gelübde, Eid und Huld. - Uli WNIen, Hath und Gunst. - Ult Wort, Wllteu 
und GunsL- Mit Willen, Wissen und QeUen. - Hit Heise, WiUen und Worte. - Mit 
fieheiS, Bitte und Urlaub. - Mit Urlaub, Wissen und WiUen. - Bllt Mühe, Kosten und 
ArbelL - Mit Mühe, FlelC und Arbelt. - Mit Mühe, Fleiß uud Nolb. - Hlndersal, Verzug 
uud Widerspräche. - Hit Schaden, Schande, verdrufi und Schmach. - Kummer, Sclia- 
deh und Arbeit haben. - Mtl Brand, Raub und Nähme. - Scbelm, Dieb andBösewlcht.- 
Släl, ganz und Ceti, - Freundlich, gleich und bilUch. - Bllllch, rccbl und redllcti. - 
Echt, recht uud frei eigen. - So fern, weit und hrelL - Getreu, hold und geborsam. - 
NUz, gut uud treu. - Bequem, tauglich und nllze. - Bedachtlich, sllllg UDd fdrslchllg. - 
Kläriich, eigentlich und merklich. - Offeulllch, hell, lauter uud verständltcb lesen. - 
Zwelfelhan, unkund und unerfahren. ~ Heimlich, still und alleine. - Hein, trokea und 
schünes Korn. - Ledig, frei, Jos. - Frei, ledig und los. - Quitt, las uud ledig. - QuiU, 
ledig und los. — KraTtlos, nichtig, unbUndIg und ab sein. — Kranlos, nnmächtig und 
ewig lodt. - Ab, todt und kraftlos. -- VermeGae, Snstre uud frevele Schuld. — Lose, 
feig und verzagt. - Ehrlos, meineidig In Bann, in Acht und Aberacbt. - Treulos, ehrlos 
und meineidig. — Treulos, meineidig und etirliw. ~ Sein, bleiben und gehallen werden.- 
Uerbrachl, besessen und IngehabL - Besizen, nttzen uud nlefien. — Sezen, machen und 
bestellen. - Machen, bescheiden uud geben. - SchalTen, sezen und geben. - Gegeben, 
lerwlllel und bestätigt. — Gesezt, gewährt und geeignet, - Vereinen, verbinden uud 
verstriken. — Gezahlt, geachtet und gewebrteL - Kiesen, zulassen uud annehmen. - 
Abgcredl, geordnet und beschlossen. ~ Schwören, geloben nnd hatten. - Kttnde, be- 
kenne und zeuge. - Finden, hören und erfahren. - Gesehen, erfahren und vernom- 
men. ^ Laden, mahnen und heiscben. - Gebelfien, vermahnet und gebeten. — Bl in 
-weder Bitten, Beten, Helfien noch Hahnen. - Führen, treiben und tragen. - Mergeiu, 
düngen und bessern. — Uaudtiabeh, schirmen und schUzen. -~ Handhaben, beatellen 
und Ihun. ~ FUrdern, schirmen und hegen. - Hegen, schirmen und schüieu. - SctMden 

*) Milulluie*änitteti Itf , i«1»B uJ reaiele. — lie«i<k, iiMerte and wli — *toI>, feile ■■< tibm. — 
hinl« lu«, ID jwi j BDI Üaie. — feüle Uu, Ute ua« fenil. — Jene, diae la» die. — MUJ , wU Uli *d1. — 
. riiet, herel nwljehel vrrkela, venirigea iml verdufea veiHocIieii, nerkeu aadifeheii — (rteiea. 



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Reimhafte Euructe. 303 

verfeaien, wehren und wunen. ~ Verkaufen, vergeben (ventinen) und yersexen. -~ 
VerluDDt, verbannt uiiügeätAtet - Verlhun, vergeuden und verspielte o. - Ungeieniut, 
m«t[*lrrt und unverblnderL — Richten, urll^llen und Vertehmen. ~ Versenken, ver- 
.to«ib«n und verjageo — Krünkea, «ch »Sehen nnd vertezen.— &ebenlDWeeli»el,TMi«cta 
und Scbialrh. ~ ViderrDren, verolchlel UDd abgetban. - Zerbauen, zerblau«n und 



Helmbane Formelit.') ' 

Hil Ach und Krach. - Adellgeo und untadeligen GeMblecbtes. -- Von Adel sonder 
Tadel. — Adern und rudern. - Affeu und gaffen. _ Affen und Pfallba. - Die Alten sind 
gut hallen. — AD Ihm aelbs all, kalt und ungestall. ~ Ihm ahnet und schwanet. -- An- 
rlichtlg unduntücbllgeelDVOrJederuian. -Einen waschen mit ungebrannter Aschen. - 
Er wechselt den Balg und behält den Scbalk. - Bauz pardanz I - BelSen und relCsn. - 
BetlelvelleL - Wollet euch einen Blschoirund nicht erzeigen einen Wolf. - Helfen und 
tristen mit Borgea und Sorgen. - Gin Bier, das hcist Ihr. - Boßen und stoßen. - Der 
Bur Ist ein Slur. - Crethl uRd PIcthl. - Dach und Fach. - Dach und Gemach han. - 
Daheim Ist's geheim. - Sich strekeu nach der Deben. ~ De- nnd webmQthlg abbitten. - 
Zu Ding und Ring geben. — Dinglich und rlngUch. — Einem ein Dorn und Zorn In Augen 
sein. ~ Dukelmuser uud Cartbuser. - in keinen Weg dringen und zwingen. — Sich 
duken und schmuken. - Im Dunkeln Ist gut munkeln. - Dunst Tür Gunst; Hohn ftlr 
LobD. — DIeechteu und rechten. -Es Calll keine Elch' von einem Streich.- Gezwungner 
Eid Ist Gott leid. - Betwungen elde sind Gotte leide. - Elle mit Welle. - Ende gut, 
alles gut. - Eugen and pfrengen. - Enden und wenden. - Dem Wort Gottes zu Ehren 
und dem Teufel zu wehren allen Fleiß vorkehren. — Dem Übel onlrounen uud Besser 
gewonnen. - Erkoren üder geboren. - Essen und vergessen. - Alt weg Falk uud Schalk 
sein. - Experte crede Ruperto. - Färber and Gerber Ist Haus all Mutter. ~ Wie Ihr 
damit wollet fahren oder hareu. - Finanz uud Alefanz. - Drellüglg Fisch auf keinen 
Tisch- - AnEen Ox, Innen nix. - Bin vou Flandern, geb' eine um die andern. - Ult 
Fleiß und Schweiß- - Nach den Flllterwocben kommen die Zltterwocheu. - FUttern 
und kJUern- - Je mebr es schreit, so bälder es frelL - Sich fugen und schmiegen. - 
Ein Fund verholen ist als gestolen. - Es Ist Im Gange uud Schwange- - Erloscbn^ 
Farben und abgedroscbne Garben. - Garren und scbnarreu. - Dreitägig Gast wird 
eine Last. - Ungeladner Gast Ist eine Last - Fremder Gaul und eigne Spüren haben 
bald den Wind verloren. — Gebrechen und Verbrechen scheiden. - Wollt ihr gebn, so 
gebt; woUt Ihr nicht, so sieht) - Darum gehet und stehet es auch wie wir sehen. - 
Hur oder Dieb : bastu Geld, so blstu Heb. - Je gelehrter, so verkehrter. - Die Geletu-ien, 
die Verkehrten. - Wer will , daC Ihm geDuge , sehe selb zu dem Dinge. - Gemach 
kömmt wol nach. - Gemach Über den Bacb. — Darnach er hat gerungen , also Ist ihm 
gelungen. - Das Gesicht verräth den Wicht. - Gemein Ist unrein. ~ Gemein ist selten 
ein. - Wie gewouneu, so zerronnen. - Der zorecbl Geselle auB der Hölle. - Mit Glimpf 
und Schimpf. - Gipfel und Wipfel. ~ Ein Graus [ viel Kinder und kein Orot Im Haus. - 
Sie greisen, eh' sie weisen. - Grinsen uud winseln. - Gut macht Mulh. -~ Haben Ist 
gewiß, kriegen aber miß. ~ Hak und alle Hak. ~ Hit Hunde, Halme und Galme. ~ 
Halsen, kUssen und grlisen, - Das mir, das dir; spricht der Hammer zum AmboS. - 
AuE der Hand In den tand. - Vieler Hände machen bald Ende. - Handel hat Wandel. - 
Die Bändel schlichten nnd richten. - Hangen und verlangen. - Alles, wo es hanget 
und langet, verrichten. - Das Häßliche und das GrSSIIche. - Klein Haus, wenig Braus. - 
HU einem heben und legen. - Sie sind die Heber und Leger dieses Werks. - Heger 
und Pfleger. - Einer Frauen Hege und Pflege tbun. - Der Hebler Isl wie der Stehler. - 



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304 tteimhafte Ponnein. 



Teulel, Eck, Maluz uuä Heim. - Alli> Uelni und Halm ! - Nicht zn scbnelt, nicht tu 
hell nDd ereil. - Lieber lienkeci , als erlränkeD. ~ Heute mir, morgen dir. ~ Hüft ei 
Dil. so »chadet'B Dil. - Besser Ist binken, aU vü.lllg sinken. - Uas Dias hinkt, »Unkt 
und' hat Lüuse. - Weder blzeii nocb schwlzeii. - Hlzig ist nicht wizig. - Bokuspokui 
ma^en oder treiben. — Holpern und stolpern. ~ Holter und Polier. — Hohn fQr Lohn; 
Gestank ftlr Dank. - Einen hören und ehren. ~ Reiten durch Hör und Hoor. - Et will 
weder boten noch schwoden. - Hozelbozel. - Hozelu und bozeln. ~ Einea budein und 
pndeln. - Sich budein und pudetn lassen. - Alles In UUIle und Fülle baben. — BehUllet 
und artUllet. - Hunger Ist ein Unger. — Hungern und lungern. — Hllp, hUp, http ! das 
fallend Übel auf die Ripp!- Huren und Hüben., Hut bebült Ihr GuL -Einen Irren und 
Temlrien. - Das Interim hat den Schalk hinter Ihm. - Wer mag Jagen, darr auch ha- 
gen.— Jagesta, 50 fahestu.- Immer Jagelag,abernlchlliunierFabeUg.~ Jugend wild, Alter 
mild.- iugeiLd bat nicht allneg Tugend. -Zu ^uz und Frummcn der Jungen und Dum- 
men. — Jung schön geiiung. — Jurist böser Christ. - Kalbdelsch Halbnelsch. - Wann der 
Tag beginnt lu langen, kommt die Kalt' erst angegangen. -Alte Karren gerne knarren.- 
Gut gekaut Ist halb verdaut. - Kauf. bel£t es, Augen auf ! - Kauf bebt Miete auf. - 
Wer da kauft, luege nie es lauft. — Karger, Arger (astutus, vecon). — Ein Kind als ein 
ander Bind. - Weder Kind noch Rind sclionen. ~ Aus Kindern Leute, aufi iungfem 
Bräute. - Kipper und Wipper. - Besser Kittel als Titel. - Klatfen und blaffen. - Den 
narren am Kopf, am Klange den Topf< - Trinken und bllnkeü. - Knall und Fall. — 
Einen wol durcb die Kolen holen. - Kometen böse Propheten. — Daä ein solcher Abgott 
zu Koth und Spott iverdc: - Weder Kraft noch Saft bähen. - Krafl- und saftlos.- Dat 
Kreuz gefaCt Ist halbe Last. - In Kraft und Macht des Briefs.^ Weder Kraft nocb Macht 
haben. •- Im Kriege viel Lüge. - Ein guler Krumm ist nichts um. - Kunst bat nicht der 
Thoren Gunst. - Blei und Elsen mul den Kupferscbmld speisen. - Dem Kuppler ein 
Paar Scbuh' und die Hülle dazu. - Kui geht In Dm. - Jedes Land hat seiaea Tand. - 
Landsmann Sctiandsmann. - L:ippen und Dlldapen. - Larifari. - Laufen undkauren.-- 
Lanfen und schnaufen. - Lauschen und rauschen.— Lügen und trügen. — Dem einen 
lilllich, dem andern tüdllrb; dem einen venia], dem andern mortal, — In etwas leben, 
wehen und schwchen. - Es Ist um Lebens und Sterbens willen) - Wie gelebt, so 
entschwebt. - Uan und Weib sind eiu Leib. - Leide und meide ! das ist die Kreide. > 
Leide und vertrag') GlUk konmit alle Tag. - Dnglük leiden und tragen In Freuden. - 
Lebren und wehren. - \^i gehurt, das man gewIG lehre, nähre und wehre. - Heilsune 
Lebren begehren und ehren. - Lehrstand, Nabrslaud und Wehrsland )- Lezen und 
cTgäzen. - Ein andermal mehr auf euer Begehr) - Der Liehe Hund küHt auch den 
Hund. - Ein Ding llebeu und iiheti. - Vom Lieben zum ttben isl weit - LlrtpIppL - 
GrUBt mir Lensgen und Hänsgen. -- Ein Löffel voH Tbat besser als ein Schelfcl toU 
R^tb. - Lügen, dafi sich die Uaiken biegen. - Die Stirn leugt und treugL - Er Ist Luctu 
und Fuchs. — Andacht, Lust und Durst genug haben. — Zwing undBann über Li^le und 
über Gute. - Mit der Maeht gebt das Recht In Aberacbt. - Vor die Hidchen flügge sind 
sie voller Tüke. - Man und Bau. - Was der MUri nicht will, das frifit der AprlL _ Mäuse 
DUd LSuse. - Auch die Güuse und Anten, Mause und LHuse nicht - Das Mein und Dein 
haut je gestritten. - Besser Ist znler gemessen, dann lüzei vergessen. - Mist gebt über 
List -Mlllelstrafi'vonje das Beste was, - Dublst mir so lieb als dem Müller der Dieb. - 
Gebieten über HUhtengaug und Glokcnklang. — So viel Hund, so viel Pfund. — Was 
kommt über deuMund, das wird aller Well kund. - GekilGter Mund wird nicht wund.- 
Hündllch und grühdUch verabreden. - Was die Mütter gebären, sollen sie ernähren. - 
Er Ist des Namens und Stammens mit Schild und Helm. - Er isl des Namens, aber nicht 
des Kämmens und Stammens. — Narret und Gaucbcrel. - Den Narren am Sang, dM 
Hafen am Klang. - Nehmen wo Ist und geben wo brist - Nolh bat kein Gebot -Koth 
und Tod kommen zu Jungen und Alten. - Oben auG und nirgends au hat nocb niemals 
gut gethaq. ^ in einerlei Ort und Wort uueins sein. - Da zahlt erlm recb die lang 
geborgle Zecb*. - PfafTentrug und Welberllst gebn Über alles, wie Ihr wlOI. - In Jede« 
P»nein steht eInPäbslleln. - Wo man hin ftanet, wird man verscharret - Gute Pfeifer, 



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tteimbafte Formeln. 305 

braie Sttnfer. - Deia Pferd, dein Schwert UDd dein Weib lellie Dicht ber. - l>llaiue 
mlcb für zwei, eo trag' Ich dir Tür drei (sagt der Ubsibaum). — Gebraucbtcr pnug blinkt, 
stebeDd WaMer »tlokt. - Pfund UDd Pfnind. - Pilz Mit olclit nie Filz. ~ So eitolz auf 
seinen Plaz als Gregor odor Bonifaz. ~ ilüle dich yor dem Pocher, dir schadet nicht' 
der Socher. - Der Socher ühetlebl flen Pocher. — Präger und Wäger falscher Gedieht' 
nod Gewichte. - Probleren igt über studieren. - lui Alter koiarnj, der Psalter. - Den 
reinen Quell verBcbmlihen und zur Plllze gehen. - Erzlebest du dir einen Ratten, so 
wird er dir die Augen aufigraben. - Riiake und Sciiwünke machen. - Mcbls als Sank 
und schwanb. - Rast gibt .Vasl. - Was hiebt rastet und rubt. thul in die Länge nicht 
gnl. - Zum Rath Welle, zur Thal Eile. - Halle Ralh vor der Ttaat. - Ratb nach der tbat 
gar übel Stil. - Rachel und alle llachell - Alle Hachel und Rachel! - Der Bazen und 
Kaze» Sirelt. - Aufi den Reben OeiiBt Lehen. - Einer Rebe und einer Galt wird es nie 
zu helfi. - Jeder Zelt ihr Recht arraet manchen Kuechl. - Das Recht flndet seinen 
Knecitt. - Kein' Ked' oder Gedichte hilft vor Gottes Angesichte. - Es steht alles rege 
and wäge. - Ein kleiner Segen mag grölen Wind legen. - Reichtum vergdl, Kunst 
beatdu - Das Heimweh ist wie das Helmweb, unheilbar. - Der Reuel and Scheuet 
wird euch einst belGen- — Was bald reif hält nicht steir. — Einen riden and zerlideu. — 
Also rieht und spricht die schnäde Well.-Der RJt dichschiltt: - Beringet ist gedlnget- 
RoUer, Zoiler, Schergen, Fergen, Arzte, Poelcn und Juristen sind euch siben böse 
Ctarlelen. - Rost friCl Eisen, Sorge den Weisen. - Heute roth, morgeu tot. - Rothbart 
Scliclmenart. - Rubis und stubis, mit Stumpf und SlleL ~ Auf einen Ruk und Drub. - 
Ranzen und grunzen. - Über Rusch und Busch. - Die Ruib maciiel guL ~ Einen rütteln, 
und schütteln. ~ Rinteln und beuteln. - Dat OG elm sächli werd'eln sach', undiUeim 
rünsll werd' ein bacb. - Sacum per nacum: Sak auf den Nak. -- Sa»en und oueen. ~ 
Hit Sakund Pak. - Siehe dich woi vor, du greifst die wilde Sau am Ohr! -Es IslauB 
Sanlus worden ein Paulus. - In Saus und Braus lohen. >- Sds und BtIIs hilft manchem 
vom Hfls. ~ Scbabab sein. - Alier Welt gemeiner Lohn zu dem Schaden Ist der Hoh|i.- 
gcba^nzen und faulenzen. - schalten, und walten. - Schänden und blenden. - Scharl- 
wart. -~ Scbnrlmurl. ~ Ein mit Scheffeln und auB mit Lülfeln. - Ein mit Löffeln und 
aufi mit Scheffeln. - Die Dinge scheluen, die Menschen meinen. - Er mag sich nicht 
bukjen, ihm stektein Schelmanbetn Im Ruken. - Schenk Ist gestorben, Gebtaart ver- 
dorbeu. — Der Frau vergleng des Scherzen vor Schmerzen. — ir keine den hameralag 
erilden mag. — Schlampampe. — Verschlampfunpen. — Mit Schimpf und Ungllmpf. ~ 
Schlampig macht wampig. - Der Scheuel und Beuel. -- Schlecht und rechL - Schlemmen 
and deramen. - Schlenzen und scherwenzen. — Der Schliffel mul kriegen seinen 
fllQ^I. - Uit Brief ond Slgel hinter Schlot und HigeL - Schmerz klammert sich an;s 
Herz. - Schmieren und Salben hilft allenthalben. - Sich schmuken und diiken. - Die 
Rosse schnoben, Funken stoben. - Leichter gescholten als vergolten, - Was man 
schreibt, das verbleibt. - Schreien und Speien. - Des Schreiens und Spciens kein 
Ende. - Schund und Plunder. - Der Schurz Ist worden zu kurz. - Zu Schuz und Truz. - . 
Schuz- und Truzwaffen. - Schuz- und TruzbündulB. - Die Schwabenstreiche sind 
bekannt im ganzen Reiche. — Es mag euch glilken wie den Schwaben bei Liiken. - 
Schwäbisch ist gäblsch; balerlsch Ist gar nichts. - Schwäbisch ist gäbisch : umkehrl 
Ist gar nlchls. - Schwadern und ladern. - Schwarz auf WelE hal den Preis. - Die 
Schwarzwälder holen fremde Gelder. - Sengen, brennen und morden. - Serben kommt 
vor Sterben. - Gott läBt wol sinken, aber nicht eitrlnken. - soldatenlod Ist be»ser als 
BetleibroL - Sorgen und worgen, laufen und schnaufen mit Fleiß und SchweiB. - 
Ein Pfund Sorgen bezahlt kein Lolh Borgen. - Spalte und walte. - Es verderben wol 
nenn Spül, ehe ein Früh zu Grunde geht- - Speien und maledelen. -~ Schnell Spiet 
übersieht viel. - Allzu splzlg Ut nicbl wizig. - Es gehe darüber wie Gott igil, Spott 
oder Todl - Sprichwort wahr Wort. - Jftlt Stab ohne Hab' abziehen. - Siechen und 
brechen. - Sie stachen und brachen. - Rebus sie slantlhiis et puelii.t amantlbus. - 
Stehler, Behler und Befehler sind drei Diebe. - Stein und Bein gefrieren zusammen. - 
Bein und stein. - Zween harte sielu' mülen nlclit klein. - Sterben und verderben. - 



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306 Rcimhafte Formeln. 

Einen «töken und bläken. - Cber SlOk und Blök. - Wer bauet an die Straten, mnt 
die Lente »allen laBcn. - Viele Slrelch' nilen die Blcb'. - Auler Stok nud Blak. ~ 
SITelcheln thut vivrn eicbelu. - Strik enzivel und ivlr sind tVel 1 ~ Das StUndleln brln|t'> 
KlDdleln. - Subtil rrummt seilen viel. - Jeder Ta<c bat aeine Plag'. - Beim Tanz bab' 
ACbt auf die Scbam '. - Tanz Isl der Huren Finanz. ~ Vor der Tbal halte Katb. - ^ach 
der Tbatwell aucb der Gimpel Bath. - Tbeuer gelaufl ist nlctil ^erkauH. - Wir' Irh 
wiil( und snell, so hlel' Ich Dicht der Teil, — Alles versoCFCn bis an« End' inacM ein 
rlchllB Testament. — Wlllstu die lochler hdn, fabe bei der Mutter au. - De« einen Tod. 
de» andern Brot - Der Tod isl des Lebens BotenbroL - Der Tod macht alles gleich, 
er rrlBt Arm nnd Reich. - Tnli and voll. - Voll und toll. - TrSume sind Gäume. - 
TrSume sind SchSume. - Trüuiue sind Fäume. - Nun seid Ihr Betränket, daE Ihr drin 
denket! - Trau, abersrhau! - Trau, seit au wem l - Siehe [ürdlrb: Treu' Ist mlBIlch.- 
Trjtllcb uDd nngerärllch. - Trink and il; Gotles nlchl -yergia. - Lange trinben und 
klinken bricht den Sonner. - Ver mit will trinken, mit muB ktlnken. - Trinken bl« 
die Zangen hinken. - Essen und trinken, daE die Zungen hinken. - Bin guler Trunk 
macht Alle Jung. - Wol thun Ist bald Ihun. - Was Schaden eine Hure thut bei dem 
Jungen Blut ) -Was man verbeul, das tbun die Leul'.- So tdcbtlg, aber nicbt so rlchlig.- 
Etwas tüchtiges und richtiges leisten. - Je mehr Ttik', so besser Glilk. - Hinter dem h 
kommt gleich das tre, das Ist die Ordnung Im Abece. - Dbelieb kautt dem woileb du 
Haus ab. - übergeben 7 nimmer leben! - Wie Jung, wie stark, wie mücbtig: wir sind 
alle abernächllg! -~ Undank machl Woilhun krank. - ünler aotbanen Umstanden und 
VorwSnden. - Ungehabt und itngestabt gehen. - Ungestüm will durchdringen, ued 
sollt' es der Nonn' ein Kind bringen. - Unrecht 6ndel seinen Knecht - Unverdrossen 
hat es dik genossen. — L'uverbort kommt ort. - Urra hurra t - trsach' dringt und Gott 
zwingt - Einen dzen und däEen. - Gar nichts Ist Übel oder gut, wenn man es nicht 
so nehmen ihut.<-ManTerdtrbt,eh' man stirbt. — Der Verdrossen hält alles für Possen.- 
firol VerbeiEer und klein Leister. - Einen verfcezern und Jezern. - Besser geschworen 
als verloren. - Verlogen und ungezogen Lumpenpak. ~- Verschoben Ist nicht auFge- 
hoben. - Der eine hat es verschoben, der ander den sak aufgehoben. — Hit 'vielen 
kömmt man auE, mit wenig hült man Haus. - Vogeirreler Wicht darr des Galgens nicht.- 
Vogler undläger ilble Landpllcger. - Bei Vollen lernt mitn saufen, bei Krämern häufen.- 
In Wäldern und Feldern. - Walil bringet Qual. - Ohne Wank und Schwank. - Ihr nor 
seid zum Scherzen eTböllg, ich zur Wahrheit sechzehnIHIhlg. - Mit leerem Wampen 
Ist nicht gut gampen. - Was Ist, das IsL - Bei Wasser und Brot wird man nicht tadL- 
Es ist bei Ihm verschlossen wie Wasser in ein Sieb gegossen. - Wasserkrag war nie 
klug. - Wasserkrug machet klug. - Er soll weder scbluksen noch muksen ! - Wenn 
gleich das Fleisch schluksct nnd mukset. - Sein Schal nlml ihm den Waz. - Weg und 
St« wol kennen. — Wege und Siege wissen. - Heg, Weg und Steg. - Gut Weg um w«- 
' nie krumm. - Weihen macht nicbt leiben. ~ Mann und Weib sind ein Leib. — wein 
hält nicbt rein. - Welu hlltt den Alten aufs Bein. - Der Welhel gibt keiner den schenel 
nud Reucl. - Frühe weis, wird bald greis. - Wer viel weifi, wird nicht feit. - Wai 
man nicht weil, macht elm nicht helE. - Welt und breit."- Wie du mir, so ich dir. - 
Geschwind wie der Wind l wer nicht sieht, der Ist blind. - Wirb, das GlUk Ist mürb. - 
Wer nicht wirbt, der verdirbt. - Wer ferne wirbt, verdlrbl, - Wo ist der Wirt, 
der nicht schirtT-Wo die Wirte lachen, gib Acht auf deine Sachen. - Je sch&ner 
die Wirtin, so wlrser die Ürlen. - Gelahrter WIz Ist selten nUz. - Wann man den 
Wolf nennt, kommt er gcfennt. - Der Wolf ändert das Haar, sonst bleibt er als N* 
war. - Viele Wort' ein Mord; - Wollen und sollen. -Wem wollen und soHen wir'» 
befehlen ?- Würden sind Bürden. - Bei einem vollen Glase zieh' Ich die warmer 
ihm schon aus der Nase. - Bei Würsten gilt's zu bürsten. - Zänker und StSnker. — Wie 
die Zell, also Bescheid. - Die Zejt gibt Bescheid. ~ Ihr mÜU euch nur gedulden '. die 
Zelt tilgt alle Schulden. - Auf und davon ! laE den Zeller g6a '. - Zlrllmlrll Gassentflril. - 
Zimmermann und Maurer sind die ärgsten Laurer. - Zok und Pflok. - Zoten- nnd 
tinotenlieder singen. - Wie die Zucht, so die Frucht - Zug nnd Fing. - Wann die 



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AnidiDgende oder aUiterierende Fof mein. 



u Tlltea ttbl «Ott, da« 



Anklingende oder alliterierende Formeln. 

Älter noch als das relmbafle Element Ist In der deulacben Sprache da» der.JnUängv 
oder ÄllUeration. Deo aoTdlacbeu und nordweatllchen Dialekten hat man dloies Ele- 
ment zwartcbOD lange als darin Im Schwaugesehenduud sehr aufigeblldet zugestanden 
oder lugeslehen müSen ; dem sUdlicben und südwesti leben Zweige oder der bocli- 
deotacben Sprache aber wollte man dasselbe sowo) In Ansehung der rrilbern al« der 
neaern Zelt In Abrede gtellen. Die nachfolgende Sammlung Jedoch wird ee dem 
tiemUlhe jedes Deutschen tUblbar machen , dal die Alliteration mit dei' Katur unserer 
Sprache seit urallen Zelten Innig \erwobeu und terwarhsen tsl, und daS sich Dichter 
»owol als Prosaisten derselben Im helleslen BewuBtseln , aur diese Weise In der Seele 
Ihrer Landsleute Anklang zu finden , von Jeber häuSg bedienten. 

Wie die relmhalten Formeln In der vorangehenden Sammlniig, su haben sich auch 
diese Anklinge oder ainterlerenden Sielleu gleichsam als aufldauernde Elchen In der 
Sprache durch alle Stürme der Jahrhunderte unverwüstlich und nubeugsam aufrecht 
erhalten. Was dieser Art vor tausend Jahren ansprach Im Gemütbe jedes Seulichen, 
das thut es heute noch mit derselben Innigkeit nnd Gewalt. 

Nach dem Arm der Aderlafi. ') ~ Arm und alt iwel schwere Bilrden. - Aul und 
■menl — Sahst oder Blictaor, Kaiser oder König. - Babst, Blscbof und alle prallen. - 
Bad und Bette mit einander (hellen. - Bafel und Brak. ~ Brak und Balel. ~ Er schwelge, 
blfi er der Sache baS berichtet lat. — Wie der Baum, so die BIrn.- In Bausch und Bogen. - 
Behaupten Ist nicht beweisen. ~ Belieh und belBen. - Krank, blaS und blelcb. -- Es ist 
besser und bas gelban. — Besser um bös lauschet). ~ Bell und Bank Ihellen. - Es mnl 
biegen oder brechen. - fiesserblegen als brechen. ~ Weder zu brechen noch in b«lten 
haben. - Bischof oder Baderl ~ Jeio risen die Blütter, dann fallen die BXume. -mt 
Bogen und PfelL - Der 8ok hat seinen BarL - Braun und blau schlagen. - Blan und 
blntlg schlagen. " Brennen und brecben. - Was dich nichl brennt, das blase nIchL - 
Dawider hllR kein Brief noch Braacb. - BUbeln und hüben. ~ Wer bübelt, buhet so er 
kann. - Cber Bfibel und Berge. - Alle Hnren sind der Buler beste Boten. - Wir Deutsche 
sind halt Deutsche. - Dichten und trachten. - Durch Dtk und Dünn. - DrSuen, Iroznn, 
pochen und prangen. - Drehn nnd deuteln. - Einem Dinge keinen Denk mehr g^en. - 
Dürr und dünn. - So lange Elch' und Erde slat. - tber Eigen und Erbe, Schuld nnd 
Schaden, Wasser und Walde, Wald und Wort. - Am End' der Ellen schnappt das Tncb. - 
An allenEndenund£ken.~Eslsl erschlichen als erraunt.- Ertaeuibeluunderbuslen.- 
Erslunken and erlogen. - Es Ist eben so miir erscblPchen als eriannl. -- BlIllcberEsel 
daan edel genannt. - Der Fabel Farbe anstreichen. - Faksen und Flausen machen. ~ 
Fasten nnd retern. - Den Host In alte Fässer füllen. - Ohne alle Feier, Feste, Fasten 
and Viglllen. - Faule Fische ( - Fern und heuer, heuer und fern, - Des Fleisches FShr- 
llcbkelt Hieben. -Das florenziscbFrÜchtletn fröhlich machen. - FreiUann, frei Gut. ~ 
in Fried und Frende leben. - Frucht und Freude. - Nicht wie die Welt Fried und 
Frende gibt. - Frlich, fröhlich, rromm und frei. - Auf dem FuBe folgen. - Daft aut 
etm Fttnkleln werd' ein Fener. ~ Mit Füllen und Fausten. ~ Ganz und gar. - Das bellt 
die Gans am Kragen greifen. - Ult der Gänsegelsel drüber weg geben. - Wann der 
Ganch guket. - So oder so ; gegeben oder genommen. — Geld und GuL ~ Gewinnen 
Gut und Geld. - Gelten, geben nnd richten. - Lal gehen wie es gehe(;^es gehet doch 
Hiebt anders dann es gehet. - Bat es sich gellebt, es geseelet sich elwan. - Manches 
wird besser gepStfen als gesagt. - Eben so mär geranntals getrabet. - Gesagl, gethan. - 
Gesagt Ist gesagt. *- Frilh' gesattelt, spät geritten. - Gesotten und gebraten. - Das Ist 

•) Aadi in LUnni f>m /tumm^fiu; umvm ximumtun ftlkM fmutlumfur; für» ri^Ht/ lemflm 



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308 Anklin^^de oder- alliterierende Fomeli». 

weder ceitoeben noOb galianaii. - G^tochns, odar B«ichUg«D. - Ult gaaUwUst, nut 
gebüll- - Frisch gewagt Ist balb gewonoeo. ~ lang gewohnt, alt geltuia. - Ibr bibt 
elD GroBes gewagt und ecthan. ~ Gei dich, gei dicb ! - Gift UDd Galle speien. - Gleich 
and gL(;lcb gesellt sich gern. - Gloke und Klingel. - Gold und Geschnaelde. — Wie ea, 
Golt und Garlie slM. - Von Golt die Gunsl und Gabe, die eueh geben Ul. - Seinen 
Grind und Guaz an etwas reiben. - üUn greulicher Greuel. - Grls keunt den Granen. - 
firoEer Vogel, groG Nesl; kleiner Vogel, klein Nest. - Eine Grube graben. -- SicbseltMC 
die firulte graben. - Bin doch so gar gi'ob, groß, grau nnd grün. - Grobtlcb mll den 
Groben. - Grund und Gral. - So lange Gfuud und Grat steht: - Es ist Gurre als GauL- 
Mau mit Ihr Gut zur Gant. - Die Hab' Ist wie der Haber ( possessor ). - lu der Baber- 
Brate sind die Hübuer Uub. - Den Habicbl über die Hilbuei' sezen. - Uaft und HalL - 
Bagel und Heer. - tlber Uals und Haupt, Leib und Leben- - Han inuU mit lebendiger 
Hand voD der Höhe herunter wehren. - Einen im Handel hindern. - Zu Hand und 
Halrter überantworten. - Ein bänrm Halsband kriegen. - Da kratt weder Benoe noch 
Hahn. — Treten wie der Batiu die Henne. — Hand muß Hand wahren. — Was HänscbeB 
verseumt hat, holt Hans nicht mehr ein. - Hans mit den rothen Hosen. - Ba* und 
Bund. — Haupt und Hirn. ~ Weder Haus noch Herd halten. -- Es Ist weder Haus noch 
Hot la finden. - Haus und Helm verkaufen. - Sie hatten weder Haus nocii Helm. ~ 
Einen von Haus und Hof vertreiben. - Haut und Haar. ~ Heer iv)d Hagel. - Helmen und 
bülen. - Es Ist Heine als Bans. ~ Das Itecht lu richten über Baut und Baare. - Hilf 
Blmmell llel>er Herr und Beiland bUf ! - Himmel und HÖiiel - was Himmel und was 
Hölle I - Hin uud ber, her und hin. — Unser Herr und Heiland Im Himmel mag euch 
behülenl - Birt und Herde verkommt. - Christus unser Herr und Helfer hoch Im 
Blmmell - Weder Herz noch HofuuQg liaben. - Laug la flof, lang zur Hülle. - Holde 
BUm. - Bolz vor dem Hause haben. - Holz auf sich liakcu lassen. - nopfen »lad 
hupAif, hupfab. - Vieh mit Hörn und Huf. ~ Beliebt wie der Hund, so Häfen brlclil. - 
Die Hände auf der Haz. ~ Wie der Hund auf dem Ben. ~ Viel Hunde sind des Basca 
Tod. - Weder Ilund nocb Habu vernehmen. - Trügt du mein Huhu, so wirst du mein 
Hahn. — Hunger nnd Harn reuchl In die Nase. ~ JllngllDg In der Jugend juble I — KajLb 
und Kuh. -- Kalb und Kuh verlieren. - Das Kalb muß mit der Kuh. - Sie schonen 
Dicht das Kalb In der Kuh. -- Kämmen ohne Kamoi. - Der Kaflpen und des KoU>e<i 
frei. - Einen schweren Kampf er kämpfte. - Kazeaküsser von Bern. - Ob 6le Keiw 
oder Kazeu sind. - Er hat weder Kind noch Kegel. - Kind und Kegel ") verkomnit - 
Gebunden und gefangen mit Ketten und Kugeln. - Mehls lieber als Klndesklnd. - 
Kinder nnd Klndesklnd. — Heister lassen werden in unseru Kürhen und Kirchen. - 
Über Kirchen und Klausen gebieten.- Als htilt'er ein Kind In Kappe, Kutte und Kloster 
gelhan. — In Keller, Küche und Kammern allen Schaden thun. — Ueloe Kalbe und' 
Kinder. - Kisten und Kasten. -- Klingt es nicht, so klappert's doch. - Es will wedM' 
klingen nocb klappen. - Wie der Kloz, so der Kell. -- Auf einen groben Kloi gehört 
ein grober Kell. - Man weiß nlchl, wer Koch oder Kellner IsL - Sei Koch oder KeUnei. - 
Krause Baare, krauser Sinn. - Wer dicb kraal, den braue wider. - Krispel und kraus« 
fctihn und kek. ~- Weder Krust noch Krume. ~ Die Kub muß mit dem Kalbe gin. - 
Die Knh slDSt den Kübel um. — Kurz und klein, ganz und gar. - Knz KazI — Sich an 
Laden legen. - Land wie Leute uad Leute wie Land. - Land und Leule beträgon. - 
Land und Leute, Leib und Leben In die Schanze schlagen. - Landessilte, Landesebre. - 
Dm Land und Leule kommen.- Je länger, je lieber- - KeioeLast, sondern eine Lost.- 
Br länH eines Laufens. - In den gelegten Laz laufen uud sich darauß nlcbt loeen 
können. - ihm ist eine Laus aber die Leber gelaufen. - Am LSplin lerui der Hund 
Leder ß'essen, - Laß und langsam Liebeswerke tbun. - Freude läuten und LandU 
singen.- Leben und leben lassen.— Lebeaohne Liebe heißt lebendig lodt sein. 'JL«Ut 
und Leben für etwa£ lassen. - Bei Leib und Leben verbleien. - Wie er lelbt'aad 
lebt. - Lelch uad Lied wissen. - Alle Leier und Tersungen Liedleln. - Der Liebe LosU - 

•) Die Uaiveniitil mil Kint und Kefel; honim smuiiiin iiioH>,Iib«i^,ruiilj*ifiii>|D«. LnHrr. 



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Anklingende oder alliterierende Formeln. 



Loi DUd ledll ■llzumal. - Gaox loie leise kllnglctlnglillDg. - Lot uod ledig. - Luit uiid 
Liebe I - Loser lelcbtTerllger LoUerbuben Lieder uod Lügen. - Mein LebenslBuf-lil 
Lati und Lieb' und lauler Liedergang. ~ Liebes LIebl - Lieb Ist Leides Anfang. - Bi 
•et eutta Heb aide leidi ~ Lung' und Leber.'- fil, so »pele Long' und Leber! - Uurret 
murresi - Lurls, llris. lerls Ist esi - Gott loben und Heben In Lust uitd Freude: - 
Last und Liebe zu etwas bjQjen. .- DaS Ihr In Lust der Liebe lebel. - Hätte Lyra nietat 
geleiert, so hätte Luttaer alclit getanzt. - Hauen und mausen. - Heister HIcbel. - 
Meistern und uiuslern. - Ra Ist Haus eis Huller; zwo Hoseu eines Tuchs. ~ ISeik't 
Marks! drei Uazen Ist ein Ort. - Milcb und Molken verllereu. - Gottes MUmen mablen 
lanttsam. — Bei Nacbt und Nebel. ~ Bei Nebel und Nacbt. - Mehls davon and nicht* 
üatv. - Sich selber bei der Nase nehmen. - Es Ist ulet- und nagelfest. - Es bleibt nur 
was niel- und nagelrest Ist. - Peter und Paul wlsseu es. - MIteln und N'elTen. - Dem 
Peter nehmen und dem Paul geben. - Es lil weder duz noch noih. - PetrI Schlilssel 
fluchtet unter Pauli SchnerL - Der ganze Plunder Ist keinen SchuG Pulver werlh. - 
VonPoullut zu Pilatus. -- Prsmlasls pr^mlttendis. -Kurze Predig, lauge Bralwdrsle.-- 
Allerlei Prlamel und Brimborium machen. — Prinzessin Pumphia und Prinz Schnudl. - 
Pulver nnd Blei. - LaE rauschen, nas da rauscht, bis es aufgerauscht hat. - Hast' Ich, 
to TOst' Ich (sagt der SchlUseel). — Weder Rast noch Ruhe haben. - Das rechte Recht. - 
Ich bin über den Vorder nicht Richter noch RHcber. - Riprapst nur in meinen Sak. -• 
Es Ist rlpsraps zugegangen. - Ijnd rlpsrapswaricta auch in meiner blanken Rüstung.^ 
Da sollt noch ruben, noch rasten. - Gottes Wort Ist Über alle Richter, Rächer und 
Barr. - RoB und Reiter. - RoI und Riad. - Rosse und Rinder. - Alle Runkunkei. - 
Er bindet sich selbst die Rutbe auf den Rttken. - Salz und Sak. - Ein Sammelsurium. - 
Fest Im Saltel sizen. - Kleb neu In Sattel schwingen. - Vertraut mit Sauer, und mit 
Sü(. - Was otcbl säuert, stillet nicht - Ob's eucta sauer und schiter ankommt. - 
Sorgen, duG die Schaben nlcltt In's Sali kommen. -- zu Schaden uod zu Schanden 
reiten, — Wer den Schaden bat, darf um den Spott nicht sorgen. ^ Besser mit Schaden 
als mit Schanden klug werden.- Der Schaden wacht, die Leute schlafen. - Es ist Schalk 
Über Schalk kommen. — Schälke mau mufi mit Schalken faheu, ~ Schande suchen wir. 
und Schande werden wir finden. - Wir inillen schanzen über schanzen. - Allzu scharf 
machi schartig. - Auch dem unadelichen Scharradel zu Schanden. — Scharren, schinden 
und schaben. ~ Es hilft wrder schinden noch schaben. — Scharsachs mit Scharten 
krazet das Haar dB der HuL - Es Ist Ibm die Koibe mit einer schartigen Sichel ge- 
schoren. - Scbarwerfc und Scharwache thun müften. - Scheuen und schupfen. - 
Ein Schlf oder ein Schluhut. ~ Schimpf und Scherz. ~ In Schimpf und Scherz. ~ 
Schinden und scbHnden. - Hut bei Schleier nnd Schleier bei Hol. - Ich stirge nicht 
sowol vor der Schlange Schllcb, als vor des Löwen BrUUen. .• Man sage, ^Inge oder 
KChreibe, sie stehen doch Immer da nie Slöke und SIeine. - Scbilmm sucht Schtemni. - 
summ und Siemm.- ScbluG und üchlüssel sind nichlfürtreue Finger.- Hinter doppeltem 
Schlol und Schlüssel. - £lu Schlund, Schelm uud SchillL - Hit der Schnauzen wlHilen 
wie die Säue. - Besser beim Scbmid, als beim Schmidllu. - Snarfen und snübeln. — 
Auf die Schnauze scblagen. — Vor Schwindel und Schwachheit des Schreibens uil- 
nhlg- - Schoner Wirt In schönem Hause. - LaB schreien und schreiben aufs aller* 
schändlichst 1 - Schulen uud schlrmüD. - Ein Schwabe läSt das schwäbelo nicht.- 
Fliehet Schweizer! die Schwaben koznmen. - Alle Sihwerter wollen nicht mehr ÜS 
der Scheide. - Selb elnbrokt, selb auSesseii. .- Auf seel' and Seligkeit- — Den Stein 
nach dem Senkel, und nicht den Senkel nach dem Steine. .- Singen, sagen und 
sprectaeu. - Jegllcb Vogel sln^i stn Genang. - Auf solchem Harkte solcher Zoll: - Sla 
spielen ein gewagtes Spiel. - Denn so spricht das Sprichwort. - Der Vater Spir uud 
Spar; der Sohn Blps und Baps. ~ Was Stab und Stange tragso mag. - Slarstokbllnd. - 
Slokblind und stelotaub sein. • Als Streu und Spreu achten. - Durch den Zauü stechen 
und stochern. - Weder Stehen noch Stab. - Wir habeu, branchen weder Stehen noch 
Stab. - Mit Stiefeln und Sporen darein springen. - Etwas In succum et saagulnem, 
verwandeln. - tber Stok ami SIein. - über SIMden, Stok und Stein. - HIrnblher 



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AtiklJ«f ende öden sllitenerendo fomela. 



Stlrner nnd Stoler. - Slrelctte uh Slrelche. - HH den ersten srratcb nn« Strai« 
satlsam gedehl. - SlÜk um Sttik. ~ Nil Stampf nnd Stiel. - Wrder Stuatpf noch Stiel 
belassen. ~ Es Ist SJliid' ud<I Scbtde. - El ist Silnd' und Sdbaude. -- Sie Bui)C«n atit, 
sie sungen sauer. - SDfi getnmlfeD, sauer bezibll. - Da liegt SOBe und Saft. — TafUig' 
llrb. - Wider elaaDdcr Kle Tag und Karbl, nie Tod und Leben. - Dem Tanz mit drelM 
Triten latiören. - Die Tbal tüdcl den Mann. - Die dem Zwtn^H znllcb i)le<ten Tarn 
tanzen. - Darum Ist's ein lauter T eilen« IUI pns und- anuflzes- G«plaader. - TeBtelitoU 
felD. - Ich riircbte Tod und Tenrel nicbl : - Tod rüT Tod. Mal für Mit, Glelckes mH 
Glelcbem ! - Trauer! mit den Tiaurlgenl ~ Aufter Christo Ist eitel Tod und Teofel, 
In ibm ellel Fried und Freude^- Dem TrSumer seinen Traum wahr sein lassen. - 
Tref islTriimpn - ZuTrlpatrlll mitderPel^mOhle. ~ ErlHBt Troja Troja sein. -Ritten 
Trol und Trab. - Tbue hin, thiic her! das gebet mich nlcbls an. - Wer es euch Ifent, 
dem [hut es binnider. - Wer mlr'9 thut, dam ihu' Ecfa's wider. ~ Einem TbUr und 
Thor öfnen. - Cber Thlir ind Thrv eiiistelgen ~ Lasset die Toten Ihre Toten l>eKra- 
bcn 1 - Weder Tiirk noch Tater so «cMidllch sein hänaen. — Es blirt weder Tuto »och 
Tala-..wlr haben gewonnen. - Irb weis nicbt, wasertulel oder tatet. - Die Golt selbst 
ikberpochen undüberlr^zen. - tbcrmaulenlstnlcbl iitiernelien. ~Manmu&Ubei>aehei> 
- und ÜberbJtreD. - Wer ungebeten liomml, gehl ungcdankt daron. - Ungeniet, nner- 
l^liren. - (luierzsgt und uoersdiroken. - l'nbeil auf Unheil komml. - Vüler de« 
Vatarlande«. - Den verürhler w ieder vcrarhten. - Verderben und verloren werden. - 
verHogen und verslobeii. — Verliollen nnd verschollen: — Verseben ! aber nicht ver- 
gessen. - Vergraben und ^erdulpen. -• Bs Ist alles verbann und verrathen. - Lieber 
verlassen als Verliesen. - IcImhuB auch sorgen für das arm, elend, ^ erlassen, verarbt. 
verrathen und verkauft Deutschland. ~ Sieb lassen verlilten unü verltannen. - Man 
bal sich so bald verredet als verlh^in. - Verschmtzt, verschlagen und verrachL — 
Versehen ist verspielt. - Was kein Versiasd der Verständigen sieht. - In der verlrlkteii 
und verlraklen Well. - Wir haben uns vergtriki, veracbrleben und verbunden. - Mtt 
etwas verwoben und verwachsen sein. - Viele haben viel, aber nleman geeng. ~ 
Viele wissen viel, keiner alles. - WHdein und scherwenzeln. - Wagen gew innl, wages 
verleurt. - Zu Wald. Wasser und Walde Herr. - WoUen eto WallfSbrllcln mH einander 
tbun. - Wankclworle und gescbrauble Heden. ~ Die Frauen alte von ^alnr n anbei 
sind und welch. - Wahrer nl« wahr, gewisser als gewia. - Warm in der Wolle sizen. - 
Da hllfl weder warnen noch weisen- - IMIt warz und Wnrxel, mit Stumpf and SIHf 
auBreuten und vcrbrcunen. - Was, wie, woher und wohin! ~ Wasser und Waide. - 
Dem Wasser wollen wir neJiren. — Er soll sein Wasser noiA weiacm — Enob kel« 
Ungestüm der Wasser uDd Winde scbaden kann. - Laull eim über den Wen ein Wolf, 
äo bedeutet es GlUk. - Weicher als Wachs. ~ Weis der Kaiser «Ol, so wissen wlfs 
auch n.ol. - Br trinkt vll lieber Wtn denn Wasaer, and hBlL'B der Babsl geweiht - 
In kf In Wels noch Weg. - ich welB schon wje oder wann. - Er welE nicht wo aal, . 
wo an. - leb w.ej$. wo) was. ii;biWlU..-t Aufidan-. Wallen ist. alle s.- weit b. - Es Ist eilei 
welle« und weben, was sie scbrelbCB. - Er welE in welchen Weise und Wege. ~ 
Allerlei Weise und Wege sutben. - Well Isl aod^ bleibt Welt. .- Wenig sf badei wenig. - 
Ein wütb«uder Werwoitund Blutbund. - Wetten and wagen. - Eine Wiederläuifert» 
mit Wassenvogen und £1)» chollon. — Einen aoB der Wiege werfee. .- Ich schau' dir 
umb elu Wiegen nnd Wlodelci». - Wfifiteo sie was. leb welBI - Das Wild Im Walde. - 
Helfet um tioltes willen wehren ! - Sie aller, Welt den Weg zum Himmel weisen 
wollen. - Will's woL - wer nur will, der kann woL - Siehe den Willen an, nicht dM 
werk. - Gollie« willen hat kein Warum. ~ Der WlUen gibt dem.Werke den Namen. - 
Was du willst, das will leb auch. - Dem Willigen Ist gut winken. - Herken wo der 
Wind her wehet. - Was Wind weltf t euch her T - Der Wind nicht allzeit webet - 
Weder Wind noch Weg scheuen. - Gr«Be Wind. und Wolken, da kein Regen nat*- 
folget - Wind und WctUr günstig aindi ~ Es Isl keinem Wlude noch Wetter la 
zu trauen. - Wie Wind uud wie Wissaer Ist weiblicher Siön. - Windeier, nicht* 
als Windeier! ~ Erwlnden imdi enwierban. - Hb- ist wtad und watal - Mir ist warn 



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Reimhaft« und ankNngende Eonndd in Verbindnng. 31 i 

ontf -weh. - Bei dem niben ITlnter ntoht wIsBän wo hlii und wo nAIer. - Er sucht 
■llerlol WlnlKlbälzer und komrat mll seinem Wlsahlwaschl Ins Lercbenreld. — WlrT« 
weit wegl — Der Wirt mit Wasser litl die Weine Hocbzeit macbeo. - Man zebret 
bat bei Wirten dann bei Wlrtlln. - Dpr Teufel Ist der Wirt In der WeR, und die 
Welt »ein Haus. ~ leb will dir anch einmal' dein Wislln wHssern. - Wlzlg-, weis' and 
. woleeltTl. - Bliebe der Wolf fm Walde. - Mit ouerm Wissen, Wunscb und Willen. - 
Ks bat noeb kein Wolf einen Winter gnrressen. - In den Wolken tabren und auf 
dem Winde reiten. - Wider Wissen und Willen der Eltern verloben. - Wolken 
und Winde baben i;elo(ren. - Das Rechte wollen und paien. - Wol wollt' Ich wUn- 
schen iVIderslnns ! - Wollte sie nur wie Ich wollte. - Wollte er wo! oder äbel, — 
Witwen und Waläeo- - Wir uewohnen's und schlaeen's In Wind, - Ein Wort iit 
wörUleb nphmcn. - Ein Wort Ist Wind. - Worte sind doch nur Worte. - Worte 
und Werke in Wind sehlagen. - Weder Wort noch Welse wissen. - Wort und Werk 
sieben ibm nol an. - Von Worten zu Werken Ist ein wpiler Weg. - Man kann nicht 
alle Wort* auf dfe Goldwage legen. - Einen Hof mll Wunn und'Wald verkanten. — 
Wisnnd Trat, Wnnn und Waid.- Die Würfel werfen. - Der Würfel lal geworfen 1- 
Viel werfen brin gl allerlei Würfel. -> WüslIhulnüsL - Wie unser deuUcb Volk ein 
wild wusl Volk ist. - Zable oder zaple! - Zoken und zuken. 

Belmhafte und anklingende Formeln In Verbindni^* 

Acht und Aberacht. - Aker um Aker kumi an Stab l - Alle Leute, alle Blnle. - 
Art läBI nicbl yoR Art - ArtlSSInIcbt von Art; der Bok bat seinen BaK.- Aufgeschoben 
lal Dicht aufgehoben. - Mit, aufi 1 es Ist gesrhebn i - Der Rrui^gleng zu Bach bis er 
brach. ~ Bart auf Bari lil Gallbohsart. - Wer baG mag, der Ibut b»B. - l.al Begbart 
und Bcgclncn nnd hilf du den Beinen.- Vor Beginnen wol besinnen laBI gewinnen.— 
Belogen und betrogen nach Noten. - Besser beneidet alu bemitleidet. - Billig und 
willig. — Ich bin dein, du bist melnl -Es wird keine Kue genannt BlUeml, ale habe 
dann elnBläGli. - Über üok. Blök und Slok. " Busen und aberbösen. - MiGbraueh bebt 
den Brauch nicht auf. - Golt slrafet Buben mit Buben. - Bärgen soll man würgen. » 
Dienst um Dienst ist keine Kuppelei. - Dudeldel, bin auch dabei! -Ein: Ei, ein Ell - 
Eleiei! - Am Ende allet Endet - Enden und wenden. — Ertränken und erhenken t - 
Fabelei und' Faselei. - Der FauM mit Fanst webren. ~ Oben fllzln, unten hUizln, In 
der Mltle pllUn. - Halb Fisch, halb Fleisch, Isl Fisch noch Ftelscb ; gar Fiseb ist Ftseh, 
gar Fleisch Ist Fleisch. - Alt, kalt, üd, blöd, flau nnd fdnl. - Freund nnd Feind. - Wo 
Strafe, da Zuchl; wo Friede, dn Frucht. - Ein frischer frober Muth gehl über Geld- 
«nd Gut. - Fucbsschvänzer und Finanzer. - Weil gebröstel. schwer gerüstet. - Uli 
gefangen, mit gehangen. - Gelegenbeil macht Diebe ; Geiegenhell Math und Liebe. - 
Gemach gil Golles Räch'. - So teygl& Golt Ist Gott, und der Teafel Ist Tenfel. - Ein 
gerOltelt und gescbiiltell HaG. - Darnach er bat gerungen, also Ist Ihm gelungen. — 
Geschehen ist geschehen! - Mll Gesebik und GlUk. - Obne Läalen und Deuten; bhn' 
Gesäug' und Gepräng'. - Sine lux, sine crux. - Gut gesessen ist balh gegessen. - Das 
Urlbell ist gesprochen, der Slab der isl gebrochen 1 - Gut will zu Gut. - Haben Ist 
Raben. - Habich und Itüllkb. - Hahlcb Ist ein guter, HHltlcb ein böse» Vogel. - Der 
Habich ist besser alt der Rältlch. - Hand In Hand gehen, geloben. ~ Hans hlnflber, 
Gans berltber. - Raul nm Rani I - Uant an Hsnl : - lieg und Scbleg in Waid und Waid. - 
Helfer nnd alle Helfersfacirer. - Helfe was helfen mag 1 ein Kpleelerson am Ostertaf, - 
HID Ist bin t - Hin ist hin, verloren Ist verloren : - HintenftuE verderbt das Hans. — 
Botrtn und Harren macht viele zu Narren, - Hltren nnd nicht hören; sehen und nicht 
sehen.*- Der Hunde Hinken und der Huren Winken. - Hurre hurre, bop bop iiop I - 
JabrJSbrllcb. - labr auB, lahr ein. - Jesuiten sind Jebntlten. ~ Die falschen Kazen 
vorne lekeii, liinlen krazen. - PfeObr. Kappe und Kalk yerdeken manchen Schalk. — 
Kinder sind Kinder!- Gar keine, weder gfoBe noch Kleine. - Auf keinerlei Weise, 
nicht laul und nicht leise- - KBbn und Kek slbtt Gr<rten In Drek. - Im legleren Ist 



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Ablautarlige Formdit. 



mthr LHt all Lost; mehr Bcsebwer' alt Ehr'. - Beaternnf muS anhebeo bl 4a» 
Hajorlteu, uod nlclit bt deo moorlten. ~ Mau uDd Bio, Wasser und Waid. - Mdb4 
aar MuDd. - Mann an Haon. - Hand In Hand. - Welle auf Welle. - Von Bau« lu 
Baus. - Hund auf Huud elD sUter Band. - Wand-, band-, niel- und oageirest. - Mir 
•Icbis, dir nlcbu. - Nach und nach; dnrcta und durcb; um nnd am; über and Über; 
fllr und für. - Kovus res, iiova lex. - Plliea Isl nlcbl filzen. - Pak icbligt sieb, Pak 
Tertrlgl sieb. - Puide, Purdel - Reir oud Regen begegnen sieb auf Wegen nnd 
Stegen. - Balz und Scbwatc. - Da Ist UhIz, Salz und Scbmalz daran verloren. - Ich 
bin ein Schsf nad bleJb' ein Scbaf. - BrbMfer sind und Schinder all Ge^cbwlsterklnder. - 
Viel Schein, wenig Sein.- Schein, aber Riebt Sein. - LiE sagen, singen ond springen! - 
LaB lagen und singen ; dein sei da* Eriingen. ~ Swls du mir, so swig leb dir. ~ Selb 
Halb, selb Thal. - Selb lAn, selb b<n. -- Wo die Spatren faulen, stürzen bald die 
Sauleu. - Hur «In Sellgmocber, aber eine Uniabt SUndIgmacber. — Dachsen und schwin- 
gen, hüpfen und spriueen. - Viele Sirelrh' füllen die Elch'.- SIdHus und Stolz wachte» 
auf einem HuFz. - V«n Stunde zu Stunde ; Von Becunde lu Secnode. - Kliien stupren. 
topfen, rupfen und schupfen.- Von Tag au Tag je baBjehiL^r KelnTa: z, der Teufet 
habe dabei seineu Schwanz^ - Tanz und Gelag Ist dei Teufels Feterlag. - Halbe Thal 
IsIThorenratb; ganze Tbat mit Kopf besUt. - Qne Tanfe unter der Traufe. - Nein, 
was lu toll Ist, tat zu toll! - Trauben und Herlinge; Tauben und Sperlinge. - Treppe 
auf Dud Treppe ab. — Waa er tutet oder tatet, kukelt oder kakelt. — tibel gewonnen, 
übet zerronnen.- Ungenezt und onverlezl wir wiederkommen. - (Inresalzen und 
nngeachmalien. - Kein Ungestüm noch L'ngetUm. - Ungleiche Zelt macbt nngielcbe 
Leot'. - Verbauern und versauern. - Alles Ist verrängllch, alles Ut vergänglich. — 
Ist man verirrt, wird «an verwirrt. - Verstümmelt und verscbimmelt. - Versungen 
und verklungen. ~ Ein geaungen und verkhingen Lied. - Veracboben und verschro- 
ben. - Ein Verschobener und verschrobener Kopf. - Vertrauen erwelfl Vertrauen. - 
Unter ves und va M klein DlDbrentla. - Viel Leute, viel Beule. - Es flog ein Vogel 
federlos auf einen Baum laublos; da kam die Frau mundlos und ttaa den Vogel 
rederlos, - Uli Wachen und mit Wagen muS man die Hnh' erjagen. - Wasser obue 
Sturm und Wind wie faule Leiber sltukend sind. - Wasser, W'unne, Weg und Sie;.- 
Weib um Weib, Leib um Leih. -- Die Welt Ihre Propheten will allezeit lüden. ~ So 
weit geben als der Wind wehet und der Hahn krähet. - So lang der Wind wehet nn4 
der Uabn krSbel. - Ein Wirt den Wirt nicht schirL - Nach bestem Wissen and 
Gewissen- ~ in Worten zart. In Werkeu barL - Wofte für Worte ! als Ich dlk borte. - 
Sieb beranl wirken und würgen. — Es Ist Gaukelei, Spielerei, Topelerel, darum diS 
fle wie Topeier die Würfel werfen. - Wurst um Wurst; Wurst wider WursL - Zell 
gewonnen, viel gewonnen; Zelt verloren, alles verloren. ~ Zins und Zoll der Tenfel 
hol! - Zu itizel und au viel verderbt alle Spiel'. - Zu lüzel und zu viel rerhöhnei 
alle Spie)'. - Znl^rben zwÜK Vtu und Mittag vtel"s noch gesrheben mag. 

AblaiUartfge Formeln* 

Wenn unsere Empllndung rUr relmhafle Formeln, wie ifoltn uml Coim; öden» 
und rädern; urrobttrra etc. , noch sehr lebendig, die lllr Anklünge oder AlUterallon 
aber, wie Kind und Kegtl; Uom and Sund; Trlb und Trat; Vunn und Waiä etc, 
edler und ehrwürdiger Ist: so beruhen dagegen die ablautartigen Formela auf den 
Grund des inuerslen und geheimsten Wesens unserer Sprache. 

Der Umlaut des a macht kein Hindernis, wie In dem mlltelbocbdeutschen gimpA- 
ptmpif, statt glmpelBun^el, bei Nilhart, and In Geütrt gilstTUtgettrUt, stall giterUt- 
gaterU»! aucb versrhlügt es ujcht» , wenn In manchen Farmelu , stall die ganze Sc^ 
von I, a, u zu durcblaufeu, nie in bimbainbum , von I, mit übersprlugung des a, un- 
mittelbar auf u gelallen wird, wie lu Dtdeldudel, Wimmelitummet elc. 

Vielfach erscheint die Abfolge dieser Vocak- In formeliiafler Verbindung verschie- 



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Ablaolartige Formeln. 



■Jener Wörter, wie In IgHiarl; Wind und Ifetter: TUch uud Bttl»; Utu imtf Zoll Hf-, 
wob«! aber da«»eltie Getez dei Ablaalcefübli zu r.runde llegL 
Iiirl(i>)>'i>WArl«ni. 
Blfbafbaf. - BlmbaDibDin. - tillinglainglum. - Gimpen, gampen, (uuipen. - Glln> 
Slam, gloriam! die Sau di« hal den Cborrok au. — LIrnin lamm letec — Ltmin larun 
LÖffelsllel. - SrhnlpschuHpgchurr. - Slmiamsum. - Strlpstrapslrnll (beim Melken). - 
BirDafoderpIfpar. - KUelfasel. - Filtche falsche.- FltbRah.- PI 11 lern und nattvni. - 
Glfen nnd gagen. -- Glgeuopdgusen wie ein nanicend Rohr. -- Gikgak. - Glksgaki.- 
Weder Glks norb Gaks wiaseu. - GlkeriDgekerlis. ~ GIrtgarl macben.- Der Glrlgar. ^ 
firUgrain. - GrIsgramL'n. - Bl ha! - Stri «Iraslro! - Hl baho j - Ulschmascii. — Klkel- 
kakel. - Killen und haslen voll. - Frau Klze. Frau Kaie. - KiirUaf. - Kllngklang. ~ 
Kllnkeklanke. ~ Kllpiie klappe. - Knikknak. - KniBlern und knastern. - Krlkkrak. ~- 
Pinkcpanke. ~ tiPpsraps. - Scbnlksrhnak. - SlngsaDg. - Schiiipschnap. ~ Der Vater 
gpir uDd Spar ; der Sohn Hlps und Haps. - SKcTcn imd klaren. - TJarlitascb.' - Diene 
Tertrlkte uiid vertrakla Welt. - KIn vertrlklar verlraklerKerl. - Verlrlktuod verlr*bl.'> 
Tlk tak. - Trlklrak. - Cilqiierlaque. -AU nicqiie iiocque. - Lltlreiorres {buveiin 
•llemandsj- - Wigelwagel. - WigelHagel, Gigeigagel. - Eni »ig'i, dann wag's! - Dat 
Wild Im Walde. - Winke nanke. ~ Wirrwarr. - Wlrrlnerrl roadien unter Linien! ■•■ 
Wlaiiliwaicb. - Wiictalwaacbl. ~ Wltwab - Ztkzak. ~ ZlkeliakeL ~ Oipen uapen. - 
Iw|iU/wu. 

Iti ^VärlFrn TrriehirJfnpr An. 

Ach UDd o'. - Adi uud web! - Berg und Thal. - Cber Herg nnd Thal bub dur die 
Lüne in den Himmel. ~ Über die berg und djrcb die t<i. - tber berg und tll. - älcb 
nicht säre bdlen und nrelen laSen. - Brimborium. - Einen bitten und beten. - Blii- 
blank. - Dichten und Trachten. - »lldap. - Sic Ist Ungerzahm worden. - Ftritfanz nnd 
Veiaoi. - Flzllbnill. - Gift uud Galle. - Himmel und Hölle. ~ Es blnkt und happerl. - 
Hinz nnd Kunz. - Von Hinz zu Kam, lon Ponllus zu Pilatus.*- EineiD ein Ix (X) rUr 
elo n (V) Tormachen. - Kazabnzarola .' - Kind und Kegel. ~ Altes liegen nnd sleha 
lassen. - Den ganzen lieben langen Tag. - Da llgt's, da slekt's! - Dlrdendel l»l balb 
llnnln und balb wUllln. - Wlo Milch und Blut. - Ein Mann ein Wort; ein Wort ein 
Man».- GenEäf dleHülen; UBschrdten, lal rlljen, lalmalenl*- Ohne Ziel nnd MaB. ~ 
Ltden uud tragen. - Md und HaE. - Weder Rast noch Hube babeo. - Richter und 
Rächer, - Sagen und Ihun Ist zweierlei. - Vor Srbwlndel und SchwachhelL- Ver- 
«precben und halten l»t zweierlei. - Der Wind HSt weder scbioen noch nthen. - 
Vat tauget weder zum Sieden noch inm Braten. - ZIKern und dattero. - DaB man 
davon singen und sagen soll. - Auf Spize und Knopf stehen. — Splltterfaseluakt. ^ 
'fisch und Bette. - Bad, Tisch nud Belle mit einander tbellen. - Wecbselbalg. - Gol 
bebUel den Berg, den stob und die Reben. - Wind und Welter, - Wlb und Mann, -r 
Wind und Wasser. -~ Es Ist sorglich wlben oder manDeo. ~ Es filget «Ich zusammen 
wie Winter und Sommer. - GeBId und Wald. — Warner nnd Runer. - Wie oder wo T — 
Wie sof - Zittert) und zagen, - Zinkhaderdans spllen. - Bldelbudel. - Bimllbam. — 
DIdeldudel. - Wlmmelwummel. ■- Wimselwumsel. - Swimgeliwumael. - Durch Dik 
nnd Dünn. - mich und Holken. - Hllcbmarkt. - Blgel und Thor fifnpn. 

Sehr merkwfirdig sind die mlltelhoobdeutscben Formeln gagen gagen; - (ilunttn 
glanktn; - tnngtlt anda taug ;- gttot und pÖA«; - ohne (, und von u auf a steigend, 
wie auch Jung und alt. 

Diesen vergleichen sieb neu ho etadeutsch Trut und Trat i ~ Em Kai! ~ Wider 
Oaä f utjta« ipUU den TVuxfrni .' - If cii er tutet oder tatet, ItuMI oder ialtelt. - Huktpak 
tragen; - pufpaf; Ruh' und Rait; - ndt Fug und Rieht. - Wie soll dat vergiotet und 
verglatet teerden? — ZwUchen Thür' und Angel tlekert. - Ben Finger iicitchen Thär' 
iwid Angel ttaßen. ~ Steg und Brake lehlagen. 

Es scheint, das hier nur Elemente des AnkUnt« oder der Alliteration und des 
Reims beabsichllgl waren. 



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Vom mehrfacben Saze. iteigcurdncler Saz. 



Von dem mehrfachen Saze. 

Säsf, In welcheu mlDdeslens zwei Subjecle und zwei Verba erachelnen, 
sind mehrfache oder eomplieierte , als: da» Kind Ul erfreut, daß et »eine MvUer 
wieder tiehl; — die Bäume grünen, weil Frühliugsieärme eingetreten itt; — 
die Säue grunzen , wenn Sturm und Regen sich nähern. 

Bin wesentlicher Unterschied lu mehrfachen Säzen bestehl darin, dal 
Glieder bald beigeordnet oder cooriiinicTl, bald untergeordnet oder lUbOTäiniert 
vorkommen, ' 

Vom beigeordneten Saze. 

Der beigeordnete Saz fügt eine AuGsage an eine vorhergegangut; In der 
Welse, daE sie von der ersten nicht abhängig nlrd, sondern daS beide Säze 
\a gleicher Sture und Geltung neben einander bestehen; als; Junge können 
«l«rben , Alte müfitn tterben. — Julius C<fiar war der größte Mann Rovux 
Bannibat war der gröfste Mann Karthagos. Hl^ln bildet Jeder Saz für sich eine 
AaEsage und keiner bedarf des andern zu seinem eignen bessern Verständnisse. 

Die Beiordnung der SSze kann gesctvetieo , Indem man sie aar tose oder 
apposüionat neben einander stellt, wie In den vorigen zwei Beispielen; od» 
ladem man sie bald mittels eines beziehliehen, bald mittels eines eonäilianalen, 
adverbialen, meistens aber mittels eines eonfunelionalen Wortes verbindet, 
als: Wasser und Wein sind mm Trinken gut; Jenes sur Kühlung, dieses xwr 
Enoärmung, — Die neuere Welt hat durch Erfindungen große Yonüge üoer die 
ältere getDonnen, was von keinem Menschen besweifell werden kann. — Ich moy 
diese* nickt thun, denn es ist unr«cAI. —Er fährt als der Wind in dem Rohr, 
Jezo hinten, Jezo vor. — Wir wollen nicht, aber u><r mä/Jett. — Ich tob« dich, 
well du es verdienen etc. 

Dal die Beiordnung, welche mittels der Con}iuictlonen und, auch, oder, 
aber etc. geschieht, Inniger als Jede andere Ist, ergibt sich daranE, daS Im 
zweiten Saze das Subject, wenn es das nemliche wie Im ersten Saze sein sollte, 
verleiben darf und der Saz somit einfach wird : Die Sonne geht Jeden Tag auf 
und sinkt Jeden Abend unter.- Sie kommen heute, oder kommen morgen. — Der 
Taler lobt die Kinder nicht nur, sondern tadelt sie auch etc. 

Vom imtergeonlneteii Saze* 

Wenn Säze nicht, wie In der Beiordnung, gleiche Wichtigkeit hatieu, so 
entspringt anter llisen ein VerhällnlE der Herschall und der Abh&nglgkell, 



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Vom uotorfCordBeten S«e. 315 

oder ely Saz Ul eelbsUndlg , uiid der oder dla andern ItexieheB sieh io der 
Art aul Ihii, duE sie allein für Dieb keincu abcesctaloEneu Siun geben; i. B. tit 
{Uhren ersl tuorgem um lec/ii Vfir ab, weit ne ftüktr keine Pferde .belMtmnen 
fconnfen. Der «(cfeUfere Thell der SaüverbinduDB: tie fuhren ab, bealetil (ür 
sieb, dei' gerlujfere; u/eit tie lieiHe Pftrde betotnaun hotMlen, ist Oboe Jenea 
niingelban uud gibt belueu vollkomoiuen Sinn. Der wIcIHlgste Tbell der gaBzen 
Au&sage « Ird daber übergfordntier oder HmtpUat, der oder die au Ibo KebuudueB 
äazc über unitrgeördntte oder P/eberuau geaamil. Der Hauplsai steht In der 
Begcl t'uran; nothweaillg Jedocb Ist solches nicht, denn wir kdouen dem Sinne 
uabescliadet die otilge Sa^verbludung uiukehreu und sageu : Weit sie frUhet 
Meine Pferde ^eltommeH honnteH, fuhren tie eril morf nu mn ttehe Uhr «6. Die 
gauie Veränderung beelübt nur darin, daS das Subjecl (hier tie) Jederzeit aetb- 
wendlg hinter dem Verbum stehen muft, wenn -der Xebensax zum K*r4«r(as, 
und der Hauptgedauke zum liaehtat wird, x. B. Wenn u rtgnel, wird man 
nftji. Dieses Ist eine Art lueeriion, von welcher die Relallvsä/e , die auch In 
diesem Fallo das Subjecl vor das Verbum stellen, eiue AuSnabme machen, als: 
Wer da tiehtt, der »ehe, daß er nicht faUe. — Wat ich habe, das gebe ich dir. 
Gewöbnllch wird, wean kelae-Undeuülcbkelldaraut entatebeu kann, das BelatiT 
gar nicht gesell: tVer da $lehel , sehe , daß »r ntciU falle. — Wai ich habe, geh' 
ich dir. Kbeusu bleitit die loverslon weg uach denn, wenn, weit, da, damit, 
daß, auf daß, obwol, obichon, obgleich etc., z. B. ich bleibe (v Haute, dann 
ineiu Bruder iömnt. — Et taget, wenn GoU viit. — Wir gehen tu fuß, veil wir 
ktint Pferde haben. — A' ruß^daß, damit, auf daß sie komaun. 

Die unlenceordnelen Säze «lle haben üulerllch In Prosa wenigstens drei 
besondere Merkmale, woran sie erkannt wardm; ertten» erscheinen darin die 
irenubaren Parllkelu ') stels am Verbum , mll welchem sie zusammengesect 
glad, und nie davon lusgelreaul, ata: Watehen itl mein erstet Seichäp, wenn 
ich 4et Uorgent aufstehe; — man ««Ü<U den Gaul, ehe man aulrellel; — leAftoM, 
Ott die Sonne niilergieng etc. — sweitem sieben die obliquen Casos iwUcben 
SubJecJ uud Verbum: wenn ich diesen Morgen noch ankomm« ;~ «oMJd ich des 
Klrcbthyrrns antichlin wurde;— Je mehr ich das Bild betrachte elc. und dritlent 
raget sich das Hullsyerbum Jederzeit hinter das Parllclp, als.- weil der Baum 
/dtgeblüht ballBi—tofern der Schnee eetehmolfen wäre etc. 

Der Imperativ kann nur dem Haupl^te , nie etaem Nebemake angehörea; 



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310 Vom unfergeordnclen S«p. 

z. B. lu dem Saie: Sobald Ouiüu Zeiehen tUM , erluf dUh! bildet der NacbMi 
mit dem Imperativ deu HaaplNaz. 

Die untergeordDeten äazglleder erliallen. Je nttcbdem darlo ein Btlattv, 
elBe Cot^unclion, ein ComparativteoTt ete. das BlDduDgsmlltel aaBmachl, die 
BeneDitung relativer, eotvunelit>er, eonditinaler, eamparititer etc. Nebensize. 

Die drei fast gletchdeutigea Partikeln obwol. öbiehon, oOgleieh kdnneD 
und werde» Ott In Ihre zwei Restandlhelte so getreonl, daE zwisclien sie das 
In den Nebeosaz gehörige Sub}ect Irlt, alit: ich habe dei rechien Weget nfeW 
verfehlt, ottvM ich :uin trtfevmal in 4ieter Gegend leandcrle; oder; ob ich gleich 
tum erelenmal etc. 

Haupt- und Nebensai mit einander verbunden werden nicht seilen einer 
noch gewichtigern AuKsage uatra-geordnel nud treten beide slnfenwels in Ab- 
bioglgkelt, wobei der frOhere Haupisaz die Bigenifimlichkelt der Nebensäze 
annimt. Häuflg pQegen wir in solchen Füllen den zweiten Nebensaz zwischen 
den ConteM des ersten einzuschieben, wodurch dann seine Abhängigkell am 
so tüblbarer wird ; x. B. E» gibt keine Veränderung in der deutiehen Spracht, 
die nicht , loenn man anderi genau naehfortchl , beetimmten Geieten folgte «nd 
gante Seihen mfl tUh fort riiie. Der Relaltvsaz Igt unter allen nebensäzen da 
Hig- und schmiegsamste In der l'nterordnung , z. B. Ich iweifle keinen AtigeiMilC 
daran, daß man fürderbt» die deutsche Sprache, die nun durch Jakob Grimms 
teharfiinnige und glühliche Poncliung tiefin- alg irgend ein« andere bii in ihre 
inneriten Anlagen iit enchloisen vnd aitfgehellet worden, an aUei\ einheimieehtn 
Schulen, die dai Vaterländitehe niekl unter dai Außländiiche herab («zen, eben 
ßo gründlich vnd genau lehren und lemtn wird, alt dieiee in Aniehimg aller 
und ftetnder Sprachen, die »ich lu der unerigen verhalten wie der Bok nun 
Bernde , bither der Fall geweten iU, • 

Au& alle dem folgt, daS jedem einfachen Saze ein anderer beigeoräntl 
oder wi(«rj;fordn«l werden kann; als: da» GewiUtr in vorüber, der Regen dauert 
fort etc.— die Schneegänte kommen geflogen, weil der Winter nahet etc. — daC 
mehrere Nebensüze einander beigeordnet oder-'Blnreuweis untergeordnet sein 
können, als: die Bäume trauern, weü lie ihre» Schmukei beraubt lind und der 
IVordwind tie eiekall anhauchet etc. —Man w«<^ auß Erfahrung, daß Schmtrxen, 
weicht einen hohen oder den hSchtlen Grad erreicht haben, nicht lange UMkr 
datum; denn nur da* Gemüßigte und viehl da» Überipannie , vfie uns tehon die 
^Uen lehren : moderata durant , vermag t>on Btetanit ju lein etc. und endlich 
folgt hieraut wieder, daE mehrere Jelnfache Saze einander beigeordnet tem 



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Von der geraden and ictiiefM) Autdrukswcise. 317 

kfinnea , von welcbeo Jeder einen oder mehrere Nebeosäze , dte efnaader bel- 
oder nnlergeordiiet sein mögen, in seinem Gefolge haben dRrr. Derlei ver- 
sehlDDgene Säze neont man PtrioSm und Ihre Fnssnng den PcTioAenbav. 

Es hängt vou der etgenlQmlicIien Art und Welse des Denkens und FObleos 
einzelner Personen ab, entweder beigeordnete und nnlergeordneto Säze tOr 
den AuEdfuk Ihrer Gedanken la wählen. Das Beiordnen Ist toser nod lokerer; 
daa Unterordnen kuitpfet Inniger zusammen. Hier endet das Feld des dUjSerlielken 
und beglnul das geistige Gebiet des inuerliehtn Slyls , von dem es mit Recht 
hciSen mag: d«r Styl, da* Ul der Mtnteh tMit'), fn seiner besondern BlgMi- 
tfimlichkelti wie er leibt, lebt nnd wcbl. 

VOD der geraden und scblefen Anßdrtiksweise , oder von 
orallo recfa und obilqiia. ^ 

Die Worte eines andern, seien sie wtrkllcli oder Ihm nnr in den Mund 
gelegt, kann mau so anfüliren, «le er selbst gerade sie gesprochen bat, oder 
im tehiefen Verliällatsse der Unterordnung zu einem vorangegangnen Verl>um 
äei Sagent; Jenes Ist oratio reeta, dies oratio obligua; z. B. Johann HuG, wie 
die Sage will, toll auf dem Scheiterhaufen außgerufen haben: Hlule In der Dämmen 
glü( ir aioe gans ") brdteu tut: über hundert Jär den swan Ir nngebräten werdet 
länl mit vxleh leiten Worten: über hundert Jar den swän, er prophetiäcb auf 
Lnlher, wie dieier tetbtt in teinen Tiaehreden meint, toll angetpieU haben. 

Im tehiefen Terbailnlsse zur sprechenden Person oder In oratio obliqua 
treten alle Säze In Abhängigkeit und statt der ersten Person erscheint durchweg 
die dritte, so wie statt des Indtcaflva ttljeralt der Conjunctiv, z. B, Lutber auf 
dem Reichttage lu Worms tprach, daß er hier stehe, nicht ändert könne, GoU 
soll ihm holten. Wo in solcher Rede ein Indiealiv erscbelut, ist er das Vcrbura 
eines erläuternden oder vom b^äbler beigefügten Sazes, als: Die Multer be- 
theverte, daß tie tieh und ihr Kind, obgleich alle Lebentmiltel in hohem Preiie 
alauden, mitihrer Hände Arbeit ehrlich und redlich ernährt habe. 

Die gerade AuEdrukswelse . wie ein anderer gesfirochen hat, Isl viel 
lebendiger und klarer, als die oblique, welche mehr dem mbigeii Erzähler 
zusagt. Besonders muE man Härte und Zweideutigkeit darin zu vermelden 
soeben , was im Dentschen oft schwer hält. 



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318 Von der WurtMcUuag. 

V«D der W«rtBteUiuiK> 

Hanptrogel der gewöhul leben WorUlelluug Im unaUtättfittn Saz« nibigw 
Prota Ist , dal man das Svbjtct dem Prädicale voran««*! , als : «In- Wurm kriedU, 
i»r Vogtl wiTit ßtiage, dit Fitche tind ichuppig etc. Die Poetie «-trüge «ol 
aMli die SleilUDgeu; der Vogel flügge wird; —flügge teird der Votet; — dU Fitck» 
*cbu^g lind; — schuppig die Fitche lind. Well üas Beslrebeu der ueoeru 
Spraclie vorauE auf Deutllcbkelt gericfatet Ist, stellt ina|i In der Eegel das 
Wort, von welchem der Saz eine AuEsage enthält, voran, damit mau wisse, 
VOD wem oder von was die Rede gehe. 

Warum das tiu bestimmte Subject e* vor und das besliuunte Suhiecl nach 
dem Verbum steht, Ist oben S. 231 erdrterl wordeo. 

Die Begleiter des SubstanlirB, als: Ärlikel,. Pronomen, ZaMvort nnd 
J((/cclfv gehen iß der Reg^ vor dem Worte her, zu dem sie geböreo. Verelolgea 
sich Arllii«!, Prouomeu oder Adverb mit elaem oder mebrern AdJecliveD vor 
Substantiv , so gebürt Jeneu der Vorrang: der iroken kalte Hordicind; ein to tehr 
geiUteter Mann; mein kleine* alUrliebttet Wind^iM etc. 

Die Begleiter des Verbums, das reglerl, stehen ihm nach: dat Schif woget 
eintam und leicht atther; der eine tvill keine$inegt, der andere vnlntehe$ $ehr. 
Oblique Casus, obwol In der Aegei auch bachslehend, Itboaeu dem Verbum 
YOranlrelea: wir iahen den Menditem schon', —den Äbendslem sahen wir «cAoh 
etc. — Vereinigen sich Dativ und Accusatlv, so gebftrl lenem der Vorrang: 
toir aal>en dem BeUler zwei Groschen ; — sie ritten ihm die alte Wunde wieder auf, 

Präposition mll Nomen oder Adverbium sieht nach: Sie waUfahren nach 
Jeraialem; kommen von Born; wir tind nicht von heute oder gestern. 

Das Adverbium sieht nacli dem obliquen Casus : da* Eind liebt tein* 
MfuUer innig;— uiiT ritten heute mit dem /VdAMten aufi etc. 

Neben den Verba »in, scheinen, werden, hören, gehören etc. stehen 
Adjecllv, Pronomen und Substantiv, wenn sie prgdlcallv sind, nach: wir sind 
Hbel daran; — es scheint besser : — er wird uieder Bischof noch Bader; —sie höre» 
gut oder schlecht ; — der Hut gehört mein und nicht dein elc. 

in Formen, worin Hüifsverba walten, stellen die Begleiter zwischen Ibn 
und Parliclp. oder Inanlliv: wir haben weder Sonne noch Mond gesehen; — tr 
ist Tag und Nacht gefahren; — wir werden euch ein andermal wieder sehen etc. ') 



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Vom SazbatL 819 

la'Fragen wirtt daü Subject uacbgeaezti well tilchl lowol dieies, als viel- 
mehr die AuEsage voq Ihm uabekanol Ist : tehläß dein Bruder? — kommen deine 
SchveilemT ele. Wie aber nach dem Subjecle gefragt wird, so trll dieaes an 
dJe Spi/e: wer poeht an die JküTe'i — was kommt äori von der Hühet — teen 
oder tcat hatt du getehent— wie groß oder wie klein itl er? — den Aal viOtt 
du beim Sehwanie faiient 

Abweichung von der gewöhnlichen Wurtsteltung hel&t Inversion, und sie 
bat zum Zwek, entweder Irgend ein Wort des Sazes auf solche Arl desto her- 
Torstecb ender zu machen,') oder dem AuEdruk mehr Neuheit und Würde zu 
verleih en. 

Am meisten bewegt sich die Inversion In den mit Irennharen Partikeln 
ziisammengesezleüVerba, als: auficMt^eTdieAuge»;~anhubtieäasLied; — 
wai ich einen andern aitß will fechten lasten etc. ' 



Vom Sazi)au. 



Dnler den Erfordernissen des gulen AuEdrukes Ist Deutlicltlieit die ersle 
and vornehmste Elgenschafl. , 

Es läCt sich von dem, was mau unler Saz oder Redesnz versieht, im all- 
gemeinen nicht woi eine andere ErhlUrung geben, als daE er die AuEsage eines 
Gedanken sei. 

Der Unterschied, welcher bei Rcdesüzen am ersten aurTallt, Ist die Länge 
und Kürze derselben. Was die Anzahl der Worte und Glieder, auE welchen sie 
bestehen, anbelangt, so kanu dafür kein resler MaEiilab angenommen werden. 
IndeE gibt es wol aut beiden Selten ein Äußerstes. Saze, die unmäElg lang sind, 
und auE za vielen Gliedern bestellen, versloEea Immer gegen die eine oder 
andere Regel, welche man bei dem Perlodenbau zu beobachten bat. Reden, 
welche mündlich sollen gehalten werdeu , erfordern Leichtigkeit in Rfiksicbl der 
AuEsprache wie des ganzen Vortrags, und könuen deshalb mit zu langen Säzen 
nicht bestehen. Aber auch bei Antsäzen, die keineswegs zum mündlichen Vor- 
trage bestimmt sind, bewirken zu bäuQg vorkorameude , und zu sehr auEge- 
sponnene Perioden eine Überladung des Lesers, und ermüden seine Autmerk- 
samkelt; denn lange Säze erfordern olTenbar mehr AnstrenguDg, um sie zu 
verstehen, als Jene kurzen, dei'eu Verbindung und sinn man auf den ersten 
Bllk fassen kanu. Iit Ansehung der kleinen Säze fehlet man leicht, Indem man 

•) V^nlBidk« abrn s. IS. 



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320 Vom Saibau. 



ÜcnälDO spaltet, UQd elD Ganzea In'Tbelle treonl, wodurch sebr oft die Ver- 
blndnug des Gedaakeu geschwächt, und das GedäcblotE durch eine lange Rcthe 
ehizelner Gegenstände beschwert wird. 

Man unterscheidet daher mit Recht In Beziehung auf Länge und Bau der 
Säie die periodische und lersclmitlenc AuSdrulisart. In Jener bestehen die Saze 
aiiE Gliedern, welcbe'mit elaauder so verbunden sind , daS der Sinn dos Ganzen 
Dicltt eher als am Schlüsse zam Vorschein kommt. Ein Beispiel derselben sei 
folgende Stelle auG Wieland : Sämc ein Perter oder Skythe , der noch nicht* 
von den otympiiehen Spielen gehört hätte, von nngeßhr dam, wenn im Ängeiiehl 
e(nw unsählHaren Menge Volks, (n einem ehrfürchtgebielenden Kreise der edel- 
tienund angesehensten Männer der tfation, nach einem dem Könige der GOlter 
dargebraehlen feierliche» Opfer, die Sieger ölfenllich erklärt und gekrönt werden, 
und sähe das ilolie Selbttbemußlsein , womit sie, von ihren toonnetrvnkenen Ver- 
wandten, Freunden und Mitbürgern umdrängt, und vom allgemeinen Jubel der 
Zuschauer bcwiükomml, steh den Kampfrichtern nahen, um die Krone *u empfan- 
gen: maßt' er nicht glauben, diese Menschen könnten nichts geringerei gelhan 
haben, als ganz Griechenland durch einen mnrathonischen oder salaminiseben 
Sieg vom Untergang gcrctt/i , oder wenigstens um ihre eigne Valersladl sich durch 
irgend eine außerordentliche Thdt unendlich verdient gemacht zu Aoben ? 

Die zerschnitten^ oder abgebrochene AuEdniiisart ealhält den Gedaukea in 
lEurze, unabhängige Säze verthellt, deren Jeder fllr sich FasI Immer einen voll- 
ständigen Sinn hat. Als Beispiele mögen Stelleu aus Zschoklies halerischer 
Geichlcbfe dienen. Anders {als Tassllo) dachte Karl der Franken König. Ihm 
war, was er Hatte, nichtig, wa* fehlte, reizend. Er beneidete den andern Bru- 
der um die Hälfte des Erbes. Und es starb plöigieh Karlmari der Bruder — 
nicht ohne Verdacht geheimer Ermordung. Karl riß dessen /.and an sich, trieb 
Witwe und Kinder auß. Auch seine eigene Gemahlin Hcrmlngarde hatC er sehimpf- 
lieh ihrem Vater Desiderlus naeft Pavia xurükgesandl. ^- Zu Worms »aß, um- 
geben vom Gepränge der Großen, Karl, nun eines halben Welltheili Gebieter; 
angethan mit gotddurehwirkten Kleidern ; die Krone seines Hauptes feie die Schuhe 
seiner Füße von edlem Gesteine slralend; den weiten köstlichen Mantel mit gSt- 
denen Spangen geheftet; einen güldenen Stab in der Hand. Seine hohe G4staU, 
stark, unterseit; der runde Kopf, der kurxe Jlaken , die breite Bnisl xeigten 
minder scheinbare Würde, als innere Krnft. Das heitere AnMt und der durch- 
dringende Blik großer Augen verkündeten den Mann, der alles Versah, nicMi 
fürchtete. 



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Vom SsibaU. $ii 

Diese abgebrocficiie Art -des Autdruks Ist fDr Aufsäze veu lebbanem und 
fDuolerm iahall, t&r Geseze, L-ebeasfegeln, Sfnnapracbe und flfichllge Scbilde-- 
niDg VOD Slllea, Gebräuchen iinil Elfeuacbarten der Seele gowol ala des Leibet 
tauglich. Der periodlache AuMruh gibl einer Bede das Aasehen von WOrd« 
and Ernst ; der abgebrochene Ist hingegen lebbancr und eludrln gl Icher. Die 
BeachalTenhell des Stoffes, and die Eigen lüml leb bell des Aursazes nQEen also 
bestimmen, welche von beiden Arten des Style anzuwenden sei. Die llaupl- 
regel, beide Arien In iedem Falle gehörig mllelaander zu verml.schen , bleibt 
IndeG iatmor gültig. Das Ohr wird der einen wie der andern tnfide , sobald sie 
gar zu lange lorldauert; eloe schlkllcbe Mischung langer und kurzer Säze aber 
Ibut Ihm wof and verbreilel Ober die ganze Darstellung eine gewisse mit WSrd» 
verbundene Lebhaft Igkelt. 

Von dem scblUlcheii baa der Säze hängt la derjhat so viel ab,'.dat mau 
bei Jeder Art schrinilcher Arbeiten auf denselben nicht sorgtiltig genug RQk- 
Blcht nehmen kann. Der Gegenstand sei bescbatTen wie er wolle, so Ist es den- 
noch, wenn die. Säze anschikllch, vcrwlkell 'üder kraftlos aneinander gerelhef 
sind, fast unmöglich, eine solche Schrift niK Vergnügen, oder auch nur mit 
Nazen zu lesen. Je mehr wir uns mit den Regelu bekannt machen, welche 
diesen Thell der Darstellung beireffen, desto eher bekommen wir die Fertig- 
keit, nnserm AuEdruke Deutlichkeit und Schönheit zu geben ; auch werden wir 
dadurch zugleich In den Stand gesezi, bei Wahrnehmung der geringsten Ver- 
worrenheit eines Sazes, das, woran der Fehler liegt, auf der Stelle zu entdcken 
und zu verbessern. 

Eigenschaften, auf welchen die Vollkommenheit eines Redosazea bernbl, 
■lud Klarheit und EitAeit. 

Der geringste Fehler von Seile der Klarheit, die kleinste Zweideutigkeit,, 
durch welche die Seele In Ansehung des Sinnes nur einen Augenbllk In Unge- 
wlBhelt bleibt , kann nicht sorgsam genug vermieden werdeu. Es Ist auch keine 
so lelchle Sache, seinen AuBdruk Immer von diesen Fehlern frei zu erhalten, 
als mau auf don ersten fillk glauben möchte. Zweideuligkeil eotslebl vornem- 
llcb entweder au& einer uuschlkllchen Wahl, oder «uE einer fehlerhaften 
Steliang der Worte. Das erste, worauf es bei Stellung der Worte ankömmt, ist 
eine genaue Beobachtung der Sprachregeln. Es gibt Jedoch viele Worlstellun- 
gen. Welche zwar keiner solchen Regel zu nahe treteu, aber dennoch zweideu- 
tig sind. Die Beziehung, In welcher die Worte und Glieder eines Sazes zu ein- 
ander stehen, wird häuflg, und manchmal autscblleEllch durch die Stellunc 



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3$i Vom f^ai^au. 



der§e)ben anEcr Zweifel geseil. Es Isl daher elue Bnnplregel rOr ADOrdiiung 
der Worte und Süic, daS Jene Tbellc, wekhe eich aar elDander beziehen, m 
nahe ale idökIIcIi ziisBinmcnserOkl werden, damll hletlurr.h ihre Vcrttlndung 
desto mehr Ins Auge fallen kann. EfnigiB Beispiele mSgen daher die Wichtig- 
keit der Regel Idh Licht sezcn, and die Anwendung derselben crtelchlern. 

Erstlich erfordert die Stellung der Ncbenwörfer, durch welche die Andeu- 
tung von etwas, das vorhergehl oder nachrolgl, näher besifmml wird, eine 
merkliche Genauigkeit, ber Saz: Ich uterde <m Vertravtn auf Goll allein dieie 
tehteere P/lieM erfääen, Isl wegen der Stellung des Wortes aUHn sehr zweidea- 
llg; denn dasselbe kann entweder auf ich, oder auf GoU, oder auf Pflicht be^ 
zogen werden, nnd gibt in Jeder Beziehung wieder einen andern Sinn. Wahr- 
sehelnllcb sollte das Wort allein zu ich gehöreu, nnd dann mflEte der Saz, um 
allen HIGverstand zu verhQlen, also lauten: Ich oJMn werdi; im Verlrauen auf 
Goll die$e ttbwert Pflichl erßllen. — Dfe Manniehafl erschien mehr oder minder 
flHehßrmig bekUidcl in iceite« moüenen BÖken. Es mag wol einen Augenbllk 
xwetrelhafl scheinen, ob die Mannschaft ffl«Ar oder minder erichicn, oder ob 
mehr oder minder gltichßmtig bekleidet die Hannschaft erschien. -Wahrschein- 
lich soll das leztc der .Sinn des Sazes sein, und dann niflEte er wol zur völligen 
Dehtllchkeü helEcn : Mehr oder minder gleichfürmig bekleidet erschien die Mann- 
ichaß in weilen itolletien Büken. — Folgeode Worte: Die Römer verstände* 
sieh auf Freiheil wenigstens to gut ait wtr, sind eines doppellen Sinnes ßihig. 
Je nachdem man das Wort wenigilens zu Freiheit, oder zu so gut zlehel. Im 
ersten Falle würden sie anzeigen, daS vor allen Dingen die Freiheit eine Sacbp 
sei, auf die sich die Bfimer eben so gut verstanden haben als wir. Im zweiten 
Falle deuten sie an, daG unter den Römern wol eben ao richtige, wo nicht 
bessere Begrlll^ Aber Freihell herschten, als unter uns. Sezt man das Wort 
wenigstem zn Römer, so kommt ein dritter Sinn zam Vorschein, nemlich, daG 
wenigstens die Bbmer (wo nicht auch noch andere Völker) sich so gntaufFrel- 
hetl verslauden haben, als wir. Soll der zuerst angegebene Sinn klar in dem 
Saze lieg'^n, so muS es helEeor Auf Freiheit uienigstem, oder, wenigsten* auf 
Freiheit verstanden sieh die RBmer eben so gut, als tcir. Will man den Sinn des 
zweiten Falles , so laute der Baz : d^af Freiheil verslanden sieh die Römer eben 
so gut, als icir. 

Überhaupi lüEt sich in Ansehuug der Nebenwörter bemcrlten. daE im 
Sprechen der Ton nnd (FachflraK, welchen man Ihnen gltit, fast allemal hin- 
reicht, die Bezli^hung rierscIWeo zn üeslimnieu. Dieser IFmsland aber ist cerade 



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Vom Saxbaa. 



CrsMhe, da8 wir am dt« etgenllidifl SteD«, welche Bolcben R«<l«lbellen zu- 
■rominea soll, aucfa bei» Schreiben minder befeHminert sind. Da man aber IK 
einer Schritt Nr das Auge, -nad »icht Kr das Ohr gprichl, so moE mau hier 
genaner sein, Dod die NebeDw5rler mil dem AaGdruke, den sie näher beslim- 
men soUeo, so Iqolg verbluden, daE kein MlEverstanit enfspriogeo bann. 

Seil die Rrwibnung eines Nebennm Standes Irgendwo In dfe Hede elnge- 
schoben werden, so muE für diesen ZusaK eine solche Stelle anEKesnchl wer- 
den, die Jede falsche ReziehunK auEschlleEt. In dem Saze z.B.: Sind Met 
Handlungen, deren sieh {rgend jemand, der in unterm Lande teohntt, tinUr 
welchen Vmttänden und in welcher Lage e« auch tei, ^u tchämtn MUM Ist es 
zweldeallg , ob der Nebensaz unter aetehen ütKtltmden und in weleker Lagt et 
aueh «H, zum Vorhergehenden oder mm Hachrolgenden gehöre. WSre das ersla 
der Fall, so stünde der Saz ganz deutlich also: 5<nd dies Han^ungen, deren 
tieh irgend jentand, der, anl«r welchen Vmttänden und in welcher Lage et aucH 
tei, in unterm Lande wohnel, su ichämen halte? Im aedcm Falle aber sollte 
es helten: Sind Mei Bandlutiftn, dtrcn »ich irgend Jemand, der in «ntern 
lande teoknet , m lehäntn hätte, unter welchen ümttdnAen und in welcher Lage 
et aueh teit 

Aber noch well mehr Aofmerhsamkell wird erfordert In Ansehung der 
bezfehllchen Fürwörter, und Oberhaupt derjenigen Sprachlbelle, w^cbe die 
Verbindung der Worte und Säze andeulen. Da unser ganzes Denken auf dieser 
T^blndung beruht', so hnnn'maii' Im' fiebrenche dieser WOrter nicht zu gensn 
sein. Ein kleines Vorsehnt dieser Art l[ann> den Sinn eines ganzen'Sazes ver- 
dunkeln. Wenn wir zum Beispiel sagen: Der rerfatter det Agathon, weither 
den Rang, den ihm da» gegenwärtige Zeitalter xugettehl, so lange behaupten 
wird, alt e(e., so kamislch das Pronomen welcher ebcnsowol aar Verfatter, alt 
a.nt Agathon beziehen, und verarsachl eben bledarch eine Dnakelhell. In dem 
Saze: Et itt Therheil, tteh gegen- Me UnfSUe det Lebens durcA Anhäv^ng von 
Schalen wafnen zu teoJIen, gegen wOehe unt nur die Vorsehung des Himmett 
tehüsen kann , isl es zwar nicht zu verkennen , da& welche sich anl Unfälle de» 
Lebens bezieht, .\lleln den Gesezcn der Sprachlehre sowol, als auch der Deut- 
lichkeit gemäE war' es doch besser, wenn es hIeSe: Et itt Thorheit, lichgegen 
die VnfMe det Ltbeni , gegen welche «wt» nur die Voriehung lehüten kam , durch 
Änhäitptng von Sehäzen wafnen iu wollen. Jemand, der jungen tielgtHcheD die- 
Vorschrift anempfeliTen will, Ihre Prediglew auGffibrllch und lesbar zu sehrefbeiir 
sag! : flthr Hele handeln dicem Rathr so gant itiund«', daß tie atijS Gewöhn^ 



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Vom SadMd. 



heU f XtU NHtf Papier tu enpare« , vtlch* tu auf 4er BoehtetmU moortM 
haben, ihre Auftäte dleier Art so kMn und eng» tehreiben, daß lie kaum 
ielb*t Uten können, u>ai tie geschrieben haben. — Gaaz slcber -ivtll der Ver- 
fasser nicht sag«D , ilaE die Jungea Leute Zeil und Papier auf der Hochschule 
erworben baben, seudern die Gewohnheit, und so halte ersieh, um reebl deal- 
llch zu sein, autdrSken sollen: SeAr vieU handeln diesem Balhe lo gam lu- 
uiider, iaß tie au^ «<n«r auf der Boehtchuie erworbenen Gewohnheit, umZeli 
und Papier lu eriparen etc. 

Diese Beispiele werden hinreichen, nm darzuthun, dal es bei dem Bn 
der Sedesäzeelue der wichllgslea HQlislcfalen sein mute, die Worte auf eine 
Welse 2a ordnen , -dnrch welche die wechselseitige Beziehang der Redelhelle 
aufs genaueste DestlmDit wird ; dat besonders die Nebenwörter mll dem , was 
sie aSher bestimmen sollen, so nahe als rnftgllch zu verbinden seien; da( ein 
Umstand, -der Irgendwo etnzaschleben Ist, nicht auf Geralhewol lo den Haupl- 
Mz geworfen, sondern an dasjenige Glied, worauf er sich bezieht, geknfii^ 
werden mflE«; daS endlich die beziebllchen Fürw5rler und andere Hedethefla 
dieser Ari stets den Gegenstand, auf welchen sie deuten, ebne Dunkel he II vor 
Augen bringen sollen. Diese drei Falle wurden besonders heran Egeb oben, well 
»le es sind , die den häufigsten AnlaK zu HISversländolE und Zweideutigkeit der 
Säae ealbaHcn. 

In Ansehung der beziehlicheu Wörter muE noch l>emerkt werden , dat 
hihitge Wiederholung derseltten Hehr ott Dunkelheit verarsacht, besouders 
wenn sie auf verschiedene Sache» oder Personen können gedeutet werden. 
Zum Betspiel : Die Mentehen lehen mit neiditehen Augen auf dtu GMte , weichet 
andere an tith haben; und denken, daß ihr Ruhm tie verdunkle, und ihre lo- 
i>entu}iirdigen Eigentchaßen ihnen im Lichte liehen ; daher Ikun tie allet , vmt lie 
können, um eine Art eon JVebel Mer tie lu verbreiten. Dieses heltt doch wol, 
sich Im höchsten Grade sorglos auEdrflken; und NachläSig kellen dieses Schlag* 
mfllea den Vortrag sehr doakel, oder w^iigstens immer verwtkell und widrig 
machen. Sie zu vermelden bleibt zuweilen kelo anderes Mittel flbrig, als dem 
ganzen Saze eine andere Wendung zu geben, bei der man iiichl genötbigl isl. 
Jene beziebllchea Wörter so otl zu gebraueheii. 

Um die grote SorglatI, die man auf Rlcbtlgkeil und DeuUlchhell dos Ai^- 
droks verwenden soll, noch mehr eiuzuschSrTen , sollen hier noch eine Anzahl 
undeuUldier oder wenigstens verworrener Stellen hergeseil werden. 

Bierlebt Johnton und herteht, denn it mag wol hertthen, wie im Sehaefe 



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Vom Saibau. 3S5 



teiner eigntn FtmUit. Die Worte er mag v>ot hericAen kSnDen entweder bedeu- 
ten: «r hat wol recht, herteke» in wollen, oder: er heriehet gem. Das lezte soll 
hier der SIbd sein, und die Deutllchkell fordert za sezen: Bier lebt Johntoji 
und hertcM, <l«nn «r htricbt gem. — Vier Gemälde von Hogartb »ind merkuiür- 
Hg; es Und die Originale zur £j<elfon. Ein fünftel von eben dem Iteiiter iit et 
noch mehr. Mehr Original oder merkwürdioert Das lezte soll es wol sein. 

Diete perioditche FM und Ebbt hält keine» Königi Weisheit auf. Welches 
Ist der NomfnalivT Ohne Zweifel das lezle. Aber Im Oeutachen pnegt man Ihn 
wo in6Bl'<=l> Immer, vorzflgllcb wenn auders etoe Zweideullgbelt entstünde, 
voran zu sezen. ifan hat {den Helvetlus) orthodox gegeiielt, und die Striemen 
eehmerten noch ^eto. fjack ofAodo^er Art, oder >um Ortiiodoxen gegelsellT 
Allerdings das lezte. 

aiuichetn and Schneken liegtn auf den Bergen ; FUche und Landthiere lie- 
gen veriteint in Schiefern; vereleinie Hölter *wt Mdrüke «on Blumen, oft bti~ 
nah anderthalb taueend Fvß tief. Wie sorglos sind bler Worte und Säze unter 
einander geworfen! Lauten sie anf (cdgende Art nfcht viel deulllcberf Mutchdn 
wnd Sehneken liegen veriteint auf Bergen; Fiiche und Landthiere in'Sehiefer; 
Holt vmß ÄbdraUe von Blumen oft in einer. Tiefe von anderthalb la.u*end' Fuß. 

So lehrte liie IVatw aiio ihr Bienenwerk die Biene, In diesem kleinen Saze 
ttat ihr eine doppelte Bezlebang, wenn man will; to oder alto Ist überllüssls. 

Bei Nationen, die durch Leidenschaft oder Nolhdurft dazu gezwungen tour- 
den, hat man auch Neigungen det Thiert bemerkt, zu denen lebendiger Spelte 
*ie tich grawam entichloßen. Was helGt das : lu dessen lebendiger &peite ? Denk 
eigentlichen Sloae nach : zu der Speise, die dasseae, wenn die Speise noch lebt^ 
genießet. Oder auch; daß man dae Thier, welches diese Neigung hat, lebendig 
speiste. Um deotllcb zu sein, matte es Im zweiten Falle helEen: weiche* naek 
lebend sü ipeisen sie sich entsehloßen. 

Die Nothwendiglieit hatte den Arkadiem sogar die edlem Begriffe von e<neM 
gemeintamen Besten, und dieses von Tugend und Verdienst gegeben. Hinter die- 
sei soll man hineindenken: Aalte ihnen den Begrif etc. 

Laß an meinem v^crliehen Buten dein klopfendti Hers dem •peinigen die 
etvmme Versicherung geben, daß es ihn nie gereuen soU, diete Bürgschaft ange- 
nommen zu haben. Ihn? decb nicht den Busent Vielleicht den Vater. Besser 
würde sieb ein Fürwort auf Herz bezieben; etwa: daß et nie bereuen toll. etc. 

H'enn aber, nach aufgeklärten Begriffen d«r Siaaltklugheit, in betländige 
Vergrößerung der Macht, durch welche Mllol, et auch tei, di« wahre Ehre det. 



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326 Vonü Saibhu. 



Staatt gemt wird, so faiu fteOieh jenet VrtkeH aliichMttnäßig und pedmUUek 
in äie Awgen. So kurz dieaer Saz Hl, so «trd er detmoch wegen iiDgevOfan- 
- lieber Slelluog' der Worte uadeullfcb. Auf folgende Arl ls> iKehr RiarbeU and 
GeßlKgkelt darlo: Wem aber, Sa einmal die' Begriffe der StaaUMvgheit a^f- 
gekiärl itnd, äit wahre Ehre des Staats in beständige Vergrößerung der Maeht, 
durch «1(1» ivaner für IgUlet man diese 6ew<r*e , gesezt icfrd,^ so fatU freUieh 
Jenes Crtheil als tchulmäßig in die Augen. 

Es soU kein FriedenscMuß ßr einen solchen gellen, der mü (Um Heheimtn 
'yorbehalt des Stofs lu einem küi^igen Kriege gemacht toorden elc.SoIl er nicht 
rttr einen Friedentchluß gellen, oder nicht rOr einen tOlehen, der etc. gemachl 
worden? Man braucht ja hier das Wort (olchen keines weigs. 

Ss gibt keinen erweltn-ten Saz, welcher nicht, um schan zu eefn, eine 
gewisse Einheit erforderte. Die einzelnen Thelle mflten QMrall dnrch ein ge- 
ineluschaflllches Band verkoaptt werden, ond mir ein Gegenstand muE durch 
das Ganze berscben. Schon der Begrlf, den man sich von afnem Saze roaebl, 
l)rlDgt es mfl, daG In dem5ell)en ein einzelner Gedanken aiiEgedrOkt werde. 
Ein solcher Gedanken bann zwar aaS Tbetlen bestehen, aher diese Thelle mfilen 
HO mit einander verbunden sein, dat sie der Seele nur den Begrlf von ebiem, 
nicht aber von mehrern Gegenständen verhallen. In Rflkstehl auf Einheit eine« 
Sazes muG man nun folgende Hegeln beobacMen. 

Tor allem verwechsle man In einem Saze den Gestcl^puitkl so wenig als 
möglich. Man darf nicht durch plOzttche fjbergänge von Person aufPerson, von 
Sache zu Sache geworfen werden. In Jedem Saze Ist gew5bnilcb eine PerMn 
oder Sache das herschcnde Wort; und das muE denn auch Von Anfang bis zu 
'finde' herschend bleiben. W6un Ich sage: Nachdem leir Anker gtvorfen hallen, 
tetten sie mich an» Land, ko ich Meinen Freunden , - die 'mich mit der grOplen 
GeßUigkeil aufitahmen, sehr toillltommen Kar; gostnd zwar In dlibsem Saze die 
TTmstände, «eiche darin vorkotümen, hinlängticti mit einander verlrand«n; aber 
durch 'dte Art, w'te dieselben gefall Werden, 4areh Sie öftere TcrSndemng des 
Orts und der Personen,' ers(!helneQ gte In einem so zerstrevl^QtJcItte.'daB man 
"ibre Verbindung Uanm bemerkt. IndeE bedarf es nur folgender Wendung, und 
der Saz erhält seine gähärlge Einheit: Da ich vor ArAer gekommen war, Heß 
ich mich an« LMtd seien, wo ich von' meinen Freunden bewiOHommt und mit 
oUer Gefälligkeil aufgenommen u)Ufdc. 

Eine zweite Begel Ist: niemals' tn eln«n Saz Mnge zu bSafen, welebe so 
wenig VerblndtiUg unter' elhatidei"n!il)en.'tlaE üt« Maser In zwei bdeV drri Size 



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Von Sazbai^ 327 

kdooen verlbeilt werden. Die VerlejEUiig dieser Begel verursacht immer 
Ads(oE and MiGvergnOEei)- Dieses Ist so stark, daS selbst viele auf eloander 
(olgeode liarze Sä^e alchl so sehr beleidigen, als za lange, zu verwikelte 
oder zu schwach verbaodeae Perloden. Beispiele hievon sind nur alUu 
häufig- Der Ersöitehof Tlllotson ttarb in dietem Jahre. TiUolton war attßer- 
DTäenttich geliebt totookl von dem Könige Wilhelm, <ü* von. der Söniffin Maria, 
v>etche beide äen Doctor Teonlsou tu deMien Nachfolger ernannten. Wer mag 
vol bekii eralen Saze das b^isetügle Anhängsel erwarteoT Tlllolson war von 
König und Hiinigin sehr geliebt, Ist der HBiiplgedauke , und wir sehen uns nach 
einem Beweise desselben um; allein plözllcb stoten wir auf die ganz fremde 
AQdeutuug, daß Doctor TeojiUon lu dtiien Nachfolger ernannt worden. — In 
Miieter Lage, weleKt für Cieerot käiuliehei und öfftnUicties Leben so unangenehm 
war, drükte ihn noch ein neutt, lehr ichmerzhaßec Leiden nieder, nemlieh dai 
Hintcheiden seiner geliebten Tochter Tutlla, weichet bald nach ihrer Trennung 
von Dolabella erfolgte, de^en Gemüthtart mit der ihrigen durchauß nicht über- 
einitimmte. Der vorzügticltsle Gegefasland tn diesem Saze Ist das Hinscheiden 
d«' TuUia, welche» Ursacbe von Ciceros BelrQbnlG war. Die nähere fiestiinmußg', 
dal ihr Hinscheiden bald nach der Trennang von DtAabeüa erfolgt sei, kann 
etwa nocli ojine Unsch|kllcbf[ell Pla^ finden; aber die Bemerkung über Dola- 
btUat Gemtühsart (st der Hao^sacbe ganz fremd , und zerstört die Einheil des 
Sazes durcbauE, well sie dem Leser auf eiamai ein völlig neues Bild vor Augen 
bringt. — Noch teblerlianer Ist In dieser Bökslcbt folgende SIelle: Der Grie~ 
■c/ten Zug unter Älexanderi Anführung gieng durch ein wüiles Land, detten teiUe 
Einwohner sich nur kümmerlich niUirten , da ihr gamer Reichtum in einer Art 
Heiner Schafe bettand, deren Fleiich thranig und umchmakhaß war , weit diese 
Thiere gewöhtUieh todte See/l$che ai ftesten bekamen. Der Gedanke wechselt 
hier bei Jedem Absaze. Der Griechen Zag, die Einwohner , ^eren Land sie 
durchzogen, die fieschalTenheU der Schale daselbst, und endlich gar die Ur- 
sache , warum das Fleisch der Schafe einen so flbeln Geschmak hatte, alles das 
drangt uns eine Menge unter einander sehr schwach verbundener Gegenstände 
4uf , welche man nur mit vieler Mfibe unter einen Gesichtpimkt fasseu kanä; 
Koch ein Beispiel 

Gtb, daß M mich nte erfieu' , 

Daß ich weht an dich gedenke 
Der Slelle ist lelchl zu helfen, «enn mdn se7l 

Gtb, daß et mich nie eifieu' 

Ohne 4aß tch detn gedenke 



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338 



- aalen. 



Original mtd 

Dat bedtnfft tich aber der Terfauer 
dti Gegmteärtigen auß, daß, da der 
praklitchePolitikermÜdeialheoreliiehen 
auf dem Fuße sieht, mil grnßer Setbtl- 
gefättigkeil au/ihn, al> einen SchaltpeU 
ten, herabxutehen, der dem Staat, teel- 
eher von Erfahrungtorundtäsen außge- 
hen müße, mit setnett taehleeren Ideen 
keine Gefahr bringe, und den man im- 
mer teine eilf Kegel auf einmal leerfen 
lasten kann, ohne daß liclt d«r wellkun^ 
dige Staatsmann daran kehren darf, die- 
ser auch, im Fall einet SlreiU mil je- 
nem, lofem consequent verfahren müße, 
hinter seinen auf gut Glilk gewagten und 
öffentlich geäußerten Meinungen nicht 
Gefahr für den Staat zu toittern; durch 
welche clausula salvatorla der Verfasser 
dieses sich dann hiemil in der besten Form 
wider alle bösliche Außlegung außdriUt- 
lich erfahrt mssen uHU. 



Verbeasernng. 

Da der auElibead« Staatsmann mit 
dem antersachendeii aufdem FuSe steht, 
mit groSer Selbstgerilltgliell auf tbn, als 
einen Scbulwelsen, berabzuselien , der 
dem Staalc, welcher vod ErrahmogS' 
graadsäzeu aoEgehen mSEe, mU seinen 
sachleeren Ideei) keine Gerabr bringe, 
ond den man Immer seine etirKegel anf 
einmal k&nne werfen lassen, ohne dat 
man sieb daran kehren dürfe ; so bedingt 
sieb der Verfasser des gegenwärtigen 
Aofsazes aufi, daS der weltkondlge 
Staatsmann mit dem untersnchendea , 
Im Fair eines Slreileä , sofern fotgerecbl 
verfahren mOEe, daS er bioler den aar 
gut Gläk gewagten und Qffenllich gc- 
äuEerten Meinungen des lezlern für den 
Staat keine Gefahr wittere. Durch die- 
sen Vorbehalt will sich denn hlcmltder 
Verfasser dieses Aufsaxes anEdrükElch 
wider alle bösliche AoElegung verwabrl 
wissen. 



Erörterung 

einer AuEwahlvon Wörtern und Redensarten , nebst Beispielen der 
BegrifsTervandluDg mancher AuEdrüke in verschiednen Zeitaltera. 



Weder anoehb aitsen: keinen Besclield 
geben k od Den. 

Wer a sagt, muß aueh b sagen: wer an- 
fangt, mufi fortfabren. Wer aneefaneen, 
muS vollbringen; wer aniUmml, moE zu 
Ende singen. Gryph. Von a bie x: von 
Anfang bie Ende. 

Äbecesehüi sein: das Wort Ist tormierl 
wie Feldteltüs, Leibichüi (Trabant), und 
bexelcbnet einen Aufincer. der »ein Abece 
bewacbl. 



Wann der Teufel von Aachen Kommt: itfe 
und Dlmmermehr; denn man blelt den 
Tenfel filr so fest In den PoselienUiHrD 
da^etbat gebannt , daB aeln EDtkomoMD 
daraus unmöglich wäre. 

Den Aal beim Schwanke haben: einer Sa- 
cfae wenig habbaftseln. Der steh dem mamtt 
alndel d^ der band rehl att ein dl. WaHh. 
Il bt dem lagele [res elapsara). lltd. Bl. 

Einen Srunnen aalen: die TericJUlammle 



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Abend — Al«fani. 



iMIcliel dadurch liUlen, daE man efnen le- 
bendlgeD Aal hinein schlupfen lült. 

Abend (st ein Partlclplalsabstaiitlv, gleich 
Beilana, Vatant, Wiitnt clc. des mit abe 
»erwandten Zeitworts abcn, welches helM; 
decreicere, minuere, lenescere; sein Gesen- 
sal In der mihern Sprache hIeS ^en (eye- 
hem) : dm druken, diien Aren ; dort i irendm 
horl, l\le Mfen. Rund. v. Em.a. Aben und 
tiea aii der mond. Alam. »an faal also bei 
abtnd zu jiipplleren tag. 

Abgefeimt nin: von Peim oder Foum 
(cremor). der sich obenan seil; plirBg, 
erfahren nnd schlau sein; nicht aber Im 
Sinne vom verächtlichen Abschaum. Abge- 
fetmtt Erktnntniise. Leibniz. 

Wol abge\)Urtt jeln: erfahren und ab- 
SeschilCTen (homo quadratus); bei Otfrid 
schon heißt gtviarun so viel als xutereifsn, 
t^htlg machen. 

Einen abtpelten: mit wenigeti Worten, 
wie elni^n GasI mit wenigMi GerUciiten, 
abfertigen. 

Elvrat mit einander abkarten: fm voraus 
verabreden, wie gleichsam betrilgllch im 
Kartenspiel abinacben. 

Den Abt reiten lauen: sich der Luilbar- 
lielt überlassen, wie die Mönche, wenn der 
Abt auEgeritlen IsL 

Etwai auf die hohe, leicMe Aehiel rtth- 
«K»; elwas empGndilcb oder obenhin auf- 
nehmen. - Einen über die Achsel aniehn: 
desplcere. Mit imielendem munde tt über 
ahiet idA. - Hagen der kuene über ah$el 
tdch. Nib. Sl tiht mich über die achteln an. 
(E subiimi mc derldel). Häzl. Auf beiden 
Aehieln tragen ; ein Achieltrliger tein: auf 
iwel Seiten oder Partelen halten; iiPrien 
Ferren dienen. 

In Acht und Haeht sein. - Beiicr (n Acht 
Ol! (n Bacht. Das Wort Hackt kömmt von 
hdhan, suspendere, hdht, suspeoslo, and 
he dem et was BafI, von Aeben, teuere, eve- 
bere. Die Form Ist wie XicMe für Xiflal 
(neptls). Lachtet für Klafltr, achter für 
öfter, fuchiehen für fufiehen. Achten zu 
Jagen, wie dmer zu jdmtr, ener zu Jener. 

Sich für den aehCen Weiten Aolfen : sich 
sehr viel Versland und Einsichten zutrauen. 
Zu den T Weisen der achte sein. 

AUtt von Adam und Eva beginnen: ab 

Utes 
m er b«frann eonEven* Fall. 



Keine gute Ader haben. - Eine reiche Adar 
betlzen. ~ Einem tur rechten Ader latien. - 
flach dem Arm der Aderlaß. - ider zu dtum, 
wie «eno zu uentus. 

Zulammenjehen tele dei Xalieri Adlar: 
mit den Ferien ztiaammtngehn. 

Dan Ding hat Adler ifedem: es KsprieEt 
ulcht, sondern schwindet. VoaAdlerifedern 
und ^ofCiAaaren galt nemlich die Meinung, 
das sie wegllögea oder andere aufzehreten, 
daher auch die MhQilche Hedensart : Es ilntt 
Wolfihaare darunter. Das Wort Adler Ist 
gekürzt auE dem ahd. Compositum adal-ar, 
wie Jungfer SuE janc-fraw ; Janker auE 
junc-her; Ifili auE tcer-olf (homlDum DU- 
trii =3 allrli terra). 

Den Affin Kelten: Ist Tersrhümt lutge- 
drttkt soviel als den i^Ier weisen. Dat Itt 
die Affentehande: culum oslentaiit et turpes 
nales : einen bloßen legen. - A/fentiebe, Affen- 
iplel. Affinmerk und Kinderipiel treiben. — 
Einen avf die Affenbank leien; iion Affenbirg 
»ein. -Bat Affenvaiervnur belen. 

Agyplitche Pinttemiß: CtmmerlB tene- 

£tnein den Alß(clte, arsura) au/'stecften ; — 
nicht anrühren.' tangere Ulcus. 

Wer den Aker aäet, der mäet (nach deut- 
schem Recht).' Diu Hut entden unde micen' 
von r^le, alt li den aker taen. Vrid. Det 
herren fäßtlapfen dangen den oiter tool; - 
das ist; led der herrielbit nicht drein lihet, 
und sich auf rate und knechte verlaßt, dd 
gehet et nimmer recht. Lulh. 

Da* Alamanguküß spielen, treiben, ge- 
winnen: Das Nachsehen (occationem elap- 
tam) haben. Bei Celler wird dieses Comiio- ' 
sitam, weiches wörtlich besagt: ilomon, 
gukCß! lu dem Sinne gebraucht, daE wir 
Deutsche meistens zu spül kommen, was 
durch Brand eiJäulert wird: Ain Fraazös 
■in saeh vor lurlchl; ain Lombard Ist gut 
im geschieht (currenle rola) : die Deutschen 
machen Ir anstag, dd man's nit wider brin- 
gen mag, Es [st elu imperallves SubsUntiv 
wie tieratAetrol und yergißmeinniehl. 

Alefanz, aiefansen helGt nun Kinderei. 
Kekerei treiben, uud i^t auE dein llallünl- 
sehen aW avanzo, zum Vorlhell, enlspros. 
sen. Bei der ffäilerin bedeute! analog Jlen- 
fam den Lohn für die Bi||lerel: .ili Ich dir 
b&t den alenlanz : vier guldin und ein rok 
le iteur. In Lutheri Tagen halle es den 
BegrIf TOn£liE,ffin(n-)MnndII?(rwp; Wenn 



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AliuAiid — Angster. 



nuM mit dm Iniekslabtn alfnutt. - JUfana 
tAcht neu /Und. - Einen aUftuu ( Trug ) 
»eUastn- HlUl. Schtnäeret und /Inaiu, (oA' 
eher und oH^ani. H. Sactu. 

AltMnä: Commvaio, qu« Tulgo atnwtula 
vocalor. WetiX, Mmende, ojmefnde, be4«U' 
let ctyrnfoteuum und vlapuMica; conmiD- 
Dlo. qun vulgarllei almtinäe dlcllur. (■. 
133S.) Diese Form uJnMtn, olTMlml« ftthrt 
■uT die HerleiluDg von gtmtin, so dal es 
Gtmtlntrifc, GtmHnwaiOt bezeichne L 

Jloaii Ist im Allfrankiicüen ein Femioln, 
und die spätere Scbrelbuag mll doppeitrm 
I »owol als das neutrale Gescbleclit sind 
. VerderDnll. Das Vorlbestebtaut Ol (totn*, 
integer) und ää (bonum), so viel nie al- 
tigen, mere proprium. Für den langen Vo- 
i-al ID nJdt oder oMd entif^heldet dl« FoTdi 
alaudei (masc), die sieb In Urkunden auG 
westgolblscbeu Gcgeuden vom Jabre 888 
l>lsi<8S beiilatuMandet; golblscb demnacb 

tilOUllf. 

Noch eintr ttln auß der aUen Weil : mo- 
ribus aiiltquis i ivere. 

Zu AoJftetn Jiler; ein Sann zu halbem 
AUrr: man versiebt darunter 20 Jabre, oder 
■lle Hülfte von .(O Jabren, denn 40 JaJir eiu 
Kann, - Br lOfu von angeiicht und leiAa 
Hn icASne man, jung tu halben aller. 
Statnhöivtt. 

Auf Atn aiten Mann bautn <il mißUeh. 
Ule.se Bedbnsart drültt Ihren Sinn doppelt 
»larlc auC, well man im Bergbau eine vcr- 
iafine Grube aucb den oJlenJfonn nennt. 

Atlfränkiich hellt uns heute so vfel wie 
uerallel, altmodiecli, wovon man die Im 
edlernSlnn (tbllche Form allfrankiteh. z. 
V.die attfrankilche Mundart, unterscheiden 
mut. Efaemais verband man mit dem Worte 
aUfränkltch einen rühmlichen ätnit: Man 
jjirfcht gern, tctn man lobet hiute: er li der 
allen rränklschen Halt, diu y-dren HnräUlg, 
iriuw und geivSre. Rpnner. - Mlfräntiteh 
reden und gelMiren: Osce. Volice rabularl, 

Amboß, von an oder nne (anelioj) und* 
bäpen gebildel, nie das lalelne incui, Incu- 
tlU von in und eudo. 

Amt von umbahfen (mlnlstrare). ambaht, 
■uinUler, ampa/t^ vllllcus ; mhd> ainbet, 
ampt. - Ambactin lingua Galiläa iervui 
jippeilatur. Festus. 

Min Amt begleiten, und mit elnn» 4wil« 



bekleidet KerOtn, ilebfl oben S. 3S — it die 
Ifote. 

Wem fiott ei» Amt gibt, dem gibt er auch 
reritaadt Et genus et (ormam regina po- 
lenlla douaL Bor, Einen Hunde gehorcht 
man. weau er in seinem Amte ipiicU. 
ShakMp. 

Kein Amt ja gering, et tet Metüient aerth. 
Eben so gehl Im Schwange das Sprlcbwort: 
Ein gut JKaM itl Benkent merth, Uiebel darf 
man den Bi^grirAemten, $utpendere, lUipm- 
eio nlrhl In das Spiel bringen, soDdern den 
andern von laxare frenvita, als : dem roj er 
hancte. - Den ro;en wart gehenget, KarL 
Ad£ diesem eogern Begrir erhielt da* Wort 
den allgemeiuea und welteru von eVen, 
nacheilen, geuidren, AU : lanfe Johanaei der 
hancte feiltej fiTie ndeh und rief. Leysera 
Pred. Das tinvalte kind nä bancte (ge. 
wärle) im stoej er icoKe. Hartm. Das if '3 
fr Diuoier beuge (erlaube, gestalte). Bäii. - 
Ich $olchet minem gemiiele nie vertiangeo 
(erlauben) icellen. Stalnhowel. Die Bedeu- 
tung wäre sonai'h: JCein Amt lO gering, et 
Itl Elleü* u-erth; - ein gut Mahl fil tcertft, 
daß man virhängten Zügett Ihm tu reite. 

Et\cai an uierdtn; - der Btude bin ich an 
tvorden elc. - Di(!ses an hat den Sinn voa 
toe oder ohne itnd Ist da» alle dne (tUttJ, 
Dee forhle er tue aerOen, Caurlei. IXesinf 
puoier ftnn« üne. H'oJlA, Dei er änig tcor- 
dcn Ul. ürk. v. J. t3t8. Vergl. oben S. ise 
dlffJVofe. 

Angang: guten oder böten Angang halKn, 
Darunter versieht man das Begegnen oder 
erste Vorkommen gewisser Menscben und 
Thleie, zumal des Noreens früh. Ein Wolf 
bat guren, ein all Weib, ein Prietler, ein 
ifaae böfen Angaug. Wirnt$ Wigalolt St81. 
BerlHoUs Pred, S. SK, 

Angel: ohne Grund unterscheidet nun 
oft(tenin(re((liamus) touiler Jnif«l(uaGus^ 
cardo) ; es Ist das griech. ayxvioi, und in 
beiderlei Vedeuluiig mascullu. 

Gl lil dem rieh, dem Kinde, der prau, 
dem Manne (wol oder übel durcb Zauber) 
onpelhd«. - Von Elfeu Ist x. B. das Vieh 
fierjihrt oder unneAuuchf, davon es erkran- 
ket oder gelähmt wird. Ähnliche Wirkung«« 
schrieb man dem Blaten tu die Hand, IH 



den 






Ängiier beifit ein A'ru0 mit lonpein und 
engem aalse,'eben Mli dem abd. Wort 
an||i [angustiaf. und aoch ein MOnulut 



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Anken — ÄrgerniR. 



ifard Äftgiter beninnt: naht tinen 'inotfer 
In d«r Ta*ehe haben ; - et iit teinet Jn[r«tars 

Sbum die JiUtm (Fenen) ftfhrm. RBzl. 

Antehutl {aUn\lo]. Abtrieb (arulsla). - 
Land nndSandCiroim oder grirß) anschül- 
t«n oAn abtrelbeo. - Bei der anichilt. als 
die Tunaw geteMü hat Ifan. Boita li, I03. 
l«S. is.sso. 

ieh retJe uon Anten, vom Anivogel, und 
du anticortat von Ganten: Ego llbl de 
alllli loquor, et tu respondsB de cepls. 
■sfiir Kerl hat mit den Anten gehVTt f - Man 
-will damit iag<Mi, daE lemaoden alle» um 
BO mebr lum GlUk aulscblige. Je verracb- 
ter er sei ; Burcngliik, betUcüet fillU, Sau- 
gtäk haben, was die StndeateD kurzweg 
aoldr&ken Sehaieln haben— Je ärger SeHurk, 
to beiter Gläk. 

Man tagt, unsaubre Palaeben bringen 

Um Glük und G{ani in vielen Dingen. 
' Hudlbras. 

Ein regierender Fßr»( )n DeutirtaUnd 
sagte lu einem Freiherrn : Wir führen aai- 
itibe Wapen und haben gleiehen JVamm und 
Stamnun; aber doch muß einer von uiu 
beiOen auß einer Wir^elehe abttamraen. Der 
Freilierr bemerkle blerauf: Wine Zweifel 
■Si«; dnm bei ihnen ttl dat Clüt lu Baute, 
in meiner FamiHe nloAt. 

inttix, ■ liii. onfluduDd antluti, mhd. 
anllili«uDdantIui,'beatehtBufi anl (coulra) 
und dem golh. htä^a, a^aiaaoy. 

Bei lanct Jnlonfi Kapelt* ani<«hn: die 
Sfiugloke läuten; Zoten und Pobsen reinen. 

Keine ÄnluiOTl ittaueheint (abscb lügiger 
verneinende) Jnficarl. — Et gelüirt nicht 
aitf alle Frageti Antwort. 

Antworten u>ie xu Bofe: ausweichend 
antworten und weder ein festes Ja nocb 
Kein sagen. 

Andtr Anaand tetn: nicht weiter kön- 
nen ; in trivto eue, in Vcrlegenhell sein. 
. M einen laumt Apftl beißen, - Wir mäßen 
■Mhoti In ><nen tavran Jpfei beißen : die (Jn- 
annebmllcbkelt kcisten ; da» herbe ScbUual 

Her Äpfel fAOt nicht ittit comStammt; 
Kinder sind Ihren Elt»ll Xbnllcb. 

Oet Apftli Kmide haben. - Si hat dei 
Hpftit tunde nil. Sncttenw. SeiuidlTersl- 
Utem ant permlitloiteiii 'none tel igbo- 
nire. '>irfnn«( Mner Mt, mantfieht, da; er 



rin Xprel ejen mtlge ; itoor Sa% dvmtt mich 
eine lüge; er ijet ir urol mi im tag, dann 
einer, tä wol mfnnen mag, Lteders. Ge- 
denke, daß du nvigeit äpfet eßen (viro gan- 
dere). Elb. Daß du folgeit dem: Adam IE! 
to dat Wrib will. 

Da tehV!immen wir Äpfell So pllegl man 
zu sagen, wenn sich einer unberufen In 
edlere Gesellacball zählt oder mischet, und 
der AuBdrak ist auB der Fabel nntieöftt, 
worin elnpomüin cgulnutn unter wirklichen 
Äpfeln den Bach blnabfchwimmt und In 
der Freude tiber seine GesellscbattauBrntl-. 
Hot poma natamuti 

Einen ApoilelbtiDirken, tuchen, erhalten: 
Das jut appellandi seu appellationti, wo- 
rauB hier das Wort verdreht ist, bewirken 
•tc. Bei Luther. 

Sich auf die Apotttlpferde texen; zu Fute 
-wandern. 

So kann man'i in der Apotheke haben! 
D. h. der Preis l^t so hoch als Irgendwo. 

Kommen uj<ed«r AppemeUfr: hlniennacli 
kommen, well die Appeuteller erst spHt 
dern Schwciznrbund bellrateo. Das nem- 
llche besagt die Redensart: Kommrn wie 
der Schweiier mit dem Palmen. 

, Einen in den April (irre) lehiken. Die Re- 
densari uDd Sllle schein! Ibreu Drsprung 
In der UnstSIbelt dpa Wetters von diesem 
Monate zu baben. .Das AprIIenwetler Ist 
auch ein Bild des Wankelmuths: ali aberei- 
lenweler färt der wibe willen! Relnm.v-Zw. 

Zum .:4iirapo Jtommin (_i propos): znr 
Tbat, zur AuBUbung kommen. 

^rbell und artieiJen slud aui ar«n (arare) 
-and Aett«n (dnrerc, dlrlgere), welches das 
Factltlv ist zu Mten (mauere), coraponlert 
und vom HauptgeichBCt des'Akerbaus, von 
dem PQugwelsen, hergenommen lind so- 
dann Im Cegi'K erweitert worden, wie uun 
amen oder ärntm and eramen auch all- 
gemein bedenlen erwerben^ 

iren Ist arare : Mt ilen artn maeht bSi 
furch,- Man ärt den wig wol säender fureh. 
Brand. 'Van toll mir nich» verziren, dann 
der pfluog mag erären, Sprlchw. 

An die ärpcr« fiand ^nllen: auE der Ehe 
eines Fielen iriit einer Unfreien folgen die 
Kinder dem Stande der Mutter, oder: Bit 
unfreie Band tiehl die freie nach ttch. El- 
seDhnrt. 'Jrff ttlr Srtrertlnd.'Wernb. An die 
ärgere hand viaien. Alei. 

Ärgemiß^t teben, Äfgermfi (tt Bsnom- 



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Xrmel — Augenblerr. 



men: (candalnm datum, leaDdalum aceep- 

Eittem ettnai auf den Irmtl blndtn. vir 
bezeichnen taente damit so viel als facvm 
facere oder einem etna» (unwabrre«) auf- 
blDdea. Die Redensart rUhri ron der Sitte 
beTi nacli welclicr man elDit und nocb Im 
■ertizelinlen Jahrbunderle, wie bei Harn 
oon SchtBeintthtn zn letea Ist, zumal Jungen 
Leuten fleachenke an Gpld nnd KlelDOdien 
auf den Arm oder Ärmel band, lo daB sie 
nicht lisbald sahen oder wulten, was Ihnen 
■nrgebuuden sei. Daher noch die AnEdrüIie: 
«In Angebinde ; einem elwai aufbinden, auf- 
heften. 

Eiu>ai aufi dem Ärmel Khätteln : In nu- 
meraio habere ingenium, DerAuIdruli rührt 
her von der Behendigkeit, mil welcher die 
Gaulller und Taschenspieler allerlei Dinge 
unbeteben aufi dem Ärmel hervor ans Licht 
bringen. Eine Predigt auß deyi Ärmel lehüt- 
tein, Pauli. Meine$t du, ich tonne dat nur 
10 auß dem Ärmel ichütteln? - DerRakhat 
Ärmel hellt die Sache Ist Qx und fertig; et 
tunlcm manieai et hatientredimicula tnitrte. 
Krg. 

Amen für nnser ämten: Si arnenl mil 
dem tdde, das '*> (iiv ivniginne git. - Et 
dahl : dd tolt ej amen. - Ej muoj amen 
Hagene twat er iuio kdl geldn, NIb. Da; 
die Amte tltht noch im iveiten Felde: Adtiuc 
loa messls In herb« est Ov. Occa et seges 
altera In herba est. Pen. 

Amte Ist uns feminin, war aber mbd. 
neulrum: se umerfroarentacindeia'itRie. 
Cr*. 

Jf an muß schneiden, wann et Amte itt : 
Et resecanda seges, quum campus canet 
arislls. Ov. 

Benin an etwai witehen (vlll peQdere).- 
Zu nichti all Äriuilichen gut! 

Völlige Verscliledenhelt *und unermeO- 
Heben Absrand bezeichnet Wallher mit den 
Worten: Ir lit gelich all an und mdne 
(luna). 

Von Art (d. I. von gutem Geschlecht) ge- 

El geht XU w>ie an KBnigi ArUis Bofa: es 
gehl prachtvoll und üppig zu. 

Jtan muß tubUt in iJi« Aiche bldien, (sonst 
stieben einem Funken Ins Gesicht) : gefSbr- 
llcbe oder Schaden drohende Sachen bßbut- 
(«m angehn. Din atehe iHubet in die ougen 
mtn I Wallb. Et toU lich vtrxiehen und (u- 



(eil tn dU ateh« foOtn (la nichU werden), 
Luther. 

Aicher^rÖdel tit componlert anfi Ateh» 
(clnl8)'und brodal (ebulllens) ; es bezeldi- 
net unter dem Gesinde die Person, welche 
die niedrigsten und scbmuzlgsten Kieoite- 
Terricbten mufi ; Wat tuche ich rußiger 
aichenbrOdeliu königi und [üritenhifenf— 
Ein gering pani verachte! ascbenbrodeL 
Luther. 

Sthr nach elieai begehren drükt Slafn-- 
höuiel aufi mit einem Bilde : er tnöcAI' ej mit 
dem dtem an lich liehen, war' ei moglieh. 

Ein übel rlecbender Athem, glaubte man 
ehedem, komme von Schellen her ; ich war 
id volle ichelteni, da; min dien aloiU. 
wnllb. Oder will der Dichter mit dem Bilde 
Dur aufidrUken : daß nlonand gern In meine 
Nähe kam? 

Auflüt das gewöhnlichere darauf: Da 
verlaue ich mich auf. Luther. 

Etwat, einen avfmuien (ornare, tod mtii, 
Teslts; TBÜie, cappa) ; — «Innn eftciu auf- 
fnusen: vorrdken, Vorwürfe machen. 

mi einem Manen Äuge (dem gertngem 
Schaden) davon kommen. - Ein Auge m- 
druien: nicht sehen wollen.- Jfanbrauck» 
nur ein Äuge darauf tu haben. Sastrow. 

£inenmU den Äugen fretien, verKhIingen 
wollen t Sed spectat oculf« devoranlibta 
draucos. - Inspeiltqne moUes pneroa oeu- 
lUque comedit. Hartlai. 

Die Äugen (vlsus) vergehen mir, Otm ete, 
Di aart er varlöl undt bleich. Im Terglen- 
gen die ougen, di uiat im ieia taugen, wer 
jener wai oder der. - Diu ougen slnt mir 
vergangen, der läd'hdl mich gevangen. Ich 
5ihe nffil, wer teman iit, wan ich nftre leel, 
da; du M mir Mtl. Strlker. 

Mit (e/tenden Jugen bitnil lein. — Ich uoi 
mif lefienden ougen bHnd. Wallh. Jlaefcr 
um fflff lehenden Äugen bHndl Luther.- 
filnten und vom Augen habmi. - (Dem Ta- 
ter) 80 ähullch, als würen sie Ibm «oft den 
Augen geachnlllen. Luther. - Auß den Äu- 
gen, auß dem Sinn. - JMu mtnne iit in der 
künde guBl;.&; dm ou^en, ü; demmnot. 
Heinzelln von Kostens. Sicht dj ougen, Mr 
iitü;muot. Lieders. 

ilai Äugenblerr haben : starrilcbtlg seln.- 
JugenschoU biet ehemals lo viel ab muer 
Augendiener: Der ougeniehaaendienelniht, 
nan al* ej tin Herr« ifM. Vrtd. -. Sln«n mit 



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AuBbaden — BaU. 



m antthit. -~ Si wird« ieh fn<( 
twrerehtn ovgtn ichlUttnd angti^itn. Val(b. 

Etvai außbaOtn müßanr dl(t Folgen der 
Schald tragen mliften. 

Äußbvnd: du Höcmte lelner Art Bin 
avßbtmd botet viatb. Sutrow. DerAiiUruk 
lit TOD dem Gebriucbe, bpl Waareti eine« 
der yorzilgllcbsleb StUke als ScbaumiauSen 
Irgendwo za beresllgen, bergeDommen, z. 
B. an Garnltoreit von KnopfsD. 

Btnen aaßiaten;außhufi%eit: einen herb 
tadeln und ic&ellen. Jenes Ist too dem 
Walken der Hutmacher, dleae* von der Art 
mit HnDden zu Terfabren hergenommen. 

Ettcat außgallemt heimlich errorscheiii 
anttiodlg macbeD. 

Aufimeroeln, außgemergat tein: kraftlos 
machen, «aft' nnd kratllos sein. Der AuE- 
dnik Ist vom Feldbau bergenoninieD,,d3 
die mit Hergel zu sehr gemiacblen JlkeT 
mager und unersprieBllch werden. Bricltr 
nft Hn Aerr, luniter ein armer üßgemtTgleter 
tehülmeltter und Mir, Plater. 

Außmerien, so viel als außTeaten, ver- 
tage», geht nir mürxan, und muri beitt 
mordittit: murzei abe tlahen. Zteinann. 
Elaat mwx (plene) Herauß tagen. Oben. 

AußlTag ■nirO noch heute von ricMerll- 
■ char Bnitcheldung gebraucht: Mi AuSIrags 
d»r Sacttt. Cirictalen und inCtcJuiden. Halt- 
ana Sfl. 

Ätetii« lat Unart, Mtt WUtt: ieh toUI 
ablaßen von loUchtr avseitt. - Solitker 
abenteutr und awtite der grtßt maitter. 
BtalnbÖwel. 

IHe Äxl lieht itm Baam«,iit an den Baum 
ffelegl: periculam fn mora eat, Inetat mora, 
res in cardlne versalur. Sich teltiit an die 
Axt geben. WilTt gotl, lo irmet ein axthalm 
under dembank! tprtchen die bürea. Geller. 

Wann einer (mit der ait) hanel, so ruft 
er, nnd wann er ladet, ao belt (wartet) er. 
Wit. 

HU der exe iteit man (Im walde. In der 
mark) nicht. Ju^ Bilgen, seo eaxbilh melde, 
nalläs tbeof. Lex regit Ine. (Die All Ist ein 
Bufer, Melder, kein Dieb.) 

Bad und baden hlDcen mit baen und 
bähen zusammen. 

Einem ein Bad äberthvn ; - einen auß dam 
Bade liehn ; - a<R«ni «4n Sad anrichten. Bt- 
vat nun kaum Bade führm: Ins Wasser 



Kinem Sad uftd Laugt mtrIeMen, Ha er 
woi getwagen mCge werden. 

Dat Baiaußtragenn^üßen; Übeln LdIib 
bekommen; als Mittel zu acbllmmen Dien- 
tten gebraucht werden. 

Da* Kind tarnt dem Bade außtehÜtttni 
das Gute nnd das Schlecble nicht von ein- 
auder »cbelden, sondern beides In Bausch 
und Bogen verwerfen. 

Balte die Mutter, die Bebamme dteh Im 
er tten Bade doch ertränkt I Ut vleLstHrker 
als : wräreit du nie geboren I 

Einem dat Badgeld tehente» .-, dafl er alch 
gflUlcb tbuD möge. 

Nicht einmal die Baäehr» (da* B> 



In det Teiifeli Baditvhe kommen. 

Einen titer den LöffU balbieren: Irtigen 
und tarn besten haben ; nach eln'Gm Hcre, 
das ein Barbier gewissen Leuten, die Ihm 
darnach aussahen, einen Löffel In den Mund 
schob nnd sie darüber glatt acbabte; oder 
Kahrschelnllcher entwikelle sieb die Re- 
densart aus dem Bänieln der angehenden 
Gesellen In Zünilen, mit denen man, wie 
Jelo noch mit den Fachten auf Unlyerslti- 
len, allerlei Possen Irleb. AufidrükUcb 
wird des Basieren« m« Aöliemem Meistr 
gcäachl\onSailrou>:Imbarltcherenichnitt 
der depotilor mit dem taolzern schermeaser 
mir die Oberlippe durch. 

Baldachin, mbd. bnldetin, Gewebe ton 
Gold und Seide, mlltellateln baldekinut, lal 
Adjectiv vom Eigennamen Baldek, nelcbei 
so viel helst als Bagdad. 

Baigen, Increpare, mbd. bälgen, bellt 
ursprünglich infiari, Intmnetcere, wleBolgi 
peius, follls. 

£lnand«r den BoJI luaehlai/en : a^mifav 
XQOq aiXt/Xovi v.afaßdkXtiv ; sphatram In- 
' r se reddere. Sie jIoAen einander den AoU 

. Brand. In ballenuiit umIriAen. Tristan. 

Etwa* verbaOhamen: das Gute verder- 
ben, in deteriui mtliorare. — Johann BoU- 
war um die Zell der Reformation ein 
Buctadruker In Lübek und pllag mit einem 
Abecebuch, das er oft beranlgab, allerlei 
ungescblkle VerSnderungen voriu nehmen 
und auf dem Titel belzunigen: vermehrt 
und uerbesterl durch Joh. BaUhom. 

BaUatt entstand durch Aasimllatlon ant - 
bat (blnler) und la*t (onus), ^x^os vetut, 
onus navis. 

Ball, Auerhalmenbatx, ein iu«rhaM (n 



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Bau — Büreobaut. 



aer Bot:. - Beittn heiSI mhd. itetigen, als : 
betian äf den tf am. K. v. Ems. Dana IieiBt 
es ancb, wie heute noch tefjat, ivorauB 
verdorbeu pUien, lö viel als luMper«, und 
In dleiem Sinne gilt da« oblE« Bali. Ver- 
wandt mit hüten, CKdere, bil, beü, securia. 
Ftxli und )'al:«n baben nur Jlpirata (ür 
r«nuji, oder Tfür b. 

Ban, bannen; offen verbauneu CeHr/it: 
Gebot unter Androbung von Slrate ; einbe- 
rufen und geboleu Gericht. - Kon helEt 

Bann ist tiberall im HItlelalleT weniger 
alsJcht. B#rlhoId(s. t3.)iiennt progressiv: 
te banne luon. In lüe ahte luon, elös und 
rehtelÖB jagen. Werden beide Wörtei' neben 
'einander genannt, so gebt Jenes vorauß: in 
pan und acht. Suchaao. 4(, 1 8. Dem Sach- 
senspiegel Ist bann excomnmnicatfo, ahte 
aber proteriptlo. Bann bedeiilel eigentlich 
juttio, edlctum, mandutum, und dann auch 
inlerdU^itm, interdietio. AbA. ist ahtunga 
fftriecntio, ahtdri perieq»ulor, upparllor, 
ahljan, ehtan, periegui, verschieden von 
ahtda, ailtmar«: ahta tüT protcriptlo ist 
abd. noch nlcbt vorhanden. 

Bahn und Bühne (mhd. ban, bäni) gehö- 
ren zu banen, eliaRän ' (planare), den Weg 

Sand hauen gehn ; - er kann Band Aauen 
gehn: er Ist verarmt und mag sich mit 
Hauen von WIden und Weiden sein Brot 
verdienen. 

Bande (cohors) ohne Übeln BegTir: lieh 
f» Banden (Ilauleu) auJ'ilellRn; - dieMiiSik- 
bände de* Segiinints Xaiier Alexander ; — 
die SchautpiHerbande in Laibaeh; -~ aaaa 
aber auch in übleni Sinne; Diebibande, 
Bäaberbandt, Im Degrlffe fast wie das la- 
lelne turba, von dem Cfeero sagt: ntalorum 
nutla locielas, led turba est. 

Bank, v,aB beute nur feminin Isl, war 
mhd. meistens «latculin , aber danetieo 
auch feminin. 

Stwat auf die lange äank scliieben: aul- 
«chleben und verzögern in alte Welse. Die 
Redensart helBt ursprünglich.' elicat vor 
Gerieht bringen; denn am Brette und auf 
der Banit sein bedenletzu Ralh und Gericht 
gehören ; z. B. irie mußten Ire erzfeinde auf 
der kurzen und langen .1) an l> neben ttch (Im 
[älc zu Slrnlsunil) sl:en iz-hn und leiden. • 



SastrDw. Schoji bei Cieero erscheint dar 
AuGdruk lontfi joAseUfi judieatio et moro. 
Ähnlli'h heltt es bei AgTieota auch etioos in 
dir langen IrOhen legen, wie bei den Ge- 
rii:btshöreu, z. B. In Rotweil, geschah. 

Etwas anter die Bank stoßen, anter der 
Bank hemoriiehen : etwa i verachten, unler- 
drükeu; etwas ehren und zu Bhren brin- 
gen. - Trachte auf die Bank, du tomout 
wol damnler. ~ Ein junger man, denJU er 
ander den tanJt, <r iomi nimmer daröA 
Lirer. ~ Durch die Bani ttiea; - etwa» lur 
Bunfc (Fleischbank) Hauen, 

Die SlUhte woUen auf djs Bank« ueigen: 
die Well Ist verkehrt und das Niedere wlU 
Über das Hohe empor; oder was der Natur 
nach niclilseln ioli, das geschieht. Dieitüel 
üf die bänk utent iligen. hraai. Dleichemel 
sind üf die b'dnlie und die ilüele ilf den tUch 
gestigen. Thomasln. Die weit hat sieh ner- 
kirt: aneillw luji^r lertios aseendere eo- 
nantur. Henrlchin. Ltt eseab^te tnonteront 
sus les banez. Rabelais. Die SloUen auf das 
Bette wollen steigen: Fulmenla leclos sein- 
dunt. yarro. Die schernel teoUenüfdie baut» 
stigen: »cabella super scamna asc«ndete 
cunanlui'. Hmrieh.ir, - Wann vieler regle- 
ren, so steigen die tlüle auf dfe bönt«. 

Gute Banietiere geben leiiig Bankrotiert: 
ubl frequeiis luiurla, Ibi uon deerll penu- 
rla. — Uankrot Ist das ital. banca rotta, 
well dem Wechsler, der nicht mehr zahlen 
koniile, auf dem toru sein WecbalerUsch 
xerlrüiuiuert wurde. 

Bankarl, spurius, Uüthus, Ist bont-Aarl, 
gleichsam ein auf der harten Bank, und 
nicht im Ehebett erzeugtes Klud. 

Bar, uhd. para, eingehegtes Land, wie 
Barre; Beihlollespara; eigentlich frucht- 
bares uder angebautes Land, Im Gegensau 
xum wildcu und univuchlbaren, wie Saar 
und SchuiarziDald. 

Einem einen Bären (was er wol merken 
könnie)anMnden.- eine handgreifliche LDga 
sagen. 

Die Bären (Schulden) brummen. 

Du suehesi den Bären und stehest vor 
ihm: apxiüu napouoi^c ja t%itij ij^r«;. 
Cuum ad Sit ursus, vesllgia qucris. 

liie Bärenhaut nicht eher verkaufen, aU 
bis der Bär erlegt ist: mulla enlm acclderr 
un), Ol besllam vulueratam nun caplal. 
iiinn, ¥.i ist kein ganz uniii'tser Ralh: 



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Bärenhäuter — Berg. 



33$ 



die n»ul olcbt eber feli zu bieteu, ab bis 
iu*Q iclioD den Blreu biL üayoti. 

Ein BaTenhäuttT >ritt. - BÜTenhaulerei ■ 
gern auf der faulen tlsut lleHeu, wie der 
Uiir, weun er seluen Wlnterschtaf taSIt; - 
lu»e SIrelcbe spleleii, als laiialge Leute i\ 
tbnn iiOegen. - Die Bärtmhaut tanhängti 
(ein UiBlIoses Lebeu nihreo). J. Grfmm. 

£inan irtm Barren (s. bar) füJvrtn: dahio 
briugeo . wohin er gebiirL Ei^ ap>;a(af 
tfiuivaq; ad prlslina prssepla. 

Einem um den Bart reden; - im Barte 
krauen;- den Bart ttreichelnr bliudlrl, 
demaicere capul - Wo lt«{n BaTl, da kein 
■YerttaniL - Hie barl; uitt »ä tinHe? S«veu. 

/» deH Bart brummen; - <n eignen Bart 
tpeUn: sich selbiE verunebreu. Einem et- 
wal in den Bart hinein layen. 

SIchtnnettSarl darüber, äarmn uraehien 
tatien: nicht betrübt werden über etwas; 
wie man sicli denn ebemab in Trauer deu 
Bart nicht scbeien lleB. 

Um de» Eaiitri Bart streiten, spieten: de 
lana caprina oder um nichts; ilenn des 
Kaisers Bart nar etwas so hohes, daC man 
es nimmermehr erlangen kooDle. 

Die HeUigteit dei Bartit erbetlel auch 
daran£, dat man ehedem bei Ihm schnür i 



ii itetti 



1 hart! Reinh. Fucbs 1S55 



3,2i7.b 






mirminlip! Reinh. Fucbs 12: 
heule: bH ni«lnnn leben! 

Vitien , V!0 Barlhel den xou holt : eines 
DlDges wol kundig sein. Barlholomai Tag 
Ist der 94. August, da man mit einiger 
Wabr^chelnllchkelt sehen mag, ob und wie 
vifl Traubenmost desselben Jahres in den 
Reben zu holen scia werde. 

Ba$elai mannt machen. Saslrow. Baiier 
(et maint machen, 

Bie, so die Schuhe mit Bast (Widen) bin- 
den: Ale Bauern. Fitchart. 

Durch den Bauch tteehen: abtbun, auf- 
geben. Ich habe die tehule durch den bauch 
gestochen. — Den krieg mußte Ich durch den 
baucA stechen. Saatrow. Hat ein loch in 
fr«R bauch gestochen (sie besiegt). Luther. 

8au«r, ahd. Nlr (colonus, iDCOla), von 
bd, cnllura: Mtrfn, lerratn cotere . vdlU- 



care. Bauer, Vogelbauer (KJiQch, eavta), 
ebd. bdr, domus. 

fiaurenvefel lernt: per eupbemUmuma«- 
oremeiita figurtUa ponere. 

Einen Bauemfünfer (¥) machent nicht 
wol schreiben und reuhoen kennen; kein 
X für ein V zu machen Itu Staude b«Id. 

Der bär ist «fnitdr: plger, Iners; tUar- 
äffe ; slüren nlederd. träge sein. . StIUudtm 
ist nachlaßt g aibeilen. 

£twaj m Bausch und Bogen neAoMn: 
obne Uulerschled, wie man Papier kauR. 
ohne die einzelnen Bogen zu untersuchen. 

Begleiten: gerere, ducere. Vergl. oben 
S. 35-36 und 330. Aach denscbarrslchllgen 
und tlefülen Kenner der deutschen Spracbe, 
Herrn Jakob Grimm, hat dieser Fehler be- 
schlichen , ■!$ : Könige und fiirslen heklel- 
delen die obersre sCeUe in oUen Berichten, 
RA. T5!. AM fiAlxfferieAt lu belUeldeu «tc. 

Behende, schnell, auß dem mbd. M dir 
ftende gekürzt; behendiglich, Behendigkeit, 

Beicht Ist iDbd. bthl, bihte, TollsUudlg 
ahd. pigtht, von Jehen (dlcere) und bt; ei 
bedeutet eonfestia. 

Dem Beile den stit nachwerfen. Plschltrt. 

Etuiat tu Beine, nicht tu Beine Mndsn: 
es sich über da« Enie und zu Herien Dicht 
geben lasseo. Diu leid frand tcA le belne, 
Manej. Jfin leid band Ich xe belne. Walth. 
Die rede st belne nicht enMnd; Wlnsb. itef 
dem knie so bind iehi luo, daß et mir fn 
dai her:: nit mag gesehlagen. HäzL 

Bein und ^tefn erscheinen in Verbindung 
bei Harlien und beide zusammen haben 
Beweiskraft. Wie üalt muB es sein, wenn 
Slein und Aeln an einander gel^ieren, die 
doch In dem Bett der Erde beisammen 

Beispiel bleS mbd. bitpet (d. L btteort) In 
der Bedeutnngvonra6e),Farafi8l; erst nhd. 
hat es den Begrif von ««»inplixn angenom- 
men. So hieß ehedem aucb btioort nur 
Gtelchnißrede und frilber SiiricAioorl ; Iwl' 
uns bat es den BegrlT Jd/ectiv. 

Ein toanfo befle». - B*U ein iMnlg: war- 
ten; wart ein wenig. 

Bellen, i, B- in Vögel beisen, ist das FacU- 
tlv vuio mhd. Aijen, (mordete), Föe><l>a0en 
oder beißen lassen. 

Vor dem Beren, oor dem Garn, vor dem 
Bauten ptchen: etwas zu friihzeiÜB thun- 

XaBerg: adverbial so viel als empor. 



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3S6 



Berg — Betten. 



ati^ärli: df« Baan itebn ihm lu Berg, 
lu Berg und au Thal mhitTen. 

Anfdiefieslill derBergennd LandsMche 
wenden wir Wörter tom men sc blichen und 
thlerlscben Leibe an: Kopf , apfel, Ruten, 
Fuß itfBergi; Arhorn, SthreUiom, Born 
(pr(eniontorlnm),Sun(I(iiU,raicn«Infio0*n, 
Eriiunge, Roßkopf etc- 

BinttT dem £«-08 haUtn;- am Bergt 
. ttiti; noch nicht über dem Berge «rin. ^ 
0b9T dem Berge teohntn aaeh Leute. - Gol- 
dene Berge vtrtprechen. - Je höher berg. Je 
tiefer tat. Waltb. n. DHzI. 

Berg und Thal In einander teerfen: alles 
vermiscben und verwirren. 

Einen Berg in ein l%al v>erfeH: flnEglel- 
eben, Termltteln, 

Berhta, abd. PeraMa, nbd. Berla, hetBl 
luelda, tplendida, was noch in dd! 
Pracht fortlebt, und )»( der Hamen einer 
flSItin. in der kerllnger Sage beiGt Berhta 
die Statnmfrav, avia magna, und diese 
ni;thl(clie Ahnmotter soll noch jezo In eln- 
telnen Gescblecfatem , wie i. B. im Sebloase 
ID XarUruhe, yoa Zeit zu Zell als Berhta 
oder weiße Frau , was dieses Namens Sinn 
l«t, erscheinen. Ei itl nicht mehr die Zeit, 
da Berhta tpatm : nicht mehr die alle gute 
Zeit der Slltenetnrall. WeZeit, da BerMa 
spann.' die weit hinler uns liegende aralie 
ZelL Vei^. Fuß. 

Berig bedeatet Im AlimaDniscben kaum, 
MojS, 10 eben; z. B. berig xviei nüßU; ~ er 
gi^ btrig %ur türe htnauß. Es stammt von 
BOT, aperle. Ich furcht', Ir iceüent si xe 
berllcb («fireiten. Sllberdrdl. 

Sermulter (uteros) Ist besser and richti- 
ger als Gebdrmutter. 

Berüchtigt, wie bervfen (ramosus), liBt 
Ott Im Zweifel, ob Im guten oder Übeln 
BiDne, diber man Im lezlern Falle belfUgt 
übel, als : der Sbelbcrücbtlgte General Me- 
lac, DBS eh des Wortes Ist bler wie in den 
verwandten Gerücht (lama)] Geruch (sn- 
splclo), rvefifiar, anrüchig (statt ruehtbar 
DDd anrüchtig) werden, auE dem ^derWur- 
itA TVofen entstanden, nach dem bekann- 
ten CoDsonantennecbsel, wovon antS. 11 
und 3i9. a. Beispiele Torkommen. Obwol 
hier überall von riechen foinicere) nlcbts 
Im Spiele Ist, so machten doch die Redetis- 
arten : In iiieln Geruch kommen ; übetn Ge- 
ruch hoben elc, dal sich slImHltcb diesen 
Vfirtem ein AnOni des Begiln «oa Gerueh 



beigemischt hat, so wie dem Worte ««r- 
tchmitt derBegrir unrein, Siebe GerücM, 
eencftmlxl nnd Tergl. S. Tfl. 

fHcAelden gilt nar noch aU Verbau) ffir 
AerfeAlen ,- «Inen det Dinges beicheiaen ; soas t 
hat beteheiden nnd B«icAe<denftelt denBegrIf 
von vereeundtu nnd tierecundia; aber rahd. 
bieten sie nur ver<tdndi|f and FerjlAndlp- 
telt. 

BeecMeßen, im ginne Ton fruchten, zu- 
reichen, baten (mit baß verwandt), hatte Im 
iQhd. die bessere Form von erscMejen; 
eigentlich vom Aufkeimen des Samens; 
und alt weinig ein hleinej träpheU erscUa- 
;et In der hdhen tiefe det mirei. Soso. 

BeicAnoten (tIi, accurale) rdbrt an! frl 
den ndten, wie AIncellen aut M den teilen, 
Oder slntefRoIen auS ill den nuflen. 

BetchurlcAtlifen ; einen lum Schwelgen 
bringen, hängt mit »chweigen, (acttamnm 
reddere, eng zusammen ; vom mhd. etoiven, 

JVeue Beten AeAren tool: neu Im Amte 
will alles sauber machen. 

e Ir recht mit dlnptaalt oder mit ranb 
bint verlören oder mit mainalden, den glt 
le buo] ainen kennen und aln scMr. 
Jus oiam. ao(, 18. Znm Zeichen, dM ale 
versebuldeD , mit rutAen gettrichen und 

Q Baare getchoren la werden. 

Beeiafen helBt eigentlich an seine Stat, 

t seinen Ort bringen, and euphemistisch 
beerdigen, beeroben. 

~'n«n «um bellen (Spafl,lndlbrlo)A4iAen.- 
Mtteae %um betten (Spiel) geber^. — Ziool 
jlIAerecAaEe« die gdb man Bans :vm besten. 
Halbsuter. 

Sirerj 6ejer icei; äei lelbenjeh erJ ^L e. 
»alvo mellort). IFA. 

Bele Ist bita (petlUo); es bedeutet aber 
aucb Abgi^e, bede, d. I. ursprünglich Unter- 
stilzung, welche die Herren von Ihren Un- 
tergebnen erbaten. Henle noch helEt Im 
Karlenspiele bit »ein so viel als eine Jb^obe 
;iahjen mäßen, weil man keinen Stieb««- 
macht bat. — JVotbef e, Zwangsabgabe. 

Bethun: steh bethun, verunreinigen, ca- 
cando maculare, verwirren, Irren ; eleft die 
Bände belhun. - Wie betttt sich dock der 
geitt (Caristadt) In oUen seinen wortenl 

Boi Bette uerAeuren (verkaufen), - Fer- 
Aeuret (vendlt) irhau*. Sytrow. 
£leA jlbel, tanfle bettin. - Dem Üinege 



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ß«tien — Botleii. 



u'oi, pBb8lt«( wol. R. V. Eins. Er gebelltH 
iri lelbt tedno. Annol. Itnicamol gebettet, 
TrlstiD. Sf llajSCTif in gar Hnäe betitn. 
SÜberdrlt. 

floh flesi, nah belti: weder Stube, DOfb 
Belle. - Si einem fünien wol gesam mo 
fleieunäouchivobelle. Eljsab. Ver«;!. fl'ös. 

Im BetteitTOh verzehren: la morbo con- 

Setlterlanz : dö huob sfch att der btttler- 
tant. SlsJnböwel. Si KtrHen den beltler- 
lanz liriee^n, icie ete angefangen die frauen 
and jangfratitn su bläßen /i<nd«n unit 
nen, Luiiier. 

Btiichttrt, betichllgen, erguere, 
nlrbt betüehligen; denn das Worl bat die 
Vurzel VOD IniicM, aber mit Zucht keine 
fiemelnschaft. 

Bieder, Biederman, biederb sind das ahd. 
MdarM nnd mbd. Mtterti«, bfderman (nllze, 
tuclillg, fromm), und Terbalten steh zotn 
Verbum biderben vie UptAt oder btht zu 

iK«r, das, enUIand aal dem lalelnen 

Birien beim sauren Bier ertappen: auruD' 
reellen Dingen. Der AuBdmli scheint anB 
der Zelt Zu kommen, -wo man glaubte, da£ 
Bezeu und Zauberer Gewitler macben kön- 
nen, wo das Bier »auer zu werden pflegt. 

BietI und Bietler, ahd. pioit, hei« Co- 
lostrum Oder die erste Mifcb einer Knb. 
nacbdem sie ein Ealb geworren hal. 

Bil, der, das stellen und FHUeQ des er- 
jagten Wildes. Bil!lain. 

Btmt Ist das latelne pumea; - Bintevoa 
bfndm; wie Kielt» van kleben. 

Biiehof oder Bader: aal Ciexar ant nihil. 
Wir wollen bischof werden, so sind u>f r bader 
morden. Bebe). Halb Biichof und halb Ba- 
der. Stteler. Beult UUchof, morgen Bader, 

Stdien und tehluken xumal iit $ehuiir; 
■Imol flare sorbereque band Taetu raclle 
est Flavt. - Düne mäht nieht vollen mund 
hahtnmetweiunäedohbldten. Attd. Blätter. 
Btdxen und m4l im munde hdn mag nit icol 
besldn. A. d. 14. Jabib. 

BIdtt, der, von blähen, Halm, turgldltas. 

Blatt, tollnni, ^vXXov, gehört zur sipp- 
■eban blaieen, turgere.- 

Dai Blatt kann lieh wenden ; - dai Blatt 
uyendel lich garbtid: es lal nichts daner- 
liafl; alles HnOert sich lehnelli - Kein Blatt 



nur aen JKunä nehmt«: Tnolt und IVel her- 
BuE reden. 

Pfach dm Blällem fallen die Bäume: poat 
folla cadiini arbores. Plaut. Auf das ge- 
ringere Übel kODiml das nTöSere; denn Im 
Winter wird das Holt, wenn es aufter San 
ist. geffllll. 

Stau bedeutet heilig, als: Blau Feuert 
Scbünlln. - Blau mathen, einen Tag feiern. 
Die tilen im fegfeuir hat>en alle tonntag 
einen blnuen mdnfaff; Flschart. 

Bleuen, ubbleuen Ist das mbd. AKuuim, 
als : Si« biiuwet (cadU} vtt $ire dt*e ruoten. 
Frid. T. HOsen. Daher Bleiel, ahd. pUuwel, 
tudes. Plätoer, pläo Ilvidus dlcllar, qul 
rusriim colorem In cute e\ tetu conlraxlt, 
abgebleut; verwandt mit Mau und Blei. 

Blaustrumpf. Angeber, VerrBlher. - Der 
hülkiscbe Blaustrumpf muß ihn verlrtfricht 
haben. Scblller. Im 13. Jabrh. fileGdlePar' 
tRi der Bauern in Flandern Blauftße, die 
der Adellchen liengrime. Noch henle hetn 
der Fuchs Im Norden Blaufuß. 

Blödem, plodem undjiiaudem sind eines 
Herkommens von blawen, inrgere, tnrges- 

Bl6ß (nudus) häniit mit blipwcn zusam- 
men, wie wan (vannsl mli v-isen und Wind. 
odpr Itltle, BliUhe, Blust, Blume mit biuojerl 
(florescere). und dieses wieder mit hlawen. 

efn«n bl6ßen legen. Luther. - Binem dtn 
bldßtn JHijSen ohne Wall. FIscharl. 

Für den bluomen (vlrginitale) ein pdr 
schuhe. EBlinger Sladtordn. Einen anWa- 
gen um den blämen. Pauli. Und fr den blue- 
men abgendm. Trist. Rühret die Benennung 
daher, well die Juugifan (ilrgo) Blumen 
als Kranz, die Geschwächte aber keine 
tragen durfte? 

Es wird ihm in die Blüthen regnen : seine 
elteln Hofnungen verderben. 

Wir wollen die sache sich selbst lu Idä 

Zusammen eine Blutwurst bilOtn! nahe 
unter einander verwandt ond verschwä- 
gert sein. Ueiralen int Blut thun selten gut. 

Bochen und poehen belEt prahlen, groB- 
Ihun und trozen ; Ffl ruemen hßher lachen 
sieh und bochen statt lu wider stich und 
sind doeh narren fn der AtU. Brand. Das 
Wort hKDgt zusammen mit Bot und boktn, 
slÖBen. 

Der Bodm fahrt auß : das Ding bekömmi' 
I* 



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Boilen — Bffiseo. 



etu Lo(^ S6 fdrt dem teMn^f der li&d«n 
AjS. in. Jabrb. 

Das Ut alt eine bön In Boiient4. Lieders. 

Über'i bSglln treten! exrot xopo" ofx^ia- 
^<u; eitm c'horam saltare; Über die riclitige 
ilnle blDauSgebn: über die Scliaur hauen. 
DaruttA, daj ein ifraai übeT da> böglin Irit, 
loltu nit all* fravien huerenichelten. Geller. 

Bot und bokm Terbilten sich zu biegen 
wie loten zu ziehen. 

Bake Mchießen : Febler macnea. DIeee 
KedeuMrt i»l nlchl vom edlen Waldwerk 
liergenommeD, wo es ein Febler Ut Gaifu 
recht aber Ist Büke zu schleEen; soade 
Ble zlebt einer andern, die da belGt Blike 
tcMeßen,puaaei: lehiej wUder blike nil 
vü! WlD8b. Böke tehießen Ut ietaoacb 
lonjniiscb so viel al« wa» wir etwa 
Ct^riSlen maehen auBdiüken. ÄbDll£li Ist 
Grillen fangen, Grillenfänger, Bolauti (^ 
{roln.Jacere, werfen), der die Augen rollend 
berumwlrft. von boin rilbrt auch Bälier, 
mortarium, her. 

Den Bok zum Gärtner machen: ein Ge- 
■cbäJI der ganz uoreclitea Persou anver- 
trauen. T<ii ivxq/ jjjv oiV. Ovem lupo com- 
mislstl. 

Bokabeuteleien: das pedantische Kleben 
Bn alten Gewobnhellen, auch Bokepfeiferei 
(DudeUaliiiiltBpksbornern),£cAnurrii/'Hre- 
reL In einer Po»se vom Jahre lT4tt, beutelt 
Bok^iütitel, verspottet Soriterufdn von Ham- 
burg das alberne und steife Wesen der 
Deutschen. Die Erklärung Beiiei und an- 
derer, das der Aufidruk BoktbeuteUi daher 
rlthre, weil man ehedem in Hamburg die 
Geeaughücher in ledernen Seuteln zur Kir- 
che trug, ist lielne laube NuE werlb. 

Bok Bis Benennung Tür Bier ist auB dem 
Hamen der Stadt Einbek verdorben und in 
Saiern bort man jezo noch bjBwellen dafUr 
Mgen Anbok. 

Einen In« Bokthom Jagen: gegen oder 
In dei Bokes Hörner, nnd das Wort Bot 
beielchnet auch den Teufel oder HöUebok, 
I. B. daß in der bok tchändtl H. Sache. 
Pvreh bokt t6d tnmc! Lieders. Man tan 
mit Im aiie teufet fnt bokshom Jagen. 
Flscharl, 

Die Bokigiehter kriegen: über etwas sehr 
betroffen, Terbliift werden, nod das Gesicht 
verzieben. 

Soll und Böller gebären >um abd. Aofdn, 
1 Jätete) werfen, 



Freßen nie die BSbme» und tauftn leie 
die Deutschen. Luther. 

Dai rind ihm lauter bähmiiche Dörfer. 
Lessing. D. I. rremde und unfcunde Sachen, 
wie die Blavlschen Namen der böhmischen 
Pörfei einem Deutscbea vorkommen mU- 

Die Bohnen blühn: es sInd.Thoreu oder 
Geken In der Nähe., Cum faba ßoreicU, 
(lullorum eopia eretelt. Auch will man 
damit, wie mit dem AuGdruke: die Trauben 
biühn, die Innerliche Beweguug eines Men- 
schen, oder das ferrum canäet andeuten. 

JUclil eine Bohne vierth! - Da; itl alt ein« 
bdn in böderui,' Lieders. — Et handelt lich 
nicht um einige Bohnen : non i|uod puerl 
In faba. Plaul. Er hat die Bohne funden! 
nemllch ini Kuchen am Dreikönigsabend , 
er ist Bohnenkönig worden, dünkt sich 
etwas greacs zu sein. L'oinma i'on IrouDi 1« 
f^ve au gatteau la vigiie del'epiphanie.— 
L'on ne pouTra trouver la feve au goffniu 
des roll. Babelals.- Roberl Bnrton on me- 
lancbolrll.Sll.Sasirowli, 63S' — 37. Aorr- 
heit hat manchen Herwunden , der warnt er 
Hab die böaea funden! Brand. Sich dreh- 
ten lumeliche dd vü nanlger bona wert. 
Nilb. 

Einem dat Bohnenlied lingem^ibatsagBa, 
dat er sich enlTerne, oder dafi mau seiner 
eniratbe. Solche Lieder (bei Wackemagel 
II, 3S — 38) schließen ihre Stollen mit den 
Worten : nä gangmirüßdinbönen.'- Drum 
wird inen got eben lOnen, alt Snnglnds: 
gang mir üß den b6nen! Ekstolns comltta 
mstlcoT. Wai eren hdt fr6 bona , daj man 
lä von ir lingen tolf Wallb. 

El g»hläberdaiBohnenHtd: esgebtttber 
alles, es Ist zu arg und zu toll. Diese Re- 
densartrührlnicbl auSdeaVenners Maiu««l 
Salyre auf Pabst-und Klerisei, worlo der 
Anfang helEt : 

>h(rm tilh tul taut alle c*»r ^b- mf0l, 
Mß «^er^.,«' ll6„em,Uv'>t 

sondern vielmehr aus den oben angerobr- 
ten Bohnentiedern , womit man die lexle 

iguDg hczelehiiele , und w^s über diese 
hlnauE geht, |sl das non plu> ultra. 

inen.' tlnen Titch, Satten bdne» etc. 

;s Wort Ist auG dein abd. elmnAn, pla- 

, planum reddere, gekürzt. Itl got 
solch «ten<er«?(Kquallter dlslrlbuens) irolTA, 
itiMan tmd Ubiriaien, Luibff. 



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BofieMcr — Brijti 



A>/S«H«r,lUiinper«r, vonMflM, tandere. 
ein bdßelltT det t&feUI fieller. 

Bin Bot (Angebot) auf eltoai lAun,- rin 
Jadenbot.- Datbot fi( zu nltfer; ir müßtt 
ttreier tmne haher lingen. Geller. 

Sin guter Bote nach dem Tddt «ein .■ tebr 
langsam. Ich mächte nicht der bot« itn. 



Bas Botenbröt (mercedulam) geben, vct- 
dfentn. Tristan. Gaironn meiner xuHünfti- 
ynt <PraD) dat botenbr6t ab. Platter. 

Bötjan heiSt goth. juvare, prodeiie; ga- 
bdljan , reiarctre , (den Bracb besieru; st 
rupdt. . larcito. XII. tob. 7, !.), Ul Ablaut 
von bat fbatlxd, meliuij, folgllcli beßern, 
womit büjte und b&ßen zusamrueuliängeu, 
abfl. ptiozd (emendallo), puojan (emen- 
dare), mbd. buo;e, büe^en; Im gleich cd 
Sinne auch tcandel (reparatio) Pari. 8565. 
asS58. Wb. ä, 72. b. auch Wre und iSrert 
(reparare, restltnere). Baltaat SOiB. iug4. 
8t. - Die Lu»t Ml^ (Eltlieu). 

Ichbvtje im einer bräche ichramfresSLi- 
clo). Kuonr. Im »einer liebe und beglr buoß 
CHell) teard. stainhäwel. 

Brach, Brachfeld, ahd. brdcha , erstes 
(Jtnbrecben des Feldes nach der Amte; Feld, 
das nicht welter gepflegt ond angebtilmt 
vUrA, BODdem so aui^ebrocben liegen 
bleibt; offenbar TOn Brechen, Prat. brach. 

Vnierm Herrgott und der Sraiten abla- 
gen! Braite Ist verdorben aOG Perahta, 
Berhta und bedeutet bler Maria. 

Brak und Bafel: Brak, von brechen, be- 
deutet Bruch waare, Au&schuS, und Bafel 
Ist was Pöbet (peuple), gemein Zeug. 

Brain und BräUn, Spürhund, rühren 
aus dem latelnen fragrare (wittere) her. 

Brandbriefe tehrtiben: Drohbriefe , oder 
ungestüm um HUUe bitten, wie einer, der 
abgebrannt Ist, 

Der leufei räch den bräteti. - Soleher ver- 
trag iit mit einer brditvurit versigelt. - 
, Duiwsre t'M8inan<'ererbrd(enInilieAitcfte. 
Lutber. Xurxepredig und lange brätwärate. 
fläzi. 

Wer $' glüA hat, fitrt die braut heim. 
Luther. Dieses Sprichwort rührt nicht vou 
einem einzelnen Factum hef > soDdern von 
einer Sitte des Davonlaufens der Braut, die 
man einholen mufite, was den tiich genug 
In dem mbd. Worte br^-iouft für nuptim 
auftgedrükl IsL Welcher der bttt ist , der 



»ird brüt htim /Aren. Platter. Den wot der 
brütloufteid: Lieders. 

Mit der braut auch ein tämlein tun. 
Luther. - Bräutigam ist ahd. brüte-goimi , 
Braulmann; denn gomo, mhd. gume, ist 
das latelue homo. 

Einen auf die brechen binden (zum Rü- 
de ru). Platter. 

Den brei versalun. Tschudl. Wie die kaxe 
um den heißen brei. Luther u. Sastrow. 

Breiten, Breitchtn, Breisneslel, mbd. &rt< 
fen, brttli, biitnestel, helEt lehnüren (die 
Kleider), Aanäefn/'atiunj/, ScAndmettel. 

Es brennl in allen Gmiin, - Wenn er geld 
toUle gaben, brannte et <n allen gaßen. Hau» 

Was dich nicht (rennt, dot Mate nicht, 
Sprichw. Brenselich, brenieln vergL S. 9 1 
und 20a. 

Bretten: Mangel, Gebrechen, vom inbd. 
breiten (rumpcrcl, was nun nnser bersten 
ist. Bresthaft, o\iso\e\ presthaft, Gebretltn. . 

Am breite sein, ans breit kommen; am 
brett miißen. Luther. Durch ein Brett sehen, 
Volksm. 

Das breit boren, teo et am dünnilen 
itt. — Niemand boret gern dMe breiter. Lu- 
tber u. Lessing. 

Über die Bretter (Büline) gehn. - Auf dta 
Bretter bringen. Volksm. 

Einen julen Stein (Würfel) im Breite 
(BrelUplel) Aoben. Volksm. 

Brief, mhd. brieti, Ist das latelne breve 
(scriptum). 

rhun uof der Srls/* vermag. Velzmano. 

fiin locA in den brle^ reden, Brand u. 
Geller. 

firieichen heifit das verworrene Schreien, 
z. B. der Esel bHeschet. Vergl. Käßei. 

AUertei Priamet und Brimiorf um machen; 
viel Vorredens uud Zurilstnng anwenden. 
Jenes ist das latelue praombuium, diese« 
aber praparalorium. - Regis in seinem 
Babeloii gibt die EilülirDiig fehlerhaft auB 
clborium. 

Broten stammt anfi brechen. 

Broiam Terhält sieb zu bretttn (l^an- 
gere) , wie Binse (mbd. binej) zu Mnden. 

Brdl (panis) gebort zum Verbumbrfuicen 
(coquere). — Die Schreibung Brod bat gar 
keinen Haft und Halt. 

Axiß dem Brot einen BaTthohna machen: 
nur die pruste essen, oder das Bt'ot schliß 
den. Bartholume üs dem br6t schalen. HMil, 



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Brot — BOEtJ. 



Et itt allei voratßen Uani conBumtum) 
Brol. I.cisliitf. S( jind ein jdr lu ftüe gt- 
bären; teas f< gtwintunt iii aliti vorgeßen 
liräl. Geller. 

Mehr können ali Brot tuen. Volksm. 

Ilelfm aatbrdt auß dtm lehimmel freßen 
( tlle «clil Immen TagemlbDacliea). Fiacharl. 

Wet hr&t fcA eße, äet tUd ich linge. Ln- 
Uier. Situ brüt man ejtn (cfl, dsi lied toi 
nuin auch Mingen. LIedera. 

WS dat Dritt «In muf« Aal (kein fielralde 
mebr ivücbst). Geiler. 

Einem aenbrötliorbhaher hängen. Flacli- 
lrtD> Legsing. Den brötrelgeH tinntn: pa- 
ntm propttT Aeum. Luther, 

iVJGhli BnidtT im Spiele. - Mit einander 
laenvji« Brüder.- DaiUt et unter BrUdem 
werth. - iueh lur Brudtrtchaft gehören. 
Volks Dl. 

Brtike voapreogon? krilmmen, oderbro- 
gm? praliIeD, sich erheben; uder brechen? 
- Einem BrÜlte und Furt ablaufen. - Einem 
die Brühen abtragen im Hülcen. Volksm. 

jlrunn«n (rons, Bcalurigo] verhUll sicli 
tu brinnen, wie Söd zu sieden. 

itruni«n lii brunnensan, fontem facere, 

Brunft rührt Ton brimmeii , ruglre , wie 
Srund Ton brinnen, ardere. Die Binche 
to der Brunft. Vaiaia. 

Brult , brütten vom abd. breiton, her- 
vordrlngCD , berauEbrecbco. -~ Sich In die 
Brutl werfen: sich ein Ansehen KCben, 
Indem man die fruit Torwarts auSdeliut; 
Ibollcb Ist sich brüllen. 

Jlrbl<n,belebenderwSnnen, Briit,Braut, 
gehören zur AbBtaatmungi'rt)«Jm, brühtn. 

BAbe stammt anl dem lateinen pubei. 
BÜbenbach, Bübenberg, Ortsnamen. ~ BAben 
und bübeln, Logau. 

Buberei Ist Bubentpeß; Büberei aber 
Schleehtigieit. ~ Btiberei und dieberei u>o- 
nen nähe beitammen, OlensplegeL 

Die Bubenichuhe noch nicht außgelreten 
haben : noch viel Bübisches rd sich haben. 

Buch, das, verhült sich zum feminin 
Bäche, wie das nbd. Neutrum abgot zam 
Maaculln got. fiue/Mrab(lllera), mhd. buocfi- 
itob, beiU ursprünglich das mit einer Bune 
(lltera lainiai)> ersehene Bnchenreli. Taciti 
Germ, 10. 

Sprechen utie ein Such: ilcb Im Bprechen 
d» Ansehen gehen, als würe die iiede 
mm Druk 



Dat Buch der Könige auftcMagen : Karten 
spielen. 

In die buchte bldien (sich »chmlnken). 
Celier. 

Biide stammt auE boutigue, und dieses 
auB dem i(aL boleca« welches gekUrzl Itt 
aus apolheca. 

Butge , Sak von Leder , gebort zu bOi/en 
(tumert^) wie Balg. — Bulgae GalU taccutoi ' 

orleoa vocant. Festus. 

Das ittindcl ich7iüren: sarclnas coUigere. 
Juvenal, Es gehl um den Bundriemen: tat 
Freu od schalt aufkiladeii. - Einen Buttd- 
tehuh (elue Verschwörung) machen. Dasi- 

Bürde' gehört zu fturen (eSerre>, et- 
iben , und dieses zu be'ren (reire) träges. 

Purde, purde; cito cito. Aur mft dem 
köpf purde purde hindurch .' - JVd hat nw* 
diien Aandei JchneU purdi purdl angefangeii 
und mit fäutlen hineingelriben. Luther. - 
ispurdelst dasmhd. buredichr erbebe 
dich, furpe; ahd. purjan, tollere. Bure 
dich , noTdu>ind .' 

BuHebaui beißt In Siiddeutscbland Tor- 
ntiter. - Ein btichsen die hai^f derAurleboiu. 
Carmen de obsldlone arcis ff oheniricn. - 
fiurlebuj und burlebaui, gani Sundgau riif 
die Jiue herauß. Halbsuter. 

£uri7, umschloEner, berestigler Ort, 
rilbrl vom Verbo bergen her. Catteüiim 
parvulum, quem burgum cocant. Vegetlus 
4, 10. BuriTund, burcgrätie , Jadei clTtUi; 
liurpr^cht, Jjs clvlle. 

Bartche kömmt vom lateinen btirsa. - 
Die junge burß (burs che ns ehalt) auchle 
uns. - Fnd wußte niemand von der tnirß, 
wo wir Htaren hin »oinmen. Platter. Jber 
da die burße erfür etc. Sastrow. 

Bont, Bürtte.pörietn, als: derlgelpör- 
«It (börttett) lieh, zu Bartr 

Saufen wie ein Büritenbinder. Volksm. 

Auf den Buteh klopfen: ans dea Vald- 
manns Sprache genommea, helEt dieses 
machen, daS eine Sache hervorbreche , wie 
das Wild auE dem Gebüsche; etwas erCBr- 

Allen btijchen tu ferne icin: nicbt entrti- 
nen können. - Wo er hinaußtoiU, eriil 
alten biJichen lu fem, — Wibt' ich doch sOm 
bütchen tu ferne geaeien etc. LuUier. 

In elpnen Suien greifen : te Ipnim eicate. 

BiUeJ und Kote stammen von Meim. 

Butt, GeapenilargeaUlt, lartalus; mM- 



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Buuu -^ ßampr. 



«MntefAMi, UM. Hanf^t (lun VepM^en- 
dben <1«T Vögel) { ««rtuwn l»t vermanuwn. 
Blgenttlch hetEt &u:e klopreuder lob«K 
und es gehört zu bd^en, tundere. 

Ich tei det Itibhafttn baten (Teof^li). 
nichart- Celairfi' <«h diu, to Mß mieh, 
buie/ mtl. HM d«m (mien fani«» mH/Jm 
dr Jtoten und in Jlatnme». Altd. BIiKI«r. 

Capilelfttt lein.' gesund uad erprobt 
«ein, wie eloer, ao dte erforderllcbe An- 
labl adellcber Abnea aafwelaeii kann , um 
in das Domstin aufgenommen lu werden. 
- Keine Stimme fnt Capilel haben, — tn an- 
dermSlnaeaucb v«ri- und capitetfnl , d.i. 
bibelfeit' »ein. 

Etfutt eap4leln »nd ihm (Utterof^ cavU- 
hemlet lesen. Geller. 

Auf der Capucinertuppe (dem Bettel) her- 
umrHien. ^ Jfft Ct^mcinerholi (Wein) a«fn 
AüUHn h«{zen. ~ Mit Capucinergeld (Deo- 
t ratlas) (ieiaAJ«n. Vottsni. 

BttiemilaaearilinaUhiitlein auflegen {aisl- 
baupten), lo braucht «r nicht nach Oom lu 
gehen. Fhcharl. UiamU got befolhenl v)6 
euer karfüritUche gndd für dem röten blüt- 
It&tlin sieh tcollte im befelhen laßen. Lulber. 

CamevaUatcontrahlertsuictcrnetvaleie! 

Dai Ding lieh tebieiuieos nacht wie Car- 
nViel. ~ Geseienlviürfe ig-zeiig«n tiehDefnet- 
wegt Kie CamikO. Wioter, bad. MIntsler. 
Das Wort Camikil, auG xotifiicAo;, euniia- 
hu , Tlelle|ctil dem carnii:ulaader coro In- 
formii annähernd Reblldet. gilt nteder- 
dentseta für Kaninchen und Keht noob beute 
Im Schweng. Ctrtmn eit, Balearitoi adver- 
tU5 pr()Tentum canictilorom auxiUum mi- 
Ktare a iHvo Äugiuto petUiiG. Plln. 

leh u>HI Hn Carthättier werden oder Anr- 
fAß gen RÖKi laufen. Lutber. 

Seine Castanien (n d<e warme atehe brin- 
gtn. Flvebart, IViiieH,v>ieman MeCaitanien 
auß dw heißen Äsche holt. Volksm. Behan- 
ieltt mieh, daß ieh wie jene Kace dir die 
Cailanien aaß der Glnten träte. G&the. 

Wob sollte ihn eattritren! Volksm. - 
AM. arwiron (entmannen); diese Strafe 
ward ehemals an Hnecblen und Juden tsu- 
logPB.Kocblm te. Jabrh. ließ, wleStufroic 
(ti9R0-R{t.) erxmilt, ein Edelmaau In der 
Wetlerau seinem Sctialksuarreu dieselbe 
BuEe antbun. 

Da iil chTitam und tauf(ina»c. der taaf 
bedeutet das taufwaner) anvtrUren. Gel- 
ler u. Lutber. 



CkrtttmUuMtuM : (tlatib«R bM gW« 
W0i<ka. Manef. ChrUtmereiie fami naob 
PalaestlDa wallen. Marie^. 

Von •tntert herven Oiritti fäßett aemmn 
d. I. vom Almosen. Luther. 

Kl wird !& lange nicht äaoem <M« da« 
llmI:Chrtalii8 tat evslAnden! Ma3>taM. I. 

Credenien; - einem Wein credensen; - 
Crsdenztisch. Der AuBdruk ist von dem.ln 
katholischen Kirchen QMIcIiGn Apparat ne- 
demAHare. wo während oder nach 
dem Credo lu der Messe dem Priester Welij 
in den Kelch elogeschenkt wird, berge- 
nommeb. Auch letll Ich meinen Heben Deut- 
schen die poalinen credenien mitten auß 
dem faß (auG der Bibel). Luth«r. 

Crethi und PletM : nach //. Buch derJCÖn. 
ao viel als Bak und aUe Mak! - The greM 
vulgär or the smal. - Zu belustigen Crethi 
und Plethi: dleHerrenund denTroG. PJafen. 

;n (iincf Crtspint Folter (engen SchubenJ 
gehn. Volksm. 

Beerdigt werden sine croi , sine lux , 6ne 
leuten und deuten, dn' gesäng' und gi- 
pTäng'. Luther. 

Dii und dd sind mhd. geschieden; jenci 
isl daslocale ibi, dieses aber das (ampofaltt 
(um, was uns nun zusammenfallt. 

Daoh, dache», IiedacAen, stammt Ton 
deken, was dem latelnen tepo gleich siebt 

Bagm , verdagen , schweigen , rer- 
schwelgen, gehl parallel mil dem lalelnen 
tacere. Beßer i*t dopen alt tagem. Vm. 

/n etwas daheim sein : wol Besebeid wis- 
sen. - Sieh dahtim ;lNd«n latten. ~ ßberaU 
daheim sein. 

Dahin, daher, (In Sehaukelwelse). - Dt 
hin , dd her toard nie id teert in allen Hu- 
schen landen; swer nü dl hin, di her niht 
kan, der'sl am spü betrogen. Wallb. Die an 
der Utbe sltpfic aint aitam ein U .- dOher^ 
dahin. WInib. Sohaben sie et dahin ! (mtlGeii 
es für gut nehmen). iMther. 

Es tteia eltta» dahinter. - Es ist nieht* 
ddhfnfer und rtichts davor. -~ Binter Mntu 
her sein. — IHnfer sfuiu kommen. —Bintw-- 
für, inverse, entstmden aal: das hfnfere 
herftir. 

Dämitch! ei-u>ird mir ganidämiseh, be- 
rUhrl steh mit dem engllsGbsndfmfiA, von 
(Hm, irttbe, nnduDienn dirnmur, anbob- 

Bon* ümmpfi -eiB Kerl der lauler Knall 



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Dampf -y- Deutsch. 



und Dqmpr iprlcbt. ~ Kino» den Dampf 
Cvapur, JLrger, Verdrufi) anlAun. Lessla([. 

Von Dan bii Benabt: von elnara Ende 
Mb lumand^ru. Von Preßburg mtz an Met. 
BelDbot 

Dantei , vom lalelneu iare , werden me- 
taUtne ^ielpfennige, die soDSt keinen Curs 
hibeu, genaont. 

Dann und mann: je zuweilen. 

Daran mäßeti. ~ Wir mäßen alle einmal 
daran! (an das Slerben): Caicanda temel 
via letrn. Uor. 

Darben gebort zu beiierben {all, usafrul) 
und gebt dem dürfen parallel, welclies 
aucti bisweilen den Bei[rlf hat egere und 
indigere. 

Darm von derren, dorren? wie Dvrtt. 

Datltrn, verdatiert aein: zagen, verduil 
■ein, geht neben dem Impersonale e) dot- 
teri mir. Dotter Im El, der waiikel nnd 
lotler Ist, hat eben daher seine Benennung, 
deuD doltern ist xiitern, wie atid. lutto 
und mbd. dutte, mammilla, 

Sauern, mhd. diiren, Ut das lalclnc itu- 

Dauren, bedauren, jenes beißt niiseret 
me, dieses mi$ereor; beide entstanden auß 
mbd. ze tiure Iplas tequo majoris) dünken; 
mhd. belären. 

D'4gen (miies, gladtum) biet ehedem 
Knahe, Diener, BHd. and slimrat zu dthen 
(delben, gedeihen) wie zu unaerm gedigen. 

Deichiel |81 nns feminin; es war aber 
mbd. bessBr mascaUnder dHuä (temo). 

Deken s. Dath. 

Man m^ß lieit ttreken nach der dektn. 
Brand n. Geller. 

Unter eioer Deke ipleten, slekan; tuU 
Partei ballen. . 

Den Dekel vom Bafen lupfen i ein Ding 
ans Licht (ordern. - Einen starken dekel 
iuehea, am etwas su verliergen. Luther. Es 
itt Dekel ata Hafen: dignum patelM uper- 
culum. Bieronym. ~ Zum Dekmantei dienen. 

Demutk Igt ein Compositum auß diu (au- 
cilla, serva) und taut (anlmua) ; ea bat 
aber seit lange nicht mehr den Begrif von 
Ditneriitm, sondern von obrlstllcber Er- 
gebung und Unter» Urägkelt In Goltei Wil- 
len. Diti gehört zu dienen, abd. diondn, 
»le Dirne, abd. diamä. 

Miner Saelu IMnen Denk (Geduiheb) 
mehr geben, aidmtn. 

PeraeUen bei Baut von Schweinichtn 



bedeulet halb sieden, was min souit auch 
unnut verioaKeit, uud es IsKOrmUit wie 
derUiden.Sitr erUidtn, denberen flir entbeh-. 
ren, deruierbenlür erwerben, derwelnfar 
erwältten,,dernem für emem, salvare. 

Ei ist keine» Deut werth: lu-Holland Ist 
ein duyt der achte Theil eines älübers. 

Wir Deutschen tindhalt Deutlebe I Luiher. 
j£U.' eafiBvoiop tg/tiv, ovx eQio xaxor. 
Eurlp.' for such, a^ we are made of, ttick 
wa be. Shakgp. 

Was den Namen und die Schreibung 
dfutteh belrin, so darCaunntebr, nachdem 
d»»goVUsctiet]tiudlsko(e^y(Xü}f. Gal.a, tU 
aufgerunden Ist , an der AblGilung von thiu- 
di$la (iSstxäql au&- t^uda (itvoi) nicbl 
welter gezweifelt werden, und folgllcb 
alanunt auch noeh dem Geseze der Laul- 
verscblebong, wodurcbgolhUches Mhocb- 
deutsclics d, und erst sein d unser I wird 
oder :, das altbochdeulsi^bo dfuIJac auG 
diot , so wie das angelsäi^hs Ische theodite 
au£ theod. Der Sinn des Wortes ist gentitiM, 
gentiiitiui.poptüarit, vulifarii.wasvomg«- 
lamlen Volke Im tiegensaze zuden einzelnen 
Stauuuengilt, heiouUtixh, eingeboren, all- 
gemein veriländUch. Aber auch deu Keben. 
sinn von heidnisch, barbariiolt, den (hiu- 
diikt und ihiuda, wie etvix6(, i^voi und 
vulgut bei geistlichen Scbriltstellern an 
slc|t tragen, darf man Dicht abweisen. 

Ob die Goltaen Ibr thiudiikt bereits von 
der Sprache uud In jener umfassenden Be- 
deutung gebrauchten, wissen wir oleht; 
dochdarfman vermulhen.'daß sie, uin das 
Gemeinsame Ihrer und z. B. der tränk Iscben 
Zunge auSzudrUken, gesagt liabeu, wir 
Golb^u und 4l'e Franken reden thiuäitto, 
um so mehr, Als sie selbst sich guuhittdfi 
nauoleu. 

Franlüsche uud elaige alamannlscbe') 
Quellen des neunten Jahrhunderts gewäh- 
ren aber nicht selten das Wort lAeodi<ctM 
in Bezug auf die Sprache. 

kei selbem in dtutiicun (Ps. so, 3. Arisi. 
40. 63. Itl.) denkt sich Xotkcr kein Ala^^ 
mannisch, sondern ÄUgemeiodeultch , C(- 
mtindeutieh. In solchem Sione führen es 
ancb andere Urkunden und Denkmäler des 



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letmlea' und etlRon labrbuttderts rorl: 
uique ad acutum montem, gui dlaUace mat- 
liniiereh diciluT (Dipl. OttODls II. aono »1*. 
Längs Gaue p. 14!f) uDd durrb die Foesi? 
des iwöirten und drelzebnten Jahrhunderts 
ward sodann die BeDenaonn 'reredeit und 
erböbl: äiatitcMn (germanlce) ipreelitn 
(ADDOL 313); in dütiichen [Alex. 16. t. 
Geloub. 3812); mU amiiker rede (Mar. 148, 
il); tlttichen (Parz. 4ie, 30); In tiuache 
(Greü-S); in tiuscher iungen(S,t. SlSfl); und 
iii» Bäuriiehe wargeaölhlgt von der Spra- 
che ab sich auf den Inhalt zn beziehen: von 
dem die gebärea itngenC. Heldens. 181. 1S6. 

Als aber nach der Trennung Frankreichs 
der Beerif der Deatsctahelt wieder auf den 
Kern des Innern Landes wies, mußten die 
Franken lenselt des Rheins aufhören Deut- 
tehe zu beißen, und wie 9le sich selbst den 
Älemani et Tyoii (Meon 2. 513. t, 1S5) ge- 
Itenttb erstell (en, wurden sie bei uns erst als 
KerUngc, dann als Framoten uiilerschle- 
den. AuS dem t jenes romanischen fyof«, 
tietc haben die mitlelhochdentsrhen Dich- 
ter Ihr unorganisches Hutach liir diutich, 
das glelcliwol noch daneben vorbrichl, 
Übel aur^grlffen. Im Pitalu» (324) steht 
t&tiich Volk dea Kerlingen enlgegeu; der 
Pfafl^ Kuonrat kgrl auD franzlscber zungen 
m die (OKjte (Rol. 310). Den Niederlän- 
dern , die sich zum deutschen Reiche zühl- 
len, verblieb der Name dielte: la dietsce 
(Iheollsce. Bein. ».) Als Ae innert Ulelniscb 
zu belchlen anhebt, aael ihm Grimterl: 
vialtcedi? tpract in dlet^che, dal iet mach 
vertlaen. 

NIcbl zu UberseheB Isles, dal. während 
laleiniBche Quellen des neunten Jahrbun- 
derla theodlicua, theotiicui. die des zehn- 
ten und der folgenden Jahrbunderle aber 
fast durchgebends dafür teuconicui, ganz 
in gleichem Sinne, gebrauchen. Schon der 
alaniannische MÖiicb . welcher zwischen 
834 und SS7 die getta EaroH verfaEte, be- 
flnnl zu schwanken: teulonica alve tluu- 
ditca llngna {Perts i, IBi); In den Ännatei 
Faldent. (Pertz 1, 39 1), heiSt es : evjui la- 
rranunll textus theutonlca lingua con- 
icriptui fn nonnvUit ladt habetur , und so 
hUuUg'). 

Mrov (7, es) IH atcAxtUHIm 



■:>.* 



Teatonieut bUDg geUhrler als IhMditeut; 
denn dieses war Ja auB unserer Sprache gs- 
schöpft, Jenes aber auß der klassischen, 
und zwar In dem Wahne , unser Volhsnani« 
rühre yon den Teutonen her. Uarum auch 
sagt Notker (Arlstot. G3): vir Teutones, 
und die Caius St. Gälti bieten dar Teuto- 
nun) lingua (Perlz 9, 113). Barbarles et 
Idlomata ejus Teulonem adhuc aSeclantem 
repeniG latlnnm Berl non patluntur. (Ib, 

Das AdjectiT hatten die Römer selbst 
schon nach den Teutonen, und In frühem 
VerBchrc mit llinen gebildet: l«ulonfco rllu 
(Vlrg. £n. VII, T4I); rsulomlcuj fnror (Lu- 
can. I, S5tl ; II, SS). Wenn auch Cteiar and 
Tocitus das AdjectiT teulonieui nie Inder 
allgemelDen Bedeutung von germanicai 
uder Germanut verwenden, so thun es 
doch andere. Abgeseheu von den leulonj- 
cat opes bei Properdut (III, 2, 44) , so ge- 
ben doch teutoniei caplili bei Martldl (14, 
26) und zumal späterlilu leMonieut vomer 
bei Claudia» (in Eutrop. 1, 40E), leutoni- 
cum bostem bei Merobaudet (ed. Mcbuhr, 
p. 16) nicht mehr auf die Teutonen, sun- 
deru driikeu das allgcTneitie Deutich auß. ' 
Entweder war also deu Römern bei den 
Germanen ein teulitcut (thiudlsks) aul^e- 
fallcn, das sie mll ihrem leulonteus meng- 
ten , oder es liegt In dem Namen Teulo, 
gothlsch Ihiuda , Innere Berührung mit 
thiada , gens , und mit dei>sen Bezügen auf 
Sprache und Namen des ganzen Volkes, 
was aber noch dunkel Ist. 

Auß allem ergibt sich, wie auch das 
Verbumdlufan oder pidiutan ursprünglich 
mit dem Begriffe verdeulichen zusammen- 
falle. Es drükt auß : durch Worte verständ- 
lich machen, in der Vaigartprache außlegen. 
- Linea wfrdlf fcediulit reig und« zlla. Ifotk. 
(ArlsIoL as). - IFJrmuDihoucftthlulen') 
«nuntfaria-saga (Ib. tS4.) Dieses Ist völlig 
eins mll: ft«i^«t fn gediull, in dlutlskun, 
heißet ie dlule. Bernach aber sagt diutan, 
mittelhochdeutsch diuten, soviel als «r- 
tlären allgemein und OtjeThaupt; z. B. cin- 
gerdiuten, diglto mouslrare (TroJ. 12082).. 
Diu Hute, declaralio, signiflcatio (Trist. 
17025). - Äunden daj gcdinte, d. L die 
Deutung oder AußUgung geben (v. Gelonb. 



•) u 



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344 



Deutsch — Ürek. 



aas. 4e<). -i>aj<ttArjg«dtule(lb. SSOT.*) 
Ditilitc oder d««l<((i IM ursprÜDgllcher alt 
diollic odet- deuttic ; Jenes ulatnannueh, 
dleiea /WlnMteh. 

Die Atutteht Sprache hellt nicht ao . w«ll 
Me ^tuttt ODd (inilHch lit; sondern umge- 
dreht Ist deutan und dcutUcA an« das durefi 
<tie8fjriieAe and fntfer Sprache FeriländlteJU. 
Deutsch r«dcn febranchen wir noch heule 
fllr vertt&Kaiieh , frei , offtn und unumtotm* 
<t«n von der Bru«( u>e(r «jtreeAtn. - Dealsch 
g*ntia; ~ dealMta con der £e&«r uep. Vm. 
/(& uitl <Ur'( efi'erb deulti b von der itruif 
ic«9 (ag«n. ^m. Ich will deutsch und mll 
offen Worten mit dir reden. Elh. E» liegt 
wentssh^on dem ml tlelliochdeu tscheu 
diale, bi dlule tagen. Dai Unverttändliche 
til dem Volke uälich, ipanlicft, öderes 
alßd Ihm böhmltche Dörfer. 

Wer demnarh heule nocbnlderdaiGetex 
der AhkunR den Anlaut des NaiueDs unseres 
Tolks mit I schreibt, der beseht einen gro- 
beo VerstoB oder gar einen Freiel wider 
die Natur der Sache und den Sprachgelst 

Dichten Ist das Wort diclare , und tm ur- 
tprüogllchen Sinne noch bei Luther: ich 
hab'i mfl^CTi dichten und efnen andern 
lehretbtn laßen. - Unit leeil ei nicht meine 
feder itt, fondcm mein dlcbten (dtetalumj. 

Einen Biebtdawnen haben: gl Ük lieh im 
Spiele sein, well man glaubte, dafi es einem 
Spieler, der dieseu digttum leonem eines 
gehenliten Dieben In derXasehe trage, nleht 
fehlen liönne. 

Für Menttag Ist die rechte Benennung 
tn nlamannl scher Mundart erballen: tiettag, 
ahd. :ieslac. In noch älterer form n 
»chelnllch iiuicitttac, siuilag, genau 
ags. Ilveadäg enisprechend, und dies Marlis 
bedeutend, well Jfari ahd. siu, ags. tiv, 
golh. tiut, beiei. VergL ZeitMchr. f. deul- 
ithe* AUert, II. t!31-3S. 

Et itt nil von herr Dietrich ton Bern dos 
ieh rede: es Ut kein M^re, Icelne Fabel. 
Sie reden ul( herumb von Dietrich vou 
Bern, blt ti üf den punttkumaien, daran die 
lache ttdt. Geiler. 

Dietrith tiem auch Hauplscht^tel oder 
»aiu-partaut , als: Vor Dietrich und P«- 
Itton nui» kein* Thiir' veraahren kann. 
Volliam. Der pabil rnaüht auß teinen 



•) ■ 



minir ttlfinm 



itklüßetn i«D«< dlelrlehe x» aUer kSnigt 
katlen. Luther. 

Ditdap, Tölpel; hier Ist der erste TImII 
nt oder TU, (nanns), der andere ddp« 
oder tdpe (manus). Ver^. TeU. - Et gibt in 
der meti vUe dlUapett. Brand. 

Ding im Slune von membmm virile, wie 
noch beute: einem Juden, der mit einer 
cliTistenfratien oder maide unkeutchheit 
trtbt, tot man sein ding abe tntden und 
Bin aug außitechen. Halnter waitp. r. Gu- 
denus 9, IS». 

in der dtnl« tein; in der dinte siien. 
Geiler. In einen ül}eln Handel (vor Gericht) 
verwikelt. In Schuld (verschrieben) sein. 
Wir unterscheiden Dinte, atramentum, und 
TInfa, Tinten, colores; beide aber sind das 
latelne tincta, wie Tünche und (ünfAen. - 
WergU mir des nUrei tiefe lutlnlUen? Suso, 

Jffl höUitcher Dinte, mit guter omia 
(crir«i(#n. - Da müßt ieh Dinte geeagen 
haften : verrlllit sein. 

Docht, blsweileu Dacht, rithrt von den 
golh. und nlederd. IJuAa . (b'abo), ahd. 
siuhtt, d«8 Geiogne oder jltum duclUe. - 
Ein doehtenlÖieT Mentch: der wenig Scnto 
und Leben lial. 

£r täl ir nit , tEie man tifter der Oonaa 
tue, BIb. Eam non eognoiek. Mit obigen 
Torten drOkl CU die Stelle des PlatUut 
BUK: neqtie Ulud , gwut dici solet. Äknilch: 
Si }dch , si Ute e; gerne . das ich ir täte, 
alt man den uroutcen tvot dort In PaUme. 
Tanhluser. Sam eanenti backet tvot t flai- 
loub. Eines spllei ti begunden , alsmanien- 
sU DIrcs IuoI. Zuberelbter. 

Don«, tendlciAla, von dtAnm; Doneu- 
strieh, Reihe von autgesiekton Bctillugen 
oder Bprlnheln. 

Der Ftueh: i>onnertoairer .' ist ohne 
Zweifel die verdorbene form fllr Ooimmts 
IThutwt) Wttter! 

Däpe (paima enlmtJluKi mammalluoi ma' 
ionun), Pr6te, mit tappen innig verwandt. 
Livimd^m. Der Bund, dl« Kue gibt das 
TapUin. 

Dorf, das latelne turba; ebenso der 
Torf, wasmoDdwUirtioRdle Turbt helU. 

Dom stammt aus derr«n, darren. 

Dotter, mbd. (oller, gehört lu abd. 
(ullo, obd Dntte, griech. iiT^of , mammllta. 
Tergl. daltem. 

Ein Drek: gar nichl«. Et ist mit dem 



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US 



TtMutag XU Htigenoie ein drei! - JHt llrek 
(nlchU) verHaeln oder ver$igeln. Lulker. 

Drei am Sleken haben : uoreln sein , daE 
andere sieb In der Nabe leicht daran be< 
achmlei'eD. 

i)ro/Je((faui) vondHejen, Irudere; mbd. 
(troje ,• wer- ärießen ; dräjel vergl. «u^el. 

Dr&te, mhd. druose. I«t es mit ärÜKen 
verwandt, nnd auS druhiene, wie dieses 
■oS (frühen eDlttandeoT 

Duft, mhd. tufl, Ist mit toup nnd toben, 
goth. gadaitbjant xapovv, Terwandt; gt. 

Einem eintn dut (dal er sieb dnken 
maß) $p1eltn. Völkern. Out nnd HU« von 
Mhen nnd lühen. 

Dukänte machen: sich verbergen, ver- 
»cblupren. 

Dukelmavser , Dulmiatiter, bei Brand 
noch dvltebnüter, ein helmlich schleichen- 
der Mensch, der sich duket nnd tutet, wie 
wenn die Kaze anf UHuse lauert. 

DÜU ist das Diminutiv von du, ein sehr 
rreundilches da, wie scbon mhd. td düli! 

Dult, die, (feslum) beißt goth. dultht 
{iofiTt^) und sollte liocbdeutfcb sonach lau- 
len tttit oder tuld; aliein Im Bllke auf das 
latelne poMfo, was bei Kirche nCesien sooft 
erscheint, i. B> lant Görjen duft: jxuffo 
aonefi Georgii, bat man dem Worte auB- 
deotangswcise schon mbd. die Form duU 
veillehen, obwol es mit dulden oder dvlten, 
von doln (peiferre), keinerlei Bedlhrnng 
hat 

Dum , ein Dunt lein: anfgedaasen, auf- 
geblasen and leer sein ; zu denan, dofien, 
dffuen, wie Bumt. 

DurcMrieben aetn: mll allen Hunden ge- 
hext sein ; der durch vielerlei Wecbsel des 
ScbIksaU gejagt worden. 5icar nü mit u»- 
kutt (was nicht zu erwählen ist, d. b. Bötet) 
niltt Ut durchtrlben. Trlmbere- 

Dußtlft: meftten IFefr ntwjS ich nun wieder 
oUffn dudeln. Lesslag. Das Wort stammt 
von dem mhd. filmen, schwelgen, eln- 
■cblüfern, pnd bedeutet so viel als träu- 
mend i^afin. Man vergl. tilgen nnd vertt*- 
eeke». Kfnen Büßet (crapulam) haben, Diß 
lein: trübe, dUster sein. - Den Dußa 
(Schwindel) haben. Eintm etmDvßtl (Ohr- 
feige) ireben. 

DtUler stammt aal abd. dfnafar (obscu- 
rut) dfnilH (tenebr«), and gebort deni- 



nacta inr Worzel denen (tendere) and Muen 
(expandere). 

Suffe Hebe Guftl und dotfern. 

in dux gehen! verloren gehn, maS et ne 
no* (ndueot in malum entsprungen. 

IHixen, siebe oben 8. S44~SSS. 

Ebenbärtio, sebou mhd. , tob gleicher 
oder eben so würdiger Geburt und Ab- 
kunfL Wie wir heale noch sagen Bbenbitd, 
hiel es ehemals a'uch ebennienach ondifben- 
cAHtt, was wir nao mit inSöen oder ver- 
kürzt neben eomponlereft; «tbenmemeh, 
IftbeiiehTiit. 

Eceletia pracedit. Dieses vrird auch Im 
fledlchle von König Tirol (HO. l.itS) ant' 
gedrttkt, wo er sagt; 

die ftleuer Mllnt vor mir f&a. 

EtM, besser alt äcM, bellt arsprttngilcti 
lAt (gulddom, etwas): ihl (proprletas, pos- 
sessio, bonum); golh. afAfs und aifant 
possessio. 

Egen nnd eggen gelten fhr occor« neben 
einander. 

Waz gehet ej gräv BgoH{e$o) an? Lieders. 

Der Aotdruk Jicd , verkilntja, mhd. ^, 
bedeutet abd. fistei, Bund, itand (lex. 
Tlneulum, testamentam), nlcbt aber nui- 
frfmoniwn. Da er Indei bei diesem Ver- 
hiltnlsse, wenn es gesezmÜUg etagegan- 
gen ward nnd rechtliche Wirkung halte. 
Immer gebraucht zn werden pflegte, gleng 

, unter Verlust seiner allgemeinen Be- 
deutung, endllcb von der Form auf die 
Sache über und «htieh beielchnel nlcbt 
mehr leirttftnuf. sondern matrtinonfatif. 
Den Übergang weisen die mhd. Denkmüleri 
weicbe nlcbt sowoi das bioie Substantiv i 
für co^furfum verwenden, als es mit Ad- 
Jectiven verbinden oder In Redensarten 
sezen , deren Zusamioenhang über den be- 
sondern Sinn keinen Zweifel IUI, x. B. ton* 
Hefter i pflegen. JVemen se mibe, le triuwen 
xe rehter i. Wlgal. Ze i und le rehl 
n. Lds. In andern Stellen nthert shü 
das Wort scbon der heutigen BesUmmIbelt; 
lieh xer t gehaben; la der i kamen; %e der 
i hdn; ^n^p , Eltone. Analog der Verenge- 
ng des begrlfs ihe Ist aneh unser wort 
Bd«Aieff, das ursprünglich und nocb mbd. 
ID allwege olcbts als fe*tUeh» Feier bedeu- 
tet, allmilich aber autnuptl» elageschrgnkt 
wurde. - Noch lebt der nrsprflngllcbe He- 
ran l (tv)a, lex) 1: 



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Ehern — Eines. 



CompoiitD igrabtn (z. B. In Koutini), wki 
getatüchtn Graben (ductal legltlma«) ka- 
zelcbnel uad oft angescbUit lo ünpffrofeen 
TeTbaMhornt wlri; deigletchen tn Ehhalten, 
mbd. ittthaittn, d. 1. Leul«, die du G«u* 
oder Gebot elvti andern befolgen. Bittut- 
boten: deneo Ibr Dlenit geboteB wird. 

Elum, Or, adid. ir, Mn, bt das totelos 
aretu oad mt. 

Khren G6*e, Paator tn BamAnrg. Letsing. 
Iit elBC elllptliche Form mr m.U Ehren lu 
iaoen\, Khnllcb dem taitia «mia, oder ffir 
jeltw XAr«n , wie eeine Gnaden , DDd kurlBb 
enaden Berr Abt, Ueb*m Grav von Fat- 
tentteln. lufher lexl nnr Ir, i. B. £r Jo- 
hann Pommer. Der Ehren (ISbSe) lefn. — 
Keiner laar der Ehren , daß er mtr'i brachte 
(das Glas zalranb) oder bot. ~Bhre, Unehre 
Mit iMai einlegen. Lsther. Ehre mit «tuoi 
auptebtn. ~ Einem He Ehre abeehntiden. - 
Eine Ehf iet iie and«r Kierth. - in Ehren; 
in aUen Ehren, volksm. Das Wort Ehr« war 
mbd. aacb nebenza nentrum: (fa; tre ufl 
Oee Obei ndl. Triitan. Einem an die ihre 
ipreehen. - Ir tprechet lu tir« den rittem 
an Ir ire. Harlm. SbrengeM ; pecunU deflo- 
raln a stnpralore lolvenda. Btülata u. Let- 
eing. — Shrenvertorg bellt bei Bani von 
Sthwetnfehen ein Brief der FIJr«teii oder 
Herrn, dal OMn liDh keine tuebrenbanig- 
belt btte zn Scbniden kämmen lassen. 
Uttbewahrt telner Ehre i icblmpfllch and 
sc&lBdHcb. SOberardt. 

Dm Ei (wie Coltimfrtif) auf die Spise 
atUtn. Gerrtnus. Sein« Bier alle Aoien itod 
Dotier! er will alles bester bMlien. Da» 
prd/Is«4i.(lh!lIaiiptsac1ie)t:n-tlfenfln.SBgtrow. 
Ich habe mehr eier alt geld. - Stehen meine 
eter euch an? eiaebart Deine eier tind mir 
wUtkofnmtn. Ulr. Wlrsang. 

Eiergtar (ulcbt Bitrüar) Ist eucclntim 
ovi, engllscli glare of an egg , nnd dleies 
glar Ist das gleeunt (*acclnam)Jiel Tatilui 
und PKniK*, was tdion angelaäcbslscb 
lautet gUert! wie (Heren nnd Froet: ver- 
lieren UBd Vertuet etc. VerEl. CkM. 

So lange Bieh' und Erde steht : Immer. 
Dieietie aich und erde ifdl ; SwAbensp. 
Glelcb dem : So lange firund und Gratiteht. 

in (ricMetMoefi lauen! in alchtten ab- 
loUenhlefi and bei« In Schwaben: datBrbe 
IQ gleichen Thellen stellen ; und die Be- 
densart mag f on der SHte herrflliren, daS 
die von einer Gemeinde Im Wald gelesenen 



Klchei« nach KSpfen g4etch vetUiellt war- 

£lcAen, scbwacbes Terbnm, was bente 
belEt pfächen (vou pactum) und itnnm 
(d. 1. tlnten, franz. lOTiaer), verwandt mll 
Sinter (prEBCipllatam) , trog ebemals den 
Begrif von iutpreehen, %ueignen, eigenen. 
N<li lofi ich haben le xeiehen, welfÄe maged 
got mir eiche. Genesis. 

Eid bedeutet elgentllcb Vemünechung itt 
gättlicher Strafe, nnd dai Verbum el4Utn 
beiist br«nn<n oder büßen Im Boethiue: 
Ixion eidota (büsie) i« Aelle, das ernt« 
Junüne üdfen woUa. 

Bin gestabler eid; - den eid staben , sagt 
and sagte man, well der, welcker Ihn 
schwört, wäiirend des Sprechens derEldei- 
worte mit der Hand an des KifAters Stab 
greifen maflte. SttUten und elditab biet bald 
unr dictare JuraDwnfuni und formula jura- 
menti. Iit ieman , der nt<r Stabe 1 Su>er mir 
xe rechte lolde staben de» einen eit, Ben. 
1«5. 5uf stabt er eelbe sinen elt. Pari. 80i)t. 
(Machle sieb die Formel selbst). Für aUe 
r«da ich AiUe twuor mantgen ungestabten 
elt. Pari. H,StS. (Klemand war da, der 
mir meinen Eid feierlich abjenoinmm 
bSIte), Bern wirt <u dehein elt gestabll 
Wigat.9llt3. (Darüber wird encb nicht» 
Forma geschworen.) Sfdoin s. Vole. 

In ttn efpan und erlH iomen. Oltt. -- Brti- 
Hu eigen merdent smal, id man $i teilet 
mit der aal. Vridank. Dieses bezeichnet die 
TerderbtleheD Thellangen In den Familien 
deutscher Relchsfürslen. Spü macht bret- 
Hu eigen emat. Notker. 

Btiani Ist BuE ftnlond mit EUeloa des n 
formiert. Isoliertes Land, Insel. 

Biwier nnd Zuber sind Composil« anS ein- 
bar und tut-bar, Gefäfi, was einen öder 
zwei Griffe bat ; was von einen oder zweien 
gelragea werden kann. 

Etnauge, der (monocuivB), nnd einäuge 
sein, sind säion des Lantes wegen bewer 
als der Einäugige und «<)HiUj^ uin. 

Einet nicht zu vergetsenl ~ Doehdajith 
dd eini nit verge^ I SIlberdrAl. ITir Itt oOee 
«InsJ- Manmuß einet tagen uiie da* ander, 
- Man muß eint im ander reehnen. — Stüt 
nicht einerlei, londtm atlerlet. Luther. IToi- 

let einen gülden oder funfMehen geben ffn 

hundert oder leche in die *-apAte werfen. 
Lnlher. In einer Farbe ifn#«n und taelnem 
Tone maJ«n. Adelung. Wörler fitr die Be- 



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Eiofrit — EmSuseln. 



347 



gfitle Aet Hörens and getaeng berübran «tch 
oft ond werden leicht von etnein Sinne auf 
den andern übertragen. 

£lRpilf und einfättlg haJwn nocli neben 
dem Begrlf Ton Betchrankthtit det V«r- 
Mand«t aucti den von titlllchsT AHnAett 
und nngeiiUnsteitein naturainne. 

£fnIÖIAIg und wol gevleret: rein wie no- 
vermltcbtes Silber und fe»t wie ein WUrfel- 
blQk: dem getriuKtn friunde bin ich eMm- 
tig und uiqI gevtertt, Waitber. 

Einmal iai ieltanal. - Einmalüt nbt alt 
$ant Johant itgen! tagt der lüfet. Geller. 

Binide and Einitdsl aufi ein ond M; 
(deBerlam) und aut ein uod (fdtft, von 
ildeiH (habllare]. 

Sinitandteiien : ccen» adttlalea. 

Efntrao (Scbaden) Ihun: rUr Sntntg oder 
Abtrag tbnn ; denn lonit mUBte die Redens- 
art das Gesenlliell , nemlicb JVuie» bringen, 
aaldrüken. 

Einem etwa* etMränlien, etniclienken! 
Sin IvtkbeHcher tnuot wfrtt im äd tngetTän- 
ket. Ntib. Bat Getchik toird dift tehon Mn- 
tränien. Slmpllc. Ich weiß, von wem mir 
totchet (nun Arger) eingetelieniu worden. 
Hans T. ScbwelDlchcD, 

£fn«n auft Ei$ fUhren: In Veraudiong, 
ID Gefabr bringen. Da* St* brechen: den 
erdeD Anslol tn einer wlcbtlgen SaiAe ge- 
I>en. - Zu Pfingilen auf dem Ei*: ad Gr»- 
ca» Galen dat. 

£dlt Eiten (cold iron) anräftren: da» 
S«Awert ergreifen Äh ! itwu gefdr umHngrl 
d#n man , d«r kalte* «lien tattet an! Hadl- 
br*s. Das Adlectlv kaU Ist bler natargenU 
und iciilicbt, wie weit In der Redensart: 
da» tteM nach im weiten Felde. 

Einem auf die Eiten gebmibm uabe tre- 
ten und Ihn tu ertappen aullanern. Merkten, 
daß er inen sir ta die »i*en traben icilrd«. 
Sastrow. Lueg dfr lelbi 4^ äie tint 1 Geller. 
Zuiammenfchlai7an lote alte« Eiten. — Un- 
ter* alt Eiten gelüiTen. Da* Eiten tchmiden, 
weil et warm itl. Sprlchw. Dein Eiten nun 
Im Fsuer liegt: nanc tuani fermm In Igne 
est (Ina rea agltor). J>In Imh In demo 
/■«TB |{|ret. notfcer. JVun mit (j«m Eisen tn'i 
Fever I res agenda est. Die Eiten abwerfen 
sagt man Ton eln^ Jnngfraa , die ein Kind 
geboren bat. LeMinif. Da* heiß Ei*en dafür 
anrälwen: die Feaarprobe für etwas be- 
stehen. Ith törtt das heis Uen wol gelragen 



flirre lieht! Lieder). De* nofdieh^ ge- 
ndde gerne ein glüendej isen fragen. Ben.it. 

Itin, itiUielin, iwig vih (das Imiaer wie- 
der erseit werden mat) dlrM nicht. EIrgn- 
hart a. Vmd. 

Eitenfretien wer ein eitenfreper itt , der 
befjSe fm (sich) eine (Charts. Lntber. Beul 
Pt/rrAw der größte Etaenfretier. Bhiraauer. 
Den itolten etienfrepem dta läne *i itnmpf 
werden toUen, daß tie nicht wot fritche 
bater beißen können 1 Luther. Seltt waj er 
tten* freie I Manej. 

£fien , brennen , tat oocb übrig Im land- 
schafUiehen Composlto Ztepilede, ^iegel- 
brennerel, Ziegelhütle; tiera<(en, gr. cuiTu, 
tat ivitu« Data, Eiterbittig itin: ir tragt 
d«n efceneoIvMian/ Pari. 

Di« teharfen Eken loMen: ti I4nt die 
tcharftn ekenl Rnod. t. B. 

Bkem: glandes qnercn« ant fagl ; ;OIMIa - 
unde bwihhila. 

Der treu Ekhart (das Gewissen) warnt 
iedtrman, Agrlc Der Käme Ekhart Ist all- 
gemeine Bezeichnung (aobriguet) fUr Jeden 
btderbeo Deutseben , der andern wol will; 
■nS der Sage vom Bilfsr dal Venuibergi 
enl lehnt 

In leinem Klemmt« leim worin man sl^ 
am liebsten bewegt. 

Elettd (miserla) und etende hIM mhd> 
efftante, rrendes Land, exilivm. Des Wor- 
tes erster Tbell stimmt zum goth. alit, an- 
der. Die Form sollte bei uns daher sein 
^Ucnd. Im Elende irren ; yrjq xpo ytjg eXati- 
vea^cui lerram pro terra. Och Stand tauen: 
eitorrem esse. Ich mußte da* elend tauen 
und tn JCutnmer leben. B. v. Scbwelnlcben. 
Da* Ittttige Elend: Soldateoleben. Dos 
trunken elend «Ingen mit den langen noten. 
Flsctaart. Da* trunken elend weineru Geller. 

Elk, eientkler (d. I. SIAentMer) , heIH 
bei Pauianfoi uixi/, uod CtMorsagt: Sunt 
tlem qua appeUantw alces. 

Mit kurier Elle «teiten. - Mit dertOben 
Elle mflMen, - Öte Eile ucifirel länger oli der 
Kram. ~ An der längiten Elle meiten: steh- 
len. Sie tind auch ecAon dabei geu>eten, wo 
man den tamit an der längtten eilen auß- 
gemeßen (gestohlen) hol. H. v. Scbwelnl- 
cben. Am Ente der EUen ihnappi dai TucK 
Fischart. Les choses Iront Insqu'oA ellei 
pourront aller. 

£mäu«eln: gehen wie die Jünger nach 
£m<iui; Mnen lusllgen AuSIlug machen. 



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Emsig — EseL 



Bmite,taha.emtslg, besIHDtllf , Immer- 
wXbreDd. (Gramm. 9,1!1.) 

Am Ende oller finde. ~ Von Endt lu EniU, 
- Zu dem Endt (Kwek). ~ indtektuß: Eni- 
■ tcUüß. - Bat Ende [der Toä) nahet. - An 
lein Ende kommen, -- Ende gut, ollM gut.- 
DatittdatEndevomLit<l{voudeTS».i:be).~ 
Etwa* an «in Endt bringen : volUUkren. - 
Ich frHnff ej ,an «in endt, gtddeM dtfi 
«del wtp. Mb. Eneig da* Bndtl retpice 

Endtlick, wai mm finde rflbrt, d. h. 
ßtifiig, tiichUa^ fertig , arbeittam, ge- 
«ehubwL Ein« tndUcke (llelBlge) Magd. B. 
Sachi. MndUehe (fleUlge) Batid macht reich. 
Beutsch. Maria abtr stund auf <n den tagen 
und gitng auf Oat gebirge endeltch (fitia 
a*ovdtjsJ XU ätr »tat iuda. Lniher. Spätere 
Aulgaben machten daraus ein fisblrg £n- , 
dtUeh. 

Endtehrist, nicht AnttchrUt, sondern 
der am Bade der Zelten enchBluende 
Chrltlui. 

Ein Engel flog durch't Zimmer.* et Ist plöz- 
Itch Stille eingetreten. 'Ep/ii^c extiftjlÄe. 

Enket, nihd. enlnJtel und noch Dtundart- 
lieb Enitel , eigenlilcli der kleine Großvater, 
Aftne nach unten , da es Diminutiv Ist tod 
ans, lat anu«, ancüia. - £ntel, nepos, 
otad. enclUIo, beielchnet orsprünglicli lolui; 
denn die Grtde der Verwandticban wurden 
nach Glledmaleo beitimniL Nagebnägt, 
tMoeU <Hlnne drtlken lehr enlTernte Ver- 
wandtschalt auf. Eben so stehen bä*e und 
büHn, ahd. vata, p-aorum In Zusammeo- 
hang. SprlcbnÖTtlich sagen HUIter: die 
minder elnd mir n<chf am Schlnbelne ge- 
dachten, und altnordisch helM olbogabam 
(Elnbogeoklnd) ein sUetmUlterlich behan- 
deltes Kind. 

EnkcU hochxdtr Schnee fiel entti* hoch 
(uque ad Ulos). SOttroto. 

Enthabimg gtn tut EntbaUtamkeU: ent- 
hatnmg dt der beste litt, td In ariel buoehen 
itt. Lieders. 

Entnafien heißt warm eini anfähet sa 
lehldfen, und lutal do«A wider. - Hüte dich 
vor dem entnafien. Geller, 

Enträetet lein ist gleich dem entitoel, 
enipeiren lein mit rehlerhartem t rormlert, 
sUtt in-iwei, in-riatet, aulgebrachl, In 
Rdslnng , In Harnisch gebracht sein. 

fintititd«r, oder.' inl, aut; ought or 
nought. 



Enttwei: siebe oben s. 17«. Bit gät diu 
reä« entieei, Wallh. Brich mtn herte enitoet: 

Eni- (rlflg, glganteui): Enx-berg, En- 
zen-berg; Eni-Melac, groter Rildenbund, 
nach dem französ. fieneral und Wütrieb 
Melac auB Kanhe so gonaunt. 

Du halt noch kein erbe mit Im geleUt: 
kennest Ihn noch nicht. Cefler'. 

Über da» Gräfi «rben , hellt bei der Beer- 
digung zugegen sein , um erben in können. 

Eriie, mhd. eruielj, ahd. aratoli, Ist das 
lalelne ertiunt. griech. o^ßof. Eine Erbte 
um ein« Bohne geben. -- Die bbi erbit allieig 
Ist oben d/*- Geller. Der Teufel hat Britai 
auf ihm Bf Brötchen: er Ist sebr blater- 

Ereignen (evenlre) bat keinen Zusam- 
menhang mit eigen, ahd. olgan, sondern 
Ist lut dem ahd. nnd mftd. Worte ougon 
(ostende re>, analog dem leigen (mhd. 
souptsn, ostenderunt), Terdorben; allein 
flberlleferte schlechte Formen Oberwiegen 
die echten und rechten. 

Ergele oder £rtete. Im Brelsgau (Ur Celte 
oder ftUiel Qbllcb , Ist das latelne wceolH). 

Er|fDj!«n, eines Dinges vergessen (erge- 
jen) mache^i , und dallir eutschüdlgeD ; et- 
freuen. 

Die Frau ertennen ; er dl« itOnlffi» xmo 
nUrmdien leibUch erkannt hat (cognotU)- 
Stafnliäicel. 

frholen, sich, von VerIrrung, Arbeit n- 
rUkkommeu, sich erqulken. 

Ergulten , mhd. erititsn , wieder quA 
(lebendig) machen, neu beleben. Diese* 
aus* lebt noch In kek, und QuetslUvr, ar- 
geotum vfimm. 

Der erjte bette; - der näcAaie beete: 
qulcunqoe et qaaUiconque. 51ch an erden 
betten verheiraten. ~ An näehden beelen 
Att auficnütifea. 

Vom Gaul auf den Eiel jtommen. — Den 
Esel auf den Gaul seien. Ä^' ixxt^v «n* 
ovovq, ab equls ad aslnos. £lnem dan £mI 
stecAen; nee manus aurlcnlas ImtlaU eil 
moblllsalbas. Pert, Kok longas dlgltla aar«» 
[mitalur aselU , aut pllcat artlculos medM 
et comua surgunL 5ec(anu(. Der fiael bett- 
let dem IFol^.- der UnscbuMlge dem wutbe- 
rieh und Härder, wie Im Kefnete Piieks. 
tFie der £*el mil dem BeUIum: ovoi; uy^e 
fivi7)fia, BsinuB portans myslerla. Bflaäni 
Eieli iprdeA, <V er gefragt wurde: Dicbl 



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Esel — Fabula. 



■nlwoTten, bevor mtii berragt ist. Den EM 
&iergätten: die Sache zu weit trelbi 
Gericht über Verbrechen erglecig In dem 
Sana, worin die Tb»l verübt worden, was 
anch durch die fcmrtlge und sRhalkbaRe 
Partemle aofigedrilkt wird: Woiichdei 
wdW , mitfi er Saar lauen. Tohln der 
mit dem Strange, dahin gehört der Hirsch 
mit dem Fange. £lifnft. — EIntn auf den 
Eiel teiea: Überwinden und BChloipdldi 
behandeln. Die Bedenüart rührt von el 
etaenjals üblichen Strafe tier. die Doch 
liundert Jahren hergchleT Brachte auch Je- 
mand luvege , fiaß man einen Soldaten eini 
Stunde auf den Esel gesezl, wetchaviel^e- 
wtten und leiten und schtcerlich geickehen 
«le. Pohft JoAann XIII. lies tmJabre t>t 6 den 
Prtefecien Peter zu Rom nakl aor einen 
Esel sezen, rerkebri statt des Zaumes den 
Schwänzln der Rand, «an*» Jahrb. II. 190. 
Daher auch: einen iutr Eiet verdammen. 
Bürger. - Ein Streit um da Eieli Schallen: 
^.Ti{t oi'oti mcuzg; de aslnt umbra. Demoslh. 
Einen bitten, alt man den eiel tuot (schla- 
gen). Roteng. Slettiich wie dei Pabttei Biet, 
(wie ein eigensinnig IHauIthler). Volkim. 
Brtchlagt auf den «o*, ti«d meint den eiel: 
einen iitcht unmittelbar iadelD nnd schel- 
ten, tvther. Den Eiel führt man nur 
mal aufs Eis: nemo lil)eQter recollt, qul 
iKsil , locum. Phffidru». 

Daß Ich ein Eiel wcere! - Wenn dar eiel 
hörner hätte: wa^r Ich fürst tn Sachsen. 
£ulher. 

Eielihavt wird elD Pergament genannt, 
auf nelcfies man mit Bleistirt schreiben 
nnd das Geschriebene leicht wieder aul- 
ISschen bann. Solches Pergament Ist weder 
anfiEseishaut verfertigt, doch Ist das Wort, 
wie Heyte fabelt, aoE OßUhaut verdorben, 
aoDdero der Namen rilhrt'eben von dem 
firunde her, daB die Haut sich alles wUUg 
aufladen und abnehmen lüDt, folglich wie 
der Eiel eine pul« icJItyp« Baut ist. 

£^en. Der Grund, warum das Partlcipium 
PrxlPrltl doppeltes PrcGi pe bekam, liegt 
wol Im liilDllgen Gebrauche der inhd. Form 
oeesen oder ge^en als eine« Preesens InBnl- 
ttvl : SI enfunden loup nocA grai , daj ußi« 
geejen mohte. Fuojesbr. Du kantt wol 
ftaj gejeu , dd dil «j veäe vindeit. Hartm. 
Diese Form eihlelt allmtellcb den Schein, 
al* let das Wort uncompoDlert , und man 
gab fonach dem erwlbnten Parttclplnm 



das Pr«Bi p« noch elnmu. iDdessea lagen 
wir auch heute noch : «ia «init voll geEen 

und trunitan ; wir haben geCen ^eie Dre- 
ichtr etc. In der alten Sprache ejtn die 
tiere ; die menichen aber ejen und freien; 
heute freßen Thitre und unartige jr«n- 
iehen. - Eitiem *e(n uerdeJil £i5en auf- 
itaüen und reinen Wein einschtniien: ohne 
Rükbatt redGD und bandeln. 

Eich, ahd. ajf IC , gotb. alfiJt, bedeutet 
legei, frumentum, und verhHlt sich lu ejen 
oder <(ati, wie das laletne frumentum zu 
ffui. Esite : seges ; etar : sepes. ~ £jitGifln 
(sepes segetlsji Btat-c/iar(«a (horlus sepe 
ciDcla). 

Bße Ist entstellt auB etfa (Ignls, anura), 
wie noch In tiegeleüe und Aiß (arsnra). 
Eluiaj von naueni fn die tße itdßen (umar- 
bellen). £ulher. KeuUch auß der eße ge- 
tommen: noch fvnkeloageineu. £ulher. 

Eßick, alcbl Eßig, Ist das laletne acelwn. 
Eßichmuter, fermentumacell, rührt wol von 
malten, d. I. motffar«. - Dann md oln lö- 
Uch fluT mottet, 50II mänglith lubläien, 
damit ei mit vollen flammen Aer/iJr breche. 
Ambros. Blirer. Tnd iit ganz «Ine dlijiura- 
(Ion undmuderel darauß geuiorden, Luther. 
Moder und modern, eben daber,-tst fer- 
menlum und flmut- 

Eitrich , Fufibodeu von geschlagnen Erd- 
arten , auch Deke von G; ps , ist das m)ltel- 
lateine ottrlcui. 

Etwa, et«>an, etwai: mhd. «t«iti«nne, 
eteimenne, eriioenne (quondam), ete*u>«r 
(allqufs), etetwie (altquo modo), eteneä 
(altcubl)' OSB Prvüi et hat den Sinn des 
latelnen ali-, nnd wandelt die prägenden 
Pronomina In unbestimmte um. 

Ztoj iit das Ei>angeUum (die Neuigkeit) 
dei Tagei. Volksm. 

Fl In jedem hochdeutschen Wdrter- 
luche gehören die mit P und die mit r 
inlautenden Worter xuiaimne», nnd aur 
blindes Kachahmen lafelnfjcfier Leitka hat 
iie bisher ohne den nir das Latein gelten- 
den Grund , wo V gleich ist nnserm W, ge- 
schieden. Seit einem Jahrtausend tauschen 
ms F nnd V ahne fiel Grund und Be- 
denktlcbkeil ihre Pläze. 

Fabeln und Faselei sein, treiben. VOIkMU. 

Hoch Fairll und Gaiteniitd werde». Ld- 
ther. 



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Fac — FaSnacbt. 



, Dag fae totrnn fn tttoai tiin. Sailrow. 

Faden, mhd. vadem, stlmml zu vdhen 
undvani, wie Äthem, ahd. ddtim, zu gotb. 
ahma, fr.ave/iog, \»l.animuf.- DenFadea 
(des ZusimmeDbangs), den rothen Faden 
(der durch das fiaoze ziebt,) vertieren. 
Du hOMt mir mit deiner I^fblfchen tuchl 
(Grazie) den faden avß dem liemde geiogen 
(deo eürtel gelmst) , iprdch die frau. - Dm 
maidlin im die buumuioll aujH der Joppm 
i6h {t6g Ibn auS)- Stainhöto. Den Lebent- 
fadtn eniiDei schneiden. •> illei hänffl od 
einem Faden. ~ Elwai 2u Faden teblagen 
(eolwerren , vorberellen). 

Fdhevüan beecht (beehdlsO '"««'• Agric. 

FatBen und Flauten machen, treiben, 
Fotien ist was Faxen (facetlae) , das nocti 
tD Fonio((«l, Faßttaeht, einen /Visen und 
dien fortlebL Er war ein nexierer und lie^ 
, lieft faitn. Sastrow. Flauten dagegen rülirt 
auS dem abd. vliiari (mendai), kivlöt 
(sasnrrna, fallacia), mhd. vMten, her, nnd 
Ist mit ^üilem yerwandt. 

Faktl Ist das latelne faevla. 
Vdlant, der Teafel, latPartlclpsnbsIaottv 
wie. jffefland, und sliramt za dem an gel». 
faUxn, sedacere, so daft sein elgebtllcber 
Begrif Ist Verführer. ~ Da; in der vdlant 
rb*ntot! Thomasin. - Ich dank ej mime 
heile, daj icÄ dem vdland entran, - Der (r 
irert le minn«n (DstiTUs) , diu itf de« vä- 
landei teilt/ — Daj lol dir, viltaniKne, im- 
ruertierholn itnf Nlb. bü hdit dinvdlani 
getan! Rolher. Fdlandei barn (Infäns); 
u^tandei anttverk (aegotium). TWildn. 

Falbel aus FajjuAel (epllepsla) coDlra- 
hierl: das faUiel gi dich anl Geller. 

Sit eins falitn n« hat, muß et mit ölen 
beise» (mit dem Geringern vo^b neti- 
meii). Sebel. 

Faltch ist du lalefne fattui. t 

Den falwen hengst ([reichen, reifen, 
(schmeicheln und trügen). Geiler. ~ Den 
falben streichen (eltlpliscb). I^icerd. 

Einem Ding Färb« anetreichen, geben.* 
ein Ding auGschajUken , verbrEemen und 

El gehl wie bei Färber* Gaul (Immer Im 
Ring herum, glelrhlJtrmlg). 
, Dlft fahrende Habe Ist auf iwel BcBtand- 
IhfJlfe zurühzunibren . wctthe in der 
Rechlssprachc hedeiitsam da< (reibende 
(nemltch vih, ag*- drdf, üngl. drovc) und 
da» Irngendf fgetriiide, glttagidi, von Irn- 



genj genannl werden. P^an der (ein In den 
Mber körnet, das "orn in da* »eil, lö iit 
fj farende hdbe. Bodmaii. 

Fart Im Sinne tou mdl: ein fart oder 
iweler mit dem slnAIein an die täre Ui^fO. 
— Nicht ein rart dei milnaft, jonder «uo fau- 
lend mdlendee fuge. Sieinbdw.- WirmujSe» 
an äie (lezte) fart. - Er itt an die fart t 
(obill)- ITattfter. ich iwer ej bt der jtlngifen 
fart, td mtne j^I von hinnen tuol/ LIeden. 

Fährte: die Spuren des FuEtrIts der jagd- 
baren Tbiere. Die Fährte haben; — einen 
die Fährte veraitehen. - Ejist unnät, daj 
(emun mtner färte frage. Harbn. 

Furr, Farren, mhd. far (laurns), Ist da» 
grlech. »o(i(f, sopT*;,- — F(M7en*cÄieani, 
Farrenjleel. • 

Fa^ gebt parallel mit dem lalelnen vas. - 
Dem fajie gar den baden auß*t6ßen; (einen 
Handel, ein Ding gar verderben). — Biß 
dem faße der baden außget. ~ Dämchen, 
daß es noch im faß wäre, (etwas gern an- 
gescbeben machen). £uther. 

In ein Sieb , in ein durchJtichert Fo^ 
gießen: vergebliche Arbelt than; olchls 
bewirken. 

flach dem alten FdJte , (noch dem alte» 
Adam) zilten: Ton der Übeln GewobnkMl 
nicht ganz lassen. 

Fast, das uns nnr noch beinahe bedeute!. 
Ist eines mit feet , und hclEI noch auf Titeln 
so Ttel als sehr, z. B. eine rast kuritoeiti^ 
Hiilorie, wie mhd. er höre vaste (feinde«. 
Gltches. Cnd manete »i vaste 16 der nit. 
Alei. Dajneerteraleo vaste iluoc. Ruodotf. 

£in Jfeiitwm, doj tnon fatUn und feiem 
muß. — Etioat weder faiten noch feiern: 
Ihm ganz und gar keine Acht und Aufmerk- 
samkeit widmen. Der Anfidruk Ist von dem 
Gebrauch In der katholischen Kirche, an 
Vorabende heiliger Tage zu fast«n , die 
Tage selbst aber zu feiern, hergenommen. 
Fallen und feiern (zumal) g«AI loi« doi 
£reustraifen und .^ing^n (vereinigt sich 
Übel). ~ Foiten und feiern (zumal) i*( der 
Christenheit verboten. Snclienw. »'em icjk 
nicht faste, dem feiere ich nicht. Gellef- 
Daher auch gefeierte JVamen, wie heUlge. 

Kommen tcie die Fallen im Man (uuHt- 
blelbiich). Fol*»m. 

Xbmmen wie die alte Fafinacht: xa spät 
oder hlnlennacb kommen. Alte Faßnachi 
der erste Sountag In der Fastea, wo 
l.usIbarkeM nicht mehr erlaubt nai. 



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FaU — Feiertage. 



und wer all» eni da Uniea und «prliiseD 
wollte , der kam zu ipwi. Stehe oben S. 331. 

Fata KOTgana aeiinl man In Keapel, yio 
Kle bisweilen vorkömmt. dJe Katurerscliel- 
nuog, neoD Elch die Irdische OberOüche 
tu der Lud abspiegelt , und der AuBdruk Ist 
aus dem Eigennamen F«imt>rgdn, wie die 
zauberlacbe gllefschwe«ler des KÖDlgs ir- 
lu* biet, enlslellt; fraui. Fie Morgaln. 
Mittellatein h«t«t sie Fee facta, d. i. falua, 
und Fofa Morgana WKre deniDacti laleiu 
richtig Fatua Morgana, 

rattr, ahd. falar. verhilt «icli in futltr, 
tDbd. vuoler, wie uarr/fi in itaitofiot, 
palar lu pateo , patUi , pabvium. 

Ich hab'i von mein«)» Kaier (geerbt, er- 
lernt , gebeert). Baj enllrte mich vater 
tUehtl Mb. Mttmt er Gott to mol alt ttinen 
\ Vater (deo er nicbt kennt, weil er ein Hu- 
renaobn Ist,] fofjler grarverlorenJ Volkam. 
er tinget den letben klang, ati jtn aller Va- 
ter lang. Glichessre. Er linget aichl «einet 
Vaters lUdltin! (ov xatpoixa avi^tt ßeXri). 
Volksm. Du uWtt dich välem (in des Va- 
ters Art schlagen). lutAer. - IFer (tetn.Fater 
nlcM folgen wül, folge Sem Kalbfell (dei 
Trommel). Voiksm. IToj valtr und mutei 
nfcAt iiehen kann, das tiehe der henktr. 
lullier. J>ai Colerunter Alnler fleh beten 
(Beierel und Zauber treiben). BittlviäUek 
vaterunter (leeres Geplauder und Lüge). 
Igric. Die Form FaCer unser Ut kein Gm- 
clamuB, Bonderakerndeulsthefüguilg, wie 
der liruDd«r «In; diu niftel mtn; fromee 
min etu. 

Seinen tialer. Meine vorfaren (ramm ma- 
chen, (schlimmer sein als sie), i^rlc. ~ Ah 
lej.' letlihti muotet rtnt die ir «orderen *6 
ne erenl/Dlul. 

faulenien (nicht faalienzen), fauI)J«lien, 
auf der faulen Heut Hegen. ~.Melil faul 
(«chnell) Min: Cr ttt sich lu lo6en nicht 
faul. Uervlnos. 

Die fault ImjoAe machen. - Inäitfaittt, 

in$ fäuitcKca lachen f^pa^uiledle/dutl 

aufs avge. — Bat reimet tieh vie fautt und 
aupe. - iu/" elirene fauti handeln , tcdg'en. - 
^on der ^auit In den mund leben. Luther. 
B* fauicatk hinter'n Ohren hoben. Volksm. 

V'e'i'h, ahd. fih, heifit buni, vorlu«, und 
hängt mit dem gr. :ioixiXo^ und dem lat. 
pingo , intt ahd. fihu , pecus, £usaiiime[j. 

Es itinHt iti.der FechlKhttle: ich wUtere 
1 iimlb; ff ist nk'hl snuher. 



Feder' und Fittich ilud verwandt mit 

xstOfiat und xre^oi'. 

Wd hinauß bläte*! du dein« federr (iL I. 
wohin gedenkest du lu rebeuT) Vm. Da 
bideen il Ir fedtrlin auf, lu tehen, wo e* 
hlnwetee. Olesr. 

£( ijt auch jonlt et» gemein «prlchwort 
vorhanden, dat diejenigen brauchen, to 
fremde land bauen vioUen oder tollen: leb 
will ein feder aurbifsen, lod dieieibig hin- 
auß fleugt, will ich' nachfaren. AveuUn. 
Wenn du autn (or hinauf Jtoinmjl, to nlm 
drei federn In die hand und blis si auf in 
die hcehe. AW. Bchar la pluma al ayrt y ver 
donäe cae. Relna. Die atat Lindau hat to 
«leit recht über den Sudent^, als der mm 
eine feder lu den »6 treibet In der richtung 
ndch dem Degelttein (fUlilein. Manej.), der 
im se ilet. Wegeiiii de dumlnlo marls Suev. 
Jeux IT42. p. S3. 

Sich mit fremden Federn zieren, ichmä- 
ken (nie die KiKhe in der Fabel). - Einem 
die fremden Federn aaßrapfen. - Fliegen 
wollen , ehe die Federn gewachsen sind. — 
de Feder anteien. — Es itt In der Fedtr 
geblieben. 

Federletent machen. - Nicht viel Feder- 
Usent machen. Hebel. JHan mu/i einen fedtr- 
leten und adulieren, - Federkiüber. Geller. 
JVur federn woUen geleien haben «nd mit 
/Uchtiehuänxen ilbertoedelf eelA. Luther. 

Federtplel bedeutet Vogel, wie TFlndqH«! 
einen Iflfidhund, der sihuell Isl wie der 
Wind. Slnem ^Irlgen federipU ist gut loten, 
und (der gern lansl, dem ist Itcht gcpffftm. 
Gellt^r. 

Fegen, oibd.tiegen, puien, BGh<Enmachea, 
hängt zusammen mit dem goih- und altn. 
fagr, gut, scbrEu, und mlttiuce'ei pücatnra. 

Fehde, mhd. vehede, Felodscbalt. rlibrl 
kou nähen, feindlich' angreifen, und stimmt 
lumgotb. rü'an, baisen, wotonuhd.vtont 
und unser >'elnd. 

Feier, /"elem, frlertae, mhd. fUr.ftre, 
ftren , und Ferien rühren auB dem laieinen 
Worte feria und feriari her. 

Feierlage verbunden Ul Iti ganz Schwaben 
Bo Viel als Bliebe geben oder noJtt «ein. so 
latl Salier In seiner Schöpfung den hHlle- 
losen Idam klagen : 6 hält 1 It In ap^el 
bißa, 10 aiar i 6 makel und lünda, und 
dürft koine feltig uerArunda (dürfte nirHI 
nakl stehen). Wahrscbeiiillcb rübi t die Kp- 
denssrt (iHber, da6sli-b Phedem oller, nun 



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Feige- 



tFliitcr lliaeb«n «or PeterUr«i> «u> Aber- 
(ItubeD entbliElteii , um la eitahren. was 
rOr elneo Mann ate bekommeü werden, 
und durcli dieses Naktatehen Im Toraut die 
Ankann der Feierlage «erküDden. 

Feig' Männtr wurden lur Strafe in Kolk 
oder Sumiif gesenkt und Dornnefleeht dar- 
über geworren : IgnaTOS et Imbelles et cor- 
pore Infames cceno ac paluds, Injecla In- 
■uper crate, mergant Tacit.') Davon welE 
nocb das HIltelBller und unser Sprlcltwort: 
Man tfrichtti «*r <m nrhten illrbct, 
AlJ *T im tttttr AT (rvirlit, 
rfüj BWH tu tol in Bwl"*;) bep»ben. 

itm IUI «Uli n» kaek&l beilektD. ' 

■Ter vom DrSuen ittrfit , dtn soll man 
mit Eselsnirzen b^^aben. fmd. Ancb für 
Frauen Ball dIeGe Strafe; *f qtta muller ma- 
rUmn ruum, eui lagitime Junctaest , dimi- 
terit, necatur in lulo. Lex Burjfund. In Ber- 
itort* Trojsnerkrleg keißl es: 



aW»-lii(iHinU»(Tnl 

SInem die Ftigen weiten. Frisch. Er selgl 
tr die feigen ndch gewottheit der Wathen, 
dd tt den davmen durch tuii» finger itdßen. 
Pauli. Crebrai litUtaiague dexira Vulva«. 
Sectanus. Das Gegenliiell Ist, den Ulltel- 
flnger fdiiTlrum ImiiudlcumJ auSreken und 
die übrigen elnztebeii. Ferpl. 5. 34S. 

Wenn'i lange umget , mttyS der dlt feigen 
freien, der li gefreßen hat (nach einem 
Hsre). Agric. 

FiOten , besser als das roIiere feiUchen, 
bellt einem ettoat feit machen um wenig 
Geld. - WervüMlWt.derhai wenig gelt. 
AgTle. 

Finemfeindeetm -U!ietAendit!himtBmre, 
tj Ut mir leide tanbe in.' Mb. Ein Bruder 
Feind$eHg. 

Peifit, mnndartitcb feiß, enttprlcbl der 
■edealDDg des latelnen pinguU. 

Den Veittlanx (krampfbane Krankheit) 
haben. - Dae heißt , mein' ick , den rechten 
*(mct Yeitttanz haben. Lulber. 

Dai Feld behaupten. - Auß dem Felde 

'') Aiwh klj dniHSBmi mtn fintrr IMH , äm- 

Jevtttjtawitpit rea^ntitmarftrttur. TjT. 

•■j urff, mtlm iHrvtl l.ier* 
B t mtMtHn. B0B«r. 



(oMopeM. ~ Auf ri^nam Felde geviaehten, - 
Dat tteht noeh im weiten Felde. - Zu FOd 
liehen. — w6 er J« le vtlA sdh, GR. 

Fefdbieehof (gebenkt) werden. Fischart. 
II est falct eveigue det champi, donnaRl 
la benedictiOH avecquei let piedi amn pat- 
san*. Rabelais. -- Klöppel werden in fad- 
glolen (an Galgen kommen), Luther. 

Ftldiiech! dieses Schimpfwort entstand, 
weil ehemals die Siechen (teprosl , d. 1. 
KranJK xai* «^ox^v) aufierbalb der Orte Im 
freien Feld Ihre wohnnng hatten , wie i. Rl 
b% Sotteni «nnant KrAielingen h(u , hofund 
hofilat der armen Itind und lundertieeheti 
am tistd gelegen nnd benannt war xe den 
lunäeriieehen am veld. ~ sin veriehmaetMr 
feldsieehe. Uloclet. 

F«U, mhd.vel, Ist das latelDeiMWI, gr. 

reUen In Pai Veltml etc. Ist anl Folmlin 
gekürzt nnd hat bei Luther den ilmlaat 
noch nicht, da er (Br. lY. 8T8.> Fotten 
scbrelbL JDuftajIdIraanGfVeltlnsilTanUMt 
getdnl - Wir fragen lanct Veltint tranMelt 
(die Pest , die wir nicht wollen , d. 1. gar 
nichts) darnach. Sastrow. 

Fende, mhd. vendt, Bauer Im Schach- 
spiel, ist dasltal. ranl«, tüiinfonte, wie 
unser fanr, nanue. - Ich pteb ein vendtn 
um ein roch, fr. roc; (elDen LSul^r tm 
Scbacbiabel um einen Thurm>. Bäxl. - 
Ich tthrige d«n roch über iueh ! Morolt. 

Zu Venedig vor dem Gatter (vor dem 
Tbore). Bisweilen beifit dieses so ile( als: 
vor der Thür' itt draußen! nnd ein ander- 
mal bedeutet es : da ich noch unpeborsn 
v>ar ; z. B. ich war damals nocli fu Venedig 
vor dem Gatter, welches squallst dem als 
ich noch Erbten beigt« (nliAts tliat oder 
dachte). 

Fenle (veniam) fallen: niederknien nnd 
den Boden küssen. Däeritf thttr venie lofr- 
Bari. Diu iuncfrowe ^ von (rer v«nl> 
>(uon(. ..- fr Isfian wat eine cmfs gar. Pan. 
Ben anger möj er mit der langen venie (ÖH 
der LHnge nach hin). Tritt. 

Feniter Ist das latelne fenettra. Die Fm- 
ttertcheiben sählen : Baß tie vergebent 
lehmalie, und er dabei gani ungerüArt dfi 
Fenttertchelben tählte. Blumaaer. 

Gol «entw und d<u lldilcr maulbrmm 
(die Sinnlichkeit). Fischart. 

Bei dem höchtlen Bot terUeten : Zilrfcfi, 
Bern , Batet und SchitfMuen hdM htm 



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Verboten ' — Veriegcn. 



luMluieii bot verbalen, äaß ttisman 
klinig jUeche. Tsctaadl. 

Was <''"* nwucA verboten i$l, da; litbt 
(m I« oller frUt. - ITtn itt um gthajer, 
dannt vtrboltn leajir. Uadert. 
. FJtreh • abd. /%'riifc , da j : die den Leib be- 
lebende Seele. U ftrtht güloehan. Oltr. D6 
tek M vtrcht tctu vtrmUtn. Waokern. £fo 
'cerek utu wurMt rtner tufftnf. EicUlIi. 
rerchwuNt; bU an die Seele wund; vertK- 
wuHdM : in Seele und, Leben gebende 
Wunde , die dea Tod drobeL Z«r (Um- uiul 
«em ucrche lilj«n. Wllb. /n doj vmA ««■.■ 
«cArdttn. Sucheoir. 

Ob UHt's halt (Bleich) »Hj, ieh torj,vtr- 
(lagen. Pari. £2 war luw bistr vwdagtl - 
IcAwtl tin teil dir gagen; dn lefl mwoj M) 
twrda0«n. LIederi. B«^ <«l dag»» alt ta- 
gen. Votlum. — Der firolheriog Laäigig v<ra 
Baden kehrte In Betref iei Leute', die Ikm 
Bebelmen Bericht IQ erslalten hallen, den 
Spruch nm, ood bei Ibm hlcE es: K«^«!« 
itt Süber, Soigen Ut Gold. 

Verdammtn Ut da* lalelne domnore. 

r»n TthU Molle dar Mrderten, der dakelme 
Heb verlit. WIgaL 

va MTdtrbt, doi «MM trioia virbt: (vletea 
rebt verloren , well man «ich darum nicht 
bernttbO- Agrie. Ehedem beuer: Wajvtt 
verdirbt, itiman nlhl etneirbatl Watth. 
Fll df»0* uerdirbet, d«a «hu» ntt wfriU. 
HHzL 

Verdienen und veriehvbstn werden <Ane 
Unterschied sebrancbl um die (Inacba Tan 
CiHteM »der Böeem aniHdenteo; doch ver- 
Mohuidet man Strafe and viriUent leb. 

De* U mtn wllia ^arte, das <0l nA veren- 
det (A2) Hnf Klb. 

rerfdAen, In Sinne von Mndemi da* 
verrAbei nicht , behindert nlchL - Ej tuMe 
niftt ver^dAen (trODunen), wasntmt trfrö- 
Mtti bil. Mb. Das <>»* niht verfäHen tan, 
das i^' *i **' "i*^ ''■''■ Klage. ioJt wan, 
es ti verfangen gar! LIederi. Ca wlM oUei, 
wai man iiun tagt, nJchli verfangen (nü- 
len, föTderilch Bein). VoUtt». Cnä mUK 
doch niht vervienge (ntUte). Barlm. 

VeräUet aiat Int Adr «md bort, das mir 
ob im griUen wart. LIederi. 

Ferge (naala), mbd. verge, verhSIl lieh 
inAiren, yilo Scherge zu Schär, ahd.teario, 
learjan (compellere). Suofet dem vergen 
über ßuttnH hol mich Me verge IVlb. 

Vergebene, vergebUch. nnprilngllch 10 



viel ab Mh«n«w«li#, dann timtonu und 
erfOtgiOM, mhd. v«rffeb«n«; unvergebme, 
nicht DmeoniL 

Das vergaU mit eilen (yf) der chäae tpüe- 
moH. NIb, 

Ferirßnnen. wa* nan coniUnt bedentet 
in (rtite gtetattett, hlel mhd. dieitt und 
öner noch mifigonnen. 

Yerhengen helBt ura prBngUcb dem Rotte 
den tStgel verhangen und ei nach Billeben 
jau/'en lofim: dann ^eicAthin laiiMi , ni- 
lOMen; ~ Verhängnis, gSltUdie Bcblkang 
oder Ftltpin(. Vergl. S, 330. b. 

JUei eerjtaMj'in und verrathen. - Et Itt 
aUee eertot^T «nd verraten. Elb. 

rerkeilt lafn, tfeh verieüen Ist ein Aut- 
dnik der Btadenten fUr verllelif lafn, ileh 
verlieben, welcher bei fiUharl hellt ver- 
eiden, d. L «erMebt mocban; Free, tiule, 
Prnt. kOl. 

Ferkel lil du latelne porcut; Spanfertel, 
luoula lactans , von qienen, alUcere, «pun, 

Dai mnndartlletae Wort Terlten (perScere). 
einen ferken (allcol prRito esse), Ist aul 
dem Verbnm fertigen contrahierL Ferirpen 
In einer Urkunde vom Jahr 14TT. Ehemals 
gilt dalUr außriehten : Srbarlich ausrichten 
und becole». -• Er dat alt loeib betaict und 
aoblcblel, oU er ir ueriiiracften h«t. - Iah 
verde in ed autrlchlen , da^ er eith hln^r 
vor andern ftatoen gelegnen soll. Suin- 
hJtwel. Dn* bedeutet außrUMen so viel als 
tMrjicere, mandola exiet*'* und verMs jiro- 



rsrUoffen hlel ehedem ancli auß- nnd 
111 fnde Oder satt Hagen, euch zu Magen 
aufhören .* eö ne möge vifs nlemer m4r ver- 
klagen noh verwinden. Alei- Den ipiegel 
toUe wir verklagen. !fUh. Das tnfcft nlW 
ruoris m^ der lu/7, das verklagt ich tthte. 
EUsab. flA hete ileh diu guole magt lä ver- 
weinet und verklagt. Bartm, 

Sieh vor einem, vor elmat verkrttehen, 
veriehliefen miißtn (aul Schwn). KaUim. 

Site Ol eertuAbochen; mellorare In dele- 
ui, wie verboHhomen, 

Die guntt li^>er verlaßen Ol» verlieten. 
Zlnkgrer. 

ITeilft wunder, üb« yel cerldjet da; 
heria, daj tih selbes vertdseti K6lk. 

reri«0«n, FerlspenMIt biet ehedem rich- 
tig trage, faul, Unlhätlgkeit : sich vertl- 
den, US werden; durch £(e^n verderben. 



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Verlursl — VcrKhmafihtcn. ■ 



r«j-I«r»(, *0D vtiiitren, l*t bftcIMI reb- 
lorhan ntr Verlutl; deun das Yerbnm beut 
Bhd. fortioien, mhd. verHe$en (p^rdei«) 
and Im Sulmtaiillvc yerluit hat sich nie In 
Froit, vou frltrm, das urBprünellche * 
Tor VerwaiidliiMsr geretlet - *fn ti«rlomer 
Mentch bat dpn Sinn : Gölte vertomar 
Mensch; z. B. i mtn gebefnt vtrienkt rieh 
fn dai rerlaroe tat. Walth. 

Teriierent klagen und geatnnei dag*». 
Yrid. 

F^rloren itt , mat man nieht flftdtl. 
Volhsm. VertSren *inddi», der man ntCht 
findet. SlalnbÖw. 

Sich Idßen verlüten (aalschcllcn) imd 
verbannen. Rrand. 

Yermrerttt, eluas geheimes kund (miere) 
marhen ; il teoUe in doch nihl vernitern. 
Flore. Sine irölde ti niht vemiKrcn. Stt^. 

Vermelden besagl inebr nicbt als melden, 
halle aber ehemal« den Begrir eticae g>«Aef- 
me» ttind thiin, cerratfien, z. B, (eh kot 
für rcdr \ermcldet lä. LiefhI. 

Vtrmeßen, vermeßenlUch: da« MlE lelner 
KrBriezu hoch anschissen; sicherdrelsleu; 
da; lanl sich tclder in Terml^. ~ Die «leb 
irdfer in Hrmdjfn. WeKchr. ImStanavon 
Jtjthn: er gwan vil manlgen heit verniejen. 
Kalserchr. KU tvotem muof vcrmejen , du 
hdil noch afni vergeben. Buchenw. Det ver~ 
meje (erkühne) teh miett. Kalserchr. Bin 
fterre vil ferme^en. AKrf. Bl. 

Verminen bedeutet ans nnr noch enl&eh- 
ret) , ermangeln, Mangel wakmehmen ; ein 
Ding vermissen M seine Abwesenbell wahr- 
nebDicn . desselben entbehren ; ehemals 
halle es aber auch den Beffrir noch Ton 
feMen, irren nndüberiehm, als; dd tcoe 
hem Birltnei Hage, da j er vcmiljet am« 
tlage. Gllches. Er tund ej fn viol underia- 
gen, daj »InfftTvermlglea, und da^si rehle 
ttlilen In weihe kmiendten. Flore. Jrfl dem 
grölen ichaBe Tlrmljln (ilberseheD) ■< din 
nfle. Bolhcr. 

Ferne, fernerig, femdrig nnd femig helBt 
iior dem Jahre, vorjährig; der TcTnerfge 
ßilertag. Ruodp. Fem, FImer (alpes altlo- 
re>) und flrft Terhaltensicb xn ror, wie 
xpiv XU nfX). 

remeuen, für nnser allein «bliche s er- 
neuen, erscheint noch bei Flichart. - Der 
greis troK tieh verneuen (verjüngen), 
Golsll. I.led. 

rtmieMen biet ehemals awfier dem m 



niehte maehen fMmer noch für nfnftt« aeh- 
ten , als : und ird mit tarnet man fn ein Ja- 
mtr-f mft vernlchlen (flkr nlehlt aehttn) 
iteh leUen. Mysl. Cnd eolt dfrh itlber ver- 
nlulen (oenWchten, pro nibllo bahere). - 
.Wt icnilcbtungc oller meneehen. Tanler. 

Vemut^t, 4ler vernehmende Geist, bat 
mhd. auch die parallele Form «emuntf, 
abd. f»miiinitt, von fern^mau (conclpere). 

Verpflegen hles ebemata auch aufgeben, 
xa fliegen aufhören, als: ej Ut Mute der 
drilletae, dajtehderwerldeTerpflac, und« 
aUej näeh der teHdt gte. llarlui. 

FerrJren: fallen lassen, verzetteln. - Sf» 
ffife« hitUe ceri^eyen («am der elang)' Trul. . 

rerrwAt und ruehloj stammeD von dem 
afad. mohhjan, mhd. ruoehen. Acht haben, 
besorgt e^n , wie es noch heute belBl : der 
gtUierhat geruht, (bat uwUen, taaltcforff, 
»lebt gitlevlt) und sind wie vergeßen, netn- 
li<4i denen Gott keine Aekl und Obhat melir 

£lnem dm tnuoe, die fupiwn «eraoiien. 

renehJimf Ist mhamhaft; aupgeMchäM, 
die 8 Cham verloren habend. 

reruhetden brtracben wir euphem iBr 

fereehlleflm, mUd. versliefen, actalUpfnd 
sich verbergen ; heute tieriehlu))/ieA. 

rereeAHnden, mbd. vertHfuIen, dertntln; 
daher .^cAtund, läucei. 

Kerwhnuehen, mbd. ueremAhen, ain«he 
machen; heule' nur gering achten, auß- 
stoßen. ~ Dise spise lol dir nih( vsrnndhen 
(dlspUcerc). - Sj endotft im nOtt vwsmA- 
hen. Fan. JKr «mdAet (dlspllcet). - Osj 
den diu Jiuah n'irimilAelin.' OtlV. Besmäluta 
<ttu • (dtspllcnlt TObIs!) TIAtk. Diu rede tvK 
sotti smdhen. Pari. Ich füreht, »j int oer- 
imdhe. Trist, ruu verHRdhei daj? NIb. In 
Suhslantlve Sehmdch Ist heute, wie acbon 
bei Batlieuf«r für smdhi stehl ; vür mftjSend 
grtß -«chtndehe trogTCn » die Aspirata her- 
»cherd , well sich das h als Anllaat vv 
dlcblcrbal; In schmähen und echmSMfck 
blieb das welche h, aber der Vocal Ist knu 
CBworden<, nnd das r mll der Llqnitfa m W 
dem Strome , der alle s der *J, im and m 
In >ch hlnrfB, nicht widerstanden. 

Feriehmachlen, mhil. verimdftten , bellt 
elfenlllch den 6ertKh cerlteren; wie oto- 
lesco zu oleo; dann vor BlMe oder Bungtr 
mfßafhmen. flu Wort stammt anl dem aM. 



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Vencbmiit — VeKusdioii. 



355 



ttDihhan (rolere) und du w lit Id m rer- 
wan4«ll. wie nnmvdrebl n In w lui Verfao 
tehmaxta und icKwSten, wumbd. tmtttn 
4it. 

VtrnHmitl fl«bl ti» I'rsprDDg und Badeu- 
loiig pirallel mll vtricMagtH, dwrcKtrMcn 
and geicl^ial; denn es stiramt wifi dem 
Verto imliu (jacio, terta, *clmi«ißt)i IrhU'd 
niJell 6iUt«n und toH mfeh Jdj«» gmltan mU 
toM[n(<fA«n(f>iEcn. Kolocx, EintmSCbmtue 
'peben, Scbmlue ftetOfr»»«». Volktro. Hai 
verschinlzter weUe 4«» attfrür pvtrMm. ~ 
Dm srbmiz (ScMig) bttommeH. gatlraw. 
Der F«neh«til« Int tiao wie der VtrteMagne, 
Darchlriebnt oDd Geuilsigte ein <ii £y^aA- 
rMng und durch Hitb* Uuff fetcordtaer 
JTnMch. ~ Ver ^y« jieh nor £cAniiun> 
«cA«tW, iFlrd fl(« ein UeM In KwCffiMI. Hu- 
dlbrss. Wir verbinden tndel mit demWorle 
■och noch den Nebenbegrtr toq tchlau, 
lüMiek and Melunit%ia- - »<<■« l««le Mnd 
ahncMn nicAt vericbli(en od«r Tetschmlil. 
Sai. Zathari». VcMcbmIzt ~ oU ein« Fuhr- 
mtmntp»Utche' VOIkiin. 

Venehonn: Tencliuifcln, verfrakCB, 
neben orrjchorron. 

r#r«cftrrib«n:'EcHbmda cootomere, >cn- 
bendo dennnclire . »rrlbeodo arceiaetti. 

Vn-icftrd(cn: lerbauen; imv«r«rArdten, 
Banz . nnzerbauen. 

Slwa* veTKhutttmi vef derben, verpfu- 

F«ricAfl({<n<' vtrAtrben, iraUan cAin- 
' ^re. Irhha^' etbHtrauehgarvtrtrkiUUt. 
H. T. Srbw einleben. 

rcrsckieÖTMl, PWMhirörunp," cai^uraTe, 
ctiniuraIlo;-sodanDaDCli(cAicörm, etma* 
nickt IH Ibnn. 

ForMAtn .- vorhcrsebeo , gebU »ein anC 
elitaS't'c'ttfnMOfnffef (hoffeDdodernircb- 
lend) CBrwhm, lit txrptelar»; tin Bing 
nenisht (male >l<Iet) mnftWcM, und eben 
■O vtTtiaht (admlnlilral) man «In Ana. - 
Er ttchHeins argen tvofnvtriib. SMnböw. 
Di vtndeh ich mich (kam Ich anf den Go~ 
danken). Ik. 

Venegen: prau'nderc^. Si il mich ver- 
segten (ralumtiHs.preactndcbaiit) den gan- 
%en lieben lange» tag. glalnlidw. 

Zusammetitehn.mU den fermn. Vni. - !>ai 
Fersengeld n«A>nen. ^ MU <lem Fgrsengelde 
beiohlen, - Ton Troja nahm er'tFertengeld. 
Bliimaiicr. Venengelt schon bei Otloliar 



CerArArrn: <Jr (dolorein) sufägtn, Ter- 
■eieu, «erwuDden. flaj, er Im den saget 
veriirle. Gliches. Dd von aai Ir vencret 
betdiu herze und« oeh der muot. Klage. Utch 
Mdt Tefs6ret (r vü llehltn ougehichtn. Sai. 

f«r>fnn(nlielElnlcblmebr. nleebemali, 
tajfnncn, BOnderii itehl dem MnttrilnHen 
(dellrare) gleich. 

Veriiien: durch Slzeu verderben, ver- 
naebllilBefi,ieraeDmeu;-ti*fir<fim, Ober 
die beslimDite Zelt hinaus «luii bleiben. 

r«ntaa0«»: unbekannt. Martlnawatver- 
«tnoffcn. Marl. 

F^n-jprscfMn, was un« nun promltt're 
beifit, oder per errortm loqul, drlikto um< 
ledreht ebemali auU abl«hn«n, außichla- 
g»n , all : die iptie versprich (reipuebal) 
der wUe, tuie vil ti in gendta (wie noth 
lia Ihm auch war). Ir Bntc*ll«( versprechen 
(retpueie) betdiu min lüber u^d min gatt. 
Harlm. 

Verttehm hettt elgeDlIlch vor elmat hin- 
itehen; sodann uaArnchnun , merten, ken- 
nen, KenntHiß haben. - Veritanden Gut: 
verfallen. Ober das Ziel geslaoden GuL 0«r 
reriland «l«At sfn«m dabei tlltl. Volkwi. 
Dditit mir nicht nurdieFeder, londtm 
auch ätr Virifand (tfll. Eugen v. SavüT. 
r«r*land«n (verständigen] Uulen itl puol 
predigen. Lirer. 

Yertuehem prüfen, lentur«; guarenda 
abtumere. 

Fertig: das Ist lur Fahrt (mhd. vorn, 
tiarl) bereit, woraotdann fertf^tn, mund- 
artlich Vertan. 

Vertragen Im Bin ne von le<d«n, dulden, 
XU gute halten : Ob kIt'j In verfruopon, 
det waren wir geechant. - Vit wenig Ich (m 
dd vcrlruDir, oli er in xom mich iluog. - 
Daz woltsn il den gälten länger nlhl ver- 
tragen. Nib. ich vertrage , all ich vertrvog. 
Wallb. 

Ferir«(m im sinne von 5(#ila ver(r«c«n 
■i^on bei iVtlhart: muot«r, ich iHI «uch 
vertreten. - Bd lOUit nicht f&r dai tioUf 
bitten, loedn- jUa0«n noch flrA«n {ür lie, 
aneh lie ntcAt Vertreten ; rfenn (eh will nicht 
haron. Lnther. 

rerluicAen (etwas), machen, d*G davon 
Sescbwlegeu werde, rührt auB dem mbd. 
vertAjtn, von Leide betHubt schweigen; 
ich wil ouch Itjen fri gebSren lalltr it(, und 
4n«anid;en, dd nrfn Aerte in *^ ßf. Sax. 
raher auch nhd. wfrrtuif sein , rerdtt:f ma- 



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VerwuiöKn — Vieren. 



(Aten. - £1« ipräeh ■■ toh tat ej gtrt» , wmr 
mir mtn lalil ver'A?' (inm Schlafen diid 
Scbwel8<)i> gebracht). ~ Äeh «Itügtr tritt, 
n\nt h«n«n «in luit, Ich bin Terdajl (von 
l.olde betäubt), won <eft dlcA nffncr 4al 
fehaiMB«n. Welll. Lied. Daiielbe Wort In 
BtbH* Korg«D([ern: 'igtt lUt ri ddBe rrfH 
no. — AbtT ei wiard von äer friandi^iaft 
vertdßtt. SsBtTOW. 

Vartoaflöteti , negllgere, ichon Otter In 
Getta Rom, %. B. Seile 7t. 

St vtrteajen l (aboiltut, deteitatas). ~ 
Viruiajtn ilt ir von gote I Otfr. Der »«nco- 
jtni (diabolus)- iXttf. - Bit aUm $ind «er- 
leajen (eiolell). Cod. Monac. 

Yerwegm: auf die GlUfcswilge gelegt, loll- 
\miB;rericeg«nhea. i 

Ferietben, elDem etwas, Mtalt d« rfeA' 
Hpen Terweiten, lo tIbI all elaen (odabi, 
nod lit dai mild, «ertotjenr lä man «n* her 
ndch Tcrwtje. - Do; man e; im niM Ter- 
wijen mac. Fri;. SU« Bf gote verwijit, ia; 
«r unreAle Ität. Harllna. Von wlji , pnna, 

Pn-iHnden , elwas , für ti«nclnn«n (wfn- 
fian Ist lofrorar«), wie tt6»r«Ind«n gleichfalls 
(Br ÜAeru'fnnBn, helBI etwas TerBchmerzen. 

Etwa» venstrtt (veraehaldel) Aabin. - 
S«fn £eli«n vcrulritt AotMi. Volkiin. 5fcA 
vtrwirkt wwl v«riundipet Aab«n. Lersers 
Pred. 

Sw» vertaget , der <(t crrMran , hi« itAsi, 
dort d«r (^la. Relomir t. Zw. Stcer durch 
vertagen vrä veriagtn, dem loU nimmer 
guol belogen. Llederi. 

Terteihen (condonare, abaolvere) rflbrt 
auB dem nibd. veriVien, welches bedeutet 
verxinKlen. Hit netfim, accusare, hat es 
keine VerbladDQg. — Ir werdet mir vertii- 
hen (coodonare) I StaluhÖw. Ich verilut 
(renunllo) mich. S der kräne! Hanej. Er 
tich der Iren hat verxige». Iw. 

ferxehT (der) Ist Ton SaL Zaeharia ge- 
bildet nod angewandt im Blnnc Ton Ver- 
brauch oder contunttio; wie Empfehl für 
Empfehlung toh Leufng. 

Ztciechen vei und va itt kitin ä^erentia. 
Piichart il. Bebet. So sagen wir, am iro- 
nisch eineo großen Absland oder Unter- 
scbled anzudenten, und der Auldrok rtthrt 
Ton einem asre her, dat ein Pfaffe seinem 
Bischof hundert ovee Teriprochen , aber 
statt deren hundert ova gebracht habe, oüt 
deo Worten : ZitHtchen «es (ovm) imd va 
(ovo) i«t tMn iUffirtntia. 



YHi». Dloht Vm*t, Bflise des Getralde- 
korns ; Vtt«n , der PloTal , Ist »um SlBgalar 
fl(( fasen geioacliL Das Wort berUlirt steh 
mit gr, jiiKjaio, xttoavtj, IiL pito, pimo. 

Fom der Vetperbii di« JftiAncr aufßiegm: 
von eilf Uhr bit M«ttn>, (eine sehr korie 
Frist). Fottam. 

Btwat xum Veiperbrot (leicht) gtim, 
lUlmem. ~ Dat itt mir alt ein r<n0M Vetfßr- 
brotl Volksm. 

BeeU xiim Fette kommen, ~ Hoch ätm 
Fetlekommtn. - Fit /siIm (fesUTltatlf ) von 
etwa« machen. Sastf ow. 

Feier, omgeUatet von Foter, loiite nur 
ein ( haben. 

FoN «einem eignen Fette leben (wie det 
Dachs). ~ Von «einem Fette lehren. Volksm. 

F«uer, ilid. imd mlid. fiur, geht parallel 
mH gr. liv^, l»Lpurvt.- Daiitt Feuer mif 
die Band, auf den Xagel! — Wo Raxeh, da 
ji^Her. - Stein Feuer gibt »üßet Mal% , flerr 
Bräit»rt - Sine» aitß Oer.pfannen nemen 
und In'« feutr werfen. ststDböweL — öl 
In'« Feuer gießen. ~ Einen bei ktelnem Fentr 
tehmortn. - ZteteoJten iwel fetter Jtommen. 
- SIefeh Feuer ireben, fangen, tprülten, - 
Mit Feuer und Sehviert. -- Einem dureff 
F«uirgeAn.-f«fMf'im0Jr«nIriipen. GeUM. 
Bxß dich die tueht und dal heilig feutr'. 
Bebel. Blau /euer / RchBrUlD. Da iit gleiük 
Fever imBaehl — Darumb ftt oueh fttitr 
In dem dach, HHiL Peuer und Watter ml- 
icAen. Volksm. 

Fe«ai; Oamlt a« nll vU getehärr und 
vexai gab. piaUer. 

OeAen an den ton« und treten den eide- 
vant: Lledera. 

Fidel ftlr e>l0e, mhd. Adele, ütwol ^de«, 
wie lUttbMt eanert. - Fidibut lum Aoiandea 
de« Kanchtabaki Ist ein mm Komlnatlr er- 
boljner Datir oder Ablatl*: 4 fidibut etu, 
für die Pfelfi dienen. 

FUIe, fldian, da», proTlndal, Ist Dlml- 
nntlTvonFut, mhd. vuot, and würde rich- 
tiger geaprocben und guchrlebea .HUI«; 
aber das Verderbnis hat hier wie anderswo 
die Oberhand gewonnen. 

Pldui (Qduclam) , tsine Fidux haben. 

Üf allen vieren gin. Hanej. £im eUla 
«lerfu binden. Wlih. J>aj duntet Mma diJk 
clerfen guot. Uanej. £ daj «Uich die vien 
%»m grabe tragen I Werub. FferliJtJtlv (qaa- 
dratui). Gerrlnus. Der viertemfel (dasgrele 
Hindernft) l«t nur ete. Pischart. f afre l# 



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Viwcchroilig — Fist. 



dlaHi ä qtuUrt {bei khrelillclien Pmbmi). 



ViertchraUg, mhd. «Uruhfatie, von 
tohrOlen, iiogeichlkl fwot nlitl itarb, vi« 
«In Qsadentetn : M b«ot «r tf und« trone 
«Awn vlersciinBlliiei) trune. Winiwdg. 

F<ar(«l Ist tut viert» feil »jncoplert. 

SatfOtr ir«A(ir(di« ri(r<U<»l<iti(fnr (wls- 
tet \hT nloM, woran tbr («fd?) Wtitmtmn. 

Eine rUiRtlAI« haben! auf iwsi Betten 
mahlen kBnneD ; etwuffir elntrüffllehei be- 
atten, treiben. Die HedenRart Ist T«m jrtiAJ- 
«pM« oder dem J¥«ui«t«l«t«ln« bergenom- 
mea, wovon icbon OdM »igt: Parva ta- 
beUa eapii lerrtot v^r^mqu» lapittoM, in («a 
vietete ett eont^utute «iMt. 

m.nbd. vM, gebort Hl vol.HoU. 

Füt! müssen Widmtßlamien.-SeuuTd 
dam eopaanl rfn ;ili (VerwelB). ~ £r bekam 
»inen guten filt. Platter. Zu grober fUilgheit 
(Gnlx) ^«ckofr^ Min'. SaMrow. 

Fftmiut, vom latelnen fenttlla, iietBi der 
RiHiifbtcbeHavr, lo wie derweiMIciie Jfa- 
ttet, von nwiMiihi« ; auR der Zelt, ab man 
mit der SeiDailUt der PSanzen nocb Im 
TrBben war. 

El vilrd lieh finderi. ~ Att«t wfrd lieh 
finäett. -- Sich vm etteai finden Uueen ~ 
GtÜltUeh im Fhtden auf ungewiieltter Sank 
(stehlen). Bebet, Den guoten. tnelUin r4l 
left »Ol; <r keiner gtme t'fn4(n toi, Vrid. 

Durch di> Finger *«hen (eonolvere). — 
Elteae mit Fingern greifen; - an den Fin- 
gern btrtäblen. - Sieb die Finger verbren- 
nen. ~ Einem auf die Finger tthen, - Einen 
mit dem Finger weiten können, - Etviae mit 
«pixen Fingern anfatien. ~ Die Finger nach 
elteatleken, (ChaicunenleacboHtetdoiKti. 
Rabelati.t - Hehr Veritand im kleinen Fin- 
ger, all ele, — Er hat keine ruhe, bti im die 
fingergleiehgind, (bis er tAt tat ; denn die 
Finger bilden an ihren Bndtplien eine ge- 
rade Linie, wenn ttch dte Hand ach liest.) 
Lttther. — Den krummen nngw rajten {ge- 
ben), ~ Mit einem Finger, iHlt keinem Finger 
anrJMrnt. — Wenn man efnam il«n Finger 
beut, ioüt er die Bttnd, - Drei Finger 
thun't , kaben'i gethan (dai Schreiben). ~ 
Dar linger iSrt dsn an * ' (Ignanii doclum 
docet). Ägrie, - GttlerPfaf, nenn der eUfle 
Finger nicht wart f Einen Dieb , der einem 
Hanne seinen Sivraiallinapal stahl, konnte 
oder durne man zwingen, leinen eOften 
daumen vor äae iteti in ateken, bla man 



za einem Sohnld harn , der einen andern 
Nagel davor siellle. - Den Finger avf den 
Mund legen (schweigen,' radder« Harpoera- 
tem). — Etwai auß den Fingern laugen; - 
dat hat er nicht auß den Fingern geiogen. 
- Dae hat mir mein kleiner Finger getagt 
(Ich bin dahinter gekommen durch ZnlbU 
oder LIat). - Darum nIcJU mit dem Finger 
lehnalien; - dat koitet nur «inen Finger- 
lehaalt.-Siine Finger heißen Greif IUI (ara 
siealers and peeker«. Shakip.) ~ Fitthige 
Hände haben; (amnia ilacalla ntanlbua au- 
mere. Lueli.) 

Ftnkenrilter wir eine Art Fanatiker ge- 
nanoL Priith. 

Finiler gehSrt lu d(n«(ar, wie pichen, 
ßleh« in golh. thlluha (mglo). 

Firnewein, alter Wein, vom mbd. efm«, 
alt; FImcr, Bergscheltelmlt altem Bcbnee.- 
Virnttetn gib tieehen tu. Geller. 

Im ganien Firmamente IrrgOten (toto 

Foule Fitchei (Lüge und Trag. Sardt ve- 
naiei, atiut aU<inetuior).-Frliehe Fieehe, 
gute FItchel - Berr, rkein Flieh! Ist ein 
AnBdruk Wie : dein Fund, mein halb l - So 
0e*und Ott ein FlieA fm Foaier. - CeiuRd 
r«M «am sfn viicA. TroJ. Der Flieh fahet 
am Kopf an }« itinken, — 5lunnn, ftummer 
ata ein Flieh. - Et uiiU etwan einer flachen, 
lo ftrsftaal «r. - In tolehen Waiiera lolehe 
Fliehe I - Gern fitehin In fremden Seen. — 
Vor dem Seren fieehen ( s. oben S. 335). 

Halb Flieh, halb Fleuch, itt Flieh noch 
FtelKh; gar Fiieh iil Flieh, gar Fleuch iit 
FMacA. - Tue elnei vlicAert abilog, daj 
man lieber koufen mag .' Lieders. Sclüag ah 
all ein viecher l der beul umb xicetaxlg und 
gibt umb vier. Hüzi. - Fiich bi» auf den 
Grat ie<« beiSl durchauß echt und recht 
jefn. - JHchduntef, tferdilhdjt gegert, diu 
et nfhf vIjcA uni an den grdt. Wallher. D<t 
biet ein vitch vns ^ den grdt ! (voll Schmak- 
taafUgkelt). Gotfr. - Maria Uf «lieh 4na grdt, 
rate dna ddrn. - flätlen die frauen zeit und 
etat , ei wiBr nicht allai fitch auf den grdt, 
Clenap. £rlet nlht vielacft 1^ dajbefn, dem 
Otto illp/lk Ut der ein, Winab. 

Einem die Pleern vomflelda lejen (floccoa 
demere). 

FUt (crepilos) gebort zuni mhd. vine 
(pedo) und vcrbKIt sich wie froit zu frie- 
ren elc Tueii* pro creiiltti , dae lat ; p«r 
Hütten imuggeln einen Flil. Hndibraa. 



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Fix — FUxbogea. ' 



Firn '(ichnell) Min. ~ Nemt dtn w«in fix, 
Hdtrmanl HHzI. Außtn fix, iimen nix. - 
Battilflx-iottdiultmuaiifeiittrpiUekeit 
münxt! tiaeharl. 

FisUbutlt , iu9amiiien(re«eit aut /lim 
(nll der Hatbe) und Buxe (von 6ut«n, pu- 
i«n, Terklelden, »ehmUiien) , oderftö^, 
klopfen ! biitnOer Koholdf ge»t»n*titcht 
Geitdll, wie luBan/^Hi«, verkleidete He t 
scbenUgar >li Vogels cheuiAe. Mit FltmniU 
bezeichnet man die verkleidcle Peraon 
welcbe ■□ SU «ieolavM Abend Im Gelblge 
dei verkleldelen Bischofs, der den Ktndem 
GMChenke bringt, Strafe drobt oder er- 
thellt mit aelner Rulbe; lodaou auch den 
reu/N, wie bei ire»«t zu nnden Ist. 

Flacht , rabd. flahi , berührt »Ich ml( 
fiechlen, mhd. vtehlen, gr. xXtxto, lat. 

Ftatitn , breiler dtlnDcr Xncben , «tlmmt 
•ta gr. nJjarv^ , lat. pIOMluf. — Sie meinen 
Jladenääeher zu Unden (es gut zu bekom- 
men ohne ArbeH). Brand. M den FUtäen- 
krieg liehtn. - Ei geht to bluttither wii im 
Ftadtnkriio (tronfscb). Adelung. Diese Re- 
densart rübrt von dem Kriege her, den 
Kurfürst Friderli^ und Herzog Jforli von 
sarhBen mit einander wegen des atmet 
Warten anhebe» wollten , der aber am 
Osierabende 15(1 gäiilrh beigelegt wor- 
den , wo mau sodann die Truppen überall, 
wo sie hinkamen, mit OttaT/laden rega- 
lierle, daher denn die scberihafte Benen- 
nunc dieses Kriegs. 

Einen fn /latrrunfi erlippen, erwischen 
Ist vom Hechtiauldruke für Moräbrenner 
hergenommen , wenn man einen facem 
manu ttitmlem erinrelft, und diese Redens- 
art Ist sodann aufffoIhiücAlf^BT, Ehebre- 
eher und unerlauAfa BeitcUafer Überbanpt 
angewendet « orden ; so viel als einen avf 
der That , in attu , erwischen. 

Der /laicht auf den HeF?Mn treten. AgrEc. 
von der Redensart: einem avf den Riemen 
der Schuhe, du Leibgürtelt ele. tfeten, her- 
gelllhrt und auf solche angewandt, welche 
die Flasche nicht von sich lassen. 

Flalig, für ichbn. nur noch In Mund- 
arten, aber das negative Vnfldt, vn/lietig 
noch allgemein. Viatee (schoen) tottrn dl» 
seiften lfnd>Itn. Parz. — einem flaueren: 
sch5n thnn. Das Wort ist verwand! mit 
/Teu'en, purgare, rorare. We «rercft n«ent 
iitiil ralnigenl f». - Srhin gefct »nH </e- 






losl. — AlU dU «flnd wardnt ob gt- 
• Daz itth dis laviln nicht motht 
in dun uFojfr. SR. Damit hingt i u- 
sammen flau und das latelne flo. — Eintm 
nicht lange Flactamu* (genna) matten, - 
KnikebHntn und bat^eu moHui (balser Im 
mala«) mach««. Sastrow. 

Fledermaue, mhd- jl^darmA*, hat In er- 
sten Thelle die firundsllbfl /Ifder. wie In 
spanlechem Ftider, in Fleäeraiteh, die 
anch im verbo ;l«dem und flattern «- 
scbcilnt. FUt , FUx , Flitter nnd fiUtani, ver- 
baHenilcbEuflltlcA, wle|li(peniu YogO, 
und das uhd. Cs/Iilgel lum mhd. geväteU, 
fliehen in ooAa; gr. niaiaytu zu xa.Ta.yeit, 
VergL Ftdder, Geflud«r, Flöte, Flvg.pHh 
derfaut. - FlMhfmautpoUHIi: wankelo und 
verinderllche Handlungsweise , da die Fle- 
dermaus laut der Fabel Je oacb Umsländeu 
sich bald zu den Vögeln und bald zu den 
Säugelhieren zahlte. VttpertUio factui tum, 
neque in tnifrlftui plane; neque in voluerlbiu 
tum. Varro. Die vteäTamAi hdt tttbej getd», 
daj li ntno? bli; und irtUl ttdn. Boner. 
WoUet mir mit eimm /ladermäwrie (dunke- 
lem oder zweideutigem Emplebl) aufa b«*lc 
hehiHfiich tein. Carlon. 

Ich blntion)li!iichund6litI, wiedäbitli 
habe begire und uiUen. SUInb^w. Ein pfagi 
aie ein an4«r man von fIrtaoAe und von 
beine. uelnzellu von Kostenz. ~ Ein«n tur 
Peitehbank hauen (verbla dllacermie). £ii- 
IJMr. 

FlentMn, weluen, den Hand vercleken, 
vom rohd. vlans: möht fr geriitrel bdn dan 
viaua und het den uirl gevrdgel! Parz. 

riarrtn.' aUpa, Si^ltUtent im ein vlerren 
durcfc doa «laiige. Nilb. 

Fliep«n/Urf( Ist elue scberzharte Benen- 
nung des Teufels; tfier blieb der FUegeu- 
fttrst und tein Gefährte ttehn. Uagedoru. 

KJinl und vUnet mit veiitn und cHnlan. 
TruJ. lind lol dtn fteri« aletnln stn. reiW« 
herte alt sin vjini. Bertat. Da* Feuergetcehr 
helst, eben von dem FsuerjiBlne (allex) ge- 
icba^, Flinte. . 

Fir((erwocA«n ; die erslen Wochen nach 
der Trauung eines jungen Braulpaars. FW* 
lern helBl luturrare; irevtfiter aber auaiip- 
DlandflitE; noch üblich In IHltem ntid 
Mtlem. Ftitteruiaare , Flitttrilaat , rau- 
ichender Puz, nicht gleißender. 

FlUbogem Saftiwtl ala vom FUibogen. 
Ktrchhofer. HOft'm mtt flizbogen AS dem 



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Flii — Vügclfrei. 



ktiittr gttehofien. Platter. FUt gehört tu 
dem agi. pUan (ctriare), JIM (cerlamen), 
-was dem mhd. vlt;en (coDletidere) eleicb 
Ist. 

Floh, «HS sni nur nuBCutln Ist, 
Bibd-tocli lemlnln, uDdei bHnglmll niebeo 
eussmiuen. — Einem <lnnt Floh (Zweifel) 
tn't Ohr »exen. HRlbealus. 

FtoTtnstn; FJorenier (mare* cum marl- 
bu« CDennieB)- Dir »ich lafit ttorttnen, und 
der 10 floremet (nfnt tt aultve andpaiiivt) 
t$t Of« tänd , dJ« üß wälichen landen Jtum- 
■M«n itt fn unter land. Geller. 

Ftoßtni von pigßtn, betteDancti die Ovale 
TOD Kork oder Holz an den Flicheriiezeii, 
welche oben auf dem Wasser slchlbar 
•Sweben; lateinisch tragvUi, PUtator r*- 
tta nii>ertni$ eortfcibtu eittendlt. Sldon, 

In |tert^tlt und dulef /uWla loben. Job- 
■lade. 

'bitten (verlOTen) gihn. ~- £i ii ( ondarj- 
tooM» fltatn glfangtn (s());«rcu oA^i;). 
J'yldr. J«0. Wo^, Nlederd. Form naseres 
(liBKen und Pl6z, mit ursprünglicher Ue- 
d«nlDng: das Wauer führt ei dahin. 

Eintn FUt rti«n; - Hn«nFt4i von Wor- 
ten machen, Volksm. Er hdt von rede ti 
mtltn «Idj, iaj man «3 Mm« ergriiruien 
map. Kaoartl. 

Flol, dis, wtgerechles BlelDlager; mbd. 
fiexe, ebner Boden, HausDur. «hd. flexi, 
aufl dem lalelnen pUttea. ~ JVoh fl«ii, nah 
bett. Lambee. Dmb die viiegen ist ej gar 
Minaljig auf äem fiel. GB. JMe elme ^rifen 
wot gtintn j)uo ffeie und auth lua bttte, 
Ellsab. 

DI« FKgei hängen lauen: mnthlos wer. 
äea.Vollum. EHitmFlügelmaiihtn.-- Einem 
die Flügel ttuim. 

Fluirredm [exta xrtpoevttx,teTbtttyO' 
cei prslereaque nlbil. FhtgiBhriften (pam- 
ptalete; pampre OeetT) Yotkrm. 

Man tennl den vogtl an den federn, Atxlc. 
Jeplich Vogel tingl (tn gelang, fieller. fird- 
^n-i>o0el, grißneit.~ Eaier vogel, bieieL 
Agric. JegUeh vogel ilng$ , tele Im rfn loAna- 
6«! geteaehien iit. Pattli. Da heißt «e: friß 
vogeC oder ittrb! SL Clara, jran hall «J mU 
dem vogtl, to bn nejte >li( [mit dem wirk- 
lichen Oberberren). Ägrie, Laßvogelin lor- 
gtn! firand a. Geller. Laß gAt v'ögeletn lor- 
gen! Agric. Bat igt mein heiter Vogel Im 
fielt: die beste Kob auB dem Stalte. fotJtsm. 
Sie trafen wol dar ffert, aber dU raget wa- 



ren außgefiogen. Volksm. Zu wvt ward 
Ttäch dei füriten lid gtiigell ! denndtevöget 
wdren ichon vor drei tagen außgeflogen. 
B. V. Schwelnlchen. Er hat den Vogel, dsn 
Fiich gefangen: erlaugt, was er wollle. Ei 
Ut der toehler wol ergangen, il ha! den 
vogel gtvangen. Stalnhäw. Ei fliegen einem 
keine gebraten vögel (tübeo) ine maul. Gel- 
ler, Die itrdfe ereilt vogel und neil (deu 
Bösewicht und seiuo Nacbbommeii). i. d. 
1 6, Jahrh. Die menichen wie die vägel tlref- 
ehen xumdl nur gern mit ireeglelcben. Hu- 
dlbras. mil man Fögel fahen, 10 darf man 
nicht mit i>ril0«l» darein tterfen. Volksm. 
Ein neu aufSßtegender Vogel: unerrahrner 
Junger Henscb. Er ein neu aiißgeflogener 
vogel mal. Slainbön'. £1 mll einander ha- 
ben, uiie Buben die Vogelneiter. Volksm. 

rogeln; trjlgen, zum besten beben, als: 
dl« aRd«r Ittite votrein und äffen meinen, 
nach Iren worten sich «I6e« betrogen fin- 

— Er In meint ze vögeln und affin. 
SlalDbÖw. Ich aill gdn vogelen , daß ich 
bring an die tedein und ierben. Elti. Sie 
obsctBne Bedeutung uud den Umlaut bekam 
das Wort erst In neuerer Zelt; doch Qndet 
skb, wie scbon leitlng wahrgeDOinmen, 
die ursprlingllcbeDcdeutungdesaclumool- 
tu« bereits In den Ceitaliomanorutn.- Und dl« 
uieli der »(oreh aujen ipo«, d6 rogelte sich 
diu ilörchin mit «Inem andern itorefien, 
und i daj Ir man chont, dö' vtög «1 ab tue 
dem brunn und badet lich In dem brunn, 
daj nicht (r man der itoreh des geimaehei 
■der unkeuiehi enpfuond. ~ ferner ebenda- 
selbst: nfl ireiehdcA daj, da; olne« tager 
die tie der tlorehen hei gevögelt mit alnem 

m «fore?ien, dd tet der Titter den brun- 

luo, das 'Ich dl« (lörehln icht badet 
oder laviert. Vo dasselbe Maire S. t» einem 
Lbwen und einer Löwin zu Tbell wird, 
kömmt das erwUhnte verbum , als unna- 
tOrllob an diesem Plane, nicht vor. Der 
Vbergang des Begrm von rauscAunp der 
Vögel aut die der Jfenechen üfierhaupE , und 
sodann auf die der'jfädehen Inibeiondere 

far unschwer zu fassen; aber dessen 
ungeacblet ward der Auldruk ohne alle 
r«rmf((alun(r von dieser JMerart, für die 
er ursprünglich aUeln gemünzt war, eben 
so wie das Wort mauaen, alraks auf die 
Jfeniehen Ubergelragea. 

Fo0«t^rsi Ist uni parmiiius avfbur: dea- 
Vägeln lu. der LuR preis gegeben, oder 



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Vogt — FreCeo. 



exlex , dal JederDi*n da* Recht inr Tö- 
dang h>L Ander« mlid. ich bin frt oli ätr 
voget if üem not! LIederi. d. TroJ. 

Yogt entipraog aut dem mlltellalelneD 
voeatui für advocatui , und snB Ibm wie- 
der ¥oit «nd Putil. 

fohe, die, abd. fohd, FUchsln; Fncbt 
Bberbaupt Er vohe , er futht I Wernh. 

Jußienen tcie der Vollmond. Volhsm. 5a- 
fflo t6 volu-ahian tndno. Isid. 

Polen, äai.tehlSTban Fällen, Igt^uAo;, 
lau putlui , mbd. der vol. 

£fnen) di« Folter geben , anlAun ; — etnm 
auf die Fotterbank legen, ilreken, apan- 
ntn. — Dai inlerim halle bereit) gräße pvffe 
btliommen und irar av/" dl« folterbauk i;{j«r 
tprdchen geitrelcl woräin. Saslrow. Folter 
l*t auE dem abd. cot oder uaserm Folen 
(poUai, equiiieus) gebildet, und bczelcb- 
net elD Harte rwerbzenc , dai mit dem 
equuteut der Römer Ahnllcbkelt bat und 
darum auch denselben Namea empQi 

Die scblecble Form fodem fUr fordern, 
welcbe BcboD In GeitaRom.S. 53 und 55 
erscbelnt, lält sich etwa durcb Köder fdi 
kerdtr und Ictrdar bescbönlgen ; 
aber und da« lätberlkbe befodern spricbt 
oder schreibt , um ansere Spracbe welcher 
lu macben , könnte auch wie die Dam- 
ttädte (DarmsIHdler) , die hefn r haben, 
Mörder, Sckicerier, härter, Wörter, Orter, 
und wie viel andere»? verderben wollen. 

DenVorhang fallen lauen: etwa« endi- 
gen oder aus den Augen rilken. Volksm. 

Farn (räumHcb), vorne und vom«n giil- 
l]g,]e nacb Bedarf. 

Porti kam auE dem romanl«cbea forrMfh 
-wobln es auRdem Denlacben foraha, vorha, 
able», gedrungen Ist, wieder an uns zurUli. 
Der vorder, Waldhüter, looMuiiier, inC«- 
Mta Rom. 

Den vortani höht» loolfen. Cell«'. Im gt- 
Mirt in aUutg der vortanx ! Fiscbart. 

Selliein FoxenhCI! Aueib»che.T. Dia tat: 
tet nicht feige und aelberhaft. Lvlher, wie 
wir In Pol Veiten! entstellt das Wort In 
Poxenhilt und es helM Ibm etmuehiit, tl«r 
äai frauenzimmtr h^et. Dabei aber aagt 
er: dai ertte wort bexetchnet dtu, wovon 
tie fraven heißen. 

Fraeht , was wir nun brauchen, um da- 
mit eine ladung von Waüren oder den 
Fvhrlohn xn beielcbnen, beltt abd. d<u| 



friht UDd beielchnat blol FenHcnat, lO»: 
nlU ij M unten ft'^bltn. - Mit iro teai« 
vmbt tie gefr^blolön , taj tie In Iro dlgnl- 
lalem gäben. Capeila. tat ea fretgan mot 
prtigan, wie vrajm au6 o«r«^en ? 

Frau und Berr. tot Subatantlva teaett, 
nm sie lu ptrtonifleleTen , siehe auf B. 1>4. 
Frau Hvida. Lnlher. Frau MMtertfrdelte. 
WiDkelmann. 

Berr und Frau sind Attribute aller er- 
wacbseueB Perionen der Teraebiedenaien 
StüBde, oilt Autnahnie der AöcAjte» [n re- 
glerenden FamlHen ; deun Htrr Kalter, 
Frau Köntgfn, Herr Großheriog und Fra» 
Etiheriogin etc. «Ind mit nichlen übllck, 
weun schon die karliruher ZetlUDs wider 
allen ttylum cttria (courlolale) oft HeldaBK 
der Frau Großherzogin, aber nie der ^"«0 
Künigln toq En(laDd etc. tbul. Die Dnschlk- 
llchkelt dieses Wortes Frau sollte der M- 
dactornmsomehrRlbien, als das badlictaa 
Hlnlsterlum Jeden «wdlaliderttn - FUraleB 
Berr lltnllerl, und diesea nicht etwa ant 
B'öpiehkeil, sondern um den Äbtland vom 
Regenten damit zu bezeichnen. 

Dt« Pransoien hoAin, betommen (mal de 
naples). Una Ut mitunter aueh aufgekamt- 
man die n«u« unarftcsrt« kroMkeit dit Frtuh 
löten. Lulber. GotttrdfteinmU Franidtem 
und armut. - Dem die FroMXÖttn die halt 
nos weggefteßen. Sastrow. In Ulm gab et 
schon 1. i. ISIB ein FraniAienhau*. 

Sich auf gut franiaiich en^fthlen (ent- 
welcben). Biumauer. 

FrafUg Istminder und edler als gefräßig; 
I. B. fraßlge und glatte Rotte. 

Freien, gotb. frijän Ist omar«; FreiweT' 
bangKoyM als Ueöemierbvng ; — aitfFrei- 
ertfüßen gehn , eine Braut suchen. 

Freilich, mild. MUch. Ja wolrfBiu und 
gaci^al und Trank. 

Freitag, abd. frtlac, Ist Tag der Güttlu 
Freuia, Wodant Gemahlin (abd. Frouvid). 

Fremd rührt von der Wurzel /"rom, tot- 
wirts; grlecb. x(*f, nfav, jifo/Mif, laL 
promo. 

mhd. frt, steht dem lat prlvw 
parallet. 

Freßen tat srncoplert auS vereßen, goth. 
fritan; aufelen, verzehren. - Preiaanlni 
^na» y OD geduldig ertragen uai nicht nug- 
ten: ich mußt' aUe* ^ mich freßen. B. v. 
Schwelnichen. - Vor leide ti Ich lOber 
fr4ß. Diode!. 



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Frevel — Fintfe. 



361 



Einem elmat xum Frevtl (zur Strafe) ab- 
f ordern. Zlnkgref. 

Etteai, elntatnU FrteOe iatten: (r (ut( 
ej mit friae Idn I Nlb. Ldj diu Hut« mK jVfde 
gdn (TSdere In ptice). ^Kd. Blätter. 

Zum Frieden kommen; - den eieigen Frie- 
den erlangen (sterben). Der iil le friie *o- 
menf Trislän. 

Sunt Fridolint Zeuge: ein unveThoner 
und vollgülllger Zeu!:e. KireMiofer, 

FridAof, mhd. vrithof, tob «rjlen, ut 
dellcia» foTere; alls. p'Jddn, parcere,iiOD 

Frisch, Fritehling, mhd. rriiMng, Jnn- 
ges Schwein, «Ind verwandt mit Froech, 
ahd. froie. 

Frliieren U[ seiner Grundslibe nacb 
deniBCb: denn Im Frlesiscben bellt fti'lf^ 
clrros, Loke, und der Volksnamen Frieeen 
(Frlsli) bedeulel iirris comali, wie «uch das 
engl. fH'ie so viel als kräuteln. D«s franz. 
friier und span. /Wiar lüfit eicb romaolflcti 
nicht erkla^ren und mangelt der KallaanI- 
sehen Sprache. 

Frlz mi( der leeren Tasche. Hcubel. So 
nannten die Erfurter im 30jäbr. Kriege den 
säcbslscben Herzog Friärich. - Er laßt eich 
dünken, er sei nicht ein schl^hter Fritich 
(Frlz). Luther. 

Froh, mhd. vrd, Ist Innig verbunden mit 
frato , abd. fTa«ai\cho, muliebriter. —Einer 
an die Fröhlichkeit (frowellchkelt, qua mu- 
lior est) greifen. Agrle. 

Vrum, unser jeziges ^omm, belGI, wie 
vrumen (nUzen) , der vrum (der Nuzen), 
ursprünglich nuibar , brav und tapfer, 
nicht aber, wie beule , gotteefiirchtig. Das 
wort tinderle, gleich dem sehr ähnlichen 
biäerbe, seine Bedeutung nach dem Ter- 
RChledenen MaEe Süt Brauchbarkeit. Der 
Bitter hieß tirum, wenn er uili dem Degen 
In der Hand das Recht verlheldlgte; bei 
veränderten Zeiten wollte man/Vonmic oder 
geduldige Schafe statt Rillern haben. 

Frön, ahd. fTdiM», mhd. vrdn«, was dem 
Herrn und Gebieter zugehört, Frohnäientt, 
frohnden, FrSnfaiten, Frönleichnam. 

Frondieren (von ta fronde) bedeutet Un- 
ruhe stiften und aufwiegeln. 

Froit vom ITiet. des Verliums frieren. 
■ Im gevrds der saget drinnc, und gevrös im 
ieba; undebas- Gliches. Er lüsel da gefröa. 
Troj. 

Früh, abd. frao, gebt dem ;i(Kdi' parallel. 



FTuehl Ist das l*teine fructua. 

Der Fvchi muß auß dem loche. Lessing. 
Fuchs und Bote sein. - Der Fache weiß 
mehr all tin Loch. - Ein alter Fuch» »ein. 
- Stirbt der Fuchs , *o gilt der Balg. Gfelhe. 
Man muß fachte mit fücheen fähen. Agric 
Ate der fuehi den rdfie» lobt etc. Lntber. 

Zum fuchs teerden (sterben und zur 
Grube gehn). Agric. Einem das Fuchsrecht 
angedeihen Innen.- erst prellt man den 
Fuchs, dann zieht man Ibm den Balg abef 
die Obreu. - Einem einen ftichtwadel ans 
koUer henken: (für einen Narren erklären). 
Fischart. — Verfuehsschwänxet und außge- 
ftj^an loerden. It. v. Schwelnlcben. 

Ei geht ihm wie Fuggers Bunde: er 
kämmtiiberall zu sprel). Pauli. - Er mmiht'a 
wie Fuggers hund, (bllK auch mit seines 
Herrn Gut verzehren). Pauli a. Auerb. - 
Die Fagger {Wechseler, die Hotbschilde des 
16. Jabrh.) und händter auf erden. Luther. 

Daß es dir gehe, nicht ergehe wie dem 
Abt von. Fulda! (der sah der Schlacbl bei 
Lüzen auG Vorwlz zu und ward von einer 
Kugel getcedet). FolHsm. 

Fülle und Bütle ; - Büuc und Fülle; - mhd. 
behüllet und erfüllel. Maria. Nach ehemali- 
ger Sitte muGte wegen Tödschlag oder an- 
dern Vergehen zur BuGe das Feil Irgend 
eines Thieres inwendig mit Waizen, Gold 
etc. gefüllet, und erst dann das so gefüllte 
Fell mit Walzen oder Gold etc. auBwendIg 
überhüllet werden ; daher die formelbane 
Redensart bis beute. 

Fulment für Fundament.- da; fulmenl 
wir graben wellen. Dioclet An Jedem Thiere 
ist der Steiß ein. sehten Fulaientum, wie 
man weiß, Uudlbras. 

iDefn Fund, m«fn halb! (faciai est com- 
mune quodcunque est lucri : Phadr. ) 
Shaksp. So sagt Boratio lu Bezug aur 
Hamlets Episode; allein dieser antwortet 
seinem Freunde darauf fest: FürmlcA das 
Game I — Mancher mag rufen : ich hdn hie 
i'dmerlichen fand in iuwerm schöbe funden! 
Parz. Sie fanden das ** saochten ! Kib. 

iVfeft(/'ün/'eiäWe«*önnen, (sehr einfältig 
sein). Volksm. Hon polest nunterare jupro 
quinque. zenod. Das fünfte rad am wagen 
sein. Luther. So seleman mich le dem fünf- 
ten rade; und frume ich niht, ich bin niht 
schade. Herbort. Fünfe gerad sein laßen. 
H. V. Schwelnlcben. Fr laßt den Pabst Pabst 
und füttfe gerad sein, volkam. 



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Farfanten — Futterbu-ren. 



In dl» iutherUehm farfanten (forfare: 
dflllnqnere , \on forfalt) itechen. Saslrow. 

Fürtprech, nibd. vilnpreclic , der Fär- 
iprache tbDt, ADwall, advocatu). BUmtn 
f^tpreeh und mtn rät ! Lleders. 

Furt, die u. der, vaAut, Mngt mir fah- 
rtn, mhd. «am, ^oiainmen. 

f urteil mcKM Aie Jungfern teuer (nr). 
Urlc. 

0««/ xum ionntr maclien. PIscbarL 

Dmfartn ait tinf... In der lattme. — El- 
gtn» {... Tieehsnvioi. Geller. 

Fuß, ahi.faos, gebt parallel mit novq, 
lat.jiai. - Auf dem Fuße folgen,- Etwas un- 
ter die Füße werfen. , - mit Füßen treten. - 
Den Weg unter dit Füße nehmen. - Den Fuß 
ntcht vor die Thiire lexen. — Es MrUit keiner 
an dtt andern Fuß. — (Hat lan Peter einen 
Beiladen am Fnl , san Paul darum nlcMbln- 
ken muH. iRÜm.) Et Aat hand und fAß; ~ 
weder hand noch fUß (quin nee capul nee 
pee sermonam apparet Plaut.') Lallier. Ez 
n« hdt wedtr fuos noelt hände. Singor. Kl 



hat hand« Diul f&ße wat er lagt. Geller. 
Unittch belegt oder ander den faß gebracM. 
Saslrow. £fn«in trgendteo auf den Fuß gt- 
treten (Ihn beleidigt) hoben. VoIIhdi. Sieh 
auf die MMem Füße (webrban wie ela 
BffO 'teilen. -Auf einem großen Fuße Mm. 
Volksm. Mcbletwt'nach eine» großen Fuße 
oder Maßiiab , sundem erbaben und Uppig 
leben wie tiälter, die unaer Heldenloii 
mit einem gnelern recbten FuE bildete, 
al» die HemcbEn haben; z. B. Berhta nit 
dem vuoje. Flore. Berthe au fron* jrfwL 
Reall dl Franzla. Berta del gran ple, perehi 
ella aveva unple un poco maggtordetl atlTO, 
« qugUo era il pU deitro, Vergl. S. 3SI. i. - 
Etwas auf deutichen, engiliehen ete. Fu^ 
einrichten. - Einen Fvß im Grabe hotn 
(sebr all icin. Kiuxov tieQOv xoda, ifaair, 
tv rif> ao^ txftv. luclan.) In einte Fuf- 
itapfen treten. 

Zum allen FuKerAorren (BrAtkorb) m- 
HU*shr«n. Votkam. 



So V 



I al» Probe eud Flogerielg in etgneo Erörterangen für angehende Lieb- 
rar Uuttenpracbe. 



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ZDSäze und BertehttgiingeD. 



1. 10. Z. 6. T. u. HlUellioctadeatsch gilt ItUfe (aailllum) und gehüft, als: der 
bot, der itn geliilte mu. 13. Jahrb. 

« 12. Z. 12. T. a. Ist die Zelle zu lilgeD. 

n 13. Z. 12 — 13 siad zu tilgen, denn anaer GeUel (obses) ist mhd. gttel. 

, 14. am Eude belznsezeu: Biitamlaut Ist die Wlederkebr des nrsprfiagllchen 
Vocals an die Stelle des umge lauteten, wie z. B. atid. auE den AdJecKveu 
lenai, herlij feilt die rükumlaufendeo Adverbia iango, karto, fatto ge- 
bildet werden. 

n LS. Z. 4. V. u. seze bei: Binwig und hintceg; gebet mtd Gebet; Fidel {Geige) 
und fidel (lustig). 

„ 20. Z. 21. Ferner Hök oder Bögg, und B6i, Bozen, u. pr. -möien, molesle 
laborare. 

, 21. Z. 21. Adler lal ebeoralls ein Cimpoiilum und belftt ahd. aOal-ar 
(aqaila nobilior). 

, 22. 1. 13. ichabe, abgetehaben, Schaft; Schub und ScAu/t,' 

, n ;■ 5. V. n, Schleifen und tchlHehen, lattfin und taiuhen sind veseulllch 
eines, und nur Cousooaatwecbsel Ist im Spiele. Sachle, echt, beschwich- 
tigen und Gerücht sind sanß, ihafl, »wiften und Gerüfte. Die Wurzel 
von twiflcn {aiipov, at^Xog, sibllas,) hat aucb sonst Im Hocbdeotschen 
beständig den Ganmenlaul, als: tidgen, swiiga (die zasammengeblasne 
Herde), noi'gald (Ubla llguea). Das ursprüngliche f in flehen und fiiehen 
wird Im Gothlscben zu Ih, als: IMaihan, thliuhan, wie umgedreht die 
Rassen aaG Theodor llir Feodor, und wir auC dlnslar unser /Intter bilden. 

„ » Z. 25. 5pel( und Spelz; Gott und Gdie; /Taircnbul« und Hai/enbuM; 
SpUUcr und spleißen. 

, u Z. lezlc : ehemals blade und ArtEiffr. 

^ 24. 2. 2. So anterschefdel man Darbt (mells', und Daeht (lecll). 

„ 41. Z. 10. ninil 

„ 44. Z. 4. V. a.-tr, (f , oder 



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364 Zosäze 



S. 47. Z. 24. Säge (serra, ahd. teganta, nhd. Seme,) zam latetnen Mtco und 
tecvrit aUmmend, steht oH sebr feblerhan für Sege und tcgen, 

B 48. Z. 5. Henich, vou mati slammeDd. 

u 49. Z. 17. Schot) In Ltechtetuleittt vrouieen dienil und mehr nocli seit dem 
Anfang des 15. Jabrh. Hchwindet dieses organische e vom ie in der 
Schrift häaUg, z. B. nicht selten Im ZHocltlian. 

n 52. Z. S. T. n. Sarlofel, Pantofel ohne doppeltes f. 

u 57. Z. 3. V. a. seze: wie schon mhd. In Crksoden gar nicbt selten, als: tUr 
Denbingerlnen buobe; der Breonerfnen huob eto. 

u 59. Z. 4. V. u. seze: ä-ber-uin-den 

y, ffO. Z. 4. V. u. ferner: die Traubeniind heuer früh zetUg i hingegen die A»' 
ton/t erfolgte frühzeitig. 
' „ 70. Z. 13. V. u. lies Floh. 

» u „ If. » M Sehdf and Schaft. 

» 74. Z. 14. gisel 

y, 77. Z. 10. broken; 

>i 82. Z. 10. hind (capra), hand, bund Ccan<t^, engl, lo hwnt (veoarl), wotob 
' der urbegrlf fangen Isi und ergreifen ; — 

H « Z. iczte : verblOmlen 

B 87. Z. 8. Spreu, Sprewer niid Spreuel; — 

Zur Seile 87 ganz unlen: Das -er in örtlichen Appellativen hat zwar nur im No- 
minative des slDgalaren Mascnllng: nürnberger Tand, berliner ,Wit elc. 
den Schein einer Adjecüvform, wie alter, guter ^ aber In allen aadera 
Fällen schwindet er, als: nürnberger Tande», berliner Zeitung, frank- 
furter Geld. Dieses nn veränderlich durch alle Geschlechter und Casns 
im Singalar nnd Plnral bafleade -er Ist nichts als der vorgeiexU GeuiUv 
des Plurals, welchen die frühere Sprache oft auch dem regierenden Sob- 
efanCive nachmt, als: ein sehUHng Coitenter, d. 1. der Coelenzer oder 
wie man ihn se Coifens auEpregte. Nichts desto weniger werden diese 
örtlichen Appellativa heute, nachdem sich Ihr Ursprang verdunkelt hal, 
In Praxi indeclinable Adjeetiva allgemein auf eine ähnliche Ari be- 
handelt, wie die auE Dativen erwachsenen unorganischen Nombiative 
Sangailen, Langentlain, Birichen, Ochsen etc., welche Jedermaa ab 
Nominative gebraucht, ohne sich an Ihrer dallven Form und Natur ni 
stoSen. Nicht ohne Vorthefl bedient man sich dieser Indeclhiabeln Ad- 
Jecllvform, uro den andern mit der BUdungHlUie-ucA oder-igiteh anl- 



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und Bericfattgungea. 365 

lawelcben, uod vtnediger nmk vie teiptiger lUeite stud dem venedigi- 
ichen Dnik und der Mpzigisihen Mette überall vorzuziehen. 

S. 90. Z. 9. In einiges Wörtern gibt das ableitende -t einen verhteittemäen 
oder verächtlichen Jiebenbegr», als gSl-se (Göie, Idolnm, von got); Met- 
ten (detlBexen, von vtut nod dieses von modfwj. 

„ Ol. Z. dO. V. u. lies: und ENZEtN. 

B B » 7. a Ib-end, HeU-and, Vil-anl, Wig-ant. 

j, 96. Z. 4. » lies: mehr, statt mehrt 

„ 105. Z. iS. V. n. Gemütker 

„ 123. Z. 5. s lerze (pedo), farz, Ketarzen 

o 124. Z. lezte: quele, derwele; qnol, derwol; gequolen, derwolen. 

n 125. Z. 9. htntea seze bei: wo] aber getien. 

126. Z. 11. V. u. schabe, schab, gesctiaben < 

» n e lezle: wate, wät, gewaten 

« 127. Z. 6. V. u. neld, nied, genlden 

» n » 4. brels^ fiMcloJ, bries, gebrisen 

„ 136. Z. 16. seze: riju exaro 

a 143. Z. 17. V. a. hlspe, liaspe; rispe, raspe; zispe, zaspe. 

„ 146. Z. 3. mitunter,^ 

ji 14-8. Z. 4. de indtiitrfa oder cum etc. 

» » B 3. V.U. 41fd. 

B » 1, 7. a im gansen , z»m theü {parUm) elc. 

B 149. Z. 6 und 5. v. a. streiche indeß, indessen; 

n 150. n 8. v. H. icft («nriffe 

an » 7- » tilge diu nach geschehen 

n 154. » 17. Ffi der sehanden I Dioem. 

y, 155. » 6. V. u. ÄiUer das ehemalige adal-ar und siodr so viel als te wAre. 

B 156. n ♦- B Span-jrÄn und Grün-Span j" 

„ 165. ), 14. lies unedler 

H 166. a 11- seze bei: also accresciert wie der BtetewicAf und H^öAeprieifsr. 

p 190. Z. 6. Zändflo/' oder Brennilof 

» 192. Z. 14. V. u. Bok 

„ 194. Z. 14. V. u. die Beere and diu Beer , Got und dtr Göte; 

u 203. Z. 11. V. n. Arendte, 

B N M 2. „ Atbreehi, Ädelbtrt und itft«r( sind das ahd, Adalperaht, 



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36fi Zusäze 



wie Ätfom fOr Ädatfünt, AMwarl för Jdolwarf, üirtch «Ir VodaMeh 

gebrau Chi wird. 
S. 206. 2. e. scze bei : Ej 6eli6( nteftU nicW angerocken. — Wann ej bel<i6f 

nichlt ungerocbcn, noch kainer güotlAl vngetdnt. GK. 
H 219. Z. 13. V. a. seze bell Sie ttanden, alle laänlel an und Hüte auf dem 

Eopf (habend). 
n 222. Z. 15.') iVun hat mein herr jezund mit teitiert rülem gerilen in seinen 

palail. GR. 
« 227. Z. 6. V. u. Mhd. sieht bäaflg der SlngDlar des Verbuma bei einem 

pluraleo Nomloatlv, als: fünf täseot ritler oder baj des werden fürtlert 

brdt dd aj. Lieehtensl, 
y, 231. Z. 1. Seze bei: Wer bist da? Ich bin'z der kaiser. GR. 
t 233. Z. 13. V. u. Et brielU mir das Hers. — JE mir ntein krankes hene 

breche. Dioclel. 
}, 234. Z. 8. mir ahnet und tchwanel; — da^ anel mith, Dioclel. 
„ 238 Z. 22. Dnelllptigch: «j Ul nit dne tach. Diociet. Ferner elliptisch: Da 

kommst mir ebenl (recht gegaageo). — Sain arges (Aiag) iuch hie von 

geschieht. Dloclet. — Ich denke, wir wollen Irechen! (das Holz Tom 

Feuer ziehen). Stalder. 
y, 241. Z. 7. V. a. mit einer Handvoll Leute; 
n 249. Z. 2- » ^Aeh den sol luwer gnäde sendenl — By waij v>ol lower 

wtshall. Dioelet. 
H 253. Z. 13. Dar nach nam Im der fürst aln ander frawen. GR. 
y, 274. Z. 10. V. u. Den KlDdeni die Baare kämmen. — Einem das Wäpeo 

blatonieren. 
1, 277. Z. lezle: bi dem htechtlen bot verbieten. Tschudl. luwer gndä toi hm 

gnädig sin I — Den rechten grund ergründen. Diociet. Giengen für in 

mit barfito^cn füe^en. — Erzürnet in xom. ~- Daj ain Jegticher rickter 

recht soll richten. — Ain opfer geopfert. — Kläglich klagen. — Drei 

würfe Werfen. GR. Mer dan min wille woüle. Liecbtenst. 
» 283. Z. 5.*') Nicht nur In Elgeanamen und Zusammensezni^en verhärtet sich 

die Fügung vorangestellter Genitive, sondern wir pflegen In gewissen 

Redensarten auch dem lösen Genitive den Torrang einzaräamen, als: 

von Rechts wegen; — auß Leibes Eräßen; — seiner Hände Werk; — 

der Sterne Cttint etc. 



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und Berichligongca. 367 

S. 284. Z. 0. V. u. Wir sagen sowol ich bin des Lebens müde, als auch dcu 
Leben määc; dei Handelt Qnd den Handel überdrüßig, wie laleln titos 
p«rfiB(u« und vilam perlaiui gW, wo aber dem ParUcip mehr Verbal- 
kran inwohDt, als UDsern AdJecUveo ; daher das laleiae Parlicip rOr 
sieb stehend alleto beide Structuren verträgt, unser Adjecllv aber nur 
-\ im Geleite mit sein nnd werden; weshalb z. E. Bürger statt: der Kaiser 
und die Königin des langen Hadert müde, nicht halte sezen dOrteii: 
den langen Hader müde; denn müde sein oder werden nimt die Bedcu- 
lang eines eiDlacheD Verbums an, das sich dem Gehalt der Verba has- 
ten, verachten etc. nähert. Nicht anders beurlhelle man die RedeDsarlen 
los sein nod werden; gewahr, ansichtig werden. Steht der Accusativ 
dabei , so Ist völlig die acllve Bedeutung verUeren , gew^J-en , ansehen 
vorbaudeu; durch den Genlllv hingegen wird der a^ective Begrll ge- 
scbtizt; z. B. der Schuld nnd die Schuld geständig sein. Vom Casus ab- 
gesehen ist es zuglelcli Armut und Beichlum unserer Sprache, daK sie 
viele elnracbe Verba dnrch Adficliva in Verbindung mit sein und wer- 
den umschreiben muG oder Icann; z. B. säumig, läßig, ßüchlig, trächtig, 
mannbar, reif etc. sein oder werden. 

„ » Z. 6. V. a. JVnm dnj' aller scheenst weib. GR. 

B 301. 2. 13. V. u. süide 

» H n » i> aixte • 

t t »11 II schcene und vxUe 

a 302. Z. 13. Früli und speet, Tag und Nacl>l. (Spät und rruo, nabl unde lac. 
Frauenä.). 

B 303. Z. leite: in choro tl foro. 

» 313. Z. 9. Gribisgrabls. 

„ 330. a. Z. 29. halbem 

,. „ , , 8. V. u. AmbAß (anebö!) 

, 332. a. Z. 25. Virg. 

„ a » . 28. AHM 

» » b. * 1 3. fciEr' 

. „ B ■ 21. vcTlaße 

„ 333. a. Z. 23. Pialler. ' 

a 335. b. Z. 27. btile 

„ 336. b. Z. 9. Dfflj si im rielent üf ire aide, fr itgliehcr M rfn«m besehaide 
(nach seinem Verslande]. DiocM. 



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Zusäze and Berichtigungen. 



S. 337. b.^Z. 20. Vbn gelehrte Btautträmpfe und Weiter siebe StAlo$$er$ Ge»cb. 

äes 18. labrh. Hl. 586. 
B 339. a. Z. 16. V. D. vfitera 
u 340. a. Z. 4. Doi wert (for laTtutam mUer irtU, doi man luol üf TorgeEeo 

brftl. Brand. 
X 344. b. Z, 20. V. a. Ähnlich sind die Redensarlea: über dem Bach, oder aber 

dem Berge looAnen auch Levle. 
y, 346. a. Z. 17. v. n. m^. 
„ 352. a. Z. 15. vor schreiten, 
„ 355. b. Z. 3. T. u. gebären 
, 359. a. Z. 22."/Ia!(«n 
n 360. a. Z. 23. Auch Seliloiter In BeEnn' tinteftdiAaren , fcähnra, wahren und 

echren GetchieMe des 18. Jahrb. (UI. 63S et alfbf) schreibt fodem. 
t y, b. Z. 9. Schon die allen Btemer waren mit dem Worte 4omin»» sehr 

freigebig, wie qds Seneea [ep. 3.} lehrt: tputn not obcittm, §i namtn 

non lueeurrit , donilnum ii 



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Abfolge des Inhalts. 



Grundbegriffe Über SprAche, Grammallk und Wörler 
Voll den SprflchlauEen oder Buchstaben iDsgesamt 
Von den Vocilen Insbesondere .... 

Dlphlhoneeu 

Cber EnlstehuDg upd Aller des Cmlauls 

Von dem T6ne oder Accent . . . . ' 

Über die Veränderung der knrzen In lange Voclle 

kehrt . . . '. 

Von den Conaonanten oder Hltlautern 
. Von der Lantverscblebung .... 

Unterschied der alten nnd nenen SprAehe ■ 
Orthographie oder Rechtschreibung . ' . 

„ Allgemeine Regeln der dentschen OrtbograpUe 

„ Von den gräSen AnlanlbQcbsiaben 

„ Zeichen zur Dehnung und ScbüTfuDg der Silben 

„ Bemerkungen über elmelne Bachstaben. Vocdle: 

,. >. - .. „ n Congonanten: 

„ Von der Silbentrennung .... 

„ Über die Schreibung lusammeDgesezIer Wärter 

„ Schrinzelchen außer den Buchstaben 

„ Von der lnterpunctl6n 

„ Regeln zur Anwendung der InterpunctlAn 

„ Von den AbbreTlaiuren 

Von der WortbUäung 

Wurzeln starker Verba mll Laul nnd Abiaul 

Ableilnngen 

Anmerkungen über alle Worlgebtlde und Ableitungen 



16 


-21. 


21 


-24 


25 


-32. 


32 


-35. 


35 


-36. 


36 


--40. 


40 


-44. 


44 


-46. 


46 


-51. 


51 


-59. 


59 


-60. 


60 


-62. 


62 


-64. 


64 


-65. 



86 — 92. 
83-98. 



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Von der Voriblegune oder Deelinalidn SB — 99. 

DeclIdaUdD der Artikel 99 — 100. 

„ „ NoDiiDa oder Substanltva .... 100 — 108. 

„ „ Eigenndmea 108 — 110. 

„ Adjecliva 110 — 113. 

„ '„ Zabiwörier 113 — 114. 

Von dem Pronomen 114—116. 

Das Verbum und seine ConjugaU6n 116 — 122. 

Dia sechs Reihen ablaulendec Verba 122 — 129. 

Beispiel der vollsumdlgen ConjugalläD 129 — 132. 

' ADomäle oder abweichende Verba . . . -. . 132. 
Tabellärlscbe Übersicht der sämilicben In vier deotscben Haupt- 

iQunditrlen vorlcommenden »tarUen Verba .... 133 — 144. 

Advtrbia oder Beiwörter 144 — 151. 

Pr<xjioi»(än«n oder Verhällnlßwörter 131 — 152. 

ConjuncMnen oder DlDdewörler 152. 

ItiteTjecliönen oder AuHrüre 153 — 155. 

Von der Zuiammeniesung oder dem Composilunt ..... 155 — 157. 

„ „ „ SubstanliT mit Subilanüv elgenUlcb . 157 — 161. 
„ „ „ „ „ AdjecliT . . . ■ 161-162. 

„ ., ,. „ ,r Verbum .... 162 — 163. 

UnelgcnUlcbe CompoiltlAn 163 — 164. 

„ „ Subslanllr mit Adjeclir 164 — 165. 

„ ,. AdjeciiT mit Snbstantiv 165 — 166. 

„ „ „ „ AdjectiT ... 166. 

.. „ ., „ Verbum 161. 

VerbUcompoalti&n . 167 — 170. 

PartlkelcoDwoalUOD. ParUkel mit SubiUnlir und Adjecliv 170— 174. 

„ „ „ Verbum .... 174—175. 

Untrennbare Parllkela mit Verbis 1 7,i — 17H. 

Trennbare Partikeln mit Verbis 179—182. 

DcGOmposlIa (d, t. Dleompoiita) oder mebrfabbe Zusammen! ein ns 182 — 185. 

Ganzer Bedensarlen Verbärlung zu Composlla .... 185— 1S1. 

UDdexives -9 der ComposKIdn 187-189. 

Komposita mll Zahlwürlem 189-190. 

Anmerkung über alle Coinpo)-ila 190 — 191. 



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GiHvt Oder Gegctaleclil fler Wörter 

KalOrlicbes Ginua 

„ Grammatlscbes Göuus ........ 

Comparatidn oder [atenslon ond Dlminatlon der Wörter . 

Kegatiän 

Syntax oder Worlfflgung . 

„ Einfacher Sat. Vom Verbo Im einfachen Saze 

„ „ „ G^nus der verba: Activum, Pasgirum, Medium. 

„ „ I, X iJ '1 iDfioltiv und Particlpia 

„ „ „ Modus der Verba: ludtcaiiv, OptaliT, Impera- 

tiv, Infinitiv, Parllclpia 

„ „ „ VerbSlelllpseii ...... 

„ „ „ Tempus der Verba ; Priesens, Prieterttum 

„ „ . ,. ., i> „ Ellipsen des Auxlllflrs 

„ „ „ „ „ „' Pulärum 

„ „ „ Numerus des Verbums ..... 

„ „ „ Persdnen des Verbtuns 

„ „ „ Verba impersonilia 

,. „ „ Vom Nomen Im einfacliea äaze 

„ „ „ NominJieilipseD 

„ „ „ G4nus und Numerus des ndmeos 



Protvämen 



Verrükung der Persdn und ZabI des Pronömeiu 

Pronomen der dritten Persöa 

Possessives Pronämen 

Allgemeine Bemerkungen üba das perstBnlicbe Pronomen 

Von dem .trtikel 

Elgenlllcbe Deraonslraliva 

Interrogativ um 

unbestimmte Pronomina 

Fleiiön nnd ihre Abwerlung 

VerbälrecUon oder Casus abhängig vom Verbum 

„ Nominativ 

„ Accusaliv , 

„ Genitiv 

D»tiv 



209—211. 
211—214. 

214—218. 
218—220. 
220 — 224. 
224-225. 

225 — 226. 

226 — 823. 
229—232. 



236—239. 
239 — 2«. 
243. 
244—251. 
251—254. 

254 — 255. 

255 — 256. 
256-262. 



262- 



269 — 270. 
270—277. 
277-290. 

2S 1—282. 



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Abfülle des Inhall^. 



Pronßnun: Casus abliKnflg vom rioincn .... 

, „ „ Genitiv 

„ Daiiv . . 

„ „ Acpusallr ...... 

„ Parlikelrectlfin 

„ „ PrsposlÜÖDen 

„ „ „ nebcD Verba 

„ „ „ „ dem Hörnen 

,. „ „ Adjectira 

.„ Absolale Cäios . . ■. ■ 

„ Adverb und Adjectiv 

Formen 

„ Tanlotösiscbe FonnelD ..... 

„ Relmhane Formeln 

„ Alliterierende Formeln 

„ RelmbaRe nnd alliteriere ade Formeln tn VerblndoDg , 

„ Ablaularlfge Formeln 

Von dem mthrfaEhen Saae ...... 

Vom beigeordneten Saze . 

Vom untergeordneten Sazc 

Von ordtlo recla und obliqua 

Von der Wortstelläng 

Vom Sazban 

Erbrtemng einer Ävßwahl von WSrUm und Redensarten 

Zutäte und Bericbtigungen 

Abfolge des lubalts 



317. 

-319. 



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Fortsezung der Berichtigungen. 



16. Z. 9. V. o. Der erhcehte Tvd darf VerlängeruHg des Voeals nach sich 
ziehen, wte der geschwächte Kürtung, and nAd. wie tnhd. kommt be- 
nebeo 6t vor. 

16. Z. 14. v.o. Durch den Sedeton kmn ein Wort erhdehten oder con- 
trerea Slun gewöhnlicher Aafidrukswelse erlangen, ah : Die Frau war 
nickt die gerln^sle (voriügHekH») l'rmehc davon. — Er niehttaalfrasek) etc. 

21. Z. e. V. Q. seze in die erste Reihe k und In die zweite g. 

32. „ 14. „ lies wären stall waren. 

37. „ 9. V. o. seze als Note: ') AbaehrlRen deatscher Erkunden aaE dem 
13. Jahrhunderte wurden von jeher In allen wol bestetiteu Archiven mit 
den geeigneten und den 9rlglnallen am naeMen komraenden lateinitehen 
£#n»rn gefertigt. Anch üWmorut, Btdam des Johann Albert Fabrieiut 
In Hamburg, lieB hi seinem Bache de vit« et tcriplis Jo. Alb, Pabricü, 
Hamb. 1737. 8. eine Rede Sorthotdi und tOf Selten Epictdia mit lai«i- 
HiKhen Lettern atidruken, obwol sie sSmtllch In deuUcAer Sprache 
abgelaGl sind, and bei diesem Anlasse sagt er, um sich zu entschuldigen 
oder zu rechltertigen : Ttegue tarnen vetim quenqvam in hac leriptura 
meo »lare Judicio, cumhabeam idoneum ejus arbitrvm, prmter viroi com- 

' plurei, ülmirem Lelbnlziom, qai id tnter inttrumenta expolienda Hngwx 
Germanica rtfert (Gedanken Aber Verbesserang der deutschen Sprache, 
ä. 306), u( Germanica ad tmu «^clurorum lileris latinls Jcrijianfur, idem- 
que ie ^yquando rogatwn a Selgii lallnas literas in scrlbendls Germanlcls 
adhibttiMie ieitalur. Unde el factum eil, uf genuinut'ejui- dieeiptdui J, G. 
Eccardns Aanc iptam exercilalionem vemaevtam Lelbnlzll de emendanila 
llngua vemacula lallnls llleris exprimendam cwaret in colteclauels viri 
svmmi etymologlcis. 

38. In der Note llesl^Aen, id, nAh, i'dnt. 

41. Z. 7. V. a. lies oescAIojictt. 

42. n S.'v. o. n dbends, kalneswftgs. 



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374 FortsezuDg der BerichtifUD^en-. 

S. 42. Z. 8. V. o. lies ander wftgen laEen. 

B . s » 22. seze bei: Ein Baron oder Hit Herr Von. 

o 146 Z. S. B nach -ig aeze bei: und -lieh; als: jährlieh, öffentlich elc. 

ehemals erwelterl zur DaUvforai>»rlt(;*«H, öffinUchen. 
H 187. Z. 13 V. o. seze bei: Sckwe$ter, 
u » » » B B Schweiteritoehler ; 
u 20 1. m der Noie Ist belzurOgen.* Der Teufel wird allKemein als v^stärliender 

AoBdrnk gebraacht, als: Er läuft mt der Teufel. — GeUkrl und bieten 

in der Schrift teie der Teufel (der leiiutgleichen niciU hat). Lessing. 
» 238. Z. 22. 1. o. Unelllptlsch : ij inlff nicAl dne sacbe. Kaiterehr.— E^ 

ist nit Ane sach. DiocI. — Kain arge* (dfug) iuch hie von gtiehicht. Dioel. 

Ich denke, wir wollen treehen (daa Feuer). Stalder. 
j, 239. Z. 11. V. 0. Vergl. ». 355 b. Z. 7-12 v.u. 
s 336. a. 2i - 23. V. u. seze btrig. 
„ 346. b. 2. ünderthalb (im marken toll der Zehend g&ehiingen In aicheien wts 

unäer «ni gelailt und genommen werden. SabDBUSW. Verüae v.J. 1517. 
■ 347. a. 21. Dajäerhofitatdhain\iitxä%darügenoaclue»iMtgt. Drl(.i50€.— 

One alle fürteort iutrag und widerred. Drk. 1468. 
, 359. b. Z. 17. v.u. seze Ut. 
» 360. a. 12. FoU«r rfihrt unmlUelbar auE dem griechischen n<o)l£^^of. 



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