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DE DURCHGEISTIGUNG 

DER DEUTSCHEN 

ARBEIT 




I 



JAHRBUCH DES 
DEUTSCHEN WERKBUNDES IQI2 



JAHRBUCH DES DEUTSCHEN 
WERKBUNDES 

l.BIS lO.TAUSEND 
MmOQTAFELN 



DIE DURCHGEISTIGUNG 
DER DEUTSCHEN ARBEIT 



WEGE UND ZIELE 

IN ZUSAMMENHANG 

VON INDUSTRIE /HANDWERK 

UND KUNST 




VERLEGT BEI EUGEN DIEDERICHS 

IN JENA 1912 



INHALT 



VORWORT III 

I 

DER WERKBUND UND DIE GROSSMACHTE DER DEUTSCHEN ARBEIT. Von 
Dr. Peter Jessen, Direktor am Kgl. Kunstgewerbemuseum in Berlin 2 

WO STEHEN WIR? Vortrag auf der IV. Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes in 
Dresden 1911 von Geh. Regierungsrat Dr. Ing. Hermann Muthesius, Nikolassee 11 

WECHSELREDE OBER ÄSTHETISCHE FRAGEN DER GEGENWART. <Geheimrat 

^ Professor Cornelius Gurlitt, Dresden/ K. E. Osthaus, Hagen i. W./ Professor Dr. C. J. Fuchs, 
Tübingen/ Dr. Karl Schäfer, Lübeck/ Geh. Reg.-Rat Professor Max Schraid, Aadicn/ Professor 
Theodor Fischer,Mün<ien/Dr.FerdinandAvenarius, Dresden/ Geheimrat H.Muthesius,NikoIassee> 27 

n 

AUSSTELLUNGEN ALS EIN'MITTEL ZUM ZWECK. Von Professor Richard Riemer- 
schmid, München 38 

DAS DEUTSCHE LINOLEUM AUF DEM WELTMARKTE. Von G. GericJte, Direktor 
der Linoleumwerke Ankermarke, Delmenhorst 45 

MATERIALVERSCHWENDUNG UND MATERIALGEFÜHL Von Karl Sdimidt, 
Direktor der Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst, Heiierau 50 

BELEUCHTUNGSKÖRPER. Von Richard L. F. Schulz, Berlin 53 

DAS ORNAMENT. Von Professor Karl Groß, Dresden 60 

III 

SOLLEN WIR DIE FRAKTUR ABSCHAFFEN? Von Eugen Diederichs, Jena 66 

DER UNTERRICHT IM ZEICHNEN AUF DEN SCHULEN. Von Professor Rudolf Bosselt, 

Direktor der Kunstgewerbeschule in Magdeburg 71 

NEUE LÖSUNGEN DER FARBKARTENFRAGE. Von Dr.'AIfons Pacjuet, Hellerau . . 76 

GEWERBLICHE MATERIALKUNDE. Von Chemiker Dr. Paul Krais,lTübingen 83 

IV 

DIE VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN AUFGABEN DES D. W. B. Vortrag auf der 
IV. Jahresversammlung in Dresden 1911. Von Dr. Helmuth Wolff, Direktor des statistischen 
Amtes der Stadt Halle a. S 86 

DIE GARTENVORSTADT AN DER DONNERKUHLE. Von Karl Ernst Osthaus, Be- 
sitzer und Leiter des Museums Folfcwang, Hagen i. W 93 

DAS DEUTSCHE MUSEUM FÜR KUNST IN HANDEL UND GEWERBE. Von 
Fr. Meyer-Schönbrunn, Hagen 97 



BAUBERATUNGSSTELLEN. Von Architekt H. Wagner, Bremen 100 

DIE HÖHERE FACHSCHULE FÜR DEKORATIONSKUNST. Von Frau Else Oppler- 
Legband, Berlin 105 

DIE SCHWERE INDUSTRIE UND IHRE WERBEMITTEL. Von Willi Roerts, Hannover 1 1 1 

VERZEICHNIS DER KÜNSTLER 115 

VERZEICHNIS DER AUSFÜHRENDEN FIRMEN 116 

V 
ABBILDUNGEN 

I.BAUKUNST, öffentliche und Industrie-Gebäude, Stadt- und Landhäuser 

2. INNENAUSSTATTUNG. Geschäftsräume, Repräsentationsräume, Wohnungen 

3. DEKORATIVE MALEREI UND PLASTIK 

4. KERAMIK 

5. METALL-ARBEITEN 

6. GRAPHIK. Geschäfisdruduachen, Packungen, Anzeigen, Plakate 

7. HANDZEICHNUNGEN 

8. FLÄCHEN-ORNAMENTE. Bucheinbände, Weberei, Tapeten, Linoleum 

VI 

ANZEIGEN 

ÄMTER, MITGLIEDER VERZEICHNIS UND SATZUNGEN DES DEUTSCHEN WERK- 
BUNDES 



n 



VORWORT 

Der Deutsche Werkbund erstrebt die Durchgeistigung der Arbeit im Zu« 
sammenwirken von Kunst, Industrie und Handel durdi Erziehung, werbende 
Tätigkeit und geschlossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen. Das vor*» 
liegende erste Werkbund «Jahrbuch will besonders den weiten Kreisen der 
deutschen Industrie und des Kaufrnannsstandes Binblicii geben in diese für 
unsere Volkswirtschaft und für unsere Stellung unter den Kulturvölkern so 
bedeutungsvolle Bewegung. Deshalb kommen in erster Linie Praktiker zum 
Wort, die an diesem Zusammenwirken eng beteiligt sind: neben ausführen« 
den Künstlern die Leiter von grollen Unternehmungen der Möbelfabrika* 
tion, der Metallindustrie, der Linoleumbranche, des Buchgewerbes,- neben 
Vertretern der Chemie und des Ingenieurberufes, Volkswirte und Männer 
der Verwaltung. Im illustrativen Teil des Jahrbuches wird aus der Menge 
hodistehender Leistungen, die bereits aus den Kreisen des Werkbundes her« 
vorgingen, eine verhältnismäl)ig kleine Zahl von Arbeiten vorgeführt. Sie 
mögen als Beispiele für den modernen harmonischen Zusammenhalt von In« 
dustrien und Künstlern gelten, den wir auf immer weiteren Gebieten, auch 
auf dem der Massenfabrikation, erhoffen. 

Da^ dieses Jahrbuch trotz seiner Vielseitigkeit und seiner reichen Anregungen 
weder die werkliche noch auch die gedankliche Bedeutung der Werkbund« 
bestrebungen einigermaßen erschöpft, wird jedem Leser bewuf)t werden, der das 
Programm des D.W. B. aus den grol)zügigen Darstellungen von Peter Jessen 
und von Hermann Muthesius kennen lernt. Die Entwicicelungen der Technik 
und die Erfordernisse des Weltmarktes bringen immer wieder neue Seiten 
unserer Aufgabe zutage. Die künftigen JahrbüAer des Deutschen Werk« 
bundes werden versuchen, seinen Schritten im einzelnen gerecht zu werden. 

HELLER AU, im März 1912 Dr. A. PAQ.UET 



m 



I 

PETER JESSEN • DER WERKBUND UND DIE 
GROSSMÄCHTE DER DEUTSCHEN ARBEIT 
/HERMANN MUTHESIUS WO STEHEN WIR? 
A)^ECHSELREDE ÜBER ÄSTHETISCHE 
FRAGEN DER GEGENWART 



DER WERKBUND UND DIE GROSS^ 
MÄCHTE DERDEUTSCHEN ARBEIT 

VON PETER JESSEN-BERLIN 

EIN Spötter hat neulIA die DeutsAen das Volk der versäumten Gc" 
legenheiten genannt. Das böse Wort war gemünzt auf unsere jüngste 
Politik und kann dodi für weite Strecken unserer GesAidite gelten, 
vor und nach Bismarck. Und unsere Kultur? Kommen wir nicht auch da zu 
spät, oder sind wir endlicfi willens, die Zeit zu verstehen und die Kränze fest- 
zuhalten, die sie dem Zugreifenden reicht? 

Über die großen Fortsdiritte im Leben der Völker pflegt eine einzige Gene*» 
ration zu entscheiden, Ist der Boden reif zum Anbau, so zieht er magnetisdi die 
stärksten Kräfte an, die Saat zu bestellen,- ob sie reift, entscheiden Sonne und Regen 
in kurzer Frist, Das nächste GesAlecht taugt nur dazu, dieErnte einzuheimsen. 
Das gilt am sichtbarsten im Reiche der Kunst. Seit Jahrhunderten ist jeder 
gro^e Aufschwung, jede dauernde Stilbildung das Werk eines Menschenalters. 

Nun deutet alles darauf, dal) eben jetzt eine solche Stunde des Sdiicksals für 
den deutschen Gesdimacicgeschlagenhat.Seit einem Jahrzehntstehen wirimEnt« 
scfieidungskampfumeinenzeitgemä^enAusdrucitunseres nationalen Lebens, E^ 
ist eine Ehrensadie für das deutsche Volk, dal) es die grolJeStunde nicht verpasse. 

DieVorzeidien sind günstig. Zu starken Taten weckt nur der heilige Zorn. 
Das Bestehende mul) als unerträglidi empfunden werden. Keine grolle Re« 
form ohne einen revolutionären Einsdilag,- der darf niemanden schrecken. 
Heute schämen wir uns endlicfi, von den Fremden die Allerweltskopisten, die 
Japaner Europas gesdiolten zu werden. Wir schulden es unserer nationalen 
Würde, daß wir den Sciiutt hinwegschaufeln, den ein Jahrhundert der Un* 
kunst über unser einst so fruchtbares Feld gebreitet hat. Wir braudien einen 
Jungbrunnen der Kunstgesinnung für alle Schichten unseres Vo kes. 

Ein schleciiter Deutscher jedoch, der am Niederreißen seine Freude hätte. 
Es ist der Ruhm unseres jungen Kampfes, daß gleidi an seinem Eingang die 
Tat steht: die Tat der Künstler, die an die ersten Versuche ihr Wollen, ihr 
Können, ihre Habe setzten. Aus ihren eigenen Mitteln haben sie sich die ersten 
Gelegenheiten geschaffen, vom Einzelstück auf das Ganze der Dekoration 



zu gehen. So hat sich die deutsAe Reform von Anfang an auf die Raum* 
kunst und ihre Schwester, die Baukunst, einstellen können. Heute gilt die 
leidenschaftliche Arbeit der gesamten künstlerischen Kultur, vom alltäglicfien 
Gerät bis zum feierlidi Monumentalen, 

Für die neuen Aufgaben reichen die alten Namen nicfit mehr aus. Das 
»Kunstgewerbe« ist uns als Begriff und Wort zu eng geworden. Wir möchten 
die erweiterte Arbeit in das Wort »Werkkunst« zusammenfassen: Ardbi» 
tektur und Kunstgewerbe, Handwerk und Industrie, Binzelstück und Massen* 
wäre. Und ebenso braucht das neue Ideal neue Organe: seit 1907 sucht der 
»Deutsche Werkbund« die schaffenden und helfenden Kräfte zu einer tätigen 
Gemeinschaft zu vereinigen. Er will der neuen Gesinnung dort die Tore 
öffnen, wo das bisherige Kunstgewerbe vergebens angeklopft hat; bei den 
Grol)mächten unseres wirtschaftlichen Lebens. 

Bisher galt in den Geschmacksgewerken der Kaufmann als ein notwen-» 
diges Übel. Man erwartete das Heil von dem Kunsthandwerker mittelalter* 
liehen Schlages. Der Werkbund ehrt die Romantiker, aber blickt der Gegen* 
wart und Zukunft mutig ins Auge. In der heutigen Wirtscfiaft gibt der 
Unternehmer den Ausschlag,- wollen wir vorwärts, so müssen wir ihn für 
uns gewinnen, ihn überzeugen, da^ Geschäft und Geschmaci nidit Feinde 
zu sein brauciien, sondern sich eng verbünden können zu beider Vorteil. Wir 
glauben an die jüngste Lehre der Volks wirtsdiaft: ein großes Industrievolk 
kann auf die Dauer niciit davon leben, dal) es die anderen unterbietet,- es 
mul) sie überbieten durch die Güte seiner Arbeit. Die deutschen Geschmacks« 
industrien, wie einst die französiscfien und englischen, werden nur dann eine 
Weltmacht werden, wenn wir zu unserem technisciien Gescfiick, unserem Unter«» 
nehmungsgeist und unserer Wissensdiaft auch einen eigenen reifen Nationalge* 
schmack einzusetzen haben, gegründet auf einer zeitgemäßen nationalen Kultur. 
Ohne die Kunst bleiben wir Stümper,- mit ihr sind wir jedem Gegner gewachsen. 

Dal) solcher Wille zur Qualität, zur Vorzugsarbeit, zur Auslese nicht nur 
Ehre, sondern auch Gewinn bringt, beginnt die Handelsstatistik zu beweisen. 
Die vorzügliche deutsche Ausstellung in Brüssel 1910, auf die der Werkbund 
und seme Mitglieder entsdieidenden Einflul) haben ausüben können, hat uns 
selber überrascht und den Fremden die Augen geöffnet. Schon geben die deutschen 
Messen davon Kunde. Industrien, die an der Vertiefung ihrer Qualität arbeiten, 
wie unser Porzellan, sehen sich durch einen erfreulichen Aufsdiwung belohnt. 



3 



Der Werkbund sucht zu fördern, was nur immer den Gesctmack im Kunst- 
gewerbe fördern mag, im engen Einvernehmen mit den verdienstvollen Kunst* 
gewerbevereinen. Aber er mödite weiter und höher ausgreifen. Wollen wir 
eine einheitlich gerichtete Qualitätsarbeit, so müssen wir jetzt die großen tech- 
nischen Industriezweige für die neue Kunstgesinnung gewinnen. Auch die 
Fabrikation der Rohstoffe, der Baumaterialien, der Farben, der Maschinen 
kann in Geschmadisfragen zum Bösen oder zum Guten neigen. Beharrlicher 
Ungeschmadi kann auch diesen Industrien zum Verhängnis werden. Das haben 
zum Beispiel die Granitschleifereien schon mit einigen Sorgen erlebt. Jetzt be- 
ginnen die grollen Werke, in denen die neuen Baustoffe für unsere Zeit er- 
funden und erprobt werden, bei der besten Kunst Hilfe zu suchen, um ihre 
Ware von Anfang an in zeitgemäßen Formen auf den Markt zu bringen. Ein 
glänzendes Zeugnis dafür war die imponierende Ausstellung der Ton-, Ze- 
ment- und Kalkindustrie in Berlin 1910: hier hatte der Werkbund dazu beitragen 
können, dal) einige der wichtigsten Aufgaben an führende Künstler der neuen 
Bewegung verteilt und sieghaft gelöst wurden. Um das Verständnis für Echt- 
heit und Qualität aller Rohstoffe zu wecten, hat der Werkbund die Schaffung 
einer umfassenden »Gewerblichen Materialkunde« in die Hand genommen,- der 
erste Band, »Die Hölzer«, herausgegeben von Dr. Paul Krais, im Verlag von 
Felix Krais in Stuttgart, ist 1910 erschienen,- der zweite, »Die Schmuck- und 
Edelsteine«, von Dr. A. Eppler, erscheint in diesem Jahr. Die Farbkartenfrage, 
deren Bedeutung alle Kreise des Berufslebens kennen, wurde durch das Vor- 
gehen des Werkbundes endlich einer praktischen Lösung nahe gebracht,- die 
Flugschriften des DWB. über Echtfärberei weisen auf wichtige Errungen- 
schaften der deutschen Farbenindustrie. 

Von den Mächten der Metallindustrie wachsen che großen Konstruktions- 
werkstätten mehr und mehr zu starken Trägern zeitgemäßer Zweciikunst heran. 
Ob der Ingenieur selber seinen Konstruktionen che endgültige, kunstreife Form 
zu geben vermag, ob er mit dem Berufskünstler Hand in Hand schaßt, wird 
von den Persönlichkeiten abhängen. Wenn nur das Werk aus einem Guß 
ist und der Kern ohne wesensfremde Schale edle Gestalt gewinnt. Es han- 
delt sich um die höchsten Aufgaben unserer Tage, die eigentlichsten Monumente 
unserer Epoche. Der Werkbund sucht zwischen den beiden Polen, zwischen 
Zweck und Form, die Leitung herzustellen. Er bringt durch seine Tagungen 
und Ortsgruppen che besten Kräfte aus beiden Lagern in persönlichen Kontakt. 



Was die Kunst und der Künstler für die tedinisAen Fabrikationen be- 
deuten könnten, und was ein mannhafter Entsdhlu^ für die Veredlung einer 
ganzen Industrie zu tun vermag, hat als weithin leuchtendes Vorbild die AlU 
gemeine Eltektrizitäts-Gesellsdiaft in Berlin uns gezeigt. Fabrikate und In-» 
stallationen, Läden und Gesdiäftsdrudisadien, Fabrikgebäude und Arbeiter« 
siedelungen aus Einem Geiste editester Modernität: das sdiien vor wenigen 
Jahren ein kühner Traum und ist heute überzeugende Wirklidikeit. Es 
ist entsdieidend für die kulturelle Geltung der deutschen Industrie, ob sie 
soldi ein Beispiel versteht und ihm nadhzustreben sidi entsdilie^t. Wird jeder 
einzelne begreifen, daj) er sidi entwürdigt, wenn er etwa im kleinen diese 
Muster zu kopieren versudht,- daß es eine Ehrensacfie ist, eigene Wege zu 
gehen, indem er als Berater und Erfinder gleidi starke Persönlidhkeiten ein» 
setzt? In die erste Reihe gehört nur, wer etwas mactt, was vor ihm kein 
anderer gemacbt'hat. 

DEN gleidien Willen zur Kunst, wie bei allen Ausführenden, braudien wir 
bei den Bestellern. Um den einzelnen Käufer zu erziehen, mühen sidh in 
Deutsdiland allerorten Museen, Vereine, ZeitsAriften. Der Werkbund seiner;* 
seits wendet siA aucfi hier vorwiegend an die mächtigen Gemeinsdiaften, die 
heute mit unheimlicher Gewalt über den Ruf ganzer Kulturgebiete entsdiei*» 
den. Welch unauslöschlichen Schaden haben die deutschen Schiffahrtsgesell*» 
schalten dem Ansehen unseres Geschmacks getan, solange sie die großen 
Dampfer zu Tummelplätzen lächerlidier Protzenkunst erniedrigten! Und wie« 
viel Dank sind wir dem Norddeutschen Lloyd schuldig, der unter Wiegands 
vorausschauender Führung der gediegenen Sachlichkeit unserer neuen Kunst 
die Kabinen und Säle öffnete! Davon sollten alle Deutschen wissen, und alle, 
welche gleiche Macht üben, sollten es sich zur Ehre und zum Gewinn rechnen, 
ihren Gästen nicht Französeleien dritten Aufgusses, sondern deutsche Kost 
aus bester Küche vorzusetzen. Es tut weh, darüber noch reden und schreiben 
zu müssen. Dieses Moralische sollte sich, wie beim »Auch Einen«, immer 
von selbst verstehen. Wären wir schon dahin gelangt, so würde der Werk« 
bund freudig von seiner Wacht abtreten. 

Für die Verkehrsmittel zu Lande gibt seit Jahren die Hochbahn in Berlin 
das rühmlichste Beispiel neuer Gesinnung und Tat, Versuche zur Reform der 
Staatsbahnwagen hat schon 1906 der mutige und kunstgebildete bayerische 



Verkehrsminister gemacht. Auch unsere überwältigende Eisenbahnausstellung 
in Turin 191 1, die weitaus stärkste, leider ungünstig gelegene deutsche Gruppe, 
gab einen erfrischenden Eindruck von der gestaltenden Kraft der führenden 
Werkstätten. Überzeugender freilich an den Lokomotiven als in den Abteilen, 
Bei der Heimkehr begrüljte uns in den Speisewagen unser alter Freund der 
Jugendstil. Den preuljischen Staatsbahnen wäre ein Künstler not, der den 
Stubenmalern das Handwerk legte. 

Wie die Dampfer und die Bahnen, so sind die grollen Hotels jahraus jahrein 
für die Hunderttausende aus dem Auslande der Wertmesser deutschen Ge« 
schmacks. Wir haben eine Reihe bester Häuser, von Künstlerhand muster* 
haft durdigebildet. Aber noch glauben gerade die größten Betriebsgesell- 
schaften dem internationalen Publikum einen nidbtssagenden, faden Allerwelts« 
geschmack vorsetzen zu müssen, damit man glaube, in Paris oder London 
oder Kairo, nur beileibe nicht in Deutschland zu sein. Friedrich Naumann 
hat dem Werkbund das Beispiel des Deutschen Spradivereins vorgehalten, 
damit er helfe, dal) solche Schmadi ein Ende nehme. Je sieghafter sich die 
deutsche Organisationskraft gerade im Hotelwesen bewährt, umso schneller 
sollten die Direktionen versuciien, diesem Zweige deutscher Betriebsamkeit 
audli zum gebührenden äul)eren Ausdruck zu verhelfen. Es stände besser 
um die groI)en Aufgaben dieser Art, wenn die mäditigen Baugesellschaften 
es endlich als Vorteil und Ehrenpflidit empfänden, ihrer trefflicfien Tecfinik 
auch eine starke, persönliche Kunst zur Seite zu stellen. Der deutsche Werk« 
bund zweifelt nidit daran, dal) aucfi hier über kurz oder lang gebildete, gro|J« 
denkende Organisatoren die Bahn brechen werden, 

Stile pflegen zu entstehen, wenn eine nationale Kulturarbeit sich ihre Form 
zu prägen sucht. Es ist keinTrugschluI), wenn wir zu hoffen wagen, dal) aus 
dem hinreißenden wirtschaftlichen Aufschwung des deutschen Volkes eine 
eigene Kunst, ein deutscher Stil sich werde bilden können. Die Entscheidung 
über diese Zukunft wird nicht in den Kirchen oder bei den Höfen noch in 
den Palästen der Reidien fallen, sondern auf den Stätten der wirtschaftlichen 
und sozialen Arbeit. Darum ist es nicht Kunstsport, nicht etwa blol^e Heimat« 
bündnerei, wenn wir das rasch wachsende Interesse an zugleich sachlichen und 
gefälligen Fabrikbauten mit Spannung verfolgen. Nur in Deutschland er« 
sdheint eine eigene Zeitschrift für den Industriebau,- sdhon haben vor ganz 
Europa unsere deutschen Baukünstler die Führung auf diesem jungen Ge« 

6 



biete,- eine Reihe weitblickender Fabrikanten aus Nord und Süd hat giän* 
zende Aufträge gegeben. In diesen Bauten wird die Industrie nicht nur ihre 
Kapitalkraft, sondern audi ihr soziales Wollen, die Fürsorge für Luft und 
Lidit, für gesunde Arbeitsräume kennzeidinen. Der Deutsdie Werkbund sieht 
hier eine wesentlidie Aufgabe: er hat auf seiner Tagung in Frankfurt 1909 
eine Ausstellung vorbildlicber Fabrikbauten vorgeführt und seither mit dem 
Deutschen Museum für Handel und Gewerbe in Hagen eine Wander» 
Sammlung von Bildern solcher Industriebauten hergericbtet. 

Von der sozialen Arbeit des heutigen Deutsdilands werden vor allem 
die rasch zunehmenden Kleinwohnungen, Arbeiterkolonien, Gartenstädte 
sprechen,- weit besser als prunkvolle Versicherungspaläste, Wo diese Auf- 
gaben in Künstlerhänden ruhen, entstehen Gebilde, die bald als Dokumente 
unserer Zeit Sehenswürdigkeiten bilden werden. In zehn Jahren wird man 
nach Kssen reisen, um eine moderne Stadt zu genießen. Auch hierüber wird 
beim Werkbund Rat finden, wer für die eigenen Arbeiter oder für das Ge« 
meinwohl bauen möchte und Nachweise sachlidier oder persönlicfier Art sucht: 
Fabrikanten, Baugenossenschaften, Verwaltungskörper, 

NEBEN der Industrie in neidlosem Wetteifer der Handel, Daß der Typus 
des modernen Kauf« und Warenhauses auf deutschem Boden zur Kunst 
gestaltet worden ist, weiß jetzt die ganze Welt. Die Maßstäbe, die Messel auf- 
gestellt hat, wird man einhalten, wenn man die Künstler nicht danach wählt, 
ob sie im Bureau des großen Meisters gearbeitet haben, sondern ob sie das 
Große aus eigener Kraft einzusetzen wissen. Sonst verfallen wir dem Vir*» 
tuosentum und gleiten rasch bergab. Mit besonderem Nacfidruck hat der 
deutsdie Kaufmann begonnen, auch die kleineren Äußerungen seines Wir- 
kens gescbmacilich zu revidieren: die Läden, die Schaufenster, die Plakate, 
die Drucksachen, die Pacicungen, Dazu hat der Werkbund in den kurzen Jahren 
entscheidende Anregungen gegeben. Er hat den Anfang gemacht mit einer 
künstlerisch gerichteten Ausbildung von Schaufensterdekorateuren ,- dasMu« 
seum inHagen läßt lehrreiche Sammlungen gesdiäftlicher Drucksachen wandern. 
Um auf diesen vielen Gebieten je nach Bedarf anregen zu können, hat der 
Deutsche Werkbund vorweg enge Fühlung mit den Organen aller dieser 
Mächte genommen. Besonders erfolgreich mit den Handelskammern,- sie haben 
durch Vermittlung des Werkbundes Vorträge und Vortragsreihen für dieGe* 



sclimadisbildung der Kaufleute veranstaltet,- denn mehr oft als der Chef herr- 
schen ja Verkäufer und Verkäuferinnen, Reisende und Einkäufer über die 
Sdieidemünze im GesAmacksIeben,- und auch hier wird der Pfennig, ob gut 
ob übel angelegt, zum Taler, Mit Vertretern der Handwerkskammern hat 
man grundlegende Beratungen über das verhängnisreiche Submissionswesen 
gepflogen, mit dem Verbände für das kaufmännische Bildungswesen Ver- 
handlungen über die Geschmacksbildung der Schüler. Hier mußten sogar die 
Delegierten des Werkbundes den Übereifer der kaufmännischen Lehrkräfte 
bändigen,- so warm und erfreulidi ist dort die Sehnsucht nach künstlerischer 
Bildung. Da^ die Stimme der Geschmacksansprüche jetzt auch in den ganz 
großen industriellen Verbänden bis in den Hansabund hinein zu Worte kommt, 
ist besonders erfreulicfi. Die Verbindung mit dem Künstler ist diesen weit- 
blickenden Männern ebenso selbstverständlich, wie ihre längst bewährte enge 
Gemeinarbeit mit dem Gelehrten, der die deutsche Technik ihre Grundlagen 
verdankt. Wer dort auf die Professoren schimpfen wollte, würde nidit lange 
ernst genommen werden. 

ZU den Groljmächten der deutschen Arbeit zählen heute, nicht an letzter 
Stelle, die öffentlichen Gewalten, die großen Gemeinschaften des Reiches, der 
Bundesstaaten, der Provinzen, Kreise und Stadtgemeinden. Was die deutschen 
Städte heute bauen und planen, ist eine der groljartigsten Erscheinungen 
deutschen Lebens. Je mehr die kommunalpolitischen Aufgaben wachsen, um 
so vielseitiger und maditvoller die Bauten für die Verwaltung, Wohlfahrt, 
Gesundheit, Bildung. Wir dürfen stolz darauf sein, da^ an den wichtigsten 
Posten starke, oft führende Künstler das Steuer der Kunst führen, und da^ 
gerade solche städtischen Bauleiter im Werkbund zahlreich und ma()gebend 
mitwirken zum Zeichen dafür, dal) ihnen alle Zweige der Werkkunst wert 
sind. Auch die führenden Oberbürgermeister haben den Bund bei seinen 
Tagungen willkommen geheimen als einen Helfer für ihre kulturellen Zwecke, 
über welche letzten Endes die Gesamtheit der Bürgerschaft entscheidet. Wenn 
es gelingt, das werktätige Bürgertum in allen seinen Schichten mit dem Ver- 
ständnis für Qijalitätsarbeit zu durchdringen, wird es auch bei den städtischen 
Aufträgen das Beste und Gediegenste verlangen und zu bezahlen bereit 
sein. Dann hat die Submissionsnot ein Ende. Und die Gemeinden, gro^e und 
kleine, werden immer schärfer zu unterscheiden lernen zwischen künstlerisch 

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führenden Bauten, die der Stadt und ihrer Bürgersdiaft über die Stadtgrenzen 
hinaus Ruhm eintragen, und dem kurzlebigen, oft reAt ansprudisvollen und 
kostspieligen Mittelgut, an detn leider im dsutsdi^n Vaterland audi heute nodi 
kein Mangel ist. Zu soldier Aufklärung können die Tagungen des Werk» 
bundes helfen, wie sie in M jndien, Frankfurt, Berlin und Dresden stattge« 
fiinden haben. Eindringlidier nodi Ausstellungen gewählter Arbeiten aus 
dem SdiafFensgebiete des Bundes, sei es örtlich besdiränkt, wie es in Krefeld 
erfolgreidi gescfiehen ist, sei es auf ganz Deuts iland ausgedehnt, wie der 
Werkbund für die näcfisten Jahre in der einen oder anderen deutsdien Gro^« 
Stadt plant. In Düsseldorf nahm der Bund 1909 an der Ausstellung dirist« 
liAer Kunst teil. Gerade in dem bedeutenden städtisdien Aufstieg Deutsdi» 
lands möcfiten wir alle Äußerungen der gestaltenden Künste unter die höhere 
Einheit neudeutsAer Wirtschaftskunst stellen helfen. 

Es ist unser aller Sehnsudit, da^ audi die Staatsbehörden und ihre Kunst 
im deutsdien Leben den Rang einnähmen, der ihnen nadi der äußeren und 
inneren Größe der Aufgaben zukommt. Es liegt an diesen Mächten selber, 
an ihrer Einsidit, ihrem Willen, ihrer Selbstkritik, ob sie sidi in die werdende 
deutsdie Kunst einreihen wollen. Es ist auf die Dauer ein Zustand, der nie- 
manden befriedigen kann, wenn die größten Bauten an den wichtigsten Plätzen 
bestenfalls weder gut nodi böse, weder warm noch kalt sind. Es ist nicht, 
wie man gern verbreitet und wohl gar selber glaubt, die Frage um alte oder 
neue Formen. Alfred Messel ist eines der ersten Mitglieder des Werkbundes 
gewesen. Sondern es entscheidet einzig und allein das Wort, das der Werk« 
bund auf seinen Schild geschrieben hat: Qualität. Hödiste, persönlichste 
Qualitätsarbeit der Allerbesten: das ist es, worauf das deutsche Volk An«* 
Spruch erheben darf, wenn man in seinem Namen bauliche Monumente auf« 
führt, die auf Jahrhunderte hinaus Ruhm oderLJnruhm für unsere Zeit und alle 
Zeitgenossen bedeuten werden. Der Werkbund zählt darum mit besonderer 
Freude zu seinen Mitgliedern auch führende, berufene Meister staatlichen 
Bauwesens aus deutschen Bundesstaaten, den mittleren voran. Es wäre zu 
wünschen, daß auch die weiten Bereiche der preußisdien Bauverwaltung und 
die Reichsbaubehörden wie die Post ihren Zusammenhang mit dem künst* 
lerischen Leben unserer Tage durch Mitarbeit am Werkbund bekundeten. 

Für solche Mitarbeit haben wir den staatlichen Gewerbebehörden zu danken, 
voran dem preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, Wie der 



9 



Deutsdhe Werkbund auA die führenden Künstler Österreichs in sich schlieljt, 
so hat audi das k. k. Gewerbeförderungsamt in Wien unsere Sache zu der 
seinigen gemacht. Im Juni 1912 wird der Bund in Wien tagen. 

»Die Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, 
Industrie und Handwerk« hiel) der erste Bericht des Deutschten Werkbundes, 
»Die Durdigeistigung deutscher Arbeit« der jüngste. Möchten wir demnächst 
schreiben dürfen: die neudeutsche Werkkunst, eine Weltmacht des Geschmacks. 



lO 



wo STEHEN WIR? 

VORTRAG, GEHALTEN AUF DER JAHRESVERSAMM* 

LUNG DES DEUTSCHEN WERKBUNDES IN DRESDEN 1911 

VON HERMANN MUTHESIUS-NIKOLASSEE 

"T XT" 7" IE es eine Weltgesdiichte der Realitäten gibt, eine GesAidite des 
\ \ /politisdhen Auf* und Abstiegs der Völker, der Versdiiebungen der 
V VMadit und des Reiditums, so gibt es audi eine Geschidite der gei* 
stigen Strömungen. Die Geistestätigkeit der Mensdien ist zu versdiiedenen 
Zeiten ganz versdiieden in Ansprudi genommen, ihr Sinnen und Traditen 
jeweilig nur auf ganz bestimmte Ziele geriditet. Die Zeiten erfüllen SpeziaW 
aufgaben, so wie sdiliel^Iidi au di jeder Einzelmensdi nur ein Spezialist ist. 

Wir beobaditen, dal) vom aditzehnten Jahrhundert an die Aufmerksamkeit 
der Mensdiheit nadi der Richtung des verstandesmäl)igen Erkennens gefesselt 
wird. An die Stelle eines behäbigen Existenzgenusses tritt die bohrende Ge^* 
hirnarbeit, an die Stelle bis dahin gültig gewesener Dogmen und überlieferter 
Vorstellungen der Zweifel an allem Bestehenden. Die Mensdien beginnen 
den Ursadien aller Ersdieinungen nadizugehen. Die Wissenschaft entwickelt 
die Methode der exakten Forschung, die auf reiner, unvoreingenommener 
Beobachtung begründet ist. Sie baut das ganze Gebiet der Naturwissen«« 
schaffen auf und steigt in der Gesdhichte zu den letzten Urcjuellen grauer 
Vorzeiten hinab. Das Denken eines ganzen Jahrhunderts wird unter den Gc" 
sicfitspunkt der Aufklärung gestellt. Die unbezweifeltste aller Wissenschaften, 
die Mathematik, die durch Leibniz die enorme Bereicherung des infinitesimalen 
Denkens erfuhr, verband sich mit dem Gebiete der Naturwissenschaften,- die 
Vereinigung beider ergab die Technik. Die wissenschaftlich begründete Tech« 
nik hat, am Ende des achtzehnten Jahrhunderts geboren, das Denken des 
neunzehnten Jahrhunderts völlig mit Beschlag belegt. Man kann ihre uner» 
hörten Ergebnisse, wie sie heute zutage liegen, nicht anders erklären, als dalj 
die gesamte Geisteskraft der Mensdien an ihrer Vorwärtsentwicklung be« 
teiligt war. Nur so konnten hier in einem Jahrhundert Erfolge erzielt werden, 
die die frühere Arbeit von Jahrtausenden in den Schatten stellen. 

Das Resultat dieser einseitigen Anspannung der Geisteskräfte war aber 
in anderer Beziehung kein erfreuliches. Denn gewisse Tätigkeiten, die die 



11 



mensAlidie Leistung früher zur Harmonie gerundet hatten, waren durcfi die 
einseitige RiAtung bradigelegt worden. Vernachlässigt wurden die Geistes* 
guter, die niAt auf eine mathematische Formel zu bringen und nicht durch 
Forscfiung und Quellenstudium zu erschließen sind, die Empfindungswerte, 
die im Religiösen, Poetischen, Transzendentalen niedergelegt sind. In der 
Nachlässigkeit, in der Gleichgültigkeit gegen sie liegt das charakteristische 
Merkmal des heutigen Menschen, verglichen mit dem Menschen früherer 
Zeiten, 

Der Rückgang des Kunstempfindens war eine der sichtbaren Folgen. Er 
war auf keinem Gebiete deutlicher zu erkennen als in der Architektur, die 
einem raschen Niedergang anheimfiel. Und nichts ist in dieser Beziehung vieU 
leicht bezeichnender für den Geist der Zeit, als dal) im selben Jahrhundert, 
in welchem die Konstruktion die höchsten Triumphe feierte und der gestaU 
tenden Tätigkeit durch die sich drängenden Aufgaben der Technik die höchsten 
und glänzendsten Aufgaben gesetzt waren, das Gefühl für das künstlerische 
Gestalten mehr und mehr sank und allmählich so gut wie ganz verloren 
ging. Was hier in Frage steht, ist die Form. Die Form, die nicht bestimmt 
wird durch rechnerische Ergebnisse, die nicht erfüllt ist mit der Zweckmäßig- 
keit, die nichts zu tun hat mit verständigem Denken. Es ist jene höhere Archi- 
tektonik, die zu erzeugen ein Geheimnis des menschlichen Geistes ist, wie 
dessen poetische und religiöse Vorstellungen. Es ist die Form, die uns an 
einzelnen Glanzleistungen der menschlichen Kunst, dem griechischen Tempel, 
dem römischen Thermensaal, dem gotischen Dome, dem Fürstenzimmer des 
achtzehnten Jahrhunderts in Entzücken versetzt, die Form, die uns gleich ein« 
drücklich berührt wie die Poesie und die Musik. Es ist die Form, die wir in 
der letzten Vergangenheit noch an den Leistungen Schinkels bewundern, jenen 
Leistungen, die uns gegenüber allem, was dann folgte, als etwas Höheres, 
Erhabenes erscheinen, als etwas, das wir eben von da an verloren haben. 

Noch das achtzehnte Jahrhundert folgte in seinen Umgangsformen, in 
seinen Festen, in der Einrichtung des Hauses, des Gartens, festumgrenzten 
Regeln, alle diese Dinge gingen aus einem Gefühl der wohltuenden Schicklich* 
keit hervor, ein Sinn für Rhythmus beherrschte das ganze Leben. Damals 
konnte denn auch eine Architektur als Überzeugung eines Zeitalters lebendig 
sein, denn in gewissem Sinne war die ganze Lebensführung architektonisch. 
Diese rhythmisch-architektonische Lebensbetätigung war im übrigen nur das 



12 



Ende eines Zustandes, der bis dahin die Menschheit aller Kulturen überi- 
haupt beherrscht hatte. Sehen wir dodi schon bei den Lirvölkern in jeder 
Tätigkeit, sei es im Tanz, in der Sprache, selbst bei Verrichtung ihrer primi=» 
tiven Arbeiten, das Walten eines unbewußten rhythmischen Instinkts. Die 
Musik dient dem Tanz und der Geste als Taktmesser, Die Baukunst ersteht 
aus ihren primitivsten Äußerungen zu unzweifelhaft rhythmischen Gebilden, 
bei denen die reguläre Grundform, die Symmetrie und die rhythmische Reihung 
der Glieder von Anfang an vorhanden sind. Die Spraciie aller jungen 
Völker ist gebunden. Die Form tritt bei Ihr stärker hervor als die Präzision 
des Gedankenausdruciies. Das Drama, das sich aus dem Tanze der Ur« 
Völker entwickelt, ist von strenger Architektonik beherrscht. Die Kleidung, 
bei der von Anbeginn die Schönheit über der Nützlichkeit steht, folgt künst* 
lerisch«archItektonIschen Grundsätzen und fügt sich dem Wohllaut des mensch« 
liehen Außerungskreises harmonisch ein. So hat die Form stets uneingeschränkt 
geherrscht, und es wäreundenkbar gewesen, dal) andereGesichtspunkte,wiesol« 
che nützlicher oder sentimentaler Art, ihren wohltätigen Zwang beseitigt hätten. 
Und doch trat dieser Zeitpunkt ein, und zwar im achtzehnten Jahrhundert. 
Den ersten Ansturm gegen die Form beobachten wir In der Verdrängung 
des rhythmisch gestalteten Gartens durdi den sogenannten Naturgarten. 
Hier fiel der erste Stein aus dem Gefüge der alten architektonischen Kultur 
heraus. Es waren sentimentale Gedankengänge, die zersetzend wirkten, Gc" 
dankengänge, die, letzten Endes auf der Lehre Rousseaus fußend, mit dem 
veränderten Geist der Zeit zusammenhingen. Zum ersten Male kamen die 
Menschen auf den Gedanken, dal) es nicht Ihre Aufgabe sei, dem Instinkt 
des rhythmlsdien Blldens, den der Schöpfer in ihr Gehirn gesetzt hat, Raum 
zu geben, sondern gewissermäßen aus ihrem eigenen Selbst herauszutreten 
und etwas Äußeres nachzuahmen. Dieser erste Schritt der Zerstörung der 
Form ist von großer Bedeutung für den ganzen folgenden Verlauf der ArchU 
tektur. Von ihr bröckelten von da an fortgesetzt Teile ab. Das mensch;« 
liehe Gehirn konnte die kosmischen Bildungsgesetze, die ihm vom Schöpfer 
eingepflanzt waren, nicht mehr zusammenhalten. Die Sentimentalität, die Nütz* 
lichkeit und andere Motive drangen ein und gewannen überhand über das 
Formgefühl. Der Romantizismus, der sici schon um die Mitte des acht« 
zehnten Jahrhunderts in den Schwärmerelen bekundete, die die pseudoossia« 
nischen Oden auslösten, lenkte mitten in einer Zeit, in der noch die fest und 



13 



sicher gefügte ArAltektur der nadiklassisAen Zeit eine sAöne HerrsAaft 
ausübte, die Aufmerksamkeit auf die vergessene mittelalterlidie Bauweise. 
Zugleidi entdeckte der kunstgesAiditlidie ForsAungseifer die sogenannten 
wahren Formen der griechischen Kunst. Beides wurde auf die ausübende Bau* 
kunst übertragen. Die kunstgeschichtliche Erkenntnisarbeit verscheuchte die 
lebendige Architektur. Diese geriet durch die Zweifel an sich selbst ins 
Wanken, zumal jetzt die geistigen Kräfte der Zeit, in Deutschland wenigstens, 
von der aufsteigendenWelle literarischer Interessen absorbiert wurden. Und hier 
bereits liegt der Beginn für jenes in der Geschicfite einzig dastehende Schauspiel, 
das uns die Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts bieten, in denen die 
Architekten überhaupt keine Überzeugung mehr hatten, sondern sich zur 
Niederschrift archäologischer Diktate miljbrauchen Helfen. Sie gaben vor, sämt- 
liche von der Kunstgeschichte festgestellten Stile reproduzieren zu können. 

So drang die Zersetzung in die Architektur ein, und ihr Niedergang war 
um so natürlicher, als, wie schon berührt, auch die allgemeinen Zeitverhält« 
nisse sich gegen die Werte wandten, auf die die formbildenden Künste ge- 
richtet sind. Der hastige Erwerbsdrang der Menschen des neunzehnten Jahr» 
hunderts, die gänzlidiie Beschlagnahme des Intellektes durch wissenschaftliches 
und technisches Denken schwäciiten das Gefühl für die Form so ab, dal) es 
nidht mehr reagierte. Die Entwicklung der Zeit brachte es so mit sich, da^ 
wir in Jahrzehnte eines völligen Versagens des geschmacidichen Urteils der 
Menschen gelangten, wie es in der Gesdiichte noch nicht beobachtet worden 
war. Das empfand Gottfried Semper, als er das Ergebnis der Weltausstellung 
in London 1851 dahin zusammenfaßte, daß in der Kunst die barbarisAen 
und halbbarbarischen Völker die gebildeten Nationen besiegt hätten. 

Trotz der kunstgewerblichen Reformen, die schon um die Jahrhundertmitte 
einsetzten und in denen sich der dunkle Drang äußerte, verlorene Güter 
zurüciczuerlangen, blieb in Deutschland die Situation bis gegen das Jahr* 
hundertende dieselbe. Erst vom Beginn der neunziger Jahre an erhob sich 
wieder eine lebhaftere Geisteswelle, die getragen wurde von dem klaren Be* 
wußtsein, dal) der Form wieder ihr Recht werden müsse, 

DAS erste deutlidi hervortretende literarische Anzeichen der beginnenden 
neuen Geistesrichtung war jenes krause Buch »Rembrandt als Erzieher«, 
das den Deutschen die Widitigkeit der künstlerischen im Gegensatz zu der 

»4 



wissensAaftliAen Kultur ins Gedäditnls rief. Auf Lagarde und Nietzsche 
filmend, sudite der Verfasser jenen alten Wahrheiten wieder zum Rechte zu 
verhelfen, dal) die Verstandestätigkeit allein den Menschen weder befriedigen 
noch die letzte Erfüllung seines Sehnens sein könne, dal) keinerlei mensch« 
liehe Tätigkeit ohne den Einschlag der Empfindungs werte ihr Endziel erreiche. 
Er wies auf die bekannte Tatsache hin, dal) selbst alle groI)en Wissenschaft« 
liehen Forscher und Entdeckter mehr durch Intuition als durch Empirik zu 
ihrem Ziele gelangt seien, und er kam zu dem Schlul), dal) nur, wenn Deutsch« 
land aus dem letzten wissenschaftlichen nunmehr in ein künstlerisches Zeit« 
alter trete, die Mängel unserer Zeit ausgeglichen werden könnten. Was der 
Rembrandtdeutsche seinen Zeitgenossen predigte, fing wenige Jahre dar« 
auf an, sich einzustellen. Wir erinnern uns jener Jahre des Garens und Auf« 
wallens, die zwischen 1890 und 1895 liegen, jener Jahre, die den Geburts« 
wehen einer neuen Zeit glichen, und in denen auf allen Gebieten der 
Kunst sich mächtige Revolutionen ankündigten. Wir erinnern uns sodann der 
Jahre um 1895, in denen zunächst auf einem Spezialgebiete, dem des söge« 
nannten Kunstgewerbes, die Revolution zum Ausbruch kam. Wir wissen, 
dal) damals mit dem Schlagwort der modernen Kunst alle Himmel gestürmt 
werden sollten, dal) jede Wiederholung früher gebrauchter Formen verpönt 
war, dal) man eine neue formale Ausdrucksweise der Architektur aus dem 
Boden zu stampfen versuchte. In der Treibhausatmosphäre, aus der die rasch 
wechselnden Stilmoden in jenen Jahrzehnten entsprungen waren, erstand aber 
zunächst nur ein Wechselbalg der modernen Kunst, der Jugendstil, der, wie 
wir heute sehen, fast noch grö{)ere Verwirrung gebracht hat als die vorher 
üblich gewesenen Repetitionen der historischen Stile. Aber es ist doch be« 
zeichnend für die Kraft, die in der Bewegung lebendig war, dal) das Mause« 
rungsgefieder bald abgesdiüttelt wurde. Nach wenigen Jahren schon erreichten 
wir im Kunstgewerbe eine Klarheit des Ausdrucks, die, wie sich auf der 
Ausstellung Dresden 1906 zeigte, fast ein einheitliches nationales Gepräge 
annahm. Die anfänglich rein kunstgewerbliche Bewegung wurde zu einer 
großen allgemeinen Bewegung, die die Reform unserer gesamten Ausdrucks« 
kultur zum Ziele hatte. Der künstlerische Geist, einmal angefacht, griff in die 
Nachbargebiete ein, suchte die Bühne, den Tanz, das Kostüm zu reformieren. 
Und er machte selbst nicht vor den großen Nachbarkünsten, der Malerei und 
Bildhauerei, Halt, die wenigstens zu einem Teil dem Drange der Zeit folgten 



15 



und eine strengere ardfiitektonisdie RiAtung annahmen. Allerorten regt siA 
heute neues Leben, ein frischer architektonischer Geist beginnt zu treiben. 
Und es zeugt von seiner Kraft, da^ er sidi sogleich audi ein erweitertes Wir* 
kungsfeld sucht und Gebiete mit Beschlag belegt, die zeitweise der Architektur 
entzogen waren, wie den Ingenieur* und Industriebau und die Anlage ganzer 
Siedelungen und Städte, »Vom Sofakissen zum Städtebau« so lielje sich 
der Weg, den die kunstgewerblich*arcbitektoniscbe Bewegung der letzten 15 
Jahre zurückgelegt hat, kennzeichnen. 

So können wir heute das merkwürdige Ergebnis feststellen, dajj binnen 
zwanzig Jahren dem Geistesleben unserer Zeit eine neue Wendung gegeben 
worden ist. Auch der gröljte Zweifler mulj zugestehen, da^ die Ideen, die 
der Rembrandtdeutsdie, damals ein Prediger in der Wüste, vortrug, einen 
Siegeslauf zurückgelegt haben und dal) seine damals verlachte Prophezeiung, 
dalj Deutschland wieder in ein künstlerisches Zeitalter eintreten werde, wenig- 
stens zu einem Teile erfüllt worden ist. Denn sicherlich ist heute ein weitver- 
breitetes Interesse an unseren Bestrebungen im grol)en Publikum vorhanden/ 
der Sinn der Bevölkerung ist offen, das Evangelium zu hören. Namentlich 
aber steht die junge Generation mit voller Selbstverständlichkeit auf dem 
Boden der Anschauungen, die wir vertreten. Die handwerklichen und in- 
dustriellen Widersacher schweigen und bekunden ihre Stellungnahme dadurch, 
da^ sie sich still die Ergebnisse unseres Strebens aneignen. Enthalten doch 
ihre Kataloge und Schaufensterauslagen heute durchweg das, was sie noch 
vor fünf Jahren aufs heftigste bekämpften. 

Wir, die wir mitgekämpft und mitgerungen haben, können dies alles nicht ohne 
ein Gefühl innerster Genugtuung feststellen. Wenn wir unterwegs verzwei- 
feb wollten gegenüber dem Unverstand der Menge, dem Gegeneifer der 
Berufskreise, die sich in ihrer Ruhe gestört sahen, so haben wir heute das 
Gefühl, da^ wir über den Berg hinweg sind. Sollte uns bei dieser Sachlage 
nicht ein Siegesgefühl beseelen? Sollten wir uns nicht darüber freuen, wie so 
herrlich weit wir es gebracht haben? 

Die Freude am Erfolg wird uns niemand nehmen. Aber außerordent- 
lich verfehlt würde es sein, den Sieg angesichts der heutigen Ergebnisse 
für errungen, die zu leistende Arbeit bereits für erledigt zu halten. Denn die 
Ergebnisse erscheinen uns nur, aus dem Mittelpunkte unseres engeren Inter- 
essenkreises heraus betrachtet, so groß. Wir brauchen nur hinaus ins prak- 

16 



tlsdie Leben zu treten, um sie bedenklidi zusammensdhrumpfen zu sehen. Jeder 
von uns, der als Künstler mit dem Publikum zu tun hat, wei^, weldie enormen 
Widerstände heute noch zu überwinden sind, um auch nur den einfachsten 
und selbstverständliciisten Grundsätzen einer geläuterten ardiitektonisciien 
Auffassung Geltung zu verschaffen. Sentimentalität, Nützlidikeitsverbohrt« 
heit, Gewöhnung an Sdhlecbtes stehen hindernd im Wege. Weite Kreise, wie 
die Aristokratie und die reiciien Leute verhalten sich ablehnend, weil ihnen 
die reinigende Tendenz der Bewegung unsympathiscb, das bürgerliche Be* 
kenntnis der neueren Kunstauffassung unheimlidi ist. Wenn wir aber auch, 
trotz alledem, innerhalb Deutscblands einen weitreichenden Erfolg unserer 
Bestrebungen wahrnehmen können, so dürfen wir docfi nidit vergessen, daij 
das Ausland im großen und ganzen noch wenig Anteil an unserer neuen 
Geschmackskunst nimmt. Scfiließlidi, was das Sciilimmste ist, wir wissen auch 
selbst noch nidit redit, wohin wir im Sinne einer Stilentwicidung treiben, von 
der alle Welt spricht und die jedermann von uns erhofft. Eine gefestigte Tra« 
dition unserer neuen formalen Ausdrucksweise hat sidi noch nicht gebildet, 
sie ist zwar im Keime vorhanden, aber den Zeitgenossen als soldie sicherlich 
noch nicht erkennbar. 

Diese heute festzustellenden Unzulänglichkeiten greifen ineinander über. 
Eben weil wir noch keine gefestigte neue Tradition haben, hat das becjuemere 
grolle Publikum noch nicht das Bedürfnis, uns zu folgen, und das Ausland 
sieht nodh keine Veranlassung, uns zu kaufen. Beide Instanzen bleiben bei 
dem, was sie für aus« und abgemacht halten,- sie sind dem Versuche abhold 
und mißtrauisch gegen alles, was nicht abgestempelt ist. Die Götzen, die wir 
in unserem engeren Kreise gestürzt haben, sie stehen für sie noch aufrecht. 
Das Unechte, das wir erkannt haben, übt auf sie noch seine Wirkung aus. 
Alljährlich entstehen im Auslande große Ausstellungen mit der schlimmsten 
Kitscharchitektur. Und unsere heimischen reichen Leute treibt ihr Mangel 
an eigener Überzeugung zur blinden Jagd nach sogenannten Antiquitäten, 
sie umgeben sich mit Dingen dunkler Abstammung, die sich nach zehn Jahren, 
in einer gewissen ausgleichenden Gerechtigkeit, als gefälscht zu erweisen pflegen. 
Und so müssen wir vielleicht auch heute noch sagen, daß zwar ein Sieg der 
neuen deutschen Kunst zu konstatieren ist, daß es sich jedoch nur um einen 
theoretischen Sieg handelt. Es sind Resultate da, aber man macht noch keinen 
Gebrauch von ihnen. 

2. Jahrfaudi I 

17 



Daraus folgt die dringende Notwendigkeit, eifrig weiter zu streben. An* 
gesidits der Tatsadien liegt vor allem die Aufgabe vor, die Bewegung auf 
eine gesicherte Grundlage zu stellen, sie zu konsolidieren, ihr weiteste Kreise 
zu erschließen. Und diese Arbeit läuft, bei Lichte betrachtet, nur auf eine 
gro^e, allgemeine Wiedererziehung zur Form hinaus, 

DERForm wieder zu ihremRechte zu verhelfen, muß die fundamentale Auf*» 
gäbe unserer Zeit, mul) der Inhalt namentlich jeder künstlerischen Reform« 
arbeit sein, um die es sich heute handeln kann. Der glücklidie Verlauf der 
kunstgewerblichen Bewegung, die die innere Ausstattung unserer Räume neu 
gebildet, die den Spezialgewerben neues Leben eingehaucht und der Architek- 
tur fruchtreiche Anregung gegeben hat, kann nur als kleines Vorspiel dessen 
betrachtet werden, was noch kommen mul). Denn trotz allem, was wir erreicht 
haben, waten wir noch bis an die Knie in Formverwilderung. Bedarf es dafür 
eines Beweises, so sei auf die Tatsache hingewiesen, dal) täglich und stund*» 
lieh unser Land noch mit Bauerzeugnissen minderwertigsten Charakters be« 
deckt wird, mit Erzeugnissen, die unserer Zeit unwürdig sind und die der 
Nachwelt eine nur allzu beredte Sprache von der Unkultur unserer Tage reden 
müssen. Was hat es aber für Sinn, von Erfolgen zu sprechen, solange dies 
noch der Fall ist? Gibt es ein treffenderes Zeugnis für den Stand des Ge- 
schmac^kes eines Volkes als die Architekturgebilde, mit denen es seine Straijen 
und Ortschaften besetzt? Was wollte es demgegenüber heilten, wenn wir be« 
weisen könnten, dal) heute bereits die Kräfte für eine anständige architekto- 
nische Gestaltung vorhanden seien, dal) diese Kräfte nur nicht an die Auf- 
gaben herangelangten? Eben daß sie nicht herangelangen, bezeichnet den Kul- 
turzustand der Zeit. Eben daß Tausende und aber Tausende unseres Volkes 
nicht nur an diesem Verbrechen gegen die Form empfindungslos vorübergehen, 
sondern daß sie als Bauherren durch dieWahl ungeeigneter Berater noch zu ihrer 
Vermehrung beitragen, eben das ist das untrügliche Zeugnis für den Tiefstand 
unseres Formgefühls und damit unserer künstlerischen Kultur überhaupt. 

Der Deutsche Werkbund wurde in Jahren gegründet, in denen sidi ein 
engerer Zusammenscfduß aller an den guten Bestrebungen Beteiligten gegen 
anstürmende Widersacher notwendig machte. Seine Kampfesjahre nach dieser 
Richtung sind heute vorüber. Den Ideen, um die es sich handelt, wird von 
keiner Seite mehr widersprochen, sie erfreuen sich allgemeiner Billigung. Ist 

18 



damit etwa seine Existenz überflüssig geworden? Man könnte auf solche Ge« 
danken kommen, wenn man das engere gewerblidie SdiafFensgebiet allein in 
Betradit zöge. Wir können uns aber nicht damit begnügen, das Sofakissen 
und den Stuhl in Ordnung gebradit zu haben, wir müssen weiter denken. In 
Wahrheit beginnt erst jetzt, zugleidi mit dem Eintritt in die Friedensära, die 
eigentlidie Arbeit des Deutsdien Werkbundes. Und wenn bisher bei der 
Werkbundarbeit der Qjualitätsgedanke im Vordergrunde stand, wir aber heute 
sdion feststellen können, dal) das Qualitätsempfinden in Deutschland, was 
Technik und Material betrifft, in raschem Aufstieg begriffen ist, so ist audi 
mit diesem Erfolg die Aufgabe des Deutschen Werkbundes noch nicht erfüllt. 
Weit wicfitiger als das Materielle ist das Geistige, höher als Zwecic, Mate» 
rial und Tedinik steht die Form. Diese drei könnten tadellos erledigt sein, 
und wir würden, wenn die Form nidit wäre, doch noch in einer Welt der Roheit 
leben. So stellt sich uns als unser Ziel immer deutlicher die weit gröljere und 
weit wichtigere Aufgabe vor die Augen: die Wiedererweckung des Verstand« 
nisses für die Form und die Neubelebung des arcfiitektonisdien Empfindens. 

Denn die ardiltektonische Kultur ist und bleibt der eigentliche Gradmesser 
für die Kultur eines Volkes überhaupt. Wenn ein Volk zwar gute Möbel und 
gute Beleuchtungskörper erzeugt, aber täglidi die schlechtesten Architektur*» 
gebilde hinsetzt, so kann es sich nur um heterogene, ungeklärte Zustände 
handeln, um Zustände, die eben gerade in ihrer Gemischtheit den Mangel an 
Disziplin und Organisation beweisen. Kultur ist ohne eine bedingungslose 
Schätzung der Form nicht denkbar, und Formlosigkeit ist gleichbedeutend mit 
Unkultur. Die Form ist in demselben Ma^e ein höheres geistiges Bedürfnis, 
wie die körperliche Reinlichkeit ein höheres leiblicfies Bedürfnis ist. Dem wirklich 
kultivierten Menschen bereiten Roheiten der Form fast körperliche Schmerzen, 
er hat ihnen gegenüber dasselbe Unbehagen, das ihm Schmutz und sdhlediter 
Geruch verursachen. Solange aber der Sinn für die Form bei den Gebildeten 
unserer Nation nicht bis zu der Dringlichkeit ihres Bedürfnisses nach reiner 
Wäsche entwickelt ist, solange sind wir auch noch weit von jenen Zuständen 
entfernt, die sich m irgendeinen Vergleich mit den Zeiten einer hohen Kultur* 
blüte stellen könnten. 

Wie sieht es aber in dieser Beziehung heute noch in Deutschland aus? Ein 
Blick in die Wohnungen unserer gebildeten Kreise enthüllt uns meist dasselbe 
unerfreuliche Bild, das uns ein Blick auf die Strafen der Villenvororte ge* 



19 



währt. Der deutsdhe Baulustige hat kdn Bedürfnis, sidi gesAulter Hilfs- 
kräfte 2U bedienen, der Bauunternehmer scheint ihm die kongeniale Instanz. 
Und derselbe Mann, der siA für seinen Anzug nur an den besten Sdineider 
wendet, der gute Musik pflegt, und der auf einen exquisiten Weinkeller hält, 
er stellt an seine Behausung so mindere Ansprüche, dal) ihm der erste beste 
gewesene Maurerpolier gut genug erscheint, sein Bedürfnis zu befriedigen. 
Das ist der fast allgemein herrsdiende Zustand in Deutschland, zum Unterschied 
von England und Frankreich, wo sich der Gebildete mit voller Selbstver* 
ständlichkeit an den guten Architekten wendet, ebenso wie er im Krankheits* 
falle nicht den Lazarettgehilfen zu Rate zieht, sondern einen möglichst guten 
Arzt. Der gebildete Deutsche vermeidet den Architekten, aber er sitzt in einem 
Komitee für Kulturbestrebungen und ist in Bauberatungsstellen tätig. 

Überdenkt man, was hier noch zu tun ist, um aucii nur die gröbsten Mi^* 
stände zu beseitigen, so erscheint die zu leistende Arbeit enorm. Wo ist der 
Hebel anzusetzen? Zwei Richtungen der Hinwirkung bieten sidi dar, die Ein- 
wirkung auf den Erzeuger und die auf den Verbraucher. Es handelt sich um 
die Erziehung des baukünstlerischen Nachwuchses und um die Weckung 
eines besseren architektonischen Verständnisses beim baulustigen Publikum. 

Die Erziehung des baukünstlerischen Nachwuchses ist die verhältnismäßig 
leichtere der beiden Aufgaben, Wir sind hier bereits auf gutem Wege, die 
bessere Erziehung ist eingeleitet, und ihre Ergebnisse machen sich in der j üngeren 
Generation schon bemerkbar. An die mittleren Schulen, die Baugewerkschulen, 
ist eine reformierende Hand gelegt, die wenigstens die Schlacken der Prä« 
tension ausgeräumt hat. Ob unser höheres baukünstlerisches Studium, wie 
es an den Technischen Hochschulen seine Stätte findet, nicht reformbedürftig 
ist, diese Frage soll hier nur gestreift werden. Eins steht fest; dal) sich zum 
Unheil für die innere architektonische Ausbildung des Zöglings äul)ere, vor« 
wiegend auf Standesabgrenzungen abzielende Gesichtspunkte in bedenklicher 
Weise in den Vordergrund stellen. Das Studium scheint mehr darauf angelegt, 
spätere Räte vierter Klasse als Baukünstler erster Klasse zu erziehen. Auch 
ist festzustellen, daß aus der in Deutschland herrschenden Auffassung, man 
könne sich, zwanzig Jcihre alt geworden, ebenso wie man sich etwa zur Juri« 
sterei oder Medizin entschlieljt, auch eines Tages entschließen, Baukünstler 
»zu studieren«, nichts Gutes erwartet werden kann. Zum mindesten wäre das 
Vorhandensein künstlerischer Begabung zur unerläßlichen Vorbedingung zu 



20 



machen, über die der Nachweis zu erbringen wäre. Wie denn überhaupt die 
im heutigen Unterrichtsbetriebe übliche bIol)e Aneignung der architektonischen 
Aufjerlichkeiten, die fern von der Allgemeinkunst vor sich geht, ihre stark be* 
denklichen Seiten hat. 

DA aber der heutige gebildete Deutsche den geschulten Architekten über« 
haupt nodh vermeidet, so erscheint die Beschreitung des anderen Weges 
sehr viel wichtiger, nämlich die Einwirkung auf den Konsumenten. Das Interesse 
an Architektur hat im deutschen Publikum lange vollständig brachgelegcn. 
Und während in unseren Tageszeitungen jede erste Theateraufführung wie 
ein weltgeschichtliches Ereignis behandelt und über jede Bilderausstellung lange 
Artikelserien geschrieben werden, tun unsere Zeitungen auch heute nodb so, als 
wäre so etwas wie Architektur nicht vorhanden. Der Zeitungskorrespondent 
weip nichts von Architektur. Erst ganz neuerdings beschäftigen sich jüngere 
Kunstschriftsteller damit, ihr den Eingang in die Markthallen der Tages» 
meinung wenigstens durch eine kleine Hintertür zu erzwingen. Der Leser 
flieht aber auch heute noch Diskussionen über Architektur, als handelte es 
sich um Erörterungen über die Dialekte des Sanskrit. 

Und doch ist es in letzter Zeit gelungen, dem Publikum wenigstens ein 
halbes Ohr für architektonische Dinge zu öffnen, und zwar auf einem Um* 
wege. Das Zauberwort, das die Apathie gelöst hat, heiljt Heimatschutz. Die 
Gedankengänge des Heimatsdiutzes sind, das müssen wir heute freudig zu« 
gestehen, fast Allgemeingut des Volkes geworden, und es ist unsere Pflicht, 
anzuerkennen, da^ die Verbände, die diese Ideen verbreitet haben, ein gutes 
Werk getan haben. Denn in der allgemeinen Anerkennung des Heimatschutz- 
gedankens liegt wenigstens das eine wichtige Zugeständnis, daß die Bauten, mit 
denen in den fünf letzten Jahrzehnten unser Land besetzt worden ist, öffentlich als 
ungehörig erkannt sind. Das ist schon enorm viel, verglidien mit dem Zustande 
von vor zehn Jahren. Damals hatte das grolle Publikum noch keine Ahnung 
von dem Werte oder Unwerte der architektonischen Produktion. Im Heimat« 
schütz haben wir also den Wiederbeginn eines architektonischen Erkennens vor 
uns, das eifrig gepflegt werden sollte, denn es ist die Hoff^nung zu hegen, daß sich 
auf diese neu gewadisene Pflanze das Pfropfreiseines eingehenderen Verstand* 
nisses für Architektur aufsetzen läl)t. Wenn auch manche Anhänger des Hei* 
matsdiutzes vorläufig in der Täuschung befangen sind, dalj man mit dem 



21 



Rezepte: »Heilserum 1830« den kranken Körper der Architektur kurieren 
könne, wenn audi den Bauberatungsstellen vielfach der Irrtum zugrunde 
liegt, dal) es mögli di sei, einen sdilediten Bauentwurf gut zu revidieren, wenn 
audi die Diktatorarbeit eines landrätlidien Bauberaters Besorgnis erwedten 
kann, so müssen wir uns dodi hüten, das rege Interesse, das sidi im gröl)eren 
Publikum für diese Dinge eingefunden hat, durdi Hervorhebung der Un« 
zulänglidikeiten zurückzudrängen. Mag man zugeben, dal) die Heimat^ 
kunst nur ein neues Surrogat für wirkliches Kunstempfinden sei, so befinden 
wir uns eben in der Notlage, in der auch Ersatzmai)regeln akzeptiert werden 
müssen. Nichts wäre gefährlicher, als etwa vom Standpunkte der höchsten 
künstlerischen Anforderungen alle diese seitlich vorgenommenen Heilversuche 
zu durchkreuzen. Und hier sei es gleich einmal ausgesprochen, dal) die von 
Künstlern oft verurteilte Art der Popularisierung des Kunstverständnisses 
durch breite literarische Propaganda, wie sie etwa der Kunstwart oder der 
Dürerbund betreiben, als ein unbedingt notwendiges, in Deutschland noch 
nicht zu entbehrendes Erziehungsmittel anerkannt werden mul), und da^ die 
Besorgnis derer, die in dieser Arbeit etwas Minderes, ja Kunstgefährliches 
erblicken wollen, angesichts unserer trostlosen Allgemeinzustände verfrüht 
ist. Zudem können wir mit dem Grundsatz »l'art pour Tart« am allerwenigsten 
in der Architektur etwas anfangen, die eine im Grund ihres Wesens populäre, 
eine soziale Kunst ist. 

Aber bei aller Anerkennung der Verdienste der populären Kunstpropa* 
ganda müssen wir uns über eins völlig klar sein: Der Künstler geht seinen 
Weg unbekümmert um zeitweilig populäre Volksvorstellungen, die ihn nidits 
zu lehren und ihm nichts zu verbieten haben. Schliel)lich wird die Kunst vom 
Künsder gemacht. In ihm allein ruht auch heute noch die Hofiinung für die 
künstlerische Zukunft unserer Nation, in ihm ist daskünsderische Schidcsal der 
Zeit gegeben. Alle Popularisierungsbestrebungen schweben in der Luft, solange 
nicht ein genügender Bestand an schöpferischen Kräften vorhanden ist, die mit 
ihremHerzblutundunbekümmertumdie populären Richtungen ihr Bestes geben. 

Hieraus folgt die Unantastbarkeit, es folgt aber auch gleichzeitig die hohe 
Verantwortlichkeit des schöpferischen Künsders. 

Und vielleicht gehört es auch zu den Aufgaben des Deutschen Werkbundes, 
einmal dieses Verantwortungsgefühl des Künstlers mit aller Schärfe hervor- 
zuheben. Gerade heute, wo wir, wie es scheint, in unserer Kunstbewegung 



22 



wieder an einem kritisdien Punkte stehen, ist ein Mahnruf am Platze. Die 
letzten Jahrzehnte haben eine gewisse Periodizität der Kunstanschauungen 
erkennen lassen, derart, da^ ungefähr alle 15 Jahre die Richtung wechselte. 
Möge ein gütiges Sciiicksal unsere junge Kunst, die sidi seit 15 Jahren not« 
dürftig im eigenen Hause eingerichtet hat, vor einer Umquartierung bewahren! 
Sie ist keineswegs schon fertig ausgereift, sie ist soeben erst in den Besitz 
eines gewissen Kraffgefühls getreten, sie befindet sidi im allerersten Stadium 
ihres Eroberungszuges auf weitere Kreise. Und wir sollten alles, was wir 
errungen haben, jetzt schon leichtsinnig beiseite werfen, um eine neue Fahne 
aufzupflanzen ? Befürchtungen dieser Art entbehren vielleiciit nodi der Begrün* 
düng. Aber es treten selbst aus den Reihen derer, die das heute bestehende 
Gute mitgesdiafifen haben, Spal)maclier hervor, die vor dem Publikum ihre 
grotesken Sprünge aufführen, um diesem in einer neuesten Phase der Innen« 
architektur die erwünschte Abweciislung zu bieten! Leute, die behaupteten, 
dal) gerade 1850 die Zeit wäre, in der die amüsantesten Sachen gemaciit 
worden wären, und dal) es diese Zeit durdi Nadiahmung zu erschließen 
gälte. Sie verkünden jetzt dieselben Sachen als musterhaft, über die sie vor 
15 Jahren den Besitzer mit Hohn beschütteten. Allerdings ist der Modezug 
der mondänen Welt, die ja in ihrer ewigen Abwechslungssucht nicht fähig 
ist, Werte zu erkennen, heute bei 1850 angelangt, nachdem ihr die bisher ge« 
liebte Biedermeiermode, wie es scheint, langweilig zu werden beginnt. Höher 
als die Anpassungsfähigkeit an solche Vorgänge muß dem Künstler aber das 
Bewußtsein des Ernstes unserer Situation stehen. 

Denn große Werte stehen auf dem Spiel. Deutsdiland ist das Land,auf dessen 
Arbeit es bei der Stilentwicidung der Zukunft ankommen wird. Nachdem Eng« 
land den Grund für eine wirkliche Reorganisation der technischen Künste 
gelegt hatte, hat es Deutschland verstanden, sich mit einem bewunderns« 
werten Aufgebot von Kraft und Energie die Führung im Kunstgewerbe 
anzueignen. Wirklich konnte es dabei einen Augenblick scheinen, als ob die 
Verwilderungen, die ein kunstabgewandtes Jahrhundert gebracht hatte, be« 
seitigt werden könnten. Neue Hoffnungen waren erweckt, daß es möglidi 
sein werde, der Zeit zu trotzen und ein neues Schönheitsempfinden, begründet 
auf der einzig möglichen, der dem eigenen Zeitempfinden entstammenden Lei« 
stung, zu errichten. Dürfen wir in einer solchen Stunde in die Imitationen 
schleditester Kunstepochen zurückfallen? 



23 



Wenn Imitationen geminsdhit werden und wenn die Neigung vorliegt, 
sie zu liefern, warum dann nidit dem Beispiel Frankreidis folgen, wo eifrig 
die Werke der ausgezeiclinetsten Epo dien der Innenkunst kopiert und immer 
wieder kopiert werden? Warum der Welt und dem Auslande das Schau- 
spiel bieten, dal) der deutsdie Gesdimack trotz allem dodi nodi so sAledit 
fundiert sei, dal) er fähig sei, ausgeredinet die Dinge nadizuahmen, mit 
denen wir in London 1851 unseren Bankrott erklärten? Denn das steht 
fest, mögen audi die Imitationen von 1850 vom deutsdien Publikum hin- 
genommen werden, vor dem Auslande werden sie lediglich kompromittierend 
für uns wirken. 

In der Möglichkeit solcher leichtfertigen Sinnesänderungen, wie sie hier 
vorliegen, ist auch ein Stück Charakteristik unserer Zeit gegeben. Es herrscht 
Varietestimmung, Man fürchtet zu langweilen, wenn man standhaft das Gute 
vertritt. Der Zug der Unrast, der Nervosität, des flüditigen Stimmungs- 
wechsels, der dem modernen Leben anhaftet, findet auch seinen Nieder- 
schlag in der Kunst. Es wird darauf ankommen, ob sich unsere kunstgewerb- 
lich-architektonische Bewegung von ihm infizieren läljt oder nicht. Sicherlich 
ist das Flüchtige mit dem innersten Wesen der Architektur unvereinbar. Sie 
hat das Stetige, Ruhige, Dauernde zu eigen. Repräsentiert sie doch in der durch 
Jahrtausende reichenden Tradition ihrer Ausdrucisformen selbst gleidisam das 
Ewige der Menschheitsgeschichte, In gewissem Sinne ist ihr daher auch die 
in den anderen Künsten heute herrschende impressionistische Auffassung un- 
günstig. In der Malerei, in der Literatur, zum Teil auch in der Bildhauerei, 
vielleicht selbst noch in der Musik ist der Impressionismus denkbar und hat sich 
Gebiete erobert. Der Gedanke an eine impressionistische Architektur aber 
wäre einfach furchtbar. Denken wir ihn nicht aus! Sdion sind in der Archi- 
tektur individualistischeVersuche unternommen, die uns in Schrecken versetzt 
haben, wie sollten es erst impressionistische tun. Wenn irgendeine Kunst, 
so strebt die Architektur nach dem Typischen. Nur hierin kann sie ihre Voll- 
endung finden. Allein durch das allseitige und stetige Verfolgen desselben 
Zieles kann jene Tüchtigkeit und unzweifelhafte Sicherheit zurückerobert wer- 
den, die wir an den Leistungen vergangener, in einheitlichen Bahnen mar- 
schierender Zeiten bewundern. Und das trifft bis zu einem gewissen Grade 
auch auf die Malerei und Bildhauerei zu. Es mul) doch bedenklich stimmen, 
dal) die jetzt dort einsetzenden Bestrebungen, zum Stil zurückzugelangen 



24 



sich nur mehr In den Skalen des Lallens der Urvölker äußern. Hier müssen 
gro^e Verluste vorliegen, um den Anfang ganz von vorn zu erklären. 
Die großen Kunstzeiten hatten Stil ohne Archaismus, Und das kam sicher da* 
her, daP damals der Sinn für das Rhythmische und Architektonische nodi 
allseitig lebendig war und das Schaffen der Menschen beherrschte, während 
in neuerer Zeit den Sciiwesterkünsten das Architektonische entzogen worden 
ist, das Semper als den »legislatorischen Rückhalt« bezeidinete, »dessen keine 
andere Kunst entbehren kann«. 

So ist die Wiedergewinnung einer ardiitektonischen Kultur für alle Künste 
die Grundbedingung, und für einen zu erhoffenden, allgemein«künstlerischen 
Regenerationsproze^ überhaupt die Grundlage, Hierin liegt die enorme Trag* 
weite der Bewegung, in deren Mitte wir heute stehen. Denn das, was aus ihr 
entspringen wird, hat dann direkt die Bedeutung eines Zeitenschicksals, Es 
handelt sich darum, wieder jene Ordnung und Zudit in unsere Lebensäu^e* 
rungen zu bringen, deren äuljeres Merkmal die gute Form ist. 

DEUTSCHLAND könnte den Mut in sich fühlen, diese Aufgabe zu er* 
füllen. Ist dodi der ganze architektonische Auftrieb der letzten fünfzehn 
Jahre aiisschlieljlidb eine Angelegenheit der germanischen Völker. Und gewisse 
günstige Momente dafür liegen überhaupt in unsrer Zeit verborgen. In der 
modernen sozialen und wirtschaftlichen Organisation ist eine scharfe Tendenz 
der Unterordnung unter leitende Gesichtspunkte, der straffen Einordnung jedes 
Einzelelementes, der Zurückstellung des Nebensächlidien gegen das Haupt* 
sächliche vorhanden. Diese soziale und wirtschaftliche Organisationstendenz 
hat aber eine geistige Verwandtschaft mit der formalen Organisationstendenz 
unserer künstlerisdien Bewegung, 

Deutschland geniel^t nun den Ruf, dal) die Organisation seiner Unter* 
nehmungen, seiner Großbetriebe, seiner Staatseinrichtungen die straffste und 
exakteste von allen Völkern sei (die militärische Zucht wird als Grund da* 
für angeführt). Ist das aber der Fall, so liegt vielleicht audi hierin die Be» 
rufung Deutschlands ausgedrückt, die großen Aufgaben, die auf dem Ge* 
biete der architektonischen Form liegen, zu lösen. Wie gut unsre wirtschaftliche 
Großorganisation den architektonischen Zug der Zeit zu verstehen beginnt 
geht aus dem Umstände hervor, daß Verbände und Betriebe dieser Art 
der Heranziehung bester Vertreter der Architektur nicht mehr entbehren zu 



25 



können glauben. Sollte es gelingen, die gesamte Schicht der deutschen Ge« 
bildeten, vor allem unsere reichen Privatleute von der Notwendigkeit der ge« 
läuterten Form zu überzeugen, so wäre ein weiterer großer Schritt in Deutsch* 
land getan, 

DER Reichtum hat für den Fortschritt der Welt keinen Sinn, wenn er nur 
materielleVorteile häuft. In ihm liegt auch die kategorische Verpflichtung, 
das Bedürfiiis zu veredeln, um das Leben innerlicher, um es geistig reicher zu 
machen. Dies ist aber ohne die Kunst nicht denkbar, und die Architektur ist 
die Dienerin, welche dem Bedürfiiis die höhere, durchgeistigte Form gibt. Nur 
wenn jeder im Volke völlig instinktiv sich in der Deckung seiner Bedürfiiisse 
der besten Form bedient, nur dann werden wir als Volk auf ein Niveau des 
Geschmacks gelangen können, das des sonstigen vorwärts gerichteten Stre« 
bens Deutschlands würdig ist. Für die zukünftige Stellung Deutschlands in 
der Welt liegt aber darin, wie wir uns geschmacklich, das heiljt in der Hand- 
habung der Form, entwickeln, eine ausschlaggebende Bedeutung. Der Anfang 
ist die Reform zu Hause, Erst wenn wir hier zu geklärten und harmonischen 
Zuständen gelangt sind, erst dann können wir hoffen, nach aul)en zu wirken. 
Erst dann kann uns die Welt als eine Nation würdigen, die unter anderen 
Dingen, die man uns zutraut, auch die Aufgabe lösen könnte, dem Zeitalter 
das verloren gegangene Gut einer architektonischen Kultur zurückzugeben. 



niiiiuiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ 

26 



WECHSELREDE ÜBER 

ÄSTHETISCHE FRAGEN DER 

GEGENWART 

AUF DER JAHRESVERSAMMLUNG 1911 

CORNELIUS GURLITT, DRESDEN: 

HERR Geheimrat Muthesius hat in seinem Vortrage auf Rembrandt 
als Erzieher hingewiesen, ein Buch, das vor etwa 25 Jahren erschie-« 
nen und damals von den meisten als ein Herumfahren mit der Stange 
im Nebel bezeidinet worden ist, weil sein Verfasser die Aufgabe, die er sidi 
stellte, weit über dem sogenannten praktiscben Leben suchte, und weil er viel 
tiefer, als das praktische Leben gewöhnlidi eingreift, in die Dinge hinein* 
gegangen ist. 

Wenn wir uns hier mit ästhetischen Fragen beschäftigen wollen, wenn wir 
nicht nur die praktischen Fragen von heute auf morgen behandeln, sondern unsere 
Stellungnahme zur Zukunft berücksichtigen, so glaube ich, werden wir damit 
Fundamente legen, die, ähnlich wie jenes Buch, für die Zukunft anregend und 
bedeutungsvoll sind, E^ ist ein neuer Zug ästhetischen Denkens in unsere 
Nation gekommen, eine praktische Ästhetik, die überall von der Erkenntnis der 
realen Dinge und nidit von den Schlüssen ausgeht, leb fand im Vortrag 
des Herrn Muthesius eine Reihe vonPunkten, die zur Debatte gestellt zu werden 
verdienen. 

Zunächst hat er darauf aufmerksam gemacht, dalj jetzt fast ausschließlich 
die Qualität in den Vordergrund gestellt wird. Die Qualitätsfrage allein könne 
nicht entscheidend sein, sondern neben dem Worte Qualität verdiene das Wort 
Form an die Spitze unserer Bestrebungen gestellt zu werden. 

Sodann wurde eine andere widitige Frage berührt, die Frage: Typus oder 
Individualität? 

Das ist eine Frage, die Sie, wenn Sie nach Hellerau kommen, zwar nicht 
gelöst, aber überall angeschnitten finden, und das in geistreicher und interes* 
santester Weise. Dort sehen Sie im Hause, wie in der Hauseinrichtung neben der 
individuellen Ausgestaltung oft den Typus, das erstere nach dem Geschmack 
des Künstlers, das zweite nach dem Gesdimack desjenigen, der das Haus be* 



27 



wohnt. Da liegt eine ganze Reihe von Zwischenfragen, die wir heute gewi^ 
nicht erschöpfen werden, die uns aber mandierlei Gesprädbsstoff bieten. 

Dann möchte idi hinweisen auf die Heimatsdiutzbewegung, die gerade in 
der jüngsten Zeit Angriffe erfahren hat, von denen ich den Eindrucke habe, 
als wenn sie auch im Muthesiusschen Vortrage einen Nacfiklang gefunden 
hätten. Idi glaube aber, auch hier wird sich bei einer Aussprache zeigen, dal) wir 
auf eine gemeinsame Formulierung unserer Wünsche herauskommen werden. 

K. R OSTHAUS, HAGEN i. W.: 

VON Geheimrat Gurlitt wurde die Frage angeführt: Typ oder Indivi* 
dualität. Welche Stellung kann man vom Standpunkte einer geklärten 
Ästhetik zu dieser Frage einnehmen? Idi glaube das so beantworten zu 
können: Ein Typ kann überall entstehen, wo ganz gleidimäljige Bedürfnisse da 
sind. Der Typus hat überhaupt nur mit der Pflege des Bedürfnisses etwas zu tun, 
und nidit mit der Pflege der Kunst. Da, wo glei die Bevölkerungsmengen gleiche 
Bedürfnisse haben, ist es möglidi und selbstverständlich, daß Typen sidi heraus* 
bilden. Ich komme gerade aus Frankreidi. Dort habe icii zu meiner größten Ober* 
raschung eine Reihe von Städten gefunden, die fast ganz aus einem künstle- 
rischen Plan hervorgegangen sind. Icfi möchte besonders Rennes nennen. Diese 
Stadt ist um die Mitte des 18. Jahrhunderts vollständig abgebrannt und dann 
nach einem einheitlichen architektonischen Plan wieder aufgebaut worden. Es 
gibt dort eigentlich nur Typen. Es ist fast unmöglich, ein Haus vom anderen zu 
unterscheiden. Und trotzdem gibt diese Stadt ein so eindrucksvolles Bild, wie 
vielleicht wenige Städte in der Welt es geben. Man gewinnt aus dem Stadt- 
bild den Eindruck des stärksten künstlerischen Lebens, trotz der vollständigen 
Gleichheit desÄußeren. Der Typ, wie er dort in Erscheinung tritt, hat sich eben 
durch die Ausgleichung und Abschleifung der persönlichen Bedürfnisse heraus« 
gebildet. So braucht also der Typ nicht notwendig ein Hinderungsgrund für 
künstlerische Gestaltung zu sein. Es handelt sich nur darum, daß der Typ 
künstlerisch bewältigt wird. 

Dann die Frage: Heimatkunst oder moderne Kunst, Ich möchte betonen, 
daß das eigentlich Künstlerische in der Architektur dem Wandel der Zeit in 
gewisser Beziehung unterworfen ist. Es ist klar, daß, wenn die Konstruktion 
sich ändert, dann sich audi der Stil und die Bauweise der Zeit ändern muß. 
Nicht in dem Sinne, daß die Kunst eine andere wird, sondern in dem Sinne, daß 

28 



die Kunst sidi mit anderen Konstruktionen besAäftigt. Es kann ja sein, dalj auch 
da, wo neue Konstruktionsmöglidikeiten gefunden werden, gewisse heimisdie 
Traditionen ihr Recht behalten. Aber unter allen Umständen würde es verkehrt 
sein, wenn man dieHeimatkunde und den Heimatschutz zumHemmnisdes kon« 
struktiven Fortschrittes und damit des Stilfortschritts einer Zeit machen wollte. 

C J. FUCHS, TÜBINGEN: 

ICH möchte nur ein paar Worte sagen über das Verhältnis zwischen Heimat« 
schütz und Werkbund. Ich habe den bedauerlichen Eindruck, als ob sich hier 
Gegensätze anbahnten oder Gegensätze ausgesprochen würden, namentlich 
von Seiten des Werkbundes, dem ich ebenfalls angehöre, die nach der Auffassung 
des Heimatschutzbundes nicht vorhanden sind, Wr verstehen unter Heimat« 
Schutz nicht nur die Erhaltung der alten Schönheiten und Förderung der Kultur 
und Natur, wir verstehen audi nicht darunter nur das, was neu geschaffen wird 
in alten Formen. Heimatschutz ist durchaus nicht identisch mit Heimatkunde, 
Diese erscheint uns unter Umständen nur als ein Mittel zur Erreichung unserer 
Ziele.Sondern wirverstehen unter Heimatschutz im weiteren Sinne alles das, was 
ohne dem Alten gleich zu sein, sich in seiner Neuheit dem Alten harmonisch 
anfügt. Wenn das Neue von wirklichen Künstlern gemacht wird, wird es alte 
Schönheitswerte niemals zerstören. Kunstwerke vertragen sich immer, wenn 
sie auch noch so verschieden im Stile sind. Wir müssen doch auch auf das 
Ganze sehen und uns die praktischen Aufgaben vergegenwärtigen, die hier be« 
stehen. Und die Zahl der Künstler, die derartiges schaffen können und etwas 
eigenartiges Neues gut den alten Schönheiten anzureihen verstehen, ist doch 
gering. Gerade der Werkbund muj) audb rechnen mit der Durchschnittsauf« 
gäbe der Masse der Bauunternehmer und Werkmeister, und ich glaube, wir 
gehen viel sicherer, wenn wir diese dahin bringen, alte Formen, heimische 
Bauweise anzuwenden. Dadurch würde mehr herauskommen, als wenn sie 
hervorragende Künstler nachahmten. Was da entsteht, haben wir beim Jugend« 
Stil erfahren. Ich glaube, da^ wir diese beiden Sachen dabei wohl unterscheiden 
müssen. Der Werkbund will doch sicher nicht nur die freie Betätigung der Kunst« 
1er in der wirtschaftlichen Produktion, in der gewerblichen Arbeit fördern, son« 
dem er will die Massen dahin bringen, etwas zu leisten, was der Künstler in der 
Regel gar nicht übernehmen wird und wobei er nicht zugezogen werden kann, 
weil es zu kostspielig würde. Der Werkbund will doch auch die Masse der 



29 



Produktion durdigeistigen und veredeln, und das gesdiieht jedenfalls am besten, 
wenn man sidx an alte und bewährte Formen hält, die Jahrhunderte schon 
durch eine gewisse Tradition herausgebildet haben. Das ist das, was der 
Heimatschutz will. 

Wenn Sie die Sache von diesem Gesichtspunkte aus betrachten, dann wer* 
den Sie sehen, dal) ein Gegensatz zwischen Werkbund* und Heimatschutz- 
bewegung gar nicht vorhanden ist, und idi möchte dringend davor warnen, 
dal) nach auljen hin dieser Gegensatz, der eigentlidi gar nicht besteht, weiter 
verschärft wird. Unsere gemeinsamen Feinde, die Vertreter einseitig wirtschafte 
lieber Interessen, die nidbit bereit sind, die gewerbliche Arbeit zu veredeln, werden 
solche Anzeichen eines Gegensatzes zwischen uns immer mit Freuden auf- 
greifen und gegen uns ausbeuten. Für Heimatschutz und Werkbund mul) es 
hellten: Getrennt marschieren, aber vereint schlagen. 

KARL SCHÄFER, LÜBECK: 

UNTER dem Eindruck der Berliner Ton- und Zementindustrie- Aus- 
stellung bin ich im vergangenen Jahre derjenige gewesen, der die Frage 
Werkbund oder Heimatschutz etwas scharf, schärfer vielleicht, als nötig 
gewesen wäre, anfal)te. Das sind wohl die Wirkungen der Stimmung, in der man 
sich befindet unter dem Eindrudivon neuen Erscheinungen in der Kunst, auf die 
wir ja doch alle sehnlich warten, über die wir uns freuen und unter deren Ein- 
druck wir zu einer Revision mancher bis dahin gehegten Auffassung kommen. 
Niemand wird bezweifeln, welch segensreiche Wirkungen die Heimatschutz- 
bewegung für uns alle gehabt hat. Es ist selbstverständlich, dal) wir eine 
grol)e Anzahl des Laienelementes nicht zu einem Verständnis der Architektur 
bringen würden, wenn nicht auf dem Wege über den Heimatschutz In das 
Publikum ein bischen Verständnis für Architektur hineingebracht wird. Schon 
für das Schlagwort müssen wir dankbar sein. 

Was ich damals zum Auschucfe bringen wollte, ist: Gerade weil die Heimat- 
schutzfrage zum Schlagwort geworden ist, gerade deshalb müssen wir vor- 
sichtig sein, daß ihre einseitige Betonung nicht Schaden anrichte. Ich glaube, 
das Ist so naheliegend, dal) sich darüber niemand gekränkt fühlen kann, wenn 
man es ausspricht. Es darf nur nicht vom Standpunkt des Heimatschutzes 
aus Protest erhoben werden gegen eine Weiterentwicklung unserer modernen 
Gedanken, die nidit mehr im Sinne der Kunst von 1830 liegen. Die beiden 



30 



Bewegungen können sidi ganz gut nebeneinander betätigen, wenn man die 
Grenzlinie respektiert. Wir braudien ein juste milieu für die gro^e Masse. 
Wir können aber niAt sagen, dalj auf Grund dieser Betätigung nun das er* 
wädist, was wir für die Zukunft unserer Baukunst braudien. Idi denke, da^ 
damit nidit nötig ist, eine polemisdie Stellung gegenüber den Vertretern des 
Heimatsdiutzgedankens einzunehmen. Wenn man das ausspridit, so ist es 
eine ruhige Erwägung, die jedem sein Redit und Gebiet zuweist. 

MAX SCHMID, AACHEN: 

ZUNÄCHST einige Worte zu der Frage »Geschmadk und Mode«. 
Idi mödite sagen, bis zu einem gewissen Grade hängt der ungeheure 
Niedergang unserer gesamten künstlerisAen Anschauung, besonders 
bei den Mannspersonen, damit zusammen, dal) wir die Geschmadcsfragen 
in unserer Männerkleidung aussdieiden und infolgedessen audi in anderen 
Dingen nidit mehr die Fähigkeit haben, Geschmacksfragen zu lösen. Es ge« 
hört mit zu den Aufgaben des Werkbundes, eine Reform der Kleidung der 
Männerwelt anzustreben und zu unterstützen. Nicht nur Propertät und guter 
Sitz, sondern audi Farbe und Form müssen wieder mehr beachtet werden. 

Nun eine andere Frage. Herr Muthesius hat seine Ausführungen über Hoch« 
Schulunterricht dahin zusammengefaPt, dal) die techniscfien Hociischulen heute 
im wesentlicfien mehr das Streben haben, Räte vierter Klasse, als Künstler 
erster Klasse heranzubilden. Ich kann das nidit ganz ohne Kommentar lassen. 
Ich will vorweg bemerken, dal) wir in der Saciie ganz derselben Meinung sind, 
dal) die auf den Hochschulen heute übliche Ausbildung mehr für Baubeamte 
als für Künstler zugeschnitten ist. Doch mu^ betont werden, dal) in den Pro*» 
fessorenkollegien der Abteilung I unserer preul)ischen technischen Hochschulen 
heute das größte Verlangen herrscht, Künstler erster Klasse ausbilden zu 
dürfen. Kürzlich sind die Vertreter der preul)isdben technischen Hochschulen 
in Berlin versammelt gewesen, um über diese Angelegenheit zu beraten, und 
es ist von Darmstadt aus die Anregung ergangen, da^ alle technischen Hoch*» 
schulen bezw. alle Architekturabteilungen gemeinsam vorgehen sollten. Es 
existiert also heute an den technisdhen Hochschulen eine sehr starke Tendenz, 
die rein künstlerisdhe Entwicklung gegenüber der einseitig formalen und wissen« 
schaftlichen in den Vordergrund zu stellen. Wenn wir zurzeit darin keinen 
Scfiritt vorwärts kommen, so liegt das an den höheren Instanzen, 



31 



Ich w&^ nidit, ob die Ministerlen anderer Bundesstaaten ebenso vorgehen 
und ich enthahe mich hierüber selbstverständlich jeder Kritik. Ich bleibe 
bei den preußisciien Verhältnissen. Während wir heute versuchen, unseren 
jungen Architekten ein möglichst großes Maß künstlerischer Ausbildung 
auf den Weg zu geben, wird vom Arbeitsministerium der Wunsch geäußert, 
wir möchten doch unsere Studierenden auch im Wasser* Wege- und 
Brückenbau ausbilden, ihnen dafür Kollegs lesen und sie darin prüfen. 
Es wird dadurch und durch andere Forderungen das Maß des Wissens, das 
unsere jungen Architekten sich in vier Jahren aneignen sollen, so erhöht, daß 
es ganz unmöglich ist, sie in den Künsten genügend auszubilden. Unsere 
Architekten* und Ingenieurvereine sind in dem Bestreben, den Stand zu 
heben, dazu gekommen, großen Wert auf umfassende nationalökonomische 
und juristisdie Ausbildung zu legen. Man sollte aber dodi mehr noch das 
Prinzip betonen, daß eine gute technische Ausbildung absolut gleichwertig 
ist einer guten juristischen, daß rlAtige technische Vorbildung ebenso gut wie 
die juristische den Menschen befähigt, leitende Stellungen einzunehmen, orga* 
nisatorisch zu wirken, die Dinge von einem höheren Standpunkt aus aufzu- 
fassen. Das gilt zweifellos für den Architekten. Damit soll natürlich nur gegen 
den Zwang zur Nationalökonomie protestiert werden, nicht gegen die mög- 
lichst umfassende Gelegenheit zum Studium derselben an Technischen Hoch- 
schulen—auch für den Architekten. 

THEODOR FISCHER, MÜNCHEN: 

ICH hatte nicht die Absicht, mich zum Wort zu melden, aber einige Worte des 
Herrn Geheimrat Schmid bringen mir in Erinnerung, daß idi doch etw^as auf 
dem Herzen habe. Es ist richtig, wenn Herr Geheimrat Schmid sagt, daß wir 
besser bauen würden, wenn wir uns besser kleideten. Ich fände es aber umgekehrt 
auch riditig, wenn wir einen anderen Begriff von Architektur hätten, einen Begriff 
von Architektur, der wesentlich bescheidener ist, als der, den viele von meinen 
Kollegen heute noch immer pflegen. Ich glaube ein Rezept zur Verbesserung 
unserer Auffassung zur Architektur wäre dieses, wenn wir uns darüber klar 
würden und es ganz in unser innerstes Empfinden aufgehen ließen, daß Archi- 
tektur niemals Selbstzweck sein darf, daß Ardiitektur immer im Hintergrund 
bleiben und auf den Menschen wirken soll. Wenn Sie die Wirkungen unserer 
meisten Architekturen vergleichen, so werden Sie zugeben, daß der Mensch, 



32 



auch wenn er geputzt und sehr sdiön gekleidet geht, vor der reichen mo«» 
dernen Ardiitektur nidits ist. Idi denke dabei besonders an Architekturen, 
die den Reicfitum der früheren Stile äu^erlidi imitieren. Man findet dort, 
da/) die Frau in elegantem Kostüm durdiaus nicht wirkt, da() der Mann im 
Frack erst recht nicht wirkt. Wenn sich dagegen vor alten Arcfiitekturen — 
ich meine in der Hauptsache Innenräume — Mensciien aufstellen und spazieren 
gehen, dann wird man immer beobachten, dal) die Architektur zurüditritt. 
Der Mensdi wird die Hauptsache, er wird interessant und widitig. Das hat 
seinen ganz besonderen Grund. Der moderne Ardiitekt hat sich daran ge* 
wohnt, seine Arbeit als die Hauptsache anzusehen. Er will sidi zeigen, und 
diese Bescheidenheit des Zurücktretens ist etwas, was ihn ungeheuer schwer 
ankommt. Aber dodi gibt es kein anderes Rezept. Wir müssen einsehen, da^ 
die Arcfiitektur Hintergrund sein soll. Der Mensch ist die Hauptsadie. Wenn Sie 
darauf zurückkommen, dal) Architektur Hintergrund sein soll, so werden Sie 
zugeben, dal) das Raumproblem für uns das widitigste sein mul), 

FERDINAND AVENARIUS, DRESDEN: 

DEM, was Herr Professor Fischer spracf), mul) idi beipflichten. Weshalb 
idi mich zum Wort gemeldet habe, das ist der immer wieder auftauchende 
Gegensatz zwischen Heimatscfiutz und Werkbund. Ich halte diesen 
Gegensatz aus taktischen Gründen für so gefährlicfi, daß ich glaube, wir sollten 
von unserer Seite aus alles tun, um ihn beiseite zu schaffen. 

Halten wir uns doch an die Tatsachen. Wann hat jemals der Heimat» 
sdiutz irgendwie und irgendwann einen wichtigen künstlerischen Bau ver» 
hindert? Dann hat er auch weitere Aufgaben, als insbesondere der Architektur. 
Die Architektur soll den Hintergrund bilden für unser seelisches Leben, Aber 
auch die Heimatschutzbewegung steht auf groI)en Hintergründen. Unsere 
Heimat hat auch sonst noch an Ruinierung genug zu leiden. Denken Sie an 
die Pflege der Bäume, die Pflege der Vogelwelt, an alle diese Dinge, die ganz 
auljerhalb des Werkbundes liegen, wohl aber innerhalb der Aufgaben des 
Heimatschutzes, 

Herr Geheimrat Muthesius hat zu meiner Freude den Ausdruck »Aus«' 
druckskultur« gebraucht. Als ich zuerst diese Bezeichnung vorschlug, wurde sie 
zunächst sehr bekämpft. Umsomehr freut es mich, sie von Herrn Muthesius ak» 
zeptiert zu sehen. Aber Ausdruciskultur greift weiter als ästhetischeKultur,und 

3 lahrbtt^ L 

33 



darauf müssen wir uns bedenken. Wenn wir uns hier in der hodiverdienstliclien 
Hygieneausstellung befinden, sehen wir sehr viele ganz interessante Sadien 
über Alkohol und dessen Schädigungen. Etwas weiter befinden sich Restau- 
rants, in denen man Sciinaps trinken mul) oder Bier oder Sekt. Dies ist aucli 
ein Zeichen von mangelnder Ausdruckskultur, obgleidi ästhetische Kultur 
nichts damit zu tun hat. Wir werden zu einer wirklichen ästhetischen Kultur 
audi nicht kommen, bevor ein Bedürfnis nach Zusammentreffen von S chein und 
Sein auf viel weitere Gebiete ausgedehnt ist. 

HERMANN MUTHESIUS, NIKOLASSEE: 

ICH halte die heutigen Erklärungen über den Heimatschutz für au^er«» 
ordentlich nützlich. Wir sind wohl berechtigt, festzustellen, dal) der Zank» 
apfel, der zwischen den Werkbund und die Heimatschutzverbände geworfen 
worden ist, hiermit begraben wird. Auch ich halte es für unerläßlich, dal) für die 
mittelmäljig begabten Bauausführenden eine gewisse Norm gegeben werden 
muß, und daß es höchst gefährlich ist, in diesen Köpfen die Idee sich fest* 
setzen zu lassen, daß sie dem Individualismus huldigen könnten. Denn wir 
können uns nichts Schlimmeres wünschen, als den Individualismus der Nicht« 
individuellen. Es ist auch in der Architektur immer eine herrschende Mode 
vorhanden gewesen, nach der sich die große Menge der Bauenden richten 
konnte. 

Der Unterschied zwischen der baulichen Produktion und der Produktion 
in der Malerei und Bildhauerei liegt darin, daß die bauliche Produktion in 
enormem Umfange nötig ist, gleichgültig, ob geschulte Kräfte dafür vorhanden 
sind oder nicht. Wir brauchen nur daran zu denken, daß sich in Deutschland 
die Bevölkerung jedes Jahr um 900000 Menschen vermehrt, die behaust 
werden müssen. Schon daraus folgt die Unentbehrlichkeit der Betätigung der 
baulich Beschäftigten im Gegensatz zur Betätigung der in der Malerei und 
Bildhauerei Beschäftigten, die ein reales Bedürfnis nicht erfüllt. 

Wenn wir heute eine neue Auffassung in der Architektur des Tages fest» 
stellen können, so ist es die, daß wir im Begriffe sind vom Individuellen zum 
Typischen zurückzukehren. Wir bemühen uns, ganze Siedelungen in einer 
einheitlichen Ausdrucksweise zu bilden. Diese Hervorhebung des Typischen 
in der Architektur halte ich für außerordentlich wichtig für die Zukunft un* 
serer Baukunst. Eine Parallele mit England gibt uns darüber Belehrung. Die 

34 



englisdie Entwicklung ist uns um einige Jahrzehnte voraus gewesen, in Eng» 
land haben sidi dieselben Bestrebungen, der heimatlichen Bauweise wieder ihr 
Recht zu geben, in den 60 er Jahren des vorigen Jahrhunderts gemeldet. Man 
könnte aus jener Zeit englische Vorträge und Aufsätze hervorholen, die ge* 
nau dieselben Gedankengänge entwickeln, die unser heutiger Heimatscliutz 
vertritt. Man hat sich auch in der Architektur nach diesem Rezept gericiitet. 
Es ist dann aber crotzdem eine — ich möchte fast sagen — neue Tradition 
entstanden, die ein vollständig modernes Gepräge trägt. Wenn Sie heute das 
englische Einzelhaus betrachten, so tritt Ihnen eine ganz einheitliche neue Aus* 
drucksweise entgegen, eine nationale Tradition, die wir für einen Idealzustand 
halten müssen. Da ist nichts mehr von der Nadiahmung der alten Stilricfi* 
tungen, die damals, wenigstens in populärer Auffassung, zum Ausgangs^» 
punkt der Bewegung gemacht wurden. Es ist ein modernes Ausdrucksmittel 
aus den Bestrebungen der heimatlichen Bauweise entstanden. Und das, meine 
Herren, stärkt in mir die Hoffnung für eine gedeihliche Zukunft audi der Be* 
strebungen, die uns im Deutsdien Werkbund beseelen, und die von den deut* 
seilen Heimatschutzverbänden geteilt werden. 

Weiter ist die Erziehung des Arcfiitekten auf den technischen Hochschulen 
behandelt worden. Ob der Deutsche Werkbund gerade die richtige Instanz ist, 
diese Angelegenheit zu betreiben, diese Frage scheint mir zweifelhaft. Immerhin 
ist die Frage selbst von solcher Dringlichkeit, dal) wir sehr wohl Stellung dazu 
nehmen können und müssen. Herr Geheimrat Gurlitt hat darauf hingewiesen, 
was eigentlich der Kernpunkt der ganzen Frage Ist: die Zwiespältigkeit, 
gleichzeitig Beamte und Künstler zu bilden. Wir sprechen aber hier von der 
Ardiitektur als Kunst. Und da audi mein Vortrag die Architektur als Kunst 
behandelte, so hatte ich es selbstverständlich nur mit der Annahme zu tun, 
da^ die tedinischen Hochschulen unsere höchste Instanz für die Ausbildung 
des Architekten sind, was sie ja auch für sich in Anspruch nehmeri. Da mu^ 
idi allerdings Herrn Sdhmid vollständig recht geben, dal) es hauptsächlidi die 
Vielgestaltigkeit des Lehrstoffes ist, die der Ausbildung der Ardiitekten 
hindernd im Wege steht. Es ist der alte Irrtum <er liegt fast bei allen unseren 
Schulen vor), dal) man alles berücksichtigen müsse, was etwa im späteren 
Leben gebraucht werden könnte. Es ist ein großer Fehler der Pädagogik, da^ 
man die Erziehung auffal)t als eine Anhäufung allen möglichen Wissens 
während sie im Grunde eine Charakterausbildung und eine Ausbildung zum 

3* 

35 



selbständigen Denken sein soll. Setzen wir unsere Zöglinge in den Stand, siA 
später selbst zu helfen, dann haben wir das Ziel der Erziehung errei dit. Und 
solange es sich um die Erziehung des Architekten handelt, ist die erste Auf* 
gäbe die, ihn in den Stand zu setzen, im späteren Leben zu bauen. 

Idi glaube aus dem Verlauf der Disputation schliel)en zu dürfen, dal) der 
Leitgedanke meines Vortrages im allgemeinen gebilligt wird, der darauf hin« 
auslief: Wir haben bisher in unserer modernen Bewegung den Hauptakzent 
auf die Qualität, auf die Materialmäl)igkeit, auf die Konstruktionsmäl)igkeit 
gelegt. Wir haben sozusagen die Grundlage geschaffen. Aber auf dieser 
Grundlage erst fängt unsere eigentliche Arbeit an, Sie besteht darin, das 
Verständnis für die Form wieder zu wecken. Denn allein die Form ist das 
Höhere. Sie ist das Geistige im Gegensatz zu dem Materiellen ,• die nicht zu 
entbehrende Vergeistigung und Vollendung der Zweckmäßigkeit und Kon« 
struktionsgerechtigkeit. 



36 



II 

RICHARD RIEMERSCHMID • AUSSTEL- 
LUNGEN ALS EIN MITTEL ZUM ZWECK 
/G. GERICKE • DAS LINOLEUM AUF DEM 
WELTMARKT/ KARL SCHMIDT- MATE- 
RIALVERSCHWENDUNG UND MATERIAL- 
GEFÜHL / RICH L. F. SCHULZ - BELEUCH- 
TUNGSKÖRPER/KARL GROSZ 
DAS ORNAMENT 



iiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ 

AUSSTELLUNGEN 
ALS EIN MITTEL ZUM ZWECK 

VON RICHARD RIEMERSCHMID-MÜNCHEN 

ES ist ein gutes Stü et Arbeit geleistet worden in den letzten 15 Jahren 
auf dem Gebiet, das jetzt mit dem Sdilagwort »Qualitätsarbeit« zu* 
sammenfassend bezeichnet wird, und so mag man einige Befriedigung 
darüber gelten lassen. Wollen wir uns aber von Täuschungen frei halten, so 
wird's gut sein, nicht allein auf das kleine Feld hinauszuschauen, auf dem 
Erfolge aufgeblüht sind, sondern auch immer wieder die Blicke wegzuführen 
über die weiten Gebiete, in die vom ausgestreuten Samen nodi nicfit einKörnchen 
hinübergelangt ist. Nur langsam geht die Weiterverbreitung vor sieb, und 
nur locker obenauf sitzt vielfach alles, selbst in dem kleinen Teil, der uns zu- 
gänglidi war,- wenig ist so festgewurzelt, da!) es aucii einem kräftigeren An- 
griff standhalten würde. Und eigentlidi kann's nidit wundernehmen. Zwis dien 
der Industrie und dem Handwerk und auf der andern Seite den Künstlern 
liegen allzu viele Hindemisse. Ich halte es für falsdi, den Industriellen und 
Gewerbetreibenden, weldie bisher von Geschmacksforderungen an ihre Waren 
nicht viel wissen wollten, die Fähigkeit nidit zuzutrauen, diese Dinge überhaupt 
zu verstehen. Ganz verkehrt wäre die Meinung, die Tüchtigsten, Leistungs« 
fähigsten hätten sich schon im Werkbund zusammengeschlossen, die andern 
kämen alle von selber nadi, ein Arbeiten ins Breite sei überflüssig. Ich glaube, 
die Vertiefung unsrer Bestrebungen wird nie vom Werkbund geleistet 
werden können. Die mu^ dem Einzelnen gelingen in stiller Arbeit. Ins 
Breite wird der Werkbund wirken müssen, wenn er überhaupt wirken will. 
Noch sitzt drauljen mancher tüchtige Meister, der was kann und sein Holz 
oder sein Eisen liebt. Aber bedrängt von täglicher Sorge um Verdienst, ohne 
Berührung mit fortschrittlichen Bestrebungen, umgeben von Hindernissen, die 
in Gestalt von verständnislosen Bestellern, Baumeistern, Behörden auftreten, 
glaubt er schliel)lich, was alle sagen: da^ es nur ein Mttel gebe, Bestellungen 
zu bekommen, nämlich billiger zu sein als die Konkurrenz. Träte ihm nur 
einmal ein Abnehmer gegenüber, der immer wieder gute Arbeit bei ihm be- 
stellen und bezahlen wollte, er würde sich rasch und froh befreien von dem 



Zwang, sdiundig zu arbeiten. Aber wo die Aufmunterung fehlt, fehlt auch 
sdiliel)Iich der Mut. Vom Einzelnen so viel Kraft zu erwarten, dal) er ab« 
weichend vom Herkömmlichen und von Hindernissen umgeben, aus ein«* 
dringendem Verständnis heraus Neues gestalte, das heil)t zu viel verlangen. 
Das heil)t nicht mehr gerecht sein, Und liegt's für den Fabrikbesitzer, für den 
Groljunternehmer in der Industrie nicht oft ebenso schwierig? Vor allem hat eine 
einseitige Erziehung schuld daran, — denn was bieten unsere Mittelschulen und 
auch unsere Hochschulen an Geschmackserziehung! Und wo der Handwerker 
wie derOrol^fabrikant in seinen Kreisen niemals anders als mit Geringschätzung 
vom künstlerischen Streben hat reden hören,- wo alle, auch die Erfahrenen, 
Erfolgreichen, Geschiciiten unter seinen Standesgenossen abraten, in Ge*» 
schmacksfragen irgend etwas anderes zu sehen, als eine Modeerscheinung, als 
eine Konjunktur, die rasch ausgenutzt werden muß,- wo die Möglichkeit, mit 
einem rechten Künstler in Verbindung zu kommen, kaum gegeben ist,- wo 
das eigene Unternehmen nicht selten den scheinbaren Beweis liefert, daß gerade 
mit dem geschmacklosesten, billigsten Schund der größte Profit zu erzielen 
ist: war 's nicht auch hier zunächst in vielen Fällen offenbar zu viel verlangt, 
dal) aus solchen Verhältnissen heraus die Einsicht erwachsen solle von dem 
wirtschaftlichen Wert eines geschulten und verfeinerten Geschmacis ? 

Auch die Künstler machen es janicht immer leicht, zu einem erfolgreichen Zu« 
sammenarbeiten zu kommen. Fehlt nicht auch solchen ihrer Entwürfe, die im 
übrigen Vorzüge haben, oft die Erfahrenheit in technischer Hinsicht, ermangelt 
ihnen nicht noch häufig jedeKenntnis der praktischen Erfordernisse bei der Her« 
Stellung? Glauben sie nicht die Unzuverlässigkeit und Unpünktlidikeit als 
ein selbstverständliches Vorrecht des Künstlers beanspruchen zu können und 
die Angelegenheiten, mit denen ein Geschäftsmann an sie herantritt, mit einer 
gewissen Großartigkeit von oben herab behandeln zu dürfen? Gerade dar« 
aus entsteht manche Enttäuschung. Denn es ist sehr begreiflich, daß der Ge« 
Schäftsmann in seinen Erzeugnissen, von deren Erfolg er abhängig ist, immer 
etwas sieht, was das stärkste Interesse beanspruchen kann. 

Also NichtVerständnis ist nicht etwa nur auf der einen Seite, es ist auf 
beiden Seiten zu finden. Aber alle die, welche nur durch äußere Hindernisse 
abgehalten sind, mitzuarbeiten in der Riditung, in welcher der Werkbund 
vorgeht, könnten gewonnen werden und müßten gewonnen werden, damit 
nicht unter der Masse der schlechten Produktion das Gute verschwindet. 



39 



Freilich bleiben aucfi nodi solche, die wirklich zu dumm oder zu stumpf sind, 
um zu verstehen, vs^orum sicfi's handelt, Von ihnen kann aber nicht mehr er* 
reicht werden, als da^ sie schließlich nachtappen, und das werden sie auch 
brav machen,- sie tun ja nie etwas anderes. 

Um aber nun trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich in die Breite zu wirken, 
müssen starke Antriebe gesdhafFen werden, Gelegenheiten, die Tausende 
zwingen, sich ernsthaft um die Frage des guten Geschmacis zu bemühen,- 
Gelegenheiten, die eine Nötigung zum Zusammenarbeiten der Produzenten 
und Künstler in sich tragen. 

EINE Ausstellung nun von der Art und Anlage wie sie als Bayerische 
Gewerbeschau gegenwärtig in München vorbereitet wird, sdieint mir 
leicht eher als irgendein andrer Versuch geeignet, ein dauerndes, fruchtbares 
Zusammenarbeiten herbeizuführen. Und weil einige Erfahrungen schon vom 
Jahr 1908 und neuerdings audb von den Vorarbeiten fürs kommende Jahr 
zur Verfügung stehen, mag es vielleicht auch für andere Städte und Kreise 
nicht ganz ohne Interesse sein, von den Grundlagen und den Absichten eines 
solchen Unternehmens und von den Mitteln zu hören, die dabei ange^ 
wendet werden, um zu dem gegenseitig fördernden Zusammenarbeiten zu 
gelangen, das ich meine. 

Zuerst wird dafür zu sorgen sein, dal) eine überallhin wirkende Anziehungs*» 
kraft geschaffen wird. Das istwohl am besten dadurch zu erreichen, dal) die Aus« 
Stellung zu einer Gelegenheit umgeformt wird, die Waren nicht nur zu zeigen, 
sondern auch zu verkaufen, Kunden zu gewinnen, Händler und Grol)einkäufer 
mit einander in Beziehung zu bringen. Das war bei früheren Ausstellungen 
nur in beschränktem Maße der Fall. Abgaben von dem Verkauften wird 
das Unternehmen zweckmässig nicht erheben. Auch die Gesamt erscheinung der 
Ausstellung im Äul)ern und Innern, die geschmackvoll das ganze Unternehmen 
zu einem heiter*»festlichen Ereignis macht, dem Einheimische und Fremde fröh- 
liches Interesse entgegenbringen, ist eineVoraussetzungseines Erfolges. EsmuIJ 
aber auch erreicht werden, dal) dem Aussteller selbst die Beteiligung an der 
Gewerbeschau ehrenvoll erscheint. So ist denn von vornherein klarzulegen 
und in allen Einzelfällen daran festzuhalten, da^ nur das wirklich Gute, 
in technischer und geschmacklicher Hinsicht Gute, zugelassen wird. Die 
Tatsache der Beteiligung muß schon für die Leistungsfähigkeit und Tüdb-» 
tigkeit des Ausstellers sprechen. Das heißt: Alles was in die Hallen kommen 

40 



will, muß durch eine aus der gleidien Zahl von Industriellen, Handwerkern 
und Künstlern gebildete, von beratenden Fachleuten in besonderen Fällen 
unterstützte, strenge Jury gehen, von vornherein mu^ alles Minderwertige 
ausgeschieden werden. Man wird dabei die Erfahrung machen, dal) ein von 
erklärenden Beifügungen der Künstler begleitetes Geschmacicsurteil durch die 
Handwerker und Industriellen kaum in einem einzigen Fall mil)billigt oder 
bekämpft wird. Im Gegenteil, nicht selten wird es aufgenommen mit Eifer und 
mit der Erkenntnis, welcher grolle Vorteil in einem sichern, nicht hilflos in der 
Mode umhersdiwankenden Beurteilen der Vorzüge oder Fehler auf ge* 
sdimacidichem Gebiet liegt. Das Risiko, kurz vor Eröffnung der Ausstellung, 
nachdem vielleicht schon ziemlich groI)e Kosten entstanden sind, zurückgewiesen 
zu werden, das möchten die meisten nicht auf sich nehmen. Darum mul) Ge^ 
legenheit geboten sein, Photographien oder Zeichnungen schon frühzeitig, bei 
Beginn der Vorarbeiten, beurteilen zu lassen. Um nun hier eine gar zu umfang- 
reiche und zeitraubende Arbeit der Jury zu vermeiden, ist die Bestimmung 
getroffen, dal) von Zweien oder Dreien, die aus der Zahl der mitarbeitenden, 
im allgemeinen in der gleichen Richtung strebenden Künstler beigerufen werden, 
das Gute, was vorgelegt wird, endgültig angenommen werden kann, ohne 
dal) aber diesen Beurteilern das Recht zusteht, Gegenstände endgültig abzu« 
weisen. Ist der Zudrang zu der Ausstellung grol), so daß die Platzausmaße, 
die verlangt werden, meist nicht zugeteilt werden können, so hat diese Methode 
zur Folge, daß die eigentlidbe Jury nur in besonderen Fällen in Tätigkeit treten 
muß. Denn die zunächst nicht angenommenen Gegenstände werden dann meist 
ohne weiteres zurückgezogen. Nun kommt die Hauptsache, der Punkt, der 
die meisten Möglichkeiten, zu einem Zusammenwirken zu kommen, bietet. In 
sehr vielen Fällen werden schlechte oder doch störende Einzelheiten der 
Grund dafür sein, daß ein angemeldeter Gegenstand nidit endgültig angenommen 
werden kann. Das wird dann natürlich dem Anfragenden mitgeteilt, führt zu 
Besprechungen, zu Gegenvorschlägen. Wenn die nun mit Aussicht auf 
Erfolg gemacht werden sollen, so müssen sie nicht nur gut sein, so daß also 
für die Annahme eingestanden werden kann, sie müssen auch den Fabrikanten 
pünktlich abgeliefert, den Bedingungen der Technik, den besonderen Verhält« 
nissen und Wünschen des Fabrikherrn oder des Handwerksmeisters ange*» 
paßt werden. Von selbst entsteht so aus der Situation heraus der Zwang 
für beide Seiten, sich zu nähern, einander zu verstehen, miteinander zu ar*» 



41 



beiten in hundert und in tausend Fällen, und wer erst die Fruchtbarkeit solcher 
Verbindung erfahren hat und gute Brfolge daraus entstehen sieht, der wird 
auch ein andermal den gleichen Weg gehen : der ist gewonnen. Freilich mul) also 
eine Schar von gutgesdiulten und an Einfällen reidien Mitarbeitern der Leitung 
zur Verfügung stehen und freudig mitarbeiten, sonst wird sicii die Aufgabe, 
die von selber wächst, nicht bewältigen lassen. Und wenn dabei die Künstler 
neben der einen und andern geschäftsmännischen oder kaufmännischen Tugend 
auch noch etwas vom Geist einer in Gemeinsamkeit vorwärtsarbeitenden Dis« 
ziplin und Organisation sich aneignen, so werden sie sich dadurch nur einem 
neuen Typus, dem Typus des modernen Künstlers nähern,- dieser Typus mul) 
kommen, und es wird ihn kennzeichnen, was auch unsre heutige Zeit kenn^ 
zeichnet: ein straffes Arbeiten und ein straffes Haushalten mit der Zeit. Da« 
durcfi erst wird er zum geeigneten Instrument, um das innere Leben der eigenen 
Zeit zum Ausdruck zu bringen. 

Freilich, nicht immer werden diese Versudie der Zusammenarbeit zu Er« 
gebnissen führen, Mittel müssen der Leitung zur Verfügung stehen, um 
in solchen Fällen die vergebliche Arbeit des Künstlers zu entschädigen. Fest» 
Setzungen, die vorher getroffen sind, müssen die Möglichkeit beseitigen, dal) 
nachträglich Streitigkeiten über diese Angelegenheiten sich ergeben können. 
Staatliche oder gemeindliche Zuschüsse, die in einer Art von Stipendien als 
Erleichterungen für die Aussteller dienen und etwaige Reisekosten, Kosten 
des Aufenthalts zum Zweck eines Arbeitens in der Fabrik und in fort« 
währender Fühlung mit Werkmeistern und Fabrikherrn, zu übernehmen er« 
möglichen, müssen rechtzeitig beschafft sein. Sie müssen Auswege finden lassen, 
wo ohne sie eben von irgendeiner Seite zu grolle Opfer verlangt oder zu 
unbeliebte Zumutungen gestellt werden müssen. Aucii Wettbewerbe werden 
das Interesse für das Unternehmen wecken und dazu helfen, um die jüngeren 
noch nicht bewährten Kräfte unter den Künstlern anzuregen. Irgendein Fa« 
brikationsgebiet, auf dem ein größerer Bedarf nach neuen Entwürfen herrscht, 
ist dafür auszuwählen. Die Erfahrung weist ja bald auf die Gebiete hin, 
die am bedürftigsten sind. Und wenn da und dort die Nachfrage nach guten 
neuen Entwürfen wäcfist,so mul) rechtzeitig vorgesorgt werden, dal) womöglich 
das Verlangte sciion vorrätig daliegt. Es ist das gar nicht so unmöglicii, wie 
es zunächst scheinen mag,- denn bald weif) man eben, wo die Bedürfnisse vor« 
banden sind, wo sie geweckt werden können. Kataloge von allen bedeutenden 



42 



Firmen müssen hergeholt und durchgeschaut werden. Wo es nur möglicfi ist, 
sollten die neuen Entwürfe anknüpfen an Vorhandenes, das schon fabriziert 
und verkauft wird, und sollten verbessernd und säubernd Hand anlegen. Das 
wird wohl eine der wichtigsten Aufgaben bleiben,- denn gerade für die Bedarfs^ 
gegenstände der täglidien Arbeit, sei es in der Küche oder in der Wohnung 
oder in der Gelehrtenstube oder im Büro, bleibt noch unendlich viel zu tun, und 
dabei gilt es weniger, neu auftaucfiende oder künstlich gesteigerte Bedürfnisse 
zu befriedigen, als alte, aber sdilecht befriedigte, endlich gut zu befriedigen. 

Als wichtigstes Ziel, es sei nochmals betont, mu^ das Herbeiführen eines 
verständigen, gegenseitig rüciisiditsvoUen, gegenseitig fördernden Zusammen* 
wirkens immer im Auge behalten werden. Hs wird gut sein, nicht zu opti«« 
mistisdi dranzugehen, aber man darf sich ebensowenig durdi Mißerfolge und 
Miljverständnisse, durdi Gehässigkeiten und Dummheiten abschrecken lassen ! 

Wenn sdiließlicfi nadi all der Arbeit nur an ein paar Dutzend, günstige 
Vorbedingungen bietenden Stellen der Same aufgeht, ist's nicht genug? Es 
sind nicht lauter Einjahr pflanzen, die sict da einwurzeln, manche halten auch 
über den Winter aus und wachsen fort, blühen, werfen Samen aus, und aus 
einer werden hundert und aus hundert zehntausend, 

Wenn dann nach vieler mühsamer Arbeit gelungen ist, ein glänzendes, ge« 
winnendes Gesamtbild und eine Menge von guten Einzelheiten zusammenzu« 
bringen und das den Besuchern zu zeigen, dann ist wohl das Wichtigste geleistet,- 
aber die guten Wirkungen stellen sich nun erst recht ein, und von selber setzt 
sich die erzieherisdhe Arbeit im Stillen fort. Ohne es zu merken, lernen 
auch die, welche das Ganze vorher im besten Fall als »dummes Zeug« und 
als »Überspanntheit« bezeichnet haben, die Vorzüge anständiger, gediegener 
Arbeit kennen und schliel^lich verlangen. Und vielleicht sagen sie schon nach 
Monaten: »Idi war von jeher für solche Bestrebungen und habe schon vor 
Jahrenimmer behauptet usw.« Manche Verkäufer werden lernen, sidb weiterhin 
zu schämen, Waren anzupreisen, die sie selber als rechten Schund erkannt haben 
und dafür lernen, mit Wärme und mit eigener Freude für was Gutes einzutreten, 
statt dal) sie als Höchstes zu sagen wissen: »das ist das Allerneueste« oder 
»das wird jetzt allgemein gekauft«. Käufer und Verkäufer lernen, begeisterte 
oder auch entrüstete Besucher, alle lernen. Und manche darunter sitzen in 
einem Parlament oder in einem Ministerium. 

Übersieht man schließlich das Ganze, so wird's offenbar: es wird kaum eine 



43 



Gelegenheit gesdi äffen werden können, die in höherem Grade jene Nötigung 
zum Zusammenwirken und zum Nadhdenken über Gesdhmadcsfragen und 
ihre Kämpfe für Hunderte von Mitarbeitern und Tausende von Besudiern 
mit sidi bringt. Begeisterung und Opfermut, der sidi durdi zeitraubende und 
oft quälende Arbeit nicht scheu machen läl)t, müssen diejenigen mitbringen, 
die sich an einen solchen Versudi macfien, aber idi möciite wünsciien, da^ sidi 
im Werkbund immer wieder Mutige finden, die ein größeres oder kleineres 
Gebiet auf soldie Art durcharbeiten. Dal) es sicii sdiließlich lohnen wird, den 
Glauben möcht' idh mir nicht rauben lassen. 



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niiiiiimintiiiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiiiiinimniniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniliiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiii 

DAS DEUTSCHE LINOLEUM 
AUF DEM WELTMARKTE 

VON G. GERICKE-.DELMENHORST 

DIE Losung »billig und sdileAt«, die lange Zeit hindurdi für die Mehr« 
zahl der deutsdien industriellen Erzeugnisse gegolten hat,konnte für den 
Artikel Linoleum, wenigstens was seine stofFlidie Beschaffenheit und 
die Güte der darauf verwendeten Arbeit anlangt, eigentlich nicht als zutreffend 
bezeichnet werden. Hinsichtlich der Musterung zwar stand dieses durchaus 
moderne Erzeugnis, das erst seit 1883 überhaupt in Deutschland hergestellt 
wird, natürlich nicht auf besonderer Höhe, weil das Bestreben, für industrielle 
Erzeugnisse einwandfreie, dem Material und der Technik entsprechende 
Muster zu liefern, überhaupt erst einsetzte, nachidem die neue kunstgewerb^ 
liehe Riditung sich in Deutschland in bestimmter Weise Geltung versdiafft 
hatte, d. h. etwa um die Wende des Jahrhunderts. Bis zu dieser Zeit bewegte 
sich die deutsdie Linoleumindustrie mit der Musterung fast ausschlie^lidi 
im Fahrwasser ihrer Lehrmeisterin, der englisdhen Mutterindustrie. 

Im Laufe der nächsten Jahre zeigten sicfi dann die ersten Versuche, audi 
bezüglich der Linoleummusterung aus den ausgetretenen Gleisen heraus«^ 
zukommen und sich die Anschauungen der neuen kunstgewerblichen Strömung 
zunutze zu machen. Die Industrie erliel) Preisausschreiben für künstlerische 
Entwürfe zu Linoleummustern und setzte sidi in Beziehung zu führenden 
Künstlern, die dann im Zusammenarbeiten mit der Fabrik und in Anlehnung 
an die Technik bei der Herstellung der Ware Muster sdhufen, von denen 
einzelne in gewissem Sinne sdion einen besonderen Linoleumstil darstellten. 
Trotz der wechselnden Mode verschafften sich diese Muster allmählich beim 
sachverständigen Publikum, soweit es ein solches bis jetzt gibt, besonders aber 
bei vielen führenden Architekten, Wertschätzung und Anerkennung. 

Das eben Gesagte gilt in der Hauptsache aber leider nur für den deutschen 
Markt, während im Exporthandel die neue Musterung nur geteilten Beifall 
fand. Das ist auf verschiedene Umstände zurüdtzuführen. Zunädist wird man 
es begreiflich finden, dajj das Mutterland der Linoleumfabrikation, England, 
mit seinen Kolonien und seinem den englischen Geschraacksansdhauungen zU'" 



45 



neigenden englisdien Spracfigebiet in Amerika am Hergebraditen festhielt und 
weiter festhält. Dieser englisdie GcsAmack hat aber für das Linoleum bis* 
lang nur eine geringe Wertscfiätzung übrig gehabt, sieht vielmehr diesen Artikel 
oft heute nodi nur als ein Surrogat an, dem deshalb auch eine eigene Musterung 
nidit zukomme und das eine Musterung haben könne wie die Artikel, welche 
es ersetzen soll, also Holzparkett, Fliesen, Teppiche. 

Dal) die in Frankreich existierenden Fabriken, weldie zudem auch heute 
nodi eigentlidi nur Filialen englischer Firmen sind, sich bezüglich ihrer Muste« 
rung im gleichen Fahrwasser bewegen, wird danach kaum Wunder nehmen. 
Frankreich pflegt in seinem Geschmack noch konservativer zu sein als Eng- 
land und den in der Entwicklung befindlichen neuen deutschen Stil gegenüber 
den historischen französischen Stilen als minderwertig, mindestens aber dem 
französischen Geschmack absolut nicht zusagend anzusehen. Auch die in 
Schweden, Norwegen, Italien, Osterreich und der Schweiz bestehenden Fa* 
briken, welche für den Wettbewerb mit Deutschland in Frage kommen, haben 
sich bislang darauf besdhränkt, es England in der Musterung nachzutun. 

Unter diesen Umständen scheint es erklärlich, wenn die moderne deutsche 
Mustergebung im Wettbewerb auf dem Auslandsmarkte bislang Verhältnis* 
mäljig wenig Boden gewinnen konnte und Erfolge in der Hauptsache nur 
da erzielte, wo man den modernen deutschen Bestrebungen auf dem Gebiete 
des Kunstgewerbes ein gröljeres Interesse entgegenbringt. Das sind in erster 
Linie die Schweiz und Osterreich, Nebenbei lassen sich einige Erfolge auch 
in den nordischen Ländern, Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland, 
wie in Holland und Belgien erkennen. Es darf angenommen werden, dal) in 
Belgien die Weltausstellung 1910 in Brüssel darauf einen gewissen Ein» 
flu^ ausgeübt hat. Rußland, das mehrere Linoleumfabriken besitzt, ist dem 
deutschen Linoleum wegen des bestehenden Prohibitivzolles ganz verschlossen, 
hat sich aber im Export noch keine Geltung verschaffen können. In der Muste* 
rung für einen Teil seiner Produktion scheint es sich aber stark an Deutsch» 
land angelehnt zu haben, sowohl im guten, als im schlechten Sinne. Die übrigen 
europäischen Länder spielen für den Absatz überhaupt nur eine unterge» 
ordnete Rolle. 

Ein wesentlicher Grund dafür, dal) eine gute neuzeitliche Musterung für 
das allgemein mit dem englischen Namen >Inlaid« benannte gemusterte Lino- 
leum sich nicht schon mehr hat durchsetzen können, ist die noch immer an* 

46 



dauernde Nachfrage naA dem sogenannten bedrudkten Linoleum, an das 
man als Massenartikel weniger hohe Ansprüche stellt, bei dem vielmehr in 
erster Linie auf billigen Preis Wert gelegt wird. Diese Art Linoleum kann 
auch künftighin nur als Surrogat angesprochen werden. Von der Anfertigung 
solcher Ware sehen einige führende deutsche Fabriken schon seit Jahren ab,- 
andere aber mögen, weil sie auf grol)en Umsatz angewiesen sind und die 
»rationelle Ausnutzung des Betriebes« als alleiniges Prinzip ansehen, nicht auf 
die Anfertigung solcher Ware verzichten, zumal »das Publikum sie noch immer 
verlangt« und »die Konkurrenz es ja auch macht«. Nebenbei spielt diese Ware 
auf dem Weltmarkte auch deshalb eine nicht unbedeutende Rolle, weil sie 
als Konkurrenzprodukt gegen das hauptsächlich von Rngland hergestellte, in 
groljen Massen nach vielen Ländern der Erde gehende bedruckte Wachstuch 
und Floorcloth bescheidenen Ansprüchen immer noch leidlich Genüge leistet. 

Von wesentlicher Bedeutung für die deutsche Linoleumindustrie, soweit 
sie Qualitätsware exportieren will, wird es sein, wie sich der Absatz nach den 
Vereinigten Staaten von Amerika und besonders auch nach den aufstrebenden 
südamerikanischen Republiken gestalten wird. Zurzeit liegt die Sadhe so, 
dal) in den Vereinigten Staaten selbst eine starke einheimische Industrie, die 
aber in Qualitätsware noch nicht mit den ersten deutschen und englischen 
Fabriken wetteifern kann, bemüht ist, die ausländische Konkurrenz vom ameri* 
kanischen Markte fern zu halten. Dabei kommt ihr der bestehende hohe Zoll 
natürlich besonders zustatten. Die Versuche, moderne Iniaids in Amerika 
einzuführen, waren bislang ohne wesentlidhen Erfolg. Das amerikanische Pu« 
blikum scheint nur vereinzelt auf eine moderne Musterung Wert zu legen und 
hält in der Regel am altgewohnten englischen Muster fest, das sich für hl" 
noleum aber, wie schon erwähnt, auf Imitationen von Holz, Fliesen und Tep* 
pichen beschränkt. Erschwerend für den Wettbewerb ist auch die Tatsache, 
dal) einige grol)e Fabriken in Deutschland und England eine auf beson- 
deren Patenten beruhende Fabrikationsweise besitzen, die sie zwingt, sich 
speziell der Herstellung von Parkettimitationen und fliesenartigem Lino* 
leum zu widmen und dafür naturgemäß auch entsprechende Propaganda zu 
machen. Diese dem Geschmack eines großen Teils des Publikums Rechnung 
tragende Fabrikation findet aber verhältnismäßig leichten Absatz und hindert 
die moderne Ware an schnellerer Ausbreitung, 

So entstehen also denjenigen deutschen Fabriken, welche im Sinne der Be« 



47 



strebungen des Deutsdien Werkbundes auf ihr Programm dieLeistung höcbster 
Qualität gesetzt haben, viele Sdl^57ierigkeiten, von denen sich der Laie kaum 
eine richtige Vorstellung madit. Nichtsdestoweniger darf in der begonnenen 
Arbeit nicht nadigelassen werden, da trotz allen bisherigen Mißerfolgen zu 
hoffen ist, dal) eines Tages bei der nötigen Ausdauer sich dodi nocb in vielen 
Ländern der Welt der Gesdimack im neuzeitlichen Sinne entwickeln wird und 
dann die Früchte der heutigen Arbeit eingeheimst werden können. Die Muste« 
rung für das Ausland wird sich dabei künftig vor allen Extravaganzen zu 
hüten haben, was nicht hindert, dal) man mit Mustern, die für den deutsdien 
Markt bestimmt sind und von besonderer Originalität sein dürfen, weitere 
Versuche macht Das Ausland kann dagegen nur nach und nach durch ge« 
mäl)igt moderne Muster an den deutschen Geschmack gewöhnt werden. In 
allen Fällen sollte der entwerfende Künstler stets bedenken, daß es sich bei 
dem Artikel Linoleum nicht um ein kunstgewerbliches Einzelerzeugnis handelt, 
sondern um einen Industrieartikel, der aus den verschiedensten Gründen nur 
immer in größeren Quantitäten hergestellt werden kann und demnach mehr 
als einmal verwendet werden muß, wenn seine Fabrikation sich überhaupt 
lohnen soll. Von großem Nutzen wird es sein, wenn der Künstler sich vor- 
her wenigstens etwas mit der Fabrikationsweise bekannt macht. 

So erfreulich es an und für sidh ist, daß der Wert der Ausfuhr deutschen 
Linoleums im allgemeinen ständig gestiegen ist, so bedauerlich erscheint es 
doch, daß der Prozentsatz echter Qualitätsware dabei noch zu kurz gekommen 
ist. Die Pionierarbeit ist bislang schon auf alle erdenkliche Art von der deut* 
sehen Linoleumindustrie geleistet worden,- soll sie schnell von größerem Erfolg 
gekrönt sein, so wird sie sich künftig nach tüchtigen Bundesgenossen in 
anderen Industriezweigen umsehen müssen, um gemeinsam mit diesen noch 
mehr als bisher dem Auslande die Verwendung des Artikels Linoleum im 
Zusammenhang mit anderen Erzeugnissen vor Augen zu führen. Man wird 
dabei in erster Linie an die Möbelfabrikation und an alle die Industriezweige zu 
denken haben,welche der Einrichtung vonWohn« und Geschäftsräumen dienen. 

SCHLIESSLICH darf man dabei nicht außer acht lassen, daß für den 
Absatz nach dem Auslande auch der betreffende Auslandsgeschmack allein 
nicht ausschlaggebend ist. Es spielen nebenher fast überall die Zollgesetz- 
gebung des betreffenden Landes, seine jeweilige wirtschaftliche Lage und 



48 



sogar die obwaltenden politischen Tagesströmungen eine Rolle. Ein dau* 
ernder, wadbsender und gewinnbringender Export deutscfier Qualitätsware 
in Linoleum kann deshalb nur dann erwartet werden, wenn eine entspre« 
diende Handels» und Zollpolitik des Deutschen Reiches die Bestrebungen 
der Linoleumindustrie weiterhin wirksam unterstützt und alle am Auljen«» 
handel interessierten Kreise der deutschen Industrie und des deutschen Han« 
dels und besonders die im Auslande weilenden Deutschen sich bei allen ihren 
geschäftlichen Betätigungen von dem Gedanken leiten lassen, dap sie ihrer* 
seits auch verpflichtet sind, für gute Qualität und eine den neuzeitlichen Be- 
strebungen entsprechende Musterung überall einzutreten. Dies dürfte das 
beste Mittel sein, um den Geschmack des Auslandes mehr auf die modernen 
deutschen Industrieprodukte herüberzuleiten, wobei natürlich nichts unter* 
lassen werden soll, was das Interesse für diese Kulturarbeit auch noch auf 
andere Art zu wecken imstande ist. Es wird nach wie vor immer wieder auf 
eine Propaganda durch Wort und Schrift seitens berufener Kreise und auf 
Ausstellungen, namentlich Wanderausstellungen, die auch in kleineren Plätzen 
gezeigt werden können, zurüdcgegriffen werden müssen. Vielleicht ist gerade 
jetzt die Zeit gekommen, um sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in 
Südamerika mit Nachdruck für die modernen deutschen kunstgewerblichen 
Bestrebungen einzutreten, damit sich dort nicht noch mehr als bisher die Vor* 
liebe für englische und französische historische Stile festsetzt. An eine baldige 
Bearbeitung Ostasiens wäre gleichfalls zu denken. 

Vielleicht dienen diese Zeilen dazu, die Freunde unserer Sache zu gemein* 
samem Handeln zusammenzuführen. 



4 ]ahrbu<& I. 

49 



MATERIALVERSCHWENDUNG 
UND MATERIALGEFÜHL 

VON KARL SCHMIDT-WERKSTÄTTEN HELLERAU 

DURCH Einflüsse tiefgreifender Art, die wir nicht meistern konnten und 
die «in allgemeines Verlangen nach billigen Preisen zur Folge hatten, 
ist das Niveau der gewerblichen Arbeit in ganz Europa im vergan- 
genen Jahrhundert beträchtlich gesunken. Es mag sein, da^ diese Tatsache durch 
das Eintreten der Maschinenarbeit in den Wirtschafisprozel) zunächst ganz 
unausbleiblicli war,- aber es kann nicht genug bedauert werden, dal) auch den 
Menschen, und zwar Produzenten wie Konsumenten, das Gefühl tür edles 
Material und anständige Arbeit darüber verloren gegangen ist. Wenn wir 
in Deutschland wieder eine Qualitätsindustrie entwickeln wollen, so mu() 
nadb dieser Seite vor allen Dingen abgeholfen werden. Im vergangenen Jahr- 
hundert ist ein Schatz gewerblicher Überlieferung für immer verloren gegangen. 
Aucfi die Wissenschaft hat hierbei zersetzend mitgewirkt, indem sie Surro- 
gate lieferte. Man braucht nur ein Stück Leder von vor hundert Jahren in die 
Hand zu nehmen und ein Stück von heute, um das zu erkennen. 

Vor längerer Zeit stand ich mit einem Eisenfachmann vor den Würzburger 
Schlo^toren, die vielleicht 200 Jahre alt sind. Das sind eiserne Tore ohne jeden 
Anstrich, aber auch ohne jede Spur von Rost. Zu unserem Erstaunen stellen 
wir fest, daß das Schmiedeeisen von damals tatsädilich von edlerer Qualität war 
als das beste von heute. Es wurde gedrückt, gehämmert, gedichtet und durch- 
geschmiedet, bis es s(iiliel}lich ohne jede Pore war. Unser heutiges Eisen wird 
in den stolzesten chemischen Prozessen hergestellt,- wenn man es aber unter 
der Lupe ansieht, sieht es aus wie ein Stück Schwamm und ist in einem halben 
Jahr an der Luft verrostet. 

Es ist bekannt, da^ gutes Holz für Möbel in Deutschland kaum noch zu 
haben ist, und es wird nicht mehr lange dauern, da(5 man Möbel aus deutschem 
Holz nur noch in den Museen sehen kann. Aber auch die Balkanländer, Ruß- 
land, Amerika sind schon zur Hälfte abgeholzt. Eiche ist in den letzten 20 Jahren 
um etwa 60 V. H. im Preise gestiegen! Ahnlich liegt es mit den meisten anderen 
Rohmaterialien. Es ist merkwürdig, wie sdiwer die einfache Tatsache begriffen 



5° 



wird, namlidi, dal) das Rohiraterlal — und mit ihm natürlidh audi der daraus 
hergestellte Gegenstand — am billigsten bleibt, wenn es gut und gewissen* 
haft verarbeitet wird. Wenn wir Holz zu Scfiundmöbeln verarbeiten oder 
wenn wir, wie eine Dresdner Fabrik pbotographisdier Artikel, Hundert- 
tausende photographiscber Apparate, das Stück für 3 Mark herstellen, so 
arbeiten wir eigentlich Feuerholz und verwüsten das Material, versündigen 
uns an einem T^Iaturprodukt. Die Erde gibt Rohmaterialien nur in beschränkten 
Mengen her. Verbrauchen wir so viel Material als dieErde jährlidi wachsen läljt, 
so werden wir für die Materialien einen mäl^igen Normalpreis haben/ könnten 
wir weniger verarbeiten, so würde durcb starkes Angebot der Preis sinken,- ver* 
brauchen wir aber mehr, so steigt der Preis im Verhältnis des Mehrverbraudies. 
Nicht allein, dal) wir damit dieG üter verteuern, sondern wir leben auch aufKosten 
unserer Kinder und Enkel. Es ist eine Sünde und Schande, so zu verfahren. 

Es wird immer der Einwand gemacht, die grolje Masse der Abnehmer 
sei einfachi wirtscliaftlicfi nicht imstande, gute Arbeit zu kaufen. Das ist nur 
so lange richtig, als unter den Leuten die Einsicfit und der Sinn für das Echte 
so wenig verbreitet sind, dal) sie zwischen Schund und guter Ware keinen 
Unterschied anerkennen, als den des Preises. Wäre dieser Sinn mehr ver« 
breitet, so würden siciierlicli viele Leute sicfi lieber in Ihrer Einrichtung, in 
den Dingen des Gebraudies auf das Notwendigste beschränken, um diese 
wenigen Dinge dann in guter Besciiaffenhelt und edler Form zu besitzen. 
Wenn in unserer deutschen Produktion alles Rohmaterial nacfi bestem Wissen 
und nach bestem Können verarbeitet würde, so würde die Art der Arbelt 
sehr zu unserem Wohlstand beitragen. Denn gute Arbelt hält 100 und 
200 Jahre, ja audi nocii länger. Das Geld, das man für gute Arbelt bezahlt, 
ist so gut angelegt wie ein Vermögen in Staatspapieren. Nur verbildete Men- 
sdien sind niclit mehr Imstande, dies einzusehen, 

Deutschland mul) jedes Jahr für 2 Milliarden Rohmaterial Im Ausland 
kaufen. Wenn wir aber nur um die Hälfie besser arbeiteten wie bisher, so 
könnten wir jedes Jahr 1 Milliarde In der Tasche behalten, wohlhabender 
sein, höhere Löhne zahlen. Aul)erdem stünden wahrsdheinlicli die Waren 
dann in der übrigen Welt in viel höherem Ansehen, würden lieber gekauft 
und besser bezahlt werden. Die hohen Materialpreise sind so oft die Ursaclie, 
dal) man die Löhne, wie es sehr wünschenswert wäre, niciit auf die notwen« 
dlge Höhe bringen kann, da^ unser Export zum großen Teil ein Export auf 

4* 

51 



Kosten unserer Arbeiter, unserer Mensdienkräfte, unseres Volkes und unserer 
Gesundheit ist. Diese Worte kann man nicht laut genug sagen, nicfit oft genug 
wiederholen. Es steht viel sdilimmer in dieser Beziehung als wir glauben. Voriges 
Jahr waren in der italienisdien Abteilung der Weltausstellung in Brüssel jene 
süpiidi-sentimentalen Marmorfigürchen aufgestellt, wie sie Italien in Massen 
produziert. An den geschmacklosesten hingen zahllose Visitenkarten mit den 
Namen der Besteller, und zu unserer Schande mul) ich sagen, waren klassisch 
Gebildete, deutsche Arzte, Juristen usw. die Mehrzahl der Käufer. Dieses ganze 
gro^ePublikumhatkeineAhnung,von welcher Gewissenlosigkeit es ist.Essind 
oft dieselben Leute, die Vereine gegen Schundliteratur gründen,- aber dal) sie 
zwischen lauter Schundarbeit sitzen, ist ihnen nicht bewußt, zwischen Arbeit, die, 
wie Friedrich Naumann sagt, nach hungrigen Kindern aussieht, nach schwind- 
süchtigenNäherinnenundnach schlechtbezahlten Arbeitern! Wären solche Leute 
nicht notwendiger selbst das Objekt eines Vereins gegen Schundarbeit? Man 
mul) ihnen erst noch begreiflich machen, daß der niemals tein anständiger Mensch 
sein kann, der sich mit billiger, d. h. unanständiger Arbeit umgibt. 

Was uns zu tun übrig bleibt, kann man an irgendeinem japanischen oder 
chinesischen Gegenstand sehen, der nidht gerade für den Export nach Europa 
oder Amerika gearbeitet ist, ja sogar an Gegenständen, die von den Wilden 
gearbeitet sind. Jeder kennt die wundervolle Qualität chinesischer und japa^» 
nischer Keramik. Im Gewerbe der Schwertstichplattenarbeiter hat bislang ein 
Lehrling neun Jahre lernen müssen, um alle Methoden und Oberlieferungen 
der Legierung, der Ornamentier ung, kennen zu lernen. Wenn wir hören, daß 
in Indien ganze Dörfer auf eine Farbe gestimmt sind und kein Bauer so ge- 
schmacklos wäre, durch irgendein Kleidungsstück sich aus diesen Farben- 
akkorden herauszustellen, wie weit stehen wir zurück ! 

Es muß uns gelingen, in den nächsten 20 Jahren wenigstens eine größere 
gebildete Schicht in Deutschland zum Bewußtsein dieser Dinge zu bringen. 
Wenn in Deutschland das Bedürfnis nach edler Qualitätsarbeit geweckt wird, 
so bin ich überzeugt, daß wir für die nächsten hundert Jahre die Welt mit 
Architektur und Kunstgewerbe versehen werden. 



52 



BELEUCHTUNGSKÖRPER 

VON RICHARD L.F. SCHULZ-. BERLIN 

ES ist ein zweifelhaftes Vergnügen, Kataloge zu durdiblättern oder 
Musterläger zu durdiwandern, um für moderne Räume gute Beleudi* 
tungskörper zu sudien. Da reiht sidi eine Orgie an die andere, und 
die einzelnen Stücke wetteifern, »wirkungsvoll« zu sein. Vergeblich sudit man 
nadi einem Beleuditungskörper, der die Grundzüge moderner Raumkunst: 
Sdiönheit, Knappheit der Form und Wohlanständigkeit der Ausführung in 
siA vereinigt. Der Gedanke, da^ ein Beleuchtungskörper nidit die Pflidit, 
wohl nidit einmal das Redit habe, aufzufallen, sondern dal) er erst am Ort 
seiner Bestimmung im Verein mit seiner Umgebung zur vollen Wirkung 
kommen solle, sdieint recfit wenig bekannt zu sein. Dem Fabrikanten liegt vor 
allem daran, dal) jedes seiner Erzeugnisse das vorangegangene an Reizen 
übertrifft und sich mögliebst vorteilhaft präsentiert. Um das zu erreidien, sieht 
er sicfc nur zu bald gezwungen, mit groben Mitteln zu arbeiten. Er verliert 
den Maßstab für die Grenzen seines Gebietes und sucht durcii ein Über« 
ma^ von schmückendem Beiwerk selbst da nodi Wirkungen zu erzielen, wo 
sie gar nicht verlangt werden. Bei ihm hat das hartbedrängte Ornament eine 
Zuflucfit gefunden, bei ihm erfüllt es auch seinen Nebenberuf, den es jahri» 
zehntelang zum Schaden des Kunstgewerbes erfüllt hat und dem ein gut Teil 
der heutigen Ornamentfurdit zuzuscfireiben ist, seinen Afterberuf als Deck» 
mantel für geistige Hohlheit und minderwertige Arbeit. Und minderwertige 
Arbeit gibt es im Beleuditungsfach in soldi erschreckender Masse, dal) von 
den Qualitätsbestrebungen des modernen Lebens wenig zu merken ist. 

Tatsächlich nimmt der Beleuchtungskörper im Gebiete der Raumkunst eine 
Ausnahmestellung ein. Ursprünglich ein regelrechtes Gerät, das täglich be*» 
dient werden mul)te und schon deshalb ein gewisses Mal) von Solidität nicht 
entbehren konnte, wurde er im Zeitalter des Leuchtgases und noch mehr in 
dem der Elektrizität der körperlichen Berührung fast gänzlich entrüdit, um 
rein dekorativen Charakter anzunehmen. Der Gedanke lag nah, an Qualität 
zu sparen, wo Hand und Auge ihr Vorhandensein nicht unmittelbar fest» 
stellen konnten. Es war zu verlockend, Gediegenheit vorzutäuschen, wo die 
Lüge vor Entdeckung sicher zu sein schien. Der Konkurrenzkampf tat das 



53 



übrige. So verlor ein kunstgewerbliches Gebiet seine handwerklichen und 
ästhetischen Traditionen, und der Beleuchtungskörper wurde zur Atrappe, 
bei der die Billigkeit ausschlaggebend war. Dazu gab die moderne Richtung in 
ihren Entwiciielungsjahren durch ihre von keiner Tradition gezügelte Formen» 
weit Gelegenheit, neue Entwürfe mit einer früher ungeahnten Leichtigkeit 
zu produzieren. Es klingt unglaublich und ist doch Tatsache, da^ Fabriken 
existieren, die jede Saison nur neue Muster »auf den Markt werfen«, von 
denen kaum ein einziges Anrecht auf nur beschränkte Lebensfähigkeit hat. 
Trotzdem werden sie verkauft, denn der Händler braucht Ware und nimmt 
nicht gern ein Stücii zum zweiten Mal, um nicht von irgendeinem Kunden 
hören zu müssen: »immer dieselben Sachen!« Diesem Prinzip zuliebe ver« 
ziehtet er selbst auf die wenigen lebensfähigen Stücke und hält den Fabrikanten 
beständig in Atem durch seine Forderung nach Neuem. 

Alle diese Faktoren haben schlieljlich Zustände gezeitigt, wie sie ungesunder 
und kulturloser nicht gedacht werden können. 

Leider gilt das Gesagte hauptsächlich für deutsche Verhältnisse. Mit welchem 
Neid mu^ ein von der Hetze mitgerissener deutscher Fabrikant englische 
Kataloge, in denen jahrzehntelang die gleichen Stücke zu finden sind, bei= 
trachten, wenn er hört, dal) diese Stücke heute noch so verkäuflich sind, wie 
vor Jahren. Gewi^ soll damit nicht gesagt sein, da^ englische Firmen deshalb 
Mustergültiges leisten, aber sie haben sich einen Schatz typischer Formen ge- 
schaffen und bewahrt, haben festen Grund unter sich, auf dem sie weiter 
bauen können, ohne irre zu werden. 

Ähnlich in Frankreich. Auch hier typische Formen, denen wir als Deutsche 
zwar meist kühler gegenüberstehen, die aber doch dem romanischen Volks* 
tharakter so völlig entsprechen, da^ es mü^ig wäre, über Ihre Berechtigung 
zu streiten. Freilich, das reiche Ornament der französischen Stile hat auch 
hier oft genug die Minderwertigkeit der Arbeit zu übertönen, aber eine ruhige 
Entwicklung schützt das Handwerk vor allzu großer Entartung. 

Dem unbefangenen Beurteiler wird es allerdings nicht so ohne weiteres 
einleuchten, da^ die Schaffung typischer Formen nun auch für uns in künst- 
lerischer Beziehung einen Vorzug bedeuten würde. Andererseits mu^ jeder 
zugeben, daß das ununterbrochene Suchen nach neuen, noch nicht dagewesenen 
Grundformen schließlich zu krankhaften Verzerrungen führen muß und jedes 
Ausreifen verhindert. Fast auf allen Gebieten der Wohnungskunst hat man 



54 



dies heute erkannt und ist auf dem besten Wege, einen deutschen Stil zur 
Reife zu bringen. Nur beim Beleuditungskörper sdieint man sich nicfit einig 
werden zu können, Nidit, daß er von der modernen Bewegung vernadilässigt 
worden wäre, im Gegenteil, fast jeder Ardiitekt, der heute eine Zimmerein- 
richtung zeichnet, entwirft audi den Beleuchtungskörper dazu. Aber gerade 
hierin, es klingt fast paradox, liegt vorläufig einer der Gründe, warum in 
der Beleuchtungsindustrie der Anspruch auf Gediegenheit nicht die Berück» 
sichtigung finden kann, wie auf andern Gebieten, beispielsweise der MöbeU 
tischlerei. Die meisten Künstler geben sich der Meinung hin, daß die Bronze» 
industrie die gleiche Beweglichkeit besitze wie die Holzindustrie und jedem 
ihrer Entwürfe folgen könne. Dies ist aber nicht der Fall, wenigstens nicht, 
sobald es sich um eine Ausführung in solider Gußtechnik handelt. Für jedes 
einzelne Teil muß hier der Bildhauer ein besonderes Modell anfertigen, das, 
um längeren Bestand zuhaben, in Metall gegossen undsauberbearbeitet werden 
muß. Erst die Metallmodelle bilden den Grundstock für die Herstellung des 
eigentlichen Beleuchtungskörpers. Hieraus geht hervor, daß die Ausführung 
jedes neuen Entwurfes mit Unkosten verknüpft ist, die so hoch sind, daß sie 
durch den Verkauf eines einzelnen Stückes nur dann amortisiert werden 
können, wenn relativ große Geldmittel zur Verfügung stehen. Dies ist aber 
bei Bestellung von Beleuchtungskörpern erfahrungsgemäß selten der Fall, 
Der Fabrikant ist also meist gezwungen, entweder den Bronzeguß möglichst 
auszuschalten und durch andere Techniken zu ersetzen, oder durch den kauf- 
männischen Vertrieb des neuen Musters seine Unkosten zu decken. Das 
letztere verspricht aber so lange keinen Erfolg, wie sich nicht typische Formen 
entwickelt haben und, wie es jetzt noch der Fall ist, jeder Architekt es als 
unmöglich empfindet, einen nicht von ihm entworfenen Beleuditungskörper zu 
verwenden. Dem Fabrikanten bleibt also bei Ausführung auf Extrabestellung 
in der Mehrzahl der Fälle nichts übrig, als die Gußtechnik möglichst zu ver* 
meiden und durch Blech* und Treibarbeit zu ersetzen. Er ist so zwar immer 
in der Lage, die äußeren Formen des Entwurfes einzuhalten, aber auf innere 
Gediegenheit muß er von vornherein verzichten. Damit soll der Treibtechnik 
wahrlich nicht der Wert abgesprochen werden, nur den Vorzug materieller 
Gediegenheit kann man ihr nicht zuerkennen. Und die Sehnsucht nach Ge- 
diegenheit ist nun mal ein Charakteristikum unserer Zeit, 

An zu geringem Interesse der Künstler liegt es also nicht, wenn der Be- 



55 



leuAtungskörper heute in formaler und ästhetischer Beziehung nodi nicht 
das Niveau der übrigen raumkünstlerischen Erzeugnisse erreidit hat. Der 
Grund dafür ist vielmehr in der Gleiciigültigkeit der Fabrikanten zu sudien, deren 
Fähigkeiten selten mehr als das Technische oder Kaufmännische ihrer Be«' 
triebe umfassen und von denen nur ein geringer Teil weitsichtig genug ist, 
in der dauernden Anstellung künstlerisch befähigter Kräfte einen Weg zur 
Gesundung der Verhältnisse zu erblicken. Bei der Traditionslosigkeit des 
Gebietes ist aber nur durch intensive künstlerische Bearbeitung etwas zu er*f 
reichen, nicht durch zeitweise Versuche Aul)enstehender, denen dank ihrer 
geringen Fachkenntnisse das Entwerfen eines Beleuchtungskörpers zu den 
Erholungen gehört. 

Wie auf allen andern kunstgewerblichen Gebieten sucht man heute, nadi« 
dem Individualität und Originalität ihre Herrschaft verloren haben, auch 
in der Beleuchtungsindustrie unter mehr oder weniger ehrlichem Eingeständnis 
nacii Anknüpfungspunkten in der Vergangenheit. Hält man in dieser hc-" 
ziehung Umschau, so machen sich die großen technisciien Umwälzungen, denen 
das Beleuchtungswesen in rascher Folge ausgesetzt war, besonders er= 
scfiwerend bemerkbar.VomOIund derWachskerze führte die Entwicklung zum 
Petroleum, zum Leuchtgase und sciilief)lich zur Elektrizität. Besonders auf* 
fallend erscheint hierbei die künstlerische Unfruchtbarkeit der Leuchtgasperiode, 
die es nicht verstand, geeignete Ausdruciisformen zu finden und deutlich be« 
weist, wie gering die selbständige Gestaltungskraft der Renaissanceperiode, 
mit der sie zeitlich zusammenfiel, zu bewerten ist. Hier bietet sicfi nidit die 
geringste Anregung, im Gegenteil wird wohl die Gasbeleuchtung, naciidem 
sie technisch auljerordentlich vervollkommnet wurde, erst in unsern Tagen 
ihre ästhetiscfie Lösung finden, Vorläufig muf) man sie als das künsderisch 
am wenigsten beackerte Feld des ganzen Gebietes betrachten, trotzdem sie 
quantitativ mehr entstehen lief), als alle Beleuchtungsarten vorher. 

Das Hauptinteresse der Künstler wandte sich von Anfang an der elek« 
trischen Beleuchtung zu, vor allem wohl aus dem Grunde, weil sie fast 
gleichzeitig mit der modernen Bewegung geboren wurde und für sie ein dank« 
bares und interessantes Versuchsfeld darstellte. Es erschien anfangs gar nicht 
schwer, durdi starke Betonung der charakteristischen Eigenschaften des elek« 
trischen Stromes in der äuljereren Form des Beleuchtungskörpers einen Weg 
zur Lösung der neuen künstlerischen Aufgabe zu finden, und nachdem der 

56 



Engländer Benson die Richtung gezeigt hatte, sdfiien die Frage dem Prinzip 
nadi gelöst zu sein. Die verblüffend neuen Effekte, die sidi durch frei pen«» 
delndes Aufhängen der Lichtcjuellen erzielen lieljen, waren so verlocicend mit 
den technischen Erfordernissen rationeller Beleuchtung, da!) das Bedürfnis 
nach andern Lösungen kaum gerechtfertigt erschien. Ein unendlicher Reich« 
tum neuer Ausdrucicsmittel schien sich der künstlerischen Gestaltung zu er-» 
schliel)en. Das Motiv des vertikalen Hängens, die lineare Wirkung sichtbarer 
Leitungsschnüre konnte in tausendfacher Variation benutzt werden. Erst 
allmählich machte sich ein gewisser Überdruß bemerkbar. Man empfand die 
Zerrissenheit,das unruhige raumzerschneidende Wesen der neuen Beleuchtungs* 
körper in vielen Fällen als unerträglich. Ihr körperloses lineares Wesen ver« 
führte auljerdem zur Anwendung spielerischer, billiger Effekte und verhinderte 
die Entfaltung solider Gediegenheit. 

Heute, nachdem uns die charakteristischen Eigenschaften des elektrischen 
Stromes geläufig geworden sind und der Reiz der Neuheit verschwunden 
ist, erscheint es uns weniger wichtig, dal) ein elektrischer Beleuchtungskörper 
unter allen Umständen möglidist »elektrisch« wirke. Vor allen Dingen ver« 
langen wir, da^ er den Charakter des Raumes, in dem er hängt, nicht zerstöre, 
sondern hebe, gleichzeitig aber auch als Ding an sich einen gewissen Wert 
repräsentiere. Da^ er trotzdem seinen eigentlichen Beruf, zu leuchten, in keiner 
Weise vernachlässigen darf, ist selbstverständlich, aber man darf auch nicht 
vergessen, dal) es nicht immer darauf ankommt, möglichst rationelle Aus* 
nutzung der elektrischen Kraft zu erzielen. Wer pekuniär in der Lage ist, 
kann sich sehr wohl den Luxus gestatten, unter Verzicht auf volle Aus» 
nutzung des Lichteffektes, die Beleuchtung der Stimmung seiner Räume oder 
der eigenen Stimmung anzupassen. Aus diesem meist instinktiven Gefühl 
heraus liel) man beim elektrischen Beleuchtungskörper die anfangs mit Freuden 
verfolgten neuen Möglichkeiten häufig unbenutzt und suchte, wie schon er* 
wähnt, nach Anknüpfungspunkten in der Vergangenheit. Vor allen Dingen 
wünschte man mehr körperliches geschlossenes Aussehen zu erzielen, in 
welcher Beziehung die typischen Formen alter Kronleuchter als unübertrefflich 
vorschwebten. Das Motiv der ringförmigen Ausbildung des lichttragenden 
Körpers schien sich mit dem Wesen des elektrischen Lichtes besonders günstig 
zu vereinen und wurde weidlich ausgeschlachtet. Es kann auch heute noch als 
die am meisten angewandte Lösung bezeichnet werden, und im Prinzip lä^t 



57 



sidi nidits dagegen sagen, in der Praxis dagegen desto mehr. Denn die Er«» 
folge, die bei dieser Ausbildung der Beleuditungskörper gezeitigt wurden, 
müssen als unbefriedigend bezeidinet werden. Fast allen Reifenkronen, die von 
der Industrie erzeugt werden, haftet der Fehler an, ungediegen und billig 
auszusehen. Den Grund dafür bildet die Natur des Reifens, über dessen 
flädienhaftes Wesen man schwer fortkommt. Je gröj)er die Flächenentfaltung, 
desto unangenehmer empfindet man das Zweiseitige, Blecherne seines Charak- 
ters, und alle Versuche, cf urch Ornamentation darüber wegzutäuschen, bleiben 
erfolglos. Durchbrüche, Auflagen, Treib» und Stanzarbeit werden heran^ 
gezogen, um dem meist aus Blechreifen Gearbeiteten Wert und Ansehen 
zu verschaffen. Aber selbst der hochentwickelten Treibtechnik süddeutscher, 
besonders Münchener Werkstätten mit ihren vollen handwerklichen Reizen 
will es nicht recht gelingen, das Gefühl der Gediegenheit zu erwecken. 

Ein anderes Vorbild für die Ausbildung der elektrischen Mittelbeleuch« 
tung bot die alte Form der flämischen Kerzenkrone. Ihr eigentümlicher Reiz, 
der auf dem Gegensatz zwischen dem ruhigen massigen Mittelkörper und 
den lebhaft bewegten Linien der lichttragenden Arme beruht, hatte sich zu oft 
bewährt, um unbenutzt zu bleiben. Nun macht man aber die betrübliche Er*» 
fahrung, da^ dieser Reiz zum großen Teil verschwindet, wenn man versucht, 
die Form aus praktischen Gründen zu ändern, etwa die Arme mit den Lampen, 
der besseren Lichtausbeute wegen, nach unten richtet, oder unter Fortlassung 
des weisen Kerzenkörpers die Lampen direkt aus den Armen wachsen lä^t. 
Auch die Umkleidung der Lampen durch Glasglocken oder dergleichen zer-^ 
stört die feinen Proportionen des Vorbildes und hebt durch zu starke Be« 
tonung der Lichtkörper die vorherrschende Wirkung des Mittelkörpers auf. 
In dieser Erkenntnis entschlleljt man sich oft, die alte Wirkung dadurch zu 
erhalten, da^ man elektrische Lampen in Kerzenform verwendet, und dieser 
Kompromiß hat trotz der vielen theoretischen Gegner ziemliche Verbreitung 
gefunden. 

Es wird ja auch für den Beleuchtungskörper die Zelt kommen, wo sich 
klarere stilistische Grundzüge in seiner Gestaltung bemerkbar machen. Der 
eigentümlidbe Gegensatz in geschmacklicher Beziehung zwischen den Erzeug* 
nissen Süd» und Norddeutschlands mu^ als Vorbote für die Entwicklung 
charakteristischer und typischer Formen betrachtet werden. Während man in 
Norddeutschland einer schlichten, fast zu nüchternen Formenwelt zustrebt 



58 



und reiAerer Ornamentik gern aus dem Wege geht, sudit das lebhafte süd* 
deutsdie Temperament, besonders in der Metallbehandlung, Gelegenheit zur 
Rntfaltung seiner künstlerisdien Phantasie. Dieser Gegensatz ist heute sdion 
so stark ausgeprägt, daß für ein norddeutsdies Rmpfinden der Ornament« 
reiditum vieler süddeutscher Beleuditungskörper, trotz Anerkennung der darin 
dokumentierten Fähigkeiten auf die Dauer unerträglich erscheint. Es ist 
übrigens, audi objektiv betrachtet, zweifelhaft, ob die Produkte stark indi« 
vidueller Phantasie berechtigt sind, an der exponierten Stelle des Beleuchtungs« 
körpers sich täglich und stündlich den Blicken der Bewohner aufzudrängen. 
Man kann sidi z. B. über ein künstlerisch gelungenes humoristisch gehaltenes 
Motiv sehr wohl freuen und trotzdem den Zwang, es ständig vor Augen zu 
haben, unangenehm empfinden. 

Mandie typische Form hat die elektrische Beleuchtung unzweifelhaft sdion 
entstehen lassen. Laternen, Pendel, Zugpendel, überhaupt kleinere Körper 
haben in ihren Formen gute, befriedigende Lösungen gefunden. Dauernder 
Wert mulj hier der ausgedehnteren Verwendung farbiger Seidenschirme und 
Volants zugesprochen werden. Bei Verarbeitung edler Stoffe lassen sich durch 
sie im Räume Stimmungen erzielen, die in ihrer vornehmen Dezenz dauernden 
Reiz behalten. Auch die sogenannte geteilte Beleuchtung unter Fortfall der 
Mittelkrone oder in Vereinigung mit ihr muß als eigentümlich für das elek» 
trisdhe Licht betraditet werden. Es muß aber betont werden, daß diese Art 
Beleuchtung die behagliche Wirkung eines Wohnraumes zerstört und nur 
am Platze ist, wo festliche Stimmung erzielt werden darf oder soll. Als 
künstlerisch am reifsten durchgebildet sei schließlich die elektrische Taschen«» 
lampe erwähnt, die in ihren Formen ziemlich typischen Charakter angenommen 
und nicht so stark unter cjualitativer Vernachlässigung zu leiden hat, wie der 
hängende Beleuchtungskörper. 



uuiuiiiiuiniiiniiiiiiiiuiiiuiiiiiiiiiiiiuiiiiuiiniiuiiiiiiuuiiuiiuiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiuuuuiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiMitiiiiHiuw 



59 



DAS ORNAMENT 

VON KARL GROSZ-DRESDEN 

GAR reidh und mannigfaltig sind die ornamentalen Sdiätze, weldie uns 
von Jahrtausenden hinterlassen "worden sind. Haben wir dieses Erbe 
aber audi angetreten? Haben wir diese Schätze »erworben, um sie 
zu besitzen«? Die einen bejahen dies als selbstverständlidi, andere bestreiten 
es, und wieder andere wollen von dem Erbe überhaupt nidits wissen,- sie 
glauben sich Mannes genug, um aus sich selbst heraus das Ornament ihrer 
Zeit zu scfiafFen. 

Jedenfalls ist das eine siciier, dal) wir uns heute in bezug auf das Orna- 
ment in einer sehr sdiwierigen Lage befinden. Eigentlich nicht erst heute, 
sondern sdion lange. Sehen wir einmal hundert Jahre zurüci. 

Der Stil des Kaiserreichs naschte dazumal am Erbe der Antike. Eine 
Anzahl Ornamentmotive wurde jedem Material äu()erlicli aufgezwungen, 
wohl mit viel Sdiönheitssinn, aber ohne jene sdiöpferische Kraft, welche die 
»Renaissance« befähigte, das Erbe der Antike wirklich geistig zu durdi« 
dringen. Dal) auch die Teciinik mit ihrer Zeugungskraft Anteil am Ornament 
haben müsse, wu^te das »Empire« kaum mehr. 

Nun kam der »Biedermeierstil« mit seinem gut handwerklicii, bürgerlidien 
Wollen und Können. Aber audi ihm fehlten die sdiöpferisdien Talente, welciie 
sciion seit Beginn der Renaissance ins Lager der hohen Kunst abwanderten, 
und er kam nidit bis zur ornamentalen Entwicklung. 

Ein rücksichtsloser Emporkömmling, der » Industriestil des 1 Q.Jahrhunderts «, 
ri^ nun die Herrsciiaft an sidi. Das Erbe der Väter, die ornamentalen Scbätze 
der Jahrtausende waren ihm gerade recht, um damit Raubbau zu treiben und 
seine Modelaunen zu befriedigen. »Erworben« hat er diese Schätze nicht, 
— aber gestohlen und Geschäfte damit gemadit. 

Neben diesem Industriestil blühten stille künstlerische Kräfte, welche auf 
der Ausstellung München 1876 in der Abteilung »Unserer Väter Werke« 
den alten guten Geist des Ornaments wieder heraufbeschworen und mit 
künstlerischer Durchdringung dieseSchätze den deutschen Landen zurückzuge- 
winnen suchten. Aber der Industriestil hat all dies Gold immer wieder falsch 
gemünzt, und die Goldsucher waren nur von wenigen unterstützt. 

60 



Dann kam mit dem Ende des Jahrhunderts die Revolution, die Anarchie, 
weldie, an einer gesunden Weiterentwicklung verzweifelnd, alle historisdien 
Sdiranken niederwarf und einem gewaltsamen künstlerischen Wollen freie 
Bahn zu schaffen suchte. Die Reform begann beim Ornament. Man griff 
zurü(k zur Natur und suchte sie in neue ornamentale Fesseln zu zwingen. 
Zugleich kam aus Belgien der Versuch, mittels abstrakter Linien und Formen 
das Problem zu lösen. Dieses ehrlichen, künstlerischen Bestrebens beider Rieh« 
tungen bemächtigte sidi jedoch sogleich wieder der modesüchtige Industriestil, 
und daraus entstand jene Ausgeburt von talentloser Ornamentik, welche als 
»Jugendstil« eine Zeitlang den Markt beherrschte. Was die Künstler wollten, 
ist dabei untergegangen und zurückgedrängt worden. 

Was wollten denn die Künstler? Sie wollten zuerst eine neue Ornamentik 
scfiaffen,- aber bald merkten sie, da^ eine Reform nicht beim Ornament be« 
ginnen darf, da() die Hauptsache die Form ist und dann erst der Schmuck 
dazu kommen kann. 

Und so wurde zunädist alles Form, glatt und einfach,- das war natürlich 
und richtig. Von vorne muljte begonnen werden, bei der einfachen Tonleiter, 
um fortschreitend die alten guten Werke selbständig und sinngemäl) wieder 
erfassen zu können oder um neue Kompositionen zu schaffen. In diesem 
Stadium des Lernens von Grund auf stehen wir noch heute, und wir müssen 
uns bewußt sein, dal) wir mit dem »Schrei nach dem Ornament« vor einem 
bedeutungsvollen, aber auch sehr gefährlichen Abschnitt unserer Bewegung 
stehen. 

Es gibt Dinge, welche in alle Zukunft mit Ornamentik nichts zu tun 
haben dürfen. Man erinnere sich nur an die Formentwicklung unserer Ver^ 
kehrsmittel, besonders des Autos und an unsere Waffen. Hier ist die reine, 
schöne Formgebung die Erfüllung eines feinfühligen Zweckbedürfnisses. 
Ebenso ist es bei vielen unserer Gebrauchsobjekte, bei welcfien die volle 
künstlerische Durchdringung der Form und die hohe Qualität von Material 
und Arbeit auch verwöhnten Luxusansprüchen genügen, Wohl wurden auch 
früher Waffen, Verkehrsmittel, Geräte und Gebäude, Werkzeuge geschmückt, 
aber doch nur um diese besonders herauszuheben aus der Masse des Tagtäg* 
liehen. Der Industriestil aber hat die Masse in billigen Schmuct getaucfit, 
so dal) eine Steigerung nur mehr in der Einfacfiheit gesuciit werden konnte. 
Diesen Rückschlag haben wir eben mit durchgemacht. 

61 



Nun sehnen wir uns wieder nadi mehr Schmudc, nath dem Ornament. 
Die Erfahrung mu^ uns aber lehren, dal) Sdimud? eine Qualitätssache, 
eine Kennzeichnung besonderen Wertes bedeuten mul) und nur sehr vor* 
siditig in Kleingeld umgeprägt werden darf. Es entsteht hier zunädit die 
Frage: muß Sdimuck denn ohne weiteres Ornament sein? 

Nein! — Der erste Schmuck eines Gebäudes ist eine gute Massenver- 
teilung. Eine schöne Gliederung, Profile, Gesimse, Lisenen sind bereits 
Schmucltmittel und genügen vielfach ohne jede ornamentale Zugabe. Ahnlich 
ist es bei den Möbeln. Wer bei alten Stücken beobachtet hat, wie oft die 
Füllung allein, von einfadier fladier, bis zu vielfacher, reich profilierter An* 
Wendung schon starken Scfimuckwirkungen genügen kann, denkt bei Scfimuck 
nicht gleicli an Ornament, Ebenso gibt es bei Metall und Keramik viele 
Schmuckmöglichkeiten, welche allein dem Schönheitsgeftihl der Technik ent- 
springen. Soll die Entwicklung unseres ornamentalen Gestaltens nidit einen 
unnatürlichen Sprung machen, so müssen wir auch erst einmal diesen sozu- 
sagen omamentlosen Schmuck pflegen, der von jeher gerade dem feinfühligen 
Praktiker eigen war. 

Der Ursprung des Ornaments wurzelt nidht blolj im natürlichen Schönheits- 
gefühl, sondern in seiner Steigerung, dem sdhöpferischen, künstlerischen Können. 
Als der Mensch in grauer Vorzeit Naturdarstellungen auf seine Geräte ritzte 
und ihnen damit eine besondere Bedeutung zu geben versuchte, wurde das 
Ornament geboren. Durch Jahrtausende hat es sich entwicitelt von Volk zu 
Volk bis zur Gotik. Die Renaissance nahm erstmals bewuljt einen früheren 
Stil wieder auf, und die Kraft dieser Wiedergeburt wirkte durdi Jahrhunderte. 
Aber vom Empirestil ab, wie schon erwähnt, versagte diese Kraft der Wieder- 
aufnahme früherer Stile und wir stehen vor der Frage: was nun? 

Wir haben die ornamentalen Motive aller Stile innerhalb einiger Jahr- 
zehnte durchprobiert und studiert, wir haben unmittelbar aus Naturmotiven 
oder mittels abstrakter Formen und Linien Ornamente abzuleiten versucht, 
aber wir sind damit immer nodi nicht recht vorwärts gekommen. 

Der Grund hierfür ist wohl darin zu suchen, dal) alle diese Versuche das 
Ornamentproblem zu einseitig anpackten. Zu einem schlieljlichen Erfolg ge- 
hört dreierlei: das Naturstudium, das wir braucfien, um Motive zu sam- 
meln, welche uns gegenüber den früher angewandten Motiven möglichst selb- 
ständig machen, und um uns ein Feingefühl für Form und Farbe anzueignen. 

62 



Ferner das Studium der dekorativen Wirkungen der Erzeugnisse aller 
Zeiten und Völker. Es ist nötig, um uns mit dem Reichtum vorhandener 
Sdiönheiten zu erfüllen, aber das ist niAt zu verwediseln mit dem Kopieren 
von Ornamentmotiven. Ob wir die Kraft besitzen, wirklidi neuartige, ent« 
wiAlungsfähige ornamentale Wirkungen zu alldem noch hinzuzuschaffen, mu^ 
sich erst erweisen. Jedenfalls sind Versuche dieser Art nur erträglich, wenn 
ein reifes künstlerisches Empfinden dahintersteckt. Und endlidh ist das orga* 
nische Einordnen des Ornaments in das gegebene Formproblem erforderlich. 
G leich der Formgebung selbst setzt es ein schöpferisches Können voraus,underst 
mitder Zeitwerdensich hiefür neueTypen der Anwendungherauskristallisieren. 

Daraus ergibt sich; Wir müssen uns heute von den verschiedenen dekora* 
tiven Wirkungen der Vorzeit anregen lassen, sie mit eigenem Naturstudium 
verarbeiten und, was das Schwierigste ist: das so Gewonnene organisch ein.* 
ordnen in das gegebene Formproblem. Dazu gehört viel Studium und Talent, 
denn sonst kommen doch nur wieder schwache Stilnachahmungen zustande. 
Alles was altertümelnd wirkt, ist eben noch nicht genügend verarbeitet für 
unsere Zeit und ihr Wesen. Vieles hat für uns auch keine innere Berechtigung 
mehr und darf daran audi nicht mehr angeknüpft werden. Lernen wir uns 
also bescheiden,- lassen wir unsere Tüchtigsten versuchen, weisen wir aber 
auch alles leichtfertige Unterfangen ernstlich zurück, sei es in künstlerischer 
oder technischer Hinsicht. Auf diese Weise können mit der Zeit neue orna- 
mentale Werte entstehen zu allgemeiner Benutzung. 

Diesen künstlerischen Gesichtspunkten zur Frage des Ornaments unserer 
Zeit gesellen sich aber auch noch wirtschaftliche zu. 

Ornamentaler Schmuck für die Gegenstände des Massenbedarfs ist eigentlich 
eine Entwertung von Werten. Doch greift die Masse instinktiv nach gt" 
schmückten Dingen, und die sollen ihr auch nicht vorenthalten werden. Die 
Industrie wird hierin aber nur dann ihre Ziele erreichen, wenn sie des Grund- 
satzes eingedenk bleibt: Jeder Schmuck mul) künstlerische und technische Quali- 
täten haben ! Die Staffelung von bescheidener bis zur anspruchsvollen Wir- 
kungwird dann eben eineGeldfrage sein,- schön kann auch schon das Einfachste 
wirken. Gesunde wirtschaftliche Ziele wird aber die Industrie nicht erreichen, 
wenn sie für billiges Geld anspruchsvolle schmückende Werte vortäuschen 
will, die urteilslose Masse damit hintergeht und letzten Endes sich selbst und 
ihr Ansehen untergräbt. 

63 



Die Veredelung der Form wird besonders für alle plastisdi arbeiten^ 
den Industriezweige die vornehmste und richtigste Aufgabe sein. Schör.-' 
heit in der Form befriedigt audi ohne SAmudt, während der Industriestil 
seinerzeit durdi minderwertigen Ornamentenkram über die sAledite Form- 
gebung hinwegzutäusdien sudite. Qualitätsarbeit mu^ also der Sdimudc, das 
Ornament bleiben auch im technischen Sinne, wenn wir einer Ornamentik 
des 20. Jahrhunderts die Wege bahnen wollen. 

Soll das Ornament das wieder werden, was es früher war und was es bleiben 
soll, nämlich eine besondere Auszeicfinung, ein Herausheben einer Sache aus 
der Masse — so mu^ es Qualitätsarbeit sein. Die Existenzfähigkeit des 
Kunsthandwerks beruht unmittelbar auf diesem Grundsatz, 

Docb das alles sind leider zunächst nur schöne Theorien, die auf dem 
Papier ganz flott marscfiieren, mit dem Gehäuse der wirtschaftlicben Mög* 
lidikeiten belastet aber zum Sdhneckengang verurteilt sind. 

Geben wir die Zuversicht nicht auf! Gerade der Werkbund ist ja da- 
für gegründet, alle jene zusammenzuhalten, die »trotz alledem« nidit locker 
lassen. 

Audi dem Problem, eine unserem Fühlen wesens verwandte Ornamentik 
zu gestalten, wird der Werkbund seine besondere Aufmerksamkeit widmen 
müssen. 



64 



III 

EUGEN DIEDERICHS • SOLLEN WIR DIE 
FRAKTUR ABSCHAFFEN? / RUDOLF BOS- 
SELT- DER UNTERRICHT IM ZEICHNEN 
AUF DEN SCHULEN /ALFONS PAQUET- 
NEUE LÖSUNGEN DER FARBKARTEN- 
FRAGE / PAUL KRAIS . GEWERBLICHE 
MATERIALKUNDE 



SOLLEN 
WIR DIE FRAKTUR ABSCHAFFEN? 

VON EUGEN DIEDERICHS^JENA 

DIE Frage, ob wir der Vereinfadiung wegen auf die seit etwa 400 Jahren 
bestehende Fraktur oder Brudischrift verziditen und uns wie die Eng* 
länder, die ja audi ein germanisdhes und dazu sehr praktisdiesVoIk 
sind,auf die Antiqua besdiränken sollen, ist aktuell geworden durdi die Agitation 
der Gegner dieser SArift, die Anhänger der sogenannten Altsdirift oder An» 
tiqua. Eine mit zahlreichen Untersdiriften bededcte Petition, die die Regierung 
veranlassen sollte, in der Schule die Frakturschrift an zweiter Stelle und offeni« 
bar allmählidi überhaupt nicht mehr zu lehren, kam im Oktober 1911 im 
Reidistag zur Verhandlung und endete mit einer Niederlage der Anhänger der 
Altsdirift. 

Der Kampf um, wie man bei den Anhängern der Altsdirift zu sagen pflegt, 
den »Zopf« einer eigenen nationalen Sdirift ist nidit neu. Bezeichnenderweise, 
und das ist sehr wichtig, geht er jetzt wie aucfi früher nicht vom Volke aus, 
das sich mit seiner Schrift sehr wohl fühlt, sondern von einer Gruppe Schul* 
meister <nichtetwa allen Pädagogen) in Verbindung mit gelehrten Spezialisten, 
und nicht von den schöpferischen Mensdien, den Künstlern. Sein Entstehungs» 
boden ist die Aufklärung des 18. Jahrhunderts, der Rationalismus. Hier 
wurden zum erstenmal die nationalen Schranken durch den Gedanken des 
Weltbürgertums überbrückt, die oberste Richterin und Führerin ist die Ratio, 
sind die Forderungen der Vernunft. Von Leibniz an entbrannte am Anfang 
des 18. Jahrhunderts bei den deutschen Gelehrten der Streit, ob Fraktur oder 
Antiqua. Kant war z. B, für Fraktur, Alexander v. Humboldt für Antiqua. 
Goethe zuerst für Fraktur, nach seiner italienischen Reise für Antiqua und 
in seinem Alter wieder für Fraktur. Jakob Grimm war ein heftiger Gegner 
der Fraktur, besonders der großen Buchstaben, der sogenannten Versalien, 
und bekanntlich sdKrieben seit ihm eine Anzahl Germanisten und manche an* 
dere gute Menschen — nur der Dichter Stefan George sei genannt — alle 
Hauptworte mit kleinen Buchstaben, wie es die Völker der Lateinschrift 
längst tun, 

66 



MaAen wir uns einmal kurz klar, was man der Fraktur vorzuwerfen hat! 
Vom praktischen Gesichtspunkt, sagt man, sie sei ein Ballast und hindere 
den Verkehr mit anderen Völkern. Ästhetisch sei sie mit ihren Versalien, dent 
großen Buchstaben, ausgeartet und stehe an Schönheit und Lesbarkeit hinter 
der Antiqua zurück. In der Regel kämpfen die Anhänger beider Schriften mit 
Gefühlsmomenten, mit sogenannten wissenschaftlichen Untersudiungen über 
den Einfluß der Schrift auf das Sehvermögen der Augen und schliefen mit 
Geschmacksansichten. 

Die Frage, welche von beiden Schriften auf die Augen gesundheitlich besser 
einwirkt, scheint zugunsten der Fraktur gelöst zu sein. Durch die Untere 
suchung von Professor Kirdimann ist wissensdhaftliA festgestellt, dal) das 
Auge beim Lesen nidit den einzelnen Buchstaben, sondern das ganze Wort»' 
bild fal)t. Dieses ist aber in der Fraktur durch die nach oben und unten aus« 
ladenden Buchstaben ciiarakteristischer als in der Antiqua. Die leichtere Les« 
barkeit steht für die Fraktur auljer Frage. Ja, man kann sagen, da^ sie sich 
der Spraciie insoweit angepaßt hat, dal) sie die langen Worte, die im Deut« 
sehen viel umfangreicher wie etwa die entspredienden französisdden oder eng« 
lisdien Formen sind, für das Auge zusammendrängt. 

WIR sehen heute entwidilungsgeschichtlicher wie Jakob Grimm, darum 
steht die Frakturfrage, die seinerzeit noch eine Geschmacks frage sein 
konnte, für uns heute wesentlich anders. Stellen wir uns ihre Entwicklung 
vor Augen. Die römische Kultur und ihre Erben verwandten in ihrer 
Schreibschrift die Anticjua in großen Buchstaben, zu Karls des Grol)en Zeit 
entstanden aus den Majuskeln die sogenannten Minuskeln, die kleinen Buch« 
Stäben, sie wurden nach und nach eckiger, gotischer, und bis ins 15. Jahrhundert 
waren sozusagen alle Völker, auch die romanischen, auf das Frakturprinzip 
eingestellt. Durch den Humanismus, d. h. durch die neue Formenspradie der 
italienischen Renaissance veranlaßt, drudkten die Venezianer Aldus Manutius 
und Jenson zuerst in Anticjua. Deutschland nahm zwar in seiner Baukunst, 
Malerei und Skulptur die Anregungen der italienischenRenaissancebis zu einem 
gewissen Grade auf, aber nicht in seiner Sdirift, denn in Nürnberg schuf man 
zur Zeit Dürers aus der Schwabacher die deutsche Fraktur, und das erste darin 
gedruckte Werk ist die Meßkunst Dürers, Es ist wohl zu beachten, die deut« 
sehe Schrift ist kein Verfallprodukt, sondern sie ist ein Ausdruck des Lebens« 



67 



gefähls des Dürerschen Kreises, sie entstand auf dem Höhepunkt der deut« 
sdien Kunst. 

Seitdem besitzt Deutsdiland eine zweifadie Ausdrudisform für sein gei« 
stiges Leben, seine Gedankenwelt. Und das wollen wir uns klar macfien, 
noch nie haben beide Formen miteinander gekämpft, im Gegenteil, im 17. Jahr« 
hundert laufen sie friedlidi nebeneinander in den Büdiern einher. Der Streit, 
ob Fraktur oder Antiqua ist nie ein Streit des sdiöpferiscfien Lebens ge« 
wesen, sondern des Intellekts. Die Frage, ob Antiqua oder Fraktur, spitzt 
sieb daher so zu: Soll der Intellekt, der nur ein Teil des Lebens ist, den 
sdiöpferisdien Lebensgang vergewaltigen, oder stehen die Gesetze des künstle^' 
risdien Lebens über dem fanatischen Nützlidikeitsbedürfnis kurzsiditiper Ra« 
tionalisten oder des von vielen so heil) ersehnten Normalmenscben? 

Ohne Zweifel führt der Entwicklungsgang unserer Kultur nicht zu einer 
Vereinfachung und Versimpelung des Lebens, sondern zu emem gröljeren 
Reichtum seiner Formen. Die Aufgabe aber, die schöpferische Menschen sich 
stellen, ist: Den Reichtum des Lebens dadurch zu mehren, dal) sie ihr Emp« 
finden in neuen Formen auszusprechen suchen. Zuerst hiel) es in der mo= 
dernen Kunstbewegung: um jeden Preis neue Formen,- jetzt hei^t es mehr: 
Weiterentwicklung der Tradition. Nun, schließlich mögen beide Linien 
nebeneinandergehen. Es ist auffallend, daß die »Schulmeister«, die von der 
Zwecidosigkeit der deutschen Schrift und von einer dadurch entstehenden 
Uberbürdung der Schüler reden, noch nie ernsthaft für die Verwirklichung 
des Gedankens sich eingesetzt haben, griechische Klassiker in Anticjua zu 
drucken. Weldhe Vereinfachung wäre dies für die Schüler! Ebenso ist es 
auffallend, daß die gewiß praktischen Römer nicht auf den Gedanken kamen, 
ihr Weltreich durch Ausrottung der griechischen Schrift zu vereinheitlichen. 

Man stelle sich nur die literarischen Quellen der griechischen Kultur in 
Anticjua der Nachwelt übermittelt vor, jedes künstlerische Gewissen wird 
sich empören, Ist das aber nicht das Gleiche, wenn uns zugemutet wird, wir 
sollen die literarischen Dokumente unseres phantasievollen Volkes in einer 
Schrift drucken, die auf dem Boden des rein logisch rational veranlagten 
Menschen gewachsen ist? 

Machen wir uns klar, die Spezialisten und Nützlichkeitsmenschen schwärmen 
für eine Sprache, für Esperanto, und für eine Schrift, die Anticjua. Be* 
steht überhaupt die Aussicht, daß die im Land der Zukunft liegenden Ver* 

68 



einigten Staaten von Europa sich in dieser Weise vereinheitlichen? Nie! Die 
Einheit liegt auf ganz anderem Gebiete. 

Alles Nationale, und darin ist die SpraAe inbegriffen, ist ein Reichtum, 
den sich ein einzelnes Volk zum Nutzen der Gesamtmenschheit erwirbt, es 
ist die äul)ere Form seines Charakters und seiner Anlagen. Wir erkennen 
aus der Geschichte, dal) Stammeseigentümlichkeiten, die sich in älteren Zeiten 
entwickelt haben, in einem größeren nationalen Verband nidit untergehen, 
sondern im Gegenteil eher noch wachsen. Wer wollte z. B. behaupten, dal) 
sich die Stammesart, der Unterschied von Nord und Süd, Ost und West 
in Deutschland seit Gründung des Deutschen Reiches verwischt habe? Nur 
was durch den Intellekt geschaffen werden kann, vereinfacht sich im Mechanis.=» 
mus des staatlichen Zusammenhanges, was aus dem Unbewußten entsteht 
und Ausdruck des Lebens ist, ist der dauernde Besitz eines Volkes. 

Die Schrift ist aber gleichfalls eine Form innerer Lebensvorgänge in einem 
Volk. Nie wird es der europäisdien Kultur gelingen, den Slawen etwa ihre 
eigene Ausdrucks weise in Gestalt der russischen Schrift zu nehmen. Und wenn 
die deutsche Schrift nicht erfunden wäre, so mü()te sie jetzt erfunden werden 
als Ausdruck unseres Wesens, unserer »phantastischen«, mehr innerlichen 
Veranlagung gegenüber der logisdien Klarheit der lateinischen Rasse. Stehen 
wir also auf dem Standpunkt, daß unsere Kultur, unser geistiges Leben immer 
reicher werden müsse, daß die Schöpfung neuer Werte aller weg s wichtiger 
sei, als die Intellektualisierung und Vernützlichung des menschlichen Lebens, 
so müssen wir logischerweise nicht nur für die Anwendung beider Schriften, 
sondern auch für ihre künstlerische Fortbildung eintreten. 

Organische, d. h. künstlerische Gesetze lassen sich nicht durch Majoritäts* 
Beschlüsse schaffen. Entweder die Fraktur ist tot und stirbt ab, dann wollen 
wir sie mit Respekt begraben. Hat sie aber Lebensfähigkeit, so wird sie sich 
künstlerisch weiterentwickeln und dann der Ausdruck modernen deutschen 
Wesens sein. Vielleicht fällt ihr sogar die Aufgabe zu, den anderen Völkern 
und auch den Engländern sichtbar zu machen, in welcher Art die Charakter*' 
anläge des deutschen Volkes — sie braucht darum nicht besser zu sein — 
sich von den anderen Nationen untersdieidet. 

Die Frage, ob Fraktur oder Antiqua, ist also keine intellektuelle Nützlich* 
keitsfrage, ebensowenig eine Geschmacksfrage, sondern die Frage: Haben 
wir die Freiheit, die Formen für unser Innenleben auch auf dem Gebiete der 

69 



mit uns gewaAsenen Sdin'ft weiter zu entwidicln? Sie ist im letzten Grunde 
nicht der Kampf um die Beibehaltung von etw'as historisdi Gewordenem, 
sondern der Kampf des für die Zukunft schaffenden, schöpferischen Lebens 
gegen die Beciimesser und sonstigen geistigen Polizisten, Welche Schrift in 
der Welt die Vorherrschaft hat, ob Anticjua, ob Fraktur, ob Russisch, ob 
Chinesisch, wird von unserer Tüdbtigkeit als Volk abhängen. 



70 



DER UNTERRICHT IM 
ZEICHNEN AUF DEN SCHULEN 

VON RUDOLF BOSSELT-MAGDEBURG 

VOR der Erriditung der SAuIen für die versAiedenen künstlerisdien 
und kunsthandwerklidien Berufe übernahm der Lehrling, der zu einem 
Meister in die Werkstatt kam, dadurdi, dal) er zur Mitarbeit heran^^ 
gezogen wurde, zuerst die Form« und Kunstanschauung seines Meisters. 
Auf jeder Stufe seiner Ausbildung war der Lernende, nadi dem Grade 
seiner Befähigung und seines Könnens, produktiv tätig, konnte er, in der 
übernommenen Art, Arbeiten, die ihm übertragen wurden, ausführen. Bei 
dem seiner Begabung nach wirklich für einen künstlerischen Beruf Bestimmten 
führten dann die erwacfiende geistige Selbständigkeit und die Beobadhtung der 
Arbeitsart anderer, sowie der Farben«» und Formenwelt der Natur, allmählidi 
eine Änderung in der überkommenen Kunstansdiauung herbei und Helfen ihn 
innerhalb der weiteren Grenzen, die wir »eineZeit« nennen,zum Eigenen werden. 
Dieses natürliche Verhältnis des Lernenden zum erwählten Berufe ist in sein 
Gegenteil verkehrt worden, als in den Schulen und Akademien ein jahrelanges, 
möglidhst objektives und für alle gleidies Naturstudium an den Anfang des 
Unterrichts gesetzt und der Schüler damit, ungeaditet seiner eigenen Emp« 
findungen, der Kunst gegenüber gewissermaljen auf den Nullpunkt gestellt 
wurde, den zu überwinden vielen dann nicht mehr gelang. Das Ziel dieses 
Naturstudiums war die ricfitige Zeidinung. Man verstand und versteht 
darunter allgemein eine solche Wiedergabe aller Verhältnisse und Formen 
des Naturvorbildes, die einer (unverzeichneten) photographischen — also 
gänzlicfi objektiven — möglicfist nahe kommt, eine Wiedergabe, bei der nicht 
die geringste subjektive Empfindung sich alterierend zwischen Naturgegen« 
stand und Abbild einschiebt. 

Den Beginn des Zeichnens nach der Natur macht in den Kunstgewerbe^ 

sdiulen das Pflanzenstudium. Zwei Zielen strebt es zu. Riditig soll der Sdiüler 

zeichnen, und er soll lernen aus der Mannigfaltigkeit der Pflanzenformen« 

und Farbenwelt ornamentale Gebilde und Farbenkombinationen abzuleiten. 

Für das erste Ziel ist das Pflanzenstudium ungeeignet. Soll ricfitig ge«» 



71 



zeiAnet werden, so mul) auf Ricfitlgkeit hin korrigiert werden, von ein und 
demselben Augpunkt aus. Die rasdie Veränderlichkeit der Pflanze lä^t ein 
soldies Nachprüfen nidit zu. So hält man sicii an die Charakteristik. An die 
Charakteristik des Objektes. Worin sie beruht, ist strittig. Dem Schüler 
stellt sie sich anders dar als dem Lehrer, nämlich einfach 'als Ähnlichkeit, und 
die wird ihn leicht befriedigen. Aber damit ist es nicht getan. Man mul) tiefer 
dringen. So geht man auf die Suche nach dem Wesentlidken. Unter Aus« 
Scheidung der individuellen Besonderheiten wird das sich ewig Gleidibleibende 
festgestellt,- und mit dem normalen Rosenblatt hat man dann genau so ein 
uncharakteristisdbes und uninteressantes Rosenblatt, wie man mit dem nor« 
malen Menschen einen undiarakteristischen und uninteressanten Menschen 
hat. Ist die Bemühung um die Feststellung des Wesentlichen erfolgreidi, so 
mag das vielleicht der Botanik zugute kommen,- für das Zeichnen als Kunst 
ist es gleichgültig. Auch ist nidit einzusehen, warum das immer wieder jeder 
Schüler von neuem unternehmen soll. 

Das zweite und künstleriscfie Ziel des Pflanzenstudiums, die Gewinnung 
ornamentaler Motive, erfordert die Anwendung einer entgegengesetzten Me« 
thode, verlangt, unter Absehung vom Wesentlichen des Objektes, die sub« 
jektive Umsetzung, Umwandlung der Formen, die bis zur völligen Vernicii-- 
tung jeder Ähnlichkeit mit der Ausgangsform gehen kann. 

Die Voraussetzung für dieses Beginnen — im Gegensatz zum richtigen 
oder naturalistischen Zeidmen Stilisieren genannt — ist, daß ein Gefühl da- 
für vorhanden ist, nach welcher Ricfitung hin die Umwandlung vorgenommen 
wird. Dieses Richtungsgefühl bestimmt sicii immer aus der psychologisch de« 
terminierten Kunstanschauung der Zeit, nie aus den Gesetzen der Pflanze. 
Darum haben die abgeschlossenen Stile der Vergangenheit meistens nur eine 
kleine, mitunter überrasdiend kleine Zahl von Pflanzenarten verwendet und 
alle übrigen unberücksichtigt gelassen. In der ganzen Ornamentik der antiken 
Stile sind Jahrhunderte hindurch einige wenige Motive immer wieder ver- 
wendet, weitergegeben und variiert worden < Alois Riegl: Stilfragen, Grund- 
legungen zu einer Geschichte der Ornamentik). 

Als Selbstzwedt hat das Stilisieren nach Pflanzen und Tieren nodi weniger 
Sinn als das sachliche treue Abzeichnen. Nur aus einer Aufgabe und der 
Brfiillung ihrer Forderungen einerseits und der besonderen Anschauung des 
die Aufgabe Lösenden andererseits kann sich jene sinnvolle Benutzung und 



72 



Umbildung des Naturvorbildes ergeben, die genau das Notwendige trifft und 
eben darin ihren Stil hat. Oh das mehr oder minder natürlidi oder stilisiert 
ausfällt, ist dabei von sekundärer Bedeutung und mehr vom Formwillen einer 
Zeit als vom Binzelnen abhängig. 

Würde der Lernende heute wie früher mit der Produktion, mit der Kunst 
statt mit der Natur beginnen, so verschwände dieser Dualismus von selbst. Die 
Ansdiauung, dal) der Weg zur Kunst nur über die Natur führt, ist eben irrig. 

Mit dem Studium der menscfilidien Figur verhält es sicfi nidht anders. Da 
der Zweck der jahrelangen Übung nacb Kopf und Akt in den Kunstscfiulen 
die ricfitige Zeicfinung ist, wird für den Lernenden die Richtigkeit, die Natur* 
licfikeit zum Mal)stab aller Wertung künstlerisdien Könnens. Damit bleiben 
alle Kunstepochen, die über diese Natürlidikeit und Richtigkeit in der Wieder« 
gäbe der menscfilichen Gestalt nicht verfügen, seinem Verständnis verschlossen. 
Mindestens wird der Studierende, selbst wenn er sich der Wirkung einzelner 
Kunstwerke nicht entziehen kann, zu der Ansicht neigen, da^ hier ein Rest 
von Nichtkönnen, von künstlerischem Unvermögen, das noch zu überwinden 
war, oder ein gewaltsames Verändern der menschlichen Gestalt vorliegt, das 
mit Kunst nicht gleichgestellt werden darf Dabei übersieht er dann, dal) die 
Verbesserung aller Zeichenfehler im Werk eines Primitiven dem Werk nicht 
nur nichts hinzufügen, sondern seinen Wert zerstören würde. 

Die erhöhte Natürlichkeit ist für den künstlerisdien Wert eines Werkes 
genau so wenig von Bedeutung als der gegenständliche Inhalt der Darstellung. 

ABBR die ganze Kntwictelung der Kunst, soweit sie die Darstellung der 
menschlichen Figur betrifft, ist doch als eine Annäherung an die Natur, als 
das Verlangen nach Herrschaft über die Natur anzusehen? Die großen Künstler 
haben doch Messungen angestellt, Proportionsgesetze gesucht, einen Kanon 
aufgestellt, anatomische Studien gemacht, kurz, das getrieben, was Hilde« 
brand so treffend Naturerforschung nennt? Gewiß. Aber nicht wegen des Ob« 
jektes. Alle diese Künstler haben, den Gesetzen der Natur nachspürend, letzten 
Endes nur ihre eigenen gesucht, den Kanon ihrer subjektiven Auffassung der 
Natur übergelegt, Der Kanon des Doryphoros des Polyklet ist ein anderer 
als der der Figuren des Michelangelo. Das Gesetz des Einen konnte der 
Andere nicht brauchen. Und wenn die Kunst der Primitiven diesseits der Rieh« 
tigkeit ist — die Richtigkeit als vollendete Natürlichkeit und Nullpunkt ge« 



73 



noramen — • so ist die Kunst des Micfielangelo jenseits der Riditigkeit. Die 
Cumäisdie Sibylle ist von ihr so weit entfernt wie die Nike von Delos oder 
eine der archaischen weiblichen Sitzfiguren aus Milet <Berliner Museum). 
Und die ganze in den Proportionen liegende Gewalt michelangelesker Kör^ 
perlichkeit ist schon in seinem frühsten Werk, der Madonna an der Treppe, 
enthalten. Das Menschenmaterial in Florenz und Rom war zu Midielangelos 
Zeit das gleiche wie heute, jedoch seine nach der Natur gemachten Studien 
befinden sich in Übereinstimmung mit seinen Werken, nicht mit den Akt« 
modellen. 

Objektivität und Subjektivität, das sind die Pole ein und derselben Zeichen« 
kunst, die sich in dem einen Falle mit möglichster Treue an das Objekt hält 
^reiner Naturalismus) und die im anderen Falle scheinbar willkürlich, jedoch 
nach inneren und mit der Kunstanschauung der Zeit zusammenhängenden 
Gesetzen, mit der Natur verfährt. 

Da die erstere Art mit schöpferischer Kunst nichts zu tun hat, sondern nur 
der Bildausstattung naturwissenschaftlicher Werke oder Kataloge von Ma« 
schinenfabriken dient, was gewil) nichts Nachteiliges von ihr besagen soll, so 
kann für den Kunstunterricht nur die Förderung der zweiten Art in Frage 
kommen. 

Aber da im Anfang Nichtkönnen und subjektive Auffassung beim Schüler 
vielleicht schwer auseinander zu halten sind und Unterweisung sein soll, so 
müljte doch irgendeine neutrale Art gefunden werden, auf die man sich einigen 
kann, die die subjektive Auffassung der lebendigen Natur, des Schülers höchstes 
Gut, nicht unterbindet und doch zuläljt, dal) der Schüler richtig zeichnen lernt. 
Bisher war aber das sachliche Naturstudium, ohne subjektive Auffassung, 
diese neutrale Art, aus der dann nicht mehr herauszukommen war,- aber was 
nun an die Stelle setzen? 

Darauf liel)e sich erwidern, daß es vor dem Bestehen der Schulen möglich 
war, Künstler zu werden, ohne diesen Weg zu gehen, und dal) es geraten 
scheint zu tun, wie man damals tat. Der sechzehnjährige Michelangelo zeich« 
nete nach den Antiken in den Gärten der Medici. 

Ein Genie! Aber der Durchschnitt der Schüler? Und dann, damit wäre 
man glücklich wieder bei dem erst überwundenen Gipszeichnen? Nun, Menzel, 
der der Gipsklasse der Akademie den Rücken kehrte, zeichnete später für 
sich »exerzierenswegen« eine Gipsbüste in allen möglichen Lagen undVer« 



74 



kürzungen. Und für den Durdisdinitt der Sdiüler dürfte es gut sein, auf eine 
selbst beim dur Ascfinittlidisten Mensdien vorhandene Eigensdiaft aufzubauen, 
nämliA die, ein ganz sidheres Gefühl für Ähnlidikeit oder Unähnlichkeit bei 
der Wiedergabe des menschlidien Antlitzes zu besitzen. Das allein sollte ge« 
nügen, um beim Zeichnen mit Köpfen beginnen zu lassen, und nidit mit Ob^ 
jekten wie Pflanzen, Musdheln und Töpfen, die eben audi beiziemlidierVer« 
zeidinung demselben Auge nodi ganz gelungen erscheinen können, das bei 
<lemselben Grad der Verzeichnung einen Kopf sofort schleciit, weil unähnlich, 
fände. Soll richtig gezeichnet und auf Riditigkeit hin korrigiert werden, so mu^ 
es nacfi Objekten geschehen, die unveränderlich, selbst für ungeübte Augen 
sehr empfindlidi gegen Unähnlichkeit sind und zu einer subjektiven Auffassung 
wenig reizen. Abgüsse von Büsten, z. B. der Frührenaissance, sdheinen da 
gegeben. Dal) jedem Anfänger ein Kopf so viel anziehender ersdieint, als 
gleidhgültige Objekte, fällt mit in die Wagscfiale und daß der begabtere Schüler 
dabei vielleichit eines alten Meisters große Auffassung der Natur staunend 
zu fassen beginnt, geht als Gewinn nebenher. 

Nur, und da hätten wir den nicht zu übersehenden Unterschied gegen früher, 
es soll sich um gutes Zeidinen, um sichere Projektion kubischer Formen auf 
dieFläche,und nidit um schönes Scfiattieren handeln,und es darf nicht eineGips« 
klasse daraus werden, die sicfi etwa erst ein Jahr lang vor die Naturklasse 
sdiiebt, wie diese wieder vor die Klassen, wo endlidi mit der Arbeit begonnen 
wird. Mit der produktiven Arbeit, mit der Kunst, hoch ausgedrückt, muß 
angefangen werden,- es gibt wirklich keinen Grund, der das nidit heute wie 
früher zuließe. Das Zeidinen nadi der Natur, unter voller Freiheit der sub* 
jektiven Stellung ihr gegenüber, geht nebenher, und ebenso gleichzeitig, so 
lange wie nötig, das Zeichnen »exerzierens wegen« nach Abgüssen von guten 
Köpfen. 

Nidits erscheint uns heute vielleicht wertloser, als das mehr oder minder 
getreue Nadiahmen von Naturgegenständen, den Mensctien eingeschlossen,- 
und nichts wichtiger, als die Bahn wieder frei zu bekommen für rein künstle« 
risdies Erfassen der Natur. Denn wenn, wie Dürer sagt, die Kunst in der 
Natur stecht, und jeder Künstler wird es immer wieder sagen, so soll man 
nidit die Natürlichkeit als Block vor den Zugang wälzen. 



75 



NEUE LÖSUNGEN 
DER FARBKARTENFRAGE 

VON ALFONS PAQUET- HELLER AU 

"TL UF der III. Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes 1910 in 

/ \ Berlin stellte Professor Richard Riemersdimid den Antrag: »Der 

J. \.Deutsdie Werkbund wolle die Herstellung einer ebenso vollständigen 

als praktischen und billigen Farbkarte veranlassen und seinen Einflul) dafür 

aufbieten, dal) diese Farbkarte zur allgemeinen Benutzung in Deutsdiland 

gebradit werde.« 

Eine Kommission hat sicfi seitdem mit dem Studium der versdbiedenen 
Arten der Farbenmessung und Farbenanalyse beschäftigt, die in der Gegen* 
wart vorliegen. Auf der IV, Jahresversammlung des Deuts Aen Werkbundes 
in Dresden wurde zunächst das von dem Berliner Physiker Dr. Leo Arons 
erfundene Chromoskop vorgeführt, das die Farbenmessung nadi streng 
wissensdhaftlidien Grundsätzen ermöglicht. 

In dem Aronsscfien Chromoskop wird das optisdie Drehungsvermögen des 
Quarzes zur zahlenmäßigen Feststellung einer praktisch unbegrenzten Anzahl 




Das Aron»<i>e Chromoskop 



76 



von Farben in den feinsten Nuancen benutzt. Bs handelt siA um Farben, 
in denen Licht von verschiedenen Wellenlängen in verschiedener Stärke auftritt, 
also niciit um Spektralfarben, sondern um Misdhfarben, wie sie in der Praxis 
ausschließlich vorkommen. Das Instrument gestattet die unmittelbare Ver^» 
gleichung der herstellbaren Farben mit den Farben durchsiciitiger und un* 
durcfisichtiger Körper, aucfi läßt es sieb zur zahlenmäl)igen Angabe des Farben^ 
tones verschiedener Liciitquellen verwerten . Die Zahlen sind Dicken von Quarz« 
platten in Millimetern und Drehungswinkel Nicoischer Prismen in Graden,- 
sie liefern dadurch die Grundlage einer exakten Farbenmessung, die für die 
Zwedte von Kunst und Technik von grundlegender Bedeutung ist. Kaum eines 
der in der Praxis verwendeten Pigmente absorbiert das Licht aller Wellen«' 
längen bis auf eine so vollständig, dal) es nur diese eine Farbe zeigte,- alle 
sind für die Strahlen verschiedener Wellenlänge mehr oder weniger durchlässig, 
ihre Farben setzen sich mithin analog zusammen wie dieFarbenimChromo« 
skop. Bine technisch genaue Beschreibung dieses für alle wissensdiaftlich ar*» 
beitenden Industrien bedeutungsvollen Apparates, der von der Firma Franz 
Schmidt 'S) Haensch, Berlin, hergestellt wird, ersdiien in den »Annalen der 
Physik« 1910. Über das Arbeiten mit dem Apparat berichtete der Er» 
finder aul^er auf der IV. Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes in 
der »Elektrotechnischen Zeitschrift« 1911, Heft 30. 

Es folgten auf einer Ausschußsitzung des Werkbundes am 2. Oktober in 
Weimar die Vorführungen des von dem Chemiker V. F. KalIab*Offenbach 
a. M. erfundenen Farbenanalysators und eines von dem Berliner Maler 
Carl Schnebel ausgeführten Farbenmeß^Apparates, sowie der in den 
70 er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Carl Otto Radde in Paris heraus« 
gegebenen »Internationalen Farbenskala«, deren Auflage in den 80er 
Jahren vergriffen war, und seitdem gründliche Verbesserungen für die Er« 
fordernisse des praktischen Gebrauches erfahren hat. 

Das patentierte Verfahren nach Kailab bezwedct die Farbenermittlung 
auf subtraktivem Wege. Man kann mit gleichem Recht Schwarz wie Weiß 
als die Quelle aller Farben annehmen,- denn die Farben, die nötig sind, 
um aus einer gegebenen Farbe Grau oder Schwarz zu bilden, ergeben 
die Komplementärfarbe dieser ersteren Farbe. Der Kallabsche Farben« 
analysator besteht aus übereinandergelegten Zelluloidsdieiben, die in 
10 Segmente eingeteilt sind. Eine Scheibe enthält Gelb in 10 Abstufungen, 



11 



eine z'w^eite Rot, die dritte Blau, die vierte Grau zur Herstellung gedeckter 
Töne. Durdi Versdiiebung dieser drehbaren Scheiben kann man nach Auf- 
legen eines Farbenfensters die verschiedensten Farbtöne herausisolieren, deren 




A: Farbenkreis der reinen Farben, nach dem Zentrum zu mit 

Weiß gradweise aufgelichtet, an der Peripherie intensiv dunkel. 
B: Hellste, helle und mittlere Farbenwerte matteren Charakters, 

durchweg gebrochene Töne. 
C: Mittlere, dunkle und schwärzlich abgetönte gebrochene Töne, 
a: Reine Farben und reine, nur leise grau getrübte Farben, 
b: Abstufungen der Töne, die die Mitte zwischen Farbe und 

Grau aller Grade halten, 
c: Skala leicht farbig angehauchten Graus, von fast wdß bis 

schwarz. 



jeder sichgenau zahlenmäßig ausdrücken läl)t, indem jedes Segment seine Zahl hat, 
also z.B. %o Gelb, % Rot, % Blau, *lio Grau. Je nachdem man die Farben gegen 
das Licht hält oder in einem bestimmten Winkel geneigt gegen eine weiße 
Unterlage betrachtet, sieht man sie als Lasur« oder Deckfarben. 



78 



Die Leistungsfähigkeit des Apparates bewegt sich innerhalb der Anzahl der 
Helh'gkeitsabstufungcn auf denFarbensdheiben und damit innerhalb der Anzahl 
überhaupt möglicher Farbenkombinationen. Bei lOteiligen Sdhciben ist die An« 
zahl erzeugbarer Farbentöne 8000, bei lOOteiligen Sdieiben 6400000, bei 
3 teiligen 90, bei 5 teiligen 800. Für die meisten Zwecke der Praxis wird der 
lOteilige Apparat ausreichen. — 

Der von dem Maler Carl Schnebel, Berlin, erfundene Farbenmesser und 
Farbenharmonisierungsapparat soll einer Reihe von Schwierigkeiten abhelfen, 
die in der Praxis der Farbenbestimmung täglich auftreten. Der patentierte 
Apparat besteht aus einem Farbenkreis von etwa 1 m Durdimesser, dessen 
Umfang in 96 Grade eingeteilt ist. Die Anordnung der Farben ist so getroffen, 
da^ das Spektrum ringsum geht. Der gröl)te mittlere Ring enthält, vom hell-» 
sten Ton in der Mitte beginnend, die reinsten Spektralfarben in Ausmisdiung 
mitWei^/ dann folgen noch 4 weitere konzentrische Ringe von Ausmisdiungen 
mit Grau in verschiedener Tiefe. Für das Messen oder das Auffinden eines 
Farbtons wird eine Scheibe benutzt, aus der ein Sektor ausgeschnitten ist, der 
vom Zentrum aus in 45 Teile geteilt ist,- durdi Gradnummern und Sektor« 
nummern ist also jede Farbe bestimmbar. 

Für die Auffindung von Farbenharmonien hat der Brfinder eine grolje 
Anzahl von Scheiben mit Aussdinitten hergestellt, die sich entweder auf das 
ganze oder nur auf Teile des Spektrums beziehen, und die nadh verschiedenen 
Teilungsprinzipien < symmetrische Teilung, goldener Schnitt usw.) eingerichtet 
sind. Solche vielfarbigen Harmonien sind für das Komponieren von Teppidien, 
Tapeten, Kostümen eine gro^e Hilfe. Ihr Wert wird nocii dadurdi erhöht, 
daß man für Sortimente eine einmal gefundene Harmonie einfacfi durch Drehen 
der Deckscheibe durch das ganze Spektrum verfolgen kann. 

Das Farblexikon »Cor« soll ein Handwerkszeug für alle sein, die mit 
farbigen Materialien arbeiten, zugleich aber auch ein Vermittler für die Farben*:^ 
Verständigung zwischen Künstler und Handwerker und dem Publikum. Es 
bringt nur die täglich gebrauchten Farbtöne, indes läljt sich die Anzahl derdefi« 
nierbarenTöne durch blo^eNennungderzwischenden Tönen liegenden auf etwa 
1800 vermehren. Ks bedarf dann bei der Bezeichnung nur charakterisierender 
Zusätze wie z.B. : *noch etwas klarer als 5f « Das Werk soll weder eine Anlei« 
tung zum Farbmischen geben, noch auch sich um Echtheitseigenschaften und um 
Farbharmonien kümmern, sondern lediglich ein Werkzeug zum raschen Auf« 



79 



finden und Bestimmen eines Farbtons sein, also genau das, was Professor 
Riemersdimid wünsdit: ein »Farbton »Orientierungsinstrument«, dessen 
Nomenklatur alle Irrtümer aussdiliel^t und nur einen Farbwert, nicfit einge* 
färbtes Material festlegt. Später wird man die Bestimmung vielleicfit noch auf 
die Materialien ausdehnen können, wenn man etwa sagt; 5fWolle entspricht 
7e Baumwolle und 2 a Porzellan, 

NACHDEM in den geschilderten Apparaten die hauptsächlichen Ver* 
suche, eine allgemein gültige Farbenbenennung zu finden, zurKenntnis des 
Ausschusses gekommen waren, befal^te sich eine am 12. November 1911 auf 
Einladung des Deutschen Werkbundes von Fachleuten der Farbenindustrie 
besuchte Konferenz eingehend mit der Prüfung der verschiedenen Lösungen im 
Hinblick auf deren Eignung im praktischen Gebrauch. An dieser in Würzburg 
veranstalteten Konferenz nahmen teil als Mitglieder des Ausschusses des 
Deutschen Werkbundes: Chemiker Dr.PaulKrais,Tübingen,Professor Richard 
Riemerschmid, München, als Vertreter des Direktors des K, K, Gewerbe* 
förderungs«Amtes in Wien Herr Oberinspektor Dr. Wogrinz, sowie Dr. A, 
Pacjuet, Hellerau. Von geladenen Gästen waren anwesend : Dr. Dorn, Direktor 
der Firmen G. Siegle '£)Co. und Kast'S^Ehinger, Stuttgart,- Dr. Hausmann, 
i. Fa. Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation, Berlin,- A. W. Keim, Redakteur 
der »Technischen Mitteilungen für Malerei«, München,- G. Petzold, i. Fa. Werk 
Öhler, Offenbach a. M.,- C. M. Rittinghausen, i. Fa. Kalle 'S) Co., Biebridi 
a.Rh.,-Dr.Wuth,i.Fa. Gesellschaff für ChemischeIndustrie,Basel,-G.Zerr,Rei* 
chenbach i. Vgtl.,- ferner die Vortragenden: Chemiker V. F. Kailab, Offen*» 
bacfi a. M./ Maler Carl Schnebel, Berlin,- Professor Carl Langhein, Karls* 
ruhe i. B. 

Die Vorführung der einzelnen Apparate war diesmal mit besonders ein* 
gehenden Erläuterungen und mit Stichproben verbunden. Es wurde zunächst 
festgestellt, dal) auf dem sehr wichtigen Gebiete einer allgemein gültigen 
Farbenbenennung innerhalb unserer Kulturwelt bisher etwa folgendes geleistet 
worden ist: 

Adams Chromato*Akkordion, wohl aus den 70er Jahren stammend, 
arbeitetemit ähnlichen Mitteln wie der Schnebelsche Apparat, nämlichmitKreis- 
ausschnitten, sollte aber kein Farbmesser, sondern nur ein Mittel zum Auf- 
finden von Harmonien sein. 

8o 



Raddes Farbenskala, etwa 800 Töne in Öldrudc, erschien Ende der 
70 er Jahre in Paris, 

Prangs Standard Coloured Papers, 155 Farben, nacfi der Windrose 
geordnet, mit Benennungen, ersdiien in Amerika und wurde audi in Deutsdi* 
land eingeführt. 

Cellariu 8,800 Töne für den Buntdruck, unter Berücksichtigung desDrei* 
farbensystems hergestellt. 46 Tafeln mit je 16 Tönen. 

Hebing, praktisdie Farbenharmonie. 120 in Leimfarbe gestridiene Töne, 
aussdiliel^lidi für Dekorationsmaler. 

Dr. H.Magnus, Tafelnzur Erziehung des Farbensinns. 72 Töne, 
teils auf Tafeln, teils in losen Blättdhen. 1902. 

Bau mann. Farbtonkarte nebst losen Blättern, ebenfalls Leimfarben, 360 
Töne nebst Misciiliste. 

Code de Couleurs von P. Klinksieck, Paris. 720 Töne, 

Wohl alle hier aufgezählten, teilweise sehr sorgfältig ausgeführten Farben- 
karten und Tafeln sind längst wieder aus dem GebrauA verschwunden. 
Einige sind vergriffen, andere konnten sich nicht in die Praxis einführen oder 
eigneten sich nur für allzu beschränkte Gebiete. Durch die Erfindung des zu« 
sammengesetzten Aronsschen Chromoskops dürfte nun zunädbst einmal die 
bisher niemals vorhanden gewesene Grundlegung einer rein wissenschaftlichen 
Farbenbenennung geschehen sein. Was die übrigen durch ihre relative Billig« 
keit für den praktischen Tagesgebrauch mehr geeigneten Apparate anlangt, 
so mül)te es natürlich sehr erwünscht sein, die in den verschiedenen Lösungen 
des alten Problemes vorliegenden Bezeichnungen so gegeneinander abzu« 
wägen, dal) sich daraus einheitliche Farbenbezeichnungen für den gewöhn« 
liehen Gebraudh herleiten liefen. Dies ist aber leider vorläufig noch nicht mög« 
lieh. Die Konferenz kam im übrigen zu der Anschauung, daß die vorgeführten 
Apparate, wie der Kallabsche Farben« Analysator, der Schnebelsche Har« 
monisierungs«Apparat und das Raddesche Farbenlexikon »Cor« einander 
in bester Weise für bestimmte Zwecke ergänzen. Am meisten scheint aber 
das Farbenlexikon »Cor« berufen, als handliches Gerätfür die Bestimmung 
von Farben als Verständigungsmittel über Farbennuancen zu dienen. 

Im Anschlul) an das Ergebnis einer noch näheren Prüfung, die den Zweck 
hatte, die Eignung des Farblexikons »Cor« in Hinsicht auf weitgehende prak- 
tische Erfordernisse zu verfolgen, kam sodann in einer am Q.Dezember 191 1 

6 Jahrbuch I f>. 

Öl 



in Berlin stattgehabten Sitzung des erweiterten Vorstandes des Deutsdien 
Werkbundes der folgende von Professor Ridiard Riemerscbmid gestellte An* 
trag zur einstimmigen Annahme: 

»Der Ausschul) des Deutsdien Werkbundes hat von dem Farben* 
lexikon »Cor« Kenntnis genommen. Unter der Voraussetzung, dal) 
man Binzelbogen jeder Farbe zu jeder Zeit nadigeliefert bekommen 
kann, empfiehlt der Deutsdie Werkbund diese Arbeit als eine für den 
praktisdien Gebraudi durchaus zweckmäßig durchgearbeitete Färb» 
karte, die zur allgemeinen Einführung sich eignet. Er wird es für 
seine Aufgabe halten, für weiteste Verbreitung des Farbenlexikons 
»Cor« unter seinen Mitgliedern nach Kräften einzutreten und auch 
bei Staats* und anderen Behörden in diesem Sinne zu wirken.« 
Die zu erwartende Herausgabe des Farbenlexikons »Cor« in dreierlei band* 
liehen, für den täglichen Gebrauch geeigneten Formaten dürfte endlich dem Be* 
dürfnis weiter Gewerbekreise nach einem zu mäßigem Preis beschaffbaren 
und im alltäglichen Gebrauch zuverlässigen Farbenverständigungsmittel ent- 
sprechen. Die Abstände der etwa 600 Farbtöne dieses Lexikons sind so ge* 
wählt, dap eine klare Unterscheidung der einzelnen Stufen gesichert ist, da 
alle unklaren Farbenbenennungen, die im gewerblichen Verkehr oft störend 
sind, durch Bezeichnung jeden Farbtones mit Buchstaben und Nummer ver- 
mieden werden können. 



82 



GEWERBLICHE 
MATERIALKUNDE 

VON PAUL KRAIS-TÜBINGEN 

DE R erste Band unseres Sammelwerks, der die Hölzer behandelt, ist 
bekanntlidi]im November vorigen Jahres erschienen, und sein Inhalt 
hat sehr viel Beifall und Anerkennung gefunden. Um die Verbreitung 
des Buches nach Möglichkeit zu beschleunigen, wurde an alle Baugewerk- 
schulen, Kunstgewerbeschulen und ähnliche Anstalten in Deutschland, deren 
Zahl etwa 90 beträgt, geschrieben und den Direktorien nahegelegt, den Band 
für ihre Bibliotheken anzuschaffen und womöglich auch bei Preisverteilungen 
zu verwenden. 

Der zweite Band der Gewerblichen Materialkunde wird »Die Schmuci* 
und Edelsteine« behandeln, und zwar wird in zehn Kapiteln etwa folgendes 
zur ausfuhrlichen Besprechung kommen; 

Geschiciite der Verwendung edler Steine 
Eigenschaften und Erkennungsmerkmale 
Fälschungen und Nachahmungen 
Untersuchungsverfahren 
Beschreibung der einzelnen Steinarten 
Fundorte und Gewinnung 
Handel mit Rohsteinen 
Die Schmuckindustrie 
Die Verwendung der geschliffenen Steine. 
Das Werk wird von Herrn Dr. Alfred Eppler verfallt, der auf diesem 
Gebiet eine Autorität ist und ein Lebenswerk in diesem Buch an dieOffent** 
lichkeit bringt. Der Band erscheint im März 1912 und wird in besonders an*» 
ziehender Weise ausgestattet. Neben mehr als 220 Figuren und vier bunten 
Tafeln werden eine Anzahl von künstlerisch ausgeführten Bildern aus der 
Edelsteinindustrie gebracht. Da dieser Band nicht den grollen Umfang des 
ersten Bandes haben wird, darf man erwarten, dal) er rasdi viele Käufer 
findet. 

Die Vorarbeiten für den dritten Band, >Die Metalle«, sind so weit gediehen. 



83 



dal) etliche zwanzig Autoren sidi bereit erklärt haben, daran mitzuarbeiten. 
Audi hier sind lauter erstklassige Sadi verständige gewonnen worden. Es 
ist in Aussicht genommen, das grojje Gebiet der Metalle in drei selbständigen 
Unterabteilungen zu behandeln, die jede für sich einen Band bilden, und zwar 
so, da^ zunächst Gold, Silber und Platin <die sich gut an den Edel- 
steinband anschließen), dann Zinn, Kupfer, Zink, Blei und Verwandte, 
nebst Wei^*» und Gelbmetallen, Bronzen und endlich das Eisen als letzte 
Abteilung herauskommen werden. 

Der hohe Standard des ersten Bandes wird auch in den folgenden einge- 
halten werden. Was knappe Form, Vielseitigkeit des Inhalts und Berück- 
sichtigung der neuesten Errungenschaften der Technik betrifft, so wird es mög- 
lich sein, sie noch vollkommener zu gestalten. Es war außerordentlich schwierig 
und hat dem Herausgeber seinerzeit heiße Mühe gemacht, aus den Gebieten 
der Holzindustrie zuverlässige Angaben zu erhalten, weil da die Ansichten 
über die einfachsten Dinge oft weit auseinandergehen. 

Es ist zu hoffen, daß die Gewerbliche Materialkunde sich rasch einbürgert, 
wenn erst durch das Erscheinen der weiteren Bände ihr Gebiet sich vergrößert, 
und mit voller Berechtigung darf der Wunsch und die Bitte ausgesprochen 
werden, daß alle Mitglieder des Deutschen Werkbundes mithelfen, um unserm 
großzügigen Unternehmen eine möglichst weite Verbreitung zu verschaffen. 



iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiin^ iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiir 



84 



IV 

HELMUTH WOLFF -VOLKSWIRTSCHAFT- 
LICHE AUFGABEN / K. E. OSTHAUS • DIE 
GARTENSTADT AN DER DONNERKUHLE 
/ FR. MEyER-SCHÖNBRUNN • DAS DEUT- 
SCHE MUSEUM IN HAGEN /H WAGNER • 
BAUBERATUNGSSTELLEN / E. OPPLER- 
LEGBAND • DIE HÖHERE FACHSCHULE 
FÜR DEKORATIONSKUNST/ W ROERTS • 
DIE SCHWERE INDUSTRIE UND IHRE 
WERBEMITTEL 



DIE VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN 
AUFGABEN DES D.W. B. 

VON HELMUTH WOLFF- HALLE 

DIE voIksvirtsAaftliAen Aufgaben des Deutscfien Werkbundes sind 
sdheinbar ein eng begrenztes Thema. FreiliA wenn man die Volks* 
wirtscbaft nur als quantitative Bedarfsbefriedigung auffaßt, ist der 
Arbeitsbereidi ein enger,- wenn man aber die Volkswirts Aaftlidien Aufgaben 
qualitativ auffallt, das hei()t nidit nur die Menge, sondern das Ziel der gewerb* 
lidien Produktion betraditet — das Ziel, das der Werkbund selbst als die » Ver* 
edelung« und die »Durdigeistigung« der gewerblicben Arbeit bezeichnet, dann 
sind wohl alle Aufgaben des Werkbundes als volkswirtschaftlich anzusprechen. 
Dann stellt der Werkbund ein vollwertiges Glied in der modernen Volks* 
Wirtschaft dar, indem er für die Erkenntnis wirkt, dal) der Ausdruck der gewerb- 
lichen Produktion mit dem Nutzwert zusammenhängt. Das Qiialitätsproblem 
des wirtschaftlichen Gutes ist keineswegs rein materialistisch zu lösen, wie 
es in der modernen Gütererzeugung die Technik teilweise versucht. Als 
Meisterin in der Gestaltung des Ausdrucks zeigt sich die Technik haupt* 
sächlich da, wo sie das Gut für Menschenmassen erstellt. Ich denke beson* 
ders an die Verkehrseinrichtungen, wie Brücken, Bahnhofshallen, die nicht dem 
Menschen als Individuum, sondern als Masse dienen. Da haben der sogenannte 
Glas« und der Eisenstil Triumphe gefeiert. Fast versagt hat die Technik da* 
gegen bei der Gestaltung des wirtschaftlichen Gutes für den individuellen, so* 
zial differenzierten, privatwirtschaftlichen Gebrauch. Sie hat sich darauf be* 
schränkt, hier fast nur materialistische Zweckgebilde zu schaffen, die sie späterhin 
durch künstlerisches Zutun zu verschönern versuchte. Vom Massenmiethaus, 
dessen Gestaltung erst nach endlosen vergeblichen Versuchen einer bloß tech* 
nischen Lösung neuerdings in die Hand des Künstlers überging, bis zu seiner 
Einrichtung und den individuellsten Gebraudiisstücken, überall hat die Tech* 
nik uns nur zu oft mit Surrogaten eines Besseren und Schöneren versehen, mit 
Formen, die den Zusammenhang mit einem Kulturgedanken vermissen lassen. 
Eine naturwissenschaftliche Disziplin wie die Technik kann aus sich heraus 
keine ästhetischen Werte schaffen. Das gelingt erst den großen Künstlerper* 

86 



sönliAkeiten, die die Tedinik beherrschen, aber die Grenzen des naturwissen* 
sdiaftlichen Schaffens überscfireiten. 

Heute in der Zeit des modernen Kapitalismus herrsAt nidit die Eigen* 
bedarfswirtsdiaft, sondern die Erwerbswirtschaft. Es wird nicht mehr ge« 
arbeitet, damit man seine eigenen Bedürfhisse befriedigt, sondern für den Be* 
darf von Unbekannten. Aber dadurdi gerade rückt das Problem, das in der 
ganzen Zeit der Eigenbedarfswirtsdiaft eigentlicii als solches kaum vorhanden 
war, das Problem der gewerblidien Arbeit in ein anderes Niveau hinein, 
nämlich in ein soziales Niveau, Bis dahin waren es individuelle Fragen, die in 
derZeitderEigenbedarfswirtscbaftdieProduktion aller Produzierenden leiteten. 
Jetzt aber ist daraus ein großes soziales Problem geworden. An die Stelle der 
Eigenbedarfsbefriedigung auf dem kleinsten Gebiet, im kleinsten Haushalt, 
tritt die gro^betrieblidie, gewerblicbe Produktion. Das hat die Volkswirtschaft 
ja nun sdhon längst erkannt. Wir sind so weit, dap wir als Volkswirte daran 
festhalten: Im Großbetrieb sehen wir die Zukunft und die Unterlage der ge* 
werblicten Arbeit für den Massenbedarf Solange persönlidhe Bedürfnisse 
vorliegen, wird das Handwerk leben können. Bei individueller Arbeit ist der 
Ausdruck leidit zu finden, wie es die Gescticite der Handwerksprodukte 
zeigt. Für die Massenproduktion, die heute das Problem der gewerblidien 
Produktion darstellt, fehlt dagegen sehr leidit ein Maßstab für den richtigen 
Ausdruck. 

Die Volkswirtschaft hat den eigenen Gedankengang, den sie durcfi die 
Anerkennung des großbetrieblicben gewerblichen Problems großzog, nur in 
einer einzigen Richtung weiter verfolgt. Sie hat, als sie die Großbetriebe 
als Produkte des modernen Kapitalismus sah, zuerst und merkwürdiger* 
weise allein nur die Mensdien gesehen, die in diesen Betrieben tätig sind, die 
als Produzenten darin schaffen, den Arbeiter, die Arbeitermassen. Die Volks* 
Wirtschaft hat sich selbst ein ethisches Problem gestellt und zu lösen versudit 
durch ihre Sozialpolitik,- dagegen hat sie fast nicht berücksichtigt den anderen 
Zweig, der audi noch in der großbetrieblichen gewerblichen Produktion steckt, 
nämlich die Ware, die in dem Betrieb durch die Arbeit der Menschen ent* 
steht. Als Resultat der menschlichen Arbeit aber fordert sie ebenfalls Be* 
achtung auf ihren Ausdruck hin. Dann kommt das Problem dazu: Neben 
die ethische Auffassung des gewerblichen Großbetriebes muß auch die ästhe * 
tische treten, muß der Ausdrudc der Produktion und des Produktes Beachtung 



87 



finden. Es besteht bereits Klarheit darüber, dal) man niAt etwa durA Kunst* 
anklebung diese wirtsdiaftlidben Güter mit einem Ausdrude versehen kann. 
Wenn man sidi über den inneren Zusammenhang von Ästhetik und Volks» 
wirtsdiaft gerade im Gebiete des Werkbundes klar ist, so glaube ich, dal) 
man dann gewisse volkswirtschaftliche Aufgaben des Werkbundes fest- 
legen darf. 

Es handelt sidh um fünf Aufgabengebiete: Erstens, die Schaffung von 
Qualitätswerkstätten, von Qualitätsarbeitsstätten. Wir kennen bereits 
die zahlreichen Kunstwerkstätten, ob sie sich nun Werkstätten für Handwerks» 
kunst nennen mögen oder anders. Für die Qualitätsarbeitsstätte müssen die 
äul)ere Anlage, die Betriebsleitung und die Produzenten im engeren Sinne, 
die Arbeiter bestimmten Anforderungen genügen. Das Fabrikgebäude, der 
Fabrikhof, die Maschinen, die Lagerräume, die Transportmittel im inneren 
Betriebe: sie alle müssen auf die Qualitätsproduktion zugeschnitten sein. Die 
Betriebsleitung mup nach kaufmännischen und künstlerischen Grundsätzen 
einwandfrei geregelt sein,- die Arbeiter müssen durch Ausnutzung ihrer 
Fähigkeiten und nicht blol) als Diener der Maschinen, sondern möglichst 
durch Zusammenlegung von unrationellenTeilarbeiten mit gesteigerter Arbeits» 
freude tätig sein. 

Die ganze Produktion der Qualitätsarbeitsstätte, auch der sehr grol) be» 
triebenen, mu^ unter dem Gesichtspunkt der spezialisierten Fabrikation vor 
sich gehen. Die Produkte der einzelnen Qualitätsarbeitsstätte müssen sich 
also auf ein ziemlich kleines, innerlich unbedingt zusammenhängendes Fabri» 
kationsgebiet beschränken. Durch solche Qualitätsarbeitsstätten wird die ge» 
werbliche Produktion in eine richtige Bahn geleitet. Dal) die Werkbundmit» 
glieder selbst vielfach diese Werkstätten als Werkstätten für Handwerkskunst 
bezeichnen, obgleich es doch Großbetriebe sind oder mindestens sein wollen, 
ist ein kleiner Anklang an vergangene Zeiten, daran, dal) wir im Mittelalter 
eine Handwerkskunst hatten. Wir wollen in unseren groI)betriebIichen Arbeits» 
Stätten Produkte schaffen, die ihrem Ausdruck nach dem gleichwertig sind, 
was die alte Handwerkskunst uns früher gegeben hat. Für uns ist es die 
groljbetriebliche gewerbliche Produktion, die wir für die Qualitätsarbeit 
brauchen. 

Das zweite wäre: Organisationen zu schaffen, die solche Qualitätsarbeits» 
Stätten zusammenfassen zu Produktionskartellen für die Qualität, zu Quali» 

88 



tätskartellen. Was Friedridi List als Fabrikspezialisierung forderte und 
was wir praktisA schon mehrfaA haben, das müssen wir in das moderne 
Wirts Aaftsleben unserer Werkbundarbeit übersetzen, dann werden wir das 
zweite Glied, das zweite grolle volkswirtsdiaftlidie Problem der Werkbund* 
arbeit fördern. 

Von soldien Qualitätskartellen lassen sidi schon Ansätze, ;a fertige Or^ 
ganisationen z. B. in der Keramik, in der Tapeten», in der Linoleumindustrie 
finden. In einer gewissen Vollendung zeigen sie sich in der Möbelindustrie, 
wo bestimmte Möbelstücke, bestimmte Möbelgruppen etwa auf Grund 
von Abmachungen, ja teilweise durch regelrechte Offertenkontore von ein» 
zelnen vertrieben, ihnen vorbehalten bezw, zugewiesen werden. Besonderes 
Interesse beanspruchen hierbei die neuen Handwerkerfachverbände, soweit 
sie — unter Ausnutzung der alten großbetrieblichen Genossenschaftsidee der 
»Möbelhalle« — Betriebsspezialisierung ihrer Mitgliederbetriebe fordern. 

Das dritte: Wir müssen uns Qualitätsvermittler schaffen. Vielen ist 
bekannt, dal) der Werkbund auch in dieser Richtung bereits zu arbeiten be» 
gönnen hat durch die bekannten Vorträge über Geschmacksbildung des deut* 
sehen Kaufmanns. Den Kaufmann können wir nicht ausschalten, das sollen 
wir auch gar nicht. Aber wir wollen den Kaufmann zu einem Mitarbeiter 
machen für die Veredelung der gewerblichen Arbeit. Und das kann er nur 
sein, wenn er in Geschmacksfragen so gebildet ist, wie das die prak» 
tische Ästhetik des deutsdien Werkbundes erfordert. Also die Ausbildung 
qualitativer Vermittler, z, B. durch Vortragskurse, durch Anschauungs* 
Unterricht in Wanderausstellungen, das wäre die dritte volkswirtschaftliche 
Aufgabe. 

Und die vierte: Wir müssen eine cjualitative Konsumtion in die grolle 
Masse der Bevölkerung hineintragen. Dazu müssen wir das Schulwesen 
entsprechend ausnutzen. Wir müssen den Teil in unserer Bevölkerung, der 
mit dem Einkaufen, mit dem Konsumieren am meisten zu tun hat, wir müssen 
unsere deutsche Frau und unsere Kinder zur Geschmacisbildung heran» 
ziehen. Dal) wir dabei letzten Endes auch noch die Konsumenten selbst 
zusammenfassen zu Organisationen, braucht kaum gesagt zu werden. Ich 
denke an eine Organisation, wie etwa der Deutsche Käuferbund, der bisher 
zwar nur eine soziale und ethische Aufgabe verfolgt, indem er das Wohl des 
Angestellten fördern will. Aber der Deutsche Käuferbund hat auf seine Fahne 



89 



audi das ästhetische Problem für den Konsumenten gesetzt, er hat die quali- 
tative Konsumtion in seinen Arbeitsbereidi gezogen,*) 

Die letzte gro^e volkswirtsdiaftliche Aufgabe des DeutsAen Werkbundes 
betrifft die Förderung der Gewerbegesetzgebung. Hierher gehören Auf^» 
gaben wie diesdion vor zwei Jahren behandelteSubmissionsgesetzgebung 
und auf der anderen Seite Aufgaben wie die Scfiaffung von Materialprüfungs» 
ämtern, aber nicht im Sinne der reinen Tedhnik, wie wir sie bereits haben, 
sondern als Abnahmestellen für gebrauchsfertige Gegenstände. Bisher unter» 
liegen, wegen der Patenterteilung mit ihren wirtschaftlichen Nutzmöglich» 
keiten, nur neuerfundene Gebrauchsgegenstände der Anmeldung und Prüfung. 
Die Gewerbepolitik im Sinne des Werkbundes fordert die generelle Gebrauchs» 
gutprüfung, nicht unbedingt Stüct für Stück, sondern stichprobenweise wie 
es jetzt schon in der nicht gewerblidien Produktion bei der Nahrungs» 
mittelkontrolle in vielen Städten geschieht und bei der Fleisdibescfiau sogar 
für jedes Stück durchgeführt wird. Hierdurch würden hauptsädblich die TaU 
miprodukte und die Surrogatprodukte getroffen werden, die nidit zuletzt an 
dem Tiefstande unserer Gewerbeästhetik schuld sind. 



DAS sind die fünf Zusammenhänge volkswirtsciiaftlidher Art, die dem 
D. W, B. zustehen. Überall, wohin wir sehen, mu^ er im Wirtschafts» 
leben eingreifen und trotzdem in seiner eigenen Arbeit auch QjLialitäts» 
arbeit leisten. Bs ist die denkbar spezialisierteste Arbeit, die er verrichtet, 
wenn er seinen volkswirtschaftlicfien Aufgaben geredit wird. 

Von anderen volkswirtscliaftlichen Aufgaben braucfie idi hier nichts zu 
sagen. Ich erinnere aber an das, was Naumann über die Förderung des 
auswärtigen Handels durdi Hebung der Qualitätsarbeit gesagt hat, oder 
an die Probleme der Verkehrspolitik. Alle diese Punkte sehen in der Tat 
so aus, als ob der Werkbund sidh zersplittern wollte. Deshalb mu^te einmal 
eine systematische Zusammenfassung gegeben werden, damit niciit alles ge» 
macht wird, was vorgesdblagen wird, sondern dal) das Zweckmäßigste aus» 
gesucht und eingeführt wird. 

*) Eine Gemeinnützige Vertriebsstelle deutscher Qualitätsarbeit, die sidi besonders an die großen 
Abnehmerkreise von Heer, Marine und Beamtenschaft wendet, ist neuerdings in Hellerau auf An» 
regung des Dürerbundes entstanden. (Anm. d. H.> 



90 



Es ersAeint mir nach alledem wesentliA, festzustellen, dap der Begriff 
Qualität in der Volkswirtschaft auf ästhetischer Basis beruht. Qjualitäts* 
wäre lä()t sich nicht nur aus materialistischer Entstehung erklären, Qualität 
ist ein Mehr gegenüber den Erzeugnissen der naturwissenschaftlich arbeiten« 
den Technik. Man kann auch für die Volkswirtschaft einen Rhythmus fordern, 
der im Verhältnis des Menschen zum Gut herrsche. Sowohl in der Ästhetik 
wie in der Volkswirtsdbaft ist es falsch vom isolierten Gut auszugehen, wie 
es ja auch die Praxis zeigt, wo es nicht am Platze ist, Gebrauchsgegenstände 
auszustellen ohne Beziehung auf Menschen, auf soziale Schichten, die sie be» 
nützen können, wenn man auch z. B. in den Raumkunstausstellungen hierin 
manchmal etwas weit gegangen ist. Gemeinschaftsidee und Gebrauchsidee 
scheinen berufen, der theoretischen und praktischen Volkswirtschaft als kultu* 
relle Führer zu dienen. 

Insbesondere ist es das Konsumtionsproblem in der Volkswirtschaft, 
das mehr als bisher neben dem Produktionsproblem Beachtung verdient. Peter 
vonStruve drückt sich im Logos dahin aus, dal) die Konsumtion gewisser* 
ma^en die Domäne des Wirtschaftlich«Irrationalen sei, vielfach geradezu das 
irrationale Prius, auf welchem die rational wirtsdbafrliche Berechnung der Pro» 
duktion sich erst aufbaue. 

Die Bedarfserkenntnis mul) durch das Zusammenarbeiten einzelner kultu* 
reller Wissensgebiete vor sich gehen. Die Konsumtion erhält so ihre theoretische 
Grundlage, die ihr bis dahin fehlte. Ästhetik und Ausdruck decken sich be» 
grifflich, der Ausdruck des Gebraudlisgutes umfaßt sein Material und seine 
Bearbeitung, von deren richtiger Wahl die Gebrauchsfähigkeit des Gutes 
abhängt. Eine nicht individuelle soziale Gebrauchsidee beherrsche das wirt« 
schaftliche Gut, das damit in Beziehung zur Ästhetik tritt. 

Die Volkswirtschaft hat die Beziehungen zwischen Mensch und Gut ideell 
festgelegt durch das Arbeitsprogramm, durch ethische Probleme, durch Sozial* 
politik. Der Werkbund soll Mensch und Gut wieder ideell verbinden, er soll 
das Konsumtionsproblem heben und fördern, wo die Volkswirtschaft das 
Produktionsproblem fast zu sehr in den Vordergrund gestellt hat. Die Woh- 
nungsherstellung, die Fragen der gewerblichen Massenfabrikation imGrol)* 
betriebe sind vor allem heute aktuell. Unsere Zeit muß sich wieder daran ge* 
wohnen, daß im Mittelpunkt der Volkswirtschaft das Gut in seiner Beziehung 
zum Menschen steht. Dann wird die Bedeutung des Werkbundes für die 



91 



Volkswirtsdiaft immer mehr hervortreten. Die Gestaltung des wirtsdiaftlicfien 
Gutes wirkt auch auf die Ausbildung der persönlichen Kräfte des Individuums. 
Qualitätsware und Qualitätsarbeiten sind schon seit Carlyle und 
Ruskin Forderungen einer sozialen Ästhetik. 

Sdiutz des Individuums, das ist das, was die Sozialpolitik beansprucht. 
Ausbildung des Individuums, das soll die Aufgabe, die volkswirtschaftlich 
gefaxte, des Werkbundes sein. Das wird, um nur zweierlei hier herauszu- 
heben, auf der einen Seite zu einer organisierten Berufszuführung bezw. Be- 
rufswahl < entgegen der wilden Berufsergreifung, dem Zufallsberuf) hin- 
lenken, und wird letzten Endes dazu führen, die Stoffverschleuderung und 
ihren volkswirtschaftlidien Sdiaden zu bekämpfen. 



92 



imiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiii^ 

DIE GARTENVORSTADT AN DER 
DONNERKUHLE 

VON KARL ERNST OSTHAUS-HAGEN 

DIE Gartenvorstadt an der Donnerkuhle zu Hagen stellt einen Ver* 
sudi dar, die im Werkbund lebendigen Gedanken auf das Problem 
des Städtebaus zu übertragen. Dal) in der modernen Bewegung zum 
Stil die Ardiitektur dem Kunstgewerbe, der Städte*» und Gartenbau der 
Ardiitektur folgen mußten, hat seine innere Notwendigkeit. Es ist der Rück-» 
lauf der Bewegung zum Museum. Wie damals Kunst verniditet wurde, in* 
dem man Werke der Malerei und Bildnerei aus ihrem Zusammenhang ril), um 
sie systematisdi aufzustapeln, so handelt es sidi jetzt darum, Kunst zu sdiaf* 
fen, indem man Zusammenhänge und Beziehungen herstellt. Der Vorhang 
gewinnt einen neuen Wert durcfi seine Beziehung zur lapete, der Garten 
durdi seine Beziehung zum Haus, das Haus durch seinVerhältnis zur Strafe 
und zur Stadt. 

Hier war bisher alles dem Zufall überlassen. Die Baupolizei besdbränkte 
si(fi darauf, Interessen wahrzunehmen, die von der Mehrheit der Baudeputa* 
tionen als öffentlidi anerkannt wurden. Sie hat in zwei Jahrzehnten mehr Un* 
kultur in die Welt gesetzt, als zwanzig Jahrzehnte werden gutmadien können. 

Das Niveau der von ihr gezüchteten Ardiitektur braucht hier nicit ge« 
sdiildert zu werden. Aber selbst die wertvollsten Häuser hätten in einer bau« 
polizeilich genehmigten Strafte der neunziger Jahre gewirkt wie italienisciie 
Plastik in einem „Renaissance"»Museum. Jede Daseinsbedingung hätte ihnen 
gefehlt. Sie zu rechtfertigen, ihren Schönheitswert zu klären, war es nötig, sie 
in eine Umgebung zu stellen, die ihnen antwortete, ihr Raumgefühl ausbrei« 
tete, ihre Formmusik weiterspann, Ihre Malje sudien Mal)e, die sie vorbe* 
reiten, steigern, rhythmisch erklingen lassen, ihre Simse und Firste heischen 
Linien, die sie fortsetzen zu fliel)enden Perspektiven, ihre Wände wollen Fläciien, 
die mit ihnen zusammenwachsen zu lebendigem Raum, 

Wie hätte man aber eine solche Organisierung des Bauwesens von der 
Baupolizei erwarten sollen! Der Baupolizei, deren Geist der geschriebene 
Buciistabe der Bauordnung ist! Der Bauordnung, die verfaßt ist von Be« 



93 



amten und genehmigt von Stadtverordneten: Hausbesitzern, Wirten und 
Kommerzienräten ! Die Praxis hat längst erwiesen, dal) einheitlidie Anlagen 
nur möglidi sind, wo ein einziger Wille herrsdit. Was dem Absolutis- 
mus in alten Residenzen gelungen ist, ereignet sidi heute nur in den Ar* 
beiterkolonien groljer Werke. Aber schliepiidi ist es nur die Einheit und nicht 
die Kunst, die hier wirkt. Das Problem einer künstlerisch geformten Stadt 
geht erst in den allerletzten Jahren einer befriedigenden Lösung entgegen. 
Nur eine Ausnahme gab es: das war Darmstadt. Hier hatte die geschickte 
Kunstpolitik eines Fürsten der Entwicklung die Richtung gewiesen. Der Aus« 
Stellungscharakter der Mathildenhöhe war kein Fehler, wenn man berück« 
siditigt, unter weldien Umständen sie zustande kam. Aber man durfte nicht 
zum zweitenmal in diese Nuance fallen,- der nächste Schritt mu^te der zu 
nebengedankenloser Wohn« und Stadtkultur sein. 

Es mag mit diesem Gedanken begründet sein, da^ der zweite Versuch nicht 
an einem Platze, wo Fremde verkehren oder angezogen werden sollen, son« 
dern im Herzen des westlichen Industriebezirks gemadit wurde. Der Zu« 
stand, dal) Künstler in gesättigten Kulturzentren zu Häuf sitzen, während in 
der werdenden Fünfmillionenstadt an Rhein und Ruhr die wichtigsten Auf« 
gaben in Stümperhänden liegen, ist ein altes Unrecht. Soll unsere Kultur ge« 
sunden, so muß gerade hier, wo tausend Probleme nach Gestaltung schreien, 
der Sinn für lebende Kunst geweckt werden. Millionen, die heute jahraus 
jahrein verloren gehn, gilt es der Nationalkultur zu retten. 

In Hagen a so, wo das Museum Folkwang seit Jahren den Boden bereitet 
hatte, wurde von 1906 ab der Versuch unternommen. Es konnte sich nur 
um ein privates Vorgehen handeln, weil die Öffentlichkeit nodi Immer allen 
Unternehmungen, die nicht aus Rentabilitätsbereciinungen stammen, mit un« 
beirrter Verständnislosigkeit aus dem Wege geht. Darum empfahl es sich 
auch, eine Wohnkolonie zum Gegenstand des Experimentes zu maciien. Grol5e 
Häuser, kleine Häuser, wie es die Nadifrage mit sich bradite. 

Das Land — etwa 80 Morgen — wurde gekauft und neu parzelliert Ein 
wohlerwogener Bebauungsplan legte im voraus die Plätze der Häuser fest. 
Die Gunst der landschaftlichen Lage wurde für Straften und Wohnungen so 
viel wie möglidi ausgenutzt. Zur Sicherung dieser Vorteile wurde jeder Käufer 
durcii notariellen Vertrag auf den Bebauungsplan verpflichtet. 

Aber mehr als das. Was der Kolonie Ihren Charakter gibt, Ist der Um- 



94 



stand, dal) die Bebauung wenigen hervorragenden Künstlern vorbehalten blieb. 
Bis heute sind van de Velde, Behrens und Lauweriks tätig gewesen. Jedem 
ist ein Block oder ein festumrissenes Straijenbild übertragen worden. Das 
Ergebnis ist, da^ Häuser, Gärten, Einfriedigungen und alles Zubehör der 
Straljen, wie Laternen und Telephonstangen, zu gesdhlossenen Raumgebilden 
von einheitlicher Formensprache zusammenwachsen werden. Können die Ab* 
sichten der Künstler audi erst dann zu voller Deutlichkeit gelangen, wenn 
die zusammengedachten Häuser sämtlicii ausgeführt sind, so lassen doch die 
zehn bisher gebauten Villen, besonders in der Gruppe von Lauweriks, schon 
viel von Wirksamkeit der leitenden Prinzipien erkennen. 

Lauweriks hat sechs kleinere Häuser im Werte von je 11—27000 Mark 
gebaut. Die äußersten Häuser nähern sich der Stral)enflucht, die inneren treten 
zurück. Es ist dadurch die Möglichkeit vorzüglicher Eciilösungen gesdhaffen 
worden. Das zusammenhaltende Motiv ist ein System von Leitlinien, die von 
einem Hause zum andern überspringen. Deutlich treten als Leitlinien vor 
allem die Firste hervor, die im Zuge der Dädier gebogen oder gebrochen er« 
scheinen, von Giebel zu Giebel aber in gerader Richtung hinüber weisen. Weitere 
Leitlinien sind die Sodkel und Simse, die im Gegensatz zu der Backsteinver* 
kleidung der Wände aus blauem Kalkstein oder gelbem Sandstein gemauert 
sind. Blau und gelb laufen als Bänder bald oben, bald unten und steigen, wo 
sie sich versetzen, als Kantenabfassungen hausan und hausab. Ein sicheres 
Gefühl für Flächenverteilung und Wechsel der Formen trägt dazu bei, dem 
Ganzen ein Gepräge von starkem rhythmischen Leben zu geben. 

Ein starker Anreger für Lauweriks war van de Velde, der im Hohenhof 
das erste Bauwerk der Kolonie von 1906 ab errichtet hat. Es handelte sidi 
hier um die ausgedehntere Anlage eines Landhauses mit Nebengebäuden. Der 
Hohenhof liegt über einer abfallenden Wiesenmulde zwischen zwei Waldhöhen. 
Die Lage forderte zu einer fernwirkenden Silhouettier ung heraus, die van de Velde 
durcii ein gebrochenes Mansardendach und Herabziehung der Scfiieferdeckung 
über das Obergeschol) erreichte. Nach der Talseite zu ist die Anlage als 
Grenzgebilde einer Stadt aufgefaßt und gesichert worden. Die Nordfassade 
umgibt mit den Anbauten einen Hof, an dem die Zufahrtstralje vorüber« 
führt: von zwei andern Straßen gestatten axiale Gartenwege einen reizvollen 
Einblick. Die souveräne Sicherheit, mit der van de Velde diese Vielheit der 
Formen und Beziehungen in ein festes Gefüge von Linien gebannt hat, die 



95 



sidi aus der Fludit der Straljen entwickeln, Höfe und Gärten umspannen, 
über Treppen und Pergolen emporklettern, um sdilielJIiA zum mächtig ge« 
türmten Dache hinaufzubranden, wird ihn aller Zukunft als schöpferischen 
Meister dieses Kunstmittels erscheinen lassen. 

Anders arbeitet Peter Behrens. Auch ihm ist die Bedeutung der Linie im 
Stadtbilde nicht unbewuljt, vor allem reizt ihn aber die Gesetzmässigkeit der 
Körper und Räume. Im Hause Cuno hat er die Fatalität eines spitzen Block« 
winkeis durch eine interessante Kreisdrehung der ganzen Anlage überwunden. 
Die Einfriedigung ist ein Meisterstück abfallender Architektur. Haus Schrö« 
der beginnt eine Gruppe von drei Häusern, die hufeisenförmig mit einwärts 
gekehrten Fassaden eine zusammenhängende Gartenfläche umschliel)en sollen. 
Haus Grodecke benutzt eine Versetzung im Gefälls wechsel der Amselgasse 
zu einem reizvollen Straßenabschlul). 

Es ist geplant, der Siedelung im Laufe der nächsten Jahre durch den Neu- 
bau des Folkwangmuseums einen monumentalen Kern zu geben. Sie würde 
damit zu einer Art Freiluftmuseum für moderne Baukunst, Malerei und Plastik 
zugleich werden, zumal wenn es gelingen sollte, die plastischen Werke der 
Folkwangsammlung im Freien und in lebendiger Verbindung mit Architek« 
tur und Pflanzungen aufzustellen. Ein wenn auch bescheidener Niederschlag 
des höchsten Kunstwollens unserer Zeit würde damit erreicht sein. Er würde 
ahnen lassen, was eine Zeit versäumt hat, die zu den größten Aufgaben, die 
sie zu vergeben hatte, nicht die größten Künstler berief. Denn das wird keine 
Ewigkeit wieder gut machen, dal) im neuen deutschen Reiche ein Unterneh^ 
men wie das geschilderte eine Ausnahme ist. 



nuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 



96 



DAS DEUTSCHE MUSEUM FÜR 
KUNSTIN HANDEL UND GEWERBE 

VON FR. MEyER-SCHÖNBRUNN 

DAS Museum wurde vor etwa zwei Jahren vom Folkwangmuseum 
in Hagen i. W. und vom Deutschen Werkbund begründet. Es will 
das Museum der modernen Bewegung sein,- die Erzeugnisse der 
künstlerisdi befruchteten Qualitätsarbeit unserer Tage sollen in möglichster 
Vollständigkeit vereinigt, alle auf die moderne Kunstbewegung bezüglichen 
Dokumente sollen gesammelt und aufbewahrt werden. In dieser Be« 
ziehung gleicht die Tätigkeit der Anstalt derjenigen, welche die modernen 
Kunstgewerbemuseen in bezug auf das historische Kunstgewerbe entfalten . 
Die Art der Aufbewahrung und Verwendung der gesammelten Schätze aber 
ist eine durchaus andre und neuartige. Das Museum sucht dem lebhaften 
Bedürfnis nach gewerblichen Ausstellungen entgegenzukommen, das sich aller«- 
orten fühlbar macht. Leider waren bis heute nur die mit reichen Mitteln aus« 
gestatteten Museen der Großstädte in der Lage, diesem Bedürfnis zu ent« 
sprechen,- in kleineren Städten sanken die Ausstellungen allzu leicht unter 
das erwünschte Niveau, weil die Erzeuger gerade der besten Objekte keinen 
Vorteil darin sahen, ihre Waren auf Ausstellungen zu schicken, die nur geringe 
Verkaufsaussichten boten. Hier tritt das Deutsche Museum mit seinen Samm»» 
lungen helfend ein. Es hat bis zum gegenwärtigen Augenblick dreiundzwanzig 
Ausstellungen nach technischen Gesichtspunkten aus seinen Erwerbungen 
zusammengestellt und bietet diese Behörden, Handelshodhschulen, Museen, 
Privaten und Vereinen gegen eine mäßige Leihgebühr an. Die Objekte sind 
von größter handwerklicher und künstlerischer Qualität. Die Ausstellungen 
bieten jede Gewähr für die erzieherischen Momente, die den Veranstaltern 
gewerblicher Ausstellungen am Herzen liegen. Sie unterridhten den Fachmann 
über die wichtigsten Erscheinungen auf seinem Gebiete und ermöglichen dem 
Käufer und Laien eine Kontrolle des Detailhandels, für den, besonders in 
kleineren Städten, der Gewinn verlockender zu sein pflegt als die Qualität. 
Sie können also in hohem Maße dazu dienen, den kaufmännischen Erfolg der 

7 Jahrbuch I. 

97 



Qualitätsware zu unterstützen und damit das Niveau der gesamten Waren* 
erzeugung zu heben. 

Für die grolje Bedeutung, die man in den weitesten Sdiiditen diesen 
Ausstellungen beimißt, ist ihre rege Inansprudinahme der beste Grad*« 
messer. Während in den beiden ersten Jahren insgesamt aditundvierzig Aus« 
* Stellungen veranstaltet wurden, von denen nur je eine auf Osterreich, Hol* 
land und Belgien entfielen, ist die Zahl schon jetzt im Winter 1911/12 
auf sechzig gestiegen. Als Zeichen für das Interesse, das sich im Auslande 
dem deutschen Kunstgewerbe zuzuwenden beginnt, verdient es Beachtung, 
dal) die Zahl der ausländisdien Ausstellungen sich auf zwölf erhöht hat. 
Sechs hiervon entfallen auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika, für die 
das Deutsche Museum mit Unterstützung des K. K. Museums für Kunst 
und Industrie in Wien und des Münchener Bundes eine umfassende Wander* 
ausstell ung deutschen Kunstgewerbes eigens zusammengestellt hat, die im 
Frühjahr und Sommer 1912 reisen soll. Es liegt im Plane, diese amerikanische 
Ausstellung später audi in andern au^erdeutschen Staaten zu zeigen, um das 
Ausland über die Fortschritte des deutschen Kunstgewerbes zu unterrichten 
und diesem neue Absatzgebiete zu schaffen. 

Die Licbtbilder* undPhotographienzentrale ist damit beschäftigt, die 
wichtigsten modernen Gebäude und Gewerbeerzeugnisse des In* und Aus* 
landes unter Leitung der Beamten des Museums aufzunehmen. Im Som* 
mer 1910 wurden die Brüsseler Weltausstellung, in Berlin die Bauten von 
Behrens, Endell und Muthesius, in Hagen das Folkwangmuseum und die 
dortigen modernen Gebäude, in Amsterdam die Bauten Berlages dem Archiv 
eingereiht, während 1911 die neueren Bauwerke in Dänemark von Brummer, 
Campmann, Clemmensen, Nyrop, Plessner und Stoch und in Holland die 
Arbeiten von deBazel und einigen andern Architekten aufgenommen wurden. 
Der Katalog von Brüssel 1910 ist erschienen, während sicii die von Däne* 
mark, Holland und Hagen im Drucke befinden. Für Vortragszwecice werden 
aus diesen Bildern Diapositivserien moderner Bauten, Schaufenster, Innen* 
einrichtungen und künstlerischer Reklame zusammengestellt. Geschäftsleiter 
dieser Abteilung ist Dr. Stödtner in Berlin, 

DieVerlagszentrale soll Bücher und Broschüren über die verschiedensten 
Gebiete unseres gewerblichen und künstlerischen Schaffens herausgeben. Zu* 
nächst ist eine Serie von Monographien deutscher Reklaraekünstler in Angriff 

98 



genommen. Bandl undZ: F,H. Ehmdce und Clara EhmdceffDüsseldorf sind 
ersdiienen, Behrens, Bernhard, Gipkens und Klinger in Vorbereitung, 

DieVermittlungs* und Auskunftsstelle hat die Aufgabe, in Ange» 
legenheiten der künstlerischen Reklame und der Veredelung gewerblicher Er« 
Zeugnisse Ratschläge zu erteilen. Auch hat sie Wettbewerbe für Schaufenster 
und solche zur Erlangung künstlerischer Entwürfe organisiert. 

Das Archiv und die Ausstellungen des Instituts sind bis jetzt in den Räumen 
des Folkwangmuseums in Hagen untergebracht, müssen aber so bald wie 
möglich ein eigenes Gebäude erhalten. Hierfür ist bereits ein Bauplatz in aul^er« 
ordentlidh günstiger und schöner Lage dem Museum zur Verfügung gestellt 
worden. Um diesen Bau zu errichten und das Institut, dessen Aufgaben von 
Tag zu Tag wachsen, auf eigene Fül)e zu stellen, wendet sich das Museum 
mit einem Aufruf an alle ideell und ökonomisch interessierten Kreise. Es fordert 
diese zum Beitritt zu dem inzwisdien konstituierten eingetragenen Verein 
Deutsches Museum für Kunst in Handel und Gewerbe und zu Beiträgen 
für einen Baufonds auf. 

Die Leitung des Instituts liegt in den Händen von Herrn Karl Ernst Osthaus, 
Dem Ausschul) des Museums gehören an dieHerren: Professor Peter Behrens* 
Neubabelsberg, Hofrat Peter Bruckmann-Heilbronn, Museumsdirektor Dr, 
Max Creutz^Köln, Dr. Wolf Dohrns^Hellerau, Professor Theodor Fisdier* 
München, Direktor G. Gericke^Delmenhorst, Direktor J. L. M, Lauweriks- 
Hagen, Geheimrat Dr, Ing. H. Muthesius«Nikolassee, Professor A. Roller« 
Wien, Professor H. van de Velde« Weimar und Dr. R.A, Werner-Hagen i.W, 



99 



BAUBERATUNGSSTELLEN 

VON H. WAGNER-BREMEN 

IM Jahre 1908 sind aus staatlichen Kassen zur Unterstützung des Bauens 
von Kleinwohnungen im ganzen rund 70 Millionen Mark ausgegeben wor- 
den. Dabei sind nodi nidit einmal die Mittel mitgeredhnet, weldie die Eisen^^ 
bahnver waltungen aus ihren Unterstützungskassen zu gleichem Zwecke aus* 
gegeben haben. Es sind in der Hauptsache die Landesversicherungsanstalten, 
die diese Mittel zur Verfügung stellten. Sie fanden meistens Verwendung 
zur Beleihung von Wohnhäusern, deren Pläne zum grollen Teil einer tech- 
nischen Prüfung nicht unterzogen wurden, und die infolgedessen weder den 
praktischen Anforderungen, die sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre 
wesentlich weiter entwickelt haben, entsprachen, noch die ästhetischen Forde«' 
rungen berücksichtigten, die wir stellen müssen. Die aufgewandten Mittel 
sind, da sich ihre Ausgabe jährlidb wiederholt, so bedeutend, dal) durch sie 
ein entscheidender Einfluß auf die Hebung des architektonischen Schaffens 
erreicht werden kann, und, da sie eine Verwendung in diesem Sinne nicht 
finden, für die Bestrebungen, die wir im Werkbund verfolgen, verloren sind. 
Diese Überlegung war dem Deutschen Werkbund die äuljere Veranlassung, 
sich im Dezember 1909 mit der Zentralstelle für Volks wohlfahrt in Ver* 
bindung zu setzen und seine Mithilfe anzubieten. Die Anregung fiel auf 
einen fruchtbaren Boden. Im Februar 1910 wurde ein kleiner Kreis von 
Vertretern verschiedener Verbände von der Zentralstelle zu einer Besprechung 
nach Berlin gebeten. Es wurde dort einstimmig anerkannt, daß die Forderung 
der Errichtung von Bauberatungsstellen zur Hebung des Kleinwohnungs« 
baues dringend geboten sei, und beschlossen, die Zentralstelle möge die Sache 
in die Hand nehmen, vor allen Dingen das Material über die bestehenden 
Beratungsstellen sammeln, in einer Schrift darlegen und sodann eine Ver^r 
Sammlung einberufen, um über die Sache öffentlich zu verhandeln. Dieser 
Beschluß wurde seitens der zuständigen Organe der Zentralstelle ange- 
nommen und von diesen der Geschäftsführung aufgegeben, vornehmlich mit 
Rücksidbt auf den Kleinwohnungsbau bei den in Frage kommenden Faktoren 
für die Errichtung von Bauberatungsstellen einzutreten, und insbesondere 
auch die gemeinnützigen Geldgeber anzuregen, sowohl auf eine zweckmäßige^ 



lOO 



te<finiscli«wirtsAaftlidhe als auch auf eine ästhetische Ausgestaltung der bei 
ihnen zur Beleihung eingehenden Projekte hinzuwirken. Die Sammlung des 
Materials ist erfolgt und liegt in einem von der Zentralstelle herausgegebenen 
Heftchen >Tätigkeit und Organisation von Bauberatungsstellen« vor. Dieses 
Heftdhen enthält gleichzeitig den Bericht einer öffentlichen Versammlung, die 
am 6, Dezember 1910 in Berlin stattfand. Der Versammlung wohnten Vertreter 
der verschiedensten Ministerien bei,- die grollen technischen Verbände, wie der 
Bund deutscher Architekten und der Verband deutscher Architekten« und In=' 
genieur*» Vereine waren vertreten, der Bund der Industriellen fehlte nicht, eine 
Reihe von Kreisen und Städten, ferner von technischen Hoch» und MitteU 
schulen hatten Vertreter entsandt, selbstverständlich auch der Deutsche Werk* 
bund. Das Ergebnis war die Annahme von sieben Thesen, die schon vor»* 
bereitet waren und in einer kurzen Vorbespredhung beraten wurden. 

These 1 : Die Errichtung von Bauberatungsstellen ist sowohl im Interesse 
einer allgemeinen Hebung der Bauweise als auch insbesondere deshalb not« 
wendig, um den Hausbau für die weniger gut situierten Bevölkerungskreise 
einer in technischcwirtschaftlicher wie auch in hygienischer und ästhetischer 
Beziehung befriedigenden Lösung entgegenzuführen. 

These 2: Organisation und Aufgabenkreis der einzelnen Stellen mul) in 
Anpassung an die jeweils in Frage kommenden Verhältnisse geregelt werden. 
These 3: Zur Mitwirkung bei der Organisation der Bauberatung sind vor« 
nehmlich folgende Organe und Einrichtungen berufen : die städtischen Bau« 
polizeiämter und Hochbauämter, die Kreisbauämter, Landwirtschaffsämter 
und Landes Versicherungsanstalten, die Architekturvereine, die Heimat« 
schutzvereine und Vereine mit ähnlichen Zielen, die Wohnungsreformvereine 
und Baugenossenschaftsverbände, die Technischen Hochsdhulen und Bau« 
gewerkschulen. 

Diese Fassung ergab sich aus dem vorerwähnten Bericht über die 
Organisation und Tätigkeit der bestehenden Beratungsstellen. Jede hat 
eine besondere Organisation, die aus den örtlichen Verhältnissen ent« 
springt. Bald ist sie getragen von einzelnen berufenen Persönlichkeiten, 
bald ist sie eine besondere Abteilung bestehender oder zu diesem Zwecke 
.gegründeter Vereine, bald auch angegliedert an öffentliche Behörden und 
Körperschaften. Bis jetzt haben sidi nur die technischen Schiulen von 
diesen Bestrebungen ferngehalten, obwohl gerade sie in erster Linie 



lOl 



dazu berufen wären, vorblldliA vorzugehen. Dal) gerade die HoAsdiuIen 
sidi dieser Frage annehmen, ersdieint mir notwendig, in allererster Linie, 
um auf den Nadiwudis einzuwirken. 

These 4: Die gemeinnützigen Darlehnsgeber, insbesondere Staat und 
Landesversidierungsanstalten sollten nur Projekte beleihen, die sowohl auf 
ihre tedhniscfi»wirtscbaft:lidie wie auf ihre ästhetische Zweckmäßigkeit einer 
fachmännischen Prüfung unterworfen worden sind. 

Diese These ergibt sidi als eine notwendige Forderung. Nur durch 
Zwangsmittel, und zwar in erster Linie dadurch, daß ohne fadimännisdie 
Prüfung die Hergabe von Hypotheken versagt wird, kann es möglich sein, 
den gebührenden Einfluß zu gewinnen. Im übrigen wäre es für die Hebung 
der Bauweise von besonderem Wert, wenn auch die Privatbanken im gleichen 
Sinne dazu veranlaßt würden. Es würde damit ein Einfluß auf die Bau« 
weise gewonnen werden können, wie er bedeutender nicht gedacht werden 
kann. 

These 5: Die Hergabe von öffentlichen Mitteln zur Förderung der Be= 
wegung ist dringenderwünscht. Desgleichen sollten die Städte und KommunaU 
verbände die Bauberatungsstellen durch Geldmittel unterstützen. 

These 6: Anzustreben ist besonders auch die Errichtung von Zentralstellen 
für größere Bezirke, um die Errichtung von Bauberatungsstellen in den be» 
treffenden Gebieten zu fördern, den Stellen beratend und helfend zur Seite 
zu stehen, eine Fühlungnahme derselben untereinander zu vermitteln und 
größere gemeinschaftliche Aufgaben in die Hand zu nehmen. Diese Zentralen 
sollten in erster Linie die praktis A«technische Seite und die allgemeine Woh« 
nungsreform, dann aber auch die ästhetische Seite fördern. 

These 7: Um die Bewegung in Fluß zu bringen und nach Möglichkeit 
helfend und organisierend einzugreifen, wird ein Aussdiuß eingesetzt, der aus 
Vertretern der hauptsächlich in Frage kommenden Stellen und Organisationen 
besteht. 

Es wurde ein Ausschuß von 35 Personen gewählt, dem eine ganze 
Reihe von Werkbundmitgliedern angehört. Dieser Ausschuß wählte eine 
Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Professor Albrecht, dem Leiter der 
Zentralstelle, Professor Seeßelberg als zweitenVorsitzenden, dann gehören 
dem Ausschuß auch Oberbaurat Schmidt^Dresden, Professor Göcke«» 
Berlin, Dr. Altenrath als Schriftführer und Architekt H. Wagner»Bremen an. 



102 



Der AussAul) hat seine Arbeiten begonnen, indem er zunädist in einer 
Eingabe an die Regierungen auf die Grundgedanken seiner Existenz hin» 
weist, und gleichzeitig dafür sorgt, die Mittel zu erhalten, um die Arbeiten, 
die ihm vorsdiweben, wirklidi leisten zu können, 

WENN idi vorher auf die Gründe hinwies, die dem Deutschen Werk* 
bund die äußere Veranlassung gaben, in der Frage der Bauberatungs*» 
stellen vorzugehen, so sind es aber nocfi weitere Gründe, die die Bestrebung 
recfitfertigen. Herr Geheimrat Muthesius hat in seinem Vortrag mehrfacii die 
Tätigkeit der Beratungsstellen erwähnt, und im wesentlichen bereits die Auf« 
gaben, die die Bauberatungsstellen haben, skizziert. Ich darf aber dodi viel*» 
leidit noch einmal kurz die Ziele zusammenfassen. Drei Gesichtspunkte sind 
hier maßgebend und zwar die Erweckung des architektonischen Verstand« 
nisses beim Publikum,- die Heranziehung eines architektonischen Nachwuchses 
auch in den breiteren Schichten des Volkes, so zum Beispiel unter den Bau« 
Unternehmern und dergleichen, und endlich: das Zusammenführen von Publikum 
und Bauenden mit dem Baukünstler. 

Wie die Wege zu erreichen sind und welche als die besten und gangbar« 
sten Wege erscheinen, darüber möchte ich mich nicht aussprechen, ehe nicht 
in dem Ausschusse selber ein definitiver Beschluß darüber gefaßt ist. 

Mit dem Gesagten würde ich aber nicht glauben, meine Pflicht getan zu 
haben, wenn ich nicht noch einige persönliche Bemerkungen hinzufügen dürfte 
und dabei auf einige Gefahren hinwiese, die zum Teil sehr ernster Natur sind. 

Wir haben es hier mit einer Organisation zu tun, bei der hauptsächlich 
der Techniker mitzusprechen hat, es ist keine Domäne für Juristen und 
Verwaltungsbeamte, und so müssen wir uns dagegen entschieden 
verwahren, daß Verwaltungsbeamte beginnen, eine ästhetische 
Baupolizei einzuführen und selbst auszuüben. Ich erwähne dieses, 
weil mir Beispiele bekannt sind, wo Lanchäte mit dem Rotstift in die Zeich« 
nung hineinkorrigierten und sie änderten. Wenn sie zum Teil vielleicht 
auch ganz vernünftige Anderungsvorschläge machten, so ist ein solches Vor« 
gehen doch ein Unding und kann die ganze Bewegung nur in Mißkredit 
bringen. 

Eine weitere Gefahr liegt dann in der Organisation begründet. Zu weit« 
gehende Dezentralisation kann ebenso fehlerhaft sein, wie eine zu weitgehende 



103 



Zentralisation. Es wird immer darauf ankommen, ob und wieviel geeignete 
Künstler in dem betreffenden Bezirk vorhanden sind. Eine unkünstleriscfie 
Leitung wird viel mehr eine Gefahr wie einen Vorteil bedeuten. Wir haben 
treffliche Beispiele an den Baustellender Landwirts(fiaftskammern,diein Nord* 
deutsdbland fast alle versagen, lediglich infolge einer unkünstlerisdien Leitung. 
Eine noch weit gröl)ere Gefahr kann aber in einer falschen Auffassung der 
ganzen Arbeit liegen, wenn die Beratungsstelle zu einer ästhetischen Bau« 
polizei sich auswächst. Wir wollen und brauchen keine ästhetische Baupolizei, 
wir wollen mit unserer ganzen Tätigkeit nur das Schlimmste verhüten, dann 
haben wir unsere Pflicht getan. 



104 



DIE HÖHERE FACHSCHULE FÜR 
DEKORATIONSKUNST 

VON FRAU ELSE OPPLER« LEGBAND «-BERLIN 

Idi mödite nur einiges aus meinen Erlebnissen und Erfahrungen erzählen, die 
ich im Laufe dieses ersten Schuljahres machte, Es bot sich dabei so 
mancfier Einblick in das kaufmännische Geschmacisleben,- ich glaube, dal) 
"wir eine ganze Reihe wichtiger Vorurteile und Bedenken nicht nur hinsieht« 
licfi der Scfiüler, sondern vor allem der Aufnahme unserer Arbeit im Be« 
rufsieben der Dekorateure und der Gescfiäftsleute zu überwinden haben .*> 
Die Schüler, die teils aus dem Kaufmannsstande, oder wie es meistens der 
Fall war, aus Künstlerkreisen zu uns kommen, glauben fast immer, dal) eine 
zweimonatliche Ausbildung reidilidi genug sei, Sie werden in dieser Ansicht 
bestärkt, indem sie oft aus den Kreisen mancher Berufsdekorateure heraus 
die Tatsache hören, dal) schon mit weit kürzerer Ausbildung jungen Frauen 
und Männern der Dekorateurberuf erschlossen wurde. Viele Sdiüler kom» 
men in der Meinung, dal) sie nur ein paar Handgriffe zu lernen haben, 
um im Nu künstlerisch dekorieren zu können. Ich gebe mir nun gar nicht 
mehr die Mühe, ihnen das im Anfang auszureden, da sie in der ersten 
Woche doch nicht zu überzeugen sind, Ahtr schon nadi ein, zwei Wochen 
zeigt sich als typische Erscheinung fast regelmäßig bei allen Scfiülern eine 
starke Depression, und sie beginnen mit den Stol)seufzern, daß es dodiganz 
unmöglich sei, in achtWodien all das zu lernen, was zur Durchbildung eines 



*> Die Höhere Fadisdiule für Dekorationskunst wurde im Herbst 1910 vom Deutschen Werk- 
bund, dem Deutsdien Verband für das kaufmännische Unterricttswesen und dem Verband Berliner 
Spezialgesd)äfte gegründet. Das Kgl. Ministerium für Handel und Gewerbe in Berlin bewilligte ihr 
eine staatlidie Beihilfe. Direktor der Sdiule ist seit dem 1. Januar 1912 Herr Albert Reimann. Der 
Deutsdie Werkbund überwacht gemeinsam mit dem Verband Berliner Spezialgeschäfte die Leitung der 
Höheren Fachschule durch ein Kuratorium, dem die Herren Geheimrat H. Muthesius, Prof. Peter 
Behrens, Prof. Theo Sdimuz-Baudiss, Prof. Alfred Mohrbutter, Ridi. L. F. Sdiulz, P. Jobs. Müller und 
der Gesdiäftsführer des DWB. angehören. Die Mitglieder des Deutsdien Werkbundes erhalten bei der 
Ausführung von Aufträgen eine Preisermäßigung von 15 v. H. Für die Angestellten von Werkbund- 
firmen ermäßigt sidi das Schulgeld für die Unterrichtskurse um 15 v. H. 

Auskunft erteilt die Leitung der Höheren Fadisdiule für Dekorationskunst, Berlin W. 30, Lands» 
huter Straße 38. <Anm. d. H.) 



105 



in unserem Sinne guten SAaufensterdekorateurs notwendig ist. Leider ge* 
statten ja au A in der Mehrzahl der Fälle die finanziellen Verhältnisse des ein- 
zelnen Schülers keine gröl)ere Ausdehnung der Unterrichtsdauer, so dal) für 
uns die Aufgabe lediglich darin bestehen kann, in großen Zügen dem Ein« 
zelnen klar zu madhen, worauf es bei den Bestrebungen unserer Fadisdiule 
eigentlich ankommt. Ihr künstlerisches Gewissen muß ihnen so gesdiärft werden, 
dal) sie selber spüren, was sie in der weiteren praktischen Arbeit als Deko* 
rateur an tedinisdier Sicherheit und technischem Raffinement durch unablässige 
Übung hinzuzulernen haben. So sehr wir diese durch Zeitmangel entstehen« 
den Unvollkommenheiten selbst bedauern, so sicher sind wir in dem frohen 
Gefühl, dal) mit wenigen Ausnahmen fast jeder Schüler uns verläßt mit einer 
ausgesprochenen Begeisterung für die ihm wichtig scheinende Mission, die er 
als Förderer und Erzieher des Geschmacks leisten kann und muß. 

Aber fast regelmäßig erhalten wir dann von -diesen Schülern aus ihrem 
Berufsleben Briefe mit Schilderungen, wie unendlich schwierig es ist, als Ein« 
zelner gegen veraltete Anschauungen der üblichen Dekorateure und vieler 
anderer Angestellter durchzudringen. Was an unserem jungen Menschenma« 
terial, das wir in kurzer Zeit zu einer relativen Höhe bringen, bildungsfähig 
ist, hat einen harten Kampf in der nivellierenden Geschäftspraxis zu bestehen. 
Und da bin ich der festen Überzeugung, daß wir unsere Kurse eigentlich er« 
weitem und den Chefs der meisten Firmen zunächst einmal selber in allen 
ästhetischen Fragen Unterricht erteilen müßten. Sie glauben gar nicht, wie 
ungeheuer groß das Vorurteil bei einem bedenklich hohen Prozentsatz von 
Kaufleuten gegen unsere Bestrebungen noch immer ist, Sie glauben gar nicht, 
wie schwer ein Chef, dessen Kenntnisse und Erfolge auf rein kaufmännischem 
Gebiet glänzend sind, in seinen ästhetischen Anschauungen, die er mit der 
Sicherheit eines Chefs vertritt, zu widerlegen ist. Dabei ist die Unsicher« 
heit trotzdem noch ojft genug herauszuspüren. Haben wir z. B. ein Fenster 
irgendwo dekoriert, so bekommen wir nach der Fertigstellung auf unsere 
Frage, wie ihm das Fenster gefällt, sehr häufig die Antwort: »O, sehr gut, 
aber ich muß doch erst hören, was die Konkurrenz dazu sagt«, worauf ich dann 
sofort lächelnd einfalle, daß ich heute schon weiß, daß die Konkurrenz es sicher« 
lieh nicht gut finden wird. Freilich nicht nur die Konkurrenz, denke ich mir im 
stillen, sondern audh der Dekorateur, der bis dahin in diesem Hause die Fenster 
zu dekorieren pflegte. 

106 



Hier liegt das andere Übel, von dem ich vorhin sprach. Wenn ein Ange^- 
stellter mir im Laufe unseres Arbeitens erzählt, dal) er seit 10 oder 20 
Jahren in dieser Branche Fenster zu dekorieren pflege, hier und da grol)e Er« 
folge mit seinen Aufbauten gehabt habe, so weil) ich von vornherein, dal) 
unsere Arbeit, mag sie auch noch so gut sein, keine Anerkennung findet. 
Dieser langjährige Dekorateur geniest dann bei seinem Chef, noch dazu, wenn 
dieser in seinem Geschmacke unsicher ist, vollständiges Vertrauen und Ge« 
hör. Er kann es daher durch dauerndes Reden und Urteilen dahin bringen, 
dal) unsere Autorität den kürzeren zieht. Um der guten Sache willen, die 
wir alle vertreten, bedaure ich diese Dinge aufs lebhafteste. Nun, ich bin 
infolgedessen auch recht diplomatisdi geworden. Ich frage gleich anfangs: »wer 
hat denn bei Ihnen bis jetzt die Fenster dekoriert?« und suche mich sofort 
mit dem Betreffenden gut zu stellen, lediglich um unserer Sache zu nützen. 
Da^ uns das nicht immer gelingt, dafür könnte ich Ihnen viele, überaus 
dbarakteristische Beispiele erzählen. Ich mödite nur einige Fälle heraus« 
greifen. Wir hatten den Auftrag, die Waren einer grol)en Trikotagen« 
firma in der Dresdener Hygiene« Ausstellung aufzustellen. Ich machte zwei 
Skizzen, legte sie dem Fabrikanten vor, der sie genehmigte, und fing nach 
langen Vorarbeiten und Verhandlungen mit zweien meiner Schüler den 
Aufbau an. Wir brauchten allein P/2 Pfiind Stecknadeln, um all diese 
Leibbinden, Puls« und Kniewärmer, Jägerhemden, Schweil)socken und andere 
unaussprechliche Dinge aufzubauen, und wurden in dieser künstlerischen Be« 
schäftigung dadurch gestört, dal) eine grol)e Kiste, die von Berlin aus mit 
68 Kleiderständern für Sweater abgeschickt war, in dem Tohuwabohu der 
Ausstellungshalle verloren ging. Wir konnten unsere Arbeit, bevor die neuen 
Ständer angefertigt waren, nicht vollenden und reisten, um nicht zuviel Zeit 
zu verlieren, zunächst nach Berlin zurück, mit der Absicht, nach Fertigstel« 
lung der Ständer unsere nach vorgelegten Skizzen genehmigte Dekoration 
zu vollenden. Kaum in Berlin angelangt, erhielt ich ein im Tonfall höchst 
charakteristisches Telegramm mit der freundlichen Nachricht, dal) auf die 
Fertigstellung unserer Dekoration verzichtet würde. Es folgte ein Brief mit 
der Mitteilung, dal) nach Ansicht von Fachkollegen der Autbau absolut nicht 
dem entspräche, was für solche Ausstellungen üblich sei. 

Ja, was war denn nun eigentlich inzwischen geschehen? Es hatte besonderes 
Mißfallen erregt, da^ ich mich weigerte, ein Plakat anzubringen, das in fürchter« 



107 



lidier Ölmalerei die goldhaarige Lorelei auf ihrem Felsen darstellt, zu Fül)en 
den öligen Rhein, diese Lorelei, die zur Schutzheiligen eines Trikotagenar» 
tikels erkoren war, der ihren Namen führt. Man mag ja irgendweldieWoIU 
waren auf den Namen Lorelei taufen, idi hatte es für riditiger gehalten, von 
einem Künstler wie Julius Klinger in Berlin zwei Plakate madien zu lassen, 
die in guter leserliAer Schrift und klarer Anordnung deutlich und zugleich 
künstlerisch für die Firma Reklame machten. Von diesen Plakaten wollten 
irgendwelche Beurteiler, besonders ein Reisender, die die Entschlüsse der 
Trikotagenfirma zu beeinflussen verstanden, nichts wissen. Sie setzten die 
Anbringung ihrer poetischen Lorelei durch, ahnten gar nidht, dal) unsere 
unfertige Dekoration überhaupt vor ihrer Fertigstellung nicht beurteilt werden 
durfte, und wußten es dahin zu bringen, daß nun die ganze Trikotagenherrlichkeit 
im Loreleistil die Dresdener Hygiene*» Ausstellung ziert. Vielleicht sehen Sie 
sich in diesen Tagen einmal draußen in der Halle an, was nun ein viel» 
beschäftigter Ausstellungsdekorateur zur vollen Zufriedenheit seines Chefs 
aus diesen Dingen gemacht hat. Er hat die Lorelei aufgehängt. Er hat aus 
Watte aus dem neun Quadratmeter großen, also sehr beschränkten Raum, 
eine Rodelbahn errichtet, auf der ein Rodelschlitten hinunterfährt, bemannt 
mit einem in Sportkostüm gekleideten Skifahrer. Er hat neben der RodeU 
bahn aus Watte einen Streifen Sand gestreut, damit ein Radfahrer auf einem 
Rade radeln kann. Er hat einen See aus Spiegelglas geschaffen, auf dem 
künstliche Wasserrosen und Schilf wachsen. Er hat eine Brücke gebaut, 
unter der ein Kahn sichtbar wird, in dem eine Ruderin sitzt, und er hat, da 
er ja auch Trikotagen ausstellen mußte, den See und die Wasserrosen be« 
nutzt, um allerhand Trikotagen hinaufzupflanzen. Vielleicht genügt diese 
eine Schilderung, um zu beweisen, gegen was wir anzukämpfen haben. 
Das eine freilich vermute ich im stillen: Wenn wir für einen Schaufenster- 
Wettbewerb unsere in Skizzen vorgelegte Dekoration für diese Firma hätten 
ausführen können, hätten wir zweifellos einen Preis dafür erhalten, und dann 
wäre der Chef der erste gewesen, der uns als Dekorationskünstler in schmeicheU 
haften Worten gepriesen hätte. Es gibt glücidicherweise Geschäfte, in denen 
man uns wie Zauberer ansieht, die aus Waren, die bis jetzt als undekorierbar 
galten, etwas Wunderschönes schafften. Solche Fälle entschädigen uns dann 
reichlich für die vielen Unannehmlichkeiten, die manchmal einen humoristischen 
Beigesdhmacic annehmen. So ist es mir selbst in Dessau passiert, daß midh ein 

108 



Fleisdiermeister hinausgeworfen hat, trotzdem Idi ihm mit grol)er Selbstüber- 
windung einen halben Tag lang seine Würste und Schinken im Auftrage des 
Anhaltisdien Kunstvereins dekoriert hatte. Bs blieb mir an diesen resoluten 
Sdiweinesdiladiter keine andere Erinnerung, als der Geruch seiner Waren, 
den ich mit allen Wohlgerüdien Arabiens drei Tage lang nidit von den 
Händen wegbekam, 

Solcfi lustige Zwischenfälle sind leider nur selten, und wir müssen im AlU 
tagskampf immer wieder betonen, wie stark die Anschauungen auseinander« 
gehen, und wieviele Jahre es noch dauern wird, ehe man unsere Absichten 
einmal objektiv würdigt und versteht. Es liegt ja auf der Hand, dal) die Schule, 
die der Förderung des Geschmacks unter den Kaufleuten dienen will, solch dau= 
ernde Gegenarbeiten in aller Sicherheit und Ruhe hinnehmen mul). Immer wieder 
müssen wir in die Höhle des Löwen eindringen und in direkten Verkehr mit 
bildungsbedürftigen kaufmännischen Elementen treten, 

DER Deutsche Werkbund hat die Bedeutung der Schule, die ja weit 
über das blol)e Dekorieren hinausgeht, anerkannt, indem er bei ihrer 
Gründung sich mit zwei so grollen Verbänden wie dem Verband Berliner 
Spezialgeschäfte und dem Deutschen Verband für das kaufmännische Untere 
richtswesen. Braunschweig zusammentat. Aber ich glaube, es darf damit 
nicht genug sein. Vor wenigen Tagen las ich in einer Braunschweiger Zei» 
tung, dal) dort nächstens ein Schaufensterwettbewerb stattfinden soll, in 
dessen Ehrenkomitee die dortigen Vertreter unserer Schule sitzen. Unter den 
Bedingungen des Wettbewerbs steht jedoch, dal) sich nur ortsansässige De* 
korateure beteiligen dürfen. Ich glaube, daß eß hier nur der nachdrücklichen 
Forderung des Braunschweiger Verbandes bedurft hätte, um in einer so ge«- 
schäftstüchtigen Stadt unserer Schule ideelle und materielle Unterstützung 
durch Beteiligung an dem Wetthewerb zu verschaffen. Ich bedaure solche na» 
türlich absichtslos bestehenden Unterlassungen umsomehr, als ich sehe, wie 
wir in anderen Städten von Korporationen, die an sich nichts mit der Schule 
zu tun haben, herbeigeholt werden. So hatte der Anhaltische Kunstverein 
mich aufgefordert, mit meinen Schülern 15 mustergültige Fenster verschie*^ 
dener Branchen in Dessau zu dekorieren. Der kleine Kunstverein opferte 
große Mittel, um den Dessauer Geschäftsleuten und Dekorateuren zu zeigen, 
worauf es eigentlich ankommt. Es schloß sich an diese Dekorationen ein er*f 



109 



läuternder Vortrag, und jetzt wird dann von den Dessauer Geschäftsleuten 
ein Wettbewerb veranstaltet unter sadikundiger Jury. 

Solche Erfolge ermuntern uns genau so, wie es indirekt auch das in Mode 
gekommeneBestehlen unserer gutenScbaufensterdekorationen tut. Es liegt zwar 
nichts Erfreuliches, aber doch eine Anerkennung darin, dal) auswärtige Firmen 
fast regelmäßig ihre Dekorateure nach Berlin schichten, um sidi die Berliner 
Fenster zwecks mehr oder minder genauer Nachahmung anzusehen. Ja wir 
haben sogar naive Anfragen erhalten mit der Bitte um Mitteilung, wann Fenster 
von uns zu sehen wären, um dann Dekorateure nadi Berlin zu scbicken. 
Schreiben wir dann aber den Firmen, ob es nicbt besser wäre, die auswar*» 
tigen Dekorateure zu uns zu schicken, damit sie es lernen, selbst gute Fenster 
zu sdiaffen, so versagen die meisten. 

So mag im letzten Grunde das, was ich hier aus der Praxis eines Winters 
flüchtig vorbringe, wohl etwas pessimistisch erscheinen, aber ich glaube, dal) 
wir nicht zu verzagen braucfien. Wir stehen in einem Kampf, der sidi hinter 
den Sdiaufenstern abspielt, der aber deshalb nicfit weniger leidenschaftlich ist 



iiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiuuuiin 

HO 



riiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin:iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 

DIE SCHWERE INDUSTRIE 
UND IHRE WERBEMITTEL 

VON WILLI ROERTS-HANNOVER 

DIE vornehmsten Werbemittel der Industrie sind natürlidi ihre Erzeug»» 
nisse, sofern sie im besten Sinne den Anforderungen des Marktes 
genügen. Kaum weniger wichtig allerdings sind die papierenen Werbe« 
mittel: das Inserat, das Flugblatt als Zeitungs« oder Briefeinlage und das 
Plakat. Diese drei ertüllen ihren gemeinsamen Zweck auf ganz versdhiedene 
Weise. 

Das Inserat, gleichviel ob für Fach« oder Tageszeitungen bestimmt, mu^ 
gesdiicit abgefaßt werden, durch ein wohlüberlegtes packendes Schlagwort, 
durch ein gut gezeidinetes Bild oder durcii eine sonstige Eigenart auffallen, 
es muP gut durdidacht sein, wenn es im Gedädhtnis des Beschauers haften 
soll. Auch die Nachbarschaft des betreffenden Inserats ist widhtig. Sind zum 
Beispiel lauter schwere Umrahmungen in der Nähe, dann wird unter Um« 
ständen das allereinfadiste Satzinserat den Anziehungspunkt bilden. Ist viel 
unruhiges Zeug vorhanden, so wird der in klaren Linien gezeichnete ruhige 
Entwurf Eindrucke machen. Es ist deshalb von Fall zu Fall zu überlegen, wie 
das einzelne Inserat am günstigsten wirkt,- ein Schema dafür gibt es nicht. 
Besonders wirksame Inserate verlocken zur Nachahmung, ja es gibt nichts 
wirksameres als eine Anzeige, deren Text und Form nachgeahmt wird,- den 
Schaden trägt in diesem Falle eigentlich nur der Nachahmer. Denn in erster 
Linie wird die Anlehnung an ein anderes Inserat an jenes erinnern und somit 
für andere Reklame machen. 

Jedes Inserat mu^ durch seinen Eindruck einen ganz bestimmten Inhalt 
charakterisieren. Tut es das, so wird es sich stets von anderen abheben. Da 
genügt es natürlich nicht, die Firma in Riesenlettern obenan zu setzen, auch 
wenn sie noch so alt ist, sondern das Erzeugnis, etwa die Maschine, mulj 
in den Vordergrund gestellt werden, ihre packende Form mul) sich dem 
Suchenden ohne weiteres bemerkbar machen. Fesselt den Beschauer erst das 
Bild oder das Schlagwort, dann sucht er ganz gewi^ nach dem Hersteller, 
auch wenn sein Name noch so bescheiden dort steht, wo erstehen mu^: am 



111 



Fu^e des Bildes. Sind etwa die Anzeigen einer tecfiniscfien FadizeitsArift 
derart abgefaßt, so braucht der Interessent den Inseratenteil nur leidit durch 
die Finger laufen zu lassen, und im Augenblick findet er das Gesuchte, selbst 
wenn der Anhang hundert und mehr Seiten Anzeigen enthält. Steht aber über 
jedem Inserat die Firma in Riesenbuchstaben obenan und darunter alle Rr* 
Zeugnisse der Reihe nach bis auf das kleinste aufgeführt, dann kann einer 
das ganze, mit und ohne Schablonenumrahmung versehene Firmenregister 
stundenlang aufmerksam durchblättern, ohne das Gewünschte zu finden, weil 
er jedes einzelne Inserat durchsehen mul)! -' Ist es da nicht ratsam, stets nur 
eine Maschine, jedesmal nur ein Erzeugnis für sich anzuzeigen, von Fall 
zu Fall als Spezialist aufzutreten und öfter zu wechseln, statt immer wieder 
dasselbe, nichtssagende Verzeichnis zu bringen. Wie abwechslungsreich und an= 
regend würde dadurch der trotz vieler ganzseitiger Inserate oft so ermüdende 
Anzeigenteil mancher Zeitschriften gestaltet! Dabei würde der Erfolg der 
Inserenten wie der Zeitschriften ein bedeutend größerer sein. Man hört so oft 
klagen über den geringen Erfolg in der und jener Fachzeitschrift. Das liegt 
aber in 95 von 100 Fällen nicht an dem Blatte, sondern am Inserenten selbst, 
weil seine Anzeigen den übrigen auf ein Haar gleichen, weil sie nicht urwüchsig 
genug sind und deshalb sang» und klanglos verschwinden. So hat zwar die 
inserierende Firma die Anzeige selbst entworfen, dafür aber viel Geld nutz» 
los vertan, das unter Mitwirkung eines künstlerischen Beraters Erfolg und 
Nutzen abgeworfen hätte. 

Mit dem Flugblatt hat es die gleiche Bewandtnis. Es ist wertvoll als 
Pionier für ein wirklich gutes Erzeugnis, denn nur solche kann man mit Er» 
folg anpreisen. Es kann, geschiciit entworfen und vornehm ausgestattet, von 
bedeutender Wirkung sein, sei es als Briefeinlage oder als Zeitungsbeilage. 
Dadurch, da^ es sich dem Leser gewissermal)en persönlich vorstellt, wirkt es 
ja unter allen Umständen unmittelbarer. Es hat außerdem den grollen Vorzug 
der Farbenfreudigkeit. Wenn es dem Empfänger angenehm auffallen will, so 
mu() es schon von Künstlerhand entworfen und ausgestattet sein. Ein zwei» 
oder gar vierseitiges Flugblatt ist meist Papierverschwendung, weil gewöhn» 
lieh die eine Seite die Wirkung der anderen herabsetzt. Ist die Titelseite gut, 
dann sind oft die anderen Seiten überflüssig. 

Das Plakat kann ebenfalls ein ausgezeichneter Werber sein. Ist der Kunst» 
ler beim Inserat nur auf Schwarz »Weil), beim Flugblatt auf zwei bis drei 



112 



Farben angewiesen, so kann er beim Plakat mit vier bis sechs Farben arbeiten, 
also eine viel stärkere Wirkung erzielen und damit auch den Eiligsten für 
einen Augenblick in den Bann einer Vorstellung zwingen. Hat ein Plakat bei 
sachlicher Kürze die bei den Inseraten und Flugblättern erwähnten guten 
Eigenschaften, dann hat es als Werbemittel einen unschätzbaren Wert. 

Alle drei Werbemittel tun, wenn sie gut sind, jedes für sich oder auch zu* 
sammen, ihre Schuldigkeit,- sie regen an und veranlassen den Interessenten 
zur Anfrage. Dann tritt der Fall ein, dal) man dem Anfragenden eine Preis« 
liste oder einen Katalog, von einem sadhilich klaren, kurzen Brief begleitet, 
hinschickt. Es ist deshalb Grundbedingung, dal) auch die Preisbüdber und 
Kataloge in einfadhem, aber anständigen Gewände erscheinen,- sind sie doch 
die Vertreter, oder, wie der Holländer sagt, »de Vertegenwoordiger« ihrer 
Firma. 

Auch beim Katalog mul) Gediegenheit, sachliche Kürze an Inhalt und 
Ausstattung der Grundsatz sein. Das zuerst ins Auge Fallende sei nicht 
die Firma, sondern das, was man anbietet. »Dampfmaschinen«, »Kon« 
struktionsstahl« in schöner, zum Umschlag oder bei starken Büchern zum 
Einband passender Farbe und Umrahmung. Jedenfalls sollte auch der Buch« 
schmuci von einem mit der Großindustrie vertrauten Künstler individuell ge« 
zeidhnet werden, Idi sage nicht ohne Absicht von einem mit der Großindustrie 
vertrauten Künstler. Die Erfahrung zeigt, daß selbst manche unserer besten 
Plakatkünstler versagen, wenn sie für die Großindustrie ein Plakat schaffen 
sollen, einfach weil sie niemals das Erzeugnis genau betradhtet haben. Da ist 
es natürlich ausgesdilossen, etwas Charakteristisches zu liefern, umsomehr 
als die Großindustrie ernster genommen werden will, wie etwa die Genuß« 
mittelindustrie und deshalb ein Studium, ein Sichvertiefen in die Sache be« 
ansprucht. Für die innere Ausstattung genügt keinesfalls der schöne Um« 
schlag allein, denn schlechte Ausstattung, mangelhafter Druck auf minder« 
wertigem Papier bringt dem Empfänger stets Enttäuschung statt Anregung 
und wirkt wie der Besuch eines Vertreters im eleganten Zylinder und Über« 
zieher und ausgefranster, schmutziger Wäsche und schiefen Absätzen. Die 
Form des Inhalts regelt sich von selbst. Ein Werdegang des darzustellenden 
Erzeugnisses an Hand lehrreicher, guter Photographien, das ist fast unter allen 
Umständen wertvoll,- er überzeugt, weil er die Leistungsfähigkeit des Fa« 
brikanten ins rechte Licht stellt, er klärt auf, weil er dem Käufer zeigt, 

7 JahrbuA I 

«3 



wie und unter weldien oft sdiwierigen Verhältnissen z, B. die Nähnadel ent« 
steht. Solche Aufklärung an Hand lebenswahrer Innenaufnahmen kann nur 
günstig auf die Verkaufspreise einwirken. Dem aufklärenden Teil folgen die 
einzelnen Gattungen des Erzeugnisses, durch Autotypien dargestellt, und end» 
licii, wo dies angängig ist, einzelne Masdiinen oder ganze gelieferte Einrich- 
tungen im Betriebe vorgeführt. Das hat großes Interesse, weil es in vieler Hin« 
sidit lehrreicli sein kann. Es ist ratsam, Kataloge und Listen stets im Hochfor- 
mat herzustellen. Sie werden so unter allen Umständen ernster genommen als 
ein Bilderbuchformat und können in jeder Bücherei untergebracht werden. 

Der vornehme Katalog ist geradezu berufen, die Nörgler, die in jeder Fabrik 
eineVerschandelung der Landschaft, in jeder Gießerei nur Schmutz und Krank- 
heitsherde sehen, umzustimmen und aufzuklären, wenn er lebenswahre Mo- 
tive aus der Industrie bringt, die oft in der Tat so schön sind, da^ sie einen 
Meunier, einen Menzel begeisterten. 

Referenzenlisten aufzuführen halte ich für taktisch falsch. Sie geben nur dem 
Mitbewerber auf dem Weltmarkt Anhaltspunkte und ein sonst meist schwer 
zu erlangendes Adressenmaterial, sie spornen den Gegner geradezu an, und 
das kann doch niemals der Zweck des Werbemittels sein. 

Preisbücher, im allgemeinen kürzer, sachlicher gehalten als dererschöp« 
fende Katalog, können in Ausstattung und Material einfacher gehalten werden, 
dürfen indessen bei aller Sparsamkeit die vornehme Wirkung nicht entbehren, 
wenn auch sie werben sollen. 

Endlich die sogenannten kaufmännischen Formulare: Briefbogen, Brief- 
umschläge, Geschäfts- und Besuchskarten bis zur Paketadresse. Sie alle sind 
berufen, wenn auch im kleinen, mit werben zu helfen. Deshalb dürfen auch 
sie nicht überladen oder minderwertig wirken und müssen eine künstlerische 
Hand verraten. 

Die heimische Großindustrie versendet ihre Kataloge und Drucksachen in 
die ganze Welt. Das sollte ihr größter Ansporn sein, die Werbemittel voll- 
endet künstlerisch auszustatten, damit sie dem Ruf solcher Weltfirmen Ehre 
machen. Sie sind dann nicht nur in materieller, sondern auch in kultureller 
Hinsicht wertvoll, denn sie fördern Klarheit und Schönheitssinn. 



114 



iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiHiiuRiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiuiiiiiiiiiiinii»^ 



VERZEICHNIS DER KÜNSTLER 



Adler, Fr. 


69, 107 


Huber, Anton 


20 


Amberg, Adolf 


57 


Jaeder, W. 


95b 


Arndt, Paul 


83 


Kahlbrand, Albert 


75 


Behrens, Peter 


2,3,64,65,66,67,68,104 


Kersten, Paul 


83 


Belling, Willy 


106 


Klein, Cesar 


42 


Bernhard, Lucian 


84,97 


Kleukens, F.W. 


95a, 95b 


Bertsdi, K. 


29 


Klinger, Julius 


85 


Beutinger 'S) Steiner 


18, 27, 102, 106 


Kodi, Rudolf 


98, 99 


Bonatz, Paul 


4, 93 


Krause, Charlotte 


62 


Bosselt, Rudolf 


47,81 


Kreis, Wilhelm 


1, 31 


Cissarz, J. V. 


82 


Kuebart, Carl 


18 


Dülfer, Martin 


94 


Kuöhl, Ridiard 


55 


Eberhardt, Hugo 


5 


Kusdie, Alfred 


53, 75 


Eeg, Carl 


104 


Läuger, Max 


60, 103 


Heg, Carl, und Ed. Runge 49 


Lauweriks, J. L. M. 


70 


Ehmdie, RH. 


82, 96 


Lohse, Rudolf 


83 


Ehrenlediner, H. 


70 


Mendelssohn, Georg 


76 


Erler, Fritz 


39 


Menzel, O. 


49 


Erlwdn, Hans 


7 


Mittag, H. 


108 


Feller, Mathias 


6 


Müller, Albin 


33, 61, 104 


Fisdier, Theodor 


8,9 


Münzer, Adolf 


41 


FritzsAe-FIad 


56 


Muthesius, Hermann 


14, 15, 35, 74 


Geßner, Albert 


11 


Neureuther, Chr. 


61 


Gildemeister, Fr. 


27 


Neuwirth, Rosa 


58 


Grenander, Alfred 


10 


Niemeyer, A. 


102 


Gropius, Walter 


30 


Nigg, F. 


107 


Groß, Karl 


49, 50, 51, 71, 72, 73 


Paffendorf, L. 


35, 106 


Großmann, J. P. 


26 


Poelzig, Hans 


16, 19 


Gußmann, Otto 


38, 88 


Powolny, Midiael 


58, 59 


Heidridi, Max 


34 


Riegel, E. 


57 


Hempel, Osvrin 


31 


Riemersdimid, Ridiard 21, 22, 


36, 37, 63, 106 


Henker, Karl Ridiard 


76 


Roerts, Willi 


86 


Herting, Georg, Prof. 


109 


Rößler, Paul 


43 


Hirsdi, Hugo 


57 


Sdinadcenberg 'S) Siebold 


20 


Hoftmann, Josef 


12, 13, 68, 90, 104, 105 


Sdineidler, F. H. Ernst 


87 


Högg, E. 


48 


Sdiulz, Karl 


44 


Höhndorf, Fritz 


48 


Sdiulz, Ridi.L.F. 


78 


Hubatsdi 


56 


Sdiumadier, Fritz 


23 



»5 



Sdiwarz, Karl 
Seyffert, Oskar 
Seyfried, E, 
Siebrecht, Karl 
Sonnenschein, A<J. 
Steiner-Prag, Hugo 
Sutter, Conrad 
Taut, Bruno 
Tessenow, Heinrich 
Tiemann, Walter 



46 


von Trott zu Solz, Marie 




70 


52 


van de Velde, Henry 


25,26, 


28,79, 105 


103 


Wacierle, Josef 




45, 56 


109 


Wagner, H. 




24 


48, 78 


Waldschütz, Richard 




92 


81, 82 


Weiße, Franz 




83 


54 


Wimmer, Eduard Josef 




89 


24 


Witzmann, Kar! 




32, 91 


20, 94 


Wynand, Paul 




62 


98,99 









VERZEICHNIS 
DER AUSFÜHRENDEN FIRMEN 



Allgem. Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin 66,67, 68 
Bauersche Gießerei, Frankfurt a. M. 87 

Bergner 'S) Franke, Weimar 74 

Bruckmann, F., 'S) Söhne, Heilbronn 

a. Nedcar 69, 70 

Cakes-Fabrik H.Bahlsen, Hannover 108, 109 
Delmenhorster Linoleum-Fabrik, Anker- 
Marke, Delmenhorst 104, 105 
Deutsche Linoleum- Werke Hansa, 

Delmenhorst 106, 107 

Deutsche Werkstätten für Gartenkunst, Berlin 26 
Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst, 

Hellerau 29 

Donnersmarck-Hütte, Zabrze 19 

Edchart 'S) Gojert, Berlin 40 

Ehrenlechner, Hermann, Dresden 71 

Erismann 'S) Co., Breisadi 102, 103 

Flinsch, Schriftgießerei, Frankfurt a. M. 96, 97 
Heinersdorff, Gottfried, 'S) Co., Berlin 42 

Heinze, J. Theodor, Juwelier, Dresden 73 

Hessische Spielsachen -Werkstätte, Burg 

Breuberg, Odenwald 54 

Hyll 'S) Klein, Barmen 100 

Gebr. Klingspor, Schriftgießerei, Offcnbach a. M, 

98,99 



Masdiinenfabrik Augsburg -Nürnberg 

A.-G., Werk Gustavsburg 17 

Müller, Theophil, Werkstätten für deutschen 

Hausrat, Dresden 30 

Müller, Th., Weimar 79 

Poellath, Carl, Schrobenhausen 77 

Porzellan-Manufaktur, Kgl., Berlin 56, 57 

Porzellan-Manufaktur, Kgl. Nymphenburg 56 
Sachs. Heimatschutz, Dresden 52 

SAulz, Rieh. L. F., Berlin 80 

Seifert, K. A., Mügeln bei Dresden 73 

Stadler, Bernard, Werkstätten, Paderborn 34 
Steinzeugwerke Höhr-Grenzhausen 62, 63 

Stempel, D., Sdiriftgießerei A.-G., Frank- 
furt a. M. 95a, 95b 
Tonwerke Kandern 60 
Urban, Bruno, Glasmalerei, Dresden 44 
Vereinigte Werkstätten für Kunst im 

Handwerk, Bremen 31, 45 

Wäditersbadier Steingutfabrik 57, 61 

Wagner, Günther, Hannover 101 

Weinsdienk, Heinridi, Kunstgewerblidie 

Werkstätte, Karlsruhe 53 

Wiener Werkstätte 68 

Wiesbadener Gesellsdiaft für Grabmalkunst 46, 47 



iiniiiiiniiiniiiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiininiiiiiiiiiiiiiniiiininiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiinniniiiiiiiiiiliiiifliiiiin 



ii6 



ABBILDUNGEN 

BAUKUNST / INNENAUSSTATTUNG 

DEKORATIVE MALEREI UND PLASTIK 

KERAMIK/ METALLARBEITEN/GRAPHIK 

HANDZEICHNUNGEN / FLÄCHEN^ 

ORNAMENTE 




MAUSOLEUM 



ARCHITEKT : 
WILHELM KREIS 
DÜSSELDORF 



NEUBAUTEN 

DER 

ALLGEMEINEN 

ELEKTRICITäTS- 

GESELLSCHAFT 

BERLIN 




'ISBBtilÜLüuMli 



ARCHITEKT: 

PETER 

BEHRENS 

NEUBABELSBERO 





HAUS SCHRÖDER 
GARTEN- 
VORSTADT 
HAGEN I.W. 



J»--:«Bt«:'.?«l 



.M 



ARCHITEKT: 
PETER BEHRENS 
NEUBABELSBERG 



3 



SEKTKELLEREI 
HENKELL 
BIEBRICH 



F -• ' ^irrv . 



ARCHITEKT; 

PAUL BONATZ 

STUTTGART 





GESCHÄFTSHAUS 

IN 

OFFENBACH A. M. 



ARCHITEKT: 
HUGO 
EBERHARDT 
OFFENBACH A.M 



5 



GARAGE FÜR 

2 AUTOMOBILE 

HAUS F. 

IN AGRAM 







ARCHITEKT: 

MATHIAS FELLER 

MÜNCHEN 






.*V^^"'*..v... 








GASWERK REICK 
BEI T)RESDEN 



ARCHITEKT-, 
HANS ERLWEIN 
DRESDEN 



7 



OARNISONKIRCHE 

IN ULM 



ARCHITEKT: 

THEODOR FISCHER 

MÜNCHEN 




8 




INNERES 
DER 

OARNISONKIRCHE 
IN ULM 



ARCHITEKT: 
THEODOR FISCHER 
MÜNCHEN 



9 



VERWALTUNGS- 
GEBÄUDE 
DER FIRMA 
L. LÖWiE^^ta 
BERLIN 



ARCHITEKT: 

ALFRED 

GRENANDER 

BERLIN 




lO 




\RCHITEKT: 

BERT GESSNER 
CHARLOTTEN' 
BURG 



11 



VILLA AST 
GARTENSEITE 
HOHE WARTE 

BEI WIEN 




ARCHITEKT: : 
JOSEF 1 

HOFFMANN 
WIEN 




12 




VILLA AST 
OARTEN 




ARCHITEKT: 

JOSEF 

HOFF MANN 
WIEN 



13 



TERRASSE 

HAUS 

FREUDENBERG 

Nl KOLASSEE 



ARCHITEKT: 

HERMANN 

MUTHF^IUS 

NIKOLASSEE 




LANDHAUS 

WEGMANN 

IN RHEDE 



ARCHITEKT: 

HERMANN 

MUTHESIUS 

NIKOLASSEE 




H 




LANDHAUS 
WEOMANN 
IN RHEDE 



ARCHITEKT! 
HERMANN 
MUTHESIUS 
NIKOLASSEE 



15 



LANDHAUS 

2W1RNER 

LOWENBERG 



-FBIZ3 

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41 

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1 0^ 




1 





ARCHITEKT 

HANS POELZIO 

BRESLAU 









i6 




DRAHTSEILBRÜCKE 
ÜBER DIE DONAU 
BEI PASSAU 



ENTWURF UND 
AUSFÜHRUNG : 
MASCHINEN- 
FABRIK 
AUGSBURG- 
NÜRNBERG A.-U. 
WERK 
GUSTAVSBURG 



7 



FABRIKBAU 
IN BARMEN 



ARCHITEKT: 

CARL KUEBART 

BARMEN 




FABRIKANBAU 
DES NETTEL- 
CAMERAWERKS 
IN SONTHEIM 



ARCHITEKTEN: 
BEUTINGER 
■© STEINER 
STUTTGART 
UND 
HEILBRONN 




18 




WASSERTURM 
IN POSEN 
TREl'PK 
ZUR EMPORE 



ARCHITEKT: 
HANS POELZIG 
BRESLAU 
AUSFÜHRUNG: 
DONNERSMARCK- 
HÜTTE ZABRZE 



19 



LANDHAUS 

HANSEN 

APENRADE 



ARCHITEKT: 

ANTON HUBER 

FLENSBURG 




LANDHAUS 

INDER 

GARTENSTADT 

HELLERAU 



ARCHITEKT: 

HEINRICH 

TESSENOW 

HELLERAU 




20 




STRASSE 
IN DER 

GARTENSTADT 
HEU.ERAU 



ARCHITEKT: 
RICHARD 
RIEMERSCHMID 
MÜNCHEN 




ARBEITERHÄUSER 
IN HAGEN I. W. 



ARCHITEKT; 
KICHARD 
RIEMERSCHMID 
MÜNCHEN 



2t 



LANDHAUS IN 

HERRLINGEN 

BEI ULM 



ARCHITEKT: 

RICHARD 

RIEMERSCHMID 

MÜNCHEN 




22 




SCHWESTERNHAUS 
FÜR DAS 
EPPENDORFER 

KRANKENHAUS 



ARCHITEKT: 

PRITZ SCHUMACHER 

HAMBURG 



23 



TURBINENHAUS 

PETER HARKORT 

•aD SOHN 

LETTER A. D. RUHR 



ARCHITEKT: 

BRUNO TAUT 

BERLIN 





STRASSE DER 
ARBEITER- 
KOLONIE 
GRAMBKE 



ARCHITEKT: 

H. WAONER 

BREMEN 




24 




«•■ HAUS HOHENHOF 
BRI HAGEN 



ARCHITEKT: 

HENRY 

VAN DE VELDE 

WEIMAR 



25 



HAUS HOHENHOI- 

VERSENKTEK 

GARTEN 



ARCHITEKT: 

HENRY 

VAN DE VELDE 

WEIMAR 




GARTEN 
IN PÖSSNECK 



GARTEN- 
ARCHITEKT 
'. 1>. GROSSMANN 
BERLIN 
DEU ISCHE 
WERKSTÄTTEN 
FÜR 
GARTENKUNST 




26 




STALLGEBÄUDE 
U. GARTENPARTIE 
EINES LANDHAUSES 



ARCHITEKTEN: 
BEUTINGER 
'S STEINER 
HEILBRONN 




GARTENANLAGE 
IN BREMEN 



ENTWURF UND 
AUSFÜHRUNG : 
GARTEN- 
ARCHITEKT 
FR. GILDEMEISTER 
BREMEN 



27 



BAR- UND 

TEERAUM IM 

TENNISKLUBHAUS 

CHEMNITZ 




ARCHITEKT: 

HENRV 

VAN DE VELDK 

WEIMAR 




28 




WOHNZIMMER 



ENTWURF; 

K. BERTSCH 

MÜNCHEN 

AUSFÜHRUNG: 

DEUTSCHE 

WERKSTÄTTEN 

HELLERAU 




SCHLAFZIMMER 



ENTWURF: 

K. BERTSCH 

MÜNCHEN 

AUSFÜHRUNG : 

DEUTSCHE 

WERKSTÄTTEN 

HELLERAU 



29 



HERRENZIMMER 



ARCHITEKT: 

WALTER .OROPIUS 

BERLIN 




BÜCHERSCHRANK 



AUSGEFÜHRT VON 

THEOPHIL MÜLLER 

WERKSTÄTTEN 

FÜR DEUTSCHEN 

HAUSRAT 

DRESDEN 




30 




EMI'I-ANGSZIMMER 



ARCHITEKT: 

WILLIAM KREIS 

DÜSSELDORF 

AUSFClHRUNG: 

VEREINIGTE 

WERKSTÄTTEN 

BREMEN 




BÄRENSCHÄNKE 
IN DRESDEN 



ARCHITEKT: 
OSWIN HEMPEL 
DRESDEN 



31 



AUSSTELLUNGS- 
HALLE 



ARCHITEKT: 

KARL WITZMANN 

WIEN 




32 




ESSZIMMER 



ENTWURF: 
ALBIN MÜLLER 
DARMSTADT 



33 



HERRENZIMMER 



ENTWURF: 

MAX HEIDRICH 

PADERBORN 




ENTWURF: 
MAX HFJDRICH 



AUSFÜHRUNG: 

WERKSTÄTTEN 

BERNARD STADLER 

PADERBORN i>-^*^ 




34 




BÜCHEREI 



ENTWURF: 

). PFAFFENDORF 

KÖLN 




WOHNZIMMER 
HAUS SCHÖNSTEDT 
DUISBURG 



ENTWURF: 
HERMANN 
MUTHESIUS 
NIKOLASSEE 



35 



WOHNZIMMER 
IM EIGENEN HAUSE 



ENTWURF: 

R.RIEMERSCHMID 

MÜNCHEN 




36 




WOHNZIMMER 

IM EIGENEN HAUSE 



ENTWURF: 

R. RIEMERSCHMID 

MÜNCHEN 



37 



DECKENGEMÄLDE 

IN DER AULA DES 

KÖNIG GEORG- 

OyMNASlUMS 

ZU DRESDEN 




ENTWURF: 

OTTO GUSSMANN 

DRESDEN 




38 




— WANDBILDER 

IM BIBLIOTHEKS- 

., RAUM DER 
MQNCHENER 
KUNST- 

GEWERBLICKEN 
AUSSTELLUNG 
PARIS 1911 



ENTWURF: 
FRITZ ERLER 
MÜNCHEN 



39 



GLASFENSTER 
IM OBERLANDES- 
GERICHT 
HAMBURG 



AUSFÜHRUNOt 

ECKHART 'S GOJERT 

BERLIN 




40 




DECKENGEMÄLDE 
„SPITZEN- 
INDUSTRIE" 
IN DER HALLE 
FÜR KUNST- 
GEWERBE 

WELTAUSSTELLUNG 
BRÜSSEL 1910 



ENTWURF: 
ADOLF MÜNZER 
DÜSSELDORF 



4> 



2 GLASFENSTER 

AUSFÜHRUNG: 

GOTTFRIF,D 

HEINERSDORFF 
•S) CO. BERLIN 



ENTWURF: 

CESAR KLEIN 

BERLIN 







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ENT- 
WURF: 
M. BECH- 
STEIN 



42 




AUS DER WAND- 
BEMALUNO 
IM CHOR DER 
KIRCHE 
WEIGSDORF 



l'AUL RÖSSLER 
a DRESDEN 



GLASFENSTER 



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ENTWURF: 
PAUL RÖSSLER 
DRESDEN 



43 



KIRCHEN- 
FENSTER 



AUSFÜHRUNG: 

BRUNO URBAN 

GLASMALEREI 

DRESDEN 



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HNT- 
WURl-: 
KARL 
SCHULZ 
KUNST- 
MALER 
DRESDEN 



44 







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RAUCHERFIGUREN 
IN EINER 
KABINE DES 
NORDDEUTSCHEN 

LLoyo 




ENTWURF: 

JOSEF WACKERLE 

BERLIN 

AUSFÜHRUNG: 

VEREINIGTE 

WERKSTÄTTEN 

FÜR KUNST UND 

HANDWERK 

BREMEN 



45 



GRABMAL 



AUSFÜHRUNG: 
WIESBADENER 
GESELLSCHAFT 
FÜR GRABMAL- 
KUNST 



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AUS- 
FÜHRUNG: 
WIES- 
BADENER 
GESELL. 
SCHAFT 
FÜR 
GRAB- 
MAL- 
KUNST 



ENTWURF: 

KARL SCHWARZ 

BERLIN 










■«r^ 



AUS. 
FÜHRUN( 
WIES- 
BADENER 
nFSELL- 
sCHAFT 
1 ÜR 
GRAB. 
MAL- 
KUNST 



46 




GRABMAL 



ENTWURF: 
RUDOLF BOSSELT 
MAGDEBURG 




GRABMAL 



AUSFÜHRUNO: 

WIESBADENER 

GESELLSCHAFT 

FÜR 

GRABMALKUNST 



47 



GRABMAL 



ENTWURF: 

FRITZ HÖHNDORF 

HELLERAU 






48 




GRABDENKMAL 



ENTWURF: 
O. MENZEL 
DRESDEN 





GRABMAL 



ENTWURF; 
CARL EEG 
UND ED. RUNGE 
BREMEN 



49 



ARCHITEKTUR- 
PLASTIK 




ENTWURF: 
KARL GROSS 

DRESDEN ^ 




50 




ARCHITEKTUR- 
PLASTIK 




ENTWURF: 
KARL GROSS 
DRESDEN 



51 



ERZGEBIROrSCHES 

SPIELZEUG 

SPANKÖRBE AUS 

DEM BEZIRK 

SCHWARZENBERG 









HERGESTELLT 

UNTER LEITUNG 

VON 

OSKAR SEyPFERT 

IM SÄCHSISCHEN 

HEIMATSCHUTZ 

DRESDEN 




52 




SCHWARZ WÄLDER 
HOLZ- UND 
SPANWAREN 




I 




ENTWURF UND 

MUSTER VON 

ALFRED KUSCHE 

KARLSRUHE 

AUSFÜHRUNG: 

KUNSTGEWERBL. 

WERKSTÄTTE 

HEINR,WEINSCHENK 

KARLSRUHE 



53 



I 



SPIELZEUG 




ENTWURF; 
CONRAD SUTTER 



PUPPENSTUBE 



ENTWURF: 

CONRAD SUTTER 

HESSISCHE 

SPIELSACHEN. 

WERKSTÄTTE 

BURG BREUBERG 

ODENWALD 




54 




HOLZSPIELZEUO 




» 




ENTWURF: 
RICHARD KUÖHL 
BERLIN 



55 



\ 



MASKIERTE 



ENTWURF: 
JOSEF WACKERLE 
BERLIN 
AUSFÜHRUNG : 
KGL. PORZELLAN- 
MANUFAKTUR 
BERLIN 





BÄUERIN 



ENTWURF: 

JOSEF WACKERLE 

BERLIN 

AUSFÜHRUNG: 

NyMPHENBURG 





ENT- 
WURF: 
FRITZ- 
SCHE 
UNDFLAD 
AUS- 
FÜHRUNG: 
KGL. I'OR- 
ZELLAN- 
MANU- 
FAKTUR 
BERLIN 



56 





BIEDERMEIER 
PORZELLAN 



ENTWURF: 
HUGO HIRSCH 
WIEN 



HESS. 
BÄUERIN 





FISCHERKNABE 



ENTWURF: 
ADOLF AMBERG 
BERLIN 

AUSFÜHRUNG: 
KGL. PORZELLAN- 
MANUFAKTUR 
BERLIN 



51 



TIERFIGUREN 



ENTWURF: 

ROSA NEUWIRTH 

WIEN 



DEKORATIVE 
WEIBLICHE FIGUR 




ENTWURF: 

MICHAEL POWOLNy 

WIEN 





PUTTE 



-. ENT- 
i WURF: 
^ MICHAEL 

POWOLNl 

WIEN 




58 





DAME IM PELZ 



ENTWURF: 
MICHAEL POWOLNy 
WIEN 





WIENER KERAMIK 



ENTWURF: 
MICHAEL POWOLNy 
WIEN 



59 



KERAMIK 



ENTWURF: 
MAX LÄUGER 't 
KARLSRUHE " 




KERAMIK 


IHIHMHI 












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ENTWURF: 

MAX LÄUGER 

KARLSRUHE 

AUSFÜHRUNG: 

TONWERKE 

KANDERN 


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KERAMIK 



ENT- 
WURF; 
MAX 

LAUGER'.. 
KARLS. 
RUHE 
AUS- 
FÜHRUNG 
TON- 
WERKE 
KANDERh 



60 



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STEINZEUG 



ENTWURF; 

WÄCHTERSBACHER 

STEINGUTFABRIK 

ABTEILUNG 

CHR. NEUREUTHER 




OEFÄSSE 



ENTWURF. 

ALBIN MÜLLER 

AUSFÜHRUNG: 

WÄCHTERSBACHER 

STEINGUTFABRIK 

ABTEILUNG 

CHR. NEUREUTHER 



6l 



STEINZEUG 




ENTWÜRFE: 
PAUL WyNAND 
CHARLOTTE 
KRAUSE 
STEINZEUG- 
WERKE 
HÖHR- 
GRENZHAUSEN 




62 




KERAMIK 



1*! 




ENTWURF; 

RICHARD 

RIEMERSCHMID 

MÜNCHEN 

AUSFÜHRUNG : 

STEINZEUGWERKE 

HÖHR. 

GRENEHAUSEN 



63 



AUSSTELLUNGS- 
RAUM MIT 
METALLARBEITEN 



ENTWURF: 

PETER BEHRENS 

NEUBABELSBERG 




64 











BELEUCHTUNGS- 
KÖRPER 



i 




ENTWURF; 
PETER BEHRENS 
NEUBABELSBERG 



65 



VENTILATOREN 








ENTWURF: 

PETER BEHRENS 

NEUBABELSBERG 

AUSFÜHRUNG ; 

A. E. G. 





66 





BELEUCHTUNGS- 
KÖRPER 





ENTWURF: 
PETER BEHRENS 
NEUBABELSBERG 
AUSFÜHRUNG: 
A .E. G. 



67 



MKSSING' 
TEESERVICE 



ENTWURF: 

JOSEF HOFFMANN 

WIEN 

AUSFÜHRUNO ; 

WIENER 

WERKSTÄTTE 




ELEKTRISCHE 
KOCHER 



ENTWURF; 

PETER BEHRENS 

NEUBABEI.SBERG 

AUSFÜHRUNO: 

A. E. O. 




68 





SYNAGOGEN- 
GERÄTE 




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ENTWURF: 

FR. ADLER, HAMBURG 

AUSFÜHRUNG : 

P. BRUCKMANN 

«) SOHNE 

HEILBRONN A. N. 



69 



SILBERGERATF 



ENTWURF; 

MARIE VON TROTT 

ZU SOLZ 

AUSFÜHRUNG r 

P.BRUCKMANN 

® SÖHNi: 

HEILBRONN A, N. 




ENTWURF: 

J.L.M.LAUWERIKS 

HAGEN I.W. 



JO 




TAFELAUFSATZ 
DER STADT DRESDEN 
SILBER MIT ELFEN- 
BEINSCHNITZEREI 
KNOSPEN 
ZUM ÖFFNEN 
UND SCHLIESSEN 



ENTWURF: 

KARL GROSS 

DRESDEN 

AUSFÜHRUNG: 

GOLDSCHMIED 

HERMANN 

EHRENLECHNER 

DRESDEN 



71 



TAFELAUFSATZ 
SCHALE: SILBER 
VERGOLDET MIT 
EMAILLE 
UNTERBAU: 
GESCHNITZT IN 
POLISANDERHOLZ 
BESETZT MIT 
HALBEDELSTEINEN 
FIGUREN; ELFEN- 
BEIN GESCHENK 
DER STADT DRESDEN 
FÜR DAS 
RATHAUS CHEMNITZ 



ENTWURF: 

KARL GROSS 

DRESDEN 




72 




TAFELAUFSATZ 
GESCHENK DER 
STADT DRESDEN 
FÜR DEN 

KREUEER»DRESDEN« 
VERGOLDETES 
SILBER MIT PERL- 
MUTTER UND 
BERNSTEIN 



ENTWURF: 

KARL GROSS 

DRESDEN 

AUSFÜHRUNO: 

JUWELIER 

J.THEODOR HEINZE 

DRESDEN 




KIRCHENLEUCHTER 
BRONZE 



ENTWURF: 
KARL GROSS 
DRESDEN 
AUSFÜHRUNG: 
K, A. SEIFERT 
MÜGELN 
BEI DRESDEN 



73 



KAMIN 



ENTWURF: 

H.MUTHESIUS 

NIKOLASSEE 

AUSFÜHRUNG: 

BERGNER '©FRANKE 

WEIMAR 




BLUMENTISCH 



AUSFOHRUNO. 

BERGNER «> FR ANKF. 

WEIMAR 





TQRGITTER 



ENTWURF: 

H.MUTHESIUS 

NIKOLASSEE 

AUS' 

FOHRUNO: 

BERGNER 

'S FRANKE 

WEIMAR 



74 




HANDGETRIEBENE 
UND GRAVIERTE 
METALLARBEITEN 



ENTWURF: 
ALFRED KUSCHE 
KARLSRUHE I, B. 





WANDLEUCHTER 
UND ZINNTELLER 
HANDOETRIEBEN 



ENTWURF: 

ALBERT KAHLBRAND 

HAMBURG 



75 



LAMPEN 



ENTWURF: 

KARL RICHARD 

HENKER 

CHARLOTTENBURG 




MESSINGARBEITEN 



ENTWURF UND 

AUSFÜHRUNO 

GEORG 

MENDELSSOHN 

HELLERAU 




76 




MEDAILLEN 

IN BRONZEGUSS 



AUSFÜHRUNG! 
CARL POELLATH 
SCHROBENHAUSEN 



77 



TISCHGERÄTE 



ENTWURF: 

A. SONNENSCHEIN 

DRESDEN 




LAMPEN 



ENTWURF: 
LINKS U RECHTS: 
A. SONNEN- 
SCHEIN 
DRESDEN 
MITTE: 
RICH. L. F. 
SCHULZ, BERLIN 




78 




TEESERVICE 



ENTWURF: 

HENRY 

VAN DE VELDE 

WEIMAR 

AUSFÜHRUNG: 

TH. MÜLLER 

WEIMAR 




ESSBESTECK 



ENTWURF: 

HENRy 

VAN DE VELDE 

WEIMAR 

AUSFÜHRUNG : 

TH. MÜLLER 

WEIMAR 



79 



BELEUCHTUNGS- 
KÖRPER 




RICH.L. F. SCHULZ 
BERLIN 




So 



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EHRENBORGER- 
BRIEF 



RUDOLF BOSSELT 
MAGDEBURG 



r 




ilLUNI\/ERSnMI,CIPZIG 

die vor cint'rnJaiirc cm diiixli 
Icbtcs lialbcs Jahrtaiisciul un- 
ter Irtiidigcr Teilnahme ihier 
Scliwcfteni feiern durfte nimmt ict/l 
nufs frciidiE^flc teil an der Sareularleici' 
l)|'R-lii;RI,!NI':R— .UNlVHRSlTVr 
die ziirueeklili(kt auf eine viel kiirzerc 
aber niclitwenigcr rciclic und bcdeul- 
lanie Kxilfenz ■ D.eidc sind g^cliorcn 
aus nationaler Not i'.ntüand alx-r die 
Liiilnujc diiix!)i Wegzug der Deiillelicn 
aus einem fnr fie linixirtlicK eewrirdiif n 
! autle der Ixrzvsec-kte die hislierige Ira- 
dilion aiidei-swo zu pllctfni (o Ix-zweekle 
1 )U-' CK-Ui: NDl INODh k 
lINM'RSnVVI'-.- RHR I.IN 
(ine }.n_iriieriiiii^ cles llni\crsit,rtsvi-csens 
oiiAiihiitij; anwar (ic aufs ensi- 
lle dem Siaale \eH)iinden diircli 
ilesscii Hcranw ac'hscii zum 

rniiRi:\i)r\H'iT!rs(Hi\ 





iWli: SIL IllRI-JHraCF 

Stellung cHangte— -Bezutf- 
lich ihres Zulainmenhanges mit 
dem Staate und ihrer nelxn 
jcncni uncntbchrlielicii Freiheit i^;- 
gcnüber dem Staate beffchcn viie in 
andern Dintren A'crschiedcnhciten 
clcutltiicr, Uni\r Hit arten iDaceeen be- 
liebt CilcicIihcMt ihrer Ziele wfenn lle 
t)«.ohl der\\ilTcnfchaft als bcflimnUen 
Berufen dienen fo dienen sie dotb 
dielen nur durch das Wittel jener •- 
Die Univcrfitst mufz vor allem- eine 
Heimat dcr^ilTenscliaft und damit 

i'ciüiifcr Ireiheit fein 
MOGE-Dli:-LM\ERSITV.T-BERLINSItll 
STi;rs-,-US;F,l\'i:-,S()|.CHE-BF^>'tllRI\ 
l-clpzlg im Ocloberloio 
RIKTORlINDSENATDtR 
llNI\t:RSttA:i LlilPZIG 



ADRESSE 

DER LEIPZIGER 

UNIVERSITÄT 



HUGO STEINER. 
PRAG, LEIPZIG 



81 



EHRENBÜRGER- 
BRIEF 



F. H. EHMCKE 
DÜSSELDORF 



Pas StvidtwrordiKrtcn-ColUrgium 
dcrKrci^fhidt Coclicni hat in (tincr 
heutigen Sifcung ein iKmmiqbc- 
(chloffcn dcmBc(ttrcrdcrButgOxhcm 

SEINERHOCHWDHLGEBOREN 

HERRN GEH.COMMERZIENRAT 

DrphilkcIOUIS RWENEzuBcHin 
InddnkbarcrWurdi^iunq (Jrtncr 
Wohle) cwogcnhcitund (ctncrVcr; 
dicn|fc umunfcrcYatcrfladtdas 

EHREKBUERGERRECHT 

zu \TCricihcn,Dics bcurkundcrt: 

COCHEM/DEN51.7UII ICII 
DERBUERCERXf HSTER PIE BEIGK>RDNETE>1 

DIE S1A0IVERORONETEK 



M 



zssp 



CinlBlnferiöyffDon 

KARL>5nElER. 




rjp^ 



BUCH- 
; EINBAND 



J.V. 

CISSARZ 
STUTT- 
- GART 



BUCHEINBÄNDE 



HUGO STEINER- 
PRAG, LEIPZIG 




82 





EINBAND 



I 
I 



''}■ 



1-RANZ 
WEISSE 
1 lAMBURG 



BUCH- 
EINBAND 
SAFFIAN 



RUDOLF 

LOHSE 

DRESDEN 




83 



BUCH« 

EINBAND 

SAFFIAN 



PAUL 

ARNDT 

BERLIN 



l 



BRIEFKOPF 



LUCIAN BERN- 
HARD, BERLIN 



Ofutlriif ^frfjf üttm 



|iir>^ündiDfrfe'^ 

^frIin»^rfÄÖfn 




<ÄfnfrQU*3}rünfIifn 
^annopfr 



^rr^öfn-^rrtfrau 

■poytonil 15 



PLAKAT 



LUCIAN BERN- 
HARD, BERLIN 




84 




PLAKATE 



FELDHERRNHUGEL 



LU/T/PIEL- 
HAU/ 




fOELA 




JULIUS KLINGER 
BERLIN 



85 



PLAKATENTWURF 





WILLI ROERTS 
HANNOVER 



^^^ 




^^^S , 



WILLI ROERTS 



HANNOVER 11 




AU5 NAH' 



LOSEM MANNESMANN 



STAHLROHR . LEICHTES GEWI 
QRÖiZTE W 



GEGEN 
51CHERH 



KNICK 



DERSLANDSFAHIQKEIT 

:N. QROSJMÖQLICHSrE 

LDöERDERSOlö^ERUNöEN 

MANNESMANNROHREN- 
WERKE Dl!J55ELDORF. 



86 



MirilMIMlMIMIMIMIMIMIMlMIMIMIMIMIMIMIMIMIMIMIMIMIMIMIMlMIMIMIMIMIMlMIMIMIMIMIMIMIMmiu: 




IHIHIMIt-IIMIMIHmiMIMIMIMIMIMIMIMIUIMIMIWIMIMIMIMIHIHIMIMIMIMIMIkllWIMIWIMIWIUlUIUIMIMIR 




VIGNETTEN 
F. H. ERNST 
SCHNEIDLER 
BARMEN 



AUSFÜHRUNG: 
BAUERSCHE 
GIESSEREI 
FRANKFURT A.M. 



87 



STICKEREIEN 





ENTWURF: 

OTTO GUSSMANN 

DRESDEN 





88 




KOSTÜM- 
ZEICHNUNG 




ENTWURF: 
EDUARD JOSEF 
WIMMER, WIEN 



89 



MANSARDEN- 
ZIMMER 




HANDZEICHNUNG ; 

JOSEF HOFFMANN 

WIEN 








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N|^ 



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90 




VORZIMMER 



HANDZEICHNUNG ! 
CARL WITZMANN 
WIEN 



INTERIEUR 



HANDZEICHNUNG: 
CARL WITZMANN 
WIEN 



91 



AUS DEM WETT- 
BEWERB EINER UM« 
GESTALTUNG DES 
SCHWABENTOR- 
ABSCHLUSSES 
IN FREIBURG I. BR. 



ENTWURF 

UND RADIERUNG: 

RICH. WALDSCHÜTZ 

MANNHEIM 




92 



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KONTORHAUS 
REIFENBERG 
IN CÖLN A.RH. 



ENTWURF 
UND RADIERUNG: 
PAUL BONATZ 
STUTTGART 



93 



I. PROJEKT 

DER DALCROZE- 

SCHULE, HELLERAU 



HEINR. TESSENOW 
HELLERAU 




BUS 



ENTWURF DES 

STADTTHEATERS 

DUISBURG 



MARTIN DÜLFER 
DRESDEN 




94 



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ERSTE 
iSTÄDTISCHE INTERNATIONALE 

lAUSSTELLUNG 

VON KUNSTWERKEN LEBENDER 

MEISTER 



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19 13 



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STÄDTISCHES 

MUSEUM ZU 

S T E R D 



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Schriftgießerei D. STEMPEL. A.-G.. Frankfurt a. M. 
Schianke Antiqua, geschnitten nach Zeichnuno von Professor F.W. Kieukens. Darmstadt 



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als ^iü^ mb ^orftdlung 
^on^rtburöcbop^nbau^r 








19 13 

Omego-^ßdog in Srankfurt am ^oin 







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Schriftflleßerai STEMPEL. A.-G.. Frankfurt a. M, 
Kle'jkens-Fraktur und Schmuck, Qaschnitten nach Zdichnungm von Protassor F.W Klaukant. Darmstadt 





















öcb mdne, roir 

folltcn baSy mos mir befiljen, 

bisrodlßn uns fo an^ufcb^n bamübßn, 

rcie uns bQsfclbß Dorfcbmcbßu roürbß, 

nacbößm roir es oßdoren bitten un5 

^roor jßbßs, was es oucb fei: ^db, 

^inb, *pfcrb unb g)unb; benn 

mßiftens bdßbrt ßrft bcr 

^ßduft uns über 

bßn'^crt 5er 













^ttbur Scbopcnbouer 




Schriftgießerei D, STEMPEL. A.-G.. Frankfurt a. M. 
Kleukens-Praktur und Schmuck, geschnitten nach Zeichnungen von Professor F. W. Kleukens. Darmstadt 



95 b 



l>on einem/ bcv nu^^og 600 fürchten ^u lernen 



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/^in Dntct liattc ^roci 0ötinc, ^opon mar öcr |iltcflc klug unö 
Vj^ gcfdicit un6 n>u0tc fid] in nUc0 motil 3u fdiickcn, öcr füngflc 
aber mar öumm, konnte nidite begreifen un6 lernen; unö menn 
ilin Me ßeute fairen, fpradien |ic „mit 6em mir5 öer Pater nod] 
feine ßaft liaben!" IPenn nun etmuö 3u tun mar, fo mupte e« 6er 
ältefte allzeit ausriditen; tiie|3 ilin aber öer t>ater nodi fpät oder 
gar in öer nadit etmaö liolen und 5er IDeg ging dabei über 6en 
Kirdtliof oder fonfl einen fdiaurigen (Drt, fo ermiderte er molil ,s^<i:\ 
nein, Pater, idi getie nidit dattin, ee grufelt mir!" denn er fürditete 
ficli.<Dder,menn abend« beim feuer <ßefdiicliten er2iäl]lt murden, 
mobei einem die :fraut fdiaudert, fo fpradten die ^uliörer mandi» 
mal„acti,e0 grufelt mir!" Der fünglte faO in einer <£cke und liörte 
duö mit an und konnte nidtt begreifen, maö es l7ei|5en follte. „0ie 
fugen immer, es grufelt mir ! es grufelt mir ! mir gruf elt0 nidit ; ^tx& 
mird mol]l eine Kunft fein, dou der id] aud] nidits Derftebe." nun 
gefdtab es, dal3 der X>ater einmal 3u ibm fprad): „tiör du, in der 
<£d?e dort, du mirfl grol3 und ftark, du mu0t audi \s>xi'& lernen, mo= 
mit du dein 3rot perdienfl. Biebfl du, mie dein Bruder fidi TTlübe 
gibt, aber an dir ifl fropfen und inal3 Derloren;'„<£i, Dater," ant- 
mortete er, „idi mill gerne mas lernen; fa, menn ea anginge, fo 

Schriftole ««rdl D. STEMPEL. A.-G.. Frankfurt a. M. 
Ja«ck«r-Schrffl und -Schmuck, geschnmen nach Zeichnungen von W. J«Mker. Leipzig 



EHMCKE 
ANTIQUA 

und Chmcke-Kuvßv 

Zwei neuartige Schriften für 
Bücher und Akzidenzen nach 
Zeichnung von F. H. Ehmcke 

Schriftgießerei Flinfch 
Frankfurt d.M. 



96 



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1 FÜR . I 


IVON DER BUCHHANDLUNG SCHAEFER DÜSSELDORF | 










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= /iJr Ihren Aufivag danke ich beftens und erteile Ihnen darüber Rechnung mit der Bitte, mir den Bettag innerhalb 4 Wochen von ^ 
S heute ab ;u über/enden. Dach Ablauf pon 4 V^ochen werde ich mir erlauben^ den Betrag jujüglich Spefen durch Po/tnachnahme ;u ^ 
= erheben. Im Intereffe einet ordnungsgemäßen Öefckäßsführung ift es mir bei den zahlreich eingehenden einzelnen Aufträgen nicht ^ 
S möglich, mehrfach Rechnung ;u /enden. Bei dauernder Öefcküfisverhindung bin ich gern bereit, Vierteljahrsrechnung einzuräumen. S 

iiiiiiiiiiiHiiiiiiiHniiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!^ 




HELIOS 

FRANKFURT AM MAIN 





Bernhard 
Antiqua 

Nach Zeichnungen von 
Lucian Bernhard 



97 



HiMniiiiiiniiiiMiuiiiiimiiminiiiiUMiuiiiiiiiiiMniliiiuiMiniMrniininiuMiiiiiiiiHiMiMimiiniiniiiiiuininniiiiMiiMitniiimim 

I KLEINE MITTEILUNGEN | 

inNnuMiniiiiiuniuinHiiniuniinmiHiniiMiiiiinMiiiiiiiiiniiuiniuiiiiiiiiiuuiMiniiMiiiiniriNiiuniiiMniniHiMiHiiiiiniiiiiMiMmmiiiMMiiiMimmmimmiMiH^ 



nutzung durch den Eisenbahnfadhmann 
ein sorgfältig angelegtes Inhaltsverzeich- 
nis unbedingt erforderlich. Der sehr be- 
trächtliche Umfangderallmonatlidialpha- 
betisdi nach Verfassern geordneten Kar- 
tenbibliographie verlangte gleichfalls eine 
wohlüberlegte Einteilung, um das Sudien 
nach Werken über den gleichen Gegen- 
stand zu erleiditem. Zur Lösung dieser 
Aufgaben war zunädist eine methodisdie 
und hinreidiend vollständige Klassen- 
einteilung nötig. Zwei Wege konnten ein- 
geschlagen werden: entweder war ein 
Verzeidinis der Hauptüberschriften oder 
Stichwörter anzulegen, oder aber eine 
vollständige Aufzählung aller Stoffe, die 
sidi auf die Eisenbahn beziehen, erforder- 
lich. Das nadi dem Prinzip der Haupt- 
übersdiriften hergestellte Inhaltsverzeich- 
nis der „Revue g6n6rale"des Jahres 1884 
hatte sich nun zwar durchaus brauchbarer 
erwiesen als das nach dem andern Sy- 
stem hergestellte des Jahres 1892. Trotz- 
dem kam man jetzt nicht darauf zurück, 
weil einmal die Verzettelung der mit 
einem Gegenstand in Zusammenhang ste- 
henden Dinge das Nachschlagen sehr er- 
schwerte, sodann das Kurrenthalten der 
Klasseneinteilung bei Hinzufügung neuer 
Titel und Unterabteilungen (Elekh-izitSt, 
Automobil z. B.) jedesmal eine vollstän- 
dige Umarbeitung nötig gemacht hätte. 
Ein Hauptgrund jedoch, das Stidiwörter- 



I System zu verwerfen, war der interna- i 
I tionale Charakter, den die in mehreren | 
I Sprachen erscheinende Zeitschrift unbe- f 
I dingt erhalten mukie und der bei der | 
I Übersetzung in fremde Sprachen durch | 
I die unvermeidliche Änderung der alpha- | 
I betischen Reihenfolge verloren gegangen | 
I wäre. Man entschied sich daher nach | 
I langen Versuchen für die elastisdie Dezi- | 
I malklasseneinteilung des Amerikaners i 
I Dewey. Die Grundsätze dieses Systems | 
I sind bekannt. Es ist feststehende Regel, | 
I einen Gegenstand niemab in mehr als i 
I zehn Teile einzuteilen, infolgedessen alle f 
I Unterabteilungen durch Hinzufügung | 
I einiger Ziffern zu bezeichnen. Man kann | 
I aus den gebildeten Zahlen folgerichtig | 
I den Rang Jeder Abteilung, Unterabtei- | 
I lung,jedesAbsdinittes, Paragraphen usw. | 
I feststellen. / Der gesamte Stoff, der sich | 
I auf das Eisenbahnwesen bezieht, wurde | 
I nun an die sieben groben Abteilungen | 
I angeschlossen : Gleis und Gleisarbeiten, f 
I Bahnhofsgebäude, Lokomotiven, Eisen- | 
I bahnwagen, Eisenbahnbetrieb, Eisen- | 
I bahnen vom allgemeinen Gesichtspunkte, | 
I Kleinbahnen. Im Anhang des Aufsatzes i 
I vonWeissenbruch ist eine ins einzelne ge- | 
I hende Klasseneinteilung der Eisenbahnen i 
I gegeben. Aufeerdem ist bereits ein Dezi- | 
I malinhaltsverzeichnis der zehn ersten | 
I Jahrgänge des Bulletin veröffentlidit | 
I worden. Es wird weiterhin beabsichtigt, f 
I dahin zu wirken, da6 alle technischen 1 
I Zeitsdiriften das Dezimalsystem anneh- | 
I men. Man will dadurch erreichen, dafe die i 
I schon vielfach bei ihrem Erscheinen ver- | 
I alteten Bücher mehr und mehr durch die | 
I genaueren, allemeuesten und mehr in die | 
I Einzelheiten gehenden Aufsätze der Zeit- | 
I Schriften ersetzt werden. | 

1 Eine Hemerothek | 

I soll demnächst in Paris begründet wer- | 

I den. Die Hemerothek ist eine Bibliothek | 

I der Zeitungen, der „täglichen" Veröffent- | 

I lichungen. Sie wurde zum erstenmal im | 

I Weltausstellungsjahr 1900 bei dem dama- | 

niriniiiiiiiMiinuKiiiiMiiniiinMiiiiriuiuiriiiinMniiMninuMiuiiiiiniiiiiiiMiiiiiuMMMTiiiiiimiiiiMiiiiiiMMiininiiiMMiuiriiMiMUJiuiuiriiiiiiruMnnMiiiunminiuimiiinim^ 







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füt witiungevoUt) 
Heifame 




^udflcUung (ün^leri|c^ ousgefu^cter (Quftnännf|<^er Drucf- 
ftt^tn, Poifungen und piaPatc im Deutfc^en 6u<^0ctverbe- 



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98/99 

1. und i. Seite 'Oeutfdie Streift und Sc^eägfc^eift nttif) ^eid/nung von Ttuiolf Sodj, 2. uni 3. Seltt Wediatoal'Ruvfio nad) 
Stidinung von Ptefeffet Waltee TIemann, ^ecausgegeben von iee 8<^tiftgleßetti 9ebt. RUngfpoe, ®lfen6ad) am Tttain. 



TORQUATO TASSO 




EIN SCHAUSPIEL VON GOETHE 
VERLAG VON OTTO HEIN-BERN 



Ißr müßt verBuncfen sein/ Icß scßmeicßfe mir, 
dies scßöne WerA in kurzem zu voffßringert. 
Nur widersteße niSt, wie du es pßegst! 
So ßaßen wir Lenorert fang' Besessen, 
die fein und zierfidj ist, mit der es feidjt 
sicß feßen faßt,- aucß dieser ßast du nie, 
wie sie es wünscßte, näßer treten woiTen. 

TASSO 

Icß ßaße dir geßorcßt, sonst ßätt' idj midj 
von ißr entfernt, anstatt micß ißr zu naßen. 
So fießenswürdig sie erscßeinen ßann, 
idJ weiß nidjt wie es ist, ßonnt' icß nur seften 
mit ißr ganz offen sein, und wenn sie aucß 
die Aß sicß t ßat, den Treunden woßfzutun, 
sofüßft man Aßsicßt, und man ist verstimmt. 

PRINZESSIN 
Auf diesem Wege werden wir woßf nie 
Gese/fscßafi ßnden, Tassol Dieser Pfad 
verfeitet uns, durS einsames Geßüscß, 
durcß stilfe Täfer fortzuwandern, meßr 
und meßr verwößnt sicß das Gemüt und streßt, 
die gofdne Zeit, die ißm von außen mangeft, 
in seinem Innern wieder ßerzusteden, 
so wenig der Versu(£ ge fingen wiff. 

TASSO 
O wefcßes Wort sprießt meine Türstin aus/ 
Die gofdne Zeit, woßin ist sie geffoßn ? 
nacß der sicß Jedes Merz vergeßens seßnt/ 




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PACKUNGEN 
IN LITHC- 
GRAPHISCHEM 
DRUCK 



BeiBedaif mirdeinegeniigendeMenge tiorsidüig «s- 
todrmtiuidniiliixirmeinswxitBltndie mitbdslerpen- 
iinÖLgeremigien aber ooUkonunen trocJ^enenRissefBft 
eingedrückjE. hieixujtf*iDmLdu&oeridtlete Stelle mit: 
einein eiMblen 6isen uberstildien uunut Russ bepudot 





P^ üerkolben C^S 
EmH dei-Kühe K^ 

nwin am bCOTBn entgegen durch QbbviitMli 
(Ueaeapuloers.nianDerobrBldittBaUdi 
isahrerKlderTrfiditiakettaeirtMSaaa 
tn* Oeiritff. DleDeäiTiiMkMidesSlädka 
mit Chlorkalk, darf ouiaserdannüMDc» 
■<bifnttD«rdr«n. M 



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TAPETEN 



ENTWURF; 

MAX LÄUGER 

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DEUTSCHEN 

WERKSTÄTTEN 

HELLERAU 

AUSGEFÜHRT 

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ERISMANN «) CO. 

BREISACH 




ENTWURF; 

E. SEyFRIED 

FÜR DIE 

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WERKSTÄTTEN 

HELLERAU 

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ERISMANN -SD CO. 

BREISACH 



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Nr. 9j62 



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MÜLLER 

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INLAID-MUSTER DER 
DELMENHORSTER 
LINOLEUM-FABRIK 
ANKER'MARKE 



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ENTWURFi 

JOSEF 

HOFFMANN 

WIEN 



ca. '/s nat. Grolle Nr. 9460 



ca. 'k nat.GröRe 



104 



INLAID-MUSTER DER 
DELMENHORSTER 
LINOLEUM-FABRIK 
ANKER-MARKE 










ENTWURF! 
JOSEF 

HOFFMANN 
WIEN 



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HENRY 

VAN DE VELDE 

WEIMAR 



Nr. 9603 



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105 



ENTWURF; 

WILLY 

BELLING 

CHARLOT» 

TENBURG 



ENTWURF: 
BEUTINGER 
■ö STEINER 
HEILBRONN 





INLAI D-MUSTER 
DFiR DEUTSCHEN 
LINOLEUM-WERKE 
HANSA 
DELMENHORST 



ENTWURF: 

L. PAFFENDORF 

CÖLN 



Nr. 4621 



SS St. 


ElPtoig 





ENTWURF: 
RICHARD 
RIEMERSCHMID 
MÜNCHEN 



Nr. 44J' 



Nr. 4510 



106 




IN'LAID-MUSTER 
DBR DEUTSCHEN 
LINOLEUM-WERKE 
HANSA 
DELMENHORST 



ENTWURF; 
FR. ADLER 
HAMBURG 



Nr. 4490 




Nr. 4600 



ENTWURF: 
t: NIGG 

MAGDEBURG 



107 




WAFFEUMISCHUNG 



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CHINA-DOSE 




£ : 3 • S • S • S i S • S 



ENTWURF DER DOSEN VON KUNSTMALER H.MITTAG, HANNOVER 



DOSEN 

DER 

CAKES-FABRIK 

H. BAHLSEN 

HANNOVER 



108 




FABRIKNEUBAU 

DER 

CAKES-FABRIK 

H. BAHLSEN 

HANNOVER 

LISTERSTRASSE 



ARCHITEKT 
KARL SIEBRECHT 
HANNOVER 
BILDHAU ER 
PROFESSOR 
GEORG HERTING 
HANNOVER 



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tet HBAHLSENsCAKES-FflBRIK HANNOVER [tet 



igiauv/ziWI«iALgW8f*iiJU<i»i;»:<»=i;iai;f*w=n 



LEIBNIZ 
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T. ZUM AUFBAU NEUEN RELIGIÖSEN LEBENS 

Für alle, die religiös, philofophifch oder ethifch intereffiert find 

2.ZUR ERHÖHUNG DES LEBENSGEFÜHLS 

Für alle, die gute Literatur Tuchen und die für Kunft und kunftgewerbliche 
Bewegung im Sinne der Ausdruckskultur des Kunftwarts interelTe haben 

3.VONDERWISSEN- 

SCHAFT ZUR LEBENSGESTALTUNG 

Für die InterelTenten von Philofophie, NaturwilTenfchaft, Gefchichte, Erziehung, 
foziale Frage, Frauenbewegung 

4. NEUERSCHEINUNGEN, POLITIK, ANTIKE 
UND RENAISSANCE 

SIE STEHEN lEDEM UEBHABER UMSONST ZUR VERFÜGUNG 



MITGLIEDER» 

VERZEICHNIS UND SATZUNGEN 

BUNDESÄMTER 

VORSTANDSCHAFT 

Hofrat Peter Brudcmann in Fa. Peter Brucktnann ■© Söhne, Heilbronn a. N. <I.Vbr» 

sitzender) 
Geh. Reg.^Rat Dr. Ing. Hermann Muthesius, Nikolassee b. Berlin <II. Vorsitzender) 
Professor Dr. h. c. Theodor Fisdier, München, Agnes Bernauerstraße 3 
Gustav Geridte, Direktor der Linoleumfabrik »Ankermarke«, Delmenhorst bei Bremen 
Karl Ernst Osthaus, Museum Folkwang, Hagen i. W. 
Maler Alfred Roller, k. k. Professor, Wien III/l, Hauptstraße 81 

GESCHÄFTSFÜHRER 
Dr. Ernst Jaecfeh, Berlin 

GESCHÄFTSSTELLE 
Berlin W., Sdiöneberger Ufer 36 a, 1 

ORTSVERTRAUENSLEUTE 
Bezirk: Name: 

Aadien Professor Dr. Max Schmid, Geh. Reg.=Rat, Aadien, Viktoria^» 

Allee 14 

Bayern Professor Ridiard Riemersdimid, Pasing b, Mündien 

Berlin Professor Bruno Möhring, Berlin SW. 35, Potsdamerstraße 109 

Bremen=01denburg J. G. W. Sdiröder, Direktor der Vereinigten Werkstätten für 

Kunst im Handwerk, Hemelingen b. Bremen 

Danzig Prof Albert Carsten, Danzig»Langfuhr 

Dresden Professor Karl Groß, Dresden, Wintergartenstraße 27 

Düsseldorf F. H. Ehmcke, Maler, Düsseldorf=Gerresheim, v. Gahlenstraße 27 

Elsaß Gustav Stoskopf, Straßburg i. E., Brandgassc 6 

Hamburg Prof. Ridiard Meyer, Hamburg, Am Steintorplatz 

Hannover Prof Georg Herting, Bildhauer, Hannover, Eidistraße 23 

Köln Beigeordneter Carl Rehorst, Köln, Volksgartenstraße 12 a 

Königsberg Professor L. Dettmann-Königsberg, Kgl. Kunstakademie 

8 Jahrbuch I 



Krefeld Dr. Fr. Deneken, Krefeld, Kaiser Wilhelm Museum 

Leipzig Prof Dr. Ridi. Graul, Museumsdirektor, Leipzig, Tröndlinring 9 

Magdeburg Prof Rudolf Bosselt, Bildhauer, Magdeburg, Kunstgcwerbesdiule 

Mittelrhein Professor Hugo Eberhardt, Offenbadi a. M., Ludwigstraße 3 

Oberrhein Professor Carl Ule, Karlsruhe i. B., Klaupreditstraße 38 

österrelA Professor Josef Hoifmann, Wien VII, Neustiftsgasse 32 

Sdilesien Professor Hans Poelzig, Breslau, Leerbeutelstraße 2 

Schleswig=Holstein . Professor Dr. Otto Lehmann, Altona, Museum 

Stettin Dr. phil. Walter Riezler, Stettin, Kronenhofstraße 17 

Thüringen Professor Henry van de Velde, Weimar, KunstsAuIstraße 

Westfalen Karl Ernst Osthaus, Hagen i. W., Museum Folkwang 

Württemberg Hofrat Peter Brudtmann, Heilbronn a. N. 

Das Verzcidinis der Mitglieder der FACHAUSSCHÜSSE des DWB. ist bei 

der Gesdiäftsstelle erhältlidi. 



MITGLIEDER-VERZEICHNIS 



Abbehusen, Ardiitekt, BDA., Bremen 

Abele, Eberhard, Architekt, Direktor der Kunst» 

gewerbesdiule, Aachen 
Abels, Richard, Görlitz 
Aditenhagen, August, Professor, Meißen, Königl. 

Porzellan-Manufaktur 
Adler, Friedrich, Oberlehrer an der staatlichen 

Kunstgewerbeschule, Hamburg 
Aktiengesellschaft für Marmorindustrie, Kiefer, 

Kiefersfelden (Oberbayern) 
Albertshofer, Georg, Bildhauer, München 
Albredit-Dürer-Haus, Hauskunst, Lehrmittel f. d. 

Kunst- und Zeichenunterricht, Berlin 
Allgemeine Elektrizitäts-Gesellsdiaft A.-G., Abt. 

D. J., Berlin NW. 31 
Altenkirch, Alexa, Malerin, Köln a. Rh. 
Altherr, Alfr., Archit., BDA.,Elberfeld-Varresbadi 
Amann, Alfred, Fabrikant, Heilbronn 
Amberg, Adolf, Bildhauer, Berlin- Wilmersdorf 
Amonn, Marius, Diplom- Architekt, Bozen <Tirol> 
Andri, Ferdinand, Maler u. Bildhauer, Wien III/3 
Angermann, Armgard, Kunststickerei, Dresden-A. 
Arndt, Paul, Zeidiner f. Kunstgew., Berlin NO. 55 
Ast <© Co., Ed., Baufirma, Wien IX 



Atzker, Josef, Kunstgew. Werkstätte f Wohnung»- 

schmuci, Wien I 
Audiger 'S) Meyer, Seidenwarenfabrik, Krefeld 
Auffermann, W. Otto, Holzfärberei, Berlin SO. 33 
Äugst, Emil, Schriftsteller, Redakteur, Bredeney 

bei Essen (Ruhr) 
Avellis, Kurt, Mitinhaber d. Fa. Gusuv Avellis, 

Tuchfabrikation, Forst (Lausitz) 
Avenarius, Ferdinand, Dr. phil. h. c, Heraus- 
geber des Kunstwarts und Vorsitzender des 

Dürer-Bundes, Dresden-Blasewitz 
Bacjchausen, jr., Hans, Textilien, Wien VII 
von Baczko, Elisabeth, Kunstgewerblerin, Bremen 
Baer, Karl Julius, Regierungsbaumeister undDipl.- 

Ing., Bauamtm. a. Kgl. Landbauamt, Zwickau i. S. 
Bard, Julius, Verlagsbuchhändler, Berlin W. 15 
Barth, J. Prof, Zeichenlehrer, Iserlohn 
Bartning, Otto, Ardiitekt, Berlin W. 
Barwig, Franz, k. k. Prof, Bildhauer, Wien XVIIl 
Baudler, F., Kunstgewerbliche Werkstätten für 

Rohrmöbel und Korbwaren, Koburg 
Bauer, Friedr., Gartentedhniker, Magdeburg 
Bauer, M. 'S) Sohn, Hoflieferanten, Kunstgewerbl. 

Gegenstände, Weimar 



Bauersdie Gießerei, SAriftgießerei, Frankfurt a. M.- 
Bockenheim 

Baute, E. Werner, Architekt und Kunstgewerbler, 
Hannover 

Baum, Julius, Privatdozent a, d. tecfin. Hocfiscfiule, 
Dr. Assistent a. d. k. Staatssammlung vater» 
ländiscfier Altertümer, Stuttgart 

Baur, Otto, Ardiitekt, BDA., Mündien 

Bayer, Christian, Ardiitekt, Brooklyn N. y. 600 
East 34th Street 

Bayer, Anton, Professor an der k. k. Bau- und 
Kunsthandwerkerschule, Bozen 

Beblo, Fritz, Architekt, Stadtbaurat, Straßburg i.E. 

ßeti, Alois, Architekt, Hauptlehrer an den Tech- 
nischen Lehranstalten, Offenbadi a. M. 

Beck, Hermann, Dr., Herausgeber der „Technik u. 
Wirtsdiaft" und der „Dokumente des Fort- 
sdiritts", Berlin W. 50 

Becker, Benno, Professor, Kunstmaler, München 

Becker, Fritz Adolf, Maler und Lehrer am Königl. 
Kunstgewerbe-Museum, Treptow-Berlin 

Behncke, W., Dr. phil,, Kunsthistoriker, Direktor 
des Kestner-Museums, Hannover 

Behrendt, Walter Kurt, Dr. Ing., Ardiitekt, Char- 
lottenburg 

Behrens, Peter, Prof., Ardiitekt, BDA. u. künstl. 
Beirat d. A. E. G., Neubabelsberg bei Berlin 

Beitel, Carl, Budibindermeister der Wiener Werk- 
stätte, Wien VI 

Belwe, Georg, Lehrer an der Kgl. Akademie für 
graph. Künste u. Buchgewerbe, Leipzig, Groß- 
Deuben b. Gaschwitz i. Sa. 

Benirsdike, Max, Ardiitekt, Lehrer a. d. Kunst- 
gewerbeschule zu Düsseldorf, Düsseldorf 

Berdel, Eduard, Dr., Chemiker der Königl. Kera- 
mischen Fachschule Höhr, Grenzhausen 

Berg, Max, Stadtbaurat, Breslau 

Berger, Albert, Lithographisdie Kunstanstalt und 
Steindrucfcerei, Wien VIII/2 

Berger, Arthur, Goldschmied, Stuttgart 

Bergner 'S) Franke, G. m. b. H., Kunstschmiede, 
Berka a. d. Um 

Bernardelli, Paul, Maler, Köln a. Rh. 

Berndl, Richard, Kgl. Professor, Regierungsbau- 
meister, Ardiitekt, Mündien 

8* 



Bernhard,Lucian,MaIer U.Architekt, Charlottenburg 
Bernoulli, Hans, Ardiitekt, BDA,, Berlin W. 15 
Bernoully, Ludwig, Architekt,BDA.,Frankfurta.M. 
Berst, Theophil, Architekt und Kommunalbau- 
meister, Straßburg i. E. 
Bertsdi, Wilhelm, Ardiitekt, BDA., städt. Bau- 
amtmann, Mündien-Solln II 
Bestelmeyer, German, ordentl. Professor, Ardiitekt, 

Dresden-A., Technisdie Hochschule 
Beutinger, Emil, Architekt, BDA., Herausgeber 
der Ztschr. »Der Industriebau«, Heilbronn a, N. 
Beyer, Carl, Metall-Bildhauer, Zwickau 
Beyer, Theodor, Graph. Kunstanstalt, Budi- und 

Steindrudterei, Dresden-A. 14 
Beyrer, Eduard, Bildhauer, München-Bogenhausen 
Biber, Ludwig, Architekt, k. u. k. Hofzimmer- 
meister, Wien X 
Bibrowicz, Wanda, Kunstgewerblerin, Lehrerin 

a. d. Königl. Kunstgewerbeschule zu Breslau 
Bieber, Oswald Ed., Architekt, München 
Biebricher, August, Architekt, Krefeld 
Biermann, Leopold O. H., Bremen 
Billing, Hermann, Professor an der Techn. Hoch- 
schule, Architekt, Karlsruhe 
Birkner, Otto, jr., Kunstmöbelfabrik, Werkstätten 

für Kunsthandwerk, Meißen i. Sa. 
Bleistein, Rudolf, i. Fa. J. Schmidt, Hofl., Werk- 
stätten für Glasmalerei, Berlin W. 35 
Blendermann, Architekt, BDA, Bremen 
Blodier, Hermann, Dr. phil., Gewerbeinspektor 
<Präsident d. Kommission d. Allgem. Gewerbe- 
sdiule u. Mitglied des Erziehungsrates), Basel 
Blunck, Erich, Geheimer Regierungsrat im Preuß. 
Kultusministerium, Architekt, Stellvertreter des 
Konservators der Kunstdenkmäler in Preußen, 
Nikolassee bei Berlin 
Bock, Josef, Wiener Porzellanmanufaktur, Wen IV 
Boehlau, Johannes, Dr., Museums-Direktor, Kassel, 

Kgl. Museum 
Böhm, Domenico, Architekt, Lehrer an den techn. 

Lehranstalten, Offenbach a. M. 
Boiek, Hans, Ardiitekt, Wien VIII/B 
Bollert, Walter, Stadtbaumeister, Krefeld 
Bonatz, Paul, ordentl. Professor an der techn. 
Hodischule, Architekt, Stuttgart 



Borneman, Ernst, Kunstgewerbelehrer, Barmen 
Bosselt, Rudolf, Professor, Bildhauer, Direktor 

der Kunstgewerbeschule, Magdeburg 
Bousset, Hermann, Geschäftsführer, Halle a. S. 
Boysen, Jens L., Bildhauer, Krefeld 
Bradimann, Raymund, Ardiitekt, BDA., Leipzig 
Bräuer, Karl, Architekt, Wien VI 
Braito, Anton, Kunstbudibinder, MünAen 
von Braudiitsdi, Frau Margarete, Malerin, München 
Brauer '©Wirth, Vereinigte Hofmöbelfabriken, 

Stuttgart 
Braun, Alfred, Kunstmaler, Berlin W. 51 
von Braunbehrens, Dr. jur., Staatsanwaltschaftsrat, 

Essen a. Ruhr 
Brechenmacfaer, Franz, Kunstschmiederei, Frank» 

fürt a. M. 
Breuhaus, Fritz, August, Architekt, Düsseldorf 
Brill, Eduard, Architekt, Direktor des Pfälzer Ge- 
werbemuseums, Kaiserslautem 
Brinckmann, A. E., Dr. phil., Privatdozent der 
Kunstgeschichte an der technischen Hochschule, 
Aachen 
Brinkmann, Justus, Dr. jur., Professor, Direktor 
des Museums für Kunst uud Kunstgewerbe, 
Hamburg 
Bruckmann, F., A.-G., Verlagsanstalt, München 
Brudcmann, Peter ■© Söhne, Silberwarenfabrik, 

Heilbronn a. N. 
Brückner, Julius, Litogr. Anstalt, Stein- u. Buch- 
druckerei, Magdeburg 
Brühl Sohn, Julius (Inhaber Alfred Brühl), Hand- 
arbeiten, Berlin 
Brühlmann, Hans, Kunstmaler, Stuttgart 
Brühische Universitäts - Buch- und Steindruckerei, 

R. Lange, Druckerei und Verlag, Gießen 
Brüllmann, Jakob, Bildhauer, Stuttgart 
Bühler, Alfred, Ledermöbel, Stuttgart 
Buhtz, Walter, Buchbinderei, Kunstgewerbl. Werk- 
statt, Magdeburg 
Buschmann, Johannes, Schriftsteller, Herausgeber 

der Welt des Kaufmanns, Leipzig 
Callwey,GeorgD.W.,VerIagsbuchhandl.,München 
Caroli, Arno, Architekt, Berlin W. 30 
Carsten, Albert, etatsmäß. Professor an der techn. 
Hochschule, Königl. Baurat, Danzig- Langfuhr 



Cissarz, Johann Vincenz, Professor, Maler, Lehrer 
a. d. Lehr- u. Versuchswerkstätte d. Kgl. Kunst- 
gewerbeschule Stuttgart 

Cizek, Franz, k. k. Professor, Inspektor des ge- 
werbl. Bildungswesens, Wien 

Clarfeld 'S) Springmeyer, Neusilber- u.Alfenide- 
waren, Hemer (Westfalen) 

Comberg, Carl, Galanteriewaren, Elberfeld 

Cornelius, Hans, Dr. phil., Professor,Frankfurt a.M. 

Croissant, August, Maler, Landau (Rheinpfalz) 

Crone, Paul, Buchgewerbekünstler, Frankenthal 
(Rheinpfalz) 

Dasio,MaximiIian,Professor an der Kunstgewerbe- 
schule, Maler, München 

Dauer, Heinrich, Stadtbaumeister, Architekt, Düren 
(Rheinland) 

Dedie, Johanna, Lehrerin a. d. Kunstgewerbeschule, 
Erfurt 

Delmenhorster Linoleumfabrik Ankermarke, Del- 
menhorst bei Bremen 

Demeter, P.A., Kunstbuchbinder u. Drudcer, Leipzig 

Deneken, Fr., Dr. phil., Direktor des Kaiser-Wil- 
helm-Museums, Krefeld 

Derichs 'S) Sauerteich, Korbmöbelfabrik, Coburg 

Dettmann, Ludwig, Maler, Professor u. Direktor 
der Kgl. Akademie Königsberg i. Pr. 

Deutsch -Nordisches Kunstgewerbehaus, Erwin 
Magnus, Hamburg 

Deutsche Glasmosaik-Gesellscfaaft, Puhl *© Wag- 
ner, Rixdorf bei Berlin 

Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, vorm. 
Rößler, Frankfurt a. M. 

Deutsche Holzplattenfabrik, G. m. b. H., Berlin 0. 34 

Deutsche Linoleumwerke Hansa, Delmenhorst bei 
Bremen 

Deutsche Werkstätten f.Handwerkskunst,G.mi>.H., 
Hellerau bei Dresden 

Deutsche Werkstätten f. Handwerkskunst München, 
G. m. b. H., München 

Diederichs, Eugen, Verlag, Jena 

Dieffenbacher, R., Inh. Julius Dieffenbacher, Hof- 
Papierhandlung und Universitäts-Buchbinderei, 
Heidelberg 

Diener, Arthur, Batikwerkstätte und Echtfärberei, 
Fürstenberg i. Mecklbg. 



Dietridi, Bernhard, Dr.phil., Handelskammer-Syn= 

dikus, Plauen i. V. 
DietsA 'S) Brückner, Budi» u.Steindru<ierei,Litho» 

graph. Kunstanstalt, Weimar 
Dobert, Paul, Architekt, Lehrer an der Kunstge- 
werbeschule, Charlottenburg 
Dodial, Johann H., Installateur, Wien VII 
Dohrn, Wolf, Dr. phil., Hellerau bei Dresden 
Dolezalek, C. A., Prof. an der techn. Hochschule 

Hannover, Kloster Wennigsen bei Hannover 
Doren, Gust, Werkstätten für dekorative Malerei 

und angewandte Kunst, Hamburg 5 
Dorn, Ludwig, Dr. der Naturwissensdiaft, Direktor 

der Farbenfabriken von G. Siegle '© Co., G. 

m.b.H. und Käst 'S) Ehinger, G.m.b.H.,Stuttgart 
Drechsler, Fritz, Architekt, BDA., Leipzig 
Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst, G. 

m. b. H., Dresden-A. 
Druckerei für Bibliophilen, Adalbert Immich, Berlin 

O 34 
Drugulin,W.,BuAdructereiu.Schriftgießerei,Leipzig 
Dülfer, Martin, ord. Professor an der Kgl. Sachs. 

techn. Hochschule, Architekt, BDA., Dresden-A. 
Düll, Heinrich, Bildhauer, München 
Dullo, Rudolf, Architekt, Frankfurt a. M. 
Fred Dünn 'S) Co., G. m. b. H., Bronzegießerei 

und Werkstätten für kunstgewerbliche Metall- 
arbeiten, München 
Dursthoff, Dr. Prof., Syndikus der Handelskammer, 

Oldenburg i. Gr. 
Dybwad, Peter, Architekt, Kaiserl. Baurat, Leipzig 
Eberhardt,Hugo,Professor, Architekt, Großherzogl. 

Direktorder techn. Lehranstalten, Offenbach a. M. 
Eckhardt, Adolf <Inh. Eckhardt 'S) Gojert), Maler 

und Zeichner für Kunstgewerbe, Werkstätten f. 

Glasmalerei und Kunstverglasung, Berlin W. 
Edler 'S) Krische, Geschäftsbücherfabrik, Hannover 
Eeg,CarI,BDA.und Ed. Runge,Architekten,Bremen 
Ehmcke, F. H., Lehrer a. d. MaIer»Kunstgewerbe» 

schule Düsseldorf, Düsseldorf=Gerresheim 
Ehmig, Paul, Großherzogl. Baudirektor, Architekt, 

Schwerin in Mecklenburg 
Ehrenlechner, Hermann, Goldschmied, Dresden-A. 
Eichler, Reinhold, Max, Kunstmaler, München 
Eilers, Hermann, Möbelgeschäft, Hannover 



Einspinner, August, Goldschmied, Reichsrats- und 
Landtagsabg.,Präsident d.Reidishandwerkerrates 

Schmoll von Eisenwerth, Karl, ord. Prof. a. d. tedin. 
Hochschule, Graphiker, Stuttgart 

Eitel, Albert, Ardiitekt, Stuttgart 

Elchinger, Ph., 'S) Söhne, Kunsttöpferei, Sufflen- 
heim i. E. 

Elsaeßer, Martin, Ardiitekt und Assistent an der 
technisdien Hochschule, Stuttgart 

Engau, Gertrud, Frl., Werkstatt für Batikarbeiten 
und Stickereien, Düsseldorf 

Freiherr von Engelhardt, Walter, Direktor des 
städtischen Gartenamtes zu Düsseldorf, Düssel- 
dorf-Grafenberg 

Engels, Robert, Kunstmaler, München 

Enke, Fritz, Königlicher Gartenbaudirektor, Köln 

Eppler, Alfred, Dr. phil., Oberlehrer, Krefeld 

Epstein, Alfred, Architekt, Teilhaber der Firma 
Gebr. Weber, Möbelfabrik, Stuttgart 

Erfurth, Hugo, Lichtbildnerei, Dresden-A. 1 

Erhard, Ludwig, Ingenieur, k.k. Oberbaurat, Wien 
IX, k. k. Gewerbeförderungsamt 

Erhard 'S) Söhne, Metallwarenfabrik, Schwäbische 
Gmünd 

Erismann 'S) Cie., Abteilung der Tapetenindustrie 
A.-G., Tapetenfabrik, Breisach i. B. 

Erler, Fritz, Maler und Professor, München 

Erler, Margarete, Frau Geheimrat, Kunstgewerb» 
lerin, Berlin W. 30 

Erlwein, Hans, Professor, Stadtbaurat, Architekt, 
BDA., Dresden 

Ernemann, Alexander, Ingenieur, techn. Leiter der 
Firma Heinrich Ernemann A.-G., Dresden-A. 

Erste Wiener Produktivgenossenschaft der Ab- 
solventinnen d. k. k. Kunststickereischulen, e. G. 
m. b. H., Wien IV/1 

Esch, Hermann, Architekt, Speyer a. Rh. 

Esch 'S) Co., Ofenfabrik, Mannheim, Fabrikstation 

Falkenstein, Adolf, k. u. k. Hof-Dekorationsmaler, 
Wien VIII 

Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer'S)Co., Fabrik 
chemischer, pharmac, diätetischer und photo- 
graphischer Produkte, Elberfeld 

Farsky, Robert, Architekt, Deutsche Staatsge- 
werbeschule, Brunn 



Faust, Hermann, Fabrik für Kunstmöbel und 

Bautischlerei, Dresden-A. 
Feinhals, Jos., Kaufmann, Köln-Marienburg 
Felger, Friedridi,KunstgewerbIer u.Maler,Stuttgart 
Feller, Mathias, Ardiitekt, München 
Feuerriegel, Kurt, Bildhauer, Frohburg b. Leipzig 
Ficker, Johannes, Dr. phil. und D. theol., Prof. 

an der Universität Straßburg im Elsaß 
FickIer,Heinridi,Tischlermstr.,Hainsbergb.Dresden 
Figge, Ewald, Stadtbaurat, Hagen i. Westfalen 
Filz, Fritz, Eder von Reiterdank, Direktor der 

Wiener Werkstätte, Wien V 
Fischer,Alfred,Ardiitekt, Reg.-Baumeister, DüsseU 

dorf, Kunstgewerbeschule 
Fischer, Gustav, Dr., Verlagsbuchhändler, Jena 
Fischer, S., Verlag, Berlin W. 
Fischer, Theodor, Dr. phil., Prof , Architekt, München 
Flinsch, Schriftgießerei, Frankfurt a. M. 
Flöge, Hermann, Prokurist der Firma Herrburger 

'S) Rhomberg, Wien I 
Schwestern Flöge, Schneiderinnen, Wien 
Floßmann, Josef, k. Professor, Bildhauer, Pasing 

b. München 
Foehr, Eduard, Königlicher Hofjuwelier, Stuttgart 
Frank, Josef, Dr. techn., Arch., Wien I 
Franz, Wilhelm, ord. Prof a d. techn. Hodischule 

Charlottenburg 
Freißler, Robert, Dr. jur.,Sekretär d. schles. Handels» 

u. Gewerbekammern, Troppau {österreichisch- 

Sdiles.) 
Fridi, Kurt, Ardiitekt, Hellerau bei Dresden 
Friedmann, Eduard, Silberwarenfabrik, Wien VI/2 
Frieling, Alfons, Maler und Lehrer am Gewerbe- 
museum, Bremen 
Frölich, Wilhelm, Juwelier (ausführender), Bremen 
Froeschle, A., Dekorationsmaler, Karlsruhe i. B. 
Fuchs, Carl Johannes, Dr., Universitätsprofessor, 

Mitglied der Württembergischen Zentralstelle 

für Handel und Gewerbe, Vorstandsmitglied des 

Deutschen und des Württembergisdien Bundes 

für Heimatschutz, Tübingen 
Fudcer, Otto, Ardiitekt, BDA., Frankfurt a. M. 
Gagel, Karl, Professor, Maler, Karlsruhe i. B. 
Gallwitz, Elsa, Malerin und Kunstbuchbinderin, 

Leipzig-Gohlis 



Garay, Julius, k. k. Oberinspektor, Direktor des 

Gewerbeförderungs-Institutes Bozen 
Gasteiger, Mathias, Bildhauer, München 
Gaul, August, Bildhauer, Wilmersdorf bei Berlin 
Gehle, Karl, Fachlehrer, Kunstschmied und Zisc 

leur, Hagen in Westfalen 
Geiger, Franz, Architekt, Regierungsbaumeister, 

München 
Geiringer,Helene,Kunstgewerbezeichnerin,WienIII 
von Geldern, Marie, Frau, Kunstgew. Zeichnerin, 

Hellerau bei Dresden 
Geller, Johannes, Rechtsanwalt, Neuß a. Rhein 
Geller, Josef, Kaplan, Neuß a. Rhein 
Georgi, Walter, Professor a. d. Akademie, Maler, 

Karlsruhe i. B. 
Georgi, Theodor, Bildhauer, München 
Gerbert, Rudolf, Bildhauer, Dresden-A. 
Gerdce, Robert, Maler und Lehrer an der Kunst- 
gewerbeschule, Aachen 
Gerson, Herrmann, Modewaren, Berlin W. 56 
Gerstung, Wilhelm, Buch- und Steindruckerei, 

Offenbach a. M. 
Gesellschaft für angewandte Kunst m.b.H., München 
Geßner, Albert, Architekt, Charlottenburg 
Geyer, Carl, Professor, Architekt und Kgl. Fach- 

sdiuldirektor, Iserlohn 
Geyer, Oskar, Architekt, Zwickau i. Sa. 
Geyling, Remigius, Maler, Wien VI 
Carl Geylings Erben, Glasmalerei und Glasätzeret, 

Wien VI 
Gildemeister, Fr., Gartenarchitekt, Bremen 
Glöckel 'S) Rudcwid, Pappenheimer Ofenfabrik, 

Pappenheim (Bayern) 
Göbel, Bernhard, Kunsttischlerei, Freiberg i. Sa. 
Göhler, Hermann, Professor an der Großherzogl. 

Kunstgewerbeschule, Maler, Karlsruhe 
Goeritz, Ernst, Stadtrat, Danzig-Langfuhr 
Goerke, Gustav, Architekt, Berlin W. 10 
Götz, Heinrich, i. Fa. Ed. van Delden, Photo- 
graphie, Breslau V 
Götze, Wilhelm, Dr. jur., Rechtsanwalt, Gut 
Immenhof, Hutzel, Provinz Hannover, Kr. Soltau 
Goller, Josef, Glasmaler, Dresden-A., Kunstge- 
werbeschule 
Gorge, Hugo, Ardiitekt, Wien III 



Gosebruth, Ernst, Leiter des Kunstmuseums der 
Stadt Essen-Ruhr 

von Gosen, Theodor, Professor an der Kgl. Kunst- 
sdiute, Bildhauer, Breslau 

Graebner, Julius, Kgl. Baurat, Ardiitekt, BDA,, 
Dresden- A. 

Gräflidi Sdiaffgotscfisdie Josephinenhütte, Glas- 
fabrik, Sdireiberhau im Riesengebirge 

Grambow, Ludolf, Dr. phil., Syndikus der Handels- 
kammer Hanau, Gesdiäftsführer des Hanauer 
Kunstgewerbevereins, Hanau 

Graul, Ridi., Dr. phiI.,Prof.,Museumsdirekt., Leipzig 

Grenander, Alfred, Fredrik, Prof, Architekt, Berlin 

Grieb, Anton, Leiter der Werkstätten für Woh- 
nungseinriditungen, Straubing, Niederbayern 

Grimpe, Wilhelm, Möbelfabrik, Magdeburg 

Groh, August, Professor, Kunstmaler, Karlsruhe 

von Grolmann, Willy, Dr., Leiter der Wiesba- 
dener Gesellsdiaft f. bildende Kunst, Wiesbaden 

Gronau, Georg, Dr. phil., Kgl. Galeriedirektor, 
Wilhelmshöhe bei Cassel 

Gropius, Walter, Ardiitekt, Wilmersdorf b. Berlin 

Groß, Karl, Kgl. Professor, Bildhauer u. Gold- 
sdimied, Dresden 

Großh. Keramisdie Manufaktur, Darmstadt 

Großmann, Hans, Ardiitekt und Assistent an 
der Tedin. Hodisdiule, Karlsruhe 

Großmann, J. P., künstlerisdier Leiter d. »Deutsdien 
Werkstätten für Gartenkunst«, Gartenardiitekt, 
Berlin W. 

Großmann, Max, Kunstsdilosserei und Kunst- 
sdimiede, Dresden-A. 9 

Grubhofer, Tony, Maler, k. k. Konservator, Di- 
rektor der k. k. Bau- und Kunsthandwerker- 
sdiule Bozen 

Grüner, Eridi, Maler und Zeidiner, Leipzig 

Grusdika, Reinhold, Maler, Krefeld 

Gsdiwend, Konrad, Prof, Lehrer an der Kunst- 
gewerbesdiule, Hannover 

Günther, Kirstein 'S) Wendler, Budi- und Kunst- 
drudierei, Leipzig 

GunAel, Leonhard, Lehrer am Gewerbemuseum, 
Maler, Bremen 

Gußmann, Otto Friedridi, Professor an der Kgl. 
Kunstakademie, Maler, Dresden-N. 



Haas, Hermann Maler und Architekt, Mündien 
Habicfa, Ludveig, Professor, Bildhauer, Stuttgart 
Habidit, Julius, Ardiitekt, Reidisbankbauinspektor, 

Halensee-Berlin 
Hacault, Gustav, Kgl. Bauamtsardiitekt im Land- 
bauamt, Zwickau i. Sa. 
Haebler, Oscar, Webschullehrer, Herausgeber- 
Redakteur von »Textile Kunst und Industrie«, 
Chemnitz i. Sa. 
Haenel, Ericfi, Dr., Professor, Direktorialassistent 
am Königl. histor. Museum, Bibliothekar der 
Kgl. Akademie für bildende Künste, Dresden-A. 
Hansel, E. Franz, Architekt, Leipzig 
Haertel, Sigfried, Malerei u. Kunstgewerbe, Breslau 
Häusler, Philipp, Ardiitekt, Wien XVI 
V.Hahn, Elisabeth, Frl., Malerin, Berlin-Friedenau 
Hahn, Hermann, Kgl. Prof, Bildhauer, München 
Hahn <© Bach, Möbelstoffe u. Teppiche, München 
Halmhuber, Gustav, Prof., Architekt und Maler, 

Hannover 
Hammel, Otto, Prof., Dekorationsmaler, Hannover 
Hampel, Paul, Maler u. Fachlehrer an der städt. 

Handwerkersthule, Breslau IX 
Hane, Moritz, Regierungsbaumeister, Cassel 
Hannoversche Cakes-Fabrik H. Bahlsen, Hannover 
Härder, Johannes, Fachlehrer der Handwerker und 

Kunstgewerbeschule, Krefeld-Bockum 
Harkort-Hermann, Frau, Kunstgewerblerin, Haus 

Sdiede b. Wetter <Ruhr> 
Harifinger-Zakucka, Fanny, Frau, Werkstätte für 

Drechslerei, Wien V 
Hartmann, Johannes, Bildhauer, Leipzig 
Hartz, Wilhelm, Maler, Düsseldorf, Kunstge- 
werbeschule 
Haupt, Georg, Dr. phil., Direktorialassistent am 

Kaiser Friedrich-Museum, Posen 
Haupt "© Hamraon, Verlagsbuchhandlung, Leipzig 
Hauser, Ferdinand, Bildhauer u. Architekt, München 
Hauser, Hugo, Möbelfabrik, Mannheim 
Haustein, Paul, Prof, Maler u. Architekt, Stuttgart 
Hauswalt, Heinrich, Möbelfabrik, Innenausbau, 

Dekoration, Breslau 
Hecicer, Hermann, Dr. Ing., Architekt des Rhei- 
nischen Vereins zur Förderung des Arbeiter- 
wohnungswesens, Düsseldorf 



Hediner, Hans, Dipl.-Ing., Architekt, Stadtbaurat 

Asdiersleben 
Hegemann, Werner, Dr. rer. po!., Berlin» Char- 
lottenburg 
von Heider, Fritz, Maler, Keramiker, Lehrer a. d. 

Kunstgewerbesdiule, Magdeburg 

von Heider, Hans, Prof., Mafer und Keramiker, 

Lehrer an der Lehr- und Versudiswerkstätte 

der Kunstgewerbesdiule, Stuttgart 

Heidridi, Max, Entwerfer u. Tisdiler, Paderborn 

Heilmeier, Max, Kgl. Prof., Bildhauer, Nürnberg, 

Kunstgewerbesdiule 
Heinersdorff, Gottfried 'S) Co., Glasmalerei und 

Kunstglaserei, Berlin W. 30 
Heintze, Georg, Dekorationsmaler, Breslau 
Heintze 'S) Blanckertz, Erste Deutsdie Stahlfeder- 
fabrik, Berlin NO. 43 
Heinze, J. Theodor, Hofjuwelier, Dresden-A. 
Hellwag, Fritz, Redakteur „Werkstatt der Kunst" 

und „Kunstgewerbebiatt", Berlin-Zehlendorf 
Hellwig, Hermann, Möbelfabrikation, Meißen i. Sa. 
Hempel, Oswin, Prof. an der Tedin. Hodisdiule, 

Ardiiiekt, BDA., Dresden-A. 
Henker, Karl Ridiard, Ardiitekt, Charlottenburg 
Herold, Arno, Ardiitekt, BDA., Leipzig 
Herquet, Rudolf, Ardiitekt, Wien VI 
Herrgesell, Anton, Möbelfabrik, Wien XIV/3 
Hertel, Otto, Qipl.-Ing., Ardiitekt, Badenweiler 
Herting, Georg, Professor, Bildhauer, Hannover 
Hertlein, Hans, Ardiitekt und Regierungsbau- 
meister, Mündien 
Herwig, Georg, Wohnungseinriditungen, Frank- 
furt a. M. 
Heusen, O., Regierungsbaumeister, Ardiitekt, 

Münster i. W. 
Heyberger, Gregor Werner, Ardiitekt, Bremen 
Heydel, Paul, Kunstmaler, Berlin W. 6 
Heyer, Ridiard, Ardiitekt, Direktor d. Handwerker» 
sdiule und Inspektor der städt. Fortbildungs- 
sdiulen, Breslau 
Hille, Franz, Sdilosserei mit Spez.-Abt. Dresdner 
Werstätten für Grabgeländer und Gruftdedsen, 
Dresden-A. 21 
Hillmer, Viktor, Werkstatt für gesdimiedete und 
getriebene Metallarbeiten, Berlin SW. 29 



Hinnenthal, W., jun., Kaufmann, Bielefeld 
Hirth, Georg, Dr., Redakteur d.> Jugend«, Mündien 
Hodieder, Carl, ord. Professor an der Kgl. tedin. 

Hodisdiule, Ardiitekt, Mündien 
Höfert, Viktor, Kgl. Oberlehrer, Ardiitekt, Stettin 
Högg, Emil, ord. Prof. an der Tedin. Hodisdiule, 

Ardiitekt, BDA., Dresden 
Höhndorf, Fritz, Ardiitekt, Oberlehrer a. D., Hei» 

lerau bei Dresden 
Hölzel, Adolf, Prof., Maler, Stuttgart 
Höniger, Elise, Frl., Vorsteherin des Landser- 
ziehungsheims zu Agnetendorf im Riesengebirge 
Hösel, Eridi, Professor, Bildhauer, Meißen 
Hösel, Florence, Jessie, Frau, Nadelarbeiten, Gru» 

newald-Berlin 
Hoffadter, Karl, Professor, Ardiitekt, Direktor der 
Kunstgewerbesdiule und des Kunstgewerbe- 
museums, Karlsruhe i. B. 
Hoffmann, Franz, Ardiitekt, Berlin W. 30 
Hoffmann, Josef, k. k. Professor, Ardiitekt, WienVII 
Hoffmann, Julius, Verlag <Inhaber J. Holfmann), 

Stuttgart 
Hoffmann, Wilhelm, Kunstanstalt, A.-G., Kunst- 
anstalt für graphisdie Gewerbe, Dresden-A. 16 
Hofmann, Karl, Professor und vortr. Rat, Geh. 

Oberbaurat, Darmstadt 
Hohenzollern-Kunstgewerbehaus, Inh. Friedmann 
'S) Weber, Wohnungseinriditungen und Kunst- 
gewerbe, Berlin W. 
Hohrath, Alexander, Ardiitekt, Dresden 
Hollerbaum 'S) Sdimidt, G. m. b. H., Plakate, Pro» 
spekte, Wandbilder, Modellierbogen, Berlin N. 65 
Hollmann, Wenzel, Kunst- und Möbel-Tisdilerei, 

Wien XII 
von Holten, Otto, Inhaber Otto Eridi von Holten, 
Kunst- und BudidruAerei, Vcrlagsbudihand- 
lung, Berlin C. 19 
Holthaus, Wilh., 'S) Co., Möbelstoff- Weberei, 

Elberfeld 
Holtmeyer,Dr.Ing. und Dr. phil.,Reg.-Baumeister, 

Ardiitekt, Cassel 
Holub, Adolf, Ardiitekt, Wien XIV 
Homann- Werke G. m. b. H., Kunstgewerblidie 

Werkstätten, Vohwinkel 
Hopf, Carl, Orientteppidie, Stuttgart 



Hermann, Emmy, Kunstgewerblidie Werkstätte 

für Maschinen- und Handstidicrei, Bremen 
Horst- Sdiulze, Paul, Maler, Illustrator, Lehrer 
an der kgl. Akademie für graph. Künste, Leipzig 
Hottenroth, Emmy, Frau, Kunstgewerbl. Atelier, 

Wadiwitz b. Dresden 
Huber, Anton, Ardiitekt, BDA., Direktor der 

kunstgewerblidien Fadisdiule, Flensburg 
Huber, Karl, Bildhauer, großh. Hauptlehrer, Offen- 

badi a. M. 
Huber-Feldkirdi, J., Maler und Ardiitekt, Kunst- 
akademie, Düsseldorf 
Huber-Hildt, Frau, Julie, Malerin und Kunstge- 

werblerin, Flensburg 
Hulbe, Christoph, Zeidiner für Innenardiitektur 

und Kunstgewerbe, Kiel 
Hyll 'S) Klein, Graphisdie Kunst- Anstalt, Bannen 
Ihm, R., Fabrik farbiger Leder, Mainz 
Imberg 'S) Lefson, Budidrudterei, Berlin W. 9 
Insel -Verlag, G. m. b. H., Leipzig 
Jacquet, Carl, Inhaber C. Couslol, Möbelfabri- 
kant, Frankfurt a. M. 
Jäger, Carl, Ardiitekt, BDA., Mündien 
Jahl, Julius, diromolithogr. Kunstanstalt, Mannheim 
Jahn, Raimund, Maler, Lehrer an der Kunstge- 

werbesdiule, Krefeld-Bodtum 
Jansen, Hermann, Ardiitekt und Herausgeber des 

„Baumeister", Berlin W. 35 
Jansen, Ridiard, Ardiitekt, Bremen 
Janßen, Ulfert, Prof. an der Tedin. Hodisdiule, 

Bildhauer, Stuttgart 
Jeggle, Franz Josef, Ardiitekt, Münster i. W. 
Jessen, Hans, Ardiitekt, Reg.-Baumeister a. D., 

Berlin W. 50 
Jessen, Peter, Dr. phil., Direktor der Bibliothek 
des Kgl. Kunstgewerbemuseums, Berlin SW. 11 
Jobst, Heinridi, Bildhauer, Darmstadt 
Jost, Wilhelm, Ardiitekt, Großh. Bauinspektor, 

Bad Nauheim 
Junge, Margarete, Lehrerin, Dresden-A. 
Kaemmerer, Ludwig, Dr., Professor, Direktor des 

Kaiser-Friedridi-Museums, Posen 
Kahlbrandt, Albert, Graveur u. Ziseleur, Hamburg 
Kaiser, Sepp, Ardiitekt, Dipl.- Ardiitekt, Char- 
lottenburg 



Kaldenbadi, Fr., Atelier für Ardiitektur u. Kunst- 
gewerbe, Hagen i. W. 

Kaihammer, Gustav, Fadilehrer, Graphiker und 
Maler, Wien XII 

Kallmorgen, Friedr., Professor, Maler, Berlin W. 15 

Kampf, Arthur von, Professor, Maler, Präsident 
der Kgl. Akademie der Künste zu Berlin, Berlin 
W. 15 

KampfFmeyer, Hans, Dr. phil., Sdiriftsteller, Gene- 
ralsekretär der Deutsdien Gartenstadtgesellsdiaft, 
Karlsruhe i. B. 

Kathrein, Heinridi, Ardiitekt, Inspektor am k. k. 
Gewerbeförderungs-Amt, Wien IX 

Kaulitz,Marion,Kunstwerkstatt der Kaulitzpuppen, 
Gmünd a. Teegernsee 

Kautzsdi, Rudolf, Prof. an der Tedin. Hodisdiule, 
Breslau 

Kees, Ottmar, Kunstsdilosser, Hauptlehrer, Ober- 
theuringen <Württemberg> 

Keim, Adolf Wilhelm, tedin. Chemiker u. Redak- 
teur, Grünwald bei Mündien 

Keller, Alfred, Ardiitekt, Wien IV 

Keramisdie Kunstwerkstätten, Ridiard Mutz 'S) 
Rother, G. m. b. H,, Liegnitz 

Keramisdie Zentrale für Rheinland und Westfalen, 
A.-G., Essen-Ruhr 

Kerber, Gebr., Granitwerke, Büdilberg, Nieder- 
bayem 

Kerndle, Karl Maria, akad. Ardiitekt, Wien VI/1 

Kersdiensteiner, Dr., Georg, Stadtsdiulrat und 
Kgl. Stadtsdiulkommissar, Kgl. Studienrat, M. 
d. R., Mündien 

Kersten, Paul, Lehrer der Kunstklasse der Ber- 
liner Budibinderfadisdiule, Berlin-Sdiöneberg 

Keßler, Graf Harry, Weimar 

Keßler, Peter Thaddäus, Hilfskonservator am 
Mainzer Altertumsmuseum, Mainz 

Kiefer, Karl, Bildhauer, Mündien 

Kiendl, Max, Kgl. Professor, Direktor der städt. 
Gewerbesdiule, Mündien 

Kienzle, Hermann, Dr., Museumsassistent, Kustos 
am Großh.Hessisdien Landesmuseum,Darmstadt 

Kirdiner, Eugen, Maler, Mündien 

Kirdorf, Johannes, Kaufmann, Inhaber der Firma 
Reuter 'S) Siedce, Berlin W. 



Kirsdi, Hugo Franz, Bildhauer und Keramiker, 

Wien XIII 
Klablena, Eduard, Bildhauer und Keramiker, 

Langenzersdorf bei Wien 
Klaus, Karl, Architekt, Wien XIII/6 
Klee, Fritz, Ardiitekt, Direktor der Fadisdiule, 

Selb, Oberfranken 
KleefisA, Josef, in Firma Gabriel Hermeling, Hof' 

goldsdimied, Köln a. Rhein 
Klein, Cesar, Maler, Steglitz b. Berlin 
Kleinhempel, EriA, Professor an der Kgl. Kunst- 

gewerbesdiule, Dresden-A. 10 
Kleinhempel, Gertrud, Lehrerin an der Kunstge« 

werbesdiule, Bielefeld 
Kleinhempel, Rudolf, Werkstätten für Buch« und 

Steindruck, Dresden« A. 
Klemm, Gottlob Gottfried, Maler, München 
Klihm, Gertrud, Kunstgewerbe, Künstlerischer Bei« 

rat am Schauspielhaus, Düsseldorf 
Klimt, Georg, Metallbildhauer und Lehrer der 
Kunstschule für Frauen und Mädchen, Wien III 
Klimt, Gustav, Maler, Wien VIII 
Klinger, Julius, Maler und Zeichner, Berlin W. 30 
Klingholz, Fritz, Prof. an der Tedin. Hochsdiule 

Charlottenburg, Berlin «Wilmersdorf 

Klingspor, Gebr., Sdiriftgießerei, Pbotodiemigraph. 

u. galvanoplastiscbe Anstalt, Offenbach a. M. 

IClopfer, Paul, Dr.«Ing., Reg.«Baumeister, Direktor 

der Großh. Sachs. Baugewerkenschule, Weimar 

Knorr, Theodor, Maler und Kunstschriftsteller, 

Straßburg i. E. 
Knottnerus-Meyer, H., Kunstmaler, Hannover 
Koch, Alexander, Inhaber Hofrat Alexander Kodi, 
Verlag für Kunst und Kunstgewerbe, Darmstadt 
Koch, Hugo, Architekt, Krefeld 
Kodi, Rudolf, Budigewerbezeidiner, Mitarbeiter 

der Fa. Gebr. Klingspor, Offenbach a. M. 
Koch, Stadtdirektor, Bremerhaven 
Koch •© Bergfeldt, Silberwarenfabrik, Bremen 
Köllensperger, Jakob, Dr., Advokat, Laua (Südtirol) 
König 'S) Roggenbrod, Gartenarchitekten, Ham- 
burg 
Koppen, Wilhelm, Maler, München 
Koepper, Gustav, Syndikus der Handwerkskammer, 
Koblenz 



Koernig, Arno, Architekt und Direktor der Kunst' 

gewerbeschule Berlin «Wilmersdorf 
Kogan, Mayssey, Bildhauer, München 
Kohler, Karl, Architekt, Diplom«Ing., Durlach i. B. 
Koken, Anne, Malerin und Kunstgewerblerin, 

Hannover 
Kolbe, Rudolf, Architekt, BDA,Dresden«Loschwitz 
Kollmar, Wilhelm, Bildhauer, Karlsruhe <Baden> 
Korff, Paul, Architekt, Laage i.Mecklenbg.-Schwerin 
Kornhas, Carl, Prof. an der Kunstgewerbeschule, 

Bildhauer und Keramiker, Karlsruhe 
Kosmack, Eduard, Kunstverlag, Wien I 
Köster,Karl,Zeichneru.Kunstgewerbler,Müncfaen» 

Gladbach 
Kottman, Gustav, MöbelstofFweberei, Krefeld 
Kowarzik, Rudolf, Bildhauer, Lehrer an der Großh. 

Kunstgewerbeschule, Pforzheim 
Krais, Felix, Inhaber der Firma Hoffmannsche 

Buchdrucierei, Stuttgart 

Krais, Paul, Dr. phil., Chemiker, Tübingen«Lustnau 

von Kramer, Theodor, Professor, Kgl. Oberbaurat, 

Direktor der Bayrischen Landesgewerbe« Anstalt, 

Nürnberg 

Kraus, Ernst, Blei« und Metallverglasung., Glas« 

Schleiferei, Spiegelbelegerei, Glasmosaik, Weimar 

Freiherr von Krauß, Franz, k. k. Baurat, Architekt, 

Wien I 
Krefelder Teppichfabrik, A.-G., Krefeld 
Kreis, Wilhelm, Prof., Ardiitekt, BDA., Direktor 

der Kunstgewerbeschule, Düsseldorf 
Krenek, Carl, Maler und Graphiker, Wien V 
Kruse, Käthe, Frau, Werkstätte der Käthe-Kruse- 
Puppen, Charlottenburg 2 
Kuebart, Carl, Architekt, Barmen 
Kübel, Franz Karl Benjamin, Prof., Architekt, 
Direktor der Kunstgewerbe« und Handwerker« 
schule, Mainz 
Kühn, Ernst, Kgl. Baurat, BDA, Ardiitekt, Privat- 
dozent, Dresden«A. 
Kühne, Max Hans, Ardiitekt, BDA., Dresden-A. 
Kükelhaus, Hugo, Geschäftsführer d. Rhein.- Westf. 

Provinzial-Tischlerverbandes, Essen (Ruhr) 
Kuhn, Franz, Ardiitekt, Heidelberg 
Kunstdrudcerei Künstlerbund, Karlsruhe, G.m.b.H., 
Karlsruhe i. B. 



Kunstgewerblidie Werkstätten und Erzgießerei 
V. Paul Stotz u. Otto Sdilee, G. m. b. H., Stuttgart 

Kunst-Metallwerkstätten E. Ehrenfaöd?, München 

Kuöhl, Richard, Bildhauer, Wilmersdorf-Berlin 

Kurzwelly, Albrecht, Dr. phil., stellvertr. Direktor 
am Kunstgewerbemuseum und Dozent an der 
Kgl. Akademie für Buchgewerbe, Leipzig 

Kusche, Alfred, Maler, Lehrer a. d. Großh. Bau- 
gewerkschule, Karlsruhe <Baden> 

Kutschmann, Max, Maler und Lehrer an der Un- 
terrichtsanstalt am Kgl. Kunstgewerbemuseum 
zu Berlin, Friedenau bei Berlin 

Kux, Richaid, Postbaurat a. D., Mitinhaber der 
Firma Gebr. Huber, Betonbau, Breslau XIII 

Labes, Erich, Architekt, Stadtbauinspektor, Regie- 
rungs-Baumeister a. D., Görlitz 

Läuger, Max, Professor, Architekt, Karlsruhe 

Landerer, A. (Inhaber Carl Landerer), feine Schreib- 
und kunstgewerbliche Waren, Heilbronn a. N. 

Lang, Paul, Prof., Maler, Architekt und Kunstge- 
werbler, Stuttgart 

Lange, Heinrich, Dr. phil., Professor, Direktor der 
Färberei- und Appreturschule, Krefeld 

Lange, Max, Dr., Professor, Bildhauer, Leipzig- 
Kleinzschocher 

Langhein, Carl, Prof., Maler, Ettlingen b. Karls- 
ruhe i. B. 

von Larisch, Rudolf, k. k. Professor, Regierungs- 
rat, Wien III 

Lasser, Josef, kunstgewerbl. Werkstätten, Ziseleur 
und Bildhauer, München 

Lattmann, F. A., Buchdrucierei, Zeitungsverlag, 
Spielkartenfabrik, Goslar am Harz 

Laudahn, W., Graph. Werkstatt und Gravier- 
anstalt, Berlin SW. 68 

Laupheimer Werkzeugfabrik, vorm. Jos. Steiner 
'S) Söhne, Fabrikation von Holzwerkzeugen, 
Laupheim i. Wttbg. 

Lauwerifcs, Johannes Ludoviens Mattheus, Garten- 
stadt Hagen i. W. 

Lebisch, Franz, Architekt, Darmstadt 

Lederle, Karl, Architekt, Vorstand d. Rliale d. 
Großh. bad. Landesgew. Amt. Furtwangen 

Lehmann, Gustav, Marine-Stabszahlmeister a. D., 
Hellerau bei Dresden 



Lebmann, Ida, Bildhauerin und Keramikerin, Wien 
III/B 

Lehmann, Martin, Buchbinderei, Bremen 

Lehmann, Otto, Dr., Prof., Museumsdirektor, Al- 
tona. Städtisches Museum 

Lehnert, Georg, Dr. phil., Prof., Privatgelehrter, 
Berlin W. 50 

Leisching, Julius, Architekt, Direktor des Erzherzog 
Rainer-Museums für Kunst u. Gewerbe, Brunn 

Leonhardt, Carl FriedridiWiIheIm,Ardiitekt,BDA., 
Frankfurt a. M. 

Leugner, F. M., Kartonnagenfabrik, Stettin 

Leuwer, Franz, Budi- u. Kunsthandlung, Bremen 

Leven,Hugo, Bildhauer, Direktor der Kgl. Zeichen- 
Akademie, Hanau 

Lewin-Funke, Arthur, Bildhauer, Charlottenburg 

Leyrer, Cosman, Goldschmied und Ziseleur, Erz- 
gießer, München 

Lichtblau, Ernst, akad. Architekt, Lehrer a. d. 
k. k. Staatsgewerbeschule, Wien I 

Lichtenhahn, Karl August, Architekt und Mit- 
arbeiter der Firma J. Stock,Coblenz, Coblenz a.Rh. 

Lindemann, Elisabeth, Leiterin der Meldorfer 
Museumsweberei, Meldorf in Holstein 

Lindemann, Feodor, Zeichenlehrer an der städt. 
Gewerbeschule, Leipzig 

Linnemann, Otto, Maler und Glasmaler, Frank- 
furt a. M. 

Linnemann, Rudolf, Architekt und Glasmaler, 
Frankfurt a. M. 

Lipp, Johann, Kunsttöpfereibesitzer, Mering bei 
Augsburg 

Literarische Anstalt Rütten 'S) Loening, Verlags- 
buchhandlung, Frankfurt a. M. 

Littmann,Max, Kgl. Professor, Architekt, München 

Loebell, Wilhelm, Architekt, Postbauinspektor, 
Köln-Deutz 

Löffler, Bertold, Maler, Lehrer an der k. k. Kunst- 
gewerbeschule, Wien 
von Loehr, Karl, Prof., Architekt, Aachen 
Joh. Lötz Witwe <Max Freiherr von Spann), k. k. 
priv. Glasfabrik, Klostermühle, Post Unter- 
reichenstein in Böhmen 
Loevy, Leopold, Tapezierer u. Dekorateur, Wienl 
Loevy, S. A., Bronzegießerei, Berlin N. 4 



Lohse, Rudolf, bei der Firma Louis Lohse, Budi- 
binderei, Dresden-A, 

Lossow, "William, Prof., Ardiitekt,BDA., Direktor 
der Kgl. Kunstgewerbesdiule und Museum, 
Dresden-A. 

Lotheissen, Emmy, Leiterin der Stickerei-Abtei» 
lung an der Kgl. Websdiule, Krefeld 

Lüdecke, H., Bildhauer, Bremen 

Lüer, Herm., Dr. phil., Fadisdiuldirektor, Solingen 

Lüthgen, Eugen G., Dr. jur. et phil., Kunst- 
historiker, Cöln a. Rh. 

Luksdi, Ridiard, Bildhauer, Staatliche Kunstge- 
werbesdiule, Hamburg 5 

Luley, Diedrich, Architekt, Bremen 

Maas 'S Jungvogel, Gravier- Anstalt, Krefeld 

Madile, Linus, Baumeister, Bozen 

Magnussen, Walter, Maler u. Keramiker, Lehrer 
an der Kunstgewerbescfaule, Bremen 

Mahn, Heinrich, Dipl.-Ing., Oberlehrer, Redakteur 
der Lübeckisdien Blätter, Lübeck 

Mardi,Otto,Geh.Baurat,Ardiitekt,Charlottenburg 

Marcjuardt, Alfred, Dr., Schriftsteller und Ver- 
bands-Syndikus, Stuttgart 

Marshall, Hans, Redakteur der Magdeburgiscfaen 
Zeitung, Magdeburg S. 

Marx-Diestelmann, Lizzi, Frau, Kunstgewerb- 
lerin, Dessau 

Matschoß, Conrad, Ingenieur und Schriftsteller, 
Dipl.-Ing., Privatdozent, Berlin NW. 

Mautner von Markhof, Magda, Wien III 

Mayer, Franz, Ardiitekt, Scfalederloh im Isarthal, 
Post Wolfratshausen 

von Mayrhofer, Adolf, Ziseleur u. Silberarbeiter, 
München 

Mebes, Paul, Regierungsbaumeister a. D., Archi- 
tekt, Zehlendorf, Wannseebahn 

Meier, Edgar, Dr. med., Magdeburg 

Meir, Josef, k. k. Prof., akadem. Maler, Bau- 
und Kunsthandwerkerschule, Bozen 

Meißner, Paul, Prof., Ardiitekt, Darmstadt 

Melsbacfa, Paul, Duisburg 

Meltzer, Heinr., Blumenbinderei, Düsseldorf und 
Krefeld 

Melussen, Viktor, Architekt, Bremen 

Melville, Carl, Bildhauer u. Kunstgewerbler, Erfurt 



Melzer, Wilhelm, Werkstätten kunstgewerblicher 
Lederwaren, Wien 

Mendelssohn, Georg, Kunstschlosserei, Hellerau 
bei Dresden 

Menzel, Oskar, Architekt, BDA., Dresden-A. 

Merkelbach, Reinhold, Steinzeug- und Hartstdn- 
gutfabrik, München 

Mersch, Karl, Bildhauer, Lehrer an der Kunst- 
gewerbeschule, Mainz 

Merton, Wilhelm, Dr., Frankfurt a. M. 

Meßner, Franz, Prof., Architekt, Direktor der k. k. 
Fachschule f. Holzbearbeitung, Grulich <Österr.> 

Metzendorf, Georg, Architekt der „Frau Mar- 
garethe Krupp-Stiftung", Essen a. d. Ruhr 

Metzendorf, Heinrich, Prof., Architekt, Bensheim 

Metzner, Franz, Prof., akadem. Bildhauer, Berlin- 
Wilmersdorf 

Meusch, Hans, Dr. phil., Geschäftsführer des 
Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer- 
tages, Hannover 

Meyer, Julius, 'S) Co., Norder Eisenhütte, Norden 
<Ostfriesland> 

Meyer, Richard, Prof., Direktor der Kunstgewerbe- 
schule, Hamburg 

Meyer, Willy, Architekt, Dresden-A. 27 

Meyrs Neffe, Glasfabrik, Adolf bei Winterberg 
in Böhmen 

Midiael, Wilhelm, Ardiitekt und Fadilehrer für 
Raumkunst, Breslau 

Michels 'S) Co., Fritz Gugenheim, Seidenwaren, 
Berlin SW. 

Migge, Leberecht, Gartenarchitekt, Hamburg» 
Blankenesc 

Milde, Adalbert, 'S) Co., Erzgießerei, Dresden-A. 

Mittag, H., Kunstmaler, Hannover 

Möhring, Bruno, Professor, Ardiitekt, Berlin W. 35 

Mörl, Gustav, Kunstschmied, Krefeld 

Mössel, Julius, Maler, München 

Mohrbutter, Alfred, Prof., Maler, Berlin W. 15 

Molling, Josef, Verleger und Drudeereibesitzer, 
Berlin W 

Moser, Frau Edita, Wien III 

Moser, Koloman, k. k. Professor, Maler, Wien III 

Mosler, Julius, Kgl. Bayer. Hof-Rohrmöbel-Fabrik, 
München 



Müller, AIbin,Prof.,Ardiitekt,Damistadt,KünstIer- 

Kolonie 
Müller, C. F. Otto, Kunstgewerbl. Erzeugnisse, 

Porzellan, Kristall, Karlsruhe i. B. 
Müller, Georg, Verlag, Mündien 
V. Müller, Hans, Privatgelehrter, Berlin W. 15 
Müller, P. Johannes, Werkstätten für Sdiulein- 
riditung. Buch", Zeitschriften- und Lehrmittel- 
Verlag, Charlottenburg 
Müller, Th., Hofjuwelier, Gold- und Silberwaren- 
fabrik, Weimar 
Müller-Salem, Julius, Professor, Maler, Pforzheim, 

KunstgewerbesAule 
Müller-Sdieessel, Ernst, Maler, Bremen 
Münzer, Adolf, Maler, Düsseldorf, Kunstakademie 
Muthesius, Frau Anna, Nikolassee bei Berlin 
Muthesius, Hermann, Dr.-Ing., Geh. Regierungs- 
rat, Ardiitekt, Nikolassee bei Berlin 
Naditlirfit, Leo, Ardiitekt und Fadisdiriftsteller, 

Dipl.-Ingenieur, Charlottenburg 
Nähr, Moritz, Kammerphotograph, Wien VII 
Naumann, Friedridi, Dr., Sdiriftsteller, Sdiöne- 

berg-Berlin 
Neeb, Ernst, Prof., Oberlehrer, Mainz 
Netzer, Hubert, Prof., Bildhauer, München 
Neu, Paul, Maler, München 
Neue Photographisdie Gesellscfiaft, A.-G., Steg- 
litz-Berlin 
Neuenborn, Paul, Kunstmaler, München 
Neumann, Ernst, Kunstmaler, Berlin W. 51 
Neureuther, Christian,Keramiker, künstl. Leiter der 
Abt. Neureuther an d. Wächtersbacher Steingut- 
fabrik, Schlierbach b.Wächtersbach, Hessen-Nass. 
Neuwirth, Rosa, Keramik, Wien IV 
Nicolai, M.A, Maler und Architekt, Niedersedlitz, 

Bez. Dresden 
Niedt, Otto, Kgl. Kommerzienrat, Generaldirektor, 

Gleiwitz, O./Sdil. 
Niemeyer, Adelbert, Kgl. Prof., Kunstmaler, Mün- 
chen, Königl. Kunstgewerbeschule 
Niemeyer, Wilhelm, Dr. phil., Hamburg 
Nigg, Ferdinand, Prof., Maler, Magdeburg 
Nolde, Frau, Ada, Kunstweberin, Berlin W. 50 
Norddeutscher Lloyd, Dampfschiffahrtsgesellschaft, 
Bremen 



Nose, Richard, städt. Garteninspektor, Krefeld 

Oberle, Philipp, Goldschmied u. Ziseleur, Lehrer 
an der Kunstgewerbeschule, Straßburg i. E. 

Obermeyer, Max, Kunstmaler und Innenarchitekt, 
München 

Oberthür, Gustav, Diplom -Architekt, Stadtrat, 
Straßburg i. E. 

Ochs, Jacob, Gartenarchitekt, Hamburg I 

Oeder, Georg, Prof., Landschaftsmaler, Düsseldorf 

Örley, Robert, Ardiitekt, Wien I 

Oesterreich, Ridiard, jun., Kgl. Hofbuchbinder, 
Dresden-A. 

Ohly, Ernst, Bildhauer, Frankfurt a. M. 

Ohly, Willy, Bildhauer, Frankfurt a. M. 

Oppler-Legband, Else, Kunstgewerblerin, Berlin- 
Schöneberg 

Orlik, Emil, Kgl. Prof., Maler und Graphiker, 
Berlin SW, 11 

Ortlieb, Walter, künstlerischer Leiter der Firma 
Paul Stotz 'S) Otto Sdilee, Stuttgart 

Osborn, Max, Dr. phil., Schriftsteller, Redakteur 
der „National-Zeitung", Berlin W. 

Oßwald, Karl, Oberlehrer, Kunstgewerbe- Archi- 
tekt, Zwickau i. Sa. 

Ostermayer, Fritz, Dr. phil., Prof., Herzoglich An- 
haltischer Konservator und Kunstwart, Dessau 

Osthaus, Karl Ernst, Besitzer des Museums Folk- 
wang und Direktor des Deutschen Museums 
für Kunst in Handel und Gewerbe, Hagen i. W. 

Otto, Wilhelm, Prof., Maler, Bremen 

Paeschke, Carl, Direktor der Werkstein» Industrie, 
Breslau XIII 

Paffendorf, Ludwig, Architekt und Kunstgewerbler, 
Köln 

Pahde, Frau, Prof., Krefeld 

Pallat, Ludwig, Dr., Prof., Vortragender Rat im 
Kgl. Preuß. Kultusministerium, Geh. Regierungs- 
rat, Wannsee b. Berlin 

Pankok, Franz, Innenarchitekt, Lehrer a. d. Kunst- 
gewerbeschule, Barmen 

Papier- und Tapetenfabrik Bammental <Abt. der 
Tapeten-Industrie- Akt.-Ges.>, Bammental, Bad. 

Pacjuet, Alfons, Dr. phil., Schriftsteller, Hellerau 
b. Dresden 

Paravicini, Architekt, Frankfurt a. M. 



Paul, Bruno, Prof., Direktor der Unterriditsan- 
stalt des Königl. Kunstgewerbemuseums Berlin, 
Berlin SW. 11 

Paul •© Miller, Wilhelm, Ofen- und Tonwaren» 
Fabrik, Magdeburg 

Pazaurek, Gustav Edmund, Dr. phil., Prof., Vor- 
stand des württembergisdien Landesgewetbe- 
museums, Stuttgart 

Pedie, Dagobert, Ardiitekt, Wien IV 

von Perfimann, Freiherr Günther, Sekretär der 
Mündiner Vereinigung für angewandte Kunst, 
Mündien 

Peglau, Bruno, Reditsanwalt, Leipzig 

Pelka, Otto, Dr. phil., Direktorialassistent am 
Kunstgewerbe -Museum und Dozent an der 
Handelshodisdiule, Leipzig 

Perks, Paul Adalbert, Maler, Dresden-A. 

Persdieid, Nicola, Photograph, Berlin W. 9 

Peteridi, Paul, Prof., Bildhauer, Florenz 

Petersen, Ernst, Prof., Landbauinspektor a. D., 
Kgl. Kunstgewerbe-Museum, Berlin SW. 11 

von Petri, O., Dr., Generaldirektor, Geh. Kom- 
merzienrat, Nürnberg 

Pezold, Georg, Bildhauer, Mündien 

Pfann, Paul, Professor an der tedin. Hodisdiule 
Mündien, Ardiitekt, BDA., Mündien 

Pfannstiel, Heinridi, Großh. Sädis. Hofl., Werk- 
stätten f. künstlerisdie Lederarbeiten u. Wappen- 
malerei, Weimar 

Pfeifer, Ernst, Kgl. Professor, Bildhauer, Mündien 

Pfeifer, Hermann, Geh. Hofrat, Prof an der Tedin. 
Hodisdiule, Ardiitekt, Braunsdiweig 

Pfeiffer, Max, Adolf, Dipl.-Ing., Direktor der 
Sdiwarzburger Werkstätten für Porzellankunst, 
Unterweißbadi, Sdiwarzburg-Rudolstadt 

Pfeiffer, Paul, Bildhauer und Ziseleur, Lehrer an 
der Goldsdimiedesdiule, Eutingen b. Pforzheim 

Pflaume, Hermann, Ardiitekt, BDA., Köln 

Pflaumer, Eugen, Goldsdimied, k. k. Fadisdiul- 
lehrer, Gablonz a. d. Neiße 

Phieler, Heinridi, Maler, Fadilehrer f. Entwerfen, 
a. d. Kunstgewerbesdiule Elberfeld, Elberfeld 

Pbotograph. Gesellsdiaft, Kunstverlag, Berlin C 2 

Pidiler, Hermann, Leinwand-, Gebild- und Da- 
mast-Weberei, Stuttgart 



Pimer 'S) Franz <Inh. J. E. Franz), Kgl. Sädis. 

Hoflieferant, Erzgießerei, Dresden-Löbtau 
Pixis, Oskar, Ardiitekt, Mündien 42 
Plate, H., Klempnermeister, Vorsitzender des 

Deutsdien Handwerks- und Gewerbekammer- 
tages, Mitgl. d. Preuß. Herrenhauses, Hannover 
Platen, Max, Ardiitekt und Bildhauer, für künstler. 

Grabdenkmäler, Krefeld 
Poellath, Karl, Münz- und Prägwerk, Königl.Bayr. 

Hofl., Sdirobenhausen b. Mündien 
Poelzig, Hans, Prof, Ardiitekt, Direktor d. Kgl. 

Kunstsdiule, Breslau 
Poesdiel 'S) Trepte, Budidrudierei, Leipzig 
Pösdimann® Battre, Werkstätten modern er kunst- 

gewerblidier Metallarbeiten, Dresden-A. 28 
Pohle, Emil, Ardiitekt, Düsseldorf 
Polaczedt, Ernst, Dr. phil., Museumsdirektor u. 

Universitätsprofessor, Straßburg i. E. 
Poppovits, Cesar B., Ardiitekt, Wien VIII 
Porzellanmanufaktur Ferdinand Seile, Burgau a. S. 

Station Gösdiwitz <Saale> 
Porzellan-Manufaktur,KgI.,Direktion, Berlin W. 66 
Poser, Karl, Ardiitekt, BDA., Leipzig 
Postler, Adelheid, Kunstgewerblidie Werkstatt 

für Innen-Dekoration, Erfurt 
Pott, Paul, Ardiitekt Köln a. Rh. 
PowoIny,MidiaeI,Bildhaueru. Keramiker, WienlllB 
de Praetere, Jules, Prof, Brüssel 
Pranghofer, Franz, Baumeister, Lehrer an der k. k. 

Bau- und Kunsthandwerkersdiule, Bozen 
Preetorius, Emil, Dr., Kunstmaler, Mündien 
Prelle, Christian, Maler und Kunstgewerblcr, 

Hannover 
Prinz, Ernst, Dipl.-Ing., Ardiitekt, BDA., Kiel 
Prutsdier, Otto, k. k. Prof., Ardiitekt der Gra- 

phisdien Lehr- und Versudisanstalt, Wien VI 
Puhonny, Ivo, Maler u. Graphiker, Baden-Baden 
Quedenfeldt, Erwin, Dr., Photodiemiker, Leiter 

der Rheinisdien Lehr- und Versudisanstalt für 

Photographie, Düsseldorf 
Rank, Franz, Ardiitekt, Mündien 
Raudiheld, Adolf, Großherzogl. Baurat, BDA., 

Oldenburg i. Gr. 
Rauedter, Bruno, Dr. oec. publ., Solln II bei 

Mündien 



Ree, Paul, Prof. Dr., Bibliotliekar der Bayrisdien 
Landes-Gewerbeanstalt, Nürnberg 

Regel, Otto, Budidrudterei, Leipzig 

Rehorst, Carl, Landesbaurat a. D., Beigeordneter 
der Stadt Köln, Köln 

Reid), Lilly, Kunstgewerblerin, Berlin 

Reidie, Ridiard, Dr. phil., Kunsthistoriker, Konser- 
vator des Kunstvereins in Barmen, Barmen, 
Ruhmeshalle 

Reimann, Theodor (Inhaber Willy Lutze <© Paul 
Putsdier>,KönigI.Hoflieferant, Fabrikation kunst: 
gewerblidier Korbmöbel, Dresden-N. 

Remer, Paul, Dr. phil., Sthriftsteller, Moldiow- 
haus bei Altruppin (Mark Brandenburg) 

Rempen 'S) Kreutzmann, Spezialhaus für aparte 
Tapeten, Wandbespannungen u. Bodenbelag, 
Stuttgart 

Renner, Ad., Manufakturwarenhaus, Dresden^A. 

RenneriPaul, Kunstmaler, Budi« und Sdiriftgewerbe, 
Mündien 

Rhomberg, Julius, Mitinhaber der Firma Herr- 
burger 'S) Rhomberg, Wien, Dornbirn 

Riemersdimid, Otto, Architekt, Mündien 

Riemersdimid, Ridiard, Kgl. Prof., Architekt, Pasing 
bei München 

von Rieppel, Anton, Dr. Ing. u. phil., General- 
direktor, Kgl. Baurat, Nürnberg 

Riese,Hans, Vorsitzender des Beamten = Wohnungs- 
Vereins zu Berlin, Geh. Redinungsrat, Berlin W. 

Rieß, Paul, Prof., Maler und Kunstgewerbler, Dessau 
i. Anh. 

Riezler, Walter, Dr. phil., Schriftsteller, Direktor 
der Stettiner Museen, Stettin 

Riezler-Kraft, Frau Paula, Kunstgewerblerin, Stettin 

Rindilake, Bernhard, Kunsttischler, Münster i. W. 

Rings, Josef, Architekt, Assistent an der Groß- 
herzgl. Techn. Hochschule zu Darmstadt, Lehrer 
an den Technischen Lehranstalten, Offenbach a. M. 

Rodi, Georg, Bildhauer, Berlin W. 30 

La Roche, Maria, Malerin und Graphikerin spez. 
angewandter Graphik, München 

Rochga, Rudolf, Prof., Maler und Kunstgewerbler, 
Stuttgart 

Roediger, Ulrich, Ardiitekt, Hannover 

Röhr, Bruno, Architekt, Weimar • 



Roemer, Georg, Bildhauer, Müncfaen-Gern 

Roerts, Willi, Graphische Werkstätten, Hannover 

Rößler, Paul, Maler, Dresden 

Rohde, Georg K., Glasmalerei, Bremen 

Rohlfs, Christian, Prof., Maler und Sticker, Hagen 
i. W., Museum Folkwang 

Roller, Alfred, k. fc. Prof., Maler, Direktor der 
Kunstgewerbeschule des k, k. österr. Museums 
für Kunst und Industrie, Wien III/l 

Rominger, Jobs., Königl. Hoflieferant (Inhaber Otto 
Wanner-Brandt), Spezialgeschäft für Glas, Por- 
zellan, Metallwaren, Beleuchtungskörper, Kunst- 
gewerbe, Stuttgart 

Rosenbaum, Brüder, Papierwarenfabrik und Kunst- 
drudcanstalt, Wien VIII 

Rosenfeld, N. 'S) Co., Königliche Hoflieferanten, 
Spezialausführungen von Wand- und Fuß- 
bodenfließen, Mosaikarbeiten und Parketten, 
Berlin W. 8 

Rosenthal 'S) Co., Ph., Porzellanfabrik, Akt.-Ges., 
Selb (Bayern) 

Roß, Karl Hubert, Ardiitekt, BDA., Hannover 

Roßmann, Hans, Prof., Maler, Breslau, Kgl. Kunst- 
gewerbeschule 

Rothansi, Rosalia, Lehrerin an der k. k. Kunst- 
gewerbeschule in Wien, Kunststickereien u. Hand- 
webereien, Wien I 

Rubensohn, Otto, Dr. phil., Museumsdirektor, 
Hildesheim 

Rütschi, S. Rudolf, Architekt, Lehrer an der Kunst- 
gewerbeschule, Magdeburg 

Rumpen, Anton, Architekt, Krefeld 

Rupp 'S) Moeller, Marmor-, Granit-, Syenit- und 
Kalksteinwerke, kunstgewerbliches Atelier, Karls= 
ruhe in Baden 

Ruyter, Gerhard, Möbelfabrik, Krefeld 

Saaleciser Werkstätten, G. m. b. H., Ateliers für 
Architektur, Gartcnanlagen, Möbel und Innen- 
ausbau, Saaleck bei Bad Kosen (Thüringen) 

Sädisische Serpentinstein-Gesellsdiaft zu Zöblitz, 
G. m. b. H., Zöblitz i. E. 

Saile, V., Glasmalerei und Kunstglaserei, Stuttgart 

»Salubra«, Akt.-Ges., Herstellung künstlerischer, 
lichtediter, waschbarer Wand - Bekleidungen, 
Grenzach (Baden) 



Sattler, Karf, Architekt, München 

Sauer, Carl, Buchbinderei und Vergolde -Präge- 

Anstalt, Krefeld 
Sdiade, F., 'S) Co., Tapetenhaus, Dresden-A. 
Schaefer, Karl, Dr, phil., Direktor des histor. und 

kunstgewerbl. Museums, Lübeck 
Sdiäfer, Wilhelm, Schriftsteller, Herausgeber d. 

>RheinIande«, Vallendar a. Rh. 
Scharvogel, Jakob Julius, Prof., Keramiker, Darm- 
stadt, Großherzoglicfa Keramische Manufaktur 
Scheidemantel, H.,<Inh. Fritz Sdieidemantel), Hof» 

möbelfabrik, Weimar. 
Scheinert, Hugo, Dekorationsmaler, Lehrer an der 

Kgl. Kunstschule, Breslau IX 
Adolf Sdiell 'S Otto Vittali, G. m. b. H., Glas- 

maierei, Offenburg in Baden 
Schellen, A., Dr., Sekretär der Handwerkskammer, 

Münster i. W. 
Schilling, Rudolf, Architekt, BDA., Kgl. Baurat, 

Dresden-A 
Schinnerer, Johannes, Dr., Direktor d. Deutschen 

Buchgewerbemuseums, Leipzig-Marienhöhe 
Schirlitz-Behrendt, Frau Olga, Kunstgewerblerin, 

Grafrath bei München. 
Schleipfer, August, Carl Herdas Nachf., Marmor-, 

Granit- und Syenit-Industrie, Werkstätten für 

künstlerische Bildhauerei, Erfurt 
Schleiß, Franz, Inhaber der Gmundner keramischen 

Werkstätte, Gmunden <Ober-öst.) 
Schmarje, Walter, Bildhauer, Lehrer an der Unter- 

ricfatsanstalt des kgl. Kunstgewerbemuseums, 

Berlin SW. 
Schmid, Adolf, Professor, Ziseleur und Medailleur, 

Pforzheim, Kunstgewerbesdiule 
Sdimid, Max, Dr., Professor der Kgl. techn. Hodi- 

schule. Geh. Regierungs-Rat, Aachen 
Georg Schmider, Vereinigte Zeller keramische Fa- 
briken, Zell-Harmersbach in Baden 
Sdimidt, Fritz, i. Fa. August Sdimidt 'S) Co., 

Werkstätten für Raumkunst, Elberfeld 
Schmidt, Karl, Oberbaurat, Vorsitzender des Säch- 
sischen Heimatschutzes, Dresden-A. 
Sdimidt, J. H. Söhne, Kronleuchterfabrifc, Iserlohn 
Schmidt, Paul Ferd., Dr. phil., Museumsassistent, 

Magdeburg 



Sdimidt, Wilhelm, k.k. Professor, Ardiitekt, Hallein 
bei Salzburg, k. k. Fachsdiule 

Schmiedeknedit, Ernst, Kunstgewerbl. Werkstätten 
für Rohrmöbel u. Korbwaren, Tannroda a.d. Um 

Schmieden, H., Reg.-Baumeister a. D,, Ardiitekt, 
Berlin W. 

Schmitz, Bruno, Dr. ing., Prof., Architekt, BDA., 
Charlottenburg 

Sciimitz 'S) Olbertz, Buchhandlung, Düsseldorf 

Schmitz, Tillmann, Ziseleur und Silberschmied, 
Breslau 

Schmohl, Eugen, Ardiitekt, Berlin-Schöneberg 

Scfamohl, Paul, Prof., Direktor der kgl. Bauge- 
werkschule, Stuttgart 

Schmohl, Robert. Architekt, Baurat, Essen <Ruhr> 

Schmuz-Baudis, Theo, Prof., Maler und Kera- 
miker, artist. Direktor der Königl. Porzellan- 
Manufaktur Berlin-Charlottenburg 

Schnackenberg und Siebold, Werkstätten für künst» 
lerisciie Gartengestaltung, Hamburg 

Schnebel, Karl, Maler, Künstlerischer Beirat im 
Verlage Ullstein 'S) Co., Berlin-Friedenau 

Schnedcenberg, Ernst, Architekt und Lehrer an 
der Kunstgewerbesthule Charlottenburg, Berlin- 
Schöneberg 

Schneider, Fritz, Dr. phil., Handelskammer-Syn- 
dikus, Sorau <Lausitz> 

Schneidler, F. H. Ernst, Maler, Lehrer an der 
Kunstgewerbeschule Barmen 

Schöngut, Josef, Zivil-Ingenieur, Wien VI 

Schönstedt, Friedrich, Duisburg 

Schramm, Julius, Kunstschlosser, Berlin SW. 

Schreyögg, Georg, Prof. a. d. Kunstgewerbeschule, 
Bildhauer, Karlsruhe 

Schröder, J. G. W., Direktor der Vereinigten Werk- 
stätten f. Kunst im Handwerk, Hemelingen b. 
Bremen 

Schröder, Rudolf Alexander, Schriftsteller, Bremen 

Schutt, Konrad, Ingenieur, Neumühle bei Alt» 
ruppin 

Schütz, August, Tapetenfabrik, Würzen i. Sa. 

Schütz, L. R., Majolikafabrik, Pletrovitsch bei Cilli 
(Steiermark) 

Schufinski, Viktor, Professor an der k. k. Fadi» 
schule, Znaiifi (Mähren) 



Schultz, Otto, Tezett-Gitterwerk, KunstsAmiede, 

Berlin SW. 11 
SdiuItze,CarI,Budibindermeister, Budibinderei und 

feine Lederarbeiten, Düsseldorf 
SAuItze-Naumburg, Paul, Prof., Ardiitekt,künstler. 

Leiter der Saalecker Werkstätten, Saaleck bei Bad 

Kosen (Thüringen) 
Schulz, Karl Hermann, Maler, Dresden« A, 
Schulz, Richard, L. F., Werkstatt für Arbeiten in 

Bronce, Berlin SW. 13 
Schulz 'S Holdefleiß, Kunstschmiede und Eisen« 

konstruktionswerk, Berlin N. 
Schulze, Otto, Kunstgewerbler, Direktor der Hand* 

werker« und Kunstgewerbeschule, Elberfeld 
von Schulze-Gävernitz, Gerhardt, Dr. phil., Uni- 
versitätsprofessor, M. d. R., Freiburg i. B. 
Schumacher, Fritz, Prof, Ardiitekt, BDA., Stadt« 

baudirektor, Hamburg 
Schuppmann, C. A., Kunsttöpferei, Berlin C. 
Schwally, Karl, Architekt, Bremen 
Schwander, Dr., Bürgermeister, Straßburg im Elsaß 
Schwarz, Karl, Bildhauerei und Steinmetzgeschäft, 

Berlin O. 17 
Seeck, Franz, Prof., Architekt, Reg. -Baumeister 

a. D., Steglitz bei Berlin 
Seemann, E. A., Kunstverlag, Leipzig 
von Seidl, Emanuel, Prof., Architekt, München 
Seidler, Hermann, Kunstmaler und Keramiker, 

Konstanz 
von Seidlitz, Woldemar, Geh. Regierungs«Rat, 

Blasewitz 
Seile, F. B., Porzellan, kunstgewerbl. Sachen, Leipzig 
Senf, Hermann, Ardiitekt, Frankfurt a. M. 
SeyfFart, Otto, Werkstätten für kunstgewerbl. 

Metallarbeiten, Altenburg, S.-A. 
Seyffert, Oskar, Professor und Hofrat, Leiter des 

Museums für sächsischeVolkskunde,Dresden-A. 
Siber, Josef, Metallbildhauer, Werkstätte für kunst« 

gewerbliche Metallarbeiten, Bremen 
Siebrecht, Karl, Architekt, Hannover 
Siegert, Frau Margarete geb. Hoppe, Mitinhaberin 

und Leiterin der Schles. Spitzenschulen, Hirsch» 

berg i. Schi. 
Siemens, Friedrich, Fabrik patent. Gasheiz«, Gas« 

bade« und Gaskodi- Apparate, Dresden-A. 



Sika, Jutta, Malerin, Wien HIB 

Simons, Anna, Schriftkünstlerin <Associate of the 
Royal College of Art, London), Hamburg 

Sittel, Hugo, Budidrucker u. Fachlehrer, Düsseldorf 

Söhlemann, Hans, Ardiitekt, Lehrer an der Kunst« 
gewerbeschule, Erfurt 

Sörrensen, Wolfgang Hans, Dr. phil., Volontär 
an den Königl. Museen, Groß-Licfaterfelde« West 
bei Berlin 

Sommerhuber, Rudolf, Tonöfen«Fabrik, k. u. k. 
Hoflieferant, Steyr (Osterreich) 

Sonnenschein, Adolf, Bildhauer, Lehrer an der 
Kgl. Zeichenschule, Dresden»A. 

Sonntag, Carl, jr., Buchbinde- Werkstatt, Leipzig 

Soulek, J., Kunsttisdiler, Wien VI/2 

Souval, Rudolf, Emailleur, Wien Vin/2 

Spalting, O., Baurat, Architekt, Südende bei Berlin 

Spannagel, Wilhelm, Architekt, BDA., München 

Spindler, Carl, Marcjueterie, St. Leonhardt bei 
Boerisch <Unter«Elsaß) 

Stadler, Bernard, Werkstätten für die gesamte 
Wohnungsausstattung, Paderborn 

Stahl, Heinrich, Tischlermeister, Magdeburg 

von Stark, Adele, Leiterin des Spezial -Ateliers 
für Emaillearbeiten an der k. k. Kunstgewerbe- 
schule, Wien I 

Steck, Max, Schlossermeister, Kunst« und Bau- 
schlosserei, Dresden-A. 

Steiner, S. E., <© Co., Möbelstoff- und Plüsdi« 
Fabriken, Wien 

Steiner «Prag, Hugo, Prof., Maler, Lehrer a. cL 
Königl. Akademie für graph. Künste und Buch- 
gewerbe, Leipzig 

Steingutfabrik Vordamm, G. m. b. H., Vordamm- 
Ostbahn 

Steinicken 'S) Lohr, Kunstgewerbl. Werkstätten 
für Metallarbeiten und Glasmalerei, München 

Stempel, D.,A.-G., Schriftgießerei, Frankfurt a. M.- 
Süd 

Stinnesbeck, Alfons, Architekt, Essen <Ruhr) 

Stock, Carl, Bildhauer, Frankfurt a. M. 

Stock, Hans, Teilhaber der Firma J. Stock, Woh- 
nungsausstattungen, Coblenz 

Stoeving, Curt, Prof., Maler, Bildner, Architekt, 
Privatdozent a. d. Kgl. Tedin. HodisAule, Berlin 



9 Jahrbudi I 



Stoffregen, Heinz, Ardiitekt, Bremen 

Stordc, Konrad, Krefelder Sdbmucfestein-Industrie, 

Sammet- und Seidenwarenfabrikant, Krefeld 
Stoskopf, Gustav, Maler und Schriftsteller, Straß« 

bürg i. E. 
Straßburger Kunstmöbelfabrik E. Jacquemin, Mö' 
belfabrikation nebst Innendekoration, Straß- 
burg i. E. 
Strathmann, Carl, Maler, Mündien 
Streit, Max, Dekorationsmaler, Breslau 
Stresemann, Gustav, Dr., Syndikus, Dresden 
Strnad, Oskar, Dr., Ardiitekt, Wien IX 
Strobel, Hans, Stadtbauinspektor, Ardiitekt, Leipzig 
Stroudcen, H., Möbelfabrik, G. m. b. H., Krefeld 
Süs, Wilhelm, Prof., Kunstmaler, Vorstand der. 
Großherzoglidien Majolika-Manufaktur, Karls' 
ruhe i. B. 
Sütterlin, Ludwig, Maler, Berlin SW. 
Sutter, Conrad, Professor, i. Fa. Hessische Spiel» 
Sachen- Werkstätten, Burg Breuberg, Post Neu- 
stadt i. Odenwald 
Svensson, Julius, Goldschmied, Lehrer an der 
Handwerker- und Kunstgewerbeschule, Krefeld 
Swarzenski, Georg, Dr. jur. et phil., Direktor des 
Städelschen Instituts und der Städtischen Galerie, 
Frankfurt a. M. 
Taucher, Konrad, Bildhauer, Karlsruhe 
Taut, Bruno, Ardiitekt, Berlin W. 9 
Teichmann, Johannes, Wandbespannungsstoffe und 

Stickereien, Dresden-A. 
Teschner, Richard, Maler, Wien VIII 
Tessenow, Heinrich, Architekt, Hellerau bei 

Dresden 
Teubner, B. G., Verlagsbuchhandlung, Leipzig 
Thiele, Adolf E., Dr. med., Schularzt, Chemnitz 
Thiele, Wilhelm, Architekt, BDA,, Direktor der 
staatlich - städtischen Handwerkerschule, Dipl.- 
Ing., Regierungsbaumeister a. D., Bielefeld 
Thiergärtner, Voltz 'S) Wittmer, G m. b. H., 
Heizungs- und Sanitäre Anlagen, Berlin W. 9 
Thiersch, Paul, Ardiitekt, BDA., Berlin -Groß- 
lichterfelde -West 
Thermalen, E., Prof., Ardiitekt, Köln -Lindental 
Thorn-Prikker, Johann, Maler, Hagen i. W., Deut- 
sches Museum 



Tiemann, Walter, Prof., Maler u. Graphiker an 
der Königl. Akademie für graph. Künste und 
Buchgewerbe, Leipzig 

von Trcnkwald, Hermann, Dr., Museumsdirektor, 
Frankfurt a. M. 

Trethan, Therese, Malerin, Wien III 

Tröster, Fritz, Tapezierer, Spezial -Werkst, für 
moderne Leder-Polstermöbel, Wien I 

Troost, Paul Ludwig, Ardiitekt, BDA., München 

Tsdiammer, Ridiard, Kgl. sächs. Baurat, Architekt, 
BDA., Leipzig 

Tsdiarmann, Heinrich, Prof., Architekt, BDA., 
Königl. Baurat, Dresden-A. 

Tuaillon, Louis, Prof., Bildhauer, Berlin-Gnue- 
wald 

Ubbelohde, Otto, Maler, Goßfefden bei Marburg 

Ule, Carl, Prof., Maler, Karlsruhe in Baden 

Ule, Carl, G. m. b. H., Anstalt für Glasmalerei, 
Verglasung und Glasmosaik, München 

Urban, Bruno, Glasmalerei, Dresden-A, 

Veil, Theodor, Architekt, Dipl.-Ingenieur, München 

VeiUNeander, Erica, Werkstatt für verbesserte 
Frauenkleidung, München 

van de Velde, Henry, Prof. an der Großh. S. 
Kunstgewerbeschule, Architekt, Weimar 

Vereinigte Smyma-Teppich-Fabriken A.-G.,Berlin 
C. 2 

Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk, 
A.-G., Berlin O. 

Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk, 
G. m. b. H., Köln a. Rh. 

Vetter, Adolf, Dr., Hofrat, Direktor des k. k. Ge- 
werbeförderungsamtes, Wien IX/2 

Vierthaler, Ludwig, Bildhauer, Kunstgewerbe, 
Berlin SW. 11 

Vittali, Wilhelm, Ardiitekt, Karlsruhe i. B. 

Völkel, August, kgl. Bayrisch, und herzogl. Sachs. 
Hof-Spängler, Installationsgeschäft, München 

Vogel, August, Professor, Bildhauer, Berlin- 
Westend 

Vogel, Wilhelm, Mechan. Weberei von Möbel- 
stoffen. Decken und Portieren, Chemnitz 

Vogeler, Franz, Fabrikbesitzer und Geschäfts- 
führer d.Kunstausstellung Worpswede b.Bremea 

Vogeler, Heinrich, Maler, Worpswede b. Bremen 



Vogeler, Martha, Frau, Kunstgewerbetreibende, 
Worpswede bei Bremen 

Vollgold, D. 'S) Sohn, Silberwaren, Berlin W. 

Vorberg, Margarete, Atelier für Porträt« u. Raum- 
kunst, Neubabelsberg b. Berlin 

Waditler, Otto, Kaufmann und Mitgcsdiäfts- 
führer der Hotel- Wohnungs-Einriditungs-Ges. 
m, b. H., Bozen 

Wadscrle, Josef, Bildhauer, Berlin-Charlottenburg 

Wäditersbadier Steingut »Fabrik, Sdilierbadi bei 
Wäditersbadi <Hessen-Nassau> 

Waentig, Heinridi, Dr. phil,, Universitätsprofessor, 
Tokio <Japan) 

Wärndorfer, Fritz, Vorstandsmitglied der Wiener 
Werfcstätte, Wien VII 

Wagner, Adolf, Professor an der Königl. Kunst- 
akademie, Maler, Kassel 

Wagner, Gebrüder, Marmor- und Steinmetzge- 
sdiäft, Frankfurt am Main 

Wagner, Georg, Maler und Graphiker, Berlin N.54 

Wagner, Günther, Künstferfarben und flüssige 
TusAen, Hannover 

Wagner, H., Arrfiitekt, BDA.. Bremen 

Wagner, Otto, Prof. a. d. Akademie der bilden- 
den Künste, k. k. Oberbaurat, Ardiitekt, Wien I 

Wagner, R. 'S) Sohn, BudidruAerei, Weimar 

Wagner- Lehmann, Frau Elsbeth, Kunstgewerb- 
lerin, Södcing bei Starnberg <Bayern> 

Wahliß, Ernst, Kunst -Porzellan und Fayence- 
Fabrikation, Wien I 

Walbe, Heinridi, Prof. a. d. tedin. Hodisdiule, Geh. 
Oberbaurat, Darmstadt 

Waldsdiütz, Ridiard, Ardiitekt, Mannheim 

WaKroth, Eridi, Dr. jur., Syndikus der Handels- 
kammer, LübeA 

Walsdi, Ignatz, Möbelfabrik und Innenausbau, 
Breslau 

Walter, Theodor, Fadilehrer an den städt. Fort- 
bildungssdiulen/ Ehrenvorsitzender des Ver- 
bandes jetziger u. ehemaliger Studierender an 
deutsdien Kunstgewerbesdiulen, Frankfurt a.M.5 
West 

Walterspiel, A., Ardiitekt, Dipl.-Ing., Karlsruhe i.B. 

Warburg, A., Dr. phil.. Privatgelehrter, Hamburg 

Warlidi, Hermann, Dr. phil., Sdiriftsteller, Cassel 



Weidemeyer, Carl, Maler und Ardiitekt, Worps- 
wede b. Bremen 

Weidenbadi, Georg, Kgl. sädis. Baurat, Ardiitekt, 
BDA., Leipzig 

Weidenmüller, Hans, Leiter d. Werkstatt für neue 
deutsdie Wortkunst, Leipzig 

Weinsdienk, Heinridi, Kunstgewerbl. Werkstatt, 
Karlsruhe i. B. 

Weiß, Wilh., Blerfinermeister, Karlsruhe i. B. 

Weiße, Franz, Kunstbudibinder und Zeidiner, 
Lehrer der Kunstgewerbesdiule, Hamburg 25 

Wenig, Bernhard, Maler, Mündien, Mozartst. 17 

Wenz, Paul, Dr. phil,, Ardiitekt, BDA., Mündien 

Werdelmann, Wilhelm, Prof., Direktor der Hand- 
werker- und Kunstgewerbesdiule, Ardiitekt, 
Barmen 

Werkstatt für Friedhofskunst, Grabdenkmäler, 
Berlin W. 35 

Werkstätten für deutsdien Hausrat, Theophil 
Müller, Dresden-A. 

Werkstätten für Handwerkskunst, Otto Erd- 
mann jr., Berlin SW. 61 

Werner, Selmar, Prof., Dresden-A 

Wernidie, Johannes, Dr., Generalsekretär des Ver- 
bandes deutsdier Waren- u. Kaufhäuser, e.V., 
Berlin W. 30 

von Zur Westen, Walter, Regierungsrat, Berlin 
W, 35 

Widiert, Fritz, Dr. phil., Museumsdirektor, Mann- 
heim 

Widitendahl, Oscar, Maler, Hannover 

Widsop, Georg, Prof. a. d. Tedin. Hodisdiule, 
Geh. Oberbaurat, Ardiitekt, Darmstadt 

Widmer, Gertrud, Spezialgesdiäft für künstlerisdie 
Damenhüte, Berlin W. 

Wielandt, Hans Beatus, Maler, Mündien 

Wienbeds, Dr., Syndikus der Handelskammer, 
Hannover 

Wiener Mosaik- Werkstätte <Inh. Leopold Forst- 
ner), Wien IX 

Wiener Werkstätte, Produktiv-Genossensdiaft 
von Kunsthandwerkern in Wien, Registr. Gen. 
m. unbesdiränkter H., Wien VII/2 

Wiethüditer, Kunstmaler, Lehrer der Kunstge- 
werbesdiule, Barmen 



9* 



Wildt, Hermann, Kgl. Hofbudihändler, Stuttgart 

Wilfert, Karl, jun., Bildhauer, Prag-Bubentsdi 

Wilhelm <fe: Co., Werkstätten für Beleuchtungs- 
körper, Eisen- und Bronzearbeiten, München 

Wilkens 'S) Söhne, M. H., Silberwaren, Heme- 
lingen bei Bremen 

Wimmer, Eduard, Josef, Ardiitekt, Wien XIII 

Winde, Arthur, Bildhauer, Dresden 

Winter, Robert, Fabrikbesitzer, Kaufmann, Han- 
nover 

Wirminghaus, A., Dr., Prof., Syndikus der Handels- 
kammer, Köln a. Rh. 

Witt, Valentin, Kgl. Hofl., Kunstgewerbl. Werk- 
stätten, München 

Witte, Bernhard, Hof- u. Stiftsgoldsdimied, Aachen 

Wittmann, Julius, Architekt, Köln a. Rh. 

Wittmann, Thea, Malerin u. Lehrerin der Kgl. 
Kunstgewerbeschule, München 

Witzmann, Carl, Architekt, Wien XIII/1 

Wohlfeld, A., <Inh. Paul Wohlfeld), Buch- und 
Kunstdruckerei, Magdeburg 

Wolbrandt, Carl, Prof., Direktor d. Handwerker- 
u. Kunstgewerbesdiule, Architekt, Krefeld 

WolfF, Bürgermeister, Bromberg 

Wolff, Gustav, Ardiitekt, BDA., Halle a. d. S. 

Wolff, Helmut, Dr., Direktor des Statistisdien 
Amtes der Stadt, Privatdozent an der Uni- 
versität, Halle a. d. S. 

Wrba, Georg, Prof., Bildhauer, Dresden-A. 

Wünsche, Alfred, Architekt, Friedenau-Berlin 

Kgl. Württ. Hüttenwerk- Wasseralfingen 



Würzler-Klopscfa,Paul,Hausbau,Wohnangskunst, 
kunstgewerblicher Hausrat, Gartenpläne, Leipzig 

Wüstrieh, Oksar, kunstgew. Buchbinderei, Breslau 

Wunderlich, Gottlob, Weberei, Waldkirchen i. S. 
<Zschopautal> 

Wurzener Teppich u.Velours-Fabriken,Wurzen, S. 

von Zabern, Philipp, Großh. hcss. Hofdrucierei, 
Mainz a. Rh. 

Zanders, I. A., Papierfabriken, BergisA-GIadbach 

Zeißig, Hans, Bildhauer, Leipzig 

Zeitler, Jul., Verlagsbuchhandlung, Leipzig-Gohlis 

Zeymer, Friechich, Kunsttischler, Wen V. 

Zeyraer, Fritz, Architekt, Wien V. 

Zeyss, Richard, Dr., Syndikus der Handelskammer, 
Krefeld 

Ziehen, Julius, Dr., Stadtrat, Frankfurt a. M. 

Ziercke, Louis, jr., Maler, Bad Godesberg 

Zimmermann, Ernst, Dr. und Direktorialassistent, 
Leiter der Porzellansamralung in Dresden, 
Dresden-A. 

Zimmermann, Richard, Lehrer a. d. Kgl. Web- 
schule, Krefeld 

Zotti, Josef, Architekt, Wien XII 

Zovetti, Ugo, Wien IV 

Zudcer <© Co., A.-G., SAreibwarenfabrik, Er- 
langen 

Zucierkandl, Berta, Schriftstellerin, Wien XIX 

von Zülow, Marie, Frau, Malerin, k. k. Post- 
offizials Witwe, Haugsdorf, Niederösterreich 

Zwollo, Franz, Künstl. Metallarbeiten in Gold, 
Silber, Bronze usw., Hagen i. Westf. 



SATZ U N G 



NAME UND SITZ 
§ 1. Der Verein führt den Namen »Deutscher Werkbund«, und hat seinen Sitz in 
Mündien. Er soll Reditsfähigkeit durdi Eintragung in das Vercinsregistcr erlangen. 

ZWECK 
§ 2. Der ZwecJk des Bundes ist die Veredlung der gewerblidien Arbeit im Zusammen- 
wirken von Kunst, Industrie und Handwerk durdi Erziehung, Propaganda und 
gesdilossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen. 



MITGLIEDSCHAFT 

§ 3. Mitglieder des Vereins können sein, Künstler, Gewerbetreibende <EinzeIper* 
sonen, sowie Firmen der Industrie und des Handwerks) und Sadiverständigc. 

§ 4. Die Aufnahme der Mitglieder erfolgt durdi Besdiluß der Vorstandsdiaft. 

§ 5. Der jährlidie Mitgliedsbeitrag wird von jedem Mitgliede durdi Selbsteinsdiätzung 
nadi dem Maße seiner Leistungsfähigkeit festgesetzt Er beträgt mindestens 
zehn Mark. 

§ 6. Die Mitgliedsdiaft erlisdit: 

a> durdi sdiriftlidie Erklärung, die nur auf das Ende eines Kalenderjahres zu« 
lässig ist und mit dreimonatiger Frist zu Händen des ersten Vorsitzenden 
der Vorstandsdiaft zu erfolgen hat, 
b> durdi den Tod, 
c) durdi Aussdiluß. 

Der Aussdiluß ist zulässig, wenn ein Mitglied gegen das Bundesinteresse handelt. 
Der Aussdiluß erfolgt auf Antrag der Vorstandsdiaft durdi Besdiluß des Aus» 
sdiusses, gegen weldien es keinerlei Berufung gibt. Für den Aussdiluß bedarf 
es einer Mehrheit von drei Viertel der an der Abstimmung teilnehmenden Aus- 
sdiußmitglieder. Sobald der Inhaber oder Vorstand einer als Mitglied aufge« 
nommenen Firma wediselt oder die Firma ihre Reditsform ändert, erlisdit die 
Mitgliedsdiaft der Firma, dodi kann der Vorstand die Mitgliedsdiaft unmittelbar 
wieder herstellen. Die Mitgliedsdiaft einer Einzelperson erlisdit, sobald die Firma, 
deren Inhaber oder Mitinhaber die Einzelperson ist, als Mitglied aufgenom- 
men wird. 

VEREINSLEITUNG 
§ 7. Organe des Bundes sind: 

1. der Vorstand und die Vorstandsdiaft, 

2. der Aussdiuß, 

3. die Mitgliederversammlung. 

DER VORSTAND UND DIE VORSTANDSCHAFT 
§ 8. Die Vorstandsdiaft besteht aus sedis Mitgliedern und dem Gesdiäftsfuhrer. 
Die Vorstandsdiaftsmitglieder werden von der Mitgliederversammlung auf je drei 
Jahre gewählt. Von den Mitgliedern der zuerst erwählten Vorstandsdiaft sdieiden 
drei Mitglieder nadi zwei Jahren, drei fernere Mitglieder nadi drei Jahren aus. 
Die Reihenfolge bestimmt das Los, das durdi den Vorsitzenden in der Aus- 
sdiußsitzung zu ziehen ist, die nadi Ablauf des zweiten Jahres vor der abzuhal- 
tenden Mitgliederversammlung stattfindet. Die Amtsdauer jedes Vorstandsdiafts- 
mitglieds währt bis zur Wahl seines Nadifolgers. Die Mitglieder der Vorstand- 
sdiaft sind wieder wählbar. Sdieidet ein Vorstandsdiaftsmitglied vor Ablauf 
seiner Amtsdauer aus, so ergänzt sidi die Vorstandsdiaft durdi Zuwahl auf 
die restlidie Amtsdauer des Ausgcsdiiedenen. 



Der GcsAäftsführcr wird von der Vorstandsdiaft auf die Dauer von drei Jahren 
ernannt, er ist Bundesbeamter und hat Sitz und Stimme in der Vorstandsdiaft. 

§ 9. Die Vorstandsdiaft wählt alljährlidi aus ihrer Mitte einen ersten Vorsitzenden 
und dessen Stellvertreter. Der Vorsitzende vertritt den Bund geridiriidi und außer» 
gcridididi, er ist mithin Vorstand des Bundes im Sinne des §26 BGB. Namens 
des Bundes abzugebende urkundlidie Erklärungen sind durdi den ersten Vor- 
sitzenden beziehungsweise für den Fall seiner Behinderung durdi seinen Stell- 
vertreter zu vollziehen. 

§ 10. Die Vorstandsdiaft überwadit die Durdiführung des Bundesgedankens durdi 
die Organe und die Mitglieder des Bundes. Sie ernennt die Mitglieder des 
Bundes und stellt die auf den Aussdiluß von Mitgliedern geriditeten Anträge 
bei dem Aussdiuß. Die Vorstandsdiaft gibt sidi ihre Gesdiäftsordnung selbst 
und verteilt die Gesdiäfte unter ihre Mitglieder, 

§ 11. Die Vorstandsdiaft ist bereditigt, nadi Bedarf Kommissionen einzusetzen, deren 
Zusammensetzung je dem besonderen Zwedt entsprediend, beliebig erfolgen kann. 

§ 12. An allen Orten, an weldien es für die Durdiführung des Bundeszwedtes erforderlidi 
crsdieint, ernennt die Vorstandsdiaft aus der Zahl der dort ansässigen Mitglieder 
des Bundes einen Vertrauensmann mit einjähriger Amtsdauer. Zu seinen Ob- 
liegenheiten gehört es, sowohl das Interesse des Bundes in dem ihm zuge- 
wiesenen Bezirk wahrzunehmen, als audi die Interessen der im Bezirk ansässigen 
Mitglieder dem Bunde gegenüber zu vertreten. 

DER AUSSCHUSS 

§ 13. Der Aussdiuß besteht aus den Vertrauensmännern <§ 12> und den von der 
Mitgliederversammlung jährlidi gewählten Mitgliedern. Die Mitgliederversamm- 
lung, in weldier die Satzung angenommen wird, bestimmt die Zahl der von 
ihr zu wählenden Mitglieder des ersten Aussdiusses und wählt diese. In der 
Folge soll die Zahl der gewählten Mitglieder mindestens ein Drittel der Zahl 
der Vertrauensmänner <§ 12) betragen. 

Sdietdet ein Mitglied des Aussdiusses vor Ablauf seiner Amtsdauer aus, so 
ist der Aussdiuß bereditigt, sidi durdi Zuwahl für den Rest der Amtsdauer 
des Ausgesdiiedenen zu ergänzen. 

§ 14. Den Vorsitz im Aussdiuß führt der Vorsitzende der Vorstandsdiaft oder dessen 
Stellvertreter. Sind beide verhindert, so übernimmt ein anderes von der Ver- 
sammlung zu bestimmendes Mitglied der Vorstandsdiaft den Vorsitz. Der Aus- 
sdiuß ist zu berufen, so oft dies der Vorsitzende für erforderlidi hält. Eine 
Berufung und zwar längstens binnen zwei Wodien, muß erfolgen, sobald zwei 
Vorstandsdiaftsmitglieder oder der dritte Teil der Aussdiußmitglieder es unter 
Angabe des Berufungsgegenstandes beantragen. 

§ 15. Der Aussdiuß unterstützt die Vorstandsdiaft in der Gesdiäftsführung und er- 
ledigt alle Angelegenheiten, weldie ihm von der Vorstandsdiaft zur Besdiluß- 



Fassung vorgelegt werden, insbesondere setzt der Ausschuß die Tagesordnung 
für die ordentlidien Mitgliederversammlungen und den Jahresarbeitsplan end- 
gühig fest. 
§ 16. An den Sitzungen des Aussdiusses nehmen die Vorstandsdiaftsmitglieder mit 
bcsdiließender Stimme teil. Der Aussdiuß gibt sidi seine Gesdiäftsordnung 
selbst. Er ist besdilußfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder an 
der Beratung und Besdilußfassung teilnehmen. 

MITGLIEDERVERSAMMLUNG 

§ 17. Zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist jedes Mitglied des Bundes 
bereditigt. Sie ist unter allen Umständen besdilußfähig. Im Laufe des Herbstes 
eines jeden Jahres ist die ordentlidie Mitgliederversammlung zu berufen, in 
weldier die satzungsgemäßen Wahlen vorzunehmen und der Vorstandsdiaft 
und dem Aussdiuß auf Grund des Gesdiäftsberidites die Entlastung zu er- 
teilen ist. Außerordentlidie Mitgliederversammlungen sind einzuberufen, so oft 
es die Vorstandsdiaft oder der Aussdiuß für erforderlidi halten, oder sobald 
es von mindestens dem vierten Teile der Mitglieder des Bundes unter Angabe 
des Zwedtes und der Gründe sdiriftlidi beantragt wird. In letzterem Fall muß 
die Berufung innerhalb vier Wodien erfolgen. 

§ 18. Die Einladung zu den Mitgliederversammlungen erläßt der Vorsitzende der 
Vorstandsdiaft in der durdi diese Satzung für die öffentlidien Bekanntmadiungen 
des Bundes bestimmten Zeitung und zwar spätestens zwei Wodien vor dem 
Tage der Versammlung. Mit der Einladung muß die Tagesordnung veröffent» 
lidit werden. Den Ort, an weldiem die nädiste ordentlidie Versammlung statt* 
finden soll, bestimmt die ordentlidie Mitgliederversammlung. Den Ort der außer- 
ordentlidien und die Zeit aller Mitgliederversammlungen bestimmt die Vor* 
standsdiaft. Den Vorsitz in den Mitgliederversammlungen führt der Vorsitzende 
der Vorstandsdiaft oder dessen Stellvertreter, falls beide verhindert sind, ein 
anderes von der Vorstandsdiaft zu bestimmendes Mitglied. 
Die Beurkundung aller Vereinsbesdilüsse erfolgt durdi ein Mitglied der Vor- 
standsdiaft 

ÄNDERUNG DER SATZUNG 
§ 19. Änderung der Satzung kann auf Antrag der Vorstandsdiaft oder des Aus- 
sdiusses vorgenommen werden. Sie bedarf der Zustimmung von drei Vierteln 
der in der Mitgliederversammlung abgegebenen Stimmen. 

AUFLÖSUNG DES BUNDES 
§ 20. Die Auflösung des Bundes darf nur erfolgen, wenn mindestens drei Viertel aller 
am Bunde beteiligten Mitglieder der Auflösung zustimmen. Über die Ver- 
wendung des Vermögens hat die die Auflösung besdiließende Mitgliederver- 
sammlung Bestimmung zu trefi^en. 



GESCHÄFTSJAHR 
§ 21. Das Gesdiäftsjahr des Vereins läuft vom I.April des einen bis zum 31. März 
des folgenden Jahres. 

BEKANNTMACHUNGEN 
§ 22. Alle Bekanntmadiungen des Vereins erfolgen durch den Reidisanzeiger, 

Mündien, den 12. Juli 1908 



Nadi dem einstimmigen Besdiluß der Mitgliederversammlung, in weldier die Satzung 
angenommen wurde, ist der nadifolgende Zusatz« Antrag jedem Exemplar der Satzung 
beizufügen : 

»Unehrenhaftes gesdiäftlidies Gebahren ist als eine Handlung zu betraditen, 
die im Sinne des § 6 der Bundessatzung gegen das Bundesinteresse verstößt.« 



DRUCK DES TEXTES U. DER SCHWARZEN TAFELN VON POESCHEL 'S) 
TREPTE IN LEIPZIG/ DER FARBIGEN TAFELN VON DER SPAMERSCHEN 

BUCHDRUCKEREI IN LEIPZIG. 



NK 
U 
DA 
1912 



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