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Full text of "Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde"

_/ 



JAHRBÜCHER 



DES 



NAS8AI ISCHEN VEREINS 



FÜR 



NATIRKUNDE. 



JAHRBÜCHER 



DES 



NASSAUISCHEN VEREINS 



FÜR 



NATURKUNDE. 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



DR ARNOLD PAGENSTECHER, 

KÖNIGL. GEH. SANITÄTSRAT, DIKEKXOR DES NASSAUISCHEN VEREINS FÜR NATURKUNDE. 



JAHRGANG 59. 



MIT 2 TAFELN UND 19 TEXTABBILDUNGEN. 



WIESBADEN. 

VERLAG VON J. F. BERGMANN. 

1906. 



Druck vnn Carl Elfter m Wiesbaden. 



Inhalt, 



Seite 

I. Yereins-Naclirichten. 

Protokoll der General versaiiimliui g des Nassauischen 

Voreins für Naturkunde vom 10. Dezember 1905 ... IX 

Jahresbericht, erstattet in der Generalversammlung des 
Xassauischen Voreins für Naturkunde am 10. De- 
zember lOO-'i, von dem Vereinsdirektor, Geheimen Sanitätsrat 
Dr. Arnold Pagenstecher .... X 

Verzeichnis der Mitglieder des Nassaui sehen Vereins für 

Naturkunde im Oktober 1906 XXIV 



II. Abliaiidlim^eii 

Über einige Vogelspinnen und afrikanische Spinnen 
dos Natiirhistorischen Museums zu Wiesbaden. Von 
Embr. Strand. (Aus dem Kgl. Naturalienkabinett in Stuttgart.) 
Mit 3 Abbildungen im Texte 1 

Synopsis der P n e u m o n o p o m o n - F a m i 1 i o E e a 1 i i d a e. Von 

Dr. Wilhelm Kobelt 47 

Crioceris asparagi, \ar. Linnei, anticoconjuncta,Schusteri, 
impupillata, apiceconjun eta, quadripunctata, cruciata, 
(incrucifer. pupillata) und moguntiaca im Mainzer 
Becken. Biologisches. V<jn Wilhelm Schuster. Pastor in 
Liverpool (z. Zt. in Gonsenheim bei Mainz). Mit 11 Figuren im Text 14-5 

Ephippigera ephippigera moguntiaca Sehnst. Von Wilhelm 

Schuster, Pa-tor in Liverpool (z. Zt. in Gonsenheim bei Mainz) . 1-53 

Eine kritische Studie über einige viel umstrittene Aber- 
rationen von Amorpha populi, Linn. Von M. G-illmer, 
Cöthen (Anhalt). Mit einer kolorierton Tafel I 157 

*) Die Herren Verfasser übernehmen die Verantwortung für ihre Arbeiten. 



— VI — 

Seite 

Ornithologische Tagesnotizen von der Küste der Irischen 
See (westliclies England, Wales). Aus Januar, Februar, 
März, April, Mai, Juni 1906. Von Wilhelm Schuster, 
Pastor in Liverpool (z. Zt. in Gunsenheim bei Mainz). Mit 2 Abb. 
im Text 1T3 

Über das Milcbgebiss der Paarhufer. Ein e literatnrgeschichtlich- 
vergleichende Studie in 2 Teilen. Von H. Behlec, Haiger. I. Teil: 
Literatur geschichtliches 1B5 

Katalog der Vo g e 1 s am ni 1 u n g des Naturhistorischen 
Museums zu Wiesbaden. III. Teil (G allmae, Hemipodii, 
Fulicariae et Alectorides). Von Kustos Ed. Lampe. Abge- 
schlossen am 31. Juli 1906 213 

Das Genus Sphaeraster und seine Beziehungen zu rezenten 
Se est er neu. Von Friedrich Sehöndorf aus Sonnenberg. Mit 
3 Abbildungen im Text 249 

Sumatra- u nd Neu-Guinea-Spinnen des Naturhistorischen 
Museums zu Wiesbaden. Von Embrik Strand aus Ki-istiania. 
(Aus dem Kgl. Naturalienkabinett in Stuttgart) 257 

Isländische Arachniden. Von Embrik Strand aus Kristiania. 

(Aus dem Kgl. Naturalienkabinett zu Stuttgart) 279 

Weiteres über afrikanische Spinnen des Natur historischen 
Museums zu Wiesbaden. Von Embrik Strand (aus Kristiania). 
Aus dem Kgl. Naturalienkabinett zu Stuttgart 285 

Forschungsreise durch Südschoa, Galla und die Somali- 
länder von Carlo Freiherr von Erlang er. Libellen. 
Von Professor F. Förster in Bretten (Baden). Mit einer kolorierten 
Tafel A 299 

Beschreibung einer neuen S c h i 1 d k r ü t e n a r t aus Deutsch- 
Südwestafrika nebst Bemerkungen über die Gattung 
Homopus D. et B. Von W. A. Lindholm in Wiesbaden . . 345 



III. Nachrichten aus der Meteorologischen Station zu Wiesbaden. 

Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen der Station 
IL Ordnung Wiesbaden im Jahre 1905. Von Eduard 
Lampe, Kustos des Naturhistorischen Museums, Vorsteher der 
meteiirulogischen Station Wiesbaden . . -J 



I. 




Vereius-N achrichten. 



Protokoll 

der General r-Versaniniluiif? des Nassaiiischen Vereins für Naturkunde 

am 10. Dezember 1905. 



1. Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüsst und beglücliwünscht 
Herr Geh. Reg.-Rat Dr. H. Fresenius im Namen des Vorstandes 
und der Versammlung die Herren Geh. Keg.-Rat Prof. Dr. Dünkel- 
berg und Gell. Sanitätsrat Dr. A. Pagenstecher, die auf eine 
50 jährige Mitgliedschaft zurückblicken. 

2. Der Vereinsdirektor Herr Geh. Sanitätsrat Dr. A. Pagen- 
stecher erstattete hierauf den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 

3. Herr Hofrat Dr. Hagen (Frankfurt a. M.) hielt darauf einen 
Vortrag über seine diesjährige Reise in Sumatra und Banka. Lebhafter 
Beifall der Versammlung dankte ihm für seine interessanten Ausführungen. 

4. Der Antrag des Vorstandes auf Zusammenlegung des Vereins- 
jahres mit dem Etatsjahr und entsprechende Verlängerung der Voll- 
machten des Vorstandes um ein Vierteljahr wird einstimmig angenommen. 
Der Vorstand besteht hiernach bis 1. April 1907 aus den Herren: 

Geh. Sanitätsrat Dr. A. Pagenstechcr. Direktor, 
Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. H. Fresenius, Stellvertreter. 
Dozent Dr. L. Grünhut, Schriftführer, 
Apotheker A. Vigener, 
Rentner Dr. L. Dreyer, 
Garteninspektor Di". Cavet, 
Prof. Dr. W. Fresenius, 
Oberlehrer Dr. A. K a d e s c h. 

gez. Dr. H. Fresenius. Dr. A. Page nste eher. 

Dr. L. Grünhut. 



Jaliresbericlit 

erstatti t in der 

Generalversammlung des Nassauischen Vereins für Naturkunde 

am 10. Dezember 1905 

von dem 

Vereinsdirektor, Geheimen Sanitätsrat Dr. Arnold Pagenstecher, 



Verehrte Anwesende ! 

Es ist das 76. Vereinsjahr, über welches ich Ihnen heute Bericht 
zu erstatten habe. Derselbe wird sich nicht allein über die Vorkomm- 
nisse innerhalb unsres Vereins, sondern auch über das unsrer Fürsorge 
anvertraute naturhistorische Museum zu verbreiten haben. 

Der Bestand unsrer Mitglieder hat sicli auf gleicher Höhe 
erhalten, wenn wir auch in diesem Jahre wiederum zahlreiche und 
schmerzliche Verluste zu verzeichnen haben. Insbesondere hat der Tod 
uns viele verdiente Mitglieder entrissen. Es starb am 2. November 
1905 unsei Ehrenmitglied Herr Geh. Rat Dr. A. von Kölliker 
Exe, Professor der Anatomie an der Universität Würzburg. Er war 
weithin bekannt als der Mitbegründer der mikroskopischen Gewebelehre 
und bis in sein hohes Alter von 88 Jahren noch wissenschaftlich tätig. 
Von unsren ordentlichen Mitgliedern verloren wir durch den Tod die 
Herren : Bankier Dr. Ferdinand B e r 1 e , Rentner v o n Born, 
Tonkünstler Brömme, Schlachthausdirektor Michaelis, Dr. med. 
Moxter, Rentner Georg Rühl, Apotheker Schelle nberg, Major 
Stengel, Apotheker Strempel, Justizrat Dr. Thönges zu Wies- 
baden und den eifrigen Erforscher unsres Taunusgebietes den bekannten 
Geologen Albert von R e i n a c h in Frankfurt a. M. Wir werden 



— XI — 

den Dahingcschiedoneu ein ehrendes Andenken bewiilnen. Ich bitte 
Sie, sieli zum Zeichen desselben von Ihren Sitzen erheben zu wollen. 
Verzogen und aus dem Verein ausgeschieden sind die Herren Lehrer 
G. Grroll und Rentner Dr. phil. Hermann. Als neue ordentliche 
Mitglieder sind eingetreten die Herren: Weinhändler W. Beckel, 
prakt. Arzt Dr. Delius, Lehrer Evelbauer, Direktor der Licht- 
und Wasserwerke II alber tsma, Hauptmann a. D. Holz, Rentner 
von Huntein. Dr. F. Möhle, Schulinspektor Müller. Rentner 
Quadflieg. Kaufmann Rübsamen, Kaufmann A.Stamm zu Wies- 
baden: ferner stud. geol. Schund orf in Sonnenberg, Schriftsteller 
Abels zu Cüln, Rentner Natermann in Hannoverisch Münden. Zu 
korrespondierenden Mitgliedern ernannte der Vorstand in Anerkennung 
erspriesslicher Tätigkeit für das naturbistorische Museum die Herren 
Professor Kulczinsky in Krakau und Kaufmann Justus Weiler 
in Bibundi. Kamerun. 

Die so sehr beliebten botanischen Exkursionen wurden auch in 
diesem Jahre unter der erprobten Leitung des Herrn Apotheker V i g e n e r 
ausgeführt, welcher in diesem Jahre 14 und während seiner Vereins- 
tätigkeit nicht weniger als 250 solcher Exkursionen, welche so wesent- 
lich unsere Vereinszwecke zu fördern geeignet sind, ausgeführt hat und 
wofür wir heute nicht verfehlen wollen, den wärmsten Dank aus- 
zusprechen. Dieser Dank gebührt ihm auch für die mehrfachen, im 
Interesse der botanischen Erforschung unseres Vereinsgebietes von ihm 
ausgeführten Reisen. Wissenschaftliche Abend Unterhaltungen 
wurden während der Winterszeit in gewohnter Weise abgehalten. Auch 
hier sind wir den Vortragenden sowohl wie der zahlreichen Teilnehmern 
zu gebührendem Dank verpflichtet. Unser diesjähriges Jahrbuch 
ist bereits in ihren Händen. Es wird mit seinem reichen Inhalt, für 
dessen einzelne Teile die betreffenden Verfasser die Verantwortung zu 
übernehmen haben, hoffentlich nicht verfehlen, unser wissenschaftliches 
Bestreben zu bekunden und die überaus zahlreichen Tausch v erb i n- 
dungen. an welche dasselbe ebenfalls bereits abgegangen ist, uns zu 
erhalten. Wir haben durch dieselben auch in diesem Jahre eine Fülle 
von neuen Erwerbungen für unsere ansehnliche Bibliothek erworben, 
deren eifrige Benutzung allen Vereinsmitgliedern angelegentlichst empfohlen 
wird. Die Unterbringung des in diesem Jahre bereits 415 Bände be- 
tragenden Zuwachses bereitet uns allerdings bei dem bedenklichen Raum- 
mangel grosse Schwierigkeiten. 



— XII — 

Das f r s 1 1) 1 a n i s c h e Merkbuch, zu dessen Herstell ung von 
unserer Seite Herr Oberforstmeister Professor Dr. Borggreve und Herr 
Aiwthelver Vi gen er tätig waren, ist in diesem Jahre unter Redaktion 
von Herrn Forstmeister Röhr ig in Frankfurt a. M. von der Sencken- 
b ergischen Naturforschenden (lesellschaft herausgegeben worden. 

Unser Verkehr mit in- und auswärtigen Gesellschaften, mit Be- 
hörden und Privaten machte 3280 Postsendungen erforderlich. 

Für die Tätigkeit im natur historischen Museum ist vor 
allem mal'sgebend die Rücksichtnahme auf die in einigen Jahren be- 
vorstehende Übersiedlung in neue Räume. Leider sind die Vorarbeiten 
für den Museumsneubau, wie ich hier einschalten muss, noch nicht in 
das Stadium der eifrigen Förderung eingetreten, in welchen sie bei der 
Wichtigkeit der Sache und der sich mit Sicherheit bei ihrer Lösung 
ergebenden Schwierigkeit sein sollte. Hoffen wir, dass an mafsgebender 
Stelle energisch damit vorgegangen werde und dass bei der endlichen 
Lösung unsrer berechtigten Wünsche und Forderungen in vorurteils- 
freier Erkenntnis ihre Erfüllung finden werden. Mit steter Berück- 
sichtigung der allmählich durchzuführenden Trennung unsrer Sammlungen 
in eine wissenschaftliche und eine S c h a u - S a m m 1 u n g ist, wie 
Sie wissen, in den letzten Jahren eine völlige Durchsicht, Neuaufstelluiig 
und Katalogisierung der vorhandenen A'orräte in Angriff' genommen und 
zu einem nicht unbeträchtlichen Teil bereits durchgeführt worden, welch 
zeitraubender und mühseliger Arbeit sich Herr Kustos Lampe mit 
stetem Eifer und Ausdauer unterzogen hat. 

Für die Säugetier Sammlung bearbeitete derselbe in diesem 
Jahre 8 Bälge, 8 Schädel und 36 Geweihe. Für die Vogelsammlun g 
wurden an 200 Arten Eier und die Nester neu aufgestellt und katalogisiert, 
sowie !) Vögel hergerichtet. Von der Hauptvogelsammlung wurden die 
Ordnungen der Tauben- und Sandllughühncr bearbeitet und fertig ge- 
stellt. Sämtliche Objekte wurden nach dem „Catalogue of the Birds 
of the British Museum" bestimmt, gereinigt und umgesetzt. Ein Spezial- 
katalog derselben wurde im diesjährigen Jahrbuch veröffentlicht. Die 
Sammlung der Tauben umfasst 183 Exemplare in 85 Arten und 
86 Gattungen, die der Flughühner 14 P^xemplare in 8 Arten und 
3 Gattungen. Die umfangreiche Neuordnung der Hühnervögel wurde 
in Angriff genommen und hiervon die Familie der Waldhühner fertig 
gestellt, während die übrigen im nächsten Jahre erst zum Abschluss 
gelangen werden. Die wissenschaftliche Amphibien- und Reptilien- 



— xni — 

Sainuiluug uiusbto wogiii Kaiiimuaiigcl uuler Zubülfenahme eines neu 
angefertigten Sclirankes umgeordnet werden. Der sy stematisclie 
Zettelkatalog unsrer Schlangen, Eidechsen und Aniphibien- 
sammlung wurde fertig gestellt und damit die Bearbeitung derselben in 
unsrem Museum abgeschlossen. Ein durch Zusammenrücken ausgestopfter 
Fische verfügbar gemachter Schrank wurde mit neuen Fischpräparaten 
versehen und wurden hiervon 15 aus der alten Sammlung entnommene 
Fische nach dem Günth ersehen Katalog bestimmt und aufgestellt. 

In der Sammlung der wirbellosen Tiere wurden die Echino - 
dermen neu hergerichtet, ebenso unter den Korallen die Abteilung 
der Fungien. Einige Bienen und AVespennester wurden ebenfalls 
neu aufgestellt, sowie von den von Herrn Kommerzienrat Albert dahier 
geschenkten C o n c h y 1 i e n die Coniden, teils nach unsrer Sammlung, 
teils nach dem Martini- Che mnitz 'sehen Katalog bestimmt und auf- 
gestellt. Neben diesen Arbeiten besorgte Herr Lampe die laufenden 
Arbeiten , die Eintragung und Einordnung neuer Erwerbungen , die 
Durchsicht der Sammlungen, wie den Verkehr mit andern Museen und 
hiesigen Interessenten, sowie die Eintragung und Katalogisierung der 
neu eingegangenen Bücher. — Von unserm Diener Herrn Kuppinger 
wurden an grösseren Arbeiten ausgeführt : Ein Insektenschrauk mit 
78 Schubladen und lü einzelne Schubkästen, drei grössere Bücher- 
reale, ca. 470 Postamente für Vögel und 50 Einlegebretter. 13 Schränke 
wurden repariert und frisch gestrichen. Auch sonstige Handwerker- 
arbeit wurde von demselben ausgeführt. Mit entomologischer Hülfs- 
arbeit war, soweit es die Mittel gestatteten, Herr W. Roth beschäftigt. 
Unter anderm wurden an 1500 Coleopteren und Lepidopteren, sowie 
100 andere Insekten gespiesst und gespannt. Ca. 3000 Insekten wurden 
mit Fundorts -Etiketten und ca. 1000 mit Namensetiketten versehen. 
Mit der endgültigen Aufstellung unserer Lepidopterensammlung, die 
durch die uns in liberalster Weise zugekommene Adolf R öder 'sehe 
Exotensammlung eine umfangreiche Erweiterung erfahren hat, wurde 
begonnen und ein Teil des indomalayischen wie afrikanischen Materials 
hergerichtet. 

Was die freiwillig und u n e n t g e 1 1 1 i c h in unserem Museum 
ausgeführten Arbeiten betrifft, so revidierte Herr Dr. med. Böttcher 
die Kirschbaum 'sehe Diiiterensammlung. Vier Kästen derselben sind 
bereits durchgearbeitet und systematisch neu aufgestellt und mit den 
nötigen Etiketten versehen. 



— XIV — 

Herr Dr. Grünhut beschäftigte sich mit Ordnen von Mineralien 
und Petrefakten und Herr W. A. liindliolm determinierte die neu 
eingegangenen Reptilien und Amphibien. Im Jahrbuch beschrieb er 
2 neue Schlangenarten von Deutsch-Westafrika und Deutsch-Neuguinea. 
Herr Chemiker Nievergelt war, wie in den Vorjahren, mit dem 
Reinigen und Etikettieren von Mineralien und der Prüfung der Objekte 
auf ihre richtigen Bestimmungen beschäftigt. Es wurden ausser zwei 
Schränken 6 Kisten von dem auf dem Speicher aufbewahrten Material 
erledigt. Herr stud. geol. Schön dorf arbeitete in den Sommer- und 
Herbstferien im Museum. Er revidierte und bestimmte Tertiär-Fossilien 
unserer Sammlung. Herr Apotheker Vi gen er ordnete und etikettierte 
die für das Herbarium eingegangenen Pflanzen. 

Von auswärtigen Gelehrten revidierte Herr Prof. Dr. Döderlein 
in Strassburg i. E. sämtliche vorhandenen Echinodermen, Ophiuroiden 
und Asteroiden. P^benso bestimmte er unsere Vorräte von Pilzkorallen 
(Fungien). Herr Professor Kulczynski in Krakau bestimmte neu 
eingegangene Spinnen, Die vor ca. 3 Jahren von Herrn Dr. Duncker 
in Hamburg zur Bestimmung übernommenen Fische von Amboina, welche 
uns seiner Zeit Herr Dr. Machik von dort sandte, sind im Herbst d. J. 
zum grössten Teil bestimmt zurückgekommen. Doch konnte eine Auf- 
stellung derselben bis jetzt noch nicht vorgenommen werden, Herr 
Kustos Siebenrock in Wien bestimmte einige Schildkröten unserer 
Sammlung und Herr W. von Reichen au in Mainz übernahm die 
Bestimmung und Bearbeitung von Petrefakten, welche bisher auf dem 
Speicher lagerten, bestehend aus Tertiär-Conchylien und Knochenresten 
von Mosbach und Steeden. 

Vielfach wurden unsere Sammlungen von hiesigen und auswärtigen 
Gelehrten zu Studien benutzt, so auch von Herrn von Reichenau 
und F. Schön dorf, Herr Dr. Oehlert, Direktor des naturhistorischen 
Museums in Laval, Frankreich, arbeitete mehrere Wochen im Museum 
zwecks photographischer Aufnahme von Sand berger sehen Typen für die 
von ihm herausgegebene Palaeontologia universalis. Auf Wunsch des Herrn 
Professor G ü r i c h wurden photographische Aufnahmen eines Rhinoceros- 
unterkiefers unserer Sammlung gemacht. Zu Vorträgen erhielten leih- 
weise die Herren Dr. Böttcher, Dr. Grünhut und Dr. Vi gener 
Objekte aus dem Museum. Ausserdem wurde Museumsmaterial zu 
folgenden wissenschaftlichen Arbeiten benutzt: H. Schröder, Wirbeltier- 
fauna des Mosbacher Sandes, in Abb. d. kgl. geologischen Landesanstalt, 



— XV — 

Heft 18: F. Sieben rock, Schildkröten von Ihasilien in „Dcnk.scliriften 
der k. k. Akademie der Wissenschafton in Wien". Nr. 76, sowie 
derselbe „Über die Berechtigung der Selbständigkeit von Ilydraspis 
hilarii", Zool. Anzeiger XXIX, Nr. 13, Delkeskamp: Beiträge zur 
Kenntnis der Westufer des Mainzer Tertiärbeckens in : Verhandl. des 
Naturh. Vereins der preuss. Kheinlande, Westphalens und des Regierungs- 
bezirks Osnabrück, 62. Jahrgang 1905. 

Was den Besuch der Sammlungen betrifft, so war das Natur- 
historische Museum wie in den Vorjahren im Sommer täglich ausser 
Samstags und im Winter zweimal wöchentlich geöffnet. Im vorigen 
Winterhalbjahr wurden 2732 Personen gezählt, sodass mit der Besucher- 
zahl des Sommers (10 139) im Etatsjahre 1904/5 im Ganzen 12 871 Per- 
sonen gezählt wurden. Im letzten Sommer wurden bereits 11 178 Personen 
gezählt, also 1039 mehr als in derselben Zeit im Vorjahre. 

Unsere Sammlungen haben sich durch Schenkungen , Tausch und 
Kauf in diesem Jahr sehr ansehnlich vermehrt. 

I. Zoologische Sammlung. 

a) Säugetiere. 
Geschenke: 

Karl Acker sen., hier: Ein Schädel von Hippopotamus amphibius L. 

Kommerzienrat H. Albert, hier: 3 Geweihe von Cervus 
elaphus L. 1 Geweih von Dama dama L. 29 Geweihe von 
Capreolus capreolus L., sowie 2 Gehörne von Rupicapra tragus 
Gray und 1 Panzer vom Gürteltier. Ebenso noch eine Anzahl 
Stangen von Cervus elaphus L und Capreolus capreolus L. 

Dr. L. Dreyer, hier: 2 Cricetus cricetus L. Wiesbaden. 

Direktor Haack, Mors a. Rh.: 2 Hausratten, Mus rattus L. 

C. Jekel IL, Sonnen berg: 1 Sciurus vulgaris L. 

J u s t u s Weiler, B i b u n d i , Kamerun : 1 Skelett eines Chimpansen, 
Anthropopithecus troglodytes L., 3 Fledermäuse und 1 Spitz- 
maus in Spiritus, 6 Nager z. T. mit Schädel, Fell und Schädel 
von Genetta spec. V , 1 Schädel von Potamochoerus spec. ? ; 
Balg, Skelett und Embryo eines Baumklii)pschliefers Dendro- 
hyrax dorsalis Fräser, sowie Fell und Schädel von Cephalophus 
spec? juv., sämtlich erlegt in der Umgebung von Bibundi. 



— XVI — 

* 

Kauf: 

Dr. Girtanner, St. Gallen: 1 Fell mit Schädel einer Gemse, 

Rupicapra tragus Gray vom österreichisch - schweizerischen 

Grenzgebirge und ein Schädel derselben Art aus Graubüuden 

(Engadin). 
M. Traut wein, hier: Eine Fledermaus, Rhinolophus hipposideros 

Bechst. aus dem Museums-Koller. 

b) Vögel. 

Die Vogelsammlung erhielt reichen Zuwachs. Auch mussten ver- 
schiedene Bälge und Eier zur Komplettierung angekauft werden. 

An Geschenken erhielten wir von: 

K m m e r z i e n r a t H. Albert: Eine umfangreiche Eiersammlung 
des palaearktischen Gebietes. 

Oberförster H. Behlen, Haiger: Je 1 Stück Stamm der 
Eiche und Espe mit Spechtlöchern und Nisthöhlen vom Specht; 
1 Schwarzspecht, Picus martius L., erlegt im Jagdbezirk Kalt- 
eiche bei Haiger. » 

Oberforstmeister Prof. Dr. Borggreve: 1 Turdus iliacus 
L. c^', 1 Sitta europaea I... cT, 1 Asio otus (L.) Q, sämtlich 
aus der Umgebung von Wiesbaden. 

Gg. Dan. Fach, hier: Ein Wellensittich, Melopsittacus uudulatus 
(Shaw) mit abnormer Schnabelbildung. 

Frau Dr. E. Goetz, hier: Oxypogon lindeni (Parz.) cf Venezuela, 
Halcyon concretus Temm. 9; Nord-Borneo. Todus multicolor 
(J. Gd.), Cuba, Pyrrhura rhodocephala Sclat. und Salv. rf, 
Venezuela. Electus pectoralis (St. Müller) cf Key -Inseln. 
Prioniturus cyaneiceps Sharpe cf Philippinen und Loriculus 
stigmatus (Müll. Schleg), cf, Celebes. 

Geschwister Eberhard, hier: 1 Vogelnest von Kandy, Ceylon. 

Wildprethändler Geyer, hier: 1 im September 1874 bei 
Dotzheim erlegter Schlangenadler Circaetus gallicus (Gm.). 

Bureauassistent C. Jekel IL, Sonnenberg: 1 gr. Buntspecht 

Dendrocopus major L. et- 
ilen tner R. Kadesch, hier: 1 Pyrrhula europaea (Vieill.) cf 

(Melanismus). 



— XVII — 

Otto Rau. hier: 1 Ringeltaube ("oluinba i)alumbus li. Q und 

1 rotrückiger Würger , Lanius collurio L. cf . erlegt bei 

Katzenelnbogen. 
H. Rolle. Berlin: Exotische Vogeleier. 9 Stück in 6 Arten. 
W. Schlüter. Halle a. S. : Eine Taube Osmotreron ])onii)a(lora 

(Gm.) 9, Ceylon. 
F. S c h ö n d r f . S o n n e n b e r g : 1 Gelege der Wachtel Coturnix 

coturnix L. Eier gefunden den 5. IX. 05 bei Driedorf. 
Justus Weiler, Bibundi, Kamerun: 1 Psittacus erithacus L. 

1 Crecopsis egregia Ptrs., sowie eine grössere Anzahl Vögel in 
Spiritus, sämtlich von Bibundi. 

Kauf: 

Geschw. Eberhard, hier: 1 Kiwi, Apterj-x australis Shaw, 
Neuseeland. 

Oberlehrer Dernedde, Hannover: 9 Kolibribälge. Eriocnemis 
luciana (Bourc.) 9 Quito, Ecuador; Eriocnemis vestita (Less.) 
(5^, Campylopterus lazulus (Vieill.) 9? Saucerothea warscewiczi 
Cab. Hein, braccata (Heine) 9? Helianthea conradi (Bourc.) rf, 
Heliangelus spencei Bourc. (^ , Metallura tyrianthina Lodd. 
j^T und 9 und Cyanolesbia cyanura Steph. var. caudata 
Berlp. cf juv.. sämtlich von Merida, Venezuela. 

Herm. Rolle, Berlin: 1 Abguss eines Eis vom Riesenalk, Alca 
inipennis L. . sowie eine Kollektion palaearkt, Vogeleier zur 
Vervollständigung der neu aufgestellten Sammlung. 

Häselbarth, Auma: 1 Ringeltaube Columba palumbus L. Anklani, 

2 Kuckucke Cuculus canorus L., cf u. 9 Anklam. 

\V. F. H. Rosenberg, London: 1 Zahntaube Didunculus strigi- 
rostris. Jard. 9 Samoa. 

W. Schlüter, Halle a. S. : 1 Haustaube. 1 Turtel- und 2 Hohl- 
tauben. 

c) Reptilien und Ami)hibien. 
Auch diese Sammlung wurde zumeist durch Geschenke erheblich 
vermehrt. 
Es s c h e n k t e n : 

Kommerzienrat H. Albert, hier: Leptodira albofusca Lacep. 

Missionar W. Diehl. Bogadjim, Deutsch-Neuguinea: 1 Varanus 

Indiens (Daud.j, 1 Varanus prasinus (Müll.) Schleg., 5 Lialis 

Julirb. d. iiass. Vei. f. Nat. 59. II 



— XYIII — 

jlcari Blgr. , 3 Enygrus carinatus (Schneid.) , 1 Dendrophis 
calligaster Gthr., 4 Dipsadomorphus irregularis (Merr.), 5 Acan- 
thophis antarcticus (Shaw) , sowie eine neue Schlangenart 
Stegonotus diehli. Lindholm. 
Gg. Eich mann, hier: Zahlreiche Stücke von Emys orbicularis 
(L) , 1 Lacerta muralis Laur. var. tiliguerta Gm. , Lacerta 
viridis (Laur.) juv. u. Amblystoma tigrinum (Green). 

b e r 1 e h !• e r G e i s e n h e y n e r , Kreuznach: 1 Cylindrophis 
rufus (Laur. ) Sumatra und 1 Tropidonotus tessellatus (Laur.) 
Kreuznach. 

Kustos Ed. Lampe, hier: 1 Anguis fragilis L.. 6 Lacerta 
muralis Laur., 1 Rana esculenta L., sämtlich v. Alf a. d. Mosel; 
Bufo vulgaris Laur. v. Trier ; Larven v. Alytes obstetricans 
Laur. V. Sonnenberg und Hydrus platurus (L.) aus Indien. 

W, A. Lindholm, hier: 1 Damonia reevesii Gray, Shanghai. 

E. Mut schelknaus , Buenos-Aires: 2 Rhadinaea anomala (Gthr.). 

Postsekretär W. Maus, hier: 1 Salamandia atra Laur.. Oberst- 
dorf, Bayern. 

Otto Rau, hier: 1 Testudo pardalis Bell. Windhoek Deutsch-Süd- 
West-Afrika. 

F. S c h ö n d r f , S o n n e n b e r g : Coronella austriaca Laur. (^f Q und 

2 juv. von Nenderoth bei Löhnberg. 

Zwei Gymnasiasten: 1 Coronella austriaca Laur. v. Dotzheim. 

Prof. Dr. G. Schreiber, G ö r z : 1 Hemidactylus turcicus (L.), 
1 Tarentola mauritanica (I^.) von Zara. Dalmatien und Zamenis 
gemonensis (Laur.) var. carbonaria Bp. v. Opchina b. Tri est. 

Justus Weiler, Bibundi. Kamerun : 2 Cinixys homeana Bell. ad. 
et juv., 1 Varanus niloticus (L.) ad. et 4 juv., 1 Hemidac- 
tylus mabouia (Mor. de Jon.), 1 Typhlops punctatus (Leach), 

3 Tropidonotus fuliginoides (Gthr.) , 1 Lycophidium laterale 
Hallow., 1 Boodon olivaceus (A. Dum.), 1 Simocephalus poensis 
(Smith), 2 Gastropyxis smaragdina (Schleg.), 1 Thrasops flavi- 
gularis (Hallow.), 1 Grayia smythi (Leachj, 1 Dipsadoboa 
unicolor (Gthr.j, 3 Naja melanoleuca Hallow., 1 Dendraspis 
jamesoni (Traill.), 1 Bitis nasicornis (Shaw), 1 Dipsadophidium 
weileri n. gen. et n. spec. Lindliolm, sowie 1 Frosch, sämtlich 
aus Bibundi, Kamerun. 



— XIX — 

Kauf: 

G e s c li Av. E b e r h a r d . hie r : 1 Gavialis gangeticus (Gm.) Allahabad, 
Indien. 
Tausch: 

Na turhis torisches Museum Basel: 1 Aspidura trachyi^rocta 
Cope Q^, Ceylon. 

d) Fisch e. 
Geschenke: 

K. Kuppinger. hier: 2 Cottus gobio I;. B)aunsbach Württ. 

E. Mutschelknaus, Buenos- Aires: 1 flieg. Fisch. 

Justus Weiler, Bibundi, Kamerun : 5 Fische in 3 Arten von dort. 

Tausch: 

Natur historisches Museum, Hamburg: 1 Myctophum 
(Scopelus) caninianum A. Br. Zanzibar und M. coccoi Lütk. 
21" n. Br. 31" n. L. ; Myxine australis Jen. Port Grappler, 
Chile und Callorhynchus antarcticus Lac. Talcahuano. Chile. 

e) Mollusken. 
Diese wurden durch Geschenke besonders vermehrt durch : 

Kommer^ienrat H. Albert, hier: 1 umfangreiche Conchylien- 

sammlung, welche bisher wegen Mangel an Platz noch nicht 

eingereiht werden konnte. 
Hauptmann a. D. Holz, hier: Zahlr. Conchylien von Ost- und 

West-Java. 
Kustos Ed. Lampe, hier: Conchylien von Sonnenberg und Alf 

a. d. ]Mosel. 
W. A. Lindholm, hier: Amalia marginata Drap. Ruine Balduinstein. 
Geh. Sanitätsrat Dr. A. Pagenstecher: Eine grosse Anzahl 

Landconchvlien von Java, Bali und Sumba. 



*â– ? 



f) Insekten. 
Geschenke: 

Dr. Bastelberge r: Eine grössere Anzahl Schmetterlinge von ver- 
schiedenen Fundorten. 
Pater Aloys Conrads, Ukerewe: 134 Lepidopteren, 125 Cole- 

opteren von dort. 
Missionar W. Die hl, Deutsch- Neuguinea sandte 14 Cole- 
opteren, 2 Orthopteren und 2 Hemipteren. 

II* 



— XX — 

G e s c h w. Eberhard, hier: 1 Raupeiipilz, Vegetating Caterpillar 

V. Neuseeland. 
Dr. A. Fuchs, Berlin: 5 Orthopteren von Palembang. 
Kern und Kuppinger, hier: 1 Nest von Yespa spec? gefunden 

bei Jagdschloss liilie bei Langenschwalbach. 
P s t s e k r e t ä r Maus, hier: 2 Raupen von Archerontia atropos 

und 4 Falter von Bombyx quercus var. spartii. 
Eugen Muts chelkn aus, Buenos-Aires: 2 Wanzen von dort. 
Paul Preiss, Ludwigshafen: 61 Tagfalter von Gremmi Weg. 

Schweiz und 4 Spinner von Süd-Amerika. 
Geh. Sanitätsrat Dr. A. Pagenstecher, hier: 15 Papilio 

memnon L. Varietäten von Bawean, sowie eine grosse Anzahl 

Schmetterlinge von Sumba, Sumbawa, Wetter, Bismarck-Archipel 

und Süd-Amerika. 
A. Köder und Müller- Uri, hier: 1 prachtvolle Schmetterlings- 

samnilung ca. 800 Exemplare aus allen Erdteilen. 
Wilhelm Roth, hier: 150 Schmetterlinge und Raupen aus hiesiger 

Gegend. 
Pfarrer W. Schuster: Larven von Lophyrus pini und Raupen 

von Nola togatulalis. 
Justus Weiler, Bibundi: 30 Coleopteren und 4 Lepidopteren. 

Tausch: 

Hermann Rolle, Berlin: 60 Rhopaloceren aus Süd-Amerika. 

Kauf: 

Hauptmann a. D. Holz: Eine Anzahl Lepidopteren und 15 Cole- 
opteren von Java. 

E. Funcke, Dresden: 40 Stück in 32 Arten I-epidopteren von 
Uganda. 

Herrn. Rolle, Berlin: 1 Nest der Papierwespe Chartergus char- 
tarius Oliv, von Obidos, Para. 

g) Tausendf üsser und Spinnentiere. 
Geschenke: 

Dr. med. Böttcher, hier: 2 Pseudoskorpione aus dem Neste von 

Hirundo rustica L., Bierstadt. 
W. Die hl, Deutsch -Neuguinea: 21 Scolopendriden, 1 Geo- 
philide, 2 Isometrus maculatus (Geer), 2 Hormurus australasiae 
(F.) und 5 Spinnen. 



— XXI — 

Dr. A 1 X a n d e r Fuchs, Berlin : (! Sinnnen (iasteracantha spec. ? 

von Palembang. 
Kustos Ed. Lampe, hier: (i Pseudoskorpione gefunden* unter 

Brettern im iMuseunishof. 
W. A. Lindholni. hier: 1 Pseudoskorpion gefunden zwischen 

Steinen bei dem Jagdschloss auf dem Niederwald. 
Eugen Mutschelknaus. Buenos- Aires: 2 Spinnen, Polybetes 

maculatus (Keys,). 
Justus Weiler. Bibundi: 2 Spinnen. 

h) Krebse. 
Geschenke: 

Kommer zienrat Albert, hier: 1 Squilla spec? 

H. K u p p i n g r , hier: 1 Astacus tluviatilis Braunsbach, Württ. 

Justus Weiler, Bibundi: 1 Krebs. 

i) Stachelhäuter und Pflanzen ti er e, 

Geschenke: 

K m m e r z i e n r a t H. Albert, hier: Trockene Seesterne und 
Seeigel, sowie verschiedene Korallen. 

Tausch: 

Museum Strassburg (Prof. Dr. Dö der lein): Cidaris pistillaris 
Lam. var. baculosa von Dar-es Salaam, Ophiocoma valenciae 
'Sl. T. V. Seychellen, mehrere trockene Schlangensterne. Astro- 
phyton clavatum Lym. Seychellen, sowie Antedon eschrichti 
CMüll.) vom Nördl. Eismeer. 

k) Bücher und Utensilien. 
Geschenke: 

Kommerzienrat H. Albert, hier: 1 grosser Arbeitstisch und 
3 Ausstellungstische. 

Sanitätsrat Dr. Clouth: Donovan Insects of China. 

Frau Dr. Goetz: Brehms Tierleben. 3. Aufl. 11 Bde. Keller, 
Das Leben des Meeres und Lampert. Das Leben der Binnen- 
gewässer je 1 Bd. 

Frl. Lautz: 1 grosser Glaskasten. Schoedler. Buch der Natur. 

Frau Apotheker Strempel: Eine Reihe unserer Jahrbücher, 

Tonkünstler Bromme's Erben: Desgleichen. 



— XXII — 
II. Botanische Sammlung. 



Geschenke 



G e s c h w. Eberhard, hier: Eine grössere Farnsammlung von 

Neuseeland. 
Rentner Heydrich: Zahlreiche Sonderabdrücke. 
Frl. Lautz: Ein älteres botanisches Werk der offic. Pflanzen. 
Frau Oberleutnant Clara Roesdorff-Salm , geb. Stengel: 

Das Herbarium des verstorbenen Mitglieds Major z. D. Stengel. 
Frau Apotheker Strempel: Das Herbarium des verstorbenen 

Mitglieds Strempel, Apotheker. 

III. Mineralogische und geologisch-palaentologische Sammlung. 

Geschenke: 

Oberförster H. Behlen, Haiger: Eine grössere Sammlung der 
Microfauna aus der Knochenhöhle bei Steeden, des Schleiss- 
berg und Wildweiberhausfelsen bei Langenaubach, sowie die 
Belegstücke der in den Jahrbüchern des Nass. Vereins für 
Naturkunde Jahrg. 58 von Prof. Engelhardt bearbeiteten 
Tertiärpflanzen von Yallendar a. Rb. 

Frau Dr. E. Goetz: Blattabdrücke, West-Spitzbergen. 

Steinbruch V erwalter Kirchner, Steeden: 3 Ammoniten 
und 1 Steinkern einer Schnecke von Rottweil i. Württ. 

Stud. geol. Schöndorf, Sonne nberg: Mytilus socialis A. 
Br. a. d. Ceritb. Kalk Hochheim, Ostrea marshi Sow. a. d. 
braunen Jura bei Bopfingen, Kalktuff von Langen Berg bei 
Ebermannstadt. 

Gewerkschaft Burbach, Kaliwerk i. Beendorf bei 
Helmstedt: ß Gläser mit Salzen, 

Von Arbeitern erhalten: 1 Hörn von Bison priscus Boj., 
gefunden beim Neubau am Philippsberg. 

Die unter Aufsicht des Vereinsvorstandes stehende meteorolo- 
gische Station, welche von Herrn Lampe als Stationsvorstand geleitet 
wird, hat die Beobachtungen des Vorjahres im Jahrbuch veröffentlicht. 
Die täglichen Beobachtungen derselben wurden zugleich mit den Weil- 
burger und Aachener Wetterberichten in dem am Museumsgebäude an- 
gebrachten Schaukasten und im „Tagblatt" und „Rheinischer Kurier'- 



— XXIII — 

veröffentliclit. Die wöchentlichen Mitteilungen erscheinen im Anitslilatt 
der Landwirtschaftskauniier. die monatlichen Berichte üher die Regen- 
höhe erhält der physikalische Verein in Frankfurt a. M. Sowohl von 
königlichen, als von städtischen Beluu'den wurden vielfache Anfragen 
an die Station gerichtet, nicht minder auch von Privatpersonen. 

Herr Prof. Dr. Kremser aus Berlin, Abteilungsvorsteher für 
Klimatologie des Kgl. pr. meteorologischen Institus, revidierte am 4. Juni 
die hiesige Station und fand Alles in bester Ordnung. 

]M. H. ! Ich bin mit dem, was ich Ihnen heute mitteilen zu müssen 
glaubte, zu Ende, lloö'entlich ist es mir gelungen, bei Ihnen die Über- 
zeugung wachzurufen . dass wir redlich bestrebt gewesen sind , nicht 
allein unsere Vereinszwecke tatsächlich zu fördern, sondern auch das 
naturhistorische Museum stets weiter auszubauen, nicht allein zu einem 
Sammelpunkt wissenschaftlicher Bestrebungen, sondern auch zu einem 
Mittelpunkt der Erkenntnis der stets neue Anregung bietenden Er- 
zeugnisse der Xatur für die Bewohner unserer Stadt. Ich darf wohl 
mit dei" Bitte schliessen, dass es Ihnen gefallen möge, unsern Bestrebungen 
auch für die Folge Ihr schätzbares Wohlwollen zu erhalten, wie auch 
dahin zu wirken, dass dasselbe in immer weitere Kreise unserer Be- 
völkerung getragen werde ! 



Verzeichnis der Mitglieder 



des 



Nassauisclien Vereins für Naturkunde (E.V.) 

im Oktober 1906.*) 



I. Vorstand. 

Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Arnold Pagenstecher, Direktor. 

« Geh. Regierungsrat Professor Dr. Heinrich Fresenius. Stell- 
vertreter. 
« Apotheker A. Vi gen er. 
Rentner Dr. L. Dreyer. 
« kgl. Garteninspektor Dr. L. Cavet. 
« Professor Dr. Wilhelm Fresenius. 
« Dozent Dr. G r ü n h u t , Schriftführer. 
« Oberlehrer Professor Dr. Kadesch. 



II. E li r e 11 111 i t g 1 i e (1 e r. 

Herr Dr. Erlenmeyer, Professor, in Aschaffenburg. 

« Graf zu Eulen bürg, Ministerpräsident a. D., in Berlin. 

Dr. H a e c k e 1 , Professor, in Jena. 
« Dr. L. V. Hey den, Professor, Köuigl. Major a. D., Frank- 
furt a. M. 
« Dr. W. Kobelt, Professor, Arzt in Schwanheim. 
« Dr. We n t z e 1 , Ober- Präsident, Hannover. 



*) Um Mitteilung vurgekommener Änderungen im Personenstand wird 
freundlichst gebeten. 



— XXV 



FTT. Korrespondierende Mitjurlieder. 

Herr C. Berger, Missionar, i. Zt. in Wiesbaden. 
« Dr. 0. Boettger. Professor, in Frankfurt a. M. 
« Dr. Buddeberg, Rektor, in Nassau a. Labn. 
* Dr. V. ('an stein. KcHiigl. Ökononiiorat und (Jeneral-Sekretär, 

in Berlin. 
« Dr. Ludw. Döderlein. Professor der Zoologie, in Strassburg. 
« Freudenberg, Pliil., General-Konsul, in Colombo. 
« Dr. B. Hagen, Hofrat, in Frankfurt a. M. 
« Ernst Herborn, Bergdirektor, in Sydney. 
« Dr. Hueppe. Professor der Hygiene, in Prag. 
•< Dr. L. Kaiser, Provinzialschulrat, in Cassel. 
« Dr. Kayser. Professor der Geologie, in Marburg. 
•< Dr. F. Kinkelin. Professor, in Frankfurt a. M. 
« Dr. Knoblaucb, August, prakt. Arzt, in Frankfurt a. M. 
« Dr. Karl Kraepelin, Professor, Direktor des Naturhistorischen 

Museums, in Hamburg. 
« Prof. Kulczynski, W., k. k. Gymnasiallehrer, Krakau. 
« Dr. K. Lamper t. Professor, Oberstudienrat. Direktor des Kgl. 

Naturalien-Kabinets, in Stuttgart. 
« Dr. H. L e n z , Professor, Direktor des Naturhistorischen Museums, 

in Lübeck. 
« Dr. C. List, in Oldenburg. 

« Dr. Ludwig, Professor, Geh. Regierungsrat, in Bonn. 
« Dr. Reichenbach, Professor, rn Frankfurt a. M. 
« V. Schönfeldt, Oberst z. D., in Eisenach (Villa Wartburg). 
« Dr. A. Seitz, Direktor des Zoologischen Gartens, in Frankfurt a. M. 
« August Siebert, Direktor des Palmengartens, in Frankfurt a. M. 
« P. T. C. Snellen, in Rotterdam. 
« Dr. Thomae, Direktor der höh. Handels- und Fortbildungsschule 

in Elberfeld. 
« Justus Weiler, Bibundi. Kamorun, Deutsch-Westafrika. 



lY. Ordentliche Mitg:lieder 

A. Wohnhaft in Wieshaden. 

Herr A 1 b e r t , H., Komraerzienrat. 

« Albrecht, Dr. med., i)rakt. Arzt. 
* Altdorfer, Dr. med., Sanitätsrat, 
« Amson, A., Dr. med., prakt, Arzt. 
« A ronstein, Dr. med., Sanitätsrat. 



— XXYI — 

Herr Baer, S., Bank -Vorstand. 

« Bartling, Ed.* Kommerzienrat. 

« B a r t m a n n , G,, Fischerei-Direktor. 

« Beckel, W., Weinhändler. 

'< Berg er, L., Magistrats-Sekretär. 

« Berle, Ferd., Dr., Bankier. 

« Becker, Dr. med., Sanitätsrat. 

« Bender, E., Dr. med., prakt. Arzt. 

« Bergmann, J. F., Verlagsbuchhändler. 

« Bischof, Professor Dr., Chemiker. 

« Boettcher, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Bohne, Geh. Rechnungsrat. 

« Brauneck, Dr., Geh. Sanitätsrat. 

« Bresgen, Dr. med., Sanitätsrat. 

« Buntebarth, Rentner. 



Caesar, Geh. Reg.-Rat. 

Gas pari IL, W., Lehrer. 

Cavet, Dr., Königl. Garteninspektor. 

Clouth, Dr. med., Sanitätsrat. 

Co est er, Dr. med., prakt. Arzt. 

Conrady, Dr., Geh. Sanitätsrat. 

Cuntz, Wilhelm, Dr. med., Sanitätsrat. 

Cuntz, Friedrich, Dr. med., prakt. Arzt. 

Cuntz, Adolf. Rentner. 

Czapski, A.. Dr.. Chemiker. 



Delius, W., Dr. med., prakt. Arzt. 
D e n e k e , Ludwig, Rentner. 
Doms, Leo, Rentner. 
Dreyer, L., Dr. phil., Rentner. 
Dünkelberg, Dr. Professor, Geh. Reg.-Rat. 



Ebel, Adolf, Dr. phil. 
E i c h m a n n , Kaufmann. 
Elgershausen, Luitpold, Rentner. 
Evelbauer, Lehrer. 



Herr Flor schütz, Dr., Sanitätsrat. 

« Frank, Dr., Prof., Kreisassistenzarzt. 

« Fresenius, H.. Dr., Prof.. Geh. Reg.-Rat. 



i 



— XXVII — 

Herr Fresenius, W.. Dr.. Professor. 

« Freytag. 0.. Rentner, Ober-Leiit. a. D. 
« Fuchs, F., Dr. med.. Frauenarzt. 
« Fuchs, A., Direktor a. D., Privatier. 
« Funcke, prakt. Zahnarzt. 



« Gallhof. J.. Apotheker. 

â– r (t e i s s 1 e r , Apotheker. 

« Gessert, Th.. Rentner. 

« Gleitsmanu, Dr. med., Medizinalrat, Kgl. Kreisarzt. 
Frau Goetz, Ellinor, Dr. 
Herr Groschwitz, C, Buchbinder. 

« Grünhut, Dr., Dozent am ehem. Laboratorium von Fresenius. 

« Grüntzig. Dr. jur., Oberzollrat. 

« Gull. J., Gymnasial-Lehrer. 

« Gygas. Dr. med., Oberstabsarzt a. D. 



H a c k e n b r u c h . 1 )r . med. , prakt. Arzt. 

Hagemann, Dr. pliil., Archivar. 

V. Hagen, Ad.. Rentner. 

Halbertsma, H., Direktor der Licht- und Wasserwerke. 

H a m m a c h e r . G . , R entn er . 

Heck er. Ewald. Dr. med., prakt. Arzt. 

Heimerdinger . M.. Hof-Juwelier. 

He n sei. C, Rentner. 

Hensgen, C. Direktor. 

Herold, Hugo. Dr. phil., Rentner. 

Herr fahr dt. Oberstleutnant z. D. 

Hertz, H., Rentner. 

Hertz, R.. Badhausbesitzer. 

Hess, Bürgermeister. 

Hessenberg. G.. Rentner. 

H e y d r i c h . Rentner. 

Heyelmann. G.. Kaufmann. 

Hintz. Dr. phil.. Professor. 

H i r t . Buchbinder. 

H i r s c h , Fi-anz. Schlosser. 

Holz, kgl. niederländ. Hauptmann a. D. 

Honigmann. Dr. med., prakt. Arzt. 

V. Hunt ein. F. W.. Rentner. 



V. Ibell, Dr.. Ober-Bürgermeister. 
Istel. Ludw., Kaufmann. 



— XXVIII — 

Herr Jacobs, H., Privatsekretär, 

« Jordan, G., Lehrer. 

« Kaclesch, Dr., Professor, Oberlehrer. 

« Kalle, F., Professor. 

« Kessler, Landesbank-Direktor. 

« K 1 ä r n e r , Carl, Lehrer. 

« Kuauer, F., Dr. med. 

« Kobbe, F., Kaufmann. 

« Koch, G., Dr. med., Hofrat. 

« Koch, Kommerzienrat. 

« Köhler, Alban, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Körner, Beigeordneter. 

« Lampe, Ed., Kustos des Naturhist. Museums. 

« Lande, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Landow, Dr. med., prakt. Arzt. 

« La quer, Dr. med., prakt. Arzt. 

â– < Leich, L., Apotheker. | 

« Leo, Rentner. { 

« L e V i , Carl, Buchhändler. | 

« Leyendecker, Professor. i 

« Lindholm, W. A., Kaufmann. < 

« Lossen, Dr. phil., Ptentner. • li 

« Lugenbühl, Dr. med., prakt. Arzt. '1 

« Mahlinger, Dr. phil., Oberlehrer. 

« Marburg, F., Rentner. 

« Mayer, J., Dr., Apotheker. 

« Maus, W., Postsekretär. 

« Meyer, G., Dr., prakt. Arzt. 

.< Möiile, Fritz, Dr., Lehrer a. d. höh. Mädchenschule. 

« Müller, H., Schulinspektor. 

« Müller, E. J., Dr., Apotheker und Chemiker. 



« Neuendorff, August, Rentner. 

« Neuendorff, W., Badewirt. 

« V. Niessen, Max, Dr., prakt. Arzt. 

« Nolte, R. F., Rentner. 

Oberrealschule, Oranienstrasse. 
Herr Opitz, Bruno, Raufmann. 



— XXIX — 

Herr Pageiistecher , Arnold, Dr. med., Geh. Siinitätsrat. 

« Pagenstecher, H., Dr., Prof., fleh. Sanitätsrat, Augenarzt. 

« Pagenstecher. Ernst. Dr., prakt. Arzt. 

« Pfeiffer, Emil, Dr. med.. Geh. Sanitätsrat. 

« Plessner, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Probst ing, A., Dr. med., prakt. Arzt. 



Q, u a d f 1 i e g . J . . Apotheker. 



Ramdohr. Dr. med., prakt. Arzt. 

Reu seh, H., Direktionsmitglied der Nass. Eandesbank. 

Ricker jun., Dr., prakt. Arzt. 

Ritter. C, Buchdrucker. 

Roemer, H., Buchhändler. 

Romeiss, Otto. Dr., Justizrat, Rechtsanwalt. 

Roth, Apotheker, Rentner. 

Roth, W., Hühneraugen-Operateur. 

Rudioff, Dr. med., prakt. Arzt. 

R ü b s a m e n . Carl. Kaufmann. 



Sartori US. Landeshauptmann a. D. , 

Scheele, Dr., Geh. Sanitätsrat. j 

Schelle nberg, Hof-Buchdruckereibesitzer. 

Schellenberg. Dr. med., prakt. Arzt. 

Schild, W., Kaufmann. 

Seh feines, Buchhändler. ' 

Schnabel. Rentner. 

Schubert, Max, Dr. med., prakt. Arzt. , 

Schulte, Rentner. ' 

Schultz, Arthur, Dr. med. 

Schweisguth, H., Rentner. I 

Seelig, Hofbüchsenmacher. i 

S e i p . Gymnasiallehrer. 1 

Seligsohn, 1^., l>r., Rechtsanwalt. 

Seyd, Kurt, stud. agric. j 

Siebert, Gg., Professor. .' 

Spieseke. Dr.. Oberstabsarzt a. D. 

Staffel, Dr. med., prakt. Arzt. 

Stamm, Aug. Kaufmann. ! 

Stein, A., Lehrer. | 

Stoss, Apotheker. 

Strecker, Dr. med., prakt. Arzt. 



— XXX — 

Herr Tetzlaff, Dr. phil., Chemiker. 

« Touton, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Vi gen er, A.. Apotheker. 

« Vigener, J., Dr., prakt. Arzt. 

« Vogel sb erg er, Oberingenieur. 

« Voigt, Dr. med., Sanitätsrat. 

« Wächter, L., Rentner. 

« Wagemann, H., Weinhändler. 

« Wehmer, Dr., prakt. Arzt und Frauenarzt. 

« Weiler, Ingenieur, Rentner. 

« Weintraud, Professor, Dr. med., Oberarzt. 

« Westberg, Kais. Russ. Hofrat. 

« Westphalen, Geh. Regierungsrat. 

« Winter, Kgl. niederl. Oberstleutnant a. D 

« Winter, Ernst, Baurat. 

« Witkowski, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Zais, W., Dr. jur., Rechtsanwalt. 

« Z i e g 1 e r , H. , Rentner. 

« Zingel, Karl, Privatier. 



B. Ausserhalb Wiesbaden (im Regierungsbezirk). 

« Beck, L., Dr., Rheinhütte in Biebrich a. Rh. 

« Behlen, H., kgl. Oberförster, Haiger. 

« Burgeff, H., stud. phil., Geisenheim a. Rh. 

« Christ, Prof., Dr. phil., Geisenheim a. Rh. 

« Dyckerhoff, R., Fabrikant, in Biebrich a. Rh. 

-< Esau, J., Prof., Realschuldirektor, in Biedenkopf. 

« Freundlich, H., Dr., Biebrich a. Rh. 

« Frickhöffer, Dr. med., Hofrat, in I^angenschwalbach. 

« Giebeler, W., Hauptmann a. D., Montabaur. 
Gräfl. V. d. Gröbensche Rentei, Vertr. Schwank, Major a.D., 
Nassau. 



— XXXI — 

Herr Haas, Kudolph, Hütteubesitzer, /u Neulioffimngslintte hv'\ llerborn. 
« Hannappel, J., Dr. med., Schlangenbad. 

Hans, Louis. Herboru. 
« HeUwig, Dr. med., Dotzlieim. 
« Hilf. Geh. Justizrat, in Limburg a. d. Lahn. 



Keller, Ad., in Frankfurt-Bockenheim. 

Kiesel. A., Dr. phil., Oberlehrer. Biedenkopf. 

Klau, Direktor des Progymnasiums Limburg a. d. Lahn. 

Klas, A., Pfarrer, in Burgschwalbach. 

Künzler. L.. in Freiendiez. 



«: Linkenbach, C. Generaldirektor, in Ems. 
« Lotichius, Eduard, Dr.. in St. Goarshausen. 
« Lüstner, Dr. phil., Geisenheim a. Rh. 

Milani, A., Dr., Kgl. Obertörster, in Eltville a. Rh. 
« Müller, Prof. Dr., Georg (Institut Hofmann), Listitutsvorsteher, 
in St. Goarshausen. 



« Op per mann, Dr., Reallehrer, Niedei-josbach, Taunus. 

» Passavant. A., Fabrikant, Michelbach. 
« Peters, C, Dr., Fabrikbesitzer, Schierstein. 



Eeal-Schule, in Biebrich a. Rh. 
Real -Schule, in Geisenheim a. Rh. 

Herr Schlegel, C. W., Reallehrer, St. Goarshausen. 

« Schön dorf, Fr., Dr., Sonnenberg. 

« S e i b e 1 , Postverwalter, Nastätten. 

« Speck, Dr. med., Sanitätsrat, in Dillenburg. 

« Sturm, Ed., Weinhändler, in Rüdesheim. 

•< Voll, Chr., Lehrer, in Biebrich a. Rh. 



Wendlandt, Kgl. Forstmeister, St. Goarshausen. 1 

Wort mann, Prof. Dr.. in Geisenheim a. Rh. | 

Winter, Friedrich. Lithograph, Frankfurt a. M. ' 



— XXXII — 

C. Ausserhalb des Regierungshezirhs Wiesbaden. 

Herr Abels, A., Schriftsteller, in Cölii. 
« Alefelcl, G., Dr. phil., in Darmstadt. 

« Bastelberger, Dr. med.. Sanitätsrat, in Würzburg. 
Bibliothek, König 1.. in Berlin. 

Herr Bünschmann, Dr. med., Keg.-Arzt beim K. Gouvernement f. 
Deutsch-Süd-West-Afrika, Windhuk. ^ 

« Ficke, Hugo, Dr. phil, h. c, Leiter des Stadt. Naturhistorischen 

Museums, Freiburg, Baden. 
« Fuchs, A., Dr., Geologe, in Berlin. 
« Fuchs, Ferd., stud. med., in Strassburg i. Eis. 

« Geisenheyner, L., Oberlehrer, in Kreuznach. 

« V. Knebel, Walther, Dr. phil,. Gross-Lichterfelde West bei Berlin. 
« Kuntze, Fürstl. Solmsischer Oberförster, Hohensolms bei Wetzlar. 

« Leppla, Dr., Landesgeologe, Berlin N. 4, Invalidenstr. 44. 

« Maurer, Fr., Rentner, in Darmstadt. 

« Natermann, C. Rentner, in Hannov. Münden. 

Oberbergamt, Königliches, in Bonn. 

Herr Preiss, Paul, Eisenbahnbeamter, in Ludwigshafen a. Rh. 

« Schuster, Wilh., Pfarrer, Gonsenheim bei Mainz. 
« Steffen, Apotheker, in Friedrichsthal bei Saarbrücken. 




A 



IL 



\ 



Abhandlungen. 



ÜBER EINIGE 



yOGELSPINNEN UND AFRIKANISCHE SPINNEN 



DES 



NATt'RHISTORISCHEN MUSEUMS ZU WIESBADEN. 



VON 



EMBR. STRAND. 

(AUS DEM KGL. XATURALIEXKABINETT IN STUTTGART.) 



MIT 3 ABBILDUNGEN IM TEXTE. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 



'011 Herrn Kustos Ed. Lampe wurde mir zur Bearbeitung 
gefälligst anvertraut das im Museum Wiesbaden vorhandene unbestimmte 
Material an Aviculariiden und afrikanischen Spinnen und durch die 
Freundlichkeit des Herrn Oberstudienrat Dr. Lampert wurde es mir 
ermöglicht diese Arbeit im Kgl, Xaturalienkabinett zu Stuttgart zu 
machen. Indem ich ohne weitere einleitenden Bemerkungen zur Be- 
sprechung der vorliegenden Arten übergehe, möge es mir gestattet sein, 
den genannten Herren auch hier meinen verbindlichsten Dank zu sagen. 



Farn. AYICULARIIDAE. 

Gen. Ancylotrypa Sim. 1890. 
1. Ancylotrypa bicornuta Strand n, sp. 

cf. Unterscheidet sich von Ancyl. cornuta Pure. 1904, womit 
am nächsten werwandt, dadurch, dass die Mandibeln dunkler als 
Cephalotorax, dieser aber kaum dunkler als die Extremitäten, Bauch 
kaum heller als Rücken, hintere S. A. erheblich länger als die M. A. 
und mehr als halb so lang als die vorderen S. A., von letzteren um 
etwa ihren grössten, von den M. A. um den kleinsten Radius entfernt, 
Femoralglied der Palpen am Ende in zwei nach vorn gerichteten, 
nebeneinander gestellten, stumpf zahnförmigen Höckern („hörn" Pure.) 
ausgezogen, hinter welchen sich ein Paar kurzer, kleiner, niedriger 
Höckerchen befinden, Tarsen 1 weniger als 14 Stacheln unten (der eine 
Tarsus hat an meinem Exemplar nur 2 (subbasal und submedian), der andere 
6 — 7) und wahrscheinlich keinen Lateralstachel, Tarsen 11 unten aussen 
in der Endhälfte 1 (oder 1. 1 V) Stacheln, 111 in der Endhälfte aussen 
1. 1. 1. innen 1. 1, dazwischen unten 1, oben 1 grösserer Stachel, 
IV unten aussen 6, innen (hinten) etwa 5 nahe der Spitze und 1 gegen 
die Mitte sowie in der Scopula dazwischen 1 oder 2 ; Metatarsen 1 mit 

1* 



— 4 — 

9 — 10 Stacheln unten, keinen an den Seiten, II unten aussen (hinten) 
3 — 5, unten innen 2 — 3, an der Vorderseite in der Mitte 1 starker 
Stachel, III unten vorn in den apikalen ^/.^ 1. 1. 1. 2, unten hinten 
ebenda 1. 1.2, vorn etwa 1. 2. 1. 1, hinten 6 in einer Reihe; Tibia I vorn 
3 — 4, unten vorn 1. 1. 1. 1. 2, unten hinten eine Reihe von etwa 5, 
hinten von 2 — 3 Stacheln. Im übrigen wie bei A. cornuta Pure. — - 
Von A. pusilla Pure. 1903 ausser durch die beiden Fortsätze des 
Femoralgliedes der Palpen durch dunklere Färbung, abweichende 
Bestachelung etc. zu unterscheiden. — Mit A. fossor Sim. 1889 (1890) 
ist kein Vergleich möglich, weil diese nur nach einem unreifen 9 
beschrieben ist; A. spinosa Sim ist u. a. durch bedeutendere Grösse 
(15 mm), A. atra Strand durch seinen tiefschwarzen Cephal. leicht 
zu unterscheiden. — Totallänge 10,5 mm. Cephal. ohne Mand. 4,5, 
mit 5,8 mm lang, zwischen den Coxen II 3,4 mm, am Clypeus 2,1 mm 
breit, Entfernung der Rückengrube vom Clypeusrande 2,8, vom Augen- 
hügel 2,25 mm. Abdomen 4,5 mm lang, 3 mm breit. Mandibeln 2,^ mm 
lang, beide zusammen an der Basis 1,9 mm. Beine: I Coxa -f- Tr. 2,9, 
Fem. 3,8, Pat. 2, Tib. 2,7, Met. 2,7, Tars. 1,5 mm; II bezw. 2.4; 
3,5; 1,9; 2,5; 2,5; 1,5 mm; III bezw. 2: 2,6: 1,4; 1,5; 2,3; 1,5mm; 
IV bezw. 2,3; 3,6; 1,9: 3,5; 3,2; 1,8mm. Totallänge: I 15,6: 
II 14,3; III 11,3; IV 16.3 mm. Palpen: Coxa + Tr. 2,4, Fem. 2,6, 
Pat, 1,5, Tib. 1.9, Tars. 0,9 mm. Sternum 2,3 mm lang, 1,8 mm breit. 
Lokalität : Kap der guten Hoffnung. 1 cf . 

Gen. Cyrtopholis Sim. 1892. 
1. Cyrtopholis Bartholomaei (Latr.) 1802. 





Fig. 1. Fig. 2. 



ö* 



Kopulationsorgan von aussen und ein Dasselbe tou unten, 

wenig von vorn und oben gesehen. 

cf. Diese Art ist mit Cyrtopholis acutispina Strand 
(„Aviculariidae und Atypidae des Kgl. Naturalienkabinetts in Stutt- 
gart" in : „Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in 
Württemberg", 1906) nahe verwandt, unterscheidet sich aber durch 
die Augenstellung, insofern die hinteren M. A. deutlich von ihren S. A. 



— o — 

und von den vorderen S. A. weiter als von den vorderen M. A. 
entfernt sind, und nocli mehr durch ihre weniger scharf zugespitzte 
und stärker, und zwar in ihrer ganzen Länge, seitlich zusammengedrückte 
Bulbusspina; von aussen und ein wenig von vorn und oben gesehen 
(Fig. 1) erscheint diese etwa -/5 so lang als das ganze Kopulations- 
organ, schwach schräg nach hinten und unten gerichtet, unten gerad- 
linig, oben ganz leicht nach oben konvex gebogen begrenzt, an der 
Basis etwa ^g so breit als lang, gegen die nicht besonders scharfe 
Spitze allmählich verschmälert, der obere und untere Rand ganz scharf; 
von unten gesehen (Fig. 2) erscheint die Spina leicht gedreht, in der 
Endhälfte nach unten und etwas nach aussen, die äusserste Spitze 
wiederum fast unmerklich nach innen gekrümmt. Bei C y r t. a c u t i - 
Spina Strand dagegen ist die Spina nur in der Basalhälfte zusammen- 
gedrückt und zwar auch daselbst weniger deutlich als bei Bartholomaei, 
in der Endhälfte dagegen nadeiförmig fein zugespitzt : Bulbus geht (in 
Seitenansicht) mehr allmählich in die Spina über als bei Bartholomaei, 
wo jedenfalls unten die Grenze sich deutlich erkennen lässt. Richtung 
und Krümmung der Spina bei beiden gleich. — Bestachelung bei 
Bartholomaei: Tibialglied der Palpen innen oben in der Endhälfte 
1. 1, innen unten an der Spitze 1 ; Tibia I unten aussen 2. 2. 3, 
letztere am Rande nahe dem grossen Tibialhaken, innen unten jeden- 
falls 1 in der Endhälfte, II wie I, scheint jedoch aussen an der Spitze 
nur 2, unten innen an der Spitze 1 zu haben, III hinten in der End- 
hälfte 1. 1, unten hinten mitten 1, vorn 2. 2 (median und apikal!), 
IV hinten in der Endhälfte 1.1, unten hinten 1. 1. 1. 1 in nicht ganz 
gerader Reihe, unten vorn in der Endhälfte 1. 2 Stacheln. Meta- 
tarsus II an der Sjntze unten 2 — 3 kurze Stacheln, I daselbst vielleicht 
nur 1, III ausser den 3 unteren Endstacheln unten submedian 1, vorn 
1. 2. 1, hinten in der Endhälfte 1. 1 ; IV an der Spitze unten und 
an den Seiten etwa 4, vorn mitten 1, hinten in der Endhälfte 1.1, 
unten vorn etwa 3, unten hinten 4 wenig regelmäfsig gestellten Stacheln, 
unten mitten 1. Da nur ein einziges getrocknetes Exemplar vorliegt, 
sind diese Angaben kaum absolut genau. — Bei Cyrt. acutispina: 
Tibialglied innen 1. 2. 2 oder 1. 3. 1, aussen an der Spitze 1; Tibia I 
unten eine vordere Reihe von 2 (Basis und Mitte), eine hintere von 
5 Stacheln, vorn (IV). 1. 1; Patellen II unten 2; Tibia II unten vorn 
1. 1. 1. 1, unten hinten in der Basalhälfte 2. 2. 2, vorn (1 ?)• 1. 1 : 
III hinten 1. 1. 1. 1, vorn 1. 2. 1, unten 3. 2. 2. 2; IV unten vorn 



— 6 — 

1. 1. 1, vorn 1. 1. 1, unten hinten ca. 6. hinten I. 1. 1. 1 Stachehi. 
Metatarsus I scheint nur 1 unten an der Spitze zu haben, II daselbst 3, 
sowie 1. 1. 1 in der Basalhälfte hinten, vorn ebenda 1. 1, III jeden- 
falls 3 Endstacheln, sowie vorn 2. 1. 1, hinten 1. 2. 1 Stacheln, IV 
unten hinten eine Reihe von 6, vorn von ca. 3, vorn und hinten je 
1. 1. 1, sowie an der Sj^itze und an den Seiten unten 5 Stacheln. 

Dimensionen wie bei acutispina, jedoch Tibia I länger als 
Metat. I (bezw. 11 und 10 mm), dagegen Tibia II = Metat. II (10 mm), 
Tibia III 8,5, Metat. III 11mm, Tibia IV 11.8, Metat. IV 15 mm. — 
Behaarung dunkler als bei acutispina, wo sie soweit an den ziemlich 
abgeriebenen Typenexemplaren noch zu erkennen war. dieselbe gelblich 
oder rotgelb ist. Die Spitze des längsten Tibialfortsatzes endet in 
einen kleinen stachelförmigen Zahn, der wahrscheinlich leiclit verloren 
geht, in welchem Falle der Fortsatz stumpf zugespitzt erscheint. — Der 
Augenhügel vorn mit einer kleinen Bürste von langen, nach oben ge- 
richteten und nach hinten gekrümmten Borstenhaaren. 

1 rf (trocken, ohne Lokalität). 

Gen. Pliorming'ochiliis Ppc. 1895. 

1. Phormingochilus Fuchsi Strand n. sp 

9. Stridulationsorgan wie bei typischen Ornithoctoneae; die 
aussen sehr dicht scopulierten Mandibeln tragen unten in der hinteren 
Hälfte (etwa wie bei Melopoeus, cfr. Fig. 1090 B in Simon, II, 
pag. 944) vier kräftige Stridulanten in schwach nach unten und vorn 
konvex gebogener Längsreihe ; dieselben nehmen nach hinten schwach 
allmählich an Länge ab. Oberhalb und vor diesen Stridulanten ein 
länglich ovales Feld dicht mit erheblich kleineren, aber ähnlich ge- 
formtem, ebenfalls plumosen Bazillen besetzt, die nach oben und vorn 
allmählich in die Scopulahaare übergehen. Coxa I trägt oberhalb der 
Sutur, parallel dazu und nahe derselben, eine Längsreihe von 5 — 6 kurzen 
kleinen, nach hinten an Länge abnehmenden und sich mehr nähernden 
Stacheln, unterhalb derselben am Vorderrande eine Querreihe von 4 
ziemlich schwachen, hinter diesen eine obere Längsreihe von 4 und eine 
untere von 2 viel stärkeren und kürzeren, zahnförmigen Stacheln, sowie 
am Hinterende der beiden Reihen etwa 7 sehr kleineu, unregelmäfsig 
gestellten Stachelchen. Trochanterglied innen ganz dicht mit kleinen 
plumosen Bazillen, aussen dicht mit recht feinen, plumosen Scopulahaaren 



(wie die der Tarsen) besetzt. Femoralglicd aussen dicht mit kurzen, 
scopulaälinliclien, aber nicht plumosen Haaren, reichlich mit kurzen, 
kräftigen, ziemlich stumpfen Stacheln untermischt, bekleidet, die gewiss 
auch Bedeutung für die Stridulation haben. In derselben Weise bewehrt 
sind auch alle Femoren, insbesondere unten und aussen, die Stacheln 
treten aber hier deutlicher hervor, weil die Scopulahaare entweder ganz 
fehlen oder nur ganz sparsam sind : die Stacheln der beiden Yorderpaare 
wie die der Palpen, die der Hinterpaare länger und dünner. Auch 
Coxen und Trochanteren mit solchen sehr kurzen, aber kräftigen Stacheln 
besetzt. An den Femoren, insbesondere den hinteren, sind diese Stacheln 
schon mit einer schwachen Lupe zu erkennen, an den Palpen muss man 
die Haare und Stacheln mittels eines Messers abschneiden und unter 
dem Mikroskop untersuchen, um die letzteren und deren J'orm genau 
zu erkennen. Fraglich kann es sein, ob diese starke Verbreitung der 
Bestachelung nicht noch einen anderen Zweck hat als nur als Stridu- 
lationsorgan zu funktionieren. — Am inneren Falzrande eine Reihe von 
12 starken Zähnen, welche Reihe am hinteren Ende schwach nach 
aussen konvex gekrümmt ist und hier längs der Aussenseite stehen 
zahlreiche ganz kleine, unregelmäfsig gestellte Zähnchen oder Höckerchen. 
Mandibelklaue unten und an beiden Seiten längsgestreift, in der Basal- 
bälfte unten fein quergestreift, — Lippen teil etwa trapezförmig, an 
der Basis 3,1, an der Spitze 2 mm breit und 2 mm lang, mit gewöhn- 
lichen Spinulen in nur ganz geringer Zahl an der Spitze, ausserdem 
aber überall ziemlich dicht mit winzig kleinen Höckerchen, noch deutlich 
kleiner als die Spinulen, besetzt: am Ende gerade geschnitten. — 
Sternum länger als breit (bezw. 9 und 7,7 mm), am breitesten zwischen 
den Coxen H. vorn stark verschmälert (nur 4,2 mm breit) : die hinteren 
Sigillen kaum um ihren längsten Durchmesser vom Rande entfernt, die 
andern demselben noch näher, — Die sehr dichte und aus langen Haaren 
gebildete Scopula viel breiter als die Glieder, an I — H etwa bis zur 
Basis, an HI bis zur Mitte, an IV nur im Enddrittel der Metatarsen 
vorhanden, ausserdem an allen Tarsen, auch denen der Palpen, Meta- 
tarsen I — II an der Spitze unten 1, III — IV ebenda 4 Stacheln (je 2 
unten und 1 jederseits, alle gleich kurz und in der Scopula versteckt), sonst 
unbewehrt. Tibien I — II an der Spitze unten vorn und hinten je 3 bis 
6 kammförmig gestellte, ziemlich kurze und schwache Stacheln : Tibial- 
glied der Palpen ähnlich bestachelt, jedoch innen anscheinend nur 



— 8 — 

1 Stachel. Tibien III — IV wie I — II, jedoch scheint jederseits nur 
2 — 3 Stachehi zu sein. Alle Beine ziemlich lang und dünn. 

Färbung in Si^iritus gesehen. Cephalothorax braun, längs der 
Mitte, besonders am Brustteile, längs des Clypeusrandes und um den Augen- 
hügel rötlich, überall mit sehr feiner, kurzer, anliegender, strahlenförmig 
angeordneter, graulicher Grundbehaaruiig, die so dünn ist, dass die 
Haut fast überall durchscheint. Augenhügel schNvärzlich, alle Augen 
grüngelblich. Mandibeln im Grunde blauschwarz, mit graubräunlicher 
Grundbehaarung und ebenso wie die Extremitäten sparsam mit langen, 
vereinzelten, gekrümmten, braungelben, an der Basis dunkleren Borsten- 
haaren besetzt; Klaue blauschwarz, an der Basis rötlich, Falzränder 
ebenso wie die Innenränder der Maxillen lebhaft rotgelb oder feuerrot 
bebürstet. Coxen und Sternum schwarz, mit schwachem bräunlichem 
Anflug, ebenso die Femoren unten ; die Extremitäten sonst dunkelbraun 
mit rötlichen Haarblössen : je eine ganz schmale, an beiden Enden zu- 
gespitzte, weder Basis noch Spitze erreichende an der Hinterseite der 
Femoren, oben an den Patellen je zwei etwas gekrümmte und schräg 
gestellte, nach aussen konvergierende, die Spitze liaum erreichende, von 
denen die an I — II gleich breit sind, an III — IV der vordere breiter 
ist; an allen Tibien oben zwei durchlaufende, parallele, gleichbreite, an 
allen Metatarsen oben eine nicht die Mitte erreichende Htiarblösse. 
Scopula unten stark grün-violett schimmernd, oben erscheint sie braun- 
gelb, ebenso wie die in gewissen Richtungen goldgelb glänzenden ab- 
stehenden Haare, die grösstenteils erheblich länger als der Durchmesser 
des Gliedes sind und, besonders au Tibien und Patellen, gerade abstehen. 
Abdomen oben bräunlich gelbgrau mit schmaler schwarzer Längslinie, 
welche sich 5 — 6 mal erweitert und von da jederseits eine schräg nach 
hinten und unten gerichtete scliwarze Binde entsendet; die beiden 
vorderen dieser Binden erweitern sich und biegen nach vorn etwas an 
den Seiten um, die hinteren fliessen an den Seiten zusammen. Hintere 
Abdachung schwärzlich, Bauch sowie Spinnwarzen dunkel braungrau bis 
schwärzlich. 

A u g e n s t e 1 1 u n g in Spiritus gesehen. Vordere Augenreihe procurva : 
eine die M. A. vorn tangierende Gerade würde die S. A. in oder kurz 
hinter dem Zentrum schneiden; die M. A. kleiner, unter sich und von 
den S. A. etwa gleich weit, um kaum ihren Durchmesser entfei'nt. 
Hintere Reihe vorn gerade, hinten schwach recurva ; die M. A. viel 
kleiner, lang-elliptisch, von den vorderen M. A. etwa um ihren längsten. 



— <) — 

von den S. A. um den kürzesten Durchmesser entfernt. Letztere kleiner 
als die vorderen S. A. und von diesen kaum um ihren kürzesten Durch- 
messer entfernt. Vordere S. A. um weniger als ihren längsten Durch- 
messer vom Clypeusrande entfernt; letzterer mit dem Vorderra'nde des 
Augenhügels fast zusammenfallend. 

Totallänge mit Mandibeln, ohne Spinnwarzen, 58 mm. Cephal. mit 
Mand. 27, ohne 19 mm lang, zwischen den Coxen II — III 16,5 mm, 
am Clypeus 10,5, am Hinterrande ca. 11mm breit. Entfernung der 
Rückengrube vom Clypeusrande 12,5, vom Augenhügel 9,8 mm; die 
Grube selbst 4 mm lang (breit), linienschmal, fast unmerklich procurva 
gebogen. Der ziemlich niedrige Augenhügel 4 mm breit, 2,5 mm lang; 
Mandibeln 9 mm lang, zusammen 8,5 mm breit, die Klaue 8 mm lang. 
Breite: I Coxa 8,5, Troch. 5, Fem. 17. Pat. 9,2, Tib. 13,5, Met. 10, 
Tars. 8,2 mm; 11 bezw. 7,2; 4,5; 14,5; 8; 11; 9; 7,2 mm; III bezw. 
6,2; 3,5; 12; 7.9; 9,5; 6,5 mm; IV bezw. 7 ; 4,5; 14,5; 7,5; 12,5; 
12,5; 6,5 mm. Totallänge: I 71,4, II 61,4, III 53,7, IV 65 mm; ohne 
die beiden Grundglieder: I 57,9. II 49,7, III 44, IV 53,5mm. Palpen: 
Coxa 7,5, Troch. 3,5, Fem. 11, Pat. 6,5. Tib. 8, Tars. 8,2 mm. zu- 
sammen 44,7, ohne die beiden Grundglieder 33,7 mm. Abdomen 30 mm 
lang, in der Mitte 18, vorn 11 — 12 mm breit. Die unteren Spinn- 
warzen 2, die oberen: Grundglied . 3, Mittelglied 2,9, Endglied 3,4, 
zusammen 10,3 mm lang. 

Lokalität: Süd-Atjeh, Sumatra (Dr. Fuchs). 

Die Art ist zu Ehren des Sammlers, Herrn Dr. Alexander 
Fuchs, Geologe in Berlin, benannt. 

Gen. Hysterocrates Sim. 1892. 

1. Hysterocrates Sjöstedti (Thoreil) 1900. 

9. Von der Thor eil sehen Beschreibung dadurch abweichend, dass 
auch die Metatarsen II — III an der Spitze unten bestachelt sind (I an- 
scheinend nicht), Tibia -\- Patella IV ein wenig länger als I (bezw. 
22,5 und 21,5 mm), Scopula erreicht an den Metatarsen I — II die Basis 
und ist überall ein wenig breiter als die Glieder, die Totallänge bedeutender 
(58 mm), die hinto-en Augen viel kleiner (nach Thor eil „paullo mino- 
ribus") als die vorderen, die hinteren M. A. scheinen mir mehr als doppelt 
so weit von den vorderen S. A. als von den vorderen M. A. entfernt, Sternum 
vorn leicht ausgerandet, die hinteren Sternalsigillen jedenfalls nicht weiter 



— 1.0 — 

unter sich als vom Seitenrande entfernt und wenig weiter vom Vorder- 
rande als von der Spitze des Hinterrandes, die vorderen Sigillen sind 
vom Seitenrande deutlich entfernt und lieber vor als hinter der Mitte 
des Sternura. Auch die relativen Dimensionen stimmen nicht ganz überein; 
hier sind: Cephal. 22mm lang, in der Mitte 18, am Clypeus 11,5 mm breit. 
Entfernung der Rückengrube vom Vorderrande 14,5, vom Hinterrande 
6,5 mm (ob aber die entsprechenden Zahlen 11 und 4,5 bei Thorell 
richtig sein können, wenn Cephal. 20 mm sein soll, scheint höchst fraglich 
oder richtiger gesagt unwahrscheinlich !). Sternum 9,5 mm lang, 8,5 mm 
breit. Palpen ohne Grundglieder 33 mm lang. Beine ohne Grundglieder: 
I 56, n 47,5, ni 44, IV 63 mm. Patella + Tibia IV 22,5, Metat. IV 
14,5 mm. Länge der oberen Mamillen 10,5 mm. 

Trotz dieser Abweichungen, die weiter nichts als individuelle 
Variationen zu sein brauchen, möchte ich die vorliegende Art für 
diejenige Thor ells halten. Sie ist mit Hysterocrates Haasi Strand 
nahe verwandt, aber u. a. durch folgendes zu unterscheiden : Die hinteren 
S. A. sind kaum um ihren kürzesten Durchmesser von den vorderen ent- 
fernt ; an dem einen inneren Falzrande linden sich, wie bei der Type 
von Haasi, 9 Zähne, am anderen 10 — 11 solche!; die beiden hinteren 
Sternalsigillen unter sich und vom Seitenrande um 2,4 mm entfernt; 
Beine I ein wenig länger (Fem. 15, Pat. 10, Met. 10 mm), Tibia III = 
Patella III (7,7 mm), Beine IV ein wenig kürzer (Fem. 17, Pat. 9,5, 
Tib. 13), Tibien IV nur 5 mm hoch und breit, Metatarsus IV nur 3 mm 
breit und hoch ohne Scopula, mit dieser etwa 4 mm, die Metatarsen IV 
nicht in der Mitte verdickt. Ferner ist die Rückengrube bei H. Haasi 
ein wenig tiefer und unbedeutend stärker procurva gebogen und die 
Scopula an allen Gliedern breiter. Alle Femoren oben mit zwei wenig 
deutlichen, sich gegen die Basis fortsetzenden Haarblössen, die jedoch 
auch bei Haasi angedeutet sind. Mandibelklaue an der Basis leicht 
gerötet. 

Lokalität: Kamerun (J. Weiler). 1 9- 

2. Hysterocrates Weileri Strand n. sp. 

9. Durch die Scopulierung des Femoralgliedes der Palpen mit 
Hyst. Haasi Strand verwandt, aber bei dieser Art sind Beine I länger 
als II, Coxen I und IV fast gleich lang, Tibia IV verhältnismäfsig breiter, 
vor der Rückengrube findet sich keine Einsenkung, die Grösse geringer etc. 
Von H. Sjöstedti (Th.) unterscheidet sich vorliegende Art ebenso wie 



— 11 — 

Haasi dadurch, dass Patella -\- Tibia IV länger als I sind, Scopula 
erheblich breiter als die Glieder, die Beine an Dicke unter sich deutlicli 
verscliieden, die Grösse bedeutender etc. A'on allen bekannten H j-st ero- 
er at es- Arten durch die kurzen Beine I verschieden; auf dies Merkmal 
(Beine I kürzer als II) wäre die Aufstellung einer besonderen Unter- 
gattung (Hysterocratella ui.) berechtigt. 

Totallänge mit Mandibeln. ohne Spinnwarzen. 70 mm. Cephal. 
mit ]\Iandibeln 37, ohne 28 mm lang, zwischen den Coxeu II 24, 
am Clypeus 16.5 mm breit. Rückengrube (4,5 mm) vom Clypeusrande 
20,5, vom Augenhügel 17 mm entfernt: letzterer 4mm breit, 3.3 mm 
lang. Mandibeln 15 mm lang und breit (zusammen!). Abdomen o4 mm 
lang, mitten 25 mm breit, vorn 13 — 15 mm breit. Palpen: Cox. 10, 
Troch. 4,5, Fem. 13, Pat. 8, Tib. 9,5, Tars. 10 mm. zusammen 55, 
ohne Grundglieder 40,5 mm. Beine: I Coxa 12, Troch. 4,5, Fem. 15,5, 
Pat. !), Tib. 12, Met. 10,5, Tars. 7,5 mm; II bezw. 10; 4; 1(3,5; 10; 
11,8: 11,8; 8,5mm; III bezw. 8,5; 3,7; 15; 10; 9,5; 12; 8 mm; 
lY bezw. 10; 5,3; 20; 12,5; 15; 17,5; 8,7mm. Totallänge: I 71, 
II 72,(5, III 66,7, IV 89mm. ohne die beiden Grundglieder: I 54,5, 
II 58,0, III 54,5. IV 73,7 mm. Also mit Grundglieder: IV, II, 1. III, 
ohne IV. II. I = III. Tibia IV 5,5 mm breit, also etwa 2^/4 länger 
als breit. Coxen IV fast 7, I 5,5 mm breit. Die unteren Spinnwarzen 
3,4, die oberen 3,5 -|- 3,5 -|- 5 (Endglied) mm, zusammen 12 mm. also 
viel länger als alle Tarsen, so lang als Coxa I oder Tibia I oder Meta- 
tarsus III. Femoralglied der Palpen aussen scopuliert. Patella -{- Tibia IV 
erheblich länger als I (bezw, 27,5 und 21 mm). 

Das ganze Tier, in Spiritus gesehen, kastanienbraun, etwas rost- 
farbig erscheinend, mit rostbräunlicher, feiner, kurzer, anliegender, nicht 
dichter Grundbehaarung; die Extremitäten ganz sparsam mit wenig 
langen, meistens gerade abstehenden, bräunlich- bis goldgelben, am Ende 
helleren Haaren bekleidet. Clypeusrand und Rand der Spitze der Coxen 
und Trochanteren membranartig weiss, durch die überhängenden Haare 
etwas rostgelblich erscheinend. Seitenrand des Cephal. mit ganz schmalem, 
Hinterrand mit etwas breiterem, hellem Randsaum. Mandibeln wie 
Extremitäten, Abdomen dunkler abstehend behaart. Tarsen und Meta- 
tarsen oben mit rötlicher Grundbehaarung. Sternum und Coxen, insbe- 
sondere I, ein wenig heller und rötlicher als die Oberseite, die scharf 
markierten Sternalsigillen dunkel braunrot. Coxenglioder der Palpen 
an der Spitze und längs des Ilinterrandes schmal scliwarz. sonst hell 



— 12 — 

blutrot mit ähnlich gefärbter Bürste; Lippenteil in der ßasalhälfte 
schwarz, sonst rot. Mandibelklaue schwarz, an der Basis nicht rot, 
Bürste dunkelrot, innen goldig. Beine unten wie oben, alle Glieder mit 
Ausnahme der Tarsen und SjDitze der Metatarsen schmal, weisslich, 
membranös umrandet, ebenso die Spitze der Mandibeln. Die abstehenden 
Haare der Tibien und Femoren länger, sonst wie oben. Scopula an 
allen Beinen bis oder fast bis (IV) zur Basis der Metatarsen reichend, 
ziemlich kurzhaarig, nicht dicht, wenig breiter als die Glieder, schwärzlich, 
trüb grünglänzend. Bauch, Mitte des Epigaster und Unterseite der 
Spinnwarzen schwärzlich ; letztere scheinen fein scopuliert zu sein. Lungen 
innen von je einem rötlichen Längsstrich oder eingedrückter Haarblösse 
begrenzt; das von den beiden vorderen dieser eingeschlossene Feld 
trapezförmig, hinten 7, vorn 4 mm breit und 4 mm lang; die beiden 
hinteren nach innen konvex gebogen und in der Mitte um 8 mm unter 
sich entfernt. Trochanteren unten und seitlich, Coxen hinten und am 
Rande mit kurzen, abstehenden, rötlichen Haaren besetzt. 

Beine I — H scheinen unbewehrt zu sein, HI — IV unten an der 
Spitze der Metatarsen 2 — 3 kleine Stacheln, an der Spitze der Tibien III 
unten vorn kann 1 Stachel vorhanden sein. — Beine I auffallend kurz 
und dünn, etwa so dick (breit) als die Palpen, die anderen Beine unter 
sich nicht sehr verschieden, jedoch IV kräftiger als II — III. Breite der 
Femoren in der Mitte : I 3,7, II 4,5, III— IV 5,5 mm, der Patellen 
ebenda: I 4, II 4,5, III 5, IV 6 mm, der Tibien: I 3,ß, II 3,8, III 4, 
IV 5,5mm, der Metatarsen III 3, IV 3,5mm. Höhe der Femoren: 
I 4.6, II 5,8, III 5,8, IV 7,1mm. Tibialglied der Palpen in der End- 
hälfte oben ganz leicht gewölbt, 2^/iq länger als in der Mitte breit, das 
Tarsalglied nicht verdickt.. 

Hintere Sternalsigillen 1,7 mm lang und 1 mm breit, elliptisch, 
vorn am stärksten zugespitzt, nach hinten divergierend, vorn unter sich 
um 2,6, die Hinterspitze vom Rande um 3 mm, vom Vorderrande um 
4,6 mm entfernt. Die mittleren Sigillen schräg quergestellt, 1,3 mm im 
Längsdurchmesser und ebenso weit vom Seitenrande, unter sich um 
5,3 mm entfernt, von den hinteren Sigillen um 1,5, vom Vorderrande 
um 4 mm entfernt. Vorderes Paar Sigillen noch kleiner, nahe am Rande, 
vom zweiten Paar um 2,1 mm entfernt. Sternum so breit als lang 
(11 mm), vorn nur 6,2 mm breit. — Lippenteil trapezförmig, an der 
Basis 4,5, am Ende 3 mm breit und 3,2 mm lang, der Quere nach stark 
gewölbt, am Ende dicht spinuliert, zwischen demselben und dem Sternum 



— 13 — 

eine kalile, fast 1 mm breite, halbmondförmige Quereinsenkung. Coxen- 
glieder der Palpen an der Basis vorn mit einem etwa dreieckigen Haufen 
dichtstehender Spinulen ; am distalen Ende desselben einige vereinzelt 
stehende Spinulen, die aber die Grenze des basalen Drittels nicht über- 
schreiten ; die vordere innere Ecke in eine scharfe Spitze ausgezogen ; 
die Breite gleich der halben Länge (bezw. 5 und 10 mm). — Am inneren 
Falzrande 13 — 14 Zähne, von denen die 4 — 5 am vorderen Ende die 
grössten, die 3 am hinteren Ende ein wenig grösser als die Zwischen- 
zähne, die eine schwach gebogene Reihe bilden. 

Mandibeln von der Basis bis etwa zur Mitte mit ca. 6 feinen, 
schräg nach aussen verlaufenden, linearen Haarblössen. Alle Femoren 
oben mit zwei undeutlichen, hinten mit einer, alle Patellen oben mit zwei 
Haarblössen, von denen die an I — H ziemlich parallel und fast gleich- 
breit, die an Hl — IV stark schräg nach aussen verlaufen und die äussere 
breiter und länger ist und allein die beiden Enden des Gliedes erreicht, 
Tibien oben mit zwei schmalen undeutlichen Haarblössen. 

Vordere Augenreihe so schwach procurva, dass eine die M. A. vorn 
tangierende Gerade die S. A. im Zentrum schneiden würde : die Augen 
an Grösse wenig verschieden, die M. A. unter sich um ihren Radius, 
von den S. A. um ein wenig mehr entfernt. Hintere Reihe vorn schwach, 
hinten deutlicher recurva; die M. A. nicht sehr viel kleiner, länglich- 
birnenförmig, hinten am spitzesten, von den vorderen M. A. um ihren 
kürzesten, von den vorderen S. A. um reichlich den längsten Durch- 
messer, von den hinteren S. A. um weniger als den kürzesten Radius 
entfernt. Letztere hinten zugespitzt, kleiner als die vorderen und von 
diesen um den längsten Durchmesser entfernt. Vordere S. A um deutlich 
mehr als ihren längsten Durchmesser vom Rande des Clypeus entfernt. 
Augenhügel niedrig, zwischen M. A. und S. A. der Länge nach deutlich 
niedergedrückt. — Zwischen den Enden der schmalen, tiefen, halbmond- 
förmig procurva gebogenen Rückengrube eine deutliche Quergrube, von 
welcher sich eine schmale, seichte Längseinsenkung bis zur Mitte des 
Cephalathorax erstreckt. Kopfteil der Länge nach deutlich gewölbt; 
die grösste Höhe (zwischen den Coxen H — HI) etwa in Niveau mit dem 
Gipfel des Augenhügels, Kopffurchen seicht, wenn auch deutlich, recurva 
gebogen, die Rückengrube nicht erreichend; Seitenfurchen fast nicht zu 
erkennen. Hinterrand tief ausgerandet. 

Lokalität: Bibundi, Kamerun (J. Weiler). 1 9- 

Zu Ehren des Sammlers. Herrn Justus Weiler, z. Z. in Wiesbaden, 
benannt. 



— 14 — 

3. Hysterocrates maximus Strand n. sp. 

(^. Totallänge 58 mm (ohne Spinnwarzen). Cephal. ohne Mandibeln 
27, mit 33,5 mm lang, 24 mm breit, am Clypeus 14 mm breit. Ent- 
fernung der Rückengrube vom Vorderrande des Cephalothorax 18, vom 
Augenhügel 15,5 mm, die Grube selbst 3,7 mm. Abdomen 24,5 mm 
lang, in der Mitte 14, vorn 8 — 9 mm breit. Mandibeln 12 mm lang, 
beide zusammen 11,5 breit. Augenhügel 3,5 mm breit, 3 mm lang, 
Sternum 10 mm lang und breit. Palpen : Coxa 9,5, Troch. 4,5, Fem. 12,5, 
Pat. 8, Tib. 10, Tars, 5 mm, zusammen 49,5 mm, ohne die beiden 
Grundglieder 35,5 mm. Beine: I Coxa 12,5, Troch. 5,5, Fem. 22,5, 
Pat. 13, Tib. 19,5, Met. 16, Tars. 10mm; II bezw. 10; 4.5; 19,5; 
11; 14,5; 14.5, 9 mm; III bezw. 8; 4,2; 17,5; 10; 11; 15,5; 9 mm; 
IV bezw. 10; 5,5; 22,5; 11,5; 17,5; 21; 10mm. Totallänge: 199, 

II 83, III 75,2, IV 98 mm, ohne die beiden Grundglieder: I 81, II 68,5, 

III 63, IV 82,5 mm. Die unteren Spinnwarzen 3 mm, die oberen: Grund- 
glied 3,5, Mittelglied 2.9, Endglied 3,8, zusammen 10,2 mm, also 
etwa = Tarsus IV. — läppenteil an der Basis 3,5, an der Spitze 
2,7 mm breit, 2,9 mm lang. Tibia IV und Femur IV etwa gleich breit. 

Mit der in meinen „Tropisch-afrikanischen Spinnen" als „Hyst. 
laticeps Poe." bestimmten Art nahe verwandt, aber durch die lange 
hellrötliche, rötlich braungelbe bis goldgelbe, abstehende Behaarung der 
Extremitäten leicht zn" unterscheiden ; bei laticeps (c a m e r u n e n s i s 
Strand) ist die entsprechende Behaarung braun, am Ende hellgrau bis 
weisslich. Ferner ist die Tibia IV bei laticeps stärker verdickt; bei 
vorliegender Art finden sich am inneren Falzrande 14 Zähne, von denen 
die 5 vorderen und 4 hinteren grösser als die zwischenstehenden sind, 
und von letzteren sind die beiden mittleren ein wenig kleiner als die 
beiden Endzähne, bei laticeps finden sich 12 unter sich an Grösse 
wenig verschiedene Zähne. Ferner die Dimensionen abweichend: lati- 
ceps ist kleiner, Palpen ein klein wenig kürzer im Vergleich mit 
Cephalathorax, Beine mit und ohne Grundglieder IV, I, II, IIT, Patella 
-f Tibia IV nur unbedeutend (0,5 mm) kürzer als I (hier 3,5 mm kürzer), 
Pat. I = IV (hier I 1,5 mm länger). — Dass dies cf ni^^ht zu Hyst. 
Weil er i 9 gehört, zeigen die verschiedenen Längenverhältnisse der 
Beine I und II, ferner findet sich beim cT »"i' Andeutung einer Ein- 
senkung (Grube) vor der Rückengrube, während dieselbe bei Weileri 
sehr deutlich ist. — Schon durch ihre Grösse unterscheidet sich diese 



— 15 — 

Art von allen bisher im männlichen Geschlecht bekannten Hystero- 
crates-Arten. 

Vordere Au gen reihe so leicht procurva gebogen, dass eine die M. A. 
vorn tangierende Gerade die S.A. vor dem Zentrum schneiden würde; 
die M. A. ein wenig grösser, rund, wenig vorstehend, unter sich und 
von den S. A. im Radius entfernt. Von vorn gesehen erscheint die 
vordere Reihe nach oben konvex gebogen, sodass eine die M. A. unten 
tangierende Gerade die S. A. in oder kurz oberhalb des Zentrums schneiden 
würde. Hintere Reihe vorn gerade, hinten leicht recurva, die M. A. 
viel kleiner, oval, vorn und hinten zugespitzt, abgeflacht, von den vorderen 
M. A. um kaum, von den vorderen S. A. um reichlich ihren längsten 
Durchmesser entfernt; von den S. A. kaum um die Hälfte des kleinsten 
Radius getrennt. Hintere S. A. ein wenig kleiner als die vorderen und 
von diesen etwa in ihrem kürzesten Durchmesser entfernt. Augenfeld 
viel breiter als lang (bezw. 3,4 und 1,8 mm), vorn und hinten gleich 
breit. Vordere S. A. vom Clypeusrande um reichlich ihren längsten 
Durchmesser entfernt. Augenhügel vorn scharf abgesetzt, vorn unten 
senkrecht, vorn oben, vor den Augen, stark gewölbt, vom Clypeusrande 
um den Radius der vorderen M. A. entfernt, oben der Länge nach 
leicht gewölbt, hinten schräg abfallend, an den Seiten scharf abgesetzt. 
. Grund behaarung der Extremitäten erscheint trocken gesehen grau- 
bräunlich, mehr oder weniger rostfarbig, an den Seiten der Femoren am 
hellsten, an Metatarsen und Tarsen rötlicher; die lange und ziemlich 
dichte, feine, rötlich braungelbe, gegen die Spitzen nur wenig hellere, 
abstehende Behaarung wird grösstenteils aus senkrecht gestellten Haaren 
gebildet, die ca. 8 mm lang und somit erheblich mehr als doppelt so 
lang als der Durchmesser des Gliedes (jedenfalls an den Metatarsen). 
Femoren 11 — IV mit nur ganz vereinzelten kurzen abstehenden Haaren 
(vielleicht abgerieben), I vorn mit einer von der Basis bis fast zur Spitze 
reichenden Bürste kurzer, kräftiger, rötlicher Haare ; ähnliches am Femoral- 
gliede der Palpen, aber nur an der Spitze; Tibialglied derselben unten 
und an den Seiten dicht und lang hell rötlichbraun behaart. Auch die 
ganze Unterseite des Cephal. mit rötlich braungelben, Coxenglieder und 
Falzränder mit blutroten Haaren bekleidet. Abstehende Behaarung des 
Abdomen wie die der Extremitäten, die Grundbehaarung vielleicht 
dunkler. Femoralglied der Palpen aussen scopuliert. — In Spiritus 
erscheint der ganze Körper rostfarbig kastanienbraun, die Grundfarbe 
des Cephal. und der Extremitäten schwarz, an den Haarblössen 



— IG — 

rötlich, die abstehende Behaarung et^Yas trüber als trocken gesehen, 
die anliegende der Mandibeln ein wenig heller als die des Cephal. 
Haarblössen anscheinend ganz wie bei H. Weil er i u. sp. Vorderaugen 
grünlich, die hinteren lebhaft gelb, etwas orangefarbig, glänzend. Coxen 
und Trochanteren weisslich membranartig umrandet, durch die über- 
liegenden Haare bräunlichgelb erscheinend. Scopula, die auch an III — IV 
bis oder fast bis zur Basis der Metatarsen reicht, prachtvoll grünlich 
und goldig glänzend, die des Femoralgliedes ohne Glanz, wie die Grund- 
behaarung gefärbt. Die Gelenke unten teils weiss, teils rötlich 
membranartig umrandet. Mandibelklaue blauschwarz, an der Basis nicht 
gerötet. Sternalsigillen dunkel rotbraun. Coxenglieder gelblich rot. 
hinten und an der Spitze schmal schwarz umrandet. I^ippenteil in der 
grösseren Basalhälfte blauschwarz. Bauch schwärzlich, Lungendeckel 
sowie der Zwischenraum der beiden vorderen derselben ein wenig 
heller. 

Beine I — II scheinen ganz unbewehrt zu sein, III — IV unten an 
der Spitze der Metatarsen etwa 5 kleine, in der Scopula versteckte 
Stacheln. Auch Tibialglied der Palpen unbewehrt. Beine an Dicke 
unter sich wenig verschieden: Femur I 5. II 4,5, III 5.5, IV 5mm 
breit in der Mitte, Patellen I 5,3, II 4,6, III 4,7, IV 5,6 mm breit 
ebenda, Tibien I 4,5, II 3,5, III 3,6, IV 4,9 mm breit ebenda; 
letztere gleichbreit, aber in der Mitte um ca. 0,3 mm höher als an den 
Enden. — Mandibeln vorn ähnlich wie bei H. gigas Poe, laticeps 
Poe. etc. mit zahlreichen kleinen, kugeligen, tiefschwarzen, glatten, 
glänzenden Höckerchen, unregelmäfsig geordnet und von verschiedener 
Grösse, meistens wenig aus der Grundbehaarung vorstehend. Mandibel- 
klaue sehr glatt und glänzend, nur unten aussen etwas längsgestreift. 
Hintere Sternalsigillen unter sich um 2,7, vom Seitenrande um 2,9, von 
den Sigillen 2, Paares um 1,5 mm entfernt, 2 mm lang, 2 mm breit, vorn 
stumpf, hinten zugespitzt. Die des 2. Paares 1,5 mm lang, 0,6 mm breit, 
um weniger als ihren längsten Durchmesser vom Rande entfernt. — 
Kopulationsorgan wie bei H. laticeps Poe. (cfr. Pocock in Proceed. 
Zool. Soc. London 1897, pag. 765, Taf. XLI, Fig. 4b und Strand in 
Jahreshefte d. Ver. f. vaterländ, Naturkunde in Württemberg, 1906, 
pag. 34), die Spina jedoch ein wenig mehr gebogen und ca. 5 mm lang, 
an der Spitze (von vorn gesehen) kurz nach aussen gekrümmt (gerichtet) ; 
Bulbus fast senkrecht auf das Tarsalglied gestellt. 

Lokalität: Bibundi, Kamerun (J. Weiler). 1 cf. 



— 17 — 

Gen. Phonnictopiis Poe. lOdl. 

1. Phormictopus cancerides (Latr.) 1806, var. tenuispina Strand 
11. var. 

cT. Totallänge mit Mand. und Mamillen 5fi, oline Mamillen 
49. auch ohne Mand. 43 mm. Cephal. mit Mand. 28. ohne 21,5 mm 
lang, 20 mm breit, Clypeus 10.5, der Hinterrand ca. 11mm. Entfernung 
der Rückengrube vom Clypeusrande 13,6. vom Hinterrande des Augen- 
hügels 11.4 mm. Letzterer 3 mm breit. 2,5 mm lang. Mandibeln 11mm 
lang, 9,5 mm breit. Abdomen 20 mm lang, 15 mm breit. Spinnwarzen: 
Grundglied 4.5, Mittelglied 3,4, Endglied 5. zusammen 12.9 mm. 
Sternum 8 mm lang, 6,5 mm breit, vorn 4 mm breit. Palpen: Cox. 8,5, 
Troch. 4, Fem. 11,5, Pat. 6.8. Tib. 10, Tars. 4 mm. zusammen 44,8 mm, 
ohne die beiden Grundglieder 32,3 mm. Beine; I Coxa 9,3. Troch. 5, 
Fem. 18. Pat. 10, Tib. 13,5. Met. 15.5, Tars. 10 mm; H bezw. 8,7; 
4,5: 17; 9,5; 13.5; 15,5: 9,5mm; Illbezw. 7.3; 4; 16: 8,3: 12.5; 
17,5, 9mm: IVbezw. 7,5; 4.2; 18,5; 9.2; 16: 22.5: 6,5mm. Total- 
länge: I 81,5: II 78,2; III 74.6: IV 84,4 mm. ohne die beiden Grund- 
glieder: I 67. II G5. III 63.3. lY 72,7mm. Also: IV. I. II. HI. 

Alle Tarsen mit ungeteilter Scopula, die an I bis zur Basis, an II 
fast so weit, an III bis zur Mitte, an IV nur am letzten Drittel des 
Metatarsus vorhanden ist. Hintere Sigillen des Sternum um ihren 
längsten Durchmesser vom Rande entfernt. Lippenteil am Ende quer- 
geschnitten und dicht spinuliert. an der Basis reichlich so breit als lang 
(bezw. 3 und 2,8 mm). Femoren IV hinten dicht scopuliert. Stridu- 
lanten am Trochanterglied der Palpen und Trochanter I, sowie an der 
Spitze oberhalb der Sutur der Coxa I. Mandibeln unscopuliert. Augen- 
hügel vorn mitten mit langen, nach oben gerichteten und nach hinten 
gekrümmten Borsten. 

Von Phorm. cancerides (Latr.) u. a. dadurch verschieden, dass 
bei diesem der innere Falzrand nur 9 Zähne hat. die Spina ist breiter 
und stärker zusammengedrückt etwa ^vie bei hirsutus Strand, der 
Hintorraud jedoch mehr gleichmäl'sig gerundet als bei letzterer Art, 
Metatarsus I erheblich stärker nach oben konvex gebogen (bei unserer 
Varietät fast nicht zu sehen, dagegen leichter zu fühlen mittels Anfassens 
mit den Fingern; hirsutus steht in dieser Beziehung cancerides 
am nächsten), Tibia I oben der Länge nach stark konvex, hier dagegen 

J.ilirb. d. nass. Ver. f. Nat. 59 •' 



— 18 — 

fast unmerklich. Augenstellung und Färbung scheinen bei beiden die- 
selben zu sein; dass die Lungendeckel bei cancerides bräunlichgelb, 
hier wenig heller als der Bauch sind, kann Zufälligkeit sein. Die Dimen- 
sionen weichen etwas ab : Cephal. erheblich kürzer als Metat. IV, hier 
fast gleich, Metatarsus IV um 9, hier nur um 6,5 mm länger als Tibia IV; 
an den Palpen sind die zwei Grundglieder bei beiden Formen gleich 
lang, die anderen bei cancerides etwas länger eto. 

Unterscheidet sich von Phorm. hirsutus Strand u. a. durch die 
Form der Bulbusspina; diese ist nämlich bei hirsutus stumpfer, stärker 
zusammengedrückt, von der Seite gesehen 0,6 mm breit, in einer Ent- 
fernung von der Spitze von 0,9 mm hinten gewölbt und von da gegen 
das stumpf und kurz zugespitzte Ende verschmälert, die Vorderseite 
dabei fast gerade erscheinend, also etwas schräg zugespitzt; bei vor- 
liegender Art dagegen erscheint die Spina von ca. 1,3 mm von der Spitze ab 
bis zu derselben parallelseitig, nur unmittelbar am Ende, und zwar von 
beiden Seiten zugespitzt und kaum halb so breit als bei hirsutus; 
die Hinterseite erscheint fein krenuliert, bei hirsutus glatt. Die 
ganze Spina hier schwärzlich, bei hirsutus am Ende rot. Ferner 
weichen die Dimensionen ab; bei hirsutus sind z. B. die Spinnwarzen 
etwa so lang als Tarsus IV, hier doppelt so lang, oder etwa gleich den 
Tarsen II, hier deutlich länger, Cephalathorax bei hirsutus = Tibia 
-\- ^/2 Pat. IV oder ein wenig länger als die gleichlangen Femoren I 
und IV, hier länger als beide, Beine II bei hirsutus viermal so lang 
als Cephalathorax, hier nur S^/g, Sternum ist bei hirsutus so breit 
als lang, hier deutlich schmäler, am inneren Falzrande hier 12, bei 
hirsutus 10 Zähne etc. 

Ein cf ohne Lokalität. 

Ein getrocknetes cT ebenfalls ohne Lokalität stimmt in betreff der 
Spina mit der var. tenuispina, die Dimensionen weichen aber etwas 
ab. Die wenig gute Erhaltung des Exemplars macht jedoch eine 
genauere Untersuchung unmöglich, sodass wir es nur fraglich mit 
tenuispina vereinigen. 

Cephal. mit Mand. 32, ohne 25 mm lang, 24 mm breit (etwas zer- 
drückt, viel grösser als natürlich !), vorn ca. 12 mm breit. Entfernung 
der Rückengrube vom Cl3-peusrande 15, vom Hinterrande des Augen- 
hügels 13mm. Letzterer 8,5mm breit, 2,5 mm lang. Beine: I Coxa 
+ Troch. 16,5, Fem. 21, Pat. 12, Tib. 15,5, Met. 18, Tars. 12mm; 



— 19 — 

11 bezw. 14; 19,5; 11; 15; 18; 11 mm; III bezw. 12; 18; 10; 13,5; 
18,5; 10mm; IV bezw. 13; 21,5; 10,5; 17; 24; 10mm. Totallänge: 

I 95; II 88,5; III 82; IV 96 mm. Palpen: Coxen 8; Troch. 4; 
Fem. 12,5; Pat. 8,5; Tib, 10,5; Tars. 4,5 mm, zusammen 48 mm lang. 
Alles stimmt, mit nur geringeren Abweichungen, mit den von mir 
anderswo („Aviculariidae und Atypidae des kgl. Naturalienkabinetts in 
Stuttgart" in „Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in 
Württemberg", 1906) gemachten Angaben über die Dimensionen dieser Art. 

Wie die drei Formen Cancer ides — hirsutus — tenuispina 
eigentlich zu einander sich verhalten, wird sich erst durch reichlicheres 
und genau etikettiertes Material entscheiden lassen. Jedenfalls verdienen 
sie gesondert gehalten zu werden. 

Geu. Eurypelma C. L. Koch 1850. 

1. Eurypelma Hageni Strand n. sp. 

(^ Cephal. mit Mand. 20, ohne 15 mm lang, 13,5 mm breit, am 
Clypeus 8,5 mm breit. Entfernung der Rückengrube vom Clypeusrande 
10, vom Augenhügel 8,3 mm. Rückengrube 3,2 mm breit, 2,7 mm lang. 
Augenhügel 1.8mm lang, 1,5mm breit. Palpen: Cox. 5,2mm lang, 
3 mm breit, Troch. 2,8, Fem. 8,2. Pat. 5, Tib. 8,2, Tars. ca. 3,3 mm, 
zusammen 32,7mm, ohne Grundglieder 24,7mm. Beine: I Coxa 6,7, 
Troch. 3,4, Fem. 14,5, Pat. 7, Tib. 11,6, Met. 9,8, Tars. 6,5 mm; 

II bezw. 5,1; 3,1; 13,2; 6,6; 8,6; 8; 6,5 mm; III bezw. 5,4; 3; 
11,5; 5,8; 8,2; 10,5; 6,5 mm; IV bezw. 5,6; 3,6; 13,5; 6,5; 11; 
14; 7,5mm. Totallänge: I 59,5; II 51,1; III 40,9; IV 61,7mm; 
ohne die beiden Grundglieder: I 49,4, II 42,9, HI 32,5, IV 52,5mm. 
Also: IV, I, II, III. Sternum 7,1mm lang, 6 mm breit, vorn 4,2 mm 
breit. Mandibeln 7,3 mm lang, beide zusammen an der Basis 6,8 mm 
breit. (Abdomen fehlt !) 

Vordere Augenreihe so schwach procurva, dass eine die M. A. vorn 
tangierende Gerade die S. A. vor dem Zentrum schneiden würde, so 
stark nach oben konvex gebogen, dass eine die M. A. unten tangierende 
Gerade die S.A. kaum berühren würde; die M. A. erheblich kleiner, 
unter sich um reichlich ihren Durchmesser, von den S. A. etwa um den 
Radius entfernt, M. A. rund, S. A. breit oval, zwischen den M. A. und 
S. A. eine deutliche Längseinsenkung und die S. A, daher ganz scharf 
vorstehend; zwischen oder vor den M. A. dagegen keine Längserhöhung 

2* 



— 20 — 

oder Höcker. Hintere Keihe hinten etwa gerade, vorn schwach procurva, 
die M. A. flachgedrik-kt, fast so lang, aber erheblich schmäler als die 
!S. A,. von diesen iiui- durch eine feine Linie, von den vorderen M. A. 
um ihre Breite entfernt : die S. A. kleiner als die vorderen S. A. und 
kaum um ihren kürzesten Radius von diesen entfernt. Vordere S. A. 
vom Clypeusrande um ihren längsten Durchmesser entfernt: Yorderrand 
des Augenhügels fast mit dem Clypeusrande zusammenfallend. Augen- 
hügel klein, stark gewüllit. ringsum scharf abgesetzt, vorn und hinten 
gleich steil abfallend, von der Seite gesehen etwa ^/g so hoch als lang 
und oben gleichmäfsig gewölbt, von vorn gesehen oben abgeflacht. Vorn 
einige nach oben gelichtete und nach hinten gekrümmte kurze Borsten- 
haare. (Alles trocken gesehen !) 

In Spiritus schwarz, die feine anliegende wollige Grundbehaarung 
der Oberseite des Cephal. und der Beine leicht grünlich seidenschimmernd, 
an den Extremitäten kürzere, dichtere, schwarze abstehende Behaarung 
und darin gemisclit längere abstehende rötlichbraune, an den Spitzen 
hellere Haare, die nur :in den Seiten der Metatarsen und Tarsen etwas 
zahlreicher vorhanden sind, an der Oberseite der Tibien nur ganz ver- 
einzelt vorkommen und an den Femoren ganz fehlen. (NB. Das Exemplar 
ist stark abgerieben: in wohlerhaltenem Zustande würde es vielleicht 
stärker rötlich behaart erscheinen.) Die rötlichen Haare so lang oder 
länger als der Durchmesser des betreffenden Gliedes, die schwarzen ab- 
stehenden viel kürzer. An der Unterseite der Femoren feine schwärz- 
liche, gerade abstehende Haare, die meistens so lang als der halbe 
Durchmesser des Gliedes sind. An dem einzig erhaltenen Stück Haut 
des Abdomen (an der Basis) lange rötliche abstehende Haare. Stacheln 
rötlichbraun. Manilil)e]n vorn mit lebhafter gefärbten, rötlichgelben, 
abstehenden Haaren : Bürste des inneren Falzrandes braun, des äusseren 
braungelb, in gewissen Richtungen goldgelblich schimmernd, die der 
Maxillen trüb rötlicii erscheinend. Scopula schwarz, grün schimmernd, 
an I und H bis zur llasis, daselbst aber mit Borstenhaaren untermischt, 
insbesondere an 11. an III l)is zum Ende des basalen Drittels, an IV 
etwa bis zur Mitte der Metatarsen reichend. Alle Femoren aussen 
mit 1, oben mit 2 i j);na]lelen, in der Endhälfte am deutlichsten) schmalen 
Haarblössen, die weder Hasis noch Spitze ganz erreichen, alle Patellen 
oben mit zwei breiti^ren. schwach schräg nach aussen gerichteten, kon- 
vergierenden, die Spitze nicht erreichenden, alle Tibien oben mit zwei 
schmalen, undeutlichen, parallelen, die Enden nicht ganz erreichenden 



— 21 - 

ebensolchen. Haarblössen an den Palpen wio au «Ich Beinen, die der 
Tibicn und der Aussenseite der Femoren jedorh Im-iter und ileutlicher. 
Hautfarbe blutrot bis braunrot, an den Fenioron und Unterseite des 
Ceplial. etwas violettlich. Am Sternum hinten ein undeutlicher hellerer 
KeilÜeck, der hinten am breitesten ist und den IJand nicht erreicht 
(etwa i mm lang und hinten 2 mm breit). 

Bestachelung, soweit erkennbar: Jiliirii l unten hinten an der 
Basis 1, ebenda an der Spitze 1, II unten hinten 1. 1. 1, unten vorn an 
der Spitze 1 und vielleicht auch noch 1 iin dei- Basis, vorn 1. 1, 
III unten hinten 1. 1. 1. unten vorn je 1 ;ui d<r Basis und Spitze, 
vorn in der Basalhälfte in schräger Reihe 2. liinten scheinen 1. 1. 1 
vorhanden gewesen. l\ liinten 1. 1. 1, vorn in An Kndhälfte 1, unten 
scheinen 2. 2. 2 vorhanden gewesen. Metatarsus I au der Spitze jeden- 
falls unten mitten und unten innen je 1. II unten an der Spitze 3, in der 
Basalhälfte unten hinten 1, ebenda vorn 1, III in dn- liasalhälfte vorn 2, 
ebenda unten hinten 1. an der Spitze unten 3. unten mitten 1. IV vorn 
mitten 1, hinten 1. 1 (Mitte und Spitze), unten hinten etwa 7. unten 
vorn in der Basalhälfte 3, sowie 3 kleine an der Spitze unten. Tibial- 
glied der Palpen innen 1. 2. unten unweit der Siüize 1 Stachel. 

Beine. Tibia I zylindrisch, gerade, reiehlick 4 mal so lang als breit 
(bezw. 11,6 und 2,4 mm); der untere Haken mälsig dick, nach unten, vorn 
und ein wenig nach innen gerichtet, in der Endhälfte mäfsig gebogen 
(am Ende horizontal gerichtet), an der Spitze in einem oder vielleicht 
zwei kurzen Stachelzähnen endend, unten gemessen :;.ri mm lang, reichlich 
beborstet; der innere Fortsatz ist ganz gerade, .-tuuipf endend, nach 
unten und ganz leicht nach innen und vorn gerichtet, etwa 1,8 mm 
lang, unten mitten mit einem ganz kleinen Höckerchen, Metatarsus I 
in der Basalhälfte deutlich, wenn auch nicht stark nach oben konvex 
gebogen, von oben gesehen ganz leicht, fast unniiTklich schräg nach 
aussen gerichtet. — Lippen teil trapezförmig. Im-iter als lang (bezw. 
2 und 1,5 mm), gegen die quergeschnittene Spitze verschmälert, daselbst 
sparsam spinuliert (etwa 26 — 30 Spinulen in 2 — 3 Reihen geordnet). 
Coxenglieder der Palpen mit einem dichten Hauten kleiner Spinulen im 
basalen Drittel vor der Mittellängslinie, l'ie hinteren Sternalsigillen 
um weniger als ihren längsten Durchmesser vom IJande entfernt. — 
Am inneren Falzrande der Mandibeln 10 Zähne. — Kein Stridulations- 
organ. Trochanterglied der Palpen innen und i'l.en dicht und ziemlieh 
lang wollig behaart, unten mit gerade abstehenden >t<'ifen Borstenhaaren, 



— 22 — 

aussen kurz, dicht, etwas scopulaähnlich behaart; Tibialglied an der 
Basis leicht verdickt, unten wie gewöhnlich lang beborstet ; das Kopu- 
lationsorgan ist im ganzen 5 mm lang, erscheint von aussen gesehen 
als aus einem kurz birnenförmigen, an der Basis quergeschnittenen, ca. 
2 mm breiten, allmählich in die nach oben konvex gebogene, in einer 
feinen, fadenföi^migen, geraden, schräg nach hinten, unten und aussen 
gerichteten Spitze endende Spina übergehenden Bulbus bestehend; von 
unten gesehen erscheint das Organ nach hinten und leicht nach innen 
gerichtet, die Spitze wiederum ein wenig nach aussen gerichtet, die 
Innenseite daher schwach s-förmig gekrümmt erscheinend. Bulbus unten 
weisslich, Sinna unten fast ebenso hell, sonst das ganze Organ rot gefärbt. 

Lokalität: Sierra Madre, Mexiko (von Hagen). 1 cf- 

Zu Ehren des Herrn Rentner Ad. v. Hagen in Wiesbaden benannt. 

Gen. Avicularia Lam. 1818. 
1. Avicularia subvulpina Strand n. sp. 

(^ Totallänge mit Mandibeln und Spinnwarzen 55. ohne Spinn- 
warzen 50 mm. Cephal, mit Mandibeln 30. ohne 21,5 mm lang. 19,5 mm 
breit, Clypeus 9 mm. Entfernung der Rückengrube vom (>lypeusrande 
13, vom Augenhügel 10 mm. Letzterer 3,8 mm breit, 2,8 mm lang. 
Mandibeln 10,5 mm lang, 4,5 mm breit. Beine: I Coxa -|- Troch. 13,5, 
Fem. 19, Fat. 11, Tib. 15,5, Met. 11, Tars. 9mm: H bezw. 13,5; 
16.5; 10; 14,5; 14; 9 mm: HI bezw. 12,5; 15; 9,5; 12,5: 14; 9 mm: 
IV bezw. 13,5: 19,5; 10; 17; 19; 9,5 mm. Totallänge ohne die 
beiden Grundglieder: I 65,5; II 64; HI 60: IV 75mm; mit: I 79; 
II 77,5; III 72,5; IV 88,5mm. Palpen: Coxenglied 7, Troch. 4, 
Fem. 11, Fat. 7. Tib. 9, Tars. 5 mm, zusammen 43 mm lang. Spinn- 
warzen: Grundglied 3,5, Mittelglied 2,2, Endglied 4,5, zusammen 10,2 mm. 
Sternum 8,5 mm lang, 7 mm breit, am Vorderrande 4,5 mm breit. Bulbus 
mit Spina 7,5 mm lang. Bulbus allein 3,5 x 2,5 mm. 

Augenhügel wenig breiter als lang, an den Seiten scharf abgesetzt, 
hoch gewölbt, etwa halbkugelförmig, zwischen den vorderen M. A. eine 
schwache Längserhöhung bildend, der sich vor derselben zu einer fast 
höckerartigen (^uererhöhung erweitert, die in Seitenansicht in Niveau 
mit den gedachten Augen gelegen ist; Vorderseite senkrecht auf dem 
Clypeusrande gestellt. Vordere Reihe so stark procurva, dass eine die 
M. A. vorn tangierende Gerade die S. A. nur sehr wenig schneiden oder 



— 2a — 

fast nur berühren würde: die M. A, vielleicht ein wenig grösser^ wenn 
aui'h der Längsdurchmesser der S. A. deutlich grösser als der Durch- 
messer der runden M. A. ist ; letztere unter sich um ihren Durchmesser, 
von dem S. A. um unbedeutend weniger entfernt ; von vorn gesehen er- 
scheint die Reihe so stark nach oben konvex gebogen, dass eine die 
M. A. unten tangierende Gerade die S. A. kaum berühren würde. 
Hintere Reihe vorn gerade, hinten leicht recurva; die M. A, sehr klein, 
ihr längster Durchmesser etwa gleich Va desjenigen der vorderen M. A., 
von diesen etwa um den längsten, von den hinteren S. A. um kaum 
den kürzesten Durchmesser entfernt; die S.A. so gross als die vorderen 
S. A. und von diesen um etwa den kürzesten Durchmesser entfernt. 
Feld der S. A. vielleicht ein klein wenig schmäler vorn als hinten. 
Alle Augen bernsteingelb. 

Äusserer (Beitr. z. Kenntn. d. Territ., 1871) erwähnt „eine recht 
hübsche fuchsrote Abart" von Avicularia avicularia, die er als 
A. vulpina bezeichnet und die möglicherweise die vorliegende Form 
ist, wenn auch die vorderen M. A. bei vulpina nur um ihren Radius 
entfernt sein sollen, was nicht so viel zu sagen haben braucht, da die 
Augenstellung bei den Avicularien sehr variierend ist. Die kurze 
Beschreibung bei Äusserer gestattet jedoch nicht mit irgendwelcher 
Sicherheit die Identifizieiung mit seiner A. vulpina. Auf alle Fälle 
ist unsere Form keine Varietät, sondern gute Art. 

Von Avicularia fasciculata Strand durch das Fehlen schwarzer 
Grundbehaarung, auch Coxen und Sternum unten nur dunkelbraun, so- 
wie durch folgendes zu unterscheiden : Endglied der Spinnwarzen länger 
(bei fasciculata weniger, hier mehr als doppelt so lang als das 
Mittelglied). Bürsten der Coxenglieder und Falzränder heller, hell rot- 
gelb, die Spina des Bulbus erscheint bei fasciculata von unten ge- 
sehen gerade nach hinten gerichtet, in ihrer ganzen Länge ausserhalb 
des Tibialgliedes gelegen, am Ende nach unten und die äusserste Spitze 
ein wenig nach aussen gekrümmt bezw. gerichtet, hier dagegen erscheint 
sie stark nach aussen konvex gebogen, so dass, während sie nahe der 
Basis von unten gesehen den Aussenrand des Tibialgliedes deckt, die 
Spitze den Innenrand desselben erreicht; die Spitze ist auch nicht 
besonders umgebogen, sondern die Spina ist in ihrer ganzen Länge 
gleichmässig nach aussen und oben konvex gekrümmt : Metatarsus I er- 
scheint in seiner ganzen Länge ganz leicht, fast unmerklich nach oben 
konvex gekrümmt, bei fasciculata ist die Krümmung nur an der 



— 24 — 

Basis erkennbar; Tibialhaken erscheint von aussen gesehen stumpfer, 
dicker, weniger gekrümmt als bei fasciculata, jedoch kann dies 
Zufälligkeit sein, indem er hier stärker haarbekleidet ist ; die Coxen- 
glieder der Palpen tragen hier am Innenrande eine Spinulenbinde, die 
nahe der Vorderecke am dichtesten ist, sowie vor der Mittellängslinie 
in der Basalhälfte einige wenige (etwa 16) unter sich weit entfernte 
Spinulen, bei fasciculata sind alle Spinulen kleiner, die ausserhalb 
der Basalbinde sich befindenden zahlreicher und mehr gedrängt stehend 
und es kommen solche auch hinter der Mittellängslinie vor ; der Augen- 
hügel ist bei fasciculata niedriger, weniger gewölbt, mit keiner oder 
undeutlicherer Mittellängserhöhung, vorn ein wenig schräg abfallend, 
die vorderen M. A. grösser, unter sich um deutlich weniger als ihren 
Durchmesser entfernt, die hinteren M. A. von den vorderen M. A. und 
hinteren S. A. gleich weit, etwa um ihren halben Radius entfernt und 
nur die hinteren M. A. sind gelb, die anderen schwärzlich. Ferner 
weichen die beiden Formen, sowohl relativ als absolut, etwas in den 
Dimensionen ab (cfr. die Originalbeschreibung von fasciculata in 
„Avicul. u. Atyp." etc. in den Württembergischen Jahresheften). 

Extremitäten, Abdomen und Mandibeln einfarbig hellrötlichbraun 
bis rotgelb, lang, abstehend, behaart, die Haare am Ende nicht heller 
und jedenfalls an den drei Endgliedern der Extremitäten sowie an der 
Unterseite der Femoren so lang oder länger als der Durchmesser des 
betreffenden Gliedes. Behaarung der Unterseite des Cephal. und der 
Coxen dunkler, die Bürsten der Mundteile lebhaft rotgelb. Grund- 
behaarung heller, graugelblich, an Sternum und Coxen jedoch dunkel- 
braun. (An der Rückenseite z. T. abgerieben!) Alle Patellen mit zwei 
breiten, mehr oder weniger zusammengeflossenen, die Spitze nicht er- 
reichenden Haarblössen, alle Tibien mit zwei linienschmalen, unter sich 
weit entfernten, die Enden kaum erreichenden, bei nicht abgeriebenem 
Gliede schwer erkennbaren ebensolchen. — Kopf- und Strahlenfurchen 
ziemlich tief, zwischen Kopf- und Brustteil in der Mitte keine Ein- 
senkung. — Tibialhaken kurz, ziemlich stumpf, nach unten konvex 
gekrümmt, nach vorn und ein wenig nach innen gerichtet, in der Haar- 
bekleidung ziemlich versteckt, von oben kaum sichtbar, in der Endhälfte 
sehr dicht mit kurzen, kräftigen Stachelborsten bekleidet. — Beine HI 
nur an den Femoren eitt klein wenig dicker als IV, 

Ein getrocknetes cf ohne Lokalität. 



— 25 — 

2. Avicularia avicularia (L.) 1758, 

(f Totallänge mit Mandibelii und Spinnwarzcn 40, ohne letztere 
36 mm; Cephal. mit Mand. 20, ohne 13,5 mm lang, mitten 12,5, am 
Clypeus 7,5 mm breit, Entfernung der Rückengrube vom Clypeusrande 
8,5, vom Hinterrande des Augenhügels 0,2 mm. Abdomen 15 mm 
lang, 10mm breit, Palpen: Cox. 5, Troch. 2,5, Fem. 7, Pat. 4,5, 
Tib. 6, Tars. 3, zusammen 28 mm. Kopulationsorgan 5 mm lang. Beine : 
I Coxa (),5, Troch. 3,5, Fem. 13, Pat. 6,5, Tib. 9,5, Met. 9,5, Tars. 
6,5 mm; II bezw. 5,5; 3; 11,5; 6,2; 9; 9; 6,5 mm; III bezw. 4,7; 
3; 11; 5,5; 8,2; 8,6; 6 mm; IV bezw. 5; 3,6; 13; 6,2; 11; 12; 
6,5 mm. Totallänge: I 55, II 50,7, III 17, IV 57,3 mm, ohne Grund- 
glieder: I 45, II 42,2, III 39,3, IV 48,7mm. Also: IV, I, II, III. 
Mandibeln 6,5 mm lang, beide zusammen 5,8 mm breit. Sternum 
6 mm lang, 5,5 mm breit, vorn 4 mm breit. — Im Grunde schwarz 
oder schwarzbraun mit hellerer Behaarung; die der Hinterbeine nicht 
so lebhaft rotgelb, wie sie Cambridge („On Theraphosidae from the 
Lower Amazons", (1896), Taf. XXXIII, Fig. 11), allerdings nach 
einem 9- abgebildet hat. Vorder- und Hinterbeine übrigens etwa gleich 
behaart. Haarblössen an allen Patellen und Tibien breit und deutlich, 
die der letzteren ganz gleichbreit, mindestens so breit als ihr Zwischen- 
raum, parallel, beide Enden des Gliedes erreichend. Die lange, fast 
fadenförmige, in eine feine Spitze endende, stark nach oben konvex 
gekrümmte, nach hinten und schwach nach innen gerichtete Spina 
entspringt von der Aussenseite des von vorn und hinten stark zusammen- 
gedrückte , viel breiter als lange (bezw. 2,1 und 1,3 mm) Bulbus. 
Metatarsen erscheinen von oben gesehen schräg nach vorn und aussen 
gerichtet, einen deutlichen Winkel mit den Tibien bildend. 
1 (f (trocken!) ohne Lokalität. 

Gen. Poecilotheria Sim. 1885. 
1. Poecilotheria fasciata (Latr.j 1803; Pocock 1899. 
Zwei getrocknete Exemplare ohne Lokalität. 

Von C. L. Kochs Abbildung (Die Arachniden, IX, Fig. 717) 
durch die viel hellere Rückenbinde des Abdomen abweichend; dieselbe 
ist einfarbig hell graugelb, schwarz umrandet, aber ohne weissliche 
Submarginalbinde und vorn nur unmittelbar an der Basis kurz zugespitzt. 
— Dimensionen : Totallänge mit Spinn warzen und Mandibeln 60, ohne 



— 26 — 

Spinnwarzen 54; Ceplial. mit Mand. 34, ohne 25 mm lang, am Clypeus 
14 mm breit. Entfernung der Rückengrube vom Clypeusrande 17, vom 
Hinterrande 14 mm, dieselbe 3,7 mm. Augenbügel 4,7 mm breit, 
2,7 mm lang. Mandibeln an der Basis zusammen 13 mm breit. 
Abdomen 20 mm lang, 15 mm breit in der Mitte, 11 an der Basis. 
Palpen: Fem. 13, Pat. 8., Tib. 8,5, Tars. 9mm, zusammen 38.5mm 
lang. Beine: I Fem. 20, Pat. 12, Tib. 16, Met. 16,5, Tars. 7,5mm, 
II bezw. 17; 10.5; 13,5; 14; 7,5 mm; III bezw. 14; 8,5; 11; 12; 
ca. 6 mm; lY bezw. 16; 9,5; 13,5; 14,5; ca. 7,5 mm. Totallänge: 
I 72; II 62,5; III 51,5; l\ 61mm. 



Farn. SICARIIDAE. 

Gen. Loxosceles Hein, et Lowe 1831. 

1. Loxosceles Bergeri Strand n. sp. 

9 (ad. ?). Durch die Zeichnung des Cephalothorax von den bisher 
bekannten Loxosceles- Arten leicht zu unterscheiden. Derselbe, sowie 
die Extremitäten, im Grunde hellgelb, schwach ockerfarbig, um die 
Augen orangefarbig, an den Mandibeln leicht bräunlich angelaufen, aber 
mit olivenfarbig -graubräunlichen Zeichnungen, so dass die Grundfarbe 
fast verdrängt wird : am Brustteile jederseits drei unter sich ganz schmal 
getrennte, bis zu den Seiten der Rückenfläche reichende Flecke, von 
denen der hintere der grösste ist, auch auf die hintere Abdachung 
hinübergreift und oben zwei scharfe Zacken bildet. Die dunkle Farbe 
nimmt den ganzen Kopfteil ein, durch eine sich längs der Kopffurche 
bis zur Vorderseite der Coxen I erstreckende schmale helle Binde von 
den Seitenflecken des Brustteiles getrennt. Das dunkle Rückenfeld des 
Kopfteiles hinten, an der Vorderspitze der tiefen Rückengrube, breit 
abgerundet und von da bis zum Anfang der hinteren Abdachung als 
ein schmaler, dunkler, jederseits zweimal spitz gezackter Längsstreifen 
fortgesetzt. Von den hinteren M. A. bis zur Rückengrube konvergierend 
zwei schmale, braune Längslinien, deren Zwischenraum heller als die 
Umgebung und mit einer Reihe von 3 — 4 kleinen dunklen Punkten 
(Haarwurzeln) gezeichnet ist. Hinter den Augen kleine undeutliche 
schwarze Wische, die Augen selbst gelblich, ganz fein bräunlich 



9 



Zi 



umringt. Patellen der Palpen weisslich, die der Beine mit ebensolchem 
Endring, sonst die Extremitäten einfarbig. Unterseite des Ceplialothorax 
und der Coxen blass gelb, Sternuni fein bräunlich umrandet. Abdomen 
hell bräunlich, mit rötlichem Anflug, oben fein undeutlich unrcgelmässig 
weisslich gesprenkelt mit Andeutung eines schmalen, dunkleren liängs- 
streifens, der ein wenig hinter die Mitte reicht. Ei)igaster und 
Spinnwarzen ein wenig heller, gelblicher (von Epigyne ist nichts zu 
sehen !). 

Sternum länger als breit (bezw. 1,4 und 1,2 mm). Tarsalkrallen 
I — II mit 8—9 Zähnen, welche Reihe fast die ganze Länge der Kralle 
einnimmt: Krallen der Tarsen III — IV mit nur 6 in der Basalhälfte 
sitzenden Zähnen. — Alle Augen getrennt: die M. A. unter sich 
um ihren halben Radius, von dem S. A. um kaum ihren Durchmesser, 
letztere von den hinteren S. A. um den Radius der letzteren entfernt. 
Die vorderen S. A. die grössten aller Augen , aber der Unterschied 
gering. Eine die vorderen S. A. vorn tangierende Gerade würde die 
M. A. schneiden. Von vorn gesehen bilden die M. A. und vorderen 
S. A. unten eine gerade, oben eine ganz leicht recurva gebogene Reihe ; 
die M. A. divergieren ein wenig nach vorn. Höhe des Clypeus etwa 
gleich der doppelten Länge der Reihe der vorderen M, A. (Alles in 
Spiritus gesehen.) — Nach den Haarwurzeln zu urteilen ist Cephalo- 
thorax mit kräftigen Haaren besetzt gewesen, u. a. eine Reihe am 
Cljpeusrande (jederseits der Mitte ca. 5), eine längs der Mittellinie 
des Kopfteiles, eine wenig regelmässige hinter den S. A., jederseits der 
Rückengrube eine Längsreihe von 2 (oder 3?), sowie zahlreiche an- 
scheinend unregelmäfsig gestellte. Mandibeln so lang als die Patellen I. 

Totallänge 6,5 mm. Cephal. 2,3 mm lang, 2,1mm breit, vorn 
1mm breit. Abdomen 4,2mm lang, 2,6mm breit. Beine: I Fem. 
5,2, Pat. -|- Tib. 5,5, Met. + Tars. 6,2 mm; II bezw. 5,3; 5,8; 6,5 mm: 

III bezw. 5,3: 5.3; 7,2mm. Totallänge: I 16.9, II 17,6, HI 16. 

IV 17,8 mm. Tarsalglied der Palpen länger als Patellar- -|- Tibialglied 
(bezw. 1 und 0,9 mm). 

1 9 (subad?). 

Lokalität: Rietmond, Gibeon. D. S. W. Afrika (C. Berger). 

Zu Ehren des Herrn Missionar Carl Berger, z. Z. in Wiesbaden, 
benannt. _ 




■— 28 — 

Fam. DEASSIDAE. 

Gen. Scotopliaeiis Sim, 1893. 

1. Scotophaeus Lamperti Strand n. sp. 

9 subad. Totallänge 13 mm (wahrscheinlich etwas zu viel; das 
Exemplar am Abdomen beschädigt!). Cephal. 4,3 mm lang, 3 mm breit, 
vorn 1,8 mm breit. Mittelritze 0,6 mm lang, vom Vorderrande um 
2,9 mm entfernt, Augenfeld 1,3 mm breit. Beine : I Fem. 2,8, 
Pat. 1,9, Tib. 2.1, Met. 1,9, Tars. 1,2mm; II gleich I; III bezw. 
2,8; 1,6; 1,8; 1,9; 1,6mm; IV bezw. 3,4; 2; 2,9; 3,1; 1,6mm. 
Totallänge: I 9,9; II 9,9; III 9,7; IV 13 mm. mit den beiden Grund- 
gliedern (I 2,1, II 2, III 2. IV 2,1mm): I 12; II 11,9; III 11.7: 
IV 15,1mm. Palpen: Fem. 1,4, Pat. 0,7, Tib. 0,8, Tars. 1,2, zu- 
sammen 4,1mm. Sternum 2,5mm lang, 1,8 mm breit. Mandibeln 
1,8 mm lang, beide zusammen 1,6 mm breit. Die Spinn warzen bezw. 
1,6 und 1,3 mm lang. 

Bestachelung, Alle Femoren oben 1. 1. 1, I vorn unweit der 
Spitze 1, II — IV in der Endhälfte vorn und hinten je 1.1: Patellen 
unbewehrt, Tibien I — II unten vorn 1.1 (Mitte und Spitze), III — IV 
unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1 (subbasal und submedian), III ausser- 
dem oben an der Basis 1 Stachel. Metatarsen I — II unten an der 
Basis 2, III unten 2.2.2, hinten 1 1.2, vorn 1.2.2, IV wie III, aber 
auch hinten 1.2.2 Stacheln. Femoralglied der Palpen oben 1.2, innen 
nahe der Spitze l, Patellarglied innen und an der Spitze oben je 1 
(Borste), Tibialglied innen 2.2, aussen mitten 1, Tarsalglied unweit der 
Basis ein Verticillus von 5 Stacheln, unten innen näher der Spitze 
1 Stachel. Die der Femoren lang, dünn, fast anliegend, die anderen 
ziemlich kurz und auch nicht stark. 

Hintere Augenreihe schwach procurva, um reichlich den Durch- 
messer eines Seitenauges länger als die vordere; die M. A. ein wenig 
grösser, flach, länglichrund, schräg gestellt, nach vorn konvergierend, 
unter sich um ihren längsten Radius, von den S. A. um reichlich den 
längsten Durchmesser entfernt. Augen der vorderen Reihe alle grösser, 
insbesondere die M. A., die unter sich um den Radius entfernt sind, 
die S. A. aber fast berührend. Letztere vom Clypeusrande um nicht 
den ganzen Durchmesser entfernt, Feld der M. A. länger als breit, 
vorn ein wenig breiter als hinten. Die S. A., die fast gleich gross 



— 29 — 

siml, unter sich um fast den Durchmesser der hinteren entfernt. — 
Der untere Falzranil unbewehrt, der obere mit 8 Zähnen, von denen 
der mittlere erheblich grösser ist; vor diesen scheint noch ein viertes, 
ganz rudimentäres Zähnchen vorhanden zu sein. 

Cephalothorax und Extremitäten hell bräunlich-gelb, ersterer mit 
recht feiner brauner Randlinie, schmaler schwarzer Mittelritze, schwarz- 
braunem Rand an den Ecken des Clypeus und feinen schwarzen Ringen 
um die Augen, von denen die hinteren M. A. grau-bläulich, die vorderen 
M. A, schwärzlich, die anderen gelblieh schimmern. An den Seiten 
Reste einer grauen Behaarung. Mandibeln und deren Klaue hell rot- 
bräunlich. Behaarung der Extremitäten dunkelgrau . Stachehi und 
Kralleu schwärzlich. Coxen, Femoren. Patellen und Tibien unten blass- 
gelb. Tarsalglied der Palpen hell bräunlich. Maxillen an der Spitze 
weisslich, Lippenteil ein wenig dunkler als letztere und Sternum, 
Coxen III — IV vorn mit einer schmalen, dunkelbraunen chitinisierten 
Längslinie, die nicht bis zur Basis sich erstreckt: dieselben bilden an 
der Basis vorn eine scharfe, nach innen gerichtete, gebräunte Ecke. 
Trochanteren beiderseits mit starken schwarzen gekrümmten Borsten- 
haaren. Abdomen scheint hellgelb, einfarbig, gewesen, mit ein wenig 
dunklerer Behaarung. Spinnwarzen hellgelb , mit weissem Endring. 
Lungendeckel bräunlich-gelb. Epigyne, die unreif sein wird, erscheint 
als zwei kleine bräunliche, unter sich um mehr als ihren Durchmesser 
entfernte Längsflecke unmittelbar vor der Spalte. 

Die Spinnwarzen sind an dem beschädigten Abdomen so ver- 
dreht, dass ihre gegenseitige Anordnung nicht länger ganz genau zu 
erkennen ist. Die unteren in der Mitte ganz leicht verdickt, etwa 
dreimal so lang als breit, am Ende mit 9 Spinnspulen, die einen ein- 
oder zweimal unterbrochenen kreisförmigen Ring bilden. Die oberen 
erheblich länger, aber wenig mehr als halb so breit wie die unteren, 
4 — 5 mal so lang als breit, am Ende leicht verjüngt und dadurch von 
dem etwa kugelförmigen Endglied deutlich abgesetzt ; letzteres mit zahl- 
reichen kleinen, unregelmäfsig geordneten und 1 (oder 2V) grösseren 
Spinnspulen, sowie dicht mit kurzen, gerade nach hinten gerichteten 
Borsten besetzt. Die mittleren so lang als die unteren, so dick oder 
ein wenig dicker als die oberen, am Ende stumpf gerundet und mit 
Spinnspulen wie die oberen. 

An den Beinen I — II Scopula bis oder fast bis zur Basis der Meta- 
tarsen. an III — lY anscheinend nur an den Tarsen. Dichte Unguicular- 



— 30 — 

fascikeln. Die kräftigen, in der Endhälfte stark gekrümmten Tarsal- 
krallen mit 6 — 7 ziemlich langen Zähnen. — Mandibeln kurz oberhalb 
der Mitte vorn innen höckerartig vorstehend, daher, von der Seite 
gesehen, stark knieförmig gebogen, an der Basis fast horizontal, in der 
Endhälfte vertikal ; die beiden Aussenseiten parallel, die Innenseiten 
von der Mitte an ganz schwach gegen die Spitze divergierend, dieselbe 
von vorn gesehen quergeschnitten, aussen und innen scharfeckig, wenig 
schmäler als die Basis; überall glatt, stark glänzend, vorn sparsam mit 
kurzen, gerade abstehenden Borstenhaaren besetzt; der Basalfleck hell- 
gelb, scharf markiert. — Patellarglied der Palpen noch ^2^1^! so l^-^^S 
als breit, Tibialglied reichlich doppelt so lang als breit, Tarsalglied an 
der Basis so breit als das Tibialglied, gegen die Spitze allmählich und 
stark verjüngt, ziemlich kurz und nicht dicht beborstet. — Sternum 
zwischen den Coxen II — III am breitesten, nach beiden Enden hin 
gleichmäfsig verschmälert, kurz und nicht scharf zugespitzt, vorn gerade 
quergeschnitten und nicht viel breiter als der Lippenteil an der Basis; 
letzterer mindestens noch ^/gmal so lang als an der Basis breit, das letzte 
Drittel der Maxillen erreichend. Letztere breit aber seicht eingedrückt, 
am Ende fast quergeschnitten, die innere und äussere Ecke gleich stark 
abgerundet. 

Lokalität: Rietmond, Gibeon, D.-S.-W.-Afrika (C. Berger). 

Zu Ehren des Herrn Oberstudienrat Dr. Lampert in Stuttgart 
benannt. 

Farn. ARGIOPIDAE. 

Gen. Leucaiige Wh. 1841. 
1. Leucauge festiva (Bl.) 18G6. 

Ein Exemplar von Kap der guten Hoffnung. 

Gen. Nephila Leach 1815. 

1. Nephila cruentata (Fabr.) 1793. 

Ein unreifes Exemplar von Bibundi, Kamerun (J. Weiler). 

2. Nephila submaculata Strand n. sp. 

9. Ein einziges, wenig gut erhaltenes 9? etikettiert: Kamerun 
(Schötz) ähnelt sehr Nephila maculata (Fabr.), aber die Rücken- 
höcker des Cephalothorax fehlen, der Kopfteil ist etwas stärker gewölbt, 
die vorderen M. A. sehr wenig oder kaum grösser als die hinteren und 



— 31 — 

unter sieh um ihren andcrthalben Durchmesser entfernt; das Feld der 
M. A. hinten breiter als vorn und breiter als lang. Alle M. A. trocken 
gesehen dunkel bernsteingelb. Die Mandibeln nicht so dick und stark 
gewölbt wie bei maculata. Epigyne bildet hinter der Grube einen 
Querhügel, der höher und deutlicher abgesetzt als bei maculata ist, 
sowie an der hinteren Abdachung stärker quergefurcht. — Von N. Lucasi 
Sim. durch einfarbig scliwarzes Sternuiu und ebensolche Beine, Fehlen 
der Rückenhöcker etc. leicht zu unterscheiden. 

Cephal. ohne Mand. 13,5 mm lang, zwischen den Coxen II 10,5 mm, 
der Kopfteil 8,2 mm breit. Breite des Augenfeldes 6,8 mm. Rücken- 
grube vom Clypeusraude ca 9 mm, Mandibeln 6,5 mm lang, 4 mm breit 
in der Mitte; die Klaue 4mm laug. Abdomen (beschädigt!) ungefähr 
29 mm lang und 11mm breit. Sternum 6 mm breit und lang. Lippen- 
teil 3.4 mm lang, an der Basis 3,2 mm breit. Maxillen 4,6 mm lang, 
2,9 mm breit. Palpen: Troch. + Fem. 6,5, Fat. 2,5, Tib. 3,6, Tars. 6,3, 
zusammen 18,9 mm. Beine: I Coxa 3,6, Troch. 1,5, Fem. 28,5, Fat. -f- 
Tib. 27,5, Met. + Tars. 40,5mm; II bezw. 3,6; 1,5; 23,5; 21,5; 
32 mm; III bezw. 3; 1,7; 15; 12; 19 mm; IV bezw. 3,5; 2,1; 26,5; 
21,5; 33mm. Totallänge: 1101,6; II 82,1; III 50,7; IV 86,6mm. 
Also: I, IV, IL III. 

Cephal. und Mandibeln schwarzbraun mit schwachem, violettem 
Anflug, ersterer am Hinterrande breit hellrot, Clypeusrand rötlich, Augen 
gelbrot. überall so dicht mit, in Spiritus gesehen, graugelblicher, schwach 
grünlich angeflogener, silberglänzender, anliegender, feiner Behaarung 
bedeckt, dass die Grundfarbe nur an abgeriebenen Stellen zum Vorschein 
kommt. Mandibeln an der Spitze tiefschwarz, unten mitten hellrot; die 
Klaue schwarz, am Ende gerötet. Sternum und Lippenteil schwarz, letzterer 
an der Spitze schmal gelblich weiss umrandet, Maxillen an der Basis 
schwarz, sonst schwarzbraun, am Innenrande schmal hellgelblich. Coxen 
und Trochanteren dunkel braunrot, an den Seiten schwärzlich, die übrigen 
Glieder schwarz, Femoren an beiden Enden ganz schmal rötlich umrandet 
oder mit undeutlichem Seitenfleck. Tarsalglied der Falpen schwarz, 
Tibialglied schwarzbraun, die übrigen Glieder rötlich. Alle Extremitäten 
leicht violettlich glänzend. Die Färbung des Abdomen in seinem stark 
beschädigten Zustande nicht genau zu erkennen; oben orsclieint es 
bräunlichgelb mit einer lielleren Längsbinde, die vielleicht aus vielen 
Längslinien zusammengesetzt ist und drei Faare grosser, unregclmäfsig 
quer- oder schräggestellter rötlicher Flecke (Muskelpunkte V) einschliesst, 



— 32 — 

von denen Paar No. 1 und 2 (von vorn an) ein längeres als breites 
Kechteck bilden und noch weiter vom Paar Nr. 3 als unter sich ent- 
fernt; die Flecke des letzteren unter sich weiter entfernt und ein wenig 
kleiner als die der übrigen Paare. Kurz hinter der Basis eine schmale 
(so breit wie die Metatarsen), parallelseitige, scharf begrenzte, oben 
gerade, an den Seiten leicht nach vorn gebogene Querbinde weiss oder 
hellgelb und eine ebensolche, an den Enden sich erweiternde Binde 
scheint am oberen Rande der Basalseite vorhanden gewesen ; letztere 
sonst braun mit einem weisslichen, dreieckigen Fleck in der Mitte. 
Bauch und Seiten braungelb, an letzteren von der Basis bis fast zur Mitte 
eine weisse, nach oben leicht konvex gebogene Längslinie, am Ende der 
Spalte ein schmaler Querfleck, hinter diesem zwei nebeneinander gestellte, 
kleine, runde und dann eine sich bis zu den Spinnwarzen erstreckende 
Reihe von 5 ebensolchen Flecken, deren Zwischenräume nach hinten 
an Grösse zunehmen; alle diese Flecke weiss (oder gelb?). Am Bauche 
hinter der Spalte zwei weisse unter sich weit entfernte Flecke von der 
Grösse der Seitenttecke ; hinter diesen bis zu den Spinnwarzen vier Reihen 
von je etwa 5 — 6 ganz kleinen, weissen, rundlichen Querflecken. Epi- 
gaster und Lungendeckel dunkel rotbraun, Enden der Spalte schwarz, 
Grube der Epigyne rot, der Hügel der letzteren in der Mitte schwarz, 
an den Seiten rötlich, vorn und hinten schwarz begrenzt. Beiderseits 
der Epigyne ein graugelbliches, braungesprenkeltes, dreieckiges Querfeld. 
Am unteren Falzrande der Mandibeln vier starke, konische, sich 
an der Basis berührende Zähne, von denen der vorletzte der grösste 
ist; am oberen Rande 3, von denen der mittlere der grösste und dem 
vordersten, kleinsten, am nächsten steht. — Stern um so breit als lang, 
zwischen den Hinterseiten der Coxen I am breitesten, vorn zweimal ganz 
leicht ausgerandet, — mit ganz stumpf nach vorn und ein wenig nach innen 
gerichteten Ecken, diese sowie die Mitte des Vorderrandes schwach 
erhöht, keine deutlichen Höcker bildend, ebenso die Seiteneindrücke vor 
den Coxen recht schwach; der Seitenrand leicht wellig. — Abdomen 
soweit erkennbar wie bei N. maculata: lang, schmal, fast cylindrisch, 
an der Basis doch etwas dicker als hinten und Cephalothorax kurz über- 
ragend. Die Grube der Epigyne tief und scharf abgesetzt, nur etwa 
1,2 mm breit und 0,7 mm lang, im Grunde glatt, glänzend; das Feld 
vor derselben in einer Breite von ca. 4 mm flach, fein und dicht quer- 
gestreift, matt. Der Hügel an beiden Seiten von der Umgebung abge- 
setzt, oben glatt glänzend, an der vorderen und noch mehr der hinteren 



— 33 — 

Abdachung dicht quergestreift und glanzlos ; letztere auch fein runzelig 
und mit zwei tieferen Querstreifen, sowie etwa doppelt so breit als 
lang (bezw. 2 und 1,1 mm), die Spalte etwas überragend und durch 
eine tiefe, von der umgebenden Bauchhaut grösstenteils verdeckte Quer- 
furche dorsalwärts begrenzt. 

Trocken erscheinen die beschriebenen weissen Flecken rein silber- 
weiss glänzend und ebensolche Behaarung findet sich in der Basalhälfte 
der vorderen Femoren, während an den hinteren dieselbe trüber, mehr 
graulich erscheint ; sonst sind die Grlieder schwarz behaart und bcstachelt. 
Die Stacheln der Femoren äusserst kurz, die der Metatarsen bis zur 
halben Länge des Durchmessers derselben, die der Tibien jedenfalls 
nicht länger. Bauch erscheint trocken ein wenig heller als die Seiten. 

3. Nephila femoralis (Luc.) 1858). 
Lokalität: Kamerun (Schötz). 

Gen. Argiope Aiid. 1825. 

1. Argiope trifasciata (Forsk.) 1775. 

2. Argiope nigrovittata Th. 1859. 

Beide von Kap der guten Hoffnung, letztere auch von Rietmond, 
D.-S.-W.-Afrika (C. Berger). 

3. Argiope lobata (Fall.) 1772. 

Lokalität: Rietmond, D.-S.W.-Afrika (C. Berger). 

Gen. Cyrtophora Sim. 1864. 

1. Cyrtophora citricola (Forsk.) 1775. 

Ein Exemplar von Rietmond, D.-S.-W.-Afrika (C. Berger). 

Farn. THOMISIDAE 

Gen. Thaiiatus C. L. Koch 1837. 

1. Thanatus Pagenstecheri Strand n. sp. 

9. Totallänge 10 mm. Cephal. 2,9 mm lang, 2,6 mm breit, am Clypeus 
1,3mm. Abdomen 6,5mm lang, 4,2mm breit. Deine: I Fem. 3,5, 
Pat. + Tib. 7, Met. + Tars. 3,5 mm ; II bezw. 4 ; 4,6 ; 4,2 mm ; III bezw. 
3,5; 3,8; 3,5 mm; IV bezw. 3,8; 4; 4 mm. Totallänge: 111: II 16,8; 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 3 



— 34 — 

III 10,8: IV 11,8mm. Also: II, IV, I, III. Palpen: Fem. 1, Pat. 
-|- Tib. 1, Tars. 0,9 mm, zusammen 2,9 mm. Sternum 1,7 mm lang, 
1,6 mm breit. Coxen -[- Troch. I 1,3, IV 1,6 mm lang. 

Bestachelung : Femur I in der Endhälfte oben 1. 1, vorn 1. 1. 1, 
hinten 1. 1 ; II oben und hinten je 1. 1. 1, vorn 1. 1; III oben mitten 
1. 1. 1, vorn und hinten je 1, 1; IV oben mitten 1. 1. 1, vorn an 
der Spitze 1, hinten ebenda 1. 1, Patellen IV hinten 1, die anderen 
scheinen unbewehrt zu sein, alle Tibien unten 2. 2. 2, vorn und hinten 
je 1. 1. 1, III — IV ausserdem oben in der Endhälfte 1, jedenfalls III 
auch gegen Basis 1 ; Metatarsen I — II unten 2. 2 (Basis und Mitte), 
vorn und hinten an der Basis je 1, III — IV unten 2. 2, vorn und hinten 
je 1. 1, alles in der Endhälfte. Palpen: Fem. oben unweit der Spitze 
1. 2, Patellarglied oben und innen je 1, Tibialglied nahe der Basis 
oben 1, innen 1, vielleicht noch aussen 1, Tarsalglied unten 2. 2, vorn 
und oben an der Basis je 1 Stachel. 

Die Färbung offenbar schlecht erhalten. Cephal. und Extremitäten 
blassgelb, ersterer mit zwei olivenfarbig graubraunen Längsbinden, welche 
von der Grundfarbe frei lassen : vom Clypeusrande bis zum Hinterrande 
eine um die Vorderaugen undeutlich unterbrochene Längsbinde von 
der Breite des Augenfeldes, die hinter der Mitte einen olivengraubraunen, 
keilförmigen, nach hinten zugespitzten Längsfleck einschliesst, beiderseits 
eine Randbinde, die besonders vorn viel schmäler, oben etwas wellen- 
förmig begrenzt ist und sich zu den Ecken des Clypeus hinzieht, da- 
selbst von der Mittelbinde durch einen schmalen, olivenfarbenen Streif 
getrennt. Alle Augen in schmalen, sich innen ein wenig erweiternden, 
tiefschwarzen Ringen. Mandibeln gelblich, kurz oberhalb der Mitte mit 
einer olivenfarbigen undeutlichen Querbinde ; die Klaue bräunlich. Ganze 
Unterseite des Cephal, blassgelb, Lippenteil ein wenig dunkler, Coxen 
an beiden Enden fein dunkler umrandet. Endglied der Palpen ganz 
leicht bräunlich. Femoren, Patellen und Tibien unten und an den 
Seiten fein und undeutlich grau gesprenkelt und punktiert, die Femoren 
oben mit zwei schmalen, parallelen, in der Mitte unterbrochenen, un- 
deutlichen Längslinien. Sonst die Extremitäten wegen der dunkelgrauen 
Behaarung und braunen Stacheln dunkler erscheinend. Abdomen erscheint 
nunmehr blassgrau mit undeutlicher dunklerer Retikulierung, unten mit 
Andeutung vier schmaler, dunklerer, paralleler Längsstriche, von denen 
die beiden inneren, sich stark genäherten, nur vorn, die beiden äusseren, 
unter sich weit entfernten, nur hinten erkennbar sind. Oben mit 



— 35 — 

Andeutung eines dunkleren Herzstreifens wie gewöhnlich bei Thanatus; 
derselbe erreicht nicht ganz die Mitte des Rückens und seine grösste 
Breite ist gleich der Länge der von 3 der hinteren Augen gebildeten 
Reihe. Spinnwarzen blass. 




Fig. 3. 

Epigyne erscheint in Spiritus gesehen (Fig. 3) als ein ganz kleines 
rundliches, dicht vor der Spalte gelegenes, hellbräunliches Feld, das 
kurz innerhalb des Randes eine schmale, schwarze, etwa halbkreisförmig 
(vorn offene) gebogene Linie zeigt; innerhalb des Kreises zwei schwarz- 
braune, innen parallele, unter sich um weniger als ihre Breite getrennte, 
vorn zugespitzte und plötzlich nach aussen umgebogene liängsstreifen. 
Trocken erscheint Epigyne als eine seichte, vorn offene, runde Grube, 
die von einem schmalen, scharf erhöhten Rand (die schwarze Linie) 
begrenzt wird und zwei schwarze, etwas unregelmäfsige, wenig deutliche, 
niedrige Längserhöhungen aufweist. Die Grube glatt, schwach glänzend. 

Hintere Augenreihe nicht sehr stark recurva: eine die M, A. hinten 
tangierende Gerade würde die S. A. vorn berühren ; letztere viel grösser 
und stark vorstehend ; die vier Augen etwa gleich weit unter sich ent- 
fernt. Vordere Reihe stärker recurva gebogen und viel kürzer, jedoch 
reichlich um den doppelten Durchmesser ihrer S. A. länger als die Reihe 
der hinteren M. A. Höhe des Clypeus etwa gleich der Länge des 
mittleren Augenfeldes. — Mandibeln an der Basis knieförmig vor- 
gewölbt. 

Lokalität: Rietmond, Gibeon, D.-S.-W.-Afrika (C. Berger.) 

Zu Ehren des Herrn Geheimrat Dr. A, Pagenstecher in Wies- 
baden benannt. 

Farn. CLUBIONIDAE. 

Gen. Heteropoda Latr. 1804. 
1. Heteropoda venatoria (L.) 1758. 

Mehrere Exemplare von Bibundi, Kamerun (J. Weiler). Es gibt 
darunter unreife Exemplare, bei welchen Clypeus deutlich niedriger als 
der Durchmesser der vorderen S. A. lang ist (also wie bei H. Blaesei), 
aber die M. A. sind wie bei venatoria und die reifen Exemplare ($9) 

3* 



— 36 — 

gehören alle zv/eifellos letzterer Art an. — Ferner Exemplare aus 
Kilwa, Ost-Afrika (A. Hoff mann), sowie aus Kamerun ohne nähere 
Angaben, 

2. Heteropoda Blaesei Sim. 1902. 

Von Bibundi, Kamerun (J. Weiler) liegt ein cf vor, das wohl 
zweifellos zu dieser bisher nur im weiblichen Geschlecht bekannten Art 
gehören wird, indem die Augenstellung sich wie beim 9 durch : vordere 
M. A. grösser als die hinteren, vordere S. A. um weniger als ihren 
Durchmesser vom Rande entfernt, auszeichnet. Auch sonstige wesent- 
liche Abweichungen von der Beschreibung des Weibchens finden sich 
nicht (von den Kopulationsorganen natürlich abgesehen 1). 

Cephal. 7 mm lang und breit. Augenfeld 3,5 mm breit, Mandibeln 
2,9 mm lang, beide zusammen 3,1 mm breit, Abdomen 7 mm lang, an 
der Basis 4, hinter der Mitte 7mm breit. Beine: I Fem. 9,5, Fat. 
-f Tib. 12,5, Met. + Tars. 12mm: II bezw. 9,3; 12,3; 11,5 mm; 
III bezw. 8; 10,5; 9,5mm (IV fehlen!). Palpen: Fem. 2,9, Fat. 1,3, 
Tib. 1,4, Tars. 3,5mm lang. — Bestachelung (Bein IV fehlt!): Alle 
Femoren oben 1. 1. 1, vorn und hinten je 1. 1. 1, alle Patellen vorn 
und hinten je 1, Tibien I unten 2. 2. 2. 2, oben vorn und hinten je 
1. 1, II hinten nur 1, sonst wie I, III unten 2. 2. 2, vorn, hinten und 
oben je 1. 1 ; Metatarsen I in der Basalhälfte unten 2. 2, vorn und 
hinten an der Basis je 1 ; II und III unten und hinten wie I, vorn 
1. 1 Stacheln. Palpen: Fem. an der Spitze oben 1. 1, aussen 1, 
innen 2, Pat. aussen und innen je 1, Tibialglied innen 2, oben und 
aussen je 1 Stachel. 

Femoralglied der Palpen innen an beiden Enden mit einem grossen 
dunkelbraunen Fleck; ein ähnlicher findet sich an der Basis der Femoren I. 
Ersteres fast gerade und fast nicht zusammengedrückt, gegen das Ende 
allmählich und ganz leicht verdickt ; Patellarglied an der Basis ein wenig 
schmäler als das Femoralglied, am Ende breit gerundet, etwa ^/g länger 
als breit; Tibialglied am Grunde stark verschmälert (kaum = ^/y der 
Breite des Patellargliedes), innen ganz leicht, aussen stärker gegen das 
Ende erweitert, dasselbe schräg geschnitten, mit der inneren Ecke etwas 
zugespitzt, die äussere in zwei Fortsätze ausgezogen, die von oben ge- 
sehen nach vorn und aussen gerichtet erscheinen, der obere ziemlich 
gleichbreit, leicht gegen das Ende verjüngt, etwa dreimal so lang als 
breit oder so lang als ^/g der grössten Breite des Tibialgliedes und leicht 



— 37 — 

nach vorn konvex gebogen, der untere mehr nach aussen gerichtet, an der 
Basis dicker, an der Spitze dünner als der obere; beide tiefschwarz. 
Von aussen und etwas von hinten gesehen erscheinen die Tibialfortsätze 
an der Basis zusammenhängend und bilden zusammen einen platten- 
förmigen, quergestellten Fortsatz, der etwa die ganze Breite des Gliedes 
einnimmt, in und oberhalb der Mitte von der Spitze an tief rundlich 
ausgeschnitten ist und dadurch in zwei Teilen gespalten, von denen der 
obere der längste ist, nach vorn gerichtet, ganz leicht nach oben konvex 
gebogen, ziemlich gleichbreit, mehr als doppelt so lang als breit, am 
Ende stumpf zugespitzt ; der untere erscheint rechteckig und breiter als 
lang, etwas mehr von vorn und aussen gesehen dagegen am Ende breit 
ausgerandet, mit der unteren Ecke am stärksten vorstehend. Tarsal- 
glied von oben lanzettförmig erscheinend, von der Basis bis kurz hinter 
der Mitte beiderseits gleichmäfsig erweitert und hier nicht ganz halb 
so breit als lang (bezw. 1,5 und 3,5 mm), dann allmählich und stark 
gegen die Spitze verjüngt. Der hellrote, breit eiförmige Bulbus von 
einer starken, schwarzen, kreisförmig gekrümmten Spirale umgeben und 
an der Spitze in einen kleinen, nach vorn, aussen und unten gerichteten, 
weisslichen, durchscheinenden, membranösen , unregelmäfsigen Fortsatz 
verlängert. 

Gen. Palystes L. K. 1875. 

1. Palystes modificus Strand n.- sp. 

(^f . Wahrscheinlich mit irgend einer der nur im weiblichen Geschlecht 
beschriebenen Palystes-Arteu identisch; auch sind die existierenden 
Beschreibungen von (^fcf zum grossen Teil so unvollständig, dass eine 
sichere Bestimmung nur nach den Beschreibungen (und Figuren) in 
vielen Fällen unmöglich ist. 

Totallänge 26 mm. Cephal. 12 mm lang, 9,5 mm breit, am Kopf- 
teile 5,5 mm breit. Abdomen 13,5 mm lang, 8 mm breit. Beine 

I Coxa + Troch. 5, Fem. 14, Fat. 6, Tib. 14, Met. 13,5, Tars. 4 mm 

II bezw. 5,5; 14,2; 6; 14; 13,5; 4 m; III bezw. 5 ; 11; 4,5; 10; 9 
3,5 mm; IV bezw. 5,5 ; 13; 4,5; 11; 11,5; 4 mm. Totallänge: 156,5 
II 57,2; III 43; IV 49,5 mm, ohne die beiden Grundglieder: I 51,5 
II 51,7; III 38; IV 44 mm. Also: II, I, IV, III. Palpen: Fem. 5, 
Fat. 2,2, Tib. 3, Tars. 5 mm, zusammen 15,2 mm. 

Färbung in Spiritus. Cephalothorax und Extremitäten im Grunde 
rötlich hellbraun, vorn am Kopfteile und um die Mittelritze, sowie an 



— 38 — 

einer ganz sclimalen. undeutlichen Submarginalbinde dunkler; die Seiten 
mit weisslicher, schwach graulicher oder gelblicher Behaarung, die an 
den Kopfseiten reiner weiss und mehr gleichmäfsig erscheint, am Brust- 
teile im oberen Drittel dichter und dadurch als eine schärfer markierte 
Längsbinde hervortritt als die, welche den unteren Teil der Seiten bedeckt : 
der Rand mit schmaler, dichter, weisser, oben undeutlich dunkler ange- 
legter Haarbinde, Die von der G-rundfarbe gebildete jMittelbinde ist am 
Anfang des Brustteiles und an der hinteren Abdachung etwa so breit 
als das Tibialglied der Palpen lang, um die Mitte der Mittelritze 
erweitert und etwa so breit als Patella lY lang; der Rand der Binde 
etwas wellig. Letztere mit sparsamer, dunklerer Behaarung ; zwischen 
den hinteren M. A. bis zur Eückengrube erstreckt sich eine schmale 
weisse Haarlinie und je eine ähnliche zieht von den hinteren S. A. nach 
hinten und schräg nach hinten und unten. Clypeusrand mit rein weisser, 
nach beiden Enden zugespitzter, die vorderen M. A. unten tangierender 
Haarbinde. Augen in schmalen, schwarzen, sich innen erweiternden, 
wenig deutlichen Ringen. Mandibeln und Klaue schwarz, letztere an 
der Basis nicht rot, erstere nicht dicht mit mäfsig langen, ziemlich 
feinen, abstehenden, grauweisslichen Haaren und ebenso gefärbter, eben- 
falls wenig dichter Grundbehaarung ; Bürste des vorderen Falzrandes 
matt rötlichgelb, die des hinteren Randes, sowie der Mandibeln dunkler; 
Lippenteil schwarz, leicht bläulich glänzend, mit schmalem, hellerem 
Vorderrande, Maxillen schwarz, gegen die Spitze gebräunt, diese selbst, 
besonders innen, gelblichweiss. Sternum hellbraun, hellgrau behaart, 
mit schmaler, schwarzer, gleichbreiter Querbinde zwischen den Coxen IL 
Alle Coxen unten hellgelb, an den Seiten gebräunt, mit grauweisslicher 
Behaarung, Femoren im Grunde heller als Cephalothorax, besonders 
unten dicht mit kleinen weissen und braunen Punktflecken besetzt ; oben 
sind solche schon schwer erkennbar. Die übrigen Glieder so dunkel 
oder dunkler als Cephal,, alle sparsam mit mäfsig langen, feinen, grau- 
gelblichen und grauweisslichen abstehenden Haaren bekleidet und jeden- 
falls an Patellen und Tibien ähnlich wie die Femoren, sehr undeutlich, 
punktiert; an der Basis aller Stacheln je ein etwas grösserer weisser 
Punktfleck ; die Stacheln selbst schwarz. Scopula grau, an allen Paaren 
bis zur Basis der Metatarsen reichend, in der Basalhälfte dieser jedoch 
dünner und mit langen, feinen, abstehenden Haaren sparsam untermischt. 
Tibien unten mit dichterer Grundbehaarung, aber nicht scopuliert, mit je 
einem grossen schwarzen Fleck etwa in der JMitte und an der Basis, der 



— 39 — 

an den beiden Hinterpaaren nicht oder kaum erkennbar ist. Alle Tarsen 
oben an der Basis mit kleinem, tiefschwarzem Fleck. Palpen bräunlich- 
gelb, weisslich behaart, Endglied braun mit grauer Behaarung. Abdomen 
oben braun, mit dunkelbrauner, nicht scharf hervortretender, regelnicäfsig 
begrenzter, bis zur hinteren Abdachung reichender, vorn parallelseitiger, 
hinten allmählich zugespitzter und undeutlicher werdender, einfarbiger 
Mittellängsbinde, die vorn so breit als das Patellargiied lang ist. Unter- 
seite heller, mit graulichem, von zwei aus kleinen, tiefschwarzen Punkten 
gebildeten Reihen begrenztem Mittelfeld; diese Punktreihen enden vor 
den Spinnwarzen, sind an beiden Enden leicht nach aussen gebogen, 
sonst parallel und unter sich um nicht ganz die Länge der Coxen ent- 
fernt. Innerhalb dieser zwei andere ähnliche, aber undeutliche Reihen, 
die nach hinten leicht divergieren und vorn unter sich um weniger als 
ein Drittel der Breite des Mittelfeldes getrennt sind. Spinnwarzen wie 
der Bauch, am Ende ein wenig heller. Epigaster und eine schmale, 
der Spalte hinten anliegende Querbinde schwärzlich , ersteres in der 
Mitte mit hellerem, hinten durch eine schmale, reinweisse • Querbinde 
begrenztem, epigyneähnlichem Längsfieck, der vorn zwei schmale, schräg- 
gestellte, nach hinten divergierende, schwarze Längsflecke und hinter diesen 
zwei oder mehr kleine, runde, schwarze Punkte einschliesst. Trocken 
gesehen erscheint das Tier graubräunlich, indem die helleren Punkte der 
Extremitäten auch dann wenig auffallen; nur die Seitenbinden des 
Cephal. heben sich ganz scharf gelblich- und graulichweiss ab; die 
Clypeusbinde weiss. Mittelbinde des Cephalothorax graubräunlich behaart. 

Bestachelung. Alle Femoren oben 1. 1 (Mitte und Apex), I — II 
vorn L 1. 1 in gebogener Reihe, hinten 1. 1 (Mitte und Apex), III 
vorn und hinten je 1. 1, lY vorn 1. 1, hinten an der Spitze 1; alle 
Patellen vorn und hinten je 1 ; alle Tibien unten 2, 2, 2, vorn und 
hinten am Anfang des letzten und Ende des ersten Drittels je 1, oben 
1. 1 (basal und submedian); alle Metatarsen in der Basalhälfte unten 2. 2, 
vorn und hinten je 1. 1, IV ausserdem an der Spitze vorn und hinten 
je 2 kleine Stacheln, I — III scheinen an der Spitze unbewehrt zu sein. 
Palpen: Femoralglied nahe der Spitze oben 1. 2, vorn und hinten je 
1 Stachel, Patellargiied aussen und innen je 1, Tibialglied mit einem 
subbasalen Yerticillus von 4 Stacheln (oben und aussen je 1, innen 2), 
innen subapical 1 Stachel. 

Hintere A u g e n reihe ganz leicht recurva; die Augen gleich gross, 
die M. A. unter sich um kaum ihren Durchmesser, von den S. A. um 



— 40 — 

denselben und letztere ebenso weit von den vorderen S. A. entfernt. 
Eine Linie durch das Zentrum der Augen I leicht recurva ; die M. A. 
erheblich kleiner als die S. A. und etwa so gross als die hinteren Augen, 
unter sich um den Radius, von den S. A. kaum halb so weit entfernt. 
Feld der M. A. (zwischen den Aussenrändern gemessen) 2 mm lang, 
hinten 1,7, vorn 1,5 mm breit. Hintere Reihe 3,7, vordere 3,2 mm 
lang. — Mandibeln reichlich so lang als beide an der Basis breit (bezw. 
5,5 und 5 mm), die Klaue nur halb so lang (2,5 mm). Am oberen 
Falzrande 3 Zähne, von denen der mittlere der grösste ist, am unteren 
scheinen 3 gleich grosse Zähne vorhanden zu sein. — Femoralgiied der 
Palpen ganz leicht gebogen und zusammengedrückt, gegen die Spitze 
schwach erweitert, daselbst reichlich so breit als das Patellarglied : dieses 
parallelseitig, kaum noch ^j^mal länger als breit; Tibialglied gegen die 
Spitze ganz schwach erweitert, reichlich doppelt so lang als an der Spitze 
breit, daselbst aussen in einen schwarzen, von der Basis bis zur ziemlich 
stumpfen Spitze allmählich verjüngten Fortsatz verlängert, von aussen 
gesehen am Ende des basalen Viertels nach oben konvex gebogen, dann 
fast gerade (die Oberseite ganz leicht nach oben konvex gebogen) nach 
unten und vorn gerichtet, die Spitze etwa bis zur Mittellängslinie der 
Seiten des Tarsalgliedes reichend, die Länge fast noch ^j.^mal grösser 
als die Höhe des Tibialgliedes an der Spitze ; von oben und etwas von 
vorn gesehen erscheint er an der Basis aussen gewölbt, dann gerade 
nach vorn und aussen, parallel zur Seite der Lamina tarsalis und von dieser 
entfernt, gerichtet, die Spitze nach innen, gegen das Glied, leicht 
gekrümmt. Von innen und etwas von vorn bemerkt man in der Mitte 
der Unterseite des Fortsatzes einen ganz kleinen Höcker. U. a. durch 
die gegen das Tarsalglied leicht gebogene Spitze des Fortsatzes unter- 
scheidet dieser sich von demjenigen des Palystes superciliosus L. K. 
Tarsalglied gegen beide Enden zugespitzt, die grösste Breite am Ende 
des basalen Drittels, daselbst weniger als halb so breit wie lang (bezw. 
2 und 5 mm). Bulbus viel Ähnlichkeit mit demjenigen von Palystes 
superciliosus L. K., erscheint aber von aussen, senkrecht auf das 
Glied gesehen, unten ganz gradlinig begrenzt und am Ende quergeschnitten, 
eine ziemlich scharfe Ecke bildend ; bei s u p e r c i 1 i o s u s dagegen ebenda 
breit gerundet und schräg geschnitten, keine Ecke bildend. 

Ein zweites Exemplar, das wohl derselben Art angehört, ist erheblich 
kleiner und die Spitze des Tibialfortsatzes erscheint ein wenig stärker 
gegen das Tarsalglied gerichtet (von oben gesehen) : die Dimensionen 



— 41 — 

sind: Totallänge 18 mm. Cephal. 8 mm lang, 6,5 mm breit, Beine: 
I Fem. 11,5, Pat. + Tib. 15, Met. + Tars. 13,5 mm; II gleich I; 
III bezw. 9; 10,5; 9mm; IV bezw. 11; 11,5; 11,5mm. TotalLänge: 
I 40, II 40, III 28,5, IV 36 mm. — Diese Form kann als var. minor m. 
unterschieden werden. — Auch Palyst. superciliosus variiert in 
Grösse erheblich, 

Lokalität: Kap der guten Hoffnung, 

Gen. Ctenus Walck. 1805. 

1. Ctenus Burtoni F. Cbr. 1898, 

Ein 5 von Bibundi, Kamerun (J, Weiler). 

Zu der Originalbeschreibung bezw. den Figuren wäre zu bemerken, 
dass die Figuren 3 a und 3 b verwechselt sind : es ist die Figur 3 a der 
Tafel, welche „lateral view" darstellt und 3b von oben gesehen, nicht 
umgekehrt, wie es in der Tafelerklärung steht. Sonst stimmen die 
Figuren ganz, nur scheint mir der Zwischenraum der Augen I und II 
ein wenig kleiner zu sein als er gezeichnet ist. Trocken gesehen er- 
scheinen die Zwischenräume der Augen der hinteren Reihe ein wenig 
kleiner als angegeben; Augenfeld breiter, wenn auch unbedeutend (nur 
durch genaue Messung zu erkennen !) als lang ; vordere M. A. weniger 
unter sich als von den hinteren M. A. entfernt. Clypeus kaum noch 
ein halbmal so hoch als der Durchmesser der vorderen M. A. lang. 
Wenn es in der Originalbeschreibung steht: „Palpus two and a half 
times longer than broad", so ist das natürlich ein Lapsus; es soll heissen: 
„Tibia (of palp) two etc." — Dass alle Tibien und Metatarsen (am 
meisten an den Vorderparen) unten mit dichter, sehr feiner, gerade 
abstehender, langer Behaarung bekleidet sind, wird in der Beschreibung 
nicht erwähnt (vielleicht bei der Type abgerieben). Sternum schwarz- 
braun, Coxen schwärzlich, Ventralbinde tiefschwarz. Die Tibien zeigen 
trocken gesehen 3 — 4 hellere Flecke oder Halbringe oben. Die Total- 
länge meines Exemplares ist kaum 22 mm, aber Cephal. wie bei der Type 
12 X 9,5 mm. Länge der Beine: I Fem. 15,3, Pat. -f- Tib. 21, 
Met. 16,5, Tars. 5.7mm; IV bezw. 14; 16,5; 18,5; 4,5m. Palpen: 
Fem. 6,5, Pat. 3, Tib. 3,2, Tars. 4,8 mm. 

In demselben Glas befand sich ein unreifes Ctenus cf, das in 
Färbung und Augenstellung so gänzlich mit dem obigen Exemplar 
stimmt, dass es dieselbe Art sein wird; die lange Wimperbehaarung 



— 42 — 

der Tibien und Metatarseii fehlt jedoch hier und die schwarze Bauch- 
binde erweitert sich in der vorderen Hälfte bis auf die Seiten. Die 
relativen Dimensionen, die zur Wiedererkennung auch der unreifen 
Tiere wesentlich beitragen werden, ergeben sich aus folgendem: Cephal. 
11mm lang, 9 mm breit. Abdomen 11mm lang, 6 mm breit. Beine: 
I Fem. 10,2, Fat. 4,6, Tib. 10, Met. 9,5, Tars. 3,3 mm; II bezw. 10: 
4,5; 9; 9; 3,3 mm; III bezw. 8,5; 3,8: 6,5; 7,5; 3 mm; IV bezw. 
10; 4; 8,5; 12; 3,5mm. Totallänge: I 37,6: II 35.8; III 28,8; 
IV 38mm. Mandibeln so lang als Patella I. Palpen: Fem. 4,6, Pat. 
2,5, Tib. 2,5. Tars. (NB. unreif!) 4,5 mm. 



Farn. OXYOPIDAE. 

Gen. Peucetia Thoreil IS 70. 
1, Peucetia Lampei Strand n. sp. 

cT. Totallänge 10 mm. Cephal. 4 mm lang, 2,9 mm breit, das Augen- 
feld 1,1mm breit. Abdomen 6 mm lang, 2,4 mm breit. Länge der 
Mandibeln 1,6. Breite der beiden an der Basis 1,4 mm. Höhe des 
Gesichtes 1,35mm. Palpen: Fem. 2,8, Pat. 1,25, Tib, 1,6, Tars. 1,5mm 
lang. Beine: I Fem. 7,3, Pat. + Tib. 8.5, Met. 9, Tars. 3,5m: 
II bezw. 6,5; 7,5; 7,5; 3 mm; III bezw. 5,5; 5,5; 5,5; 2 mm: 
IV bezw. 6,5; 7; 7; 1,9mm. Totallänge: I 28,3; II 24,5; III 18,5; 
IV 22,4 mm. 

Bestachelung: Alle Femoren oben am Ende des ersten 
und zweiten Drittels je ein Stachel, von denen jedenfalls die des 
I. Paares eine Länge von 1,5 mm erreichen, vorn und hinten in der 
Endhälfte je 1. 1. 1 Stacheln; die Femoren I — II unten mit zwei 
Reihen von je 13 regelmäfsig gestellten Haaren, III — IV mit ebensolchen 
von je 10; oben scheint die Behaarung mehr unregelmäfsig gewesen 
und in der Basalhälfte am dichtesten. Alle Patellen oben an der Spitze 
1 langer (1,5 mm) Stachel, oben an der Basis und hinten scheint je 
1 Borste vorhanden gewesen. Alle Tibien oben 1. 1 (basal und sub- 
median oder subapical) vorn und hinten (am Ende des ersten und 
zweiten Drittels) je 1. 1, unten 2. 2 (subbasal und submedian). Alle 
Metatarsen mit je einem subbasalen und submedianen Verticillus von 
4 Stacheln, von denen die beiden dorsalen ein wenig weiter basalwärts 
stehen. Palpen: Fem. oben 1. 1. 2, Pat. oben an der Spitze 1, Tibial- 



— 43 — 

gliecl innen kurz hinter der Mitte ein starker, 1,2 mm langer, nach innen 
und ein wenig nach vorn gerichteter und nach oben konvex gebogener 
Stachel und ein ähnlicher scheint an der Innenseite vorhanden gewesen. 

Hintere Augenreihe so schwach procurva, dass eine die M. A. 
vorn tangierende Gerade die S. A. in oder vor dem Zentrum schneiden 
würde ; die M. A. ein klein wenig grösser, unter sich und von den 
S. A. etwa um den Durchmesser entfernt. Augen I unter sich um 
ihren IV27 von den Augen II um ein wenig mehr als ihren einfachen 
Durchmesser entfernt; letztere unter sich um die Länge der Reihe I, 
von den hinteren S. A. um nicht ganz ihren Durchmesser entfernt. 

Färbung. Cephal. und Extremitäten bräunlichgelb, ersterer auf dem 
Occiput eine V-förmige, vorn offene, hellere Figur, über die Seiten des Brust- 
teiles eine höchst unregelmäfsige, undeutliche und in Flecken aufgelöste 
grauliche Längsbinde und ebensolche Sprenkel um die Mittelritze, hinter 
den Augen zwei aus kleinen schwarzen Punkten, bezw. Haarwurzeln 
gebildete Querreihen, die vordere aus 4, die hintere aus 2 bestehend ; 
Augenfeld tiefschwarz, weiss behaart. Clypeus ebenso wie die Mandibeln 
blassgelb, ersterer an den Ecken des Randes mit schwarzem Fleck, von 
den vorderen Augen bis zur Mitte der Mandibeln zwei schmale, schwer 
erkennbare grauliche Striche. Mandibeln an der Spitze grünlich, ebenso 
die Klaue an der Basis, letztere in der Endhälfte hellbraun. Maxillen 
w'eisslich, Lippenteil mit grünlichem Anflug. Sternum und Coxen wie 
die Femoren mit kleinen undeutlichen grauen Punkten unregelmäfsig 
überstreut, wahrscheinlich je 1 an den Haarwurzeln, an den Femoren 
I — II unten vorn eine Reihe deutlicherer ebensolcher, oben sind die- 
selben weniger zahlreich, sowie verwischt. Tibien und Metatarsen nur 
an der Basis der Stacheln punktiert. Endglieder ein klein wenig mehr 
bräunlich. Abdomen hellgrasgrün, oben hinter der Basis mit einem 
dunkelgrasgrünen, an beiden Enden scharf zugespitzten, 1,2 mm langen 
und halb so breiten Herzstreifen, der in der Mitte jederseits einen 
schmalen, sich verzweigenden Seitenast, sowie einige feine Seitenschräg- 
linien entsendet. Längs des ganzen Rückens zwei schmale, undeutliche, 
nach hinten konvergierende, aber sich nicht vereinigende weissliche 
Längsstreifen. Längs der Mitte des Bauches eine nach hinten ver- 
schmälerte (vorn 1,3, hinten 0,6 mm breite), in der Mitte dunklere, 
w-eissliche Längsbinde, die bei ganz frischen Exemplaren vielleicht nur 
als zwei schmale getrennte Seitenstreifen auftritt. Epigaster in der 
Mitte des Hinterrandes mit einem kleinen, dunkler grün gefärbten 



— 44 — 

Fleck und vor diesem einen weisslichen Längsstreifen, Spinnwarzeu 
einfarbig grün. 

Cephalothorax und Abdomen von gewöhnlicher Form. Femoral- 
glied der Palpen erscheint von oben gesehen leicht gebogen, am Ende 
ein klein wenig breiter als an der Basis, von der Seite gesehen parallel- 
seitig, in den distalen ^j^ deutlich nach oben konvex gebogen, am Ende 
sehr schräg geschnitten; Patellarglied an der Basis erheblich schmäler 
als am Ende, letzteres so breit als dasjenige des Femoralgliedes ; Tibial- 
glied an der Basis so breit als die Basis des Patellargliedes, gegen das 
Ende allmählich (um die beiden Stacheln wenig stärker) enveitert, am 
Ende aussen in einen nach aussen und vorn gerichteten, von oben 
gesehen dick keilförmigen, am oberen Rande mit einer Reihe Borsten 
besetzten kurzen Fortsatz ausgezogen; mit diesem ist die Breite am 
Ende reichlich dreimal derjenigen an der Basis. Die Spitze erscheint 
von oben bezw. vorn zweimal leicht ausgerandet und ihre innere Ecke 
in einen kurzen zugespitzten , zahnförmigen , nach vorn gerichteten 
und am Ende leicht nach aussen gekrümmten Fortsatz ausgezogen. Das 
Tarsalglied erscheint von oben gesehen schräg nach aussen und vorn 
gerichtet, einen deutlichen "Winkel mit dem Tibialgliede bildend, reich- 
lich halb so breit als lang, von der Basis bis fast zum Ende des dritten 
Viertels aussen stark, innen fast unmerklich erweitert, dann plötzlich 
verschmälert und in eine aussen durch einen scharfen Einschnitt be- 
grenzte, fast drehrunde Sj^itze übergehend; aussen, von kurz vor der 
Basis bis zur Mitte des Gliedes, liegt ein gerader, stabförmig erscheinender, 
nur mit den Enden das Glied berührender Fortsatz und anscheinend von 
der Mitte dieses Fortsatzes entspringt (von oben gesehen) die gewöhn- 
liche Peucetia-Bulbusapophyse als ein nach hinten und schwach 
nach aussen gerichteter, von der Basis bis zur stumpf gerundeten Spitze 
allmählich und schwach breiter werdender, in der Basalhälfte leicht 
nach innen konvex gebogener Fortsatz, der reichlich halb so lang als 
das Glied selbst ist und aussen kurz vor der Spitze einen runden 
Höcker trägt. 

Lokalität: Rietmond, Gibeon, D,-S,-W,-Afrika (C. Berg er). 

Zu Ehren des Herrn Kustos Ed. Lampe in Wiesbaden benannt. 



— 45 



Artenverzeichuis. 



Ancylotrj pa 

bicornuta Strand 



Seite 
. 3 



Argiope 

lobata Fall 33 

nigrovittata Th 33 

trifasciata (Forsk.) .... 33 

Avicularia 

avicularia (L) 25 

subvulpina Strand ... 22 

Cteniis 

Burtoni F. Cbr 41 

Cyrtopliolis 

Bartholomaei (Latr.) ... 4 

Cyrtophora 

citricola (Forsk.) .... 33 

Eurypelma 

Hageni Strand 19 

Heteropoda 

Blaesei Sim 36 

venatoria (L.) 35 

Hysterocrates 

niaximus Strand .... 14 

Sjöstedti (Th.) 9 

Weileri Strand 10 



Leucaug-e 

festiva (Bl. 



Seite 

. 30 



Loxosceles 

Bergeri Strand 26 



Nephila 

cruentata (Fabr.) . 
femoralis (Luc.) . . 
subniaculata Strand 

Palystes 

modificus Strand . 



30 
33 
30 

37 



Peucetia 

Iiampei Strand 42 

Phormictopus 

cancerides (Latr.) v. tenui- 
spina Strand 17 

Phoriningochilus 

Fuchsi Strand 6 



Poecilotlieria 

fasciata (Latr.) 25 

Scotophaeus 

Lamperti Strand .... 28 

Tlianatus 

Pagenstecheri Strand . . 33 



P. S. Einige von obigen Arten waren schon von Prof. Kulczyiiski 
bestimmt worden. 



Stuttgart, Juli 1906. 



Gedruckt am 22. August 1906. 



SYNOPSIS 



DER j 



PNEUMONOPOMEN- FAMILIE 



REALIIDAB. 



Von 



Dr. WILHELM KOBELT. 






I 



Familie REALIIDAE. 



1852 Heallana J. E. Gray, Cat, Plianeropneum. Brit. Museum, p. 217. — 
1858 Realiea Subf. Pneumonopomorum, L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum. v. 2, p. 153. — 1869 Realiea^ Pease, in: J. de Conchyl. 
V. 17. p. 137. — 1878 Realiea, Ct. Nevill, Handlist Ind. 
Museum, v. 1, p. 319. — 1898 ReaUklae, Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Xaclirbl, I). malak. Ges., v. 30, p. 148. 

Schale klein, von verschiedener Gestalt, Deckel oval, hornig, knorpelig 
oder kalkig, mit exzentrischem Nukleus und wenigen Windungen. 
Indo-pacifisches Gebiet. 

3 Unterfamilien : 

Mit regelmäfsigem eiförmigem 

Deckel 2, 

mit abweichendem Deckel . . III. Subfam. Garrettiinae, 

mit Kalkdeckel II. Subfam. Adelomorphinae, 

mit Horndeckel I. Subfam. Realiinae. 



I. Subfam. Realiinae. 

Deckel hornig, oval, mit exzentrischem Nukleus und wenigen Win- 
dungen. Schale klein. 

Madagaskar bis Neuseeland und Tahiti. Fünf Gattungen. 

1. Genus Realia Gray. 

1840 Realia, J. E. Gray, Syn. Brit. Museum, ed. 1, p. (V); 1842, ed. 2, 
p. 91. — 1849 R., J. E. Gray, in: Pr. zool. Soc. London, 
V. 17, p. 167. — 1851 R.. L. Pfeiffer, in: Z. Malak., v. 8, 
p. 175. — 1852 R. (partim), L.Pfeiffer, in: Monogr. Pneum., 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 4 



— 50 — 

V. 1, p. 305. — 1854 B., L. Pfeiifer, in: Malak. Bl., v. 1, 
p. 99. — 1856 E. subg. Ili/drocenae, Adams, Gen. rec. Mol]., 
V. 2, p. 299. — 1864 B. (partim), Härtens, in: Malak. Bl., 
V. 11, p. 144. — 1898 i?., Kobelt & Möllendorff, in: Naclirbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 148. — 1852 Liarea, J. E. Gray, 
Catal. Pbaneropn. Br. Museum, p. 317. 
Schale klein, getürmt, glatt bis schwach faltenstreitig, die letzte 
Windung kantig bis gekielt ; Mündung oval ; Mundsaum zusammenhängend, 
doppelt. Deckel dünn, hornig mit wenigen Windungen. 
Neuseeland. — 4 (vielleicht nur 1) Art. 

1. R. carinella L. Pfr. — 1861 li. r., I.. Pfeiifer, in: Malak. BL, 

V. 8, p. 150. — 1865 B. c, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 3, p. 170. — 1880 B. r., Hutton, Manual N. Zealand Moll., 
p. 39. — 1893 B. r., Suter, in: J. de Conch., v. 41, p. 226. 

— 1898 B. r., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 148. 

Schale durchbohrt, getürmt, ziemlich festwandig, schief faltenstreitig, 
braun, heller marmoriert: Gewinde hoch, Apex stumpf, Naht faden- 
randig. 7 wenig konvexe Windungen, die letzte Vs tler H. ausmachend, 
gekielt, um den Nabel mit einem zusammengedrückten Kamm ; Mündung 
vertikal, oval, oben spitzwinklig; Mundsaum braun, doppelt: innerer 
zusammenhängend, äusserer an der Mündungswand verschmälert, sonst 
abstehend und leicht umgeschlagen. — H. 7, Durchm. 3,25 mm. 

Neuseeland. 

2. R. egea Gray, — 1849 B. e., J. E. Gray, in: P. zool. Soc. London, 

p. 167. — 1854 Cyclostoma e., L. Pfeiffer, in: Martini & 
Chemnitz, Conch. Cab. ed. 2, v. 1, 19, p. 303, t. 40, f. 17, 18. 

— 1852 Tür e„ L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 1, p. 305. — 
1852 Liarea e., Gray, Catal. Pbaneropn. Br. Museum, p. 217. 

— 1869 7?. e., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 138. — 1880 
B. c, Hutton, Manual N. Zealand Moll., p. 39. — 1893 B. c, 
Suter, in: J. Conchyl., v. 41, p. 225, t. 1, f. 1. — 1898 B. e., 
Kobelt & Möllendorff; in : Nachrbl. D. malak. Ges , v. 30, p. 148. 

Schale fast durclibohrt, getürmt konisch, festwandig, weitläufig 
längs gefaltet, kaum glänzend, braun mit kastanienbraunem Basalband, 
oder gelblich mit hellen Zickzackbinden, oder hornfarben mit breiten, 
■weisslichen Striemen. Gewinde getürmt, Apex ziemlich spitz, Naht 



— 51 — 

mäfsig tief, gefältelt; 6^2 schwach gewölbte Windungen, die letzte 
stumpf gekielt. Mündung wenig schräg, oval ; Mundsaum doppelt, innerer 
zusammenhängend, leicht ausgebreitet, oben eine Ecke bildend, äusserer 

beinahe unterbrochen, erweitert, glockenförmig ausgebreitet. H. 7,5 8, 

Durclim. 4 mm. 
Neuseeland. 

3. R. hochstetteri L. Pfr. — 1861 B. H., L. Pfeiffer, in: Malak. BL, 

V. 8, p. 149. — 1865 B. H., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 3, 
p. 170. — 1880 B. h., Hutton, Manual N. Zealand Moll., 
p. 89. — 1893 B. h., Suter, in: J. de Conchyl., v. 41, p. 227. 
— 1898 B. h., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 148. 

Schale durchbohrt, getürmt eiförmig, ziemlich festwandig, ziemlich 
dicht längs gefaltet, braun ; Gewinde konvex getürmt, Apex spitz ; Naht 
seicht fadenrandig; 7^2 kaum leicht gewölbte Windungen, die letzte 
V3 der Höhe, unter der Mitte mit einem ziemlich scharfen Fadenkiel, 
um die Perforation mit einem zweiten Kiel; Mündung vertikal, rund- 
eiförmig, oben spitz ; Mundsaum doppelt, innerer kaum vorgezogen, äusserer 
stark ausgebreitet, konzentrisch gestreift, an der Mündungswand ver- 
schmälert und angelötet. — H. 9, Durchm. 4 mm. 

Neuseeland. 

4. R. turriculata L. Pfr. — 1854 B. /., L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. 

London, v. 22, p. 304. — 1858 B. t, L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 2, p, 153. — 1880 B. f., Hutton, Manual N. 
Zealand Moll. p. 39. — 1884 B. t., Hutton, in : Tr. N. Zealand 
Inst., V. 16, p. 174, t. 11 (radula). — 1893 B. f., Suter, in: 
J. d. Conchyl., v. 41, p. 226. — 1898 i?. f., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges , v. 30, p. 148. 

Schale fast durchbohrt, schlank, getürmt, festwandig, gestreift, 
wenig glänzend, schwärzlich mit heller Basalbinde, oder mit abwechseln- 
den schwarzen und gelbweissen Striemen, die Basis schwärzlich. Gewinde 
hoch, Apex ziemlich stumpf; 7 — 7^/2 mäfsig gewölbte Windungen, die 
letzte ^/g der H, ausmachend, unten undeutlich kantig. Mündung vertikal, 
spitz eiförmig ; Mundsaum zusammenhängend, doppelt : innerer kurz vor- 
gezogen, äusserer schmal ausgebreitet, eingebogen. Deckel typisch. — 
H. 9, Durchm. 3,05 mm. 

Neuseeland. 

4* 



— 52 — 

2. Genus Oiuphalotropis L. Pfr.^) 

1851 Omphalotropis, L, Pfeiffer, in: Z, Malak. v. 8, p. 176. — 1852 
0., L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, v. 20, p. 151. 
— 1852 0., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 1, p. 306. — 
1858 0. sect. Hydrocenae, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, 
p. 154. — 1865 0. genus Bealidaruni, Jj. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 3, p. 175. — 1876 0. sect. Bealiae, L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 207. — 1867 0., Martens, Ostas. 
Exped., Zool., V. 2, p. 159. — 1871 0., Pease, in: J. de 
Conchyl., v. 19, p. 97. — 1818 0., G. Nevill, Handlist Ind. 
Museum, v. 1, p. 319. — 1885 C, P. Fischer, Manuel 
p. 748. — 1898 0., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 148. 
Schale durchbohrt bis eng genabelt, getürmt bis getürmt kugelig, 

mit mehr oder minder ausgeprägtem Kiel um den Nabel ; Mündung oval ; 

Mundsaum unterbrochen, gerade oder ausgebreitet. Deckel dünn, hornig, 

mit wenig Windungen. 

7 Untergattungen : 

a) Deckel aussen mit schaliger 

kaum Spiral gewundener Platte 7. Chalicopoma MUdft'. 

b) Deckel dünn, hornig. 
a. Schale glatt. 

Nabelkiel kräftig, die Per- 
foration in weitem Bogen 
umziehend, Schale bunt . 1 . E u r y t r o p i s Kob. & Mlldff. 



1) Stellung und Umgrenzung der Gattung sind noch immer unsicher; 
Pfeiffer hat sie im ersten Band der Monographie als selbständige Gattung. 
im zweiten als Sektion von Hydrocena, im dritten wieder als selbständige 
Gattung, im vierten mit Liarca, Atropis, Japonia und Scalinella als Sektion 
von Realia. Fischer nimmt die Gattung in demselben Umfang (unter Hinzu- 
rechnung von Ci/domorpha Pease), nimmt aber dafür den Pfeiffer 'scbeu Namen 
an, obwohl Eealia Gray von 1810 datiert und somit unzweifelliaft die Priorität 
hat. Ich halte es für zweckraiifsiger, die Sektionen als Gattungen anzuerkennen. 

Als Typus betrachtet Fischer Omphalotropis i-uhens Quoy et Gaym., 
Pfeiffer stellt dagegen 0. hieroglijphica F6r. an der Spitze der Aufzählung, 
sodass dieser doch wohl unbedingt als Typus zu gelten hat. 

Die Abgrenzung gegen Assiminen und Hydrocena kann nur durch das Tier mit 
absoluter Sicherbeit gemacht werden, im allgemeinen gibt der Nabelkiel ein gutes 
Kennzeichen, doch haben wir auch Assiminea mit Nabelkiel {Cyclotropis Tapp.). 



— 53 — 

Nabelkiel oft abgeschwächt, 
eng um die Perforation 

ziehend 2. Stenotropis MUdflf. 

Nabelkiel fehlend . . . 2. Atropis Pease. 

ß. Schale skulptiert. 

Schale längsgerippt . . . 4. Scalin ella Pease. 
, Schale spiral gereift. 

Schale unbehaart, gekielt, 

an der Basis glatter . . 5. Spirotropis Kob. & MUdff. 

Schale kurzborstig, überall 

Spiral gereift , . . . 6. Sychnotropis Mlldff. 

a. Subgen. Eurytropis Kob. & Mlldff. 

1898 Eurytropis Kob. & Mlldif., in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 148 (sep. p. 68). 

Schale konisch genabelt, mit stark entwickeltem Nabelkiel, welcher 
den Nabel in weitem Bogen umzieht, Schale meist buntgefärbt, gestriemt 
oder gebändert. Die typischen Arten. 

Maskarenen bis Viti-Inseln. 

1. 0. (Eu.) acutiliratus (I^. Pfr.) — 1855 Hydrocena o., L. Pfeiffer, 
in: Pr. zool. Soc. I.ondon, v. 33, p. 106. — 1868 0. a., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, p. 166. — 1869 OmpJialo- 
tropis a., Pease, in: J. de Conchyl., v. 17, p. 150. — - 1865 
0. ct., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 3, p. 179. — 1898 
0. (En.) a., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 148. — ? Hydrocena multilirata (nom. nud.) L. Pfeiffer, 
in : Adams, Genera rec. Moll., v. 2, p. 300. 

Schale offen durchbohrt, kreiseiförmig, dünnwandig, mit dichten 
scharfen Spiralkielen umzogen, von denen einige stärkei- vorspringen, 
hornfarben. Gewinde konisch, Apex spitz. 5^2 leicht gewölbte Win- 
dungen, die letzte unten aufgeblasen ; Mündung schräg, spitz eiförmig ; 
Mundsaum einfach, fast gerade, Ränder durch einen dünnen Callus ver- 
bunden, linker Rand leicht eckig. Deckel hornig mit wenig Windungen. 
— H. 10, Durchm. 6,5, Durchm. der Mündung 5,65 : 4,50 mm. 

Lord Howes Insel zwischen Australien und Norfolk (Ancey). Neue 
Hebriden? (L. Pfr.) 



— 54 — 

2. 0. (Eu.) albocarinata Mouss. — 1873 0. o., Mousson, in: J, Conchyl., 

V. 21, p. 115, t. 7, f. 3. — 1876 Eealia a., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 228. — 1898 0. (Fai.) a., Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak, Ges., v. 30, p. 148 
(sep. p. 68). 

Gehäuse durchbohrt, eiförmig kugelförmig mit 2 Kielen, mehr oder 
minder rippenstreifig, braungrau, mit zwei weissen Kielbändern, Gewinde 
regelmäfsig konisch, Apex klein, hornfarben, glatt; Naht ziemlich ein- 
gedrückt; 5 gewölbte Windungen, an der Naht mit auswärts gerichteten 
Streifen oder Rippchen, letzte grösser, langsam etwas herabsteigend, unter 
der Mitte und um den Nabel mit starken weissen Fadenkielen. Mündung 
fast senkrecht, eckig eiförmig, Mundsaum gerade, scharf; Ränder getrennt, 
der untere sich dem oberen entgegenneigend; rechter Rand von der 
Insertion etwas zurückweichend ; Spindelrand dünn, kaum leicht um- 
geschlagen, im rechten Winkel abstehend. — H. 4, Durchm. 3 mm. 

Norfolkiusel. 

3. 0. (Eu.) albolabris Mlldff. — 1897 0. a., Möllendorff; in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 29, p. 164. — 1898 0. (0.) a., Kobelt 
& Möllendorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 148, 
(sep. p 68). 

Schale eng durchbohrt, konisch eiförmig, festschalig, fein gestreift, 
rötlich, weiss marmoriert ; Gewinde ziemlich hoch, Seiten strack : 6 leicht 
gewölbte Windungen mit fadenrandiger, fast rinnenförmiger Naht, letzte 
mit dünnem, fadenförmigem Peripherial- und schwachem Nabelkiel; 
Mündung mäfsig schief, oval: Mundsaum vielfach, dick, ca. 0,8 mm 
vorgezogen, vorn kurz ausgebreitet, weiss gelippt. Durchm. 3,5, 
H. 5,25 mm. 

Mauritius. 

4. 0. (Eu.) andersoni Blfd. — 1880 Eealia (0.) a., Blanford. in: 

J. Asiat. Soc. Bengal, v. 49, p. 216, t. 2, f. 18. — 1898 
0. (Eu.) a., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 148 (sep. p. 68). 

Schale durchbohrt, konisch eiförmig, ziemlich dünnschalig, rötlich- 
braun, glatt, wenig glänzend, schief gestreift; Gewinde konisch, mit fast 
geraden Seiten ; Apex spitz, Naht leicht eingedrückt : 7 ziemlich flache 
Windungen, letzte mit haarförmigem peripherischem Kiel, unten konvex, 



— 55 — 

glatt, radiär gestreift, mit schwachem, stumpfen Xabelkiel; Mündung 
eiförmig, schief, fast diagonal, niedriger als das Gewinde, Mundsaum 
stumpf, Ränder zusammenneigend, durch einen dünnen Callus verbunden, 
äusserer gerade, Basalrand leicht ausgebreitet, Spindelrand unten aus- 
gebreitet, an der Perforation ausgeschnitten, eckig eingebuchtet. — 
H. 7, Durchm. 5 mm. 

4a. 0. (Eu.) angulosa Ancey. — 1890 0. a., Ancey, in : Naturaliste, v. 12, 
p. 11. — 0. «., Möllendorff, in: J. Mal., v. 7, p. 118. 
Ponape. 

5. 0. (Eu.) annatonensis Pfr. — 1855 Ctjclostoma (Cyclostomus '?) anna- 
toneiise, L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, v. 23, p. 105. 
— 1858 Hi/drocena a., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, 
p. 166. — 1869 Omphalotropis a. Pease, in: J. Conchyl., v. 17, 
p. 150. — 1898 0. (Ev.) a., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 148 (sep. p. 68). — 1906 
0. a., Ancey, in: J. de Conch., v. 53, p. 298. 

Gehäuse durchbohrt, kugelig konisch, dünnschalig, mit dichten 
Spiralreifen und einigen stärkeren Kielen , wenig glänzend , braun ; 
Gewinde spitz konisch, oben blass ; 6 leicht gewölbte Windungen, letzte 
bauchig. Mündung kaum schief, unregelmäfsig eiförmig; Mundsaum 
dünn, weiss. Ränder genähert, rechter ganz kurz ausgebreitet, Spindel- 
rand oben zurückweichend, sehr schmal, mit dem unteren Teil einen 
Winkel bildend. — L. 8, Durchm. 8, Durchm. der Mündung 5 : 4^3 mm. 

Annaton, Neue Hebriden. 

5a. 0. (Eu.) annatonensis var. santoensis Ancey. — 1906 0. a. var. 
s. Ancey, in: J. de Conch., v. 53, p. 300, Textfig. 

Schale offen durchbohrt, kreiseiförmig, ziemlich festwandig, wenig 
glänzend, ziemlich gleichmäfsig spiral gereift, mit etwas stärkerem 
Peripherialkiel, weinbraun, bald einfarbig, bald mit schmalem weiss- 
lichem Mittelband, oder grau mit braunen Nahtflecken. Gewinde genau 
kegelförmig, Apex spitz, Naht durch den Kiel berandet, rinnenförmig. 
6 leicht gewölbte Windungen, die letzte aufgetrieben. Mündung schräg, 
gross, fast kreisrund, oben spitz; Mundsaum nur an der Spindel etwas 
ausgebreitet und hier tief ausgebuchtet. — Durchm. 6,5 : 5,5, H. 7,25 mm. 

Neue Hebriden : Espiritu Santo. 




— 56 — 

6. 0. (Eur.) aurantiaca Desh. — 1834 Cydostoma a. Deshayes, in: Voy. 
Belanger Zool., p. 416, t. 1, f. 16, 17. — 1838 Ca, Deshayes, 
in : Lamarck, Anim. s. vert, ed. 2, v. 8, p. 373. — 1851 Ompli. a., 
L. Pf., in: Z. Malak., v. 8, p. 177. — 1852 0. a., L. Pfeiffer, 
Pr. Z. S., V. 20, p. 151. — 1852 O.a., L.Pfeiffer, Mon. Pneum., I, 
p. 309. — 1869 0. a., Pease, J. de Conch. XVII, p. 143. — 
1878 0. a., G. Nevill, Handlist I, p. 320. — 1880 0. a., Härtens 
Mauritius, p. 188. — 1846 Cydosioma helangeri, L, Pfeiffer, 
in: Z. Malak., v. 3, p. 82. — 1849 C. h., id. M. Gh., II, v. 1, 
XIX, p. 181, t. 30, f. 1—3. — 1847 Hydrocena &., id. 
Zeitschr. f. Mal., v. 4, p. 112. 

Grehäuse durchbohrt, eikegelförmig, festschalig, dicht und fein spiral 
gestreift, rot; Gewinde konisch, spitz; 6 — 7 kaum leicht gewölbte 
"Windungen, letzte längsgestreift, mitten mit einer erhabenen Kiellinie 
und mit erhabenem Nabelkiel ; Mündung schief oval, innen gleichfarbig ; 
Mundsaum leicht verdickt, weiss, leicht ausgebreitet, Ränder getrennt, 
Spindelrand einfach, oben verbreitert. Deckel normal. L, 9,5, Durch- 
messer 5,5, Durchmesser der Mündung 4^/3:2^2™™- 

Pondichery? — Mauritius! 

Die 18 sp. der Maskarenen unterscheiden sich folgendermafsen : 

a. Letzte Windung gekielt: 

a. Mundsaum einfach, gerade : 

Gehäuse mit schwachen Radialfalten . 0. clavula 
Gehäuse mit Punktreihen .... 0. borbonica 

ß. Mundrand ausgebogen: 

Gehäuse gegittert 0. major 

Gehäuse mit Radialfalten .... 0. moebii 
Gehäuse nur schwach spiral gestreift: 
Letzte Windung an der Basis stärker 

gereift 0. rubens 

Spiralskulptur gleichmäfsig : 

a. Gehäuse orange, 9 mm . . 0. aurantiaca 
ß. Gehäuse blassgelb, 5,5 mm . 0. expansilabris 

b. Letzte Windung gerundet : 

a. Mundsaum ausgebogen 0. variegata 



— 57 — 



ß. Mundsaum geradeaus : 

Ohne oder fast ohne Skulptur : 

Gehäuse kugelig , Mundsaum sich 

fast berührend 

Gehäuse eiförmig, farblos 
Mit dichter, schiefer Streifung, weiss 



gestriemt 



0. globosa 
0. dupontiana 

0. picturata 



Mit bogigen faltenartigen Rippen : 
Letzte Windung gerundet, Mündung 

oval 

Letzte Windung geschultert, Mündung 

birnförmig 

Mit Spiralskulptur : 

Mit scharfen Spiralrippen 
Mit Spiralreifen : 

Reifen gleichmäfsig, dicht . . 
Reifen weitläufig, oben verküm- 
mernd 

Mit einzelnen Spiralfurchen, letzte Win- 
dung gebändert 

Mit feinen Spiralstreifen, fast glatt . 



0. plicosa 

0. harpula 

0. multilirata 

0. littorinula 

0. costellata 



0. taeniata 
0. hameliana 



7. 0. (Eu.) aurea Mlldff. — 1902 0. (Eu.) au., Müllendorff, in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 34, p. 201. 

Schale ziemlich offen durchbohrt, getürmt kegelförmig, fest, halb- 
durchsichtig, dicht gestreift, mit 3 — 4 weitläufigen, kaum vorspringenden 
Spiralreifen, hell gelb ; Gewinde sehr hoch, getürmt konisch, Apex spitz ; 
7^/2 leicht konvexe Windungen, die letzte unter der Mitte mit einem 
fadenförmigen Kiel, dann zwei Spiralreifen und einem mäfsig starken 
Kiel um den Nabel, Mündung wenig schräg, oval, Mundsaum mäfsig 
ausgebreitet, gelblich; Spindel tief ausgebuchtet, ausgeschnitten. H. 12,5, 
Durchmesser 7,5 mm. 

Molukken (Insel Buru). 

8. 0. (Eu.) aurora Bav. — 1906 Realia (0.) au. Bavay, in: J. de Conch., 

V. 53, p. 249, t. 7, f. 7, 8. 
Schale genabelt, mit ziemlich starkem Nabelkiel, kegelförmig, dick- 
wandig, gelbrot mit weissem Kiel, sehr fein gestreift, mit dichten 
Spirallinien umzogen ; Gewinde spitz, Naht deutlich, schwach kielrandig. 



— 58 — 

7 — 8 Windungen, die oberen leicht, die letzte stärker gewölbt, ^/g der 
Höhe ausmachend ; Mündung fast halbkreisförmig , oben si)itz , unten 
gerundet, zu einem fast rinnenförmigen Ausguss zusammengedrückt. 
Mundsaum lebhaft rot, die Ränder durch einen deutlichen Callus ver- 
bunden, Spindelrand verdickt, fast strack. Durchmesser 5, H. 9 mm. 
Marianen : Guam. 

9. 0. (Eu.) bilirata Mouss. — 1865 0. h., Mousson in: J. Conchyl., 

V. 13, p. 184, t 14, f. 13. — 1869 0. b., Mousson, in: 
J. Conchyl. v. 17, p. 354. — 1869 0. a., Pease, in: J. Conchyl., 
V. 17, p. 146. — 1876 0. b., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
p. 218. — 1878 0. b., G. Nevill Handlist, p. 321. — 1898 
0. (Eu.) b., Kobelt & Möllendorff. in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 149 (sep. p. 69). 

Gehäuse durchbohrt , langkonisch , blass fleischfarben . dunkelrot 
gestriemt, glatt, leicht glänzend: Gewinde spitz konisch, regelmäfsig, 
Apex klein: Naht eingeschnitten, oben fadenrandig; 6 ziemlich flache 
fast gegitterte Windungen, letzte nicht herabsteigend, kantig, mit einem 
stärkeren Reifen um die Kante und einem zweiten um die offene 
Perforation, unten flach konvex. Mündung senkrecht, gerundet birn- 
förmig, ^/g der L. ausmachend. Mundsaum gerade, ziemlich scharf, 
kaum etwas gelippt; Randinsertionen genähert, durch eine deutliche 
Lamelle verbunden, äusserer halbkreisförmig, Spindelrand kaum zurück- 
geschlagen. Grosser Durchmesser 3,5, kleiner Durchmesser 5,5 mm. 

Upolu. 

var. elongata Mouss., in: J. Conch., v. 17, p. 354. 

Sehr verlängert, Mündung kleiner, Unterseite eben. 
Savai. 

10. 0. brenchleyi, Sykes. — 1900 0. b., Sykes, in: P. malac. Soc. 

London, v. 42, p. 145, t. 93, f. 18. 

Gehäuse mäfsig weit genabelt, eiförmig, festschalig, gelblich horn- 
farben. undeutlich längs gerippt, mit undeutlichem Peripherialkiel und 
einer Leiste um die Nabelarea; Apex ziemlich spitz; 5 — ö^'g leicht 
gewölbte Windungen, letzte oft mit 2 roten Spirallinien : Mündung lang 
eiförmig, Mundsaum leicht verdickt, weissgelb. — H. 5,5, Durchmesser 
4 mm. 

Norfolk Insel. — Zunächst mit H. navigatorum verwandt. 



— 59 — 

11. 0. (Eu.) brevis Aust. — 1895 Oinphalotropis (Realia) br., Godwin- 

Austeu, in: P. Zool. Soc. London, p. 455. — 1898 0. (Eu.) h., 
Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. D. lualak. Ges., v. 30, 
p. 149 fsep. p. 69). 

Gehäuse rechts gewunden, lang kreiseiförmig, geritzt, glatt, nur die 
dünne, blass horngelbe Epidermis mit einigen Anwachsstreifen ; Gewinde 
konisch mit flachen Seiten ; Apex spitz ; Naht eingedrückt ; 6 Windungen, 
letzte leicht gekielt, Kiel haarförmig, auch oben sichtbar; um den Nabel 
ein zweiter haarförmiger Kiel; Mündung eiförmig; Mundsaum dünn. 
Grosser Durchmesser 1,8, H. 2,8 mm. 

Camorta, Nicobaren. 

12. 0. (Eu.) bulimoides, Hombr. & Jacq. — Cyclostoma b., Hombrou & 

Jacquinot, Voy. pol sud, Zool., v. 5, p, 52, t. 12, f. 37 — 39. 

— 1858 Hydrocena b., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum. v. 2, p. 162. 

— 1866 Assimineab., Martens, in: Ann. nat. Hist., ser. 3, v. 17, 
p. 206. — 1869 Omphalotropis b., Pease, in: J. Conchyl., 
V. 17, p. 144. — 1877 0. b., Martens, SB. Ak. Berlin, 
p. 264. — 1898 0. (Ell.) ö., Kobelt & Möllendorf, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. p. 69). — 1900 
0. (Eurytr.) b., MöUendorff, in: J. of Malacol. v. 7, p. 117. — 
1894 0. elongatula var. roniracta Quadras & MöUendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 20. 

Gehäuse durchbohrt , eiförmig konisch , ziemlich festschalig, fast 
glatt, hornfarben mit roten Striemen und Binden ; Gewinde genau konisch, 
spitz; Naht leicht berandet; 7 ziemlich flache Windungen, letzte kürzer 
als das Gewinde, unter der Peripherie bauchiger, mit blassem Nabel- 
kiel; Mündung wenig schief, spitz eiförmig; Mundsaum einfach, gerade, 
Spindelrand leicht schwielig, unten im Winkel vorgezogen. — • L. 7,5. 
Durchmesser 4 mm. — Var. L. 105, Durchmesser 5^/3 mm. 

Neu-Irland? Salomonen? Ruk und Yap in dem Karolinen-Archipel. 

13. 0. (Eu.) buruana Mlldff. — 1902 0. (Eu.) b., MöUendorff, in: 

Nachrbl. D, malak. Ges., v. 34, p. 201. 

Schale eng durchbohrt, getürmt kegelförmig, fest, dicht gestreift, 

wenig glänzend, gelblich mit weisslichen Binden; Gewinde sehr hoch, 

Apex spitz, glatt, zitronengelb; 7^^^ leicht konvexe Windungen mit 

durch einen vorspringenden Kiel berandeter fast rinnenförmiger Naht, 



— 60 — 

letzte unter der Mitte und um den Nabel mit scharfen vorspringenden 
Kielen ; Mündung mäfsig schräg , eiförmig ; Mundsaum ziemlich aus- 
gebreitet; Spindel etwas buchtig, ausgeschnitten. — H. 9,1, Durch- 
messer 5 mm. 

Molukken (Insel Buru). 

14. 0. (Eu.) caldwelliana G. Nev. — 1881 0. C. G. Nevill, in: 

J. Asiat. Soc. Bengal, v. 50, p. 154, t. 6, f. 9. — 1898 
0. (Eu.) c, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbi. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 149 (sep. p. 69). 

Gehäuse deutlich genabelt, konisch, festschalig, farblos, ohne Skulptur ; 
Gewinde hoch getürmt, Apex ziemlich spitz, Naht fast rinnenförmig, 
7 flache, sehr langsam und regelmäfsig zunehmende Windungen, letzte 
niedrig, bauchig aufgetrieben, gerundet, mit vorspringendem Nabelkiel ; 
Mündung etwas schief, unten verengt, Rand nicht zusammenhängend, 
Aussenrand nur schwach gewölbt, Spindelrand vorn eingebogen, in der 
Mitte eine Ecke bildend, dann gerundet, fast an der Basis wieder eine 
Ecke bildend. L. 6, Durchmesser 3 mm. 

Pouce Mountain, Mauritius, subfossil. 

15. 0. (Eu.) carolinensis E. Smith. — 1891 0. c, E. A. Smith, 

in: P. Zool. Soc. London, p, 490, t. 40, f. 9. — 1900 0. <:, 
Möllendorff, in: J. of Malak. v. 7, p. 117. 

Gehäuse eispindelförmig, oben sj^itz, eng genabelt, blass hornfarbeu 
oder rötlich mit opak weissen liinien und Striemen; 6 konvexe, fein 
gestreifte Windungen mit obsoleten spiralen Linien ; Naht etwas tief, 
kaum ansteigend; letzte Windung gerundet, unter der Mitte meist 
einfarbig, um den Nabel mit stumijfem Kiel. Gewinde konisch, Apex 
ziemlich spitz; Mündung eiförmig, oben etwas spitz, am Kiel ausguss- 
artig, ^/^ der L. einnehmend; Mundsaum dünn, Rand durch dünnen 
Callus verbunden , Aussenrand einfach ; Spindelrand schmal zurück- 
geschlagen, li. 7, D. 3^/3, D. ap. 3 : 2 mm. 

Lugunor, Karolinen. 

16. 0. (Eu.) catenata Mlldff. — 1897 O.e., Möllendorff, in: Nachrbi. 

D. malak. Ges., v. 29, p. 165. — 1898 0. (Eu.) c, Kobelt 
& Möllendorff, in : Nachrbi. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 
(sep. p. 69). 



— 61 — 

Gehäuse eng durchbohrt, getürmt, dünnschalig, fast durchsichtig, 
glatt, gelblich mit braunen Flammen; Gewinde sehr hoch, fast regel- 
mäfsig konisch ; 6 leicht gewölbte Windungen mit leicht berandeter Naht, 
letzte mit stumpfem, aber vorspringendem, braun und gelb gegliedertem 
Kiel, darüber und darunter mit braunem Band, dicht an der Perforation 
mit wenig vorspringender Kante : Mündung wenig schief, eckig eiförmig ; 
Mundsaum gerade, stumpf. Durclim. 3,8, H. 5 mm. 

Corror, Palaos. 

17. 0. (Eu.) ceramensis, L. Pfr. — 1862 Hydrocena (0.) c, L. Pfeiffer, 

in: P. Zool. Soc. London, p. 1171. — 1865 L. Pfeiffer, in: 

Monogr. Pneum., v. 3, p. 179. — 1867 0. <■., Marteus, in: 

Preuss. Exp. O.-Asien, Zool., v. 2. p. 160, t. 4, f. 11. — 

1869 0. c, Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 142. — 1898 

0. (£■«.) c, Kobelt & Möllendorff, in: Xachrbl. D. malak. Ges., 

V. 30. p. 149 (sep. p. 69). — 1864 0. bicarinata, Martens, 

in: Mber. Ak. Berlin, p. 118. — 1865 0. b., L. Pfeiffer, 

0. r., Monogr. Pneum., v. 3, p. 180. — 1869 0. b., Pease, 

in: J. Conchyl., v, 17. p. 142. 

Gehäuse fast durchbohrt, konisch eiförmig, ziemlich dünnschalig, 

glatt, glänzend, einfarbig bräunlich oder mit einem weissen Band; 

Gewinde konisch, spitz, Naht berandet; 7 kaum leicht gewölbte Windungen, 

letzte mit fadenartigem Kiel; Nabelkiel stark; Mündung wenig schief, 

eckig eiförmig; Mundsaum einfach, leicht ausgebreitet, Rand getrennt, 

mitunter durch einen ganz dünnen Callus verbunden, linker Rand buchtig, 

mitten verbreitert. L. 8 — 10, Durchm. 4 — 6 mm. 

Molukken : Ceram, Buru, Amboina, Halmahera. 

18. 0. (Eu.) cheynei Dohrn & S. — 1862 Hydrocena Gh., H. Dohrn 

& J. 0. Semper, in: Malak. BL, v. 9, p. 207. — 1863 
H. eh., L. Pfeiffer, Novit. Conchol., v. 2, p. 223, t. 58, f. 9, 
10. — 1865 0. eh., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 3, p, 179. 
— 1869 0. eh., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 143. — 
1878 0. eh., G. Nevill, Handlist, I, p. 321. — 1898 0. {Eu.) 
eh., Kobelt & Möllendorff', in : Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 149 (sep. p. 69). 
Gehäuse durchbohrt, konisch eiförmig mit unterbrochenen Zickzack- 
querstreifen, rötlich braun, wolkig; Naht fast rinnenförmig. berandet; 



— 62 — 

Gewinde konisch, Apex ziemlich spitz ; 5 fast flache Windungen, letzte 
gross, mitten stumpf kantig, um die Perforation zusammengedrückt gekielt. 
Mündung fast senkrecht, mondförmig, eiförmig; Mundsaum leicht aus- 
gebreitet, unten ausgussartig, Spindelrand oben zurückweichend, gegen 
die Basis eine Ecke bildend und umgeschlagen. L. 11. Durchm. 6,5, 
Durchm. der Mündung 5,5 : 3,75 mm. 
Palaos. 

19. 0. (Eu.) clavulus Mor. — 1866 H/jdrocena c, Morelet, in: Kev. 

Mag. Zool., V. 18, p. 63. — 1876 Realia c, L. Pfeiffer, in: 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 228. — 1878 0. c, G. Nevill, Handlist, 
p. 320. — 1880 O.e., Martens, in: Möbius, Beitr. Meeresf. 
Mauritius Moll., p. 188. — 1898 0. c, Kobelt & Möllendorft", 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p, 149 (sep. p. 69). 

Gehäuse durchbohrt, verlängert, ziemlich dünnschalig, gestreift oder 
faltenstreifig, zimmtfarben mit blassgelber Zeichnung; Gewinde lang 
kegelförmig, Apex ziemlich sjiitz. 7^2 ziemlich flache Windungen, letzte 
stärker gestreift, mehr oder minder deutlich gekielt, mit fadenförmiger 
Nabelkante, Mündung eiförmig, Mundsaum gerade, dünn, Spindelrand 
strack, Basalrand kurz, eckig, fast mit Kanal. L. 7, Durchm. 3 mm. 

Vacoas auf Mauritius. — Nach Nevill =^ 0. hieroglyphica Fer. 

20. 0. (Eu.) conella Sykes. — 1902 0. c, Sykes, in: P. mal. See. 

London, v. 5, p. 200, Textfig. III. 

Schale durchbohrt, eiförmig kegelförmig, undurchsichtig, ziemlich 
fest, braun. Gewinde ziemlich hoch; 6^/2 flach gewölbte Windungen, 
dicht Spiral gestreift, letzte kantig, mit einem fadenförmigen Kiel um 
den Nabel; Naht deutlich eingedrückt. Mündung eckig eiförmig; Mund- 
saum einfach, Spindelrand etwas zurückgeschlagen. — H. 4,2, Durchm. 
3,1 mm. 

Neue Hebriden (Port Fila auf der Insel Efate). 

21. 0. (Eu.) coronata Mlldff. — 1897 0. <:, MöUendorff, in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 29, p. 165. — 1898 0. (Eu.) <:, Kobelt & 
MöUendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. 
p. 69). — 1900 0. (Eu.) c, MöUendorff; in; J. Mal., v. 7, p. 117. 

Gehäuse eng durchbohrt, bauchig konisch, dünnschalig, fast durch- 
sichtig, fein gestreift, mit sehr hinfälligen häutigen Spiralreifen, gelblich 
mit breiten braunen Wellenstriemen ; Gewinde fast regelmäl'sig konisch, 



— 63 — 

Apex spitz; 6 konvexe, an der tiefen Naht kantige Windungen, mit 
nach unten verschwindenden Höckerchen gekrönt, letzte an der Peripherie 
mit einem fadenförmigen Kiel, an der Perforation mit Kante ; Mündung 
kaum schief, oval; Mundsaum oben gerade, unten leicht ausgebreitet, 
an der Spindel etwas umgeschlagen. Deckel normal. Durchm. 2,75, 
H. 3,66 mm. 

Yap, Karolinen. 

22. 0. (Eu.) costellata H. Ad. — 1867 0. c, H. Adams, in: P. Zool. 

Soc. London, p. 306, t. 8, f. 12. ~ 1875 Bealia c, L. Pfeiifer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 220. — 1880 0. c, Martens, in: 
Möbius, Meeresf. Mauritius, p. 189. — 1898 0. (Eu.) c, Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl. D, malak. Ges. v, 30, p. 149. 

Gehäuse genabelt, oval konisch, ziemlich dünnschalig, mit ziemlich 
weitläufigen, am Nabel noch weiter auseinanderstehenden, fadenförmigen 
Spiralreifen, oben fast glatt, blass fleischfarben mit roten Striemen, gegen 
die Spitze rötlich; Gewinde konisch, Apex ziemlich spitz; Naht tief; 
7 leicht gewölbte Windungen, letzte gerundet, am Nabel mit gleichen 
Reifen; Mündung fast senkrecht, eiförmig; Mundsaum gerade, scharf, 
Ränder durch einen dünnen Callus verbunden, Spindel etwas verdickt, 
leicht ausgebreitet. L. 10, Durchm. 7, H. der Mündung 6 mm. 

Pouce Mountain auf Mauritius, — Ob = multilirata Pfr.? 

23. 0. (Eu.) costulata Mouss. — 1870 Bealia (0.) c, Mousson, in: 

J. Conchyl., v. 18, p. 190, t. 7, f. 10. — 1876 R. c, L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 233. — 1898 0. (Eu.) r., Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 80, p. 149 (sep. 
p. 69). 

Gehäuse breit ritzförmig durchbohrt, eiförmig, ziemlich dünnschalig, 
elegant rippenstreifig, weisslich ; Gewinde stumpf konisch, Apex klein, 
nicht vorspringend; Naht eingeschnitten berandet ; 6 V2 Windungen, die 
embryonalen gerundet, glatt, die folgenden leicht gewölbt, gerippt, letzte 
nicht ansteigend, rundeiförmig, an der Basis leicht aufgetrieben, mit 
erhabenem Nabelfaden ; Mündung senkrecht, ^/g der Höhe, schief breit 
mandelförmig. Mundsaum kurz ausgebreitet, umgeschlagen, stumjjf; 
Ränder entfernt, durch eine kaum verdickte Platte verbunden, rechter 
Rand breit gerundet, Basalrand und Spindelrand in Bogen vereinigt, 
wenig zurückgeschlagen, stumpf. L.. 5,5, Durchm. 3 mm. 

Yanua Valabo, Viti-Inseln. 



— 64 — 

24. 0. (Eu.) distermina Bs. — 1863 0. cl., Bensou, in: Ann. nat. Hist., 

ser. 3, V. 12, p. 425. — 1865 0. d., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 3, p. 178. — 1869 0. d., Pease, in: J. Conchyl., 
V. 17, p. 142. — 1898 0. (Eu) d., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl, D. malak. Ges., v. 30, 149 (sep. p. 69). 

Gelläuse durchbohrt, kugelig konisch, schief gestreift, über der Naht, 
an der Peripherie und um den Nabel schief oder radiär rippenstreifig, 
unter einer glanzlosen braunen Epid, weisslich ; 6 gewölbte Windungen, 
letzte an der Peripherie und um den Nabel gekielt, der Nabelkiel aussen 
durch eine eingedrückte Linie bezeichnet; Mündung ziemlich schief, 
eckig eiförmig, so hoch wie das Gewinde; Mündung gerade, scharf, 
Randinsertionen ziemlich entfernt, durch einen dünnen Callus verbunden, 
Spindelrand leicht verdickt. — L. 6, Durchm. 2,5 mm. 

Andamanen. 

25. 0. (Eu.) dupontiana G. Nev. — 1878 0. D., G. Nevill, Handlist, 

p. 320. — 1881 0. d., G. Nevill, J. Asiat. Soc. Bengal, v. 50, 
p. 153, t. 6, f. 8. — 1880 0. d., Martens. in: Möbius, Beitr. 
Meeresfaun. Mauritius, p. 188. — 1898 0. (Eu.) d., Kobelt & 
Möllendorff', in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. 
p. 69). 

Gehäuse offen und tief genabelt, ziemlich festschalig, farblos, ohne 
Skulptur, eiförmig konisch ; Gewinde konvex konisch, sehr spitz, Naht 
etwas ausgehöhlt; 6 konvexe niedrige, langsam und regelmäfsig zunehmende 
Windungen, letzte bauchig, kurz, fast kugelig, unten nicht vorgezogen, 
gerundet, mit scharfem, vorspringendem Nabelkiel ; Mündung eiförmig, 
oben verengt, unten erweitert, Mundsaum nicht zusammenhängend, kaum 
verdickt, regelmäfsig gerundet, Spindelrand leicht umgeschlagen, schief, 
unten eine ziemlich deutliche Ecke bildend, Basalrand am Kiel mit einer 
Ecke, — L. 6, Durchm. 4 mm. 

Pouce Mountain, Mauritius, subfossil. 

26. 0. (Eu.) elegans (^)dr. & Mlldff". — 1894 0. c, Quadras & Möllendorff, 

in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 22. — 1898 0. e., 

Kobelt & Möllendorff', in : Nachrbl. D. malak. Ges , v, 30, p. 149 

(sep. p. 69). 

Gehäuse eng durchbohrt, hoch kreiseiförmig, dünn, durchscheinend, 

weitläufig mit fadenförmigen Rippen skulptiert, blass hornfarben ; Gewinde 



— 65 — 

genau kegelförmig, Apex spitz; 6 gewölbte Windungen, mit tiefer Xalit, 
letzte mit feinem nach der Mündung hin verschwindendem Kiel und 
starkem, vom Nabel entferntem Basalkiel; Mündung wenig schief, oval, 
ziemlich ausgeschnitten, Mundsaum gerade, kaum gelippt, an der Spindel 
ziemlich tief ausgebuchtet. L. 4,25. Durchm. 6 mm. 
Marianen. 

27. 0. (Eu.) elongatula Quadr. & MUdff. — 1894 0. e., Quadras & Mölleu- 

dorti", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 19 [mit var. 

hrunnescens und var. chrysostoma^ var. contrada (p. 20)]. — 

1898 0. (Eu.) e., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 

Ges.. v. 30. p. 149 (sep. p. 69). 
Gehäuse geritzt, eiförmig kegelförmig, fein gestreift, durch ziemlich 
weitläutige eingedrückte Spirallinien dekussiert, blassgelb oder rötlich : 
Gewinde getürmt, fast genau kegelförmig, Apex stumpf; 7 ziemlich 
flache Windungen, letzte undeutlich kantig, mit dicht am Nabel stehendem 
Basalkiel ; Mündung kaum schief, oval, Mundsaum kaum ausgebreitet, 
innen gelippt, unten mit Ausguss. L. 8,25, Durchm. 4,5 mm, 
Marianen- Archipel. 

28. 0. (Eu.) erosa Quoy & Gaim. — 1832 Cydostoma e., Quoy & Gaimard, 

Voy. Astrolabe, Moll., v. 2, p. 191, t. 12, f. 40—44. — 1838 

C. e., Deshayes, in : Lamarck, Hist. Anim. s. Vert., ed. 2, v. 8, 
p. 370. — 1849 Cydostoma erosum., L. Pfeiifer, in: Martini & 
Chemnitz, Conch. Cab., ed, 2, v, 1, Abt. 19 a, p. 180, t. 30, 
f. 32, 33. — 1847 Hydrocena c, L. Pfeiffer, in: Z. Malac, v. 4, 
p. 112. — 1851 ü. erosa, L. Pfeiffer, in: Z. Malac, v. 8, 
p. 177. — 1852 Omplialotropis e., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
v. 1, p. 310. — 1869 0. c, Pease, in: J. Conchyl., v. 17, 
p. 144. — 1898 0. (Eu.) e., Kobelt & Möllendorff", in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. p. 69). 

Gehäuse getürmt konisch, durchbohrt; Apex spitz; erste Windung 
immer zerfressen; violett oder rot, Gewinde gelblich; 5\/o gewölbte 
Windungen; Mündung rötlich, fast eiförmig; Mundsaum einfach, zusammen- 
hängend; Nabel mit einer Rinne. — H. 8, Durchm. 4 mm. 

Marianen : Guam. — Verschollen. 

29. 0. (Eu.) expansilabris L, Pfr. — 1852 Cydostoma c, L. Pfeiffer, 

in: Pr. zool. Soc. London, v. 20, p. 150. — 1852 0. e., 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. . .5 



— 66 — 

L. Pfeiifer, Monogr. Pneura,, v. 1, p. 312. — 1854 Ci/dostoma e., 
L. Pfeiifer, in: Martini & Chemnitz, Conch. Gab., ed. 2, v. 1^ 
Abt. 19b, p. 297, t. 39, f. 17—19. — 1854 Hydrocena e., 
L. Pfeiffer, in: P. zool. Soc. London, v. 22, p. 309. — 1869 
0. €., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 14:2. — 1870 0. e., 
G. Nevill, in: J. Asiat. Soc. Bengal, v. 39, p. 416. — 1878 
0. e., G. Nevill, Handlist, p. 320. — 1880 0. e., Martens, in: 
Möbius, Beitr. Meeresf. Mauritius, p. 188. — 1898 0. e., 
Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 
(sep. p. 69). 
Gehäuse kaum durchbohrt, konisch eiförmig, dünnschalig, fast glatt, 
wenig glänzend, blassgelb, mit feinen hornfarbigen Makeln und einer, 
selten zwei roten Binden unter der Mitte. Gewinde hoch kegelförmig; 
Apex ziemlich spitz; 6 kaum gewölbte Windungen, die letzte an Peri- 
pherie und Basis mit fadenförmigem Kiel; Mündung schräg, eiförmig; 
Mundsaum ringsum gleich und kurz ausgebreitet, weiss; Ränder etwas 
getrennt. — H. 5,5, Durchm. 3 mm. 
Bourbon, Mauritius. 

30. 0. (Eu.) exquisita Pfr. — 1854 Hydrocena e., L. Pfeiffer, in : Pr. zool. 

Soc. London, v. 22, p. 307. — 1858 H. e., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 2, p. 162. — 1869 Omphalotropis c, Pease, in: J. de 
Conchyl., v. 17, p. 150. — 1898 0. (Eu.) e., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. p. 69). 
Gehäuse durchbohrt, konisch, dünnschalig, dicht gestreift, kaum 
glänzend, schmutzig bräunlich. Gewinde lang, konkav konisch; Apex 
spitz; Naht fast berandet; 6^2 leicht gewölbte Windungen, letzte 
kürzer als das Gewinde, mehr oder minder deutlich gekielt, mit scharfem 
fadenförmigem Nabelkiel. Mündung scharf, fast eiförmig, oben und links 
eine Ecke bildend, unten ausgussartig; Mundsaum einfach, gerade, Spindel- 
rand buchtig abstehend. H. 9, Durchm. 5, Durchm. der Mündung 4 : 3 mm. 
Polynesien; Lord Howes Insel. 

31. 0. (Eu.) fragilis Pse. — 1860 Hydrocena f., Pease, in: Pr. zooL 

Soc. London, p. 439. — 1865 H. f., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., vol. 3, p. 253. — 1869 Omphalotropis f., Pease, in: 
J. de Conchyl., v. 17, p. 145. — 1898 0. (Eu.) f.. Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., vol. 30, p. 149 
(sep. p. 69). 



- 67 — 

Gehäuse konisch eiförmig, dünnschalig, glatt, getürmt, durchbohrt, 
blass hornfarben mit schmalen roten Binden oder Fleckenreihen oder 
Längsstriemen; 6 — 7 gewölbte Windungen, letzte mitten stumpf kantig; 
Mündung oval; Aussenlippe dünn, einfach, leicht umgeschlagen; Nabel- 
eingang kanalartig. H. ? 

Ebon, Marschalls-Inseln. 

32. 0. (Eu.) globosa L. Pf. — 1852 Cyclostoma g., L. Pfeiffer, in: 

Pr. zool. Soc. London, v. 20, p. 151. — 1854 Cyclostoma g,, 
fBenson in Ms.), L. Pfeiffer, in : Martini & Chemnitz, Conch. 
Gab., ed. 2, vol. 1, Abt. 19b., p. 296, t. 39, f. 14—16. — 
1852 0. g., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., vol. 1, p. 311. — 
1869 0. g., Pease, in: J. Conchyl., v. 14, p. 141. — 1878 
0. g., G. Nevill, Handlist, p. 319. — 1880 0. g., Martens, 
in: Möbius, Beitr. Meeresf. Maur., p. 188. — 1898 0. (Eu.) g., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 149 (sep. p. 69). — 1854 Hydrocena g., L. Pfeiffer, in: 
Pr. zool. Soc. London, v. 22, p. 308. 

Gehäuse genabelt, kugelig kegelförmig, dünnschalig, ganz fein ge- 
streift, durchscheinend, glanzlos, zimmtbraun mit bindenartig gestellten 
opak weissen Flecken. Gewinde konisch, Apex sehr spitz. 6 Windungen, 
die oberen kaum gewölbt, die letzte kugelig mit feinem fadenförmigem 
Nabelkiel. Mündung wenig schräg, oval ; Mundsaum einfach, Ränder 
sich fast berührend, rechter sehr gebogen, Spindelrand mitten verbreitert, 
abstehend. — Deckel sehr dünn, horngelb, aussen leicht konkav. — 
H. 8, Durchm. 5, Durchm. der Mündung 4 : 3,5 mm. 

Mauritius. 

33. 0. (Eu.) granum Pfr. — 1854 Hydrocena g., L. Pfeiffer, in: Pr. 

zool. Soc. London, v. 22, p. 308. — 1858 H. g., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 2, p. 165. — 1869 0. g., Pease, in: J. de 
Conchyl., v. 17, p. 149. — 1898 0. {Eu.) g., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. p. 69). 

Gehäuse kaum durchbohrt, konisch eiförmig, ziemlich festschalig, 
fast glatt, schmutzig braun, oft weisslich und bräunlich gebändert; Ge- 
winde konisch, Apex ziemlich stumpf; 5 sehr gewölbte Windungen, 
letzte kürzer als das Gewinde, um die punktförmige Perforation deut- 
lich gekielt; Mündung leicht schief, eiförmig; Mundsaum einfach, gerade; 
Spindelrand zurückweichend, leicht geöffnet. H. 5, Durchm. 3 mm. 

Fichteninsel bei Neucaledonien. 

5* 



— 68 — 

34. 0. (Eu.) guamensis L. Pf — 1857 Hydrocena (0.) g., L. Pfeiffer, 

in: Pr. zool. Soc, London, v. 25, \). 113. — 1858 H. g., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, p. 167. — 1869 0. g., 
Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 144. — 1898 0. (Eu.) g., 
Kobelt & MöUendorft". in : Nachrbl. Ü. malak. Ges., v. 30, 
p. 149 (sep. 69). 

Gehäuse durchbohrt, eikegelförmig, ziemlich festschalig. dicht ge- 
streift, opak, fleischfarben, rötlich marmoriert und gebändert: Gewinde 
konisch, spitz; Naht fast rinnenförmig : 5^2 ziemlich flache Windungen, 
letzte kaum kürzer als das Gewinde, unter der Mitte gekielt mit zu- 
sammengedrücktem Nabelkiel. Mündung wenig schief, oval. Mundsaum 
dünn, rechter Rand leicht ausgebreitet, Basalrand in den Nabelkiel vor- 
gezogen, Spindelrand kaum verbreitert. H. 6,5, Durchm. 4 mm. 

Guam. 

35. 0. (Eu.) hameliana Cr. — 1873, 1874 0. h., Crosse, in: J. Con- 

chyl.. V. 21, p. 143, V. 22, p. 239, t. 8, f. 11. — 1876 
Realia h., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., vol. 4, p. 223. — 
1880 0. h., Martens, in: Möbius, Beitr. Meeresf. Mauritius, 
Moll., p. 188. — 1898 0. (Eu.) //., Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. 69). 

Gehäuse durchbohrt, lang konisch, ziemlich dünnschalig, wenig 
glänzend, sehr fein spiralgestreift, schmutzig weiss, hellbraun gescheckt ; 
Gewinde lang konisch, Apex ziemlich stumpf; Naht berandet; 6 kaum 
leicht gewölbte Windungen, letzte etwas niedriger als das Gewinde, 
unter der Peripherie mit einer braunen Zone ; Basis gerundet mit gelbem, 
grossem, wenig vorspringendem Nabelkiel : Streifen an der Nähe der 
vorletzten Windung verschwindend ; Mündung fast senkrecht , eckig 
eiförmig, innen gelblichweiss, mit sichtbarem Band. Mundsaum einfach, 
gelbweiss, Ränder durch einen dünnen Callus verbunden, Spindelrand 
leicht ausgebreitet, Basalrand und Aussenrand ziemlich scharf. L. 6.5, 
Durchm. 5 mm. 

Insel Rodriguez, Maskarenen. 

36. 0. (Eu.) harpula Bs. — 1859 0. h., Benson, in: Ann. nat. Hist., 

ser. 3, V. 3, p. 100. — 1865 0. lt., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 5, p. 178. — 1869 0. h.. Pease, in: J. Conchyl.. 
V. 17, p. 141. — 0. plicosa var., G. Nevill. Handlist, p. 320. — 



— 69 — 

1880 0. pl'icosa var. h., Martens, in: Möbius, Beitr. Meeresf. 
Mauritius, Moll., p. 188. — 1890 0. (Eu.) h., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. p. 69). 

Gehäuse fast genabelt, konisch eiförmig, ziemlich festschalig, schief 
und bogig dicht gerippt, Rippen erhaben, zusammengedrückt, rötlich 
mit weisser Marmorierung; Gewinde treppenartig kegelförmig, Apex 
ziemlich spitz, tiefrot; Naht tief; 5 ziemlich gewölbte, oben geschulterte, 
mit einer leichten Spiralfurche skulptierte Windungen, letzte gewölbt 
mit ziemlich vorspringendem Nabelkiel ; Mündung senkrecht, birnförmig. 
Mundsaum einfach, schai^f, Ränder durch einen gebogenen angedrückten 
Callus verbunden, Spindelrand leicht ausgebreitet, wellig. H. 6, Durchm. 
4 mm. 

Mauritius. Nach Nevill = plicosus Pfr. 

37. 0. (Eu.) hercules Psby. & Sykes. — 1899 0. h., Ponsonby & Sykes,' 

in: Pr. malac. Soc. London, v. 3, p. 308, fig. II. 

Gehäuse relativ gross, lang kegelförmig, eng durchbohrt, undeut- 
lich schief gestreift, bräunlich mit grauen Spirallinien oder Binden 
glänzend, Apex spitz, rotbraun; 8 — 8^2 Aach gewölbte Windungen, die 
letzte mit einem undeutlichen fadenförmigem Kiel an der Peripherie 
und einem zweiten stärkeren um den Nabel, Naht mit der Kante be- 
zeichnet; Mündung birnförmig, Mundsaum schwach verdickt, etwas um- 
geschlagen, braun, die Ränder durch Callus verbunden, der Spindel- 
rand unten plötzlich ohrförmig verbreitert. Deckel hornig, dünn, 
undeutlich spiral. H. 14,6 Durchm. 7,8 mm. 

Buru. — Dem 0. ceramensis am nächsten, aber grösser, schlanker, 
mit flacheren Windungen, die oberen langsamer zunehmend. 

38. 0. (Eu.) hieroglyphica Pot. & Mich. — 1854 Bulimus h., (Potiez &) 

Michaud, in: Gal. Douai, v. 1, p. 144, t. 14, f. 21, 22. — 
1846 Cydostoma lt., L. Pfeiffer, in: Z. Malak., v. 3, p. 86. 

— 1849 C. h., L. Pfeiffer, in: Martini & Chemnitz, Conch. 
Gab., ed. 2, v. 1, Abt. 19 a, p. 183, t. 30, f. 7—9. — 1847 
Hydrorena h., L. Pfeiffer, Z. Malak., v. 4, p. 112. - 1852 
Omphalotropis li., L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, p. 151. 

— 1852 0. h., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 1, p. 306. 

— 1869 0. h., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 140. — 
1898 0. (Eu.) Meroißypldeula, Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 149 (sep. p. 69). 



— 70 — 

Gehäuse durchbohrt, getürmt, ziemlich dünnschalig, weisslichrot 
mit hornfarbener Zeichnung; Gewinde getürmt, Apex spitz; 9 ziemlich 
flache Windungen, letzte nicht ^j^ der Länge, um die nicht durch- 
gehende Perforation mit vorspringendem, gebogenem Nabelkiel. Mündung 
wenig schief, abgestutzt eiförmig, unten leicht eckig, innen rötlich ; 
Mundsaum einfach, gerade, Ränder getrennt, Spindelrand leicht um- 
geschlagen. Deckel normal. L. 9, Durchm. 3,5 mm. 

Aufenthalt unsicher. Der Typus der Gattung. — Nach G. Nevill 
vielleicht identisch mit 0. clavula Mor. 

39. 0. (Eu.) huaheinensis 1.. Pfr. — 1854 Hijdrocena h., L. Pfeiffer, 

in: Pr. zool. Soc. London, v. 22, p. 308. — 1858 N. h., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, p. 163. — 1866 Assimineah., 
Martens, in: Ann. Nat. Hist. ser. 3, v. 17, p. 206. — 1869 
Omphalotropis h., Pease, in: J. de Conchyl., v. 17, p. 148, 
t. 7, f. 9. — 1871 Realia ]>., Martens. in: Martens & Lang- 
kavel, Donum Bismarck. p. 58, t. 3, f. 17. — 1878 0. /^, 
G. Nevill, Handlist Ind. Museum, v. 1, p. 321. — 1898 
0. (Eu.) h., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 150. — 1869 Omphalotropis rohusta, Pease, in: J. 
de Conchyl., v. 17, p. 148, t. 7, f. 3. 
Gehäuse durchbohrt, lang kegelförmig, festschalig, gestreift, opak, 
mit unregelraäfsig gestellten pustelartigen Punkten, gelblich oder bräunlich. 
Gewinde konisch, Apex spitz. 6^/.^ Windungen, die oberen flach, die 
vorletzte leicht gewölbt, die letzte 2/5 der H. ausmachend, unten ge- 
rundet, um die punktförmige Perforation gekielt; Mündung vertikal, 
eckig eiförmig; Mundsaum dünn, rechter Rand geradeaus, gebogen, 
Spindelrand weniger gebogen, leicht abstehend. — H. 9,5, Durchm. 5, 
Durchm. der Mündung 4 : 3 mm. 
Huahine, Raiatea. 

40. 0. (Eu.) japonicus Psbry. — 1901 0. j., Pilsbry, in: P. Ac. Phila- 

delphia, V. 53, p. 405. 

Gehäuse eng durchbohrt, spitz eikegelförmig. ziemlich dünnschalig, 
glatt, glänzend, gelbbraun; Gewinde kegelförmig mit geraden Seiten, 
Apex ziemlich spitz; 6 gewölbte Windungen, letzte mit starkem Nabel- 
liiel; Mündung etwas schräg, eiförmig, Aussenrand und Kasalrand etwas 
ausgebreitet, der Spindelrand umgeschlagen. H. 5,2, Durchm. 3,5, H, 
der Mündung 2,5 mm. 

Japan (Kashiwashima auf Shikoku). 



— 71 — 

41.0. (Eu.) laticosta Qdr. & Mlldff. — 1894 0. L, Quadras & Möllen- 

dorff. in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 20. — 1898 

0. (Ell.) ?.. Kobelt & Möllendorft', in : Nachrbl. I). malak. Ges., 

V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse ganz eng durchbohrt, schlank getürmt, durch Streifen und 

Spirallinien gegittert, mit weissen breiten, flachen Rippen, abwechselnd 

gelblich und rot gestriemt ; Gewinde sehr schlank kegelförmig, mit 

stumpfem Apex. 8^0 leicht gewölbte Windungen, die letzte unter der 

Mitte ziemlich scharf kantig, dann glatt, mit deutlichem Kamm um 

den Nabel; Mündung wenig schief, spitz eiförmig; Mundsaum stumpf; 

leicht ausgebreitet, schwach gelippt. L. 5,75, Durchm. 2,5 mm. 

Marianen-Archipel. 

42. 0. (Eu.) latilabris Qdr. & Mlldff. — 1894 0. /., Quadras & Möllen- 

dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 21. — 1898 

0. (Eu.) ?., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 

V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse offen durchbohrt, eiförmig kegelförmig, ziemlich festschalig, 

mit ziemlich dichten gebogenen Falten und hohen, etwas weitläufigen 

Spirallinien, gelblich bis braun, bisweilen mit 2 Binden ; Gewinde ziemlich 

hoch kegelförmig, Seiten leicht konvex; Apex spitz; 6 flache Windungen 

mit deutlichem Kiel und tiefer rinnenförmiger Naht ; letzte gross, dem 

Gewinde gleich, mit ziemlich weit abstehendem, etwas gezähneltem Basal- 

kiel; Mündung wenig schief, spitz eiförmig; Mundsaum doppelt: innerer 

zusammenhängend, oben gelöst, .wenig ausgebreitet ; äusserer relativ weit 

ausgebreitet, an der Insertion zurückweichend, leicht geflügelt, am Kiel 

lang ausgegossen, geöhrt. L. 7,5, Durchm. 6 mm. 

Marianen-Archipel. 

43. 0. (Eu.) layardiana Garr. — 1870 Bealia rosea Mousson, in: J. de 

Conchyl., v. 18, p. 192, nee Garret. — • Qynphalotroins bi/tJiinae- 
formis Paetel Cat., ed. 2, p. 124 (nomen nudum). — 1887 
0. la/jardiana, Garret, in: Pr. zool. Soc. London, p. 310. — 
1898 O. (Eu.) 1., Kobelt & Möllendorff; in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., v. 30, p. 150. 
Gehäuse genabelt, ziemlich festschalig. ei kegelförmig, glatt, kaum 
glänzend, einfarbig hornfarben. Gewinde ziemlich niedrig, konvex kegel- 
förmig, Apex stumpf; Naht leicht eingedrückt. 6 — 7 konvexe, schmal 



— 72 — 

geschulterte Windungen, letzte gerundet, mit breitem, ziemlich entfernt 
vom Nabel stehendem Basalkiel; Mündung kurz eiförmig, oben spitz; 
Mundsaum stumpf, ganz oder fast zusammenhängend. H. 6, Durchm. 
fi mm. 

Viti-Inseln : Vanua-Balava. 

44. 0. (Eu.) littorinula Crosse. — 1873 0. l., Crosse, in: J. de Conchyl., 

V. 21, p. 143; 1874, v. 22, p. 238, t. 8, f. 10. — 1875 

0. l., Morelet, in: J. de Conchyl., v. 23, p. 29. — 1876 

Realia L, L. Pfeiffer, in: Monogr. Pneum., v. 4, p. 230. — 

1880 0. l, Martens, in: Möbius, Beitr. Meeresf. Mauritius, 

Moll., p. 189. — 1898 0. (Eu.) /., Kobelt & Möllendorff, in: 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 150. 

Schale durchbohrt, laug kegelförmig, ziemlich festsclialig, gleich- 

mäfsig dicht spiral gereift, wenig glänzend, bräunlich, undeutlich weiss 

gescheckt. Gewinde hoch kegelförmig. Apex ziemlich stumpf; Naht 

eingedrückt. 6 kaum leicht gewölbte Windungen, die beiden embryonalen 

glänzend, glatt, violettbraun, die letzte niedriger als das Gewinde, an 

der Basis gerundet. Mündung fast senkrecht, eckig eiförmig, innen 

gleichfarbig. Mundsaum einfach, bräunlich. Ränder durch einen dünnen 

Callus verbunden, Spindelrand leicht verbreitert, Basalrand und Aussen- 

rand ziemlich scharf, Nabelkiel strangförmig, schmutzig weiss. H. 7, 

Durchm. 3,5 mm. 

Rodriguez. 

45. 0. (Eu.) macromphala Bav. — 1906 Bealia (0.) ni. Bavay, in: 

J. de Conch., v. 53, p. 250, t. 7, f. 9—11. 

Schale sehr weit und trichterförmig genabelt, der Nabel von einem 
starken, vorspringenden, knotigen Kiel umgeben, doppelt kegelförmig, 
faltenstreifig, die Falten namentlich unter der Naht vorspringend, 
manchmal deutlich gerippt, spiral gefurcht, graubraun; Gewinde kegel- 
förmig, Naht rinnenförmig. 5 — 6 rasch zunehmende Windungen, die 
oberen gewölbt, glatt, die folgenden flach, die drittletzte und vorletzte 
über der Naht gekielt, die letzte sehr gross, ^/^ der Höhe ausmachend, 
in der Mitte scharfkantig mit einem deutlichen Kiel. Mündung birn- 
förmig, etwas schräg, beiderseitig buchtig-eckig, unten mit einem rinnen- 
artigen Ausguss; Mundsaum zusammenhängend, Aussenrand doppelt, 
zurückgeschlagen. Durchm. 4, H. 6 mm. 

Marianen-lnsel Guara. 



— 73 — 

46. 0. (Eu.) major Mor. — 1866 Hydrocena m., Morelet, in: Revue Mag. 

Zool., V. 18, p. 63. — 1876 Bealia m., L. Pfeiffer, Moiiogr. 
Pneum., v. 4, p. 229. — 1878 0. m., G. Nevill, Handlist, 
p. 319. — 1880 0. m., Martens, in: Möbius, Beitr. Meeresf. 
Mauritius, Moll., p. 189. — 1890 0. (Eu.) m., Kobelt & Möllen- 
dorft", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse durchbohrt, eiförmig konisch, ziemlich festschalig, undurch- 
sichtig, nicht glänzend, zitrongelb ; Gewinde ziemlich lang, konisch, Apex 
spitz; 7 ziemlich flache, leicht berandete Windungen, die 5 oberen purpur- 
rosa, die letzte faltenstreifig, durch Spirallinien dekussiert, bisweilen 
schuppig gekörnelt, gegen die Basis rauh gestreift, mit feinem Peripherial- 
und stärkerem fadenförmigen Nabelkiel, etwas niedriger als das Gewinde, 
Mündung schief, eckig eiförmig, Mundsaum gerade, Ränder leicht genähert, 
Spindelrand oben leicht ausgeschnitten. L. 12, Durchm. 7 mm. 

Vacaos, Mauritius. 

47. 0. (Eu.) malleata L. Pfeiffer. — 1854 Hydrocena m., L. Pfeiffer, in: 

Pr. zool. Soc. London, p. 308. — 1858 H. m., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 2, p. 104. — Omphalotropis m., Cox, Monogr. 
Austral. Landsh., p. 104. — 1869 0. m., Pease, in: J. Conchyl., 
V. 17, p. 149. — 1898 0. (Ell.) m., Kobelt & Möllendorft", in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 150 (sep, p. 70). 

Gehäuse fast durchbohrt, konisch eiförmig, festschalig, unregel- 
niäfsig gehämmert, fleischfarben und weiss gescheckt. Gewinde konisch, 
spitz ; 6 ziemlich flache Windungen, letzte so hoch wie das Gewinde, 
bauchig, mit strangförmigem Nabelkiel ; Mündung wenig schief, eckig 
eiförmig, innen orange oder braun. Mundsaum leicht schwielig, rechter 
Rand gerade, Basalrand leicht eckig vorgezogen, Spindelrand' etwas offen. 
L. 7, Durchm. 4,5 mm. 

Australien. 

48. 0. (Eu.) moebii Mrts. — 1880 0. w., Martens, in: Möbius, Beitr. 

Meeresf. Mauritius, Moll., p. 189, t. 19, f. 1, 2. — 1898 
0. (Eu.) m., Kobelt & Möllendorft", in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 
Gehäuse eng genabelt, eikegelförmig, dicht gerippt, mit fadigem 

Kiel an der Peripherie, dicht spiral gestreift, einfarbig, blass rotgelb ; 

Gewinde kegelförmig, Apex spitz; 5^/^ Windungen, ziemlich flach, die 



— 74 — 

oberen 2 glänzend orange, die letzte mit Kielkante um den trichter- 
förmigen Nabel; Mündung ^/g der Länge, schief, eiförmig, oben spitz; 
Mundsaum dünn, zusammenhängend, kurz ausgebreitet, weisslich, Spindel 
nicht verbreitert, unten etwas eckig. L. 6, Durchm. 25 mm. 
Mauritius. 

49. 0. (Eu.) multilirata L. Pfr. — 1852 Cyclostoma w., L. Pfeiffer, in: 

Pr. zool. Soc. London, v. 20, p. 150. — 1852 0. m., L. Pfeiffer, 

in; Monogr. Pneum., v. 1, p. 311. — 1854 Hydrocena m., 

L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, p. 308. — 1869 0. m., 

Pease. in: J. ConchyL, v. 17, p. 141. — 1878 0. m., G. Nevill, 

Handlist, p. 320. — 1880 0. m., Martens, in : Möbius, Beitr. 

Meeresf. Mauritius, Moll., p. 189. — 1898 0. (Eu.) m., Kobelt 

& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30. p. 150 

(sep. p. 70). 

Gehäuse durchbohrt, eikegelförmig, ziemlich festschalig, mit dichten 

scharfen Spiralleisten skulptiert, an Peripherie und Basis je mit einem 

stärkeren Reifen, opak, rötlich hornfarben: Gewinde konisch, ziemlich spitz; 

5^/o Windungen, die oberen fast flacli, die letzte gewölbter; Mündung 

wenig schief, eckig eiförmig; Mundsaum einfach, gerade, Ränder genähert, 

Spindelrand oben ausgeschnitten, dann verbreitert und leicht umgeschlagen. 

L. 8,5, Durchm. 5, Durchm. der Mündung 4 : 3 mm. 

Mauritius. 

50. 0. (Eu.) moreleti Desh. — 1863 Cyclostoma (Hydroc.) m., Deshayes, in : 

Maillard, Jle Reunion, E., p. 84, t. 37 (10), f. 7, 8. — 1869 0. m., 
Pease, in : J. ConchyL, v. 1 1, p. 142. — 1876 BeaUa m., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum.. v. 4, p. 220. — 1870 0. ruhens var., G. Nevill, in : 
J. Asiat. Soc. Bengal, v. 39, p. 415. — 1880 0. m.. Martens, 
in: Möbius, Beitr. Meeresf. Mauritius. Moll., p. 188. — 1898 
0. (En.) m., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse lang konisch, längsgestreift, genabelt, weiss mit rotbraunen 
Fleckchen und einer kastanienbraunen Peripherialbinde; Gewinde lang 
kegelförmig mit spitzem Apex ; 7 schmale langsam zunehmende, kaum 
leicht gewölbte Windungen mit linearer brauner Naht; letzte Windung 
ziemlich niedrig, Nabel mit einer Ringkante, innen kastanienbraun : 
Mündung rundeiförmig; Mundsaum einfach, stumpf. li. 6, Durchm. 4 mm. 

Bourbon. 



— 75 — 

51. 0. (Eu.) mutica Mlldff. — 1897 0. m. (Semper Ms.), Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 29, p. 166. — 1S98 0. (Eu.) m., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse sehr eng durchbohrt, oval konisch, ziemlich festschalig, 
fein gestreift mit weitläufigen unregelmäfsigen Rippchen und dichten 
deutlichen Si^irallinien skulptiert, gelb mit braunen Flammen. Gewinde 
ziemlich hoch mit leicht konvexen Seiten; 6^/2 leicht konvexe Windungen 
mit rinnenförmiger Naht, letzte mit dickem Peripherialkiel und undeut- 
licher Nabelkante; Mündung wenig schief, spitzeiförmig: Mundsaum 
deutlich doppelt, äusserer ziemlich ausgebreitet, weiss gelippt, leicht 
umgeschlagen, innerer lang vorgezogen, durch eine tiefe Furche ab- 
getrennt, ziemlich ausgebreitet, verdickt. L. 7, Durchm. 5 mm. 

Peleliu, Palaos. 

52 0. (Eu.) navigatorum L. Pf. — 1857 Hijdrocena (0.) n., L. Pfeiffer, 
in: Pr. zool. Soc. London, v. 25, p. 113. — 1858 H. n., 
L. Pfeiffer. Monogr. Pneum., v. 2, p. 165. — 1865 Omphalo- 
tropis n.. Mousson, in: J. Conchyl., v. 13, p. 183. — 1869 
0. n., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 146. — 1898 
0. (Eu.) n., Kobelt & Möllendorff, in : Xachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse eng durchbohrt, getürmt eiförmig, ziemlich festschalig, 
braun, mit welligen weitläufigen weissliclien Rippen ; Gewinde lang, 
kegelförmig, ziemlich spitz; 6 gewölbte, an der Naht kielfädige Windungen, 
letzte ^/5 der L., über der Naht eingedrückt; Mündung kaum schief, 
fast elliptisch; Mundsaum einfach, gerade, Spindelrand kaum offen. — 
L. 6^/3, Durchm. 3^/3 mm. 

Schifferinseln. 

53. 0. (Eu.) nebulosa Pse. — 1872 0. n., Pease, in : Amer. J. of Conchyl., 
V. 7, p. 197. — 1876 Realia n., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 219. — 1898 0. (Eu.) n., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse durchbohrt, laug konisch, glatt, undeutlich fein gestreift, 
mit dünner Epidermis, schmutzig bräunlich, mit dunkleren Wolken, bis- 
weilen mit unregelmäfsigen breiten Striemen, letzte Windung meist mit 
2 Binden : Naht gut eingedrückt ; 7 leicht gewölbte Windungen, letzte 



t 



— 76 — 

gerundet, um den Nabel mit Kielkante, weiss ; Mündung fast senkrecht, 
breit, birnförmig; Mundsaum durch einen dünnen Callus verbunden; 
Spindel gebogen. L. 10, Durchm. 5 mm. 

Salomonen-Inseln. 

54. 0. (Eu.) ochrostoma Pse. — 1865, 1866 Bealia o,, Pease, in: Amer. 

J. Conchyl., v. 1, p. 287; v. 2, t. 5, f. 1. — 1871 R. o., 
Martens, in : Härtens & Langkavel, Donum Bismarck., p. 59, 
t. 3, f. 19. — 1869 0. 0., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, 
p. 147. — 1871 Atropis o., Pease, Pr. zool. Soc. London, 
p. 476. — 1876 Bealia o., L. Pfeiifer, Monogr. Pneum., v. 4, 
p. 224. — 1878 0. 0., G. Nevill, Handlist, p. 321. — 1898 
0. (Eu.) 0., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse eiförmig, festschalig, glatt, gelblich oder hellrosa, kaum 
durchbohrt; 6 konvex gerundete Windungen mit gut eingedrückter 
Naht, letzte etwas niedriger als das Gewinde ; Mündung schief eiförmig, 
innen gelb ; Mundsaum zusammenhängend, angelötet ; Nabelkante eng. 
L. 5, Durchm. 2,5 mm. 

Hervey-Inseln, Polynesien. 

55. 0. (Eu.) ochthogyra Quadr. & Mlldff. — 1894 0. o., Quadras et Möllen- 

dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 20 (var. atteni(ata^ 
ibid.). — 1898 0. (Eu.) o., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse eng durchbohrt, schlank getürmt, kegelförmig, durch- 
scheinend, glatt, nur mit mikroskopischen Spirallinien ; hornbraun. gelb- 
lich marmoriert; Apex stumpf; 8 langsam zunehmende Windungen, mit 
fast berandeter Naht, die oberen stärker, die unteren kaum gewölbt, 
letzte wenig stärker gewölbt, stumpf kantig mit starkem vorspringendem 
Basalkiel dicht am Nabel ; Mündung fast senkrecht, spitz eiförmig. 
Mundsaum nicht ausgebreitet, innen leicht gelippt, unten am Kiel aus- 
gegossen, an der Spindel tief gebuchtet. L. 6,5, Durchm. 3,5 mm. 

Marianen-Archipel. 

56. 0. (Eu.) perforata Mss. — 1865 O.p., Mousson, in : J. Conchyl., v. 13, 

p. 182, t. 14, f. 12. — 1869 0. p., Pease, in: J. Conchyl, 
V. 17, p, 145. — 1871 0. p., Mousson, in: J. Conchyl., v. 19, 



— 77 — 

p. 27. — 1876 Realia p., L, Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, 
p. 222. — 1878 0. p., G. Nevill, Handlist, p. 322. — 1898 
0. {Hu.) p., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 150 (sep. p. 70). 

Gehäuse geritzt, konisch eiförmig, dünnschalig, glatt, fettglänzend, 
rot mit weissen Winkellinien, bisweilen mit weisser Pedpherielinie ; Ge- 
winde leicht gewölbt, konisch, regelmäfsig; Apex spitz; Naht leicht ein- 
gedrückt, nach unten schwach berandet ; 6 ziemlich rasch zunehmende, 
leicht gewölbte, oben schmal geschulterte Windungen, letzte nicht herab- 
steigend, verlängert gerundet, mit einem Fadenkiel um den engen Nabel- 
ritz: Mündung fast senkrecht, ^/^ der L., breit birnförmig, innen rot; 
Mundsaum gerade, ziemlich scharf, innen schwach gelippt, Aussenrand 
kreisförmig, Spindelrand stärker, am Ritz leicht umgeschlagen und an- 
gedrückt. — H. 7, grösster Durchm. 4^/3, kleinster Durchm. 4 mm, 

Insel Uvea, Polynesien. Nach Pease nicht verschieden von 
0. zebriolata Mouss. 

57. 0. (Eu.) pfeifferi Crosse. — 1868, 1869 O.j?., Crosse, in: J. Conchyl., 

v. 16, p. 178. — 1869 0. p., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, 
p. 151; V. 17, p. 396, t. 12, f. 7. — 1876 Realia p., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p, 226. — 1898 0. (Eu.) 
p., Kobelt & Möllendorff', in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 150 (sep. p. 70). 
Gehäuse genabelt, konisch eiförmig, ziemlich dünnschalig, ganz un- 
deutlich gestreift, glanzlos, rötlich hornfarben ; Gewinde kegelförmig, 
ziemlich spitz, Naht eingedrückt ; 6 kaum leicht gewölbte Windungen, 
die letzte nicht herabsteigend, kaum höher als das Gewinde, mit faden- 
förmigem Peripheriekiel und weisslichem Nabelkiel ; Mündung fast senk- 
recht, oval, unten leicht ausgussartig, innen gleichfarbig; Mundsaum 
einfach, scharf, Ränder durch einen dünnen Callus verbunden, Spindel- 
rand ganz kurz umgeschlagen, in der Mitte aussen leicht eingeschnitten, 
Aussenränder gerade. L. 7,5, Durchm. 5, H. der Mündung 3^/4 mm. 
Lord Howes-lnsel, Neue Hebriden. 

58. 0. (Eu.) picta Quadr. & Mlldff. — 1894 O.p., Quadras & Möllendorff", 

in.: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 20. — 1898 0. (Eu.) p., 
Kobelt & Möllendorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 150 (sep. p. 70). 



— 78 — 

Gehäuse eng durchbohrt, lang kegelförmig, durchscheinend, glatt, 
glänzend, rothgelb mit gelber Marmorierung; Gewinde genau kegel- 
förmig; 7 kaum gewölbte Windungen, letzte kaum kantig, mit zusammen- 
gedrücktem, vorspringendem Basalkiel dicht am Nabel ; Mündung fast 
senkrecht, spitz eiförmig, Mundsaum nicht ausgebreitet, innen leicht 
gelippt. L. 5,5^ Durchm. 3,25 mm. 

Marianen-Inseln. 

59. 0. (Eu.) picturata H. Ad. — 1867 0. p., H. Adams, in: Pr. zool. 
Soc. London, p. 306, t. 19, f. 13. — 1870 0. p., G. Nevill, 
in: J. Asiat. Soc. Bengal, v. 39, p. 416. — 1876 Realia p., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 221. — 1878 0. p., 
G. Nevill, Handlist, p. 320. — 1880 0. p., Martens, in: 
Möbius, Beitr. Meeresf. Mauritius, Moll., p. 188. — 1898 
0. (Ell.) p., Kobelt & Möllendorff, in. Nachrbl. 1). malak. 
Ges., p. 30, p. 150 (sep. p. 70). 
Gehäuse durchbohrt, ovalkonisch, dicht schief gestreift, rötlich 
hornfarben, mit weissen Striemen; Gewinde konisch, Apex spitz, Naht 
leicht berandet, crenuliert; 6 leicht gewölbte Windungen, letzte ge- 
rundet; Mündung fast senkrecht, oblong eiförmig; Mundsaum einfach, 
rechter Rand gerade, Spindelrand kaum ausgebreitet. L. 6, Durchm. 3, 
H. der Mündung 2 mm. 

Pouce Mountain, Mauritius. 



'â– > 



60. 0. (Eu.) plicosa L. Pfr. — 1852 Cydostoma (0.) j^^icosnm, L. Pfeiffer, 
in Pr. zool. Soc. London, p. 61. — 1854 C. pl., L. Pfeiffer, 
in: Martini & Chemnitz, Conch. Gab., ed. 2, v. 1, 19b, 
p. 301, t. 46, f. 41, 42. — 1852 0. plicosus, L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 1, p. 311. — 1869 0. pl. Pease, in: J. 
Conchyl., v. 17, p. 156. — 1878 0. pl., G. Nevill, Handlist 
Ind. Museum, v. 1, p. 320. — 1898 0. (Eu.) plicosa Kobelt 
& Möllendorff, in Nachrbl. D. malak. Ges. London, v. 30, 
p. 150. — Cfr. 0. liarpula Benson, No. 36. 
Gehäuse durchbohrt, eikegelförmig, dünnschalig, dicht längs gefaltet, 
seidenglänzend, rötlich hornfarben ; Gewinde konisch, Apex spitz ; 5 ziem- 
lich gewölbte, an der Naht gekerbte Windungen, die letzte so hoch 
wie das Gewinde, gerundet, um die Mündung kaum schräg, eiförmig; 
Mundsaum einfach, geradeaus, Randinsertionen genähert, Spindelrand 



— 79 — 

leicht umgeschlagen, der Deckel hell hornfarben, aussen leicht konkav. 
H. 6, Durchm. 4 mm. 

Aufenthalt unsicher, nach Nevill Mauritius. 

61. 0. (Eu.) poecila Ancej-. — 1890 0. p., Ancey, in: Naturaliste, p. 12. 
Neue Hebriden : Espiritu santo. 

62. 0. (Eu.) quadrasi, Mlldff. — 1894 0. q., Quadras & Möllendorf, in: 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 25, p. 21, mit var. dimidiata. — 
1898 0. (Ell.) q., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 150 (sep, p. 70). 
Gehäuse ziemlich offen durchbohrt, gedrückt kreiseiförmig, ziemlich 
festschalig, gestreift, mit erhobenen Spirallinien, weitläufig mit starken, 
gebogenen, unten verschwindenden Falten skulptiert, hornbraun oder 
gelb , bisweilen marmoriert ; Gewinde fast genau kegelförmig , mit 
stumpfem Apex. 6 Windungen, die obersten gewölbt, die anderen an 
der tief rinnenförmigen Naht geschultert, dann fast flach, letzte mit 
scharfem, welligem Kiel an der Peripherie und sehr hohem, zusammen- 
gedrücktem, gezähneltem, weit abstehendem Basalkiel. Mündung ziemlich 
schief, spitz eiförmig, Mundsaum doppelt, innerer zusammenhängend, 
oben angedrückt, leicht ausgebreitet, äusserer breit ausgebreitet, oben 
ausgeschnitten, etwas geflügelt, am Kiel mit Rinne, am Basalkiel mit Aus- 
guss, geöhrt, an der Spindel verschmälert. I.. 6, Durchmesser 5,75 mm. 

var. dimidiata iid. p. 22. 

Kleiner. H. 4,25, Durchm. 4 mm. 
Marianen-Inseln. 

63. 0. (Eu.) rangii Pot. & Mich. — 1838 Cydostoma r., Potiez & Michaud, 

Galerie Moll. Douai v. 1, p. 240, t. 24, f. 18, 19. — 1868 

Omphalotroiyis borbonira, H. Adams, in : Pr. zool. Soc. liOndon, 

p. 292, t. 28, f. 14. — 1870 0. b., G. Nevill, in: J. Asiat. 

Soc. Bengal v. 39, p. 415. — 1876 Bealia b., L. Pfeiffer, 

Monogr. Pneum. v. 4, p. 229. — 1898 0. {Eu.) b., Kobelt 

& Möllendorf, in: Nachrbl. D, malak. Ges., v. 30, p. 149. — 

1878 0. rangii, G. Nevill, Handlist Ind. Mus. v. 1, p. 320. 

Gehäuse durchbohrt, eikegelförmig, dünnschalig, unter der Lupe 

ganz fein spiral punktiert - gestreift, rotbraun, weisslich gescheckt und 

gestriemt. Gewinde konisch, Apex spitz, Naht deutlich. 6 ziemlich 



— 80 — 

gewölbte Winclungeii, die letzte bauchig, mit zusammengedrückten Kielen 
um Peripherie und Nabel, Mündung kaum schräg, eiförmig ; Mundsaum 
einfach, geradeaus; Spindelrand leicht umgeschlagen. H. 7, Durch- 
messer 4 mm. 
Bourbon. 

64. 0. (Eu.) rosea Gld. — 1847 Cydostoma r., A. Gould, in: P. Boston 

Soc, V. 2, p. 205. — 1852 C. r., A. Gould, in: U. S. expl. Ex., 
V. 12, p. 105, t. 8, f. 121. — 1852 0. r., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 1, p. 308. — 1866 Assiminea r., Martens. in: Ann. 
nat. Hist., ser. 3, v. 17, p. 206. — 1869 0. >•., Pease, in: 
J. Conchyl., p. 147. — 1870 Realiar., Mousson, in: J. Conchyl., 
V. 18, p. 192. — 1878 0. r., G. NeviU, Handlist, p. 321. — 
1898 (0. Eu.) r., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30. p. 151 (sep. p. 71). 
Gehäuse kaum durchbohrt, getürmt eiförmig, festschalig, glatt, rosa ; 
Gewinde lang konisch, oben gelb, Apex stumpf; 6 ziemlich flache Win- 
dungen , letzte kürzei- als das Gewinde , unten gerundet , mit faden- 
förmigem Nabelkiel ; Mündung schief eiförmig, Mundsaum leicht ver- 
dickt, gerade, Rand zusammenneigend, durch einen Callus verbunden. 
L. 8, Durchra. 4,5. Durchm. der Mündung 3 : 2 mm. 
Viti-Inselu. 

65. 0. (Eu.) rotumana E. Smith. — 1897 0. r., Edg. A. Smith, in: 

Ann. nat. Hist., ser. 6, v. 20, p. 522. 

Gehäuse eiförmig, oben spitz, eng genabelt, rötlich oder bräunlich 
mit unregelmäfsigen weissen Striemen, bisweilen mit weisser oder roter 
Binde an der Peripherie; Gewinde lang konisch, nach oben mäfsig 
verschmälert. 6 langsam zunehmende, leicht konvexe Windungen mit 
mitteltiefer Naht, fein gestreift, letzte an der Peripherie ganz fein, um 
den Nabel stärker gekielt: Mündung birnförmig, innen rötlich oder 
bräunlich, weniger als ^2 'ler H., Mundsaum innen leicht verdickt, 
zusammenhängend, Spiral und Basalrand leicht ausgebreitet. H. 6,5, 
Durchm. 4, Durchm. der Mündung 3 : 2^l^mm. 

Rotuma Insel, 300 miles N. N. W. von Viti. 

66. 0. (Eu.) rubens, Quoy & Gaim. — 1832 Cydostoma r., Quoy & Gaimard, 

Voy. Astrolabe, ZooL, v. 2, p. 189, t. 12, f. 36—39. — 1838 
C. ?•., Deshayes, in : Lamarck, Hist. Anim. s. vert., ed, 2, 



— 81 — 

V. 8. p. 368. — 1847 Hydrocena r., L. Pfeiffer, in: v. Malak., 
V. 4, p. 112. — 1849 Cydostoma r., L. Pfeiffer, in: Martini 
& Chemnitz. Conch. Gab., ed. 2, v. I, Abt. 19 b, p. 181, 
t. 30, f. 10—12. — 1852 OmpliaJotropis r., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneuui., v. 1, p. 309. — 1856 Hydrocena r., Adams, 
Gen. rec Moll, v. 2, p. 299, 300, t. 87, f. 2. — 1860 
0. r., Morelet Series Conch., p. 107. — 1869 Realia r., 
Blanford, in : Ann. nat. Hist., ser. 4, v. 3, p. 340, Radula ! 

— 1869 0. r., Pease, in: J. ConchyL, v. 17, p. 140. — 1870 
0. r., G Nevill, in: J. Asiat. Soc. Bengal, v. 39, p. 415. — 
1878 0. r., G. Nevill, Handlist, p. 319. — 1880 0. r., 
Härtens, in: Moebius, Beitr. Meeresf. Mauritis, Moll., p. 188. 

— 1898 0. r., Kobelt & Möllendorft', in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 151 (sep. p. 71). 

Gehäuse durchbohrt, eikegelförmig. ziemlich dünnschalig, ganz un- 
deutlich Spiral gestreift, ojjak, braun und weiss marmoriert, Gewinde 
konisch, spitz : 7 ziemlich flache Windungen, letzte von der Peripherie 
ab mit nach unten stärker werdenden Spiralreifen ; Mündung kaum 
schief, oval ; Mundsaum einfach, leicht ausgebreitet, weisslich, Ränder 
zusammenneigend. Deckel normal. L. 8. üurchm. 4,5, Durchm. der 
Mündung 4 c : 2^/3 mm. 

Maskarenen. 

67. 0. (Eu.) rudis Mrts. — 1867 0. r., Martens, Preuss. Exped. O.-Asien 
Zool., V. 2, p. 161, t. 5, f. 14. - 1876 Realia r., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 226. — 1898 0. (Eu.) r., Kobelt 
& Möllendorft'. in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 151 
(sep. p. 71). 
Gehäuse getürmt konisch, ziemlich weit durchbohrt, festschalig, 
schief gestreift, die oberen Windungen scharf, die letzte nur schwach 
gekielt, mit stärkerem Nabelkiel, gelblich fleischfarben, an der Naht blasser ; 
6^/2 ziemlich flache Windungen mit ziemlich tiefer Naht, letzte nicht 
herabsteigend : Mündung wenig schief, birnförmig, oben spitz ; Mundsaum 
gerade, aussen verdickt, die Ränder durch einen deutlichen Callus ver- 
bunden, Spindelrand unter der Perforation leicht verbreitert. L. 8, 
Durchm. 1,5, Durchm, der Mündung 3 : 4 mm. 
Insel Ceram, Molukken. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 6 




— 82 — 

68. 0. (Eu.) setocincta Ancey. — 

Neue Hebriden : Vate. 

69. 0. (Eu.) striatipila Mlldff. — 1897 0. s., (Semper, MS.), Möllen- 

dorff, in: Naclirbl. D. malak. Ges., v. 29, p. 166. — 1898 
0. {Eu.) s., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 151 (sep. p. 71). 
Gelläuse eng durchbohrt, konisch eiförmig, dünnschalig, fast durch- 
sichtig, quer gestreift, mit weitläufigen senkrechten Reihen ziemlich 
langer Haare, horngelb, mit unregelmäfsigen braunen Bändern und 
Striemen; Gewinde getürmt konisch, Apex spitz; 7 fast flache Win- 
dungen mit berandeter Naht, letzte stumpf kantig mit zusammengedrücktem 
Nabelkiel ; Mündung wenig schief, spitz eiförmig ; Mundsaum leicht aus- 
gebreitet, schwach verdickt, Spindelrand oben zurückweichend, zwei Ecken 
bildend. Durchm. 6.5, H. 11, H. der Mündung 5, Breite 3,5 mm.. 
Peleliu, Nermalek, Palaos. 

70. 0. (Eu.) subsoluta M. — 1870 Bealia (Omijh.) s., Mousson, in: J. 

Conchyl., v. 18, p. 192, t. 7, f. 12. — 1876 Rcalia s., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 219. — 187S 0. 5., G. Nevill 
Handlist, p. 322. — 1098 Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 
D, malak. Ges., v. 30, p. 151 (sep. p. 71). 
Gehäuse durchbohrt, stumpf getürmt, gestreift, ohne Epidermis^ 
blass hornfarbig. Gewinde leicht gewölbt konisch, Apex ziemlich stumpf,, 
klein; Naht stark ausgeschnitten; 7^2 langsam zunehmende Windungen, 
an der Naht stärker, in der Mitte schwächer konvex, letzte nicht an- 
steigend, halbgelöst, unten in der Mitte mit fadenförmigem Kiel; Mün- 
dung senkrecht, V5 c^er L., schief eiförmig mit 2 stumpfen Ecken; 
Mundsaum gerade, ganz; Ränder durch eine dünne, gelöste Lamelle 
verbunden, rechter kreisförmig, etwas offen, Basalrand und Spindelrand 
leicht umgeschlagen. L. 10, Durchm. 4 mm, 
Oneata, Yiti Inseln. 

71. 0. (Eu.) taeniata Crosse. — 1873, 1874 0. t., Crosse, in : J. Conchyl., 

V. 21, p. 142, V. 22, p. 237, t. 8, f. 12. — 187Q Healia t, 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 223. — 1880 0. t, 
Martens, in: Möbius, Beitr. Meeresfauna Mauritius, Moll., 
p. 188. — 1898 0. f., Kobelt & Möllendorff, in: NachrbL 
D. malak. Ges., v. 30, p. 151 (sep. p. 71). 



I 



— 83 — 

Gehäuse durchbohrt, oblong konisch, ziemlich dünnschalig, wenig 
glänzend, fast glatt, an der Naht mit einer doppelten Spiralfurche, 
weisslich mit braunem Band ; Gewinde ziemlich lang konisch, Apex spitz 
zugerundet; Naht tief eingedrückt; 6 ziemlich flache Windungen, die 
2^/2 embryonalen glatt, hornfarben, die letzte an der Peripherie mit 
3 Furchen, darunter mit braunem Band, so hoch wie das Gewinde, an 
der Basis gerundet ; Mündung kaum schief, eckig eiförmig, innen weiss- 
lich mit sichtbarem Aussenband; Mundsaum einfach, weisslich, Ränder 
durch einen dünnen, wenig deutlichen Callus verbunden, Spindelrand 
leicht ausgebreitet, Basalrand und Aussenrand ziemlich scharf; Nabel 
mit einem weisslichen, strangförmigen Kiel. L. 6, Durchm. 3,5 mm. 

Rodriguez, Maskarenen. 

72. 0. (Eu.) varians Mlldff. — 18y7 0. v., Möllendorff, in: Nachrbl. D. 

malak. Ges. v. 29, p. 166. — 1898 0. (Eu.) v., Kobelt 
& MöUendorft', in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 151 
(sep. p. 71). 

Gehäuse ziemlich offen genabelt, kreiseiförmig, festschalig, gestreift, 
mit zahlreichen erhabenen Spirallinien, braun mit hellem Band oder 
hellgelb mit braunen Nahtflecken ; Gewinde mäfsig hoch mit fast geraden 
Seiten; 6 konvexe Windungen mit fast rinnenförmiger Naht, letzte mit 
vorspringendem Kiel, die Basis spiral gereift, mit einem stärkeren Reif 
in der Mitte Mündung mäfsig schiet, breit spitz eiförmig; Mundsaum 
nur an der ziemlich tief gebuchteten Spindel etwas ausgebreitet. Durch- 
messer 5, alt 6 mm. 

Vate, Neue Hebriden. 

73. 0. (Eu.) variegata Mor. — 1866 Hf/drocena v., Morelet, in: Rev. 

Mag. Zool., V. 18, p. 63. — 1876 ReaUa v., L. Pfeiffer, 

Monogr. Pneum., v. 4, p. 231. — 1878 0. v., G. Nevill 

Handlist, p. 319. — 1880 0. v., Martens, in: Möbius, Beitr. 

Meeresf. Mauritius, Moll,, p. 188. — 1898 0. (Eu.) v., 

Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 

p. 151 (sep. p. 71). 

Gehäuse genabelt, oval konisch, dünnschalig, glatt, wenig glänzend, 

kastanienbraun, unter der Peripherie mit gelben Zickzackstriemen, die 

am Nabel zusammenfliessen ; Gewinde konisch, spitz; 7 ziemlich flache 

Windungen, letzte unten mit Fadenkiel; Mündung oval; Mundsaum 

6* 



— 84 — 

einfach , purpurfarben , leicht ausgebreitet , Spindelrand an der Basis 
kurzeckig, fast rinnenfürmig. L. 8, Durchmesser 5 mm. 
Vacaos auf Mauritius. 

74. 0. (Eu.) vestita L. Pf. — 1855 Hi/drorena (0.) v.. L. Pfeiffer, in: 

P. Zool. Soc. London, v. 23. p. 106. 1858 H. v., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 2, p. 166. — 1869 Realia v., Pease, in: 
J. Conchyl, v. 17, p. 139. — 1898 0. (Eu.) v., Kobelt 
& Möllendorff", in: Xachrbl. I). malak. Ges., v. 30, p. 151 
(sep. p. 71). 

Gehäuse durchbohrt, oblong konisch, dünnschalig, gestreift, mit 
brauner Epidermis : Gewinde konisch, ziemlich spitz. 6 flache Windungen, 
letzte unter der Mitte scharf gekielt, mit Basalkiel und einigen schwächeren 
Reifen ; Mündung kaum schief, etwas eckig eiförmig ; Mundsaum einfach, 
gerade, Ränder zusammenneigend. Deckel braun. L. 5. Durchm. 3 mm. 

Neuseeland. 

75. 0. (Eu.) vitiensis Liardet. — 1876 0. v., Liardet, in: P. Zool. 

Soc. London, p. 101, t. 5, f. 11. — 1877 üealia v., L. Pfeiffer, 
in: Malak. Bl., v. 24, p. 154. — 1898 0. (Eu.) v., Kobelt 
& Möllendorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30. p. 151 
(sep. p. 71). 

Gehäuse bulimusartig, spitz, braun oder gelb ; 5 Windungen, letzte 
gewölbt, der Basalkiel an der Mündung zungenförmig vorspringend : 
Epidermis dünn : Mündung birnförmig : Mundsaum verdickt. L. ?. 

Taviuni, Yiti-Inseln. 

76. 0. (Eu.) zebriolata Mouss. — 1865 0. z., Mousson, in: J. Conchyl., 

V. 13. p. 181, t. 14. f. 11. — 1869 0. z., Pease, in: J. Conchyl., 
V. 17. p. 145. — 1873 0. 0.. Mousson, in: J. Conchyl., v. 21, 
p. 108. — 1876 Realia z., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, 
p. 225. — 1878 0. z., G. Nevill, Handlist, p. 322. — 1898 
0. z., Kobelt & Möllendorff", in : Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 151 (sep. p. 71). — 1897 0. rofnmanus, E. Smith, Ann. 
nat. Hist. (6). v. 20, p. 522 fide Hedley. 

Gehäuse ritzförmig perforiert, konisch eiförmig, ziemlich dickschalig, 
fast glatt, blassgelb, oft mit braunen Striemen; Gewinde konvex konisch, 
regelmäfsig; Apex klein; ziemlich spitz; Naht leicht eingeschnitten, 
unten stumpf berandet. 6^/^, ziemlich flache Windungen, letzte nicht 



— 85 — 

herabsteigend, an der Peripherie abgerundet kantig, mit stumpfem Faden 
um die längliche Perforation ; ^Mündung fast senkrecht, ^/^ der L., falten- 
förmig (?), gelb ; Mundsaum gerade, stumpf, innen verdickt, Ränder 
getrennt, mit schwieliger Lamelle dazwischen, äusserer gebogen, Basal- 
rand und Spindelrand sehr verdickt, letzterer angedrückt, den Ritz fast 
verdeckend. Gr. Durchm. 3,25, kl. Durchm. 2- o, H. 7,5 mm. 
Uvea, Ellisinseln. 

ß) Subgen. Stenotropis Kob. & Mlldff. 

1898 Stenotropis, Kobelt & MöUendorff, in: Xachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 151. 

Nabelkiel dicht um den Nabel herumlaufend, oft abgeschwächt. — 
Typus 0. vallata Gld. 

Polynesien. — Zirka 20 Arten, 

77. 0. (St.) bifilaris M. — 1865 0. h., Mousson, in: J. Conchyl., v. 13, 

p. 183. — 1869 0. h., Pease, in: J. Conchyl, v. 17, p. 146. 
— 1869 0. &., Mousson, in: J. Conchyl., v. 17, p. 353 (var. 
(jracilior et var. tereüformis). — 1870 0. h., Mousson, in: J. 
Conchyl., v. 18, p. 194 (var. anf/usta). — 1876 Realia b. 
L. Pfeiffer, Mon. Pneum., v. 4, p. 232. — 1898 0. (St.) b., 
Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 151 
(sep. p. 71). 

Gehäuse ziemlicli deutlich durchbohrt, konisch, gestreift, mit hin- 
fälliger brauner Epidermis; Gewinde spitz, konisch, regelmäfsig, Apex spitz, 
leicht verschmälert ; Naht tief eingeschnitten, nicht berandet ; Windungen 
gerundet, leicht gegittert, letzte nicht herabsteigend, gerundet, an der 
Peripherie und etwas entfernt vom Nabel mit Fadenkielen; Mündung 
fast senkrecht, fast kreisrund, ganzrandig, innen hornfarben. Mundsaum 
leicht ausgebreitet, scharf, innen stark gelippt; Ränder durch eine gelöste 
Wandlamelle verbunden, äusserer und Basab'and kreisrund, Spindelrand 
nicht umgeschlagen. — Gr. Durchm. 4. kl. Durchm. 3,5, H. 6^/3 mm. 

Upolu, Viti-Inseln. 

78. 0. (St.) circumlineata Mouss. — 1870 Realia c, Mousson, in: J. 

Conchyl., v. 18 p. 191, t. 7, f. 11. — 1874 Garrettia (?) e., 
Schmeltz. in: Cat. Mus. Godefroy. No. 5, p. 100. — 1876 



— 86 - 

Bealia c, L. Pfeiffer. Monogr. Pneum., v. 4, p. 230. — 1898 
0. (St.) c, Kobelt & MöUendorfi; in: Nachrbl. D. malak. Ct., 
V. 30, p. 151 (sep. p. 71\ 

Gehäuse ritzförmig durchbohrt, kreiseiförmig konisch, dünnschalig, 
mit leicht welligen Spiralreifen, rötlich hornfarben; Gewinde regel- 
mäfsig konisch. Apex spitz, Naht ziemlich tief; 6 regelmäfsig zunehmende 
Windungen mit Ausnahme der embryonalen eng spiral gestreift, konvex, 
mitten fast kantig, letzte nicht ansteigend, mit 4 Hauptstreifen. 2 über 
der Kante, die letzten am Nabel; Mündung fast senkrecht, schief und 
eckig kreisförmig: Mundsaum dünn, gerade, stumpf lieh, Ränder leicht 
zusammenneigend, durch eine dünne Platte verbunden, rechter und Basal- 
rand kreisrund. Spindelrand leicht verdickt, am Ritz etwas umgeschlagen. 
L. 5,9, Durchm. 3.8 mm. 

Viti Levu, Vanua Yalabo, 

79. 0. (St.) conoidea Mouss. — 1865 O.e., Mousson, in: J. Conchyl., 

V. 13, p. 182 nee Fer. — 1869 0. c, Pease, in: J. Conchyl.. v. 17, 
p. 146. — 1876 Bealia c, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, 
p. 222. — 1878 0. c. G. Nevill, Handlist, v. 1. p. 321. — 
1898 0. (St.) c. Kobelt & Möllendorff. in: Nachrbl. D. malak. 
Ges.. v. 30, p. 151 (sep. p. 71). 

Gehäuse durchbohrt, konisch eiförmig, ziemlich dickschalig, gestreift, 
fast ohne Epidermis, mit netzartiger Zeichnung; Gewinde breit konisch, 
regelmäfsig. Apex klein, ziemlich spitz: Naht eingeschnitten, nicht 
berandet; Mündung fast senkrecht, ^/^ der H., eiförmig, grauweiss: 
6^/2 rasch zunehmende Windungen, fast flach, die letzte gross, oval 
gerundet, um die Perforation mit einem engen Faden : Mundsaum gerade, 
scharf, innen schwach gelippt. Ränder entfernt, äusserer kreisrund. 
Spindelrand angedrückt, unten dicker, oben in die schwielige Wand- 
lamelle übergehend. Gr. Durchm, 5, kl. Durchm. 4,5, H. 7 mm. 

Upolu, Uvea, 

80. 0. (St.) curta Garr. — 1879 0. c, Garrett, in: P. Ac. Philadelphia, 

V. 31, p. 28. 

Schale klein, geritzt, kurz eiförmig, fest, fein gestreift, unter einem 

dünnen, gelblichen Periostracum aschgrau; Gewinde kurz kegelförmig, 

mit konvexen Seiten, Apex stumpf, meist zerfressen : Naht tief eingedrückt : 

5 konvexe Windungen, die letzte sehr gross, gerundet, fast ^/g der H. 



— 87 — 

einnehmend, mit einem starken gerundeten peripherischen und einem 
breiten Basalkiel. Mündung beinahe vertikal, rund eiförmig, weisslich 
oder rotgelb: Mundsaum ziemlich dick, geradeaus, zusammenhängend. 
H. 5, Durchm. 3,5 mm. 

Insel Ruruta oder Oheotara, S. S. W. von Tahiti. 

81. 0. (St.) ducalis Mlldff. — 1897 0. {St.) d., (Böttger, M. S.), Möllendorff, 

in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 29, p. 167. — 1898 0. (.SV.) d., 
Kobelt & Möllendorff. in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 151 
(sep. p. 71). 
Gehäuse sehr eng durchbohrt, konisch oblong, ziemlich festschalig, 
fast glatt, horngelb: Gewinde ziemlich hoch, mit konvexen Seiten; 
5^/4 etwas gewölbte Windungen mit weiss berandeter Naht, letzte stumpf- 
kantig mit engem stumpfem Nabelkiel; Mündung wenig schief, oval; 
Mundsaum gerade, stumpf, an der Basis und der Spindel leicht ausge- 
breitet. Durchm, 3, H. 4,75 mm. 
Duke of York-Inseln. 

82. 0. (St.) geometrica Mlldff'. — 1 897 0. (St.) g., (Mousson M. S.) Möllen- 

dorff", in : Nachrbl. D. mal. G., v. 29, p. 167. — 1898 0. (Sf.) <j., 

Kobelt & Möllendorff; in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30. p. 151 

(sep. p. 71). 

Gehäuse geritzt, oblong, festschalig. gelblich hornfarben: Gewinde 

vorgezogen, fast zylindrisch, oben verschmälert, mit spitzem Apex; 

6^/3 kaum leicht gewölbte Windungen, mit fast rinnenförmiger. durch 

den vorspringenden Kiel berandeter Naht, letzte mit stumpfem, nach 

vorn oft obsoletem Kiel und dicht anliegender Nabelkante. Mündung 

fast vertikal, breit, spitz eiförmig: Mundsaum ganz kurz ausgebreitet, 

unten leicht ausgussförmig. Durchm. 5, H. 6,5 mm. 

Insel Moorea. 
0. (St.) geometrica var. angulosa Mlldff'. — 1897 0. g. var. o., 
(Mousson M. S.) Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges.. v. 29, 
p. 167. 
Peripherischer Kiel verkümmert. 
Insel Moorea. 
0. (St.) geometrica var. filosa Mlldff'. — 1897 O.g. var./". (Mousson 
M. S.), Möllendorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 29, p. 167. 
Peripherischer Kiel vorhanden, aber die Nabelkante obsolet. 
Insel Moorea. 



— 88 — 

83. 0. (St.) ingens Mouss. — 1870 Bealia L. Mousson, in: J. Conchyl., 

V. 18, p. 189. — 1876 Bealia i., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 227. — 1898 0. {St.) c, Kobelt & Möllendortf. in: 
Nachi-bl. D. malak. Ges., v. 39, p. 151 (sep. p. 71). 
Gehäuse geritzt, spitz eiförmig, leicht und gleichmäfsig gerippt; 
Gewinde spitz, konisch; Apex verschmälert vorspringend; Naht einge- 
schnitten; 7 Windungen, die obersten gerundet, glatt, die folgenden 
rasch zunehmend, flach, gerippt, letzte langsam leicht ansteigend, rund- 
eiförmig, unten verschmälert, mit vorgezogenem, den Nabelritz eng 
begrenzendem Nabelkiel; Mündung in wenig nach oben gerichteter 
Ebene, ^/g der L., schief mandelförmig; Mundsaum gerade, stumpf; 
Ränder entfernt, durch eine dicke Platte verbunden, rechter an der 
Peripherie verdickt, dann breit eingekrümmt, Basalrand mit dem kurzen, 
senkrechten, stumpfen Spindelrand einen Winkel bildend. Durchm. 6,5, 
H. 4,2 (??j mm. 

Oneata, Yiti-Inseln. 

84. 0. (St.) laevis Pse. — 1865, 1866 liealia L, Pease, in: Amer. Journ. 

Conch., V. 1, p. 289, v. 2, t. 5, f. 5. — 1869 Ofnphalotropis l, 

Pease, in: J. Conchyl. v. 17, p. 145. — 1876 Bealm l, 

L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 227. — 1898 0. (St.) l., 

Kobelt & Möllendorft", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30. p. 151 

(sep. p. 71). — 1900 0. (St.) l, Möllendorfl', in: J. Mal., 

V. 7, p. 118. 

Gehäuse eikegelförmig, ziemlich festschalig, glatt, hornbraun. eng 

genabelt ; 5 gewölbte Windungen, unter der Lupe ganz fein quer gestreift, 

letzte Hälfte der L., leicht bauchig, an der Peripherie stumpf kantig mit 

blassgelber Binde ; Mündung lang eiförmig, oben mit spitzem Winkel ; 

Mundsaum zusammenhängend, einfach; Nabelfeld schmal mit Kante. 

L. 5, Durchm. 3 mm. 

Oualan, Ponape in Polynesien. 

85. 0. (St.) longula Mouss. — 1S70 Bealia !.. Mousson, in: J. Conchyl. 

V. 18, p. 193. — 1876 Bealia l., L Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 233. — 1898 Omphalotropis (St.) /., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 151 (sep. p. 71). 
Gehäuse ritzförmig durchbohrt, getürmt konisch, ziemlich dünn- 
schalig, gestreift, leicht durchscheinend; hell hornfarben oder rosa; 
Gewinde regelmäfsig, spitz konisch; Apex klein, ziemlich stumpf; Naht 



— 89 — 

leicht eingedrückt. 7 leicht gewölbte Windungen, letzte oben weniger, 
unten mehr gerundet, undeutlich stumpfkantig, mit fädigem Nabelkiel. 
Mündung fast senkrecht, spitz eiförmig; Mundsaum leicht ausgebreitet; 
scharf, innen leicht gelippt; Ränder durch eine schwielige Platte ver- 
bunden; rechter und Basalrand gebogen; Spindelrand ziemlich dick, 
leicht umgeschlagen, oben am Kiel inseriert. L. 6, Durchm. 3 mm. 
Ticombia, Viti-Inseln. 

86. 0. (St.) moussoni Pease. — 1865 <). ovata (non Pease =^ Acmella!), 

Mousson, in: J. Conchyl., v. 13, p. 198, t. 14, f. 10. — 1869 
0. 21., Pease, in : J. Conchyl., v. 17, p, 147. — 1870 (Realia) m., 
Mousson, in: J. Conchyl., v. 18, p. 194. — 1871 Onqjhalo- 
tropis m., Mousson, in: J. Conchyl., v. 19, p. 27. — 1876 
Eealia m., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 224. — 1898 
0. (St.) m., Kobelt & Möllendorff. in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 151 (sep. p. 71). 
Gehäuse durchbohrt, bauchig eiförmig, leicht gestreift, gelblich horn- 
farben, mitunter mit zwei wenig deutlichen Bändern ; Gewinde konvex 
konisch, Apex klein, ziemlich stumpf; Naht eingedrückt; 5^/2 leicht 
aufgeblasene, rasch zunehmende Windungen, oben kurz geschultert; 
letzte gerundet, an der Perforation eng kantig, fast fadenförmig; Mündung 
fast senkrecht, kreisförmig birnförmig. ziemlich fein, -/g der H., gelblich 
hornfarben ; ]Mundsaum scharf, gerade, innen gelippt ; Ränder durch 
eine dünne Lamelle verbunden, Basalrand und Spindelrand leicht ausge- 
breitet. — Gr. Durchm. 3,5, kl. Durchm. 3, H. 5\/^mm. 
Lomma Lomma. Yiti-Inseln. 

87. 0. (Sten.) oceanica H. & Jacq. — 1854 Cydostoma 0., Hombron & 

Jacquinot Voy. Pol Sud, v. 5, p. 48, t. 12, f. 4 — 6. — 1858 
Hydrocena 0., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 5, p. 187. — 
1869 Omplmlotropis 0., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 154. 
— 1898 0. (SL) 0., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 
Gehäuse fast durchbohrt, konisch oblong, glatt, blass gelblich; 
Gewinde leicht konvex konisch, spitz; 5^/2 gewölbte Windungen, letzte 
kürzer als das Gewinde, über der Mitte undeutlich kantig; Mündung 
oval ; Mundsaum fast zusammenhängend, gerade. Spindelrand verbreitert. 
L. 5, Durchm. 2 mm. 
Vavao. 



— 90 — 

88. 0. (Sten.) parva Mouss. — 1865 0. p., Mousson, in: J. Conchyl., 

V. 13, p. 199. — 1873 0. i>., Mousson, in: J. Conchyl., v. 21, 
p. 108. — 1869 0. p., Pease. in: J. Concyl., v. 7, p. 147. 

— 1876 Realia p., L, Pfeiffer, Monogr. Pneum.. v. 4, p. 224. 

— 1887 0. p., G. Nevill, Handlist. p. 322. — 1898 0. (St.) p., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 
(sep. p. 72). 

Gehäuse durchbohrt, lang eikegelförmig, gestreift, fast glatt, hell 
hornfarben; Gewinde konvex konisch, regelmäfsig, Apex ziemlich stumpf, 
violett; Naht eingedrückt; 5^/2 leicht gewölbte, ganz schmal geschulterte 
Windungen, letzte nicht herabsteigend, rundeiförmig, an der Basis leicht 
gewölbt, mit fadenförmiger Nabelkante ; Mündung fast senkrecht, ziemlich 
klein, kreisförmig birnförmig, ^3 der liänge ; Mundsaum gerade, scharf, 
innen weiss gelippt : Ränder durch eine kurze Parietallamelle verbunden, 
äusserer halbkreisförmig. Spindelrand leicht zurückgeschlagen. Grosser 
Durchmesser 2,5, kleiner Durchmesser 2, H. 4,5 mm, 

Lorama Lomma, Viti-Inseln. 

89. 0. (St.) protracta Hedl. — 1891 0. p.. Hedley, in: P. Linn. Soc. 

N. S.-Wales, ser. 2, v. 6, p. 101, t. 12. f. 34. 

Gehäuse genabelt, hoch konisch, getürmt, dünnschalig, glänzend, 
dunkel hornfarben ; 6 allmählich zunehmende, gewölbte, etwas geschulterte 
Windungen, schwach gestreift, letzte kantig; Gewinde hoch, V3 der 
Höhe, Naht eingedrückt; Basis gerundet; Nabel trichterförmig, weit, 
mit kantigem Rand, Mündung senkrecht, fast kreisrund, oben spitz; 
Mundsaum etwas verdickt, kaum umgeschlagen: Wandcallus dünn. 
Deckel ? Durchm. 2, H. 3,5 mm. 

Am oberen St. Josefsfluss in Britisch Neu-Guinea. 

90. 0. (St.) scitula A. Gld. — 1847 Cydostoma sc, A. Gould, in : 

Pr. Boston Soc, v. 2, p. 206. — 1852 0. sc, A. Gould, in: 
U. S. expl. Exp., V. 12. p. 108. t. 8, f. 123. — 1852 
Ompltalotropis? sc, L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, v. 20, 
p. 151. — 1869 0. sc, Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 155. 

— 1871 Atropis sc, Pease, in: Pr. zool. Soc. London, p. 476. 

— 1898 0. (St.) sc, Kobelt & Möllendorff". in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 80, p. 132 (sep. p. 72). 



— 91 — 

Gehäuse klein, lang konisch, dünnschalig, rötlich hornfarhen, nur 
mit feinen Anwachsstreifen eng durchbohrt : Gewinde hoch : 6 — 7 ge- 
rundete Windungen, die oberen leicht kantig; Naht tief: Mündung rund- 
eiförmig, klein, ^/g der Länge; Mundsaum einfach, blass. li. 5, Durchm. 
2,5 mm. 

Tahiti, Eimeo, Manua. 

91. 0. (St.) submaritima Qdr. & Mlldff. — 1894 0. s.. Quadras & Möllen- 

dorff, in: Xachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 33. — 1898 
0. (St.) s., Kobelt & Möllendorff. in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse geritzt, konisch eiförmig, ziemlich festschalig, durch- 
scheinend, horngelb, fast glatt ; Gewinde mäfsig erhoben, fast regel- 
mäfsig konisch, Apex stumpf; fast 6 ziemlich konvexe Windungen mit 
tiefer, fast rinnenförmiger Naht, letzte an der Peripherie stumpf gekielt, 
mit starkem, aber wenig vorspringendem, dem Ritz dicht anliegenden 
Nabelkamm; Mündung senkrecht, spitz eiförmig: Mundsaum stumpf, 
innen schwach gelippt, an Basis und Spindel leicht ausgebreitet: Deckel 
normal. H, 4. Durchm. 3 mm. 

Marianen. 

92. 0. (St.) suturalis Qdr. & Mlldff. — 1894 0. s., Quadras & Möllendorff, 

in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 39, p. 22. — 1898 0. (St.) s., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges.. v. 30, p. 152 
(sep. p. 72). 

Gehäuse geritzt, eikegelförmig, festschalig, fein gestreift, gelb; 
Gewinde konvex kegelförmig, etwas treppenförmig : 6 Windungen, an 
der eingedrückten Naht mit weisser Binde, gewölbt, aber seitlich zu- 
sammengedrückt, letzte an der Peripherie kaum kantig, meist mit 
weissem Band, unten blass, mit dicht am Ritz stehendem, wenig deut- 
lichem Basalkiel; Mündung senkrecht, spitz eiförmig, Mundsaum gerade, 
stumpf, gelippt, unten mit schwachem Ausguss. an der Spindel gebuchtet. 
L. 5, Durchm. 3,5 mm. 

Marianen. 

93. 0. (St.) tumidula Mlldff. — 1897 0. f., Möllendorff, in: Nachrbl. D. 

malak. Ges., v. 29, p. 168. — 1898 0. (Eti.) f., Kobelt & 
Möllendorff; in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 151 (sep. 
p, 71). _ 1900 0. (St.) t., Möllendorff'. in: J. Mal., v. 7. p. 118. 



— 92 — 

Gehäuse geritzt, spitz eiförmig, ziemlich festschalig, kaum gestreift 
unter der Lupe durch äusserst dichte und feine Spirallinien dekussiert, 
opak, horngelb ; Gewinde ziemlich hoch, Seiten leicht konvex ; 6 leicht 
gewölbte Windungen mit schmal berandeter Naht, letzte gewölbter, mit 
undeutlicher, eng anliegender Nabelkante ; Mündung mäfsig schief, eckig 
oval, wenig ausgeschnitten; Mundsaum gerade, stumpf; Spindelrand leicht 
schwielig, etwas verbreitert. Durchm. 4, H. 6 mm. 

Ponape, Karolinen-Archipel. 

94. 0. (St.) vallata A. Gd. — 1847 Cydostoma v., A. Gould, in: P. Boston 

Soc, V. 2, p. 206. — 1852 C. v., A. Gould, in: U. S. Expl. 

Exp., V. 12, p. 107, t. 8, f. 122 — 1851 Omph. v., L. Pfeiffer, 

in : Z. Malak., v. 8, p. 176. — 1852 Omphalotrojns a., L.Pfeiffer, 

in: Pr. zool. Soc. London, v. 20. p, 151. — 1852 0. v., L. 

Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 1, p. 308. — 18b4: Hijdrocena v., 

L.Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, v. 22, p. 307. — 1869 

0. V , Pease, in : J. Conchyl., v. 17, p. 146. — 1871 JRealia v., 

Mousson, in: J. Conchyl., v. 19, p. 28 (mit var. imperfecta). 

— 1878 0. V., G. Nevill, Handlist, p. 321. — 1898 0. (St.) v., 

Kobelt & Möllendorft; in: Nachrbl. D. malak. Ges.. v. 30, 

p. 152 (sep. p. 72.) — Realia hicarinata, Baird, in: Brenchley, 

Cruise Cura^ao, nee Mrts. — Realia vavauensis, Baird, in: 

Brenchley, Cruise Cura^ao fide Schmeltz, Cat. Godefroy, V, 

1874, p. 100. 

Gehäuse klein, festschalig, lang konisch, durchsichtig, hornbraun; 

6 konvexe, fast kantige Windungen, letzte mit starkem Nabelkiel: Naht 

tief; Mündung schief eiförmig; Mundsaum einfach, zusammenhängend, 

glockenförmig. L. 5, Durchm. 3,15 mm, 

Tonga Tabu. 

95. 0. (St.) variabilis Pse, — 1865, 1866 Realia v., Pease, in: Amer. J. 

Conchyl., v. 1, p. 288; v. 2, t. 5, f. 2. — 1869 0. i\, Pease, 
in: J. Conchyl., v. 5, p. 148. — 1871 R. v., Martens. in: 
Martens & liangkavel. Don. Bismarck. p. 59, t. 3, f 18. — 
1876 R. V., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 227. — 
1890 0. (St.) V., Kobelt & Möllendorft", in: Nachrbl. D malak, 
Ges., V. 30, p. 152 (sep. p. 72). 
Gehäuse konisch eiförmig, glatt, ziemlich festschalig, kaum durch- 
bohrt, weisslich, blassgelb oder rosa; 5 gewölbte Windungen, letzte an 



— 93 — 

der Peripherie schwacli gekielt, Kiel weisslicli; Naht sehr eingedrückt, 
bisweilen geschultert; Mündung wenig schief, eifürmig, innen blass; 
Mundsaum zusammenhängend, angelötet ; Nabelkante fadenförmig. L. 5, 
Durchm. 2 mm. 

Hervey-Inseln und Tonga. 

y) Siibgen. Atropis Pease. 

1871 Atropis gen. Cyclostominarum, Pease, in: Pr. zool. Soc. London, 
p. 463. 476. — 1876 A. subg. Realiae, L. Pfeitter, Monogr. 
Pneum.. v. 4, p. 208, 209. — 1898 A. gen. Realüdarum, 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 152. 

Schale eng oder nicht durchbohrt, oblong oder zylindrisch, ein- 
farbig, die letzte Windung stumpf kantig, ohne Nabelkiel : Mündung 
eiförmig, fast kreisrund ; Mundsaum einfach, zusammenhängend, oft 
gelöst oder vorgezogen. 

97. 0. (A.) abbreviata Pease. — 1864 Realia a., Pease, in: Br. zool. Soc. 

London, p. 674. — 1860 OnqjJialotropis a., Pease, in: J. de 
Conchji., V. 17, p. 155, t. 7, f. 5. — 1871 Atropis o., Pease, 
in : Pr. zool. Soc. London, p. 470. — 1876 Bealia a., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 212. — 1884 Omphatotropis (A.) a., 
G. Nevill, Handl. Lid. Museum, p. 322. — 1898 0. (A.) ct., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. I). malak. Ges., v. 30, 
p. 152. 

Schale eiförmig, ziemlich festschalig, mit brauner Epidermis, eng 
genabelt, sehr fein längs gestreift; 5 — 6 gut gewölbte Windungen, die 
letzte etwas bauchig ; Naht gut eingedrückt ; Mündung rundeiförmig, 
innen orange; Mundsaum zusammenhängend, breit angelötet. H, 6, 
Durchm. 3 mm. 

Tahiti. 

98. 0. (Atr.) affinis Pse. — 1865, 1866 Bealia o., Pease, in: Amer. J. 

of Conchyl., v. 1, p. 288; v. 2. t. 5, f. 4. — 1869 Omphalo- 
tropis a., Pease, in: J. Conchyl., v. 4, p. 152. — 1871 Atropis 
a., Pease, in: Pr. zool. Soc. London, p. 476. — 1871 Scali- 
nella «., Martens, in : Martens & Langkavel, Don. Bismarck., 
p. 59. — 1874 Scalinella a., Schmeltz, Cat. Mus. Godeft'roy, 



— 94 — 

V, 5, p. 102. — 1876 Realia a., L. Pfeiifer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 218. — 1878 0. fÄtmpisJ a., G, Nevill, Handlist, 
p. 322. — 1898 OmphaMropis (A.) a., Kobelt & Möllendorff, 
in; Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse oblong eiförmig, festschalig, blass strohgelb, zusammen- 
gedrückt genabelt, mit undeutlichen, aber dichten schiefen Rippentalten ; 

5 konvex gerundete Windungen, letzte ^/g der Länge, an der Basis 
gerundet; Naht gut eingedrückt; Mündung eiförmig, kaum schief; 
Mundsaum zusammenhängend, oben angelötet, Spindelrand leicht zurück- 
geschlagen. L. 3, Durchm. 25 mm. 

Hervey-Inseln. 

99. 0. (A.) albescens L. Pfr. — 1854 Hydrocena a., L. Pfeiffer, in: Pr. 

zool. Soc. London, p. 306. — 1858 H. a., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum,, v. 2, p. 57. — 1866 Assiminea a., Martens, in: 
Ann. nat. Hist., v. 17, p. 206. — 1869 Omplialotropis a., 
Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 153. — 1871 Atropis a., 
Pease, in: Pr. zool. Soc. London, p. 476. — 1898 0. (A.) a., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse fast durchbohrt, eiförmig konisch, ziemlich festschalig. fast 
glatt, weisslich oder blassgelb; Gewinde konvex konisch, Apex spitz; 

6 leicht gewölbte Windungen, letzte wenig kürzer als das Gewinde, 
unter der Mitte undeutlich kantig, Basis leicht gewölbt ; Mündung senk- 
recht, eckig eiförmig ; Mundsaum einfach, gerade, Spindelrand schwielig, 
leicht angedrückt. L. 7, Durchm. 4 mm. 

Opara. 

100. 0. (A.) boraborensis H. Dohrn. — 1859 0. h., H. Dohrn, in: Malak. 

Bl., V. 6, p. 203. — 1865 0. h., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 3, p. 175. — 1869 0. h., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, 
p. 151. — 1898 U. (A.) h., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse durchbohrt, lang kegelförmig, unter der Lupe fein ge- 
streift, opak hornfarben bis bräunlich. Gewinde konisch, Apex spitz; 

7 ziemlich flache Windungen, letzte ^/^ der L., mitten gekielt, unter 
dem Kiele gewölbt, an der punktförmigen Perforation kantig, Naht 



— 95 — 

leicht eingedrückt; Mündung eckig eiförmig, unten vorgezogen; Mund- 
saum zusammenhängend, einfach, Spindelrand leicht umgeschlagen, die 
Perforation bedeckend. L. 6, Durchm 3 mm. 

Borabora, Raiatea. 

101. 0. (A.) elongata Pease. — 1867 Realia e., Pease, in: Amer, J. of 

Conchol., V. 3, p. 225. — 1869 OmjjJialotropis e., Pease, in: 
J. Conch., V. 17, p. 152, t. 7, f. 4. — 1871 Atropis e., 
Pease, in: Pr. zool. Soc. London, p. 476. — 1876 Realia e., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 218. — 1898 0. (A.) e., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse lang, getürmt, festschalig, genabelt, weisslich oder hell- 
rosa ; Gewinde, hoch, spitz ; Naht sehr eingedrückt ; 7 konvexe, an der 
Naht kaum leicht gerundet-geschulterte Windungen, letzte um den Nabel 
gerundet; Mündung rundeiformig, innen safrangelb oder orange; Mund- 
saum zusammenhängend, kaum nach aussen gedreht, an die vorletzte 
Windung angedrückt. L. 10,5, Durchm. 4 mm. 

Raiatea. 

102. 0. oblonga L, Pfr. — 1854 Ilydrocena o., L. Pfeiffer, in: Pr. zool. 

Soc. London, p. 305. — 1858 H. o., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 2, p. 159. — 1869 Omphalotropis o., Pease, in: 
J. Conchyl., v. 17, p. 154. — 1871 Atropis o., Pease, in: 
Pr. zool. Soc. London, p, 476. — 1898 0. (A.) o., Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse fast durchbohrt, oblong konisch, festschalig, gestreift, opak, 
bräunlich-weiss ; Gewinde konisch, eiförmig, Apex spitz; Naht berandet; 
6 ziemlich gewölbte Windungen, letzte wenig über Vs der H., konvexer, 
an der Peripherie mit Fadenkiel, um die punktförmige Durchbohrung 
leicht zusammengedrückt. Mündung vertikal, eckig gerundet, innen 
orange ; Mundsaum einfach, gerade, Spindelrand schwielig, leicht ab- 
stehend. L. 6,5, Durchm. 3 mm. 

Marquesas. 

103. 0. (A.) producta Pease. — 1864 Realia p., Pease, in: Pr. zool. Soc. 

London, p. 673. — 1869 Omphalotropis p., Pease, in: J. 
Conch., V. 17, p. 151. — 1871 Atropis p., Pease, in: Pr. 
zool. Soc. London, p. 416. — 1878 0. p., Nevill, Handlist 



— 96 — 

p. 322. — 1898 0. (A.) p.. Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. 

D, malak. Ges., v. 50, p. 152 (sep. p. 72). — 1869 Hydrocena 

raiateensis, Mousson, in: J. Conchyl., v. 17, p. 67, t. 5, f. 5. 

— 1876 Bealia r.. F. producta, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 

V, 4, 215, 217. 
Gehäuse oblong, festschalig. undurchbohrt, schmutziggelb bis horn- 
braun ; 7 fast flache, undeutlich schiefgestreifte Windungen mit schwachen 
Anwachslinien, der letzte unter der Mitte kantig ; Gewinde plankonvex ; 
Naht eingedrückt, bisweilen am Rande kantig und unten berandet : 
Mündung wenig schief, eckig eiförmig ; Mundsaum kaum umgeschlagen, 
zusammenhängend, einfach: Spindelrand leicht angedrückt. H. 7,5, 
Durchm. 3 mm. 

Insel Tahaa, Polynesien. 

104. 0. (A.) rubella L. Pfr. — 1854 Bealia r., L. Pfeiffer, in: Pr. zool. 

Soc. London, p. 304. — 1858 R. r., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum,, v. 2, p. 154. — 1869 Omphalotropis r., Pease, in: 
J. Conchyl., v. 17, p. 152. — 1871 Atropis r., Pease, in: 
Pr. zool. Soc. London, p. 476. — 1898 0. (A.) r.. Kobelt 
& MöUendorff, in: Xachrbl. D. malak. Ges., v. 30. p. 152 
(sep. p. 72). 

Gehäuse fast durchbohrt, getürmt langeiförmig, festschalig, glatt, 
blassrötlich; Gewinde verlängert, oben verschmälert, spitz; Naht tief; 
8 konvexe, gleichsam eingeschnürte Windungen, letzte nicht ^/g der H., 
undeutlich kantig ; Mündung kaum schief, eckig eiförmig : Mundsaum 
zusammenhängend, kurz angelötet, doppelt, äusserer leicht verdickt, ab- 
stehend. L. 8, Durchm. 3, H. der Mündung 2,5 mm. 

Huaheine. 

105. 0. (A.) scherzeri Zel. — 1867 Hydrocena seh., Zelebor (& L. Pfeiffer). 

in: Verh. Ges. Wien, v. 17, p. 807. — 1871 Atropis scJi., 
Pease, in: Pr. zool. Ges. London, p. 476. — 1876 Recüia seh., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 213. — 1898 0. (A.) seh., 
Kobelt & MöUendorff. in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse durchbohrt, oblong getürmt, ziemlich dünnschalig, fein 
gestreift, bräunlich hornfarben ; Gewinde konisch, Apex spitz : 6 kon- 
vexe Windungen, letzte ^/g der L.. gerundet, vorn stärker gestreift: 



— 97 — 

Mündung senkrecht, unregelmäfsig eiförmig: Mundsaum zusammen- 
hängend, gerade, kurz augelötet, Spindelrand kurz abstehend. L. 6, 
Durchm. 3 mm. 
Tahiti. 

106. 0. (A.) solidula L. Pfr. — 1854 Hi/drocena s.. L. Pfeiffer, in: Pr. 

zool. Soc. London, p, 305. — 1858 H. s., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum.. v. 2, p. 157. — 1866 Assiminea s., Martens, in: 
Ann. nat. Hist., ser. 3, v. 17, p. 206. — 1869 Omphalo- 
fropis s., Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 154. — 1871 
Atropis s., Pease, in: Pr. ^ool. Soc. London, p. 476. — 1898 
0. (A.) s., Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 152 (sep. p. 72). 
Gehäuse fast durchbohrt, konisch eiförmig, ziemlich festschalig, 
fast glatt, unregelmäfsig kariös, glanzlos, wachsfarben; Gewinde konvex 
konisch ; Apex spitz : 6 fast flache Windungen, letzte wenig kürzer als 
das Gewinde, undeutlich kantig, an der Basis gewölbt: Mündung senk- 
recht, eckig eiförmig; Mundsaum einfach, gerade, Spindelrand leicht 
verdickt. L. 6, Durchm. 4 mm. 
Lord Hoods-Insel. 

107. 0. suteri Sykes. — ^1900 (K s., Sykes, in: P. malak. Soc. London, 

V. 4, p. 146, t. 13, f. 15. 

Gehäuse eng durchbohrt, hoch trochusförmig, ziemlich dünnschalig, 
fast glatt, hornfarben oder bräunlich, oft mit kastanienbraunen Spirallinien 
und einer Linie um den Nabel: Apex ziemlich spitz; 6^/2 abgeflachte 
Windungen mit gut bezeichneter Naht; Mündung birnförmig, Aussen- 
rand scharf, Spindelrand etwas umgeschlagen, leicht verdickt. H. 6, 
gr. Durchm. 2,8 mm. 

Insel Norfolk. 

108. 0. (A.) terebrans A. Gld. — 1847 Cyclostoma t., A. Gould, in: Pr. 

Boston Soc, V. 2, p. 206. — 1852 C. f., A. Gould, in: U. S. 
Expl. Exp., V. 12, p. 106, t. 8, f. 120. — 1852 0. f., L. 
Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, p. 151. — 1852 0. t, 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 1, p. 307. — 1869 0. t., 
Pease, in J. Conchyl., v. 17, p. 151. — 1871 Atropis f., 
Pease, in: Pr. zool. Soc. London, p. 476. — 1878 0. (A.) f.. 
G. Nevill, Handlist, p. 322. — 1898 0. (A.) f., Kobelt & 
MöUendorff; in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep.p. 72). 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 7 



— 98 — 

Gehäuse klein, getürmt, spitz, gelb oder verwaschen hornfarben, 
glatt, der Nabel mit Kiel; Gewinde hoch, spitz; 6 — 8 leicht gewölbte, 
unten kantige, sich leicht überdeckende Windungen. Naht eingedrückt; 
Mündung fast rund, oben eckig, glockenförmig erweitert; Mundsaum 
einfach, breit angelötet. L. 5,25, Durchm. 2,5 mm. 

Tahiti, Eimeo. 

109. 0. (A.) ventricosa (H. & Jacq.) — 1854 Cydostoma v., Hombron & 

Jacquinot, Yoy. Pol Sud., Zool., p. 52, t. 12, f. 34—36. — 
1854 Bealia v., L. Pfeiffer, in: Pr. zool. Soc. London, p. 304. 
— 1858 B. V., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, p. 154. — 
1866 Assiminea v., Martens, in: Ann. nat. Hist., ser. 3, v. 17, 
p. 206. — 1869 Omphalotropis v., Pease, in: -J. Conchyl., 
V. 17, p. 152. — 1871 Atropis v., Pease, in: Pr. zool. Soc. 
London, p. 476. — 1887 0. v., Böttger, in: Jahrb. D. malak. 
Ges., V. 14, p. 206. — 1898 0. (A.) v., Kobelt & Möllen- 
dorft", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 
Gehäuse fast durchbohrt, getürmt langeiförmig, ziemlich dünn- 
schalig, unter der Lupe ganz fein gestreift, kaum glänzend, braun oder 
hornfarben; Gewinde lang, etwas bauchig, Apex ziemlich spitz; 7 ge- 
wölbte "Windungen, letzte ^/g der L., unter der Mitte stumpf kantig; 
Mündung wenig schief, oval; Mundsaum zusammenhängend, undeutlich 
doppelt, rechter Rand leicht ausgebreitet, linker fast strack, angelötet. 
L, 7, Durchm. 5 mm. 
Marquesas, Tahiti. 

110. 0. (A.) viridescens Pse. — 1861 Cydostoma v., Pease, in: P. Zool. 

Soc. London, p. 243. — imb Bealia? v., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 5, p. 171. — 1864 Blanfordia v., Carpenter, in: 
Pr. Zool. Soc. Lond., p. 676. — 1869 Omphalotropis v., Pease, 
in: J. Conchyl., v. 17, p. 153, t. 7, f. 7. — 1871 Atropis v., 
Pease, in: Pr. Zool. Soc. London, p. 476. — 1871 Blanfordia? v., 
Martens, in : Martens & Langkavel, Donum Bismarck., p. 60, 
t. 3, f. 21. — 1898 0. (A.) V., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 
Gehäuse klein, konisch-zylindrisch, blass grün ; 6 konvex gerundete 

Windungen mit gut eingedrückter Naht ; Mündung eiförmig mondförmig ; 

Mundsaum ganz, weiss, an der vorhergehenden Windung kurz angelötet. 

L. —V 

Huaheinc. 



- 99 — 

111. Omph. waigiouensis, Sykes — 1903 0. iv., Sykes, J. Malac, v. 10^ 

p. ()7, t. 6, f. 15. 

Gehäuse geritzt, dünn, eikegelförmig, dicht und fein gestreift; Apex 
stumpf, weiss oder blass gelblich; Naht eingedrückt; 5^/2 gewölbte 
Windungen, die letzte drei Viertel der Höhe ; Mündung eiförmig, Mund- 
saum leicht verdickt, in der Nabelgegend umgeschlagen, Ränder durch 
Callus verbunden. H. 4,8, Durchm. 3,3 mm. 

Waigiou. 

d) Siibgen. Scalinella Pease. 

1867 Sralinella, f. Realia costata, tahitensis u. scalariformis, Pease, in: 
Amer. J. of Conchyl., v. 3, p. 225. — 1869 Sc, Pease, in: 
J. Conchyl., v. 17, p. 158. — 1876 Sc, Subg. Realiae, L. 
Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 208. — 1898 S., subg. 
• Omphalotropidis, Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. 
Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse skalariaartig, mit Längsrippen, durchbohrt, die Windungen 
gerundet, durch eine tiefe Naht geschieden ; Mündung fast kreisrund, 
Mundsaum zusammenhängend, gerade, gelöst, oft kurz vorgezogen. 

Polynesien. — 5 Arten. 

112. 0. (S.) costata Pease. — 1857 Realia (Sc) c, Pease, in: Amer. J. 

of Conchyl., v. 3, p. 225. — 1869 Scalinella c, Pease, in: 
J. Conchyl., v. 17, p. 158, t. 7, f. 2. — 1876 Realia c, L. 
Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 216. — 1098 0. (Sc) c, 
Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges , v. 30, 
p. 152 (sep. p. 72). 

Gehäuse getürmt eiförmig, genabelt, längs gerippt, Rippen auf der 
letzten Windung verkümmernd. 6 gerundete Windungen mit tiefer Naht ; 
Mundsaum zusammenhängend, kaum nach aussen gerichtet, an der vor- 
letzten Windung getrennt; Mündung rundeiförmig, innen orange, weiss- 
lich oder verwaschen hornfarben. L. 6, Durchm. 3,5 mm. 

Tahoa Polynesien. 

113. 0. (Sc.) gracilis Qdr. & Mlldff. - 1894 0. {Scjg., Quadras & Möllen- 

dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 35. — 1898 
0. (Sc) g., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 152 (sep. p. 72). 



— 100 — 

Gehäuse eng durchbohrt, schlank getürmt, dünnschalig, mit starken, 
ziemlich weitläufigen Rippchen, in den Zwischenräumen mit feinen Spiral- 
linien, hornbraun; Gewinde sehr lang, allmählich verschmälert, Apex 
ziemlich spitz; 7^2 sehr langsam zunehmende, stark gewölbte Windungen 
mit sehr tiefer Naht, letzte kaum höher als die vorletzte, \'g der L., 
vorn wenig ansteigend, ohne Basalkamm ; Mündung fast senkrecht, breit 
eiförmig, ziemlich ausgeschnitten ; Mundsaum einfach, gerade, Ränder 
durch einen dünnen Callus verbunden, Spiralränder wenig verbreitert, 
abstehend. H. 3,5, Durchm. 1,5 mm. 

Marianen. 

114. 0. (Sc.) pilosa Qdr. & Mlldff. — 1894 0. (Sc) p., Quadras & Möllen- 

dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 35 (mit var. 
piloseUa), p. 36. — 1898 0. (Sc.) p., Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 152 (sep. p. 72). 
Gehäuse eng durchbohrt, ziemlich hoch getürmt, dünnschalig, fast 
durchscheinend, ziemlich dicht gerippt, überall dicht und kurz fein 
behaart, lebhaft gelb ; Gewinde hoch, genau konisch, Apex ziemlich spitz : 
7 konvexe, sehr langsam zunehmende Windungen mit tiefer Naht ; Mündung 
mäfsig schief, breit spitz eiförmig. Mundsaum gerade, stumpf, Spiral- 
rand schwach gebuchtet. L. 3,5, Durchm. 1,5 mm. — Die Yar. 
schlanker, mit weitläufigeren Rippen, gelb mit rötlichen Striemen. 

Marianen- Archipel. 

115. 0. (Sc.) scalariformis Pse. — 1865, 1866 Realia s.. Pease, in: Amer. 

J. of Conchol., V. 1, p. 288, 2, t. 5, f. 3. — 1869 ScaUnella s., 
Pease, in: J. Conchyl., v. 17, p. 159. — 1871 Sc. sc, Martens, 
in: Martens & Langkavel, Don. Bismarck., p. 59. — 1878 
0. (Sc) sc., G. Nevill Handlist, p. 322. — 1898 Omphalo- 
tropis (Sc.) sc, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 152 (sep p. 72). 
Gehäuse getürmt oblong, bräunlich hornfarben, längs gerippt, mit 
zahlreichen Rippen, die Zwischenräume konkav, unter der Lupe ganz 
fein längs gestreift; Gewinde spitz; 6 konvexe Windungen, letzte -/^ 
der L., an der Basis gerundet ; Naht sehr eingedrückt ; Mündung rund- 
eiförmig; Mundsaum zusammenhängend, angelötet. L. 3,5, Durch- 
messer 5 mm. 

Atiu-Inseln, Polynesien. 



— 101 — 

116. 0. (Sc.) tahitensis Pease. — 1861 Cyrlostoma t., Pease, in: P. Zool. 

Sog. London, p. 243. — 1865 Hydrocena? t., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 173. — 1869 Scalinella t., Pease, in: 
J. Conchyl., v. 17, p. 158, t. 7, f. 1. — 1871 Sc. t., Härtens, 
m: Martens & Langkavel, Donum Bismarck., p. 59, t. 4, f. 3. 
— 1878 0. (Sc.) f., G. Nevill, Handlist, p. 322. — 1898 
Omplialotropis (Sc) t., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Gr., v. 30, p. 153 (sep. p. 73) (mit var. maupitensis Garr.). 
Gehäuse undurclibohrt, kegelförmig, glasartig, rötlich hornfarben, 
längs gerippt, mit über 20 unregelmäfsigen Längsrippen, und konkaven, 
ganz fein quer gerippten Zwischenräumen ; (> gerundete Windungen mit 
tiefer Naht; Mündung eckig eiförmig: Mundsaum weiss, zusammen- 
hängend, oben nicht oder kaum angelötet. L. 7, Durchm. 3,5 mm. 
Huahine, Gesellschafts-lnseln. 

s. Siibgen. Spiratropis Kob. & Mlldff. 

1891 Paratropis n. subg. (Sp. un. : 0. (P.) ornata) Omphalotropidis, 
Böttger, Ber. Senckenb. Ges., p. 296 (nee Paratropis gen. 
Arachnidarum , Simon 1889. — 1900 Spiratropis, Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 32, p. 186. 
Vom Ornjibalotropis s. str. verschieden durch den Mangel der Per- 
foration, die abgeflachte, von einem starken Kiel umgebene Basis, die 
abgerundet dreieckige Mündung und den zurückweichenden Verbindungs- 
callus. Typus 0. ornafa Bttg. 

Philippinen, Molukken. — 3 Arten. 

117. 0. (Sp.) crassilabris Mlldff. — 1895 0. (Atropis) er., Quadras & 

Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 27, p. 147. — 
1898 0. (P.) €., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 153 (sep. p. 73). 
Gehäuse kaum geritzt, pyramidal, ziemlich festschalig, fein gestreift, 
mit dünnen häutigen Reifen umzogen, hornbraun; Gewinde fast regel- 
mäfsig kegelförmig, mit stumpfem Apex ; 6 leicht gewölbte Windungen, 
durch eine fast rinnenförmige Naht geschieden, letzte an der Peripherie 
mit einem dicken vorspringenden Kiel umzogen ; Mündung sehr schief, 
spitz eiförmig, Mundsaum ziemlich ausgebreitet, sehr verdickt, dunkel- 
braungelb, Ränder durch einen dünnen aber deutlichen Callus verbunden. 
Durchm. 2,15, H. 3,9 mm. 

Prov. Camarines, Luzon, PhilipiDinen. 



- 102 — 

118. 0. (Sp.) microtrochus Mlldff. — 1887 Helix (Satsuma) (non H. m. 

Mölleiidorff 1886 !), Möllendorff, in : Jahrb. D. malak. Ges., v. 14, 

p. 275, t. 8, f. 11. — 1888 H. (Satsuma) trochomorpha^ 

Möllendorff, in: Malak. Bl., N. Folge, v. 10, p. 157. — 1898 

Om2)halotropis (P.) t., Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. 

malak. Ges., v. 30, p. 153 (sep. p. 73). — 1898 0. (P.) i., 

Möllendorff, in: Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 177. 

Gehäuse geritzt, getürmt konisch, mit fadenförmigem Kiel, durch 

Streifen und feine Spirallinien fein gekörnelt, hell hornbraun : Gewinde 

hoch konisch mit ziemlich stumpfem Apex ; 6 leicht gewölbte Windungen, 

letzte nicht herabsteigend, an der Basis ziemlich konvex ; Mündung 

diagonal, eckig gerundet, Mundsaum oben kaum, aussen und an der 

Basis ziemlich, an der Spindel breit ausgebreitet, weiss, die Ränder durch 

einen ganz dünnen Callus verbunden. Durchm. 3, H. 4,25 mm. 

Philippinen: Inseln Cebu, Mindanao, Samar, Katanduanes, Luzon. 

0. (Sp.) microtrochus var. dimidiata Mlldff, — 1893 Satsuma trocho- 
moryha var. d., Möllendorff", in: Ber, Senckenb. Ges., p. 79. 
Etwas kleiner. 
Inseln Leyte, Si-Argao. 

0. (Sp.) microtrochus var. mimula Mlldff. — 1891 Satsuma troclw- 
morpha var. m.. Möllendorff. in : Nachrbl. I). malak. Ges., 
V. 23, p. 45. 
Etwas kleiner, mit weniger hohem Gewinde, nur 6 flacheren Win- 
dungen, stärkeren und unregelmäfsigen Spiralreifen und flacherer Basis. 
H. 3^/g, Durchm. 3 mm. 
Inseln Siquijor, Bohol. 

119. 0. (Sp.) ornata Bttg. — 1891 0. (P.) o., Böttger, in: Ber. Senckenb. 

Ges., p. 296, t. 4, f. 11. — 1898 0. (P.) o., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 (sep. p. 73). 
Gehäuse kaum geritzt, oblong getürmt, horngrau. opak, ziemlich 
festschalig ; Gewinde getürmt mit konvexen Seiten : Apex ziemlich spitz, 
rötlich; 6^/2 leicht konvexe Windungen mit eingedrückter fadenrandiger 
Naht, dicht und regelmäfsig gerippt, die Rippchen wenig schief, leicht 
wellig, letzte mit vorspringendem, beiderseits zusammengedrücktem Basal- 
kamm, welcher von der flachen, radiär gerippten Nabelgegend getrennt 
ist; die letzte Windung macht Vs der Länge aus; Mündung ziemlich 
schief, gerundet dreieckig ; Mundsaum einfach, abgestumpft, rechter Rand 



— 103 — 

leicht gekrümmt, Basalrand fast horizontal, Spindelrand ganz leicht ausguss- 
artig, mitten schmal, zurückweichend, oben durch einen zurückweichenden 
Callus mit dem rechten Rand verbunden. L. 4,5, Durchm. 2Vs mm. 
Haruku, Molukken. 

^. Subgeü. Sychnotropis Mlldff. 

1898 Stjchnotropis. Möllendorif, in; Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 153 (sep. p. 73); 
Gehäuse gegittert, mit hinfälligen kurzen Härchen besetzt. 
Philippinen-Archipel. 2 Arten: 

Gehäuse eng durchbohrt, 7 — 7^2 Windungen . S. semperi. 
Gehäuse ziemlich weit genabelt, 5^2 Windungen S. denselirata. 

120. 0. (S.) denselirata Qdr. & Mlldff. — 1894 0. d., Quadras & MöUen- 

dortf, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 128. — 1898 
0. fS.J d., Kobelt & MöUendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 153 (sep. p. 731 j. — 1898 0. (S.) d., MöUendorff., 
in: Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 177. 
Gehäuse ziemlich offen genabelt, hoch kreiseiförmig, fein gestreift, 
mit ziemlich hohen regelmäfsigen Spiralreifen, ca. 17 auf der letzten 
Windung, umzogen, gelblich horufarben, Gewinde regelmäfsig, kegel- 
förmig, mit stumpfem Apex; 5V2 gewölbt, regelmäfsig zunehmende 
Windungen mit tiefer Naht; Mündung ziemlich schief, fast kreisrund; 
Mundsaum oben gerade, stumpf, unten und an der Spindel leicht aus- 
gebreitet. H. 4,25, Durchm. 3,5 mm. 
Culion, Philippinen. 

121. 0. (S.) semperi Mlldff'. — 1893 0. s., Quadras & MöUendorff', in: 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 25, p. 183. — 1898 0. (S.) s., 
Kobelt & MöUendorff', in : Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 153 (sep. p. 73). — 1898 0. fS.J s., MöUendorff", in: Abb. 
Ges. Görlitz, v. 22, p. 177. 
Gehäuse sehr eng und fast bedeckt durchbohrt, getürmt kegelförmig, 
ziemlich festschalig, durch Querlinien und feine Spiralreifen gegittert, 
kurz und hinfällig behaart; Apex spitz; 7 — 7^2 gewölbte Windungen mit 
tiefer Naht; Mündung fast senkrecht, breit eiförmig; Mundsaum einfach, 
oben gerade, stumpf, innen gelippt, unten leicht ausgebreitet, Spindelrand 
oben leicht verbreitert, zurückgeschlagen. H. 5,5, Durchm. 3,5 mm. 
Nordluzon. 



— 104 — 

i]. Subgen. Chalicopoina Möllendorff. 

1894 Clialicopoma n. subg. Omphalotropidis, Möllendorff, Nachr. Bl., 
V. 26, p. 34. 
Deckel hornig, mit wenig Windungen, aussen mit einer dünnen, 
schaligen, kaum spiralgewundenen, am Nabel zerfressenen Platte. 
Sp. typ. : 0. semicostulata. 
Marianen-Archipel. — 2 Arten: 

Gehäuse fast glatt . . Ch. laevigata 
Grehäuse stark gerippt . Ch. semicostulata 

122. 0. (Ch.) laevigata Qdr. & Mlldtf. — 1894 0. (Ch.) L, Quadras & 

Möllendorff; in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 34. — 1898, 
0. (Ch.) l, Kobelt & Möllendorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 183 (sep. p. 73). 
Gehäuse geritzt, oblong, konisch, ziemlich festschalig, ganz fein 
gestreift, glänzend, gelblich, hell marmoriert; Gewinde ziemlich hoch, 
genau konisch ; 6 leicht gewölbte Windungen mit ziemlich eingedrückter 
Naht, letzte gut gewölbt, mit deutlichem, sehr dicht anliegendem Nabel- 
kamm, Mündung wenig schief, spitz eiförmig; Mundsaum leicht aus- 
gebreitet, schwach gelippt, an der Spindel gebuchtet. Deckel normal. 
H. 5, Durchm. 3 mm. 
Marianen. 

123. 0. (Ch.) semicostulata Qdr. & Mlldft". — 1894 0. (Ch.) s., Quadras & 

Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 35. — 
0. (Ch.) s., Kobelt & Möllendorff; in : Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 153 (sep. p. 73). 
Gehäuse sehr eng durchbohrt, kugelig konisch, an der Naht mit 
starken, ziemlich weitläufigen, nach unten verschwindenden Rippchen, 
sonst fast glatt, glänzend, gelb, braun und weiss marmoriert; Gewinde 
ziemlich hoch mit kaum konvexen Seiten, Apex stumpf; 6 leicht 
gewölbte Windungen mit tiefer, ziemlich deutlich berandeter Naht, 
letzte gut gewölbt, kaum kantig, mit wenig deutlichem, dicht anliegendem 
Nabelkiel; Mündung kaum schief, spitz eiförmig; Mundsaum nicht aus- 
gebreitet, am Basalkiel leicht ausgussartig, Spindel ziemlich gebuchtet, 
oben verbreitert, mit breitem Callus, angedrückt. Deckel typisch. H. 6, 
Durchm. 4,5 mm. 
Marianen. 



— 105 — 

3. Gen. Aemella Blanfcl. 

1869 Aemella subg. Aciculae Blanford, in: Ann. nat. Hist., ser. 4, 
V. 4, p. 178, — 1878 A.^ gen. Aciculidarum, G. Nevill, Handlist, 
p. 251. — 1887 A. (? subg. Assiraineae), P. Fischer, Manual, 
p. 738. — 1898 A. gen. Realiidarura, Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). — 
1898 -4., sect. Omphalotropidis, Möllendorff, in: Abb. Ges. 
Görlitz, V. 22, p. 178. 

Gehäuse klein, getürmt, glatt oder gestreift, letzte Windung etwas 
aufgeblasen, mit oder ohne Kielkante ; Mündung klein ; Mundsaum ein- 
fach oder doppelt; Deckel — '? 
Typus : A. tersa. 
Südindien bis Tahiti. 

2 Untergattungen mit 10 Arten, beide neuerdings von Möllendorff 
als einfache Sektionen von Omphalotropis angesehen. 

Gehäuse glatt, glänzend . , a. Subg. Aemella s. str. 
Gehäuse gerippt, matt . . . b. Subg. Soienomphala, 

a) Subg. Aemella s. str. 
Literatur siehe oben. 

Gehäuse dünnschalig, durchsichtig, glatt, glänzend, letzte Windung 
aufgetrieben, Basalkiel schwach oder fehlend, oft als feiner, nur bei 
genauem Zusehen in der Perforation sichtbarer Kiel entwickelt. 

Südliches Vorder- und Hinterindien, Philippinen, Molukken. 

1. A. decolor Bttg.. — 1891 A. d., Böttger, in: Ber. Senckenb. Ges., 
p. 297, t. 4, f. 12. — 1898 A. d., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 (sep. p. 73). 

Gehäuse klein, weit durchbohrt, kreiseiförmig, dünnschalig, fast 
durchsichtig, fettglänzend, horngrau mit undeutlichen braunen Binden ; 
Gewinde fast genau konisch, die Seiten kaum leicht gewölbt; Apex 
ziemlich spitz; 5 ziemlich gewölbte Windungen mit tiefer Naht, regel- 
mäfsig zunehmend, gestreift, letzte unten ganz leicht kantig mit 2 — 3 
schmalen rotbraunen Binden, Nabelgegend braun; letzte Windung ^/g der 
Länge; Mündung kaum schief, abgestutzt eiförmig, im Gaumen braun 
gebändert; Mundsaum fast einfach, Ränder sehr genähert, durch Callus 
verbunden, rechter gekrümmt, Basalrand leicht zurückweichend, halb- 
kreisförmig, ganz leicht ausgebreitet, mit dem geraden schief ansteigenden 



— 106 — 

Spindelrand. welcher einen Kiel in die Perforation abgibt, einen ab- 
gerundeten, vorgezogenen Winkel bildend. H. 2,75, Durchm. 2 mm. 
Banda-Lonthair, Bandagruppe. 

la. A. gibboidea Nev. — 1895 A. g., Godwin-Austen, in: Pr. zool, 
Soc. London, p. 453. 
Andamanen. 

2. A. gradata Mlldff. — 1895 A. g., (Quadras &) Möllendorff, in: 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 27, p. 148. — 1898 A. r/., Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 
(sep. p. 73). — OmpJialotropis (A.) g., Möllendorff, in: Abh. 
Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Gehäuse eng durchbohrt, jiyramidal, ziemlich dünnschalig, glatt, 
glänzend, hornbräuulich ; Gewinde treppenförmig mit fast geraden Seiten 
und stumpfem Apex; ß^/.^ leicht gewölbte Windungen, an der tief ein- 
gedrückten Naht leicht geschultert, ziemlich langsam zunehmend; 
Mündung fast senkrecht, breit schief eiförmig, Mundsaum gerade, 
stumpf, der Spindelrand ziemlich tief ausgebuchtet, einen dünnen Kiel in 
die Perforation schickend. H, 2,5, Durchm. 1,8 mm. 

Prov. Camarines auf Luzon. 

3. A. hungerfordiana Nev. - 1881 A. h., G. Nevill, in: J. Asiat, 

Soc. Bengal, v. 50, p. 143, t. 7, f. 11. 1888 A, h., Möllen- 
dorff, in: Malak. Bl. N. F. X., p. 149. — 1887 A. h., Möllen- 
dorff, in: Jahrb. D. malak. Ges., v. 14, p. 255. — 1893 
Omphalotropis (A.) h., Möllendorff, in: Ber. Senckenb. Ges., 
p. 135. — 1898^. h., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 153 (sep. p. 73). — 1898 Omplialo- 
tropis (A.) li., Möllendorff, in: Abh. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Gehäuse dem von Acm. moreletiana ähnlich, aber etAvas weniger 
getürmt, tief aber eng genabelt, glatt, durchsichtig, sodass man die 
innere Achse sieht; Gewinde regelmäfsig konisch zuges])itzt, Naht aus- 
gehöhlt, schmal berandet; Apex ziemlich spitz; 6 sehr langsam zu- 
nehmende Windungen, letzte konvex kugelig, an dem sehr charakteristi- 
schen, tief ausgehöhlten, aber engen Nabel schwach niedergedrückt; 
Mündung rundeiförmig, Aussenrand regelmäfsig konvex gerundet ; Spindel 
in der Mitte am Nabel eine scharfe Ecke bildend, dann stark, nach 
der Basis allmählich gerundet. L. 3.5, Durchm. 2^/^ mm, 

Philippinen: Cebu, var, von Leyta, Limansaua, Negros, Siquijor, 
Guimaras, 



— 107 — 

3a. A. hungerfordiana var. ventrosula Mlldff. — 1893 Omplialotropis 
(A.) h. var. i\, Möllendorff, in: Ber. Senckenb. Ges., p. 135. 

Gehäuse kleiner, etwas bauchiger, die Windungen etwas stärker 
gewölbt, die Naht schmäler berandet. H. 3,25, Durchm. 2,5 mm. 

Philippinen : Inseln Leyte, Limansaua, Tablas. 

4 A. hyalina Theob. & Stol. — 1872 A. h.„ Theobald & Stoliczka, 
in: J. Asiat. Soc. Bengal, v. 41, p. 333, t. 11, f. 7. — 1876 
Georissa? h., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., p. 4, p. 293, — 
1878 A. h., G. Nevill, Handlist, p. 251. — 1898 A. h., Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p, 153 
(sep. p. 73). 
Gehäuse eiförmig kegelförmig, mäfsig durchbohrt, hyalin, schmutzig 
weisslich; Gewinde stumpf; 4^/\, ziemlich gewölbte Windungen, mit ein- 
facher tiefer Naht, an derselben etwas abgestutzt (?), glatt, letzte wenig 
kürzer als das Gewinde, an der Basis gewölbt; Mündung regelmäfsig 
eiförmig, oben leicht eckig, nicht schief; Mundsaum dünn, fast zusammen- 
hängend. Deckel — ? L. 1, Durchm. 0,7 mm. 
Mulmein, Birma. 

5. A. mellilla Aust. — 1895 A. m., Godwin-Austen, in: P. zool. Soc. 

London, p. 453, f. C. — 1898 A. m., Kobelt & Möllendorff'. in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 (sep. p. 73). 
Gehäuse rechts gewunden, getürmt eiförmig, schief, fein und dicht 
gerippt, blass umberfarben, Gewinde gedrückt konisch ; Apex sehr stumpf, 
Naht eingedrückt ; ö flache Windungen ; Mündung etwas schief, eiförmig ; 
Mundsaum doppelt, mit starkem Wandcallus. Gr. Durchm. 1,52, 
H. 1,75 mm. 

Süd-Andaman. 

6. A. milium Bens. — 1863 Cydosioma m., Benson, in: Ann. uat. Hist., 

ser. 2, V. 11, p. 285. — 1854 Cydophorus? m., L. Pfeiffer, 
in: Malak. BL. v. 1, p. 84. — 1858 Hi/drocena m., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 2, p. 158. — 1872 Acmella m., Theobald 
& Stoliczka, in: J. Asiat. Soc. Bengal, v. 41, p. 333. — 1876 
Georissa m., I.. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 292, — 
1898? A. m„ Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges.. V. 30, p. 153 (sep. p. 73), — 1872 Hydroe. m. {Pupa 
pUcidens?) i\i\.?, Godwin-Austen, in: Pr. zool. Soc. London, 
p. 515, t. 30, f. 3. 



— 108 — 

Gehäuse offen genabelt, winzig, trochusförmig , glatt, weisslich; 
Gewinde kegelförmig, mit stumpfem Apex; Naht tief. 4^/3 gewölbte 
Windungen, die letzte aufgeblasen, gerundet ; Mündung schief, diagonal, 
fast kreisrund ; Mundsaum leicht ausgebreitet, gerade, scharf, zusammen- 
hängend, kurz angelötet. Nabel mit kantig zusammengedrücktem Rand. 
H. 1,25, Durchm. 1 mm, 

Assem : Cherra ponjee in den Khasiabergen. 

7. A. moreletiana G. Nev. — 1878 A. m., G. Nevill, Handlist, p. 251. 

— 1879 A. m., (Godwin-Austen &) G. Nevill, in: P. zool. Soc. 
London, p. 737, t. 59, f. 4. — 1898 A. m., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p, 153 (sep. p. 73). 
Gehäuse sehr klein, ziemlich offen genabelt, kegelförmig, getürmt, 
hyalin, durchsichtig, glänzend, poliert, in der Nabelgegend gefaltet, mit 
starken, regelmäfsig eingeschnittenen Falten, an der Naht sehr fein ge- 
streift, die Streifen mitunter kaum sichtbar; 5\'^ ziemlich gewölbte 
treppenförmige Windungen mit ausgehöhlter Naht, letzte kugelig, unten 
gewölbt; Mündung vollkommen kreisrund, Ränder genähert, aber nicht 
zusammenhängend; Mundsaum wenig verdickt, Spindelrand allmählich 
gerundet, den Nabel nicht deckend. L. 2, Durchm. 1^3 mni. 
Batti Malve, Nicobaren. 

8. A. polita Mlldff. — 1887 A. p., MöUendorff, in: Jahrb. D. mal. 

Ges., V. 14, p. 301. — 1898 J. /).. Kobelt & MöUendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 (sep. p. 73). — 1898 
A. p., MöUendorff, in: Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Gehäuse eng durchbohrt, kreiseiförmig, dünnschalig, fast durch- 
sichtig, glatt, glänzend, hornbraun ; 6 leicht gewölbte Windungen, letzte 
gross, leicht aufgeblasen; Mündung wenig schief, spitz eiförmig, Mund- 
saum einfach, Ränder getrennt, äusserer gerade, scharf, Basalrand kurz 
offen, Spindelrand umgeschlagen, in der Mitte tief gebuchtet. Ij. 2,25, 
Durchm. 1,5 mm. 

Montalban, Luzon. 

9. A. pusilla Q. & Mlldff". — 1895 A. d., Quadras & MöUendorff, in: 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 27, p. 148. — 1898 A. d., Kobelt 
& MöUendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 
(sei). V- 73). — 1898 OmpJialofropis (A.) p., MöUendorff', in: 
Abb. Ges. GörUtz, v. 22, p. 178. 



— 109 — 

Gehäuse eng durchbohrt, eikegelförmig, ziemlich dünnschalig, halb 
durchsichtig, kaum gestreift, glänzend, gelblich hornfarben ; Gewinde 
sehr hoch, Seiten leicht konvex, Apex stumpflich ; 3 gewölbte Windungen 
mit tiefer Naht ; Mündung fast senkrecht, spitz eiförmig ; Mundsaum 
gerade, stumpf, innen leicht gelippt; Spindelrand tief gebuchtet. Durchm. 
1,33, H. 2 mm. 

Prov. Cagayau auf Luzon. 

10. A. roepstorffiana G. Nev. — 1878 A. r., G. Nevill, Handlist, 
p. 251. — 1879 A. r., (Godwin-Austen &) G. Nevill, in: P. 
zool. Soc. London, p. 737, t. 59, f. 5. — 1898 A. r., Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 153 
(sep. p. 73). 

Gehäuse sehr klein, sehr eng genabelt, getürmt kegelförmig, fast 
durchsichtig, seidenglänzend, überall dicht und regelmäfsig gestreift, die 
Streifen scharf fadenförmig, schief, an der Basis bogig, in der Nabel- 
gegend etwas deutlicher; 5 treppenförmige, kaum gewölbte Windungen 
mit ausgehöhlter Naht, letzte fast zylindrisch, an der Peripherie leicht 
zusammengedrückt ; Mündung sehr klein, fast kreisrund ; Mundsaum 
verdickt, undeutlich doi:)pelt, Aussenrand sehr gewölbt, Spindelrand stark 
nach hinten gebogen, mehr oder weniger den Nabel verdeckend. L. 1,5, 
Durchm. 1 mm. 

Katchall, Nicobaren. 

H.A. tersa Bens. — 1853 Cyclostoma tersum, Benson, in: Ann. nat. Hist., 
ser. 2, v. 11, p. 285. — 1854 Cydostomus ? tersiis, L. Pfeiffer, 
in: Malak. Bl., v. 1, p. 93. — 1858 Hydrocena tersa, L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 2, p, 158. — 1869 Acicula {AcmeUa) f., 
Blanford, in: Ann. nat. Hist., ser. 4, v. 3, p. 178, t. 16, f. 2. 
— 1872 Hydrocena (Acicula), Godwin-Austen, in: P. zool. 
Soc. London, v. 515. — 1872 A. f., Theobald & Stoliczka, 
in: J. Asiat. Soc, Bengal, v. 41, p. 133. — 1876 A. L, 
Hanley & Theobald, Conch. Ind., p. 48, t. 117, f. 1. — 1876 
Georissa t., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum , v. 4, p. 292. — 
1878 Acmella t., G. Nevill, Handlist, p. 251. — 1898 A. t., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 153 (sep. p. 73). 



— HO — 

Gehäuse winzig, fast durchbohrt, eikegelförmig, weisslich, unter der 
Lupe fein und elegant längs gestreift ; Naht eingedrückt ; Apex ziemlich 
stumpf. 5 gewölbte Windungen ; Mündung spitz eiförmig, senkrecht, 
^/g der H. ausmachend ; Mundsaum einfach, ziemlich dick, Ränder durch 
einen dünnen Callus verbunden. 

Assem : Cherra-ponjee in den Khasiabergen. 

ß) Subgen. Solenompliala, Heude. 

1882 Gruppe „Solenomphalae-', Heude, in: Mem. Hist. nat. Emp. Chin. 
Comp. Jesus Chang-Hai, v. 1, cah. 1, p, 82. — 1887 S., 
Böttger, in: Jahrb. D. malak. Ges., v. 14, p. 222. — 1891 
S., Böttger, in: Ber. Senckenb. Ges., p. 298. — 1893 S., 
Möllendorff, in: Ber. Senckenb. Ges., p. 136. — 1898 S. 
suhg. Acmellae, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30. p. 154 (sep. p. 74). — 1898 S. Sectio Omp/talo- 
tropidis, Möllendorff, in: Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 177. 

12. A. (S.) brazieri Hedl. — 1892 Omphalotropis b.. Hedley, in: P. 

Soc. Linn. N. S. Wales, ser. 2, v. 6, p. 101, t. 12, f. 33. 

— 1898 Acmella (S.) h., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 50, p. 154 (sep. p. 74). 
Gehäuse spitz eiförmig, schief gestreift, blass hornfarben ; 5 gewölbte, 
regelmäfsig zunehmende Windungen mit eingedrückter Naht; Gewinde 
konisch mit spitzem Apex , ^/^ der H. ; letzte Windung mit starkem 
Kiel an der Peripherie, Basis abgeflacht; Nabel eng, im Winkel ab- 
fallend ; Mündung schief, fast kreisrund, oben spitz ; Mundsaum doppelt ; 
Callus der Mündungswand dünn. Deckel — ? Durchm. 3, H. 5 mm. 
Milne Bay in Britisch Neu Guinea. 

13. A. (S.) caledonica Crosse. — 1869 Hyclrocena c, Crosse, in: J. 

Conch., V. 17, p. 24, t. 2, f. 4. — 1876 Bealia c, L. Pfeiffer, 

Monogr. Pneum., v. 4, p. 211. — 1871 Hyclrocena c, Gassies, 

Faune Nouv. Caledonie, v. 2, p, 134. — 1894 Omplialotropis c, 

Crosse, in: J. Conch., v. 42, p. 389; sep. p. 232. — 1898 

Acmella (Solenomphala) c, Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 30, p. 154. 

Schale eng genabelt, kreiseiförmig, fast kugelig, ziemlich festwandig, 

glatt, glänzend, blass kastanienbraun, weisslich gefleckt. Gewinde fast 

genau kegelförmig, Apex ziemlich stumpf; Naht eingedrückt; 5 ziemlich 



— 111 — 

gewölbte Windungen, die letzte so hoch wie das Gewinde, sehr bauchig ; 
Mündung wenig schräg, eckig eiförmig; Mundsaum einfach, leicht ver- 
dickt, weisslich, die Ränder durch einen ziemlich dicken Callus ver- 
bunden, fast zusammenhängend, Aussenrand schmal, Spindelrand besonders 
an der Basis etwas ausgebreitet, einen Teil des Nabels deckend. Deckel 
dünn, hornig, mit wenig Windungen, gelblich weiss. H. 4, Durch- 
messer 3,5 mm. 

Neu-Caledonien. 

14. A. (S.) columellaris Qdr. & Mlldff. — 1893 Omphalotropis c, 

Quadras & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 25, 
p. 183. — 1898 A. (S.) c, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). — 1898 Omphalo- 
tropis (S.) c, Möllendorff, in: iVbb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 177. 

Gehäuse eng durchbohrt, ziemlich hoch kreiseiförmig, sehr fein 
gestreift, durch ganz dünne dichte spirale Linien fein gegittert, 
gelbbraun; Apex spitz; 6^2 leicht gewölbte Windungen mit tief ein- 
gedrückter Naht, letzte gewölbter, nicht herabsteigend, mit wenig deut- 
lichem Basalkiel ; Mündung wenig schief, eiförmig, Mundsaum einfach, 
stumpf, nur an Basis und Spindel leicht zurückgeschlagen, an der Spindel 
ausgeschnitten, am Sinulus in 2 Äste geteilt, von denen der eine in 
die Perforation eindringt, der andere mit dem Callus der Wand ver- 
schmilzt. H. 3,5, Durchm. 2^/3 mm. 

Luzon und Catanduanes, Philippinen. 

15. A. (S.) conica Qdr. & Mlldff. — 1894 Omplialotropis (Sohn.) c, 

Quadras & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, 
p. 34. — 1898 Äcmella (S.) c, Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). — 1898 
OmplKilotropis (S.) c. , Möllendorff , in : Abh. Ges. Görlitz, 
V. 22, p. 177. 
Gehäuse eng durchbohrt, lang konisch eiförmig, dünnschalig, durch- 
sichtig, glatt, fettglänzend, hornbraun; Gewinde fast genau konisch mit 
stumpf lichem Apex; 6'/2 leicht konvexe Windungen mit schwach be- 
randeter Naht, letzte gut gewölbt, mit dicht am Nabel liegendem wenig 
deutlichem Basalkamm. Mündung wenig schief, spitz eiförmig, Mund- 
saum gerade, stumpf, unten leicht ausgussartig, an der Spindel leicht 
umgeschlagen und tief gebuchtet. H. 4,75, Durchm. 3 mm. 

Marianen. -;\C>^/ 



— 112 — 

16. A. (S.) conjungens MUdff. — 1893 Omphalotropis (S.) c, 

Möllendorff, in: Ber. Senckeub. Ges., p. 136, t. 5, f. 9. — 
1898 AcmeUa (S.) c, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). — 1895 Omphalo- 
tropis (S.) c. Möllendorff, in: Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 177. 

Gebäuse sebr eng durcbbobrt, baucbig kegelförmig, ziemlicb fest- 
scbalig, ganz fein gestreift, gelblicb bornfarbeu; Gewinde kegelförmig. 
Apex spitz ; 6 gewölbte Windungen mit tiefer, krenulierter Nabt, letzte 
seitlicb zusammengedrückt, mit wenig vorspringendem, in der Perforation 
verscbwindendem Kiel an der Spindel : Mündung wenig scbief, oval ; 
Mundsaum gerade, stumpf; Spindel verdickt, offen, von der Seite 
geseben stark gebucbtet. L. 3^/^, Durcbm. 2^/., mm. 

Leyte, Pbilippinen, an feucbten Steinen am Ufer eines Bergbacbes. 

17. A. (S.) coturnix Crosse. — 1867 Hydrocena c, Crosse, in: 

J. Concbyl., v. 15, p. 181, t. 7, f. 5. — 1869 Omphalo- 
tropis c, Pease, in: J. Concbyl,, v. 17, p. 149. — 1876 
Bealia c, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4, p. 210. — 1871 
Hydrocena c, Gassies Faune Nouv. Caledonie, v. 2, p. 135, 
196, t. 5, f. 12. — 1894 0. <:, Crosse, in: J. Concbyl., 
V. 42, p. 390. — 1898 A. (S.) c, Kobelt & Möllendorff, in: 
Nacbrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). 

Gebäuse durcbbobrt, kreiseiförmig koniscb, dünnscbalig, fast glatt, 
bornfarben mit undeutlichen weissen Fleckcben; Gewinde koniscb, ziem- 
licb spitz, Nabt eingedrückt; 6 ziemlicb flacbe Windungen, letzte so 
bocb wie das Gewinde, baucbig ; Mündung wenig scbief, eckig eiförmig, 
Mundsaum fast zusammenbängend, einfacb. kaum verdickt ; Ränder durch 
einen bei alten Exemplaren ziemlicb dicken Callus verbunden, Spindel- 
rand etwas schwielig, leicht ausgebreitet. L. 5,5, Durcbm. 4,5 mm. 

Neu Caledouien. 

18. A. (S.) crosseana Gass. — 1869 Hydrocena c, Gassies, in : J. Concbyl., 

V. 17, p. 77. — 1878 Bealia c, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 214. — 1898 AcmeUa (S.) c, Kobelt & Möllendorff, 
in: Nacbrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). 
Gebäuse durcbbobrt, konisch eiförmig, kreiseiförmig, durchsichtig, 
festscbalig, ganz fein gestreift, gelblich oder rötlich bornfarben; Ge- 
winde konisch pyramidal, ziemlicb spitz; 5^/^ konvexe, fast skalare 



— 113 - 

Windungen mit tiefer Naht, letzte bauchig, um die tiefe Perforation 
stumpf gekielt ; Gewinde mäfsig hoch ; Mündung gerundet ; Mundsaum 
einfach, gerade, Rand durch einen dünnen Callus verbunden. Spindelrand 
verdickt, ganz kurz umgeschlagen. L. 5, Durchm. 2 mm. 
Neu-Caledonien. 

19. A. (S.) dohertyi Aldr. — 1898 Omplmlotropis fSolenomphala) B., 

Aldrich, in: Nautilus, v. 12, p. 3, t. 1, f. 1, 2. 

Gehäuse genabelt, konisch eiförmig, sehr fein gestreift, gelbbraun ; 
6 — 7 konvexe Windungen mit tief eingedrückter Naht; Mündung 
eiförmig, Mundsaum einfach. H. 4,5, Durchm. 3 mm. 

Marang, Sumatra. 

20. A. (S.) filocincta Qdr. & Mlldff. — 1896 OmjjJialotropis f., Quadras 

& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 28, p. 14. — 

1898 Acmella (S.) f., Kobelt & Möllendorff. in: Nachrbl. D. 

malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). — 1898 Omphdlo- 

tropis (S.) f., Möllendorff, in: Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 177, 

Gehäuse ganz eng durchbohrt, eikegelförmig, dünn, durchsichtig, 

kaum gestreift, seidenglänzend, gelbbraun; Gewinde fast regelmäfsig 

kegelförmig, mit ziemlich stumpfem Apex ; 6 mäfsig gewölbte Windungen, 

durch eine sehr eingedrückte Naht geschieden, letzte ziemlich aufgetrieben, 

an der Perforation abgeschrägt, mit fadenförmiger Kante ; Mündung wenig 

schief, spitz eiförmig; Mundsaum gerade, stumpf, Spindel tief gebuchtet, 

einen schwachen Kiel in die Perforation ausschickend. L. 3,2, Durchm. 

2,4 mm. 

Palanan, Prov. Isabela de Luzon. 

21. A. (S.) insularis Crosse. — 1865 Ht/drocena «., Crosse, in: J. Couchyl., 

V. 13, p. 223, t. 6, f. 7). — 1869 Omphalotropiis i., Pease, 

in: J. Conchyl., v. 17, p. 154. — 1871 Atropis i., Pease, in: 

P. zool. Soc. London, p. 476. — 1876 Realia i., L, Pfeiffer, 

Monogr. Pneum , v. 4, p. 212. — 1898 Acmella (S.) /., 

Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 

p. 154 (sep. p. 74). 

Gehäuse undurchbohrt, fast kugelig konisch, dünnschalig, nicht 

glänzend, fast glatt, mit kaum deutlichen eingedrückten Anwachslinien, 

gelblich rosa. Gewinde konisch, Apex stumpflich ; 4 konvexe Windungen, 

letzte nicht herabsteigend, unten leicht gerundet, höher als das Gewinde. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 8 



— 114 " 

Mündung schräg, halbeiförmig, Ränder getrennt, konvergierend, Spindel- 
rand verdickt, an der Nabelstelle schwielig; Basalrand und Aussenrand 
einfach, scharf. L. 1^/4 — 2, Durchm. 1,5 mm. 
Gambier-Inseln, Polynesien. 

22. A. (S.) isseliana Tapp. — 1883 Eealia i., Tapparone-Cauefri, in: 

Ann. Mus, Genova, v. 19, p. 271, t. 10, f. 12, 13. — 1898 
Acmella (S.) i, Kobelt & Müllendorff, in : Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 154 (sep. p. 74). 
Gehäuse sehr klein, durchbohrt, undeutlich gestreift, fast durch- 
sichtig, ziemlich glänzend, blass bräunlich ; Gewinde konisch, Apex 
ziemlich spitz; 5^/^ konvexe Windungen mit eingedrückter Naht, letzte 
\ , der Höhe, unten mitunter leicht kantig. Basis gerundet, um die 
Perforation ganz undeutlich gekielt, Mündung vertikal, rundeiförmig, 
oben spitz ; Mundsaum zusammenhängend, rechter und Basalrand regel- 
mäfsig gerundet; Spindelrand fast strack, leicht abstehend. H. 1,5, 
Durchm. 1 mm. 

Aru-Inseln bei Neu-Guinea. 

23. A. (S.) ovata Pease. — 1864 Htidrocena 0., Pease, in: P. zool. 

Soc. London, p. 674. — 1869 Onqjhalofrojns 0., Pease, in: 
.T. Concbyl, v. 17, p. 148. — 1876 Eealia 0., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 4, p. 212. — 1898 Acmella (S.) 0., Kobelt 
& MöUendorft; in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30. p. 154 
(sep. p. 74), 
Gehäuse konisch eiförmig, ziemlich festschalig, bräunlich hornfarbeu, 
durchbohrt, glatt ; 5 konvex gerundete Windungen, letzte ^/^ der Länge, 
leicht kantig: Naht gut eingedrückt, kaum geschultert; Mündung eiförmig, 
oben eckig; Mundsaum einfach, zusammenhängend, Spindelrand angelötet, 
an der Perforation gefurcht und gekielt. L. 5, Durchm. 3 mm. 
Mangier-Insel. 

24. A. (S.) papuensis E. Smith. — 1896 Omphaloiropis p., E, A. Smith, 

in: J. of Malac, v. 5, p. 19, t. 2, f. 19. — 1898 Acmella 

(S.) p., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., 

v. 30. p. 154 (sep. p. 74). 

Gehäuse klein, eng genabelt, eikegelförmig, blass oder rötlich horn- 

farben, etwas glänzend; Gewinde kegelförmig, Apex ziemlich si)itz; 5 bis 

5^2 gewölbte, regelmäfsig zunehmende Windungen mit tiefer Naht, fein 



— 115 — 

schief gestreift, letzte an der Periiiherie mit einem fadenförmigen Reifen, 
unten gewölbt, um den engen Nabel gerundet, nicht kantig; Mündung 
gerundet, oben ganz leicht zugespitzt ; Mundsaum einfach, Ränder durch 
einen dünnen Callus verbunden, Spindelrand rötlich, leicht verdickt und 
umgeschlagen. L. 4, Durchm. 3 mm. 

Britisch Neu-Guinea, nördlich von Orangerie-Bay. 

Von 0. brazieri Hedl. verschieden durch mehr kegelförmige Gestalt. 

25. A. (S.) parvula Mor. — 1877 Ass'mnnea p., Morelet, in: J. Conchyl., 

V. 25, p. 343, t. 12, f. 6. — 1883 A. p., Morelet, in: J. 
Conchyl., v. 30, p. 212 — 1884 A. p., G. Nevill, Handlist, 
V. 2, p. 70. — 1887 A. p., Böttger, in: Jahrb. D. malak. 
Ges., V. 14, p. 218. — 1898 Acmella (S.) p., Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154 
(sep. p. 74). 
Gehäuse ziemlich klein, weit durchbohrt, konisch eiförmig, dünn- 
schalig, ziemlich glänzend, gelblich hornfarben ; Gewinde konisch, Seiten 
wenig konvex; Apex relativ stumpf; 6 ziemlich gewölbte Windungen, 
ziemlich langsam zunehmend, fast glatt, mit eingedrückter, leicht be- 
randeter Naht, letzte gross, stielrund, V2 der Länge; Mündung senk- 
recht, schief eiförmig, Mundsaum einfach, scharf, Ränder gebogen, sehr 
genähert , mit wenig deutlichem Callus ; Spindelrand mäfsig konkav, 
kaum verdickt, wenig verbreitert und umgeschlagen. L. 4, Durchm, 
2^/j mm. 

Comoren, Madagaskar. 

26. A. (S.) rubra Gass. — 1874 Hi/drocena r., Gassies, in: J. Conchyl., 

v. 22, p. 214. — 1878 Eealia r., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 214. — 1880 //. r., Gassies, Faune Nouv. Caledonie, 
p. 70, t. 4, f. 8. — 1894 Omphalotropis r., Crosse, in: J. 
Conchyl., v. 42, p. 390. — 1894 0. r., Crosse, Faune Nouv. 
Caledonie, p. 233. — 1890 Acmella (S.) r., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154 (sep. p. 74). 
Gehäuse durchbohrt, eikegelförmig, kreiseiförmig, durchscheinend, 
festschalig, ganz fein gestreift, rötlich hornbraun ; Gewinde konisch 
ziemlich spitz; 6 gewölbte, fast skalare Windungen, letzte bauchig, 
um die tiefe Perforation stumpf gekielt, Naht nicht tief; Mündung 
gerundet ; Mundsaum einfach, zusammenhängend, innen kaum schwielig, 

8* 



— 116 — 

gerade, Ränder durch einen dünnen Callas verbunden, Spindelrand 
verdickt, ganz kurz umgesclilagen. Deckel hornig, dünn, glänzend. 
L. 7, Durchm. 5, Durchm. der Mündung 3 : 3 mm. 
Neu-Caledonien. 

27, A. (S.) stricta Gould, — 1859 OnipJmlotropis strichis, Gould, in: 

P. Boston Soc, V. 7, p. 40; Otia p. 105. — 1895 0. str., 
L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 3. p. 178. — 0. (Solenomphalus) 
Str., Böttger, in: Jahrb. D. nialak. Ges., v. 14, p. 222. — 
1898 Acmella (S) str., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 154. — 1882 Assiminea scalaris, Heude, 
in: Mem. Hist. nat. Emp. Chin. Comp. Jesus Chang-Hai, v. 1, 
cah. 1, p. 23, t. 21, f. 5 (mit Radula). 
Gehäuse mäfsig gross, deutlich durchbohrt, konisch eiförmig, ziem- 
lich festschalig, grau mit dünner horngelber Epidermis, um die Per- 
foration weisslich ; Gewinde genau konisch, Apex spitz; ö^o — 7^/2 leicht 
gewölbte, langsam zunehmende Windungen mit eingedrückter Naht, dicht 
schief gestreift, mit deutlichen Spirallinien, letzte leicht aufgetrieben, 
mitten etwas abgeflacht, ganz undeutlich kantig, gegen die Perforation 
abgeschrägt, so hoch wie das Gewinde; Mündung klein, eiförmig, 
beiderseits mäfsig spitz, schief; Mundsaum einfach, scharf, Ränder durch 
einen dünnen Callus verbunden. Spindelrand kurz, wenig konkav, leicht 
buchtig und zurückgezogen, Basalrand verbreitert, ausgussartig nach 
links gerichtet, rechter Rand fast strack, an der Naht gut gewölbt. 
H. 5^/4, Durchm. 4 mm. 

China, Hainan, Liu-kiu-Iuseln. 

28, A. (S.) tenuis Fult. — 1899 Omphalotrojns f., Fulton, in: P, malac. 

Soc. London, v. 3, p 219, t. 11, f. 15. 

Schale genabelt, kugelig mit spitzem Gewinde, dünn, halbdurch- 
sichtig mit fast radiärer Streifung ; 5^2 sehr gewölbtt Windungen, letzte 
2/3 der Höhe einnehmend; Mündung D-förmig, schräg; Mundsaum dünn, 
Spindelrand schief, aber gerade, unten mit dem leicht ausgebreiteten 
Unterrand eine Ecke bildend. H. 4, Durchm. 3 mm. 

Timor. 

29, A. (S.) turrita Gassies — 1871 Hi/drocena turlinata, Gassies, in: 

Actes Soc. Linn. Bordeaux, v. 28, p. 195, nee Morelet, — 
1880 H. turrita, Gassies, in: Actes Soc. Linn. Bordeaux, 



— 117 — 

V. 54, p. 71. — 1894 Omphalotropis t., Crosse, in: J. Conch., 
V. 42, p. 391, 1894 Crosse, Faune Nouvelle Caledonie, p. 234. 
— 1898 Acmella (Solenomphala) t., Kobelt & Möllendorif, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154, 
Noumea, Insel Nou. 

30. A. (S.) vescoi Dohrn. — 1859 Hijdrocena v., H. Dohrn, in: Malak. 
BL, V. 6, p. 202. — 1865 H. v., L. Pfeiffer, in: Monogr. 
Pneum., v. 3, p. 172. — 1869 Omphalotropis r., Pease, in: 
J. Conch., V. 17, p. 153. — 1871 Afropis v., Pease, in: Pr. 
zool. Sog. London, p. 476. — 1871 Bealia v., Martens, in: 
Martens & Langkavel, Donum Bismarck., p, 58, t. 3, f. 20. — 
1898 Acmella (Solenomphala) v., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154. 
Schale kaum durchbohrt, eikegelförmig, ziemlich festwandig, glatt, 
wenig glänzend, fleischfarben oder weisslicli ; Gewinde konvex kegel- 
förmig, Apex ziemlich stumpf; 4S'2 — 5 wenig konvexe Windungen, der 
letzte wenig niedriger als das Gewinde, unten abgerundet; Naht sehr 
eingedrückt; Mündung eiförmig, senkrecht, Mundsaum einfach, leicht 
ausgebreitet, an der Mündungswand kurz angelötet. H. 4,5, Durchra. 
3 mm. 

Tahiti. 

4. Gen. Cyclomorplia Pease. 

1871 Cyclomorplm (sp. typ. Cijdosfoma flaviim) Pease, in: Pr, zool. 
Soc. London, p. 464. — 1878 C, L, Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 234. — 1898 C, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 154. 
Schale durchbohrt, kugelig kreiseiförmig, festwandig, glatt oder 
Spiral gereift; Mündung fast kreisrund; Mundsaum einfach, schwach 
verdickt, Ränder durch einen dünnen Callus zusammenhängend; Deckel 
dem von Omphalotropis ähnlich. 
3 Arten, — Polynesien. 
Übersicht der Arten: 

f Schale glatt 2 

1 

I Schale mit Spiralfurchen .... 1 C. flava 

I Mundsaum unterbrochen 3 C, vulpina 

2 ' 

I Mundsaum fast zusammenhängend . 2 C. margarita. 



— 118 — 

1. C. flava (Brod.) — 1832 Cydostoma flavuni Broderip & G. B. 

Sowerby, in: P. zool. Soc. London, p, 59. — 18^2 C. fl., 
Sowerby, Thesaurus Conchyl., vol. 1, p. 109, t. 24, f. 70. — 
1846 C. fl., L. Pfeiffer, in: Martini & Chemnitz, Conch.-Cab., 
ed 2, V. 1, XIX a, p. 23, t. 3, f. 9—11. — 1850 Chondro- 
poma fl., J. E. Gray, Nomenciator Moll. Brit. Museum, v, 1, 
p. 57. — 1852 Cydophorus ? flaviis, L. Pfeiffer, in: Monogr. 
Pneum., v. 1, p. 85. — C. fl , Reeve, Conch. icon., v. 13, 
sp. 59, — 1802 Ostodes flavus, Gould, in: Pr. Boston Soc, 
V. 8, Otia, p. 240. — 1871 C. fl., Martens, in: Martens & 
Langkavel, Donum Bismarck., p, 58. — 1871 Cydomorpha fl., 
Pease, in: P. zool, Soc. London, p. 476. — 1898 C. fl., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 154. 

Schale punktförmig, nicht durchgehend durchbohrt, kugelig kegel- 
förmig, festwandig, mit dichten Spiralfurchen umzogen, gelblich ; Gewinde 
kegelförmig, mit ziemlich spitzem Apex; 5^2 gewölbte Windungen, die 
letzte bauchig; Mündung oval, oben etwas spitz; Mundsaum gerade, 
stumpf; Ränder durch einen Callus verbunden; Spindel abgeflacht; 
Deckel typisch. H. 7, Durchm, 8 : 6,5 mm. 

Insel Annaa. 

2. C. margarita (L. Pf.) — 1851 Cydostoma m., L. Pfeiffer, in: 

P. zool. Soc, London, v. 19, p. 244. — 1852 C. m., L. Pfeiffer, 
in: Martini & Chemnitz, Conch. Gab., v. 1, p. 252, t, 34, 
f. 9, 10. — 1852 Cydo2)horus ni., L. Pfeiffer, in: Monogr. 
Pneum., v. 1, p. 86. — 1861 C. m., Reeve, Conch. icon., 
v. 13, sp, 60. — 1871 CydomorpJia m., Pease, in: P. zool, 
Soc, London, p. 476. — 1898 C. m., Kobelt & Möllendorff', 
in: Nachrbl. D, malak. Ges., v. 30, p. 154. 

Schale durchbohrt, kugelig kegelförmig, ziemlich festwandig, glatt, 
glänzend, rötlich bernsteinfarben ; Gewinde kegelförmig, mit ziemlich 
spitzem blutrotem Apex ; 5 ziemlich gewölbte Windungen, letzte ab- 
gerundet; Mündung wenig schräg, eiförmig; Mundrand unterbrochen, 
einfach, gerade ; Spindelrand stark gebogen, leicht verdickt, H. 6, 
Durchm. 7 : 6 mm, 

Rapa, Gambier-Inseln, 



— 119 — 

3. C. vulpina (L. Pf.) — 1857 Hyärocena v., L. Pfeiffer, in: P. 
zool. Soc. London, p. 112. — 1858 H. v., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 2, p. 15(3. — 1893 Cydomorplm v., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. 1). nialak. Ges., v. 30, p. 154. 
Schale durchbohrt, kugelig kegelförmig, festwandig. glatt, rötlich; 
Gewinde kegelförmig, ziemlich spitz ; 5 mäfsig gewölbte Windungen, 
die letzte die Hälfte der Höhe einnehmend; Mündung wenig schräg, 
eckig -eiförmig; Mundsaum fast zusammenhängend, angelötet; rechter 
Rand leicht eingebogen, Spindelrand schwielig, Deckel dünn, kastanien- 
braun, mit wenig Windungen. H. 8, Durchm. 6 mm. 
Fox Islands. 

5. Gen. Dacrystoma Crosse & P. Fischer. 

1865 3Iegalomastoma (part.) L. Pfeiffer, Monogr. Pneum,, v. 3, p. 86, 
(cfr. L. Pfeiffer, in: Mal. Bl. , v. 24, p. 149). — 1871 
Dacrystonia (sp. un. D. nrboreuni), Crosse & P. Fischer, in : 
J. Conchyl., v. 29, p. 332. — 1876 Megalomastoma subg. 
Hainesia, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., vol. 4, p. 135. — 
1878 Mascaria (sp. typ. Cyciostoma croceum) Angas, in: P. 
zool. Soc. London, p. 310. — 1897 31.. Möllendorff, in: 
Nachrbl D. malak. Ges., v. 29, p. 109. — 1898 M., Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl, D. malak. Ges., v. 30, p. 154. 

Schale ziemlich gross, getürmt eiförmig, ziemlich festwandig, geritzt, 
mit schwacher Nabelkante ; Mündung spitz eiförmig ; Mundsaum nicht 
ausgebreitet, aber verdickt, zusammenhängend, oben angedrückt. Deckel 
dick, hornig, eiförmig, oben spitz, mit wenigen Windungen und exzen- 
trischem Nukleus. 

Madagaskar, Maskarenen ? 3 Arten. 

1. D. arboreum, Crosse & P. Fischer. — 1871 D. a., Crosse &: P. 
Fischer, in: J. Conch , v. 19, p. 332. — 1876 Megalomastoma 
(Hainesia) a., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v, 4, p. 135. — 
1898 Mascaria a., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V, 30, p. 154. 
Schale kaum schwach geritzt, hoch kegelförmig, mit feinen, ziem- 
lich sclirägen Rippenstreifen, ziemlich dick und festwandig, fast un- 
durchsichtig, unter einer dünnen, olivenbraunen Epidermis hell bräun- 
lich; Gewinde hoch, Apex abgerundet, Naht eingedrückt; 7V^ leicht 



— 120 — 

gewölbte Windungen, die beiden apikalen fast glatt, schmutzig weisslich, 
die letzte niedriger als das Gewinde, unter der Peripherie mit einem 
schmalen kastanienbraunen Bande , unten leicht verschmälert , vornen 
kaum ansteigend, ganz kurz abgelöst. Mündung senkrecht, spitz ei- 
förmig, innen gelbbraun, die Aufsenbinde wenig durchscheinend ; Mund- 
saum zusammenhängend, leicht verdickt, kaum gelöst; Spindelrand mit 
dem äusseren eine Ecke bildend, Basalrand vorgezogen, sehr verdickt, 
um^geschiagen, Aussenrand ziemlich dick, umgeschlagen. H. 19, Durch- 
messer 7,5 mm. 
Madagaskar. 

2. D. crocenm (Sow. I.) 1843 Cydostoma c, Gr. B. Sowerby, Thesaur. 

Conch., V. 1, p. 150, t. 29, f. 190, 191. — 1849 C. c. L. 
Pfeiffer, in: Martini &â–  Chemnitz, Conch. -Gab., v. 1, XIX, p. 164, 
t. 24, f. 15, 16. — 1847 Megalomastoma c, L. Pfeiffer, in: 
Z. Malak., v. 4, p. 109. — 1852 iV. c, L. Pfeiffer, in: 
Monogr. Pneum., v. 1, p. 125. ~ 1866 WI. c, G. B. Sowerby, 
Thesaur. Conch., v. 3, t. 263. f. 17. — 1876 31. c, Morelet, 
in: J. Conchyl., v. 24, p. 90. — 1850 Farcimen c, J. E. 
Gray, Nomencl. Moll. Brit. Mus., v. 1, p. 29. — 1878 
Mascaria crocea, Angas, in: P. zool, Soc. London, p. 311. — 
1898 31. c, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 154. — 1850 Cydostoma goohlianum (nom. 
nud.), Petit in: J. Conchyl,, v. 1, p. 45. 

Schale durchbohrt, getürmt langeiförmig, ziemlich festwandig, schräg 
gestreift, durchscheinend, safrangelb; Gewinde getürmt kegelförmig; 
Apex ziemlich sjjitz ; 7 — 8 leicht gewölbte Windungen, letzte etwa ^/r, 
der Höhe ausmachend, an der Vorderseite blasser gefärbt; Mündung 
eckig eiförmig, innen wie aussen gefärbt, unten über das Spindelende 
hinausreichend. Mundsaum doppelt, innerer zusammenhängend, leicht 
ausgebreitet, angelötet, äusserer verdickt, ausgebreitet, weiss, an der 
Mündungswand kurz unterbrochen. H. 31, Durchm. 13 mm. 

Madagaskar ; Mauritius ? 

3. D. litturatum (Morelet). -- 1877 Megalomastoma J., Morelet, in: 

J. Conchyl., v. 25, p. 218. — 1877 M. l., L. Pfeiffer, in: 
Malak. Bl., v. 24, p. 149. — 1878 3Iascaria litturafa, Angas, 
in: P. zool. Soc. London, p. 311. — 1898 31. t., Kobelt 
& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v, 30, p. 154. 



— 121 — 

Schale ritzförmig durchbohrt, ziemlich festwandig, kegelförmig, 
kaum fein gestreift, unter der goldgelben, mit verzweigten rotbraunen 
Striemen gezeichneten hinfälligen Epidermis tief purpurbraun. Gewinde 
getürmt, Apex ziemlicli spitz, heller, blass hornfarben. l^j., leicht 
gewölbte Windungen, die letzte ^1^ der Höhe ausmachend; Mündung 
eckig eiförmig, innen rötlich, mit verwaschen durchscheinender Aussen- 
zeichnung; Mundsaum undeutlich, doppelt, zusammenhängend, dick, heller 
gefärbt. Deckel hornig, dünn, purpurbraun, mit 4 Windungen und 
exzentrischem Nukleus. H. 21, Durchm. 10 mm, 

Madagaskar. 



'o"- 



II. Subfaiii. Adelomorphinae. 

Gehäuse klein, niedergedrückt oder kreiselförraig ; Deckel doppelt, 
aus einer äusseren kalkigen, meist nur undeutlich spiral gewundenen 
und einer inneren hornigen Platte bestehend, ohne Randfurche ; Nukleus 
exzentrisch. 

Philippinen und Melanesien. 

Drei Gattungen. 

6. Gen. Meteropoma Möllendorff. 

1894 Heteropoma (sp.^. typ. H. quadrasi) Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak Ges., v. 26, p. 36. — 1898 H., Kobelt & Möllendorff. 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154. — 1898 H., 
Möllendorff, in: Abh. Ges. Görlitz, v. 22, p. 188. 

Schale genabelt, kreiseiförmig, klein, verschiedenartig skulptiert; 
Deckel typisch, mit 4 Windungen. 
Philippinen und Marianen. 
Zwei Untergattungen : 

Schale normal gewunden . . Subg. Heteropoma s. str. 
Schale spiralig ausgezogen, 

frei gewunden .... Subg. Balambania. 

«) Silbgen. Heteropoma Mlldff. 
1. H. (H.) concavospirum (Mlldff.). — 1885 C//atIiopoma (Jerdonia) 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v, :27, p. 141. — 
1898 Heteropoma r., Kobelt & Möllendorff', in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 154. — 1898 H. c, Möllendorff', in; 
Abb, Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 



— 122 — 

Schale relativ weit und durchgehend genabelt, kreiselfönnig, dünn- 
wandig, fast durchsichtig, ganz fein gestreift und durch feine, aber 
deutliche Spirallinien gegittert, blass horngelb; Gewinde mäfsig hoch, 
mit deutlich konkaven Seiten; Apex ziemlich spitz; Naht tief. 5 sehr 
gewölbte, ziemlich rasch zunehmende Windungen, die letzte aufgetrieben; 
Mündung senkrecht, fast kreisrund, weiss; Mundsaum gerade, stumpf. 
H, 3,5, Durchm. 4 mm. 

Philippinen : Luzon, Caramuan in der Prov. Camarines. 

2. H. (H.) euspirum (Mlldff.) — 1895 C/jathopoma (Jerdonia) eu. 

Möllendorff, in: Nachrbl. 1). malak. Ges., v. 27, p. 141. — 
1898 Heteropoma eu., Kobelt & Möllendorff, iu: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 155. — 1898 H. eu., Möllendorff, in : 
Abh. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Schale eng, aber durchgehend genabelt, hoch kegelförmig, ziemlich 
festwandig, sehr fein gestreift, durch feine, aber deutliche Spirallinien 
gegittert, seidengiänzend, gelblich hornfarben ; Gewinde hoch mit fast 
konkaven Seiten ; Ape.x: stumpf, glatt, glänzend, Naht tief; 6 stielrunde 
Windungen ; Mündung wenig schräg, fast kreisrund ; Mundsaum gerade, 
stumpf, innen leicht gelippt; Deckel aussen verkalkt, leicht konkav, 
mit 5 Windungen, innen hornig, ziemlich in der Mitte mit einer Papille ; 
Randfurche mäfsig tief. H. 3,6, Durchm. 3 mm. 

Philippinen : Luzon, Caramuan in der Provinz Camarines. 

3. H. (H.) fulvum Quadr. & Mlldff. — 1894 H. f., Quadras & Möllen- 

dorff'. in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 38. — 1898 
H. f., Kobelt & Möllendorff; in: Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 155. 

Schale eng genabelt, kreiseiförmig, ziemlich festwandig, ganz fein 
gestreift, mit feinen, blattförmigen, weitläutigen Riijpchen ; Gewinde 
ziemlich hoch mit fast geraden Seiten, Apex ziemlich stumpf; 5 sehr 
gewölbte Windungen mit tiefer, fast rinnenförraiger Naht, letzte mit 
2 stumpfen, aber deutlich vorspringenden Kielen am Umfange und in 
der Mitte der Unterseite, auf welchen die Riiipchen flügelartig vor- 
springen ; Mündung ziemlich schräg, fast kreisrund; Mundsaum einfach, 
stumpf, oben am Ansatz sehr zurückweichend, fast ausgeschnitten, in 
der Mitte tief gebuchtet. H. 2,75, Durchm. 2,5 mm, 

Marianen, 



— 123 — 

4. H. (H.) glabratum Quadr. & MUdff. — 1894 H. gl, Quadras 

& Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 38. — 
1898 H. gl, Kobelt & Müllendorff, in: Nachrbl. D. malak. 
Ges., V. 30, p. 155 (sep. p. 75). 

Gehäuse durchbohrt, kreiseiförmig, kaum gestreift, schwach gLänzend, 
gelblich hornfarben ; Gewinde ziemlich hoch, fast genau kegelförmig, 
Apex ziemlich stumpf. 5 konvexe Windungen mit tiefer Naht, letzte 
ungekielt. Mündung fast senkrecht, rundeiförmig; Mundsaum einfach, 
gerade, stumpf. H. und Durchm 2,3 mm. 

Marianen- Archipel. 

5. H. (H.) meridionale (Mlldif.). — 1888 Cyathopoma »»., Möllen- 

dorff, in: Malak. Bl. u. ser., v. 10, p. 146, t. 4, f. 7. — 
1898 Hcteropoma m., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 155. - 1898 H. w., Möllendorff, in: 
Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Schale offen genabelt, gewölbt, niedergedrückt, festwandig, gestreift 
und sehr fein spiralig gereift, blass gelblich, hornfarben; Gewinde 
niedrig gewölbt mit flachem, glattem Apex; 5 gewölbte Windungen, 
letzte vorn wenig herabsteigend ; Mündung wenig schräg, fast kreisrund, 
Mundsaum einfach, scharf. Deckel aus 2 durch eine tiefe Furche ge- 
trennten Lamellen bestehend , äussere konkav mit 5 quer gestreiften 
Windungen. H. 2,5, Durchm. 4 : 3 mm. 

Philippinen: Cebu. 

6. H. (H.) microconus (Quadr. & Mlldff.). — 1895 Cyaihopoma (Jer- 

donia) m., Quadras & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., 
v. 27, p. 140. — 1898 H-teropoma w., Kobelt & Möllen- 
dorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155. — 1898 
H. m., Möllendorff; in : Abb. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Schale eng genabelt, kreiseiförmig, ziemlich festwandig, fein ge- 
streift, durch dichte Spirallinien gegittert, gelblich hornfarben, undurch- 
sichtig; Gewinde ziemlich hoch, Seiten fast gerade, Apex stumpf; 5 fast 
aufgetriebene Windungen mit tief eingedrückter Naht; Mündung fast 
senkrecht, ziemlich kreisrund; Mundsaum einfach, gerade, stumjjf. H, 
und Durchm. 2 mm. 

Luzon : Buguey in der Provinz Cagayan. 



- 124 — 

7. H. (H.) philippinense Mlldff. — 1887 Cynthopoma (Jerdonia) ph., 

Müllendorif, in: Jahrb. D. malak. Ges., v. 14, p. 95, t. 4, 
f. 4. — 1894 C. p.. Thiele, iu: Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 26, p. 24. — 189S H ieropoma ph., Kobelt & MöUeudorff, 
in: Nachrbl. D malak. Ges., v. 30, p. 155 (sep. p 75). — 
1898 H. ph., Möllcndorff, in: Abh. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Gehäuse eng genabelt, kegelförmig, fein gestreift und durch sehr 
dichte Spiralreifen dekussiert, blass hornfarben ; 5 sehr gewölbte Win- 
dungen mit tiefer Naht, letzte vornen nicht herabsteigend ; Mündung 
fast senkrecht, kreisrund; Muudsaum einfach, scliarf; Deckel normal. 
H. 3,25, Durchm. 3 mm. 

Philippinen : Mittel-Luzon. 

8. H. (H.) pyramidatum (MUdff.). - 1893 Cyaihopoma (Jerdonia) p., 

MöUendorff, in: Ber. Senckenb. Ges., p. 106, t. 4, f. 2. — 

1898 Hieropoma p., Kobelt & Möllendorfi", in: Nachrbl. D. 

malak. Ges., v. 30, p. 155 (sep. p. 75). — 1898 H. p., 

MöUendorff, in: Abh. Ges. Görlitz, v. 22, p. 178. 

Gehäuse sehr eng durchbohrt, getürmt kegelförmig, ganz fein 

gestreift, durch mikroskopische Spirallinien dekussiert, undurchsichtig, 

horngrau; Gewinde regelmäfsig getürmt kegelförmig; Apex ziemlich 

stumpf, glatt, glänzend weiss; 5 sehr gewölbte Windungen mit tiefer 

Naht; Mündung fast senkrecht, ziemlich kreisrund; Mundsaum einfach, 

scharf. H. 2,2, Durchm. 1,6 mm. 

Philippinen : Leyte, Catanduanes, Mindanao. 

9. H. (H.) pyramis Quadr. & Mlldä'. — 1894 K p., Quadras & MöUen- 

dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 36. — 1898 

H. p., Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., 

V. 30, p 155. — 1898 H. p., MöUendorff', in: Abh. Ges. 

Görlitz, V. 22, p. 178. 

Gehäuse ziemlich offen genabelt, kegelförmig, ziemlich festwandig, 

ganz fein gestreift, mit feinen, häutigen, weitläufigen Rippchen, horn- 

braun; Gewinde sehr hoch, fast genau kegelförmig; Apex ziemlich 

stumpf; 6 langsam zunehmende Windungen mit tiefer rinnenförmiger 

Naht, gewölbt, aber seitlich zusammengedrückt, letzte mit deutlichen 

vorspringenden Kielen am Umfange und in der Mitte der Unterseite, 

auf welchen die Rippchen fiügelförmig vorspringen ; Mündung senkrecht, 



- 125 — 

breit elliptisch ; Muudsaum gerade, stumpf. Deckel aussen sehr konkav, 
mit vorspringenden Wiuduugsrändern. H. 2,75, Durchm. 2 mm. 
Mariancn. 

10. H. (H.) quadrasi Mlldff. — 1894//. q., Möllendorff, in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 26, p. 36. — 1898 H. g., Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155. 

Gehäuse eng genabelt, kreiseiförmig, ziemlich festwandig, gestreift 
und durch feine Spirallinien dekussiert, mit starken, weitläufigen, gebogenen 
Rippen, Gewinde hoch, kegelförmig, mit leicht konkaven Seiten; Apex 
stumpf; 5 gewöbte, an der sehr tiefen, fast rinnenförmigen Naht leicht 
kantige, dann flache Windungen, an der unteren Naht mit einer Art 
Kiel, letzte mit starkem, vorspringendem, stumpfem, gekerbtem Mittel- 
kiel und einem schwächeren in der Mitte der Unterseite, beide bis zur 
Mündung durchlaufend, Mündung fast senkrecht , breit elliptisch ; 
Mundsaum vielfach . leicht verdickt , nicht ausgebreitet. Deckel mit 
wenig konkaver, radiär gestreifter Aussenplatte mit hornigem Nukleus, 
Innenplatte kaum konkav. H. 3,3, Durchm. 3,25 mm. 

Marianen. 

11. H. tongkingense Mlldff'. — 1901 H. f., Möllendorff, in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 33, p. 119. 

Schale geritzt, schlank getürmt, kegelförmig, fein gestreift, durch 
dichte runzlige Spirallinien gegittert , blass gelblich ; Gewinde stark 
verlängert, fast regelmäfsig kegelförmig, mit glattem, weissem, durch- 
sichtigem, glänzendem Apex; 5^/2 sehr gewölbte "Windungen, durch 
eine sehr tiefe Naht geschieden; Mündung ziemlich schräg, eiförmig; 
Mundsaum gerade, stumpf, zusammenhängend, angedrückt; Spindelrand 
schwielig verdickt, Deckel kalkig, innen stark konkav, aussen ziemlich 
konvex, mit vielen Windungen; Nukleus etwas exzentrisch. H. 4,4, 
Durchm, 2,3 mm. 

Insel Kebao bei Tonkin. 

12. H. (H.) tuberculatum Quadr. & Mlldff. — 1894 H. f., Quadras 

& Möllendorff; in: Nachrbl. D. malak. Ges., v, 26, p. 37. — 

1898 H. f., Kobelt & Möllendorff', in: Nachrbl. D. malak. 

Ges., V. 30, p. 155 (sep. p. 75). 

Gehäuse durchbohrt, getürmt kegelförmig, festschalig, durch sehr 

dichte Spirallinien dekussiert, mit sehr weitläufigen, starken, bogigen 



— 126 — 

Rippchen skulptieit, hornbraun ; Gewinde sehr hoch, fast genau konisch ; 
Apex etwas stumpf. 5^2 konvexe, seitlich zusammengedrückte Win- 
dungen mit tiefer, fast rinnenförmiger Naht, letzte an der Peripherie 
und in der Mitte der Basis mit stumpfen, aber vorspringenden und an 
den Schnittstellen der Rippen knotigen Kanten umzogen. Mündung 
senkrecht, elliptisch ; Mundsaum gerade, stumpf, Oberrand an der Insertion 
zurückweichend, in der Mitte vorgezogen, Spindelrand ziemlich tief 
gebuchtet. Deckel typisch. H. 3,1, Durchm. 2,5 mm. 

Marianen. 

13. H. (H.) turritum Quadr. & Mlldff. — 1894 H. t., Quadras & Möllen- 

dorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 37. — 1898 
H. f.. Kobelt & Möllendortf, in: Nachrbl. D. malak. Ges., 
V. 30, p. 155. 
Schale eng genabelt, lang getürmt, kegelförmig, ziemlich festwandig 
mit feinen, sehr dichten Spirallinien und sehr weitläufigen, dicken, nach 
unten schmäleren Rippen, hornbraun ; Gewinde sehr hoch, genau kegel- 
förmig, Apex stumpf; 6 langsam zunehmende gewölbte Windungen, mit 
tiefer, rinnenförmiger Naht, seitlich zusammengedrückt, letzte mit zwei 
starken, stumpfen, vorspringenden, dicht höckerigen Kielen, vorn kurz 
abgelöst; Mündung senkrecht, elliptisch, Mundsaum gerade, stumpf, 
vielfach, ziemlich vorgezogen. H. 3, Durchm. 2 mm. 
Marianen- Archipel . 

ß) Siibgen. Balambania, Crosse. 

1891 Bdamtania (Sp. typ. Cyafhopoma aries), Crosse, in: J. Conchyl., 
V. 39, p. 49. — 1898 />'., subg. Heteropomae, MöUendorff, 
in: Abh. Ges. Görlitz, v. 22, p. 179. 
Schale ganz oder von der vorletzten Windung ab zu einer freien 
Spirale ausgezogen. 

Philippinen. 2 Arten. 

14. H, (B.) aries (Mlldff.) — 1890 Cyaihopoma er., MöUendorff, in: 

Ber. Senckenb. Ges., v. 265, t. 9, f. 5. — 1891 C. a., Crosse, 
in: J. Conchyl., v. 39, p. 49. — IQ'dQ Heteropoma a., Kobelt 
& MöUendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 154. 
— 1898 H. (Balambania) a.j MöUendorff, in: Abh. Ges. Görlitz, 
V. 22, p. 178. 



^ 127 — 

Schale röhrenförmig, vom Apex ab völlig frei gewunden, eine regel- 
mäfsige freie Spirale bildend , dünnschalig , weisslicli . undurchsichtig. 
Apex exzentrisch, leicht nach links gerichtet, abgeflacht; d^j.j langsam 
zunehmende, stielrunde Windungen, die ersten glatt, glänzend, die 
folgenden ringförmig gestreift, durch winzige Spirallinien fein gekörnelt, 
letzte oben leicht zusammengedrückt, an der Mündung allmählich auf- 
steigend; Mündung fast senkrecht, unten vorgezogen, fast kreisrund, 
oben leicht eckig; Mundsaum einfach, scharf, nicht ausgebreitet. H. 2,25, 
Durchm. 4,5 mm. 

Philippinen : Balamban auf Cebu. 

15. H. (B.) cornu (Mlldff.) — 1891 Ctjathopoma c, Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 23, p. 48. — 1898 Heteropoma c, 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 154. — 1898 H. {Balambania) c, Möllendorff, in: Abb. 
Ges. Görlitz, v, 22, p. 178. 
Schale röhrenförmig, nur die beiden ersten Windungen verbunden, 
die übrigen völlig abgelöst, eine freie Spirale bildend, dünn, weiss, 
undurchsichtig; Gewinde kegelförmig, Apex schief, leicht nach links 
exzentrisch; 3'/2 langsam zunehmende Windungen, die ersten glatt 
glänzend, die folgenden ringförmig gestreift und durch wellige Spiral- 
linien fein gekörnelt, letzte oben leicht zusammengedrückt, an der 
Mündung nicht ansteigend, wenig nach links verzogen ; Mündung fast 
senkrecht, ziemlich kreisrund, oben leicht eckig; Mundsaum einfach, 
scharf, nicht ausgebreitet. H. 2, Durchm. 3,25, Mündungsweite 1 mm. 
Philippinen : Siquijor. 

7. Gen. Adeloniorpha Tapp, 

1867 Cijdotl liratuli, E. v. Martens, in: Preuss. Exp. 0. -Asien, v, 2, 
p, 127. — 1886 Sect. Adelomoypha, Tapparone Canefri, in: 
Ann. Mus. Genova, v. 24, p. 165. — 1895 A., Möllendorff, 
in: P. malac. Soc. London, v. 1, p. 239. — 1898 J., Kobelt 
& Möllendorff, in; Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155. — 
1885 Adelostoma, Edg. Smith, in: P. zool. Soc. London, p. 596, 
— 1894 Pseudocydotus (Sp. typ.: F. novae Jiiberniae), Thiele, 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 20, p. 23, 
Schale klein, kreiseiförmig, dünn, oft mit einem ziemlich dicken 

Periostracum überzogen ; Mündung mehr oder minder kreisrund ; Mund- 



— 128 -^ , 

säum einfach, durch einen dünnen Callus verbunden. Deckel aussen 
verkalkt, innen mit einer hornigen, sich leicht ablösenden Innenplatte, 
mit 3 — 5 Windungen. 

Molukken, Neu-Guinea, Bismarck-Archipel. 

18 Arten. 

1. A. acantho derma (Tapp.). — 1886 Ci/clottis a., Tapparone Canefri, 

in: Ann. Mus. Genova, v. 24, p. 166, t. 2, f. 20--2]. — 
1895 Adelomorplia a., Möllendorff, in: P. Malak. Soc. London, 
V. 1, p. 239. — 1898 A. a., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 155. 
Schale eng genabelt, kreiseiförmig, unregelmäisig gestreift und 
fein spiralig gereift, rötlich hornfarben, mit einem dicken, braunen, mit 
straffen Haarreihen besetzten Periostracum ; 5 gewölbte Windungen mit 
tiefer Naht, letzte stielrund, vorn kaum herabsteigend ; Mündung wenig 
schräg, rundlich, oben eckig; Mundsaum einfach, scharf, regelmäfsig 
abgerundet. Deckel weiss, mit 3^0 Windungen, aussen leicht konvex, 
mit deutlicher Kandfurche, innen gewölbt mit fast zitzenförmigem 
Zentrum. H. 4,25, Durchm. 3 : 2,5 mm. 
Ramoi in West-Neuguinea. 

2. A. belfordi (Hedl.) — 1891 Cyclotus b., Hedley, in: P. Linn. Soc. 

N. S.-Wales, ser. 2, v. 6, p. 109, t. 12, bis f. 42. 

Schale eng genabelt, kegelförmig, braungelblich, gegittert; 4^2 
Windungen, scharf gekielt, die letzte am Kiel mit einer Reihe langer 
Wimpern; Naht rinnenförmig ; Apex zitzenförmig ; Mundsaum scharf. 
H. 4,5, Durchm. 4,5 : 4 mm. 

An der Milne-Bay in Britisch Neu-Guinea. 

3. A. bicarinata (Marts.) — 1864 Cyclotus birarinatus. Ed. v. Martens, 

in: Mon. Ber. Ak. Berlin, p. 118. — 1867 C. &., Martens, 

in: Preuss. Exped. O.-Asien, Zool., v. 2, p. 128, t. 2, f. 16. 

— 1865 (7. 6., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 3, p. 27. — 

1895 Adelomorpha bicarinata^ Möllendorff, in : P. mal. Soc. 

London, v. 1, p. 239. — 1898 J. h., Kobelt & Möllendorff, 

in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155 (sep. p. 75). 

Gehäuse gewölbt kegelförmig, ziemlich weit zylindrisch genabelt, 

hornfarben, mit erhabenen Spiralreifen umzogen, 5 auf der vorletzten, 

18 auf der letzten Windung, davon der 2., 6. und 9. stärker kielartig. 



— 129 — 

Gewinde hoch konisch, Apex kugelig, glatt; Naht tief; 5 Windungen, 
letzte leicht zusammengedrückt, unten leicht abgeflacht, vorne nicht 
herabsteigend; Mündung wenig schräg, kreisrund; Mundsaum einfach, 
geradeaus, zusammenhängend. H. 5, Durchm. B mm. 
Amboina, Ceram. 

4. A. brazieri (Cox). — 1870 Cyclosioma &., Cox, in: P. zool. Soc. 

London, p. 85. — 1876 Cyclotus^b., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 3G. — 1898 Adelomorpha &., Kobelt & MöUendorft', 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155. 
Gehäuse eng und tief genabelt, kegelförmig, mit hohem, spitzem 
Gewinde, Apex rosa ; 5 gerundete Windungen, unter der Lupe mit sehr 
feinen Spirallinien, gesättigt zimmtbraun ; Naht tief; Mündung kreis- 
rund; Mundsaum einfach, kaum verdickt. Deckel stark, aussen sehr 
konkav, die Windungsränder vorspringend. H. 3.2. Durchm. 2,6 mm, 

Upolu. 

5. A. brunnea MUdff. — 1902 A. fe., Möllendorff, in: Nachrbl. D. mal. 

Ges., V. 34, p. 195. 

Gehäuse eng und halbüberdeckt durchbohrt, dünn, getürmt kreisei- 
förmig, ziemlich undurchsichtig, fein gestreift, durch mikroskopische 
Spirallinien dekussiert, braun ; Gewinde sehr hoch, regelmäfsig konisch ; 
6 sehr gewölbte Windungen mit tief eingedrückter Naht ; Mündung 
wenig schräg, breit eiförmig; Mundsaum gerade, stumpf; Spindelrand 
schwielig verdickt; Deckel festschalig, aussen sehr konkav, mit vier 
treppenförmigen Windungen. H. 9, Durchm. 7, Durchm. der Mündung 
3,5 : 4 mm. 

Molukken (Insel Obi). 

6. A. canefriana Edg. Sm. — 1897 A. r., Edg. Smith, in: Ann. 

nat. Hist., ser. 6, v. 20, p. 416, t. 9, f. 17, 18. 
Gehäuse eng genabelt, kreiseiförmig, mit sehr feinen Spirallinien, 
blassrot; 5 sehr gewölbte Windungen, letzte abgerundet, vorn kaum 
herabsteigend; Mündung fast kreisrund, innen verwaschen rot; Mund- 
saum einfach, dünn, nicht ausgebreitet, blass, Spindelrand schief, fast 
geradlinig, leicht verdickt, oben an der Naht vorspringend. Deckel 
verkalkt, aussen sehr konkav, weiss, mit 4 beiderseits gekielten, stark 
quergestreiften Windungen und rinnenförmiger Naht; unten gelb, mit 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59- 9 



— 130 — 

feinen, grauen, gebogenen Radiallinien, am Aussenrand gekielt, mit 
3 Furchen, H. 8, Durchm 7.5 : 6 mm. 

Rapauo im südwestlichen Neu-Guinea. 

7. A. carinulata (Martens). — 1864 Cydotus carinulatus, E. v. Martens, 

in: Mon. Ber. Ak. Berlin 118. — 1865 C. r., L. Pfeitter, 
Monogr. Pneum., v. 3, p. 28. — 1867 C. c, E. v. Martens, in: 
Preuss. Exp. O.-Asien, Zoologie, v, 2, p. 129, t. 2, f. 17. — 
1S95 Adelomorpha carinulata, Möllendorff, in: P. malac. Soc. 
London, v. 1, p. 239. — 1898 A. f., Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155. 
Gehäuse gewölbt kegelförmig, mittelweit zylindrisch genabelt, 
weisslich, mit feinen Spiralkielen umzogen, von denen 2 auf den oberen 
Windungen stehen, 10 nach der Basis hin gedrängter werdende auf der 
letzten. Gewinde kegelförmig, vorspringend, rötlich, Apex ziemlich 
stumpf. 5 konvexe Windungen mit tiefer Naht, letzte leicht gedrückt, 
unten flach, vorne kurz herabsteigend. Mündung wenig schräg, kreis- 
rund; Mundsaurn leicht verdickt, ganz wenig umgeschlagen, zusammen- 
hängend. H. 4, Durchm. 5 : 4 mm. 

Molukken : Insel Buru. 

8. A. dohertyi Fult. — 1899 A. d., Fulton, in: P. malac. Soc. 

London, v. 3, p. 219, t. 11, f. 19. 

Gehäuse konisch, durchbohrt, mit dichten, feinen, fast senkrechten 
Rippen, schmutzig weiss; 5^2 sehr gewölbte, regelmäfsig zunehmende 
Windungen ; Mündung fast kreisrund, senkrecht ; Mundsaum dünn, ein- 
fach; Deckel typisch. H. 2,5, Durchm. 2 mm. 

Tenimber-Inseln. 

9. A. globosa Edg. Sm. — 1897 A. //., Edg. Smith, in: Ann. nat. 

Eist., ser. 6, v. 20, p. 416, t. 9, f. 19. 

Gehäuse eng genabelt, kugelig kreiselförmig, mit sehr feinen Spiral- 
linien, schmutzig gelblich ; 5 sehr gewölbte Windungen mit tiefer Naht, 
letzte kugelig, vorn kaum herabsteigend: Mündung fast kreisrund; 
Mundsaum dünn, einfach, scharf, blass, Spindelraud schwach verdickt, 
kaum umgeschlagen. H. 4,5, Durchm. 5 : 4,3 mm. 

Kapaur im südwestlichen Neu-Guinea. 



— 131 — 

10. A. horrida (Hedl.) — 1891 Ct/dotiis Jiorridus^ C. Hedley, in: P. Linn. 

Soc. N. S.-Wales, ser. 2, v. 6, p. 108, t. 12 bis f. 40. — 
1896 AdelomorpJta horrida^ Edg. Smith, in: J. Malac, v, 5, p. 20, 
t. 2, f. 16— 18. — 1898 A. h., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. Jj. nialak. Ges., v. 30, p. 155. 

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, niedrig kreiselförmig, 
bräunlichgelb ; Apex spitz ; 5 sehr schnell zunehmende, gewölbte Win- 
dungen mit tief eingedrückter Naht, letzte vorn herabsteigend, mit 
dichten Spiralreifen, welche durch Reihen schmaler, steifer Borsten 
gekreuzt werden; Mündung kaum schräg, rundlich, oben etwas eckig; 
Mundsaum zusammenhängend, verdickt, gerade. Deckel aussen konkav, 
weiss, kalkig, kreisrund, mit 5 Windungen, deren Ränder durch eine 
tiefe Furche bezeichnet werden. H. 7, Durchm. 9:7mm; nach Smith 
Durchm. 16 — 17 mm. 

An der Milne-Bay in Britisch Neu-Guinea. 

11. A. infans (Edg. Sm.) — 1884 Cifdostoma i., Edg. Smith, in: P. 

zool. Soc. London, p. 26ii, t. 22, f. 8. 

Gehäuse mäfsig weit genabelt, ziemlich dünn, blass rotbraun, oben 
weiss gestriemt, kegelkreiselförmig, stumpfkantig ; 5 erheblich gewölbte 
Windungen mit tiefer Naht, die oberen heller, schwach spiralgestreift, 
die letzte mit schrägen Anwachsstreifen, oberseits mit etwa 10 faden- 
förmigen Spiralreifen, unterseits nur fein spiralig gestreift, vorn nicht 
herabsteigend ; Mündung halbkreisförmig, innen braun mit schmalem 
hellem Mittelbande ; Mundsaiim dünn, kaum ausgebreitet, unten leicht 
verdickt, Spindelrand etwas buchtig, durch dünnen Callus mit dem 
Aussenrande verbunden. Deckel verkalkt, weiss, leicht konkav, mit 
4 Windungen und zentralem Nukleus. H. 6, Durchm. 5,65 : 3.33 mm. 

Admiralitäts-Insel Wild Island. 

12. A. kowaldi (Hedl.). — 1891 Ci/clofus /.-., C. Hedl >y, in: P. Linn. 

Soc. N. S.-Wales, ser. 2, v. 6, p. lOn, t 12 bis f. 41. 

Gehäuse otten genabelt, kreiseiförmig, bräunlich mit undeutlichen 
dunkleren Striemen; Apex zitzenförmig; Nalit rinnenförmig; 5^2 ge- 
wölbte Windungen mit 2 undeutlichen Kielen, einem in der Mitte, dem 
anderen darüber, und etwa 12 — 15 feineren Spiralreifen, die innerhalb 

9* 



— 132 — 

des Nabeltrichters dichter und feiner sind ; sie werden durch Anwachs- 
rippchen gekreuzt und tragen an den Schnittstellen Wimpern ; Mund- 
saum dünn (nicht ausgewachsen). H. 6, Durchm. 9 : 7 mm. 
Südost-Insel der Luisiaden-Gruppe. 

13. A. laeta Mlldff, — 1895 A. L, Möllendorff, in: P. malac. Soc. 

London, v. 1, p. 239, t. 15, f. 9. — 1898 A. L, Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. nialak. Ges., v. 30, p. 155. 

Gehäuse eng genabelt, ziemlich hoch kreiseiförmig, festwandig, fast 
durchsichtig, mit feinen Radiallinien, durch ganz feine Spirallinien 
gegittert, bräunlich hornfarben ; Gewinde regelmäfsig kegelförmig mit 
ziemlich stumpfem Apex; 6 gewölbte, an der tief eingedrückten Naht 
wenig abgeflachte Windungen, letzte nicht herabsteigend ; Mündung wenig 
schräg, fast kreisrund, Mundsaum kaum ausgebreitet, innen schwach 
gelippt, durch einen dicken Callus zusammenhängend, Spindelrand oben 
wenig gebuchtet, dann leicht umgeschlagen, wenig erweitert. Deckel 
aussen ziemlich konkav, mit 4^/2 Windungen, H. 7,28, Durchm. 6,5 mm. 

Konstantinshafen in Deutsch Neu-Guinea. 

14. A. levis (L. Pfr.) — 1855 Cydostoma leve, L. Pfeiffer, in: P. 

zool. Soc. London, p. 118. — 1858 C ?., L. Pfeiffer, Monogr. 
Pneum., v. 2, p. 123. — 1885 Cifclostoma (Adelostmna) triste 
var., Edg. Smith, in: P. zool. Soc. London, p. 596. — 1892 
Cydotus /., Hedley, in : P. Linn. Soc. N. S.-Wales, ser. 2, 
V. 6, p. 692. — 1895 Adehmorpha l, Möllendorff', in: P. 
malac. Soc. London, v. 1, p. 239. — 1898 A. l., Kobelt & 
Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155, 

Gehäuse durchbohrt, kugelig kegelförmig, dünnwandig, glatt, fein 
gestreift, glänzend, durchsichtig, rötlich bernsteinfarbig; Gewinde kegel- 
förmig, ziemlich spitz; 5 gewölbte Windungen, die letzte fast so hoch 
wie das Gewinde ; Mündung schräg, unregelmäfsig rundlich ; Mundsaum 
fast zusammenhängend, kurz angelötet, Spindelrand in der Mitte eckig 
verbreitert. Deckel kalkig, mit fast zentralem Nukleus. H. 7, Durchm. 5, 
Weite der Mündung 4 : 3,5 mm. 

Salomons-Inseln : Guadalcanar. 

15. A. liratula (Marts.). — 1864 Ci/clotus Uratnlus, Ed. v. Martens, in: 

Mon. Ber. Ak. Berlin, p. 117. — 1865 C. /., L. Pfeiffer, 
Monogr. Pneum., v. 3, p. 27. — 1867 C. /., Ed. v. Martens, 



— 133 - 

in: Preuss. Exp. O.-Asien, Zoologie, v. 2, p. 127, t. 2, f. 15. 

— 1895 Adelomorpha Uraiula, MöUendorft', in: P, malac. Soc. 
London, v. 1, p. 239. — 1898 A. l, Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155 (sep. p. 75). 

Gehäuse eng genabelt, kugelig kreiseiförmig, mit senkrechten Radiär- 
streifen und dichten Spiralreifen skulptiert, auf der vorletzten Windung 
mit 6, auf der letzten mit etwa 14 — 18 stärkeren, zwischen welche 
schwächere gemischt sind. Gewinde hoch kegelförmig, ziemlich spitz. 
4^2 gewölbte, durch eine tiefe Naht geschiedene Windungen, letzte 
gerundet, vorne wenig herabsteigend ; Mündung kaum schräg, einen 
abgestutzten Kreis bildend ; Mundsaum einfach , zusammenhängend, 
geradeaus; Spindelrand geradlinig, oben eine Ecke bildend, unten 
gerundet. Deckel fast eiförmig, kalkig, mit 5 — 6 Windungen, aussen 
in der Mitte konkav, mit tiefer Randfurche. H. 5, Durchm. 6 : 5 mm. 

Molukken. 

16. A. novae-hiberniae (Quoy & Gaim.) — 1832 Cyciostoma n.-Jt., Quoy 

& Gaimard, Voy. Astrolabe, Moll., v. 2. p. 182, t. 12, f. 15—19. 

— 1838 C. n.-Ii.. Deshayes, in: Lamarck, Hist. An. s. Vert., 
ed. 2, v. 8, p. 308. — 1849 C. n.-h.. L. Pfeiffer, in: Martini 
& Chemnitz, Conch.-Cab., p. 1, XX, p. 179, t. 30, f. 36, 37. 

— 1861 C/jclosfoma n.-l/., Reeve, Conch. icon., v. 13, p. 100. 

— 1852 Cyclostonius n.-h., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum , v. 1, 
p. 220. — 1894 Pseudoci/dotus w., Thiele, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 26, p. 23. — 1895 Adelomorpha n.-h., Möllen- 
dorff, in: P. malac. Soc. London, v. 1, p. 239. — 1898 A. 
n.-h., Kobelt & Möllendorff", in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 155. 

Gehäuse durchbohrt, sehr klein, bauchig kegelförmig, radiär ge- 
streift, rötlich mit grünlichem Gewinde ; Apex spitz ; Mündung erweitert, 
innen rot. Mundsaum ganz leicht umgeschlagen ; Deckel verkalkt, kreis- 
rund, mit zahlreichen Windungen. H. 12, Durchm. 10 mm. 

Bismarck-Archipel. 

17. A. pygmaea (Sow. I). — 1845 Ci/dostoma pi/gmaenm , G. B Sowerby, 

Thesaurus Conch., v. 1, p. 104, t. 30, f. 253. — 1850 
Otoponia p., J. E. Gray, Nomencl. Moll. Brit. Museum, v. 1, 
p. 37. — 1852 0. p.., L. Pfeiffer, in: Monogr. Pneum,, v. 1, 



— 134 — 

p. 187. — 1867 Cjidosfoma p.. Ed. v. Martens, in: Preuss. 
Exp. O.-Afrika, Zoologie, v. 2, p. 128. — 1898 Addomorplia 
p//gmar(i, Kobelt & Möllendorff, in : Nachrbl. D. malak. Ges , 
V. 30, p. 155 (sep. p. 75). 

Gehäuse durchbohrt, kugelig kegelförmig, ziemlich dünnschalig, 
dicht Spiral gereift, bräunlich weiss. Gewinde kegelförmig, Apex 
ziemlich spitz. 5 konvexe Windungen, die letzte gerundet; Mündung 
schräg, eckig eiförmig. Mundsaum einfach, fast unterbrochen; Aussen- 
rand gerade, Spindelrand in der Mitte etwas eckig verbreitert, abstehend. 
Deckel schalig, flach, mit zahlreichen Windungen. H. 4, Durchm. 
4,5 : 4 mm. 

Neu-Mecklenburg. 

18. A. rugatella (Tapp.). — 1883 Cycloius rugatelhis, Tapparone, 

Canefri, in: Ann. Mus. Genova, v. 19, p. 257, t. 10, f. 8, 9. 

— 18Q6 Adelomorp)Jia riigatella., Möllendorff, in: P, malac Soc. 
London, v. 1, p. 239. - 1898 A. r., Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 155. 

Gehäuse tief genabelt, getürmt kugelig, runzelstreifig, unter der Lupe 
mit schwachem Spiralreifen, hellbraun; Gewinde kegelförmig, spitz; 
Apex braun; 4^2 — 5 gewölbte Windungen mit ziemlich tiefer Naht, 
letzte abgerundet, vorn nicht herabsteigend ; Mündung kaum schräg, 
rundlich eiförmig; Mundsaum gerade, einfach, zusammenhängend, oben 
eckig. H. 5, Durchm. G : 5 mm. 

Aru-Inseln. 

19. A. tristis (Tapp.). — 1883 Cijcloius f., Tapparone Canefri, in: 

Ann. Mus. Genova, v. 19, p. 255. t. 10, f. 4, 5. — 1886 
C. /., Tapparone Canefri, in: Ann. Mus. Genova, v. 24, p 166. 

— 1898 dvlamotpha /., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 155. — 1892 L<pfopowa imrvnm, 
C. Hedley, in: P. Linn. Soc. N. S.-Wales, ser. 2, v. 6, p. 111, 
t. 12 bis f. 4 3. 

Gehäuse eng genabelt, kreiseiförmig, dicht gestreift, ziemlich glänzend, 
i'ötlich hornfarben, einfarbig; Gcwimle hoch kegelförmig, ziemlich spitz; 
ö'/s gewöUite Windungen mit tiefer Naht, let/te abgerundet, vorn kaum 
herabsteigend; Mündung kri'isrund, oben schwach eckig; Mundsaum 
einfach, scharf regelmäfsig gebogen, an der Spindel geradlinig, unten 



— 135 — 

leicht erweitert. Deckel fast kreisrund, weiss, verkalkt, mit 5 — 6 
Windungen, aussen konkav, innen schwach konvex, in der Mitte papillen- 
artig, mit tiefer Rand furche. H, 5, Durchm. 4 : 3 mm. 
Nach Hedley mit A. levis zu vereinigen. 

Fly River an der Südküste von Neu- Guinea. 

20. A. tunicata (Tapp.). — 1886 Cycloius tunicatus, Tajjparone Canefri, 
in: Ann. Mus. Genova, v. 24, p. 167, t. 2, f. 18, 19. — 
1895 Adelomorpha tunicata^ Möllendorff, in: P. nialac. Soc. 
London, v. 1, p. 239. — 1898 A. f., Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. I). malak. Ges., v. 30, p. 155 (sep. p. 75). 
Gehäuse eng genabelt, kreiseiförmig mit dichten und regelmäfsigen 
fadenförmigen Spiralreifen, hornbraun mit behaartem braunem Periost- 
racum ; Gewinde hoch kegelförmig, Apex spitz ; 5 gewölbte Windungen 
mit tiefer Naht, letzte stielrund, leicht verbreitert, vorn etwas herab- 
steigend ; Mündung rundlich, oben eckig, fast senkrecht ; Mundsaum 
einfach, scharf, an der Spindel fast geradlinig, sonst regelmäfsig ab- 
gerundet. Deckel schmutzig weiss, mit 4 — 5 Windungen, konzentrisch 
gestreift, innen konvex, aussen konkav, in der Mitte leicht ausgehöhlt. 
H. 4,75, Durchm. 4 : 3,5 mm. 

Arfakberge auf Neu-Guinea, 

8. Genus Oouatorhaplie Möllendorff. 

1898 Gonatorhaphe Möllendorff apud Kobelt & Möllendorff', in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 155 (sep. p. 75). 

Schale klein, offen genabelt, niedergedrückt, mehr oder minder 
deutlich spiral skulptiert, Mündung fast rein kreisrund, Mundsaum ein- 
fach, zusammenhängend oder kurz unterbrochen. Deckel aussen schalig, 
dicht und undeutlich gewunden, ähnlich dem von Cyclotus, aber ohne 
Randkanal. 

Karolinen, Neue Hebriden, Viti-lnseln. 

Typus: G. daucina Pfr. 

1 G. daucina (L. Pfr.) ■ — 1856 Ci/dostoma (Ci/chtus) daucimim, 
L. Pfeiffer, in: P. zool. Soc. London, v. 24, p. 337. — 
1858 Cyclotus daucinus, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 2, 
p. 19. — 1898 Gonatorhaplie dmicina, Kobelt & Möllendorff, 
in: Nachrbl. D. mal. Ges., v. 30, p. 155. 



— 186 — 

Gehcäuse trichterförmig genabelt, der Nabel wenig über V3 des Durch- 
messers ausmachend, niedergedrückt, festwandig, stumpfkantig, gelbrot 
oder weiss; Gewinde wenig erhoben, Naht einfach; 47.^ gewölbte, langsam 
zunehmende Windungen, die oberen spiralgestreift, die letzte gerunzelt, 
mit mäfsig starkem, nach vorn verschwindendem Kiel. Mündung wenig 
schräg, fast kreisrund; Mundsaum einfach, geradeaus, an der vorletzten 
Windung unterbrochen. Deckel eng und undeutlich gewunden. Durchm. 
12 : 10, H. 6 mm. 

Salomonen. 

2. G. incisa Hombr. & Jacq. — Cijdostoma Incisum, Hombron & 

Jacquinot, in: Voy, Pol Sud, v. 5, p. 49, t. 12, f. 11 — 15. 
— 1858 CjidopJiorus iftcisics, L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 2, 1). 54. — 1898 GonotorJiaphe incisa, Kobelt & Möllen- 
dorff, in: Nachrbl. D. mal. Ges., v. 30, p. 155. — 1900 G. /., 
Möllendorff, in: J. Mal., v. 7, p. 120. 

Gehäuse weit genabelt, gedrückt kegelförmig, mit dichten feinen 
Spiralreifen umzogen, weisslicb ; Gewinde niedrig kegelförmig mit grifi'el- 
förmigem Apex; 4 sehr schnell zunehmende gewölbte Windungen, die 
letzte vorne gewellt ; Mündung kreisrund ; Mundsaum zusammenhängend, 
an der Mündungswand kurz angelötet, schmal ausgebreitet. Durchm. 
10,5 : 9 mm. 

Karolinen: Hogoleu. 

3. G. liberata (Mouss. ms.) — 1887 Osfodes liberahis, Mousson ms. 

apud Garrett, in: P. zool. Soc. London, p. 305. — 1898 
Gonatorlmphe liberata, Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 156. 

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, niedergedrückt, weisslich 
hornfarben, grob gestreift, mit dichten, über und an der gerundeten 
Peripherie gröberen und stärkeren Spiralreifen umzogen. Gewinde leicht 
erhoben, Apex vorspringend; Naht tief eingedrückt. 4 konvexe, ge- 
wellte Windungen; Mündung kreisrund, fast vertikal; .Mundsaum dünn, 
zusammenhängend, gerade. Durchm. 10, H. 4 mm. 

Viti-Inseln: Viti Levu. 

3a. G. liberata var. soluta Ancey. — 1889 Osfodes liberatus var. 
solutus Ancey, in: Naturaliste, v. 11, p. 291. 



— 137 — 

Gehäuse sehr weit und durchgehend genabelt, der Nabel über V;5 des 
Durchmessers einnehmend, niedergedrückt, glanzlos, schmutzig weiss mit 
hinfälliger ockerfarbener Epidermis, mit scharfen Spiralreifen umzogen, 
der mittelste Reif etwas stärker. Gewinde etwas niedergedrückt, mit 
vorspringendem glattem Apex. 4 sehr rasch zunehmende Windungen, 
konvex mit eingedrückter Naht, die letzte vorne mehr oder minder lang 
gelöst, gerundet, mit stärkerem welligem Mittelkiel, an der Unterseite 
gewölbt ; Mündung senkrecht, genau kreisrund ; Mundsaum einfach, 
scharf, gerade. Deckel aus zwei Platten bestehend, die äussere konkav, 
mit zahlreichen an den Rändern lamellös erhobenen Windungen und 
glattem, zentralem Nukleus, die innere schalig, glänzend, eben, grau- 
weiss. Durchm. 10 : 8, H. 4, Mündungsweite 4^3 mm. 

Viti-Inseln: Viti Levu. 

4. G. macgillivrayi (L. Pfr.). — 1855 Cyclosfoma {Cijrlotus)wargiUivrayi, 

L. Pfeiffer, in: P. zool. Soc. London, v. 23, p. 103. — 1858 
Cydotus w,, L. Pfeiffer, Monogr Pneum., v. 2, p. 21. — 
1871 Cydotus m., Brazier, in: P. zool. Soc. London, p. 587. 
— 1898 Gonaiorhaphe w., Kobelt & Möllendorft', in: Nachrbl. 
D. malak. Ges., v. 30, p. 155. — 1883 Üijdotus charmion, 
Hutton, in: Trans. N. Zeeland. Inst., v. 16, p. 183, 209. — 
1902 Osfodes fornicatus var. w. , Sykes, in: P. mal. Soc. 
London, v. 5, p. 199. 
Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, der Nabel V^ des Durch- 
messers einnehmend, niedergedrückt kreiseiförmig, festwandig, rauh 
gestreift, mit Spiralreifen umzogen, die auf der letzten Windung ver- 
schwinden, undurchsichtig, weisslich fleischfarben ; Gewinde konvex kegel- 
förmig mit griffeiförmigem Apex. 4^2 ziemlich gewölbte, langsam 
zunehmende Windungen, die letzte etwas niedergedrückt, mit einer Kante 
um den Nabel und steil in diesen abfallend. Mündung schräg, oben 
und an der Basis undeutlich eckig; Mundsaum zusammenhängend, stumpf, 
gerade, an der Nabelkante leicht vorgezogen. — Deckel konkav, kalkig, 
enggewunden. Durchm. 9, H. 7,5 mm. 

Neue Hebriden : Aneiteum ; nicht Neuseeland. 

5. G. recluziana (L. Pfr.). — 1853 Cydostoma (Cijdofus) reduzianum 

L. Pfeiffer, in: P. zool. Soc. London, p. 51. — 1854 C/jdotus 
rednzianus, id., Mal. Bl., v. 1, p. 80. — 1863 C. r., Reeve, 
Conch. icon., v. 14, no. 53. — 1158 C. r., L. Pfeiffer, Monogr. 



— 138 — 

Pneum.. v. 2, p. 26. — 1871 C. ;•., Brazier, in: P, zool. 
Soc. London, p. 587. — 1898 Gonatorhaphe redusiana, Kobelt 
& Mölleudorff. in: Nachrbl. D. mal. Ges., v. 30, p. 156 — 
1902 Ostodes fornicatum (L. Pfr.), Sykes, in: P. mal. Soc. 
liOndon, p. 199. 
Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, der Nabel ^j^ des Durch- 
messers einnehmend, niedergedrückt, ziemlich festwandig, spiral gefurcht, 
unter der blassgrünen Epidermis weisslich, Gewinde kaum erhoben mit 
etwas grilfelförmig vorspringendem Apex. Naht tief, durch einen vor- 
springenden Kiel berandet. 4^/^ gewölbte, sehr schnell zunehmende 
Windungen, die letzte stielrund, mit einer scharfen, nach der Mündung 
hin verschwindenden Kielkante. Mündung nur wenig schräg, fast kreis- 
rund ; Mundsaum einfach, gerade, zusammenhängend, kurz angelötet. 
Deckel weiss mit schwärzlichem Nukleus. Durchm. 11,9, H. 5 mm. 
Neue Hebriden : Erromanga. 

III. Subfam. Garrettiinae. 

Gehäuse klein, scheibenförmig oder kugelig. Deckel mehr oder 
weniger überstehend, aus zwei Platten bestehend. 
Polynesien. 

Zwei Gattungen : 

Gehäuse kugelig, kreiseiförmig; Deckel 
nur unten zurückgeschlagen, die 
Windungen innen durch eine Spiral- 
lamelle bezeichnet Gen. Garrettia. 

Gehäuse niedergedrückt, weit genabelt. 
der Deckel ringsum überstehend, 
ohne Spirallamelle Gen. Quadrasiella. 

9. Gen. Garrettia Pease. 

1868 Diadema u. gen. (für I). parva und 1). roidla) Pease in : Amer. 
J. of Conchol. , V. 4, p. 157 (non D. Schumacher 1817, 
Crustacea, neque D. Gray 1828 Echini, nee D. Boisduval 1832 
Lepidoptera). — 1876 7>., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., v. 4. 
p. 55. — 1899 D., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 31, p. 140. 



I 



— 139 — 

1873 G-arrettia (Pease mss.) Paetel, Catalog, ed. 2, p. 17, 124. — 
1874 G. 0, Semper, in : Schmeltz, Cat. Gocleffroy, no. 5, p. 100. 
— 1899 (t., Kobelt & MöUendorff, in: Naclirbl. D. malak. 
Ges., V. 31, p. 15B. 
Gehäuse kugelig kreiseiförmig , genabelt ; Mundsaum zusammen- 
hängend, gerade, frei oder kaum angelötet; Mündung fast kreisrund. 
Deckel knorpelartig, mit erhobenen Spirallamellen, innen konkav, an 
der Basis breit umgeschlagen, 

1. G. biangulata (Pease). — 1864 Cydostoma hiangulatum Pease, 

in: P. zool. Soc. London, p. 674. — 1871 Cijdophorus 

(Ostodes) biangulatus , Martens , in : Martens & Langkavel, 

Donum Bismarck., p. 58, t. 3, f. 16. — 1874 G-arrettia 

biangulata, 0. Semper, in: Cat. Godeffi'oy, no. 5, p. 100. — 

1876 ? Cyclophorus b., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum , v. 4, 

p, ii4_ — 1876 Diadema 6., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 

V. 4, p. 56. — 1898 D. b., Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. 

D. malak. Ges., v. 6, p. 156. 

Gehäuse eng genabelt, eikegelförmig, ziemlich fcstwandig, gerippt 

und mit feinen an den Schnittstellen gekörnelten Spiralreifen umzogen, 

braun, die letzte Windung mit zwei Kanten, auf denen gekörnelte Reifen 

laufen, und einer dritten um den Nabel ; die Nabelgegeud tief gefurcht. 

Mündung kreisrund, innen weisslich; Mundsaum zusammenhängend, an 

der Mündungswand kaum angelötet. H. 3, Durchm. 2,5 mm. 

Hervey Inseln : Aitutaki. 

2. G. carolinarum (Mlldft'.). — 1897 Diadema c, MöUendorff, in: 

Nachrbl D. malak. Ges., v. 29, p. 168. — 1898 B. c, 

Kobelt & MöUendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 

p. 156 (sep. p. 76). — 1900 Garrettia c, MöUendorff, in: 

J. Malac, V. 7, p. 118. — 1903 O^npltalotropis angidosiis, 

Ancey, in: J. Conchyl , v. 49, p. 147. 

Gehäuse eng genabelt, ziemlich hoch, kreiseiförmig, festschalig, 

fein radiär gestreift, mit dichten Spirallinien und einigen hinfäUigen 

häutigen Spiralreifen umzogen, undurchsichtig, hornbraun. 6 leicht gewölbte 

Windungen mit fast rinnenförmiger, durch den schwach vorspringenden 

Kiel berandeter Naht, letzte mit starkem, stumpfem, doch vorspringendem 

Kiel, vornen leicht herabsteigend, unten abgeflacht, mit einem sehr 



— 140 — 

zusammengedrückten, bis zur Mündung durchlaufenden Kamm um den 
trichterförmigen Nabel. Mündung ziemlich schräg, eckig eiförmig; 
Mundsaum zusammenhängend, oben angelötet, gerade, stumpf, ausguss- 
artig, am Nabelkamm leicht schwielig, tief gebuchtet. Deckel hornig, 
ziemlich konlsav, aus 8 Windungen mit lamellös erhobenen Räudern 
bestehend. H. 4, Durchm. 3 mm. 
Karolinen : Ponape. 

2. a) G. carolinarum var. pyramis, Mlldff. — 1897 Dladema c. 
var. p.^ Möllendorff, in: Nachrbl. D. mal. Ges., v. 29, p. 108. 

— Garrettia c. var. f., Möllendorff, in: J. Mal., v. 7, p. 118. 

Gehäuse mit 7 Windungen , höher als die Hauptfurm , mit ver- 
kümmerndem Kiel. H. 5, Durchm. 3 mm. 

2. ß) G. carolinarum var. turrita, Mlldff. — 1897 Dladema c. 

var. t., Möllendorff, in: Nachrbl. D. mal. Ges., v. 29, p. 108. 

— 1900 Garrettia c. var. f., Möllendorff', in: J. Mal., v. 7, 
p. 119. 

Gehäuse mit 7 ^'3 Windungen, letzte abgerundet, Gewinde sehr hoch 
mit leicht konkaven Seiten. H. 5,3, Durchm. 3,5 mm. 
Ponape. 

3. G. parva (Pease), — 1865 Pterocychs ? p., Pease in: Amer. J. 

Conch., V. 1, p. 290. — 1866 P.p., Pease in: Amer. J. 
Conch. , V. 2, t. 5, f. 8. — 1871 Fterodjdiis (Diadema) 
parrus, E. Martens & Langkavel, Donum Bismarck, p. 58, — 
1868 D. pnrvo, Pease in: Amer. J. Conch., v. 4, p. 158, 
t. 12, f. 12. — 1876 D. p., L. Pfeiffer, Monogr. Pneum., 
V. 4, p. 55. — 1898 D. parvum, Kobelt & Möllendorff in: 
Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 156. — 1874 Garrettia 
parva, (0. Semper Ms.) Schmeltz, Cat. Mus. Godeflr., no. 5, 
p. 100. 
Gehäuse weit genabelt, kreiseiförmig, festschalig, fein gestreift, 
braunrot; Apex spitz. 6 Windungen, die oberste mit einer rauhen 
Spiralrippe, die letzte kantig, mit einem Kiel an der Peripherie und 
zwei Basalreifen ; Mündung rundeiförmig, die Mundränder zusammen- 
hängend, kaum angeli)tet. Deckel hornig, einer hohlen Rolle ähnlich, 
innen glatt. H. 2,5, Durchm. 3,5 mm. 
Hervey-Inseln : Aitutaki. 



— 141 — 

4. Gr. rotella (Pease). — 1868 Diadema r., Pease, in: Amer. J. Conch., 

V. 4, 11. 158, t. 12, f. 13. — 1876 D. r , L. Pfeifler, Monogr. 
Pneuni., v. 4, p. 56. — 1874 Garretüa r., (0. Semper, in 
M. S.), Schmeltz, Cat. Mus. Godrefl"., no. 5, p. 100. 
Gehäuse genabelt, kreiseiförmig, festwandig, glatt, blassbräunlich 
mit weisser Binde in der Mitte ; Gewinde hoch ; 4 konkave Windungen 
mit eingedrückter Naht, letzte gerundet ; Mundsaum kaum angelötet. 
H. 2, Durchm. 2,5 mm. 
Polynesien : Atiu. 

5. G. soluta Mlldfi". — 1897 Diaclema solutum, Möllendorff, in; 

Nachrbl. D. raalak. Ges., v. 29, p. 169. — 1898 U. s., 
Kobelt & Möllendorfit', in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 156. — 1900 Garretüa s., Möllendorfl", v. 7, p. 119. 
Gehäuse ofi'en genabelt, hoch kreiselförraig, fein gestreift, durch 
dichte runzlige Spirallinien dekussiert, horngelb, oben braun ; 5 stielrunde 
Windungen mit sehr tiefer Naht, letzte vom ersten Drittel an abgelöst, 
spiralig vorgezogen ; Mündung wenig schräg, rundlich eiförmig ; Mund- 
saum gerade, stumpf. Deckel hornig, ziemlich konkav, mit vielen Win- 
dungen. H. 3, Durchm. 2,5 mm. 
Karolinen-Archipel : Ponape. 

10. Gen. Quadrasiella Möllendorff. 

1894 Quadrosklla n. gen. (sp. typ. Q. mucronata) Möllendorff, apud 
Quadras & Möllendorff, in: Nachrbl. D. ma'ak. Ges., v. 26, 
p. 38. — 1898 Q., Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. 
malak. Ges., v. 30, p. 156 (sep, p. 76). 
Gehäuse offen genabelt, niedergedrückt bis flachkegelförmig, ver- 
schieden skulptiert, klein, Deckel aus 2 Lamellen bestehend, die innere 
dünn, hornig, mit 2 — 3 Windungen und etwas exzentrischem Nukleus, 
die äussere schalig, überstehend, innen mit einer Kreisfurche, in welche 
sich der Mundsaum legt, spiral gewunden, der Rand besonders oben 
erweitert und umgeschlagen. 

Karolinen und Marianen. Drei Arten. 

1. a. ammonitella Mlldff. — 1899 Q. a.. Kobelt & Möllendorff, in: 
Nachrbl D. malak. Ges., v. 30, p. 116. — 1900 Q. a., 
Möllendorff, in: ,J. Malac, v. 7, p. 119. 



t 



— 142 — 

Gehäuse weit und offen genabelt, scheibenförmig, ziemlich dünn mit 
dichten Spirallinien und weitläuügen, ziemlich dicken Rippen, undurch- 
sichtig, horngelb ; Gewinde wenig vorspringend, Apex zitzeiiförmig, glatt; 
4 gewölbte Windungen mit tief eingedrückter Naht, letzte mit 3 stumpfen, 
aber deutlichen Kielen ; Mündung kaum schräg, fast kreisrund ; Mund- 
saum gerade, stumpf. Deckel innen hornig, mit vielen Windungen, 
aussen mit gefältelter, den Mundsaum überragender knorpeliger Lamelle. 
H, 1,5, Durchm. 3,2 mm. 

Karolinen-Archipel : Ponape. 

2. a. clathrata Mlldff. — 1894 Q. c. Quadras & Möllendorff, in : 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 39. — 1898 Q. c, Kobelt 
& Möllendorff, in; Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, p. 156. 

Gehäuse eng, doch offen genabelt, niedrig kegelförmig, ziemlich 
festwandig, durch erhobene Spirallinien und scharfe dichte Rippchen 
gegittert, dicht mit kurzen Haaren besetzt, hornbraun ; Gewinde ziemlich 
hoch, mit wenig konkaven Seiten, Apex spitz, rötlich; 5 gewölbte Win- 
dungen mit tiefer Naht, letzte seitlich leicht zusammengedrückt, ohne 
Kiel ; Mündung fast senkrecht, breit eiförmig ; Mundsaum gerade, stumpf. 
Deckel aussen sehr konkav, mit 4 Windungen, letzte sehr breit und 
faltenstreifig, am Rande gezähnelt, nicht umgeschlagen, innen mit queren, 
lamellösen Rippchen. H. 3,5, Durchm. 4 mm. 

Marianen- Archipel. 

3. Q,. macronata Mlldff. — 1894 Q. m., Quadras & Möllendorff, in: 

Nachrbl. D. malak. Ges., v. 26, p. 38. — 1898 Q. w., 
Kobelt & Möllendorff, in: Nachrbl. D. malak. Ges., v. 30, 
p. 156. 
Gehäuse weit und offen genabelt, scheibenförmig, seltener leicht 
kegelförmig, dünn, mit dichten Spiralreifen und weitläufigen, feinen 
Rippchen skulptiert, hornbraun; Gewinde mehr oder minder erhoben, 
mit konkaven Seiten, Apex stumpf, rötlich ; 5 gewölbte, ziemlich rasch 
zunehmende Windungen mit tiefer, rinnenfönniger Naht, letzte an der 
Naht stumpfkantig, an und unter der Mitte mit 2 stumpfen Kielen, 
auf denen die Rippchen vorspringen, dazwischen flach; jMündung fast 
senkrecht, beinahe kreisrund; Mundsaum gerade, stampf. H. 2,25, 
Durchm. 4, Mündungsweite 1,5, Durchm. des Deckels 2 mm. 
Marianen-Archipel. 



— 143 — 



Nachtrag. 

p. 55 zu Omphalotropis angulosa: 

GeMuse konisch kreiselförinig, relativ weit genabelt, ziemlich dünn- 
schalig, fast glanzlos, unter der Lupe mit feinen Spirallinien umzogen, 
bräunlich ; Gewinde hoch, regelmälsig kegelförmig, Apex spitz. Sechs 
ziemlich gewölbte Windungen mit eingedrückter Naht, die letzte unten 
kantig, dann abgeflacht: Mündung etwas schräg, eiförmig, oben eine 
schwache, unten am scharten, kammartigen Basal kiel eine scharfe Ecke 
bildend; Mundsaum einfach, scharf, Ränder genähert, durch einen 
dünnen Callus verbunden. H. 3,5, Durchm. 2,4, H. der Mündung 
1,5 mm. 

p. 79 zu Omphalotropis poecila; 

Gehäuse offen durchbohrt, konisch kreiseiförmig, glanzlos, braun, 
heller gescheckt, oft mit einer helleren Peripheriallinie, mit erliabenen, 
dichten, an der Peripherie der letzten Windung manchmal abbrechenden 
Rippchen skulptiert, an der Basis mit einem stärkeren Nabelkiel, im 
Nabelfeld mit zahlreichen Spiralreifen. Gewinde konisch, Apex ziemlich 
spitz; Naht tief. P'ünf konvexe Windungen, letzte so hoch wie das 
Gewinde. Mündung eckig eiförmig, etwas schräg; Mundsaum einfach, 
fast zusammenhängend, links kaum verdickt, der Spindelrand etwas 
ausgebreitet. H. 5, gr. Durchm. 4,5, H. der Mündung 2,5 mm. 

Zu p. 82: Omphalotropis setocincta Ancey. — 1890 0. s., Ancey, 
in: Naturaliste, p. 26. 

Gehäuse offen durchbohrt, kegelförmig, dünnschalig, glanzlos, braun- 
grau, dicht gerippt, die Rippchen häutig, und mit zahlreichen, unter 
der Peripherie verkümmernden, behaarten Spiralreifen umzogen. Gewinde 
ziemlich hoch, kegelförmig, Apex spitz, glatt. 5^/2 Windungen regel- 
mäfsig zunehmend, wenig konvex, mit tiefer schwach berandeter 
jSaht, letzte niedriger als das Gewinde, kantig, unten mit starkem 
Nabelkiel. Mündung etwas schräg, eckig eiförmig; Mundsaum einfach, 
scharf, Aussenrand an der Peripherie und an der Nabelkante eckig, 
Spindelrand leicht verdickt. H. 4,25, Durchm. 3,25, H. der Mündung 
1,5 mm. 



— 144 — \ 

Zu p. 67: i 

31 a. 0. garretti Anc, — 1890 0. //., Ancey in : Naturaliste. p. 26. 

Gehäuse dem von (). fragilis Pease ähnlich, aber kleiner, dünn- ; 

schaliger, stets mit vier ununterbrochenen braunen Binden, von denen i 

die 2 obersten auf das Gewinde hinaufsteigen, die unterste den Nabel 
umzieht; es ist eine stumpfe, nicht vorspringende Mittelkante vorhanden 
und ebenso eine schwache Nabelkante. Gewinde regelmäfsig kegelförmig, 
Apex spitz; Naht eingedrückt. 6 Windungen, die drei unteren flach. 
Mündung etwas schräg, birnförmig ; Mundsaum etwas abgestumpft, gerade, 
Spindeirand kaum ausgebreitet, die enge Perforation nicht überdeckend. 
H. 6, Durchm. 4, H. der Mündung 2,5 mm. 

Insel Eua zwischen Tonga und Samoa. 



CßlOCERIS ASPARAGI 

VAß. LINNEI, ANTICECONJÜNCTA, SCHUSTERL 
IMPÜPILLATA, APICECONJÜNCTA, QUADRIPUNCTATA, 
CßUCIATA, (mCßUCIFER. PUPILLATA) UND MOGÜNTIACA 



IM 



MAINZER BECKEN. 



BIOLOGISCHES. 



VON 



WILHELM SCHUSTER, 

Pastor in Liverpool (z. Zt. in Gonsenheim bei Mainz). 



MIT 11 FIGUEEN IM TEXT. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 10 



% 



iachdem unser hessischer Altmeister in entomologicis Prof. Dr. 
L. V. Hey den in einer grundlegenden Arbeit (»Wiener Entomologische 
Zeitung« 1906) die obigen Typen endgültig festgestellt hat, will ich 
hier einige weitere Biologica mitteilen. Zur Orientierung bringe ich 
zunächst die Bilder der Typen (aus »W. E. Z.«): 



öLmtX (uXi-em^Wi iUinl mfufJUx c^jix:^^^'^ 



6 7 8 




Im Mainzer Becken ist das Spargelhähnchen entschieden ein 
Charaktertier; infolge der ausgedehnten Spargelkultur in diesem eigen- 
artigen Spargellande ist auch das Mietstier, der zierliche buntfarbige 
Käfer, ausserordentlich häutig vertreten: häufiger als irgendwo anders. 

Im Mainzer Becken habe ich bis jetzt nur Linnei, anticeconjuncta, 
Schusteri, impupillata, apiceconjuncta, quadripunctata, cruciata gefunden 
(Fig. 1 — 7); Fig. 8 und 10 (incrucifer und Crioceris macilenta) sind 
südliche Formen (bei Fig. 8 hübsch kenntlich durch das Vorherrschen 
der hellen Farbe, von mir Zeichnungssparnis oder Vakuopiktur genannt), 

10* 



— 148 — 

Fig. 9 ist in Berlin gefangen, dürfte also eine nördliche Form sein 
(kenntlich durch das Vorherrschen der dunklen Farbe, Plenopiktur) ^). 
Sehr interessant ist die Frage nach der Grund-, Ausgangs- oder 
Stammform , aus welcher die übrigen Typen hervorgegangen sind. 
L. V. Heyden sieht Fig. 1 (Linnei) dafür an, nachdem ich vorher 
P'ig. 2 (anticeconjuncta Pic, normalis Schuster) als Ausgangsform bestimmt 
hatte (»Zoologischer Garten« 1905 p. 211). Herr v. Heyden führt 



1) Dr. L V. Heyden beschreibt die abgebildeten 10 und 2 südliche 
Formen kurz und gut so: 

1. Drei dunkle Querbinden, die vorderste verläuft über die Schulter, die 
stets dunkel ist, nach vorn bis an die Basis und schnürt eine helle 
Stelle neben dem Schildcben ab, Fig. 1. Nonnale Furm bei Weise, 
Var. Linnei Pic 1895, Echanche p. 88 (trifasciata Schuster 1905, Zool. 
Garten 213). Mir liegen Schustersche Typen aus der Sammlung des 
Herrn Stadtbaumeister W. Sattler in Frankfurt vor: ich besitze Stücke 
aus der Sihweiz, Eumelien, Andalusien. 

2. Vordere Binde aufgelöst in je einen Scbulterfleck. Normale Form: 
normalis bei Schuster (1905) var. anticeconjuncta Pic 1900, p. 65. 
Besitze ich von Frankfurt, Mombacb bei Mainz, Eumelien. Ich sah 
Schustersche Typen. Fig. 2. 

3. Die mittlere Binde aufgelöst in zwei Flecke, jederseits einen strichförmigen 
nach aussen, einen punktförmigen nach innen, wie bei einem Stück aus 
Frankfurt, oder ein Punkt wie ein Stürk von Schuster bei Sattler. 
Ich nenne diese Form (Fig. 3) var, Scbusteri Heyden (var. pupillata 
bei Schuster, pag. 213, Heyden in Käfer von Nassau und Frankfurt, 
ed. 11, 1904, p. 289). 

4. Die mittlere Binde ist so reduziert, dass sie jederseits ein dünnes Kreuzchen 
bildet, die mit der Naht strichförmig verbunden sind (Fig. 4). Ich besitze 
ein 9 "^'on Frankfurt in copula mit var. cruciata Schuster (Fig. 7). Diese 
Form ist var. impupillata Pic 1900, p. 65; var. c Lacordaire Monogr. 
Phythuphages 1845, p. 595, 

5. Die hintere Binde ist aufgelöst, var. apiceconjuncta Pic. 1900, 79. Ich 
besitze diese Form von Digoin. Dept. Saone et Loire, nicht. (Fig. 5.) 

6. Die erste und zweite Binde sind aufgelöst, var. quadripunctata Schuster, 
(Fig. 6) [var. f Weise]. Mir liegt ein Stück von Schuster bei 
Sattler vor. 

7. Die erste und dritte Binde sind aufgelöst. (Fig. 7.) var. crueiata Schuster. 
Mir liegt eine Type vor und ein <^ von Frankfurt in eopula mit 4. 

8. Alle drei Binden sind aufgelöst; jede Decke hat drei hintereinander 
stehende schwarze Flecke = var. incrucifer Pic 1900, 65. Ich besitze 
diese Form (Fig. 8) aus Sömur en Brionnei>! nicht. 

9. var. pupillata; alle drei Querbinden aufgelöst in Flecke (Fig. 9). Alle 
Formen aus der Frankfurt-Mainzer Gegend haben rotes Halsscbild und 



— 149 — 

für sich an, dass die Naht der Flügel wenigstens bis zur zweiten Punkt- 
reihe immer dunkel ist, die dunkle Farbe also Grundfarbe ist und 
dominiert; ich stütze mich darauf, dass die am häufigsten vertretene 
Form (wenigstens bei uns im Mainzer Becken) Fig. 2 ist. Von einigen 
hundert Tieren verhält sich 2 zu 1 wie 46 : 45 (von mir gesammelt 
und gezählt), während sich unter je 100 Exemplaren von cruciata 4, 
von quadripunctata 2, von Schusteri 3 Exemplare fanden. Ich möchte 
jedoch nachträglich Herrn v. He.vden recht geben, da ich auch schon 
vorher geschwankt habe, ob ich Form 1 oder 2 als Ausgangsform 
ansehen sollte; einmal, weil die Differenz zwischen 46 und 45 (bei 
100 Exemplaren) keine ausschlaggebende ist, und weil ferner in der Tat 
die schwarze Färbung die Grundfärbung sein dürfte, obwohl sie bei 6 
von den bis jetzt vorhandenen und beschriebeneu 11 Typen-) — nämlich 
bei 2, 3, 4, 6, 7 und 8 — mehr oder minder stark zurückgedrängt 
ist und das Gelblichweise also bei diesen Formen vorherrscht (bei den 
5 beschriebenen macilenta-Variationen herrscht wie bei der abgebildeten 
Stammform selbst (Fig. 10) natürlich das Schwarze vor) ^). 



.schwarze Beine. [Crioc. macilenta (Fig. 10) wird neuerdings gleichfalls 
zu den asparagi-Formen gezogen.] 

In Süd-Eurupa werden bei den zwei folgenden Formen: 
10. Der Tliorax in der Mitte nach und nach dunkel ; die Decken sind sehr 
dunkel, bis nur die Känder rot bleiben, die Beine sind einfarbig dunkel; 
die Declien sind sebr dunkel, mit punktförmigem weissem Schulterfleck 
und zwei schmalen weissen Querbinden, die bis an den gelben Rand 
geben ; die Naht ist sehr breit dunkel. Dies ist die var. campestris 
F. Syst. Eleuth. 1801, I, 470, die Fabricius als Helodes camp, habitat 
in Europa australiuri beschrieb. Ich fand sie in Asturien: Puerto de 
Pajares und bei Malaga in Anilalusien. Da der Name mit der folgenden 
kollidiert, nenne ich sie var. Pici Heyd. [Nicht abgebildet.] 
11, Eben-o, aber die Wurzel der Sclienkel oft bis über die Hälfte und die 
Schienen, mit Ausnahme der Spitze rot. Die weissen Flecke sind grösser 
als bei Pici. Dies ist var. campestris L. Syst. nat. XII, T. I, pars 2, 
1767, pag. 602. Patria Barbaria. Ich besitze sie vom Kaukasus und 
von Dalinatien: Zara. [NiLht abgebildet.] 

2) Der zw( Ifte Typ (moguntiaca) wird am Schluss beschrieben und abgebildet. 

■') Über die Zeichnung der Flügeldecken spricht sich Calw er („Käfer- 
buch", 5. Aufl.) nur ganz allgemein aus (die Schienenwurzeln kann ich nicht 
hell , sondern nur schwarz finden). — Während die vorgeführten Furmen 
stehende Formen im Mainzer Becken sind, finden sich keine Zwischen- 
typen vor; vielleicht, dass einmal die Fleckchen etwas stärker oder schwächer 
sind, aber immer reichen sie an die Längsbinde entweder deutlich (wenn auch 



— 150 — 

Ich habe nun eine Reihe weiterer Beobachtungen über das Leben 
der Spargelhähnchen angestellt. 

Ihr Winterquartier scheinen die alten Tierchen — die Stammhalter — 
hinter Rindenlagen von Aprikosen-, Kirschen- und Zwetschenbäumen 
aufzuschlagen; denn in der zweiten Aprilhälfte 1905 fielen mir in den 
hiesigen Anlagen beim Abreissen von alten Borkenstücken etliche in die 
Hände. Dort, hinter der Rinde, vegetieren die Zirpkäfer zusammen 
mit dem so hübschen Rhynchites bacchus L., diesem reich behaarten 
weinpurpurroten Rüssler, bis zur Spargelzeit. Da nun jede aus der 
Erde hervorbrechende Spargel bis Mitte Juni gestochen wird, so findet 
man Crioceris im Mai und Juni auf den 1 — 3 jährigen Neuanpfianzungen. 
Ihre eigentliche »Saison« beginnt aber erst, wenn das Grün der stehen 
gelassenen Spargeln, die sich zu hohen Büsclien entfalten, über die 
grauen Sandäckerchen leuchtet und also der Mensch längst seinen Tribut 
von dem sandliebenden Gewächs bekommen hat. Ende Mai und im 
Juni befinden sich alle Spargel-Chrysomeliden — auch das fast noch 
schönere 12 punktige Zirpkiiferchen Crioceris duodecimpunctata — in 
Paarung; 1905 waren es ihrer bei uns im Mainzer Becken (speziell 
auf Äckern vor Trais) viel mehr (man konnte von »dick gedrattelt« 
reden) als 190(i ; zu gleicher Zeit findet man auch kleinere und grössere 
graugrüne Larven, starke Fresser, an den Blättchen '). 

Nachstellungen gegenüber beobachten die Käfer die instinktive 
Taktik des Herab fallenlassens und Sich-tot-stellens. Nun haben sie aber 



manchmal leclit fein) heran oder stehen deutlich von ihr ab, und höchst selten findet 
man ein Esrmplar, auf de sen einer Flügeldecke ein Fleikchen, aaf der anderen 
die Hälfte eines Querstrichs zu sehen wäre. Beide Elytra haben immer strikte 
dieselbe Zeichnung. Es herrscht hier stnnge korrelative Symmetrie. — Eine 
andere — - aber ganz unr egel m äfsige — Variation ist bei den Spargel- 
hähnchen nncli hinsichtlich d s Hillsschildes wahrzunehmen. Auf dem schwärzlich- 
roten Pronotum findet sich nämlich ein .--chwarzer Mitt IRecken oder ein Paar, 
als.) zwei kleine schwarze Fleckchen nebeneinander, oder gar kein Fhck. Bei 
manchen Stücken sieht man nur etwHS Versch\\omm nes. Es besteht dans tous 
les (as keine Eegel. Hier ist jedenfalls uur soviel sicher, dass die Form binnei- 
trifasciatii , die hinsichtlich der Zeichnung auf den Flügeld ck'n recht viel 
Schwiirz — al einen mehmo'ischen Typ — zeigt, auf dem Halsschild n'cht 
mehr uid n'cht weniger Schwarz aufweist als die anderen l oimen, d. h. also: 
Eiitweler keinen schwarzen Flecken od r einen dicken oder einen Doppel- 
fleLken aus zwei kleinen schwätzen Punkt hen. 

1) Hie sonst wenig bem^Tkbare 12 puuktige Art war 1906 stellenweise fast 
häufiger als asparagi. 



I 



\ 



— 151 — 

für die Art und Weise, wie sich der Feind — in unserem Fall die 
menschliche Hand — ihnen nähert, ein ganz fein entwickeltes Gefühl. 
Greift man von oben zu, so lassen sie sich natürlich fallen ; hält man 
aber beide gebreiteten Hände unten hin (und sei es auch weit unten) 
wie einen auffallenden Fallschirm zu beiden Seiten des Stämmchens, 
so bleiben sie fest oben sitzen ; kommt man von der Seite, so laufen 
sie im vielästigen feinen Spargelflor nach den Seiten zu weg, um sich 
im geeigneten Augenblick auf den Erdboden fallen zu lassen, wo man 
sie wegen ihrer Kleinheit in der Tat schlecht sieht. Am besten 
bekommt man sie, besonders auch die Pärchen, wenn man beide Hände 
schnell um sie zusammenschlägt. Sie sind ausserordentlich flink und 
gelenkig. 

Einzeltiere und Pärchen sitzen gern in Astzwickeln und zwar mit 
dem Hinterteil im Zwickel. Sie ruhen da anscheinend besonders gut. 

Interessant ist es nun, wenn sich ein Pärchen beobachtet sieht, 
d. h. wenn mein Kopf näher an den Spargelbusch heranrückt. Sofort 
lösen sie die copula auf und das fällt ihnen wie den meisten anderen 
Käfern sehr leicht im Unterschied zu den fest aneinander hängenden 
Schmetterlingen (sehr oft aber z. B. nicht den Junikäfern, Rhizotrogus 
solstitialis L.). Sie setzen sich nebeneinander und machen Wendungen 
und Schwenkungen entsprechend den Bewegungen des Feindes. Nämlich 
zunächst, wenn sie von einander gelassen haben und der Beobachter in 
gefahrdrohender Nähe verharrt, retirieren sie hinter das Zweigstielchen, 
bringen dies zwischen sich und den Feind und decken sich so, indem 
man zu beiden Seiten des Stielchens nur noch ihre schmalen schwarzen 
Beinchen sieht, vielleicht rechts stärker vortretend die Beinchen des 
einen Tieres, links die des anderen (beide sitzen nicht direkt unter- 
einander). Sie machen es darin also genau so wie unsere deutschen 
Spechte, denen sie auch durch ihren bunten Rock und die Art des 
Ansitzens am Stielchen gleichen. Bewege ich nun den Kopf links, um 
sie zu sehen, so machen sie eine entsprechende Schwenkung nach 
rechts ; bewege ich den Kopf rechts, so gehen sie nach links. Sie sind 
hierin sehr geschickt und auf den Rücken kann man ihnen dabei 
garnicht sehen. Diese Tierchen müssen gut sehen — etwa der Bewegung 
der Luft (Gefühl) kann ich ihre parierenden Bewegungen al'ein nicht 
zuschreiben — und hier hätten wir wieder einmal einen Fall, wo ein 
Tier neben gutem Geruch (alle Käfer riechen gut) ein recht scharfes 
Gesicht hat. 



— 152 — 

Auf einem Acker vor Trais fiel mir auf, dass an der Südlage viel, 
an der Nordlage wenig Käferchen in den Büschen zu sehen waren, 
obwohl sich der Berg nur in sanftem Bogen über eine Hügelhöhe 
von Süden nach Norden schwang, der Einfall der Sonnenstrahlen also 
kein sehr unterschiedlicher war. Im Juli waren hier die Käfer weniger 
häufig als im Juni. 

Da mir nun früher der Gedanke kam, dass sich die Formen oder 
Typen zum Teil als Geschlechtsunterschiede erweisen könnten, so 
sammelte ich eine Anzahl in Begattung befindlicher Pärchen. Ich fand 
aber, dass sich fast immer nur Linnei untereinander begattet und ebenso 
anticeconjuncta für sich u. s. w., aber nicht ausnahmslos; es kommen 
auch Verbindungen zwischen den zwei häufigsten Formen Linnei und 
anticeconjuncta gelegentlich vor; und vielleicht haben wir hier den 
Schlüssel zur Erklärung der Entstehung der verschiedenen Typen. Wenn 
die Zucht nicht so umständlich wäre, würde ich sehr gern einmal die 
Nachzucht eines Linnei-anticeconjuncta Pärchens zu erhalten suchen. 
Auch ein Pärchen Linnei X Schusteri fand ich, desgleichen cruciata 
und quadripunctata je einmal mit Linnei in Paarung (24. Juli 1906). 
Die Bastarde von Linnei X anticeconjuncta ergeben sicherlich diejenigen 
Exemplare von Linnei, bei denen die vorderen zwei schw^arzen Punkte 
nur durch feine Haarzüge mit dem mittleren schwarzen Strich verbunden 
sind. Eine Kopula zwischen solchen Linnei und anticeconjuncta dürfte 
dann wieder reine anticeconjuncta geben. Hier Hessen sich übrigens 
die Gesetze der Vererbung bei Käfern recht gut studieren. 

Variiert Schusteri schon bereits in der Weise, dass der eine mittlere 

Punkt jederseits in zwei schwache Pünktchen, die nicht mehr stark 

sichtbar sind, aufgelöst ist (einen solchen Typ besitze ich 

und diese ergänzende Definition wäre eine Erweiterung zu 

der von v. Hey den unter 3. gegebenen), so habe ich in 

diesem Sommer (190B) noch eine neue Form gefunden 

11 (somit die IL), die Schusteri am nächsten steht und die 

moguntiaca ich hiermit Cr. asp. moguntiaca Sehnst, benenne. Auch 

die beiden mittleren Flecke (ursprünglich mittlere Linie) sind 

bei ihr gänzlich verschwunden und es ist daselbst nur eine rein weisse 

Fläche zu sehen. Ich benenne diese Form moguntiaca, weil ich sie (in 

einem Exemplar) bei Mainz gefangen habe und andere passende Namen 

vergeben sind. 




EPHIPPIGERA EPHIPPIGERA 
MOGUNTIACA SCHUST. 



VON 



WILHELM SCHUSTER, 

Pastor in Liverpool (z. Zt. in Gonsenheim bei Mainz) 



Die Schrecke Ephippigera ephippigera (F.) ist eine südliche (darum 
z. B. nicht in Brehms „Tierleben" genannt oder beschrieben)^) und war 
bis vor kurzem nur aus südlichen Gegenden bekannt (nach Tümpel, Die 
Geradflügler Mitteleuropas, lebt sie „hauptsächlich im südlichen Teil von 
Mitteleuropa mit Ausnahme des grössten Teiles der Schweiz ; bei Basel, bei 
Genf im Jura, Freiburg, Wien, Kroatien").^) Seit unserem Verweilen in 
Gonsenheim bei Mainz aber — seit Frühjahr 1903 — haben wir diese 
schöne grosse Schrecke nicht allein im Mainzer Becken entdeckt, sondern 
auch auf den Wald hegen, Gebüschgruppen am Waldrand (Gonsen- 
heim — Mombacher Wald) und in den Gärten, insbesondere bei Gonsen- 
heim, als ein ganz gewöhnliches und gemeines Tier angetroffen. Mein 
Bruder Ludwig hat die Lebensweise dieses Geradtlüglers alsdann aus- 
führlich beschrieben in „Zool. Gart." 1905, XLVI. Jahrgang, No. 3, 
S. 81 — 85, und Prof. Dr. 0. Boettger hat daselbst in einer Fussnote 
hinzugefügt, wie er an den ihm von uns übersandten Exemplaren 
Kannibalismus (Annagen der Mitgefangenen) beobachtete.^) Auch in 
unserem eigenen kleinen Hausgärtchen fingen wir im Jasminstrauch eine 
Sängerin und auf den ihr zusagenden Waldhegen ist sie sicher die 
gewöhnlichste Schrecke. Sie sitzt meist auf Kiefern- und Eichenbüschlein. 

Die Diagnose der im Süden (Schweiz und Österreich) gefangenen 
typischen Exemplare ist aus den einschlägigen Werken und Handbüchern 
zu ersehen. 

Von den typischen südlichen Exemplaren unterscheiden sich die des 
Mainzer Beckens. Ein festes Unterscheidungsmerkmal bilden die Fühler; 
diese sind bei den südlichen Exemplar en grün; bei allen im 
Mainzer Becken gefangenen stets braun. Ich benenne die 



1) Die neu bevor-;tehende Auflajje wird sie sicher bringen. 

2) Doederlein fand sie auch bei Barr im Elsass (Gutleutrain und 
Bollenberg). 

3) (jeisenheyner meldete sie alsdann auch für Kreuznach, Niederhausen. 
Spiendlingen, den Rochusberg als häufig an. 



— 156 — 



hiesige Form oder Lokalrasse trinär Ephippigera ephippigera moguntiaca 
Schust. Ausserdem variiert unser Tier im männlichen Teil im Gesamt- 
habitus vom südlichen. Letzteres ist mehr konstant gefärbt und dem 
grünen Weibchen nicht wesentlich unähnlich. Li unseren Breiten ist 
das Männchen stark variabel, sodass sich Übergänge von der typischen 
dunklen Form bis zur grünen Form des Weibchens in allen möglichen 
Schattierungen finden. Ganz alte Männchen haben ein gleichförmiges 
schmutziggrünes Aussehen. Die dem Weibchen gleichende, im Gesamt- 
habitus grüne Männchenform ist bei uns selten. ^) 

Ich gebe die Definition der Eph. eph. moguntiaca nach der von 
meinem Bruder Ludwig, Forstreferendar, anderweitig bereits fest- 
gestellten Diagnose, wie folgt: 



Diagnose 
des Männchens. 

Gesamthabitus schwarzgrün bis 
gelbgrün. 



Fühler braun 
schwarz. 



bis braun- 



Pronotum grün mit gelblichem 



Kopf graugrün oder gelbgrün 

(selten grün), oben tiefschwarz. 
Fühler braun bis b r a'u n - 

schwarz. 
P r n 1 u m graugrün bis gelbgrün, 

höckerig, die Seitenlappen heller. 
Beine stets bräunlich, die Linen- 

seite gelblich oder grünlich. 
Hinter Schenkel bedornt, Anzahl der Dornen wechselnd, oft bei einem 

und demselben Tiere an beiden Schenkeln verschieden. 
Hinterleib. Die Segmente schwarz- Hinterleib. Segmente grün, am 



des Weibchens. 

Gesamthabitus grasgrün (bei 
ganz alten Exemplaren schwärz- 
lichgrün). 

Kopf grün, oben tiefschwarz. 



Anfing. ^) 
Beine grün. 



grün (auch tiefschwarz), nach 
aussen grün, bezw. hellgrün 
gerändert. 
Unterleib gelblich oder blaugrau. 



Grunde um einen ganz kleinen 
Ton dunkler. 

Unterleib hellgrün. 



1) Hinterrranil bei jungen Exemplaren braunrot. 

^) Vcrirl. auch .,N>'ue interessante Mitteilungen aus dem Leben der doutsclien 
Tiere" von W. Schuster (Verl. Mahl au, Frankfurt 1906), S. 7—13. 



EINE KRITISCHE STUDIE 



ÜBER 



EINIGE VIEL UMSTRITTENE ABERRATIONEN 



VON 



AMORPHA POPULL LINN. 



VON 



M. GILLMEB, 

CÖTHEN (ANHALT). 



MIT 1 KOLORIERTEN TAFEL I. 



In meinem Artikel über Amorpha populi ab. tremulae, Borkh. 

(Insekten-Börse XIX, 1902) habe ich S. 229 angedeutet, dass es viel- 
leicht möglich sei, zu zeigen, dass die Abbildung Kochs (Schmett. d. 
südwestl. Deutschlands, 1856, Tab. I) mit der Glaserschen ab. tremulae 
koinzidiere. Einen Abschluss in dieser Sache habe ich bis heute noch 
nicht erreicht. Esper (1779— 1781), Borkhausen (1789 und 1793), 
Glaser (1853, 1854, 1863) und Koch (1856) meinen zwar sämtlich 
dieselbe lichtgraue oder hellgraue Abart von A. populi, doch weichen 
ihre Vorstellungen trotz der gleichen Benennung und der beiden Abbil- 
dungen von einander ab. Die Benennung ab. Borkhauseni, Bartel, 
welche 1900 noch neu hinzugekommen ist, verdankt ihre Entstehung 
der Anschauung, der Name tremulae, Fischer de Waldheim 
(Oryctographie du gouvernement de Moscou, 1830, Taf. X) gebühre 
der russischen Art. Dies ist jedoch nicht zutreffend; denn der Name 
tremulae wurde bereits von Borkhausen 1793 für die Espersche 
Abart von A. populi verwandt; er ist also älter. Es muss demnach 
nicht die ab. tremulae, Borkh. umgetauft werden, sondern der 
Name der russischen Art wäre zu ändern. Aus diesem Grunde habe 
ich den Namen ab. Borkhauseni Bart, für die ab. tremulae, 
Glaser in der Insektenbörse (1902) eingezogen. Hiermit habe ich 
allerdings keine ganze Arbeit gemacht, weil ich den Namen Fischers 
für seine russische Art nicht änderte. Es kam damals aber auf die 
russische Form gar nicht an, sondern ich wollte nur den noch nicht 
zur Annahme gelangten, bezw. in Vergessenheit geratenen Namen ab. 
tremulae, Borkh. restituieren. Eine Änderung des Fi seh ersehen 
Namens erschien mir aus historischen Gründen nicht notwendig, wenn 
sie auch die Nomenklaturregeln erforderlich machen und Herr Tutt 
(Brit. Lep. vol. III, 1902, p. 469) deswegen den Namen Amurensis, 



— 160 — 

Stdgr. dafür vorsehlägt. Wenn ich auch die russische tremulae und 
die ab. amurensis in mehreren Exemplaren besitze, so scheint mir 
dieses Material doch nicht ausreichend zu sein, daraufhin eine so ein- 
schneidende Änderung vorzunehmen. Die für tremulae und ab. amu- 
rensis bestehenden Beschreibungen können mich nicht dazu veranlassen. 
Fischer hat in seinem Werke keine Beschreibung, sondern nur eine 
Abbildung der von Zetter bei Moskau neu aufgefundenen Art tremulae 
gegeben. Er bildet auf Tafel X in Figur 1 den cf, in Figur 2 das 9 
und in Figur 3 die Raupe ab. 

Die erste Diagnose der neuen russischen Form gab Treitschke 
in den Schmett. v. Europa, X. Bd., 1. Abt., 1834, p. 140. Neue 
Beschreibungen und Abbildungen derselben lieferten Herrich-Schäffer 
in seiner Syst. Bearb. d. Schmett. v. Europa, Bd. 2, p. 91 (1847), in 
dem Nachtrage dazu, p. 50 (1856), und im Suppl., Tab. 4, Fig. 12, 
sowie Duponchel in seiner Fortsetzung der Hist. nat. des Lepidopteres 
de France, Suppl. z. 3. Bd., 1835, p. 29, pl. 2, fig. 2 a. b, und eine 
vergleichende Beschreibung Menetries in seiner Enumeratio corp. 
anim. Mus. imp. acad. scient. Petrop,, Pars IL 1857, p. 138. ■ — Herrich- 
Schäffer ignorierte die Kochsche Restitution der ab. tremulae, 
Borkh. und spricht in seiner Rezension des Kochschen Werkes 
(Korresp. Blatt d. zool.-mineralog. Vereins, Regensburg 1857, p. 67) mit 
Unrecht von einer Vindikation des Namens, sodass eben die ab. tremulae, 
Borkh. unterdrückt erschien. 

Die Abbildung Espers (Schmett.. 2. Teil, Tab. 22; Suppl. IV, 
Fig. 2) ist, der Beschreibung auf Seite 177 gegenüber, ganz verfehlt. 
Der Maler hat nicht eine lichtgraue Varietät, sondern, wie Werneburg 
in seinen Beiträgen zur Schmetterlingskunde, 2. Bd., 1864, p. 22, an- 
merkt, eine solche mit hell-rötlichgrauer Grundfarbe dargestellt. Je 
nachdem man also die Beschreibung E s p e r s oder die Figur des Malers 
zu Grunde legt, kommt man zu zwei ganz verschiedenen Formen von 
Populi: die der Beschreibung entsprechende gehört zur Cinerea- 
Gruppe, die mit der Malerei übereinstimmende zur Ferruginea- 
Gruppe. Die erstere Form habe ich in meiner Übersicht der von Herrn 
E. Busack bei Schwerin und Waren gefangenen Grossschmetterlinge 
(Archiv des Vereins der Freunde der Naturgesch. in Mecklbg., Bd. 58^ 
1904, p. 69) als ab. tremulae, Borkh. (das Zeichen ab. fehlt dort 
versehentlich), die letztere als ab. ferruginea, Gillmer bezeichnet. 
Welcher von diesen beiden Formen das Jungsche Stück, welches p]sper 



_ IGl _ 

beschrieb und abbilden Hess, entsprach, ist nicht mehr mit Sicherheit 
zu ermittehi.') 

Bork hausen scheint auf den Widerspruch, welcher zwischen der 
Beschreibung Espers und der Abbildung besteht, nicht gekommen zu 
sein; er hält sich lediglich an die Beschreibung und scheint der Ab- 
bildung weniger Wert beigemessen zu haben. Der erste, welcher auf 
die Abweichung zwischen beiden aufmerksam machte, war Koch (1856), 
der auf Seite 52 seines oben genannten Werkes anmerkt, dass Esper 
eine (zu) rötlich kolorierte Abbildung lieferte, während er die Abart 
als einfarbig lichtgrau beschrieb. Auch Koch folgt mehr der 
Beschreibung als der Figur. 

Das Kolorit der Esp er sehen Abbildung ist meines Erachtens 
folgendes : Die Oberseite des Vorderflügels ist von rötlichgrauer Grund- 
färbung, Rippen und Saum braun. Der Hinterflügel zeigt gelblichgraue 
Clrundfarbe, der Basalfleck ist schwach rostrot, Rippen und Saum wieder 
braun, während die zwischen den Rippen gelegenen Zellenräume schwach 
graublau erscheinen. Auf der Unterseite ist der Vorderflügel gelb grau, 
die Inlerkostalräume sind violettgrau, Rippen, Saum und Vorderrand 
braun, während die Unterseite des Hinterflügels lichtbraun gelbe Clrund- 
färbung und grau schattierte Interkostalräume aufweist. Der Thorax 
oben licht gelbbraun mit bläulichgrauer Schattierung; der hellbraune 
Hinterleib zeigt dunkler braune Schattierung; Fühler gelbbi-aun. 

Es handelt sich also um eine rötlichgelbe Form mit lavendelblauem 
(caesius) Überguss, die ich zur F er ruginea- Gruppe ziehe. 

Bork hausen hat in seiner Naturgeschichte der europäischen 
Schmetterlinge (2. Teil, 1789, p. 181) und in seinem Rheinischen 
Magazin (1793, p. 649) in Bezug auf die Beschreibung der Abart 
Espers nichts neues beigebracht; er sucht allerdings seine noch 
schwankende Ansicht, ob es sich hier nicht besser um eine gute Art 
handle, für welche er gegebenenfalls den Namen Sphinx tremulae 
vorschlägt, durch einige biologische Daten über die Raupe (halbe Grösse, 
schlanker, nur auf Zitterpappel) zu stützen. Allein Ochsen heimer 
hat diese Annahme im 2. Bande seiner Schmetterlinge von Europa (1808, 
p. 254) endgültig beseitigt. 



1) Soweit ich habe in Erfahrung bringen könnon, ging die Sammlung des 
Kanimerrats Jung (f 1816) in den Besitz eines Herrn Krämer in UfFenheim 
über. Dieser verschenkte nach den Angaben srines Sohnes, des Bankiers Herrn 
Ottmar Krämer daselbst, die Sammlung unter Schulknaben. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 11 



— 162 — 

Auch Meigen konnte in seiner systematischen Beschreibung der 
europäischen Schmetterlinge (2. Bd., 1830, p. 150) nichts neues über 
die Abart Espers vorbringen; seine durch Steindruck wiedergegebene 
unkolorierte Abbildung Espers zeigt gar nichts her. 

Im Jahre 1853 beschreibt Dr. L. Glaser in seinen Schmetter- 
lingen des Grossherzogtums Hessen (Berichte der Oberhessischen Gesell- 
schaft für Natur- u. Heilkunde, 3. Bericht, 1853, p. 53) eine neue 
Form von Amorpha populi als var. tremulae Borkh.^), welche 
»kleiner, heller als populi, weissgrau mit schwachem Rostgelb gemengt«- 
sei und als »konstante Varietät« von A. populi an Espen im Hinter- 
lande (Biedenkopf) ziemlich häufig vorkomme (ebenda, 4. Bericht, 1854, 
p. 28). Wenn auch »weissgrau« und »lichtgrau« wohl nicht weit aus- 
einanderliegen mögen, so gehört doch diese neue Form Glasers nicht 
zur Esp er sehen und Borkhau senschen Abart tremulae, weil 
diese eine Beimengung von »Rostgelb« weder in der Beschreibung noch 
in der Figur aufweist. Die Glas er sehe Abart koiuzidiert vielmehr, 



J) Glaser ist sich über die ab. tremulae, Borkh. nie klar geworden. 
1853 verwechselt er sie mit der russischen Art tremulae, Fisch, d. Waldh., 
welche Heidenreich in seinem systematis^'hen Verzeichnis der europäischen 
Schmetterlinge (ed. III, 1851, p. 19) unter der Bezeichnung tremulae, Zett. 
aufführt. Durch Vermittelung des Herrn von Heyden berichtigt er zwar 1854 
diesen Irrtum, macht aber aus der russischen tremulae, Fisch, d. Waldh. 
eine von populi, L. abweichende Spezies Lapplands, indem er die Abkürzung 
des Autornamens „Zett." fälschlich für Zctterstedt liest und annimmt, dass diese 
Art in dtn Insecta Lapponica descripta, 1839, Lepidoptera beschrieben sei, wo 
sie sich gar nicht vorfindet. Auch Koch, der sonst die Literatur über die ab. 
tremulae, Borkh. sorgfältig durchgesehen und in seinen Schmetterlingen 
des südwestlichen Deutschlands (1856, p. 51-52) aufi^eführt hat, ist auf diesen 
neuen Irrtum Glasers (betreffend Zetteistedt statt Zetter) hineingefallen. In 
dem neuen Borkhausen (1868. p. 88) wiederholt Glaser die Literatur Kochs 
und aucti den von ihm gemachten alten Irrtum, sodass inzwischen (1854—1863) 
durch niemands erneute gütige Vermittelung der Irrtum (betreffs Zetterstedts) 
beseitigt wurde. Die der ab. tremulae, Borkh. durch Glaser (1854) und 
Koch (1856) wiedergegebene richtige Synonymie hat Glaser 1887 in seinem 
Catalogns etymolotricus Coleopteroruni et Lepidopterorum (p. 187) wieder beseitigt. 
Dort schreibt er unter No. 22: „Populi, L., Pappelschwärmer; mit der var. 
tremulae Treitsehke, Espenschwärmer, kleiner oder bleicher Pappel- 
schwärmer (die Raupe an Populus treniula L., Zitterpappel oder Espe)." Wer 
will noch nach diustn Wandlungen, welche die ab. tremulae. Borkh. in den 
Jahren 185H. 1854. 1863 und 1687 bei Glaser dur<hgemacht hat, behaupten, 
dass dieser Autor bezüglich dieser Abart ernst zu nehmen ist? 



I 



— 163 — 

wie ich schon in der Insekten-Börse XX, 1903, p. 29 (bezw. in der 
Societas entomologica XVII, 1903, p. 162) bemerkt habe, mit der ab. 
pallida Tutt (British Lepidoptera, vol. III, 1902, p. 469), zu welcher 
Ansicht auch Herr Dr. P. Speiser in der Zeitschrift für wissenschaft- 
liche Insektenbiologie I, 1905, p. 173 gekommen ist. Ich zog sie 
daher in meinem Variationsschema (Archiv d. Ver. d. Fr. d. Naturgesch. 
in Meckl. 58, 1904, p. 70) zur Palli da- Gruppe, deren Grundfarbe 
weissgrau, blass ist und die im Mittel- und Saumfelde oft rostgelb ge- 
mischt erscheint. Warum ich den Namen ab. Borkhauseni, Bartel, 
welchen ich bereits 1902 eingezogen hatte, nicht wieder herstellte, 
darüber findet sich die erste Andeutung schon in der Insekten-Börse XX, 
1903. p. 29 (bezw. Societas entomologica XVII, 1903, \). 162) angegeben. 
Ich werde gleich naher darauf zu sprechen kommen. 

Glaser blieb in der Beschreibung seiner > konstanten Varietät« 
(var. tremulae, Borkh.) aus dem Hinterlande nicht beständig. 
Denn 1863 beschrieb er dieselbe in dem neuen Borkhausen, p. 83, von 
»grünlich-weisslichem Grundton mit schwächerer Zeichnung, meist auch 
mit fast verschwindendem Rostfleck«. Eine »weissgraue Form mit 
schwachem Rostgelb -< gemengt und eine »grünlich-weissliche« Form 
können aber unmöglich zusammenfallen, vielmehr fällt die letztere in 
meine Cinerea-Gruppe, in welcher häufiger hellgraue Stücke mit 
olivfarben gezeichnetem Mittel- und Saumfeld vorkommen. Diese Oliv- 
farbe geht allmählich durch Bronzefarbe in Rostfarben über, dabei 
nimmt aber die aschgraue Grundfarbe allmählich ein beinfarbenes 
(gelblichweisses) Kolorit an. 

Herr Bartel hat nun in den paläarktischen Grossschme*terlingen 
(Bd. II, 1900, p. 194) die kleine und helle Form Glasers »mit 
grünlichgrauer Grundfarbe, schwächerer Zeichnung und mit fast ver- 
schwindendem rostroten Basalfleck der Hinterflügel« als ab. Borkhauseni 
bezeichnet. Hiermit würde in meinem Vnriationsschema von A. populi 
die neu aufgestellte ab. cinerea-diluta (Archiv 58, 1904, p. 69) 
teilweise identisch sein, doch ist meine Aberrationsbezeichnung insofern 
umfassender, als ich darin alle heller grau oder aschgrau gefärbten 
Formen, deren Saumfeld vielfacli olivfarben, bronzeliraun oder rostbraun 
erscheint, und deren Bindenzeichnung verschwommen oder undeutlich, 
und deren Rostfleck meist matter ist, inbegriffen habe. Aus dem Grunde, 
weil mir die Benennung ab. Borkhauseni nur auf eine ganz bestimmt 
gefärbte (grünlichgraue) Aberration passte. habe ich diesen Namen in 

11* 



— 164 — 

meinem Variationsschema nicht wieder hergestellt. Für die ab. tremulae 
Borkh.. welche auch in der Cinerea- Gruppe steht, ist eine Erweite- 
rung nicht erforderlich, weil sie ohne alle Bindenzeichnung ist und alle 
Felder gleichfarbig (lichtgrau) aussehen. 

Die Identifizierung von ab. Borkh au seni, Bartel und ab. 
pallida Tutt, welche Herr Dr. Speiser am obengenannten Orte 
vornimmt, ist also nicht zutreffend. Die 1853/54 von Dr. Glaser als 
var. tremulae beschriebene A. populi- Aberration koinzidiert aller- 
dings mit der Tuttschen ab. pallida, aber diese Glas ersehe Form 
ist, wie ich oben gezeigt habe, weder ab. tremulae Borkh., noch 
ab. Borkh auseni, Bart. Auch zu dem vermittelnden Vorschlage 
des Herrn Tutt (Brit. Lep., vol. IV, 1904, p. 473), dass Glaser 
probablj^ intended to include in his ab. tremulae all the pale 
obsoletely-marked aberrations of this species known to hini, although 
he does not say so, kann ich mich nicht bekennen. "Wenn Glaser 
es nicht gesagt hat, so hat er es sicherlich auch nicht gemeint. Ich 
bleibe bei meiner Ansicht, welche ich schon 1903 aussprach, dass 
Glaser sich beim Diagnostizieren seiner var. tremulae unzuverlässig 
erwies.^) Der Grund, warum er seine Diagnose änderte, liegt höchst- 
wahrscheinlich in der 185(i neu erschienenen Abbildung der var. tremulae 
durch Koch. Was Glaser 1853/54 für var. tremulae hielt, stimmte 
nach seiner Ansicht eben nicht gut mit der Abbildung Kochs überein, 
und dem zu Liebe hat er dann seine Diagnose geändert, indem er nicht 
mehr die »we-ssgrauen Falter mit schwachem Rostgelb gemengt« für 
die var. tremulae ansah, sondern die > grünlichweissen mit schwächerer 
Zeichnung und mehr oder weniger verschwindendem Rostfleck.« So 
glaube ich, diesen immerhin auffallenden Wechsel in der Diagnose er- 
klären zu sollen. 

Koch hielt in seinem oben genannten Werke eine nochmalige 
Sicherstellung der ab. tremulae, Borkh. für erforderlich. Es scheint 
daher so, als ob er die 1853/54 von Glaser erfolgte Festsetzung über 
diese Abart nicht für ausreichend oder richtig gehalten hat. Jedenfalls 
bleibt es auffällig, dass er bei dieser Gelegenheit — gegen seine sonstige 
Gewohnheit — Glaser ganz mit Stillschweigen übergeht. Nur die 
Verwechselung der Bork hausen sehen Tremulae mit der russischen 
Tremulae F. d. W. von selten Glasers merkt er an. Die seit den 



1) Vgl. die Anmerkung auf S. 162. 



- 165 — 

Kritiken und Autikritil^en zwischen dem Herrn von Hey den und 
Koch gegen letzteren in Frankfurt a. M. herrschende Strömung (vgl. 
Stett. ent. Ztg. 1855, p. 41, 113, 294; 1860, p. 301; 1861, p. 57, 
225) wird hier wohl mitsprechen. Koch bildete n'egen der verfehlten 
Figur Espers ein »mit der Borkhausen sehen Beschreibung aufs 
genauste übereinstimmendes Exemplar-: naturgetreu ab, wozu er auf 
p. 475 bemerkt, dass »das Original in natura noch weniger Nuancierungen 
zeige« als das Bild, »und ganz lichtgrau sei.« Seine Abbildung zeigt 
aber doch einen anderen Farbenton. Die lichtgraue Färbung herrscht 
wohl an der Flügelwurzel vor und lässt sich vielleicht auch in dem 
grösseren Teile des Mittelfeldes sowie als helles Band im Saumfelde aus 
der Figur herauslesen ; im übrigen ist aber der Grundton mehr ein 
helles Graubraun, in welchem die Ri2:)pen der VorderÜügel, wie auch 
der Saum braun, die Rippen der Hinterflügel mehr rotbraun angelegt 
sind, während die Basis der letzteren schwach rostrot erscheint. Der 
Thorax sieht heller aus als der Hinterleib, der braune Segmentabteilungen 
aufweist; die Fühler sind unkoloriert. 

Ich bin unschlüssig geblieben, in welche Gruppe ich das Kochsche 
Stück seiner Abbildung nach stellen soll. Herrscht das Lichtgraue vor 
und ist das Braune nur beigemengt, so würde ich das Tier zur Cinerea- 
Gruppe ziehen; ist aber das Braun vorherrschend und das Graue nur 
eingemischt, so möchte ich es zur Ferruginea-Gruppe stellen. 

Aus Frankfurt a. M. schreibt man mir, dass die Abbildung braun' 
das Original aber durch Lichteinfluss jetzt grau erblasst sei. Überhaupt 
ist die Beurteilung der Färbung der K ochschen Figur eine ganz ver. 
schiedene; aus Stettin wurde sie mir als olivfarben bezeichnet, doch 
kann ich einen grünen Ton leider nicht entdecken. Während Her rieh 
Schaff er die Abbildung als »mittelmäfsig und ziemlich überflüssig« 
bezeichnet, nennen Herr Dr. A. Seitz (Frankfurt a. M.) und der ver- 
storbene Pfarrer A. Fuchs (Bornich) sie gut. Es darf also nicht 
Wunder nehmen, wenn ich bei diesen gegenteiligen Ansichten die Frage 
nach der Gruppenzugehörigkeit des Kochscheu Stückes noch offen lasse, 
bis ich es selbst einmal gesehen habe. Jedenfalls stelle ich mir unter 
einem einfarbigen Lichtgrau etwas ganz anderes vor, als was Koch in 
seiner Figur geliefert hat. Ich kann also nicht behaupten, dass Koch 
die wahre ab. tremulae in dem vom Kriminalsekretär Binzer in 
Giessen gezogenen Stücke vor sich hatte. Um festzulegen, was ich 
unter einem lichtgrauen A. p o p u 1 i - Exemplare verstehe, gebe ich die 



— 166 — 

naturgetreue Abbildung 'Fig. 1) eines von Herrn J. G. Tönges in 
Offenbach gezogenen Stückes svieder, welches, da es ohne Bindenzeichnung 
ist, die wahre ab. treniulae, Borkh. repräsentiert. Das helle Wellen- 
band des Saumfeldes ist sichtbar, die Rippen siud gelblich und der 
rötelfarbige Basalfieck der Hinterflügel zwar matt, aber immerhin 
sichtbar; denn A. populi-Exemplare ohne roten Basalfleck gibt es bis 
jetzt nicht. 

Von dem K ochschen Originale, welches sich in der Sammlung des 
zoologischen Gartens zu Frankfurt a. M. (unter No. 10125) aufbewahrt 
findet, habe ich durch die Firma C. F. Fay daselbst eine photographische 
Aufnahme machen lassen, welche vorzüglich gelungen und eine tadellose 
Kopie geliefert hat, die ich hier gleichfalls mitteile (Fig. 2). Aus ihr ist 
ersichtlich, dass das Kochsche Stück noch jetzt (nach 50 Jahren), wo 
es ganz verblasst erscheint, schwache Spuren der das lyLittelfeld wurzel- 
und saumwärts begrenzenden dunklen Querstreifen erkennen lässt; dass 
es ferner einen sehr hell gefärbten Thorax, ein helles Wurzelfeld, ein 
wenig mehr verdunkeltes Mittel- und ein ziemlich stark verdunkeltes 
Saumfeld mit dem Rest des lichten Wellenbandes am Hinterwinkel zeigt. 
Die Hinterflügel, deren Fransen in den Ausnagungen weiss erscheinen, 
sind einfarbig, ziemlich von der Färbung des Mittelfeldes der Vorder- 
flügel mit etwas dunklerem Schnabel am Saume und repräsentieren 
eine nur wenig rostfarbig verdunkelte Wurzel. Den Vorderflügeln fehlt 
der Mittelfleck und die helle Teilung am Apex. Noch mehr aus der 
Photographie eines mir unbekannten Originals herauszulesen, halte ich 
für verfänglich. 

Aus diesem Grunde ist es mir auch unmöglich, auf eine nähere Ver- 
gleichung der Koch sehen Type mit den von Glaser diagnostizierten 
Stücken einzugehen. Dass Glaser seine Diagnose in dem neuen Bork- 
hausen (1863) zu Gunsten der Kochschen Abbildung, die er zitiert, 
geändert hat, ist also vor der Hand eine noch unerwiesene Behauptung; 
sie kiinn erst dann ihre Erledigung linden, wenn man in der Lage ist, 
die Glas ersehen Typen von 18.i3 und 1863 mit der Kochschen zu 
vergleichen. LeidiT existiert in Biedenkopf zur Zeit niemand, der diese 
Angelegenheit in die Hand nehmen, bezw. zum Abschluss bringen könnte. 

Dr. Holle brachte 1865 in seinen Schmetterlingen Deutschlands 
(p. 95) lür eine neue »Varietät« des A. populi-Falters zwei Benennungen 
zugleich in Vorschlag, je nachdem man mehr Gewicht auf die Nähr- 
pflanze der Raui)e, oder auf den Wohnort de> Falters lege. Im ersteren 



— 167 — 

Falle könnte sie Salicis (weil die Raupe ausschliesslich auf Weide lebt), 
im zweiten dürfte sie palustris (weil Raupe und P'alter auf Mooren 
angetroffen werden) heissen. Die Raupe soll in ihren Gewohnheiten sich 
mehr der Smer. o cell ata- Raupe nähern, indem sie wie diese den 
Kopf schräg aufwärts und durch die Brustfüsse gedeckt hält. Der Falter 
soll nur schattenliafte Andeutungen der Binden des A. populi L. haben 
und sich zu diesem etwa wie Gastropacha populifolia, Esp. zu 
quercifolia, L., auch hinsichtlich der Grösse verhalten. Das Rot 
der Hinterflügel soll gänzlich fehlen. 

Die Biudenzeichnung kann bei A. populi L.. wie ich in der Insekten- 
Börse (XIX, 1902, p. 228—229) für ab. tremulae, Borkh. und in 
der Allgem. Zeitschr. für Entomologie (VII, 1902, p. 375—378) für 
ab. subflava, Gillmer gezeigt habe, zum Teil oder ganz verschwinden, 
doch gehört dasselbe immerhin zu den Seltenheiten. Das (Farben-) 
Verhältnis der Gastr. populifolia zu quercifolia ist gelbbraun 
zu kupferbraun mit violettem Schiller. Die Grösse beider ist ungefähr 
dieselbe; nach v. Heinemann (Schmett, Deutschlands u. d. Schweiz, 
I, 1859, p. 203) variiert die Länge des Vorderflügels von der Wurzel 
bis zur Spitze bei G. populifolia zwischen 12 — 14 par. Lin, (d. h. 
27 — 31,6 mm), bei G. quercifolia zwischen 11 — 17 par. L. (d. h. 
24,8 — 38,4mm), sodass die Grösse der populifolia — entgegen der 
Annahme des Herrn Dr. Speiser — durchschnittlich etwas geringer 
ist als die von quercifolia. Zwar gibt Dr. Holle auf S. 117 seines 
Werkes an, dass populifolia etwas grösser sei als quercifolia, 
doch trifft dieses Grössenverhältnis für seine A. populi- Falter nicht 
zu, oder der tj-pische populi -Falter müsste zu seiner Zeit bei Hamburg 
sehr klein gewesen sein, was meinen späteren Erfahrungen durchaus 
widerspricht. Betreffs des völligen Verschwindens des roten Basalflecks 
der Hinterriügel bei populi habe ich schon oben bemerkt, dass solche 
Stücke bisher von keiner Seite gemeldet sind, und solche überhaupt 
nicht vorkommen. Der Basalfleck kann in seiner Färbung sehr matt 
und im Umfange reduziert sein ; wenn aber geschrieben wird, er fehle 
gänzlich, so ist das eine Übertreibung, die vor der Wahrheit nicht 
bestehen kann. Auch ist diese Behauptung durch die 6 A. populi- 
Stücke, die ich aus der Ho 11 eschen Sammlung besitze, in keiner Weise 
zu rechtfertigen. Holle hat wahrscheinlich zu Liebe der »alt herge- 
brachten Varietät« Esp er s über das Ziel hinausgeschossen und möchte 
seiner Varietät gern wie Borkhausen seiner tremulae das Recht 



— 168 — 

einer eigenen Art sichern. Daher die biologischen Angaben, wie sie 
auch Borkhausen macht. Als Art ausgegeben würde sie aber dem- 
selben Schicksal verfallen, wie die Art tremulae Borkh. durch 
Ochsenheim er (1808). 

Was nun H olles Moorform von A. jiopuli anlangt, so ist an- 
zunehmen, dass sich dieselbe bei seinem 1902 erfolgten Tode noch in 
seiner Sammlung vorfand. Ich habe durch die Bemülmngen des Herrn 
E. Sartorius in Hamburg 6 Populi Falter daraus erhalten, unter 
denen sich von der oben besprochenen Aberrationsrichtung jedoch nur 
1 Stück befindet, welches ich in Figur 3 durch eine photographische 
Kopie wiedergebe. Die Sammlung H o 1 1 e s hing in Kästen an der 
Wand und war durch Lichteinfluss und Undichtigkeit zu einer Kuine 
herabgesunken. Die Beschaffenht'it des in Frage kommenden Stückes 
lässt sicher auf ein Alter von 40 Jahren schliessen. Es ist von einer 
ziemlich gesättigten Lehmfarbe (gelb), welche der ockergelben Färbung 
einer G. populifolia ziemlich nahe kommt, doch ist der Ton etwas 
schmutziger. Das Geschlecht des Falters ist 9- Die Bindenzeichnung 
ist, Avie man auch auf dem Bilde sieht, noch nicht ganz erloschen, 
sondern auf der Grenze des Mittel- und Saumfeldes sowohl auf den 
Vorder-, wie auch auf den Hinterfliigeln noch schwach erhalten. Die 
Saumpartie unter der Vorderflügelspitze, sowie der hintere Teil des 
Mittelfeldes sind etwas tiefer ockergelb gefärbt. Der rostrote Basalfleck 
der Hinterflügel, noch gut sichtbar, ist in seiner Ausdehnung etwas 
beschränkt, aber in der Tiefe seiner Färbung nicht gerade blass zu 
nennen, sondern die Mitte zwischen kräftig und sehr matt haltend. 
Der Thorax erscheint durch schmutzig-graue Beimischung etwas dunklet 
als der Hinterleib, der die Färbung der Flügeloberseite besitzt. Der 
Schnabel an den Hinterflügeln ist bei dem Exemplar stark vorgezogen; 
auch erkennt man vor dem Hinterwinkel der Vorderflügel noch das 
lichte Wellenband in gelblich-weisser Färbung. Ein weisslicher Mittel- 
fleck und Teilstrich der Vorderflügelspitze sind noch sichtbar. Die 
Unterseite, welche weniger unter dem Einflüsse des Tageslichtes gelitten 
hat als die Oberseite (die immerhin besser widerstanden hat, als die 
Farben von 2 anderen Stücken, die aber vielleicht noch älter sein 
können ; die 3 übrigen Stücke sind nach dem Grade ihrer Erhaltung 
jüngeren Datums) ist einfarbig ockergelb, auf der Hinterflügelbasis und 
unter der Vorderflügelspitze am Saume etwas tiefer gefärbt, und zeigt 
in gleiclier Weise wie die Oberseite die Bindenzeichnung an der äusseren 



I 



— 169 — 

Grenze des Mittelfeldes auf beiden Flügeln noch schwach erhalten ; 
auch bleibt der Rest des Wellenhandes vor dem Hinterwinkel des 
Vorderflügels sichtbar. Das Stück besitzt in der etwas hohen Spannung, 
wie sie das Bild wiedergiebt, eine Flugweite von 55,5 ^^i ""^ bleibt 
hierin hinter dem grössten unter den 6 Stücken um 1 1 mm zurück. 
Die Vorderflügellänge beträgt 31mm, die Hinterflügellänge 19 mm. 
Es ist also ein unter Mittelgrösse herabgehendes 9- ^^^ Stück gehört 
zu meiner pa 11 i da- Gruppe und koinzidiert mit der ab. pallida, 
Tutt. Der Identifikation mit der ab. subflava, Gillmer steht die 
noch sichtbare Bindenzeichnuug auf der Ober- und Unterseite entgegen. 
Nebensächlich wäre die viel dunkler gelbe Färbung des Stückes gegen- 
über meiner subflava, die hierin mehr der hellgelben Färbung des 
cf von Sraer. quercus entspricht. 

In der Sammlung Holles befand sieh 1902 kein einziges Exemplar 
von A. populi, welches der Beschreibung auf S. 95 seines Werkes 
genau entspräche; es ist daher wohl einiger Grund vorhanden, an- 
zunehmen, dass sich auch nie ein solches Stück darin befunden hat, 
wenn man nicht voraussetzen will, dass Holle alle Exemplare dieser 
Varietät fortgegeben hat. Doch möchte ich dem Verstorbenen auch 
kein Unrecht tun, der bei der flüchtigen Bekanntschaft, die ich im 
Jahre 1894 auf dem Eppendorfer Moore mit ihm machte, einen durch- 
aus gewissenhaften Eindruck bei mir hervorrief. Immerhin kann ich 
den Gedanken nicht los werden, als habe Holle seine Varietät Salicis 
oder palustris unter dem Eindrucke der Esp er sehen Varietät 
(»alt hergebrachte Varietät« oder »die Grundfarbe auch wohl einfach 
lichtgrau ohne Zeichnung und rostbraunen Fleck«) aufgestellt. Die 
Esp er sehe Varietät hat noch einen blassen Rostfleck au der Basis 
der Hinterflügel und die Holle sehe Varietät hat ihn auch. Diese 
Befangenheit Holles unter der starken Wirkung der Esper sehen 
Beschreibung scheint mir der Grund für das Zustandekommen der 
Varietät Salicis oder palustris zu sein, trotzdem ihm die Form 
ab. subflava in ihrer extremen Ausbildung gar nicht vorlag. Wenn 
die ab. palustris, Holle auf den Hamburger Mooren (bei Eppen- 
dorf, Borst el, Niendorf, Ober Moor etc.) so vorkommt, wie sie Holle 
beschrieb, so haben wir eine die ab. subflava noch übertreffende 
Form. Ich kann aber mit grosser Wahrscheinlichkeit behaupten und 
der Entomologische Verein zu Hamburg ist zu derselben Ansicht ge- 
kommen, dass die ab. palustris nie daselbst gefunden ist und werden 



— 170 — 

wird, weil es eine gelbe A. populi Form ohne roten Basalfleck der 
Hinterflügel nicht gibt; daher stellt die Hollesche ab. palustris 
ein in ihren Extremen auf Übertreibung beruhendes Phantasiegebilde 
dar, und der Name ist hinfällig. Wenn Herr Dr. Speiser der ab. 
palustris, Holle den roten Basalfleck der Hinterflügel verleiht, d.h. 
die Diagnose ändert , dann tritt allerdings Identität zwischen ab. 
palustris und ab. pallida ein. Dies ist meines Erachtens aber 
nicht zulässig, trotzdem ich -es glaube wahrscheinlich gemacht zu haben, 
dass Holle sich sowohl bei der Esp ersehen, wie bei seiner eigenen 
Varietät irrte. Ich muss also vor der Hand bei meinem Variations- 
schema von A. populi beharren, bis ich eines Besseren belehrt werde 
und wiederhole daher aus demselben : 

II. Gruppe. Hierher gehören die heller grau oder aschgrau 
gefärbten Formen, deren Mittelfeld und Saumfeld vielfach bronzebraun, 
rostbraun oder olivfarben erscheint. Forma cinerea. 

a) Bindeuzeichnung scharf entwickelt; Rostfleck der Hinterflügel 
kräftig entwickelt 

= populi, Linn. 1758. 

b) Bindenzeichnung verschwommen, undeutlich ; Rostfleck meist 
matter 

= ab. cinerea-diluta, Gillmer. 1904. (var. 
treraulae, Glaser 1863 pro parte; ab.. Bork- 
hnuseni, Bartel 1900 pro parte). 

c) ohne alle Bindeuzeichnung, alle Felder gleichfarbig; Rost- 
fleck matter 

= ab. tremulae, Borkh. 1793 (populi var. Esper 
1781). 

III. Gruppe. Weissgrau, blass. Mittel- und Saumfeld oft rost- 
gelb gemischt. Forma pallida. 

a) wie unter IIa 

= ab. pallida-fasciata, Gillmer 1904. 

b) wie unter IIb 

= ab. pallida, Tutt 1902 (syn. ab. tremulae 
Glaser 1853/4). 

c) wie unter II c 

= ab. subflava, Gillmer. 1902. 



— 171 



Erklärung der Tafel. 
Fig. 1. Ainorplia populi, Linn. ab. tremulae, Borkli. (1793). 

Von J Gg. Tönges, Offenbach a. M. aus einer auf Buche (Fagus i 

silvatica) fressenden Raupe gezogen. (Nat. Grösse.) \ 

] 
Fig. 2. Amorplia populi, Linn. ab. tremulae, Borkh. (1793). ; 

Photngraphische Aufnahme des von G. Koch 1856 in se'neu ' 

Schmetterling''n des südwestlichen Deutschlands (Cassel) beschriebenen i 

Exemplars (aufgenommen im Februar 1901); aufbewahrt in der Samm- j 

lung des Zoologischen Gartens zu Frankfurt a. M. unter No. 10125. i 

(Nat. Grösse.) j 

1 

K 

Fig. 3. Amorpha populi, Linn. ab. pallida, Tutt (1902). j 

Das extremste Exemplar aus der Sammlung des Dr. F. Holle | 

(Altena), wtlches er 1865 in seinen Schmettirüngen Deutschlands 
(Altona) unter dem Namen Salicis seu palustris irrtümlich ohne 
Bindenzeicbnung und ohne roten Basalfleck der Hinterflügel -Oberseite 
beschiieben bat. (I1/2 fache Vergr.) 



I 



»^ 



\ -^ . v 



OENITHOLOGISCHE ^^ ^ ^^ 



TAGE SNOTIZEN 

VON DER 

KÜSTE DER IRISCHEN SEE 

(WESTLICHES ENGLAND, WALES). 



AUS JANUAR, FEBRUAR, MÄRZ, APRIL, MAI, JUNI 1906. 



VON 

WILHELM SCHUSTER, 

Pastor in Liverpool (z. Zt. in Gonsenheim bei Mainz). 



MIT 2 ABBILDUNGEN IM TEXT. 

I 



Jliine Vorbemerkung über die englische Vogelwelt dürfte nicht 
unerwünscht sein. Im allgemeinen gleicht die Avifauna des britischen 
Inselreichs der deutschen, im einzelnen aber sind mannigfache Unter- 
schiede. 

»England« (im engeren Sinn) liegt mit seiner gesamten Landmasse 
etwas südlicher als Deutschland und hat ein viel milderes, stellenweise 
südeuropäisches, meist schneeloses Winterklima. *) Das erklärt manche 
eigentümlichen Erscheinungen in der Vogelwelt, wie z. B. die, dass die 
Singdrossel in Liverpool Standvogel und Wintersänger ist. 

Die Feldlerche (Alauda arvensis) oder Sky-Lark, ist der most 
favourite English songster, d. h. der beliebteste englische Singvogel. 
In jedem Landschaftsgebiet ist sie häufig. Der Curlew oder grosse 
Brachvogel (Numenius arcuatus) bevölkert die englischen und schottischen 
Moore und bewegt sich in breiten Flocken, in \/ -Kolonnen formiert, 
fliegend über die grauen Gelände hin ; am Seestrand sind die kleinen 
jungen Krabben, sehr niedliche Tierchen, die bei Ebbe in den Wasser- 
tümpeln zurückbleiben, seine Hauptnahrung -). Die »Jacktaube«, Dohle 
(Corvus monedula), umfliegt hellschreiend alte und neue Türme in Gross- 
städten, sowie Klippen und Felsen am Meerstrand, wo sie auch 
recht häufig nistet (in Deutschland ist dies weniger bekannt !) ; sie pickt 
wie die Stare den Schafen die plagenden Läuse weg: so häufig wie die 
von den Engländern besonders geliebten und gehegten Saatraben sind die 
»Jacktauben« aber nicht. An den Strandlinien streiten sie sich nicht 
selten mit Heringsmöven um Futter. Das Weisskelilchen (Sylvia cinerea) 
windet sich so sanft und leis durch die vielen Wiesenhecken wie bei 



i) Der Brite denkt hei ,, England" nie an Schottland oder Irland. 

^) So viel ich weiss, hat bis jetzt auch noch kein Engländer, so rührig die 
englische Ornithidogie ist, den merkwürdigen Umstand erklären können, warum 
bei diesem Vogel in der Jugend der Schnabel gerade, später aber do^h ge- 
krümmt ist. 



- 176 — 

uns. Auch in England wird der Kestrel, Kestrel-Hawk oder Wind- 
Hover, nämlich der Turmfalke (Falco tinnunculus), leider noch sehr 
vielfach ohne Grund verfolgt und geschossen, zumal auch von 
Jägern. Stonechat oder schwarzkehliger Wiesenschmätzer (Pratincola 
rubicola) gewinnt an Bodenterrain. Es verhält sich also mit diesem 
Tierchen in England genau so wie in Deutschland, wo es auch ständig 
nach Norden zu vorwandert. Der schwarzgraue oder Trauer- 
fliegenschnäpper (Muscicapa luctuosa) ist bis zu den Faröer-Inseln 
vorgekommen, 62 ° n. Br., also nicht so hoch wie in Skandinavien (die 
Angabe bis 70" n. Br. (!) im »n. N.« will mir nicht glaubhaft erscheinen. 




Schwarzgrauer oder Trauerfliegenfänger (M. luctuosa). 

das wäre ja beinahe bis zum Nordkap) und wie in Finnland (bis zum 
65 ** n. Br ) \) Der »Ried -Wirbier«, Teichrohrsänger, Acrocephalus 
streperiis, ist nördlich verbreitet bis in die Grafschaften Lancashire und 
Yorkshire (das breite Yorkshire, einer Landbank vergleichbar, bildet 
überhaupt eine avifaunistische Nordgrenze für viele Vögel Englands), 
bei einer Gelegenheit wurden Nest und Eier auch schon in Nord- 
Durham gefunden, also nahe am 55'^ n. Br., in gleicher Höhe mit der 
Insel Sylt. Er geht demnach auf dem Kontinent etwas höher hinauf, 
denn bei uns trifft man ihn über den 55 " u. Br. hinaus bis an die 
Grenze von -Jütland, ca. 55,5" n. Br., während er im Ural bis 57" n. Br. 
hinaufgeht. Die Rohrdrossel dagegen fehlt England voll- 
ständig, ebenso der Hausstorch. — Liverpool liegt etwa in 
gleicher Breite mit Hamburg (5.8^/2'^). 

1) Auf das Vorkommen des 'rrauerliirg;enfiin,<,^ers bei uns, de-sen Bild ich 
(nach mei: em „Vog' Ihuidbuch") oben wicderg be, bitte iih zu achten und mir 
darüber Nachriclit -/ukommtn zu lassen, da ich die Besiedelungsstelltn in Hessen- 
Nassau und am Ebein einzeln zusammenstellen m(>clite. 



J < / 

28. Januar. Wenigstens 3 Singdrosseln (T. niusicus) singen im 
St. James-Fricdliof (dem einzigen alten und l)erülimten Friedhof Liverpools), 
ein halbes Dutzend anhaltend, laut und stark im Prinzes-Park und noch 
mehr im Sefton-Park. Das beweist also : 1. Die Singdrossel über- 
wintert in grosser Zahl i n \V e s t e n g 1 a n d , 2. s i e s i n g t i m W i n t e r.- 
Das wäre ein neuer »Wintersänger« in der Kategorie der von mir auf- 
gestellten Wintersänger! Übrigens Hessen auch Stare und Sperlinge 
ihre Stimmen eifrig hören. 

2 9. Januar. Dressierte Gelbhaubenkakadus im Empire-Theater, 
unter denen je ein gelbblauer Ararauna und ein rotblauer Arakanga 
sich sehr gut ausnehmen, vollbringen folgende Kunststückchen: Sie 
rollen sich (vom Bauch auf den Kücken etc.) längshin über eine ebene 
Fläche, ebenso mit Purzelbäumen über den Kopf auf den Rücken u. s. f., 
auch umgekehrt nach hinten zuerst auf den Rücken fallend und über 
den Kopf hinschlagend wieder auf die Beine u. s. f., holen auf Wunsch 
des Publikums je eine beliebige Landesfiagge unter einem Blechtopf 
hervor (beim Erscheinen der German flag Ruf von der Gallerie »unter 
den Tisch!«), schiessen eine kleine Kanone ab, worauf einer sich tot- 
stellt und von den übrigen in einem Totenwagen fortgeführt wird. 
Ararauna und Arakanga schlagen Bauch wellen nach vorn und nach 
hinten. Ein Kakadu trägt ein Gestell mit drei anderen per Schnabel 
fliegend durch den ganzen grossen Theaterraum. Beweise für die grosse 
Dressurfähigkeit dieser Tiere ! — Gelbhaubige Kakadus sind bekanntlich 
seit Jahren in den Wäldern des Herrn Buxton (eines früheren Parlaments- 
mitgliedes) in einer südenglischen Grafschaft eingebürgert. ^) 

30. Januar. In der hiesigen grossen Library (Lesehalle und 
Bibliothek) geriet ich hinter den deutschen ornithologischen Bücher- 
schatz. Ich fand da folgendes Bücherkontingent, Avelches irgendwie 
hierher an die Westküste Englands verschlagen worden ist: J. Cabanis, 
»Museum Heineanum«; J. Cabanis, »Erinnerungsschrift zum Ge- 
dächtnis an die VIL Jahresvers. d. Deutsch. Ornith. Gesellsch « ; 0. Finsch, 
»Die Vögel Ostafrikas«; A. B. Meyer, »Abbildungen von Vogel- 
Skeletten« 1892; A. von Pelzeln, »Vögel«; G. Rad de, »Reisen 
im Süden von Ostsibirien«; E. Rüppel, »Systematische Übersicht der 



1) Bei Gonsenheim bei Mainz lebt'3 im Sommer und Herbst 1904 ein ver- 
wilderter Eothaubenkakadu, entflogen dem Hotel „Leiineberg", in den Dorfgiirten 
und im Waldrand. Die Singvögel scheuten anfängli.^h vor ihm. 

Jahil). d nass. Ver. f. Nat. 59. 12 



- 178 — i 

Vögel Nordostafrikas«; H. Schlegel, »Kritische Übersicht der Euro- 
päisclien Vögel«; L. von Schrenk, »Reisen und Forschungen im Amur- 
Lande, Bd. I Säugetiere und Vögel -s; »Journal für Ornithologie« 1879 — 98, 
auch noch ein Buch Reich enows. Kann dieses geringe Kontingent 
•von deutschen ornithologischen Werken auch nur einigermafsen eine 
Vorstellung geben von dem Reichtum der deutschen Ornithologie'?^) 

3 0. Januar. Ein Schwalbensturmvogel (Procellaria pelagica), 
der mit dem Kopf wieder Bord gerannt ist, wird mir in einem der 
Hafendocks gegeben. Gewicht 17 Gramm. Die erste Schwungfeder 
hat einen stark ausgeprägten Kamm (wie ihn viel schwächer ver- 
schiedene Eulenarten haben). Die ziemlich breite Zunge ist festge- 
wachsen längs der Mitte der Unterseite. Bei den Seeleuten heisst 
dieser kleine schnelle Vogel »Mother Mary's chicken« d. h. Mutter 
Maria's Kücken. Vergl. weiter darüber »Zeitschrift für Oologie und 
Ornithologie« und »Ornithologische Rundschau« ! 

3 1. Januar. Ich lese da eine Notiz in »British Birds«, die ich 
richtig stellen möchte. The appearance of the Cuckoo is a signal for 
all the small birds nigh at band to mass together, and chase it on to 
some other locality. Das trifft nicht ganz zu ; sehr oft lassen die 
kleinen Sänger den Kuckuck ganz unbeachtet, wie ich es z. B. auf 
Juist sah, wo über ein Dutzend Kuckucke (alles blaugraue Männchen 
bis auf ein braunes Weibchen), von demselben Hügel aus sichtbar, sich 
ungestört unter der übrigen Vogelwelt umherbewegten. Nur in der 
Brutzeit bauptsächlich, Weibchen gegenüber und wenn die Kleinvögel 
merken, dass letztere etwas Besonderes vorhaben, verfolgen sie den 
Störenfried. 

.. Februar. Eine hübsche Schnabelanormalität sah ich heute 
im hiesigen Museum bei der von Jahr zu Jahr auf Neuseeland seltener 
werdenden Huja (Heteralocha acutirostris). Der spitze, laug gekrümmte 
Oberschnabel des Weibchens hat sich vorn seitlich über den 
Unterschnabel hinausgeschoben und zwar nach links, sodass 
die Unterschnabelspitze rechts neben dem vorderen Oberschiiabel liegt. 



1) Zum mindesten hätte man doch auch einen Jahrgang der so stark ver- 
breiteten „Mi1tL'iluni;en über die Vogelwelt" (Wien) erwartet; dass geringere 
Blätter uie „Gef. Welt" und „N. u. H." nicht vertreten sind, ist ja schliesslich 
kein Schaden. 



- 179 — 

2. Februar. »The Magpie (Pica caudata) is generally distributed, 
and even on the increase. « Diese Notiz eines englischen Werkes 
trifft nach meinen persönlichen Erfahrungen höchstens für Skandinavien 
zu; für England gilt sie ebensowenig wie für Schottland und Deutsch- 
land, und in manchen deutschen Landstrichen ist das Gegenteil der 
Fall, nämlich Verminderung des Elsternbestands. 

3 . Februar. Die Mantelmöven (Larus marinus) mit ihrem 
prächtigen schwarzen Mantel zeigen sich, vorher nicht gesehen, heute 
auf dem inneren River Mersey bei Liverpool. Der starke Westwind 
hat sie sicher von der irischen See hereingetrieben. Auch die Vogel- 
welt ist sehr vom Wind abhängig. 

4. Februar. Die Möven bevölkern in unglaublich grosser Zahl 
die Ausgänge der unterirdischen Leitungen, welche alles Dreck- und 
Schmutzwasser aus Liverpool in den River Mersey entführen ; eine Wolke 
oder Legion von Möven verschiedener Art schwebt über diesen Aus- 
mündungen der Kanäle und die Tiere machen sich gegenseitig den 
Rang streitig, die besten Brocken wegschnappen zu dürfen. 

5. Februar. Ein Teil Möven — ebensowohl Silber- wie Lach- 
und Mantelmöven — sind hier zu ausgesprochenen Nachtvögeln ge- 
worden. Sie fliegen in der Nacht, vielfach aufgescheucht von den fort- 
während ab- und zugehenden Schiffen, auf dem von braunen, gelben, 
roten und blauen Lichtern gänzlich erhellten River Mersey herum (hier 
700 m, oberhalb L. seeartig bis 3 km breit) und greifen die geniessbaren 
Brocken auf. Dieses Geschäft lohnt doppelt, da in der Nacht haupt- 
sächlich die Küchenreste und der Unrat aus der Millionenstadt in das 
Wasser abgeleitet werden. ^) 

6. Februar. Im Apollo-Theater bringen zur Zeit einige Chinesen 
auf echten chinesischen Fischerboofen etliche Kormorane zur Vorführung, 
die aus einem kleinen künstlich hergerichteten See mit aller Kunst, 
wie sie eben nur abgerichteten chinesischen Stosstauchern eigen ist, 
Fische holen. Es wird also hier dem englischen Besucher der genaue 
Betrieb der chinesischen Fischerei mit gezähmten abgerichteten Kormoranen 



1) Tief unter dem Wasser des 700 m breiten Eiver treiben sich Eot- 
schwänzchen iiiid Sperlinge in den breiten Tunnelgängen der unterirdischen 
Bahn umher. 

12* 



— 180 — 

vorgeführt. Gezähmte Kormorane und Chinesen sind beide in dieser 
»cosmopolitan and cosmo-religious city« Liverpool verhältnismäfsig leicht 
zu haben. 

7. Februar. Acrocephalus streperus geht in England bis in die 
Grafschaften Lancashire und Yorkshire hinauf, einmal wurde auch sein 
Nest gefunden in Nord-Durhani. Die Stadt York liegt in gleicher Breite 
mit Wolgast-Swinemtinde-Cammin (54 ^ n. Br.). Bei uns in Deutschland 
geht dieser Rohrsänger noch etwas weiter hinauf. Durham liegt auf 
dem gleichen Breitegrad wie Flensburg (55 "^ n, Br.). 

8. Februar. In »The Zoologist« 1906, Febr. No. 776, finde 
ich auf S. 67 in einem Aufsatz Bird Notes in Switzerlaud and Gerraany 
aus der Feder meines Freundes Reverend Charles W. Benson, 
L. L. D., Rcctor of Balbriggan, einen neuen Grund über die Abnahme 
der Störche in Strassburg, der mir garnicht unwahrscheinlich klingt. 
Er schreibt: »Geheimrat Prof. Dr. Eutin g, Präsident des Vogesen- 
Klubs, who gave me a great deal of interesting Information about the 
Storks in Strassburg. He said that the following birds nested in the 
cathedral spire and towers : Kestrel, Jackdaw, Common Swift and domestic 
Pigeon ; but that the number of Storks breeding in Strassburg had of 
late years greatly diminished, and that whereas twenty or thirty 
years ago there were as many as one hundred and twenty nests 
in tlie city, this year there were but nine. He attributed the 
decrease to the universal burning of stone-coal instead of wood; 
the birds greatly disliked the fumes of the former. Also 1870 ca. 120 
Nester, 1905 9! Ich glaube auch, dass der Steinkohlen- statt 
Holzbrand viele Störche abstösst und vertreibt. Doch ist dies natürlich 
zur Erklärung der Abnahme der Störche nur ein Grund sekundärer 
Natur. Der erste liegt in dem Nahrungsmangel. Die Frosche 
fehlen. Das gilt für die Umgebung von Strassburg wie andere deutsche 
Landstriche. 

9. Februar. Emberiza cirlus, Gartenammer, in der Grafschaft 
Cheshire südlich des unteren River Mersey erlegt (am 23. Jan. 1906) '), 
Haliaütus albicilla, Seeadler, in Staffordshire (am 30. Nov. 1905), 
Otocoris alpestris, Schneelerche (14. Dez. 1905) und Somateria mollissima, 
Eidergans, (31. Dez. 1905) in unserer Grafschaft Cheshire. — Die 
Iris einer frisch geschossenen weissäugigeu Ente (Fulicula nyroca) 



1) Dieser Ammer muss daselbst übeiwiiitert haben. 



— 181 — 

war im Januar 190B ein leichtes Braun ohne jegliche Spur von 
WeissJ) 

10. Februar. Stare, Rotkehlchen, schwarze und gelbe Amseln, 
Heckenbraunellen (letztere in England localiter sehr hcäufig) singen in 
dem prächtigen Park in Birkenhead (Liverpool gegenüber auf der anderen 
Seite des Merse}", in der Grafschaft Cheshire). 

1 1. Februar. Die grünfüssigen Teichhühner im Park in Birkenhead 
sind sehr zahm und dreist, kommen bis auf doppelte Meterweite an den 
Menschen heran, auch bei der Äsung auf dem grünen Rasen. Charakter- 
vögel der englischen Parks sind überhaupt diese Teichhühner. 

13. Februar. Zwei Baumläufer (angeblich kommt hier nur 
familiaris, nicht brachydactyia, >- kurzkrallige« Form - soll kontinentaler 
Gebirgsvogel sein — vor, m. E. aber gehen beide Formen ohne 
merkliche Grenzen in einander über) laufen über den Boden 
im Birkenhead-Park, das dem Weibchen folgende Männchen stösst dabei 
helle Töne aus, wie »bibi bibisit teritih« ! 

18. Februar, Einige Lachmöven haben schon chokoladebraune 
Köpfe (Sommerkleid). 

1. März. Grünfüssige Teichhühner im vollen Minnewerben. 

14. März, Besuch in Tring. Das von Baron Walter Rothschild 
gei)lante neue Werk über ausgestorbene Vögel muss den vielen präch- 
tigen bunten Tafeln nach ganz hervorragend werden. 

15. März. Mit Hartert und Hellmayr durchstreifte ich 
die Umgegend Trings, Ein Emu brütete oben auf dem Berg in einem 
lichten Hain, von einem kleinen Bretterschlag umzäunt. — Spechte 
gibt es in England wenig, weil wenig Bäume vorhanden sind. Doch 
fehlt auch der Schwarzspecht nicht, während der Grauspecht, hier 
wenigstens, nicht angetroffen wird, — Vergl, den Artikel »Tring« in 
No. 8 der »Ornitholog. Rundschau« 1906! 

18. März. Bei dem Kanonenschuss, der mittags um 1 Uhr auf 
der Höhe von Birkenhead gelöst wird zum Zeichen der Wiederaufnahme 
der Arbeit im stundenweit ausgedehnten Hafengebiet, geht jedesmal die 



1) Auch die weissäugige oder Moorente dürfte ebenso an der Existenz der 
echten Perlen mitbeteiligt sein wie Eider- und Trauerente, die den Urheber der 
Perlen, einen kleinen Saugwurm der iJistoaieenart Leucithodendriuui somateriae 
(Levins), im Darm mit sich führen bis zu seiner Geschlechtsreife; seine Larven 
schmarotzen in der essbaren Miesmuschel (Mytilus edulis) und veranlassen die 
Entstehung der Perlen. 



— 182 — 

ganze Mövengesellschaft (Lach-, Sturm-, Silber- und Mantelmöven) weit 
und breit in die Höhe. Der Lärm der gewaltigen Schiffsmaschinen 
und der lauten Schiffspfeifen stört sie dagegen garnicht. 

2 5. März. Heckenbraunellen sind hier häufig und sehr zutraulich. 
Meist sitzen sie mit den Spatzen in den Parkwegen, fliegen aber erst 
nach diesen vor dem Passanten auf. So beobachtete ich es häufig im 
schönen Park von Birkenhead. 

1. April, her erste Buchfinkenschlag in St. James Cemetry 
kommt mir zu Ohren. 

4. April. Eine Schwarzamsel hat im St. James Friedhof ein 
Nest in einen Hollunderbusch gebaut. Noch keine Eier. (In Wales 
fand ich später viele Nester mit Eiern.) 

7. April. Die grossen Möven, insbesondere die Silbermöven, lassen 
gänseartige Töne schon seit einiger Zeit hören. Das sind wohl 
Minnelaute. Obligates Gackern während des Fluges, und zwar in dem 
heiseren gänseartigen Ton, sind jetzt an der Tagesordnung, besonders 
zwischen 1 1 und 1 Ulir, wenn die Sonne recht warm scheint und die 
Möven sich in Lustpartieen über die Docks ergehen. Sie kreisen sehr 
zierlich. 

12. April. Die Möven in den Docks machen noch keinerlei 
Brutanstalten. Ich möchte wissen, wo diese Tiere brüten. Viele werden 
sicher am Brüten verhindert, da es hier wohl Nahrung, aber keine 
Brutgelegenheit gibt. 

14. April. Die Hausspatzen haben dahier überall in Parks und 
Friedhöfen selbstgebaute Nester im Gebüsch und auf niederen Bäumen. 
Die Häuser bieten keine Nistgelegenheit. 

15. April. Eine Anzahl besetzter Saatrabennester befindet sich 
auf den Bäumen eines kleinen Gartens neben einem Haus mit belebter 
Vorstrasse in New-Brighton. Die Raben brüten. 

16. April. In den Bergen von Nord- Wales, Grafschaft Denbigh, 
finde ich in Felshecken zwei Schwarzaraselnester mit 1 und 3 Eiern, 
drei Singdrosselnester mit 1, 3 und 5 Eiern und auf einem Baum ein 
Misteldrosselnest mit 2 Eiern (vergl. »Ornithologisclie Rundschau ^< 1906). 
Grouse's, schottische Moorhühner (Lagopus albus), finden sich in sehr 
reichlicher Zahl auf den Heidekrautbergen, und jedesmal, wenn ich eins 
aufgescheucht habe, fliegt es unter knarrenden Gackertönen fort ; diese 
klingen so: »gop — grp gep gep gep gep . . . .« (kleine Pause nach 



— 183 — 

dem ersten »gop«). Auch im englischen Stechginster (Genista anglica) 
mit seinen hübschen, gelben Blüten, einem echten Höhengewächs, liegen 
sie gern, um auszuruhen. 

17. April. Bisher hörte ich nur Zaunkönige singen, aber noch 
keine Laubvögel. 

19. April. Dr. Hartert schreibt mir, dass bei Tring bereits 
schon Junge der ersten Brut von Turdus musicus ausgeflogen sind; 
T. viscivorus (nicht selten in England) hat auch schon Junge. Ich hörte 
ein Pärchen von T. v. im Setton-Park. 

21. April. Viele nicht zur Brut schreitende Möven (gelte sowie 
brutfähige) bleiben über Sommer im Liverpooler Hafengebiet zurück. 
Sie können nicht zur Brut schreiten, weil sich auf stundenweite Ent- 
fernung keine Brutgelegenheit bietet, und die Tiere an ihren Nahrungsort 
gebunden sind. Das habe ich jetzt als sicher festgestellt. 

2. Mai. Heute die erste Rauchschwalbe gesehen. In Wales, Graf- 
schaft Denbigh, beobachtete ich viele Moorschneehühner eingehend, 
(Lagopus albus), vergleiche darüber »ürnithologische Rundschau« 1906. 
Die Tiere brüten dort sehr zahlreich. 

2 7. Mai. Heute, am Sonntag Exaudi, machte ich bei prächtigem 
Sonnenschein einen Gang durch den Park in New-Brighton. Ich hörte 
dort vor allem viele Singdrosseln und manche davon ganz anders 
singen als bei uns in Deutschland. Diese hatten helle Schaf er pfiffe, 
die sie einige Touren hintereinander ausstiessen, so dass ich zeitweise 
fast im Zweifel war, ob ich es mit einer Singdrossel zu tun hätte. 
Doch die Sängerin belehrte mich jedesmal per corpus über ihre Wesen- 
heit. Diese hellen gleichtönigen Schäferpfitt'e lauteten durchweg recht 
hübsch. 

2. Juni. Über der prächtigen Kathedrale von Lincoln tummeln 
sich ausserordentlich viel Spyre. In den grossen englischen Handels- 
städten sieht man weniger Exemplare von diesen Tieren, aber da, wo 
alte Kirchen und Kathedralen sind, ziehen sich die Mauerschwalben 
(Cypselus apus) in grossen Massen zusammen und derartige Dom-Städte 
wie Lincoln, Westminster, Canterbury sind wahre Konzentrationslager 
für diese Art von Vögel. 

3, Juni. Der Storch fehlt gänzlich in England. Früher brütete 
er in diesem Lande nicht eben selten. Man sieht daraus, wie unduldsam 
ein Volk gegen einen harmlosen schönen Vogel vorgehen kann. 



184 



d. Juui. Der rotköpfige Würger (Lanius Senator) verfliegt sich 
nur selten nach England, zweimal hat er auf der Insel Wight gebrütet. 
— Einige Tage später beobachtete ich ihn in Deutschland im Mainzer 
Becken ^). 

J) Im Soriimer 1S05 haben wir den sonst nie von uns gesehenen rotkopfigen 
Würger in 6 Paaren bei Mainz ausfindig gemacht Es war geradezu eine 
Invasiun. Zwei Paare fütterten ihre Jungen zwischen Erbenheim und Kastei, 
zwei bei Gonsenheim, eins bei dem Fort Heilig Kreuz, eins bei Hattersheim a. M, 
Im „Vogelhandbuch " hätte ich bei der Charakteristik dieses Vogels insbesondere 
noch hinzufügen müssen, dass er sich, besonders, wenn er in Angst ist um seine 
Jungen, durch das Schwenken des Schwanzes in wagrechter Linie von anderen 
Würgern, die ihn nur in senkrechter bewegen, deutlich gut unterscheidet. Da 
es von Wichtigkeit ist, im nächsten Jahr (1907) den Vogel wiider festzustellen, 
gebe ich hier sein Bild und seine Charakteristik (nach „Vogelhandbuch"): 




llotkopfiger Würger, Waldkatz, Pommeraiier (Lanius seiiator). 



Oben schwarz, unten weiss, Stirn und Augengegend schwarz, Hinterkopf 
rostbraun, Schultern und Spiegel weiss (junger Vogel gesperbert). Länge 
20 cm, Flugbreite 34 cm. Verbreitung: Europa. Westasien, Nordatrika; in 
Deutschland jetzt rocht selten. Früher war er einmal häutiger. Wir hatten 
ihn bisher in unserer ornithologischen Praxis noch nicht in der Freiheit gesehen. 
Schwerer zu konstatieren ist er entschieden dadurch, dass er sporatisch aultritt. 
D. Paulstich in Hanau schreibt mir, dass er dies 'U Würger früher bei Hanau, 
Bischofshf'im , Hochstedt, Wachenbuchen, Bruchköbel, Nieder- Issigheim und 
Windecken beobachten konnte. 



ÜBER DAS 



MILCHGEBISS DER PAARHUFER. 



EINE LlTERAirRGESCHICHTLICH-VERGLEICHENDE STUDIE 



IN 2 TEILEN. 



VON 



H. BEHLEN, 

HAI GER. 



I. TEIL: LITERATURGESGHICHTLICHES. 



Abkürzungen: 

m = Molaren, 

p := Prämolaren, von hinten nach vorn gezählt, 

d = Milchhackzähne, desgleichen, 
o. = obere Zähne, 
u. ^ untere Zähne. 



1863. L. Riitimeyer, Beiträge zur Kenntnis der fossilen Pferde und zur 
vergleichenden Odontographie der Huftiere überhaupt, in den 
Verh. d. naturforsch. Gesellschaft III, Basel 1863. 

Riitimeyer betrachtet die Zähne der Unpaarhufer und Paarhufer 
im wesentlichen als strukturell gleich zusammengesetzt. Er unterscheidet 
3 Gruppen: 1. Gruppe Unpaarhufer mit homöodonten p; 2. und 3. Gruppe 
Paarhufer mit heterodonten p. Die 2. Gruppe ist repräsentiert durch 
die bunodonten Schweine und Flusspferd nebst einigen fälschlich hieher 
gezogenen Unpaarhufern ; die 3. Gruppe umfasst alle nicht bunodonten 
Paarhufer, also die Selenodonten. 

Obere Milchbackzähne der 2. Gruppe. Sie weichen in sehr 
eigentümlicher Weise von den Ei'satzzähnen ab. Die p sind reduzierte, 
seitlich zusammengedrückte m und bestehen aus der [zweihöckerigen] 
Aussenwand und dem vorderen Joch, während das hintere verkümmert. 
An den vorderen p schwindet auch der vordere Innenhügel, dj ist hier 
sehr häufig eine Wiederholung der m. Bei den vorderen d schwindet 
zuerst der vordere Innenhügel (an dg), dann auch der hintere Innen- 
hügel (an dj) und verschmelzen gleichzeitig die beiden Aussenhügel in 
eine einzige Zacke. 

Obere Milchbackzähne der 3. Gruppe. Anoplotherium, 
Dichobune, [Hyae-]moschus aquaticus und [Tragulus-]kantschil verhalten 
sich vollkommen so wie die Schweine (2. Gruppe). d^ entspricht, 
wenigstens zunächst bei Hyaemoschus und Tragulus einem m. d^, ist 
von dreieckiger Gestalt und besteht aus einer durchaus normalen Hinter- 
hälfte eines m und aus einer in die Längsachse des Kiefers gestellten 
Vorderhälfte, d^ besitzt nur eine dreizackige Aussenwand, mit welcher 
das Nachjoch verschmilzt. Die übrigen Wiederkäuer der Gegenwart 
haben anders gebildete d. Paradigma: Hirsch. Die d sind dem m 
gleich gebildet und bestehen also aus 2 wohlgebildeten Zahnhälften : 
nur bei d.j verkümmert die hintere Zahnhälfte etwas ; mehr bei deij 
Cavicorniern und Cameliden als bei den Cervicorniern. 



— 188 — 

Obwohl die oberen Präraolaren von Rütimeyer nicht zum 
Vergleich mit den Milchzähnen herangezogen werden, so ist doch des 
Zusammenhangs wegen nötig R ü t i m e y e r s Ansichten über die Zusammen- 
setzung der p wiederzugeben, p^ bildet einen einfachen geschlossenen 
Halbmond, er scheint dem hinteren Halbmond von m^ zu entsprechen, 
allein er entspricht dem vorderen und die Hinterhälfte von m^ ist unter- 
drückt bis auf eine ganz geringe Spur. Weit stärker ist der rudimentäre 
Halbmond ausgebildet an p^ und Pg. Dabei scheint die Ausscnwand, 
wenn auch sehr verkürzt in ihrer Gesamtheit in diesen Zähnen ver- 
treten zu sein. Auch bei sämtlichen Wiederkäuern gilt das Resultat, 
dass ihre p nicht etwa ausschliesslich, sondern nur vorzugsweise den 
vorderen Hälften der m entsprechen, während die hinteren Hälften der 
letzteren reduziert als undeutlich abgegrenzter Anhang der Vorderhälften 
erscheinen. Nur die javanischen Moschusarten und wohl auch das 
senegambische Moschustier [Tragulus und Hyaemoschus] weichen insofern 
ab, als nur p^ noch dem heutigen Wiederkäuertypus folgt; die zwei 
vordersten p (P2 und Pg) bilden schneidende Zacken wie bei Anoplotherium 
und sind wie bei diesen wesentlich nur aus der Aussenwand von m 
gebildet, vielleicht mit angeschmolzenen Teilen des Vorjochs. In letzterem 
Falle wären diese Zähne auch den vorderen p der Schweine gleich. 

Untere Milch backzäh ne bei sämtlichen Paarhufern. Die d 
sind Vorbilder der p. Obwohl es viel ungezwungener erscheint, die 
2 hinteren Dritteile von d^ mit m^ parallel zu stellen, und das vorderste 
Dritteil als Überschuss des Milchzahns über den Betrag eines späteren 
Zahnes zu betrachten, so glaubt Rütimeyer nichtsdestoweniger richtig 
zu urteilen, wenn er die 2 vorderen Dritteile von d^ mit dem Ersatz- 
zahn vergleicht und den hintersten Lappen als Überschuss 
betrachtet, d^ ist bekanntlich m.^ sehr ähnlich, doch unterscheidet er 
sich durch die vollständigere Ausbildung einer hintersten oder dritten 
Zahnhälfte. Da aber der hinterste Prämolar alle Elemente von Molaren 
enthält, allein allerdings den hinteren Halbmond in sehr reduzierter 
Form, so scheint es ihm wohl richtig, den hintersten Milchzahn nicht 
etwa dem m.^ zu vergleichen, sondern dem p^, dessen hinterer 
Halbmond indes vervollständigt wäre und überdies das 
grosse Anhängsel, einer Zahnhälfte gleichwertig, erhalten 
hätte. Diese Deutung erscheint Rütimeyer um so richtiger, als 
auch d^, sich vor p^ namentlich durch auffallende Vervollständigung der 
hinteren Zahnhälfte auszeichnen soll, 



— 189 — 

Die unteren Prämolaren sind seitlich komprimierte m. I)ie 
beiden Vorderhügel verschmelzen bei pj^ zu einer einzigen, beiPalaeoclioerus, 
Choeropotamus, Anthracotherium minimum, Dicotyles und selbst Sus 
jedoch noch zweispitzigen Zacke; der hintere Innenhügel verkümmert. 
Die p von Anoplotherium, Tragulus und den Wiederkäuern entsprechen m 
mit bedeutend reduziertem Nachjoch und in die Längsachse gedehntem 
Vorjoch. 

R ü t i m e y e r schliesst : »Es führen uns j e w e i 1 e n die Milch- 
zähne den gemeinsamen Inhalt des späteren Gebisses in 
einer Art vereinigten Budgets vor; das Ersatzgebiss verwertet 
dann den Betrag desselben zu spezielleren Zwecken ; innerhalb sehr 
enger Grenzen bei Imparidigitata, wo höchstens die vordersten und 
hintersten Zähne der Reihe von dem gemeinsamen Plane etwas abweichen, 
weit mehr bei Paridigitata, wo die p fast durchgehends sich als weit- 
gehende Derivate der m erweisen. Der analogen Lage entsprechend 
bleiben dann die Molaren diesem Grundtypus der Milchzähne treuer, 
während die Prämolaren ihn zu differenteren Spezialfunktionen umändern, 
als dies die vorderen Milchzähne tun .... Zur Beurteilung von 
Unterschieden zwischen der Spezies, zur Isolierung und Analyse der 
Zahnformen werden wir uns stets an die Formen des definitiven Gebisses 
halten müssen; allein wie Owen schon vielfach es nachgewiesen 
(Odontography), wird uns das Milchgebiss hauptsächlich leiten müssen 
bei der Untersuchung der Beziehungen zwischen benachbarten Genera, 
der Synthese ; es weist uns auf die Zentren zurück, welche innerhalb 
oder überhalb der grossen Peripherie der Spezialformen liegen«. 

1865. L. Rütimeyer, Über die historische Methode in der Paläonto- 
logie. Einleitung zu »Beiträge zu einer paläontologischen 
Geschichte der Wiederkäuer, zunächst an Linnes Gen. Bos«, 
in den Verb, der naturforsch, Gesellschaft IV, 2, Basel 1865. 

1867. L. Rütimeyer, Versuch einer natürlichen Geschichte des Rindes, 

1. und 2. Abt. in den Neuen Denkschriften der allgem. Schweiz. 

Gesellsch. f. d. gesamten Naturwissenschaften XXII. Basel 1867. 

Auch diese Ausführungen über das Zahnsystem sind im allgemeinen 

eine Wiederholung derer von 1863. Rütimeyer schliesst auch (1867) 

hier mit folgenden allgemeinen Ergebnissen : 

»In diesem Lichte allein (der Deszendenz) gewinnt auch die merk- 
würdige Tatsache, dass überhaupt in der grossen Mehrzahl der Säugetiere 



— 190 — 

dem bleibenden Gebiss ein davon meistens erheblich verschiedenes 
vorausgeht, eine neue und unerwartete Bedeutung. Physiologisch ist 
diese Tatsache offenbar ein Rätsel, in dem wir auf der einen Seite 
durchaus nicht gewahren, dass das Tier in gleichem Mafse mit dem 
Alter seine Nahrung wechselt, und andererseits auch eine ganze Anzahl 
von Tieren das ganze Kapital an Gebiss entweder sofort ausgeteilt 
erhält oder doch lebenslang zu vermehren imstande ist (Zähne von 
permanentem Wachstum), Ich stehe daher nicht an, hier von neuem 
auf die Rolle aufmerksam zu machen, welche ich dem Milchgebiss in 
einer früheren Arbeit [1863] zuschrieb, indem ich es als Erbteil 
früherer Formen an spätere beurteilte, oder als faktischer Betrag 
jener in neuerer Zeit so vielfach postulierten Übergangsformen in der 
Geschichte der Spezies . . . [z. B.] : Anoplotherium, Dichodon, Dichobune, 
Xiphodon u. s. w. vererben ihr Milchgebiss an Tragulus und Hyaemoschus, 
die Palaeochoeriden (Palaeochoerus, Choeropotamus) vererben die Charak- 
tere ihres definitiven Gebisses an das Milchgebiss von Dicotyles u. s. w.« 

Rütimeyers Ansichten sind zwar noch sehr unsichere Versuche 
diese vielgestaltigen Verhältnisse zu deuten und einigermafsen unter 
einen Hut zu bringen, aber sie bilden immerhin die Grundlage der 
folgenden Untersuchungen. 

1873. W. Kowalevsky, Monographie der Gattung Anthracotherium und 
Versuch einer natürlichen Klassifikation der fossilen Huftiere, 
in den Palaeontographica N. F. 11. 3, XXII, 1873. 

Sehr wichtig sind Kowalevsky s Ansichten über die Prämolaren 
der Paarhufer. Die p entsprechen weder der hinteren noch der vorderen 
Hälfte der m. »Wenn man die p als reduzierte m ansieht, so 
impliziert eine solche Annahme schon den Fall, wo diese p noch nicht 
reduziert und folglich den m gleich waren; in der Tat aber, je ältere 
Formen wir zur Untersuchung ziehen, desto schroffer wird der Gegensatz 
zwischen p und m . . . 

Soweit unsere Erfahrung reicht, gehen die p von einer sehr 
einfachen, den m schroff entgegengesetzten Form in 
eine verwickelte über, wobei sie sich nach und nach komplizierten 
und endlich in vielen Fällen im Endresultat den m ähnlich werden« 
(z. B. unterer pj bei Alces, Tarandus und Dicotyles). 

Obere Milchbackzähne. dj ist übereinstimmend bei allen 
Paarhufern immer wie ein echter m gestaltet, bloss etwas kleiner. 



— 191 — 

d^ hat immer eine dreieckige Gestalt, indem an ihm immer nur die 
zwei hinteren Halbmonde vollständig ausgebildet sind. Der vordere 
innere Halbmond [ergänze der m ! | fehlt, was diesem Zahn eine sehr 
charakteristische dreieckige Form gibt, dg ist noch einfacher, d^ wird 
hier nicht weiter erwähnt. Bei den vorgeschrittensten jüngsten Ruminantiern, 
nämlich Boviden und vielen Antilopen büsst d_, seine dreieckige Gestalt 
ein, kompliziert sich und wird m-ähnlich. Kovvalevsky hebt hervor, 
dass es unrichtig wäre zu sagen, der hintere Teil von d.^ gleiche der 
hinteren Hälfte von m, indem z. B. die hintere Hälfte der m von 
Dichobune 3 Halbmonde hat. Andererseits hat freilich der hintere 
Teil von do von Cainotherium 3 Halbmonde genau wie die m, auch ein 
innerer Halbmond der Mittelspitze des dreispitzigen d^, ist vorhanden. 
Der Widerspruch gegen die vorher aufgestellte Regel scheint indes K. 
nicht aufgefallen zu sein. Nur die »Dreieckigkeit«, auf die K. so 
grossen Wert legt, bleibt also bei dg bestehen. 

Untere Milchbackzähne, Als allgemeine Regel gilt hier 
folgendes : d^ hat bei allen Paarhufern die bekannte sechslobige Gestalt 
(3 Halbmond- oder Höckerpaare) ; dg hat hinten 2 Loben, nach vorn 
zu wird dieser Zahn gewöhnlich scharf. Mit einer einzigen Aufnahme 
[die jedoch scheinbar ist, da Chalicotherium kein Paar- sondern ein 
Unpaarhufer ist] folgen alle lebenden und fossilen Paarhufer dieser 
allgemeinen Regel. Auf Hypothesen über die Herleitung oder Hoino- 
logisierung der Milchzähne lässt sich Kowalevsky nicht ein. Nur 
nach einer gelegentlichen Äusserung S. 253, Anmerk. 2 bei Besprechung 
des dj eines Suiden von Mauremont, ist Kowalevsky geneigt, den 
dl einem m zu homolog isiere n, an dem das vordere Drittel 
superaddiert ist. 

1880 83. L. Rütimeyer, Beiträge zu einer natürlichen Geschichte der 
Hirsche, 1. u. 2. Teil in den Abh. der Schweiz, galäontolog. 
Gesellschaft YII, VHI u. X, Basel 1880/83. 

Obere Milchbackzähne. Rütimeyer hält gegenüber K o w a - 
levsky an seinen alten Ansichten fest. Bei den normalen Wieder- 
käuern folgen die d durchaus dem Plan der ra, nur dg erfährt, obwohl 
in geringerem Grade, eine ähnliche Reduktion der Hinterhälfte und 
eine seitliche Kompression wie die p. Die Traguliden bilden eine 
besondere Gruppe, die sich dem bei den Omnivoren herrschenden Plane 
anschliessen ; dj^ folgt dem m-Plan, d^, ist in der Vorderhälfte auffällig 



— 192 — 

in die Länge gezogen und von dreieckiger Gestalt ; die Hinterliälfte ist 
m-ähnlich, die Vorderhälfte dagegen kompress und schneidend. Letzteres 
noch mehr bei do. Wie Kowalevsky die Form der d für alle 
Paridigitaten (Selenodonten und Bunodonten) gleichartig nennen und 
also do von Suina und Tragulina als denjenigen von normalen 
Euminantia gleichwertig erachten kann, istRütimeyer unersichtlich. 
Trotzdem wird man unschwer bei Rütimeyer Kowalevsky sehen 
Wendungen begegnen. 

Untere Milchbackzähne. Im Vergleich mit den m verhalten 
die d sich wie die p. Sie sind wenig von diesen verschieden bei den 
Wiederkäuern (ebenso wie bei neueren Imparidigitaten), wo nur d^ 
den vollen Molar in halt besitzt und sogar mehr als das, 
nämlich noch ein vord er stes Hügelpaar [vfrgl. 1873, Kowa- 
levsky am Schluss !], wodurch dieser Zahn dreiteilig und insofern dem 
mg einigermafsen ähnlich wird, obwohl klar ist, dass an m^ ein hinterstes 
und aus einer einfachen Schlinge oder Halbmond bestehendes Dritteil 
zugefügt ist, während an d^ ein vo rderstes Dritteil mit voll- 
ständiger Marke hinzukommt. Ähnlich verhält es sich bei 
Omnivoren, Anoplotherien und Tragulinen, wo die d, abgesehen von 
der Dreiteiligkeit des d^ sich nur durch gestrecktere Form von den p 
unterscheiden. 

Auch in der Zusammenhaltung der d, mit Ausnahme des u. d,, mit 
den p — früher mit den m — vollzieht sich bei Rütimeyer eine 
Annäherung an Kowalevsky. 

Die ohne Schwertstreich vollzogene Schwenkung Rütimeyers 
hinsichtlich der Auffassung des d^ [1863 und 1867 tritt das Drittel 
hinten, jetzt vorn hinzu] beweist die Unsicherheit und Äusserlichkeit 
dieser Auffassung und daher auch der des ganzen Milchgebisses. »Das 
Milchgebiss führt, so schliesst Rütimeyer auch hier wieder, obwohl es 
nur aus 3 oder 4 [Milchback-JZähnen besteht, uns doch jcAveils gewisser- 
mafsen die Total funktion des erwachsenen Gebisses in einer 
Art kombinierten Bmlgets vor Augen, das dann von Molaren und Prä- 
molaren zu spezielleren und diverseren Organen umgestempelt wird«. 
Rütimeyer hält also auch hier das Milchgebiss für primitiver als 
das definitive. Der Gedanke der »Totalfunktion« ist an sich richtig 
und auch in ähnlicher Weise gewandt, wie wir sehen werden, von 



— 193 — 

Schlosser 1886 undStelilin 1899/1900 vorgetragen worden. »Das 
Milchgebiss bildet, sagt R., also eine Art Generalisation des gesamten 
definitiven Gebisses und wird uns in der Regel, namentlich bei s.yn- 
thetischer Vergleichung verschiedener Gebissformen allerlei Wegweisung 
bieten, während das definitive Gebiss und die von der Natur zu stände 
gebrachte Analyse oder Differenzierung vor Augen stellt. Das erstere 
wird uns also wohl auch in der Regel mehr memorative Verbindungs- 
linien zwischen verscliiedenen Tierformeu aufdecken, das zweite mehr 
prospektive Spaltungen.« — 

Inzwischen erfolgten die grossartigen, paläontologischen Entdeckungen 
im nordamerikanischen Tertiär, die eine Revolution in den Anschauungen 
über Verwandtschaft und Abstammung der Säugetiere hervorriefen. Die 
Fortschritte, die infolge dieser Entdeckungen auf unserem Gebiete 
gemacht wurden, haben einen äusserst prägnanten Ausdruck gefunden 
in einer nicht grossen aber sehr inhaltreichen und hochinteressanten 
Arbeit Max Schlossers. 

1886. M. Schlosser, Beiträge zur Kenntnis der Stammesgeschichte der 
Huftiere und Versuch einer Systematik der Paar- und Unpaar- 
hufer, im Morpholog. Jahrbuch 12, 1886. 

Schlosser berücksichtigt mehr als bisher — und das ist ein 
grosser Fortschritt — den Antagonismus beider Kiefer, d^ des Unter- 
kiefers und dg des Oberkiefers sind bei den Artiodactylen durchgehends 
komplizierter gebaut als die wirklichen Molaren. Es ist sehr wahr- 
scheinlich, dass diese Beschaffenheit schon sehr weit zurückdatiert. 
Schlosser findet solche schon bei ihren vermutlich condylarthren 
Vorfahren, den Periptychiden, so bei Conoryctes Cope. [Jedoch können 
m. E. die als Milchzähne (d^ und d^) angesehenen, abgebildeten oberen 
Zähne von Conoryctes auch wohl anders — als m oder p oder d von 
Perissodactylen — gedeutet werden.] Selbst bei den Perissodactylen sei 
der Milchzahn bedeutend grösser als sein Nachfolger, bei einigen sogar 
noch bedeutend komplizierter. »Der Zweck hiervon, sagt Schlosser , 
ist ohne weiteres klar, denn die hinteren Milchzähne sind es, welchen 
anfangs die P'unktion der Zerkleinerung der Nahrung zukommt. Hätten 
dieselben die Gestalt ihrer Nachfolger, der Prämolaren, so könnten sie 
diese Aufgabe nur höchst unvollkommen, ja bei weitaus der Mehrzahl 
der Huftiere überhaupt nicht erfüllen, denn es stellen die Prämolaren 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 



Vi ../^^^C^T;; 



- 194 — 

meist ^) uur ganz einfache komprimierte Hügel dar, namentlich bei den 
geologisch älteren Formen. Dass bei den Perissodactylen diese auf- 
fallende Komplikation der Milchbackzähne nicht soweit gediehen ist, 
hat darin seinen Grund, dass hier die Prämolaren sehr bald aneinander- 
schlossen und an Ausdehnung und Zusammensetzung gewannen, wodurch 
der Raum für die Milchbackzähne wesentlich eingeschränkt wurde, 
während bei den Artiodactylen die Prämolaren ihre ursprünglichen 
Dimensionen bewahrt haben. Zu diesem Zweck — der Raumausfülluug — 
haben sich auch allem Anschein nach die p von Dichodon und Rhaga- 
therium so beträchtlich verlängert und differenziert. Auch hier handelte 
es sich um Ausfüllung der Lücken zwischen den ursprünglich sehr weit 
abstehenden p. Wenn aber nun hier, nicht aber auch bei anderen 
Artiodactylen mit weit auseinanderliegenden Prämolaren diese Modi- 
fikation erfolgte, so ist zu bedenken, dass die beiden Genera Endglieder 
einer erlöschenden Formenreihe darstellen«. Diese Darstellung gibt 
uns keinen völlig befriedigenden Aufschluss über das Verhältnis der 
Milchzähne zu den Prämolaren. Soviel ist jedoch klar, Schlosser 
sieht die Milchzähne als Vorgänger der Prä molaren an, d. h. 
doch wohl, wenn mit diesem Wort überhaupt ein bestimmter Begriff 
verbunden werden soll, als vorgängige Dentition, aus deren Keimen 
auch die Prämolaren entstehen. Nicht ganz damit in Einklang zu 
bringen ist, wenn es weiter heisst : »Die Streckung der d begann wohl 
schon bei den allerersten Condylarthren, erreichte aber vermutlieh bei 
den Phenacodontiden nur ein geringes Mafs. Bei den Fleisch- 
fressern sind die hinteren d niemals komplizierter und grösser als 
ihre Nachfolger, der obere p^ und der untere m^ , die 
Reisszähne«. Nachfolger ist hier also in ganz anderem Sinne 
gebraucht, als örtlich-rückwärtige Folge, nicht als zeitliclie Zahn- 
folgo des Ersatzzahnes an derselben Stelle. 

Auf die Theorie von Baume über das Milchgebiss, auf die 
Schlosser sodann näher eingeht, kann hier ebensowenig Rücksicht 
genommen werden wie auf die Theorien über die Dentitionen von 
Loche, Rose, Küken thal, Schwalbe u. a. 

J) Pas tritrt jedoch nur bei den Artiodactylen zu ; bei den Perissodactylen, 
ancli bei den ältesten, ist immer wenigstens der hinterste Prämolar und Milch- 
zahn den Molaren wesentlich gleichgestaltet. Auch im Artioilactylenmibhgebiss 
ist schliesslich kaum mehr erreicht, als was bei den Perissiidactylen schon durch 
die (ileichgestaltung des hintersten Prämularen und Milchzahnes vorlag. 



195 

Sc bloss er hat sich jedoch mit der oben wiedergegebeueii Auf- 
fassung des Milchgebisses nicht begnügt. In dem Kapitel »P^rgebnisse« 
bringt er noch neue Gesichtspunkte. »Diese merkwürdige Komplikation 
der d bei Artiodactylen kontrastiert auffallend mit der Einfachheit 
der p, ist aber eine absolute Notwendigkeit, da die d wirklich und 
zwar ziemlich lange funktionieren-. Das trift't aber doch auch für den 
Perissodactyleu zu, wie denn auch Schlosser fortfährt: »Auch bei 
den Perissodactyleu sind die d viel komplizierter als die p, bei manchen 
— Ehinoceriden — erreicht sogar der verletzte d des Unterkiefers 
einen viel komplizierteren Bau als ein m , gerade wie der letzte 
untere d der Artiodactylen. Ähnliche Verhältnisse existierten zweifellos 
auch schon bei den Condylarthra. Bei allen Gliedern dieser Ordnung 
hatten wohl die hinteren d wenigstens eine ebenso komplizierte Struktur 
wie Molaren, und selbst bei den fleischfressenden Vorläufern der 
Condylarthren ahmte vermutlich der letzte untere d bereits die P'orm 
des Reisszahns, der letzte obere sogar vielleicht die eines m nach, wie 
Didelphis«. Das sind aber doch hinsichtlich der Condylarthra nur Ver- 
mutungen. Die Komplikation der p soll (S. 105) bei den Artiodactylen 
weniger notwendig gewesen sein, als bei den Perissodactylen, Als 
Gründe werden angeführt: "Erstens wird durch das innige Ineinander- 
greifen der 0. und u, [Paarhufer-jBackzähne die vorhandene Kaufläche 
an und für sich besser ausgenutzt als bei den Perissodactylen, bei 
welchen — namentlich bei Rhinoceros' — die Oberflächen der einzelnen 
Zähne noch genug Lücken übrig lassen. Sodann ist ja ein Teil der 
Paarhufer — die Bunodonta — ohnehin nicht auf ausschliessliche 
Pflanzennahrung angewiesen und endlich wird auch bei den Selenodonten 
der Gewinn der durch Verstärkung der p entstünde, abgesehen von dem 
innigen Ineinandergreifen der o. und u. m. auch durch die Fähigkeit 
des Wiederkauens völlig entbehrlich«. Jedoch es greifen die Perisso- 
dactylenmolaren doch ebenso innig und völlig gleichartig ineinander 
wie bei den Artiodactylen. Die Lücken, oder vielmehr Löcher, nicht 
zwischen, sondern vielmehr in den Perissodactylenbackzähnen wieder- 
holen sich in den Marken der Artiodactylen und wirken, nicht ganz so 
aber ähnlich, wie die Perforationen eines Sägeblatts zur Aufnahme des 
Sägemehls, zur P'esthaltung der noch nicht ganz zerkleinerten Nahrung 
auf den Zähnen. Sodann sind gerade die p der wiederkäuenden Paar- 
hufer schliesslich ebenso oder noch komplizierter geworden wie bei den 
Unpaarhufern, so bei Alces, Tarandus »und selbst schon, wie Schlosser 

13* 



^ 196 — 

diesen zufügt, bei dem obermiocänen Micromeryx, so dass Utitimeyer 
sich veranlasst sah, die p geradezu für reduzierte ni zu halten, während 
doch in Wirklichkeit gerade im Gegenteil die p ursprünglich noch 
ganz einfach waren und erst allmählich eine kompliziertere Struktur 
erlangt haben«. Der Kern der Sache ist eben der. dass die p bei den 
Paarhufern auf so ganz anderem Wege und offenbar viel später kom- 
pliziert geworden sind als bei den Unpaarhufern, bei denen schon in 
den ältesten Formen der hinterste p und d wenigstens fast m- gleich 
war und dieses also trotz der angeblich so nahen Verwandtschaft beider, 
die die Autoren sie in die engere Familie der Huftiere zusammenfassen 
lässt. Jedoch haben aber die Paarhufer, wie gerade Schlo sser zeigt, 
sowohl im Zahnbau wie auch im Skelett, viel mehr Verwandtschaft mit 
den Fleischfressern wie mit den Unpaarhufern. 

1887/88. M. Schlosser, Die fossilen Affen, Referat im Arch. f. 
Anthropol. XVII, 18S7/88, S. 284. 

»Auf die Komplikation der Prämolaren der Huftiere und Affen 
habe ich schon aufmerksam gemacht; es erfolgt dieselbe fast ganz wie 
jene der ni, doch kommt es meist nur zur Bildung von scheinbaren 
halben m, ausser bei den Unpaarhufern«. 

1888. Marie Pavlow, Le developpement des £quidae, nach Schlossers 
Zoolog.-Lit.-Bericht für 1888 im Arch. f. Anthropol. XIX, 
1890/91, S. 159. 
»Die Milchzähne galten bisher für einen altertümlicheren Typus 
als die Prämolaren, indem sie die Eigenschaften der Stammeltern des 
betreffenden Tieres wiederholen sollten; sie sind jedoch bei der Pferde- 
reihe stets komplizierter als die Prämolaren und kommen den Prämolaren 
des jeweiligen nächstfolgenden Gliedes in dieser Formenreihe schon 
näher, sind also prophetisch -— wie dies übrigens schon Rütimeyer 
bemerkt hatte. Referent (Schlosser) muss hier betonen, dass dieser 
Satz nur für die Huftiere gilt und auch da nur für die Perissodactylen. 
Bei den Fleischfressern findet das gerade Gegenteil statt, indein die 
Milchzähne hier stets noch den Typus der altertümlicheren Formen 
repetieren«. Also auch die Rütimeyerschen Schlagwörter »prophetisch« 
und »zurückweisend« oder »prospektiv« und »memorativ« (s, Rüti- 
meyer 1880/83, 2. Teil, S. 8) wird man gut tun in die Rumpel- 
kammer zu stellen; man rückt mit ihnen dem eigentlichen Problem 
nicht näher. 



— 197 — 

1890. M. Schlosser. Über die Deutung des Milchgebisses der Säuge- 
tiere, im biolog. Zentralblatt X, 3, Erlangen 1890. 

Schlosser behandelt nach kurzer Erwähnung der Baumeschen 

Ansichten zwei neue Hypothesen von Oldfield Thomas und Jacob 

Wort mann über die Entstehung des Milchgebisses. Ich übergehe 

diese der vorliegenden engeren Aufgabe fernliegenden Ausführungen 

um so eher, als Schlosser S. 91 zu dem Resultat kommt: »So 

viel dürfte aus diesen Ausführungen hervorgehen, dass 

wir zur Zeit noch nicht in der Lage sind, den Zahn - 

Wechsel der Säugetiere in befriedigender Weise zu 

erklären. Wir sind bei dem bis jetzt vorliegenden Material weder 

im Stande die allmähliche Entstehung von Ersatzzähnen nachzuweisen, 

noch erlaubt uns dasselbe ohne weiteres an die Verhältnisse bei den 

Reptilien anzuknüpfen und das definitive Gebiss der Säuger oder doch 

eines Teiles dieser Zähne mit den Ersatzzähnen der Reptilien zu 

homologisieren . . . ^Positiv wissen wir nur soviel, dass das Milch- 

gebiss allenthalben in der Reduktion begriffen ist, sowohl bei den Mar- 

supialiern als auch bei den Placen talier n. Die Stammformen der 

letzteren, die generalisierten primitiven Creodouten, die etwa zu 

Ende der Kreidezeit gelebt haben, besassen sicher 3 i d, 1 c d, 4 p d, 

somit das vollständigste Milchgebiss überhaupt bei 44 Zähnen, also 

3 14 3 

— i, — c, — p. - - m möglich war, ein Verhältnis, das sich bei den 
3 14 3 ' 

älteren Raubtier- und Huf ti er formen — Hyrax. der ältesten 
Perissodactylen,Artiodactylen und wohl auch Ambly poden — 
noch eine Zeitlang erhalten hat. Dann aber erfolgte wenigstens Reduk- 
tion des pd^ — des vordersten. Die Insektivoren, Fledermäuse und 
Nager sowie Proboscidier erlitten eine sehr rasche Reduktion des Milch- 
gebisses«. 

Von hervorragender Wichtigkeit für die vorliegende Arbeit ist 
eine weitere Untersuchung Schlossers. 

1892. M. Schlosser, Die Entwicklung der verschiedenen Säugetier- 
zahnformen im Laufe der geologischen Perioden, in den Verh. 
d. deutschen odontolog. Gesellschaft 111, 2 und 3, Berlin 1892. 

Schlosser geht aus von der Ansicht, dass die ursprünglichen 
Säugetierzähne , Molaren wie P r ä m o 1 a r e n , nur einfache 
alternierend ineinandergreifende Kegelzähne gewesen 



seien. Cope und Osborn suchen den Übergang- dieser einfachen 
Kegelzähne in die komplizierteren Molaren der heutigen Marsupialier 
und Placentalier nachzuweisen, bei den Oberkiefermolaren in den 
Trituberkularzahn , bei den Unterkiefermolaren in den Tuberkular- 
sektorialzahn. Wir müssen des Verständnisses des Nachfolgenden wegen 
kurz auf diese Theorie eingehen ; sie hat ihren Ausgangspunkt an den 
Molaren der Insektivoren und Fleischfresser (besonders Creodonten) und 
einiger Marsupialier wie Didelphis genommen. 

Der Trituberkulartypus der o. m zeigt einen vorderen Aussen- 
höcker (Paracon), einen hinteren Aussenhöcker (Metacon) und einen 
Innenhücker (Protocon). Die Höcker sind im Dreieck angeordnet, 
jedem Höcker entspricht eine Wurzel. Der Tuberkularsektorialtypus 
der u. m zei-t rinen vorderen höheren Abschnitt und einen hinteren 
niederen, angeblich ursprünglich unausgebihleten. Der vordere Abschnitt 
greift stets den o. m vor und besteht aus einem Aussenhöcker (Proto- 
conid), einem Innenhöcker (Metaconid) und einem Vorderhöcker (Para- 
conid). Der hintere niedrigere heisst Talon oder Hypoconid: er soll 
anfangs erst als eine Basalknospe auftreten und später sich zur hinteren 
Hälfte des Zahns, dem Talon entwickeln. Der Talon würde also 
ebenfalls aus 3 Zacken bestehen, die aber (was zu ergänzen ist) nicht 
eine einfache Wiederholung der Vorderhälftc, sondern das Spiegelbild 
derselben darstellen würden. Man hätte also noch einen hinteren 
Aussen- und Innenhöcker und einen m. E allerdings sehr hypothetischen 
Schlusshöcker, denn gewöhnlieh kommt dieser überhaupt nicht in Frage, 
Der Talon greift hinter den oberen vorderen Aussenhöcker, oder umge- 
kehrt ausgedrückt : der o. m ruht mit seiner Delle auf dem xiussen- 
höcker des Talons. Schlosser macht darauf aufmerksam, dass die 
Oberkiefer immer ein wenig über die Unterkiefer herausragen und 
dass die oberen Zähne nicht allein zwischen, sondern auch ein wenig 
ausserhalb der unteren zu stehen kommen. Schlosser macht ferner 
darauf aufmerksam, dass die Deutung des Innenhöckers der o. m, als 
das ursprüngliche Element des Zahns nicht berechtigt zu sein scheine, 
vielmehr sei als solches eigentlich einer der Aussenhöcker anzu- 
sprechen. Schlosser wird darin bestärkt, dass auch bei den oberen 
Prämolaren die ersten Neubildungen stets auf der Innenseite des 
Zahnes auftreten, während das Homologon des Protocons zweifellos in 
dem primären Zacken — das heisst also im Aussenzacken — gesucht 
werden muss. Vorder- und Hinterpartie der u. m haben je eine Wurzel. 



— 199 

Auf der eben skizzierten Stufe der Molareneiitwickluug stehen 
viele Insektivoren, Fledermäuse und namentlich Didelphis, also neben 
einem Marsupialier die primitivsten Placentalier. Auch die ältesten 
Fleischfresser — Creodonten — stehen auf dieser Entwicklungsstufe. 
Bei den Carnivoren dagegen - und es ist für unsere spätere Unter- 
suchung wichtig, auch hierauf einzugehen — und einigen Insektivoren 
erniedrigt sich beim u. m unter Schwund des Vorderzackens die Vorder- 
partie. Vorderpartie und Talon werden gleich hoch und gleich; der 
Zahn besteht also aus einem vorderen und hinteren Höckerpaar, denen 
je eine Wurzel entspricht. Jedes dieser Höckerpaare besteht aus 
Aussen- und Innenhöcker. Weiterhin unterliegt zuerst nig, dann m^, 
nocli weiterer Reduktion unter Verschmelzung der Wurzeln. Nur nij 
hat die ursprüngliche Tuberkularsektorialstruktur ganz bewahrt, der 
vordere Aussen- und Vorderhöcker entwickeln sich aber zu einer 
Schneide, und der über und vor ihm stehende obere erste Prämolar 
bildet sich eigentümlich um ; beide zusammenwirkenden Zähne sind die 
Ke isszäh ne (Reduktion). Bei der Anpassung der Carnivoren an 
gemischte Kost vergrössert sich bei den u. m der Talon und die o. m 
werden durch Sekundärhöcker, besonders einen inneren Hinterhöcker 
(Hypocon) verstärkt (Erweiterung). 

»Unter allen Umständen — wir geben Schlosser wieder das 
Wort — lassen die hin tersten M ilchzähne in beiden Kiefern den 
ursprünglichen Trituberkular- und Tuberkularsektorialtypus besser 
erkennen als die eigentlichen Molaren, insofern in dem ersteren Falle 
die primitiven Elemente dieser Zahntypen noch sämtlich vorhanden 
sind, in dem letzteren Falle jedoch die neuen Zutaten, Höcker und 
Wülste der oberen Molaren noch viel weniger entwickelt erscheinen 
und jeder Zacken der unteren Molaren noch viel spitzer und höher, 
der Talon aber noch viel kleiner bleibt <'. Durch diesen Satz ist aus- 
gedrückt, dass der hintere untere dj dem später hinter ihm 
erscheinenden benachbarten m^, die oberen d^ und d^ aber den später 
je um einen Zahn nach hinten folgenden p, und m^ gleichen, und 
sogar dann noch, wenn der untere m^ wie z. B. bei den Feliden 
(s. Schlosser 1886, S. 110) noch weitere Reduktion. Verlust des 
Talons erlitten hat. Diese Auffassung der Milchzähne steht jedoch in 
gewissem Widersprucli mit der von 1886. wonach die Milchzähne als 
Vorgänger der P r ä m o 1 a r e n , zwar provisorische funktionelle Ver- 
treter der Molaren, doch aber eigentlich die Prämolaren wesens- 



— 200 — 

gleich und verwandt sind. Allerdings gilt dies zunächst nur von 
den Huftieren, aber unter Bezug auf die gerade dort 1886 (wie 
übrigens auch hier, 1892) betonten engen Beziehungen der Huftiere zu 
den Fleischfressern — S. 116: »Kurz, es gehen zuletzt die 
Endglieder der Huftiere ganz in den Formen kreis der 
Fleischfresser über und sind wir daher berechtigt, die 
Ungulateu von den Fleischfressern abzuleiten« — schliess- 
lich und um so mehr auch von den Fleischfressern. 

Der Pflanzenfressermolar wird aus dem Trituberkular- und Tuber- 
kularsektorialtypus dadurch hergeleitet, dass beim u. m der Vorder- 
höcker (Paraconid) mit dem vorderen Innenhöcker (Metaconid) ver- 
schmelzen sollen. Die Übergänge dieser Verschmelzung werden jedoch 
nicht mitgeteilt und ein Verkümmern des Paraconids erschiene einfacher. 

Beim o. m dagegen tritt wie beim onmivoren Carnivoren ein 
hinterer Innenhöcker (Hypocon) hinzu. Es entsteht so in beiden Kiefern 
ein vierhöckeriger Zahn, bestehend je aus einem vorderen und hinteren 
Aussen- und Innenhöckerpaar mit dem wesentlichen Unterschied, dass 
beim u. m jedem Paar eine Wurzal, beim o. m den beiden Aussen- 
höckern je eine, den beiden Inneuhöckern aber ursprünglich nur eine 
starke Innenwurzel entspricht. Auf die entsprechend den Carnivoren 
zu erwartende Vergleichung der Milchbackzähne des u. dj mit dem m^ 
und des o d^ und d, mit dem Pj und m^ wird von Schlosser nicht 
eingegangen. 

Eine ähnliche Entwicklung führt zum Molarbau der Affen. Auch 
hier wird nicht auf eine analoge Behandlung der Milchbackzähne ein- 
gegangen. 

Es folgt jetzt erst die Betrachtung der Prämolaren. »Gleich 
der m erleiden auch die unmittelbar vor dieser sich befindlichen p 
gewisse Veränderungen, die eine Vergrösserung dieser Organe bezwecken. 
Freilich sind diese Modifikationen im ganzen sehr viel geringer wie 
die der m. weil eben die p, infolge ihrer Stellung im Kiefer doch 
nicht jene Bedeutung erlangen, wie die m, oder doch nur dann, wenn 
das Kiefergelenk sich wesentlich umgestaltet und ausser der vertikalen 
Bewegung auch eine Bewegung in horizontaler Richtung ermöglicht 
wird wie bei Pflanzenfressern«. Die Reihenfolge der Veränderungen 
der Prämolaren ist : ursprünglich kegelförmig einwurzelig, dann Aus- 
dehnung in der Längsachse besonders an der Basis, dann Zweiteilung 
der Wurzel, dann erhält der o. p^ einen besonderen Innenhöcker mit 



— 201 — 

eigener Wurzel (die letztere Stufe ist der Ausgangspunkt für Fleisch- 
und Insektenfresser, Affen, Nager und Huftiere. (Reduktionen, die 
später wieder erfolgen, sollen hier unberücksichtigt bleiben). Bei 
Omnivoren erfolgt ebenfalls Entwicklung eines zweiten Aussenhückers 
am 0. p^ und allenfalls auch Verstärkung des u. p^. Bei Fleisch- 
fressern entwickelt der o p^ einen zweiten Höcker, der sich dann meist 
zu einer langgestreckten Schneide umgestaltet. Die Pflanzenfresser 
schliesslich haben teils sehr weit gehende Komplikation der p aufzu- 
weisen, wobei dieselben zuletzt die Zusammensetzung des ersten Molaren 
annehmen, z. B. beim Pferd, teils verbleiben sie in einem ähnlichen 
Stadium wie jene der Omnivoren Huftiere, doch bilden sich Vorsprünge 
auf der Innenseite. Dies sehen wir z. B. bei den Wiederkäuern. — 
Die Einführung der Begriffe »Omnivoren« in die Betrachtung ist störend 
und verwirrend, da sie unnötig phylogenetische Beziehungen zerreisst. 

1892. W. B. Scott, The evolution of the premolar teeth in the 
Mammalia, nach Schlossers Zoolog.-Lit.-Ber. im Arch. f. 
Anthropol. XXIII, 1894/95, S. 155. 

Am u. p entspricht der ursprüngliclie Zacken ebenfalls dem Proto- 
conid der m, am o. m und p muss der eigentliche Protocon entgegen 
Osborn in dem vorderen Aussenhöcker gesucht werden (s. auch 
Schlosser 1892, der ihn ebenfalls in einem der beiden Aussenhöcker 
der m sucht). Die Inuenhöcker der o. p sind weitere Zutaten — eiu 
vorderer Innenhöcker (Deuterocon) und zum hinteren Aussenhöcker 
(Tritocon) ein hinterer Innenhöcker (Tetartocon). Weitere Zutaten zu 
den u. p sind der Vorderhöcker (Pai-aconid), der Hinterhöcker (Meta- 
conid), hier im Gegensatz zu den u. m also nicht Innenhöcker, sondern 
Hinterhücker. Dazu können Innenhöcker auftreten : zum Protoconid 
ein vorderer Innenhöcker (Deuteroconid) und zum Metaconid ein hinterer 
Innenhöcker (Tetartoconid). Bis auf die Bezeichnung des hinteren 
Aussenhöckers (oben Tritocon, unten Metaconid) ist also bei den p 
Gleichartigkeit der Benennung hergestellt. Auf die noch vorhandene 
Discrepanz in der Bezeichnung der m soll hier nicht weiter mehr ein- 
gegangen werden. Bemerkt soll nur werden, dass es mindestens höchst 
störend ist, mit Metaconid einmal beim u. m den vorderen Innenhöcker, 
und zum anderen mal — beim u. p — den hinteren Aussenhöcker zu 
bezeichnen. An den Milchzähnen ist die Bedeutung der einzelnen 
Höcker die gleiche wie bei den p und ergibt die Embryologie auch in 



— 202 - 

der Tat eine cntsprecheud zeitliche Aufeinanderfolge der Höcker. 
Also auch Scott sieht — und das ist wichtig — die Milchzähne 
als Vorläufer der Prämolaren, letztere als unmittelbar verwandt 
(Abkömmlinge) und wesensgleich mit den Milchzähnen an. 

1891/93. K. A Zittel, Handbuch der Paläontologie, I. Abt. Paläozoologie, 
IV. Bd. Vertebrata (Mammalia) München und Leipzig 1891/93. 

Die Prämolaren verdrängen die zuerst vorhandenen Milchback- 
zühne und treten als Ersatz an deren Stelle. In der Regel erlangt ihre 
Zahnkrone nicht den liohen Grad der Differenzierung, wie bei den 
Molaren ; sie sind meist kleiner, weniger in die Breite und Länge 
gedehnt als die Molaren und bleiben häutig in ihrer Entwicklung auf 
einem niedrigeren Stadium zurück. So bewahren z. B. die vorderen p 
sehr oft noch einfache konische Gestalt ; die folgenden werden zwei- 
oder dreispitzig (triconodont oder trituberculär) und erst der letzte p 
erreicht in der Regel eine den m nahekommende Ausbildung und Kom- 
plikation. 

Das Mil chgeb iss der Huftiere bewahrt nicht selten, wie Rüti- 
m e y e r gezeigt hat, Merkmale von phyletisch älteren Vorläufern und 
stellt in der Regel eine vollständige aber verkleinerte Ausgabe des 
definitiven Gebisses dar. Die 2 Grundanschauungen in der Auffassung 
der Milchzähne stehen hier nackt und unvermittelt gegenüber, ohne 
dass sich Zittel des Widerspruchs eigentlich gewahr geworden ist: 
die alte Rütimey ersehe, wonach die Milchzähne primitiver sind 
selbst als die Molaren und die neuere von Schlosser und den 
Amerikanern vertretene, wonach die Prämolaren ursprünglich einfache 
Kegelzähne waren, und die Milchzähne deren Vorläufer, Vorgänger 
sind. Implicite ist damit ausgedrückt, dass die Milchzähne ursprünglich 
nicht komplizierter gewesen sein können, da dann die Prämolaren, ihre 
Nachfolger, einen — nicht nachgewiesenen — Reduktionsprozess durch- 
gemacht hätten. Letzteres ist auch um so undenkbarer, als dann 
geologisch und individuell früher ein spezialisierteres, difterenzierteres 
Gebiss vorhanden gewesen wäre-, das sich erst zu den einfachen 
Prämolarkegelzähnen reduziert und dann wieder zu den verschiedenen 
Milchbackzähnen (Fleischfresser, Huftiere, Affen) differenziert hätte. 

Zurück zu Zittel. Bei den Paarhufern hat der o. d^ die Form 
und Zusammensetzung eines echten m. Der letzte untere d (dj gleicht 
zwar m^, besteht jedoch nicht aus den typischen 4 Höckern oder Halb- 



203 — 

niondeii imd einem uupaaren hintereu Talon, sondern am Vorder- 
rande fügt sich ein zweihöckeriges V o r j o c li an, so dass 
der u. d, aus 3 Paar Höckern oder Halbmonden zusammengesetzt ist. 
Die vorderen d sind stets einfacher als die m, häufiger aber etwas 
reicher ausgestattet als ihre Ersatzzähne. Im allgemeinen gleichen 
übrigens die vorderen d mehr den p als den m. Bezüglich des u. d, 
ist es die K owalevsky sehe rein äusserliche, gegenüber der allerdings 
noch äusserlichcrcn Rütimeyerschen wenig fortgeschrittene Auffassung. 

1899. Fl. Ameghino. On the primitiv Type of the Plexodont Molars 
of Mamraalia , nach Schlossers Zoologie -Lit. -Bericht für 
1899 im Arch. f. Authropol XXVU. 1900/02, S. 195. 

Die Prämolaren und Milchzähne hatten ursprünglich die nämliche 
Zusammensetzung wie die m. Die Milchzähne verhalten sich in dieser 
Beziehung allerdings konservativer als die Prämolaren, welche bei den 
Säugern der nördlichen Halbkugel schon sehr einfach geworden sind. 
Die Grösse der Prämolareii hängt davon ab, oh die Molaren später 
oder früher erscheinen, weil hierdurch die Grösse des Raumes bestimmt 
wird, welcher für die ersteren ührig bleibt. Ebenso ist die Grösse 
und Zusammensetzung der Milchzähne von der Zeit des Erscheinens 
der Molaren abhängig. Diese zum Teil veralteten, zum anderen Teil 
spezifisch Ameghinoschen, durchweg unzutreffenden Aufstellungen sind 
von Schlosser gebührend abgefertigt worden. 

1899/1900. H. G. Stehlin, Über die Geschichte des Suiden-Gebisses, 
I. u. n. Teil, in den Abb. d. Schweiz, galäontolog. Gesellschaft 
XXVI. u. XXVII. Basel 1899/1900. 

Die Homologisierungsversuche der Höcker der m der Suiden mit 
denen des Trituberkular- und Tuberkularsektorialtypus können hier 
übergangen werden. Wichtiger für unsere Untersuchung ist die Frage 
nach den Homologien im P r ä m o 1 a r g e b i s s d er Suiden, sofern es 
überhaupt erlaubt ist, diese Frage so speziell (nur auf die im grossen 
ganzen doch überaus einförmigen Suiden) zuzuspitzen. Hinsichtlich der 
u. p läge alles klar. Zwar entdeckt Stehlin bei den Keimen eines 
solchen Zahnes von Montredon mit Verwunderung alle Elemente eines 
u. m, allerdings in etwas abnormer Stellung. Aber trotz dieser sich 
auf alle Details erstreckenden Analogie ist der vorliegende p, keines- 
wegs einem m homolog, vielmehr verhält er sich genau gemäfs der für 
komplizierte Prämolaren geltenden Regel, welche Scott (s. o. 1892) 



— 204 — 

klargelegt hat. Kein Element des u. molarisier t en p, ist wirklich 
das Homologon des ihm im m der Stellung nach entsprechenden mit 
Ausnahme des Protoconids (und jedoch auch, wie Stehlin später aus- 
führt, S. 196, des Paraconids, d. h. des Vordercingulums oder dessen 
Zunge). 

»Scott bezeichnet, sagt Stehlin, den hinteren Aussenhügel 
unterer Prämolaren — wie es mir (Stehlin) scheint mit vollem Recht — - 
als Metaconid, d. h. als Homologon des hinteren der beiden') Hügel, 
welche am unteren Molaren den vorderen luncnhügel zusammensetzen, 
und die (neuen) Innenhügel erhalten dann als Spezialitäten der Prä- 
molaren, welche den Molaren fremd sind, die neuen Namen Deutero- 
conid und Tetartoconid«. 

Der Haupthöcker des u, p ist allerdings, aber nur bei einigen 
Suiden, schwach zweigipfelig, es dünkt mich daher, dass dieser Spaltung, 
zumal bei an Zerklüftungen so reichem Suidenzahn, nicht diejenige 
Bedeutung beigelegt zu werden braucht, wie es Stehlin und andere 
tun^)- Für die Hintercingula der u. p schlägt Stehlin als für weitere 
Neubildungen vor weitere neue Namen zu erfinden, worauf er sich 
indes nicht einlässt. 

Auch für die o. p werden solche Homologisierungen versucht. 
Jedoch drohen diese Versuche zu einem Spiel mit Worten auszuarten. 
Stehlin selbst fühlt dies am besten, indem er diese Betrachtung mit 
den Worten schliesst, S. 199: »Der Leser versteht wohl nach diesen 
Bemerkungen, warum ich es vorgezogen habe, mich bei den Beschreib- 
ungen der alten naiven, wenn auch vielleicht etwas schwerfälligeren 
Bezeichnungen zu bedienen. Man darf sich überhaupt fragen, ob es 
sich jemals empfehlen wird, diese neue spekulative Terminologie, deren 
Wort für theoretische Erörterungen ja unbestritten ist — in rein 
deskriptive Arbeiten hineinzutragen, da diese sicher nichts an Ver- 
ständlichkeit gewinnen würden. Jedenfalls aber bleibt das Experiment 
gefährlich, so lange jene Terminologie nicht mit peinlicher Konsequenz 
festgestellt ist. Dazu gehört abe r nicht nu r, dass alles, was 



1) Vergl. auch Schlosser 1892, S. 214/15. Jedoch scheint die Zwei- 
hügelii^keit des vorderen Iimenliöckers des u. in iler Hufti.-re hvpotlietiscli. 

2) Keineswet,''s darf diese Spaltung des Haupthiickers des u. pi bei Süiden 
in VcrbmdunLf gebia ht werden mit der des o. |)i (vc gl. Aich. f. Anihropol. 
XXIII, lb94/5, S. 130), da sie nicht antagoniereii ; mit der Spaltung des o. p 
antagoniert eine Spitze des Talons. 



— 205 — 

nicht homolog ist, auch verschieden benannt werde, 
sondern ebenso sehr, dass alles, was homolog ist, auch 
unter dem gleichen Namen figuriere«. Bleibt eben nur die 
Schwierigkeit zu erkennen, was dann wirklich homolog ist! 

Das Milchgebiss. Auch Stehlin leitet diese Untersuchung, 
ganz im Stile Rütimeyers, Schlossers und Zittels, ein mit 
einer lebenatni enden Betrachtung, allerdings auch hier etwas teleologi- 
schen Anhauches, S. 203: > Das Milchgebiss von Sus scrofa verhält 
sich zum definitiven bekanntlich wie ein kleines spärliches Instrumentarium 
zu einem grossen reich ausgestatteten. Wie dieses ist es aus vorderen 
schneidenden und aus hinteren auf die Kauung eingerichteten Elementen 
zusammengesetzt. Während aber dem erwachsenen Tier 7 und je nach 
Ausdehnung des Talons (von m.) mehr Hügelpaare für das Kaugeschäft 
zur Verfügung stehen, muss sich das junge mit je 3 in jedem Kiefer 
begnügen . . .«. Ein Übergangszustand, der den Bedürfnissen des 
heranwachsenden Tieres entspricht, wird dadurch hergestellt, dass ver- 
hältnismäfsig frühzeitig der molare Teil durch Hinzutreten des m^ am 
Hinterende der Reihe, und der prämolare Teil durch dasjenige von p^ 
am Vorderende erweitert wird, [m bricht nach A. Ne bring, Über 
die Gebissentwicklung der Schweine. Landwirtsch. Jahrbücher, Berlin 
1888, mit 4V2 — 5 Monaten durch und bald darauf erscheint der 
Wolfszahn (P4)]. Das eigentümliche Verhalten des letzteren 
ist also in diesem Sinne physiologisch motiviert und 
darin ist wohl auch die Erklärung für die soeben w a h r - 
scheinlicli gemachte Stabilität dieses Verhaltens zu 
suchen. Die abnorme [frühe] Durch bruchszeit des p^ 
bildet also ein wesentliches Moment im Z w e i - G e b i s s - 
System, und dürfte so alt sein wie dieses selbst«. Nach- 
dem dann durch das Erscheinen des m^ eine weitere Ausdehnung der 
Kaufläche gewonnen worden ist, erfolgt der Ersatz der d durch die 
Prämolaren oder wie Stehlin hier sagt, »durch ein von unten nach- 
rückendes Schneidensystem« ^). »Bei diesem Wechsel, fährt Stehlin 

1) Dieses Schneid esystein im Prämolargebiss der lebenden Sues erklärt 
Stehlin S. 146 für eine Bildung sui generis, für die es eigentlich 
nirgends eine Analogie gibt. „Es ist durchaus unrichtig, diese Zähne, 
fügt er hinzu, wie immer geschieht, carnivorenartig zu nennen; nuch viel weniger 
freilich kann hier von einem Streben nacli Homöodontie die Rede sein, cfr. 
Zittel 1891/93, S. 812." Letzteres ist riclitig. zum ersteren dürlte Stehlin 
wohl eine ganz einzigartige Stellung einnehmen. 



— 206 — 

fort, ist es bemerkenswert, dass während die d, und (l. durch die ent- 
sprechenden p ersetzt werden, die noch nicht so lange in Funktion 
befindlichen d^, neben den p.^ noch am Platze bleiben, sodass also 
auch während dieser Übergangsperiode ein kontinuier- 
liches Stück Prämolargebiss in Funktion steht. Die 
Sukzession der Zähne ist mithin bis in alle Details physiologisch 
begründet . . Aus diesen Erwägungen ergibt sich also, dass die viel 
diskutierte Frage, ob pj dem ]\Iilchgebiss oder dem Danergebiss zuzu- 
rechnen sei, überhaupt eine unrichtig gestellte ist«. 

Gegen diese Aufstellungen gibt es jedoch einiges zu erwidern. 
Nach Nehring 1888 bereitet sich beim Wildschwein der Wechsel 
von dj und do im 14. oder 15. Monat vor. dergestalt, dass sie um 
diese Zeit meistens nur noch locker auf den sie verdrängenden m 
reiten. Wann ein Gleiches für d., eintritt, ist nicht angegeben ; jedoch 
sind spätestens im 17. Monate alle d (d. h. dp d., und dg) gewechselt. 
Ferner erfolgt nach Nehring, »Die Gebissentwicklung des Reh-, 
Rot- und Schwarzwildes u. s. w, >'im Forstwirtschaft!. Zentralblatt, 
11. Jahrg., Berlin 1889« mit 16^ — 17 Monaten der Wechsel der Milch- 
backzähne, und zwar so, dass das vorderste Paar (dg) derselben zuletzt 
gewechselt wird«. Dieser Wechsel findet also, auch wenn dg etwas zurück- 
bleibt, im grossen ganzen durchaus gleichzeitig statt. Anderer- 
seits ist dg auch ebenso lange in Funktion als d, und d,, denn nach 
Nehring 1888 bricht mit 2 bis 3 Wochen der o. p d, und p dg und 
mit 4 Wochen i di sowie demnächst auch der u. p d^, und p dj durch.« 
Ein Gewicht auf das Funktionieren eines kontinuierlichen Stückes 
Prämolargebisses kann also nicht gelegt werden. Noch klarer tritt dies 
hervor, wenn man den Zahnwechsel der 2. Gruppe der Paarhufer, der 
Selenodouten, heranzieht, und auch diese dürfen, ja müssen bei den 
engen Beziehungen oder gar bei den identischen Verhältnissen im 
Milchgebiss der gesamten Paarhufer hier herangezogen werden. Beim 
Reh z. R. erfolgt nach Nehring 1881) der Er.satz der Milchbacken- 
zähne ohne wesentliche Differenz in der Reihenfolge der einzelnan Paare 
gleichzeitig im 14 — 15. Monat. 

p^ (so nennt ihn auch Stehlin) hat beim Schwein keinen Vor- 
gänger im Milchgebiss und ist darum, wie auch Stehlin erwähnt, 
von einigen Autoren als d, angesprochen worden. So schwankt noch 
1901 A dl off (nach Schlossers Zoologie-Lit.-Bericht für 1901 im 
Arch. f. Antropol. N. F. I. 1903/04, S. 30). Aber mit dem p, hat es 



— L'OT — 

eine eigene und viel weiter tragende Bewandtnis. Pj zeigte dasselbe 
Yerlialten nicht allein bei den Huftieren, sondern auch bei den Fleisch- 
fressern. So ist (nach Schlossers Referat über eine Schrift Thomas 
Oldfields in dem Zoologie-Lit.-Bericht für 1887, Arch. f. Anthrogol. 
XIX., 1890/91, S. 115) »auch der vorderste der 7 Backzähne bei 
Huftieren und Fleischfressern ein echter p^ und nicht etwa ein d^«. 
Nach Schlosser (1890, S. 88) ist von den7 Beginn der Tertiärzeit 
an sogar in allen Stämmen der Placentalier Verlust von Milch- 
zähnen zu beobachten, der freilich bei den Formen mit 4 p sich nur 
auf den Stellvertreter des vordersten p beschränkt. Auch S. 92 im 
Anfang, kommt Schlosser hierauf zurück: 

»Weiter ist nach diesen Autoren (Thomas Oldfield und 
Wortmann) auch der vorderste — der 7. — Backzahn der 
riacentalier, wie beim Hund, Schwein, Pferd nicht als p, sondern 
als d^ zu deuten. Ich kann diese Ansicht gar nicht scharf genug 
bekämpfen. In diesem Punkt weiss ich mich in Übereinstimmung mit 
N ehrin g. der mit vollem Recht diesen Zahn für einen echten p 
erklärt hat. Für einen d ist derselbe immer viel zu massiv und gross 
und seine Schmelzschicht zu dick«. Jedoch ist die Unterdrückung des 
d^ in erster Linie auf die modernen Formen beschränkt. Zwar hat 
Schlosser 1890, S. 84 neben Hyrax auch die Unpaarhufer Gattung 
Tapirus nach d^ bewahrt, aber sämtliche heutigen übrigen Unpaarhufer, 
sämtliche Paarhufer und Carnivoren haben ihn unterdrückt, während 
sich die volle Zahl von Milchzähnen findet bei allen geologisch älteren 
Huftieren — Palaeotherium, Paloplotherium, hier sogar 4 d bei nur 
mehr 3 p, sicher auch bei Anoplotherium, Hyopotamus etc. und zweifel- 
los auch den generalisierten Creodonten. Demgegenüber will es also 
nicht allzuviel bedeuten, wenn Stehlin, S. 202, die bei Sus scrofa 
bestehende Sachlage als sehr alten Datums findet, die wahrscheinlich 
ebensoweit in die Vergangenheit zurückreiche als unsere gegenwärtige 
Kenntnis der Stammesgeschichte der Suiden. Seine Schlussfolgerung: 
»So zähe festgehaltene Einrichtungen pflegen aber einen Grund zu 
haben und es scheint mir, mit der (oben wiedergegebenen) Betrachtung 
werden wir den Tatsachen ungefähr gerecht« dürfte also gegenstandslos 
sein. Der bisherigen Auffassung des Zwecks und der Einrichtung des 
Milchgebisses der Suiden und allgemein der Paarhufer ist als von 
Stehlin nichts neues hinzugefügt, und was zugefügt ist, ist nicht 
völlig zutreffend. ^ ' 



— 208 — 

Stehlin wendet sich sodann zum Strukturplan des Milchgebisses 
der Suiden. Die Grenze zwischen molarem und prämolarem Teil geht 
nach ihm mitten durch den o. dg, während im Unterkiefer ein einziger 
Zahn, dj, für die ganze aus 3 Hügelpaaren bestehende Kaufläche auf- 
kommt. Diese beiden Zähne — der o. d^ und u. dj — sind dann 
auch die für das ganze Milchgebiss besonders charakteristischen Gestalten, 
da sie dem Dauergebiss vollständig fremd sind. Die übrigem d schliessen 
sich viel enger an die ihnen funktionell entsprechenden Elemente des 
definitiven Gebisses — Stehlin nennt sie Nachfolger der Milch- 
zähne — an. Der o. dj gleicht im allgemeinen einem ersten Molaren; 
dg ähnelt seinem Nachfolger, ist aber etwas kompresser, desgleichen 
die u. dg und dg ; ihre Profilansichten sind die typischen primitiver 
Prämolaren mit wohl markierter Vorderknospe. Danach sind die Milchzähne 
also doch z. T. molarer, z. T. prämolarer Natur und Verwandtschaft. 
Aber, kann man Stehlin einwenden, wie ist es bei den Selenodonten, bei 
denen der o. p^ nicht dem Bau des molaren o. dj folgt, sondern dem des 
vorderen prämolaren d.^ und d,? »Das Milchgebiss verhält sich, sagt 
Stehlin weiter, um ein bedeutendes indiiferenter als das Dauergebiss; 
die verwandten Formen rücken sich gegenseitig ganz merklich näher, 
wenn man sie nach ihrer Jugendbezahnung vergleicht. Vollständig ist 
indes die Indiiferenz doch nicht ; vielmehr entdeckt man zu den meisten 
stärkeren Abweichungen der zweiten Bezahnung bei einiger Aufmerk- 
samkeit ein Echo in der ersten«. Das ist ja und nein; das heisst 
— mit Rütimeyer — das Milchgebiss ist ursprünglicher, primärer 
als das Dauergebiss, und heisst wiederum das Dauergebiss ist ursprüng- 
licher, primärer als das Milchgebiss. 

Es interessiert besonders noch Stehlins den Homologien gewidmete 
Betrachtung, Stehlin bekämpft die übrigens von keinem Autor mehr 
festgehaltene Ansicht, der u. dj sei wie ein u. m^ aufzufassen. Die 
Wurzeln entschieden die Gegensätzlichkeit beider. An m.^ gliedert sich 
der Ausdehnung des Talons entsprechend vom hinteren Wurzelpaarc 
eine neue accesorische Wurzel ab. An dj dagegen befindet sich unter 
dem hintersten und vordersten Hügelpaare eine Doppelwurzel und die 
beiden Mittelhügel stehen bei manchen Formen, wie Dicotyles, Platy- 
gonus, Choeromorus völlig schwebend über dem zwischen den beiden 
Wurzeln ausgespannten Bogen, während bei anderen, wie Sus, Listriodon, 
Potaraochoerus, Babirusa, Phacochoerus u, s. w. der äussere derselben 
eine frei gebildete, d. h. nirgends abgespaltene Supplementärwurzel 



— 209 — 

erhält. Daraus geht deutlich hervor, dass m^ und d^ keine homologen 
Bildungen sind, Stehlin hätte zufügen dürfen, dass letzteres auch 
auf die übrigen Paarhufer zutrifft, z. I>. die Cerviden ; übrigens bekommt 
auch der äussere Mittelhügel von d^ sowohl bei Suiden (Sus), als 
Cerviden (Capreolus) hie und da eine solche Supplementärwurzel, und 
solche ist in leisen Andeutungen selbst bei d^ hie und da zu erkennen. 
Auch können alle diese Supplementärwurzeln gelegentlich zwiegespalten 
auftreten und dokumentieren dadurch ihre accessorische Natur. 

Eine andere Beobachtung betrifft die Art und Weise, wie die 
untere und obere Zahnreihe ineinandergreifen. Es ist 
dies meines Erachtens einsehr wichtiger Punkt für die Beurteilung 
und Deutung des Milchgebisses der Paarhufer, weshalb ich auf Steh lins 
Ausführungen etwas näher eingehen muss. »Das 3. (hintere) Hügelpaar 
des u. d] fügt sich in das Tal des o. dj ein, genau wie das 2, 
(hintere) Hügelpaar jedes Mandibularmolaren in das Tal des gleich- 
namigen Maxillarmolaren, wogegen sich das 3, (hintere) Hügelpaar des 
u. m3 mit seinem Vorderabhang am Hinterabhang des 2. (hintern) 
Hügelpaares vom o. nr^ usiert u. s. f. Anderseits kommt das vorderste 
Hügelpaar vom u. d^ gar nicht mit dem o. d^ in Berührung, vielmehr 
greift in das vordere Tal dieses Zahnes das Hügelpaar ein, welches 
die Hinterhälfte vom o. d^ bildet. (Die Betrachtung eines Erischlings- 
schädel macht diese Betrachtung unmittelbar greifbar.) Es ist also 
ganz klar, dass als accessorische Teile des Milchgebisses — wenn man 
von solchen reden darf — die im Ober- wie Unterkiefer das Vorder- 
ende der molaren Kaufläche bildenden Hügelpaare zu betrachten sind. 
[Letzteres ist weder klar, noch logisch, noch richtig. B.] Major, 
Rütimeyer (s. jedoch R. 1883) und andere Autoren haben den 
u. d^ als einen m gedeutet, der an seinem Vorderende ein drittes 
Hügelpaar entwickelt und diese Vorstellung vom Bau des Zahnes teilte 
auch Kowalevsky (1873), als er an dem Zahn von Choeromoerus 
[1. Suide? B.], Fig. 63 seiner Tafel VHI »»ganz deutlich«« einen zwei- 
gipfligen mittleren Innenhügel zu beobachten glaubte .... Die 
richtige Analyse des Zahnes ist erst von Scott (1892) gegeben 
worden. Die 3 Aussenhügel sind die 3 (in die Längsachse gestellten) 
Urelemente Metaconid, Protoconid und Paraconid; die 3 Innenhügel 
haben sich an der Innenseite derselben abgespalten und die beiden 
hinteren derselben dürfen demgemäls als Tetartoconid und Deutero- 
conid bezeichnet werden, während für den vordersten ein neuer Namen 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. 14 



— 210 — 

zu bilden wäre. Der dj ist mit anderen Worten nicht einem Molaren 
homolog, wohl aber einem molarisi erten Prämolaren, der 
aus seiner Vor der knospe ein drittes Hügel paar ent- 
wickelt hat«. So richtig diese Schlussfolgerung ist. so wenig steht 
sie im Zusammenhang mit den vorhergehenden Betrachtungen, wonach 
die Homologisierung der Prämolaren noch so äusserst unsicher sein 
soll. Unvermittelt tritt hier wie dort der Begriff der Vorderknospe 
auf und unvermittelt wird diese — also offenbar ein accessorisches 
Element — dem alten Urelement des Paraconids homologisiert. Diese 
Vorderknospe soll nun die ursprüngliche Vorderwurzel der Prämolaren 
occupieren und ebenso der Talon der Prämolaren die Hinterwurzel. 
Ja, aber es bleibt ja das Hauptelement das Protoconid als solches 
noch kräftigst im Prämolaren, zum mindesten nicht weniger kräftig wie 
das Vorderhügelpaar im u. d^ erhalten I und trotzdem gehen die Wurzeln 
an die sekundären Elemente über ? Wie unbegründet, wie äusserlich ! 
»Die bei Sus etc. auftretende accessori sehe Mittelwurzel gehört der 
Aussenseite an, steht also unter dem Protoconid; unter dem 
Deuteroconid (dem inneren Mittelhöcker) habe ich niemals eine solche 
beobachtet«. Erst lässt sich das Protoconid, das Hauptelement, von 
den Vorder- und Hinterknospeu seine Vorder- und Hiuterwurzel rauben, 
und dann bildet es sich wiederum eine äusserst schwächliche Wurzel 
aus ; für das ihm fast gleichwertige aus ihm entsprungene Gegenelement, 
für den Innenhügel, hat es nicht die Kraft, eine solche accessorische 
Wurzel zu treiben ; wie mechanisch, wie unnatürlich ! 

Ebenso wenig wie einem m^ kann auch der u. d^ einem m^ 
homolog sein, der ein vorderstes llügelpaar entwickelt; denn dann würde 
wohl vorn an der Vorderwurzel eine Abspaltung eintreten, wie hinten 
an der Hinterwurzel von nig. Wird durch diese Betrachtungsweise 
aber sicherer und klarer, was eigentlich d^ ist? Die der Länge nach 
dreigipflige Struktur der u. d^, und d., von Dicotyles und der eocänen 
Choeromoriden verleitet Stehlin dazu, diesen Zahnbau mit dem des 
jurassischen Marsupialiers Triconodon für homolog zu halten, wenn er 
auch noch einige Bedenken hat. 

Diese Betrachtungsweise wird auf die o. d fortgesetzt. An dg 
ergibt sich aus der Stellung der Wurzeln und aus der Art, wie die 
Krone in die untere Zahnreihe eingreift, die Verwandtschaft mit dem 
linear-zweigipfligen Prämolartypus Scotts, dessen äusserem Hiuter- 
höcker (Tritocon) sich ein sekundärer Innenhöcker (Tetartocon) zugesellt. 



— 211 — 

seilt. Der vordere Hügel, der den prämolaren Teil des Milchzahnes 
darstellt, ist als Protocon zu betrachten. Die Vorderknospe wird als 
Paracon gedeutet, sie ist bei geologisch älteren Formen stärker und 
erreicht bei den ältesten fast den Wert eines Hauptelements — während 
also die Vorderknospe der u. d und p sich in geologisch jüngerer Zeit 
immermehr zu einem, dem Hauptelement zuletzt fast gleichen Element 
entwickelt, sinkt die ursprüngliche, dem Hauptelement fast gleiche 
obere Vorderknospe zuletzt fast oder ganz auf den Wert Null zurück. 
Wie unstimmig ! 

Den besonderen Wert, den Stehlin sowohl bei den u. wie o. d 
auf Dicotyles, eine neue und anscheinend aberrante Form legt, halte 
ich für ungerechtfertigt. 

Der molarenähnliche o. dj macht hinsichtlich seiner Wurzeln 
Schwierigkeiten. Bei älteren Formen sind die beiden Innenwurzeln 
verwachsen,^) später gespalten. Man sollte also auch wohl eine Spaltung 
eines ursprünglich einheitlichen Innenhöckers voraussetzen. Trotzdem 
soll am wahrscheinlichsten der o. dj seine beiden Innenhügel durch 
Abspaltung von den Aussenhügeln erhalten haben, »wir hätten dann 
den seltsamen Fall vor uns, dass ein neu entstehendes Kronenelemcnt 
(der vordere Innenhügel des o. d^) seine Wurzel von derjenigen eines 
anderen Elements (des hinteren Innenhügels) als das ist, aus welchem 
es selbst entsteht (vorderer Aussenhügel) abspaltet . . . Die Freiheit, 
mit welcher die Natur in diesen Zahnmetamorphosen waltet, ist so 
erstaunlich, dass man auf alles gefasst sein muss . . .«. 

Ich möchte einstweilen nicht die Freiheit der Natur, sondern die 
der Auslegung hierbei annehmen. 

»Vollkommen klargelegt wird die Geschichte der dj — wie der 
Pi — erst durch die Entdeckung noch älterer Formen als die gegen- 
wärtig bekannten werden. Alles weist eben darauf hin, dass die 
molar en artige Entfaltung des hinteren Milchgebisses eine so alte 
Einrichtung ist, als die analoge Ausgestaltung der Molaren selbst«. 
Gut ! Das heisst denn doch aber nichts anderes, als die Milchzähne 
zunächst der Suiden und sodann der Paarhufer sind in ihrer spezifi- 
schen Struktur jünger als die Prämolaren, denn ihre Ausgestaltung 
ist ein späterer Anpassungsprozess an die Molaren. Das Milchgebiss 
ist in seiner spezifischen Ausgestaltung nicht, wie Rtiti- 



1) Richtiger „einheitlich". 

14* 



— 212 — 

meyer will, ein altehrwürdiges, primitives Erbteil, sondern es geht — 
wie alles — in seiner morphologischen Ausgestaltung seine gesonderten, 
den Lebensfunktionen seiner Träger angepassten Wege. Ändern sich 
letztere, ändert es sich mit. Und letztere haben sich geändert ! 

Stehlin schliesst seine trotz gewisser Weitschweitigkeiten 
interessanten Auseinandersetzungen mit dem Satz: »Die Frage nach 
dem Urplan der Milchbackzähne wage ich hier nicht aufzuwerfen, 
weil uns die vorgezeichnete Basis (Suiden) zu eng erscheint, um die- 
selbe gründlich zu erörtern. Die Modifikationen, welche sich am Milch- 
gebiss der Eocänformen einstellen, geben der Erwartung einigen Raum, 
dass die sämtlichen Milchzähne sich direkt auf den linear- drei- 
spitzigen Zahntypus von Triconodon zurückführen lassen. 
Allein die Zweifel hinsichtlich der Deutung der Hinterzacken am d2 
und dg scheinen mir vorderhand noch eine Schwierigkeit für die Auf- 
fassung zu bilden«. Der Zahn von Triconodon zeigt bekanntlich 3 der 
Längsachse nach geordnete Höcker mit 2 Wurzeln unter dem vordersten 
und hintersten Höcker. Der Triconodonzahn könnte also im Sinne 
Stehlins recht wohl direkt der Prototyp der d und p sein. Jedoch 
ist die Heranziehung einer zeitlich und gestaltlich so weit abliegenden 
und ungenau erforschten Form keineswegs durch die äussere Ähnlich- 
keit genügend begründet. 

Wie sich bei Stehlins Zurückgreifen auf Triconodon die Rück- 
führung der perissodactylen Milchzähne gestaltet, ist ganz unklar. 
Und doch müssten bei der sonst angenommenen engen Verwandtschaft 
der Perissodactylen mit den Artiodactylen sich auch die Milchzähne 
der erstem ungezwungen auf den Triconodontypus zurückführen lassen. 
Es gehen aber die Paarhufer und Unpaarhufer hinsichtlich der Kom- 
plikation der Milchzähne und im wesentlichen auch der Prämolaren völlig 
getrennte Wege. Es bleibt vor wie nach die Aufgabe bestehen, die 
Ursachen davon aufzusuchen. Ich finde sie in der relativ viel engeren 
Verwandtschaft der Paarhufer mit den Fleischfressern als mit den 
Unpaarhufern, worüber im IL Teil weiter gehandelt werden soll. 



KATALOG 



DER 



VOGELSAMMLUNQ 



DES 



NATUßHISTORISCHEN MUSEUMS 

zu WIESBADEN. 



III. TEIL 

(GALLINAE, HEMIPODII, FULIGARIAE et ALEGT0RIDE8). 



VON 



KUSTOS ED. LAMPE, 



ABGESCHLOSSEN 31. JULI 1906. 



im vorliegenden 59. Bande der Jahrbücher des Nassauischen Vereins 
für Naturkunde folgt der dritte Teil ^) des Kataloges der Vogelsammlung 
des Naturhistorischen Museums der Stadt Wiesbaden, die Ordnungen 
Gallin ae. Hemipodii, Fulicariae und A 1 e c t o r i d e s umfassend. 

Die Bestimmung und Anordnung geschah nach dem »Catalogue 
of the Birds in the British Museum London. Vol. XXII. 1893: 
Vol. XXIIL 1894. 

Die Art der Bearbeitung und Katalogisierung ist bereits im ersten 
Teile ^) ausführlich besprochen worden. Der heutige Bestand der vier 
in diesem Teile behandelten Ordnungen ist folgender: 



V. Gallinae. 



Familien 


Gattungen 

1 


Arten 


Nmnmern 


Tetraonidae ... 

Phasianidae 

Megapodiidae 

Cracidae 


9 

34 

3 

6 


12 

59 

8 

9 


27 

184 

5 

11 



Tnrnicidae 



i-i'^ 



VI. Hemipodii, 



83 



Rallidae 


VII. 


Fulicariae. 

19 


36 

1 


80 


Heliornithidae 




1 

1 


1 







20 



37 



81 



1) I. Teil (Picariae und Psittaci), Jahrbücher d. Nassauischen Ver. f. Naturk., 

Jahrg. 57, 1904, 
II. „ (Columbae und Pterocletes), 1. c, Jahrg. 58, 1905. 

2) 1. c, Jahrg. 57. pag. 195. 



216 



VIII. Alectorides. 



V 

Familien 


Gattungen 


Arten 


Nummern 


Aramklae 


1 


1 


4 


Eurypygidac 

Gruidae 


1 

4 


1 

4 


1 
6 


Psnphiidae 

Cariamidae 


1 
1 


1 
1 


1 
2 


Of/didae 


8 


10 


13 



16 



18 



Mit Ausnahme der beiden, nur je durch eine Art bekannten 
Familien Mesitidae und Rhinochaetidae der Ordnung Alectorides sind 
alle Familien der genannten Ordnungen vertreten. Die Familie 
Cariamidae ^) habe ich nach der Familie Psophiidae eingeordnet. 

Dem Wunsche vieler Besucher der Vogelsammluug entsprechend, 
habe ich im vorliegenden Teile hinter den wissenschaftlichen, zumeist 
auch den deutschen Namen, soweit ein solcher vorhanden ist oder sich 
bilden Hess, eingesetzt. 

Für die liebenswürdige Unterstützung beim Bestimmen mehrerer 
mir zweifelhafter Arten bin ich Herrn Geh. Hofrat Prof. Dr. W. Blasius, 
Braunschweig, zu besonderem Dank verpflichtet. 

Frau Dr. E. Götz, Wiesbaden, und Herrn Prof. Dr. Cl, Hart la üb, 
Helgoland, danke ich bestens für die Schenkungen von ornithologischen 
Werken, sowie allen denen, die zur Bereicherung der Vogelsammlung 
beigetragen haben. 



Wiesbaden, im Juli 1906. 



Ed. Lampe. 



1) Sharpe, R. B., Review of recent attempts to classify Birds, pag. 74, 
Budapest 1891. 



— 217 



Ordnung 

GALLINAE (Hühner- oder Scharrvögel). 



Unterordnung 

ALECTOROPODES. 
Familie Tetraonidae (Rauhfusshühner). 

liagopns Briss. 

1. Lagopus scoticus (Lath.). Schottisches Schneehuhn. 

Grant, Catalogue of the Birds in the British Museum, Volume | 

XXIL London 1893, pag. 35. ! 

1711. cf. Schottland. Gesch. v. G. A. Frank, Amsterdam. [ 

1712. Q. Schottland. Gek. 1833 v. Major v. Feldegg, Mainz. 

2. Lagopus lag opus (L.). Moorschneehuhn. 
Grant, Cat. Birds ßrit. Mus. XXII, pag. 40. ' 

1713. Winterkleid i ^ ^ , \ 
^^^, ; Europa. Gek. 1832 v. Major v. Feldegg, Mainz. ' 
1 m4. « ! 

3. Lagopus mutus (Montm). Alpenschneehuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 44. 

1715. cf- Sommerkleid. Schweiz. 

1716. 9. 

1717. cf. Winterkleid. 



1718. 9. 



Europa. 



1. Lyrurus tetrix (L.). Birkhuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 53. 

1719. cf. Taunus. Gesch. v. Oberkammerherr v. Wintzingerode. 
1769. 9. Zentral-Russland. Gek. 1906 v. 0. Fritsche, Taucha b. 
Leipzig, 



6 — 218 — 

2. Lyrurus mlokosiewiczi (Tacz.). Kaukasisches 

Birkhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 58. 
1731. cT. Kaukasns. Gek. 1905 v. 0. Fritsche, Tauclia b. Leipzig, 

Tetrao L.. 

I. Tetrao urogallusL. Aue r huhu. 

Graut, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 60. 

1720. cT. Ebbegebirge bei Valbert, Westfalen. Gesch. 1902 v.Kommerzienrat 
Ed. Bartling hier. 

1721 r^ I 

Dillenburg. Gesch. S. K. H. Erzherzog Stephan. 

1722. cT. I ö i' 

1770. 9. Zentral-Russland. Gek. 1906 v. 0. Fritsche, Taucha 
b. Leipzig. 

1724. Hahneufederiges 9- Fin'and. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

la. Tetrao urogallus L. 9 X Ijyrurus tetrix (L.) cf, 
Bastard von Auer- und Birkhuhn = Rackelhahn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 64. 

1723. cf. Kurland. Gesch. v. Dr. Fritze, Batavia. 

Dendragapiis £11. 

1. Dendragapus obscurus (Say) fuliginosus (Baird). 

Dunkles Waldhuhn. 

Grant. Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 74/75. 

1707. cj". iVord-Amerlka. Gesch. 1906 v. Rentner Ad. v. Hagen, hier. 

Tympanuchiis Glog. 

1. Tympanuchus cupido (L.). Kl. Prärie-Cupidohuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 77. 

1725. 9- Nord- Amerika. 

Ceutrocercus Sw. 

1. Centrocercus urophasianus (Bp.). Auerfasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 81. 

1708. rf. Kord-Amerika. Gesch. 1906 v. Rentner Ad. v. Hagen, hier. 



7 _ 219 — 

Pediocaetes Baird. 

1. Pediocaetes phasianellus (L.) columbianus (Ord.). 
Spitzschwänziges Wald huhu. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 82/83. 

1709. cf- Kord-Amerika. Gesch. 1906 v. Rentner Ad. v. Hagen, hier. 

Bonasa Ntepb. 

1. Bonasa umbellus (L.). Wald-Buschhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 85. 

1710. 9- IVord-Araerika. Gesch. 1906 v. Rentner A. v. Hagen, hier. 

1 726 r^' 1 

^^^_* ' IVord-Amerika. Gesch. v. Major Fechenbach. 

Tetrastes Keys.-Bl. 

1. Tetrastes bouasia (L.). Haselhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 90. 

1728. cT. Schweden. Gek. 1906 v. K. Häselbarth, Aunia i. Thüringen. 

1729. cT juv. Riissland. Gek. 1899 v. Ed. Lampe, hier. 

1730. 9. Europa. 



Familie Phasianidae (Fasanvögel). 

lierwa Hdgs. 

1. Lerwa 1er wa (Hdgs.). Haldenhuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 100. 

1732. Himalaya. Gek. 1859 v. G. A. Frank, Amsterdam. 

Tetraogalliis Gray. 

1. Tetraogallus himalayensis Gray. 
Himalayahuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 106. 

1733. cT. Himalaya. Gek. 1860 v. G. A. Frank, Amsterdam. 

Caccabis Kaup. 

I. Caccabis saxatilis (M.-W.). Steinhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 111. 

Sod-Europa. Gesch. v. Freih. v. Breidbach-Bürr esheim. 
1735. I ^ 



8 . — 220 — 

la. Caccabis saxatilis (M.-W.). chucar (Gray). 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 113. 
1736. 



, Ohne Fundort. Gesch. v. Freih. v. B r e i d b a c h - B ü r r e s h e i m. 
1737. 

1738. 9. Himalaya. Gek. 1904 v. d. N. Zoolog. Ges. Frankfurt a. M. 

2. Caccabis rafa (L.). Rothuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 118. 

1739. Südwest-Europa. Gek. 1832 v. Major v. Feldegg, Mainz. 

3. Caccabis petrosa (Gm.). Klippenhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 120. 

1740. Süd-Eiiropa. Gek. 1832 v. Major v. Feld egg, Mainz. 

Fraiicoliuiis Stepli. 

1. Francolinus francolinus (L.). Halsband-Frankolin. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 132. 

â–  ^' ^^ ' Sicilieii. Gek. 1833 v. Major v. Feldegg, Mainz. 

1742. cT. juv. I 

1825. $. Meandertal, Anatolien. Gek. 1906 v. W. Schlüter, Halle a. S. 

2. Francolinus africanus (Steph.). Afrik. Frankolin. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 152. 

1743. cT. Süd-Arrika. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

3. Francolinus levaillanti (Val.). 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 154. 

1744. Süd-Afrika. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

4. Francolinus bicalcaratus (L.). 

Doppelsporn-Frankolin. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 160. 

1745. 9. West-Afrika. 

5. Francolinus clappertoni Childr. 
C 1 a p p e r t o n - F r a n k o 1 i n. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 162. 

1746. (2f. Kordofaii. Ges. u. gesch. 1850 v. Baron J. W. v. Müller. 



9 — 221 — 

Plernistes Wagl. 

1. Pternistes nudicollis (Bodd.). 
Nacktkehliger Frankolin. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII. pag. 174. 

1747. cJ'. Cap d. gut. HofTuuug, Gesch. v. Ed. Yerreaux, Paris. 

1748. 9. Siid-Alrika 

2. Pternistes leucoscepus Gray. 
Weissschaftiger Frankolin. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 181 (Plate VIII, tig. 1). 

1749. cT. Abyssinieo. Gek. 1837 v. Museum Frankfurt a. M. 

Perdix Briss. 

1. Perdix perdix (L.). Gemeines Rephuhn. 
Grant. Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 185. 

1750. 9- Bei Wiesbaden. 

1751. Partieller Albinismus. Bei Wiesbaden. Gesch. v. S. K. H. Erb- 

prinz Adolf. 

1752. Partieller Albinismus. Bei Wiesbaden. Gesch. v. Forstassistent 

Becker. 
1768. cT- Böbmen. Gek. 1906 v. 0. Fritsche, Taucha b. Leipzig. 
1837. Gruppe cT, 9 J^it 18 Jungen. Gesch. v. Moritz v. Bethmann, 

Frankfurt a. M. 

Arboricola Hdgs. 

1. Arboricola javanica (Gm.). Javanisches Rephuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 214. 

1753. I . Gesch. 1836 y. Dr. Fritze, Batavia. 

lava 

1754. ) â–  â–  Gesell. 1846 v. Freih. v. Gagern, 

Bollulii^ Boiinat. 

1. Rollulus roulroul (Scop.). Strausswachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 225. 

1755. cf. Java. Gesch, v. Beruh. Jacob, hier. 

1756. cf, Java. 

1757. 9. Java. 

1758. 9. Malakka. 



10 — 222 — 

Melanoperdix Jerd. 

1. Melanoperdix nigra (Vig.). Schwarzes Rephuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXIF, pag. 228. 
1759. cf- 



1760. 9. 



Malakka. 



Cotnriiix Moelir. 

1. Coturnix coturnix (L.). Gemeine Wachtel. 
Graut, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 231. 

1761. 9. Bei Wiesbaden. 

-.000 S Ungarn. Gek. 1906 v. W. Selilüter, Halle a. S. 
1883. y. J 

1838. Gruppe cf 9 mit 8 Jungen. Gesch. v. Moritz v. Bethmann, 

Frankfurt a. M. 

2. Coturnix japonica Temm.-Schl. 
Japanische Wachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 239. 

1762. 9- iVipon, Japan. Gek. 1903 v. Ed. Lampe, hier. 

8. Coturnix pectoralis (J. Gel.). Schwarzbrustwachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 244. 

1763. cf- Australien. Gek. 1S61 v. H. Korth, Berlin. 

Synoecii!« J. Od. 

1. Synoecjus australis (Temm.). Australische Wachtel. 
Grant,t_Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 247. 

1764. cf 



I J^^usüdwales. Gesch. 1857 V. OberbergratOdernheimer, hier. 

Excalfactoria Bp. 

1. Exc^al(f actoria chinensis (L.). lineata (Scop.). 

Z w e r g w a c h t e 1. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 250/253. 
1766. cT. 



^ , Java 
1767. 9 



11 — 223 — 

Tragopau Ciiv. 

1. Tragopan satyra (L.). Satyrhiihn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 271. 

1771. (y*. Himalaya. 

1772. 9. Tibet. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

2. Tragopan melanocephalus (Gray). 
Schwär zköpüiges Satyr huhn. 

r 

Grant, Cat. Birds Brit, Mus. XXII, pag. 273. 

' Hiraaiaya. Gek. 1859 v. G. A. Frank, Amsterdam. 

1774. ^ ]uv. I 

liOpliopliorns Teniiu. 

1. Lophophorus refulgens Temm. Glanzfasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 278. 

1775. cf. Himalaya. 

1776. cT. ., Gek. 1901 v. d. N. Zool. Ges. Frankfurt^a. M. 

1777. 9. 

Acoiuiis Rcbb. 

1. Acomus erythrophthalmus (Raffl.). 
Gelbschwänziges Fasan huhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 283. 

1778. cT- Malakka. Gek. 1860 v. H. Korth, Berlin. 

1779. 9. 

liophnra Fleiu. 

1. Lophura rufa (Raffl.). Rotrückenfasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 286. 

1780. cf. 1 ... . ,. 

"i llinter-lndien. 

1781. 9. I 

2. Lophura ignita (Shaw-NodcL). Borneofasan. 

â– Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 288. 

1782. cf. Borueo. 



12 — 224 — 

Geiiuaeiis Wagl. 

1. Gennaeus albicristatus (Vig.). Weisshaubenf asan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 298. 

1783. cf . I „. , 

1784. $. I 

2. Gennaeus nycthemerus (L.). Silbe rfasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 307. 

1785. cf. I Aus Gesch. v. S. K. H. Herzog Wilhelm. 

1786. 9- f ^l>'i'* « '^ Frhr. V. Breidbach-Bürresheim. 

1787. 9- Jiiv. ' stammend « « S. K. H. Herzog Wilhelm. 

3. Gennaeus swinhoei (J. Gd.). Formosa-Fasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 309. 

1788. cT- Formosa. Gek. 1874 v. G. A. Fraak, Amsterdam. 

1789. 9. Formosa. Gek. 1900 v. d. Neuen Zool. Ges. Frankfurt a. M. 

Piicrasia Gray. 

1. Pucrasia macrolopha (Less.). Schopffasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 311. 

1790. cf. Hinialaya. 

2. Pucrasia darwini Swinh. 
Chinesisches Pukrashuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 316. 

1791. cT. China. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

Catreus CJab. 

1. Catreus wallichi (Hardw.). Wallich's Fasan. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 317. 

1792 r<^ 1 

O •*'"*'*>'*• ^6k. 1860 V. G. A. Frank, Amsterdam. 



13 



— 225 — 



Pliasiaiiiis Li. 

1. Phasianus colchicus L. Gemeiner Fasan, 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 320. 



1794. (f. 

1795. cT. 

1796. (f. 

1797. cT. 

1798. 9. 

1799. 9. 

1800. cf. 



Partieller 
Albinismus 

Fasanerie 
Biebrich 



Gesch. V. S. K. H Herzog Adolf 

Gesch. V. Frhr. v. Breidbach-Bürresheim. 



Gesch. V. S. K. H. Herzog Wilhelm. 



Gesch. V Frhr. v. Breidbach-Bürresheim. 



2. Phasianus versicolor Vieill. Buntfasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 334. 

1801. cT. Japan. Gesch. 1836 v. Dr. Fritze, Batavia. 

1802 r^ I 

' t! * Xipon, Japan. Gek. 1903 v. Ed. Lampe, hier. 
1803. 9. I '^ '^ 



3. Phasianus ellioti Swinh. Prachtf asaiV^v^ 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 335. 
1804. cf. Tibet. 



^'C 



•t> 



4. Phasianus soemmerringi Temm. 
S o e m m e r r i n g - F a s a n. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 336. 

1805. cf. Japan. Gesch. 1836 v. Dr. P>itze, ßatavia. 

1806. (f. iVipon, Japan. Gek. 1903 v. Ed. Lampe, hier. 



5. Phasianus reevesi Gray. Königsfasan. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 337. 
1807. (f. Nord-China. Gek. 1874 v. G. A. Frank, Amsterdam. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 59. \?> 



14 



226 



Chrysolopfans Gray. 

1. Chrysoloplius pictus (L.). Goldfasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 339. 

Gesch. V. S. K. H. Herzog Wilhelm. 
Gesch. V. Frhr. v, Breidbach-Bürresheim. 



1808. 


cf. 




1809. 
1810. 
1811. 


cf juv. 

9- 


Aus 
China 


1812. 


9. 


stammend 


1813. 


9- 





Gesch. V. S. K. H. Herzog Wilhelm. 

Gesch. 1901 v. Schreinermeister Schneider, 
hier. 

2. Clirysolophus amherstiae (Leadb.). 
Lady-Amherst-Fasan. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 342. 

1814. cS . Ava am Irrawaddi. 

1815. cf- (China). Gek. 1901 v. d. Neuen Zool. Ges. Frankfurt a. M. 

Galliis li. 

1. Gallus gallus (L.). Bankivahuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 344. 
cf. Sunda-Inseln. 

° * Java. Gesch. 1836 v. Dr. Fritze, Batavia. 

Haiisliühiier. 

Hahneniiedriger Hamburger Goldsprenkel. Gek. v. d. N. Zoolog. 
Gesellschaft, Frankfurt a. M. 
Paduaner. 
Orpington-Huhn. 
Braunes Malayenhuhn. 

Japanische Seidenhühuer. 



1816. 
1817. 

1818. 

1826. 

1827. 
1828. 
1829. 
1830. 
1831. 
1832. 
1833. 
1834. 
1835. 
1836. 



Goldhalsige Zwergkämpfer. 

Rasse ? 

Kücken mit 4 Beinen. Gesch. v. Kanzlist Becher. 



15 — 227 — 

2. Gallus sonnerati Temm. Sonneratstiuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 350. 

1819. cf. Hindus(aB. Gesch. 1836 v. Dr. Fritze, Batavia. 

3. Gallus varius (Shaw-Nodd.). 
Gabelschwanzhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 352. 

1820. cT. Java. Gesch. 1836 v. Dr. Fritze, Batavia. 

Polyplectron Temni. 

1. Polyplectron bicalcaratum (L.). 
D p p e 1 s p r n i g e r S p i e g e 1 p f a u. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 357. 

1821. c/. 



^ , Malakka. 

1822. 9. 

Argiisiaiius Raf. 

1. Argusianus argus (L.). Argusfasan. 
Grant, Cat, Birds Brit. Mus. XXII, pag. 363. 

1823. cf. Sumatra. Gesch. 1836 v. Dr. Fritze, Batavia. 

1824. 9. Telok Betoiig, Sumad-a. Gek. 1906 v. W. Schlüter, 

Halle a. S. 

Pavo I^. 

1. Pavo cristatus L. Gemeiner Pfau. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 368. 

1839. (f: 

1840. 9. 

stammend [Gesch. v. Frhr. v. Breidhach-Bürresheim. 



1841. 9 var. 

1842. cT. 



Gesch. V. Präsident Möller. 
Aus 

Indien 



1 a. var. nigripennis Sei. Schwarzflügel-Pfau. 

Grant, 1. c. pag. 370. 
1843. cf. Angeblich aus Rambodja, H.-Ind. Gek. 1901 v. d. N. Zool. 
Ges. Frankfurt a. M. 

15* 



16 — 228 — 

2. Pavo muticus L. Javanischer Pfau. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 371. 

1844. (f I 

^ Java. Gesch. 1836 v. Dr. Fritze, Batavia. 

1845. V- ' 

Xiiiuida Li. 

1. Numida meleagris L. Gemeines Perlhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXU, pag. 375. 

1846. Wesl-Afrika. 

1847. Silbergraue Varietät. (Aus der Gefangenschaft.) 

2. Numida coronata Gray. Kronenperlhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 376. 

1848. Cap (I. gut. Hofl'nuiig. Gek. 1873 v, G. A. Frank, Amsterdam. 

3. Numida mitrata Pall. Helmperlhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 378. 

1849. Ost-Afrika. 

Gutlera "iVagl. 

1. Guttera cristata (Pall.). Haubenperlhuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 381. 

1850. West-Afrika. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

Acrylliiim Gray. 

1. Acryllium vulturinum (Hardw.). Geierperlhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 385. 

1851. 9- Ost-Afrika. Gek. v. G. A. Frank, Amsterdam. 

Meleagris L. 

1. Meleagris americana Bartr. osceola Scott. 
Wildes Truthuhn. 

Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 389/90. 

1852. cT. Nord-Amerika. Gesch. 1852 v. Graf Br. de Mous. 

1853. 9. i\ord-Amerilia. Gesch. 1835 v. Prinz Max v. Wied. 



17 229 — 

Oreortyx Sp. Baird. 

1. Oreortyx pictus (Dougl.). 
Rotkehlige Schopfwachtel. 
Grant, Cat. Birds Rrit. Mus. XXII, pag. 397. 

1854. (J. Californien. Gek. v. G. Schneider, Basel. 

Lioptaortyx Bp. 

1. Lophortyx californicus (Shaw-Nodd.). 
Schopfwachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXIf, pag. 400. 

1855. cf 

1856. cf, 

1857. cf 



Gesch. 1860 v. S. K. H. Erzherzog Stephan. 
Gesch. V. Ed. Verreaux, Paris. 
Californien. 



1858. 9. 

1859. Q. 



Gek. V. G. A. Frank, Amsterdum. 
Gesch. V. Ed. Verreaux, Paris. 



Orlyx Stepli. 

1. Ortyx virginianus (L.). Virginische Wachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII. pag. 415. 

1860. cJ. I 

1861. (/. hford-Amerika. Gesch. 1852 v. Graf Br. de Mons. 

1862. 9. I 

2. Ortyx cubanensis J. Gd. Cubanische Wachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 421. 

1863. cT- Cuba. Gesch. 1852 v. Graf Br. de Mons. 

Cjrtoiiyx J. Cid. 

1. Cyrtonyx montezumae (Vig.). Brillenwachtel. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 425. 

1864. cf. Mexiko. 

Ofloiitophorus Vieill. 

1. Odontophorus guianensis (Gm.). Guianahuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 432. 

1865. Bril. Guayana. Gesch. v. Frl. L. Bickel, hier. 



18 — 230 — 

Unterordnung 

PERISTEROPODES. 
Familie Megapodiidae (Grossfusshühner). 

Megapodiiis Q.-G. 

1. Megapodius forsten! Temm. Grossf usshuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 451. 

' ^' Jobie. Gesch. 1884 v. A. A. Bruijn, Ternate. 

1867. 9. j 

Talegallus liess. 

1. Talegallus cuvieri Less. Dick sehn ab elhuhn. 

Grant, Cat. Birds Br. Mus. XXII, pag. 465. 

1868. cf. juv. 1 Batanta, ) Gesch. 1884 v. A. A. 

1869. 9- ^^^- ' ^"^^^ ^- ^^- W. Neuguinea, j Bruijn, Ternate. 

Megacephalou Temiu. 

1. Megacephalon maleo Hartl. Hammerhuhn. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 472. 

1870. (f. Gorontalo. Celebes. Gek. 1875 v. G. Schneider, Basel. 

Familie Cracidae (Hokkohühner). 

Crax li. 

1. Crax alector L. Glattschnabelhokko. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 475. 

1871. (f. Guayana. 

2. Crax globicera L. Tuberkelhokko. 
Grant, Cat. Birds Brit. Mus. XXII, pag. 478. 

1872. cT- Guatemala. Gesch. 1852 v. Gra