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Full text of "Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde"

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JAHRBÜCHER 



DES 



NASSAÜISOHEN VEREINS 



FÜR 



NATURKÜNDE. 



JIIT UNTERSTÜTZUNG DES MAGISTRATS DER RESIDEiNZSTADT WIESBADEN 

HERAUSGEGEBEN 



VON 



DE- HEINRICH FRESENIUS, 

<iEH. RBGIERUNGSRAT UND PKOFESSOR, DIREKTOR DES NASSAUISCHEN VEREINS FÜR 

NATURKUNDE. 



JAHRGANG 69. 



MIT EINEM BILDNIS VON ^YILHELM KOBELT, 8 TAFELN UND 8 TEXT- 
ABBILDUNGEN. 



WIESBADEN. 

VERLAG VON J. F. BERGMANN. 

1916. 



DRUCK von CARL RITTER, G. m. b. H. 
WIESBADEN. 



Inhalt. 



I. Yereins-Naclirichten. 

Seite 
Protokoll der Generalversammlung des Nassauischen Vereins für 

Naturkunde (E. V.) am 30. März 1916 VI 

Jahresbericht, erstattet in der Generalversammlung des Nassauischen 
Vereins für Naturkunde (E. V.) am 30. März 1916, von dem Ver- 
einsdirektor, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Heinrich Fresenius VII 

Verzeichnis der Mitglieder des Nassauischen Vereins für Natur- 
kunde (E. V.) im März 1917 XIV 

Nekrolog auf Heinrich Schar ff von Dr. F. Heineck .... XVIII 

Nekrolog auf Georg Boettcher von Sanitätsrat Dr. F. Staffel . XXI 

Nekrolog auf Lucas von Hey den von Geh. Regierungsrat Professor 

Dr. H. Fresenius XXV 

Nekrolog auf Wilhelm Kobelt von Dr. L. Dreyer XXVIII 

II. Abliaiidlungeu. 

Haldy, B., Mainz. Die Vegetationsverhältnisse der Gemarkung Geln- 
hausen (Bsz. Cassel). Mit 8 Tafeln nach Aufnahmen des Ver- 
fassers und 2 Abbildungen im Text 2 

Ernst, Gh., Dr., Geh. Regierungsrat in Wiesbaden. Über die psychischen 

Fähigkeiten der Ameisen. Mit 5 Abbildungen im Text .... 37 

Weuz, W., Frankfurt a. M. Die Hydrobienschichten von Hochstadt bei 

Hanau und ihre Fauna. Mit einer Abbildung im Text .... 56 

Schuster, Wilhelm, Pfarrer, Gonsenheim. Wiederbevölkerung des 

Odenwalds und Neckarberglands mit Nachtigallen 69 

S c h u s t e r , W i 1 h e 1 m , Pfarrer, Gonsenheim. Studien im Mainzer Becken 74 

S c h u s t e r , Wi 1 h e 1 m , Pfarrer, Gonsenheim. Ornithologe P.Schuster 

gefallen 77 



^/Vö 1 '* 



>-y 



— IV — 

Seite 

Werner, F., "Wien. Über einige Skorpione und Gliederspinnen des 

Naturhistorischen Museums in Wiesbaden 79 

Strand, Embrik, Berlin. Zehn neue äthiopische Lycosiden nebst 

Bemerkungen über einige weitere exotische Araneae 98 

lll. Meteorologische Nach richte«. 

Lampe, Eduard, Kustos des Naturhistorischen Museums, Vorsteher 
der meteorologischen Station Wiesbaden. Ergebnisse der meteoro- 
logischen Beobachtungen der Station IL Ordnung Wiesbaden im 
Jahre 1915 1 



I. 



Yereins-Naclirichten. 



Protokoll 

der 

Generalversammlung des Nassaiiischen Vereins für Naturkunde (E. V.) 
am 30. März 1916. 



1. Der Vereinsdirektor, Herr Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Heinrich 
Fresenius, eröffnet die Versammlung und begrüsst die anwesenden 
Vertreter der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft zu Frank- 
furt a. M., die Yereinsmitglieder und Gäste. Hierauf erstattet er den 
Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 

2. Der Kassenführer, Herr Sanittätsrat Dr. Staffel, erstattet den 
Kassenbericht, der in Einnahmen und Ausgaben mit Mk. 3090,39 sich 
ausgleicht und einen Kassenbestand von Mk. 397,01 in Form eines 
Guthabens beim Vorschussverein aufweist. Die Herren Dr. Dreyer 
und Dr. He in eck haben die Rechnung geprüft und richtig befunden; 
die von Herrn Dr. Heineck beantragte Entlastung des Kassenführers 
wird erteilt. 

3. Ergänzungswahl des Vorstandes: An Stelle des durch Tod aus- 
geschiedenen Herrn Sanitätsrates Dr. med. G. Böttcher wird Herr 
Professor Dr. A. Kadesch einstimmig als Vorstandsmitglied gewählt 

4. Anträge und Wünsche der Mitglieder liegen nicht vor. 

.0. Hierauf hält Herr Dr. Sternfeld aus Frankfurt a. M. einen 
mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrag über Giftschlangen und 
ihre Nachahmer. 

Dr. H. Fresenius. Dr. L. Grünhut. 



Jahresbericht 

erstattet in der 

Generalversammlung des Nassauischen Vereins für Naturkunde (E. V.) 

am 30. März 1916 

von dem 

Vereinsdirektor, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Heinrich Fresenius. 



Sehr geehrte Damen und Herren! 

Es ist die zweite Hauptversammlung unseres Vereins, die in dem 
grossen Weltkriege stattlindet, dessen Ende, trotz der herrlichen Erfolge 
unserer Kriegsmacht zu Wasser, zu Lande und in der Luft, noch nicht 
abzusehen ist. Schwer und ernst ist die Zeit des gewaltigen Völker- 
kampfes und darum findet auch diesmal keinerlei festliche Veranstaltung 
im Anschluss an die Hauptversammlung statt. 

Grosse Opfer an Gut und Blut fordert der Krieg. Auch wir 
haben wieder den Heldentod eines unserer Mitglieder, des Herrn 
Dr. M. Witkowski, zu beklagen. Aber auch unter den nicht in 
den Kampf gezogenen ist gar mancher vom Tode dahingerafft worden. 
Von unseren Ehrenmitgliedern haben wir Herrn Major a. D. Professor 
Dr. L. V. H e y d e n in Frankfurt a. M. und ganz neuerdings Herrn 
Professor Dr. W. Kobelt in Schwanheim verloren, von den korre- 
spondierenden Mitgliedern Herrn Professor Dr. Kraepelin, Direktor 
des naturhistorischen Museums in Hamburg. 

Besonders schmerzlich ist uns der Verlust eines eifrigen Vorstands- 
mitgliedes, des Herrn Sanitätsrates Dr. G. Böttcher, dessen lebens- 
volle Vorträge in den wissenschaftlichen Abendunterhaltungen sich grosser 
Beliebtheit erfreuten. 

Aus der Zahl der ordentlichen Mitglieder wurden uns durch den 
Tod entrissen die Herren Geh. Sanitätsrat Dr. Bresgen, Geh. Sanitäts- 
rat Dr. Clouth, Oberstabsarzt Dr. Gygas, Geh. Regierungsrat Professor 



— VIII — 

Dr. h. c. Fritz Kalle, Forstmeister Willi. Schmidtborn, Professor 
E. Seipp, Oberstleutnant a. D. Ad. Winter, sämtlich aus Wiesbaden^ 
Institutsvorsteher E. Pflugmacher aus Pfaifendorf bei Coblenz und 
Kealgyranasialdirektor a. D. L. Stritter aus Biebrich a. Rh. 

Unseres verdienten Ehrenmitgliedes Professor Dr. v. H e y d e n 
erinnern sich besonders die älteren unter uns, die ihn nicht nur bei den 
Hauptversammlungen des Vereins als Vertreter der Senckenbergischen 
naturforschenden Gesellschaft regelmäfsig zu sehen gewohnt waren, wenn 
es seine Gesundheit nur irgend erlaubte, sondern die auch teilweise in 
näherem Verkehr mit ihm standen. Bei der Trauerfeier war der Verein 
durch seinen Direktor vertreten, der mit Worten ehrender Anerkennung 
einen Kranz auf das Grab legte. 

Herr Professor Dr. W. Kobelt war nicht nur ein hervorragender 
Naturforscher, sondern ein Mann von universeller Bildung und Begabung, 
der neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch eine überaus segens- 
reiche gemeinnützige Wirksamkeit entfaltete, ein echter Volksfreund im 
besten Sinne. Auch an seiner Bahre hat der Verein einen Kranz als 
äusseres Zeichen der Verehrung niederlegen lassen, und zwar, da kein 
Mitglied des Vorstandes an der Trauerfeier teilnehmen konnte, durch 
Herrn Kustos Lampe. 

Unserem verstorbenen Vorstandsmitgliede, Sanitätsrat Dr. Böttcher, 
widmete Herr Sanitätsrat Dr. Staffel im Namen des Vereins bei der 
Trauerfeier einen herzlichen Nachruf unter Niederlegung eines Kranzes. 

Allen den Dahingeschiedenen werden wir ein ehrendes Gedenken 
bewahren. Zum Zeichen dessen bitte ich Sie, sich von Hiren Sitzen zu 
erheben. 

Ihren Austritt aus dem Verein haben erklärt die Herren Sanitäts- 
rat Dr. Aron stein, Badhausbesitzer Ii. Hertz, Dr. phil. M. Neumann, 
Kaufmann B. Opitz, Kommerzienrat F. Söhnlein-Pabst in Wiesbaden. 

Als ordentliche Mitglieder sind in den Verein ein getreten Herr 
Architekt W. Boui', Herr Geh. Regierungsrat Dr. Chr. Ernst, Frau 
Präsident Frey tag, Herr kaiserl. Vorstand Ingenieur Karl Lamm er t, 
Frau Geh. Kriegsgerichtsrat Lange, Herr Seezollinspcktor Oh Im er, 
Herr Bauassistent Ed. Schauss, Frau Amtsgerichtsrat Triest, Herr 
Rentner A. Pieper, Frau B. Weinberger, sämtlich in Wiesbaden, 
Herr Gymnasiallehrer Karl Geib in Kreuznach, Herr Dr. A. Kraetzcr 
in Bingen, Herr Aug. Seh er neck au in Sonnenberg und Fräulein 
Seh er ff in Biebrich a. Bh. 



— IX — 

Die Zahl dci' ordentlichen Mitglieder hat sich demgemäfs so ziemlich 
unverändert erhalten. Der Vorstand richtet an Sie alle die Bitte, auch 
fernerhin neue Mitglieder für den Verein zu werben. 

An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes, Herrn Sanitätsrat 
Dr. Böttcher, ist ein neues Mitglied in den Vorstand zu wählen. Der 
Vorstand bringt Herrn Professor Dr. Ad. Kadesch für diese Wahl in 
Vorschlag. 

Der Band 68 unserer Jahrbücher liegt hier auf dem Tisch 
zur Ansicht auf. Die Ausgabe an die Mitglieder des Vereins und die 
Versendung nach auswärts ist bereits im Gange. Trotz der durch die 
Kriegszeit bedingten Schwierigkeiten ist die Fertigstellung vor der 
Hauptversammlung ermöglicht worden. Ausser den Vereinsnachrichten 
linden Sie in dem Jahrbuch sieben Originalbeiträge, deren drei erste 
durch zusammen 14 prächtig ausgeführte Tafeln erläutert werden, so- 
wie ferner die nur in unseren Jahrbüchern zur Veröffentlichung 
kommenden Ergebnisse der von Herrn Kustos Lampe ausgeführten 
meteorologischen Beobachtungen der hiesigen Station. 

Unsere Bücherei hat sich im Berichtsjahre um etwa 400 Bände 
vermehrt, darunter befindet sich diesmal eine grössere Anzahl durch 
Kauf erworbener. Ausser den Handbüchern und liieferungswerken sind 
insbesondere die für die Neuordnung der mineralogischen, geologischen 
und paläontologischen Abteilung erforderlichen Werke angeschafl't 
worden. Ausserdem kauften wir eine Reihe für uns wichtiger Bücher 
aus dem Nachlass unseres verstorbenen Vorstandsmitgliedes Sanitätsrat 
Dr. Böttcher. 

Sämtliche Eingänge wurden doppelt eingetragen, in den Eingangs- 
und in den Zettelkatalog. 

Von den hiesigen und auswärtigen Mitgliedern, aber auch voi* 
fremden Gelehrten und namentlich auch von hier zur Kur weilenden 
Offizieren wurde die Bücherei vielfach benutzt. 

Da die Katalogisierung schon seit Jahren vorbereitet war, konnte 
die Bücherei beim Umzüge in das neue Museum in die dafür sehr 
sachgemäfs eingerichteten Räume gut eingeordnet werden, so dass es 
jetzt eine Freude ist, Bücher daraus zu entnehmen, beziehungsweise 
einzureihen. 

Die so beliebten botanischen Ausflüge wurden im Sommer 1915 
in gewohnter Weise unter Leitung unseres Ehrenmitgliedes, Herrn 
A. V i g e n e r , oder des Herrn Professor Dr. Kadesch an den Mittwoch- 



— X — 

nachmittagen unter zahlreicher Beteiligung durchgeführt. Beiden Herren 
sei auch an dieser Stelle dafür aufrichtiger Dank ausgesprochen. 

Im Winter 1915/16 wurden zehn durchweg gut besuchte wissenschaft- 
liche Abendunterhaltungen an Donnerstagabenden veranstaltet, acht davon 
im Kasino in der Friedrichstrasse, zwei im Physikzimmer in der höheren 
Mädchenschule am Schlossplatz. Es wurden folgende Vorträge gehalten: 

Am 18. November 1915. Herr A. V igen er: «Bericht über 
die botanischen Ausflüge im Sommer 1915». Im Anschluss daran 
zeigte Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Emil Pfeiffer eine Anzahl von ihm 
selbst angefertigter schöner Pflanzenabbildungen und Zweige der Edel- 
tanne mit Zapfen vor. 

Am 25. November 1915. Herr Dr. L. Dre y er : «Parthenogenesis 
und Generationswechsel.» 

Am 2. Dezember 1915. Herr Dr. F. Heineck: «Naturwissen- 
schaftliche Bilder aus der engeren Heimat» mit Vorführung wohl- 
gelungener Lichtbilder nach eigenen Aufnahmen. 

Am 9. Dezember 1915. Herr Geh. Bergrat Professor Dr. 
A. Leppla: «Belgien in geologischer Beziehung». 

Am 16. Dezember 1915. Herr Dr. L. Grünhut: «Die Nutz- 
barmachung des Stickstoffes der Luft». 

Am 13. Januar 1916. Herr Geh. Ptegierungsrat Dr. Chr. Ernst: 
«Die psychischen Fähigkeiten der Ameisen». 

Am 20. Januar 1916. Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Emil Pf ei ff er: 
«Unsere frühhlühenden Gartenpflanzen in gärtnerischer und botanischer 
Hinsicht» mit Vorzeigung von lebenden, blühenden Pflanzen und Aquarell- 
bildern. 

Am 3. Februar 1916. Herr Dr. F. Hei neck: «Physikalische 
und chemische Demonstrationen». 

Am 10. Februar 1916. Herr Professer Dr. Ad, Kadesch: 
«Die Entwickelung der Elektrisiermaschine*. 

Am 24. Februar 1916. Heir Geh. Regierungsrat Professor 
Dr. H. Fresenius: «Die Stellung der Pflanzen in der Natur». 

Unsere Beziehungen zu auswärtigen naturwissenschaftlichen Ver- 
einen und Instituten, besonders denen der benachbarten Städte, haben 
>vir, soweit dies die Kriegszeit zuliess, in seitheriger Weise fortgeführt. 
Das naturhistorische Museum stand während des Berichtsjahres im 
y^eichen des Umzuges in den seiner Vollendung entgegengehenden grossen 
schönen Neubau. 



— XI — 

Nachdem die' Vorarbeiten bereits am Ende des vorigen Berichts- 
jahres gemacht waren, wurde mit dem Umzug der mineralogischen, 
geologischen und paläontologischen Sammlungen gleich zu Anfang des 
Jahres 1915 begonnen. Gar manche Schwierigkeiten waren zu über- 
winden, zumal da die Zufahrtstrassen zu dem Neubau noch nicht fertig 
ausgebaut waren. Auch die Schränke fehlten noch ganz, so dass alles 
frei aufgestellt Merden musste. Bis Ende April war diese Abteilung, 
soweit Raum vorhanden war, im neuen Museumsgebäude untergebracht. 
Leider waren die Säle für die zoologische und die botanische Abteilung 
damals noch nicht bezugsfertig. Es wurde deshalb in der Zwischenzeit 
noch in den Räumen des alten Museums mit der Herstellung von 
biologischen Gruppen, sowie mit der Bearbeitung der ornithologischen 
Sammlung fortgefahren. Zu Anfang Juni 1915 begann der Umzug der 
Bücherei, der wissenschaftlichen Sammlung, sowie der Vorräte, und zu 
Anfang Juli, nachdem ein Teil der schönen neuen Schränke fertig war, 
der der Schausammlung. Sämtliche Gegenstände, mit Ausnahme der 
grössten, wurden ohne weitere Verpackung auf eigens angefertigten 
Tragbahren mit der nötigen Vorsicht in den Neubau geschafft, wodurch 
eine Beschädigung am sichersten vermieden werden konnte. Zur Über- 
führung der grössten Stücke musste Rollfuhrwerk benutzt werden. 

Bis zum 1. September 1915, dem von Herrn Oberbürgermeister 
Glas sing festgesetzten Zeitpunkt, war die ganze Überführung bewältigt. 

Inzwischen waren auch die Schränke in den Sälen aufgestellt 
Avorden und es wurde dann sofort mit der Verteilung der Naturalien 
begonnen. Auch die Arbeitszimmer Avurden einstweilen mit den vor- 
handenen Möbeln eingerichtet. Hierauf wurde die Aufstellung der 
Schausammlung in Angriff genommen, und zwar wurde mit der deutschen 
Fauna begonnen, die das grösste Interesse beansprucht und für die im 
alten Museum nur wenig Platz vorhanden war. Leider ist es zur Zeit 
besonders schwierig, die fehlenden Objekte zu erhalten und auch die 
Lieferung der Zutaten ist durch den Kriegszustand bedeutend erschwert. 
Von der deutschen Fauna sind bis jetzt aufgestellt : Die Säugetiere, die 
Vögel und deren Eier, die Reptilien und Amphibien. Die Fische und 
die Konchylien sind gegenwärtig in Arbeit. 

Etwa 30 Gruppen von Säugetieren und Vögeln wurden aufgestellt, 
ferner wurde eine grössere Anzahl von Einzelpräparaten fertiggestellt. 
Von grösseren Objekten wurden zur Aufstellung vorbereitet ein prächtiger 
Edelhirsch, erlegt und geschenkt von Herrn Geh. Regierungs- und 



— XII — 

Forstrat Elze, ein Rottier, erlegt und geschenkt von Herrn Forstmeister 
Glasmacher zu Chausseehaus, fünf Gemsen, erlegt und geschenkt von 
den Herren Geh. Regierungs- und Forstrat Elze und Major Seyd. 
Der im Oktober 1915 angestellte neue Präparator, Herr Burger, hat 
sich als eine geeignete Kraft und eine gute Unterstützung unseres 
bewährten Kustos, Herrn E. Lampe, erwiesen. 

Unser entomologischer Hilfsarbeiter, Herr Roth, war und ist 
noch mit der Aufstellung der Insekten Deutschlands beschäftigt, einer 
schwierigen Aufgabe, die in dem alten Museum wegen Platzmangel nicht 
in Angriff genommen werden konnte- 

Fräulein Gertrud W i t k o w s k i , welche sich eine Zeit lang frei- 
willig an den Arbeiten der zoologischen Abteilung beteiligt hatte, musste 
wegen Uebersiedelung nach Berlin diese Tätigkeit aufgeben. 

Herr Oberpostsekretär a. D. Beyer betätigte sich in dankens- 
werter Weise zeitweilig beim Sortieren von Konchylien. 

In der unter Leitung des Herrn A. Vi gen er stehenden botani- 
schen Abteilung arbeitete dieser mit den Herren Geh. Rechnungsrat 
Bohne, Professor Dr. Ad. K a d e s c h , E. Kugel und Zollrat T e i c h 1 e r 
an dem Ordnen des Herbariums. 

In der mineralogischen, geologischen und paläontologischen 
Abteilung war Herr Geh. Bergrat Professor Dr. A. Leppla mit dem 
Ordnen der Mineralien und Gesteine beschäftigt. Ein grosser Teil 
der bisher in Kisten eingepackten Objekte wurde ausgepackt, gereinigt, 
soweit angängig mit Etiketten versehen und eingeordnet. 

Der Diener und Schreiner Kuppinger war zumeist mit Umzugs- 
arbeiten beschäftigt. Ausserdem führte er die laufenden Schreiner- 
arbeiten aus. 

Des Krieges wegen konnte auch in dem Berichtsjahr nur wenig 
Material zur wissenschaftlichen Bearbeitung an Spezialisten gesandt 
werden. 

Herr Professor L. D ü d e r 1 e i n in Strassburg erhielt auf Wunsch 
die vorhandenen Objekte der Asteroidengattung Anthenea Gray. Er 
benutzte dieses Material bei seiner im (58. Bande unseres Jahrbuches 
veröffentlichten Abhandlung. 

Herr Gymnasiallehrer K. Geib in Kreuznach studierte mehrfach 
das im Museum vorhandene Material an rezenten und fossilen Schädeln 
von Hyänen im Interesse einer gleichfalls im Bd. 68 unserer Jahrbücher 
erschienenen Abhandlung. -J.j-v 5.;'; ]% .' 



— XIII — 

Des Umzuges wegen waren die Sammlungen nur vom 5. April bis 
zum 26. Mai 1915 zweimal wöchentlich geöffnet. Der Besuch war natur- 
gemcäfs erheblich schwächer wie in Friedenszeiten. 

Das neue Museum wurde übrigens von Leitern auswärtiger Museen 
bereits mehrfach besucht zwecks Besichtigung der Einrichtungen. 

Die Neueingänge beschränkten sich diesmal zumeist auf Gegen- 
stände aus dem Gebiet der engeren Heimat. Kine vollständige Liste 
wird im nächsten Bande der Jahrbücher mitgeteilt werden. 

Auch die von Herrn Kustos Lampe "geleitete meteorologische 
Station ist in das neue Museum verlegt worden. Die Arbeiten wurden 
in gewohnter Weise ausgeführt. Die am 1. März 1915 begonnenen 
Parallelbeobachtungen der Temperatur im alten und neuen Museum 
wurden bis zum 1. September fortgesetzt. Ton da ab erfolgten die 
Messungen nur an der neuen Beobachtungsstelle. In 48 Fällen wurden 
von der Station Auskünfte erteilt. Wie im Vorjahre war der Vorsteher 
einmal als Sachverständiger vom hiesigen Amtsgericht vorgeladen. Mitte 
Mai 1915 revidierte Herr Professor Dr. Arendt vom königl. meteoro- 
logischen Institut in Berlin die Station. Er fand alles in bester Ordnung. 
Bei dieser Gelegenheit wurden von ihm auch die Plätze für die Auf- 
stellung von Barometer, Thermometer und Regenmesser bestimmt. 
Letzterer kommt auf den Hof an der Rückseite des Museums. Weil 
dieser Hof und seine Einfriedigung zur Zeit des Umzuges noch nicht 
fertiggestellt waren, hatte Herr Sanitätsrat Dr. Staffel die Güte, in 
seinem Garten einen Platz für die einstweilige Aufstellung des Regen- 
messers zur Verfügung zu stellen. 

Am Schluss unseres Berichtsjahres stehen wir noch mitten in dem 
gewaltigen Weltkrieg. Niemand kann sagen, wann er zu Ende sein 
wird. Aber wir wissen, dass das deutsche Volk in Waffen mit seinen 
erprobten und kriegserfahrenen Führei-n beseelt ist vom festen Willen 
zum Siege. Auch wir Daheimgebliebenen wollen, wie das glänzende 
Ergebnis der Kriegsanleihe beweist, voll Zuversicht und Gottvertrauen 
in die Zukunft blicken und durchhalten bis zum siegreichen Ende. Und 
dann möge ein Friede kommen, wert der gewaltigen Opfer an Gut und 
an Blut, die wir gebracht haben. 

Das walte Gott. 



Verzeichnis der Mitglieder 



des 



Nassauischen Vereins für Naturkunde (E. V.) 
im März 1917.*) 



I. Torstand. 



Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Heiur. Fresenius, 

Direktor. 
Rentner Dr. L. Dreyer, stellvertr. 

Direktor. 
Apotheker A. Vigener. 
Prof. Dr. Wilh. Fresenius. 



Dozent Dr. L. Grünhut. Schriftführer. 
Sanitätsrat Dr. F. Staffel. 
Magistrats-ßeigeordneter Th. Körner. 
Geh. Bergrat Prof. Dr. A. Leppla. 
Oberlehrer Dr. Friedr. Hein eck. 
Prof. Dr. Ad. Kadesch. 



II. Ehrenmitglieder. 



Dr. E. Haeckel, Prof. in Jena. 
Apotheker A. Vigener in Wiesbaden. 



III. Korrespondierende Mitglieder 



Dr. L. G. Andersson in Stockholm. 
K. Berger, Farmer in D.-S.-W.-Afrika. 
Dr. Ludw. Döderlein, Prof. d. Zoologie 

in Strassburg. 
Karl Feldmann. Pflanzungsleiter in 

Jsongo, Deutsch-Kamerun. 
Dr. B. Hagen, Hofrat in Frankfurt a. M. 
Dr. Hueppe, Hofrat, Prof. der Hygiene 

a. D. in Dresden. 
Dr. L. Kaiser, Geh. Reg.-Rat, Prov.- 

Schulrat in Oassel. 
Dr. E. Kayscr, Geh. Bergrat, Prof. der 

Geologie in Marburg. 
Dr. A. Knoblauch. Prof. in Frankfurt a. M. 



Prof. W. Kulczynski, k. k. Gymnasial- 
lehrer, Krakau. 

Dr. K. Lampert, Prof.. Oberstudienrat 
in Stuttgart. 

Dr. Reichenbach, Prof. in Frank- 
furt a. M. 

V. Schönfeldt, Oberst z. D. in Eisenach. 

Dr. A. Seitz, Prof. in Darmstadt. 

August Siebert, Kgl. Preuss. Landes- 
ökonomierat, Betriebsdirektor der 
Palmengarten-Gesellsch. in Frank- 
furt a. M. 

Dr. Embr. Strand in Berlin. 

Dr. Thomae, Prof., Schulrat in Hamburg. 



*) Um Mitteilung vorgekommener Änderungen im Personenstand wird 
freundlichst gebeten. 



XV 



IV. Ordentliche Mitglieder 

A. Wohnhaft in Wiesbaden. 



Abesser. B., Dr., Oberstabsarzt a. D. 

Ahrens, Phil.. Dr. med. 

Frau Albert, A., Kommerzienrats-Wwe. 

Frau Albrecht, Kommerzienrats-Wwe. 

Altdorfer. M., Dr., Geh. Sauitätsrat. 

Amson, A., Dr. med. 

Andreas, K., Kgl. Eisenb.- Ober- Sekretär. 

Aschoff, C. Dr., Rentner. 

Bartling, Ed., Geh. Kommerzienrat. 

Bender, E., Dr., Sanitätsrat. 

Berger, L., Magistrats-Ober-Sekretär. 

Bergmann, J. F., Dr. med. h. c. Verlags- 
buchhändler. 

Bergmann. W., Dr. phil. 

Berle, Beruh., Dr. phil. 

Frl. Biber, Agnes. 

Bickel, Ludwig, Apotheker. 

Bohne, H., Geh. Rechnungsrat. 

Boue, V^., Architekt. 

Bouffier, H., Kunstmaler und akadem. 
Zeichenlehrer. 

Frl. Braun, Auguste, Oberlehrerin. 

Buntebardt, G., Rentner. 

Burandt. Herrn., Konsul u. Stadtrat. 

Burk, K., Dr. phil. 

Christ, Jos., Dr. med. 

Czapski. A., Dr. phil., Chemiker. 

Dams, Adolph. Möbelfabrikant. 
Delius. W., Dr. med. 
Dorow, Max, Kgl. Rentmeister a. D. 
Dreyer, L., Dr. phil.. Rentner. 
Dyckerhoff. K., Dr. phil, Stadt- 
verordneter. 

Ebel, Adolf, Dr. phil. 

Edel, F., Dr. phil. 

Eichmann, Gg , Kaufmann. 

Elgershausen. L., Rentner. 

Elze, W., Geh. Reg.- u. Forstrat. 

Ernst, Christ., Dr. Geh. Reg.-Rat. 

Fischer, Maxim., Ober-Ingenieur. 
Frank, G., Dr. med.. Professor. 
Fresenius, H.. Dr.. Professor. Geheimer 

Reg.-Rat. 
Fresenius, W., Dr.. Professor. 
Fresenius, R., Dr. phil., Chemiker. 
Frau Freytag. W., Präsidentin. 

Gärtner, Ludw , Gerichts-Kassen - 

Kontrolleur. 
Geis, Martin, Grosskaufmann. 



I Glaeser, F. A., Fabrikbesitzer u. Stadt- 
verordneter. 
Glaser, Fritz. Dr. phil., Chemiker. 
Groll, Erich, wissenschaftl. Hilfslehrer. 
Grünhut, L.. Dr. phil., Chemiker. 
Grüntzig. Dr. jur., Oberzollrat, 

Hackenbruch, P.. Dr. med., Prof.. 
San. -Rat. 
! V. Hagen, Ad., Rentner. 

Härtung, W., Dr. phil. Oberlehrer. 

Haushalter, K.. Major a. D. 

Heile, B., Dr. med. 

V, Heimburg, Kgl. Landrat, Kammerherr. 

Heineck, F., Dr., Oberlehrer. 

Helwig, K., Lehrer. 
; Hensgen, C, Direktor. 

Herold, Hugo, Dr. phil., Rentner. 

Herrfahrdt, Th., Oberstleutnant z. D. 

V. Herff, Aug.. Dr., Sanitätsrat. 

Frau Hessel-Jungk, A , Rentnerin. 

Hessenberg, G., Rentner. 

Heyelmann. G.. Kaufmann. 

Hiiitz, E., Dr. phil., Professor. 

Hiort, A., Buchbinder. 

Frl. Höcker, B. L., Krankenpflegerin. 

Hoff'mann, Otto, Rentner. 

Honigmann, G., Dr., Sanitätsrat. 

V. Ibell, C, Dr., Ober-Bürgermeister a. D. 
Istel, Ludw., Kaufmann. 

Jacobs, H., Privatsekretär. 

Jordan, G, Lehrer. 

Jüngst, K,, Dr., Geh. Sanitätsrat. 

Kadesch, Ad., Dr., Prof.. Oberlehrer. 

Kaiser, Hermann, Oberlehrer. 

Frl. Kalkmann, M.. Rentnerin. 

Kenn. P. H.. Rentner. 

Kirchhoff, Heinrich, Rentner. 

Klärner, Karl, Lehrer. 

Klein Schmidt. Rud., Brauerei-Direktor. 

Frl. Koch, Wally, Lehrerin. 

Köhler, Alban, Dr. med., Prof. 

Körner, Th., Magistr.-Beigeordneter a. D. 

Frl. Kretschmer, M. 

Frau Krezzer. E. 

Krezzer, H., Major a. D., Kunstmaler. 

Kühn, August, Apotheker. 

Frl. Kuschel, Rentnerin. 

Lammert, Karl, Kais. Vorstand und 

Ingenieur. 
Lampe, Ed., Museumskustos, 



XVI 



Lande, S., Dr. med.. Sanitätsrat. 

Landow, M., Dr. med., Prof. 

Frau Lange, Geh. Kriegsrats- Wwe. 

Laiipus, Fritz, Rentner. 

Frl. Laiix, Rentnerin. 

Lehmann, Rud., Apotheker. , 

Leo, Ludwig, Rentner. 

Leppla, A., Dr., Prof., Geh. Bergrat, 

Kgl. Landesgeologe. 
Levi, Carl, Buchhändler. 
Lossen, F., Dr. phil. 
Ludwig, W., Dr. phil, Kandidat des 

höheren Lehramts. ' 

Lugenbühl, E., Dr., Sanitätsrat. 
Lutz, Ludwig, Rentner. 

Mahlinger. L., Dr.. Prof., Oberlehrer. 

Mayer. J., Dr., Apotheker. 

Mecke, P.. Dr., Chemiker. 

Mencke, Rud., Landgerichts-Präsident. 

Merkel, Erich, Buchbinder. 

Mertens, W., Dr., Sanitätsrat. ' 

Meurer, C, Dr., Sanitätsrat. 

Meyer, G., Dr., Sanitätsrat. 

Minner. A.. Glasermeister. 

Müller, H.. Schulrat a. D. 

Müller, Heb., Dr. med. 

Müller, Karl, Rentner. I 

Neuendorff, W., Rentner. i 

Ohlmer, E., Seezolldirektor. | 

Dr.. Prof., Geh. 

Sanitätsrat. 
Peters, C., Dr. phil., Fabrikbesitzer. 
Pfeiffer. Emil, Dr.. Geh. Sanitätsrat. 
Pieper, Fr. Alphons, Rentner. 
Plessner, F., Dr., Sanitätsrat. 
Pröb.sting. A., Dr.. Sanitätsrat. 
von und zu Putlitz. Kurt, Freiherr 

Gans Edler Herr, Privatgelehrter. 

Ramdohr, M., Dr.. Geh. Sanitätsrat. 
Rassbach, Rieh. Dr. phil., Oberlehrer. 
Rassbach, Wilh., Dr. phil., Oberlehrer. 
Realgymnasium. Oranienstrasse. 
Reich. F.. Dr., Sanitätsrat. 
Reusch, H.. Landesbankrat. 
Ricker, Ed.. Dr., Sanitätsrat. 
Rittor. Heinrich. Buchdruckereibesitzer. 
Roebel, Geors. Kaufmann. 



Roemer, H., Buchhändler. 
Romeiss. Herm., Dr. jur.. Justizrat. 
Roth, W.. Hühneraugen-Operateur. 
Frl. Ruckes, Johanna, Lehrerin. 
Frl. Ruckes. Maria. Lehrerin. 
Rudloff, P., Dr., Sanitätsrat. 

Schaab, H. H., Lehrer. 
Schauss, Ed., Bauassistent. 
Scheele. C. Dr., Geh. Sanitätsrat. 
Schellenberg, L.. Hofbuchdruckereibes. 
Schellenberg. G.. Dr. med. 
Schild, W., Kaufmann. 
Schleines, G.. Buchhändler. 
Schubert. Max. Dr. med. 
Seelig, 0., Hof-Büchsenmacher. 
Seyberth, Alb., Dr. med. 
Frau Seyd. Kurt. 
Seyd, Kurt, Landwirt. 
V. Seyfried, E.. Dr. rer. nat.. Major a. D. 
Frl. Siewert. 

Simmersbach, Bruno, Hütteningenieur. 
Staffel. Arthur, Dr. med. 
Staffel, F.. Dr., Sanitätsrat. 
Stephan, Alfred. Dr., Inhaber d. Hirsch- 
Apotheke. 
Stock, Carl, Lehrer. 
Stracke. Karl, Oberlehrer. 
Strecker, H., Dr., Sanitätsrat. 

Tetzlaff, W., Dr. phil. 

Thomae, Ed.. Lehrer. 

Frau Tietz, 0., Dr., Rentnerin. 

Frau Triest, Amtsgerichtsrats-Wwe. 

Frl. Ulrich. Franziska. 

Frl. Unruh, Margarete. Lehrerin. 

Unzer. Ad.. Dr. phil., Professor. 

Valentiner. G., General-Konsul. 
Voigt. Ad., Dr., Geh. Sanitätsrat. 

Wagemann. H., Weinhändler. 
Wehmer, P., Dr., Sanitätsrat. 
Weidemann, Richard, Geigenbaumeister. 
AVeimer, Aug., Kgl. Steuerinspektor. 
Frau Weinberger. Bertha. 
Weintraud. W.. Dr. med.. Prof. 
Wetzeil. Kurt, Oberlehrer. 
Winter, Ernst. Geh. Baurat. 
Wolff. Franz. Rentner. 
Wüstenfeld. Dr., Oberlehrer. 



1 



B. Ausserhalb Wiesbaden (im liegierungsbezirk). 
Beck, L., Dr.. Professor. Rheinhütte in Dyckerhoff, R., Dr. ing., Prof. Fabrik 



Biebrich a. Rh. 
Birkenbihl, H., Lehrer in Biebrich a. Rh. 
Brücher, K., Oberlehrer in 

Biebrich a. Rh. 



besitzer in Biebricli 

Esau, J.. Prof., Realschuldirektor in 
Biedenkopf. 



— XVII - 



Fetzer, Christian, Zoologe, Winkel i. 

Rheingau. 
Fischer, Karl, Ingen, in Frankfurt a. M. 

Goos, Herrn, in Niecl.-Walluf (Rheingau). 
•Gräfi. V. d. Gröbensche Rentei in Nassau. 

Haas, Rudolph. Kommerzienrat, Hütten- 
besitzer in Sinn, Dillkreis. 
Hellwig, C, Dr. med. in Dotzheim. 

Frl. Joesten. G., Seminarlehrerin in 

Eltville a. Rh. 
Jung, Karl, Lehrer in Delkenheim. 

Linkenbach, C, Generaldirektor in Ems. 
Lüstner, Dr., Prof. in Geisenheim a. Rh. 

Magdeburg. W., Dr. phil. in Eltville a. Rh. 

Metzger, K., Dr., Prof.. Kgl. Forst- 
meister in Sonnenberg. 

Müller, G., Dr., Prof., Institutsvorsteher 
in St. Goarshausen. 

Neuenhaus. H., Dr. phil., Chemiker in 
Biebrich a. Rh. 

Parker, W. B., in Sonnenberg. 



Passavant, A., Fabrikant in Michelbach. 
Petry, Ludw., Lehrer in Dotzheim. 

Realgymnasium in Biebrich a. Rh. 

Scherfif, Frl. in Biebrich a. Rhein. 
Scherneckau, Aug., Sonnenberg. 
Schultz, Aug.. Dr. med. in Dotzheim. 
Schwendler, J., Dr., Oberlehrer in 

Biebrich a. Rh. 
Sturm, Ed., Weinhändler in Rüdesheim. 

Teichler, Friedr., Kgl. Zollrat a. D. in 

Erbenheim. 
Touton, C, Dr. med., Prof. in Biebrich 

a. Rhein. 

Voll, Chr., Lehrer in Biebrich a. Rh. 

Wagner, Willy, Hofapotheker in 

Biebrich a. Rh. 
Wenz, Wilh., Dr. phil. in Frankfurt a. M. 
Winter. F. VV., Dr. phil., Fabrikant in 

Buchschlag bei Frankfurt a. M. 
Wortmann, Dr., Prof., Geh. Reg.-Rat, 

Direktor in Geisenheim a. Rh. 



C. Ausserlialb des Itegierungshezirl-s Wiesbaden. 



Beckel, August, Dr. phil., Nahrungs- 
mittel-Chemiker in Düsseldorf. 
Behlen, H., Kgl. Forstmeister in Kiel. 
Bibliothek, Königl. in Berlin. 
Burgeff, H., Dr. phil. in München. 

Doms, Leo, Rentner in Darmstadt. 

Frau Baronin v. Erlanger in Nieder- 
Ingelheim. 

Fischer, Anton, Postsekretär in 

Augsburg. 
Freundlich, H., Dr., Professor in 

Braunschweig. 
Fuchs, A., Dr., Geologe in Berlin. 
Fuchs, Ferd., Dr. med. in Würzburg. 
Fuchs, Ferd.. Dr. med. in Strassburg, Eis. 

Geib, Karl, Gymnasiallehrer in 

Kreuznach. 
Geisenheyner, L.. Oberlehrer in 

Kreuznach. 



Haldy, B., Schriftsteller in Mainz. 
Henk, A., Kand. d. höheren Lehramts 

in Fulda. 
Holtzinger, Hans, Teneverb. Hemelingen 

(Bremen). 

Kraetzer. A., Dr. in Bingen. 
Kuntze, Fürstl. Solmsischer Oberförster 
in Hohensolms bei Wetzlar. 

Lindholm, W. A., Kaufmann in Moskau. 
Lipmann, Robert, Fabrik, in Strassburg. 

Oberbergamt, Kgl. in Bonn. 
Odernheimer, Edgar, Dr. in Marburg. 

Schneider, Gustav, Naturalienhändler in 

Basel. 
Schuster. Ludwig, Forstassessor in 

Mohoro, Deutsch-Ostafrika. 
Schuster, Wilhelm, Pastor, Heilbronn. 
Sevd, Fritz, Kgl. Major in München- 

N.-Wittelsbach. 



Jahrb. tl. nass. Ter. f. Xat. 00, 1016. 



II 



Nekrolog 



Heinrich Scharff t 

(31. März 1883—2. September 1914.) 

Am 2. September 1914 starb den Heldentod fürs Vater- 
land das Vorstandsmitglied des Nassauischen Vereins für Natur- 
kunde, der Oberlehrer am Lyzeum I, Oberlyzeum und der 
Studienanstalt zu Wiesbaden, Dr. Heinrich Scharff, Ober- 
leutnant im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 80. Es war in 
den Vogesen, westlich von Markirch, am Col de Ste. Marie. 
Er hatte sich an die Spitze seiner Kompagnie gesetzt, um sie 
gegen den Feind zu führen, als die Geschosse der französischen 
Alpenjäger ihn erreichten und seinem jungen frischen Leben 
ein allzu frühes Ende bereiteten. In trüber Vorahnung hatte 
er einige Wochen vor Ausbruch des Krieges seinen Freunden 
den Wunsch niedergeschrieben, dass sein Grab einmal in der 
Heimat sein solle, unter den sonnigen Wäldern des Taunus, 
die er so gerne zu Fuss und zu Pferd durchstreift hatte. Jetzt 
ruht er in der Ferne, aber in deutscher Erde, dicht unter dem 
(irenzkamm, den zu schützen sein letzter Wille war. Noch 
hallt der Donner der Kanonen um die Stätte, wo er zur letzten 
Ruhe gebettet ist, mehr als zwei Jahre schon. Wenn aber 
einst der Kriegslärm über den Vogesen verstummt und der 
Bergwind und das Rauschen des Waldes die Melodie an sich 
gerissen haben werden, dann wird er schlafen, wie er sichs 
gewünscht! Am Bergeshang, wo sich der Wald emporwölbt, 
still, umfiüstert von den Stimmen des Windes und der ewig 
sich regenden Natur, denen er im Leben so oft und mit Liebe 
gelauscht. 



— XIX - 

Heinrich Sc bar ff entstammte einer oberhessischen Lebrer- 
familie und wurde am 31. März 1883 zu Giessen geboren. Dort be- 
suchte er auch das Gymnasium und von Ostern 1901 ab die Universität. 
Er studierte Naturwissenschaften, besonders Zoologie und Botanik, zuerst 
in Giessen, dann in München, schliesslich wieder in Giessen. Hier 
bestand er im Sommer 1905 die Prüfung für das höhere Lehramt und 
erwarb im Herbst desselben Jahres die akademische Doktorwürde auf 
Grund der Dissertation : «Zur Kenntnis der Kopfanlage der Cysticerken^ 
insbesondere des Cysticercus Taeniae solii:*» (erschienen in den Zoologisehen 
Jahrbüchern, XXII. Band, Heft 3, 1905). Die Zeit seiner Lehrtätigkeit an 
verschiedenen hessischen höheren Schulen unterbrach er im Sommer 1907 
durch den Besuch der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, wo er seine 
liohen zeichnerischen Fähigkeiten zu Gunsten seiner naturwissenschaft- 
lichen Betätigung zu vervollkommnen strebte. Im Frühjahr 1909 über- 
nahm er eine Oberlehrerstelle an dem städtischen Lyzeum I, dem Ober- 
lyzeum und der Studienanstalt in Wiesbaden. 

Während seiner Wiesbadener Jahre war der Verstorbene ein 
eifriges Mitglied des Nassauischen Vereins für Naturkunde. Er war 
nicht nur bemüht, dem Verein immer neue Freunde zu gewinnen, 
sondern nahm auch an den Veranstaltungen des Vereins in reger Weise 
teil. Im Sommer 1912 liess er sich auf ^/^ Jahr beurlauben, um an 
der zoologischen Station in Neapel sich dem Studium der reichen Fauna 
des Golfes von Neapel hinzugeben. Vielseitig angeregt und mit einer 
umfangreichen Sammlung von Mecrestieren und von selbstangefertigten 
Zeichnungen, die er beide der von ihm verwalteten und modern einge- 
richteten biologischen Sammlung seiner Schule überliess, kehrte er zurück. 
Über seine Erfahrungen in Neapel hat er im Kreise des Nassauischen 
Vereins für Naturkunde wiederholt berichtet, zuletzt in seinem Vortrag 
bei dem Jahresfeste des Vereins im P'rühjahr 1914: «Über Kunstformen 
in der Tierwelt des Golfes von Neapel». Seine Ausführungen über diesen 
Gegenstand belegte er mit einer grossen Reihe wundervoller Lichtbilder, 
die er teilweise nach seinen eigenen Zeichnungen hatte anfertigen lassen 
und die er in kunstvoller Weise eigenhändig übermalt hatte. Die Teil- 
nehmer jener Versammlung, die sich an dem anschliessenden Festessen 
im Kurhaus beteiligten, werden nicht vergessen, wie der Verstorbene 

II* 



— XX - 

mit demselben Geschick zur fröhliclien Unterhaltung der versammelten 
Vereinsmitglieder urd Gäste beitrug, mit dem er vorher durch seine 
wissenschaftlichen Auseinandersetzungen ihre Aufmerksamkeit gefesselt 
hatte. 

Besonderes Interesse zeigte er an den Fragen, die mit der Aus- 
gestaltung des neuen Museums zusammenhingen. Diese vielseitige Be- 
tätigung in allen naturwissenschaftlichen Dingen mag vor allem den 
Xassauischen Verein für Naturkunde bestimmt haben, im Frühjahr 1914 
Dr. Schar ff in den Vereinsvorstand zu wählen. Wenige Monate nur 
hatte er ihm angehört, als ihn das Vaterland zu den Waffen rief. Und 
wenige Wochen darnach, als man in der Heimat im Hochgefühl der 
glänzenden Siege das Sedanfest feierte, sank er vom tödlichen Blei 
getroffen dahin. Das stille Grab in den Vogesen hat sich für immer 
über ihm geschlossen; und mit dem Toten sind dort die reichen Hoff- 
nungen begraben, die wir auf sein junges Leben gesetzt hatten. Zu 
tiefer Trauer führen uns die Gedanken, die uns sagen, was uns der 
Tod mit diesem Freunde genommen hat, und in stiller Wehmut über- 
denken wir, was der Verstorbene uns und dem Vereine noch hätte sein 

und werden können. 

Dr. Fr. Hein eck. 



Nekrolog. 
Geors Boettcher t. 

(1865—9. Juli 1915.) 

Allzu früh raffte ein plötzlicher Tod unser Vorstandsmitglied 
Sanitätsrat Dr. Georg Boettcher hinweg. 

Geboren 1865 im äussersten Nordosten unseres Vaterlandes, 
in Memel, mit merkbarem slavischem Einschlag in Blut und 
Wesensart, verlebte er seine Jugend in seiner Familie in Königs- 
berg, wo er bereits mit 16^/2 Jahren die Universität bezog, 
um Medizin zu studieren. 1886, erst 21 Jahre alt, erlangte 
er die ärztliche Approbation und die Doktorwürde. Eine 
Schiftsarztreise nach Südamerika brachte dem jungen, streb- 
samen Arzte grosse, unvergessliche Eindrücke. Nach einer 
mehrjährigen Assistententätigkeit, u. a. am städtischen Kranken- 
liause in Danzig bei Geheimrat Scheele (der seit vielen Jahren 
unser Mitbürger ist), siedelte er 1894 nach Wiesbaden über, 
wirkte erst ein Jahr als zweiter Arzt am Sanatorium Lindenhof 
und machte sich dann als Arzt selbständig. 

Seine Praxis war überwiegend Fremdenpraxis, für die ihm 
seine ausgedehnten Sprachkenntnisse zu statten kamen ; be- 
herrschte er doch nicht weniger als neun lebende Sprachen, 
Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Russisch, Holländisch, 
Portugiesisch, Dänisch-Norwegisch und Schwedisch. 

Schon diese Vielsprachigkeit kann als Mafsstab dafür ange- 
sehen werden, ein wie hochbegabter Mensch der Verstorbene war. 
Darum konnte ihn auch die «öde Kurfremdenpraxis», die keine 
rechte Vertiefung zulässt — wie bitter scherzte er oft darüber ! — 
nicht genügen. Sprachen, Litteratur, Musik, Naturwissenschaften, 



— XXII — 

Reisen waren Lebensbedürfnis für ihn. Er hatte das grosse Glück, 
eine Gemahlin zu finden, die ihn, den etwas schwierigen Charakter, 
mit liebevollem Verständnis zu leiten wusste, seine vielseitigen Be- 
strebungen förderte und ihm ein glückliches Heim schuf, in dem eine 
vornehme Geselligkeit, belebt durch Musik und andere schöne Künste 
gepflegt wurde. 

ßoettcher war ein grosser Musikfreund und spielte selbst die 
Violine, später die Bratsche, mit der er in einem wöchentlich einmal 
zusammen kommenden Streichquartett sich eifrig betätigte. Nicht minder 
beherrschte er die Kunst der Deklamation, die derbkomische nicht aus- 
geschlossen. Oft hat er uns in kleinerem oder grösserem Kreise mit 
solchen Darbietungen, denen er einen dithyrambischen Schwung zu geben 
wusste, erfreut. 

Was dem Verstorbenen aber ganz besonders am Herzen lag, das 
waren die Naturwissenschaften. Mit einer gediegenen Allgemeinbildung 
auf diesem Gebiete ausgerüstet, beschäftigte er sich in den letzten 
12 Jahren eingehend mit der Insektenfamilie der Dipteren. Er legte 
sich allmählich eine stattliche Sammlung dieser Insekten an, die als 
Vermächtnis der Senckenbergischen Natur forschenden Gesellschaft in 
Frankfurt, in der Boettcher eine Anzahl gleichstrebender, ihm nahe 
stehender Freunde besass, zugefallen ist. 

Eine Reihe von Arbeiten aus diesem seinem Forschungsgebiete ver- 
öffentlichte Boettcher in den Jahren 1912, 1913, 1914, besonders 
über die Sarkophagiden, in der Deutschen Entomologischen Zeitschrift, 
den p]ntomologischen Mitteilungen, in Annales Musei Nationalis Hungarici, 
im Bolletino della Societa Entomologica. Seine Forschungen brachten 
ihn mit einer grösseren Anzahl von Fachgelehrten im In- und Auslande 
in Verbindung, wobei ihm seine umfangreichen Sprachkenntnisse besonders 
förderlich waren, und er hatte die Freude, dass eine von ihm näher 
untersuchte und beschriebene Spezies der Sarkophagiden von Dr. Vi He - 
neu ve -Rambouillet bei Paris zu seinen Ehren Sarcophaga Boettcheri 
benannt wurde (Annalcs Mus. Nat. Ilungar. Vol. X, 1912, Sarcophagides 
nouveaux), und dass Ralpli B. Parker (Proceedings of the Boston 
Society of natural History : Sarcophagidae of New England, Males of 
the Genera Ravinia and Boettcheria) eine Sarkophagidenart ebenfalls zu 



— XXIII — 

Ehren Boettchers als Boettcheria uovum genus mit den drei Spezies 
B. latisterna, B. bisetosa und B. fernaldi Itenannte. 

Dem Vorstande unseres Vereins gehörte Boettclier seit 2 Jahren 
an ; seine Mitwirkung war stets anregend und fördernd. In den wissen- 
schaftlichen Unterhaltungsabenden war Boettclier viele Jahre ein 
belebendes Element. Unermüdlich war er in Mitteilungen und kleinen 
Vorträgen, in denen sich stets ein feiner, weitblickender Geist offenbarte. 
Seine Belesenheit war erstaunlich. 

Von seiner alljährlichen Ferienreise, die ihn an der Seite seiner 
gleichstrcbenden Gemahlin in die verschiedensten Länder führte, kehrte 
er stets mit einer Fülle bedeutender F^indrücke zurück, die er in form- 
gewandten Vorträgen in unserem Verein und im Deutsch-Österreichischen 
Alpenvcrein, dessen eifriges Mitglied und Vorstandsmitglied er ebenfalls 
war, wiedeigab. 

Es ist kein Wunder, dass der Verstorbene sich zu einem Genie, 
wie es Lionardo da Vinci in Künsten und Wissenschaften war, 
besonders hingezogen fühlte ; ihn machte er zum Gegenstande eines 
besonderen Studiums, das ihn zu Vorträgen über Lionardo in unserem 
Verein und der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in 
Frankfurt anregte (abgedruckt im 44. Bericht der Senckenb. Nat. Ges. 
1913. Heft 3). 

Auf medizinischem Gebiete hat sich Boettclier weniger ergiebig 
betätigt, doch war er viele Jahre ein geschätzter Referent über nordische 
und sonstige ausländische medizinische Literatur für die Deutsche medi- 
zinische Wochenschrift. 

An einem Preisausschreiben der Stadt Wiesbaden für die beste 
Propagandaschrift über Wiesbaden als Kurort beteiligte sich Boettcher 
und gab 1908 im Verlage von J. F. Bergmann seine mit dem zweiten 
Preise der Stadt Wiesbaden ausgezeichnete Schrift «Wiesbaden» heraus 
(16 Bogen stark), die auch eine Übersetzung ins Englische erfuhr.^) 

Nach Ausbruch des Krieges wurde Boettcher Anfang Oktober 1914 
mit der Errichtung eines Teillazaretts im Hotel Nonnenhof betraut. Mit 



1) Unter zwei gleichbewerteten Einsendungen hat das Los einer Mit- 
bewerberin der Boettcher sehen Schrift den ersten Preis verschafft. 



— XXIV — 

Feuereifer stürzte er sich auf iliese neue Aufgabe, die ilin nuu ganz, 
ausfüllte; er wollte eben immer melir als das Durchschnittliche leisten, wobei 
er leicht über seine Kräfte hinausging. In die Leitung des Lazaretts 
tQÜte er sich mit seinem Kollegen M e r t e n s , denen ich als freiwilliger 
Berater für funktionelle Chirurgie (Orthopädie) zur Seite trat. So hatte 
ich die Freude, mit dem Verstorbenen bis kurz vor seinem Tode in 
schöner Harmonie zusammen zu arbeiten. — In ihm lebte ein Funken 
des Genies, an der gefährlichen Grenze des Dämonischen, das ihn> 
schliesslich zum Verhängnis werden sollte. Die Folgen einer allzu 
starken Anspannung seiner Kräfte machten sich fühlbar. Eine Zurück- 
setzung, die er glaubte erlitten zu haben, verdüsterte sein Gemüt. Eine 
Ausspannungsreise nach dem Harz brachte keine Erholung. Verzweifelnd 
an sich, seiner Leistungsfähigkeit, seiner Zukunft, griff er zur lethe- 
spendenden Phiole. — — — • Am 12. Juli 1915 übergaben wir seinen 
Leib den verzehrenden Flammen. — P^hre und Liebe seinem Andenken. 

F. Staffel. 



Nekrolog 



Lucas von Heyden t- 

(22. Mai 1838 — 13. September 1915.) 

Am 15. September 1915 erhielten ^Yir von der Sencken- 
bergisclien naturforschenden Gesellscliaft in Frankfurt a. M. die 
Trauerkunde von dem zwei Tage vorher erfolgten Hinscheiden 
unseres Ehrenmitgliedes, des kgl. preuss. Majors a. D. Professor 
Dr. L u c a s F r i e d r i c h J u 1 i u s D o m i n i c u s von Heyden. 
Am 16. September fand die Beerdigung seiner Leiche auf dem 
Friedhofe zu Frankfurt a. M. statt. Der Nassauische Verein 
für Naturkunde war dabei vertreten durch den Schreiber dieser 
Zeilen, der dem langjährigen treuen Freunde des Vereins mit 
warmen Worten anerkennenden Dankes einen Kranz als letzten 
Gruss auf das Grab legte. 

Die älteren Vereinsmitglieder erinnern sich gerne der 
stattlichen Gestalt Lucas von Heydens, der stets ein freudig 
begrüsster Besucher unserer Generalversammlungen war und sich 
auch häufig an den Ausflügen des Vereins beteiligte. Li besonders 
nahe Beziehungen zu unserem Vereinsgebietc trat er namentlich 
auch als Obmann der Reblausbekämpfungskommission für das 
preussische Weinbaugebiet am Rhein in den Jahren 1880 — 1900. 

Lucas von Heyden war der Spross eines alten Frank- 
furter Patriziergeschlechtes. Sein Vater, der im Jahre 1866 
verstorbene Senator Dr. Karl von Heyden, der mehrfach 
als regierender Bürgermeister an der Spitze der damaligen freien 
Reichsstadt Frankfurt a. M. gestanden hat, müy ein bedeutender 
Entomologe und legte den Grund zu der grossen von Heyden- 
schen Käfersammlung. Er hatte auch einen weseiitlichen 



— XXVI — 

Anteil an der Begründung der Senckenbergischen naturforschenden 
Gesellschaft. 

Lucas von Herden wurde am 22. Mai 1838 zu Frankfurt a. M. 
geboren. Nach Absolvierung des G3'mnasiums seiner Vaterstadt trat er 
iils Offiziersaspirant in das Frankfurter Linienbataillon ein. 1865 war 
or Hauptmann und Kompagniechef. 1866 bei Auflösung des Bataillons 
trat er in den Ruhestand, stellte sich aber 1870 zur Dienstleistung zur 
Verfügung, nahm am Feldzug gegen Frankreich 1870/71 Teil und 
wurde durch Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse ausgezeichnet. 
Nach Beendigung des Krieges nahm er seinen Abschied. 1884 wurde 
ihm der Charakter als Major verliehen. 

Im Jahre 1873 verheiratete er sich mit der Freiin Hermin e 
Kiedesel zu Eisenbach, die ihm aber schon 1875 wieder durch 
<ien Tod entrissen wurde. Ein Töchterchen starb schon vor der Mutter. 
Der so rasch Vereinsamte hat keine neue Ehe geschlossen, sondern lebte 
seitdem zusammen mit seiner treu für ihn sorgenden Schwester Julie 
von Heyden, im Winter in Bockenheim-Frankfurt a. M., im Sommer 
in Falkenstein im Taunus, ganz seinen Studien und Ehrenämtern. 

Schon als Gymnasiast zeigte er grosse Vorliebe für die Naturwissen- 
schaft, und zwar wandte er sich, dem Beispiel seines Vaters folgend, 
von vornherein der Insektenkunde zu. Als junger Leutnant wurde er 
1860 Mitglied der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft und 
bereits 1862 Mitvorsteher der entomologischen Sektion. Seitdem hat 
er bis zu seinem Tode einen grossen Teil seiner Arbeitskraft in den 
Dienst dieser angesehenen Gesellschaft gestellt und ihr in verschiedenen 
Ehrenämtern bis zu seinem Tode die grösste Förderung zu Teil werden 
lassen. Im einzelnen ist dies dargelegt in einem Nachruf, den unser 
rseitdem gleichfalls verstorbenes Ehrenmitglied, Professor Dr. W. Kobelt, 
im 46. Bericht der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft 
(1916) S. 153 if. dem heimgegangenen Freunde gewidmet hat. 

Lucas von Heyden war stets ein eifriger Sammler und bat eine 

einzigartige grosse Sammlung europäischer Käfer zusammengebracht, die 

er schon bei Gründung des «Deutschen entomologischen Museums in 

Berlin» 1872 diesem Museum testamentarisch vermachte und die bei 

seinem Tode nicht weniger als rund 150 000 Tiere in nahezu 30 000 

'benannten Arten und Varietäten umfasste. Wiederholt hat er allein 

5und mit Freunden wissenschaftliche Reisen ausgeführt, auf denen fleissig 

-gesammelt wurde. Die Ausbeute an ausländischen Käfern wurde fast 



— XXVII — 

ausnahmslos der Sammlung des Senckenbcrgisclien Museums einverleibt. 
Zu Lebzeiten stellte er seine Sammlung ebenso wie seine reichhaltige 
Bücherei mit grosser Bereitwilligkeit den Fachgenossen zur Verfügung. 

Zahlreich sind seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Die erste, 
schon 1863 in dem Jahresberichte der naturforschenden Gesellschaft 
Graubündens, ist ein «Beitrag zur Coleopterenfauna des Obcrengadins->. 
Im ganzen sind es über 300, die naturgemäfs hier nicht aufgezählt 
werden können. Hervorheben aber will ich, dass er auch ein geschätzter 
Mitarbeiter der Jahrbücher des nassauischen Vereins für Naturkunde 
war. So veröffentlichte er 1877 in unseren Jahrbüchern eine Abhand- 
lung: «Die Käfer von Nassau» und in späteren Jahrgängen bis 1896 
noch sieben Nachträge zu dieser Abhandlung. Doch hier kann die 
wissenschaftliche Lebensarbeit unseres heimgegangenen Ehrenmitgliedes 
nicht eingehend gewürdigt werden, dies ist zudem geschehen von einem 
berufenen Fachgenossen und Freunde des Verstorbenen, Rat Edmund 
Reitter in Pas kau, in einem Nekrolog in den Entomologischen Mit- 
teilungen Band IV (1915), Nr. 10/12, S. 253 ff. 

Mit den Vertretern der Entomologie stand der Verschiedene in regem 
wissenschaftlichem Verkehr und wurde so ordentliches oder korrespon- 
dierendes Mitglied von 52 wissenschaftlichen Vereinen und Gesellschaften, 
von 9 Ehrenmitglied. Auch sonst wurden ihm — ganz abgesehen von 
der Verleihung mehrerer Ordensauszeichnungen — vielfache Ehrungen 
zu Teil. Die philosophische Fakultät der Universität Bonn ernannte ihn 
honoris causa 1875 zum Dr. phil. Am 5. Dezember 1901 erhielt er 
in Rücksicht auf seine anerkennenswerten wissenschaftlichen Leistungen 
das Prädikat Professor. Am 16. Juni 1910, bei der fünfzigsten Wieder- 
kehr des Tages, an dem er als arbeitendes Mitglied in die Sencken- 
bergische naturforschende Gesellschaft eingetreten war, errichtete diese 
ihm zu Ehren eine besondere Stiftung. 

Der Verstorbene war ein deutscher Naturforscher von echtem Schrot 
und Korn, kenntnisreich aber zurückhaltend und nur gegen die ihm 
näher Stehenden mitteilsam, diesen aber ein wahrer und treuer Freund. 
Sein Andenken wird auch vom Nassauischen Verein für Naturkunde 
stets in Ehren gehalten werden. 

Dr. H. Fresenius. 



Nekrolog 



Wilhelm Kobelt t 

(20. Februar 1840—26. März 1916.) 

Noch sind nicht drei Jalire verflossen, seit der Nassauische 
Verein für Naturkunde in seinem Direktor Arnold Pagen- 
stecher den langjährigen verdienstvollen Leiter verloren hat. 
Und schon wieder trauert er um den Verlust eines seiner 
besten, tüchtigsten Mitarbeiter. 

Wilhelm K o b e 1 1 , unser alter, rastlos schaffender und 
wirkender Freund, lebt nicht mehr. Er hat nach kurzem 
Kranksein am 26. März 1916 die nie ermüdende Feder nieder- 
gelegt. Auch er, der allweil Rüstige, hat nach langem segens- 
reichen Wirken der Natur, deren Gesetzen er so gerne nach- 
sann, seinen Tribut gezollt. 

Noch kurz vor seinem Tode, am 21. Februar 1916, schrieb 
mir der Sechsundsiebzigjährige in seiner schönen, flüssigen, 
ganz unverändert gebliebenen Handschrift : 

«Vorläufig geht es ja mit dem Arbeiten noch ganz hübsch. 
Augen und Lunge sind noch ganz befriedigend in Ordnung, 
der Appetit ist besser, als bei den knappen Zeiten erwünscht 
ist. Auch meine Frau ist noch recht gut bei der Hand. Wir 
hoffen den Frieden noch zu erleben. Ich habe unser kleines 
Heimatmuseum ganz hübsch im Gang und habe jetzt auch eine 
Sammlung von Kriegsorinnerungen hinzugefügt; es soll von dem 
Krieg etwas mehr erhalten bleiben als von dem von 1870/71 . . .» 

So ist er mitten im Schaffen heimgegangen, im Wirken 
für die engere Heimat, treu seiner Überzeugung, dass jede 
gesunde Entwicklung von innen heraus kommen muss, dass sich 
an die gründliche Kenntnis des Nächstliegenden leichter weitere 
Forschungen und Schlüsse anreihen lassen. 



— XXIX — 

Kobelt war ein Freund der Natur. Von seiner frühesten Jugend 
an war er ein liebevoller Beobachter seiner Umgebung, der geborene 
.Naturforscher mit offenen Augen, klarem Verstände und weitem Herzen. 
Wie er selbst ohne Falsch, ohne Egoismus war, so beurteilte er auch 
Andere. Darin, dass man ihm dies sofort anmerkte, lag das Bestechende 
seines Wesens, das Ansteckende seiner Begeisterung. Den Sinn für 
Naturwissenschaft hatte er von seinem Vater geerbt, der Pfarrer in Alsfeld 
in Oberhessen war. Von ihm auch die Liebe zu seinen Mitmenschen 
ohne Ansehen der Person, das Bestreben, ihnen nützlich zu sein, sie 
geistig und moralisch zu heben und ihnen zu helfen. In einer von 
diesem Vater geleiteten kleinen Privatschule wurde er unterrichtet bis 
ar 15 Jahre alt in die Prima des Gymnasiums zu Gicssen übertrat. 
Von 1857 bis 1862 studierte er Medizin in Giessen, promovierte daselbst 
am 13. Dezember 1862 mit einer Arbeit über Ilerzdämpfung und 
Herzleere, Hess sich dann als praktischer Arzt in Biedenkopf a. d. Lahn 
nieder und siedelte im Januar 1869 nach Schwanheim a. Main über, 
wo er bis Ende 1880 als Vercinsarzt praktizierte, von da ab bis zu 
seinem Lebensende aber als Privatmann nur seinen Studien und seinen 
gemeinnützigen Bestrebungen lebte. 

Was er in diesen 40 Jahren als Volksfreund für seine zweite 
Heimat geleistet hat, hat der von ihm ins Leben gerufene segensreich 
wirkende «Rhein - Mainische Verband für Volksbildung 
(Soziales Museum)» gelegentlich seines 50jährigen Doktorjubiläums 
im Jahre 1912 übersichtlich dargelegt, indem er unter dem Titel 
«Heimatkunde und Heim at arbeit» i) in einem 500 Seiten 
grossen Bande eine auserlesene Sammlung Kob eltscher volkswirtschaft- 
licher und sozialer Aufsätze neu veröffentlichte. Die Aufsätze geben in 
ihrer Vielseitigkeit ein erhebendes Bild dessen, was auch heute noch 
ein einzelner tüchtiger Mann seinen Mitbürgern sein kann, wenn er 
nur den einen Ehrgeiz hat, sie in jeder Beziehung zu heben. 

Diese Seite der Kobeltschen Tätigkeit soll hier nur soweit gestreift 
werden, als ihre Heranziehung nötig ist, das Bild des Menschen Kobelt 
zu vervollständigen. Für diesen Zweck dürfen aber auch schon die 
wenigen Worte der Einleitung zu dem vorerwähnten schönen Buche 
genügen : «Als Festgabe und als Dank bringen wir ihm, der über 
40 Jahre als Gelehrter, als Mann der selbstlosen werktätigen Liebe, als 
schöpferischer Organisator und als Mensch, Vorbild und Führer gewesen 



1) Verlag von En giert & Schlosser, Frankfurt a. Main. 



— XXX — 

ist, diese Sammlung seiner volkswirtschaftlichen und sozialen Schriften 
und Aufsätze dar. Was Wilhelm Kobelt für die Naturwissenschaft 
bedeutet, weiss die Wissenschaft. Was er als praktischer Volkswirt, 
als Mann der Anregung und der Tat gewesen ist, davon erzählen die 
Blätter dieser Sammlung, das zeigen die Dörfer und Städte unserer 
Gegend, davon legt unsere und unserer Mitarbeiter Arbeit Zeugnis ab.» 

Über seine wissenschaftliche Tätigkeit gab Kobelt nach seinem 
70. Geburtstage auf Wunsch vieler Freunde eine schlichte Übersicht in 
dem Nachrichtsblatt der Malakozoologischen Gesellschaft. 

In dieser unter dem Titel «Erinnerungen eines Koncho- 
logen» im Jahre 1910 erschienenen I^bersicht heisst es: 

«Gesammelt habe ich seit meiner ersten Jugend. Erst Käfer und 
Schmetterlinge für meinen Vater, dann Schnecken, Steine, kurz alles, 
was in der Umgebung meiner nicht sonderlich günstig gelegenen Heimat 
zu sammeln war. Später, in meinen letzten Semestern, ausschliesslich 
Schmetterlinge. In dem interessanten oberen Lalmtale mehr Gesteine 
und Petrefakten. Ein zufälliger Anlass brachte mich mit E. A. Ross- 
ma essler in Korrespondenz^), eine Konchjdiensendung desselben zu 
vorwiegender Beschäftigung mit den lebenden Konchylien, denen ich 
fortan treu geblieben bin Der Mangel eines ordentlichen Lehrbuches 
zum Studium der deutschen I.andschnecken bewog mich dazu, mir selbst 
ein solches zu schreiben, das dann als «Fauna von Nassau» in 
den Jahrbüchern des Nassauischen Vereins für Naturkunde erschien^). 



2) Bei den Vorarbeiten zur Gründung seines Volksbildungsvereins Avandte 
sich Kobelt an den sowohl als Bahnbrecher für die damalige Volksbildungs- 
bewegung wie als Naturforscher gleich bedeutenden Rossma essler. Die 
Verbindung war nur von kurzer Dauer, da Rossma essler schon 1868 starb. 
Aber der gute Einfluss dieses bedeutenden Mannes tiberlebte ihn. 

3) Diese im Juni 1870 abgeschlossene „Fauna der nassauischen Mollusken'' 
erschien in dem Doppelbande XXV und XXVI unserer Jahrbücher für die 
Jahre 1871 und 1872. Das Buch zeigt schon ganz die Kobeltsche Klarheit 
und Gründlichkeit und enthält auf 9 Tafeln vortreffliche Abbildungen sämt- 
licher nassauischer Schnecken, mit Ausnahme der Nacktschnecken. Aus der 
Vorrede geht hervor, dass damals schon Frau Kobelt einen Teil der 
Originalabbildungen zeichnete. Wenn man bedenkt, dass diesem umfang- 
reichen Werke schon im Jahre darauf (Juni 1871) der dem Andenken Ross- 
mae sslers geAvidmete grosse „Katalog der im europäischen Faunengebiet 
lebenden Binnenkoncliylien" folgte, und dies neben der Austibung seiner ärzt- 
lichen Praxis, staunt man über die damals schon an den Tag gelegte riesige 
Arbeitskraft, die Kobelt bis zu seinem Ende treu blieb. 



- XXXI — 

Einem ähnlichen Bedürfnis verdankte mein «Katalog der im 
europäischen F a u n e n g e b i e t lebenden H i n n e n k o n c li y i i e n^ 
seine Entstehung. 

Bei der Naturforscher-Versammlung in Frankfurt 1867 kam ich 
zuerst mit Heyne mann in Beziehung. 1868 unternahmen wir zu- 
sammen die Gründung der «Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft»^ 
deren Nachrichtsl)latt ich seitdem redigiert habe. Meine Übersiedelung 
nach Schwanheim gestattete mir die Benutzung der Bibliothek und der 
Sammlungen der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft und 
damit eine wirkliche wissenschaftliche Tätigkeit. Ani Anregung der 
1). Mal. Ges. wurde die Ross m aesslersche Sammlung europäischer 
Binnenkonchylien erworben und das bewog mich, die Fortsetzung von 
R s s m a e s s 1 e r s I k n g r a }) h i e der europäischen Land- und 
Süssw asser konchyli en in die Hand zu nehmen. Seitdem sind 
19 Bände mit je 30 Tafeln, fast alle von mir gezeiclinet, erschienen. 
Die zunehmende Übung im Konchylienzeichnen veranlasste mich auch, 
die damals ziemlich verfahrene zweite Auflage des grossen Martini- 
Ch em nitz sehen Konchy 1 i e nkabin etts in die Hand zu nehmen, 
anfangs als Mitarbeiter Küsters, dann erst mit W e i n k a u f f zu- 
sammen, und nach dessen Tode als alleiniger Herausgeber. Es sind 
von demselben seitdem über 300 Lieferungen erschienen, jede mit 
6 Tafeln, davon über die Hälfte von mir; Märten s, Loebbeckc, 
Gl essin, Schmaltz, Brot, Wagner waren tleissige Mitarbeiter. 
Als drittes Unternehmen kam die Ikonographie der europä- 
ischen M ee reskon chylien hinzu, von der, nach einer längeren, 
ohne mein Verschulden eingetretenen Unterbrechung, der vierte Band 
(zusammen 120 Tafeln) erschienen ist. Daneben redigierte ich von 
1874 bis 1886 die «Jahrbücher der Deutschen Malakozoo- 
logischen Gesellschaft» . . . 

Ausserdem erschienen als selbständige Arbeiten: das «Illustrierte 
Konchylienbuch» mit 110 von mir selbst lithographierten Tafeln, 
dann in den Senckenbergischen Annalen die Bearbeitung der von Rein 
in Japan gesammelten Binnenkonchylien (mit 23 Tafeln j und die Be- 
arbeitung von Kükenthals Ausbeute von den Molukken (mit 8 Tafeln). 
Ausserdem als Separatheft des grossen Reisewerkes von Karl Semper 
die Bearbeitung der von diesem auf den Philippinen gesammelten Deckel- 
schnecken. Daneben habe ich von 1879 bis 1885 den Jahresbericht 
über die MoUuskens vste m atik für die zoologische Station 



— XXXII — 

in Neapel und nach dessen Eingeben seit 1886 den Bericht für 
das Archiv für Naturgeschichte geschrieben.» .... 

Für Kobelt war es i^edürfnis, vor Bearbeitung einer Gruppe ein 
klares und möglichst vollständiges Bild dessen zu haben, was bis dahin 
von ibr bekannt und erforscht war. Existierte noch keine ihn befriedigende 
Übersicht, so ging er selbst an deren Ausarbeitung, in der Absicht, es 
seinen Mitarbeitern und seinen Nachfolgern darin leichter zu machen 
und damit zu weiterer Forschung anzuregen. 

So entstand 1870 sein erstes, in den Jahrbüchern des Nassauischen 
Vereins für Naturkunde veröifentlichtes Buch «Die Fauna der n a s s a u - 
i sehen Mollusken», und das Jabr darauf der «Katalog der im 
europäischen Faunengebiet lebenden Binn enkon cli ylie n». 
wobei er in seiner bescheidenen Art die Ergebnisse seiner eigenen 
Forschungen und die Schlüsse, zu denen sie drängten , unmerklich 
einflocht. 

An die Meereskonchylien kam er erst im Winter 1872/73. 
Eine Lungenerkrankung seiner geliebten Frau zwang ihn zu einer Reise 
in ein mikleres Klimo. Diese Reise gab seiner «treuen Lebensgefährtin 
und Arbeitsgenossin» ibre Gesundheit wieder. Ibm selbst aber wurde 
<lamals und bei einer wiederholten Reise im Jahre 1878 klar, wie 
wichtig ein genaues Studium der Molluskenverbreitung für die Frage 
nach alten Zusammenhängen zwischen Europa und Nordafrika sein musste. 
Ein Stipendium der Ruppel Stiftung ermöglichte ibm im Jahre 1881, 
die Provinz Oran und die beiden Küsten der Strasse von Gibraltar zu 
-erforschen, später, im Jahre 1884 auch den mittleren und östlichen 
Teil von Algerien und Nordtunis. Beidemal war er von seiner Frau 
begleitet. 

Die Vorarbeiten ^Yaren bereits vorhanden in seiner in den Jahren 
1878 und 1879 in lateinischer Sprache veröffentlichten «Synopsis 
11 v r u m g e n e r u m , s p e c i e r u m e t v a r i e t a t u m M o 1 1 u s c o r u m 
V i V e n t i u m t e s t a c e o r u m 5i>^) und der Ikonographie der europäischen 
Meereskonchylien. Als durcb das Eingehen des Tb. Fischerschen 
Verlages das Erscheinen dieser Ikonographie unterbrochen wurde, half 
er sich im Jahre 1888 durch Verölfentlicbung (ebenfalls in lateinischer 
Sprache) seines «Prodromus Faunae molluscorum testaceorum maria 
curopaea inhabitantium.-'^) 

4) Verlag M. Diester weg, Frankfurt a. M. 
^») Verlag Bauer & Raspe, Nürnberg. 



— XXXlll - 

Im Jahre 1902 zwang ihn eine schwere Influenzapneumonie, noch- 
mals im Süden Genesung zu suchen und glücklicherweise auch zu finden. 
Eine Wiederholung des Aufenthaltes bei Neapel und in Nordkalabrien 
gab reiche Resultate, die sofort in der Rossmaessl er sehen Ikono- 
graphie Gemeingut wurden.^) 



6) Wie verwachsen Kobelt mit seinen Arbeiten war und wie er es 
gewissermafsen für seine Lebensaufgabe hielt, ihnen einen gewissen Abschluss 
zu geben, mag ein Ausschnitt aus einem Briefe dartun, den er mir nach 
Überstehen dieser Krankheit am 18. Januar 1902 schrieb: 

„. . . Ich arbeitete tüchtig und alles ging gut. Da fasste mich — heute 
Nacht werden es sechs Wochen — die tückische Influenza. Ich war am Abend 
noch völlig munter, in der Nacht wachte ich mit einem Fieber auf, das mir 
keinen Zweifel liess, dass ich höchstens noch 3—4 Tage zu leben habe. 
Dabei war ich aber völlig beruhigt, fand den Zeitpunkt ganz passend, da ich 
meine grösseren Arbeiten (Tierweltverbreitung, Cyclostomiden für das „Tier- 
reich", die beiden Ikonographien und die Baliminus-Monographie für den 
Martini-Chemnitz, gerade alle zu einem gewissen Abschluss gebracht hatte, 
und habe meine arme Frau mit der ruhigen Überzeugung, dass es zu Endo 
sei, beinahe zur Verzweiflung gebracht. Sie hat das Spiel aber nicht so leicht 
aufgegeben und ihrer unermüdlichen sorgfältigen Pflege — sie ist zehn Tage 
nicht aus den Kleidern gekommen und hat die Pflege ganz allein besorgt — ■ 
habe ich es wohl, hauptsächlich zu danken, dass ich mit der Influenza und 
der sich anschliessenden Pneumonie fertig wurde und nach ein paar Tagen 
zum Erstaunen meiner Kollegen nach einem schweren Schweiss und einer 
durchschlafenen Nacht mit einem Bärenhunger wieder zu mir kam. Meine 
Frau musste mich freilich pflegen wie ein kleines Kind und hat das in muster- 
gültiger Weise getan, und so kann ich jetzt wieder am Schreibtisch sitzen 
und sachte meine Arbeit wieder aufnehmen, Ende März denken wnr in den 
Süden zu gehen und ein paar Wochen in der Gegend von Neapel zu ver- 
bummeln. Das nimmt hoffentlich die Influenzadepression weg . . . 

Hast Du denn keine Lust, einmal mit in den Süden zu gehen? Mein 
vorläufiges Reiseziel ist Terracina. Von dort aus will ich die noch kaum 
erforschten südlichen Volskerberge und namentlich auch den Nordrand der 
Campagna von Neapel auf ihre Schneckenfauna untersuchen und eine Theorie 
über die geographische Verbeitung und über die „ Formenketten " daran 
erproben, auch den pontinischen Sümpfen und der Meeresfauna einige Auf- 
merksamkeit schenken. . . . Ich hoff'e auf interessante Resultate." 

Der noch während der „Influenzadepression" geschriebene Auszug mag 
zeigen, welche unbezw ingliche Arbeitskraft in Kobelt steckte. 

Noch im Jahre 1915 schrieb er mir: „Den Rest meiner Arbeitskraft 
wollte ich auf die Geschichte der Senckenbergischen Naturforschenden Gesell- 
schaft verwenden, welche zu deren Jubelfeier im Jahre 1917 erscheinen soll. 
Das habe ich auch redlich getan, aber es beschäftigt mich doch nicht ganz. 
Da habe ich mit Bergmann abgemacht, dass wir noch eine Arbeit über die 
Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916 jjj 



— XXXIV — 

Allgemein interessante und an wertvollen Beobachtungen reiche 
Resultate dieser Reisen vermittelten dem grossen Publikum die schönen 
Reiseberichte : «Nach den Säulen des H e r k u 1 e s^^ und «Reise- 
crinnerungen aus Algerien und Tunis», die beide in den 
Berichten der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft für 1882 
und 1883 erschienen, während die naturwissenschaftliche Ausbeute in 
der Fortsetzung der Rossma essler sehen Ikonographie verwertet wurde. 
Aus allen Schriften Kobelts geht seine Überzeugung hervor, dass 
eine genaue Kenntnis der je tzi gen Verbreitungsgebiete der Mollusken 
und insbesondere der verhältnismäfsig wenig wandernden Süsswasser- 
muscheln in Verbindung mit ihrer guten Konservierung in älteren 
Erdschichten wichtige Aufschlüsse über den früheren Zusammenhang 
bestimmter Gebiete geben müsse. 

In diesem Sinne durchforschte er mit seltener Beharrlichkeit die 
verschiedenen Lokalfaunen, wobei ihm seine umfassende genaue Kenntnis 
aller bekannten Mollusken sehr zu statten kam. Es folgten Arbeiten 
über die Verbreitung in Zeit und Raum einzelner Familien, und Gruppen 
und schliesslich auf Grund der Einzelresultate eine Durcharbeitung der 
ganzen Frage in seinen in den Jahren 1897 und 1898 veröffentlichten 
«Studien zur Zoogeographie».'^) Sie sollten zeigen, «wie das 
eingehende Studium der Verbreitung einer Tierklasse unter Umständen 
wohl geeignet ist, zur Erforschung der Erdgeschichte wichtige Beiträge 
zu liefern und in manchen Fragen sogar das entscheidende Wort zu 
sprechen». 

Kobelt legte in diesen Studien seine Beweise nieder, dass die 
heutige Molluskenfauna der paläarktischen Region «sich nicht nur ohne 



Philippiner Deckelschnecken nach Moellendorffs Material in Angriff 
nehmen wollen. Durch die Ausbildung der Photographie bin ich ja des 
Zeichnens überhoben und das Durcharbeiten des Materials hat M o eilen - 
dorff besorgt. ..." 

Die Geschichte der Senckenb. Naturf. Gesellschaft wurde nur deshalb 
nicht fertig, weil, wie Kobelt mir noch im Februar 1916 schrieb, der Krieg 
jede geregelte Tätigkeit am Museum und die Arbeit in den Druckereien 
(Illustrationen usw.) unterbrochen hatte. „Die schwierigste Partie, die ersten 
fünfzig Jahre, über die nur handschriftliches Material vorliegt, habe ich fertig- 
gestellt und sie liegt in Maschinenschrift vor. Das Weitere braucht nur aus 
den gedruckten Jahresberichten hergestellt zu werden, aber mit den Illustra- 
tionen ist noch kein Anfang gemacht." 

7) C. W. Kreideis Verlag 1. Bd. 1897, 11. Bd. 1898. 



— XXKV — 

jede nennenswerte Einwanderung direkt aus der pliozänen entwickelt 
hat, sondern dass sich sogar die Binnenkonchylienfauna in allen Haupt- 
bestandteilen bis zur Kreideperiode, die Süsswasserfauna bis ins Jura 
zurückverfolgen lässt. Ferner, dass die heutige Molluskenfauna mit 
allen ihren Details älter ist, als die Erhebung der europäischen Falten^ 
gebirge, der Alpen und Pyrenäen, und dass die Eiszeit für die Mollusken-' 
fauna nur eine Episode des Zurückweichens und Wiedervordringon. 
bedeutet, nicht eine trennende Kluft in der Entwicklung». 

Im Jahre 1902 erschien von ihm in einer populären Serie *D i e 
Verbreitung der Tierwelt in der gemäfs igten Zone^^jy 
welches schöne und auch vortrefflich illustrierte Buch sich diesmal 
ausnahmsweise fast nur auf Lan d -Wirbeltiere der nördlichen ge- 
mäfsigten und der arktischen Region beschränkte, weil für diese Serie 
das Leben des Meeres bereits von Keller, und das Leben der- 
Binnengewässer von Lampert bearbeitet war, während Kükenthal 
das Leben des Polargebietes und S trüb eil das der Tropen bringen 
sollte. Später, nach wiederholter gründlicher Durcharbeitung • der 
«Binnenmollusken des europäischen Faunengebietes» für den die zweite 
Serie der R ossma es sl ersehen Ikonographie abschliessenden Register- 
band «Die geographische Verbreitung der Mollusken in 
dem paläarktischen Gebiete»^). 

Auch in den folgenden Jahren kam Kobelt immer wieder mit 
Vorliebe auf seine Überzeugung zurück, dass wir in den Schalen unserer 
Süsswassermuscheln ein zuverlässiges Hilfsmittel haben, den Zusammenhang, 
bzw. die Änderungen wichtiger Wasserläufe in früheren Erdepocheix 
nachzuweisen. In diesem Sinne wollte er «eine gründliche vergleichend^^ 
Erforschung der Faunen der verschiedenen mitteleuropäischen Flussr 
Systeme für die Feststellung der Veränderungen verwendet wissen; 
welche der Lauf unserer Flüsse seit dem Beginn der Diluvialperiodö 
oder auch schon seit der letzten Tertiärperiode erlitten hat. In dieseip 
ganzen Zeit hätten die phys knlischen Bedingungen, besonders in deii 
kleineren Gewässern, keine Veränderungen erlitten, welche eine Unter-* 
biechung des regelmäfsigen Fortbestandes der Fauna zur Folge hätten 



■ ^)Chrr.H, Tau chnit Z.Leipzig 1902. ' " '". 

9) Auch iu einerm Sonderbande erschienen in C. W. Kreid eis Verlage 
Wiesbaden. . , ,^y 

. in- -irif 

■ . . - . . . ._ . . ►^v? 



— XXXVl — 

haben müssen. Die heutige Fauna müsse uns somit ein getreues 
Abbild der Verhältnisse geben, welche am Beginn der Diluvialperiode 
bestanden haben» ^"). 

Einen besonders energischen Anlauf, die bei dem Umfang der 
Aufgabe unentbehrlichen Mitarbeiter zu werben, nahm Kobelt in 
den Jahren 1907 bis 1909. Die Jahrbücher des Nass. Vereins für 
Naturkunde brachten in ihrem 60. Jahrgang (1907) einen «Beitrag 
zur Kenntnis unserer Molluskenfauna», in dem er zur Mithilfe bei der 
diesbezüglichen Erforschung unserer engeren Heimat, dem Mittelrhein- 
gebiete, aufforderte, wie von Bonn aus bereits der Niederrhein 
in Angriff genommen sei. 

Im folgenden Jahre (1908) erschien ein ähnlicher Aufruf «zur 
Erforschung der Najadeenfauna des Rheingebietes» in dem «Nacli- 
richtsblatt der deutschen Malakozoologischen Gesellschaft», in dem 
Kobelt darauf hinwies, dass in dem neuen Prachtbau des Sencken- 
bergischen Museums in Frankfurt a. M. Raum genug für eine allen 
Ansprüchen genügende Zentralsammlung der Mollusken nicht 
nur des Maingebietes, sondern auch der benachbarten Flussysteme sei^^). 

1«) Verhandlungen der Deutschen zool. Gesellschaft auf der 19. Jahres- 
versammlung in Frankfurt a. M. 

11) Diese Zentralsammlung wurde denn auch in dem gleichen Jahre 
1908 noch in Angriff genommen. In dem 40. Bericht der Senckenb. Naturf. 
Gesellschaft für 1909 heisst es darüber: 

,Die konchologische Sektion hat im Jahre 1908 ein sehr wichtiges Unter- 
nehmen in die Hand genommen, die Aufstellung einer Zentralsammlung von 
Najadeen als Grundlage eines vergleichenden Studiums des Vorkommens 
dieser Familie in den mitteleuropäischen Gewässern. An der Ausführung 
dieses von dem Sektionär (Kobelt war in dem Senckenb. Museum Sektionär 
für die Säugetiere und für die Mollusken) angeregten grossartigen Planes 
werden sich die meisten deutschen Fachgenossen und Dilettanten beteüigen, 
für das Rheingebiet besonders die Niederrheinische Gesellschaft in 
Bonn in Verbindung mit sämtlichen kleineren Vereinen von Rheinland und 
Westfalen. Zu der Grundlage, welche aus dem kolossalen Material derRoss- 
maes sl ersehen Sammlung und der bereits dem Museum übergebenen 
Kobeltschen Sammlung besteht und die Originale aUet in der Ikonographie 
abgebildeten Arten enthält, ist trotz des im vorigen Jahre dem Sammeln 
sehr ungünstigen Wetters bereits ein sehr erheblicher Zuwachs gekommen. 
Namentlich hat Herr Stud. Fritz Haas die Zuflüsse des Mains, des Mittel- 
rheins und des Neckars in gründlichster Weise durchsucht und ist bereits zu 
sehr interessanten Resultaten gekommen. Derselbe hat auch die Sichtung 
und Aufstellung dos vorhandenen Materials übernommen und bereits ziemlich 
weit gefördert. Die einzelnen Arten Averden nach Flussgebieten und deren 



— XXX VI l — 

Ein weiterer beredter Aufruf «Die erdgeschichtliche Be- 
fleutung der lebenden Najadeen» folgte im gleichen Jahre 1908 
in den «Verhandlungen des naturhistorischen Vereins 
der preussischen Rheinlande und W estfalens^ ^''^), dem sich 

wichtigeren Unterabteilungen geordnet. Für den Niederrhein hat Herr Pro- 
fessor Dr. AValter Voigt in Bonn die Leitung der Materialbeschaffung 
übernommen." 

1-) Jeder einzelne dieser Aufrufe hatte seine besonderen Vorzüge. Ge- 
meinsam war allen aber der Hinweis auf die geltende Annahme über die 
Entstehungsgeschichte unserer Flussläufe und die Wichtigkeit der Beweise, 
welche ein vergleichendes Studium unserer Süsswassermollusken dafür bei- 
bringen könnte. Ein kurzer Auszug aus dem letzten dieser Aufrufe dürfte 
deshalb auch einen weiteren Leserkreis interessieren. 

K b e 1 1 schreibt : 

,Im Gegensatze zu der Landfauna und der Landflora wohnt der Fauna 
des süssen Wassers ein gewisser konservativer Zug inne. Die Lebens- 
bedingungen im Wasser sind ja auf grosse Strecken hin die gleichen und sind 
es im grossen und ganzen immer gewesen ; sie haben sich seit der mittleren 
Tertiärepoche kaum verändert. Wenn auch vom subtropisch warmen Ober- 
miozän durch Eiszeit und Diluvium hindurch nicht unbeträchtliche Klima- 
schwankungen vorgekommen sind, ihr Einfluss auf das Wasser und seine 
Bewohner ist nicht erheblich grösser gewesen, als der der Abwechslung der 
Jahreszeiten, und wir können getrost annehmen, dass die Fauna, welche die 
nordalpinen Flüsse heute bewohnt, ohne jede Unterbrechung von derjenigen 
abstammt, welche sie am Ende der Tertiärperiode und vor der Eiszeit bevölkerte, 

Ist das aber der Fall, so muss ihre heutige Verbreitung noch die Nach- 
wirkungen der damaligen Verteilung der einzelnen Arten und Formen 
erkennen lassen und die wichtigsten Rückschlüsse auf die ehemalige Um- 
grenzung der Flussysteme gestatten. Die Geologen wissen ja längst, dass in 
Europa nördlich der Alpen die wichtigsten Flussläufe im Anschluss an Eiszeit, 
Diluvium und jungvulkanische Durchbrüche erhebliche Veränderungen erfahren 
haben, dass Donau, Rhein, Weser, Elbe, Oder, Weichsel heute, namentlich im 
Unterlaufe, andere Betten benützen als vor der Eiszeit. Aber der Nachweis 
im Einzelfalle ist oft recht schwierig und hat viele Forscher von einer gründ" 
liehen Untersuchung und Erörterung dieser Fragen bis jetzt abgehalten, hier 
kann der Zoologe in vielen Fällen helfend eingreifen. Aber es bedarf einer 
gründlichen Durcharbeitung der Faunen, für welche die Kräfte eines Einzelnen 
nicht ausreichen. Nur gemeinsames Arbeiten einer möglichst grossen Zahl 
Naturkundiger und Naturfreunde kann das nötige Material beschaffen. Zu 
einem solchen aufzufordern und einen leicht gangbaren Weg nachzuweisen, 
ist der Zweck dieser Zeilen. 

Von allen Süsswassertieren sind für die Forschung, die ich vorschlagen 
möchte, keine besser geeignet als die allgemein bekannten grösseren zwei- 
klappigen Muscheln, die Unioniden oder Najadeen. In allen, selbst nock 
kleinen Gewässern vorkommend, häufig und gross genug, um nicht übersehen 



— XXXVIII — 

schliesslich im Jahre 1909 die vorerwähnte Demonstration vor der 
Deutschen zoologischen Gesellschaft anreihte. 

Das Resultat scheint jedoch nicht ganz den Erwartungen Kohelt.> 
entsprochen zu haben, denn er schreibt darüber : 

«Der Vorschlag fand eine unerwartet freundliche Aufnahme in 
Rheinland und Westfalen. Auf den Wunsch Walter Voigts schrieb 

werden zu können, jedermann bekannt, sind sie leicht von möglichst vielen 
Fnndorten und in grösseren Mengen zu beschaffen. Derjenige Teil, auf den 
es bei unserem Studium ausschliesslich ankommt, weil er auf die feinsten 
Unterschiede in den -biologischen Verhältnissen durch Formveränderunge» 
reagiert, die Schale, bedarf keiner mühsamen Zubereitung für die Kon- 
servierung, kann trocken aufbewahrt werden und findet sich auch in den 
Ablagerungen vergangener Epochen in einem Zustande, der eine Vergleichung 
mit den Schalen lebender Tiere gestattet. Das sind Vorteile, die keine andere 
Tierklasse bietet; sie haben mich veranlasst, das gemeinsame Spezialstudium 
der Flussmuscheln als den ersten Versuch einer vergleichenden Untersuchung 
der deutschen Flussgebiete vorzuschlagen. 

Welche wichtige Fragen dabei ins Spiel kommen und ihrer Lösung nähef 
geführt werden können, zeigt am besten das Flussystem, innerhalb dessen 
wir leben, des Rheins. 

Es ist ja den Geologen längst bekannt, dass der „Vater Rhein" in seiner 
heutigen Form nicht ein sehr alter und noch weniger einer der ältesten 
Ströme Europas oder auch nur Deutschlands ist, .sondern im Gegenteil ein 
recht junger. Erst in einer geologisch schon zur Jetztzeit zu rechnenden 
Periode ist er aus vier ganz verschiedenen, von einander unabhängigen Fluss- 
systemen entstanden, und es ist von den Nordalpen sehr viel Wasser herunter- 
geflossen, das nicht durch den Rhein in die Nordsee gelangt ist. 
Ein Blick auf die beigedruckte Karte macht dies sofort klar. An zwei Stellen 
ist der Rheinlauf durch mächtige Bergketten hohen Alters, die quer über ihn 
hinstreichen, unterbrochen und hat sich in mühsamer Arbeit einen Weg 
bahnen müssen, zwischen dem Schweizer und dem Schwäbischen Jura, und 
zwischen dem Taunus und dem Hunsrück. Beide Durchbrüche gehören zu 
den neuesten Veränderungen in den physikalischen Verhältni.ssen Deutsch^ 
lands. Am Rheinfall von Schaffhausen und der Stromsehnelle von Lauffen 
sehen wir den Fluss noch in voller Arbeit, den Durchbruch zwischen Binge» 
und Rüdesheim hat er, allerdings mit Menschenhilfe, so ziemlich vollendet. 

Ehe aber der Hohe Randen vom Jura getrennt war, musste die 
ganze -Wassermasse, welche dem Nordabhang der Alpen entströmte, also die 
heutigen Quellflüsse des Rheins und die Aar mit allen ihren Zuflüssen, dem 
Bodensee zuströmen. Von da hat sie unzweifelhaft ihren Weg längs des 
Schwäbischen Jura zur Donau genommen und zusammen mit den heutigen 
südlichen Nebenflüssen derselben das Pannonische Becken gespeist . . . . 
Erst als die Phonolithe und Basalte im Hegau durchbrochen und den Bodensee 
von der Donau schieden, suchte das Wasser sich einen neuen Wes und fand 



— XXXIX — 

ich einen Artikel für die Mitglieder des Naturw. Vereins in Rheinland 
und Westfalen mit einer Tafel und einer Karte des diluvialen Kheins. 
Ausserdem versuchte ich bei der hundertjährigen Jubelfeier der 
Wetterauischen Gesellschaft die wissenschaftlichen Vereine des 
Maingebietes für eine Vereinigung zu gemeinsamer Arbeit zu gewinnen. 
Allgemeine Zustimmung, auch seitens der wissenschaftlichen Zoologen 
bei der Versammlung der Deutschen Zool. Gesellschaft 1909, wo der 
Vorsitzende von Graff eine Dankesrede hielt, die weit über das 
hinausging, was ich erwartet hätte. Aber die versprochene 
Mitarbeit blieb aus, und wenn ich nicht in einem jungen Frank- 
furter Studenten, Fritz Haas, ganz unerwartet einen äusserst tätigen 
Mitarbeiter gefunden hätte, würde ich wohl auch diesmal wieder die 
Sache auf sich haben beruhen lassen. Aber durch Haas kam ich in 
die Lage, die reichen Najadeenschätze des Frankfurter Museums ordnen 



ihn von der Aarmündung aus nach Westen. In vieltausendjähriger Arbeit 
sägte es dann das heutige Rheinbett aus, und wohl in derselben Zeit brach 
der Genfer See an seinem Südwestende zur Rhone durch. Das Rheintal war 
damals noch von der ausgedehnten Wasserfläche des Mainzer Beckens 
gefüllt, das erst salzig, dann brakisch der Flussfauna jede Verbindung mit 
den mitteldeutschen Flussgebieten sperrte. Der Oberlauf des Doubs, dem, 
wohl auch einige Teile des heutigen Saone-Gebietes ihr Wasser zusandten 
bildete damals ein kleines, aber absolut selbständiges Flussgebiet mit ganz 
eigentümlicher Najadeenfauna, die sich später, als das Mainzer Becken trocken 
lief, bis in die Pfalz hinein ausbreitete, wo der riesige charakteristische U n i o 
sinuatus und Formen des echt französischen Unio littoralis fossil 
gefunden werden." 

Ähnlich bespricht K o b e 1 1 die früheren Verhältnisse der übrigen deutschen 
Flüsse (Main, Neckar, Nahe, Mosel, Donau usw.) und fährt dann fort: 

„Ist unsere Ansicht richtig, so müssen sich in der Verteilung der 
heutigen Fauna des Rhein gebietes noch die Spuren der ehemaligen Selbst- 
ständigkeit der einzelnen Flussgebiete nachweisen lassen. Und das ist in der 
Tat der Fall, trotz der beschämend geringen Kenntnis, die wir im Augenblick 
noch von der Najadeenfauna des deutschesten unserer Ströme besitzen. Im 
ganzen Schweizer Rhein fehlt der charakteristische Unio tumidus, genau wie 
in der oberen Donau bei Wien. Im Mittelrhein, und ausschliesslich da, tritt 
Unio pictorum in der prächtigen Form des Unio pictorura grandis auf. In 
dem heute allerdings vom Rhein getrennten, aber früher einmal zum Jura- 
Rhein gehörenden Doubs leben Unio sinuatus und Unio littoralis heute noch, 
während sie sich am Rhein nur sub fossil finden usw." 

Es war mir darum zu tun, ein Beispiel Kob eltscher Begründung in 
seinen eigenen Worten anzuführen, nebenbei auch um der Sache selbst willen, 
■die Kobelt so sehr am Herzen lag. 



— XL — 

und in eine Zentralsammlung umarbeiten zu lassen und die nach und 
nach sich einstellenden Mitarbeiter warm zu halten. Das gab mir den 
Mut, dem Nachrichtsblatt eine Extrabeilage ^Beiträge zur Kenntnis 
der mitteleuropäischen Najadeen>* beizugeben, und einen 
besonderen Najadeenband der Ikonographie in Angriff zu nehmen. Ich 
habe allen Grund zu hoffen, dass jüngere Kräfte das Unternehmen weiter 
führen, wenn mir die Feder vorzeitig aus der Hand fallen sollte.» 

Über diesen entwicklungsgeschichtlichen Bestrebungen vernachlässigte 
Kobelt aber auch später keineswegs seine Arbeiten zur Systematik, 
welche allein nach seiner Ansicht eine sichere Grundlage für die erd- 
geschichtlichen Folgerungen liefern könne. — Als die Deutsche 
Zoologische Gesellschaft den Plan einer Herausgabe des «Tierreich» 
fasste, übernahm er für dieses 'gross angelegte Unternehmen die Sub- 
redaktion der Mollusca. Das Tempo der Veröffentlichung war ihm 
aber ein zu langsames. Nachdem seine Cyclophoriden erst im 
Jahre 1902 zur Veröffentlichung gelangten, die gleichzeitig als druck- 
fertig erklärten «Real ii den» und «Cy clostomiden» aber noch 
unbestimmte Zeit auf das Erscheinen warten sollten, gab er die 
Subredaktion auf und veröffentlichte das, was er bereits für das 
«Tierreich» fertig gestellt hatte, in unseren nassauischen Jahr- 
büchern: Die Synopsis der Rcaliiden in 1906, die A cm ei da e- 
und Truncatellidae in 1908. 

Weiter schreibt er: 

«Eine neue Arbeitsepoche versprach für mich anzubrechen, als es 
mir gelang, die Berufung von 0. F. von Möllendorff an die 
Akademie in Frankfurt durchzusetzen. Ich gewann dadurch einen 
Mitarbeiter, wie ich ihn besser nicht denken konnte ; wir ergänzten 
uns in einer geradezu wunderbaren Weise. Der Kalalog derPneumo- 
nopomen und der der Buliminiden sollten leider die einzigen 
Früchte unserer gemeinschaftlichen Arbeit sein. Möllendorff 
übernahm die Neuordnung der Frankfurter Konchyliensammlung, der 
ich nie soviel Zeit hatte widmen können, wie ich wünschte, und auf 
mein Drängen auch die Bearbeitung der Agnathen für den Martini- 
Chemnitz, sowie die Fortsetzung der von Sem per begonnenen Be- 
arbeitung der philippinischen Landschnecken. Da erfasste ihn ein 
tückisches Leiden und raft'te ihn nach mehr als halbjährigem Siechtum 
dahin, und ich musste seine begonnenen Arbeiten neben den meinen zu 
Ende fuhren und so eine fast erdrückende Arbeitslast auf mich nehmen,. 



— XLI — 

welche zur Zurückstellung gar manchen eigenen Planes zwang. Die?- 
E n n e i d e n von den Agnathen und den achten Band der Philippiner 
stellte ich noch in 1904 fertig, die Streptaxiden in 1905. Mit 
Hilfe von Möllendorffs Tochter Gertrud, die auf mein Drängen 
sich als Lithographin ausgebildet hatte und dabei nebenher die Frau 
von Fritz Winter^^) geworden war, übernahm ich dann auch die 
Weiterführung, das Ehepaar die Herstellung der Tafeln nach eineni 
neuen photographischen Verfahren, ich hatte nur den Text zu liefern. 
Das Unternehmen schreitet ruhig voran. 

Nach zweijähriger scharfer Arbeit war Möllendorffs Nachlasse 
so ziemlich liquidiert. Es war aber zu meinem Arbeitspensum noch 
eine weitere Last hinzugekommen, die Aufarbeitung der Ausbeute von 
Carlo von Erlanger aus dem nordöstlichen Afrika. Ich hatte meinem 
jungen Freunde schon vor der Reise versprochen, diese Arbeit zu über- 
nehmen und in dieselbe das Material zu verw^eben, das ich für einen 
dritten oder vierten Band «Beiträge zur Zoogeographie» im 
Laufe vieler Jahre gesammelt hatte. Aber die Vollendung und besonder« 
die Herausgabe zog sicli infolge des Museumneubaues immer wieder 
hinaus, und erst Ende 1909 konnte die erste Abteilung, die systematisclie 
Beschreibung der neuen Arten und ein Katalog aller aus Afrika bekannter 
Mollusken beendigt werden. Ob es mir möglich sein wird, auch noch 
die zweite wichtigere Hälfte, die eigentliche Zoogeographie und die Er- 
örterung der Beziehungen des Erdteils zu den übrigen Landmassen, iit 
der geplanten Weise durchzuführen, mag vorläufig dahingestellt bleiben. 
Jedenfalls habe ich die Genugtuung, dass die jüngeren Zoogeographen 



Vaters, des artistischen Leiters der in Naturforscherkreisen rühmlichst 
bekannten lithographischen KunstanstaJt von Werner <t Winter in Frank- 
furt a. M., der so viele unserer besten naturwissenschaftlichen Werke ihre 
naturwahren Abbildungen verdanken. Wie der Vater, ein langjähriger intimer 
Freund Kobelts, den Tauchapparat der zoologischen Station in Neapel 
benutzte, um die Meeresorganismen an Ort und Stelle in ihrer vollen Schön- 
heit und in natürlicher Lage beobachten und sie Aviedergeben zu können, s& 
hat der Sohn schon in jungen Jahren die deutsche Tiefsee - Expedition der 
„Valdivia" mitgemacht und vieles des Gesehenen im Bilde festgehalten. 

Der Leiter der Expedition, Prof. Chun, schreibt darüber in dem Vor- 

,Dass wir das Werk so über- 
mgen erläutern konnten^ ist 
den unablässigen Bemühungen des die Expedition begleitenden jungen Künstlei-s- 
Pritz Winter zuzuschreiben." 



— XLll — 

und Geophysiker meiil^ -Arbeiten beächten und den Landschnecken ihi'e 
gebührende Stellung bei ihren Forschungen zuweisen.» 
• Es dürfte schwer fallen , a 11 e Arbeiten Kobelts aufzuzählen. 
Fast jed^'Nummer des 47 Jahre lang von ihm redigierten Nachricht- 
blattes de? l)eutschen Malakoz. Gesellschaft brachte Beiträge von ihm 
— Bausteine, wie er meinte; einige aber schon tüchtige Quadern. Was 
nicht gedruckt wurde, war aber ein kaum weniger fruchtbarer Teil 
seiner Tätigkeit: die Anregungen, die so reichlich von ihm ausgingen, 
die Hilfe und Ermutigung jedes ehrlichen Strebens, selbst bei Anfängern. 
Gross war der Kreis der Freunde, die ihn von Zeit zu Zeit in seinem 
gemütlichen Heim aufsuchten, und die meisten brachten wohltuende 
geistige Erfrischung, Aufmunterung und fast unmerkliche Belehrung 
davon nach Hause. Auch unter solchen, deren Ansichten von den seinigen 
abwichen, hatte Kobelt aufrichtige Verehrer. Sie schätzten an ihm 
die unbedingte Zuverlässigkeit, Tüchtigkeit, Selbstlosigkeit und Nächsten- 
liebe. In diesen Eigenschaften lag auch das Geheimnis seines guten 
Einflusses. Diesen rühmte mir gleich bei unserer ersten Unterredung 
auch Gustav Freytag, dessen persönliche Bekanntschaft ich Kobelt 
zu verdanken hätte.^^) Frey tag, der selbst eine beachtenswerte 
Sammlung von Süsswasserkonchylien zusammengebracht hatte — ur- 
sprünglich als Entlastung und Zerstreuung in trüben Tagen, wie er 
mir später selbst sagte, — hielt grosse Stücke auf Kobelt und beriet 
^ich gerne mit ihm, nicht bloss in Konchyliensachen. Er war ihm 
sympathisch und Frey tag hörte ebenso gerne von seinen gemeinnützigen 
Bestrebungen wie von seinen konchologischen Funden und den sich 
daraus ergebenden Schlüssen. 

Was Kobelt stark erhielt bei seinen riesigen Arbeitsleistungen, 
war sein glückliches Heim, die Pflege und die Mitarbeit einer begabten, 
gleichgesinnten Frau, die mitempfand, was ihn bewegte, und gleich ihm 
ganz in seinem Schaffen aufging. Mit dieser treuen Lebensgefährtin 
hätte er binnen kurzem das Fest der goldenen Hochzeit feiern sollen. 
Aber seine Uhr war abgelaufen. Er, der fünfzig Jahre hindurch kaum 
je einen Tag von ihr getrennt war, musste wenige Monate vorher von 
ihr scheiden. Wie oft mögen die beiden Ehegatten dieses Ende mit- 
einander besprochen haben! Denn er wusste, dass der Abschluss nicht 
mehr fern war und sah ihm ruhig entgegen. Schon 16 Monate vorher, 

;.'roi tW) ]Vfeine naturwissenschaftlichen Sammlungen, von denen Frey tag 
durch Kobelt hörte, hatten ihn im Jahre 1885 zu mir gebracht. 



— XLIII — 

am 10. Nov. 1914 schrieb er mir: «Meine angefangenen wissenschaft- 
lichen Arbeiten habe ich alle glücklich abgeschlossen und kann mich, 
wenn es sein muss, unbekümmert schlafen legen». Und noch wenige 
Tage vor seinem Tode sagte er dem kleinen, begünstigten Kreise, der 
sich allwöchentlich zu geistigem Austausch und wissenschaftlicher Zwie- 
sprache um ihn versammelte, . . . «und wenn wir uns nicht mehr 
wiedersehen sollten, dann behalten Sie mich in gutem Gedächtnis !»^^) 

Der Gedanke an das, was sie ihm war, und an all die glücklichen 
Jahre, die sie zusammen verleben durften, wird die tapfere Frau auf- 
recht erhalten und sie befähigen, weiter in seinem Sinne zu wirken, 
so lange es Tag ist. 

Kinder waren ihnen nicht beschieden und, wie mir der dahin- 
gegangene Freund noch in einem seiner letzten Briefe schrieb, auch der 
letzte Stammhalter der Familie, der Sohn eines noch an hoher Stelle 
wirkenden bejahrten Bruders, ist im Mai 1915 im Kampfe für unser 
liebes Vaterland gefallen. Aber der Name Kobelt wird gleich der 
warmen Sonne Vielen noch lange den Horizont vergolden, nachdem sie 
selbst nicht mehr sichtbar ist. 

Auch von ihm gilt, was Frey tag seinem Freunde Karl Mathy 
nachrief : 

«Die aber, welche den Geschiedenen persönlich als guten und festen 
Mann gekannt, bewahren den besseren Gewinn, denn sie tragen mit sich 
das Bild seines Wesens als einen Teil ihres eigenen Lebens. Und wenn 
sie in der Stunde heiterer Ruhe empfinden, dass von seiner Sicherheit 
etwas auf sie übergegangen ist, und wenn sie in der Stunde der Ver- 
suchung eine Festigkeit erkennen, die der Verkehr mit ihm in sie 
gelegt, dann mögen sie sich fröhlich bewusst sein, dass sein Bild und 
Wesen in ihnen fortlebt und aus ihnen übergeht in ihre Nachfahren. 

Denn tüchtiges Leben endet auf Erden nicht mit dem Tode, es 

dauert in Gemüt und Tun der Freunde, wie in den Gedanken und der 

Arbeit des Volkess*». t^ t i • r. 

Dr. Luawij? Drever. 



15) Entnommen einem kurzen, aber warm empfundenen Nekrolog eines 
-der Begünstigten, des Herrn Dr. W. Wenz, der, einem Wunsche des Ver- 
tjtorbenen entsprechend, die Herausgabe des „Nachrichtsblattes" einstweilen 
übernommen hat, bis zur endgültigen Regelung nach Rückkehr der Herren 
Dr. F. Haas und Dr. C. B. Boettger. 



II. 



Abhandlungen. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



Die Vegetationsverhältnisse der Gemarkung 
Gelnhausen (Bez. Cassel). 

Yon 

B. Haldy, Mainz. 

Mit 18 Abbildungen nach Aufnahmen des Verfassers auf Tafel I— IV. 



So gründlich die floristischen Verhältnisse des ehemaligen Kur- 
fürstentums Hessen und namentlich der angrenzenden Provinz Oberhessen 
seit Jahrzehnten durchforscht worden sind, so wenig ist die Gemarkung 
Gelnhausen in dieseArbeit einbezogen worden. Die Literatur die sich in 
pflanzengeographischer Beziehung mit diesem Gebiet befasst, ist sehr 
dürftig und zum grossen Teil älteren Datums. Die wenigen, für die 
Phanerogamenflora — und diese ist zunächst nur in der vorliegenden 
Arbeit behandelt — in Betracht kommenden Werke sind: 

Gärtner, G., Meyer, B. und J. Scherbius, Ökonomisch-technische 
Flora der Wetterau. Frankfurt, 1799—1802. 

Wenderoth, G. W. F., Versuch einer Charakteristik der Gewächse 
von Kurhessen. Cassel, 1839. 

Pfeiffer, L., Übersicht der Pflanzen Kurhessens. Cassel, 1844. 

Cassebeer, J. H. und L. Pfeiffer, Übersicht der bisher in Kur- 
hessen beobachteten wildwachsenden und eingebürgerten Pflanzen. 
Cassel, 1844. 

Wenderoth, G.W. F., Flora Hassica. Verzeichnis aller in Kurhessen 
beobachteten Pflanzen. Cassel, 1846. 

Wigand, A., Diagnostik der in Kurhessen und angrenzenden Gebieten 
vorkommenden Gefässpflanzen. Marburg, 1859. 

Wigand, A., Flora von Hessen und Nassau. Marburg, 1879 — 9U 

Kohl, F. G., Exkursionsflora für Mitteldeutschland. Leipzig, 1896. 



— 3 — 

Die Flora von Kohl kommt hier vorwiegend in Betracht, weil sie 
neueren Datums ist und eine Reihe von Fundortangaben aus dem Gebiet 
enthält. Diese Angaben haben zweifellos nicht sämtlich ihren Ursprung 
in eigener Beobachtung, sie sind vielmehr zum Teil den älteren Werken 
entnommen. Doch scheinen eben dadurch in der Flora von Kohl 
alle Fundortsangaben über Gelnhausen, die in der einschlägigen Literatur 
vorhanden sind, zusammengetragen zu sein. 



In geographischer Beziehung begreift das Gebiet der Gemarkung 
Gelnhausen einige der äussersten, steil nach Süden abfallenden bewaldeten 
Ausläufer des Vogelsbergs, zu dessen Gebiet sie im Grunde genommen 
noch gehört, in sich. Die von Südosten herantretenden Bergrücken 
gehören dem Spessart an, kommen aber, obwohl sie sich stark nähern, 
für die Gemarkung nicht in Betracht. 

Die Höhenverhältnisse bewegen sich zwischen 126,9 und 334,2 m N.N. 
(«Habernickel»). 

Hinsichtlich der geologischen Verhältnisse ist der untere Bunt- 
sandstein die herrschende Formation. Er bildet als feinkörniger Sand- 
stein das Bergmassiv nördlich der Stadt. Der der gleichen Formation 
angehörende Bröckelschiefer tritt an den Hängen mehrfach zutage und 
im 0. zeigt sich eine starke Zechsteinbank. Das von der Einzig 
durchflossene breite Tal besteht durchweg aus alluvialen Bildungen. 
Diluvium (Lehm) findet sich in geringer Ausdehnung vorwiegend 
im W. 

Die klimatischen Verhältnisse sind günstig, darauf deutet schon 
der früher sehr ausgedehnte Weinbau hin. Durch die nördlich vor- 
gelagerten Berge ist den Nordwinden der Zutritt verwehrt. Die jährliche 
Regenmenge beträgt nach dem zehnjährigen Durchschnitt 687 mm und 
ist damit die kleinste von allen Orten des Kreises. 



Die Flora des Gebietes weicht in mancher Beziehung von der des 
benachbarten Vogelsbergs und Spessarts ab. Namentlich den Zusammen- 
hang mit dem ersteren lässt sie in vielen Stücken auffällig vermissen. 
Zahlreiche Arten , die in der Umgebung häufig sind , wie Dipsacus 
Silvester, Galinsoga, Anemone silvestris, Atropa Belladonna u. a. haben 

1* 



— 4 — 

bisher nie das Gebiet auch nur vorübergehend betreten, während andere 
nur hier vorkommen und in den näheren und weiteren Umgebungen 
nicht zu finden sind. 

Die Formationen des Gebietes lassen sich in mehrere Gruppen 
gliedern. In Anbetracht des begrenzten Gebietes mussten die Linien 
etwas enger gezogen werden. Es sind zu unterscheiden die Formationen: 

A. des Laubwaldes, 

B. des Nadelwaldes, 

C. der Trift, 

D. der Steinrücken, 

E. der Geröllhalden, 

F. der Schutthalden, 

G. der Mauern, 

H. der Bergwiesen, 

I. der Talwiesen, 

K. der gemischten Grasflur, 

L. der Hecken, 

M. des kultivierten Landes, 

N. der Gewässer. 

Hinsichtlich der räumlichen Ausdehnung stehen die Formationen 
des Waldes an erster Stelle, dann folgen die der Wiesen und des 
kultivierten Landes. 

A. Der Laubwald. 

Der gesamte Wald ist Bergwald. Die früheren erheblichen Eiclien- 
bestände sind aus wirtschaftlichen Gründen in neuerer Zeit nicht ver- 
jüngt worden. Urwüchsige Parzellen sind zweifellos noch vorhanden, 
doch zeigen sie nicht mehr ihren eigentliclien Charakter. Vertreten sind 
beide Arten, Quercus pedunculata und Quercus sessiliflora, in ziemlich 
gleichem Verhältnis. 

In den nicht durchforsteten Beständen kann von einer ziemlich 
beständigen Begleitflora gesprochen werden. Die jüngeren Bestrvide sind 
vielfach mit Rhamnus frangula durchsetzt, im westlichen Teil des Gebietes 
zeigt sich auch das im Osten fehlende Lonicera pcriclymenum (Taf. III) 
häufig. Reich ist fast überall die krautartige Flora. Leitpflanze ist allgemein 
Convallaria majalis. Sie fehlt keinem Waldteil, ist aber in dem einen 
häufiger als in dem anderen. So zeigen sich in der Ost- und Westhälfte 



— 5 — 

mancherlei Unterschiede hinsichtlich der Zusammensetzung der Laubwald- 
flora. Gemeinsam ist beiden Phytcuma nigra und spicatum, auch Melam- 
pyrum pratense ist ziemlich gleichmälsig liäuflg. Dagegen besitzt der 0. 
vorwiegend oder ausschliesslich Pteris acjuilina, Luzula pilosa, Vaccinium 
Myrtillus, Corylus Avellana, Galium silvaticum, Stachys recta, Prenanthes 
purpurea, Epilobium angustifolium, Vinca minor und Viola canina, 
während der W. besitzt: Asperula odorata, Juncus glaucus, Oxalis 
acetosella, Daphne Mezereum, Circaea lutetiana, Neottia nidus avis, 
Melica nutans und uniflora. 

Pteris aquilina gewinnt allerdings auch im W. an Ausbreitung 
und überzieht stellenweise, namentlich in jungen Beständen, weite 
Strecken. 

Auffallend ist die grosse Zahl seltsam verwachsener, aber sonst 
wohlausgebildeter Buchen im Waldort «Sudern». Die Ursache der 
Wachstumsabweichungen hat sich bisher nicht mit Sicherheit ermitteln 
lassen. 

B. Der Nadelwald. 

Der Nadelwald ist in geschlossenen Beständen sehr verbreitet und 
gewinnt dem Laubwald gegenüber ständig an Boden. Fichten und 
Kiefern spielen die Hauptrolle, auch reine Lärchenbestände sind vor- 
handen, dagegen Abies alba und Pinus Strobus sehr zerstreut. 

In den Fichtenbeständen ist von einer Pflanzenbedeckung des Bodens 
kaum die Rede. Nicht selten ist Monotropa Hypopitys, der übrigens auch 
ebenso häufig im Laubwald vorkommt. Bei besseren Lichtverhältnissen 
dringt Fragaria vesca ein, auch Viola silvestris und hirta, sowie Pirola 
rotundifolia sind anzutreffen. 

Im Kiefernwald gestaltet sich das Pflanzenbild schon merklich reich- 
haltiger. Fragaria vesca ist häufig Leitpflanze und viele Xerophyten 
folgen ihr. 

Noch reicher, aber ohne wesentliche Änderung, wird die Zusammen- 
setzung in den Lärchenbeständen. Je nach den Verhältnissen wechseln 
die Leitpflanzen. Im 0. ist es meistens Vaccinium Myrtillus, im W. Rubus 
caesius und fruticosus (Taf. I). Ferner finden sich mehr oder weniger häufig, 
teils in grösseren Beständen Carex brizoides (Taf. I), Oxalis acetosella, 
Galium cruciatum, Moehringia trinervia, Stellaria graminea, Lysimachia 
neraorum ; dazu kommen die Einwanderer von der Trift, die sich 



besonders an Hellten Stellen breitmachen : Valeriana officinalis, Soli- 
dago virga aurea, Euphorbia cyparissias, Hypericum perforatum, Fragaria 
vesca und Stachys recta. 

Die Mischwälder, die sich aus sämtlichen vorhandenen Baumarten 
zusammensetzen, neigen der Bodenflora zu, die jeweils den reinen 
Beständen angehört. An Laubbäumen treten noch hinzu die durch 
Aushieb leider immer mehr verschwindende Birke, dann Carpinus Betulus, 
Sorbus aucuparia, Alnus glutinosa, sehr selten ülmus campestris, Acer 
campestre, Fraxinus excelsior und Castanea vesca. 

Den Boden bedeckt Majanthemum bifolium (Taf. lY) nebenden anderen 
schon unter A und B genannten Arten. Stellenweise wird die Sträucher- 
vegetation aus Rhamnus und Corylus zu Dickichten. Der in der 
angrenzenden Gemarkung Both sehr häufige Juniperus communis ist 
auch in deren unmittelbarer Nähe sehr selten. Anemone nemorosa ist 
weitverbreitet. In der Nähe der Waldränder und an diesen findet sich 
Campanula persicifolia, Dianthus superbus, Piatanthera bifolia. Wasser- 
reiche Stellen führen Chrysosplenium oppositifolium und Equisetum palustre. 
Farne sind überall reichlich vorhanden und zwar Aspidium filix mas, 
Athyrium filix femina und Polypodium vulgare. Blechnum Spicant ist 
sehr selten und scheint ganz verschwunden zu sein. 

Obgleich die Flora der Waldblössen vielleicht besser bei der 
Formation der Grasfluren zu behandeln wäre, so mag sie doch hier 
Berücksichtigung finden, weil sie im Grunde genommen zum Walde in 
näheren Beziehungen steht. In Betracht kommen demzufolge nur die 
durch Abtrieb entstandenen W^aldlichtungeu und die Schonungen. 

Die Grundlage bildet hier gewöhnlich eine starke Grasnarbe mit 
vorzugsweise starkschäftigen Arten, wie Phalaris arundinacea und 
Calamagrostis arundinacea. Dazwischen kommen vor Agrostis vulgaris 
und alba, Panicum sanguinale, Anthoxanthum odoratum, sowie eine 
Reihe anderer Arten der Talwiesen in schwankender Häufigkeit. 

Oft ist die ganze Fläche der Lichtung überzogen von Senecio 
silvaticum. Dazwischen tauchen auf Hypericum perforatum, Epilobium 
angustifolium, Stachys recta, Calluna vulgaris, Vaccinium Myrtillus, 
Sarothamnus scoparius, Veronica officinalis, späterhin wird die Sträucher- 
vegetation mächtiger, die sich insbesondere durch Rubus Idaeus und 
fruticosus, Rhamnus frangula, Sambucus racemosa und Betula alba 
kennzeichnet. 



C. Die Trift. 

Die Trift nimmt einen ziemlich breiten Raum in der Pflanzen- 
bedeckung des Gebietes ein, Sie geht, wenn auch nicht zusammenhängend, 
von einem Ende zum anderen, durchweg im oberen Teil, und bildet 
meist das Bindeglied zwischen Wald und Kulturland. 

Es ist wahrscheinlich, dass keine der Formationen, die sich heute 
als Trift darstellen, noch im ursprünglichen Zustand besteht. Manche 
dieser Landflächen haben früher landwirtschaftliche Kulturen oder Wald 
getragen, die meisten befinden sich aber in ihrem gegenwärtigen Zustand 
seit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Bleibt in dieser Region eine Fläche 
Kulturland unbebaut, so wird sie zunächst von den Ackerunkräutern 
überschwemmt, die jedoch bald xerophilen Arten weichen müssen, bis 
schliesslich nach einigen Jahren das Land wieder völlig den Charakter 
der Trift angenommen hat. 

Die Basis der Trift ist eine sehr dichte, gewöhnlich von Moosen 
durchzogene Grasnarbe, die gebildet wird aus Anthoxanthum odoratum, 
Agrostis vulgaris, Festuca ovina, Bromus moUis, Poa pratensis, Dactylis 
glomerata, Holcus lanatus, Lolium perenne, Briza media. Im übrigen 
aber zeigt die Trift die arten- und individuenreichste Pflanzenbedeckung 
von allen Formationen des Gebietes. Im Frühjahr erscheinen zunächst 
Carex pilosa und Luzula campestris. Orchideen treten ebenfalls auf, 
aber gewöhnlich nur dann, wenn in die Trift vorspringende kleine 
Gruppen von Populus tremula zusagende Verhältnisse schaffen. Sie sind 
vertreten durch Orchis mascula, die sehr seltene Orchis purpurea und 
Plathanthera bifolia. 

Sehr verbreitet und meist in grossen Gesellschaften und Gemein- 
schaften auftretend sind Hypericum perforatum (Taf. II), Origanum vulgare, 
Tanacetum vulgare, Daucus Carota, Achillea millefolium, Galium verum, 
Galium MoUugo, Thymus serpyllum, Linaria vulgaris und Hieracium 
umbellatum. Ferner beteiligen sich am Aufbau der Triftvegetation in 
besonderem Mafse Knautia arvensis, Succisa pratensis, Campanula 
Rapunculus, Hieracium pilosella, Solidago virga aurea, Centaurea nigra, 
Plantago lanceolata, Vicia Cracca, Yicia tetraspermum, Yicia sepium, 
Veronica chamaedrys, Trifolium minus, Trifolium procumbens, dann 
weiterhin, zum Teil mit gelegentlich eindringenden Pflanzen aus den 
benachbarten Formationen Erythraea Centaurium, Brunella vulgaris, 
Lotus corniculatus, Mentha arvensis, Prenanthes purpurea, Rumex crispus, 



Trifolium repens, Oxalis stricta, Ranunculus repens, Matricaria inodora^ 
Euphorbia cyparissias, Cerastium triviale, Mj^osotis intermedia, Myosotis 
stricta, Erodium cicutarium, Scleranthus annuus, Valeriana officinalis,. 
Cichorium Intybus, Carum Carvi, Erophila verna. 

Yicia pannonica, Vicia serratifolia, serratifolia var. purpurasceus und 
Vicia melanops scheinen vor langer Zeit eingeschleppt zu sein und haben 
sich beständig erhalten. Dagegen konnte die mehrfach und mehrere 
Jahre hindurch angebaute Phacelia tanacetifolia trotz mehrfacher Ver- 
suche auf der Trift nicht Fuss fassen und ist völlig wieder verschwunden. 

D. Die Steinrücken. 

Der Trift nahe steht ein eigenartiges Vegetationsbild, das in der 
Gegend unter dem Namen «Steinrücke» bekannt ist. Da die Zahl 
dieser Steinrücken ziemlich ansehnlich und ihr Charakter besonders 
ausgeprägt ist, können sie nicht unbeachtet bleiben. 

Der Ursprung der Steinrücken ist darauf zurückzuführen, dass vor 
Jahrhunderten bei der Urbarmachung der Felder die Steine zu grossen 
Haufen zusammengetragen wurden. Nur an einer Stelle, auf der 
«Schächtelburg», ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, dass die 
Steinlager Reste einer vorgeschichtlichen Fliehburg darstellen, auf die 
auch schon die abweichende äussere Form hinweist. 

In ihrer gewöhnlichen Form stellen die Steinrücken mehrere Meter 
breite Steinhaufen von verschiedener, oft sehr beträchtlicher Länge und 
etwa ein bis drei Metern Höhe dar. Gewöhnlich bestehen sie aus lose 
aufeinander gehäuften Steinen von verschiedener Grösse. Um ein 
Zurückrollen des Gesteins auf die Felder zu vermeiden, sind die Seiten 
der Steinrücken häutig zu sogenannten trockenen Mauern von geringer 
Höhe aufgeführt. 

Ihrer Lage nach ziehen sich die Steinrücken gemeinhin strahlen- 
förmig von der Höhe des Berges zu Tal, parallel mit der Längsrichtung 
der Felder laufend. Niemals erreichen sie jedoch die Talsohle selbst. 

Äusserlich sind die Steinrücken charakterisiert durch eine üppige 
Gebüschvegetation. In Anbetracht dessen, dass die Steinrücke an sich 
durchaus steril ist, müssen die Pflanzen die Wurzeln sehr tief gehen 
lassen, um den Humusboden, der unter den Steinen liegt, zu erreichen. 
Bis sie wirklich fest Fuss gefasst haben, gehen die Wurzeln in den 
abenteuerlichsten Windungen durch das lockere Gestein, dabei kleine 



— 9 — 

Nester von angeflogener Erde oder vermoderten Pflanzenteilen benutzend. 
Die Physiognomie der unter solchen Bedingungen vegetierenden Sträucher 
gewinnt dadurch vielfach etwas Gedrungenes, Zähes und erinnert in 
ihrer Gesamtheit lebhaft an die Macchienform. In der Tat ist das 
Gestrüpp auch oft derart ineinander verwachsen, dass es undurchdringlich 
ist. Wichtig ist dabei die Tatsache, dass die abenteuerlich verschlungenen 
Wurzeln sehr zur Bindung der Steinhaufen beitragen, was direkt den 
anstossenden Feldern zum Nutzen gereicht, da sie diese vor dem Über- 
rollen der Steine bewahren. 




Abb. 1. 
Querschnitt einer Steinrücke (schematisch). 

Die Gehölzvegetation der Steinrücken ist besonders betont durch 
Corylus Avellana (Taf. II). Er ist Leitpflanze. Gewöhnlich ist er numeriscli 
am stärksten vertreten, während andere Arten sich je nach den örtlichen 
Verhältnissen mehr oder minder auffällig hervordrängen. Stets ist auch 
Populus tremula vorhanden, oft in starken Stücken. Die weitere 
Zusammensetzung der Hecken besteht aus Quercus pedunculata, Quercus 
sessiliflora, Prunus spinosa, Prunus avium — dieser letztere häufig in 
mächtigen Bäumen — , Rhamnus Frangula, Ligustrum vulgare, Rosa 
canina, Evonymus europaeus, Cornus sanguinea, Yiburnum Opulus, Rubus 
fruticosus, Rubus caesius und Rubus Idaeus. Crataegus monogyna und 
C. oxyacantha sind in 0. selten, im W. dagegen zahlreicher zu finden, 
was auf das angrenzende Gebiet von Roth, woselbst beide häufig sind, 
zurückzuführen sein mag. Juglans regia findet sich überall im Gebiet. 
Sorbus aucuparia und Rhamnus cathartica dagegen nur im 0. 



- 10 — 

So tief oft die Steinrücken in das bebaute Gebiet hineinreichen, so 
nehmen sie doch niemals Ackerunkräuter auf. Der sterile Boden, die 
starke Sonnenwärme und die grosse Trockenheit begünstigen dagegen 
die Einwanderung von der Trift her, so dass sich zumeist Xerophyten 
ansiedeln. Eine solche Besiedelung ist natürlich nur dort möglich, w^o 
sich aus irgend welchem Anlass Erdansammlungen — meist geringen 
Umfanges — gebildet haben und wo das Gestrüpp noch genügend Licht 
durchlässt. Es treten allerdings auch genug Stellen auf, die jeden 
Pflanzenwuchses entbehren. 

Die Hauptrolle spielen bei der Besiedelung zwei Pflanzen: Rumex 
acetosella und Agrostis alba. Oft überziehen sie in dichten Rasen 
mehrere Quadratmeter und bereiten den Boden für andere Arten vor. 
Es folgen zunächst Stachys recta, Bromus mollis, Succisa pratensis, 
Festuca ovina, F. rubra und Sedum reflexum. Je nachdem die Umstände 
die Einwanderung begünstigen, treten, meist in ansehnlicher Zahl, auf: 
Tanacetum vulgare, Sarothamnus scoparius, Vaccinium Myrtillus, Pteris 
aquilina und Calluna vulgaris, doch gehören diese nicht zu den eigent- 
lichen Charakterpflanzen der Steinrücken. Fast nie fehlt dagegen in 
starken Beständen Athyrium filix femina, Aspidium iilix mas, Polypodium 
vulgare, Valeriana officinalis, Humulus lupulus, Galium aparine, Geranium 
Robertianum, Avena flavescens, Fragaria vesca, Rumex acetosa, Convallaria 
majalis, Melampyrum pratense, Hieracium pilosella. Durch die ganze 
Formation verbreitet, aber nicht überall häufig sind Origanum vulgare, 
Urtica dioica, Anthoxanthum odoratum, Campanula persicifolia, Hypericum 
perforatum, Scrophularia nodosa, Epilobium angustifolium, Luzula pilosa, 
Lolium peronne, Sedum rubrum, Valerianella olitoria, Potentilla argentea, 
Linaria vulgaris, Euphorbia cyparissias, Mentha arvensis, Geranium 
sanguineum, Vincetoxium officinale (Taf. lY), Galeopsis ochroleuca (nur 
im SO). Sehr selten und nur auf die Steinrücken beschränkt sind: 
Pulmonaria officinalis, Anthericum liliago, Digitalis ambigua, Asplenium 
germanicum und Cor'onaria tomentosa (Taf. III). 

Die letztgenannte Art steht unter Denkmalschutz und ihre Entnalime 
vom Fundort ist verboten. Sie tritt hier in beiden Formen — weiss- 
blühend im W. und rotblühend im 0. — auf, deren Standorte räumlich 
getrennt liegen. Kohl kennt den Fundort nicht, dagegen Garckc. 
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich um eine hier urwüchsige 
Pflanze handelt. Es deutet übrigens aber auch nichts darauf hin, dass sie 
aus Gärten verwildert ist. Wenn dies der Fall ist, dann muss die Ver- 



— 11 — 

wilderuug schon vor Jahrhunderten erfolgt sein, denn als Gartenblume ist 
die Pflanze hier völlig unbekannt. Zudem liegen die Fundorte oberhalb des 
ehemaligen Weinbergsgebietes. In diesem selbst durften nach der bis in die 
neueste Zeit bestehenden Weinbergsordnung keinerlei Zier- oder Nutz- 
pflanzen geduldet werden. Dieser ausgesprochene Xerophit bewohnt zudem 
den geröllreichsten, trockensten und sterilsten Boden und tritt auch auf die 
anschliessende Trift über, aber nur insow^eit, als er dort der Steinrücke 
gleiche Verhältnisse findet. 

Wie gesagt, kommen rot- und weissblühende P'orm niemals zusammen 
vor. Die Physiognomie ist bei beiden nicht übereinstimmend, obgleich 
die Standortsverhältnisse keine besonderen Verschiedenheiten zeigen. Die 
Unterschiede mögen hier aufgeführt sein : 

purpurea. alba. 

a) Grundständige Blätter: 
fingerlang, zwei bis dreimal länger, 

breit in den Blattstiel verschmälert, bedeutend schmäler und mit viel 

länglich -eiförmig, grösserer Verlängerung in den 

Blattstiel übergehend, eiförmig, 
rötlich - gelblichweiss bis schwach lebhaft graugrün, nie gelblichweiss, 

grünlichweiss, 
dicht zusammengedrängt, locker stehend. 

b) Stengelblätter: 
«chmal eiförmig, breit eiförmig, 

Stengel schwach beblättert, Stengel reich beblättert. 

Auf fetten Böden neigt die Pflanze zur Degeneration. In einem 
inesigen Park wurden Pflanzen aus Samen, der einer auswärtigen 
Gärtnerei entstammte, herangezogen. Sie standen auf gutem Humusboden 
und wichen wesentlich vom Habitus der wilden Form ab. Sie erschienen 
hoch aufgeschossen, doppelt so hoch etwa als diejenigen vom P'undort, 
die Behaarung war erheblich vermindert, die Farbe dunkelgraugrün. 
Einige Pflanzen zeigten auch die Merkmale des Vergeilens, was auf den 
ziemlich schattigen Standort zurückzuführen sein dürfte. 

Die Vermehrung am natürlichen Standort erfolgt durch Samen und 
Wurzelausläufer und ist ziemlich schwach. Beeinträchtigt wird die 
Weiterverbreitung durch den Unfug mancher Spaziergänger, trotz des 
Schutzgebotes die Pflanzen auszureissen und fortzuwerfen. Es ist dies 



— 12 — 

um so verwerflicher, als die Pflanzen niemals auf das bebaute Land 
übertreten, also auch nicht den geringsten wirtschaftlichen Schaden 
stiften können. 

Auch den Steinriicken überhaupt wäre nachdrücklichste Schonung^ 
zuzubilligen. Sie besitzen als Asylorte für seltene Pflanzen und 
charakteristische Pflanzengemeinschaften eine ganz besondere Bedeutung, 
während ihnen andererseits wirtschaftlicher Wert nicht zukommt und sie 
einen solchen auch bei intensivster landwirtschaftlicher Nutzung niemals 
erlangen können. Ihr Nutzen besteht darin, dass sie Geröllsammler sind 
und dadurch die Bebauung der Felder ermöglichen. Der Schutz ihrer 
Pflanzenbestände kann also nur nachdrücklich empfohlen werden. 

E. Die GJerölIhalde. 

Hinsichtlich dieser Formation sind zwei Formen zu unterscheiden: 
einmal die Halde, die in ihrer Gestalt einer verbreiterten und verflachten 
Steinrücke gleicht. Sie bietet floristisch wenig Interesse. Das Stein- 
geschiebe ruht nicht, es ist vielmehr fast ständig durch äussere Einflüsse 
in Bewegung. Demzufolge kann sich hier nur eine besonders wider- 
standsfähige Flora halten, die, oft dürftig genug, sich aus den unter D 
genannten Sträuchern zusammensetzt. 

Die zweite Form entsteht, wenn die Geröllhalde Gelegenheit hat, 
über eine grössere Fläche zerstreut zu werden, so dass die Steinbedeckung 
den Boden nicht völlig .in Anspruch nimmt. In diesem Falle siedelt 
sich dann eine Flora an, die etwa die Mitte hält zwischen der der 
Steinrücken und der der Trift. Ein typisches Beispiel bietet die Kuppe 
der «Dürich». An Gräsern sind hier herrschend Poa nemoralis und 
Anthoxanthum odoratum. In grossen Gruppen tritt Stachys recta auf, im 
Verein mit Calluna vulgaris (Taf. III), Lotus corniculatus, Trifolium i-epens 
und Sarothamnus scoparius. Ferner treten, bald stärker, bald schwächer» 
hinzu : Campanula Rapunculus, Galium verum, Euphorbia cyparissias^ 
Hypericum perforatura, Rumex acetosa, R. acetosella und Fragaria vesca. 

F. Die Scliiitthalden» 

Die Schutthalden stellen, wie die Steinrücken, ihrem Ursprung nach 
eine künstliche Formation dar. Ebenso wie diese sind sie durch ilire 
Mächtigkeit und die Besonderheit ihrer Flora besonders charakterisiert. 
Diese Halden sind Schuttablagerungen aus den Steinbruchsbetrieben,. 



— 13 ~ 

Aufschüttungen, die die Mächtigkeit kleiner Berge erreichen. Ihre 
Bestandteile sind Geröllteile verschiedener Grösse, untermischt mit 
rotem Sand, verwittertem Gestein und vermoderten Ptianzenteilen. 

Der Pflanzenzuvvuchs der Schutthalden ist ausserordentlich üppig 
und macht namentlich im Frühjahr den denkbar buntfarbigsten Eindruck, 
der kilometerweit seine Wirkung übt. 

Die erste Besiedelung der Schutthalde erfolgt in der Regel durch 
Sarothamnus scoparius, der durchaus geeignet ist, durch Bindung der 
Geröllmassen das Verbleiben angeflogener oder sonstwie hinzugetretener 
Erdteilchen zu bewirken. Der Besenstrauch überzieht die Hänge und 
Oberflächen der Halden gleich einer dichten Decke. An vielen Stellen 
teilt er sich mit Prunus spinosa und P. avium in die Herrschaft. Letztere 
Art bildet dort vielfach sehr starke Bäume, während Prunus Cerasus 
mit gut ausgebildeten Früchten mehr die Strauchform bewahrt. 

Die Flora der Schutthalden übernimmt ihre Arten vielfach von der 
Trift, eine Anzahl auch von den Steinrücken, bietet aber in ihrer 
Gesamtheit doch ein besonders gestaltetes Bild. Die Pflanzen, die sozusagen 
das Feld erst urbar machen, weichen auch späteren Ankömmlingen nicht. 
Zu diesen gehören besonders Rubus fruticosus, R. caesius, Rumex acetosa, 
R. acetosella, Plantago major, P. lanceolata, Leontodon hastilis, L. 
autumnalis, Taraxacum officinale, Hieracium pilosella, H. umbellatum, 
Agrimonia Eupatorium, Trifolium pratense, T. minus, T. procumbens, 
Valeriana officinalis, Galium aparine, Humulus lupulus, Echium vulgare. 
Tanacetum vulgare, Stachys recta, Daucus Carota, Fragaria vesca, 
Centaurea nigra, Linaria vulgaris, Succisa pratensis (Taf. IV), Lotus corni- 
culatus, Melilotus officinalis, Galeopsis ochroleuca, Achillea millefolium, 
Solidago virga aurea, Scrophularia nodosa, Verbascum Thapsus, Oenothera 
l)iennis, Thymus serpyllum, Carlina vulgaris, Leucanthemum vulgare, 
Origanum vulgare, Hypericum perforatum. Die Grasnarbe, die stellenweise 
recht dicht ist, setzt sich zusammen aus Anthoxanthum odoratum, Dactylis 
glomerata, Holcus lanatus, Poa nemoralis. Von den Steinrücken und 
vom Walde kommen herüber Salix caprea, Populus tremula, Juglans 
regia, Sambucus nigra, Rosa canina, Calluna vulgaris. 

G. Mauern. 

Die Flora der Mauern nimmt im Gebiet einen ziemlichen Raum 
ein. Infolge des früher fast ausschliesslich betriebenen Weinbaues sind 
die einzelnen Grundstücksflächen durch trockene Mauern, sogenannte 



— 14 — 

Schildmauern, voneinander getrennt. Die Flora dieser Mauern schliesst 
sich in der Regel derjenigen ihrer Nachbarschaft an. Innerhalb land- 
wirtschaftlicher Kulturen werden auch die Mauern von Ackerunkräutern 
besiedelt, während in den höheren Lagen die Trift Vertreter aus ihrer 
Mitte abgibt. Nichtsdestoweniger haben auch die Mauern gewisse, 
regelmäfsige wiederkehrende Besonderheiten. Mit Vorliebe siedelt sich 
Erophila verna an, vielfach in Begleitung von Holosteum umbellatum. 
Das Kulturgebiet zeigt im wesentlichen als Mauerflora Urtica dioica, 
Clielidonium majus, Taraxacum officinale, Potentilla anserina, Viola 
tricolor, Triticum repens, Stellaria media, Lamium purpureum, L. album, 
Ranunculus repens, Crepis biennis, Veronica Chamaedrys, Vicia sepium, 
Glechoma hederacea, Poa annua, Senecio vulgaris, Galium aparine, 
Lysimachia nummularia, Plantago lanceolata, P. major. In der Hecken- 
region treten hinzu Ligustrum vulgare, Prunus spinosa, Rubus caesius^ 
Hedera Helix. Die Trift- und Bergwiesen-Region besitzt : Rubus fruticosus^ 
Fragaria vesca, Leontodon hastilis, L. autumnalis, Leucanthemum vulgare, 
Galium aparine, Mentha arvensis, Thymus serpyllum, Cirsium oleraceum, 
Tanacetum vulgare, Euphorbia cyparissias, Dactylis glomerata. 

Eine besondere Stellung nimmt die noch an vielen Stellen erhaltene, 
recht breite Stadtmauer ein. Sie ist der Trift zuzuzählen, besitzt aber 
wieder besondere Eigenart. Bemerkenswert sind zahlreiche Sträucher 
und Bäume von Sorbus aucuparia. Rosa canina ist ebenfalls vielfach 
vorhanden, auch Rubus fruticosus. Die Grasnarbe ist überall sehr dicht 
und besteht aus Poa annua, P. nemoralis, Anthoxanthum odoratum und 
Dactylis glomerata. Die Mauer ist zudem Zufluchtsort mancher im 
Gebiet sonst wenig oder gar nicht vorkommender Pflanzen wie Silene 
nutans, Lathyrus Silvester, Senecio Jacobaea. An zwei Stellen kommt 
Hemerocallis fulva, an einer Iris germanica vor. Hier handelt es 
sich wohl nur um — wenn auch seit Jahrzehnten angesiedelte — 
Gartenflüchtlinge, zumal die Stadtmauer die Rückwand vieler Gärten 
bildet. 

Weiter setzt sich die Flora zusammen aus Hieracium pilosella, 
H. umbellatum, H. auricula, Vicia sepium, Fragaria vesca, Achillea 
millefolium, Torilis Anthriscus, Echium vulgare, Campanula Rapunculus, 
Origanum vulgare, Thymus serpyllum, Hypericum perforatum. In den 
Ritzen hat sich stellenweise eine reiche Flora von Farnen angesiedelt. 
Am stärksten sind vertreten Asplenium Ruta muraria und A. trichomanes, 
seltener Polypodium vulgare. 



— 15 — 

Die fast bis zur ßodenhöhe abgetragene Mauer im «Alten Graben» 
nimmt Teil an der Pflanzenbedeckung der angrenzenden, steil abgeböschten 
triftartigen Wiese und der vorbeiführenden Wegraine. Auch ist stellen- 
weise eine erhebliche Ansiedelung von Heckenpflanzen zu bemerken. Es 
sind zu nennen: Triticum repens, Veronica Chamaedrys, Urtica dioica, 
Chelidonium majus, Ranunculus repens, Poa annua, Lamium album,^ 
Lamium purpureum, Achillea millefolium , Senecio vulgaris, Glechoma 
hederacea, Lysimachia nummularia, Plantago media, Galium aparine, 
G. Mollugo, Taraxacum officinale, Stellaria media, Crepis biennis, Yicia 
sepium, Potentilla anserina, Viola canina, Hedera Helix, Prunus spinosa^ 
Rubus caesius, R. fruticosus, Ligustrum vulgare, Rosa canina. 

Die im Gebiet sehr häufigen Schildmauern der Weinberge, sowie 
die Feldmauern entnehmen die Flora ebenfalls aus den jeweils angrenzenden 
Formationen, jedoch in erster Linie Xerophyten, während z. B. die 
Ackerunkräuter und alle lockeren Boden beanspruchenden Pflanzen wenig 
und dann meist kümmerlich vertreten sind. Die Zusammensetzung ist 
danach folgende: Erophila verna, Holosteum umbellatum, Fragaria 
vesca, Hieracium pilosella, Vicia sepium, Lamium album, Dactylis glomerata, 
Taraxacum officinale, Urtica dioica, Cirsium oleraceum, Leucanthemum 
vulgare, Galium aparine, Mentha arvensis, Rubus fruticosus. 

H. Die Bergwiesen. 

Die Bergwiesen kann man als Zwischenstufen zwischen Trift und 
Talwiesen betrachten. Hierher gehören auch die trockenen Waldwiesen,^ 
die allerdings im Gebiet wenig vertreten sind. 

Die Bergwiese wird gewöhnlich wirtschaftlich genutzt oder sie 
wurde es wenigstens. Vorbedingung für die Möglichkeit der Nutzung 
ist geeignete Lage und vor allen Dingen eine gewisse Bodenfeuchtigkeit^ 
die vermehrt wird durch künstliche Bewässerung. Eine solche ist bei 
dem bekannten Quellenreichtum des Buntsandsteins fast überall leicht 
möglich. 

Wird die Kultur der Bergwiese vernachlässigt, so zeigt diese dennoch 
das Bestreben, jahrelang im gleichen Zustand zu verharren. Die Trift- 
pflanzen finden nur schwer Zugang, überhaupt nicht, wenn natürliche, 
nicht oder nur zeitweise versiegende Wasseradern vorhanden sind. Die 
ernsthafte Bedrängung von Seiten der Trift hört aber auch freilich 
dann nicht auf und der Wiesencharakter reicht eben nur so weit wie 
das Wasser geht. 



— 16 - 

Moosuntorlage ist fast überall vorhanden. Die Gräser, die sich 
darüber aufbauen, sind Holcus lanatus, Poa annua, Arrhenatherum elatius, 
Anthoxanthum odoratum, Briza media, Alopecurus pratensis, ferner 
Luzula pilosa, Luzula albida, Carex praecox. Yon anderen Arten sind 
besonders an der Zusammensetzung beteiligt Trifolium minus, T. repens, 
Lotus corniculatus, Plantago lanceolata. Dann folgen Leucanthemum 
vulgare, Centaurea Jacea, Achillea millefolium, Bellis perennis, Hieracium 
pilosella, H. umbellatum, Taraxacum officinale, Leontodon hastilis, L. 
autumnalis, Campanula rotundifolia, Rhinanthus minor, Vicia Cracca, 
Heracleum Sphondylium, Pastinaca sativa, Silaus pratensis, Carum Carvi, 
Galium verum, G. Mollugo, Rumex acetosa, Saxifraga granulata, Orchis 
mascula. Von der Trift her dringen vor Daucus Carota, Origanum 
vulgare, Thymus serpyllum, Cirsium oleraceum, Crepis biennis, und 
Hypericum perforatum. 

Zur Formation der Bergwiesen sind auch die Rasenflächen des 
«Stadtgartens» zu rechnen. Sie zeigen keine besonderen Abweichungen, 
sind aber deshalb bemerkenswert, weil sie die einzigen Fundstellen von 
Vicia sepium var. ochroleuca und Aristolochia Clematitis sind. Letztere, 
ebenfalls unter Denkmalschutz stehend und an einer abseits gelegenen 
Stelle seit Jahrzehnten heimisch, dürfte jetzt infolge achtloser Behandlung 
•der Grasflächen ganz verschwunden sein. 

1. Die Talwiesen. 

Die Talwiesen bilden eine wichtige Formation des Gebietes. Sie 
-durchziehen die Talsohle fast in ihrer ganzen Breite von 0. nach W. 
und laufen noch in die Täler und flachen Hänge nach N. aus. Die 
floristische Zusammensetzung ist im grossen und ganzen überall gleich, 
wenn auch an besonderen Stellen durch gewisse Merkmale ausge- 
v^eichnet. Infolge der Kanalisierungsarbeiten wurde auf der «Pflngst- 
weide» eine ausgedehnte sterile Fläche geschaffen, die jahrelang gleich- 
artig blieb und fast nur von Equisetum arvense besetzt war. Nach der 
allmählichen Okkupation durch Ruderalpflanzen findet jetzt eine langsame 
Rückbildung zur Talwiesenformation statt, die jedoch noch immer nicht 
/leren ausgesprochenen Charakter zeigt. 

Die Grasnarbe der Talwiesen wird zu ziemlich gleichen Teilen 
gebildet von Anthoxanthum odoratum, Alopecurus pratensis, A. geniculatus, 
Agrostis alba, A. vulgaris, Holcus lanatus, Festuca elatior, Bromus 



— 17 — 

moUis, Lolium perenne, Dactylis glomerata, Briza media, Arrhenatherum 
elatius, Aira caespitosa, Poa pratensis, P. trivialis, Phleum pratensis. Die 
Wiesen sind zum grossen Teil den Frühjahrsüberschwemmungen aus- 
gesetzt und zeigen stellenweise Flächen mit «Sauergräsern». Es finden 
sich davon Carex praecox, Carex verna, C. leporina, Luzula campestris, 
L. pilosa. 

Die herrschenden Pflanzen im Frühjahr sind Anthriscus silvestris und 
Cardamine pratensis. Allgemein verbreitet sind ferner Trifolium minus, 
Saxifraga granulata, Ranunculus bulbosus, R. flamm ula, R. reptans, 
Lychnis flos cuculi, Hieracium umbellatum, H. auricula, Leontodon hastilis. 
L. autumnalis, Taraxacum officinale, Plantago lanceolata. In grösseren 
oder kleineren Gesellschaften und von den jeweiligen Bodenverhältnissen 
abhängig, erscheinen Campanula patula, C. Rapunculus, Centaurea Jacea, 
Rumex acetosa, Leucanthemum vulgare, Rhinanthus major, R. minor, 
Galium verum, Galium Mollugo, Cerastium triviale, Anemone nemorosa, 
Ficaria verna, Galtha palustris, Valeriana dioica, Gagea lutea, Bellis 
perennis, Plantago media, P. lanceolata, Vicia sepium, Y. sepium var. 
ochroleuca, Trifolium pratense, Salvia pratensis, Heracleum Sphondylium, 
Aster salicifolius, Myosotis palustris, Phragmites communis, Polygonum 
bistorta, Pastinaca sativa (Taf. I). 

K. Mischformationen der Grasflur. 

Als solche möchte ich die Pflanzenbedeckung der im Gebiet sehr 
reichlich vorhandenen Wegränder, Feldböschungen und ähnlicher Lagen 
bezeichnen. Vielfach tragen sie deutliche Merkmale derjenigen Gras- 
formationen, in deren Gebiet sie liegen, ohne mit ihnen identisch zu 
sein. Andererseits aber weichen sie ihrer Zusammensetzung nach vielfach 
wesentlich ab. Ein grosser Teil dieser Formation zeigt nahe Verwandt- 
schaft mit den ßergwiesen, neigt wenig zur Trift, häufiger zur Talwiese, 
oft aber auch zur Heckenformation. Die Zusammensetzung zeigt aber 
besondere Vertreter, die gerade dieser Mischformation eigen sind, teil- 
weise solche, die an anderen Stellen im Gebiet nicht vorkommen. Sie ist 
ein besonders beliebter Zufluchtsort der Ruderalpflanzen. 

Die zur Trift neigende Form setzt sich aus folgenden Pflanzen zu- 
sammen: Poa annua, P. nemoralis, Anthoxanthum odoratum, Origanum 
vulgare, Agrimonia Eupatoria, Trifolium pratense, Lotus corniculatus, 
Galium Mollugo, Achillea millefolium, Anthemis vulgaris, Tanacetum 
vulgare, Centaurea nigra, Leontodon hastilis, Cerastium arvense, Thymus 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 2 



— 18 — 

serp3'llum, Campanula rotundifolia, C. patula, Succisa pratensis, Kuautia. 
arvensis, Daucus Carola, Brunella vulgaris, Linaria vulgaris, Urtica dioica^ 

Die den Bergwiesen nahestehende Formation besitzt diese Arten 
fast stets , wenn auch , den jeweiligen Verhältnissen entsprechend, 
schwankend in der Verteilung, und nimmt noch dazu auf Tormentilla 
erecta, Rosa canina, Prunus spinosa, Euphorbia cyparissias, Crepis biennis^ 
Sambucus nigra. 

Die talwiesenähnliche Formation : Plantago major, P. media, P. lanceo- 
lata, Potentilla anserina, Hieracium pilosella, Leucanthemum vulgare^ 
Achillea millefolium, Taraxacum ofücinale, Bellis perennis, Anthriscus 
silvestris, Ajugä reptans, gelegentlich Lamium album, ferner Poa annua^ 
Dactylis glomerata, Cynosurus cristatus. 

Recht reichhaltig ist die Flora der Grasflächen (Wegränder usw.) 
innerhalb des bebauten Gebietes. Poa annua bildet die Grundlage; ihm 
folgen Triticum repens, Hordeum murinum, Bromus sterilis, dann Cheno- 
podium album, Cichorium Intybus, Polygonum Persicaria, P. aviculare» 
Geranium Robertianum, Plantago major, P. media, P. lanceolata, Torilis 
Anthriscus, Lampsana communis, Malva silvestris, Lamium album, Urtica 
dioica, U. urens, Ballota nigra, Convolvulus sepium, C. arvensis, Brunella 
vulgaris, Glechoma hederacea, Trifolium repens, Galium mollugo, Bellis 
perennis, Campanula rotundifolia, Ranunculus bulbosus, Filago arvensis, 
Achillea millefolium, Potentilla anserina, Matricaria chamomilla, Cirsium 
arvense, Euphorbia Peplus, Fumaria officinalis, Stellaria media, Lamium 
album, Taraxacum officinale, Daucus Carota, Echium vulgare, Silene 
inflata, Artemisia vulgaris, Veronica chamaedrys, Sedum purpureum, 
Agrimonia Eupatoria, Campanula patula, C. rotundifolia, Prunus spinosa, 
Rosa canina, Rubus caesius. 

L. Die Formation der Hecken. 

Diese Formation hat bei der Schilderung der Steinrücken bereits 
eine gewisse Berücksichtigung erfahren. Das typischste Bild aber zeigt 
sie in den tiefeingeschnittenen Hohhvegen und den unterschiedlichen 
Verbindungswegen der Feldmark. Obgleich die ökologischen Verliältnisse 
keineswegs überall gleich sind, so besitzt doch die Heckenformation selbst 
eine gewisse Gleichförmigkeit der strauchbildenden Arten. 

Ihre mächtigste Ausbildung erreicht die Formation, wie schon er- 
wähnt, in den Hohlwegen (Taf. H). Hier halten die Pflanzen die beiden, 
oft viele Meter hohen Wände besetzt und bilden förmliche Galerien, in 



— 19 — 

denen jeweils besondere Leitpflanzen vorherrschen. Im übrigen aber sind 
durchweg in jeder Hecke alle heckenbildenden Arten vertreten. 




Abb. 2. 
Querschnitt eines Hohlweges (schematisch) 

Prunus spinosa ist überall sehr reichlich vorhanden, dann folgen 
Cornus sanguinea, Corylus avellana, Populus tremula (Taf. H), Salix caprea, 
Rhamnus cathartica (selten), R. frangula, Quercus Robur, Qu. sessiliflora, 
Rubus fruticosus, R. caesius, R. Idaeus, Rosa canina, Ligustrum vulgare, 
Yiburnum Opulus, Evonymus europaeus, Humulus lupulus, Clematis Vitalba 
(Taf. H), Betula alba (selten), Crataegus oxyacantha, C. monogyna, Prunus 
cerasus, P. avium, Sambucus nigra, in der Nähe des Waldes auch Lonicera 
periclymenum, L. caprifolium, Pinus silvestris. Selten sind Pirus malus, 
P. communis, Sorbus aucuparia und Ribes grossularia. 

Während an den schattigen Stellen die Untergrundvegetation wenig 
entwickelt ist, wird sie an den lichtreicheren recht ansehnlich. Es er- 
scheinen Poa nemoralis, Anthoxanthum odoratum, Agrostis vulgaris, 
Bromus mollis, Holcus lanatus, Galium Mollugo, G. aparine, Epilobium 
angustifolium, E. hirsutum, Stellaria graminea, Fragaria vesca, Trifolium 
filiforme, Valeriana officinalis, Euphorbia cyparissias, Achillea millefolium, 
Urtica dioica, Succisa pratensis, Knautia arvensis, Betonica vulgaris, 
Hieracium umbellatum, H. pilosella, Plantago lanceolata, P. major, Silene 

2* 



— 20 — 

nutans, Melampyrum silvaticum, Veronica officinalis, Tormentilla erecta, 
Genista germanica, Leucanthemum vulgare. An schattigen Plätzen ent- 
wickelt sich eine reiche Pteridophytenflora, die alle im Gebiet vor- 
kommenden Arten mit Ausnahme von Pteris aquilina enthält. 

Die Hecken bieten im Verein mit den Steinrücken die denkbar 
günstigsten Nistgelegenheiten für insektenfressende Vögel. Ihre Er- 
haltung — wirtschaftliche Nachteile bringen sie wohl nirgends — ist 
deshalb dringend geboten. 

M, Kultivierte Bodenfläclien. 

Wenn schon Talwiesen und Wald auch dem Kulturland im weiteren 
Sinne zuzurechnen sind, so handelt es sich doch im grossen und ganzen 
um selbständige B'ormationen, die durch menschliche Eingriffe nicht 
allzu stark beeinflusst sind. Man hat es bei ihnen mit ziemlich konstanten 
Verhältnissen zu tun. Anders liegt die Sache bei den landwirtschaftlich 
intensiv genutzten Flächen, bei dem Ackerland, den Gärten und Weinbergen. 

a) Die Ackerflächen. 

Die Ackerflächen nehmen heute den grössten Teil der landwirt- 
schaftlichen Kulturen ein, während dieser früher dem Weinbau zugewiesen 
war. Eine eingehende Erörterung der zum Anbau kommenden Gewächse 
würde den Rahmen dieser Arbeit überschreiten und steht auch in nur losem 
Zusammenhang mit ihr. Es mag wohl hervorgehoben werden, dass Kartoffeln 
(Solanum tuberosum) und Roggen (Seeale cereale) an erster Stelle stehen. 
Dann folgen Hafer, Weizen, Gerste, Dickwurz, Futterrüben und die meisten 
im Lande gebräuchlichen Kulturpflanzen mit wechselnder Anbaufläche. 

Wichtiger in vorliegendem Sinne sind die Pflanzen, die als «Un- 
kräuter» die Kulturpflanzen begleiten. Sie weichen nicht auffällig ab 
von denen des umgebenden Gebietes, doch sind einige Arten hier stärker 
verbreitet, andere wie Galinsoga parviflora, Dipsacus Silvester sind seit 
Jahren an der Gebietsgrenze stehen geblieben und haben diese an keiner 
Stelle überschritten. Bemerkenswert ist, dass die Unkräuter auf dem 
mageren Boden der Hänge nicht so üppig auftreten wie auf dem fetten 
Alluvialboden im Tal. Den letzteren hält besetzt in sehr ausgedehnten 
Massen Mercurialis annua; ihm schliessen sich an Poa annua, Triticum 
repens, Bromus sterilis, Oxalis stricta, Erigeron canadensis, E. accr, 
Polygonum persicaria, P. aviculare, Euphorbia Peplus, E. helioscopia, 
Chenopodium album, Fumaria officinalis, Capsella bursa pastoris, TJilaspi 



— 21 — 

arvense, Erodium cicutarium, Geranium Robertianum, Erophila verna, 
Sisymbrium Alliaria, Senecio vulgaris, Sonchus asper, Cirsium arvense, 
Ranunculus repens, Convolvulus arvensis, C. sepium, Equisetum arvense, 
Lamium purpureum, Anagallis arvensis, Stellaria media, Ficaria verna. 
Die am Berg gelegenen Äcker reduzieren die Individuenzahl der 
Genannten und nehmen dafür auf: Matricaria inodora, Rumex acetosella, 
Centaurea cyanus, Trifolium pratense, T. repens, Myosotis intermedia, 
M. striata, Cerastium arvense, C, triviale, Viola tricolor, Ficaria verna, 
Stellaria media, Daucus Carota, Stachys palustris, Plantago lanceolata, 
P. major, Linaria vulgaris, Agroslis vulgaris, Setaria glauca, S. viridis, Crepis 
biennis, Achillea millefolium, Succisa pratensis, Geranium Robertianum, 
Spergula arvensis, Lycopsis arvensis, Lythrum salicaria, Vicia sepium, 
Erysimum cheiranthoides, Turritis glabra, Agrostemma githago, Papaver 
rhoeas, Veronica persica, Y. triphyllos, V, hederaefolia, V. serpyllifolia, 
V. agrestis, V. arvensis, Anagallis arvensis, Betonica officinalis, Myosurus 
minimus. 

b) Die Gärten. 

Die Baum- und Grasgärten entsprechen in dem Charakter der 
Pflanzenbedeckung durchaus den Tal- und ßergwiesen. Floristisch be- 
sonders Bemerkenswertes bieten sie nicht, doch ist zu erwähnen, dass sich 
in ihnen öfter verwilderte Gartenpflanzen wie Gagea pratensis, Narcissus 
poeticus u. a. finden. 

Die Flora der Ziergärten wird in dem Verzeichnis am Schlüsse 
insoweit aufgeführt werden, als es sich um jahrelang beobachtete und 
immer wieder kultivierte Arten handelt. Gärtnerische Züchtungen bleiben 
aus naheliegenden Gründen unberücksichtigt. 

c) Die Weinberge. 

Die Weinberge, die früher fast das gesamte Berggelände bedeckten, 
sind heute nahezu völlig verschwunden. Einige wenige sind noch vor- 
handen, das übrige Gebiet ist sonstigen landwirtschaftlichen Kulturen 
nutzbar gemacht. 

Eine besondere Flora besitzen weder die kultivierten noch die wüst 
liegenden Weinberge. Sie weichen in dieser Beziehung nicht von den 
übrigen Kulturflächen ab. In den gepflegten Weinbergen war früher 
Ornithogalum umbellatum ziemlich häufig, ist aber jetzt von dort fast 
gänzlich verschwunden, wenn auch im Gebiet noch vorhanden. 



— 22 — 

N. Die Formation der Gewässer. 

a) Die Formation des fliessenden Wassers. 

Die fliessenden Gewässer sind im Gebiet in erster Linie vertreten durch 
die Einzig (Taf. IV) und dann durch einige kleinere Bachläufe. Während die 
Ufer der Einzig durch starken Strauchwuchs charakterisiert sind, fehlt dieser 
den übrigen Wasserläufen häufig. Ebenso fehlt hier Phragmites communis. Die 
Einzig führt: Alnusglutinosa, Salix caprea, S.viminalis, Saponariaofficinalis, 
Convolvulus sepium, Lythrum salicaria, Iris Pseud-Acorus, Scrophularia 
Ehrharti, Mentha aquatica, Urtica dioica, Chaerophyllum bulbosum, Cuscuta 
Epithymum, Nuphar luteum, Sparganium ramosum. Die Bäche führen diese 
Flora ebenfalls, jedoch zumeist in erheblich geringerer Individuenzahl. 
Auch fehlt ihnen Nuphar, Cuscuta, Chaerophyllum. Dafür besitzt die Einzig 
nicht Veronica Beccabunga, Scutellaria galericulata, Petasites officinalis. 

b) Die Formation des stehenden Wassers. 

Stehende Wasserflächen sind nur in geringer Zahl vorhanden. Sie 
beschränken sich auf einige durch Ausschachtungen beim Bahnbau ge- 
schaffene Teiche, den Teich im Schöfferpark und einige Gräben mit 
stehendem Wasser. Der Teich im Schöfferpark besitzt ausser künstlichen 
Anpflanzungen nur einen ausgedehnten natürlichen Bestand von Carex vulpina. 
Die Ausschachtungen dagegen weisen eine reiche, auf natürlichem Wege an- 
gesiedelte Flora auf. Sie besitzen: Typha latifolia (Taf. III), T. angustifolia, 
Phragmites communis, Ranunculus aquatilis, Nuphar luteum, Hottonia 
palustris (Taf. I), Potamogeton natans, Alisma Plantago, Heleocharis 
palustris, Lemna minor, Iris Pseud-Acorus, Rumex obtusifolius, R. Hydro- 
lapathum Utricularia vulgaris, Acorus Calamus, Scrophularia Ehrharti, 
Lychnis diurna. Die Gräben besitzen nur einen Teil dieser Arten, 
nehmen aber dafür Bidens tripartitus und Sparganium ramosum auf. 
Nymphaea alba war früher vorhanden, ist aber gänzlich verschwunden. 

c) Die Formation der Sümpfe. 

Sümpfe im eigentlichen Sinne sind im Gebiet nicht vorhanden. Sumpfige 
Stellen, die nur in trockenen Sommern verschwinden, finden sich auf den 
Talwiesen an tiefgelegenen Stellen, in der Umgebung der Bachläufe und 
hier und da im Wald. Im letzteren Falle sind sie durch Chrysosplenium 
oppositifolium, Equisetum palustre und Cardamine amara charakterisiert. 
Die Sumpfstellen des offenen Gebietes führen ausser den bei den Talwiesen 
genannten Sauergräsern noch Valeriana dioica, Orchis latifolia, Anemone 
nemorosa, Polygonum bistorta, Caltha palustris, Pedicularis silvatica. 



23 — 



Yerzeichnis 

der im Gebiet der Gemarkung Gelnhausen aufgefundenen 

rhanerogamen und Pteridophyten. 

Das nachfolgende Verzeichnis dürfte als vollständig zu betrachten 
sein. Sämtliche aufgeführten Pflanzen sind von mir persönlich aufgefunden 
■worden, sofern nicht das Uegenteil ausdrücklich hervorgehoben ist. Die 
in der Kohl sehen F'lora genannten und von mir nicht wieder angetroffenen 
Arten sind mit «Kohl, Flora» und einem * gekennzeichnet. Den in der 
nächsten Umgebung bemerkten Arten wurde ein u vorgesetzt. Kultur- 
pflanzen sind nur insoweit aufgeführt und durch ein vorgesetztes c be- 
zeichnet, als sie in den Gärten allgemein verbreitet oder durch alte, 
starke Stücke vertreten sind. Die übrigen Abkürzungen bedeuten: 
h = häufig, z = zerstreut, s = selten. 

Die Reihenfolge der Familien richtet sich nach Englers Syllabus. 



Polypodiaceae. 

Pteris aquilina i., h. 

Aspidium filix mas Sw., h. 

Athyrium filix femina Utk., h. 

Asplenium trichomanes Jy., h. 

Asplenium septentrionale Ho/fm., z. 
^ Asplenium germanicum Weis., 

Kohl, Flora. 
^ Asplenium Adiantum nigrum L., 
Kohl, Flora. 

Asplenium Ruta muraria X., h. 

Asplenium Trichomanes /,., h. 

Blechnum Spicant With., s. 

Polypodium vulgare Z., h. 

'Cystopteris fragilis Beruh., z. 

Equisetaceae. 

Equisetum arvense X., h. 
w Equisetum limosumX., Gettenbach. 
Equisetum palustre i., s. 

Lycopodiaceae. 

Lycopodium clavatum />., z. 



Taxaceae. 

c Taxus baccata L. 

c Ginkgo biloba X., Schöfferpark. 

Araucariaceae. 
Larix decidua DC, h. 
c Cedrus Libani Barrel. 
Pinus silvestris X., h. 
Pinus Strobus X., z. 
c Pinus Laricio austriaca Enal., 
Schöfferpark. 
Picea excelsa Lh., h. 
Abies alba MdL, z. 
c Abies balsameailX7?., Schöfferpark. 
c Abies Nordmanniana X/r., Schöffer- 
park. 
c Abies concolor LindJ. et Gord., 

Schöfferpark. 
c Pseudotsuga Douglasii Carr., 

Schöfferpark. 
c Tsuga canadensis Carr., Schöffer- 
park. 
c Sequoia gigantea Torr. 



— 24 — 



c Taxodium distichum if?ic/?.,Schöffer- 
park. 

c Thuja occidentalis L. 

c Thuja Orientalis X., Schöfferpark. 

c Chamaecyparis pisifera S. et Z., 
Schöfferpark. 
Juniperus communis />., s. 

c Juniperus Sabina L. 

c Juniperus virginiana L , Schöffer- 
park. 

Typhaceae. 

Typha latifolia X., s. 
Typha angustifolia L , s. 

Sparganiaceae. 
Sparganium ramosum Huds., /.. 

Potamogetonaceae. 

Potamogeton natans L., z. 
* Potamogeton pusillus X., Kohl, 
Floea. 

Alismaceae. 

Alisma Plantago X., h. 

Gramineae. 
c Zea Mays X. 
u Panicum Grus galli X., Aufenau. 

Panicum sanguinale X., z. 

Setaria glauca P.S., z. 

Setaria viridis P.5., z. 

Anthoxantum odoratum L., h. 

Milium effussum X/., h. 

Phleum pratense X., h. 

Alopecurus pratensis />., h. 

Alopecurus gcniculatus X., h. 

Alopecurus fulvus X., z. 

Agrostis vulgaris WitJf., h. 



Agrostis alba X. h. 

Phalaris arundinacea X., h. 

Phragmites communis Trin., h. 

Calmagrostis arundinacea Mth.^ h. 

Holcus lanatus X., h. 

Aira caespitosa X., h. 

Aira flexuosa X., h. 

Avena sativa X., h. 

Avena flavescens X., h. 

Avena pratensis X., h. 

Arrhenatherum elatius 3I.K., h, 
c Gynerium argenteum Hiimb., 

Schöfferpark. 
c Eulalia japonica Trin. , Schöfferpark 

Catabrosa aquatica P.B., z. 

Briza media X., h. 

Cynosurus cristatus X., h. 

Festuca ovina X., h. 

Festuca rubra X., h. 

Festuca clatior Xy., h. 

Bromus sterilis X., h. 

Bromus tectorum X., h^ 

Bromus arvensis X., h. 

Bromus mollis L., h. 

Poa annua X., h. 

Poa trivialis L., h. 

Poa nemoralis X., h. 

Poa pratensis X., h. 

Poa compressa X., h. 

Melica uniflora Reiz., z. 

Melica nutans X., z. 

Dactylis glomerata />., h. 

Lolium perenne L., h. 

Triticum repens X., h. 

Triticum vulgare Vill.^ h. 

Hordeum vulgare Xy., lu 

Hordeum murinum X., h. 

Cynodon Dactylon Xers., s. 



— 25 



Cyperaceae. 

u Eriophorum angustifolium Botli.^ 

Gettenbach, Bieber. 
u Eriophorium polystachyum i., 

Gettenbach, Bieber. 
u Scirpus silvaticus L., Aufenau. 

Heleocharis uniglumis Lml:, s. 

Heleocharis palustris B.Br.^ z. 

Carex pilosa Scop.^ s. 

Carex praecox Jacq., h. 

Carex vulpina i., z. 

Carex hirta Z., z. 

Carex vesicaria Z., z. 

Carex stricta Good., z. 

Carex intermedia Good.^ z. 

Carex brizoides L., z. 

Carex leporina X., h. 

Carex vulgaris Fr., h. 

Carex Buxbaumii Waldb., z. 
* Carex polyrrhiza Wallr., Kohl, 
Floea. 

Araceae. 
Arum maculatum i., s. 
Acorus Calamus i., s. 

Lemnaceae. 
Lemna minor Z., li. 

Juncaceae. 
Juncus conglomeratus />., h. 
Juncus glaucus Ehrh., h. 
Luzula campestris X., h. 
Luzula pilosa Willd.^ h. 
Luzula albida DC, h. 

Liliaceae. 
Colchicum autumnale />., h. 
Anthericum Liliago X., s. 
AUium vineale X., h. 



I u Allium ursinum X., Langcnselbold. 
c Allium sativum X. 
c Allium Ophioscorodon Do». 
c Allium Porrum X. 
c Allium Schoenoprasum X. 
c Allium Ascalonicum X. 
c Allium Cepa X. 
c Allium fistulosum X. 

Gagea arvensis SchtdL, h. 

Gagea pratensis Schult., s. 
c Tulipa Gesneriana X. 
c Lilium candidum L. 
c Lilium bulbiferum X. 
u Lilium Martagon X., Villbach. 

(unter Denkmalschutz!) 
c Fritillaria imperialis X. 

Hemerocallis fulva X., verwildert, 
c Muscari botryoides JliU. 
c Muscari comosum DC. 
c Asparagus officinalis X., verwildert. 

Majanthemum bifolium Wigg., z. 
u Paris quadrifolia X., Langenselbold. 

Convallaria majalis X., h. 
u Pohgonatum multiflorum Mnch.., 
Wächtersbach. 

c Yucca filamentosa X. 
c Yucca gloriosa X. 

Ornithogalum umbellatum X., z^ 
c Galtonia candicans Dcne^ 

Amaryllidaceaer 
c Leucojum vernum X. 
c Galanthus nivalis X. 
c Narcissus poeticus X. 
c Narcissus Pseudo-Narcissus X. 

Iridaceae. 

Iris Pseud-Acorus X., h, 
Iris germanica X., s. 



— 26 — 



<j Gladiolus spec. 

c Crocus vernus Smith. 

c Crocus luteus Lam. 

Orchidaceae. 

Orcbis Morio L., \\. 

Orchis purpurea Huds., s. 

Orchis mascula L., z. 

Orchis maculatu L., z. 

Orchis latifolia L., z. 
u Gymnadenia coiiopea It Br., 
Wirtheim. 

Piatanthera bifolia Bclib.^ z. 

Neottia nidus avis liciib., s. 
11 Cephalanthera pallens Bicli., Hailer, 

Listera ovata B. Br., s. 

Juglandaceae. 

Juglans regia L., h. 
c Pterocarya caucasica C. Ä. Mey. 

Schöfferpark. 
c Carya sp., Schöfferpark. 

Salicaceae. 

Populus alba L., h. 

Populus tremula L , h. 

Populus nigra L., s. 

Populus pyramidalis i., h. 
c Populus balsamifera L., Schöffer- 
park. 

Salix Caprea X., h. 

Salix amygdalina L., z. 
c Salix babylonica L. 

Salix purpurea L., z. 

Salix viminalis L , li. 

Betulaceae. 
Carpinus Betulus L , z. 
€orylus Avellana L., h. 



Betula alba i., z, 
Alnus glutinosa Gärtn. 



h. 



Fagaceae. 
Fagus silvatica L., h. 
Castanea sativa Mill., z. 
Quercus pedunculata EJirh., h. 
Quercus sessiliflora Sm., h. 
c Quercus imbricaria, Schöfferpark. 
c Quercus coccinea Watigenh., 
Schöfferpark. 

Ulmaceae. 
Ulmus campestris L., z. 

Moraceae. 
Morus alba L. z., verwildert, 
c Morus nigra L. 
Kumulus lupulus X., h. 

Urticaceae. 

Urtica dioica L., h. 
Urtica urens i>., s. 

Loranthaceae. 

Viscum album L., s. 

Aristolochiaceae. 

Aristolochia Clematitis L., s. 
c Aristolochia Sipho IJHcrit. 

Polygonaceae. 
Rumex acetosa L., h. 
Rumcx acetosella L., h. 
Rumex crispus L., z, 
Rumex Hydrolapathum Huds., 
Rumex obtusifolius />., z. 
Polygonum Bistorta L., z. 
Polygonum Hydropiper L., h. 



i 



27 



Pol3gonum Convolvulus L., z. 
Polygonum aviculare L., b. 
Polygonum Persicaria L,, h. 
Polygonum dumetoruin L., h. 

Chenopodiaceae. 

c Beta vulgaris L. 

Chenopodium Bonus Henricus L.,s, 

Chenopodium album iv., h. 

Chenopodium murale L., z. 

Atriplex hastatum L., h. 

Atriplex patulum Jv., z. 

Atriplex hortensis L., s. 
c Spinacia oleracea L. 

Amarantaceae. 
c Amarantus caudatus L. 

Caryophyllaceae. 

Dianthus superbus Z/., z. 

Dianthus Armeria L., z. 

Dianthus deltoides L, z. 

Dianthus Carthusianorum L., z. 
c Dianthus plumarius L. 
c Dianthus barbatus L. 
c Dianthus Caryophyllus L. 

Gypsophila muralis L.^ h. 

Saponaria officinalis L., z. 

Silene inflata -Sw., z. 

Silene nutans L., z. 

Silene dichotoma E/irh., s. 

Lychnis flos cuculi L., h. 
11 Lychnis Viscaria L., Villbach. 

Lychnis diurna iSibth., z. 

Lychnis vespertina Sibth., z. 

Coronaria toraentosa A. Br., z, 
(unter Denkmalschutz !) 

Agrostemma Githago L., h. 

Holosteum umbellatum L.. h. 



Arenaria serpyllifolia L., h. 
Moehringia trinervia Clairv., h. 
Stellaria media DiU., h. 
u Stellaria nemorum L., Villbach. 
Stellaria Holostea L., h. 
Stellaria graminea L., h. 
Sagina nodosa Bartl., z. 

* Sagina apetala I/., Kohl, Floea. 
Cerastium arvense L., h. 
Cerastium triviale Z/., h. 

* Cerastium brachypetalum Desp., 

Kohl, Floea. 
Spergula arvensis L., h. 
Scleranthus annuus L., h. 

Nymphaeaceae. 
Nuphar luteum Sm., z. 
Nymphaea alba L., s. 

Magnoliaceae. 
c Magnolia acuminata L., 

Schöfferpark. 
c Liriodendron tulipifera L., 

Schöfferpark. 

Ranunculaceae. 

Clematis Vitalba L., z. 

Anemone nemorosa L.., h. 
u Anemone silvestris L., Hailer. 
u Anemone ranunculoides L., 
Langenselbold. 

Myosurus minimus L., z. 

Ranunculus bulbosus L., h. 

Ranunculus flammula L., z. 

Ranunculus sceleratus L., z. 

Ranunculus repens L., h. 

Ranunculus arvensis L., h. 

Ranunculus acer L., h, 

Ranunculns aquatilis L., h. 



28 — 



Ranunculus fluitans Lam., z, 

Ranunculus divaricatus ScM\, z. 

Ranunculus auricomus L., h. 

Ficaria verna Huds.^ h. 

Caltha palustris L.^ h. 
c Nigella damascena L. 
c Aquilegia vulgaris L, 

Delphinium Consolida L. s. 

Aconitum Napellus L., s. 
c Paeonia officinalis L. 

Berberidaceae. 

Berberis vulgaris L., s. 
c Mahonia aquifolium Nutf. 

Calycanthaceae. 

c Calycanthus floridus L., Schöifer- 
park. 

Papaveraceae. 
Papaver Rhoeas X., li. 
Papaver somniferum X., z. 
c Eschscholtzia californica Cham. 

Chelidonium majus L., h. 
c Dicentra spectaliilis Borldi. 
u Corydalis cava ScJnveig., 
Wächtersbacb. 
Fumaria officinalis L., b. 

Cruciferae. 
u Nasturtium ampbibium B. Br., 
Wirtbeim. 
Barbaraea vulgaris B. Br., b. 
c Cbeirantbus Cbeiri L. 
Turritis glabra Z., z. 
Cardamine pratensis L., ii. 
Cardamine pratensis var. paludosa 

Knaf., z. 
Cardamine aniara L . z. 



u Dentaria bulbifera L., Langen- 
selbold. 

Sisymbrium AUiaria Scop., b. 

Sisymbrium Tbalianum Gaud.^ h. 

Sisymbrium officinale Scop , b. 

Sisymbrium Sopbia L., b. 

Erysimum cheirantboides L., b. 
c Brassica oleracea L. 
c Brassica Rapa L. 
c Brassica Napus L. 

Brassica nigra Koch., z. 

Sinapis arvensis Z., h. 

Sinapis alba Z., z. 
u Diplotaxis tenuifolia I)C., Aufeuau.. 
c Lunaria biennis Mnch. 

Eropbila verna E. May., b. 

Cocblearia officinalis Z., z. 

Tblaspi arvense Z., b. 

Thlaspi perfoliatum Z., z. 

Lepidium Draba Z., z. 

Capsella Bursa pastoris Mnch., b. 

Rapbanus sativus Z., z. 

Rapbanus Rapbanistrum Z., z. 

Berteroa incana BC, s. 

Erucastrum Pollicbii Sch.etSpcnn., s. 

Resedaceae. 
u Reseda lutea Z., Hailer. 
c Reseda odorata Z. 

Crassulacae. 
Sedum reflexum Z., /. 
Sedum acre Z., li. 
Sedum maximum Sut., z. 
Sedum purpurascens Koch., z. 
Sempervivum tectorum Z., s. 

Saxifragaceae. 
Saxifraga granulata L.. h. 
Ciirysosplenium oppositifoliumZ., s. 



- 29 



« Chrysospleniuin alternifolium L., 

Laugenselbold. 
u Parnassia palustris L., Bieber. 

Ribes grossularia L., z. 
c Ribes rubrum L. 
c Ribes sanguiueum Pursh. 
c Ribes aureum L. 
c Ribes nigrum L. 
c Philadelphus coronarius L. 
c Deutzia crenata xS. et Z. 
c Deutzia gracilis S. d Z. 

Plantanaceae. 
€ Platanus orientalis L. 

Bosaceae. 

Spiraea Ulmaria L., h. 

Spiraea Aruncus L,, h. 
■c Spiraea sorbifolia L. 
c Spiraea opulifolia i>. 
c Spiraea salicifolia L. 
c Spiraea tomentosa L, 
€ Spiraea prunifolia Sieb, et Zucc. 

Greum urbanum jC., h. 

Fragaria vesca L., h. 

Potentilla Anserina L., b. 

Potentilla argentea L., h. 

Potentilla silvestris NecJcer, z. 

Potentilla reptans L., h. 
« Potentilla sterilis Garcke, Alten- 
hasslau. 

Potentilla verna Roth, h. 

Rubus Idaeus L., h. 

Rubus fruticosus L., h. 

Rubus plicatus W. et N., z. 

Rubus caesius L., h. 

Rubus affinis W. et N., z. 
€ Kerria japonica DC. 



Rosa canina L., li. 

Rosa rubiginosa L., s. 

Rosa rugosa Thunb.^ verwildert. 

Alchemilla vulgaris L., z. 

Agrimonia Eupatoria Z/., b. 

Sanguisorba officinalis L., h. 

Poterium Sanguisorba L., h. 

Prunus spinosa L., h. 

Prunus avium L., b. 

Prunus Cerasus L., z. 

Prunus Padus L., z. 
c Prunus Mahaleb L. 
c Prunus Armeniaca L. 
c Prunus domestica L., auch ver- 
wildert, 
c Prunus italica L. 
c Prunus syriaca Borkh. 

Prunus insititia L., s. 
c Prunus serotina EhrJi. 
c Prunus Pissardi Paillef., Schöffer- 

park. 
c Prunus virginiana L. 
c Prunus fruticosaPa//., Stadtgarten, 
c Persica vulgaris Mlll. 
c Pirus communis L., auch wild. 
c Pirus Malus L., auch wild, 
c Pirus salicifolia L. fil,, Schöffer- 

park. 
c Pirus baccata Borkh. 
c Sorbus aucuparia L., z. 
u Sorbus torminalis Crntz.^ Ilailer. 
c Sorbus Ariä x torminalis Irmisch, 
Schöfferpark. 

Crataegus Oxyacantha L., z. 

Crataegus monogyna Jacq., h. 
c Crataegus Azarolus L. 

Cydonia vulgaris Pers,^ z. 
c Chaenomeles japonica Lindl. 



30 



Leguminosae. 
u Ulex europaeus Z/., Wirtheim. 

Sarothamnus vulgaris Wimm.^ h. 

Genista germanica L., h. 

Genista tinctoria L., h. 

Genista pilosa L., z. 

Ononis spinosa L., h. 

Trifolium repens jL., h. 

Trifolium pratense L., h. 

Trifolium arvense L., h. 

Trifolium alpestre L., z. 

Trifolium incarnatum L., z. 

Trifolium minus BetJi., h. 

Trifolium procumbens L., h. 

Melilotus officinalis Desr.^ h. 

Melilotus albus Desr,^ s. 

Medicago lupulina L., h. 

Anthyllis Vulneraria iv., li. 

Lotos corniculatus L., h. 

Onobrychis sativa Lmk., z. 

Vicia sepium L., h. 

Viciasepium var. ochroleuca Bast.^s. 

Vicia sativa L., z. 

Vicia angustifolia i^e^^., h. 

Vicia villosa üoth., h. 
u Vicia Cracca L., Neudorf, 
c Vicia Faba L. 

Vicia pannonica L., s. 

Vicia serratifolia, s. 

Vicia serratifolia var. purpur- 
ascens, s. 

Vicia melanops, s. 

Ervum hirsutum L., h. 

Ervum tetraspermum L., h. 
c Pisum sativum L. 

Lathyrus pratensis L., h. 

Lathyrus Silvester Z/., z. 



Lathyrus vernus Bernh,^ h. 

Lathyrus montanus BernJi., z. 

Lathyrus sativus L., s. 
u Coronilla varia L., Langenselbold. 
* Ornithopus perpusillus L , Kohl, 
Flora. 

Lupinus luteus L., s. 
c Kobinia Pseud-Acacia L 
c Robinia hispida L. 

Lens esculenta Mncli.^ gelegentlicli 
verwildert, 
c Phaseolus multiflorus Wüld. 
c Phaseolus vulgaris L. 
c Phaseolus nanus L. 
c Amorpha fruticosa L. 
c Caragana arborescens L. 
c Caragana digitata Lam. 
c Sophora japonica L 
c Cystisus Laburnum L. 
c Gleditschia triacanthos L, 

Geraniaceae. 
Geranium sanguineum L., z. 
Geranium silvaticum L., s. 
Geranium pusillum Z/., h. 
Geranium columbinum L., z. 
Geranium dissectum L., h. 
Geranium palustre iv., z. 
Geranium moUe L., h. 
Geranium Robertianum L., h. 
Erodium cicutarium L'Herit.^ h» 

Oxalidaceae. 

Oxalis acetosella L., h. 
Oxalis stricta L., h. 

Tropaeolaceae. 
c Tropaeolum majus L. 



31 — 



I 



Simarubaceae. 

c Ailantlius glandulosa Desf. 

Polygalaceae. 

Polygala vulgaris L., h. 

Euphorbiaceae. 
Euphorbia cyparissias L., h. 
Euphorbia Peplus Z., h. 
Euphorbia helioscopia Zv., z. 
Mercurialis annua X , h. 
u Mercurialis perennis L., Getten- 
bach. 

Callitrichaceae. 

u Callitriche stagnalis Scop.^ Wirt- 
heim. 

u Callitriche vernalis Kütz.^ Wirt- 
heim. 

Buxaceae. 
c Buxus sempervirens L. 

Anacardiaceae. 
c Rhus cotinus L. 
c Rhus tj-phina L. 

Celastraceae. 
Evonj'mus europaeus L., h. 
c Staphylea pinnata L. 

Aquifoliaceae. 
c Hex aquifolium L. 

Aceraceae. 
Acer Pseudoplatanus L., s. 
Acer platanoides L., s. 
Acer campestre L. s. 
c Acer Negundo L. 



Hippocastanaceae. 
c Aesculus Hippocastanum L. 
c Aesculus lutea IVgh. 
c Aesculus parviflora Walf, 
c Aesculus rubicunda Lois. 

Balsaminaceae. 
u Impatiens parviflora DC, Langen- 
selbold. 

Rhamnaceae. 
Rhamnus cathartica Z., z. 
Rhamnus frangula Z., h. 

Vitaceae. 

c Vitis vinifera Z., auch verwildert, 
c Ampelopsis quinquefolia Mchx. 

Tiliaceae. 
c Tilia grandifolia Ehrh. 
c Tilia parvifolia Ehrli, 

Malvaceae. 

Malva Alcea Z., z. 
u Malva moschata Z., Villbach. 

Malva silvestris Z., z. 

Malva vulgaris Fr.^ h. 
c Hibiscus syriacus Z. 

Guttiferae. 
Hypericum perforatum Z., h. 
Hypericum pulchrum Z. z. 
Hypericum quadrangulum Z., z. 
* Hypericum montanum Z., Kohl, 
Flora. 

Tamaricaceae. 
c Tamarix gallica PdlK 



— 32 — 



Violaceae. 

Tiola canina L., h. 

Yiola odorata L., h. 

Viola tricolor L., h. 

Viola silvestris LmJc.^ li. 

Viola hirta L., z. 

Viola palustris jL., z. 

Viola vulgaris KocJi.^ s. 

Thymelaeaceae. 
Daphne Mezereum L., s. 

Elaeagnaceae. 
c Elaeagnus angustifolia L. 
c Hippophae rhamnoides L. 

Lythraceae. 
Lythrum salicaria L., h. 
Lythrum hyssopifolia i>., z. 

Oenotheraceae. 
Oenothera biennis L., h. 
Epilobium angustifolium L., h. 
Epilobium hirsutum Z., h. 
Epilobium tetragonum L., s. 
Epilobium grandiflorum Web., s. 
Epilobium hirsutum L.^ h. 
Circaea lutetiana Z/., z. 

Araliaceae. 
Hedera Helix L., h. 

Umbelliferae. 
Eryngium campestre L., z. 
u Cicuta virosa L., Langenselbold. 
Aegopodium podagraria />., li. 
Carum Carvi L., h. 
u Oenanthe aquatica Lmk.^ Rothen- 
bergen. 



u Oenanthe fistulosa L., Aufenau. 

Aethusa Cynapium L., h. 

Silaus pratensis Bess., z. 

Angelica silvestris L,, z. 

Pastinaca sativa Z/., h. 

Heracleum Sphondylium Z., h. 

Daucus Carota L., h. 

Torilis Anthriscus Gmel., h. 

Anthriscus silvestris H/fm., h. 

Berula angustifolia Koch., z. 

Chaerophyllum bulbosum Z., z. 

Falcaria vulgaris Bernh.^ s. 
c Anethum graveolens L. 
c Petroselinum sativum Hoffm, 

Cornaceae. 
Cornus sanguinea L., h. 
c Cornus mas Z. 
c Cornus stolonifera Mchx. 

Pirolaceae. 

Pirola rotundifolia L., s. 
Monotropa Hypopitys L., h. 
Pirola minor Z., z. 

Ericaceae. 

Calluna vulgaris Salish., h. 
Vaccinium Myrtillus L., h. 
Vaccinium Myrtillus v. leuco- 
carpum, s. 

Primulaceae. 

Primula ofiicinalis Jactj., h. 
u Primula elatior Jacq., Langen- 
selbold. 

Hottonia palustris 7v., z. 

Centunculus minimus />., z. 
u Trientalis europaea 7v., Orb. 

Anagallis arvensis Jj., h. 



u Anagallis caerulea 'SW/>-(?'>., Langeii- 
selbold. 
Lysimachia iiummularia />.. li. 
Lysimacliia iiemorum L., z. 
Lysimachia vulgaris L.^ z. 
Lysimachia punctata L., z. 

Oleaceae. 

Ligustrum vulgare Z., li. 

Fraxinus excelsior Z., s. 
c Syringa vulgaris L. 
c Forsythia suspensa Vald. 
c Forsythia viridissima Lindl. 

Gentianaceae. 

Erythraea ceiitaurium Per.5., z. 

u Menyanihes trifoliata L., Lützel- 

hauseii. 
u Gentiana ciliata L., Hailer. 

Apocynaceae. 
Vinca minor Z., h. 

Asclepiadaceae. 

Yincetoxicum ofticinale Mnch.^ z. 

Convolvulaceae. 

Convoivulus arvensis L.^ \\. 
Convolvulus sepium L., h. 
Cuscuta europaea Z., z. 
Cuscuta Epithymum i>., z. 

Polemoniaceae. 

c Phlox decussata. 

Borraginaceae. 

Cynoglossum ofticinale L., z. 
Lithospermum arvense Z., z. 
u Lithospermum officinalisiy., Hailer. 
Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



Echium vulgare L., h. 
Borrago officinalis L., z. 
u Symphytum ofticinale L., Kothen- 
bergen. 
Anchusa ofticinalis L., h. 
Lycopsis arvensis Z , h. 
Pulmonaria officinalis L., z. 
Myosotis palustris JRoth,, h. 
Myosotis hispida SchläL, z. 
Myosotis intermedia Lmk.^ h. 
Myosotis stricta Link., h. 
Myosotis versicolor Sm., z. 

Verbenaceae. 

Verbena officinalis L., h. 

Labiatae. 

Teucrium Botrys Z., s. 
Lamium album Z., h. 
Lamium purpureum Z., h. 
Lamium maculatum Z., z. 
u Lamium amplexicaule Z., Neuen- 
hasslau. 
Galeobdolon luteum Iliids., h. 
Galeopsis Tetrahit Z.. z. 
Galeopsis ochroleuca Lmk:, z. 
Stachys silvatica Z., z. 
Stachys palustris Z., h. 
Stachys recta Z., h. 
Stachys germanica Z., z. 
Betonica officinalis Z., h. 
Marrubium vulgare Z., z. 
Ballota nigra L., h. 
Scutellaria galericulata Z., z. 
Brunella vulgaris Z., h. 
Glechoma hederacea Z., h. 
Mentha silvestris Z., h. 
Mentha aquatica Z., h. 
3 



— 34 — 



Mentha arvensis L., h. 
c Mentha piperita L. 

Lycopus europaeus L., h. 

Origanum vulgare L. 

Calamintha Acinos Glairv.^ s. 

Clinopodium vulgare L., h. 

Salvia pratensis L., h. 
c Salvia officinalis L. 
c Satureja hortensis L. 

Solanacaceae. 

Solanum dulcamara L., z. 

Solanum nigrum L,, h. 
c Solanum tuberosum L. 
u Hyosc3'amus niger L., Mittel- 

gründau. 
u Atropa Belladonna L., Gettenbach 

Datura Stramonium L., s. 

Scrophulariaceae. 

Verbascum Thapsus L., h. 
Verbascum nigrum L., s. 
Scrophularia nodosa Z., h. 
Scrophularia Ehrharti Stev.^ z. 
Digitalis ambigua Murr.^ s. 
Antirrhinum majus L., s. 
Antirrhinum Orontium L., z. 
Linaria vulgaris MilL, h. 
Linaria cymbalaria M'dl.^ s. 
Veronica scutellata L., z. 
Veronica persica Poir.^ z. 
Veronica triphyllos L., h. 
Veronica hederaefolia L., h. 
Veronica serpyllifolia L., z. 
Veronica agrestis X., z. 
Veronica arvensis L., li. 
Veronica Anagallis L., z. 
Veronica Beccabunga L., h. 



Veronica Chamaedrys L., h, 

Veronica officinalis L., h. 

Rhinanthus minor Elirh., h. 

Rhinanthus major Ehrh., h. 

Melampyrum pratense L., h. 

Euphrasia officinalis Tv., h, 

Euphrasia officinalis nemorosa 
Pers., z. 

Euphrasia officinalispratensis Fr., z, 

Euphrasia Odontites L., z. 

Pedicularis silvatica L., z. 
u Pedicularis palustris L., Höchst, 
c Paulownia imperialis S. et, Z. 
Schöfferpark. 

Lentibulariaceae. 
Utricularia vulgaris JO., z. 

Orobanchaceae. 
Orobanche coerulea I)'il\„ s. 

Bignoniaceae. 

c Catalpa bignonioides Walt. 

Plantaginaceae. 

Plantago major L., h. 
Plantago media L., b. 
Plantago lanceolata L., h. 

Eubiaceae. 

Asperula odorata L., s. 
Galium silvaticum L., h. 
Galium cruciata Scop., h, 
Golium aparine L., h. 
Galium palustre //., z. 
Galium verum />., h. 
Galium Mollugo L., h. 
Galium rotundifolium L., s. 
Sherardia arvensis L., h. 



— 35 — 



Caprifoliaceae. 

Sambucus nigra L., h. 

Sambucus racemosa Z/., z. 

Sambucus Ebulus L., s. 

Viburnum Opulus L., h. 
c Viburnum Lantana L. 

Lonicera periclymenum L., b. 

Lonicera caprifolium L., s. 
c Lonicera tatarica L. 
c Symphoricarpus racemosus Miclh 

Valerianaceae. 
Valeriana officinalis L., h. 
Valeriana dioica L., z. 
Valerianella olitoria Mönch., h. 
u Valerianella carinata LoisL, Orb. 

Dipsaceae. 

Succisa pratensis Mnch., h. 
Knautia arvensis Coult., h. 
u Dipsacus Silvester MiU., Lieblos. 

Cucurbitaceae. 

Bryonia dioica Jacq., h. 

Bryonia alba L., s. 
c Cucumis sativus L. 
c Cucurbita Pepo L. 

Campanulaceae. 

Campanula patula Z/., h. 
Campanula Rapunculus L., h, 
Campanula persicifolia L,, z. 
Campanula rotundifolia L., h. 
Campanula Trachelium L., z. 
Campanula rapunculoides L., z. 
Phyteuma nigra Schmidt., h. 
Phyteuma spicatum L., b. 



Compositae. 
Tragopogon pratensis L., h. 
Scorzonera hispanica L., s. 
Picris hieracioides L., h. 
Leontodon autumnalis i>., h. 
Leontodon autumnalis v. integri- 

folius Üditr., z. 
Leontodon hastilis L., h. 
Cichorium Intybus L., h. 
c Cichorium Endivia L. 
Taraxacum officinale Mnch,, h. 
Lactuca muralis Less., h. 
Sonchus oleraceus L., h. 
Sonchus asper Vill., h. 
Sonchus arvensis L., h. 
Prenanthes purpurea L., s. 
Crepis biennis i>., h. 
Crepis virens L., h. 
Hieracium pilosella i>., h. 
Hieracium auricula L., b. 
Hieracium umbellatum L., h. 
Hieracium umbellatum v. Radula 

Üchtr,, z. 
Lampsana communis L., h. 
Eupatorium cannabinum X., s. 
Onopordon Acanthium L. z, 
Carlina vulgaris L., h. 
Cirsium lanceolatum ^cö/;., b. 
Cirsium lanceolato-palustre L., z. 
Cirsium palustre Scop., h. 
Cirsium oleraceum Scop., h. 
Cirsium arvense Scop., h. 
Carduus nutans L., b. 
Serratula tinctoria L., z. 
Lappa major Gürin., z. 
Lappa minor DC., h. 
Petasites officinalis Mnch., z. 
3* 



:}C 



Filago germanica />., li. 

Filago arvensis 7v., li. 

Gnapbalium dioicum L., z. 

Gnaphalium uliginosuni L., z. 
* Pulicaria dysenterica Gärfn., 
Kohl, Floka. 

Helichrysum arenarium LC., 
u Inula salicina X., Orb. 

Erigeron canadensis Z., li, 

Erigeron acer L., li. 

Aster salicifolius SJiollcr.. s. 

Solidago Virga aurea L., h. 
11 Arnica montana L.. Wirtlieim. 

Senecio vulgaris Z., li. 

Seiiecio viscosus Z., z. 

Senecio silvaticus Z., li. 

Senecio sarracenicus Z., s. 

Senecio Jacobaea Z., z. 
u Tussilago Farfara Z., Haitz, 
Lieblos. 

Bellis perennis Z., h. 



Artemisia vulgaris Z., b. 

Artemisia Absj-ntbium Z., s. 

Tanacetum vulgare Z., b. 

Matricaria Cbamomilla Z.. b. 

Leucantbemum vulgare Lml\, b. 

Acbillea Ptarmica Z.. b. 

Acbillea millefolium Z., b. 

Antbeniis tinctoria L., b. 

Antbemis arvensis Z., b. 

Centaurea Jacea Z.. b. 

Centaurea nigra Z., b. 

Centaurea cyanus Z., b. 
u Centaurea montana Z.. Villbacb. 

ßidens tripartitus Z , li. 
c Calendula officinalis Z.. verwildert. 
■ Xantbium strumarium Z., Kohl, 

Flora. 
u Galinsogaea parvitiora Cav., 

Langenselbold. 
c Heliantbus annuus Z. 
I [iypocbaeris radicata L., z. 



über die psychischen Fähigkeiten der Ameisen. 

Von 

Geh: Regierungsrat Dr. Ch. Ernst, 

Wiesbaden. 
Mit 5 Abbildungen. 



Über dieses Thema habe ich im Winter 1915/16 im nass. Verein 
f. Naturkunde einen Vortrag gehalten. Die nachfolgende Darstellung 
lehnt sich in freier Ausführung an diesen Vortrag an. 

Die letzten Zeiten haben unsere Kenntnis vom Leben der Ameisen 
wieder um zwei Merkwürdigkeiten vermehrt. Wir haben tropische 
Ameisen kennen gelernt, die auf Bäumen Kartonnester bauen, deren 
Risse oder Fugen durch eine richtige Webarbeit verklebt und ausge- 
bessert werden. Dabei ziehen mehrere Ameisen mit den Kiefern und 
Füsschen die abstehenden Ränder eng aneinander, und dann kommen 
andere mit ausgewachsenen Ameisenlarven im Maul und bewegen diese 
wie Weberschiffchen über den Spalt hin und her. Der aus den Spinn- 
drüsen der Larven austretende flüssige Spinnstoff legt sich dabei faden- 
artig über den Spalt, erhärtet rasch an der Luft und hält so die Spalt- 
ränder fest zusammen. Xoch merkwürdiger sind die Lebensgewohnheiten 
der Pilze züchtenden Ameisen. Sie schneiden aus den Blättern von 
Bäumen und Sträuchern rundliche Stücke und tragen sie zum Nest, wo 
sie zerknetet und zu einem Brei zerdrückt werden. Das Blattmus ist 
aber nicht selbst die Nahrung der Ameisen, sondern dient nur als Pflanz- 
boden für einen Pilz, dessen Mycel den Nährboden durchzieht, während 
an der Oberfläche die Luftmyceiien sich schimmelartig ausbreiten. Soweit 
lassen es aber die Ameisen nicht kommen. Sie beissen die feinen, 
fadenartigen Luftm3'celien ab, wie Gärtner Pflanzen stutzen, und dann 
verdicken sich die Luftm3'celien wie Kohlrabi, welche Verdickungen die 
eigentliche Nahrung der Ameisen ausmachen. Das Merkwürdigste aber ist 



— 38 — 

das Verhalten einer jungen Königin der Pilzzüchter, die die Gründung 
einer neuen Kolonie vorbereitet. Auf den Hochzeitstag nimmt sie in 
der Infrabuccaltasche eine kleine Menge des Mycels mit, und sobald sie 
nach der Begattung an einer geeigneten Stelle untergeschlüpft ist, legt 
sie neben den Eiern zugleich einen kleinen Pilzgarten an, den sie mit 
den eigenen Ausscheidungen häufig düngt. Den so abgehenden Körper- 
stoff ersetzt sie dadurch, dass sie den grössten Teil ihrer Eier wieder 
als Nahrung aufnimmt. Natürlich kann dieser Zirkel nur kurze Zeit 
dauern; er endet, sobald die ersten kleinen Ameisen auskriechen und 
die Pflege des Pilzgartens übernehmen. 

Es fällt schwer, uns solche Tätigkeitsreihen anders als geleitet durcli 
bewusste Überlegung vorzustellen. Aber so entwickelte Überlegung rückt 
dann ganz nahe an menschliche Intelligenz heran, und wir hätten uns 
zu entscheiden, ob wir dem Tier einen so hohen Grad von Intelligenz 
mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zubilligen dürfen, oder ob wir 
einen mechanischen Ablauf von Tätigkeiten ohne Mitwirkung von In- 
telligenz anzunehmen haben. Ganz allgemein werden wir sagen können, 
je menschenähnlicher die Vorgänge sind, um so mehr haben wir Anlass 
die Mitwirkung der Intelligenz zu bezweifeln, wenn wir schon bei viel 
einfacheren Tätigkeiten nachweisen können, dass sie wesentlich mechanisch 
geübt werden. 

Belehrend ist in dieser Frage der Zellenbau der den Ameisen 
nahe stehenden Biene. Nicht nur die einzelne Zelle ist ein wundervolles 
Kunstwerk, noch wunderbarer ist die Verbindung der sechsseitigen Säule 
mit den Nebenzellen, besonders aber der Zusammenhang der 3 ab- 
schliessenden Rhomboederseiten mit 3 entgegenstehenden Zellen der 
Gegenseite der Wabe und die höchste Zweckmäfsigkeit der ganzen An- 
lage für die Entwickelung des Tieres. Sind die Bienen also vielleicht 
menschenähnliche Baukünstler? Wir dürfen es bezweifeln, wenn wir 
erkennen, dass die Formen und Lagenverhältnissc der Zellen auf Druck- 
verhältnissen beruhen, die sich durch Kugeln aus plastischer Masse nach 
den Kegeln der Geometrie und Mechanik unschwer nachahmen lassen. 
Wie aber erklärt sich eine mechanische Anlage, da doch der Druck 
durch den Larvenkörper erst nach Vollendung des Baues ausgeübt wird V 
Wenn wir annehmen, dass der kunstvolle Organismus, den wir heute 
vor uns sehen, das Endglied einer langen Entwickelungsreihe ist, dann 
ist es nicht schwerer anzunehmen, dass alle seine Lebenstätigkeiten eine 
gleiche, parallel laufende, zugeordnete Entwickelung durchgemacht haben, 



— 39 — 

deren Endglied nicht rätselhafter ist als jenes. Wir sagen also mit 
J. II. Fahre, dem herühmten Erforscher des Insektenlehens, vom 
Insekt : *I1 magonne, il tisse, il chasse, il poignarde, il paralyse, comme 
il digere». *Es kennt seine wunderbaren Talente ebensowenig wie der 
Magen seine weise Chemie.» 

Indessen, dürfen wir Ameisen und Bienen daneben auch psychische 
<^ualitäten zuschreiben? Die «neuere deutsche Schule», wie das Aus- 
land sie nennt, hat diese Frage verneint, und die ausländische Kritik 
sagt dazu : «Man muss gestehen, dass die Deutschen in dieser Reaktion 
gegen den Anthropomorphismus keine halbe Sache machten ; sie gelangten 
dahin, die Lebewesen zu blossen Maschinen zu degradieren, die in der 
Dunkelheit und Stille des Unbewussten funktionieren, ja sie sprachen 
ihnen sogar die Empfindung ab». Der Theorie, welche die Tierseele 
vermenschlicht, ilire Rätsel nur begreift, indem sie die eigene ganze 
Seele in die Natur hineinlegt, steht also eine andere scharf gegenüber, 
die nach Descartes' Vorgang das Tier zur Maschine macht. Für 
■uns ist beides Theorie. Wir halten uns an Goethes warnende Worte, 
dass Theorien dem Fortschritt des menschlichen Geistes, den sie in 
gewissem Sinne befördern, sogleich wieder hemmend und schädlich werden 
können, und wollen uns auch den Grund gesagt sein lassen : «Der Mensch 
freut sich nämlich mehr an der Vorstellung als an der Sache». 

Um möglichst nahe an «die Sache» heranzukommen, werden wir 
von allen rätselhaften Erscheinungen des Ameisenlebens, die unser Er- 
staunen hervorrufen und unsere Phantasie gefährlich beleben, absehen 
und uns an einfachste Lebensvorgänge halten, das W^egfinden und das 
gesellige Zusammenleben. Aber nicht mit reiner Beobachtung werden 
wir dem psychischen Leben nahe zu kommen suchen, ihre Ergebnisse 
35ind zu stark gefärbt von «der Vorstellung». Klarheit und Sicherheit 
verschafft erst das Experiment. Wir müssen dem Tier Aufgaben stellen, 
den natürlichen Ablauf des Handelns unterbrechen, müssen sehen, wie 
das Tier sich aus der Verlegenheit hilft, welche Sinne es da gebraucht, 
ob Intelligenz, wenn auch nur in Spuren, dabei im Spiel ist, usf. In 
einem zweiten Teil soll untersucht werden, ob sich im Zusammenleben 
•der Tiere experimentell Erscheinungen herausbringen lassen, die einen 
genügend sicheren Schluss auf das Vorhandensein gewisser Gefühlsele- 
mente zulassen. Vorgreifend soll über diese Untersuchung des Erkenntnis- 
•und Gefühlsvermögens der Ameisen jetzt schon gesagt werden : Die 
Ameisen erkennen und fühlen. 



— 4() — 

I. 

Das Wegfinden der Ameisen ist ein ziemlich kompliziertes Problem. 
Einmal gibt es verschiedene Wege bei den Ameisen, Massenwege und 
Einzelwege. Von den ersteren sind die bekanntesten die breiteren 
Strassen und die schmalen Fährten oder Spurwege. Die Einzelwege 
sind in ihrer Mehrzahl die scheinbar zwecklosen Gänge in der Nähe 
des Nestes, unserem Spazierengehen vergleichbar. Wichtiger sind die 
unschwer zu erkennenden Gänge, die stets nur von einzelnen Ameisen 
zum Teil auf sehr weite Entfernungen unternommen werden, um eine 
Beute zu suchen oder für die wanderlustigen Ameisen einen neuen Nest- 
platz ausfindig zu machen. Es sind die Wege einer Kundschafterin. 
wie wir sie nennen wollen, «qui s"en va seule», wie Pieron sagt, der 
sie zuerst untersucht hat. 

An dem Auffinden und Festhalten des Weges nehmen verschiedene 
Sinne teil, und zwar mit verschiedener Stärke bei den Gattungen und 
Arten. Der wichtigste ist der für die Ameisen überhaupt wertvollste 
Sinn, der Berührungsgeruch, für den es in unserem Sinnesleben nichts- 
Entsprechendes gibt. Er ist für die sozial lebenden Ameisen unent- 
behrlich, denn er ist das einzige Erkennungsmittel von Freund und 
Feind, gibt also ausschliesslich die Möglichkeit, Nestgenossen und Nest- 
fremde zu unterscheiden. Wir können ihn nur als Zusammensetzung 
von Geruch und Berührung begreifen, denn sein Organ sind die Fühler, 
die den Gegenstand abtasten, und er ist zugleich ein chemischer Sinn. 
denn er lässt sich chemisch beeinflussen. Schon lange weiss man auch, 
dass bei der Orientierung der Gesichtssinn mitwirkt, ja Lubbock, dem 
wir die grundlegenden Versuche hierüber verdanken , kommt zu dem 
Schluss, «dass die Ameisen bei der Bestimmung ihres Weges von der 
Richtung des Lichtes bedeutend beeinflusst werden». Doch ist dieser 
Sinn bei den Ameisen durchweg schlecht, zum Teil ganz schlecht ent- 
wickelt. Die am besten sehenden Formica-Arten, die zugleicli auch die 
intelligentesten Ameisen sind, erkennen eine Beute nur auf ganz wenige 
Zentimeter, andere, wie die Lasius- Arten, sehen noch viel schlechter, 
und manche unserer unterirdisch lebenden Ameisen können als fast blind 
bezeichnet werden. Daher glaubte man z. B. die Lasius beim Wegfinden 
auch so stark auf den Geruch und ihre Spur angewiesen, dass Wasmann 
bei ihnen von einer «sklavisch verfolgten Geruchsfährte» spricht. Neben 
dem Berührungsgeruch und dem Gesichtssinn kommt aber noch der 
Geruchssinn in Betracht, den Forel «flairer» nennt und den ich mit 



— 41 — 

«wittern» oder < winden* bezeichnen möchte, weil es eine Art Fern- 
geruch ist, der mit leise wiegenden Fühlerbewegungen durch die Luft 
aufgenommen wird und unserer Geruchsempfindung am nächsten steht. 
Endlich fassen die Ameisen bei ihren Wegen auch Richtungsänderungen, 
Richtungswinkel und ihre Grösse auf und haben Gedächtnis für die 
ausgeübten Muskelbewegungen, sie haben Muskelempfindungen, Muskel- 
gedächtnis. 

Eine Merkwürdigkeit bei dem Verkehr auf den Strassen und Fährten 
ist noch zu erwähnen. Eine der Spur folgende Ameise erkennt mit 
untrüglicher Sicherheit auch die Spurrichtung, sie weiss also, ob der 
Weg zum Nest hingeht oder von ihm wegführt. Das hat Darwin und 
Fahre veranlasst, ernsthaft an die Mitwirkung des Erdmagnetismus 
bei der Orientierung der Ameisen zu denken. Die Versuche haben 
diese Vermutung nicht bestätigt, wie auch einen besonderen Richtungs- 
sinn der Ameisen nicht, den andere (Cor netz) angenommen haben. 
Ebensowenig Erfolg hatte Bethe, der die einzelne Spur mit + ^^^ — 
polarisiert annahm und an eine besondere Empfindung der Ameisen für 
diese Polarisation glaubte. So blieb Wasmanns Erklärung noch die 
wahrscheinlichste, dass die Fussspur Geruch und zugleich nach einer 
Seite gerichtete Form gebe, in der Weise, dass die Ameise nicht bloss 
die chemische Spur, sondern auch die Richtung der Fussspur durch den 
Berührungsgeruch auffasse. Das in dieser Erklärung liegende, von 
Was mann selbst betonte Problematische, im Zusammenhang mit der 
oben erwähnten Auffassung Lubbocks und später zu erwähnenden 
Versuchen Santschis, war der Ausgangspunkt meiner Untersuchungen. 

Meine hauptsächlichsten Versuche über die Orientierung der Ameisen 
habe ich mit Formica rufa und Lasius niger in einer F er eischen Gips- 
arena augestellt; bei den Rufa in einer ziemlich umfangreichen mit 
grossem Glasgefäss oder Gipsnest im Innern; mit einer kleinen Arena 
(30x18 cm) bei den Lasius, deren aussenstehen des Nest durch ein Glas- 
rohr mit der Arena in Verbindung stand. Als Anregungsmittel zu 
bestimmten Wegen dienten Futterplätze (Honig) oder Ausstreuen von 
Puppen, die stets sofort in das verdunkelte Nest getragen werden. Bei 
den Wegen der Rufa waren immer 3 Phasen gut zu unterscheiden, am 
deutlichsten, wenn die Wege, wie beim Einziehen in eine neue Wohnung, 
noch nicht recht geläufig waren. Wir betrachten einen Heimweg, mit 
oder ohne Puppe. Das Tier nimmt in raschem Lauf die ungefähre 
Richtung auf die Nestöffnung zu, entweder auf kürzestem Wege oder. 



— 42 — 

Avenn Umwege gemacht werden, mit einer auffallenden Anzahl grader 
Wegstrecken, nicht bloss an Kanten, Fugen u. dgl., sondern auch diagonal 
über freie Flächen. I>iese Wegstrecken, insbesondere die gradlinigen, 
werden rasch und mit der grössten Sicherheit zurückgelegt. Das Tier 
besinnt sich fast nie ; es vertraut seiner Leitung. Selten führt der Weg 
natürlich genau auf die Nestöffnung; die Ameise gelangt zu einem Punkte, 
der davor, seitwärts oder darüber hinaus liegt. Hier stutzt sie plötzlich 
und es beginnt, deutlich abgesetzt, die 2. Phase, Die Ameise bewegt 
sich langsam, prüfend, tastend, witternd und äugend in Windungen hin 
und her, bis sie auf einen Punkt trifft, wo irgendwelche sinnliche Wahr- 
nehmung sie nach der Nestöffnung hinweist. In diesem Augenblick 
hören die langsamen, stutzenden, prüfenden Bewegungen plötzlich auf. 
Die Ameise geht rasch, sicher und ohne Umwege zur Nestöffnung hinein. 
Dies ist die 3. Phase. 

Jede dieser 3 Phasen ist interessant für sich. Bei der ersten sehen 
Avir den sicheren Führer, wobei wir zunächst an den Berührungsgeruch 
zu denken haben, bei Wegwinkeln auch an kinästhetische Empfindungen. 
Psychologisch interessant ist die 2. Phase, in der sich die Ameise genau 
wie ein irrgelaufener, sich besinnender Mensch benimmt. Sie prüft 
augenblickliche Wahrnehmungen und vergleicht sie mit früher aufge- 
nommenen Erfahrungen, die sie im Gedächtnis bewahrt hat. So geht 
sie, manchmal sehr lange, in engeren oder weiteren Windungen, die 
Turner am besten beschrieben hat, hin und her, bis sie auf einmal, 
ganz plötzlich, orientiert ist, sich bekannt fühlt und ohne zu schwanken 
in das Nest hineingeht. Bei der 2. und 3. Phase erkennen wir, dass 
<las «Spazierengehen» der Ameisen in der nächsten Umgebung des Nestes 
nicht so zwecklos ist, wie es scheint; es dient zur Orientierung, wie 
<las Vorspielen der Bienen vor dem Flugloch. 

Bei meinen Versuchen mit Rufä, die in den Abend hinein fortgesetzt 
wurden, hatte ich bemerkt, dass die Tiere bei Lampenbeleuchtung, die 
nicht von der Fensterseite kam, in ihren Wegen unsicher wurden, 
herumsuchten oder auch ganz irr wurden, und zwar auch auf graden 
Wegstrecken, die sonst mit grosser Sicherheit begangen wurden. Hier 
■schien also der leitende Sinn Dicht der Berührungsgeruch zu sein, 
wenigstens nicht der mafsgebende. Am besten war das aufzuklären mit 
Hilfe der Lasius, die in der Freiheit die Geruchsfährte «sklavisch ver- 
folgen*. Ein neu gefülltes Lasiusnest mit Arena (Fig. 3) wurde auf 
oin drehbares Gestell gelegt, das vor einem westlich gelegenen Fenster 



43 — 



stand, das Nest im Süden. Nachdem die Lasius sich eingewöhnt und 
<]en graden V/eg von der Nestöffnung zum Futteiplatz H eingeübt 
hatten, wurde der ganze Apparat langsam gedreht. Die Tiere wurden 
dadurch in genau kreisförmigen Bahnen 
von ihren Wegen abgedrängt. Es waren 
links gewendete Kurven, wenn ich rechts 
drehte, und umgekehrt. Und die Kurven 
waren flach und wenig gebogen bei lang- 
samer Drehung und stark gekrümmt bei 
rascherer Drehung. Kreislinien von Taler- 
grösse waren leicht zu erreichen, ja, bei 
einem Tier, das an einem kühlen Morgen 
halb erstarrt von H kam, sogar ein, an 
Richtungslinien des Arenabodens gemessener 
Berührungskreis von nicht mehr als 1 cm 
Durchmesser. So konnte ich die Tiere wie 
Maschinen auf der Fläche hin- und her- 
schieben, rechts und links herum, und an 
jeden beliebigen Punkt der Fläche bringen, 
ohne dass sie sich in ihrem vermeinten 
Wege stören Hessen, der immer so gerichtet 
war, dass sie das Licht stets von der Seite 
behielten, wie Hinweg oder Rückweg es 
erforderte. Bei diesen Bewegungen war also der Berührungsgeruch 
vollständig ausgeschaltet und die seitliche Lichtwirkung die einzig mafs- 
gebende. 

Die nächste Aufgabe, die ich mir stellte, war, das Tier in solche 
Lage zu bringen, dass dem alleinherrschenden, mechanisch wirkenden 
Lichteinfluss andere Sinneseindrücke und Erfahrungen entgegentreten, 
ihn berichtigen und bewältigen konnten. Das war am besten an der 
Nestöffnung zu erreichen. Durch Halbdrehungen konnte ich ein von 
11 heimkehrendes Tier beliebig oft zwischen und H hin- und hergehen 
lassen, 6—8 — 10 mal. Anfangs blieb ich etwas weiter von dem An- 
>^iehungspunkt ab, bei den folgenden Kehren führte ich das Tier 
immer näher an heran. Wie ich endlich bei einer Entfernung von 
1 cm wieder eine Kehre herbeiführen will, gelingt es mir nicht mehr, 
das Tier hat die Nestöffnung sicher erkannt und geht in das Nest. 
Anderen Lasius gelingt dies schon in Entfernungen bis zu 5^2 cm. Der 




Fig. i^. 



— 44 ^ 

leitende Sinn scheint in diesem Falle der Geruch zu sein. Bei späteren 
Versuchen, wo ich es fertig brachte, die Beobachtungstiere (F. gagates. 
pratensis u. a.) vollständig in die Irre zu führen, beobachtete ich die 
interessante Erscheinung, dass sie zuletzt gar nichts mehr machten, 
sondern wie ratlos an einem bestimmten Punkt sitzen blieben und erst 
nach längerem Verweilen bei Normalstellung des Apparates zuerst lang- 
samer, dann rascher und sicherer den Heimweg einschlugen. 

Den Gedanken, dem Tier Hilfen zu geben gegen die übermächtige 
Lichtwirkung, übertrug ich in der Folge auf den Weg H. Ich baute 
von kleinen, locker gelegten Steinchen zwei Schutzmauern auf den Seiten 
der Strasse, an die sich die Lasius rasch gewöhnten, indem sie sich 
meist an die östliche Mauer anlehnten und hier auch Stütze bei Drehungen 
fanden. An einzelnen Strecken entzog ich ihnen die Stütze wieder durch 
Einlegen von senkrecht abgehenden Nebeustrassen, wie bei R S (Fig. 3). 
In diese konnte ich die Lasius durch Drehung wieder hineinzwingen. 
Doch erlebte ich auch mehrfach den bemerkenswerten Fall, dass die 
Ameise unter dem Druck der Drehung von B aus wohl einen tiachen 
Bogen machte, aber die Ecke S doch noch rechtzeitig erreichte, von 
wo aus sie dann sicher nach H kam, einem Schwimmer vergleichbar, 
der, von einem Strome fortgetrieben, im letzten Augenblick noch eincii 
rettenden Strauch ergreifen kann. 

Meine letzten Versuche in dieser Gruppe machte ich mit wieder- 
hergestellter gradliniger Ostmauer. Als die Tiere sich wieder an die 
Hilfe mit bestimmten, erkennbaren Wegmarken gewöhnt hatten, schob 
ich die Mauer bis auf ein kleines Stück bei parallel zurück. Die 
Lasius folgten jetzt nicht der freigelegten «Spur», sondern suchten an 
der Bruchstelle nach den gewohnten seitlichen Wegmarken und folgten 
diesen, wenn sie sie fanden. Die ximeisen sind hier anscheinend orientiert 
durch reine Tastempfindungen, so dass wir neben dem Berührungsgeruch 
ebenso reinen Tastsinn annehmen können wie einen von demselben 
abgelösten Ferngeruch. 

Eine besondere Betrachtung verdienen die Wege der Kundschafter, 
weil sie das Tier in eine ihm gänzlich unbekannte Welt führen, und 
zwar oft in verhältnismäfsig sehr grosse Entfernungen. Sie sind von 
Cornetz in grosser Zahl und ausgezeichneter Weise untersucht und 
beschrieben worden. Fig. 4 gibt ein Beispiel. Die Kundschafterin gelit 
immer allein, nie auf einer Fährte, stets ins Unbekannte, und zwar 
hält sie, bei ständigen Oszillationen des Körpers, im ganzen eine grade 



Linie ein (selten mit Wegknickungen), die hier und da durch Felder des 
Suchens (E) unterbrochen wird. Nach dem Absuchen eines solchen 
Feldes geht aber die Reise, und das ist das Sonderbare, genau oder fast 
genau in der bisherigen Richtung 
weiter. Entschliesst sich das Tier 
zur Rückkehr, dann wird der Rück- 
weg niemals auf der Spur des Hin- 
wegs genommen, woraus folgt, dass 
der Rückweg nicht durch den Be- 
rührungsgeruch geleitet wird. Er 
führt mit grösseren Biegungen als 
der Hinweg hatte, aber mit einer 
mittleren Linie, die diesem nahezu 
parallel ist, in die Nähe des Nestes 
zurück, wo das Tier die ausgreifenden 
Windungen beginnt, die wir schon 
kennen. Da der Berührungsgeruch 
für den Kundschafterweg nicht in 
Frage kommt, hat Cor netz einen 
besonderen, unseren Sinnen fremden 
Richtungssinn angenommen. Sämt- 
liche, sehr zahlreiche und genaue 
Aufnahmen von Cor netz zeigen 
iiber, dass der Weg vom Nest weg 
gradliniger ist, als der stets ge- 
wundenere Rückweg. Wenn das Tier 
einem Richtungssinu folgte, müsste 
es doch wohl umgekehrt sein. Dass 
aber Lichtempfindungen hier die 
Führung übernehmen — wobei man 
an den besonderen Bau des starren 
P'acettenauges zu denken hat — 
das ist durch Spiegel versuche, die 
San ts Chi mit einer Körner sammeln- 
den afrikanischen Ameise gemacht Fig. 4. Fig. 5. 
liat, unwiderleglich bewiesen. 

Von vielfachen Versuchen Santschis, die alle im Freien aus- 
geführt sind, soll einer herausgegriifen werden. Die Ameise geht von A 




- 46 — 

(Fig. 5) nach dem Nest N zurück. Die Sonne steht im Westen. Nun 
wird die Lichtwirkung in der Weise umgekehrt, dass ein vor die Sonne 
tretender Begleiter einen breiten Schatten auf die Ameise wirft, und 
zugleich werden durch einen Spiegel MS' die Sonnenstrahlen von Osten 
her auf die Ameise geworfen. Sofort kehrt das Insekt um und geht 
den punktierten Weg rückwärts, um die Strahlen wieder auf der linken 
Seite zu haben, bis die Spiegelwirkung aufhört. Da orientiert es sich 
wieder richtig nach der Sonne und nimmt den Weg nach N wieder auf. 
Der Versuch wird bei iMS", MS'" und MS"" wiederholt. Die Falsch- 
wege des Tieres werden nach und nach geringer und bleiben in der 
Nähe des Nestes ganz aus. Am besten gelangen die Versuche bei tief 
stehender Sonne. Grosse, in der Nähe stehende Objekte (Baum, Haus, 
Garbenhaufen) wirkten störend. 

Wenn diese Versuche einer Ergänzung oder Bestätigung bedürften, 
könnte man sie in den sogenannten trajets de Pieron finden. Wenn 
nach Pieron eine Kundschafterin (qui s'en va seule) von Aphaenogaster 
beim Rückweg auf ein Papier oder ein Blatt mit etwas Erde kommt,, 
dann kann man sie mit dem Blatt aus ihrem Weg forttragen, irgend- 
wohin in ähnliche Umgebung, und sie setzt dort ohne alle Beunruhigung 
ihren Marsch fort mit derselben Richtung, die sie zuvor hatte, als wenn 
inzwischen nichts gewesen wäre. 

Wenn wir Santschis Versuche mit den meinigen vergleichen,, 
können wir zwei Feststellungen machen. Aus beiden geht gleicher Weise 
hervor, dass das Tier auf seinem Wege keinem Richtungssinn folgt. 
Es macht seine Kehren so seelenruhig, als wenn es noch immer die 
Richtung zum Neste hätte. Bei meinen Versuchen macht das Tier die 
Kehren relativ zu der gedrehten Bodenfiäche; absolut genommen, im 
Räume, behält es die Richtung bei, ganz wie bei den trajets de Pieron. 
Es bliebe also die Möglichkeit, dass es durch kinästhetische (Muskel-) 
Empfindungen in seiner Richtung gehalten wird. Santschis Versuche 
geben auch hierüber unzweideutigen Aufschluss : Die Kehren auf der 
unbewegten Erdoberfläche sind wirkliche Umkehrungen im Raum. 

Schluss: Bei den besprochenen Wegen wird die Ameise ganz über- 
wiegend, zum Teil ausschliesslich, von Lichtwirkungen geleitet; der den 
Ameisen eigentümliche 1! uührungsgeruch kommt nicht zur Erscheinung, 
ebensowenig irgend ein mystischer Richtungssinn. Da, wo der Weg der 
Ameise bekannter ist, treten auch Tast- und Muskelemptindungen kor- 
rigierend ein, in der Nähe des Nestes wahrscheinlich auch der Geruch. 



Zwei der bisher besprochenen Vorgänge verdienen in bezug auf die- 
psychische Ausdeutung noch einer besonderen Hervorhebung. Ich meine 
den Versuch (Fig. 3), bei dem das Tier durch Drehung in die rechte 
Nebenstrasse gelenkt werden sollte, und wo es, gegen eine starke Sinnes- 
empfindung ankämpfend, von der Ecke R aus die Ecke S erreichte. 
Und zweitens den Fall, wo es durch eine Reihe von Drehungen gelang^ 
ein Tier so irre zu machen, dass es zuletzt den Mut verlor und an einer 
Stelle ruhig sitzen blieb. Nach meinem Dafürhalten sind diese Er- 
scheinungen nicht zu erklären, wenn man nicht einen gewissen Grad des 
Erkennens, der Überlegung, der Einsicht annimmt. Das mag nicht viel 
sein, aber das Tier erhebt sich dabei über die Sinneswahrnehmung hinaus- 
zu einer gewissen Beurteilung der Lage. 

Das ist von formellem Schlussvermögen, wie man es den Ameise» 
auch angedichtet hat, noch weit entfernt. Zwei Versuche, die noch be- 
sprochen werden sollen, geben von dem Grad der Intelligenz einen un- 
gefähren Begriff. Es waren Wege von F. rufa, die Lasten in das Nest 
trug. Kleinere Lasten, wie Tannennadeln, kurze Hölzchen, w^erden von 
der Rufa stets schwebend, vorwärts gehend getragen. Das Hölzchen 
wird mit den Kiefern ungefähr in der Mitte gefasst und schwebt mit 
dem einen Teil unter dem Leib, das andere Ende ragt spiessartig- 
hervor. Schwerere Lasten werden nie anders als mit Rückwärtsgehen 
fortgezogen. 

Bei dem ersten Versuch stand das Rufanest erhöht in der Arena^ 
mit einem 22 cm langen runden Holzstab als Brücke von der Nestöffnung^ 
zur Arena. Auf ihm hatte eine Rufa eine grössere tote Fliege in das 
Nest zu bringen. Sie fasste die Fliege unterhalb des Kopfes und zog 
sie, in gewöhnlicher Weise rückwärts gehend, nach dem Fusspunkt des 
Stabes. Hier machte sie nun alle möglichen Versuche, rückwärts ziehend 
und vorwärts schiebend, die Beute hinauf zu bringen. Da die Fliege 
dabei beständig abrutschte und die Rufa nachzog, bewegten sich beide 
in Windungen um den Stab herum, ohne genügend voran zu kommen. 
Bei dem beständigen Ausprobieren lernte die Rufa aber allmählich, 
dass sie dann besser vorwärts kam, wenn sie selbst schiebend auf der 
Seite ging und die Last von dem Stab getragen wurde. Auf diese 
Weise brachte sie die Fliege von da ab ohne weitere Schwierigkeit 
ins Nest. 

Eine umgekehrte Art des Lernens, Übergang vom Vorwärtstragen 
zum Rückwärtsziehen, zeigte folgender Vorgang. Die Rufa hatten aus 



— 48 — 

dem liellen Yornest M eines kombinierten Nestes (Fig. 6) Tannennadeln 
und Holzstückchen in das dunkle Hauptnest N zu tragen, und. zwar 
durch die Öifnungen A und B der Scheidewand, die 0,4 cm weit waren. 




Fig. 6. 



Beim Einbiegen legten sich die vorwärts getragenen Hölzchen ausnahms- 
los wie Knebel quer vor die Öffnung, so dass die Rufa nach und nach 
von dem vergeblichen Bemühen abliessen und etwa aufgenommene Hölzchen 
an anderer Stelle des Vornestes zwecklos wieder niederlegten. Nach 
6 — 7 Wochen war aber trotzdem eine langsame Abnahme des Nest- 
materials bei M deutlich zu erkennen. Aufmerksamere Beobachtung lieferte 
am 57. Tage nach Füllung des Nestes die Erklärung. Eine nach unten 
gewendete Rufa, die sich mit den Hinterfüsschen auf den unteren Rand 
der Öffnung B stützte, nahm mit den Kiefern ein Hölzchen von der 
Bodenfläche M auf, rutschte mit der Spitze des Hinterleibes in die Öffnung 
hinein und verschwand so rückwärts gehend im Hauptnest. Ob noch andere 
Rufa die ungewöhnliche Tragweise erlernten, w^ar nicht zu ermitteln. 

Die beiden geschilderten Vorgänge geben ein Bild, wie die Ameisen, 
die bei allem Tun eine grosse Hartnäckigkeit an den Tag legen, durch 
Ausprobieren eine Schwierigkeit überwinden können. Es ist das, was 
die amerikanische Psychologie trial and error nennt und hat mit einem 
Überlegen, das sich in Schlüssen aufbaut, nichts zu tun. Aber eine 
gewisse Stufe von Intelligenz wird man den Tieren in den Fällen nicht 
absprechen können, wo sie es lernen, zweckmäfsig zu handeln, indem 
sie den natürlichen blinden Zwang des Instinktes oder der Gewohnheit 
durchbrechen. 

H. 

Wie auf dem Gebiet des Erkenntnisvermögens, so stehen auch in 
der Beurteilung des Gefühlsvermögens zwei Meinungen einander gegen- 
über. Nach den einen zeigen die Ameisen entwickelte Gemütsbewegungen, 
wie Hass, Trauer, Mitleid, selbstlose Hingebung, Kummer um Verstorbene, 



— 49 — 

Tietät bei der Bestattung und dergleichen. Andere meinen, dass die 
Gefühle allen Tieren fehlen, «sie haben nur die Geste des Gefühls, nicht 
dieses selbst». Diese Gesten, die Ausdrucksbewegungen, sind bei den 
Ameisen ohne Frage vorhanden: jeder, der sich mit Ameisen beschäftigt, 
lernt sie in ihrer Eigenart und überaus starken Ausbildung rasch kennen. 
Von diesen Ausdruckserscheinungen aber sagt \V u n d t : *Sie können 
\\ irkliche Begleiterscheinungen bestimmter psychischer Zustände, oder sie 
können auch blosse Wirkungen irgendwelcher, durch periphere Reize 
schon in den niederen Zentren ausgelöster Ketlexe und als solche für 
<lie psychische Symptomatik bedeutungslos sein». Und Forel, der aus- 
gezeichnete Kenner des Ameisenlebens, nennt die Affekte der Ameisen 
penchants instinctifs und sagt : Die Affekte der Insekten sind mehr oder 
weniger gebunden an ihren Instinkt. Bei der nahen Verwandtschaft von 
Instinkten und Reflexen liegt in solchen Äusserungen eine starke Mahnung 
zur Vorsicht bei psychischer Deutung. Da wir nicht in die Tiere hinein- 
sehen, können wir von den Ausdrucksbewegungen, die an psychisch leere 
Instinkte geknüpft sind, in der Tat nicht auf Vorhandensein von Gefühlen 
schliessen. Um so weniger, als allgemein schon der Schluss von den 
Ausdrucksformen auf ein verursachendes Gefühl unsicher und so wenig 
jzwingend ist, dass Psychologen die Reihenfolge sogar haben umkehren 
können. 

Dass heftige «Gesten» der Ameisen, welche Instinkthandlungen be- 
gleiten, in Wahrheit nur leere Gesten sein können, soll an einem sehr 
drastischen Versuch, den Wasmann zuerst ausgeführt hat, gezeigt werden. 
Die bei uns lebende Amazonenameise ist ein wenig begabtes Tier, für 
<las die Erbeutung von Sklaven eine Lebensnotwendigkeit ist, weil die 
Amazone bei dem Bau ihrer Kiefer zu Nestbau und Brutpflege untauglich 
ist. Ja, sie kann nicht einmal allein fressen und muss sich von den 
Sklavenameisen füttern lassen. 

Aber sie hat einen einzigen, ausgezeichnet entwickelten Instinkt, sie 
ist mit ihren säbelförmigen Kiefern eine wunderbare Kriegerin mit einer 
hochstehenden Kriegstaktüv. Von den Einzelheiten kann hier nur er- 
wähnt werden, dass bei einem Kriegszug die Amazonen in der Nähe 
des zu überfallenden Nestes Halt machen, bis der ganze Ileereszug ver- 
sammelt ist. Dann erst stürzt die Masse mit einem Male auf das feindliche 
Nest, die Amazonen beissen wütend um sich und machen alles nieder, 
was sich in den Weg stellt. Ihre Kampflust wird mehr und mehr ein 
blindwütiges Morden. Ist der Widerstand gebrochen, dann dringen sie 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, lOli;. 4 



— 50 — 

in das Innere des Nestes ein und holen die Puppen, aus denen sie 
später die Sklaven erziehen. 

Unterbricht man den instinktmäfsig ablaufenden Vorgang, der so 
vernünftig erscheint, experimentell, dann offenbart sich plötzlich, wie 
Avenig Psyche hinter den Instinkthandlungen steht ; bei allen Insekten, 
wie J. H. Fahre in überzeugender Weise gezeigt bat. 

Wird vor ein Amazonennest ein Haufen Puppen der Sklavenameise 
geworfen, dann ergreift eine ausserordentliche F^rregung das Amazonen- 
volk, die Amazonen stürzen mit Leidenschaft auf die Puppen los — aus 
Freude über die mühelos erworbene Beute, wie wir nach menschlicher 
Beurteilung glauben möchten. Aber nichts von alledem, wenn wir der 
weiteren Entwickelung zuschauen. «Dann si)ringen sie wütend auf den-^ 
selben umher, suchen ringsum einen Eingang, wie in einem zu erobernden 
Nest, beissen in die Erde und in die Puppen selbst hinein — aber die 
vor ihrer Nase bereit liegende Beute scheinen sie nicht zu bemerken»^ 
so beschreibt der immer zuverhässige Wasmann den Vorgang. Wir 
müssen ein irreführendes menschliches Vorstellen und Fühlen hier ganz 
bei Seite lassen, es ist keine Spur von Freude bei den Amazonen vor- 
handen, sie erkennen die Beute in dieser, aus dem Instinktverlauf heraus- 
gerissenen Lage nicht einmal, denn sie tragen sie nachher garnicht ins 
Nest. Es ist aber auch kein Hass da, keine Wut gegen einen zu be- 
kämpfenden Feind, denn nirgends ist ein Feind. Die starken Ausdrucks- 
erscheinungen sind «blosse Wirkungen irgendwelcher, schon in den niederen 
Zentren ausgelöster Reflexe», um Wundts Worte zu wiederholen. 

Wenn wir uns hiernach hüten, Gefühle bei den Ameisen zu suchen 
in der Nähe, in Begleitung starker Instikthandlungen, wo Ausdrucks- 
bewegungen am lebhaftesten und angenfälligsten auftreten, dann werden 
wir uns in unseren Zielen sehr bescheiden müssen und uns genügen 
lassen, wenn wir durch Versuche das Vorhandensein von einfachsten 
Gefühlsclementen als festgestellt betrachten kihinen. Ich will solche 
gleich nennen, es ist nicht viel : Wiedererkennungsgefübl, Spannung und 
Unruhe, Befriedigung nach gelöster Spannung. 

Als ich mich zu solchen Untersuchungen entschloss , schied ich 
alle Affekte im engeren Sinne aus den oben angegebenen Gründen ohno 
weiteres aus. Ein Gebiet aber drängte sich meiner t Verlegung immer 
stark auf: die für den Bestand des Ameisenvolkes so wesentliche Forn^ 
des sozialen Lebens, die bei den Menschen zu den Formen und Aus- 
drucksweisen des sozialen Gefühls sich erhebt. Bestärkt wurde ich 



— 51 — 

iiierin durch eine vereinzelte Beobachtung aus früherer Zeit, die dann 
auch der Ausgangspunkt mannigfacher Versuche wurde. 

Zum Verständnis dieser Beobachtung und der angeschlossenen 
Vcrsuclie muss icii über das Zusammenleben der Ameisen weniges 
vorausschicken. Die Ameisen erkennen sich als Nestgenossen durch 
ein rasches trillerndes Berühren mit den Fühlern. Nestfremde, auch 
von derselben Art, die sich sofort durch den fremden Nestgeruch ver- 
raten, werden immer feindlich angegriffen und in der Regel getötet. 
Abgesehen von jenem Erkennungsakt laufen die Nestgenossen im Neste 
gleichgültig nebeneinander her, keine Ameise kümmert sich um die 
andere, auch Königinnen machen im allgemeinen keine iVusnahme. 
Selbst Ameisen, die monatelang vom Nest getrennt waren und zurück- 
gebracht wurden, laufen mit einer gewissen gleichgültigen Selbst- 
verständlichkeit ins Nest und werden mit derselben Gleichgültigkeit 
wieder angenommen — ohne alle Wiedersehensfreude. Die Individuen 
erkennen sich nicht als solche, sie erkennen den Nestgeruch, nichts 
weiter. Bisweilen aber streicheln und belecken sich zwei Ameisen 
in auffälliger Weise ; sie gehen indessen darnach auseinander und 
kennen sich nicht mehr als zwei beliebige andere Nestgenossen. Es 
ist eine Instinkthandlung liedonischen Charakters. Noch häufiger ist 
gegenseitiges Füttern. Dies ist ein reflektorischer Akt, der ganz ebenso 
durch einen Parasiten am Maul der Ameise ausgelöst werden kann. 
Die Königinnen bekümmern sich um die Brut wenig oder garnicht. 
Sie legen die Eier, das übrige besorgen die Arbeiterinnen. Diese 
retten auch rasch die Puppen ins Dunkle bei plötzlicher Erhellung des 
Nestes, wie man das bei jedem Neste draussen sehen kann. Nur 
einmal im Leben erwaclien bei der Königin alle in ihr schlummernden 
Instinkte der Brutpflege, nämlich dann, wenn sie nach dem Hochzeits- 
tlug irgendwo untergekrochen ist und allein, ohne alle Hilfe, zur Gründung 
einer neuen Kolonie schreitet. 

Unter merkwürdigen Umständen geschah dies in einem künst- 
lichen Nestchen im Jahre 1902 bei einer jungen Königin von Lasius 
tiavus. Von den Eiern und Larven ging durch Missgeschick nach und 
nach alles verloren bis auf zwei Puppen, von denen im folgenden Jahre 
eine kleine Ameise auskroch. Bei der Königin tingen jetzt die Brut- 
instinkte an zurückzutreten, denn wenn das Nestchen erhellt wurde, 
wartete sie darauf, dass das Junge die Puppe ins Maul nahm, und tat 
es erst selbst, wenn dieses zögerte. Der Rückgang des Brutinstinktes 



— 52 — 

war hier deutlicli zu beobachten. Nach kurzer Zeit starb auch die 
Puppe ab und verschwand, und nun lebten diese zwei Tiere monate- 
lang in einem so innigen Verhältnis miteinander, wie es m. W. von 
Insekten noch nie beobachtet war und auch kaum für möglich gehalten 
worden ist. Das Junge sass fast immer unter dem Leib der Königin und 
fühlte hinauf nach der Mutter, und diese fühlte ebenso herunter, und 
war eins von beiden ein Stückchen weggekrochen, dann wurde das 
andere unruhig und kroch nach. Wenn jede poetische Deutung dieses 
Verhältnisses abgewiesen wird, konnte der Grund nur in dem den 
Ameisen innewohnenden Geselligkeitstrieb gesucht werden. 

Es eröffnete sich also die Möglichkeit, diesen Trieb experimentell 
sichtbarer herauszubringen, durch Isolierung zu verstärken und auf einen 
einzigen Nestgenossen hinzulenken, die zwei Nestgenossen zu trennen 
und wieder zu vereinigen oder nach der Trennung sich gegenseitig 
aufsuchen zu lassen und das Benehmen der Tiere dabei zu untersuchen. 
In besonderen, dem Zwecke angepassten Apparaten wurden so in grosser 
Anzahl Paare aller Arten von Formica, Myrmica, Lasius u. a. einer 
längeren Isolierung unterworfen, und zwar Arbeiterinnen und Königinnen 
für sich oder gemischt, Angehörige desselben Nestes oder Nestfremde, 
selbst Artfremde. Die Erfolge waren, wie zu erwarten, sehr verschiedei), 
was sich weniger in der engen Isolierzelle als später nach der Über- 
tragung in das eigentliche Versuchsnest zeigte. Gute Ergebnisse hatte 
ich mit Königinnen, sehr viel schlechtere mit Arbeiterinnen, nach den 
Abstufungen nestangehörig, nestfremd, artfremd. Doch habe ich auch 
unter rassefremden Arbeiterinnen von Formica und Myrmica eine merk- 
bare Angewöhnung erzielen können. Die besten Ergebnisse hatte ich 
mit jungen Königinnen von Lasius flavus. Von den Versuchen mit 
diesen soll im folgenden einer dargestellt werden. 

AB CD (Fig. 7) stellt das Versuchsnest dar. Es unterscheidet 
sich w^esentlich von dem Lubbock-Nest. Der Glasdeckel liegt lose auf 
einem Wattestreifen und besteht aus 2 scharnierartig verbundenen 
Hälften. Dadurch ist das Nest für die Versuche an allen Orten leicht 
zugänglich. Als die Königinneu in das Nest übergeführt waren, liess 
ich ihnen zunächst 8 Wochen Kühe, um sich vollständig einzugewöhnen. 
Der gewöhnliche Aufenthaltsort war ungefähr in der Mitte bei 0, 
anfangs ungeschützt, später als die Tiere durch die Versuche sich 
beunruhigt fühlten, von einem sichelförmigen, niederen Erdkessel um- 
geben. Hier Sassen sie immer i)arallel nebeneinander, gleichgerichtet 



53 



oder noch häufiger entgegengesetzt gerichtet, und streichelten, befühlten 
und beleckten sich. Selten entfernten sie sich voneinander, und dann 
nur wenig (z. B. nach dem Futtergläschen FGHl oder nach dem an 
der Kante CD liegenden eckigen Erdwall) und nur kurze Zeit. Kroch 
in diesem Falle die eine zurück oder die andere hinterher mit lang- 
samen, der Art eigenen phlegmatischen Bewegungen, dann schien es ihnen 
zu genügen, wenn sie nur wieder den Leib der Gefährtin betasten konnten. 



S 

£ 
B 



/2^. 




^0 "-#^ 



M 
C 



Fig. 7, 



Bei jedem Versucii lag neben dem Nest ein Kontrollblatt, genau 
der Bodenfläche des Nestes entsprechend, auf dem die Bewegungen der 
Tiere mit den Zeiten (in Minuten, vom Beginn des Versuchs ab gezählt) 
eingetragen wurden, durch I'estlegen von Wendepunkten u. dgl., die 
als Wegmarken dienten. 

Bei dem, in Fig 7 dargestellten Versuche wurde die etwas hellere 
Königin I mit der Pinzette von weggenommen und an die Kante 
AB nach E gesetzt. Bei früheren Versuchen dieser Art irrte die 
Königin erst eine Zeit lang an AB auf und ab, ehe sie den Rückweg 
einschlug. Im Falle der Fig. 7 stiess sie nach einigem Zaudern gleich 
nach dem Fütterungsglas vor, nach 9 bei F, ging dann langsam 
suchend nach AB zurück, sodann in raschem Tempo nach (14), und 
da sie die Königin II hier nicht fand, ohne Aufenthalt nach M (16) 
und in die Ecke B (19) hinein. Inzwischen hatte II die Gefährtin im 
Erdkessel vermisst und war auf die Suche gegangen, zuerst um das 
Futtergläschen herum (Punkt 10), dann in die bekannte Erdecke 
hinein (19). Hier nun muss I die Witterung von II gehabt haben, 
denn sie setzte mehrmals dazu an, in den Erdwall einzudringen, und 



— 54 — 

witterte auch mit den Fülilern hinauf. Während jetzt II nochmals 
nach Punkt 21 ihres Weges vorstiess und in die Ecke zurückging, 
wendete I nach links über Punkt 21 bis 23. An dieser Stelle, wo 
sie die II noch nicht sehen konnte, zeigte sie wieder die langsamen, 
weit ausholenden, in die Luft hineingreifenden Fühlerbewegungen, die 
ich schon früher mit «winden» bezeichnet habe. Nach 24' (in der 
Figur absichtlich w^eggelassen) Wiederfinden in der Ecke. Diesmal 
ohne besondere Ausdrucksforraen. Die Tiere stellten sich, entgegen- 
gesetzt gerichtet, nebeneinander und betasteten beruhigt das Abdomen 
der Gefährtin. 

Der Versuch ist ein aus einer Reihe herausgegriffener. In früheren 
Fällen war das Wiederfinden begleitet von charakteristischen Ausdrucks- 
bewegungen. Die Tiere streichelten sich mit den Fühlern, befühlten 
sich am Mund, beleckten sich mit leise zitternden Fühlerspitzen und 
gaben sich erst nach dieser Begrüssung durch ruhiges Nebeneinander- 
stellen dem sicheren Gefühl des W^iederhabens hin. 

Mit Absicht habe ich jetzt das Wort «Gefühl» gebraucht. Denn 
es scheint mir unmöglich, bei diesen vom Instinkt obgelösten Vorgängen, 
wo alle denkbaren Gefühlsrichtungen, Unlust und Lust, Erregung 
und Beruhigung, Spannung und Lösung, so deutlich erscheinen, ein 
verursachendes Gefühl zu leugnen. Bezeichnend für die Gefühlserregung 
ist z. B. die auffallend kurze Zeit, die das langsame Tier für die 
Strecke SOM brauchte, aus welcher man auch einen Schluss auf die 
erregten Bewegungen des Körpers und der Fühler ziehen mag: wie der 
Kessel ohne Aufenthalt durchquert wurde, die Anziehungskraft der 
Heimstätte dem herrschenden Gefühl gegenüber also nicht zur Geltung 
kommen konnte (12 — 14 — 16!); wie dann bei 19 und 21 die Spannung 
einen Höhepunkt erreicht und bei 23 die Lösung sich vorbereitet. 
Selbst wie öfters auftretende Gefühle sich abschwächen, stumpfer werden, 
zeigt unser Beispiel. Das Wiederfinden war bei den Anfangsversuchen 
von lebhaften Ausdrucksbewegungen begleitet, später wurde es eine 
Selbstverständlichkeit mit einfacheren ps.ychischen und physischen 
Erscheinungen. 

Wir haben uns bemüht, dem Seelenleben der Ameisen nach 
Goethes Rat nicht von der Seite unserer Vorstellungen, sondern von 
den «Sachen» her näher zu kommen. Unsere Vorstellungen aber sind 
es, wenn wir mit Wundt meinen, «dass die Symptome, die bei den 
l)()heren Tieren durch Wegnahme des Vorderhirns dauernd verschwinden, 



— 55 — 

wie AYieclererkennen, Äusserungen von Lust und Zuneigung, bei den 
niederen Tieren überhaupt niclit vorkommen». Und Vorstellungen sind 
t^s. wenn K. C. Schneider sagt, dass die Gefühle allen Tieren fehlen, 
<lass ihnen nur die «Plasmaempfindungen Hunger, Durst u. dgl.» zu- 
kommen, dass sie nur «die Geste des Gefühls» nicht dieses selbst haben. 
Denn leugnen wir den Zusammenhang von physischer Geste und 
psychischem Gefühl bei den zwei Lasiusköniginnen, dann ist niclit ein- 
zusehen, was uns veranlassen könnte, in dieser Verneinung auf der 
langen Stufenfolge bis zum Menschen hinauf Halt zu machen, und wir 
kämen zuletzt zu dem, alles in Frage stellenden, unfruchtbaren Solipsis- 
mus, über den sich F o r e l in seinem Buche «Sinnesleben der Insekten» 
mit so köstlichem Humor von Rechts wegen lustig macht. 

Es ist ein bescheidener Anteil an den Aufgaben der Tierspychologie, 
wenn wir uns mit den psychischen Fähigkeiten der Ameisen beschäftigen. 
Aber in einen grösseren Zusammenhang sehen wir uns durch sie noch 
gestellt. Der Begründer der neueren Philosophie, Dcscartes, hat die 
Tiere für seelenlos gehalten, und seine ganze Auffassung vom Verhältnis 
der menschlichen Seele zum Körper hängt davon ab. So fest und sicher 
seine Meinung hierüber in den Werken ist, mit einer gewissen Unruhe 
kehren doch in den Briefen seine Gedanken immer wieder zu der Grund- 
frage zurück. Ein Jahrhundert danach hat der scharfsinnige Bekämpfer 
der Descartes sehen Philosophie, der Franzose C o n d i 1 1 a c , in seinem 
Traite des animaux gerade diese Grundlage angegriffen und erschüttert 
und das vollständige innere Zusammengehören alles Lebendigen gezeigt. 
«Die Tiere empfinden, und wenn sie empfinden, so empfinden sie wie 
wir», heisst es im Tr. d. o. Und wieder ein Jahrhundert später hat 
unser letzter grosser deutscher Philosoph die Rätsel des Seins nur zu 
lösen vermocht, indem er sich auch die Atome als beseelt dachte. Bei 
der Beschäftigung mit dem Seelenleben der Ameisen nehmen wir also 
teil an der wichtigsten und würdigsten Aufgabe, die der denkende Mensch 
sich stellen kann — der Gewinnung einer Weltanschauung. 



JDie Hydrobienschichten von Hochstadt bei Hanau 
und ihre Fauna. 



Von 

W. Wenz, 

Frankfurt a. M. 
Mit 1 Textabbilduni 



Gelegentlich meiner Untersuchungen über die unteren Hydrobien- 
schichten des Mainzer Beckens^) habe ich ganz besonders auf das Vor- 
kommen von Hydrobienschichten im östlichen Teile des Beckens hin- 
gewiesen und eine Anzahl von Aufschlüssen angeführt, die diesen Horizont 
deutlich erkennen lassen. Dieser Hinweis war keineswegs überflüssig^ 
war doch die Frage, ob überhaupt im östlichen Teilbecken, d. h. in der 
Gegend von Frankfurt-Hanau, Hydrobienschichten auftreten, bis dahin 
noch nicht entschieden. Die älteren Untersuchungen konnten über diese 
Frage kaum Aufschluss geben, da in ihnen noch nicht hinreichend zwischen 
Corbicula- und Hydrobienschichten unterschieden wird. Die Litorinelieji- 
schichten der älteren Autoren umfassen meist beide Stufen. Erst Sand- 
b erger und C.Koch haben die Unterscheidung strenger durchgeführt. 
Sandberg er war wolil der Ansicht, dass auch im östlichen Teile des 
Beckens Hydrobienschichten vorkommen. 0. Boettger dagegen nahm 
den entgegengesetzten Standpunkt ein. Fa' ging von der Ansicht aus, 
dass die Hydrobienschichten ihre alleinige Verbreitung in der Umgegend 
von Mainz-Wiesbaden hätten, und leugnete ihr A'orkommen im östlichen 
Teile des Beckens vollkommen. So kam es auch, dass v. Rein ach bei 
seiner Kartierung der Bhitter Hanau und Eindecken keine Hydrobien- 

1) AVciiz, W., Die unteren Hydrobienschichten des Mainzer Beckens, ihre 
Fauna und ihre stratigrapliische Bedeutung. Notizbl. d, Ver. f. Erdk. u. d. 
Grossh. Geol. Landesanst. zu Darmstadt. IV, H. 32; 1911, p. 150—184. 



— i)( — 

schichten ausscliied und alles zu den Corbiculaschichten rechnete. Er 
war in dieser Hinsicht vollkommen von 0. Boettger beeintiusst, der 
ja auch die Bestimmung der Fossilreste übernommen hatte. 

Gegen diese Auffassung habe ich mich in der oben erwähnten Arbeit 
gewandt und den Nachweis geführt, dass das Becken zur Zeit der Ab- 
lagerung der Hydrobienschichten sich noch weit nach Osten und Nordosten 
erstreckte, mindestens bis in die Gegend von Münzenberg. 

Die meisten der hier erwähnten Vorkommen der Hydrobienschichten 
besitzen keine besonders reiche P'auna und lassen sich in dieser Hinsicht 
nicht mit den Vorkommen von Mainz-Wiesbaden vergleichen. Es mag 
dies z. T. wirklich daran liegen, dass die Fauna etwas spärlicher ist^ 
zum weitaus grösseren Teil liegt es aber sicher an dem Fehlen aus- 
gedehnter günstiger Aufschlüsse in jenem Gebiet, wie wir solche in grosser 
Zahl in der Gegend von Mainz-Wiesbaden besitzen, z. T. wohl auch au 
der meist weniger guten Erhaltung. 

Besonders günstige Umstände haben es mir ermöglicht, eines der 
früher erwähnten Vorkommen, das von Hochstadt bei Hanau, genauer zu 
untersuchen. Die jetzt erfolgte Neuaufstellung der geologischen Heimat- 
sammlung im Museum der Wetterauer Gesellschaft für die gesamte Natur- 
kunde in Hanau gab mir Gelegenheit, die Aufsammlungen aus den 50er Jahrei> 
des vor. Jahrhunderts einer Durchsicht zu unterziehen, die Bestimmungen 
zu revidieren, sowie das noch vorhandene Gesteinsmaterial aufzuarbeiten. 
An Ort und Stelle ist heute nichts mehr zu selien, da die Steinbrüche 
unterhalb des Ortes Hochstadt, die das meiste und schönste Material 
geliefert hatten, längst zugeschüttet sind. Nur einige in den Äckern 
zerstreute Stücke gaben mir vor Jahren noch eine kleine Ausbeute^ 
Dagegen fand sich einiges noch in der Samml. Bo ett g er des Sencken- 
b3rgischen Museums. Alles zusammen genommen, zeigte es sich, dass- 
die Fauna gar nicht so unbedeutend war, und dass es sich schon lohnte 
sie einmal kurz zusammenzustellen. 

Die Lagerungsverhältnisse der Hydrobienschichten von Hochstadt sind 
nicht so ganz einfach zu verstehen. Infolge der eigenartigen tektonischen 
Verhältnisse finden sich hier die jüngsten Schichten, d. h. die oberen 
Hydrobienschichten, an den tiefst gelegenen Stellen unterhalb des Dorfes 
nach der Bahn zu. In einer Anzahl von Staffel brüchen haben sich die 
einzelnen Schollen nach dem Maintal zu abgesenkt, so dass man beim 
Abstieg von der Höhe die Schichten etwa in der umgekehrten Reihen- 
folge durch(iuert, wie man bei normaler Lagerung erwarten könnte. Oben 



~ 58 - - 

am «Hartig» ündet man Cyrenenmergel, weiter unten Corbiculaschichten. 
In der Höhe des Dorfes haben wir nach den Beobachtungen v. Reinachs, 
der von liier neben Corbicula faujasi aucli Melanopsis fritzei anführt, gerade 
die Grenze zwischen U.-Hydrobien- und Corbiculaschichten ; und endlich 
treffen wir unterhalb des Dorfes die oberen Hydrobienschichten an. In 
diesen Schichten wurden vor etwa 50 Jahren einige Steinbrüche ausgebeutet, 
und aus dieser Zeit stammen die Aufsammlungen Rösslers und Theo bald s. 
Das kleine schematische Profil Fig. 8 soll einen Überblick über die 
Lagerungsverhältnisse geben, soweit sie sich aus älteren und neueren 
Beobachtungen ermitteln lassen. In Wirklichkeit mögen die Verhältnisse 
wohl noch etwas komplizierter sein. 



ISO m 



J60 m 



100 m 



Fu 




200 m 



400 w 



600 m 



800 m 



1000 m 1 WO 



Hotlleycndes C{jrenenme}'(, 



Corbicula- 
schichten 



SS 



V. Hi/drobien- 0. Hi/ih-ohien- 
schichten scJiic'itcn 



Das Material, in dem die Fossilien eingebettet sind, ist sehr ver- 
schieden. Am ergiebigsten an Landschnecken erwies sich ein fester, harter 
Kalkstein von gelblichgrauer Farbe, in den die Landschnecken in grosser 
y.ahl eingebettet liegen. Süsswassermolluskem treten darin stark zurück. 
Nur Hydrobia elongata ist zahlreicher vorhanden. Alle Formen sind 
liier mit der Schale ganz ausgezeichnet erhalten — die grösseren allerdings 
häufig deformiert. Von grösseren Formen findet sich nur Poiretia gracilis 
häufiger, im übrigen treten die grösseren Arten zugunsten der mittleren 
tind kleineren stark zurück. Diese Schicht soll im folgenden als «Land- 
.^chneckenschicht^- bezeichnet werden. 



— 59 — 

Einem tieferen Horizont gehören wohl die lockeren Kalke an, in 
denen man ausser Hydrobia elongata nur die grossen Formen der Neritina 
gregaria beobachten kann. Sie gehören bereits zu den unteren Hydrobien- 
schichtcn. Noch etwas tiefer liegen die gelblichen Kalke mit den Stein- 
kernen von Melanopsis fritzei und Vivipara pachystoma gerhardti, die 
die Grenze nach den C'orbiculaschichten hin bezeichnen. 

Alle diese Horizonte erinnern an die ganz entsprechenden in der Gegend 
von Mainz-Wiesbaden, denen sie z. T. sogar in der petrographischen 
Ausbildung gleiclien. Es ist eine auffallende Tatsache, dass Horizonte 
von so geringer Mächtigkeit, zumal in dem nur schwach brackigen, fast 
ganz ausgestissten Becken auf so weite Erstreckung hin unverändert zu 
beobachten sind, eine Eischeiuung. die man aber auch in anderen 
Schichtgliedern des Mainzer Beckens häutiger zu beobachten Gelegen- 
heit hat. 

Eine weitere Schicht vermag ich nicht ohne weiteres unterzubringen. 
Es ist ein Konglomerat von erbsen- bis nussgrossen Kalkbrocken, in 
die kantige KieselgeröUe eingebacken sind. In dieser Schicht fand ich 
nur Zonites increscens. 

Im folgenden sollen die bisher aus den Hydrobienschichten von 
Hochstadt bekannten Arten aufgezählt werden. Bei den Literatur- 
angaben habe ich ausser dem Originalzitat nur diejenigen berücksichtigt, 
die sich auf den vorliegenden Fundort beziehen. Im übrigen verweise 
ich auf: Fischer und Wen?, Verzeichnis und Revision der tertiären 
Land- und Süsswassergastropoden des Mainzer Beckens. N. Jahrb. f. 
Min. Geol. u. Pal. Beil. Bd. XXXIV. 1912, p. 4B1 — 512. 

Farn. OLEACINIUAE. 

Gen. Poiretia Fischer, 1883. 
Subgen. Palaeoglandina Wenz, 1914. 
1. Poiretia (Palaeoglandina) gracilis (Zieten). 

1830 L i m n a e a g r a c i 1 i s v. Zieten, Die Versteinerungen W^ürttemb. p. 39, 

Taf. XXX, Fig. 3. 
1851 Achatina inflata Rössler, Ber. d. Wetterauer Ges. f. d. ges. Naturk. 

1850;51, p. 86. 
1853 Glandina cancellata Sandberger, D. Conch. d. Mainzer Tert-B., p. 46. 
1855 Achatina inflata Ludwig, Ber. d. Wetterauer Ges. f. d. ges. Naturk. 

1853/55, p. 71. 



~ 00 — 

1858 Achatina inflata Ludwig, Geognosie und Geogenie der Wetterau, 
Festschr. z. 50 jähr. Jubelf. d. Wetterauer Ges. f. d. ges, Naturk., p. 142, 

1899 Glandina inflata v. Eeinach, Erl. zur geol. Spezialk. v. Preussen, 
Bl. Hanau, p. 16. 

1911 Glandina inflata Wenz, Notizbl. d. Ver. f. Erdk. u. d. Grossh GeoL 
Landesanst. IV, b2, p. 180. 

In der Landschneckenschicht nicht selten und immer mit der Scliale 
erhalten, aber häutig zerdrückt. Schlanke und bauchigere Stücke kommen 
nebeneinander vor, wie man dies auch an anderen Fundorten beobachtet. 
Häufig finden sich auch die Eier dieser Form, die innen mit Kalkspat 
ausgekleidet sind, in derselben Erhaltung, wie man sie auch von Bieber 
bei Offenbach a. M. kennt. (Mus. Hanau. Koll. Wenz). 

Subgen. Pseudoleacina Wenz, 1914. 

2. Poiretia (Pseudoleacina) sandbergeri Thomae. 

1845 Achatina Sandbergeri Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. 11, 
p. 151, Taf. III, Fig. IL 

Im Gegensatz zu der vorigen Form war diese Art der Land- 
schneckenkalke von Hocliheim bisher in den Hydrobienschichten des 
Mainzer Beckens noch nicht bekannt. Sie kommt nicht mit der vorigen 
zusammen in einer Schicht vor, sondern in einem anderen Horizont, in 
dem sie nur als Steinkern erhalten ist. (Koll. 0. Boettger in Mus, 
Senckenb.). 

Faiii. ZO^ITIDAE. 

Gen. Zonites Montfort, 1810. 
Subgen. Aegopis Fitzinger, 1833. 

3. Zonites (Aegopis) increscens (Thomae). 

1845 Helix increscens Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. II, p. 139. 
1911 Archaeozonites increscens Wenz, 1. c, p. 180. 

Diese für die Hydrobienschichten typische Form, die sich eng an 
Z. verticilloides Thomae anschliesst, fand sich in der Landschneckenschicht 
nicht; wohl aber nicht selten in einem Konglomerat von erbsengrossen 
bis nussgrossen Kalkbrocken, zwischen denen sich kantige, etwa erbsen- 
grosse Kiesel eingelagert finden. Diese Schicht scheint fast nur die 
vorliegende Form zu enthalten. Sie ist mit der Schale erhalten, die 
z. T. noch Reste der Färbung erkennen lässt und meist ein wenig 
kreidig ist; doch nicht so sehr, dass die Schalen zerfielen. 



— 61 — 

Gen. Hyalinia Ferussac, 1819. 
Subgcn. Polita Hekl, 1837. 

4. Hyalinia (Polita) deplanata (Thomae). 

1845 Helix deplanata Thomae. Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk II, p. 146. 
18:5 Helix subce Ilaria Ludwig, Ber. d. Wetterauer Ges. f. d. ges. 

Naturk. 1853/55, p. 71. non Thomae! 
1858 Helix subcellaria Ludwig, 1. c, p. 142. non Thomae! 

Diese Art ist in den Hydrobienschichten fast überall recht selten 
und auch in den Corbiculaschichten von St. Johann (Rhh.) nicht gerade 
häufig. In Hochstadt dagegen ist sie in der Landschneckenschicht 
ziemlich häufig und findet sich meist in kleinen, nicht völlig erwachsenen 
Stücken, zuweilen aber auch in schönen, grossen, ausgewachsenen Exem- 
plaren. Alle lassen aufs deutlichste die bei dieser Form besonders gut 
ausgeprägte Spiralskulptur erkennen, d. h. feine, vertiefte Spirallinien, 
die über die ganz flachen, groben Rippen hinweggehen. (Mus. Hanau, 
Koll. Wenz). 

Eine sehr nahe stehende Form findet sich in den obermiocänen 
Landschneckenmergeln von Frankfurt. 

Farn. HELICIDAE. 
Subfam. Hygromiinae. 

Gen. Hygroiiiia Kisso. 1826. 
Siibgeu. Trichiopsis C. Boettger, 1911. 

5. Hygromia (Trichiopsis) crebripunctata (Sandberger). 

1858 Helix crebripunctata Sandberger. D. Conch. d. Mainzer Tert.- 

Beckens, p. 21, Taf. II, Fig. 6. 
1899 Helix (Fruticicola) crebripunctata v. Reinach, Bl. Hanau, p. 16. 

Bei weitem die häufigste Form der Landschneckenschicht, in der 
sie so zahlreich auftritt wie sonst Cepaea moguntina in den Hydrobien- 
schichten. Es handelt sich hier um typische, nicht sehr hohe Stücke. 
(Mus. Hanau, Koll. Wenz). 

Subfam. Helicigoninae. 
Gen. Klikia Pilsbry, 1894. 

6. Klikia (Klikia) osculum depressa Sandberger. 

1869 Helix osculum var. depressa Sandberger, D. Conch. d. Mainzer 
Tert. -Beckens, p. 70, Taf. IV, Fig. 1. 



~ 62 — 

1855 Helix Osculum var. globosa Ludwig, 1. c, p, 71. 
1858 Helix osculum var. globosa Ludwig, 1. c, p. 141. 
1911 Klikia osculum Wenz, 1. c, p. 180. 

Ebenfalls in der Landschneckenschicht, aber nicht so häutig wie 
die anderen Formen. Sie wird schon von Sandberger von hier 
erwähnt. Es scheint hier nur var. depressa und nicht Kl. jungi auf- 
zutreten. (Mus. Hanau). 

Sübfaiii. Helicodontinae. 

Gen. Helicodonta Ferussac, 1S19. 

Subgen. Helicodonta Ferussac, 1819. 

7. Helicodonta (Helicodonta) involuta (Thomae). 

1845 Helix involuta Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. IL p. 144. 

TaL 11, Fig. 8. 
1855 Helix involuta Ludwig, 1. c, p. 71. 
1858 Helix involuta var. dilatata Ludwig, 1. c, p. 142. 
1911 Helicodonta involuta Wenz, 1. c, p. 180. 

Auch diese Art findet sich in der Landschneckenschicht nicht 
gerade selten in der für die Plydrobienschichten typischen Form. Sie 
ist meist fest ins Gestein eingebettet, so dass sie selten unverletzt heraus- 
zupräparieren ist. (Mus. Hanau, Koll. Wenz). 

Subgen. Caracollina Beck, 1837. 

8. Helicodonta (Caracollina) phacodes (Thomae). 

1845 Helix phacodes Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. II, p. 142, 
Taf. III, Fig. 8. 

Selten in der Landschneckenschicht. Ich habe sie nur in einem 
Stück ohne Mundsaum beobachtet. (Mus. Hanau). Es handelt sich 
otfenliar um die für die Hydrobienschichten typische grosse Varietät. 

Subiam. Pentataeniinae. 

Gen. Cepaea Held, 1S."37. 

y. Cepaea maguntina (l)eshayes). 

1830 Helix maguntina Deshayes, Encycl. meth, II, p. 152. 

1851 Helix maguntina Kössler, 1. c, p. 86. 

1855 Helix moguntina Ludwig, 1. c, p. 71. 

1858 Helix Moguntina Ludwig, I. c, p. 141. 

1899 Helix (Pentataenia) Moguntina v. Reinach, Bl. Hanau, p. 16- 

1911 Tachea moguntina Wenz, 1. c, p. 180. 



— 63 — 

In der Landsclineckenscliiclit ist diese Form nicht gerade häutig, 
\vährend sie in anderen Horizonten die häutigste Landschnecke ist und in 
derselben Formenmannigfaltigkcit auftritt, wie man sie auch an den 
anderen Fundorten beobaclitet. (Mus. Hanau, Koll. Wenz). 

Farn, CLAUSILIIDAE. 

Gen. Eualopia Boettger, 1877. 

10. Eualopia bulimoides (Tliomae). 

1845 Clausilia bulimoides Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. 11, 

p. 149, Taf. IV, Fig. 6. 
1855 Clausilia bulimoides Ludwig, 1. c, p. 72. 
1858 Clausilia bulimoides Ludwig, 1. c, p. 142. 
1911 Eualopia l)ulimoides Wenz, 1. c, p. 180. 

Ludwig erwähnt diese Form auch von Hochstadt und ich zweifele 
nicht daran , dass diese leicht zu erkennende Form sich hier tindet. 
Selbst beobachtet habe ich sie nicht. 

Farn. VERTIGINIDAE. 

Gen. Piipilla Leach, 1820. 

11. Pupilla selecta suprema Boettger. 

1889 Pupilla quadrigr anata mut. suprema Boettger, .Jahrb. d. Nass. 

Ver. f. Naturk., p. 152, Taf. VI, Fig. 4. 
1855 Pupa selecta Ludwig, 1. c, p. 72. 

1858 Pupa selecta Ludwig, 1. c, p. 142. 

1859 Pupa quadrigr an ata Sandberger, D. Conch. d. Mainzer Tert.- 

Beckens, p. 52, part. 
1911 Pupilla selecta Wenz, 1. c, p. 180. 

Diese für die Hydrobienschichten typische Var. findet sich auch 
in Hochstadt in der Landschneckenschicht; scheint aber hier immerhin 
recht selten zu sein. (Mus. Hanau.) 

GeD. Istlimia Gray 1840. 

12. Isthmia cryptodus Sandberger. 

1859 Pupa cryptodus Sandberger, D. Conch. d. Mainzer Tert.-Beckens, 

p. 53,^ Taf. XXXV, Fig. 7. 
1858 Pupa cryptodonta Ludwig, 1. c, p. 142. 

Ausser der vorigen erwähnt Ludwig von Vertiginiden noch 
I. cryptodus, die ich selbst hier nicht beobachtet habe. Überhaupt 



— 64 - 

habe ich ausser der vorigen iceine andere Vertiginide feststellen können, 
was wohl in erster Linie dem Umstand zuzuschreiben ist, dass ich nur 
feste Kalke untersuchen konnte, die für die Erhaltung und vor allem 
für die Erkennung dieser kleinen Formen wenig günstig sind. Möglicher- 
weise lagen den älteren Beobachtern auch fossilreiche Mergelschichten vor. 

Farn. VALLONIIDAE. 

Gen. Yallonia Risse, 1826. 

13. Vallonia lepida (Reuss). 

1852 Vallonia lepida Reiiss, Palaeontographica II, p. 24. Taf. II, Fig. 4. 
1855 Helix pulchella Ludwig, 1. c, p. 7L non Müll. 
1858 Helix pulchella var. costata Ludwig, 1. c, p. 141. non Müll. 
1858 Helix pulchella Sandberger, D. Conch, d. Mainzer Tert. -Beckens 
p. 31, Taf. III, Fig. 6. non Müll. 

Auch diese von L u d w i g und S a n d b er g e r von Hochstadt 
€r\Yähnte Form habe ich selbst hier nicht beobachten können, wohl 
aus demselben Grunde, den ich schon oben bei den Pupiden angeführt habe. 

Fam. FERUSSACIIDAE. 

Gen. Cochlicopa Risse, 1826. 

14. Cochlicopa subrimata (Reuss) var. 

1852 Acliatina subrimata Reuss, Palaeontographica II, p. 31, Taf. 111 

Fig. 9. 
1855 Achatina subrimata Ludwig, 1. c, p. 71. 

1858 Achatina (Grlandina) subrimata Ludwig. 1. c, p. 142. 

1859 Glandina lubricella Sandberger, D. Conch. d. Mainzer Tert.-Beckens, 

p. 48, Taf. V, Fig. 5. 
1911 Cochlicopa lubricella Wenz, 1. c, p. 180. 

In der Landschneckenschicht ist diese Form verhältnismiifsig häuhg, 
während sie sonst in den Pljdrobienschichten ziemlich selten ist. Es 
liegt von hier eine sehr schlanke Form vor, die eine Länge bis 5,4 mm 
erreicht. 

Fam. LIMNAEIDAE. 

Geu. Liiiiiiaea Lamarck, 1799. 
Subgen. Limnaea Lamarck, 1799. 

15. Limnaea (Limnaea) pachygaster Thomae. 

1845 Limnaeus pachygaster Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. II, 
p. 155, Taf. IV, Fig. 1. 



— 65 — 

1855 Limnaeus pachigaster Ludwig, 1. c, p. 71. 
1858 Limnaeus pachigaster Ludwig, 1. c, p. 140. 

In manchen Horizonten nicht selten ; in der Landschneckenschicht 
dagegen tritt die Form nur ganz vereinzelt auf. 

Fam. PLANORBIDAK. 

Gen. PlaDorbis Guettarcl. 175G. 
IG. Planorbis cornu Brongniart. 

1810 Planorbis cornu Brongniart, Ann. du Mus. XV, p. 371, Taf. XXII, 

Fig. 6. 
1899 Planorbis cornu v. Reinach, Bl. Hanau, p. 17. 
1911 Planorbis cornu Wenz, 1. c, p. 172. 

Zusammen mit der vorigen Art nicht selten. In der Land- 
sclmeckenschicht habe ich ihn dagegen nicht beobachtet. 

Gen. Gyrauliis Agassiz, 1837. 

17. Gyraulus applanatus (Thomae). 

1845 Planorbis applanatus Thomae. Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. 
p. 150. 

In den Landschneckenschichten nur sehr vereinzelt in der tj-pischen 
Form. 

Farn. VIVIPARIDAE. 

Gen. Yivipara Lamarck, 1809. 

18. Vivipara pachystoma gerhardti, Boetlger. 

18S5 Paludina Gerhardti, Boettger, Notizbl. d. Ver. f. Erdk., p. 7. 

1855 Paludina lenta Ludwig, 1. c, p. 71. non Sow. 

1858 Paludina lenta Ludwig, 1. c, p. 140. non Sow. 

1859 Paludina p a c h 3' s t o m a Sandberger, D. Conch. d. Mainzer Tert.- 

Beckens, p. 77, Taf. VI, Fig. 10, part. 
1911 Vivipara pachystoma var. Gerhardti, Wenz, 1. c, p. 172. 

Auch diese für die Hydrobienschichten wichtige und charakteristische 
Form findet sich hier nicht selten als Steinkern in einer besonderen 
Schicht zusammen mit Melanopsis fritzei Tho., d. h. in den unteren 
Horizonten der Hydrobienschichten. Dass diese Form nur als Var. von 
V. pachystoma aufzufassen ist, darauf habe ich bereits früher hinge- 
wiesen. Die vorliegenden Stücke zeigen ebenfalls Übergänge nach dem 
Typus hin. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Xat. 00. 1916. 5 



— 66 — 

Farn. HYDEOBIIDAE. 

Gen. Hydro bia Hartmann, 1821. 

19. Hydrobia elongata (Faujas). 

1806 Bulimus elongatus, Faujas de Saint-Fond, Ann. du Mus. VIT, p. 376, 

Taf. LVII, Fig. 5-8. 
1855 Litorinella acuta Ludwig, 1. c p. 70. non Desh. 
1858 Litorinella acuta Ludwig, 1. c, p. 140. non Desh. 
1899 Hydrobia ventrosa v. Reinach, Bl. Hanau, p. 17, non Mont. 
1911 Hydrobia ventrosa Wenz, 1. c, p. 172. non Mont. 

Überall nicht selten, wie immer in den Hydrobienschichten und 
häufig gesteinsbildend. 

Farn. MELA^f^OPSIDAE. 

Gen. Melanopsis Ferussac, 1807. 

20. Melanopsis fritzei Thomae. 

1845 Melanopsis Fritzei Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. II, 

p. 158, Taf. II, Fig. 7. 
1855 Melanopsis olivula Ludwig, ]. c, p. 71. non Grat. 
1858 Melanopsis olivula Ludwig, 1. c, p. 140. non Grat. 
1899 Melanopsis callosa v. Reinach, Bl. Hanau, p. 18. 
1911 Melanopsis fritzei Wenz, 1. c, p. 172. 

Häufig, aber nur in einer besonderen Scliicht kommt diese Leit- 
form der unteren Hydrobienschichten hier vor. Diese Steinkerne sind 
es wohl, die Veranlassung gegeben haben zur Verwechslung mit Yentri- 
culus dolium (Tho.), einer Form, die bisher nur aus den Landschnecken- 
kalken von Hochheim-Flörsheim bekannt ist. 

Da mir daran lag, den Irrtum völlig aufzuklären, bin ich der Saclie 
weiter nachgegangen. Wichtig war hier vor allem die Notiz Boettgers, 
der die Stücke gesammelt hat. P> schreibt darüber^): 

«Litorinellenkalk bei Hochstadt : Hochstadt lieferte neben schönen 
Exemplaren von Helix moguntina Desh. und Paludina pachystoma Sndbg. 
häufige Steinkerne einer vermutlich neuen Cyclostomacee, die von Sand- 
berger wahrscheinlich irrtümlicher Weise (Conchylien des Mainzer Tertiär- 



J) Boettger, O. : Kurze Notizen über die im Laufe des Vereinsjahres 
1870—71 in den geschichteten Formationen von Offenbach gemachten Funde 
an Versteinerungen. Ber. d. OflFenbacher Ver. f. d. Naturk. XIIl, 1872, p. 68—72. 



— 67 — 

beckens, Wiesbaden 1863, S. 9.) mit Megalostoma pupa A. Br. sp. 
identifiziert worden ist.» 

In der Tat fanden sich die Stücke auch in der Sammlung Boettger 
(Museum Senckenberg) vor. Sie stimmen im ^Erhaltungszustand ganz mit 
den Steinkernen von Vivipara pachystoma (Sandberger) überein, mit denen 
sie zusammen vorkommen. Inzwischen hatte Boettger bereits seinen Irr- 
tum erkannt, denn die Stücke waren ganz richtig als Melanopsis callosa 
ausgezeichnet. 

Das Vorkommen von Ventriculus dolium (= Megalostoma pupa Sand- 
berger) in den Hydrobienschichten von Hochstadt ist somit endgültig 
zu streichen. 

Farn. NERITIDAE. 

Gen. Theodoxis Montfort, 1810. 

21. Theodoxis gregaria (Thomaej. 

1845 Neritina gregaria Thomae, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. IL, p. 161, 

Taf. lli Fig. 3. 
1855 Neritiua fluviatilis var. gregaria Ludwig, 1. c, p. 70. 
1858 Neritina fluviatilis var. gregaria Ludwig, 1. c, p. 140. 
1911 Neritina gregaria Wenz, 1. c, p. 172. 

In einer besonderen Schicht mit Hydrobien nicht gerade selten. 
Die grossen Stücke sind noch lebhaft gezeichnet und zwar finden sich 
alle Übergänge von der gefleckten Zeichnung bis zu leicht angedeuteter 
Bänderung, ganz wie man dies auch an anderen Fundorten dieser Art (z. B. 
Budenheim, Wiesbaden-Hessler usw.) beobachtet. Die Form ist offenbar 
auf eine verhältnismäfsig wenig mächtige Zone der unteren Hydrobien- 
schichten beschränkt. 

Farn. DKEIS8E?^SIIDAE. 

Gen. Congeria Partsch, 1885. 

22. Congeria brardi (Brongniart). 

1828 Mytilus Brardii Brongniart, Mem. s. 1. terr. de s^dim. sup. calc- 

trappeen, p. 78, Taf. VI, Fig. 14. 
1899 Congeria (Dreissensia) Brardi, v. Reinach, Bl. Hanau, p. 18. 
1911 Congeria brardi Wenz, 1. c, p. 172. 

In manchen Schichten recht häufig. 

5* 



— 68 — 

Farn. MYTILIDAE. 

Geu. Mytilus Linne, 1758. 

23. Mytilus faujasi Brongniart. 

1823 Mytilus Faujasi Brongniart, Mem. s. 1. terr. de. sedim. sup. calc- 

trappeen, p. 78, Taf. VI, Fig. 18. 
1855 Mytilus antiquorum Ludwig, 1. c, p, 69. non Sow. 
1858 Mytilus Faujasij Ludwig, 1. c, p. 139. 
1899 Mytilus Faujasi v. Reinach, Bl. Hanau, p. 18. 

Ebenfalls auf eine offenbar tiefe Schicht der Hydrobieukalke (untere 
Hydrobienschichten) beschränkt und dort in Menge vorkommend. 



Auch Wirbeltierreste, habe ich in den Hydrobienschichten hin und 
wieder gefunden. Ausser den in den Tonen häutigen Fischresten (Alburnus 
miocaenicus Kink.) ist von Hochstadt ein vollständiger Schädel von D i d e 1 p h i s 
(Oxygomphius) frequens (H. v. Meyer) bekannt geworden. 

Von Pflanzen finden sich häufig die Früchte von Grewia crenata. 

Ein Blick auf die hier zusammengestellten Arten lässt deutlich 
erkennen, dass die Fauna noch keineswegs vollständig ist, sondern dass 
beim Vorhandensein geeigneter Aufschlüsse noch manche Bereicherung 
mit Sicherheit zu erwarten wäre. So wie die Verhältnisse heute liegen, 
müssen wir uns freilich damit begnügen. Auf jeden Fall zeigt uns die 
Zusammenstellung eine unerwartet grosse Übereinstimmung mit den Ab- 
lagerungen der Gegend von Mainz-Wiesbaden, die bis in die Einzelheiten 
geht. Es sind sowohl die unteren als aucli die oberen Hydrobienschichten 
vertreten. Der unteren Abteilung gehören an: 
Melanopsis fritzei Tho. 
Neritina gregaria Tho. 
Vivipara pachystoma Sandberger. 
Mytilus faujasi Brong. 
Der weitaus grösste Teil der Formen aber gehört den oberen Hydrobien- 
schichten an, während natürlich Hydrobia elongata (Fauj.) beiden Ab- 
teilungen gemeinsam ist. 

Die Corbiculaschichten sind hier zwar ganz typisch ausgebildet, be- 
sitzen aber eine an Arten recht arme Fauna; immerhin lassen sich die 
beiden Leitformen : Corbicula faujasi und Hydrobia inflata sowie Potamides 
plicatus pustulatus häufig genug beobachten. 



I 



Wiederbevölkerung des 

Odenwalds und Neckarberglands mit Nachtigallen. 

Ein biologisch-ökologischer Versuch. 

Von 

Pfarrer Wilhelm Schuster, Chefredakteur. 



Im «Tourist» (Frankfurt a. M.) liabe ich den Yorschlas gemacht, 
gewisse günstig gelegene Gebiete in unserem deutschen Vaterland — 
frühere Nachtigallenreviere — wieder mit Nachtigallen zu bevölkern, 
und zwar durch einen praktischen ^'ersuch, der sich stützt auf die 
Eigenheiten der Nachtigall (den Eigensinn des Autochthonen) einerseits 
und die tragische Ausrottungsgeschichte der Nachtigall andererseits. 
Meine Anregung ging in verkürzter Notizform daraufhin durch die 
Tageszeitungen.^) Ich bringe hier meine Angelegenheit — eine Herzens- 



J) Vergl. z. B. Heidelberger Tagblatt" vom 25. Jiiui, Nr. 145: 
„(Nachtigallen.) Der Bund für Vogelschutz bemüht sich seit 
Jahren, der Verminderung unserer Vqgelwelt entgegen zu arbeiten. Für die- 
jenigen Vogelarten, die am meisten durch die fortschreitende Kultur zurück- 
gedrängt werden, sind eine ganze Anzahl von Vogelschutzgehölzen geschaffen 
worden, in denen sie ungestört brüten können. Ein Teil der Neckarinseln 
bei Lauffen a. N. wurde hauptsächlich der Nachtigallen wegen angekauft, die 
nur noch wenige Brutplätze in Württemberg haben, und neuerdings soll nun 
auch der Versuch gemacht werden, an hierfür günstigen Stellen in Württem- 
berg Nachtigallen wieder einzubürgern, und zwar dadurch, dass das Gelege 
von Sylvien, Rotkehlchen, Fliegenschnäppern oder Rotschwänzchen mit einem 
Gelege der Nachtigall vertauscht wird. Nach Ansicht des bekannten Ornitho- 
logen, Herrn Pfarrers Wilhelm Schuster, ist das die einfachste und am 
meisten Erfolg versprechende Art der Wiedereinführung, denn die Tierchen 
kommen in der Regel in die Nähe des Ortes zurück, an dem sie ausgebrütet 
worden sind. Sollte sich dieser , Tausch" nicht auch für Heidelberg 
empfehlen, denn auch in unserer Stadt sind die Nachtigallen, die einst in 
grosser Menge unser Tal mit ihrem Sang erfüllten, so gut wie verschwunden?! 
A^ielleicht machen im nächsten Jahre Naturfreunde Versuche im Sinne der 
gegebenen Anregung!" 



— 70 - 

Sache ! — in erweiterter und abgeklärter Form vor das Forum des 
wissenschaftlich denkenden und urteilenden Leserkreises dieses Jahrbuchs. 

I. Spessart und Odenwald waren in früheren Jahr- 
hunderten mit Nachtigallen reich bevölkert. 2) Aus einer 
Zeit, in der diese beiden schönen und interessanten Gebirge noch von 
Nachtigallen wimmelten, stammt jenes wunderbare Nachtigalllied, das 
vor etwa 280 Jahren ein Spessartbub, Simplizius Simplizissimus, von einem 
alten Einsiedler im Spessart hörte; es ist in dem bekannten klassischen Werk 
wiedergegeben («Du Trost der Nacht, o Nachtigall, lass deine Stimm 
mit Freudenschall aufs lieblichste erklingen» usw.). Schon im «Vogel- 
handbuch» S. 1 und neuerdings wieder in «Unsere einheimischen Vögel* 
S. 52 habe ich bereits festgestellt, dass früher sozusagen fast ganz 
Hessen (abgesehen vielleicht von dem rauhen Vogelsberg) mit Nachtigallen 
besiedelt war, und dass dieser beste Sänger der deutschen Vogchvelt 
nunmehr fast bereits aus ganz Hessen nördlich des Mains, 
insbesondere auch aus den einst so nachtigallenreichen Städten Fried- 
berg, G i e s s e n , Marburg, verschwunden sei. Dasselbe gilt vom 
Odenwald, vom Neckarbergland, überhaupt von ganz Württemberg und 
anderen süddeutschen Gebieten. 

II. Der Grund, warum jetzt die Nachtigall verschwunden ist und 
bleibt, liegt nach meiner Erkenntnis hauptsächlich in der Eigenart — 
wenn man nicht sagen will: in dem Eigensinn — der Nachtigall als 
Autochthone. Die Nachtigall neigt mehr wie jeder andere Vogel 
(wenigstens nach meinen persönlichen Erfahrungen) dazu, dass sie nur 
da bleibt und brütet, wo sie selbst ausgebrütet ist. Darum verbreitet 
sie sich jetzt nicht mehr von ihren Siedelungsinseln (Rheinhessen etwa) 
in die benachbarten Ländergebiete. Natürlich ist sie einmal aus diesen 
verdrängt worden : und das geschah zuletzt noch in jenen Zeiten, wo 
man alles Gebüsch im Felde, alles Unterholz im Walde und alles Laub 
auf dem Boden entfernte — eine Unsitte, welche insbesondere vor 
30 Jahren epidemisch auftrat und in Hessen beispielsweise von jedem 
Kreisrat, in Preussen von jedem Landrat gefördert wurde. Ohne Ge- 
büsch und ohne dürres Laub, in das die Nachtigall am liebsten ihre 
Nester setzt, kann sie nicht leben. Jene ungünstigen und ihr feindlichen 
Verhältnisse sind aber jetzt glücklicherweise überwunden; die Lage ist 
wieder günstiger. Jetzt könnte Philomele wieder kommen, aber sie 



2) Auch der Taunus war früher von ihnen bevölkert, namentlich stark 
die Gegend von Wiesbaden. 



— 71 — 

kommt nicht zufolge ihrer u r w ü c h s i g e n B o d e n s t ii n d i g k e i t. 

Es muss freilich, was ihre ehemalige Ausrottung anbelangt, noch gesagt 
werden , dass Fänger, Verschlechterung der Wasserverhältnisse, 
d. h. im Yogelsinn geredet: Ausrottung von wasserreichen Auen samt 
Vernichtung ihres Weidebuschwerks, vielleicht auch klimatische Ver- 
änderungen an dem Verschwinden der Nachtigall mit schuld gewesen 
sind; aber den Fängern wird jetzt scharf auf die Finger gesehen (früher 
gab es noch kein Vogelschutzgesetz) und Tränk- und Wasserstellen — 
von denen ich im übrigen nicht sehr viel halte — sind in unserer 
neueren vogelschützerischen Zeit gerade in Hessen durch die Forst- 
behörden reichlich angelegt worden.^) 

III. In einer engeren ornithologischen Beratung nach einem van 
mir im Offenbacher Verein für Naturkunde gehaltenen öffentlichen 
Vortrag erfulir ich zu meiner grossen Genugtuung, dass dieser Verein 
Vorjahren Nachtigallen bei Offenbach am Main ausgesetzt 
hat, die sich auch angesiedelt und dauernd vermehrt haben. Dasselbe 
geschah bei Fulda. Ein Beweis, dass man die Nachtigall bei uns 
ansässig machen kann und dass sie bleibt 1 Ich erfuhr auch gelegentlich 
eines naturwissenschaftlichen Vortrags in Frankfurt a. M. zu x\nfang 
dieses Jahres, dass ein P'abrikant sie bei Sachsenhausen ansiedeln 
wollte, doch kam ihm die Sache schliesslich zu teuer (das ist selbst- 
verständlich und wird immer so sein und bleiben, solange man die 
teueren erwachsenen Exemplare zum Aussetzen ankauft ; das unten 
vorgeschlagene Verfahren ist einfacher und billig). Ich erfuhr weiter, 
dass die Nachtigall in den letzten Jahren einmal vorübergehend im 
hessischen Vogelsberg (der Stätte meines ersten kindlichen Fragens und 
Forschens in der Natur) mit einem Exemplar — wohl auf dem Zuge — 
sich gezeigt und längere Zeit bei Lauterbach aufgehalten habe. Demnach 
zn schlicssen, wäre ihr unser Odenwaldklima entschieden nicht zu kalt 
und würde ihr zusagen, zumal wir ja dauernd einer wärmeren Zeit- 
epoche entgegengehen, bzw. schon in sie eingetreten sind, wofür ich 
in den letzten Jahren in verschiedenen naturwissenschaftlichen Zeit- 
schriften eine ganze Reihe von ornithologischen, entomologischen u. a. 
Nachweisen gebracht habe. Auch das schwäbische Klima ist der 
Nachtigall nicht zu kalt und rauh. 



3) Der ureigentliche und wahrste Grund des Verschwindens der Nachtigall 
dürfte noch nicht aufgedeckt sein ; er muss von ganz besonderer Art ge- 
'wesen sein. 



— 72 — 

IV. Nun die Hauptsache I Eine Wiederbesiedelung des 
Odenwalds d u r c li Nachtigallen soll vorgenommen werden. 
Und dabei sind wir Brüder Schuster auf einen ganz bestimmten Plan 
gekommen. Denn die Sache muss praktisch betrieben werden, sonst 
hat sie keinen Zweck und Wert. Vögel vom Händler zu beziehen und 
an Ort und Stelle freizulassen, kostot zu viel Geld, abgesehen von dem 
sehr fraglichen Erfolg ; sie selbst einzufangen, würde zu langwierig sein^ 
ob^vohl wir nicht zweifeln, dass wir dazu die gesetzliche Erlaubnis 
erhalten würden, welcher Fall (zur Unterstützung wissenschaftlicher Unter- 
nehmungen) im neuen Vogelschutzgesetz vom 30. Mai 1908 (von mir 
erklärt in dem Buch «Unsere einheimischen Vögel» 1909) ausdrücklich 
vorgesehen ist. Wir werden darum Nachtigalleneier von verwandten 
Vögeln im Odenwald ausbrüten lassen ; die von verwandten Vögeln auf- 
gezogenen Nachtigallenjungen kommen im nächsten Jahr sicher dahin 
zurück. Ebenzufolge ihres autochthonen Eigensinns ! Die Nachtigallen- 
eier in frischem gutem Zustand werden wir erhalten ; wie und wo, i^t 
unsere Sache. Nur müssten dann im Odenwald selbst Rotkehlchen- 
nester aufgesucht werden. Denn das Rotkehlchen kommt von den sechs 
Erdsängerarten am ehesten in Betracht (allenfalls auch noch Haus- und 
Gartenrotschwänzchen, obwohl diese beiden schon Höhlenbrüter sind) 
als Pflegemütter oder Ammen der Nachtigallen. Wer sich nun an 
dieser Sache beteiligen will, wer also in frischbelegte Rotkehlchen - 
nester des Odenwaldreviers oder aber auch des Taunus frische, ihm 
gelieferte Naclitigalleneior legen will, der soll sich an meine Adresse 
(G-onsenheim bei Mainz) wenden. Dieser Plan verdient entschieden 
Beachtung, denn er ist sicher, wenn richtig ausgeführt, von Erfolg 
gekrönt, ausserdem auch einfacher und giosszügiger als frühere An- 
siedelungsversuche. Frau Kommerzienrat llähnle in Stuttgart ist 
bereits deswegen mit mir in Korrespondenz getreten. 

Meine Antwort auf ihre Anfrage, die weitere Kreise interessieren 
muss, weil darin auch Mittel und Wege angegeben sind, wie Nachtigallen- 
eier am leichtesten durch Vereinswesen zu erhalten und unterzubringen 
sind (hier könnte das vielgescholtene Vereinswesen einmal recht zu 
idealer Geltung kommen), lautete : «Die Nachtigallenversuche haben alle 
Aussicht auf Erfolg. In der im «Tourist» dargelegten Weise ist es 
jedenfalls durchaus möglich, das ganze Neckarland mit Nachtigallen 
wieder zu besiedeln. Und das wäre eine Aufgabe, des Schvveisses der 
Edlen weit. Mein Mitarbeiter in dieser Sache ist für den Odenwald 



— 73 - 

Herr Pfarrer Vogt. Wir werden unsere Versuche jahrelang hindurch 
fortsetzen, so mir Gott Leben, Gesundheit, Mut und Hoffnung lässt. 
Benachrichtigen Sie mich im nächsten Frühjahr, bitte, rechtzeitig, so 
etwa im Ai)ril oder Mai I Grasmückennester sind zur Aufnahme von 
NachiigaJleneiern lange nicht so geeignet wie Erdsängernesler,. 
vielleicht gänzlich untauglich. Denn erstens sind die Gras- 
mücken am Nest ausserordentlich empfindlich gegen fremde Ein- 
griflo, zweitens differieren die Eier um 5 mm (Zaungrasmücke) bis 
freilich nur 1 mm (GartengrasmUcke), auch hat nur letztere gleich 
lange Brutzeit mit luscinia (S. 1—5 meines «Vogelliandbuch»). und 
noch etwas kommt hinzu : Die Fütterungsweise der Erdsänger und ins- 
besondere die Bestandteile der Jungennahrung sind andere als die der 
Sylvien. ^Yollen Sie den von mir angeregten Gedanken in gr()sscren^ 
iSIafsstab ausführen, so w.irden Sie es am besten im nächsten Frühjahr 
tun. indem Sie an Mitglieder Ihres so grossartig aufgeblühten Bundes 
lür Vogelschutz, soweit sie Interesse haben und für wissenschaftliche 
und vogelschützerische Fragen und Versuche in Betracht kommen, d. h. 
engagiert werden können, die Anfrage richten, ob sie und wann sie 
einerseits fi'ische Nachtigalleneier irgendwoher beschaffen können (und 
auch wirklich beschaffen), andere aber Erdsängernestcr ausfindig machen^ 
Die, welche Nachtigallencier haben, beauftragen Sie, dass sie die Eier 
frisch und vorsichtig an den neuen Oi't von der alten Stelle persönlich 
bringen, gegen Vergütung der Pteisel» — Der Prief selbst, auf dei> 
Obiges die Antwort ist, lauiete: «Ihre Ausführungen im «Tourist» haben 
mich im höchsten Grade interessiert und den lebhaften Wunsch erregt,, 
gleichfalls eine Probe mit der Einführung von Nachtigallen zu machen. 
Ich hoffe, dass mir die Freude zu Teil werden kann, heuer noch den 
Versuch zu machen. An) Lenaudenkmal bei Esslingen, im Park der 
Solitüde sind mehrere passende Nestchen von Grasmücken gefunden, in 
welche Nachtigallengelege gegeben werden können. Es würde wirklich 
als eine Wohltat empfunden werden, wenn in unserem schönen Wlirttem- 
berger Ländchen wieder an mehreren Orten, wo früher die Nachtigall 
heimisch, seit langem aber verschwunden ist, die Einführung gelänge. 
Empfangen Sic herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!» 

Der Versuch ist inzwischen in einigen Fällen gemacht 
und mit Erfolg d ur chgef ü ii r t worden. 



Studien im Mainzer Becken. 

Von 

Pfarrer Wilhelm Schuster, Chefredakteur. 



Schon die Bildung des Sandes ist äusserst interessant. Das Älainzer 
Decken ist in erster Linie Sandbecken. Von Mainz bis Bingen reichend, 
eingelagert in die Senkung des Rheins, von Rebenhügeln mit wunder- 
barer Aussicht begrenzt, schneidet das Mainzer Becken nach Norden 
Tiiit dem Rhein ab; was nördlich des Rheins liegt, ist «Rheingau», an 
<]essen Rand Wiesbaden sich ausstreckt. Es gibt nun verschiedenerlei 
Arten Sand. Der gewöhnliche Sand, den die Eiszeit geschaffen, enthält 
stets die rötlichen Körnchen des Feldspats. Denn er ist ja zum Teil 
Verwitterungsmaterial von dem schwedischen Granit, den uns die Eiszeit 
y.ugetragen hat, und dieser zerfällt in die drei Bestandteile: weissen 
<^uarz, rötlichen Feldspat, glitzernden Glimmer. Der typische Sand 
unseres Mainzer Beckens dagegen enthält keine Feldspatteilchen. Man 
hraucht ihn nur durch die Lupe anzusehen. Er ist weiss; blcndenil 
liell leuchten die leichten FlugsandÜächen im Sonnenschein, wenn man 
sie von einem entfernten erhöhten Punkt, etwa einer Höhe des Rheingaus 
oder Niederwalds aus, sieht. Diesen Sand hat also die Eiszeit nicht 
gemacht — er ist tertiärer Sand, solcher, in dem z. B. in der Provinz 
Posen BraunUohlentiötze eingebettet sind. Die Sandgebilde des Diluviums 
enthalten auch Feldspatteilchen, aber die Grösse der Körner ist auf- 
fallend verschieden, hier grob, dort fein, was der Wirkung des Wassers 
zuzuschreiben ist. 

Nun halte gegen die hellen Flecken des Tertiärsandes unseres 
P)Cckens die drei Pieper: Baum-, Wiesen- und Wasserpieper! 
Mit ihrer lichten Kehle und dem weissen Bauch und der das graue 
Farbfeld des Rückens zerlegenden Fleckung heben sie sich kaum vom 



— 75 , — 

spärlich begrasten Sandfeld ab. Den vierten Vertreter der Familie, den 
Brach pieper (Anthus campestris), habe ich selbst persönlich noch nie 
im Mainzer Becken beobachtet. Doch sollte der Bursche anf seinem 
Zuge nach Norden hier nicht durchkommen und rasten? Höchstwahr- 
scheinlich ! Der Baumpieper ist gemein und ganz bekannt ; ich verliere 
über ilin weiter keine Worte. Dagegen reizt auch den zünftigen Ornitho- 
logen die Beobachtung des Wiesenpiepers (Anthus pratensis) und die 
Feststellung des Wasserpiepers (Anthus aquaticus). Man glaube nicht, 
dass letzteres so leicht sei — die Bursche sehen sich verteufelt ähnlich ! 
In meinem Buche «Unsere einheimischen Vögel» mag auf Tafel 16 dem 
Kerlchen <Grau in Grau» ein wenig viel Kot auf die Flanken aufge- 
tragen sein. Das trägt er nur im Sommer (aquaticus). Vom Brachpieper 
unterscheidet sich der Wasserpieper charakteristisch leicht: Seine erste 
Schwanzfeder ist beim Wasserpieper auf der Innen-, beim Brachpieper 
auf der Aussenfahne mit Weiss ausgestattet. Doch muss man die 
Pieper in der Hand haben, um dies festzustellen. Dem Wasserpieper 
habe ich vor zehn Jahren in diesen Jahrbüclicrn einen Aufsatz gewidmet. 
Im Frühjahr, wenn er durchs Becken durchzieht, «liegt» er in Massen 
in Wiesen, Sümpfen, Brüchen, an Teichen und Steinen vor dem linken 
Flussufer des Rheins, als ob er zögere, hinüberzufliegen ; «stösst» man 
ihn dann heraus, so steigt er zuckenden Fluges mit «ist ist»-Rufen 
hoch und eilt davon, vielfach über den Rheinstrom hinüber, wenn man 
ihn dicht an diesem aufjagt. 

Mit dem graugrünen Rhein und seinen Wasservogelarten verhält 
es sich ganz ähnlich wie mit Sand und Pieper. Zeitweise ist die kleine 
Krickente (Anas crecca) die häufigste auf dem Strom, so bei der 
Insel bei Walluf. Sie hat ausser dem grünen Spiegel einen hellgrünen 
Längsstreifen ums Auge. Warum wohl? Warum hat der Stockenten- 
erpel einen tiefgrünen Kopf? Warum ist die Oberseite des Eisvogels 
(Alcedo ispidaj blaugrün? Es ist «Milieufärbung», wie ich einmal 
sagen will — ich vermeide das Wort: Schutzfärbung. (Tafel 27 in 
«U. einh. V.»). 

Der Fasan (Phasianus colchicus) ist vielfach bei uns eingebürgert, 
so im Oberolmer Wald. Im Rheingau aber kolkst er noch öfter seinen 
unmelodischen Ruf in die Flur hinaus, der das Einzige am Vogel ist, 
was nicht in unsere Landschaft passt. Ich habe an anderer Stelle nach- 
gewiesen, dass der Fasan zum Teil auf Schusters Rappen — pedibus 
cum jambis apostolorum — und aus eignem Antrieb bei uns eingewandert 



— 76 — 

ist, vom Balkan (seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet) durch Ungarn 
und Österreich her kommend ; und auch diese Tatsache ist unter hundert 
anderen ein Beleg für meine These einer wiederkehrenden tertiärzeit- 
ilhnlichen Ticrlebcnsperiode. Neuerdings in der Weltkricgszeit hat man 
die Frage aufgeworfen, ob der Fasan Freund oder Feind des Landmanns 
sei. Wer in dieser Zeit unsere Brotfrüchte mindert, ist unser Feind ^ 
muss entfernt werden. Der wunderschöne Wildvogel hat sich als Be- 
schützer unserer Brotfrüchte herausgestellt. Ich habe Kropfuntersuchungen 
auf einem Landgut vornehmen können. Entgegen der bei einem Hühner- 
vogel naheliegenden Vermutung, er nähre sich hauptsächlich von Körner- 
futter, in den Getreidefeldern also von Brotfrüchten, enthielten die unter- 
suchten Kröpfe einer Reihe von Fasanen: 1. Schnecken kleinerer und 
grösserer Art. mit und ohne Gehäuse — also Vernichter der Saaten : 
2. Kerfe verschiedener Art, namentlich Blattkäfer, von Blättern aufge- 
lesen: 3. Larven von Kerbtieren, in einem Falle mehr als 700 Larven 
des überaus schädlichen Getreidelaufkäfers, die den Halm zerstören, 
während die Käfer selbst die Körner benagen ; 4. Feldsämereien, darunter 
schädlichen Unkrautsamen, auch Getreidekörner, in einem Falle Mais 
(vom Wildfutterplatz). Es soll nicht geleugnet werden, dass der Fasan 
gelegentlich Körneräsung zu sich nimmt, doch scheint dies nur eine 
Ergänzung der tierischen Nahrung zu sein. Schädliche Schnecken 
und Kerbtiere waren der überwiegende Teil der Nahrung. 

Weder im Mainzer Becken noch in Rheinhessen habe ich jemals 
eine der zahlreichen Waldohreulen oder einen Steinkauz an einenr 
Seheunentor angenagelt gefunden. Dazu ist die Bevölkerung seit der 
französischen Revolution doch zu aufgeklärt. Aber auch von freundlicher 
Zuneigung in Erinnerung an Friggas geheiligten Vogel habe ich hierzu- 
lande nichts wahrnehmen können. 

Noch einige Miszelien. Das Kaninchen wird unterm Einfluss 
milder Winter immer mehr zum Freilandtier (nicht mehr Höhlen- 
bewohner). Der Sattelträger (Ephii)pigera Vitium) hat eher zu- als 
abgenommen. Nola togatulalis habe icli in den letzten Jahren nicht 
mehr erhalten. Zunahme von Xylocopa violacea. 



— 77 



Ornithologe P. Schuster gefallen. 

Vor dem Feinde fiel am 9. Oktober 1916 bei der Befreiung Sieben- 
bürgens als Vizewaclitmeister eines Feldartillerie-Regiments der Ornitho- 
loge P. Schuster, Ritter des Eisernen Kreuzes. Damit hat der Tod 
eine neue Lücke in den durch den Weltkrieg bereits stark gelichteten 
Kreis der heimischen Ornithologen gerissen. — Geboren als Sohn eines 
nassauischen (Herborner), später hessischen Geistlichen, Ludwig 
AVilhelm Schuster, der selbst Ornithologe war (abgebildet in dem 
Werk «Unsere einheimischen Vögel») und von seinen zehn Kindern 
\ier Söhne zu wissenschaftlich arbeitenden und forschenden Ornithologen 
erzog, hat sich der Gefallene von frühester Jugend an mit regstem Eifer 
der Beobachtung der Vogelwelt seiner Heimat, des vogelreichen Vogels- 
berges in der Umgebung seines Geburtsortes Frischborn, und später im 
Mainzer Becken gewidmet. Von Beruf war er, wie sein Vater, Theologe. 
Als Gymnasiast (in Mainz), Student (in Giessen), Kandidat der Theologie 
und selbst im Kriege setzte er seine Studien an der gekäfigten Vogel- 
welt fort. Es hat unter den lebenden Ornithologen wohl keinen besseien 
Kenner der Meisenvögel gegeben als P. Gr. S c h u s t e r. Einige seiner 
Beobachtungen sind im Zool. Gart. (Zool. Beob.) und in einschlägigen 
ornithologischen Zeitschriften niedergelegt. Noch in Russland machte 
er als Geschützführer schöne Beobachtungen an der interessanten Vogel- 
welt des breiten Dünastroms und schrieb darüber beachtenswerte Fest- 
stellungen an seine ornithologischen Freunde in der Heimat (Gonsenheim 
bei Mainz). Was bei Paul Schuster am meisten auffiel und Be- 
wunderung weckte, das war seine klare religiös-sittliche Weltanschauung. 
«Ein sittlicher Mensch zu sein, das ist die höchste Aufgabe und der 
erste Zweck des Lebens. Das Vollkommene, es ist mein Gott und mein 
mich liebender Vater . . . .» Das war sein Bekenntnis. Als Held ist 
er gefallen. Mit zwei Geschützen seiner Batterie und einem Bataillon 
Infanterie wurde er vorgeschickt, um den Tömöspass für die bei Kron- 
stadt geschlagenen Rumänen zu sperren, was erfolgreich geschah. Doch 
plötzlich erhielt er von einem ihn umgehenden Bataillon Rumänen 
Rückenfeuer. Mit den schnell gewendeten Geschützen vernichtete er 
den Feind (15 Tote und 41 Verwundete», erhielt aber selbst eine 
tödliche Kugel schräg durchs Becken, als er, nachdem seine Geschütze 
ihre Munition verschossen hatten, in ungewöhnlich grosser Pflichttreue 



persönlich zudem entfernt stehenden Munitionswagen ging, um neue 
Munition zu holen. Abends verschied er. Er hatte noch die frohe 
Genugtuung, zu hören, dass durch sein Eingreifen der Feind geschlagen 
und die Verbindung nach rückwärts gesichert worden sei. Auf dem 
deutschen Friedhof in Rosenau liegt er begraben. Seinen Glauben an 
die idealistischen Grössen in der Welt krönte er durch die Tat, indem 
er sein materielles Leben hingab für sein Vaterland und sein Volk und 
seine Freiheit, in Treue zu seinem Gott und Vater. 

Für die hessische und nassauische Heimat hatte seine Forschung 
besonderen Wert, da er seine Studien hauptsächlich im Mainzer Becken 
gemacht hatte. 

Ehre seinem Andenken! 



über einige Skorpione und Gliederspinnen 
des Naturhistorischen Museums in Wiesbaden. 



Von 

F. Werner, Wien. 



Eine mir von Herrn Kustos Ed. Lampe zur Bestimmung über- 
mittelte Sendung von Skorpionen und Grliederspinnen erwies sich so reich 
an neuen oder sonst bemerkenswerten Arten, dass trotz der Zusammen- 
hanglosigkeit des Materials (es sind alle Erdteile durch Material ver- 
treten) eine Publikation wohl gerechtfertigt erscheint. Dass die Gat- 
tungen Parabuthus und Pandinus wieder durch neue Arten ver- 
treten sind, war bei der überaus grossen Formenmannigfaltigkeit dieser 
beiden afrikanischen Gattungen, die sich nur mit derjenigen der vorwiegend 
paläarktischen Gattung Buthus vergleichen lässt, vorauszusehen, und 
ich' zweifle nicht, dass unsere Kenntnisse auf diesem Gebiete noch von 
Vollständigkeit weit entfernt sind. Andererseits ist es aber auch sehr 
leicht möglich, dass bei Kenntnis reicheres Material manche derzeit noch 
gut geschiedenen Arten durch Übergänge überbrückt werden und zun^ 
Range von Lokalrassen herabsinken können. 

Einige Arten sind noch dem inzwischen verstorbenen Altmeister der 
Skorpiologie, Prof. Kraepelin vorgelegen; wo ich darüber einen Ver- 
merk gefunden habe, wurde dies stets von mir angegeben. 

L Scorpiones. 
Buthidae. 

Buthus acutecarinatus E. Simon abyssinicus ßirula. 
Bull. Ac. Sc. St. Petersb^. 1903, XIX, Nr, 3, p. 108. 

2 9 aus Djibuti (Kat. Nr. 1051), mit 17 — 19 Kz., grösseres Exemplar 
30 mm lang. Wie auch Kraepelin (Mitt. Naturhist. Mus. XXX, Ham- 
burg 1913, p. 127) liegen mir ebenfalls Exemplare von gelber, nicht 
schwarzbrauner Färbung vor. 



— 80 — 

Median- und liateralkiele des Abdomens sehr scharf, nach hinten 
über den Segmentrand zahnartig vorspringend. Alle Kiele dunkel, auf 
Aen Rückenplattcn des Abdomens eine Medianlinie und jederseits zwei 
I'ieckenreihen bildend. Tibia und Femur des Mxp. fleckenstreifig, 
indem die dunklen Kiellinien stellenweise in einen grösseren Fleck er- 
weitert sind, was bei dem kleineren der beiden Exemplare auch auf 
der Unterseite , des 1. Kaudalsegments der Fall ist: Unterseite des 
5. Kaudalsegments dunkel fünfstreifig, die Seiten beraucht, bei dem 
oinen Exemplar bis zum Ende, beim anderen nur zwei Drittel. 

Bisher erst aus Abessynion bekannt gewesen. 

Buthus phillipsi (Poe). 

Ann. Mag. N. H. (6) III. 1889, p. 341, Taf. XV, Fig. 6; Birula. Bull. Ac. Imp. 
St. Petersbg. (5) XXITI. 1905, p. IBl. 

5 Exemplare von Basra, Mesopotamien (Kat. Nr. 1042). 

Von der Beschreibung dieser Art nur dadurch verschieden, dass 
die Blase nicht breiter ist als das 5. Kaudalsegment. Behaarung nament- 
lich der Cauda recht deutlich. Kz. 21. 

Färbung hellgelb, mit 5 schwärzlichen Flcckenbinden, die 3 mitt- 
leren auf den Kielen der Rückenplatten des Abdomens, aber die Flecken 
recht klein. 

Diese Art ist bisher erst aus dem eigentlichen Persien (Farsistan, 
Arabistan und Luristan) bekannt gewesen. 

Buthus minax L. Koch. 

Kraepelin, Scorpiones ii. Pedipalpi (Tierreich, 8. Lief. 1899, p. 22) (hotten- 
totta subsp. minax); Mitt. Naturh. Mus. XXX. Hamburg 1913, 
p. 171; Birula, S.-B. Ak. Wiss. Wien CXVII. 1908, p. 141. 

Werner, in: Fourth Rep. Welle. Trop. Res. Lab. Gordon Mem. Coli. Khartoum 
Vol. B. 1911, p. 185, Taf. XIV, Fig. 5-6. 

Hirst, Ann. Mag. N. H. (8) VIL 1911, p. 217. 

2 Exemplare (cT) von Lulanguru-Kwa Kimbular (Kat. Ni-. 1041): 
K-7.. 25 — 27, 24— V. 

Kiele des Cephalothorax schwarz, ebenso die Mediankiele des Ab- 
<lomens: jederseits von ihnen 2 Fleckenreihcn (die inneren über die 
Lateralkiele verlaufend); Kaudalkiele, besonders auf der Unterseite dunkel. 



— 81 — 

Buthus martensi Karscli. 

Kraepelin, I.e. p. 25. — Birula, Ann. Mus. St. Petersbg. IX. 1904, p. 25; 
Revue Russe d'Entomologie XL 1911, p. 199. 

(Y" von Tsingtau (Kat. Nr. 1043), 51 mm lang, mit 23 Kammzälmen. 

Hintere Mediankiele des Cephalothorax geradlinig, aber nach vorn 
deutlich konvergierend. Beweglicher Palpenfinger l^/gmal so lang wie 
die Hinterhand. 3. Kaudalsegment mit deutlichem Nebenkiel. Obere 
Lateralkiele des 4. Kaudalsegmentes ziemlich deutlich gekörnt. Supra- 
ziliarwulst glatt, wenig glänzend. Mittlere Lateralkiele des Abdomens 
deutlich. — 3. Kaudalsegment unten und seitlich, aber nicht weiter als 
bis ^/^ der Länge des Segmentes beraucht. Finger etwas beraucht. 

Butheolus scrobicnlosus concolor Birula. 

Ann. Mus. Zool. St. Petersbg. 111. 1898, p. 282 (Orthochirus); Buh. Ac. Sc. 
St. Petersbg. (V) XII, Nr. 4, 1900, p. 374 (melan ur us concolor) 
Zool. Anz. XXXIV. 1909, p. 359. 

Basra, persischer Meerbusen (Kat. Nr. 1063). 

Hand des Mxp., Tarsen der Beine und Kämme hellgelb ; sonst 
schwarzgrün, Tibien der Beine braun, Kiele schwarz. 

Nur Kaudalsegmente 1 — 3 unterseits mit körnigen Mediankielen, 
zwischen den Grübchen Gruppen von Körnchen. 4. und 5. Kaudal- 
segment unten gewölbt, grossgrubig, mit ziemlich deutlichen unteren 
Lateralkielen, 5. am Hinterrand der Unterfläche gekörnt, Kz. 10. 

Erst aus Buchara bekannt gewesen. 

Butheolus aristidis E. Simon. 

Kraepelin, Zool. Jahrb. Syst. XVIII. 1903, p. 568; Birula, S.-B. Ak. Wiss. 
Wien CXVIL 1908, p. 145. 

Junges Exemplar von Djibuti (Kat. Nr. 1062) mit 18 Kammzähnen. 
Von Unterägypten bis Somaliland verbreitet. 

Parabuthus liosoma (H. & E.). 

Kraepelin, Scorpiones und Pedipalpi (Tierreich, 8. Lief. 1899) p. 29; Mitt. 
Naturhist. Mus. XXX. Hamburg 1913, p. 171. 

1 (f von Harrar (Kat. Nr, 1045), 84 mm lang mit 42 Kamm- 
zähnen. 

Truncus hellrotbraun; Kaudalsegmente 1 — 3 gelb, 4 — 5 und Blase 
dunkelrotbraun, Maxillarpalpen und Beine hellgelb. — Gekörnte Dorsal- 

Jahrb. d. nass. Ter. f. Nat. 69, 1916. 6 



— 82 — 

fläche des 1. Kaudalsegmentes etwas breiter als die des 2., nach hiiitcE 
verbreitert, am 2. ein schmales Band bildend, Unterfläche des 5. Kaudal- 
segmentes zwischen den unteren Lateralkielen in der hinteren Hälfte 
grob gekörnt. Blase deutlich reihenkörnig. Cauda und Giiedmafsen lang 
behaart, an letzteren aber die Behaarung spärlich, an ersterer hinten an 
Dichtigkeit zunehmend. Tibia des Mxp. oben sehr spärlich und fein- 
gekörnt. Schneide der Palpenfinger mit 15 Schrägreihen. Finger etwas 
länger als die Hinterhand. 

Parabuthus villosus (Ptrs.). 

Kraepelin, 1. c. p. 31; Scorp. u. Solif. in L. Schultze, Forschungsreise 
S.-Afrika Bd. I, 1. 1908, p. 252 (50); Scorp. u. Solif. in Michaelson . 
D.-SW- Afrika 1914, p. 112. 

Von dieser gewaltigen und auffälligen Art liegen zahlreiche Exem- 
plare vor, davon das grösste 120 mm lang ist (cf ad. von Windhuk 
[Kat. Nr. 1053], Kz. 36—37); ein anderes cf von Windhuk (Kat.Nr. 1053) 
101 mm lang (Kz. 39 — 40), ferner ein (^, von Swakopmund (Kat. 
Nr. 1050) 108 mm lang (Kz. 41 — 42), ein weiteres, ganz schwarz- 
braunes cf von Hereroland (Kat. Nr. 1048), 88 mm lang, hat gleichfalls 
41 — 42 Kammzähne; ausserdem zahlreiche Exemplare von Berseba (Kat, 
Nr. 1049) und ein kleines ebendaher (Kat. Nr. 1052). Bei alten Exem- 
plaren ist nicht nur die Cauda, sondern auch der Hinterrand der 
abdominalen Rückenplatten dicht gelb behaart. 

Parabuthus kraepelini Werner. 

Verh. zool. bot. Ges. Wien 1902, p. 599. 

Kraepelin, in: Schultze, Forschungsreise Bd. I. 1. 1908, p. 254 (51) (als 
flavidus Poe.) und in Michaelsen, D.-SW-Afrika 1914, p. 111. 

1 (^ von 69 mm Länge aus Windhuk (Kat. Nr. 1055). 

Kz. 34, Schrägreihen des beweglichen Palpenfingers 13. 

Das Exemplar stimmt mit der Originalbeschreibung nicht ganz 
überein, was wohl z. T. damit zusammenhängt, dass es voll erwachsen, 
das Typ-Exemplar aber nur halbwüchsig ist. Unter- und Seitenflächen 
der Cauda schon vom 1. Segmente an zerstreut grobk()rnig, am stärksten 
auf der Unterfläche des 5. Segmentes. Dorsalfläche des 1. Kaudal- 
segmentes ziemlich grobkörnig, das körnige Feld etwas über ^/g der 
Breite zwischen den Kielen einnehmend, bis an das Hinterende des 
Segmentes reichend. Am 2. Segmente ist das granulierte Mittelfeld 



— 83 — 

etwa elliptisch, ^g der Breite z\Yischen den Dorsalkielen; nach hinten 
aber stielförmig verschmälert und dann wieder verbreitert, etwa einem 
Kelchglase ähnlich; am 3. ganz schmal, bandförmig; Blase unterseits mit 
starken spitzen Körnchen in 4 Längsreihen, die durch Längsfurchen 
getrennt sind. Vordere obere Fläche vom Femur und Tibia des Mxp. 
zerstreut gekörnt. Hand dicker als die Tibia. Bewegliche Palpenfinger 
1^/2 mal so lang wie die Hinterhand. Behaarung der Cauda spärlich, 
aber lang, namentlich die der Blase, Mxp. dagegen kaum behaart. Mittel- 
kiel der Abdominalsegmente nur an den 3 vorletzten, auch hier sehr 
schwach. 

Weitere 4 Exemplare aus Windhuk (Kat. Nr. 1054) zeigen deut- 
liche Anklänge an andere Arten, so ein ^f von 73 mm Gesamtlänge mit 
sehr langen Palpenfingern (mehr als doppelt so lang wie die Hinterhand) 
eine Annäherung an mossambicensis Ptrs. (flavidus Poe.) durch 
die in deutlichen Querreihen, wenn auch nicht Querlinien angeordneten 
Körnchen auf der Dorsalfläche des 1. Kaudalsegmentes und ebenso eine 
Ähnlichkeit mit capensis (H. & E.) durch die etwa zungenförmige Auf- 
biegung des Hinterrandes nicht nur am 2., sondern auch am 3. Kaudal- 
segmente. Die übrigen 3 Exemplare haben Kz. 32—34, 32—33, 32—32 ; 
bewegliche Palpenfinger 1^/2 mal so lang wie die Hinterhand oder ein 
wenig länger; Schrägreihen 12. Die Körnchen auf der dorsalen Nebencrista 
des 5. Kaudalsegmentes sind meist klein und niedrig, bei 2 Exemplaren 
spitzkegelförmig. Sonst wie das oben beschriebene Exemplar. 

Parabuthus granulatus (H. & E.) var. bergeri n. 

(Vgl. Kraepelin, in: Tierreich p. 30; in L. Schultz e, Forschungsreise 
p. 251.) 

1 cf von Haruchas bei Gochas, D.-SW-Afrika (Kat. Nr. 1047) und 

3 jüngere Exemplare. 

3 cf und 4 9 von Berseba, D.-SW-Afrika (Kat. Nr. 1046). 

4. Käudalsegment zehnkielig; Cephalothorax bis zum Vorderrande 
dicht gekörnt. Die Körnelung der rinnenförmigen Dorsalfläche des 
2. Kaudalsegmentes (Y5 der Entfernung der Dorsalkiele voneinander) 
nimmt nur ^/^ der Länge des Segmentes ein. Seitliche Nebenkiele des 

4 Kaudalsegmentes vollständig entwickelt. Seitliche Flächen des 1. und 
2. Kaudalsegmentes deutlich körnig, die Körnelung in der hinteren 
Hälfte stärker als in der vorderen. Dorsalkiele des 5. Kaudalsegmentes 
in der hinteren Hälfte vollständig obsolet, die Kanten verrundet, innere 

6* 



— 84 — 

Nebencrista kaum unterscheidbar, aus kleinen, abgerundeten Körnchen 
bestehend. 

4. Bauchplatte des Abdomens mit vier Kielen, die mittleren glatt, 
die seitlichen körnig. Mitte der Dorsalfläche des 1. bis 3. Kaudal- 
segmentes mit deutlicher Längsrinne; die Körnelung der Dorsalfläche 
des 1. Segmentes nimmt ^/g der Breite derselben ein und reicht fast bis 
zum Hinterende des Segmentes; am 3. Segment bildet sie ein schmales 
Band und nimmt nur ^/g der Länge desselben ein. Blase unterseits mit 
spitzigen Körnchen in Reihen; mit einem starken Seitenzacken jederseits 
an der Basis. Stachel lang, stark gekrümmt. Hinterhälfte der Bücken- 
platten des Abdomens grob-, vordere feinkörnig. 

Färbung dunkelrotbraun. Unterseite des Truncus gelbbraun. Kämme 
hellgelb. Länge 100 mm, Cephalothorax 10, Truncus 56, Mxp. 32, 
Blase 10, Hand 15,5, Kammzähne 32—33. 

Ein junges Tier ist hellbraun, Cauda dunkelbraun ; ein ganz junges 
hellgelb, 5. Kaudalsegment und Blase beraucht. 

Von den Exemplaren aus Berseba sind die grösseren ^f so wie das 
vorhin beschriebene cT ; die 92 sind heller, mit gelben Beinen (v. ful- 
vipes E. Simon), eines mit dunklen Fingern des Mxp. und dunklen 
Körnchenkielen der Cauda; Kz. beim (Y" 33 — 34, beim J 26 — 27. 

Da der Nebenkiel am 4. Kaudalsegment durch eine sehr deutliche 
und fast die ganze Länge des Segmentes einnehmende Körnchenreihe 
dargestellt ist, kommt man sehr leicht in die Versuchung, diese Exem- 
plare in einer ganz anderen Gruppe der Gattung zu suchen. Die Hände 
sind beim 9 viel schmäler, die Finger etwas länger als beim cf. Ich 
glaube, dass die Abtrennung dieser Form als var. bergeri wohl 
berechtigt ist. 

Parabuthus Ibelli n. sp. 

cf von Berseba (Kat. Nr. 1057), 50 mm lang, mit etwa 40 Kz. 

9 von Berseba (Kat. Nr. 1056) 69 mm lang, mit 32 Kz. 

cT hellgelb, 9 rotgelb, nur Seiten- und Unterfläche des 4, und 
5. Kaudalsegmentes und der Blase dunkel violettbraun, ebenso ein Quer- 
band vor dem Hinterende der Dorsalfläche des 5. Segmentes. Cephalo- 
thorax vorn abgestutzt, gleichmäfsig gekörnt; Abd. in der Mitte fein 
chagriniert mit deutlichem Mediankiel, Rückenplatten beim (/ auch in 
der Hinterhälfte sehr schwach gekörnt, nur die letzte deutlicher, Bauch- 
platten glatt, die letzten mit 4 glatten Kielen, beim cT f^ie mittleren 



— 85 — 

weniger deutlich, und alle nur auf die Hinterliälfte beschränkt. Vordere 
3 Kaudalsegmente zehnkielig, Kiele körnig, Interkarinalflächen beim ^f 
glatt, konkav; beim 9 i" f^^r Hinterhälfte der Segmente etwas körnig; 
am 4. der Nebenkiel fast vollständig, aber schwach ; obere Dorsalkiele beim 
(/ verrundet, beim 9 deutlich ; untere Mediankiele nicht bis zum Hinterrand 
des Segmentes hinausgehend; am 5. Kaudalsegment Unterfläche stark 
gekörnt; untere Lateralkiele gegen das Hinterende des Segmentes immer 
stärkere Zacken bildend, der stärkste aber noch vor dem Ende; Dorsal- 
kiele ganz verrundet, mit einzelnen abgerundeten Körnchen; Seitenflächen 
glatt (cf ) oder körnig (9), gegen die unteren Lateralkiele mit etwas grösseren 
Körnchen ; Blase unterseits mit Reihen spitzer Körnchen , Stachel lang , 
etwa so lang wie die Blase. Körniges Dorsalfeld des 1. Caudalseg- 
mentes über ^/g der Breite zwischen den Dorsalkielen einnehmend, vorn 
beim cT ^^ tli'ei Fortsätze auslaufend (wie die Basis einer Pfeilspitze), 
beim 9 k^^^z dreispitzig, gegen das Hinterende sich verschmälernd und 
dann wieder kelchfussartig sich verbreiternd; am 2. Segment schmal, 
bandförmig; in beiden Segmenten bis an das Hinterende des Segmentes 
reichend. Hand kurz, dick, die Länge des beweglichen Fingers gleich 
1^/2 (cT) bis 2 mal f^) derjenigen der Hinterhand, 12 Schrägreihen. 
Behaarung gleichmäfsig, nicht sehr dicht, hell und verhältnismäfsig kurz, 
nur an Tibien und Tarsen lang, auch noch an der Blase (hier aber 
dunkel). 

Diese Art hat manche Ähnlichkeit mit granulatus, lässt sich aber 
sofort durch folgende Merkmale unterscheiden: 1. ist der bewegliche 
Palpenfinger bei granulatus fast doppelt ((f) oder mehr als doppelt 
(cf semiad.) so lang wie die Hinterhand; 2. sind die Rückenplatten 
des Abdomens bei granulatus hinten grobkörnig; 3. ist das 2. Kaudal- 
segment auf der Dorsalfläche bei granulatus nicht bis zum Hinterendc 
gekörnt; 4. sind bei granulatus die Dorsalkiele des 5. Kaudalsegmentes 
sehr deutlich und gekörnt; 5. ist die Färbung vollkommen anders. 
Von P. laevifrons, mit dem die Art vielleicht wegen der zwar 
körnigen, aber glänzenden und mit glatten Körnchen besetzten Stirn 
rielleicht verglichen werden könnte, sowie von P. planicauda Poe, 
mit dem sie wegen der chagrinierten letzten Dorsalplatte des Abdomens 
Ähnlichkeit hat, ist sie durch die Färbung, ausserdem von ersterem 
noch durch die längeren Finger des Mxp., von letzterem durch das 
völlige Fehlen eines hinteren steilen Absturzes der Dorsalfläche am 
1. Kaudalsegmente unterscheidbar. 



— 86 — 

Diese Art benenne ich auf Wunscli des Kustos Ed. Lampe 
nach dem langjährigen und verdienstvollen Alt -Oberbürgermeister 
Dr. K. V. Ibell in Wiesbaden, zur Zeit geschäftsführender Vorsitzender 
der Museumsdeputation. 

Babycurus büttneri Karsch. 

Kraepelin, 1. c, p. 62; Werner, Verb. Ges. Wien 1902, p. 599; Borelli, 
Ann. Mus. Genova (3) V. 1811, p. 12. 

cf von Campo, S. Kamerun (Kat. Nr. 1066), 51 mm lang, mit 
18 — 19 Kz. Rotbraun; Tibia und Finger des Mxp. beraucht. 

Babycurus neglectus Krpln. 
Kraepelin. 1. c, p. 63; Werner, 1. c, p. 599. 

Ein junges Exemplar aus Kribi, Kamerun (Kat. Nr. 1067) mit 
20 Kz. Truncus dunkel beraucht; auf jedem Abdominalsegment vier 
helle Flecken, je einer beiderseits vom Mittelkiel und einer an jeder 
Hinterecke. Von der Kauda unterseits ^/g des 4., ^1^ des 5. Segmentes 
beraucht, ebenso Femur, Tibia, Finger des Mxp. 

Blase schmal, aber doch breiter als die Hälfte des 5. Kaudalsegmentes. 

Ober Kaudalkiele sehr feinkörnig, untere an den ersten 3 Segmenten 
glatt. Letzte Bauchplatte mit glatten Kielen. 

Im Vergleich zu zwei erwachsenen Exemplaren aus Atakpome, Togo 
(Zool. Sammlung Univ. Wien und Koll. Werner) durch dunkle Färbung 
des Truncus (auch der letzten Rückenplatte des Abdomens) auffällig. 

Lychas tricarinatus (E. Sim.). 
Kraepelin, 1. c, p. 50. 

cf von Goa, Vorderindien (Kat. Nr. 1060), 45 mm lang, mit 22 Kz. 

Truncus dunkelbraun, mit hellen, etwa x förmigen Zeichnungen. 
Kaudale am 4. Segmente unterseits mit Fleckenstreifen, am 5. regel- 
mäfsig gestreift. Blase und Hand gelbrot. Femur und Tibia des Mxp. 
und der Beine dunkel weitmaschig marmoriert oder gefleckt. 

Der Dorn unterhalb des Blasenstachels nicht nach abwärts, sondern 
horizontal nach hinten gerichtet. Blase an der Seite mit Längskiel. 
Palpenfinger l^/gmal so lang wie die Hinterhand. 

Ein kleines Exemplar von Murmagoa-Bai (Kat. Nr. 1061), Vorder- 
indien, stimmt in allen wesentlichen Eigentümlichkeiten mit vorigem 
überein, doch sind die Tarsaldornen am 3. Bein kürzer als der Durch- 
messer des Tarsus. 



— 87 — 

Obwohl die Stellung des Dornes unter dem Blasenstachel auf A. 
shoplandi hindeuten würde, stimmen die Exemplare doch weit besser 
mit der obigen Art überein. 

Lychas emiliae n. sp. 

cf von Kijabe, Brit.-0-Afrika (Kat. Nr. 1059) (16 -f- 29 mm lang). 
Kz. 16—17. 

Nächstverwandt A. burdoi (E. Sim.). 

Truncus beraucht bis auf einen grossen gelben Längsfleck auf jeder 
Seite des Cephalothorax und einen kleinen gelben Fleck auf jedem 
Abdominalsegmente jederseits vom Mediankiel. Vorderrand des Cephalo- 
thorax und Augenhügel schwarz. Beine und Mxp. gelb, mit Ausnahme 
der Palpenfinger, die dunkelbraun sind. 

Cauda gelb, 5. Segment und Blase dunkelbraun; Unterseite der 
Segmente mit 3 dunklen Längslinien. 

Untere Kaudalkiele völlig absolet; obere verrundet. Mxp. und 
Beine ziemlich dicht behaart. 

Ich konnte diese Art mit einem 9 Exemplar des L. burdoi 
{= Uroplectes pictus Wern.) vergleichen, das sowohl in der Färbung 
als in dem Fehlen der Kaudalkiele sich wesentlich unterscheidet. 

Nach Frl. Emilie Messinger benannt, dem das Museum in 
Wiesbaden viele wertvolle Objekte aus Brit.-O- Afrika verdankt. 

Lychas asper Poe. v. obscurus Krpln. 
Xraepelin, Mitt. Naturhist. Mus. XXX. Hamburg 1913, p. 174, 175. 

Jüngeres Exemplar (9j Uchirombo (Kat. Nr. 1058), D.-0-Afrika, 
mit 16 Kz. 

Rückenplatten des Abdomens dicht und grob gekörnt, auch 4. Bauch- 
platte dicht gekörnt. Dorsalkiele des 2. und 4. Kaudalsegmentes mit 
etwas vergrösserten Dornen. 

Femur und Hand des Mxp., Beine, 4. Bauchplatte und Seitenwand 
des 3., sowie Cauda auf dunkelbraunem Grunde dicht gelb gefleckt oder 
getüpfelt. Tibia des Mxp. einfarbig dunkelbraun, ebenso 5. Kaudal- 
segment und Blase; Hinterrand der Rückenplatten des Abdomens dunkel- 
braun, gelb gefleckt. 



— 88 — 

ITroplectes planimanus (Karsch). 

Kraepelin, 1. c, p. 56. 

Zahlreiche Exemplare aus Berseba (Kat. Nr, 1065), eines von 
Okahandja (Kat. Nr. 1064), eines von Windhuk. Es sind typische 
planimanus mit grossem, sichelförmig gekrümmten Kammgrundzahn 
des 9) einfarbig gelb, nur Mittelaugen, Vorderrand des Cephalothorax 
schwarz, untere Kaudalkiele, wenigstens an den hinteren Segmenten 
dunkel. 

Isometrus papuensis n. sp. 

cT aus Bogadjim, D.-Neu-Guinea (Kat. Nr. 1068). 

Länge 14-]- 29 mm, 5. Caudalsegment 6. Blase 5^2 i'^''"'' lang. 
ersteres 1 mm dick, Blase ein wenig dicker. 

Nächstverwandt dem I. melanodactylus (L. Koch) von Australien, 
aber durch die langgestreckt walzenförmige Blase mit kurzem, stark 
gekrümmten Stachel und die Färbung wohl unterschieden. Dorn unter 
dem Stachel breit dreieckig, seitlich kompress, auf der oberen Schneide 
mit kleinem Dorn. 

Oberseite rotbraun, Femur und Tibia des Mxp. und Beine dunkler 
marmoriert, Truncus dunkel gefleckt; die drei ersten Segmente der 
Cauda längs gestrichelt, die beiden übrigen und die Blase schwarzbraun. 
Vorderrand des Cephalothorax und zwei Längsbänder bis zum Augen- 
hügel schwarzbraun, ebenso eine /l^-förmige Zeichnung und eine Längs- 
linie jederseits davon hinter dem Augenhügel. Hand etwas heller rot- 
braun, Kiele dunkler, am Grunde der Finger ein dunkles Querband, 
diese rotbraun. 

Tityus paraensis Krpln. 

Kraepelin, 1. c, p. 84-. 

9 von Para (Kat. Nr. 1069), 46 mm lang, mit 22 Kz. und 
15 Schrägreihen des beweglichen Palpenüngers. 

Oberseite dunkelbraun, Rückenplatten des Abdomens mit zwei blass- 
braunen Längsbinden nahe der Mittellinie ; Hinterrand dunkelbraun mit 
einer Querreihe kleiner gelblicher Flecke, derjenige in der Mittellinie 
am grössten und nach hinten an Grösse zunehmend. Tibia und Femur 
des Mxp. und der Beine, sowie Seiten und Unterseite der Cauda mit 
hellen runden Tüpfeln. 



— 89 — 

Unterseite des Femur, der basalen Hälfte der Tibia, der Beine^ 
Kämme und Unterseite des Truncus hellgelbbraun, dieser aber nach 
hinten dunkler, letzte Bauchplatte braun, vorn zwischen den dunklen 
Kielen gelblich; dorsale Fläche der Cauda nur am 2. und 3. Segment 
mit braunen V-förmigen Flecken; 4. nur vorn und hinten, 5. und Blase 
ganz braun. 

Dorn unter dem Blasenstachel gross, dreieckig, horizontal nach hinten 
gerichtet, oben mit einem Zähnchen. Basalmittellamelle der Kämme 
blasig erweitert (J!). Bewegliche Palpenfinger 2^2 "^^1 so lang wie 
die Hinterhand. 

Scorpionidae. 

Pandinus platycheles n. sp. 

3 Exemplare von Harrar, Abessynien (Kat. Nr. 1071). 

Gehört in die Gruppe der hellen nordostafrikanischen Arten, unter- 
scheidet sich aber von allen durch die Lage der Mittelaugen in der 
Mitte des Cephalothorax, die geringe Anzahl der Kammzähne (12 — 15), 
während P. percivali Poe. von Arabien 21 — 22, P. magrettii 
Bor. von Erythraea 20 — 22 Kammzähne besitzen; (P. exitialis scheint 
ebenso viele wäe letztere Art zu haben, da Pocock, v^^elcher sie mit 
der Bor ellischen Art vergleicht, keinen Unterschied in bezug auf die 
Kammzähne hervorhebt; Kraepelin gibt 22 — 23, 17 — 18 an; P. 
pallidus Krpln. hat 17—21, P. arabicus Krpln. 22—24 Kamm- 
zähne); von P. meidensis Karsch, von dem die Zahl nicht bekannt 
ist, durch die geringe Zahl der Dornen am Tarsenendglied, die flache,- 
scharfrandige Hand ohne Längskiele der Oberfläche, die deutlichen 
Längskiele des letzten Abdominalsegmentes, die geringere Zahl von 
Trichobothrienreihen an der Tibia des Mxp.; von P. smithi (Kz. 17 
bis 22) durch die nicht lang rotborstige Hand. 

Oberseite hellrotbraun; Stamm der Cheliceren und Blase hellgelb; 
Finger und Bandkiele der Hand schwarzbraun ; Beine hellgelb, am Ende 
von Femur, Tibia und Metatarsus ein dunkler Fleck. 

Hand sehr schwach gewölbt, mit scharfem Innenrandkiel und grossem 
Ballen: oben mit glatten, glänzenden Buckeln, die auf der Innenfläche 
netzartig verschmelzen; Innenrandkante dornspitzig. Letzte Bauchplatte 
mit 2 etwas gekörnten Längskielen. Hintere obere Fläche der Tibia 



— 90 — 

des Mxp. mehr glatt (untere mit 1 — 2 Reihen von Trichobothrien, die 
innere recht unregelmäfsig), Femur kürzer als bei pallidus; Aussen- 
dornen des Tarsenendgliedes der Beine nicht mehr als 4, Innendornen 
nicht mehr als 3; der Endlobus hat zwei Dornen unterseits, am 1. Dorn 
ebensowenig wie bei pallidus an der Spitze, sondern hier eine Breite: 
Dorsalfläche der Cauda durchwegs glatt; Blase glatt oder mit abgerun- 
deten Höckern. Unterhandfläche auf dem Ballen feindornspitzig, mit 
2 Längsreihen von Körnchen, die eine Art Kiel bilden. 

Länge 63 mm; Truncus 35, Cephalothorax 11, Cauda 28, Hand 
17 lang, 11 breit, Hinterhand 8 mm lang. 

Aus den angegebenen Merkmalen ist der Unterschied von dem ihm 
zunächst stehenden P. pallidus Krpln. leicht zu ersehen; die Form 
der Hand, das Vorhandensein von Längskielen der letzten Bauchplatte, 
die Zahl der Dornen an der Unterseite des Tarsenendgliedes, die Zahl 
der Kammzähne u. a. bereits angegebene Charaktere genügen vollständig 
für die Unterscheidung. 

Pandinus pallidus (Krpln.) var. gregoryi Poe. 

Kraepelin, 1. c, p. 120; Zool. Jahrb. Syst. XVIII. 1903, p. 569. 
Werner, in: Fourth Report Wellcome Res. Lab., Gordon Mem. Coli. Khartoum 
1911, p. 187, Taf. XV, Fig. 2. 

1 9 ^on Harrar, Abessynien (Kat. Nr. 1072). 98 mm lang, mit 
17 Kammzähnen. Truncus und Cauda dunkelrotbraun, Hand und Blase 
hellrotbraun, Finger des Mxp. dunkelrotbraun, Beine gelb; ein dunkler 
Fleck am Ende von Femur, Tibia und Metatarsus. 2 — 3 Reihen von 
Trichobothrien auf der Unterseite der Tibia des Mxp., die inneren un- 
regelmäfsig; Dornen des Tarsenendgliedes der Beine (mit Einschluss 
derjenigen am Endlobus), innen 3 — 5, aussen 5 — 8, schwarz. Untere 
Handfläche auf dem Ballen dornspitzig. Nach der netzartigen Ver- 
schmelzung der Buckel auf dem Handballen des Mx. zu var. g r e g o r y i 
Poe. zu stellen. Die Art war bisher erst aus Somaliland und Kordofan 
bekannt. Kraepelin trennte P. gregoryi neuerdings als besondere 
Art ab. 

Pandinus dictator (Poe). 
Kraepelin, 1. c, p. 123. 

cf von Campo, S.-Kamerun (Kat. Nr. 1073), 144 mm lang, mit 
13 Kammzähnen. 



~ 91 — 

Heterometrus liophysa (Thor.). 
Kraepelin, 1. c, p. 112. 

Ein trächtiges 9 ^'^^ 118 mm Länge, von der Insel Nias (Kat. 
Xr. 1070) mit 12 — 13 Kammzähnen. Nach Vergleich mit Exemplaren 
des H. longimanus (Hbst.) erweist sich diese Art als wohl verschieden. 

Opisthophthalmus opinatus (E. Simon). 
Kraepelin, I.e., p. 130; in: Michaelsen, S- W- Afrika, Lief. 1, 1914, p. 115. 
Zahlreiche Exemplare von Berseba, D.-S-W-x\frika (Kat. Nr. 1074), 
das grösste 120 mm lang; Kz. 26—30 (cf), 20—23 (9); von 0. 
intercedens Krpln. in allen Merkmalen wohl geschieden, untereinander 
sehr übereinstimmend. 

Opisthophthalmus carinatus (Ptrs.). 

Kraepelin, 1. c, p. 132: Penth er, Ann. Hofmus. Wien XIV. 2, 1900, p. 158. 
Kraepelin, in: L. Schnitze, Forschungsreise Bd. I, 1, 1908, p. 264 (62) 
und in: Michaelsen, D.-S-W- Afrika Lief. 1, 1914, p. 115. 

2 cTcT von Okahandja (Kat. Nr. 1075), 104—111 mm, Kz. 23—24. 

1 9 von Windhuk (Kat. Nr. 1081), 115 mm, Kz. 17—18. 

5 99, 1 cf von Windhuk (grösstes 9 106 mm); Kz. cf 20—21, 
V 16—20. 

9 und 6 Junge von Harucbas (Kat. Nr. 1076); 9 ^5 mm, Kz. 17. 

Halbwüchsige Exemplare von Karibib (Kat. Nr. 1077): Junges von 
Berseba (Kat. Nr. 1078). 

Junge Tiere sind dadurch auffällig, dass die Vorderhälfte der Abd. 
Rückenplatten dunkel- die hintere hellbraun ist (nur bei einem Exemplar 
die ganzen Platten dunkel). Cephalothorax hellbraun, Stirnaugen und 
Augenhügel schwarz. Fingerkiel, Mittelkiel der oberen Aussenfläche, 
sowie zwei Kiele auf der Innenfläche, dunkel; Handballen hellrotbraun, 
sonst Mxp. wie Cauda dunkelrotbraun. Blase und Beine gelb. 

Opisthacanthus lecomtei (H. Luc). 
Kraepelin, 1. c, p. 149. 

9 von Campo, S.-Kamerun (Kat. Nr. 1079), 61 mm lang, Kz. 11. 
Lederbraun, Blase hellgelbbraun. 

Hormurus australasiae (F.). 
Kraepelin, 1. c, p. 154. 

9 von der Insel Nias (Kat. Nr. 1031). 



— 92 — 

Keine Kaudalrinne; Enddornen der Dorsalkiele am 3. und 4. Kaudal- 
segmente fehlen; 3. und 4. Segment unterseits stumpf gekielt; Kz. 5. 

Ein kleineres Exemplar von Bogadjim, D.-N.-Guinea (Kat. Nr. 1032) 
ist ganz tj'pisch und hat 6 Kammzähne. 

Hormurus caudicula (L. Koch). 
Kraepelin, L c, p. 155. 

Ein ganz typisches Exemplar von Bogadjim, D.-N.-Guinea (Kat. 
Nr. 1033), wo also beide Arten vorkommen. Kz. 8. 

Chactidae. 

Euscorpius mingrelicus (Kessel). 

Birula, Horae Soc. Eni. Ross. Bd. 33, 1898, p. 138; Mitt. Kaukas. Mus. Bd. VIT, 
1912, p. 10; Ann. Mus. St. Petersbg. V. 1900. p. 251, XVI. 1911, 
p. 177. 

Mehrere Exemplare (Kat. Nr. 1038/40, 1080). Buchenwald von 
Dioscuria bei Suchumkale 29. V. 10. 2 (j^ 1 Q Sotchi im Stadtpark 
20. V. 10. Krasnaje Poljana, W-Transkaukasien, ca. 600 m. Laubwald 
23. V. 10. Gagry 25. V. 10 (ganz jung). 

Kz. beim (f 8 — 9, beim Q 6 — 7; Trichobothrien an der Tibia 
des Mxp. 5 (ausnahmsweise 4). Es ist sehr fraglich, ob diese Art 
wirklich von E. germanus verschieden ist; wahrscheinlich hängt da? 
Gebiet des germanus über die Balkanhalbinsel, Griechenland (Tinos). 
Kleinasien (Adampol), dem cilicischen Taurus (als E. ciliciensis Bir.) 
mit demjenigen obiger Art zusammen. (Vgl. Kulczj-nski, in S.-B. 
Ak. Wiss. Wien CXII, 1. 1903, p. 678.) 

Bothriuridae. 

Bothriurus lampei n. sp. 

4 Exemplare von Yura, Peru (Kat. Nr. 1013). 

Hellgelb, Truncus dunkel mit breitem gelbem Mittellängsband i 
Cauda unterseits schwarzlinig; Körnchen der Kiele schwarz. Mitte der 
Rückenplatten des Abdomens überaus fein chagriniert, matt. Augen- 
hügel tief gefurcht, die Furche fast bis zum Vorder- und llinterrande 
des Cephalothorax reichend, hinter dem Augenhügel muldenförmig 
erweitert. Letzte Bauchplatte des Abdomens glatt. Unterer Mediankiel 
(nur 1 unpaarcr vorhanden!) und Lateralkiclc nur vom 2. bis 5. Kaudal- 



— 93 - 

Segment vorhanden bis zum 4. ganz glatt, am 5. deutlich körnig; 
Dorsalkiele des 5. Segmentes obsolet; Nebenkiele kaum unterscheidbar. 
Blase fast glatt. Kz. 20. Hand des cf' ohne Grube oder Dorn. Länge 
des grössten Exemplars (cT) 45 mm. 

Diese Art steht dem B. burmeisteri Krpln. am nächsten, ist aber 
von ihm durch zahlreiche Merkmale leicht unterscheidbar. 

2. Fedipalpi. 

Phrynichus bacillifer (Gerst.), 
Kraepelin, Scorpiones und Pedipalpi (Tierreich, 8. Lief. 1899) p. 237. 

$ mit etwa 20 sehr grossen Eiern, von Amani, D.-0-Afrika 
(Kat. Nr. 1113) und junges Exemplar. Das 9 misst 29 mm Truncuslänge, 
der Cephalothorax ist 9, der Femur des Mxp. 55 mm lang. Coxa und 
Femur des Mxp. am Vorderrande behaart; dieser mit 2 Stäbchen, das 
proximale wenigstens 4 mal so lang wie das distale, glänzend schwarz, 
am freien Ende nicht verdickt, vom distalen Stäbchen etwa ebensoweit 
entfernt wie vom distalen Ende der Coxa. Handrücken höckerkörnig. 
Im Vergleich zu einem Exemplar der Wiener Universitätssammlung, 
das ebenfalls von Ostafrika stammt, sind auch die beiden Dornen der 
Hand des Mxp. bedeutend länger, ebenso auch die distalen Dornen 
der Tibia. Die angegebenen Unterschiede dürften die Aufstellung einer 
var. amanica wohl rechtfertigen. 

Charon grayi (Gerv.). 
Kraepelin, 1. c. p. 247. 

7 Exemplare aus Bogadjim, Neuguinea (Kat. Nr. 1114), alle von 
ungefähr gleicher Grösse. Sowohl vor dem Ober- als dem Unterkanten- 
dorn der Hand des Mxp. nur ein Dörnchen, das obere mit einem ganz 
kleinen Nebendörnchen am Grunde. Vor den beiden grossen Dornen 
der Tibia distalwärts 4 sehr verschieden grosse, proximalwärts 2 Dornen. 
Cephalothorax und Mxp. schwarzbraun, Abdomen rotbraun, Femura der 
drei hinteren Beinpaare hellrotbraun, dunkel geringelt ; ein etwas jüngeres 
Exemplar ganz hellbraun. 

Abalius rohdei Krpln. 
Kraepelin, 1. c. p. 210. 

1 9 ^'01^ Atjeh, Sumatra (Kat. Nr. 91); Truncus 44 mm lang. 



— 94 — 

3. Glied der Tarsengeissel 2 mal so lang wie breit, die folgenden 
kaum 1^/2 mal so lang wie breit, das 9. = 7.4-8. Cephalothorax^ 
Mxp., 1. Bauchplatte schwarzbraun, sonst rotbraun, 1. Bauchplatte in 
der Mitte mit Liingswulst, beiderseits davon ein abgerundeter Höcker, 
durch eine breite Furche vom Median wulst getrennt. — Bisher erst aus 
Neuguinea bekannt. 

Mastigoproctus annectens n. sp. 

Ein anscheinend jüngeres 9 von Sta. Catharina, Brasilien. (Kat. 
Nr. 1115.) 

(Länge 18 mm, Schwanzfaden 23, Cephalothorax 8 mm.) 

Durch das vollständige Fehlen der Ommatidien und die bedeutend 
geringere Grösse (wenn auch nicht ganz ausgewachsen, ist doch das 
Exemplar nach dem Grade der Erhärtung des Chitins auf keinen Fall 
als unreif zu betrachten) schliesst sich diese Art an die gleichfalls 
brasilische Gattung Thelj'-phonellus an. 

Rand des Cephalothorax über die Seitenaugen nach hinten ver- 
längert. Cephalothorax feinkörnig, mit zwei schwachen stumpfen, durch 
eine mediane Längsfurche getrennten Wülsten hinter den Stirnaugen : 
ein seichter Längseindruck jederzeit einwärts von den Seitenaugen. 
Stirnspina nicht unterscheidbar. Erste Bauchplatte des Abdomens mit 
2 seitlichen Gruben, wie auch die folgenden, ganz glatt. Trochanter 
des Mxp. oben mit 5 starken Dornen, der an der Vorderecke erheblich 
grösser; Trochanter und Femur oben feinkörnig, Tibia und Hand glatt, 
mit sehr spärlichen Grübchen. Tibienapophyse oben gesägt, unten mit 
zwei Zähnchen. 2. Glied der Tarsengeissel so lang wie das 3. Schwanz- 
faden vollständig unbehaart. Tibialsporne nicht unterscheidbar. Oberseite 
dunkelrotbraun, Tarsen hellrot, Schwanzfaden gelblichweiss. 

3. Solifugae. 

Solpuga lethalis C. L. Koch. 

Kraepelin, Palpigradi ii. Solifugae in: Tierreich, 12. Lief. 1901. Ü'O, p. 66; 
in L. Schultze, Forschungsreise p. 269; in: Micha eisen. 
D.-SW-Afrika, p. 120. 

3 :^^ von Windhuk (Kat. Nr. 1501); 24 99 und Junge (Kat. 
Nr. 1502) verschiedenen Alters von Berseba. Bei den cf^f ist das 
Flagellum ganz gerade nach hinten gerichtet und ragt weit über den 



Angenhügel hinaus. Dorn des Flagellums halb so lang wie das Endstück 
desselben vom Ansatz des Dornes an; Dorn und Flagellumspitze stumpf; 
bei einem (^ (Kat. Nr. 2678) ist der Dorn 2 — 3 spitzig. Truncus bis 
44 mm, Mxp. mit Einschluss der Coxa 45 mm. 

Von den §9 i^^ ^^"^ ^^^^ (^"^ ^^^- ^''« 2720a) von enormer Grösse; 
Truncus 52, Breite des Cephalothorax 15, Mandibeln lang 23, Mxp. 
55 mm. Ausser den 99 '^^ ^^^^^ verschiedener Grösse liegen auch Junge 
verschiedener Altersstadien vor, die eine vollkommen lückenlose Serie 
bis zu den 99 bilden. Das kleinste ist charakterisiert durch einen 
breiten dunklen Vordei- und Seitenrandsaum des Cephalothorax, der 
beiderseits vom Augenhügel vorn durch einen hellen dreieckigen Fleck 
ausgerandet erscheint. Mandibeln mit je 2 dunklen Längslinien. Abdomen 
mit drei dunklen Längslinien auf weisslichem Grunde, die sich mit 
zunehmendem Alter in Fleckenbinden auflösen und schliesslich immer 
blasser werden, bei voll erwachsenen Tieren ganz verschwunden sind. 
Tibia und Tarsus des Mxp. und aller Beine sowie distale Hälfte des 
Femur des Mxp. beraucht, z. T. dunkel längsgestreift. 

In der mir zur Verfügung stehenden Literatur ist es mir nicht 
gelungen, eine Beschreibung der so auffällig von den einfarbig lehm- 
gelben erwachsenen Tieren verschieden gezeichneten Jugendform zu 
finden. 

Was nun den Unterschied dieser Art von S. venator Poe. an- 
belangt, so möchte ich hier besonders auf die Ausführungen Kraepelins 
in Michaelsen, D.-SW-Afrika hinweisen, aus der schon entnommen 
werden kann, dass die verschiedensten Kombinationen der Merkmale 
beider Arten beim o^ vorkommen und dass das 9 beider Arten nur 
nach der Zahl der Zwischenzähne des dorsalen Md. -Fingers unterschieden 
werden können. Unter dem Material aus Berseba befinden sich nun 99 ^ 
die ansonsten vollkommen übereinstimmen, aber teils einen, teils zwei 
Zwischenzähne des dorsalen Md. -Fingers aufweisen. Ich muss gestehen. 
dass es mir unerklärlich ist, warum Kraepelin nicht die einzige 
mögliche Konsequenz gezogen und beide Arten unter dem älteren Namen 
lethalis vereinigt hat, da weder morphologische noch tiergeographische 
Gründe (beide Arten kommen bei Rehoboth und Keetmanshoop vor) 
für die Abtrennung sprechen. 



— 96 — 

Solpuga dentatidens (E. Simon). 
Kraepelin 1. c. p. 58. 

3 cTcf ^'01^ Harrar, Abessyinien (Kat. Nr. 1503); Truncuslänge 
24 mm. Flagellum reicht oben noch über den Augenhügel hinaus, mit 
kleinem Seitenzahn vor dem Ende (nach dem Vorkommen oder Fehlen 
bei lethalis scheint mir das Auftreten eines Dornes am Flagellum 
auch bei dieser Art kein Grund für artliche Abtrennung). Mittlerer 
Yorderzahn des dorsalen Md. -Fingers grösser als die beiden anderen, 
Zwischenzahn etwas kleiner. Zwischen den beiden Hauptzähnen des 
ventralen Fingers ein starker Zwischenzahn, dem hinteren Hauptzahn 
ansitzend. Mxp. der Beine beraucht, sonst Färbung bleichgelblich, 
nicht gelbrot. 

Solpuga nasuta Karsch. 

Kraepelin, 1. c. p. 72; Mitt. Naturhist. Mus. XXX. Hamburg 1913, p. 191; 
Zool. Jahrb. Syst. XVIH. 1903, p. 573. 

cf aus der Nähe des Kilimandjaro, D.-0-Afrika (Kat. Nr. 1505). 
Der Anhang des Flagellums hinter dem Zahn grösser als von Kraepelin 
abgebildet, Breite des Cephalothorax : Länge der Tibia=10:14; 
Truncus 35 mm. 

9 von Harrar, Abessynien (Kat. Nr. 1504), Truncus 26 mm. 

Färbung des Abdomens oben ganz dunkel, unten mehr rotbraun ; 
überhaupt Färbung beider Exemplare mehr rotbraun als gelbrot. 

Solpuga cervina Pure. 
Kraepelin, 1. c. p. 75. 

9 aus Kuibis, D.-SW-Afrika (Kat. Nr. 100), das schon Kraepelin 
vorlag, Färbung sehr hellgelb. Anscheinend neu für D.-SW-Afrika. 

Solpuga obscura Krpln. 
Kraepelin, 1. c. p. 77; Mitt. Naturhist. Mus. XXX. Hamburg 1913. p. 191. 

Junges 9 von Mtutahata Kwa Mtogitwa, 0-Afrika (Kat. Nr. 1506). 
Mxp. und Beine an den Gelenken heller, sonst ganz typisch. 

Solpuga sp. 
Ähnlich obscura, aber proximale Hälfte des Metatarsus des Mxp. 
Aveiss; ein junges 9 aus Berseba, D.-SW-Afrika. 



— 97 — 

Solpuga sp. 
Ebenfalls aus der ob s cur a -Gruppe, nur 3 mm langes Exemplar, 
Abdomen oberseits weisslich mit drei dunklen Längslinien. Mxp. braun, 
mit Einschluss der distalen Hälfte des Femur: auch Beine braun, nur 
Femur weiss. Berseba. 

Rhagodes ornatus (Poe.) var. phillipsi (Poe). 

Kraepelin, 1. c. p. 40; Mitt. Naturhist. Mus. XXX. Hamburg 1913, p. 190; 
Zool. Jahrb. Syst. XVIII, 1903, p. 573. 

4 cTcT ä'is Harrar, Abessynien (Kat. Nr. 1507), die sich der oben- 
genannten Varietät gut einordnen lassen. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



Zehn neue äthiopische Lycosiden nebst 
Bemerkungen über einige weitere exotische Araneae. 



Yon 

Embrik Strand (Berlin). 



Unter Spinnen aus dem Naturhistoriscben Museum Wiesbaden, die 
mir von Herrn Kustos Ed. Lampe zur Bestimmung zugesandt wurden, 
fanden sich unter anderem folgende Arten. 

Farn. ATYPIDAE. 

Gen. Calommata Luc. 

Calommata sundaica (Dol.). 

2 59 von Batavia, Java (Dr. C. Siebert). — Das Vorkommen 
der Art bei Batavia habe ich schon 1907 in den Jahresheften des 
Vereins für vaterL Naturlvunde in Württemberg p. 99 angegeben und 
dabei auch eine Ergänzung der Artbeschreibung geliefert. 

Fam. THERIDIIDAE. 

Gen. Phoroncidia Westw. 
Phoroncidia Thwaitesi 0. Cambr. 
Ein Pärchen von Kandy, Ceylon (K. Seyd leg. et ded.j. 

Fam. ARGIOPIDAE. 

Gen. Nephila Leach 

Nephila cruentata (F.). 

Zahheiche 99, jung und alt, von Bibundi in Kamerun (0. Kau 
durch J. Weiler); ebenda viele Exemplare von Ew. Bender gesammelt 
und geschenkt. Mehrere von Amani in Deutsch-Ost-Afrika I — III 1912 
(Dr. K. Braun leg. et ded.). — 5 ^9 ^O" Dihani am Njong, Süd- 
kamerun (0. Bau leg. et ded.) — 6 99: Isobi, Kamerun (C. Feldmann 
leg. et ded.), 7 99 ^^n Isongo (ders.). 



— 99 — 

Nephila cornuta Karsch 1879 (I. ucasi Sim. 1887). 
Ein 9 ^'01^ Dihani am Njong, Südkamerun (0. Rau leg. et decl.) 
■ — Auch eins von Bibundi, Kamerun (Ew, Bender). 

Nephila Turner i Blackw. 1833 (fem oral is H. Luc. 1858). 
Ein 9 von Campo, Südkamerun (0. Rau). 
Nephila senegalensis annulata Th. 

2 ^19 v^" Botshabelo, Transvaal. 

Nephila venusta Blackw. 1865 (pilipes Luc. 1858 nee. F. 1793). 
Ein 9 vom Solai-See, Brit.-Ost-Afrika (Rittmeister F. Seyd). 
Nephila malabarensis (Walck.). 

3 99 von Batavia, Java (Dr. C. Siebert). 
Nephila maculata (F.). 

Elf z. T. junge 99 von Bogadjim, Deutsch-Neu-Guinea (W. Die hl 
leg.). — Zwei 99 von Haragama, Ceylon (K. Seyd ded.), von denen 
das eine zur var. annulipes gestellt werden kann. — Exemplare von 
Batavia, Java (Dr. C. Siebert). 

Nephila maculata (F.) v. Kuhli Dol. 

Ein 9 ohne Lokalitätsangabe, eins von Batavia, Java (Dr. C. Siebert 
1908). 

Gen. Argiope Aud, in Sav. 

Argiope Pechueli (Karsch) Strand 1906. 

Ein 9 ^us dem Urwald von Isongo, März 1908, von C. Feld- 
mann gesammelt und von J. Weiler überwiesen; ebenda ein 9 der 
var. Preussi Strand 1906. — Zwei 99 aus Bibundi (0. Rau durch 
J. Weiler). 

Gen. Cyrtophora Sim. 

Cyrtophora citricola (Forsk.). 

Zahlreiche Exemplare von Dihani am Njong, Südkamerun (0. Rau 
leg. et ded.); dabei zwei halb zusammengebogene, durch Spinnen- 
fäden so zusammengehaltene Blätter, die den Spinnen offenbar als 
Wohnung bzw. als ein schützendes Dach gedient haben und worin 
diese Spinnen ein gesellschaftliches Leben zu führen scheinen, indem in 
jedem Blatt mehrere Exemplare sich so eingenistet hatten, dass nicht 
anzunehmen ist, dass sie nur zufälligerweise, etwa erst im Sammelglase, 
darin hineingeraten sind. Übrigens beschreibt schon Vinson (in: 
Araneides de la Reunion, Maurice et Madagaskar, p. 221 [1863]) ahn- 



— 100 — 

liehe Wohnungen dieser Art, die bei ihm Epeira opuntiae Duf. 
heisst, und zwar wie folgt: «J'ai remarque a l'ile de la Reunion, que 
pour se preserver de la pluie, cette Araneide avait soin d'arreter la 
feuille la plus convenable qui venait a tomber sur sa toile; eile la fixait 
d"une maniere siire et l'erigeait en toit impenetrable sous lequel eile 
allait se cacher en se ramassant». Auch Dufour in seiner Beschreibung 
von Epeira opuntiae (in Ann. des Sciences physiques lY, p. 360 
{1820]) gibt an, dass die Art bisweilen Deckung sucht: «. . . lorsque 
le vent souffle avec violence ou que le temps est sombre, eile va se 
blottir derriere un faisceau d'epines, ou viennent aboutir plusieurs des 
üls de son canevas.» Er hebt ferner hervor als wahrscheinlich, dass: 
«ces l^peires vivaient en societe et de bonne intelligence. Ce qu'il y a 
de sür, c'est que j'en ai souvent observe un grand nombre vivant sur le 
meme pied d'Opuntia et dans le voisinage les unes des autres.» Dies drückt 
Walckenaer (in Hist. Nat. Ins. Apteres II, p. 142 [1837]) bestimmter 
aus: «. . . . il reste constate que ces Epeires vivent en societe». — In 
dem einen der beiden vorliegenden Blätter ist ein Eikokon, der von 
derselben Art stammen wird, festgesponnen und zwar so, dass er oben 
ganz, in Seitenansicht aber einerseits ganz, andererseits nur zur Hälfte 
von dem Blatt verdeckt wird. Dies stimmt anscheinend wenig gut mit 
der bekannten, schon von Vinson 1. c. abgebildeten Anordnung der 
Eierkokons dieser Art überein, indem sie, eine vertikale, perlschnur- 
förmige Reihe bildend, im Netze frei aufgehängt sein sollen. Das schliesst 
aber doch gewiss nicht aus, dass der obere Kokon dieser Reihe mitunter 
unmittelbar unter und an dem die Wohnung der Spinne bildenden Blatt 
angebracht wird, so dass letzteres in dem Fall also gleichzeitig die Spinne 
und ihren Kokon schützt, was auch indirekt aus der zitierten Bemerkung 
Vinsons von dem Blatt «qui venait a tomber sur sa toile» hervorgeht. 
Die Art liegt ausserdem in acht Exemplaren vor von Isongo, 
Kamerun (C. Feldmann durch J. Weiler), von denen jedenfalls fünf 
im Urwald im März 1908 gesammelt wurden. 

Gen. Aranea L. 

Aranea rufipalpis (H. Luc.) Strand 1908. 

Von Dihani am Njong, Südkamerun (0. Rau leg. et ded.) liegen 
4 9? vor, die der var. fuscinotum Strand angehören oder nahe- 
stehen. 



I 



— 101 — 

Gen. Oasteracantha Sund. 

Gaster acantha remifera Butl. 

Ein Q von Kandy, Ceylon (K. Seyd ded.). Die Länge der Median- 
dornen ist intermediär zwischen den Abbildungen von Butler (in Trans. 
Ent. Soc. London 1873, t. IV, f. 5) und von Pocock (in Fauna 
Brit. Ind. Arachn. f. 78, p. 233), indem sie 12 mm lang sind, während 
die grösste Breite des Abdomens 9,5 mm ist. Die Art ist aus Ceylon 
beschrieben. 

Gasteracantha (Anch acantha) curvispina Guer. 

Ein 9 ^us dem Urwald von Isongo, März 1908 (C. Feldmann 
durch J. Weiler). Epigaster ist der Untersuchung schwer zugänglich, 
das Exemplar dürfte aber nicht ganz reif sein. So weit unter diesen 
Umständen festzustellen ist, wird es die in Westafrika offenbar ziemlich 
häufige G. curvispina Guer. sein, wozu Walckenaeri Luc, vac- 
cula Tb. und retracta Butl. Synonyma sein dürften. — Ferner vier 
Exemplare von Dihani am Njong, Südkamerun (0. Rau leg. et ded.). — 
Alle fünf Exemplare haben in der Vorderhälfte des Sternum einen 
kleinen weisslich gelben Fleck: nach Lucas wäre Sternum einfarbig 
kastanienbraun. 

Gasteracantha formosa (Vins.) 0. Cbr. 1879. 

Ein 9 von Kijabe, Britisch-Ost- Afrika (Frl. E. Messinger), mit 
gelblicher Medianquerbinde und ebensolcher Hinterrand- und Vorder- 
randbinde auf dem Scutum, das sonst olivenbräunlich mit einigen gelb- 
lichen Punkten oder Punktflecken ist. Ob alle die Formen, die Cam- 
bridge 1. c. (in Proc. Zool. Soc. 1879) unter dem Namen G. for- 
mosa vereinigt hat, wirklich konspezifisch sind, möchte man bezweifeln, 
das Gegenteil kann ich jedoch nicht beweisen. 

Gasteracantha Stuhlmanni (Bösbg. & Lenz) Strand 1907. 
Ein 9 von Bukoba, Victoriasee, Juni 1913 (Dr. K. Braun). 

Gen. Paraplectaua Br. Cap. 

Paraplectana Thorntoni (Blackw.). 

Ein 9 aus dem Urwald von Isongo, März 1908 (Feld mann durch 
Weiler). Meine Bemerkungen in Jahreshefte d. Ver. Vaterland. Naturk. 
Württemberg 1907, p. 66 (und z. T. diejenigen in Arachnida I der 
Peutschen Zentral-Afrika-Expedition, p. 387 [1913]) über die Art gelten 



— 102 — 

auch für dies Exemplar. Wenn die daselbst angegebenen Abweichungen 
von der Originalbeschreibung und Simons Abbildung nicht auf Un- 
genauigkeit der Darstellung dieser Autoren zurückzuführen sind, so möge 
vorliegende Form den Namen var. occidentalis m. bekommen. 

Fam. CLÜBIONIDAE. 

Gen. Heteropoda Lati. 

Heteropoda venatoria (L.). 

1 cf: Dihani am Njong, Südkamerun (0. Rau). — 3 $9 ^^^ 
1 fragliches (unreifes) Exemplar von Isongo, Kamerun (C. Feld- 
mann). — Ebenda im Urwald, im März 1908 ein unreifes (f und 
reifes 9 von C. Feld mann gesammelt. — 1 rf und mehrere 99 ^^^ 
Batavia, Java (Dr. C. Sie her t). In demselben Glas ist ein Eikokon 
von der scheibenförmigen, kreisrunden Gestalt der Heteropoda- 
Kokons, dessen Durchmesser aber bloss 18 mm beträgt (bei Het. 
venatoria ca. 24 mm nach Strand in Jähresh. Yer. Vat. Naturk. 
Württemberg 1907, p. 74). Vielleicht von dieser Art. 

Farn. LYCOSIDAE. 

Gen. Lycosa Latr. Pardosa C. L. K.). 

Lycosa proximella Strand var. Messingerae Strand n. var. (und 
var. wauana und mbogana Strand nn. varr.). 

Ein 9 von Kijabe, Britisch Ost-Afrika (Frl. Em. Messing er). 
Körperlänge 6 mm, Cephalothorax 3,4 mm lang. 2,5 mm breit. Abdomen 
3 mm lang, 2 mm breit. Beine: I Femur 2.5, Patella + Tibia 3, Meta- 
tarsus 1,9, Tarsus 1,5 mm; II bzw. 2,5, 2,5, 1,9, 1,5 mm; III bzw. 
2,2, 2,5, 2, 1,3 mm; IV bzw. 2,9, 3,5, 3,5, 1,9 mm. Also: I 8,9, II 8,4, 
III 8,3, IV 11,8 mm oder: IV, I, II, III. 

Epigyne bildet ein schwarzes, etwa abgerundet fünfseitiges, hinten 
<iuergeschnittenes, vorn mitten leicht ausgerandetes Feld, das reichlich 
so breit wie lang und zwar etwa so breit wie der Lippenteil ist, dessen 
Struktur aber wegen der umgebenden und überhängenden, langen, weissen 
Behaarung nicht leicht zu erkennen ist. In Flüssigkeit gesehen zeigt 
sie hinten mitten ein rötlich braungelbes, viereckiges, vorn mitten 
ausgerandetes, breiter als langes, dem linienschmalen schwarzen Hinter- 
rand anliegendes, aber seine Enden nicht ganz erreichendes kleines 



— 103 — 

Feldchen, von dessen Yorderrand mitten eine schmale gleichgefärbte 
Binde sich nach vorn erstreckt ohne den Yorderrand zu erreichen. 
Trocken gesehen zeigt Epigyne hinten eine etwa doppelt so breite wie 
lange Quergrube, die sich mitten nach vorn furchenförmig verlängert 
und die durch 2 zahnförmigc Yerlängerungen nacli hinten ihres Yorder- 
randes in drei Teile unvollständig geteilt wird, von denen der mittlere 
im Grunde Andeutung eines Längsseptums zeigt, während die seitlichen 
je ein sublaterale?, nach hinten vom Seitenrande schwach divergierendes 
Längsseptum erkennen lassen, das etwas deutlicher als das mittlere ist. 
Die vordere Hälfte des Genitalfeldes bildet eine leichte Wölbung, die 
hinten glatt und glänzend ist, während sie vorn auffallend kräftig 
punktiert erscheint. 

Die Art ähnelt durch die Epigyne u. a. Lycosa naevia L. K. 
und proximella Strand, unterscheidet sich aber von ersterer leicht 
durch hellgefärbtes Sternum, von proximella aber durch Folgendes: 
Epigyne (vergleiche die Figur 4 der Tafel YIII des Archivs f. ISaturg. 
73, Bd. I [1907]) hat bei proximella ihre grösste Breite vor der 
Mitte und ist am Yorderrande breiter als am Hinterrande, hier dagegen 
ist die grösste Breite in der Mitte und von da an verschmälert sich 
die Epigyne sowohl nach vorn als nach hinten und zwar nach vorn am 
stärksten, der Yorderrand erscheint hier mitten ausgerandet, bei prox. 
(nach dem zitierten Bild) eher konvex, die Zähne des Yorderrandes der 
Epigynengrube sind hier spitzer und, ebenso wenig wie die Längsgrube, 
nicht oder kaum hell umrandet in Flüssigkeit erscheinend, ferner soll 
die Epigyne von prox. trocken gesehen gar nicht glänzend sein; die 
hellen Seitenbinden des Cephalothorax berühren nirgends den Rand, 
sondern sind von diesem durch ebenso oder fast ebenso breite schwarze 
Randbinden getrennt, treten also entschieden als sublimbal auf, während sie 
auf dem Kopfteile, wo sie wie bei prox. erweitert sind, je eine schwarze 
Längslinie einscbliessen: die Mittelritze ist 1mm lang; der breiteste 
Teil der hellen Rückenbinde ist breiter als die Femora II und schliesst 
keine schwarze Mittellängslinie ein; die Mandibeln sind schwärzlicli mit 
einem braungelblichen Längswisch vorn und innen ebenso gefärbte Spitze; 
•die Einfassung des Lanzettstreifens des Abdominalrückens ist nicht weiss- 
lich, sondern braungelb, die Zeichnung des Hinterrückens wie bei der 
ab. (wohl nicht var.!) maculata Strand von proximella; ferner 
^veichen die Dimensionen etwas ab, insbesondere durch kürzere Beine II 
bei proximella (vgl. die Originalbeschreibung von prox. in Strand, 



— 104 — 

1. c, p. 359 — 361). — Wegen der Unterschiede von proximella 
var. Auria Strand vergleiche man meine Beschreibung dieser Varietät 
in den Wissensch. Ergebn. d. Deutschen Zentral-Afrika-Exped. 1907 bis 
1908, Bd. lY, p. 463—5 (1913). (Für die daselbst p. 465 beschriebene, 
aber nicht benannte proxim ella-Varietät von der Insel Wau schlage 
ich jetzt den Namen var. wauana m. vor und für die Varietät von 
Kassenji und Mboga am Albert-See den Namen mbogana m.). 

Die vorliegende Form dürfte ebenfalls am besten als Varietät von 
L. proximella betrachtet werden und möge als solche den Namen 
Messingerae m. bekommen. 

In demselben Glas und Avahrscheinlich zu dieser Art gehörend war 
ein Eisack von dem typischen Aussehen der Ly cos a -Säcke; die Durch- 
messer 4 und 5 mm, die Färbung hellbraun. 

Lycosa naevioides Strand n. sp. 

Ein 9 von Berseba, Deutsch-Südwest-Afrika (C. Berger). 

Körperlänge 8 — 9 mm, Cephalothorax 4,5 mm lang, 3,5 mm breit. 
Abdomen 4 mm lang, 3 mm breit. Beine: I Femur 4, Patella -|- Tibia 
4,8, Metatarsus 3,2, Tarsus 2,2 mm, II bzw. 3,8, 4,5, 3,2, 2,2 mm r 
III bzw. 3, 4, 3,3, 1,6 mm; lY bzw. 4,5, 5, 5,5, 2,2 mm. Totallänge: 
I 14,2, II 13,7, III 11,9, IV 17,2 mm oder: IV, I, II, III. Palpen: 
Femoralglied 1,5, Patellarglied 1, Tibialglied 1,1, Tarsalglied 1.8 mm. 
zusammen also 5,4 mm. 

Am unteren Falzrande einerseits 4, andererseits 3 Zähne: letztere- 
dürfte die normale Anzahl sein. Am oberen IJande 2 Zähne, von denen 
der distale der grösste ist. 

Epigyne bildet ein etwa halbkreisförmiges, hinten quergeschnittenes, 
dunkelbraunes, vorn etwas helleres Feld, das 0,9 mm breit ist oder etwa 
so breit wie die Femoren III, ein wenig kürzer als breit, leicht gewölbt. 
mitten abgeflacht, hinten stärker abfallend und daselbst mit einer Quer- 
grube, die 2 — 3 mal so breit wie lang, hinten ein wenig breiter als 
vorn und daselbst von einer so niedrigen Randleiste geschlossen, dass 
sie hinten fast offen erscheint; ihr Vorderrand bildet mitten einen rund- 
lichen Vorsprung, der eine kleine, birnenförmige, sehr tiefe Grube trägt l 
vor und etwas seitwärts von dieser Grube erscheint in Flüssigkeit gesehen 
je ein kleiner dunkler Fleck; die etwa zungenförmigen Längswülste, welche 
die Grube seitlich begrenzen, zeigen nahe ihrem Hinterende eine kleine 
Einsenkung. Das Ganze erscheint trocken gesehen in der hinteren, grösseren. 
Hälfte stark glänzend, vorn dagegen etwas punktiert. In Flüssigkeit 



— 105 — 

erscheinen die beiden Gruben, insbesondere die kleine heller gefärbt 
und der durch eine dunkle Linie angedeutete Hinterrand leicht wellig: 
gekrümmt. Epigyne erinnert an die von Lycosa naevia L. Koch, 
injucunda 0. Cbr. proximella Strand, lycosina (Pure). 

Cephalothorax schwarz, mit braungelbem Rückenfleck um die Mittel- 
ritze; er fängt an der Mitte der hinteren Abdachung an, ist daselbst 
kaum 1 mm breit, dann beiderseits der Hinterspitze der Mittelritze 
plötzlich zusammengeschnürt, um sich gleich wieder zu verbreiten und 
zwar bis 1,8 mm Breite, ist aber an dieser breiten Partie beiderseits 
1 — 2 mal scharf eingeschnitten und endet plötzlich, breit quergeschnitten,, 
kurz vor der Mittelritze, hängt aber mit einem braunen, quer-ellipsen- 
förmigen, 1,5 mm breiten Querfleck auf dem Kopfteile zusammen, welcher 
Fleck wohl mitunter so hell wie der Fleck des Brustteiles sein wird. 
Das ganze Augenfeld und eine ^/g mm breite Seitenrandbinde tief schwarz : 
oberhalb letzterer sind kleine, unregelmäfsige, mehr oder weniger zusammen- 
hängende, braungelbe, weiss behaarte P'lecke, welche eine wenig deut- 
liche und ziemlich unregelmäfsige Submarginalbinde, die sich weder auf 
den Kopfteil noch die hintere Abdachung fortsetzt, begrenzen. Die sehr 
deutliche, tiefschwarze Mittelritze ist 1 mm lang. Mandibeln dunkel rötlich 
braun. Maxillen hellbraun mit weisslicher Spitze. Lippenteil dunkelbraun 
mit weisslicher Spitze. Sternum schwarz. Beine hell bräunlichgelb, verloschen 
und wenig regelmäfsig geringelt an der Oberseite der Femoren, Tibien 
und Metatarsen, nur an den Femoren erstrecken sich die Ringe, aber 
nur teilweise, auch auf die Unterseite; oben zeigen die Femoren zwei 
submediane dunkle Ringe ziemlich deutlich und ausserdem Andeutung je 
eines apikalen und basalen Ringes sowie in der Basalhälfte einen dunklen 
Längsstrich. An den Tibien sind zwei und an den Metatarsen drei dunkle 
Halbringe angedeutet. Abdomen oben und an den Seiten schwarz, oben mit 
dunkel braungelblichen Zeichnungen und zwar: Zwei aus je 5 — 6 kleinen 
Flecken gebildeten, nach aussen leicht konvex gebogenen Längsreihen^ 
die einen Raum , der dem gewöhnlichen Lanzettstreifen entspricht^ 
zwischen sich fassen, hinter diesem eine Reihe von etwa 4 kleinen 
Querstrichen, die nach hinten allmählich kleiner werden und deren Reihe 
zwischen zwei nach hinten konvergierenden Flecken- oder Punktflecken- 
reihen sich befindet. Der Bauch und die untere Hälfte der Seiten trüb 
graugelblich. Die braungelblichen Rückenzeichnungen tragen grössten- 
teils im Inneren je einen tiefschwarzen Punkt; wenn der Rücken trocknet,, 
kommen schneeweisse Punkte zum Vorschein. : 



— 106 — 

Vordere Augenreihe gerade, so lang wie die zweite; die M. A. ein 
klein w^enig grösser, unter sich um fast ihren Durchmesser, von den 
S. A. um den Radius, von dem Clypeusrande und den Augen II. Reihe 
um den Durchmesser entfernt. Die Augen II. Reihe verhältnismäfsig 
klein und unter sich um reichlich ihren Durchmesser entfernt (alles 
trocken gesehen). 

Die Gattungszugehörigkeit ist etwas fraglich, denn der Cephalothorax 
hat den Kopfteil einer Tarentula. Sonst ist das Tierchen allerdings 
eine Lj'cosa (Pardosa Aut.): Lippenteil kurz, Metatarsen IV, wie 
die Beine überhaupt, lang, Behaarung einfach etc. 

Lycosa Feldmanni Strand var. xanthippe Strand n. var. 

Ein 9i ^^ Abdomen leider etwas zusammengedrückt, von Bibundi, 
Kamerun (0. Rau durch J. Weiler). 

Körperlänge ca. 6 mm. Cephalothorax 3 mm lang, 2 mm breit. 
Beine: I Femur 2,3, Patella -f- Tibia 3, Metatarsus 1,9, Tarsus 1,5 mm; 
II bzw. 2,2, 3, 1,9, 1,5 mm; III bzw. 2, 2,5, 2, 1,2 mm; IV bzw. 3, 
3,5, 3,7, 2 mm. Also: I 8,7, II 8,6, III 7,7. IV 12,2 mm oder IV, 
I, II, III. 

Epigyne ist so breit wie die Coxen III und bildet eine Grube, die 
etwa doppelt so breit wie lang ist und eine ankerförmige Figur ein- 
schliesst, die aus einem schmalen Längsseptum und einem hinteren, 
damit mitten zusammenhängenden, ein wenig breiteren, mindestens so 
langen und etwa halbkreisförmigen (nach hinten konvex gebogenen) 
Querseptum gebildet wird; der Typus ist also der gewöhnliche der Lyco- 
«iden, charakteristisch dabei ist die starke Entwicklung des Querseptums, 
während das gewöhnlichere bekanntermafsen ist, dass letzteres im Ver- 
gleich mit dem Längsseptum wenig hervortritt. Der Vorderrand der 
Epigyne erscheint beiderseits als je eine kräftige, glatte, glänzende, 
hufeisenförmige (nach hinten offene), die Enden des Querseptums vorn 
und beiderseits umgebende Erhöhung; zwischen diesen und dem genanntem 
Septum bleibt von der Grube eigentlich nur eine Furche, die jedoch ganz 
tief erscheint, übrig. In Flüssigkeit erscheint Epigyne als ein hellbraunes, 
reichlich doppelt so breites wie langes, nach vorn konkav gebogenes, 
hinten mitten jedoch quergeschnittenes Feld, das beiderseits einen 
schwarzen, länglichrunden Fleck und dazwischen zwei kleinere, ähnliche, 
aber mehr länglich-ellipsenförmige schwarze Längstlecke, die wohl z. T. 
als ringförmige Figuren erscheinen, einschliesst. 



— 107 — 

Vordere Augeiireihe ist kürzer als die zweite und gerade oder ganz 
ieiclit procurva gebogen; die M. A. grösser als die S. A. und von diesen 
nur unbedeutend weniger als unter sieh entfernt. Augen II unter sich 
um kaum ihren Durchmesser entfernt. — Am unteren Falzrande 3 unter 
sich an Grösse wenig verschiedene Zähne, am oberen Rande werden 2 
vorhanden sein. 

Färbung und Zeichnung wie bei Lycosa Feldmanni Strand 
(cfr. diese Zeitschrift, Jahrg. 60, p. 186—7 [1907]), aber am Cephalothorax 
ist die schwarze Randlinie wiederholt unterbrochen, die helle Median- 
binde ist an der hinteren Abdachung kaum so breit wie die Patellen lY, 
um die Mittelritze dagegen ganz deutlich erweitert und zwar daselbst 
mindestens so breit wie auf dem Kopfteile, die helle Seitenbinde schliesst 
nur in ihrer hinteren Hälfte deutliche dunkle Limbal- oder Sublim bal- 
Üecke ein, wohl aber sind solche weiter vorn angedeutet, und diese 
Binde ist überall verwischt, daher auch oben nicht scharf begrenzt er- 
scheinend, sondern allmählich in dunklere Seitenbinden übergehend. 
Clypeus hell mit zwei tiefschwarzen Flecken; die Augen I. Reihe liegen 
nicht innerhalb des schwarzen Augenfeldes. Lippenteil braungelblich, 
am Rande mit 4 schwarzen Punktflecken: vorn zwei, jederseits einem. 
Von dunklen Ringen kann, weil unten unterbrochen, bei den Femoren 
kaum die Rede sein, sondern nur von Halbringen. Palpentibia an der 
Basis innen und aussen mit dunklem Fleck, sonst aber ungefleckt. Die 
Erhaltung des Abdomens ist so mangelhaft, dass die Zeichnungen nicht 
mehr genau erkennbar sind, jedenfalls ist die Bauchseite einfarbig hell- 
graulich, während die hintere Hälfte der Rückenseite hellere und dunklere 
Querbinden erkennen lässt. 

Die Bestachelnng wie bei L. Feldmanni, jedoch die End- 
stachcln der Unterseite der Femoren viel kürzer als die beiden anderen 
Paare. 

Diese Form ist jedenfalls mit meiner Lyc. Feldmanni nahe 
verwandt, ob spezifisch verschieden lässt sich aber nach dem einen, nicht 
gut erhaltenen Exemplar mit Sicherheit nicht feststellen. 

Ein \veiteres, gleichzeitig gesammeltes, jedenfalls derselben Art 
angehörendes 5 ist so abgerieben und auch sonst wenig gut erhalten, 
4ass ein genaues Urteil darüber nicht möglich ist; ich habe es daher 
als «Lycosa Feldmanni m. var. Q» etikettiert. Die Beine er- 
scheinen etwas kräftiger und die Färbung dunkler als bei obigem 
Exemplar. 



— 108 — 

Gen. Tarentiila Sund. 

Tarentula pseudofurva Strand var. charmina Strand n. var. 

Ein 9 a^s Bibundi (0. Rau durch J. Weiler). 

Meine Bemerkungen in dieser Zeitschrift, Band 59, p. 295 — 6 
(1906) über «Lycosa furva Th. 1900» stimmen mit dem Exemplar 
überein bis auf folgendes: Femur II hat vorn nur 1. 1 statt 1. 2 Stacheln, 
die Patellen III — IV haben ausser je einem Stachel vorn und hinten 
ausserdem einen oben an der Spitze, die Tibien I haben vorn nur einen 
Stachel, die Länge der Beine ist ein ganz klein wenig geringer, die 
hellen Binden des Cephalothorax treten bei diesem Exemplar nicht eben 
scharf markiert auf, es dürfte aber etwas abgerieben sein, eine sub- 
marginale dunkle Fleckenreihe ist kaum oder nur zur Not erkennbar, 
dagegen ist der Rand scharf markiert tiefschwarz, die Rückenbinde 
iiiesst auf der hinteren Abdachung mit den Seitenbinden zusammen, ist 
aber sonst nirgends so breit wie die Tibien II. — Epigyne erscheint 
in Flüssigkeit als ein hellbräunliches rundliches Feld, dessen Median- 
partie jederseits durch eine schwärzliche Fragezeichen-ähnliche Längsfigur 
begrenzt wird, deren vordere Hälfte nach aussen konvex gekrümmt ist 
und die hinten in einem schwarzen rundlichen Fleck endet. Trocken 
gesehen erscheint die abgerundet-viereckige Grube von einem schmalen 
und niedrigen Längsseptum geteilt, das am Hinterende sich plötzlich 
dreieckig verbreitet und sich erhöht; in Flüssigkeit erscheint diese drei- 
eckige Partie jederseits durch eine schmale schwarze Binde begrenzt. 
Die Breite des Genitalfeldes ist etwa gleich der des Lippenteiles oder 
der beiden unteren Spinnwarzen zusammengenommen. 

Ausser der oben zitierten Literaturstelle cfr. über diese Art noch 
meine Bemerkungen in dieser Zeitschrift Bd. 61, p. 280—281 (1908). 

Tarentula swakopmundensis Strand n. sp. 

Ein 9 ^'0'^ Swakopmund in Deutsch-Südwest-Afrika. 

Körperlänge 16 mm, Cephalothorax 8 mm lang, 5,5 mm breit, vorn 
3,5 mm breit. Beine: I Femur 5,5, Patella -[- Tibia 6,5, Metatarsus 
-f- Tarsus 6,5 mm; II bzw. 5, 5,5, 6 mm; III bzw. 4,5, 5, 6 mm; IV 
bzw. 5,8, 7: Metatarsus 6, Tarsus 3 mm. Totallänge: I 18,5, II 16,5. 
III 15,5, IV 21,8 mm, also: IV, I, II, III. — Die erste Augenreihe ist 
kaum so lang wie die zweite und ganz leicht procurva gebogen: die 
M. A. ein wenig grösser als die S. A. 



— i09 — 

Epigyne erscheint trocken als eine 1,1 mm breite und 1 mm lange, 
braune, vorn und seitlich abgerundete, grob gekörnelte und daher matte 
Wölbung, die in ihrer hinteren Hälfte bzw. an der hinteren Abdachung 
eine nicht tiefe Grube zeigt, die von einem dreieckigen, an der kurzen, 
aber ziemlich scharfen Vorderspitze mit dem Rande zusammenhängenden 
Septum zum grossen Teil ausgefüllt wird ; der Rand ist auffallend breit, 
glatt, glänzend, läuft etwa parallel mit dem Aussenrand des ganzen 
Genitalfeldes und misst zwischen seinen Peripherien hinten etwa 0,7 mm. 
In Flüssigkeit erscheint das Genitalfeld braungelb, am Rande jederseits 
mit einem schwarzen Fleck; die Randpartie der Grube bildet eine rot- 
braune, am Innenrande hellere, an den Hinterenden schwärzliche, hufeisen- 
förmige Figur, deren vordere Peripherie in der Mitte des Genitalfeldes 
sich befindet. 

Am unteren Falzrande drei etwa gleichgrosse, etwas flachgedrückte 
und längsgefurchte Zähne, am oberen drei, von denen der mittlere 
erheblich grösser ist. 

Cephalothorax erscheint in Flüssigkeit dunkelbraun, mit rötlich 
braungelber, scharf markierter Medianlängsbinde, die auf der hinteren 
Abdachung schmal anfängt, um die Mittelritze bis 1,5 mm erweitert 
ist und auf der Mitte des Kopfteiles 2 mm Breite erreicht, daselbst 
zwei feine dunkle Längslinien einschliesst und zwischen den Augen HI. und 
11. Reihe endet. Alle Augen in schwarzen, mehr oder weniger zusammen- 
geflossenen Ringen. Grauweisslich behaarte Seitenrandbinden sind vor- 
banden, aber oben unregelmässig und unbestimmt begrenzt und sonst 
bräunliche Fleckchen und Punkten einschliessend und daher nicht so 
deutlich wie die Mittelbinde, die übrigens, wenn nicht abgerieben, eben- 
falls mit grauweisslicher Behaarung versehen sein dürfte. Die Seiten- 
randbinden sind ungefähr 1 mm breit und scheinen an den Seiten des 
Kopfteiles zu enden ohne den Clypeus zu erreichen, letzterer ist dennoch 
heller als seine Umgebung gefärbt. Mandibeln dunkel rötlich braun, in 
der Endhälfte vorn schwarz, in der Basalhälfte gelblich behaart. Extremi- 
täten dunkel rötlich braungelb mit braunen Tarsen und Andeutung 
dunklerer Ringe an den Femoren oben. Sternum, Maxillen, Lippenteil 
und Unterseite der Coxen sind kastanienbraun, ersteres mitten, Lippen- 
teil und Maxillen an der Spitze heller. Abdomen oben und an den 
Seiten dunkelbraun, etwas gräulich, mit helleren und dunkleren Punkten 
dicht bestreut und mit folgenden Zeichnungen : Abdominalrücken mit 
iiellerer, nach beiden p]nden verschmälerter, in der Mitte bis 3,5 mm 



— 110 — 

Breite sich erweiternde Medianlängsbinde, die vorn am hellsten ist und 
daselbst den gewöhnlichen Lanzettstreifen einschliesst, der wie die 
Grundfarbe gefärbt ist, am Rande aber mit tiefschwarzen Punkten be- 
zeichnet ist, in der Mitte zwar am breitesten ist (bis 1,5 mm breit), 
aber dabei nicht seitwärts zahnfürmig erweitert, an der Basis scharf 
zugespitzt, hinten aber stumpfer endet. Der Rand der Mittellängsbinde 
ist in dem hinteren ^/g seiner Länge abwechselnd mit tiefschwarzen und 
rein weissen Punkten bezeichnet. Bauch schwärzlich, ohne bestimmte 
Grenze allmählich in die Seiten übergehend. 

Tibien I — II unten 2. 2. 2, innen 1. 1, aussen keine Stacheln, 
III — IV unten, an beiden Seiten und auch oben bestachelt. 

Tarentula sp. 

Von Kibabe, Britisch-Ost-Afrika (Frl. E. Messinger) liegt ein weib- 
liches Exemplar einer Tarentula vor, das zum Bestimmen leider zu 
beschädigt ist. Der Cephalothorax ist 6,5 mm lang und etwa 4 mm 
breit, die schwarzen Mandibeln sind vorn goldgelb behaart, die Unter- 
seite des Cephalothorax und der Hüften sind tiefschwarz. Vielleicht 
zur folgenden Art gehörig. 

Tarentula kijabica n. sp. 

Ein 9 ^'on Kijabe, Britisch-Ost-Afrika (Frl. E. Messinger). 
Körperlänge 21 mm, Cephalothorax 10 mm lang, 6,5 mm breit, Abdomen 

II mm lang, 7,5 mm breit. Reine: I Femur 6,5, Patella -|- Tibia 8,8, 
Metat. + Tars. 8,5 mm; II bzw. 6, 8, 8 mm; III bzw. 6, 7, 8 mm; 
IV bzw. 8, 9,5; Metatarsus 8, Tarsus 4 mm, Totallänge also I 23,8, II 22, 

III 21, IV 29,5 mm oder: IV, I, II, IIL Palpen: Femoralglied 3,8, 
Pat. -\- Tibialglied 4. Tarsalglied 3 mm, zusammen 10,8 mm. 

Vordere Augenreihe (trocken gesehen !) gerade und so lang wie 
die zweite Reihe, die M. A. fast unmerklich grösser und fast unmerk- 
lich weniger unter sich als von den S. A. entfernt. 

Trotz der bedeutenden Grösse wird das Exemplar nicht ganz reif 
sein, denn die Epigyne macht einen entschieden jugendlichen Eindruck. 
Sie besteht aus einer weniger als 1 mm breiten, glatten, glänzenden, hell- 
braunen Querplatte, die hinten mitten quergeschnitten, vorn leicht gerundet, 
an beiden Seiten zugespitzt erscheint und eine seichte, subtrianguläre, 
vorn zugespitzte, hinten offene Einsenkung erkennen lässt, die ein 
J_ -förmiges Septum einschliesst, dessen quergerichteter Teil die Einsenkung 



— 111 — 

hinten teilweise scliliesst. Das Ganze ist nur deutlich erkennbar, wenn 
man die umgebende und dasselbe bedeckende Behaarung beseitigt. 

An der Färbung ist charakteristisch, dass die Unterseite der 
Tibien und Metatarsen I — H ganz oder fast ganz einfarbig tiefschvvarz 
sind, während dieselben Glieder des III. und IV. Paares ebenda einen 
schwarzen Halbring an der Spitze, am IV. Paar die Tibien ausserdem 
einen ebensolchen an der Basis haben. Die nicht schwarzen Partien 
der Unterseite der Beine III — IV sind weisslich behaart. Von oben 
erscheinen die Beine in Alkohol einfarbig dunkelbraun und so ist auch 
die übrige Färbung ; Cephalothorax zeiyt dabei eine hellere, weisslich 
behaarte, wenn abgerieben rötlich erscheinende Mittellängsbinde, die 
nahe dem Hinterrande fast linienschmal ist, sich dann aber nach vorn 
allmählich bis zu 2 mm Breite auf der Mitte des Kopfteiles erweitert 
und bei dieser Breite das Augenfeld erreicht, um zwischen den Augen der 
IL und III. Pteihe zu verschwinden, ferner zeigt Cephalothorax in den 
Kopffurchen gelegene dunklere und dazwischen durch weissliche Be- 
haarung gebildete Strahlenstriche, dagegen, wenigstens in Flüssigkeit 
gesehen, keine deutliche Seitenrandbinden. Mandibeln vorn mit gold- 
gelber Behaarung, ausgenommen an der Spitze. Sternum, Unterseite 
der Coxen und Lippenteil (von der w-eisslichen Spitze abgesehen) schwarz, 
Maxillen rotbraun mit weisslicher Spitze. Die Rückenzeichnung des 
Abdomen besteht aus einem fast kreisförmigen, im Durchmesser ca. 3 mm 
messenden, hellgräulichen Basalfleck, von dem zwei 3-förmig gebogene,, 
hellgräuliche, bis zur Rückenmitte reichende, verloschene Längs- 
striche entspringen, hinter denen etwa 3 tiefschw^arze, vorn schmal 
heller angelegte, in der Mitte winklig (nach hinten offen!) gebrochene 
kurze Querstriche folgen, an deren beiden Enden je ein weisslicher 
Punktfleck sich erkennen lässt. An der Bauchseite ist das Epigaster 
schwärzlich, hinter der Spalte eine schmale hellgräuliche Querbinde^ 
der Bauch graugelb - bräunlich und mit schwarzen Punkten dicht be- 
streut. Spinn Warzen schwärzlich. 

Tarentula bukobae Strand n. sp. 

Ein nicht ganz reifes 9 von: Bukoba, Viktoriasee, Juni 1913 
(Dr. K. Braun). 

Körperlänge 9 mm, Cephalothorax 4 mm lang, 2,8 mm breit. 
Abdomen 5 mm lang, 2,5 mm breit. Beine: I Femur 2,8, Pat. -j- Tibia. 
3,1, Metat. 1,C, Tarsus 1,3 mm; II bzw. 2,7, 3, 1,5, 1,3 mm; III bzw. 



— 112 — 

2,2, 2,5, 2, 1,3 mm; lY bzw. 2,3, 3,5, 3,3, 1,7 mm. Also I 8,8, 
11 8,5, III 8, IT 10,8 mm oder: IV, I, II, III. 

Cephalothorax liell olivenbräunlich gefärbt, die Extremitäten braun- 
gelblich, beide wahrscheinlich etwas heller als bei ausgewachsenen 
Exemplaren; ersterer mit braungelblicher, ziemlich scharf markierter 
Mittellängsbinde, die sich um die scharf markierte tiefschwarze Mittel- 
ritze bis 0,8 mm Breite erweitert, an der hinteren Abdachung nur 
etwa halb so breit und auf dem Kopfteile weniger als halb so breit 
ist; letzterer zeigt aber in den vorderen zwei Dritteln seiner Länge 
zwei mit der Medianlängsbinde parallel verlaufende und am Hinterende 
damit verbundene helle Längsbinden, ähnlich wie bei Tarent. terricola 
(D. G.). Die Medianlängsbinde endet, scharf markiert, im tiefschwarzen 
Augenfclde zwischen den Yorderrändern der Augen IIl. Reihe. Der 
Cephalothorax hat ähnliche, aber noch schärfer markierte Sublimbal- 
binden, die etwa so breit wie die grösste Breite der Medianbinde sind, 
hinten an der Grenze der hinteren Abdachung enden und den tief- 
schwarzen Seitenrand nirgends berühren. Das ganze Augenfeld ist tief- 
schwarz, Clypeus bräunlichgelb. An Femoren und Tibien ist schwache 
Andeutung dunklerer Ringe, die, wenn ganz ausgefärbt, deutlicher sein 
mögen. Sternum und Coxen blass bräunlichgelb, Lippenteil und Maxillen 
ein wenig dunkler. Mandibeln rötlich braun. Abdomen im Grunde 
blass bräunlichgelb, oben mit zwei schwarzen parallelen Längsbinden, die 
in der vorderen Hälfte fast je 1 mm breit sind und eine ebenso breite 
Binde von der Grundfarbe zwischen sich einschliessen, worin durch eine 
stellenweise verdickte und mehrmals unterbrochene schwarze Grenzlinie 
ein Lanzettstreifen markiert wird, der in den vorderen zwei Dritteln 
seiner Länge parallelseitig ist, dann jederseits eine kleine Ecke zeigt, 
um sich dann apikalwärts allmählich zu verschmälern. Im Niveau der 
Spitze des Lanzettstreifens entsenden die schwarzen Binden je eine 
schwarze Schrägbinde nach unten und hinten, werden dann schmäler, 
unregelmässig, gebuchtet und schliessen zwischen sich von der Grund- 
farbe keine zusammenhängende Binde, sondern 5 — 6 subtrianguläre, je 
2\N(ii schwarze Punkte führende, in Längsreihe angeordnete, unter sich 
völlig getrennte Flecke ein, von denen der hinterste mit der hellen 
Färbung der Seiten zusammentiiesst, während der vorderste in zwei 
Teile zerfällt. Die Seiten schwarz gefleckt, nach unten in den einfarbig 
hellen Bauch allmählich übergehend. 



— 113 — 

Die vordere Augenreihe reichlich so lang wie die zweite und 
leicht recurva gebogen ; die M. A. grösser als ihre S. A., unter sich 
mindestens so weit wie von diesen und vom Clypeusrande um etwa ihren 
halben Durchmesser entfernt. Die Augen zweiter Reihe sind massig 
gross und unter sich um '-^/g ihres Durchmessers entfernt (alles in 
Flüssigkeit gesehen). 

Am unteren Falzrande drei unter sich um reichlich ihre Breite 
entfernte Zähne, von denen der mittlere ein wenig grösser ist, am 
oberen Rande ebenfalls drei, von denen der distale winzig klein ist. 

Die nicht reife Epigyne erscheint in Flüssigkeit als ein ganz 
kleines, braungelbliches, subtrapezförmiges Feld, dessen Vorder- und 
Hinterseite subparallel sind und das reichlich so breit wie lang und 
hinten breiter als vorn ist; unmittelbar hinter dem Vorderrande ent- 
springen zwei weissliche, gleich breite, vorn unter sich um reichlich ihre 
Breite entfernte, nach hinten divergierende bzw. parallel zu den Seiten- 
rändern verlaufende Binden (Kanäle), die am Hinterrande in je einen 
dunkelbraunen, im Innern weisslichen Fleck enden. Epigyne ähnelt der- 
jenigen unreifer Exemplare von Tar. pulla Bös, & Lenz (cfr. Strand, 
Archiv f. Naturg. 1916), p. 306, t. VIII, f. 23), diese Art hat jedoch 
abweichende Epigyne etc. 

Alle Femoren oben 1. 1. 1, hinten 1. 1 Stacheln oder Stachelborsten 
(die hinteren an I und II etwas fraglich, an IV wird nur 1 (subapikaler) 
vorhanden sein!), jedenfalls III — IV vorn 1. 1, I — II dürften vorn nur 1 
oder 2 subapikale haben. Patellen III — IV vorn und hinten je 1, oben 
an der Spitze 1, I — II scheinen unbewehrt zu sein. Tibien I unten 
2. 2. 2, vorn 1 oder 1. 1, hinten keine; II vorn 1. 1, sonst wie I: 
III — IV unten 2. 2. 2, vorn und hinten je 1. 1, oben in der Endhälfte 
1 Stachel. Metatarsen I — II unten 2. 2. 3, jedenfalls II hat vorn mitten 1 : 
III — IV unten 2, 2. 3 ; vorn und hinten je 1. 1. 1 Stacheln. Femoral- 
glied der Palpen in der Endhälfte oben 1. 2, vorn und hinten an 
der Spitze je 1 ; das Tibialglied innen unweit der Basis 2 Stacheln^ 
oben 1 Stachelborste, das Tarsalglied innen nahe der Basis 2 Stacheln. 
Wegen des unreifen Zustandes sind die Artrechte dieser Form etwas 
fraglich. 

Tarentula nyembeensis Strand n. sp. ad int. 

Von: Nyembe, Kakunga, Masumbi, Bez. Tabora (Deutsch-Ost- Afrika) 
8, — 10. VI. 1913 (Dr. K. Braun) liegt ein unreifes 9 einer Tarentula 

Jahrb. d. nass= Ver. f. Nat. 69, 1916. Q 



— 114 — 

aus der Gruppe mit T. r u r i c o l a - ähnlicher Zeichnung des Cephalothorax 
vor. Körperlänge 8 mm. Cephalothorax 3,3 mm lang, 2 mm breit. 
Abdomen 4,7 mm lang, 2,5 mm breit. Beine: I Femur 2,3 ; Pat. -}- Tibia 
2,8, Metat. 1,5; Tarsus 1,2 mm: II bzw. 2, 2,5, 1,5, 1,2 mm; III bzw. 
2, 2,1, 1,9, 1 mm: IV bzw. 2,6, 3, 2,9. 1,2 mm. Totallänge: I 7,8: 
II 7,2: III 7; IV 9,7 mm oder: IV, I, II, III. 

Vordere Augenreihe so lang wie die zweite und ganz leicht 
recurva gebogen ; die M. A. grösser, unter sich um kaum ihren Radius, 
von den S. A. um noch weniger entfernt ; letztere vom Kande des Clypeus 
um fast ihren doppelten Durchmesser entfernt. Die Augen zweiter Reihe 
«uter sich um reichlich ihren Durchmesser entfernt. (Alles trocken ge- 
sehen !) 

Cephalothorax olivenbraun mit braungelblichen Binden: die 
mittlere ist an der hinteren Abdachung so breit wie die Metatarsen IV, 
-erweitert sich um die 0,7 mm lange Mittelritze nur fast unmerklich und 
ist auch da scharf begrenzt und nicht gezackt, geht dann von kurz vor 
der Mittelritze bis zu den Augen bei derselben Breite wie an der hinteren 
Abdachung und endet stumpf und scharf markiert zwischen den Augen II. 
und III. Reihe: von letzteren erstreckt sich je eine ebenso gefärbte, 
ebenfalls scharf markierte und nicht viel schmälere, 1 mm lange 
Binde nach hinten parallel zur Mittelbinde und um die Breite letzterer 
von derselben entfernt, bis sie plötzlich nach innen gekrümmt sich 
mit der Mittelbinde verbindet. An den Seiten je eine ebenso ge- 
färbte und etwa ebenso breite, aber weniger scharf markierte und 
weniger regelmäfsige Sublimbalbinde, die hinten am Anfang der 
hinteren Abdachung endet, während sie sich vorn an der ganzen 
Seite des Kopfteiles ausbreitet und auf den Clypeus übergeht. Augen- 
feld tiefschwarz. Mandibeln rötlich braungelb, die Klaue dunkler. Unter- 
seite des Cephalothorax gelblich, nur der Lippenteil basalwärts schwach 
gebräunt. Beine braungelblich, nur mit schwachen Andeutungen dunk- 
lerer Ringelung. — Abdomen oben schwarz, mit gelbem, kaum die 
Rückenmitte erreichendem Lanzettstreifen, der kaum so breit wie die 
hinteren Metatarsen ist, sich jedoch kurz hinter seiner Mitte bis zur 
doppelten Breite erweitert, indem er jederseits einen stumpfen Zahn 
bildet: begrenzt wird er jederseits von einem tiefschwarzen, aussen 
graulich angelegten Strich, während er nach hinten gegen die Spinn- 
warzen durch eine Reihe heller, wenig regelmässiger und nicht scharf 
markierter Fleckchen fortgesetzt wird. Seiten schwärzlich, nach unten 



— 115 — 

allmählich heller, die Bauchseite braungeblich, ^vas auch mit den Spinn- 
warzen der Fall ist. — Zu bemerken ist, dass das Exemplar etwas ab- 
.•,'erieben ist, wodurch Färbung und Zeichnung sicli etwas geändert haben 
mögen. Aus demselben Grunde lässt sich die Bestachelung nicht mehr 
genau feststellen. 

Wenn auch der Zustand des Exemplares es zum Beschreiben und 
Benennen nicht geeignet macht, möchte ich doch annehmen, dass. weil 
<-() genaue Fundortsangaben vorliegen, die Form wiedererkannt werden 
wird und gebe ihr daher den obigen provisorischen Namen. 

Tarentula masumbica Strand n. sp. ad int. 

Von derselben Lokalität, Zeit und Sammler und mit derselben 
Beservation hier beschrieben wie Tarentula nyembeensis, liegen 
zwei unreife 9 9 ^^"^^^ kleinen, L y c o s a - ähnlichen Tarentula vor. 
die sich u. a. dadurch auszeichnet, dass die distalen Glieder der Beine, 
von den Patellen an, oben einfarbig bräunlichgelb sind, die Tibien 
dabei an den Seiten mehr oder weniger schwarz längsgestrichelt. 

Körperlänge 5,5 mm. Cephalothorax 2,6 mm lang, 1,6 mm breit, 
Beine: I Femur 1,6, Patella -[- Tibia 2, Metatarsus 1, Tarsus 1 mm; 
II bzw. 1,5, 1,9, 1, 1 mm: III bzw. 1,8, 1,9, 1,2, 1,1 mm; IV bzw. 
L>.3. 2,3, 2, 1,2 mm. Also: I 5,6, II 5,4, III 6. IV 7.8 mm lang, 
nler: IV, III, I, II. 

Vordere Augenreihe fast unmerklich kürzer als die zweite und gerade : 
die M. A. ein klein wenig grösser und reichlich so weit unter sich wie 
von den S. A. entfernt. Die Augen II. Beihe sind verhältnismässig klein 
und unter sich um etwa ihren Durchmesser entfernt (alles in Flüssigkeit 
gesehen). 

Am unteren Falzrande drei fast gleichgrosse Zähne. 

Cephalothorax braun, fein schwärzlich gestrichelt und marmoriert 
und mit drei braungelben Längsbinden, von denen die mittlere scharf 
markiert ist, auf der hinteren Abdachung etwa so breit wie die Tibien IV, 
um die ^(2 mm lange Mittelritze bis fast zur doppelten Breite erweitert 
und etwas gezackt, vor derselben plötzlich eingeschnürt, auf dem Kopfteile 
wieder rundlich erweitert und zwar bis 0,9 mm Breite, zwischen den 
Augen bis ^/.. dieser Breite verschmälert und zwischen denjenigen 
If. und III. Reihe stumpf endend. Das Augenfeld sonst tiefschwarz. 
Die hellen Seitenlängsbinden sind weniger regelmäfsig und nicht so 
scharf markiert wie die Mittelbinde, unvollständig in Flecken auf- 



— 11(3 — 

gelöst oder dunkle Flecke einschliessend, auf dem Kopfteile ver- 
schwindend, den sehr niedrigen, mit tiefschwarzer Randlinie ver- 
sehenen Clypeus nicht erreichend und die ebensolche Randlinie auf dem 
Bauchteile jedenfalls nicht durchbrechend, während an dem Kopfteile 
eine schwarze Randlinie fehlt. Mandibeln hellbräunlich, schwärzlich 
überzogen und vorn mit einem dunkleren Schrägschatten. Sternum und 
Coxen gelb, Lippenteil und Maxillen etwas dunkler mit kaum hellerer 
Spitze. Die Beine hell bräunlichgelb, die Femora ziemlich scharf markiert, 
aber wenig regelmässig und mehr oder weniger unterbrochen 3 — 4 mal 
schwarz geringelt, die Femora I unten nur mit ganz wenigen schwarzen 
Punkten gezeichnet, alle Tibien oben und unten einfarbig gelblich, an 
den Seiten leicht verdunkelt und daselbst nahe der Basis mit je 
einem scharf markierten, tiefschwarzen Längsstrich, Metatarsen einfarbig 
bräunlichgelb, nur mit Andeutung eines dunkleren Endringes, die Tarsen 
einfarbig hellgelb. Palpen hellgelb mit je einem tiefschwarzen, 
charakteristischen Ring an der Basis des Tibialgliedes und am Femoral- 
gliede. 

Abdomen oben schwärzlich mit undeutlicher, hellgraubräunlicher 
Zeichnung, die aus einem kaum die Rückenmitte erreichenden Lanzett- 
streifen, der hinten spitz endet und mitten wenig verdickt (etwa bis 
zur Breite der vorderen Tibien) ist und daselbst keine Seitenzähne 
bildet, und aus 6 — 7 kurzen Querbinden oder Querflecken besteht, die 
eine fast die ganze Rückenlänge einnehmende Reihe bildet und von 
denen die 2 — 3 vorderen durch den Lanzettstreifen in je zwei schräge 
Flecken geteilt werden, während der dann folgende mitten winklig 
gebrochen und wohl z. T. auch unterbrochen ist und die dann folgenden 
drei als kurze, gerade Querflecke erscheinen; unmittelbar oberhalb der 
Spinnwarzen lassen sich noch feine helle Querlinien erkennen. Die 
Seiten sind schwärzlich, unregelmäfsig und wenig deutlich hell gefleckt 
und zwar nach unten zu allmählich stärker und somit den Übergang in 
den einfarbig hellgraulichen Bauch bildend. Epigaster ist noch ein 
wenig heller als der Bauch. 

Tarentula Brauni Strand n. sp. 

Ein 9 von Pombwe, Deutsch-Ost-Afrika 7. IV. 1912 (Dr. K. Braun). 

Körperlänge 6 mm. Cephalothorax 2,9 mm lang, 2 mm breit. 
Abdomen 3,1 mm lang, 2 mm breit. Beine: I Femur 2, Patella -|- 
Tibia 2,5, Metat. 1,6, Tarsus 1,2 mm; II bzw. 2, 2,2, 1,4, 1,1 mm; 



— 117 — 

III bzw. 1,V», .2,1, 2. 1 mm: IV bzw. 2,5, 3,1, 2,9. 1,8 mm. Total, 
länge: I 7,3, II 6,7, III 7, IV 9.8 mm oder: IV, I, III, II. 

A' ordere Augenreilie etwa so lang wie die zweite Reihe und procuiva 
gebogen; die M. A. grösser und da sie ausserdem auf einer ziemlich 
starken Wölbung sitzen, erscheinen sie viel grösser als ihre S. A. und 
in Draufsicht scheint ihr ganzer Längsdurchmesser vor den Augen 
II. Reihe sich zu befinden : letztere ^ind unter sich um kann) ihren 
^/g Durchmesser entfernt (alles trocken gesehen I) 

Am unteren Falzrande 3 Zähne, von denen der mittlere erheblich 
grösser ist. 

Die Art ist charakteristisch u. a. durch die schwärzlichen Patellen, 
Tibieu und Metatarsen der Beine I — II und die sehr breiten, sowie 
scharf markierten hellen Randbinden des Cephalothorax, die breiter als die 
dunkle Partie (Binde) der Seiten sind. Auch die aus 4 scharf markierten 
hellen Längslinien bestehende Medianzeichnung des Hinterrückens des 
Abdomen ist sehr charakteristisch. 

Die scharf markierte, hellbräunlichgelbe Medianbinde des Cephalo- 
thorax ist zwischen der hinteren Abdachung und den Augen so ziemlich 
überall gleich breit und zwar so breit wie die Mittelritze lang oder 
etwa ^1.2 mm breit, erweitert sich an der hinteren Abdachung allmählich 
randwärts, während sie zwischen den Augen III zu Ys verschmälert ist 
und zwischen diesen und den Augen II endet. Am Hinterrande tiiesst 
sie mit den ebenso gefärbten und ebenso scharf markierten Seiten- 
randbinden zusammen, die reichlich so breit wie die den Rest der 
Seiten bedeckenden braunen Binden sind und die an den Seiten des 
Kopfteiles enden ohne auf den Clypeus sich zu erstrecken, der vielmehr 
schwärzlich mit einem weisslichen Mittelpunkttleck ist. Augenfeld schwarz. 
Mandibeln rötlich braun. Sternum und Coxen blassgelb, Lippenteil und 
Maxillen grau. Beine bräunlichgelb : am I. und IL Paar sind die 
Femora oben in der Endhälfte etwas geschwärzt, die Patellen, Tibien 
und Metatarsen einfarbig schwarz oder schwärzlich (die des I. Paares 
am dunkelsten), am IIL und IV. Paar sind dieselben Glieder dunkelbraun, 
— Al)domen oben schwarz mit blass braungelblichen, scharf markierten 
Zeichnungen und zwar : Ein Lanzettstreifen, der kaum die Rückenmitte 
erreicht, hinten scharf zugespitzt und beiderseits mitten stumpf geeckt 
(also nicht gezähnt!) ist und von einer schwarzen Linie jederseits be- 
grenzt wird, welche Linien sich an seiner Spitze vereinigen und als^ 
eine Linie sich gegen die Spinn^varzen erstrecken, ohne diese ganz zu 



— 118 — 

erreiclieu : aussen liegt ihnen eine gleichfarbige Binde, die etwa halb so 
breit wie der Lanzettstreifen ist, an und zwar erstrecken diese zwei 
Binden sich von der Basis des Rückens bis zu den Spinnwarzen, fassen 
also auch den Lanzettstreifen ein und sie entsenden, von dem Niveau 
der Mitte des Lanzettstreifens an. je eine ebensolche Binde nach hinten, 
welche zwei neue Binden parallel verlaufen, unter sich um 1 mm ent- 
fernt sind und die Spinnwarzen erreichen. Der Bauch und die untere 
Hälfte der Seiten ist graugelb : letztere ist oben spärlich dunkel puiiktiert 
und geht somit nicht plötzlich in das schwarze Rückenfeld über. 

Epigyne hat, in Flüssigkeit gesehen, viel Ähnlichkeit mit derjenigen 
von Tar. urbana (0. Chr.), so wie ich diese im Archiv f. Natur- 
geschichte 74. t. II, f. 19 (1908) abgebildet habe, die Vorderhälfte 
erscheint jedoch bei unserer neuen Art ein wenig mehr langgestreckt mit 
weniger gekrümmten, also mehr parallelen Aussenrandlinien, das (>)uer- 
septum erscheint schmäler, wird durch zwei undeutliche dunkle Längs- 
schatten gewissermafsen in drei helle Flecke, die am Hinterrande am 
deutlichsten hervortreten, aufgeteilt und die schwarzen Flecke an den 
Enden des Querseptums. die an der Fig. 1. c. am Aussenrande desselben 
sitzen, sind bei unsrer Novität melir an die Vorderseite des Septums 
gerückt, weshalb auch der Vorderrand des letzteren insofern abweicht, 
als er stärker (zweimal) gekrümmt erscheint. 

Mit Tar. urbana verwandt. 



Ergebnisse der meteorologisclien Beobaclitungen 

iR Wiesbaden (Station II. Ordnung des kgl. pr. 

Beobachtungsnetzes) im Jahre 1915. 

Von 

Eduard Lampe, 

Kustos des Naturhistorischen Museums, Vorsteher der meteorologischen Station Wiesbaden 



Jahres-TJbersiclit 1915. 

Luftdruck: Mittel 749,9 mm 

Maximum am 20. November 769,4 „ 

Minimum , 13. November 7-^7,6 „ 

Lufttemperatur: mttel 9,9» C. 

Maximum am 8. Juni 32,2"^ „ 

Minimum „ 28. November — 11,4« „ 

Grösstes Tagesmittel „ 8. Juni 24,80 „ 

Kleinstes „ »28. November — 7,20 „ 

Zahl der Eistage 8 

, Frosttage 50 

„ Sommertage 32 

Feuchtigkeit: mittlere absolute 7,2 mm 

relative 74,5 o/o 

Bewölkung: mittlere 6.4 

Zahl der heiteren Tage 46 

„ „ trüben , 145 

XiederscTiJäge: Jahressumme 545,8 mm 

Grösste Höhe eines Tages am 1. Juli 23,1 „ 

Zahl der Tage mit Niederschi, mindestens 0,1 mm . 168 

, ^ ^ ^ „ mehr als 0,2 mm . 148 

„ „ „ , „ mindestens 1,0 mm . 108 

„ „ „ „ Schnee mindestens 0,1 mm . 26 

, Schneedecke 17 

„ Hagel 4 

, Graupeln 3 

, « . .Tau 44 

. . . . Reif 22 

, Nebel 4 

, Gewitter 9 

Winde: Zahl der beobachteten Winde 

N NE E SE S SW W NW Windstille 

143 301 72 85 22 170 84 142 76 

Mittlere Windstärke 1.8 

Zahl der Sturratage 2 





^ 
























Monats- 




Oestliche 


Länge von 


Green N\ 


•ich = 


80 14'. Nördliche 


Breite 


= 500.y. 




auf 
Mittel 


Luftdruck 

00 C und Normalschwere 
reduziert 








Lufttemperal 


ur: CO 


Monat 


Maxi- 
mum 


Datum 


Mini- _ , 

Datum 
mum 


7a 


2p 


9p 


Mittel 


Mittl. 
Max. 


Mittl. 
Min. 


Absol. ^ 

Datu; 
Max. 


Januar . . 


48.1 


63.7 


19. 


28.2 


3. 


1.4 


3.6 


2.1 


2.3 


4.6 


0.3 


11.2 8.1 


Februar 






47.2, 


6.S.6 


26. 


81.0 


20. 


1.5 


5.2 


2.8 


3.1 


5.7 


0.7 


10.0 19. 


ffläi-z . 






49.8 1 


59.2 


21. 


33.5' 19. 


2.6 


6.9 


4.3 


4.5 


7.9 


1.5 


16.4 24. 


April . 






51.8 


59.6 


2. 


34.0 7. 


6.4 


12.7 


8.3 


8.9 


13.5 


4.5 


22.5 30. 


Mai. . 






50.9 


58.5 


10. 


42.8 29. 


13.2 


19.6 


14.7 


15.6 


20.4 


10.3 


25.5 22. 


Juni . 






51.5 


58.6 


5. 


47.0 211.30. 


17.3 


24.0 


18.6 


19.6 


25.2 


14.1 


32.2 8. 


Juli. . 






51.3| 


58 8 


19. 


41.6 17. 


15.4 


21.5 


16.9 


17.7 


22.6 


12.7 


28.4 4. 


August 






52.0 


60.6 


23. 


44.6 i 29. 


15.0 


20.8 


16.0 


17.0 


25.0 


13.2 


27.4 9. 


September 




52.1 


61.7 


22. 


35.4 27. 


11.3 


17.6 


12.7 


13.6 


18.4 


9.6 


23.4 18. 


Oiitober. 




52.7, 


56.9 


18. 


42.8 31. 


6.4 


11.1 


7.8 


8.3 


11.7 


5.5 


17.8 15. 


November 




49.6 


69.4 


20. 


27.6 13. 


1.9 


4.7 


2.8 


3.0 


5.4 


0.5 


13.3 13. 


Dezember 




46.6 


61.2 


14. 


31.7 24. 


4.4 


6.6 


5.1 


5.3 


7.9 


2.9 


16.3 11. 


Jahres-Mittei 




49.9 








8.1 


12.9 


9.3 


9.9 


14.0 


6.3 










1 


69.4 


20./XI 


27.6 


13./XI 














32.2 3./V 



Monat 



Zalil der Ta^e mit 



Nie 


derscJ 


ilag 


1 Schnee 
min- 


Schnee 


min- 


mehr 


min- 


'destens 


decke 


destens 


als 


destens 


0,1 mm 




0.1 mm 


0.2 mm 


1.0 mm 


-)f 


IUI 



Hagel 



Grau- 
peln 



Reif 



Tau 



Glatt- 
eis 



Januar 
Februar 
März . 
April . 
Mai. . 
Joni . 
Juli. . 
August 
September 
Oktober . 
Ifovember 
Dezember 



21 

14 
15 
12 
10 

5 
16 
15 

9 

12 
17 
22 



21 

12 

12 

9 

9 

5 

14 
13 
8 
10 
16 
19 



12 
7 
9 
8 
5 
4 

11 
8 
6 
6 

13 

19 



1 — 



6 — 
3 ' - 



1 
4 

4 

8 

20 

7 



Jahres-Summe 



168 



148 



108 



26 



17 



22 



44 — 



Uebersicht von 1915. 

Stunden in Ortszeit = M.-E.-Z. - 27 Minuten. 



bsol, 
lin. 



Datum 



-8.2, 
1-3.8 
-5.6 
-2..I 
2.9 
8.4 
7.9 
9.2 
5.8 
0.4 
-11.4 
-5.0 






-11.4 



29. 
27. 
10. 
1. 
15. 
21. 
19. 
31. 
20. 
23. 
28. 
16. 



Absolute 
Feuchtigkeit 

mm 



7a 



2P 9p 



Mit- 
tel 



4.4 

4.6 

4.6 

5.6 

8.2 

10.1 

10.4 

11.0 

8.4 

6.5 

4.7 

5.8 



28./XI 



7.01 



4.41 

4.5] 

4.7 

5.7 

8.9 

10.3 

10.0 

11.3 

8.6 



5.1 

6.0 

7.2 



4.4 

4.5 ! 

4.9 

5.8 j 

8.8 j 

10.7, 

10.7! 

11.4 

8.8 

6.8 

5.0 

6.0 



4.4 

4.5 

4.8 

5.7 

8.6 

10.4 

10^- 

11.2 

8.6 

6.7 

4.9 

5.9 



Relative 
Feuclitii^keit 

•5/0 



7a 



2p 9p 



Mit- 
tel 



85.7 
89.4 
81.4 
77.9 
70.9 
66.8 
79.5 
86.1 
83.3 
89.6 
86.7 
89.7 



71.8 
68.6 
61.6 



80.6 79.4 
80.5 79.5 
76.2 73.1 
53.0 71.7 67.5 
52.5 69.6 64.3 
46.5 66.3 59.9 
53.0 74.8 69.1 
62.0 83.7 77.3 
57.5 79.8 73.5 
69.4 {84.8 81.2 
77.5 '85.5 83.2 
80.3 87.6 85.9 



Bewölkung 

0—10 



7a 2p 



7.3 7.2 82.2 62.8 78.4 74.5 



9.5 
9.4 
7.4 
5.2 
4.6 
3.8 
6.0 
6.4 
5.5 
8.6 
9.0 
9.5 



7.1 



8.1 
7.0 
7.8 
5.9 
5.2 
4.7 
5.8 
6.7 
6.1 
7.2 
7.6 
8.2 
6.7 



9p 



Mit- 
tel 



7.6 
5.5 
7.0 
3.7 
3.5 
8.7 
5.2 
4.1 
4.4 
: 7.5 
: 6.6 
7.6 



5.5 



8.4 
7.3 
7.4 
4.9 
4.4 
4.1 
5.7 
5.8 
5.3 
7.8 
7.7 
8.4 



Niederschlag 

mm 



i Max. 
Summe in 

24 Std. 



6.4 



64.7 
22.9 
30.1 
56.0 
32.1 
18.6 
65.7 
42.2 
38.6 
14.8 
45.8 
114.3 



545.8 

Jahres- 
summe 



11.6 
4.3 

7.4 
16.0 
17.7 

7.0 
23.1 
21.0 
18.1 

3.5 

5.6 
21.8 



Datum 



19 



26 
1 
14 
30 
26, 
30 
25 



23.1 l./VII 



Ge- 

ätter 



Wetter 
leuch- 



ten 



Zahl der 



hei- 
teren 



trüben Sturm- Eis- Frost- Sommer- 



T a 



— 


20 


— 


14 


1 


15 


7 


6 


9 


5 


1:3 


G 


1 


6 


4 


7 


9 


9 


1 


19 


1 


16 





22 



46 145 



4 11 

— 8 

— 10 

— 2 



12 

7 



8 50 



3 
16 

6 

7 



WlndTerteilung 

Zahl der Beobachtungen mit 



N NE E SE 



10 23 2 

6i 29 7 

16' 20 4 

15 35 4 



s sw w NW 



19 


31 


12 


7 


20 


26 


8 


3 


11 


12 


3 


6 


20 


7 


4 


1 


12 


29 


4 


8 


5 


53 


6 


11 


5 


21 


8 


22 


4 


15 


10 


10 



15 

19 
6 
9 
5 



16 
30 



Wind- 
Sülle 



36 12 5 — 



12 



12 12 
3 9 
3 



2 

3 

10 11 



17 18 14 9 
12 13 23 13 



Wind- 
Stärke 



32 1143 301 72 85 22 170,84 142 76 



2.2 
1.9 
2.1 
1.9 
2.1 
1.4 
1.7 
1.5 
2.1 
1.4 
1.9 
1.9 



Jahres- 



4 


Station Wies 
1. 


baden. 








2. 








Monat 1 

3. .1 




Luftdruck 


Temperatur-Extreme 








(Barometerstand auf 0« und Normal- 


(abgelesen 9P) 
OC 




Luft- 


Tag 


schwere reduziert) 700 mm + 




Of 


7a 


2p 


9p 


; Tages- 


Maxi- 


Mini> 1 Diflfe- 


\. 


2p 










mittel 


mum 


mum 1 renz 


^ a 


1 


42.2 


39.0 


35.5 


38.9 


2.4 


0.8 


1.6 


0.9 


1.9 


2 


32.8 


33.0 


35.9 


33.9 


7.7 


1.6 


6.1 


2.1 


7*7 


3 


34.8 


30.9 


28.2 


31.3 


6.4 


1.9 


4.5 


2.0 


6*1 


4 


30.5 


31.1 


; 33.3 


31.6 


5.7 


3.3 


2.4 


3.4 


5.6 


5 


36.9 


40.8 


44.5 


40.7 


5.5 


3.0 


2.5 


3.7 


5!3 


6 


47.7 


50.0 


51.7 


49.8 


8.2 


3.9 


4.3 


5.0 


8.0 


7 


45.4 


42.0 


1 39.8 


42.2 


10.8 


4.8 


6.0 


5.0 


9.9 


8 


41.8 


42.8 


42.2 


42.3 


11.2 


5.2 


6.0 


6.3 


7!8 


9 


39.5 


37.8 


37.8 


38.4 


6.5 


2.7 


3.8 


3.3 


6.1 


10 


40.8 


45.3 


47.4 


44.5 


5.9 


1.1 


4.8 


3.3 


4.3 


11 


37.9 


38.1 


37.5 


37.8 


7.4 


0.2 


7.2 


1.6 


6.9 


12 


41.1 


44.3 


49.7 


45.0 


5.8 


2.6 


3.2 


2.7 


4^3 


13 


57.0 


57.0 


55.7 


56.6 


4.7 


0.9 


3.8 


1.6 


4.2 


14 


53.1 


54.4 


54.8 


54.1 


9.0 


0.8 


8.2 


5.7 


8.7 


15 


51.5 


48.6 


46.5 


48.9 


9.0 


6.9 


2.1 


7.2 


8.7 


16 


34.1 


35.8 


38.6 


36.2 


9.5 


5.3 


4.2 


83 


6.7 


17 


44.4 


46.0 


48.0 


46.1 


5.8 


2.9 


2.9 


3.1 


45 


18 


51.1 


54.7 


59.5 


55.1 


2.9 


—1.9 


4.8 


0.5 


-x.u 

0.5 


19 


61.0 


61.7 


63.7 


62.1 


2.2 


—2.5 


4.7 


—05 


2^0 


20 


63.3 


61.2 


57.4 


60.6 


-0.6 


—4.8 


4.2 


-3.8 


—1.3 


21 


46.5 


37.3 


30.7 


38.2 


—0.5 


-5.0 


4.5 


—4.9 


—2.3 


22 


29.3 


32.0 


34.3 


31.9 


1.5 


—2.2 


3.7 


—0.8 


1.1 


23 


33.8 


33.5 


34.8 


34.0 


3.3 


—0.1 


3.4 


0.9 


3.0 


24 


37.3 


39.2 


41.0 


39.2 


5.3 


2.0 


3.3 


2.6 


4.5 


25 


40.5 


40.0 


40.2 


40.2 


2.8 


0.1 i 


2.7 


0.3 


1.3 


26 


40.4 


40.3 


40.5 


40.4 


1.3 


0.1 


1.2 


0.5 


1.1 


27 


40.3 ' 


39.4 


39.5 


39.7 


2.4 


—2.6 


5.0 


—1.0 


1.1 


28 
29 


39.0 
42.5 


39.5 
41.2 


42.3 

40.9 


40.3 
41.5 


"0.5 

—0.7 


-4.8 
—8.2 [ 


4.3 
7.5 


-3.8 

-8.1 


-0.8 
—3.3 


30 


45.4 


48.8 


49.7 


48.0 


0.8 


—4.2 1 


5.0 


—2.0 : 


7 


31 


49.4 


45.6 


44.0 


46.3 


0.3 


-3.3 


3.6 


-2.8 j 


—0.2 


Monats- 
Kittel 


42.9 42.9 


43.4 I 


43.1 


4.6 


0.3 t 


4.2 


1.4 


3.6 


PENTADEN 


-ÜBERSICHT 




Pentade 


Luftdruck 


Luf 


ttemperatur 


Bewölkung 


Nie 


derschlag 


1.— 




Summe Mittel 


Sumi 


ne Mittel 


Summe Mittel 


Summe \ 


5. Jan. 


176.4 


35.3 


17.< 


) 3.6 


453 


9.1 




4 7 


6.— lu 


217.2 


43.4 


28.. 


j 5.7 


44.4 


8.9 




26.7 


11.— 15. „ 


242.4 


48.5 


25.^ 


^ 1 5.2 


49.0 


9.8 




21.7 


16.— 20. „ 
21.-25. , 


260.1 


52.0 


6.> 


^ ! 1.4 


33.0 


6.6 




3.6 


183.5 


36.7 


3.^ 


l 1 0.6 


48.0 


9.6 




5.2 


26.— 30. , 


20<).9 


42.0 


-9.( 


) i— 1.8 


31.3 ■ 6.3 




2.8 



































lanuar 1915. 


4. 






Beobachter Lampe. 

5. 




5 


temperatur 


AI)solute Feuchtigkeit 


Relative Feuchtigkeit 






mm 


o/o 




Tag 


«,p Tages- 
■ ' mittel 


^* 2P 9P T^ages- 


7a 1 2P j 


9P Ü^Sl 


1-t ' 


1.4 


4.2 


3.9 


4.0 


4.0 


85 I 


75 


78 |j 79.3 


1 




3.6 


5.0 


5.7 


5.1 


5.3 


93 


72 


93 1 86.0 


2 


4.5 


4.3 


4.8 


5.3 


5.4 


5.2 


91 


75 


86 84.0 


3 


3 . 5 


4.0 


5.5 


4.8 


4.6 


4.8 


95 


64 


78 !; 79.0 


4 


4.7 


4.6 


5.0 1 


5.2 


5.0 


5.1 


83 1 


78 1 


78 '. 7 


9.7 


5 


5.7 


6.1 


5.5 1 


5.4 


5.9 


5.6 


84 ' 


67 


86 1 7 


9.0 


6 


lO.s 


9.1 


6.8 


7.9 


6.9 


7.0 


97 


87 


71 85.0 


7 


5.2 


6.1 


4.7 


5.3 


5.4 


5.1 


66 


67 


81 ii 71.3 


8 


.".0 


4.8 


5.5 


5.3 


5.3 i 


5.4 


95 


75 


81 i; 83.7 


9 


1.1 ' 


2.4 


5.2 


4.7 


4.3 1 


4.7 


90 


76 


87 \\ 81.3 

1 


10 


4.-^ 


4.2 


4.9 


5.1 


5.1 


5.0 


94 


69 


82 i^ 81.7 


11 


4.8 


8.9 


4.6 


5.1 


5.0 


4.9 


82 


82 


80 81.3 


12 


i'.O 


1.9 


8.7 


4.5 


4.5 


4.2 


73 


73 


92 ; 79.3 


13 




7.5 


6.4 


6.5 


6.0 


6.8 


94 


77 


76 82.3 


14 


^^6 


8.8 


6.5 


6.6 


6.6 


6.6 


86 


78 


79 81.0 


15 


5.S 


6.6 


5.7 


5.4 


5.3 : 


5.5 


70 


74 


78 . 74.0 


16 


2.vt 


3.4 


5.2 


4.4 


4.1 


4.6 


91 


70 


73 ■ 78.0 


17 


-1.9 


-0.7 


4.0 


2.5 


2.9 


3.1 


83 


52 


74 i ( 


59.7 


18 


-2.2 


i -0.7 


3.7 


3.3 


3.3 


3.4 


83 


62 


85 


/e.7 


19 


-1.0 


—1.8 


8.0 


3.6 


3.4 


3.3 


89 


86 


• 78 ' ^ 


^4.3 


20 


-2.2 


—2.9 


2.6 


2,7 


8.4 


2.9 


84 


69 


87 l 


?0.0 


21 


0.1 


0.1 


3.3 


3.7 


3.8 


3.6 


77 


78 


83 : ' 


77.7 


22 


2.7 


i 2.3 


4.5 


4.2 


4.2 


4.3 


90 


74 


75 


79.7 


23 


2.3 


2.9 


4.8 


4.4 


4.5 


4.6 


85 


70 


82 


79.0 


24 


0.9 


! 0.8 


3.8 


3.8 


4.0 


3.9 


81 


76 


80 


79.0 


25 


0.1 


0.4 


3.7 


3.9 


4.0 


3.9 


76 


77 


! 87 


50.0 


26 


2.6 


—1.3 


8.6 


3.4 


2.8 


3.1 


84 


66 


i 62 


70.7 


27 


-4.5 


—3.4 


3.0 


2.0 


2.3 


2.4 


87 


48 


70 


B8.3 


28 


— f\S 


—3.2 


2.1 


2.9 


3.8 


2.9 


88 


1 82 


88 i 


?6.0 


29 


-2.4 


— 1.5 


3.5 


2.2 


8.2 


3.2 


88 


46 


88 


72.3 


30 


-1.1 


—1.8 


3.4 


3.9 


3.7 


3.7 


92 


87 


86 


38.3 


31 


2.1 


2.3 


4.4 


4.4 


4.4 


4.4 


85.7 


71.8 


80.6 


79.4 






Maximum am 


1 Minimum 


am 


Differenz 


Luftdruck 


im.i 19. 


728.2 


3. 


35.5 


Lufttemperatur . . . 


11.2 8. 


-8.2 


29. 


19.4 
5.9 


Absolute Feuchtigkeit . 


7.9 1 7. 


2.0 


28. 


Relative Feuchtigkeit . 


97 \ 7. 


46 


80. 


51 


Grösste tägliche Niederschlagshöhe 


11.6 am 


8. 


Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) 




— 




„ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) 




20 




„ Sturratage (Stärke 8 oder mehr) ...... 




— 




„ Eistage (Maximum unter 0^) 




4 




„ Frosttage (Minimum unter 00) ] 


11 




„ Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) . . . 


— ■ 





Station Wiesbaden. 



Monat 



Tag 



Bewölkung 

ganz wolkenfrei = ganz bewölkt ^10 



7a 



2P 



9p 



Tages- 
mittel 



Wind 

Richtung und Stärke 
Windstille = Orkan = 12 



7a 



2p 



9p 



1 


10 


10 


2 


10 


8 


'S 


10 


10 


4 


10 


8 


5 


10 


10 


6 


10 


10 


7 


10 


10 


8 


10 


9 


9 


10 


9 


10 


8 


9 


11 


10 


8 


12 


10 


10 


13 


10 


10 


14 


10 


10 


15 


10 


10 


16 


9 


6 


17 


10 


8 


18 


9 


1 


19 


9 


4 


20 


10 


10 


21 


10 


10 


22 


10 


10 


23 


10 


10 


24 


10 


4 


25 


10 


10 


26 


10 


10 


27 


9 


4 


28 


9 


4 


29 


8 


10 


30 


4 





31 


10 


10 



9.5 



8.1 



10 


10.0 





6.0 


10 


10.0 


10 


9.3 


10 


10.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


8 


9.0 


10 


9.7 





5.7 


9 


9.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


9 


8.0 


2 


6.7 





3.3 


2 


5.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


10 


10.0 


10 


8.0 


10 


10.0 


10 


10.0 





4.3 





4.3 


6 


8.0 


10 


4.7 


i 10 


10.0 


7.6 


8.4 



NE 
NE 
NE 
NE 
SW 



E 

W 

NE 

SW 

SW 

SW 

SW 

N 

NW 

NE 

SE 

NE 
N 
N 
NE 

N 

NE 

NE 

N 

SW 

SE 



w 


2 


NW 


2 


SW 


4 


SW 


2 


SW 


2 



2 
2 
2 
1 
3 

3 
2 
2 
2 

2 

3 

1 
2 

1 
2 

2 
2 
2 
3 
2 
2 

2.0 



NE 
SW 
SW 

w 
w 

SW 

SW 

: SW 

SW 

w 



I w 
; SW 

! NW 
I SE 

' E 
SW 
NW 

i N 
i NE 

; NE 

NE 

NE 

SW 

N 

SW 



SW 2 1 

W 2 I 

SW 2 ' 

SW 2 

SW 1 



2 
2 
4 
2 
1 

1 
2 
2 

2 
3 

2 
3 
3 
2 
2 
2 

2.2 

Mittel 2.2 



NE 

SW 
NE 
SW 
W 

SW 
SW 
SW 
SW 
W 

NE 

W 

SE 

W 

SW 

SW 
SW 
NW 
NE 

SE 

NE 
SW 
W 

N 
NE 

N 

NE 

NE 

SW 

SW 

SW 



3 
2 
1 
3 

2.3 



Zalil der Tage mit: 

Niederschlag mindestens 1,0™»^ 

Niederschlag mehr als 0,2™™ 

Niederschlag mindestens 0,1™™. ...... 

Schnee mindestens 0,1 ™™ (^) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau (-^) 

Reif (— ) 

Glatteis {<^^) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nali K, fern T) 

Wetterleuchten (<) 



12 
21 
21 



anuar 1915. 



Beobachter Lampe. 



Niederschlag 



3öhe 7» I 

mm I 



Form und Zeit 



; Höhe 
der 


Bemer- 




Schnee- 
{ decke 


kungen 


tJD 


-^ 


1 in cm 




^ ' 


t 7» 






— 




1 






9 

5 

4 


- 












6 







7 







8 


— 




9 


— 




10 






11 


_ 




12 
13 
14 


— 




15 


— 




16 


. — 




17 


— 




18 







19 


— 


.^2 


20 


— 




21 


5 




22 


1 3 




23 







24 


— 




25 


— 




26 


1 




27 


— 




28 


8 


, ^2 


29 
30 


3 




31 


i^^ 







0.6 
0.4 
3.3 
0.4 

3.1 
10.1 
11.6 

1.2 

0.7 



I n, ^0 2tv,'. a 

iOn, #o-ioltp. ^0 nach III 

in, #09i/4p 

1 li u. I oft II— III u, später 



• 1 fast ohne Unterbr. —II # ^ ztw. p 

tr. ztw. a u. p 

tr. ein/, a u. p 

0-11 21/2 p —II, # " • 1 oft p— 7 1/2 P 

^'.1^ -)f #n, #oiu. ztw. a 

3.8^ ^#n. #0 oft a~II— Hin. später 

2.4 ^#0-1 V. 71/4 p— lll u. später 

6.4^ #n 

0.5 0n, #övf^ au, oftp 

2.4 ^n, #Ozt\v. a u. einz. p 

0.3 -)fuztw. 73/4— 10:^/4 a 

0.4^ ^n 

— -)f ^ V. 2^'^ p — III fast ohne Unterbr. u. später 
4.7^ -)fn 
0.5 #n 



0.4^ 



2.4^ 



^fl. 21/4-71/4 p 



^0 oft au.p^o nach III 



■)fO-ioftp 



64.7 1 Monatssumme. 



Wind- 


Verteilung 


. 




7a 


2p 9p 


Summe 


N 


5 


3 


2 


10 


NE 


10 


5 


8 


23 


E 


1 


1 


— 


2 


SE 

S 

sw 


2 


1 


2 


5 


9 


14 


13 


36 


w 


2 


5 


5 


12 . 


NW 


2 


2 


1 


5 


Still 


— 


— 




~ 



ß 


Station Wies b ad 
1. 


en. 




2. 




m 


onat f 

3. 






Lu ftdruck 




Temperatur-Extrem e 




p 




(Barometerstand auf 0" und 


Normal- 


(abgelesen 9P) 




Luft- 

( 


Tag 


schwere reduziert) 700 mm -j- 


oc 






7a 


2p 9p 


Tages- 


Maxi- 


Mini- 


Diffe- 


7a 


2p^ < 








mittel 


mum 


mum 


renz 






1 


46.8 


51.0 


56.2 


51.3 


3.7 


-1.2 


4.9 


1.6 


3.7 


2 


58.8 


57.8 


56.6 


57.7 


2.7 


-8.2 


5.9 


— 1.9 


1 2.3 


8 


56.6 


57.0 


57.0 


56.9 


5.0 


0.4 


4.6 


0.8 


4.8 


4 


55.7 


54.6 


54.5 


54.9 


6.6 


1.4 


5.2 


1.6 


5.9 


5 


55.2 


55.2 


54.0 


54.8 


2.0 


-1.4 


3.4 


-1.8 


1.5 


6 


50.7 


49.3 


49.1 


49.7 


0.8 


' -0.6 


1.4 


—0.5 


0.3 


7 


48.9 


50.9 


52.5 


50.8 


8.8 


0.4 


8.4 


1.5 


3.4 


8 


49.7 


53.4 


54.6 


52.6 


8.6 


1.2 


74 


3.7 


7.9 


9 


51.1 


47.0 


44.8 


47.6 


4.8 


-0.6 


5.4 


-0.8 


4.6 


10 


41.6 


89.7 


40.5 


40.6 


5.5 


1.6 


3.9 


1.7 


5.0 


11 


43.9 


44.0 


43.2 ! 


43.7 


5.2 


0.8 


1 
4.4 


2.0 


5.0 


12 


41.5 


40.8 


4?.5 1 


41.6 


6.0 


0.2 


1 5.8 


0.5 


5.7 


18 


40.9 


85.6 


35.1 ; 


37.2 


7.5 


0.8 


6.7 


1.4 


6.7 


14 


35.6 


35.1 


35.4 


35.4 


9.0 


4.0 


5.0 


4.3 


8.5 


15 


36.7 


40.0 


44.5 


40.4 


6.4 


4.0 


2.4 


4.1 


6.0 


16 


51.3 


56.3 


59.2 


55.6 


5.2 


2.1 


8.1 


3.5 


4.5 


17 


58.0 


54.4 


50.7 


54.4 


5.0 


—1.4 


6.4 


-0.4 


4.3 


18 


47.0 


44.1 


42.0 


44.4 


7.4 


2.5 


4.9 


2.7 


7.3 


19 


' 89.8 


86.7 


34.9 


37.0 


10.0 


8.6 


64 


8.9 


9.8 


20 


32.6 


31.1 


31.0 j 


31.6 


9.0 


8.6 


5.4 


3.7 


8.2 


21 


38.8 


35.8 


37.3 


35.6 


7.5 


1.9 


5.6 


4.« 


7.1 


22 


35.1 


82.4 


82.8 1 


33.4 


5.8 


0.2 


5.6 


0.7 


5.2 


28 


36.7 


39.3 


43.1 


39.7 


7.0 


0.3 


6.7 


0.5 


6.5 


24 


46.4 


48.6 


51.2 


48.7 


4.S 


1.0 ; 


3.8 


1.9 


4.8 


25 


54.0 


56.6 


59.2 


56.6 


4.6 


0.2 : 


4.4 


1.5 


3.7 


26 


62.6 


63.5 


63.6 


63.2 


4.4 


-0.7 : 


5.1 


0.1 


4.0 


27 


61.7 


58.6 


54.7 


58.3 


8.6 


-3.8 


7.4 


—3.4 


3.1 


28 


48.0 


46.3 


46.5 


46.9 


7.7 


1.1 


6.6 


1.9 


7.1 


Monats- 


47.2 


47.0 


47.4 1 


47.2 


5.7 


0.7 


5.0 


1.5 


5.2 


Mittel 












i 









PENTADEN- ÜBERSICHT 



Pentade 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


. k u n g 


Niederschlag 


Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


31.Jaii.-4.Febr. 


267.1 


58.4 


7.0 1.4 


36.6 


7.5 


5.4 


5.— 9. , 


255.5 


51.1 


9.7 1.9 


45.7 


9.1 


6.8 


10.-14. „ 


19S.5 


89.7 


20.6 1 4.1 


87.9 


7.6 


8.1 


15.-19. , 


281.8 


46.4 


21.9 4.4 


42.3 


8.5 


0.4 


20.-24. , 


189.0 


37.8 


19.0 1 3.8 


84.8 


6.9 


0.6 


25.- 1. März 


263.8 


52.8 


10.1 2.0 


24.0 


4.8 


3.1 



Februar 1915. 


4 






Beobachter Lau 

5 


pe. 


^ 


tempcratur 


Absolute Feuclitijjkeit 


Kelative Fenclitigkeit 


• 








mm 






^lo ... 




Tsig\ 


9P 


1 Tages- 

1 mittel 


7a 


2P. 


9P 1 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 1 9p 


T«ges- 
mittel 


0.8 


1.7 


4.5 


4.5 


3.7 


4.2 


87 


75 


75 ' 


79.0 


1 


1.5 


0.8 


3.6 


4.1 


8.8 


3.8 


90 


75 


74 


79.7 


2 


2.7 


2.8 


4.6 


5.6 


4.9 


5.0 


91 


87 


87 


89.8 


8 


' 2.3 


8.0 


4.9 


5.3 


4.8 


5.0 


94 


77 


87 


86.0 


■4 ' 


0.2 


0.2 


8.8 


4.4 


4.0 


4.1 


92 


85 . 


87 


■88.0 


5 


0.4 


0.2 


3.8 


4.1 


4.2 


4.0 


86. 


87 


89 


87.3 


6 


3.8 


2.9, 


4.8 


5.3 


5.8 


5.1 


94 


92 


92 


92.7 


1 


1.2 


8.5 


5.7 


4.6 


4.4 


. 4.9 


95 


58 • 


89 


80.7 


8 


' 3.6 


2.9 


4.2 


.5.0 


4.^ 


,.;4.7 


94 


79 


83 


85.3 : 


9 ; 


2.8 


3.1 


4.6 


4.6 


.4.7 


'.4.6 


90 


71 


84 


8.1.7 


10 i 


• 0.8 


2.2. 


4.6 


4.8 


4.1 


4.8 


87 


66 


85 ; 


79.3 


11 


3.5 


3.8 


4.4 


4.9 


4.9 


4.7 ■ 


92 


71 


83 


82.0 


12 1 


7.8 


5.7 


4.7 


5.4 


6.0 


5.4 


9:t 


74 


79 i 


82.0 


18 ' 


6.2 


6.3 


5.7 


4.2 


4.9 


4.9 


92 


51 


69 i 


-70.7 


14 


4.4 


4.7 


5.2 


4.2 


4.1 


4.5 


85 


60 . 


^ 65 1 


JO.O 


15 


2.1 . 


3.0 


4.4 


8.4 


4.0 


8.9 


75 


54 


75 : 


68.0 


16 


: 4.4 , 


3.2 


4.1 


4.4 


4.7 


4.4 


92 


71 


76 , 


■79.7 


17 


! 6.7 ! 


5.8 


4.5 


5.9 


6.3 


5.6 


80 


78/ 


86 i 


81.8 


18 


3.6 1 


5.2 


5.4 


5.5 


5.2 


5.4 


88 


60 - 


88 ! 


78.7 


19 


6.1 1 


6.0 


5.6 


5.1 


5.0 


.5.2 


93 


63 


72 


76.0 


20 


1.9 1 


3.9 


5.8 


5.0 


4.8 


5.0 


82 


66 


l 91 , 


79.7 


21 


4.0 i 


3.5 


4.4 


4.7 


4.3 


4.5 


90 


71 


70 


,77.0 


22 


3.8 


8.4 


4.3 


4.0 


4.5 


4.3 


90 


57 


78 


75.0 


28 


1.0 


2.2 


4.8 


3.9 


4.2 


4.8 


91 


61 


85 1 


7^.0 


24 


0.6 


1.6 


4.6 


3.5 


3.8 


4.0 


91 


58 . 


78 ' 


75.7 


25 


-0.7 ' 


0.7 


4.0 


3.3 


3.4 


3.6 


87 


55 


79 i 


73.7 


26 


1.7 , 


0.8 


3.2 


3.8 


8.8 


3.6 


91 


66 


73 


76.7 


27 


2.7 1 


3.6 


4.6 


3.9 


4.2 


4.2 


88 


52 


'' 


71.7 


28 


2.S 


3.1 


4.6 


4.5 


4.5 i 


4.5 


89.4 


68.6 


80.5 

1 

1 


79.5 





Maximum 



Mhihnnm 



Differenz 



•■Luftdruck .... 

{Lufttemperatur . . 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



763.6 
10.0 
6.3 
95 



26. 
19. 
18. 

8 



731.0 
-3.8 
3.2 
51 



20. 
27. 
27. 
14. 



32.6 
13.8 
3.1 
44 



Grösste tägliche Niederschlagshöhe 



4.3 am 8. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . . 
„ „ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . 
„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter 00) .... 
„ „ Frosttage (Minimum unter 0^) ... 
„ Sommertage (Maximum 25,0^ oder mehr) 



14 

8 



Jahrb. d. nasa. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



10 


Station Wiesb 

6 


aden. 








7. 


Monat 1 

i 
-.1 




Bewö] 


Ikung 






Wind 

Richtung und Stärke 


Tag 


ganz wolkenfrei = 


ganz bewölkt = 10 


Win 


dstille = Orkan = 12 


7a 


2P 


9P 1 


Tages- 
mittel 


7a 


1 2p ' 9p 


1 


10 


6 


6 


7.3 


SW 


2 ! 


NW 2 


N 2 


2 


10 


8 





6.0 


NE 


1 


E 1 


S 1 


8 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


1 


... 


... 


4 


10 








3.3 


NE 


2 


NE 2 


NE 1 


5 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


2 


NE 2 


NE 3 


6 


10 


10 


10 


10.0 


E 


2 


NE 2 


NE 2 


7 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


1 


NE 1 


NE 1 


8 


10 


7 





5.7 


E 


1 


SW 2 


... 


9 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


2 


NE 2 


NE 1 


10 


10 


10 


10 


; 10.0 


NE 


2 


NE 1 


SW 2 


11 


8 


2 





; 3.3 


NE 


2 


SW 3 


NE 2 


12 


10 


9 


4 


1 5.3 


E 


2 


SE 2 


SW 2 


18 


10 


10 


10 


! 10.0 


SW 


2 


SE 2 


SW 2 


14 


10 


9 


9 


' 9.3 


S 


3 


SW 4 


SW 2 


15 


10 


10 


10 


10.0 


SW 


3 


SW 4 


SW 4 


16 


10 


2 





! 4.0 


NW 


2 


NW 3 


... 


17 


10 


10 


10 


10.0 


E 


2 


SE 3 


... 


18 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


2 


SW 1 


SE 2 


19 


10 


7 


8 


8.3 


NE 


2 


S 2 


E 1 


20 


9 


8 


8 


8.3 


NE 


2 


S 2 . 


N 2 


21 


9 


10 


6 


8.3 


NW 


2 


NW 1 


N 2 


22 


10 


4 





4.7 


NE 


2 


NE 3 


N 2 


28 


8 


7 


4 


1 6.3 


NW 


1 


E 2 


N 1 


24 


10 


8 


2 


i 6.7 


NW 


2 


NW 2 


NW 2 


25 


10 


3 





; 4.3 


N 


2 


NW 3 


NW 2 


26 


4 


5 





3.0 


NW 


2 


NE 2 


NE 2 


27 


4 


2 


4 


! 3.3 


NE 


2 


S 3 . 


SE 2 


28 


10 


6 


4 


; 6.7 


SW 


2 


NE 4 . 


SW 3 




9.4 


7.0 


5.5 


1 7.3 

i 




1.9 


2.2 
Mittel 1.9 


1.6 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlag mindestens 1,0 ^Qi 

Niederschlag mehr als 0,2°"^ 

Niederschlag mindestens 0,1 ^^ 

Schnee mindestens 0,1 ™™ (-)(■) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau •. . . .(^x.) 

Reif (— ) 

Glatteis (<s^) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah f^, fern T) 

Wetterleuchten f < ) 



Februar 1915. 



Beobachter Lampe 



11 



Niederschlag 



Form und Zeit 



I Höhe 

I der 
Schnee 
decke 
I in cm 

7» 



Bemer- 
kungen 



03 

H 



'\9 l^#Oofta— Ip 



- l-)f0ii/2-II-6i/4p 
2.1^ #n, #01-93/4 a 
4.3 #n, #0 1— 83/4a 
0.4 #Oztw. zw. 2 u.Sp 
0.1 - 



4.1 
3.9 



0.4 
0.0 
0.5 

0.1 



n, #0-1 ztw. p —61 2 p 
n 



iO840p— III 
in, #"ztw. p 



tr. ztw. p 



1.2 #n 

0.0 ^n 

0.4 #n.#-)f Aztw. a 

22.9 Monatssumme. 



1 

2 
3 
4 
5 

6 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 

28 





Wind 


Verteilung 






7a 


2p 9p 


Summe 


N 


1 


— 5 


6 


NE 


13 


9 7 


29 


E 


4 


2 1 


7 


SE 


— 


3 2 


5 ^ .; 


S 


1 


3 ! 1 


5 


sw 
w 

NW 


.4 


5 6 ; 


15 


5 


5 


2: : 


12 


Still 


— 


1 


4 


5 












ia 



Station Wiesbaden. 



Monaf 



Tag 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 0^ und Normal- 
schwere reduziert) 700 ™di + 

9p 



7a 



2p 



Tages- 
mittel 



Temperatur-Extreme 

(abgelesen 9p) 
OC 



Maxi- Mini- | Diffe- 

mum mum | renz 



Lul't. 



7a 



2p 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 

25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 

MonatS' 
Mittel 



37.9 
45.7 
53.9 
54.4 
51:3 

49.4 
46.0 
43.7 
57.0 

58.6 

52.2 
55.1 
54.1 
51.6 
56.7 

54.3 
50.0 
41.0 
33.5 

48.9 

57.0 
58.5 
55.1 
54.1 
49.7 

49.6 
43.0 
4'.4 
44.3 
44.5 
47.4 

49.8 



38.3 
48.0 
54.2 
54.9 
54.0 

47.5 
4k5 
48.7 
57.4 
56.6 

51.7 

54.8 
52.7 
52.3 
56.4 

52.9 
47.9 
88.8 
34.7 
51.3 

57.7 
56.4 
54.2 
52.6 

45.7 



40.2 
50.7 
54.3 
55.1 
52.6 

45.1 
42.8 
51.2 
58.6 
55.0 

52.6 
55.1 
52.3 
54.6 
56.7 

52.1 
45.3 
37.3 
41.1 
5K3 

59.2 

55.4 
54.1 

52.8 
48.5 



: 46.0 


43.7 


' 41.1 


41.1 1 


41.4 


43.3 


41.4 


4i.l 


43.8 


45.0 


50.7 


54.9 


49.4 


50.1 



3S.8 
48.1 
54.1 
54.8 
53.6 

47.3 
4U 
48.9 

57.7 
56.7 

52.2 

55.0 

53.0 
52.8 
56.6 

53.1 

47.7 
39.0 
36 4 
51.5 

58.0 

56.8 
54.5 
53.-2 

48.0 

46.4 
41.7 
42.0 
44.6 
44.4 
51.0 

49.8 



5.9 
5.5 
6.1 
9.2 

9.8 

11.0 
8.1 
3.3 
0.0 
1.0 

2.9 

7.7 

9.4 

11.5 

10.5 

9.6 
9.S 
11.0 
7.9 
5.3 

10.0 
12.0 
13.1 
16.4 

14.9 

6.7 
6.0 
4.8 
4.5 
6.2 
4.9 

7.9 



1.5 


4.1 


0.9 


I 4.6 


0.8 


1 5.3 


3.2 


i 6.0 


5.7 


4.1 


7.9 


3.1 


! 2.9 


5.2 


—3.1 


6.4 


-4.9 


■ 4.9 


-5.6 


6.6 


—1.4 


4.3 


0.8 


6.9 


5.2 


4.2 


7.6 


3.9 


5.7 


4.8 


6.9 


2.7 


! 5.1 


4.7 


2.1 


8.9 


1 0.0 


7.9 


-1.6 


6.9 


-1.8 


11.8 


—1.0 


13.0 


2.1 


10.7 


6.8 


9.6 


4.4 


10.5 


0.8 


5.9 


0.4 


5.6 


-0.5 


• 5.3 


-1.9 


6.4 


—2.5 


8.7 


0.1 


4.5 


1.5 


6.4 



l.l 

1.0 
3.5 

8.2 

9.7 

3.7 

0.0 

-4.1 

-5.3 

-0.6 
1.1 
5,5 

7.7 
6.3 

7.1 
6.2 
2.3 
5.3 
-1.8 

-0.8 ^ 
0.5 

4.0 
7.5 

8.7 

1.6 

1.1 
-0.3 
-l.l 
-1.7 

1.1 

2.6 



5.0 
5.2 
5.9 
8.1 
9.3 

9.7 

5.1 

-0.7 

—0£ 

0.0 

2.2 
7.1 

8.3 

10.7 

9.7 

9.6 
9.2 
10.5 
5.8 
4.2 

9.0 
11-.2 
11.3 
15.8 
14.0 

6.6 
5.5 
3.7 
3.9 
5.4- 
3.9 

6.9 



P E N T A D E N - U B P: R S I C H T 





Lu ftdruG^k 


Luttteii 


iperatur 


Bewölkung 


Niederschlag 


P e n t a d e 
















Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


2.— 6. Miirz 


257.9 


51.6 


30.9 


6.2. 


.45.4 


9.1 


10.4 


7.-11 „ 


259.9 


52.0 


-0.4 


-^0.1 : 


37.9 


7.6 


5.4 


12.-16. „ 


270:5, 
282.F 


54.1 
46.5 


38.2 


!7.6: 


49.0 ; 


9.8 


1.3 


17.-21. „ 


20:6 


'4.1 


* '2.8.7 i 


5.7 


7.4 


22.-26. , 


; 258,9- 


51.8 


37.4 


-,7.5. 


-,,38.0 ' 


6.6 


2.2 


27.-31. „ 


223.7 


41.7 


^.S 


^•2.0 


,;:^.9 ! 


5.8 


1.9 



März 1915. 



Beobachter Lampe. 13i 

5. 

















1 





temperatur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuclitiglieit 










mm 






o/o 




Tag 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2P i 9p ' 


Tages- 
mittel 


7a 


2p i 


9P i 

1 


mittel 


2.8 1 


3.4 


-1.6 


8.2 


.3.7 


3.8 


80. 


49 , 


66 


65.0 


1 


2.7 1 


2.9 


3.9 


3.6 


4.0 


3.8 


77 


54 


72 


67.7 


2 


4.1 


3.8 


4.3 


4.6 


5.5 


4.8 


87 . 


66 . 


90 


81.0 


8 


6.7 1 


6.2 


5.6 


6.3 


6.4 


6.1 


95 . 


78 • 


. 87 


86.7 


4 


9.5 1 


9.1 


6.4 


6.6 


6.9 


6.6 


79 


75 


. 78 


77.3 


5 


8.1 


8.9 


6.6 


6.8 


6.9 


6.8 


74 : 


75 


86 


78.3 


6 


3.3 


3.8 


4.6 


4.7 


4.5 


4.6 


77. 


73 


78 


76.0 


7 


-3.1 


—1.7 


4.1 


8.5 


3.2 


. 8.6 


89 


81 • 


. 89 


86.3 


8 


-2.4 


—2.4 


2.5 


3.3 


8.2 


. . 3.0 


75- 


75 


83 


77.7 


9 


-0.3 I 


—1.5 


.2.6 


2.9 


4.1 


3.2 


85' ■. 


63 


90 


79.3 


10 


2.1 : 


1.4 


3.9 


4.6 


4.7 


, 4.4 


88.. 


85 


; 87 


86.7 


11 


6.4 


5.2 


ÄJ 


5.5 


5.5 


^ 5.2 


94: 


73 . 


: 76 


81.0 


12 


'8.9 


7.9 . 


5.1 


5.6 


6.0 


. 5.6 


76* 


69 . 


71 


72.0 


18 


.'8.6 ' 


' 8.9 


6.5 


6.6 '. 


6.1 


6.5 


83. 


70 


77 


76.7 


14 


.8.2 : 


. 8.1. 


5.3 


6.0 


6.3 


. 5.9 


78' . 


66 


: 78 


74.0 


15 


7.9 


8.1 


6.4 


5.8 


6.1 


6.1 


86 . 


65 


. 76 


75.7 


16 


5.7 


6.7 


5.2 


5.2 


5.6 


' 5.3 


74- ; 


60 


82 


72.0 


1'/ 


•7.3 


6.8: 


4.8 


6.4 ' 6.1 


;. 5.8 


87 


68 


i. 80 


78.3 


18 


0.0 


. 2.S 


6.2 


2.9 


'. 3.4 


4.2 


94- I 


43 


. 74 


70.3 


19 


0.4-1 


0.9 


8.4 


3.0 


3.7 


.3.4 


82- 


49 


^ 78 


69.7 


20 


^2.7 


3.4. 


3.5 


4.3 


4.3 


.4.0 


81. 


51 


.. 77 


69.7 


21 


6.9 


6.1 


3.5 


3.0 


3.8 


. 3.4 


79. 


30 


51 


53.3 


22 


iro.O 


. 8.8 


4.5 


7.4 


•7.7 


6.S 


73 


74 


84 


77.0 


28 


10.4 


11.0 


7.0 


8.5 


8.2 


.7.9 


90 


64 


. 88 


: 80.7 


24 


4.4 


7.9' 


7.8 


8.2 


^6.6 


-.•7.2 


93 i 


69 


90 


84.0 


2o 


8.1 


3.6 


8.6 


3.0 


8.2 


3.3 


71 


42 


56 


56.3 


26 


2.1 


2.7 


3.6 


2.4 


2.9 


3.0 


70. 


85 


54 


53.0 


27 


o.>; 


12 


:2.9 


2.6 


2.9 


2.8 


65 


43 


60 


i 56.0 


28 


O.f) 


1.2 


2.9 


2.7 


: 2.9 


.2.8 


69 


45 


• 58 


' 57.8 


29 


4.8 


8.1 


3.3 


3.1 


■•:3.7 


8.4 


82 


46 


60 


62.7 


30 


0.6 


l.B 


4.5 


4.5 ' 


4.2 


-.4.4 


90 


73 


, 87 


88.3 


81 


4.3 


45 


4.6 


4.7 


4.9 


4.8 


81.4 


61.6 


. 76.2 


1 73.1 







Mnximuni am j Mi)iuniim nm 


Differenz 


i-Luftdruck ' 

^Lufttemperatur . . ; 
absolute Feuchtigkeit . 
Relative Feuchtigkeit . 


759.2 - 1 2t. 
16.4 r • 24. 
- 8.5 • : .24. 
95 4. ■ 


783.5 1 19. 

-5.6 1 ro. 

2.4 : " 27. 
30^ \ 22. 


25.7 
22.0 
6.1 
65 


Grrösste tägliche Niedersc 


hlaf'shöhe 


■ ' 7.4 am 19. 






Zahl der heiteren Tage ( 

„ trüben Tage (ü 

„ Sturmtage (Stäi 

„ „ Eistage (Maxim 

„ „ Fro-sttage (Mini 

., Sommertage (M 


unter 2,0. im Mittel) 

ber 8.0 im Mittel) 


' 1 
. 15 


ke 8 oder niehr) . .... 

im nntfv 0^) 


Tium unter 00) . . . . . _. .. 
aximurn 25,00 odor mehr) . 


1 











u 



Station Wiesbaden. 



Monat 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlag mindestens 1,0™™ 

Niederschlag mehr als 0,2™™ 

Niederschlag mindestens 0,1 ™™ ....... 

Schnee mindestens 0,1 ™™ (^) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau (-Q-) 

Keif ( — ) 

Glatteis (ctnä) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah K, fern T) 

Wetterleuchten ( < ) 







6 








7. 




^•^•^mk^ 






Bewölkung 


Wind 

Kichtung und Stärke 




Tag 


ganz wolkenfrei = ganz bewölkt =10 


Windstille = Orkan = 12 




7a 


2P 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 2p 


'' l 


1 


10 


3 


7 


6.7 


SW 2 


N 3 


NW 


6 


2 


8 


7 


5 


6.7 


SW 2 


W 3 


SW 


3 


8 


9 


10 


10 


9.7 


SW 1 


SW 2 


SW 


2 


4 


10 


10 


10 


10.0 


SW 2 


SE 1 


NE 


1 


5 


10 


10 


8 


9.3 


SW 2 


SW 4 


SW 


3 


6 


10 


9 


10 


9.7 


W 2 


SW 3 


W 


1 


7 


10 


5 


7 


7.3 


NW 3 


W 2 


W 


3 


8 


10 


10 


8 


9.3 


N 3 


NE 4 


NE 


5 


9 


6 


7 





4.3 


NE 3 


NE 2 


NE 


2 


10 


2 


9 


10 


7.0 


NE 2 


NW 1 


SE 


3 


11 


10 


10 


10 


10.0 


NE 1 


W 1 


NE 


1 


12 


10 


10 


10 


10.0 


NE 1 


NW 1 


SW 


1 


13 


10 


10 


10 


10.0 


SW 2 


SW 2 


W 


2 


14 


10 


8 


10 


9.3 


NW 1 


NW 2 


N 


3 


15 


10 


9 


10 


9.7 


N 1 


N 2 


NW 


2 


16 


10 


10 


10 


10.0 


W 1 


NW 1 


NW 


2 


17 


7 


10 


10 


9.0 


W 1 


N 3 


E 


2 


18 


8 


10 


2 


6.7 


N 1 


NW 2 


N 


2 


19 


10 


4 


10 


8.0 


W 1 


W 6 


NW 


4 


20 


2 


7 





3.0 


NW 2 


NW 2 


NE 


1 


21 


4 


2 





2.0 


NW 2 1 SW 2 


SW 


2 


22 





3 


2 


1.7 


NW 2 i SE 3 NE 


2 


23 


10 


8 


7 


8.3 


E 1 NE 1 


NE 


1 


24 


6 


10 


9 


8.3 


N 1 i W 2 


SW 


1 


25 


10 


9 


10 


9.7 


NW 1 


SW 2 


NW 


3 


26 


7 


6 


2 


5.0 


NW 2 


SW 2 


N 


3 


27 


1 


3 


6 


3.3 


nf: 3 


N 2 


NE 


3 


28 


9 


5 


6 


6.7 


NE 3 i NE 3 


E 


3 


29 


1 


9 


9 


6.3 


N 3 


N 2 


N 


3 


30 





8 


8 


5.3 


N 1 


E 3 


NE 


2 


31 


10 


10 


2 


7.3 


NE 1 


NW 2 


N 


2 




. 7.4 


7.8 


7.0 


7.4 


1.7 


2.3 
Mittel 2.1 




2.4 



März 1915. 



Beobachter Lampe. 15 





8. 




9. 




N i e d e r s c Ii 1 a g 

1 


Höhe 
der 
Schnee- 
decke 
iD cm 
7» 


Bemer- 
kungen 




«°„'':'* ! Form und Zeit 


1.5^ 

0.4 
4.6 
0.6 


-)f#n, -)fO#'^oftau.zt\v. p 

^ n, # ztw. p 

Za 11, # '^ • ^ oft p —III u. später 

#n, #o^tw. a 1 


— 




1 

2 
3 
4 
5 


0.2 
2.0 

2.y^ 
0.1^ 


# n, # tr. u. ztw. a — II— III 

# n, #0 ztw. a —II # tr. oft p i 
^ #n.-)fO 1-91/4 a 

^ oft p— III u. später | 


— 


^2 


6 

7 

8 

9 

10 


0.5^ 
0.0 

0.2 
1.1 


# tr. einz. p 

# tr. ztw. p 
#n, #Oofta 


1 




11 
12 
13 


— 


— 


— 




16 


7.4 

0.0 


00, AOS-«'— 851p 

# n, -)(■ fl. ztw. p u. nach III 


— 


: ^1 


IV 

18 
19 
20 


0.0 


#tr. einz. V. 5— 51/2P 

# OztAv. a u. p fast ohne Unterbr. 


— 


; ^2, 


21 
22 
23 
24 

25 


2.2 


— 


— 




26 


1.9^ 


>^#n 


— 


, ^1 


27 
28 
29 
30 
31 


30.1 


Monatssumme. 


1 







Wind- 


Verteilung. 






7a 


2p 9p 


Summe 


N 


6 


5 


5 ii 


16 


NE 


7 


4 


9 


20 


E 


1 


1 


2 : 


4 


SE 
S 

sw 




2 


1 1: 


3 


6 


7 


6 ' 


19 


w 


4 


5 


3 ! 


12 


NW 


7 


7 


^ i 


19 


Still 


— 


— 


i 


— 



16 



Station Wiesbaden. 



Monat 



Tac 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 0^ und Normal- 
schwere reduziert) 700™*» -f 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Temperatur-Extreme 

(abf^elesen 9p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



Luft. 



7 a 2p 



10 

11 

12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 

Monats- 
Mittel 



58.3 


58.5 


58.6 


58.5 


9.2 


-2.1 


11.3 


59.6 


58.8 


57.7 


58.7 


11.7 


-0.5 


12.2 


53.8 


52.5 


53.3 


53.2 


10.8 


2.4 


8.4- 


51.7 


49.9 


49.1 


50.2 


9.4 


3.9 


5.5 


48.5 


47.6 


45.6 


47.2 


11.2 


7.4 


3.8 


43.3 


45.7 


45.0 


44.7 


11.4 


5.4 


6,0. 


35.6 


34.0 


35.9 


35.2 


12.0 


. 4.0 


8.0 


41.7 


42.3 


45.6 


43.2 


11.0 


4.0 


7.0 


47.8 


48.2 


49.4 


48.5 


10.5 


3.8 


6.7 


48.7 


48.5 


51.6 


49.6 


7.6 


3.3 


4.3 


55.5 


56.3 


57.8 


56.5 


9.0 


1.8 


7.2 


58.3 


56.9 


55.0 


56.7 


11.1 


2.9 


8.2 


52.2 


49.7 


49.0 1 


50.3 


12.1 


0.9 


11.2 


49.3 


49.9 


52.6 


50.6 


11.3 


4.9 ' 


6.4 


54.8 


54.9 


56.1 ! 


55.3 


14.9 


3.4 


11.5 


57.4 


55.9 


55.1 


56.1 


16.7 


5.7 


11.0 


54.5 


54.8 


57.2 j 


55.5 


13.9 


6.7 


7.2 


57.1 


54.2 


53.2 ! 


54.8 


13.6 


3.3 


10.3 


53.4 


52.2 


52.7 s 


52.8 


16.7 


3.4 


1M.3 


52.2 


50.2 


49.5 1 


50.6 


17.8 


4.4 


13.4 


51.3 


51.1 


53.6 ■ 


52.0 


15.9 


8.7 


7.2 


53.9 


51.8 


51.7 


52.5 


12.6 


4.7 


7.9 


50.1 


49.4 


49.8 


49.8 


9.8 


4.7 


5.1 


48.3 


48.1 


48.9 


48.4 


6.6 


3.4 


3.2 


51.5 


52.0 


53.5 1 


52.3 


12.7 


3.9 


8.8 


54.5 


53.5 


53.4 i 


53.8 


20.5 


6.3 


14.2 


53.7 


53.6 


55.4 


54.2 


21.8 


9.5 


12.3 


56.8 


55.4 


55.0 ! 


55.7 


20.7 


12.5 


8.2 


55.3 


53.8 


53.5 


54.2 


20.4 


5.3 


15.1 


53.9 


51.7 


51.3 


52.3 


22.5 


6.4 


16.1 


52.1 


51.4 


51.9 


51.8 


13.5 


4.5 


9.0 



-0.7 
1.2 
3.3 
5.3 

8.1 

7.5 
5.0 
5.5 
4.3 
4.1 

4.3 
4.2 
3.1 

5.8 
5.4 

7.5 
8.7 
6.6 
6.3 
6.9 

10.6 
5.7 
6.4 
4.9 
5.5 

9.4 
12.3 
14.1 

9.7 
9.7 

6.4 



PENTADEN-UBERSICHT 



8.9 

11.3 

9.1 

8.5 

lO.l 

9.4 

9.9 

10.8 

10.2 

7.5 

8.5 
10.5 
12.0 
10.4 
14.2 

16.3 
11.5 
12.9 
16.4 
17.3 

15.3 

12.0 

9.1 

4.3 

12.0 

19.3 
21.1 

20.5 
20.1 
21.9 

12.7 



P e n t a d e 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


k u n g 


Niederschlag 




Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


1.— 5. April 


267.8 


53.6 


31.6 i 6.3 


32.4 


6.5 


10.9 


6.-10. „ 


221.2 


44.2 


32.3 6.5 


32.0 


6.4 


27.4 


IL— 15. , 


269.4 


53.9 


36.2 7.2 


29.0 


5.8 


3.5 


16.-20. „ 


269.8 


54.0 


53.1 10.6 


15.7 


3.1 


— 


21.-25. , 


255.0 


51.0 


38.3 7.7 


33.3 


6.7 


14.2 


26.-30. „ 


270.2 


54.0 


76.3 15.3 


5.7 


1.1 


— 



April 1915. 



Beobachter L a in p e. YÜ 

5 



temp 


Bratur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuclitigkeit 










mm 






«/o 




Tag 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 9p 


Tages- 
mittel 


3.1 


3.6 


4.2 


3.6 


4.1 


4.0 


96 


42 


71 


69.7 


1 


4.1 


5.2 


4.2 


4.1 


4.4 


4.2 


83 


41 


72 


65.3 


2 


5.1 ' 


i 5.6 


4.8 


6.6 


6.2 


5.9 


83 


76 


95 


84.7 


3 


8.9 


i 7.9 


5.9 


7.6 


7.8 


7.1 


89 


92 


92 : 


91.0 


4 


1 9.5 


1 9.3 


7.5 


8.3 


8.4 


.8.1 


93 


89 


95 


92.3 


5 


7.1 


! 7.8 


7.3 


4.8 


5.6 


5.9 


94 


55 


74 


74.3 


6 


6.8 


i 7.1 


5.7 


7.7 


6.0 


6.5 


87 


84 


81 


84.0 


7 


5.8 


7.0 


5.Ö 


5.3 


5.9 


5.6 


82 


55 


87 


74.7 


8 


3.8 


5.5 


5.4 


3.6 


5.0 


4.7 


87 


39 


83 


69.7 


9 


4.0 


4.9 


4.8 


5.0 


5.2 


.5.0 


79 


65 


85 


76.3 


10 


5.3 


1 5.8 


5.1 


5.0 


5.3 


5.1 


82 


60 


80 


74.0 


11 


5.6 


! 6.5 


5.2 


4.5 


5.1 


1 4.9 


84 


47 


75 


68.7 


12 


8.0 


1 7.8 


4.5 


4.5 


5.4 


! 4.8 


78 


43 


67 


62.7 


13 


6.1 


7.1 


4.9 


4.4 


4.9 


.4.7 


72 


46 


71 


63.0 


14 


:8.2 


! 9.0 


4.9 


6.3 


6.2 


5.8 


74 


52 


77 1 


67.7 


15 


11.8 


11.8 


6.1 


5.2 


6.9 


6.1 


79 


38 


67 


61.3 


16 


7.3 


8.7 


6.5 


7.1 


5.3 


6.3 


77 


70 


69 


72.0 


17 


9.9 , 


1 9.8 


4.5 


4.5 


4.9 


4.6 


62 


40 


53 


51.7 


18 


11.7 1 


11.5 


5.1 


4.8 


5.0 


5.0 


72 


35 


48 


51.7 


19 


10.5 i 


11.3 


5.8 


5.0 


5.5 


5.3 


72 


34 


58 


54.7 


20 


8.7 


10.8 


6.2 


6.3 


5.6 


6.0 


65 


49 


67 


60.3 


21 


7.5 


8.2 


4.7 


3.8 


4.5 


4.3 


68 


37 


59 , 


54.7 


22 


5.5 


6.6 


4.9 


4.7 


5.4 


5.0 


68 


55 


80 1 


67.7 


23 


4.3 


4.4 


5.4 


5.3 


5.5 


5.4 


82 


85 


89 


85.3 


24 


7.9 


8.3 


5.6 


6.4 


6.6 


6.2 


83 


62 


83 


76.0 


25 


*15.9 


15.1 


7.7 


8.7 


8.1 


8.2 


88 


52 


60 


66.7 


26 


16.6 


16.6 


7.7 


7.7 


7.7 


7.7 


72 


42 


55 


56.3 


27 


14.3 


15.8 


6.8 


7.3 


5.3 


6.5 


57 


41 


44 


47.3 


28 


12.2 


13.6 


5.2 


5.4 


6.4 


5.7 


58 


31 


61 i 


50.0 


29 


14.5 


15.2 


6.4 


6.4 


6.4 


6.4 


71 


33 


53 


52.3 


30 


8.3 


8.9 


5.6 


5..7 


5.8 


5.7 


77.9 


53.0 


71.7 


67.5 







Maximum 


am 


Minimum 


am 


Differenz 


Luftdruck 

Lufttemperatur . . . 
Ä.bsolute Feuchtigkeit . 
Relative Feuchtigkeit . 


759.6 
22.5 

8.7 
96 


2 
30'. 
26. 

1. 


734.0 
-2.1 
3.6 
31 


\ 7. 
i 1. 
i 1. u. 9. 

1 29. 


25.6 

24.6 

5.1 

65 


Grrösste tägliche Niedersc 


hlagshöhe 




. . . ii 


16.0 am i 


l 









Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . . 

„ „ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . 

„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . . . 

„ „ Eistage (Maximum unter 0^) .... 

„ „ Frosttage (Minimum unter 0<^) ... 

„ Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



18 


Station Wiesba 

6. 


iden. 








7. 


1 

Monat 

i 


Tag 


Bewölkung 

ganz wolkenfrei = ganz bewölkt = 10 


Wind H 

Richtung und Stärke 11 
Windstille =zO Orkan = 12 || 


7a 


2P 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2P 9P H 


1 
2 
3 
4 
5 



2 

10 
10 
10 




4 

10 

10 

10 



2 
9 

10 
10 


0.0 
2.7 

9.7 

10.0 
10.0 


NE 

NW 

NE 

SE 

NW 


1 i 

1 

1 

2 

2 


SE 2 
SW 2 
N 1 
SW^ 1 

SE 2 


NE ll 
N ll 

NE ll 

SW 1' 

NE 1 


6 
7 
8 
9 
10 


10 
10 

1 

10 
4 


5 
10 

9 
10 

8 




2 

10 

5 

2 


5.0 
7.3 
6.7 
8.3 
4.7 


N 

NW 

W 

E 

NW 


1 
2 
1 
1 
2 


NW 1 
NW 2 
W 1 
NW 4 

N 3 


W 2 
A\' 1 
W 2 ' 
W 2 
NW 1 


11 
12 
13 
14 
15 


10 
9 
4 
9 

10 


9 
5 
5 
5 
5 


4 

10 
2 



7.7 
4.7 
6.3 
5.3 
5.0 


NE 
NE 

N 
NE 

NE 


1 

1 

2 

1 


W 1 
NE 2 
NE 2 

NE 2 
W 8 


NW 2 
E 1 
N 2 
N 2r 
SW 1 


16 
17 

18 
19 
20 


1 
8 

2 



8 

10 



3 

2 


10 



3 


6.3 
6.0 
0.0 
1.7 
1.7 


SW 

w 

NE 
NE 
NE 


1 
2 

2 
1 

1 


\Y 3 
NW 3 
E 4 
N 3 
W 3 


SW 1 
N 2 
NE L 


21 

22 
23 
24 
25 


2 
4 
9 

10 
10 


7 
6 
8 

10 
4 


4 
2 

10 

10 

4 


4.8 

4.0 

9.0 

10.0 

! 6.0 


W 

NE 
NE 
N 

NE 


2 
2 

2 
2 

1 


NW 2 
N 8 
NE 4 
NW 2 
NE 8 


NE sjl 

NE 2 

NE 2 

... 

NE 1 


26 

27 
28 
29 
30 


1 
1 





8 
5 









2 


, 3.0 

2.0 
0.0 
0.0 
0.7 


NE 
NE 
NE 
NE 

NE 


2 
2 

2 
2 
1 


NE 3 
NE 3 
NE 4 
E 2 
SE 3 


N 8 
NE 3 
N 2 
N 2 
NE 2 




5.2 


5.9 


3.7 

! 


4.9 




1.5 


2.5 
Mittel 1.9 


1.6 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlag mindestens 1,0 *»™ 

Niederschlag mehr als 0,2 m^^ 

Niederschlag mindestens 0,1 ™ni 

Schnee mindestens 0,1 ™™ (-)f ) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau {-^) 

Reif (^) 

Glatteis («^) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah f^, fern T) 

Wetterleuchten ( < ) 



9 

12 
2 
1 
2 
1 
1 



April 1915. 



Beobachter Lampe 



19 




Niederschlag 



Form und Zeit 



'I Höhe 

:! der 

Schnee 

decke 

in cm 

7* 



0.2 
2.3 

8.4 

1.6 

5.8 
16.0 

3.8 
0.2^ 

3.4^ 
0.0 

0.1 



500 ^ 
0-1. 



1 ztw. a 
-31/4 p 



# n, #0 ztw. a u. oft p 

# n, # oft a —II u. ununterbr. —III 
#n, #Oolta— IIu. ztw. — III 

#11, #o-iztw. -8i/2#Ai835— f" 
#n, #1' 2 fast ununterbr. — II, # 

# n, # tr. ztw. a, # A oft p —III 

# n, ^ AI 1 110— 1 11^ # ^ ztw. a # tr. oft p 
^# « einz. a #^ ztw.-3V4 X# A^ 428-4-^ u. ztw.-)f ^ 

#tr.n 

#0 6i/i— 63/4P 

# tr. n 



-6 p 



0.4 # n, 
3.8 an 



/4-8V2P 

10-1 fact ohne Unterbr. a — II 



-61 '2 P 



Monatssumme. 



[^ SW-NEIT" 
1 Blitz 838 a 



T 352—41/2 p 

NE-SW 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 

25 

26 
27 
28 
29 
30 





Wind 


-Verte 


ilung 






7a 


2p 


9P 


Summe 


N 


3 


4 


8 


15 


NE 


17 


8 


10 


85 


E 


1 


2 


1 ; 


4 


SE 

S 

sw 


1 


3 


— ■ 


4 


1 


2 


3 i 


6 


w 


3 


5 


4 1 


12 


NW 


4 


6 


2 ' 


12 


Still 


— 




2 


2 



20 Station Wiesbaden. 

1. 



Tag 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 00 und Normal- 
schwere reduziert) 700 ™m + 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Teuiperatur-Extreme 

(abgelesen 9 p) 
OC 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 

Monats- 
Mittel 



52.0 


49.9 


50.1 


50.7 


23.5 


7.6 


48.7 


47.5 


50.4 


48.9 


20.9 


10.3 


56.3 


55.7 


54.9 


55.6 


14.7 


6.4 . 


54.5 


54.8 


54.3 


54.5 


15.9 


7,6 ! 


53.9 


51.7 


51.1 


52.2 


21.6 


9.8 ! 


52.5 


51.8 


51.4 


51.9 


20.6 


13.9 ' 


52.3 


52.0 


52.7 


52.3 


22.1 


12.0 i 


53.6 


53.3 


54.4 


53.8 


21.5 


14.3 


56.8 


55.8 


57.5 


56.7 


20.3 


11.9 


58.5 


55.5 


54.0 


56.0 


18.9 


9.9 


51.8 


48.2 


46.8 


48.9 


19.8 


6.5 . 


45.4 


43.5 


44.2 


44.4 


23.0 


5.9 


46.1 


45.1 


45.3 


45.5 


22.7 


8.4 


44.3 


43.2 


54.2 


47.2 


19.2 


7.3 


57.9 


56.1 


55.8 


56.6 


13.0 


2.9 


54.9 


53.0 


51.2 


53.0 


16.0 


3.9 


47.9 


45.9 


44.3 


46.0 


18.7 


7.4 


42.7 


43.4 


44.8 


43.6 


18.3 


13.7 


47.4 


48.9 


51.0 


1 49.1 


17.7 


9.9 


52.4 


53.0 


53.4 


i 52.9 


18.4 


13.6 


52.5 


51.5 


50.8 


51.6 


21.0 


12.9 


51.5 


51.1 


51.6 


51.4 


25.5 


14.6 


53.4 


52.6 


53.1 


53.0 


24.3 


14.9 


54.6 


54.0 


54.6 1 


54.4 


24.0 


14.5 


55.7 


54.1 


52.9 


51.2 


23.4 


15.3 ! 


52.4 


50.3 


49.2 i 


50.6 


25.0 


12.4 ! 


49.0 


47.7 


48.9 1 


48.5 


25.3 


12.3 1 


48.8 


47.2 


46.5 


47.5 


20.9 


13.1 


44.6 


42.8 


43.0 


43.5 


20.8 


10.4 


45.8 


48.7 


51.8 


48.8 


18.8 


11.4 


55.3 


54.3 


51.3 


54.6 


17.4 


4.2 1 


51.4 


50.4 


50.9 i 


50.9 


20.4 


10.3 



15.9 
10.6 

8.3 

8.3 

11.8 

6.7 
10.1 

7.2 
8.4 
9.0 

13.3 
17.1 

14.3 
11.9 
10.1 

12.1 

11.3 

4.6 

7.8 
4.8 

8.1 
10.9 

9.4 
9.5 
8.1 

12.6 
13.0 

7.8 
10.4 

7.4 
13.2 

10.1 



10.7 

14.1 

7.3 

9.9 
12.1 

14.1 
14.0 
15.7 
14.1 

10.9 

10.0 
10.1 
12.3 
13.5 
6.3 

8.7 
11.6 
14.9 
14.3 
15.1 

15.7 
18.1 
18.2 
18.5 

17.1 

17.7 
15.8 
13.8 
13.1 
13.7 
9.0 

13.2 



23.1 
20.1 
13.7 
14.7 

20.8 

17.7 

20.8 
20.2 
20.1 

18.5 

19.3 
22.3 
21.6 
18.4 
12.3 

15.5 
16.3 
17.9 
17.1 
18.1 

20.1 
25.0 
24.3 
23.9 
23.1 

24.7 
25.0 
19.8 

19.8 
16.9 
16.9 

19.6 



PEN TADEN-UBER SICHT 







Lu ftdruck 


Lufttemperatur 


Bewölkung 


Niederschlag 




3, cl e 
















Summe Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


1.— 5. 


Mai 


201.9 52.4 


70.1 14.0 


28.7 


5.7 


(t.'.l 


6.-10 




270.7 54.1 


79.1 15.8 


22.7 


4.5 


24.2 , 


11.-15. 




242,6 48.5 


65.6 13.1 


20.4 


4.1 


4.1 


16.— 20. 




244.6 48.9 


73.1 14.6 


36.2 


7.2 


2.7 


21.-25. 




264.6 52.9 


98.0 11 ».6 


10.3 


2.1 


0.2 ; 


26.-30. 


^ 


23*. <) 47.8 


88.* 16.8 


1S.6 


3.7 





Mai 1915. 



Beobachter L a m p e. 
5. 



21 



temperatiir 



9p 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuchtigkeit 

mm 
7a 



2p 9p [ '^^.ff»- 

^ mittel 



Relative Feuclitig'keit 

o/o 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Tag 



14.3 
11.^ 
11.1 
11.6 
l-.l 

15.1 

1^.8 
17.0 
l;;.9 
lo.2 



11 



11.9 
U.6 
13.7 

15.0 
16.3 

17.8 
2ü.3 
20.2 
19.8 
16.7 

17.5 

i>.y 

14.2 
15.3 
11.4 
11.9 

14.7 



15.6 


6.4 


14.4 


9.1 


lO.s 


4.9 


12.0 


5.6 


i! 17.3 


7.7 


15.5 


11.2 


16.6 


10.8 


: 17.5 


12.4 


15.5 


6.8 


14.0 


4.5 


12.9 


4.3 


16.6 


6.9 


16.0 


8.0 


11.6 


10.2 


85 


5.2 


12.0 


5.6 1 


14.3 


6.7 


15.0 


11.8 1 


15.4 


10.1 i 


16.4 


10.8 j 


17.8 


11.3 i 


20.9 


11.7 I 


20.7 


10.6 1 


20.2 


7.7 i 


18.4 


6.7 \ 


19.4 


9.0 : 


19.6 


9.9 , 


15.5 


8.5 : 


15.9 


7.6 


13.4 


7.2 


12.4 


5.1 


15.6 


8.2 



6.5 
8.9 
4.4 
7.4 
10.5 

12.2 
13.8 

12.5 

6.8 
5.5 

6.2 
6.6 
6.9 
10.5 
4.5 

5.7 
10.9 
11.1 
10.9 
ll.S 

12.5 
13.5 

8.6 
7.4 

7.2 

9.6 
9.8 
9.1 
9.4 
8.4 
6.1 

8.9 



9.1 

8.1 

5.6 

8.2 

10.5 

12.1 

12.5 

10.6 

5.6 

5.7 

6.5 
7.1 

9.7 
6.0 

5.8 

6.2 
11.3 
10.6 
10.6 
12.2 

13.0 

12.1 

7.1 

7.6 

8.0 

10.1 

10.8 
8.4 
8.5 
6.3 
5.9 

8.8 



7.3 
8.7 
5.0 
7.1 
9.6 

11.8 
12.4 

11.8 
6.4 
5.2 

5.7 

6.9 
8.2 
8.9 
5.2 

5.8 

9.6 

11.2 

10.5 

11.6 

12.3 
12.4 

8.8 
7.6 
7.3 

9.6 
10.2 

8.7 
8.5 
7.3 
5.7 

86 



67 
76 
65 
62 
73 

94 

92 
93 
57 
46 

47 
75 
75 
89 
74 

67 
65 
93 

84 
85 

85 
75 
68 
49 
46 

60 
74 
72 
68 
61 
60 

70.9 



31 

51 
37 

59 

57 

81 
76 
71 
40 
35 

38 
33 
36 
66 
42 

44 
79 
73 
75 
76 

72 
58 
38 
33 
34 

42 
42 
53 
54 

59 
43 

52.5 



75 
78 
57 
80 
68 

94 

93 
74 
48 
50 

66 
49 
76 
79 
73 

60 
91 
92 

84 
88 

86 
68 
40 
46 
56 

68 
66 
69 
65 
63 
57 



57.7 

68.3 

i 53.0 

I 67.0 

I 66.0 

89.7 

87.0 

79.3 

il 48.3 

43.7 

50.3 
52.3 
62.3 

78.0 
63.0 

57.0 

^' 78.3 
86.0 
81.0 
83.0 

81.0 
67.0 
48.7 
4?.7 
45.3 

56.7 
60.7 
64.7 
62.3 
61.0 
53.3 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 
31 



69.6 64.3 



Maximum am \ Minimum 



Differenz 



Luftdruck .... 
jLufttemperatur . . 
'Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



(58.5 
25.5 
13.8 
94 



10. 
22 

7- 
6. 



742.8 
2.9 
4.3 
31 



29. 

15. 

11. 

1. 



15.7 
22.6 
9.5 
63 



GriJsste tägliche Niederschlagshöhe 



17.7 am 8. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . . 

„ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . 

„ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 

,. Eistage (Maximum unter 0^) . . . . 

,. ,. Frosttage (Minimum unter O^j . . . . 

Sommerta^e (Maximum 25,00 oder mebi) 



22 




Station Wies 

6 


baden. 










7. 


NIonatI 






Bewölkung 




W i 

Richtung 


n (1 

und Stärke 


Tag 


ganz wolkenfrei = ganz bewölkt =10 


Windstille = C 


1 Orkan = 12 


7a 


i 9 p Qp Tages- 


7a 


2p 


9P 


1 







5 


6 


3.7 


NE 


1 


W 


2 


SW 1 


2 


6 




8 


8 


7.3 


E 


1 


W 


3 


NE 2 


3 


4 




4 





2.7 


N 


3 


E 


5 


NE 3 


4 


10 




9 





6.3 


NE 


3 


E 


4 


N 2 


5 


9 




7 


10 


8.7 


NE 


3 


SE 


3 


NW 3 


6 


10 




9 


2 


7.0 


SE 


2 


SW 


' 3 


... 


7 


10 




10 


6 


8.7 


N 


1 


NW 1 


E 1 


8 


9 




8 


4 


7.0 


N 


1 


NE 


2 


NW 3 


9 













0.0 


N 


2 


NF 


4 


NE 3 


10 













0.0 


NE 


3 


NE 


4 


NE 2 


11 













0.0 


E 


3 


NE 


3 


NE 2 


12 







2 





0.7 


V. 


1 


SW 


2 


SW 2 


13 


3 




6 


10 


6.3 


E 


1 


sw 


' 3 


SW 2 


14 


10 




10 6 


8.7 


«W 


2 


SA\ 


' 4 


SW 2 


15 


7 




7 





4.7 


N 


1 


SE 


3 


N 2 


16 


9 




1 





3.3 


N 


2 


NE 


. 2 


NE 2 


17 


2 




10 


10 


7.3 


E 


1 


SE 


2 


. . . 0< 


18 


10 




9 





6.3 


8E 


1 


SE 


2 


NE 2] 


19 


8 




10 


10 


9.3 


N 


2 


NW 3 


NW 2 


20 


10 




10 


10 


10.0 


NW 


2 


NE 


2 


N 1 


21 


10 




8 


5 


7.7 


NE 


2 


N 


1 


... 


22 







5 


2 


2.3 


NE 


1 


SE 


2 


NE 2 


23 







1 





0.3 


NE 


2 


N 


3 


NE 3 


24 













0.0 


E 


2 


NE 


3 


NE 3 


25 













0.0 


NE 


3 


NE 


3 


NE 1 


26 













0.0 


E 


2 


E 


3 


NE 1 


27 


2 




4 10 


5.3 


NE 


1 


N 


1 


NW 1 


28 


2 




6 4 


4.0 


NW 


2 


N 


2 


N 2 


29 


4 




5 4 


4.3 


W 


2 


E 


1 


N 4 


30 


7 




8 1 


5.0 


NW 


o 


N 


4 


N 2 


31 







i 


0.0 


N 


3 


NF 


2 


NE 2 




4.6 




5.2 1 3.5 


4.4 




1.9 




2.6 


1.9 






1 








Mittel 2.1 






Zahl der Tag 


e mit: 








Niederschlag mindestens l,Oiiina _ 
Niederschlag mehr als 0,2 mm . 
Niederschlag mindestens 0,1 ™m . 






5 










9 












10 








Schnee mindestens 0,1 mm . . . 




*. '. m 










Hagel 




. . (A) 


— 








Graupeln 




. . (A) 


— 








Tau 




. . (-^) 


4 








Reif 




• . ( — ) 


— 








Glatteis 




. . (^) 


— 








Nebel 






— 








Gewitter ( 


nah f^, 


'fern J) 


1 








Wetterleuchten 




. . (<) 


— 


- 





















Mai 1915. 



Beobachter Lampe. 23 

9. 



Niederschi. Ig 



Form und Zeit 



Höhe 

der 

Schneo- 

j decke 

in cm 

.: 7» 



Bemer- 
kungen 






0.0 
0.9 



3.8 

2.7 

17.7 

0.0 



0.8 
3.3 



1.6 
0.5 
0.6 

0.2 



tr. ztw. p 

ztw. a u. #0-1 ztw. p 



101/4 p —11 



n, #0-1 oft a u. # tr. ztw. p 

2 seh. 10*^— 115^ 0_ 125 p 

n, tr. ztw. zw. 3 u. 4 p 



n, 



1 ztw. a # 2 seh. 121/4—1225 # . 1 oft p 



tr. oft p 

D, 00 ztw. a 

tr. oft p 

n, # tr. ztw. a u. einz. p 

tr.n 



Monafssumme. 



T 118 u. 341 p 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



Wind- 


Verteilung 


. 




7a 


2p 9p 


Summe 


N 


8 


5 


6 


1 19 


NE 


9 


9 


13 


' 31 


E 


7 


4 


1 


12 


SE 
S 

sw 


2 





— 


7 


1 


4 


4 


i 9 


w 


1 


2 


— 


i ^ 


NW 


3 


2 


4 


9 


Still 


— 




3 


1 ' 



24: 



Station Wiesbaden. 



Monat 

3. 



Tac 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 0^^ und Normal- 
schwere reduziert) 700 ^i™ -f 



Tages- 
mittel 



7a 



2P 



9p 



Temperatur-Extreme 

(abgelesen 9P) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



Luft- 



7 a 2p 



10 

11 

12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 

Monats- 
MJttel 



53.4 


51.2 


50.7 


51.8 


20.9 


10.3 


51.3 


50.8 


51.7 


51.3 


24.8 


11.7 


52.6 


51.5 


52.1 


52.1 


27.4 


12.6 


55.4 


56.0 


57.8 


56.4 


25.6 


17.1 


58.6 


56.7 


55.8 


57.0 


26.5 


13.9 1 


56.3 


55.2 


54.9 


55.5 


26.5 


17.4 , 


54.9 


53.1 


52.2 


53.4 


29.0 


14.7 


52.0 


; 49.4 


49.2 


50.2 


32.2 


16.9 


49.0 


47.8 


47.6 


48.1 


30.5 


18.0 


4S.3 


47.4 


48.6 


48.1 


30.8 


17.7 


50.9 


52.7 


53.8 


52.5 


29.4 


17.5 


55.2 


54.5 


54.1 


54.6 


27.7 


18.9 1 


54.2 


52.7 


52.0 


53.0 


26.9 


19.6 i 


53.9 


52.3 


53.3 


53.2 


20.8 


12.3 ] 


55.4 


54.5 


54.6 


54.8 


22.4 


10.9 


55.0 


53.5 


52.4 


53.6 


24.0 


12.5 : 


52.4 


51.3 


51.7 


51.8 


25.5 


11.5 


54.1 


52.7 


52.7 


53.2 


21.4 


12.1 


52.8 


50.8 


52.1 


51.9 


21.4 


10.7 


51.7 


52.8 


51.7 


53.1 


20.3 


9.9 . 


50.6 


48.7 


48.5 


49.3 


24.7 


8.4 


49.7 


49.2 


49.5 


49.5 


26.6 


12.5 


50.0 


48.9 


49.2 1 


49.4 


25.5 


16.0 1 


50.5 


49.7 


49.6 1 


49.9 


23.7 


12.7 \\ 


48.4 


47.9 


49.6 


48.6 


26.4 


13.5 1 


51.5 


51.0 


51.0 1 


51.2 


23.9 


13.8 1 


51.5 


49.8 


48.3 


49.9 


25.3 


13.9 : 


48.2 


47.6 


47.9 


47.9 


2'^.6 


16.5 


48.6 


47.3 


47.0 


47.6 


21.3 


14.6 


47.6 


47.0 


48.0 


47.5 


21.5 


12.5 


52.2 


51.1 


51.3 


51.5 


25.2 


14.1 1 



10.6 
13.1 
14.8 
8.5 
12.6 

9.1 
14.3 
15.3 
11.6 
13.1 

11.9 

8.8 

7.3 

8.5 

11.5 

11.5 

14.0 

9.3 

10.7 

10.4 

16.3 

14.1 

9.5 

11.0 

12.9 

10.1 

11.4 

6.1 

6.7 
9.0 

11.1 



12.5 

16.8 
17.8 
19.3 

18.2 

19,3 
19.5 
22.1 

20.5 

20.7 

21.1 
21.1 
21.3 
12.4 
15.1 

17.3 
15.7 
14.1 
13.7 
12.2 

13.7 
16.6 
19.2 
16.1 
19.3 

16.5 
18.5 
18.4 
15.4 

15.8 

17.3 



19.9 
24.0 
26.6= 
25.4 
25.3 

25.8 

28.4 

31.4: 

29.8 
29.9 

29.2 
26.4 
26.8 
20.4 
21.7 

23.7 
25.1 
20.6 
21.1 
20.1 

23.3 
26.1 
23.4 
19.1 
22.6 

21.5 
23.5 
20.1 

19.8 
20.6 

24.0 





PENTADEN-ÜBERSICHT 






Pentade 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


1 k u n g 


Niederschlag 


Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


31.Mai-4.Juni 


266.2 


53.2 


90.1 i 18.0 


12.6 


2.5 




5.— 9. „ 


264.2 


52.8 


114.1 ' 22.8 


7.3 


1.5 





10.-14. „ 


261.4 


52.3 


108.9 21.8 


26.1 


5.2 


0.6 


15.— 19. „ 


265.3 


53.1 


88.7 : 17.7 


4.9 


1.0 




20.— 24. , 


251.2 


50.2 


90.0 ' 18.0 


21.0 


4.2 


6.5 


25.-29. „ 


245.2 


49.0 


93.2 : 18.6 


42.0 


8.4 


11.5 

















u n i 


^915. 




4 






] 


Beobachter Lair 

5 


ipe. 


25 


temperatur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuchtigkeit 










mm 






1 


Tag 


iP 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 1 9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 9p 


Tages- 
mittel 


5.8 


15.8 


6.2 


9.0 ' 8.8 ' 


8.0 


58 


52 ' 68 59.3 | 


1 


7.2 


18.8 


8.7 


10.0 9.5 


9.4 


62 


45 1 65 


57.3 


2 


1.8 ; 


22.0 


9.9 


10.3 12.1 


10.8 


65 


40 63 


56.0 


3 


9.8 


21.1 


9.7 


12.1 11.8 


! 11.2 


58 


50 


69 


59.0 


4 


9.3 


20.5 


11.7 


12.6 \ 12.4 


12.2 


75 


53 


74 ! 67.3 


5 


9A 


21.0 


11.7 


10.7 11.8 


11.4 


70 


44 


70 61.3 


6 


■) x' 


23.4 


11.8 


11.1 12.0 


11.6 


70 


39 


58 55.7 


7 


2.8 


24.8 


12.4 


14.8 ' 15.3 


14.2 


63 


43 


74 


60.0 


8 


3.7 


24.4 


13.8 


13.6 14.5 


14.0 


77 


43 


67 


62.3 


9 


1.9 I 


23.6 


13.9 


13.2 : 13.6 


13.6 


77 


42 


70 ! 


63.0 


10 


2.0 


23.6 


14.3 


12.4 14.3 


13.7 


77 


41 


73 


63.7 


11 


3.3 


23.5 


14.7 


15.3 13.7 


14.6 


79 


61 


65 1 68.3 


12 


0.5 


22.2 


12.6 


11.2 10.2 


11.3 


67 


45 


56 56.0 


13 


5.7 


16.0 


6.9 


7.3 7.1 


7.1 


64 


41 54 53.0 


14 


Ö.7 


17.6 


7.2 


6.4 6.8 


6.8 


56 


33 i 49 46.0 


15 


6.0 : 


18.6 


6.9 


8.0 1 8.2 


7.7 


47 


36 


58 47.0 


16 


9.2 ' 


19.8 


8.9 


8.1 1 7.1 


i 8.0 


66 


35 


43 48.0 


17 


5,5 


16.4 


4.9 


5.6 : 6.6 


5.7 


41 


31 


50 40.7 


18 


5.3 


16.3 


6.6 


6.5 6.1 


6.4 


57 


35 


47 46.3 


19 


■'■■* 


U.8 


6.3 


5.9 j 6.7 


6.3 


60 


34 


58 ; 50.7 


20 


7.4 


18.0 


7.2 


6.5 1 7.2 


7.0 


61 


31 


49 1 


47.0 


21 


:l.O 


21.2 


8.1 


7.8 ' 8.3 


8.1 


57 


32 


45 ! 


44.7 


22 


.7.1 


19.2 


8.5 


10.4 12.6 


10.5 


51 


48 


87 


62.0 


23 


6.1 


16.8 


11.6 


12.8 12.2 


12.2 


85 


78 


89 


84.0 


24 


-'•' 


19.3 


12.9 


12.4 


13.2 


12.8 


77 


61 


88 


75.3 


25 


1.9.6 


19.3 


12.9 


13.9 


12.5 


13.1 


93 


74 


74 


80.3 


26 


^8.8 


19.9 


11.7 


11.5 


12.7 


12.0 


74 


54 


79 


! 69.0 


27 


.ii.G 


17.9 


10.2 


10.2 


11.3 


10.6 


6t 


57 


80 


67.0 


28 


(.0.0 


16.8 


9.8 


9.8 


.10.1 


9.9 


76 


57 


75 


' 69.3 


29 


.3.9 


16.0 


10.1 


10.7 


10.9 


10.6 


76 


59 


93 


76.0 


30 


.8.6 


19.6 


10.1 


10.3 


10.7 


10.4 


66.8 


46.5 


66.3 


1 59.9 

! 





Maximum \ am 



Minimum 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
absolute Feuchtigkeit 
ilelative Feuchtigkeit 



758.6 
32.2 
15.3 
93 



5. 

8. 
8. 12. 
26. 30. 



747.0 
8.4 
4.9 
31 



29. 30. 
21. 

18. 
18. 21. 



11.6 

23.8 
10.4 
62 



G-rösste tägliche Niederschlagshöhe 



7.0 am 26. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) 
„ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) 
„ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ Eistage (Maximum unter 00) . . 
„ Frosttage (Minimum unter 0^) 

Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr 



16 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



^6 


Station Wiesb 

6 


aden. 






^^^•^ ~ 




7. 


fffonatl 




Bewölkung 




Wind 1 

Richtung und Stärke 


Tag 


ganz wolkenfrei = ganz bewölkt = 10 


WindstiUe = Orkan = 12 | 


7a 


2P 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


1 


3 


9 


4 


5.3 


E 


2 


NE 2 


NE 2 


2 


2 


3 





1.7 


NE 


1 


NE 2 


... 


3 





2 


2 


1.3 


E 


1 


E 2 


NW 3 


4 


8 


3 


2 


4.3 


NE 


1 


NW 2 


N 2 


5 


6 


6 





4.0 


N 


1 


S 2 


... 


6 


2 


3 





1.7 


NE 


1 


NE 3 


N 1 


7 











0.0 


E 


1 


NW 3 


... 


8 





1 





0.3 


NE 


1 


E 1 


... Ol 


9 





2 


2 


1.3 


NE 


1 


NW 1 


... 


10 


2 


6 


6 


4.7 


N 


1 


S 2 


N % 


11 


9 


2 


6 


5.7 


W 


3 


SW 3 


NE 1 


12 


8 


8 


10 


8.7 


N 


1 


NW 1 


NW 2 


13 


9 


10 


2 


7.0 


NE 


1 


N 1 


N 2 


U 











0.0 


NE 


3 


NW 3 


NE 1 


15 





4 





1.3 


N 


2 


N 3 


NE 1 


16 











0.0 


E 


1 


SE 2 


NE 1 


17 





2 


2 


1.3 


N 


2 


NW 2 


N 1 


18 





2 


2 


1.3 


NE 


1 


NE 2 


N 1 


19 





8 





1.0 


N 


1 


NW 2 


N 3 


20 


2 








0.7 


NE 


1 


NE 2 


NE 2 


21 


1 


4 


6 


3.7 


NE 


1 


N 2 


. . . G 


22 


3 


4 


6 


4.3 


N 


1 


N 2 


N 2 


23 


1 


10 


10 


7.0 


E 


1 


NE 2 


SW 1 


24 


4 


10 


2 


5.3 







... 


NE I 


25 


9 


10 


6 


8.3 


se' ' 


1 


SE 2 


. . . C 


26 


10 


10 


10 


10.0 


W 


1 


NW 1 


N 1 


27 


6 


6 


4 


5.3 


NE 


1 


E 1 


NE 2 


28 


10 


7 


9 


8.7 







NE 1 


SW 2 


29 


10 


9 


10 


9.7 


S W ' 


1 


S 2 


SW 2 


30 


10 


6 


10 


8.7 


S 


2 


W 3 


. . . c 




3.8 


4.7 


3.7 


4.1 




1.2 


1.9 


1.2 






' ' 








Mittel 1.4 








Zahl der Tag 


e mit 








Niederschlag mindestens 1,0 °im 






. 


4 






Niederschlag mehr als 0,2 mm 
Niederschlag mindestens 0,1 ^^ 
iSchnee mindestens 0,1 »in» . . 








5 














5 












m 










Hagel 






(A) 


— 








Graupeln 






(A) 


— 








Tau 




." •( 


^\ 


— 








Reif 




. . 


— 








Glatteis 




. . ( 


«N^) 


— 








Nebel 




. . 


= ) 


— 








Gewitter 


naii K 


fern 


T) 


6 








Wetterleuchten 






(<) 


— 


-■ 























uni 1915. 



Beobachter Lampe 



21 



Niederschlag 



.7a I 



Form und Zeit 



Höhe 

I der 
Schnee 
I decke 
: in cm 

7a 



Bemer- 
kungen 



18.6 



tr. 2:«— 2^7 u. gW— S^"^ p 
n 



2 213-225, ^0 225—3 p 

n, # 1020—1050 u. oft a u. ztw. p 



0-1158_6p 
158—220 p 



I tr. einz. ztw. p 

|0 11i]2-12a, #-^sch. 1213—1228, 

Monatssumme. 



n. 



-13/4 #2 seh. 
836-913 p 



yo 317-415 pSW- NE 



-630 p 



K 158-3 pS-N 

RlOiG 103/4aSVV-NE 

K 153-41/2 pE-W 



ITliGp 





Wind 


■Verteilung 


. 




7a 


2p 9p 


Summe 


N 


7 


1 
4 1 9 


20 


NE 


11 


7 


8 


26 


E 




3 


- 


8 


SE 




2 


- 


3 


S 




3 





4 


sw 




1 


3 ! 


5 


w 


2 


1 


1 


3 


NW 


— 


8 


2 1 


10 


Still 


2 


1 


« 1 


11 



m 



28 Station Wiesbaden. 

1. 



Monal 








Luftd 


ruck 


1 


Temperatur-Extreme | 









(Barometerstand auf und Normal- 


(abgelesen 9 


P) 




Lttft- 


Tag 


schwere reduziert) 700 ™di + 




OC 








7a 


2p ' 


9P j 


Tages- 


Maxi- 


Mini^ j! 


Diffe- 


7a 


2p 










mittel 


mum 


mum 


renz 






1 


50.7 


51.8 


54.8 i 


52.4 


22.6 


12.4 


10.2 


15.4 


21.9 


2 


57.9 


57.5 1 


57.9 


57.8 


24.1 


15.0 


9.1 


16.5 


23.8 


8 


58.5 


56.5 


55.7 


56.9 


26.6 


12.6 


14.0 


15.7 


25.0 


4 


54.6 


52.1 


52.8 


58.0 


28.4 


15.0 


13.4 


18.5 


27.8 


5 


50.6 


50.7 


52.6 


51.3 


28.3 


15.7 


12.6 


20.1 


25.3 


6 


54.3 


52.8 


50.3 


52.3 


26.4 


16.4 


10.0 


18.6 


25.4 


7 


50.4 


50.0 


50.2 


50.2 


26.7 


17.4 


9.3 


20.0 


26.5 


8 


57.8 


58.3 


58.6 


58.2 


23.8 


13.3 


10.5 


17.7 


22.9 


9 


55.4 


55.6 


53.9 


55.0 


23.0 


11.8 


11.2 


15.9 


22.3 


10 


52.3 


51.3 


52.4 


52.0 


22.7 


14.0 


8.7 


17.1 


22.7 


11 


50.9 


49.4 i 


48.7 : 


49.7 


20.5 


10.4 


10.1 


16.2 


19.5 


12 


47.6 


47.9 


49.0 


48.2 


19.8 


13.9 


5.9 


15.1 


19.5 


13 


50.3 


47.4 i 


44.3 


47.3 


21.5 


10.4 


11.1 


14.1 


20.8 


14 


42.4 


48.9 i 


49.5 


47.0 


19.0 


13.6 


5.4 


14.3 


17.6 


15 


45.5 


44.4 


46.3 


45.4 


17.7 


10.4 


7.3 


13.0 


16.0 


16 


49.0 


48.5 


46.8 


48.1 


21.7 


9.9 


11.8 


12.7 


20.1 


17 


42.6 


41.6 


44.2 


42.8 


23.7 


15.4 


8.3 


16.4 


22.2 


18 


48.4 


53.6 


57.3 


53.1 


18.9 


13.8 


5.1 


14.1 


18.1 


19 


58.8 


57.4 


56.3 


57.5 


21.8 


7.9 


13.9 


12.5 


21.1 


20 


54.5 


51.6 


50.9 


52.3 


25.0 


10.1 


14.9 


13.5 


24.4 


21 


52.1 


52.5 


52.6 


52.4 


21.6 


15.3 


6.3 


16.2 


20.7 


22 


52.8 


50.1 


48.6 


50.5 


24.7 


11.4 


133 


14.4 


24.1 


23 


47.0 


47.6 


47.8 


47.5 


21.9 


13.1 


8.8 


17.4 


18.3 


24 


48.7 


1 47.5 


46.6 


47.6 


22.0 


13.9 


8.1 


15.1 


17.6 


25 


46.9 


47.4 


48.8 


47.7 


21.8 


14.0 


7.8 


14.9 


20.3 


26 


49.1 


49.9 


51.4 


'\ 50.1 


20.6 


12.8 


7.8 


14.7 


19.7 


27 


49.6 


48.0 


49.0 


48.9 


20.9 


11.9 


9.0 


14.5 


18.6 


28 


52.3 


54.4 


56.1 


54.8 


21.1 


13.7 


7.4 


15.3 


20.6 


29 


56.3 


i 54.8 


54.6 


55.2 


22.3 


9.4 


12.9 


12.8 


, 21.9 


30 


54.8 


53.1 


53.2 


53.7 


21.0 


11.7 


9.3 


18.7 


20.4 


31 


52.5 


50.4 


50.0 


51.0 


21.7 


8.4 


13.3 


12.0 


21.2 


Monats 
Mittel 


51.4 


51.1 


51.3 


51.3 


22.6 


12.7 


9.9 


15.4 


21.5 



PENTADEN-ÜBERSICHT 



P e n t a d e 


Luftd 


ruck 


Lufttemperatur 


Bewölkung 


Niedersch' 


Summe 


Mittel 


Summe j Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


30.Juni-4, Juli 


i 
267.6 : 


53.5 


95.6 21.1 


25.3 


5.1 


23.2 


5.- 9 , 


267.0 


53.4 


103.4 20.7 


18.3 


3.7 


5.4 


10.-14. , 


244.2 


48.8 


82.9 16.6 


34.4 


6.9 


15.3 


15.-19. „ 


246.9 


49.4 


79.8 16.0 


31.7 


6.8 


12.2 


20.— 24. , 


250.8 


50.1 


87.2 17.4 


31.0 


6.2 


3.2 


25.-29. „ 


256.2 


51.2 


83.8 16.8 


35.0 


7.0 


6.4 



Juli 1915. 



4. 



Beobachter Lampe. ^9 

5. 



temperatur 



9p 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuchtigkeit 

mm 

7a ' 2p 9p 



Tages- 
mittel 



Relative Feuchtigkeit 

_^ %_ 

7 a 2p ! 9p l!Tag<>«: 

' mittel 



Tag 



18.4 
17.9 
19.6 
21.0 
20.6 

22.0 
22.7 
16.9 
17.8 
16.5 

17.1 
15.8 
14.9 
13.8 
18.5 

17.1 
17.0 
13.8 
14.9 
17.0 

15.5 

17.8 
16.5 
16.7 
16.4 

15.1 
16.8 
16.1 
17.1 
14.1 
14.8 

16.9 



18.5 
19.0 
20.0 
22.1 
21.6 

22.0 
23.0 

18.6 
18.2 
18.2 

17.5 
16.3 
16.0 
14.9 
14.0 

16.8 
18.2 
15.0 
15.8 
18.0 

17.0 
18.5 
17.2 
16.5 
17^0 

lO 
16.4 
17.0 
17.2 
15.6 
15.4 

17.7 



10.5 


11.1 


11.2 1 


10.7 


9.4 


11.5 


10 6 


11.2 


13.0 


11.8 


11.8 


12.7 


11.6 


15.0 


13.8 


11.8 


10.7 


12.9 


14.8 


12.4 


10.1 


9.9 


8.7 


9.5 


9.4 


9.1 


11.0 ; 


10.6 


9.4 


9.2 : 


7.7 


9.4 


9.8 ; 


10.6 


9.4 


10.4 i 


8.7 


9.2 


11.5 1 


10.1 


11.4 


9.9 1 


9.8 


10.6 


10.1 1 


8.9 


7.9 


10.7 1 


18.1 


10.3 


9.7 ' 


9.8 


7.3 


8.6 


8.5 


8.0 


9.7 : 


9.2 


9.0 


lU 1 


9.4 


8.8 


9.9 1 


10.0 


9.9 


11.4 


12.2 


13.6 


13.2 li 


11.4 


10.1 


10.5 


11.1 


10.2 


9.6 


11.1 


9.3 


10.7 


11.6 


14.1 


11.5 i 


10.0 


8.5 


9.2 1 


9.2 


6.7 


9.3 


8.9 


8.6 


9.4 ■ 


8.6 


9.1 


10.4 


10.4 


10.0 


10.7 



10.9 
10.5 
11.6 
12.1 
13.5 

11.6 

12.4 

9.4 

9.8 

9.7 

8.8 
10.1 

9.8 
10.5 
10.2 

9.2 
11.0 

8.6 
8.7 
9.8 

9.4 
10.4 
18.0 
10.7 
10.3 

10.4 

12.4 

9.2 

8.4 

9.0 
9.4 

10.3 



81 
76 

80 
75 
66 

71 
85 
66 
70 
73 

56 

88 
73 

84 



82 
95 

83 
79 
80 

68 

83 
83 
89 
88 

89 
95 

78 
85 
77 



57 
43 
48 
42 
63 

45 
48 
42 
46 
46 

56 
56 

52 
76 
78 

45 
52 
47 
48 
40 

49 
45 

S7 
68 

57 

54 
88 
47 
35 
48 
41 



71 

76 

77 
69 
76 

66 
49 
66 
75 
66 

64 

81 
91 
85 
88 

74 
68 
78 

77 

77 

76 
75 
95 

74 
69 

84 
83 
67 
64 
79 
85 



79.5 53.0 74.8 



69.7 
65.0 
68.3 
62.0 
68.3 

60.7 
60.7 
58.0 
63.7 
61.7 

58.7 
78.3 
72.0 
81.7 
85.0 

67.0 
71.7 
67.7 
66.8 
65.7 

64.3 
67.7 
88.3 
77.0 
718 

75.7 
88.7 
64.0 
61.3 

68.0 
69.7 

69.1 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



Maximum 



Minimum 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur . . 
Ab.solute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



758.8 
28.4 
15.0 
95 



19. 
4. 
5. 
17.23.27. 



741.6 
7.9 
6.7 
35 



17. 
19. 

29. 
29. 



17.2 
20.5 

8.3 
60 



Grösste tägliche Niederschlag.shöhe 



23.1 am 1. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . . 
„ „ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . 
„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter 0^) . . . . 
„ „ Frosttage (Minimum unter 00) . . . . 
Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) 




30 



Station Wiesbaden. 





Bewölk« ng 




W i 

Eichtung 


n d 

und Stärke 


Tag 


ganz wolkenfrei = ganz bewölkt — 10 


Windstille = 


Orkan =12 


7^ ' 2P 9P I! '^es- 




7a 


' 2p 


9p 


1 


8 


7 


10 


8.3 


NW 2 


N 


2 


. . . 


2 


4 


4 


2 


3.8 


NW 1 


NE 


2 


NE 1 


3 


1 


2 





1.0 


NE 




NE 


2 


NE 1 


4 


1 1 3 


8 


4.0 


N 




E 


2 


NE 1 


5 


1 


6 


8 


5.0 


E 




SW 


3 


SW 2 


6 


2 


2 


X 


2.7 


N 




S 


1 


NE 1 


7 


9 


2 


2 


4.3 


E 




w 


2 


SW 1 


8 


6 


4 





3.3 


SW 2 


w 


4 


. . . 


9 





7 


2 


3.0 


N 


1 


NE 


1 


. . . 


10 


9 


(i 





5.0 


NE 1 


NW 2 


NW 2 


11 


4 


7 


10 


7.0 


SW 2 


W 


4 


W 3 


12 


10 


9 


10 


9.7 


SW 2 


W 


3 


W 3 


13 





10 


10 


6.7 


SW 1 


SE 


2 


SW 2 


14 


10 


8 





6.0 


w 


3 




. 


N 2 


15 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


. 1 


W 


3 


W 2 


16 


8 


6 


6 


6.7 


W 


2 


NW 2 


. . . 


17 


10 


2 


6 


6.0 




. . 


SW 


4 


SW 3 


18 


10 


5 


4 


6.3 


w 


4 


N\) 


' 5 


W 2 


19 


6 


2 





2.7 


w 


2 


SE 


2 


NW 1 


20 


4 


4 





2.7 


N 


1 


SE 


2 


W 1 


21 


3 


8 


10 


7.0 


w 


2 


W 


1 


N 1 


22 


9 


4 





4.3 


N 


1 


NW 3 


S 1 


23 


9 I 10 


10 


9.7 


SW 1 


SW 


2 


SW 1 


24 


7 1 7 


8 


7.3 


s^^ 


' 1 


N 


1 


. . . 


25 


10 1 7 


9 


8.7 




. . 


W 


2 


SW 2 


26 


10 8 


4 


7.3 


SE 


1 


w 


3 


NE 1 


27 


10 10 


7 


9.0 


SE 


1 


1 s 


1 


. . . 


28 


2 i 4 


6 


4.0 


s\^ 


' 3 


1 SE 


4 


NW 1 


29 


6 ' 4 


8 


6.0 


N 


1 


NW 3 


NW 3 


30 


4 ! 4 


6 


4.7 


N 


1 


NW 2 


NW 1 


31 


2 


8 


2 


4.0 


NW 2 


SW 2 


NE 1 




6.0 


5.8 


5.2 


5.7 




1.4 




2.3 


1.3 






! 1 


1 




Mittel 1.7 








Zahl der Tage mit: 






Niederschlag mindestens 1,0 ^lai _ , 






11 








Niederschlag mehr als 0,2 mm 










U 








Niederschlag mindestens 0,1 o^i" 








. 


16 








Schnee mindestens 0,1 "ini . . 








(^) 


— 








Hagel 












(A) 


1 








Graupeln 














(A) 


— 








Tau 














(^) 


4 








Keif 














{^) 


— 








Glatteis 














(^) 


— 








Nebel 














( = ) 


— 








Gewitter 






Oia 


h f 


^, fei 


n T) 


2 








Wetterleuchten . . 










(<) 


— 





Uli 1915. 



Beobachter Lampe. 



81 



Niederschlag 



löhe 7« I 
mm 



Form und Zeit 



I Höhe 

I der 

Schnee- 
decke 
in cm 

7a 



Bemer- 
kungen 



bß 



»3.1 #11 

0.1 — 



7.6 



2 i23_i:« p (stellenweise A^ 128-131 ,,) 



m, #tr. einz. a, #Ooft p 

I n, # ^ ztw. p — III u, später 

I n, # tr. ztw. a 

1^' • 1 oft a II u. ztw. II -III #tr. einz. 

in, #0928-932 p 
in, #Ooft a — Ip 
I n 



lO-iofta—Ilu. #ioft— 5p 

1 ztw. a 

in, aoi_8a 



|0 früh -I --II oft 

|n 

I tr. ztw. p 
Monatssumme. 



2sch. 913 < 



Kli>-13/4P 

_^ 8W-NE 
Knzw.2i/2U.3V2a 





^ind- 


Verteilung, 






7a 


2p ; 9p I 


Summe 


N 


7 


2 i 2 i 


11 


NE 


3 


3 16! 


12 


E 


2 


1 - !' 


3 


SE 


2 


4 — 


6 


S 





2 1 ^! 


3 


sw 


7 


4 i 6 


17 


w 


5 


8 1 5 ! 


18 


NW 


3 


ö 1 5 ,j 


14 


Still 


2 


1 1 6 1 


9 







a^ 


Station W 


i e s b a d 
1. 


en. 




2. 




Monat 

3. 






Luftd 


Iruck 




Temperatur-Extreme 








(Barometerstand auf 0" und 


Nornial- 


(abgelesen 9 p) 




Luft- 


Tag 


schwere reduziert) 700 mm -f 


oc 






( 


7a 


2 p 


9p 


Tages- 


Maxi- 


Mini- 


Diffe- 


7a 


2p 










mittel 


mum 


mum 


renz 






1 


50.0 


48.5 


48.3 


4S.9 


26.2 


12.2 


14.0 


16.1 


24.7 


2 


47.8 


47.7 


47.5 


47.7 


24.2 


15.2 


9.0 


16.6 


21.3 


3 


47.9 


46.9 


48.3 \ 


47.7 


22.1 


15.1 ! 


7.0 


16.2 


20.5 


4 


49.2 


50.2 


51.5 i 


50.3 


20.0 


13.9 i 


6.1 


14.9 


18.4 


5 


53.7. 


53.5 


54.0 


53.7 


23.4 


12.6 ' 


10.8 


15.2 


22.7 


6 


54.2 


52.7 


52.2 


53.0 


25.3 


12.2 


13.1 


15.1 


25.1 


7 


53.7 


53.5 


54.5 


53.9 


25.2 


16.3 


8.9 


18.3 


23.9 


8 


53.3 


53.5 


54.0 


53.6 


24.3 


17.1 


7.2 


19.0 


23.7 


9 


54.5 


53.0 


51.9 i 


53.1 


27.4 


14.6 


12.8 


18.0 


26.9 


10 


51.6 


51.6 


52.5 j 


51.9 


24.4 


17.6 


6.8 


18.3 


22.7 


11 


52.6 


52.5 


54.1 


53.1 


25.2 


16.5 


8.7 


18.5 


23.6 


12 


54.2 


52.6 


51.8 


52.9 


23.2 


14.6 


8.6 


16.6 


21.9 


13 


50.1 


49.1 


48.4 ' 


49.2 


19.9 


15.5 


4.4 


17.0 


19.1 


14 


48.7 


49.9 


51.1 


49.9 


21.1 


14.2 


6.9 


15.1 


20.0 


15 


51.2 


50.1 


50.7 . 


50.7 


20.5 


10.9 


9.6 


13.7 


19.6 


16 


50. G 


49.6 


50.2 


50.1 


20.0 


10.2 


9.8 


12.6 


19.3 


17 


50.8 


50.9 


51.8 


51.2 


19.4 


12.7 


6.7 


13.1 


18.7 


18 


52.1 


51.0 


51.2 


51.4 


19.0 


13.9 


5.1 


14.8 


18.1 


19 


49.8 


49.5 


51.8 


50.4 


19.3 


12.2 


7.1 


13.5 


19.0 


20 


54.1 


54.7 


55.2 


54.7 


17.4 


10.9 


6.5 


13.3 


16.2 


21 


54.3 


52.1 


52.0 


52.8 


14.6 


10.9 


3.7 


12.4 


14.2 


22 


53.3 


56.0 


58.6 


56.0 


18.2 


11.1 


7.1 


13.1 


16.9 


23 


60.6 


59.8 


59.2 


599 


20.3 


10.2 


10.1 


12.5 


19.5 


24 


58.3 


57.4 


57.2 


57.6 


21.1 


10.9 


10.2 


13.5 


20.5 


25 


56.9 


55.7 


55.8 


56.1 


22.4 


12.3 


10.1 


14.5 


21.9 


26 


55.1 


53.7 


53.3 


54.0 


24.0 


12.4 


1 11.6 


13.7 


23.7 


27 


52.9 


51.7 


51.1 


51.9 


25.3 


13.4 


11.9 


14.7 


24.9 


28 


50.6 


47.8 


46.3 


48.2 


26.5 


13.3 


! 13.2 


14.9 


2.5.6 


29 


44.7 


44.6 


45.4 


44.9 


22.9 


15.7 


i 7.2 


16.8 


21.8 


30 


46.7 


49.7 


58.0 


49.8 


16.5 


10.7 


5.8 


12.4 


15.6 


31 


53.6 


54.0 


54.2 


53.9 


16.7 


9.2 


7.5 


11.1 


15.7 


Monats- 
MJttel 


52.2 


51.7 


52.2 


52.0 


25.0 


13.2 


11.9 


15.0 


20.8 



PEN T ADEN-ÜBERSICHT 





Luft druck 


Lufttemperatur 


Bewö 


1 k u n g 


Niederschlf 










Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


1 Mittel 


Summe 


30..Juli-3.Aug. 


249.0 


49.8 


85.5 17.1 


26.3 


5.3 


0.1 


4.- 8. , 


264.5 


52.9 


94.1 ' 18.8 


31.3 


6.3 


1.0 


9.-18. „ 


260.2 


52.0 


96.2 19.2 


35.4 


7.1 


3.8 


14.-18. , 


253.3 


50.7 


76.5 1 15.3 


30.0 


6.0 


27.1 


19.-23. „ 


273.8 


54.8 


72.8 ! 14.6 


38.0 


7.6 


5.9 


24.-28. „ 


267.8 


53.6 


87.9 17.6 


9.0 


1.8 


— 


29.— 2. Sept. 


241.3 


48.8 


69.0 18.8 


33.7 


6.7 


5.0 



t 


igt 


usi 1915. 


4. 








Beobachter Lara 

5 


pe 


• 


5^ 


1 


uperatur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuchtigkeit 








mm 


0/ 


1 


Tag 




1 Tages- 
1 mittel 


7a 


2P ,| 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 1 2p 


9P 


Tages- 
mittel 


1 

] 


1 19.0 


10.6 9.4 i 11.0 !' 10.3 


78 


41 


73 64.0 


1 


\ 


> 1 18.2 


12.6 1 14.3 12.2 13.0 


90 


76 


82 82,7 


2 


{ 


J 1 


17.3 


10.8 1 10.8 10.5 10.7 


79 


60 


76 : 71.7 


3 


] 


? 1 


16.7 


10.5 ! 10.2 1 10.7 1 10.5 


84 


64 • 


■ 75 


74.3 


4 




) 


16.8 


10.9 \ 10.6 1 10.5 j 


10.7 


85 


52 


85 


74.0 


5 


1 

Q 


1 


19.4 


10.7 12.0 


13.7 


12.1 


84 


51 


86: i 


73.7 


6 


1 

1 


5 


20.7 


12.1 11.7 


12.6 


12.1 


78 


54 


71 ' 


67.7 


7 


5 


5. 


20.5 


12.0 i 12.7 


13.0 


12.6 


74 


59 


■ 77 ' 


70.0 


8 




7 


21.6 


12.9 1 13.2. . 


15.5 


13.9 


84 


50 


85 73.0 


9 





S. 


19.6 


14.5 16.2 


15.2 


15.3 


93 


79 


94 88.7 


10 


6 


i 


i 20.2 


14.7 14.0 


12.7 


13.8 


93 


65 


76 


78.0 


11 


1 


7 , 


i 18.0 


12.6 13.6 13.3 11 13.2 | 


90 . 


70 


94 


84.7 


12 


i 
fj 


b 


16.8 


12.5 13.4 i 12.8 


12.9 


87 


82 


98 


89.0 


13 • 


fi 


5 


: 16.1 


12.1 9.1 10.9 


10.7 


94 


53 


88 


78.3 


14 


D 


7 


14.7 


10.2 9.2 i 9.8 


9.7 


88 


54 


90 


77.3 


15 


] 


3 


15.1 


9.7 ! 9.9 


10.1 


9.9 


90 


60 


84 i 78.0 


16 


i 
I 





15.4 


9.8 10.2 


11.0 


10.3 


88 


63 


87 


79.3 


17 


1 

'i 


9 


15.2 


9.9 9.8 


9.4 


9.7 


80 


63 


80 1 


74.3 


18 


1 


7 


15.0 


9.2 


8.5 


9.4 


9.0 


80 


52 


81 i 


71.0 


19 


i 


2 


14.5 


9.2 1 


10.4 


8.5 


9.4 


81 


76 


71 


76.0 


20 


l 


2 


> 12.8 


9.2 


10.7 


10.3 


10.1 


87 


90 


98 


91.7 


21 


7 


6 


14.8 


9.1 


10.8 


10.5 


lO.l 


82 


76 


• 85 


81.0 


22 


.' 


4 


15.7 


9.8 i 


11.4 


11.3 


10.8 


91 


68 


87 


82.0 


23 


i 
1 


3 


15.6 


10.1 


10.8 


10.6 


10.5 


88 


60 


88 


78.7 


24 


7 


1 


16.6 


10.6 , 


12.0 


11.7 11.4 


87 


62 


91 


80.0 


25 


i 

n 


,4 


' 17.6 


10.9 i 


12.0 


11.6 


: 11.5 


94 


56 


83 


77.7 


26 




,5 


18.6 


11.6 i 


11.4 


12.0 


11.7 


93 


49 


81 


74.3 


27 





,7 


19.5 


11.5 


13.3 


14.6 


1 13.1 


91 


55 


91 


79.0 


28 


i 


,5 


17.9 


13.3 


10.6, 


10.9 


11.6 


91 


55 


78 


75.7 


29 


) 


.7 


12.4 


8.9 


8.3 


8.6 


8.6 


85 


62 


91 


79.3 


30 


1 


.1 


13.2 


7.7 


8.7 


7.8 


8.1 


78 


65 


69 


70.7 


31 


j 


.0 


17.0 


11.0 


11.3 


1 11.4 


jll.2 


86.1 


62.0 


■ 83.7 


77.3 








Maximum am 


Minimum 


1 am 


Differenz 




iftdruck ..... 


. 760.6 i 23. 


744.6 


1 29. 


16.0 


la 


ifttemperatur . , . 


27.4 9. 


9.2 


31. 


18.2 




bsolute Feuchtigkeit . 


16.2 ! 10. 


7.7 


31. 


8.5 




ilative Feuchtigkeit . 


98 ! 13.21. 


41 


1. 


57 




rösste tägliche Niederschlagshöhe ........ j 


21.0 am 14. 




ihl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) ..... 


' 4 




„ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . . . . 


7 




„ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) ...... 


— 




„ „ Eistage (Maximum unter 00) . j ■ 


— ; 




„ „ Frosttage (Minimum unter 0^) ... . . 


— ^ 




„ Sonnnertage (Maximum 25,00 odei- mehr) . . . 


7. 




ahrl 


). d. nass. 


Ver. f. Nat 


. 69 191 


6. 
















5 



34 




Station Wies 

6 


baden. 










7. 


Mon 




Bewölkung 




Wind 1 
Richtung und Stärke 1 


Tag 


ganz wolkenfrei = ganz bewölkt = 10 


Windstille = Orkan =1!| 


7a 


2P 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


91 


1 


10 


4 


2 


5.3 


N 


1 


E 4 


NE 


2 


10 


10 


2 


7.3 


N 


1 


W 2 


NW 


3 


5 


6 


4 


5.0 


SW 


3 


NW 2 


NW 


4 


10 


10 


6 


8.7 


sw 


1 


SW 2 


W 


5 


5 


4 





3.0 


w 


2 


SW 2 


N 


6 


4 


7 


10 


7.0 


NW 


2 


SE 1 


SW 


7 


10 


4 


2 


5.3 


SW 


2 


NW 4 


NE 


8 


4 


10 


8 


7.3 


W 


2 


SW 3 


. 


9 


7 


4 


10 


7.0 


. . . 




N 2 


. 


10 


10 


7 





5.7 


N 




SW 1 




11 


8 


7 


2 


5.7 


N 




W 1 


NW 


12 


7 


8 


10 


8.3 


N 




E 1 




13 


10 


10 


6 


8.7 


W 




... 


. 


14 


10 


2 


2 


4.7 


W 




N 2 


w" 


15 


2 


2 





1.3 


w 




SW 4 


NE 


16 


2 


8 


2 


4.0 


E 




NW 2 




17 


10 


10 


10 


10.0 


NW 




W 2 


NW 


18 


10 


10 


10 


10.0 


NW 




NW 2 




19 


10 


10 





6.7 


SW 




NW 3 


w" 


20 


10 


10 


8 


9.3 


NW 




NW 1 


N 


21 


10 


10 


10 


10.0 


NW 




SW 2 


SW 


22 


9 


10 


2 


7.0 


NW 




NW 3 


NW 


23 





7 


8 


5.0 


N 




N 1 


N 


24 





7 


2 


3.0 


N 




... 


NE 


25 


4 


7 





3.7 


N 




NR 2 


N 


26 





4 





1.3 


N 




E 1 


NE 


27 


2 


1 





1.0 






N 1 


NE 


28 











0.0 


N ' * 




... 


N 


29 


10 


4 





4.7 






W 4 


NW 


30 


10 


10 


4 


8.0 


Nw' 




NW 3 


N 


31 





5 


8 


4.3 


NW 




W 3 


NW 




6.4 


6.7 


4.1 


5.8 




1.2 


2.0 








1 










Mittel 1.5 








Zahl der Tag 


e mit 








Niederschlag mindestens 1,0 m™ 
Niederschlag mehr als 0,2 mm 








8 












13 








Niederschlag mindestens 0,1 mm . 
Schnee mindestens 0,1 mm . . 








15 












m 










Hagel 






(A) 


— 








Graupeln 






(A) 


— 








Tau 




.' .'( 


-^) 


8 








Reif 




. . ( 




— 








Glatteis 




. . ( 


CTx») 


— 








Nebel 




. . ( 


= ) 


— 








Gewitter ( 


nah K, 


fern 


T) 


3 








Wetterleuchten 


. 


. 


(<) 


— 

























igust 1915. 



Beobachter Lampe. 



35 



Niederschlag 



Form und Zeit 







( 22S_240 p 
,tr. 145-150 p 

n, #^oft a— 1 p 



i0 855— 905p u. nach III 



itr, zw. 750— 8>0p 

,0 110—13/4 p ^Oztw. p 

|0n 

o-ioftp 

' n, m 01-725,^2 725-730^ ^ u. ztw. #1 a -II u. #o oft -8 p 
n, # i^ ^ • 1 seh. ztw. p 
On 



) ^ seil ztw Si 

iO-i6i/2a—I, #0-81/2 3, #0zw.8ii.8i/2P 

i oft p 

in, ^0 einz. a u. ztw. p 

I n, # tr. einz. a u. p 

1 tr. I u. oft a —II, #0-1 seh. oft p 
m, #tr. einz. a 



i n 

|n, #01 u. ztw. a u. p 
1 seh. zw. 1 — 11/2 p u. ztw. p 
Monatssumme. 



T41/4P 

T 1118-113/^ a 

n 

K n zw. 1/24-5 a 



1 
2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

n 
12 

13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 





Wind- 


Verteilung 


. 




7a 


2p 


9p 


Summe 


N 


10 


4 


6 


20 


NE 


— 


1 


6 


7 


E 


1 


3 




4 


SE 

S 

sw 


— 


1 




1 


4 


6 


2 1 


12 


w 


5 


5 


3 ! 


13 


NW 


8 


8 


■^ i 


23 


Still 


3 


' 


7 1 


13 



36 


Station Wiesbaden. 
1. 




2. 


-■ 


M 


on 






Luftdruck 




Temperatur-Extreme 








(Barometerstand auf und 


Normal- 


(abgelesen £ 


P) 




Lu 


Tag 


schwere reduziert) 700 mm + 


oc 








7a 


2P 


9p 


Tages- 


Maxi- Mini- 


Diffe- 


7a 












mittel 


mum ! mum 


renz 






1 


53.0 


49.9 


47.4 


50.1 


17.6 7.3 


10.3 


9.7 


1 


2 


44.1 


42.2 


41.4 


42.6 


17.3 10.9 i 


6.4 


11.2 


1 


3 


41.6 


42.9 


43.6 


42.7 


18.0 ! 9.7 ' 


8.3 


11.4 


1 


4 


43.6 


45.0 


47.5 


45.4 


18.3 


7.8 


10.5 


11.6 


1 


5 


51.1 


53.9 


57 2 


54.1 


18.0 


11.9 


6.1 


13.0 


1 


6 


60.3 


60.2 


60.6 


60.4 


17.4 


9.8 


7.6 


10.6 


1 


7 


60.1 


59.3 


59.5 


59.6 


18.0 1 12.9 


5.1 


13.5 


1 


8 


59.7 


58.6 


58.4 


58.9 


20.7 10.5 


10.2 


12.4 


1 


9 


58.8 


58.4 


59.4 


58.9 


19.4 \ 9.9 


9.5 


13.0 


1 


10 


59.7 


59.0 


58.7 


59.1 


17.1 


7.2 1 


9.9 


11.0 


1 


11 


5ao 


56.2 


56.1 


56.8 


19.2 


9.4 ' 


9.8 


11.0 


1 


12 


56.2 


54.6 


54.1 


55.0 


21.2 


8.2 


13.0 


10.4 


2 


13 


54.3 


58.0 


52.0 


53.1 


22.3 1 8.1 


14.2 


10.1 


2 


14 


51.2 


51.2 


52.9 


51.8 


17.0 


9.2 i 


7.8 


11.4 


1 


15 


56.3 


57.4 


58.4 


57.4 


16.7 


9.7 ' 


7.0 


11.4 


1 


16 


59.4 


59.9 


60.7 


60.0 


22.1 


13.3 


8.8 


14.3 


2 


17 


61.1 


58.7 


57.2 


59.0 


23.3 


,15.0 


8.8 


17.2 


2 


18 


55.1 


54.6 


56.6 


55.4 


23.4 


14.3 


9.1 


16.8 


2 


19 


58.1 


57.6 


57.5 


57.7 


16.8 


9.3 1 


7.0 


10.4 


1 


20 


57.0 


56.6 


58.4 


57.3 


17.3 


5-3 


12.0 


6.4 


1 


21 


59.9 


60.4 


60.4 


60.2 


16.2 


6.7 ! 


9.5 


7.4 


1 


22 


61.7 


60.1 


59.2 


60.3 


18.2 


6.0 , 


12.2 


7.4 


1 


23 


58.0 


55.6 


54.4 


1 56.0 


19.1 ! 6.4 


12.7 


7.8 


1 


24 


53.1 


49.5 


48.0 


50.2 


23.1 10.0 


13.1 


10.3 


2 


25 


44.6 


40.9 


40.8 


41.9 


22.1 11.3 


10.8 


12.8 


2 


26 


39.5 


39.2 


38.3 


39.0 


17.1 


12.7 1 


4.4 


13.5 


1 


27 


35.4 


37.2 


40.7 


37.8 


17.1 


10.6 


6.5 


12.6 


1 


28 


42.4 


44.3 


43.8 


43.5 


14.4 


8.4 


6.0 


10.7 


1 


29 


38.0 


35.8 


36.1 


36.6 


12.5 


8.6 


3.9 


9.6 


1 


30 


40.2 


48.3 


45.8 


43.1 


12.6 


8.6 1 


4.0 


8.7 


1 


Monats- 


52.4 


51.8 


52.2 


52.1 


18.4 9.6 


8.8 


11.3 


1 


«iHel 












1 









PENTADEN-UB ERSICHT 





Luftd 


ruck 


Lufttemperatur 


Bewölkung 


Niedersc 


P G Ti t a d e 
















Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summ 


3.- 7. Sept. 


262.2 '' 


52.4 


68.8 13.7 


32.3 


6.5 


4.4 


8.— 12. „ 


288.7 


57.7 


69.2 13.8 


10.0 


2.0 


— 


13.-17. „ 


281.3 


56.3 


78.8 


15.8 


35.7 


7.1 


8.9 


18.-22. „ 


290.9 


58.2 


62.7 


12.5 


12.9 


2.6 


— 


23.-27. . 


224.9 


45.0 


71.5 


14.3 


29.7 


5.9 


2.7 


28.- 2. Okt. 


226.7 


45.3 


47.6 


9.5 


30.7 


6.1 


22.0 



September 1915. 



Beobachter Lampe. 
5. 



57 



temperatur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuchtig^keit 










mm 






'lo 




Tag 


i OP ' 


Tages- 
mittel 


7a 


2P 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


Tages- 
mittel 


13.0 


12.9 


8.0 


8.0 


9.0 


8.3 


89 


60 


81 


76.7 


1 


12.0 


12.6 


8.9 


9.8 


9.6 


9.4 


90 


76 ■ 


98 


86.3 


2 


9.7 


11.8 


9.2 


7.7 


8.0 


8.3 


92 


55 • 


89 


78.7 


3 


13.2 


14.0 


8.2 


7.7 


8.6 


, 8.2 


80 


51 


76 


69.0 


4 , 


13.6 


14.3 


9.1 


9.2 


8.1 


8.8 


82 


68 


70 


71.7 


5 


14.4 


14.0 


8.0 


6.9 


8.4 


7.8 


84. 


49 


69 


67.3 


6 


12.9 


14.2 


8.4 


7.8 


^ 9.7 


8.6 


73 


58 


88 


■71.3 


7 


13.5 


14.8 


9.6 


10.1 


9.7 


9.8 


90 


58 


85 


77.7 


8 


11.4 


13.7 


8.5 


6.3 


7.2 


73 


76 


39 


72 


62.3 


9 


18.0 ! 


13.4 


6.4 


7.0 


7.0 


■ 6.8 


65 


50 


63 


59.3 


10 


12.0 


13.4 


6.5 


7.0 


8.1 


7.2 


67 


44 


78 


63.0 


11 


12.4 1 


13.9 


8.3 


8.2 


8.6 


8.4 


89 


46 


80 


! 71.7 


12 


12.5 


14.2 


8.0 


8.7 


8.6 


8.4 


87 


46 


81 


i 71.3 


13 


14.4 ; 


13.9 


8.9 


11.0 


9.1 


, 9.7 


89 


84 ■ 


75 


i 82.7 


14 


13.9 


13.8 


8.9 


10.3 


10.9 


10.0 


89 


76 


93 


1 86.0 


15 


18.6 . 


18.1 


11.3 


10.6 


13.3 


11.7 


94 


58 


84 


! 78.7 


16 


17.7 


18.8 


12.8 


12.4 


13.2 


12.8 


88 


60 


88 


! 78.7 


17 


14.3 


16.8 


12.6 


11.4 


10.1 


11.4 


89 


60 


84 


, 77.7 


18 


9.6 


11.4 


6.8 


6.1 


6.0 


6.3 


73 


45 


67 


61.7 


19 


11.2 


11.4 


5.8 


5.1 


5.7 


5.5 


81 


36 


58 


58.3 


20 


11.5 


11.6 


5.8 


5.5 


5.0 


5.4 


76 


42 


49 


55.7 


21 


10.6 


11.5 


5.1 


6.3 


5.9 


5.8 


67 


43 


62 


1 57.3 


22 


11.8 


12.4 


5.8 


8.7 


8.9 


7.8 


73 


57 


87 


72.3 


23 


15.7 


16.2 


8.6 


12.2 


11.4 


10.7 


93 


58 


86 


79.0 


24 


U.O 


16.5 


9.2 


10.7 


12.4 


10.8 


85 


57 


91 


77.7 


25 


12.7 


14.0 


10.7 


10.0 


10.3 


10.8 


94 


70 


95 


86.8 


26 


11.4 


12.4 


10.2 


9.8 


9.3 


9.8 


95 


82 


93 


1 90.0 


27 


8.4 


10.4 


7.8 


5.7 


6.8 


6.8 


82 


48 


82 


1 70.7 


28 


11.5 ! 


11.2 


7.7 


9.1 


9.6 


1 8.8 


87 


88 


96 


1 90.3 


29 


9.5 1 


9.9 


6.8 


7.4 


6.9 


. .7.0 


81 


72 


78 


77.0 


30 


12.7 


13.6 


8.4 


8.6 


8.8 


8.6 


83.3 


57.5 


! 79.8 


73.5 







Maximum 


am 


Minimum am 


Differenz 


Luftdruck 

Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit . 
Relative Feuchtigkeit . 


761.7 
23.4 
13.3 
96 


22. 

18. 
16. 

29. 


735.4 27. 

5.3 20. 

5.0 21. 

86 20. 


26.3 
18.1 

8.3 
60 


Grösste tägliche Niederschlagshöhe j 18.1 am 30. 


Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) 9 

„ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) I 9 

„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) ..... — 

„ „ Eistage (Maximum unter 0^) ....... j — 

„ „ Frosttage (Minimum unter 00) ...... . 

„ Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) ... — 



38 


Station Wiesb 

6 


aden. 






7. 




Tag 


Bewö 

ganz wolkenfrei = 


Ikung 

ganz bewölkt = 10 


Wind 

Richtung und Stärke 
Windstille = Orkan =12 


7a 2p 

1 


9P 


Tages- 
! mittel 


7a 


2p 


9P 


1 
2 
3 
4 
5 


6 

S 
6 
8 
8 


10 

10 

4 

6 

8 


10 
6 





8.7 
8.0 
3.3 
4.7 
5.3 


NE 2 

NE 1 
SE 2 
NE 1 
NW 5 


SW 3 
SW 3 

S 2 
NE 2 
NW 5 


N 2 
SE 2 
NE 2 
NW 3 
N 4 


6 

7 

8 

9 

10 


8 
9 

10 
2 



10 

10 

6 

2 

6 


10 

10 



2 


9.3 
9.7 
5.3 
1.3 

2.7 


SE 2 
NW 2 
... 
NE 2 
NE 3 


NW 3 
N 2 
NE 1 
E 3 
NE 3 


NW 2 
N 1 
NE 2 
N 1 
E 2 


11 
12 
13 
14 
15 


1 





10 

10 


1 





9 

10 








10 

10 


0.7 
0.0 
0.0 
9.7 
10.0 


NE 3 
NE 2 
NE 3 
SE 2 
SW 2 


NE 3 
N 2 
SE 2 
S 1 
S 1 


N 2 
N ] 
N 2 
NW 1 
... 


16 
17 
18 
19 
20 


6 
8 
6 
3 
2 


10 

(5 
8 
1 

2 


10 
8 
8 




8.7 
7.3 
7.3 
1.3 
1.3 


NE 2 
NW 2 

W 2 

NE 2 
... 


W 2 
NW 2 

NW 5 
N 2 
NE 2 


NW 1 
... 
NW 2 
N 2 
NE 1 


21 
22 
23 
24 
25 





2 

8 


2 
2 
1 
4 
9 


2 
3 

8 
10 


1.3 

1.7 

0.3 

4.7 

. 9.0 


NE 3 
NE 3 
NE 2 
NE 1 

NE 2 


E 4 

NE 4 
SE 2 
SE 2 
E 1 


NE 3 
NE 2 
NE 1 
N 1 
SW . 2 


26 
27 
28 
29 
30 


10 
10 

5 
10 

9 


9 
10 

7 

10 
9 


2 
6 
4 
10 
2 


7.0 
8.7 
5.3 
10.0 
6.7 


SW 1 

... 
NW 2 
NW 3 

•NW 4 


W 2 
NW 2 

NW 4 
NW 4 

SE 1 


NE 2 
W 2 
NE 2 
NW . 2 
NW 2 




5.5 


6.1 


4,4 


5.3 


2.0 


2.5 
Mittel 2.1 


1.7 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlag mindestens 1,0 "im 

Niederschlag mehr als 0,2 mm 

Niederschlag mindestens 0,1 ™Di 

Schnee mindestens 0,1™™ (■)(•) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau (-CX-) 

Reif (--) 

Glatteis (c?\s) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah K, fern T) 

Wetterleuchten ( < ) 



6 
8 
9 

20 



September 1915. 



Beobachter Lampe 



S^ 



0.4 
0.3 
4.4 



38.6 



Niederschlag 



Form und Zeit 



o-iztw.au.i.,#2sch.8«2-8-^Op 



|0 oft au. ztw. S^sch. 



ztw. V. 5 p —III u. später 

I -8 a V. 101/2 a oft -i/ 



1.7 #n 
1.0 #n, _ 

0".2 #D, # ztw. a, #0-1 oft p -III u. später 



Monatssumme. 



Höhe 

der 

Schnee 

decke 

in cm 

7» 



Bemer- 
kungen 



[^ S40— 9 p 



1 

2 
8 
4 
5 

6 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 

25 

26 

27 
28 
29 
30 



^ 


\^^ind- 


Verteilung 






7a 


2p 9p 


Summe 


N 




3 9 1 


12 


NE 


15 


6 


8 1 


29 


E 


— 


3 


1 


4 


SE 


3 


4 


1 


8 


s 





3 


— 


3 


sw 


2 


2 


1 


5 


w 


1 


2 


1 


4 


NW 


6 


1 '? 


7 


20 


Still 


3 


1 


2 


5 



40, 



Station Wiesbaden. 



lAonat 





Luftdruck 





Temperatur-Extreme 




o. 




(Barometerstand auf 0'^ unc 


1 Normal- 


(aberelesen 


9p) 




Luft- 


Tag 


schwere reduziert) 700 mm -f 




OC 






OC 


7a 


1 2p 9p 


I! Tages- 
ll mittel 


Maxi- 
mum 


1 Mini- 
mum 


1 Diffe- 
renz 


7a 


2p j 


1 


48.2 


49.3 


51.8 


49.8 


13.8 


! 4.4 


' 9.4 


5.0 


'i 
12.8 


2 


53.1 


53.1 


1 54.8 


53.7 


12.4 


4.4 


1 8.0 


6.4 


12.0 


3 


55.7 


55.5 


55.6 


55.6 


13.2 


5.1 


1 8.1 


7.0 


12.8 


4 


5^.4 


53.4 


54.3 


54.0 


13.0 


8.4 


4.6 


90 


12 4. 


5 


53.5 


53.9 


54.9 


54.1 


11.0 


6.5 


: 4.5 


6.6 


10.7 


6 


55.0 


55.6 


56.4 


55.7 


11.3 


7.5 


i 3.8 


8.0 
8.6 
9.0 
10.4 
6.1 


10 6 


7 


55.3 


54.3 


53.6 


54.4 


11.2 


8.2 


I 3.0 


io!5 

13.7 


8 


51.2 


48.6 


47.7 


49.2 


13.8 


8.6 


5.2 


9 


46.7 


46.7 


47.7 


47.0 


13.7 


8.7 


5.0 


12 4 


10 


49.0 


49.2 


50.9 


49.7 


15.1 


5.2 


9.9 


14.8 


11 


51.7 


50.9 


51.4 


51.3 


15.3 


8.2 


' 71 


9.5 
10.6 
11.7 

7.1 
11.0 


l.T 1 


12 


51.6 


52.3 


53.3 


52.4 


13.7 


10. l 


3.6 


1 "j . 1 

12 4 I 


13 


54.5 


55.3 


55.9 


55.2 


15.0 


10.6 


4.4 


14.'7 ! 


14 


56.7 


55.9 


56.0 


56.2 


15.9 


6.7 


9.2 


15 5 


15 


55.0 


53.3 


53.0 


53.8 


17.8 


10.5 


7.3 


17^5 


16 


52.7 


52.4 


53.6 


52.9 


18.9 


5.7 


82 


7.8 
2.8 
5.0 
4.8 
7.6 


13.7 
12.2 


17 


54.9 


54.6 


55.9 


55.1 


12.4 


2.6 


9.8 


18 


56.8 


56.2 


56.9 


56.6 


9.5 


3.2 


6.3 


9!3 
10 6 


19 


56.7 


55.4 


55.0 


55.7 


11.0 


8.2 


7.8 


20 


54.2 


53.5 


54.4 1 


54.0 


11.4 


7.6 


8.8 


io!o 


21 


54.8 


55.1 


56.0 : 


55.3 


11.5 


7.8 


3.7 


7.8 
3.0 
1.0 
2.8 
6.2 


10.0 


22 


56.7 


56.3 


56.7 


56.6 


11.8 


2.7 


9.1 


11.1 


23 


56.1 


54.6 


54.5 


55.1 


9.6 


0.4 


9.2 


9.2 


24 


53.3 


51.9 


51.1 


5-2.1 


7.6 


1.5 


6.1 


64 


25 


50.5 


51.7 


53.4 


51.9 


7.5 


6.1 


1.4 


u.t 

7.0 


26 


53.8 


52.9 


52.9 


53.2 


8.0 


2.4 


5.6 


3.3 
4.6 
3.2 
3.0 

3.8 
4.4, 


7 Q 


27 


51.3 


50.7 


50.4 ! 


50.8 


:8.3 


2.4 


5.9 


1 .«7 

7.4 
6.8 
7 3 


28 


47.7 


47.0 


47.3 i 


47.3 


7.8 


0.9 


6.4 


29 


48.1 


48.9 


50.2 


49.1 


8.2 


2.5 


5.7 


30 


50.3 


49.0 


50.2 


49.8 


7.8 


3.5 


4.3 


7.1 

9.5 


81 

Monats- 
Mittel 


48.7 


45.0 


42.8 


455 


9.9 


4.1 


5.8 


52.8 


52.3 


52.9 


52.7 


11.7 


5.5 


6.2' ' 


6.4 


11.1 , 





PE NT ADEN-ÜBERSICHT 






Pentade 


Luftdruck 


Lufttemperatur 
Summe j Mittel 


Be wo 


1 k u n g 


Niederschlag 
Summe 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


3.- 7. Okt. 


273.8 


54.8 


46.7 9.3 


45.6 


9.1 


2.6 
5 3 


8.-12. , 


249.6 


49.9 


55.3 11.1 


42.0 


84 


13.— 17. - 


273.2 


54.6 


52.9 , 10.6 


32.1 


6.4 


06 


18.— 22. , 


278.2 


55.6 


36.3 j 7.3 


39.7 


7 Q 




23.-27. , 


263.1 


52.6 


26.6 5.3 


38.4 


7 7 


5.7 


28.— l.Nov. 


231.0 


46.2 


31.3 1 6.8 


45.4 


9.1 



Oktober 1915. 



Beobachter Lampe. 41 
5 



temperatur 



9p 



Tages- 
mittel 



6.8 
7.4 
9.6 
8.4 

8.3 

9.1 

9.6 
11-2 

8.7 
11.7 

11.2 

10.7 
11.2 
13.3 
11.3 

6.8 
6.1 
4.4 
8.8 
8.6 

7.8 
3.3 
5.6 
6.0 
6.2 

3.1 
4.2 
4.6 
6.3 
5.3 
7.0 

7.8 



i.ö 
8.3 
9.8 
9.6 
8.5 

9.2 

9.6 

11.3 

100 

111 

11.8 
11.1 
12.2 
12.3 
12.8 



5.8 
8.2 

8.7 

8.4 
5.2 
5.4 
5.3 
6.4 

4.4 
5.1 

4.8 
5.7 
5.4 
7.0 

8.3 



Absolute Feuchtigkeit 

mm 



7a 



6.1 
6.6 
6.8 
6.9 
6.4 

6.9 

7.5 
7.7 
9.0 
6.6 

7.9 
8.4 
10.1 
7.4 
8.4 

6.2 
5.6 
6.3 

5.9 
5.5 

6.2 
5.5 
4.8 
5.4 
6.4 

4.9 
5.4 
5.0 
4.3 
5.2 
5.7 

6.5 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



5.9 

6.2 
5.1 

5.8 
6.5 

7.2 
8.1 
8.5 
9.6 
8.1 

8.1 

9.7 

10.8 

9.5 

7.2 

7.3 
7.2 

5.5 

6.7 
6.7 

6.8 
6.4 
6.9 
5.9 
6.3 



6.6 
6.9 
6.4 
6.5 
6.8 

7.5 

8.3 
9.0 

7.9 

8.5 

7.8 
9.1 
9.6 
8.6 
7.3 

6.8 
6.4 
5.8 
6.8 
6.2 

6.9 
5.4 
6.1 
6.3 
5.4 



3.8 


4.9 


4.9 


5.0 


5.8 


5.3 


5.7 


4.7 


5.4 


5.6 


5.4 


5.4 


6.9 


6.8 



6.2 

6.6 
6.1 
6.4 
6.6 

7.2 
8.0 
8.4 

8.8 
7.7 

7.9 

9.1 

10.2 

8.5 
7.6 

6.8 
6.4 
5.9 
6.5 
6.1 

6.6 
5.8 
5.9 
5.9 
6.0 

4.5 

5.1 
5.4 
4.9 
5.4 
5.5 



Ilelatiye Feuchtigkeit 

o/o 



7a 



2p 



9p 



91 
91 
91 

80 



91 
91 
96 
95 

89 
90 
99 
99 

87 

79 
100 

97 
92 
70 

79 

96 
98 
96 
90 

85 
86 
87 
76 
87 
92 



6.7 I 89.6 



54 
59 
47 

54 

68 

74 
87 
73 
90 
65 1 

63 I 

91 I 

87 i 

72 1 

49 i 

62 I 
68 j 
62 
71 
73 

74 
64 

80 
83 
84 

48 
64 
78 
74 
71 
61 



90 
90 
71 

79 
84 

88 
94 
92 
95 

84 

79 
95 
97 
76 
73 

93 
91 
93 

81 
74 

88 
93 
89 
90 
76 

87 
80 
84 
66 

85 
72 



Tages- 
mittel 



79.3 
80.0 
69.7 

71.0 
80.0 

82.7 
90.7 
85.3 
93.7 
81.3 

77.0 
92.0 
94.3 

82.3 
69.7 

78.0 
86.3 
81.0 
81.3 
72.3 

80.3 
84.3 
89.0 
89.7 
83.3 

73.3 

! 76.7 
83.0 
I 72.0 
' 81.0 
I 75.0 



Tag 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 

12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 
31 



69.41 84.8 i 81.2 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur . . 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



Maximum 



756.9 

17.8 
10.8 
100 



am 



18. 
15. 
13. 
17. 



Minimum 



742.8 


31 


0.4 


23 


3.8 


26 


47 


3 



Grösste tägliche Niederschlagshöhe 

Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . . 
„ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . 
" „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . . . 
„ Eistage (Maximum unter 00) ... . 
„ Frosttage (Minimum unter 0^) ... 
„ Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



Differenz 



3.5 am 26. 



1 

19 



14.1 
17.4 
7.0 
53 



42 



Station Wiesbaden. 



Monat 



Tag 



9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 

24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



Bewölkung 

ganz wolkenfrei = ganz bewölkt = 10 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



7 
9 
5 

10 
10 
10 
10 

5 

7 

7 

10 
10 

6 

9 
10 
10 

9 
10 

10 
10 
10 
10 
10 

3 
9 

10 

8 

10 

8 

8.6 



4 





4 


2 


8 


10 


9 


10 


10 


10 


10 


10 


9 


10 


10 


10 


10 


9 


6 


10 


4 


8 


10 


10 


10 


9 


6 


10 


6 


6 


2 





2 





2 


4 


10 


10 


! Jo 


10 


10 


10 


4 





i 6 


10 


10 


10 


' 10 


10 


1 


2 


8 


7 


: 10 


6 


9 


10 


9 


10 


6 


10 


7.2 


7.5 



4.0 
4.7 
8.3 
9.3 

8.3 

10.0 
9.7 

10.0 
9.7 

7.0 

6.3 
9.0 
9.7 

8.7 
6.0 

3.7 
4.0 
5.3 
9.7 
10.0 

10.0 

4.7 

8.7 

10.0 

10.0 

1.7 

8.0 
8.7 
9.0 
9.7 

8.0 

7.8 



Wind 

Richtung und Stärke 
Windstille = Orkan = 12 



7a 



2p 



NW 
NE 
NW 
NE 

NE 

NE 

NE 
NE 

NE 

SE 

NE 

NE 
NE 
NE 

SE 

NE 

NE 
NE 

NE 
SE 
NE 

NE 

NE 
NE 

E 

NE 
NE 
NE 



2 
1 
1 
1 
2 

1 
2 
1 

1 

3 
1 
1 

1 
1 

1 

1 
1 
3 

1 
1 
1 

2 

1 
2 
1 

2 
2 

1 

1.3 



NW 

NE 
N 
NE 
NE 

NE 

NE 
E 

se' ' 

E 

NE 
SE 

NE 

SE 

E 

NW 

NE 

NE 

NE 
E 

SE 
S 

NE 



SE 
SE 
SE 
NE 
SE 



NW 3 



1.7 
Mittel 1.4 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlag mindestens l,0°i°i 

Niederschlag mehr als 0,2""» 

Niederschlag mindestens 0,1™™. ...... 

Schnee mindestens 0,1 ™™ (^) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau {-^ 

Reif (--) 

Glatteis [c^) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah K, fern T) 

Wetterleuchten ( < ) 



6 
10 

12 



Oktober 1915. 



Beobachter Lampe. 



43 



Niederschlag 



Form und Zeit 



I Höhe 
I der 
Schnee^ 
I decke 
I in cm 
I 7» 



Bemer- 
kungen 



0.1 



1.3 

0.1 
1.2 
1.0 
3.0 
0.9 



0.4 

0.6 



2.2 
3.5 



0.0 

14.8 



tr. 1210—1215 p 
n 

n, # tr. a u. p 

u, #Ooft a u. einz. p 



n, 



I-8i/2a,#0zw.l2V2-2p 



n, #Oofta 



O81/2P— in u. später 
n, # " ofta — II u. ztw. p 



0.5 - 



ztw. a 
tr. einz. a 



Monatssumme. 



;0 
ion 



=inu.I-9i/4 



2n— 9i/2a 
inu.I— 10a 



1 
2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 
31 



■\ 


Wind- 


Verteilung 






7a 


2p 


9p 


Summe 


N 


_ 


1 


4 1 


5 


NE 


22 


12 


19 


53 


E 


1 


4 


1 


6 


SE 


3 


8 




11 


S 


— 


1 


— 


1 


sw 


— 


— 


— 


— 


w 


— 




— 


— 


NW 


2 


3 


1 


6 


Still 


' 


2 


« 1 


11 



6* 



44 



Station Wiesbaden. 



Monat 

3. 



Tag 



Luftdruck 

(Barometerstand auf und Normal- 
schwere reduziert) 700™™ _|- 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Temperatur-Extreme 

(abgelesen 9p) 
OC 



Maxi- 
mum 



Mini' 
mum 



Diffe- 
renz 



7a 



Luft- 



2p 



1 
2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 

25 

26 
27 
28 
29 
30 



Monats- 
Mittel 



40.3 
39.2 
40.9 

44.8 
48.0 

52.9 
55.0 
49.4 
45.6 
35.0 

40.9 
35.4 
27.6 
44.1 
47.1 

48.3 
52.1 
55.9 
60.2 
64.8 

68.5 
63.7 
56.0 
55.9 
52.1 

46.9 
56.3 
62.1 
52.0 
42.2 

49.4 



38.9 
38.5 
42.9 
46.2 
48.2 

54.2 
53.2 
48.1 
42.7 
37.6 

43.1 
32.6 
28.4 
42.5 

48.0 

49.6 
53.0 
55.6 
60.8 
67.2 

66.3 
60.2 
55.2 
56.3 
48.9 

50.5 

58.7 
59.3 
48.0 
43.1 

49.3 



40.5 
44.1 
48.1 
49.9 

55.4 
51.7 
47.9 
40.2 
39.0 

43.8 
30.9 
39.7 
44.6 

47.8 

52.4 
55.2 
58.0 
62.6 
69.4 

66.0 
58.3 
55.9 
55.3 

48.6 

53.7 
61.3 
56.5 
44.9 
44.7 

50.2 



39.3 
39.4 
42.6 
46.4 

48.7 

54.2 
53.3 
48.5 
42.8 
37.2 

42.6 
33.0 
31.9 

43.7 
47.6 

50.1 
53.4 
56.5 
61.2 
67.1 

66.9 
60.7 
55.7 
55.8 
49.9 

50.4 
58.8 
59.3 
48.3 
43.3 

49.6 



9.8 
9.2 

8.7 
8.2 
8.9 

9.1 
8.3 
6.9 
9.4 
8.6 

8.9 
12.1 
13.3 

5.5 

2.8 

3.4 
4.1 
1.8 
2.9 
4.3 

6.6 
7.0 
-0.5 
4.0 
4.2 

0.5 
-2.3 
-3.9 
-2.3 

3.0 

5.4 



5.6 


4.2 


7.5 


1.7 


5.5 


3.2 


3.0 


5.2 


4.6 


4.3 


4.3 


4.8 


1.1 


7.2 


1.3 


5.6 


4.0 


5.4 


1 4.3 


4.3 


1 4.3 


4.6 


4.5 


7.6 


5.5 


7.8 


1.3 


4.2 


-0.5 


3.3 


-0.8 


4.2 


0.7 


3.4 


-1.6 


3.4 


-0.9 


3.8 


1.8 


2.5 


1.4 


5.2 


-2.3 


9.3 


-4.6 


4.1 


-0.5 : 


4.5 


2.1 


2.1 


—4.4 


4.9 


-7.8 


5.5 


-11.4 


7.5 


-9.0 i 


6.7 


-2.5 1 


5.5 


0.5 


4.9 



6.2 
8.2 
6.8 
4.2 
5.6 

4.6 
1.4 
2.0 
5.6 
7.2 

5.3 

5.0 
10.7 

2.4 
-0.2 

0.0 
2.0 
-1.4 
0.2 
3.4 

1.5 

-2.0 

-3.9 

2.5 

2.4 

-0.4 
- 4.4 
-10.5 
-8.0 
0.6 

1.9 



PENTADEN-UBEßSICHT 



9.8 
8.8 
8.4 
8.0 
8.6 

8.9 
8.0 
6.5 
9.0 
8.4 

8.5 
9.8 
8.5 
2.9 
2.4 

3.2 
3.6 
1.1 
2.4 
3.9 

6.1 
6.4 
-1.8 
3.2 



0.2 

-2.8 
-4.3 
-3.4 

.1.8 

4.7 



Pentade 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewölkung 


Niederschla 


Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


2.— 6. Nov. 


231.3 


46.3 


33.3 ' 6.7 


37.7 


7.5 


8.6 


7.-11 , 


224.4 


44.9 


29.1 : 5.8 


40.4 


8.1 


1.1 


12.-16. , 


206.3 


41.3 


22.4 1 4.5 


40.6 


8.1 


14.6 


17.-21. „ 


305.1 


61.0 


11.0 2.2 


39.9 


8.0 


4.0 


22.-26. , 


272.5 


54.5 


1.9 1 0.4 


35.3 


7.1 


8.3 


27.— 1. Dez. 


251.9 


60.4 


-10.7 1 -2.1 


37.7 


<.) 


10.5 



« 


November 


' 1915. 


4 






Beobachter Lam 

5. 


pe. 


45 


ft. 


temperatur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuchtigkeit | 












mm 






o/o 




Tag 


.'p 


9P 


' Tages- 
mittel 


7a 


2P 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 1 


2p 


9P 


Tages- 
mittel 




8.9 


8.4 


6.8 


7.1 


8.0 


7.3 


96 s 


79 


95 


90.0 


1 


ii 


7.5 


80 


7.6 


7.8 


6.2 


. 7.2 


93 


92 


80 


: 88.3 


2 


.1 


5.5 


: 6.6 


5.9 


6.6 


6.3 


i 6.3 


80 


81 


94 


85.0 


3 


') 


5.0 


i 5.6 


5.8 


6.3 


5.9 


6.0 


93 


79 


90 


87.3 


4 


6 


6.2 


; 6.6 


5.5 


5.3 


5.2 


i 5.3 


82 


64 


74 


, 73.3 


5 


9 


6.3 


6.5 


5.1 


5.7 


6.1 


5.6 


81 


67 


86 


■ 78.0 


6 


1) 


4.8 


4.8 


4.9 


5.9 


5.7 


i 5.5 


96 


73 


89 


86.0 


7 


1 


5.8 


5.0 


4.8 


5.7 


5.8 


i 5.4 


91 


80 


85 


85.3 


8 


) 


5.5 


i 6.4 


6.1 


6.6 


5.9 


! 6.2 


89 


77 


88 


: 84.7 


9 


1 


6.1 


7.0 


6.6 


5.1 


5.7 


i 5.8 


87 


62 


81 


76.7 


10 


) 


4.9 


5.9 


5.6 


4.4 


5.7 


1 5.2 


85 


54 


87 


75.3 


11 




11.9 


9.6 


6.1 


8.0 


8.8 


7.6 


94 


83 


85 


89.0 


12 


) 


5.5 


7.6 


6.6 


6.7 


5.6 


6.3 


70 


81 


83 


78.0 


13 


] 


1.3 


2.0 


4.6 


5.2 


4.8 


4.9 


84 


93 


94 


90.8 


14 


\ 


1.6 


i 1.4 


4.0 


4.5 


4.7 


4.4 


89 


80 


91 


86.7 


15 




1.9 


1 1.8 


3.9 


4.2 


4.4 


4.2 


85 


78 


84 


80.7 


16 




1.3 


1 2.0 


4.6 


5.0 


4.4 


4.7 


87 


85 


87 


86.3 


17 




1.1 


i 0.5 


3.8 


4.6 


4.8 


4.4 


92 


92 


96 


93.8 


18 




2.4 


1.8 


4.3 


4.2 


4.3 


4.3 


92 


77 


79 


, 82.7 


19 




2.2 


1 2.9 


4.5 


4.6 


4.1 


4.4 


76 


75 


77 


76.0 


20 




8.9 


H.8 


4.1 


4.2 


4.1 


! ^-1 


80 


60 


67 


69.0 


21 




—1.3 


! 0.4 


3.7 


4.8 


3.8 


' 3.9 


94 


59 


90 


81.0 


22 




-0.5 


1 -1.7 


3.0 


8.5 


4.0 


: 3.5 


91 


88 


90 


89.7 


28 




2.7 


: 2.8 


4.5 


4.6 


4.7 


4.6 


80 


80 


84 


81.8 


24 




2.1 


: 2.6 


5.0 


5.2 


4.4 


4.9 


91 


87 


82 


86.7 


25 




-4.4 


; -2.2 


4.1 


3.6 


2.8 


3.5 


92 


70 


86 


85.3 


26 




—7.8 


—5.7 


2.7 


3.1 


2.0 


2.6 


84 


83 


80 


82.3 


27 




—6.9 


i —7.2 


1.6 


2.2 


2.0 


1.9 


80 


. 68 


73 


73.7 


28 




—2.5 


1 —4.1 


1.9 


2.6 


3.4 


2.6 


80 


74 


89 


810 


29 




2.7 


2.0 


4.2 


5.1 


5.6 


, 5.0 


87 


96 


100 


94.3 


30 




2.8 


3.0 


4.7 


5.1 


5.0 


i 4.9 


86.7 


77.5 


85.5 

1 


83.2 





Maximum 



OfW 



Mh 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur . . 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



769.4 
13.3 

8.8 
100 



20. 
13. 
12. 

30. 



727.6 
—11.4 
1.6 
54 



13. 

28. 
28. 
11. 



41.8 
24.7 
6.2 
46 



Grösste tägliche Niederschlagshöhe 



5.6 am 30. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . . 
„ „ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . . 
„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maxiraum unter 0^) . . , . 
„ „ Frosttage (Minimum unter 00) . . . . 
Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) 



1 
16 

1 

4 

12 



46 


Station Wiesb 

6 


aden. 








7. 


1 
Monat 






Bewö 


Iknng 




Wind 1 
Eichtung und Stärke 1 


Tag 


ganz wolkenfrei = 


ganz bewölkt = 10 


WindstiUe = Orkan =12 \ 


7a 


2p 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2P 


9P 


1 


10 


10 


10 


10.0 


SE 


1 


SE 1 


SE 2 


2 


10 


10 


10 


10.0 


SE 


3 


SW 5 


SW 3 


3 


10 


10 





6.7 


S 


4 


W 3 


SE 1 


4 


10 


10 


10 


10.0 


NW 


1 


NW 2 


N 1 


5 


9 


5 


6 


6.7 


NE 


1 


NE 2 NE 2 


6 


7 


6 





4.3 


NE 


1 


NE 2 NE 1 


7 


10 


9 


6 


8.3 


E 


1 


SE 1 N 1 


8 


4 


10 


10 


8.0 







SE 1 SE 1 


9 


10 


10 





6.7 


SE 


2 


SW 3 i SE 1 


10 


10 


6 


10 


8.7 


sw 


4 


SW 4 S 3 


11 


10 


6 


10 


8.7 


sw 


4 


SW 4 SW 2 


12 


10 


10 


10 


10.0 


sw 


5 


SW 4 SW 4 


13 


10 


10 


8 


9.3 


sw 


8 


SW 4 SW 3 


14 


10 


10 


2 


7.8 


SE 


1 


SE 2 ; SW 1 


15 


6 


4 


10 


6.7 


SE 


2 


SW 3 i W 2 


16 


10 


4 


8 


7.3 


NE 


2 


NE 3 i NW 2 


17 


10 


9 


8 


9.0 


SE 


2 


SE 2 1 N 2 


18 


7 


10 


8 


8.3 


NE 


1 


NE 1 NE 1 


19 


10 


8 


10 1 


9.3 


NE 


1 


NE 2 NE 2 


20 


10 


10 


10 


10.0 


E 


1 


E 2 NE 2 


21 


8 


2 





3.3 


NE 


2 


NE 2 1 NE 2 


22 


4 








1.3 


E 


1 


E 2 : NE 1 


28 


8 


6 


10 


8.0 


SE 


1 


E 2 1 ... 


24 


10 


10 


10 i 


10.0 


SE 


2 


SE 1 ; SE 1 


25 


10 


10 


10 ^ 


10.0 







... ! NW 1 


26 


10 


6 


2 il 6.0 


NW 


3 


NW 2 1 N 1 


27 


8 


4 


i 


4.0 


NE 


2 


NE 2 N 1 


28 


8 


4 





4.0 







E 2 ! SE 1 


29 


10 


10 


10 


10.0 


SE 


1 


SE 11 ... 


30 


10 


10 


10 


10.0 







E 2 


... 




9.0 


7.6 


6.6 

i 


7.7 




1.9 


2.2 
Mittel 1.9 


1.5 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlag mindestens 1,0 ^iin 

Niederschlag mehr als 0,2J»ni 

Niederschlag mindestens 0,1 ^^ 

Schnee mindestens 0,1 ™™ (^) 

Hagel . (A) 

Graujjeln (A) 

Tau (-^) 

Reif (— ) 

Glatteis (<^ss) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah K, fern T) 

Wetterleuchten ( < ) 



13 

16 

17 

5 



Movember 1915. 



Beobachter Lampe 



47 



Niederschlag 



~ Iöhe7» 
mm 



2.4 
4.7 
3.1 
0.0 

0.8 



Form und Zeit 



Höhe 

der 

Schnee 

decke 

in cm 

7» 



Bemer- 
kungen 



)n, # ztw. a, # • 1 oft — 6I/2 p 
)11, #Ooft-II 
) tr. einz. a 
) y ztw. a 



0.9 

0.2 

3.8 
5.0 
2.9 

2-9^ 



1.6 

2.4^ 



0.8 
3.2 

4.3^ 
1.2^ 



5.6^ 

45.8 



iii,#oi-8i/4a 



^n' 



iO I fast ohne Unterbr. —II u. ztw. p —III u. später 
^ I ztw.— II, # • 1 oft —III u. später 
j ^ 7—73/4, # ztw. a # • 1 oft — 6 p 



#tr.ztw.a,-)f#0oft-8p 
^o-iofta- II 



^n, #0*1 oft au. < 
#n, #Oofta— II 

-)f n, ^ • 1 ztw. a 



tr. ztw. p 



Uo-ioftp 



^.., ^o-^ofta 
Monatssumme. 



— |_iii'nu.vorm.-12a 



3 
3 
3 
o 
5 

20 



.2=: III 



1 

2 
3 
4 
5 

6 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 

30 





Wind 


-Verteilung 






7a 


2P 


9P 


Summe 


N 


_ 


' - 5 


5 


NE 


7 


1 7 


7 


21 


E 


3 


5 


— 


8 


SE 


9 


i 7 


6 


22 


S 


1 


— 


1 


2 


sw 


4 


i 7 


5 


16 


w 





i 1 


1 


2 


NW 


2 


2 


2 


6 


Still 


4 


: 1 

! 


3 


8 



48 



Station Wiesbaden. 



Monat 

3. 



Tag 



Lu ftdruck 

(Barometerstand auf und Normal- 
schwere reduziert) 700iii°i + 



7a 



2P 



9P 



Tages- 
mittel 



Temperatur-Extreme 

(abgelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



7a 



Lnft- 



2p 



1 
2 
3 
4 
5 

6 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 

Monats- 
Mittel 



43.2 


42.5 


40.9 ' 


42.2 


5.8 


2.6 ! 


3.2 


3.0 


42.4 


43.3 


46.2 : 


44.0 


8.6 


4.0 1 


4.6 


4.3 


45.5 


42.9 


42.0 


43.5 


8.5 


3.8 


4.7 


5.2 


43.9 


40.6 


40.6 ! 


41.7 


13.1 


7.8 1 


5.3 


7.8 


41.2 


45.1 


44.2 


43.5 


14.0 


8.5 ' 


5.5 


13.3 


39.8 


39.2 


39.6 


39.5 


15.2 


6.8 


8.4 


7.0 


45.8 


46.3 


43.5 


45.2 


10.8 


6.6 


4.2 


9.0 


40.0 


42.7 


46.6 


43.1 


12.7 


7.0 


5.7 


12.2 


48.7 


48.9 


44.2 


47.3 


8.0 


1.0 


7.0 


1.2 


42.1 


43.4 


44.0 


43.2 


14.3 


4.8 


9.5 


12.0 


41.4 


38.7 


45.4 


41.8 


16.3 


9.3 


7.0 


13.0 


41.0 


38.7 


45.2 


41.6 


10.1 


2.2 


7.9 


7.2 


51.8 


54.7 


58.0 


54.8 


3.4 


1.6 


1.8 


1.8 


61.2 


60.7 


59.9 


60.6 


2.4 


-1.0 


3.4 


-0.2 


54.1 


50.3 


48.1 


50.8 


1.3 


-3.1 


4.4 


—2.6 


47.1 


47.0 


47.5 


47.2 


0.9 


-5.0 


5.9 


-4.9 


47.5 


47.8 


48.3 


47.9 


3.9 


—2.5 


6.4 


—1.4 


48.5 


49.9 


52.5 


50.3 


3.9 


0.1 


3.8 


1.0 


56.3 


57.2 


57.8 


57.1 


4.2 


0.6 


3.6 


2.2 


55.6 


54.5 


53.0 


54.4 


2.8 


-0.9 


3.7 


-0.8 


54.6 


52.4 


47.8 


51.6 


2.6 


-4.1 


6.7 


—3.2 


46.4 


47.7 


47.6 


47.2 


1.6 


-0.6 


2.2 


0.3 


48.2 


40.1 


40.4 


i 41.2 


3.9 


0.4 


3.5 


1.6 


33.8 


31.7 


33.9 


331 


9.4 


3.0 


6.4 


3.2 


36.0 


84.9 


35.7 


1 35.5 


9.2 


5.6 


3.6 


6.4 


39.8 


44.2 


50.0 


44.7 


9.7 


6.8 


2.9 


7.0 


49.4 


48.6 


48.2 


48.7 


10.0 


6.0 


4.0 


6.2 


49.1 


49.5 


50.5 


49.7 


10.6 


5.8 i 


4.8 


7.8 


48.3 


46.8 


47.6 


47.6 


9.0 


3.5 


5.5 


6.1 


50.0 


51.9 


54.5 


52.1 


10.3 


5.4 


4.9 


55 


55.2 


53.3 


51.8 


53.4 


9.0 


5.8 


3.2 


6.0 


46.5 


46.3 


47.0 


46.6 


7.9 


2.9 

1 


5.0 


4.4 



PENTADEN-ÜBERSICHT 



5.7 

8.0 

6.3 

10.2 

11.9 

14.9 
10.7 
10.8 
5.0 
13.7 

15.4 

2.8 
2.8 
2.1 

0.8 

0.6 
3.5 
3.5 
3.4 
1.6 

-1.4 

0.7 
3.4 

8.6 

8.4 

8.7 
9.2 
9.9 
8.5 
8.5 
7.1 

6.6 



Pentade 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


1 k u n g 


Niederschla 


Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


2.— 6. Dez. 


212.2 


42.4 


44.0 ( 8.8 


47.3 


9.5 


25.8 


7.-11. , 


220.6 


44.1 


47.1 1 9.4 


41.7 


8.3 


28.8 


12.-16. „ 


255.0 


51.0 


3.1 j 0.6 


33.0 


6.6 


4.6 


17.-21. , 


261.3 


52.3 


4.8 1.0 


38.2 


7.6 


0.2 


22.-26. , 


201.7 


40.3 


25.7 ! 5.1 


48.3 


! 9.7 


41.1 


27.-31. „ 


251.5 


50.3 


36.2 i 7.2 


43.7 


8.7 


10.1 



'lezembep 1915. 



Beobachter Lampe. 
5 



49 



temyeratiir 



9p 



Tages- 
mittel 



Absolute Fenchtigkeit 



mm 



'Jp 



9p 



Tages- 
niittel 



Relative Fenclitigkeit 



7a 



9 p ! 9p li Tages- 
mittel 



4.2 
4.3 

7.9 
12.7 

8.5 

10.2 
7.0 
8.0 
4.8 

13.4 

9.3 
3.4 
1.6 
1.0 
1.5 

1.6 

2.0 
0.9 
09 
2.6 

-0.9 
0.5 
3.4 

8.3 

7.5 

7.5 
9.6 
5.8 
6.6 
6.1 
6.8 

5.1 



4.3 
5.2 

6.8 
10.8 
10.6 

10.6 
8.4 
9.8 
4.0 

13.1 

11 8 

4.2 

2.0 

0.0 

-1.2 

-1.9 

1.5 
1.6 
1.8 
1.5 

-1.0 
0.5 
3.0 
7.1 

7.4 

7.7 
8.6 
7.3 
7.0 
6.6 
6.7 

5.3 



5.6 
6.0 
6.4 
7.1 
8.3 

7.2 
6.0 
81 
4.8 
9.6 

10.5 

6.1 
44 
4.4 
3.4 

3.0 

3.7 
4.4 
4.4 
3.5 

3.3 
4.6 
5.0 
5.6 

6.7 

6.7 
6.8 
5.4 
6.3 
6.5 
6.7 

5.8 



0.1 


6.0 


6.9 


6.0 


0.8 


78 


8.6 


9.9 ! 


6.7 


7.7 


7.2 


8.8 


6.3 


6.9 


6.1 


5.5 



5.9 
10.3 

8.8 
4.8 
4.6 
4.1 
3.5 

3.6 
4.2 
4.6 
8.5 
4.2 

3.6 
4.5 
5 5 



6.2 
9.9 

6.4 
4.9 

4.0 
H.9 
3.5 

3.4 

4.2 
4.5 

3.8 
4.8 

4 1 
4.5 
5.4 



7.5 


6.9 


7.3 


6.6 


6 6 


6.0 


7.2 


6.9 


5.6 


5.7 


7.2 


0.9 


. 7-4 


6.7 


' 7.1 


6.8 


6.0 


6.0 



5.9 
6.3 
7.0 
8.5 
7.6 

7.7 
6.4 
6.6 
5.6 
9.9 

8.6 
5.3 
43 
4.1 
3.5 

3.3 

4.0 
4.5 
3.9 
4.2 

3.7 
4.5 
5.3 
6.7 

6.9 

6.4 
7.0 
5.6 
6.8 
6.9 
6.9 

5.9 



97 
97 
9.) 
73 

96 
70 
76 
96 
93 

95 
80 
81 
96 
92 

95 
90 
89 

82 
81 

91 
98 

96 
97 
93 

89 



90 

97 



90 
86 
96 
93 
65 

57 

65 
63 
90 

b9 

67 
86 
80 

77 
71 

75 
72 
78 
60 

82 



92 
95 
91 
89 

78 
83 
62 
87 
89 
94 

80.3 



97 
97 
98 
91 
93 

95 
92 

68 
97 

87 

74 

83 

78 
90 

84 

81 

78 
90 

77 
85 

96 
94 
93 

86 
86 

77 
78 
84 
94 
ii6 
93 



95.0 
93.3 
970 

91.3 

77.0 

82.7 
75.7 
69.0 
94.3 
89.7 

78.7 
83.0 
80.7 
87.7 
82.3 

84.7 
80.0 
85.7 
73.0 
82.7 

91.7 
94.7 
94.7 
91.3 
89.3 

81.3 
85.7 
71.3 
90.3 
94.0 
94.3 



1 
2 
8 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 

17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



87.6 85.9 



Maximum 



am 



Minimum 



Differenz 



Luftdruck .... 
lajLufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



761.2 
16.3 
10.5 
98 



14. 

11. 

11. 

1. 3. 22. 



731.7 

-5.0 

3.0 

57 



24. 

16. 

16. 

6. 



29.5 
21.3 
7.5 
41 



Grösste tägliche Niederschlagshöhe 



21.8 am 25. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,0 im Mittel) . 
„ „ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) 
„ „ Sturm tage (Stärke 8 oder mehr) . . 
„ „ Eistage (Maximum unter 0^) . . . 
„ „ Frosttage (Minimum unter 0^) . . 
„ „ Sommertage (Maximum 25,00 oder mehr) 



22 

1 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 



50 




Station Wies 

6 


baden. 










7. 


Monal 




' 






W i 


u d 










Bewölkung 




Richtung 


und Stärke 




Tag 


firaiiz \i 


'olkenfrei = ^anz bewölkt =10 


Windstille = C 


Ork 


an = 12 




7» 


9 p cip ' Tages- 
-^ ^^ mittel 


7- 


i 


2p 


9p 




1 


10 


9 10 


9.7 


NE 


1 


NE 


2 


N 


1 


2 


10 


8 


10 


9.3 


SW 


2 


NW 2 


NW 


2 


3 


10 


10 


10 ' 


10.0 


E 


1 


E 


1 


E 


1 


4 


10 


10 


10 1 


100 


E 


1 


SW 2 


SW 


3 


5 


8 


7 


10 


8.3 


SW 


2 


s 


3 


NE 


2 


6 


10 


9 


10 


9.7 


SW 


3 


SW 


6 


SW 


2 


7 


6 


4 


10 


6.7 


SW 


2 


SW 


1 


NE 


1 


8 


10 


9 





6.3 


SW 


3 


NE 


2 


W 


2 


9 


10 


10 


10 


10.0 


NE 


1 


NE 


2 


NW 


2 


10 


10 


10 


10 


lÜ.O 


SW^ 


2 


SW 


2 


SW 


1 


11 


10 


8 


8 


8.7 


SW 


1 


SW 


8 


SW 


4 


12 


10 


10 


10 


10.0 


SW 


3 


N 


3 


NW 


3 


13 


8 


4 


7 


6.3 


^v 


2 


N\^ 


' 3 


W 


3 


14 


10 


9 





63 


SW 


2 


SW 


2 


SE 


1 


15 


9 


2 





3.7 


NE 


1 


E 


2 


E 


1 


16 


10 


8 


2 


6.7 


NE 


2 


NE 


2 


NE 


2 


17 


9 


6 


10 


8.3 


NE 


1 


NE 


2 


SE 


1 


18 


10 


10 


2 


7.3 


SE 


1 


SE 


1 


SE 


1 


19 


8 


2 


2 


4.0 


N 


1 


N 


2 


NE 


1 


20 


10 


10 


8 


9.3 


W 


2 


W 


3 


NW 


3 


21 


8 


10 


10 


9.3 


E 


2 


E 


1 


. . . 





22 


10 


10 


10 


10.0 


. . 







. 


. . . 





23 


10 


i 10 


8 


9.3 


. . 





SE 


1 







24 


10 


i 10 


8 


9.3 


SW 


2 


s^^ 


' 3 


s w ■ 


3 


25 


10 


10 


10 


10.0 


SW 


2 


« 


3 


SW 


2 


26 


10 


9 


10 


9.7 


S 


2 


sw 


' 4 


SW 


3 


27 


10 


10 


10 


10.0 


s 


2 


SW 


' 2 


SW 


4 


28 


10 


2 





4.0 


SW 


2 


SW 


' 3 


E 


2 


29 


10 


10 


10 


10.0 


SE 


2 


SE 


1 


NE 


1 


30 


10 


9 


10 


9.7 


SE 


1 


SE 


1 


. . . 





31 


10 


10 


10 


10.0 









. 


E 


1 




9.5 


8.2 


7.6 


8.4 




1.6 




2.3 




1.7 














Mittel 1.9 








Zahl der Tag 


e mit 










Niederschlag mindestens l,0°i°i . 
Niederschlag mehr als 0,2 ™°^ 






19 












19 










Niederschlag mindestens 0,1 °i™. 


22 










Schnee mindestens 0,1 ^^ . . . 




. • (^) 


3 










Hagel 




. . (A) 


— 










Graupeln 




. . (A) 


— 










Xau 




• . ( 


^^) 


4 








Reif . . '. 




. . ( 








Glatteis 




. . {^) 












Nebel 
Gewitter . 






• . ( 


T) 


^ 








'.'.'.'.'.'.'.'{ 


nah K, 


fern 








Wetterleuchten 




. . (<) 


— 







Dezember 1915. 



Beobachter Lampe. 



51 



löhe 7» 
mm 



Niederschlag 



Funu und Zeit 



Höhe 
der 
Schnee 
decke 
in cm 



Bemer- 
kungeu 



3.7 
3.8 
9.0 
5.3 
5.9 

1.8 
6.2 
7.1 

2.9 

2.6 
2.2 

0.0 



0.2^ 
8.7^ 
2.7 
4.7 

:i.8 

3.2 
8.7 
0.2 

1.1 
0.1 

4.3 



#1', %^ oft a u. p 

#n, # ^" 1 i^tw. a 

#n, ^0-1 oft —II u. 

# n, #0*1 /tw. a u. p 
#11. S0v.8p-III 

# n, #0- 1 oft p — IJI u. später 
#11, #tr. nach 71/2 p 

^Ooftau. p 

# 11, # tr. a 

#n. #01 u. oft a 
#11, #0oftl03/4a— II, #o•lzt\v 
-X-ll, -7<-fl- ztw. a u. p 



ztw. -8 p 

1 33/4 p —III u. später 



■7 p 



^oiiu. ztw. p 

-)f • ip fast ohne Unterbr. — III u. später 



a z t w. ( 

iO-loft- 

lOoftau. 

; ztw. a 
I tr. a 



Monatssumme. 



iOzw. 6>/4U. 71/4? 
-1 p u. nach II — 81/4P 

P 






wJ a u. besonders 

zw. ll]2U.2'''/4p 



16 



1 


^Vind- 


Verteilung 


. 




7a 


2p ; 9p 


Summe 


N 


1 


2 1 


4 


NE 


5 


5 5 


15 


E 


8 


3 , 4 


10 


SK 


3 


4 1 3 


10 


S 


2 


2 


4 


sw 


12 


10 1 8 


30 


w 


2 


1 i 2 


5 


NW 


_ 


2 i 4 


6 


.Still 





2 1 4 


« 



52 



Instrumentarium der neuen Station 

Am 22. September 1916. 



Verfertiger No. 



Barometer 



Thermometer 



Gattung Gefäss Fuess 
trockenes Fuess 

befeuchtetes Fuess 
Maximum Fuess 

Minimum Fuess 



Regenmesser System H e 11 m a n n 



922 
1390 

404 b 
8717 
2853 
2111 
2121 



A 



Ilölie der Aufstellung in Metern 
Über dem Meeres-Niveau 121,85 
12,65 
12,65 
12,65 
12.65 

1.0 



über dem Erdboden 



Die BeobacLtungrn wurden bis zum 31. August 1915 im Hofe des alten 
Museums und seit dem 1. September 1915 im 2. Stocke des neuen Museums 
(Nordseitc) ausgeführt. — Eine Beschreibung der neuen Station wird im nächsten 
Bande folgen. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 




Formation des stehenden Wassers. 
Alisma, Hottonia, Potamogeton, Typha, Nasturtium. 




Formation des Nadelwaldes, 
Carex brizoides. 



B. Haldy, Die Vegetations Verhältnisse der Gemarkung Gelnhausen <Ber. Casscl). 



Tafel I. 




Formation des Nadelwaldes. 

Rubus fruticosus. 




Formation der Tal wiesen. 
Pastinaca sativa. 



Verlag von J. F. Bergmann, Wiesbaden. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 




Formation der Hecken. 

Populus trcmula, Corylus avellana, Prunus spinosa, Ligustrum vulgare, Rubus fruticcsus. 




Formation der Steinrücken. 
Corylus, Rliamnus, Gramineen, ImÜccs. 



B. Haldy, Die Vegetationsverhältnisse der Gemarkung Gelnhausen <Bcz. Cassel). 



Tafel IL 




i ^luiaiioi. a^. Trift, 

Echium vulgare, Hypericum perforatum. 




Formation der Hedten. 

Clematis Vitalba, 



Formation der Hedcen. 

Hohlweg m. Fagus, Prunus avium, Corylus. 



Verlaa von J. F. 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 




Formation des Laubwaldes. 
Lonicera pcriclymenum. 



Formation der Steinrüdien, 
Coronaria tomentosa fl. alba. 







Formation der Geröllhalden. 
Calluna vulgaris. 



H, Haldy, Die Vcgerationsverhältiiissc der Gemarkung Gelnhausen <Bez, Cassel). 



Tafel III. 




Formation des stehenden Wassers. 

Typha latifolia, Potamogeton natans. 




Formation der Steinrüdten. 

Coronaria tomentosa fl. purpurea. 



Verlag von J. F. Bergmann, Wiesbaden 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 69, 1916. 




Formation der Schutthalden. 
Succisa pratensis. 




Formation des Nadelwaldes. 
Majanthemum bifolium. 



B. Haldy, Die Vegetationsverhältnisse der Gemarkung Gelnhausen <Ber. Cr.sscl). 



Tafel IV. 




Formation des fließenden "Wassers. 

Ranunculus aquatilis. 




Formation der Steinrücken. 
Vincetoxicum officinale. 




///4 



# JAHRBUCHER 



DE8 



NASSAUISCHEN VEREINS 



FÜB 



NATURKUNDE. 



[ mi UNTERSTÜTZUNG DES MAGISTKATS DER RESIDEiNZSTADT WIKSBADKN 

f 

HERAUSGEGEBEN 

VON 

BE HEINRICH FRESENIUS, 

«JKM. KKGIKKUNGSKA T IM) TKOKKSSOR, DIKEKTOIt DKS N ASS AUISCll KX VKKKIXS FÜR 

NATUKKUXUK. 



JAHRGANG Ol). 



MiT EINEM BILDNIS VON WILHELM KOBELT, 18 ABBILDUNGEN Al'F 
TAFEL I— IV UND 8 TEXTABBILDUNGEN. 



WIESBADEN. 

TEMLAG VON J. F. BERGMANN. 
1916. 



® 



Alle D ruck seil ri f teil sind ;ni flen 

„Nassaiiisclieii Verein für Naturkunde 

(N a t u r li i s t o r i s c li e s M u s e u m) 

IViesbadeu" 

zu richten. 

Manuskripte für diese Jahrbücher bitten wir im dmek:- 
fertigeii Zustande jeweils bis spätestens zum I.Juli an den 

Herausgeber, Wiesbaden, Heinrichsberg 2, einzusenden. 



DruckfehlerTbericlitigung'. 

Jnl'filgo ciiit's \'orseliens in tlor Druckerei wurden die Taleht 
zu der Abluindlung 

llaldy, Die YegetatioiisverliältniSvSe 
der (Gemarkung: Gelnhausen 

mit Nummer 1— IV Itozeiclinet. während sie richtig mit i -VUl 
■y.u hezeiclinen «ind. 



i 



Druck von Carl Ritter, G. m. b. h. 
Wiesbaden. 



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MBL WHOl I.IHKARY 



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